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DER KONSTRUKTEUR 5/2025

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05

19073

August 2025

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SCHALTSCHRANKBAU

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Werkzeuglose Anschlusstechnik als Basis

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EDITORIAL

VIELFALT MACHT

ERFINDERISCH

Die Abnehmerbranchen der deutsche Werkzeugmaschinenindustrie sind heute

deutlich diversifizierter als noch vor einigen Jahren. Der Absatz der Top-3-Branchen

– also Maschinenbau, Automobilbau und Zulieferer für den Automobilbau – betrug

im Jahr 2017 noch 75 Prozent und sank bis 2019 auf rund 66 Prozent. So der

Marktbericht des VDW für das Jahr 2024. In der aktuellen Erhebung für 2023 waren

es nur noch 57 Prozent (27,2 Prozent Automobil- und Zulieferindustrie). Diese

Entwicklung ist unter anderem auf die tiefgreifenden Transformationsprozesse

zurückzuführen, die traditionell wichtige Branchen wie die Automobilindustrie und

ihre Zulieferer auf dem Weg zur Elektromobilität durchlaufen.

Hersteller von Werkzeugmaschinen sehen sich gleichzeitig einem enormen internationalen

Innovations- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Dieser Druck wird zusätzlich

durch teils überzogene Erwartungen an „neue“ Technologien wie KI oder generell die

Digitalisierung verstärkt. Gleichzeitig müssen sie in neuen Anwendungs- und

Technologiefeldern mit ihrer Erfahrung oft Neuland betreten und nicht selten schnell

Produktionskapazitäten für Boom-Branchen oder junge Märkte aufbauen, um sich

Marktanteile sichern zu können. Dazu gehören etwa die Batteriefertigung, die

Medizintechnik oder die Elektronikindustrie, wo beispielsweise Leiterplattenfräsen

benötigt werden. Auch im Bereich der FTS und mobilen Robotik zeigt sich noch viel

Potenzial, etwa durch flexiblere Antriebskonzepte (Seite 22).

Diversifikation und Internationalisierung sind aus meiner Sicht jedenfalls sinnvolle

Strategien, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und nachhaltig zu wachsen. Die

zunehmende Diversifizierung im Maschinenbau und auch auf Seiten der System- und

Komponentenlieferanten spiegelt sich übrigens auch in unserer Berichterstattung für

Konstrukteure im Maschinen- und Anlagenbau wider. Mein Eindruck: Die Themen werden

in den letzten Jahren abwechslungsreicher. In dieser Ausgabe berichten wir zum Beispiel

über eine Mehrachsfräsmaschine zur Optimierung von Gitarren (Seite 46) oder über

Kugeldrehverbindungen in Anwendungen für das Vertical Parking (Seite 42). Die Vielfalt

der Themen zeigt, wie innovativ, branchenoffen und zukunftsgerichtet der Maschinenbau

im Allgemeinen und der Werkzeugmaschinenbau im Speziellen agiert.

Ihr Felix Berthold

f.berthold@vfmz.de

DER KONSTRUKTEUR 2025/05 3


INHALT

06

MENSCHEN UND MÄRKTE

03 Editorial: Vielfalt macht erfinderisch

06 DER KONSTRUKTEUR persönlich:

Dominik Paul, Experte für FEM-Simulation und

Applikationsingenieur für magnetische Maßverkörperungen

bei iC-Haus

07 Aktuelles

08 NACHGEFRAGT

Umdenken für mehr Kreislaufwirtschaft

12

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PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

EMO 2025

10 Prototypische Lösungen: KI als Gamechanger

11 Produktinformationen

ANTRIEBSTECHNIK

12 PC-based Control bei einer Multifunktionszelle

für Kleb-, Dicht- und Vergussprozesse

15 Produktinformationen

16 Hohlwellen-Kompaktantrieb optimiert

Rundtischkinematik

18 Beutelfüllmaschinen liefern Höchstleistung

20 Neue Generation – Servoantrieb mit Vollwelle

22 Lösungsbaukasten für mobile Systeme

INDUSTRIEELEKTRONIK

24 TITELSTORY

Schaltschrankbau digital weiterdenken

28 Kombi-Schutzschalter für hygienekritische

Umgebungen

31 Produktinformationen

TITELBILD

Weidmüller

Interface GmbH

& Co. KG, Detmold

22

4 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


KONSTRUKTIONSELEMENTE

32 Sicherheitsstoßdämpfer schützen Fallturm-

Konstruktion und Forschungskapseln

36 Schutz für besonders groß dimensionierte

Werkzeugmaschinen

38 Produktinformationen

SPECIAL

Rodriguez GmbH,

Eschweiler

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WERKSTOFF- UND VERBINDUNGSTECHNIK

40 Dichtbänder für Hochtemperaturanwendungen

41 Produktinformationen

42

SPECIAL

WERKZEUGMASCHINEN

42 Vertical Parking – Mit Kugeldrehverbindungen

nachhaltige Lösungen entwickeln

46 Gitarrenbau trifft auf Antriebsinnovation

48 Produktinformationen

SERVICE

30 Impressum

50 Vorschau

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DOMINIK PAUL

arbeitet als Applikationsingenieur

beim Chiphersteller

iC-Haus. Er befasst sich dort

mit FEM-Simulationen für

magnetische und induktive

Sensoren. Daneben forscht er

an der Hochschule RheinMain.

Wie optimieren Sie Positionssensoren?

Mithilfe von elektrostatischen und elektrodynamischen

FEM-Simulationen erweitere

ich intern das Verständnis für unsere Mikrosensoren

und untersuche, wie sich unsere

Chips in Kundenapplikationen verhalten.

Ohne eine physische Baugruppe zur Hand

zu haben und aufwendige Experimente

kann ich per Simulation und Datenverarbeitung

so die reale Anwendung abbilden.

Was sollten Simulationstools leisten?

Seit etwa fünf Jahren arbeite ich mit Simulationstools

in verschiedenen Anwendungsfeldern.

Meine Erfahrung: Nicht das Tool ist

für eine erfolgreiche Simulation oder Auslegung

verantwortlich, sondern vielmehr

das Verständnis für das, was das Tool leisten

soll und kann. Außerdem ist die Datenanalyse

in Bezug auf die Forschungsfrage

oder das Problem entscheidend, um

relevante Erkenntnisse abzuleiten.

Sie forschen außerdem als Doktorand an

Radial verdichtern. Wie bringen Sie Job und

Wissenschaft unter einen Hut?

MENSCHEN UND MÄRKTE

Meine wissenschaftlichen Tätigkeiten führe

ich nach der Arbeit oder am Wochenende

durch. Glücklicherweise kann ich von beiden

Bereichen profitieren, die Überschneidungen

der beiden Themengebiete sind

größer als man denkt. Beide Tätigkeiten

machen mir Spaß. Deshalb fällt es mir nicht

so sehr schwer, Freizeit dafür zu opfern.

Können Sie Ihr Fachwissen auch mit Ihrem

Hobby, dem 3D-Druck, verbinden?

In erster Linie hilft mir mein Wissen aus

dem Bereich der Strukturmechanik, die

Bauteile entsprechend der Lastanforderungen

auszulegen. Daneben habe ich auch

schon strömungsführende Bauteile gedruckt,

die ich zuerst mit Simulationen

designtechnisch untersuchen konnte.

6 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de

ENTSCHEIDEND IST DAS

VERSTÄNDNIS FÜR DAS,

WAS DAS SIMULATIONSTOOL

LEISTEN SOLL UND KANN

DOMINIK PAUL, EXPERTE FÜR FEM-SIMULATION

UND APPLIKATIONSINGENIEUR FÜR MAGNETISCHE

MASSVERKÖRPERUNGEN BEI iC-HAUS

www.ichaus.de


STÖBER STÄRKT GLOBALE PRÄSENZ

Mit einer strategischen Ausrichtung auf die globalen Wirtschaftsräume

USA, Europa und Ostasien reagiert Stöber

Antriebstechnik auf zunehmende geopolitische Risiken. Ziel

ist ein solides, breit aufgestelltes Geschäftsmodell. „Wirtschaftliche

Entscheidungen folgen heute immer öfter

politischen Motiven“, sagt Markus Graf, Chief Sales Officer bei

Stöber (Bild). „Deshalb reicht

technologische Stärke allein

nicht mehr aus. Unternehmen

brauchen ein tragfähiges

Fundament – und das

schaffen wir mit einer

strategischen Ausrichtung

auf die drei großen Wirtschaftsräume“.

Der Antriebsspezialist

baut seine

Standorte, Kundenbeziehungen

und Partnerschaften in

den drei Weltregionen

konsequent aus. Europa

bleibt dabei die Basis.

Nordamerika und Ostasien gewinnen strategisch an Bedeutung.

Im Fokus stehen regionale Nähe, schnelle Reaktion auf

Marktanforderungen und ein tiefes Verständnis für kulturelle

Unterschiede.

www.stoeber.de

ABB ÜBERNIMMT SENSORFACT

ABB hat das

niederländische

Unternehmen

Sensorfact BV mit

Sitz in Utrecht

übernommen.

Diese strategische

Akquisition

wird ABBs

Angebot im

digitalen

Energiemanagement erheblich erweitern. Seit seiner

Gründung 2017 bietet Sensorfact eine skalierbare Softwareas-a-Service-(SaaS)-Lösung,

die kleinen und mittleren

Unternehmen hilft, Energiekosten durch den Einsatz von

Künstlicher Intelligenz zu senken und die Effizienz zu steigern.

Sie umfasst Plug-and-Play-Sensoren, die den Energieverbrauch

auf Maschinenebene messen und mit einer

intelligenten Softwareplattform verbunden sind. Algorithmen

analysieren die Daten, identifizieren Energiesparpotenziale

und geben maßgeschneiderte Empfehlungen für die

Betriebsabläufe der Anwender. Mit mehr als 250 Mitarbeitenden

in Utrecht, Amsterdam, Barcelona und Berlin bedient das

Unternehmen Kunden in ganz Europa. Über den Kaufpreis

wurde Stillschweigen vereinbart.

www.abb.de

RED DOT DESIGN AWARD FÜR IFM

Der magnetisch-induktive Durchflusssensor SM Foodmag von ifm gewinnt den Red Dot Design Award 2025.

Der Sensor für die Lebensmittelindustrie ermöglicht eine verkürzte Inbetriebnahmezeit und besitzt ein gut

lesbares Grafikdisplay. Die Ansprüche der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sind hoch: In den Anlagen

gelten strenge Hygienestandards und raue Betriebsbedingungen, um die Produktqualität und die Verbrauchersicherheit

zu gewährleisten. Der hygienische Durchflusssensor SM Foodmag wurde speziell für den

Einsatz in dieser Branche entwickelt und setzt dort neue Standards: Dank eines selbsterklärenden Designs

kann der Sensor in weniger als 20 Minuten in Betrieb genommen werden – eine Status-LED

und das große Vollgrafik-Display bilden dafür die Basis. Großen Wert hat ifm darauf gelegt,

dass aufgrund der Form und Oberflächenbeschaffenheit eine einfache Reinigung möglich

ist. Dieses Komplettpaket hat auch die Jury des Red Dot Design Awards überzeugt, der

SM Foodmag erhält das renommierte Qualitätssiegel in diesem Jahr.

www.ifm.com

CRA-KONFERENZ – ORIENTIERUNG FÜR ENTSCHEIDER

IM MASCHINENBAU

Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) stellt die EU neue Anforderungen an die

IT- oder OT-Sicherheit vernetzter Produkte – und viele Hersteller stehen vor

offenen Fragen. Die CRA-Konferenz am 6. November 2025 bietet genau jetzt

Orientierung. Als kompakte und rein digitale Plattform beleuchten Experten

den Cyber Resilience Act branchenübergreifend, auf den Punkt gebracht und

auf nur einen Tag fokussiert. Dieses effiziente Format ermöglicht es Fach- und

Führungskräften, hochkarätige Vorträge und praxisrelevante Inhalte direkt vom

Arbeitsplatz oder Homeoffice aus zu verfolgen – ganz ohne Reiseaufwand. Branchenexperten, Juristen und

Praktiker erläutern den CRA aus verschiedenen Perspektiven und zeigen praxisnahe Wege zur Umsetzung.

Thematisiert werden unter anderem juristische und organisatorische Pflichten von Cybersicherheit als

Produktanforderung. So erhalten die Teil nehmenden Orientierung und Handlungssicherheit für eine

widerstandsfähige, digitale Zukunft.

Jetzt anmelden: www.cra-konferenz.com/anmeldung. Mehr unter: www.cra-konferenz.com

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www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 7


NACHGEFRAGT

4Fragen

an Frank Schockemöhle, Bereichsleitung Technologiemanagement,

Pöppelmann GmbH & Co. KG, Lohne

UMDENKEN FÜR MEHR

KREISLAUFWIRTSCHAFT

MENSCHEN UND MÄRKTE

Erkenntnisse und Perspektiven: Wie das Familienunternehmen

Pöppelmann mit einem Technikum

für Innovationen in der Kunststoffverarbeitung und

einem Circular Mindset vorangeht.

1Vor welchen Herausforderungen stehen Industrieunternehmen

in Sachen Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen?

Die Herausforderungen bestehen besonders in komplexen Materialverbünden,

mangelnden Rezyklat-Standards und fehlenden

Materialkennwerten. Das Recycling von Kunststoffen wird

vor allem durch die mangelnde Sortenreinheit stark erschwert.

Oft fehlt ein „Design-for-Recycling“-Ansatz in der Konstruktion.

Auch die Unsicherheit über Materialeigenschaften von Rezyklaten

bremst den Ausbau der Kreislaufwirtschaft.

2Wie können Mittelständler das

Thema angehen?

Mittelständische Unternehmen können mit modularen, sortenreinen

und recyclinggerechten Designs ansetzen, um die Menge

und die Qualität von Recyclingmaterial zu erhöhen. Kooperationen

mit Recyclingunternehmen und Materialexperten helfen

beim Einstieg. Die richtige Handhabung von Rezyklaten

lässt sich besonders gut im Rahmen von Pilotprojekten

erproben und erlernen. Mitarbeiterschulungen und Informationen

zur Kreislaufwirtschaft und ihren Möglichkeiten

fördern ein „Circular Mindset“ im Unternehmen. So

wird Nachhaltigkeit nicht nur zur Pflicht, sondern zur

strategischen Chance.

3Wo sehen Sie die größten Aufgaben beim Einsatz

von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR)?

Aufgrund der unterschiedlichen Quellen und Umwelteinflüsse

liegt die größte Aufgabe für Hersteller aktuell in der

Sicherstellung gleichbleibender Bauteilqualität von PCR-

Materialien. Unterschiede in Farbe, Fließverhalten oder

mechanischen Eigenschaften erschweren die Serienproduktion.

Zudem bestehen technische Hürden bei der Verarbeitung,

insbesondere bei anspruchsvollen Anwendungen. Daher müssen

die Prozesse zur Materialqualifikation und Wareneingangsprüfung

auf die PCR-Materialien angepasst werden.

4

Wie stellt Pöppelmann sicher, dass Bauteile aus

Rezyklaten die Anforderungen der Kunden erfüllen?

Im Technikum in Lohne können wir im kleinen Maßstab erste

Rezepturen formulieren und direkt auf ihre Tauglichkeit für

spätere Serienanwendungen prüfen. Ergänzt wird diese Ausstattung

durch moderne Spritzgießmaschinen und spezielle Probekörperwerkzeuge,

mit denen wir sowohl kompakte als auch

geschäumte Prüfkörper herstellen können. Diese Probekörper

werden anschließend in unserem Labor umfassend analysiert –

mechanisch, thermisch und rheologisch. Ein weiterer zentraler

Bestandteil ist die enge Verzahnung mit unseren Simulationswerkzeugen.

Sobald ein Material im Technikum erfolgreich

validiert wurde, erfolgt der Transfer in unsere Seriencompoundierung.

Dort wird die Rezeptur auf die großtechnische Produktion

hochskaliert.

www.poeppelmann.com

Bild: Pöppelmann

Jetzt zum ausführlichen Interview auf

Frank Schockemöhle teilt dort wertvolle Erkenntnisse für

mehr Kunststoff-Recycling und Nachhaltigkeit und gibt

exklusive Einblicke in die Möglichkeiten des

neuen Technikums von Pöppelmann – vom

recyclinggerechten Produkt-Design bis zum

Circular Mindset.

bit.ly/circular-mindset

8 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


REKORDJAHR FÜR MESSE STUTTGART

Die Messe Stuttgart blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr

ihrer 105-jährigen Geschichte zurück: mit einem Umsatz

von 228,5 Millionen Euro und mit 49,5 Millionen Euro

Ergebnis. Mehr als 1,2 Millionen Besucherinnen und Besucher

kamen zu den Veranstaltungen auf dem Gelände, auf dem

knapp 20.000 ausstellende Unternehmen ihre Innovationen

präsentierten. Zu den Höhepunkten zählten unter anderem

die Leitmessen CMT, die R+T, die Intergastra mit der IKA/

Olympiade der Köche sowie

die AMB. „2024 war für uns

ein Ausnahmejahr – in jeder

Hinsicht“, betont Roland

Bleinroth, Geschäftsführer

der Messe Stuttgart. „Ein

prall gefüllter Kalender,

starke Leitmessen, eine

hohe Internationalität und

das großartige Engagement

unserer Teams haben dieses

Spitzenergebnis möglich gemacht.“ Insgesamt fanden

62 Messen am Standort Stuttgart statt – zusätzlich organisierte

die Messe Stuttgart 19 Veranstaltungen an anderen

Standorten. Dazu zählten auch deutsche Orte wie Hamburg,

Dresden oder Leipzig. Ein zentraler Erfolgsfaktor war 2024 die

internationale Strahlkraft der Veranstaltungen: Zehn Prozent

der Besucherinnen und Besucher kamen in den Jahren

2023/24 aus dem Ausland, der Anteil an internationalen

Ausstellern stieg auf 30 Prozent.

www.messe-stuttgart.de

TOP 100 AWARD

FÜR AUCOM

Aucom hat den

TOP100-Award

erhalten. Mit der

Auszeichnung werden

besonders innovative

mittelständische

Unternehmen ausgezeichnet. „Wir haben durchaus die eine

oder andere Sektflasche geköpft, als wir erfahren haben, dass

wir das TOP100-Siegel führen dürfen“, freut sich Thomas

Zirk-Gunnemann, CEO von Aucom Applied Motor Controls.

Zusammen mit Frank Liermann, Business Unit Director bei

Aucom, nahm er die Auszeichnung von Wissenschaftsjournalist

Ranga Yogeshwar im Rahmen eines Festakts auf dem

Deutschen Mittelstands-Summit in der Mainzer Rheingoldhalle

entgegen. „Wenn man bedenkt, mit wie vielen Kriterien

die Unternehmen geprüft werden, können wir stolz darauf

sein, dass unsere Innovationen mit dem TOP100-Award

ausgezeichnet wurden“, erklärt Zirk-Gunnemann. Aucom

entwickelt und produziert elektronische Antriebslösungen.

Die digitalen Frequenzumrichter und Sanftanlasser kommen

in über 100 Ländern zum Einsatz und reduzieren in produzierenden

Unternehmen Betriebs- und Energiekosten. Sie

erleichtern zudem den Übergang von mechanischen zu

nachhaltigen elektronischen Antrieben. Besonders bemerkenswert

ist die Fertigungstiefe von Aucom, mit der sich das

Unternehmen so weit wie möglich von Lieferkettenrisiken

und Versorgungsengpässen entkoppelt.

www.aucom.com

Made

for Metalworking

Willkommen zur Weltleitmesse

der Produktionstechnologie.


EMO 2025

PROTOTYPISCHE LÖSUNGEN

KI ALS GAMECHANGER

Konzept. Fachleute aus der Forschung stehen zur Verfügung, um

allgemein zu informieren oder in Detailfragen einzusteigen.

MENSCHEN UND MÄRKTE

Metallbearbeitung

international: Auf der

EMO Preview zählte der

VDW 150 Teilnehmer

aus 24 Ländern, davon

rund 70 Journalisten

Auf der EMO 2025 in Hannover, der

Weltleitmesse für Produktionstechnik, wird

Künstliche Intelligenz ein Schwerpunkt sein.

Weltweit wird darüber diskutiert, ob KI der

Gamechanger für die Produktion von morgen

sei und welche vielversprechenden

Einsatzmöglichkeiten es gebe, so

VDW-Geschäftsführer Dr. Markus Heering

anlässlich der EMO Preview, zu der der VDW

im Juli Journalisten nach Frankfurt am Main

eingeladen hatte. Die Medienveranstal tung

stieß auf großes internationales Interesse.

Ist Künstliche Intelligenz (KI) entscheidend für die künftige

Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und ihre große Chance?

Eine aktuelle Bitkom-Umfrage ergab: Acht von zehn Unternehmen

sehen das so. 42 Prozent setzen demnach KI bereits in der

Produktion ein, zur Überwachung von Maschinen, zur intelligenten

Steuerung von Robotern oder zur Optimierung des Energieverbrauchs.

Der AI Hub @EMO2025 soll Antworten und Diskussionsstoff

für den Einsatz von KI in der Produktion bieten. Ein Sonderstand

(Halle 6, Stand A22) wird den Besuchern das Thema zugänglich

machen. Die EMO kooperiert hierfür mit dem Demonstrationsund

Transfernetzwerk für KI in der Produktion, ProKI Netz, unter

der Ägide der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik).

„Auf dem AI Hub werden Anwendungsszenarien und prototypische

Lösungen für KI in der Metallbearbeitung mithilfe von Demonstratoren

gezeigt“, so beschreibt Markus Heering, Geschäftsführer

des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, das

PROZESSGETRIEBENER ANSATZ

„Wir verfolgen erstmals einen nicht datengetriebenen, sondern

einen prozessgetriebenen Ansatz. Und das macht einen großen

Unterschied“, sagt Prof. Jürgen Krüger. Er ist KI-Experte der WGP

und einer der Hauptautoren des WGP-Positionspapiers „KI in der

Produktion“. „In aller Regel schauen Unternehmen nämlich nach

den Daten, die sie gesammelt haben und versuchen daraus,

neue Erkenntnisse und damit neue Wertschöpfung zu erzielen.

Wir hingegen schauen uns die Prozesse an, die wir sehr

genau kennen. Und daraus leiten wir ab, wo wir gezielt Daten

erfassen müssen und wo KI gezielt eingesetzt werden

kann, um Prozesse zu optimieren. Damit wird die Integration

von KI in die Produktion deutlich effizienter.“

Der AI Hub@EMO 2025 greift noch weiter und vernetzt die

Angebote der EMO-Aussteller in ihrem jeweiligen Lösungsportfolio.

Die Anforderungen und passende Lösungen sind in der

Metallbearbeitung und im Werkzeugmaschinenbau sehr unterschiedlich.

Wo für einen Anbieter die KI-gestützte Bildverarbeitung

zur flexibleren Automatisierung beiträgt, setzt ein anderer

auf KI zur Optimierung des Fertigungsprozesses, um zum Beispiel

eine höhere Energieeffizienz, bessere Oberflächen oder

kürzere Bearbeitungszeiten zu erreichen. Wieder andere nutzen

KI für die Mensch-Maschine-Schnittstelle, um Fehlermeldungen

und Handbücher gezielter zugänglich zu machen. Diese Vielfalt

wird der AI Hub@EMO 2025 aufgreifen.

„Die gute Nachricht ist, dass bei industrieller AI verschiedene

Herstellernationen, auch Deutschland und andere Europäer,

ganz vorne mitspielen. Uns kommt die Ingenieurexpertise im

Hinblick auf industriespezifische Modelle und die tiefe Kenntnis

der Lieferketten zugute. Da bewegt sich in der gesamten Indus trie

unglaublich viel und das wird die EMO zeigen“, meint Heering.

„KI MACHT FEHLER“

Mit den Perspektiven Künstlicher Intelligenz in der Fertigung befasste

sich bei der EMO-Preview auch eine Podiumsdiskussion

mit Sebastian Heinz, Gründer und CEO von Statworx, und

Prof. Dr.-Ing. Michael Zäh vom Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen

und Fertigungstechnik an der TU München. Ihrer Meinung

nach müssten europäische Unternehmen das Innovationstempo

bei KI deutlich steigern, um den Anschluss an asiatische und USamerikanische

Anbieter nicht zu verlieren. Das gelte vor allem

für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich bislang

sehr abwartend zeigten. Gute Perspektiven dürfte es vor allem in

der Qualitätssicherung und bei der vorausschauenden Wartung

geben. Für beide Experten ist unstrittig, dass KI den Menschen in

der Fertigung nicht überflüssig mache. „KI macht Fehler“, stellte

Zäh fest. Dies zu erkennen, sei eine Fähigkeit, die dringend benötigt

und geschult werden müsse. Dass in Zukunft kein Weg an KI

vorbeiführe, da waren sich die beiden Experten einig. „Es ist keine

Option, KI nicht zu nutzen“, so Zäh. „Andere nutzen KI bereits

und wer es nicht tut, verliert.“

Bild: VDW

www.emo-hannover.de

10 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


EMO 2025

AUTOMATISIERTER AUSTAUSCH VON

ENDEFFEKTOREN AM ROBOTER

Schunk baut seine End-of-Arm-Lösungen zukunftsfähig aus

und stellt das Portfolio Robot Plus vor. Ein Highlight daraus:

Der neue Werkzeugwechsler CPS. Dieser ermöglicht den

automatisierten Austausch von Endeffektoren am Roboter.

Das bietet Potenziale für vielseitige Roboteranwendungen

mit kurzen Wechselzyklen. Beim CPS hat Schunk auf Vielseitigkeit

gesetzt. Das pneumatisch gesteuerte System erlaubt

das zügige und

prozesssichere

Wechseln von

Greifern und anderen

Werkzeugen mit bis

zu 1.000 kg Handhabungsgewicht

am

Frontend. Die

Baureihe umfasst

18 Baugrößen. Der

CPS besteht aus

einem Wechselkopf

(CPS-K) und einem Wechseladapter (CPS-A), die sich über

Druckluft formschlüssig und prozesssicher verriegeln. Eine

integrierte Feder minimiert die Spaltbildung bei unerwartetem

Druckluftabfall und gewährleistet gleichzeitig eine

selbsthaltende Verriegelung. Für mehr Transparenz in der

Prozessüberwachung sorgen optional verfügbare Sensoren,

die sowohl den Verriegelungszustand als auch die Werkzeuganwesenheit

überwachen. Ein umfangreiches Angebot an

Signal-, Pneumatik-, Fluid- und Kommunikationsmodulen

erweitert die Funktionalität und Einsatzmöglichkeiten des

CPS. Der Werkzeugwechsler kann mit einem Roboter oder

auch stationär, etwa im Vorrichtungsbau, verwendet werden.

www.schunk.com

VIERREIHIGE

PROFILSCHIENENFÜHRUNGEN

Automation,

Digitalisierung und

Nachhaltigkeit

gehören zu den

treibenden Kräften,

die die Maschinenarchitektur

beeinflussen.

Schaeffler

greift diese Trends

auf und stellt

passende Lager- und Antriebslösungen vor. Für Achsen

außerhalb des Bearbeitungsraumes, als auch für das Werkstück-

und Werkzeughandling, werden von den Herstellern

von Werkzeugmaschinen besonders wartungsarme und

langlebige Rundachslagerungen und Linearführungen

gefordert. Außerdem gilt es, ein neues Optimum zwischen

Funktion und Wirtschaftlichkeit zu finden, damit der Returnon-Invest

der Automationslösung schnell erreicht wird. Die

neuen vierreihigen Profilschienenführungen der Baureihe

KLLT in X-Anordnung erfüllen genau diese Anforderungen. Sie

erweitern das Portfolio an Schaeffler-Linearführungen in der

Peripherie von Produktionsmaschinen. Sie lassen sich auch

an Unterkonstruktionen mit geringen Formfehlern gut anpassen,

ohne dass signifikante Zwangskräfte entstehen. Für

Rundachsen außerhalb des Bearbeitungsraumes entwickelte

Schaeffler die neue Baureihe Yrta. Mit veränderten Herstellungsverfahren

und einem neuen Nadelkäfig erfüllen diese

zweiseitig wirkenden Axialrollen-Radialnadellager Anforderungen,

wie hohe Kippsteifigkeit, lange Gebrauchsdauer und

Wartungsarmut.

Bild: Aleksandr Matveev – stock.adobe.com

www.schaeffler.com

LINEARTECHNIK FÜR

WERKZEUGMASCHINEN

Rollon bietet ein

umfassendes

Portfolio an

Lineartechnik für

Werkzeugmaschinen,

darunter

Kugelgewindetriebe,

Profilschienenführungen,

Teleskopschienen

und Linearachsen. Die Komponenten sind auf hohe Präzision,

Belastbarkeit und Prozesssicherheit ausgelegt und decken

Anwendungen wie Werkzeugtische, Werkzeugköpfe, Maschinentüren

und Teilelogistik ab. Die Kugelgewindetriebe der

Produktfamilien XP Xtrem Position und XL Xtrem Load

adressieren unterschiedliche Anforderungen von hoher

Dynamik bis zu Schwerlastanwendungen. Profilschienenführungen

wie die MG Rail von Rosa Sistemi bieten hohe

Steifigkeit und Zuverlässigkeit auch unter anspruchsvollen

Bedingungen. Laufrollenführungen und Teleskopschienen

sorgen für flexible, montagefreundliche Lösungen mit langer

Lebensdauer. Ergänzend ermöglichen Linearachsen und

Robot Transfer Units effiziente Automatisierung und die

Handhabung schwerer Lasten.

www.rollon.com

GETRIEBE EFFIZIENT SKIZZIEREN

UND MODELLIEREN

Wie können Ingenieure ihre Ideen schnell in funktionale Kinematik-

und Konstruktionsmodelle umwandeln? Beispielsweise

mit dem Sketcher im Kisssoft System Module. Der Sketcher

ermöglicht

Anwendern,

Getriebetopologien

mit

der gleichen

Einfachheit

und Flexibilität

wie von

Hand

skizziert zu

definieren.

Mit Maus und Tastatur können auf einer rasterbasierten

Oberfläche mühelos Wellen erstellt, Elemente per Klick

hinzugefügt und Zahneingriffe per Drag-and-Drop definiert

werden. Während der Anwender skizziert, wird ein 3D-Modell

des Getriebes in Echtzeit generiert. Dadurch wird das Konzept

gleichzeitig in ein vollständig definiertes geometrisches

Modell überführt. Dieses innovative Instrument vereint

nahtlos die Visualisierung, Konstruktion und Validierung von

Getrieben. Es führt damit zur Prozessoptimierung und zur

Effizienzsteigerung.

www.kisssoft.com

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 11


Für die intuitive Bedienung

und Programmierung der

Dosierprozesse steht ein

robustes und langlebiges

Edelstahl-Multitouch-

Control-Panel CP3916

in kundenspezifischer

Ausführung bereit

PC-BASED CONTROL BEI EINER MULTIFUNKTIONSZELLE FÜR

KLEB-, DICHT- UND VERGUSSPROZESSE

AUTOMATISIERT ZU FLEXIBLER UND

PRÄZISER DOSIERTECHNIK

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Integratoren und Automatisierer benötigen

leistungsfähige Dosierlösungen, die sich nicht

nur flexibel an die unterschiedlichsten

Projektanforderungen anpassen, sondern auch

einfach integrierbar sind. Scheugenpflug und

Beckhoff haben gemeinsam ein Plug-and-

Produce-Konzept entwickelt, das diesen

Anforderungen gerecht wird.

Uwe Kraus, Leiter Vertriebsniederlassung Nürnberg, und Tilman Plaß,

Branchenmanager Automobilindustrie, beide Beckhoff Automation

Das Achssystem Scheugenpflug ProcessModule ist die Basis

der Dosier- und Schraubzellen von Atlas Copco und

eine flexible Integrationsplattform für Generalunternehmer

und Maschinenbauer. Für präzise Prozessabläufe

sorgen dabei TwinCAT CNC und die Servoantriebstechnik von

Beckhoff.

Im Vordergrund der Entwicklung des ProcessModule und der

Multifunktionszelle DispensingCell DC803 standen die einfache

Integration in verschiedenste Anlagenkonzepte und eine flexible

Datenanbindung, eine hohe Dosierqualität bei der Verarbeitung

vielfältiger Materialien, kurze Taktzeiten sowie eine umfassende

Prozessüberwachung. Insgesamt sind die Lösungen der Scheugenpflug-Produktlinie

von Atlas Copco das Ergebnis aus mehr als

30 Jahren Know-how zu Dosiertechnik mit modernster Steuerung.

PC-based Control von Beckhoff kommt hierbei bereits seit

2012 zum Einsatz, da sich – so die Scheugenpflug-Experten – die

anspruchsvollen Kundenanforderungen durch die Systemoffenheit,

die feine Skalierbarkeit und das breite Produktspektrum

dieser PC- und EtherCAT-basierten Steuerungs- und Antriebstechnik

individuell erfüllen lassen.

12 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


ANTRIEBSTECHNIK

ACHSSYSTEM ALS ZENTRALES ELEMENT

Das Scheugenpflug-Achssystem lässt sich per Plug-and-Produce

schnell und zuverlässig in neue oder bestehende Fertigungslinien

beziehungsweise Produktionszellen integrieren. Damit sind

alle klebe- und vergussrelevanten Parameter und Prozesse – unabhängig

von der übrigen Maschine – optimal aufeinander abgestimmt.

Durch die leistungsfähige Achs- und Servotechnik bietet

das ProcessModule zudem hohe Verfahrgeschwindigkeiten und

somit kurze Zykluszeiten im Matrix-, Raupen- und Füllverguss.

Weitere Kennzeichen sind die hohe Flexibilität hinsichtlich Prozess-

und Bauteilparametern, der einfache Einsatz von Förderbändern

sowie verschiedene Optionen zur Prozessüberwachung.

Hinzu kommen eine hohe Wiederholgenauigkeit und ein präziser

Start/Stopp auch für anspruchsvolle Applikationen. Die in

das Achssystem integrierten Prüfprozesse, wie zum Beispiel Waage,

Nadelvermessung und -reinigung, sorgen für einen stabilen

01

DICHT-, KLEB- UND VERGUSS-

PROZESSE WERDEN HEUTE IN

HOCHAUTOMATISIERTE FERTI-

GUNGSLINIEN INTEGRIERT

Prozess. Für eine Echtzeit-360°-Überwachung von Dosierkonturen

steht ein platzsparend zusammen mit dem Dosierkopf integriertes

Inspektionssystem zur Verfügung.

Eingesetzt wird das ProcessModule auch in der Scheugenpflug-Multifunktionszelle

DispensingCell DC803. Diese bietet

die nötige Flexibilität, um die immer anspruchsvolleren und individuelleren

Anforderungen an Kleb-, Dicht- und Vergussprozesse

bei mittleren (ca. 40.000 bis 200.000) bis hohen (ca. 200.000

bis 2 Mio.) Stückzahlen umzusetzen. Die Zelle ist speziell auf Serienproduktionen

mit kurzen Taktzeiten ausgerichtet, insbesondere

in den Bereichen Automotive, Industrieelektronik und Medizintechnik.

Sie zeichnet sich neben den flexiblen Einsatzmöglichkeiten

und den integrierten Zusatzprozessen zum Beispiel

zur Prozessüberwachung insbesondere durch eine hohe Traglast

der Achsen sowie die intuitive Bedienung und Programmierung

der Dosierprozesse aus.

KOMPLEXE CNC-GESTEUERTE

DOSIERFUNKTIONEN

Die bei der DC803 zu lösenden Automatisierungsaufgaben sind

umfangreich. Sie umfassen die Steuerung und Regelung des

Dosierkopfes, des Highspeed-Portalsystems mit interpolierten

Bewegungen, des Produkthandlings sowie der Prüfprozesse. Die

notwendige Rechenleistung stellt der Ultra-Kompakt-Industrie-

PC C6030 bereit, der laut den Scheugenpflug-Experten vor allem

01 Die dynamische, EtherCAT-basierte Antriebstechnik aus Servoverstärkern

AX5203 und Servomotoren AM8000 von Beckhoff bildet die

Grundlage der hochpräzisen Scheugenpflug-Dosierprozesse

aufgrund der kompakten Bauform sowie der hohen und gut skalierbaren

Rechenleistung ausgewählt wurde. Als Interface zum

Maschinenbediener dient ein über die Einkabellösung CP-Link 4

angebundenes Edelstahl-Multitouch-Control-Panel CP3916,

welches ein stabiles und robustes Bedienkonzept mit langer Lebensdauer

ermöglicht. Bei dieser kundenspezifischen Ausführung

wurde die Möglichkeit eines Brandings mit zentral platziertem

Firmenlogo genutzt und für eine ergonomische Bedienung

eine Tastatur- und Mausablage ausgewählt. TwinCAT bietet eine

offene und sichere Architektur, sodass alle erforderlichen Daten

an die Scheugenpflug-eigene Visualisierung über den Automation

Device Service von Beckhoff gesendet werden können.

bewegen spannen heben

bewegen spannen heben

TOSS GmbH & Co. KG PNEUMATIC

TOSS Dresdener Str. GmbH 4 - D-35418 & Co. Alten-Buseck KG PNEUMATIC

Dresdener Tel. +49 / (0) Str. 6408-9091-0 4 - D-35418 - Alten-Buseck

www.toss-gmbh.de

Tel. +49 / (0) 6408-9091-0 - www.toss-gmbh.de

PNEUMATIC-BAUSTEIN

PNEUMATIC-BAUSTEIN

Pneumatic-Baustein mit Kugelführung

Pneumatic-Baustein oder als Schlittenführung mit Kugelführung

mit Spindel

oder als Schlittenführung mit Spindel


ANTRIEBSTECHNIK

02

02 Der beispielhafte Überblick über eine Dosier- und Vergussanlage

verdeutlicht die Komplexität der zugrunde liegenden Prozessabläufe

03 Die Scheugenpflug-Multifunktionszelle DispensingCell DC803

profitiert von der flexiblen und offenen Beckhoff Steuerungstechnik

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

03

Die für die anspruchsvollen Dosieranwendungen unerlässlichen

hochpräzisen Bewegungen werden zentral in TwinCAT CNC auf

dem Industrie-PC kalkuliert und über Servoantriebstechnik realisiert,

und zwar für die X-, Y- und Z-Achsen des ProcessModule,

für die Spindelachse des Dosierkopfes sowie bei Bedarf für optionale

zusätzliche Drehachsen. Dabei bietet die Beckhoff Servotechnik

– zwei Servoverstärker AX5203, Servomotoren AM8000 –

aus Sicht von Scheugenpflug als besondere Vorteile die über

VORTEIL DER SERVOTECHNIK

IST EINE SCHNITTSTELLENFREIE

UND DURCHGÄNGIGE

KONFIGURIERBARKEIT

Schnittstellen freie und durchgängige Konfigurierbarkeit sowie

die mit zusätzlichen Transformationsmöglichkeiten gute Skalierbarkeit.

Hinzu komme die schnelle, einfache und platzsparende

Installation aufgrund der One Cable Technology (OCT). Für den

sicheren Anlagenbetrieb sorge TwinSAFE mit den Funktionen sicher

reduzierte Geschwindigkeit und sicherer Halt – umgesetzt

mit der TwinSAFE-Optionskarte AX5805 im Servoverstärker sowie

mit den EtherCAT-Klemmen EL6900 und EL1904 beziehungsweise

der EtherCAT Box EP1908 als weitere TwinSAFE-

Komponenten.

Insgesamt profitiere man – so die Scheugenpflug-Experten – von

dem breiten Beckhoff Portfolio an EtherCAT-I/O-Komponenten

in Schutzart IP20 und IP67. Es ermögliche einen flexiblen I/O-

Einsatz sowohl im Schaltschrank als auch dezentral direkt an der

Maschine und damit eine schnelle und platzsparende Verdrahtung.

Außerdem sei die erforderliche Systemoffenheit gegeben,

um zum Beispiel auch Profibus-, Profinet- und EtherNet/IP-

Komponenten nahtlos in das EtherCAT-Netzwerk mit seiner hohen

Performance und den umfassenden Diagnosemöglichkeiten

einbinden sowie die Multifunktionszelle flexibel in größere Anlagen

integrieren zu können.

Bilder: Scheugenpflug

www.scheugenpflug-dispensing.com

www.beckhoff.com/automotive

SCHEUGENPFLUG UND

ATLAS COPCO

Scheugenpflug, der Experte für automatisierten Elektronikverguss,

ist seit dem vierten Quartal 2024 unter dem

Firmennamen Atlas Copco aktiv und gehört damit zur

Atlas Copco Gruppe, die in globalen Innovationszentren

Menschen, Technologien, Innovationen und Kompetenz

zusammenbringt. Die zugehörige Division „Industrial

Assembly Solutions“ (IAS) entwickelt Technologien und

Lösungen, um die Produktionsprozesse in den Branchen

Elektronik und Automotive zu optimieren und dabei

Automatisierung und Nachhaltigkeit miteinander zu

verbinden.

14 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


ANTRIEBSTECHNIK

KOMPAKTER AKTUATOR MIT INTEGRIERTER STEUERUNG

Stabilus erweitert mit dem IPR35 Smart seine Familie an elektromechanischen

Industrial-Powerise-Antrieben um ein Modell mit integrierter Motorsteuerung.

Dank integrierter Steuerungsplatine eignet er sich für Anwendungen ohne externe

Steuerung. Das erfolgt unter voller Beibehaltung aller Funktionen für das sichere

Heben, Senken und Positionieren von Hauben, Klappen, Fenstern, Türen oder

Toren. Die smarten Aktuatoren bieten Spindelsteigungen zwischen 2 und 25 mm

pro Umdrehung. Sie übernehmen die Aufgaben zuverlässig wahlweise mit Kräften

zwischen 250 und 2.500 N. Beim Hub haben Konstrukteure die Wahl zwischen 50

bis 350 mm. IPR35 Smart eignen sich für die Synchronisation von bis zu vier Aktuatoren und bieten zwei Schließer-Kontakte zur

einfachen Ansteuerung. Das macht die Stellantriebe zur guten Wahl, wenn nur wenige Peripheriegeräte gebraucht werden – und

sorgt gleichzeitig bei jeder Anwendung für zuverlässigen Schutz. Und wenn höhere Ausschubkräfte benötigt werden, kooperieren

auch diese Aktuatoren mit den Industrie-Gasfedern der Stabilus-Gruppe.

www.group.stabilus.com

SCHADENSANALYSE UND

QUALITÄTSÜBERWACHUNG

Maximale Laufruhe, minimale Störgeräusche: Findling

Wälzlager hat sein Qualitätslabor mit einem neuen Geräuschprüfstand

zur Schadensanalyse und Qualitätsüberwachung

ausgestattet. Mit der Messanlage können kleinste

Abweichungen in der Laufqualität erfasst und die Lager nach

Dezibel in Z1 bis Z4 oder Schwingbeschleunigung von V1 bis

V4 geprüft werden. Der Z- und der V-Wert ergeben ein

umfassendes Prüfbild. Damit lassen sich gezielt Rückschlüsse

auf den Schwingungsverursacher – Innenring, Außenring,

Käfig, Wälzkörper oder Käfig – ziehen. Fehlerquellen können

frühzeitig identifiziert werden, das vermeidet Folgeschäden.

Auf dem Geräuschprüfstand

testet Findling Wälzlager mit

Innendurchmessern von 8 bis

60 mm. Ein modularer Aufbau

mit verschiedenen Wellenzapfen

sorgt für eine schnelle

Anpassung an unterschiedliche

Lagergrößen.

www.findling.com

LAGERLOSER

ENCODER

Der kompakte inkrementale

Magnetring-Drehgeber

EB260 kombiniert die

Präzision optischer Abtastungen

mit der Robustheit

und Wirtschaftlichkeit magnetischer Systeme bei minimalem

Bauraum. Die Lowharmonics-Signalaufbereitung mit

Autokalibrierung verhindert anbau-, temperatur-, alterungsund

mechanisch bedingte Signalfehler und sorgt so für eine

hohe Präzision und Regelgüte. Der integrierte Airgap-Monitor

erfasst kontinuierlich den Abstand zum Magnetrotor.

Kleinste Veränderungen durch Beschädigungen der Maschinenmechanik

werden überwacht und dem übergeordneten

System gemeldet. Der EB260 ist dank lagerloser Bauweise

und hermetisch gekapselter Elektronik sehr robust. Er

arbeitet verschleißfrei, erwärmt sich nicht selbst und ist

immun gegen Wellenströme, starke Stöße sowie Wellenbewegungen.

Mit flexiblen Wellendurchmessern und 11 mm

Einbautiefe erlaubt er eine kompakte Integration.

www.baumer.com

Geräteserie SD4X

High-Speed Drive Controller

bis 490 kW

www.sieb-meyer.de

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 15


RUNDTISCHKINEMATIK OPTIMIERT

HOHLWELLEN-KOMPAKTANTRIEB HOLT

MEHR AUS KAPSELFÜLLMASCHINE

Ein namhafter Hersteller von Produktions- und Verpackungsanlagen

setzt neue Maßstäbe in der Kapselbefüllung für die pharmazeutische

Industrie: Antriebstechnisches Herzstück der Applikation ist ein

kompakter Servoaktuator mit großer Hohlwelle und Präzisionsgetriebe.

Die integrierte und einbaufertige Antriebseinheit erfüllt höchste

Anforderungen. Auch hinsichtlich Konstruktion, Montage und Service

bietet sie vielfältige Vorteile und sorgt somit für mehr Flexibilität und

Produktivität.

01

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Für seine neuen Kapselfüllmaschinen der Modu-C CS Baureihe

suchte der Produktionsmaschinen-Hersteller Harro

Höfliger eine integrierte und einbaufertige Antriebseinheit,

die sehr hohe Anforderungen erfüllen sollte. Der kompakte

Nullspiel-Aktuator Galaxie D135 von Wittenstein galaxie erwies

sich hier als Lösung, da er nicht nur in der Anwendung selbst,

sondern auch bei Konstruktion, Montage und Service vielfältige

Vorteile bietet. Das Galaxie D135 der Galaxie robustness line ist

derzeit die technologisch führende Präzisionsgetriebelösung auf

dem Markt. Es überzeugt durch absolute Spielfreiheit, exzellente

Steifigkeit, Tragfähigkeit und seine dynamische Positioniergenauigkeit.

Der Kompaktantrieb mit großer Hohlwelle und integriertem

Synchronservomotor zeigt in Anwendungen hervorragende

Gleichlaufeigenschaften und ist zudem verschleißfrei.

„Die Kompaktheit des Galaxie Antriebs gepaart mit diesen spezifischen

Charakteristiken ermöglichen den perfekten Fit in die

Anwendung und den vorhandenen Bauraum“, erklärt Florian

Huhnen, Konstrukteur bei Harro Höfliger. „Durch die Entkopplung

der Antriebe für die Rundtische und die bislang damit verbundenen

Bearbeitungsstationen mithilfe des Galaxie D135

ergeben sich zahlreiche Optionen für die flexible Lösung unter-

Felix Herrmann, Produktmanager, Wittenstein galaxie GmbH, Igersheim

schiedlicher Anforderungen an dieser kundenspezifisch optimierbaren

Maschine.“

LÖSUNGEN MIT PERFORMANCE-PLUS FÜR

DIE PHARMA- UND MEDIZINTECHNIK

Die Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH in Allmersbach

wurde im Jahr 1975 gegründet und hat sich in den 50 Jahren

ihres Bestehens zu einem führenden Anbieter von kundenorientierten

Prozesslösungen und Produktionsmaschinen für pharmazeutische

und medizinische Anwendungen entwickelt. Rund

2.200 Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen weltweit.

Die Kapselfüllmaschinen der Modu-C-Reihe sind ein wichtiger

Bestandteil des Maschinenportfolios. Die neueste Entwicklung

ist die Modu-C CS, auf der Pulver und Pellets in stündlich bis zu

43.500 Kapseln gefüllt werden können. Sie wurde für kleinere bis

mittlere Output-Segmente konzipiert, beispielsweise für R&D-

Anwendungen, für kleine Chargen oder die Auftragsabfüllung.

Zudem kann sie für eine hocheffiziente, kommerzielle Kapselbefüllung

im kleinen Maßstab eingesetzt werden.

„Die Kapseln werden per Segmentrundlauf durch die Maschine

geführt, ein patentiertes Trolley-System ermöglicht einen schnellen

Wechsel zwischen den Dosiersystemen für alle gängigen Füllgüter“,

so Huhnen. Schon dies lässt erahnen, wie wichtig kinematische

Flexibilität und Vielseitigkeit als Performance-Plus sind.

16 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


ANTRIEBSTECHNIK

02 03

EINBAU- UND ANSCHLUSSFERTIG

Folgerichtig hat sich Harro Höfliger bei der Umsetzung des elektrischen

Antriebskonzeptes entsprechende Gedanken über eine

effiziente Lösung speziell für die Modu-C CS gemacht. „Die getaktete

Rundtischbewegung in der Modu-C wird üblicherweise

mittels Schrittschaltgetriebe umgesetzt, an dessen kontinuierlich

laufendem Antrieb viele weitere Bewegungen hängen, die in der

Rastphase Bearbeitungsschritte durchführen“, erklärt Huhnen.

„Ein wesentlicher Nachteil für die Anwendung in der CS-Ausführung

war, dass bei jeder Taktzahlreduzierung unnötigerweise

auch die Rundtischbewegung reduziert wurde.“

Um für zukünftige Anforderungen mehr Möglichkeiten zu haben,

suchten Huhnen und seine Kollegen daher nach einer Alternative,

um die Antriebe für Rundtisch und Bearbeitungsstationen

zu entkoppeln. Der Antrieb des Rundtellers über einen

Zahnkranz und zwei Servomotoren schied aus, und zwar aufgrund

von Kosten und Aufwand für die zusätzlich benötigte Lagerung.

„Mit dem Aktuator D135 der Galaxie robustness line mit

45-mm-Hohlwelle konnten wir Harro Höfliger eine integrierte

und einbaufertige Antriebseinheit inklusive Lagerung anbieten“,

so Sven Sanitz, Business Development Manager bei Wittenstein

galaxie. „Harro Höfliger benötigt jetzt nur noch eine Komponente

und reduziert dadurch den Aufwand in Beschaffung, Kommissionierung,

Bereitstellung, Qualitätssicherung und Montage.“

Für den Anschluss an den Servocontroller ist der Aktuator mit

einem Absolutgeber mit kompatibler Hiperface-Schnittstelle

ausgestattet. Auch das elektronische Typenschild mit den Motorkenndaten

zur automatischen Reglerparametrierung sowie Serien-

und Artikelnummern oder weitere Daten werden über die

Schnittstelle bereitgestellt. Beides ermöglicht eine schnelle Plugand-play-Integration

des Aktuators in die Steuerungsumgebung.

INDIVIDUELLE BEWEGUNGSPROFILE

Harro Höfliger konnte durch den neuen Hochleistungs-Servoaktuator

die geplanten Performance- und Produktivitätswerte

umzusetzen. So können Bewegungsprofile je nach Anwendung

optimiert und an die Dosierung angepasst werden, sodass die

Kapseln unabhängig von ihrer Befüllung selbst bei hohen

Taktzahlen sicher befüllt und verschlossen werden. Verarbeiten

lassen sich dabei Leerkapseln von der größten Dimension „000“

bis zur kleinsten Ausführung „5“.

Auf einem eigens dafür konzipierten Teststand hat der Maschinenhersteller

all diese und weitere Faktoren über mehrere hundert

Stunden hinweg getestet. „Dabei hat der Servoaktuator seine

Eignung in vollem Umfang bewiesen“, so Huhnen. Gleichzeitig

01 Der Galaxie D135 Hohlwellen-Kompaktantrieb mit integriertem

Synchronservomotor überzeugt unter anderem durch dynamische

Positioniergenauigkeit und Verschleißfreiheit

02 Auf der neuen Kapselfüllmaschine von Harro Höfliger

können alle gängigen Pulver und Pellets in stündlich

bis zu 43.500 Kapseln gefüllt werden

03 Die Antriebslösung mittels Galaxie D135 und dessen

große Hohlwelle ermöglicht über eine spezielle Kurvenscheibe

die Entkopplung von Tischrotation und Prozessantrieb

habe sich gezeigt: Der hohe Wirkungsgrad des Antriebs führt zu

einer geringeren Wärmeentwicklung. Auf eine Wasserkühlung

mit entsprechender Peripherie könne daher verzichtet werden.

SCHNELL EINSATZBEREIT

Auch die Wartung gestaltet sich nach dem Umstieg auf den neuen

Galaxie D135 Aktuator einfach und effizient. Servicepositionen

der Kapselfüllmaschine können sehr einfach angefahren

werden – und auch der Servoantrieb selbst ist zu Servicezwecken

gegenüber einem Schrittschaltgetriebe deutlich einfacher erreichbar.

„Im Betrieb wird zudem der Formatwechsel erleichtert“,

erklärt Huhnen. „Bei Kalibrierroutinen werden die einzelnen

Segmente auf Lücke gefahren, sodass die Formatteile nicht verschmutzt

werden. Kurze Rüstzeiten und geringe Reinigungsdauer

ermöglichen so minimierte Stillstandszeiten und maximale

Produktivität.“

SOLIDE KOOPERATION

Harro Höfliger und Wittenstein verbindet eine Partnerschaft von

mehr als 25 Jahren in verschiedenen Feldern der mechatronischen

Antriebstechnik. Was zeichnet die langjährige erfolgreiche

Zusammenarbeit aus? Es ist der Support über Auslegungstools

und persönliche Beratung bei der Auslegung von Getrieben und

Servoaktuatoren, aber ebenso die Prüfung von Optimierungsund

Downsizing-Potenzialen. Hinzu kommt die Unterstützung

bei der Inbetriebnahme, wie hier beispielsweise durch die Anbindung

des Galaxie D135 über das elektronische Typenschild.

Dementsprechend stehen bereits weitere Anwendungsprojekte

auf der gemeinsamen Agenda der Prozessspezialisten und des

Antriebsherstellers.

Bilder: Aufmacher + 01 Harro Höfliger, sonstige Wittenstein

www.wittenstein.de

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 17


ANTRIEBSLÖSUNGEN FÜR DIE VERPACKUNGSINDUSTRIE

BEUTELFÜLLMASCHINEN LIEFERN

HÖCHSTLEISTUNG

BLDC-Motoren

mit eingebauten

Hall-Sensoren bringen

die Schlauchbeutel

schnell und präzise an

die benötigte Position

Mithilfe von Verpackungsmaschinen müssen Produkte in möglichst

kurzen Zyklen eingefüllt, verschlossen und für den Versand vorbereitet

werden. Bei Lebensmitteln sind zudem die Hygieneanforderungen hoch.

Wartungen sollten selten nötig sein und ungeplante Stillstände vermieden

werden. Diese lange Liste von Anforderungen gilt auch für die eingesetzten

Komponenten wie zum Beispiel die Antriebstechnik.

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Das belgische Unternehmen Scaldopack entwickelt, produziert

und wartet fortschrittliche Beutelausgieß-, Beutelfüll-

und Verschließmaschinen. Wichtig ist den Belgiern

dabei eine sehr hohe Qualität bei den hergestellten

Verpackungen, eine geringe Fehlerquote, stabile Produktionsgeschwindigkeiten

sowie eine hohe Verfügbarkeit der Maschinen.

Gleichzeitig spielt für sie Flexibilität eine wichtige Rolle. Ihre Anlagen

lassen sich ohne großen Aufwand und in kürzester Zeit von

einer Charge auf die nächste umrüsten. Je nach Anlage und Anwendung

liegen die Umrüstzeiten bei wenigen Stunden oder teilweise

sogar bei unter 30 Minuten. Alle Anlagen wurden zudem so

konstruiert, dass Wartungen selten nötig sind und schnell erledigt

werden können. Auch dadurch sind die Gesamtbetriebskosten

der Maschinen gering.

EFFIZIENZ FÜR LEBENSMITTEL UND MEHR

Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll und Dipl.-Wirt. Ing. Alex Homburg,

Redaktionsbüro Stutensee

Für die Befüllung von Schlauchbeuteln hat Scaldopack gleich

mehrere Anlagen im Programm: Mehrere Beutelfüllmaschinen

und Ausgießer-Einsetzmaschinen, die Beutelverschlüsse in Beutel

verschiedener Größen einsetzt. Die Befüllmaschinen unterscheiden

sich im Durchsatz, also wie viele Gebinde pro Minute

befüllt werden können und in der Art des abgefüllten Gebindes:

Der Smartfiller Ecoline überzeugt beispielsweise durch seine Flexibilität.

Er kann neben Schlauchbeuteln auch Flaschen und

Container befüllen. Beim Monofiller Multikopf 4 dagegen gehen

dank des Multikopfs 120 Packungen pro Minute durch den Auslauf.

Befüllt werden können sowohl Lebensmittel als auch andere

hochviskose Produkte oder Produkte mit Partikeln. Typische

Nicht-Lebensmittel sind beispielsweise Gele, Shampoo, Lotionen,

Seifen, Conditioner, Reinigungsmittel, Weichmacher, Autoöle

oder Klebstoffe. Zu klassischen Lebensmitteln, die mit der

Anlage abgefüllt werden, zählen Babynahrung, Dips, Hummus,

Soßen, Erdnussbutter, Honig, Joghurt, Säfte und alkoholische

Getränke. So setzt ein Hersteller von Sportgels beispielsweise auf

Anlagen aus dem Hause Scaldopack. Solche Sportgels werden vor

allem von Ausdauersportlern genutzt, die Hochleistung bringen

müssen und dazu eine gezielte, schnelle Energiezufuhr und einen

zuverlässigen Elektrolytausgleich benötigen.

ANTRIEBSTECHNIK IM DAUERBETRIEB

Aber auch die Verpackungsmaschinen selbst müssen Hochleistung

bringen. Sie arbeiten oft rund um die Uhr, sieben Tage in der

Woche. Pausen für Wartungen, ob geplant oder ungeplant, schlagen

da schnell finanziell zu Buche und sind somit zu vermeiden.

Wer eine Anlage anschafft, hat immer auch den TCO im Blick.

Neben den Anschaffungskosten sind dann auch die Wartungskosten,

Produktionsqualität und das Vermeiden von Fehlproduktionen

relevante Größen. Was für die Anlage gilt, gilt auch für die

verbauten Komponenten. Auch der eingesetzten Antriebstechnik

wird Höchstleistung abverlangt.

18 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


ANTRIEBSTECHNIK

01 Sportgel zählt zu den typischen Beispielen

für Schlauchbeutelverpackungen

02

02 Anlage zum Einsetzen von Verschlüssen und

Befüllen der Schlauchbeutel

03 Der Motion Controller MC 3603 übernimmt

die Antriebsregelung und die Kommunikation mit

dem Automatisierungsverbund

01

03

DIREKTE LINEARANTRIEBE MIT EINGEBAUTEN

HALL-SENSOREN

Für einen reibungslosen und effizienten Betrieb der Maschinen

setzt Scaldopack auf BLDC-Motoren von Faulhaber. Die direkten

Linearantriebe mit eingebauten Hall-Sensoren ermöglichen eine

Positionsgenauigkeit von bis zu 0,1 mm bei einer Beschleunigung

von bis zu 4 g. Damit lassen sich die Schlauchbeutel sowohl

schnell als auch präzise zur korrekten Befüllposition befördern.

Dort werden sie mit der richtigen Menge des Sportgels befüllt,

HALL-SENSOREN ERMÖGLICHEN

PRÄZISES POSITIONIEREN BEI

HOHEN BESCHLEUNIGUNGEN

verschlossen und anschließend in Displays für den Versand

beziehungsweise Verkauf gestapelt. Weil der Floorspace in der

Produktion oft teuer und damit begrenzt ist, müssen auch die

eingesetzten Anlagen möglichst wenig Platz verbrauchen. In der

kompakten Maschine ist es von Vorteil, dass auch die Antriebseinheit

wenig Bauraum benötigt. Mit einem Volumen von

22 × 22 × 74 mm erreicht sie dennoch eine Spitzenkraft von 27 N

und bietet eine außergewöhnliche Langzeitzuverlässigkeit: Im

Gegensatz zu herkömmlichen pneumatischen Komponenten

kann sie fast drei Jahre ununterbrochen ohne Wartung arbeiten.

Das trifft sich gut mit dem Wunsch der Anlagenbauer möglichst

wartungsarme Anlagen anzubieten.

EINFACHE INTEGRATION

Neben der Zuverlässigkeit der Antriebe sind aber auch die einfache

Integration und Bedienbarkeit der Maschinen entscheidende

Faktoren. Die eingesetzten hoch dynamischen Motion Controller

MC 3603 übernehmen die Positionssteuerung. Über standardisierter

Kommunikationsschnittstellen wie RS232, Ether-

CAT oder CAN können Sollwerte für die Regelung einfach

vorgegeben beziehungsweise der Antrieb in den Automatisierungsverbund

integriert werden. In der konkreten Anwendung

ermöglicht die CiA402-Kompatibilität des eingesetzten Motion

Controllers eine einfache Integration ins EtherCAT-Steuerungssystem

der Befüllanlage. Der Motion Controller vereinfacht aber

nicht nur die Integration, sondern auch die notwendigen Tests

erheblich. So lassen sich Antriebssysteme und Maschinen optimal

aufeinander abstimmen, um Höchstleistungen zu erbringen.

Die Anwendung macht deutlich, welch entscheidende Rolle eine

dynamische, präzise, kompakte, wartungsarme und einfach

zu integrierende Antriebstechnik in der automatisierten Verpackungsindustrie

spielt.

Bilder: Aufmacher + 03 Faulhaber, Hintergrund sakkmesterke – stock.adobe.com,

01 + 02 Scaldopack

www.faulhaber.com

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 19


ANTRIEBSTECHNIK

HÖHER, SCHNELLER, WEITER

NEUE GENERATION:

SERVOANTRIEB

MIT VOLLWELLE

Bis zu 30 Prozent höheres

Spitzendrehmoment und

modernste Getriebe-Technologie

zeichnen die neue Generation der

Servoantriebe von Harmonic Drive aus.

Sie setzen Maßstäbe in Sachen Dynamik

und Leistungsdichte. Durch den Einsatz

eines stärkeren Getriebes und optimierte

Nenndrehmomente bietet der Servoantrieb eine deutlich verbesserte

Performance – bei unveränderten Abmessungen. Voll abwärtskompatibel

eignet er sich auch für bestehende Anwendungen. Erstmals können die

Antriebe nun direkt an Sinamics-Servoregler angeschlossen werden.

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Die Dynamik eines Servosystems berechnet sich durch

das Verhältnis von Spitzendrehmoment zu Massenträgheitsmoment.

Für eine höhere Dynamik muss entweder

das Trägheitsmoment reduziert werden – zum Beispiel

durch eine schlankere Bauform – oder bei unveränderter Geometrie

das maximale Drehmoment des Systems erhöht werden.

Mit der neuesten Generation des Servoantriebs LynxDrive wird

dem Letzteren Rechnung getragen. Der Antrieb wartet mit bis zu

einem Drittel höheren Spitzendrehmoment im Vergleich zum

LynxDrive-C auf. Erzielt wurde dieses Ergebnis durch den Einsatz

einer neuen Getriebe-Technologie. Das Getriebe der Baureihe

HFUC wurde durch das stärkere Getriebe der Baureihe CSG

01

ersetzt. Auch die Nenndrehmomente erhöhen sich bei unveränderten

Abmessungen um circa 30 Prozent. Am Beispiel der

Baugröße 20 mit einem Untersetzungsverhältnis von 100 erhöht

sich das Stillstands- und das Nenndrehmoment von 49 Nm auf

62 Nm und das wiederholbare Spitzendrehmoment von 82 Nm

auf 107 Nm. Beide Steigerungen liegen bei 30 Prozent.

KLUGER FLANSCH SICHERT KOMPATIBILITÄT

Um das erhöhte Drehmoment des Servoantriebs übertragen zu

können, wurde das Bohrlochbild am Abtriebsflansch angepasst.

Zur vollen Übertragung des Drehmoments, war es notwendig,

ein neues Bohrbild zu erschaffen, in welches mehrere oder aber

auch größere Gewinde eingebracht wurden. Ziel war es, der Abwärtskompatibilität

zum Servoantrieb LynxDrive-C Rechnung zu

tragen. Um Kompatibilität in Bestandsanwendungen mit der

neuen Generation D gewährleisten zu können, wurde das alte

Bohrbild beibehalten und zwischen den vorhandenen Gewindebohrungen

weitere kleinere Bohrungen vorgenommen.

Mit diesem neuen Bohrbild kann der Servoantrieb Lynx­

Drive-D künftig auch in bestehenden Maschinen eingesetzt werden,

in denen das erhöhte Drehmoment nicht notwendig ist. Um

das maximale Drehmoment in neuen Anwendungen zu übertragen,

werden die zusätzlichen Gewindebohrungen benötigt. In

Oliver Klees, Leiter Produktmanagement, Harmonic Drive SE,

Limburg an der Lahn

20 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


ANTRIEBSTECHNIK

01 Die neuen LynxDrive-D Servoantriebe

bestehen aus einem Synchron-

Servomotor sowie einem stärkeren

Getriebe der Baureihe CSG, erstmals

sind sie direkt an Sinamics-

Servoregler anschließbar

LynxDrive-20C-100

02

LynxDrive-20D-100

02 30 Prozent mehr Nenn- und

Spitzendrehmoment: Am Beispiel der

Baugröße 20 mit einem Untersetzungsverhältnis

von 100 erhöht sich

das Stillstands- und das Nenndrehmoment

von 49 Nm auf 62 Nm und das

wiederholbare Spitzendrehmoment

von 82 Nm auf 107 Nm

neuen Projekten kann die Drehmoment-Steigerung dazu führen,

dass die Anwendung mit einer kleineren Baugröße des

LynxDrive-D gelöst werden kann.

MODERNE INTERFACE- UND

ANSCHLUSSTECHNIK

Zum ersten Mal kann der Servoantrieb LynxDrive-D jetzt direkt

an einen Sinamics-Servoregler angeschlossen werden. Der Einsatz

eines Interface-Kabels macht es möglich: Der volldigitale

EnDat2.2 Encoder EQN 1135 ermittelt die Multiturn-Position

über ein internes Getriebe. Dies ist wichtig, da Siemens-Regler

keine batteriegepufferten Multiturn-Encoder akzeptieren.

Für die Anschlusstechnik wurde in der Steckerausführung J der

von Heidenhain empfohlene 8-polige M12 Stecker ausgewählt.

NEUE GENERATION INTEGRIERT

JETZT ENCODER MIT SICHER-

HEITSFUNKTIONEN BIS SIL 2

Dies hat den Vorteil, dass der Kunde direkt von Heidenhain das

Interfacekabel EIB 3392 S mit dem passenden M12- Stecker auf der

Motor- und dem RJ45-Stecker auf der Reglerseite beziehen kann.

Im Interfacekabel wird das EnDat2.2 Signal in das DriveCLiQ

Protokoll gewandelt. Ein separates Anschluss kabel, sowie eine

externe Interface-Box, wie zum Beispiel die SMCxx-Box von

Siemens, entfallen dadurch.

Die motorseitige Auflösung beträgt 12 bit multiturn (= 4.096

Umdrehungen) und 23 bit singleturn, was weniger als einer Winkelsekunde

entspricht. Die Systemgenauigkeit beträgt motorseitig

60 Winkelsekunden. Der Servoantrieb LynxDrive ist weiterhin

auch mit Hiperface, EnDat und inkrementellen Encodern verfügbar

und dadurch mit den meisten Servoreglern kombinierbar.

ENCODER MIT INTEGRIERTER SAFETY

Funktionale Sicherheit ist in vielen Anwendungen eine zentrale

Forderung. Überall dort, wo Menschen mit dem Antrieb in Kontakt

kommen können, ist mindestens eine Sicherheitsfunktion

vorgegeben.

Im Einrichtbetrieb einer Werkzeugmaschine muss beispielsweise

mindestens eine sicher begrenzte Drehzahl gewährleistet

sein (SLS = Safely Limited Speed). SLS zählt wohl zur am häufigsten

geforderten Sicherheitsfunktion, gefolgt von „Sicherem

Stopp“ (SS1 / SS2) und „Sicher begrenzter Position“ (SLP).

Mit der Wahl des Encoders EQN1135 wurde erstmalig ein Encoder

mit Sicherheitsfunktionen nach SIL2 im Servoantrieb

LynxDrive-D integriert. Im Zuge der Encoder-Montage auf die

Motorwelle wurde ein Fehlerausschluss vom TÜV Rheinland bescheinigt.

PT1000 ERSETZT KTY

Mit der neuen Generation des Servoantriebs LynxDrive-D wird

der Motortemperatursensor KTY84-130 abgelöst. Dieser Temperatursensor

war über Jahrzehnte ein etablierter Sensor, wenn es

darum ging, nicht nur die maximale Wicklungstemperatur zu

überwachen, sondern auch die aktuelle Temperatur auszulesen.

Bereits im Jahr 2015 wurde dieser KTY84-130 vom Hersteller abgekündigt.

Alle Hersteller von Motoren, so auch die Harmonic

Drive SE, hatten sich damals mit großzügigen Last-order-Bestellmengen

eingedeckt, um noch jahrelang bestehende Motorbaureihen

mit dem KTY ausrüsten zu können.

Mit der Umstellung des Servoantriebs LynxDrive auf die Generation

D wurde der richtige Zeitpunkt gewählt, um den KTY durch

den marktüblichen Nachfolger PT1000 zu ersetzen. Der PT1000

zeichnet sich im Vergleich zum KTY durch eine noch gleichmäßigere

lineare Kennlinie aus und ist im Weltmarkt bereits etabliert.

Zahlreiche bekannte Hersteller von Servoregler-Technik hatten

nach der Abkündigung des KTY ihre Servoregler so umgestellt,

dass auch die Auswertung des PT1000 unterstützt wird.

HOHE SCHUTZART FÜR RAUE UMGEBUNGEN

Den Servoantrieb der Baureihe LynxDrive zeichnen die Schutzklasse

IP 65 und ein hochwertiger Korrosionsschutz aus. Beim

Einsatz in rauen Umgebungsbedingungen ist dies besonders von

Vorteil. Zusätzlich kann der Servoantrieb auch mit einem Sperrluft-Anschluss

versehen werden. Der Anschluss an eine saubere

Druckluft mit einem leichten Überdruck sorgt dafür, dass der

Schmutz nicht eindringen kann. Daraus resultiert eine höhere

Robustheit gegen kriechende Medien.

Die neue Generation des Servoantriebs LynxDrive-D bietet

einen besonderen Oberflächenschutz: das A-Schild des Motors

ist chemisch vernickelt, das Aluminiumgehäuse des Aktuators ist

hochwertig hartanodisiert und das abtriebsseitige Kreuzrollenlager

ist mit einem Black Chrome Plating beschichtet. Der

LynxDrive-D gewährleistet somit einen umfassenden und erstklassigen

Schutz.

Bilder: Harmonic Drive

www.harmonicdrive.de

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MODULARER BAUKASTEN

MOBILITÄT NEU

DEFINIEREN

Die Welt der mobilen Systeme in der Intralogistik ist im Wandel. Immer

komplexere Anforderungen, steigende Sicherheitsstandards und höhere Effizienz

sind gefordert. Mit einem neuartigen Lösungsbaukasten möchte einer der

führenden deutschen Hersteller von Antriebstechnik eine zukunftsgerichtete

Antwort auf diese Herausforderungen geben. Der modulare Baukasten vereint

Technologien, aber vor allem definiert er die Konstruktion und Entwicklung von

industriellen Mobilitätslösungen grundlegend neu.

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Im Zentrum steht ein Versprechen: SEW-Eurodrive möchte die

innerbetriebliche Mobilität einfacher, sicherer und flexibler

machen. Was auf den ersten Blick wie ein technisches Baukastensystem

wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als

durchdachte Plattform für die nächste Generation mobiler Anwendungen

– von fahrerlosen Transportsystemen bis hin zu autonomen

Logistiklösungen.

Die Herausforderungen, denen sich Anlagenbetreiber heute

stellen müssen, sind vielfältig: Unterschiedliche Kinematiken,

komplexe Steuerungssysteme, lange Inbetriebnahmezeiten und

nicht zuletzt die funktionale Sicherheit. Genau hier setzt der Lösungsbaukasten

von SEW-Eurodrive an – mit einem durchgängigen

Konzept, das Mechanik, Elektronik und Software intelligent

miteinander verbindet.

Mit dem Lösungsbaukasten für mobile Systeme bietet das Unternehmen

innovative und erprobte Hard- und Softwarekomponenten

aus einer Hand. Dieser Baukasten unterstützt Kunden,

die ihr Portfolio erweitern oder in den Markt für mobile Lösungen

einsteigen wollen.

Svetlana Brunner, Corporate Communications, SEW-Eurodrive, Bruchsal

GETRIEBE FÜR NEUE

FAHRZEUG-ARCHITEKTUREN

Ein zentrales Element ist die neue Getriebebaureihe FL.9. Sie

wurde speziell für mobile Systeme entwickelt und ermöglicht

durch ihre kompakte Bauform und die zum Patent angemeldete

Anordnung zweier Antriebe im Fahrzeug völlig neue Fahrzeugarchitekturen.

Der Motor sitzt versetzt über der Radachse, was

Raum für zusätzliche Module wie Ladeeinheiten schafft. Die auf

der Baureihe FL.9 basierenden Fahrantriebe für mobile Systeme

können in verschiedenen Applikationen und Branchen, wie beispielsweise

in der Parcel- und Paketlogistik eingesetzt werden.

AGV, AMR und PGV (Personnel Guided Vehicles) werden unterstützt.

Doch der Baukasten geht weit über die Mechanik hinaus. Mit

der Softwarebibliothek Movikit Custom 05 lassen sich unterschiedliche

Kinematiken ohne großen Programmieraufwand integrieren.

Die Software arbeitet vektoriell wie die Kinematik eines

Knickarmroboters. Sie liest Sollwerte ein und führt mit den Daten

der Fahrzeuggeometrie eine Vorwärtstransformation durch.

Mit den errechneten Werten werden die Antriebsräder der jeweiligen

bi- oder omnidirektionalen Kinematik optimal angesteuert.

Das spart Zeit und macht die Entwicklung deutlich flexibler.

22 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


ANTRIEBSTECHNIK

SCHUTZ- UND WARNFELDER EINFACH

PARAMETRIEREN

MOBILE SYSTEME FREI GESTALTEN

Wir wollten nicht nur ein Produkt entwickeln,

sondern Werkzeuge, einen modularen

und skalierbaren Baukasten, der unseren

Kunden echte Freiheit in der Gestaltung

ihrer mobilen Systeme gibt. Wir denken

nicht in Produkten, sondern in Lösungen.

Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein

System an die Hand zu geben, das mit

ihren Anforderungen wächst.

KLAUS JUST, Application Manager bei SEW-Eurodrive

Fahrantriebe für mobile Systeme auf Basis der Getriebebaureihe FL.9

kommen typischerweise FTF/FTS, Shuttles in der Lagerlogistik oder

Querverschiebewagen zum Einsatz

Ein weiteres Highlight ist die automatische Schutzfeldgenerierung.

Was früher Wochen dauerte, gelingt heute in sehr kurzer

Zeit: Über einfache Parametereingaben werden Schutz- und

Warnfelder erzeugt, die über eine XML-Datei direkt in die Scanner-Software

eingebunden werden können. Dadurch wird die Inbetriebnahme

beschleunigt und zudem sicherer.

Die Ansteuerung der Schutz- und Warnfelder im Laserscanner

erfolgt dann über die Sicherheitssteuerung SMF-1-S (IP65) oder

SSCU-1/AX-S (IP20). Zuvor hat die Sicherheitssteuerung aus den

Geschwindigkeiten der einzelnen Antriebsräder in einer Rückwärtstransformation

über sichere arithmetische Kalkulationen

die Geschwindigkeit und Fahrrichtung des Fahrzeugs ermittelt.

Dass das Konzept funktioniert, zeigt ein Blick in die Praxis.

Laut Angaben eines namhaften Kunden handelt es sich um die

größte Einzelflotte in Europa und sie basiert auf der modularen

Extra-Low-Voltage-Referenzarchitektur von SEW-Eurodrive. Hier

wurden die neue Sicherheitssteuerung, standardisierte und applikationsspezifische

Softwaremodule und eine durchgängige

Systemintegration erfolgreich umgesetzt. Und die Reise geht

weiter. Ziel ist es, das Portfolio für mobile Systeme weiter auszubauen

– mit einem klaren Fokus auf bi- sowie omnidirektionalen

mobilen Automatisierungslösungen für OEMs.

FLEXIBILITÄT TRIFFT SYSTEMKOMPETENZ

Wer mobile Systeme entwickeln oder erweitern möchte, braucht

mehr als nur einzelne Komponenten – gefragt sind durchdachte

Gesamtlösungen. SEW-Eurodrive liefert genau das: Der modularen

Technologiebaukasten basiert auf jahrzehntelanger Applikationserfahrung

und wurde speziell für die Anforderungen moderner

AGV- und AMR-Lösungen entwickelt. Er besteht aus den

optimal aufeinander abgestimmten Komponenten und Modulen,

die parametrierbare und qualifizierte Funktionen und Automatisierungslösungen

ermöglichen.

Die Basis bilden die FL.9-Getriebemotoren mit der integrierten

Movimot Performance ELV-Antriebselektronik, die durch ihre

kompakte Bauweise und hohe Anpassungsfähigkeit überzeugt.

Die verschränkte Anordnung der Antriebe ermöglicht koaxiale

Radachsen und eine optimale Nutzung der Fahrzeugmitte – hervorragend

geeignet für zusätzliche Module wie Sensorik.

Die Antriebseinheit ist vollständig in das Movi-C-Portfolio integriert

und bietet mit mehreren Baugrößen und einem breiten

Übersetzungsbereich sehr große Flexibilität. Für bidirektionale

und omnidirektionale Fahrzeugtypen stehen zudem vektorgesteuerte

Kinematikbausteine zur Verfügung, die präzise Bewegungen

in alle Richtungen ermöglichen.

SICHERHEIT INTEGRIERT

Auch das Thema Sicherheit ist umfassend gelöst: Schutz- und

Warnfelder lassen sich per Software automatisch generieren. Die

Sicherheitssteuerung berechnet auf Basis von Standarddrehgebern

und inverser Kinematik auch für omnidirektionale Fahrzeuge

und in Kurvenfahrten die jeweilige Fahrzeugposition,

Geschwindigkeit und passt die Schutzbereiche in Echtzeit an. So

kann auch in Kurven schneller gefahren werden und es entsteht

ein intelligentes Zusammenspiel aus Mechatronik, Software und

Safety, das leistungsfähig, wartungsarm und zukunftssicher ist.

Was bleibt, ist der Eindruck eines Unternehmens, das nicht nur

Technik liefert, sondern Visionen in konkrete Lösungen umsetzt.

Mit dem smarten Lösungsbaukasten für mobile Systeme setzt

SEW-Eurodrive ein starkes Zeichen: für mehr Effizienz, mehr

Sicherheit und mehr Freiheit in der Mobilität von morgen.

Bilder: SEW-Eurodrive

www.sew-eurodrive.de

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INDUSTRIEELEKTRONIK

TITELSTORY

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

WERKZEUGLOSE ANSCHLUSSTECHNIK

SCHALTSCHRANKBAU

DIGITAL WEITERDENKEN

Volle Terminkalender, hohe Variantenvielfalt und steigende Qualitätsansprüche prägen

den Alltag von Schaltschrankkonstrukteuren. Im Schaltschrankbau zählt jede eingesparte

Minute. Fehler oder unvollständige Unterlagen führen schnell zu hohen Kosten. Doch es

gibt einen Ausweg: Durchgängige digitale Prozesse vom ersten Entwurf bis zum fertig

montierten Schaltschrank. Die Snap-In-Anschlusstechnologie ist dabei ein zentraler

Baustein. Sie macht den elektrischen Anschluss einfach, schnell und sicher. Zudem ist sie

bereit für die Schaltschrankverdrahtung per Roboter und für mehr Automatisierung.

Chantal Campos Chavero, Redakteurin Unternehmenskommunikation,

Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, Detmold

24 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


INDUSTRIEELEKTRONIK

Die Snap-In-Technologie

ist integriert in die Klippon

Connect-Reihenklemmen,

die schweren Steckverbinder

RockStar, die Steckverbinder

Omnimate sowie die Push Pull

Power-Steckverbinder

und wird sukzessive auf

weitere Komponenten

ausgeweitet

Die zukunftsweisende Snap-In-Technologie wird künftig

das verbindende Element im Schaltschrankbau sein.

Durch die Implementierung von Snap-In können zahlreiche

Abläufe verbessert und potentielle Fehlerquellen

verhindert werden, was zu mehr Effizienz und einer signifikanten

Kostenreduktion führt.

Bereits heutzutage ermöglichen zahlreiche Reihen- und Leiterplattenklemmen,

Leiterplattensteckverbinder sowie schwere

Steckverbinder von Weidmüller eine nahtlose Integration in robotergestützte

Fertigungsprozesse. Snap-In ist ready-to-robot.

Eine solche Technologie eröffnet neue Dimensionen der Automatisierung

im Schaltschrankbau. Durch das Verringern manueller

Arbeitsschritte wird nicht nur die Geschwindigkeit und Präzision

der Verdrahtung erhöht, sondern ebenso das Risiko von

Fehlern verringert. Die Snap-In-Technologie ermöglicht eine zuverlässige

und effiziente Verbindungsherstellung, wodurch sich

der gesamte Schaltschrankbau-Prozess deutlich beschleunigt.

In herkömmlichen Anschlusstechniken im Schaltschrankbau

finden häufig Aderendhülsen Verwendung, die einen zusätzlichen

Prozessschritt sowie zusätzliches Material erfordern. Mit der

innovativen Snap-In-Anschlusstechnologie müssen die Leiter

nicht mehr vorbereitet werden und die oftmals hohen Einführkräfte,

die bei konventionellen Verbindungen auftreten können,

gehören der Vergangenheit an. Dank Snap-In ist die Einführkraft

äußerst gering und ermöglicht eine mühelose Handhabung.

KLARES FEEDBACK

Zudem bietet die Anschlusstechnologie ein intuitives Rückmeldesystem

für eine reibungslose Bedienung. Bei erfolgreicher Leitereinführung

werden akustische und optische Signale aktiviert,

die den Bedienerinnen und Bedienern in Form des erhöhten grünen

Pushers ein klares Feedback geben und somit eine sichere

Verbindung anzeigen.

Darüber hinaus zeichnet sich die Technologie durch ihre

außerordentliche Flexibilität aus. Sie ermöglicht einfache Anpassungen

an verschiedene Produkte, was eine hohe Agilität in der

Fertigung gewährleistet.

Produkte mit integrierter Snap-In-Technologie werden verdrahtungsfertig

ausgeliert: Die Klemmstellen der Produkte erreichen

die Kunden stets in einem geöffneten Zustand. Durch ihr

vibrationssicheres Design entfällt die zeitaufwendige manuelle

Öffnung und ein deutlicher Effizienzgewinn wird ermöglicht. Der

abisolierte Leiter kann nun unmittelbar in den Anschluss eingesteckt

werden, ohne weitere Vorbereitungen.

Dieser Fortschritt ist dem patentierten Klemmmechanismus zu

verdanken. Sobald der Leiter seine erforderliche Position erreicht

hat, schließt sich die Klemme automatisch und der typische

„Klick-Moment“ ist zu hören. Die hohe Rüttelfestigkeit des Anschlusses

sorgt dabei für eine äußerst robuste und dauerhafte

Verbindung. Der wartungsfreie Anschluss stellt sicher, dass die

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 25


01 02

03

01 Die Snap-In-Anschlusstechnologie

ist für die automatisierte, robotergestützte

Verdrahtung optimiert

02 Der Klippon Automated

RailAssembler ermöglicht die vollautomatische

Bestückung von Tragschienen

03 Bestückte Gehäuse und Klemmenleisten

– fertig assembliert zur

direkten Installation mit dem

Klippon Assembly Service

04 Der Weidmüller Configurator (WMC)

bietet durch die Schnittstelle zu Eplan

wertvolle Unterstützung im digitalen

Engineering bei AuCom

TITELSTORY

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Verbindungen selbst unter widrigen Bedingungen ebenso zuverlässig

funktionieren.

SCHLÜSSEL ZUR AUTOMATISIERTEN

FERTIGUNG MIT ROBOTERN

Die Technologie bringt jedoch nicht nur bei manuellen Verdrahtungsprozessen

große Vorteile. Sie ermöglicht auch die nahtlose

Integration in automatisierte Fertigungsabläufe. Die Leitereinführungen

sind leicht zugänglich, was es Robotern ermöglicht,

sie schnell und präzise zu erreichen. Dies reduziert die Dauer des

Fertigungsprozesses und optimiert eine kontaktlose Verdrahtung.

Die Verschmelzung von technischen Innovationen und praxisorientierter

Lösungskonzeptionen macht die Snap-In-Anschlusstechnologie

zu einer echten Revolution im Schaltschrankbau.

Mit ihrer Effizienz, Sicherheit und Anpassungsfähigkeit öffnet sie

neue Horizonte und ebnet den Weg zu einer intelligenten und

robotergestützten Fertigungstechnologie.

Durch die einfache und schnelle Handhabung ist Snap-In hervorragend

geeignet, um den steigenden Anforderungen an die

Effizienz und Präzision in modernen Ready-to-robot-Anlagen gerecht

zu werden. Die Integration von Weidmüller Komponenten

schafft nicht nur Verlässlichkeit und Langlebigkeit, sondern bildet

auch die Basis für eine durchgängig automatisierte Fertigung,

die manuelle Prozesse deutlich reduziert.

Um den Weg zur automatisierten Produktion optimal zu

unterstützen, stehen mit dem Weidmüller Configurator (WMC)

alle relevanten Konfigurationsdaten direkt für die weitere Verarbeitung

bereit – wahlweise über den Fast Delivery Service oder

als vollautomatisierten Prozess mittels Klippon Automated

RailCutter, Klippon Automated RailAssembler, Klippon Automated

RailLaser in der eigenen Produktion.

DURCHGÄNGIGE DATENKONSISTENZ

Der Konstruktionsalltag im Schaltschrankbau ist nach wie vor

von zahlreichen manuellen Arbeitsschritten geprägt. Produktdaten

werden aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen,

Makros und Funktionsbausteine händisch erstellt und

Stücklisten individuell angepasst. Änderungen im Projektverlauf

erfordern oftmals eine redundante Datenpflege in mehreren Systemen,

von der ECAD-Software bis zur Fertigungsvorbereitung.

Diese fragmentierten Abläufe benötigen nicht nur mehr Zeit,

sondern erhöhen auch die Fehleranfälligkeit und verzögern die

Projektabwicklung.

Ursache ist häufig eine mangelnde Datenkonsistenz über Systemgrenzen

hinweg. Durchgängige digitale Engineering-Prozesse

bieten hier einen klaren Vorteil: Sie verknüpfen Planung, Dokumentation

und Fertigung über standardisierte Schnittstellen

hinweg zu einem durchgehenden Datenfluss. Auf diese Weise

lassen sich Datenlücken vermeiden, Entwicklungszeiten verkürzen

und die Prozesssicherheit deutlich erhöhen.

Im Zentrum der digitalen Prozesskette bei Weidmüller steht der

Weidmüller Configurator (WMC). Dabei handelt es sich um ein

Konfigurationstool für die lückenlose und sichere Planung von

elektrischen Anlagen sowie die einfache Beschaffung und Montage

von Komplettlösungen. Die benutzerfreundliche Oberfläche

erlaubt auch Gelegenheitsanwendern eine schnelle Einarbeitung

und produktive Nutzung, und zwar ohne großen Schulungsaufwand.

Ein wesentlicher Vorteil des WMC besteht in der automati­

26 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


INDUSTRIEELEKTRONIK

sierten Generierung vollständiger Stücklisten, Bestelldaten sowie

aller relevanten Fertigungsunterlagen, wodurch Medienbrüche

vermieden und die Prozess sicherheit deutlich erhöht werden.

NAHTLOSE INTEGRATION IN ECAD-UMGEBUNG

Ein zentraler Vorteil des WMC besteht in der nahtlosen Anbindung

an gängige ECAD-Systeme wie beispielsweise Eplan, Zuken

oder WSCAD. Über standardisierte Schnittstellen lassen sich

Konstruktionsdaten bidirektional zwischen dem WMC und den

ECAD-Umgebungen austauschen. Dadurch werden Änderungen

an der Klemmleiste oder anderen Bauteilen automatisch synchronisiert

und stehen allen Projektbeteiligten zur Verfügung.

Diese durchgängige Datenhaltung reduziert Fehlerquellen und

minimiert den Aufwand für manuelle Nacharbeit.

Ergänzend stellt Weidmüller geprüfte Produktdaten, Makros

und Funktionen zur Konfiguration von Komponenten über gängige

Datenportale zur Verfügung, wie beispielsweise das Eplan

Data Portal. Die Nutzung dieser validierten Datenquellen eliminiert

zeitintensive Einzelrecherchen und sorgt für eine hohe

VORMONTIERTE BAUGRUPPEN

LASSEN SICH OHNE WEITEREN

MONTAGEAUFWAND DIREKT IN

DIE MASCHINE INTEGRIEREN

Qualität der Konstruktionsgrundlagen. Anwenderinnen und Anwender

arbeiten schneller, zuverlässiger und professioneller.

Denn die Daten kommen aus einer zuverlässigen Quelle und

können sofort für die Projekte genutzt werden.

VOM DIGITALEN ENTWURF ZUM

FERTIGUNGSPRODUKT

Nach Abschluss der Planung ermöglicht der Konfigurator den Export

sämtlicher Fertigungsdaten. Dazu gehören unter anderem

Bestückungspläne, Bohrbilder, Markierungsdaten sowie Informationen

für automatisierte Verdrahtungs- und Montageanlagen.

Durch diese nahtlose Datenübergabe lässt sich der digitale

Entwurf innerhalb kürzester Zeit in ein präzises und fehlerfreies

physisches Produkt überführen, sei es ein Schaltschrank, eine

Klemmleiste oder eine komplexe Baugruppe für Maschinen und

Prüfstände.

WEITERER EFFIZIENZGEWINN DURCH

JUST-IN-TIME ASSEMBLY SERVICES

Möchten Unternehmen zusätzlich Zeit und interne Ressourcen

einsparen, können sie auf die Klippon Assembly Services von

Weidmüller zurückgreifen. Auf Basis der digitalen Planungsdaten

aus dem WMC übernimmt das Unternehmen die komplette Bestückung

und Verdrahtung von Klemmleisten oder Gehäusen –

basierend auf den digitalen Planungsdaten aus dem WMC.

Mit dem Fast Delivery Service (FDS) bietet Weidmüller eine

effiziente Lösung zur Beschleunigung der Fertigungsprozesse in

der Automatisierungstechnik. Vormontierte Baugruppen, darunter

individuell assemblierte Klemmenleisten und Gehäuselösungen,

werden bereits ab der ersten Stückzahl just-in-time geliefert

und lassen sich zudem ohne weiteren Montageaufwand direkt in

Maschinen und Anlagen integrieren.

Der Service unterstützt die Projektplanung durch standardisierte

Datenübergaben, verkürzt die Durchlaufzeiten in der Produktion

und ermöglicht eine flexible Anpassung an spezifische

Anwendungsanforderungen. Dies ist ein entscheidender Faktor:

Dadurch werden nicht nur die Prozesskosten nachhaltig gesenkt,

sondern auch die Umsetzung variantenreicher Konzepte innerhalb

kurzer Zeiträume realisierbar.

PROZESSE DIGITAL OPTIMIEREN

Digitale, durchgängige Prozesse sind im industriellen Umfeld

längst zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden –

insbesondere im Sondermaschinenbau, in der Mess- und Prüftechnik

sowie in der Automatisierungstechnik. Mit Lösungen wie

dem Weidmüller Configurator, standardisierten Schnittstellen zu

gängigen ECAD-Systemen und den Klippon Assembly Services

lassen sich Planungs-, Dokumentations- und Fertigungsprozesse

nachhaltig optimieren. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern

sorgt auch für mehr Sicherheit und Qualität. Zeitgleich können

sich Schaltschrankkonstrukteure wieder auf das Wesentliche

fokussieren.

Ergänzend trägt die Snap-In-Anschlusstechnologie dazu bei,

die Automatisierung im Schaltschrankbau weiter voranzutreiben.

Als Ready-to-robot-Lösung ist sie speziell für den schnellen,

werkzeuglosen Anschluss in automatisierten Fertigungsabläufen

konzipiert.

Bilder: Weidmüller

www.weidmueller.com

PRAXISERFAHRUNG

AuCom ist ein Spezialist für elektronische

Antriebslösungen aus Sendenhorst. Das

Unternehmen setzt die digitalen Tools von

Weidmüller bereits erfolgreich ein. „Früher

nutzten wir eine Projektbegleitmappe, die

von den Fachkräften mühsam studiert

werden musste, was bis zu vier Stunden

täglich in Anspruch nahm. Jetzt stellen wir

die Daten gezielt für den jeweiligen Arbeitsschritt

zur Verfügung und konnten die

Bearbeitungszeit auf etwa 20 Minuten pro

Projekt reduzieren – eine Zeitersparnis von

rund 80 Prozent“, berichtet André Borgmann,

Chief Operating Officer bei AuCom.

04

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 27


INDUSTRIEELEKTRONIK

MIT DICHTEM SILIKON-FALTENBALG

HYGIENISCH

SICHER SCHALTEN

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Ein Kombi-Schutzschalter eines führenden

Herstellers vereint den Schutz vor gefährlichen

Überströmen und einen Ein-/Aus-Schalter in

einer Komponente. Den bewährten Schalter

gibt es auch mit Faltenbalgabdichtung, welche

den Betätigungs- und Einbaubereich gemäß

IP65 zuverlässig abdichtet – und zwar auch

gegen Desinfektionsmittel. Bei Herstellern von

Medizintechnik ist diese Variante daher

besonders gefragt. Denn Konstrukteure können

damit die hohen Hygiene- und Reinigungsanforder

ungen in diesem Bereich einfacher

umsetzen. Der kompakte Schalter überzeugt

darüber hinaus durch weitere Vorteile wie eine

werkzeuglose Montage, optionale Sicherheitsund

Signalisierungs funktionen sowie eine gute

Bedienbarkeit mit Handschuhen.

Je nach Einsatzbereich eines medizintechnischen Geräts variieren

die spezifischen Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit

gegenüber Umwelteinflüssen. Neben thermischen

und mechanischen Belastungen, wie Schock oder Vibration,

spielen vor allem der Schutz vor Staub, Schmutz und Flüssigkeiten

eine entscheidende Rolle. Konstrukteure sollten deshalb

möglichst Komponenten wählen, die eine langfristige Widerstandsfähigkeit

des Geräts sicherstellen.

Beim Einsatz eines Schalters sind zwei Aspekte zu beachten:

Zum einen muss die Gehäuseöffnung, in die der Schalter eingebaut

wird, zuverlässig abgedichtet sein. Zum anderen muss der

Schalter selbst gegen das Eindringen von Staub und Flüssigkeiten

geschützt sein, um eine sichere Funktion zu gewährleisten.

Mit seiner IP65-Zertifizierung erfüllt der 3120-N..4 der E-T-A

Elektrotechnische Apparate GmbH beide Anforderungen. Eingebaut

ist die Öffnung vollständig gegen das Eindringen von Staub

(IP6x) sowie gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel (IPx5)

durch eine umlaufende Silikonmanschette geschützt.

BESTÄNDIG GEGEN DESINFEKTIONSMITTEL

Das Material der Wippe zeichnet sich durch hohe Schlagzähigkeit

und Beständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln wie Iso-

Sebastian Greck, Produktmanager bei E-T-A Elektrotechnische

Apparate GmbH, Altdorf bei Nürnberg

28 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


INDUSTRIEELEKTRONIK

01

3120-N mit Faltenbalg

und U-Modul

sowie Schaltpläne der

U-Modul-Varianten

propylalkohol, Ethylalkohol oder Wasserstoffperoxid aus. Auch

Blut, Blutplasma und Schweiß hinterlassen keine Spuren, was einen

klaren Vorteil für den Einsatz in Medizin- und Labortechnik

darstellt. Der Faltenbalg aus Silikon bietet ebenfalls herausragende

Eigenschaften: Er ist hochflexibel und elastisch, was eine lange

Lebensdauer auch bei häufigen Ein- und Ausschaltvorgängen

sicherstellt. Zudem ist er beständig gegenüber UV-Strahlung und

Ozon. Früher wurden Schalter oft mit Schutzkappen aus Weich-

PVC ausgestattet, die jedoch unter UV-Einfluss spröde werden

und vergilben können – ein Problem, das beim 3120-N..4 nicht

auftritt.

EINFACHE BEDIENBARKEIT

Dank der großen Wippenfläche mit exaktem Druckpunkt lässt

sich der 3120-N..4 auch mit Handschuhen sicher betätigen. Die

Wippe ist in verschiedenen Farben und Aufdruck-Varianten verfügbar,

sodass sie an individuelle Anforderungen anpassbar ist.

Eine optionale Beleuchtung erleichtert zudem die Identifikation

der Schaltstellung, besonders unter schwierigen Lichtverhältnissen.

Diese Funktion entspricht auch den Anforderungen der Medizintechniknorm

EN IEC 60601-1, die eine eindeutige Anzeige

der Schaltstellung zwingend vorschreibt.

ERFÜLLUNG DER MEDIZINTECHNIKNORM

Die Norm EN IEC 60601-1 definiert die grundlegenden Sicherheitsanforderungen

für medizinische elektrische Geräte. Daraus

ergeben sich auch Anforderungen an einen Ein-/Ausschalter mit

Schutzschalterfunktion wie den 3120-N. Obwohl dieser nicht direkt

nach EN IEC 60601-1 zertifiziert ist – was

hang als gleichwertig betrachtet werden. Ein Beispiel hierfür ist

die Forderung aus der EN IEC 61058-1, dass zur Vermeidung von

Überschlägen bei Spannungsspitzen von 4 kV eine Mindestluftstrecke

von 3 mm eingehalten werden muss. Der 3120-N erfüllt

diese Anforderung.

INTEGRIERT: SCHALTEN, SCHÜTZEN UND

SIGNALISIEREN

Der Schutzschalter 3120-N von E-T-A vereint mehrere Funktionen

in einer einzigen Komponente und trägt so erheblich zur

Kostenoptimierung bei. Die Kombination aus Schalter und Überstromschutz

macht separate Bauteile, wie beispielsweise

Schmelzsicherungen mit Halter, überflüssig. Das spart Platz und

vereinfacht die Gerätekonstruktion. Zusätzlich bietet der 3120-N

Erweiterungsmöglichkeiten durch spezielle Module für zusätzliche

Sicherheits- und Signalisierungsfunktionen.

Das U-Modul erhöht die Sicherheit, indem es den Bediener vor

einem unbeabsichtigten Wiederanlauf des Geräts nach einem

Spannungsabfall schützt. In sicherheitskritischen Anwendungen

stellt dies eine essenzielle Funktion dar. Eine in der Praxis übliche

Anwendung ist beispielsweise das Öffnen eines Kontakts,

wenn ein Gehäusedeckel zu Wartungszwecken geöffnet wird.

Dies führt wiederum augenblicklich zum Wegfall der Spannung

und damit zum Abschalten.

Das S-Modul ermöglicht eine zuverlässige Signalisierung der

Schaltstellung über einen Wechslerkontakt. Zum Einsatz kommt

dies unter anderem zur Ansteuerung einer unterbrechungsfreien

Stromversorgung (USV), um etwa den kontinuierlichen Betrieb

eines OP-Geräts sicherzustellen.

Normanforderung E-T-A Produkt Schaltplan

„Elektromedizinische

Geräte der Schutzklasse I

sowie Elektromedizinische

Geräte der Schutzklasse

II mit Funktionserde

erfordern eine

zwingende 2-polige

Absicherung“

„Sonderfall fest angeschlossene

elektromedizinische

Geräte (…) wie

beispielsweise Zahnarztstühle.

Hier darf nur der

Phasenleiter, nicht aber

der Neutralleiter

abgesichert sein“

Auswahl 3120-N

2-polig schaltend und

2-polig geschützt

Auswahl 3120-N

2-polig schaltend und

1-polig geschützt

2-polig schaltend und

2-polig thermisch geschützt

2-polig schaltend und

1-polig thermisch geschützt

für eine einzelne Komponente nicht erforderlich

ist – erfüllt er die wesentlichen Vorgaben

und kann bedenkenlos in entsprechenden Anwendungen

eingesetzt werden. Bei Medizingeräten,

welche mit AC 230 V betrieben werden,

ergeben sich aus der Norm die in der Tabelle

angegebenen Anforderungen.

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Norm eine

sichere, allpolige und gleichzeitige Trennung

nach einer Überstromauslösung fordert – ein

Kriterium, das der 3120-N in den entsprechenden

Varianten erfüllt. Auch die geforderten

Mindestluft- und Kriechstrecken werden eingehalten.

Die EN IEC 60601-1 verweist beim Schalten

medizinischer Geräte auf die Norm IEC/EN

61058 („Schalternorm“) und nicht auf EN IEC

60934 („Schutzschalternorm“), obwohl ein

Kombi-Schutzschalter, wie der 3120-N, ebenfalls

eine Schaltfunktion übernehmen kann.

Beide Normen können in diesem Zusammenwww.derkonstrukteur.de

DER KONSTRUKTEUR 2025/05 29


INDUSTRIEELEKTRONIK

02

3120-N mit Faltenbalg und

S-Modul sowie Schaltplan

des S-Moduls

Auch die Montage des 3120-N ist besonders einfach: Die

Einschnapptechnik ermöglicht eine schnelle und werkzeuglose

Befestigung, was Installationszeiten einspart.

Zusätzlich erlaubt eine optionale Push-in-Verdrahtung

eine besonders einfache und sichere elektrische Anbindung.

Im Vergleich zu herkömmlichen Schmelzsicherungen

verringert der Kombi-Schutzschalter 3120-N den Verdrahtungsaufwand

erheblich, da keine separaten Sicherungshalterungen

oder Ersatzsicherungen nötig sind. Dies vereinfacht

nicht nur Installation, sondern minimiert auch den Wartungsaufwand.

Da weniger unterschiedliche Komponenten benötigt werden,

sinken außerdem die Lagerhaltungskosten.

LANGLEBIG UND SICHER

Der 3120-N mit Faltenbalg hat sich in der Medizintechnik bereits

vielfach bewährt und wird heute in einer Vielzahl anspruchsvoller

Anwendungen eingesetzt – von Anästhesiegeräten und Zahnarztstühlen

über Laborzentrifugen und Sauerstoffgeneratoren

03 Eine umlaufende

Manschette (Faltenbalg)

mit Dichtlippe schützt die

Einbauöffnung und das

Innenleben des Schutzschalters

vor Staub und

Flüssigkeiten

bis hin zu Patientenliegen und Dialysegeräten.

Für hygienekritische Umgebungen eignet

er sich ganz besonders. Denn neben der zuverlässigen

Schutz- und Schaltfunktion überzeugt er auch durch

seine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Reinigungs- und

Desinfektionsmitteln. Konstrukteuren bietet E-T-A mit dieser

Schalterlösung eine sichere, langlebige und wirtschaftliche Komponente

für moderne Medizingeräte.

Bilder: E-T-A

www.e-t-a.de

IMPRESSUM

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

erscheint 2025 im 56. Jahrgang,

ISSN 0344-4570 / ISSN E-Paper: 2747-7215

REDAKTION

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de

(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)

Redakteur/innen: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml),

Tel.: 06131/992-233, E-Mail: m.laun@vfmz.de

Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),

Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de

Felix Berthold, M.A. (be), Telefon: 06131/992-204,

E-Mail: f.berthold@vfmz.de

Redaktionsassistenz:

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,

(Redaktionsadresse siehe Verlag)

GESTALTUNG

Conny Grothe, Sonja Daniel, Anette Fröder

SALES

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E-Mail: a.zepig@vfmz.de,

Oliver Jennen

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30 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


INDUSTRIEELEKTRONIK

NEUES ASI-5 SAFETY

EINGANGSMODUL

Das Sortiment an ASi-5 Safety Eingangsmodulen

von Bihl+Wiedemann wächst weiter.

Bisher gab es Varianten im großen IP67-Gehäuse

und in IP20 mit je zwölf Standardsignalen

sowie zwei sicheren Eingängen für

potentialfreie Kontakte, für OSSDs und für

die Kombination potentialfreier Kontakt/OSSD. Jetzt kommt

mit dem ASi-5 Safety Eingangsmodul BWU4393 eine Lösung

für potentialfreie Kontakte im kleinen IP-67 Gehäuse dazu.

Das Modul verfügt über zwei sichere zweikanalige Eingänge

und vier selbstkonfigurierende E/As, die abhängig von der

Konfiguration als Ein- oder Ausgänge verwendet werden

können. Da ASi-5 Safety parallel auf demselben Profilkabel

läuft und damit viele sichere Signale oder eine Kombination

aus sicheren Signalen und Standardsignalen unter einer

einzigen Adresse genutzt werden können, lässt sich ASi

Safety at Work damit ideal ergänzen.

www.bihl-wiedemann.de

ERWEITERBARE KABELSCHELLE

Die Kabelschelle MSMC ist ein

flexibles Befestigungssystem für

Kabel, Rohre und zylindrische

Bauteile mit einem Leitungsdurchmesser

von 10 bis 55 mm.

Dank ihres modularen Designs

ermöglicht sie eine einfache und

schnelle Erweiterung durch

Anreihen oder Stapelung. So können mehrere Schellen

kombiniert werden. Dank dem CMC30-Verbinder lassen sich

auch Schellen mit unterschiedlichen Klemmbereichen

gleicher Baugrößen verbinden. Sowohl die Schellen als auch

die Schrauben, bestehend aus Zink/Nickel-passiviertem

Material, bieten einen hohen Schutz gegen Korrosion.

Längs- und Querrippen auf der Auflagefläche sorgen für eine

hohe Stabilität und reduzieren Torsion. Ein Langloch als

zentraler Anschraubpunkt ermöglicht flexible Befestigungsmöglichkeiten

auf verschiedenen Untergründen.

www.icotek.com

ZUKUNFTSSICHERE PC-LEISTUNG

Der Automation PC 3200 von B&R bietet Intel Core i Processing

der 13. Generation, nahtlose Systemintegration und eine

robuste Grundlage für Updates. Er ist für anspruchsvolle

industrielle Anwendungen konzipiert. Sein modulares und

anpassbares Design sorgt für Flexibilität bei maschinenspezifischen

Anforderungen, zukunftssichere Leistung und

erweiterte Sicherheitsfunktionen. Angetrieben von den

neuesten Intel Core i Prozessoren ermöglicht das eine

skalierbare Rechenleistung

von bis zu 64 GB DRAM und

eignet sich für eine Vielzahl

von Anwendungen, von

einfachen HMI bis hin zu

datenintensiven Echtzeitanalysen

oder komplexen

KI-gesteuerten Aufgaben.

www.br-automation.com

HYBRIDES

SAFETY-MODUL

Die hybriden MVK-Fusion-

Feldbusmodule von Murrelektronik

vereinen drei elementare

Funktionen der Installationstechnik:

digitale Standard-

Sensorik und -Aktorik, digitale

sicherheitsgerichtete Sensorik

und Aktorik sowie IO-Link. Das

Unternehmen hat jetzt auch ein Hybridmodul für Ethernet

I/P Applikationen der 3-in-1-Lösung im Programm, basierend

auf dem Common Industrial Protocol Safety – oder kurz CIP

Safety: das neue MVK-Fusion-CIP-Safety. Das standardisierte

und nach IEC 61508 bis SIL3 zertifizierte Protokoll-CIP-Safety

ermöglicht das Übertragen von sicherheitsrelevanten Daten

in Echtzeit und dient als Erweiterung des CIP-Protokolls

speziell dazu, Sicherheitsfunktionen in neue oder bestehende

Automatisierungssysteme zu integrieren, statt separate

Sicherheitsnetzwerke aufzubauen. Mit den MVK-Fusion-CIP-

Safety-Modulen gelingt das selbst bei sehr beengten Platzverhältnissen.

Murrelektronik setzt hier auf M-12-Power-Lkodierte

Steckverbinder. Sie bauen kompakt, besitzen eine

hohe Stromtragfähigkeit, Zuverlässigkeit und eine etablierte

Kodierung. Die neuen, hybriden Safety-Module für Ethernet

I/P vereinfachen zudem die Konfiguration sicherheitsgerichteter

Sensoren und Aktoren. Die Parametrierung erfolgt im

Engineering-Tool des Steuerungsherstellers.

www.murrelektronik.de

BAUKASTEN FÜR

ENERGIEFÜHRUNGSSYSTEME

Mehr Effizienz, weniger

Aufwand: Mit dem

neuen Heluchain-

System bietet Helukabel

eine clevere Komplettlösung

für Energieführungssysteme

in

bewegten Anwendungen

– modular, anschlussfertig

und passgenau. Der modulare Baukasten

vereint Energieführungsketten, hochflexible Leitungen,

individuelle Konfektionen und passendes Zubehör zu exakt

abgestimmten Komplettsystemen. Anwender profitieren von

hoher Betriebssicherheit, reduziertem Planungsaufwand und

optimierten Beschaffungsprozessen. Das Heluchain-System

ist in drei Ausbaustufen, sogenannten Assembly Levels,

verfügbar, die sich flexibel auf die jeweilige Anwendung und

Fertigungstiefe abstimmen lassen. Level 1 umfasst eine

Basislösung aus Energieführungskette und Leitung ohne

Konfektion. Level 2 bietet zusätzlich konfektionierte Leitungen

oder Hydraulikschläuche für eine schnelle Plug-and-Play-

Installation. Assembly Level 3 ist die vollständig integrierte

Systemlösung inklusive Zubehör wie Rinnen, schwimmende

Mitnehmer oder Stützkonsolen. Sie ist präzise auf anspruchsvolle

Anwendungen abgestimmt. Helukabel produziert alle

Kernkomponenten – Leitungen, Energieketten und Konfektionen

– in seinen eigenen Werken. Dadurch sind eine durchgängige

Qualitätssicherung sowie eine genaue Abstimmung

der einzelnen Bausteine sichergestellt.

www.helukabel.com

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 31


KONSTRUKTIONSELEMENTE

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

SICHERHEITSSTOSSDÄMPFER SCHÜTZEN FALLTURM-KONSTRUKTION

UND FORSCHUNGSKAPSELN – TEIL 1

MAXIDÄMPFER FÜR VERSUCHE

ZUR MIKROGRAVITATION

Robert Timmerberg M. A., Fachjournalist (DFJV),

plus2 GmbH, Düsseldorf

32 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


KONSTRUKTIONSELEMENTE

Der Gravitower

Bremen Pro im

Zentrum für angewandte

Raumfahrttechnologie

und Mikrogravitation

der Universität

Bremen

Das Zentrum für angewandte

Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation ist

als Forschungseinrichtung unter anderem für

seinen Fallturm für Schwerelosigkeitsversuche

bekannt. Bereits seit dem Jahr 1990 sorgten

Industriestoßdämpfer von ACE für sichere

Experimente, genau wie seit 2022 in einem

neuen, ergänzenden Laborsystem, dem

Gravitower Bremen Pro. Im ersten Teil dieser

zweiteiligen Serie werden das faszinierende

vertikale Forschungslabor und die modernen

Stoßdämpferlösungen vorgestellt, die zum

Erfolg beitragen.

Der Bedarf nach Forschung unter Schwerelosigkeitsbedingungen

ist seit Beginn der menschlichen Raumfahrt

groß. Doch die Kosten für das Überwinden der Erdanziehung

per Raumflug sind immens – gleiches gilt für

aufwendige Parabelflüge mit dafür umgerüsteten Verkehrsflugzeugen.

Kostengünstigere Lösungen sind Falltürme, in denen für

einige Sekunden der Zustand der Schwerelosigkeit bereitgestellt

werden kann. Ein solcher Turm steht in Bremen und ist mit seiner

Höhe von 146 m zu einer Landmarke geworden. Er gehört

zum ZARM, dem Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie

und Mikrogravitation der Universität Bremen, und kann im

einfachen Fallbetrieb für 4,7 s Schwerelosigkeit erzielen.

„Dafür wird in einer Vakuumröhre eine Kapsel mit Experimenten

abgeworfen, die unten in einem Auffangbehälter mit Polystyrolkugeln

abgebremst wird“, erklärt Dieter Bischoff, Drop Tower

Operator am ZARM. „2004 wurde der Turm mit einer Katapultanlage

nachgerüstet, welche die Kapsel erst nach oben beschleunigt,

bevor sie wieder nach unten fällt. Da sich die Kapsel schon

auf dem Weg nach oben im freien Fall befindet, konnten wir die

Dauer der Mikrogravitation auf über 9 Sekunden fast verdoppeln.“

INDUSTRIESTOSSDÄMPFER IM FALLTURM

BREMEN

Ein konstruktives Highlight der Katapultanlage ergibt sich aus

der physikalischen Natur eines Fallturms: Was hier nach oben

beschleunigt wird, kommt auch wieder herab. Darum muss die

Abbremsvorrichtung der Anlage mobil sein. Sobald das pneumatische

Abschusssystem die Kapsel mit circa 165 km/h in die Höhe

geschossen hat, wird ein Auffangbehälter in die Falllinie eingeschwenkt.

Dazu dient ein großes Pendelgestell, welches in drei

Sekunden an seinem Platz sein muss – die circa 3 t schwere Konstruktion

wird dafür mit 4,3 m/s bewegt.

Um die dabei entstehenden Massenkräfte wirksam zu dämpfen,

sind Industriestoßdämpfer der ACE Stoßdämpfer GmbH aus

Langenfeld im Einsatz. „Wir benötigen extrem hohe Ausfallsicherheit,

große Toleranz gegenüber wechselnden Belastungsfällen

und außerdem Vakuumtauglichkeit“, so Dieter Bischoff.

Die eingesetzten Industriestoßdämpfer mittlerer Baugröße bestehen

aus hochfestem, legiertem Stahl und sind massiv und

topfförmig aus dem vollen Material gefertigt. Die für maximale

Sicherheit ausgelegten Dämpfungselemente verhindern unter

anderem effektiv das Verbiegen von Führungen und wirken dem

Auspendeln der Abbremseinheit entgegen.

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 33


KONSTRUKTIONSELEMENTE

3

1

Die Anschlagdämpfer des

Release-Caging-Mechanismus

2 Anschlagdämpfer Turm unten

3 Anschlagdämpfer Turm oben

4 Türdämpfer

01

1

2

4

01 Schematische Darstellung der

Position von hydraulischen Dämpfern

im Gravitower Bremen Pro

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

SCHWERELOSIGKEITSVERSUCHE AUCH

OHNE VAKUUM

Für Experimente, die eine hohe Zahl von Wiederholungen für eine

valide statistische Auswertung benötigen, stellt diese Technik

eine Herausforderung dar: Die Entlüftung der insgesamt 122 m

langen Röhre vor dem Versuch und die anschließende Wiederbelüftung

dauern insgesamt über zwei Stunden. Dadurch sind drei

Durchläufe pro Tag möglich.

Der Turm ist langfristig ausgebucht. Bis 2024 wurden in ihm

über 10.000 Experimente aus vielfältigen Forschungsfeldern von

Strömungsmechanik bis Materialforschung durchgeführt. Doch

gleichzeitig entwickelten die Ingenieure des ZARM ein weiteres

Forschungslabor, das 2022 seine Premiere feierte.

Im Vorfeld galt es, eine Konstruktion zu kreieren, die ohne Vakuum

auskam. Dafür entstanden ein Aufzug und ein Antriebssystem,

das für 2,5 s Schwerelosigkeit erzielt und im Inneren einen

geschlossenen Schlitten besitzt. Dieser schützt die darin befindliche

Experimentkapsel vor aerodynamischen Einflüssen, sodass

kein Vakuum nötig ist. „Über einen aktiv geregelten hydraulischen

Seilantrieb erzielen wir variable Start beschleunigungen

von maximal 4g dynamisch“, erklärt Dieter Bischoff, „damit können

wir eine vertikale Parabel mit Schwerelosigkeit erreichen,

die sehr sanft und niederfrequent ein- und ausgeleitet wird.“

Dabei ist es wichtig, dass die Experimentkapsel während des

Fluges von äußeren mechanischen Strukturschwingungen entkoppelt

wird. Dafür sorgt ein eigens entwickelter sogenannter

Release-Caging-Mechanismus. Dieser lässt die Kapsel beim Erreichen

der Schwerelosigkeit in vertikaler Ausrichtung los und

dockt sie beim Abbremsvorgang sanft wieder an. Eine Zeitspanne

von 2,5 s Schwerelosigkeit ist für viele Experimente – insbesondere

Grundlagenforschung – völlig ausreichend. Und das nicht für

drei Experimente pro Tag, sondern für bis zu 20 Experimente pro

Stunde, was eine massive Erhöhung der Verfügbarkeit darstellt.

HYDRAULISCHE DÄMPFUNGSELEMENTE

SCHÜTZEN IM NOTFALL

Die maximale bewegte Masse von Experimentkapsel und Schlitten

des Gravitower Bremen Pro beträgt 1.000 kg, hälftig aufgeteilt

in Schlittenmasse und Experimentaufbau. Damit weder bei deren

Beschleunigung noch beim Abbremsen am Ende der Parabel

potenzielle technische Fehler zu Schäden führen, sind hydraulische

Dämpfungselemente im Einsatz.

Aufgrund der guten Erfahrung beim Bau des ursprünglichen

Fallturms kooperierten die Ingenieure des ZARM erneut mit der

DIE STOSSDÄMPFER BREMSEN

DIE BIS ZU EINER TONNE

SCHWERE KONSTRUKTION

IM ERNSTFALL SICHER AB

ACE Stoßdämpfer GmbH. So waren Dieter Wohlschlegel, technischer

Leiter, und Jörg Küchmann aus der Abteilung Forschung

und Entwicklung bei ACE eng in die Entwicklung des Gravitower

Bremen Pro eingebunden. Die beiden sorgten unter anderem für

Folgendes: Sollte es aufgrund eines Unfalls zu einem Abstürzen

des Schlittens kommen, wurden am Boden des Turms vier Sicherheitsstoßdämpfer

positioniert, die gewährleisten, dass die

komplette Masse bei einem schweren Fehler sicher abgebremst

wird. „Wir haben für die Auslegung die maximale Experimentmasse

– also 1.000 kg inklusive Schlitten – und die maximale Aufprallgeschwindigkeit

von 20 m/s angenommen“, erläutert Dieter

Wohlschlegel. Laut ZARM entspräche dies dem Ausfall aller Antriebe

bei höchster Abwärtsgeschwindigkeit.

Für diese Anforderungen wurden seitens ACE vier Sicherheitsstoßdämpfer

des Serientyps SCS63x300-R modifiziert. Generell

wird bei den standardmäßigen hydraulischen ACE-Sicherheitsstoßdämpfern

die Kolbenstange über einen Gasspeicher und eine

sogenannte Membranblase zurückgestellt. Da die Serienbauweise

mit diesen Membranspeichern den Sicherungsanforderungen

und den vom ZARM genannten hohen Geschwindigkeiten

im unteren Bereich der Konstruktion nicht gewachsen ist,

kann ACE für vertikale Anwendungen und bei außergewöhnlich

hohen Geschwindigkeiten den Kunden auch nach Maß passende

Spezialtypen anbieten. Diese tragen die Bezeichnung SCS63x300-

R-XXXX, weisen ebenfalls einen Hub von 300 mm auf, arbeiten

ohne Membranblase und mit einem Gasspeicher, der sich oberhalb

der Ölsäule befindet. Da dieser Gasspeicher ein definiertes

Volumen benötigt, muss der Außenkörper des Dämpfers im

Durchmesser vergrößert werden. Aus diesem Grund verwendet

ACE anstelle des Standarddurchmessers von 140 mm bei dieser

Anwendung Dämpfer mit einem Sonderdurchmesser von

190 mm. Weil jedoch die Durchmesser der Kolben im Dämpferinneren

nicht verändert werden, entspricht die Energieaufnahme

pro Hub der modifizierten Dämpfer mit 54.000 Nm derjenigen

der Serienmodelle. Demzufolge liegt der Hauptunterschied zwischen

den Standard- und den Spezialdämpfern darin, dass mit

34 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


KONSTRUKTIONSELEMENTE

02 03 04

02 Die Sicherheitsstoßdämpfer von ACE in der unteren Einbaulage

sind für den Fall ausgelegt, dass alle Motoren bei der Abwärtsfahrt im

Augenblick der höchsten Abwärtsgeschwindigkeit ausfallen

03 Innenleben der mit einem speziellen Öl befüllten Sicherheitsstoßdämpfer

von ACE, die zusätzlich mit einem Gasspeicher und Stickstoff

arbeiten, um nach dem Anfahren die Kolbenstange wieder in die

Ausgangslage zurückzubewegen

04 Nicht nur im ZARM, sondern auch in Krananlagen oder Maschinen

in Schwerlastanwendungen sichern die kräftigen Stoßdämpfer

Konstruktionen vor kostspieligem Ausfall

letztgenannten im Fall der Fälle die hohen Aufprallgeschwindigkeiten

möglich sind und die Konstruktion optimal geschützt ist.

DROSSELBOHRUNGEN À LA CARTE

Trotz der gewaltigen Energieaufnahme von 54.000 Nm pro Hub

pro Dämpfer sind diese von der Form her schlank und platzsparend

aufgebaut. Sie lassen sich einfach mit einem an der Rückseite

angebrachten Flansch befestigen und ermöglichen mit dem

leistungsstärksten Dämpfer dieser Serie im Notstopp-Betrieb

Hübe von bis zu 1.200 mm. Dabei sind sie wartungsfrei und sofort

einbaufertig. Bei einer Lebensdauer von bis zu 1.000 Notstopps

unter Vollbelastung zeichnen sie sich durch dasselbe Wirkprinzip

wie alle hydraulischen Stoßdämpfer von ACE aus: Beim Auftreffen

der bewegten Masse auf den Dämpfer setzt ein Kolben

das im Zylinder befindliche Öl, das eine genau definierte Viskosität

hat, in Bewegung und drückt das Fluid durch eine Reihe von

Drosselbohrungen. Hierbei wird die Energie in Wärme transformiert

und nach außen geleitet. Das Besondere an der Bremer

Konstruktion ist die Anzahl und Positionierung der Bohrungen,

die präzise auf die jeweilige Dämpfungsaufgabe angepasst sind.

Über die gesamte Länge des Hubs sind sie innerhalb des Korpus

so angeordnet, dass die gewünschte Masse mit konstanter Kraft

abgebremst wird. Dabei bleibt der hydraulische Druck während

des gesamten Vorgangs nahezu gleich.

Zusätzliche Merkmale bei den im Gravitower Bremen Pro verwendeten

Dämpfern sind eine Kombination aus neuester Dichtungstechnik,

gehärtetem Führungslager sowie integriertem

Festanschlag, was selbst in schwierigsten Umgebungen für eine

längere Lebensdauer der Produkte sorgt.

Ein weiterer Vorteil seien Innovationen wie Membranspeicher,

durch die sich die Dämpfungsleistung steigern und der effektive

Massenbereich erheblich erweitern lassen, so Küchmann. „Außerdem

passen wir die Kennlinie beziehungsweise die Dämp ­

f ungscharakteristik jedes einzelnen Dämpfers individuell der jeweiligen

Anwendung an“, verrät der jahrelang als Produktmanager

für diese Maschinenelemente bei ACE tätige Ingenieur, der

heute in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens

aus Langenfeld im Rheinland arbeitet.

Neben den vorgestellten Sicherheitsstoßdämpfern stellt ACE

auch Klein- und Industriestoßdämpfer in über 200 verschiedenen

Typen für unterschiedlichste Applikationen zur Verfügung.

Sie bieten Kraftaufnahmen zwischen 0,68 und 126.500 Nm pro

Hub und decken effektive Massenbereiche von 500 g bis 204 t ab.

Welche weiteren Modelle aus diesem weltweit führenden Bereich

der Dämpfungstechnik außerdem im Gravitower Bremen Pro

noch eingesetzt werden und wie sie Experimente in der Schwerelosigkeit

möglich machen, beschreibt der zweite Teil der Serie.

Bilder: 03 – 04 ACE, sonstige ZARM, Universität Bremen

www.ace-ace.de

www.zarm.uni-bremen.de

ÜBER DIE FORSCHUNG UNTER

SCHWERELOSIGKEITSBEDINGUNGEN

Die Gravitationsforschung findet nicht allein ihre

Anwendung in den verschiedenen Bereichen der Raumfahrt.

Vielmehr benötigen viele Grundlagenexperimente,

vor allem physikalische, eine schwerelose Umgebung, um

störende überlagernde Effekte, wie zum Beispiel die

Auftriebskonvektion in der Verbrennungsforschung,

ausschalten zu können. Erst dann lassen sich wesentliche

Effekte genauer untersuchen. So werden beispielsweise

auch das kapillare Steigen oder Zwei-Phasen-Strömungen

unter Erdschwerebedingungen in ihren Wirkungen

„gestört“. Der Anteil raumfahrtbezogener Untersuchungen

ist also nicht unbedingt maßgebend, auch wenn

dieser in jüngster Zeit am Zentrum für angewandte

Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation an der

Universität Bremen weiter angestiegen ist. Das liegt

unter anderem daran, dass viele Forschende aktuell ihren

wissenschaftlichen Blick auf Asteroiden und unsere

Nachbarplaneten Mond und Mars richten.

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 35


SCHUTZ FÜR BESONDERS GROSS

DIMENSIONIERTE WERKZEUGMASCHINEN

MASSGESCHNEIDERTE GIGANTEN

Für besonders große

Werkzeugmaschinen

bietet Hema Maschinenrückwände

und Faltenbälge

auch in

XXL-Ausführung an

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH, Seligenstadt

Sind Komponenten mit besonders großen

Dimensionen zu bearbeiten, so werden auch

besondere Anforderungen an die

Bearbeitungsmaschinen gestellt.

CNC-Fräsmaschinen und -Bearbeitungszentren

müssen entsprechend für diese Dimensionen

ausgelegt werden – sowie auch die

Maschinenschutz-Einrichtungen. Hema bietet

dafür Maschinenrückwände und Faltenbälge

im XXL-Format an.

Bauteile wie Flügelrippen und andere Strukturbauteile von

Flugzeugen kommen auf Längen von bis zu 20 m und

mehr. Ihre Fertigung erfordert Bearbeitungszentren, die

mit hoher Präzision in großen Dimensionen und mit hohen

Geschwindigkeiten arbeiten, teils über bis zu sechs Achsen

und mehrere Bearbeitungsspindeln. Zum Schutz gegen Verschmutzungen

und mögliche Beschädigungen werden sensible

Maschinenteile wie die Elektronik auf der Antriebsseite vom Bearbeitungsraum

durch Rückwandabdeckungen getrennt. Linearachsen

außerhalb des Bearbeitungsraums können durch Elastic-

Faltenbälge geschützt werden.

Die Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH konstruiert

und fertigt maßgeschneiderte Schutzabdeckungen für Werkzeugmaschinen.

Hierzu gehören neben Faltenbälgen zum Schutz einer

Achse oder Linearführung auch Rückwandkomplettsysteme

zum Schutz mehrerer Achsen von CNC-Maschinen.

36 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


KONSTRUKTIONSELEMENTE

01 Die Spindeldurchführungen in der Maschinenrückwand mit den

enormen Abmessungen von 10 x 5 m wurden nach Vorgaben des

Anwenders eingesetzt

01

02 Die Rückwandsysteme für Werkzeugmaschinen können je nach

Baugröße montagefertig aufgebaut und als Komplettbauteil

geliefert werden

SCHUTZABDECKUNGEN IN XXL

Die Rückwandsysteme für Werkzeugmaschinen können je nach

Baugröße montagefertig aufgebaut und als Komplettbauteil geliefert

werden. Bei Abmessungen in XXL-Dimensionen werden

die Komponenten vormontiert, geprüft und montagefreundlich

konfektioniert. Für ein CNC-Bearbeitungszentrum eines renommierten

Maschinenherstellers hat Hema eine Rückwand mit den

enormen Abmessungen von 10 x 5 m gefertigt. Für den Transport

als Komplettbauteil zu groß, wurde diese Rückwand bereits montagefreundlich

in Modulbauweise konstruiert, sodass ein einfacher

Transport und Aufbau beim Kunden möglich waren.

Nicht nur Rückwandsysteme für mehrere Achsen werden in

großen Dimensionen realisiert, auch Faltenbälge zum Schutz

einer Achse. Für einen europäischen Spezialmaschinenbauer hat

das Unternehmen jetzt einen wahren Giganten maßgeschneidert:

Der Faltenbalg ist 17 m lang und schützt auf dieser Strecke

FÜR EINEN TRANSPORT DER

XXL-FORMATE WERDEN DIE

RÜCKWÄNDE IN MODULBAU-

WEISE KONSTRUIERT

sicher die groß dimensionierten Werkstücke, die unter anderem

für die Luftfahrtindustrie bearbeitet werden. Um die Stabilität

auch in dieser großen Ausführung zu gewährleisten, hat Hema

spezielle Verstärkungen und eine Auszugsbegrenzung installiert,

die dem Gewicht und der Geschwindigkeit der Abdeckungen angepasst

sind. Zudem wurde dieser Faltenbalg in einer Elementbauweise

konstruiert, die es erlaubt, bei Beschädigung auch nur

einzelne Elemente auszutauschen.

KONZEPTION DER RÜCKWÄNDE

Mit Faltenbälgen werden auch die Rückwandsysteme von Hema

ausgestattet. Für den Einsatz im Spänebereich sind dabei Faltenbälge

der Samurai-Baureihe die erste Wahl. Bei dieser Ausführung

schützen Edelstahllamellen das Gewebe des Faltenbalgs gegen

Beschädigungen durch scharfkantige und heiße Metallspäne

in der spanabhebenden Bearbeitung.

Entsprechend der Maschinendimensionen werden auch die

Rückwandsysteme in XXL-Ausführung konstruiert und gefertigt.

Die Rahmenkonstruktion der Maschinenrückwände wird aus

verwindungssteifem Stahlblech hergestellt. Spezielle Bauteile

optimieren die Aufnahme der dynamischen Belastung der

Schutzsysteme beim Verfahren der Maschine im Bearbeitungsprozess,

sodass es bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten der Maschine

nur zu geringer Wellenbildung kommt. Für den Einsatz in

Hochtemperaturanwendungen können die Faltenbälge aus speziellen

Materialien gefertigt werden.

Die Spindeldurchführungen werden ebenfalls ab Werk in die

Rückwandsysteme integriert und auf die individuellen Kundenanforderungen

ausgelegt. Rückwandtypen mit vier Spindeldurchführungen

wurden bereits realisiert.

SCHUTZ GEGEN HEISSE UND

SCHARFKANTIGE SPÄNE

Die Produktion der Faltenbälge erfolgt auftragsspezifisch und anwenderorientiert

auf teils eigens für Hema entworfenen Fertigungsanlagen.

Verschiedene Fertigungsmethoden, wie Verschweißen,

thermisches Verkleben oder auch Laminieren kommen

hier zum Einsatz. Die Geometrie der Faltenbälge hängt stark

vom Einsatzzweck ab.

Die Langlebigkeit und der geringe Verschleiß der Samurai-Faltenbälge

wurden in Dauertests mit mehr als 1 Millionen Zyklen

bestätigt. Für CNC-Maschinenzentren hat Hema mit der Samurai-Baureihe

bereits erfolgreich Lösungen mit Geschwindigkeiten

über 100 m/min und Beschleunigungen über 1,5 g realisiert.

Bilder: Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH

www.hema-group.com

INTENSIVE QUALITÄTSSICHERUNG

Um Anwendern ein Maximum an Sicherheit und Zuverlässigkeit

garantierten zu können, unterziehen die

Experten von Hema Faltenbälge und Rückwände einer

intensiven Qualitätssicherung. In enger Zusammenarbeit

mit externen Instituten prüfen sie Entwicklungen und

Konstruktionen auf Praxistauglichkeit und simulieren

Extremsituationen. Hierzu hat Hema am Firmensitz im

hessischen Seligenstadt einen Testbereich eingerichtet, in

dem unter anderem Lebensdaueranalysen durchgeführt

werden. Die Ingenieure beobachten etwa das Knickverhalten

der Materialien oder den Verschleiß der Gleit- oder

Rollenführungen.

02

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 37


KONSTRUKTIONSELEMENTE

KUGELGEWINDETRIEB FÜR CHINESISCHE

E-FAHRZEUGHERSTELLER

Mehr als 140 Millionen Kugelgewindetriebe (KGT) für

Automotive-Anwendungen hat Schaeffler seit 2007 produziert.

2025 begann die Produktion für Serienfahrzeuge

chinesischer Fahrzeughersteller. Schaeffler stellt Automotive-

KGT nicht nur für Lenkungen, sondern auch für Bremsen

sowie für Antriebs- und Kraftübertragungssysteme her. Im

Februar 2025 feierte Schaeffler den Produktionsstart von

Kugelgewindetrieben für Lenksysteme in Xiangtan, um den

chinesischen Markt vor Ort zu bedienen. Weitere Werke in

China sowie Frankreich, Südkorea, Mexiko und Slowakei

fertigen die Präzisionskomponente ebenfalls. Bei Schaeffler

kommt das Wirkprinzip des KGT auch bei Linearaktoren der

Sparte Bearings & Industrial Solutions zum Einsatz. Als

zentrale mechanische Bestandteile elektromechanischer

Servolenksysteme spielen KGT eine Schlüsselrolle in Spurhalte-

und Parkassistenzsystemen. Ein hoher Wirkungsgrad,

geringer Energiebedarf und das sehr gute Geräusch- und

Schwingungsverhalten der Aktorik-Komponente reduzieren

den Energieverbrauch des Fahrzeugs und erhöhen dessen

Laufruhe. Die sehr hohe Belastbarkeit der KGT von Schaeffler

ermöglicht auch den Einsatz in leichten Nutzfahrzeugen

wie Kleinlastwagen, Transportern und Pick-ups, und erlaubt

hier den Fahrern eine Lenkung mit deutlich geringerem

Kraftaufwand.

www.schaeffler.com

EMV-KABELVERSCHRAUBUNG ZUR

MEHRFACHDURCHFÜHRUNG

Mit der Progress Easyconnect Multi bietet die Agro AG eine

variable, montagefreundliche Lösung, um geschirmte Kabel

durch nur eine EMV-Verschraubung mit sicherem Schirmabgriff

einfach und schnell in Gehäuse einzuführen. Das mit

wenigen Handgriffen montierte Verbindungssystem eignet

sich für Kabel verschiedener Durchmesser mit unterbrochenem

oder partiell

freigelegtem, weitergeführtem

Schirmgeflecht.

Dabei bleiben die Kabel

während des Montageprozesses

dreh-, schiebund

demontierbar. Die

aus vernickeltem Messing

gefertigten Verschraubungen

sind mit Standardbohrungen

und mit

kundenspezifisch konfigurierten Dichteinsätzen erhältlich.

Eine das Schirmgeflecht schonende Kontaktfeder aus Edelstahl

1.4310 klemmt sicher und ermöglicht sehr gute Ableitwerte.

Das System verfügt über eine Zugentlastung gemäß

DIN EN 62444 Ausführung A und ist in der Standardversion

für Temperaturen von - 60 bis 100 °C geeignet. Bei Verwendung

von FPM-Dichteinsätzen sind Einsatztemperaturen von

- 40 bis 200 °C möglich.

www.kaiser-elektro.de

ALU-ROHRVERBINDER: PASSENDE OPTIK

FÜR JEDE ANFORDERUNG

Mit den Aluminium-Rohrverbindern

von Brinck lassen sich

sowohl Geländer und Absturzsicherungen

als auch Plattformen,

Regale, Treppenläufe und

Haltesysteme realisieren. Das

Sortiment umfasst 500 starre

und bewegliche Varianten. Sie

bestehen aus einer witterungsfesten

und korrosionsbeständigen Aluminiumlegierung nach

EN 573-3 (DIN 1715) und sind in vielen Größen lieferbar. Aber

nicht allein über den Variantenreichtum seines Rohrverbinder-Sortiments

deckt Brinck eine große Bandbreite an

designtechnischen, handwerklichen und konstruktiven

Anforderungen ab. In der Praxis erweist sich neben der

Formgebung immer wieder auch die oberflächentechnische

Ausführung der Rohrverbinder als entscheidender Faktor. Das

Unternehmen bietet die Möglichkeit, die Rohrverbinder mit

zusätzlichen optischen und funktionellen Eigenschaften an

spezielle Anforderungen des Designs, der Usability, der

Sicherheit oder der Umgebung anzupassen. Neben einer

Auswahl an oberflächentechnischen Bearbeitungen und der

Pulverbeschichtung in jedem gewünschten RAL-Ton offeriert

Brinck hier außerdem individuelle Sonderlösungen. Die

metrischen Rohrverbinder-Typen von Brinck haben Durchmesser

von 25, 30, 40, 45 und 50 mm. Alle zölligen Ausführungen

gibt es mit den Durchmessern 1, 1/4, 1½ und 2".

www.brinck.de

KOMPAKTER ELEKTRISCHER

TELESKOPAUSZUG

Für automatisierte Bewegungssysteme stellt Igus den neuen

elektrischen Teleskopauszug Drylin NTM-45 vor. Das kompakte

System aus Schiene, Motor und Steuerung ermöglicht eine

einfache

Automatisierung

auf engem

Raum und

überzeugt

durch wartungsarme

Technologie.

Die Anwendungen

reichen von

der Servicerobotik,

über die Medizin- und Labortechnik bis hin zur

Fahrzeugausstattung, etwa für verschiebbare Armlehnen

oder Monitore. Dank schmierfreier Mechanik eignet sich der

Teleskopauszug auch für hygienische Anwendungen. Das

System hat eine Höhe von nur 42 mm und eine Breite von

45 mm, und – je nach Ausführung – eine Länge zwischen 150

und 500 mm. Die maximale Auszugslänge beträgt 500 mm.

Das NTM-45-System verzichtet auf klassische Wälzlager und

Schmiermittel. Eloxierte Aluminiumprofile und eine mit

Iglidur IC-05 polymerbeschichtete Aluminiummittelschiene

sorgen für einen reibungsarmen und verschleißfesten

Trockenlauf. Eine Dryspin Steilgewindespindel erhöht die

Laufruhe und Langlebigkeit der Mechanik. Staub und

Schmutz können sich nicht ansammeln, wodurch der Betrieb

wartungsfrei, äußerst ausfallsicher und hygienisch ist.

www.igus.de

38 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


KONSTRUKTIONSELEMENTE

HYGIENESICHER UND

DREHMOMENTSTARK

KBK Antriebstechnik fertigt ein breites Spektrum an

Industriekupplungen. Für den Einsatz in hygienekritischen

Anwendungen sind alle Modelle auch in einer

Edelstahl-Variante lieferbar. Während Metallbalgkupplungen

Drehmomente

präzise und spielfrei

übertragen, kompensieren

Elastomerkupplungen

Schwingungen sowie Stöße

und verlängern die Lebensdauer

von Maschinen und

Anlagen. Gelenkkupplungen

eignen sich für die drehstarre

Drehmomentübertragung bei großem Radial- und

Winkelversatz. Magnetkupplungen werden für die

dauerhafte Absicherung von Überlastvorgängen

eingesetzt, Schlitzkupplungen übertragen auf engem

Raum hohe Drehmomente. In der Edelstahl-Ausführung

besitzen alle Versionen eine lange Lebensdauer und

eine hohe Beständigkeit gegenüber Hitze und Korrosion.

Für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen

an den Korrosionsschutz bietet KBK die Kupplungen

auch in V4-Edelstahl sowie als lasergeschweißte

Variante an. Alle Kupplungen für hygienekritische

Applikationen werden mit hochfesten Edelstahlschrauben

geliefert, die eine uneingeschränkte Drehmomentübertragung

gewährleisten.

www.kbk-antriebstechnik.de

ARRETIERBOLZEN AUS EDELSTAHL

Edelstahl-Produkte sind in vielen Branchen eine gute

Wahl. Kipp hat jetzt mit dem K2194 einen neuen

Arretierbolzen entwickelt, der für anspruchsvolle

Applikationen geeignet ist. Den K2194 gibt es in zwei

Materialqualitäten: A1 für einfache Anwendungen und

A4 für Medien,

in denen die

Komponente

besonders

gefordert wird,

wie beispielsweise

in der

chemischen

Industrie, im

Schiffbau oder

im Außenbereich. Auch in der Lebensmittel- und

Pharmaindustrie sowie in speziellen Bereichen im

Maschinen- und Anlagenbau spielt Edelstahl eine

zentrale Rolle. Der Arretierbolzen ist in einer kurzen

Ausführung mit Edelstahl-Pilzgriff in den Gewindegrößen

M6 bis M20 (Feingewinde) erhältlich – wahlweise

mit einem ungehärteten, gehärteten oder chemisch

vernickelten Arretierstift. In der A4-Variante ist der

K2194 außerdem nicht oder nur leicht magnetisch, was

bei Anwendungen in sensiblen Umgebungen von

Vorteil ist. Das Edelstahlportfolio von Kipp umfasst

weitere Norm- und Bedienteile wie Pilzknöpfe, Flügelgriffe,

Bügelgriffe, Scharniere, Speichenhandräder oder

federnde Druckstücke – viele davon in hochwertigem

Edelstahl A4.

www.kipp.com

ZUM STECKEN: GEWINDETRAGBOLZEN

MIT HANDGRIFF

Die Erwin Halder KG stellt neue Gewindetragbolzen

mit Handgriff vor. Sie können in Montage,

Warenhandling oder in der Logistik eingesetzt werden,

um leichte und mittlere Lasten schnell und einfach zu

transportieren oder zu positionieren. Die neuen Gewindetragbolzen

verfügen – wie alle anderen des Herstellers

– am unteren Ende des hochfesten Bolzens über selbstarretierende

Gewindesegmente, die auf die jeweiligen Gewindegrößen angepasst

sind. Anstelle des Schäkels für den Kranhaken ist bei der

neuen Ausführung ein blau eloxierter Aluminiumgriff für die

Handbedienung angebracht. Zum Lösen der Gewindesegmente

muss nur der orange eloxierte Aluminiumknopf im Handgriff

betätigt werden. Dann wird der Bolzen einfach in die vorhandene

Gewindebohrung gesteckt. Beim Loslassen des Druckknopfes

rasten die Segmente in das Gewinde des zu tragenden Bauteils ein.

Durch eine halbe Umdrehung des Trageelements wird zum Schluss

ein sicherer und fester Sitz in der Bohrung erreicht. Die Gewindetragbolzen

mit Handgriff und einer zugelassenen Tragkraft von

500 N sind in den Gewindegrößen M8, M10 und M12 mit den

Funktionslängen 12 mm, 14 mm und 17 mm verfügbar.

www.halder.de

KUNSTSTOFFGEHÄUSE FÜR RAUE EINSÄTZE

Die wichtigste Eigenschaft

eines Gehäuses ist

es, die innenliegende

Elektronik und die

Gerätefunktion zu

schützen. Aber wie sieht

es aus, wenn die Einsatzbedingungen

mal etwas rauer sind? Nicht jedes Kunststoffgehäuse

übersteht den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen ohne

Schaden. Die robusten Industriegehäuse von OKW sind genau für

solche Anwendungen geeignet und bringen entsprechende

technische Eigenschaften mit. Das Produktportfolio beinhaltet eine

große Zahl an unterschiedlichen Kunststoffgehäusen bis IP 67 und

Schlagschutz bis IK 08. Damit sind den Einsatzbereichen kaum

Grenzen gesetzt: Egal ob in der Klima-, Heizungs- und Lüftungstechnik,

im Maschinen- und Anlagenbau, in der Mess- und Regeltechnik,

bei Elektroinstallationen und in der Smart-Factory – die

Gehäuse machen (fast) alles mit.

www.okw.com

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 39

LIMBACH.indd 1 22.11.2017 08:28:39


WERKSTOFF- UND VERBINDUNGSTECHNIK

gegen hohe Temperaturen von bis zu 700 °C. Sie bestehen aus

verschiedenen Spezialtextil-Werkstoffen der Produktlinie Hi-Tex

von Kager und eignen sich – je nach Typ – für dichtungs-, trennund

isoliertechnische Aufgaben in thermisch anspruchsvollen

Bereichen von Anlagenbau, Apparatebau und Verfahrenstechnik.

AUF DEN WERKSTOFF(MIX) KOMMT ES AN

Im Einzelnen definiert sich die Auswahl der Gewebedichtungen

von Kager danach, ob für ihre Herstellung vorrangig Garne aus

Aramid, Grafit, Karbon oder PTFE verarbeitet werden. Hinsichtlich

der thermischen Belastbarkeit an der Spitze stehen im Sortiment

die Dichtungsbänder der Produktgruppe Carbo Grafite, die

Temperaturen von bis zu 700 °C trotzen. Sie liegen in mehreren

DICHTUNGSBÄNDER SENKEN

DIE WARTUNGS- UND ENERGIE-

KOSTEN UND SICHERN DEN

ANLAGENBETRIEB

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

DICHT, AUCH WENN’S

HEISS WIRD

Gewebedichtungen gehören zur Gruppe der

Feststoffdichtungen und zeichnen sich meist

durch ein gutes Rückstellvermögen, eine hohe

Verschleißfestigkeit und eine dauerhafte

Beständigkeit gegen Chemikalien aus. Kager

bietet eine Reihe hochwertiger Dichtungsbänder

aus Hightech-Geweben, die sich sogar

für Betriebstemperaturen von bis zu 700 °C

verwenden lassen.

Dank ihrer Flexibilität passen sich die Gewebedichtungen

sehr gut an unebene und raue Oberflächen an, wirken

vibrationsdämpfend und bilden eine dauerhafte Abdichtung

– ohne das Risiko der Materialversprödung. Sie

leisten damit einen signifikanten Beitrag zur Senkung der Wartungskosten,

zur Reduktion von Energieverlusten und für einen

sicheren Anlagenbetrieb.

Bei den neuen als Flachdichtung, Endlosband oder Schnur verfügbaren

Gewebedichtungen im Sortiment von Kager kommt eine

weitere entscheidende Eigenschaft hinzu: Eine Beständigkeit

Manfred Stiller, Freier Fachjournalist, Darmstadt

Ausführungen vor, die aus reinem und imprägniertem Grafit garn

oder aus reinem und expandiertem Mineralgrafit bestehen. Je

nach Variante verfügen sie zusätzlich über eine Verstärkung aus

Inconel-Draht oder eine Veredelung durch Molybdän(IV)-sulfid.

Für Einsatztemperaturen von bis zu 500 °C lassen sich hingegen

die Kager-Gewebedichtungen aus Aramid nutzen. Auch sie werden

in verschiedenen Varianten angeboten, die auf spezielle Anwendungsgebiete

abgestimmt sind. So eignen sich die Dichtbänder

aus dem verstärkten Aramid Typ 3150 unter anderem für

Hochdruck-Applikationen, Absperrschieber, Wärmetauscher und

Turbinen-Baugruppen, während die Gewebedichtungen aus Aramid

Typ 3148 auch abrasiven Flüssigkeiten, Chemikalien und

Säuren widerstehen.

Die Dichtbänder aus Aramid Typ 3149 wiederum sind eine gute

Wahl für Anwendungen mit schnellen Wechselbewegungen – beispielsweise

High-Speed-Ventilen. Außerdem finden sich in dieser

Werkstoffgruppe Aramid-Gewebedichtungen, deren Garn mit einer

PTFE-Dispersion imprägniert ist, weshalb sie sich gut für den

Einsatz in der Fluidtechnik eignen.

EINSATZTEMPERATUREN BIS 280 GRAD

Thermisch abgestuft folgen dahinter verschiedene Dichtungsbänder

aus PTFE, die für Einsatztemperaturen von bis zu 280 °C

ausgelegt sind. Je nach Variante empfiehlt Kager sie vorrangig

zum Abdichten von Heißwasser-, Dampf- und Sauerstoffventilen,

von Pumpen unterschiedlicher Bauarten oder von Rührwerken

in der Chemietechnik – um nur einige Beispiele zu nennen.

Als Alternative dazu bietet das Unternehmen die Gewebedichtungen

des Typs 3180 Carbopan & PTFE an. Sie sind ebenfalls bis

280 °C temperaturbeständig, zusätzlich aber imprägniert mit

einer speziellen PTFE-, Grafit- und Schmierstoffmischung. Sie

kommen unter anderem im Kesselbau, in der Kraftwerkstechnik

und in den Anlagen der Petrochemie zum Einsatz.

Für das große Feld der industriellen Standardanwendungen

mit erhöhten Anforderungen an die Temperaturbeständigkeit

hält Kager die Gewebedichtungen des Typs Dynapack bereit.

Bild: Kager

www.kager.de

40 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


WERKSTOFF- UND VERBINDUNGSTECHNIK

KISLING AG DREIFACH ZERTIFIZIERT

Mit der erfolgreichen

Zertifizierung

nach

ISO 9001,

ISO 14001 und

ISO 45001 hat

die Kisling AG

aus der Schweiz

einen wichtigen

Meilenstein

erreicht. Der

Hersteller von

Kleb- und

Dichtstoffen für

nahezu alle

Industriebereiche,

OEM-Hersteller und den Fachhandel erfüllt damit drei

international anerkannte Standards, die für gelebte Qualität,

Umweltbewusstsein und Arbeitssicherheit im industriellen

Umfeld stehen. Das Qualitätsmanagement nach ISO 9001

wurde erneut bestätigt. Erstmals zertifiziert wurde nun auch

das Umweltmanagement nach ISO 14001 sowie der Arbeitsund

Gesundheitsschutz nach ISO 45001. Mit der Erweiterung

der Zertifizierungen zeigt das Unternehmen: Umwelt- und

Arbeitsschutz sind keine Randthemen, sondern tragende

Säulen der Unternehmenskultur. Der Schweizer Standort

wird dadurch strategisch gestärkt und positioniert sich als

zuverlässiger Partner für zukunftsfähige Industrieanwendungen.

Das Kisling-Produktsortiment umfasst hochfeste

Strukturklebstoffe auf (Meth)acrylat- und Epoxy-Basis,

anaerobe Klebstoffe, Sekundenklebstoffe, RTV-Silikone sowie

Vergussmassen für eine Vielzahl von Anwendungen.

www.kisling.com

ROBUSTE VERBINDUNGEN VON

MULTI-MATERIAL-SYSTEMEN

In der Großserienfertigung

von Karosseriebauteilen

steigen die Anforderungen an

Leichtbau, Prozesssicherheit

und Taktzeit. Konventionelle

Fügeverfahren stoßen bei der

Kombination unterschiedlicher

Werkstoffe an ihre

Grenzen. Genau hier setzen

die Fügeverfahren Flexweld

und SWOPtec von Arnold

Umformtechnik an: Beide Verfahren nutzen das Prinzip des

Widerstandselementschweißens, benötigen keine Umstellung

der Schweißanlagen und überzeugen durch hohe

Robustheit gegenüber Fertigungstoleranzen und hohen

Verbindungsfestigkeiten. Bei Flexweld werden beschichtete

Verbindungselemente aus Stahl in Aluminiumbauteile

eingestanzt und anschließend mit Stahlbauteilen punktgeschweißt.

Der Prozess ist robust gegenüber Lage- und

Dickenabweichungen und eignet sich für alle gängigen

Stahl- und Aluminiumgüten – inklusive gegossener und

stranggepresster Materialien. Auch SWOPtec, das auf einer

formschlüssigen Verankerung basiert, zeigt hervorragende

Ergebnisse bei Leichtbau-Anwendungen mit hoher Festigkeitsanforderung.

www.arnold-fastening.com

KLEBEN VON CARBON-LEICHTBAUTEILEN

In 3,21 Sekunden von null auf hundert: Die neue BMW

S 1000 RR lässt bei begeisterten Motorradfahrern das Herz

höherschlagen. Das 210 PS starke Superbike ist das Resultat

hochmoderner Fertigungstechnologien. Für die Fahrdynamik,

Flexibilität und Stabilität sorgen ultraleichte Verbundwerkstoffe.

Um Leichtbauteile schnell, prozesssicher und optisch

einwandfrei

miteinander

zu verbinden,

greifen

Hersteller

auf die

Industrie-

Klebstoffe

von Ruderer

Klebetechnik

zurück. Für

Carbon-Bauteile

in Rennmotorrädern eignet sich zum Beispiel Technicoll

9411. Dieser reaktive Zwei-Komponenten-Klebstoff

ermöglicht selbst bei Bauteilen mit komplexen Geometrien

absolut stoffschlüssige, kraftvolle und materialschonende

Verbindungen. Strukturklebstoffe lassen sich in jeden

automatisierten Fertigungsprozess mit kurzen Taktzeiten

integrieren und halten sowohl mechanischen als auch

chemischen, dynamischen und thermischen Belastungen

dauerhaft stand. Mit ihrer Leistungsstärke sorgen sie auf

Asphalt für ein gutes Fahrgefühl und im Fertigungsprozess

für noch mehr Sicherheit und Stabilität.

www.ruderer.de

ENTSCHEIDUNGSFAKTOR WERKSTOFF

TFC bietet die

Wellenfedern von

Smalley in vielen

verschiedenen

Werkstoffen an.

Produktentwickler

und Konstrukteure

haben die Wahl

zwischen Kohlenstoffstahl,

Edelstählen,

Buntmetallund

Superlegierungen.

Die Fertigung der Wellenfedern erfolgt im Circular-

Grain-Kantenwickelverfahren. Diese Technik ist flexibel und

eignet sich auch zur Verarbeitung von Superlegierungen. Die

gewünschten Materialeigenschaften werden dabei durch

verschiedene Wärmebehandlungen eingestellt. Eine häufig

für Wellenfedern eingesetzte Superlegierung ist Inconel

X-750. Dieser nickel-chrombasierte Werkstoff erhält durch

Ausscheidungshärtung einen federharten Zustand und bietet

eine hohe Festigkeit sowie eine Temperaturbeständigkeit von

bis zu 370 °C. Wärmebehandlungen können die Korrosionsbeständigkeit

und andere physikalische Parameter des Materials

weiter verbessern. Daneben gibt es weitere Varianten wie

etwa Inconel 718 und 625, deren spezielle Eigenschaften – etwa

ihre Temperaturfestigkeit von bis zu 700 °C – das Spektrum

der Einsatzmöglichkeiten weiter vergrößern. Die

Inconel-Typen sind unter anderem zugelassen für den Einsatz

in der Luft- und Raumfahrt, der Öl- und Gasförderung sowie

auch der Chemietechnik.

www.tfc.eu.com

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 41


SPECIAL

SPECIAL

WERKZEUGMASCHINEN


SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN

MIT KUGELDREHVERBINDUNGEN

NACHHALTIGE LÖSUNGEN ENTWICKELN

HOCH HINAUS

BEIM PARKEN

Vertical Parking spart in Städten und

urbanen Räumen wertvollen Platz, da Autos

in einem Parkturm übereinander abgestellt

werden. Innerhalb des Turms bewegt ein

rotierendes Antriebssystem die Fahrzeuge,

ähnlich wie in einem Paternoster. Dabei

spielen auch Kugeldrehverbindungen von

Rodriguez eine wichtige Rolle.

Auf einer Fläche von sieben mal sieben Metern zwölf

Autos parken? Das geht, mit Vertical Parking, kurz Vepa

genannt. Beim Vertical Parking werden die Fahrzeuge,

wie der Name sagt, in einem Parkturm übereinander

geparkt. So können auf einer Fläche, die sonst vier Autos benötigen,

dreimal so viele Fahrzeuge abgestellt werden.

Vertical Parking wurde von dem gleichnamigen Start-up entwickelt.

Hervorgegangen ist es aus dem Inkubator Unternehmer-

TUM der TU München. Die beiden Gründer Simon Schubnell

und David Schön haben sich von ähnlichen Konzepten aus Asien

inspirieren lassen und sie an deutsche Verhältnisse angepasst.

ROTIERENDES PARKSYSTEM

Wie muss der Turm konstruiert werden, um robust und witterungsbeständig

zu sein? Und zwar auch bei Temperaturen bis zu

-20 °C. Wie werden Ein- und Ausfahrt geregelt? Und vor allem, wie

KUGELDREHVERBINDUNGEN

KÖNNEN HOHE AXIALE ODER

RADIALE LASTEN AUFNEHMEN

wird der Transportmechanismus für die Fahrzeuge im Turm entworfen?

Bei voller Belastung des Parkturmes mit zwölf Fahrzeugen

ist schließlich mit einem maximalen Gesamtgewicht von 30 t

und mehr zu rechnen. Diese Fragen stellten sich die beiden

Gründer und ihr Team. Für technische Details arbeiteten sie mit

Partnern aus der Praxis zusammen. Für die Lager im Transportsystem

wählten sie Kugeldrehverbindungen von Rodriguez.

Julia Hartung, Assistant of Management & Marketing,

Rodriguez GmbH, Eschweiler

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 43


01

01 In einem rotierenden System nach dem Vorbild des

Paternosters werden die Fahrzeuge im Parkturm bewegt

02 Die Hälfte der Gondeln sind mit Ladeboxen

für E-Fahrzeuge ausgestattet

03 Wie in anderen Parkhäusern checkt man beim

Vertical Parking ein und bezahlt die Parkgebühr am Automaten

Langlebigkeit, minimaler Verschleiß und ein geringer Wartungsbedarf

– das waren die Anforderungen des Start-ups.

Rodriguez konnte dem entsprechen. „Dank unserer neuen

Konstruktionskonzepte und verbesserter Herstellungsverfahren

können Konstrukteure mit unseren Kugeldrehverbindungen völlig

neue Ideen und Lösungsansätze entwickeln“, unterstreicht

Produktmanager Andreas Schön. Als Spezialist für rotative Produkte,

Wälzlager und Lineartechnik verfügt Rodriguez über ein

breit gefächertes Sortiment aus Rund- und Profilschienenführungen,

Kugel- und Trapezgewindetrieben sowie Elektrohubzylindern

und Kugelrollen. Neben individuellen Einzellösungen

entwickeln die Experten des Unternehmens auch komplette

Linearsysteme mit unterschiedlichen Antriebsvarianten für anspruchsvolle

Anwendungen in verschiedenen Industriezweigen –

von der Luftfahrt bis zum Sondermaschinenbau.

Im Antriebssystem des Vertical Parking sorgen die Kugeldrehverbindungen

von Rodriguez nun für die nötige Stabilität und ermöglichen

die Drehbewegungen der Antriebseinheiten. Im Parkturm

werden die Fahrzeuge in sogenannten Gondeln bewegt.

Diese können jeweils bis zu 2,7 t tragen und sind an eine umlaufende

robuste Kette angehängt, die von einem leistungsstarken

30-kW-Motor angetrieben wird.

HÄLFTE DER PARKPLÄTZE MIT LADEBOXEN

Nach einer vierjährigen Entwicklungszeit hat Vertical Parking

jetzt den ersten öffentlichen Parkturm im Werksviertel-Mitte in

München eröffnet. Im Jahr 2023 ging bereits ein privater Turm für

ein Unternehmen in München-Freising an den Start. Das Vepa

im Werksviertel, in der Nähe des Münchener Ostbahnhofs, steht

KUGELDREHVERBINDUNGEN

SORGEN FÜR STABILITÄT UND

ERMÖGLICHEN DAS DREHEN

DER ANTRIEBSEINHEITEN

SPECIAL

ROBUSTE UND REIBUNGSARME

DREHVERBINDUNGEN

Kugeldrehverbindungen bestehen aus einem Innen- und einem

Außenring, zwischen denen Kugeln als Wälzkörper dienen.

Dadurch sind sie besonders robust und können hohe axiale oder

radiale Lasten aufnehmen. Gleichzeitig weisen sie besonders geringe

Reibungsverluste auf. Zwei Punkte, die entscheidend für

den Einsatz im Vepa waren. Die seit vielen Jahren bewährten

Kugeldrehverbindungen von Rodriguez sind außerdem korrosionsbeständig

und mit Innendurchmessern bis zu 30 mm und

Außendurchmessern bis 6.100 mm lieferbar.

allen Bürgerinnen und Bürgern zur Benutzung offen. Man checkt

digital ein und fährt vorwärts in die Gondel. Beim Abholen des

Fahrzeugs dauert es nach Betreiberangaben maximal 90 s, bis

das eigene Auto wieder bereitgestellt wird und man auch vorwärts

hinausfahren kann.

Ein besonderer Vorteil des Münchener Parkturms: Die Hälfte

der Gondeln ist mit E-Ladeboxen ausgestattet. Das heißt: Während

das E-Auto abgestellt ist und gegebenenfalls im Paternoster

„fährt“, wird die Batterie geladen. Dafür stehen derzeit 11-kW-

Wallboxen zur Verfügung. Die technische Konstruktion des Turms

könnte perspektivisch auch Hochleistungs-HPC-Laden mit 50 kW

oder langfristig sogar induktives Laden möglich machen.

44 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN

02 03

Überhaupt ist den Gründern Simon Schubnell und David Schön

Nachhaltigkeit sehr wichtig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den

ruhenden Verkehr effizienter zu gestalten und den urbanen

Raum neu zu denken“, sagen sie. Durch den geringen Platzbedarf

könnten andere Flächen, die sonst zugeparkt wären, entsiegelt

und ökologisch genutzt werden.

Alternativ kommen freigewordene Flächen auch für den so

dringend benötigten innerstädtischen Wohnraum infrage. Auch

erspart der Parkturm, anders als etwa eine Tiefgarage, die teuren

und aufwendigen Tiefbau arbeiten und er kann leicht zurückgebaut

und an einem anderen Standort wieder errichtet werden.

POTENZIAL LIEGT BEI 40 TÜRMEN

ALLEIN IN MÜNCHEN

Diesem, eigenen Angaben nach, europaweit ersten öffentlichen

Parkturm mit Ladeinfrastruktur sollen nach den Wünschen der

beiden Gründer noch viele weitere folgen. Der nächste ist bereits

an einem zentralen Ort in Berlin geplant, am Hackeschen Markt

im Ortsteil Mitte. Und allein in München, so David Schön, liege

das Potenzial bei 35 bis 40 weiteren dieser Parktürme.

Anders als etwa Parktürme in Asien, die als Vorbild dienten

und die dort oft als nackte Stahlgerippe daherkommen, ist der

Vertical-Parking-Turm in München mit Holzelementen verkleidet

und einige der Flächen sind künstlerisch gestaltet worden.

Der Entwurf der Münchener Künstlerin Mariella Kerscher stellt

zwei miteinander verwobene Nabelschnüre dar, die nach eigenen

Angaben ein weibliches Symbol im Kontrast zum männlich

konnotierten Auto verkörpern sollen.

Bei künftigen Projekten ist auch eine Verkleidung mit Lochblechen

denkbar oder eine Begrünung. Letzteres wäre dann eine Verbindung

von Vertical Parking mit Vertical Gardening und zugleich

ein Beitrag für ein besseres Mikroklima im städtischen Raum.

Bilder: Aufmacher Einklinker Rodriguez, sonstige VePa Vertical Parking

www.rodriguez.de

Das Start-up Vertical Parking suchte nach

einem neuen und flexiblen Spezialisten.

Gute Produktqualität, marktübliche Preise

und keine Mindestabnahmemengen, das

waren die Anforderungen. Und anscheinend

konnten wir das interessanteste Paket aus

Qualität, Kompetenz und Flexibilität bieten.

Wir freuen uns über die Zusammenarbeit bei

diesem innovativen und nachhaltigen

Projekt.

ANDREAS SCHÖN, Produktmanager bei Rodriguez

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 45


SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN

HIGHSPEED-FREQUENZUMRICHTER

KUNST DES GRIFFBRETTS

TRIFFT ANTRIEBSINNOVATION

SPECIAL

Ein Berliner Unternehmen hat sich auf den Bau

von Werkzeugmaschinen zur Optimierung von

Gitarren spezialisiert. Die computergesteuerten

Mehrachs-Fräsmaschinen können die Saitenlage

perfektionieren und somit die Bespielbarkeit

und den Klang edler Instrumente deutlich

verbessern. Ein entscheidender Bestandteil

dieser Lösung sind moderne Frequenzumrichter

eines Antriebsspezialisten aus Lüneburg.

Sie ermöglichen eine präzise Steuerung der

Hochgeschwindigkeits-Frässpindeln. Für den

Maschinenbauer zählten beim Umstieg auf die

neue Motorsteuerung unter anderem auch die

Kompaktheit und die flexiblen Schnittstellen.

Markus Finselberger, Leiter Vertrieb Antriebselektronik,

Sieb & Meyer AG, Lüneburg

Die A+D Gitarrentechnologie GmbH (Plek Berlin) hat sich

der Gitarrentechnik für höchste Ansprüche verschrieben.

Das Ziel der Firma in Kreuzberg: Die bestmögliche

Bespielbarkeit einer Gitarre zu erreichen. Spezielle computergesteuerte

Mehrachs-Werkzeugmaschinen sind die Lösung.

„Wir haben sie konkret für diesen Anwendungsfall entwickelt“,

sagt Produktionsleiter Jens Baae. „Die Maschinen sind das Ergebnis

von jahrzehntelanger Forschung, Erfahrung und dem kontinuierlichen

Dialog mit Gitarrenbaumeistern.“

FINETUNING DER SAITENLAGE

Es gibt zwei Varianten der Werkzeugmaschinen: Plek Pro und

Plek Station. Während das Modell Plek Station für den Service gedacht

ist und fast alle Arten von bundierten Saiteninstrumenten

aufnehmen kann, ist das Modell Plek Pro für die Produktion optimiert.

Hier werden spezielle Adapter für jedes Instrumentenmodell

benötigt, jedoch ist der komplette Prozess automatisiert und

die Bearbeitungszeiten sind dadurch erheblich kürzer als in der

Plek Station.

Die Aufgabe der Maschinen ist die Vermessung und Bearbeitung

von Gitarren und ähnlich aufgebauten Saiteninstrumenten

wie E-Bass, E-Gitarre, Akustik-Gitarre oder Mandoline. Im Mittelpunkt

steht die Erzeugung einer perfekten Saitenlage, sprich

der Höhe der Saiten über dem Griffbrett und den einzelnen Bünden.

„Diese Saitenlage ist je nach Instrument und Vorlieben des

Spielers verschieden“, erläutert Baae. „Um sie zu ermitteln, wird

46 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN

das Instrument zuerst in komplett spielfähigem Zustand – also

korrekt gestimmt mit aufgezogenen Saiten – vermessen.“

Ein Computerprogramm ermittelt die optimalen Werte für die

einzelnen Bundhöhen sowie die Höhe der Saitenauflage im Sattel

(oben) und in der Stegeinlage (unten). Anschließend erfolgt

die Bearbeitung mit passenden Werkzeugmodulen wie einem

Bundfräser und High-Speed-Frässpindeln – dabei werden die ermittelten

Werte in die Realität umgesetzt.

Darüber hinaus können mit der High-Speed-Frässpindel noch

weitere Bearbeitungsschritte durchgeführt werden, wie etwa

eine komplette Neubearbeitung der Oberfläche des Griffbretts,

das Einarbeiten von Taschen für Inlays in das Griffbrett

oder die Neubearbeitung der Schlitze zum Einsetzen

der Bünde in das Griffbrett. Sind schließlich alle

Bearbeitungsschritte abgeschlossen, wird das

Instrument erneut vermessen und der Erfolg

der Bearbeitung kontrolliert.

BESSERE MOTORSTEUERUNG

GESUCHT

Als Drive Controller für die eingesetzten High-

Speed-Frässpindeln kommt der Frequenzumrichter

SD2B plus von Sieb & Meyer zum Einsatz.

Das war jedoch nicht immer so: „Wir haben zunächst

Netzteil und Verstärker des Herstellers der Motorspindeln

genutzt, waren damit aber nie zu hundert Prozent zufrieden“, erzählt

Baae. „Als dann im Zuge eines Generationswechsels beim

Hersteller die neuen Geräte mit anderen Schnittstellen versehen

waren, ohne eine wirkliche Verbesserung mit sich zu bringen, haben

wir uns nach einer Alternative umgesehen.“ Der Markt für

herstellerunabhängige Motorsteuerungen im Bereich der Highspeed-Motoren

ist überschaubar. Und so fiel die Wahl schnell auf

IM MASTER-SLAVE-BETRIEB

LASSEN SICH AUCH MEHRERE

HIGHSPEED-MOTOREN WINKEL-

SYNCHRON BETREIBEN

Sieb & Meyer. „Der SD2B plus konnte unsere Anforderungen erfüllen

und nach einem Test war schnell klar, dass wir das Produkt

einsetzen werden“, so Baae.

Der SD2B plus ist im Schaltschrank der Plek-Maschine verbaut.

Es gibt zwei verschiedene Typen von High-Speed-Spindeln, die

an den SD2B plus angeschlossen werden. Für jeden Spindeltyp

existiert ein eigener Motorparametersatz, welcher bei der Inbetriebnahme

der Plek-Maschine mit der Parametrier- und Inbetriebnahme-Software

Drivemaster2 in den SD2B plus geladen

wird. „Im Betrieb treibt der SD2B plus den Spindelmotor an, die

Parameter werden aus einem PC-Programm über eine serielle

Schnittstelle an den SD2B plus übermittelt“, erklärt Baae. „Wenn

die Spindeln laufen, werden die aktuellen Betriebsparameter wie

Drehzahl und Strom vom PC ausgelesen. Zusätzlich werden über

die digitale I/O-Schnittstelle generelle Maschinenzustände und

Befehle übertragen.“

UNTERSTÜTZT VIELE APPLIKATIONEN

Für jeden Spindeltyp

existiert ein eigener

Motorparametersatz,

welcher bei der Inbetriebnahme

der Plek-Maschine

mit der Parametrier- und

Inbetriebnahme-Software

in den Frequenzumrichter

geladen wird

Der SD2B plus eignet sich als hochdynamischer Servoverstärker

für rotative und lineare Niedervolt-Servomotoren, aber auch für

den optimierten Betrieb von hochdrehenden Niedervolt-Synchron-

und Asynchronmotoren. Die Standardversion des

SD2B plus bietet ein Optimum aus maximaler Betriebsspannung

und Nenn-/Spitzenstrom (80 VDC/10 A),

um möglichst vielen Applikationen gerecht zu werden.

Seit dem Jahr 2020 ist der SD2B plus auch als Hochstromversion

erhältlich. Dieses Gerät erreicht einen 30 Prozent höheren Nennund

Spitzenstrom bei unverändertem Bauvolumen. Der höhere

Ausgangsstrom von 13 A erweitert das Einsatzfeld des Geräts

nochmals erheblich.

„Im Hochgeschwindigkeitsbereich ermöglicht der SD2B plus

als Frequenzumrichter zusätzlich zur sensorlosen Regelung eine

sensorbehaftete Regelung auf Basis von TTL-Gebern“, erläutert

Torsten Blankenburg, Vorstand Technik bei Sieb & Meyer. „So

lassen sich mehrere Hochgeschwindigkeitsmotoren im Master-/

Slave-Betrieb winkelsynchron betreiben.“ Die robuste Drehzahlregelung

erlaubt dabei hohe Massenträgheitsverhältnisse zwischen

Motor und Werkzeug von bis zu 1:100.

FLEXIBLE SCHNITTSTELLEN UND

ANPASSBARKEIT ZÄHLEN

Der Frequenzumrichter SD2B plus verfügt über ein kompaktes

IP20-Gehäuse mit einer Bauhöhe von gerade einmal 25 mm. Somit

eignet er sich besonders für kleine CAD/CAM-Fräsmaschinen.

Das Gerät bietet die Sicherheitsfunktion STO und eine interne

Logik spannungsversorgung.

Neben zwei TTL-Encoder-Ein- und Ausgängen stehen jeweils

fünf digitale Ein-/Ausgänge sowie eine USB-Schnittstelle für eine

einfache Parametrierung zur Verfügung. Eine Servolink-Schnittstelle

ermöglicht den Betrieb mit dem Motion Controller MC2 sowie

die Nutzung von Feldbus-Gateways für Profibus, Profinet und

EtherCAT.

Für Plek waren neben der Unterstützung des Motortyps und

den kompakten Abmessungen vor allem die passenden Schnittstellen

für die Steuerung und die Sicherheitsfunktion des

SD2B plus relevant. „Überzeugt hat uns zudem, dass Sieb & Meyer

die perfekte Anpassung an den Motorentyp möglich macht“, sagt

Baae. „Die Zusammenarbeit war von Anfang an sehr gut. Von der

Bereitstellung eines Testexemplars über die Hilfe bei Fragen zur

Einstellung und Steuerung bis zur Erstellung von Motorprofilen

hat alles tadellos geklappt. Wir sind sehr zufrieden.“

Bilder: Aufmacher Plek Berlin, sonstige Sieb & Meyer

www.sieb-meyer.de

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 47


SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN

SPANNMITTEL MIT MESSINTELLIGENZ

SPANNEN UND MESSEN GLEICHZEITIG

Die Anforderungen an Fertigungsbetriebe steigen: zunehmende

Variantenvielfalt, sinkende Losgrößen, wachsender

Zeit- und Kostendruck. Hainbuch begegnet dieser Entwicklung

mit innovativen Lösungen, die dabei helfen, in der

Produktion flexibler und wirtschaftlicher zu werden, oder

Abläufe komplett zu automatisieren. Um auch in automatisierten

Prozessen die Qualität sicherzustellen, können IQ

Spannmittel mit integrierter Messintelligenz eingebunden

werden, entweder

direkt im Prozess oder

auch als nachgelagerte

Messstation „post-process“.

Das TOPlus IQ

Spannfutter für die

Außenspannung oder

der MAXXOS IQ

Spanndorn für die

Innenspannung messen

dabei kontinuierlich

Werkstückdurchmesser, Werkstückanlage und Spannkraft.

Über berührungslose Daten- und Energieübertragung werden

die Messdaten direkt an die Maschinensteuerung geleitet

und ausgewertet. Die Steuerung führt dann einen Sollwert-

Abgleich durch. Kommt es zu Abweichungen wird eine

Meldung ausgegeben oder sofort eine Korrektur in die Wege

geleitet. Das reduziert Ausschuss und stellt ein konstantes

Niveau sicher. Die IQ Spannmittel sind außerdem in der Lage

steigende Prozesskräfte und somit Werkzeugverschleiß zu

erkennen.

www.hainbuch.com

DREHGEBERLOSE ÜBERWACHUNG VON

WERKZEUGMASCHINEN

In Bearbeitungszentren

und Werkzeugmaschinen

sind rotierende Werkzeuge

eine potenzielle

Gefahr für Bediener. Um

Sicherheit und Arbeitsschutz

zu gewährleisten,

sind Maschinenhersteller

an verbindliche Richtlinien

gebunden. Sieb &

Meyer bietet mit dem

Drive Controller SD2 eine smarte Lösung: Die integrierten,

sensorlosen Sicherheitsfunktionen SFM (Safe Frequency

Monitor) und SLOF (Safe Limited Output Frequency) ermöglichen

eine Überwachung des Stillstands beziehungsweise eine

sichere Begrenzung des Drehfelds der Bearbeitungsspindeln

– ganz ohne zusätzliche Drehgeber. Das Ergebnis: mehr

Sicherheit bei geringerem Kosten- und Wartungsaufwand.

Mit den TÜV-zertifizierten Sicherheitsfunktionen des SD2 von

Sieb & Meyer entfällt die Notwendigkeit zusätzlicher Drehgeber

an den Spindeln. Die Funktionen SFM und SLOF sind direkt

im Drive Controller integriert. Ein weiteres Plus: Alle Drive

Controller der Serien SD2x und SD4x verfügen über einen

Lastindikator, der den drehmomentbildenden Strom des

Motors auswertet und somit akustische Körperschallsensoren

ersetzen kann. Laständerungen des Motors werden durch den

Lastindikator präzise erfasst – eine wertvolle Funktion zur

Werkzeugüberwachung, zum Beispiel hinsichtlich frühzeitiger

Erkennung von Werkzeugverschleiß oder -bruch.

www.sieb-meyer.de

3D-SCANNER TRANSFORMIERT

CNC-PROGRAMMIERUNG

Mit Optimize MyProgramming

/3D-Scanner stellt

Siemens auf der EMO 2025

eine Softwarelösung vor, die

die werkstattorientierte

CNC-Programmierung grund -

legend verändern wird. Die

Software verbindet moderne

3D-Analysetechnologien mit

Programmierung direkt an

der CNC-Steuerung und erhöht so Effizienz, Präzision und

Qualität in der Produktion. Optimize MyProgramming

/3D-Scanner ist Teil des Siemens-Xcelerator-Portfolios und

bereichert dieses durch fortschrittliche Technologien zur

Prozessoptimierung in der Fertigung. Die Lösung zeichnet sich

durch die direkte Integration in Sinumerik Operate aus.

Dadurch können Anwender Programme direkt an der Steuerung

erstellen und optimieren. Durch die nahtlose Übertragung

von Geometrieinformationen aus 3D-CAD-Modellen in

die Programme entfallen umständliche und fehleranfällige

manuelle Eingaben. Der 3D-Scanner bietet maßgeschneiderte

Vorschläge für Fertigungsstrategien, die auf geometrischen

Merkmalen basieren. Diese Funktion führt nicht nur zu einer

enormen Zeit- und Kostenersparnis, sondern auch zu einer

besseren Parametrierung der Bearbeitungszyklen, wodurch

eine konstant hohe Qualität in der Produktion erreicht wird.

www.siemens.com

KLEINE ABMESSUNGEN, GERINGES GEWICHT

Die neuen Wellgetriebe zeichnen sich durch Spielfreiheit,

Wiederholgenauigkeit und Wartungsfreiheit über die

gesamte Lebensdauer aus. Zudem bieten sie eine hohe

Drehmomentkapazität, die laut Hersteller bis zu 15 Prozent

höher ist im Vergleich zu herkömmlichen Wellgetrieben – und

das bei kleinen Abmessungen und geringem Gewicht. Ein

weiterer Vorteil: Die Getriebe können individuell ausgelegt

und exakt auf die jeweilige Applikation abgestimmt werden,

bei Bedarf inklusive Funktions-, Bauteil- und Systemintegration.

Die Basis bildet ein flexibler Produktbaukasten. Auch die

Getriebe-Eigenschaften lassen sich anpassen. Ob Industrieroboter

oder Cobots, Prüf- und Messtechnik, Werkzeugmaschinenbau,

Medizintechnik, Halbleiterindustrie oder aktive

Exoskelette: Die

hochpräzisen, robusten

und kompakten

Wellgetriebe kommen

überall dort zum

Einsatz, wo eine hohe

Performance gefordert

ist, aber nur wenig

Bauraum zur Verfügung

steht. Der

Anwender hat die

Auswahl zwischen Getriebe-Sets, Getriebe-Sets Plus (inkl.

kippsteifer Abtriebswellenlagerung) und Getriebe-Units

(Plug-and-Play). Alle Lösungen sind als Hut- oder Topfgetriebe

sowie mit Hohl- oder Vollwelle realisierbar.

www.nabtesco.de

48 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN

PRÄZISE TOOLS ERMÖGLICHEN

INDIVIDUELLE BEWEGUNGEN

Die Auslegung oder Optimierung von Positionier- und

Bewegungstechnik ist oft zeitaufwendig und erfordert viel

Know-how. Genau hier bietet Hiwin die perfekte Unterstützung:

Mit seinen Tools zur Auslegung und Konfiguration von

Antriebskomponenten und deren Zubehör hilft Hiwin,

wichtige Ressourcen seiner Kunden zu bündeln. „Wir entwickeln

unsere Tools selbst, um ein Höchstmaß an Praxistauglichkeit

zu gewährleisten. Das spart nicht nur Zeit, Personal

und Budget in den

Unternehmen

unserer Kunden,

sondern verbessert

auch die Abstimmung

zwischen

Anwendern und uns

als Anbieter. Unser

Ziel ist es, unsere

Kunden mit innovativen Antriebslösungen voranzubringen“,

betont Werner Mäurer, Geschäftsführer der Hiwin GmbH. Von

der präzisen Auslegung und Konfiguration für Konstrukteure

bis zur transparenten Abfrage von Preisen, Lieferzeiten und

Bestellhistorien für Einkäufer deckt das Online-Portal von

Hiwin den gesamten Prozess digital ab.

www.hiwin.de

ROBOTIK-LÖSUNGEN FÜR

WERKZEUGMASCHINEN

Viele Arbeitsprozesse

– vom Handling über

die Beschickung von

Werkzeugmaschinen

bis hin zur Intralogistik

– können durchgehend

automatisiert werden.

Möglich macht dies

KUKAs breites Produktportfolio,

das von der

Hardware bis zur

Software alle benötigten

Bestandteile bereitstellt. Ein Beispiel aus der Metallbearbeitung

ist der KR IONTEC, der automatisiert Bauteile

entgratet. Beim automatischen Werkzeugwechsel sorgt die

KMP 1500P – eine autonome, mobile Plattform, die Werkstücke

sicher zum Zielort transportiert für einen reibungslosen

Materialfluss. Der KR TITAN ultra wurde mit bis zu 1,5 Tonnen

Traglast bei vergleichsweise geringem Eigengewicht entwickelt

für präzises Handling tonnenschwerer Bauteile. Ob

Palettenhandling für Werkzeugmaschinen, Handling von

Motorblöcken, Batteriekästen oder Betonfertigteile – dieser

Roboter bewegt, was andere nicht stemmen können.

www.kuka.com

VERTIKAL-DREHZENTRUM OPTIMIERT FÜR DIE SCHWERBEARBEITUNG

DN Solutions stellt die Maschinenserie PV 6300 vor. Das Vertikal-Drehzentrum ist auf Schwerbearbeitung

in der Automobil- und Energiewirtschaft ausgelegt. Es schließt die Kapazitätslücke zwischen PV

400 und PV 9300 und bietet noch mehr Flexibilität bei der Wahl der Werkstückgröße. Die PV 6300-Serie

verkürzt Zykluszeiten und erhöht die Steifigkeit. Der verstärkte Spindelantrieb sorgt für die stabile

Bearbeitung schwerer Werkstoffe. Mit einer hohen Leistung und großem Drehmoment ermöglicht sie

kraftvolles Zerspanen. Optional steht eine Hochdrehmoment-Spindel zur Verfügung, um die Performance

weiter zu steigern. Auch bei langandauernden Bearbeitungen schwerer Bauteile gewährleistet

die PV 6300 eine hohe Bearbeitungsgenauigkeit. Dies ist durch die integrierten Box-Führung und die

verstärkte Bettkonstruktion möglich, die Vibrationen wirkungsvoll dämpfen.

www.dn-solutions.com

6-ACHS-FRÄSROBOTER

MIT KOMPAKTER SPINDEL

In Werkzeugmaschinen eingesetzte

Spindeln leisten einen wichtigen

Beitrag für die Maschinenproduktivität.

Weiss Spindeltechnologie,

ein Geschäftsbereich der Innomotics

GmbH, weiß, worauf es

dabei ankommt. In einer Kooperation

der besonderen Art ist ein

neuentwickelter 6-Achs-Fräsroboter

entstanden – mit bisher nicht

realisierbarer Bearbeitungsgenauigkeit. Er ist das Ergebnis

einer Zusammenarbeit zwischen Autonox Robotics, Siemens,

Weiss Spindeltechnologie und dem Fraunhofer IFAM. Die

kompakt aufgebaute Frässpindel ist perfekt auf den Einsatz

am Roboterarm abgestimmt und für Hochleistungsanwendungen

ausgelegt. Damit sind besonders harte und andere

hochanspruchsvolle Materialien bearbeitbar.

www.weiss-spindle.com

GESPANNT, ZENTRIERT UND PLAN

AUSGERICHTET

Der Flachkörper-Flanschdorn KFDF ist ein kompaktes Präzisions-Spannzeug

zur Optimierung vieler Dreh-, Bohr-, Schleif-,

Fräs- und Wuchtprozesse in Getriebebau, Zahnrad-Fertigung

und Werkzeugherstellung. Er punktet mit präzisem Rundlauf,

einer kurzen Spannlänge und einem serienmäßigen Spanndurchmesser

von bis zu 375 mm, der sich durch den Einsatz

alternativer Spannelemente auf bis zu 560 mm erweitern

lässt. Abgesehen von seiner Rundlaufgenauigkeit von

≤ 0,01 mm gewährleistet der KFDF eine exakte Zentrierung

und eine plane Ausrichtung des eingespannten Werkstücks.

Das System besteht aus sechs Hauptkomponenten, deren

Herzstück eine unter Vorspannung

stehende, fächerförmig geschlitzte

Stahlscheibe ist. Da das Spannzeug rein

mechanisch arbeitet, benötigt es keine

pneumatische oder hydraulische

Energiezufuhr.

www.ringspann.de

www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 49


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 06/2025

ERSCHEINUNGSTERMIN: 12. 09. 2025 • ANZEIGENSCHLUSS: 28. 08. 2025

01

03

02

01 In Teil 2 der Artikelserie rund um den für seine

Schwerelosigkeitsversuche bekannten GraviTower

Bremen Pro wird der Einsatz weiterer Industriestoßdämpfer

beschrieben

Bild: ZARM, Universität Bremen/ACE

04

DER DIREKTE WEG

INTERNET:

www.DerKonstrukteur.de

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02 Laser-Distanzsensoren messen äußerst präzise und

genau Abstände – auch auf kritischen Oberflächen

Bild: Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG

03 Für den wohl schnellsten Rundtaktautomaten der

Welt realisierte der Sondermaschinenbauer Strama-MPS

in Zusammenarbeit mit Schaeffler ein außergewöhnliches

Antriebskonzept

Bild: Schaeffler

04 Wenn es um moderne Fertigungsstrukturen und

effektive, automatisierte Produktionsabläufe mit hoher

Produktivität geht, besitzt die Montage- und Handhabungstechnik

eine zentrale Bedeutung

Bild: RK Rose+Krieger

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

50 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de


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