Die Wirtschaft Köln - Ausgabe 05 / 25
Mehr Wissen, besser entscheiden, erfolgreich unternehmen: Die Wirtschaft Köln bietet Ihnen mit exklusiven Einblicken in Branchen, Märkte und Betriebe acht Mal jährlich einen spannenden Mix aus aktuellen Nachrichten der Kölner Wirtschaft, Unternehmensportraits und Interviews mit Entscheidern der Region.
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WWW.DIEWIRTSCHAFT-KOELN.DE | AUSGABE 05.25
DAS WIRTSCHAFTS-MAGAZIN FÜR KÖLN UND DIE REGION
KARRIERE,
KI UND
NEUE CHANCEN
Führungskräfte am Limit:
Was niemand über die Einsamkeit an der Spitze sagt
Foto: Alex Weis | Illustration: Vector Tradition - stock.adobe.com
10 JAHRE
GATEWAY ESC
Marc Kley im Interview
KORRUPTION
Was ist sozialadäquat, was nicht?
Kongress
15. Thementag Außenwirtschaft
15. – 1 6. Oktober 2025 | Pullman Cologne, Köln
Experten referieren – Praktiker diskutieren
Steigende Risiken im Welthandel: Der Thementag Außenwirtschaft
ist Ihr umfangreiches Update zu aktuellen Entwicklungen im Bereich
Außenwirtschaft. Der Thementag Außenwirtschaft findet jährlich im
Oktober in Köln statt und lädt Zollverantwortliche, Exportkontroll -
b e auftragte und Ausfuhrverantwortliche ein, mit Branchenexpert:innen
und anderen Teilnehmenden in den Austausch zu gehen.
Weitere Informationen und Anmeldung
reguvis.shop/ttaw25
veranstaltungen@reguvis.de
Tel: 02 21-9 82 31 800
Vorwort |
LIEBE LESERINNEN
UND LESER,
macht. Bleibt also doch noch was Positives
am Ende ihrer Amtszeit hängen.
an der Spitze ist es einsam. Was das für
Unternehmen und ganze Belegschaften
zur Folge hat, erläutert in unserer Titelgeschichte
Klaus Offermann. Auf dem Spannungsfeld
zwischen Psychotherapie und
Business Coaching sieht er sich als Ghost
Coach. Der zuhört, die richtigen, auch unangenehmen
Fragen stellt und dabei vor
allem eines ist: diskret. Ob es um Standorte
oder Standpunkte geht, um Hunderte Mitarbeiter
oder Millioneninvestitionen – Vertraulichkeit
ist für Offermann das A und O
in seinem Job.
Eine Kölnerin hat in den vergangenen
zehn Jahren erfahren dürfen, wie einsam
es werden kann ganz oben. Im September
hat unsere parteilose Oberbürgermeisterin
Henriette Reker fertig. Die Hoffnung jedenfalls,
dass eine parteilose Person an der
Stadtspitze besser regieren und schneller
entscheiden kann, hat sich zerstäubt wie
4711 im Flakon. Dann ist man geneigt zu
sagen, lieber wieder den Parteienklüngel –
da weiß man, was man hat und bekommt.
Das Erstaunliche an der Arbeit der Stadt
ist, dass sie die immer gleichen Probleme
seit Jahren vor sich herschiebt. Neue Problemfelder
werden erschlossen, ohne dass
die alten erledigt werden. Schulen und
Kitas, ÖPNV und der Zustand der Museen,
Sauberkeit und Sicherheit stehen immer
wieder auf der Agenda, die auf diese Weise
länger und länger wird. Dass die 700 Spielplätze
in der Stadt zu „Spiel- und Aktionsflächen“
mutieren sollten – geschenkt. Die
OBin hat es per Machtwort rückgängig ge-
„Liebe deine Stadt“ ist in riesigen Lettern
für den zu lesen, der über die Köln zerschneidende
Nord-Süd-Fahrt in ebendiese
Richtung fährt. Irgendwie würden wir das
ja gerne, aber der Schaden, der der Stadt in
schöner Regelmäßigkeit – sowohl finanziell
wie auch das Image betreffend – zugefügt
wird, ist einfach zu groß. Oper, das
immer noch bestehende Loch am Waidmarkt,
Technisches Rathaus und, und, und
– ohne lange in Archiven zu wühlen, hat
man Kölns Achillesfersen aufgezählt.
Man kann das auch professionell angehen
und schickt das Meinungsforschungsinstitut
forsa ins Rennen. Wie es der Kölner
Stadt-Anzeiger getan hat. Zwei Drittel der
Befragten im Rahmen des „Köln-Checks“
erwarten vom nächsten OB und Stadtrat
keine Besserung. Das Rennen um die
Nachfolge von Henriette Reker ist völlig offen
– nicht zuletzt, weil mehr oder minder
unbekannte Personen auf dem Wahlzettel
erscheinen.
Aber wir haben ja noch eine Wahl im September.
Der 1. FC Köln sucht einen neuen
Vorstand. Zur Wahl stehen erstmals drei
Dreierteams. In der Vergangenheit hatte
der Mitgliederrat einen Kandidaten gesucht.
Der konnte abgenickt werden – oder
bekam den gesenkten Daumen gezeigt. Die
Versammlung am 27. September findet im
RheinEnergieSTADION statt. Ein würdiger
Rahmen, um die wieder erstklassigen
Geißböcke in ruhigere Fahrwasser und erfolgreiche
Zeiten zu führen.
Herzlichst
Eugen Weis, Herausgeber
IMMER
UP TO
DATE
www.diewirtschaft-koeln.de
Trends und Entwicklungen
in der Immobilienbewertung
Kölner
Wertermittlertag
25. September 2025 | Köln und online
Freuen Sie sich auf folgende
Highlights:
• Grußwort zum 10-jährigen Jubiläum des
Kölner Wertermittlertages (live zugeschaltet)
Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Kleiber
• ESG und Nachhaltigkeitskriterien aus kreditwirtschaftlicher
Sicht und deren Auswirkungen
auf den M arktwert
Helmut Kolb
• Energieeffizienz und deutsche Wohnungsmärkte
– Erkenntnisse aus der aktuellen
Forschung
Steffen Zetzmann
• Immobilienmarkttransparenz in Deutschland
– Herausforderungen für die Wertermittlung
und die Rolle der Gutachterausschüsse
Dipl.-Ing. Peter Ache
• Ausgewählte Fragen zur Anwendung der
ImmoWertV und ImmoWertA
Dr. Daniela Schaper
• Von der Theorie zur Praxis: Merkantiler
Minderwert in der Immobilienbewertung
Dipl.-Ing. Daniela Unglaube
• Erfolgsfaktor Rechtsform in der Immobilienbewertung
– Strategien für Gründung,
Nachfolge und Haftungsoptimierung
RA Volker Schlehe
• Aktuelles zu steuerlichen Immobilienbewertungen
Dipl.-Finanzwirt Wilfried Mannek
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Zukunftstrends – Wie leistungsfähig ist die
Wertermittlung in Deutschland?
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| Inhalt
HIGHLIGHTS DIESER AUSGABE
Foto: Alex Weis
10
BLUBBERN FÜR DEN ERFOLG
Learnings über die Stimme
........................................................... ab Seite 10
Foto: Farina Renegade Foto: Alex Weis
06
INTERVIEW
Klaus Offermann im Gespräch
...........................................................ab Seite 06
16
KOMMUNALRANKING 2025
Wo steht der Regierungsbezirk Köln?
...........................................................ab Seite 16
IMPRESSUM
Verlag und Herausgeber:
Weis Wirtschaftsmedien GmbH
Eugen Weis
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Matthias Ehlert (me), Heribert Eiden (he),
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Eugen Weis (ew)
Hauptstadtkorrespondent:
Falk S. Al-Omary
Jahrgang: 10, Heft 05/2025
Auflage: 17.000 Exemplare
Fotos: stock.adobe.com, Alex Weis,
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Druck:
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Inhalt |
18
IMMOBILIEN
Trend zum Optimismus
................................ ab Seite 18
Foto: Keith - stock.adobe.com Foto: contrastwerkstatt - stock.adobe.com
VERPACKUNGSSTEUER
Weniger Einweg – zu welchem Preis?
................................ ab Seite 32
WEITERE THEMEN:
Resilienz ..................................... S. 20
Marketingkonzepte .................... S. 24
NetCologne ................................. S. 26
Tinnitus ...................................... S. 34
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32
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WEITERBILDUNG
Kölner VHS erhält Siegel
................................ ab Seite 36
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Stand September 2025
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w | Titelstory
KARRIERE, KI UND
NEUE CHANCEN
Führungskräfte am Limit: Was niemand über die Einsamkeit an der Spitze sagt
Foto: Alex Weis | Illustration: Vector Tradition - stock.adobe.com
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Titelstory | w
Wer hinter die Kulissen der schillernden Social-Media-Fassaden blickt, wird dort viel
Verzweiflung, Enttäuschung, Ratlosigkeit, Traurigkeit und Wut entdecken. Was in
Meetings als Erfolg gepriesen und in öffentlichen Statements mit absoluter Klarheit
deklariert wird, ist nicht selten das Ergebnis eines inneren Kampfes – mit sich selbst
als Führungskraft oder einem Team, das jenseits vereinbarter Floskeln ganz andere
Interessen verfolgt.
Die meisten Entscheidungen, die als alternativlos
gelten, sind in Wahrheit fade
Kompromisse, die irgendwer mit irgendwem
eingehen musste. Nichts ist klar in
einer Welt, in der es Orientierung kaum
noch geben kann. Frustration, innere Leere
und Depressionen plagen nicht nur die,
die in irgendeiner Weise materiell Not leiden.
Es ist kein Phänomen derer, die es
nicht oder noch nicht an die Spitze geschafft
haben und denen man gerne Neid
oder Unzufriedenheit unterstellt. Im Gegenteil:
Je mehr Fallhöhe jemand hat, desto
größer ist nicht selten das Gefühl der
Ohnmacht, der Einsamkeit und der Verunsicherung,
der Gedanke, niemandem vertrauen
zu können oder erdrückt zu werden
von der Verantwortung, die man einst
mit Begeisterung übernommen hat. Dies
alles sind keine Luxusprobleme, sondern
emotionale, teils existenzielle Krisen, die
nicht nur einzelne Personen individuell
belasten, sondern im Extremfall ganze
Unternehmen gefährden können.
Hinter den Kulissen
wachsen die
Selbstzweifel
Menschen haben sich
verändert – nicht immer
zum Guten
Karrieren sind unsicher, weil Corona die
Menschen verändert hat – meist nicht
zum Guten. Ränkespiele, Illoyalitäten und
Ego-Mitnahmeeffekte haben weiter zugenommen.
Zugleich gefährden KI und Robotik
ganze Branchen und Geschäftsbereiche.
Niemand kann sicher sein, dass er
weiterhin in der Art und Weise gebraucht
wird wie derzeit. Und Kriege, Katastrophen
und Rezession belasten die Psyche. Wie
also soll Klarheit entstehen? Woher sollen
Zuversicht und Optimismus kommen?
Woher die Kraft und der Mut, Entscheidungen
zu treffen, die zumindest eine Planung
erlauben und eine Vision für die Zukunft
möglich erscheinen lassen?
Antworten auf diese Fragen findet Klaus
Offermann. Er ist Deutschlands erster
Ghost Coach, unterstützt seine Klienten
diskret und im Hintergrund, wenn diese
nicht weiterwissen. Etwa, wenn politische
Ränkespiele lähmen, Verantwortung einsam
macht oder Entscheidungen Klarheit
benötigen.
fehlt ein Sparringspartner außerhalb des
eigenen Systems. Familie, Kollegen, enge
Freunde, sie alle haben eigene Interessen
und sind nicht objektiv. Interessenfrei, nur
dem Wohle des Klienten gegenüber verpflichtet,
kann ein Coach unterstützen,
Meinungen äußern und abwägen, Rückfragen
stellen oder einfach nur zuhören.
Die richtigen Fragen zu stellen ist wichtig
– Fragen, die einem Kollegen, Mitarbeiter
oder Vorgesetzte nicht stellen: Was willst
du? Was bewegt dich? Wie passt das zu deinem
inneren Kompass? Um nur einige zu
nennen.
w: Das klingt eher nach
Psychotherapie als nach Business-Coaching.
Klaus Offermann: Ich habe etliche Ausbildungen
und Zertifikate auch aus der
Therapie, auch aus den Bereichen Ernährung
und Gesundheit. Deswegen kann ich
die Persönlichkeit ganzheitlich begleiten.
Aber Coaching ist normalerweise keine
Therapie, sondern tatsächlich Sparring.
Es geht nicht um Kuscheln, sondern um
Klarheit, nicht um Entspannung, sondern
um Ergebnisse. Coaching, zumindest so,
wie ich Coaching verstehe, ist keine Seelenmassage
oder Weichspülerei, sondern
Arbeit an der inneren Stärke. Es geht um
Resilienz und um Bewertungen, die sonst
nicht oder nicht objektiv vorgenommen
worden wären. Es geht um den Abgleich
des eigenen Wollens und Könnens mit einer
sich ständig verändernden Realität.
Ein Unternehmer, der längst kein Unternehmer
mehr sein möchte, weil das, was
einst „sein Geschäft“ war, real oder gefühlt
nicht mehr existiert, ist kein Unternehmer,
der mutig die Veränderungen anzugehen
bereit ist, die vielleicht dringend
notwendig wären. Ein Politiker oder hoher
Verwaltungsbeamter, der permanent
Klarheit, Sicherheit und maximale Überzeugung
zur Schau stellen muss und dem
Zweifel als Schwäche ausgelegt werden,
was wiederum die Wiederwahl gefährden
könnte, ist kein Spitzenfunktionär,
der das Land oder seine Behörde mutig
in die Zukunft führen kann. Hinter den
Kulissen wachsen die Selbstzweifel und
der Wunsch, etwas radikal zu verändern.
Nur was? Entscheidungen sind schwerer
denn je, weil gesellschaftliche Trends und
technologische Innovationen sich immer
schneller verändern, als man sich selbst
verändern kann. Was draußen passiert,
verstärkt die Ohnmacht im Innern.
w: Herr Offermann, was
kann Coaching bewirken?
Klaus Offermann: Vielen Menschen in Spitzenpositionen
und mit viel Verantwortung
w: Warum Ghost Coaching?
Wo liegt der Unterschied?
Klaus Offermann: Meine Klienten schätzen
in besonderer Weise die Diskretion.
Auch Start-Ups profitieren im hohen Maße von der Zusammenarbeit mit Klaus Offermann
Foto: Alex Weis
www.diewirtschaft-koeln.de 7
w | Titelstory
Foto: Alex Weis | Illustration: Vector Tradition - stock.adobe.com
Je herausragender eine Stellung ist, desto
wichtiger ist es, dass Themen vertraulich
besprochen werden. Namen, Zahlen,
persönliche oder unternehmensinterne
Themen, das alles gehört nicht in die Öffentlichkeit.
Das garantiere ich meinen
Klienten. Klassische Executive Coaches
fragen gerne nach Referenzen oder posten
Geschichten – das verbietet sich als Ghost
Coach, auch, weil Coaching immer noch
allzu gerne mit Lebensberatung gleichgesetzt
wird. Dieser Art der öffentlichen
Trivialisierung setze ich Vertraulichkeit
entgegen. Themen der maximalen Verantwortung,
wenn es um Millioneninvestitionen,
Hunderte Mitarbeiter, Standorte
oder Standpunkte geht, müssen hinter
verschlossenen Türen bleiben, unter allen
Umständen. Das neben meiner Aufgabe
als Sparringspartner sicherzustellen,
macht mich zum Ghost Coach.
w: Was hat sich in den
letzten Jahren verändert? Geht es unseren
Führungskräften tatsächlich schlechter?
Klaus Offermann: Das ist objektiv kaum
messbar. Jeder trägt sein Päckchen anders.
Insgesamt haben in der Gesellschaft
die Zahlen psychischer Erkrankungen
und der messbaren Unzufriedenheit zugenommen.
Dass dies in den Chefetagen anders
sein soll, ist wenig wahrscheinlich.
In meiner Praxis erlebe ich, wie sehr immer
mehr bekannte Persönlichkeiten und
Verantwortungsträger eine Begleitung benötigen,
weil die Welt schon deutlich komplexer
geworden ist und die Erwartungen
gestiegen sind. Jedes vermeintliche Fehlverhalten
gelangt heute in die Öffentlichkeit
und wird öffentlich debattiert. Das
war früher anders. Alles ist volatil, unsicher,
komplex und ambig. Die VUKA-Welt
ist real und dreht sich schneller, auch
durch Werturteile unbeteiligter Dritter in
den sozialen Netzwerken. Die Verantwortung
in diesen Zeiten ist größer als früher,
die Konsequenzen von Fehlentscheidungen
auch. Wenn Innovationszyklen immer
kleiner werden, werden Entscheidungen
zunehmend irreversibel. Das zehrt an der
Persönlichkeit. Die wenigsten Menschen
sind derart abgestumpft, dass diese Entwicklung
für ihre mentale Stärke keine
Belastung darstellt.
w: Was sind die wichtigsten
Themen, mit denen Menschen zu
Ihnen kommen?
Ghost Coaching ist deutlich mehr als nur ein weiteres Executive-Programm
Klaus Offermann: Oft höre ich, „Unternehmer
sein, macht keinen Spaß mehr“ oder
8 www.diewirtschaft-koeln.de
Titelstory | w
„Von dem, für das ich einmal angetreten
bin, ist nicht mehr viel übrig“. Viele sehen
sich gezwungen, gegen ihre eigene Überzeugung
zu handeln. Wer einmal Freude
an Handwerk hatte und jetzt mehrere Hundert
Menschen zu führen hat und Multimillionen
bewegt, kann sich entfremdet
fühlen. Die Dinge haben sich einfach so
entwickelt. Unternehmen sind gewachsen,
und plötzlich ist man CEO statt jemand, der
selbst etwas erschafft. Oder Manager, die
immer stolz waren, menschlich gut funktionierende
Teams zu formen. Und heute
treffen diese Menschen Entscheidungen
über KI-Tools, die für mehr Effizienz sorgen
sollen. Rollen und Erwartungen haben
sich verändert, man selbst sich aber nicht
– oder nicht in dem Maße. Hinzu kommen
die ständigen Kontrollen durch IT, Vorgesetzte,
die öffentliche Meinung, Bürokratie
oder Berichtspflichten. Alles ist transparent,
gefühlt nimmt die persönliche Freiheit
ab. Aber genau die war für viele das
Motiv, Karriere zu machen. Wenn ich erst
dieses oder jenes erreicht habe, dann kann
ich … Das Erleben weicht immer mehr von
den eigenen inneren Motiven ab. Das sind
die Themen. Die Folgen sind aber unterschiedlich
und sehr individuell.
w: Wie können Sie unterstützen?
Klaus Offermann: Nur selten sind Ausstieg
und Neuanfang das Ergebnis. Zumeist geht
es darum, sich mental, emotional und persönlich
neu zu justieren, um so eine bessere
Führungskraft zu werden oder sich neue
Ziele zu setzen, die mit dem eigenen Wesen
in Einklang stehen. Erfolg wird oft neu
definiert – und im Gespräch ergeben sich
Möglichkeiten, auch die Segel in die neue
Erfolgsrichtung zu setzen. Hier spielen viele
Aspekte mit hinein, die von Gewohnheiten
und inneren Überzeugungen bis zu
Verhaltens- und Denkweisen reichen.
w: Wie sehen diese Erfolge
konkret aus?
Klaus Offermann: Ich kann hier nur Beispiele
nennen. Aber was ich als Feedback
bekomme, ist beispielsweise, dass Klienten
sagen, dass sie nun schneller und fokussierter
Entscheidungen treffen können
– auch unter Druck. Oder dass ihnen Muster
und politische Dynamiken nun eher
auffallen und sie diese zu nutzen wissen.
Oder dass sich die Kommunikationsfähigkeit
und die Beziehungen verbessert haben
– im Unternehmen und privat. Nicht
selten geht es auch um Wirkung. Vielen ist
das notwendige Eigenmarketing zuwider.
Ich unterstütze sie dann dabei, Lautstärke
und Reichweite von echter Wirkung zu unterscheiden.
w: Sie sprechen auch oft
davon, dass es an der Spitze einsam ist.
Klaus Offermann: Ja, das ist auch so. Der
Erfolg hat immer viele Väter, aber im Scheitern
ist man meistens allein. Die Unsicherheit
wächst, oft da, wo man sie am wenigsten
vermutet. Funktionieren und seinen
Job machen reicht vielen nicht mehr. Das
gilt für die meisten meiner Klienten, aber
auch für die Strukturen, in denen sie arbeiten.
Verantwortung und Führung haben
einfach eine neue Dimension bekommen.
w: Inwieweit ist Coaching
auch für Teams sinnvoll?
Klaus Offermann: Coaching ist auf gleich
drei Ebenen in Bezug auf Teams oder Abteilungen
sinnvoll: erstens bei Neueinstellungen.
Mit Persönlichkeitsanalysen
und anderen psychologischen Verfahren
lässt sich ergründen, ob jemand in ein
Team passt und welche Rolle er im Team
einnehmen kann. Zweitens können Stärkenanalysen
und individuelle Persönlichkeitsentwicklungen
dabei unterstützen,
die Performance Einzelner oder des gesamten
Teams zu steigern. Und drittens können
ganze Teams systemisch entwickelt
werden. Letztlich geht es beim Coaching
immer auch um die Interaktion mit anderen,
deswegen ist es für Teams besonders
wertvoll.
Oft werde ich bei Stellenbesetzungen hinzugezogen
oder um Organigramme zu optimieren.
Dabei helfen mir auch die vielen
Ausbildungen, die ich neben dem reinen
Coaching absolviert habe. So bin ich betriebswirtschaftlich-kaufmännisch
geschult,
arbeite mit Haller Diagnostics,
einer in der Schweiz entwickelten wissenschaftlich
fundierten Standortbestimmung
der Persönlichkeit, und bin Face-Reading-Profiler.
w: Eine ganz andere Frage:
Sie sind auch als Speaker unterwegs
und veranstalten in Köln regelmäßig die
Nacht der Redner. Wie passt das zusammen?
Klaus Offermann: Persönlichkeitsentwicklung
hat viele Facetten. Manchmal
braucht es nur einen kleinen Impuls statt
eines langen Coaching-Programms. Gute
Keynotes können etwas bei den Menschen
bewirken – mit der Kraft des Humors oder
einfach durch Wissenshäppchen. Keynotes
sind eigentlich nur eine andere Darreichungsform
für den ersten Schritt hin zu
einem besseren Leben in einem bestimmten
Bereich. Insofern sehe ich hier keinen
Widerspruch. Ich möchte Wissen teilen
und habe auch den Anspruch, Vorurteile
rund um das Thema Coaching abzubauen.
Schauen Sie sich mal eine Nacht der Redner
in Köln an – das ist Netzwerk, Unterhaltung,
Know-how und Persönlichkeitsentwicklung
auf leichte Art.
w: Wie sieht eine Zusammenarbeit
mit Ihnen aus?
Klaus Offermann: Das hängt von der Themenstellung
ab. Bei einzelnen und individuellen
Fragen können einzelne Sessions
gebucht werden. Ich biete aber auch Mentoring-Programme
an oder Langzeitbegleitungen.
In Unternehmen bin ich auch
manchmal über mehrere Jahre gebucht,
um Prozesse zu begleiten oder zu entwickeln.
Am Ende ist nicht das Format entscheidend,
sondern dass die Ziele erreicht
werden und sich die gewünschten Erfolge
einstellen. W
Über Klaus Offermann
Klaus Offermann ist ein erfahrener
Executive Coach, Trainer und Mentor
sowie Bestseller-Autor mit über 30
Jahren Praxiserfahrung. Er ist spezialisiert
auf Leadership, Kommunikation
und Persönlichkeitsentwicklung
und nutzt sein fundiertes Wissen in
Psychologie und Führungsstrategien,
um die Leistungsfähigkeit von Unternehmen
und Teams zu steigern. W
Weitere Informationen unter
www.klausoffermann.com
Eugen Weis
Foto: Alex Weis
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| Macher & Märkte
BLUBBERN
FÜR DEN ERFOLG
Learnings über Stimme, Wirkung und Wahrnehmung eines Medientrainings
Foto: Farina Renegade
ein Unterdruck entsteht. Der Brustraum öffnet
sich, die Stimme bekommt mehr Resonanz.
Und die Spannung fällt ab.“
Die Erklärung leuchtet mir ein und ich merke
tatsächlich, dass sich etwas verändert
hat an meiner Stimme. Trotzdem muss ich
sagen, ich hätte nie gedacht, dass ein bisschen
Wasserglas-Akrobatik so viel mit professionellem
Auftreten zu tun hat. Aber es
stimmt. Ich fühle mich tatsächlich präsenter
und klarer.
Grimassen
für alle Lebenslagen
Swantje Freifrau von Massenbach ist Journalistin, Medientrainerin und TV-Gesicht
– unter anderem bekannt durch ihre Zeit als fest angestellte Redakteurin beim Westdeutschen
Rundfunk und im ARD-Hauptstadtstudio. Hier hat sie vor allem für die
Tagesschau und die Tagesthemen gearbeitet und sie ist auch bekannt durch ihr eigenes
Online-Talkformat „No Risk No Chance“. Heute geht es aber nicht um ihre Gäste,
sondern um mich.
Ich sitze mit einem Strohhalm vor einem
Wasserglas. Und das ist kein verspäteter
Kindergeburtstag. Sondern der Auftakt meines
Medientrainings bei Swantje Freifrau
von Massenbach. Ich will wissen, wie ich
meine Stimme, meine Wirkung und meine
Medienpräsenz verbessern kann – für Interviews,
Talks, vielleicht sogar eine eigene
Kamera-Ansprache für w,
mein Magazin.
Swantje lächelt und sagt: „Hier ist ein Glas,
gefüllt zu einem Drittel mit stillem Wasser.
Bevor wir losblubbern, zählen wir erst mal
die Vokale auf. A – E – I – O – U. Dann die
Wochentage und die Zahlen von eins bis sieben.“
Dann kommt der Strohhalm ins Spiel.
Ich soll ihn locker in den Mund nehmen,
die Lippen schließen und ganz sanft in das
Wasserglas blubbern. Also genau das, was
„Medientraining hilft in allen Bereichen der Kommunikation",
sagt Swantje Freifrau von Massenbach
man früher auf Familienfeiern nicht durfte.
Jetzt ist es Teil des Medientrainings.
Ich muss aber trotzdem lachen, als ich den
Strohhalm im Mund habe und überlege,
wann ich so ein Teil überhaupt das letzte
Mal im Mund hatte. Vielleicht mit meinen
Enkelkindern. Ich überlege, dass ich das
demnächst mit ihnen mal machen werde,
das wird ein großer Spaß – für alle.
Während ich blubbere, soll ich summen.
Zwei Minuten lang. Danach heißt es wieder:
Vokale, eins bis sieben und die Wochentage
aufzählen. Sie fragt mich, ob ich eine Veränderung
merke.
„Ja,“ sage ich, „ich habe das Gefühl, dass
meine Stimme anders klingt. Irgendwie
voluminöser, ruhiger, kräftiger. Kann das
sein?“ Sie nickt und sagt: „Das liegt daran,
dass durch das Blubbern und das Summen
Danach geht’s direkt weiter mit der nächsten
Entspannungsübung, diesmal fürs Gesicht.
Es heißt jetzt: Grimassen schneiden. Mund
aufreißen. Lippen rollen. Die Stirn runzeln.
Die Zunge rausstrecken. Swantje macht’s
vor, ich mach’s nach. Wir lachen beide.
„Das Gesicht wird oft vergessen“, sagt sie.
„Aber wenn du verkrampft bist, sieht man
das. Grimassen lockern – und machen gute
Laune. Und genau das willst du auch transportieren,
wenn du sprichst.“
Ich nehme mit: Grimassen darf man immer
machen. Vor dem Video-Call. Vor dem Interview.
Vor dem Kundenmeeting. Es bringt
was und fühlt sich dabei auch noch gut an.
Dann geht’s an den Kern. Swantje interviewt
mich. Was ist das Besondere an meinem Magazin?
Ich erzähle: „w das
Wirtschaftsmagazin für Köln und die Region
ist seit Jahren das Unternehmermagazin
für Köln – ein Traditionsmedium mit modernem
Anspruch.“ Sie hört aufmerksam
zu, hakt nach, lässt mich erzählen – und
gibt mir danach Feedback. „Was du sagst,
ist super“, sagt sie. „Aber noch stärker
wird’s, wenn du deine Kernbotschaft gleich
zu Beginn setzt. Am besten mit einem anschaulichen
Beispiel. Dann holst du die
Menschen direkt in ihrer Lebenswirklichkeit
ab. Neulich hattest du doch die Titelgeschichte
über Annette und Susanne Imhoff,
die Töchter des Kölner Schokoladenkönigs
Hans Imhoff, im Magazin. Schokolade ist etwas,
da hatten alle schon mal Berührungspunkte
zu. Das ist mitten aus dem Leben. Da
verbindet jeder etwas mit.“
10 www.diewirtschaft-koeln.de
Macher & Märkte |
Medienprofi
durch und durch
Dann erzählt sie mir etwas über sich, was
mir noch mal klar macht, wie fundiert dieses
Medientraining eigentlich ist. Sie hat
nicht nur selbst moderiert, sie hat auch hinter
der Kamera gearbeitet. Und sie weiß, wie
es ist, unter großem Druck zu funktionieren.
Ob in Köln oder im ARD-Hauptstadtstudio
in Berlin – es gab Situationen, da
musste sie innerhalb von Minuten reagieren:
„Manchmal hat man kaum Vorkenntnisse
und trotzdem muss ein Beitrag raus.
Dann gilt: Informationen schnell sammeln,
das Wichtigste filtern, sofort auf den Punkt
kommen.“
Vor drei Jahren hat sie sich selbstständig
gemacht mit ihrer Medienakademie. Die
trägt ihren Namen. „Ich habe da gar nicht
lange drüber nachgedacht, wie ich meine
Akademie nenne. Mir war klar, dass sie
meinen Namen haben sollte, weil der dem
einen oder anderen durch meine Arbeit
beim Fernsehen und als stellvertretende Geschäftsführerin
eines Wirtschaftsverbandes
bekannt ist. Wieso sollte ich das nicht
nutzen?“ Deshalb heißt ihr Unternehmen
auch „Swantje Freifrau von Massenbach –
Medienakademie“ mit Sitz in Köln. Ihr Training
bietet sie dort an, fährt zu ihren Klienten,
alles natürlich auch online möglich.
Ich merke: Swantje Freifrau von Massenbach
weiß, was sie macht. Sie erzählt von
der Berichterstattung beim Einsturz des
Kölner Stadtarchivs. Wie sie sich aufs Fahrrad
schwang, um schneller vor Ort zu sein,
weil Straßen gesperrt waren. Wie sie zu den
Kollegen aus der Hamburger Zentrale der
Tagesschau sagte: „Ich bin jetzt angekommen,
sehe aber das Kamerateam und den
Übertragungswagen noch nicht. Wenn alle
Stricke reißen und die in den nächsten zehn
Minuten nicht da sind, dann machen wir
eine Telefonschalte und ihr macht ein Foto
von mir hinten auf eure Wand – besser als
gar nichts.“
Am Ende klappte alles, aber sie war auf Plan
B vorbereitet. Sie hatte sich auf die Schnelle
Infos von Feuerwehr und Polizei organisiert.
Und sie hat beschrieben, wie sie die
Lage sieht, wie viele Leute am Absperrband
standen, in wie viele entsetzte Gesichter sie
blickte. Informationen, die nicht alle über
eine Nachrichtenagentur zu erfahren sind.
Klarheit.
Prägnanz. Präsenz.
wir was wahrnehmen und wie wir darauf
reagieren.
„Ich bin mit meinem journalistischen Denken
unter Zeitdruck durch eine harte und
auch gute Schule gegangen“, sagt sie. „Und
genau deshalb kann ich das auch im Training
so gut vermitteln: Was ist wesentlich?
Was muss gesagt werden? Und wie schafft
man es, auch komplexe Themen in kurzer
Zeit verständlich zu vermitteln?“
Ich verstehe: Sie trainiert nicht „Sprechblasen“.
Sondern Klarheit. Prägnanz. Präsenz.
Dann schauen wir uns Videoausschnitte anderer
Interviews an. Ein Politiker. Eine Unternehmerin.
Ein CEO. Swantje fragt: „Was
fällt dir auf?“ Ich zähle innerlich mit, wie
oft der CEO „genau“ sagt – und plötzlich höre
ich kaum noch den Inhalt. Nur noch das
nervige Füllwort. Autsch. Ich verstehe, was
sie meint: Wenn Füllwörter zu oft kommen,
verlieren Inhalte an Kraft.
„Was genau bietest du in deinem Medientraining
an?“, frage ich dann.
Swantje erklärt mir, dass sie unterschiedliche
Pakete hat – vier, sechs oder acht Stunden,
wenn es schnell gehen muss, zum Beispiel
vor einem kurzfristigen Auftritt. Das
ist das Express-Medientraining.
Am liebsten arbeitet sie aber langfristig
mit Menschen – über drei, sechs oder zwölf
Monate. „Weil sich das Sprechen vor Publikum,
vor der Kamera oder vor Kunden entwickelt“,
sagt sie. „Und weil es nicht darum
geht, jemanden umzuerziehen, sondern
Stärken sichtbar zu machen. Das braucht
seine Zeit, wenn es wirklich effektiv und
umsetzbar sein soll.“ Jedes Training ist individuell
abgestimmt auf ihre Klienten.
Ihr Ziel: dass Menschen wieder an ihre eigene
Präsenz und Expertise glauben. Ihre
Stimme nutzen. Und ihre Inhalte transportieren
– klar, freundlich, fokussiert.
Ich gehe raus aus dem Training mit einer
Stimme, die tiefer klingt. Mit einem Gesicht,
das lockerer ist. Mit Tools, die ich sofort anwenden
kann. Und mit dem Gefühl: Ich habe
richtig viel mitgenommen und über mich
selbst gelernt.
Das nächste Interview? Kann kommen! W
Eugen Weis
Foto: Farina Renegade
Ich denke über ihre Sätze nach. Ja, das
stimmt. Am Ende geht’s immer darum, wie
Beim Medientraining lernt man nicht nur etwas, es gibt auch immer viel zu lachen
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FAMILIENUNTERNEHMER
FORDERN WENDE
Mehr Zuversicht bei neuer Bundesregierung
Die Erwartungen an die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz sind
hoch – besonders bei den Familienunternehmern. Laut der aktuellen Umfrage unter
den Mitgliedern von DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEH-
MER trauen 91 Prozent der befragten Unternehmer der neuen Regierung zu, die wirtschaftlichen
Herausforderungen erfolgreicher anzugehen als die Vorgängerkoalition.
Eine breite Mehrheit verbindet mit dem
Regierungswechsel die Hoffnung auf einen
wirtschaftlichen Aufschwung. Die Herausforderungen
bleiben dennoch groß
– Bürokratieabbau, Senkung der Lohnnebenkosten
und eine breite Unternehmenssteuerreform
sind die dringlichsten Erwartungen
der Unternehmer.
DIE FAMILIENUNTERNEHMER haben ihre
Anliegen auf den diesjährigen Familienunternehmer-Tagen
2025 in Berlin direkt
an Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin
Katherina Reiche und CDU-Generalsekretär
Carsten Linnemann herangetragen. Auf
der Jahrestagung des Verbandes unter dem
Motto „Neustart wagen!“ begrüßte Verbandspräsidentin
Marie-Christine Ostermann
den Kanzler mit den Worten: „So wie wir Ihr
außenpolitisches Engagement schätzen, so
erwarten wir jetzt auch nach den bleiernen
Jahren der Ampel von Ihnen einen klaren
Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik.“
Friedrich Merz zu Gast bei den Familienunternehmer-Tagen
Inhaltlich und politisch gab es bei den
Familienunternehmer-Tagen 2025 viele
neue Impulse – frischer Wind war und
ist im politischen Berlin zu spüren. Davon
sprach auch Friedrich Merz: „Wir sind entschlossen,
dieses Land wieder auf Kurs zu
bringen.“ Er erklärte, dass es viele Dinge
gebe, die international nicht allein zu lösen
seien. „Doch die Probleme, die wir in
Deutschland haben, sind aus eigener Kraft
lösbar“, so Merz. „Lassen Sie uns den Neustart
zusammen auf den Weg bringen.“
Und er betonte, dass bis zur Sommerpause
die steuerlichen Erleichterungen für die
Wirtschaft beschlossen sein werden.
Auch der Regionalkreis Köln/Bonn des
Wirtschaftsverbandes war auf den Familienunternehmer-Tagen
bestens vertreten.
Vorstandsmitglied und Familienunternehmer
Olaf Ziegs aus Köln war begeistert von
den Programminhalten und den hochkarätigen
Gästen: „Ich fahre immer wieder
Foto: Anne Großmann Fotografie / Die Familienunternehmer
gern zu den Familienunternehmer-Tagen.
Der Austausch zwischen uns Unternehmern
und mit der Politik ist immens wichtig.
Der Verband bietet hier eine wunderbare
Plattform.“
Mehr Zuversicht
im Mittelstand
Mit 76 Prozent zeigt sich ein Großteil der
Familienunternehmen zuversichtlich,
dass die schwarz-rote Koalition die Rahmenbedingungen
für Wachstum und Investitionen
verbessern kann. Besonders
auffällig: 78 Prozent der Befragten knüpfen
ihre Erwartungen an die wirtschaftliche
Erneuerung direkt an die Person des
Bundeskanzlers. Dieser Zuspruch spiegelt
einen deutlichen Stimmungsumschwung
im unternehmerischen Mittelstand wider,
der sich von der Politik der vergangenen
Jahre zunehmend ausgebremst sah.
Zwar plant die Bundesregierung eine degressive
Abschreibung für bestimmte Investitionen
sowie eine Absenkung der
Körperschaftsteuer ab dem Jahr 2028 –
beides Maßnahmen, die grundsätzlich positiv
bewertet werden. Doch mehr als zwei
Drittel der Befragten halten diese Schritte
für zu spät.
Positiv aufgenommen wurde die Einrichtung
eines eigenständigen Digitalministeriums,
das künftig sämtliche Zuständigkeiten
für digitale Infrastruktur, Verwaltung
und Innovation bündeln soll.
Fazit
Die Stimmung unter Deutschlands Familienunternehmen
hat sich mit dem Regierungswechsel
aufgehellt. Die Erwartungen
an wirtschaftspolitische Impulse sind
hoch, der Handlungsdruck auf die neue
Bundesregierung entsprechend groß. Entscheidend
wird sein, ob Bürokratieabbau,
steuerliche Entlastung und Digitalisierung
zügig und entschlossen umgesetzt werden
– nur dann kann das Potenzial für Investitionen,
Wachstum und Beschäftigung wieder
ausgeschöpft werden. W
Jana Leckel
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15. HERZ- UND GEFÄßTAG
FÜR ALLE BÜRGERINNEN UND BÜRGER
Moderation und Vorträge: Prof. Dr. med. Marc Horlitz,
Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie
und Rhythmologie und sein Ärzteteam
PROGRAMM/VORTRÄGE
• Gefährlicher Trend oder Segen durch die Abnehmspritze?
• Neue Richtlinien für den Bluthochdruck!
• Trotz Herzerkrankung sicher orthopädisch operieren durch
Roboter-Technologie
• Neue Erkenntnisse für ein langes und gesundes Leben!
• Prominentengespräch mit Ludwig Sebus – 100 Jahre für den
Kölner Karneval!
• Neue Schrittmachersysteme bei Herzschwäche
• Herzklappen-Therapie im Wandel! OP oder Katheter?
• Das neue Frauen-Herzzentrum! Podiumsdiskussion mit Martina Eßer
• Vorhofflimmern und Schlaganfall verhindern durch KI, Smart-Watch
und Katheterablation
• Wann Statine, Stents oder OP bei Plaques und verengten Schlagadern?
• Gemeinsam zur besten Behandlung bei verengten Herzkranzgefäßen!
• Persönliches Treffen mit Ihrem Experten!
Prof. Dr. med. Marc Horlitz
Chefarzt der Klinik für Kardiologie,
Elektrophysiologie und Rhythmologie
Krankenhaus Porz am Rhein
Martina Eßer
Journalistin
und WDR-
Moderatorin
Ludwig Sebus
Sänger und
Komponist
© Frank Tewes
SAMSTAG, 27.09.2025
10:00 BIS 13:30 UHR
GROßER SAAL IM GÜRZENICH
Martinstraße 29-37, 50667 Köln
Schirmherrschaft
der Veranstaltung:
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
| Macher & Märkte
10 JAHRE
GATEWAY ESC
Marc Kley, Geschäftsführer des Gründungsservices der Uni Köln, im Interview
Marc Kley, Geschäftsführer des Gateway Exzellenz Start-up Center der Universität zu Köln
Das Gateway Exzellenz Start-up Center (ESC) der Universität zu Köln bietet Studierenden
Beratung und Coaching rund um das Thema Gründung. Anlässlich des zehnjährigen
Jubiläums der Dachmarke Gateway haben wir mit Geschäftsführer Marc
Kley über das vergangene Jahrzehnt, interessante Gründungsideen und nächste Ziele
gesprochen.
w: Herr Kley, den
Gateway Gründungsservice der Uni Köln
gibt es schon seit einem Jahrzehnt. Was
unterscheidet das damalige Angebot vom
heutigen?
Marc Kley: Ich bin seit 2011 an der Uni Köln
beschäftigt und habe Gateway von Anfang
an begleitet. Der größte Unterschied ist
das Angebotsspektrum. Damals gab es 1,5
Stellen und somit nur mich und eine andere
Person. Wir haben lediglich eine Gründungsberatung
angeboten. Heute sind wir
ein 30-köpfiges Team und können gründungsinteressierte
Studierende von der Idee
bis zum Markteintritt begleiten.
w: Was waren die
wichtigsten Meilensteine?
Marc Kley: Erster Meilenstein war, dass die
Uni 2015 einen sogenannten Inkubator eröffnet
hat. Dafür wurde ein kleines Gebäude
in einem Hinterhof in Köln-Sülz angemietet.
Hier konnten Studierende, die gründen
wollten, Arbeitsplätze nutzen und sich vernetzen.
Ein weiterer Meilenstein war, dass
wir uns 2019 erfolgreich auf eine Ausschreibung
des Landes NRW beworben haben und
dadurch als eines von sechs Exzellenz Startup
Centern an Hochschulen in NRW gefördert
werden. Das hat es uns ermöglicht,
effiziente Strukturen und personelle Ressourcen
aufzubauen. Wenn man so will,
sind wir heute wie ein Start-up innerhalb
des öffentlichen Dienstes aufgestellt. Sozusagen
ein Schnellboot, das neben dem großen
Tanker fährt.
Wichtig war auch die Gründung unseres
Fördervereins, der zur langfristigen Sicherung
unserer Angebote dient – auch über
die Förderung des Landes NRW hinaus, die
zum Jahresende ausläuft. Glücklicherweise
hat sich die Uni ebenfalls bereit erklärt,
die Strukturen des ESC zu verstetigen. Das
bedeutet etwa, dass wir auch nach Auslaufen
der Landesförderung etwas mehr
als ein Drittel der Stellen aufrechterhalten
können, ebenso wie einen großen Teil unserer
Services.
Foto: Benjamin Kriener
w: Gateway hat sich zur
Dachmarke in der Kölner Hochschullandschaft
entwickelt. Welche Vorteile bringt
das mit sich?
Marc Kley: Das Label Gateway ist 2015 entstanden,
um unserem Gründungsservice
im Sinne des Eigenmarketings einen unverwechselbaren
Anstrich zu geben. In den
letzten Jahren haben sich andere Kölner
Hochschulen, darunter die TH oder die Spoho,
angeschlossen und nutzen die Marke
auch für ihre Gründungsservices. Dadurch
treten wir geschlossen mit einem abgestimmten
Angebot auf. Aufgrund der Förderung
des Landes NRW haben wir an der Uni
Köln zwar mehr Ressourcen, dennoch profitieren
alle von der Zusammenarbeit. Wir
veranstalten z. B. einen gemeinsamen Ideenwettbewerb.
w: Was unterscheidet
Gründungen aus dem universitären Kontext
von anderen?
Marc Kley: Die Unterschiede sind gar nicht
so groß. Dennoch haben wir als Gateway
ESC sicherlich einige Vorteile. Dazu gehören
die Ressourcen und die intensive Vernetzung.
Wir haben z. B. einen sehr guten
Zugang zu Investorinnen und Investoren.
Es gibt u. a. den Campus Capital Fonds oder
den Gründungswettbewerb Campus Competition
Cologne, kurz C3, der Investmentangebote
von bis zu 300.000 Euro bietet. Was
uns ebenfalls unterscheidet, ist das intensive
Transfer-Scouting, das dabei hilft, Forschungsergebnisse
und innovative Ideen in
eine Gründung zu überführen. Unser Scouting-Konzept
dient vielen anderen Unis und
Hochschulen bereits als Blaupause, weshalb
wir dazu bald ein Whitepaper herausgeben
werden.
w: Das Gateway ESC belegt
im Gründungsradar 2025 den 3. Platz.
Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Marc Kley: Wir sind natürlich stolz, dass
wir in vielen Rankings, auch beim Gründungsradar,
sehr gut abschneiden. Wir werden
zudem immer wieder als gründungsfreundlichste,
nicht technische Hochschule
Deutschlands ausgezeichnet. Zum Erfolgsrezept
gehört, dass wir uns aufgrund der be-
14 www.diewirtschaft-koeln.de
Macher & Märkte |
reits genannten Förderung des Landes NRW
professionell aufstellen konnten. Zudem
kommt uns der gute Draht zu unserer Hochschulleitung
zugute sowie zu den anderen
Hochschulen, zur Wirtschaftsförderung
KölnBusiness und zu Investorinnen und Investoren.
Und last but not least: das sehr engagierte
Gateway-ESC-Team. Alle ziehen an
einem Strang.
Foto: Fabian Stuertz
w: Gibt es Fakultäten, die
ein größeres Gründungspotenzial bieten
als andere?
Marc Kley: Das Idealbild wäre, dass alle
Bereiche ähnlich viele Gründungen hervorbringen
– und die Mischung ist durchaus
gegeben. Dennoch kommen die meisten
Gründungsideen klassischerweise aus
der WiSo-Fakultät. Wir haben festgestellt,
dass die Art der Ansprache ganz entscheidend
ist, um Studierende aller Fakultäten
zu erreichen. Mit BWL-Studierenden kann
man anders über das Thema sprechen als
mit Studierenden aus geisteswissenschaftlichen
oder medizinischen Fächern. Wir
haben dafür qualifizierte Leute. Wir halten
zudem in allen Fakultäten Vorlesungen
zum Thema Entrepreneurship. Das zahlt
sich aus. Vor allem die Bereiche Life-Sciences,
medizinische Forschung oder Biologie
bringen immer mehr Gründungen hervor.
Was es zudem immer häufiger gibt, sind Impact-Gründungen,
sprich Geschäftsideen,
die gesellschaftliche Mehrwerte generieren
sollen. Natürlich immer verbunden mit der
Frage, wie man daraus ein nachhaltiges Geschäftsmodell
baut.
w: Sie haben die Räumlichkeiten
im Hinterhof in Köln-Sülz
erwähnt. Heute verfügt das Gateway ESC
über ein eigenes, hochmodernes Gebäude.
Wie kam es dazu?
Marc Kley: Letztendlich hatten wir einfach
Glück. Die Uni Köln hat eine Großspende
von einem Alumnus erhalten, der erfolgreich
im internationalen Immobiliengeschäft
tätig ist, damit auf dem Campus ein
Innovations- und Gründungszentrum gebaut
werden kann: der InnoDom Cologne.
Für uns und unsere Studierenden ist das
natürlich großartig.
w: Das Gateway ESC hat
über 150 Gründungsteams betreut. Welche
Projekte haben Sie am meisten beeindruckt?
Marc Kley: Begeistert haben mich viele,
aber selbstverständlich gibt es immer welche,
die einem besonders in Erinnerung
bleiben. Mit fällt z. B. Detechgene ein, die
Schnelltests zur Detektion von Infektions-
Das Gateway ESC will Studierende dazu begeistern und befähigen, ihre eigenen Ideen umzusetzen
– und so eine zukunftsfähige Gesellschaft mit unternehmerischen Mitteln zu gestalten.
erregern entwickelt haben. Ein anderes Beispiel
ist Vytal, ein digitales Mehrwegsystem
für Take-away-Essen, das auch im Rahmen
des TV-Formats „Höhle der Löwen“ ein Investment
bekommen hat. Zudem erwähne
ich gerne Socialbnb, die eine Online-Plattform
bieten, auf der sich Reisende mit sozialen
und ökologischen Projekten oder social
Businesses in der ganzen Welt verbinden
können, z. B. um Schlafplätze oder Räumlichkeiten
zu nutzen. Auch Equaly ist spannend:
Das Tool unterstützt Paare bei Themen
wie der Alltagsorganisation oder der
gleichberechtigten Verteilung der Kinderbetreuung.
All diese Beispiele machen deutlich,
welches große Gründungspotenzial an
Unis und Hochschulen schlummert.
w: Was zeichnet den Gründungsstandort
Köln in Ihren Augen aus?
Marc Kley: Der Vorteil, den Köln gegenüber
anderen Städten hat, ist die große Anzahl
an Hochschulen und somit an Studierenden.
Wir können auf einen umfangreichen
Talent-Pool zurückgreifen, was sich positiv
auf die Qualität und Quantität der Gründungsideen
auswirkt. Ein entscheidender
Vorteil ist auch die Nähe zum Markt. Die Unternehmensdichte
in und um Köln ist sehr
hoch, darunter sind viele Hidden Champions
und Dax-Konzerne. Somit gibt es ein
großes Potenzial, Wissenschaft und Wirtschaft
zusammenzubringen. Davon profitieren
wir als Gateway ESC sehr.
w: Was sind Ihre nächsten
Ziele?
Marc Kley: Wir haben im Rahmen des vom
Bund ausgeschriebenen Förderprogramms
„Startup Factories“ ein Konzept eingereicht
und dafür bereits die Gateway Factory
GmbH gegründet. Beteiligt sind neben uns
und den anderen Kölner Gateway-Hochschulen
auch die RWTH Aachen und die
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dadurch
können wir künftig über die Marktreife
hinaus bei der Skalierung und Internationalisierung
unterstützen. Langfristig
wollen wir es insbesondere durch die Gründung
der Factory schaffen, ein europäischer
Deeptech-Hub zu werden, und noch viel
mehr Unternehmen für die Zusammenarbeit
mit unseren Gründungsteams begeistern.
Gateway kann einen weitreichenden
Zugang zu Innovation und Talenten schaffen.
Es wäre toll, wenn noch mehr Unternehmen
dieses Potenzial ausschöpfen.
w: Herr Kley, danke für
das Gespräch und weiterhin viel Erfolg. W
Gateway ESC
Das Gateway ESC hat seit Beginn bereits
über 150 Gründungsteams an der
Universität Köln aus den Bereichen
B2B, B2C, Impact, Consumer Goods
und Tech Start-ups betreut. Eine Auswahl
erfolgreicher Gründungen sind
über den QR-Code abzurufen:
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KOMMUNALRANKING 2025
Wie schneidet der Regierungsbezirk Köln ab?
Welche Städte können im Regierungsbezirk Köln derzeit am meisten bieten?
Unternehmer NRW beauftragte die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult
GmbH damit, die Standortbedingungen der 396 Kommunen in NRW zu untersuchen.
Mit ihrer Planungshoheit steuern Kommunen, ob und wie Räume und Flächen genutzt
werden. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, wie sich wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit,
Lebensqualität und Standortattraktivität im Lokalen darstellt. Der
demografische Wandel, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung benötigen stetige
Anstrengungen auf lokaler Ebene.
Kommunalranking 2025
Im Kommunalranking 2025 wurden die
Indikatoren Wirtschaft, Arbeiten, Wohnen
und Lebensqualität betrachtet. Innerhalb
der Wirtschaft wurden dabei Punkte wie die
Breitbandversorgung untersucht, beim Arbeiten
u. a. die Beschäftigungsrate der Frauen
und Älteren ab 55 Jahren, beim Wohnen
u. a. die Baugenehmigungen und bei der
Lebensqualität u. a. die Kaufkraft und die
Pkw-Fahrtzeit zur nächsten Autobahn. Alle
Indikatoren sind wichtig für den Standortwettbewerb.
Die 396 Kommunen in NRW
werden miteinander verglichen und die
10.648 Kommunen in Deutschland berücksichtigt.
Dies erlaubt eine Einordnung der
NRW-Kommunen in eine deutschlandweite
Perspektive. Sie können eine Basis für zukünftige
Entscheidungen bieten. Dabei wird
das aktuelle Niveau, der Status quo, im Niveau-Ranking
analysiert. Die Dynamik und
Anpassungsfähigkeit der Kommune wird
im Dynamik-Ranking angeschaut. Im Dynamik-Ranking
wird die absolute Entwicklung
verglichen. Wie bereits in den Studien 2020
und 2023 belegen Herzogenaurach (Bayern)
und Oberkochen (Baden-Württemberg) erneut
die Spitzenplätze im Bundesvergleich
des Niveaus. Von den berücksichtigten
10.648 Kommunen in Deutschland belegen
die NRW-Kommunen Positionen zwischen
Rang 129 (Monheim am Rhein) und Rang
10.371 (Kranenburg). Gegenüber den Ergebnissen
2023 hat sich die Bestplatzierung einer
NRW-Kommune von Rang 85 auf Rang
129 verschlechtert. Im Mittel verbessert
sich NRW: Die durchschnittliche Bewertung
steigt von Rang 6.276 auf Rang 6.045. Im
Niveau-Ranking ist in NRW Düsseldorf auf
Platz 15.
Köln im Detail
Im Regierungsbezirk Köln ist im Niveau-Ranking
Leverkusen auf Platz 5, gefolgt
von Nettersheim (Rang 17), Odenthal
(Rang 36), Bad Honnef (Rang 44) und Wiehl
Foto: Alex Weis
(Rang 55). Die im Regierungsbezirk bestplatzierte
Kommune Leverkusen punktet
insbesondere mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen,
einer hohen gemeindlichen
Steuerkraft und patentstarken Unternehmen.
Daneben wird auch die Lebensqualität
mit einem soliden Rang 61 gewürdigt,
der aus der vorderen Mittelfeldplatzierung
in allen Indikatoren resultiert. Monheim
am Rhein profitiert von wirtschaftlichen
Faktoren. Seit der drastischen Senkung des
Gewerbesteuersatzes 2012 (aktuell: 250
Prozent) haben sich die Einnahmen verfünffacht.
Der Regierungsbezirk Köln liegt
im Niveau-Ranking auf einem Platz zwischen
67 und 132 und damit im oberen Drittel.
Im Dynamik-Ranking ist Köln im oberen
Sechstel und damit noch besser. Die Rheinschiene
gewinnt mit den Platzierungen von
Monheim a. R. (Rang 4), Neuss (Rang 12),
Düsseldorf (Rang 29) und Köln (Rang 63)
in der Spitzengruppe an Strahlkraft in der
Dynamikbewertung. Der Regierungsbezirk
Köln mit seinen 99 Kommunen (25,0 Prozent
aller NRW-Kommunen) ist eine dynamische
Region im Wandel. Die beste Dynamik-Entwicklung
verzeichnet Niederzier
(Rang 3). Starke Entwicklungen sind auch
in Köln (Rang 63) und seinem Umland mit
Bergisch Gladbach (Rang 53), Brühl (Rang
38) und Erftstadt (Rang 50) zu beobachten.
Im Teilbereich Wirtschaft ist im Regierungsbezirk
Köln Leverkusen auf dem
Spitzenplatz 3 wegen der Gewerbesteuerhebesätze
und der gemeindlichen Steuerkraft,
im Bereich Arbeiten Wipperfürth auf dem
Spitzenplatz 83 wegen der Beschäftigungsrate
der Frauen und der Arbeitsplatzversorgung,
im Bereich Wohnen Gangelt auf dem
Spitzenplatz 2 wegen der Baugenehmigungen
und des Wohnungsneubaus und im Bereich
Wohnen Bonn auf dem Spitzenplatz 1,
wegen der Ärztedichte und des Altersquotienten.
Bad Honnef kommt direkt auf Platz
2 wegen der Ärztedichte und der Kaufkraft
und Nettersheim auf Platz 3 wegen der Wanderungen
und der naturnahen Flächen. Im
Dynamik-Ranking ist in der Wirtschaft Leverkusen
auf Platz 5, Wegberg im Arbeiten
auf Platz 3, im Wohnen ist Rheinbach auf
Platz 5 und in der Lebensqualität ist Niederzier
auf Platz 1, gefolgt von Nettersheim auf
Platz 2 und Brühl auf Platz 4.
16 www.diewirtschaft-koeln.de
Macher & Märkte |
Foto: Marius - stock.adobe.com
Motorworld
Business Day
Treffpunkt für Unternehmer
und Berufstätige in Köln
Skulptur in Köln. Doch Liebe allein reicht nicht im Standortwettbewerb.
→ Wirtschaft: Der Bayer-Standort Leverkusen
erreicht insgesamt Platz 3 in der
Wirtschaft. Wassenberg ist auf Rang
69. Nur 20 der 99 Kommunen des Regierungsbezirks
Köln sind überhaupt in
der vorderen Hälfte platziert. Schlecht:
Alle sieben letzten Plätze gehen an
Kommunen aus dem Regierungsbezirk
Köln. Wird innerhalb der Wirtschaft die
gemeindliche Steuerkraft als Maß für
den Erfolg einer Kommune herangezogen,
so gelten Leverkusen (Rang 4),
Köln (Rang 15) und Wesseling (Rang 17)
als besonders erfolgreich.
→ Arbeiten: Die arbeitsmarktbezogenen
Standortbedingungen zählen nicht zu
den Stärken des Regierungsbezirks
Köln. Keine der 99 Kommunen erreicht
eine Platzierung in der Spitzengruppe.
Die beste Kommune ist Wipperfürth im
Oberbergischen Kreis auf Rang 83.
→ Wohnen: Am aktuellen Rand können
sich vier Kommunen (Gangelt, Dahlem,
Selfkant, Erkelenz) in den Top 10
platzieren. In Gangelt auf Platz 2 waren
ausschlaggebend die Baugenehmigungen
und der Wohnungsneubau, in Dahlem
auf Platz 4 die Wohnfläche und der
Wohnungsneubau.
→ Lebensqualität: Insgesamt zählt der
Bereich Lebensqualität sowohl im
Niveau als auch in der Dynamik zur
Stärke des Regierungsbezirks Köln.
Sieben der Kommunen aus dem Regierungsbezirk
Köln platzieren sich in der
Niveaubetrachtung in den Top 10. In
puncto Kaufkraft zeigen sich insbesondere
Umlandgemeinden der größeren
Kommunen (Leverkusen, Köln, Bonn)
erfolgreich. Pulheim (Rang 6), Rösrath
(Rang 13) oder auch Bad Honnef (Rang
10) zeigen hier besondere Stärken. Die
Anbindung an das Straßenverkehrsnetz
ist zudem gut im Regierungsbezirk
Köln und das Verhältnis zwischen jungen
und alten Menschen. W
Karoline Sielski
Am 22. September findet der erste
Motorworld Business Day statt – ein
exklusives Branchenevent für Unternehmer,
Entscheider und Innovatoren
in Kooperation mit der MISTER
MATCHING®-Regionalgruppe Köln auf
LinkedIn. Die Kombination aus Fachmesse,
hochkarätigen Keynotes und
gezieltem Networking macht die Veranstaltung
zu einem Muss für alle, die
Impulse für ihr Business suchen. Einer
der Keynote-Speaker ist Tibor Taras
von der Rheinstars Basketball GmbH.
Auf einer Ausstellungsfläche präsentieren
sich ausgewählte Firmen, wie z.
B. MediaMarktSaturn, mit innovativen
Produkten und Dienstleistungen zwischen
16 und 19 Uhr.
Im Anschluss an den Hauptteil bietet
das Networking-Format ab 20 Uhr
dann Raum für persönliche Gespräche
und neue Geschäftskontakte.
Der Motorworld Business Day bringt
Menschen zusammen, die gestalten
wollen – mit Ideen, Visionen und unternehmerischer
Leidenschaft. Noch sind
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| Macher & Märkte | Sonderthema Immobilien
IMMOBILIENSTIMMUNGS-
INDEX SOMMER 2025
Trend zum Optimismus
Endlich geht es bergauf in Deutschlands Immoblilienbranche
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat Ende Juni 2025 eine aktuelle
Studie zur Zuversicht in der Immobilienbranche herausgebracht. Auftraggeber ist
der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e. V. Der Index erfasst vierteljährlich die
Geschäftslage und die Geschäftserwartungen von Immobilienunternehmen und Projektentwicklern.
Die Krise in der Bauwirtschaft ist keine Neuigkeit mehr und sitzt
der Branche noch im Nacken. Doch in diesem Quartal hat sich die Stimmung gebessert.
Hier die Details.
Im Vergleich mit vorherigen Untersuchungen
zur Immobilienstimmung sei das Immobilienklima
auf 30,3 Punkte und damit
plus 1,5 Punkte angestiegen, was den
höchsten Stand seit 2019 wiedergebe. Die
Geschäftslage im Wohnsegment sei um ganze
zehn Punkte angestiegen. Die Gründe:
Der Wohnraumbedarf bleibt hoch und endlich
habe sich der Transaktionsmarkt wiederbelebt.
Im sozialen Wohnungsbau hätten
hohe Förderungen rentable Neubauprojekte
geschaffen. Die Führungsetagen der Wohnungsunternehmen
seien laut der Studie
optimistisch, dass die Mieten weiter steigen
würden und die Preise nicht mehr rückläufig
seien. Auch die geplanten Reformen
der Bundesregierung für kostengünstigeres
und schnelleres Bauen wecken Hoffnungen.
Im Bereich der Bürogebäude sei die Geschäftslage
noch stärker gestiegen als im
Foto: Keith - stock.adobe.com
Wohnsegment, und zwar um 21,6 Punkte.
Die Transaktionen und Umsätze seien da.
Zudem blicke man optimistisch auf die Entwicklung
der gesamtwirtschaftlichen Lage
durch die Politik der neuen Bundesregierung.
Ein deutlicher Trend zum Optimismus sei
auch bei den Projektentwicklern der Immobilienbranche
zu verzeichnen. Hier sei die
Geschäftslage um ganze 30,7 Punkte gestiegen.
Das Immobilienklima in dem Bereich
steige um 24 Punkte im Immobilienstimmungsindex
aus dem Sommer 2025. Der
Grund sei die Rückkehr der Nachfrage. Die
Vorverkäufe seien gegeben. In der aktuellen
Befragung erwarten 50 Prozent zunehmende
Vorverkäufe in den nächsten zwölf Monaten.
Die Projektentwickler würden auch
langsam wieder auf dem Grundstücksmarkt
aktiver werden. 39,1 Prozent der Teilnehmer
wollen in den nächsten zwölf Monaten
mehr Grundstücke erwerben. Sich stabilisierende
Bau- und Finanzierungskosten
und nun wieder anziehende Immobilienpreise
würden bedeuten, dass der Projektentwicklermarkt
seine Konsolidierungsphase
abgeschlossen haben dürfte und ein
neuer Zyklus beginne.
Zur Investitionsneigung der Branche: Der
aktuelle Immobilienstimmungsindex zeige
an, dass wieder vermehrt in die Gebäudebestände
investiert werden würde. 50,8
Prozent würden wieder mehr für die Modernisierung
ihrer Bestände ausgeben als
im Vorjahr. 44 Prozent wollen laut der Studie
wieder mehr investieren. Bei Neubauprojekten
würden nur 34,6 Prozent wieder
mehr investieren, im Grundstücksmarkt
seien es 22,8 Prozent. Dennoch ist insgesamt
eine deutliche Trendwende bemerkbar.
Der Umstand, dass in dem Bereich
Projektentwicklung die höchsten Veränderungen
zu verzeichnen sind, zeigt, dass die
Trendumkehr frisch ist und die Veränderung
vor allem in beginnenden Projekten
steckt. Wenn der Trend sich so fortsetzen
sollte, dann ist zu erwarten, dass die Geschäftslage
und das Geschäftsklima sich
auch in den weiteren Bereichen verbessern,
von der Projektlage bis zum umgesetzten
Bau. Bis dato sieht der Bürobereich
noch am besten laut der Studie aus, auch
im Vergleich zum Vorquartal. Erst scheinen
zudem vor allem die Modernisierungen
der Immobilienbestände Investitionen
hervorzurufen. Die Hoffnung ist, dass sich
die Trendwende auch positiv auf den Bereich
Neubau auswirken wird, denn neue
Wohnungen werden bekannterweise benötigt
in Deutschland. Die Nachfrage nach
mehr Wohnraum, viel auch in den Großstädten,
reißt nicht ab.
Das Immobilienklima erreiche laut dem
Index den höchsten Stand seit der Zinswende.
Nach Einbrüchen Anfang 2022 gehe
es nun bergauf. Fakt sei auch: Der Zins
für Kredite mit einer Sollzinsbindung von
zehn Jahren unterliege starken Schwankungen
und habe sich seit Beginn des Jahres
von 3,2 auf 3,6 Prozent erhöht. W
Karoline Sielski
18 www.diewirtschaft-koeln.de
Anzeige Sonderthema Immobilien | Macher & Märkte |
10. WERTERMITTLERTAG
Spannende Fachvorträge – interaktive Diskussionsforen am 25. September 2025 in Köln oder online
10. Kölner Wertermittlertag | 25.09.2025 KölnSKY-Eventlocation | Online
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Dipl.-Ing. Wolfgang Kleiber (live zugeschaltet)
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→ ESG und Nachhaltigkeitskriterien aus
kreditwirtschaftlicher Sicht und deren
Auswirkungen auf den Marktwert | Helmut
Kolb
→ Energieeffizienz und deutsche Wohnungsmärkte
– Erkenntnisse aus der
aktuellen Forschung | Steffen Zetzmann
→ Immobilienmarkttransparenz in
Deutschland – Herausforderungen für
die Wertermittlung und die Rolle der Gutachterausschüsse
| Dipl.-Ing. Peter Ache
→ Interaktive Podiumsdiskussion: Zukunftstrends
– wie leistungsfähig ist
die Wertermittlung in Deutschland?
→ Ausgewählte Fragen zur Anwendung
der ImmoWertV und ImmoWertA | Dr.
Daniela Schaper
→ Von der Theorie zur Praxis: merkantiler
Minderwert in der Immobilienbewertung
| Dipl.-Ing. Daniela Unglaube
→ Erfolgsfaktor Rechtsform in der Immobilienbewertung
– Strategien für Gründung,
Nachfolge und Haftungsoptimierung
| RA Volker Schlehe
→ Aktuelles zu steuerlichen Immobilienbewertungen
| Dipl.-Finanzwirt Wilfried
Mannek
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Immobilieninvestmentmarkt Köln
Höheres Angebot und realistischere Preiserwartungen versprechen steigendes Transaktionsvolumen
Im 1. Halbjahr 2025 wurden laut Savills etwa 352 Mio. Euro am Kölner Immobilieninvestmentmarkt
umgesetzt. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht dies einem
Rückgang von 33 Prozent. Im Vergleich zum 10-Jahres-Mittel fiel der Umsatz sogar 57
Prozent geringer aus.
In den letzten zwölf Monaten hat Savills
knapp 30 Transaktionen registriert, was gegenüber
der Vorjahresperiode einen Rückgang
um 26 Prozent bedeutet. Die Spitzenrenditen
für Büros und Geschäftshäuser lagen
Ende Juni beide bei 4,4 Prozent und sind damit
unverändert gegenüber dem Vorquartal
und ebenfalls unverändert gegenüber dem
Vorjahreswert. Tobias Schneider, Director Investment
bei Savills in Köln, kommentiert
das Marktgeschehen wie folgt: „Die Zahl der
zum Verkauf stehenden Objekte steigt zusehends.
Viele potenzielle Verkäufer haben
sich inzwischen auf das neue Preisniveau
eingestellt und sind bereit, zu angepassten
Konditionen zu verkaufen – auch im Segment
der Top-Büroimmobilien, das zuvor wegen
starker Preisrückgänge kaum am Markt vertreten
war. Mit der zunehmenden Angebotsdichte
dürfte das Transaktionsvolumen in
der zweiten Jahreshälfte steigen, auch wenn
nicht jedes Objekt einen Käufer finden wird.“
Ihm zufolge dürften es besonders Immobilien
außerhalb der Toplagen schwer haben, da
Investoren ihren Fokus weiterhin auf hochwertige
Lagen richten. Mit einem Transaktionsvolumen
von 400 Mio. Euro haben Büroimmobilien
in den letzten zwölf Monaten
am meisten zum Investmentumsatz beigetragen.
Vor dem Hintergrund steigender Verkaufsbereitschaft
und realistischerer Preiserwartungen
vieler Eigentümer sowie der
wachsenden Zahl aktiver Investoren erwartet
Savills perspektivisch eine allmählich zunehmende
Transaktionsaktivität. W
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| Macher & Märkte
RESILIENZ ALS
WETTBEWERBSVORTEIL
Wie mit belastbaren Teams Innovation gefördert und Profitabilität gesichert werden kann
Resilienz wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Wahre Stärke entsteht dort,
wo Unternehmen selbst gestalten: in gesunden, belastbaren Teams, die Innovation
und langfristigen Erfolg ermöglichen.
Starke Teams, weniger Ausfalltage - Innovation als Folge
Stetiger Wandel, Fachkräftemangel und
steigende Anforderungen prägen den Alltag
vieler KMU. Für Erfolg braucht es belastbare
Teams, die Veränderungen meistern und
aktiv gestalten. Resiliente Mitarbeitende
fehlen seltener und sind innovativer. Studien
wie der Gallup Engagement Index 2023
zeigen: Unternehmen mit solchen Teams
profitieren von bis zu 41 Prozent weniger
Fehlzeiten und höherer Innovationskraft.
Gesunde Teams sind leistungsfähiger, zufriedener
und engagierter. Das stärkt das
Betriebsklima und die Bindung an das Unternehmen.
Führungskräfte, die psychische
Belastungen früh identifizieren, können so
aktiv Resilienz im Team fördern.
Wird der Krankenstand in einem 100-Personen-Unternehmen
pro Kopf um nur einen
halben Tag gesenkt, gewinnt das Unternehmen
50 Arbeitstage pro Jahr zurück.
Bei durchschnittlich geschätzten 400 Euro
Ausfallkosten pro Tag entspricht das
Einsparungen von etwa 20.000 Euro jährlich.
Tatsächlich können die Kosten je nach
Branche und Position auch höher oder niedriger
ausfallen.
50 verlorene Arbeitstage können den Unterschied
zwischen einem stabilen Geschäftsjahr
und Engpässen, Überstunden sowie
Kundenverlusten ausmachen. Die genannten
20.000 Euro sind ein Orientierungswert;
kumulative Kosten durch Produktivitätsverluste
und Vertretungen können
deutlich höher sein. Schon kleine Verbesserungen
wirken sich in fast allen Unternehmensbereichen
positiv aus.
Köln steht exemplarisch für viele Regionen
mit Innovationsdruck. Hier können KMU
durch gezielte Förderung der psychischen
Gesundheit ihrer Mitarbeitenden langfristige
Wettbewerbsvorteile erzielen und so ihre
Zukunft sichern.
Offene Kommunikation hilft, Belastungen
früh zu erkennen und Teams zu stärken mit
Vorteilen für das Unternehmen, wie z. B.:
→ Höhere Produktivität bei weniger Ausfalltagen
→ Geringere Fluktuation und stabilere
Teams
→ Mehr Kreativität und Anpassungsfähigkeit
am Markt
Seit 2013 sind Unternehmen verpflichtet,
psychische Belastungen im Rahmen der
Gefährdungsbeurteilung zu erfassen (§ 5
ArbSchG). Das sichert ab – und eröffnet zugleich
Chancen:
→ Haftungsrisiken minimieren: Klare
Prozesse schützen Geschäftsführende
persönlich.
→ Wirtschaftlichkeit steigern: Die Beurteilung
zeigt konkrete Stellschrauben
Foto: Drazen - stock.adobe.com
zur Senkung von Fehlzeiten und Fluktuation
auf.
→ Mitarbeiterbindung erhöhen: Wer Fürsorge
ernst nimmt, gewinnt Vertrauen.
Inhaber sollten daher die Gefährdungsbeurteilung
als praxisnahes Instrument einsetzen,
um gezielte Maßnahmen zu identifizieren
und wirksam umzusetzen. Mit externer
Unterstützung – etwa durch spezialisierte
Beratung – kann die Umsetzung effizient
erfolgen, ohne das Tagesgeschäft zu belasten.
Beratungskosten können zudem über
Förderprogramme wie BAFA bezuschusst
werden.
Wertschätzung als gelebte Haltung ist die
Basis für ein gesundes Betriebsklima. Auch
mit begrenzten Ressourcen können KMU
viel erreichen. Bewährte Maßnahmen sind:
→ Regelmäßige Team-Check-ins
→ Klare Strukturen
→ Weiterbildung für Führungskräfte
→ Flexible Arbeitsmodelle
→ Partizipation der Mitarbeitenden
Schon kleine Veränderungen wirken nachhaltig
– entscheidend ist das Dranbleiben.
Fazit: Investition
mit starkem Mehrwert
Resilienz ist überlebenswichtig und Schlüssel
zum nachhaltigen Erfolg. Im Mittelstand
schaffen belastbare Teams die Grundlage
für Wachstum und Innovation. Indem die
psychische Gesundheit von Mitarbeitenden
konsequent gefördert wird, sichern sich Unternehmen
ihre Wettbewerbsfähigkeit. W
Foto: Harry Flint
Gastautor: Dr. Torsten Rehrmann,
Inhaber von expantalent
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Macher & Märkte |
GASTFREUNDSCHAFT ALS
KOMMUNIKATIONSPRINZIP
Was Kommunikation von guten Gastgebern lernen kann
In Zeiten wachsender Unsicherheit, digitaler Reizüberflutung und sinkender Kundenbindung
stehen viele Unternehmen vor der Frage, wie sie weiterhin ein tragfähiges
Vertrauensverhältnis aufbauen können – zu Kunden, Mitarbeitenden und Partnern.
Aufwendige Marketingkampagnen, die mehr Purpose als Mission vermitteln,
oder die Neuentdeckung der Markengeschichte, vieles wird versucht, um die emotionale
Verbindung zum Unternehmen zu stärken.
Doch vielleicht liegt die Antwort auf diese
Herausforderungen näher als gedacht:
nämlich in der Gastfreundschaft. Oder genauer:
Kommunikation, die sich an den
Prinzipien gelebter Gastfreundschaft orientiert
– der sogenannte Hospitality-Effekt.
Ein neuer Impuls für
die Unternehmenskommunikation
Den Begriff „Hospitality“ verbindet man ja
eher mit der Hotellerie und Gastronomie.
Doch das zugrunde liegende Prinzip lässt
sich auf viele andere Bereiche übertragen
– insbesondere auch auf die Kommunikationskultur.
Die Idee: Wer wie ein guter Gastgeber
kommuniziert, begegnet anderen
mit Respekt, Aufmerksamkeit und echtem
Interesse. Statt reiner Informationsvermittlung
entsteht ein Dialog auf Augenhöhe.
Das bringt neue Impulse in die unternehmerische
Kommunikation und in die
Kommunikationsberatung.
Der Hospitality-Effekt versteht sich dabei
nicht als bloßes Stilmittel, sondern als innere
Haltung. Kommunikation wird nicht
länger nur als Werkzeug zur Zielerreichung
betrachtet, sondern als Beziehungsangebot.
Die Frage verschiebt sich: weg
von „Was muss ich sagen?“, hin zu: „Wie
kann ich dafür sorgen, dass sich mein Gegenüber
gesehen, gehört – und willkommen
fühlt?“
Mensch statt
Zielgruppe
Gerade in unsicheren Zeiten ist das ein
strategischer Vorteil. Unternehmen, die
eine einladende, empathische Kommunikationskultur
leben, erfahren oft eine
höhere Kundenbindung, stabilere Mitarbeitermotivation
und ein positives Markenimage.
Denn Vertrauen entsteht dort, wo
Menschen sich gesehen und gehört fühlen
– nicht nur als Zielgruppe, sondern als Gegenüber,
als Person und Mensch.
Ein Beispiel: Statt in der Krise primär über
Herausforderungen zu sprechen, könnten
Führungskräfte und Kommunikationsabteilungen
gezielt eine gastfreundliche
Kommunikationshaltung einnehmen – sie
informieren transparent, bieten Dialog an
und vermitteln Sicherheit durch Haltung.
So entstehen Gesprächsräume, in denen
nicht nur informiert, sondern auch verstanden
wird. Im besten Fall entstehen
durch die Offenheit auch neue Lösungen
und Ideen innerhalb der Teams. In der internen
Kommunikation bedeutet das: Führungskräfte
treten in den Dialog, statt auf
Ansage zu setzen.
Eine Einladung
mit Wirkung
Der Hospitality-Effekt ist dabei kein Feelgood-Konzept.
Es geht nicht um oberflächliche
Freundlichkeit, sondern um ein
strukturiertes Kommunikationsverständnis,
das strategisch gedacht und operativ
gelebt wird. Kommunikation wird so zur
Einladung – zum Mitdenken, zum Mitgestalten,
zur Beziehung auf Augenhöhe.
Dieser Gedanke lässt sich auf Unternehmen
jeder Größe übertragen – vom inhabergeführten
Betrieb bis zum internationalen
Konzern. Marken profitieren davon,
weil sie ein menschliches Profil entwickeln.
Teams profitieren, weil ihre Kommunikation
auf Austausch basiert. Und
nicht zuletzt profitieren Führungskräfte,
weil sie in Zeiten der Veränderung ein starkes
Instrument zur Vertrauensbildung an
die Hand bekommen.
Im Zentrum steht dabei immer die Frage:
Wie würde ein guter Gastgeber handeln?
Was braucht mein Gegenüber, um sich gesehen,
gehört – ja: willkommen zu fühlen?
Denn wer die Haltung der Gastfreundschaft
zur Grundlage seiner Kommunikation
macht, wird erleben: Es ist nicht nur gut
gemeint. Es wirkt. W
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| Branchen & Betriebe
WIRKSAMKEIT FÜR
MARKETINGAKTIVITÄTEN
Die Krise mit einem strategischen Marketingkonzept meistern
Foto: Helge Strauss
Strategisches Marketing bleibt auch in herausfordernden Zeiten ein zentraler Erfolgsfaktor
Aktuell kämpfen viele Unternehmen mit einem schwierigen Marktumfeld, geprägt von
Kaufzurückhaltung sowie stagnierenden oder rückläufigen Umsätzen. Der Reflex vieler
Verantwortlicher lautet daher: „Wir sparen am Marketing und stoppen alle Aktivitäten!“
Das ist zwar nachvollziehbar, aber nicht der richtige Weg.
Viele Unternehmen reduzieren ihre Marketing-
und Vertriebsbudgets auf null und
stellen ihre Aktivitäten zur aktiven Marktbearbeitung
komplett ein. Häufig geschieht
dies auch aus dem Druck heraus, dass das
Marketing den Nachweis der Wirksamkeit
nur unzureichend erbringen kann.
Gerade in Phasen der Stagnation und Neuorientierung
werden Marktanteile neu verteilt.
Natürlich verhalten sich viele Kunden
zurückhaltend – dennoch gibt es weiterhin
Kunden, die aktiv sind und Umsatz generieren.
Gleichzeitig ziehen sich Wettbewerber
aufgrund von Sparmaßnahmen zurück oder
sind weniger sichtbar. Wer diese Zeit strategisch
klug nutzt, kann gestärkt aus einer
solchen Krise hervorgehen.
Marketing-Audit
zur Standortbestimmung
Dreh- und Angelpunkt ist die Frage nach
den konkreten Zielen und den notwendigen
KPIs für die aktive Marktbearbeitung. Also:
Wie und auf welche Weise erwirtschaftet
das Unternehmen seinen Ertrag? Wer diese
strategischen Fragen auch in einer Krisensituation
klar beantworten kann, ist auf dem
richtigen Weg.
Wichtig dabei ist, diese Fragen nicht einfach
zu wiederholen, sondern neu und kritisch
zu durchdenken: Sind wir richtig aufgestellt
für die veränderte Situation? Welche
Anforderungen haben unsere Kunden aktuell
an uns? Funktioniert unser Produkt- und
Leistungsportfolio heute und auch künftig
noch?
Gerade in anspruchsvollen Zeiten wird man
gezwungen, sämtliche Faktoren genau zu
prüfen und zu hinterfragen, ob die Annahmen
der Vergangenheit noch mit den Realitäten
der Gegenwart und den Anforderungen
der Zukunft übereinstimmen. Ein
Marketing-Audit kann hier eine sehr hilfreiche
Standortbestimmung liefern.
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt,
dass das vollständige Herunterfahren
aller Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen
in Krisenzeiten die schlechteste
aller Optionen ist. Dies schadet nicht nur
unmittelbar dem Vertriebserfolg, sondern
schwächt auch langfristig die Marktposition
des Unternehmens.
Strategische Konzepte
Ein fundiertes Marketingkonzept kombiniert
Analyse, gezielte Ressourcensteuerung
und messbare Effizienz und verliert
dabei die langfristige Markenstärke nicht
aus dem Blick.
Entscheidend sind folgende Grundprinzipien:
→ Regelmäßige Markt-, Wettbewerbsund
Zielgruppenanalysen als Basis für
fundierte Entscheidungen
→ Fokussierung auf Maßnahmen mit direkter
Umsatzwirkung, etwa Performance-Kampagnen
oder gezielte Kundenaktivierung
→ Effizientes Controlling mit angepassten
Kennzahlen, um Wirkung und
Wirtschaftlichkeit jederzeit messbar
zu halten
24 www.diewirtschaft-koeln.de
Branchen & Betriebe |
→ Unterschiedliche Zielgruppenprofile
erfordern flexible, passgenaue Kommunikationsansätze
Gleichzeitig bleibt der strategische Blick
wichtig: Markenvertrauen, digitale Sichtbarkeit
und Innovationsfähigkeit sichern
die Wettbewerbsfähigkeit über das Tagesgeschäft
hinaus.
Das Deutsche Institut für Marketing stellt
hierfür den praxiserprobten DIM-Marketingplaner
kostenlos als Orientierungsrahmen
bereit.
Relevante Lösungen und
ein passender USP
Ein klarer Unique Selling Proposition
(USP) wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal,
wenn Märkte stagnieren.
Kunden erwarten nachvollziehbare
Antworten auf die Frage, welchen konkreten
Mehrwert ein Anbieter bietet. Reine
Produktmerkmale reichen dafür nicht aus.
Ein wirksamer USP erfüllt dabei drei zentrale
Funktionen: Er signalisiert Verlässlichkeit,
adressiert konkrete Kundenprobleme
und bietet messbaren Mehrwert, etwa
durch Effizienz, Sicherheit oder Kostenvorteile.
Die Entwicklung eines solchen Nutzenversprechens
folgt einem einfachen Prinzip:
veränderte Kundenbedürfnisse analysieren,
unbesetzte Positionierungschancen
erkennen und den USP präzise, verständlich
und konsistent kommunizieren.
Dabei haben sich insbesondere folgende
Ansatzpunkte bewährt:
→ Sicherheit und Stabilität als Signal für
Verlässlichkeit
→ Effizienz und Kostenersparnis als Antwort
auf steigenden Preisdruck
→ Digitale Lösungen für Flexibilität und
einfache Anwendung
→ Nachhaltigkeit für langfristiges Vertrauen
Zentral bleibt: Entscheidend ist der konkrete
Kundennutzen und nicht abstrakte
Eigenschaften oder technische Details. Ein
klar formulierter USP schafft Orientierung
und positioniert Anbieter deutlich erkennbar
– selbst in einem herausfordernden
Wettbewerbsumfeld.
Das Produkt ist der Star
Unabhängig von Branchenzugehörigkeit
zeigt sich in Krisenzeiten ein einheitliches
Muster: Die Kaufzurückhaltung steigt,
gleichzeitig wird stärker auf Qualität, Verlässlichkeit
und tatsächlichen Kundennutzen
geachtet.
Für Unternehmen bedeutet das: Das Produkt
oder die Dienstleistung selbst muss
stärker denn je im Mittelpunkt der Kommunikation
stehen – nicht durch überhöhte
Werbeversprechen, sondern durch nachvollziehbare
Argumente, nachweisliche
Qualität und einen klaren Fokus auf die
konkreten Vorteile für den Kunden.
Dabei stehen folgende Aspekte im Vordergrund:
→ Nutzenargumentation: Produkte, die
messbare Lösungen für aktuelle Problemstellungen
bieten, etwa Einsparpotenziale
oder Effizienzsteigerungen,
besitzen einen deutlichen Marktvorteil.
→ Qualitätsversprechen: In unsicheren
Zeiten suchen Kunden Stabilität. Unternehmen,
die ihre Produktqualität
klar belegen und kommunizieren, stärken
das Vertrauen.
→ Kundenorientierte Weiterentwicklung:
Angebote, die flexibel auf veränderte
Bedürfnisse reagieren, erhöhen
die Relevanz und Marktdurchdringung.
Zahlreiche erfolgreiche Beispiele zeigen:
Nicht groß angelegte Imagekampagnen, sondern
ein konsequenter Fokus auf Produktexzellenz
und erlebbaren Kundennutzen sichert
Marktanteile und Kundenloyalität.
Performance-Marketing
statt Markenaufbau
Wenn Märkte stagnieren und Budgets unter
Druck stehen, rückt die direkte Messbarkeit
von Marketingaktivitäten in den
Vordergrund. Unternehmen priorisieren
Maßnahmen, die unmittelbar zur Generierung
von Leads, zur Aktivierung von
Bestandskunden oder zum Verkaufsabschluss
beitragen. Klassischer Markenaufbau,
der langfristig wirkt, tritt in solchen
Phasen häufig in den Hintergrund.
Performance-Marketing bietet den Vorteil,
dass Investitionen und ihre Wirkung
präzise nachvollziehbar sind. Kampagnen
lassen sich in Echtzeit steuern, Budgets
flexibel anpassen, Erfolg oder Optimierungsbedarf
schnell erkennen. Gerade
wenn Ressourcen begrenzt sind, ermöglicht
dieser Ansatz eine zielgerichtete Allokation
von Mitteln dort, wo sie den größten
wirtschaftlichen Hebel entfalten.
Während der Aufbau von Markenbekannt-
heit und Image ein langfristiger Prozess
ist, liefern performanceorientierte Maßnahmen
kurzfristige, konkrete Ergebnisse.
Die Fokussierung auf Kanäle mit direkter
Conversion-Wirkung, wie Suchmaschinenmarketing,
gezieltes Retargeting oder qualifizierte
Leadkampagnen, sichert planbare
Erfolge auch unter schwierigen Rahmenbedingungen.
Trotzdem bleibt Markenkommunikation
ein relevanter Bestandteil, allerdings deutlich
fokussierter und eingebettet in die
Gesamtstrategie. Ein hybrider Ansatz, der
auf unmittelbare Effizienz setzt, ohne den
langfristigen Markenwert zu vernachlässigen,
hat sich dabei bewährt.
Unternehmen, die ihre Marketingaktivitäten
konsequent an überprüfbaren Ergebnissen
ausrichten, sichern sich nicht nur
kurzfristig Wettbewerbsvorteile. Sie schaffen
auch die notwendige Datengrundlage,
um ihre Strategie dynamisch an veränderte
Marktbedingungen anzupassen. Performance-Marketing
liefert damit mehr als
nur kurzfristige Verkaufsimpulse – es ermöglicht
die Steuerung auf Basis belastbarer
Fakten und erhöht so insgesamt die unternehmerische
Handlungsfähigkeit.
Fazit
„Wirksamkeit“ muss die zentrale Steuerungsgröße
für alle Marketingaktivitäten
sein. Oder anders gesagt: Haben die Maßnahmen
eine spürbare Wirkung auf die
strategisch wichtigen Bereiche? Also konkret:
Wird die notwendige Reichweite in
der relevanten Zielgruppe erzielt? Können
potenzielle Kunden aktiviert und zum Dialog
bewegt werden? Und leisten die Maßnahmen
einen nachvollziehbaren Beitrag
zum Vertriebserfolg? Ein durchdachtes,
strategisches Marketing ist kein Kostenfaktor,
sondern ein zentraler Hebel, um gestärkt
aus der Krise hervorzugehen. W
Gastautor: Prof. Dr. Michael Bernecker,
Geschäftsführer,
DIM Deutsches Institut für Marketing GmbH
Foto: Philipp Johann | sallyhateswing
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| Branchen & Betriebe
NETCOLOGNE:
JAHRESBILANZ 2024
Rekordergebnis im Jubiläumsjahr
Dr. Claus van der Velden (re.), kaufmännischer Geschäftsführer von
NetCologne und Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne, blicken
zu recht voller Stolz auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück
Die NetCologne Gruppe, bestehend aus NetCologne, NetCologne IT Services, NetAachen
und NetDüsseldorf, blickt im 30. Jahr ihres Bestehens auf ein Rekordergebnis
zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Geschäftsjahr 2024 um
11 Prozent auf 31,2 Millionen Euro (2023: 28,3 Millionen Euro).
Der Umsatz legte um 9,3 Millionen Euro
auf 342,4 Millionen Euro zu (2023: 333,1
Millionen Euro; +3 Prozent). Trotz eines
herausfordernden Marktumfelds verzeichnete
die NetCologne Gruppe bei den Festnetzanschlüssen
einen Zuwachs auf rund
550.000 Privatkunden (2023: 546.000).
Im Jahr 2024 investierte die NetCologne
Gruppe erneut kräftig in den Glasfaserausbau:
69,1 Millionen Euro (2023: 67,3 Mio.
Euro) flossen in das eigene Netz, das um
1.380 Kilometer auf 31.900 Kilometer anwuchs.
Heute haben drei von vier Kölnerinnen
und Kölnern Zugriff auf Glasfaser.
„Köln gehört deutschlandweit zu den am
besten mit Glasfaser versorgten Städten.
Dass 2024 ein so erfolgreiches Jahr war,
verdanken wir unseren langfristigen Investitionen
in eine Zukunftstechnologie,
die heute im Alltag angekommen ist“, sagt
Dr. Claus van der Velden, kaufmännischer
Geschäftsführer der NetCologne.
Nachhaltiges Rechenzentrum
geht ans Netz
Am 5. September 2024 nahm NetCologne
nach nur zehn Monaten Bauzeit das erste
nachhaltige Rechenzentrum Kölns in Betrieb.
Es erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen,
nutzt 100 Prozent Ökostrom,
arbeitet besonders energieeffizient und verwendet
entstehende Abwärme weiter. Damit
übererfüllt es bereits heute die Vorgaben
des neuen Energieeffizienzgesetzes für
die kommenden Jahre. „Unser neues nachhaltiges
Rechenzentrum ist ein Meilenstein
für Kölns digitale Infrastruktur. In einer
zunehmend unsicheren Welt wird digitale
Souveränität immer wichtiger. Lokale Rechenzentren
sind ein zentraler Baustein für
unabhängige und sichere Datenverarbeitung
in Deutschland und Europa“, betont Timo
von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne.
Foto: Fotoagentur Wolf Sichtbarkeitsexperten
NetCologne ist nicht nur ein bedeutender
Motor für die wirtschaftliche und digitale
Entwicklung Kölns, sondern auch ein ausgezeichneter
Arbeitgeber – mehrfach prämiert
als „Great Place To Work“. Die Zahl
der Mitarbeitenden stieg 2024 leicht auf
1.302 (2023: 1.294). Als Teil des Stadtwerke
Köln Konzerns leisten die Mitarbeitenden
von NetCologne täglich einen unverzichtbaren
Beitrag zur digitalen Daseinsvorsorge.
Mit dem kontinuierlichen Ausbau und
Betrieb eines der dichtesten Glasfasernetze
Deutschlands sowie als Betreiber leistungsfähiger
lokaler Rechenzentren schaffen sie
die Grundlage für digitale Teilhabe, Innovationskraft
und wirtschaftliches Wachstum
– von der Schule über den Mittelstand
bis hin zu Industrie und Verwaltung. „Für
das Jahr 2024 können wir darüber hinaus
19 Millionen Euro unseres sehr guten Ergebnisses
an die Stadt ausschütten – ein direkter
Beitrag unserer Arbeit zur Finanzierung
anderer kommunaler Zukunftsprojekte“,
betont Dr. Claus van der Velden.
Ausblick: mehr Glasfaser
und stabiles
450-Megahertz-Funknetz
In den nächsten drei Jahren plant NetCologne,
bis zu 80 Prozent der Wohn- und Geschäftseinheiten
in Köln mit Glasfaser zu
versorgen. Zu den aktuellen Ausbau-Veedeln
gehören unter anderem Rodenkirchen,
Neuehrenfeld, Sürth, Altstadt-Nord, Bickendorf,
Zollstock und Stammheim. Seit zwei
Jahren baut NetCologne zudem ein 450-Megahertz-Funknetz
für kritische Infrastrukturen
aus. Die Fertigstellung ist für das
laufende Jahr geplant. Das Netz ist ein zentraler
Baustein für die Digitalisierung und
Krisensicherheit der Energieversorgung. Es
ermöglicht die intelligente Steuerung der
Stromnetze und unterstützt die Integration
schwankender Einspeisungen aus erneuerbaren
Energien. Zugleich kann es perspektivisch
auch in Krisensituationen wie Stromausfällen
die Kommunikation von Polizei,
Feuerwehr und weiteren Einsatzkräften bis
zu 72 Stunden gewährleisten. W
Jana Leckel
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| Geld & Geschäft | Sonderthema Recht & Steuern
KAFFEE, KASSE,
KORRUPTION?
§ 299 StGB und die Grenze der Sozialadäquanz
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Nur eine kleine Aufmerksamkeit, oder doch schon Bestechung?
Es ist ein leidiges Thema – niemand möchte sich dem Vorwurf der Bestechung oder
Bestechlichkeit aussetzen und doch besteht ein durchaus legitimes Interesse, einem
Geschäftspartner gelegentlich eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Doch intendiert
das Geschenk eine Erwartungshaltung in Form einer Gegenleistung, kann schnell
die Schwelle zur strafrechtlichen Relevanz überschritten sein.
Korruption im geschäftlichen Verkehr wird
als Bedrohung für den fairen Wettbewerb
gesehen und ist daher in § 299 des Strafgesetzbuches
(StGB) unter Strafe gestellt.
Gleichzeitig gibt es jedoch Verhaltensweisen,
die zwar auf den ersten Blick wie eine
Vorteilsgewährung erscheinen mögen,
aber aufgrund ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz
oder Branchenüblichkeit als sozialadäquat
gelten und somit nicht strafbar
sind. Die Abgrenzung zwischen strafbarer
Korruption und sozialadäquatem Verhalten
ist in der Praxis oft schwierig und erfordert
eine genaue Betrachtung der Umstände des
Einzelfalls.
Rechtliche Grundlagen
des § 299 StGB
§ 299 StGB regelt die Strafbarkeit der Bestechlichkeit
und Bestechung im geschäftlichen
Verkehr. Der Tatbestand umfasst zwei
Varianten: zum einen die Bestechlichkeit
nach § 299 Abs. 1 StGB, bei der ein Arbeitnehmer
oder Beauftragter eines Unternehmens
einen Vorteil fordert, sich versprechen
lässt oder annimmt, um im geschäftlichen
Verkehr eine unlautere Bevorzugung eines
anderen vorzunehmen. Zum anderen
die Bestechung nach § 299 Abs. 2 StGB, bei
der jemand einem Arbeitnehmer oder Beauftragten
eines Unternehmens einen Vorteil
bietet, verspricht oder gewährt, um eine
unlautere Bevorzugung im Wettbewerb
zu erreichen. Wesentliche Voraussetzungen
für die Strafbarkeit sind das Vorliegen
eines Vorteils, der auf eine unlautere Bevorzugung
abzielt, sowie der Bezug zum
geschäftlichen Verkehr. Der Begriff des Vorteils
umfasst dabei jede Leistung, die den
Empfänger objektiv besserstellt und auf die
er keinen rechtlich begründeten Anspruch
hat. Neben immateriellen Vorteilen sind
dies insbesondere materielle Vorteile, denen
ein Vermögenswert zukommt oder die
den Empfänger der Zuwendung in sonstiger
Weise wirtschaftlich besserstellen, wie
etwa Geldzuwendungen, Darlehensgewährungen,
Stundungen, Rabatte und die Einräumung
von Vermögens- und Gewinnbeteiligungen.
Entscheidend ist zudem, dass
der Vorteil dazu bestimmt ist, eine unlautere
Bevorzugung herbeizuführen, was insbesondere
dann anzunehmen ist, wenn durch
die Zuwendung ein Verstoß gegen interne
Richtlinien oder gesetzliche Pflichten erfolgt.
Begriff der Sozialadäquanz
und deren Bedeutung im
Strafrecht
Als sozialadäquat gelten Leistungen, die der
Höflichkeit oder Gefälligkeit entsprechen
und sowohl sozial üblich als auch unter Gesichtspunkten
des Rechtsgutsschutzes allgemein
gebilligt sind. Sozialadäquat sind
Zuwendungen, die so gering sind, dass sie
28 www.diewirtschaft-koeln.de
Sonderthema Recht & Steuern | Geld & Geschäft |
bei einer vernünftigen Betrachtungsweise
nicht den Eindruck erwecken können, dass
die Annahme der Zuwendung zu Verpflichtungen
des Zuwendungsempfängers gegenüber
dem Zuwendenden führt. Dies kann
beispielsweise bei branchenüblichen Geschenken
oder Einladungen zu Geschäftsessen
der Fall sein.
Die Sozialadäquanz dient somit als Korrektiv
zur Vermeidung einer Überkriminalisierung
alltäglicher Geschäftspraktiken. Die
Frage, die sich hier vielfach stellt, ist: Wann
ist diese Grenze überschritten?
Abgrenzung zwischen
strafbarer Korruption und
sozialadäquatem Verhalten
Für die Abgrenzung zwischen strafbarer
Korruption und sozialadäquatem Verhalten
werden vor allem die folgenden Kriterien
herangezogen:
Art des Vorteils: Kleine Aufmerksamkeiten
wie Werbegeschenke (z. B. Kugelschreiber
mit Firmenlogo) gelten in der Regel als sozialadäquat,
wohingegen hochwertige Geschenke
(z. B. teure Uhren) oft als unlauter
angesehen werden.
Anlass der Zuwendung: Vorteile ohne konkreten
Bezug zu einer bestimmten geschäftlichen
Entscheidung sind eher sozialadäquat,
während Vorteile, die unmittelbar
mit einer bestimmten Entscheidung verknüpft
sind (z. B. Vergabe eines Auftrags),
für Unlauterkeit und gegen Sozialadäquanz
sprechen.
Branchenübliche Gepflogenheiten: In einigen
Branchen sind Einladungen zu Veranstaltungen
oder auch höherwertigeren
Geschäftsessen üblich und daher sozialadäquat,
während in anderen Branchen solche
Zuwendungen als unzulässig angesehen
werden können.
Transparenz: Offene Zuwendungen, die
dem Arbeitgeber bekannt sind, gelten eher
als zulässig, heimliche Vorteile deuten auf
Unlauterkeit hin.
Praxisbeispiele
→ Beispiel 1: Einladung zu einem Geschäftsessen
Ein Vertriebsmitarbeiter lädt einen potenziellen
Geschäftspartner zu einem
Abendessen ein, um über mögliche Kooperationen
zu sprechen. Solange das
Essen in einem angemessenen Rahmen
bleibt (z. B. keine Luxusrestaurants),
wird dies meist als sozialadäquat angesehen.
→ Beispiel 2: Hochwertiges Geschenk
Ein Lieferant schenkt einem Einkäufer
eines Unternehmens eine teure Uhr im
Wert von mehreren Hundert Euro kurz
vor einer Vertragsvergabeentscheidung.
Hier liegt in der Regel ein Fall von unlauterer
Vorteilsgewährung vor (§ 299
Abs. 2 StGB).
Foto: Pixel-Shot - stock.adobe.com
→ Beispiel 3: Sponsoring von Veranstaltungen
Ein Unternehmen sponsert eine Veranstaltung
eines Geschäftspartners durch
Bereitstellung von Werbematerialien
oder finanzieller Unterstützung. Solange
dies transparent erfolgt und keine
konkrete Gegenleistung erwartet wird,
kann dies als sozialadäquat gelten.
→ Beispiel 4: Kaffeekasse und Weihnachtsfeier
Aber wie ist das jetzt mit dem Lieferanten/langjährigen
Geschäftspartner, der
gegen Ende eines Jahres großzügig in
die Kaffeekasse „Für eure Weihnachtsfeier“
spendet? Gerade bei andauernden
Geschäftsbeziehungen ist eine
Abgrenzung schwierig, ob die Zuwendung
ausschließlich eine Belohnung
für Vergangenes (nicht strafbar) oder
ein „Anfüttern“ für die zukünftige Zusammenarbeit
darstellen sollte (dann
ist eine Strafbarkeit gut denkbar). Eine
eindeutige Antwort gibt es hier nicht,
aber als Daumenregel gilt, je höher
die Zuwendung, desto eher sollte man
die Finger davon lassen und vor allem
sollte die Zuwendung im Unternehmen
offengelegt und auch verbucht werden.
Fazit
Die Grenze zwischen strafbarer Korruption
nach § 299 StGB und sozialadäquatem Verhalten
ist fließend und nicht immer einfach.
Für einige Bereiche findet sich Hilfestellung
in Form von Leitfäden, wie dem S
20 – Leitfaden Hospitality und Strafrecht,
der in Zusammenarbeit von BMI, DOSB, der
Sponsorenvereinigung S20 und dem Verband
der Sportsponsoring-Anbieter (VSA)
entstanden ist, oder die FAQ zur Korruptionsprävention
der FH Aachen im Internet.
Möchte man für das eigene Unternehmen,
die eigenen Mitarbeiter Sicherheit in diesen
Fragen erreichen, empfiehlt es sich,
gemeinsam mit Compliance-Experten eine
passgenaue Anti-Korruptionsrichtlinie für
das eigene Unternehmen zu erarbeiten, die
Mitarbeiter:innen darin zu schulen und Verstöße
hiergegen konsequent zu ahnden. W
Foto: PicturePeople
Wenn Zweifel bestehen, besser nichts annehmen
Simone Lersch Rechtsanwältin,
Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
www.diewirtschaft-koeln.de 29
| Geld & Geschäft
IMPULSE FÜR
DIE INNENSTADT
Wie Projektentwicklungen Kölns Handelslagen neu denken
Die Sandsteinfassade des
Goldschmied Carrés
fügt sich harmonisch in
die urbane Umgebung ein
Zehn Großprojekte zeigen, wie Immobilieneigentümer den Wandel der Kölner Innenstadt
aktiv gestalten – ein klares Signal, dass sich das Zentrum nicht im Stillstand
befindet, sondern bewusst und nachhaltig weitergedacht wird.
Kaum ein Bereich Kölns steht derzeit so
sehr im Fokus wie die Innenstadt – ein
Stadtraum im Wandel, dessen Entwicklungen
sich direkt auf die umliegenden Viertel
auswirken. Ein besonders aktiver Hebel: die
„Initiative Kölner Handelslagen“, ein Arbeitskreis
unter dem Dach von STADTMAR-
KETING KÖLN, der seit 2019 kontinuierlich
daran arbeitet, ein starkes Netzwerk aus Immobilieneigentümern
und Projektentwicklern
aufzubauen. Unter der Leitung von Dr.
Frank Wenzel, Geschäftsführer der Aachener
Grundvermögen, verfolgt die Initiative
ein klares Ziel: die qualitative Aufwertung
der Handelslagen durch konkrete Projekte.
Wie viel aktuell in der Innenstadt passiert,
zeigte sich Anfang Juli beim Jahrestreffen
der Initiative – mit über 60 Teilnehmern
im Weltstadthaus von Peek & Cloppenburg.
Zehn große Projektentwicklungen an den
Top-Standorten der Kölner City wurden dabei
präsentiert – vier davon werden im Folgenden
exemplarisch vorgestellt.
Goldschmied Carré:
neues Quartier mit Domblick
Mit rund 18.500 Quadratmetern Bruttogrundfläche
ist das Goldschmied Carré eine
der größten innerstädtischen Projektentwicklungen
seit dem Zweiten Weltkrieg
– in direkter Nähe zum Dom. Das architektonisch
hochwertig mit Sandsteinfassade
versehene Ensemble verbindet ökologische
Verantwortung mit urbaner Lebensqualität.
Das Areal, das bis 2028 in drei Bauphasen
realisiert werden soll, erstreckt sich entlang
der Straßen Unter Goldschmied, Am Hof,
Sporergasse und Große Budengasse. Vorgesehen
ist ein Nutzungsmix aus Büros, Einzelhandel,
Gastronomie und einem Hotel
– inklusive einer großzügigen, begrünten
Dachterrasse mit Blick auf den Dom.
Hohe Straße 121–131:
nachhaltige Mischnutzung
statt monofunktionaler
Handelsfläche
Nur 250 Meter vom Kölner Dom entfernt entwickelt
die Aachener Grundvermögen eine
Immobilie, in der derzeit noch Mediamarkt
als Händler und der WDR als Büromieter beheimatet
sind, zu einem nachhaltigen und
zukunftsorientierten Nutzungskonzept weiter.
Neben Einzelhandel entstehen Appartements
und Wohnungen – ergänzt durch eine
begrünte Fassade und einen ökologisch
gestalteten Innenhof.
Der neue Nutzungsmix reagiert auf veränderte
Anforderungen an innerstädtische
Handels- und Büroimmobilien. Die Fertigstellung
ist für 2028 geplant.
Weltstadthaus
Peek & Cloppenburg:
Ikone mit Zukunft
Das Weltstadthaus auf der Schildergasse
wird unter Leitung des renommierten
Architekturbüros Renzo Piano Building
Workshop zu einer Multi-Use-Immobilie
weiterentwickelt.
Geplant ist ein Neubau in moderner
Holz-Hybrid-Bauweise an der Cäcilienstraße,
mit einer dreigeschossigen Überbauung
des Bestandsgebäudes entlang der
Antonsgasse. Die bisher monogenutzte
Handelsimmobilie wandelt sich zu einem
vielseitigen Multi-Use-Quartier mit einem
Mix aus Retail, Büro, Hotel, Gastronomie
und Veranstaltungen.
Ein Highlight: Der bislang nicht zugängliche
Kuppelsaal soll öffentlich nutzbar werden,
ebenso wie eine neue Dachterrasse
mit Gastronomie. Die Weiterentwicklung
verfolgt konsequent nachhaltige Bauprinzipien
– von energieeffizienter Haustechnik
bis zu Dachbegrünung.
Neubau Kreissparkasse Köln:
neue Qualität am Neumarkt
Mit dem Projekt an der Richmodstraße
setzt die Kreissparkasse Köln ein klares
Zeichen für den Standort Neumarkt.
Der rund 14.000 Quadratmeter große
Neubau ersetzt einen energetisch nicht
mehr gut sanierbaren Bestandsbau aus
den 1950er-Jahren und setzt konsequent
auf Nachhaltigkeit: Die Planung ist
DGNB-Gold-zertifiziert, vorgesehen sind
Ladeanschlüsse für E-Mobilität und ein Bike-Safe
für bis zu 400 Fahrräder.
Auch städtebaulich soll sich der Neubau
harmonisch in die Umgebung einfügen –
eine bewusste Weiterentwicklung der bereits
modernisierten Passage mit AOK-Nutzung.
W
30 www.diewirtschaft-koeln.de
Foto: Rendertaxi
Foto: Renzo Piano Building Workshop
Die Weiterentwicklung des Weltstadthauses
wird mit dem neuen Nutzungsmix die
Schildergasse weiter attraktivieren
Geld & Geschäft |
EXOSKELETTE
IM HANDWERK
Veranstaltung der HWK Köln macht Entlastungspotenzial erlebbar
Technik trifft Muskelkraft: Bei der Veranstaltung „Exoskelette im Handwerk“ am 9.
Juli 2025 der Handwerkskammer zu Köln erlebten ca. 200 interessierte Besucherinnen
und Besucher hautnah, wie moderne Exoskelette die Arbeitswelt im Handwerk
revolutionieren.
Es gibt eine
Vielzahl verschiedener
Exoskelette
für unterschiedliche
Arbeitsbereiche
Foto: HIRA STOCK - stock.adobe.com
Exoskelette sind mechanische Hilfen, aktiv
oder passiv, die die körperliche Belastung
reduzieren, besonders bei Über-Kopf-Arbeiten,
Heben oder immer wiederkehrenden
Bewegungen. Während der Veranstaltung
konnten sich die Besucherinnen und Besucher,
allen voran Betriebe, die körperliche
Belastungen reduzieren möchten, und
Fachkräfte, die trotz Einschränkungen im
Beruf bleiben wollen, bei unterschiedlichen
Ausstellern informieren und die Exoskelette
live testen. Live-Demonstrationen für typische
Handwerksarbeiten und Fachvorträge
rund um Ergonomie, Technik und gesundheitliche
Prävention rundeten das Format,
das am AusbildungsCampus stattfand, ab.
Stephanie Bargfrede, Geschäftsführerin der
Bereiche Unternehmensberatung, Handwerkspolitik
und Internationales, eröffnete
die Veranstaltung: „Exoskelette kommen
bereits in vielen Bereichen im Handwerk
zum Einsatz, wir sehen aber noch ein weit
größeres Potenzial. Unser heutiger Aktionstag
gibt einen Überblick über die vielfältigen
Möglichkeiten der modernen Exoskelette
und die damit einhergehenden
immensen Arbeitserleichterungen.“ Sie
ist der Überzeugung, dass es insbesondere
für die Mitgliedsbetriebe aus dem Bau- und
Ausbaugewerbe Sinn mache, sich mit dieser
innovativen Technologie näher zu befassen.
Ihrer Meinung nach führe dies zu deutlich
verbesserten Arbeitsbedingungen, unter
denen die Gesundheit der Mitarbeitenden
langfristig unterstützt werden könne.
Exoskelette entlasten Menschen mit bereits
bestehenden körperlichen Einschränkungen
und dienen gleichzeitig der Prävention,
sodass die Entstehung von Beeinträchtigungen
verhindert werden kann. W (jl)
Weitere Informationen und Tipps zu der
teilweise förderfähigen Anschaffung gibt
Sabine Gnielka der Handwerkskammer zu
Köln unter: 0221 2022 319 oder sabine.gnielka@hwk-koeln.de.
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| Geld & Geschäft
VERPACKUNGSSTEUER
IN KÖLN GEPLANT
Weniger Einweg, aber zu welchem Preis?
Plastikverpackungen to-go werden künftig teuerer
Köln soll nachhaltiger in Sachen Müllentsorgung werden – dafür wird eine Verpackungssteuer
auf Einwegverpackungen geplant. Während Befürworter den Umweltaspekt
betonen, weisen Kritiker auf eine zu hohe Belastung für Unternehmen hin.
Die Ausgangslage
Im Februar dieses Jahres wurde bekannt:
Köln plant als erste Millionenstadt eine
kommunale Verpackungssteuer für alle
Speisen und Getränke, die sofort oder unterwegs
verzehrt werden können. Anlass
dafür war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts,
das die Steuer in Tübingen
im Januar 2025 für rechtmäßig erklärte
und somit den Weg für die Umsetzung in
der Stadt Köln ebnete. Dafür arbeitet die
Stadtverwaltung nun an der Ausarbeitung
konkreter Regelungen. Ziel ist es, diverse
Einwegverpackungen, wie Kaffeebecher,
Pizzakartons oder Plastikboxen, zu besteuern.
Diese werden dadurch teurer, wofür
insbesondere die Kunden draufzahlen.
Konkret kosten in Tübingen seit Einführung
der Verpackungssteuer im Jahr 2022
Kaffeebecher für unterwegs 50 Cent mehr,
Besteck oder Strohhalme 20 Cent mehr.
Durch die Steuer sollen nicht nachhaltige
Verpackungen reduziert werden und
gleichzeitig Mehrwegsysteme attraktiver
gemacht werden. Eine Studie des Verbands
Kommunaler Unternehmen (VKU) aus dem
Jahr 2020 legt nahe, dass Einwegkunststoffe
und -verpackungen mit rund 50 Prozent
den größten Anteil des Gesamtabfallvolumens
in Köln ausmachen. Die Bürger tragen
folglich die Reinigungskosten. Greenpeace
betont zudem die Auswirkungen auf
die Umwelt und möchte diejenigen zur Verantwortung
ziehen, die die Einwegverpackungen
anbieten. Um das Verfahren dementsprechend
zu beschleunigen, drängten
Greenpeace und elf weitere Nachhaltigkeitsinitiativen
in einem eigens zu dieser Thematik
ausgearbeiteten Positionspapier auf
eine zügige Umsetzung der Verpackungssteuer.
Derzeit ist unklar, wann die Besteuerung
in Kraft treten wird. Bisher wird
Berichten zufolge jedoch ungefähr Anfang
des Jahres 2026 angepeilt.
Foto: Lumos sp - stock.adobe.com
Was bedeutet die Steuer
für Unternehmen?
Allerdings warnte der deutsche Handelsverband
bereits vor unerwünschten Folgen, die
dieser Beschluss nach sich ziehen könnte.
Viele Cafés, Bäckereien, Restaurants oder
Fleischereien sehen sich angesichts der derzeitigen
wirtschaftlichen Lage bereits mit
großen Herausforderungen konfrontiert. Eine
zusätzliche Verpackungssteuer würde
unter anderem einen hohen bürokratischen
und finanziellen Aufwand bedeuten und
die Betriebe stark belasten. Auch die Handwerkskammer
Köln spricht sich klar gegen
die Einführung der Verpackungssteuer aus.
Es wird befürchtet, dass die Kosten zu weiteren
Schließungen kleiner Betriebe führen
könnten. Größere Unternehmen können die
Steuer besser abfangen, womit es vor allem
diejenigen treffe, die sich schon zum jetzigen
Zeitpunkt kaum mehr über Wasser halten
können. Die kommunale Besteuerung,
die zusätzlich zu bundesweit geltenden Regelungen
beschlossen werden soll, führe daher
insgesamt zu einer Doppelbelastung für
Unternehmen. Die strengen Hygienekonzepte
im Verkauf verlangen zudem zwingend
Verpackungen zur Ausgabe von Lebensmitteln
und Getränken. Darauf eine Besteuerung
einzuführen, würde eine erhebliche
Preissteigerung der Produkte nach sich ziehen,
wofür der Kunde zahlt. Auch der bekannte
Kölner Gastronom und Gründer des
Steakhauses The ASH, Kent Hahne, kritisiert
gegenüber der IHK Köln die geplante Steuer.
Sie sei Geldmacherei, wovon lediglich die
Stadt profitiere, getarnt unter dem Mantel
des Umweltschutzes. Für ihn bedeute der Beschluss
vor allem eines: Kündigungen. Um
die Preise möglichst gering zu halten, müsse
er am Personal sparen, was angesichts des
Servicecharakters in der Branche, auch bei
Lieferungen oder Bestellungen zum Mitnehmen,
fatal sei. Laut Hahne müsse die Gastronomie
unterstützt und nicht in den Ruin
getrieben werden. Ob die Steuer daher nicht
mehr schadet als hilft, wird sich zeigen. Fest
steht: Auf Unternehmen wartet damit die
nächste Herausforderung. W
Laudine Großmann
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| Geld & Geschäft
TINNITUS
Wenn es im Ohr niemals still wird
Tinnitus-Betroffene werden von Geräuschen begleitet.
Manche ständig, andere nur gelegentlich.
Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung von Geräuschen im Ohr oder Kopf, die keine
äußere Schallquelle haben und nicht als Halluzination gewertet werden. Betroffene
hören zum Beispiel ein Pfeifen, Summen, Brummen oder Rauschen, manchmal auch
ein Zischen, Klingeln, Piepsen, Sausen oder Pulsieren – und das dauerhaft oder phasenweise.
Foto: New Africa - stock.adobe.com
→ Objektiver oder subjektiver Tinnitus:
Während beim äußerst selten vorkommenden
objektiven Tinnitus das
Ohrgeräusch auf eine körpereigene
Schallquelle in der Nähe des Ohres zurückzuführen
ist, liegt beim subjektiven
Tinnitus weder eine externe noch
eine interne Schallquelle vor. Es wird
angenommen, dass die Geräuschwahrnehmung
durch eine fehlerhafte Informationsverarbeitung
im Innenohr bzw.
im auditorischen System entsteht.
→ Akuter oder chronischer Tinnitus: Ab
einer Dauer von mindestens drei Monaten
gilt ein Tinnitus als chronisch.
Die Unterscheidung zwischen akut und
chronisch ist hinsichtlich der Behandlung
von großer Bedeutung. Plötzlich
auftretende und seit Kurzem bestehende
Ohrgeräusche können ggf. auf eine
akute Funktionsstörung im Innenohr
zurückzuführen sein, deren Ursache
durch eine gezielte Behandlung beseitigt
werden kann.
→ Kompensierter Tinnitus oder dekompensierter
Tinnitus: Diese Unterscheidung
bezieht sich auf die psychische
Belastung für den Betroffenen. So wird
das Ohrgeräusch bei einem kompensierten
Tinnitus zwar wahrgenommen,
aber es verursacht keine oder nur geringe
Belastungen. Anders bei einem
dekompensierten Tinnitus. Hier führt
das Geräusch zu starken Beeinträchtigungen
– etwa zu Schlafstörungen,
Konzentrationsproblemen, Rückzug aus
dem sozialen Leben oder sogar zur Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit.
Tinnitus ist keine Krankheit im engeren
Sinne, sondern ein Symptom, das viele Ursachen
haben kann. Es kann plötzlich auftreten
oder sich schleichend entwickeln.
Häufig ist nur ein Ohr betroffen, manchmal
auch beide, mitunter werden die Geräusche
auch im Kopf wahrgenommen.
Wann tritt Tinnitus auf?
Tinnitus kann in verschiedensten Situationen
auftreten – nach einer Lärmbelastung,
im Zusammenhang mit einer Hörminderung
oder als Begleiterscheinung anderer
Erkrankungen. Manchmal lässt sich keine
eindeutige Ursache finden. Besonders belastend
ist der Tinnitus oft in ruhigen Momenten
– abends im Bett oder in stillen
Räumen. Dann tritt das Ohrgeräusch besonders
deutlich in den Vordergrund, weil keine
Umgebungsgeräusche es überdecken.
Stress, psychische Belastungen oder körperliche
Anspannung können das Geräusch
verstärken. In akuten Fällen besteht Tinnitus
oft nur wenige Tage oder Wochen. Wenn
er länger als drei Monate anhält, spricht
man von chronischem Tinnitus.
Wie häufig kommt
Tinnitus vor?
Tinnitus ist keine Seltenheit. Schätzungsweise
15 Prozent der europäischen Bevölkerung
sind betroffen. Bei einem Teil der
Betroffenen ist das Ohrgeräusch nur leicht
ausgeprägt und kaum störend – sie kommen
im Alltag gut damit zurecht. Andere
leiden jedoch stark unter dem Tinnitus, der
ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.
Medizinisch wird anhand folgender Kriterien
unterschieden:
Welche Untersuchungen
sind sinnvoll?
Tritt Tinnitus neu auf, sollte möglichst früh
ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
(HNO) aufgesucht werden. Dieser
kann mögliche Ursachen abklären und ausschließen,
dass eine ernste Grunderkrankung
dahintersteckt.
Folgende Untersuchungen sind üblich:
→ Hörtest (Audiometrie): um zu klären,
ob eine Hörminderung besteht.
→ Tinnitusbestimmung: ermittelt die
subjektiv wahrgenommene Tonhöhe
und Lautstärke des Tinnitus.
→ Ohrmikroskopie: Untersuchung des
Trommelfells und des Gehörgangs.
→ Bildgebung (z. B. MRT): nur in Einzelfällen
notwendig, etwa bei Verdacht auf
Tumoren oder Gefäßanomalien.
→ Gleichgewichtstests oder neurologische
Untersuchungen, falls weitere
Symptome vorliegen.
Zudem wird häufig die individuelle Belastung
durch den Tinnitus mithilfe spezieller
34 www.diewirtschaft-koeln.de
Tinnitusfragebögen erfasst. Sie helfen, den
Schweregrad und die Auswirkung auf das
tägliche Leben besser einzuschätzen und
die richtige Therapie auszuwählen.
Welche Therapien gibt es?
Tinnitus ist in vielen Fällen behandelbar –
auch wenn es derzeit keine Methode gibt,
ihn vollständig zu beseitigen, wenn er chronisch
geworden ist. Ziel jeder Behandlung
ist es daher, den Umgang mit dem Ohrgeräusch
zu verbessern, es in den Hintergrund
treten zu lassen und die eigene Lebensqualität
zurückzugewinnen.
Je nach Schweregrad der Belastung stehen
verschiedene Therapieformen zur Verfügung:
→ Counseling: Aufklärung über das Phänomen
Tinnitus. Das Wissen darüber
kann bereits entlastend wirken.
→ Psychotherapie: besonders hilfreich
bei dekompensiertem Tinnitus, um mit
Ängsten, Stress oder Depressionen umzugehen.
→ Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT):
verknüpft Beratung mit der gezielten
Gewöhnung an das Ohrgeräusch durch
Umlenkung der Höraufmerksamkeit,
der Tinnitus wird „zurücktrainiert“.
→ Anpassung von Hörgeräten: Bei begleitendem
Hörverlust werden heute
in erster Linie Hörgeräte eingesetzt, da
sie nicht nur die Hörfähigkeit verbessern,
sondern auch die Tinnituswahrnehmung
positiv beeinflussen – ohne
zusätzliches Rauschen.
→ Entspannungsverfahren: Techniken
wie autogenes Training, progressive
Muskelentspannung oder Achtsamkeitsübungen
helfen, den Stresslevel zu
senken.
→ Tinnitus-Apps: Digitale Anwendungen
bieten Übungen zur Entspannung,
Klangtherapien und Informationen.
→ Die Verwendung von sogenannten
Noisern (Rauschgeneratoren), also
Geräten, die kontinuierlich ein sanftes
Hintergrundrauschen erzeugen, war
früher ein gängiger Bestandteil der Tinnitus-Retraining-Therapie
(TRT). Aktuelle
Leitlinien und moderne tinnituszentrierte
Therapiekonzepte empfehlen
jedoch zunehmend, auf Noiser zu
verzichten, insbesondere bei normalem
Hörvermögen.
Die Behandlungen können ambulant, teilstationär
oder stationär erfolgen – abhängig
vom Leidensdruck und von den individuellen
Bedürfnissen. Nicht alle Therapiefor-
Geld & Geschäft |
men werden jedoch von den gesetzlichen
Krankenkassen übernommen.
Der Weg zum
besseren Umgang
Ein wichtiger Bestandteil jeder Therapie ist
die Erkenntnis: Es gibt aktuell keine Therapie,
die einen chronischen Tinnitus heilen
kann. Die Behandlung verfolgt daher das
Ziel, den Tinnitus zu akzeptieren und einen
neuen, selbstbestimmten Umgang mit ihm
zu finden. Dieser Prozess ist nicht leicht –
aber möglich. Er erfordert Geduld, Zeit und
Engagement. Jeder Mensch bringt unterschiedliche
Voraussetzungen mit. Bei manchen
dauert es wenige Monate, bei anderen
mehrere Jahre, bis der Tinnitus nicht mehr
störend wahrgenommen wird.
Ein zentrales Element ist, die eigenen Ressourcen
zu stärken: Familie, Freunde, Beruf,
Hobbys, spirituelle oder kreative Interessen
– alles, was dem Leben Sinn und Halt
gibt, kann helfen, den Fokus vom Tinnitus
weg und zurück ins Leben zu lenken. Die Erfahrung
zeigt: Viele Betroffene schaffen es,
wieder Lebensfreude zu empfinden, aktiv
zu sein und sich nicht mehr vom Tinnitus
bestimmen zu lassen.
Fazit
Tinnitus betrifft viele Menschen – doch die
Belastung ist sehr unterschiedlich. Während
manche kaum Einschränkungen spüren,
leiden andere stark. Eine sorgfältige
Diagnose und eine individuell abgestimmte
Behandlung sind entscheidend. Auch
wenn der Tinnitus nicht vollständig heilbar
ist, kann durch professionelle Begleitung
und eigene Ressourcen ein Leben mit mehr
Ruhe, Gelassenheit und Lebensqualität erreicht
werden. W
www.diewirtschaft-koeln.de 35
Foto: Marion Koell
Gastautorin:
Prof. Dr. med. Katrin Eysel-Gosepath,
hnocologne HNO Gemeinschaftspraxis,
Praxis operativ tätig in der Klinik
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Bei Pollenallergie und
Heuschnupfen:
Aronia Konzentrat
und
Schwarzkümmelöl
Sobald die ersten Frühblüher am Ende des
Winters ihren Blütenstaub freigeben, setzt
bei betroffenen Menschen die Überreaktion
des Abwehrsystems gegen die Blütenpollen
ein.
Die Symptome sind vielfällig: Atemnot, verstopfte
Nase mit Fließschnupfen und Niesanfällen,
gerötete, brennende, tränende
Augen. Dazu gesellen sich Kratzen im Hals,
Gliederschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit,
juckende Schwellungen im Gesicht
und Lichtempfindlichkeit. Über die Jahre
können sich Symptome in die Lunge verlagern
und bei Immunschwachen ein allergisches
Asthma auslösen.
WICHTIG:
Immunssytem durch
bioaktive Pflanzenstoffe
stärken:
täglich 1 EL Aronia Konzentrat,
es enthält das
Spurenelement Mangan,
das die Zellen vor oxidativen
Stress schützt, beiträgt
zu einem normalen
Energiestoffwechsel, zur
Erhaltung normaler Knochen
und zur Bindegewebsbildung.
Zusätzlich täglich 1 TL kaltgepresstes
Schwarzkümmelöl, mit wertvollen
Fettsäuren und ätherischen Ölen.
Es wirkt immunmodulierend und histaminsenkend
und trägt damit zur Linderung der
Beschwerden bei. Prophylaktisch, 3 Monate
vor dem ersten Pollenflug, hat sich die
Mischung sehr bewährt.
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| Leben & Wissen | Sonderthema Weiterbildung
NACHHALTIG WEITERBILDEN
Kölner VHS erhält Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit
v. l. n. r.: Jürgen Koch, LQW-Gutachter, Irene Ofteringer, Qualitätsbeauftragte VHS Köln,
und Dr. Marie Batzel, Leiterin VHS Köln bei der symbolischen Übergabe des Testats
Rund 60.000 Teilnehmende bilden sich jährlich unter der Leitung von etwa 900 Dozierenden
an der Volkshochschule in Köln weiter. Seit mehr als hundert Jahren stellt
sie eine zentrale Einrichtung dar, die mit einem ganzheitlichen nachhaltigen Ansatz
Mitarbeiter sowie Kursteilnehmer gleichermaßen überzeugt.
Die VHS Köln ist nicht nur die größte Erwachsenenbildungseinrichtung
Nordrhein-Westfalens,
sondern auch die zweitgrößte
Volkshochschule Deutschlands. Sie
betreibt neun Standorte im Stadtgebiet, darunter
das VHS Studienhaus am Neumarkt,
VHS im KOMED im Mediapark sowie Einrichtungen
in Stadtteilen wie Nippes, Lindenthal,
Mülheim, Porz und Chorweiler. Als
kommunale Einrichtung im Amt für Weiterbildung
der Stadt Köln erfüllt sie eine
wichtige Pflichtaufgabe der Erwachsenenbildung
– mit dem Ziel „Bildung für alle“:
offen, preisgünstig, inklusiv und in großer
Themen‐ und Sprachvielfalt.
Ein Thema, das sich wie ein roter Faden
durch immer mehr Angebote zieht, ist das
der Nachhaltigkeit, wofür sie in diesem Sommer
erneut offiziell ausgezeichnet wurde.
LQW-Qualitätstestierung
bestätigt ganzheitlichen
Bildungsansatz
Die Kölner Volkshochschule (VHS) erhält
für ihre hohe Bildungsqualität und das konsequente
Engagement im Bereich nachhaltige
Entwicklung das Qualitätssiegel LQW
(Lernerorientierte Qualitätstestierung in
der Aus-, Fort- und Weiterbildung). Das Gütesiegel
bestätigt: Die Einrichtung erfüllt
höchste Qualitätsstandards und integriert
Nachhaltigkeit systematisch – ökologisch,
sozial, ökonomisch und institutionell – in
Bildungsangeboten und Organisation.
Foto: Stadt Köln / Verena von Wahl
Damit erhält die VHS Köln zum sechsten
Mal in Folge die Testierung nach LQW.
Gleichzeitig zählt sie zu den ersten Weiterbildungseinrichtungen
in Nordrhein-Westfalen,
die das neue LQW-Qualitäts- und
Nachhaltigkeitstestat führen dürfen. Bei
dieser ersten bundesweit verfügbaren
Nachhaltigkeitstestierung für Weiterbildungsorganisationen
wurden aussagekräftige
Kriterien für eine Bildung für nachhaltige
Entwicklung (BNE) in das LQW-Modell
integriert.
Die VHS Köln überzeugte die Gutachter
mit ihrem ganzheitlichen Ansatz: Sowohl
im Kursprogramm selbst als auch bei den
internen Abläufen werden Nachhaltigkeitsaspekte
berücksichtigt. Mithilfe der Digitalisierung
wurde zum Beispiel die Anmeldung
zu Kursen umgestellt, wodurch
Papier eingespart werden kann. Mehr Beteiligungsprozesse
der Mitarbeitenden und
die Rücksichtnahme auf deren individuelle
Lebenssituation sowie verbesserte Honorarstrukturen
für Lehrkräfte zeigen darüber
hinaus, dass Nachhaltigkeit auch im
Miteinander verankert wurde.
„Unsere Teilnehmenden profitieren direkt
von der neuen LQW-Qualitäts- und Nachhaltigkeitstestierung:
Sie können sich darauf
verlassen, dass unsere Bildungsangebote
nicht nur qualitativ hochwertig, sondern
auch zukunftsorientiert und verantwortungsvoll
gestaltet sind“, sagt Dr. Marie Batzel,
Leiterin der Volkshochschule Köln.
Veranstaltungen zum
Thema Nachhaltigkeit
Das Herbst- und Winterprogramm der VHS
Köln bietet zum Thema zahlreiche Veranstaltungen:
vom Bildungsurlaub zu Artenschutzrecht
oder Klimastrategien bis hin zu
Praxisformaten, von denen im Folgenden
ein paar exemplarisch vorgestellt werden:
→ Erneuerbare Energien zu Hause nutzen
– von Photovoltaik bis zur Wärmepumpe:
Am Dienstag, den 30.09.2025, findet
zwischen 17 und 21 Uhr in Kooperation
mit der Verbraucherzentrale NRW
im VHS Studienhaus am Neumarkt ein
kostenloses Werkstattgespräch statt.
Die Energieberaterin Petra Grebing erläutert
verschiedene Möglichkeiten, wie
Eigentümer erneuerbare Energien sinnvoll
nutzen können.
36 www.diewirtschaft-koeln.de
Sonderthema Weiterbildung | Leben & Wissen |
→ Traditionelles Brotbacken im
Holzbackofen: Am Samstag, den
13.09.2025, werden zwischen 11 und 15
Uhr im Biogarten Thurner Hof in Dellbrück
unter der Leitung von David Meichel
und Andreas Geißler verschiedene
Brote auf Sauerteig- und Hefeteigbasis
gebacken. Gesamtkosten: 25,00 Euro.
→ Arbeitskreis VHS-Imkerei: An acht
aufeinanderfolgenden Samstagen ab
dem 06.09.2025 trifft sich der Arbeitskreis
der VHS-Imkerei zwischen 15 und
17 Uhr im Biogarten Thurner Hof in
Dellbrück, um Interessierte in die Imkerei
einzuführen und sich gemeinsam
um die ökologischen Bienenvölker zu
kümmern. Die Teilnahme ist kostenlos,
weitere Treffen finden im zweiwöchentlichen
Turnus mittwochs zwischen 17
und 19 Uhr statt.
→ Zero Waste –was passiert in Köln?
Zwischen Dienstag, dem 09.09.2025,
und Dienstag, dem 25.11.2025, findet
zwischen 18 und 19:30 Uhr in Kooperation
mit Zero Waste Köln e. V. im
VHS Studienhaus am Neumarkt eine
kostenlose Vortragsreihe statt. Es geht
gleichermaßen um Lösungen, wie weniger
Lebensmittel verschwendet werden
können, und darum, was in dieser
Hinsicht in Köln bereits passiert.
→ Bildungsurlaub im Nationalpark Müritz:
Von Sonntag, dem 31.08.2025,
bis Samstag, den 06.09.2025, findet
in Kooperation mit dem Umweltbildungszentrum
Gut Leidenhausen
ein Bildungsurlaub im Nationalpark
Müritz statt. Teilnehmende lernen
in dieser Woche zahlreiche Tier- und
Pflanzengruppen im Detail zu bestimmen,
wandern maximal vier Stunden
durch den Park und lernen Wissenswertes
über naturverträglichen Tourismus
sowie politische Chancen und
Probleme, die die Einrichtung eines
Nationalparks mit sich bringt. Die
Kosten für ein Einzelzimmer betragen
850,00 Euro sowie 700,00 Euro für
ein Doppelzimmer.
Seit dem 1. Juli können alle Kurse des zweiten
Semesters gebucht werden, der offizielle
Semesterstart ist am 1. September 2025. W
Jana Leckel
Weitere Informationen nicht nur zu Angeboten
rund ums Thema Nachhaltigkeit unter:
https://vhs-koeln.de
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15 JAHRE EXPERTISE
UND AUSTAUSCH
Der Jubiläums-Kongress zum 15. Thementag Außenwirtschaft 2025
15. Thementag Außenwirtschaft | 15.-16.10.2025 Pullman Cologne, Köln
Wenn sich am 15. und 16. Oktober 2025 zum 15. Mal Fachverantwortliche aus Zoll,
Exportkontrolle und Außenwirtschaft in Köln versammeln, steht eines fest: Der Thementag
Außenwirtschaft ist längst eine feste Größe im Veranstaltungskalender der
Branche – und das Jubiläum bietet mehr denn je Anlass zum Mitdiskutieren, Weiterdenken
und Netzwerken.
Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer
Spannungen und wirtschaftlicher
Unsicherheiten gewinnen Orientierung,
fundierte Informationen und der direkte
Austausch mit Praktiker:innen und Expert:innen
an Bedeutung. Genau hier setzt
der Thementag Außenwirtschaft an. Er bietet
ein kompaktes Update zu aktuellen Themen
der Außenwirtschaft – fundiert, praxisnah
und mit Weitblick.
Was Sie erwartet:
→ Erhalten Sie einen Überblick über die neuesten
und relevantesten Informationen,
anschaulich vermittelt und erläutert von
Expertinnen und Experten aus der Praxis.
→ Nehmen Sie inspirierende Best-Practice-
Beispiele und sofort anwendbare Methoden
mit und setzen Sie diese direkt
in Ihrem Arbeitsalltag um.
→ Treten Sie in den Dialog mit Fachleuten
aus Ihrer Branche, diskutieren Sie die
neuesten Entwicklungen und entdecken
Sie neue Impulse und Perspektiven.
→ Bringen Sie sich aktiv mit Ihren eigenen
Fragen und Problemstellungen ein
und profitieren Sie von Praxiswissen,
das speziell auf Ihre Fragen und Bedürfnisse
zugeschnitten ist.
→ Bilden Sie sich in themenspezifischen
Workshops gezielt zu speziellen Praxisthemen
weiter und vertiefen Sie Ihr
Fachwissen.
→ Nutzen Sie die Gelegenheit, in entspannter
Abendatmosphäre den Austausch
mit Branchenkolleg(inn)en zu
intensivieren und wertvolle Kontakte
zu knüpfen.
Das Team der Reguvis Akademie lädt Sie
herzlich ein, Teil des Jubiläums zu sein.
Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz und gestalten
Sie die Zukunft der Außenwirtschaft
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Foto: engel.ac - stock.adobe.com
| Leben & Wissen
BÜRGERMEISTERSTÜCK
MIT DOM-BLICK
Business-Lunch in weniger als einer Stunde
Foto: Soenne
mit einer herrlich-leichten Zitronen-Mousse
mit Erdbeer-Basilikum-Sorbet, Mandelkuchen
und Pistazien-Panna-Cotta. Da
würde man den Lunch inmitten des Arbeitstrubels
am liebsten noch ein Weilchen
verlängern und sitzen bleiben – mehr
Köln-Feeling geht nicht!
Gibt es etwas Besonderes zu feiern, bietet
sich das „Gourmet-Dinner by OSMAN30“
an: Zeit zu zweit in atemberaubender Kulisse,
Chauffeur-Service von zu Hause und
zurück, ein Glas Rheingauer Riesling Sekt
Rosé, aufwendige Tischdeko, ein Drei-
Gang-Menü mit unverwechselbaren OS-
MAN30-Gerichten, eine Flasche Wein,
Wasser/Softdrinks, Kaffee- oder Teespezialitäten,
Digestif. Dieser Abend der Genüsse
kostet 290,00 Euro für zwei Personen.
Den atemberaubenden Ausblick auf die
Domstadt gibt es gratis. Kein Wunder also,
dass es dieses Kölner Traditions-Lokal
immer wieder an die Spitze der Gastrotipps
schafft. Sowohl mittags als auch abends
sind alle Gäste herzlich willkommen, die
den Ausblick und die Getränkeauswahl bei
einem Treffen genießen möchten.
Das „OSMAN30“ ist zugleich die Panorama-Event-Etage
des KölnTurms. Ganz
gleich ob Business-Meeting, Tagung, Familien-
oder Firmenfeier – für jede Idee kreieren
Osman Yalcin und sein Event-Team
das passende Raumkonzept mit optimaler
Bestuhlung, Technik, Verpflegung und
Service. Die Veranstaltungsräume sind von
ca. 40 bis 280 Quadratmeter groß und bieten
– je nach Bestuhlung – Platz für bis zu
150 Gäste. Das kompetente Bankett-Team
sorgt mit seinem zuvorkommenden Service
für top Events mit 360°-Blick über die Kölner
Skyline, an die sich jeder immer wieder
gerne erinnern wird. W
Jana Leckel
Bürgermeisterstück mit Domblick: Jetzt auch Business Lunch im Osman30
Die Beletage der Kölner Gastronomie liegt in 110 Metern Höhe. Sie bietet einen spektakulären
Blick auf den Dom, die Stadt, den Rhein und das Umland.
Osman 30, Im Mediapark 8, 50670 Köln
Dienstag bis Freitag: 12 bis 15 Uhr |
Dienstag bis Donnerstag 18 bis 24 Uhr (Küche
bis 22 Uhr) | Freitag & Samstag: 18 bis
1 Uhr (Küche bis 22:30 Uhr). Um Reservierung
wird gebeten: 0221 5005-2080/81
www.osman30.de
Im „OSMAN30“ genießen Kölner und Gäste
aus aller Welt im 30. Stock des KölnTurms
ihren Sundowner oder internationale Cuisine
mit regionalen und saisonalen Einflüssen.
In den großzügigen Räumen kann
man zudem erfolgreich arbeiten und Feste
feiern. Und das alles barrierefrei und ohne
lästige Parkplatzsuche.
Das Zwei-Gänge-Lunch-Menü für 49,00
Euro wird auf Wunsch in weniger als einer
Stunde serviert, sodass es sich hervorragend
für die Mittagspause während
eines Arbeitstages eignet. Das saisonale
Menü wird – wie alles von der Karte von
Chefkoch Rebas Murad und seinem Team
– frisch zubereitet und besteht derzeit aus
„OSMAN30 Style Heirloom Tomaten mit
Lesbos-Feta, Pinienkerncreme und Oliven“
als Vorspeise.
Im Hauptgang wird wahlweise ein zartes
Bürgermeisterstück vom Rind auf Kräuter-Polenta,
Sommergemüse und Portwein-Jus
oder eine vegetarische Variante
mit Nudeln mit grünem Spargel, Ofentomaten,
Pfifferlingen und Wassermelone-Rettich
serviert. Der krönende Abschluss ist
ein Kaffee oder Espresso mit zwei feinen
Schokoladenspezialitäten. Das Drei-Gänge-Menü
für 59,00 Euro endet hingegen
Gastro-Legende Osman
Osman Yalcin
Osman Yalcin selbst ist mit siebzehn
Jahren aus der Türkei nach Deutschland
gekommen. Der Vollblut-Gastronom
hat zunächst Stationen im berühmten
„Schlosshotel Bühler Höhe“,
im Kölner Nobelrestaurant „Franz Keller“
an der Aachener Straße, im Hotel
„Chelsea“ und im legendären „Café
Central“ durchlaufen, bevor er sich mit
seinem eigenen Restaurant im Mediapark
selbstständig gemacht hat. Bald
feiert das „OSMAN30“ dreißig Jahre
Mediapark, davon 18 Jahre auf der
30. Etage im Köln-Turm.
Foto: Soenne
38 www.diewirtschaft-koeln.de
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