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Helmstedter Sonntag Radheft 17.08.2025

Nachrichten aus Ihrer Heimat

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Nachrichten aus Ihrer Heimat

SONDERHEFT • AUSGABE 17. AUGUST 2025

SONDERVERÖFFENTLICHUNG

RADFAHREN &

WANDERN

Heimat

entdecken

Natur

spüren.

Auf der anderen Seite

des Lappwalds

Herausfinden aus

dem Maislabyrinth

Gar nicht so trostloser

Grenzlehrpfad

Auf den Spuren

der Elm-Elfen

Seite 5

Seite 8

Seite 13

Seite 15


2 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

„Willst du immer weiter schweifen? | Sieh, das Gute liegt so nah. | Lerne nur das Glück ergreifen, | Denn das Glück ist immer da.“ Das schrieb

Johann Wolfgang von Goethe in seinem Gedicht „Erinnerung“, das zeitlos ist und in dem der Poet richtig beschreibt: Das Schöne liegt direkt

vor der Haustür, man muss nur bereit sein, es zu entdecken und wahrzunehmen.

Foto: Katja Weber-Diedrich

Runter vom Sofa und rein in die Natur

Nur wer sich vor die Tür wagt, kann die Schönheit der Heimat entdecken, die oftmals im Verborgenen schlummert

von Katja Weber-Diedrich

Helmstedt. Für das Team des

HELMSTEDTER SONNTAG ist es

in jedem Jahr ein besonderes

Inhalt

Grenzenlose Fahrradtour .................. 3

Weltstädtisches auf dem Land ........ 4

Lebendige Geschichte ...................... 5

Auf der Suche nach

dem perfekten Radweg.............. 6 & 7

Heimatliche Besonderheiten............ 8

Wehrhafte Türme............................... 9

Verlorene Orte..................................10

Wohltuende Wälder.........................11

Überschaubares Grünes Band .......12

Lehrreiche Grenzgeschichte...........13

Fantastischer Bikepark ...................14

Märchenhafter Elfenpfad................15

Gesunde 7.000 Schritte ..................16

Impressum

Verlagshaus Holzberg 31

38350 Helmstedt

Telefon: 0 53 51 / 5 44 55 0

Fax: 0 53 51 / 5 44 55 50

Herausgeber:

Phönix-Verlags GmbH

Highlight, das Sonderheft „Radfahren

und Wandern in Ihrer

Heimat“ zusammenzustellen.

Denn beim Recherchieren und

Erkunden der Region erfahren

auch die „alten Hasen“ im Team

oftmals noch Neues.

Großstadt vs. Land – Wo lässt

es sich besser radeln?

In diesem Jahr haben wir einmal

frische „Großstadtluft“ mit ins

Heft gebracht, indem Redakteurin

Kathrin Peter-Sohr einen

Vergleich zwischen dem Radfahren

im quirligen Hamburg und

im beschaulichen Helmstedt

wagt. Überhaupt stellt sie sich

die Frage, wie sie auf dem Weg

zur Arbeit noch frische Luft

schnappen kann, um voller Tatendrang

ins Büro zu kommen,

beziehungsweise nach dem Tageswerk

direkt zu entspannen.

Dabei hat sie alte Geschichten

entdeckt, interessante Menschen

getroffen, neue Veranstaltungen

kennengelernt und die Historie

der Stadt der Einheit nachvollzogen.

Redakteurin Shirin-Sophie Porsiel

hat sich – als „Zugezogene“

im Landkreis Helmstedt - auf die

Suche nach vermeintlich vergessenen

Orten gemacht und ist unter

anderem auf Elfen gestoßen.

Vom Mittelalter bis

in die Gegenwart

Ebenso tauchte sie ins Mittelalter

ein, lernte etwas über die

Heeresmunitionsanstalt Lehre

sowie die Grenzgeschichte auf

beiden Seiten des Eisernen Vorhangs

und staunte über wagemutige

junge Menschen, die im

Bikepark in Schöningen richtig

Gas geben.

Auch in diesem Jahr möchte der

HELMSTEDTER SONNTAG alle

Leserinnen und Lesern dazu animieren,

sich in der Region zu

bewegen und die Schönheit zu

genießen sowie gegebenenfalls

sogar Neues zu entdecken.

Wie das geschieht, ist natürlich

jedem und jeder selbst überlassen

– ob mit einer Radtour oder

einer Wanderung, einem Spaziergang,

einer E-Scooter-Rundfahrt

oder mit einer Motorradtour.

Die Redaktion hofft, ein paar Anregungen

sowie Tipps geben zu

können und freut sich über

Feedbacks an die E-Mailadresse

redaktion@helmstedter-sonntag.de.

Außerdem sind Anregungen,

wo schöne Ausflüge zu erleben

sind, stets willkommen.

Denn auch im nächsten Jahr

wird es sicher wieder ein Sonderheft

zum Thema „Radfahren

und Wandern in Ihrer Heimat“

geben.

Elm-Freizeit-Team hat viele

Ideen zusammengetragen

Bis dahin wünschen wir allen

Lesenden viel Freude mit dem

diesjährigen Heft und verweisen

für detaillierte Wegebeschreibungen

und Tourenvorschläge

auf die ehrenamtliche Arbeit des

Elm-Freizeit-Teams rund um den

Schöninger Thomas Kempernolte

hin, das in den vergangenen

Jahren ganze Arbeit geleistet

und Dutzende Wege erfasst, beschildert

und auf der Internetseite

elm-freizeit.de mit viel Liebe

zur Region beschrieben hat.

In gedruckter Form sind Radund

Wandertouren von Thomas

Kempernolte in seinen sechs Büchern

über den Naturpark Elm-

Lappwald sowie (über den Tellerrand

geblickt) in der neuesten

Veröffentlichung des Reiffer-Verlages

„Thomas Kempernolte:

Nördliches Harzvorland – Die 20

schönsten Radtouren“ zu finden.


Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

3

Erneut grenzenlos auf zwei Rädern unterwegs

Auf dem Iron Curtain Trail gibt es jede Menge Grenzgeschichte und ebenso viele Geschichten zu entdecken

(kat) Helmstedt. Der Helmstedter

Verein Grenzenlos – Wege

zum Nachbarn lädt auch in diesem

Jahr dazu ein, deutsch-deutsche

Geschichte auf dem Rad zu

erleben.

Die Rundfahrt Grenzenlos mit

dem Fahrrad startet am Sonnabend,

30. August, um 10 Uhr

auf dem Schützenplatz-Parkplatz

am Maschweg in Helmstedt.

Die Route führt in Richtung Norden

und folgt teilweise dem Iron

Curtain Trail, wie der Radweg

EuroVelo 13 von der Barentssee

bis zum Schwarzen Meer auch

genannt wird.

Am Weg entdecken die Teilnehmenden

weniger bekannte Orte

und Grenzgeschichte(n). Beispielsweise

erlaubt ein höllisches

Bergwerk Einblicke in die

Zeit kurz vor der deutschen Teilung.

Doch die Geschichten, die im

Lappwald verborgen liegen, reichen

noch viel weiter zurück –

bis ins erste Jahrtausend nach

Christus. Die Radfahrenden lernen

eine mächtige ottonische

Ruine kennen, erkunden Relikte

der ehemaligen Grenze und erfahren

einiges über das Leben

beiderseits des Eisernen Vorhangs.

Passend zu den Orten, die an der

Route liegen, haben die Grenzenlos-Gästebegleiterinnen

und

-begleiter wieder spannende

Fluchtgeschichten auf Lager.

Die Tour-Guides von der Fahrradvermietung

„Omas Drahtesel“

in Schöningen sorgen unter

anderem dafür, dass niemand

verloren geht.

Und um die Verpflegung unterwegs

kümmert sich das Restaurant

„...wie in Omas Küche“.

Unterstützung empfohlen,

Strecke beträgt 50 Kilometer

2025

Kundenname:

Erscheinungsdatum: 17.08.25

Farben:

Die Teilnehmenden der Radrundfahrt erwarten spannende Eindrücke aus der Region, wie beispielsweise

in den US-Waggon des Landkreises Helmstedt.

Foto: privat

Für die Strecke von etwa 50 Kilometern

wird die Nutzung eines

Pedelecs empfohlen. Interessierte

Radfahrende, die kein eigenes

E-Bike besitzen, können mit der

Anmeldung direkt auch ein Pedelec

reservieren lassen.

Dank der Förderung des Regionalverbands

Großraum Braunschweig

können die Räder aus

dem Pool des Landkreises Helmstedt

kostenfrei zur Verfügung

gestellt werden. Darüber freut

sich Helmstedts Erster Stadtrat

Henning Konrad Otto als Vorsitzender

des Vereins Grenzenlos –

Wege zum Nachbarn.

Die Ausgabe der Leihräder erfolgt

am Veranstaltungstag ab

9.30 Uhr vor Ort.

Auch Einheimische

können Neues entdecken

„Durch die Rundfahrt entdecken

Einheimische und Besuchende

immer wieder neue Facetten der

Grenzgeschichte. Am Ende dieses

Tages werden sie zahlreiche

neue Eindrücke sowie einige Geheimtipps

mit nach Hause nehmen“,

verspricht Otto.

Die Rückkehr zum Schützenplatz

in Helmstedt wird gegen 18 Uhr

erfolgen. Für Erwachsene wird

ein Kostenbeitrag für die Verpflegung

fällig. Das Mindestalter

für die Teilnahme beträgt zwölf

Jahre, für alle Teilnehmenden

der Grenzenlos-Rundfahrt gilt

Helmpflicht.

Anmeldungen sind bequem online

unter www.grenzdenkmaeler.de

oder per E-Mail an grenzenlos@stadt-helmstedt.de

möglich. Sie können aber auch

telefonisch erfolgen. Der Verein

Grenzenlos – Wege zum Nachbarn

ist werktags unter der

Rufnummer 05351/177777 im

Rathaus zu erreichen.

Wirtschaftsregion

4c

Anzeigengröße: 140 / 2

Kurz mal raus!

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Fax

Mail

frei


4 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

Tausche Weltstadt-Veloroute gegen Waldwege

Fahrradfahren in der Großstadt ist spannend, aber mit offenen Augen gibt es im Lappwald viel mehr zu entdecken

von Kathrin Peter-Sohr

Helmstedt/Hamburg. Radfahren,

heute im Zeitalter von Klimaschutz

modern, lässig, und

cool, war in Hamburg, der Weltstadt

mit den überquellenden

Straßen und den wenigen, gerüchtehalber

von Generation zu

Generation vererbten Parkplätzen,

1998 vor allem eins: eine

Notwendigkeit.

In den ersten Wochen nach meinem

Umzug in die Hansestadt,

ich wohnte in einer WG im universitätsnahnen

Grindelviertel,

fuhr ich noch todesmutig mit

dem PKW zur Arbeit am Baumwall

(der seinem Namen übrigens

keine Ehre macht und besser

Autowall heißen sollte).

Das bescherte mir dann neben

mindestens drei Stundenlöhnen

für die Parkhäuser in der nahen

oder fernen Umgebung morgens

wie abends immerhin einige Kilometer

unfreiwilligen Spazierweg

an der frischen Luft.

Wohl ein Problem, das sich auch

den anderen seinerzeit

1.626.219 Einwohnern stellte,

denn im selben Jahr begann der

Ausbau des grünen Netzes, der

Velorouten, das die einzelnen

Bezirke miteinander verbinden

sollte und es inzwischen auch

tut.

Mit dem allmählichen Zuwachs

an Möglichkeiten und Wegen

wuchs meine Begeisterung am

Die nächtliche Reeperbahn, sonst ein Ort greller Lichter, lauter

Musik, wilder Partys und von so manchem mehr, erlebten wir beim

Radfahren im Lockdown in tiefer Stille und menschenleer, das

Morgenrot färbte die Welt rosa.

Die mystischen Wölbäcker, Relikte mittelalterliche Ackerbaus, sind

mit ihren Generationen von abgefallenen Blättern wie ein Ort

ewigen Herbstes.

Fotos: Kathrin Peter-Sohr

Radfahren, auch, aber nicht nur

des Parkplatzproblems wegen.

Keine Frage: Es hatte schon etwas,

auf dem Weg zur Arbeit,

zum Einkaufen oder ins Kino

mal eben so an weltweit bekannten

Wahrzeichen entlang zu

radeln: An der Alster mit ihren

Prachtbauten, über die Köhlbrandbrücke,

an der Kehrwiederspitze

vorbei ins Gängeviertel

oder durch den alten Elbtunnel

rüber nach Steinwerder.

Später erweiterten Speicherstadt

und Elphi meine tägliche

Runde und, übrigens ein echter

Geheimtipp für Tageausflüge,

der Weg am Flughafen Fuhlsbüttel

entlang durch das Rothsteinmoor

ins idyllische Niendorfer

Gehege.

Das waren, in malerischer Natur

direkt neben der Startbahn radelnd,

jedes Mal aufs Neue zwar

nur gefühlte, aber dennoch aufregende

und stets verlorene

Wettrennen mit den im Zehn-

Minuten-Takt startenden Flugzeugen

auf dem Weg in ferne

Länder (Dazu vom Hauptbahnhof

mit der U-Bahnlinie U 2 in

Richtung Niendorf-Nord bis Osterstraße

fahren, ein Fahrrad an

der Radstation leihen und der

Veloroute fünf beziehungsweise

der Bezirksroute N 2 Richtung

Langenhorn folgen. Zu finden im

Internet auf www.hamburg.de/

velorouten oder in der Wanderund

Radapp Komoot).

Besonders spektakulär und unser

absolutes Highlight im eintönigen

Alltag aber wurde Radfahren

in den ziemlich strengen

Hamburger Covid-Lockdowns.

Als das letzte Bananenbrot gebacken

war, das nachmittägliche

Online-Arbeiten den Tag-Nacht-

Rhythmus völlig durcheinandergebracht

hatte und auch die

nächste Lern-App keine wirklich

neuen Sprachkenntnisse bescherte,

zogen wir los.

Nachts in klirrender Kälte über

die menschenleere Reeperbahn,

quer durch die stille Innenstadt

bis zum zugefrorenen Hafen, wo

es bei Sonnenaufgang zur Belohnung

Tee aus der Thermoskanne

gab. Das sind und bleiben unvergessliche

Erlebnisse.

Kein Wunder also, dass beim

Umzug nach Helmstedt, beziehungsweise

der Entscheidung

dafür, die Hamburger Radrouten

weit oben auf der „Werde-ichvermissen-Liste“

standen.

Von Besuchen hier in meiner alten

Heimat kannte ich, obwohl

meine Eltern begeisterte Wanderer

und Radler waren, nur den

Radweg ins Brunnental und den,

der ein Stück am Lappwaldsee

entlang Richtung Schöningen

führt.

Es dauerte mehr als ein Jahr mit

jeder Menge Irrungen, Wirrungen

und dann noch ein weiteres

halbes, bis ich meinen perfekten

Rundweg gefunden hatte (mehr

dazu auf Seite 6), aber schon auf

der allerersten Irrfahrt durch

den im März noch eisigen Lappwald

hatte mich das Helmstedt-

Radfieber erwischt.

Grüne Natur und Stille, Stille, so

still, dass manchmal sogar ein

Kuckucksruf zu hören ist.

Igel und Hasen, die über den

Weg huschen und einmal, das

war so aufregend wie respekteinflößend,

sogar eine komplette

Wildschweinfamilie, die im

Gänsemarsch die Waldseite

wechselte.

Aber nicht nur die Natur ist

schön, überall lassen sich auch

mystische „steinerne Zeugen“

und andere Spuren aus der fernen

und der nicht ganz so fernen

der Vergangenheit entdecken.

Da sind Überreste der einstigen

innerdeutschen Grenze neben

geheimnnisvollen Landwehren

aus dem 13. und 14. Jahrhundert

und, besonders einzigartig, die

selbst für Historiker rätselhaften

Wölbäcker.

Relikte, soviel steht fest, mittelalterlichen

Ackerbaus, Hügel

und Täler in tiefgrünem Schatten,

durch die nur selten ein Sonnenstrahl

fällt.

In regelmäßigen Abständen

wechseln sich Wölbungen und

Furchen ab, sodass Hügel und

Täler entstehen, in denen wegen

der Generationen von herabgefallenen

Blättern für alle Zeiten

Herbst zu sein scheint.

Das Radfahren in und um Helmstedt

aber, das ist zu allen Jahreszeiten

schön.

Und es gibt, wie dieses Sonderheft

des HELMSTEDTER SONN-

TAG zeigt, noch jede Menge mehr

zu entdecken.


Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

5

Eine Reise durch Geschichte und Natur

Helmstedts Umgebung verbirgt einige Schätze, so auch das Dörfchen Walbeck und seine Nähe zum Lappwald

von Shirin-Sophie Porsiel

Walbeck. Als gebürtige Wolfsburgerin

war Helmstedt zu Beginn

meiner journalistischen

Laufbahn noch ein unbekanntes

Terrain. Doch nach zwei Jahren,

in denen ich hier immer wieder

neue Ecken und Geschichten

entdecke, offenbart sich die Region

als eine Schatztruhe voller

überraschender Orte – wie das

beschauliche Dörfchen Walbeck

im Landkreis Börde.

Eingebettet im Naturpark Elm-

Lappwald, vermittelt Walbeck

mit seinen alten Fachwerkhäusern,

verschlungenen Wegen

und der unberührten Landschaft

eine faszinierende Ruhe und lädt

zu Wanderungen und Entdeckungen

ein, die weit über das

Offensichtliche hinausgehen.

Der etwa 10,6 Kilometer lange

Walbecker-Rundweg, der sich

auch bestens zum Radeln eignet,

bringt Wandernde und Entdecker

auf Spurensuche durch eine

Landschaft, in der Geschichte

und Natur zu einer spannenden

Einheit verschmelzen.

Ausgangspunkt ist der Marktplatz

am Bürgerhaus „Ulrich

Mühe“, benannt nach dem bekannten

Schauspieler, der hier

seine Heimat hatte und seine

letzte Ruhe fand.

Von dort startet die Tour bergauf

zur Ruine der romanischen

Stiftskirche St. Marien, deren

steinerne Mauern still die Geschichten

vergangener Jahrhunderte

erzählen.

Von der Höhe eröffnet sich ein

weiter Blick über das Allertal

und den angrenzenden Lappwald

– ein Moment, der Naturerlebnis

und Geschichte eindrucksvoll

verknüpft.

Der Weg führt zurück durch den

Ortskern, vorbei an einer versteckten

Badestelle, gespeist von

klarem Quellwasser und einladend

zur kurzen Rast.

Nicht weit entfernt liegt der

Friedhof mit dem Grab von

Ulrich Mühe, einem weiteren

stummen Zeugen der Geschichte,

die in Walbeck lebendig

bleibt.

Doch der besondere Reiz des

Rundwegs liegt in den folgenden

Abschnitten durch den Lappwald:

Ein Wald, der nicht nur

Ruhe 2025

und Natur bietet, sondern

auch Zeuge einer bewegten Geschichte

Kundenname:

ist. Dort erinnern der Gorges

ehemalige Kolonnenweg und ein

alter Erscheinungsdatum:

Wachturm an die innerdeutsche

Grenze. Die einst ge-

17.08.25_Radheft

teilte Farben: Landschaft wird für Wandernde

heute zu einem Ort des höchst lebendig, wenn die Turmfalken zur Irisch-Keltischen

Einmal 4c im Jahr wird das Gelände rund um die Stiftskirchenruine

Nachdenkens, Anzeigengröße: an dem Spuren Mittsommernacht 100 / 2 einladen und Unterhaltung für Groß wie Klein

geboten wird.

Archivfoto: Katja Weber-Diedrich

von Trennung und Freiheit zugleich

sichtbar bleiben.

Auf dem Weg liegt auch die

zweite Walbecker Warte, eine

mittelalterliche Landwehr aus

dem 14. Jahrhundert, die einst

zur Befestigung der Stadt Helmstedt

diente.

Von dort aus führt die Route

weiter durch den Naturwald

„Düsterbeek“ und das so genannte

„Niemandsland“, ein ehemaliger

Grenzstreifen, der heute

mit seiner unberührten Natur

begeistert und zum Symbol für

Versöhnung und Neuanfang

wird. Bevor die Tour wieder ins

Dorf zurückführt, öffnet sich ein

letzter Blick ins Allertal. Eine

Einladung, die Natur in ihrer

ganzen Unberührtheit zu genießen

und die vielschichtige Geschichte

der Region nachklingen

zu lassen.

Der Walbecker-Rundweg ist

26

Jahre

seit 1999

mehr als ein Wanderweg: Er ist

eine Entdeckungsreise zu den

verborgenen Geschichten der

Grenze, eingebettet in eine naturnahe

Landschaft, die Geist

und Körper gleichermaßen berührt.

Walbeck zeigt, dass die

Vergangenheit nicht vergangen

ist, sondern lebendig bleibt.

• Wintergärten

• Pergolen

• Terrassendächer

• Sonnenschutz

• Smarthome

HAUSMESSE

am 06.09.2025 von 10.00 – 16.00 Uhr

Wintergartenbau – Terrassenbau – edle Haustüren

• Rollläden

• Fenster

• Türen

• Garagentore

• Markisen

Fax

Mail

frei

Die Ruine der Stiftskirche in Walbeck ist ein beeindruckendes Zeugnis

längst vergangener Zeiten...

Foto: Shirin-Sophie Porsiel

Lange Straße 5 • 39393 Hötensleben • OT Barneberg

Tel. 039402 50701 • Fax 039402 60101

www.gorges-bauelemente.de • bauelemente@gorges-gbr.de


6 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

Auf der Suche nach dem perfekten Radweg

Durch den Wald zur Arbeit zu radeln hält fit und die Suche nach dem schönsten Weg beschert unvergessliche Tage

von Kathrin Peter-Sohr

Helmstedt. Sportmediziner

wissen: Für mehr Fitness im Alltag

reicht es oft schon, den Arbeitsweg

mit dem Rad zurückzulegen.

Das tut ganz nebenbei noch der

Umwelt gut, spart Spritkosten

und macht im Idealfall den Arbeitstag

entspannter, vor allem,

wenn der Weg durch das idyllische

Grün des Elm-Lappwalds

führt: Frische Morgenluft, Natur,

soweit das Auge reicht, Frühnebel

am alten Badeteich, der weite

Blick im Sonnenaufgang vom

Forsthaus Meeseckenheide in

Richtung Brunnental und

manchmal huscht seitlich des

Weges sogar ein Reh oder ein

Hase durchs Gebüsch. Schöner

könnte es gar nicht sein.

Warum also nicht einen Sommertag

nutzen und sich auf die

Suche machen nach einem oder

gleich mehreren entspannten

und grünen Wegen zur Arbeit

und zur Schule?

Ein schöner Ferientag, der

noch lange Freude bereitet

Für noch mehr Urlaubsfeeling

lässt sich ein Picknick in der Natur

oder Schwimmen in einem

der idyllischen Freibäder im

Landkreis einplanen und später

könnte ein Sommerkonzert im

Waldbad Birkerteich den Tag

ausklingen lassen.

Informationen zu den Künstlern

und den einzelnen Terminen

gibt es auf der Internetseite

www.waldbad-birkerteich.de –

die Saison ist zwar in diesem

Jahr schon fast beendet, aber ein

paar musikalische Überraschungen

warten noch.

Spaß ist nur ein Aspekt

An einem Sommertag im Wald trifft man manchmal sogar einen glücklich verheiraten rosa Plüschhasen

und seine Freunde, die den coronabedingt entfallenen Junggesellenabschied nachfeiern.

Eva, Adams schöne Frau, ist seit 1998 verwitwet. Aber die Bank

unter dem schattigen Laubdach lädt noch immer zum Verweilen

(oder zu einem Picknick) ein.

Die Suche nach der perfekten

Radrunde jedenfalls, die macht

Spaß. Und das Schönste ist: die

Freude am Entdeckten hält lange

an und funktioniert sogar, wenn

es auf dem Weg zur täglichen

Wirkungsstätte nicht direkt oder

überhaupt nicht das kleinste

bisschen Grün zu sehen gibt.

Denn, das hat mein Vater vor 30

Jahren bereits gewusst, (auch) in

dem Fall lohnt es sich, das Auto

stehen zu lassen, etwas früher zu

starten und schon vor Dienstbeginn

einen kleinen Ausflug in

die Natur zu unternehmen.

Von Steinmühlenkamp, wo wir

damals schon gewohnt haben,

hätte sein direkter Weg zur Arbeit

einfach die Straße entlang

zum Magdeburger Tor geführt,

das sind „oben“ über die Bundesstraße

1 (damals noch an

Mohnblumenfeldern vorbei) wie

„unten“ um den Strohmühlenteich

herum so etwa zwei Kilometer.

Gestartet aber ist er, zumindest

von Frühling bis Herbst,

nicht selten eine Stunde früher.

Der fehlende Plan öffnet den

Blick für Entdeckungen

Beim Abendbrot hat er dann von

„seinem“ persönlichen Umweg

zur Arbeit erzählt und davon,

wie schön es ist, durch den Wald

zu radeln vor einem Acht-

Stunden-Tag im Behördenbüro.

So richtig zugehört habe ich ihm,

wie das so ist bei Teenagern mit

jeder Menge Flausen im Kopf,

wohl leider nicht. Ob meine

Mutter die Strecke kannte?

Ich weiß, nachdem sie Witwe

wurde, hat sie das Fahrradfahren

für sich entdeckt und ist

mit ihren Freundinnen kilometerweit

durch den Lappwald

gefahren.

Aber wo lang genau, das ist auch

so ein Rätsel, denn richtig zugehört

habe ich ihr, wie das so ist

bei jungen Frauen mit lauter Plänen

und Ideen im Kopf, wohl

leider nicht.

Zum Nachfragen ist es zu spät,

aber immerhin: Ein paar Stichworte

sind hängengeblieben und

lieferten mir, seit ich wieder in

Helmstedt wohne, die ersten Anhaltspunkte

für die Tour, die nun

meine werden sollte: Mesekenheide,

der alte Badeteich, die

beiden Landwehrtürme und

natürlich der Duellplatz der

Studenten.

Beim ersten Versuch den Weg zu

rekonstruieren, Anfang März,

war ich selbst überrascht, wie

einfach es war, von der Autobahnunterführung

direkt zum

beschaulichen alten Forsthaus

oberhalb des Brunnentals zu


Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

7

finden.

Und noch überraschter, wie viel

kälter sich der Spätwinter im

Naturwald im Vergleich zu den

städtischen Hamburger Grünanlagen

anfühlt.

Die Wege waren im März noch

gefroren, auf den Zweigen glitzerte

Rauhreif, über den Teichen

lag Nebel. Von Friedwald und

Quellenhof aus zum alten Badeteich,

auch dieser Weg klappte,

der Kälte trotzend und ohne

Karte, schon nach ein paar Fehlversuchen,

einer verlorenen

Mütze und einem abgerissenen

Schutzblech.

Spannende und schließlich

erfolgreiche Suche

Nur nach den beiden mittelalterlichen

Wehrtürmen suchte ich

länger, entdeckte dabei aber

mehr als nur die mystischen

Wölbäcker und machte die Erfahrung,

dass es sich ab und an

lohnt, die ausgewiesenen Strecken

zu verlassen, dann aber

auch wieder umzudrehen.

Einige besonders idyllische Wege

verbergen zwar so Wundersames

wie das Zuhause der niedlichen

Spielzeugbärenfamilie in

einem Baumstumpf, enden dann

aber, besonders für Radfahrende,

im sprichwörtlichen Nirgendwo

beziehungsweise im

tiefsten Matsch.

Als echte Herausforderung entpuppte

sich die Suche nach dem

Duellplatz der Studenten, was

nicht zuletzt daran lag, dass an

dieser Wegmarke von sonntäglichen

Spaziergängen in meiner

Kindheit, dem damals auch als

„Adam und Eva“ bekannten Ort,

inzwischen nur noch ein Baum

steht.

Am Ende stellt eine

Kombination die passende

Lösung dar...

Erst als unsere Chefredakteurin

mir das Schicksal des 1998 verrotteten

Adam erzählte, fand ich

seine noch immer schöne, nun

verwitwete Eva und damit dann

auch meine komplette Runde, im

Grunde eine Kombination der

Wanderwege fünf, sechs, elf und

22.

Auf denen 2025 drehe ich morgens

oder abends, in variierender

Kombination Kundenname:

Wochenende

auch zu zweit, meine Runde

durch Erscheinungsdatum:

den Lappwald:

Den Weg entlang bis zum Alten

Badeteich, Farben: dann vorbei an den

geheimnisvollen Wölbäckern,

den Anzeigengröße: beiden mittelalterlichen 128 / 2

Wehrtürmen und schließlich

wieder zurück zur Drillingskiefer

und von dort aus nach

Hause oder über die Wälle zum

Holzberg in die Redaktion des

HELMSTEDTER SONNTAG.

Ob das nun genau oder wenigstens

ungefähr der Tour entspricht,

die die Idee zu dieser

Lappwaldgeschichte geliefert

hat, das werde ich nicht mehr

ergründen können.

Aber von Fahrt zu Fahrt, wenn

um mich herum in der Stille nur

Fuhrmann

17.08.25_Radheft

4c

Vogelzwitschern und das Rascheln

der Bäume zu hören ist,

dann weiß ich, dass ich den richtigen

Weg längst gefunden habe.

Im Lappwald gibt es immer etwas zu entdecken, hier das Zuhause

einer Spielzeugbärenfamilie, die etwas versteckt am Wanderweg 22

in einem Baumstumpf wohnt.

Fax

Mail

frei

Komfort und Service machen den

Unterschied!

Wir bieten Tages- und Mehrtagesfarten

sowie Busanmietungen an.

Bitte fordern Sie gern kostenlos

unseren Tagesfahrtenflyer oder Reisekatalog an.

Ob Klassen, Gruppen oder Vereine,

wir bringen Sie sicher an Ihr Wunschziel!

Gern unterbreiten wir Ihnen ein Angebot.

Die Suche nach einem schönen Rad(um)weg zur Arbeit kann

mit Musik im idyllischen Waldbad Birkerteich den Urlaubstag

abrunden.

Fotos: Kathrin Peter-Sohr

Hof Trendel 5 – 38368 Rennau – 05356-223

www.reisedienst-fuhrmann.de


8 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

Bei Spaziergängen die Heimat neu erkunden

Auch Einheimische können an vermeintlich bekannten Stellen noch Überraschendes kennenlernen

von Katja Weber-Diedrich

Emmerstedt. Der Rat der Stadt

benannte die vom Triftweg Richtung

Pastorenweg abzweigende

Straße in Helmstedt im Jahr

1961 als Diamantenweg und reflektierte

damit womöglich eine

Legende.

Denn nur wenige Meter entfernt,

in der Gemarkung Emmerstedt,

liegt – unweit der „Roten Wiese“

des Segelflugclubs – der Diamantenberg.

Der ist kein richtiger Berg, sondern

vielmehr ein Hügel oder

eine Erhöhung, aber dort sollen

einst „Diamanten“ gefunden

worden sein.

Professor Beireis soll einen besonders

großen davon besessen

und damit angegeben haben.

Das „Problem“ war nur, dass es

sich lediglich um einen glashellen

Kieselstein handelte...

Dennoch blieb der Name Diamantenberg

im Volksmund erhalten

– bis heute.

Wer seine Heimat kennenlernen

möchte und sich auf den Weg

macht, den Pastorenweg und

sein Umfeld zu erkunden, kann

Erstaunliches finden.

Einen Gedenkstein an das Ofeld

– ein Dorf, das einst am Heidberg

gelegen haben soll, aber spurlos

verschwunden ist – beispielsweise.

Oder ein Hinweisschild auf die

„Naturbühne Diamantenberg“.

Umgeben ist das Schild tatsächlich

von Natur, ein mögliches

Freilichttheater lässt sich hinter

den Zaun allerdings höchstens

erahnen...

Das Schild „Naturbühne Diamantenberg“ steht noch, aber das Freilichttheater

lässt sich höchstens noch erahnen. Welches Schicksal

die Naturbühne ereilte, ist ungeklärt. Foto: Katja Weber-Diedrich

Schritte sammeln im Maislabyrinth...

Im Heidwinkel wird weit mehr geboten, als die bloße Jagd nach Stempeln; tierischer Spaß ist inklusive

Wer zum ersten Mal das Maislabyrinth im Heidwinkel in Grasleben

aufsucht, wird die mitten im Feld stehende Ruhebank womöglich

nötig haben. Die Suche nach den fünf Stempeln kann schonmal

länger dauern, wie bei unserer Autorin... Das Maislabyrinth in Grasleben

ist in diesem Jahr noch bis zum 5. Oktober geöffnet. Alle Infos

finden sich online unter www.maislabyrinth-grasleben.de.

Foto: Katja Weber-Diedrich

von Katja Weber-Diedrich

Grasleben. Durchhaltevermögen

und Kampfgeist sind gefragt,

wenn man sich ins Maislabyrinth

im Graslebener Heidwinkel

wagt. Insbesondere diejenigen,

die zum ersten Mal ein solches

Abenteuer eingehen, werden

womöglich erstaunt sein, wie

viele Kilometer zurückgelegt

werden, um die fünf versteckten

Stempel zu finden, und wie viel

Zeit dabei verstreicht...

Die Artenschutzzentrum Grasleben

GmbH hat am Bürgermeister-Frese

Ring auch in diesem

Sommer wieder ein Angebot geschaffen,

das nicht nur Kinderherzen

höher schlagen lässt.

Denn auf dem Gelände des Maislabyrinths

wurde regelrecht ein

kleiner Vernügungspark aufgebaut,

in dem Hüpfburgen zum

endgültigen Austoben einladen,

Hühner, Kaninchen und Ziegen

nicht nur auf Leckerli, sondern

womöglich auch auf die ein oder

andere Streicheleinheit warten

und Hunger sowie Durst gestillt

werden können.

Aber vor dem Vergnügen steht

bekanntlich die Arbeit. Und die

liegt darin, in den zahllosen Gängen

des Maisfeldes versteckte

Stempelstellen zu finden.

Wer am Ende alle fünf tierischen

Stempel auf der Karte hat, kann

an einer Verlosung teilnehmen.

Alle zwei Wochen gibt es ein Gewinnspiel

für alle, die ihre fünf

Stempel gefunden haben.

Um die Spannung aufrechtzuerhalten,

werden nach einer jeden

Gewinnauslosung die Stempel

umgestellt. So kann das Labyrinth

mehrfach besucht werden,

denn die Lösung ist „nicht in

Stein gemeißelt“...

Auch im Dunkeln kann das Abenteuer

übrigens starten. Zum Taschenlampenlabyrinth

wird

noch einmal am Sonnabend, 30.

August, ab 19.30 Uhr sowie am

Sonnabend, 6. und 27. September,

am Donnerstag, 2. Oktober,

und am Sonnabend, 4. Oktober,

jeweils ab 18.30 Uhr, eingeladen.

Eine Voranmeldung ist nicht notwendig,

aber eine Taschenlampe

muss mitgebracht werden.

Um den Tagesausflug zu perfektionieren,

kann auch noch das

Artenschutzzentrum selbst im

Heidwinkel aufgesucht werden.

Aktuell müssen dafür noch Termine

vereinbart werden, aber ab

dem 1. Oktober soll es dann eine

Tageskasse geben, sodass dem

täglichen Zoobesuch nichts im

Weg steht.


Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

9

Unscheinbare Helmstedter Freunde?

Steinerne Zeugen der Zeitgeschichte prägen noch heute das Stadtbild und öffnen ein Tor zur Vergangenheit

von Shirin-Sophie Porsiel

Helmstedt. Manche Orte sind

wie gute Freunde: Man sieht sie

oft, doch kennt man wirklich all

ihre Geheimnisse? So verhält es

sich auch mit dem Hausmannsturm

in Helmstedt – einem

scheinbar vertrauten Begleiter,

der dennoch voller Überraschungen

steckt. Wer durch

die ehemalige Universitätsstadt

schlendert, begegnet immer

wieder solchen steinernen Zeugen

einer bewegten Vergangenheit.

Die Türme und Tore der alten

Stadtbefestigung sind vielen

bekannt, doch welche Geschichten

verbergen sich hinter ihren

Mauern?

Jedes dieser Bauwerke hatte

einst eine zentrale Rolle im

Schutzsystem der Stadt und

prägt bis heute das Gesicht

Helmstedts. Im Westen der Altstadt

erhebt sich der eingangs

erwähnte Hausmannsturm in

der Salon_Gabi

Neumärker Straße. Ursprünglich

war er das mächtige

m: Westtor, 17.08.25_Radheft

das die wichtige Reichsstraße

1 Richtung Braunschweig

überwachte. 4c

Hier lebte der „Hausmann“, der

Turmwächter, 50 / 2 dessen Aufgaben

weit über das bloße Alarmieren

bei Gefahr hinausgingen: Er

sorgte für Feuersicherheit und

blies die Stunden musikalisch

aus. Bis heute klingt jeden Sonnabendmittag

das traditionelle

„Abblasen“ vom Turm – ein Gruß

aus vergangenen Zeiten, der die

Geschichte lebendig hält.

Am östlichen Rand der Altstadt

lag das Magdeburger Tor, auch

Ludgeri- oder Klostertor genannt,

das einst den Verkehr

Richtung Magdeburg und zum

Kloster regelte. Heute existiert

es nicht mehr, doch Straßennamen

und alte Stadtpläne verraten

seinen ehemaligen Standort.

Im Süden markierte das Südertor

(Seedorfer Tor) den Zugang

für Waren und Reisende aus

südlicher Richtung. An das einstige

Tor erinnert heute nur noch

der Name des Parkplatzes an

dieser Stelle.

Weniger bekannt, aber nicht

minder spannend ist der Eulenturm

am Rosenwinkel – der letzte

erhaltene Mauerturm der

Stadtbefestigung. Von hier aus

hatten die Wächter einen weiten

Blick ins Umland und konnten

im Ernstfall Alarm schlagen.

Heute ist der Turm ein beliebtes

Fotomotiv und bewahrt ein

Stück mittelalterlicher Atmosphäre.

Im Südwesten, am Batteriewall,

steht der Pulverturm. Ursprünglich

war er Lager für Schießpulver

und Sprengstoff – ein gefährlicher,

aber unverzichtbarer Teil

der städtischen Verteidigung, als

Feuerwaffen Einzug hielten. Der

noch erhaltene Turm erinnert an

diese 2025

Zeit des Wandels.

Doch der Schutz Helmstedts

reichte Kundenname:

weit über die Stadtmauern

hinaus. Im 13. Jahrhundert

entstand die Helmstedter Landwehr,

ein kilometerlanges Wall-

Graben-System, Farben: das die Stadt

nach Osten absicherte.

Die Warttürme Anzeigengröße: spielten dabei eine

zentrale Rolle: Die mächtige

50 frei/ 2

Magdeburger Warte, südöstlich

der Stadt, war der wichtigste

Beobachtungsposten gegen Angreifende

aus dem Osten. Von

hier aus wurden bei Gefahr

Horn- und Feuerzeichen zur

Stadt gesendet – ein ausgeklügeltes

Frühwarnsystem.

Im Norden, entlang der Landwehr

Richtung Walbeck, standen

die erste und zweite Walbecker

Warte.

Diese Türme waren Teil des äußeren

Verteidigungsrings, standen

in Sichtverbindung zueinander

und zur Stadt und ermöglichten

die schnelle Weitergabe

von Warnsignalen. Heute sind

meist nur noch Reste oder Fundamente

erhalten, doch die

Standorte laden zu Entdeckungstouren

ein.

Ob als mächtiges Stadttor, wachsamer

Mauerturm oder abgelegener

Wartturm im Grünen – jeder

dieser Türme erzählt ein

Stück Helmstedter Geschichte.

Sie waren Bollwerke gegen Feinde,

Kontrollpunkte für Händler

und Reisende, und sind heute

lebendige Erinnerungsorte, die

Besucher und Einheimische gleichermaßen

faszinieren.

Restaurant_Athen

Fax

ES

Erscheinungsdatum: 17.08.25

Mail MG

4c

TL

NJ

© 2025 mko-werbeagentur

Wer den Spuren dieser steinernen

Wächter folgt, erlebt Helmstedt

als Stadt, in der Vergangenheit

und Gegenwart auf einzigartige

Weise miteinander verschmelzen...

Wer noch mehr darüber

erfahren möchte, kann bei

der Stadt Helmstedt unter www.

stadt-helmstedt.de/tourismuskultur/helmstedt-erleben/

rundgaenge-erlebnisfuehrungen/helmstedts-historischestadtbefestigung.html

den Rundgang

„Helmstedts historische

Stadtbefestigung“ buchen.

Die Magdeburger Warte südöstlich von Helmstedt war früher ein

wichtiger Beobachtungsposten. Wer einmal oben war, weiß, dass

Angreifende aus dem Osten damals mit Sicherheit direkt erspäht

werden konnten.

Foto: Shirin-Sophie Porsiel

Fax

Mail

frei

S a l o n

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10 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

Verlorene Zeit, verborgene Geschichten

Auf Spurensuche der so genannten Lost Places im Landkreis Helmstedt – zwischen Geschichten und Vergessen

Auf dem Gelände der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt Lehre

hat die Natur sich ihren Platz teilweise wieder zurückgeholt...

von Shirin-Sophie Porsiel

Helmstedt. Verlassene Orte haben

eine ganz eigene Magie. Sie

sind wie offene Bücher, deren

Seiten von vergangenen Epochen,

dramatischen Schicksalen

und ständigem Wandel erzählen.

Im Landkreis Helmstedt gibt es

viele solcher so genannten Lost

Places, die nur darauf warten,

entdeckt zu werden – geheimnisvolle

Relikte, die Abenteuerlust

mit regionaler Geschichte

verbinden und neugierige Entdeckerinnen

und Entdecker einladen,

verborgene Kapitel der

Heimat zu erkunden.

Die Routen zu den hier genannten

Lost Places lassen sich ideal

mit dem Fahrrad oder auch zu

Fuß erleben.

Station 1: MUNA Lehre

Der Weg führt zunächst zum

Forst Kampstüh, wo das Auto am

Forsthaus abgestellt werden

kann. Schon beim Betreten des

Waldes wird die besondere Atmosphäre

spürbar: Zwischen

den Bäumen verbergen sich die

Überreste der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt

Lehre. Das

weitläufige Gelände ist durchzogen

von alten Bunkern, verwitterten

Lagerhallen und längst

stillgelegten Bahngleisen. Hier,

wo einst unter strengster Geheimhaltung

Munition produziert

wurde, erzählen die Ruinen

von dunklen Kapiteln der Geschichte,

von Zwangsarbeit und

Leid, aber auch vom Wandel der

Zeit. Die Gebäude dürfen ausschließlich

von außen betrachtet

werden – nicht nur aus Sicherheitsgründen,

sondern auch aus

Respekt vor der Vergangenheit.

Wer tiefer eintauchen möchte,

kann an einer der regelmäßig

angebotenen Führungen teilnehmen

und so mehr über die bewegte

Geschichte dieses Ortes

erfahren.

Station 2: Grenzanlagen

Marienborn

Weiter geht es zum ehemaligen

Grenzübergang Marienborn, einem

Ort, der wie kaum ein anderer

für die jüngere Geschichte

der Region steht. Vom Parkplatz

aus führt ein ausgeschilderter

Weg zu den denkmalgeschützten

Wachtürmen, Kontrollbaracken

und Zufahrtsstraßen. Die Spuren

der Teilung Deutschlands sind

hier noch deutlich sichtbar. Die

Relikte erinnern an eine Zeit, als

die Grenze mitten durch das

Land verlief und Familien,

Freunde und ganze Dörfer voneinander

trennte.

Die ehemalige Funktion der Anlage

kann im Rahmen von Führungen

nachempfunden werden,

aber ein Blick genügt, um die

beklemmende Atmosphäre und

die Bedeutung dieses Ortes zu

spüren.

Station 3: Verlassene

Grundstücke in Helmstedt

Mitten im Stadtgebiet Helmstedt

finden sich weitere stille Zeugen

des Wandels. Aufgegebenen

Grundstücke, die langsam von

der Natur zurückerobert werden,

erzählen von Strukturwandel

und Veränderungen im

Stadtbild. Ein Spaziergang – beispielsweise

vom „Goethepark“

oder aus der Nähe des historischen

Stadtkerns – führt zu diesen

Lost Places, die oft unscheinbar

wirken, aber bei genauerem

Hinsehen spannende Geschichten

offenbaren. Auch hier empfiehlt

es sich, die Orte lediglich

von außen zu bestaunen und die

Ruhe und besondere Stimmung

auf sich wirken zu lassen.

Weitere Stationen im Umland

Langeleben (Elm): Die Ruinen

der ehemaligen Wasserburg und

der umliegenden Siedlung Langeleben

liegen mitten im Elm

und sind gut mit dem Fahrrad

erreichbar. Am Waldrand gibt es

Parkmöglichkeiten. Die Ruinen

sind frei zugänglich, dennoch ist

Vorsicht geboten – schon ein

Blick von außen reicht, um die

besondere Atmosphäre einzufangen.

Hier schließt sich auch

gleich der sagenhafte Elfenpfad

(mehr dazu auf Seite 15) an...

Schöningen: Der alte Bahnhof

mit seinen überwucherten Gleisen

und bemalten Wänden sowie

die ehemaligen Braunkohle-

Abbauflächen mit stillgelegten

Fördertürmen laden zu einer

Reise in die Industriegeschichte

der Region ein. Auch hier sind

die Gebäude und Anlagen nur

von außen zu besichtigen. Parken

ist am Bahnhof Schöningen

möglich.

Wer auf seiner Tour besondere

Fotos oder Eindrücke festhält,

kann diese an die Redaktion des

Helmstedter Sonntag senden

(redaktion@helmstedter-sonntag.de).

Ausgewählte Beiträge

werden in einer der kommenden

Ausgaben veröffentlicht.

Für alle Lost Places gilt: Das Betreten

ist nicht überall erlaubt

und kann gefährlich sein.

Absperrungen, Privatbesitz und

die Natur verdienen Respekt.

Geführte Touren, wie auf dem

MUNA-Gelände oder in Marienborn,

bieten eine sichere und informative

Möglichkeit, diese besonderen

Orte kennenzulernen.

Lost Places im Landkreis Helmstedt

sind mehr als nur verlassene

Gebäude.

Sie sind Mahnmale, Zeitzeugen

und geheimnisvolle Orte, die

zum Nachdenken und Staunen

einladen. Die Region zeigt sich

auf dieser Route von einer ganz

neuen, oft bewegenden Seite.

Die letzten Mauerreste der ehemaligen Wasserburg Langeleben

ragen zwischen Bäumen aus dem Boden – stille Zeugen einer

bewegten Geschichte im Elm. Wo einst Wassergräben und Teiche

die Burg schützten, hat sich die Natur ihren Raum zurückerobert

und macht die Ruine zu einem faszinierenden Lost Place.

Fotos: Shirin-Sophie Porsiel


Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

11

Ein Geopunkt macht im Wendhäuser Wald der Niedersächsischen Landesforsten auf die besondere historische landwirtschaftliche

Nutzungsform der Wölbäcker aufmerksam. Der UNESCO Global Geopark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen hat die Infotafel zusammen

mit dem Niedersächsischen Forstamt Wolfenbüttel aufgestellt. Simon Reinecke (Anwärter), Andreas Baderschneider (Forstamtsleiter

Wolfenbüttel), Roland Güthenke (Revierleiter Lehre), Tanja Mühlhaus (Geopark), Jürgen Kirchmann (Ratsherr Lehre), Dr. Ommo Ommen

(Ratsherr Lehre) und Andreas Busch (Gemeindebürgermeister, von links) weihten die Infotafel vor einiger Zeit am Geopunkt im Wendhäuser

Wald ein. Heutzutage sind Wölbäcker nur noch als historische Landschaftsformen erkennbar und haben ihre landwirtschaftliche Bedeutung

verloren. Sie sind jedoch ein Kulturgut, 2025 das Einblicke in die mittelalterliche Landwirtschaft ermöglicht. Viele ehemalige Wölbackerflächen

wurden in nachfolgenden Jahrhunderten aufgeforstet und dadurch vor der Einebnung im Zuge der modernen Ackerwirtschaft

bewahrt. Der Geopark, das Forstamt Wolfenbüttel Kundenname:

die Gemeinde Lehre Volksbank

pflegen und erhalten den im 19. Jahrhundert aufgeforsteten

Wendhäuser Wald, um das historische Landschaftsbild zu bewahren und das Verständnis für frühere landwirtschaftliche Praktiken zu

fördern. Interessierte Waldbesucher finden Erscheinungsdatum: die Informationstafel über die 17.08.25 Entstehung und Verbreitung sowie Nutzen und Schutz von

Wölbäckern auf dem Rundweg östlich des Wanderparkplatzes im Wendhäuser Wald. Das Forstamt weist darauf hin, dass die Wege im

Naturschutzgebiet nicht verlassen werden Farben: dürfen. Die Wölbäcker sind jedoch 4c auch von dort aus gut zu bestaunen.

Foto: privat

Anzeigengröße: 100 / 2

Ab in den Wald – ganz besonders bei Hitze

Wetter-Apps geben Tipps, denn die Luftqualität ist nicht zu verachten, wenn man sich bewegen möchte

Fax

Mail

frei

von Katja Weber-Diedrich

Wer schon einmal bei „dünner“

Luft versucht hat, eine größere

Wanderung zu machen, wird das

kennen: Es ist nicht immer vorteilhaft,

sich dann im Freien zu

bewegen.

Beinahe jede Wetter-App auf

dem Smartphone klärt deshalb

nicht nur über bevorstehende

Temperaturen und möglichen

Niederschlag auf, sondern auch

über die Luftqualität beziehungsweise

die Atembedingungen.

Bei sehr schlechten Voraussetzungen

sollte auf einen Ausflug

verzichtet werden. Lediglich

gemächliche Spaziergänge werden

dann empfohlen.

An heißen Tagen bietet außerdem

der Wald eine willkommene

Abkühlung und Frische. Denn

als Schattenspender und Sauerstoffproduzent

schafft der Wald

ein wertvolles Mikroklima für

die Menschen vor Ort.

In der Elm-Lappwald-Region ist

das natürlich ein besonderer

Pluspunkt. Die Bäume in den

zahlreichen Wäldern binden

Treibhausgase, speichern den

Kohlenstoff im Holz und geben

Sauerstoff ab.

Es entsteht ein Mikroklima, das

sich durch geringere Temperaturen

im Wald (im Vergleich zu einer

Freifläche) genauso auszeichnet

wie durch eine höhere

Luftfeuchtigkeit, die den Menschen

gut tut.

Deshalb wird die Temperaturabsenkung

im Schatten der Bäume

von vielen als besonders wohltuend

wahrgenommen.

Zur guter Luftqualität beziehungsweise

angenehmen Atembedingungen

kommt hinzu, dass

die Wanderwege in den Wäldern

im Zuge einer nachhaltigen Bewirtschaftung

regelmäßig gepflegt

werden.

Das geschieht auch, wenn sich

die Wälder aufgrund des Klimawandels

in einem großen Umbruch

befinden.

So werden Bestände aufgeforstet

und umgestellt. Eine größere

Vielfalt an Baumarten wird benötigt,

damit diese sich auf Trockenheit

und andere Stressfaktoren

einstellen können.

Obendrein ist der Wald an sich

ein Klimaschützer: Neben seiner

Eigenschaft als Kohlenstoffspeicher

liefert er Holz für eine nachhaltige

Nutzung.

Das geschieht über die Verwendung

von Holz im Hausbau und

in Möbeln ebenso wie bei der

Nutzung von Scheitholz, Pellets

oder Hackschnitzeln als klimafreundliche

Bioenergie.

Arbeitgeber, Ausbilder, Auftraggeber,

Unterstützer gemeinnütziger Projekte

und verlässlicher Partner auch in

schwierigen Zeiten – wir sind viel

mehr als nur die leistungsstarke

Genossenschaftsbank in der Region.


12 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

Umweltinitiative errichtete Aussichtsturm

Wandernde können dort den Blick über den ganzen Drömling und das Grüne Band schweifen lassen

(kat) Oebisfelde. Grünes Band,

soweit das Auge reicht: Ein neuer

Aussichtsturm ist in der Gemarkung

Breitenrode zu finden.

Der rund Waldfrieden

acht Meter hohe Turm,

harmonisch aus Robinienholz in

atum: die Landschaft 17.08.25_Radheft

eingefügt, ermöglicht

einen weitreichenden Blick

über 17.08.25

die beeindruckende Naturvielfalt

des Nationalen Naturmonuments

4c „Grünes Band“. Der

e:

Turm gehört der Stiftung Umwelt,

Natur- und Klimaschutz

des Landes Sachsen-Anhalt

(SUNK).

In seiner Rede betonte Umweltminister

Prof. Dr. Armin Willingmann

bei der offiziellen Eröffnuing

des Turms die besondere

Bedeutung des Grünen Bandes:

„Vom verhassten Todesstreifen

zum begehrten Lebensraum:

Das ‚Grüne Band‘ entlang des

einstigen Die Gartengestalter

innerdeutschen Grenzstreifens

hat sich zum einzigartigen

Biotopverbund 17.08.25_Radheft für bedrohte

atum:

Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

4cIch freue mich, dass hier

im Drömling nicht nur Naturschutz

90 groß / 2 geschrieben e: wird,

Das Genussparadies

in Esbeck!

sondern dass sich die Umweltstiftung

des Landes darüber hinaus

für die Vermittlung dieser

wichtigen Generationenaufgabe

stark macht. Gerade an einer

solch bedeutsamen Schnittstelle

von Naturschutz und Erinnerungskultur

ist dies besonders

wertvoll.“

Der Turm steht inmitten des

UNESCO-Biosphärenreservats

Drömling und ermöglicht nicht

nur einen weiten Blick über die

grenzübergreifende Landschaft

von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen,

sondern auch die störungsarme

Beobachtung besonderer

Arten wie dem Kranich,

dem Silberreiher und verschiedenen

Gänsearten.

„Mit dem Aussichtsturm fördern

wir sanften Tourismus im Grünen

Band. Dieser Turm ist nicht

nur ein Ort der Beobachtung,

sondern auch ein Ort der Bildung

und Inspiration für Naturliebhaber

aller Generationen“,

erklärte Dr. Nele Herkt, Geschäftsführerin

der SUNK.

Corinna Klukas, Gebietsbetreue-

frei

TL

NJ

© 2025 mko-werbeagentur

© 2024 mko-werbeagentur

rin im Grünen Band, ergänzte:

„Dieser Aussichtsturm ist ein

weiterer Schritt, um das Grüne

Band als Nationales Naturmonument

Fax noch stärker in den Fokus

zu rücken. Die geplanten ES Folgeprojekte

– ein Naturerlebnispfad

und Mail ein Beweidungsprojekt MG –

werden diesen Ort weiter bereichern

und als Vorzeigeprojekt TL

für die freiVerbindung von Naturschutz

und nachhaltigem NJ Tourismus

dienen.“

Die Errichtung des Turms ist ein

gelungenes Beispiel für nachhaltige

Bauweise. Mit FSC-zertifizierten

Robinienholz, dass durch

seine Witterungsbeständigkeit

hervorsticht, und hochwertigen

Edelstahlverbindungen wurde

ein Bauwerk geschaffen, das

höchste ökologische und technische

Ansprüche erfüllt. Die Pla-

Fax

ES

Mail

MG

nung und Umsetzung erfolgte in

enger Zusammenarbeit mit regionalen

Firmen.

Mit der Eröffnung des Turms

wurde nicht nur ein weiteres

Highlight im Grünen Band geschaffen,

sondern auch ein Beitrag

zur touristischen Attraktivität

der umliegenden Gemeinden

Grafhorst und Breitenrode geleistet.

Die Verbindung von Naturerlebnis,

Bildung und sanftem

Tourismus bietet vielfältige

Möglichkeiten für Besucherinnen

und Besucher und unterstützt

zugleich den Schutz der

wertvollen Lebensräume.

Die Harzer Wandernadel hat einen

Sonderstempel „30 Jahre

SUNK“ geschaffen, dessen Stempelkasten

am Fuße des neuen

Aussichtsturms über die begehrte

blaue Tinte wacht.

Ob im kleinen oder großen Rahmen:

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten für

Gesellschaften von bis zu 200 Personen.

Ihre Wünsche entscheiden!

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Mitten im Drömling bietet der neue Aussichtsturm der Umweltinitiative

SUNK einen Rundumblick über das Naturschutzgebiet und

das Grüne Band.

Foto: privat (SUNK)

Wir erstellen das Layout Ihrer Anzeige im Auftrag des Helmstedter Sonntag.


Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

13

Auf den Spuren einer trostlosen Vergangenheit

Der Grenzlehrpfad im Brunnental ist nur einen Kilometer lang, aber er versetzt Besuchende in eine andere Zeit

Nicht weit hinter dem Parkplatz Quellenhof beginnt an der ersten

Stele und einem alten Propagandalautsprecher der nach oben

führende, von dichtem Laubwerk verdunkelte Grenzlehrpfad.

von Kathrin Peter-Sohr

Helmstedt. Ein heiterer Sommertag

scheint auf den ersten

Blick nicht sonderlich geeignet,

um sich mit einem bedrückenden

Kapitel aus Helmstedts Geschichte

auseinanderzusetzen,

der innerdeutschen Grenze. Wer

sich dennoch auf den kurzen

Weg in diese gar nicht so ferne

Vergangenheit macht, wird hineingezogen

in eine Zeit, deren

Spuren vielerorts von der Natur

zurückerobert wurden und doch

nur oberflächlich verborgen

sind.

40 Jahre teilte die „willkürlich

gezogene Demarkationslinie“

Familien, Freunde, ein ganzes

Land und zerriss neben den persönlichen,

den wirtschaftlichen

und kulturellen Bindungen auch

hier, direkt vor der sprichwörtlichen

eigenen Haustür, ein Stück

Lebensraum, den Lappwald.

Die Straße durch und alle Wege

um den ehemaligen, noch heute

idyllischen Luftkurort Brunnental

herum, zu Grenzzeiten vor

allem von Berlinern als Ferienkolonie

beliebt, endeten bis

1989 an Stacheldraht und

Schlagbaum.

Der nächste Ort, Beendorf,

schien für die Menschen ferner

und unerreichbarer als, auch das

wird auf dem Grenzlehrpfad

spürbar, eine fremde Galaxie.

Hier, mitten im Wald, erstreckte

sich der von der ehemaligen

DDR strengstens gesicherte

Grenzbereich.

Auf der östlichen Seite bewachten

bewaffnete Grenztruppen

die Zäune, der Bundesgrenzschutz

patrouillierte auf der gegenüberliegenden

Seite. Ein unwirklich

anmutendes Szenario,

das doch für zwei Generationen

Deutsche Realität war und noch

immer die Topographie der

Landschaft prägt.

Ziemlich genau an diesem Ort

erzählen heute verschiedene

Stelen entlang des etwa ein Kilometer

langen Grenzlehrpfades

Einzelschicksale und erläutern

Hintergründe.

Der Weg beginnt etwas versteckt

nahe des Ortsausgangs von Bad

Helmstedt in Richtung Beendorf,

mitten in dichter Natur, so dicht,

dass kaum ein Sonnenstrahl

durch die Blätter dringt und auf

dem schmalen, dunklen Pfad die

dunkle Atmosphäre dieser Zeit

erlebbar macht.

Startpunkt ist der Parkplatz Clarabad,

von da geht es über die

kleine Brücke, dann nach links

und nach etwa 500 Metern noch

einmal nach links, ein Stück den

schmalen Weg entlang. Dort, wo

ein einst von der DDR-Grenztruppe

zu Propagandazwecken

verwendeter Lautsprecher als

noch immer unheimlicher

Fremdkörper mitten in der Natur

steht, beginnt, leicht ansteigend,

der Grenzlehrpfad.

Die Wanderung, das Radfahren

ist nicht empfehlenswert, versetzt

zurück in eine Zeit, in der

die willkürliche und unmenschliche

Grenze Familien trennte,

die Vertreibung aus dem Zuhause

bedeuten konnte und

Bad Helmstedt an den äußersten

Rand der Bundesrepublik

drängte.

Rund 40 Jahre lang auf drei

Seiten von einem undurchdringlichen

Zaun begrenzt, wandelte

sich das Bild des Brunnentals in

diesen vier Dekaden drastisch.

Die Grenze veränderte nicht nur

das Leben der Menschen, auch

die Natur zeigt bis heute Zeichen

dieses tiefen Einschnitts.

Selbst da, wo im wahrsten Sinne

des Wortes Gras über die Vergangenheit

gewachsen zu sein

scheint, sind noch Spuren in der

Vegetation sichtbar.

Die Lehrtafeln verdeutlichen die

Auswirkungen der Teilung

Deutschlands für die Menschen,

die hier, direkt an der Grenze,

gelebt haben und leben: Menschen,

die kurz „davor“ noch

Nachbarn waren und sich zu

Theaterabenden, Spaziergängen

und Kaffeenachmittagen im

Brunnental verabredet hatten.

Mit der Abriegelung waren sie

ungewollt und ungefragt zu Bürgern

zweier Staaten und verfeindeter

Systeme geworden.

Der Grenzlehrpfad macht diese

von Weltkrieg und Teilung überschatteten

Biografien sichtbar

und lässt sie zu einem Teil der

Gegenwart werden.

Eine Audio-Produktion bietet

zusätzliches Infomaterial und

kann auf der Webseite der Stadt

Helmstedt unter www.stadthelmstedt.de/audiowalk

heruntergeladen

werden.

Der Weg endet nach gut einem

Kilometer wieder an der Straße

nach Beendorf und erzählt dort,

am Gedenkstein, der letzten Station

der Wanderung, von den

unwirklichen Tagen der Wiedervereinigung

1989/90.

Wer mehr zum Thema „Deutsche

Teilung“ erfahren möchte,

kann Richtung Mesekenheide

weiter wandern oder radeln und

etwa zwei Kilometer hinter dem

alten Forsthaus links zum Grenzdenkmal

Marienborn abbiegen.

Dort steht noch die ehemalige

Grenzübergangsstelle (GÜSt),

heute ein (denkmalgeschützter)

Ort der Erinnerung, ein Lost

Place ohne staatlich verordnete

Funktion.

Hier, in diesem Freilichtmuseum

der organisierten Unmenschlichkeit,

lässt sich die beklemmende

Atmosphäre der Grenzkontrollen

auch nach 35 Jahren

noch nachempfinden (mehr dazu

auf Seite 10).

Ein heiterer Sommertag mag auf

den ersten Blick nicht sonderlich

geeignet für einen Ausflug in

diese dunkle Vergangenheit sein.

Aber vielleicht leuchtet im Erinnern

an die deutsche Teilung, die

nicht zuletzt durch Mut und Zivilcourage

überwunden wurde,

die Sonne im Sommer 2025 ein

bisschen heller.

Sehr symbolisch endet der schattige und etwas beschwerliche

Grenzlehrpfad mit den glücklichen Bildern von der Grenzöffnung an

einem schönen Picknickplatz.

Fotos: Kathrin Peter-Sohr


14 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

Gemeinsam Gas geben für einen Traum

Pumptrack, Power, Perspektiven: Der Bikepark Schöningen ist ein Herzensprojekt der Kinder und Jugendlichen

von Shirin-Sophie Porsiel

Leiter des Schöninger Jugendfreizeitzentrums(JFZ), Christian Nöhring, (von links), Bürgermeister Malte

Schneider und Anes Kerknawi vom JFZ samt Helferteam strahlten allesamt über beide Ohren als sie

den Bikepark Schöningen eröffneten.

Schöningen. Ein Herzensprojekt

durch und durch – genau

das ist der Bikepark Schöningen

von seiner allerersten Idee bis

hin zur Umsetzung.

Spürbar wurde das bei der offiziellen

Eröffnungsfeier, bei der

sich nicht nur Schöningens Bürgermeister

Malte Schneider ein

breites Grinsen kaum verkneifen

konnte.

Auch den Kids und Jugendlichen

war die Freude und Dankbarkeit

ins Gesicht geschrieben. Schließlich

war es „ihr“ Projekt, auf das

sie so lange hingearbeitet hatten.

Der Leiter des Schöninger Jugendfreizeitzentrums

(JFZ),

Christian Nöhring, erinnert sich

noch genau: „Die Keimzelle für

den Gedanken ‚Wir brauchen einen

Bikepark‘ entstand vor fünf

Jahren, als vier Jugendliche mit

ihrer Idee auf mich zukamen.“

Was folgte, war eine Reise voller

Gespräche, Ideenaustausch, Besichtigungen

anderer Anlagen

und jeder Menge Inspiration.

Stück für Stück entstand so der

eigene Traum-Bikepark.

Den Anfang machte der Pumptrack

vor rund drei Jahren, gefolgt

vom Single Trail in 2023

und schließlich einer Dirt Area

samt Container als Jugendplatz

zum Chillen und Quatschen.

Kurzum: Es wurde viel Erde bewegt,

um den Bikesportbegeisterten

der Region einen Ort zu

schaffen, an dem sie wachsen,

Gas geben und gemeinsam etwas

aufbauen können. Und der

Bikepark Schöningen ist schon

jetzt nicht mehr wegzudenken:

Er hat sich in kürzester Zeit als

beliebter Treffpunkt für junge

Menschen etabliert, die hier

nicht nur sportlich aktiv sind,

sondern auch Freundschaften

pflegen und gemeinsam ihre

Freizeit gestalten.

An guten Tagen tummeln sich

bereits 50 bis 60 Jugendliche auf

dem Gelände – und das spricht

für sich. Nöhring verrät: „Sogar

Hier rollt der Spaß: Junge Bikerinnen und Biker geben auf der Strecke alles. Fotos: Shirin-Sophie Porsiel

Jugendliche aus Braunschweig

verschlägt es mittlerweile zu uns

nach Schöningen. Vorher war es

andersrum – jetzt hat sich das

geändert.“

Damit auf dem Gelände alles

rund läuft, wurde ein Helferteam

aus acht Jugendlichen vom JFZ

zusammengestellt. Sie sorgen

dafür, dass die Anlage gepflegt

bleibt, kleinere Reparaturen erledigt

werden und ein gutes Miteinander

herrscht.

Unterstützt werden sie von zwei

Anwohnenden, die sich um die

Grünflächen kümmern.

Der Bikepark befindet sich oberhalb

des Elmstadions am Singplatzweg

auf einem Grundstück,

das der Stadt Schöningen gehört

– was Bürgermeister Malte

Schneider besonders freut, denn

so bleibt das Gelände dauerhaft

in öffentlicher Hand und für die

Jugend nutzbar.

Ohne Unterstützung wäre dieses

Projekt allerdings nicht möglich

gewesen. Insgesamt wurden

rund 350.000 Euro investiert,

um die Vision Wirklichkeit werden

zu lassen. Die Stadt Schöningen

trug etwa 100.000 Euro bei,

das Land Niedersachsen unterstützte

mit 34.000 Euro, die Bürgerstiftung

Ostfalen steuerte

20.000 Euro bei und die Braunschweigische

Landessparkasse

über ihren Förderverein „Wir

zeigen Herz“ spendete bei der

Eröffnung nochmal 500 Euro.

Den größten Anteil von 200.000

Euro stellte die LEADER-Region

„Grünes Band im Landkreis

Helmstedt“ aus EU-Fördermitteln

zur Verfügung.

Diese breite Unterstützung hat

gezeigt, wie viel möglich ist,

wenn alle an einem Strang ziehen.

Kurzum: Der Bikepark Schöningen

ist ein Paradebeispiel dafür,

wie aus einer kleinen Idee ein

großes, lebendiges Projekt werden

kann. Hier wurde nicht nur

Erde bewegt, sondern auch der

Zusammenhalt gefördert. Für

einen Ort, an dem Kinder und

Jugendliche wachsen, sich ausprobieren

und „ihre“ Stadt aktiv

mitgestalten können.


Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

15

Zauberhafte Lebewesen versteckt im Elm

Wer den Elfenpfad in Langeleben entlang wandert, läuft so manch einer unerwarteten Überraschung über den Weg

von Shirin-Sophie Porsiel

Langeleben. Wer mit offenen

Augen und einem Hauch

Fantasie durch die Wälder von

Langeleben streift, entdeckt ihn

vielleicht: den geheimnisvollen

Elfenpfad. Zwischen moosbedeckten

Steinen, sanft rauschenden

Bäumen und funkelnden

Sonnenstrahlen, die durch

das Blätterdach tanzen, scheint

hier die Magie zum Greifen nah.

Der Elfenpfad schlängelt sich

durch die Elm-Landschaft und

lädt große wie kleine Abenteurer

ein, die Natur mit allen Sinnen

zu erleben. An jeder Wegbiegung

wartet eine neue Überraschung:

winzige Türchen an alten

Baumstämmen, kunstvoll

bemalte Steine und liebevoll gestaltete

Figuren von Elfen, Trollen

und Waldgeistern.

Der etwa 1,1 Kilometer lange

Rundweg startet am Waldparkplatz

Langeleben und führt zunächst

zum Quellhaus der ehemaligen

Schlossanlage.

Weiter geht es an zwei malerischen

Teichen vorbei, bevor der

Weg die Reste der alten Burganlage

mit ihrem Wassergraben

umrundet und schließlich zum

Ausgangspunkt zurückkehrt.

Entlang des Pfades laden neun

Erlebnispunkte zum Entdecken

ein: Hier gibt es nicht nur spannende

Naturbeobachtungen –

von Frühjahrsblühern über verschiedene

Baumarten bis hin

zum klaren, plätschernden Bach

– sondern auch kleine, liebevoll

gestaltete Stationen, die besonders

Kinder begeistern.

Ein Highlight ist das Begleitheft

zum Elfenpfad: Neben der Wegbeschreibung

finden sich darin

fantasievolle Geschichten für

Kinder, Bastelanleitungen und

sogar Kräuterrezepte. So wird

der Ausflug zu einem echten Natur-

und Kulturerlebnis für die

ganze Familie.

Das Begleitheft zum Elfenpfad in

Langeleben bekommt man zum

Beispiel beim Freilicht- und Erlebnismuseum

Ostfalen (FEMO)

in Königslutter.

Der Elfenpfad ist nicht kinderwagentauglich

und bei Nässe

empfiehlt sich festes Schuhwerk

– aber das macht ihn so abenteuerlich.

Wer genau hinhört, vernimmt

vielleicht sogar das leise Kichern

der Elfen, die sich hinter Farnen

2025

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Wer genau hinsieht, findet die versteckten Wohnungen der Elfen und Zauberwesen...

Fotos: Shirin-Sophie Porsiel

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Was baumelt denn da? Haben

die Elfen die Dekoration ihrer

jüngsten Feier zurückgelassen?

Oder verschönern sie mit den

CDs ihren Vorgarten? Auf dem

Elfenpfad in Langeleben gibt es

viel zu entdecken.

Hattenbach

17.08.25_Radheft

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Anzeigengröße: 50 / 2

und Pilzen verstecken.

Geschichtlich ist Langeleben geprägt

von einer mittelalterlichen

Wasserburg, einem späteren

Jagdschloss und einer bewegten

Vergangenheit, deren Spuren

noch heute im Wald zu entdecken

sind.

Der Elfenpfad im Elm bei Königsluttter

ist mehr als nur ein

Wander- und Radweg – er ist ein

Ort, an dem Fantasie und Natur

Hand in Hand gehen. Ein Ausflug

Drohnen

Ratskeller_Schöningen

Fotografie

17.08.25_Radheft

hierher ist wie ein kleiner

Urlaub für Herz und Seele.

Also: Schuhe schnüren oder das

Fahrrad satteln und eintauchen

in die märchenhafte Welt der

geheimnisvollen Waldwesen.

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16 Radfahren und Wandern in Ihrer Heimat

„Nach dem Essen sollst du ruh‘n oder 1.000 Schritte tun“ heißt ein alter Spruch, der heute wohl wichtiger ist als damals. Denn die Menschen

bewegen sich, so besagen es zahlreiche Studien, viel zu wenig. Die Anzahl der 10.000 Schritte, die täglich gemacht werden sollten, um die

Gesundheit stabil zu halten, ist allerdings nicht medizinisch belegt. Der Kern ist dennoch klar: Wanderungen und Spaziergänge tun Geist

und Körper gut. Die Region bietet sich für naturnahe, schöne Ausflüge – wie etwa auf dem Heeseberg (Foto) – geradezu an.

Foto: Katja Weber-Diedrich

Schon 7.000 Schritte täglich genügen

Wer des Öfteren die Wanderschuhe schnürt, verringert gesundheitliche Risiken und verbessert das Wohlbefinden

von Katja Weber-Diedrich

Helmstedt. Es ging gerade

durch die Medien: Entgegen der

langjährigen Annahme, dass täglich

10.000 Schritte gegangen

werden müssten, um den Körper

(und teilweise auch die Seele) fit

zu halten, reichen schon 7.000

Schritte täglich aus.

Dass das ein großer Unterschied

ist, macht dieses Beispiel deutlich:

Wer eine Runde um die

Helmstedter Stadtbefestigung,

auf den Wällen, spaziert, legt auf

den 2,5 Kilometern „nur“ etwa

3.500 Schritte zurück.

Täglich zwei Wall-Runden

Das bedeutet also, dass die tägliche

„Dosis“ zwei Runden um die

Wälle betragen sollte, drei Runden

aber nicht notwendig sind...

Herausgefunden haben Wissenschaftler

die ausreichende

Schrittanzahl in einer sehr umfangreichen

Metaanalyse, die als

Studie im „Lancet Public Health“

veröffentlicht wurde. Sie macht

wie erwähnt deutlich, dass

7.000 Schritte pro Tag ausreichen,

um das Risiko für verschiedene

schwere Krankheiten wie

Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

Typ-2-Diabetes, Krebs, Demenz

und Depressionen deutlich zu

senken.

Die untersuchenden Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler

analysierten die Daten

von mehr als 160.000 Erwachsenen,

beackerten 57 bereits veröffentlichte

Studien und griffen

auf 31 davon zurück, da diese

von so hoher Güte waren, dass

sie als repräsentativ in die Auswertung

einfließen konnten.

Am Ende wurden natürlich nicht

die Auswirkungen untersucht,

die 7.000 tägliche Schritte auf

den Körper haben, sondern es

wurden Vergleiche gezogen.

Im Vergleich wiesen diejenigen,

die mindestens 7.000 Schritte

schafften, gegenüber denen, die

nur 2.000 Schritte zurücklegen,

ein geringeres Risiko für Herz-

Kreislauf-Erkrankungen (Reduzierung

um 25 Prozent), für Typ-

2-Diabetes (14 Prozent weniger),

für Demenz (38 Prozent

weniger) und für Depressionen

(22 Prozent weniger) auf. Auch

das Risiko, zu stürzen, war geringer

(28 Prozent weniger) und

ebenso das Risiko, an Krebs zu

sterben (Reduzierung um 37

Prozent) oder zu erkranken

(sechs Prozent).

Unter anderem Karen Steindorf

vom Deutschen Krebsforschungszentrum

(DKFZ) in Heidelberg

stimmt den Aussagen

zu. Sie bestätigte, „dass die Empfehlung

von mindestens 7.000

Schritten insgesamt eine solide

Basis hat.“

Nun ist es ja nicht erst seit gestern

bekannt, dass Bewegung

gesund ist. Aber weil die Menschen

immer schwerfälliger

werden, viele während des ganzen

Arbeitstages am Schreibtisch

sitzen und/oder ihre Freizeit

ausschließlich auf dem Sofa

verbringen, wird die Gesellschaft

immer „fauler“.

Bewegen und gesund bleiben

Deshalb mahnen Ärztinnen und

Ärzte, dass Bewegung gut tut.

Sport hat – in jeder Form – Einfluss

auf das Immunsystem und

er kann Entzündungsvorgänge

im Körper reduzieren. Auch werden

der sportlichen Betätigung

Veränderungen des Hormonsystems

nachgesagt, die unter

anderem das Krebsrisiko senken

können.

Das Weitere ist bekannt: Sport

und Bewegung helfen, Übergewicht

zu vermeiden oder es

gegebenenfalls wieder loszuwerden.

In der eingangs erwähnten

Metaanalye jedenfalls hat die

Gruppe der Vielgehenden ein

geringeres Risiko aufgewiesen,

frühzeitig zu sterben.

Es ist also ratsam, immer mal

wieder die Wanderschuhe zu

schnüren und einen Ausflug in

die Umgebung zu unternehmen.

Selbstverständlich tut aber auch

das Radfahren gut.

Hauptsache, ein bisschen Bewegung

wird in den Alltag integriert.

Denn, das wusste schon die spanische

Mystikerin und katholische

Heilige Teresa von Avila

(1515 – 1582): Körper und Seele

profitieren davon. Sie sagte: „Tu

deinem Leib des öfteren etwas

Gutes, damit deine Seele Lust

hat, darin zu wohnen.“

50. Schöninger

Altstadtfest

29. - 31. August 2025

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