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Die Wirtschaft Köln - Ausgabe 05 / 25

Mehr Wissen, besser entscheiden, erfolgreich unternehmen: Die Wirtschaft Köln bietet Ihnen mit exklusiven Einblicken in Branchen, Märkte und Betriebe acht Mal jährlich einen spannenden Mix aus aktuellen Nachrichten der Kölner Wirtschaft, Unternehmensportraits und Interviews mit Entscheidern der Region.

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WWW.DIEWIRTSCHAFT-KOELN.DE | AUSGABE 05.25

DAS WIRTSCHAFTS-MAGAZIN FÜR KÖLN UND DIE REGION

KARRIERE,

KI UND

NEUE CHANCEN

Führungskräfte am Limit:

Was niemand über die Einsamkeit an der Spitze sagt

Foto: Alex Weis | Illustration: Vector Tradition - stock.adobe.com

10 JAHRE

GATEWAY ESC

Marc Kley im Interview

KORRUPTION

Was ist sozialadäquat, was nicht?


Kongress

15. Thementag Außenwirtschaft

15. – 1 6. Oktober 2025 | Pullman Cologne, Köln

Experten referieren – Praktiker diskutieren

Steigende Risiken im Welthandel: Der Thementag Außenwirtschaft

ist Ihr umfangreiches Update zu aktuellen Entwicklungen im Bereich

Außenwirtschaft. Der Thementag Außenwirtschaft findet jährlich im

Oktober in Köln statt und lädt Zollverantwortliche, Exportkontroll -

b e auftragte und Ausfuhrverantwortliche ein, mit Branchenexpert:innen

und anderen Teilnehmenden in den Austausch zu gehen.

Weitere Informationen und Anmeldung

reguvis.shop/ttaw25

veranstaltungen@reguvis.de

Tel: 02 21-9 82 31 800


Vorwort |

LIEBE LESERINNEN

UND LESER,

macht. Bleibt also doch noch was Positives

am Ende ihrer Amtszeit hängen.

an der Spitze ist es einsam. Was das für

Unternehmen und ganze Belegschaften

zur Folge hat, erläutert in unserer Titelgeschichte

Klaus Offermann. Auf dem Spannungsfeld

zwischen Psychotherapie und

Business Coaching sieht er sich als Ghost

Coach. Der zuhört, die richtigen, auch unangenehmen

Fragen stellt und dabei vor

allem eines ist: diskret. Ob es um Standorte

oder Standpunkte geht, um Hunderte Mitarbeiter

oder Millioneninvestitionen – Vertraulichkeit

ist für Offermann das A und O

in seinem Job.

Eine Kölnerin hat in den vergangenen

zehn Jahren erfahren dürfen, wie einsam

es werden kann ganz oben. Im September

hat unsere parteilose Oberbürgermeisterin

Henriette Reker fertig. Die Hoffnung jedenfalls,

dass eine parteilose Person an der

Stadtspitze besser regieren und schneller

entscheiden kann, hat sich zerstäubt wie

4711 im Flakon. Dann ist man geneigt zu

sagen, lieber wieder den Parteienklüngel –

da weiß man, was man hat und bekommt.

Das Erstaunliche an der Arbeit der Stadt

ist, dass sie die immer gleichen Probleme

seit Jahren vor sich herschiebt. Neue Problemfelder

werden erschlossen, ohne dass

die alten erledigt werden. Schulen und

Kitas, ÖPNV und der Zustand der Museen,

Sauberkeit und Sicherheit stehen immer

wieder auf der Agenda, die auf diese Weise

länger und länger wird. Dass die 700 Spielplätze

in der Stadt zu „Spiel- und Aktionsflächen“

mutieren sollten – geschenkt. Die

OBin hat es per Machtwort rückgängig ge-

„Liebe deine Stadt“ ist in riesigen Lettern

für den zu lesen, der über die Köln zerschneidende

Nord-Süd-Fahrt in ebendiese

Richtung fährt. Irgendwie würden wir das

ja gerne, aber der Schaden, der der Stadt in

schöner Regelmäßigkeit – sowohl finanziell

wie auch das Image betreffend – zugefügt

wird, ist einfach zu groß. Oper, das

immer noch bestehende Loch am Waidmarkt,

Technisches Rathaus und, und, und

– ohne lange in Archiven zu wühlen, hat

man Kölns Achillesfersen aufgezählt.

Man kann das auch professionell angehen

und schickt das Meinungsforschungsinstitut

forsa ins Rennen. Wie es der Kölner

Stadt-Anzeiger getan hat. Zwei Drittel der

Befragten im Rahmen des „Köln-Checks“

erwarten vom nächsten OB und Stadtrat

keine Besserung. Das Rennen um die

Nachfolge von Henriette Reker ist völlig offen

– nicht zuletzt, weil mehr oder minder

unbekannte Personen auf dem Wahlzettel

erscheinen.

Aber wir haben ja noch eine Wahl im September.

Der 1. FC Köln sucht einen neuen

Vorstand. Zur Wahl stehen erstmals drei

Dreierteams. In der Vergangenheit hatte

der Mitgliederrat einen Kandidaten gesucht.

Der konnte abgenickt werden – oder

bekam den gesenkten Daumen gezeigt. Die

Versammlung am 27. September findet im

RheinEnergieSTADION statt. Ein würdiger

Rahmen, um die wieder erstklassigen

Geißböcke in ruhigere Fahrwasser und erfolgreiche

Zeiten zu führen.

Herzlichst

Eugen Weis, Herausgeber

IMMER

UP TO

DATE

www.diewirtschaft-koeln.de

Trends und Entwicklungen

in der Immobilienbewertung

Kölner

Wertermittlertag

25. September 2025 | Köln und online

Freuen Sie sich auf folgende

Highlights:

• Grußwort zum 10-jährigen Jubiläum des

Kölner Wertermittlertages (live zugeschaltet)

Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Kleiber

• ESG und Nachhaltigkeitskriterien aus kreditwirtschaftlicher

Sicht und deren Auswirkungen

auf den M arktwert

Helmut Kolb

• Energieeffizienz und deutsche Wohnungsmärkte

– Erkenntnisse aus der aktuellen

Forschung

Steffen Zetzmann

• Immobilienmarkttransparenz in Deutschland

– Herausforderungen für die Wertermittlung

und die Rolle der Gutachterausschüsse

Dipl.-Ing. Peter Ache

• Ausgewählte Fragen zur Anwendung der

ImmoWertV und ImmoWertA

Dr. Daniela Schaper

• Von der Theorie zur Praxis: Merkantiler

Minderwert in der Immobilienbewertung

Dipl.-Ing. Daniela Unglaube

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– Strategien für Gründung,

Nachfolge und Haftungsoptimierung

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Dipl.-Finanzwirt Wilfried Mannek

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Wertermittlung in Deutschland?

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| Inhalt

HIGHLIGHTS DIESER AUSGABE

Foto: Alex Weis

10

BLUBBERN FÜR DEN ERFOLG

Learnings über die Stimme

........................................................... ab Seite 10

Foto: Farina Renegade Foto: Alex Weis

06

INTERVIEW

Klaus Offermann im Gespräch

...........................................................ab Seite 06

16

KOMMUNALRANKING 2025

Wo steht der Regierungsbezirk Köln?

...........................................................ab Seite 16

IMPRESSUM

Verlag und Herausgeber:

Weis Wirtschaftsmedien GmbH

Eugen Weis

Hahnenstr. 12, 50667 Köln

Telefon 0221.4743924

info@diewirtschaft-koeln.de

www.diewirtschaft-koeln.de

Objekt- und Anzeigenleitung:

Alex Weis

Hahnenstr. 12, 50667 Köln

Telefon: 0221.4743924

anzeigen@diewirtschaft-koeln.de

Redaktionsleitung:

Matthias Ehlert (ViSdP)

Hahnenstr. 12, 50667 Köln

redaktion@diewirtschaft-koeln.de

Redaktion:

Matthias Ehlert (me), Heribert Eiden (he),

Monika Eiden (mei), Laudine Großmann

(lg), Anne Horsten (ah), Jana Leckel (jl),

Karoline Sielski (ks), Maike Walter (mw),

Eugen Weis (ew)

Hauptstadtkorrespondent:

Falk S. Al-Omary

Jahrgang: 10, Heft 05/2025

Auflage: 17.000 Exemplare

Fotos: stock.adobe.com, Alex Weis,

Envato, sowie Kunden und privat

Druck:

Druckhaus DOC

Zeißstr. 23-27, 50171 Kerpen

Telefon: 02237.9757011

Gestaltung / Layout:

amannDESIGN

Humboldtstr. 60, 51379 Leverkusen

Telefon: 02171.7053860

www.amanndesign.de

© Weis Wirtschaftsmedien GmbH 2025 - Nachdruck und Vervielfältigungen jeglicher Art, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. Alle Urheberrechte

liegen bei

/ oder beim Verlag bzw. den Autoren. Auch Werbeschaltungen sind urheberrechtlich geschützt. Es gelten unsere AGBs. Erfüllungsort

und Gerichtsstand ist Köln. Unser Verlag wird beraten und rechtlich vertreten durch: Rechtsanwälte Stiletto Wilhelm & Kollegen.

4 www.diewirtschaft-koeln.de


Inhalt |

18

IMMOBILIEN

Trend zum Optimismus

................................ ab Seite 18

Foto: Keith - stock.adobe.com Foto: contrastwerkstatt - stock.adobe.com

VERPACKUNGSSTEUER

Weniger Einweg – zu welchem Preis?

................................ ab Seite 32

WEITERE THEMEN:

Resilienz ..................................... S. 20

Marketingkonzepte .................... S. 24

NetCologne ................................. S. 26

Tinnitus ...................................... S. 34

... und vieles mehr ...

Foto: Lumos sp - stock.adobe.com

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32

MISTER MATCHING®

ist Martin Müller ist

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Ihr Trainer und Berater für

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Kundengewinnung

WEITERBILDUNG

Kölner VHS erhält Siegel

................................ ab Seite 36

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Hinweise: Es gilt die Anzeigenpreisliste aus

November 2023. Namentlich gekennzeichnete Artikel

geben nicht in jedem Falle die Meinung des

Herausgebers wieder. Für unverlangt eingesandte

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Stand September 2025

MISTERMATCHING®

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Inhaber: Martin Müller

Tel. 02236-373820

martin@mister-matching.de

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w | Titelstory

KARRIERE, KI UND

NEUE CHANCEN

Führungskräfte am Limit: Was niemand über die Einsamkeit an der Spitze sagt

Foto: Alex Weis | Illustration: Vector Tradition - stock.adobe.com

6 www.diewirtschaft-koeln.de


Titelstory | w

Wer hinter die Kulissen der schillernden Social-Media-Fassaden blickt, wird dort viel

Verzweiflung, Enttäuschung, Ratlosigkeit, Traurigkeit und Wut entdecken. Was in

Meetings als Erfolg gepriesen und in öffentlichen Statements mit absoluter Klarheit

deklariert wird, ist nicht selten das Ergebnis eines inneren Kampfes – mit sich selbst

als Führungskraft oder einem Team, das jenseits vereinbarter Floskeln ganz andere

Interessen verfolgt.

Die meisten Entscheidungen, die als alternativlos

gelten, sind in Wahrheit fade

Kompromisse, die irgendwer mit irgendwem

eingehen musste. Nichts ist klar in

einer Welt, in der es Orientierung kaum

noch geben kann. Frustration, innere Leere

und Depressionen plagen nicht nur die,

die in irgendeiner Weise materiell Not leiden.

Es ist kein Phänomen derer, die es

nicht oder noch nicht an die Spitze geschafft

haben und denen man gerne Neid

oder Unzufriedenheit unterstellt. Im Gegenteil:

Je mehr Fallhöhe jemand hat, desto

größer ist nicht selten das Gefühl der

Ohnmacht, der Einsamkeit und der Verunsicherung,

der Gedanke, niemandem vertrauen

zu können oder erdrückt zu werden

von der Verantwortung, die man einst

mit Begeisterung übernommen hat. Dies

alles sind keine Luxusprobleme, sondern

emotionale, teils existenzielle Krisen, die

nicht nur einzelne Personen individuell

belasten, sondern im Extremfall ganze

Unternehmen gefährden können.

Hinter den Kulissen

wachsen die

Selbstzweifel

Menschen haben sich

verändert – nicht immer

zum Guten

Karrieren sind unsicher, weil Corona die

Menschen verändert hat – meist nicht

zum Guten. Ränkespiele, Illoyalitäten und

Ego-Mitnahmeeffekte haben weiter zugenommen.

Zugleich gefährden KI und Robotik

ganze Branchen und Geschäftsbereiche.

Niemand kann sicher sein, dass er

weiterhin in der Art und Weise gebraucht

wird wie derzeit. Und Kriege, Katastrophen

und Rezession belasten die Psyche. Wie

also soll Klarheit entstehen? Woher sollen

Zuversicht und Optimismus kommen?

Woher die Kraft und der Mut, Entscheidungen

zu treffen, die zumindest eine Planung

erlauben und eine Vision für die Zukunft

möglich erscheinen lassen?

Antworten auf diese Fragen findet Klaus

Offermann. Er ist Deutschlands erster

Ghost Coach, unterstützt seine Klienten

diskret und im Hintergrund, wenn diese

nicht weiterwissen. Etwa, wenn politische

Ränkespiele lähmen, Verantwortung einsam

macht oder Entscheidungen Klarheit

benötigen.

fehlt ein Sparringspartner außerhalb des

eigenen Systems. Familie, Kollegen, enge

Freunde, sie alle haben eigene Interessen

und sind nicht objektiv. Interessenfrei, nur

dem Wohle des Klienten gegenüber verpflichtet,

kann ein Coach unterstützen,

Meinungen äußern und abwägen, Rückfragen

stellen oder einfach nur zuhören.

Die richtigen Fragen zu stellen ist wichtig

– Fragen, die einem Kollegen, Mitarbeiter

oder Vorgesetzte nicht stellen: Was willst

du? Was bewegt dich? Wie passt das zu deinem

inneren Kompass? Um nur einige zu

nennen.

w: Das klingt eher nach

Psychotherapie als nach Business-Coaching.

Klaus Offermann: Ich habe etliche Ausbildungen

und Zertifikate auch aus der

Therapie, auch aus den Bereichen Ernährung

und Gesundheit. Deswegen kann ich

die Persönlichkeit ganzheitlich begleiten.

Aber Coaching ist normalerweise keine

Therapie, sondern tatsächlich Sparring.

Es geht nicht um Kuscheln, sondern um

Klarheit, nicht um Entspannung, sondern

um Ergebnisse. Coaching, zumindest so,

wie ich Coaching verstehe, ist keine Seelenmassage

oder Weichspülerei, sondern

Arbeit an der inneren Stärke. Es geht um

Resilienz und um Bewertungen, die sonst

nicht oder nicht objektiv vorgenommen

worden wären. Es geht um den Abgleich

des eigenen Wollens und Könnens mit einer

sich ständig verändernden Realität.

Ein Unternehmer, der längst kein Unternehmer

mehr sein möchte, weil das, was

einst „sein Geschäft“ war, real oder gefühlt

nicht mehr existiert, ist kein Unternehmer,

der mutig die Veränderungen anzugehen

bereit ist, die vielleicht dringend

notwendig wären. Ein Politiker oder hoher

Verwaltungsbeamter, der permanent

Klarheit, Sicherheit und maximale Überzeugung

zur Schau stellen muss und dem

Zweifel als Schwäche ausgelegt werden,

was wiederum die Wiederwahl gefährden

könnte, ist kein Spitzenfunktionär,

der das Land oder seine Behörde mutig

in die Zukunft führen kann. Hinter den

Kulissen wachsen die Selbstzweifel und

der Wunsch, etwas radikal zu verändern.

Nur was? Entscheidungen sind schwerer

denn je, weil gesellschaftliche Trends und

technologische Innovationen sich immer

schneller verändern, als man sich selbst

verändern kann. Was draußen passiert,

verstärkt die Ohnmacht im Innern.

w: Herr Offermann, was

kann Coaching bewirken?

Klaus Offermann: Vielen Menschen in Spitzenpositionen

und mit viel Verantwortung

w: Warum Ghost Coaching?

Wo liegt der Unterschied?

Klaus Offermann: Meine Klienten schätzen

in besonderer Weise die Diskretion.

Auch Start-Ups profitieren im hohen Maße von der Zusammenarbeit mit Klaus Offermann

Foto: Alex Weis

www.diewirtschaft-koeln.de 7


w | Titelstory

Foto: Alex Weis | Illustration: Vector Tradition - stock.adobe.com

Je herausragender eine Stellung ist, desto

wichtiger ist es, dass Themen vertraulich

besprochen werden. Namen, Zahlen,

persönliche oder unternehmensinterne

Themen, das alles gehört nicht in die Öffentlichkeit.

Das garantiere ich meinen

Klienten. Klassische Executive Coaches

fragen gerne nach Referenzen oder posten

Geschichten – das verbietet sich als Ghost

Coach, auch, weil Coaching immer noch

allzu gerne mit Lebensberatung gleichgesetzt

wird. Dieser Art der öffentlichen

Trivialisierung setze ich Vertraulichkeit

entgegen. Themen der maximalen Verantwortung,

wenn es um Millioneninvestitionen,

Hunderte Mitarbeiter, Standorte

oder Standpunkte geht, müssen hinter

verschlossenen Türen bleiben, unter allen

Umständen. Das neben meiner Aufgabe

als Sparringspartner sicherzustellen,

macht mich zum Ghost Coach.

w: Was hat sich in den

letzten Jahren verändert? Geht es unseren

Führungskräften tatsächlich schlechter?

Klaus Offermann: Das ist objektiv kaum

messbar. Jeder trägt sein Päckchen anders.

Insgesamt haben in der Gesellschaft

die Zahlen psychischer Erkrankungen

und der messbaren Unzufriedenheit zugenommen.

Dass dies in den Chefetagen anders

sein soll, ist wenig wahrscheinlich.

In meiner Praxis erlebe ich, wie sehr immer

mehr bekannte Persönlichkeiten und

Verantwortungsträger eine Begleitung benötigen,

weil die Welt schon deutlich komplexer

geworden ist und die Erwartungen

gestiegen sind. Jedes vermeintliche Fehlverhalten

gelangt heute in die Öffentlichkeit

und wird öffentlich debattiert. Das

war früher anders. Alles ist volatil, unsicher,

komplex und ambig. Die VUKA-Welt

ist real und dreht sich schneller, auch

durch Werturteile unbeteiligter Dritter in

den sozialen Netzwerken. Die Verantwortung

in diesen Zeiten ist größer als früher,

die Konsequenzen von Fehlentscheidungen

auch. Wenn Innovationszyklen immer

kleiner werden, werden Entscheidungen

zunehmend irreversibel. Das zehrt an der

Persönlichkeit. Die wenigsten Menschen

sind derart abgestumpft, dass diese Entwicklung

für ihre mentale Stärke keine

Belastung darstellt.

w: Was sind die wichtigsten

Themen, mit denen Menschen zu

Ihnen kommen?

Ghost Coaching ist deutlich mehr als nur ein weiteres Executive-Programm

Klaus Offermann: Oft höre ich, „Unternehmer

sein, macht keinen Spaß mehr“ oder

8 www.diewirtschaft-koeln.de


Titelstory | w

„Von dem, für das ich einmal angetreten

bin, ist nicht mehr viel übrig“. Viele sehen

sich gezwungen, gegen ihre eigene Überzeugung

zu handeln. Wer einmal Freude

an Handwerk hatte und jetzt mehrere Hundert

Menschen zu führen hat und Multimillionen

bewegt, kann sich entfremdet

fühlen. Die Dinge haben sich einfach so

entwickelt. Unternehmen sind gewachsen,

und plötzlich ist man CEO statt jemand, der

selbst etwas erschafft. Oder Manager, die

immer stolz waren, menschlich gut funktionierende

Teams zu formen. Und heute

treffen diese Menschen Entscheidungen

über KI-Tools, die für mehr Effizienz sorgen

sollen. Rollen und Erwartungen haben

sich verändert, man selbst sich aber nicht

– oder nicht in dem Maße. Hinzu kommen

die ständigen Kontrollen durch IT, Vorgesetzte,

die öffentliche Meinung, Bürokratie

oder Berichtspflichten. Alles ist transparent,

gefühlt nimmt die persönliche Freiheit

ab. Aber genau die war für viele das

Motiv, Karriere zu machen. Wenn ich erst

dieses oder jenes erreicht habe, dann kann

ich … Das Erleben weicht immer mehr von

den eigenen inneren Motiven ab. Das sind

die Themen. Die Folgen sind aber unterschiedlich

und sehr individuell.

w: Wie können Sie unterstützen?

Klaus Offermann: Nur selten sind Ausstieg

und Neuanfang das Ergebnis. Zumeist geht

es darum, sich mental, emotional und persönlich

neu zu justieren, um so eine bessere

Führungskraft zu werden oder sich neue

Ziele zu setzen, die mit dem eigenen Wesen

in Einklang stehen. Erfolg wird oft neu

definiert – und im Gespräch ergeben sich

Möglichkeiten, auch die Segel in die neue

Erfolgsrichtung zu setzen. Hier spielen viele

Aspekte mit hinein, die von Gewohnheiten

und inneren Überzeugungen bis zu

Verhaltens- und Denkweisen reichen.

w: Wie sehen diese Erfolge

konkret aus?

Klaus Offermann: Ich kann hier nur Beispiele

nennen. Aber was ich als Feedback

bekomme, ist beispielsweise, dass Klienten

sagen, dass sie nun schneller und fokussierter

Entscheidungen treffen können

– auch unter Druck. Oder dass ihnen Muster

und politische Dynamiken nun eher

auffallen und sie diese zu nutzen wissen.

Oder dass sich die Kommunikationsfähigkeit

und die Beziehungen verbessert haben

– im Unternehmen und privat. Nicht

selten geht es auch um Wirkung. Vielen ist

das notwendige Eigenmarketing zuwider.

Ich unterstütze sie dann dabei, Lautstärke

und Reichweite von echter Wirkung zu unterscheiden.

w: Sie sprechen auch oft

davon, dass es an der Spitze einsam ist.

Klaus Offermann: Ja, das ist auch so. Der

Erfolg hat immer viele Väter, aber im Scheitern

ist man meistens allein. Die Unsicherheit

wächst, oft da, wo man sie am wenigsten

vermutet. Funktionieren und seinen

Job machen reicht vielen nicht mehr. Das

gilt für die meisten meiner Klienten, aber

auch für die Strukturen, in denen sie arbeiten.

Verantwortung und Führung haben

einfach eine neue Dimension bekommen.

w: Inwieweit ist Coaching

auch für Teams sinnvoll?

Klaus Offermann: Coaching ist auf gleich

drei Ebenen in Bezug auf Teams oder Abteilungen

sinnvoll: erstens bei Neueinstellungen.

Mit Persönlichkeitsanalysen

und anderen psychologischen Verfahren

lässt sich ergründen, ob jemand in ein

Team passt und welche Rolle er im Team

einnehmen kann. Zweitens können Stärkenanalysen

und individuelle Persönlichkeitsentwicklungen

dabei unterstützen,

die Performance Einzelner oder des gesamten

Teams zu steigern. Und drittens können

ganze Teams systemisch entwickelt

werden. Letztlich geht es beim Coaching

immer auch um die Interaktion mit anderen,

deswegen ist es für Teams besonders

wertvoll.

Oft werde ich bei Stellenbesetzungen hinzugezogen

oder um Organigramme zu optimieren.

Dabei helfen mir auch die vielen

Ausbildungen, die ich neben dem reinen

Coaching absolviert habe. So bin ich betriebswirtschaftlich-kaufmännisch

geschult,

arbeite mit Haller Diagnostics,

einer in der Schweiz entwickelten wissenschaftlich

fundierten Standortbestimmung

der Persönlichkeit, und bin Face-Reading-Profiler.

w: Eine ganz andere Frage:

Sie sind auch als Speaker unterwegs

und veranstalten in Köln regelmäßig die

Nacht der Redner. Wie passt das zusammen?

Klaus Offermann: Persönlichkeitsentwicklung

hat viele Facetten. Manchmal

braucht es nur einen kleinen Impuls statt

eines langen Coaching-Programms. Gute

Keynotes können etwas bei den Menschen

bewirken – mit der Kraft des Humors oder

einfach durch Wissenshäppchen. Keynotes

sind eigentlich nur eine andere Darreichungsform

für den ersten Schritt hin zu

einem besseren Leben in einem bestimmten

Bereich. Insofern sehe ich hier keinen

Widerspruch. Ich möchte Wissen teilen

und habe auch den Anspruch, Vorurteile

rund um das Thema Coaching abzubauen.

Schauen Sie sich mal eine Nacht der Redner

in Köln an – das ist Netzwerk, Unterhaltung,

Know-how und Persönlichkeitsentwicklung

auf leichte Art.

w: Wie sieht eine Zusammenarbeit

mit Ihnen aus?

Klaus Offermann: Das hängt von der Themenstellung

ab. Bei einzelnen und individuellen

Fragen können einzelne Sessions

gebucht werden. Ich biete aber auch Mentoring-Programme

an oder Langzeitbegleitungen.

In Unternehmen bin ich auch

manchmal über mehrere Jahre gebucht,

um Prozesse zu begleiten oder zu entwickeln.

Am Ende ist nicht das Format entscheidend,

sondern dass die Ziele erreicht

werden und sich die gewünschten Erfolge

einstellen. W

Über Klaus Offermann

Klaus Offermann ist ein erfahrener

Executive Coach, Trainer und Mentor

sowie Bestseller-Autor mit über 30

Jahren Praxiserfahrung. Er ist spezialisiert

auf Leadership, Kommunikation

und Persönlichkeitsentwicklung

und nutzt sein fundiertes Wissen in

Psychologie und Führungsstrategien,

um die Leistungsfähigkeit von Unternehmen

und Teams zu steigern. W

Weitere Informationen unter

www.klausoffermann.com

Eugen Weis

Foto: Alex Weis

www.diewirtschaft-koeln.de 9


| Macher & Märkte

BLUBBERN

FÜR DEN ERFOLG

Learnings über Stimme, Wirkung und Wahrnehmung eines Medientrainings

Foto: Farina Renegade

ein Unterdruck entsteht. Der Brustraum öffnet

sich, die Stimme bekommt mehr Resonanz.

Und die Spannung fällt ab.“

Die Erklärung leuchtet mir ein und ich merke

tatsächlich, dass sich etwas verändert

hat an meiner Stimme. Trotzdem muss ich

sagen, ich hätte nie gedacht, dass ein bisschen

Wasserglas-Akrobatik so viel mit professionellem

Auftreten zu tun hat. Aber es

stimmt. Ich fühle mich tatsächlich präsenter

und klarer.

Grimassen

für alle Lebenslagen

Swantje Freifrau von Massenbach ist Journalistin, Medientrainerin und TV-Gesicht

– unter anderem bekannt durch ihre Zeit als fest angestellte Redakteurin beim Westdeutschen

Rundfunk und im ARD-Hauptstadtstudio. Hier hat sie vor allem für die

Tagesschau und die Tagesthemen gearbeitet und sie ist auch bekannt durch ihr eigenes

Online-Talkformat „No Risk No Chance“. Heute geht es aber nicht um ihre Gäste,

sondern um mich.

Ich sitze mit einem Strohhalm vor einem

Wasserglas. Und das ist kein verspäteter

Kindergeburtstag. Sondern der Auftakt meines

Medientrainings bei Swantje Freifrau

von Massenbach. Ich will wissen, wie ich

meine Stimme, meine Wirkung und meine

Medienpräsenz verbessern kann – für Interviews,

Talks, vielleicht sogar eine eigene

Kamera-Ansprache für w,

mein Magazin.

Swantje lächelt und sagt: „Hier ist ein Glas,

gefüllt zu einem Drittel mit stillem Wasser.

Bevor wir losblubbern, zählen wir erst mal

die Vokale auf. A – E – I – O – U. Dann die

Wochentage und die Zahlen von eins bis sieben.“

Dann kommt der Strohhalm ins Spiel.

Ich soll ihn locker in den Mund nehmen,

die Lippen schließen und ganz sanft in das

Wasserglas blubbern. Also genau das, was

„Medientraining hilft in allen Bereichen der Kommunikation",

sagt Swantje Freifrau von Massenbach

man früher auf Familienfeiern nicht durfte.

Jetzt ist es Teil des Medientrainings.

Ich muss aber trotzdem lachen, als ich den

Strohhalm im Mund habe und überlege,

wann ich so ein Teil überhaupt das letzte

Mal im Mund hatte. Vielleicht mit meinen

Enkelkindern. Ich überlege, dass ich das

demnächst mit ihnen mal machen werde,

das wird ein großer Spaß – für alle.

Während ich blubbere, soll ich summen.

Zwei Minuten lang. Danach heißt es wieder:

Vokale, eins bis sieben und die Wochentage

aufzählen. Sie fragt mich, ob ich eine Veränderung

merke.

„Ja,“ sage ich, „ich habe das Gefühl, dass

meine Stimme anders klingt. Irgendwie

voluminöser, ruhiger, kräftiger. Kann das

sein?“ Sie nickt und sagt: „Das liegt daran,

dass durch das Blubbern und das Summen

Danach geht’s direkt weiter mit der nächsten

Entspannungsübung, diesmal fürs Gesicht.

Es heißt jetzt: Grimassen schneiden. Mund

aufreißen. Lippen rollen. Die Stirn runzeln.

Die Zunge rausstrecken. Swantje macht’s

vor, ich mach’s nach. Wir lachen beide.

„Das Gesicht wird oft vergessen“, sagt sie.

„Aber wenn du verkrampft bist, sieht man

das. Grimassen lockern – und machen gute

Laune. Und genau das willst du auch transportieren,

wenn du sprichst.“

Ich nehme mit: Grimassen darf man immer

machen. Vor dem Video-Call. Vor dem Interview.

Vor dem Kundenmeeting. Es bringt

was und fühlt sich dabei auch noch gut an.

Dann geht’s an den Kern. Swantje interviewt

mich. Was ist das Besondere an meinem Magazin?

Ich erzähle: „w das

Wirtschaftsmagazin für Köln und die Region

ist seit Jahren das Unternehmermagazin

für Köln – ein Traditionsmedium mit modernem

Anspruch.“ Sie hört aufmerksam

zu, hakt nach, lässt mich erzählen – und

gibt mir danach Feedback. „Was du sagst,

ist super“, sagt sie. „Aber noch stärker

wird’s, wenn du deine Kernbotschaft gleich

zu Beginn setzt. Am besten mit einem anschaulichen

Beispiel. Dann holst du die

Menschen direkt in ihrer Lebenswirklichkeit

ab. Neulich hattest du doch die Titelgeschichte

über Annette und Susanne Imhoff,

die Töchter des Kölner Schokoladenkönigs

Hans Imhoff, im Magazin. Schokolade ist etwas,

da hatten alle schon mal Berührungspunkte

zu. Das ist mitten aus dem Leben. Da

verbindet jeder etwas mit.“

10 www.diewirtschaft-koeln.de


Macher & Märkte |

Medienprofi

durch und durch

Dann erzählt sie mir etwas über sich, was

mir noch mal klar macht, wie fundiert dieses

Medientraining eigentlich ist. Sie hat

nicht nur selbst moderiert, sie hat auch hinter

der Kamera gearbeitet. Und sie weiß, wie

es ist, unter großem Druck zu funktionieren.

Ob in Köln oder im ARD-Hauptstadtstudio

in Berlin – es gab Situationen, da

musste sie innerhalb von Minuten reagieren:

„Manchmal hat man kaum Vorkenntnisse

und trotzdem muss ein Beitrag raus.

Dann gilt: Informationen schnell sammeln,

das Wichtigste filtern, sofort auf den Punkt

kommen.“

Vor drei Jahren hat sie sich selbstständig

gemacht mit ihrer Medienakademie. Die

trägt ihren Namen. „Ich habe da gar nicht

lange drüber nachgedacht, wie ich meine

Akademie nenne. Mir war klar, dass sie

meinen Namen haben sollte, weil der dem

einen oder anderen durch meine Arbeit

beim Fernsehen und als stellvertretende Geschäftsführerin

eines Wirtschaftsverbandes

bekannt ist. Wieso sollte ich das nicht

nutzen?“ Deshalb heißt ihr Unternehmen

auch „Swantje Freifrau von Massenbach –

Medienakademie“ mit Sitz in Köln. Ihr Training

bietet sie dort an, fährt zu ihren Klienten,

alles natürlich auch online möglich.

Ich merke: Swantje Freifrau von Massenbach

weiß, was sie macht. Sie erzählt von

der Berichterstattung beim Einsturz des

Kölner Stadtarchivs. Wie sie sich aufs Fahrrad

schwang, um schneller vor Ort zu sein,

weil Straßen gesperrt waren. Wie sie zu den

Kollegen aus der Hamburger Zentrale der

Tagesschau sagte: „Ich bin jetzt angekommen,

sehe aber das Kamerateam und den

Übertragungswagen noch nicht. Wenn alle

Stricke reißen und die in den nächsten zehn

Minuten nicht da sind, dann machen wir

eine Telefonschalte und ihr macht ein Foto

von mir hinten auf eure Wand – besser als

gar nichts.“

Am Ende klappte alles, aber sie war auf Plan

B vorbereitet. Sie hatte sich auf die Schnelle

Infos von Feuerwehr und Polizei organisiert.

Und sie hat beschrieben, wie sie die

Lage sieht, wie viele Leute am Absperrband

standen, in wie viele entsetzte Gesichter sie

blickte. Informationen, die nicht alle über

eine Nachrichtenagentur zu erfahren sind.

Klarheit.

Prägnanz. Präsenz.

wir was wahrnehmen und wie wir darauf

reagieren.

„Ich bin mit meinem journalistischen Denken

unter Zeitdruck durch eine harte und

auch gute Schule gegangen“, sagt sie. „Und

genau deshalb kann ich das auch im Training

so gut vermitteln: Was ist wesentlich?

Was muss gesagt werden? Und wie schafft

man es, auch komplexe Themen in kurzer

Zeit verständlich zu vermitteln?“

Ich verstehe: Sie trainiert nicht „Sprechblasen“.

Sondern Klarheit. Prägnanz. Präsenz.

Dann schauen wir uns Videoausschnitte anderer

Interviews an. Ein Politiker. Eine Unternehmerin.

Ein CEO. Swantje fragt: „Was

fällt dir auf?“ Ich zähle innerlich mit, wie

oft der CEO „genau“ sagt – und plötzlich höre

ich kaum noch den Inhalt. Nur noch das

nervige Füllwort. Autsch. Ich verstehe, was

sie meint: Wenn Füllwörter zu oft kommen,

verlieren Inhalte an Kraft.

„Was genau bietest du in deinem Medientraining

an?“, frage ich dann.

Swantje erklärt mir, dass sie unterschiedliche

Pakete hat – vier, sechs oder acht Stunden,

wenn es schnell gehen muss, zum Beispiel

vor einem kurzfristigen Auftritt. Das

ist das Express-Medientraining.

Am liebsten arbeitet sie aber langfristig

mit Menschen – über drei, sechs oder zwölf

Monate. „Weil sich das Sprechen vor Publikum,

vor der Kamera oder vor Kunden entwickelt“,

sagt sie. „Und weil es nicht darum

geht, jemanden umzuerziehen, sondern

Stärken sichtbar zu machen. Das braucht

seine Zeit, wenn es wirklich effektiv und

umsetzbar sein soll.“ Jedes Training ist individuell

abgestimmt auf ihre Klienten.

Ihr Ziel: dass Menschen wieder an ihre eigene

Präsenz und Expertise glauben. Ihre

Stimme nutzen. Und ihre Inhalte transportieren

– klar, freundlich, fokussiert.

Ich gehe raus aus dem Training mit einer

Stimme, die tiefer klingt. Mit einem Gesicht,

das lockerer ist. Mit Tools, die ich sofort anwenden

kann. Und mit dem Gefühl: Ich habe

richtig viel mitgenommen und über mich

selbst gelernt.

Das nächste Interview? Kann kommen! W

Eugen Weis

Foto: Farina Renegade

Ich denke über ihre Sätze nach. Ja, das

stimmt. Am Ende geht’s immer darum, wie

Beim Medientraining lernt man nicht nur etwas, es gibt auch immer viel zu lachen

www.diewirtschaft-koeln.de 11


| Macher & Märkte

FAMILIENUNTERNEHMER

FORDERN WENDE

Mehr Zuversicht bei neuer Bundesregierung

Die Erwartungen an die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz sind

hoch – besonders bei den Familienunternehmern. Laut der aktuellen Umfrage unter

den Mitgliedern von DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEH-

MER trauen 91 Prozent der befragten Unternehmer der neuen Regierung zu, die wirtschaftlichen

Herausforderungen erfolgreicher anzugehen als die Vorgängerkoalition.

Eine breite Mehrheit verbindet mit dem

Regierungswechsel die Hoffnung auf einen

wirtschaftlichen Aufschwung. Die Herausforderungen

bleiben dennoch groß

– Bürokratieabbau, Senkung der Lohnnebenkosten

und eine breite Unternehmenssteuerreform

sind die dringlichsten Erwartungen

der Unternehmer.

DIE FAMILIENUNTERNEHMER haben ihre

Anliegen auf den diesjährigen Familienunternehmer-Tagen

2025 in Berlin direkt

an Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin

Katherina Reiche und CDU-Generalsekretär

Carsten Linnemann herangetragen. Auf

der Jahrestagung des Verbandes unter dem

Motto „Neustart wagen!“ begrüßte Verbandspräsidentin

Marie-Christine Ostermann

den Kanzler mit den Worten: „So wie wir Ihr

außenpolitisches Engagement schätzen, so

erwarten wir jetzt auch nach den bleiernen

Jahren der Ampel von Ihnen einen klaren

Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik.“

Friedrich Merz zu Gast bei den Familienunternehmer-Tagen

Inhaltlich und politisch gab es bei den

Familienunternehmer-Tagen 2025 viele

neue Impulse – frischer Wind war und

ist im politischen Berlin zu spüren. Davon

sprach auch Friedrich Merz: „Wir sind entschlossen,

dieses Land wieder auf Kurs zu

bringen.“ Er erklärte, dass es viele Dinge

gebe, die international nicht allein zu lösen

seien. „Doch die Probleme, die wir in

Deutschland haben, sind aus eigener Kraft

lösbar“, so Merz. „Lassen Sie uns den Neustart

zusammen auf den Weg bringen.“

Und er betonte, dass bis zur Sommerpause

die steuerlichen Erleichterungen für die

Wirtschaft beschlossen sein werden.

Auch der Regionalkreis Köln/Bonn des

Wirtschaftsverbandes war auf den Familienunternehmer-Tagen

bestens vertreten.

Vorstandsmitglied und Familienunternehmer

Olaf Ziegs aus Köln war begeistert von

den Programminhalten und den hochkarätigen

Gästen: „Ich fahre immer wieder

Foto: Anne Großmann Fotografie / Die Familienunternehmer

gern zu den Familienunternehmer-Tagen.

Der Austausch zwischen uns Unternehmern

und mit der Politik ist immens wichtig.

Der Verband bietet hier eine wunderbare

Plattform.“

Mehr Zuversicht

im Mittelstand

Mit 76 Prozent zeigt sich ein Großteil der

Familienunternehmen zuversichtlich,

dass die schwarz-rote Koalition die Rahmenbedingungen

für Wachstum und Investitionen

verbessern kann. Besonders

auffällig: 78 Prozent der Befragten knüpfen

ihre Erwartungen an die wirtschaftliche

Erneuerung direkt an die Person des

Bundeskanzlers. Dieser Zuspruch spiegelt

einen deutlichen Stimmungsumschwung

im unternehmerischen Mittelstand wider,

der sich von der Politik der vergangenen

Jahre zunehmend ausgebremst sah.

Zwar plant die Bundesregierung eine degressive

Abschreibung für bestimmte Investitionen

sowie eine Absenkung der

Körperschaftsteuer ab dem Jahr 2028 –

beides Maßnahmen, die grundsätzlich positiv

bewertet werden. Doch mehr als zwei

Drittel der Befragten halten diese Schritte

für zu spät.

Positiv aufgenommen wurde die Einrichtung

eines eigenständigen Digitalministeriums,

das künftig sämtliche Zuständigkeiten

für digitale Infrastruktur, Verwaltung

und Innovation bündeln soll.

Fazit

Die Stimmung unter Deutschlands Familienunternehmen

hat sich mit dem Regierungswechsel

aufgehellt. Die Erwartungen

an wirtschaftspolitische Impulse sind

hoch, der Handlungsdruck auf die neue

Bundesregierung entsprechend groß. Entscheidend

wird sein, ob Bürokratieabbau,

steuerliche Entlastung und Digitalisierung

zügig und entschlossen umgesetzt werden

– nur dann kann das Potenzial für Investitionen,

Wachstum und Beschäftigung wieder

ausgeschöpft werden. W

Jana Leckel

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15. HERZ- UND GEFÄßTAG

FÜR ALLE BÜRGERINNEN UND BÜRGER

Moderation und Vorträge: Prof. Dr. med. Marc Horlitz,

Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie

und Rhythmologie und sein Ärzteteam

PROGRAMM/VORTRÄGE

• Gefährlicher Trend oder Segen durch die Abnehmspritze?

• Neue Richtlinien für den Bluthochdruck!

• Trotz Herzerkrankung sicher orthopädisch operieren durch

Roboter-Technologie

• Neue Erkenntnisse für ein langes und gesundes Leben!

• Prominentengespräch mit Ludwig Sebus – 100 Jahre für den

Kölner Karneval!

• Neue Schrittmachersysteme bei Herzschwäche

• Herzklappen-Therapie im Wandel! OP oder Katheter?

• Das neue Frauen-Herzzentrum! Podiumsdiskussion mit Martina Eßer

• Vorhofflimmern und Schlaganfall verhindern durch KI, Smart-Watch

und Katheterablation

• Wann Statine, Stents oder OP bei Plaques und verengten Schlagadern?

• Gemeinsam zur besten Behandlung bei verengten Herzkranzgefäßen!

• Persönliches Treffen mit Ihrem Experten!

Prof. Dr. med. Marc Horlitz

Chefarzt der Klinik für Kardiologie,

Elektrophysiologie und Rhythmologie

Krankenhaus Porz am Rhein

Martina Eßer

Journalistin

und WDR-

Moderatorin

Ludwig Sebus

Sänger und

Komponist

© Frank Tewes

SAMSTAG, 27.09.2025

10:00 BIS 13:30 UHR

GROßER SAAL IM GÜRZENICH

Martinstraße 29-37, 50667 Köln

Schirmherrschaft

der Veranstaltung:

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich


| Macher & Märkte

10 JAHRE

GATEWAY ESC

Marc Kley, Geschäftsführer des Gründungsservices der Uni Köln, im Interview

Marc Kley, Geschäftsführer des Gateway Exzellenz Start-up Center der Universität zu Köln

Das Gateway Exzellenz Start-up Center (ESC) der Universität zu Köln bietet Studierenden

Beratung und Coaching rund um das Thema Gründung. Anlässlich des zehnjährigen

Jubiläums der Dachmarke Gateway haben wir mit Geschäftsführer Marc

Kley über das vergangene Jahrzehnt, interessante Gründungsideen und nächste Ziele

gesprochen.

w: Herr Kley, den

Gateway Gründungsservice der Uni Köln

gibt es schon seit einem Jahrzehnt. Was

unterscheidet das damalige Angebot vom

heutigen?

Marc Kley: Ich bin seit 2011 an der Uni Köln

beschäftigt und habe Gateway von Anfang

an begleitet. Der größte Unterschied ist

das Angebotsspektrum. Damals gab es 1,5

Stellen und somit nur mich und eine andere

Person. Wir haben lediglich eine Gründungsberatung

angeboten. Heute sind wir

ein 30-köpfiges Team und können gründungsinteressierte

Studierende von der Idee

bis zum Markteintritt begleiten.

w: Was waren die

wichtigsten Meilensteine?

Marc Kley: Erster Meilenstein war, dass die

Uni 2015 einen sogenannten Inkubator eröffnet

hat. Dafür wurde ein kleines Gebäude

in einem Hinterhof in Köln-Sülz angemietet.

Hier konnten Studierende, die gründen

wollten, Arbeitsplätze nutzen und sich vernetzen.

Ein weiterer Meilenstein war, dass

wir uns 2019 erfolgreich auf eine Ausschreibung

des Landes NRW beworben haben und

dadurch als eines von sechs Exzellenz Startup

Centern an Hochschulen in NRW gefördert

werden. Das hat es uns ermöglicht,

effiziente Strukturen und personelle Ressourcen

aufzubauen. Wenn man so will,

sind wir heute wie ein Start-up innerhalb

des öffentlichen Dienstes aufgestellt. Sozusagen

ein Schnellboot, das neben dem großen

Tanker fährt.

Wichtig war auch die Gründung unseres

Fördervereins, der zur langfristigen Sicherung

unserer Angebote dient – auch über

die Förderung des Landes NRW hinaus, die

zum Jahresende ausläuft. Glücklicherweise

hat sich die Uni ebenfalls bereit erklärt,

die Strukturen des ESC zu verstetigen. Das

bedeutet etwa, dass wir auch nach Auslaufen

der Landesförderung etwas mehr

als ein Drittel der Stellen aufrechterhalten

können, ebenso wie einen großen Teil unserer

Services.

Foto: Benjamin Kriener

w: Gateway hat sich zur

Dachmarke in der Kölner Hochschullandschaft

entwickelt. Welche Vorteile bringt

das mit sich?

Marc Kley: Das Label Gateway ist 2015 entstanden,

um unserem Gründungsservice

im Sinne des Eigenmarketings einen unverwechselbaren

Anstrich zu geben. In den

letzten Jahren haben sich andere Kölner

Hochschulen, darunter die TH oder die Spoho,

angeschlossen und nutzen die Marke

auch für ihre Gründungsservices. Dadurch

treten wir geschlossen mit einem abgestimmten

Angebot auf. Aufgrund der Förderung

des Landes NRW haben wir an der Uni

Köln zwar mehr Ressourcen, dennoch profitieren

alle von der Zusammenarbeit. Wir

veranstalten z. B. einen gemeinsamen Ideenwettbewerb.

w: Was unterscheidet

Gründungen aus dem universitären Kontext

von anderen?

Marc Kley: Die Unterschiede sind gar nicht

so groß. Dennoch haben wir als Gateway

ESC sicherlich einige Vorteile. Dazu gehören

die Ressourcen und die intensive Vernetzung.

Wir haben z. B. einen sehr guten

Zugang zu Investorinnen und Investoren.

Es gibt u. a. den Campus Capital Fonds oder

den Gründungswettbewerb Campus Competition

Cologne, kurz C3, der Investmentangebote

von bis zu 300.000 Euro bietet. Was

uns ebenfalls unterscheidet, ist das intensive

Transfer-Scouting, das dabei hilft, Forschungsergebnisse

und innovative Ideen in

eine Gründung zu überführen. Unser Scouting-Konzept

dient vielen anderen Unis und

Hochschulen bereits als Blaupause, weshalb

wir dazu bald ein Whitepaper herausgeben

werden.

w: Das Gateway ESC belegt

im Gründungsradar 2025 den 3. Platz.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Marc Kley: Wir sind natürlich stolz, dass

wir in vielen Rankings, auch beim Gründungsradar,

sehr gut abschneiden. Wir werden

zudem immer wieder als gründungsfreundlichste,

nicht technische Hochschule

Deutschlands ausgezeichnet. Zum Erfolgsrezept

gehört, dass wir uns aufgrund der be-

14 www.diewirtschaft-koeln.de


Macher & Märkte |

reits genannten Förderung des Landes NRW

professionell aufstellen konnten. Zudem

kommt uns der gute Draht zu unserer Hochschulleitung

zugute sowie zu den anderen

Hochschulen, zur Wirtschaftsförderung

KölnBusiness und zu Investorinnen und Investoren.

Und last but not least: das sehr engagierte

Gateway-ESC-Team. Alle ziehen an

einem Strang.

Foto: Fabian Stuertz

w: Gibt es Fakultäten, die

ein größeres Gründungspotenzial bieten

als andere?

Marc Kley: Das Idealbild wäre, dass alle

Bereiche ähnlich viele Gründungen hervorbringen

– und die Mischung ist durchaus

gegeben. Dennoch kommen die meisten

Gründungsideen klassischerweise aus

der WiSo-Fakultät. Wir haben festgestellt,

dass die Art der Ansprache ganz entscheidend

ist, um Studierende aller Fakultäten

zu erreichen. Mit BWL-Studierenden kann

man anders über das Thema sprechen als

mit Studierenden aus geisteswissenschaftlichen

oder medizinischen Fächern. Wir

haben dafür qualifizierte Leute. Wir halten

zudem in allen Fakultäten Vorlesungen

zum Thema Entrepreneurship. Das zahlt

sich aus. Vor allem die Bereiche Life-Sciences,

medizinische Forschung oder Biologie

bringen immer mehr Gründungen hervor.

Was es zudem immer häufiger gibt, sind Impact-Gründungen,

sprich Geschäftsideen,

die gesellschaftliche Mehrwerte generieren

sollen. Natürlich immer verbunden mit der

Frage, wie man daraus ein nachhaltiges Geschäftsmodell

baut.

w: Sie haben die Räumlichkeiten

im Hinterhof in Köln-Sülz

erwähnt. Heute verfügt das Gateway ESC

über ein eigenes, hochmodernes Gebäude.

Wie kam es dazu?

Marc Kley: Letztendlich hatten wir einfach

Glück. Die Uni Köln hat eine Großspende

von einem Alumnus erhalten, der erfolgreich

im internationalen Immobiliengeschäft

tätig ist, damit auf dem Campus ein

Innovations- und Gründungszentrum gebaut

werden kann: der InnoDom Cologne.

Für uns und unsere Studierenden ist das

natürlich großartig.

w: Das Gateway ESC hat

über 150 Gründungsteams betreut. Welche

Projekte haben Sie am meisten beeindruckt?

Marc Kley: Begeistert haben mich viele,

aber selbstverständlich gibt es immer welche,

die einem besonders in Erinnerung

bleiben. Mit fällt z. B. Detechgene ein, die

Schnelltests zur Detektion von Infektions-

Das Gateway ESC will Studierende dazu begeistern und befähigen, ihre eigenen Ideen umzusetzen

– und so eine zukunftsfähige Gesellschaft mit unternehmerischen Mitteln zu gestalten.

erregern entwickelt haben. Ein anderes Beispiel

ist Vytal, ein digitales Mehrwegsystem

für Take-away-Essen, das auch im Rahmen

des TV-Formats „Höhle der Löwen“ ein Investment

bekommen hat. Zudem erwähne

ich gerne Socialbnb, die eine Online-Plattform

bieten, auf der sich Reisende mit sozialen

und ökologischen Projekten oder social

Businesses in der ganzen Welt verbinden

können, z. B. um Schlafplätze oder Räumlichkeiten

zu nutzen. Auch Equaly ist spannend:

Das Tool unterstützt Paare bei Themen

wie der Alltagsorganisation oder der

gleichberechtigten Verteilung der Kinderbetreuung.

All diese Beispiele machen deutlich,

welches große Gründungspotenzial an

Unis und Hochschulen schlummert.

w: Was zeichnet den Gründungsstandort

Köln in Ihren Augen aus?

Marc Kley: Der Vorteil, den Köln gegenüber

anderen Städten hat, ist die große Anzahl

an Hochschulen und somit an Studierenden.

Wir können auf einen umfangreichen

Talent-Pool zurückgreifen, was sich positiv

auf die Qualität und Quantität der Gründungsideen

auswirkt. Ein entscheidender

Vorteil ist auch die Nähe zum Markt. Die Unternehmensdichte

in und um Köln ist sehr

hoch, darunter sind viele Hidden Champions

und Dax-Konzerne. Somit gibt es ein

großes Potenzial, Wissenschaft und Wirtschaft

zusammenzubringen. Davon profitieren

wir als Gateway ESC sehr.

w: Was sind Ihre nächsten

Ziele?

Marc Kley: Wir haben im Rahmen des vom

Bund ausgeschriebenen Förderprogramms

„Startup Factories“ ein Konzept eingereicht

und dafür bereits die Gateway Factory

GmbH gegründet. Beteiligt sind neben uns

und den anderen Kölner Gateway-Hochschulen

auch die RWTH Aachen und die

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dadurch

können wir künftig über die Marktreife

hinaus bei der Skalierung und Internationalisierung

unterstützen. Langfristig

wollen wir es insbesondere durch die Gründung

der Factory schaffen, ein europäischer

Deeptech-Hub zu werden, und noch viel

mehr Unternehmen für die Zusammenarbeit

mit unseren Gründungsteams begeistern.

Gateway kann einen weitreichenden

Zugang zu Innovation und Talenten schaffen.

Es wäre toll, wenn noch mehr Unternehmen

dieses Potenzial ausschöpfen.

w: Herr Kley, danke für

das Gespräch und weiterhin viel Erfolg. W

Gateway ESC

Das Gateway ESC hat seit Beginn bereits

über 150 Gründungsteams an der

Universität Köln aus den Bereichen

B2B, B2C, Impact, Consumer Goods

und Tech Start-ups betreut. Eine Auswahl

erfolgreicher Gründungen sind

über den QR-Code abzurufen:

www.diewirtschaft-koeln.de 15


| Macher & Märkte

KOMMUNALRANKING 2025

Wie schneidet der Regierungsbezirk Köln ab?

Welche Städte können im Regierungsbezirk Köln derzeit am meisten bieten?

Unternehmer NRW beauftragte die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult

GmbH damit, die Standortbedingungen der 396 Kommunen in NRW zu untersuchen.

Mit ihrer Planungshoheit steuern Kommunen, ob und wie Räume und Flächen genutzt

werden. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, wie sich wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit,

Lebensqualität und Standortattraktivität im Lokalen darstellt. Der

demografische Wandel, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung benötigen stetige

Anstrengungen auf lokaler Ebene.

Kommunalranking 2025

Im Kommunalranking 2025 wurden die

Indikatoren Wirtschaft, Arbeiten, Wohnen

und Lebensqualität betrachtet. Innerhalb

der Wirtschaft wurden dabei Punkte wie die

Breitbandversorgung untersucht, beim Arbeiten

u. a. die Beschäftigungsrate der Frauen

und Älteren ab 55 Jahren, beim Wohnen

u. a. die Baugenehmigungen und bei der

Lebensqualität u. a. die Kaufkraft und die

Pkw-Fahrtzeit zur nächsten Autobahn. Alle

Indikatoren sind wichtig für den Standortwettbewerb.

Die 396 Kommunen in NRW

werden miteinander verglichen und die

10.648 Kommunen in Deutschland berücksichtigt.

Dies erlaubt eine Einordnung der

NRW-Kommunen in eine deutschlandweite

Perspektive. Sie können eine Basis für zukünftige

Entscheidungen bieten. Dabei wird

das aktuelle Niveau, der Status quo, im Niveau-Ranking

analysiert. Die Dynamik und

Anpassungsfähigkeit der Kommune wird

im Dynamik-Ranking angeschaut. Im Dynamik-Ranking

wird die absolute Entwicklung

verglichen. Wie bereits in den Studien 2020

und 2023 belegen Herzogenaurach (Bayern)

und Oberkochen (Baden-Württemberg) erneut

die Spitzenplätze im Bundesvergleich

des Niveaus. Von den berücksichtigten

10.648 Kommunen in Deutschland belegen

die NRW-Kommunen Positionen zwischen

Rang 129 (Monheim am Rhein) und Rang

10.371 (Kranenburg). Gegenüber den Ergebnissen

2023 hat sich die Bestplatzierung einer

NRW-Kommune von Rang 85 auf Rang

129 verschlechtert. Im Mittel verbessert

sich NRW: Die durchschnittliche Bewertung

steigt von Rang 6.276 auf Rang 6.045. Im

Niveau-Ranking ist in NRW Düsseldorf auf

Platz 15.

Köln im Detail

Im Regierungsbezirk Köln ist im Niveau-Ranking

Leverkusen auf Platz 5, gefolgt

von Nettersheim (Rang 17), Odenthal

(Rang 36), Bad Honnef (Rang 44) und Wiehl

Foto: Alex Weis

(Rang 55). Die im Regierungsbezirk bestplatzierte

Kommune Leverkusen punktet

insbesondere mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen,

einer hohen gemeindlichen

Steuerkraft und patentstarken Unternehmen.

Daneben wird auch die Lebensqualität

mit einem soliden Rang 61 gewürdigt,

der aus der vorderen Mittelfeldplatzierung

in allen Indikatoren resultiert. Monheim

am Rhein profitiert von wirtschaftlichen

Faktoren. Seit der drastischen Senkung des

Gewerbesteuersatzes 2012 (aktuell: 250

Prozent) haben sich die Einnahmen verfünffacht.

Der Regierungsbezirk Köln liegt

im Niveau-Ranking auf einem Platz zwischen

67 und 132 und damit im oberen Drittel.

Im Dynamik-Ranking ist Köln im oberen

Sechstel und damit noch besser. Die Rheinschiene

gewinnt mit den Platzierungen von

Monheim a. R. (Rang 4), Neuss (Rang 12),

Düsseldorf (Rang 29) und Köln (Rang 63)

in der Spitzengruppe an Strahlkraft in der

Dynamikbewertung. Der Regierungsbezirk

Köln mit seinen 99 Kommunen (25,0 Prozent

aller NRW-Kommunen) ist eine dynamische

Region im Wandel. Die beste Dynamik-Entwicklung

verzeichnet Niederzier

(Rang 3). Starke Entwicklungen sind auch

in Köln (Rang 63) und seinem Umland mit

Bergisch Gladbach (Rang 53), Brühl (Rang

38) und Erftstadt (Rang 50) zu beobachten.

Im Teilbereich Wirtschaft ist im Regierungsbezirk

Köln Leverkusen auf dem

Spitzenplatz 3 wegen der Gewerbesteuerhebesätze

und der gemeindlichen Steuerkraft,

im Bereich Arbeiten Wipperfürth auf dem

Spitzenplatz 83 wegen der Beschäftigungsrate

der Frauen und der Arbeitsplatzversorgung,

im Bereich Wohnen Gangelt auf dem

Spitzenplatz 2 wegen der Baugenehmigungen

und des Wohnungsneubaus und im Bereich

Wohnen Bonn auf dem Spitzenplatz 1,

wegen der Ärztedichte und des Altersquotienten.

Bad Honnef kommt direkt auf Platz

2 wegen der Ärztedichte und der Kaufkraft

und Nettersheim auf Platz 3 wegen der Wanderungen

und der naturnahen Flächen. Im

Dynamik-Ranking ist in der Wirtschaft Leverkusen

auf Platz 5, Wegberg im Arbeiten

auf Platz 3, im Wohnen ist Rheinbach auf

Platz 5 und in der Lebensqualität ist Niederzier

auf Platz 1, gefolgt von Nettersheim auf

Platz 2 und Brühl auf Platz 4.

16 www.diewirtschaft-koeln.de


Macher & Märkte |

Foto: Marius - stock.adobe.com

Motorworld

Business Day

Treffpunkt für Unternehmer

und Berufstätige in Köln

Skulptur in Köln. Doch Liebe allein reicht nicht im Standortwettbewerb.

→ Wirtschaft: Der Bayer-Standort Leverkusen

erreicht insgesamt Platz 3 in der

Wirtschaft. Wassenberg ist auf Rang

69. Nur 20 der 99 Kommunen des Regierungsbezirks

Köln sind überhaupt in

der vorderen Hälfte platziert. Schlecht:

Alle sieben letzten Plätze gehen an

Kommunen aus dem Regierungsbezirk

Köln. Wird innerhalb der Wirtschaft die

gemeindliche Steuerkraft als Maß für

den Erfolg einer Kommune herangezogen,

so gelten Leverkusen (Rang 4),

Köln (Rang 15) und Wesseling (Rang 17)

als besonders erfolgreich.

→ Arbeiten: Die arbeitsmarktbezogenen

Standortbedingungen zählen nicht zu

den Stärken des Regierungsbezirks

Köln. Keine der 99 Kommunen erreicht

eine Platzierung in der Spitzengruppe.

Die beste Kommune ist Wipperfürth im

Oberbergischen Kreis auf Rang 83.

→ Wohnen: Am aktuellen Rand können

sich vier Kommunen (Gangelt, Dahlem,

Selfkant, Erkelenz) in den Top 10

platzieren. In Gangelt auf Platz 2 waren

ausschlaggebend die Baugenehmigungen

und der Wohnungsneubau, in Dahlem

auf Platz 4 die Wohnfläche und der

Wohnungsneubau.

→ Lebensqualität: Insgesamt zählt der

Bereich Lebensqualität sowohl im

Niveau als auch in der Dynamik zur

Stärke des Regierungsbezirks Köln.

Sieben der Kommunen aus dem Regierungsbezirk

Köln platzieren sich in der

Niveaubetrachtung in den Top 10. In

puncto Kaufkraft zeigen sich insbesondere

Umlandgemeinden der größeren

Kommunen (Leverkusen, Köln, Bonn)

erfolgreich. Pulheim (Rang 6), Rösrath

(Rang 13) oder auch Bad Honnef (Rang

10) zeigen hier besondere Stärken. Die

Anbindung an das Straßenverkehrsnetz

ist zudem gut im Regierungsbezirk

Köln und das Verhältnis zwischen jungen

und alten Menschen. W

Karoline Sielski

Am 22. September findet der erste

Motorworld Business Day statt – ein

exklusives Branchenevent für Unternehmer,

Entscheider und Innovatoren

in Kooperation mit der MISTER

MATCHING®-Regionalgruppe Köln auf

LinkedIn. Die Kombination aus Fachmesse,

hochkarätigen Keynotes und

gezieltem Networking macht die Veranstaltung

zu einem Muss für alle, die

Impulse für ihr Business suchen. Einer

der Keynote-Speaker ist Tibor Taras

von der Rheinstars Basketball GmbH.

Auf einer Ausstellungsfläche präsentieren

sich ausgewählte Firmen, wie z.

B. MediaMarktSaturn, mit innovativen

Produkten und Dienstleistungen zwischen

16 und 19 Uhr.

Im Anschluss an den Hauptteil bietet

das Networking-Format ab 20 Uhr

dann Raum für persönliche Gespräche

und neue Geschäftskontakte.

Der Motorworld Business Day bringt

Menschen zusammen, die gestalten

wollen – mit Ideen, Visionen und unternehmerischer

Leidenschaft. Noch sind

Plätze für Aussteller verfügbar! W (jl)

Weitere Informationen für Aussteller

und Besucher: info@mister-matching.de

oder unter: 02236 373820

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Erfolgreiche, exzellente Führung ist

komplex, vielschichtig und erlernbar.

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2025

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| Macher & Märkte | Sonderthema Immobilien

IMMOBILIENSTIMMUNGS-

INDEX SOMMER 2025

Trend zum Optimismus

Endlich geht es bergauf in Deutschlands Immoblilienbranche

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat Ende Juni 2025 eine aktuelle

Studie zur Zuversicht in der Immobilienbranche herausgebracht. Auftraggeber ist

der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e. V. Der Index erfasst vierteljährlich die

Geschäftslage und die Geschäftserwartungen von Immobilienunternehmen und Projektentwicklern.

Die Krise in der Bauwirtschaft ist keine Neuigkeit mehr und sitzt

der Branche noch im Nacken. Doch in diesem Quartal hat sich die Stimmung gebessert.

Hier die Details.

Im Vergleich mit vorherigen Untersuchungen

zur Immobilienstimmung sei das Immobilienklima

auf 30,3 Punkte und damit

plus 1,5 Punkte angestiegen, was den

höchsten Stand seit 2019 wiedergebe. Die

Geschäftslage im Wohnsegment sei um ganze

zehn Punkte angestiegen. Die Gründe:

Der Wohnraumbedarf bleibt hoch und endlich

habe sich der Transaktionsmarkt wiederbelebt.

Im sozialen Wohnungsbau hätten

hohe Förderungen rentable Neubauprojekte

geschaffen. Die Führungsetagen der Wohnungsunternehmen

seien laut der Studie

optimistisch, dass die Mieten weiter steigen

würden und die Preise nicht mehr rückläufig

seien. Auch die geplanten Reformen

der Bundesregierung für kostengünstigeres

und schnelleres Bauen wecken Hoffnungen.

Im Bereich der Bürogebäude sei die Geschäftslage

noch stärker gestiegen als im

Foto: Keith - stock.adobe.com

Wohnsegment, und zwar um 21,6 Punkte.

Die Transaktionen und Umsätze seien da.

Zudem blicke man optimistisch auf die Entwicklung

der gesamtwirtschaftlichen Lage

durch die Politik der neuen Bundesregierung.

Ein deutlicher Trend zum Optimismus sei

auch bei den Projektentwicklern der Immobilienbranche

zu verzeichnen. Hier sei die

Geschäftslage um ganze 30,7 Punkte gestiegen.

Das Immobilienklima in dem Bereich

steige um 24 Punkte im Immobilienstimmungsindex

aus dem Sommer 2025. Der

Grund sei die Rückkehr der Nachfrage. Die

Vorverkäufe seien gegeben. In der aktuellen

Befragung erwarten 50 Prozent zunehmende

Vorverkäufe in den nächsten zwölf Monaten.

Die Projektentwickler würden auch

langsam wieder auf dem Grundstücksmarkt

aktiver werden. 39,1 Prozent der Teilnehmer

wollen in den nächsten zwölf Monaten

mehr Grundstücke erwerben. Sich stabilisierende

Bau- und Finanzierungskosten

und nun wieder anziehende Immobilienpreise

würden bedeuten, dass der Projektentwicklermarkt

seine Konsolidierungsphase

abgeschlossen haben dürfte und ein

neuer Zyklus beginne.

Zur Investitionsneigung der Branche: Der

aktuelle Immobilienstimmungsindex zeige

an, dass wieder vermehrt in die Gebäudebestände

investiert werden würde. 50,8

Prozent würden wieder mehr für die Modernisierung

ihrer Bestände ausgeben als

im Vorjahr. 44 Prozent wollen laut der Studie

wieder mehr investieren. Bei Neubauprojekten

würden nur 34,6 Prozent wieder

mehr investieren, im Grundstücksmarkt

seien es 22,8 Prozent. Dennoch ist insgesamt

eine deutliche Trendwende bemerkbar.

Der Umstand, dass in dem Bereich

Projektentwicklung die höchsten Veränderungen

zu verzeichnen sind, zeigt, dass die

Trendumkehr frisch ist und die Veränderung

vor allem in beginnenden Projekten

steckt. Wenn der Trend sich so fortsetzen

sollte, dann ist zu erwarten, dass die Geschäftslage

und das Geschäftsklima sich

auch in den weiteren Bereichen verbessern,

von der Projektlage bis zum umgesetzten

Bau. Bis dato sieht der Bürobereich

noch am besten laut der Studie aus, auch

im Vergleich zum Vorquartal. Erst scheinen

zudem vor allem die Modernisierungen

der Immobilienbestände Investitionen

hervorzurufen. Die Hoffnung ist, dass sich

die Trendwende auch positiv auf den Bereich

Neubau auswirken wird, denn neue

Wohnungen werden bekannterweise benötigt

in Deutschland. Die Nachfrage nach

mehr Wohnraum, viel auch in den Großstädten,

reißt nicht ab.

Das Immobilienklima erreiche laut dem

Index den höchsten Stand seit der Zinswende.

Nach Einbrüchen Anfang 2022 gehe

es nun bergauf. Fakt sei auch: Der Zins

für Kredite mit einer Sollzinsbindung von

zehn Jahren unterliege starken Schwankungen

und habe sich seit Beginn des Jahres

von 3,2 auf 3,6 Prozent erhöht. W

Karoline Sielski

18 www.diewirtschaft-koeln.de


Anzeige Sonderthema Immobilien | Macher & Märkte |

10. WERTERMITTLERTAG

Spannende Fachvorträge – interaktive Diskussionsforen am 25. September 2025 in Köln oder online

10. Kölner Wertermittlertag | 25.09.2025 KölnSKY-Eventlocation | Online

Der Kölner Wertermittlertag feiert am 25. September 2025 sein zehntes Jubiläum!

Freuen Sie sich auf erstklassige Fachvorträge von führenden Expertinnen und Experten,

wertvolle Networking-Möglichkeiten sowie eine exklusive Location im

KölnSKY mit atemberaubendem Blick auf den Kölner Dom. Moderiert wird die Veranstaltung

von Frau Dr. Daniela Schaper.

Es erwarten Sie:

→ Topaktuelle Themen: Die neuesten Entwicklungen

in der Immobilienbewertung

– anschaulich und praxisnah vermittelt.

→ Praxisnahe Impulse: inspirierende Best-

Practice-Beispiele für Ihre tägliche Arbeit.

→ Fachlicher Austausch: Diskutieren Sie

mit Branchenexpert:innen und Kolleg:innen.

→ Exklusive Atmosphäre: Networking-Möglichkeiten

über den Dächern von Köln.

Freuen Sie sich auf die

folgenden Themen:

→ Grußwort zum zehnjährigen Jubiläum

des Kölner Wertermittlertages | Prof.

Dipl.-Ing. Wolfgang Kleiber (live zugeschaltet)

Reguvis/ Vitalii Vodolazskyi / stock.adobe.com

→ ESG und Nachhaltigkeitskriterien aus

kreditwirtschaftlicher Sicht und deren

Auswirkungen auf den Marktwert | Helmut

Kolb

→ Energieeffizienz und deutsche Wohnungsmärkte

– Erkenntnisse aus der

aktuellen Forschung | Steffen Zetzmann

→ Immobilienmarkttransparenz in

Deutschland – Herausforderungen für

die Wertermittlung und die Rolle der Gutachterausschüsse

| Dipl.-Ing. Peter Ache

→ Interaktive Podiumsdiskussion: Zukunftstrends

– wie leistungsfähig ist

die Wertermittlung in Deutschland?

→ Ausgewählte Fragen zur Anwendung

der ImmoWertV und ImmoWertA | Dr.

Daniela Schaper

→ Von der Theorie zur Praxis: merkantiler

Minderwert in der Immobilienbewertung

| Dipl.-Ing. Daniela Unglaube

→ Erfolgsfaktor Rechtsform in der Immobilienbewertung

– Strategien für Gründung,

Nachfolge und Haftungsoptimierung

| RA Volker Schlehe

→ Aktuelles zu steuerlichen Immobilienbewertungen

| Dipl.-Finanzwirt Wilfried

Mannek

Informieren Sie sich jetzt:

reguvis.shop/wertermittler25

Immobilieninvestmentmarkt Köln

Höheres Angebot und realistischere Preiserwartungen versprechen steigendes Transaktionsvolumen

Im 1. Halbjahr 2025 wurden laut Savills etwa 352 Mio. Euro am Kölner Immobilieninvestmentmarkt

umgesetzt. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht dies einem

Rückgang von 33 Prozent. Im Vergleich zum 10-Jahres-Mittel fiel der Umsatz sogar 57

Prozent geringer aus.

In den letzten zwölf Monaten hat Savills

knapp 30 Transaktionen registriert, was gegenüber

der Vorjahresperiode einen Rückgang

um 26 Prozent bedeutet. Die Spitzenrenditen

für Büros und Geschäftshäuser lagen

Ende Juni beide bei 4,4 Prozent und sind damit

unverändert gegenüber dem Vorquartal

und ebenfalls unverändert gegenüber dem

Vorjahreswert. Tobias Schneider, Director Investment

bei Savills in Köln, kommentiert

das Marktgeschehen wie folgt: „Die Zahl der

zum Verkauf stehenden Objekte steigt zusehends.

Viele potenzielle Verkäufer haben

sich inzwischen auf das neue Preisniveau

eingestellt und sind bereit, zu angepassten

Konditionen zu verkaufen – auch im Segment

der Top-Büroimmobilien, das zuvor wegen

starker Preisrückgänge kaum am Markt vertreten

war. Mit der zunehmenden Angebotsdichte

dürfte das Transaktionsvolumen in

der zweiten Jahreshälfte steigen, auch wenn

nicht jedes Objekt einen Käufer finden wird.“

Ihm zufolge dürften es besonders Immobilien

außerhalb der Toplagen schwer haben, da

Investoren ihren Fokus weiterhin auf hochwertige

Lagen richten. Mit einem Transaktionsvolumen

von 400 Mio. Euro haben Büroimmobilien

in den letzten zwölf Monaten

am meisten zum Investmentumsatz beigetragen.

Vor dem Hintergrund steigender Verkaufsbereitschaft

und realistischerer Preiserwartungen

vieler Eigentümer sowie der

wachsenden Zahl aktiver Investoren erwartet

Savills perspektivisch eine allmählich zunehmende

Transaktionsaktivität. W

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| Macher & Märkte

RESILIENZ ALS

WETTBEWERBSVORTEIL

Wie mit belastbaren Teams Innovation gefördert und Profitabilität gesichert werden kann

Resilienz wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Wahre Stärke entsteht dort,

wo Unternehmen selbst gestalten: in gesunden, belastbaren Teams, die Innovation

und langfristigen Erfolg ermöglichen.

Starke Teams, weniger Ausfalltage - Innovation als Folge

Stetiger Wandel, Fachkräftemangel und

steigende Anforderungen prägen den Alltag

vieler KMU. Für Erfolg braucht es belastbare

Teams, die Veränderungen meistern und

aktiv gestalten. Resiliente Mitarbeitende

fehlen seltener und sind innovativer. Studien

wie der Gallup Engagement Index 2023

zeigen: Unternehmen mit solchen Teams

profitieren von bis zu 41 Prozent weniger

Fehlzeiten und höherer Innovationskraft.

Gesunde Teams sind leistungsfähiger, zufriedener

und engagierter. Das stärkt das

Betriebsklima und die Bindung an das Unternehmen.

Führungskräfte, die psychische

Belastungen früh identifizieren, können so

aktiv Resilienz im Team fördern.

Wird der Krankenstand in einem 100-Personen-Unternehmen

pro Kopf um nur einen

halben Tag gesenkt, gewinnt das Unternehmen

50 Arbeitstage pro Jahr zurück.

Bei durchschnittlich geschätzten 400 Euro

Ausfallkosten pro Tag entspricht das

Einsparungen von etwa 20.000 Euro jährlich.

Tatsächlich können die Kosten je nach

Branche und Position auch höher oder niedriger

ausfallen.

50 verlorene Arbeitstage können den Unterschied

zwischen einem stabilen Geschäftsjahr

und Engpässen, Überstunden sowie

Kundenverlusten ausmachen. Die genannten

20.000 Euro sind ein Orientierungswert;

kumulative Kosten durch Produktivitätsverluste

und Vertretungen können

deutlich höher sein. Schon kleine Verbesserungen

wirken sich in fast allen Unternehmensbereichen

positiv aus.

Köln steht exemplarisch für viele Regionen

mit Innovationsdruck. Hier können KMU

durch gezielte Förderung der psychischen

Gesundheit ihrer Mitarbeitenden langfristige

Wettbewerbsvorteile erzielen und so ihre

Zukunft sichern.

Offene Kommunikation hilft, Belastungen

früh zu erkennen und Teams zu stärken mit

Vorteilen für das Unternehmen, wie z. B.:

→ Höhere Produktivität bei weniger Ausfalltagen

→ Geringere Fluktuation und stabilere

Teams

→ Mehr Kreativität und Anpassungsfähigkeit

am Markt

Seit 2013 sind Unternehmen verpflichtet,

psychische Belastungen im Rahmen der

Gefährdungsbeurteilung zu erfassen (§ 5

ArbSchG). Das sichert ab – und eröffnet zugleich

Chancen:

→ Haftungsrisiken minimieren: Klare

Prozesse schützen Geschäftsführende

persönlich.

→ Wirtschaftlichkeit steigern: Die Beurteilung

zeigt konkrete Stellschrauben

Foto: Drazen - stock.adobe.com

zur Senkung von Fehlzeiten und Fluktuation

auf.

→ Mitarbeiterbindung erhöhen: Wer Fürsorge

ernst nimmt, gewinnt Vertrauen.

Inhaber sollten daher die Gefährdungsbeurteilung

als praxisnahes Instrument einsetzen,

um gezielte Maßnahmen zu identifizieren

und wirksam umzusetzen. Mit externer

Unterstützung – etwa durch spezialisierte

Beratung – kann die Umsetzung effizient

erfolgen, ohne das Tagesgeschäft zu belasten.

Beratungskosten können zudem über

Förderprogramme wie BAFA bezuschusst

werden.

Wertschätzung als gelebte Haltung ist die

Basis für ein gesundes Betriebsklima. Auch

mit begrenzten Ressourcen können KMU

viel erreichen. Bewährte Maßnahmen sind:

→ Regelmäßige Team-Check-ins

→ Klare Strukturen

→ Weiterbildung für Führungskräfte

→ Flexible Arbeitsmodelle

→ Partizipation der Mitarbeitenden

Schon kleine Veränderungen wirken nachhaltig

– entscheidend ist das Dranbleiben.

Fazit: Investition

mit starkem Mehrwert

Resilienz ist überlebenswichtig und Schlüssel

zum nachhaltigen Erfolg. Im Mittelstand

schaffen belastbare Teams die Grundlage

für Wachstum und Innovation. Indem die

psychische Gesundheit von Mitarbeitenden

konsequent gefördert wird, sichern sich Unternehmen

ihre Wettbewerbsfähigkeit. W

Foto: Harry Flint

Gastautor: Dr. Torsten Rehrmann,

Inhaber von expantalent

20 www.diewirtschaft-koeln.de


Macher & Märkte |

GASTFREUNDSCHAFT ALS

KOMMUNIKATIONSPRINZIP

Was Kommunikation von guten Gastgebern lernen kann

In Zeiten wachsender Unsicherheit, digitaler Reizüberflutung und sinkender Kundenbindung

stehen viele Unternehmen vor der Frage, wie sie weiterhin ein tragfähiges

Vertrauensverhältnis aufbauen können – zu Kunden, Mitarbeitenden und Partnern.

Aufwendige Marketingkampagnen, die mehr Purpose als Mission vermitteln,

oder die Neuentdeckung der Markengeschichte, vieles wird versucht, um die emotionale

Verbindung zum Unternehmen zu stärken.

Doch vielleicht liegt die Antwort auf diese

Herausforderungen näher als gedacht:

nämlich in der Gastfreundschaft. Oder genauer:

Kommunikation, die sich an den

Prinzipien gelebter Gastfreundschaft orientiert

– der sogenannte Hospitality-Effekt.

Ein neuer Impuls für

die Unternehmenskommunikation

Den Begriff „Hospitality“ verbindet man ja

eher mit der Hotellerie und Gastronomie.

Doch das zugrunde liegende Prinzip lässt

sich auf viele andere Bereiche übertragen

– insbesondere auch auf die Kommunikationskultur.

Die Idee: Wer wie ein guter Gastgeber

kommuniziert, begegnet anderen

mit Respekt, Aufmerksamkeit und echtem

Interesse. Statt reiner Informationsvermittlung

entsteht ein Dialog auf Augenhöhe.

Das bringt neue Impulse in die unternehmerische

Kommunikation und in die

Kommunikationsberatung.

Der Hospitality-Effekt versteht sich dabei

nicht als bloßes Stilmittel, sondern als innere

Haltung. Kommunikation wird nicht

länger nur als Werkzeug zur Zielerreichung

betrachtet, sondern als Beziehungsangebot.

Die Frage verschiebt sich: weg

von „Was muss ich sagen?“, hin zu: „Wie

kann ich dafür sorgen, dass sich mein Gegenüber

gesehen, gehört – und willkommen

fühlt?“

Mensch statt

Zielgruppe

Gerade in unsicheren Zeiten ist das ein

strategischer Vorteil. Unternehmen, die

eine einladende, empathische Kommunikationskultur

leben, erfahren oft eine

höhere Kundenbindung, stabilere Mitarbeitermotivation

und ein positives Markenimage.

Denn Vertrauen entsteht dort, wo

Menschen sich gesehen und gehört fühlen

– nicht nur als Zielgruppe, sondern als Gegenüber,

als Person und Mensch.

Ein Beispiel: Statt in der Krise primär über

Herausforderungen zu sprechen, könnten

Führungskräfte und Kommunikationsabteilungen

gezielt eine gastfreundliche

Kommunikationshaltung einnehmen – sie

informieren transparent, bieten Dialog an

und vermitteln Sicherheit durch Haltung.

So entstehen Gesprächsräume, in denen

nicht nur informiert, sondern auch verstanden

wird. Im besten Fall entstehen

durch die Offenheit auch neue Lösungen

und Ideen innerhalb der Teams. In der internen

Kommunikation bedeutet das: Führungskräfte

treten in den Dialog, statt auf

Ansage zu setzen.

Eine Einladung

mit Wirkung

Der Hospitality-Effekt ist dabei kein Feelgood-Konzept.

Es geht nicht um oberflächliche

Freundlichkeit, sondern um ein

strukturiertes Kommunikationsverständnis,

das strategisch gedacht und operativ

gelebt wird. Kommunikation wird so zur

Einladung – zum Mitdenken, zum Mitgestalten,

zur Beziehung auf Augenhöhe.

Dieser Gedanke lässt sich auf Unternehmen

jeder Größe übertragen – vom inhabergeführten

Betrieb bis zum internationalen

Konzern. Marken profitieren davon,

weil sie ein menschliches Profil entwickeln.

Teams profitieren, weil ihre Kommunikation

auf Austausch basiert. Und

nicht zuletzt profitieren Führungskräfte,

weil sie in Zeiten der Veränderung ein starkes

Instrument zur Vertrauensbildung an

die Hand bekommen.

Im Zentrum steht dabei immer die Frage:

Wie würde ein guter Gastgeber handeln?

Was braucht mein Gegenüber, um sich gesehen,

gehört – ja: willkommen zu fühlen?

Denn wer die Haltung der Gastfreundschaft

zur Grundlage seiner Kommunikation

macht, wird erleben: Es ist nicht nur gut

gemeint. Es wirkt. W

02651 96200

Foto: Christian Straub / talkingvisual.de

Gastautor: Christian Straub

www.talkingvisual.de

Foto: Johanna Bampi / bampi.media

Gastautor: Benjamin Zwack

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HALLEN

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Das Deutschlandticket als

attraktives Jobticket

Mit dem Deutschlandticket Job von go.Rheinland auf dem Weg zur Arbeit

und in der Freizeit klimafreundlich mobil sein.

Seit seiner Einführung am 1. Mai 2023 erfreut sich das Deutschlandticket kontinuierlich

steigender Beliebtheit. Bietet es doch für nur 58 Euro im Monat die Möglichkeit, rund um

die Uhr den öffentlichen Personennahverkehr in ganz Deutschland zu nutzen. Was

vielen Arbeitgebern und ihren Beschäftigten jedoch noch nicht so recht bekannt ist: Das

Deutschlandticket gibt es mittlerweile auch als praktisches Jobticket — bequem und ohne

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beträgt der Preis des Deutschlandtickets Job pro Mitarbeitenden dann nur noch 40,60 Euro

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Deutschlandticket Job anbieten möchten,

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| Branchen & Betriebe

WIRKSAMKEIT FÜR

MARKETINGAKTIVITÄTEN

Die Krise mit einem strategischen Marketingkonzept meistern

Foto: Helge Strauss

Strategisches Marketing bleibt auch in herausfordernden Zeiten ein zentraler Erfolgsfaktor

Aktuell kämpfen viele Unternehmen mit einem schwierigen Marktumfeld, geprägt von

Kaufzurückhaltung sowie stagnierenden oder rückläufigen Umsätzen. Der Reflex vieler

Verantwortlicher lautet daher: „Wir sparen am Marketing und stoppen alle Aktivitäten!“

Das ist zwar nachvollziehbar, aber nicht der richtige Weg.

Viele Unternehmen reduzieren ihre Marketing-

und Vertriebsbudgets auf null und

stellen ihre Aktivitäten zur aktiven Marktbearbeitung

komplett ein. Häufig geschieht

dies auch aus dem Druck heraus, dass das

Marketing den Nachweis der Wirksamkeit

nur unzureichend erbringen kann.

Gerade in Phasen der Stagnation und Neuorientierung

werden Marktanteile neu verteilt.

Natürlich verhalten sich viele Kunden

zurückhaltend – dennoch gibt es weiterhin

Kunden, die aktiv sind und Umsatz generieren.

Gleichzeitig ziehen sich Wettbewerber

aufgrund von Sparmaßnahmen zurück oder

sind weniger sichtbar. Wer diese Zeit strategisch

klug nutzt, kann gestärkt aus einer

solchen Krise hervorgehen.

Marketing-Audit

zur Standortbestimmung

Dreh- und Angelpunkt ist die Frage nach

den konkreten Zielen und den notwendigen

KPIs für die aktive Marktbearbeitung. Also:

Wie und auf welche Weise erwirtschaftet

das Unternehmen seinen Ertrag? Wer diese

strategischen Fragen auch in einer Krisensituation

klar beantworten kann, ist auf dem

richtigen Weg.

Wichtig dabei ist, diese Fragen nicht einfach

zu wiederholen, sondern neu und kritisch

zu durchdenken: Sind wir richtig aufgestellt

für die veränderte Situation? Welche

Anforderungen haben unsere Kunden aktuell

an uns? Funktioniert unser Produkt- und

Leistungsportfolio heute und auch künftig

noch?

Gerade in anspruchsvollen Zeiten wird man

gezwungen, sämtliche Faktoren genau zu

prüfen und zu hinterfragen, ob die Annahmen

der Vergangenheit noch mit den Realitäten

der Gegenwart und den Anforderungen

der Zukunft übereinstimmen. Ein

Marketing-Audit kann hier eine sehr hilfreiche

Standortbestimmung liefern.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt,

dass das vollständige Herunterfahren

aller Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen

in Krisenzeiten die schlechteste

aller Optionen ist. Dies schadet nicht nur

unmittelbar dem Vertriebserfolg, sondern

schwächt auch langfristig die Marktposition

des Unternehmens.

Strategische Konzepte

Ein fundiertes Marketingkonzept kombiniert

Analyse, gezielte Ressourcensteuerung

und messbare Effizienz und verliert

dabei die langfristige Markenstärke nicht

aus dem Blick.

Entscheidend sind folgende Grundprinzipien:

→ Regelmäßige Markt-, Wettbewerbsund

Zielgruppenanalysen als Basis für

fundierte Entscheidungen

→ Fokussierung auf Maßnahmen mit direkter

Umsatzwirkung, etwa Performance-Kampagnen

oder gezielte Kundenaktivierung

→ Effizientes Controlling mit angepassten

Kennzahlen, um Wirkung und

Wirtschaftlichkeit jederzeit messbar

zu halten

24 www.diewirtschaft-koeln.de


Branchen & Betriebe |

→ Unterschiedliche Zielgruppenprofile

erfordern flexible, passgenaue Kommunikationsansätze

Gleichzeitig bleibt der strategische Blick

wichtig: Markenvertrauen, digitale Sichtbarkeit

und Innovationsfähigkeit sichern

die Wettbewerbsfähigkeit über das Tagesgeschäft

hinaus.

Das Deutsche Institut für Marketing stellt

hierfür den praxiserprobten DIM-Marketingplaner

kostenlos als Orientierungsrahmen

bereit.

Relevante Lösungen und

ein passender USP

Ein klarer Unique Selling Proposition

(USP) wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal,

wenn Märkte stagnieren.

Kunden erwarten nachvollziehbare

Antworten auf die Frage, welchen konkreten

Mehrwert ein Anbieter bietet. Reine

Produktmerkmale reichen dafür nicht aus.

Ein wirksamer USP erfüllt dabei drei zentrale

Funktionen: Er signalisiert Verlässlichkeit,

adressiert konkrete Kundenprobleme

und bietet messbaren Mehrwert, etwa

durch Effizienz, Sicherheit oder Kostenvorteile.

Die Entwicklung eines solchen Nutzenversprechens

folgt einem einfachen Prinzip:

veränderte Kundenbedürfnisse analysieren,

unbesetzte Positionierungschancen

erkennen und den USP präzise, verständlich

und konsistent kommunizieren.

Dabei haben sich insbesondere folgende

Ansatzpunkte bewährt:

→ Sicherheit und Stabilität als Signal für

Verlässlichkeit

→ Effizienz und Kostenersparnis als Antwort

auf steigenden Preisdruck

→ Digitale Lösungen für Flexibilität und

einfache Anwendung

→ Nachhaltigkeit für langfristiges Vertrauen

Zentral bleibt: Entscheidend ist der konkrete

Kundennutzen und nicht abstrakte

Eigenschaften oder technische Details. Ein

klar formulierter USP schafft Orientierung

und positioniert Anbieter deutlich erkennbar

– selbst in einem herausfordernden

Wettbewerbsumfeld.

Das Produkt ist der Star

Unabhängig von Branchenzugehörigkeit

zeigt sich in Krisenzeiten ein einheitliches

Muster: Die Kaufzurückhaltung steigt,

gleichzeitig wird stärker auf Qualität, Verlässlichkeit

und tatsächlichen Kundennutzen

geachtet.

Für Unternehmen bedeutet das: Das Produkt

oder die Dienstleistung selbst muss

stärker denn je im Mittelpunkt der Kommunikation

stehen – nicht durch überhöhte

Werbeversprechen, sondern durch nachvollziehbare

Argumente, nachweisliche

Qualität und einen klaren Fokus auf die

konkreten Vorteile für den Kunden.

Dabei stehen folgende Aspekte im Vordergrund:

→ Nutzenargumentation: Produkte, die

messbare Lösungen für aktuelle Problemstellungen

bieten, etwa Einsparpotenziale

oder Effizienzsteigerungen,

besitzen einen deutlichen Marktvorteil.

→ Qualitätsversprechen: In unsicheren

Zeiten suchen Kunden Stabilität. Unternehmen,

die ihre Produktqualität

klar belegen und kommunizieren, stärken

das Vertrauen.

→ Kundenorientierte Weiterentwicklung:

Angebote, die flexibel auf veränderte

Bedürfnisse reagieren, erhöhen

die Relevanz und Marktdurchdringung.

Zahlreiche erfolgreiche Beispiele zeigen:

Nicht groß angelegte Imagekampagnen, sondern

ein konsequenter Fokus auf Produktexzellenz

und erlebbaren Kundennutzen sichert

Marktanteile und Kundenloyalität.

Performance-Marketing

statt Markenaufbau

Wenn Märkte stagnieren und Budgets unter

Druck stehen, rückt die direkte Messbarkeit

von Marketingaktivitäten in den

Vordergrund. Unternehmen priorisieren

Maßnahmen, die unmittelbar zur Generierung

von Leads, zur Aktivierung von

Bestandskunden oder zum Verkaufsabschluss

beitragen. Klassischer Markenaufbau,

der langfristig wirkt, tritt in solchen

Phasen häufig in den Hintergrund.

Performance-Marketing bietet den Vorteil,

dass Investitionen und ihre Wirkung

präzise nachvollziehbar sind. Kampagnen

lassen sich in Echtzeit steuern, Budgets

flexibel anpassen, Erfolg oder Optimierungsbedarf

schnell erkennen. Gerade

wenn Ressourcen begrenzt sind, ermöglicht

dieser Ansatz eine zielgerichtete Allokation

von Mitteln dort, wo sie den größten

wirtschaftlichen Hebel entfalten.

Während der Aufbau von Markenbekannt-

heit und Image ein langfristiger Prozess

ist, liefern performanceorientierte Maßnahmen

kurzfristige, konkrete Ergebnisse.

Die Fokussierung auf Kanäle mit direkter

Conversion-Wirkung, wie Suchmaschinenmarketing,

gezieltes Retargeting oder qualifizierte

Leadkampagnen, sichert planbare

Erfolge auch unter schwierigen Rahmenbedingungen.

Trotzdem bleibt Markenkommunikation

ein relevanter Bestandteil, allerdings deutlich

fokussierter und eingebettet in die

Gesamtstrategie. Ein hybrider Ansatz, der

auf unmittelbare Effizienz setzt, ohne den

langfristigen Markenwert zu vernachlässigen,

hat sich dabei bewährt.

Unternehmen, die ihre Marketingaktivitäten

konsequent an überprüfbaren Ergebnissen

ausrichten, sichern sich nicht nur

kurzfristig Wettbewerbsvorteile. Sie schaffen

auch die notwendige Datengrundlage,

um ihre Strategie dynamisch an veränderte

Marktbedingungen anzupassen. Performance-Marketing

liefert damit mehr als

nur kurzfristige Verkaufsimpulse – es ermöglicht

die Steuerung auf Basis belastbarer

Fakten und erhöht so insgesamt die unternehmerische

Handlungsfähigkeit.

Fazit

„Wirksamkeit“ muss die zentrale Steuerungsgröße

für alle Marketingaktivitäten

sein. Oder anders gesagt: Haben die Maßnahmen

eine spürbare Wirkung auf die

strategisch wichtigen Bereiche? Also konkret:

Wird die notwendige Reichweite in

der relevanten Zielgruppe erzielt? Können

potenzielle Kunden aktiviert und zum Dialog

bewegt werden? Und leisten die Maßnahmen

einen nachvollziehbaren Beitrag

zum Vertriebserfolg? Ein durchdachtes,

strategisches Marketing ist kein Kostenfaktor,

sondern ein zentraler Hebel, um gestärkt

aus der Krise hervorzugehen. W

Gastautor: Prof. Dr. Michael Bernecker,

Geschäftsführer,

DIM Deutsches Institut für Marketing GmbH

Foto: Philipp Johann | sallyhateswing

www.diewirtschaft-koeln.de 25


| Branchen & Betriebe

NETCOLOGNE:

JAHRESBILANZ 2024

Rekordergebnis im Jubiläumsjahr

Dr. Claus van der Velden (re.), kaufmännischer Geschäftsführer von

NetCologne und Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne, blicken

zu recht voller Stolz auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück

Die NetCologne Gruppe, bestehend aus NetCologne, NetCologne IT Services, NetAachen

und NetDüsseldorf, blickt im 30. Jahr ihres Bestehens auf ein Rekordergebnis

zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Geschäftsjahr 2024 um

11 Prozent auf 31,2 Millionen Euro (2023: 28,3 Millionen Euro).

Der Umsatz legte um 9,3 Millionen Euro

auf 342,4 Millionen Euro zu (2023: 333,1

Millionen Euro; +3 Prozent). Trotz eines

herausfordernden Marktumfelds verzeichnete

die NetCologne Gruppe bei den Festnetzanschlüssen

einen Zuwachs auf rund

550.000 Privatkunden (2023: 546.000).

Im Jahr 2024 investierte die NetCologne

Gruppe erneut kräftig in den Glasfaserausbau:

69,1 Millionen Euro (2023: 67,3 Mio.

Euro) flossen in das eigene Netz, das um

1.380 Kilometer auf 31.900 Kilometer anwuchs.

Heute haben drei von vier Kölnerinnen

und Kölnern Zugriff auf Glasfaser.

„Köln gehört deutschlandweit zu den am

besten mit Glasfaser versorgten Städten.

Dass 2024 ein so erfolgreiches Jahr war,

verdanken wir unseren langfristigen Investitionen

in eine Zukunftstechnologie,

die heute im Alltag angekommen ist“, sagt

Dr. Claus van der Velden, kaufmännischer

Geschäftsführer der NetCologne.

Nachhaltiges Rechenzentrum

geht ans Netz

Am 5. September 2024 nahm NetCologne

nach nur zehn Monaten Bauzeit das erste

nachhaltige Rechenzentrum Kölns in Betrieb.

Es erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen,

nutzt 100 Prozent Ökostrom,

arbeitet besonders energieeffizient und verwendet

entstehende Abwärme weiter. Damit

übererfüllt es bereits heute die Vorgaben

des neuen Energieeffizienzgesetzes für

die kommenden Jahre. „Unser neues nachhaltiges

Rechenzentrum ist ein Meilenstein

für Kölns digitale Infrastruktur. In einer

zunehmend unsicheren Welt wird digitale

Souveränität immer wichtiger. Lokale Rechenzentren

sind ein zentraler Baustein für

unabhängige und sichere Datenverarbeitung

in Deutschland und Europa“, betont Timo

von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne.

Foto: Fotoagentur Wolf Sichtbarkeitsexperten

NetCologne ist nicht nur ein bedeutender

Motor für die wirtschaftliche und digitale

Entwicklung Kölns, sondern auch ein ausgezeichneter

Arbeitgeber – mehrfach prämiert

als „Great Place To Work“. Die Zahl

der Mitarbeitenden stieg 2024 leicht auf

1.302 (2023: 1.294). Als Teil des Stadtwerke

Köln Konzerns leisten die Mitarbeitenden

von NetCologne täglich einen unverzichtbaren

Beitrag zur digitalen Daseinsvorsorge.

Mit dem kontinuierlichen Ausbau und

Betrieb eines der dichtesten Glasfasernetze

Deutschlands sowie als Betreiber leistungsfähiger

lokaler Rechenzentren schaffen sie

die Grundlage für digitale Teilhabe, Innovationskraft

und wirtschaftliches Wachstum

– von der Schule über den Mittelstand

bis hin zu Industrie und Verwaltung. „Für

das Jahr 2024 können wir darüber hinaus

19 Millionen Euro unseres sehr guten Ergebnisses

an die Stadt ausschütten – ein direkter

Beitrag unserer Arbeit zur Finanzierung

anderer kommunaler Zukunftsprojekte“,

betont Dr. Claus van der Velden.

Ausblick: mehr Glasfaser

und stabiles

450-Megahertz-Funknetz

In den nächsten drei Jahren plant NetCologne,

bis zu 80 Prozent der Wohn- und Geschäftseinheiten

in Köln mit Glasfaser zu

versorgen. Zu den aktuellen Ausbau-Veedeln

gehören unter anderem Rodenkirchen,

Neuehrenfeld, Sürth, Altstadt-Nord, Bickendorf,

Zollstock und Stammheim. Seit zwei

Jahren baut NetCologne zudem ein 450-Megahertz-Funknetz

für kritische Infrastrukturen

aus. Die Fertigstellung ist für das

laufende Jahr geplant. Das Netz ist ein zentraler

Baustein für die Digitalisierung und

Krisensicherheit der Energieversorgung. Es

ermöglicht die intelligente Steuerung der

Stromnetze und unterstützt die Integration

schwankender Einspeisungen aus erneuerbaren

Energien. Zugleich kann es perspektivisch

auch in Krisensituationen wie Stromausfällen

die Kommunikation von Polizei,

Feuerwehr und weiteren Einsatzkräften bis

zu 72 Stunden gewährleisten. W

Jana Leckel

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| Geld & Geschäft | Sonderthema Recht & Steuern

KAFFEE, KASSE,

KORRUPTION?

§ 299 StGB und die Grenze der Sozialadäquanz

Foto: motortion - stock.adobe.com

Nur eine kleine Aufmerksamkeit, oder doch schon Bestechung?

Es ist ein leidiges Thema – niemand möchte sich dem Vorwurf der Bestechung oder

Bestechlichkeit aussetzen und doch besteht ein durchaus legitimes Interesse, einem

Geschäftspartner gelegentlich eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Doch intendiert

das Geschenk eine Erwartungshaltung in Form einer Gegenleistung, kann schnell

die Schwelle zur strafrechtlichen Relevanz überschritten sein.

Korruption im geschäftlichen Verkehr wird

als Bedrohung für den fairen Wettbewerb

gesehen und ist daher in § 299 des Strafgesetzbuches

(StGB) unter Strafe gestellt.

Gleichzeitig gibt es jedoch Verhaltensweisen,

die zwar auf den ersten Blick wie eine

Vorteilsgewährung erscheinen mögen,

aber aufgrund ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz

oder Branchenüblichkeit als sozialadäquat

gelten und somit nicht strafbar

sind. Die Abgrenzung zwischen strafbarer

Korruption und sozialadäquatem Verhalten

ist in der Praxis oft schwierig und erfordert

eine genaue Betrachtung der Umstände des

Einzelfalls.

Rechtliche Grundlagen

des § 299 StGB

§ 299 StGB regelt die Strafbarkeit der Bestechlichkeit

und Bestechung im geschäftlichen

Verkehr. Der Tatbestand umfasst zwei

Varianten: zum einen die Bestechlichkeit

nach § 299 Abs. 1 StGB, bei der ein Arbeitnehmer

oder Beauftragter eines Unternehmens

einen Vorteil fordert, sich versprechen

lässt oder annimmt, um im geschäftlichen

Verkehr eine unlautere Bevorzugung eines

anderen vorzunehmen. Zum anderen

die Bestechung nach § 299 Abs. 2 StGB, bei

der jemand einem Arbeitnehmer oder Beauftragten

eines Unternehmens einen Vorteil

bietet, verspricht oder gewährt, um eine

unlautere Bevorzugung im Wettbewerb

zu erreichen. Wesentliche Voraussetzungen

für die Strafbarkeit sind das Vorliegen

eines Vorteils, der auf eine unlautere Bevorzugung

abzielt, sowie der Bezug zum

geschäftlichen Verkehr. Der Begriff des Vorteils

umfasst dabei jede Leistung, die den

Empfänger objektiv besserstellt und auf die

er keinen rechtlich begründeten Anspruch

hat. Neben immateriellen Vorteilen sind

dies insbesondere materielle Vorteile, denen

ein Vermögenswert zukommt oder die

den Empfänger der Zuwendung in sonstiger

Weise wirtschaftlich besserstellen, wie

etwa Geldzuwendungen, Darlehensgewährungen,

Stundungen, Rabatte und die Einräumung

von Vermögens- und Gewinnbeteiligungen.

Entscheidend ist zudem, dass

der Vorteil dazu bestimmt ist, eine unlautere

Bevorzugung herbeizuführen, was insbesondere

dann anzunehmen ist, wenn durch

die Zuwendung ein Verstoß gegen interne

Richtlinien oder gesetzliche Pflichten erfolgt.

Begriff der Sozialadäquanz

und deren Bedeutung im

Strafrecht

Als sozialadäquat gelten Leistungen, die der

Höflichkeit oder Gefälligkeit entsprechen

und sowohl sozial üblich als auch unter Gesichtspunkten

des Rechtsgutsschutzes allgemein

gebilligt sind. Sozialadäquat sind

Zuwendungen, die so gering sind, dass sie

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Sonderthema Recht & Steuern | Geld & Geschäft |

bei einer vernünftigen Betrachtungsweise

nicht den Eindruck erwecken können, dass

die Annahme der Zuwendung zu Verpflichtungen

des Zuwendungsempfängers gegenüber

dem Zuwendenden führt. Dies kann

beispielsweise bei branchenüblichen Geschenken

oder Einladungen zu Geschäftsessen

der Fall sein.

Die Sozialadäquanz dient somit als Korrektiv

zur Vermeidung einer Überkriminalisierung

alltäglicher Geschäftspraktiken. Die

Frage, die sich hier vielfach stellt, ist: Wann

ist diese Grenze überschritten?

Abgrenzung zwischen

strafbarer Korruption und

sozialadäquatem Verhalten

Für die Abgrenzung zwischen strafbarer

Korruption und sozialadäquatem Verhalten

werden vor allem die folgenden Kriterien

herangezogen:

Art des Vorteils: Kleine Aufmerksamkeiten

wie Werbegeschenke (z. B. Kugelschreiber

mit Firmenlogo) gelten in der Regel als sozialadäquat,

wohingegen hochwertige Geschenke

(z. B. teure Uhren) oft als unlauter

angesehen werden.

Anlass der Zuwendung: Vorteile ohne konkreten

Bezug zu einer bestimmten geschäftlichen

Entscheidung sind eher sozialadäquat,

während Vorteile, die unmittelbar

mit einer bestimmten Entscheidung verknüpft

sind (z. B. Vergabe eines Auftrags),

für Unlauterkeit und gegen Sozialadäquanz

sprechen.

Branchenübliche Gepflogenheiten: In einigen

Branchen sind Einladungen zu Veranstaltungen

oder auch höherwertigeren

Geschäftsessen üblich und daher sozialadäquat,

während in anderen Branchen solche

Zuwendungen als unzulässig angesehen

werden können.

Transparenz: Offene Zuwendungen, die

dem Arbeitgeber bekannt sind, gelten eher

als zulässig, heimliche Vorteile deuten auf

Unlauterkeit hin.

Praxisbeispiele

→ Beispiel 1: Einladung zu einem Geschäftsessen

Ein Vertriebsmitarbeiter lädt einen potenziellen

Geschäftspartner zu einem

Abendessen ein, um über mögliche Kooperationen

zu sprechen. Solange das

Essen in einem angemessenen Rahmen

bleibt (z. B. keine Luxusrestaurants),

wird dies meist als sozialadäquat angesehen.

→ Beispiel 2: Hochwertiges Geschenk

Ein Lieferant schenkt einem Einkäufer

eines Unternehmens eine teure Uhr im

Wert von mehreren Hundert Euro kurz

vor einer Vertragsvergabeentscheidung.

Hier liegt in der Regel ein Fall von unlauterer

Vorteilsgewährung vor (§ 299

Abs. 2 StGB).

Foto: Pixel-Shot - stock.adobe.com

→ Beispiel 3: Sponsoring von Veranstaltungen

Ein Unternehmen sponsert eine Veranstaltung

eines Geschäftspartners durch

Bereitstellung von Werbematerialien

oder finanzieller Unterstützung. Solange

dies transparent erfolgt und keine

konkrete Gegenleistung erwartet wird,

kann dies als sozialadäquat gelten.

→ Beispiel 4: Kaffeekasse und Weihnachtsfeier

Aber wie ist das jetzt mit dem Lieferanten/langjährigen

Geschäftspartner, der

gegen Ende eines Jahres großzügig in

die Kaffeekasse „Für eure Weihnachtsfeier“

spendet? Gerade bei andauernden

Geschäftsbeziehungen ist eine

Abgrenzung schwierig, ob die Zuwendung

ausschließlich eine Belohnung

für Vergangenes (nicht strafbar) oder

ein „Anfüttern“ für die zukünftige Zusammenarbeit

darstellen sollte (dann

ist eine Strafbarkeit gut denkbar). Eine

eindeutige Antwort gibt es hier nicht,

aber als Daumenregel gilt, je höher

die Zuwendung, desto eher sollte man

die Finger davon lassen und vor allem

sollte die Zuwendung im Unternehmen

offengelegt und auch verbucht werden.

Fazit

Die Grenze zwischen strafbarer Korruption

nach § 299 StGB und sozialadäquatem Verhalten

ist fließend und nicht immer einfach.

Für einige Bereiche findet sich Hilfestellung

in Form von Leitfäden, wie dem S

20 – Leitfaden Hospitality und Strafrecht,

der in Zusammenarbeit von BMI, DOSB, der

Sponsorenvereinigung S20 und dem Verband

der Sportsponsoring-Anbieter (VSA)

entstanden ist, oder die FAQ zur Korruptionsprävention

der FH Aachen im Internet.

Möchte man für das eigene Unternehmen,

die eigenen Mitarbeiter Sicherheit in diesen

Fragen erreichen, empfiehlt es sich,

gemeinsam mit Compliance-Experten eine

passgenaue Anti-Korruptionsrichtlinie für

das eigene Unternehmen zu erarbeiten, die

Mitarbeiter:innen darin zu schulen und Verstöße

hiergegen konsequent zu ahnden. W

Foto: PicturePeople

Wenn Zweifel bestehen, besser nichts annehmen

Simone Lersch Rechtsanwältin,

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

www.diewirtschaft-koeln.de 29


| Geld & Geschäft

IMPULSE FÜR

DIE INNENSTADT

Wie Projektentwicklungen Kölns Handelslagen neu denken

Die Sandsteinfassade des

Goldschmied Carrés

fügt sich harmonisch in

die urbane Umgebung ein

Zehn Großprojekte zeigen, wie Immobilieneigentümer den Wandel der Kölner Innenstadt

aktiv gestalten – ein klares Signal, dass sich das Zentrum nicht im Stillstand

befindet, sondern bewusst und nachhaltig weitergedacht wird.

Kaum ein Bereich Kölns steht derzeit so

sehr im Fokus wie die Innenstadt – ein

Stadtraum im Wandel, dessen Entwicklungen

sich direkt auf die umliegenden Viertel

auswirken. Ein besonders aktiver Hebel: die

„Initiative Kölner Handelslagen“, ein Arbeitskreis

unter dem Dach von STADTMAR-

KETING KÖLN, der seit 2019 kontinuierlich

daran arbeitet, ein starkes Netzwerk aus Immobilieneigentümern

und Projektentwicklern

aufzubauen. Unter der Leitung von Dr.

Frank Wenzel, Geschäftsführer der Aachener

Grundvermögen, verfolgt die Initiative

ein klares Ziel: die qualitative Aufwertung

der Handelslagen durch konkrete Projekte.

Wie viel aktuell in der Innenstadt passiert,

zeigte sich Anfang Juli beim Jahrestreffen

der Initiative – mit über 60 Teilnehmern

im Weltstadthaus von Peek & Cloppenburg.

Zehn große Projektentwicklungen an den

Top-Standorten der Kölner City wurden dabei

präsentiert – vier davon werden im Folgenden

exemplarisch vorgestellt.

Goldschmied Carré:

neues Quartier mit Domblick

Mit rund 18.500 Quadratmetern Bruttogrundfläche

ist das Goldschmied Carré eine

der größten innerstädtischen Projektentwicklungen

seit dem Zweiten Weltkrieg

– in direkter Nähe zum Dom. Das architektonisch

hochwertig mit Sandsteinfassade

versehene Ensemble verbindet ökologische

Verantwortung mit urbaner Lebensqualität.

Das Areal, das bis 2028 in drei Bauphasen

realisiert werden soll, erstreckt sich entlang

der Straßen Unter Goldschmied, Am Hof,

Sporergasse und Große Budengasse. Vorgesehen

ist ein Nutzungsmix aus Büros, Einzelhandel,

Gastronomie und einem Hotel

– inklusive einer großzügigen, begrünten

Dachterrasse mit Blick auf den Dom.

Hohe Straße 121–131:

nachhaltige Mischnutzung

statt monofunktionaler

Handelsfläche

Nur 250 Meter vom Kölner Dom entfernt entwickelt

die Aachener Grundvermögen eine

Immobilie, in der derzeit noch Mediamarkt

als Händler und der WDR als Büromieter beheimatet

sind, zu einem nachhaltigen und

zukunftsorientierten Nutzungskonzept weiter.

Neben Einzelhandel entstehen Appartements

und Wohnungen – ergänzt durch eine

begrünte Fassade und einen ökologisch

gestalteten Innenhof.

Der neue Nutzungsmix reagiert auf veränderte

Anforderungen an innerstädtische

Handels- und Büroimmobilien. Die Fertigstellung

ist für 2028 geplant.

Weltstadthaus

Peek & Cloppenburg:

Ikone mit Zukunft

Das Weltstadthaus auf der Schildergasse

wird unter Leitung des renommierten

Architekturbüros Renzo Piano Building

Workshop zu einer Multi-Use-Immobilie

weiterentwickelt.

Geplant ist ein Neubau in moderner

Holz-Hybrid-Bauweise an der Cäcilienstraße,

mit einer dreigeschossigen Überbauung

des Bestandsgebäudes entlang der

Antonsgasse. Die bisher monogenutzte

Handelsimmobilie wandelt sich zu einem

vielseitigen Multi-Use-Quartier mit einem

Mix aus Retail, Büro, Hotel, Gastronomie

und Veranstaltungen.

Ein Highlight: Der bislang nicht zugängliche

Kuppelsaal soll öffentlich nutzbar werden,

ebenso wie eine neue Dachterrasse

mit Gastronomie. Die Weiterentwicklung

verfolgt konsequent nachhaltige Bauprinzipien

– von energieeffizienter Haustechnik

bis zu Dachbegrünung.

Neubau Kreissparkasse Köln:

neue Qualität am Neumarkt

Mit dem Projekt an der Richmodstraße

setzt die Kreissparkasse Köln ein klares

Zeichen für den Standort Neumarkt.

Der rund 14.000 Quadratmeter große

Neubau ersetzt einen energetisch nicht

mehr gut sanierbaren Bestandsbau aus

den 1950er-Jahren und setzt konsequent

auf Nachhaltigkeit: Die Planung ist

DGNB-Gold-zertifiziert, vorgesehen sind

Ladeanschlüsse für E-Mobilität und ein Bike-Safe

für bis zu 400 Fahrräder.

Auch städtebaulich soll sich der Neubau

harmonisch in die Umgebung einfügen –

eine bewusste Weiterentwicklung der bereits

modernisierten Passage mit AOK-Nutzung.

W

30 www.diewirtschaft-koeln.de

Foto: Rendertaxi

Foto: Renzo Piano Building Workshop

Die Weiterentwicklung des Weltstadthauses

wird mit dem neuen Nutzungsmix die

Schildergasse weiter attraktivieren


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EXOSKELETTE

IM HANDWERK

Veranstaltung der HWK Köln macht Entlastungspotenzial erlebbar

Technik trifft Muskelkraft: Bei der Veranstaltung „Exoskelette im Handwerk“ am 9.

Juli 2025 der Handwerkskammer zu Köln erlebten ca. 200 interessierte Besucherinnen

und Besucher hautnah, wie moderne Exoskelette die Arbeitswelt im Handwerk

revolutionieren.

Es gibt eine

Vielzahl verschiedener

Exoskelette

für unterschiedliche

Arbeitsbereiche

Foto: HIRA STOCK - stock.adobe.com

Exoskelette sind mechanische Hilfen, aktiv

oder passiv, die die körperliche Belastung

reduzieren, besonders bei Über-Kopf-Arbeiten,

Heben oder immer wiederkehrenden

Bewegungen. Während der Veranstaltung

konnten sich die Besucherinnen und Besucher,

allen voran Betriebe, die körperliche

Belastungen reduzieren möchten, und

Fachkräfte, die trotz Einschränkungen im

Beruf bleiben wollen, bei unterschiedlichen

Ausstellern informieren und die Exoskelette

live testen. Live-Demonstrationen für typische

Handwerksarbeiten und Fachvorträge

rund um Ergonomie, Technik und gesundheitliche

Prävention rundeten das Format,

das am AusbildungsCampus stattfand, ab.

Stephanie Bargfrede, Geschäftsführerin der

Bereiche Unternehmensberatung, Handwerkspolitik

und Internationales, eröffnete

die Veranstaltung: „Exoskelette kommen

bereits in vielen Bereichen im Handwerk

zum Einsatz, wir sehen aber noch ein weit

größeres Potenzial. Unser heutiger Aktionstag

gibt einen Überblick über die vielfältigen

Möglichkeiten der modernen Exoskelette

und die damit einhergehenden

immensen Arbeitserleichterungen.“ Sie

ist der Überzeugung, dass es insbesondere

für die Mitgliedsbetriebe aus dem Bau- und

Ausbaugewerbe Sinn mache, sich mit dieser

innovativen Technologie näher zu befassen.

Ihrer Meinung nach führe dies zu deutlich

verbesserten Arbeitsbedingungen, unter

denen die Gesundheit der Mitarbeitenden

langfristig unterstützt werden könne.

Exoskelette entlasten Menschen mit bereits

bestehenden körperlichen Einschränkungen

und dienen gleichzeitig der Prävention,

sodass die Entstehung von Beeinträchtigungen

verhindert werden kann. W (jl)

Weitere Informationen und Tipps zu der

teilweise förderfähigen Anschaffung gibt

Sabine Gnielka der Handwerkskammer zu

Köln unter: 0221 2022 319 oder sabine.gnielka@hwk-koeln.de.

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VERPACKUNGSSTEUER

IN KÖLN GEPLANT

Weniger Einweg, aber zu welchem Preis?

Plastikverpackungen to-go werden künftig teuerer

Köln soll nachhaltiger in Sachen Müllentsorgung werden – dafür wird eine Verpackungssteuer

auf Einwegverpackungen geplant. Während Befürworter den Umweltaspekt

betonen, weisen Kritiker auf eine zu hohe Belastung für Unternehmen hin.

Die Ausgangslage

Im Februar dieses Jahres wurde bekannt:

Köln plant als erste Millionenstadt eine

kommunale Verpackungssteuer für alle

Speisen und Getränke, die sofort oder unterwegs

verzehrt werden können. Anlass

dafür war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts,

das die Steuer in Tübingen

im Januar 2025 für rechtmäßig erklärte

und somit den Weg für die Umsetzung in

der Stadt Köln ebnete. Dafür arbeitet die

Stadtverwaltung nun an der Ausarbeitung

konkreter Regelungen. Ziel ist es, diverse

Einwegverpackungen, wie Kaffeebecher,

Pizzakartons oder Plastikboxen, zu besteuern.

Diese werden dadurch teurer, wofür

insbesondere die Kunden draufzahlen.

Konkret kosten in Tübingen seit Einführung

der Verpackungssteuer im Jahr 2022

Kaffeebecher für unterwegs 50 Cent mehr,

Besteck oder Strohhalme 20 Cent mehr.

Durch die Steuer sollen nicht nachhaltige

Verpackungen reduziert werden und

gleichzeitig Mehrwegsysteme attraktiver

gemacht werden. Eine Studie des Verbands

Kommunaler Unternehmen (VKU) aus dem

Jahr 2020 legt nahe, dass Einwegkunststoffe

und -verpackungen mit rund 50 Prozent

den größten Anteil des Gesamtabfallvolumens

in Köln ausmachen. Die Bürger tragen

folglich die Reinigungskosten. Greenpeace

betont zudem die Auswirkungen auf

die Umwelt und möchte diejenigen zur Verantwortung

ziehen, die die Einwegverpackungen

anbieten. Um das Verfahren dementsprechend

zu beschleunigen, drängten

Greenpeace und elf weitere Nachhaltigkeitsinitiativen

in einem eigens zu dieser Thematik

ausgearbeiteten Positionspapier auf

eine zügige Umsetzung der Verpackungssteuer.

Derzeit ist unklar, wann die Besteuerung

in Kraft treten wird. Bisher wird

Berichten zufolge jedoch ungefähr Anfang

des Jahres 2026 angepeilt.

Foto: Lumos sp - stock.adobe.com

Was bedeutet die Steuer

für Unternehmen?

Allerdings warnte der deutsche Handelsverband

bereits vor unerwünschten Folgen, die

dieser Beschluss nach sich ziehen könnte.

Viele Cafés, Bäckereien, Restaurants oder

Fleischereien sehen sich angesichts der derzeitigen

wirtschaftlichen Lage bereits mit

großen Herausforderungen konfrontiert. Eine

zusätzliche Verpackungssteuer würde

unter anderem einen hohen bürokratischen

und finanziellen Aufwand bedeuten und

die Betriebe stark belasten. Auch die Handwerkskammer

Köln spricht sich klar gegen

die Einführung der Verpackungssteuer aus.

Es wird befürchtet, dass die Kosten zu weiteren

Schließungen kleiner Betriebe führen

könnten. Größere Unternehmen können die

Steuer besser abfangen, womit es vor allem

diejenigen treffe, die sich schon zum jetzigen

Zeitpunkt kaum mehr über Wasser halten

können. Die kommunale Besteuerung,

die zusätzlich zu bundesweit geltenden Regelungen

beschlossen werden soll, führe daher

insgesamt zu einer Doppelbelastung für

Unternehmen. Die strengen Hygienekonzepte

im Verkauf verlangen zudem zwingend

Verpackungen zur Ausgabe von Lebensmitteln

und Getränken. Darauf eine Besteuerung

einzuführen, würde eine erhebliche

Preissteigerung der Produkte nach sich ziehen,

wofür der Kunde zahlt. Auch der bekannte

Kölner Gastronom und Gründer des

Steakhauses The ASH, Kent Hahne, kritisiert

gegenüber der IHK Köln die geplante Steuer.

Sie sei Geldmacherei, wovon lediglich die

Stadt profitiere, getarnt unter dem Mantel

des Umweltschutzes. Für ihn bedeute der Beschluss

vor allem eines: Kündigungen. Um

die Preise möglichst gering zu halten, müsse

er am Personal sparen, was angesichts des

Servicecharakters in der Branche, auch bei

Lieferungen oder Bestellungen zum Mitnehmen,

fatal sei. Laut Hahne müsse die Gastronomie

unterstützt und nicht in den Ruin

getrieben werden. Ob die Steuer daher nicht

mehr schadet als hilft, wird sich zeigen. Fest

steht: Auf Unternehmen wartet damit die

nächste Herausforderung. W

Laudine Großmann

32 www.diewirtschaft-koeln.de


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| Geld & Geschäft

TINNITUS

Wenn es im Ohr niemals still wird

Tinnitus-Betroffene werden von Geräuschen begleitet.

Manche ständig, andere nur gelegentlich.

Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung von Geräuschen im Ohr oder Kopf, die keine

äußere Schallquelle haben und nicht als Halluzination gewertet werden. Betroffene

hören zum Beispiel ein Pfeifen, Summen, Brummen oder Rauschen, manchmal auch

ein Zischen, Klingeln, Piepsen, Sausen oder Pulsieren – und das dauerhaft oder phasenweise.

Foto: New Africa - stock.adobe.com

→ Objektiver oder subjektiver Tinnitus:

Während beim äußerst selten vorkommenden

objektiven Tinnitus das

Ohrgeräusch auf eine körpereigene

Schallquelle in der Nähe des Ohres zurückzuführen

ist, liegt beim subjektiven

Tinnitus weder eine externe noch

eine interne Schallquelle vor. Es wird

angenommen, dass die Geräuschwahrnehmung

durch eine fehlerhafte Informationsverarbeitung

im Innenohr bzw.

im auditorischen System entsteht.

→ Akuter oder chronischer Tinnitus: Ab

einer Dauer von mindestens drei Monaten

gilt ein Tinnitus als chronisch.

Die Unterscheidung zwischen akut und

chronisch ist hinsichtlich der Behandlung

von großer Bedeutung. Plötzlich

auftretende und seit Kurzem bestehende

Ohrgeräusche können ggf. auf eine

akute Funktionsstörung im Innenohr

zurückzuführen sein, deren Ursache

durch eine gezielte Behandlung beseitigt

werden kann.

→ Kompensierter Tinnitus oder dekompensierter

Tinnitus: Diese Unterscheidung

bezieht sich auf die psychische

Belastung für den Betroffenen. So wird

das Ohrgeräusch bei einem kompensierten

Tinnitus zwar wahrgenommen,

aber es verursacht keine oder nur geringe

Belastungen. Anders bei einem

dekompensierten Tinnitus. Hier führt

das Geräusch zu starken Beeinträchtigungen

– etwa zu Schlafstörungen,

Konzentrationsproblemen, Rückzug aus

dem sozialen Leben oder sogar zur Einschränkung

der Arbeitsfähigkeit.

Tinnitus ist keine Krankheit im engeren

Sinne, sondern ein Symptom, das viele Ursachen

haben kann. Es kann plötzlich auftreten

oder sich schleichend entwickeln.

Häufig ist nur ein Ohr betroffen, manchmal

auch beide, mitunter werden die Geräusche

auch im Kopf wahrgenommen.

Wann tritt Tinnitus auf?

Tinnitus kann in verschiedensten Situationen

auftreten – nach einer Lärmbelastung,

im Zusammenhang mit einer Hörminderung

oder als Begleiterscheinung anderer

Erkrankungen. Manchmal lässt sich keine

eindeutige Ursache finden. Besonders belastend

ist der Tinnitus oft in ruhigen Momenten

– abends im Bett oder in stillen

Räumen. Dann tritt das Ohrgeräusch besonders

deutlich in den Vordergrund, weil keine

Umgebungsgeräusche es überdecken.

Stress, psychische Belastungen oder körperliche

Anspannung können das Geräusch

verstärken. In akuten Fällen besteht Tinnitus

oft nur wenige Tage oder Wochen. Wenn

er länger als drei Monate anhält, spricht

man von chronischem Tinnitus.

Wie häufig kommt

Tinnitus vor?

Tinnitus ist keine Seltenheit. Schätzungsweise

15 Prozent der europäischen Bevölkerung

sind betroffen. Bei einem Teil der

Betroffenen ist das Ohrgeräusch nur leicht

ausgeprägt und kaum störend – sie kommen

im Alltag gut damit zurecht. Andere

leiden jedoch stark unter dem Tinnitus, der

ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.

Medizinisch wird anhand folgender Kriterien

unterschieden:

Welche Untersuchungen

sind sinnvoll?

Tritt Tinnitus neu auf, sollte möglichst früh

ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

(HNO) aufgesucht werden. Dieser

kann mögliche Ursachen abklären und ausschließen,

dass eine ernste Grunderkrankung

dahintersteckt.

Folgende Untersuchungen sind üblich:

→ Hörtest (Audiometrie): um zu klären,

ob eine Hörminderung besteht.

→ Tinnitusbestimmung: ermittelt die

subjektiv wahrgenommene Tonhöhe

und Lautstärke des Tinnitus.

→ Ohrmikroskopie: Untersuchung des

Trommelfells und des Gehörgangs.

→ Bildgebung (z. B. MRT): nur in Einzelfällen

notwendig, etwa bei Verdacht auf

Tumoren oder Gefäßanomalien.

→ Gleichgewichtstests oder neurologische

Untersuchungen, falls weitere

Symptome vorliegen.

Zudem wird häufig die individuelle Belastung

durch den Tinnitus mithilfe spezieller

34 www.diewirtschaft-koeln.de


Tinnitusfragebögen erfasst. Sie helfen, den

Schweregrad und die Auswirkung auf das

tägliche Leben besser einzuschätzen und

die richtige Therapie auszuwählen.

Welche Therapien gibt es?

Tinnitus ist in vielen Fällen behandelbar –

auch wenn es derzeit keine Methode gibt,

ihn vollständig zu beseitigen, wenn er chronisch

geworden ist. Ziel jeder Behandlung

ist es daher, den Umgang mit dem Ohrgeräusch

zu verbessern, es in den Hintergrund

treten zu lassen und die eigene Lebensqualität

zurückzugewinnen.

Je nach Schweregrad der Belastung stehen

verschiedene Therapieformen zur Verfügung:

→ Counseling: Aufklärung über das Phänomen

Tinnitus. Das Wissen darüber

kann bereits entlastend wirken.

→ Psychotherapie: besonders hilfreich

bei dekompensiertem Tinnitus, um mit

Ängsten, Stress oder Depressionen umzugehen.

→ Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT):

verknüpft Beratung mit der gezielten

Gewöhnung an das Ohrgeräusch durch

Umlenkung der Höraufmerksamkeit,

der Tinnitus wird „zurücktrainiert“.

→ Anpassung von Hörgeräten: Bei begleitendem

Hörverlust werden heute

in erster Linie Hörgeräte eingesetzt, da

sie nicht nur die Hörfähigkeit verbessern,

sondern auch die Tinnituswahrnehmung

positiv beeinflussen – ohne

zusätzliches Rauschen.

→ Entspannungsverfahren: Techniken

wie autogenes Training, progressive

Muskelentspannung oder Achtsamkeitsübungen

helfen, den Stresslevel zu

senken.

→ Tinnitus-Apps: Digitale Anwendungen

bieten Übungen zur Entspannung,

Klangtherapien und Informationen.

→ Die Verwendung von sogenannten

Noisern (Rauschgeneratoren), also

Geräten, die kontinuierlich ein sanftes

Hintergrundrauschen erzeugen, war

früher ein gängiger Bestandteil der Tinnitus-Retraining-Therapie

(TRT). Aktuelle

Leitlinien und moderne tinnituszentrierte

Therapiekonzepte empfehlen

jedoch zunehmend, auf Noiser zu

verzichten, insbesondere bei normalem

Hörvermögen.

Die Behandlungen können ambulant, teilstationär

oder stationär erfolgen – abhängig

vom Leidensdruck und von den individuellen

Bedürfnissen. Nicht alle Therapiefor-

Geld & Geschäft |

men werden jedoch von den gesetzlichen

Krankenkassen übernommen.

Der Weg zum

besseren Umgang

Ein wichtiger Bestandteil jeder Therapie ist

die Erkenntnis: Es gibt aktuell keine Therapie,

die einen chronischen Tinnitus heilen

kann. Die Behandlung verfolgt daher das

Ziel, den Tinnitus zu akzeptieren und einen

neuen, selbstbestimmten Umgang mit ihm

zu finden. Dieser Prozess ist nicht leicht –

aber möglich. Er erfordert Geduld, Zeit und

Engagement. Jeder Mensch bringt unterschiedliche

Voraussetzungen mit. Bei manchen

dauert es wenige Monate, bei anderen

mehrere Jahre, bis der Tinnitus nicht mehr

störend wahrgenommen wird.

Ein zentrales Element ist, die eigenen Ressourcen

zu stärken: Familie, Freunde, Beruf,

Hobbys, spirituelle oder kreative Interessen

– alles, was dem Leben Sinn und Halt

gibt, kann helfen, den Fokus vom Tinnitus

weg und zurück ins Leben zu lenken. Die Erfahrung

zeigt: Viele Betroffene schaffen es,

wieder Lebensfreude zu empfinden, aktiv

zu sein und sich nicht mehr vom Tinnitus

bestimmen zu lassen.

Fazit

Tinnitus betrifft viele Menschen – doch die

Belastung ist sehr unterschiedlich. Während

manche kaum Einschränkungen spüren,

leiden andere stark. Eine sorgfältige

Diagnose und eine individuell abgestimmte

Behandlung sind entscheidend. Auch

wenn der Tinnitus nicht vollständig heilbar

ist, kann durch professionelle Begleitung

und eigene Ressourcen ein Leben mit mehr

Ruhe, Gelassenheit und Lebensqualität erreicht

werden. W

www.diewirtschaft-koeln.de 35

Foto: Marion Koell

Gastautorin:

Prof. Dr. med. Katrin Eysel-Gosepath,

hnocologne HNO Gemeinschaftspraxis,

Praxis operativ tätig in der Klinik

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100% aus Österreich

Bei Pollenallergie und

Heuschnupfen:

Aronia Konzentrat

und

Schwarzkümmelöl

Sobald die ersten Frühblüher am Ende des

Winters ihren Blütenstaub freigeben, setzt

bei betroffenen Menschen die Überreaktion

des Abwehrsystems gegen die Blütenpollen

ein.

Die Symptome sind vielfällig: Atemnot, verstopfte

Nase mit Fließschnupfen und Niesanfällen,

gerötete, brennende, tränende

Augen. Dazu gesellen sich Kratzen im Hals,

Gliederschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit,

juckende Schwellungen im Gesicht

und Lichtempfindlichkeit. Über die Jahre

können sich Symptome in die Lunge verlagern

und bei Immunschwachen ein allergisches

Asthma auslösen.

WICHTIG:

Immunssytem durch

bioaktive Pflanzenstoffe

stärken:

täglich 1 EL Aronia Konzentrat,

es enthält das

Spurenelement Mangan,

das die Zellen vor oxidativen

Stress schützt, beiträgt

zu einem normalen

Energiestoffwechsel, zur

Erhaltung normaler Knochen

und zur Bindegewebsbildung.

Zusätzlich täglich 1 TL kaltgepresstes

Schwarzkümmelöl, mit wertvollen

Fettsäuren und ätherischen Ölen.

Es wirkt immunmodulierend und histaminsenkend

und trägt damit zur Linderung der

Beschwerden bei. Prophylaktisch, 3 Monate

vor dem ersten Pollenflug, hat sich die

Mischung sehr bewährt.

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| Leben & Wissen | Sonderthema Weiterbildung

NACHHALTIG WEITERBILDEN

Kölner VHS erhält Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit

v. l. n. r.: Jürgen Koch, LQW-Gutachter, Irene Ofteringer, Qualitätsbeauftragte VHS Köln,

und Dr. Marie Batzel, Leiterin VHS Köln bei der symbolischen Übergabe des Testats

Rund 60.000 Teilnehmende bilden sich jährlich unter der Leitung von etwa 900 Dozierenden

an der Volkshochschule in Köln weiter. Seit mehr als hundert Jahren stellt

sie eine zentrale Einrichtung dar, die mit einem ganzheitlichen nachhaltigen Ansatz

Mitarbeiter sowie Kursteilnehmer gleichermaßen überzeugt.

Die VHS Köln ist nicht nur die größte Erwachsenenbildungseinrichtung

Nordrhein-Westfalens,

sondern auch die zweitgrößte

Volkshochschule Deutschlands. Sie

betreibt neun Standorte im Stadtgebiet, darunter

das VHS Studienhaus am Neumarkt,

VHS im KOMED im Mediapark sowie Einrichtungen

in Stadtteilen wie Nippes, Lindenthal,

Mülheim, Porz und Chorweiler. Als

kommunale Einrichtung im Amt für Weiterbildung

der Stadt Köln erfüllt sie eine

wichtige Pflichtaufgabe der Erwachsenenbildung

– mit dem Ziel „Bildung für alle“:

offen, preisgünstig, inklusiv und in großer

Themen‐ und Sprachvielfalt.

Ein Thema, das sich wie ein roter Faden

durch immer mehr Angebote zieht, ist das

der Nachhaltigkeit, wofür sie in diesem Sommer

erneut offiziell ausgezeichnet wurde.

LQW-Qualitätstestierung

bestätigt ganzheitlichen

Bildungsansatz

Die Kölner Volkshochschule (VHS) erhält

für ihre hohe Bildungsqualität und das konsequente

Engagement im Bereich nachhaltige

Entwicklung das Qualitätssiegel LQW

(Lernerorientierte Qualitätstestierung in

der Aus-, Fort- und Weiterbildung). Das Gütesiegel

bestätigt: Die Einrichtung erfüllt

höchste Qualitätsstandards und integriert

Nachhaltigkeit systematisch – ökologisch,

sozial, ökonomisch und institutionell – in

Bildungsangeboten und Organisation.

Foto: Stadt Köln / Verena von Wahl

Damit erhält die VHS Köln zum sechsten

Mal in Folge die Testierung nach LQW.

Gleichzeitig zählt sie zu den ersten Weiterbildungseinrichtungen

in Nordrhein-Westfalen,

die das neue LQW-Qualitäts- und

Nachhaltigkeitstestat führen dürfen. Bei

dieser ersten bundesweit verfügbaren

Nachhaltigkeitstestierung für Weiterbildungsorganisationen

wurden aussagekräftige

Kriterien für eine Bildung für nachhaltige

Entwicklung (BNE) in das LQW-Modell

integriert.

Die VHS Köln überzeugte die Gutachter

mit ihrem ganzheitlichen Ansatz: Sowohl

im Kursprogramm selbst als auch bei den

internen Abläufen werden Nachhaltigkeitsaspekte

berücksichtigt. Mithilfe der Digitalisierung

wurde zum Beispiel die Anmeldung

zu Kursen umgestellt, wodurch

Papier eingespart werden kann. Mehr Beteiligungsprozesse

der Mitarbeitenden und

die Rücksichtnahme auf deren individuelle

Lebenssituation sowie verbesserte Honorarstrukturen

für Lehrkräfte zeigen darüber

hinaus, dass Nachhaltigkeit auch im

Miteinander verankert wurde.

„Unsere Teilnehmenden profitieren direkt

von der neuen LQW-Qualitäts- und Nachhaltigkeitstestierung:

Sie können sich darauf

verlassen, dass unsere Bildungsangebote

nicht nur qualitativ hochwertig, sondern

auch zukunftsorientiert und verantwortungsvoll

gestaltet sind“, sagt Dr. Marie Batzel,

Leiterin der Volkshochschule Köln.

Veranstaltungen zum

Thema Nachhaltigkeit

Das Herbst- und Winterprogramm der VHS

Köln bietet zum Thema zahlreiche Veranstaltungen:

vom Bildungsurlaub zu Artenschutzrecht

oder Klimastrategien bis hin zu

Praxisformaten, von denen im Folgenden

ein paar exemplarisch vorgestellt werden:

→ Erneuerbare Energien zu Hause nutzen

– von Photovoltaik bis zur Wärmepumpe:

Am Dienstag, den 30.09.2025, findet

zwischen 17 und 21 Uhr in Kooperation

mit der Verbraucherzentrale NRW

im VHS Studienhaus am Neumarkt ein

kostenloses Werkstattgespräch statt.

Die Energieberaterin Petra Grebing erläutert

verschiedene Möglichkeiten, wie

Eigentümer erneuerbare Energien sinnvoll

nutzen können.

36 www.diewirtschaft-koeln.de


Sonderthema Weiterbildung | Leben & Wissen |

→ Traditionelles Brotbacken im

Holzbackofen: Am Samstag, den

13.09.2025, werden zwischen 11 und 15

Uhr im Biogarten Thurner Hof in Dellbrück

unter der Leitung von David Meichel

und Andreas Geißler verschiedene

Brote auf Sauerteig- und Hefeteigbasis

gebacken. Gesamtkosten: 25,00 Euro.

→ Arbeitskreis VHS-Imkerei: An acht

aufeinanderfolgenden Samstagen ab

dem 06.09.2025 trifft sich der Arbeitskreis

der VHS-Imkerei zwischen 15 und

17 Uhr im Biogarten Thurner Hof in

Dellbrück, um Interessierte in die Imkerei

einzuführen und sich gemeinsam

um die ökologischen Bienenvölker zu

kümmern. Die Teilnahme ist kostenlos,

weitere Treffen finden im zweiwöchentlichen

Turnus mittwochs zwischen 17

und 19 Uhr statt.

→ Zero Waste –was passiert in Köln?

Zwischen Dienstag, dem 09.09.2025,

und Dienstag, dem 25.11.2025, findet

zwischen 18 und 19:30 Uhr in Kooperation

mit Zero Waste Köln e. V. im

VHS Studienhaus am Neumarkt eine

kostenlose Vortragsreihe statt. Es geht

gleichermaßen um Lösungen, wie weniger

Lebensmittel verschwendet werden

können, und darum, was in dieser

Hinsicht in Köln bereits passiert.

→ Bildungsurlaub im Nationalpark Müritz:

Von Sonntag, dem 31.08.2025,

bis Samstag, den 06.09.2025, findet

in Kooperation mit dem Umweltbildungszentrum

Gut Leidenhausen

ein Bildungsurlaub im Nationalpark

Müritz statt. Teilnehmende lernen

in dieser Woche zahlreiche Tier- und

Pflanzengruppen im Detail zu bestimmen,

wandern maximal vier Stunden

durch den Park und lernen Wissenswertes

über naturverträglichen Tourismus

sowie politische Chancen und

Probleme, die die Einrichtung eines

Nationalparks mit sich bringt. Die

Kosten für ein Einzelzimmer betragen

850,00 Euro sowie 700,00 Euro für

ein Doppelzimmer.

Seit dem 1. Juli können alle Kurse des zweiten

Semesters gebucht werden, der offizielle

Semesterstart ist am 1. September 2025. W

Jana Leckel

Weitere Informationen nicht nur zu Angeboten

rund ums Thema Nachhaltigkeit unter:

https://vhs-koeln.de

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15 JAHRE EXPERTISE

UND AUSTAUSCH

Der Jubiläums-Kongress zum 15. Thementag Außenwirtschaft 2025

15. Thementag Außenwirtschaft | 15.-16.10.2025 Pullman Cologne, Köln

Wenn sich am 15. und 16. Oktober 2025 zum 15. Mal Fachverantwortliche aus Zoll,

Exportkontrolle und Außenwirtschaft in Köln versammeln, steht eines fest: Der Thementag

Außenwirtschaft ist längst eine feste Größe im Veranstaltungskalender der

Branche – und das Jubiläum bietet mehr denn je Anlass zum Mitdiskutieren, Weiterdenken

und Netzwerken.

Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer

Spannungen und wirtschaftlicher

Unsicherheiten gewinnen Orientierung,

fundierte Informationen und der direkte

Austausch mit Praktiker:innen und Expert:innen

an Bedeutung. Genau hier setzt

der Thementag Außenwirtschaft an. Er bietet

ein kompaktes Update zu aktuellen Themen

der Außenwirtschaft – fundiert, praxisnah

und mit Weitblick.

Was Sie erwartet:

→ Erhalten Sie einen Überblick über die neuesten

und relevantesten Informationen,

anschaulich vermittelt und erläutert von

Expertinnen und Experten aus der Praxis.

→ Nehmen Sie inspirierende Best-Practice-

Beispiele und sofort anwendbare Methoden

mit und setzen Sie diese direkt

in Ihrem Arbeitsalltag um.

→ Treten Sie in den Dialog mit Fachleuten

aus Ihrer Branche, diskutieren Sie die

neuesten Entwicklungen und entdecken

Sie neue Impulse und Perspektiven.

→ Bringen Sie sich aktiv mit Ihren eigenen

Fragen und Problemstellungen ein

und profitieren Sie von Praxiswissen,

das speziell auf Ihre Fragen und Bedürfnisse

zugeschnitten ist.

→ Bilden Sie sich in themenspezifischen

Workshops gezielt zu speziellen Praxisthemen

weiter und vertiefen Sie Ihr

Fachwissen.

→ Nutzen Sie die Gelegenheit, in entspannter

Abendatmosphäre den Austausch

mit Branchenkolleg(inn)en zu

intensivieren und wertvolle Kontakte

zu knüpfen.

Das Team der Reguvis Akademie lädt Sie

herzlich ein, Teil des Jubiläums zu sein.

Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz und gestalten

Sie die Zukunft der Außenwirtschaft

aktiv mit: reguvis.shop/ttaw25

www.diewirtschaft-koeln.de 37

Foto: engel.ac - stock.adobe.com


| Leben & Wissen

BÜRGERMEISTERSTÜCK

MIT DOM-BLICK

Business-Lunch in weniger als einer Stunde

Foto: Soenne

mit einer herrlich-leichten Zitronen-Mousse

mit Erdbeer-Basilikum-Sorbet, Mandelkuchen

und Pistazien-Panna-Cotta. Da

würde man den Lunch inmitten des Arbeitstrubels

am liebsten noch ein Weilchen

verlängern und sitzen bleiben – mehr

Köln-Feeling geht nicht!

Gibt es etwas Besonderes zu feiern, bietet

sich das „Gourmet-Dinner by OSMAN30“

an: Zeit zu zweit in atemberaubender Kulisse,

Chauffeur-Service von zu Hause und

zurück, ein Glas Rheingauer Riesling Sekt

Rosé, aufwendige Tischdeko, ein Drei-

Gang-Menü mit unverwechselbaren OS-

MAN30-Gerichten, eine Flasche Wein,

Wasser/Softdrinks, Kaffee- oder Teespezialitäten,

Digestif. Dieser Abend der Genüsse

kostet 290,00 Euro für zwei Personen.

Den atemberaubenden Ausblick auf die

Domstadt gibt es gratis. Kein Wunder also,

dass es dieses Kölner Traditions-Lokal

immer wieder an die Spitze der Gastrotipps

schafft. Sowohl mittags als auch abends

sind alle Gäste herzlich willkommen, die

den Ausblick und die Getränkeauswahl bei

einem Treffen genießen möchten.

Das „OSMAN30“ ist zugleich die Panorama-Event-Etage

des KölnTurms. Ganz

gleich ob Business-Meeting, Tagung, Familien-

oder Firmenfeier – für jede Idee kreieren

Osman Yalcin und sein Event-Team

das passende Raumkonzept mit optimaler

Bestuhlung, Technik, Verpflegung und

Service. Die Veranstaltungsräume sind von

ca. 40 bis 280 Quadratmeter groß und bieten

– je nach Bestuhlung – Platz für bis zu

150 Gäste. Das kompetente Bankett-Team

sorgt mit seinem zuvorkommenden Service

für top Events mit 360°-Blick über die Kölner

Skyline, an die sich jeder immer wieder

gerne erinnern wird. W

Jana Leckel

Bürgermeisterstück mit Domblick: Jetzt auch Business Lunch im Osman30

Die Beletage der Kölner Gastronomie liegt in 110 Metern Höhe. Sie bietet einen spektakulären

Blick auf den Dom, die Stadt, den Rhein und das Umland.

Osman 30, Im Mediapark 8, 50670 Köln

Dienstag bis Freitag: 12 bis 15 Uhr |

Dienstag bis Donnerstag 18 bis 24 Uhr (Küche

bis 22 Uhr) | Freitag & Samstag: 18 bis

1 Uhr (Küche bis 22:30 Uhr). Um Reservierung

wird gebeten: 0221 5005-2080/81

www.osman30.de

Im „OSMAN30“ genießen Kölner und Gäste

aus aller Welt im 30. Stock des KölnTurms

ihren Sundowner oder internationale Cuisine

mit regionalen und saisonalen Einflüssen.

In den großzügigen Räumen kann

man zudem erfolgreich arbeiten und Feste

feiern. Und das alles barrierefrei und ohne

lästige Parkplatzsuche.

Das Zwei-Gänge-Lunch-Menü für 49,00

Euro wird auf Wunsch in weniger als einer

Stunde serviert, sodass es sich hervorragend

für die Mittagspause während

eines Arbeitstages eignet. Das saisonale

Menü wird – wie alles von der Karte von

Chefkoch Rebas Murad und seinem Team

– frisch zubereitet und besteht derzeit aus

„OSMAN30 Style Heirloom Tomaten mit

Lesbos-Feta, Pinienkerncreme und Oliven“

als Vorspeise.

Im Hauptgang wird wahlweise ein zartes

Bürgermeisterstück vom Rind auf Kräuter-Polenta,

Sommergemüse und Portwein-Jus

oder eine vegetarische Variante

mit Nudeln mit grünem Spargel, Ofentomaten,

Pfifferlingen und Wassermelone-Rettich

serviert. Der krönende Abschluss ist

ein Kaffee oder Espresso mit zwei feinen

Schokoladenspezialitäten. Das Drei-Gänge-Menü

für 59,00 Euro endet hingegen

Gastro-Legende Osman

Osman Yalcin

Osman Yalcin selbst ist mit siebzehn

Jahren aus der Türkei nach Deutschland

gekommen. Der Vollblut-Gastronom

hat zunächst Stationen im berühmten

„Schlosshotel Bühler Höhe“,

im Kölner Nobelrestaurant „Franz Keller“

an der Aachener Straße, im Hotel

„Chelsea“ und im legendären „Café

Central“ durchlaufen, bevor er sich mit

seinem eigenen Restaurant im Mediapark

selbstständig gemacht hat. Bald

feiert das „OSMAN30“ dreißig Jahre

Mediapark, davon 18 Jahre auf der

30. Etage im Köln-Turm.

Foto: Soenne

38 www.diewirtschaft-koeln.de



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