07.08.2025 Aufrufe

FML 05/2025

Seit bald 70 Jahren stellt die Redaktion von FML — Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer / Das Lackiererhandwerk im AUDIN Verlag das Erscheinen der 9x jährlich erscheinenden Fachzeitschrift für das Autoreparaturhandwerk sicher. So hat sich die Redaktion als unabhängiges Sprachrohr der Branche positioniert. Im Fokus der Berichterstattung jeder Ausgabe stehen thematische Schwerpunkte als Highlight für alle Aspekte der modernen Unfallreparatur- und Oberflächentechnik.

Seit bald 70 Jahren stellt die Redaktion von FML — Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer / Das Lackiererhandwerk im AUDIN Verlag das Erscheinen der 9x jährlich erscheinenden Fachzeitschrift für das Autoreparaturhandwerk sicher. So hat sich die Redaktion als unabhängiges Sprachrohr der Branche positioniert. Im Fokus der Berichterstattung jeder Ausgabe stehen thematische Schwerpunkte als Highlight für alle Aspekte der modernen Unfallreparatur- und Oberflächentechnik.

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B 8503 E

FML

5

Mai 2025

69. Jahrgang

Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer / Das Lackiererhandwerk

SCHWERPUNKT

Entscheidend

ist die Basis

NACHHALTIGKEIT

Vision für

kollektives Handeln

SERIENLACKIERUNG

Effiziente und nachhaltige

Produktion


BERLIN

23.05. – 25.05.25

DORTMUND

05.09. – 07.09.25

MÜNCHEN

17.10. – 19.10.25

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LACK- UND

KAROSSERIEMEILE

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Möglichkeit die neuesten Innovationen der

Lack- und Karosseriewelt kennenzulernen.


EDITORIAL

Wer billig

kauft...

Kürzlich sah ich vor Beginn der

Nachrichtensendung einen Werbespot

von Ebay. An sich hätte mich dies

nicht vom Hocker gehauen. Aber als es

darin um Autoteile und Zubehör ging,

war ich doch fassungslos.

Fordert der Spot – aus meiner Sicht –

dazu auf, Kaskoschäden dem Schwarzarbeiter

zu überlassen.

Na denn viel Spaß, wenn das Teil

dann nicht passt. Aber auch den

Zahn hat man mir gezogen, denn es

werden jede Menge Parameter abgefragt,

die eine Verwechslung schon im

Vorfeld ausschließen sollen. Und wenn

der Krempel dann doch nicht funktioniert,

kann man die Teile angeblich

ganz ohne Risiko zurücksenden.

Verdammt! …die haben offenbar an

alles gedacht.

Ja, sogar fertig lackiert kann man das

Blechteil bekommen. Heureka! Kotflügel

in LA7W REFLEXSILBER.

Dann braucht’s den Lackier-Fachbetrieb

ja gar nicht mehr. Der Autofahrer

wird Farbton-Abweichungen bei

den Ebay-Wohlfühl-Preisen mit Genugtuung

übersehen.

Nun, wie reagiert die qualifizierte

Werkstatt auf die, für mich neue,

Darreichungsform?

Wir haben einen hier nicht näher

zu identifizierenden Betriebsinhaber

aus dem Top-Segment befragt.

Zunächst einmal hält er fest:

Selbstverständlich würde er – unabhängig

von Ebay – auch bei den üblichen

Verdächtigen keine Teile erwerben.

Oft wären sie von zweifelhafter

Qualität oder würden dazu neigen an

den Kanten zu rosten. Mit OEM-Teilen

hätte er da keine Bedenken. Er bleibt,

wie vermutlich viele seiner Kollegen,

bei der 1. Wahl.

Aaaaber, wenn man dem gebeutelten

Selbstzahler weiterhelfen wolle,

dann könne man ihm schon mal den

ein oder anderen Tipp zur Selbstbeschaffung

geben. Vielleicht wäre dies

der Beginn einer langen Freundschaft,

wenn die Zeiten kundenseitig besser

würden.

Jede Medaille hat zwei Seiten.

Wie Wolfgang Auer, Chefredakteur

denken Sie darüber?

3

FML 5/2025


FML

5/2025

AKTUELL

5 Neues Merkblatt zur Gesamtlackschichtdicke

6 Änderung der Meisterprüfungsverordnung

7 Felgen aufbereiten – Felgenreparatur

8 Exklusive Partnerschaft mit World-Skills

9 ...und gleichzeitig Ihr Unternehmen schützen

10 Optimierte Rückrufdatenbank freigeschaltet

NACHHALTIGKEIT

23

Entscheidend ist die Basis

HighEnd-Lackierung beginnt bei der Basisarbeit.

Füller, Grundierung, Schliff – alles vom Feinsten!

Wir zeigen die neuesten Entwicklungen.

12 Vision für kollektives Handeln

NETZWERK

14 Anspruch und Alltag

AUSBILDUNG

17 Glasurit geht in die Schulen!

SERIENLACKIERUNG

19 Effiziente und nachhaltige Produktion

SCHWERPUNKT

12

Vision für kollektives Handeln

Als ein führender Anbieter von Oberflächenlösungen

mit einer klaren Vision für die Zukunft setzt

BASF Coatings sein Nachhaltigkeits-Zielbild um.

Dieses stellt einen wichtigen Grund pfeiler des Engagements

des Unternehmens für Nachhaltigkeit

und Innovation dar.

23 Warum eine Füllerpistole eine gute Wahl ist –

oder zwei?

24 Optima Liquid Gold

28 Rasante Trocknung: Air Dry Primer von PPG

30 Profi-Lackierpistolen für die Applikation von

Grundmaterialien

BRANCHEN NEWS

32 Deeskalierende Kommunikation im Werkstattalltag

34 Bessere Prozesse. Stärkere Betriebe

35 Neue Regelung für Fahrerlaubnis

36 Zulassungen – Rückgang verzeichnet

37 WER • WO • WAS

38 IMPRESSUM

19

Effiziente und nachhaltige Produktion

Mit der neuen Audi A5 Familie fahren in Neckarsulm

die ersten Modelle auf Basis der Premium Platform

Combustion (PPC) mit teilelektrifizierten Antrieben

und neuer Elektronikarchitektur vom Band.

Titelbildhinweis:

Das Titelbild stellte uns die Firma Mercedes Benz AG, Stuttgart

zur Verfügung.

4 FML 5/2025


AKTUELL

Die Deutsche Kommission

für Lack- und Karosserieinstandsetzung

(DeKoLaKa)

verabschiedete auf ihrer 19.

Sitzung am 11. März 2025 im

Allianz Zentrum für Technik

in Ismaning ein richtungsweisendes

Merkblatt zur Beurteilung

der Gesamtlackschichtdicke

von straßengebundenen

Fahrzeugen.

Zwei Jahre hat die Arbeitsgruppe

unter Leitung des

Bundesverbandes Fahrzeuglackierer

(BFL) in Zusammenarbeit

mit dem Arbeitskreis

der öffentlich bestellten

und vereidigten Sachverständigen

für Fahrzeuglackierung

und dem Allianz Zentrum

für Technik an der technischen

Schrift gearbeitet.

„Wir haben bei der Entwicklung

des Merkblatts alle Facetten

der Thematik betrachtet.

Wir zeigen darin den Aufbau

einer Serienlackierung

und vergleichen ihn mit einer

Reparaturlackierung. Dabei

wird deutlich, warum eine

Reparaturlackierung stets höhere

Schichtdicken aufweisen

wird“, erklärt Torsten

Schmidt, Leiter Geschäftsbereich

Fahrzeuglackierung im

BFL, der den Arbeitskreis

verantwortete.

DeKoLaKa

Neues Merkblatt

zur Gesamtlackschichtdicke

Steven Didssun, Präsident

des BFL, ergänzt: „Immer

wieder stellen Dritte unsere

fachlich korrekt ausgeführte

Lackierarbeit an Fahrzeugkarosserien

aufgrund erhöhter

Lackschichtdicken in Frage.

Diese Messergebnisse führen

dazu, dass wir uns als Betriebe

regelmäßig erklären müssen.

Das ist nicht in Ordnung.

Wir sind sehr glücklich, dass

wir mit dem Merkblatt nun

eine belastbare Grundlage

geschaffen haben, die von allen

Mitgliedern der DeKoLa-

Ka einstimmig für die Branche

verabschiedet wurde.“

Das 13-seitige technische Dokument

erklärt nicht nur zentrale

Begrifflichkeiten, sondern

stellt den Prozess der industriellen

Serienlackierung

in der Fahrzeugproduktion

der handwerklichen Reparaturlackierung

gegenüber.

Des Weiteren werden die Zusammenhänge

zwischen Karosseriefüllmassen

im Instandsetzungsprozess

und

der Gesamtlackschichtdicke

erläutert. Erstere sind nämlich

dem Substrat und somit

der Karosseriearbeit zuzuordnen

und demzufolge anzurechnen.

Mehrere Grafiken

der AZT Automotive GmbH

zeigen zudem, wie sich Lackschichtdicken

zusammensetzen

können. Eine fachgerechte

Instandsetzung einer Fahrzeuglackierung

kann demnach

aus mehreren Schichten

bestehen.

Mit ihrem richtungsweisenden

Merkblatt stellt die De-

KoLaKa abschließend klar,

dass erhöhte Lackschichtdicken

allein kein Grund sind,

um Fahrzeugreparaturlackierungen

als nicht fachgerecht

einzustufen. Damit schafft sie

branchenweit Klarheit.

Das Merkblatt zur Beurteilung

der Gesamtlackschichtdicke

von straßengebundenen

Fahrzeugen steht auf der

Website des Bundesverbandes

Fahrzeuglackierer zum

Download zur Verfügung. ☐

FML 5/2025 5


AKTUELL

ZKF

Änderung der

Meisterprüfungsverordnung

terprüfungsverordnung beantragt

und am 11. März 2025

vom Bundesministerium für

Wirtschaft und Klimaschutz

im Einvernehmen mit dem

Bundesministerium für Bildung

und Forschung erlassen

sowie am 14. März 2025 im

Bundesgesetzblatt veröffentlicht

(BGBl. 2025 I, Nr. 79).

Der ZKF ist hoch erfreut,

dass die Überführung der

Caravan- und Reisemobiltechnik

in die Meisterprüfungsverordnung

in so kurzer

Zeit gelungen ist, um die Attraktivität

und Zukunftsfähigkeit

des Karosserie- und

Fahrzeugbauer-Handwerks

zu sichern.

Mit der aktuellen Veröffentlichung

am 14. März 2025 im

Bundesgesetzblatt, tritt die

Änderung der Meisterprüfungsverordnung

im Karosserie-

und Fahrzeugbauer-

Handwerk in Kraft, an welcher

der Zentralverband Karosserie-

und Fahrzeugtechnik

als zuständiger Berufsverband

maßgeblich beteiligt

war. Die Änderungsverordnung

ergänzt und modernisiert

das Meisterprüfungsberufsbild

und ist ein weiterer

wesentlicher Schritt, um den

Beruf für die Zukunft aufzustellen.

Bereits am 08. Mai 2023 wurde

die neue Ausbildungsverordnung

zum/zur Karosserieund

Fahrzeugbaumechaniker/in

im Bundesgesetzblatt

veröffentlicht. Durch den

technologischen Wandel und

die steigende Anzahl von Caravan-

und Reisemobilen,

wurde neben der Modernisierung

der etablierten Fachrichtungen

Karosserieinstandhaltungstechnik

und

Karosserie- und Fahrzeugbautechnik,

eine völlig neue

Fachrichtung geschaffen, die

Caravan- und Reisemobiltechnik.

Die Erneuerung der Ausbildungsverordnung

war eine

erforderliche und zukunftsweisende

Maßnahme, bei der

es auch von äußerster Wichtigkeit

war, die Vielfältigkeit

des Berufs sowie die Kerntätigkeiten

in der Meisterprüfungsverordnung

abzubilden.

Die im Jahr 2019 verordnete

Meisterprüfungsverordnung

war bereits modern und zukunftsweisend

aufgebaut, berücksichtigte

allerdings noch

nicht die Caravan- und Reisemobiltechnik.

Mit dem Gedanken,

die Meisterprüfungsverordnung

zu ändern, lud

der ZKF die Meisterprüfungsausschüsse

aus dem gesamten

Bundesgebiet nach

Münster ein, wo jeder Ausschuss

seine Ansicht zur geplanten

Änderung äußern

konnte.

Bei der Überführung der Caravan-

und Reisemobiltechnik

in die Meisterprüfungsverordnung,

wurden die weiteren

Wünsche oder Anregungen

der bundesweiten Ausschussmitglieder

entsprechend

bedacht. Hiernach bildete

der ZKF im Frühjahr

2024 eine unabhängige Sachverständigengruppe

aus Berufsspezialisten,

welche die

Inhalte der Caravan- und Reisemobiltechnik

für die Meisterprüfungsverordnung

erarbeitete.

Im Spätsommer 2024 wurde

dann die Änderung der Meis-

Der ZKF plant zeitnah eine

Informationsveranstaltung,

um die Inhalte sowie Änderungen

der Meisterprüfungsverordnung

im Karosserieund

Fahrzeugbauer-Handwerk

im Detail vorzustellen.

Das Bundesgesetzblatt kann

unter nachstehendem QR-

Code oder unter diesem Link

heruntergeladen werden:

https://www.recht.bund.de/b

gbl/1/2025/79/VO.html

6

FML 5/2025


AKTUELL

Was ist erlaubt?

Felgen aufbereiten –

Felgenreparatur

Aktuell werden in einigen

Branchenzeitschriften Maschinen

beworben, mit denen

eine Rückverformung von

Aluminiumfelgen (Ausgleich

von Höhen- und Seitenschlägen)

durchgeführt werden

kann. Der ZKF bezieht Stellung.

Bild: Piotr Zajda, Pixabay

Dies nimmt der ZKF zum Anlass,

nochmals darauf hinzuweisen,

dass in Deutschland

Felgen, die derart repariert

wurden, nicht für den öffentlichen

Straßenverkehr zugelassen

sind.

In Deutschland sind je nach

Felgentyp (gegossenen Aluminiumfelgen)

lediglich kosmetische

Aufbereitungen im

Außenbereich in sehr engen

Grenzen zulässig. Rein optische

Defekte wie kleine Kratzer,

Schrammen oder Korrosion

dürfen ausgebessert werden.

Als Regel gilt, dass die

Beschädigung für eine Aufarbeitung

nicht tiefer als 1 Millimeter

im Substrat und nicht

weiter als 50 Millimeter vom

Felgenrand entfernt sein darf.

Darüber hinaus darf eine Felge

nur einmal aufbereitet

werden.

Die „Richtlinie zur Aufbereitung

von Leichtmetallrädern“,

die im Verkehrsblatt

01/2023 veröffentlicht wurde,

sagt ganz deutlich in der

Einleitung, dass „eine Reparatur

beschädigter Leichtmetallräder

grundsätzlich abzulehnen

sei. Als Reparatur seien

jegliche Eingriffe in das

Materialgefüge, Wärmebehandlungen

und Rückverformungen

anzusehen.“

Der ZKF warnt ausdrücklich

davor, derartige Reparaturen,

die über die, oben erwähnte

kosmetische Aufbereitung

hinausgehen an Leichtmetallfelgen

durchzuführen.

Weitere Auskünfte hierzu erteilt

in der ZKF-Geschäftsstelle

Michael Zierau.(MZ) ☐

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Wir präsentieren den brandneuen Basislack Sikkens Autowave ® Optima.

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AKTUELL

Erneuerung

Exklusive Partnerschaft

mit World-Skills

BASF Coatings erneuert seine exklusive globale Industriepartnerschaft mit WorldSkills International.

Fotos: BASF Coatings

BASF Coatings treibt die Veränderungen

in der Autoreparaturlackindustrie

voran und

hält an seiner Mission fest,

junge Autolackierer weltweit

in ihrem Berufsfeld zu unterstützen.

Mit seiner Premium-

Lackmarke Glasurit bleibt

BASF der exklusive globale

Industriepartner von World-

Skills International in der Kategorie

Autoreparaturlackierung.

Unsere globale Industriepartnerschaft

trägt weiter dazu

bei, das Bewusstsein für eine

nachhaltigere Zukunft zu stärken

und gemeinsam daran zu

arbeiten, die Messlatte für

die Entwicklung junger Talente

in der Branche höher

zu legen“, sagt Chris Titmarsh,

Senior Vice President,

Global Automotive Refinish

Coatings bei BASF.

Nach der erfolgreichen Einführung

bei den WorldSkills

Lyon 2024 wird Glasurit

auch diesmal wieder sein

fortschrittlichstes wasserbasiertes

Basislacksystem Reihe

100 nutzen, das mit herausragenden

Ergebnissen als weltweit

führendes wasserbasiertes

Reparaturlacksystem für

herausragende Leistung in

Prozesszeit, Verbrauch und

Nachhaltigkeit zählt. Darüber

hinaus werden die Teilnehmenden

lernen, Refinity

in ihre tägliche Arbeit zu integrieren

– eine exklusive Digitalplattform

für Farb-, Schulungs-

und Geschäftslösungen.

Der weltweit größte Berufswettbewerb,

WorldSkills

Shanghai 2026, findet vom

22. bis 27. September 2026

in Shanghai, China, statt.

„Täglich fördern die Mitglieder

von WorldSkills die Ambitionen

und das Talent von

Fachkräften weltweit, um die

drängendsten Probleme unserer

Zeit zu lösen. Die führende

Marktposition von

BASF Coatings bietet unseren

jungen Talenten Zugang

zu den besten Produkten und

Materialien der Branche und

stellt sicher, dass sie auf der

globalen Bühne glänzen können“,

sagt David Hoey, CEO

von WorldSkills International.

„Wir sind stolz darauf, weiterhin

junge Lackiererinnen

und Lackierer zu unterstützen,

die an WorldSkills teilnehmen,

um ihre Fähigkeiten

zu entwickeln und auch neue

Talente für die spannende

Autoreparaturlackindustrie

zu gewinnen.

Mit seiner Premium-Lackmarke Glasurit bleibt BASF der exklusive globale Industriepartner von

WorldSkills International in der Kategorie Autoreparaturlackierung.

8

FML 5/2025


AKTUELL

Mitarbeiter finden – Mitarbeiter binden

…und gleichzeitig

Ihr Unternehmen schützen

In einer der letzten Ausgaben

habe ich auf die betriebliche

Krankenversicherung (bKV)

als Instrument zur Mitarbeitergewinnung

und -bindung

aufmerksam gemacht. An allen

Ecken und Enden findet

man gefühlt seit Ewigkeiten

Werbung und Informationen

zum Thema betriebliche Altersvorsorge

(bAV), auch als

Personalentwicklungsinstrument.

Da das schon inflationären

Charakter hat, weil natürlich

jeder potentielle Anbieter

hier die Werbetrommel

rührt, möchte ich das Thema

einmal von einer anderen

Seite beleuchten.

Über die Jahre ist immer

mehr ins Bewusstsein gerückt

ist, dass die gesetzliche

Rentenversicherung langsam

immer schneller auf tönernen

Füßen steht. Daher ist das

Thema bAV deutlich relevanter

geworden. Gerade auch

daran zu sehen, dass in vielen

Tarifverträgen eigens Regelungen

geschaffen wurden.

Bereits seit 2005 mit der Neugestaltung

des § 3.63 EStG

als (steuerliche) Rechtsgrundlage

zur versicherungsförmigen

Lösung der bAV

wird dieses Thema fortlaufend

weiterentwickelt, v.a. in

(arbeits-)rechtlicher Hinsicht.

Damit komme ich zu einer alternativen

Perspektive für Sie

als Unternehmer, die weniger

häufig behandelt wird. Deshalb,

weil es recht trocken,

juristisch und damit unpopulär

daherkommt, sodass man

sich nicht recht damit beschäftigen

mag.

Als Unternehmer

Risiken vermeiden!

Gleichwohl ist es – gerade

für Unternehmer – umso

wichtiger, weil damit erhebliche

ungewisse finanzielle Ansprüche

für die Zukunft vermieden

werden können.

In der Novellierung des

Nachweisgesetzes 2022 wurde

die betriebliche Altersvorsorge

nun erstmals erwähnt

(§2, Abs.1 Nr. 13 NachwG).

Vereinfacht gesagt: Wie die

bAV in einem Betrieb geregelt

ist muss also auf Verlangen

Ihres Mitarbeiters von Ihnen

schriftlich dargelegt werden,

selbst und gerade dann,

wenn für das Arbeitsverhältnis

gar kein schriftlicher Arbeitsvertrag

vorliegt. Das gilt

ausnahmslos für alle Arbeitnehmer

(§ 1 NachwG). Es

versteht sich von selbst, dass

Sie gut beraten sind, das in

Ihren Arbeitsverträgen ebenso

nieder zu legen und zu regeln.

Wenig Aufmerksamkeit erfuhr

auch ein höchstrichterliches

Urteil (3 AZR 412/13)

des Bundesarbeitsgerichtes

vom 17.06.2014, in dem es in

zwei dürren Nebensätzen

heißt:

„Der Beginn der Verjährung

des Rentenstammrechts, auf

dem der Anspruch auf die

laufenden Leistungen beruht,

richtet sich gemäß § 200

BGB nach dem Zeitpunkt der

Entstehung. Dies ist der Tag,

an dem erstmals auf dem

Rentenstammrecht beruhende

Ansprüche geltend gemacht

werden können, mithin

der Eintritt des Versorgungsfalls

…“

Was bedeutet das vereinfacht?

Die Verjährungsfrist

des Rentenstammrechts von

immerhin 30 Jahren beginnt

erst dann, wenn der Anspruchsteller,

also evtl. Ihr

jetziger (oder auch früherer)

Mitarbeiter, in Rente geht.

Ein 67-Jähriger hat also nach

Renteneintritt 30 Jahre lang

Zeit, sich Gedanken zu machen,

ob nicht noch irgendwo

für ihn Rentenansprüche

schlummern könnten.

Zum Beispiel bei einem Arbeitgeber,

bei dem er früher

tätig war und der ihn eben

nicht über seine Möglichkeiten

zur betrieblichen Altersvorsorge

ordnungsgemäß informiert

hat, denn sonst, so

fällt ihm heute ein, hätte er ja

diese Möglichkeiten genutzt.

Das war nur ein ganz simples

Beispiel; tatsächlich sind

diesbezüglich seit Mitte der

2000-er Jahre vermehrt Urteile

zugunsten von Arbeitnehmern

ergangen und es ist angesichts

klammer Kassen

und entsprechender Präzedenzfälle

sicher nicht davon

aus zu gehen, dass sich dieses

Thema für die Zukunft

„von alleine erledigen wird“.

Jeder Unternehmer kann davon

betroffen sein.

Wie Sie sehen, lieber Unternehmer,

birgt das durchaus

die Gefahr eines ungewissen

Potentials arbeitsrechtlicher

Auseinandersetzungen für

die Zukunft.

Wo Risiken sind,

sind auch Chancen!

Ihre Chancen liegen darin,

die Struktur Ihrer Arbeitsverhältnisse

proaktiv um zu gestalten,

gfs. zu vereinheitlichen

und dabei die betriebliche

Versorgung für sich in

ein Personalentwicklungsinstrument

um zu münzen, mit

dem Sie sich gerade bei der

Mitarbeitersuche nach Außen

hin als attraktiver Arbeitgeber

präsentieren können.

Besteht für Ihr Gewerk ein

Tarifvertrag, über den bereits

Regelungen für die bAV bestehen?

Dann wollen Sie diesen

vielleicht offensiv nutzen.

Eventuell gehen Sie sogar

über die tarifvertraglichen

Regelungen hinaus, so wie

das häufig beim Gehaltsgefüge

der Fall ist. Ich höre häu-

FML 5/2025 9


AKTUELL

fig: „Wir zahlen eh schon

weit über Tarif“ Aber so gut

wie nie: „Wir fördern die bAV

über den Tarifvertrag hinaus

noch kräftig“.

Falls kein Tarifvertrag besteht

oder Sie sich an diesen tatsächlich

nicht binden, so

können Sie in Ihrem Betrieb

eine eigene Versorgungsordnung

einrichten, wo Sie Dinge,

wie z.B. die betriebliche

Altersvorsorge als Ihre „Unternehmens-Rente“

schriftlich

regeln.

Dabei sind der Phantasie

kaum Grenzen gesetzt. Das

beginnt bei einem Zuschuss

über die gesetzlich vorgeschriebenen

15% hinaus (§1a

(1a) BRSG) bis hin zu zusätzlichen

Arbeitgeberbeiträgen,

z.B. in Abhängigkeit der Betriebszugehörigkeit

oder für

Mitarbeiter mit besonderer

Verantwortung (und damit

Relevanz für das Unternehmen).

Oder beides ?

Diese Aufwendungen sind

i.d.R. steuer- und sozialabgabenfrei

und damit sehr sicher

für die Zukunft kalkulierbar

und lassen sich, in schlechten

Zeiten, über eine Versorgungsordnung

auch rechtssicher

als freiwillige Leistung

definieren.

Wenn Sie sich für eine Versorgungsordnung

entscheiden,

dann lassen Sie diese

am besten von einem Fachanwalt

erstellen und einem Betriebsberater

Ihres Versorgungsträgers

umsetzen (mit

Haftungsübernahme!). Wir

haben hier sehr gute Erfahrungen

mit den Rechtsanwälten

Kleffner gemacht

(www.kleffner-rechtsanwälte.de).

Damit schlagen Sie

zwei Fliegen mit

einer Klappe!

Zum einen erfüllen Sie ihre

Pflichten aus dem Nachweisgesetz,

denn dann können

Sie auf den Tarifvertrag oder

die bestehende Versorgungsordnung

verweisen. Sie schaffen

Rechtsklarheit und

Rechtssicherheit für sich und

ihre Arbeitnehmer und schützen

sich, so weit es irgend

geht, vor Regressansprüchen

aus dem Rentenstammrecht

in der Zukunft.

Zum Anderen schaffen Sie

damit ein Instrument, das Ihrer

Stammbelegschaft und

potentiellen neuen Mitarbeitern

zeigt, dass Sie ein verantwortungsvoller

Arbeitgeber

sind, dem seine Mitarbeiter

nicht nur jetzt, sondern

auch in Zukunft wichtig sind.

„Wer schreibt,

der bleibt !“

Hier gilt dieser alte Spruch

ganz Besonders. Sie minimieren

nicht nur schon jetzt ihre

Haftung, gerade dann, wenn

Sie die Umsetzung einem

Fachanwalt und einem Betriebsberater

überlassen. Sie

schaffen damit auch eine

Grundlage für die Zukunft,

um sich oder ihre Nachkommen

gegen ungerechtfertigte

Ansprüche ab zu sichern.

Deshalb ist es auch wichtig,

alles in dem Zusammenhang

Dokumentierte separat auf zu

bewahren. Im Zweifel 30 Jahre

lang.

Der Autor ist gelernter Versicherungskaufmann

und seit über 30

Jahren in verschiedenen Funktionen

tätig. Er ist Inhaber der

Generalagentur Kuon, Winkler

& Collegen des Münchener Verein.

Er unterrichtet außerdem als

freier Dozent an verschiedenen

Bildungseinrichtungen des bayerischen

Handwerks in Kursen

zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung.

Für Fragen ist er unter

0172 / 157 34 61 erreichbar.

KBA

Optimierte Rückrufdatenbank freigeschaltet

Die Rückrufdatenbank des

Kraftfahrt-Bundesamts (KBA)

bietet nach einem „Facelift“

verbesserte Recherchemöglichkeiten

zu Rückrufen von

Fahrzeugen, sowie Fahrzeugteilen

und -zubehör. Die neu

gestaltete Rückrufdatenbank

(RRDB) umfasst die Rückrufmaßnahmen

innerhalb der

Zuständigkeit des KBA und

informiert Nutzende unter anderem

über die betroffenen

Marken und Modelle, die

festgestellten Mängel und

ihre Abhilfemaßnahmen. Sie

erfüllt die von dem BSI geforderten

hohen IT-Sicherheitsanforderungen,

bei gleichzeitig

verbesserten Recherchemöglichkeiten.

„Mit der überarbeiteten

Rückrufdatenbank bieten wir

allen, die sich zu Rückrufmaßnahmen

bestimmter Fahrzeuge

informieren wollen, einen

nutzerorientierten Service

und einen einfachen Zugang

zu den gesuchten Informationen.

Wir haben die Suchfunktionen

um die Möglichkeit erweitert,

nach mehreren Fahrzeugmodellen

gleichzeitig zu

suchen. Zudem wurde eine

Downloadmöglichkeit der gesamten

Datenbank für eigene

Auswertungen geschaffen. In

einem gesonderten Bereich

werden zudem Rückrufe für

Fahrzeugteile und Fahrzeugzubehör

ausgewiesen“, erklärt

Rasmus Weber, Leiter

des Sachgebiets Produktsicherheit

und Rückrufe.

Die Anwendung ist für die

Nutzung auf Handys und anderen

mobilen Endgeräten

optimiert und beinhaltet die

Möglichkeit, die Suchergebnisse

in verschiedenen maschinenlesbaren

Datenformaten

wie CSV oder Excel herunterzuladen.

Mit diesem Angebot steigert

die Marktüberwachung des

KBA die Transparenz im

Rückrufgeschehen und ermöglicht

Dritten eine komfortable

Möglichkeit der Datennutzung.

Als zuständige Marktüberwachungsbehörde

für Kraftfahrzeuge

und Fahrzeugteile ergreift

das KBA geeignete

Maßnahmen zur Mangelbeseitigung

sofern die Produkte

nicht den Anforderungen entsprechen.

Hiervon umfasst

sind unter anderem Rückrufe

und öffentliche Warnungen.

Die Veröffentlichung neuer

Rückrufe erfolgt unmittelbar

nach der Halterdatenermittlung

durch das KBA, so dass

zeitnah zum Beginn einer

Rückrufaktion die entsprechende

Information abrufbar

ist.

10

FML 5/2025


Klarlack? Glatte Eins.

Klarlack kann man applizieren – oder perfektionieren.

Die jet X definiert Oberflächenqualität

bei der Klarlackapplikation völlig neu. Und das

bei einem kontrollierten, sicheren und direkten

Lackiergefühl. Noch nie war es so einfach, so

gute Ergebnisse zu erzielen.

jet X. Works for you.

INFO

www.sata.com/jetx


NACHHALTIGKEIT

Die Nachhaltigkeits-Zukunftsvision ist an den verschiedensten Standorten von BASF Coatings weltweit visualisiert.

Foto: BASF Coatings

Als ein führender Anbieter von

Oberflächenlösungen mit einer

klaren Vision für die Zukunft

setzt BASF Coatings sein

Nachhaltigkeits-Zielbild um.

Dieses stellt einen wichtigen

Grund pfeiler des Engagements

des Unternehmens für Nachhaltigkeit

und Innovation dar.

Nachhaltigkeits-Zielbild

Vision für kollektives

Handeln

Das visionäre Konzept soll Optimismus

und kollektives Handeln unter den Interessengruppen

anregen und unterstreicht,

dass selbst kleine, individuelle

Beiträge in ihrer Gesamtheit einen signifikanten

Einfluss auf unsere Zukunft

haben können.

Statt die Herausforderungen der nachhaltigen

Transformation der Branche

als Hindernisse zu sehen, nutzt BASF

Coatings diese aktiv als Chance, um

Verantwortung zu übernehmen und

Maßnahmen einzuleiten. Mit seinem

Nachhaltigkeits-Zielbild zielt das Unternehmen

darauf ab, Dialog, Diskussion

und Zusammenarbeit zu fördern, um

auch andere Akteure der Branche zu

ermutigen, ihre eigenen Visionen für

eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln.

Zu diesem Zweck verdeutlicht

BASF Coatings, wie ihre aktuellen Initiativen

essenziell zur Verwirklichung

dieser Vision beitragen und nimmt

selbstbewusst Schritte in Richtung einer

nachhaltigen Zukunft in Angriff.

„Unser Nachhaltigkeits-Zielbild ist

nicht nur ein Konzept; es ist ein Aufruf

zum Handeln für die gesamte Branche“,

sagt Dr. Katharina Fechtner,

Nachhaltigkeits- und Innovationsmanagerin

bei BASF Coatings. „Wir glauben,

dass wir gemeinsam eine wünschenswerte,

nachhaltige Zukunft schaffen

können.“

Vision in wertschöpfende

Maßnahmen überführen

Das Nachhaltigkeits-Zielbild ist in

sechs Schlüsselbereiche und Handlungsfelder

strukturiert, die darauf abzielen,

Wert und Innovation zu fördern:

12

FML 5/2025


NACHHALTIGKEIT

Know the Impact: Durch den Zugang

zu hochwertigen Nachhaltigkeitsdaten

ermöglicht BASF Coatings ihren Mitarbeitern

und Kunden, informierte und

verantwortungsvolle Entscheidungen

zu treffen, die sich positiv auf die Umwelt

auswirken.

Energy Organism: BASF Coatings

setzt sich für ein intelligentes Energiesystem

ein, das nachhaltige Quellen

bevorzugt und gleichzeitig den

Gesamt energieverbrauch minimiert,

um die operative Effizienz zu gewährleisten.

Simplify It: BASF Coatings untersucht,

welche Produkte und Prozesse

vereinfacht werden können, um mit minimalem

Einsatz fossiler Ressourcen

maximale Wirkung zu erzielen. Dabei

legt das Unternehmen den Fokus auf

Effizienz und Nachhaltigkeit in jedem

Aspekt der Produktion.

Close the Loops: BASF Coatings sieht

vorher, wie sich Wertschöpfungsketten

transformieren lassen, indem langlebige

Produkte entworfen werden, die recycelt

und zerlegt werden können. Dies

ermöglicht eine Kreislaufwirtschaft und

hilft dabei, Abfall zu reduzieren.

Think Service: BASF Coatings möchte

Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch

entkoppeln, indem sie neue

Servicemodelle anwendet, die Nachhaltigkeit

fördern und gleichzeitig den

Geschäftserfolg vorantreiben.

A New World: BASF Coatings trägt zur

nachhaltigen Transformation bei, indem

sie innovative Oberflächenfunktionen

entwickelt, die über Schutz und

Dekoration hinausgehen und die Umweltleistung

von Beschichtungen verbessern.

BASF Coatings setzt sich aktiv für die

Förderung von Veränderungen für ein

nachhaltiges Heute und Morgen ein und

gestaltet den Weg zur Nachhaltigkeit in

der Beschichtungsindustrie. Durch die

Veröffentlichung des Nachhaltigkeits-

Zielbildes möchte das Unternehmen

auch andere dazu inspirieren, aktiv zu

werden und zu einer nachhaltigen, wünschenswerten

Zukunft beizutragen.

Gemeinsam eine nachhaltige

Zukunft gestalten

Nach der internen Einführung präsentiert

BASF Coatings diese Vision nun

auch der Öffentlichkeit und ihrer Branche.

Dr. Katharina Fechtner wird das

Nachhaltigkeits-Zielbild auf der Hannover

Messe (1. April) präsentieren, wo

sie dessen Bedeutung und Auswirkungen

auf die Automobilindustrie hervorheben

wird. Zudem wird sie am 17. Juni

beim Innovation Roundtable in Bergamo,

Italien, teilnehmen, um den Dialog

und die Zusammenarbeit in Bezug auf

nachhaltige Praktiken und Innovationen

voranzutreiben.

FML 5/2025 13


NETZWERK

Margarita Debos, Manager

Loyalty Programmes & FLI bei

Axalta, hat Anfang des Jahres

die Leitung des Axalta Werkstattsystems

IDENTICA von

Karsten Stöcker übernommen.

Was sind die Ziele der neuen

Netzwerke-Managerin?

Wir haben sie zum Thema

Nachhaltigkeit gefragt.

Nachhaltigkeit

Anspruch und Alltag

Neulich bin ich über eine Werbung eines

bekannten Modekonzerns gestolpert.

Dort wurde für eine neue „grüne

Kollektion“ geworben – hergestellt aus

recycelten Materialien. Im Kleingedruckten

stand dann: „Anteil recycelter

Stoffe: 20 Prozent“. Ein klassischer Fall

von Greenwashing. Solche Beispiele

zeigen, wie Nachhaltigkeit heute oft

zum Marketinginstrument wird, ohne

dass sich an den grundlegenden Strukturen

viel ändert. Das Thema Greenwa -

shing begegnet uns überall – und es

prägt auch die Debatte in unserer Branche.

Die gute Nachricht ist: In der Kfz-Reparaturbranche

haben wir bereits einen

klaren Vorteil. Denn unser tägliches

Geschäft ist es, Fahrzeuge zu erhalten,

anstatt sie zu ersetzen. Reparieren ist

per se nachhaltiger als wegwerfen.

Trotzdem spüren auch wir, dass sich

die Anforderungen verändern. Neue

Regelungen und Initiativen sorgen dafür,

dass immer mehr Fragen aufkommen

– und auch Unsicherheit entsteht.

Das ist verständlich – und doch sind wir

alle gut beraten, den Veränderungen

pragmatisch und besonnen zu begegnen.

Was kommt durch Brüssel?

Ein Punkt, der zur Verunsicherung beiträgt,

ist die neue EU-Nachhaltigkeitsberichterstattungspflicht.

In den nächsten

Jahren müssen schrittweise immer

mehr Unternehmen – auch kleine und

mittlere Betriebe – Informationen zu

Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen

offenlegen. Noch sind viele Werkstätten

davon formal nicht betroffen.

Doch große Versicherungen, Leasinggesellschaften

oder Flottenbetreiber

stellen bereits heute vermehrt Anforderungen

an ihre Partner – etwa beim Einsatz

nachhaltiger Materialien oder bei

der CO2-Bilanz der Reparatur.

Aus Gesprächen weiß ich, dass viele

von Ihnen sich sorgen, dass der bürokratische

Aufwand so hoch werden

14

FML 5/2025



NETZWERK

könnte, dass für die eigentliche Arbeit

kaum noch Zeit bleibt. Mein Rat an dieser

Stelle ist: Machen Sie sich nicht verrückt.

Halten Sie sich aber auf dem

Laufenden und bereiten Sie sich so gut

wie möglich vor. Branchenverbände

wie der ZKF oder auch die IHK bieten

bereits heute Hilfestellung an und setzen

sich gleichzeitig dafür ein, dass Unternehmerinnen

und Unternehmer

nicht in Dokumentationen und Formularen

untergehen. Nutzen Sie diese Angebote.

So können Sie frühzeitig verstehen,

welche Anforderungen auf Sie zukommen

– und wie Sie diese pragmatisch

in den Alltag integrieren können.

I statt E – alter Gedanke,

neue Dynamik

Ein Beispiel für eine nachhaltige Entwicklung,

die in der Branche aktuell an

Fahrt aufnimmt, ist die Reparaturmethode

„Instandsetzung statt Erneuern“ –

kurz: „I statt E“. Die Idee ist nicht neu.

Aber sie erhält durch die Klimaziele

und den politischen Fokus auf Kreislaufwirtschaft

neuen Rückenwind. Versicherer

wie die Allianz haben beispielsweise

angekündigt, die Instandsetzungsquote

nach Unfallschäden

deutlich zu erhöhen.

Und auch auf Seiten der Werkstätten

gibt es bereits Initiativen, die Reparaturfähigkeit

stärker in den Fokus zu

rücken – etwa durch Nachhaltigkeitsstandards

oder durch interne Schulungen.

Viele Betriebe haben hier schon

einiges auf den Weg gebracht. Dennoch

möchte ich an dieser Stelle noch

einmal deutlich unterstreichen: Gerade

beim Thema Instandsetzung kommt es

entscheidend darauf an, dass die Mitarbeitenden

im Umgang mit modernen

Reparaturmethoden gut geschult sind.

Denn Instandsetzung erfordert spezielle

Techniken und Know-how, um reparierbare

Bauteile fachgerecht bearbeiten

zu können. Darüber hinaus ist es

entscheidend, dass perspektivisch auch

Endkunden die Instandsetzung als vollwertige,

und nicht als billige, zweit -

beste Lösung akzeptieren.

Gebrauchte Ersatzteile:

Potenzial ja, aber nicht

um jeden Preis

Ein ähnlich gelagerter Fall ist die Debatte

rund um den Einsatz gebrauchter

Ersatzteile. Auch hier ist die Stoßrichtung

klar: Durch die Wiederverwendung

von Teilen sollen Ressourcen geschont,

CO2-Emissionen gesenkt und

Reparaturkosten reduziert werden. Versicherer

wie die Allianz haben sich bereits

öffentlich dafür ausgesprochen,

verstärkt auf gebrauchte Ersatzteile zu

setzen.

In der Theorie ist das nachvollziehbar.

Doch in der Praxis sind viele Fragen

noch offen: Wer stellt eine brauchbare

Qualität der Teile sicher? Können Betriebe

weiterhin mit angemessenen Ersatzteilmargen

rechnen? Wer haftet bei

Problemen? Und wie werden Mehraufwände

in der Aufbereitung oder im Einbau

fair kalkuliert? Hier braucht es

branchenweit gemeinsame Standards,

die für alle Beteiligten verbindlich sind.

Kurzum: Auch dieser nachhaltige Reparaturweg

darf nicht auf Kosten der

Werkstätten gehen. Nur wenn klare

Standards geschaffen werden, können

Betriebe wirtschaftlich kalkulieren –

und nur dann wird dieser Ansatz langfristig

tragfähig sein.

Nicht alles ist neu –

die Branche ist längst

auf dem Weg

Wie eingangs schon erwähnt: Unsere

Branche ist bereits im Kern nachhaltig.

Genau deshalb ist es auch wichtig,

dass wir in der aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte

nicht in denselben Aktionismus

verfallen, wie wir ihn aus anderen

Branchen kennen – denken wir nur

an die Beispiele aus der Modeindustrie.

Wir müssen uns nicht neu erfinden,

aber wir sollten unsere Stärken bewusst

weiterentwickeln.

In vielen Bereichen wurden schon vorbildliche

Schritte unternommen. Lacke

etwa werden kontinuierlich weiterentwickelt

und enthalten heute deutlich

weniger Lösemittel. Neue Trocknungstechniken

senken den Energieverbrauch.

Viele Betriebe setzen auf Photovoltaik,

LED-Beleuchtung, Dämmung

oder eine durchdachte Materiallogistik.

Und das aus gutem Grund: Ressourcenschonung

rechnet sich – nicht nur ökologisch,

sondern auch wirtschaftlich.

Wer effizient arbeitet, spart Geld. Wer

seine Energieverbräuche im Blick hat,

kann Investitionen besser planen. Das

zeigt: Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

schließen sich nicht aus – im

Gegenteil.

Soziale Nachhaltigkeit als

wichtige Stütze

Was in der Debatte über nachhaltiges

Wirtschaften häufig untergeht, ist:

Nachhaltigkeit umfasst nicht nur die

ökologische, sondern auch eine soziale

Dimension. Dazu gehört, dass Mitarbeitende

faire Arbeitsbedingungen vorfinden,

dass in Weiterbildung investiert

wird und dass Unternehmen Verantwortung

für die Gesellschaft übernehmen.

Wer heute junge Menschen für das

Handwerk begeistern will, muss auch

moderne Arbeitsplätze bieten – mit klarer

Kommunikation und Entwicklungsmöglichkeiten.

Nachhaltigkeit ist also

mehr als Umweltmanagement. Sie beginnt

im täglichen Miteinander – und

sie zahlt direkt auf die Attraktivität eines

Betriebs ein.

Mein Fazit:

Nachhaltigkeit ja – aber mit

Augenmaß und Standards

Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern

eine notwendige Entwicklung. Aber sie

darf nicht auf dem Rücken der Werkstätten

ausgetragen werden. Was es

jetzt braucht, sind verlässliche Leitlinien,

klare Zuständigkeiten und transparente

Prozesse. Die Branche steht bereit

– aber sie muss eingebunden werden.

Was ich aktuell vielerorts beobachte,

ist ein Mangel an Informationen und

Austauschmöglichkeiten. Werkstätten

fühlen sich allein gelassen mit neuen

Anforderungen, unklaren Standards

und wachsendem Druck. Das ist kein

guter Nährboden für Veränderungen.

Deshalb mein Appell: Die Weichen

werden gerade gestellt. Nutzen wir den

Spielraum, um uns als Branche einzubringen

– mit Erfahrung, Fachwissen

und Augenmaß. Und nutzen wir die

Netzwerke, die es gibt, um voneinander

zu lernen. Denn nachhaltige Lösungen

entstehen nicht am Schreibtisch – sondern

im Dialog.

16 FML 5/2025


AUSBILDUNG

Glasurit geht in die

Die Geschäftseinheiten

Autoreparaturlacke (ECR) in

Deutschland und Österreich

setzen neue Maßstäbe für den

Nachwuchs im Karosserie- und

Fahrzeuglackiererhandwerk.

Schulen!

BASF Coatings initiiert als einer der

ers ten Akteure der Branche mit der

weltweit bekannten Marke Glasurit einen

signifikanten Schritt, um das Engagement

für den Nachwuchs im Karosserie-

und Fahrzeuglackiererhandwerk zu

intensivieren.

Mit einem neuartigen Ansatz nimmt

Glasurit aktiv Kontakt auf zu Schulen,

Handwerkskammern und Betrieben,

um ein einzigartiges Paket zu schnüren,

das die Attraktivität und die spannenden

Möglichkeiten dieses Handwerksberufs

hervorhebt.

In Zeiten, in denen viele Handwerksberufe

mit Nachwuchsproblemen kämpfen,

möchte Glasurit mit der Kampagne

eine Vorreiterrolle einnehmen. Ziel ist

es, Schüler und junge Menschen für

den Beruf des Karosserie- und Fahrzeuglackierers

zu begeistern. Durch direkte

Kooperationen mit Bildungseinrichtungen

und Handwerkskammern

wird ein nachhaltiger Austausch ermöglicht,

der sowohl die praktischen als

auch die kreativen Aspekte des Berufs

beleuchtet.

Das geplante Paket wird kleine Schulungen,

Workshops und Info-Veranstaltungen

umfassen, die darauf abzielen,

den Schülern und jungen Erwachsenen

die vielseitigen Karrierechancen in der

Branche näherzubringen. In diesen Ver-

FML 5/2025 17


AUSBILDUNG

anstaltungen werden nicht nur die technischen

Fähigkeiten vermittelt, sondern

auch die kreativen Möglichkeiten, die

dieser Beruf bietet. Denn das Lackieren

von Fahrzeugen ist weit mehr als nur

ein Handwerk – es ist eine Kunstform,

die Präzision, technische Kenntnisse

und vor allem Kreativität und Spaß miteinander

vereint.

„Wir sind uns der Bedeutung einer starken

Nachwuchsförderung bewusst und

möchten durch unsere Initiative das Interesse

am Beruf des Karosserie- und

Fahrzeuglackierers wecken“, sagt Antje

Strohmeier, mitverantwortlich für das

ColorMotion Netzwerk bei BASF Coatings

in Münster. „Mit der Marke Glasurit

haben wir ein starkes Fundament,

um Schulen und Betriebe dabei zu unterstützen,

die Faszination und Vielfalt

dieses Berufes zu vermitteln.“

„Diese Initiative ist nicht nur ein Gewinn

für die jungen Talente, sondern

auch für die gesamte Branche, die auf

gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen

ist. Durch die Zusammenarbeit mit

Schulen, Handwerkskammern und Betrieben

wird sichergestellt, dass die vermittelten

Inhalte praxisnah und relevant

sind“ resümiert Dennis Friedag,

Leiter des ColorMotion Netzwerks.

BASF Coatings Münster und Glasurit

laden interessierte Schulen, Betriebe

und Handwerkskammern ein, sich an

dieser Initiative zu beteiligen und gemeinsam

das Handwerk des Karosserie-

und Fahrzeuglackierers in der Öffentlichkeit

sichtbarer zu machen. ☐

18 FML 5/2025


SERIENLACKIERUNG

Qualitätssicherung am Ende

der Lackiererei

Fotos: AUDI

Neckarsulm

Effiziente und nachhaltige

Produktion

Mit der neuen Audi A5 Familie

fahren in Neckarsulm die

ersten Modelle auf Basis der

Premium Platform Combustion

(PPC) mit teilelektrifizierten

Antrieben und neuer

Elektronikarchitektur vom

Band.

Die Produktion der Fahrzeuge richten

die Vier Ringe konsequent auf Nachhaltigkeit

aus. Das Ziel: Gemäß der

Produktionsstrategie...360factory werden

in diesem Jahr sämtliche Modelle

am Standort Neckarsulm bilanziell

CO2-neutral gefertigt. Dazu setzt Audi

auf effizientere Produktionslinien, einen

höheren Automatisierungsgrad und

innovative Technologien. Die erneuerte

Lackiererei gehört ab 2025 zu den modernsten

der Automobilbranche.

Mit dem Produktionsstart des neuen

Audi A5 hat in Neckarsulm die größte

Anlaufphase der Werkgeschichte begonnen.

„Dank der langjährigen Erfahrung

in der Fertigung von Fahrzeugen

mit Verbrennungsmotor und der Expertise

in komplexen Anläufen bringt das

Neckarsulmer Team optimale Voraussetzungen

mit“, sagt Produktionsvorstand

Gerd Walker. Fred Schulze,

Werkleiter Audi Neckarsulm ergänzt:

„Für die neue Audi A5 Familie hat sich

die Neckarsulmer Belegschaft für neue

Anlagen und Technologien in der Produktion

weiterqualifiziert. Gleichzeitig

haben wir eine zukunftsfähige Werkinfrastruktur

für die Produktion geschaffen.“

Auch Rainer Schirmer, Betriebsratsvorsitzender

Audi Neckarsulm. Ist

sich sicher: „Wir Neckarsulmer können

Komplexität und sind flexibel. Mit die-

FML 5/2025 19


SERIENLACKIERUNG

Eine Brücke verbindet das neue Grundlack-Gebäude mit dem Decklack.

sen Fähigkeiten werden wir zum Erfolg

des Audi A5 für unseren Standort und

Audi beitragen.“

Die Vision der Vier Ringe für die Produktion

der Zukunft nimmt damit weiter

Gestalt an: um nachhaltig zu fertigen,

modernisiert, digitalisiert und

transformiert das Unternehmen seine

bestehenden Werke.

Deutlich geringerer

Energieverbrauch in

erneuerter Lackiererei

Mit ihrer Fertigstellung in diesem Jahr

wird die erneuerte Lackiererei in Neckarsulm

zu den modernsten der Automobilbranchen

zählen. Bereits für den

Anlauf des Audi A5 wurden zahlreiche

Prozesse optimiert und umweltverträgliche

Verfahren eingeführt. Während

nachhaltige Lacke auf Wasserbasis bei

Audi längst zum Standard gehören,

durchlaufen neue Modelle auch einen

neuen Lackierprozess. Dabei wird der

sogenannte Füller durch einen Vorzonenlack

ersetzt. Die bisherige separate

Trocknung des Füllers entfällt, womit

die Vier Ringe den Energieverbrauch

signifikant reduzieren: Pro Fahrzeug

lassen sich so bis zu 140 kWh einsparen.

Audi setzt in Neckarsulm auf moderne

und effektive Methoden zur Korrosionsvermeidung.

Bei der kathodischen

Tauchlackierung etwa wird die Karosserie

jetzt in einem Rotationsverfahren

kopfüber in das Becken getaucht und

gedreht. Das ist sowohl platzsparender

als auch gründlicher, da sich minimale

Luftblasenbildung und Schmutzablagerungen

vermeiden lassen.

Für die Trocknung der kathodischen

Tauchlackierung kommt ebenfalls ein

neues, energieeffizienteres Verfahren

zum Einsatz. Anstatt der bisherigen Außentrocknung

wird nun eine sogenannte

Quertrocknung durchgeführt, bei

der Luft in den Innenraum geblasen

und die Karosserie von innen heraus

aufgeheizt wird. Neben der höheren

Energieeffizienz ist der Quertrockner

zudem besser geeignet für kommende

Elektro- und Hybridfahrzeuge mit deren

Anforderungen an längere Aushärtezeiten.

Eine weitere Energieeinsparung von

rund 50 kWh pro Fahrzeug erreicht

Audi durch einen neuen Lackabscheideprozess.

Bisher wurde der Lacknebel

mit 100 Prozent Frischluft in Wasser

aufgefangen und anschließend entsorgt.

Bei der neuen Trockenabscheidung

fangen ihn stattdessen hochmoderne

Filter auf.

Die gefilterte Prozessluft kann mit diesem

Verfahren zu mehr als 90 Prozent

wiederverwendet werden. Somit entfällt

weitestgehend die energieintensive

Konditionierung von Frischluft. Gleichzeitig

wird im Gegensatz zur konventio-

20 FML 5/2025


WS-Primer.

Meistern Sie

jeden Primer

Workflow.

Nicht alle Lackierpistolen sind für

Primer geeignet.

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Effizienz und Materialeinsparungen.

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Materialeinsatz.

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SERIENLACKIERUNG

Neue Ro-Dip-Anlage in der Lackiererei

nellen Nassabscheidung gänzlich auf

den Einsatz von Frischwasser und Chemiekalien

verzichtet.

Nachhaltige Wassernutzung

in der Produktion

Audi setzt sich standortübergreifend für

einen verantwortungsbewussten Umgang

mit der wertvollen Ressource

Wasser ein: Bis 2035 will das Unternehmen

den ökologisch gewichteten Wasserverbrauch

in der Produktion halbieren.

Im vergangenen Jahr ist Audi der Alliance

for Water Stewardship (AWS) beigetreten

und hat sein Engagement für

den sparsamen und effizienten Umgang

mit Wasser damit nochmals unterstrichen.

Hoher Automatisierungsgrad

für Premiumqualität

Neckarsulm ist konzernweit der erste

Standort, der sämtliche Anbauteile im

Karosseriebau vollautomatisiert anbringt.

Audi verbessert auf diese Weise

die Passgenauigkeit der Anbauteile

und minimiert externe Einflüsse. Allein

beim hochkomplexen Kotflügelanbau

sind sieben Roboter zeitgleich im Einsatz.

Eine Weltneuheit im Karosseriebau ist

das nahezu schmauchfreie Fixieren.

Dabei werden verklebte Bauteile, wie

zum Beispiel Türen, mit kleinen Lötpunkten

fixiert, um ein Verrutschen der

Innen- und Außenteile zu verhindern.

Bisher mussten zahlreiche gelötete Fixierpunkt

gereinigt werden, da

Schmauch korrosiv ist.

Das neue Verfahren verhindert die

Schmauchanhaftung hingegen dank einer

rotierenden Gasströmung nahe

komplett. Mit der neuen Methode arbeitet

Audi mehr als doppelt so schnell

im Vergleich zu bisher eingesetzten

Techniken.

Modernste Qualitätsüberwachung

im Karosseriebau

Die Messungen zur Qualitätskontrolle

im Karosseriebau finden größtenteils

inline statt, also ohne ein Fahrzeug aus

der Linie nehmen zu müssen. An zwei

Stationen kommt eine neue Messtechnik

zum Einsatz. Dort befinden sich jeweils

vier Roboter, die mithilfe von

Messsensoren die Maßhaltigkeit der

Bauteile ermitteln. Das Messergebnis

wird anhand einer Software ausgewertet,

visualisiert und Mitarbeitenden zur

Verfügung gestellt.

Mit dieser neuen Technologie kann jedes

produzierte Fahrzeug direkt in der

Linie durchgemessen werden. Audi

steigert so die Anzahl der Messungen

deutlich und kann bei möglichen Abweichungen

schneller reagieren. Die

Qualitätskontrolle ist dank des hohen

Automatisierungsgrads zudem dauerhaft

und unterbrechungsfrei möglich. ☐

22 FML 5/2025


SCHWERPUNKT

Entscheidend

ist die Basis

HighEnd-Lackierung beginnt bei der Basisarbeit.

Füller, Grundierung, Schliff – alles vom Feinsten!

Wir zeigen die neuesten Entwicklungen.

Warum eine Füllerpistole eine

gute Wahl ist – oder zwei?

Die korrekte Verarbeitung von

Vormaterialien wie Füller oder

Grundierungen ist die Basis

für einen fachgerechten Lackaufbau.

Richtig gewählte Materialien

sind dabei das eine.

Das andere ist geeignetes

Werkzeug: Es empfiehlt sich

in jedem Fall eine spezielle

Pistole für Vormaterialien.

Grundier- und Füllermaterialien unterscheiden

sich stark in ihrem Festkörperanteil.

Da ist Flexibilität gefragt. Die

SATAjet 100 B F wurde speziell für diesen

Anwendungsbereich entwickelt.

Sie bietet verschiedene Düsengrößen

und ermöglicht eine flexible Einstellung

des Eingangsfließdrucks von 0,5

bis 2 bar (in der RP-Variante). Dadurch

kann die Lackierpistole auf verschiedene

Vormaterialien abgestimmt werden –

vor allem im Hinblick auf die optimale

Zerstäubung.

Die SATAjet 100 B F ermöglicht durch

das große Applikationsfenster bezüglich

des Eingangsfließdrucks gerade

für kleinere Reparaturstellen ein nebel-

FML 5/2025 23


SCHWERPUNKT

armes Arbeiten. So erzielen Profis eine

hervorragende Oberflächenqualität,

sparen Material und Aufwand beim

Schleifen. Auch die Reinigung gestaltet

sich einfach: Der Pistolenkörper und

der glatte Farbkanal ohne Hinterschnitte

erleichtern die Pflege.

Die genannten Vorteile sprechen klar

für eine spezielle Füllerpistole – und

gegen die Praxis, ältere Decklackpistolen

für die Füllerapplikation einzusetzen.

Denn damit ist meist die Zerstäubung

zu fein und erschwert den

Schichtaufbau beim Füllern. Eigens

größere Düsensätze anzuschaffen, lohnt

sich finanziell nicht – das Geld ist wesentlich

besser in einen Spezialisten investiert

wie die SATAjet 100 B F.

Den gibt es übrigens auch in einer Variante

mit dem Zusatz „P“. P steht für

„Polyester-Spritzspachtel“. Mit der SA-

TAjet 100 B P können Materialien verarbeitet

werden, die aufgrund ihrer hohen

Viskosität und der geringen Topfzeit

sonst eine Herausforderung darstellen

würden. Die kurzen Hörner an der Luftdüse

verhindern eine Materialanhäufung

und erhalten damit die Qualität

des Spritzstahls über eine längere Applikationsdauer.

Es gilt eben bei Vorarbeiten wie beim

Lackieren, beim Anwender wie beim

Werkzeug: Soll es gut werden, muss der

Spezialist ran.

Optima Liquid Gold

Die Entwicklung einer neuen

Generation von Wasserbasislacken

wird den Karosseriebetrieben

die perfekte Kombination

aus Produktivität und

Nachhaltigkeit bieten

Die Bodyshop-Teams sind ständig auf

der Suche nach neuen Wegen, um die

Produktivität zu steigern und neue Produkte,

Prozesse und digitale Technologien

zu erforschen, die ihnen helfen

können, profitabler zu werden. Dieselben

Teams streben auch danach, nachhaltiger

zu werden, in einem Umfeld, in

dem Nachhaltigkeit schnell zu einem

wesentlichen Bestandteil des Geschäftslebens

wird.

Bisher bestand die Herausforderung

darin, dass diese beiden „Bedürfnisse“

eher miteinander konkurrierten als ein-

24 FML 5/2025


SCHWERPUNKT

ander zu ergänzen, und dass das eine

dem anderen geopfert wurde. Die Produktentwicklung

und insbesondere die

Fokussierung auf eine neue Generation

von wasserbasierten Technologien und

Nass-in-Nass-Systemen helfen jetzt den

Karosseriebetrieben, eine höhere Produktivität

zu erreichen und einen neuen

Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Die Entwicklung

wasserbasierter Systeme

Wasserbasierte Beschichtungen haben

sich in den letzten Jahrzehnten als Reaktion

auf neue Denk- und Arbeitsweisen

entwickelt. Viele der ersten wasserbasierten

Lacke, die für die Fahrzeug -

reparatur eingesetzt wurden, waren die

gleichen Lacke, die von den OEMs in

ihren Produktionslinien verwendet wurden.

Das OEM-Umfeld unterscheidet

sich jedoch stark von dem einer Karosseriewerkstatt,

was zu einem ersten

Schritt führte: AkzoNobel entwickelte

maßgeschneiderte Produkte speziell

für die Fahrzeugreparatur.

In den 1990er Jahren erfolgte der

nächs te Schritt mit der ersten Generation

wasserbasierter Lacke. Der Grund

dafür war einfach: Es sollte eine Produktreihe

geschaffen werden, die die

Umwelt weniger belastet und die von

den Karosseriewerkstätten geforderten

Produktivitätssteigerungen ermöglicht.

Mit der Weiterentwicklung kamen

noch größere Innovationen, um die Produktfarbe,

die Deckkraft und die Produktivität

zu verbessern.

Der Markteintritt von AkzoNobel – Sikkens

Autowave – erfolgte 1994 zunächst

in Großbritannien und den Niederlanden

und wurde später auf einen breiteren

europäischen Kundenstamm ausgeweitet.

Es produzierte weniger flüchtige

organische Verbindungen (VOC), schuf

ein gesünderes Arbeitsumfeld und trug

durch schnellere Applikation und Farbanpassung

zur Produktivitätssteigerung

bei.

Rob Lagendijk, Director Product Management und Commercial Marketing,

Automotive and Specialty Coatings

Schrittweise Verbesserungen

In Zusammenarbeit mit den Kunden –

den Anwendern der Produkte – konnten

wir die Produktentwicklung weiter

vorantreiben und mehrere innovative

Verbesserungen erzielen. Neue Metallics

wurden eingeführt und die Basislackierung

vereinfacht, die Deckkraft

verbessert und neue Farben hinzugefügt,

darunter eine dreistufige Perlmuttfarbe,

die zuvor nicht erhältlich war.

Farbe war schon immer eine Kernkompetenz

von AkzoNobel, und das Unternehmen

war eines der ersten, das seinen

Kunden Mischmaschinen anbot,

mit denen sie Farben selbst mischen

konnten. Um sie zu unterstützen, hat

AkzoNobel seine eigene Cloud-basierte

Farbrecherchesoftware MIXIT entwickelt,

mit der neue Farbrezepturen

sofort hochgeladen werden können

und Kunden sofortigen Online-Zugriff

auf mehr als zwei Millionen Farbrezepturen

und Farbvarianten erhalten, wobei

regelmäßig neue Farben hinzugefügt

werden. Heute setzt unsere Farbforschung

und -entwicklung KI-Technologie

ein, um die Entwicklung neuer

Farbrezepturen für Vollton- und Effektfarben

zu verbessern und unseren Kunden

eine noch bessere Farbübereinstimmung

zu bieten.

Die Einführung des ersten Nass-in-Nass-

Basislacks auf dem Markt für Fahrzeug -

reparaturlacke war eine weitere bedeutende

Entwicklung für die Branche. Die

Technologie versprach zwar viel in Bezug

auf Produktivitätssteigerung, blieb

aber hinter der Qualität zurück und erwies

sich als schwierig zu handhaben.

Während AkzoNobel als Unternehmen

eine eigene Nass-in-Nass-Lösung entwickeln

wollte, war die Technologie zu

diesem Zeitpunkt einfach noch nicht

verfügbar, und wir hielten das Opfer

für qualitätsorientierte Karosseriewerkstätten

für zu groß.

Unsere Forschungs- und Entwicklungsteams

entwickeln neue Wasserbasislacke,

die das Potenzial haben, weiter zu

gehen, als wir es uns ursprünglich vorgestellt

haben. Kurz gesagt, ein Game

Changer auf mehreren Ebenen. Wie ist

es dazu gekommen?

Die Nass-in-Nass-

Basislackinnovation

Die Entwicklung eines neuen Nass-in-

Nass-Basislacks mit den gewünschten

Leistungsmerkmalen beginnt mit dem

Verständnis der Eigenschaften, die ein

solcher Basislack haben muss. Das wiederum

bedeutet, kundenorientiert zu

sein und zu verstehen, was der Kunde

wirklich will.

Innerhalb unserer eigenen Organisation

haben wir mehr als 400 Forscher

und Wissenschaftler in Sassenheim und

Bangalore mit der Entwicklung neuer

Produkte beauftragt. Unsere Labore

sind in eine Forschungs- und eine Ent-

FML 5/2025 25


SCHWERPUNKT

wicklungsabteilung aufgeteilt. Im Rahmen

der Forschung erforschen und vergleichen

unsere Wissenschaftler verschiedene

Beschichtungen. Wir entwickeln

unsere eigenen, nachhaltigen

Harze im eigenen Haus und erforschen

neue Konzepte mit verschiedenen Bausteinen

und arbeiten mit einigen ausgewählten

Lieferanten zusammen. Beim

Nass-in-Nass-Verfahren zum Beispiel

besteht die größte Herausforderung

darin, durch ein perfektes Gleichgewicht

zwischen Durchfluss und Robustheit

der Beschichtung eine ausreichende

Kontrolle für die Sprühvorrichtung

zu gewährleisten.

Während „Forschung“ per Definition

experimentell ist, hat die Entwicklungsabteilung

einen strukturierteren Prozess,

bei dem Prototypen gebaut werden,

die wir einer Reihe strenger Tests

unterziehen (z. B. um zu sehen, wie sie

unter verschiedenen extremen Wetterbedingungen

funktionieren, stimuliert

durch heiße und kalte Temperaturen,

UV-Licht und Wasser) und Tests mit unseren

Kunden durchführen.

Der vielleicht schwierigste Teil des Prozesses

ist die Farbentwicklung, wobei

zu berücksichtigen ist, dass die Bereitstellung

einer vollständigen Farbtondatenbank

bedeutet, dass wir unseren

Kunden für jede Fahrzeugfarbe die

passenden Farbformeln zur Verfügung

stellen und in der Lage sein müssen,

diese Datenbank regelmäßig zu aktualisieren,

wenn neue Fahrzeugfarben entwickelt

werden.

Der Prozess ist mit erheblichem Aufwand

verbunden. Die Entwicklung einer

neuen Beschichtung kann fünf Jahre

oder länger dauern, und im Fall unserer

neuen Nass-in-Nass-Lösung ist die

Entwicklungsarbeit kontinuierlich und

fortlaufend.

Sie werden wissen, wann sie erreicht

haben, was sie sich vorgenommen haben,

wenn sie drei Schlüsselphasen erfolgreich

abgeschlossen haben: In der

ersten Phase werden die theoretischen

Grundlagen gelegt. Die Chemie muss

funktionieren und sie müssen nachgewiesen

haben, dass das, was sie entwickelt

haben, besser ist als das, was zuvor

entwickelt wurde. Der zweite

Schritt ist die interne Überprüfung, die

Validierung der wissenschaftlichen

Theorie und die Überprüfung der Robustheit

des Produkts, um sicherzustellen,

dass es in der realen Welt immer

noch funktioniert. Der dritte Schritt ist

die Validierung beim Kunden und die

notwendige Investition in die Farbtondatenbank.

Optimale Qualität

und Leistung

Mit unserem neuen Nass-in-Nass-Basislack

haben wir ein Produkt entwickelt,

das Karosseriewerkstätten die perfekte

Kombination aus Qualität und Leistung

bietet und die Produktivität optimiert.

Das Feedback unserer Testmarktkunden

bestätigt, dass dieses Produkt die

Leistung bereits verfügbarer Systeme

übertrifft. Es ist sehr einfach zu verarbeiten,

spart wertvolle Zeit im Reparaturprozess

und bietet eine verbesserte

Systemleistung mit unserer bestehenden

Klarlackfamilie.

Die fortschrittliche Technologie der

neuen Generation sorgt nicht nur für

eine zuverlässige Farbübereinstimmung,

sondern erzeugt auch lebendige

und langlebige Farben, die durch unseren

digitalen Farbprozess unterstützt

werden.

26 FML 5/2025


SCHWERPUNKT

Für Karosseriebetriebe, die bereits mit

dem Nass-in-Nass-Verfahren vertraut

sind, ist unser neues System eine einfache

Umstellung. Für diejenigen, die

noch keine Erfahrung mit der Nass-in-

Nass-Anwendung haben, ist dies die

perfekte Gelegenheit zum Wechsel, mit

dem zusätzlichen Vorteil, nachhaltiger

zu sein, und durch das Angebot von

Produktschulungen werden die Lackierer

bereit sein, die Vorteile der Nass-in-

Nass-Anwendung voll auszuschöpfen.

Die Produktivitätsverbesserungen werden

allen zugutekommen, wobei vor allem

größere Karosseriebetriebe mit höherem

Durchsatz den größten Nutzen

aus der One-Stop-Applikation ziehen

werden. Durch das einmalige Durchlaufen

der Spritzkabine wird die Prozesszeit

erheblich verkürzt, ohne dass zwischen

den Schichten abgelüftet werden

muss. In internen Tests erreichte unser

globales Team von Technikern Prozesszeiten,

die Einsparungen von bis zu 50

% im Vergleich zu den konventionellen

Basislack-Applikationsdaten anzeigten.

Dies führt auch zu geringerem Energieverbrauch,

niedrigeren Kosten und geringeren

CO2-Emissionen, so dass

Nachhaltigkeit, Produktivität und Gewinn

in perfektem Einklang stehen.

Dies bedeutet eine höhere Rentabilität

der Karosseriewerkstatt.

Der neue Wasserbasislack wird 2025

offiziell auf den Markt kommen und

schließlich Teil eines kompletten Reparaturlacksystems

sein. Passend zum

Produktportfolio unserer weltweit bekannten

Premium-Marken Sikkens und

Lesonal haben wir verschiedene Nassin-Nass-Basislacke

entwickelt und optimiert.

Diese Basislacke werden durch unsere

Farb- und Digitallösungen ergänzt: MI-

XIT bietet nahtlosen Zugang zu allen

neuen Farbrezepturen; die vollautomatische

Mischanlage ColorMatchic (in

ausgewählten Märkten in EMEA erhältlich)

kann die neuen Basislacke für diejenigen

aufnehmen, die sich auf weitere

Automatisierung konzentrieren; und unsere

Software Refinish+ hilft Kunden,

einen besseren Einblick in ihre eigenen

Prozesse zu erhalten.

Es ist jedoch nur ein Teil eines viel breiteren

Portfolios von Produkten und

Dienstleistungen, die den Kunden helfen,

ihre Produktivität zu steigern und

gleichzeitig einen nachhaltigeren Reparaturprozess

zu schaffen.

Der neue Basislack wird im Laufe des

Jahres 2025 in ausgewählten Märkten

in Europa, Nordamerika und Australien

eingeführt.

FML 5/2025 27


SCHWERPUNKT

Rasante Trocknung:

Air-Dry Primer von PPG

Zeit und Energie sparen und

den Instandsetzungsprozess

optimieren – mit dem neuen

Air-Dry Primer DP7000 von

PPG ist ein Zusatzplus an

Profitabilität jetzt auch beim

Füllern möglich. Das liegt

daran, dass das Trocknungswunder

des Lackherstellers

absolut energieeffizient ist –

der neue Füller trocknet nämlich

im Handumdrehen an der

Luft und macht eine kostenintensive

forcierte Trocknung

damit überflüssig.

Einfach zu verarbeiten, dazu zeit- und

energiesparend sowie qualitativ absolut

hochwertig: „Die Rentabilität der Reparaturinstandsetzung

erhöhen und

gleichzeitig perfekte Applikationsresultate

erzielen, die den Endkunden begeistern,

das wünschen sich viele unserer

Partnerbetriebe“, sagt Sven Neumann,

Produktmanager DACH PPG.

„Daneben stehen Aspekte wie Umweltschutz

und Nachhaltigkeit bei Endkunden

hoch im Kurs, ist die Frage des

ökologischen Fußabdrucks auch für

Karosserie- und Lackierbetriebe heute

relevant. Die Reduzierung der CO2-

Emissionen ist hier nur ein Beispiel.

Deswegen legen wir bei PPG zum einen

großen Wert darauf, dass alle unsere

Produkte höchste Qualität und Effizienz

mitbringen sowie optimal auf

eine wirtschaftliche und qualitativ

hochwertige Beschichtung ausgerichtet

sind.

Zum anderen achten wir bereits bei der

Produktentwicklung auf Umweltfreundlichkeit,

CO2-Minimierung und Ressourcenschonung,

wie etwa beim neuen

lufttrocknenden Füller DP7000.“

Trocknen ohne Ofen –

das spart Zeit und Kosten

Der ist Teil des Sustainability

CO2NCEPTS von PPG und kann, was

andere nicht können: Air-Dry Primer

DP7000 trocknet bei 20 °C in 30 Minuten

an der Luft, ganz ohne forcierte Kabinentrocknung.

„Das reduziert den

Energieverbrauch, was Umwelt und

Kalkulation gleichermaßen freut.

Gleichzeitig wird der Durchsatz in den

Lackierbetrieben erhöht und der

Füllerprozess im Ganzen optimiert“, erklärt

Sven Neumann.

Und wenn es doch einmal schneller gehen

muss, kann DP7000 naturlich auch

forciert getrocknet werden, beispielsweise

in fünf bis zehn Minuten bei 60

°C Ofentrocknung. Klar, dass DP7000

auch per Infrarot getrocknet werden

kann, bei 50 Prozent Strahlerleistung

benötigt dies fünf Minuten. Aber was

28 FML 5/2025


SCHWERPUNKT

Für alle Fälle vorbereitet

mit DP7000

Selbstverständlich steht DP7000 in allen

drei Graustufen zur Verfügung, sodass

der Karosserie- und Lackierbetrieb

optimal auf jedwede Oberflächenbeschichtung

vorbereitet ist. Zum neuen

Füllersystem Air-Dry Primer gehören

ein Härter sowie zwei Verdünner für

Standard- und hohe Temperaturen, die

im einfachen Mischungsverhältnis von

3:1:0,5 zugesetzt werden. Dass DP7000

einfach zu applizieren ist und eine sehr

gute Schleifbarkeit mitbringt, versteht

sich von selbst.

Sven Neumann, Produktmanager DACH PPG

tun bei niedriger oder hoher Luftfeuchtigkeit?

Trocknet Air-Dry Primer auch

dann in absehbarer Zeit, so ganz ohne

Trockenofen? Aber selbstverständlich:

Weil DP7000 auf Acryltechnologie fußt,

ist die Lufttrocknung unabhängig von

der Luftfeuchtigkeit sichergestellt. Sven

Neumann: „Air-Dry Primer DP7000

steht für eine schnelle, energieeffiziente

Trocknung, sorgt so für weniger Energieverbrauch

und weniger CO2-Emissionen

– eine Win-Win-Situation fur Klima

und Werkstatt.“

Durchsatz nochmals positiv beeinflussen“,

erläutert Sven Neumann. „Zusätzlich

sind die Mitarbeiter zeitlich viel

kürzer gebunden, sodass mehr Arbeitsressourcen

für weitere Arbeitsschritte

zur Verfügung stehen – was letztlich

weitere Zeitersparnisse mit sich bringt.“

So optimieren Betriebe

die Instandsetzung

„Werkstätten, die mit DP7000 arbeiten,

sorgen für ein Optimierungsplus in Sachen

Zeit- und Energieersparnis. Das

wirkt sich nicht nur positiv auf das Betriebsportemonnaie

aus: Das Füllersystem

Air-Dry Primer senkt zusätzlich die

CO2-Emissonen des Karosserie- und

Lackierbetriebes um bis zu 40 Prozent

– ein echter Pluspunkt in Sachen Nachhaltigkeit

und Umweltschutz. Setzen

Sie dann noch den lufttrocknenden Air-

Dry Klarlack D8177 Rapid Performance

ein, optimieren Sie die Prozessabläufe

in Ihrem Betrieb zusätzlich,

senken Zeitverbräuche sowie Energiekosten“,

so Sven Neumann. „Rasante

Trocknung, sehr gute Applikationsergebnisse,

mehr Effizienz und Nachhaltigkeit

Ihrer Werkstattprozesse – probieren

Sie es aus!“

Flott voran: Nass-in-Nass-

Applikation ohne Ablüften

Eine weitere Besonderheit des Trocknungssprinters

unter den Füllern und

ein echtes Highlight ist der Wegfall der

Ablüftzeiten zwischen dem zweiten und

dritten Spritzgang. Konkret heißt das:

Nach einem leichten ersten Spritzgang

gefolgt von einer kurzen Ablüftzeit erfolgen

die nächsten vollen Spritzgänge

direkt nacheinander, der komplette

Füllerauftrag ist also in zwei bis drei

Minuten durchgefuḧrt. „Das verkürzt

die Applikationszeiten sowie die Prozesszeit

insgesamt. Die Werkstatt spart

hierdurch wertvolle Zeit im gesamten

Instandsetzungsprozess, kann so den

FML 5/2025 29


SCHWERPUNKT

Profi-Lackierpistolen

für die Applikation

von Grundmaterialien

WS-Primer Sanding Filler

Die WS-Primer ist eine Profi-

Lackierpistole mit Schlitzdüse,

die speziell für die Applikation

von Grundmaterialien entwickelt

wurde. Verfügbar ist sie

in drei Modellen für die Anwendung

im Grundmaterialienbereich

Sanding Filler Applikation,

Nass-In-Nass Applikation

und die Applikation

von UV gehärteten Materialien.

Die WS-Primer Sanding Filler reduziert

den Zeitaufwand für das Schleifen und

senkt somit den Materialverbrauch. Der

Materialauftrag ist flach und gleichmäßig.

Mit der WS-Primer NiN erzielen Sie

ebenfalls eine flache und gleichmäßige

Oberflächenstruktur und damit OEMähnliche

Oberflächen.

Die WS-Primer UV wurde speziell für

die Applikation von UV gehärteten Materialien

(ultraviolettes Licht) entwickelt.

Sie optimiert die schnelle Aushärtung

von UV-Materialien, so dass beispielsweise

sofort mit dem Schleifvorgang

begonnen werden kann. Des Weiteren

unterstützt die WS-Primer UV die

schnelle Reaktion der UV-Technologie

und hilft makellose Ergebnisse mit minimaler

Verzögerung zu erzielen.

Mit der WS-Primer Serie erzielt der Anwender

unter Beibehaltung einer zügigen

und sicheren Lackiergeschwindigkeit

Ergebnisse von höchster Qualität,

die beeindrucken. Zeit und Geld wird

gespart, während die WS-Primer eine

erstklassige Oberflächenqualität gewährleistet.

SANDING FILLER APPLIKATION

WS-Primer Sanding Filler (schwarze

Markierung)

• flacher und gleichmäßiger Materialauftrag

• geringer Zeitaufwand für das Schleifen

• weniger Schleifmittelverbrauch

30 FML 5/2025


SCHWERPUNKT

WS-Primer Nass-in-Nass

NASS-IN-NASS APPLIKATION

WS-Primer NiN (blaue Markierung)

• flache und gleichmäßige Oberflächenstruktur,

die für den weiteren

Lackaufbau zwingend notwendig ist

• OEM-ähnliche Oberflächen

APPLIKATION VON

UV GEHÄRTETEN MATERIALIEN

WS-Primer UV (violette Markierung)

• optimiert für schnell härtende UV-

Materialien

• effizienter Einsatz von UV-Materialien

• optimierter Materialeinsatz

Detaillierte Hinweise auf einige Eigenschaften

der drei Pistolenmodelle:

FORTSCHRITTLICHE

ZERSTÄUBUNGSTECHNOLOGIE:

SPLIT NOZZLE TM

Unsere Split Nozzle TM Technologie verstärkt

die Zerstäubung, indem sie den

Luftstrom präzise durch drei Düsenschlitze

leitet. Sie erhöht die Genauigkeit

auch bei niedrigem Druck und liefert

das einzigartige Fächermuster von

Anest Iwata: flach und oval – perfekt für

makellose Aufträge.

SELBSTJUSTIERENDE NADEL-

DICHTUNGSPATRONE &

UNZERSTÖRBARER

LUFTVENTILSITZ

Wir haben die Konstruktion der Nadeldichtung

komplett überdacht. Das Ergebnis

ist eine ganz neue Konstruktion.

Ziehen Sie die Nadelpackung einfach

fest und alles andere wird automatisch

erledigt. Der Luftventilsitz selbst ist aus

einem Stück Aluminium gefertigt. Das

Ergebnis ist ein praktisch unzerstörbarer

Luftventilsitz.

KOMPAKTE ERGONOMISCHE

BAUFORM & ANGENEHME

GERÄUSCHKULISSE

Die gesamte Lackierpistole wurde mit

größter Sorgfalt auf den perfekten

Gleichgewichtspunkt ausgerichtet.

Nehmen Sie sie in die Hand und Sie

werden den Unterschied spüren. Lassen

Sie sich außerdem von der angenehmen

Geräuschkulisse überzeugen.

FML 5/2025 31


BRANCHEN NEWS

Bauch toppt Kopf

Deeskalierende Kommunikation im

Werkstattalltag

Kommunikationstrainerin Cornelia Beckmann coacht

Kfz-Betriebe für einen souveränen Umgang mit Konfliktsituationen.

Ein Kunde beschwert sich

über unerwartete Nacharbeiten

oder den Preis für eine

Reparatur? Sie müssen mit einem

Schadensteuerer Ihre

Stundensätze verhandeln? Es

gibt Konflikte im Team oder

Sie tun sich schwer, wenn

Mitarbeitende Forderungen

stellen? Im neuen Repanet

Seminar „Gekonnt deeskaliert“

zeigte Kommunikationstrainerin

Cornelia Beckmann

den Teilnehmenden,

wie sie auch in schwierigen

Situationen souverän kommunizieren.

Vor Kurzem fand in Potsdam

das praxisnahe Seminar „Gekonnt

deeskaliert“ statt, das

speziell für die Inhaber und

Mitarbeitende in K&L-Betrieben

konzipiert wurde. Kommunikationstrainerin

und Repanet

Beraterin Cornelia

Beckmann vermittelte wertvolles

Hintergrundwissen

32

und direkt anwendbare Techniken,

um schwierige Gespräche

mit Kunden, Mitarbeitern

sowie externen Interessensgruppen

wie Schadensteuerern

und Versicherungen

souverän zu meistern.

Dabei lernten die Teilnehmenden

zehn konkrete Deeskalationsstrategien

– von

der Reflexion der eigenen

Haltung bis zum „Ärgermanagement“,

mit denen sich

die häufigsten Fehler in der

Gesprächsführung verhindern

und Probleme wertschätzend

und konstruktiv lösen

lassen. In realistischen

Szenarien aus dem Werkstattalltag

konnten die Teilnehmenden

das Gelernte direkt

trainieren und vertiefen.

Training für zeitgemäßen

Kommunikationsstil

Zusätzlich gab Kommunikationstrainerin

Cornelia Beckmann

den Betrieben drei zentrale

Tipps mit auf den Weg:

„Erstens: Bauen Sie in Ihrem

Unternehmen eine Feed -

backkultur auf und schulen

Sie alle Führungskräfte zu

den Themen Gesprächskultur

und Konfliktmanagement.

Zweitens: Stellen Sie in

schwierigen Gesprächen

nicht das Problem, sondern

die Lösung in den Mittelpunkt.

Und drittens: Denken

Sie immer daran: Bauch

toppt Kopf! Die emotionale

Botschaft ist die wichtigste

und muss als erstes bearbeitet

werden. Erst danach sollten

Sie auf die Sachebene

wechseln.“

Für Margarita Debos, Axalta

Netzwerke Managerin und

Repanet Vorständin, ist die

bewusste Auseinandersetzung

mit deeskalierenden

Kommunikationstechniken

für K&L-Betriebe ein Investment

in ein erfolgreiches und

zukunftssicheres Business.

Deshalb hat sie das Portfolio

der Repanet Seminare bewusst

um das Thema Deeskalationsmanagement

erweitert.

„Eine professionelle, wertschätzende

und deeskalierende

Kommunikation reduziert

nicht nur akute Spannungen,

sondern stärkt letztlich

das Vertrauen und sichert

langfristige Beziehungen

– sowohl zu Geschäfts -

partnern als auch zu Mitarbeitenden“,

so Debos. „Mit

unserem Seminar wollen wir

die Repanet Betriebe dabei

unterstützen, einen zeitgemäßen

Kommunikationsstil zu

entwickeln, der alle Generationen

anspricht und einbezieht.“

Hoher Praxisnutzen, wertvolle

Impulse

Die praxisnahe Vermittlung

der Inhalte und der hohe

Nutzen für den Berufsalltag

konnte die Teilnehmenden

aus den Betrieben überzeugen.

„Das Seminar hat mir

wertvolle Impulse gegeben,

wie ich in schwierigen Gesprächen

ruhiger bleiben

und besser auf meine Gesprächspartner

eingehen

kann – ob Kunde oder Kollege

“, fasst Rrona Ruhani von

Repanet Mitglied Basler Lackier-

und Karosseriezentrum

in Offenburg ihre Erfahrung

zusammen. „Von Cornelia

Beckmann kann wirklich jeder

noch etwas dazulernen.

Die Inhalte wurden sehr anschaulich

vermittelt und waren

genau auf unsere Bedürfnisse

zugeschnitten. Ich kann

das Seminar uneingeschränkt

weiterempfehlen!“

Angesichts der positiven Resonanz

sind bereits weitere

Termine in Planung. Repanet

Mitglieder und die Betriebe

der anderen Axalta Netzwerke

werden rechtzeitig informiert.

FML 5/2025


NACHSCHLAG

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Sie suchen einen bestimmten Artikel in Ihrer Fachzeitschrift

FML Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer?

Ab sofort können Sie online auf unser

Hefte-Archiv zugreifen.

Sie finden hier immer sechs Monate nach Erscheinen

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Das Archiv beginnt mit dem Jahrgang 2020 und

das jeweilige Heft steht Ihnen als

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BRANCHEN NEWS

Unterstützung

Bessere Prozesse. Stärkere Betriebe

Klaus Schachner von IDENTICA Schachner in Burgoberbach

hat sich das Thema Effizienz ganz oben auf die Fahne geschrieben.

Seine Mitarbeitenden sind dabei seine wichtigsten Impulsgeber.

Effizienz ist ein entscheidender

Erfolgsfaktor für Werkstätten

– doch reibungslose

Abläufe entstehen nicht von

selbst. Mit seiner exklusiven

Lean-Management-Beratung

unterstützt IDENTICA seine

Partnerbetriebe dabei, Prozesse

kritisch zu hinterfragen,

Schwachstellen zu identifizieren

und praxisnahe Lösungen

zu entwickeln. Wie

erfolgreich dieses Konzept

sein kann, zeigt das Beispiel

von IDENTICA Schachner in

Burgoberbach.

optimal aufeinander abgestimmt

sind. Genau hier setzt

IDENTICA mit einer einzigartigen

Lean-Management-

Beratung an – ein exklusiver

Service für alle Partnerbetriebe.

Praxisnahe Beratung statt

theoretischer Modelle

Die IDENTICA Systemberater

begleiten die Betriebe direkt

im Arbeitsalltag, analysieren

Abläufe vom ersten

Kundenkontakt bis zur Fahrzeugauslieferung

und erarbeiten

in Zusammenarbeit

mit den Mitarbeitenden individuelle

Optimierungsvorschläge.

„Es geht nicht darum, bestehende

Strukturen radikal umzuwälzen,

sondern durch gezielte

Maßnahmen Zeitverluste

zu minimieren, Wege effizienter

zu gestalten und die

Kommunikation im Team zu

verbessern“, erklärt Ralf

Rupprecht. Er ist seit Jahren

für das Werkstattsys tem im

Einsatz und hat bereits viele

Mitglieder im Bereich Lean

Management beraten.

„Viele Werkstätten wissen,

dass sie effizienter arbeiten

könnten, aber im Tagesgeschäft

fehlt die Zeit, sich mit

den eigenen Prozessen intensiv

auseinanderzusetzen“, so

der Systemberater. „Wir helfen

dabei, genau hinzusehen,

Engpässe aufzudecken und

Lösungen zu entwickeln, die

sich direkt im Betrieb umsetzen

lassen.“ Entscheidend ist

dabei, dass alle Mitarbeitenden

aktiv eingebunden werden.

„Nur wenn das gesamte

Team mitzieht, lassen sich

die neuen Abläufe nachhaltig

etablieren“, sagt Rupprecht.

IDENTICA Schachner:

Lean Management als Teil

der Betriebskultur

Wie sehr sich dieser Ansatz

auszahlt, zeigt IDENTICA

Schachner in Burgoberbach.

Geschäftsführer Klaus

Schachner setzt seit Jahren

auf kontinuierliche Prozess -

optimierung. Sein Betrieb

gilt als Best Practice Beispiel

für Lean Management in der

Werkstatt. „Unser Ziel ist es,

jeden Tag ein Stück besser

zu werden“, sagt Schachner.

„Stillstand bedeutet Rückschritt.

Deshalb hinterfragen

wir regelmäßig unsere Abläu-

Effiziente Abläufe sind in modernen

Werkstätten kein

Selbstläufer. Täglich entstehen

Verzögerungen, sei es

durch unklare Prozesse, lange

Wege oder fehlende Abstimmungen.

Wer wirtschaftlich

arbeiten und gleichzeitig

die Qualität hochhalten

möchte, muss regelmäßig

hinterfragen, ob alle Abläufe

Ein Bodenmarkierungssystem schafft klare Strukturen, verkürzt Wege und sorgt für mehr

Übersicht und Sicherheit im Werkstattalltag.

34

FML 5/2025


BRANCHEN NEWS

fe und besprechen im Team,

was wir verbessern können.“

Gemeinsam mit IDENTICA

wurden konkrete Maßnahmen

umgesetzt, die den Betrieb

strukturell weiterentwickelt

haben. Neben einem

Bodenmarkierungssystem,

das klar definierte Arbeitsbereiche

schafft, führte Schachner

beispielsweise eine Magnettafel

für Verbesserungsvorschläge

ein. Mitarbeitende

konnten dort Ideen zur

Prozessoptimierung notieren,

die anschließend in Teammeetings

diskutiert und bewertet

wurden.

Mittlerweile wurde die Magnettafel

durch ein betriebseigenes

Intranet ersetzt. Dieses

digitale System ermöglicht

es den Angestellten

nicht nur, weiterhin Vorschläge

einzureichen, sondern

hält sie auch jederzeit über

den aktuellen Bearbeitungsstand

auf dem Laufenden.

Darüber hinaus dient das Intranet

als zentrale Wissensplattform:

Es enthält Video-

Tutorials, ein Organigramm,

Bedienungsanweisungen sowie

weitere relevante Informationen,

die den Arbeitsalltag

erleichtern und Abläufe

noch effizienter gestalten.

Neu ist zudem eine integrierte

E-Learning-Funktion für Sicherheitsunterweisungen

und

interne Schulungen. Mitarbeitende

können hier in ihrem

eigenen Tempo an Kursen

teilnehmen und diese mit

einem Wissenstest ab -

schließen. Dank automatischer

Erinnerungen werden

Wiederholungsfristen zuverlässig

eingehalten.

Zudem arbeitet der Betrieb

heute nahezu vollständig digital:

Alle Mitarbeitenden

sind mit Tablets ausgestattet

und greifen auf einen gemeinsamen

Datensatz zu –

das macht viele Prozesse

deutlich schlanker, schneller

und transparenter. „Ein effizientes

Arbeitsumfeld entsteht

nicht von allein – man

muss sich kontinuierlich damit

beschäftigen“, erklärt

Schachner. „Deshalb ist es so

wichtig, das gesamte Team

einzubinden. Wer täglich mit

den Prozessen arbeitet, weiß

am besten, wo es hakt.“

Einzigartiger Service für

IDENTICA Partnerbetriebe

Während klassische Unternehmensberater

oft nur eine

Momentaufnahme liefern,

geht die Lean-Management-

Beratung von IDENTICA weit

darüber hinaus. Die Sys -

temberater begleiten die Betriebe

nicht nur bei der Analyse,

sondern kehren regelmäßig

zurück, um die Umsetzung

der Maßnahmen zu prüfen

und bei Bedarf weiter anzupassen.

„Veränderungen

sind ein fortlaufender Prozess“,

sagt Margarita Debos,

IDENTICA Netzwerke-Managerin.

„Wir lassen die Betriebe

damit nicht allein, denn

unsere Systemberater stehen

langfristig als Ansprechpartner

zur Verfügung. Das gibt

es so in der Branche kein

zweites Mal.“ ☐

Anpassung

Neue Regelung für Fahrerlaubnis

Die neue Regelung ermöglicht

es Inhabern eines B-Führerscheins,

Reisemobile mit

einem zulässigen Gesamtgewicht

von bis zu 4,25 Tonnen

zu fahren. Die deutsche Caravaning-Industrie

hat sich über

Jahrzehnte hinweg für diese

Anpassung eingesetzt.

Das Europäische Parlament

und die Mitgliedsstaaten haben

sich auf eine Novellierung

der EU-Führerscheinrichtlinie

verständigt, die

eine Sonderregelung für Reisemobile

umfasst: Demnach

soll das zulässige Gesamtgewicht

für Inhaber eines B-

Foto: Caravaning In dustrie Verband e.V. (CIVD)

Führerscheins auf 4,25 Tonnen

bei Reisemobilen erhöht

werden.

Die überarbeitete Führerscheinrichtlinie

bietet die

Chance, nachhaltiges und familienfreundliches

Reisen

mit dem Reisemobil für noch

mehr Menschen zugänglich

zu machen.

Mit der Einführung des B-

Führerscheins im Jahr 1999

teilte sich in Deutschland die

stetig wachsende Zahl der

Reisemobilisten immer mehr

in zwei Klassen auf. Während

mit dem alten Führerschein

der Klasse 3 noch Reisemobile

mit einem zulässigen Gesamtgewicht

von bis zu 7,5

Tonnen bewegt werden dürfen,

ist es Besitzern des B-

Führerscheins nur erlaubt,

Reisemobile bis zu 3,5 Tonnen

zu lenken.

Die Grenze von 3,5 Tonnen

wird aus vielen Gründen

schnell erreicht: Moderne

Reisemobile sind sicherer

und umweltfreundlicher als

je zuvor. Allerdings sind sie –

nicht zuletzt aufgrund der

weitgehend durch EU-Recht

vorgeschriebenen Sicherheits-

und Umweltanforderun-

FML 5/2025 35


BRANCHEN NEWS

gen – auch schwerer geworden.

Mit dem langfris tig angestrebten

Umstieg auf alternative

Antriebe wird das

Fahrzeuggewicht in Zukunft

voraussichtlich weiter ansteigen.

Daher setzt sich der Caravaning

Industrie Verband

(CIVD) bereits seit vielen

Jahren über den europäischen

Dachverband „European

Caravan Federation“

(ECF) für eine Erweiterung

der Gewichtsgrenze des B-

Führerschein auf EU-Ebene

ein.

In Zukunft können Inhaber eines

B-Führerscheins Reisemobile

mit einem Gesamtgewicht

von bis zu 4,25 Tonnen

führen, sofern sie ein spezielles

Training oder eine Prüfung

absolvieren. Ob ein Training,

eine Prüfung oder beides

erforderlich ist, liegt im

Ermessen der einzelnen Mitgliedsstaaten.

Bei allen Fahrzeugen

mit alternativen Antrieben

entfällt eine Zusatzprüfung,

wenn der Fahrer seit

mindestens zwei Jahren im

Besitz der Fahrerlaubnis ist.

Die Novellierung der EU-

Führerscheinrichtlinie bietet

die Chance, den naturnahen,

nachhaltigen und familienfreundlichen

Urlaub mit dem

Reisemobil für Millionen von

Menschen – insbesondere für

junge und kommende Generationen

– noch leichter zugänglich

zu machen und

trägt so positiv zur Entwicklung

des Tourismus in

Deutschland und Europa bei.

Zulassungen

Rückgang verzeichnet

Im März 2025 verzeichneten

die Neuzulassungen von Personenkraftwagen

(Pkw) mit

253.497 Einheiten einen

Rückgang von 3,9 Prozent im

Vergleich zum Vorjahresmonat.

66,7 Prozent (–6,0 %) der

Neuwagen wurden gewerblich

und 33,3 Prozent (+0,5

%) privat zugelassen.

Unter den deutschen Marken

wies MAN mit einem Plus

von 22,6 Prozent den stärks -

ten Zuwachs bei vergleichsweise

geringem Gesamtvolumen

auf und erreichte einen

Neuzulassungsanteil von 0,1

Prozent. Die Volumenhersteller

VW (+5,7 %/20,1 %),

Audi (+2,4 %/6,9 %) und

Mercedes (+1,6 %/8,7 %)

konnten ebenfalls Zugewinne

erzielen, wobei VW erneut

anteilsstärkste deutsche Marke

war. Rückläufige Neuzulassungszahlen

verzeichneten

hingegen die Marken Smart

(–84,0 %/0,1 %), Opel (–26,1

%/3,8 %), MINI (–26,0 %/1,0

%), Porsche (–20,8 %/1,3 %),

Ford (–17,5 %/3,5 %) und

BMW (–2,4 %/8,2 %).

Bei den Importmarken mit

mindestens fünfstelligen Neuzulassungszahlen

legte Seat

mit +20,7 Prozent und einem

Anteil von 6,8 Prozent gegenüber

dem Vorjahresmonat am

deutlichsten zu, gefolgt von

Skoda mit +13,6 Prozent.

Skoda war zudem mit 7,3

Prozent anteilstärkste Importmarke.

Mit mehr als 5.000

Neuzulassungen konnten die

volumenstärkeren Importmarken

Renault (+45,7 %/2,4 %),

Dacia (+13,7 %/2,7 %) und

Peugeot (+12,6 %/2,4 %)

ebenfalls einen Zuwachs bei

den Neuzulassungen verbuchen.

Rückgänge verzeichneten

dagegen die Marken Fiat

(–21,6 %/2,0 %), Hyundai

(–15,5 %/3,1 %), Toyota –14,6

%/2,9 %), Volvo (–11,4 %/2,0

%) und Mazda (–5,5 %/2,1

%).

Mit einem Anteil von 33,4

Prozent waren die SUVs

(+9,0 %) erneut das stärkste

Segment, gefolgt von der

Kompaktklasse, deren Anteil

nach einem Rückgang von

16,6 Prozent 16,1 Prozent

ausmachte. Zweistellige Anteile

erreichten auch die

Kleinwagen (11,6 %/–13,5 %)

und die Geländewagen (10,4

%/–5,2 %). Die Obere Mittelklasse

(5,5 %) erzielte mit

+82,8 Prozent wiederholt die

deutlichste Steigerung, gefolgt

von den Utilities (+17,1

%/4,7 %) und den Großraum-

Vans (+10,0 %/2,1 %). Den

deutlichsten Rückgang verzeichneten

erneut die Minis

(2,0 %) mit –44,8 Prozent, gefolgt

von den Sportwagen

(–33,9 %/1,0 %) und den

Wohnmobilen (–21,4 %/3,1

%). Rückläufige Neuzulassungszahlen

zeigten sich

auch in der Mittelklasse

(–15,1 %/8,3 %), in der Oberklasse

(–9,5 %/0,6 %) sowie

bei den Mini-Vans (–0,4

%/0,8 %).

27,8 Prozent der Neuzulassungen

waren den Benzinern

zuzurechnen, deren Anzahl

im Vergleich zum Vorjahresmonat

um –29,4 Prozent abnahm.

Die Neuzulassungen

der Diesel-Pkw waren mit

–21,7 Prozent ebenfalls rückläufig,

ihr Anteil betrug 14,9

Prozent. Die alternativen Antriebe

schlossen den März

2025 dagegen mit positiven

Vorzeichen ab. Der größte

Anteil an den Neuzulassungen

entfiel auf die Kraftstoffart

Hybrid (40,0 %/+22,1 %),

darunter Plug in-Hybride

(10,5 %/+65,8 %). Die Elektro

(BEV) Pkw erreichten ein

Plus von 35,5 Prozent. Ihr Anteil

an den Neuzulassungen

betrug 16,8 Prozent. Flüssiggasbetriebene

Pkw (+1,7 %)

waren mit einem Anteil von

0,5 Prozent und erdgasangetriebene

Pkw mit 0,0 Prozent

vertreten. Für die Antriebsart

Wasserstoff wurden keine

Neuzulassungen registriert-

Der durchschnittliche CO 2 -

Ausstoß der Pkw-Neuzulassungen

sank um 11,7 Prozent

und betrug 109,8 g/km.

Im Nutzfahrzeugbereich wiesen

einzig die Kraftomnibusse

(+6,7 %) Zuwächse im Vergleich

zum Vorjahresmonat

auf. Bei allen anderen waren

Rückläufe zu verzeichnen,

welche bei den Sattelzugmaschinen

mit –25,1 Prozent am

deutlichsten ausfiel. Die Neuzulassung

der Krafträder war

mit –32,8 Prozent ebenfalls

rückläufig.

Insgesamt wurden 307.192

Kraftfahrzeuge (Kfz) (–7,9 %)

und 25.617 Kfz-Anhänger

(–1,4 %) erstmals in den Verkehr

gebracht.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt

wechselten insgesamt

664.055 Kfz (+1,7 %) und

37.529 Kfz-Anhänger (+2,1

%) die Halterin beziehungsweise

den Halter. Einzig die

Sonstigen Kfz wiesen mit

–2,5 Pro-zent einen Rückgang

auf dem Gebrauchtwagenmarkt

auf, bei allen anderen

waren Zuwächse zu verzeichnen.

36

FML 5/2025


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FML 5/2025 37


FML

Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer / Das Lackiererhandwerk

Impressum

FML

Fachzeitschrift für die Reparatur- und Neulackierung

von Autos und Nutzfahrzeugen.

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Nr. 68 vom 1. Januar 2024.

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