DER KONSTRUKTEUR 5/2025
DER KONSTRUKTEUR 5/2025
DER KONSTRUKTEUR 5/2025
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05
19073
August 2025
€ 14,50
AM PULS DER TECHNIK
SCHALTSCHRANKBAU
DIGITAL WEITERDENKEN
Werkzeuglose Anschlusstechnik als Basis
für mehr Robotik und Automatisierung
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EDITORIAL
VIELFALT MACHT
ERFINDERISCH
Die Abnehmerbranchen der deutsche Werkzeugmaschinenindustrie sind heute
deutlich diversifizierter als noch vor einigen Jahren. Der Absatz der Top-3-Branchen
– also Maschinenbau, Automobilbau und Zulieferer für den Automobilbau – betrug
im Jahr 2017 noch 75 Prozent und sank bis 2019 auf rund 66 Prozent. So der
Marktbericht des VDW für das Jahr 2024. In der aktuellen Erhebung für 2023 waren
es nur noch 57 Prozent (27,2 Prozent Automobil- und Zulieferindustrie). Diese
Entwicklung ist unter anderem auf die tiefgreifenden Transformationsprozesse
zurückzuführen, die traditionell wichtige Branchen wie die Automobilindustrie und
ihre Zulieferer auf dem Weg zur Elektromobilität durchlaufen.
Hersteller von Werkzeugmaschinen sehen sich gleichzeitig einem enormen internationalen
Innovations- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Dieser Druck wird zusätzlich
durch teils überzogene Erwartungen an „neue“ Technologien wie KI oder generell die
Digitalisierung verstärkt. Gleichzeitig müssen sie in neuen Anwendungs- und
Technologiefeldern mit ihrer Erfahrung oft Neuland betreten und nicht selten schnell
Produktionskapazitäten für Boom-Branchen oder junge Märkte aufbauen, um sich
Marktanteile sichern zu können. Dazu gehören etwa die Batteriefertigung, die
Medizintechnik oder die Elektronikindustrie, wo beispielsweise Leiterplattenfräsen
benötigt werden. Auch im Bereich der FTS und mobilen Robotik zeigt sich noch viel
Potenzial, etwa durch flexiblere Antriebskonzepte (Seite 22).
Diversifikation und Internationalisierung sind aus meiner Sicht jedenfalls sinnvolle
Strategien, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und nachhaltig zu wachsen. Die
zunehmende Diversifizierung im Maschinenbau und auch auf Seiten der System- und
Komponentenlieferanten spiegelt sich übrigens auch in unserer Berichterstattung für
Konstrukteure im Maschinen- und Anlagenbau wider. Mein Eindruck: Die Themen werden
in den letzten Jahren abwechslungsreicher. In dieser Ausgabe berichten wir zum Beispiel
über eine Mehrachsfräsmaschine zur Optimierung von Gitarren (Seite 46) oder über
Kugeldrehverbindungen in Anwendungen für das Vertical Parking (Seite 42). Die Vielfalt
der Themen zeigt, wie innovativ, branchenoffen und zukunftsgerichtet der Maschinenbau
im Allgemeinen und der Werkzeugmaschinenbau im Speziellen agiert.
Ihr Felix Berthold
f.berthold@vfmz.de
DER KONSTRUKTEUR 2025/05 3
INHALT
06
MENSCHEN UND MÄRKTE
03 Editorial: Vielfalt macht erfinderisch
06 DER KONSTRUKTEUR persönlich:
Dominik Paul, Experte für FEM-Simulation und
Applikationsingenieur für magnetische Maßverkörperungen
bei iC-Haus
07 Aktuelles
08 NACHGEFRAGT
Umdenken für mehr Kreislaufwirtschaft
12
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PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
EMO 2025
10 Prototypische Lösungen: KI als Gamechanger
11 Produktinformationen
ANTRIEBSTECHNIK
12 PC-based Control bei einer Multifunktionszelle
für Kleb-, Dicht- und Vergussprozesse
15 Produktinformationen
16 Hohlwellen-Kompaktantrieb optimiert
Rundtischkinematik
18 Beutelfüllmaschinen liefern Höchstleistung
20 Neue Generation – Servoantrieb mit Vollwelle
22 Lösungsbaukasten für mobile Systeme
INDUSTRIEELEKTRONIK
24 TITELSTORY
Schaltschrankbau digital weiterdenken
28 Kombi-Schutzschalter für hygienekritische
Umgebungen
31 Produktinformationen
TITELBILD
Weidmüller
Interface GmbH
& Co. KG, Detmold
22
4 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
KONSTRUKTIONSELEMENTE
32 Sicherheitsstoßdämpfer schützen Fallturm-
Konstruktion und Forschungskapseln
36 Schutz für besonders groß dimensionierte
Werkzeugmaschinen
38 Produktinformationen
SPECIAL
Rodriguez GmbH,
Eschweiler
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WERKSTOFF- UND VERBINDUNGSTECHNIK
40 Dichtbänder für Hochtemperaturanwendungen
41 Produktinformationen
42
SPECIAL
WERKZEUGMASCHINEN
42 Vertical Parking – Mit Kugeldrehverbindungen
nachhaltige Lösungen entwickeln
46 Gitarrenbau trifft auf Antriebsinnovation
48 Produktinformationen
SERVICE
30 Impressum
50 Vorschau
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DOMINIK PAUL
arbeitet als Applikationsingenieur
beim Chiphersteller
iC-Haus. Er befasst sich dort
mit FEM-Simulationen für
magnetische und induktive
Sensoren. Daneben forscht er
an der Hochschule RheinMain.
Wie optimieren Sie Positionssensoren?
Mithilfe von elektrostatischen und elektrodynamischen
FEM-Simulationen erweitere
ich intern das Verständnis für unsere Mikrosensoren
und untersuche, wie sich unsere
Chips in Kundenapplikationen verhalten.
Ohne eine physische Baugruppe zur Hand
zu haben und aufwendige Experimente
kann ich per Simulation und Datenverarbeitung
so die reale Anwendung abbilden.
Was sollten Simulationstools leisten?
Seit etwa fünf Jahren arbeite ich mit Simulationstools
in verschiedenen Anwendungsfeldern.
Meine Erfahrung: Nicht das Tool ist
für eine erfolgreiche Simulation oder Auslegung
verantwortlich, sondern vielmehr
das Verständnis für das, was das Tool leisten
soll und kann. Außerdem ist die Datenanalyse
in Bezug auf die Forschungsfrage
oder das Problem entscheidend, um
relevante Erkenntnisse abzuleiten.
Sie forschen außerdem als Doktorand an
Radial verdichtern. Wie bringen Sie Job und
Wissenschaft unter einen Hut?
MENSCHEN UND MÄRKTE
Meine wissenschaftlichen Tätigkeiten führe
ich nach der Arbeit oder am Wochenende
durch. Glücklicherweise kann ich von beiden
Bereichen profitieren, die Überschneidungen
der beiden Themengebiete sind
größer als man denkt. Beide Tätigkeiten
machen mir Spaß. Deshalb fällt es mir nicht
so sehr schwer, Freizeit dafür zu opfern.
Können Sie Ihr Fachwissen auch mit Ihrem
Hobby, dem 3D-Druck, verbinden?
In erster Linie hilft mir mein Wissen aus
dem Bereich der Strukturmechanik, die
Bauteile entsprechend der Lastanforderungen
auszulegen. Daneben habe ich auch
schon strömungsführende Bauteile gedruckt,
die ich zuerst mit Simulationen
designtechnisch untersuchen konnte.
6 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
ENTSCHEIDEND IST DAS
VERSTÄNDNIS FÜR DAS,
WAS DAS SIMULATIONSTOOL
LEISTEN SOLL UND KANN
DOMINIK PAUL, EXPERTE FÜR FEM-SIMULATION
UND APPLIKATIONSINGENIEUR FÜR MAGNETISCHE
MASSVERKÖRPERUNGEN BEI iC-HAUS
www.ichaus.de
STÖBER STÄRKT GLOBALE PRÄSENZ
Mit einer strategischen Ausrichtung auf die globalen Wirtschaftsräume
USA, Europa und Ostasien reagiert Stöber
Antriebstechnik auf zunehmende geopolitische Risiken. Ziel
ist ein solides, breit aufgestelltes Geschäftsmodell. „Wirtschaftliche
Entscheidungen folgen heute immer öfter
politischen Motiven“, sagt Markus Graf, Chief Sales Officer bei
Stöber (Bild). „Deshalb reicht
technologische Stärke allein
nicht mehr aus. Unternehmen
brauchen ein tragfähiges
Fundament – und das
schaffen wir mit einer
strategischen Ausrichtung
auf die drei großen Wirtschaftsräume“.
Der Antriebsspezialist
baut seine
Standorte, Kundenbeziehungen
und Partnerschaften in
den drei Weltregionen
konsequent aus. Europa
bleibt dabei die Basis.
Nordamerika und Ostasien gewinnen strategisch an Bedeutung.
Im Fokus stehen regionale Nähe, schnelle Reaktion auf
Marktanforderungen und ein tiefes Verständnis für kulturelle
Unterschiede.
www.stoeber.de
ABB ÜBERNIMMT SENSORFACT
ABB hat das
niederländische
Unternehmen
Sensorfact BV mit
Sitz in Utrecht
übernommen.
Diese strategische
Akquisition
wird ABBs
Angebot im
digitalen
Energiemanagement erheblich erweitern. Seit seiner
Gründung 2017 bietet Sensorfact eine skalierbare Softwareas-a-Service-(SaaS)-Lösung,
die kleinen und mittleren
Unternehmen hilft, Energiekosten durch den Einsatz von
Künstlicher Intelligenz zu senken und die Effizienz zu steigern.
Sie umfasst Plug-and-Play-Sensoren, die den Energieverbrauch
auf Maschinenebene messen und mit einer
intelligenten Softwareplattform verbunden sind. Algorithmen
analysieren die Daten, identifizieren Energiesparpotenziale
und geben maßgeschneiderte Empfehlungen für die
Betriebsabläufe der Anwender. Mit mehr als 250 Mitarbeitenden
in Utrecht, Amsterdam, Barcelona und Berlin bedient das
Unternehmen Kunden in ganz Europa. Über den Kaufpreis
wurde Stillschweigen vereinbart.
www.abb.de
RED DOT DESIGN AWARD FÜR IFM
Der magnetisch-induktive Durchflusssensor SM Foodmag von ifm gewinnt den Red Dot Design Award 2025.
Der Sensor für die Lebensmittelindustrie ermöglicht eine verkürzte Inbetriebnahmezeit und besitzt ein gut
lesbares Grafikdisplay. Die Ansprüche der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sind hoch: In den Anlagen
gelten strenge Hygienestandards und raue Betriebsbedingungen, um die Produktqualität und die Verbrauchersicherheit
zu gewährleisten. Der hygienische Durchflusssensor SM Foodmag wurde speziell für den
Einsatz in dieser Branche entwickelt und setzt dort neue Standards: Dank eines selbsterklärenden Designs
kann der Sensor in weniger als 20 Minuten in Betrieb genommen werden – eine Status-LED
und das große Vollgrafik-Display bilden dafür die Basis. Großen Wert hat ifm darauf gelegt,
dass aufgrund der Form und Oberflächenbeschaffenheit eine einfache Reinigung möglich
ist. Dieses Komplettpaket hat auch die Jury des Red Dot Design Awards überzeugt, der
SM Foodmag erhält das renommierte Qualitätssiegel in diesem Jahr.
www.ifm.com
CRA-KONFERENZ – ORIENTIERUNG FÜR ENTSCHEIDER
IM MASCHINENBAU
Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) stellt die EU neue Anforderungen an die
IT- oder OT-Sicherheit vernetzter Produkte – und viele Hersteller stehen vor
offenen Fragen. Die CRA-Konferenz am 6. November 2025 bietet genau jetzt
Orientierung. Als kompakte und rein digitale Plattform beleuchten Experten
den Cyber Resilience Act branchenübergreifend, auf den Punkt gebracht und
auf nur einen Tag fokussiert. Dieses effiziente Format ermöglicht es Fach- und
Führungskräften, hochkarätige Vorträge und praxisrelevante Inhalte direkt vom
Arbeitsplatz oder Homeoffice aus zu verfolgen – ganz ohne Reiseaufwand. Branchenexperten, Juristen und
Praktiker erläutern den CRA aus verschiedenen Perspektiven und zeigen praxisnahe Wege zur Umsetzung.
Thematisiert werden unter anderem juristische und organisatorische Pflichten von Cybersicherheit als
Produktanforderung. So erhalten die Teil nehmenden Orientierung und Handlungssicherheit für eine
widerstandsfähige, digitale Zukunft.
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www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 7
NACHGEFRAGT
4Fragen
an Frank Schockemöhle, Bereichsleitung Technologiemanagement,
Pöppelmann GmbH & Co. KG, Lohne
UMDENKEN FÜR MEHR
KREISLAUFWIRTSCHAFT
MENSCHEN UND MÄRKTE
Erkenntnisse und Perspektiven: Wie das Familienunternehmen
Pöppelmann mit einem Technikum
für Innovationen in der Kunststoffverarbeitung und
einem Circular Mindset vorangeht.
1Vor welchen Herausforderungen stehen Industrieunternehmen
in Sachen Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen?
Die Herausforderungen bestehen besonders in komplexen Materialverbünden,
mangelnden Rezyklat-Standards und fehlenden
Materialkennwerten. Das Recycling von Kunststoffen wird
vor allem durch die mangelnde Sortenreinheit stark erschwert.
Oft fehlt ein „Design-for-Recycling“-Ansatz in der Konstruktion.
Auch die Unsicherheit über Materialeigenschaften von Rezyklaten
bremst den Ausbau der Kreislaufwirtschaft.
2Wie können Mittelständler das
Thema angehen?
Mittelständische Unternehmen können mit modularen, sortenreinen
und recyclinggerechten Designs ansetzen, um die Menge
und die Qualität von Recyclingmaterial zu erhöhen. Kooperationen
mit Recyclingunternehmen und Materialexperten helfen
beim Einstieg. Die richtige Handhabung von Rezyklaten
lässt sich besonders gut im Rahmen von Pilotprojekten
erproben und erlernen. Mitarbeiterschulungen und Informationen
zur Kreislaufwirtschaft und ihren Möglichkeiten
fördern ein „Circular Mindset“ im Unternehmen. So
wird Nachhaltigkeit nicht nur zur Pflicht, sondern zur
strategischen Chance.
3Wo sehen Sie die größten Aufgaben beim Einsatz
von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR)?
Aufgrund der unterschiedlichen Quellen und Umwelteinflüsse
liegt die größte Aufgabe für Hersteller aktuell in der
Sicherstellung gleichbleibender Bauteilqualität von PCR-
Materialien. Unterschiede in Farbe, Fließverhalten oder
mechanischen Eigenschaften erschweren die Serienproduktion.
Zudem bestehen technische Hürden bei der Verarbeitung,
insbesondere bei anspruchsvollen Anwendungen. Daher müssen
die Prozesse zur Materialqualifikation und Wareneingangsprüfung
auf die PCR-Materialien angepasst werden.
4
Wie stellt Pöppelmann sicher, dass Bauteile aus
Rezyklaten die Anforderungen der Kunden erfüllen?
Im Technikum in Lohne können wir im kleinen Maßstab erste
Rezepturen formulieren und direkt auf ihre Tauglichkeit für
spätere Serienanwendungen prüfen. Ergänzt wird diese Ausstattung
durch moderne Spritzgießmaschinen und spezielle Probekörperwerkzeuge,
mit denen wir sowohl kompakte als auch
geschäumte Prüfkörper herstellen können. Diese Probekörper
werden anschließend in unserem Labor umfassend analysiert –
mechanisch, thermisch und rheologisch. Ein weiterer zentraler
Bestandteil ist die enge Verzahnung mit unseren Simulationswerkzeugen.
Sobald ein Material im Technikum erfolgreich
validiert wurde, erfolgt der Transfer in unsere Seriencompoundierung.
Dort wird die Rezeptur auf die großtechnische Produktion
hochskaliert.
www.poeppelmann.com
Bild: Pöppelmann
Jetzt zum ausführlichen Interview auf
Frank Schockemöhle teilt dort wertvolle Erkenntnisse für
mehr Kunststoff-Recycling und Nachhaltigkeit und gibt
exklusive Einblicke in die Möglichkeiten des
neuen Technikums von Pöppelmann – vom
recyclinggerechten Produkt-Design bis zum
Circular Mindset.
bit.ly/circular-mindset
8 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
REKORDJAHR FÜR MESSE STUTTGART
Die Messe Stuttgart blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr
ihrer 105-jährigen Geschichte zurück: mit einem Umsatz
von 228,5 Millionen Euro und mit 49,5 Millionen Euro
Ergebnis. Mehr als 1,2 Millionen Besucherinnen und Besucher
kamen zu den Veranstaltungen auf dem Gelände, auf dem
knapp 20.000 ausstellende Unternehmen ihre Innovationen
präsentierten. Zu den Höhepunkten zählten unter anderem
die Leitmessen CMT, die R+T, die Intergastra mit der IKA/
Olympiade der Köche sowie
die AMB. „2024 war für uns
ein Ausnahmejahr – in jeder
Hinsicht“, betont Roland
Bleinroth, Geschäftsführer
der Messe Stuttgart. „Ein
prall gefüllter Kalender,
starke Leitmessen, eine
hohe Internationalität und
das großartige Engagement
unserer Teams haben dieses
Spitzenergebnis möglich gemacht.“ Insgesamt fanden
62 Messen am Standort Stuttgart statt – zusätzlich organisierte
die Messe Stuttgart 19 Veranstaltungen an anderen
Standorten. Dazu zählten auch deutsche Orte wie Hamburg,
Dresden oder Leipzig. Ein zentraler Erfolgsfaktor war 2024 die
internationale Strahlkraft der Veranstaltungen: Zehn Prozent
der Besucherinnen und Besucher kamen in den Jahren
2023/24 aus dem Ausland, der Anteil an internationalen
Ausstellern stieg auf 30 Prozent.
www.messe-stuttgart.de
TOP 100 AWARD
FÜR AUCOM
Aucom hat den
TOP100-Award
erhalten. Mit der
Auszeichnung werden
besonders innovative
mittelständische
Unternehmen ausgezeichnet. „Wir haben durchaus die eine
oder andere Sektflasche geköpft, als wir erfahren haben, dass
wir das TOP100-Siegel führen dürfen“, freut sich Thomas
Zirk-Gunnemann, CEO von Aucom Applied Motor Controls.
Zusammen mit Frank Liermann, Business Unit Director bei
Aucom, nahm er die Auszeichnung von Wissenschaftsjournalist
Ranga Yogeshwar im Rahmen eines Festakts auf dem
Deutschen Mittelstands-Summit in der Mainzer Rheingoldhalle
entgegen. „Wenn man bedenkt, mit wie vielen Kriterien
die Unternehmen geprüft werden, können wir stolz darauf
sein, dass unsere Innovationen mit dem TOP100-Award
ausgezeichnet wurden“, erklärt Zirk-Gunnemann. Aucom
entwickelt und produziert elektronische Antriebslösungen.
Die digitalen Frequenzumrichter und Sanftanlasser kommen
in über 100 Ländern zum Einsatz und reduzieren in produzierenden
Unternehmen Betriebs- und Energiekosten. Sie
erleichtern zudem den Übergang von mechanischen zu
nachhaltigen elektronischen Antrieben. Besonders bemerkenswert
ist die Fertigungstiefe von Aucom, mit der sich das
Unternehmen so weit wie möglich von Lieferkettenrisiken
und Versorgungsengpässen entkoppelt.
www.aucom.com
Made
for Metalworking
Willkommen zur Weltleitmesse
der Produktionstechnologie.
EMO 2025
PROTOTYPISCHE LÖSUNGEN
KI ALS GAMECHANGER
Konzept. Fachleute aus der Forschung stehen zur Verfügung, um
allgemein zu informieren oder in Detailfragen einzusteigen.
MENSCHEN UND MÄRKTE
Metallbearbeitung
international: Auf der
EMO Preview zählte der
VDW 150 Teilnehmer
aus 24 Ländern, davon
rund 70 Journalisten
Auf der EMO 2025 in Hannover, der
Weltleitmesse für Produktionstechnik, wird
Künstliche Intelligenz ein Schwerpunkt sein.
Weltweit wird darüber diskutiert, ob KI der
Gamechanger für die Produktion von morgen
sei und welche vielversprechenden
Einsatzmöglichkeiten es gebe, so
VDW-Geschäftsführer Dr. Markus Heering
anlässlich der EMO Preview, zu der der VDW
im Juli Journalisten nach Frankfurt am Main
eingeladen hatte. Die Medienveranstal tung
stieß auf großes internationales Interesse.
Ist Künstliche Intelligenz (KI) entscheidend für die künftige
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und ihre große Chance?
Eine aktuelle Bitkom-Umfrage ergab: Acht von zehn Unternehmen
sehen das so. 42 Prozent setzen demnach KI bereits in der
Produktion ein, zur Überwachung von Maschinen, zur intelligenten
Steuerung von Robotern oder zur Optimierung des Energieverbrauchs.
Der AI Hub @EMO2025 soll Antworten und Diskussionsstoff
für den Einsatz von KI in der Produktion bieten. Ein Sonderstand
(Halle 6, Stand A22) wird den Besuchern das Thema zugänglich
machen. Die EMO kooperiert hierfür mit dem Demonstrationsund
Transfernetzwerk für KI in der Produktion, ProKI Netz, unter
der Ägide der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik).
„Auf dem AI Hub werden Anwendungsszenarien und prototypische
Lösungen für KI in der Metallbearbeitung mithilfe von Demonstratoren
gezeigt“, so beschreibt Markus Heering, Geschäftsführer
des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, das
PROZESSGETRIEBENER ANSATZ
„Wir verfolgen erstmals einen nicht datengetriebenen, sondern
einen prozessgetriebenen Ansatz. Und das macht einen großen
Unterschied“, sagt Prof. Jürgen Krüger. Er ist KI-Experte der WGP
und einer der Hauptautoren des WGP-Positionspapiers „KI in der
Produktion“. „In aller Regel schauen Unternehmen nämlich nach
den Daten, die sie gesammelt haben und versuchen daraus,
neue Erkenntnisse und damit neue Wertschöpfung zu erzielen.
Wir hingegen schauen uns die Prozesse an, die wir sehr
genau kennen. Und daraus leiten wir ab, wo wir gezielt Daten
erfassen müssen und wo KI gezielt eingesetzt werden
kann, um Prozesse zu optimieren. Damit wird die Integration
von KI in die Produktion deutlich effizienter.“
Der AI Hub@EMO 2025 greift noch weiter und vernetzt die
Angebote der EMO-Aussteller in ihrem jeweiligen Lösungsportfolio.
Die Anforderungen und passende Lösungen sind in der
Metallbearbeitung und im Werkzeugmaschinenbau sehr unterschiedlich.
Wo für einen Anbieter die KI-gestützte Bildverarbeitung
zur flexibleren Automatisierung beiträgt, setzt ein anderer
auf KI zur Optimierung des Fertigungsprozesses, um zum Beispiel
eine höhere Energieeffizienz, bessere Oberflächen oder
kürzere Bearbeitungszeiten zu erreichen. Wieder andere nutzen
KI für die Mensch-Maschine-Schnittstelle, um Fehlermeldungen
und Handbücher gezielter zugänglich zu machen. Diese Vielfalt
wird der AI Hub@EMO 2025 aufgreifen.
„Die gute Nachricht ist, dass bei industrieller AI verschiedene
Herstellernationen, auch Deutschland und andere Europäer,
ganz vorne mitspielen. Uns kommt die Ingenieurexpertise im
Hinblick auf industriespezifische Modelle und die tiefe Kenntnis
der Lieferketten zugute. Da bewegt sich in der gesamten Indus trie
unglaublich viel und das wird die EMO zeigen“, meint Heering.
„KI MACHT FEHLER“
Mit den Perspektiven Künstlicher Intelligenz in der Fertigung befasste
sich bei der EMO-Preview auch eine Podiumsdiskussion
mit Sebastian Heinz, Gründer und CEO von Statworx, und
Prof. Dr.-Ing. Michael Zäh vom Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen
und Fertigungstechnik an der TU München. Ihrer Meinung
nach müssten europäische Unternehmen das Innovationstempo
bei KI deutlich steigern, um den Anschluss an asiatische und USamerikanische
Anbieter nicht zu verlieren. Das gelte vor allem
für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich bislang
sehr abwartend zeigten. Gute Perspektiven dürfte es vor allem in
der Qualitätssicherung und bei der vorausschauenden Wartung
geben. Für beide Experten ist unstrittig, dass KI den Menschen in
der Fertigung nicht überflüssig mache. „KI macht Fehler“, stellte
Zäh fest. Dies zu erkennen, sei eine Fähigkeit, die dringend benötigt
und geschult werden müsse. Dass in Zukunft kein Weg an KI
vorbeiführe, da waren sich die beiden Experten einig. „Es ist keine
Option, KI nicht zu nutzen“, so Zäh. „Andere nutzen KI bereits
und wer es nicht tut, verliert.“
Bild: VDW
www.emo-hannover.de
10 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
EMO 2025
AUTOMATISIERTER AUSTAUSCH VON
ENDEFFEKTOREN AM ROBOTER
Schunk baut seine End-of-Arm-Lösungen zukunftsfähig aus
und stellt das Portfolio Robot Plus vor. Ein Highlight daraus:
Der neue Werkzeugwechsler CPS. Dieser ermöglicht den
automatisierten Austausch von Endeffektoren am Roboter.
Das bietet Potenziale für vielseitige Roboteranwendungen
mit kurzen Wechselzyklen. Beim CPS hat Schunk auf Vielseitigkeit
gesetzt. Das pneumatisch gesteuerte System erlaubt
das zügige und
prozesssichere
Wechseln von
Greifern und anderen
Werkzeugen mit bis
zu 1.000 kg Handhabungsgewicht
am
Frontend. Die
Baureihe umfasst
18 Baugrößen. Der
CPS besteht aus
einem Wechselkopf
(CPS-K) und einem Wechseladapter (CPS-A), die sich über
Druckluft formschlüssig und prozesssicher verriegeln. Eine
integrierte Feder minimiert die Spaltbildung bei unerwartetem
Druckluftabfall und gewährleistet gleichzeitig eine
selbsthaltende Verriegelung. Für mehr Transparenz in der
Prozessüberwachung sorgen optional verfügbare Sensoren,
die sowohl den Verriegelungszustand als auch die Werkzeuganwesenheit
überwachen. Ein umfangreiches Angebot an
Signal-, Pneumatik-, Fluid- und Kommunikationsmodulen
erweitert die Funktionalität und Einsatzmöglichkeiten des
CPS. Der Werkzeugwechsler kann mit einem Roboter oder
auch stationär, etwa im Vorrichtungsbau, verwendet werden.
www.schunk.com
VIERREIHIGE
PROFILSCHIENENFÜHRUNGEN
Automation,
Digitalisierung und
Nachhaltigkeit
gehören zu den
treibenden Kräften,
die die Maschinenarchitektur
beeinflussen.
Schaeffler
greift diese Trends
auf und stellt
passende Lager- und Antriebslösungen vor. Für Achsen
außerhalb des Bearbeitungsraumes, als auch für das Werkstück-
und Werkzeughandling, werden von den Herstellern
von Werkzeugmaschinen besonders wartungsarme und
langlebige Rundachslagerungen und Linearführungen
gefordert. Außerdem gilt es, ein neues Optimum zwischen
Funktion und Wirtschaftlichkeit zu finden, damit der Returnon-Invest
der Automationslösung schnell erreicht wird. Die
neuen vierreihigen Profilschienenführungen der Baureihe
KLLT in X-Anordnung erfüllen genau diese Anforderungen. Sie
erweitern das Portfolio an Schaeffler-Linearführungen in der
Peripherie von Produktionsmaschinen. Sie lassen sich auch
an Unterkonstruktionen mit geringen Formfehlern gut anpassen,
ohne dass signifikante Zwangskräfte entstehen. Für
Rundachsen außerhalb des Bearbeitungsraumes entwickelte
Schaeffler die neue Baureihe Yrta. Mit veränderten Herstellungsverfahren
und einem neuen Nadelkäfig erfüllen diese
zweiseitig wirkenden Axialrollen-Radialnadellager Anforderungen,
wie hohe Kippsteifigkeit, lange Gebrauchsdauer und
Wartungsarmut.
Bild: Aleksandr Matveev – stock.adobe.com
www.schaeffler.com
LINEARTECHNIK FÜR
WERKZEUGMASCHINEN
Rollon bietet ein
umfassendes
Portfolio an
Lineartechnik für
Werkzeugmaschinen,
darunter
Kugelgewindetriebe,
Profilschienenführungen,
Teleskopschienen
und Linearachsen. Die Komponenten sind auf hohe Präzision,
Belastbarkeit und Prozesssicherheit ausgelegt und decken
Anwendungen wie Werkzeugtische, Werkzeugköpfe, Maschinentüren
und Teilelogistik ab. Die Kugelgewindetriebe der
Produktfamilien XP Xtrem Position und XL Xtrem Load
adressieren unterschiedliche Anforderungen von hoher
Dynamik bis zu Schwerlastanwendungen. Profilschienenführungen
wie die MG Rail von Rosa Sistemi bieten hohe
Steifigkeit und Zuverlässigkeit auch unter anspruchsvollen
Bedingungen. Laufrollenführungen und Teleskopschienen
sorgen für flexible, montagefreundliche Lösungen mit langer
Lebensdauer. Ergänzend ermöglichen Linearachsen und
Robot Transfer Units effiziente Automatisierung und die
Handhabung schwerer Lasten.
www.rollon.com
GETRIEBE EFFIZIENT SKIZZIEREN
UND MODELLIEREN
Wie können Ingenieure ihre Ideen schnell in funktionale Kinematik-
und Konstruktionsmodelle umwandeln? Beispielsweise
mit dem Sketcher im Kisssoft System Module. Der Sketcher
ermöglicht
Anwendern,
Getriebetopologien
mit
der gleichen
Einfachheit
und Flexibilität
wie von
Hand
skizziert zu
definieren.
Mit Maus und Tastatur können auf einer rasterbasierten
Oberfläche mühelos Wellen erstellt, Elemente per Klick
hinzugefügt und Zahneingriffe per Drag-and-Drop definiert
werden. Während der Anwender skizziert, wird ein 3D-Modell
des Getriebes in Echtzeit generiert. Dadurch wird das Konzept
gleichzeitig in ein vollständig definiertes geometrisches
Modell überführt. Dieses innovative Instrument vereint
nahtlos die Visualisierung, Konstruktion und Validierung von
Getrieben. Es führt damit zur Prozessoptimierung und zur
Effizienzsteigerung.
www.kisssoft.com
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 11
Für die intuitive Bedienung
und Programmierung der
Dosierprozesse steht ein
robustes und langlebiges
Edelstahl-Multitouch-
Control-Panel CP3916
in kundenspezifischer
Ausführung bereit
PC-BASED CONTROL BEI EINER MULTIFUNKTIONSZELLE FÜR
KLEB-, DICHT- UND VERGUSSPROZESSE
AUTOMATISIERT ZU FLEXIBLER UND
PRÄZISER DOSIERTECHNIK
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Integratoren und Automatisierer benötigen
leistungsfähige Dosierlösungen, die sich nicht
nur flexibel an die unterschiedlichsten
Projektanforderungen anpassen, sondern auch
einfach integrierbar sind. Scheugenpflug und
Beckhoff haben gemeinsam ein Plug-and-
Produce-Konzept entwickelt, das diesen
Anforderungen gerecht wird.
Uwe Kraus, Leiter Vertriebsniederlassung Nürnberg, und Tilman Plaß,
Branchenmanager Automobilindustrie, beide Beckhoff Automation
Das Achssystem Scheugenpflug ProcessModule ist die Basis
der Dosier- und Schraubzellen von Atlas Copco und
eine flexible Integrationsplattform für Generalunternehmer
und Maschinenbauer. Für präzise Prozessabläufe
sorgen dabei TwinCAT CNC und die Servoantriebstechnik von
Beckhoff.
Im Vordergrund der Entwicklung des ProcessModule und der
Multifunktionszelle DispensingCell DC803 standen die einfache
Integration in verschiedenste Anlagenkonzepte und eine flexible
Datenanbindung, eine hohe Dosierqualität bei der Verarbeitung
vielfältiger Materialien, kurze Taktzeiten sowie eine umfassende
Prozessüberwachung. Insgesamt sind die Lösungen der Scheugenpflug-Produktlinie
von Atlas Copco das Ergebnis aus mehr als
30 Jahren Know-how zu Dosiertechnik mit modernster Steuerung.
PC-based Control von Beckhoff kommt hierbei bereits seit
2012 zum Einsatz, da sich – so die Scheugenpflug-Experten – die
anspruchsvollen Kundenanforderungen durch die Systemoffenheit,
die feine Skalierbarkeit und das breite Produktspektrum
dieser PC- und EtherCAT-basierten Steuerungs- und Antriebstechnik
individuell erfüllen lassen.
12 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
ANTRIEBSTECHNIK
ACHSSYSTEM ALS ZENTRALES ELEMENT
Das Scheugenpflug-Achssystem lässt sich per Plug-and-Produce
schnell und zuverlässig in neue oder bestehende Fertigungslinien
beziehungsweise Produktionszellen integrieren. Damit sind
alle klebe- und vergussrelevanten Parameter und Prozesse – unabhängig
von der übrigen Maschine – optimal aufeinander abgestimmt.
Durch die leistungsfähige Achs- und Servotechnik bietet
das ProcessModule zudem hohe Verfahrgeschwindigkeiten und
somit kurze Zykluszeiten im Matrix-, Raupen- und Füllverguss.
Weitere Kennzeichen sind die hohe Flexibilität hinsichtlich Prozess-
und Bauteilparametern, der einfache Einsatz von Förderbändern
sowie verschiedene Optionen zur Prozessüberwachung.
Hinzu kommen eine hohe Wiederholgenauigkeit und ein präziser
Start/Stopp auch für anspruchsvolle Applikationen. Die in
das Achssystem integrierten Prüfprozesse, wie zum Beispiel Waage,
Nadelvermessung und -reinigung, sorgen für einen stabilen
01
DICHT-, KLEB- UND VERGUSS-
PROZESSE WERDEN HEUTE IN
HOCHAUTOMATISIERTE FERTI-
GUNGSLINIEN INTEGRIERT
Prozess. Für eine Echtzeit-360°-Überwachung von Dosierkonturen
steht ein platzsparend zusammen mit dem Dosierkopf integriertes
Inspektionssystem zur Verfügung.
Eingesetzt wird das ProcessModule auch in der Scheugenpflug-Multifunktionszelle
DispensingCell DC803. Diese bietet
die nötige Flexibilität, um die immer anspruchsvolleren und individuelleren
Anforderungen an Kleb-, Dicht- und Vergussprozesse
bei mittleren (ca. 40.000 bis 200.000) bis hohen (ca. 200.000
bis 2 Mio.) Stückzahlen umzusetzen. Die Zelle ist speziell auf Serienproduktionen
mit kurzen Taktzeiten ausgerichtet, insbesondere
in den Bereichen Automotive, Industrieelektronik und Medizintechnik.
Sie zeichnet sich neben den flexiblen Einsatzmöglichkeiten
und den integrierten Zusatzprozessen zum Beispiel
zur Prozessüberwachung insbesondere durch eine hohe Traglast
der Achsen sowie die intuitive Bedienung und Programmierung
der Dosierprozesse aus.
KOMPLEXE CNC-GESTEUERTE
DOSIERFUNKTIONEN
Die bei der DC803 zu lösenden Automatisierungsaufgaben sind
umfangreich. Sie umfassen die Steuerung und Regelung des
Dosierkopfes, des Highspeed-Portalsystems mit interpolierten
Bewegungen, des Produkthandlings sowie der Prüfprozesse. Die
notwendige Rechenleistung stellt der Ultra-Kompakt-Industrie-
PC C6030 bereit, der laut den Scheugenpflug-Experten vor allem
01 Die dynamische, EtherCAT-basierte Antriebstechnik aus Servoverstärkern
AX5203 und Servomotoren AM8000 von Beckhoff bildet die
Grundlage der hochpräzisen Scheugenpflug-Dosierprozesse
aufgrund der kompakten Bauform sowie der hohen und gut skalierbaren
Rechenleistung ausgewählt wurde. Als Interface zum
Maschinenbediener dient ein über die Einkabellösung CP-Link 4
angebundenes Edelstahl-Multitouch-Control-Panel CP3916,
welches ein stabiles und robustes Bedienkonzept mit langer Lebensdauer
ermöglicht. Bei dieser kundenspezifischen Ausführung
wurde die Möglichkeit eines Brandings mit zentral platziertem
Firmenlogo genutzt und für eine ergonomische Bedienung
eine Tastatur- und Mausablage ausgewählt. TwinCAT bietet eine
offene und sichere Architektur, sodass alle erforderlichen Daten
an die Scheugenpflug-eigene Visualisierung über den Automation
Device Service von Beckhoff gesendet werden können.
bewegen spannen heben
bewegen spannen heben
TOSS GmbH & Co. KG PNEUMATIC
TOSS Dresdener Str. GmbH 4 - D-35418 & Co. Alten-Buseck KG PNEUMATIC
Dresdener Tel. +49 / (0) Str. 6408-9091-0 4 - D-35418 - Alten-Buseck
www.toss-gmbh.de
Tel. +49 / (0) 6408-9091-0 - www.toss-gmbh.de
PNEUMATIC-BAUSTEIN
PNEUMATIC-BAUSTEIN
Pneumatic-Baustein mit Kugelführung
Pneumatic-Baustein oder als Schlittenführung mit Kugelführung
mit Spindel
oder als Schlittenführung mit Spindel
ANTRIEBSTECHNIK
02
02 Der beispielhafte Überblick über eine Dosier- und Vergussanlage
verdeutlicht die Komplexität der zugrunde liegenden Prozessabläufe
03 Die Scheugenpflug-Multifunktionszelle DispensingCell DC803
profitiert von der flexiblen und offenen Beckhoff Steuerungstechnik
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
03
Die für die anspruchsvollen Dosieranwendungen unerlässlichen
hochpräzisen Bewegungen werden zentral in TwinCAT CNC auf
dem Industrie-PC kalkuliert und über Servoantriebstechnik realisiert,
und zwar für die X-, Y- und Z-Achsen des ProcessModule,
für die Spindelachse des Dosierkopfes sowie bei Bedarf für optionale
zusätzliche Drehachsen. Dabei bietet die Beckhoff Servotechnik
– zwei Servoverstärker AX5203, Servomotoren AM8000 –
aus Sicht von Scheugenpflug als besondere Vorteile die über
VORTEIL DER SERVOTECHNIK
IST EINE SCHNITTSTELLENFREIE
UND DURCHGÄNGIGE
KONFIGURIERBARKEIT
Schnittstellen freie und durchgängige Konfigurierbarkeit sowie
die mit zusätzlichen Transformationsmöglichkeiten gute Skalierbarkeit.
Hinzu komme die schnelle, einfache und platzsparende
Installation aufgrund der One Cable Technology (OCT). Für den
sicheren Anlagenbetrieb sorge TwinSAFE mit den Funktionen sicher
reduzierte Geschwindigkeit und sicherer Halt – umgesetzt
mit der TwinSAFE-Optionskarte AX5805 im Servoverstärker sowie
mit den EtherCAT-Klemmen EL6900 und EL1904 beziehungsweise
der EtherCAT Box EP1908 als weitere TwinSAFE-
Komponenten.
Insgesamt profitiere man – so die Scheugenpflug-Experten – von
dem breiten Beckhoff Portfolio an EtherCAT-I/O-Komponenten
in Schutzart IP20 und IP67. Es ermögliche einen flexiblen I/O-
Einsatz sowohl im Schaltschrank als auch dezentral direkt an der
Maschine und damit eine schnelle und platzsparende Verdrahtung.
Außerdem sei die erforderliche Systemoffenheit gegeben,
um zum Beispiel auch Profibus-, Profinet- und EtherNet/IP-
Komponenten nahtlos in das EtherCAT-Netzwerk mit seiner hohen
Performance und den umfassenden Diagnosemöglichkeiten
einbinden sowie die Multifunktionszelle flexibel in größere Anlagen
integrieren zu können.
Bilder: Scheugenpflug
www.scheugenpflug-dispensing.com
www.beckhoff.com/automotive
SCHEUGENPFLUG UND
ATLAS COPCO
Scheugenpflug, der Experte für automatisierten Elektronikverguss,
ist seit dem vierten Quartal 2024 unter dem
Firmennamen Atlas Copco aktiv und gehört damit zur
Atlas Copco Gruppe, die in globalen Innovationszentren
Menschen, Technologien, Innovationen und Kompetenz
zusammenbringt. Die zugehörige Division „Industrial
Assembly Solutions“ (IAS) entwickelt Technologien und
Lösungen, um die Produktionsprozesse in den Branchen
Elektronik und Automotive zu optimieren und dabei
Automatisierung und Nachhaltigkeit miteinander zu
verbinden.
14 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
ANTRIEBSTECHNIK
KOMPAKTER AKTUATOR MIT INTEGRIERTER STEUERUNG
Stabilus erweitert mit dem IPR35 Smart seine Familie an elektromechanischen
Industrial-Powerise-Antrieben um ein Modell mit integrierter Motorsteuerung.
Dank integrierter Steuerungsplatine eignet er sich für Anwendungen ohne externe
Steuerung. Das erfolgt unter voller Beibehaltung aller Funktionen für das sichere
Heben, Senken und Positionieren von Hauben, Klappen, Fenstern, Türen oder
Toren. Die smarten Aktuatoren bieten Spindelsteigungen zwischen 2 und 25 mm
pro Umdrehung. Sie übernehmen die Aufgaben zuverlässig wahlweise mit Kräften
zwischen 250 und 2.500 N. Beim Hub haben Konstrukteure die Wahl zwischen 50
bis 350 mm. IPR35 Smart eignen sich für die Synchronisation von bis zu vier Aktuatoren und bieten zwei Schließer-Kontakte zur
einfachen Ansteuerung. Das macht die Stellantriebe zur guten Wahl, wenn nur wenige Peripheriegeräte gebraucht werden – und
sorgt gleichzeitig bei jeder Anwendung für zuverlässigen Schutz. Und wenn höhere Ausschubkräfte benötigt werden, kooperieren
auch diese Aktuatoren mit den Industrie-Gasfedern der Stabilus-Gruppe.
www.group.stabilus.com
SCHADENSANALYSE UND
QUALITÄTSÜBERWACHUNG
Maximale Laufruhe, minimale Störgeräusche: Findling
Wälzlager hat sein Qualitätslabor mit einem neuen Geräuschprüfstand
zur Schadensanalyse und Qualitätsüberwachung
ausgestattet. Mit der Messanlage können kleinste
Abweichungen in der Laufqualität erfasst und die Lager nach
Dezibel in Z1 bis Z4 oder Schwingbeschleunigung von V1 bis
V4 geprüft werden. Der Z- und der V-Wert ergeben ein
umfassendes Prüfbild. Damit lassen sich gezielt Rückschlüsse
auf den Schwingungsverursacher – Innenring, Außenring,
Käfig, Wälzkörper oder Käfig – ziehen. Fehlerquellen können
frühzeitig identifiziert werden, das vermeidet Folgeschäden.
Auf dem Geräuschprüfstand
testet Findling Wälzlager mit
Innendurchmessern von 8 bis
60 mm. Ein modularer Aufbau
mit verschiedenen Wellenzapfen
sorgt für eine schnelle
Anpassung an unterschiedliche
Lagergrößen.
www.findling.com
LAGERLOSER
ENCODER
Der kompakte inkrementale
Magnetring-Drehgeber
EB260 kombiniert die
Präzision optischer Abtastungen
mit der Robustheit
und Wirtschaftlichkeit magnetischer Systeme bei minimalem
Bauraum. Die Lowharmonics-Signalaufbereitung mit
Autokalibrierung verhindert anbau-, temperatur-, alterungsund
mechanisch bedingte Signalfehler und sorgt so für eine
hohe Präzision und Regelgüte. Der integrierte Airgap-Monitor
erfasst kontinuierlich den Abstand zum Magnetrotor.
Kleinste Veränderungen durch Beschädigungen der Maschinenmechanik
werden überwacht und dem übergeordneten
System gemeldet. Der EB260 ist dank lagerloser Bauweise
und hermetisch gekapselter Elektronik sehr robust. Er
arbeitet verschleißfrei, erwärmt sich nicht selbst und ist
immun gegen Wellenströme, starke Stöße sowie Wellenbewegungen.
Mit flexiblen Wellendurchmessern und 11 mm
Einbautiefe erlaubt er eine kompakte Integration.
www.baumer.com
Geräteserie SD4X
High-Speed Drive Controller
bis 490 kW
www.sieb-meyer.de
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 15
RUNDTISCHKINEMATIK OPTIMIERT
HOHLWELLEN-KOMPAKTANTRIEB HOLT
MEHR AUS KAPSELFÜLLMASCHINE
Ein namhafter Hersteller von Produktions- und Verpackungsanlagen
setzt neue Maßstäbe in der Kapselbefüllung für die pharmazeutische
Industrie: Antriebstechnisches Herzstück der Applikation ist ein
kompakter Servoaktuator mit großer Hohlwelle und Präzisionsgetriebe.
Die integrierte und einbaufertige Antriebseinheit erfüllt höchste
Anforderungen. Auch hinsichtlich Konstruktion, Montage und Service
bietet sie vielfältige Vorteile und sorgt somit für mehr Flexibilität und
Produktivität.
01
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Für seine neuen Kapselfüllmaschinen der Modu-C CS Baureihe
suchte der Produktionsmaschinen-Hersteller Harro
Höfliger eine integrierte und einbaufertige Antriebseinheit,
die sehr hohe Anforderungen erfüllen sollte. Der kompakte
Nullspiel-Aktuator Galaxie D135 von Wittenstein galaxie erwies
sich hier als Lösung, da er nicht nur in der Anwendung selbst,
sondern auch bei Konstruktion, Montage und Service vielfältige
Vorteile bietet. Das Galaxie D135 der Galaxie robustness line ist
derzeit die technologisch führende Präzisionsgetriebelösung auf
dem Markt. Es überzeugt durch absolute Spielfreiheit, exzellente
Steifigkeit, Tragfähigkeit und seine dynamische Positioniergenauigkeit.
Der Kompaktantrieb mit großer Hohlwelle und integriertem
Synchronservomotor zeigt in Anwendungen hervorragende
Gleichlaufeigenschaften und ist zudem verschleißfrei.
„Die Kompaktheit des Galaxie Antriebs gepaart mit diesen spezifischen
Charakteristiken ermöglichen den perfekten Fit in die
Anwendung und den vorhandenen Bauraum“, erklärt Florian
Huhnen, Konstrukteur bei Harro Höfliger. „Durch die Entkopplung
der Antriebe für die Rundtische und die bislang damit verbundenen
Bearbeitungsstationen mithilfe des Galaxie D135
ergeben sich zahlreiche Optionen für die flexible Lösung unter-
Felix Herrmann, Produktmanager, Wittenstein galaxie GmbH, Igersheim
schiedlicher Anforderungen an dieser kundenspezifisch optimierbaren
Maschine.“
LÖSUNGEN MIT PERFORMANCE-PLUS FÜR
DIE PHARMA- UND MEDIZINTECHNIK
Die Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH in Allmersbach
wurde im Jahr 1975 gegründet und hat sich in den 50 Jahren
ihres Bestehens zu einem führenden Anbieter von kundenorientierten
Prozesslösungen und Produktionsmaschinen für pharmazeutische
und medizinische Anwendungen entwickelt. Rund
2.200 Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen weltweit.
Die Kapselfüllmaschinen der Modu-C-Reihe sind ein wichtiger
Bestandteil des Maschinenportfolios. Die neueste Entwicklung
ist die Modu-C CS, auf der Pulver und Pellets in stündlich bis zu
43.500 Kapseln gefüllt werden können. Sie wurde für kleinere bis
mittlere Output-Segmente konzipiert, beispielsweise für R&D-
Anwendungen, für kleine Chargen oder die Auftragsabfüllung.
Zudem kann sie für eine hocheffiziente, kommerzielle Kapselbefüllung
im kleinen Maßstab eingesetzt werden.
„Die Kapseln werden per Segmentrundlauf durch die Maschine
geführt, ein patentiertes Trolley-System ermöglicht einen schnellen
Wechsel zwischen den Dosiersystemen für alle gängigen Füllgüter“,
so Huhnen. Schon dies lässt erahnen, wie wichtig kinematische
Flexibilität und Vielseitigkeit als Performance-Plus sind.
16 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
ANTRIEBSTECHNIK
02 03
EINBAU- UND ANSCHLUSSFERTIG
Folgerichtig hat sich Harro Höfliger bei der Umsetzung des elektrischen
Antriebskonzeptes entsprechende Gedanken über eine
effiziente Lösung speziell für die Modu-C CS gemacht. „Die getaktete
Rundtischbewegung in der Modu-C wird üblicherweise
mittels Schrittschaltgetriebe umgesetzt, an dessen kontinuierlich
laufendem Antrieb viele weitere Bewegungen hängen, die in der
Rastphase Bearbeitungsschritte durchführen“, erklärt Huhnen.
„Ein wesentlicher Nachteil für die Anwendung in der CS-Ausführung
war, dass bei jeder Taktzahlreduzierung unnötigerweise
auch die Rundtischbewegung reduziert wurde.“
Um für zukünftige Anforderungen mehr Möglichkeiten zu haben,
suchten Huhnen und seine Kollegen daher nach einer Alternative,
um die Antriebe für Rundtisch und Bearbeitungsstationen
zu entkoppeln. Der Antrieb des Rundtellers über einen
Zahnkranz und zwei Servomotoren schied aus, und zwar aufgrund
von Kosten und Aufwand für die zusätzlich benötigte Lagerung.
„Mit dem Aktuator D135 der Galaxie robustness line mit
45-mm-Hohlwelle konnten wir Harro Höfliger eine integrierte
und einbaufertige Antriebseinheit inklusive Lagerung anbieten“,
so Sven Sanitz, Business Development Manager bei Wittenstein
galaxie. „Harro Höfliger benötigt jetzt nur noch eine Komponente
und reduziert dadurch den Aufwand in Beschaffung, Kommissionierung,
Bereitstellung, Qualitätssicherung und Montage.“
Für den Anschluss an den Servocontroller ist der Aktuator mit
einem Absolutgeber mit kompatibler Hiperface-Schnittstelle
ausgestattet. Auch das elektronische Typenschild mit den Motorkenndaten
zur automatischen Reglerparametrierung sowie Serien-
und Artikelnummern oder weitere Daten werden über die
Schnittstelle bereitgestellt. Beides ermöglicht eine schnelle Plugand-play-Integration
des Aktuators in die Steuerungsumgebung.
INDIVIDUELLE BEWEGUNGSPROFILE
Harro Höfliger konnte durch den neuen Hochleistungs-Servoaktuator
die geplanten Performance- und Produktivitätswerte
umzusetzen. So können Bewegungsprofile je nach Anwendung
optimiert und an die Dosierung angepasst werden, sodass die
Kapseln unabhängig von ihrer Befüllung selbst bei hohen
Taktzahlen sicher befüllt und verschlossen werden. Verarbeiten
lassen sich dabei Leerkapseln von der größten Dimension „000“
bis zur kleinsten Ausführung „5“.
Auf einem eigens dafür konzipierten Teststand hat der Maschinenhersteller
all diese und weitere Faktoren über mehrere hundert
Stunden hinweg getestet. „Dabei hat der Servoaktuator seine
Eignung in vollem Umfang bewiesen“, so Huhnen. Gleichzeitig
01 Der Galaxie D135 Hohlwellen-Kompaktantrieb mit integriertem
Synchronservomotor überzeugt unter anderem durch dynamische
Positioniergenauigkeit und Verschleißfreiheit
02 Auf der neuen Kapselfüllmaschine von Harro Höfliger
können alle gängigen Pulver und Pellets in stündlich
bis zu 43.500 Kapseln gefüllt werden
03 Die Antriebslösung mittels Galaxie D135 und dessen
große Hohlwelle ermöglicht über eine spezielle Kurvenscheibe
die Entkopplung von Tischrotation und Prozessantrieb
habe sich gezeigt: Der hohe Wirkungsgrad des Antriebs führt zu
einer geringeren Wärmeentwicklung. Auf eine Wasserkühlung
mit entsprechender Peripherie könne daher verzichtet werden.
SCHNELL EINSATZBEREIT
Auch die Wartung gestaltet sich nach dem Umstieg auf den neuen
Galaxie D135 Aktuator einfach und effizient. Servicepositionen
der Kapselfüllmaschine können sehr einfach angefahren
werden – und auch der Servoantrieb selbst ist zu Servicezwecken
gegenüber einem Schrittschaltgetriebe deutlich einfacher erreichbar.
„Im Betrieb wird zudem der Formatwechsel erleichtert“,
erklärt Huhnen. „Bei Kalibrierroutinen werden die einzelnen
Segmente auf Lücke gefahren, sodass die Formatteile nicht verschmutzt
werden. Kurze Rüstzeiten und geringe Reinigungsdauer
ermöglichen so minimierte Stillstandszeiten und maximale
Produktivität.“
SOLIDE KOOPERATION
Harro Höfliger und Wittenstein verbindet eine Partnerschaft von
mehr als 25 Jahren in verschiedenen Feldern der mechatronischen
Antriebstechnik. Was zeichnet die langjährige erfolgreiche
Zusammenarbeit aus? Es ist der Support über Auslegungstools
und persönliche Beratung bei der Auslegung von Getrieben und
Servoaktuatoren, aber ebenso die Prüfung von Optimierungsund
Downsizing-Potenzialen. Hinzu kommt die Unterstützung
bei der Inbetriebnahme, wie hier beispielsweise durch die Anbindung
des Galaxie D135 über das elektronische Typenschild.
Dementsprechend stehen bereits weitere Anwendungsprojekte
auf der gemeinsamen Agenda der Prozessspezialisten und des
Antriebsherstellers.
Bilder: Aufmacher + 01 Harro Höfliger, sonstige Wittenstein
www.wittenstein.de
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 17
ANTRIEBSLÖSUNGEN FÜR DIE VERPACKUNGSINDUSTRIE
BEUTELFÜLLMASCHINEN LIEFERN
HÖCHSTLEISTUNG
BLDC-Motoren
mit eingebauten
Hall-Sensoren bringen
die Schlauchbeutel
schnell und präzise an
die benötigte Position
Mithilfe von Verpackungsmaschinen müssen Produkte in möglichst
kurzen Zyklen eingefüllt, verschlossen und für den Versand vorbereitet
werden. Bei Lebensmitteln sind zudem die Hygieneanforderungen hoch.
Wartungen sollten selten nötig sein und ungeplante Stillstände vermieden
werden. Diese lange Liste von Anforderungen gilt auch für die eingesetzten
Komponenten wie zum Beispiel die Antriebstechnik.
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Das belgische Unternehmen Scaldopack entwickelt, produziert
und wartet fortschrittliche Beutelausgieß-, Beutelfüll-
und Verschließmaschinen. Wichtig ist den Belgiern
dabei eine sehr hohe Qualität bei den hergestellten
Verpackungen, eine geringe Fehlerquote, stabile Produktionsgeschwindigkeiten
sowie eine hohe Verfügbarkeit der Maschinen.
Gleichzeitig spielt für sie Flexibilität eine wichtige Rolle. Ihre Anlagen
lassen sich ohne großen Aufwand und in kürzester Zeit von
einer Charge auf die nächste umrüsten. Je nach Anlage und Anwendung
liegen die Umrüstzeiten bei wenigen Stunden oder teilweise
sogar bei unter 30 Minuten. Alle Anlagen wurden zudem so
konstruiert, dass Wartungen selten nötig sind und schnell erledigt
werden können. Auch dadurch sind die Gesamtbetriebskosten
der Maschinen gering.
EFFIZIENZ FÜR LEBENSMITTEL UND MEHR
Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll und Dipl.-Wirt. Ing. Alex Homburg,
Redaktionsbüro Stutensee
Für die Befüllung von Schlauchbeuteln hat Scaldopack gleich
mehrere Anlagen im Programm: Mehrere Beutelfüllmaschinen
und Ausgießer-Einsetzmaschinen, die Beutelverschlüsse in Beutel
verschiedener Größen einsetzt. Die Befüllmaschinen unterscheiden
sich im Durchsatz, also wie viele Gebinde pro Minute
befüllt werden können und in der Art des abgefüllten Gebindes:
Der Smartfiller Ecoline überzeugt beispielsweise durch seine Flexibilität.
Er kann neben Schlauchbeuteln auch Flaschen und
Container befüllen. Beim Monofiller Multikopf 4 dagegen gehen
dank des Multikopfs 120 Packungen pro Minute durch den Auslauf.
Befüllt werden können sowohl Lebensmittel als auch andere
hochviskose Produkte oder Produkte mit Partikeln. Typische
Nicht-Lebensmittel sind beispielsweise Gele, Shampoo, Lotionen,
Seifen, Conditioner, Reinigungsmittel, Weichmacher, Autoöle
oder Klebstoffe. Zu klassischen Lebensmitteln, die mit der
Anlage abgefüllt werden, zählen Babynahrung, Dips, Hummus,
Soßen, Erdnussbutter, Honig, Joghurt, Säfte und alkoholische
Getränke. So setzt ein Hersteller von Sportgels beispielsweise auf
Anlagen aus dem Hause Scaldopack. Solche Sportgels werden vor
allem von Ausdauersportlern genutzt, die Hochleistung bringen
müssen und dazu eine gezielte, schnelle Energiezufuhr und einen
zuverlässigen Elektrolytausgleich benötigen.
ANTRIEBSTECHNIK IM DAUERBETRIEB
Aber auch die Verpackungsmaschinen selbst müssen Hochleistung
bringen. Sie arbeiten oft rund um die Uhr, sieben Tage in der
Woche. Pausen für Wartungen, ob geplant oder ungeplant, schlagen
da schnell finanziell zu Buche und sind somit zu vermeiden.
Wer eine Anlage anschafft, hat immer auch den TCO im Blick.
Neben den Anschaffungskosten sind dann auch die Wartungskosten,
Produktionsqualität und das Vermeiden von Fehlproduktionen
relevante Größen. Was für die Anlage gilt, gilt auch für die
verbauten Komponenten. Auch der eingesetzten Antriebstechnik
wird Höchstleistung abverlangt.
18 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
ANTRIEBSTECHNIK
01 Sportgel zählt zu den typischen Beispielen
für Schlauchbeutelverpackungen
02
02 Anlage zum Einsetzen von Verschlüssen und
Befüllen der Schlauchbeutel
03 Der Motion Controller MC 3603 übernimmt
die Antriebsregelung und die Kommunikation mit
dem Automatisierungsverbund
01
03
DIREKTE LINEARANTRIEBE MIT EINGEBAUTEN
HALL-SENSOREN
Für einen reibungslosen und effizienten Betrieb der Maschinen
setzt Scaldopack auf BLDC-Motoren von Faulhaber. Die direkten
Linearantriebe mit eingebauten Hall-Sensoren ermöglichen eine
Positionsgenauigkeit von bis zu 0,1 mm bei einer Beschleunigung
von bis zu 4 g. Damit lassen sich die Schlauchbeutel sowohl
schnell als auch präzise zur korrekten Befüllposition befördern.
Dort werden sie mit der richtigen Menge des Sportgels befüllt,
HALL-SENSOREN ERMÖGLICHEN
PRÄZISES POSITIONIEREN BEI
HOHEN BESCHLEUNIGUNGEN
verschlossen und anschließend in Displays für den Versand
beziehungsweise Verkauf gestapelt. Weil der Floorspace in der
Produktion oft teuer und damit begrenzt ist, müssen auch die
eingesetzten Anlagen möglichst wenig Platz verbrauchen. In der
kompakten Maschine ist es von Vorteil, dass auch die Antriebseinheit
wenig Bauraum benötigt. Mit einem Volumen von
22 × 22 × 74 mm erreicht sie dennoch eine Spitzenkraft von 27 N
und bietet eine außergewöhnliche Langzeitzuverlässigkeit: Im
Gegensatz zu herkömmlichen pneumatischen Komponenten
kann sie fast drei Jahre ununterbrochen ohne Wartung arbeiten.
Das trifft sich gut mit dem Wunsch der Anlagenbauer möglichst
wartungsarme Anlagen anzubieten.
EINFACHE INTEGRATION
Neben der Zuverlässigkeit der Antriebe sind aber auch die einfache
Integration und Bedienbarkeit der Maschinen entscheidende
Faktoren. Die eingesetzten hoch dynamischen Motion Controller
MC 3603 übernehmen die Positionssteuerung. Über standardisierter
Kommunikationsschnittstellen wie RS232, Ether-
CAT oder CAN können Sollwerte für die Regelung einfach
vorgegeben beziehungsweise der Antrieb in den Automatisierungsverbund
integriert werden. In der konkreten Anwendung
ermöglicht die CiA402-Kompatibilität des eingesetzten Motion
Controllers eine einfache Integration ins EtherCAT-Steuerungssystem
der Befüllanlage. Der Motion Controller vereinfacht aber
nicht nur die Integration, sondern auch die notwendigen Tests
erheblich. So lassen sich Antriebssysteme und Maschinen optimal
aufeinander abstimmen, um Höchstleistungen zu erbringen.
Die Anwendung macht deutlich, welch entscheidende Rolle eine
dynamische, präzise, kompakte, wartungsarme und einfach
zu integrierende Antriebstechnik in der automatisierten Verpackungsindustrie
spielt.
Bilder: Aufmacher + 03 Faulhaber, Hintergrund sakkmesterke – stock.adobe.com,
01 + 02 Scaldopack
www.faulhaber.com
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 19
ANTRIEBSTECHNIK
HÖHER, SCHNELLER, WEITER
NEUE GENERATION:
SERVOANTRIEB
MIT VOLLWELLE
Bis zu 30 Prozent höheres
Spitzendrehmoment und
modernste Getriebe-Technologie
zeichnen die neue Generation der
Servoantriebe von Harmonic Drive aus.
Sie setzen Maßstäbe in Sachen Dynamik
und Leistungsdichte. Durch den Einsatz
eines stärkeren Getriebes und optimierte
Nenndrehmomente bietet der Servoantrieb eine deutlich verbesserte
Performance – bei unveränderten Abmessungen. Voll abwärtskompatibel
eignet er sich auch für bestehende Anwendungen. Erstmals können die
Antriebe nun direkt an Sinamics-Servoregler angeschlossen werden.
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Die Dynamik eines Servosystems berechnet sich durch
das Verhältnis von Spitzendrehmoment zu Massenträgheitsmoment.
Für eine höhere Dynamik muss entweder
das Trägheitsmoment reduziert werden – zum Beispiel
durch eine schlankere Bauform – oder bei unveränderter Geometrie
das maximale Drehmoment des Systems erhöht werden.
Mit der neuesten Generation des Servoantriebs LynxDrive wird
dem Letzteren Rechnung getragen. Der Antrieb wartet mit bis zu
einem Drittel höheren Spitzendrehmoment im Vergleich zum
LynxDrive-C auf. Erzielt wurde dieses Ergebnis durch den Einsatz
einer neuen Getriebe-Technologie. Das Getriebe der Baureihe
HFUC wurde durch das stärkere Getriebe der Baureihe CSG
01
ersetzt. Auch die Nenndrehmomente erhöhen sich bei unveränderten
Abmessungen um circa 30 Prozent. Am Beispiel der
Baugröße 20 mit einem Untersetzungsverhältnis von 100 erhöht
sich das Stillstands- und das Nenndrehmoment von 49 Nm auf
62 Nm und das wiederholbare Spitzendrehmoment von 82 Nm
auf 107 Nm. Beide Steigerungen liegen bei 30 Prozent.
KLUGER FLANSCH SICHERT KOMPATIBILITÄT
Um das erhöhte Drehmoment des Servoantriebs übertragen zu
können, wurde das Bohrlochbild am Abtriebsflansch angepasst.
Zur vollen Übertragung des Drehmoments, war es notwendig,
ein neues Bohrbild zu erschaffen, in welches mehrere oder aber
auch größere Gewinde eingebracht wurden. Ziel war es, der Abwärtskompatibilität
zum Servoantrieb LynxDrive-C Rechnung zu
tragen. Um Kompatibilität in Bestandsanwendungen mit der
neuen Generation D gewährleisten zu können, wurde das alte
Bohrbild beibehalten und zwischen den vorhandenen Gewindebohrungen
weitere kleinere Bohrungen vorgenommen.
Mit diesem neuen Bohrbild kann der Servoantrieb Lynx
Drive-D künftig auch in bestehenden Maschinen eingesetzt werden,
in denen das erhöhte Drehmoment nicht notwendig ist. Um
das maximale Drehmoment in neuen Anwendungen zu übertragen,
werden die zusätzlichen Gewindebohrungen benötigt. In
Oliver Klees, Leiter Produktmanagement, Harmonic Drive SE,
Limburg an der Lahn
20 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
ANTRIEBSTECHNIK
01 Die neuen LynxDrive-D Servoantriebe
bestehen aus einem Synchron-
Servomotor sowie einem stärkeren
Getriebe der Baureihe CSG, erstmals
sind sie direkt an Sinamics-
Servoregler anschließbar
LynxDrive-20C-100
02
LynxDrive-20D-100
02 30 Prozent mehr Nenn- und
Spitzendrehmoment: Am Beispiel der
Baugröße 20 mit einem Untersetzungsverhältnis
von 100 erhöht sich
das Stillstands- und das Nenndrehmoment
von 49 Nm auf 62 Nm und das
wiederholbare Spitzendrehmoment
von 82 Nm auf 107 Nm
neuen Projekten kann die Drehmoment-Steigerung dazu führen,
dass die Anwendung mit einer kleineren Baugröße des
LynxDrive-D gelöst werden kann.
MODERNE INTERFACE- UND
ANSCHLUSSTECHNIK
Zum ersten Mal kann der Servoantrieb LynxDrive-D jetzt direkt
an einen Sinamics-Servoregler angeschlossen werden. Der Einsatz
eines Interface-Kabels macht es möglich: Der volldigitale
EnDat2.2 Encoder EQN 1135 ermittelt die Multiturn-Position
über ein internes Getriebe. Dies ist wichtig, da Siemens-Regler
keine batteriegepufferten Multiturn-Encoder akzeptieren.
Für die Anschlusstechnik wurde in der Steckerausführung J der
von Heidenhain empfohlene 8-polige M12 Stecker ausgewählt.
NEUE GENERATION INTEGRIERT
JETZT ENCODER MIT SICHER-
HEITSFUNKTIONEN BIS SIL 2
Dies hat den Vorteil, dass der Kunde direkt von Heidenhain das
Interfacekabel EIB 3392 S mit dem passenden M12- Stecker auf der
Motor- und dem RJ45-Stecker auf der Reglerseite beziehen kann.
Im Interfacekabel wird das EnDat2.2 Signal in das DriveCLiQ
Protokoll gewandelt. Ein separates Anschluss kabel, sowie eine
externe Interface-Box, wie zum Beispiel die SMCxx-Box von
Siemens, entfallen dadurch.
Die motorseitige Auflösung beträgt 12 bit multiturn (= 4.096
Umdrehungen) und 23 bit singleturn, was weniger als einer Winkelsekunde
entspricht. Die Systemgenauigkeit beträgt motorseitig
60 Winkelsekunden. Der Servoantrieb LynxDrive ist weiterhin
auch mit Hiperface, EnDat und inkrementellen Encodern verfügbar
und dadurch mit den meisten Servoreglern kombinierbar.
ENCODER MIT INTEGRIERTER SAFETY
Funktionale Sicherheit ist in vielen Anwendungen eine zentrale
Forderung. Überall dort, wo Menschen mit dem Antrieb in Kontakt
kommen können, ist mindestens eine Sicherheitsfunktion
vorgegeben.
Im Einrichtbetrieb einer Werkzeugmaschine muss beispielsweise
mindestens eine sicher begrenzte Drehzahl gewährleistet
sein (SLS = Safely Limited Speed). SLS zählt wohl zur am häufigsten
geforderten Sicherheitsfunktion, gefolgt von „Sicherem
Stopp“ (SS1 / SS2) und „Sicher begrenzter Position“ (SLP).
Mit der Wahl des Encoders EQN1135 wurde erstmalig ein Encoder
mit Sicherheitsfunktionen nach SIL2 im Servoantrieb
LynxDrive-D integriert. Im Zuge der Encoder-Montage auf die
Motorwelle wurde ein Fehlerausschluss vom TÜV Rheinland bescheinigt.
PT1000 ERSETZT KTY
Mit der neuen Generation des Servoantriebs LynxDrive-D wird
der Motortemperatursensor KTY84-130 abgelöst. Dieser Temperatursensor
war über Jahrzehnte ein etablierter Sensor, wenn es
darum ging, nicht nur die maximale Wicklungstemperatur zu
überwachen, sondern auch die aktuelle Temperatur auszulesen.
Bereits im Jahr 2015 wurde dieser KTY84-130 vom Hersteller abgekündigt.
Alle Hersteller von Motoren, so auch die Harmonic
Drive SE, hatten sich damals mit großzügigen Last-order-Bestellmengen
eingedeckt, um noch jahrelang bestehende Motorbaureihen
mit dem KTY ausrüsten zu können.
Mit der Umstellung des Servoantriebs LynxDrive auf die Generation
D wurde der richtige Zeitpunkt gewählt, um den KTY durch
den marktüblichen Nachfolger PT1000 zu ersetzen. Der PT1000
zeichnet sich im Vergleich zum KTY durch eine noch gleichmäßigere
lineare Kennlinie aus und ist im Weltmarkt bereits etabliert.
Zahlreiche bekannte Hersteller von Servoregler-Technik hatten
nach der Abkündigung des KTY ihre Servoregler so umgestellt,
dass auch die Auswertung des PT1000 unterstützt wird.
HOHE SCHUTZART FÜR RAUE UMGEBUNGEN
Den Servoantrieb der Baureihe LynxDrive zeichnen die Schutzklasse
IP 65 und ein hochwertiger Korrosionsschutz aus. Beim
Einsatz in rauen Umgebungsbedingungen ist dies besonders von
Vorteil. Zusätzlich kann der Servoantrieb auch mit einem Sperrluft-Anschluss
versehen werden. Der Anschluss an eine saubere
Druckluft mit einem leichten Überdruck sorgt dafür, dass der
Schmutz nicht eindringen kann. Daraus resultiert eine höhere
Robustheit gegen kriechende Medien.
Die neue Generation des Servoantriebs LynxDrive-D bietet
einen besonderen Oberflächenschutz: das A-Schild des Motors
ist chemisch vernickelt, das Aluminiumgehäuse des Aktuators ist
hochwertig hartanodisiert und das abtriebsseitige Kreuzrollenlager
ist mit einem Black Chrome Plating beschichtet. Der
LynxDrive-D gewährleistet somit einen umfassenden und erstklassigen
Schutz.
Bilder: Harmonic Drive
www.harmonicdrive.de
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 21
MODULARER BAUKASTEN
MOBILITÄT NEU
DEFINIEREN
Die Welt der mobilen Systeme in der Intralogistik ist im Wandel. Immer
komplexere Anforderungen, steigende Sicherheitsstandards und höhere Effizienz
sind gefordert. Mit einem neuartigen Lösungsbaukasten möchte einer der
führenden deutschen Hersteller von Antriebstechnik eine zukunftsgerichtete
Antwort auf diese Herausforderungen geben. Der modulare Baukasten vereint
Technologien, aber vor allem definiert er die Konstruktion und Entwicklung von
industriellen Mobilitätslösungen grundlegend neu.
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Im Zentrum steht ein Versprechen: SEW-Eurodrive möchte die
innerbetriebliche Mobilität einfacher, sicherer und flexibler
machen. Was auf den ersten Blick wie ein technisches Baukastensystem
wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als
durchdachte Plattform für die nächste Generation mobiler Anwendungen
– von fahrerlosen Transportsystemen bis hin zu autonomen
Logistiklösungen.
Die Herausforderungen, denen sich Anlagenbetreiber heute
stellen müssen, sind vielfältig: Unterschiedliche Kinematiken,
komplexe Steuerungssysteme, lange Inbetriebnahmezeiten und
nicht zuletzt die funktionale Sicherheit. Genau hier setzt der Lösungsbaukasten
von SEW-Eurodrive an – mit einem durchgängigen
Konzept, das Mechanik, Elektronik und Software intelligent
miteinander verbindet.
Mit dem Lösungsbaukasten für mobile Systeme bietet das Unternehmen
innovative und erprobte Hard- und Softwarekomponenten
aus einer Hand. Dieser Baukasten unterstützt Kunden,
die ihr Portfolio erweitern oder in den Markt für mobile Lösungen
einsteigen wollen.
Svetlana Brunner, Corporate Communications, SEW-Eurodrive, Bruchsal
GETRIEBE FÜR NEUE
FAHRZEUG-ARCHITEKTUREN
Ein zentrales Element ist die neue Getriebebaureihe FL.9. Sie
wurde speziell für mobile Systeme entwickelt und ermöglicht
durch ihre kompakte Bauform und die zum Patent angemeldete
Anordnung zweier Antriebe im Fahrzeug völlig neue Fahrzeugarchitekturen.
Der Motor sitzt versetzt über der Radachse, was
Raum für zusätzliche Module wie Ladeeinheiten schafft. Die auf
der Baureihe FL.9 basierenden Fahrantriebe für mobile Systeme
können in verschiedenen Applikationen und Branchen, wie beispielsweise
in der Parcel- und Paketlogistik eingesetzt werden.
AGV, AMR und PGV (Personnel Guided Vehicles) werden unterstützt.
Doch der Baukasten geht weit über die Mechanik hinaus. Mit
der Softwarebibliothek Movikit Custom 05 lassen sich unterschiedliche
Kinematiken ohne großen Programmieraufwand integrieren.
Die Software arbeitet vektoriell wie die Kinematik eines
Knickarmroboters. Sie liest Sollwerte ein und führt mit den Daten
der Fahrzeuggeometrie eine Vorwärtstransformation durch.
Mit den errechneten Werten werden die Antriebsräder der jeweiligen
bi- oder omnidirektionalen Kinematik optimal angesteuert.
Das spart Zeit und macht die Entwicklung deutlich flexibler.
22 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
ANTRIEBSTECHNIK
SCHUTZ- UND WARNFELDER EINFACH
PARAMETRIEREN
MOBILE SYSTEME FREI GESTALTEN
Wir wollten nicht nur ein Produkt entwickeln,
sondern Werkzeuge, einen modularen
und skalierbaren Baukasten, der unseren
Kunden echte Freiheit in der Gestaltung
ihrer mobilen Systeme gibt. Wir denken
nicht in Produkten, sondern in Lösungen.
Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein
System an die Hand zu geben, das mit
ihren Anforderungen wächst.
KLAUS JUST, Application Manager bei SEW-Eurodrive
Fahrantriebe für mobile Systeme auf Basis der Getriebebaureihe FL.9
kommen typischerweise FTF/FTS, Shuttles in der Lagerlogistik oder
Querverschiebewagen zum Einsatz
Ein weiteres Highlight ist die automatische Schutzfeldgenerierung.
Was früher Wochen dauerte, gelingt heute in sehr kurzer
Zeit: Über einfache Parametereingaben werden Schutz- und
Warnfelder erzeugt, die über eine XML-Datei direkt in die Scanner-Software
eingebunden werden können. Dadurch wird die Inbetriebnahme
beschleunigt und zudem sicherer.
Die Ansteuerung der Schutz- und Warnfelder im Laserscanner
erfolgt dann über die Sicherheitssteuerung SMF-1-S (IP65) oder
SSCU-1/AX-S (IP20). Zuvor hat die Sicherheitssteuerung aus den
Geschwindigkeiten der einzelnen Antriebsräder in einer Rückwärtstransformation
über sichere arithmetische Kalkulationen
die Geschwindigkeit und Fahrrichtung des Fahrzeugs ermittelt.
Dass das Konzept funktioniert, zeigt ein Blick in die Praxis.
Laut Angaben eines namhaften Kunden handelt es sich um die
größte Einzelflotte in Europa und sie basiert auf der modularen
Extra-Low-Voltage-Referenzarchitektur von SEW-Eurodrive. Hier
wurden die neue Sicherheitssteuerung, standardisierte und applikationsspezifische
Softwaremodule und eine durchgängige
Systemintegration erfolgreich umgesetzt. Und die Reise geht
weiter. Ziel ist es, das Portfolio für mobile Systeme weiter auszubauen
– mit einem klaren Fokus auf bi- sowie omnidirektionalen
mobilen Automatisierungslösungen für OEMs.
FLEXIBILITÄT TRIFFT SYSTEMKOMPETENZ
Wer mobile Systeme entwickeln oder erweitern möchte, braucht
mehr als nur einzelne Komponenten – gefragt sind durchdachte
Gesamtlösungen. SEW-Eurodrive liefert genau das: Der modularen
Technologiebaukasten basiert auf jahrzehntelanger Applikationserfahrung
und wurde speziell für die Anforderungen moderner
AGV- und AMR-Lösungen entwickelt. Er besteht aus den
optimal aufeinander abgestimmten Komponenten und Modulen,
die parametrierbare und qualifizierte Funktionen und Automatisierungslösungen
ermöglichen.
Die Basis bilden die FL.9-Getriebemotoren mit der integrierten
Movimot Performance ELV-Antriebselektronik, die durch ihre
kompakte Bauweise und hohe Anpassungsfähigkeit überzeugt.
Die verschränkte Anordnung der Antriebe ermöglicht koaxiale
Radachsen und eine optimale Nutzung der Fahrzeugmitte – hervorragend
geeignet für zusätzliche Module wie Sensorik.
Die Antriebseinheit ist vollständig in das Movi-C-Portfolio integriert
und bietet mit mehreren Baugrößen und einem breiten
Übersetzungsbereich sehr große Flexibilität. Für bidirektionale
und omnidirektionale Fahrzeugtypen stehen zudem vektorgesteuerte
Kinematikbausteine zur Verfügung, die präzise Bewegungen
in alle Richtungen ermöglichen.
SICHERHEIT INTEGRIERT
Auch das Thema Sicherheit ist umfassend gelöst: Schutz- und
Warnfelder lassen sich per Software automatisch generieren. Die
Sicherheitssteuerung berechnet auf Basis von Standarddrehgebern
und inverser Kinematik auch für omnidirektionale Fahrzeuge
und in Kurvenfahrten die jeweilige Fahrzeugposition,
Geschwindigkeit und passt die Schutzbereiche in Echtzeit an. So
kann auch in Kurven schneller gefahren werden und es entsteht
ein intelligentes Zusammenspiel aus Mechatronik, Software und
Safety, das leistungsfähig, wartungsarm und zukunftssicher ist.
Was bleibt, ist der Eindruck eines Unternehmens, das nicht nur
Technik liefert, sondern Visionen in konkrete Lösungen umsetzt.
Mit dem smarten Lösungsbaukasten für mobile Systeme setzt
SEW-Eurodrive ein starkes Zeichen: für mehr Effizienz, mehr
Sicherheit und mehr Freiheit in der Mobilität von morgen.
Bilder: SEW-Eurodrive
www.sew-eurodrive.de
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INDUSTRIEELEKTRONIK
TITELSTORY
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
WERKZEUGLOSE ANSCHLUSSTECHNIK
SCHALTSCHRANKBAU
DIGITAL WEITERDENKEN
Volle Terminkalender, hohe Variantenvielfalt und steigende Qualitätsansprüche prägen
den Alltag von Schaltschrankkonstrukteuren. Im Schaltschrankbau zählt jede eingesparte
Minute. Fehler oder unvollständige Unterlagen führen schnell zu hohen Kosten. Doch es
gibt einen Ausweg: Durchgängige digitale Prozesse vom ersten Entwurf bis zum fertig
montierten Schaltschrank. Die Snap-In-Anschlusstechnologie ist dabei ein zentraler
Baustein. Sie macht den elektrischen Anschluss einfach, schnell und sicher. Zudem ist sie
bereit für die Schaltschrankverdrahtung per Roboter und für mehr Automatisierung.
Chantal Campos Chavero, Redakteurin Unternehmenskommunikation,
Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, Detmold
24 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
INDUSTRIEELEKTRONIK
Die Snap-In-Technologie
ist integriert in die Klippon
Connect-Reihenklemmen,
die schweren Steckverbinder
RockStar, die Steckverbinder
Omnimate sowie die Push Pull
Power-Steckverbinder
und wird sukzessive auf
weitere Komponenten
ausgeweitet
Die zukunftsweisende Snap-In-Technologie wird künftig
das verbindende Element im Schaltschrankbau sein.
Durch die Implementierung von Snap-In können zahlreiche
Abläufe verbessert und potentielle Fehlerquellen
verhindert werden, was zu mehr Effizienz und einer signifikanten
Kostenreduktion führt.
Bereits heutzutage ermöglichen zahlreiche Reihen- und Leiterplattenklemmen,
Leiterplattensteckverbinder sowie schwere
Steckverbinder von Weidmüller eine nahtlose Integration in robotergestützte
Fertigungsprozesse. Snap-In ist ready-to-robot.
Eine solche Technologie eröffnet neue Dimensionen der Automatisierung
im Schaltschrankbau. Durch das Verringern manueller
Arbeitsschritte wird nicht nur die Geschwindigkeit und Präzision
der Verdrahtung erhöht, sondern ebenso das Risiko von
Fehlern verringert. Die Snap-In-Technologie ermöglicht eine zuverlässige
und effiziente Verbindungsherstellung, wodurch sich
der gesamte Schaltschrankbau-Prozess deutlich beschleunigt.
In herkömmlichen Anschlusstechniken im Schaltschrankbau
finden häufig Aderendhülsen Verwendung, die einen zusätzlichen
Prozessschritt sowie zusätzliches Material erfordern. Mit der
innovativen Snap-In-Anschlusstechnologie müssen die Leiter
nicht mehr vorbereitet werden und die oftmals hohen Einführkräfte,
die bei konventionellen Verbindungen auftreten können,
gehören der Vergangenheit an. Dank Snap-In ist die Einführkraft
äußerst gering und ermöglicht eine mühelose Handhabung.
KLARES FEEDBACK
Zudem bietet die Anschlusstechnologie ein intuitives Rückmeldesystem
für eine reibungslose Bedienung. Bei erfolgreicher Leitereinführung
werden akustische und optische Signale aktiviert,
die den Bedienerinnen und Bedienern in Form des erhöhten grünen
Pushers ein klares Feedback geben und somit eine sichere
Verbindung anzeigen.
Darüber hinaus zeichnet sich die Technologie durch ihre
außerordentliche Flexibilität aus. Sie ermöglicht einfache Anpassungen
an verschiedene Produkte, was eine hohe Agilität in der
Fertigung gewährleistet.
Produkte mit integrierter Snap-In-Technologie werden verdrahtungsfertig
ausgeliert: Die Klemmstellen der Produkte erreichen
die Kunden stets in einem geöffneten Zustand. Durch ihr
vibrationssicheres Design entfällt die zeitaufwendige manuelle
Öffnung und ein deutlicher Effizienzgewinn wird ermöglicht. Der
abisolierte Leiter kann nun unmittelbar in den Anschluss eingesteckt
werden, ohne weitere Vorbereitungen.
Dieser Fortschritt ist dem patentierten Klemmmechanismus zu
verdanken. Sobald der Leiter seine erforderliche Position erreicht
hat, schließt sich die Klemme automatisch und der typische
„Klick-Moment“ ist zu hören. Die hohe Rüttelfestigkeit des Anschlusses
sorgt dabei für eine äußerst robuste und dauerhafte
Verbindung. Der wartungsfreie Anschluss stellt sicher, dass die
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 25
01 02
03
01 Die Snap-In-Anschlusstechnologie
ist für die automatisierte, robotergestützte
Verdrahtung optimiert
02 Der Klippon Automated
RailAssembler ermöglicht die vollautomatische
Bestückung von Tragschienen
03 Bestückte Gehäuse und Klemmenleisten
– fertig assembliert zur
direkten Installation mit dem
Klippon Assembly Service
04 Der Weidmüller Configurator (WMC)
bietet durch die Schnittstelle zu Eplan
wertvolle Unterstützung im digitalen
Engineering bei AuCom
TITELSTORY
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Verbindungen selbst unter widrigen Bedingungen ebenso zuverlässig
funktionieren.
SCHLÜSSEL ZUR AUTOMATISIERTEN
FERTIGUNG MIT ROBOTERN
Die Technologie bringt jedoch nicht nur bei manuellen Verdrahtungsprozessen
große Vorteile. Sie ermöglicht auch die nahtlose
Integration in automatisierte Fertigungsabläufe. Die Leitereinführungen
sind leicht zugänglich, was es Robotern ermöglicht,
sie schnell und präzise zu erreichen. Dies reduziert die Dauer des
Fertigungsprozesses und optimiert eine kontaktlose Verdrahtung.
Die Verschmelzung von technischen Innovationen und praxisorientierter
Lösungskonzeptionen macht die Snap-In-Anschlusstechnologie
zu einer echten Revolution im Schaltschrankbau.
Mit ihrer Effizienz, Sicherheit und Anpassungsfähigkeit öffnet sie
neue Horizonte und ebnet den Weg zu einer intelligenten und
robotergestützten Fertigungstechnologie.
Durch die einfache und schnelle Handhabung ist Snap-In hervorragend
geeignet, um den steigenden Anforderungen an die
Effizienz und Präzision in modernen Ready-to-robot-Anlagen gerecht
zu werden. Die Integration von Weidmüller Komponenten
schafft nicht nur Verlässlichkeit und Langlebigkeit, sondern bildet
auch die Basis für eine durchgängig automatisierte Fertigung,
die manuelle Prozesse deutlich reduziert.
Um den Weg zur automatisierten Produktion optimal zu
unterstützen, stehen mit dem Weidmüller Configurator (WMC)
alle relevanten Konfigurationsdaten direkt für die weitere Verarbeitung
bereit – wahlweise über den Fast Delivery Service oder
als vollautomatisierten Prozess mittels Klippon Automated
RailCutter, Klippon Automated RailAssembler, Klippon Automated
RailLaser in der eigenen Produktion.
DURCHGÄNGIGE DATENKONSISTENZ
Der Konstruktionsalltag im Schaltschrankbau ist nach wie vor
von zahlreichen manuellen Arbeitsschritten geprägt. Produktdaten
werden aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen,
Makros und Funktionsbausteine händisch erstellt und
Stücklisten individuell angepasst. Änderungen im Projektverlauf
erfordern oftmals eine redundante Datenpflege in mehreren Systemen,
von der ECAD-Software bis zur Fertigungsvorbereitung.
Diese fragmentierten Abläufe benötigen nicht nur mehr Zeit,
sondern erhöhen auch die Fehleranfälligkeit und verzögern die
Projektabwicklung.
Ursache ist häufig eine mangelnde Datenkonsistenz über Systemgrenzen
hinweg. Durchgängige digitale Engineering-Prozesse
bieten hier einen klaren Vorteil: Sie verknüpfen Planung, Dokumentation
und Fertigung über standardisierte Schnittstellen
hinweg zu einem durchgehenden Datenfluss. Auf diese Weise
lassen sich Datenlücken vermeiden, Entwicklungszeiten verkürzen
und die Prozesssicherheit deutlich erhöhen.
Im Zentrum der digitalen Prozesskette bei Weidmüller steht der
Weidmüller Configurator (WMC). Dabei handelt es sich um ein
Konfigurationstool für die lückenlose und sichere Planung von
elektrischen Anlagen sowie die einfache Beschaffung und Montage
von Komplettlösungen. Die benutzerfreundliche Oberfläche
erlaubt auch Gelegenheitsanwendern eine schnelle Einarbeitung
und produktive Nutzung, und zwar ohne großen Schulungsaufwand.
Ein wesentlicher Vorteil des WMC besteht in der automati
26 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
INDUSTRIEELEKTRONIK
sierten Generierung vollständiger Stücklisten, Bestelldaten sowie
aller relevanten Fertigungsunterlagen, wodurch Medienbrüche
vermieden und die Prozess sicherheit deutlich erhöht werden.
NAHTLOSE INTEGRATION IN ECAD-UMGEBUNG
Ein zentraler Vorteil des WMC besteht in der nahtlosen Anbindung
an gängige ECAD-Systeme wie beispielsweise Eplan, Zuken
oder WSCAD. Über standardisierte Schnittstellen lassen sich
Konstruktionsdaten bidirektional zwischen dem WMC und den
ECAD-Umgebungen austauschen. Dadurch werden Änderungen
an der Klemmleiste oder anderen Bauteilen automatisch synchronisiert
und stehen allen Projektbeteiligten zur Verfügung.
Diese durchgängige Datenhaltung reduziert Fehlerquellen und
minimiert den Aufwand für manuelle Nacharbeit.
Ergänzend stellt Weidmüller geprüfte Produktdaten, Makros
und Funktionen zur Konfiguration von Komponenten über gängige
Datenportale zur Verfügung, wie beispielsweise das Eplan
Data Portal. Die Nutzung dieser validierten Datenquellen eliminiert
zeitintensive Einzelrecherchen und sorgt für eine hohe
VORMONTIERTE BAUGRUPPEN
LASSEN SICH OHNE WEITEREN
MONTAGEAUFWAND DIREKT IN
DIE MASCHINE INTEGRIEREN
Qualität der Konstruktionsgrundlagen. Anwenderinnen und Anwender
arbeiten schneller, zuverlässiger und professioneller.
Denn die Daten kommen aus einer zuverlässigen Quelle und
können sofort für die Projekte genutzt werden.
VOM DIGITALEN ENTWURF ZUM
FERTIGUNGSPRODUKT
Nach Abschluss der Planung ermöglicht der Konfigurator den Export
sämtlicher Fertigungsdaten. Dazu gehören unter anderem
Bestückungspläne, Bohrbilder, Markierungsdaten sowie Informationen
für automatisierte Verdrahtungs- und Montageanlagen.
Durch diese nahtlose Datenübergabe lässt sich der digitale
Entwurf innerhalb kürzester Zeit in ein präzises und fehlerfreies
physisches Produkt überführen, sei es ein Schaltschrank, eine
Klemmleiste oder eine komplexe Baugruppe für Maschinen und
Prüfstände.
WEITERER EFFIZIENZGEWINN DURCH
JUST-IN-TIME ASSEMBLY SERVICES
Möchten Unternehmen zusätzlich Zeit und interne Ressourcen
einsparen, können sie auf die Klippon Assembly Services von
Weidmüller zurückgreifen. Auf Basis der digitalen Planungsdaten
aus dem WMC übernimmt das Unternehmen die komplette Bestückung
und Verdrahtung von Klemmleisten oder Gehäusen –
basierend auf den digitalen Planungsdaten aus dem WMC.
Mit dem Fast Delivery Service (FDS) bietet Weidmüller eine
effiziente Lösung zur Beschleunigung der Fertigungsprozesse in
der Automatisierungstechnik. Vormontierte Baugruppen, darunter
individuell assemblierte Klemmenleisten und Gehäuselösungen,
werden bereits ab der ersten Stückzahl just-in-time geliefert
und lassen sich zudem ohne weiteren Montageaufwand direkt in
Maschinen und Anlagen integrieren.
Der Service unterstützt die Projektplanung durch standardisierte
Datenübergaben, verkürzt die Durchlaufzeiten in der Produktion
und ermöglicht eine flexible Anpassung an spezifische
Anwendungsanforderungen. Dies ist ein entscheidender Faktor:
Dadurch werden nicht nur die Prozesskosten nachhaltig gesenkt,
sondern auch die Umsetzung variantenreicher Konzepte innerhalb
kurzer Zeiträume realisierbar.
PROZESSE DIGITAL OPTIMIEREN
Digitale, durchgängige Prozesse sind im industriellen Umfeld
längst zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden –
insbesondere im Sondermaschinenbau, in der Mess- und Prüftechnik
sowie in der Automatisierungstechnik. Mit Lösungen wie
dem Weidmüller Configurator, standardisierten Schnittstellen zu
gängigen ECAD-Systemen und den Klippon Assembly Services
lassen sich Planungs-, Dokumentations- und Fertigungsprozesse
nachhaltig optimieren. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern
sorgt auch für mehr Sicherheit und Qualität. Zeitgleich können
sich Schaltschrankkonstrukteure wieder auf das Wesentliche
fokussieren.
Ergänzend trägt die Snap-In-Anschlusstechnologie dazu bei,
die Automatisierung im Schaltschrankbau weiter voranzutreiben.
Als Ready-to-robot-Lösung ist sie speziell für den schnellen,
werkzeuglosen Anschluss in automatisierten Fertigungsabläufen
konzipiert.
Bilder: Weidmüller
www.weidmueller.com
PRAXISERFAHRUNG
AuCom ist ein Spezialist für elektronische
Antriebslösungen aus Sendenhorst. Das
Unternehmen setzt die digitalen Tools von
Weidmüller bereits erfolgreich ein. „Früher
nutzten wir eine Projektbegleitmappe, die
von den Fachkräften mühsam studiert
werden musste, was bis zu vier Stunden
täglich in Anspruch nahm. Jetzt stellen wir
die Daten gezielt für den jeweiligen Arbeitsschritt
zur Verfügung und konnten die
Bearbeitungszeit auf etwa 20 Minuten pro
Projekt reduzieren – eine Zeitersparnis von
rund 80 Prozent“, berichtet André Borgmann,
Chief Operating Officer bei AuCom.
04
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 27
INDUSTRIEELEKTRONIK
MIT DICHTEM SILIKON-FALTENBALG
HYGIENISCH
SICHER SCHALTEN
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Ein Kombi-Schutzschalter eines führenden
Herstellers vereint den Schutz vor gefährlichen
Überströmen und einen Ein-/Aus-Schalter in
einer Komponente. Den bewährten Schalter
gibt es auch mit Faltenbalgabdichtung, welche
den Betätigungs- und Einbaubereich gemäß
IP65 zuverlässig abdichtet – und zwar auch
gegen Desinfektionsmittel. Bei Herstellern von
Medizintechnik ist diese Variante daher
besonders gefragt. Denn Konstrukteure können
damit die hohen Hygiene- und Reinigungsanforder
ungen in diesem Bereich einfacher
umsetzen. Der kompakte Schalter überzeugt
darüber hinaus durch weitere Vorteile wie eine
werkzeuglose Montage, optionale Sicherheitsund
Signalisierungs funktionen sowie eine gute
Bedienbarkeit mit Handschuhen.
Je nach Einsatzbereich eines medizintechnischen Geräts variieren
die spezifischen Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit
gegenüber Umwelteinflüssen. Neben thermischen
und mechanischen Belastungen, wie Schock oder Vibration,
spielen vor allem der Schutz vor Staub, Schmutz und Flüssigkeiten
eine entscheidende Rolle. Konstrukteure sollten deshalb
möglichst Komponenten wählen, die eine langfristige Widerstandsfähigkeit
des Geräts sicherstellen.
Beim Einsatz eines Schalters sind zwei Aspekte zu beachten:
Zum einen muss die Gehäuseöffnung, in die der Schalter eingebaut
wird, zuverlässig abgedichtet sein. Zum anderen muss der
Schalter selbst gegen das Eindringen von Staub und Flüssigkeiten
geschützt sein, um eine sichere Funktion zu gewährleisten.
Mit seiner IP65-Zertifizierung erfüllt der 3120-N..4 der E-T-A
Elektrotechnische Apparate GmbH beide Anforderungen. Eingebaut
ist die Öffnung vollständig gegen das Eindringen von Staub
(IP6x) sowie gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel (IPx5)
durch eine umlaufende Silikonmanschette geschützt.
BESTÄNDIG GEGEN DESINFEKTIONSMITTEL
Das Material der Wippe zeichnet sich durch hohe Schlagzähigkeit
und Beständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln wie Iso-
Sebastian Greck, Produktmanager bei E-T-A Elektrotechnische
Apparate GmbH, Altdorf bei Nürnberg
28 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
INDUSTRIEELEKTRONIK
01
3120-N mit Faltenbalg
und U-Modul
sowie Schaltpläne der
U-Modul-Varianten
propylalkohol, Ethylalkohol oder Wasserstoffperoxid aus. Auch
Blut, Blutplasma und Schweiß hinterlassen keine Spuren, was einen
klaren Vorteil für den Einsatz in Medizin- und Labortechnik
darstellt. Der Faltenbalg aus Silikon bietet ebenfalls herausragende
Eigenschaften: Er ist hochflexibel und elastisch, was eine lange
Lebensdauer auch bei häufigen Ein- und Ausschaltvorgängen
sicherstellt. Zudem ist er beständig gegenüber UV-Strahlung und
Ozon. Früher wurden Schalter oft mit Schutzkappen aus Weich-
PVC ausgestattet, die jedoch unter UV-Einfluss spröde werden
und vergilben können – ein Problem, das beim 3120-N..4 nicht
auftritt.
EINFACHE BEDIENBARKEIT
Dank der großen Wippenfläche mit exaktem Druckpunkt lässt
sich der 3120-N..4 auch mit Handschuhen sicher betätigen. Die
Wippe ist in verschiedenen Farben und Aufdruck-Varianten verfügbar,
sodass sie an individuelle Anforderungen anpassbar ist.
Eine optionale Beleuchtung erleichtert zudem die Identifikation
der Schaltstellung, besonders unter schwierigen Lichtverhältnissen.
Diese Funktion entspricht auch den Anforderungen der Medizintechniknorm
EN IEC 60601-1, die eine eindeutige Anzeige
der Schaltstellung zwingend vorschreibt.
ERFÜLLUNG DER MEDIZINTECHNIKNORM
Die Norm EN IEC 60601-1 definiert die grundlegenden Sicherheitsanforderungen
für medizinische elektrische Geräte. Daraus
ergeben sich auch Anforderungen an einen Ein-/Ausschalter mit
Schutzschalterfunktion wie den 3120-N. Obwohl dieser nicht direkt
nach EN IEC 60601-1 zertifiziert ist – was
hang als gleichwertig betrachtet werden. Ein Beispiel hierfür ist
die Forderung aus der EN IEC 61058-1, dass zur Vermeidung von
Überschlägen bei Spannungsspitzen von 4 kV eine Mindestluftstrecke
von 3 mm eingehalten werden muss. Der 3120-N erfüllt
diese Anforderung.
INTEGRIERT: SCHALTEN, SCHÜTZEN UND
SIGNALISIEREN
Der Schutzschalter 3120-N von E-T-A vereint mehrere Funktionen
in einer einzigen Komponente und trägt so erheblich zur
Kostenoptimierung bei. Die Kombination aus Schalter und Überstromschutz
macht separate Bauteile, wie beispielsweise
Schmelzsicherungen mit Halter, überflüssig. Das spart Platz und
vereinfacht die Gerätekonstruktion. Zusätzlich bietet der 3120-N
Erweiterungsmöglichkeiten durch spezielle Module für zusätzliche
Sicherheits- und Signalisierungsfunktionen.
Das U-Modul erhöht die Sicherheit, indem es den Bediener vor
einem unbeabsichtigten Wiederanlauf des Geräts nach einem
Spannungsabfall schützt. In sicherheitskritischen Anwendungen
stellt dies eine essenzielle Funktion dar. Eine in der Praxis übliche
Anwendung ist beispielsweise das Öffnen eines Kontakts,
wenn ein Gehäusedeckel zu Wartungszwecken geöffnet wird.
Dies führt wiederum augenblicklich zum Wegfall der Spannung
und damit zum Abschalten.
Das S-Modul ermöglicht eine zuverlässige Signalisierung der
Schaltstellung über einen Wechslerkontakt. Zum Einsatz kommt
dies unter anderem zur Ansteuerung einer unterbrechungsfreien
Stromversorgung (USV), um etwa den kontinuierlichen Betrieb
eines OP-Geräts sicherzustellen.
Normanforderung E-T-A Produkt Schaltplan
„Elektromedizinische
Geräte der Schutzklasse I
sowie Elektromedizinische
Geräte der Schutzklasse
II mit Funktionserde
erfordern eine
zwingende 2-polige
Absicherung“
„Sonderfall fest angeschlossene
elektromedizinische
Geräte (…) wie
beispielsweise Zahnarztstühle.
Hier darf nur der
Phasenleiter, nicht aber
der Neutralleiter
abgesichert sein“
Auswahl 3120-N
2-polig schaltend und
2-polig geschützt
Auswahl 3120-N
2-polig schaltend und
1-polig geschützt
2-polig schaltend und
2-polig thermisch geschützt
2-polig schaltend und
1-polig thermisch geschützt
für eine einzelne Komponente nicht erforderlich
ist – erfüllt er die wesentlichen Vorgaben
und kann bedenkenlos in entsprechenden Anwendungen
eingesetzt werden. Bei Medizingeräten,
welche mit AC 230 V betrieben werden,
ergeben sich aus der Norm die in der Tabelle
angegebenen Anforderungen.
Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Norm eine
sichere, allpolige und gleichzeitige Trennung
nach einer Überstromauslösung fordert – ein
Kriterium, das der 3120-N in den entsprechenden
Varianten erfüllt. Auch die geforderten
Mindestluft- und Kriechstrecken werden eingehalten.
Die EN IEC 60601-1 verweist beim Schalten
medizinischer Geräte auf die Norm IEC/EN
61058 („Schalternorm“) und nicht auf EN IEC
60934 („Schutzschalternorm“), obwohl ein
Kombi-Schutzschalter, wie der 3120-N, ebenfalls
eine Schaltfunktion übernehmen kann.
Beide Normen können in diesem Zusammenwww.derkonstrukteur.de
DER KONSTRUKTEUR 2025/05 29
INDUSTRIEELEKTRONIK
02
3120-N mit Faltenbalg und
S-Modul sowie Schaltplan
des S-Moduls
Auch die Montage des 3120-N ist besonders einfach: Die
Einschnapptechnik ermöglicht eine schnelle und werkzeuglose
Befestigung, was Installationszeiten einspart.
Zusätzlich erlaubt eine optionale Push-in-Verdrahtung
eine besonders einfache und sichere elektrische Anbindung.
Im Vergleich zu herkömmlichen Schmelzsicherungen
verringert der Kombi-Schutzschalter 3120-N den Verdrahtungsaufwand
erheblich, da keine separaten Sicherungshalterungen
oder Ersatzsicherungen nötig sind. Dies vereinfacht
nicht nur Installation, sondern minimiert auch den Wartungsaufwand.
Da weniger unterschiedliche Komponenten benötigt werden,
sinken außerdem die Lagerhaltungskosten.
LANGLEBIG UND SICHER
Der 3120-N mit Faltenbalg hat sich in der Medizintechnik bereits
vielfach bewährt und wird heute in einer Vielzahl anspruchsvoller
Anwendungen eingesetzt – von Anästhesiegeräten und Zahnarztstühlen
über Laborzentrifugen und Sauerstoffgeneratoren
03 Eine umlaufende
Manschette (Faltenbalg)
mit Dichtlippe schützt die
Einbauöffnung und das
Innenleben des Schutzschalters
vor Staub und
Flüssigkeiten
bis hin zu Patientenliegen und Dialysegeräten.
Für hygienekritische Umgebungen eignet
er sich ganz besonders. Denn neben der zuverlässigen
Schutz- und Schaltfunktion überzeugt er auch durch
seine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Reinigungs- und
Desinfektionsmitteln. Konstrukteuren bietet E-T-A mit dieser
Schalterlösung eine sichere, langlebige und wirtschaftliche Komponente
für moderne Medizingeräte.
Bilder: E-T-A
www.e-t-a.de
IMPRESSUM
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
erscheint 2025 im 56. Jahrgang,
ISSN 0344-4570 / ISSN E-Paper: 2747-7215
REDAKTION
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),
Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de
(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)
Redakteur/innen: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml),
Tel.: 06131/992-233, E-Mail: m.laun@vfmz.de
Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),
Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de
Felix Berthold, M.A. (be), Telefon: 06131/992-204,
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30 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
INDUSTRIEELEKTRONIK
NEUES ASI-5 SAFETY
EINGANGSMODUL
Das Sortiment an ASi-5 Safety Eingangsmodulen
von Bihl+Wiedemann wächst weiter.
Bisher gab es Varianten im großen IP67-Gehäuse
und in IP20 mit je zwölf Standardsignalen
sowie zwei sicheren Eingängen für
potentialfreie Kontakte, für OSSDs und für
die Kombination potentialfreier Kontakt/OSSD. Jetzt kommt
mit dem ASi-5 Safety Eingangsmodul BWU4393 eine Lösung
für potentialfreie Kontakte im kleinen IP-67 Gehäuse dazu.
Das Modul verfügt über zwei sichere zweikanalige Eingänge
und vier selbstkonfigurierende E/As, die abhängig von der
Konfiguration als Ein- oder Ausgänge verwendet werden
können. Da ASi-5 Safety parallel auf demselben Profilkabel
läuft und damit viele sichere Signale oder eine Kombination
aus sicheren Signalen und Standardsignalen unter einer
einzigen Adresse genutzt werden können, lässt sich ASi
Safety at Work damit ideal ergänzen.
www.bihl-wiedemann.de
ERWEITERBARE KABELSCHELLE
Die Kabelschelle MSMC ist ein
flexibles Befestigungssystem für
Kabel, Rohre und zylindrische
Bauteile mit einem Leitungsdurchmesser
von 10 bis 55 mm.
Dank ihres modularen Designs
ermöglicht sie eine einfache und
schnelle Erweiterung durch
Anreihen oder Stapelung. So können mehrere Schellen
kombiniert werden. Dank dem CMC30-Verbinder lassen sich
auch Schellen mit unterschiedlichen Klemmbereichen
gleicher Baugrößen verbinden. Sowohl die Schellen als auch
die Schrauben, bestehend aus Zink/Nickel-passiviertem
Material, bieten einen hohen Schutz gegen Korrosion.
Längs- und Querrippen auf der Auflagefläche sorgen für eine
hohe Stabilität und reduzieren Torsion. Ein Langloch als
zentraler Anschraubpunkt ermöglicht flexible Befestigungsmöglichkeiten
auf verschiedenen Untergründen.
www.icotek.com
ZUKUNFTSSICHERE PC-LEISTUNG
Der Automation PC 3200 von B&R bietet Intel Core i Processing
der 13. Generation, nahtlose Systemintegration und eine
robuste Grundlage für Updates. Er ist für anspruchsvolle
industrielle Anwendungen konzipiert. Sein modulares und
anpassbares Design sorgt für Flexibilität bei maschinenspezifischen
Anforderungen, zukunftssichere Leistung und
erweiterte Sicherheitsfunktionen. Angetrieben von den
neuesten Intel Core i Prozessoren ermöglicht das eine
skalierbare Rechenleistung
von bis zu 64 GB DRAM und
eignet sich für eine Vielzahl
von Anwendungen, von
einfachen HMI bis hin zu
datenintensiven Echtzeitanalysen
oder komplexen
KI-gesteuerten Aufgaben.
www.br-automation.com
HYBRIDES
SAFETY-MODUL
Die hybriden MVK-Fusion-
Feldbusmodule von Murrelektronik
vereinen drei elementare
Funktionen der Installationstechnik:
digitale Standard-
Sensorik und -Aktorik, digitale
sicherheitsgerichtete Sensorik
und Aktorik sowie IO-Link. Das
Unternehmen hat jetzt auch ein Hybridmodul für Ethernet
I/P Applikationen der 3-in-1-Lösung im Programm, basierend
auf dem Common Industrial Protocol Safety – oder kurz CIP
Safety: das neue MVK-Fusion-CIP-Safety. Das standardisierte
und nach IEC 61508 bis SIL3 zertifizierte Protokoll-CIP-Safety
ermöglicht das Übertragen von sicherheitsrelevanten Daten
in Echtzeit und dient als Erweiterung des CIP-Protokolls
speziell dazu, Sicherheitsfunktionen in neue oder bestehende
Automatisierungssysteme zu integrieren, statt separate
Sicherheitsnetzwerke aufzubauen. Mit den MVK-Fusion-CIP-
Safety-Modulen gelingt das selbst bei sehr beengten Platzverhältnissen.
Murrelektronik setzt hier auf M-12-Power-Lkodierte
Steckverbinder. Sie bauen kompakt, besitzen eine
hohe Stromtragfähigkeit, Zuverlässigkeit und eine etablierte
Kodierung. Die neuen, hybriden Safety-Module für Ethernet
I/P vereinfachen zudem die Konfiguration sicherheitsgerichteter
Sensoren und Aktoren. Die Parametrierung erfolgt im
Engineering-Tool des Steuerungsherstellers.
www.murrelektronik.de
BAUKASTEN FÜR
ENERGIEFÜHRUNGSSYSTEME
Mehr Effizienz, weniger
Aufwand: Mit dem
neuen Heluchain-
System bietet Helukabel
eine clevere Komplettlösung
für Energieführungssysteme
in
bewegten Anwendungen
– modular, anschlussfertig
und passgenau. Der modulare Baukasten
vereint Energieführungsketten, hochflexible Leitungen,
individuelle Konfektionen und passendes Zubehör zu exakt
abgestimmten Komplettsystemen. Anwender profitieren von
hoher Betriebssicherheit, reduziertem Planungsaufwand und
optimierten Beschaffungsprozessen. Das Heluchain-System
ist in drei Ausbaustufen, sogenannten Assembly Levels,
verfügbar, die sich flexibel auf die jeweilige Anwendung und
Fertigungstiefe abstimmen lassen. Level 1 umfasst eine
Basislösung aus Energieführungskette und Leitung ohne
Konfektion. Level 2 bietet zusätzlich konfektionierte Leitungen
oder Hydraulikschläuche für eine schnelle Plug-and-Play-
Installation. Assembly Level 3 ist die vollständig integrierte
Systemlösung inklusive Zubehör wie Rinnen, schwimmende
Mitnehmer oder Stützkonsolen. Sie ist präzise auf anspruchsvolle
Anwendungen abgestimmt. Helukabel produziert alle
Kernkomponenten – Leitungen, Energieketten und Konfektionen
– in seinen eigenen Werken. Dadurch sind eine durchgängige
Qualitätssicherung sowie eine genaue Abstimmung
der einzelnen Bausteine sichergestellt.
www.helukabel.com
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 31
KONSTRUKTIONSELEMENTE
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
SICHERHEITSSTOSSDÄMPFER SCHÜTZEN FALLTURM-KONSTRUKTION
UND FORSCHUNGSKAPSELN – TEIL 1
MAXIDÄMPFER FÜR VERSUCHE
ZUR MIKROGRAVITATION
Robert Timmerberg M. A., Fachjournalist (DFJV),
plus2 GmbH, Düsseldorf
32 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
KONSTRUKTIONSELEMENTE
Der Gravitower
Bremen Pro im
Zentrum für angewandte
Raumfahrttechnologie
und Mikrogravitation
der Universität
Bremen
Das Zentrum für angewandte
Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation ist
als Forschungseinrichtung unter anderem für
seinen Fallturm für Schwerelosigkeitsversuche
bekannt. Bereits seit dem Jahr 1990 sorgten
Industriestoßdämpfer von ACE für sichere
Experimente, genau wie seit 2022 in einem
neuen, ergänzenden Laborsystem, dem
Gravitower Bremen Pro. Im ersten Teil dieser
zweiteiligen Serie werden das faszinierende
vertikale Forschungslabor und die modernen
Stoßdämpferlösungen vorgestellt, die zum
Erfolg beitragen.
Der Bedarf nach Forschung unter Schwerelosigkeitsbedingungen
ist seit Beginn der menschlichen Raumfahrt
groß. Doch die Kosten für das Überwinden der Erdanziehung
per Raumflug sind immens – gleiches gilt für
aufwendige Parabelflüge mit dafür umgerüsteten Verkehrsflugzeugen.
Kostengünstigere Lösungen sind Falltürme, in denen für
einige Sekunden der Zustand der Schwerelosigkeit bereitgestellt
werden kann. Ein solcher Turm steht in Bremen und ist mit seiner
Höhe von 146 m zu einer Landmarke geworden. Er gehört
zum ZARM, dem Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie
und Mikrogravitation der Universität Bremen, und kann im
einfachen Fallbetrieb für 4,7 s Schwerelosigkeit erzielen.
„Dafür wird in einer Vakuumröhre eine Kapsel mit Experimenten
abgeworfen, die unten in einem Auffangbehälter mit Polystyrolkugeln
abgebremst wird“, erklärt Dieter Bischoff, Drop Tower
Operator am ZARM. „2004 wurde der Turm mit einer Katapultanlage
nachgerüstet, welche die Kapsel erst nach oben beschleunigt,
bevor sie wieder nach unten fällt. Da sich die Kapsel schon
auf dem Weg nach oben im freien Fall befindet, konnten wir die
Dauer der Mikrogravitation auf über 9 Sekunden fast verdoppeln.“
INDUSTRIESTOSSDÄMPFER IM FALLTURM
BREMEN
Ein konstruktives Highlight der Katapultanlage ergibt sich aus
der physikalischen Natur eines Fallturms: Was hier nach oben
beschleunigt wird, kommt auch wieder herab. Darum muss die
Abbremsvorrichtung der Anlage mobil sein. Sobald das pneumatische
Abschusssystem die Kapsel mit circa 165 km/h in die Höhe
geschossen hat, wird ein Auffangbehälter in die Falllinie eingeschwenkt.
Dazu dient ein großes Pendelgestell, welches in drei
Sekunden an seinem Platz sein muss – die circa 3 t schwere Konstruktion
wird dafür mit 4,3 m/s bewegt.
Um die dabei entstehenden Massenkräfte wirksam zu dämpfen,
sind Industriestoßdämpfer der ACE Stoßdämpfer GmbH aus
Langenfeld im Einsatz. „Wir benötigen extrem hohe Ausfallsicherheit,
große Toleranz gegenüber wechselnden Belastungsfällen
und außerdem Vakuumtauglichkeit“, so Dieter Bischoff.
Die eingesetzten Industriestoßdämpfer mittlerer Baugröße bestehen
aus hochfestem, legiertem Stahl und sind massiv und
topfförmig aus dem vollen Material gefertigt. Die für maximale
Sicherheit ausgelegten Dämpfungselemente verhindern unter
anderem effektiv das Verbiegen von Führungen und wirken dem
Auspendeln der Abbremseinheit entgegen.
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 33
KONSTRUKTIONSELEMENTE
3
1
Die Anschlagdämpfer des
Release-Caging-Mechanismus
2 Anschlagdämpfer Turm unten
3 Anschlagdämpfer Turm oben
4 Türdämpfer
01
1
2
4
01 Schematische Darstellung der
Position von hydraulischen Dämpfern
im Gravitower Bremen Pro
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
SCHWERELOSIGKEITSVERSUCHE AUCH
OHNE VAKUUM
Für Experimente, die eine hohe Zahl von Wiederholungen für eine
valide statistische Auswertung benötigen, stellt diese Technik
eine Herausforderung dar: Die Entlüftung der insgesamt 122 m
langen Röhre vor dem Versuch und die anschließende Wiederbelüftung
dauern insgesamt über zwei Stunden. Dadurch sind drei
Durchläufe pro Tag möglich.
Der Turm ist langfristig ausgebucht. Bis 2024 wurden in ihm
über 10.000 Experimente aus vielfältigen Forschungsfeldern von
Strömungsmechanik bis Materialforschung durchgeführt. Doch
gleichzeitig entwickelten die Ingenieure des ZARM ein weiteres
Forschungslabor, das 2022 seine Premiere feierte.
Im Vorfeld galt es, eine Konstruktion zu kreieren, die ohne Vakuum
auskam. Dafür entstanden ein Aufzug und ein Antriebssystem,
das für 2,5 s Schwerelosigkeit erzielt und im Inneren einen
geschlossenen Schlitten besitzt. Dieser schützt die darin befindliche
Experimentkapsel vor aerodynamischen Einflüssen, sodass
kein Vakuum nötig ist. „Über einen aktiv geregelten hydraulischen
Seilantrieb erzielen wir variable Start beschleunigungen
von maximal 4g dynamisch“, erklärt Dieter Bischoff, „damit können
wir eine vertikale Parabel mit Schwerelosigkeit erreichen,
die sehr sanft und niederfrequent ein- und ausgeleitet wird.“
Dabei ist es wichtig, dass die Experimentkapsel während des
Fluges von äußeren mechanischen Strukturschwingungen entkoppelt
wird. Dafür sorgt ein eigens entwickelter sogenannter
Release-Caging-Mechanismus. Dieser lässt die Kapsel beim Erreichen
der Schwerelosigkeit in vertikaler Ausrichtung los und
dockt sie beim Abbremsvorgang sanft wieder an. Eine Zeitspanne
von 2,5 s Schwerelosigkeit ist für viele Experimente – insbesondere
Grundlagenforschung – völlig ausreichend. Und das nicht für
drei Experimente pro Tag, sondern für bis zu 20 Experimente pro
Stunde, was eine massive Erhöhung der Verfügbarkeit darstellt.
HYDRAULISCHE DÄMPFUNGSELEMENTE
SCHÜTZEN IM NOTFALL
Die maximale bewegte Masse von Experimentkapsel und Schlitten
des Gravitower Bremen Pro beträgt 1.000 kg, hälftig aufgeteilt
in Schlittenmasse und Experimentaufbau. Damit weder bei deren
Beschleunigung noch beim Abbremsen am Ende der Parabel
potenzielle technische Fehler zu Schäden führen, sind hydraulische
Dämpfungselemente im Einsatz.
Aufgrund der guten Erfahrung beim Bau des ursprünglichen
Fallturms kooperierten die Ingenieure des ZARM erneut mit der
DIE STOSSDÄMPFER BREMSEN
DIE BIS ZU EINER TONNE
SCHWERE KONSTRUKTION
IM ERNSTFALL SICHER AB
ACE Stoßdämpfer GmbH. So waren Dieter Wohlschlegel, technischer
Leiter, und Jörg Küchmann aus der Abteilung Forschung
und Entwicklung bei ACE eng in die Entwicklung des Gravitower
Bremen Pro eingebunden. Die beiden sorgten unter anderem für
Folgendes: Sollte es aufgrund eines Unfalls zu einem Abstürzen
des Schlittens kommen, wurden am Boden des Turms vier Sicherheitsstoßdämpfer
positioniert, die gewährleisten, dass die
komplette Masse bei einem schweren Fehler sicher abgebremst
wird. „Wir haben für die Auslegung die maximale Experimentmasse
– also 1.000 kg inklusive Schlitten – und die maximale Aufprallgeschwindigkeit
von 20 m/s angenommen“, erläutert Dieter
Wohlschlegel. Laut ZARM entspräche dies dem Ausfall aller Antriebe
bei höchster Abwärtsgeschwindigkeit.
Für diese Anforderungen wurden seitens ACE vier Sicherheitsstoßdämpfer
des Serientyps SCS63x300-R modifiziert. Generell
wird bei den standardmäßigen hydraulischen ACE-Sicherheitsstoßdämpfern
die Kolbenstange über einen Gasspeicher und eine
sogenannte Membranblase zurückgestellt. Da die Serienbauweise
mit diesen Membranspeichern den Sicherungsanforderungen
und den vom ZARM genannten hohen Geschwindigkeiten
im unteren Bereich der Konstruktion nicht gewachsen ist,
kann ACE für vertikale Anwendungen und bei außergewöhnlich
hohen Geschwindigkeiten den Kunden auch nach Maß passende
Spezialtypen anbieten. Diese tragen die Bezeichnung SCS63x300-
R-XXXX, weisen ebenfalls einen Hub von 300 mm auf, arbeiten
ohne Membranblase und mit einem Gasspeicher, der sich oberhalb
der Ölsäule befindet. Da dieser Gasspeicher ein definiertes
Volumen benötigt, muss der Außenkörper des Dämpfers im
Durchmesser vergrößert werden. Aus diesem Grund verwendet
ACE anstelle des Standarddurchmessers von 140 mm bei dieser
Anwendung Dämpfer mit einem Sonderdurchmesser von
190 mm. Weil jedoch die Durchmesser der Kolben im Dämpferinneren
nicht verändert werden, entspricht die Energieaufnahme
pro Hub der modifizierten Dämpfer mit 54.000 Nm derjenigen
der Serienmodelle. Demzufolge liegt der Hauptunterschied zwischen
den Standard- und den Spezialdämpfern darin, dass mit
34 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
KONSTRUKTIONSELEMENTE
02 03 04
02 Die Sicherheitsstoßdämpfer von ACE in der unteren Einbaulage
sind für den Fall ausgelegt, dass alle Motoren bei der Abwärtsfahrt im
Augenblick der höchsten Abwärtsgeschwindigkeit ausfallen
03 Innenleben der mit einem speziellen Öl befüllten Sicherheitsstoßdämpfer
von ACE, die zusätzlich mit einem Gasspeicher und Stickstoff
arbeiten, um nach dem Anfahren die Kolbenstange wieder in die
Ausgangslage zurückzubewegen
04 Nicht nur im ZARM, sondern auch in Krananlagen oder Maschinen
in Schwerlastanwendungen sichern die kräftigen Stoßdämpfer
Konstruktionen vor kostspieligem Ausfall
letztgenannten im Fall der Fälle die hohen Aufprallgeschwindigkeiten
möglich sind und die Konstruktion optimal geschützt ist.
DROSSELBOHRUNGEN À LA CARTE
Trotz der gewaltigen Energieaufnahme von 54.000 Nm pro Hub
pro Dämpfer sind diese von der Form her schlank und platzsparend
aufgebaut. Sie lassen sich einfach mit einem an der Rückseite
angebrachten Flansch befestigen und ermöglichen mit dem
leistungsstärksten Dämpfer dieser Serie im Notstopp-Betrieb
Hübe von bis zu 1.200 mm. Dabei sind sie wartungsfrei und sofort
einbaufertig. Bei einer Lebensdauer von bis zu 1.000 Notstopps
unter Vollbelastung zeichnen sie sich durch dasselbe Wirkprinzip
wie alle hydraulischen Stoßdämpfer von ACE aus: Beim Auftreffen
der bewegten Masse auf den Dämpfer setzt ein Kolben
das im Zylinder befindliche Öl, das eine genau definierte Viskosität
hat, in Bewegung und drückt das Fluid durch eine Reihe von
Drosselbohrungen. Hierbei wird die Energie in Wärme transformiert
und nach außen geleitet. Das Besondere an der Bremer
Konstruktion ist die Anzahl und Positionierung der Bohrungen,
die präzise auf die jeweilige Dämpfungsaufgabe angepasst sind.
Über die gesamte Länge des Hubs sind sie innerhalb des Korpus
so angeordnet, dass die gewünschte Masse mit konstanter Kraft
abgebremst wird. Dabei bleibt der hydraulische Druck während
des gesamten Vorgangs nahezu gleich.
Zusätzliche Merkmale bei den im Gravitower Bremen Pro verwendeten
Dämpfern sind eine Kombination aus neuester Dichtungstechnik,
gehärtetem Führungslager sowie integriertem
Festanschlag, was selbst in schwierigsten Umgebungen für eine
längere Lebensdauer der Produkte sorgt.
Ein weiterer Vorteil seien Innovationen wie Membranspeicher,
durch die sich die Dämpfungsleistung steigern und der effektive
Massenbereich erheblich erweitern lassen, so Küchmann. „Außerdem
passen wir die Kennlinie beziehungsweise die Dämp
f ungscharakteristik jedes einzelnen Dämpfers individuell der jeweiligen
Anwendung an“, verrät der jahrelang als Produktmanager
für diese Maschinenelemente bei ACE tätige Ingenieur, der
heute in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens
aus Langenfeld im Rheinland arbeitet.
Neben den vorgestellten Sicherheitsstoßdämpfern stellt ACE
auch Klein- und Industriestoßdämpfer in über 200 verschiedenen
Typen für unterschiedlichste Applikationen zur Verfügung.
Sie bieten Kraftaufnahmen zwischen 0,68 und 126.500 Nm pro
Hub und decken effektive Massenbereiche von 500 g bis 204 t ab.
Welche weiteren Modelle aus diesem weltweit führenden Bereich
der Dämpfungstechnik außerdem im Gravitower Bremen Pro
noch eingesetzt werden und wie sie Experimente in der Schwerelosigkeit
möglich machen, beschreibt der zweite Teil der Serie.
Bilder: 03 – 04 ACE, sonstige ZARM, Universität Bremen
www.ace-ace.de
www.zarm.uni-bremen.de
ÜBER DIE FORSCHUNG UNTER
SCHWERELOSIGKEITSBEDINGUNGEN
Die Gravitationsforschung findet nicht allein ihre
Anwendung in den verschiedenen Bereichen der Raumfahrt.
Vielmehr benötigen viele Grundlagenexperimente,
vor allem physikalische, eine schwerelose Umgebung, um
störende überlagernde Effekte, wie zum Beispiel die
Auftriebskonvektion in der Verbrennungsforschung,
ausschalten zu können. Erst dann lassen sich wesentliche
Effekte genauer untersuchen. So werden beispielsweise
auch das kapillare Steigen oder Zwei-Phasen-Strömungen
unter Erdschwerebedingungen in ihren Wirkungen
„gestört“. Der Anteil raumfahrtbezogener Untersuchungen
ist also nicht unbedingt maßgebend, auch wenn
dieser in jüngster Zeit am Zentrum für angewandte
Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation an der
Universität Bremen weiter angestiegen ist. Das liegt
unter anderem daran, dass viele Forschende aktuell ihren
wissenschaftlichen Blick auf Asteroiden und unsere
Nachbarplaneten Mond und Mars richten.
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 35
SCHUTZ FÜR BESONDERS GROSS
DIMENSIONIERTE WERKZEUGMASCHINEN
MASSGESCHNEIDERTE GIGANTEN
Für besonders große
Werkzeugmaschinen
bietet Hema Maschinenrückwände
und Faltenbälge
auch in
XXL-Ausführung an
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH, Seligenstadt
Sind Komponenten mit besonders großen
Dimensionen zu bearbeiten, so werden auch
besondere Anforderungen an die
Bearbeitungsmaschinen gestellt.
CNC-Fräsmaschinen und -Bearbeitungszentren
müssen entsprechend für diese Dimensionen
ausgelegt werden – sowie auch die
Maschinenschutz-Einrichtungen. Hema bietet
dafür Maschinenrückwände und Faltenbälge
im XXL-Format an.
Bauteile wie Flügelrippen und andere Strukturbauteile von
Flugzeugen kommen auf Längen von bis zu 20 m und
mehr. Ihre Fertigung erfordert Bearbeitungszentren, die
mit hoher Präzision in großen Dimensionen und mit hohen
Geschwindigkeiten arbeiten, teils über bis zu sechs Achsen
und mehrere Bearbeitungsspindeln. Zum Schutz gegen Verschmutzungen
und mögliche Beschädigungen werden sensible
Maschinenteile wie die Elektronik auf der Antriebsseite vom Bearbeitungsraum
durch Rückwandabdeckungen getrennt. Linearachsen
außerhalb des Bearbeitungsraums können durch Elastic-
Faltenbälge geschützt werden.
Die Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH konstruiert
und fertigt maßgeschneiderte Schutzabdeckungen für Werkzeugmaschinen.
Hierzu gehören neben Faltenbälgen zum Schutz einer
Achse oder Linearführung auch Rückwandkomplettsysteme
zum Schutz mehrerer Achsen von CNC-Maschinen.
36 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
KONSTRUKTIONSELEMENTE
01 Die Spindeldurchführungen in der Maschinenrückwand mit den
enormen Abmessungen von 10 x 5 m wurden nach Vorgaben des
Anwenders eingesetzt
01
02 Die Rückwandsysteme für Werkzeugmaschinen können je nach
Baugröße montagefertig aufgebaut und als Komplettbauteil
geliefert werden
SCHUTZABDECKUNGEN IN XXL
Die Rückwandsysteme für Werkzeugmaschinen können je nach
Baugröße montagefertig aufgebaut und als Komplettbauteil geliefert
werden. Bei Abmessungen in XXL-Dimensionen werden
die Komponenten vormontiert, geprüft und montagefreundlich
konfektioniert. Für ein CNC-Bearbeitungszentrum eines renommierten
Maschinenherstellers hat Hema eine Rückwand mit den
enormen Abmessungen von 10 x 5 m gefertigt. Für den Transport
als Komplettbauteil zu groß, wurde diese Rückwand bereits montagefreundlich
in Modulbauweise konstruiert, sodass ein einfacher
Transport und Aufbau beim Kunden möglich waren.
Nicht nur Rückwandsysteme für mehrere Achsen werden in
großen Dimensionen realisiert, auch Faltenbälge zum Schutz
einer Achse. Für einen europäischen Spezialmaschinenbauer hat
das Unternehmen jetzt einen wahren Giganten maßgeschneidert:
Der Faltenbalg ist 17 m lang und schützt auf dieser Strecke
FÜR EINEN TRANSPORT DER
XXL-FORMATE WERDEN DIE
RÜCKWÄNDE IN MODULBAU-
WEISE KONSTRUIERT
sicher die groß dimensionierten Werkstücke, die unter anderem
für die Luftfahrtindustrie bearbeitet werden. Um die Stabilität
auch in dieser großen Ausführung zu gewährleisten, hat Hema
spezielle Verstärkungen und eine Auszugsbegrenzung installiert,
die dem Gewicht und der Geschwindigkeit der Abdeckungen angepasst
sind. Zudem wurde dieser Faltenbalg in einer Elementbauweise
konstruiert, die es erlaubt, bei Beschädigung auch nur
einzelne Elemente auszutauschen.
KONZEPTION DER RÜCKWÄNDE
Mit Faltenbälgen werden auch die Rückwandsysteme von Hema
ausgestattet. Für den Einsatz im Spänebereich sind dabei Faltenbälge
der Samurai-Baureihe die erste Wahl. Bei dieser Ausführung
schützen Edelstahllamellen das Gewebe des Faltenbalgs gegen
Beschädigungen durch scharfkantige und heiße Metallspäne
in der spanabhebenden Bearbeitung.
Entsprechend der Maschinendimensionen werden auch die
Rückwandsysteme in XXL-Ausführung konstruiert und gefertigt.
Die Rahmenkonstruktion der Maschinenrückwände wird aus
verwindungssteifem Stahlblech hergestellt. Spezielle Bauteile
optimieren die Aufnahme der dynamischen Belastung der
Schutzsysteme beim Verfahren der Maschine im Bearbeitungsprozess,
sodass es bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten der Maschine
nur zu geringer Wellenbildung kommt. Für den Einsatz in
Hochtemperaturanwendungen können die Faltenbälge aus speziellen
Materialien gefertigt werden.
Die Spindeldurchführungen werden ebenfalls ab Werk in die
Rückwandsysteme integriert und auf die individuellen Kundenanforderungen
ausgelegt. Rückwandtypen mit vier Spindeldurchführungen
wurden bereits realisiert.
SCHUTZ GEGEN HEISSE UND
SCHARFKANTIGE SPÄNE
Die Produktion der Faltenbälge erfolgt auftragsspezifisch und anwenderorientiert
auf teils eigens für Hema entworfenen Fertigungsanlagen.
Verschiedene Fertigungsmethoden, wie Verschweißen,
thermisches Verkleben oder auch Laminieren kommen
hier zum Einsatz. Die Geometrie der Faltenbälge hängt stark
vom Einsatzzweck ab.
Die Langlebigkeit und der geringe Verschleiß der Samurai-Faltenbälge
wurden in Dauertests mit mehr als 1 Millionen Zyklen
bestätigt. Für CNC-Maschinenzentren hat Hema mit der Samurai-Baureihe
bereits erfolgreich Lösungen mit Geschwindigkeiten
über 100 m/min und Beschleunigungen über 1,5 g realisiert.
Bilder: Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH
www.hema-group.com
INTENSIVE QUALITÄTSSICHERUNG
Um Anwendern ein Maximum an Sicherheit und Zuverlässigkeit
garantierten zu können, unterziehen die
Experten von Hema Faltenbälge und Rückwände einer
intensiven Qualitätssicherung. In enger Zusammenarbeit
mit externen Instituten prüfen sie Entwicklungen und
Konstruktionen auf Praxistauglichkeit und simulieren
Extremsituationen. Hierzu hat Hema am Firmensitz im
hessischen Seligenstadt einen Testbereich eingerichtet, in
dem unter anderem Lebensdaueranalysen durchgeführt
werden. Die Ingenieure beobachten etwa das Knickverhalten
der Materialien oder den Verschleiß der Gleit- oder
Rollenführungen.
02
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 37
KONSTRUKTIONSELEMENTE
KUGELGEWINDETRIEB FÜR CHINESISCHE
E-FAHRZEUGHERSTELLER
Mehr als 140 Millionen Kugelgewindetriebe (KGT) für
Automotive-Anwendungen hat Schaeffler seit 2007 produziert.
2025 begann die Produktion für Serienfahrzeuge
chinesischer Fahrzeughersteller. Schaeffler stellt Automotive-
KGT nicht nur für Lenkungen, sondern auch für Bremsen
sowie für Antriebs- und Kraftübertragungssysteme her. Im
Februar 2025 feierte Schaeffler den Produktionsstart von
Kugelgewindetrieben für Lenksysteme in Xiangtan, um den
chinesischen Markt vor Ort zu bedienen. Weitere Werke in
China sowie Frankreich, Südkorea, Mexiko und Slowakei
fertigen die Präzisionskomponente ebenfalls. Bei Schaeffler
kommt das Wirkprinzip des KGT auch bei Linearaktoren der
Sparte Bearings & Industrial Solutions zum Einsatz. Als
zentrale mechanische Bestandteile elektromechanischer
Servolenksysteme spielen KGT eine Schlüsselrolle in Spurhalte-
und Parkassistenzsystemen. Ein hoher Wirkungsgrad,
geringer Energiebedarf und das sehr gute Geräusch- und
Schwingungsverhalten der Aktorik-Komponente reduzieren
den Energieverbrauch des Fahrzeugs und erhöhen dessen
Laufruhe. Die sehr hohe Belastbarkeit der KGT von Schaeffler
ermöglicht auch den Einsatz in leichten Nutzfahrzeugen
wie Kleinlastwagen, Transportern und Pick-ups, und erlaubt
hier den Fahrern eine Lenkung mit deutlich geringerem
Kraftaufwand.
www.schaeffler.com
EMV-KABELVERSCHRAUBUNG ZUR
MEHRFACHDURCHFÜHRUNG
Mit der Progress Easyconnect Multi bietet die Agro AG eine
variable, montagefreundliche Lösung, um geschirmte Kabel
durch nur eine EMV-Verschraubung mit sicherem Schirmabgriff
einfach und schnell in Gehäuse einzuführen. Das mit
wenigen Handgriffen montierte Verbindungssystem eignet
sich für Kabel verschiedener Durchmesser mit unterbrochenem
oder partiell
freigelegtem, weitergeführtem
Schirmgeflecht.
Dabei bleiben die Kabel
während des Montageprozesses
dreh-, schiebund
demontierbar. Die
aus vernickeltem Messing
gefertigten Verschraubungen
sind mit Standardbohrungen
und mit
kundenspezifisch konfigurierten Dichteinsätzen erhältlich.
Eine das Schirmgeflecht schonende Kontaktfeder aus Edelstahl
1.4310 klemmt sicher und ermöglicht sehr gute Ableitwerte.
Das System verfügt über eine Zugentlastung gemäß
DIN EN 62444 Ausführung A und ist in der Standardversion
für Temperaturen von - 60 bis 100 °C geeignet. Bei Verwendung
von FPM-Dichteinsätzen sind Einsatztemperaturen von
- 40 bis 200 °C möglich.
www.kaiser-elektro.de
ALU-ROHRVERBINDER: PASSENDE OPTIK
FÜR JEDE ANFORDERUNG
Mit den Aluminium-Rohrverbindern
von Brinck lassen sich
sowohl Geländer und Absturzsicherungen
als auch Plattformen,
Regale, Treppenläufe und
Haltesysteme realisieren. Das
Sortiment umfasst 500 starre
und bewegliche Varianten. Sie
bestehen aus einer witterungsfesten
und korrosionsbeständigen Aluminiumlegierung nach
EN 573-3 (DIN 1715) und sind in vielen Größen lieferbar. Aber
nicht allein über den Variantenreichtum seines Rohrverbinder-Sortiments
deckt Brinck eine große Bandbreite an
designtechnischen, handwerklichen und konstruktiven
Anforderungen ab. In der Praxis erweist sich neben der
Formgebung immer wieder auch die oberflächentechnische
Ausführung der Rohrverbinder als entscheidender Faktor. Das
Unternehmen bietet die Möglichkeit, die Rohrverbinder mit
zusätzlichen optischen und funktionellen Eigenschaften an
spezielle Anforderungen des Designs, der Usability, der
Sicherheit oder der Umgebung anzupassen. Neben einer
Auswahl an oberflächentechnischen Bearbeitungen und der
Pulverbeschichtung in jedem gewünschten RAL-Ton offeriert
Brinck hier außerdem individuelle Sonderlösungen. Die
metrischen Rohrverbinder-Typen von Brinck haben Durchmesser
von 25, 30, 40, 45 und 50 mm. Alle zölligen Ausführungen
gibt es mit den Durchmessern 1, 1/4, 1½ und 2".
www.brinck.de
KOMPAKTER ELEKTRISCHER
TELESKOPAUSZUG
Für automatisierte Bewegungssysteme stellt Igus den neuen
elektrischen Teleskopauszug Drylin NTM-45 vor. Das kompakte
System aus Schiene, Motor und Steuerung ermöglicht eine
einfache
Automatisierung
auf engem
Raum und
überzeugt
durch wartungsarme
Technologie.
Die Anwendungen
reichen von
der Servicerobotik,
über die Medizin- und Labortechnik bis hin zur
Fahrzeugausstattung, etwa für verschiebbare Armlehnen
oder Monitore. Dank schmierfreier Mechanik eignet sich der
Teleskopauszug auch für hygienische Anwendungen. Das
System hat eine Höhe von nur 42 mm und eine Breite von
45 mm, und – je nach Ausführung – eine Länge zwischen 150
und 500 mm. Die maximale Auszugslänge beträgt 500 mm.
Das NTM-45-System verzichtet auf klassische Wälzlager und
Schmiermittel. Eloxierte Aluminiumprofile und eine mit
Iglidur IC-05 polymerbeschichtete Aluminiummittelschiene
sorgen für einen reibungsarmen und verschleißfesten
Trockenlauf. Eine Dryspin Steilgewindespindel erhöht die
Laufruhe und Langlebigkeit der Mechanik. Staub und
Schmutz können sich nicht ansammeln, wodurch der Betrieb
wartungsfrei, äußerst ausfallsicher und hygienisch ist.
www.igus.de
38 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
KONSTRUKTIONSELEMENTE
HYGIENESICHER UND
DREHMOMENTSTARK
KBK Antriebstechnik fertigt ein breites Spektrum an
Industriekupplungen. Für den Einsatz in hygienekritischen
Anwendungen sind alle Modelle auch in einer
Edelstahl-Variante lieferbar. Während Metallbalgkupplungen
Drehmomente
präzise und spielfrei
übertragen, kompensieren
Elastomerkupplungen
Schwingungen sowie Stöße
und verlängern die Lebensdauer
von Maschinen und
Anlagen. Gelenkkupplungen
eignen sich für die drehstarre
Drehmomentübertragung bei großem Radial- und
Winkelversatz. Magnetkupplungen werden für die
dauerhafte Absicherung von Überlastvorgängen
eingesetzt, Schlitzkupplungen übertragen auf engem
Raum hohe Drehmomente. In der Edelstahl-Ausführung
besitzen alle Versionen eine lange Lebensdauer und
eine hohe Beständigkeit gegenüber Hitze und Korrosion.
Für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen
an den Korrosionsschutz bietet KBK die Kupplungen
auch in V4-Edelstahl sowie als lasergeschweißte
Variante an. Alle Kupplungen für hygienekritische
Applikationen werden mit hochfesten Edelstahlschrauben
geliefert, die eine uneingeschränkte Drehmomentübertragung
gewährleisten.
www.kbk-antriebstechnik.de
ARRETIERBOLZEN AUS EDELSTAHL
Edelstahl-Produkte sind in vielen Branchen eine gute
Wahl. Kipp hat jetzt mit dem K2194 einen neuen
Arretierbolzen entwickelt, der für anspruchsvolle
Applikationen geeignet ist. Den K2194 gibt es in zwei
Materialqualitäten: A1 für einfache Anwendungen und
A4 für Medien,
in denen die
Komponente
besonders
gefordert wird,
wie beispielsweise
in der
chemischen
Industrie, im
Schiffbau oder
im Außenbereich. Auch in der Lebensmittel- und
Pharmaindustrie sowie in speziellen Bereichen im
Maschinen- und Anlagenbau spielt Edelstahl eine
zentrale Rolle. Der Arretierbolzen ist in einer kurzen
Ausführung mit Edelstahl-Pilzgriff in den Gewindegrößen
M6 bis M20 (Feingewinde) erhältlich – wahlweise
mit einem ungehärteten, gehärteten oder chemisch
vernickelten Arretierstift. In der A4-Variante ist der
K2194 außerdem nicht oder nur leicht magnetisch, was
bei Anwendungen in sensiblen Umgebungen von
Vorteil ist. Das Edelstahlportfolio von Kipp umfasst
weitere Norm- und Bedienteile wie Pilzknöpfe, Flügelgriffe,
Bügelgriffe, Scharniere, Speichenhandräder oder
federnde Druckstücke – viele davon in hochwertigem
Edelstahl A4.
www.kipp.com
ZUM STECKEN: GEWINDETRAGBOLZEN
MIT HANDGRIFF
Die Erwin Halder KG stellt neue Gewindetragbolzen
mit Handgriff vor. Sie können in Montage,
Warenhandling oder in der Logistik eingesetzt werden,
um leichte und mittlere Lasten schnell und einfach zu
transportieren oder zu positionieren. Die neuen Gewindetragbolzen
verfügen – wie alle anderen des Herstellers
– am unteren Ende des hochfesten Bolzens über selbstarretierende
Gewindesegmente, die auf die jeweiligen Gewindegrößen angepasst
sind. Anstelle des Schäkels für den Kranhaken ist bei der
neuen Ausführung ein blau eloxierter Aluminiumgriff für die
Handbedienung angebracht. Zum Lösen der Gewindesegmente
muss nur der orange eloxierte Aluminiumknopf im Handgriff
betätigt werden. Dann wird der Bolzen einfach in die vorhandene
Gewindebohrung gesteckt. Beim Loslassen des Druckknopfes
rasten die Segmente in das Gewinde des zu tragenden Bauteils ein.
Durch eine halbe Umdrehung des Trageelements wird zum Schluss
ein sicherer und fester Sitz in der Bohrung erreicht. Die Gewindetragbolzen
mit Handgriff und einer zugelassenen Tragkraft von
500 N sind in den Gewindegrößen M8, M10 und M12 mit den
Funktionslängen 12 mm, 14 mm und 17 mm verfügbar.
www.halder.de
KUNSTSTOFFGEHÄUSE FÜR RAUE EINSÄTZE
Die wichtigste Eigenschaft
eines Gehäuses ist
es, die innenliegende
Elektronik und die
Gerätefunktion zu
schützen. Aber wie sieht
es aus, wenn die Einsatzbedingungen
mal etwas rauer sind? Nicht jedes Kunststoffgehäuse
übersteht den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen ohne
Schaden. Die robusten Industriegehäuse von OKW sind genau für
solche Anwendungen geeignet und bringen entsprechende
technische Eigenschaften mit. Das Produktportfolio beinhaltet eine
große Zahl an unterschiedlichen Kunststoffgehäusen bis IP 67 und
Schlagschutz bis IK 08. Damit sind den Einsatzbereichen kaum
Grenzen gesetzt: Egal ob in der Klima-, Heizungs- und Lüftungstechnik,
im Maschinen- und Anlagenbau, in der Mess- und Regeltechnik,
bei Elektroinstallationen und in der Smart-Factory – die
Gehäuse machen (fast) alles mit.
www.okw.com
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 39
LIMBACH.indd 1 22.11.2017 08:28:39
WERKSTOFF- UND VERBINDUNGSTECHNIK
gegen hohe Temperaturen von bis zu 700 °C. Sie bestehen aus
verschiedenen Spezialtextil-Werkstoffen der Produktlinie Hi-Tex
von Kager und eignen sich – je nach Typ – für dichtungs-, trennund
isoliertechnische Aufgaben in thermisch anspruchsvollen
Bereichen von Anlagenbau, Apparatebau und Verfahrenstechnik.
AUF DEN WERKSTOFF(MIX) KOMMT ES AN
Im Einzelnen definiert sich die Auswahl der Gewebedichtungen
von Kager danach, ob für ihre Herstellung vorrangig Garne aus
Aramid, Grafit, Karbon oder PTFE verarbeitet werden. Hinsichtlich
der thermischen Belastbarkeit an der Spitze stehen im Sortiment
die Dichtungsbänder der Produktgruppe Carbo Grafite, die
Temperaturen von bis zu 700 °C trotzen. Sie liegen in mehreren
DICHTUNGSBÄNDER SENKEN
DIE WARTUNGS- UND ENERGIE-
KOSTEN UND SICHERN DEN
ANLAGENBETRIEB
PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
DICHT, AUCH WENN’S
HEISS WIRD
Gewebedichtungen gehören zur Gruppe der
Feststoffdichtungen und zeichnen sich meist
durch ein gutes Rückstellvermögen, eine hohe
Verschleißfestigkeit und eine dauerhafte
Beständigkeit gegen Chemikalien aus. Kager
bietet eine Reihe hochwertiger Dichtungsbänder
aus Hightech-Geweben, die sich sogar
für Betriebstemperaturen von bis zu 700 °C
verwenden lassen.
Dank ihrer Flexibilität passen sich die Gewebedichtungen
sehr gut an unebene und raue Oberflächen an, wirken
vibrationsdämpfend und bilden eine dauerhafte Abdichtung
– ohne das Risiko der Materialversprödung. Sie
leisten damit einen signifikanten Beitrag zur Senkung der Wartungskosten,
zur Reduktion von Energieverlusten und für einen
sicheren Anlagenbetrieb.
Bei den neuen als Flachdichtung, Endlosband oder Schnur verfügbaren
Gewebedichtungen im Sortiment von Kager kommt eine
weitere entscheidende Eigenschaft hinzu: Eine Beständigkeit
Manfred Stiller, Freier Fachjournalist, Darmstadt
Ausführungen vor, die aus reinem und imprägniertem Grafit garn
oder aus reinem und expandiertem Mineralgrafit bestehen. Je
nach Variante verfügen sie zusätzlich über eine Verstärkung aus
Inconel-Draht oder eine Veredelung durch Molybdän(IV)-sulfid.
Für Einsatztemperaturen von bis zu 500 °C lassen sich hingegen
die Kager-Gewebedichtungen aus Aramid nutzen. Auch sie werden
in verschiedenen Varianten angeboten, die auf spezielle Anwendungsgebiete
abgestimmt sind. So eignen sich die Dichtbänder
aus dem verstärkten Aramid Typ 3150 unter anderem für
Hochdruck-Applikationen, Absperrschieber, Wärmetauscher und
Turbinen-Baugruppen, während die Gewebedichtungen aus Aramid
Typ 3148 auch abrasiven Flüssigkeiten, Chemikalien und
Säuren widerstehen.
Die Dichtbänder aus Aramid Typ 3149 wiederum sind eine gute
Wahl für Anwendungen mit schnellen Wechselbewegungen – beispielsweise
High-Speed-Ventilen. Außerdem finden sich in dieser
Werkstoffgruppe Aramid-Gewebedichtungen, deren Garn mit einer
PTFE-Dispersion imprägniert ist, weshalb sie sich gut für den
Einsatz in der Fluidtechnik eignen.
EINSATZTEMPERATUREN BIS 280 GRAD
Thermisch abgestuft folgen dahinter verschiedene Dichtungsbänder
aus PTFE, die für Einsatztemperaturen von bis zu 280 °C
ausgelegt sind. Je nach Variante empfiehlt Kager sie vorrangig
zum Abdichten von Heißwasser-, Dampf- und Sauerstoffventilen,
von Pumpen unterschiedlicher Bauarten oder von Rührwerken
in der Chemietechnik – um nur einige Beispiele zu nennen.
Als Alternative dazu bietet das Unternehmen die Gewebedichtungen
des Typs 3180 Carbopan & PTFE an. Sie sind ebenfalls bis
280 °C temperaturbeständig, zusätzlich aber imprägniert mit
einer speziellen PTFE-, Grafit- und Schmierstoffmischung. Sie
kommen unter anderem im Kesselbau, in der Kraftwerkstechnik
und in den Anlagen der Petrochemie zum Einsatz.
Für das große Feld der industriellen Standardanwendungen
mit erhöhten Anforderungen an die Temperaturbeständigkeit
hält Kager die Gewebedichtungen des Typs Dynapack bereit.
Bild: Kager
www.kager.de
40 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
WERKSTOFF- UND VERBINDUNGSTECHNIK
KISLING AG DREIFACH ZERTIFIZIERT
Mit der erfolgreichen
Zertifizierung
nach
ISO 9001,
ISO 14001 und
ISO 45001 hat
die Kisling AG
aus der Schweiz
einen wichtigen
Meilenstein
erreicht. Der
Hersteller von
Kleb- und
Dichtstoffen für
nahezu alle
Industriebereiche,
OEM-Hersteller und den Fachhandel erfüllt damit drei
international anerkannte Standards, die für gelebte Qualität,
Umweltbewusstsein und Arbeitssicherheit im industriellen
Umfeld stehen. Das Qualitätsmanagement nach ISO 9001
wurde erneut bestätigt. Erstmals zertifiziert wurde nun auch
das Umweltmanagement nach ISO 14001 sowie der Arbeitsund
Gesundheitsschutz nach ISO 45001. Mit der Erweiterung
der Zertifizierungen zeigt das Unternehmen: Umwelt- und
Arbeitsschutz sind keine Randthemen, sondern tragende
Säulen der Unternehmenskultur. Der Schweizer Standort
wird dadurch strategisch gestärkt und positioniert sich als
zuverlässiger Partner für zukunftsfähige Industrieanwendungen.
Das Kisling-Produktsortiment umfasst hochfeste
Strukturklebstoffe auf (Meth)acrylat- und Epoxy-Basis,
anaerobe Klebstoffe, Sekundenklebstoffe, RTV-Silikone sowie
Vergussmassen für eine Vielzahl von Anwendungen.
www.kisling.com
ROBUSTE VERBINDUNGEN VON
MULTI-MATERIAL-SYSTEMEN
In der Großserienfertigung
von Karosseriebauteilen
steigen die Anforderungen an
Leichtbau, Prozesssicherheit
und Taktzeit. Konventionelle
Fügeverfahren stoßen bei der
Kombination unterschiedlicher
Werkstoffe an ihre
Grenzen. Genau hier setzen
die Fügeverfahren Flexweld
und SWOPtec von Arnold
Umformtechnik an: Beide Verfahren nutzen das Prinzip des
Widerstandselementschweißens, benötigen keine Umstellung
der Schweißanlagen und überzeugen durch hohe
Robustheit gegenüber Fertigungstoleranzen und hohen
Verbindungsfestigkeiten. Bei Flexweld werden beschichtete
Verbindungselemente aus Stahl in Aluminiumbauteile
eingestanzt und anschließend mit Stahlbauteilen punktgeschweißt.
Der Prozess ist robust gegenüber Lage- und
Dickenabweichungen und eignet sich für alle gängigen
Stahl- und Aluminiumgüten – inklusive gegossener und
stranggepresster Materialien. Auch SWOPtec, das auf einer
formschlüssigen Verankerung basiert, zeigt hervorragende
Ergebnisse bei Leichtbau-Anwendungen mit hoher Festigkeitsanforderung.
www.arnold-fastening.com
KLEBEN VON CARBON-LEICHTBAUTEILEN
In 3,21 Sekunden von null auf hundert: Die neue BMW
S 1000 RR lässt bei begeisterten Motorradfahrern das Herz
höherschlagen. Das 210 PS starke Superbike ist das Resultat
hochmoderner Fertigungstechnologien. Für die Fahrdynamik,
Flexibilität und Stabilität sorgen ultraleichte Verbundwerkstoffe.
Um Leichtbauteile schnell, prozesssicher und optisch
einwandfrei
miteinander
zu verbinden,
greifen
Hersteller
auf die
Industrie-
Klebstoffe
von Ruderer
Klebetechnik
zurück. Für
Carbon-Bauteile
in Rennmotorrädern eignet sich zum Beispiel Technicoll
9411. Dieser reaktive Zwei-Komponenten-Klebstoff
ermöglicht selbst bei Bauteilen mit komplexen Geometrien
absolut stoffschlüssige, kraftvolle und materialschonende
Verbindungen. Strukturklebstoffe lassen sich in jeden
automatisierten Fertigungsprozess mit kurzen Taktzeiten
integrieren und halten sowohl mechanischen als auch
chemischen, dynamischen und thermischen Belastungen
dauerhaft stand. Mit ihrer Leistungsstärke sorgen sie auf
Asphalt für ein gutes Fahrgefühl und im Fertigungsprozess
für noch mehr Sicherheit und Stabilität.
www.ruderer.de
ENTSCHEIDUNGSFAKTOR WERKSTOFF
TFC bietet die
Wellenfedern von
Smalley in vielen
verschiedenen
Werkstoffen an.
Produktentwickler
und Konstrukteure
haben die Wahl
zwischen Kohlenstoffstahl,
Edelstählen,
Buntmetallund
Superlegierungen.
Die Fertigung der Wellenfedern erfolgt im Circular-
Grain-Kantenwickelverfahren. Diese Technik ist flexibel und
eignet sich auch zur Verarbeitung von Superlegierungen. Die
gewünschten Materialeigenschaften werden dabei durch
verschiedene Wärmebehandlungen eingestellt. Eine häufig
für Wellenfedern eingesetzte Superlegierung ist Inconel
X-750. Dieser nickel-chrombasierte Werkstoff erhält durch
Ausscheidungshärtung einen federharten Zustand und bietet
eine hohe Festigkeit sowie eine Temperaturbeständigkeit von
bis zu 370 °C. Wärmebehandlungen können die Korrosionsbeständigkeit
und andere physikalische Parameter des Materials
weiter verbessern. Daneben gibt es weitere Varianten wie
etwa Inconel 718 und 625, deren spezielle Eigenschaften – etwa
ihre Temperaturfestigkeit von bis zu 700 °C – das Spektrum
der Einsatzmöglichkeiten weiter vergrößern. Die
Inconel-Typen sind unter anderem zugelassen für den Einsatz
in der Luft- und Raumfahrt, der Öl- und Gasförderung sowie
auch der Chemietechnik.
www.tfc.eu.com
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 41
SPECIAL
SPECIAL
WERKZEUGMASCHINEN
SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN
MIT KUGELDREHVERBINDUNGEN
NACHHALTIGE LÖSUNGEN ENTWICKELN
HOCH HINAUS
BEIM PARKEN
Vertical Parking spart in Städten und
urbanen Räumen wertvollen Platz, da Autos
in einem Parkturm übereinander abgestellt
werden. Innerhalb des Turms bewegt ein
rotierendes Antriebssystem die Fahrzeuge,
ähnlich wie in einem Paternoster. Dabei
spielen auch Kugeldrehverbindungen von
Rodriguez eine wichtige Rolle.
Auf einer Fläche von sieben mal sieben Metern zwölf
Autos parken? Das geht, mit Vertical Parking, kurz Vepa
genannt. Beim Vertical Parking werden die Fahrzeuge,
wie der Name sagt, in einem Parkturm übereinander
geparkt. So können auf einer Fläche, die sonst vier Autos benötigen,
dreimal so viele Fahrzeuge abgestellt werden.
Vertical Parking wurde von dem gleichnamigen Start-up entwickelt.
Hervorgegangen ist es aus dem Inkubator Unternehmer-
TUM der TU München. Die beiden Gründer Simon Schubnell
und David Schön haben sich von ähnlichen Konzepten aus Asien
inspirieren lassen und sie an deutsche Verhältnisse angepasst.
ROTIERENDES PARKSYSTEM
Wie muss der Turm konstruiert werden, um robust und witterungsbeständig
zu sein? Und zwar auch bei Temperaturen bis zu
-20 °C. Wie werden Ein- und Ausfahrt geregelt? Und vor allem, wie
KUGELDREHVERBINDUNGEN
KÖNNEN HOHE AXIALE ODER
RADIALE LASTEN AUFNEHMEN
wird der Transportmechanismus für die Fahrzeuge im Turm entworfen?
Bei voller Belastung des Parkturmes mit zwölf Fahrzeugen
ist schließlich mit einem maximalen Gesamtgewicht von 30 t
und mehr zu rechnen. Diese Fragen stellten sich die beiden
Gründer und ihr Team. Für technische Details arbeiteten sie mit
Partnern aus der Praxis zusammen. Für die Lager im Transportsystem
wählten sie Kugeldrehverbindungen von Rodriguez.
Julia Hartung, Assistant of Management & Marketing,
Rodriguez GmbH, Eschweiler
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 43
01
01 In einem rotierenden System nach dem Vorbild des
Paternosters werden die Fahrzeuge im Parkturm bewegt
02 Die Hälfte der Gondeln sind mit Ladeboxen
für E-Fahrzeuge ausgestattet
03 Wie in anderen Parkhäusern checkt man beim
Vertical Parking ein und bezahlt die Parkgebühr am Automaten
Langlebigkeit, minimaler Verschleiß und ein geringer Wartungsbedarf
– das waren die Anforderungen des Start-ups.
Rodriguez konnte dem entsprechen. „Dank unserer neuen
Konstruktionskonzepte und verbesserter Herstellungsverfahren
können Konstrukteure mit unseren Kugeldrehverbindungen völlig
neue Ideen und Lösungsansätze entwickeln“, unterstreicht
Produktmanager Andreas Schön. Als Spezialist für rotative Produkte,
Wälzlager und Lineartechnik verfügt Rodriguez über ein
breit gefächertes Sortiment aus Rund- und Profilschienenführungen,
Kugel- und Trapezgewindetrieben sowie Elektrohubzylindern
und Kugelrollen. Neben individuellen Einzellösungen
entwickeln die Experten des Unternehmens auch komplette
Linearsysteme mit unterschiedlichen Antriebsvarianten für anspruchsvolle
Anwendungen in verschiedenen Industriezweigen –
von der Luftfahrt bis zum Sondermaschinenbau.
Im Antriebssystem des Vertical Parking sorgen die Kugeldrehverbindungen
von Rodriguez nun für die nötige Stabilität und ermöglichen
die Drehbewegungen der Antriebseinheiten. Im Parkturm
werden die Fahrzeuge in sogenannten Gondeln bewegt.
Diese können jeweils bis zu 2,7 t tragen und sind an eine umlaufende
robuste Kette angehängt, die von einem leistungsstarken
30-kW-Motor angetrieben wird.
HÄLFTE DER PARKPLÄTZE MIT LADEBOXEN
Nach einer vierjährigen Entwicklungszeit hat Vertical Parking
jetzt den ersten öffentlichen Parkturm im Werksviertel-Mitte in
München eröffnet. Im Jahr 2023 ging bereits ein privater Turm für
ein Unternehmen in München-Freising an den Start. Das Vepa
im Werksviertel, in der Nähe des Münchener Ostbahnhofs, steht
KUGELDREHVERBINDUNGEN
SORGEN FÜR STABILITÄT UND
ERMÖGLICHEN DAS DREHEN
DER ANTRIEBSEINHEITEN
SPECIAL
ROBUSTE UND REIBUNGSARME
DREHVERBINDUNGEN
Kugeldrehverbindungen bestehen aus einem Innen- und einem
Außenring, zwischen denen Kugeln als Wälzkörper dienen.
Dadurch sind sie besonders robust und können hohe axiale oder
radiale Lasten aufnehmen. Gleichzeitig weisen sie besonders geringe
Reibungsverluste auf. Zwei Punkte, die entscheidend für
den Einsatz im Vepa waren. Die seit vielen Jahren bewährten
Kugeldrehverbindungen von Rodriguez sind außerdem korrosionsbeständig
und mit Innendurchmessern bis zu 30 mm und
Außendurchmessern bis 6.100 mm lieferbar.
allen Bürgerinnen und Bürgern zur Benutzung offen. Man checkt
digital ein und fährt vorwärts in die Gondel. Beim Abholen des
Fahrzeugs dauert es nach Betreiberangaben maximal 90 s, bis
das eigene Auto wieder bereitgestellt wird und man auch vorwärts
hinausfahren kann.
Ein besonderer Vorteil des Münchener Parkturms: Die Hälfte
der Gondeln ist mit E-Ladeboxen ausgestattet. Das heißt: Während
das E-Auto abgestellt ist und gegebenenfalls im Paternoster
„fährt“, wird die Batterie geladen. Dafür stehen derzeit 11-kW-
Wallboxen zur Verfügung. Die technische Konstruktion des Turms
könnte perspektivisch auch Hochleistungs-HPC-Laden mit 50 kW
oder langfristig sogar induktives Laden möglich machen.
44 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN
02 03
Überhaupt ist den Gründern Simon Schubnell und David Schön
Nachhaltigkeit sehr wichtig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den
ruhenden Verkehr effizienter zu gestalten und den urbanen
Raum neu zu denken“, sagen sie. Durch den geringen Platzbedarf
könnten andere Flächen, die sonst zugeparkt wären, entsiegelt
und ökologisch genutzt werden.
Alternativ kommen freigewordene Flächen auch für den so
dringend benötigten innerstädtischen Wohnraum infrage. Auch
erspart der Parkturm, anders als etwa eine Tiefgarage, die teuren
und aufwendigen Tiefbau arbeiten und er kann leicht zurückgebaut
und an einem anderen Standort wieder errichtet werden.
POTENZIAL LIEGT BEI 40 TÜRMEN
ALLEIN IN MÜNCHEN
Diesem, eigenen Angaben nach, europaweit ersten öffentlichen
Parkturm mit Ladeinfrastruktur sollen nach den Wünschen der
beiden Gründer noch viele weitere folgen. Der nächste ist bereits
an einem zentralen Ort in Berlin geplant, am Hackeschen Markt
im Ortsteil Mitte. Und allein in München, so David Schön, liege
das Potenzial bei 35 bis 40 weiteren dieser Parktürme.
Anders als etwa Parktürme in Asien, die als Vorbild dienten
und die dort oft als nackte Stahlgerippe daherkommen, ist der
Vertical-Parking-Turm in München mit Holzelementen verkleidet
und einige der Flächen sind künstlerisch gestaltet worden.
Der Entwurf der Münchener Künstlerin Mariella Kerscher stellt
zwei miteinander verwobene Nabelschnüre dar, die nach eigenen
Angaben ein weibliches Symbol im Kontrast zum männlich
konnotierten Auto verkörpern sollen.
Bei künftigen Projekten ist auch eine Verkleidung mit Lochblechen
denkbar oder eine Begrünung. Letzteres wäre dann eine Verbindung
von Vertical Parking mit Vertical Gardening und zugleich
ein Beitrag für ein besseres Mikroklima im städtischen Raum.
Bilder: Aufmacher Einklinker Rodriguez, sonstige VePa Vertical Parking
www.rodriguez.de
Das Start-up Vertical Parking suchte nach
einem neuen und flexiblen Spezialisten.
Gute Produktqualität, marktübliche Preise
und keine Mindestabnahmemengen, das
waren die Anforderungen. Und anscheinend
konnten wir das interessanteste Paket aus
Qualität, Kompetenz und Flexibilität bieten.
Wir freuen uns über die Zusammenarbeit bei
diesem innovativen und nachhaltigen
Projekt.
ANDREAS SCHÖN, Produktmanager bei Rodriguez
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 45
SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN
HIGHSPEED-FREQUENZUMRICHTER
KUNST DES GRIFFBRETTS
TRIFFT ANTRIEBSINNOVATION
SPECIAL
Ein Berliner Unternehmen hat sich auf den Bau
von Werkzeugmaschinen zur Optimierung von
Gitarren spezialisiert. Die computergesteuerten
Mehrachs-Fräsmaschinen können die Saitenlage
perfektionieren und somit die Bespielbarkeit
und den Klang edler Instrumente deutlich
verbessern. Ein entscheidender Bestandteil
dieser Lösung sind moderne Frequenzumrichter
eines Antriebsspezialisten aus Lüneburg.
Sie ermöglichen eine präzise Steuerung der
Hochgeschwindigkeits-Frässpindeln. Für den
Maschinenbauer zählten beim Umstieg auf die
neue Motorsteuerung unter anderem auch die
Kompaktheit und die flexiblen Schnittstellen.
Markus Finselberger, Leiter Vertrieb Antriebselektronik,
Sieb & Meyer AG, Lüneburg
Die A+D Gitarrentechnologie GmbH (Plek Berlin) hat sich
der Gitarrentechnik für höchste Ansprüche verschrieben.
Das Ziel der Firma in Kreuzberg: Die bestmögliche
Bespielbarkeit einer Gitarre zu erreichen. Spezielle computergesteuerte
Mehrachs-Werkzeugmaschinen sind die Lösung.
„Wir haben sie konkret für diesen Anwendungsfall entwickelt“,
sagt Produktionsleiter Jens Baae. „Die Maschinen sind das Ergebnis
von jahrzehntelanger Forschung, Erfahrung und dem kontinuierlichen
Dialog mit Gitarrenbaumeistern.“
FINETUNING DER SAITENLAGE
Es gibt zwei Varianten der Werkzeugmaschinen: Plek Pro und
Plek Station. Während das Modell Plek Station für den Service gedacht
ist und fast alle Arten von bundierten Saiteninstrumenten
aufnehmen kann, ist das Modell Plek Pro für die Produktion optimiert.
Hier werden spezielle Adapter für jedes Instrumentenmodell
benötigt, jedoch ist der komplette Prozess automatisiert und
die Bearbeitungszeiten sind dadurch erheblich kürzer als in der
Plek Station.
Die Aufgabe der Maschinen ist die Vermessung und Bearbeitung
von Gitarren und ähnlich aufgebauten Saiteninstrumenten
wie E-Bass, E-Gitarre, Akustik-Gitarre oder Mandoline. Im Mittelpunkt
steht die Erzeugung einer perfekten Saitenlage, sprich
der Höhe der Saiten über dem Griffbrett und den einzelnen Bünden.
„Diese Saitenlage ist je nach Instrument und Vorlieben des
Spielers verschieden“, erläutert Baae. „Um sie zu ermitteln, wird
46 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN
das Instrument zuerst in komplett spielfähigem Zustand – also
korrekt gestimmt mit aufgezogenen Saiten – vermessen.“
Ein Computerprogramm ermittelt die optimalen Werte für die
einzelnen Bundhöhen sowie die Höhe der Saitenauflage im Sattel
(oben) und in der Stegeinlage (unten). Anschließend erfolgt
die Bearbeitung mit passenden Werkzeugmodulen wie einem
Bundfräser und High-Speed-Frässpindeln – dabei werden die ermittelten
Werte in die Realität umgesetzt.
Darüber hinaus können mit der High-Speed-Frässpindel noch
weitere Bearbeitungsschritte durchgeführt werden, wie etwa
eine komplette Neubearbeitung der Oberfläche des Griffbretts,
das Einarbeiten von Taschen für Inlays in das Griffbrett
oder die Neubearbeitung der Schlitze zum Einsetzen
der Bünde in das Griffbrett. Sind schließlich alle
Bearbeitungsschritte abgeschlossen, wird das
Instrument erneut vermessen und der Erfolg
der Bearbeitung kontrolliert.
BESSERE MOTORSTEUERUNG
GESUCHT
Als Drive Controller für die eingesetzten High-
Speed-Frässpindeln kommt der Frequenzumrichter
SD2B plus von Sieb & Meyer zum Einsatz.
Das war jedoch nicht immer so: „Wir haben zunächst
Netzteil und Verstärker des Herstellers der Motorspindeln
genutzt, waren damit aber nie zu hundert Prozent zufrieden“, erzählt
Baae. „Als dann im Zuge eines Generationswechsels beim
Hersteller die neuen Geräte mit anderen Schnittstellen versehen
waren, ohne eine wirkliche Verbesserung mit sich zu bringen, haben
wir uns nach einer Alternative umgesehen.“ Der Markt für
herstellerunabhängige Motorsteuerungen im Bereich der Highspeed-Motoren
ist überschaubar. Und so fiel die Wahl schnell auf
IM MASTER-SLAVE-BETRIEB
LASSEN SICH AUCH MEHRERE
HIGHSPEED-MOTOREN WINKEL-
SYNCHRON BETREIBEN
Sieb & Meyer. „Der SD2B plus konnte unsere Anforderungen erfüllen
und nach einem Test war schnell klar, dass wir das Produkt
einsetzen werden“, so Baae.
Der SD2B plus ist im Schaltschrank der Plek-Maschine verbaut.
Es gibt zwei verschiedene Typen von High-Speed-Spindeln, die
an den SD2B plus angeschlossen werden. Für jeden Spindeltyp
existiert ein eigener Motorparametersatz, welcher bei der Inbetriebnahme
der Plek-Maschine mit der Parametrier- und Inbetriebnahme-Software
Drivemaster2 in den SD2B plus geladen
wird. „Im Betrieb treibt der SD2B plus den Spindelmotor an, die
Parameter werden aus einem PC-Programm über eine serielle
Schnittstelle an den SD2B plus übermittelt“, erklärt Baae. „Wenn
die Spindeln laufen, werden die aktuellen Betriebsparameter wie
Drehzahl und Strom vom PC ausgelesen. Zusätzlich werden über
die digitale I/O-Schnittstelle generelle Maschinenzustände und
Befehle übertragen.“
UNTERSTÜTZT VIELE APPLIKATIONEN
Für jeden Spindeltyp
existiert ein eigener
Motorparametersatz,
welcher bei der Inbetriebnahme
der Plek-Maschine
mit der Parametrier- und
Inbetriebnahme-Software
in den Frequenzumrichter
geladen wird
Der SD2B plus eignet sich als hochdynamischer Servoverstärker
für rotative und lineare Niedervolt-Servomotoren, aber auch für
den optimierten Betrieb von hochdrehenden Niedervolt-Synchron-
und Asynchronmotoren. Die Standardversion des
SD2B plus bietet ein Optimum aus maximaler Betriebsspannung
und Nenn-/Spitzenstrom (80 VDC/10 A),
um möglichst vielen Applikationen gerecht zu werden.
Seit dem Jahr 2020 ist der SD2B plus auch als Hochstromversion
erhältlich. Dieses Gerät erreicht einen 30 Prozent höheren Nennund
Spitzenstrom bei unverändertem Bauvolumen. Der höhere
Ausgangsstrom von 13 A erweitert das Einsatzfeld des Geräts
nochmals erheblich.
„Im Hochgeschwindigkeitsbereich ermöglicht der SD2B plus
als Frequenzumrichter zusätzlich zur sensorlosen Regelung eine
sensorbehaftete Regelung auf Basis von TTL-Gebern“, erläutert
Torsten Blankenburg, Vorstand Technik bei Sieb & Meyer. „So
lassen sich mehrere Hochgeschwindigkeitsmotoren im Master-/
Slave-Betrieb winkelsynchron betreiben.“ Die robuste Drehzahlregelung
erlaubt dabei hohe Massenträgheitsverhältnisse zwischen
Motor und Werkzeug von bis zu 1:100.
FLEXIBLE SCHNITTSTELLEN UND
ANPASSBARKEIT ZÄHLEN
Der Frequenzumrichter SD2B plus verfügt über ein kompaktes
IP20-Gehäuse mit einer Bauhöhe von gerade einmal 25 mm. Somit
eignet er sich besonders für kleine CAD/CAM-Fräsmaschinen.
Das Gerät bietet die Sicherheitsfunktion STO und eine interne
Logik spannungsversorgung.
Neben zwei TTL-Encoder-Ein- und Ausgängen stehen jeweils
fünf digitale Ein-/Ausgänge sowie eine USB-Schnittstelle für eine
einfache Parametrierung zur Verfügung. Eine Servolink-Schnittstelle
ermöglicht den Betrieb mit dem Motion Controller MC2 sowie
die Nutzung von Feldbus-Gateways für Profibus, Profinet und
EtherCAT.
Für Plek waren neben der Unterstützung des Motortyps und
den kompakten Abmessungen vor allem die passenden Schnittstellen
für die Steuerung und die Sicherheitsfunktion des
SD2B plus relevant. „Überzeugt hat uns zudem, dass Sieb & Meyer
die perfekte Anpassung an den Motorentyp möglich macht“, sagt
Baae. „Die Zusammenarbeit war von Anfang an sehr gut. Von der
Bereitstellung eines Testexemplars über die Hilfe bei Fragen zur
Einstellung und Steuerung bis zur Erstellung von Motorprofilen
hat alles tadellos geklappt. Wir sind sehr zufrieden.“
Bilder: Aufmacher Plek Berlin, sonstige Sieb & Meyer
www.sieb-meyer.de
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 47
SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN
SPANNMITTEL MIT MESSINTELLIGENZ
SPANNEN UND MESSEN GLEICHZEITIG
Die Anforderungen an Fertigungsbetriebe steigen: zunehmende
Variantenvielfalt, sinkende Losgrößen, wachsender
Zeit- und Kostendruck. Hainbuch begegnet dieser Entwicklung
mit innovativen Lösungen, die dabei helfen, in der
Produktion flexibler und wirtschaftlicher zu werden, oder
Abläufe komplett zu automatisieren. Um auch in automatisierten
Prozessen die Qualität sicherzustellen, können IQ
Spannmittel mit integrierter Messintelligenz eingebunden
werden, entweder
direkt im Prozess oder
auch als nachgelagerte
Messstation „post-process“.
Das TOPlus IQ
Spannfutter für die
Außenspannung oder
der MAXXOS IQ
Spanndorn für die
Innenspannung messen
dabei kontinuierlich
Werkstückdurchmesser, Werkstückanlage und Spannkraft.
Über berührungslose Daten- und Energieübertragung werden
die Messdaten direkt an die Maschinensteuerung geleitet
und ausgewertet. Die Steuerung führt dann einen Sollwert-
Abgleich durch. Kommt es zu Abweichungen wird eine
Meldung ausgegeben oder sofort eine Korrektur in die Wege
geleitet. Das reduziert Ausschuss und stellt ein konstantes
Niveau sicher. Die IQ Spannmittel sind außerdem in der Lage
steigende Prozesskräfte und somit Werkzeugverschleiß zu
erkennen.
www.hainbuch.com
DREHGEBERLOSE ÜBERWACHUNG VON
WERKZEUGMASCHINEN
In Bearbeitungszentren
und Werkzeugmaschinen
sind rotierende Werkzeuge
eine potenzielle
Gefahr für Bediener. Um
Sicherheit und Arbeitsschutz
zu gewährleisten,
sind Maschinenhersteller
an verbindliche Richtlinien
gebunden. Sieb &
Meyer bietet mit dem
Drive Controller SD2 eine smarte Lösung: Die integrierten,
sensorlosen Sicherheitsfunktionen SFM (Safe Frequency
Monitor) und SLOF (Safe Limited Output Frequency) ermöglichen
eine Überwachung des Stillstands beziehungsweise eine
sichere Begrenzung des Drehfelds der Bearbeitungsspindeln
– ganz ohne zusätzliche Drehgeber. Das Ergebnis: mehr
Sicherheit bei geringerem Kosten- und Wartungsaufwand.
Mit den TÜV-zertifizierten Sicherheitsfunktionen des SD2 von
Sieb & Meyer entfällt die Notwendigkeit zusätzlicher Drehgeber
an den Spindeln. Die Funktionen SFM und SLOF sind direkt
im Drive Controller integriert. Ein weiteres Plus: Alle Drive
Controller der Serien SD2x und SD4x verfügen über einen
Lastindikator, der den drehmomentbildenden Strom des
Motors auswertet und somit akustische Körperschallsensoren
ersetzen kann. Laständerungen des Motors werden durch den
Lastindikator präzise erfasst – eine wertvolle Funktion zur
Werkzeugüberwachung, zum Beispiel hinsichtlich frühzeitiger
Erkennung von Werkzeugverschleiß oder -bruch.
www.sieb-meyer.de
3D-SCANNER TRANSFORMIERT
CNC-PROGRAMMIERUNG
Mit Optimize MyProgramming
/3D-Scanner stellt
Siemens auf der EMO 2025
eine Softwarelösung vor, die
die werkstattorientierte
CNC-Programmierung grund -
legend verändern wird. Die
Software verbindet moderne
3D-Analysetechnologien mit
Programmierung direkt an
der CNC-Steuerung und erhöht so Effizienz, Präzision und
Qualität in der Produktion. Optimize MyProgramming
/3D-Scanner ist Teil des Siemens-Xcelerator-Portfolios und
bereichert dieses durch fortschrittliche Technologien zur
Prozessoptimierung in der Fertigung. Die Lösung zeichnet sich
durch die direkte Integration in Sinumerik Operate aus.
Dadurch können Anwender Programme direkt an der Steuerung
erstellen und optimieren. Durch die nahtlose Übertragung
von Geometrieinformationen aus 3D-CAD-Modellen in
die Programme entfallen umständliche und fehleranfällige
manuelle Eingaben. Der 3D-Scanner bietet maßgeschneiderte
Vorschläge für Fertigungsstrategien, die auf geometrischen
Merkmalen basieren. Diese Funktion führt nicht nur zu einer
enormen Zeit- und Kostenersparnis, sondern auch zu einer
besseren Parametrierung der Bearbeitungszyklen, wodurch
eine konstant hohe Qualität in der Produktion erreicht wird.
www.siemens.com
KLEINE ABMESSUNGEN, GERINGES GEWICHT
Die neuen Wellgetriebe zeichnen sich durch Spielfreiheit,
Wiederholgenauigkeit und Wartungsfreiheit über die
gesamte Lebensdauer aus. Zudem bieten sie eine hohe
Drehmomentkapazität, die laut Hersteller bis zu 15 Prozent
höher ist im Vergleich zu herkömmlichen Wellgetrieben – und
das bei kleinen Abmessungen und geringem Gewicht. Ein
weiterer Vorteil: Die Getriebe können individuell ausgelegt
und exakt auf die jeweilige Applikation abgestimmt werden,
bei Bedarf inklusive Funktions-, Bauteil- und Systemintegration.
Die Basis bildet ein flexibler Produktbaukasten. Auch die
Getriebe-Eigenschaften lassen sich anpassen. Ob Industrieroboter
oder Cobots, Prüf- und Messtechnik, Werkzeugmaschinenbau,
Medizintechnik, Halbleiterindustrie oder aktive
Exoskelette: Die
hochpräzisen, robusten
und kompakten
Wellgetriebe kommen
überall dort zum
Einsatz, wo eine hohe
Performance gefordert
ist, aber nur wenig
Bauraum zur Verfügung
steht. Der
Anwender hat die
Auswahl zwischen Getriebe-Sets, Getriebe-Sets Plus (inkl.
kippsteifer Abtriebswellenlagerung) und Getriebe-Units
(Plug-and-Play). Alle Lösungen sind als Hut- oder Topfgetriebe
sowie mit Hohl- oder Vollwelle realisierbar.
www.nabtesco.de
48 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
SPECIAL WERKZEUGMASCHINEN
PRÄZISE TOOLS ERMÖGLICHEN
INDIVIDUELLE BEWEGUNGEN
Die Auslegung oder Optimierung von Positionier- und
Bewegungstechnik ist oft zeitaufwendig und erfordert viel
Know-how. Genau hier bietet Hiwin die perfekte Unterstützung:
Mit seinen Tools zur Auslegung und Konfiguration von
Antriebskomponenten und deren Zubehör hilft Hiwin,
wichtige Ressourcen seiner Kunden zu bündeln. „Wir entwickeln
unsere Tools selbst, um ein Höchstmaß an Praxistauglichkeit
zu gewährleisten. Das spart nicht nur Zeit, Personal
und Budget in den
Unternehmen
unserer Kunden,
sondern verbessert
auch die Abstimmung
zwischen
Anwendern und uns
als Anbieter. Unser
Ziel ist es, unsere
Kunden mit innovativen Antriebslösungen voranzubringen“,
betont Werner Mäurer, Geschäftsführer der Hiwin GmbH. Von
der präzisen Auslegung und Konfiguration für Konstrukteure
bis zur transparenten Abfrage von Preisen, Lieferzeiten und
Bestellhistorien für Einkäufer deckt das Online-Portal von
Hiwin den gesamten Prozess digital ab.
www.hiwin.de
ROBOTIK-LÖSUNGEN FÜR
WERKZEUGMASCHINEN
Viele Arbeitsprozesse
– vom Handling über
die Beschickung von
Werkzeugmaschinen
bis hin zur Intralogistik
– können durchgehend
automatisiert werden.
Möglich macht dies
KUKAs breites Produktportfolio,
das von der
Hardware bis zur
Software alle benötigten
Bestandteile bereitstellt. Ein Beispiel aus der Metallbearbeitung
ist der KR IONTEC, der automatisiert Bauteile
entgratet. Beim automatischen Werkzeugwechsel sorgt die
KMP 1500P – eine autonome, mobile Plattform, die Werkstücke
sicher zum Zielort transportiert für einen reibungslosen
Materialfluss. Der KR TITAN ultra wurde mit bis zu 1,5 Tonnen
Traglast bei vergleichsweise geringem Eigengewicht entwickelt
für präzises Handling tonnenschwerer Bauteile. Ob
Palettenhandling für Werkzeugmaschinen, Handling von
Motorblöcken, Batteriekästen oder Betonfertigteile – dieser
Roboter bewegt, was andere nicht stemmen können.
www.kuka.com
VERTIKAL-DREHZENTRUM OPTIMIERT FÜR DIE SCHWERBEARBEITUNG
DN Solutions stellt die Maschinenserie PV 6300 vor. Das Vertikal-Drehzentrum ist auf Schwerbearbeitung
in der Automobil- und Energiewirtschaft ausgelegt. Es schließt die Kapazitätslücke zwischen PV
400 und PV 9300 und bietet noch mehr Flexibilität bei der Wahl der Werkstückgröße. Die PV 6300-Serie
verkürzt Zykluszeiten und erhöht die Steifigkeit. Der verstärkte Spindelantrieb sorgt für die stabile
Bearbeitung schwerer Werkstoffe. Mit einer hohen Leistung und großem Drehmoment ermöglicht sie
kraftvolles Zerspanen. Optional steht eine Hochdrehmoment-Spindel zur Verfügung, um die Performance
weiter zu steigern. Auch bei langandauernden Bearbeitungen schwerer Bauteile gewährleistet
die PV 6300 eine hohe Bearbeitungsgenauigkeit. Dies ist durch die integrierten Box-Führung und die
verstärkte Bettkonstruktion möglich, die Vibrationen wirkungsvoll dämpfen.
www.dn-solutions.com
6-ACHS-FRÄSROBOTER
MIT KOMPAKTER SPINDEL
In Werkzeugmaschinen eingesetzte
Spindeln leisten einen wichtigen
Beitrag für die Maschinenproduktivität.
Weiss Spindeltechnologie,
ein Geschäftsbereich der Innomotics
GmbH, weiß, worauf es
dabei ankommt. In einer Kooperation
der besonderen Art ist ein
neuentwickelter 6-Achs-Fräsroboter
entstanden – mit bisher nicht
realisierbarer Bearbeitungsgenauigkeit. Er ist das Ergebnis
einer Zusammenarbeit zwischen Autonox Robotics, Siemens,
Weiss Spindeltechnologie und dem Fraunhofer IFAM. Die
kompakt aufgebaute Frässpindel ist perfekt auf den Einsatz
am Roboterarm abgestimmt und für Hochleistungsanwendungen
ausgelegt. Damit sind besonders harte und andere
hochanspruchsvolle Materialien bearbeitbar.
www.weiss-spindle.com
GESPANNT, ZENTRIERT UND PLAN
AUSGERICHTET
Der Flachkörper-Flanschdorn KFDF ist ein kompaktes Präzisions-Spannzeug
zur Optimierung vieler Dreh-, Bohr-, Schleif-,
Fräs- und Wuchtprozesse in Getriebebau, Zahnrad-Fertigung
und Werkzeugherstellung. Er punktet mit präzisem Rundlauf,
einer kurzen Spannlänge und einem serienmäßigen Spanndurchmesser
von bis zu 375 mm, der sich durch den Einsatz
alternativer Spannelemente auf bis zu 560 mm erweitern
lässt. Abgesehen von seiner Rundlaufgenauigkeit von
≤ 0,01 mm gewährleistet der KFDF eine exakte Zentrierung
und eine plane Ausrichtung des eingespannten Werkstücks.
Das System besteht aus sechs Hauptkomponenten, deren
Herzstück eine unter Vorspannung
stehende, fächerförmig geschlitzte
Stahlscheibe ist. Da das Spannzeug rein
mechanisch arbeitet, benötigt es keine
pneumatische oder hydraulische
Energiezufuhr.
www.ringspann.de
www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2025/05 49
VORSCHAU
IM NÄCHSTEN HEFT: 06/2025
ERSCHEINUNGSTERMIN: 12. 09. 2025 • ANZEIGENSCHLUSS: 28. 08. 2025
01
03
02
01 In Teil 2 der Artikelserie rund um den für seine
Schwerelosigkeitsversuche bekannten GraviTower
Bremen Pro wird der Einsatz weiterer Industriestoßdämpfer
beschrieben
Bild: ZARM, Universität Bremen/ACE
04
DER DIREKTE WEG
INTERNET:
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E-PAPER:
digital.derkonstrukteur.de
REDAKTION:
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02 Laser-Distanzsensoren messen äußerst präzise und
genau Abstände – auch auf kritischen Oberflächen
Bild: Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG
03 Für den wohl schnellsten Rundtaktautomaten der
Welt realisierte der Sondermaschinenbauer Strama-MPS
in Zusammenarbeit mit Schaeffler ein außergewöhnliches
Antriebskonzept
Bild: Schaeffler
04 Wenn es um moderne Fertigungsstrukturen und
effektive, automatisierte Produktionsabläufe mit hoher
Produktivität geht, besitzt die Montage- und Handhabungstechnik
eine zentrale Bedeutung
Bild: RK Rose+Krieger
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
50 DER KONSTRUKTEUR 2025/05 www.derkonstrukteur.de
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