13.08.2025 Aufrufe

SIK-Holz Spielplatzgeschichten

Ein Buch mit 30 Geschichten zu 30 besonderen Spielplatzprojekten.

Ein Buch mit 30 Geschichten zu 30 besonderen Spielplatzprojekten.

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

SIK-Holzgestaltungs GmbH Piraten-Spielplatz 10

Spielplatz

Geschichten

Höhlen-Spielplatz 18

Schatzinsel-Spielplatz 24

Peter-Pan-Spielplatz 30

Dschungel-Spielplatz 36

Schloss-Spielplatz 42

Nibelungen-Spielplatz 48

Pippi-Langstrumpf-Spielplatz 54

Weltraum-Spielplatz 60

Goldgräber-Spielplatz 68

Bergbau-Spielplatz 74

Fabrik-Spielplatz 80

Leuchtturm-Spielplatz 86

Hafen-Spielplatz 92

Spreewald-Spielplatz 98

Reiher-Spielplatz 106

Stör-Spielplatz 112

Auerhuhn-Spielplatz 118

Flamingo-Spielplatz 124

Affen-Spielplatz 130

Fledermaus-Spielplatz 136

Kleintier-Spielplatz 142

Tintenfisch-Spielplatz 148

Mäuse-Spielplatz 154

Blüten-Spielplatz 162

Wiesen-Spielplatz 168

Urwelt-Spielplatz 174

Wald-Spielplatz 180

Baumhaus-Spielplatz 190

Regenbogen-Spielplatz 198



SIK-Holzgestaltungs GmbH

Spielplatz

Geschichten

www.sik-holz.de


02

03

26

23

10

13

05

07

24

12 08

20

30

28B

29

02

09

18

11

15

14

04 06

27

22

21

25

01

16

19


03

»Die ganze Welt ist eine

große Geschichte,

und wir spielen darin mit.«

Michael Ende

17

28A


04 Vorwort

Kinder

brauchen

Platz


Spielräume bieten Platz. Sie sollen Kindern erlauben,

sich ihrer individuellen Fähigkeiten und Stärken bewusst

zu werden und sie zu entfalten. Hier dürfen sie die Zwänge

der äußeren Welt vergessen und in ihrer Fantasie sogar

überschreiten. Im gesellschaftlichen Diskurs kann

der Spielplatz zusätzlich, neben kreativen Spiel- und

Bewegungsangeboten, auch Inhalte aufgreifen, die zum

Nachdenken anregen. Die folgenden Spielplatzprojekte

zeigen, wie vielfältig und abwechslungsreich diese Themen

sein können.

Seit 1988 gestaltet SIK-Holz ® Spielplätze, die sich

durch ihre Originalität in Design und Farbe, aber auch

durch ein Höchstmaß an gestalterischer Qualität und

solider Handwerkskunst auszeichnen. Der konsequente

Einsatz von natürlich gewachsenem Robinienholz ist

hierbei ein wichtiger ökologischer Aspekt. Darüber hinaus

werden die Formen der Natur in genormten urbanen

Lebensräumen bewahrt.

05


06 Inhalt

Abenteuerliche

Geschichten 08

Kulturhistorische

Geschichten 66

Feuer frei – Piraten in Sicht

Piraten-Spielplatz

10

Vom Suchen und Finden

Goldgräber-Spielplatz

68

Das Geheimnis der Robinsonhöhle

Höhlen-Spielplatz

18

Glück auf – der Steiger kommt

Bergbau-Spielplatz

74

Urlaub auf der Schatzinsel

Schatzinsel-Spielplatz

24

Schuhe statt Schule

Fabrik-Spielplatz

80

Komm mit nach Nimmerland

Peter-Pan-Spielplatz

30

Fietes Leuchturmträume

Leuchtturm-Spielplatz

86

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Dschungel-Spielplatz

36

Blinde Passagiere

Hafen-Spielplatz

92

Fünf Spielzimmer zu verschenken

Schloss-Spielplatz

42

Sagenhafter Spreewald

Spreewald-Spielplatz

98

Der Schatz der Nibelungen

Nibelungen-Spielplatz

48

Pippi hat Geburtstag

Pippi-Langstrumpf-Spielplatz

54

Man sieht nur mit dem Herzen gut

Weltraum-Spielplatz

60


Inhalt

07

Tierische

Geschichten 104

Naturverbundene

Geschichten 160

Der frühe Vogel

Reiher-Spielplatz

106

Klein – aber oho

Blüten-Spielplatz

162

Ungeahnte Hindernisse

Stör-Spielplatz

112

Ein Wiesenalptraum

Wiesen-Spielplatz

168

Eine Vogelhochzeit

Auerhuhn-Spielplatz

118

Zwischen zwei Welten

Urwelt-Spielplatz

174

Der andere Stierkampf

Flamingo-Spielplatz

124

Klettern macht stark

Wald-Spielplätze

180

Ein Stück Affenglück

Affen-Spielplatz

130

Ronjas Baumhauswelt

Baumhaus-Spielplatz

190

Fledermaus mit Kopfschmerzen

Fledermaus-Spielplatz

136

Auf der Mitte des Regenbogens

Regenbogen-Spielplatz

198

Ein aufregender Wohnungswechsel

Kleintier-Spielplatz

142

Haialarm am Korallenriff

Tintenfisch-Spielplatz

148

Ein Mäusetraum

Mäuse-Spielplatz

154


08 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

09

1

Abenteuerliche

Geschichten

Kinder lieben Abenteuer, aufregende Spiele mit Spannung

und einem ihrem Alter angemessenen Risiko. Sie

wollen so sein wie ihre Helden, ob Pirat, Prinz, starkes

Mädchen oder Königstochter. Im Spiel nehmen sie die

Rolle ihrer Helden ein. Sie wandern mit ihnen zwischen

Illusion und Wirklichkeit, lassen im Spiel wahr werden,

was teils erfahren, teils umgedeutet oder erfunden ist.

Diese Vorbilder helfen Kindern, sich in ihrer Welt zurecht

zu finden, ihre geistigen und motorischen Fähigkeiten zu

trainieren sowie Alltagsstress und Ängste zu verarbeiten.

Spielplätze bieten dafür einen thematischen Rahmen

und versetzen Kinder in eine andere Welt. Der Spielplatz

ist eine Bühne und die Kinder sind die Akteure. Hier

können sie ihren Helden begegnen, mit ihnen auf Abenteuerreise

gehen, ferne Länder besuchen, sich ihrem

Kampf für das Gute und gegen das Böse anschließen, gewinnen

oder mit Stolz verlieren. Im Spiel lernen sie auch

die Helden anderer Kinder kennen. Erste soziale Kontakte

werden geknüpft und Freundschaften geschlossen.


10 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

11

Feuer frei –

Piraten in Sicht

»Piraten!«, brüllte Matrose Carlos aus dem Krähennest einer spanischen

Galeone, die bis eben ruhig im Wasser vor einer Insel lag. Carlos

war selbst einmal ein rauer Pirat gewesen. Doch nach dem letzten

siegreichen Überfall auf die königliche Armada schworen

er und seine Crew dem Piratendasein ab. Hätte ihnen damals

jemand gesagt, dass sie einmal als Seefahrer und In 3.500 Jahren Menschheits-

SCHON GEWUSST?

Fischer durch ehrlichen Handel zu solchem Wohlstand geschichte gab es nur 250

Jahre Frieden. Im selben

kommen würden, sie hätten es für Seemannsgarn gehalten.

Doch genauso kam es. Erst heute waren sie von einer

Zeitraum wurden über 8.000

Friedensverträge geschlossen,

die ewig gültig sein soll-

erfolgreichen Handelsfahrt zurückgekehrt. Das Schiff

war voll beladen mit Wein, Gewürzen und edlen Stoffen. ten. Tatsächlich wurden sie

Carlos war sich sicher: Das mussten die ›echten‹ Piraten im Durchschnitt schon nach

wohl mitbekommen haben. Es lag auf der Hand – sie wollten

das Schiff entern und die teure Fracht übernehmen.

2 Jahren wieder gebrochen.

»Piraten!«, brüllte er noch einmal – diesmal etwas lauter. Mit einem

Mal war das ganze Deck voller Matrosen. Kapitän Alfonso stellte sich in

die Mitte, zog seinen Säbel und rief ihnen zu:

»Macht die Kanonen bereit und feuert aus allen Löchern, sobald

diese Schurken längsseits kommen. Wir haben das Kämpfen noch nicht

verlernt und werden sie gebührend empfangen.« Die Kanonenkugeln

flogen hin und her, bald waren alle Segel zerfetzt. Die Piraten wurden

nervös und gingen zum Totalangriff über. Mit kleinen Booten ruderten

sie auf die Galeone zu. Was nun? So schnell ließ sich das Schiff nicht

manövrieren und die Kanonen nicht nachladen. Doch dann hatte Kapitän

Alfonso die rettende Idee. Sie hatten ja einige Tonnen Krill an Bord.

Die Besatzung wusste nicht, was ihr Käpt’n damit vorhatte, aber auf sein

Kommando hin warfen sie die Krebstiere über Bord. Der Plan ging auf.

Im Handumdrehen folgten ein paar Wale diesem verlockenden Angebot.

Ihr Auf- und Abtauchen verursachte so einen starken Wellengang, dass

die kleinen Piratenboote gehörig ins Wanken gebracht wurden. Schnell

versuchten die Piraten, ihr Schiff zu erreichen und ließen sich zurück auf

das offene Meer hinaustreiben.


12 1 — Abenteuerliche Geschichten

Piraten-

Spielplatz

STANDORT

Playmobil ®

FunPark

Brandstätterstraße

2–10

DE-90513 Zirndorf

01

Von weitem schon gut

sichtbar, bilden die fast

15 m hohen Rah getakelten

Masten eine spannende

Erscheinung im Playmobil ® -

Funpark. Auf einer Fläche

von ca. 3.600 m² wurde eine

dramatische Seeschlacht

inszeniert. 2 im Wasser sich

gegenüberstehende Schiffe,

ein großes Piratenschiff

sowie ein Wrack mit geborstenen

Masten und zerfetzten

Segeln, bilden die Hauptattraktionen

des Spielbereiches.

Das große Piratenschiff

wurde 3 m tief unter

den Wasserspiegel gebaut.

Der Kielraum bietet eine

authentische Ausstattung

mit Fässern, Kanonenkugeln

und einem Gefängnis. Unterstützt

wird die ganze Inszenierung

durch Soundgeneratoren

und schummriges

Licht. An den Wänden sind

8 Bullaugen installiert, durch

die man die tropische Unterwasserwelt

beobachten

kann. Bewegungsspiel wird

in Form von Klettern, Balancieren,

Drehen und Schwingen

an fast allen Elementen

angeboten. Das Piratenhaus

und die Schiffe bieten vielfältige

Rückzugsorte und

Gelegenheiten zur Entfaltung

der Sinne. Mit Fernrohren

kann man weite

Bereiche des Playmobil ® -

Funparks entdecken. Spannend

sind der Aufstieg in die

7 m hohen Krähennester und

die Kettenbrücken-Übergänge

von einem Mast zum

anderen. Barrierefreiheit und

Inklusion spielte eine große

Rolle bei der Planung des

Spielplatzes. Rollstuhlfahrer

können sich mit einer

Floßfähre auf das Schiffswrack

ziehen oder es über

eine Stegrampe entern. Bei

der Gestaltung der authentischen

Spielelemente

wurde viel Wert darauf

gelegt, die Natürlichkeit

des Holzes zu erhalten.

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 3.600 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

LA-Büro Adler & Olesch GmbH

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Großes Piratenschiff

ca. 19,0 × 5,35 × 18,0 m (l × b × h)

Tunnelrutsche; Takelage;

Komandobrücke; Oberdeck;

Kapitänskajüte; Unterdeck; Kielraum;

diverse Ausstattungselemente;

Applikationen und Skulpturen;

Dschungelbrücke; Wackelbrücke;

und Wellensteg

2. Zerstörtes Schiff

l ca. 13,5 × 4,6 × 9,3 m (l × b × h)

Takelage; diverse Ausstattungselemente

und Applikationen;

Rollstuhlfähre; schwimmende

Wrackteile

3. Insel der Verdammten

Piratenausguck mit Mastkorb und

Strickleiter; Landungssteganlage

für Flöße; Palmen (2 Stk.);

Spritzwasserkanonen (2 Stk.)

4. Piratenversteck

›Schiffsheck‹; 2,8 × 2,85 × 3,0 m

(l × b × h); Ph = 1,8 m; Sitzbank;

Guckrohr; Sitzpoller ›Fass‹;

›Schiffsbug‹; 4,65 × 3,0 × 3,65 m

(l × b × h); Ph = 1,8 m; Aufstiegsrampe;

Rutsche; Strickleiter


1 — Abenteuerliche Geschichten

13

4

1

3

2


14 1 — Abenteuerliche Geschichten

Spanische Galeone


1 — Abenteuerliche Geschichten

15

Schiffswrack


16 1 — Abenteuerliche Geschichten

Piratenlagune

MIT WAFFEN SPIELEN?

»Spielzeugwaffen faszinieren,

weil sie in der Imagination die

eigenen Fähigkeiten potenzieren.

Gerade für Kinder, die sich oft

ohnmächtig und den Erwachsenen

unterlegen fühlen, ist das attraktiv.

Im Spiel kann man stark und

unverwundbar sein. Kinder können

dabei sehr wohl zwischen Spiel

und Realität unterscheiden. Bei

ihren Schießereien geht es nicht

darum, den Spielgefährten zu

verletzen oder zu töten, sondern

um das Erleben von Macht und

Stärke.« [Günther Gugel – Institut

für Friedensforschung Tübingen]


1 — Abenteuerliche Geschichten

17

Insel der Verdammten

NICHT VERBIETEN, ABER IM GESPRÄCH BLEIBEN

Kindern das Spiel mit Waffen zu verbieten, ist ein

vergebliches Bemühen. Die kindliche Fantasie kann

aus jedem Stock ein Gewehr machen. Ein Verbot ist

auch deshalb nicht sinnvoll, weil die Waffenfaszination

eines Kindes möglicherweise dem Bedürfnis entspringt,

schwierige Alltagserfahrungen zu verarbeiten.

Dieses Gefühl sollten Eltern nicht ignorieren. Günther

Gugel rät deshalb, keine Verbotsatmosphäre zu

erzeugen, sondern für die Gewalt sensibel zu werden,

die den Alltag in unserer Gesellschaft durchsetzt und

die Kinder täglich erfahren. Man muss mit den Kindern

im Gespräch bleiben und ihnen ein zuverlässiger

Partner sein, gerade wenn es um verborgene Ängste

und Spannungen geht.


18 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

19

Das Geheimnis

der Robinsonhöhle

Ein großer Sturm hatte das Piratenschiff zerstört. Drei Tage lang war das

Schiff mit zerbrochenem Mast auf dem Meer herumgetrieben. Die Piraten

hatten schon ein Stoßgebet zum Himmel geschickt

und die letzten Flaschen Rum ausgetrunken. So wollten SCHON GEWUSST?

sie sich ihrem Schicksal ergeben. Als sie am vierten Tag Auch heute noch agieren

aufwachten und sich bereits im Himmel wähnten, lagen Seeräuber in den gleichen

sie plötzlich am Strand einer Insel. Wo waren sie hier? Meeresengen und inselreichen

Gewässern wie vor 500

Still und vorsichtig sahen sie sich mit ihren müden Augen

Jahren. Im Piraterie-Report

um, bis Kapitän Thijs energisch rief:

für das Jahr 2019 wurden

»Drei Mann gehen mit mir, der Rest sichert das

weltweit 162 Piratenüberfälle

Wrack.« Bald erreichte der kleine Trupp einen Fluss. Der registriert. Vor allem Indonesien,

Vietnam und Nigeria

tiefblaue Himmel spiegelte sich im Wasser und Fische

schwammen darin wie kleine Silberpfeile. Überall entdeckten

die Piraten Spuren von Tieren, die darauf hindeu-

sind stark betroffene Gebiete.

teten, dass sie hier keine Not leiden müssen, denn zu jagen gab es viel.

»Lasst uns noch den Berg da drüben erkunden«, sagte Kapitän Thijs.

»Seht, wie der Regen die Bergwand ausgewaschen hat. Und da! Da

ist eine Höhle!« Der Eingang war so groß, dass man bequem hineinlaufen

konnte. Drinnen war es stockdunkel. Zu dunkel. Die Piraten beschlossen,

mit Fackeln ausgerüstet am nächsten Tag wieder zu kommen. Sie

staunten nicht schlecht, was ihnen das Fackellicht zu erkennen gab: Sie

waren offensichtlich nicht die ersten Menschen an diesem Ort. Überall

waren geheimnisvolle Zeichnungen an den Wänden. Was hatte das zu

bedeuten? Je länger sie die Malereien besahen, desto deutlicher ergab

sich das Bild: Ein aufgezeichneter Weg führte den Trupp zu einer Kiste.

Erwartungsvoll öffneten sie den Deckel. Zuoberst lag ein Brief. Der Kapitän

ließ ihn laut vorlesen: ›An die zukünftigen Bewohner von ›Neu Robinson‹,

diese Insel ist ein Paradies! Das Paradies entdeckt, wer der Natur

und allen Lebewesen mit Liebe und Toleranz begegnet.‹ Niemand sagte

ein Wort. Alle steckten die Köpfe in die Kiste, um den Schatz zu sehen.

Was sie fanden, waren Samen von essbaren Pflanzen, die man auf der

Insel anbauen konnte. Irritiert sahen sich die Piraten an. Sie waren Seeräuber,

so eine Insel muss man doch im Kampf erobern. Doch Thijs rief:

»Nein! Wir haben genug gekämpft. ›Neu Robinson‹ soll unsere neue

Heimat werden.«


20 1 — Abenteuerliche Geschichten

Höhlen-

Spielplatz

STANDORT

't Kwekkeltje

Sportlaan 14a

NL-5242 CR Rosmalen

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 660 m²

Baujahr:

2018

02

Der Spielplatz 't Kwekkeltje

im holländischen

Rosmalen wird seit 1993

von einer privaten Stiftung

betrieben. Täglich bietet er

von 10.00–19.00 Uhr vom

01.04. bis 01.11. ca. 300

Kindern auf 5.000 m² Platz

für kreative Spielerlebnisse.

Sandburgen bauen,

Wasserläufe anlegen, sich

durch einen Kletterwald bis

zu einer superschnellen

Rutsche durchkämpfen,

natürlich viele Schaukeln,

eine Seilbahn und ein verwunschener

Märchenwald

werden hier für Kinder bis zu

12 Jahren angeboten. Viele

Spielanlagen sind auch für

Besucher mit Einschränkungen

nutzbar. Der Eintritt

ist frei. Die neuste Attraktion

in 't Kwekkeltje ist eine Pirateninsel.

Rechts und links

einer Kletterhöhle wurden

die Überreste eines gestrandeten

Piratenschiffs verbaut.

Zum alten Mastkorb besteht

eine Seilverbindung. Aus

dem Mastkorb heraus hat

man eine gute Sicht, denn

über das Wasser scheinen

sich auch andere Besucher

einen Weg über Brücken

und Seile auf die Insel zu

verschaffen. Die Inselbewohner,

alles ehemalige

Piraten, thronen auf den

Pfosten des Schiffwracks

oder können in einem Sinnspiel

zu verschiedenen Figuren

verdreht werden. Ein

magischer Anziehungspunkt

in der Höhle ist eine Schatzkiste.

Sie wird von den Kindern

immer wieder unter

einem Sandberg versteckt

um anschließend erneut

ausgegraben zu werden.

Objektplanung:

Fa. Acacia Robinia / Niederlande

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Piratenschiff ›Heck‹

ca. 4,0 × 2,2 × 4,0 m (l × b × h);

Ph = 1,5–1,7 m; Steuerhaus mit

Drehspiel ›Piraten‹; Kletterstange;

Kletterwand; Sandaufzug; Skulpturen

›Papagei‹ und ›Piratenkopf‹

2. Felsenhöhle

ca. 8,0 × 4,7 × 3,5 m (l × b × h);

Skulptur ›Schatzkiste‹

3. Piratenschiff ›Bug‹

ca. 4,4 × 2,5 × 3,7 m (l × b × h);

Ph = 1,0–1,8 m; Balanciertau mit

›Anker‹; Sandspielelemente;

Skulpturen ›Papageienpärchen‹

und ›Kanone‹

4. Piratenschiff ›Mastkorb‹

Ø = 0,9 m; Ph = 1,9 m;

mit Segel und Skulptur ›Totenkopf‹;

Skulptur ›Palme‹; Kletternetz;

Balanciertau; Seilanbindung zum Bug

5. Grosses Drehspiel ›Piraten‹

6. Kleine Sandbaustelle

7. Fass mit Kletternetz

8. Skulpturen ›Kanone‹ und

›Kanonenkugeln‹

9. Balancieranlage 11-teilig


1 — Abenteuerliche Geschichten

21

1

5

2

9

6

3

8

4

7


22 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

23


24 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

25

Urlaub auf der

Schatzinsel

»Schaut mal, was ich gefunden habe!«, rief Mira begeistert und

hielt ihren Eltern aufgeregt ein Prospekt unter die Nase. Zusammen saßen

die drei seit einer halben Stunde im Reisebüro. Endlich sollte der

Sommerurlaub gebucht werden. Der Vater wollte in die Berge, die Mutter

an die See und Mira hatten sie noch gar nicht gefragt.

Sie schaute sich deshalb etwas lustlos in dem Reisebüro SCHON GEWUSST?

um, bis ihr plötzlich das Prospekt ins Auge fiel: ›Urlaub Leigh Thompson von der

auf der Schatzinsel‹. Es dauerte gar nicht lange, da waren

sich alle drei einig. Der nächste Urlaub geht auf die gement fand 1997 heraus,

Kellogg School of Mana-

Schatzinsel. Vier Wochen später war es dann schon so dass die Vorfreude das Beste

am Urlaub ist. Während der

weit. Zusammen mit einer kleinen Reisegruppe wartete

Reise sind viele Menschen

Mira ungeduldig mit ihren Eltern an einem Hafen an der

unzufrieden. Die einen sind

Ostsee auf das Schiff, das sie auf die Schatzinsel bringen enttäuscht, die anderen

sollte. Etwas ernüchtert schauten die Erwachsenen auf genervt von den Aktivitäten,

den alten Fischkutter, der in den Hafen einlief. Sie hatten wieder andere stört der

wohl ein schnelles Tragflächenboot erwartet. Man will Druck, sich unbedingt

ja die wertvolle Urlaubszeit nicht mit der Überfahrt vergeuden.

Auf der Insel angekommen, sprangen die Kinder

amüsieren zu müssen.

sofort begeistert von Bord während die Erwachsenen sich enttäuscht

umsahen. Hier sollten sie ihren kostbar angesparten Jahresurlaub verbringen?

Keine Hotels, kein Restaurant – nicht einmal eine Promenade

lud zum Flanieren ein. Stattdessen gab es nur alte Fischerhäuser und

einen kleinen Einkaufsladen. Die Erwachsenen und auch Miras Eltern

waren schlecht gelaunt. Die Kinder dagegen fanden die Insel toll. Von

morgens bis abends durchstreiften sie sie und brachten am Abend den

Eltern ihre gefundenen Schätze mit: Glitzernde Steine, duftende Blumen,

seltene Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten. Nach der ersten

Urlaubswoche mussten Miras Eltern gestehen:

»Das ist doch ein ganz wunderbarer Urlaub, ohne Auto, ohne Telefon

und ohne Stress.« Obendrein hatten sie auch viel Zeit, sich mal ausgiebig

zu bewegen, sich auszuruhen, miteinander zu reden und gemeinsam

zu spielen.

»Das ist der Schatz dieser Insel«, stellte Miras Vater am Ende des

Urlaubs fest und sie wussten, dass es noch mehr von diesen Schätzen

auf der Insel zu entdecken gibt.


26 1 — Abenteuerliche Geschichten

03

Unter dem Motto ›MeerZeit‹ am Fehmarnsund

erfolgte der Um- und Ausbau

des Seebrückenvorplatzes und der Promenade

im Ostseeheilbad Großenbrode. Nach

einem Entwurf des Büros Siller in Kiel wurde

im 1. Bauabschnitt ein großzügiges Spielareal

einer Schatzinsel nachempfunden.

Wie auf einer Schatzkarte gibt es verschiedene

Spielorte auf Hügeln und in Tälern. Die

Hügel sind mit einem rutschfesten EPDM-

Belag gesichert, die Täler mit feinem Ostseesand

angefüllt. Hohe Palmen geben dem

Spielplatz ein Südseeflair. Ein 5 m hohes

Piratenversteck thront auf einem 1,2 m

großen Hügel. Geübte Kletterer schaffen es

bis zur 3,5 m hohen Plattform. Von dort

bietet sich eine tolle Aussicht über den

Spielplatz, die Promenade und die Ostsee.

Über eine lange Tunnelrutsche geht es

zurück an den Fuß des Hügels. Ein kurzer

Anlauf und der nächste Hügel ist erreicht.

Durch ein Labyrinth aus Kletter- und Balancierelementen

gelangen die Kinder über

eine ca. 17 m lange mehrteilige Brücke auf

den nächsten Hügel. 2 überdimensionale

Schatzkisten bestimmen das Hügelpanorama.

Vor den Anhöhen erstreckt sich ein

großflächiger Sandbereich. Hier gibt es eine

mehrteilige Spielkombination für kleine

Kinder aus Kisten und Stegen. Die Stege

können als Backflächen oder zum Sitzen

genutzt werden. Dem Kleinkindbereich

zugeordnet ist eine Hängematte zwischen

2 Palmen. Größere Kinder können sich auf

der Schaukelkombination in der nächsten

Fläche in die Luft schwingen. Ein 4 m

langes Krokodil markiert die Grenze zwischen

diesen beiden Bereichen.


1 — Abenteuerliche Geschichten

27

Schatzinsel-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz Promenade

Nordlandstraße

DE-23775

Großenbrode

1

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 1.400 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

AG Merkel Ingenieur Consult –

Siller Landschaftsarchitekten, Kiel

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Piratenversteck‹

großer Spielturm Ph = 1,0–2,5 m

mit Kletterwand; Tunnelrutsche;

Balancierbrücken und Kletternetze

2. Kletter-Balancier-Anlage

16-teilig mit Kletternetzen;

Balancierbrücken und Netztunnel

3. Kletterkiste

mit schrägen Rutschstangen

4. Rutschkiste

mit Sitzbänken und Rutsche

5. Spielanlage ›Kistenversteck‹ (U3)

Kistenkombination mit Netz und

Rutsche; Sitz- und Backstegen;

Backtischen; Sitzpollern und

Balancierelementen

6. Hängematte

7. Spielskulptur ›Krokodil‹

8. Schaukelkombination

3-teilig

9. Skulptur ›Palme‹

13 Stk.; einzeln stehend

und in Spielelemente integriert

7

5

8

9

6

3

4

2


28 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

29


30 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

31

Komm mit nach

Nimmerland

Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Peter Pan. Die Vorstellung,

irgendwann einmal erwachsen zu werden, war für ihn so schlimm, dass

er von zu Hause weglief. Zusammen mit anderen ›verlorenen‹ Jungen

wohnt er seither auf der Insel Nimmerland. Von Zeit zu Zeit fliegt er

nachts nach London und besucht andere Kinder in ihren Träumen. Bei

einem dieser Besuche verliert er seinen Schatten. Als er ihn später wiederholen

will, wird er von Wendy erkannt. Sie hat Peter schon einmal in

ihren Träumen gesehen. Liebevoll näht sie ihm seinen Schatten wieder

an. Gerührt bittet Peter sie:

»Komm mit mir nach Nimmerland! Meine Jungs und ich brauchen

eine Mutter, du könntest sie sein!« Kurz muss Wendy überlegen,

doch dann stimmt sie schließlich unter einer Bedingung zu: Ihre Brüder

dürfen mitkommen. Peter bringt ihnen das Fliegen bei und auf geht’s

nach Nimmerland. Einige Zeit später landen sie auf einer Insel, die sie

bereits aus ihren Träumen kennen. Wendy ist eine tolle Mutter: Sie

kocht, wäscht und unterrichtet sogar die ›verlorenen‹

Jungen. Eines Abends sitzen sie zusammen an der Meerjungfrauen-Lagune,

als sich ihnen ein Piratenschiff nä-

Peter Pan ist auch eine

SCHON GEWUSST?

Allegorie für Infantilität, für die

hert. Es ist die Jolly Roger mit dem berüchtigten Kapitän

Weigerung, erwachsen und

Hook als Anführer. Als Peter feststellt, dass die Piraten

reif zu werden. In der Psychoanalyse

ist diese Weigerung,

Tigerlilly, das Oberhaupt der Indianer, gefangen halten,

klügelt er einen Plan aus und befreit sie damit erfolgreich.

Diesen Kampf haben die Piraten verloren. Dies soll bekannt geworden.

als Peter-Pan-Syndrom

aber nicht die letzte ungemütliche Begegnung gewesen

sein. Unermüdlich versuchen sie, Nimmerland in ihre Gewalt zu bringen.

Es dauert nicht lange, da werden Wendy, ihre Brüder und die ›verlorenen‹

Jungen verschleppt. Dass Peter Pan vergiftet wird, kann die kleine

Fee Tinkerbell gerade noch verhindern. Mit Hilfe eines Krokodils erreicht

Peter die Jolly Roger und kann seine Freunde befreien. In einem wilden

Gefecht stürzt Kapitän Hook über die Reling und wird von dem Krokodil

gefressen. Ende gut, alles gut? Fast! Das Heimweh ruft Wendy und ihre

Brüder nach all den aufregenden Abenteuern wieder zurück nach London.

Die ›verlorenen‹ Jungen werden adoptiert. Nur einer will einfach

nicht erwachsen werden: Peter fliegt zusammen mit Tinkerbell zurück

nach Nimmerland. [nach James Matthew Barrie]


32 1 — Abenteuerliche Geschichten

Peter Pan-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Rood Klooster

Rue du

Rouge-Cloîdre 5

BL-1160 Auderghem

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 2.500 m²

Baujahr:

2019

04

Das Rood Klooster

(rotes Kloster), eine

ehemalige Augustinerabtei

in der Nähe von Brüssel, ist

heute ein öffentlicher Park

am Rande des ca. 4,4 ha

großen Zoniënwaldes, ein

beliebtes Ausflugsziel für

Brüssels Einwohner. Die

3 Spielplätze am Rood

Klooster bilden zusammen

die imaginäre Welt des Peter

Pan, ein abenteuerliches

Universum. Die Spielbereiche

symbolisieren zusammen

›Nimmerland‹, die

legendäre Insel, wo man nie

erwachsen wird. Sie sind für

verschiedene Altersklassen

ausgestattet. Das ›Dorf

der verlorenen Jungen‹

teilt sich in 2 Bereiche. Der

bewegungsintensive Teil

mit einer großen 7 m hohen

Spielkombination, einer

Seilbahn und einer Dreifachschaukel

bietet großen

Kindern viele Herausforderungen.

Für kleinere Kinder

gibt es unter den Türmen

Sand- und Rollenspielangebote

sowie weitere Spielelemente

gegenüber der

großen Spielkombination.

Das ›Piratenboot‹ mit seinen

vielen Spiel- und Bewegungskreisläufen

ist für

Kinder ab ca. 6 Jahren

konzipiert und das ›Indianerdorf‹

ist ein Rückzugsort

für kleine Kinder. In der

›Meerjungfrauenlagune‹

schwimmt das legendäre

Krokodil und darum schlängelt

sich ein langer Balancierparcours,

der auch

Jugendliche und Erwachsene

herausfordert.

Objektplanung:

Fa. Robinia Int. bv / Belgien

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielkombination

›Dorf der verlorenen Jungen‹

3 Spieltürme; Ph = 1,5–4,0 m;

teilweise in den Hügel eingebaut;

Brücken; Netztunnel; Kletterwände;

2 Rutschen; Sandspiel; Küche;

Teleruf; Thron

2. Schaukelkombination

3-teilig

3. Hängematte

4. Seilbahn

5. Kleinkinderbereich

Mini-Schaukelkombi; Spielhaus mit

Sandspiel und Rutsche; Fässer;

Sitzgruppen mit Sonnensegel

6. Piratenschiff

ca. 25,0 × 9,25 × 5,0 m (l × b × h);

Ph = 1,2 – 3,0 m; Mast h ca. 8,0 m mit

Mastkorb; Ph = 2,8 m; 2 Rutschen

7. Spielkombination ›Indianerdorf‹

3 Tipis; Ph = 1,0–1,2 m

8. Balancierparcours

›Meerjungfrauenlagune‹

52-teilig

9. 2 Spielskulpturen ›Krokodil‹


1 — Abenteuerliche Geschichten

33

2

1

3

3

8

6

4

5

9

9

7

7


34 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

35


36 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

37

Probier’s mal mit

Gemütlichkeit

Das kleine Menschenkind Mogli wird im Dschungel von dem Panther

Baghira gefunden und zu seinem Schutz bei Wölfen untergebracht.

Dort wächst es glücklich als Teil des Rudels heran. Doch das Leben im

Dschungel birgt immer Überraschungen. Nicht alle meinen es gut mit

Mogli. Eines Tages kommt der böse Tiger Shir Khan in den Dschungel.

Die Wölfe reagieren sofort und beauftragen Baghira, Mogli in eine Menschensiedlung

zu bringen. Mogli findet die Idee gar nicht gut. Warum soll

er plötzlich den Dschungel verlassen? Er will nicht wahrhaben, dass er

ein Menschenkind ist und möchte hier bleiben. Unter dem Einfluss der

listigen Schlange Kaa erklärt er trotzig, nicht mehr mit Baghira weiterzuziehen

und läuft davon. Baghira, der die Verantwortung

für Mogli übernommen hat, folgt ihm von fern und freut SCHON GEWUSST?

Das Dschungelbuch umfasst

sich, als sich Mogli mit dem Bären Balu anfreundet. Balu

im Original 7 Erzählungen,

sorgt dafür, dass Mogli wieder lachen kann. Er lernt von

des britischen Autors Rudyard

ihm, wie leicht und schön das Leben im Dschungel ist.

Kipling. Der erste Band erschien

bereits 1894. In der

»Probier’s mal mit Gemütlichkeit und schmeiß die

Sorgen über Bord, denn mit Gemütlichkeit kommt auch Darstellung der Figuren und

das Glück zu dir«, erklärt ihm Balu. In diese sorglose Zeit der Betonung der Gesetze

platzt der Affenkönig Loui herein, der Mogli durch seine des Dschungels erkennt man

Affen entführen lässt. Balu und Baghira befreien ihn unter Kiplings positive Stellung zum

Kolonialismus. Trotz dieser

großen Anstrengungen und wollen ihn zu den Menschen

Kritik ist das Dschungelbuch

bringen. Mogli aber hat seine Meinung nicht geändert. Er

eines der bekanntesten und

will im Dschungel bleiben! Und schon wieder läuft er davon.

Auf seinen einsamen Wegen trifft er die Geier und der Welt.

erfolgreichsten Jugendbücher

freundet sich mit ihnen an. Wieder taucht Shir Kahn auf,

der Mogli nach dem Leben trachtet. Wie von unsichtbaren Geistern herbeigeholt,

ist plötzlich Balu zur Stelle und nimmt den Kampf mit dem

Tiger auf. Ein Gewitter kommt ihnen zugute. Durch einen Blitz werden

die umliegenden Bäume und Sträucher in Brand gesetzt. Von den Geiern

weiß Mogli, dass der Tiger nichts mehr fürchtet als das Feuer und

befestigt einen brennenden Ast an seinem Schwanz. Schnell wie ein

Komet verschwindet Shir Kahn im Dschungel. Am Ende all dieser Abenteuer

kommt Mogli dann doch in die Menschensiedlung. Verzückt folgt

er dem Gesang einer Mädchenstimme und lässt seine Freunde Baghira

und Balu zurück. [nach Rudyard Kipling]


38 1 — Abenteuerliche Geschichten

Dschungel-

Spielplatz

05

Es gibt Geschichten,

die sind zeitlos. Die

Bücher, in denen sie stehen,

werden über die Jahre

vielleicht neu illustriert,

aber die Begeisterung für

ihre Helden bleibt gleich.

Das Dschungelbuch von

Rudyard Kipling zum Beispiel

ist so eine Geschichte.

Seit über 100 Jahren lesen

es Generationen von Kindern.

Zu den bekanntesten

Erzählungen des Dschungelbuchs

gehören die Geschichten

von Mogli, einem

Findelkind, das im indischen

Dschungel aufwächst

und durch die Fürsorge

einiger Tiere gerettet wird.

Durch die vielen Abenteuer,

die Mogli im Dschungel

erlebt, wird er zum Held und

zum Freund in der Fantasie

der Kinder. Auch den Spielplatz

hat das Dschungelbuch

erobert. Bereits schon

1998 baute SIK-Holz ® in

Berlin Charlottenburg den

ersten Dschungelspielplatz.

Ein niedriger Zaun mit dem

einladenden Slogan ›Probier’s

mal …‹ und einem

hohen Eingangstor aus Palmen

mit einem schlafenden

Baghira bildet die Abgrenzung

zur Straße. Besonders

gern wird der Spielplatz von

den umliegenden Kindergärten

besucht. Die einzelnen

Spielelemente sind auf

diese Altersgruppe abgestimmt.

Die Kinder wippen,

drehen sich und schaukeln

mit Mogli, Balu, König Loui

und Shir Khan. Sie balancieren

auf der Schlange Kaa

oder klettern und rutschen

in der Dschungelspielanlage.

Überall findet sich Sand,

in dem gebuddelt werden

kann. Aufgrund der Beliebtheit

des Platzes wurde im

Wesentlichen die frühere

Bebauung übernommen.

Neu hinzugekommen sind

die vielen Kolibris. Sie geben

dem kleinen Dschungel in

der großen Stadt ein ganz

besonderes Flair.

STANDORT

Spielplatz

Eosanderstraße 7

DE-10587 Berlin

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 625 m²

Baujahr:

2018

Objektplanung:

NGA Charlottenburg, Berlin

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Zaunanlage mit Eingangstor

mit Skulptur ›Baghira‹ und Schriftzug

›Probier’s mal mit Gemütlichkeit‹

2. Wackelplatte ›Balu‹

3. Wackelplatte ›König Loui‹

4. Balancieranlage ›Schlangennest‹

mit Skulpturen ›Kaa‹ und ›Geier‹

5. Spielanlage ›Dschungel‹

12-teilig; 3 Spieltürme Ph = 1,5–2,0 m

mit Palmen-dächern und Skulpturen

›Kolibri‹ und ›Schmetterling‹ (8 Stk.);

Rutsche; Balken-, Brücken- und

Seilverbindungen; Hängematte

6. Schaukelkombination

3-teilig

7. Karussell ›Mogli‹


1 — Abenteuerliche Geschichten

39

1

2 3

5

4

6

7


40 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

41


42 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

43

Fünf Spielzimmer

zu verschenken

In einem wunderschönen Schloss wohnte einst eine Prinzessin mit ihren

Eltern, dem König und der Königin. Weil die Eltern ihr Kind über alles liebten,

erfüllten sie ihm jeden Wunsch. So trug es sich zu, dass die Prinzessin

mit jedem neuen Lebensjahr ein neues Zimmer für ihre Spielsachen

bekam. Zu ihrem sechsten Geburtstag war nun das

sechste Zimmer voller Spielsachen. Der König und die SCHON GEWUSST?

Frau Königin wunderten sich sehr, als die Königstochter Wenn Kleinkinder mit

unverhofft zu ihnen sagte:

weniger Spielzeugen in der

»In meinen Zimmern spiele ich nicht. Da ist es langweilig.«

Sie verlor ganz die Lust an ihren Spielsachen und

Umgebung ausgestattet

sind, können sie mit einem

einzigen Spielzeug längere

wurde immer trauriger. Eines schönen Spätsommertages

Zeit spielen und besser ihre

saß die Prinzessin traurig am offenen Fenster in ihrem

Kreativität entfalten. Viele

sechsten Spielzimmer, als sie plötzlich eine bezaubernde

Melodie vernahm. Woher sie nur kam? Die Prinzessin Kinder nur mit ihren 12 Lieb-

Eltern gehen davon aus, dass

durchstreifte den Schlossgarten, bis sie endlich unter lingsspielzeugen spielen.

einem Baum ein Mädchen mit einer Puppe sitzen sah.

»Für wen singst du so schön?«, fragte die Königstochter.

»Ich singe für meine Puppe«, antwortete das Mädchen.

»Und jetzt singe ich auch für dich«. Da machte das Herz der Prinzessin

einen gewaltigen Sprung. Schon am nächsten Tag sahen die beiden

sich wieder. Die Königstochter wollte dem Mädchen unbedingt das

Schloss und ihre vielen Spielsachen zeigen. Überwältigt sah es sich in

den Zimmern um und sagte schließlich:

»Ich könnte mich ja gar nicht entscheiden, womit ich spielen möchte.

So viele Spielsachen hast du. Sind denn die anderen Puppen nicht

traurig, wenn du nur mit einer spielen magst?« Die Prinzessin dachte

kurz nach. Dann nickte sie.

»Du hast recht. So viel brauche ich nicht.« Das Mädchen überlegte.

»Ich habe eine Idee. Ab morgen gehst du nur noch in dein erstes

Spielzimmer. Die Spielsachen aus den anderen Zimmern packen wir gemeinsam

in kleine Kartons und zu Weihnachten verschicken wir sie an

Kinder in Not.« So kam es, dass die Prinzessin wieder Freude an ihren

Spielsachen hatte. Und mit einer Freundin an ihrer Seite wurde es nie

wieder langweilig.


44 1 — Abenteuerliche Geschichten

Schloss-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Kurfürstenplatz 33

DE-53125 Bonn

PROJEKTINFORMATIONEN

06

In Erinnerung an Kurfürst

Clemens August I.,

dessen Jagdschloss Herzogsfreude

im nahegelegenen

Waldgebiet lag, spiegeln

die Spielgeräte auf dem

Spielplatz ›Am Hölder‹ in

Bonn-Röttgen die kurfürstliche

Vergangenheit wider.

Aber nicht nur der Kurfürst

stand Pate für den neuen

Spielplatz, auch die Röttgener

Kinder und Eltern waren

bei der Planung und Gestaltung

des Spielplatzes mit

dabei. Zentrales Element ist

eine Spielkombination mit

Schlosssilhouette über

2 Etagen mit einer Grundfläche

von ca. 10 × 13 m.

Eine Kurvenrutsche und

eine gebogene Rampe

symbolisieren einen herrschaftlichen

Auf- bzw.

Abgang zur oberen Etage.

Zwischen den Ebenen gibt

es Trennwände und weitere

Auf- und Abstiege, die

immer wieder neue Spielwege

und Spielräume eröffnen.

Auf der Rückseite des

Schlosses bietet der Balkon

einen schönen Ausblick in

den ›Schlossgarten‹, durch

welchen sich verschiedene

Balancierelemente schlängeln

und sich eine überdimensionale

Krone dreht.

Den Weg zum großen

Schloss flankieren ein

kleines Schlösschen, eine

Kutsche mit Pferd und ein

Marktstand. Hier finden

jüngere Kinder Spielmöglichkeiten

für ruhige Rollenund

Sandspiele. 2 Schaukeln

und eine Wippe ergänzen

das Spielangebot.

Größe des Platzes:

ca. 645 m²

Baujahr:

2016

Objektplanung:

Dipl. Ing Ulrike Steffen Marquardt

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Kurfürstenschloss‹

ca. 10,2 × 13,2 × 4,5 m (l × b × h);

31-teilig; viele Balancier- und

Kletterelemente; Rutsche

2. Karussell ›Krone‹

3. Wippe 2-sitzig

4. Schaukel 2-sitzig

2 Stk.

5. Kutsche mit Pferd

ca. 6,3 × 1,3 m (l × b); Ph = 0,55 m

6. Spielanlage ›Schlösschen‹ (U3)

ca. 13,0 × 8,0 × 4,5 m (l × b × h);

7-teilig; Rutsche

7. Mini-Schaukel

8. Sandspielanlage ›Marktstand‹

6-teilig

9. Steg

ca. 5,5/2,4 × 1,2 m (l × b)


1 — Abenteuerliche Geschichten

45

2

3

1

4

4

5

7

9

6

8


46 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

47


48 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

49

Der Schatz

der Nibelungen

Ein Held, ein Drache und ein Schatz. Kennst du die wohl berühmteste

Geschichte des deutschen Hochmittelalters? Siegfried ist dabei der

Held – ein edler Recke vom Niederrhein. Zumindest wächst er in Xanten

auf, das wohl damals zu den Niederlanden gehörte. Siegfried sucht

das Abenteuer. Dabei kommt er an einer Höhle vorbei, in der ein wütender

und von allen gefürchteter Drache haust. Der junge Mann erschlägt

kurzerhand das Untier und badet schließlich in seinem Blut. Das macht

ihn stark und unverwundbar. Einzig eine kleine Stelle auf seiner Schulter

wird dabei von einem Lindenblatt verdeckt und bekommt keinen Zauber

ab. Frisch gestärkt zieht Siegfried durch das Reich der Nibelungen und

trifft auf den Zwergenkönig Alberich. Der überlässt ihm

nicht nur seinen Schatz, sondern obendrein noch seinen SCHON GEWUSST?

Tarnmantel, als Belohnung für den Drachentod.

Das Nibelungenlied zählt

»Zu meinem Glück fehlt mir jetzt nur noch eine zu den bedeutendsten Beispielen

der europäischen

Braut«, denkt sich Siegfried. In Worms, am Hofe des Burgunderkönigs

Gunther, wird er endlich fündig. Kriemhild,

Heldenepik. Die UNESCO

hat im Juli 2009 die 3 wichtigsten

und vollständigsten

Gunthers Schwester, die soll es sein. Doch zu Siegfrieds

Pech versteht sich Kriemhild gar nicht mit Brünhild, Gunthers

Frau. Siegfried hat Brünhild einst mit seinem Tarngenliedes

in das Weltdoku-

Handschriften des Nibelunmantel

überlistet und sie für Gunther besiegt. Als Kriemhild

ihr das in einem neuerlichen Streit hämisch erzählt,

mentenerbe aufgenommen.

sinnt Brünhild auf Rache. Bei einem Jagdausflug soll Siegfried getötet

werden. Mit dem Mord wird Hagen von Tronje, ein wichtiger Gefolgsmann

und Ratgeber König Gunthers, beauftragt. Listig entlockt er Kriemhild

Siegfrieds verwundbare Stelle. Hinterrücks durchbohrt er ihn anschließend

mit seinem Schwert, genau dort, wo einst das Lindenblatt lag.

Auch den Schatz der Nibelungen nimmt Hagen, dem nun toten, Siegfried

ab. 144 Wagen mit Gold und Edelsteinen sollen es gewesen sein. Nur

wo sind diese Reichtümer? Kriemhild, inzwischen eine trauernde Witwe,

sann auf Rache und brachte die Mörder ihres Mannes um, bevor der Verbleib

des Schatzes geklärt war. Noch heute liegen die Edelsteine und

das Gold vermutlich irgendwo im Rhein und warten auf ihre Wiederentdeckung.

Eine tragische Geschichte, in der nicht nur viele schöne Helden

ihr Leben lassen mussten, sondern auch ein Schatz auf ungeklärte

Weise bis heute verschwand. [nach der Sage der Nibelungen]


50 1 — Abenteuerliche Geschichten

4

3

5

2

7

6

1

07

Bei der Gestaltung seiner Spielplätze

legt das Bezirksamt von Berlin Charlottenburg

großen Wert auf eine individuelle

und thematische Gestaltung dieser Orte.

Neben vielfältigen Spielanreizen sollen auch

Wissen und Werte in einem spielerischen

Kontext vermittelt werden. Worms, Xanten

und Island waren die Hauptorte, an denen

Siegfried, der Drachentöter, seine Heldentaten

in der Sage der Nibelungen vollbrachte.

Sie geben den gestalterischen Rahmen für

die einzelnen Spielstationen und sind an

ihren Wappen auf dem Spielplatz zu erkennen.

Einige Episoden aus der Nibelungensage

werden in Holzschnitten an den Seitenwänden

der Spielanlage ›Worms‹ dargestellt

und geben so einen tieferen Einblick

in diese bedeutende germanische Sage. Die

Schaukel zeigt mit einer überdimensionalen

Lanze als Schaukelbalken in die Richtung

des legendären Waldes, in dem Siegfried

den Drachen tötete und zur Belohnung den

Schatz der Nibelungen erwarb. Die Bäume

des Waldes sind mit verschiedenen Balancier-

und Hangelelementen verbunden. Der

Schatz der Nibelungen wird mit bunten Acrylscheiben

symbolisiert und lässt den Sand

darunter in bunten Farben erstrahlen. Um

das inklusive Spiel zu unterstützen, kann die

Spielanlage ›Island‹ vom Hauptweg aus mit

dem Rollstuhl befahren werden. Ein Blindenleitsystem

gibt blinden sowie sehbehinderten

Kindern eine Orientierungshilfe und

führt sie zu den einzelnen Spielelementen.


1 — Abenteuerliche Geschichten

51

Nibelungen-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Richard-Wagner-

Straße 42

DE-10585 Berlin

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 830 m²

Baujahr:

2017

Objektplanung

NGA Charlottenburg, Berlin

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Worms‹

12-teilig; Burgturm Ph = 1,2–2,9 m

mit Tunnelrutsche; Kletter- Balancierund

Hangelelemente; 5 Holzschnitte

2. Spielanlage ›Xanten‹

offenes Spielhaus mit

Sandspielelementen

3. Schaukel

2-sitzig; Schaukelbalken

als ›Lanze‹

4. Kletterwald ›Nibelungen-Schatz‹

7-teilig; mittig Nibelungenschatz

aus Acrylscheiben

5. Spielanlage ›Island‹

4-teilig mit Rollstuhl befahrbar;

Sandspielelemente

6. Federwipper ›Turnierpferd‹

2 Stk.

7. Blindenleitsystem

6-teilig mit Seilhandläufen

und Tastschildern


52 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

53


54 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

55

Pippi hat Geburtstag

Pippi Langstrumpf hat Geburtstag. Es ist nicht irgendeiner, sondern ein

besonderer Geburtstag – der 75.! Wenn solch ein aufgewecktes, inzwischen

erwachsenes Mädchen 75 Jahre alt wird, gehört das natürlich ordentlich

gefeiert. Mit Torten, Trompeten und natürlich schön bunt – und

das weltweit! Schließlich lesen Kinder in 75 Ländern der Welt ihre Geschichten.

Eigentlich sollte ihr großer Tag am 21. Mai 2020 gefeiert werden,

denn da hat auch Lindgrens Tochter Karin Geburtstag – die Zeichnerin

des unverwechselbar fröhlichen Outfits von Pippi. Die Einladungen

sind längst verschickt. Und nun das! Entsetzt liest Pippi die Meldung auf

der Titelseite ihrer Tageszeitung. Ein Virus beherrscht die ganze Welt. Corona.

Alle sollen Abstand halten. Alle Feiern wurden bis auf Weiteres abgesagt.

Enttäuscht und stirnrunzelnd legt Pippi die Zeitung beiseite und

denkt angestrengt nach. Irgendeine Möglichkeit muss es doch geben, um

die Party zu retten. Nicht einmal Tommy und Annika dürfen momentan zu

Besuch kommen, sie gehören ja auch zur Risikogruppe. Die Tage vergehen

wie im Flug und ihr Geburtstag naht. Unzählige Glückwünsche kommen

schon seit Wochen per Post angeflattert und am 21. Mai soll es eine

große Video-Live-Schaltung in die Villa Kunterbunt geben. Pippi will sich

von diesem Virus ihren Geburtstag nicht verderben lassen und schließlich

hat sie in ihrem Leben ja schon viele schwierige Situationen meistern

müssen. Also holt sie das kleine Büchlein mit ihren Lieblingssprüchen aus

der Kindheit hervor und plötzlich bleibt ihr Auge an einem Satz hängen:

»Das haben wir noch nie probiert, also geht das sicher

gut«. Warum hat sie nicht gleich daran gedacht? SCHON GEWUSST?

Ab 1968 entstehen die ersten

Natürlich! Aufgeregt ruft sie bei der Astrid Lindgren Company

an und erzählt von ihrer Idee. Man müsse erst alles

Pippi-Langstrumpf-Filme.

8.000 Kinder bewarben sich

prüfen und schauen, ob das Budget dafür reiche, aber ihr

in Schweden um die Filmrollen.

Inger Nilsson, damals

wurde versprochen, alles zu tun, um ihre Idee zu verwirklichen.

Und tatsächlich. Am Vortag zu ihrem Geburtstag 9 Jahre, bekam die Hauptrolle.

beginnen emsige Bauarbeiten in der Villa Kunterbunt.

Überglücklich betrachtet sie am nächsten Morgen das fertige Werk. Vor

ihr steht ein circa 30 Meter langer Tisch, ähnlich einem dieser riesigen

Konferenztische mit Mikrofonen aus den Nachrichten. Genug Platz für 20

ihrer mit Abstand liebsten Freunde. Für jeden Gast wird eine Pizza der

Wahl sowie ein Heidelbeer-Muffin bestellt. Die mag Pippi besonders gern.

Tatsächlich wird es eine richtig lustige Feier und mittendrin ist Pippi. Da

hat sie mal wieder gezeigt: Sie macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt.


56 1 — Abenteuerliche Geschichten

Pippi-

Langstrumpf-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Zillestraße 85

DE-10585 Berlin

08

Der Bezirk Berlin Charlottenburg

ist geprägt

durch eine dichte Bebauung

mit kleinen Höfen und

Plätzen. Einer dieser Plätze

ist der Pippi-Langstrumpf-

Spielplatz in der Gierkezeile.

Das 30 × 40 m große Areal

ist eine kleine grüne Oase.

Bereits im Jahr 2005 wurde

der Spielplatz in der heutigen

Struktur angelegt. Nach

ca. 15 Jahren wurde eine

Sanierung notwendig. Dass

die Anordnung und Ausstattung

zum größten Teil erhalten

bleiben sollte, spricht

für die gute soziale Einbindung

des Spielplatzes im

Wohnumfeld. Das zentrale

Spielhaus ›Villa Kunterbunt‹

bietet auf einer Grundfläche

von 13 × 8 m viele Möglichkeiten

für Rollenspiele. Der

innen liegende Balancier-

Rundkurs geht nicht nur

über Tische und Bänke,

sondern auch über Bett

und Herd. Über einen senkrechten

Netztunnel kann ein

ebenfalls im Innenbereich

positionierter Spielturm

erklettert werden, von dem

man einen guten Überblick

über den Spielplatz hat. Das

Spielhaus ist teilweise mit

dem Rollstuhl befahrbar.

Auf der Terrasse begrüßt

Pippi ihre Besucher, lädt sie

zu einem Kaffee ein oder

fordert sie auf, ordentlich

mit Sand und Wasser zu

matschen. Gleich neben der

Villa steht ihr Pferd Kleiner

Onkel und ihr Affe Herr

Nilsson beobachtet, wer da

wieder im Fass verschwunden

ist. Das Angebot an

Schaukelelementen wurde

für alle Altersgruppen erweitert.

Insgesamt ist durch

die Sanierung der Spielplatz

inklusiver, vielseitiger und

noch bunter geworden.

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 1.200 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

NGA Charlottenburg, Berlin

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielhaus ›Villa Kunterbunt‹

ca. 13,0 × 8,0 × 4,5 m (l × b × h)

Veranda mit Rampe; Sessel; Tisch;

Skulptur ›Pippi‹ und Wasserspielanlage

8-teilig; Spielküche; Liegenetz;

Sofa; Applikationen etc.;

umlaufende Balancier- und Kletteranlage

16-teilig; Spielturm (innen);

Aufstieg über Netztunnel; Guckrohre

2. Hängemattenkombi ›Südsee‹

3. Spielanlage ›Kunterbunt‹

17-teilig; Tunnelrutsche

4. Generationenschwinger

5. Spielskulptur ›Kleiner Onkel‹

6. Rundbank

7. Schaukel ›Pippis Freunde‹

8. Fass und Kletternetz

mit Spielskulptur ›Herr Nilsson‹

9. Wippe (bauseits)

10. Zaun mit Eingangstor

ca. 66 m


1 — Abenteuerliche Geschichten

57

2

5

1

3

4

9

6

8

7

10


58 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

59


60 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

61

Man sieht nur

mit dem Herzen gut

Ein kleiner Prinz wohnte auf einem winzigen Planeten zusammen mit

einer Rose. Er hatte sich in sie verliebt, doch die Rose war sehr eitel und

erwiderte seine Gefühle nicht. So begab er sich auf eine Reise von Planet

zu Planet, um Erfahrungen zu sammeln und Freunde zu finden. Auf dem

ersten Planeten traf er einen König, der glaubte, dass er über das ganze

Weltall herrsche und der kleine Prinz sein Untertan sei. Auf dem nächsten

Planeten lernte er einen eitlen Mann kennen, der von ihm bewundert

werden wollte. Der dritte Planet wurde von einem Säufer bewohnt. Er

trank vor Scham und wollte vergessen, dass er säuft. Auf dem vierten

Planeten begegnete der kleine Prinz einem Geschäftsmann, der glaubte,

alle Sterne zu besitzen. Der fünfte Planet hatte gerade genug Platz für

eine Straßenlaterne und einen Laternenanzünder, der diese jeden Tag

anzündete und wieder löschte. Auf dem sechsten Himmelskörper wohnte

ein Geograf, der sein Wissen mit fragwürdigen Methoden anreicherte.

Dieser gab dem kleinen Prinzen den Tipp, auf die Erde zu reisen. Aber

auch hier war es schwierig, Freunde zu finden. Eine Straße führte ihn

schließlich in einen Rosengarten mit tausenden von Rosen, die seiner

Rose glichen. Der Anblick der vielen Rosen löste im kleinen Prinzen Verzweiflung

aus. Hatte seine liebe Rose nicht behauptet, einzigartig zu

sein? Er fühlte sich belogen. In seiner Enttäuschung traf er auf einen

Fuchs. Auch der Fuchs war einsam und suchte einen

Freund. Deshalb ließ er sich vom Prinzen zähmen. Er SCHON GEWUSST?

war es, der den kleinen Prinzen in das Geheimnis von Manche Sterne, die wir sehen,

Freundschaft und Liebe einweihte:

sind längst erloschen, aber ihr

»Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche

ist für die Augen unsichtbar«, lehrte ihn der Fuchs. Weg zu uns.

Licht ist immer noch auf dem

So erkannte der kleine Prinz, dass seine Rose ihn doch

nicht belogen hatte. Sie war einzigartig, weil nur sie es war, um die er

sich auf seinem Planeten hingebungsvoll gesorgt hatte. Für sie war er

verantwortlich. Die anderen Rosen hatten für ihn keine Bedeutung. So

fasste der kleine Prinz den Entschluss, auf seinen Planeten zu seiner geliebten

Rose zurückzukehren. [nach Saint Exupéry]


62 1 — Abenteuerliche Geschichten

Weltraum-

Spielplatz

STANDORT

Freizeitpark

Ketteler Hof

Rekener Straße 234

DE-45721

Haltern am See

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 285 m²

Baujahr:

2016

09

Der Weltraum-Spielplatz

ist Teil einer 75 m

langen, 25 m breiten und

8,8 m hohen Indoorspielhalle

im Freizeitpark Kettler Hof.

In über 7 Spielbereichen wird

hier eine Weltreise thematisiert.

Von der Arktis über

Bergwelten, vom Dschungel

durch urbane Räume bis hin

ins Weltall erstrecken sich

die verschiedenen Themen.

Getrennt sind die einzelnen

Erlebniswelten durch 2,4 m

breite, beidseitig verkleidete

Holztraversen mit 4 Etagen.

So können die Kinder von

einer Erlebniswelt durch

eine dunkle Traverse in die

andere Erlebniswelt eintauchen.

Auch die Traversen

sind über die 4 Etagen mit

verschiedenen Kletter-

elementen und Spielpunkten

ausgestattet. Im Spielbereich

›Weltraum‹ gibt es

kein Unten und kein Oben.

Alles ist immer in Bewegung.

An die Traverse schließen

sich 2 Tunnelrutschen

und ein Raumschiff an.

Durch die Tunnelrutschen

gelangen die Kinder direkt

in den ›Weltraum‹. Vom

Cockpit führen Brückensysteme

in die Planeten hinein

oder über einen senkrechten

Netztunnel in das Weltall.

Hier schließt sich ein

Balancierparcours unterhalb

der Planeten an. Die Spielwege

lassen sich immer

wieder neu gestalten. Viele

Weitere Ausstattungselemente

regen zu Rollenund

Sinnspielen an.

Objektplanung:

LA Jola und Rolf Teschner, Dülmen

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Raumschiff

Ø ca. 5,7 m; h ca. 7,6 m; Ph = 3,7 m

senkrechter Netztunnel; Cockpit

mit verschiedenen Sinnspielen

2. Tunnelrutschen

h = 7,2 m (2 Stk.)

3. Planet ›Mars‹

Ø ca. 2,0 m; Podest (innen)

4. Planet ›Saturn‹

Ø ca. 2,5 m; Podest (innen) ;

Saturnring aus farbigem Kunststoff

5. Planet ›Venus‹

Ø ca. 2,5 m; Podest (innen) ;

senkrechter Netztunnel h = 3,1 m

6. Planet ›Erde‹

Ø ca. 2,0 m; Podest (innen)

7. Planet ›Jupiter‹

Ø ca. 3,0 m; Edelstahlspiegel (innen)

8. Verbindugnselemente

Netze; Seil-Netz-Brücken; Netztunnel

9. Balancierparcours

14-teilig


1 — Abenteuerliche Geschichten

63

1

1

2 3

4

5

9

8

6

7


64 1 — Abenteuerliche Geschichten


1 — Abenteuerliche Geschichten

65


66 2 — Kulturhistorische Geschichten


67

2

Kulturhistorische

Geschichten

Urbane Räume sind immer auch Zeugnisse einer Geschichte.

Reste von Stadtmauern oder alte Industriegebäude

prägen heute noch das Bild vieler Städte und

Regionen. Vielerorts sind sie nicht mehr intakt, haben

aber ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen und den Kulturraum

mitbestimmt. Für die Attraktivität einer Stadt

oder Region ist es wichtig, diese Zeugnisse zu bewahren

und in die Stadtplanung einfließen zu lassen.

Warum nicht auch den Spielplatz als einen Ort nutzen,

an dem man die Geschichte einer Stadt spielerisch

erfahren und entdecken kann? Die Auseinandersetzung

mit der Vergangenheit, Entwicklung und Kultur einer Region

verstärkt nicht nur die Identität mit dem eigenen

Wohnort, sie ist auch Impulsgeber für den Tourismus.

Gerade Familien mit Kindern suchen attraktive Orte, die

ihnen mit den Kindern gemeinsame Erlebnisse bieten. Es

lohnt sich, Spielplätze zu bauen, welche die Geschichte

oder Sagenwelt eines Kulturraumes erzählen und sie

damit zu festen Bestandteilen des regionalen Marketingkonzeptes

machen.


68 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

69

Vom Suchen und Finden

Coloma, eine kleine Stadt im Westen Amerikas, war in heller Aufregung.

Ein glücklicher Mann hatte einen Goldklumpen in einem Fluss entdeckt.

Dieser Fund machte ihn schlagartig so reich, dass er Zeit seines Lebens

nicht mehr arbeiten brauchte. Doch ließ sich diese Entdeckung leider

nicht lang geheim halten. So kam es, dass auch Joseph nach Coloma

kam, um Gold zu suchen. Vor einem Jahr noch war er Knecht auf einem

Bauernhof in den Alpen gewesen. Die Ernte der letzten Jahre war so

schlecht, dass der Bauer Joseph mit Bedauern nahelegte, sein Glück

besser woanders zu suchen.

»Doch wo findet man sein Glück?«, dachte Joseph. Da kam ihm die

Nachricht vom Goldfund in Coloma gerade recht. Zwei Monate dauerte

die Überfahrt auf einem alten Frachter. Als er schließlich

müde von der Reise an seinem Ziel ankam, traute er seinen

Augen kaum. Hunderte von Goldsuchern waren schon Levi Strauss ist der Urvater

SCHON GEWUSST?

vor ihm da und er hatte nun allerhand Mühe, überhaupt der Blue Jeans. Der in

einen Platz am Fluss zu ergattern. Dennoch fand er eine Franken geborene Händler

wanderte 1847 nach San

Stelle, an der er sein Glück versuchen wollte. Neben ihm

Francisco aus und verdiente

saß Jonny. Er war aus dem Osten Amerikas mit der Dampflok

durch das ganze Land gereist, zu Fuß über die Rocky

sein Geld mit der Fertigung

robuster Arbeitskleidung für

Mountains und durch die Wüste Nevada gewandert. Jonny Goldgräber. Auch 170 Jahre

und Joseph wurden schnell Freunde. Drei Monate arbeiteten

sie nun schon mit aufgequollenen Händen am Fluss. der Modewelt einfach nicht

später ist die Blue Jeans aus

Doch alles, was in ihren Goldpfannen hängen blieb, waren mehr wegzudenken.

ein paar Tierknochen.

»Langsam geht mir das Geld aus«, sagte Jonny eines Tages.

»Mir auch«, antwortete Joseph. Sie verbrachten den Nachmittag

damit, sich lustige Dinge auszudenken, mit denen sie schnell an Geld

kamen. Und dann hatte Joseph tatsächlich eine Idee. Er erzählte Jonny,

dass sie in seiner Heimat ihr Brot immer selbst gebacken hatten. Das war

die Idee! Das Brot in Coloma schmeckte nämlich furchtbar – bis jetzt!

Joseph und Jonny probierten lange verschiedene Zutaten, die sie hier

bekommen konnten, bis sie endlich das perfekte Rezept für ihr ›Coloma-

Bread‹ hatten. Fluffig, saftig und aromatisch war es. Das Brot schmeckte

so gut, dass von nun an alle Goldgräber zu ihnen kamen und das Brot

mit kleinen Nuggets bezahlten. Eines schönen Tages hatten sie tatsächlich

genug Nuggets für eine eigene Bäckerei zusammen – die ›Coloma

Golden Bakery‹. In Coloma konnte man wirklich das große Glück finden!


70 2 — Kulturhistorische Geschichten

2

3

1

3

5

4

10

Der Adventure Zoo ›Wildlands‹ in

Emmen/Niederlande bietet seinen

Besuchern eine spannende Weltreise von

der eiskalten Polarwelt durch heiße Savannen

und exotische Dschungellandschaften

bis hin zu alten Bauwerken längst vergangener

Epochen. In den einzelnen Bereichen

trifft man auf eine bunte Tierwelt in ihrer

natürlichen Umgebung. Dazwischen finden

die Besucher immer wieder Spielangebote,

um selbst aktiv zu werden. Der Goldgräber-

Spielplatz ist so ein Angebot. Die hohen

Türme animieren Kinder und auch Erwach-

sene bis auf die obersten Plattformen

zu klettern, die spannenden Aussichten

auf den Park zu genießen und über die

langen Tunnelrutschen wieder zurückzukehren.

An heißen Tagen ist besonders die

Goldwäsche begehrt. Ein zirkulierendes

Wassersystem pumpt das Wasser in den

Wassertank auf dem Dach des Spielturms

und leitet es über Trichter und Rinnen in

große Becken, wo es angestaut und wieder

abgelassen werden kann. Echtes Gold

wurde hier bisher noch nicht gefunden –

Kinder im Glück aber allemal.


2 — Kulturhistorische Geschichten

71

Goldgräber-

Spielplatz

STANDORT

Wildlands

Raadhuisplein 99

NL-7811 AP Emmen

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 270 m²

Baujahr:

2015/17

Objektplanung:

Fa. Acacia Robinia / Niederlande

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Goldwäsche‹

ca. 4,0 × 4,0 × 8,8 m (l × b × h);

Ph = 2,5/4,8 m; 2 Tunnelrutschen;

schräge Leiter und Netztunnel als

Aufstiege; Wassertank mit

Anschluss an Wasserspielanlage

2. Wasserspielanlage ›Goldwäsche‹

11-teilig mit Edelstahleinsätzen

3. Brücke

2 Stk.

4. Spielanlage ›Goldmine‹

ca. 12,0 × 6,0 × 9,0 m (l × b × h);

Ph = 2,0/4,0/6,0 m; Tunnelrutsche;

Sprossen und Netztunnel als

Aufstiege

5. Spielanlage ›Kleine Goldmine‹

3-teilig mit Minirutsche


72 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

73


74 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

75

Glück auf –

der Steiger kommt

Matteo freut sich. Dieses Wochenende ist Opawochenende. Opa hat immer

so viele Geschichten zu erzählen. So richtig echte Heldengeschichten

sind das. Er war nämlich früher Bergmann. Matteo liebt es, wenn Opa

Anton von seiner Zeit im Bergwerk erzählt. Für ihn war die Zeit und das

Arbeiten im Bergwerk nicht immer leicht gewesen. Er stammte nicht

aus einer Bergmannsfamilie und es dauerte einige Zeit, bis ihn die Kumpels

akzeptierten. Als junger Mann kam Opa von Italien ins Ruhrgebiet.

Eigentlich heißt er Antonio. Er hatte viele Geschwister und die Familie

war immer knapp bei Kasse. Opa träumte von einem Motorrad und wollte

schnell eigenes Geld verdienen. So machte er sich auf ins Ruhrgebiet.

Hier konnte man im Bergbau Arbeit finden. Als Opa Anton sich im Grubenbüro

vorstellte und freundlich ›Guten Tag‹ sagte, wurde er gleich wieder

mit den Worten rausgeschickt:

»Bei uns heißt das ›Glück auf‹! Wenn du das gelernt SCHON GEWUSST?

hast, kannst du wiederkommen.« Ein Grubenunglück Die meisten Zechen in

kehrte die ablehnende Stimmung schließlich um. Nach einem

schrecklichen Einsturz befreite Opa ohne zu zögern

Deutschland gab es im

Ruhrgebiet, mehr als 150.

250 Jahre lang wurde

drei Kumpels aus einem Querstollen. Diese Geschichte

dort Steinkohle gefördert.

muss er Matteo immer wieder erzählen. Schon beim Einfahren

in den Stollen hatte Opa Anton damals bemerkt, Bergleute die letzte

Am 31.12.2018 holten die

dass die Luft anders war. Irgendwo musste Gas ausgetreten

sein. Ein paar Kumpels fingen trotzdem in einem

Kohle ans Tageslicht.

Querstollen an zu arbeiten. Dann ging alles sehr schnell. Erst gab es Funken,

dann kleine Explosionen. Dadurch wurde immer wieder Kohlenstaub

aufgewirbelt, der sich neu entzündete. Durch die Explosionen fielen Gesteinsbrocken

in den Stollen. Der Eingang zum Querstollen war bereits

verschüttet. Die Kumpels darin riefen um Hilfe. Es war riskant zurückzugehen.

Opa Anton überlegte nicht lange und rannte los. Er musste sich

beeilen, denn auch im Hauptstollen wurde die Luft knapp. In letzter Minute

schaffte er es, die Kumpels aus dem Querstollen zu befreien. Oben

angekommen lagen sich dann alle in den Armen und Opa wurde gefeiert.

Jetzt war er nicht mehr ›der Spagettifresser‹. Er war ›Anton, der Kumpel‹.

»Opa, du bist echt mutig«, sagt Matteo, springt auf seinen Schoß,

gibt ihm eine sanfte Kopfnuss und verlangt schon die nächste Heldengeschichte

...


76 2 — Kulturhistorische Geschichten

Bergbau-

Spielplatz

STANDORT

11

Ein Zechturm – als

Spielgerät – erinnert

auf dem Campingplatz

Naturpott Borkenberge in

Lüdinghausen an vergangene

Zeiten dieser Region. Die

Silhouette einer Förderanlage,

einst Wahrzeichen für

harte Arbeit unter Tage,

kann hier spielerisch erobert

werden. Besonders der von

weitem sichtbare 8 m hohe

Förderturm zeigt, wie alte

und neue Traditionen einer

Region miteinander verbunden

sind. Auf einer Fläche

von ca. 11 × 6 m bietet diese

kompakte Spielanlage viele

Kletter- und Rutschmöglichkeiten.

Aufstiege über Kletterwände,

Seile und Netztunnel

eröffnen immer neue

Spiel- und Bewegungsabläufe

rund um das Spielgerät.

Befördert wird hier

nur noch Sand, der von den

Kindern in 2 Loren verladen

werden kann. Eine Besonderheit

sind die vielen

Sinnspiele innerhalb der

Spielanlage. Neben einer

Fühlstraße unterhalb des

Podestes, durch die man

sich labyrinthartig bewegen

kann, und verschiedenen

Klangspielen, sind es besonders

die farbigen Lichtspiele,

die den Besuchern

ein neues Erfahrungsfeld

eröffnen. Bei hellem Sonnenschein

ergeben sich

wunderschöne Farbspiele

durch die farbigen Acrylscheiben

im Dach und in

der Wand der Spielanlage.

So wie die Sonne wandert,

wandern auch die bunten

Schatten innerhalb und

außerhalb des Zechturms.

Ein schönes zukunftsweisendes

Bild zwischen Tradition

und Moderne.

Campingplatz

Naturpott Borkenberge

Leversum 85

DE-59348

Lüdinghausen

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 310 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

Naturpott Borkenberge,

Lüdinghausen

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Förderturm

ca. 11,0 × 6,0 × 8,0 m (l × b × h);

Podeste mit Netz- und Wackelboden

Ph = 2,3/2,5m; Fühlstraße und

Seillabyrinth unter den Podesten;

Kletterwand; Netztunnel und Leitern

als Aufstiege; Tunnelrutsche;

Rutschstange; verschiedene

Sinnspiele; Sandspielanlage

zwischen Förderturm und Lorenwagen;

farbige Acrylscheiben in

Seitenwand und Dach

2. Schaukel

2-sitzig

3. Wippe ›Grubenschaufel‹

2-sitzig

4. Wackelplatte ›Presslufthammer‹


2 — Kulturhistorische Geschichten

77

3

2

1

4


78 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

79


80 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

81

Schuhe statt

Schule

»Aufstehen, Emil«, ruft die Mutter. Emil hört das zwar, dreht sich

aber lieber noch einmal um.

»Nur noch ein bisschen ...«, flüstert er leise in sein Kissen. Emils

Morgenstart: Wasser vom Brunnen holen, denn im Haus gibt es keine

Wasserleitung. Es ist ein kleines Haus mit nur zwei Zimmern. In einem

schläft die fünfköpfige Familie, in dem anderen Zimmer wird gekocht

und gegessen. Die Mutter macht bereits Frühstück. Es gibt Brot, Tee

und Milch. Gestärkt und auch ein bisschen wacher geht Emil zur Schule,

während sein kleiner Bruder Noah und seine noch kleinere Schwester

Lale bei der Mutter zu Hause bleiben. Emil ist zehn Jahre alt. Seitdem der

Vater krank ist, arbeitet er nach der Schule in einer Schuhfabrik. Meist

verbringt er dort den ganzen Nachmittag bis 20.00 Uhr. Er muss die Sohlen

mit Latex bestreichen und sie dann an den Näher weitergeben. An den

Geruch hat er sich inzwischen gewöhnt. Am Anfang hatte er abends immer

Kopfschmerzen und konnte deshalb nicht so gut einschlafen. Eigentlich

macht es Emil stolz, dass er der Familie mit seinem verdienten Geld

helfen kann. Aber wenn er andere Kinder spielen sieht, wird er traurig. In

der Schule hat er Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen,

weil ihm vor Müdigkeit so oft die Augen zufallen. Die SCHON GEWUSST?

Weltweit müssen laut Internationaler

Arbeitsorgani-

Eltern haben deshalb beschlossen, dass er nur noch bis

zum Sommer in die Schule gehen soll. Emils Lehrer führt

sation (ILO) rund 215 Mio.

daraufhin ein besonders langes Gespräch mit den Eltern.

Kinder arbeiten. Etwa 115 Mio.

»Ich habe einen Vorschlag«, meint der Lehrer,

davon sind erheblichen

»Wie wäre es, wenn Emil nur noch am Vormittag Risiken ausgesetzt. Mit der

arbeitet und dann am Nachmittag in die Schule geht. Da Kinderrechtskonvention

kann er mit anderen Kindern gemeinsam lernen, die in der UNO ist ein wichtiger

einer ähnlichen Situation sind. Emil würde zwar nur die Schritt gegen Kinderarbeit

unternommen worden, doch

Hälfte verdienen, die andere Hälfte könnte ich aber für

mangelt es vielerorts an

Sie bei einem Kindernothilfefonds beantragen.« Dankbar

stimmen die Eltern dem Vorschlag zu. Emil kann sein

deren Durchsetzung.

J. Piepenbrink Lizenz

Glück kaum fassen. Jetzt darf er wenigstens am Sonntag CC BY-NC-ND 3.0 DE

mit den anderen Kindern Fußball spielen.

»Und vielleicht kann ich nach dem Schulabschluss sogar einen

richtigen Beruf lernen«, träumt er. Am liebsten würde Emil einmal Polizist

werden, denn Helfen ist echt sein Ding.


82 2 — Kulturhistorische Geschichten

4

3

1

2

12

Der räumlich dominante Schornstein

der Firma Aston auf dem Weinberg in

Burg wurde aufgrund seiner stadtgeschichtlichen

Bedeutung Themengeber für die

Gestaltung des Spielplatzes. Das Zonieren

der Spielfläche für verschiedene Altersgruppen

gelang durch eine Teilung der

Fläche in eine Fabrik mit geringen Höhen

sowie vielen Angeboten für Rollenspiele

und in einen hohen bekletterbaren Schornstein

für größere Kinder. Die Fabrik nimmt

Bezug auf verschiedene Phasen der Industriegeschichte,

vom Dampfkessel bis hin

zu einem modernen Fabrikgebäude. Ein

Parcours aus Rohrleitungen verbindet den

vorindustriellen Dampfkessel mit der Fabrik.

Hängematte und Sitzpodeste auf dem

Rohrleitungsparcours laden auch Erwachsene

ein, am Spiel teilzunehmen. Die Rohrleitung

ist zugleich eine Telefonanlage mit

verschiedenen Sprachstationen zwischen

Dampfkessel und Fabrik. Der Schornstein

verfügt über eine starke Außenwirkung

aufgrund seiner Höhe und Farbe. Auf unterschiedlichen

Ebenen können größere Kinder

den Turm bespielen und aus einem

sicheren Versteck einen Rundblick über

den Weinberg genießen.


2 — Kulturhistorische Geschichten

83

Fabrik-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz Weinberg

Bergstraße

DE-39288 Burg

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 120 m²

Baujahr:

2018

Objektplanung:

Relais Landschaftsarchitekten,

Berlin

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielturm ›Schornstein‹

ca. 1,6 × 1,6 × 8,0 m (l × b × h);

Ph = 2,0/3,65 m; senkrechte

Sprossenaufgänge zwischen den

Podestebenen (innen); Guckrohr

Edelstahlgittertunnel (außen)

Tunnelrutsche

2. Parcours ›Rohrsystem‹

l ca. 48 m; mit Lorenbahn;

Sprachmuscheln; Sitzpodeste;

Hängematte

3. Spielhaus ›Dampfkessel‹

Ø = 1,2 m; h = 1,5 m

mit Sitzbank und Tisch

4. Spielanlage ›Fabrik‹

Fabrikgebäude 3-teilig;

ca. 4,5 × 1,2 × 3,6 m (l × b × h)

Ph = 1,5 m; Gurtbrücke;

Kletterwand; Kletterstangen;

Sandspiel; Tresen und Sitzbank


84 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

85


86 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

87

Fietes

Leuchtturmträume

Ruhig und glatt wie eine silberne Scheibe lag es da. Mit seinem sanften

Rauschen konnte es einen in den Schlaf wiegen. Leuchtturmwärter

Fiete saß wie jeden Tag in seiner Wärterstube und blickte auf das Meer

hinaus. Seit nunmehr 40 Jahren kannte er das Treiben des Meeres und

wusste, dass die Situation sich auch ganz schnell ändern kann. Das stille

Wasser hatte schon so manches Schiff mit plötzlich aufkommenden

meterhohen Wellen überrascht. Und dann war es Fiete, der mit seinem

Leuchtfeuer den richtigen Weg in den Hafen wies und damit Leben rettete.

Heute aber sah es so aus, als bliebe das Meer ruhig. Ganz im Gegensatz

zu Fiete, der sich seit einigen Tagen fühlte, als brause ein heftiger

Sturm in ihm auf. Er konnte nicht mehr entspannt auf das Meer blicken

seit der Bürgermeister ihn letzte Woche besucht hatte und keine guten

Nachrichten mitbrachte. Der Leuchtturm soll schon im kommenden Jahr

umgebaut und das Leuchtfeuer dann automatisch betrieben werden.

»Ich solle mir keine Sorgen machen, man würde

schon eine neue Aufgabe für mich finden, hatte der Bürgermeister

gesagt. Wenn das so einfach wäre«, dachte An der deutschen Nord- und

SCHON GEWUSST?

Fiete und stützte den Kopf in die Hände. Der Blick auf Ostseeküste gibt es rund 200

das Meer beruhigte ihn etwas und trug seine Gedanken Leuchttürme. 195 von ihnen

sind noch in Betrieb und

fort - bis er schließlich einschlief. Im Traum sah er seinen

werden automatisch von der

Leuchtturm in strahlend rot weißen Farben und mit bunten

Wimpelketten geschmückt. Aus jeder Etage schau-

Wasser- und Schifffahrtsdirektion

in Kiel betrieben.

ten fröhliche Menschen heraus und winkten ihm zu. Auch 1998 ging der letzte Leuchtturmwärter

auf der Insel

sein Leuchtturm sah so aus, als würde er lachen und sich

über die vielen Besucher freuen.

Hiddensee in den Ruhestand.

»Das ist es!« Fiete war plötzlich hellwach. Er würde Seit dem gibt es in Deutschland

diesen Beruf nicht mehr.

seinen Leuchtturm zu einem richtigen Hotel umbauen.

Und dann sitzt er nicht mehr ganz oben in seiner Leuchtturmwärterstube,

sondern unten an der Rezeption. Abends würde er

die Gäste in die Leuchtturmwärterstube einladen und ihnen die vielen

aufregenden Geschichten erzählen, die er im Laufe seiner Leuchtturmwärterarbeit

erlebt hatte. Fiete hatte eine Vision, die er sofort schriftlich

festhielt. Und morgen wird er gleich dem Bürgermeister davon erzählen.


88 2 — Kulturhistorische Geschichten

Leuchtturm-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Danziger Straße

DE-29303 Bergen

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 864 m²

13

Die Kleinstadt Bergen

im Landkreis Celle war

bis 2014 ein Militärstandort.

Mit dem Abzug der britischen

Streitkräfte setzte ein

umfassender Konversionsprozess

ein. Im Zuge von

hochbaulichen Rückbaumaßnahmen

sollte eine

zeitgenössische Parkanlage

mit Arboretum, Staudenflächen

und zentralem

Spielplatz entstehen und die

neue Mitte im Wohnquartier

darstellen. Das Zentrum des

Spielplatzes bildet ein ca.

5,8 m großer Leuchtturm

auf einem ca. 1,8 m hohen

Hügel. Über verschiedene

Kletterelemente erreicht

man die oberste Plattform.

Von hier hat man eine herrliche

Aussicht über die neue

›grüne Mitte‹ des Quartiers.

Eine Tunnelrutsche führt

zurück in einen großzügig

gestalteten Sandbereich.

Dieser ist zum Teil mit

Spielsand für Sand- und

Wasserspiele und zu einem

anderen Teil mit Fallschutzkies

für Spielgeräte zum

Wippen, Schaukeln, Klettern

und Balancieren versehen.

Ungefähr ein Viertel

des Sandbereiches werden

durch eine 20 m lange

barrierefreie Steganlage

eingerahmt. Auf der Steganlage

und einem weiteren

Podest wurden Spielhäuser

in Form von Seezeichen

platziert und mit Rollenund

Sinnspielen ausgestattet.

2 Dalbentürme, verbunden

mit einem Balancierseil,

und eine Kletter-

Balancieranlage verbinden

die Elemente zu einer Spielund

Bewegungsstruktur.

Baujahr:

2020

Objektplanung:

HNW LA, Hildesheim

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Leuchtturm auf Hügel

Ø ca. 2,4 m; h = 5,8 m; Ph = 2,0/3,0 m;

Sprossenaufgänge; Kletterstamm;

Strickleiter; Kletternetz; Kletterstange;

Kletterseil; Kletterwände

(2 Stk.); Tunnelrutsche

2. Kletteranlage ›Fischerei‹

7-teilig

3. Leuchtfeuer ›Rot‹

Ø = 1,5 m; h = 2,35 m;

mit Spiegelperiskop

4. Dalbentürme

(2 Stk.); Ø ca. 1,0 m; h ca. 3,0 m;

verbunden mit Balancier- und

Halteseil

5. Leuchtfeuer ›Grün‹

Ø = 1,5 m; h = 2,35 m; Steuerrad;

Skulptur ›Möwe‹; Sitzbank; Teleruf

6.Teleruf

7. Steg

8. Weitere Spielelemente

Hängematte; Sandbagger; Schaukel;

Wasserspielanlage; Hängeboot;

Wackelsurfbretter (bauseits)


2 — Kulturhistorische Geschichten

89

2

1

3

4

8

5

6

7

8

8


90 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

91


92 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

93

Blinde Passagiere

Der schönste Spielplatz für Martha und Alexander ist der Hafen. Gespannt

beobachten sie das Be- und Entladen der großen Schiffe. Gerade

ist ein großer Kutter angekommen. Ein Kran hebt die Fischkisten

von Bord und lädt sie auf einen LKW. Die Fischer sind angespannt. Eben

hing eine Fischkiste schief am Haken und verlor ihre halbe Ladung. Alle

versuchen nun, sich irgendwie gleichzeitig Anweisungen zu geben. Die

Fischer brüllen, der Kranfahrer brüllt und keiner versteht ein Wort. Martha

stupst Alexander an.

»Wollen wir uns mal das Schiff ansehen? Das merkt gerade bestimmt

niemand.« Alexander nickt. Vorsichtig schleichen die beiden hinter

dem Kran entlang Richtung Steg, der auf das Boot führt. Das war geschafft!

Keiner hat sie gesehen. Jetzt kriechen sie unter das Deck.

»Puh!«, Martha hält sich die Nase zu. Hier riecht alles nach Öl. Die

großen Kolben und Zahnräder glänzen in dem wenigen Licht, das durch

die Luken hereinfällt. Martha und Alexander blicken fasziniert auf das

Stangengewirr. Plötzlich setzt es sich in Bewegung. Ein ohrenbetäubender

Lärm erfasst den Maschinenraum. Kurz darauf fängt das Schiff auch

noch an zu schaukeln. Jetzt ist es Alexander, der Martha anstupst.

»Denkst du auch, was ich denke?« Martha nickt.

Die beiden klettern auf das Oberdeck. Der Hafen entfernt

sich immer mehr aus ihrem Blickfeld.

Bis zum Bau künstlicher Häfen

SCHON GEWUSST?

»He! Was macht ihr denn hier?« Erschrocken drehen

sich die Kinder um. Ein Fischer steht vor ihnen und

wurden Buchten oder Flussmündungen

zum Be- und

Entladen von Schiffen benutzt.

sein Blick verrät: Die beiden sind hier an Bord nicht besonders

willkommen.

1700 vor Christus künstliche

Bereits die Phönizier legten um

»Wirrrr wollten uns nurrr mal das Schiff ansehen«, Häfen an. Ihre ersten Hafenstädte

stottern Martha und Alexander im Chor. Der Fischer waren Sidon und Tyrus.

packt sie am Arm und zieht sie in die Kajüte.

»Aber nicht als blinde Passagiere, die mir vielleicht noch von Bord

gehen. Auf diesem Kutter hier wird gearbeitet. Ihr könnt unten im Laderaum

die Netze flicken und wenn ihr das richtig gut macht, dürft ihr

mal das Steuer halten.« Der Fischer sieht sie ernst an, aber sein linker

Mundwinkel verzieht sich zu einem Lächeln und mit einem Auge blinzelt

er freundlich. Die Kinder schauen sich erleichtert an und gehen sofort

an die Arbeit. So ein Angebot kann man sich doch nicht entgehen lassen!

Am Ende der unerwarteten Kutterfahrt steht für die zwei Abenteurer

fest: Wir werden Fischer!


94 2 — Kulturhistorische Geschichten

5

4

6

2

1

3

14

Der Familienpark Senftenberger See,

mit hauseigenem Sandstrand und

mitten in einem Kiefernwald gelegen, ist

ideal für einen naturnahen Erholungsurlaub.

Besonders Familien finden hier jede Menge

Angebote. Neben Outdoor-Spielplätzen und

einer Minigolfanlage gibt es für schlechtes

Wetter auch einen Indoor-Spielplatz. Hier

wurde eine Hafenszenerie gestaltet. Hauptblickfang

ist ein großes Spielschiff mit

Leuchtturm. Eine Treppe führt auf das Bug

des Schiffes. Die verschiedenen Podesthöhen

des Oberdecks und die eingezogenen

Spielwände ergeben viele Spielräume.

Sinnspiele an den Wänden erhöhen die Aufenthaltsdauer.

Der Boden ist teilweise mit

waagerechten Netzen durchbrochen, durch

die das Spiel darunter beobachtet werden

kann. Ebenso erhöhen sie die Aufmerksamkeit

beim Darüberlaufen. Unter Deck gibt es

eine Fühlstraße aus hängenden Bändern

und Seilen, welche die Sinne ansprechen.

Vom Heck aus geht es über eine Mole zum

Leuchtturm und via Tunnelrutsche oder

Treppe zurück auf den Boden. Das Badehaus

bietet ein Bällebad zum Toben oder

Entspannen. In der Raummitte findet sich

eine große mobile Baustelle mit Schaumstoffbausteinen,

daneben gibt es einen

Parkplatz für Bobby-Cars, die über den

Wellensteg und durch die Baustelle flitzen.

In Planung ist noch eine Hafenkneipe für

Rollenspiele, ein Hotel als Ruhebereich und

ein kleines Mitmachtheater.


2 — Kulturhistorische Geschichten

95

Hafen-

Spielplatz

STANDORT

Familienpark

Senftenberger See

Straße zur Südsee 1

DE-01968

Senftenberg

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 300 m²

Baujahr:

2020

Objektplanung:

Ingenieurbüro Maslok, Großkoschen

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielschiff

ca. 11,0 × 4,0 × 4,6 m (l × b × h);

Ph = 2,0/2,5/2,9 m; Kletterwand;

Fühlstraße; Sinnspiele; Bodennetze;

Kisten und Treppen

2. Leuchtturm

Ø ca. 2,5 m; h = 6,55 m; Ph = 2,9 m;

Guckrohr; Zugang über Spielschiff

3. Tunnelrutsche

h = 2,7 m

4. Badehaus

als Kulisse für Bällebecken

ca. 4,0 × 5,0 × 2,75 m (l × b × h)

2 Eingänge mit Aufstiegsrampen

überspannt mit Schutznetz

5. Wellensteg

2-teilig; ca. 8,0/3,5 × 0,8 × 0,3–0,45 m

(l × b × h)

6. Mobile Baustelle

bauseits


96 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

97


98 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

99

Sagenhafter

Spreewald

In der Lausitz weilte ein fremder Graf. Ihm kam zu Ohren, dass es hier

im Spreewald einen Schlangenkönig gäbe, der eine goldene Krone besitzt.

An sonnigen Tagen soll man ihn manchmal auf einer Lichtung

mit anderen Schlangen spielen sehen können. Vor dem Spiel legt der

Schlangenkönig stets seine Krone auf einem hellen Fleck ab. So hat er

sie immer gut im Blick. Fasziniert von der Geschichte, schmiedete der

Graf sogleich einen Plan, dem Schlangenkönig seine Krone zu rauben.

Nach längerem Suchen fand er eines Tages die Lichtung, auf der die

Schlangen miteinander spielten. Unter ihnen befand sich ein größeres

Tier, das einen hellen Streifen auf dem Rücken hatte.

»Das muss der Schlangenkönig sein!«, dachte der Graf. Genau wie

es ihm erzählt worden war, legte der Schlangenkönig seine Krone auf

die hellste Stelle der ganzen Umgebung ab und tummelte sich dann

vergnügt mit den anderen Schlangen in der Sonne. Am nächsten Tag

brach der Graf schon im Morgengrauen auf und legte listig ein helles

Tuch auf die Lichtung. Er selbst versteckte sich im Gebüsch

und wartete. Als die Sonne langsam die Erde erwärmte,

kamen auch bald die Schlangen zur Lichtung. Über den Schlangenkönig

SCHON GEWUSST?

Und wie er gehofft hatte, legte der Schlangenkönig seine

Krone auf das Tuch. Eine Weile beobachtete der Graf Spreewald. Oft auch ver-

gibt es viele Legenden im

bunden mit der Adelsfamilie

das Spiel der Schlangen. Es war wunderschön anzusehen

und fast hätte er angefangen zu träumen. Doch dann

Lynar aus Lübbenau – die

den Schlangenkönig in ihrem

erwachte er mit einem Ruck und erinnerte sich, warum

Familienwappen trägt. Auch

er eigentlich hier war. Er fasste das Tuch samt der Krone,

schwang sich auf sein Pferd und ritt davon. Sofort den Häusern im Spreewald

die typischen Windbretter an

jagten die Schlangen hinter ihm her. Der Graf trieb dem entspringen dieser Sage.

Pferd die Sporen in die Seiten und ritt so schnell er nur

konnte. Er übersprang einen Graben und eine hohe Mauer, worüber ihm

die Schlangen nicht folgen konnten. Der Graf erzählte niemandem von

seinem Schatz. Wusste er doch, dass die Krone eigentlich nicht ihm

gehörte. Zum Dank nahm er eine gekrönte Schlange in sein Wappen

auf und ließ die Giebel seiner Häuser mit gekrönten Schlangenköpfen

verzieren. [wendisches Volkstum]


100 2 — Kulturhistorische Geschichten

15

Ein Spreewaldreich eröffnet sich hinter

dem gleichnamigen Eingangstor vor

der Altstadt in Lübbenau. Der Spielplatz

zeigt, was im Spreewald typisch ist und

bietet für alle Altersgruppen ein reiches

Betätigungsfeld. Hinter dem Eingangstor

befindet sich eine ›Unterwasserwelt‹ mit

Kletterfisch für kleine Kinder und einer großen

Wasserspielanlage. Das Herzstück des

Spielplatzes ist das ›Netz- und Reusenparadies‹

für größere Kinder. Hohe und niedrige

Spreewaldhäuser sind durch ein Gewirr

aus Tunneln, Brücken, Seilen und Netzen

verbunden. Daraus ergeben sich viele Spielwege,

die symbolhaft für die fließähnlichen

Wege des Spreewaldes stehen. Auf einem

Dach sitzt ein Storch im Nest, Gurkenfässer

zum Durchkriechen und Verstecken liegen

unter den Häusern, dazwischen gibt es eine

Hängematte zum Entspannen. Außerhalb

der Spielanlage stehen noch eine Dreifachschaukel

und eine Korbschaukel für kleine

Kinder in der Nähe der ›Unterwasserwelt‹.

Neben der großen Spiellandschaft bieten

3 thematische Spielhäuser, ein ›Leinöllädchen‹,

ein ›Gurkenlädchen‹ und eine

›Kahnwerkstatt‹, viel Raum für ruhige Rollen-

und Sinnspiele sowie Platz zum Sitzen

und Ausruhen. Die geräumigen Spielhäuser

sind gut für Rollstuhlfahrer erreichbar.

Hinter den Spielbereichen laden große

Heuschober Jugendliche zum Klettern und

Chillen ein. Für Erwachsene gibt es eine

Fitnessinsel und eine Kneippanlage.


2 — Kulturhistorische Geschichten

101

Spreewald-

Spielplatz

1

STANDORT

Altstadtspielplatz

Poststraße

DE-03222 Lübbenau

2

PROJEKTINFORMATIONEN

4

Größe des Platzes:

ca. 1.450 m²

Baujahr:

2019

3

5

Objektplanung:

Subatzus Brinkmann, Großräschen

6

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

7

1. Eingangstor ›Spreewaldreich‹

2. Wasserspielanlage ›Spreewald‹

8-teilig

3. Spielanlage ›Kletterfisch‹

11-teilig mit Minirutsche

4. Schaukel mit Schaukelkorb

5. Backtisch ›Fisch‹

3 Stk.

9

6. Federwipper ›Fisch‹

6 Stk.

7. Spielanlage ›Netze und Reusen‹

38-teilig; 4 Spreewaldhäuser

Ph = 1,5 – 2,95 m; Podeste;

Brücken; Netztunnel; Balancierund

Kletterelemente; 2 Rutschen

8. Schaukelkombination

3-teilig

10

11

8

12

9. Spielhütte ›Gurkenlädchen‹

10. Spielhütte ›Kahnwerkstatt‹

11. Spielhütte ›Leinöllädchen‹

12. Treffpunkt ›Heuschober‹

2 Stk.


102 2 — Kulturhistorische Geschichten


2 — Kulturhistorische Geschichten

103


104


3 — Tierische Geschichten

105

3

Tierische

Geschichten

Menschen und Tiere haben schon seit Jahrtausenden

eine enge Beziehung. Wir studieren ihre Anatomie und

ihr Verhalten und nehmen uns das Recht heraus beides

für uns nutzbar zu machen. Tiere sind aber auch Individuen

mit eigenen Empfindungen, die unseren Respekt

verlangen. Dieser Respekt muss immer wieder neu eingefordert

werden. Vielerorts hat der Mensch so stark in

die Lebensräume der Tiere eingegriffen, dass ihre Existenz

bedroht ist.

Die Tierwelt spielerisch zu erleben, sich mit dem

Verhalten der Tiere, ihren Bedürfnissen und ihren Lebensräumen

zu beschäftigen, das kann auch Ziel von

Spielplatzgestaltung sein. Kinder lernen auf diese Weise

neben ihren Haustieren auch andere Tiere kennen.

Manche sind sehr klein oder nachtaktiv und für das Auge

kaum sichtbar, andere in ihrem Lebensraum bedroht. Auf

dem Spielplatz werden sie zu Spielkameraden oder Fantasiegefährten.

Die Kinder können in sie hinein klettern,

auf ihnen reiten, wippen, sie streicheln, füttern oder ihnen

ihre Geheimnisse anvertrauen.


106 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

107

Der frühe Vogel

Es ist ein schöner sonniger Tag. Golden schimmernd schlängelt sich die

Loire durch eine ihrer vielen Flussinseln. Der Wind bläst durch die Blätter

der Bäume und erzeugt eine leise Schlafmusik. Ein stolzer Reiher steht

am Flussufer. Mit geschlossenen Augen lässt er sich den Wind durch

sein Federkleid pusten. Ein wenig blinzelt er dabei in die Sonne und sieht

schemenhaft einen dicken Fisch vorbei schwimmen. Eigentlich müsste

er ihm hinterherjagen, so eine fette Mahlzeit kommt nicht alle Tage einfach

vorbei geschwommen.

»Ach, aber es gibt hier so viele Fische«, denkt sich der Reiher träge.

»Ich kann noch etwas warten und die Wärme auf meinen Federn

genießen.« Dem Fisch läuft unterdessen beim Anblick des mächtigen

Reihers ein heftiger Schauer über den schuppigen Rücken und die Rückenflosse

steht ihm zu Berge. Schnell taucht er ab und

sucht verängstigt das Weite. Auch die nachfolgenden SCHON GEWUSST?

kleineren Fische lässt der Reiher noch vorüberziehen, Ein Graureiher wird bis zu 1 m

lang und 2 kg schwer. Täglich

ohne den Schnabel nach ihnen auszustrecken. Einige

frisst er ca. 500 g Fisch. Auch

Zeit vergeht so in vermeintlicher Ruhe. Inzwischen wissen

alle unter Wasser, wer dort am Ufer steht. Nun end-

Frösche, Molche, Schlangen,

Ratten und Mäuse stehen auf

lich erwacht der Reiher gähnend aus seinen Träumereien.

Er streckt seine Flügel genüsslich aus und bemerkt

seiner Speisekarte.

dabei das Grollen, das aus seinem leeren Bauch zu kommen scheint.

Schnell lässt er seinen scharfen Blick über den Fluss gleiten, aber nicht

das kleinste Fischlein ist weit und breit zu sehen. So watet er hungrig

und auch ein wenig resigniert zur nahen Wiese hinüber. Hier wohnt Familie

Biber mit ihren zwei Kindern.

»Die haben’s gut«, denkt der Reiher schmollend.

»Die brauchen nicht zu jagen. Die finden immer irgendetwas Grünes,

was sie anknabbern können und vom Rest bauen sie sich dann ihre

großen Burgen. Ich kann nicht nagen mit diesem langen Schnabel. Ich

brauche etwas Fleischiges«. Und wie der Reiher klagt und sich selbst

bemitleidet, kommt ein kleiner Wurm aus der Biberburg gekrochen. Nun

wenigstens diese Speise ist ihm heute noch sicher, denkt er sich milde

lächelnd, bevor er den Wurm mit einem Haps verschlingt.

»Ach, wäre ich doch auch einmal ein früher Vogel«, seufzt er matt

und stolziert weiter seines Weges.


108 3 — Tierische Geschichten

Reiher-

Spielplatz

STANDORT

Base de Loisirs

Île de Charlemagne

Rue de la

Chevauchée

FR-45650

Saint Jean le Blanc

17

Ein kleines Habitat an

der Loire in der Nähe

von Orleans wurde in einer

ca. 700-fachen Vergrößerung

zu einer beeindruckenden

Spielinsel inszeniert. Im

Zentrum steht ein großer

Reiher. Er besteht aus

2 Teilen. Kopf und Körper

sind durch einen Gittertunnel

verbunden. Der transparente

Hals, die langen Beine

und der dolchartige Schnabel

lassen den Reiher über

den Platz schweben. Es ist

ein großes Abenteuer, in

den riesigen Rumpf des

Reihers zu klettern und über

den Gittertunnel in den Kopf

zu gelangen. Das Ganze

kann natürlich auch umgekehrt

erfolgen. Der Rumpf

selbst ist ein riesiges Versteck,

in dem optische und

akustische Spiele angeboten

werden. Aus dem Rumpf

führt eine Tunnelrutsche

zurück auf den Boden. An

den Reiher schließt sich

eine Kletter-und Balancieranlage

an, die in einem

hölzernen Vogelnest endet.

Beide Objekte bilden einen

Halbkreis um eine hohe

Biberburg. In unmittelbarer

Nähe des Reihers ragt der

Kopf eines Fisches aus dem

Wasser. Er hat sich in einem

Gewirr aus Fischernetzen

verfangen. Vielleicht befreit

der Reiher ihn – vielleicht

frisst er ihn auch. Von den

2 Vogelhaus-Kombinationen

mit angrenzenden

Sitzelementen können

Klein und Groß dem Spiel

aus sicherer Entfernung

zuschauen.

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 730 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

Fa. Kompan France / Frankreich

Entwurf:

Fa. Kompan France / Frankreich

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Reiher‹

ca. 15,0 × 2,2 × 7,5 m (l × b × h);

Tunnelrutsche h = 5,0 m

2. Balancieranlage

6-teilig; l ca. 15 m;

Vogelnest Ø ca. 2,5 m

3. Biberdamm

Ø ca. 4,5 m; h ca. 2,0 m

4. Spielanlage ›Fisch‹

ca. 7,6 × 1,9 × 3,5 m (l × b × h);

Netzanlage 4-teilig; Ø ca. 4,5 m

5. Spielanlage ›Vogelversteck‹

10-teilig; l ca. 8,6 × 6,5 m

6. Sitzbereich 1

11-teilig; l ca. 5,5 m

7. Sitzbereich 2

5-teilig; l ca. 5,0 m


3 — Tierische Geschichten

109

2

3

1

7

5

4

6


110 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

111


112 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

113

Ungeahnte Hindernisse

In einem großen Meer tummelten sich viele Störe. Übermütig sprangen

sie aus dem Wasser, um gleich wieder bis auf den Grund zu tauchen und

den Meeresboden nach kleinen Würmern abzusuchen. Sie wollten für

ihre große Reise in die Heimat ihre Ausdauer trainieren. Für ein junges

Störweibchen war es die erste Reise zurück an den Ort ihrer Kindheit.

Sie war sehr aufgeregt und zählte die Tage bis zur Abreise. Aus den Erzählungen

der anderen und schon erfahrenen Störe wusste sie, dass

die Heimat irgendwo in einem großen Fluss war, und dass das Wasser

dort wunderbar süß schmeckte. Die Expedition würde sehr anstrengend

werden, weil sie die ganze Zeit gegen den Strom schwimmen mussten.

Daher wurde noch ein paar Mal fleißig trainiert und dann ging es endlich

los. Das junge Störweibchen hatte überraschenderweise überhaupt keine

Mühe, mit den älteren Fischen mitzuhalten. Fröhlich schwamm es mal

blitzartig an die Spitze, lies sich dann wieder zurückfallen, um im nächsten

Augenblick nochmals alle zu überholen. Ein älteres

Störweibchen ermahnte sie mit sanften Blick, sich ihre SCHON GEWUSST?

Kraft gut einzuteilen. Plötzlich wurde es unruhig in der Störe sind lebende Fossilien

Gruppe. Ein älterer Stör rief mit laut dröhnender Stimme: – ihre prähistorischen Spuren

reichen über 200 Mio. Jahre

»Achtung, großes Fischernetz in Sicht! Alle an das

zurück. Durch Umweltverschmutzung,

Gewässerver-

rechte Ufer!« Puh, das war knapp. Das junge Störweibchen

wurde gerade noch von den anderen mitgerissen,

bauung und Überfischung

als das Netz an ihr vorbeiglitt. Jetzt schwamm es doch sind heute von den weltweit

lieber in der sicheren Mitte der Gruppe. Und schon kurze 27 Arten rund 80% gefährdet

Zeit später ertönte die Stimme des alten Störs erneut: oder vom Aussterben bedroht.

»Achtung, ein großer Staudamm liegt vor uns.« Diese

Meldung erregte die Gruppe. Alle waren der Meinung, dass es diesen

Damm bei ihrer letzten Reise noch nicht gegeben hatte. Ratlos schwamm

die Gruppe hin und her. Der ältere Stör wollte schon zur Umkehr rufen,

doch wo sollten die Weibchen denn hier in diesem tosenden Wasser ihre

Eier ablegen? Dem aufmerksamen jungen Störweibchen waren neben

dem brausenden Wasserfall viele kleinere Wasserfälle aufgefallen.

»Da, das sieht ja aus wie eine Treppe«, rief es den anderen Stören

aufgeregt zu. Mit vielen kühnen Sprüngen bezwangen die Störe schließlich

Stufe für Stufe. Das kostete wirklich viel Energie und das Störweibchen

war dankbar für den weisen Rat, sich ihre Kraft gut einzuteilen.

Oben angekommen schmeckte das Wasser schon richtig süß und die

Heimat konnte nicht mehr weit sein.


114 3 — Tierische Geschichten

Stör-

Spielplatz

17

Novosibirsk ist eine

moderne Stadt, die an

der Transsibirischen Eisenbahn,

am Fluss Ob und am

Obskoje Meer, einem künstlich

angelegten Stausee,

liegt. In dem ca. 1.000 km²

großen Binnenmeer ist

auch der Stör, der weltweit

größte Knochenfisch, zu

Hause. Für die russische

Fischindustrie ist er einer

der wichtigsten Kaviarlieferanten.

Mit der Gestaltung

des Spielplatzes sollte auf

diesen besonderen Fisch

aufmerksam gemacht

werden. Schon von weitem

zieht das ca. 17 m lange und

2,5 m hohe hölzerne Exemplar

dieses urzeitlichen

Fisches die Kinder in seinen

Bann. Seine Schwanzflosse

und sein hinterer Rumpf

können von beiden Seiten

beklettert werden. Die

seitlichen Flossen dienen

als Sitzpodeste. Der geschlossene

Rumpfteil bietet

viele Versteckmöglichkeiten

sowie verschiedene Einund

Ausgänge auf die 4

inneren Podestebenen. Die

seitlichen Knochenplatten

sind aus Acrylscheiben, die

blaues Licht in das Innere

des Fischkörpers leiten.

An den Innenwänden finden

sich kleine Applikationen

von Larven und Würmern,

die auf dem Speiseplan des

Störes stehen. Ein Memory

gibt spielerisch Auskunft

über andere Merkmale

seines Lebensraumes.

An die große Spielanlage

schließt sich ein Balancierund

Kletterparcours mit

gestalteten Seegras-Pfosten

an. Eine Korbschaukel,

ein Karussell, ein Federwipper

›Stör‹ und ein Sandkasten

machen das Spielangebot

komplett.

STANDORT

Spielplatz

Oktyabr'skiy

Rayon

RU-Novosibirsk

Oblast

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 265 m²

Baujahr:

2020

Objektplanung:

Landmark Architects / Russland

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Stör‹

ca. 17,0 × 2,5 × 2,5 m (l × b × h)

Ph (innen) = 0,5–1,4 m;

verschiedene Kletternetze;

Kletterwände; Wackelflosse;

Memory; Rutsche

2. Balancierparcours ›Seegras‹

7-teilig

3. Federwippgerät ›Stör‹

4. Karussell ›Seegras‹

5. Schaukel

mit Schaukelkorb

6. Sandkasten

bauseits


3 — Tierische Geschichten

115

6

5

4

1

3

2


116 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

117


118 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

119

Eine Vogelhochzeit

Der Winter war vorbei. Mit jedem Tag wurde es nun wärmer und bunter.

Der junge Auerhahn war fröhlich und gut gelaunt. Im letzten Frühjahr

war er noch mit seiner Mutter durch die Wiesen und Wälder gezogen. In

diesem Jahr war diese allerdings der Meinung, dass er jetzt alt genug

sei, um sich eine liebe Partnerin zu suchen. Das wollte er auch. Aber wie

findet man hier eine Auerhenne, wo es überhaupt nur wenige Auerhühner

gibt? Lange war dieses Gebiet für Auerhühner gar nicht bewohnbar

gewesen. Es gab zu wenig Beeren im Wald und dann waren da noch die

angsteinflößenden Menschen, die von Zeit zu Zeit mit

kleinen Metallkugeln auf sie schossen. Das ist zum Glück SCHON GEWUSST?

inzwischen verboten und seine Eltern hatten für ihn und Auerhühner brauchen stille,

seine Geschwister ein schönes Heim hergerichtet. Apropos

Nestbau, Brautwahl und Nachwuchs, um diese Ange-

lichte Nadel- und Mischwälder

mit Sümpfen und Mooren.

Auf dem Boden müssen viele

legenheiten wollte der junge Auerhahn sich ja jetzt kümmern.

Von weitem hörte er ein bezauberndes Lied. Das Sie brauchen Bäume, auf

Kräuter und Beeren wachsen.

klang so hübsch. Zaghaft versuchte er, es nachzusingen. die sie sich zum Schlafen

Am Ende klang es aber doch immer wie:

zurückziehen können.

»Kalöpp, kalöpp« und noch einmal

»Kalöpp, kalöpp«. Um besonders schöne Töne hervorzubringen,

streckte der Auerhahn schließlich den Kopf weit nach oben, spreizte

seine Flügel ab und baute seine Schwanzflügel zu einem Halbkreis auf.

Das Singen machte ihm so einen Spaß, dass er schließlich den ganzen

Tag damit verbrachte und zwischendurch schwungvoll von einem

Baumstumpf zum anderen flog. Plötzlich bemerkte er, wie eine junge

Auerhenne ihn aus der Ferne beobachtete. Davon angespornt, schmetterte

er so schöne Töne wie noch nie zuvor in den Wald. Endlich kam die

lächelnde Auerhenne so nah heran, dass er ihr unbeholfen zuzwinkern

konnte. Als sie auch am nächsten und an dem darauffolgenden Tag seine

Nähe suchte, fasste er sich ein Herz und fragte auffordernd:

»Wollen wir uns zusammen ein Nest bauen?«

»Ja, ich will«, antwortete die Auerhenne und blickte ihm dabei

liebevoll in die Augen. Der Auerhahn war überglücklich. Noch vor dem

Nestbau wurde ein rauschendes Hochzeitsfest gefeiert, mit einer großen

Heidelbeertorte und einem Sängerwettstreit aller geladenen Gäste

als Höhepunkt.


120 3 — Tierische Geschichten

Auerhuhn-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Schloßstraße 10

DE-03253

Doberlug-Kirchhain

18

Eine lehrreiche Reise

durch die Welt des

Auerhuhns und anderer

Tiere aus Wald, Moor, Heide

und Streuobstwiese können

Kinder und Erwachsene auf

diesem Spielplatz erleben.

Im Waldbereich stellt das

Nest des Auerhuhns, als

Treffpunkt und Klettergerät,

das zentrale Element dar.

Vom Nest aus erstrecken

sich verschiedene Kletter-

und Balancierpfade.

Auf dem Waldpfad sind

die Pfosten verschiedenen

Baumarten zugeordnet. Hier

lassen sich Bewegungsspiele

und Wettbewerbe

organisieren, die abwechslungs-

und lehrreich zugleich

sind. Der Heidepfad

durchstreift mit verschiedenen

Balancierelementen

die blühende Heide. An den

Pfosten finden sich Applikationen

der Besenheiden-

Blüte in unterschiedlichen

Entwicklungsstadien. In Mitten

des Moorpfades sind ein

Reck und Netze zum Ausruhen

integriert. Hier sind die

Pfosten als ›Wollgras‹ gestaltet.

Weitere Lerninseln,

wie Größenvergleich mit

heimischen Tieren, Fühlkasten,

Murmelbahn und

Sitzbank mit Flügelspannweiten,

rahmen den Kletterbereich

ein. Auf der zweiten

Fläche werden die Spielplatzbesucher

in die Welt

der Streuobstwiesen eingeführt.

Ein großes Baumhaus

steht für einen großen

Apfelbaum, in den man hinein

klettern kann. Ein übergroßer

Apfelgriebs lädt zum

gemeinsamen Drehen ein.

Das Hummelnest mit seinen

vielen Hummeltönnchen ist

ein Eldorado zum Kriechen

und Verstecken. Es gibt aber

auch Einblicke in die Welt

von Hummeln, Bienen und

anderen Insekten, die für die

Natur von großer Wichtigkeit

sind. Über Guckrohre können

die kleinen Lebewesen

beobachtet werden.

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 400 m²

Baujahr:

2020

Objektplanung:

Büro LA Subatzus Brinkmann GbR,

Großräschen

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Auerhuhnnest

Ø ca. 4,5 m; h ca. 1,3 m;

6 ›Ei‹ Skulpturen; Rutsche

2. Waldpfad

25-teilig mit Blattapplikationen

3. Heidepfad

5-teilig mit Blütenappilkationen

4. Moorpfad

9-teilig mit gestalteten Pfosten

5. Sitzbank ›Flügelspannweiten‹

6. Lerninsel ›Fühlkasten‹

mit 3 Fühlboxen

7. Lerninsel ›Spurensuche‹

Murmelbahn mit 6 Tiermotiven

8. Lerninsel ›Größenvergleich‹

5 Tiersilhouetten in Originalgröße

9. Baumhaus ›Apfelbaum‹

mit Strickleiter und Kletterstange

10. Hummelwaben

6 halbrunde Fässer; 2 Guckrohre

11. Spielskulptur ›Frosch‹

12. Karussell ›Apfelgriebs‹


3 — Tierische Geschichten

121

5

3

2

1

4

8

6

8

7

11

9

10

12


122 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

123


124 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

125

Der andere Stierkampf

Ein großer schwarzer Stier liegt schnaufend unter einem großen Ahornbaum.

Das dichte Blätterwerk schützt ihn kühlend vor der brennenden

Mittagssonne. Interessiert schaut er den stelzenhaften Bewegungen eines

Flamingos in der Nähe zu.

»Was machst du da?«, fragt der Stier verwundert SCHON GEWUSST?

und hebt den massigen Kopf.

Beim Stierkampf in der

»Ich übe für ein Ballett«, antwortet der zierliche Flamingo

selbsterklärend.

teur (Kämpfer) dem Stier ein

Camargue muss der Rase-

Band zwischen den Hörnern

»Und was ist ein Ballett?«, fragt der vollends irritierte

Stier weiter. »Das ist ein Tanz. Ich tanze aber nicht nur

entreißen. Der Kampf ist

nicht ganz ungefährlich,

nach einer Musik, sondern auch nach einem Libretto«, erwidert

der Flamingo sehr bedeutungsvoll und streckt da-

Tier und Mensch. Viele Kampf-

endet aber nicht tödlich für

bei anmutig seinen Hals diagonal in die Luft, ohne dabei stiere werden berühmt und

das Gleichgewicht zu verlieren. Der Stier ist sehr beeindruckt

von all den Wörtern, die er vorher noch nie gehört Lebens ein schönes Grab.

bekommen am Ende ihres

hatte und will nun auch wissen, was ein Libretto ist.

»Das ist eine Geschichte, die ich tanze. Meine Geschichte handelt

davon, wie ich durch meinen Tanz einen Fuchs in die Flucht schlage, der

sich hinterhältig meinem Nest nähern will«, sagt der Flamingo stolz.

»Kannst du für mich vielleicht auch so ein Libretto schreiben und

mir ein paar von deinen schönen Tanzschritten beibringen? Ich will nicht

in der Arena mit dem Torero auf Tod und Leben kämpfen. Tanzen ist viel

schöner.« Und der geschmeichelte Flamingo schreibt einen Stiertanz,

der von einer ungewöhnlichen Freundschaft und endloser Harmonie erzählt

und dazu mit einer nahezu artistischen Choreographie aufwartet.

Heute ist der Tag, an dem der majestätische Stier in die Arena muss.

Er ist sehr aufgeregt. Aber schon nach den ersten Klängen, der ihm so

wohl vertrauten Musik, wird er ruhig und beginnt zu tanzen. Dabei dreht

er sich wie von selbst kunstvoll um die eigene Achse, stellt sich mal auf

die Vorderbeine, mal auf die Hinterbeine, wiegt seine Hüfte im 2/4 Takt,

kniet schließlich vor dem sichtlich irritierten Torero nieder und bittet ihn

dabei wortlos, auf seinen Rücken zu steigen. Dieser fühlt sich um seinen

Kampf betrogen und bloßgestellt. Die Wut kocht so sehr in ihm, dass er

sogar zu weinen anfängt. Das begeisterte Publikum jubelt jedoch unaufhörlich,

sodass der Torero sich bald versöhnlich zeigt und, unter den Anfeuerungsrufen

der Massen, schließlich glücklich auf dem Rücken des

Stieres aus der Arena reitet.


126 3 — Tierische Geschichten

19

Perols ist eine Kleinstadt im Süden

Frankreichs zwischen Montpellier und

dem Mittelmeer. Die Landschaft ist von Lagunen

und Teichen geprägt, die eine reiche

Flora und Fauna beherbergen. Dazu gehören

die weißen Camargue Pferde, die rosa Flamingos

und die schwarzen Stiere. All diese

Tiere haben im Spielplatzkonzept ihren Platz

gefunden. Ein besonderer Anziehungspunkt

ist ein großer Stier, der außen und innen

bespielt werden kann. Mit einer Länge von

6,5 m und einer Höhe von 3,4 m dominiert

er den Platz. Er steht sozusagen am Rande

einer Schilflandschaft, durch welche die

Kinder sich balancierend und kletternd bewegen

können. Ein großes Wackelfloß bietet

die Möglichkeit, sich zwischendurch auszuruhen,

anderen Kindern beim Spiel zuzuschauen

oder neue Spielmöglichkeiten zu

entdecken, wie zum Beispiel mit Flamingos

zu wippen, auf Camargue Pferden zu reiten

oder im Fischerhaus die nächste Mahlzeit

zuzubereiten. Auch für die Kleinsten gibt es

ein liegendes Camargue Pferd und einen

ebenfalls ruhenden Stier, auf denen sie klettern

und rutschen können. Umrahmt wird

der Platz von vielen schattenspendenden

Bäumen und vielen Sitzmöglichkeiten.


3 — Tierische Geschichten

127

Flamingo-

Spielplatz

STANDORT

Ideal Jeu

Hameau des

Saliers

FR-13123 L'Albaron

3

12

4

8

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 600 m²

4

1

Baujahr:

2018

Objektplanung:

Fa. Kompan France/Frankreich

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

2

12

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Stier‹

ca. 6,5 × 1,7 × 3,4 m (l × b × h)

2. Kletter-Balancier-Anlage

9-teilig; l ca. 12,0 m; Rutsche

3. Stierrutsche

ca. 3,0 × 0,6 × 1,2 m (l × b × h)

12

7

5

12

4. Spielskulptur ›Camargue Pferd‹

stehend (1 Stk.); liegend (1 Stk.)

5. Balancier-Sitz-Struktur

12-teilig; l ca. 13,0 m;

Wackelfloß; ca. 3,0 × 1,5 m (l × b)

6. Fischerhütte

ca. 2,4 × 1,8 × 2,0 m (l × b × h)

10

7. Federwipper ›Flamingos‹

8. Skulptur ›Flamingo‹

6

9. Halbrundbank

mit Tisch und Sonnenschirm (2 Stk.)

10. Karussell

bauseits

11

9

11. Wasserstelle

bauseits

12. Sitzbank

4 Stk.


128 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

129


130 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

131

Ein Stück Affenglück

Ein kleiner Affe lebte glücklich und zufrieden mit seiner Mutter im wilden

Dschungel. Doch eines Tages geriet die Mutter bei einem ihrer gemeinsamen

Streifzüge unerwartet in eine Falle. Plötzlich gab es einen

ohrenbetäubenden Krach und der kleine Affe hörte nur noch, wie seine

verzweifelte Mutter ihm zurief:

»Schnell mein Kleiner, versteck dich im Gebüsch!« SCHON GEWUSST?

Dort wartete er zitternd und verängstigt lange auf ihre Orang-Utans gehören zu

den Menschenaffen. Wir

Rückkehr. Dennoch trieb ihn der Hunger irgendwann zögerlich

aus dem Gebüsch. Zwei Tage irrte er so ganz al-

Menschen teilen uns mit

ihnen 96,5 % des Erbguts.

lein im Wald umher, bis er schließlich andere Affen hörte.

Sie zählen zu den bedrohten

Vorsichtig ging er den Geräuschen hinterher. Als er näher Arten. Hauptgrund dafür ist

kam, sah er, dass sie fröhlich hinter einem Zaun in den der Verlust ihres Lebens-

Bäumen herum kletterten und spielten. Neidisch schaute

er zu ihnen hinüber, bis er merkte, dass auch er heim-

zur Gewinnung von Palmöl.

raumes durch Waldrodung

lich beobachtet wurde. Das war aber kein Affe, der da zu

ihm hinüber schaute, oder doch? Jedenfalls hatte er kein so dichtes Fell.

Später erfuhr er von den anderen Affen, dass sie sich Menschen nannten

und dass jeder Mensch einen Namen hatte. Der Mensch, der ihn beobachtete,

wurde Sabah gerufen. Jeden Tag legte Sabah ihm eine Banane

hin, lächelte kurz zu ihm hinüber und ging wieder. Eines Tages blieb

Sabah am Zaun stehen und winkte dem kleinen Affen aufmunternd zu.

Dann hörte dieser, wie Sabah sagte:

»Komm her, ich zeige dir unsere Station.« Der kleine Affe verstand

die Worte zwar nicht, aber die Stimme hörte sich so schön sanft an. Ganz

langsam näherte er sich Schritt für Schritt dem Zaun. Sabah nahm vorsichtig

seine Hand und später setzte sie ihn auf ihren Arm. Oh, war das

schön – der kleine Affe fühlte sich so wohl wie lange nicht. Sabah zeigte

ihm die Station und machte ihn mit den anderen Affen bekannt. Sie lebten

in kleinen Familiengruppen zusammen. Auch der kleine aufgeregte

Affe kam in eine nette Familie. Von den anderen lernte er viele nützliche

Dinge. Zum Beispiel, wie man sich ein Schlafnest baut oder was man im

Wald essen kann und was nicht. So verging die Zeit. Und eines Tages, als

er endlich alt genug war, durfte er tatsächlich mit einigen anderen Affen

wieder in den Dschungel, in seine Heimat ziehen. Überglücklich schwang

er sich an den Ästen der nahen Bäume hin und her, bevor er schließlich

im Schutz des Dschungels verschwand. Ab und zu besuchte er die Station

aber trotzdem. Dann brachte er Sabah immer eine Banane mit.


132 3 — Tierische Geschichten

Affen-

Spielplatz

STANDORT

20

Apenheul ist ein, auf

Primaten spezialisierter,

mittelgroßer Zoo in Apeldoorn

in den Niederlanden. 30 verschiedene

Affenarten werden

hier auf vorbildliche Weise

gehalten. Die Tiere sind ohne

Gitter untergebracht, tollen

durch den Wald und bewohnen,

zum Teil in vielköpfigen

Gruppen, eigene Inseln.

Bereits 1994 gründete der Zoo

den Apenheul Naturschutzfonds

(ANF). Mit diesem

Fonds werden weltweit

Naturschutzprojekte unterstützt,

um Affen und ihren

Lebensraum in der freien

Natur zu schützen. Inmitten

verschiedener Affengehege

können es die Kinder den

Affen gleich tun und in

einem großen Spieldschungel

klettern, balancieren,

rutschen, sich verstecken

oder in den 3 runden Baumnestern

ausruhen.

Besonderer Anziehungspunkt

ist ein ca. 3 m breiter

und 5 m hoher Affenkopf

gegenüber der Terrasse des

Restaurants. In den Affenkopf

kann man hinein klettern

und durch seine Augen

und seinen Mund die Terrasse

beobachten. Hinter dem

Affenkopf erstreckt sich ein

großer Kletterwald zwischen

den Bäumen. Brücken und

Seile verbinden Türme und

Pfosten und bilden unzählige

Bewegungskreisläufe mit

unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Besonders

spannend ist es, zwischen

2 Baumhäusern in 4,5 m

Höhe durch einen Netztunnel

zu laufen, während

andere unter dem Tunnel

stehen. Auch viele Erwachsene

bleiben nicht am Rand

stehen und schauen dem

bunten Treiben zu – sie sind

mittendrin.

Affenpark Apenheul

J.C. Wilslaan 21

NL-7313 HK

Apeldoorn

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 600 m²

Baujahr:

2020

Objektplanung:

Fa. Acacia Robinia / Niederlande

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Affenkopf‹

ca. 8,0 × 3,0 × 5,5 m (l × b × h);

Netzaufgänge und

Rutschstange (außen) ;

Guckrohr und Sitzpoller (innen)

2. Balancieranlage ›Dschungel‹

4-teilig

3. Spielanlage ›Dschungel‹

4 Spieltürmen Ph = 1,9–4,0 m;

verschiedene Brücken und

Seilverbindungen; Liegenetze;

Netztunnel; Tunnelrutsche

4. Kletterwald ›Dschungel‹

3 Spieltürme Ph = 1,8–2,0 m;

Holznest; verschiedene Brücken

und Seilverbindungen; Netztunnel

5. Rutschenturm ›Dschungel‹

3-teilig

6. Baumnester

3 Stück


3 — Tierische Geschichten

133

1

5

3

6

2

4


134 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

135


136 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

137

Fledermaus mit

Kopfschmerzen

Endlich war es soweit. Die kleine Fledermaus durfte zum ersten Mal allein

die elterliche Wohnung in dem Pariser Eisenbahntunnel verlassen. Zuvor

hatte sie einen ganzen Monat die Flugschule besuchen und natürlich die

anschließende Flugprüfung bestehen müssen. Einen langen weiteren

Monat durfte sie trotzdem nur in Begleitung draußen fliegen. Das waren

selbstredend ganz langweilige Strecken und immer wieder die sich wiederholende

Ermahnung der Eltern, auf das kleinste Geräusch zu achten.

Man konnte ja nicht gut sehen. Aber nun war auch das endlich überstanden.

An diesem herrlich milden Sommerabend ging es hinaus ins Pariser

Nachtleben. Heute wollte sie zuerst zum Arc de Triomphe. Da soll es im

Mai so einen intensiv strahlenden Sonnenuntergang geben. Und genauso

war es. Auf der Achse der Champs-Elysées sah die aufgeregt flatternde

Fledermaus die Sonne durch den Bogen untergehen. Es war unbeschreiblich!

Ganz berauscht, und im warmen Licht der letzten Sonnenstrahlen,

flog sie auf den Triumphbogen zu. Dabei schaute sie immer wieder verzückt

auf das sich verändernde Farbspiel. Zu spät bemerkte die kleine

Fledermaus die sich gefährlich schnell nähernde helle Säule, die sie zu

allem Überfluss im tief stehenden Sonnenlicht blendete. Wumms! Ungebremst

flog sie gegen die Mauer des Denkmals und stürzte ab.

»Au, Au, eiei, es tut so weh!«, jammerte die kleine Fledermaus. Sie

sah nichts als Sterne um sich herum kreisen und hörte in ihren rauschenden

Ohren dumpf eine Mischung aus Straßenlärm und Musik. Zwei andere

Fledermäuse hatten auf ihrem abendlichen Rundflug

glücklicherweise den Unfall beobachtet und kamen ihr SCHON GEWUSST?

schnell zur Hilfe. Sie griffen ihr tröstend unter die zitternden

Flügel und brachten sie behutsam zurück in die Fle-

Fledermäuse orientieren

sich mithilfe von Ultraschall.

Sie geben extrem hohe Laute

dermauskolonie. Die erschrockenen Eltern schimpften

von sich, deren Echo sie

und schickten sie dann sofort ins Bett. Kopfüberschlafen

wahrnehmen. So erkennen

war mit diesem Brummschädel ein Ding der Unmöglichkeit.

Drei quälend lange Tage konnte sie gar nicht schla-

wie groß ein Hindernis ist.

sie, wie weit entfernt und

fen. Und auch im folgenden Monat schlief sie nur, indem

sie sich an den Flügeln aufhängte. Diese ungewöhnliche Schlafensweise

bescherte ihr nicht nur ungeheuer peinliche Momente inmitten der Blicke

anderer Koloniebewohner, sondern obendrein jeden Morgen einen

unangenehmen Muskelkater.


138 3 — Tierische Geschichten

1

21

Ja, es gibt sie wirklich, die große

Fledermauskolonie in dem stillgelegten

Eisenbahntunnel im Pariser Viertel

Broussais. Mit ca. 500 Exemplaren soll sie

die größte in Europa sein. Oberhalb dieses

Eisenbahntunnels entstand auf einem alten

Krankenhausgelände ein gemischt genutzter

Wohnkomplex mit sozialen und kulturellen

Einrichtungen. Anstelle des alten

Parkplatzes wurde eine ca. 1 ha große

grüne Promenade angelegt. Neben einer

Kleingartenanlage gibt es Sitz- und Spielmöglichkeiten.

Zwischen den Bereichen

haben sich naturnahe Lebensräume mit

einer großen Artenvielfalt gebildet. Die

funktionale Planung wurde durch Beteiligungsprozesse

begleitet. An einer Stelle

auf der Promenade kann man über einen

Schacht mit Hilfe eines Verstärkers hören,

wie die Fledermäuse sich untereinander

verständigen. So entstand die Idee einer

Spielanlage in Form einer Fledermaus als

Verbindung zu den unter der Erde lebenden

Artgenossen. Die 22,5 m lange Spielkombination

besteht aus 3 Teilen. Der erste Teil

ist für alle zugänglich, auch für Kinder mit

eingeschränkter Mobilität, und bietet

unterhalb der Flügel verschiedene Sinnspiele

an. Besonders reizvoll ist das im

Boden eingearbeitete Twisterspiel. Körper

und Kopf der Fledermaus sind für 3–6-jährige

Kinder konzipiert. Die oberen Flügelplattformen

bieten 6–12-Jährigen diverse

Kletter- und Rutscherlebnisse.


3 — Tierische Geschichten

139

Fledermaus-

Spielplatz

STANDORT

Ancien hôpital

Broussaissur

Allée Nord,

à l'ouest rue

FR-75014 Paris

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 280 m²

Baujahr:

2018

Objektplanung:

Fa. Kompan France/Frankreich

Entwurf:

Fa. Kompan France/Frankreich

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Fledermaus

ca. 22,5 × 5,0 × 4,75 m (l × b × h)

2 Tunnelrutschen

2 Große Aufstiegsrampen

3 Kleine Kletterwände

3 Kletternetze

1 Treppe

2 Kletterstangen

1 Klettertau

4 Spiegel

4 Soundshaker

1 Twisterspiel

1 Fühlstrecke aus Gummibändern


140 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

141


142 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

143

Ein aufregender

Wohnungswechsel

Ein Eichhörnchen saß gelangweilt in seinem Kobel. Immer wieder schaute

es heraus, ob sich unter seinem Baum nicht bald etwas regte. Unten

wohnte nämlich sein Freund, der Igel. Es war später Nachmittag und

eigentlich gedachte der Igel sonst, um diese Uhrzeit langsam aufzustehen.

Jeden Tag hatten sie nur ein paar Stunden Zeit, in denen sie gemeinsam

etwas unternehmen konnten, da sich am nahenden Abend das

Eichhörnchen schlafen legte. Das Eichhörnchen ließ sich schließlich ungeduldig

von Ast zu Ast bis auf den Boden fallen. Aber was war das? Das

Gestrüpp unter dem Baum war weg. Es untersuchte den Baum eilig von

allen Seiten. Aber sein Freund, der Igel, war nirgends zu

sehen. Da kam gerade eine kleine Raupe vorbei gekrochen.

Das Eichhörnchen fragte die Raupe aufgeregt: Ohne großen Aufwand kann

SCHON GEWUSST?

»Hast du meinen Freund, den Igel, gesehen? Er hat jeder Gartenbesitzer im

hier unter dem Baum gewohnt.«

Herbst ein Winterquartier

für Igel einrichten: Ein wenig

»Nein, den Igel habe ich nicht gesehen. Aber heute

Laub und kleine Äste an

früh war eine große Maschine hier und hat alle Äste weggefahren

und dabei einen entsetzlichen Krach gemacht.

einem windgeschützten Ort

zusammenharken. Im Frühjahr

bedankt sich der Igel,

Frag doch mal meine Verwandten, die Schmetterlinge.

Sie haben auch alles beobachtet«, antwortete die kleine indem er den Schnecken-

Raupe. Die neugierigen Schmetterlinge hatten schon zugehört

und zeigten dem Eichhörnchen mit wilden Flügel-

bestand im Zaum hält.

schlägen, dass es ihnen folgen solle. Und da sah es auch schon die große

Maschine – mit der kompletten Igelwohnung auf einer Gabel. Schnell

sprang das Eichhörnchen vor dem Räderwerk keckernd hin und her, bis

es endlich von dem Mann darin bemerkt wurde. Der Mann hielt glücklicherweise

die Maschine an, weil er befürchtete, das Eichhörnchen umzufahren.

Das Eichhörnchen nutzte die Gunst der Stunde, sprang auf die

Ladegabel und rief mit lauter Stimme nach seinem Freund, dem Igel. Verängstigt

lugte dieser endlich aus den Ästen hervor.

»Oh, da habe ich wohl deinen Freund mit samt seiner Wohnung aufgeladen«,

sagte der Mann schmunzelnd zum Eichhörnchen. Er nahm das

Gestrüpp, in dem der Igel sich ängstlich einrollte, sanft in seine Hände

und legte es in einem hohlen Baumstumpf im Dickicht ab. So fand der

dankbare Igel unverhofft eine neue Bleibe und konnte sie den Rest des

Nachmittages noch mit seinem Freund, dem Eichhörnchen, einrichten.


144 3 — Tierische Geschichten

Kleintier-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Zac de la Pépinière

FR-93420

Villepinte

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 595 m²

Baujahr:

2020

Objektplanung:

Fa. Kompan France/Frankreich

22

Villepinte ist eine Kleinstadt

in der Region

Île-de-France, nordöstlich

von Paris. Durch die günstige

Verkehrsanbindung wächst

die Einwohnerzahl stetig und

mit ihr die Erschließung

neuer Wohngebiete, wie

z. B. dem neuen Eco-Viertel

Pépinière. Das ca. 13 ha

große Gebiet bietet attraktiven

Wohnraum in einer

Umgebung von landschaftlich

gestalteten Grünflächen,

Spiel- und Sportbereichen

sowie Geschäften und

Dienstleistungen. Ein waldähnlicher

Grüngürtel umschließt

den Spielplatz.

Durch die Zweige der Bäume

werden überdimensionale

Spielskulpturen aus der

Kleintierwelt der nahen

Umgebung in leuchtenden

Farben sichtbar. Ein ca. 5 m

hohes Eichhörnchen bildet

die Silhouette für eine spannende

Kletter-Rutsch-Kombination.

Ein ca. 2,5 m breiter

Igel lädt zum Verstecken und

Klettern ein und eine 10 m

lange Raupe zum Durchkriechen.

Alle 3 Skulpturen

haben Durchbrüche, die

Licht in das Innere lassen

und spannende Ausblicke in

die Umgebung ermöglichen.

2 Schmetterlinge mit Flügelspannweiten

bis zu 1,9 m

fordern zum Wippen auf.

Große Blumen, Eicheln und

Blätter machen die Kleintierwelt

komplett und regen zu

Rollenspielen aller Art an.

Entwurf:

Fa. Kompan France/Frankreich

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz®

AUSSTATTUNG

1. Skulptur ›Raupe‹

ca. 10,1 × 2,0 × 1,55 m (l × b × h)

2. Podest ›Blatt‹

3. Skulptur ›Eichhörnchen‹

ca. 9,2 × 3,5 × 5,75 m (l × b × h);

Ph = 1,5/2,0 m; Kletternetz;

Liegenetz; Sprossenleitern;

Tunnelrutsche

4. Sitzpoller ›Haselnuss‹

3 Stk.

5. Skulptur ›Riesenblume‹

Ø ca.1,0 m; h ca. 3,3 m; 2 Stk.

6. Skulptur ›Schmetterling‹

ca. 1,8 × 3,65 × 0,95 m (l × b × h)

7. Federwipper ›Schmetterling‹

ca. 1,0 × 1,9 × 0,5 m (l × b × h); 2 Stk.

8. Skulptur ›Igel‹

ca. 5,0 × 2,4 × 2,25 m (l × b × h);

Kletterwand (außen);

Sitzbänke (innen)

9. Sitzgruppe ›Blatt‹

10. Tisch ›Blatt‹


3 — Tierische Geschichten

145

1

2

4

3

5

6

6

7

9

8

10


146 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

147


148 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

149

Haialarm am

Korallenriff

Ein kleiner Tintenfisch hatte sich in einem bunten Korallenriff ein schönes

Zuhause eingerichtet. Jeden Tag schwamm er nur ein paar Meter von seinem

Felsspalt weg, um ein paar Krabben und Würmer zu fressen. Tagein,

tagaus beobachtete er die bunten Clownfische beim Spielen.

Gern würde er auch mit ihnen durch das Seegras um SCHON GEWUSST?

die Wette schwimmen oder ›Fangdieflosse‹ spielen. Einige

Male war er kurz davor, die Clownfische anzusprechen,

Forscher haben herausgefunden,

dass Kraken ein sehr

gut entwickeltes Nervensystem

und ein hervorra-

kehrte aber im letzten Augenblick mutlos wieder um. Er

fand, dass er nicht so elegant schwimmen konnte und immer

wie ein abgesägter Baumstamm umhertapste. Und Sie können sich Farben und

gendes Gedächtnis haben.

wie überhaupt sollte man mit einem Tintenfisch ›Fangdieflosse‹

spielen – so ganz ohne Flosse? Eines Tages hatte voneinander unterscheiden.

Formen merken und sie sogar

sich ein Clownfisch im Seegras verfangen, die anderen

schwammen aufgeregt um ihn herum und wussten nicht, was sie tun sollten.

Das war die Gelegenheit! Schnell zwängte sich der Tintenfisch durch

seinen Felsspalt und bot den Clownfischen seine Hilfe an.

»Ja, bitte, bitte hilf schnell«, riefen die Clownfische im Chor. Der

Tintenfisch begann vorsichtig mit sieben Fangarmen, das Seegras zu

entwirren. Mit dem achten Arm hob er den zitternden Clownfisch hoch

über das Gras und gab ihm einen leichten Schubs. Sofort nahmen ihn

die anderen Clownfische in ihre Mitte. Aber auch der Tintenfisch sollte

in ihre Mitte kommen. Der kleine Tintenfisch war überglücklich, dass die

Fische, die er sonst heimlich von weitem bewundert hatte, nun seine

Freunde sein wollten. Doch plötzlich riefen die Clownfische:

»Haialarm! Haialarm!« Oh, vor Haien hatte der Tintenfisch auch große

Angst, aber die Sorge um seine neuen Freunde war größer. Ohne lang

zu überlegen gab er ihnen Anweisung, sich unter den Seeanemonen zu

verstecken. Dann wartete er entschlossen, bis der Hai nur noch ein paar

Meter von ihm entfernt war. Kurz bevor der Hai ihm zu nah kam, stieß der

Tintenfisch eine dicke blaue Wolke aus. Damit hatte der Unruhestifter

nicht gerechnet, konnte weder etwas sehen noch riechen. Blitzschnell

verschwand der kleine Tintenfisch in seine Felsenwohnung. Von nun an

sah er den Clownfischen nicht mehr beim Spielen zu. Er spielte mit. Und

die Moral von der Geschicht’: Schaust du ’nem Hai ins Angesicht und

handelst damit fürsorglich, brauchst du doch keine Flosse nicht.


150 3 — Tierische Geschichten

4

3

2

1

23

De Paardekreek ist ein wahres Wassersport-Paradies

in den Niederlanden.

Der Campingpark liegt unmittelbar am Veerse

Meer. Vom Zelt oder Wohnmobil aus hat

man einen direkten Ausblick auf das Meer.

Wer mal keine Lust auf Wasser hat, kann hier

auch ausgiebig wandern, Fahrrad fahren

oder die kleinen Städtchen in der näheren

Umgebung besuchen. Der Campingpark

selbst hält auch bei schlechtem Wetter viele

Indoorangebote bereit. Neben einem Spaßbad

gibt es einen Indoorspielplatz. Auch hier

dominiert das Thema Wasser. Ein großer

hölzerner Tintenfisch ist in der Indoorhalle

zu finden. Zwischen den Häusern und dem

Tintenfisch geht es über Brücken und Seile

auf und ab oder durch Tunnel hindurch. Die

Höhen der Plattformen variieren zwischen

0,6 und 2,7 m. Über eine Wendel-Röhrenrutsche

kommt man auf schnellem Weg

direkt aus dem Kopf der Riesenkrake wieder

auf den Boden. Viele Sinnspiele sind in die

Anlage integriert und sorgen für kurze oder

längere Zwischenstopps. Gegenüber der

Spielanlage gibt es eine Bühne, auf der das

tägliche Kinderprogramm startet. Rechts

und links der Bühne befinden sich 2 kleine

Spielbereiche für Rollenspiele.


3 — Tierische Geschichten

151

Tintenfisch-

Spielplatz

STANDORT

Campingplatz de

Paardekreek

Haaenweg 1

NL-4484

NT Kortgene

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 240 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

Fa. Acacia Robinia / Niederlande

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielbereich ›Wasser‹

Sitzpoller ›Boje‹; Holzfloß;

Skulptur ›Taucherkopf‹ (2 Stk.);

Skulptur ›Robbe‹ (2 Stk.)

2. Spielbereich ›Strand‹

Spielwand ›Surfschule‹;

Sitzpoller ›Krabbe‹ (3 Stk.)

3. Spielturm ›Tintenfisch‹

Ø ca. 2,5 m; Ph = 1,5/2,15 m

Kletternetz; Strickleiter;

Kletterstange; Tunnelrutsche

4. Spielanlage ›Speicherstadt‹

6 Spieltürme mit Dach und

2 Podeste; Ph = 0,6–2,7 m

verbunden durch Brücken und

Netztunnel; Kletter- und Balancierelemente;

Liegenetze; Hangelgirlande;

Tresen und Sinnspiele


152 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

153


154 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

155

Ein Mäusetraum

Eine kleine weiße Maus hatte einen sehnlichsten Traum. Sie wollte berühmt

werden. Sie hatte davon gehört, dass es einen Zirkus gibt, in dem

nur Mäuse auftreten dürfen. Dieser Zirkus sollte zur nächsten Kirmes

in die Stadt kommen. Ununterbrochen übte sie daher Kunststücke, mit

denen sie sich dort bewerben wollte. Gut einen halben Meter konnte sie

schon auf einem wackeligen Seil balancieren. Andere atemberaubende

Kunststücke hoffte sie, im Zirkus zu lernen. Und schließlich war es soweit.

Die ersten bunten Kirmeswagen bauten ihre Stände in der Stadt

auf. Die Maus fasste all ihren Mut zusammen und meldete sich aufgeregt

beim Direktor des Mäusezirkus’. Dieser betrachtete sie kurz, ohne sie

dabei wirklich anzusehen, und sagte dann:

»Ja, so ein hübsches Mäuschen können wir SCHON GEWUSST?

noch gebrauchen.« Die kleine Maus war etwas enttäuscht,

dass der Besitzer ihre mühevoll einstudier- Maus gebären und bringt bei

7 bis 8 Mal im Jahr kann eine

ten Kunststücke gar nicht sehen wollte. Am nächsten

Morgen sollte sie um 10.00 Uhr hinter dem Zirkus-

einem Wurf bis zu 16 Junge

auf die Welt. Das bedeutet,

dass ein einziges Mäusezelt

sein, da würde die erste Vorstellung beginnen.

pärchen bis zu 2.000 Nachkommen

im Jahr produziert,

»Komisch, so ganz ohne eine Probe?«, dachte

die kleine Maus bei sich. Trotzdem war sie am nächsten

Morgen schon zehn Minuten früher da. Nach 6 bis 8 Wochen selbst ge-

weil die jungen Mäuse nach

fünf Minuten bangem Warten ging die Tür auf und schlechtsreif sind.

sie wurde einfach in einen Raum geschubst, der von

einem großen rosa Plastikschloss mit unzähligen Türmen und einer Rutsche

ausgefüllt wurde. Viele andere Mäuse tummelten sich schon dort.

Dann wurde ein schwerer, glitzernder Vorhang hochgezogen. Hinter einer

riesigen Glasscheibe standen ein paar jubelnde Kinder mit leuchtenden

Augen und schauten die Mäuse an. Eine ältere Maus rief energisch:

»Alles auf den Turm und runter rutschen!« Das ging etwa fünfzehn

Minuten so. Kommando folgte auf Kommando. Immer wieder trat ihr

jemand in dem Gedränge auf die schmerzenden Füße. Dann war auch

schon die erste Vorstellung vorbei und der Vorhang schloss sich so

schnell, wie er geöffnet worden war. Am Abend war der kleinen weißen

Maus ganz schwindelig. Ihre Füße brannten vom Rennen. Und vom vielen

Rutschen tat ihr sogar das Hinterteil weh.

»Nein«, beschloss sie kopfschüttelnd. In diesen Zirkus würde sie

weder morgen noch an einem anderen Tag wieder gehen. Und berühmt

werden wollte sie auch nicht mehr.


156 3 — Tierische Geschichten

5

4

7

6

3

2

1

24

Ein altes Bauernhaus steht inmitten

des Naturzoos Rheine. Im Inneren

offenbart sich einem eine eigene kleine

›Mäusewelt‹. Der Indoorspielplatz greift vor

allem die Verbindung zwischen Kindern und

Mäusen auf. Neben der Beobachtung echter

Mäuse, können die Kinder das Verhalten der

Mäuse spielerisch nachahmen. So steht vor

allem das Klettern, Hangeln und Verstecken

im Vordergrund. Aber auch feinmotorische

Bewegungen werden durch themenbezogene

Sinnspiele, verteilt über den gesamten

Spielraum, gefördert. Der Kleinkindbereich,

bestehend aus einem kleinen Parcours

bildet optisch den natürlichen Lebensraum

der Mäuse ab. Daran schließt sich, auch für

Kleinkinder, eine Kletter-Versteck-Struktur

an. Sie stellt den Übergang zwischen dem

natürlichen Lebensraum der Maus und

Zeiner von Menschenhand geformten Umgebung

dar, welche die Mäuse als Kulturfolger

ebenfalls erfolgreich erobert haben. Das

Kernstück der Spielanlage bilden begehbare

Kisten und Fässer, die durch Netztunnel

verbunden sind. Die Spielanlage schlängelt

sich vom Erdboden bis in den Dachboden.

Oben angekommen können die Kinder

wieder in die untere Etage rutschen oder

durch die Fenster des Dachbodens die Tiere

im Zoo beobachten. Um der Dunkelheit

entgegenzuwirken, finden sich an den

Kisten immer wieder ›Fraßlöcher‹. Im angeschlossenen

Café ›Knabberkiste‹ können

die Besucher eine Ruhepause einlegen.

Auch hier tanzen natürlich kleine hölzerne

Mäuschen auf den Tischen herum.


3 — Tierische Geschichten

157

Mäuse-

Spielplatz

STANDORT

Naturzoo Rheine

Salinenstraße 150

DE-48432 Rheine

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 145 m²

Baujahr:

2020

Objektplanung:

Naturzoo, Rheine

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Kleine Kletterhöhle

Ø ca. 2,2 m; h ca. 1,8 m

2. Spielskulptur ›Maus‹

3. Fühlkasten ›Käse‹

4. Mini-Parcours ›Maus‹

21-teilig mit 6 Sinnspielen

und 3 Skulpturen ›Maus‹

5. Kletter-Versteck-Struktur ›Maus‹

5-teilig mit 1 Skulptur ›Maus‹

6. Kisten-Kletter-Landschaft

im Untergeschoss; 16-teilig

mit 6 Skulpturen ›Maus‹

7. Kisten-Kletter-Landschaft

im Obergeschoss 7-teilig

mit Tunnelrutsche


158 3 — Tierische Geschichten


3 — Tierische Geschichten

159


160 4 — Naturverbundene Geschichten


161

4

Naturverbundene

Geschichten

Die Natur ist der Teil der Erde, der nicht vom Menschen

geschaffen wurde. Ausreichend Nahrung, sauberes Wasser,

reine Luft und intakte Ökosysteme sind für uns Menschen

die wertvollsten Leistungen der Natur. Mit einem

besseren Verständnis für die Natur als Lebensspender

kann es gelingen, ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung

zu erreichen. Wiesen beispielsweise gehören zu den

artenreichsten Lebensräumen der Erde. Wälder sind eine

wichtige Lebensgrundlage. Ihre Pflanzen produzieren

den lebensnotwendigen Sauerstoff und speichern Kohlendioxid

aus der Atmosphäre. Der Wald ist aber auch

ein Nutz- und Erholungsraum für uns Menschen.

Zwar lässt sich die Komplexität eines Lebensraumes

auf einem Spielplatz nicht darstellen, aber spielerisch

können Kinder und Erwachsene für diese Lebensräume

sensibilisiert werden, indem sie wie Käfer durch

eine Wiese balancieren, wie geschickte Kletterer hohe

Baumwipfel erklimmen oder gleich einem Insekt in eine

Blüte eintauchen. Dies kann das Bewusstsein für den

Naturschutz stärken und zu einem verantwortungsvollen

Umgang mit diesen Lebensräumen beitragen.


162 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

163

Klein – aber oho

Es ist Frühling! Fritzi geht fröhlich schlendernd mit ihrer Mama im Park

spazieren. Dort gibt es eine große Wildblumenwiese. Überall sprießen

jetzt Blumen in allen möglichen Farben aus der Erde. Auch die Bienen

sind inzwischen aus ihrem langen Winterschlaf erwacht und summen

und surren emsig um die bunten Blüten herum. Fritzi und Mama bleiben

stehen und beobachten staunend das geschäftige Treiben der Bienen.

»Schau mal Mama, es sieht so aus, als würden die Bienen tanzen!«,

sagt Fritzi zu ihrer Mama.

»Ja, das kann gut sein. Unter den Bienen gibt es SCHON GEWUSST?

Kundschafterinnen, die mit ihrem Tanz anderen Bienen Von den 107 weltweit am

den Weg zur nächsten Futterquelle zeigen«, antwortet häufigsten angebauten

Kulturpflanzen werden 91 in

ihre Mama wissend. Sie mag Bienen sehr und erzählt

unterschiedlichem Ausmaß

Fritzi, dass sie sehr nützlich und für die Menschen lebensnotwendig

sind. Ja, klar denkt Fritzi, weil sie den leckeren

durch Insekten bestäubt.

Schätzungen zufolge würde

Honig machen. Aber Mama erklärt ihr, dass es nicht nur ein Totalverlust an Bestäubern

der Honig ist, den die Bienen schenken.

dazu führen, dass Ernteeinbrüche

um bis zu 90 Prozent

»Wenn die Bienen in die Blüte hineinkriechen, um

den leckeren Nektar zu trinken, bleibt auch Blütenstaub zu befürchten wären.

an ihrem Körper hängen. Den nehmen sie mit zur nächsten

Blüte. Dort fällt er dann auf den kleinen Knubbel in der Mitte der Blüte.

Den nennt man Stempel und den Blütenstaub Pollen. Der Pollen befruchtet

den Stempel und die Frucht beginnt zu wachsen. Zuerst bildet

sich der Samen und beim Obst entsteht später das Fruchtfleisch drum

herum und bringt all die leckeren Erdbeeren, Kirschen, Äpfel und die

ganzen anderen Früchte hervor, die wir so gern auf unserer Obsttorte

essen.« Ungläubig schaut Fritzi bei der Erklärung ihrer Mutter auf die

kleinen Tierchen. Das alles können Bienen? Sie machen die Früchte, die

sie so gern im Sommer nascht? Wie toll die Natur das eingerichtet hat.

Wir brauchen nur noch zu ernten. Fritzi kichert:

»Da müssten wir uns aber mal richtig bei den Bienen bedanken.«

Sie überlegt angestrengt, ob sie vielleicht ein besonders hübsches Bild

für die Bienen malen sollte, aber Mama hat eine bessere Idee. Gleich

nächste Woche, wenn Mama wieder einen freien Nachmittag hat, wollen

sie einen Imker besuchen und fragen, womit sie den Bienen eine Freude

machen können. Heute werden sie den aufblühenden Frühling genießen,

die schönen bunten Blumen bestaunen, ihren Duft einatmen und sich

ganz von der Musik und dem Tanz der Bienen verzaubern lassen.


164 4 — Naturverbundene Geschichten

25

Die Firma Pflanzenkölle betreibt an

13 Standorten in Deutschland Gartencenter

mit einem großen Produktsortiment

rund um das Thema Garten. Das Gartencenter

in Heilbronn ist ein Pilotprojekt mit einem

Gartencafé und einem Spielgarten. Beides

erhöht die Aufenthaltsqualität und macht

den Einkauf im Gartencenter zu einem Erlebnis

für die ganze Familie. Der ca. 40 × 11 m

große Spielgarten wurde passend zum Produktsortiment

entwickelt. Das dynamische

Höhenprofil des Blütenpanoramas setzt sich

mit deutlicher Kontur zur kubischen Architektur

des Gartencenters ab. Große bunte

Blüten schärfen dieses Profil. Es wirkt so, als

bewege sich alles einer Blumenwiese gleich

im Wind. Diese Lebhaftigkeit setzt sich fort,

wenn man den Spielgarten betritt. Durch

den einladenden Torbogen gelangt man

über eine rollstuhlbefahrbare Rampe zuerst

in den Kleinkinderspielbereich. Hier kann

gemeinsam mit Wasser und Sand unter

gelb leuchtenden Sonnensegeln gematscht

werden. Geschnitzte Käfer, wippende Raupen

und Bienen ergänzen das Spielangebot.

Die Hauptattraktion bildet ein als Blühwiese

gestalteter Klettergarten. Es geht bis zu

4 m hoch hinauf, durch filigrane Edelstahltunnel,

in Blütenkelche, durch Gräser und

Knospen. Der einfachste und attraktivste

Weg aus den Blüten zurück auf den Boden

des Spielgartens führt durch eine 10 m lange

Tunnelrutsche. Durch verschieden farbige

Acrylscheiben in den Blütenkelchen werden

überraschende Lichteffekte erzeugt, in

denen sich die Wahrnehmung des Raumes

und der Außenwelt verändert und in einem

neuen Licht erscheint.


4 — Naturverbundene Geschichten

165

Blüten-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Pflanzenkölle

Im Neckargarten 4

DE-74078 Heilbronn

11

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 290 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

Fa. Pflanzenkölle, Heilbronn

10

9

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Eingangstor

2. Wasserspielanlage

8-teilig; inkl. Steg für Rollstuhlfahrer

3. Federwipper ›Marienkäfer‹

4. Miniwipper ›Raupe‹

5. Sitzpodest ›Blatt‹

8

6. Kriechtunnel

7. Trampoline

7

8. Wackelplatte ›Bienenkönigin‹

9. Schaukel mit Schaukelkorb

5

10. Spielanlage ›Blumenwiese‹

20-teilig; 3 große Spieltürme in

Blütenform; Ph = 2,2–3,6 m; farbige

Acrylscheiben; verbunden durch

Gittertunnel; integrierte Rufanlage;

Balancier- und Kletterelemente;

Sitzpoller; Tunnelrutsche

3

6

11. Zaun

ca. 80 lfd m; farbig gestaltet

inkl. ›Blumen‹ Applikationen

und Pfostenaufsätze;

Sinnspiele (7 Stk.);

Sitzpodeste ›Blatt‹ (5 Stk.)

4

2

1


166 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

167


168 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

169

Ein Wiesenalptraum

Paul sammelt gedankenverloren auf einer Wiese Wildkräuter. In der

Schule wollen sie die Kräuter bestimmen, pressen und in ein selbstgestaltetes

Herbarium kleben. Paul hofft insgeheim, dass er heute ein

Kraut findet, dass noch niemand entdeckt hat. Dieses Kraut soll dann

nach ihm benannt werden. So wie es die Petersilie gibt, kann es ja auch

das Paulskraut geben. Paul schmunzelt bei dem Gedanken. Das Kraut

muss natürlich auch schön blühen, essbar sein und eine heilende Wirkung

haben. Ein richtiges Wunderkraut sollte es sein. Auf der Wiese blüht

es gerade gelb, weiß, lila, rot und blau. Bewundernd lässt Paul den Blick

schweifen. Wie ein bunter Teppich sieht das aus. Aber irgendetwas da

hinten passt nicht in dieses wunderschöne bunte Bild. Es

sieht dunkel aus und bewegt sich nicht. Vorsichtig bahnt SCHON GEWUSST?

2017 erreichte der Verpackungsmüll

in Deutschland

sich Paul einen Weg zu der Stelle.

»Was ist denn das!«, ruft Paul erschrocken. Er steht

mit 18,7 Mio. Tonnen einen

fassungslos vor einem riesigen Müllhaufen. Flaschen,

Höchststand. 47 % davon

Dosen und Tüten, dazwischen sogar Autoreifen und anderer

alter Kram.

Die Ursachen liegen über-

fielen auf private Verbraucher.

»Wer macht denn so etwas?«, fragt sich Paul kopfschüttelnd.

Der Gedanke an sein heilendes Paulskraut Onlinehandels und der

wiegend in der Zunahme des

ist schnell verflogen. Zurück in der Schule berichtet Paul Nutzung von Einwegverpackungen.

Die Recyclingquote

den anderen von seinem Fund. Gemeinsam mit der ganzen

Klasse und ihrem Lehrer schauen sie sich die stinken-

erreicht bei Plastikmüll nicht

mal 50 %. Eine wirkliche

de Angelegenheit an. Sie haben glücklicherweise gleich

Trendwende ist trotz des

Greifzangen, Handschuhe und ein paar Handwagen vom neuen Verpackungsgesetzes

Hausmeister mitgebracht und laden den ganzen Müll auf. nicht in Sicht.

»Das Glas könnte auf der trockenen Wiese noch

einen Brand entfachen«, erklärt der Klassenlehrer nebenbei. Er macht

ein paar Fotos von der spontanen Aufräumaktion. Die Wiese sieht nun

wieder schön aus. Doch die Kinder sind immer noch wütend. Gemeinsam

wollen sie noch mehr unternehmen, als nur aufzuräumen. Gleich

in der nächsten Deutschstunde schreiben sie deshalb einen Brief und

schicken ihn mit den Schnappschüssen an einige Lokalredaktionen. Auf

diese Weise sollen ihre Mitmenschen darauf aufmerksam gemacht und

dazu aufgefordert werden, ihre Augen nach den illegalen Müllentsorgern

offen zu halten. In dem Artikel laden die Schüler ein, im Herbst zu einem

kleinen Müllentsorgungs- und Upcyclingworkshop in die Schule zu kommen.

Jedes Kind weiß doch, wie Müll getrennt wird und wo er hingehört.


170 4 — Naturverbundene Geschichten

5

4

1

2

3

26

Das Neubaugebiet ›Fischbeker Heidbrook‹

im Südwesten Hamburgs umfasst

800 Wohneinheiten. Die Wohnanlage

grenzt an das Naturschutzgebiet ›Fischbeker

Heide‹. Die 2 großen Spielbereiche

nehmen die Formensprache der waldumgebenen

Stadtrandlage auf und bilden

eine ›bespielbare Landschaft‹ ab. Sie sind

allerdings durch eine Zufahrtsstraße zum

Wohngebiet getrennt. Der Spielbereich

›Wiesengrund‹ unterteilt sich in 4 große

Spielflächen sowie einen Barfußpfad. Der

Kleinkinderbereich für Kinder von 0–6

Jahren bietet neben Sand- und Rollenspielen

auch Möglichkeiten zum Klettern,

Rutschen und Wippen. Die andere Seite

des Barfußpfades ist mit einer weitläufigen

Kletter-Balancier-Kombination und einem

hohen Rutschenturm für Kinder von 6–12

Jahren ausgestattet. Die Spielflächen

werden durch einen Schaukelbereich mit

Trampolin ergänzt, der als einzelne Insel in

der Wiesenfläche liegt. Der Spielbereich

›Boskett‹ (Wäldchen) ist eine großzügig

gestaltete Liegewiese mit Hängematten

zum Chillen. Slacklines sind fest installiert

oder können an einzeln stehenden Pfosten

angebracht werden. Ergänzt wird das

Spielangebot in diesem Bereich durch

2 Riesenschaukeln für alle Generationen.


4 — Naturverbundene Geschichten

171

Wiesen-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz

Im Fischbeker

Heidbrook

DE-21149 Hamburg

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 2.200 m²

Baujahr:

2019

Objektplanung:

Landschaft planen + bauen NRW

GmbH, Dortmund

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielanlage ›Grashüttendorf‹

12-teilig; 3 Hütten Ph = 0,2–0,6 m

verbunden mit Balancierstegen;

Sinnspiele; Sandspiele; Rutsche;

Wippe 4-sitzig; Karussell ›Grashalm‹;

Federwipper ›Ameisentreff‹; ›Raupe‹;

›Mini-Raupe‹

2. Kletter-Balancier-Anlage

›Reisighaufen‹

60-teilig; Balancierbalken, -seile

und -brücken; Kletternetze;

Nest mit Strickleiter

3. Spielanlage ›Wiesentreff‹

großer Spielturm Ph = 2,0–3,5 m

mit Kletterwand; Spinnenkletternetz;

Tunnelrutsche

4. Schaukelbereich

Vogelnestschaukel; Pendelwippe;

Trampolin

5. Spielbereich ›Boskett‹

Hängematte (3 Stk.);

Artistikseil 3-teilig;

Riesenschaukel (2 Stk.);

einzelne Pfosten (10 Stk.)


172 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

173


174 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

175

Zwischen zwei Welten

Vor 380 Millionen Jahren lebte einmal eine kleine Lurchin in einem großen

Meer. Sie hatte gerade ihre Eier sorgsam abgelegt, als das Meer

plötzlich heftig zu beben begann. Gleich darauf folgte ein großes Donnern

und Grollen und das Wasser wurde unruhig. Die Lurchin bekam es

mit der Angst zu tun und wollte ihre Eier schnell in Sicherheit bringen.

Doch zu spät. Plötzlich gefror das Meer zu einem riesigen Eisblock. Alles,

was sich gerade noch bewegt hatte, erstarrte. Es vergingen viele Millionen

Jahre bis das Eis schließlich auftaute. Von der Lurchin war leider

nichts mehr zu sehen. Nur ein einziges ihrer Eier war noch da. Sie hatte

es mit letzter Kraft rechtzeitig im Meeresboden vergraben. Das Meer

hatte das Ei nun freigespült und an Land getragen. Hier wärmte es die

Sonne mit ihren Strahlen und bald darauf schien sich tatsächlich

etwas im Ei zu regen. Die Eischale platzte und SCHON GEWUSST?

Das Karbon ist ein Abschnitt

zwei Augen lugten vorsichtig heraus. Der kleine Lurch

der Erdgeschichte, der etwa

kroch aus dem Ei und begann, neugierig seine neue Umgebung

zu erkunden. Überall standen riesengroße Bäu-

vor 359 Mio. Jahren begann

und 60 Mio. Jahre andauerte.

me und Gräser und es war angenehm warm und feucht. Der Name Karbon leitet sich

Lurchi setzte sich unter einen großen Schachtelhalm und von dem lateinischen Begriff

wurde auf einmal sehr traurig. Er fühlte sich einsam. Da ›carbo‹ (= Kohle) ab und

hörte er plötzlich ein feines Summen. Es war genau über wurde von den Geologen

ihm. Er blickt hinauf und sah ein wunderschönes blaues Conybeare und Phillips

deshalb gewählt, weil in den

Etwas mit durchsichtigen Flügeln, die im Sonnenschein

Erdschichten dieses Erdzeitalters

besonders ergiebige

in allen möglichen Farben glitzerten.

»Hey, wer bist du? Kannst du mir sagen, wo meine

Mutter und meine Geschwister sind?«, rief der kleine finden sind.

Steinkohle-Lagerstätten zu

Lurch mutig.

»Ich bin eine Libelle«, antwortete das große blaue Flugobjekt.

»Ich weiß nicht, wo deine Verwandten sind. Wahrscheinlich wurden

sie vor vielen Millionen Jahren im Eis eingeschlossen. Manchmal sieht

man noch ihre Schatten in den Steinen. Komm ich zeige sie dir.« Hoffnung

kam auf, aber als Lurchi den hellen Schatten eines anderen Lurchs

im Stein sah, wurde er noch betrübter. Seine Familie war eingeschlossen

und er würde sie nicht finden können. Die liebevolle Libelle sah die Tränen

in den Augen ihres neuen Freundes und tröstete den kleinen Lurch

sogleich. Gemeinsam würden sie sich auf die Suche nach anderen Lurchen

machen, das versprach sie. Und was die beiden noch nicht wussten:

Die Zukunft hielt so manch tolles Abenteuer für sie bereit.


176 4 — Naturverbundene Geschichten

27

Ideengebend für die Gestaltung des

Spielplatzes ist die erdgeschichtliche

Periode des Karbon, die mit der sächsischen

Kleinstadt Lugau, einer ehemaligen

Steinkohleabbauregion, geschichtlich eng

verbunden ist. Neben den fossilen Gärten,

dem Steinkohlen-Wanderweg und dem

Kohlenbahn-Radweg ist der Spielplatz ein

weiteres Element, die Geschichte der Stadt

erlebbar zu machen. Der Spielplatz erstreckt

sich über mehrere Spielinseln. Zentrales

Element ist eine große Spielanlage, der

›Kohlewaldwipfelpfad‹. Die oval angeordneten

Spieltürme greifen in ihrer Gestaltung

die im Karbon baumähnliche Vegetation mit

Riesenfarnen und Schuppenbäumen auf.

Die einzelnen Türme und Pfosten sind mit

Brücken und Seilen verbunden. Sie bilden

einen geschlossenen Spielkreislauf, der immer

wieder neue Spielwege eröffnet und an

dessen Ausgang die 3 m hohe Tunnelrutsche

steht. Der höchste Turm bietet auch einen

Ausblick in die Kronen der benachbarten

Bäume und über den Stadtpark. Neben dem

›Kohlewaldwipfelpfad‹ kann ausgiebig geschaukelt

werden. Weitere Spielinseln sind

eine Sandspielfläche mit einem Salamander,

ein Bodentrampolin, eine wippende Riesenlibelle

und ein Balancierparcours, der sich

zwischen Pfosten in Form von Schachtelhalmen

erstreckt. Inmitten der Spielinseln laden

Sitzbänke zum Ausruhen und Zuschauen ein.


4 — Naturverbundene Geschichten

177

Urwelt-

Spielplatz

1

STANDORT

Spielplatz

Stadtpark Lugau

DE-09385 Lugau

5

2

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 474 m²

Baujahr:

2020

3

Objektplanung:

LA Büro Schramm, Plauen

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Spielskulptur ›Libelle‹

ca. 4,0 × 5,0 × 0,85 m (l × b × h)

mit wippendem Schwanz

2. Balancierparcours

›Schachtelhalmwiese‹

6-teilig

4

3. Spielanlage

›Kohlewaldwipfelpfad‹

16-teilig; 5 Spieltürme Ph = 1,5–3,0 m

verbunden mit Brücken, Seilen und

Netzen; geschnitzte Applikationen;

Tunnelrutsche

4. Schaukel

2-sitzig

5. Sitzbänke

3 Stück (bauseits)

6. Sandspielfläche

3-eckig (bauseits)

7. Spielskulptur ›Salamander‹

ca. 4,0 × 0,9 × 0,3 m (l × b × h)

8. Trampolin

6

7

5

8


178 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

179


180 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

181

Klettern

macht stark

Takumi saß im Baumhaus fest. Er hatte sich dort vor den anderen Jungen

aus seiner Klasse versteckt. Wenn sie ihn sehen, würden sie ihn wieder

hänseln, weil er ein bisschen dick und nicht so mutig ist wie sie. Aber

auch gut verstecken konnte er sich nicht. Sie hatten ihn bereits entdeckt.

Einer der Jungen rief gemein zu ihm hinauf:

»Vorsicht Takumi, das Baumhaus bricht gleich zusammen.«

Und schon fühlte Takumi den Boden unter sich

SCHON GEWUSST?

Menschen fallen nicht automatisch

richtig. Kinder, die

vor Angst schwanken. Die Gruppe steuerte geradewegs

in jungen Jahren das Fallen

auf das Baumhaus zu. Ihre Sprüche wurden immer lauter

und böser. Takumi wollte nur noch weg. Der einzige Unfälle haben, erleiden im

lernen, weil sie kleinere

Ausweg, den er jetzt noch hatte, war eine Wackelbrücke späteren Leben weniger

auf der anderen Seite des Baumhauses. Sie führte zu große, gefährlichere Unfälle.

einem Podest. Von dort ging es weiter über einen schmalen

Steg und schließlich auf einem dicken Seil zurück zum Boden. Unentschlossen

suchte Takumi ein Taschentuch in seiner Hosentasche,

weil er sich den kalten Schweiß von der Stirn abwischen wollte. Plötzlich

fühlte er neben seinem Taschentuch einen kühlen Stein an seinen

Fingerspitzen. Den Stein hatte er letztens zusammen mit Kaito am See

gefunden. Kaito war sein bester Freund. Auch er wurde von den anderen

Jungen manchmal gehänselt – allerdings, weil er etwas stotterte. Wenn

man den unscheinbaren Stein gegen die Sonne hielt, funkelte er auf einmal

in den schillerndsten Farben. Sie hatten beschlossen, dass es ein

Zauberstein sein musste, weil er so schön glitzerte und sich verwandeln

konnte. Takumi betrachtete den Stein nachdenklich. Er rollte ihn zwischen

den Fingern hin und her und fühlte plötzlich, wie er immer mutiger

wurde. Vorsichtig setzte er einen Fuß auf die Wackelbrücke. Seine Knie

zitterten noch etwas, aber mit jedem Schritt wurde seine Angst kleiner.

Schließlich erreichte er schon das erste Podest, noch bevor alle überraschten

Jungen auf dem Baumhaus ankamen. Als sie sahen, wie Takumi

mit festen Schritten über das Seil balancierte, verstummten ihre hämischen

Rufe vollends und sie schauten ihm verwundert nach. Noch am

nächsten Tag fühlte sich Takumi stark, mutig und sogar ein klein wenig

stolz. Er schaute nun nicht mehr zu Boden, wenn er die anderen Jungen

sah oder flüchtete gar in ein Versteck. Takumi beschloss, Kaito den Stein

zu schenken. Der Stein sollte auch an ihm seine Zauberkraft entfalten.


182 4 — Naturverbundene Geschichten

5

3

2

6

4

1

1

28A

›Reach for the sky‹ – das ist der

Name dieses beeindruckenden

Projektes im japanischen DENPARK der

Millionenstadt A n j ōin der Provinz Aichi. Der

Spielplatz entstand in Zusammenarbeit mit

der Firma Bornelund. Sie betreibt in Japan

90 Spielzeugläden und über 20 Indoorspiel-

und Bewegungsbereiche. In Japan ist

es üblich, in klimatisierten Aufenthaltsbereichen

zu spielen. Im Sommer wird es bei

hoher Luftfeuchtigkeit oft über 35°C heiß. Da

fällt jede Bewegung schwer und im Winter

ist es auch oft sehr kalt. Der Spielplatz ist in

Japan daher ein Pilotprojekt für das Spiel im

Freien. Die 9 Spieltürme sind mit Schattendächern

versehen, um alle Verweilpunkte

vor der direkten Sonneneinstrahlung zu

schützen. Die senkrechten Pfosten erreichen

in ihrer natürlichen Wuchsform eine Höhe

von ca. 10 m. Die beiden zentralen Ecktürme

haben mehrere Plattformen, die bis auf eine

Höhe von 6 m reichen. Die Aufstiege sind

anspruchsvoll und nur durch enge Tunnel

möglich. Die Türme sind durch verschiedene

Brücken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

verbunden, sodass sich die

Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes

immer höher hinaus wagen können.

Neben dem großen Spielkreislauf führen

weitere Balancier- und Kletterstrukturen zu

einzelnen Spieltürmen. In der Mitte verbindet

ein überdimensionales waagerechtes

Netz die Spieltürme. Es ist nicht nur eine

Querverbindung innerhalb der Spielanlage,

hier können sich die Kinder ausruhen oder

gegenseitig in Bewegung bringen.


4 — Naturverbundene Geschichten

183

Wald-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz Denpark

Akamatsucho Kaji-1

JP-446-0046 Anjō

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 440 m²

Baujahr:

2018

Objektplanung:

Kompan Playscape Inc. / Japan

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Kletter-Balancier-Anlage

21-teilig

2. Spieltürme

(9 Stk.) trapezförmig mit

Schattendach Ph = 2,0–6,0 m;

Aufstiege und Ausstattungen;

Tunnelrutsche

3. Gittertunnel

4. Spinnennetz

ca. 24,0 m²

5. Vogelnest

Ø ca. 1,1 m; Ph = 6,0 m mit Netztunnel

6. Verschiedene Brücken

11 Stk.


184 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

185


186 4 — Naturverbundene Geschichten

28B

Der Burgers’ Zoo im niederländischen

Arnheim präsentiert auf ca.

45 ha Tiere aus aller Welt. Vom Ozean über

den Regenwald bis zur Wüste wurden die

natürlichen Lebensräume der Tiere nachempfunden.

Der Erlebniswert nimmt überall

in der Philosophie des Arnheimer Tierparks

eine zentrale Rolle ein. Ein besonderer

Anziehungspunkt ist der Spielplatz gegenüber

der großen Außenterrasse des Restaurants.

Er ist die perfekte Ergänzung zu

einem erlebnisreichen Zoobesuch. Auf einer

Fläche von ca. 1.000 m² erstreckt sich das

Burgers’ Avonturenland (Abenteuerland).

Die Spielangebote für kleine Kinder wurden

in der Nähe der Terrasse platziert, dahinter

eröffnet sich der große Kletterdschungel,

den auch Erwachsene gern durchstreifen.

Durch die natürliche Form und Struktur des

Robinienholzes wirkt die weitläufige Kletterund

Balancierlandschaft wie ein undurchdringlicher

Dschungel, der in einem riesigen

Biberdamm endet. Die grüngelben Akzente

der Spielanlage unterstützen diesen Eindruck.

An jeder Position des Dschungels

gibt es etwas zu entdecken, eröffnet sich

ein neuer Weg durch Balancieren, Klettern

oder Rutschen, ein neues Versteck oder ein

Spiel für die Sinne. Ein Highlight ist die dreifache

Wellenrutsche, auf der gemeinsam

gerutscht werden kann. Ein barrierefreier

Zugang ist über einen breiten Holzsteg

möglich. Auch hier bieten verschiedene

Drehspiele inklusive Spielmöglichkeiten.


4 — Naturverbundene Geschichten

187

Wald-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz Burgers’ Zoo

Antoon van Hooffplein 1

NL-6816 SH Arnhem

5

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 1.000 m²

Baujahr:

2018

Objektplanung:

Fa. Acacia Robinia / Niederlande

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Fliegender Teppich

2. Kletter-Balancier-Anlage 1

10-teilig; großer Spielturm

Ph = 2,0–6,8 m;

Netz- und Podestebenen;

Kletterwände; 2 Tunnelrutschen;

Dschungelbrücke; Schaukelkorb

3. Kletter-Balancier-Anlage 2

21-teilig; 9 Spieltürme

Ph = 2,5–5,9 m; Gittertunnel;

Vogelnest; Tunnelrutsche;

Brücken; Sumpfnetz; Sinnspiele

4. Kletter-Balancier-Anlage 3

42-teilig; 5 Spieltürme

Ph = 0,5–2,7 m; verschiedene

Brücken und Balancierelemente;

1 Tunnelrutsche; 1 Rutsche

5. Kletterrondell mit Biberhütte

Ø ca. 12,0 m; h ca. 4,0 m

6. Fester Holzsteg

mit Sinnspielen; l ca. 18,6 m

7. Kletter-Netz-Anlage

8-teilig

8. Spielhaus

9. Kletter-Versteck-Anlage

9-teilig mit Rutsche

4

3

1

2

9

8

7

6


188 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

189


190 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

191

Ronjas Baumhauswelt

Ronja wohnt ganz oben in einem Baumhaus. Und als ob es nicht schon

außergewöhnlich genug wäre, sein Haus in der Krone eines Baumes zu

haben: Es ist eine richtige Baumhauskolonie und etwas ganz Besonderes,

denn alle Häuser sind auf einzigartige Weise durch Treppen und

Leitern miteinander verbunden. Gerade ist Ronja bei Oma Krause zu Besuch,

die wegen ihres kaputten Knies ganz unten wohnt. Eben will sie die

Vögel auf dem Balkon füttern, als sie ganz laut ihren Namen hört.

»Ronja!«, ruft es da schon wieder. Ronja läuft eine Treppe hoch. Aus

dem Baumhaus von Herrn Felsenstein kam das Rufen nicht. Herr Felsenstein

übt wieder Geige. Ronja bekommt von seiner Musik immer eine

Gänsehaut. Ach, das könnte auch Nida gewesen sein, denkt Ronja, und

läuft weiter zum Baumhaus der Familie Aydin. Aydins haben so ein lustig

schiefes Haus. Ronja mag besonders den Flur hier. Er ist abschüssig,

sodass man mit dem Fußabtreter direkt in Nidas Zimmer rutschen kann.

Aber auch sie hat Ronja nicht gerufen.

»Vielleicht war es Jaron. Komm, Nida, wir klettern durch unseren

Geheimgang zu ihm.« Der Geheimgang ist ein langer Netztunnel und

führt direkt in Jarons Zimmer, das wie ein großes Nest am Baumhaus

der Familie Magoro baumelt. Jaron hat sie auch nicht gerufen. Alle

drei schaukeln noch ein bisschen in Jarons Zimmer hin

und her, bis Ronja schon wieder ihren Namen hört. Jetzt SCHON GEWUSST?

glaubt sie, dass das Rufen aus dem Baumhaus von Nele Auch heute lebt das Volk

und Pepe kommt. Die beiden wohnen in einem alten Bauwagen.

Da kommt man nur über eine Strickleiter hinein.

der Korowai (Indonesien) in

Baumhäusern. Das Baumhaus

schützt vor Angriffen

Manchmal ist die Strickleiter hochgezogen, dann wollen

feindlicher Clans, wilden

die beiden ihre Ruhe haben. Ronja hat Glück, heute ist sie

Tieren und Überschwemmungen.

In Friedenszeiten haben

unten. Geschickt klettert sie in den Bauwagen, aber weder

Nele noch Pepe sind da. Ronja legt sich erst einmal in sie eine Höhe von 10–25 m. In

eine Hängematte. Da hört sie von weitem eine Vogelstimme,

die immer lauter wird. Der Vogel kommt direkt auf sie auch bis 50 m hoch gebaut.

turbulenten Zeiten werden sie

zugeflogen. Jetzt kann Ronja es ganz deutlich hören:

»Ronja, aufstehen! Du musst zur Schule gehen.« Ronja blinzelt. Der

Vogel hat sich in Mama verwandelt und die Hängematte in ihr Bett.

»Schade«, murmelt Ronja.

»Die Baumhäuser waren ja gar nicht echt ... Aber wenn ich erwachsen

bin und alles darf, dann wohne ich mal mit meinen Lieblingsmenschen

in Baumhäusern.«


192 4 — Naturverbundene Geschichten

5

6

3

1

6

6

2

4

29

Das Intratuin im niederländischen

Duiven ist ein Mekka für alle Gartenfreunde.

Vom Freilandgrün über Gewächshäuser

bis hin zur Tierabteilung findet jeder

Besucher, was er braucht. Neben dem

Einkauf werden auch die Sinne auf vielfältige

Weise angesprochen. Ein großer Restaurantbereich

wartet mit botanisch gestalteten

Erlebniszonen auf. Das Klimtuin, ein großer

Erlebnisspielplatz mit verschlungenen

Wegen zwischen einem zentralen Kletterbaum

und abzweigenden Panoramabaumhäusern,

füllt den 20 × 26 m großen Innenhof

des Gartencenters. Das verzweigte

Wurzelwerk des Kletterbaums bietet unzählige

Kletter- und Kriechtunnel und in seinem

Stamm befinden sich die Aufstiege zu riesigen

Vogelhäusern oder einem kunterbunten

Wohnwagen. Ein Labyrinth aus Brücken

führt vom Kletterbaum zu den 7,5 m hohen

Panoramabaumhäusern. Über lange Tunnelrutschen

geht es wieder zurück auf den

Boden. Auch hier gibt es viel zu entdecken.

Niedrige Balancierparcours und Spielhäuser

füllen die Bereiche unter den Brücken aus.

Das Design des Spielparadieses orientiert

sich am Sortiment des Gartencenters. Kaum

ein Quadratmeter des Innenhofes, auf dem

nicht ein hölzernes Exemplar aus Flora oder

Fauna zu finden ist. Überall gibt es etwas zu

entdecken: Hier eine Blume, da ein Marienkäfer,

ein Vogel, ein Eichhörnchen, wippende

Fische oder ein Krokodilskopf, der aus

dem Boden ragt. Wer sich nicht durch das

Spielareal bewegt, sitzt da und staunt über

diese hölzerne Märchenlandschaft.


4 — Naturverbundene Geschichten

193

Baumhaus-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz Klimtuin

Lithograaf 1

NL-6921 VA Duiven

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 520 m²

Baujahr:

2018

Objektplanung:

Fa. Acacia Robinia / Niederlande

Entwurf:

Fa. SIK-Holz ®

Konstruktion/Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Großes Baumhaus

8,3 × 10,4 × 9,7 m (l × b × h);

5 Podestebenen von -0,3 m bis 7,5 m;

Rutsche; Netz- und Kletteraufgänge;

Treppen und Netztunnel; Sinnspiele;

Anbauelemente: Bauwagen; Vogelhäuser;

Terrasse mit angrenzendem

Balancierparcours

2. Panoramabaumhaus 1

Ø ca. 2,5 m; Ph = 7,5 m;

Sinnspiele; Tunnelrutsche;

3 Verbindungstürme mit Brücken;

Kletter-, Balancier- und Schaukelelemente

unter den Türmen

3. Panoramabaumhaus 2

Ø ca. 2,5 m; Ph = 6,2 m;

Sinnspiele; Tunnelrutsche;

3 Verbindungstürme mit Brücken

4. Vogelhäuser

9-teilig; Ph = 2,6–3,4 m;

Kriechröhre; Tunnelrutsche;

Sinnspiele; Liegenetze

5. Märchenspielanlage

4-teilig; Rutsche

6. weitere Spielelemente

Federwipper ›Schlauchboot‹;

Stehwippe; Pilzspiel; Springplatten;

Sitzbank; kleine und große Skulpturen


194 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

195


196 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

197


198 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

199

Auf der Mitte

des Regenbogens

In dem Wohngebiet zwischen Lübeck und Herrnburg regte sich etwas. Ein

großer LKW hatte viele Holzstämme gebracht. Hanna und Luis wohnten

hier und beobachteten seit einigen Tagen, was da in ihrer Straße vor sich

ging. Jeden Morgen kam eine Gruppe von jungen Leuten. Sie buddelten

Löcher, sägten, bohrten und malten die Stämme bunt an. Es ging laut

und fröhlich auf der Baustelle zu. Je bunter und größer das Holzgerüst

wurde, desto neugieriger wurden Hanna und Luis. Mit ihrem Ball spielten

sie absichtlich in der Nähe, denn so konnten sie am besten sehen, was

dort passierte. Als der Ball auf direktem Weg und in hohem Bogen Richtung

Baustelle zuflog, wurden die beiden Kinder von drei

Jugendlichen bemerkt, die sie freundlich zu sich winkten. SCHON GEWUSST?

Das war die Gelegenheit, etwas mehr zu erfahren. Hanna Der Regenbogen aus Holz

nahm ihren ganzen Mut zusammen und fragte die kleine ist ein Spielgerät, gebaut von

Jugendlichen aus OST und

Gruppe gleich, was sie denn hier machen.

WEST, aus NORD und SÜD,

»Wir bauen einen Regenbogen-Spielplatz«, antwortete

ein großer junger Mann.

mit schwarzer und weißer

Hautfarbe, für Kinder in einer

»Einen Regenbogen?«, wunderte sich Luis.

Stadt mit neuen Möglichkeiten

und der Hoffnung auf

»Der hängt doch am Himmel!« Luis war überzeugt,

dass die Jugendlichen sie veräppeln wollten.

einen Neubeginn.

»Ja, das ist schon richtig«, sagte der junge Mann.

»Unser Regenbogen ist ja auch ein Symbol. Kennt ihr die Geschichte

vom Regenbogen aus der Bibel? Nach einer großen Flut, die alles vernichtet

hat, hat Gott einen Regenbogen an den Himmel gesetzt, um sich

mit den Menschen zu versöhnen. Wir bauen diesen Regenbogen, um die

Menschen daran zu erinnern, dass sie sich versöhnen sollen.«

»Habt ihr euch gestritten?«, fragte Hanna. Der junge Mann lachte:

»Nein, wir haben uns nicht gestritten, aber die Länder, aus denen

wir kommen, waren zerstritten oder sind es zu einem großen Teil immer

noch. Wir bauen diesen Regenbogen als eine Brücke. Man kann sich auf

ihrer Mitte treffen und sich die Hände reichen. Ihr könnt morgen zeigen,

wie das geht. Dann wird der Regenbogen nämlich eingeweiht.« Das ließen

sich Hanna und Luis natürlich nicht zweimal sagen. Sie durften sogar

das Band durchschneiden und als Erste auf den Regenbogen klettern.


200 4 — Naturverbundene Geschichten

3

1 2

5

4

30

Die Geschichte der Regenbogen-

Spielplätze beginnt 1998 in Soweto.

Pfarrer Rolf Martin aus Lübeck und Pfarrer

Heinz-Joachim Lohmann aus Niedergörsdorf

in Brandenburg beschließen, gemeinsam mit

einer Jugendgruppe aus West- und Ostdeutschland

ein Workcamp in Südafrika

durchzuführen, um sich den Fragen von

Teilung und ihrer Überwindung zu stellen. Im

Kirchenkreis Jüterbog lassen sich Claudia

und Klaus-Peter Gust mit der Firma SIK-Holz ®

für die Idee begeistern. Der Spielplatz nimmt

die Gestalt eines Regenbogens an. Der steht

bei Nelson Mandela für das friedliche, harmonische

und fruchtbare Zusammenleben

einer Vielzahl von Menschengruppen in

Südafrika. Auf Soweto folgen viele Projekte

an mehr oder weniger konfliktbeladenen

Orten. Im Laufe der Jahre erlebt die sich

wandelnde Gruppe, dass nicht nur

Regenbögen aus Holz entstehen. Nicht

weniger bedeutend ist auch der menschliche

Regenbogen, der Teilnehmende aus

vielen Ländern miteinander verbindet. Die

beiden letzten Projekte finden zusammen

mit arabischen und jüdischen Israelis in

Galiläa und im Havelland statt. Religion und

Glauben spielen im Projekt eine wichtige

Rolle. Jugendliche aus ganz verschiedenen

Herkunftsgesellschaften organisieren für

3 Wochen ein gemeinsames Zusammenleben,

teilen die zentralen Aufgaben unter

sich auf, sprechen über die Dinge, die sie

am meisten bewegen und leben in dem

Grundkonsens als Menschheit zusammen.

Sie arbeiten an etwas, das größer ist als sie

selbst. So lautet vielleicht auch die einfachste

Definition von Glaube: Ein Bewusstsein

zu haben, dass es etwas gibt, das größer ist

als das eigene Selbst. [Pfarrer H.-J. Lohmann]


4 — Naturverbundene Geschichten

201

Regenbogen-

Spielplatz

STANDORT

Spielplatz Mauerpark

Schwedter Straße 82

DE-10437 Berlin

PROJEKTINFORMATIONEN

Größe des Platzes:

ca. 370 m²

Baujahr:

2016/17

Objektplanung:

Freunde des Mauerparks e. V.

NGA Pankow, Berlin

Entwurf / Konstruktion / Ausführung:

Fa. SIK-Holz ®

AUSSTATTUNG

1. Kleiner Regenbogen

ca. 7,1 × 3,8 × 4,3 m (l × b × h);

Ph = 1,2/1,5 m; Rutsche; Netzaufgang;

2 Liegenetze

2. Großer Regenbogen

ca. 8,0 × 3,8 × 4,3 m (l × b × h);

Ph = 1,9/2,2 m; Rutsche; Netzaufgang;

2 Liegenetze

3. Schaukel

h ca. 4,9 m; Partnerschaukel h = 3,2 m

4. Arche

ca. 4,8 × 1,9 × 2,1 m (l × b × h); Spielhaus;

Sandspiel; 5 Tierskulpturen

5. Sitzbank (halbrund)

Die Ausstattung bezieht sich auf den

Wiederaufbau des Regenbogens im

Berliner Mauerpark 2016/17. Der Regenbogen

aus dem Jahr 1999 wurde

zuvor aus Sicherheitsgründen abgebaut.

Dank der Spendenkampagne

der ›Freunde des Mauerparks e. V.‹

und der Eigenleistungen der Firma

SIK-Holz ® wurde der Wiederaufbau

des Regenbogen-Spielplatzes möglich.

So hat sich 2017 die symbolträchtige

Idee des Regenbogenspielplatzes

als Ort der Versöhnung auf

der ehemaligen Grenze zwischen

Pankow und Wedding wiederholt.


202 4 — Naturverbundene Geschichten


4 — Naturverbundene Geschichten

203

EIN SPIELGERÄT ZOG UM DIE WELT

1998 Soweto – Südafrika

1999 Berlin – Deutschland

2001 Albany – USA

2002 Lübeck – Deutschland

2004 Schwedt – Deutschland

2005 Johannesburg/Soweto – Südafrika

2007 Plön – Deutschland

2008 Asunción – Paraguay

2009 Kreisau – Polen

2010 Bujanovac – Serbien

2011 Herrnburg – Deutschland

2014 Bustan Nof Meshutaf – Israel

2015 Premnitz – Deutschland


Impressum

PRODUKTION:

Text / Redaktion:

Claudia Gust

Draufsichten:

Gregor Gleibs

Layout / Cover:

Kathleen Gust

Lektorat:

Maria Metschnabl, Daniela Ernst

Fotos:

SIK-Holz ® (außer externe Bilder)

Druck:

Königsdruck GmbH, Berlin

Stand:

1. Auflage, Januar 2021

klimaneutral gedruckt

DE-365-JRNJ42Z

www.natureOffice.com

HERAUSGEBER:

Geschäftsführung:

Marc Oelker, Klaus-Peter Gust

Registergericht:

Amtsgericht Potsdam

HRB 8656

Steuernr. 050/158/02369

Anschrift:

SIK-Holzgestaltungs GmbH

Langenlipsdorf 54a

14913 Niedergörsdorf

Website:

www.sik-holz.de

Copyright:

© 2021 SIK-Holz ®

Externe Bildnachweise: S. 8 Juliana Barquero on unsplash, Tobias Tullius on unsplash, Mika Baumeister on unsplash, Fredrik

Ohlander on unsplash (v. l. n. r.) | S. 9 Agto Nugroho on unsplah | S. 10 Claudio Trigueros (hinten), Playmobil ® FunPark (vorn) | S. 11

Playmobil ® FunPark | S. 18 Tobias Tullius | S. 24 Juliana Barquero on unsplash | S. 30 Charles Deluvio on unsplash (hinten), Robinia

Int. bv (vorn) | S. 32/34/35 Robinia Int. bv | S. 36 Agto Nugroho on unsplash | S. 42 Mika Baumeister on unsplash | S. 48 Pexels-

Pixabay | S. 54 Fredrik Ohlander on unsplash | S. 60 Alec Favale on unsplash | S. 66 Erik Jan Leusink on unsplash, Simon Basler

on unsplash, Nadia Jamnik on unsplash, Cedric Raddoux on unsplash (v. l. n. r.) | S. 67 Dhaya Eddine Bentaleb on unsplash |

S. 68 Nadia Jamnik on unsplash | S. 74 Simon Basler on unsplash | S. 80 Cedric Raddoux on unsplash | S. 86 Erik Jan Leusink on

unsplash | S. 92 Dhaya Eddine Bentaleb on unsplash | S. 98 Jordan Bauer on unsplash | S. 104 Jose Ignacio Garcia Zajaczkowski

on unsplash, Odd Sun on unsplash, Mareks Steins on unsplash, TJ Holowaychuk on unsplash (v. l. n. r.) | S. 105 JD-Designs on

unsplash | S. 106 Andre Klimke on unsplash | S. 110/111 Sophie Lottefier | S. 112 Steve Lipman on unsplash (hinten), Brusnika (vorn) |

S. 114/116/117 Brusnika | S. 116 Mareks Steins on unsplash | S. 124 JD-Designs on unsplash | S. 130 Odd Sun on unsplash | S. 136

Jose Ignacio Garcia on unsplash (hinten), Sophie Lottefier (vorn) | S. 138/139/140/141 Sophie Lottefier | S. 142 TJ Holowaychuk on

unsplash (hinten), Sophie Lottefier (hinten) | S. 144/146/147 Sophie Lottefier | S. 148 Francesco Ungaro on unsplash | S. 154 Pexels-

DSD | S. 160 Mathieu Cheze on unsplash, Haseeb Hamza on unsplash, Maria Shkliaeva on unsplash | Steven Su on unsplash

(v. l. n. r.) | S. 161 Raquel Pedrotti on unsplash | S. 162 Steven Su on unsplash | S. 168 Maria Shkliaeva on unsplash | S. 174 Mathieu

Cheze on unsplash | S. 180/190 Haseeb Hamza on unsplash | S. 198 Raquel Pedrotti on unsplash | S. 201/202 Alexander Puell (oben)


4 — Naturverbundene Geschichten

205


»Die ganze Welt ist eine

große Geschichte,

und wir spielen darin mit.«

Michael Ende

www.sik-holz.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!