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architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 4 2025

Wo verbringen wir unsere Zeit…

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FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Vösendorf, Verlagspostamt 2331 Vösendorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

04

www.architektur-online.com

Mai/Juni 2025

Arbeits- &

Bildungswelten


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© Natascha Fink

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© Natascha Fink

Gestaltungsfreiheit ohne akustische Kompromisse

Wir bieten nahtlose Akustiklösungen, die sich perfekt in Ihr

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www.architektur-online.com

Editorial

Wo verbringen wir

unsere Zeit…

…und wie fühlt sich das an? Unsere Alltage werden

vielleicht mehr denn je von Lern- und Arbeitsräumen

geprägt. Doch nicht jeder Raum inspiriert. Nicht jede

Umgebung unterstützt. Was aber, wenn Architektur

nicht nur reagiert, sondern gestaltet – aktiv, vorausschauend

und empathisch? In dieser Ausgabe widmen

wir uns Projekten, die genau das tun. Sie begreifen

Bildung und Arbeit nicht als Programme, sondern als

Lebenswirklichkeiten – und setzen dabei auf Raumqualität,

Nachhaltigkeit und Menschlichkeit.

So etwa bei der Erweiterung der Windkraft Simonsfeld AG

in Niederösterreich. Juri Troy gelingt hier weit mehr als ein

funktionaler Zubau: Es entsteht ein Leuchtturm des nachhaltigen

Bauens, der sich gestalterisch bewusst vom technologisch

geprägten Altbau absetzt – zugunsten einer Materialität,

die Atmosphäre schafft und Kreisläufe schließt. Ähnlich

konsequent zeigt sich der Neubau der Tischlerei Rüscher im

Bregenzerwald. Ein präzise komponierter Hybridbau, der auf

regionale Ressourcen setzt und behutsam in den landschaftlichen

Kontext eingebettet ist. Das Collège Rousseau in Genf

ist ein Beispiel dafür, wie sich bestehende Bausubstanz respektvoll

und dennoch zukunftsfähig weiterentwickeln lässt.

Burckhardt Architektur zeigen, dass klimagerechtes Bauen

und Denkmalschutz keine Gegensätze sein müssen, sondern

sich im besten Fall gegenseitig stärken. Besonders deutlich

wird die Rolle des Raums als pädagogisches Werkzeug bei der

Imagine Montessori School in Valencia: ein Schulhaus aus natürlichen

Materialien, eingebettet in die Landschaft, das nicht

nur Lernort, sondern Lerngegenstand ist. Ähnlich versteht

auch die Waldorfschule in Wien-Mauer Architektur als Teil des

Bildungsprozesses – mit einer Formensprache, die nicht laut

sein muss, um Haltung zu zeigen. Dietrich Untertrifaller gelingt

ein Bau, der sinnliche Erfahrung, handwerkliche Präzision

und konzeptuelle Tiefe in Einklang bringt. Der Bildungscampus

Willi Resetarits in Wien wiederum zeigt, wie durch Offenheit,

räumliche Vielfalt und integrative Planung ein urbanes

Zentrum des Lernens entstehen kann – ein Mikrokosmos für

eine offene Gesellschaft.

Was all diese Projekte verbindet, ist der Anspruch, Architektur

als kulturellen, ökologischen und sozialen Beitrag zu verstehen.

Es geht nicht nur um Gebäude – es geht um Möglichkeiten:

zu lernen, zu arbeiten, sich zu entfalten. Architektur wird

zur Bühne des Alltags und zum Impulsgeber für Wandel.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine inspirierende Lektüre.

Andreas Laser

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Mit dem umfassenden Standardsortiment und individuellen

Sonderproduktionen bei Farben und Formaten eröffnen Friedl

Steinwerke neue Möglichkeiten in der Gestaltung von Plätzen und

Wegen. Wir stehen für Beratung und Bemusterung gerne bereit:

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Projekt:

Enkplatz Wien

© Markus Kaiser, Graz

Coverbild: Imagine Montessori School

von Gradolí & Sanz Arquitectes

© Mariela Apollonio


architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Magazin 06

Wettbewerb 22

Umbau und Erweiterung der

Mittelschule Dr. Renner, Graz

Vergangenheit und Zukunft 26

Erweiterung Windkraft Simonsfeld /

Ernstbrunn, Niederösterreich /

Juri Troy Architects

26

38

32

Handwerk, Haltung 32

und Holzbau

Tischlerei Rüscher /

Schnepfau, Vorarlberg /

Architekt Simon Moosbrugger

Eins draufgesetzt 38

Collège Rousseau / Genf /

Burckhardt Architektur

Lernen fürs Leben 44

Imagine Montessori School /

Paterna, Valencia /

Gradolí & Sanz Arquitectes

44

Raum mit Haltung 52

Waldorfschule Wien-Mauer /

Dietrich Untertrifaller

Klasse mit Terrasse 58

Bildungscampus Willi Resetarits / Wien /

Kronaus Mitterer Architekten

Leise, lernfördernd & lebendig 64

Ideen für den Schulbau der Zukunft

Produkt News 70

edv 96

AVA-Trends: Smart und

umweltbewusst ausschreiben

52

58

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Ortsstraße 212/2/5, 2331 Vösendorf, Österreich

CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at) • REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Roland Kanfer, DI Marian Behaneck

LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14 • RESSORT WETTBEWERBE Roland Kanfer (wettbewerbe@architektur-online.com)

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser • LEKTORAT Mag. Heidrun Schwinger • DRUCK maxmedia GmbH

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at)

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 109,- / Ausland: € 133,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 75,- / Ausland: € 105,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 15,- / Ausland € 20,- • ABOSERVICE office@laserverlag.at

BANKVERBINDUNG Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000 IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW

UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; • ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied der Redaktion gekennzeichnet

sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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architektur FACHMAGAZIN

6

Magazin

© Rotes Kreuz Korneuburg

Energieeffizienz im Einsatz

In Korneuburg steht mit der Rotkreuz-Bezirksstelle ein Vorzeigeprojekt in puncto

Nachhaltigkeit und ein Paradebeispiel für die Bauteilaktivierung. Das nicht unterkellerte,

dreigeschossige Verwaltungsgebäude wie auch die Fahrzeughalle sind in

Massivbauweise nach Plänen von Hoffmann-Janz ZT errichtet.

Die Speicherfähigkeit von Beton wird bei diesem

Projekt in Kombination mit erneuerbaren Energien

klug zum Heizen und Kühlen genutzt – Grundwasser

und Sonnenenergie leisten dabei ihren Beitrag

zur Energieautarkie. Seit rund drei Jahren ist das

Gebäude nun in Betrieb. Der Bau verlief reibungslos,

die eigentliche Herausforderung lag in der Optimierung

der Haustechnik im Rahmen des begleitenden

Monitorings: Eine offene Fehlerkultur ermöglichte

gezielte Anpassungen und trug dazu bei, wertvolle

Erkenntnisse zu gewinnen – unterstützt durch ein

engmaschiges Datennetz mit rund 300 Sensoren, die

alle drei Minuten Messwerte liefern. Und die dabei erzielten

Ergebnisse können sich sehen lassen: Lagen

2020 die Stromkosten für HKLS für ein halbes Betriebsjahr

noch bei rund 6.000 Euro, konnte das gesamte

Jahr 2024 mit 3.569 Euro abgeschlossen werden.

Umgelegt auf einen Quadratmeter Nutzfläche

ergeben sich aktuell Energiekosten von einem Euro

pro Jahr und die Bezirksstelle ist immer einsatzbereit

und, wenn es sein muss, vollkommen energieautark.

Das Fazit: Der Einsatz der Bauteilaktvierung ist auch

bei komplexen Projekten mit durchaus sehr unterschiedlichen

Anforderungen an die HKLS-Anlage

(Heizung, Kühlung, Lüftung, Warmwasserbereitstellung)

möglich und erfolgversprechend.

Gemeinsamer Blick hinter die Kulissen (v.l.): stv. Bezirksstellenleiter Michael Neumayer,

stv. GF des Rotkreuz-Landesverbandes Andrea Winter, Bezirksstellenleiter Peter Tesarek,

Bauherrenbegleiter Felix Friembichler, Bezirksstellen-GF Christoph Stadtschmitzer und

VÖZ-GF Sebastian Spaun.

© VÖZ

VÖZ Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie

T +43 (0)1 714 66 85-23

www.zement.at


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7

Start

NEUE EDITION

3. & 4. SEPT 2025

STADTHALLE GRAZ

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architektur FACHMAGAZIN

8

Magazin

Premiere in Graz

Zum ersten Mal kommt die renommierte Fachveranstaltung ARCHITECT@WORK

nach Graz! Am 3. und 4. September 2025 verwandelt sich die Stadthalle Graz in

einen Hotspot für über 350 sorgfältig kuratierte Produktneuheiten, spannende

Vorträge und erstklassiges Networking.

Anders als bei traditionellen Fachmessen im Bereich

Bau und Architektur wurde ARCHITECT@WORK

von vier Innenarchitekten speziell für das einschlägige

Zielpublikum entwickelt. Ausgewählte Aussteller

präsentieren selektierte Produkte, wobei es sich ausschließlich

um Innovationen handelt, das Präsentations-Layout

ist speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe

ausgerichtet. Das Schwerpunktthema dieser

exklusiven Veranstaltung ist „Transformation“, und

nicht nur die Sonderschau widmet sich diesem Thema,

sondern auch die hochkarätig besetzte Vortragsreihe,

die sowohl vor Ort als auch per Livestream zu verfolgen

ist. Mit an Bord ist auch die Präsentation herausragender

Projekte, ausgewählt von der Plattform

World-Architects. Die 40 an der ARCHITECT@WORK

Projektwand gezeigten international und breitgefächerten

Entwürfe sämtlicher Kategorien werden von

Interviews mit Architekturschaffenden begleitet. Das

Besondere an der ARCHITECT@WORK: Die entspannte,

loungeartige Atmosphäre. Hier treffen sich Profis

aus der Branche in stilvollem Rahmen – bei einem Getränk,

kleinen Snacks und anregenden Gesprächen.

Freier und schneller Eintritt erfolgt mit dem Code

AKPRG3 über www.architectatwork.at

ARCHITECT@WORK Graz

3. & 4. September

13:00 bis 20:00 Uhr

Stadthalle Graz

graz@architectatwork.com

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9

Life is waterful.

Magazin

Bekannter Name.

Revolutionäres Gefühl.

Ein traumhaftes Duscherlebnis, das

jede Dusche mit der Kombination

aus RainAir und PowderRain zu

einem außergewöhnlichen

Erlebnis macht.

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architektur FACHMAGAZIN

10

Magazin

Farbe, Material &

Atmosphäre

Soziale Kontakte und Zusammenarbeit, aber auch Platz für Konzentration und

Rückzug – das alles sollten die Relaxound-Büros ihren Mitarbeitenden bieten. Auf

490 m 2 schufen Ester Bruzkus Architekten für das Berliner Start-up farbenfrohe

und flexible Arbeitsplätze, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden,

die gemeinschaftliche Unternehmenskultur in den Fokus rücken und so eine ansprechende

Alternative zum Homeoffice schaffen.

Text: Edina Obermoser Fotos: Noshe

In den 5,60 Meter hohen Bestandsräumen gab es auch

vor dem Umbau bereits ein Zwischengeschoss. Das

Planerteam erweiterte dieses um einen neuen Einbau,

sodass sich nun ein L-förmiges Plateau über die

untere Ebene der offenen Arbeitswelt legt und diese

überblickt. Die einzelnen Funktionen finden dank der

zweistöckigen, internen Organisation fortan in unterschiedlich

großen Räumen mit verschiedenen Qualitäten

Platz. Während der – zu den Fensterflächen hin

orientierte – Bereich zum hellen Studioraum wird, der

sich über die gesamte Höhe erstreckt, befindet sich

im niedrigen Teil unter dem Mezzanin eine Art gemütliches

Wohnzimmer mit Ausstellungsflächen für die

hauseigenen Produkte.


www.architektur-online.com

11

Magazin

Gebaut aus 100 %

SCHROTT

Rund um die Lounge sind außerdem hinter Schiebetüren

kleine, abgetrennte Räume angeordnet. In

ihnen kann allein oder im Team ungestört gearbeitet

oder sich zurückgezogen werden. Außerdem versteckt

sich hier eine Treppe hinauf in die Zwischenebene,

wo weitere Sitzplätze und Boxen für ruhiges

Arbeiten untergebracht sind. Zentral in dem offenen

Studio führt ein weiterer Aufgang in die Galerie

und weiter nach oben in den großzügigen Gemeinschaftsraum

mit Küche und Essbereich. Zwischen

den Arbeitsplätzen laden in beiden Ebenen der Relaxound-Offices

Gemeinschaftsbereiche zu informellen

Treffen und Interaktion ein.

u

Architekt: Hadi Teherani Architects

Echte Kreislaufwirtschaft

mit End-of-Life-Aluminium.

© HGEsch Photography

Die beim Innovationsbogen Augsburg

eingesetzten WICONA Fassadensysteme

stammen zu 100% aus recyceltem

End-of-Life-Aluminium – also Aluminiumschrott,

der seinen gesamten Lebenszyklus

bereits durchlaufen hat. Das hat

insgesamt 517 Tonnen CO 2

eingespart.

So geht echte Kreislaufwirtschaft!


architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Neben der Aufteilung der Funktionen spielen auch

Farbe und Material eine zentrale Rolle: Im offenen

Studio prägen weiße Wände und jede Menge Tageslicht

das Bild. Dazu kombiniert man rund um kollektiv

genutzte Schreibtische knallige Einrichtungsgegenstände

in Blockfarben und Pflanzen. Der neue Einbau

wurde hingegen in einer Kombination aus durchgehend

kobaltblau eingefärbten MDF-Platten, einer

sichtbaren Holzstruktur und Verglasungen (für visuelle

Verbindungen und natürliche Belichtung) ausgeführt.

Stoffe, Filz und offenzelliges Aluminium absorbieren

den Schall in der leichten Konstruktion im

Raum und regulieren die Akustik in den kleinen Zellen.

Bei den Stahlelementen der Galerie entschieden

sich die Architekten für ein leichtes Türkisgrün. Durch

den gezielten Einsatz von Farbe wird die Atmosphäre

in den Büroräumen gezielt beeinflusst: In den kleineren

Bereichen ist es dunkler und gemütlicher. In den

sozialen, informellen Flächen sorgen helle, freundliche

Nuancen für ein entspanntes Ambiente.

Den krönenden Abschluss des Projekts bilden die

neuen Toiletten. Ester Bruzkus Architekten verpackten

diese in einen – von außen mit Edelstahl verkleideten

– Raum. Mit einer Vogeltapete steht er ganz im

Zeichen der Relaxound-Produkte: Das Unternehmen

stellt kleine Häuschen her, die Naturgeräusche in Innenräume

bringen. Auf mehreren Regalen reihen sich

in den WC-Anlagen die sogenannten Zwitscherhäuschen

aneinander und machen selbst den Besuch der

Nasszellen zum besonderen Erlebnis.

Mit dem bunten Mix aus formellen und informellen

Bereichen soll das Konzept der abwechslungsreichen

Arbeitslandschaft künftig dazu beitragen, dass sich

die Mitarbeitenden fast wie zu Hause fühlen – und

gerne ins Büro kommen.


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13

Magazin

Schallabsorber in

kunstvoller Eleganz

Designlinie MUTE+ wings®

• entwickelt zusammen mit Designer Simon Busse

• als Decken- und Wandabsorber einsetzbar

• einfache Magnetmontage dank intuitivem Plug-and-Play-System

• kreative Anordnungs- und Kombinationsmöglichkeiten

• Licht und Schatten vereint durch Hinterleuchtungen und Designleuchten

Wo der Klang verstummt, beginnt die Stille, ihre eigene Melodie zu spielen.

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austria@Lindner-Group.com

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architektur FACHMAGAZIN

14

Magazin

Ein Haus im Haus

Unter dem Titel Herzzone beschäftigte sich Studio Alexander Fehre mit der Frage,

wie man einen gemeinsamen Arbeitsplatz für Remote- und On-Site-Mitarbeiter

schafft und gleichzeitig dafür sorgt, dass sich diese mehr mit dem Unternehmen

identifizieren und zugehörig fühlen. Das Ergebnis ist ein hybrider Raum im Raum,

der das Firmengebäude des Pharmaunternehmens Roche Diagnostics neu verbindet

und belebt.

Text: Edina Obermoser Fotos: Philip Kottlorz Fotografie

Der Auftraggeber wandte sich nicht mit architektonischen

Anforderungen, sondern emotionalen und

konzeptionellen Wünschen an das Innenarchitekturbüro

aus Stuttgart. Man wollte einen Raum inmitten

des bestehenden Firmengebäudes in Ludwigsburg,

der dort als neues Herzstück die Bindung und Zugehörigkeit

der Nutzer stärkt. Die große Herausforderung

dabei? Mit einer Verwaltungs- und Produktionsabteilung

gliedert sich die Niederlassung in zwei

verschiedene Bereiche. Obwohl sich beide in der

gleichen Produktionshalle befinden, teilten sie nicht

mehr als den Eingang miteinander.


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15

Magazin

SICHERHEIT

FÜRS GRÜNDACH

Herzzone sollte dies ändern: Im Zentrum schrieben

Alexander Fehre und sein Team dem Gebäude

einen gemeinschaftlichen, hybriden Raum ein, der

zum Austausch anregt und eine Verbindung zum

Standort herstellt. Dabei ist Herzzone nach dem

Haus-im-Haus-Prinzip konzipiert und setzt sich

aus vier einzelnen Kuben zusammen. In traditioneller

Holzbauweise gefertigt, kontrastieren die hellen

Oberflächen des Naturmaterials mit der industriellen

Umgebung und sorgen für eine warme, wohnliche

Atmosphäre. Ergänzt wird die leichte Konstruktion

durch Dreischichtplatten aus geölter Weißtanne sowie

transluzente Polycarbonat-Platten, die erkennen

lassen, ob ein Raum belegt ist. Dazu kombiniert das

Planerteam mit weißen Stahltreppen und quer verstrebten

Industrieleuchten vereinzelt Elemente mit

funktionalem Charakter. Textilien wie Teppiche und

Bezüge in hellen Farben unterstreichen hingegen in

Kombination mit den modularen Möbeln das Wohlfühlambiente.

Außerdem verleihen verschiedene

Pflanzen den eingeschriebenen Holzhäusern bzw.

den Arbeitsplätzen zusätzliche Wohnlichkeit und einen

grünen Touch.

u

ABDICHTUNG GESCHÜTZT

Immer mehr Bauherren setzen auf ein begrüntes Dach – die

klügsten auf ein Umkehrdach: Hier liegt die Dämmung über der

Abdichtung. So wird die sensibelste Schicht durch den feuchtigkeitsresistenten

Dämmstoff perfekt geschützt. XPS bewahrt sie

vor UV-Strahlung und Witterung ebenso wie vor mechanischen

Schäden. Das macht den Dachaufbau extrem langlebig.

XPS IST HOCH BELASTBAR

Dank seiner Druckfestigkeit hält XPS hoher Belastung stand.

Das Umkehrdach mit XPS ist daher optimal als Träger von

PV-Anlagen, Haustechnik oder dicken Substratschichten.

Da die Dachhaut intakt bleibt, werden Wärmebrücken

vermieden. Auch das bringt höchste Sicherheit.

SCHNELL VERLEGT IM UMKEHRDACH

Bei jedem Wetter kann das XPS im Umkehrdach

verlegt werden. Weil die Dampfsperre

entfällt, gibt es insgesamt weniger

Schichten – das spart Zeit. Die lose

Verlegung macht außerdem den

Rückbau leicht: Die Platten sind

einfach abnehmbar und

kommen woanders

wieder zum Einsatz.

DER ÖXPS-VERBAND

STEHT FÜR QUALITÄT.

oexps.at


architektur FACHMAGAZIN

16

Magazin

Herzzone ist strategisch zwischen den Büro- und

den Produktionsflächen positioniert und beinhaltet

unterschiedlichen Funktionen: Während sich geschlossene

Bereiche als Arbeits- oder Meetingräume

nutzen lassen, gibt es in den offenen Abschnitten

Platz für Events oder Teamveranstaltungen. Zwei

der Holzhäuser verfügen über zusätzliche Ebenen

und einen Verbindungssteg. Dadurch ergeben sich

spannende Blickbeziehungen innerhalb des Gemeinschaftsortes

und in die Produktion in der sieben Meter

hohen Halle. Ein neuer Hauptverkehrsweg führt

mitten durch die neue Holzstruktur. Holzdecks und

Teppiche zonieren hier das Erdgeschoss und schaffen

eine marktplatzartige Situation, die Kollegen

unter anderem mit einer gemeinsamen Küche oder

einem Tischtennistisch zu spontanen Pausen einlädt

und zum Austauschen anregt. Auf diese Weise wird

der – zuvor leerstehende – Zwischenraum fortan

zum lebendigen Treffpunkt, in dem sich die Mitarbeiter

von Roche in Zukunft wohl- und zugehörig fühlen

können. Mit dem hybriden Design reagiert Herzzone

auf die aktuellen Herausforderungen von Post-Corona

und Remote-Arbeit. Wie ein Wohnzimmer kreiert

es einen informellen Rahmen und verwandelt die Büroflächen

der Firma in einen dynamischen Hub. •


www.architektur-online.com

LON HEXAGON

Wenn Licht und Akustik sich vereinen,

entwickeln beide ihr volles Potenzial und

führen zu noch besserer Raumatmosphäre.

Die Pendelleuchte LON HEXAGON ist ein

hervorragendes Beispiel.

17

Magazin

DESIGN: Ben Elmecker

BAFFEL

Funktionale Deckengestaltung durch

schallabsorbierende BAFFELN ist

einfach umsetzbar.

Hervorragende Lichtstimmung gilt bei den Konzepten

von Molto Luce als vorausgesetzt. Innovative Akustiklösungen

erweitern das umfassende Sortiment an

modernen Beleuchtungslösungen.

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TOUCH THE

ATMOSPHERE

Lichtlösungen, die gleichzeitig akustikverbesserndes

Material einsetzen, liefern wunderbar wirksame Möglichkeiten,

einen Raum noch angenehmer zu gestalten.

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architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin

Blaupause für

Neues Arbeiten

Mit dem neuen Headquarter in Bozen geht das Softwareunternehmen ADDITIVE

einen radikal nutzerzentrierten Weg: Nicht Repräsentation nach außen, sondern

maximale Funktionalität für die Mitarbeitenden war das erklärte Ziel. Das Interior

Design stammt vom Südtiroler Architekturbüro NOA, das die rund 850 Quadratmeter

Bürofläche in eine immersive Raumlandschaft verwandelte – flexibel,

modular, inspiriert von digitalem Code.

Fotos: Alex Filz


www.architektur-online.com

19

Magazin

Das Interior Design basiert auf einem spielerischen

wie strategischen Umgang mit Volumen und Farbe.

Ein leerer Open Space wurde von NOA in eine fließende

Abfolge von räumlichen Boxen transformiert

– jede mit spezifischer Funktion, individueller Materialität

und markanter Farbgebung. Diese Boxen –

schwebend, angedockt oder freistehend – erinnern

nicht zufällig an Codezeilen: Sie stehen symbolisch

für die modularen Softwarelösungen des Unternehmens

und spiegeln dessen digitale DNA wider.

Das Ziel: eine räumliche Struktur, die Orientierung

bietet, gleichzeitig aber zur Bewegung und Interaktion

einlädt. Eine zentrale Prämisse des Designs

war die völlige Abkehr von Hierarchien – kein klassischer

Abteilungsmix, sondern Zonen für fokussiertes

Arbeiten, Rückzug, Kommunikation oder soziale

Interaktion, die von allen genutzt werden können.

Mitarbeiter:innen wählen ihren Arbeitsplatz tagesaktuell

– unterstützt durch digitale Infrastruktur und

flexible, höhenverstellbare Schreibtische. Klassische

Stauraumlösungen entfallen dabei fast vollständig:

Jeder Mitarbeitende verfügt über ein eigenes, persönliches

Schließfach im Eingangsbereich, während

die konsequent digitale Arbeitsweise physischen Archivierungsbedarf

überflüssig macht.

u

SKYFOLD

Das vertikale Trennwandsystem öffnet sich

komplett in den Deckenbereich. Es ist platzsparend,

benötigt keine Führungs- oder

Laufschienen und bietet Schalldämmung

bis zu Rw 59 dB. Die elegante, stabile

Trennwand lässt sich per Knopfdruck schnell

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architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Das Herzstück des Headquarters ist ein großzügiger

Communal Space, der sich quer durch den Grundriss

zieht und diverse Funktionen vereint: Rezeption,

Meeting Points, Telefonboxen, Loungebereiche,

Küchenzone und einen 70 m² großen Indoor-Garten.

Letzterer dient als Rückzugsort oder Pausenbereich

und kann bei Bedarf durch eine mobile Glaswand separiert

werden – ein multifunktionaler Raum für Mittagessen,

Austausch oder informelle Meetings.

Der Empfangsbereich fungiert weniger als klassische

Repräsentationsfläche, sondern vielmehr als Orientierungspunkt.

Ein perforierter, hinterleuchteter

Tresen und eine Wand aus persönlichen Mitarbeiterschließfächern

bilden eine ebenso pragmatische

wie ästhetisch prägnante Willkommensgeste. Die

unterschiedliche Größe und Öffnungsrichtung der

Schranktüren erzeugt dabei ein überraschendes, fast

skulpturales Spiel mit Form und Fläche. Sichtbare

Installationen und Tech-Materialien wie Lochblech,

strukturierte Gläser und spiegelnde Oberflächen betonen

den digitalen Charakter des Büros und unterstreichen

die dynamische Ästhetik des Designs.


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21

Magazin

Farbe, Licht, Atmosphäre

Die visuelle Sprache des Designs ist klar definiert:

Entsättigtes Blau in Kombination mit Beigetönen

prägt die Atmosphäre – eine Anlehnung an die Corporate

Identity von ADDITIVE. Keramische Flächen,

deren Fliesen wie digitale Raster wirken, treffen auf

transparente und halbtransparente Materialien wie

strukturiertes Glas und Spiegel. Jeder Bereich erhielt

dabei ein eigenes Materialkonzept, das die Funktion

des Raumes subtil unterstreicht – bei gleichzeitiger

formaler Kohärenz im Gesamtensemble. Ein besonderes

Augenmerk liegt auf der Beleuchtung: Jeder

Arbeitsplatz ist individuell beleuchtbar. LED-Streifen

im Communal Space setzen nicht nur Wege in Szene,

sondern kommunizieren durch Lichtsignale symbolisch

die Erfolge des Teams – ein subtiler Verweis

auf die Gamification der digitalen Welt. Ergänzt wird

dies durch zahlreiche Displays im gesamten Büro,

die kontinuierlich aktuelle Projekterfolge, Team-Updates

oder Unternehmensinformationen anzeigen.

Begrünung durch Topfpflanzen trägt zusätzlich zur

angenehmen Atmosphäre und einem hohen Maß an

Aufenthaltsqualität bei.

Fenster-Markisen als Designelement:

Textiler Sonnenschutz

Ton in Ton mit der Fassade

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* Ritterstraße 16, Berlin: In geschlossenem Zustand verwandeln die außenliegenden Markisen das kreative

Bürogebäude in ein homogenes Betonrelief aus strahlendem Weiß. Foto: Schnepp Renou


architektur FACHMAGAZIN

22

Wettbewerb

Lernort mit Zukunft

Umbau und Erweiterung der Mittelschule Dr. Renner, Graz

Die Mittelschule Dr. Renner im Bezirk Graz-Liebenau

ist ein schmaler, langgestreckter annähernd

von Osten nach Westen ausgerichteter

Baukörper, dessen Klassenräume nach Süden

orientiert sind. Die denkmalgeschützte

Schule wurde 1949 – 1951 erbaut und besteht

aus einem zweigeschossigen Haupttrakt sowie

einem eingeschossigen angebundenen

Turnsaal trakt. Das Gebäude befindet sich

grundsätzlich in einem guten Zustand, weist

jedoch bauliche und funktionale Mängel auf.

Im Rahmen des Architekturwettbewerbs soll

ein Bildungszentrum von der Mittelschule bis

zum Berufseinstieg nach der Polytechnischen

Schule entstehen, mit acht Mittelschulklassen,

zwei polytechnischen Klassen sowie zwei

Partnerklassen. Denkmalfachliches Ziel ist die

Erhaltung der Baukörper (Haupttrakt, Verbindungstrakt,

Turnsaal) in ihrer äußeren Erscheinungsform

(Kubatur, Öffnungen) und ihrer

überlieferten Substanz. Erforderliche partielle

Eingriffe waren im Kontext des überlieferten

Bestandes zu entwickeln. Zusätzlicher Flächenbedarf

soll aus denkmalfachlicher Sicht als additive

Baustruktur Berücksichtigung finden, die

in einem angemessenen Verhältnis zu den bestehenden

Denkmalwerten konzipiert wird.

Das Wettbewerbsgebiet wird im Nordwesten

von der Eduard-Keil-Gasse begrenzt. Charakteristisch

für den Gebietsbereich ist die heterogene

Bebauung. Das Gebiet ist besonders

im Südosten von Einfamilienhäusern geprägt.

Nördlich und westlich des Gebietsbereiches

schließen ein- bis dreigeschossige Wohnanlagen

und verdichtete Flachbauten an. Im Nordosten

des Grundstückes dominieren zwölfgeschossige

Bauten als atypische Hochpunkte

im weiteren Gebietsbereich.

u

AUSSCHREIBUNG

Ausloberin

Stadt Graz – Stadtbaudirektion/

Referat Hochbau

Europaplatz 20, 8011 Graz

Auftraggeberin

Stadt Graz –

Abteilung für Bildung und Integration

Verfahrensbetreuung

Architekturbüro Kampits & Gamerith

Art des Verfahrens

EU-weit offener, anonymer, einstufiger Realisierungswettbewerb

mit anschließendem Verhandlungsverfahren

Preisgericht (ohne Titel)

Bettina Götz, Sybille Caspar (Architektenkammer),

Andreas Heidl (Fachbeirat für Baukultur), Michael

Danzinger, Johannes Jagersbacher (Stadtbaudirektion),

Elisabeth Mahr (Stadtplanung), Winfried

Ranz-Krainer (Abteilung für Bildung und Integration),

Rudolf Peer, Amir Istfanous (GBG)

Preisgerichtssitzungen

10.+11.03.2025

Preisgeld

1. Rang (Gewinner): € 38.000

2. Rang: € 30.000

3. Rang: € 20.000

Anerkennungen: je € 11.000


architektur FACHMAGAZIN

23

Wettbewerb

DAS PROJEKT – DAS BÜRO

DAS PROJEKT

Die Erweiterung der MS Dr. Renner ist ein Weiterbauen

am denkmalgeschützten Schulensemble. Eine neue

Zeitschicht ergänzt den Bestand funktional und räumlich

– mit dem Ziel, einen zukunftsfähigen Lernort für Schüler

zu schaffen.

Architektur und Städtebau

Ein dreigeschossiger Halbkreis erweitert den Haupttrakt

im Westen. Er orientiert sich am Turnsaal, öffnet sich zur

Eduard-Keil-Gasse und betont den neuen barrierefreien

Haupteingang, ohne den Bestand zu dominieren. Der

Schwung des Neubaus verbindet Vorplatz und Schulgarten

und schafft großzügige Außenräume.

Funktionale Aspekte

Zentrale Elemente sind die neue Garderobe und eine

offene Treppenanlage, die Alt und Neu auf verschiedenen

Niveaus verbindet. Sichtachsen und Raumfolgen geben

Orientierung. Im Neubau gruppieren sich die Klassen um

Lernzonen, ergänzt durch Freibereiche mit Rankhilfen

und Sonnenschutz. Der Bestand wird durch wenige

Eingriffe für Partnerklassen genutzt. Ein eigener Zugang

mit Lift und Hol- und Bringzone ergänzt das Angebot.

Snoezelenraum, Küche und Pflegebad runden das

Programm ab.

Konstruktion – Material und Farbe

Das Erd- und Untergeschoss bestehen aus Recyclingbeton,

die Obergeschosse aus Holzbau. Holz reduziert CO 2 ,

schafft Atmosphäre und erlaubt spätere Umnutzung. Die

Fassade aus sägerauer Lärche wird durch türkisgrüne

Fensterprofile akzentuiert – ein Zitat des Bestands. Im

Inneren dominieren Holzoberflächen, ergänzt durch Textilscreens

und Glas. Farbige Fluchtstiegenhäuser setzen

markante Akzente. Holzseifenbehandelte Böden, Akustikdecken

und funktionale Details machen den Neubau zu

einem nachhaltigen, lernfreundlichen Ort.

DAS BÜRO

EDERER HAGHIRIAN ARCHITEKTEN ZT-GmbH ist ein

Grazer Architekturbüro mit einem zwanzigköpfigen Team.

Das Büro verfügt über ein breit gefächertes Portfolio

regionaler Projekte mit einem klaren Schwerpunkt in den

Bereichen Gesundheitswesen, Bildung und Wohnbau.

Zu den realisierten Projekten zählen unter anderem das

Krankenhaus Oberwart, das Versorgungszentrum am

LKH Universitätsklinikum Graz, das Rathaus Premstätten

sowie der Zu- und Umbau des Bezirksgerichts Deutschlandsberg

– um nur einige zu nennen.

Ederer Haghirian Architekten setzen sich mit großer

Leidenschaft dafür ein, außergewöhnliche Räume zu

schaffen, die das Wohlbefinden fördern, die Funktionalität

verbessern und die Gemeinschaften, denen sie dienen,

nachhaltig stärken.

keh.at


architektur FACHMAGAZIN

24

Wettbewerbe

Ansicht Nord

Ansicht West

1. Rang

Projekt 110

Ederer Haghirian Architekten

ZT GmbH

Graz; gegründet 2006

keh.at

Erdgeschoss

1. Obergeschoss

Schnitt A-A

Jurybeurteilung

Die denkmalgeschützte Karl Renner

Schule bleibt in ihrer bestehenden

Form erhalten und wird im Westen

durch einen zeitgemäßen, eigenständigen

Neubau ergänzt. Dabei werden

die vorhandenen Qualitäten des Bestandsgebäudes

mit neuen Raumqualitäten

sinnvoll erweitert, sodass

für die Schülerinnen und Schüler ein

nachvollziehbares Miteinander von

Alt und Neu entsteht. Das daraus

resultierende Gesamtbild der Schule

vermittelt ruhig und selbstverständlich

zentrale Inhalte eines zukunftsgerechten

Bauens und wird damit

selbst zum Lehrgegenstand in Bezug

auf Themen wie Klima, Materialwahl,

Bauweise und Ressourcenschonung.

Der Neubau in Form eines Halbkreises

bildet nicht nur eine markante,

neue Adresse, sondern prägt durch

die offene, skulpturale Gestaltung

seiner Freiflächen auf allen Geschossen

auch das äußere Erscheinungsbild

der Schule. Die formale

Konsequenz der halbkreisförmigen

Außenkontur wird im Inneren durch

ein quadratisches, konstruktives

Raster ergänzt, das Struktur und

Ordnung verleiht. Überdachte, teils

mehrgeschossige Terrassen sorgen

für ein lebendiges Raumgefüge.

Während der Neubau mit seinen

Clustern und Terrassen gut strukturiert

und durchdacht ist, lässt der

denkmalgeschützte Bestand diese

sensible Gestaltung noch vermissen

und bedarf einer sensiblen Durcharbeitung.

Ziel ist es, die vorhandenen

Qualitäten des Altbaus stärker

herauszuarbeiten und so die unterschiedlichen

Charaktere von Alt und

Neu auch in den Innenräumen spürbar

zu machen. In einzelnen Bereichen

sind funktionale Anpassungen

gemeinsam mit den Nutzer:innen

und dem Bundesdenkmalamt notwendig,

um Unterschiede – etwa

zwischen altem und neuem Turnsaal

oder bei der Direktion – positiv erlebbar

zu machen. Das entstehende

Ensemble aus denkmalgeschütztem

Bestand und zeitgemäßem Neubau

wird geeignet sein, die Inklusion

sichtbar nach außen zu tragen. •


www.architektur-online.com

© eSeL.at_Joanna Pianka

Positionen einer

neuen Generation

Nach ihrer erfolgreichen Premiere im Architekturzentrum

Wien (Az W) ist die Ausstellung „Zwischen Kostenschätzung,

Muttermilch und Bauwende“ ab dem 12. Juni

2025 im Haus der Architektur (HDA) in Graz zu sehen.

Sie gibt einen tiefen Einblick in die Perspektiven und Forderungen

junger Architekt:innen in Österreich und lädt

dazu ein, über die Zukunft der Baukultur nachzudenken

und mitzudiskutieren.

Die Ausstellung zeigt ein kollektiv kuratiertes, dreidimensionales

Mapping, das in sieben Themenfeldern zentrale Fragen

rund um architektonische Praxis, Verantwortung und Handlungsspielräume

beleuchtet. Im Spannungsfeld von Klimakrise,

Ressourcenknappheit, prekären Arbeitsbedingungen und

wachsender sozialer Ungleichheit stellen sich junge Architekt:innen

die Frage: Wie kann eine zukunftsfähige Architekturpraxis

aussehen?

Erarbeitet wurde das Projekt von 60 jungen Architekt:innen,

die sich seit 2022 im Rahmen von Interviews, Workshops und

Diskussionsformaten mit ihren Haltungen und Arbeitsweisen

auseinandergesetzt haben. Das Ergebnis ist ein dynamisches

Ausstellungsformat, das bewusst Leerstellen lässt – als Einladung

an die Besucher:innen, sich mit Kommentaren und eigenen

Beiträgen einzubringen.

Mit Veranstaltungen wie „world_wide_wisdom“ mit Yuma

Shinohara (25. Juni), dem offenen Gesprächsabend „zkmb

– Wie wollen wir arbeiten?“ (2. Juli) sowie dem Finale am

22. August bildet die Ausstellung zugleich eine Plattform für

den kontinuierlichen Diskurs über gerechte, ökologische und

kooperative Planungs- und Bauprozesse.

Zwischen Kostenschätzung, Muttermilch

und Bauwende

Haus der Architektur (HDA)

12. Juni - 22. August 2025

www.hda-graz.at


architektur FACHMAGAZIN

26

Arbeits- & Bildungswelten

Vergangenheit

und Zukunft

Erweiterung Windkraft Simonsfeld, Ernstbrunn / Juri Troy Architects

Text: Roland Kanfer Fotos: Patrick Johannsen

Mit der Erweiterung der Unternehmenszentrale

der Windkraft Simonsfeld AG in Ernstbrunn vereinten

Juri Troy Architects nachhaltige Bauweise,

CO 2 -Optimierung und regionale Materialien zu

einem ökologisch zukunftsweisenden Holzbau mit

durchdachtem Klimakonzept.

2014 wurde der von Architekt Georg Reinberg geplante

erste Bauteil der Unternehmenszentrale in Ernstbrunn

eröffnet – eine funktionell optimierte Lagerhalle

mit einem Bürobau, einfach konstruiert, von Norden

her direkt und von Süden diffus belichtet, ohne direkte

Besonnung, so dass kein Sonnenschutz nötig war.

Die Branche der erneuerbaren Energien entwickelt

sich dynamisch. Bald schon wurde die Notwendigkeit

für eine Erweiterung erkannt. Das Ziel: ein Gebäude,

das nicht nur funktionale Räume für Büro, Empfang,

Gastronomie und Veranstaltungen bietet, sondern

zugleich als Sinnbild für nachhaltige Baukultur steht.

In einem geladenen Wettbewerb – ausgelobt von der

Windkraft Simonsfeld AG und begleitet vom Bauherrenberater

MOOCON – setzte sich das Büro Juri

Troy Architects im Juni 2022 als Sieger gegen die

ebenfalls geladenen Büros Dietrich | Untertrifaller,

sps Architekten und Magk Architekten durch. Im

September desselben Jahres begann die Planung, im

August 2023 war Baubeginn. Der Betrieb im Bestand

lief während der gesamten Bauzeit weiter, was präzise

Koordination erforderte.

Troy verfolgte mit dem Entwurf eine klare Haltung:

„Wir wollten den Erweiterungsbau auf höchsten

ökologischen Standard bringen“, so der Architekt.

Zugleich sollte sich das Erscheinungsbild bewusst

vom Bestandsgebäude von Georg Reinberg unterscheiden:

„Der Altbau wollte damals die Technologie

zeigen – wir setzen dagegen auf Materialität, Atmosphäre

und Kreislauffähigkeit. Holz war für uns als

Baumaterial gesetzt.“

u


www.architektur-online.com

27

Juri Troy Architects


architektur FACHMAGAZIN

28

Arbeits- & Bildungswelten

Roh und authentisch

Die neue Anlage besteht aus einem zweigeschossigen

Baukörper entlang der Straße, der an zwei

Punkten an den Bestand andockt. Gemeinsam mit

dem Altbau umrahmt er ein zentrales Atrium, das als

lichtdurchflutete Kommunikationszone dient und Alt

und Neu verbindet. An vier Stellen wurden Übergänge

als Schnittstellen zwischen beiden Gebäudeteilen

neu gestaltet, die den akustischen wie klimatischen

Unterschied zwischen beiden Baukörpern spürbar

werden lassen. Der ehemalige Haupteingang des

Reinberg-Baus wurde mit einem schwarzen Rahmen

betont – ein sichtbarer Übergang zwischen Vergangenheit

und Zukunft.

Konstruktiv basiert der Neubau auf einem Holzskelett

mit den tragenden Stützen an der Außenseite

auf Streifenfundamenten mit Stahlbetonsockel.

Das Tragwerk basiert auf einer standardisierten, aus

sich wiederholenden Elementen bestehenden Struktur

aus Brettsperrholzdecken mit rund 2,70 Metern

Länge, , quer über die Unterzüge gespannt, ergänzt

durch hochgedämmte Holzriegelwände als Ausfachung

und Aussteifung. Weit auskragende Dachelemente

und ein umlaufender Gang bieten nicht nur

konstruktiven Holzschutz, sondern auch Fluchtweg

und Verschattung. Zwischen den Stützen sorgen diagonale

Zugstangen aus Stahl für die Aussteifung. Die

Wände im Inneren sind aus Weißtanne, während die

Decken aus Fichtenholz bestehen, weiß pigmentiert

geölt, was dem Gebäude eine helle, freundliche Anmutung

verleiht. Nur in den Kommunikationsbereichen

wurden Decken abgehängt – etwa in der Mensa

oder in Besprechungsräumen, die zusätzlich mit vom

Designbüro Caravan Atelier künstlerisch gestalteten

Stoffpaneelen akustisch optimiert wurden. Das übrige

Bürogeschoss bleibt roh und authentisch mit sichtbaren,

massiven Holzdecken.

u

Eine Holzkonstruktion aus tragenden

Stützen an der Außenseite und

Brettsperrholzdecken mit vier bis fünf

Metern Spannweite bildet das Skelett.


www.architektur-online.com

29

Juri Troy Architects


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30

Arbeits- & Bildungswelten

Umfassendes Klimakonzept

Im Inneren des Gebäudes befinden sich zwei massive

Kerne aus Stampflehm, die Sanitärzonen, Stiegenhäuser

und Serverräume aufnehmen und zugleich

als Wärmespeicher dienen. Der Zuschlagstoff für den

Lehm stammt ebenso wie der Zuschlag für den Terrazzoboden

aus einem nahegelegenen Steinbruch in

Ernstbrunn – Regionalität in Material und Wertschöpfung

war dem Bauherrn und den Planern wichtig. Im

Erdgeschoss befinden sich Empfang, Besprechungsräume,

eine Mensa sowie ein flexibel nutzbarer Veranstaltungsbereich

mit geschützten Freibereichen.

Dass jedes WC ein eigenes, individuell gestaltetes

Innenraumdesign erhielt, ist ein kleines architektonisches

Statement für Vielfalt im Detail.

Das Obergeschoss beherbergt moderne Büros mit

vorwiegend fixen Arbeitsplätzen, ergänzt durch einige

Share-Desks. Die Grundrissorganisation zeigt

Transparenz und intuitive Orientierung, unterstützt

durch offene Sichtachsen, die den freien Blick auf die

nahegelegenen Windparks ermöglichen.

Energie- und Gebäudetechnik folgen einem integralen

Konzept: Bauteilaktivierung, temperierte Zuluft

und Bodenkonvektoren sorgen für eine ausgeglichene

Raumtemperatur. Die Speicherfunktion des Lehmkerns

unterstützt sowohl die Kühlung als auch die

Beheizung des Gebäudes. Die Wärme- und Kälteversorgung

erfolgt über eine reversible Wärmepumpe, betrieben

mit Wärmetauscher sowie 28 Erdsonden. Auf

dem Dach unterstützt ein Rückkühler zur Abfuhr

überschüssiger Wärme die Systemeffizienz und wird

über die eigene Photovoltaikanlage betrieben, die

das gesamte Gebäude mit Strom versorgt. In einigen

Fensteröffnungen sitzen statt Glas Holzpaneele, um

gezielt solare Energieeinträge zu reduzieren – ein weiteres

Detail des umfassenden Klimakonzepts.

Laut Auskunft der Beteiligten wurde schon in der

Bauphase eine positive CO 2 -Bilanz erreicht. Das

Global Warming Potential (GWP) der gesamten Gebäudekonstruktion

liegt demnach bei -74.900 kg

CO 2 -Äquivalenten. Über 20 Jahre soll sich durch die

technische Ausrüstung eine Einsparung von etwa

665.000 kg CO 2 im Vergleich zu fossilen Referenzsystemen

ergeben, die Investition in das Energiesystem

soll sich in rund zehn Jahren amortisieren. Das

Projekt konnte mit der Höchstwertung von 1000

Punkten nach dem Klimaaktiv-Gold-Standard zertifiziert

werden.


www.architektur-online.com

31

Juri Troy Architects

GSPublisherVersion 551.0.26.2

GSPublisherVersion 314.0.29.2

1

5 10

EG

EG

Windkraft Simonsfeld

Ernstbrunn, Niederösterreich

Bauherr:

Planung:

Tragwerksplanung,

Bauphysik, HKL-E:

Bauleitung:

Landschaftsplanung:

Bauökologie:

Akustikdecken:

Windkraft Simonsfeld AG

juri troy architects

KPPK ZT GmbH

M2 Architekten

outside landschaftsarchitektur GmbH

Larix Engineering GmbH, Wien

Trikustik

Planungsbeginn: 09/2022

Bauzeit: 08/2023 - 09/2024

Netto-Geschossfläche 1719 m 2

Brutto-Geschossfläche 2067 m 2

Energiekennzahl: HWB 34 kWh/ m²a fGEE 0,28

www.juritroy.com

© Wolfgang Schmidhuber-Tindle

„Wir haben gezeigt, dass nachhaltiges Bauen möglich

ist, wenn man schon bei der Planung mit dem

ökologischen Fußabdruck beginnt.“

Architekt Juri Troy


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32

Arbeits- & Bildungswelten

Handwerk, Haltung

und Holzbau

Tischlerei Rüscher / Schnepfau, Vorarlberg / Architekt Simon Moosbrugger

Text: Roland Kanfer Fotos: Simon Oberhofer

Mit dem Neubau der Tischlerei Rüscher im Bregenzerwald

ist ein präzise komponierter Holz-Hybridbau entstanden.

Die Kombination aus funktionaler Klarheit, landschaftlicher

Einbindung und konsequenter Nutzung lokaler Ressourcen

macht das Projekt zu einem beispielhaften Modell

für nachhaltiges Bauen im ländlichen Raum.


www.architektur-online.com

33

Architekt Simon Moosbrugger

Seit 1910 besteht die Tischlerei Rüscher in

Schnepfau, einer Vorarlberger Gemeinde mit 496

Einwohnern. Seit ihrer Gründung und dem Beginn

mit einigen Hobelbänken im Stadl durchlief die

Tischlerei verschiedenste Ausbaustufen. Modernere,

größere Maschinen sowie altersbedingte konstruktive

Schwächen des Gebäudes führten im Jahr

2020 zur Entscheidung des Familienunternehmens

für einen Neubau, geplant von Simon Moosbrugger,

einem jungen Architekten aus Bersbuch, einem Dorf

im Bregenzer Wald. Anfang September 2021 erfolgte

der Spatenstich, im Dezember 2022 war das Industriegebäude

fertig.

Der Neubau am Fuß der Kanisfluh, inmitten der

charakteristischen Kulturlandschaft des Bregenzerwalds,

setzt ein klares architektonisches Zeichen

– selbstbewusst, aber eingebettet; industriell, doch

zutiefst ortsbezogen. Die Fläche der neuen Produktionshalle

ist nicht viel größer als der Vorgängerbau,

dafür aber fast vollständig einstöckig organisiert und

an die Produktionsprozesse angepasst. Das Ensemble

aus Produktionshalle und Kopfbau wurde auf

einer dem Ort vorgelagerten Grünfläche platziert

und nutzt die Länge des Grundstücks, um sich landschaftlich

wie typologisch an die linearen Strukturen

bäuerlicher Bauformen anzulehnen.

u


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34

Arbeits- & Bildungswelten

Der Entwurf zeichnet sich durch eine überzeugende

Synthese aus funktionaler Präzision, atmosphärischer

Dichte und konstruktiver Konsequenz aus. Die

differenzierte Höhenentwicklung – vom kompakten

Kopfbau bis zur überhohen Werkhalle – orientiert

sich an der inneren Logik des Programms: Während

im ersten Stock des nördlichen, zweigeschossigen

Gebäudeteils Besprechungsraum, Büros und Mitarbeiterraum

um einen lichtspendenden Innenhof herum

gruppiert sind, öffnet sich die großzügige Halle

mit Maschinen- und Handwerksbereich über zwei

Geschosse hinweg. Der Innenhof im Obergeschoss

sorgt für natürliche Belichtung, Orientierung und

Kommunikation. Als Ausdruck der Firmenidentität

orientiert sich der nach Norden orientierte Ausstellungsraum

zum Ortskern, während sich die Büroräume

zur Produktion hin öffnen.

Die gezielt gesetzten Fensteröffnungen bieten eindrucksvolle

Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft.

Zusätzlich sorgt eine Dachverglasung in der

Werkhalle für eine gleichmäßige, blendfreie Ausleuchtung

des Arbeitsumfelds, das Sichtbeziehungen

zur Werkstruktur und zur umgebenden Berglandschaft

ermöglicht.

Die funktionale Organisation folgt klaren industriellen

Abläufen, bleibt dabei aber im menschlichen

Maßstab und räumlich durchlässig. Der gesamte Material-

und Personenverkehr wird effizient über die

Ostseite abgewickelt, wodurch die übrigen Fassaden

gestalterisch frei bespielbar bleiben.

u


www.architektur-online.com

35

Architekt Simon Moosbrugger

Der Innenhof sorgt für zusätzliche

natürliche Belichtung für die im

ersten Stock angeordneten Büros,

die Maschinenhalle öffnet sich über

zwei Geschosse.


architektur FACHMAGAZIN

36

Arbeits- & Bildungswelten

Die Produktionshalle wird

von Fachwerkträgern aus

Baubuche überspannt,

die auf einer mittig verlaufenden

Betonstützenreihe

lagern.

Hybride Konstruktion

Konstruktiv folgt das Gebäude einem hybriden

Prinzip, das sich aus regionalen Bautraditionen und

zeitgemäßen Anforderungen entwickelt: Sämtliche

erdberührte Bauteile sowie brandschutzrelevante

Bereiche, etwa dort, wo sich die Lackiererei und

die Abluftschächte befinden, wurden in Stahlbeton

ausgeführt. Die Produktionshalle selbst wird von

weitspannenden Fachwerkträgern aus Baubuche

überspannt, die auf einer mittig verlaufenden Betonstützenreihe

lagern. Sprengwerkartig ergänzen

Fichtenstützen die Trägerstruktur zu einem fein austarierten

Tragwerk aus Holz und Beton. Die Außenwände

bestehen aus gedämmten Holzfertigteilen,

die vor Ort mit sägerauen Fichtenbrettern in wechselnder

Verlegerichtung verkleidet wurden – ein

bewusst unaufgeregter, handwerklich präziser Ausdruck.

Die fein gegliederte Holzfassade verleiht dem

Volumen eine ruhige Eleganz und nimmt gleichzeitig

ortstypische Bautraditionen auf.


[m] 5 20

[m] 5 20

[m] 5 20

www.architektur-online.com

37

Architekt Simon Moosbrugger

OG

EG

Regionale Wertschöpfung

Der Umgang mit Fläche und Ressourcen ist konsequent

durchdacht. Die asphaltierten Flächen beschränken

sich auf das betriebsnotwendige Maß.

Direkt angrenzende Wiesen bleiben in landwirtschaftlicher

Nutzung. Teile der Dächer sind extensiv

begrünt, andere sind mit Photovoltaikmodulen belegt.

Die Ableitung der Dachwässer erfolgt über ein

unterirdisches Leitungssystem direkt ins versickerungsfähige

Erdreich.

Ein zentrales Merkmal des Projekts liegt in der konsequenten

Umsetzung regionaler Wertschöpfung.

Bereits in der Planungsphase wurde mit dem Generalunternehmer

vereinbart, nur lokale Betriebe zur Ausschreibung

einzuladen. Die überwiegende Mehrheit

der Handwerks- und Planungsleistungen – von der

Glasfassade bis zum Holzbau – wurde von Unternehmen

aus dem Bregenzerwald und dem übrigen Vorarlberg

erbracht. Der Innenausbau auf handwerklich hohem

Niveau stammt von der Tischlerei Rüscher selbst.

Architektonisch wie baulich ist der Neubau der

Tischlerei Rüscher mehr als ein funktionaler Produktionsort,

nämlich eine Synthese aus Handwerk, regionaler

Nachhaltigkeit und räumlicher Qualität. •

UG

Tischlerei Rüscher

Schnepfau, Vorarlberg

Bauherr:

Planung:

ÖBA und Projektleitung:

Tragwerksplanung & Holzbau:

Rüscher GmbH Tischlerei

DI Simon Moosbrugger Architekt ZT

i+R Industrie- & Gewerbebau GmbH

i+R Holzbau

Planungsbeginn: 10/2020

Ausführung: 10/2021- 12/2022

Bebaute Fläche: 2550 m²

Nutzfläche:

4800 m² inkl. TG

Bruttogeschossfläche: 5350 m² inkl. TG

www.simonmoosbrugger.com

„Der hohe Planungsaufwand fand letztlich

seine Entsprechung in Form einer präzisen

handwerklichen Umsetzung über alle

Gewerke hinweg. Beides trägt maßgeblich

zum Erfolg dieses Projektes bei.“

Simon Moosbrugger


architektur FACHMAGAZIN

38

Arbeits- & Bildungswelten

Zwischen Alt und Neu hauchte Burckhardt Architektur

in Genf einem Schulbau aus den späten 1960er-Jahren

neues Leben ein. Das Schweizer Planerteam revitalisierte

das Collège Rousseau behutsam und passte es

mit neuen Elementen sowie einer Aufstockung aus Holz

möglichst unauffällig an steigende Schülerzahlen an.

Hinter der markant gerasterten Fassade gelang damit

die Balance zwischen Denkmalschutz und energetischer

Optimierung. Nach der Modernisierung

ist der historische Betonbau nun fit

für die Zukunft.


www.architektur-online.com

39

Burckhardt Architektur

Eins draufgesetzt

Collège Rousseau / Genf / Burckhardt Architektur

Text: Edina Obermoser Fotos: Olivier Di Giambattista

Der von Alain Ritter entworfene Bildungsbau wurde

1969 in Genf errichtet. Rund 55 Jahre später stand

das brutalistische Gebäude unter Denkmalschutz.

Allerdings machte der schlechte Zustand der bestehenden

Schule eine umfassende Sanierung unumgänglich.

Daraufhin wurde 2017 ein Wettbewerb

ausgeschrieben, um die Sekundarschule nicht nur

zu modernisieren, sondern außerdem zu erweitern

und künftig Platz für mehr Schüler zu schaffen. Mit

einem Entwurf, der die alte Bausubstanz aus Beton

erhält, den Bestand behutsam fortschreibt und erneuert

sowie eine Aufstockung aus Holz hinzufügt,

konnte sich dabei das Büro Burckhardt durchsetzen.

Die Schweizer Architekten ergänzten den Baukörper

– angefangen von den Betonfertigteilen der prägnanten

Lochfassade – subtil und integrierten im Inneren

eine leichte Holzkonstruktion, die fortan für ein warmes,

ansprechendes Ambiente sorgen soll.

Form follows function

Die Schule befindet sich – nördlich und südlich umgeben

von Wohnhochhäusern sowie freistehenden

Mehrfamilienhäusern im Osten und Westen – von

der Straße zurückgesetzt, auf einem abfallenden

Grundstück nahe der Genfer Innenstadt. Mit seiner

rechteckigen Form legt sich der Baukörper um einen

zentralen Innenhof. Über die Gliederung der Fassaden

lassen sich die internen Funktionen an der Außenseite

ablesen: Während die beiden, leicht zurückversetzten

Sockelgeschosse großflächig verglast der

Verwaltung gewidmet sind, zeigen sich die darüberliegenden

Stockwerke mit den Unterrichtsbereichen

geschlossener und streng gerastert.

u


architektur FACHMAGAZIN

40

Arbeits- & Bildungswelten

Die Bibliothek lädt dank

Lufträumen mit einer offenen

Atmosphäre ein. Neben

Sichtbetonoberflächen werden

auch die bestehenden,

kassettierten Fertigteildecken

Teil des neuen Interior

Designs der Schule.


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41

Burckhardt Architektur

Energieeffizient konzipiert

Um den höheren Schülerzahlen gerecht zu werden,

galt es, den Bau zu vergrößern. Anstatt zusätzliche

Fläche im Genfer Zentrum zu versiegeln, entschied

man sich dabei aus optischen und nachhaltigen

Gründen für eine Aufstockung. Zudem stellte sich

die Entwurfsentscheidung als äußerst effizient heraus:

Zum einen wurde durch die gestapelte Anordnung

der Bedarf an neuer (technischer) Infrastruktur

in der Schule reduziert. Zum anderen ließen sich auf

diesem Weg die Kosten senken und das kompakte

Layout minimiert den Wärmeverlust des Hauses. Eine

leichte Holzstruktur erfüllte die statischen Anforderungen

und ermöglichte die Erweiterung des Bestands

ohne weitere Verstärkungen. Generell gelang

es mit diesen Maßnahmen, den denkmalgeschützten

Bau zu respektieren und den Energieverbrauch des

Collège Rousseau trotzdem zu optimieren. „Für die

Aufstockung wurden sehr hohe Energieeffizienzziele

(THPE) erreicht, während für die historischen Teile

die Ziele einer Minergie-Renovierung umgesetzt

wurden“, schildern die Architekten.

u


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42

Arbeits- & Bildungswelten

Digitale Planung

Die einzelnen Phasen des Erneuerungs- und Erweiterungsprojekts

unterstützte man – sowohl im Bestand

als auch in der Aufstockung – durch ein BIM-Modell

digital. Dafür vermaß man das historische Haus zunächst

mittels 3D-Scan bzw. einer Punktewolke komplett

und ergänzte es anschließend durch weitere

Informationen aus Originalplänen, CAD-Dateien und

fotobasierten 180 °-Aufnahmen. Dank der Kombination

dieser verschiedenen Tools ließ sich das Gebäude

besonders akkurat digitalisieren und so in weiterer

Folge die Planung und Ausführung vereinfachen.

Die Schule wurde bei laufendem Betrieb renoviert.

Nach dem Prinzip der „LEAN Construction“ fokussiere

man sich deshalb in der komplexen Zusammenarbeit

der unterschiedlichen Projektbeteiligten (von Architekten

bis hin zu Technikern) auf möglichst effiziente

Abläufe. So fanden beispielsweise die lärmintensiven

Baustellenarbeiten während der Schulferien statt, um

Störungen des Unterrichts zu vermeiden.

In der Aufstockung prägen hohe Decken

und sichtbare Holzkonstruktion die

hellen Unterrichtsräume. In den übrigen

Bereichen passte man den Bestand – inkl.

Sporthalle – zeitgenössisch an aktuelle

Bedürfnisse an.


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43

Burckhardt Architektur

3ème étage

OG 3

Zwischen Alt und Neu

Beim Grundriss des neuen, dritten Obergeschosses

orientierte sich das Planerteam von Burckhardt

Architektur am Bestand. Allerdings entschied man

sich für eine großzügigere Raumhöhe und beließ die

Holzoberflächen sichtbar. Zwei Oberlichter bringen

künftig viel Tageslicht in die Erschließungszonen

mit den beiden Haupttreppen und auch sonst öffnen

sich sämtliche Bereiche der Schule über große

Fenster entweder zur Umgebung oder zum zentralen

Innenhof hin. Die Cafeteria im Eingangsniveau

lädt als offener Pausenraum bzw. Treffpunkt ein und

dient gleichzeitig als informeller Lernort. Eine Bibliothek

und administrative Flächen gibt es ebenso. Die

Aula unter dem zentralen Innenhof komplettiert als

besonderes Highlight den Sockel des Schulbaus. In

den bestehenden Etagen ertüchtigten die Architekten

vorhandene Elemente und Materialien weitgehend

und integrierten diese in das neue Gestaltungskonzept.

So prägen neben Sichtbeton und Terrazzo

auch Akustik-Deckenuntersichten im Stil der späten

1960er-Jahre weiterhin das Bild. Insgesamt stehen

künftig fast 22.000 m 2 Nutzfläche für den Schulbetrieb

und als Unterrichtsflächen zur Verfügung. •

Standortleitung Burckhardt Architektur, Suisse romande:

Oliver Henninger, Nicolas Vaucher und Eric Proment

Rez-de-chaussée

EG

Collège Rousseau

Genf, Schweiz

Bauherr:

Planung:

Tragwerksplanung:

Bauphysik:

Fassade:

Betonfertigteile (Fassade):

Elektrotechnik:

Haustechnik:

Akustik:

Historiker Heimatschutz:

BIM/CDE:

Gesamtfläche: 21.850 m 2

Planungsbeginn: 2018

Fertigstellung: 2024

www.burckhardt.swiss

État de Genève, Kantonales Amt für Bauwesen

Burckhardt Architektur

Thomas Jundt Ingénieurs Civils

ENPLEO

Xmade

MFP Préfabrication

Betelec

Chammartin & Spicher

Batj

Christian Bischoff

Kairnial (Thinkproject), Autodesk Construction Cloud

© Burckhardt Architektur

„Angesichts der denkmalpflegerischen Qualitäten

des Collège Rousseau war es unser Ziel, die

historische Substanz zu respektieren und zu bewahren,

ihre architektonischen Qualitäten sichtbar

zu machen und das Collège behutsam zu erweitern

– dabei haben wir mehr auf Kontinuität als

auf Kontrast gesetzt.“

Nicolas Vaucher, Partner und Mitglied der

Standortleitung Lausanne/Genf


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44

Arbeits- & Bildungswelten

Lernen

fürs Leben

Imagine Montessori School / Paterna, Valencia / Gradolí & Sanz Arquitectes

Text: Edina Obermoser Fotos: Mariela Apollonio

Im Nordwesten von Valencia in einer Art Schlucht gelegen

und eingebettet in einen Pinienhain wird die Natur

in der Imagine Montessori School neben den jungen

Nutzern zur Protagonistin. Die spanischen Gradolí &

Sanz Arquitectes entwickelten das Schulhaus ganz

aus natürlichen Materialien, verzichteten dabei auf

überflüssige Details und Verkleidungen und machten

das Gebäude so selbst zu einem Teil des pädagogischen

Konzepts. Außenräume und ein Gründach fügen den

Bau dezent in seine Umgebung ein und runden das

naturnahe Lernerlebnis stimmig ab.

Während das Schulgebäude selbst bereits 2019 teilweise

fertiggestellt wurde, fand 2023 mit der Herstellung

der Außenflächen auch die zweite und finale

Bauphase ihren erfolgreichen Abschluss. Der Neubau

befindet sich in Paterna, einer Gemeinde in der Provinz

Valencia, zwischen einer Wohngegend und der

Schlucht En Dolça. Um die angrenzende Natur einzuladen

und den Stellenwert, den die felsige Umgebung

für die Region hat, hervorzuheben, öffnet sich der

Eingang der Schule zur Schlucht hin. Die Erschließung

des Hauses erfolgt über Holzstege. Sie durchqueren

aufgeständert den Wald und geben durch die

Baukronen hindurch immer wieder den Blick auf das

Gebäude frei. So wird der Weg in die Imagine Montessori

School zur besonderen Reise, die einen sanften

Übergang aus der Stadt hinein ins Grüne schafft.

Kleinteiliges, naturnahes Design

Das Gebäude setzt sich aus mehreren Volumen zusammen,

die sich gestaffelt aneinanderlegen und

rundherum vielfältige Außenbereiche zum Entdecken,

Lernen und Spielen aufspannen. Dem nach

Westen orientierten Zugang ist ein einladender Platz

vorgelagert, an der östlichen Seite erstreckt sich

ein gemeinsamer Spielplatz in Richtung Natur. Dank

dieser Anordnung lassen sämtliche Räume visuelle

Verbindungen sowohl zur Schlucht als auch zu den

Bäumen hin zu und rücken die Landschaft als wichtigstes

Element in den Fokus. Ein Erschließungsraum

verbindet die einzelnen Trakte der Schule wie ein

gemeinsames Rückgrat. Mit Vor- und Rücksprüngen,

Balkonen und Wegen wird er zum dynamischen Begegnungsort,

in dem gespielt, gelernt und gelacht

werden kann.

u


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45

Gradolí & Sanz Arquitectes


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46

Arbeits- & Bildungswelten

Bedürfnisorientiertes Schulkonzept

In den Klassenzimmern gibt es weder Lehrerpult

noch Tafel. Stattdessen sind sie in fünf Bereiche unterteilt,

die von den Schülern frei genutzt werden

können. Je nach Interesse und individuellen Anforderungen

stehen ihnen sensorische oder praktische

Aktivitäten aus dem Alltag zur Verfügung oder Zonen,

die ganz den Themen Sprachen, Mathematik

und Kultur gewidmet sind. Auch sonst orientiert sich

die Gestaltung des Gebäudes an den Bedürfnissen

der Kinder – und insbesondere an ihrem Maßstab.

Jeder Unterrichtsraum wird über eine Garderobe betreten,

wo ein Bogen in der Wand die Schüler weiter

in den Hauptbereich leitet. Darüber hinaus lassen

loftartige Zwischenebenen sowie Nischen und Verstecke

unter den Treppen die Bereiche kleinteiliger

wirken. In sämtlichen Räumen merkt man, dass diese

nicht für Erwachsene, sondern für eine kleinere Zielgruppe

konzipiert wurden.

u

Alle Unterrichtsräume verfügen über

eigene Terrassen- bzw. Balkonflächen.

Überdacht und mit Sitzstufen ausgestattet

laden die Außenbereiche zum

Spielen und Lernen im Freien ein.


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Gradolí & Sanz Arquitectes


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Arbeits- & Bildungswelten

Natürlich belüftet & temperiert

Ein Solarkamin, der sich über drei Geschosse erstreckt

und mit einem Oberlicht abschließt, sorgt in

der Imagine Montessori School für lichtdurchflutete

Innenräume sowie abwechslungsreiche Blickbeziehungen

zwischen den Klassen und ermöglicht zudem

eine natürliche Belüftung. Das üppig bewachsene

Dach lässt die Grenzen zwischen Gebäude und

Umgebung fließend ineinander übergehen und trägt

weiter zu seiner Effizienz bei. Es schützt vor Sonne

und Regen und trägt damit auf passive Weise zum

Komfort der kleinen Nutzer bei.

Immersiver Lernort

Fenster in unterschiedlichen Höhen und Terrassen

betonen in allen Räumen der Schule den Bezug nach

draußen. Außerdem gelangt durch die großflächigen

Verglasungen jede Menge Tageslicht ins Innere

und kreiert ein freundliches Lernumfeld. Bei gutem

Wetter erweitern die überdachten Außenflächen die

Schule ins Freie. Zusätzlich ist hier jedem Trakt ein

kleines Amphitheater, ein Brunnen sowie ein eigener

Baum zugeordnet, der sich mit den Jahreszeiten verändert

und so ebenfalls zum immersiven Lehrmittel

wird. Die natürlichen Oberflächen – von warmem, zart

gemasertem Holz bis hin zu rohen, rotbraunen Lehmziegeln

– verstärken die angenehme, kindgerechte

Atmosphäre in den Räumen. Im gesamten Haus verwendeten

die Architekten ausschließlich umweltfreundliche

Materialien. Die Konstruktion beruht auf

60 cm dicken, tragenden Lochziegelwänden sowie

massiven Lehmgewölben und -böden. Ergänzt werden

diese in den Innen- und Außenbereichen durch

Holzelemente, wo sich der Naturwerkstoff ebenfalls

sichtbar in das Interior Design einfügt. Beton kam

nur beim Fundament zum Einsatz, vereinzelte Stahlsäulen

und -geländer komplettieren an den Fassaden

das Bild. Verkleidungen sucht man in dem Neubau

vergeblich. Stattdessen bleiben vom Tragwerk bis zu

den Installationen alle Teile des Gebäudes einsehbar.

Sie wurden von Gradolí & Sanz Arquitectes bewusst

in die Räume integriert und geben den Kindern Einblick

in die Funktionsweise der Schule.

u


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Gradolí & Sanz Arquitectes

Tonnengewölbe aus

Terrakottaziegeln und

Deckenbalken aus Holz

bleiben im Inneren sichtbar.

Sie geben Einblick

in die Konstruktion und

prägen mit ihren naturbelassenen

Oberflächen

sämtliche Räume.


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Arbeits- & Bildungswelten

Die Natur als Lehrmeister

Anstelle von akkurat getrimmten Rasenflächen sind

die Außenbereiche rund um das Schulgebäude als

lebendige, sich verändernde Naturgärten geplant.

Neben Wurzeln, Ästen und Zapfen zum Spielen, können

die Kinder auch – je nach Jahreszeit – wilden

Spargel bzw. Pilze und mit ihnen wertvolle Erfahrungen

fürs Leben sammeln. Außerdem warten hier von

Rampen und Rutschen bis hin zu Klettermöglichkeiten

und Höhlen verschiedenste Dinge darauf, kreativ

erforscht zu werden. Bei starkem Regen lernen die

Schüler mehr über die Kraft der Natur, wenn sich die

Schlucht neben der Imagine Montessori School in einen

rauschenden Fluss verwandelt.

Von Nischen und Verstecken bis hin zu

Wegen und Fensterplätzen mit Blick nach

draußen – die Architekten entwarfen den

Neubau in einem kindgerechten Maßstab,

der sämtliche Kinderwünsche erfüllt.


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Gradolí & Sanz Arquitectes

Imagine Montessori School

Paterna, Valencia

Bauherr:

Planung:

Tragwerksplanung:

Landschaftsarchitektur:

Zubi Educational Real State

Gradolí & Sanz Arquitectes

Lucas Muñoz & Adolfo Alonso

GM Paisajistas

Weitere Projektpartner: Albura Wood & Concept (Holzbau), Martí Cots

(Metallarbeiten), Cercaa (Ziegelgewölbe), Morata (Holzbau außen),

DISBEA showlutions (Innenausbau), Zero Consulting (Installationen &

BREEAM Phase 1), GME (Installationen Phase 2), Cosmo Stil (Beleuchtung),

GBCE (Umweltzertifizierung), Silens Acústica (Akustik)

Grundstücksfläche: 4.556 m 2

Bebaute Fläche: 2.922 m 2

Nutzfläche: 2.298 m 2

Planungsbeginn: 2017

Baubeginn: 2018

Fertigstellung:

2023 (2. Bauphase)

Baukosten: 4.6 Mio. €

www.gradolisanz.acontrapeu.com

„Wir sind stets bemüht, unser Interesse am kulturellen

Erbe und an der Stadt zu bewahren. In der

physischen und menschlichen Umwelt finden wir

die Schlüssel, die unsere Projekte leiten. Auf der

Grundlage dieser Prämissen suchen wir die ehrlichste

räumliche und materielle Antwort, die wir in jedem

spezifischen Fall geben können.“

Gradolí & Sanz Arquitectes


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Arbeits- & Bildungswelten

Raum mit Haltung

Waldorfschule Wien-Mauer / Dietrich Untertrifaller

Text: Linda Pezzei Fotos: Kurt Hoerbst, Aldo Amoretti


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Dietrich Untertrifaller

Ein Bildungsbau, der keine Kompromisse

eingeht: Dietrich Untertrifaller übersetzen

mit der Erweiterung der Waldorfschule in

Wien-Mauer die Prinzipien der Waldorfpädagogik

in eine nachhaltige, konsequent

holzbetonte Architektursprache.

Kaum eine Schulform stellt so klare Anforderungen

an die räumliche Gestaltung wie Waldorfschulen. Sie

fordern ein Architekturverständnis, das das Kind in

den Mittelpunkt stellt, seine ganzheitliche Entwicklung

unterstützt – und dabei den physischen Raum

selbst zum pädagogischen Werkzeug macht. Genau

das ist mit der Gestaltung der Waldorfschule in Wien-

Mauer gelungen: Die jüngste Erweiterung des denkmalgeschützten

Bestands ist mehr als ein funktionaler

Zubau – sie ist räumlich gelebte Haltung.

Anthroposophie weitergedacht

Diese Haltung spiegelt sich im architektonischen

Konzept wider. Der Neubau interpretiert die traditionell

organische Formensprache anthroposophischer

Schulbauten in zeitgemäß reduzierter Weise. Die architektonischen

Gesten sind subtil, aber bewusst gesetzt:

Ein Rhythmus aus Sichtbeton, Brettsperrholz,

Lehm und Robinienholz bestimmt das räumliche Gefüge

– von der Turnhalle bis zum Dachklassentrakt.

Dabei verzichtet der Neubau auf rechte Winkel, wo

sie nicht notwendig sind, und setzt stattdessen auf

natürliche Übergänge, offene Strukturen und sinnliche

Materialien.

u


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Arbeits- & Bildungswelten

Bestandserweiterung mit

Respekt und Innovation

Um die Verbindung zwischen Alt und Neu behutsam

zu gestalten, wurde der Bestand sorgsam unterfangen,

ergänzt und aufgestockt – mit möglichst geringer

zusätzlicher Belastung. Das Dach wurde neu

aufgesetzt, die Gaupe der neuen Neigung angepasst.

Ein vorgelagertes Treppenhaus mit Aufzugskern aus

Stahlbeton, brandschutztechnisch erforderlich, vermittelt

zwischen den Baukörpern, ohne sich gestalterisch

in den Vordergrund zu drängen. Die horizontale

Erschließung erfolgt über witterungsgeschützte

Laubengänge – unbeheizte Loggien, die nicht nur als

thermische Pufferzone, sondern auch als Lern- und

Begegnungsräume dienen.

Holzbau als pädagogische Haltung

Im Inneren setzt sich das pädagogische Konzept

konsequent fort: Herzstück des Neubaus ist der

sichtbare Holzbau – nicht als Stilmittel, sondern

als sinnstiftende Materialwahl. Die Decke über dem

Klassentrakt wurde als Hohlkastendecke in Massivholz

ausgeführt, die Turnhalle erhielt eine Rippendecke

mit aussteifenden Brettsperrholzplatten. Die

Kon struktion verzichtet weitgehend auf Stahl-Holz-

Hybrid lösungen und bleibt damit kostengünstig,

emissionsarm und handwerklich nachvollziehbar.

Diese Konsequenz prägt auch die Innenräume: Chemiefreie

Materialien, Lehmputz und Robinienholz

schaffen eine warme, haptische Umgebung. Die

Holzlamperie mit integrierten Türen, die unbehandelte

Oberfläche der Lehmwände und die bewusst raue

Sichtbetonästhetik im Treppenhaus erzeugen ein

differenziertes Raumerlebnis, das auf die sinnliche

Wahrnehmung der Kinder abgestimmt ist.


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Dietrich Untertrifaller

Robinie, Lehm, Sichtbeton: Die Materialwahl ist ebenso sinnlich wie robust –

und trägt die Philosophie der Waldorfpädagogik konsequent in die Gestaltung.

Raum als Lernfeld

So entstehen Grundrisse, die keinem starren Raster

folgen, sondern vielfältige Aneignungen ermöglichen.

Vier identische Klassenräume öffnen sich zur Terrasse,

die Erschließung über Laubengänge ermöglicht

Rückzug und Weitblick zugleich. Im Obergeschoss

ergänzen Werkstätten, ein Musikraum mit Stauraum

unter der Dachschräge und ein großzügiges Foyer

das Raumprogramm. Das Foyer kann als Erweiterung

des Unterrichts genutzt werden – zum Beispiel für

Eurythmie, Theater oder Versammlungen.

Auch funktionale Anforderungen wurden architektonisch

intelligent gelöst: Eine elegant integrierte Freitreppe

an der Nordseite führt in den Garten und wird

durch ein begrüntes Metallgitter formal gefasst. Der

Raum darunter dient als Geräte- und Lagerraum – ein

Beispiel für die gelungene Verbindung von Funktionalität

und Gestaltung.

Das Projekt zeigt, wie Architektur Kindern Raum gibt,

ihre Persönlichkeit in einem vertrauten, aber nicht

überformten Umfeld zu entfalten. Es geht dabei nicht

nur um Bildung, sondern um Beziehungsräume – für

Selbstwirksamkeit, Gemeinschaft und Vertrauen.

Damit nähert sich das Projekt der Idee, die das Büro

selbst als Ziel formuliert: Räume zu schaffen für „die

Erwachsenen von morgen“ – und für die Fragen, die

diese stellen werden.

u


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Arbeits- & Bildungswelten

Der Kindergarten als kleiner Mikrokosmos

Die Prinzipien der Schule setzen sich im neu gestalteten

Kindergarten fort – in kleinerem Maßstab, aber

ebenso präzise. Die Verwendung von leim- und chemiefreien

Brettstapelelementen, kombiniert mit einer

Raumstruktur aus offenen Galerien, Nischen und

Verstecken, schafft eine spielerische und dennoch

robuste Umgebung. Der Kindergarten zeigt beispielhaft,

wie sich ökologisches und pädagogisches

Denken räumlich verbinden lassen – ohne technologische

Überfrachtung.

Mit der Erweiterung der Waldorfschule in Wien-Mauer

ist Dietrich Untertrifaller eine überzeugende Übersetzung

anthroposophischer Ideale in eine klare,

nachhaltige und materialgerechte Architektur gelungen.

Hier wurde nicht nur Schulraum geschaffen,

sondern eine Atmosphäre des Vertrauens, der Geborgenheit

und der Freiheit – Werte, die auch über

die Waldorfgemeinschaft hinaus richtungsweisend

für den Bildungsbau der Zukunft sind.


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Dietrich Untertrifaller

Dietrich Untertrifaller

Dietrich Untertrifaller

Dietrich Untertrifaller

Rudolf Steiner Rudolf Schule Steiner Schule

Wien Wien

OG 2

0 12,5 25 Schnitt

Fertigstellung 2024

0 12,5 25

Dietrich Untertrifaller

OG 1

0 12,5 25

0 0 12,5 12,5 25 25 Ebene 0 Ebene 0

Fertigstellung 2024 Fertigstellung 2024

EG

UG

Waldorfschule Wien-Mauer

Wien, Österreich

Bauherr:

Planung:

Team:

Statik:

Rudolf Steiner Schulverein

Dietrich Untertrifaller und Andreas Breuss

Harald Eder, Tobias lndermühle (Projektleitung),

Andreas Laimer, Michael Porath, Julian Roiser,

Fabio Verber

Beton: Gerhard Gschwandtl ZT Wien

Holz: KPZT - Kurt Pock Tragwerksplanung Klagenfurt

Grundstücksfläche: 4.125 m²

Bebaute Fläche: 1.284 m²

Nutzfläche: 3.148 m²

Planungsbeginn: Mai 2015

Bauzeit: September 2022 - Juni 2024

Fertigstellung: Juni 2024

0 12,5 25

„In Bildungsbauten geht es nicht nur um Funktion

– es geht darum, Räume zu schaffen, die Denken,

Fühlen und Handeln gleichermaßen ansprechen. Wir

wollen mit unserer Architektur Atmosphäre schaffen,

die Vertrauen stiftet, zur Eigenverantwortung ermutigt

und nachhaltige Entwicklung ermöglicht – sozial,

ökologisch und kulturell. Die Waldorfschule in Wien-Mauer

bringt diese Haltung auf den Punkt.“

www.dtflr.com

Dietrich Untertrifaller


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Arbeits- & Bildungswelten

Klasse mit

Terrasse

Bildungscampus Willi Resetarits / Wien / Kronaus Mitterer Architekten

Text: Andreas Laser Fotos: Schreyer David

Mit dem Bildungscampus Willi Resetarits in Wien-

Floridsdorf haben Kronaus Mitterer Architekten ein beispielhaftes

Ensemble für zeitgemäßes Lernen geschaffen.

Der Neubau vereint Kindergarten, Volks- und Mittelschule,

Musikschule sowie ein Jugendzentrum unter einem Dach

und wird damit zum lebendigen Mittelpunkt eines ganzen

Stadtteils. Die räumlich wie pädagogisch integrative

Konzeption denkt Schule neu – als offenen, sozialen und

ökologischen Erfahrungsraum.

Der Campus ergänzt die sogenannte „Bildungsmeile

Floridsdorf“, ein städtisches Entwicklungsband entlang

der Franklinstraße. Der viergeschossige Baukörper

reagiert sensibel auf die bauliche Körnung der

Umgebung und interpretiert die Blockrandtypologie

der Nachbarschaft auf zeitgemäße Weise. Zur Kahlgasse

hin reduziert sich die Höhe auf zwei Geschosse

und wahrt damit den Maßstab der angrenzenden

Wohnbebauung. Ein Rücksprung im Erdgeschoss

schafft entlang der Straße einen großzügigen Vorbereich

– einen öffentlichen Raum, der urbane Großzügigkeit

mit funktionalem Mehrwert verbindet.

Ein Lernort, der verbindet

Kronaus Mitterer verstehen Schule als vielschichtigen

sozialen Raum. „Schulen sind für uns architektonische

Gefüge, in denen sich das Leben und Lernen

ganzer Gemeinschaften entfalten kann“, so die

Architekten. Bildung wird dabei nicht als rein funktionaler

Vorgang gedacht, sondern als emotionales

und soziales Erlebnis – ein Prozess, der räumliche

Qualitäten erfordert, die sowohl Rückzug als auch

Begegnung ermöglichen.

u


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Kronaus Mitterer Architekten


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Arbeits- & Bildungswelten

Der Außenraum ist als erlebnisreicher Bildungsraum gestaltet – mit Spiel-, Ruhe- und

Bewegungszonen für alle Altersgruppen. Die begrünten Dächer und Terrassen des

Campus sind ein wirksamer Beitrag zur Mikroklimaverbesserung, zur Urban Heat

Island-Strategie Wiens und zur Aufenthaltsqualität der Lernräume.

Zentrales Element des Entwurfs ist die schachbrettartige

Clusterstruktur, in der Bildungsräume und offene

Multifunktionszonen zu einem rhythmisierten räumlichen

Gefüge verschmelzen. Diese Organisation fördert

unterschiedliche Lernformen – von konzentriertem

Einzelarbeiten bis zum spielerischen Miteinander. Die

differenzierte Farbgebung und eine fein abgestimmte

Zonierung des Innenraums sorgen für Orientierung

und schaffen zugleich eine Vielzahl atmosphärischer

Raumsequenzen. Jede Clusterzone ist in sich schlüssig,

bleibt jedoch über Sichtbeziehungen und offene

Übergänge in das Gesamtgefüge eingebunden.

Die „Klasse mit Terrasse“ ist dabei mehr als ein gestalterisches

Motiv: Jeder Bildungsbereich wird

durch begrünte Terrassen nach außen erweitert. Sie

schaffen naturnah gestaltete Freiräume in den Obergeschossen

und stärken die Verbindung von Innen

und Außen auf allen Ebenen. Unterschiedliche Freiraumtypen

bieten Orte für Spiel, Ruhe, Austausch

oder Bewegung – altersunabhängig und inklusiv. Die

Architektur inszeniert nicht nur Räume für Bildung,

sondern entwirft eine räumliche Struktur für Gemeinschaft

in Bewegung.


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Kronaus Mitterer Architekten

Flexibilität mit System

Das Tragwerkskonzept aus Skelett- und Schottenbauweise

unterstützt die Leitidee einer offenen,

modularen Raumstruktur. Spannweiten von bis zu

8,60 Metern ermöglichen stützenfreie Zonen und

maximale Flexibilität in der Nutzung. Raumhohe Verglasungen,

in Leichtbauweise ausgeführte Trennwände

und stützenfreie Terrassenflächen eröffnen

ein hohes Maß an Transparenz und visueller Durchlässigkeit.

Die robuste Grundstruktur erlaubt perspektivisch

eine einfache Anpassung an sich wandelnde pädagogische

Konzepte – etwa durch Umnutzung, Erweiterung

oder räumliche Reorganisation. Diese Flexibilität

zeigt sich bereits im Nutzungskonzept: Bereiche, die

zum Schulstart noch nicht benötigt wurden, werden

temporär durch die Stadtverwaltung genutzt. Damit

erweist sich der Campus als planerisch vorausschauend

gestaltetes Gebäude, das auf urbane Veränderungen

agil reagiert.

u


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Arbeits- & Bildungswelten

Schachbrettartig organisierte

Cluster mit offenen

Multifunktionszonen

ermöglichen fließende

Raumfolgen für unterschiedliche

Lernsituationen

– von ruhigem

Arbeiten bis zum gemeinschaftlichen

Austausch.

Materialität und Atmosphäre

Die Außenfassade aus unbehandelter Lärche verleiht

dem Gebäude eine warme, natürliche Erscheinung.

Das Holz stammt aus heimischem Bestand und

wurde konstruktiv so detailliert, dass eine lange Lebensdauer

ohne chemischen Holzschutz möglich ist.

Auch im Inneren dominieren schadstofffreie, natürliche

Materialien. In den Unterrichtsräumen kommt

geöltes Industrieparkett zum Einsatz, in den Erschließungszonen

emissionsarme Kautschukfliesen,

in Aula und Stiegenhäusern robuste Terrazzobeläge.

Akustikdecken und mikroperforierte Wandverkleidungen

verbessern spürbar die Raumakustik und

leisten so einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden.

Genutzt werden unter anderem Trikustikplatten und

akustisch wirksame Elemente von Ecophon, die zugleich

als Pinnwände nutzbar sind. Alle eingesetzten

Materialien entsprechen dem „ÖKOKAUF“-Standard

der Stadt Wien und wurden hinsichtlich Pflegeaufwand

und Langlebigkeit optimiert. Die Ausstattung

wirkt funktional, aber nicht steril – sie schafft ein

Lern umfeld, das Gesundheit, Konzentration und

Identifikation fördert.

Gebaut mit Verantwortung

Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des Campus-Konzepts.

Eine Photovoltaikanlage auf dem

Dach produziert umweltfreundlichen Strom, ein unterirdisches

Geothermiefeld temperiert das Gebäude

über aktivierte Betondecken. Regenwassernutzung

und eine energieeffiziente Haustechnik sorgen für

einen ressourcenschonenden Betrieb.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Begrünung

als baulichem Mittel zur Klimaanpassung: Dach-,

Fassaden- und Terrassenbegrünungen verbessern

nicht nur das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität,

sondern unterstützen gezielt die „Urban Heat

Island“-Strategie der Stadt Wien. Diese Maßnahmen

tragen dazu bei, städtische Überhitzung zu reduzieren

und schaffen zugleich ökologische Verbindungen

innerhalb des Quartiers. Darüber hinaus

wurden Nistkästen für Mauersegler, Fledermäuse

und Dohlen in die Fassade und auf den Dächern integriert

– ein Beispiel für gelebte Biodiversität im

Schulbau. Der Bildungscampus ist mit diesen Qualitäten

nicht nur ein Ort für heutige Bildungsbedarfe,

sondern ein resilientes, zukunftsfähiges Gebäude

im städtischen Kontext.


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Kronaus Mitterer Architekten

OG 2

EG

Bildungscampus Willi Resetarits

Wien, Floridsdorf

Bauherr:

Planung:

Team:

GP-Managment:

TWP & BPH:

Haustechnik:

Freianlagen:

Magistrat der Stadt Wien, MA 56 Schulen;

WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH

Kronaus Mitterer Architekten ZT GmbH

Peter Müller (PL), Bernadett Csenteri (PL Wbw),

Ninoslav Illic (PL Stv.), Nikola Tasev, Martin Belkovsky,

Jakub Lech, Andreas Metz, Christina Sellner

Arch. DI Robert Haider

RWT Plus

Woschitz Group

EGKK

BGF: 18.982 m²

Wettbewerbsgewinn: August 2021

Planungsbeginn: 01/2022

Bauzeit: 03/2023 - 08/2024

www.kronaus-mitterer.at

„Der Bildungscampus Willi Resetarits ist als vielschichtige

Lernlandschaft konzipiert, die ein Gefüge

aus offenen Plätzen und geschützten Rückzugsräumen

bietet, in dem Innen- und Außenbereiche ineinander

übergehen und soziale Interaktionen fördern.“

Christian Kronaus & Peter Mitterer


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Schulbau der Zukunft

Leise, lernfördernd

& lebendig

Neue Schulen sollen mehr können: Klima- und Nutzerfreundlichkeit, intelligente

Systeme und belastbare Materialien treffen auf Raumkonzepte, die das Lernen

flexibilisieren. Doch was ist wirklich sinnvoll? Und wie beeinflusst die technisch

optimierte Umgebung das Wohlbefinden und den Lernerfolg?

Text: Linda Pezzei

Zwischen Hightech und Lowtech

Die Digitalisierung ist im Klassenzimmer

angekommen. Interaktive Displays, digitale

Lernplattformen, smarte Beleuchtung und

sensorisch gesteuerte Lüftungssysteme

gehören vielerorts zur neuen Ausstattung.

Technik kann die Differenzierung und Inklusion

erleichtern, den Unterricht flexibilisieren

und die Raumsteuerung optimieren

– vorausgesetzt, sie wird didaktisch sinnvoll

eingesetzt. Gleichzeitig erleben einfache,

robuste Materialien und Lowtech-Lösungen

ein Comeback: natürliche Belüftung, Massivholzbau,

modulare Möblierung. Was beide

Ansätze verbindet: Schulen sollen gesünder,

klimaneutraler, anpassungsfähiger werden.

Und sie sollen Orte sein, an denen man sich

wohlfühlt. Dabei spielt die Akustik eine zentrale

Rolle. Denn: Wenn es laut ist, wird Lernen

zur Belastung. Eine gute Raumakustik verbessert

nicht nur die Sprachverständlichkeit,

sondern auch das Lernklima, die Konzentrationsfähigkeit

und die Gesundheit der Lehrenden.

Studien zeigen: Lärm stresst, macht

müde, senkt die Motivation. „Akustik ist kein

Add-on“, sagt Sebastian Kraync von Ecophon.

„Sie ist ein zentrales Qualitätsmerkmal

für nachhaltige Lernräume.“

Das Sanierungsprojekt Schulzentrum Mittel-

und Spalowskygasse in Wien zeigt

beispielhaft, wie gezielte akustische Maßnahmen

mit Deckensegeln und pinnbaren

Wandabsorbern bestehende Schulen zukunftsfähig

machen können. Kombiniert

mit thermischer Bauteilaktivierung und einfachen

Mitteln wie Vorhängen oder Akustikdecken

wird mit wenig Aufwand große

Wirkung erzielt.

Bestand als Chance: Warum

Sanierung entscheidend ist

Dabei geht es nicht nur um neue Projekte.

Die überwiegende Mehrheit der Schulen in

Österreich – und in ganz Europa – besteht

aus älteren Bestandsgebäuden. Neubauten

machen nur einen geringen Anteil aus. Wer

Bildungsräume zukunftsfähig gestalten

will, muss daher vor allem den Bestand in

den Blick nehmen. Hier entscheidet sich,

ob eine breite Mehrheit von Schüler:innen

und Lehrkräften von besseren Bedingungen

profitiert. Sanierungen bieten enorme

Potenziale: Sie sparen Ressourcen, reduzieren

CO 2 -Emissionen und erhalten bestehende

Strukturen. Gezielt eingesetzte

Maßnahmen – von Akustikdecken über

energieeffiziente Beleuchtung bis hin zur

sensorgesteuerten Lüftung – verbessern

das Raumklima und die Lernbedingungen

oft mit vergleichsweise geringem Aufwand.

Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern

auch um Partizipation: Wenn nur Neubauten

optimal ausgestattet werden, droht

eine Zwei-Klassen-Bildungslandschaft. Um

Chancengleichheit zu gewährleisten, müssen

gerade auch Bestandsgebäude zu gesunden,

inklusiven und anpassungsfähigen

Lernorten werden. Sanierungen bieten zudem

die Chance, ortstypische Materialien

weiter zu verwenden und die Identität des

Schulstandortes zu bewahren.

Schulen für Menschen bauen

Der Schulbau der Zukunft ist nicht automatisch

digital oder durchtechnisiert. Er ist

anpassungsfähig, robust, gesund und menschengerecht.

Intelligente Technik kann

dazu ebenso beitragen wie bewährte Materialien,

gute Akustik oder flexible Raumcluster.

Entscheidend ist nicht die Innovation an sich,

sondern ihr Beitrag zu einer Lernumgebung,

die Bildung, Beziehung und Partizipation fördert.

Architektur wird so zum Mitgestalter

der Schulkultur – leise, lernfördernd, lebendig.

Gerade im Bestand liegt der größte Hebel:

Hier entscheidet sich, ob bessere Lernbedingungen

für alle Wirklichkeit werden.

© Sima Prodinger

Schulzentrum Mittelgasse: Hochabsorbierende,

bepinnbare Wandabsorber sorgen für

bessere Akustik im Klassenzimmer.


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Schulbau der Zukunft

Fotos: Hertha Hurnaus

Bildungscampus Sonnwendviertel, Wien

Architektur: PPAG Architekten

Fokus: Wiens erstes ziel- statt

lösungsorientiertes Bildungsgebäude

Der von PPAG Architekten entworfene Bildungscampus

Sonnwendviertel in Wien

setzt als erstes ziel- statt lösungsorientiertes

Bildungsgebäude der Stadt neue

Maßstäbe. Die Architektur basiert auf einer

modularen Clusterstruktur, die mit großzügigen

Marktplätzen, gemütlichen Nischen

und offenen Freiklassen vielfältige

Lern- und Begegnungsräume schafft. Der

Ganztagsbetrieb mit verschränktem Unterricht

profitiert von dieser Raumvielfalt, die

unterschiedlichste pädagogische Konzepte

unterstützt. Nachhaltigkeit zeigt sich in

der dezentralen Lüftung, der Nutzung von

PV-Strom und einer integrativen Freiraumgestaltung.

Besonders innovativ sind die

speziell entwickelten Schultische, die Mobilität

und Kommunikation fördern und Platz

für jeweils drei Kinder bieten.

u

Der Bildungscampus Sonnwendviertel

in Wien setzt auf offene Lernlandschaften

im Cluster-Prinzip.


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Schulbau der Zukunft


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Schulbau der Zukunft

Fotos: Schreyer David

Bildungscampus Graz-Puntigam

Architektur: Franz&Sue

Fokus: Low-Tech-Ansatz mit automatisierter Fensterspaltlüftung

Beim Bildungscampus Graz-Puntigam von Franz&Sue

steht ein konsequenter Low-Tech-Ansatz im Mittelpunkt.

Die automatisierte Fensterspaltlüftung sorgt

für ein angenehmes Raumklima, natürliche Baustoffe

wie Lehmputz, Hochlochziegel und Hanfdämmung

überzeugen nicht nur baubiologisch, sondern ermöglichen

auch einen rückbaubaren Gebäudestandard.

Die flexiblen Cluster sind mit Vorhängen und Holzlamellendecken

ausgestattet, die eine hervorragende

Akustik garantieren. Statt auf digitale Ausstattung

wird auf klassische Kreidetafeln und analoge Pinnwände

gesetzt, um einen bewussten Gegenpol zum

digitalen Overkill zu schaffen. Das einfache Haustechnikkonzept

bleibt offen für zukünftige Erweiterungen

und Anpassungen.

Nachgefragt: 3 Fragen an Franz&Sue

zum Bildungscampus Graz-Puntigam

betonoptik gehalten. Im offenen Erdgeschoss haben

wir uns für Holzlamellendecken entschieden, die mit

Akustikvlies und Hanf- oder Mineralwolle hinterlegt

sind. Zusätzlich setzen wir auch hier auf Vorhänge als

flexible Raumteiler mit schallabsorbierender Wirkung.

Welche Rolle spielten Life-Cycle-Aspekte?

Wir setzen bei dieser Schule auf ein einfaches Haustechniksystem

mit automatisierter Fensterspaltlüftung

statt auf eine aufwändige mechanische Lüftungsanlage.

Die Entscheidung für Hochlochziegel

hängt nicht direkt mit der Haustechnik zusammen.

Allerdings sind Hochlochziegel (50 cm) mit vorgesetzten

Hanfdämmplatten (3 cm) am Ende des Lebenszyklus

des Gebäudes leichter zu entsorgen als

z.B. mit Dämmstoff gefüllte Ziegel.

u

Hightech, Smart Tech oder Lowtech?

In der Schule kommen keine Whiteboards, sondern

klassische grüne Kreidetafeln zum Einsatz, die als „analoge“

Elemente die Filzpinnwände adäquat ergänzen.

Welche konkreten Maßnahmen ergänzen die natürlichen

Dämmeigenschaften von Hanf und Lehm?

In den Lernclustern setzen wir auf farbige Vorhänge

als Gestaltungselemente, mit denen diese Bereiche

an die individuelle Nutzung angepasst werden

können. Die Vorhänge sind auch für die Raumakustik

wichtig, ebenso wie die Holzwolleplatten an den

Decken. Insgesamt dominiert das Material Holz die

Innenräume, nur die Treppenhauskerne sind in Sicht-


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68

Schulbau der Zukunft

Fotos: Samuel Holzner

Schulzentrum A. Langer, Sterzing

Architektur: Delueg Architekten

Fokus: Aufstockung aus Massivholz in leim- und nagelfreier Bauweise

Das Schulzentrum A. Langer in Sterzing wurde von

Delueg Architekten um eine Aufstockung aus Massivholz

erweitert, die gänzlich ohne Leim und Nagel

auskommt. Der nachwachsende Rohstoff Holz bietet

auch im Bildungsbereich die Möglichkeit, durch

Aufstockungen in kurzer Zeit zusätzlichen Raum

zu schaffen, ohne wertvolles Bauland zu verbrauchen

und gleichzeitig durch CO 2 -Speicherung dem

Klimawandel entgegenzuwirken, betont Christoph

Mahlknecht von Lignoalp. Die sichtbaren, unbehandelten

Holzoberflächen in den Innenräumen sorgen

nicht nur für eine warme Atmosphäre, sondern auch

für hervorragende klimatische Bedingungen, eine

angenehme Akustik und verdeutlichen die Materiallogik

der Konstruktion. Durch die schnelle und modulare

Bauweise konnte die Erweiterung sogar während

des laufenden Schulbetriebs realisiert werden.


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Schulbau der Zukunft

Sarah Ambros

Sebastian Kraync

Wissen wirkt: Studie „Echoes of Wellbeing”

Wie Akustik das Wohlbefinden von

Lehrenden beeinflusst

Studie: Sarah Ambros (Universität Wien) in Kooperation

mit Sebastian Kraync (Ecophon) und Christoph Reuter

(Universität Wien), 2024

Kernfrage: Wie beeinflusst die Raumakustik das subjektive

Wohlbefinden von Lehrenden – und welche Rolle spielen

Persönlichkeitsmerkmale?

Ergebnisse: Nur gut 50 % der untersuchten Klassenzimmer

erfüllen die Richtwerte für die Nachhallzeit.

Lehrpersonen an Mittelschulen berichten von erhöhter

Müdigkeit und Anspannung.

Raumempfinden und Stimmverhalten korrelieren mit der

Art der Akustikdecke (Lochdecken werden deutlich besser

bewertet als Rasterdecken).

Lehrende mit hoher Lärmempfindlichkeit oder ausgeprägtem

Neurotizismus empfinden ihr Arbeitsumfeld als belastender

und sind weniger zufrieden.

Fazit: Raumakustik muss individuell betrachtet werden –

als Schnittstelle zwischen baulicher Qualität und psychischer

Gesundheit.

Schulzentrum Mittelgasse

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architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Durchdachtes und effizientes

Beleuchtungskonzept

Für den neuen Gebäudekomplex der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ)

in Linz/AT, geplant von der Arbeitsgemeinschaft von F2 Architekten ZT GmbH

und dem Architekturbüro ZGP, erstellte das Team von Molto Luce gemeinsam

mit dem Ingenieurbüro für Elektrotechnik TB Freudenthaler ein funktionales und

ebenso energieeffizientes Beleuchtungskonzept.

Bereits vor mehr als 70 Jahren wurde das Stammhaus

der WKOÖ am Hessenplatz bezogen und hat sich

seither kaum verändert. Im aktuellen Projekt wurde

nun 2024 die Erdgeschosszone umfassend saniert

und ein moderner Neubau im Innenhof errichtet: Wo

zuvor Parkplätze lagen, ist ein begrünter, mit großen

Bäumen versehener Campus entstanden. Der neugestaltete

Komplex vermittelt nun eine helle, freundliche

Atmosphäre - weg vom klassischen, verstaubten Behördenimage

hin zu einem offenen, beweglichen und

einladenden Treffpunkt für die breite Öffentlichkeit.

Viel Holz, helle Farben und die aufgelösten Strukturen

machen alles einladend und gemütlich. Zudem kommt

genügend Tageslicht in das Gebäude, welches durch

funktionales, energieeffizientes Kunstlicht ergänzt

wird, um Helligkeit konstant zu garantieren.


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Produkt News

Beste Lichtverhältnisse werden etwa durch das lineare

und äußerst energieeffiziente Profilsystem

LOG50 PDI erzeugt, welches für blendfreien Sehkomfort

(UGR <19) mit mikroprismatischer Abdeckung

ausgestattet ist. Im gesamten Objekt kommen

als Grundbeleuchtung runde Deckeneinbauleuchten

der Serie BINA mit unterschiedlichen Durchmessern

von 400–1000 mm zum Einsatz. Opale Abdeckungen

und eine Farbtemperatur von 4000 Kelvin sichern

eine angenehm helle Raumatmosphäre, zudem ist

die Helligkeit bei Bedarf mittels DALI Dimmung individuell

regulierbar. Zusätzliche subtile Lichteffekte

werden durch lineare Vouten-Beleuchtung erzielt. In

RIDE-Alu-Profilen verbaute LED-Stripes bringen einen

sanften Schimmer.

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com

SAY HELLO

TO YOUR NEW WAY

OF WORKING

Lasst sie uns willkommen heißen:

die Zukunft des Raumes, des Arbeitens,

Entspannens, Connectens.

Besuchen Sie uns in unserem

Showroom in Wien.

interstuhl.com


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Produkt News

Hohe Effizienz und intelligente Steuerung

Mit dem Lichtbandsystem TECTON setzt Zumtobel seit 2001 Maßstäbe bei

der Beleuchtung von Gebäuden aller Art. Mit TECTON II wurde nun die zweite

Generation gelauncht.

210 Lumen pro Watt, eine am Markt bisher unerreichte

Lebensdauer und ein deutlich besserer TCO: Mit

TECTON II (Bilder oben) vereint Zumtobel Lichtbandsysteme

die Werte intuitiv, flexibel, anpassbar,

designorientiert, nachhaltig, robust und zukunftsweisend

in einem modularen System. Mit hochwertiger

LED-Technologie, einem ausgezeichneten Farbwiedergabeindex

(CRI) und gleichmäßiger Lichtverteilung

schafft es optimale Beleuchtungsbedingungen.

Dank des Plug-and-Play-Designs ist die Installation

werkzeuglos und schnell umsetzbar, während die

hohe Energieeffizienz und intelligente Steuerungsmöglichkeiten

den Energieverbrauch minimieren.

Von der Installation über den Betrieb bis hin zu

End-of-Life-Prozessen profitieren Nutzer von hohen

Einsparungen im gesamten Produktlebenszyklus.

Auf der 19. Architektur-Biennale in Venedig setzt

Zumtobel als Sponsor den österreichischen Pavillon

mit dem LED-Lichtbandsystem TECTON-C (Bilder

rechts) in Szene. Es erfüllt die besonderen Anforderungen

temporärer Ausstellungen: Die werkzeuglose

CLIX-Montage des vielseitigen Tragschienensystems

TECTON-C ermöglicht einen schnellen Auf- und Abbau

– ein klarer Vorteil bei kunst- und architekturbasierten

Installationen mit begrenztem Zeitfenster.

Gleichzeitig sorgt die symmetrisch breit abstrahlende

Lichtverteilung der Lichtband-Leuchten in Kombination

mit einer Farbtemperatur von 3000 K und

einem Farbwiedergabeindex von Ra > 80 für eine

atmosphärische und dennoch präzise Ausleuchtung

der Exponate. Das Split-Linsenkonzept reduziert dabei

gezielt störende Blendungen.

© Luca Capuano

© Luca Capuano

ZG Lighting Austria GmbH

T +43 (0)1 258 2601 0

info.at@zumtobelgroup.com

www.zumtobel.at


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Produkt News

Schutz kritischer

Infrastruktur

Die NIS-2-Richtlinie zum Schutz kritischer Infrastruktur

soll von allen EU-Mitgliedsstaaten in nationales

Recht übertragen werden. Nach dieser Richtline

müssen Betreiber stets eine zuverlässige Kontrolle

aller Zugänge zu ihrem Gelände oder Gebäude gewährleisten.

Am einfachsten gelingt dies durch den

Einbau elektronischer Schließsysteme, die wie die

Systeme blueSmart und blueEvo von Winkhaus den

Anforderungen der neuen Richtlinie bereits entsprechen.

Besonders das neu eingeführte Zutrittskontrollsystem

blueEvo überzeugt durch eine ganzheitliche

Sicherheitsarchitektur, ein umfangreiches

Komponentenprogramm und eine intuitiv bedienbare

Hard- und Software. Zutritte können mittels der

virtuellen Netzwerkumgebung protokolliert werden,

d.h. es kann auf diese Weise festgestellt werden, wer

wann für welchen Bereich Zutritt erlangt hat.

Die schnelle Anpassung von Zutrittsberechtigungen

– beispielsweise bei ausgeschiedenen Mitarbeitenden,

verlorenen Schlüsseln oder anderen Änderungen

bei der Legitimation – schützt dank modernster

© Unsplash

Verschlüsselungstechnologien vor unberechtigtem

Zutritt. Eine lückenlose Nachverfolgung von Besucherströmen

in Unternehmen und Gebäuden ist

ebenfalls gewährleistet.

Winkhaus Austria GmbH

T +43 (0)6246 72226 0

austria@winkhaus.at

www.winkhaus.com

ALBA

German Design Award

Winner 2025:

Die Downlight-Familie ALBA

vereint einheitliche Formensprache

mit vielseitiger

Funktionalität – ideal für jede

Anwendung.

Mehr Einblicke

finden Sie auf

ridi.at:


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Produkt News

Urbaner Impulsgeber

Im Auftrag des Bauherrn Anton Riepl entwickelte der Architekt Max Dudler im

oberösterreichischen Gallneukirchen mit dem Quartier „One“ als Ergänzung zum

nahegelegenen Marktplatz ein zweites Zentrum. Im Erdgeschoss befinden sich

Handels- und Gastronomiebetriebe, die sich zu den umliegenden Gassen öffnen

und so eine aktive Verbindung zum öffentlichen Raum schaffen. Im ersten Obergeschoss

sind Büros und Arztpraxen angesiedelt, die als Übergang zwischen dem

geschäftigen Erdgeschoss und den ruhigeren Wohnungen im zweiten Stock dienen.

Begrünte Aufenthaltsinseln im Inneren bieten Orte

der Regeneration und Kommunikation und so präsentiert

sich das Ensemble als vielschichtige Skulptur,

die die charakteristischen Züge der Altstadt

aufgreift. Unterstützt wird das Architekturkonzept

durch Lichtsysteme von BEGA: Wandeinbauleuchten

tauchen die imposanten Treppen in warmes Licht

und Deckeneinbau-Tiefstrahler schaffen urbane

Räume mit eigenständiger Atmosphäre. Systempollerleuchten

bieten Orientierung und Sicherheit und

in Szene gesetzt wird das neue Quartier zudem mit

Wandleuchten, welche die Struktur der Gebäude

akzentuieren und zugleich als Gruppe das gesamte

Projekt gestalten. Das in drei Richtungen abgegebene

freistrahlende Licht bietet in Dämmerung und

Dunkelheit schnelle Orientierung, ohne zu blenden.

Die weißen Kunststoffabdeckungen mit besonders

lichtstreuenden Eigenschaften verteilen das Licht

der LED-Module gleichmäßig und weich.

BEGA Leuchten GmbH

Competence Center Innsbruck

T +43 (0)512 343150

info-austria@bega.com

www.bega.com


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Produkt News

Schulfreiraum

mit Geschichte

Mit der Fertigstellung der Modellschule Gersthof im

18. Wiener Bezirk wurde ein bedeutendes Kapitel der

Wiener Baugeschichte neu aufgeschlagen. Das ehemalige

Orthopädische Krankenhaus Gersthof wurde

umfassend saniert und für den Schulbetrieb adaptiert.

Im Zuge der Bestands- und Funktionssanierung

wurden auch die Außenanlagen neu gestaltet und

Stadtmobiliar und Spielgeräte von Stausberg Stadtmöbel

tragen maßgeblich zur Neugestaltung des

Schulfreiraums bei.

Ein zentrales Element bildet eine rund 20 Meter

lange Betonstufenkonstruktion, verkleidet mit einer

maßgefertigten Holzverkleidung. Zwei unterschiedlich

gebogene Langbänke ergänzen das Sitzangebot,

wobei die Beschichtungsfarbe in RAL 6019

Weißgrün einen frischen Akzent setzt. Weitere Einrichtungen

umfassen massive Sitzbänke und Tische

aus Holzleimbindern, 35 Fahrradanlehnbügel, zwei

Scooter-Abstellanlagen, zwei Tischtennistische, vier

Hüpfplatten und acht Slalomstangen. Mit diesem

Projekt demonstriert Stausberg seine Expertise in

der Gestaltung von Schulfreiräumen, die historische

Architektur sensibel integrieren und gleichzeitig moderne

pädagogische Anforderungen erfüllen.

Stausberg

Stadtmöbel GmbH

T +43 (0)7258 5711

info@stausberg.at

www.stausberg.at

AKTION

V E R T I K A L E

NETZMARKISEN

VON 15. MAI BIS 30. SEPTEMBER 2025

“Die VMZ

Netzmarkise gibt es in

vielen Farben,

Größen, Materialien

und

Ausführungsvarianten

und eignet sich für die

Montage an

Fassadenfenstern

sowie Terrassen- und

Balkontüren aus

Kunststoff, Aluminium

oder Holz. Zusätzlich

zur manuellen

Variante VMZ bietet

FAKRO nachstehende

Produkttypen an.”

Licht im Griff – Stil im Raum!


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Produkt News

Fotos: Frank Schulte

Kautschukböden für

zukunftsorientierte Bildungsstätten

In Wetzlar wurde mit der Theodor-Heuss-Schule das bislang größte Schulbauprojekt

des Lahn-Dill-Kreises verwirklicht. Das beeindruckende Bauwerk, entworfen von

der Diehl Architekten Planungsgesellschaft mbH, setzt neue Maßstäbe in der

regionalen Bildungslandschaft. Der Neubaukomplex besteht aus vier Gebäuden, die

verschiedene Fachbereiche beherbergen und Platz für etwa 1.400 Schüler bieten.

Konzipiert wurde der Gebäudekomplex in Passivhausbauweise.

Die 3,5 mm dicken norament 926

castello Kautschukfliesen fügen sich ideal in das

ökologische Konzept ein und bringen Ruhe in die

Räumlichkeiten. Der Boden, der in einem eleganten

Grau auf rund 9.000 Quadratmetern im gesamten

Gebäude verlegt wurde, trägt wesentlich zu einer

harmonischen und einladenden Raumwirkung bei.

Eine Wohlfühlatmosphäre erfordert jedoch mehr als

nur ansprechende Optik – eine gute Raumakustik ist

dabei ein zentraler Faktor. Gerade in Lernumgebun-

gen spielt diese eine entscheidende Rolle. Der dauerelastische

Kautschukbelag reduziert Gehgeräusche,

was besonders in großen und offenen Lernbereichen

spürbar zur Ruhe beiträgt. Diese schallmindernde

Wirkung unterstützt die Konzentrationsfähigkeit von

Schülern und Lehrkräften. Das Fazit: „Vor allem in

Bezug auf die Umweltaspekte hätte kein anderer Boden

besser zum Gestaltungs- und Materialkonzept

gepasst“, erläutert Mario Becker vom zuständigen

Bauamt des Lahn-Dill-Kreises.

www.nora.com

++


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Produkt News

Fotos: Akustik Fellner

Gebogene

Präzision

Das nahe der Stadt Salzburg gelegene »Helix«

ist ein Projekt der besonderen Art – eine Kombination

aus Businessflächen, Hotel, Gastronomie,

Fitnesseinrichtungen und einem „schwebenden

Garten“. Das von Kadawittfeldarchitektur geplante

Gebäude verdankt seinen Namen »Helix«

seiner extravaganten Form: einem dreigeschossigen

Ringkörper, der über einem Sockel schwebt.

Die kurvige Form des Baukörpers musste genauestens

berechnet werden, denn der hohe Winddruck

aufgrund der exponierten Lage stellt erhöhte Bedingungen

an Stabilität und Sicherheit. Umgesetzt wurde

diese Herausforderung vom Trockenbauunternehmen

Akustik Fellner GmbH, das Innovationsgeist

bewies und eine Trockenbau-Außendecke realisierte:

Auf rund 18.400 m² entstanden innovative Lösungen,

die höchsten Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz,

Windlasten, Streiflicht und Design entsprechen.

Die rund 2.600 m² große Außendecke wurde

mit RIGIPS Glasroc X Gipsplatten auf einer C3-Unterkonstruktion

mit einem RIGIPS Nonius XL-System

(0,75 kN) ausgeführt. Das Projekt »Helix« erfüllt

neben extremen technischen Anforderungen auch

höchste Nachhaltigkeitsstandards und wurde „ÖGNI

Gold“ vorzertifiziert.

Saint-Gobain Austria GmbH

RIGIPS Austria

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.at


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Produkt News

Arbeit gemeinsam erleben

Tiefgreifenden Veränderungen haben die Mitarbeiter in „hybride Arbeitnehmer“

verwandelt und auch ihre Sichtweise darüber verändert, was Arbeitsformen oder

Büroumgebungen ausmachen oder wie sie sein sollten. Arbeitsplätze müssen

heute sowohl ästhetisch als auch funktional ansprechend sein und sind inspiriert

durch dritte Orte, wie Cafés, Restaurants, Hotellobbys, Bibliotheken oder Parks.

Fotos: LT.PROJECT, Nobert Tukaj

Als Beispiel dafür zeigt der Entwurf von LT Projects

für Hella (Forvia) in Kaunas, Litauen auf, wie eine

herkömmliche Kantine in einen lebendigen Gemeinschaftsbereich

umgewandelt werden kann. Neben der

Erhöhung der Sitzkapazität um mindestens 150 Mitarbeiter

sahen das Unternehmen und die Planer auch

die Möglichkeit, einen vielseitigen sozialen Raum zu

schaffen, der den Prinzipien hybrider Raumkonzepte

entspricht und die Mitarbeiter dazu anregt, den Raum

tagsüber frei zu nutzen. In enger Zusammenarbeit mit

dem Unternehmen schuf das Planungsteam einen

heterogenen Raum, der eine Vielzahl von Umgebungen,

Möbeln und Oberflächen umfasst. Aus diesem

durchdachten Ansatz entstand ein Bereich, der den

Mitarbeitern den ganzen Tag über für unterschiedliche

Zwecke zur Verfügung steht.

Weitere Fallbeispiele und hybride Raumkonzepte

sind in der neuen Ausgabe von Sedus Insights Nr. 19

zu entdecken: Hybride Arbeitsräume: Kreative Bürogestaltung

für mehr Produktivität und Wohlbefinden.

Sedus Stoll GmbH

Showroom Wien

Herklotzgasse 26/H1

1150 Wien

T +43 (0)1 982 94 17 12

sedus.at@sedus.at

www.sedus.at


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Produkt News

Der grüne Raumteiler

Der PARA VERT ist mehr als nur ein praktischer Raumteiler – er bringt Natur und

Wohlfühlatmosphäre in Loungebereiche und Büroflächen. Mit seinem flexiblen

Design lässt er sich ganz einfach mit Pflanzen bepflanzen und überall aufstellen.

So schafft er nicht nur optische Abtrennungen, sondern auch ein gesundes und

angenehmes Raumklima.

Als „grüner Raumtherapeut“ verbessert der PARA

VERT die Luftqualität und fördert das emotionale

Wohlbefinden. Die Interaktion mit Pflanzen steigert

nachweislich die Zufriedenheit der Mitarbeiter und

sorgt für eine positive Arbeitsatmosphäre. Ideal für

Loungebereiche, in denen sich alle gerne aufhalten,

und für Arbeitsräume, die mehr als nur Funktionalität

bieten. Der grüne Raumteiler ist damit der

perfekte Begleiter für kreative und erholsame Arbeitsumgebungen

– er bringt frische Ideen und ein

Stück Natur direkt ins Büro.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at


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80

Produkt News

Besser sitzen, besser arbeiten

Mit den neuen Produkten QOMFORT, CHECK, HEJ und ECO UP erweitert Interstuhl

sein Portfolio um vier Lösungen, die gezielt auf die veränderten Anforderungen

moderner Arbeitsumgebungen reagieren. Im Fokus stehen flexible Nutzungskonzepte,

gestalterische Qualität und der Anspruch, funktionale Räume mit hoher

Aufenthaltsqualität zu schaffen.

QOMFORT ist ein High-Back-Sofa, das Konzentration,

Kommunikation und Komfort vereint. Als akustisch

abgeschirmter Rückzugsort im offenen Büro,

Think Tank für kreative Ideen oder als Ort für vertrauliche

Gespräche schafft es eine neue Qualität des

Zusammenspiels von Funktion und Atmosphäre.

CHECK erweitert das Konzept des klassischen Lounge

Chairs. Mit einer offenen, einladenden Formsprache

verbindet er Entspannung und Arbeitsfähigkeit

auf natürliche Weise – ideal für hybride Räume, Empfangsbereiche

oder das Homeoffice.

HEJ, der neue ergonomische Bürostuhl, greift den

Wunsch nach wohnlicher Gestaltung und technischer

Qualität auf. Er bringt Ergonomie, Flexibilität und Design

in Einklang – mit einem Look, der sich sowohl im

Büro als auch im Homeoffice harmonisch einfügt.

Und mit ECO UP setzt Interstuhl ein Zeichen für

Nachhaltigkeit. Der leichte Hocker aus biobasiertem

Kunststoff mit Holzanteil ist nicht nur umweltfreundlich,

sondern fördert durch seine Konstruktion auch

aktives, bewegtes Sitzen – ideal für temporäre Arbeitsplätze,

Workshops oder Bildungseinrichtungen.

Interstuhl Büromöbel

GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 61 64 113

oesterreich@interstuhl.com

www.interstuhl.at

QOMFORT

CHECK


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Produkt News

Fotos: Gisela Erlacher

Klare Formen für

Licht und Ruhe

In der Goldschmiedgasse im ersten Wiener

Gemeindebezirk wurden beim IT-Beratungsunternehmen

HCM ADVICE Büroflächen unter der Mitwirkung

der Lindner GmbH umfassend saniert.

In den Fluren verschmelzen geschwungene Lindner

MUTE+® Baffeln mit Lichtobjekten in ein architektonisches

Kunstwerk und schaffen eine dynamische

Raumwirkung. Dieses wird durch sanftes Licht von

passenden wellenförmigen LED-Leuchten, einer außergewöhnlichen

Lichtskulptur von Dr. Christoph

Müller (bewegende Architektur e.U.), perfekt in

Szene gesetzt. Zudem ermöglicht der Einsatz von

Glastrennwänden mit einer elektrisch steuerbaren

Folie eine variable Diskretion – durch Knopfdruck

wird die transparente Folie opak und gewährleistet

Privatsphäre und ungestörtes Arbeiten in den Büroräumen.

Die Lindner Life Stereo 125 Glastrennwand

bietet darüber hinaus hervorragende Schalldämmung

und Brandschutz der Klasse F30. In Kombination

mit der ATB 68 Aluminium-Schallschutztür, die

eine Schalldämmung von bis zu 42 dB Rw erreicht,

entsteht eine Arbeitswelt, die höchsten Komfort und

hohe Nachhaltigkeitsstandards vereint.

Lindner GmbH

T +43 (0)2252 86160-0

austria@lindner-group.com

www.lindner-group.com


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Produkt News

Nachhaltig verbesserte Akustik

In einem Hörsaal ist es essenziell, dass Vortragende gut gehört und verstanden

werden. Schlechte Raumakustik kann die Vermittlung akademischer Inhalte

erheblich beeinträchtigen. Wie im Hörsaal 15.03 der Karl-Franzens-Universität

Graz mit seinen 345 Sitzplätzen, der unter starkem Nachhall, verursacht durch

das große Raumvolumen, glatte Holzoberflächen und nur teilweise vorhandene

Lochplatten-Gipskartondecke litt.

Zur Lösung dieses Problems kamen Schallabsorber

aus Hanffaser-Platten zum Einsatz, ein natürliches

Produkt vom Perger Hersteller SynthesaGruppe, das

unter dem Markennamen CapAcoustic Nature Wall

Field angeboten wird. Diese Platten reduzieren nicht

nur den Hall effektiv, sondern verleihen dem Raum

durch ihre natürliche Optik auch eine angenehme Atmosphäre.

Die Anordnung, unterschiedlichen Größen

und individuelle Farbgestaltung der Platten setzen

zudem gestalterische Akzente. Die SynthesaGruppe

plante für dieses Projekt das Farbkonzept der Absorber,

führte eine akustische Berechnung durch und

stellte die Ausschreibung zur Verfügung. Der Nutzhanf

für die nachhaltig erzeugten Platten wird in regionaler

Landwirtschaft ohne Pflanzenschutzmittel und

synthetische Dünger angebaut. Der hohe Verwertungsgrad

der Hanfpflanze macht sie zu einem besonders

effizienten und ökologischen Agrarrohstoff.

Synthesa Chemie

Gesellschaft m. b. H.

T +43 (0)7262 560-0

office@synthesa.at

www.synthesa.at


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Produkt News

Innovativ und ausgezeichnet

Mehr als 150 deutsche Marken wurden in

der neu erschienen Publikation der Deutschen

Standards als „Marke des Jahrhunderts“

ausgezeichnet. Unter dem Leitmotiv

„Transformation“ werden darin die Stärke

der deutschen Wirtschaft repräsentiert

und unternehmerische Visionen, nachhaltige

Werte und der Mut zur Veränderung

anhand eines anspruchsvollen Kriterienkatalogs

ausgewählt.

Eine der ausgezeichneten Marken ist

fermacell®: Diese prestigeträchtige Ehrung

würdigt die langjährige und kontinuierliche

Erfolgsgeschichte und bestätigt fermacell®

als führende Marke im Bereich innovativer

und nachhaltiger Gipsfaserprodukte.

Ein Beispiel für diese Innovationskraft sind

die neuen 11 mm starken, großformatigen

Hardie® Panel und Hardie® Architectural Panel

Fassadentafeln. Sie überzeugen durch

erhöhte Stabilität und Widerstandsfähigkeit

und ein erweitertes Einsatzspektrum – besonders

in Regionen mit erhöhten Windlasten.

Die geprüfte Stoßfestigkeit macht sie

ideal auch für Fassaden in Bildungseinrichtungen

wie Kitas oder Schulen. Ein besonderer

Pluspunkt ist die neue Option der verdeckten

Befestigung mit dem innovativen

Hardie Panel Conceal System, die zusätzlich

zu den bewährten Montagemethoden

mit Nieten oder passenden Schrauben auf

der Unterkonstruktion besteht.

Die neuen Panels bieten eine besonders

wirtschaftliche Lösung für die ästhetische

Fassadengestaltung, die durch die moderne

Farbpalette mit sechs zeitlosen Standardfarben

sowie der Möglichkeit, Sonderfarben

nach individuellen Kundenwünschen aus

einer Vielzahl von Farbordnungssystemen

zu realisieren, unterstützt wird. Und für besonders

strahlende Fassaden sorgen die

Hardie® Architectural Panel Metallics mit

ihren sechs metallischen Farbtönen.

James Hardie Austria

T +43 (0)2236 425060

fermacell-at@jameshardie.com

www.fermacell.at

Freiheit in der Architektur

Das schlanke Verbund tragwerk von Peikko

DELTABEAM®

Verbundträger

ATLANT® Strong

Verbundstütze

www.peikko.at/atlant


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Produkt News

Fotos: Christian Weinrich Fotografie

Perfekt an die Fassade angepasst

Im dänischen Vejen ist ein neues Rathaus entstanden, das für seine herausragende

gestalterische und baukulturelle Qualität ausgezeichnet wurde. Auf vier Etagen

bietet das vom Architekturbüro Pluskontoret Arkitekter entworfene Gebäude, das

sich im Zentrum der 43.000-Einwohner-Stadt am Standort des ehemaligen Rathauses

befindet, Platz für über 200 Mitarbeitende.

Das mit einer DGNB-Zertifizierung in Platin prämierte

Verwaltungsgebäude überzeugt durch seine

herausragende Architektur, für die es als erstes Gebäude

Dänemarks die DGNB Diamant-Auszeichnung

erhielt. Eine spannende Verbindung aus klassischer

und dynamischer Formensprache charakterisiert die

Fassade des Projekts, in deren elegantes Erscheinungsbild

sich auch der Sonnenschutz perfekt einfügt.

Für eine leistungsstarke Beschattung sorgen

159 heroal VS Z Textilscreens: Durch die innovative

Reißverschlusstechnologie sorgen sie für einen energieeffizienten

Gebäudebetrieb bei höchster Stabilität

des Textils. Selbst bei starken Windbelastungen von

bis zu 145 km/h bleibt der heroal VS Z sicher in der

Führungsschiene. Und dank seiner vielfältigen Designoptionen

fügt sich der Sonnenschutz zudem optimal

in die Gebäudeoptik ein. Hierzu verbindet sich

im Rathaus Vejen das Textil in Anthrazit harmonisch

mit den hellgrauen Ziegeln der Fassade.

heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG

T +49 (0)5246 507-0

info@heroal.de

www.heroal.de/architekten


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85

Produkt News

Für grenzübergreifenden Genuss

Die Bergstation der Dachstein-Gletscherbahn wurde 1969 erbaut und schnell zu

einem der beliebtesten Ausflugsziele des Landes. Unter dem Motto „Energiekristall“

wurde die Station von Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 innen und außen

rundumerneuert, wobei der Fokus auf die Nachhaltigkeit gelegt wurde.

Wo Wanderer und Skifahrer mit ihren Schuhen einund

auskehren, da muss vor allem der Bodenbelag

robust und strapazierfähig sein, um möglichst lange

zu halten. Aus diesem Grund viel die Wahl bei der auf

2700 Meter liegenden Bergstation auf den Bodenbelag

Kugelgarn®, der bereits bei verschiedenen anderen

Projekten erfolgreich eingesetzt wurde. In der

Bergstation wurde er in der Qualität Resista COLORpunkt®

umbragrau verlegt und überzeugt dort nicht

nur durch seine Strapazierfähigkeit. Auch bei der

Umsetzung von Designkonzepten zeigt der Belag

seine Stärken: Der Grenzverlauf zwischen Oberösterreich

und der Steiermark, der durch die Bergstation

verläuft, konnte durch zweifarbige Linien aus rotem

und grünem Kugelgarn® auf dem Boden sichtbar gemacht.

Und auch die beiden Wappen der Bundesländer,

die im Restaurant aufgehängt wurden, sind aus

verschiedenen Kugelgarn®-Qualitäten zusammengepuzzelt.

So sind auf dem Dachstein durch Naturmaterialien

sehr einladende Räumlichkeiten und eine

warme Atmosphäre entstanden.

Fabromont AG

T +41 (0)26 497 88 11

kontakt@fabromont.ch

www.fabromont.ch


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86

Produkt News

Kreatives Fassadenrelief

Mit seiner auffälligen Fassadenstruktur präsentiert sich das Bürogebäude in

Berlin-Kreuzberg als offenes Schaufenster für die Kreativkultur des pulsierenden

Stadtteils. Entworfen wurde der Neubau vom Berliner Architekturbüro Richter

Musikowski, eine zusätzliche Gestaltungsebene erreichten die Architekten durch ihr

Sonnenschutzkonzept.

Die durchgehenden Loggien erlauben bereits eine natürliche

Verschattung der raumhohen Fensterfronten.

Für den außenliegenden Sonnen- und Blendschutz

wählten die Architekten zusätzlich windstabile Fenstermarkisen

von Warema mit einem Behangstoff von

Serge Ferrari in Frostweiß. Sein Farbton erreicht nahezu

perfekt den der Betonfertigteile. Sind die bis zu

2,75 m breiten und 3 m hohen Markisen heruntergefahren,

verändern sie die Ansicht der plastischen Fassadenstruktur

zu einem homogenen Betonrelief in

strahlendem Weiß. Der Behangstoff ist außerdem wärmereduzierend

und ermöglicht eine gute Kombination

aus Hitzeschutz und Außenbezug. Die Kästen für

die Vorbau-Markisen wurden unsichtbar direkt hinter

den Betonfertigteilrahmen in den Sturz integriert und

können von den Loggien aus gewartet werden. Die

seitliche easyZIP-Führung verschwindet dezent in den

Schattenfugen der Rahmen. Zur Steuerung erhielt jeder

Behang einen eigenen Antrieb, deren Ansteuerung

über ein zentrales KNX-Tableau in den Büros erfolgt.

WAREMA

Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at


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Produkt News

Mediterranes Lebensgefühl

Ob eleganter Schattenspender, Schutz vor plötzlichem Regen oder ein neuer

Raum im Freien – Pergolen von HELLA verwandeln Terrasse und Garten zu wahren

Wohlfühloasen und erweitern den Wohnraum. So auch an der kroatischen Adria,

wo sie auf die Sonnenterrassen der ACI Marina in Split mediterranes Lebens- und

Freiheitsgefühl bringen.

Die dort eingesetzten acht freistehenden SINTESI

Pergolen sind mit der Vertikal-Beschattung TERRA

SIDE ausgestattet, die über ein seitensaumgeführtes

Tuch für eine erhöhte Windstabilität verfügt. Diese

Senkrechtlösung wurde entwickelt, um Pergolen seitlich

abzuschließen und bietet zusätzlichen Schutz

vor Sonneneinstrahlung sowie neugierigen Blicken.

Der senkrechte Schattenspender ist geeignet für die

Direktmontage bei Loggien, Balkonen oder auf bestehenden

Maueröffnungen. Alternativ ist die Pergola

SINTESI auch in der Ausführung für Deckenmontage,

freistehend, als Giebelanlage oder FREE-Variante

ohne Säulen erhältlich. Und durch das HELLA-eigene

Steuerungssystem ONYX kann der Sonnen- und Wetterschutz

nicht nur einfach gesteuert werden, sondern

auch auf das Wetter reagieren.

HELLA Sonnen- und

Wetterschutztechnik

GmbH

T +43 (0)4846 6555-0

office@hella.info

www.hella.info


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Produkt News

Zuwachs für Wiens Skyline

Zum DC Tower 1 gesellt sich in der Wiener Skyline nun der DC Tower 2 mit einer

beeindruckenden Gesamthöhe von 174 Meter. Bis zum sechsten Obergeschoss

wurde das Gebäude aufgrund der massiven Stahl-Einbauteile in den Flügelwänden

konventionell errichtet.

Dabei kamen die bewährte MAXIMO Rahmenschalung,

die leichte und flexibel einsetzbare SKYDECK

Paneel-Deckenschalung sowie die Schachtbühne SRU

von PERI zum Einsatz. Für den weiteren Bauverlauf

wurde das Schienenklettersystem RCS im Gebäudekern

installiert, mit der pro Stockwerk ein 5-Tagestakt

erreicht wurde. Weiter im Einsatz war auch ein Betonverteiler

mit einem Radius von 36 m zum Betonieren

des Gebäudekerns, der Decken und der Säulen. Um

die Arbeiten effizient zu gestalten, wurde der Gebäudekern

in vier Bereiche unterteilt. Die Kletterschalung

war mit einer geschlossenen Betonierbühne ausgestattet,

die den sicheren und effektiven Einbau der Bewehrung

erleichterte. Für schnelle Schalzeiten sorgte

die MAXIMO Rahmenschalung, die mittels Fahrwerken

präzise einjustiert wurde. Ergänzend kam die RCS-P

Kletterschutzwand zum Einsatz und schützte die Arbeiter

zuverlässig vor Absturz, herabfallenden Gegenständen

und starkem Wind.

PERI Ges. mbH

T +43 (0)2783 4119-0

office@peri.at

www.peri.at


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Produkt News

Ein Eisblock

bleibt cool

Was passiert mit einem rund zwei Tonnen

schweren Eisblock, geschützt durch eine

gedämmte Holzrahmenkonstruktion, wenn

er über 80 Tage lang frühsommerlichen

Temperaturen ausgesetzt ist? Die Antwort

liefert die Sto Eisblock-Challenge 2025:

Der Eisblock, „geerntet“ aus dem Natureis

des Weissensees, wurde in eine hinterlüftete

Holzrahmenkonstruktion mit StoTherm

Wood – dem ökologischen Fassadendämmsystem

mit Holzweichfaserplatten

– eingehaust. Darüber errichteten Schüler

der HTL Villach in Zusammenarbeit mit

Lehrlingen der Weissenseer Holz-System-

Bau GmbH einen hölzernen Pavillon als

temporäres Schutzelement. Am 20. Mai

wurde der Würfel nach 80 Tagen wieder

geöffnet und ein beeindruckender Anteil

von 74 % des Eisblocks war tatsächlich

noch vorhanden!

Diese Aktion belegt, wie sehr die effiziente

Dämmtechnologie StoTherm Wood vor äußeren

Einflüssen – wie hohen Temperaturen

– schützt und wie relevant das System für

klimafreundliches Bauen und Sanieren ist.

Sto Ges.m.b.H.

T +43 (0)4242 33 133-0

info.at@sto.com

www.sto.at

DOT

Landschaftsarchitektur

ist bunt

ÜBER 50 JAHRE

Design: eckedesign

Stausberg Stadtmöbel GmbH

4531 Kematen a. d. Krems

Telefon +43 (0)7258 / 5711

stausberg.at


architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

Fotos: Mediashots

Zirkuläres Bauen

als Zukunftsperspektive

In Offenbach am Main wird derzeit eine der prägnantesten Architekturikonen der

1990er-Jahre umfassend modernisiert: das Omega Haus im Stadtteil Kaiserlei. Die

Sanierung des markanten Bürokomplexes, der ursprünglich von Novotny Mähner

Assoziierte für die Landesbank Hessen-Thüringen geplant wurde, erfolgt unter

der Prämisse von Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und zirkulärem Bauen.

Die planerische Verantwortung für die Sanierung liegt

bei der WGA ZT GmbH, die das Projekt architektonisch

in ein neues Zeitalter führt. Ziel ist ein EGB 55-konformes

Bürogebäude mit angestrebter LEED-Gold-Zertifizierung.

Das Nutzungskonzept folgt einem modernen

Campus-Gedanken und umfasst neben flexiblen

Büroflächen auch Gastronomie, eine Kita, ein Fitnessstudio

sowie ein Konferenzzentrum.

Herzstück der Sanierung ist die umfassende Revitalisierung

der Bandfenster-Fassade – ein anspruchsvolles

Vorhaben bei fast 5.000 Fensterflügeln.

Gemeinsam mit HEIDENBAUER Aluminium entwickelte

WICONA ein innovatives Sanierungsfenster,

das gezielt auf die Anforderungen des Bestands

reagiert. Dabei werden lediglich die Öffnungs- und

Füllungselemente erneuert, während die vorhandenen

Blendrahmen bestehen bleiben. Diese selektive

Vorgehensweise ist nicht nur wirtschaftlich und ressourcenschonend,

sondern erfüllt auch die Vorgaben

zum Erhalt der Gebäudeoptik.

Ein eigens entwickelter Adapterrahmen mit integriertem

Toleranzausgleich gewährleistet die präzise

Integration der neuen Flügel in die bestehende Konstruktion.

Die dabei verwendete Dreifach-Isolierverglasung

erreicht einen U-Wert von unter 0,99 W/m²K

sowie höchste Standards bei Luftdichtheit (Klasse

4) und Schlagregendichtheit (Klasse 9A).

Darüber hinaus setzt das Projekt Maßstäbe in puncto

Kreislaufwirtschaft: Alle ausgebauten Fensterelemente

wurden vor Ort nach Materialien getrennt.

Aluminium, Glas und EPDM-Dichtungen wurden

über spezialisierte Recyclingprozesse wieder in den

Materialkreislauf überführt. Für die neuen Fensterflügel

kommt zudem die Aluminiumlegierung Hydro

CIRCAL 75R zum Einsatz – bestehend aus mindestens

75 % recyceltem End-of-Life-Aluminium mit einem

CO 2 -Fußabdruck von nur 1,9 kg CO 2 /kg.

Hydro Building

Systems Austria GmbH

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


www.architektur-online.com

91

Produkt News

Hochwertige

BIM-Objekte

Mit der Veröffentlichung aller seiner Produkte

auf der Plattform bimobject.com

bietet DOMICO eine digitale Planungsmethode,

die höchste Effizienz, Transparenz

und Präzision in der Projektabwicklung

ermöglicht. Die BIM-Objekte von DOMICO

sind aktuell für Autodesk Revit verfügbar

und bis Mitte des Jahres wird auch Archicad

unterstützt. Dank der freien Zugänglichkeit

auf bimobject.com können Planer

und Architekten die Systeme des Herstellers

nahtlos in ihre digitale Bauplanung

integrieren. Dies sorgt für einen optimierten

und präziseren Planungsprozess und

unterstützt Planer, Architekten und Bauherren

nicht nur bei der digitalen Transformation,

sondern auch bei der Realisierung

ökologisch und ökonomisch herausragender

Bauprojekte. Sein Engagement für

nachhaltiges Bauen unterstreicht das Unternehmen

auch durch die Erfüllung an-

erkannter Zertifizierungen wie DGNB und

ÖGNI – DOMICO-Produkte erfüllen sogar

die Anforderungen des DGNB-Platin-Standards,

dem höchsten Nachhaltigkeitsniveau

im deutschen Zertifizierungssystem.

DOMICO Dach-, Wandund

Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at

Schalungs- und Gerüstlösungen, die überzeugen!

Mit PERI setzen Sie auf ein starkes Fundament für Ihre Bauprojekte.

Ob Hochbau, Infrastrukturbau oder Instandsetzung – mit PERI haben

Sie einen Partner, der Ihre Anforderungen versteht und umsetzt.

PERI. Schalungs- und Gerüsttechnik[er] aus Leidenschaft.

Schalung

Gerüst

Engineering

www.peri.at


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Fotos: Ondřej Bouška

Sanierungen von zentraler Bedeutung

Nachdem die Eisenbahnverwaltung im Jahr 2016 die Bahnhöfe in der Tschechischen

Republik übernahm, startete eine Welle von Umbauten und Sanierungen.

Allein 2024 wurden 50 Bahnhofsgebäude instandgesetzt oder damit begonnen.

Darunter sind bedeutende Bahnhöfe wie Beroun, Budweis

oder Pilsen, 2025 sollen 20 weitere folgen. In vielen

dieser Objekte sind Produkte von Fliesenspezialist

RAKO verbaut – oft schon im Originalbestand und

jetzt ebenso in den sanierten Gebäuden. Architekten

greifen wegen der besonderen Eigenschaften und zur

Erhaltung des historischen Werts der Gebäude gerne

auf RAKO zurück. Hohe Beständigkeit gegen mechanische

Beschädigungen, Feuchtigkeit, Chemikalien

und Feuer kommen hinzu. Im Hauptbahnhof Pilsen

werden beispielsweise moderne Fliesen der Serie

Extra (60 x 120 cm) verwendet, die die historischen

Fliesen (ebenfalls von RAKO) ergänzen. Der Erfolg solcher

Projekte basiert auf der engen Zusammenarbeit

zwischen Architekten, Lieferanten wie RAKO und den

Projektteams, um Visionen zu realisieren und ästhetische

sowie funktionale Anforderungen zu erfüllen.

LASSELSBERGER, s.r.o.

info@rako.eu

www.rako.eu


www.architektur-online.com

93

Produkt News

Sto Scan2Plan.

Die Zukunft

der Fassadensanierung.

Mit Sto Scan2Plan erhalten Sie ein

komplettes Rundum-Paket für die

digitale Gebäudevermessung. Von

der exakten 3D-Laserscan-Erfassung

über die digitale Mengenermittlung

bis hin zum individuellen Designkonzept

– für eine effiziente, sichere und perfekt

geplante Sanierung.

Alles aus einer Hand.

Fugenlose Akustiklösungen

Die Fugenfreiakustik GmbH bietet mit dem CNF-Finish (Cellulose

Noise Filter Finish) und dem System Vogl TopTec zwei

leistungsstarke Lösungen zur Optimierung der Raumakustik –

speziell für den gestalterisch anspruchsvollen Innenausbau.

Das CNF-Finish ist ein fugenloser, hochwirksamer Akustikputz,

der in nur einem Arbeitsgang auf nahezu jede Wand- oder Deckenfläche

aufgetragen werden kann. Der auf Cellulose basierende

Putz überzeugt nicht nur durch seine akustische Wirksamkeit

– insbesondere im mittleren Frequenzbereich – sondern

auch durch seine architektonische Anpassungsfähigkeit: Unterschiedliche

Schichtstärken und Oberflächenqualitäten ermöglichen

eine präzise Integration in moderne Raumkonzepte. So

entsteht ein ruhiges, gleichmäßiges Flächenbild – ganz ohne

Fugen oder sichtbare Befestigungselemente.

Ergänzend dazu bietet das Vogl TopTec-System eine besonders

rationelle Lösung für akustisch wirksame Lochdecken. Die

Kombination aus Lochplatten und akustischem Putzauftrag erfolgt

ohne aufwendiges Spachteln – das Resultat ist eine glatte,

fugenlose Deckenfläche mit hervorragender Schallabsorption.

Gerade für größere Flächen oder Objekte mit kurzen Bauzeiten

bietet dieses System einen klaren Vorteil in der Verarbeitung

und Qualitätssicherung.

Beide Systeme lassen sich auch kombinieren, um sowohl gestalterische

als auch akustische Anforderungen optimal zu erfüllen

– beispielsweise in Schulen, Konferenzbereichen, Bürobauten

oder hochwertigen Wohnräumen.

Fugenfreiakustik GmbH

+43 664 230 70 69

office@fugenfreiakustik.com

www.fugenfreiakustik.com

Für weiter Informationen, den

QR-Code mit der Fotofunktion

Ihres Handys scannen!


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

© wafler architektur

Raum für Arbeit und Austausch

Im 15. Wiener Gemeindebezirk entsteht ein kompakter, funktional durchdachter Dachausbau.

Nach dem vollständigen Rückbau des bestehenden Dachgeschosses wird ein

dreigeschoßiger Aufbau realisiert, der sich sensibel in die bestehende Bausubstanz

einfügt und moderne Anforderungen an Büro- und Veranstaltungsnutzung erfüllt.

Wesentliches Element des von wafler architektur geplanten

Projekts ist das Tragwerk mit DELTABEAM®

Slim-Floor-Trägern von Peikko. Die unterzugsfreie

Konstruktion erlaubt eine reduzierte Bauhöhe und eröffnet

Raumlösungen mit großen Spannweiten – ein

klarer Vorteil im urbanen Kontext. Die Slim-Floor-Technologie

unterstützt zudem eine wirtschaftliche

Bauweise und erfüllt hohe Anforderungen an den

Brandschutz. ATLANT® Strong Stahlkernstützen

wurden nicht nur im Dachausbau, sondern auch im

Eingangsbereich als Gestaltungselement verwendet

und verbinden elegant alten und neuen Gebäudeteil.

Mit dem neuen Aufbau entsteht für den Arbeiter-Samariter-Bund

Österreich als Bauherren ein zukunftsweisender

Ort für Arbeit und Begegnung – funktional,

nachhaltig und architektonisch präzise verankert im

städtischen Gefüge.

Peikko Austria GmbH

T +43 (0)5523 521 210

austria@peikko.com

www.peikko.at


www.architektur-online.com

Sonderangebot

für Umsteiger

ABISPLAN ist ein CAD für Architekten und Bauingenieure

mit verschiedenen Modulen: ABIS-3D, ABIS-

PLAN-2D, Foto und Film (Rendering und Raytracing)

und Bewehrungsplan. Vom ABIS-3D-Modell werden

Grundrisse, Ansichten, und Schnitte für ABISPLAN-2D

zur Planerstellung abgestellt. Alle Module funktionieren

mit identer einfacher Bedienung und erlauben

eine hohe Zeichengeschwindigkeit. Es ist BIM-fähig,

nicht nur aktuelle DWG-Dateien sondern auch neueste

IFC-Dateien können gelesen und geschrieben werden.

Bei ABIS-AVA kann ABIS-3D als IFC-Viewer kostenlos

genutzt werden. Im Gegensatz zu der von internationalen

Großkonzernen vertriebenen CAD-Software kann

ABISPLAN noch immer gekauft und nicht nur per ABO

gemietet werden. Derzeit gibt es ein Sonderangebot:

Umsteiger bekommen die Software für einen jährlich

kündbaren Wartungsvertrag kostenlos, ab 5 Jahren bezahlter

Wartung gilt die Software als gekauft. So können

die CAD-Kosten auf einen Bruchteil der Kosten manch

anderer vergleichbarer Software gesenkt werden.

ABIS Softwareentwicklungs GesmbH

T +43 (0)316 83 13 61

reichhart@abis-software.com

www.abis-software.at

95

Produkt News

Starke neue Features

Mit dem neuen Release 2025.1 bringt NEVARIS gleich

mehrere leistungsstarke Weiterentwicklungen für

NEVARIS Build und NEVARIS Finance auf den Markt

und macht die Bausoftware NEVARIS Finance sogar

cloud-ready. Die Neuerungen richten sich gezielt an

Bauunternehmen und setzen neue Maßstäbe in Sachen

BIM-gestützter Planung, Leistungsverzeichnis-Erstellung

und digitaler Buchhaltungsprozesse,

ohne für die Branche relevante Themen, wie die Entgeltabrechnung,

aus den Augen zu lassen.

So beschleunigt etwa in der neuen Version die optimierte

automatische BIM-Bemusterung den Bemusterungsvorgang

deutlich und der neue BIM-Viewer,

Bestandteil von NEVARIS Build und Success X 2025.1,

steht nun auch ohne BIM-Lizenz allen Nutzern zur

Verfügung. Mit dem neuen Preisvergleichsbericht

können Angebote von Nachunternehmern effizient

verglichen werden und Regie-Rechnungen lassen

sich nun als XRechnungen direkt in NEVARIS Regie

erstellen und validieren, was die elektronische Übermittlung

an Geschäftspartner effizient ermöglicht.

NEVARIS Bausoftware GmbH

A NEMETSCHEK COMPANY

T +43 (0)662 890 800-0

info@nevaris.com

www.nevaris.com


architektur FACHMAGAZIN

96

edv

AVA-Trends

Smart und umweltbewusst ausschreiben

Neben der BIM-AVA-Verknüpfung, der Optimierung des IFC-Imports und der

E-Rechnung gehören Funktionen für die Bestimmung von CO 2 -Werten und

Ökobilanzen von Bauprojekten zu den wichtigsten Neuerungen und Trends

aktueller AVA-Programme. Wer bietet was?

Text: Marian Behaneck

Im Fokus der meisten Neuerungen aktueller

AVA-Programme stehen zwar nach wie

vor die Datenverknüpfung zwischen der

BIM-Planung, Mengen-/Kostenberechnung

und Ausschreibung sowie die Optimierung

des IFC-Datenimports. Immer wichtiger werden

im Zusammenhang mit dem „European

Green Deal“ aber auch Themen rund um das

umweltbewusste und klimaschonende Planen

und Bauen. Mit der Auswahl und Ausschreibung

nachhaltiger, recycelter oder

lokaler Baumaterialien können Planer den

ökologischen Fußabdruck von Gebäuden

und die Folgen von Bauvorhaben im Sinne

der Umwelt positiv beeinflussen.

AVA-Anbieter haben ihre Software in den Bereichen BIM-AVA-Verknüpfung, Lebenszyklusanalyse

oder E-Rechnung erweitert. © Orca Software

Smart und modellorientiert

ausschreiben

Der Fokus bei den AVA-Programmneuerungen

liegt auf der BIM-AVA-Verknüpfung,

bei der die bauteilorientierte Struktur von

BIM-Modellen für die Projektrealisierung in

AVA-Leistungspositionen überführt wird.

Dazu werden nach dem Import der BIM-Daten

über das Standard-Austauschformat IFC

die Bauteile in der AVA über Filter- und Gruppierungsfunktionen

sortiert, was sowohl die

Zuordnung von Bauteilen zu Positionen als

auch Auswertungen vereinfacht. Geregelt

wird dieser Datenaustausch in der ÖNORM

A 2063-2:2021, die inzwischen von mehreren

AVA-Programmen unterstützt wird. So

können basierend auf diesem Standard zum

Beispiel mit dem Zusatzmodul 3D-Massenberechnung

von ABiS AVA Massen aus der

CAD-Software ABiSPlan 3D oder anderer

IFC-fähiger CAD-Software mit AVA-Elementen

verknüpft werden. Dazu stehen für alle,

für Ausschreibungen im Hochbau relevanten

Standard IFC-Elemente, wie Wand, Tür,

Fenster, Boden/Decke etc. entsprechende

Bauteile bereit. Diese Bauteile werden mit

Leistungspositionen verknüpft und schließlich

in das LV eingefügt. Unterstützt werden

die IFC-Dateiformate 2.3, 4.0 und 4.3. Auch

die aktuelle Version 2025 der AVA-Software

ABK von Ib-data ermöglicht einen

BIM-AVA-Datenaustausch gemäß ÖNORM

A 2063-2:2021 und die Erstellung von Projektelementlisten,

respektive Kostenplänen

und Leistungsverzeichnissen. Dazu werden

die BIM-Daten über die IFC-Schnittstelle

importiert und über den integrierten

BIM-Viewer in der AVA angezeigt. Eine Filterung

wesentlicher Kennwerte vereinfacht

die Verknüpfung der Vielzahl von Bauteilen

mit LV-Positionen auf der Grundlage von

Elementkatalogen. Die Zusammenstellung

eines Projektelementkataloges erfolgt mit

AVA-Elementen aus einem Elementkatalog

oder es werden neue projektspezifische

AVA-Elemente manuell angelegt. Die

speziell auf die modellorientierte Planung

zugeschnittene Edition BIM der AVA-Software

Avanti von Softtech verfügt über eine

direkte, optimierte Verbindung zur BIM-Autorensoftware

Autodesk Revit. Änderungen

der Geometrie werden innerhalb des LVs

berücksichtigt und eigene Spezifikationen

oder individuelle Anpassungen können

optional nach der Aktualisierung erhalten

bleiben. Das gilt sowohl für ClosedBIM-Projekte

mit Revit als auch für IFC-basierende

OpenBIM-Projekte. Mit dem AVA- und Baukostenmanagementsystem

CaliforniaX von

G&W Software lassen sich Mengen nach

dem BIM-Modell abrechnen. Das ermög-


www.architektur-online.com

97

edv

Mit ABiS AVA lassen sich Massen aus der CAD-Software ABiS-

Plan 3D oder anderer IFC-fähiger CAD-Software mit AVA-Elementen

verknüpfen. © Abis Softwareentwicklung

Für die Bemusterung kann in Nevaris Build entweder die IFC-Struktur oder

die Bauwerkstruktur genutzt werden. © Nevaris Bausoftware

licht ausführenden Unternehmen, Angebote

auf Basis tatsächlich geplanter Mengen

zu erstellen und exakte Materialmengen zu

bestellen. Bei Fortschreiten der Bauausführung

können die fertiggestellten Arbeiten

im Modell markiert und nach Absprache

mit dem Bauherren als Rechnung erstellt

werden, was eine Erstellung von Aufmaßen

erübrigen soll. Das ergänzende Bindeglied

für den Datenaustausch BIM2AVA kann

ferner IFC-Modelle automatisiert verarbeiten.

Die mitgelieferte Standard-Zuordnung

enthält Regeln zur automatischen Filterung

und Gruppierung gleichartiger Bauteile,

was den Datenaustausch beschleunigt. Mit

der IFC-Schnittstelle der Baumanagementund

AVA-Software Nevaris Build von Nevaris

Bausoftware lassen sich umfassende

Auswertungen von Massen, Mengen und

Preisen direkt aus dem Gebäudemodell

generieren. Diese Auswertungen können in

verschiedenen Strukturen dargestellt werden

und ermöglichen eine präzise Bauprojekt-Analyse.

Über den IFC-Import lassen

sich Modelländerungen ins LV übernehmen.

Dabei macht Nevaris Build automatisch auf

fehlende Informationen aufmerksam. Für die

Bemusterung kann entweder die IFC-Struktur

oder die Bauwerkstruktur genutzt werden.

Über den integrierten BIM-Viewer

lassen sich zugewiesene Positionen im

IFC-Modell visualisieren. Die Cloudsoftware

Nova AVA von Nova Building IT ermöglicht

mit dem BIM Add-On ein modellbasiertes

Baukostenmanagement im Web. Die CAD-

AVA Datenübertragung per IFC-Standard

ermöglicht die Verarbeitung von BIM-Modellen

aus allen CAD-Systemen. Nova AVA

erstellt aus den Informationen des BIM-Modells

ein nach Geschossen und Bauteilen

gegliedertes Raum- und Gebäudebuch, das

bidirektional mit den Daten des Modells verknüpft

ist. Es wird genutzt, um Kosten zu

planen, Aufträge zu vergeben, und Bauleistungen

modellbasiert abzurechnen und den

Kostenverlauf zu dokumentieren. Gleichzeitig

wird das 3D-Modell im Viewer angezeigt

und kann mit den relevanten AVA-Daten angereichert

werden. Der IFC-Manager in Orca

Ava 26 kann IFC-Mengen übernehmen und

IFC-Dateien öffnen, sichten und zuordnen.

Zu den weiteren, die BIM-Datenverknüpfung

unterstützenden Werkzeugen, gehören umfangreiche

Diagnosetools für die Optimierung

des IFC-Datenimports. Ein kostenfrei

downloadbarer, mobiler LV-Viewer für Baustellen-,

Bieter- oder Mängelbesprechungen

zeigt wichtige LV-Informationen, wie Positionen,

Mengen, Einheiten, Preise, sowie Kurzund

Langtexte als Baumstruktur an, unterstützt

die GAEB-XML-Formate X81, X82 und

X83 und visualisiert damit auch LVs aus anderen

Software-Anwendungen.

Umweltbewusster ausschreiben

und vergeben

Neben rein ökonomischen Faktoren gewinnen

im Zusammenhang mit dem „European

Green Deal“, mit dem die EU bis 2050 auch

die europäische Bauwirtschaft nachhaltiger,

ressourcen- und energieeffizienter machen

will, ökologische Aspekte in Vergabeverfahren

zunehmend an Bedeutung. Damit

sollen nachhaltige Bauleistungen verstärkt

gefördert werden. Ein wichtiger Baustein

u


architektur FACHMAGAZIN

98

edv

Bei der LV-Erstellung werden mit ABK-ÖkoAVA umweltrelevante Parameter

berechnet, um bei der Ausschreibung von Bauleistungen bessere

ökologische Alternativen zu finden. © Ib-data

Die Cloudsoftware Nova AVA ermöglicht mit dem BIM Add-On ein modellbasiertes

Baukostenmanagement im Web. © Nova Building IT

dabei ist die EU Taxonomie-Verordnung,

mit der unter anderem auch Bauaktivitäten

hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit

einheitlich bewertet werden können. In

AVA-Programmen integrierte Funktionen

und Module für die Lebenszyklusanalyse

(Life Cycle Assessment, LCA) und die Bestimmung

von CO 2 -Äquivalenten können

bei Neubau- oder Sanierungsprojekten das

Gebäude-Treibhausgaspotential transparent

berechnen und so die Nachhaltigkeit

von Projekten nachweisen. Im Zuge der

Erstellung und Weiterbearbeitung von Leistungsverzeichnissen

werden beispielsweise

mit ABK-ÖkoAVA von ib-data umweltrelevante

Parameter berechnet, um bessere

ökologische Alternativen zu klimaschädlichen

Bauteilen zu finden und die Wechselbeziehungen

von Kosten und Öko-Parametern

anschaulich darstellen zu können. Für

die Berechnung wurden Öko-Kennwerte bei

relevanten Positionen der Standardisierten

Leistungsbeschreibung für Hochbau hinterlegt.

Für freiformulierte Positionen, kann

man im LV auf vorhandene Berechnungen

zugreifen, diese kopieren und abändern. Alle

Ökobilanz-Daten zu Produkten stammen

von Baubook, der österreichischen Online

Datenbank für Öko-Kennwerte von Bauprodukten,

sind qualitätsgesichert und werden

laufend aktualisiert. Bei der Erstellung eines

Leistungsverzeichnisses mit ABK werden

jene Bauleistungen identifiziert, die hohe

Umweltbelastungen verursachen. Zugleich

werden Alternativen aufgezeigt. Auch Nevaris

Build bietet eine Anbindung an die Baubook-Datenbank

und eine weitere Schnittstelle

zur deutschen Ökobaudat. Damit

lassen sich die ökologischen Auswirkungen

eines Projekts, auf Basis der Materialien aus

der Kalkulation, mithilfe herstellerbezgener

Öko-Kennwerte bewerten. Die Kennwerte

können in Nevaris Build auf einzelne Materialien

und auf das gesamte Gebäude aufgeschlüsselt

werden, was einen Überblick über

die ökologischen Auswirkungen ermöglicht.

Auch mit der neuen Nachhaltigkeitsbewertung

der Bauprojektmanagement und

AVA-Software RIB iTWO von RIB Software

soll die CO 2 -Bilanz von Bauvorhaben transparenter

und das nachhaltige, klimafreundliche

planen und bauen vereinfacht werden.

Dazu ermöglicht ein neuer Katalog die Erfassung

relevanter Kennzahlen wie Treibhausgase,

Feinstaubbelastung und Lärmemissionen.

Diese Informationen lassen sich

in LVs, Bieterangeboten, Kalkulationen und

Kostenermittlungen erfassen und zuweisen.

Elektronisch abrechnen

E-Rechnungsformate können Abrechnungsprozesse

erheblich rationalisieren und vereinfachen

(sieh auch architektur 02/2025:

E-Rechnungen: Kosten sparen, Prozesse optimieren).

Aktuell unterstützen nur wenige

AVA-Programme neben den E-Rechnungsformaten

XRechnung oder ZUGFeRD auch

das österreichische ebInterface-Format,

wie etwa ABK, Nuvem oder RIB iTWO. Dabei

werden Unternehmen beim Eingang und der

Erstellung von E-Rechnungen unterstützt.

Für die digitale Prüfung von E-Rechnungen

und Aufmaßen durch den Planer im Auftrag

des Bauherren offerieren erst einige

AVA-Hersteller erste Lösungen. Avanti zum

Beispiel kann in der aktuellen Version 2025

E-Rechnungen in den Formaten XRechnung

und ZUGFeRD importieren und exportieren,

sofern gewünscht auch mit detaillierten Aufmaßpositionen.

Dank des E-Rechnungs-Viewers

sind die Informationen aus den elektronischen

Rechnungen auch menschenlesbar.

Eine Validierungsfunktion zeigt außerdem

fehlende Informationen beim Rechnungsimport

auf und stellt ein Prüfprotokoll zur

Verfügung. Die Version 25 von CaliforniaX

enthält jetzt das neue Modul „ERE“ zur Verarbeitung

von E-Rechnungen in Verbindung

mit der Rechnungsprüfung von LV-basierten

Aufträgen. Das Modul visualisiert und

prüft E-Rechnungen der Formate XRechnung

und ZUGFeRD. Planer können so

E-Rechnungen im Rahmen der Rechnungsprüfung

LV-basierter Aufträge in CaliforniaX

verarbeiten. ERE ermöglicht Anbieterangaben

zufolge eine vollständige Integration

in den Rechnungsprüfungsprozess, ohne

Medienbrüche. Darüber hinaus können alle

Projektbeteiligten jederzeit auf die originalen

E-Rechnungen mit jeweiligen Anhängen

zugreifen. Mit dem neuen, kostenfreien Invoice-Viewer

können E-Rechnungen zudem

manuell importiert und abgelegt werden.

Auch Nevaris Build unterstützt bauausführende

Unternehmen bei der Umstellung auf

E-Rechnungen. So werden Ausgangsrechnungen

im Format XRechnung gestellt. Das

Programm sorgt dafür, dass alle relevanten

Daten automatisch erfasst und strukturiert

in das XML-Format übertragen werden.

Ähnliches gilt für Eingangsrechnungen: Sie

werden maschinell im XML-Format verarbeitet

und in prüfbare PDFs umgewandelt, damit

die Dokumente manuell geprüft und gegebenenfalls

korrigiert werden können. Mit

Nuvem von W. Scheidl PC trade partnership,

der cloudbasierten AVA-Software für Planer

und ausführende Unternehmen lassen sich

individuelle LVs und LVs im Normformat

ÖNORM A2063 und B2063 erstellen. Integriert

ist das HSBAU-Leistungsbuch mit rund

4.500 kalkulierten Positionen mit Schwerpunkt

Baumeisterarbeiten. Rechnungen

an den Bund lassen sich über das E-Rechnungsformat

ebInterface direkt aus dem aktuellen

Projekt erstellen. Mit Nuvem können

Ausschreibungen und Angebote außerdem

direkt über die Vergabeplattform Ausschreibung.at

ausgetauscht werden.


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