architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 4 2025
Wo verbringen wir unsere Zeit…
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FACHMAGAZIN
WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT
Erscheinungsort Vösendorf, Verlagspostamt 2331 Vösendorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550
04
www.architektur-online.com
Mai/Juni 2025
Arbeits- &
Bildungswelten
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Editorial
Wo verbringen wir
unsere Zeit…
…und wie fühlt sich das an? Unsere Alltage werden
vielleicht mehr denn je von Lern- und Arbeitsräumen
geprägt. Doch nicht jeder Raum inspiriert. Nicht jede
Umgebung unterstützt. Was aber, wenn Architektur
nicht nur reagiert, sondern gestaltet – aktiv, vorausschauend
und empathisch? In dieser Ausgabe widmen
wir uns Projekten, die genau das tun. Sie begreifen
Bildung und Arbeit nicht als Programme, sondern als
Lebenswirklichkeiten – und setzen dabei auf Raumqualität,
Nachhaltigkeit und Menschlichkeit.
So etwa bei der Erweiterung der Windkraft Simonsfeld AG
in Niederösterreich. Juri Troy gelingt hier weit mehr als ein
funktionaler Zubau: Es entsteht ein Leuchtturm des nachhaltigen
Bauens, der sich gestalterisch bewusst vom technologisch
geprägten Altbau absetzt – zugunsten einer Materialität,
die Atmosphäre schafft und Kreisläufe schließt. Ähnlich
konsequent zeigt sich der Neubau der Tischlerei Rüscher im
Bregenzerwald. Ein präzise komponierter Hybridbau, der auf
regionale Ressourcen setzt und behutsam in den landschaftlichen
Kontext eingebettet ist. Das Collège Rousseau in Genf
ist ein Beispiel dafür, wie sich bestehende Bausubstanz respektvoll
und dennoch zukunftsfähig weiterentwickeln lässt.
Burckhardt Architektur zeigen, dass klimagerechtes Bauen
und Denkmalschutz keine Gegensätze sein müssen, sondern
sich im besten Fall gegenseitig stärken. Besonders deutlich
wird die Rolle des Raums als pädagogisches Werkzeug bei der
Imagine Montessori School in Valencia: ein Schulhaus aus natürlichen
Materialien, eingebettet in die Landschaft, das nicht
nur Lernort, sondern Lerngegenstand ist. Ähnlich versteht
auch die Waldorfschule in Wien-Mauer Architektur als Teil des
Bildungsprozesses – mit einer Formensprache, die nicht laut
sein muss, um Haltung zu zeigen. Dietrich Untertrifaller gelingt
ein Bau, der sinnliche Erfahrung, handwerkliche Präzision
und konzeptuelle Tiefe in Einklang bringt. Der Bildungscampus
Willi Resetarits in Wien wiederum zeigt, wie durch Offenheit,
räumliche Vielfalt und integrative Planung ein urbanes
Zentrum des Lernens entstehen kann – ein Mikrokosmos für
eine offene Gesellschaft.
Was all diese Projekte verbindet, ist der Anspruch, Architektur
als kulturellen, ökologischen und sozialen Beitrag zu verstehen.
Es geht nicht nur um Gebäude – es geht um Möglichkeiten:
zu lernen, zu arbeiten, sich zu entfalten. Architektur wird
zur Bühne des Alltags und zum Impulsgeber für Wandel.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine inspirierende Lektüre.
Andreas Laser
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Coverbild: Imagine Montessori School
von Gradolí & Sanz Arquitectes
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architektur FACHMAGAZIN
4
Inhalt
Editorial 03
Magazin 06
Wettbewerb 22
Umbau und Erweiterung der
Mittelschule Dr. Renner, Graz
Vergangenheit und Zukunft 26
Erweiterung Windkraft Simonsfeld /
Ernstbrunn, Niederösterreich /
Juri Troy Architects
26
38
32
Handwerk, Haltung 32
und Holzbau
Tischlerei Rüscher /
Schnepfau, Vorarlberg /
Architekt Simon Moosbrugger
Eins draufgesetzt 38
Collège Rousseau / Genf /
Burckhardt Architektur
Lernen fürs Leben 44
Imagine Montessori School /
Paterna, Valencia /
Gradolí & Sanz Arquitectes
44
Raum mit Haltung 52
Waldorfschule Wien-Mauer /
Dietrich Untertrifaller
Klasse mit Terrasse 58
Bildungscampus Willi Resetarits / Wien /
Kronaus Mitterer Architekten
Leise, lernfördernd & lebendig 64
Ideen für den Schulbau der Zukunft
Produkt News 70
edv 96
AVA-Trends: Smart und
umweltbewusst ausschreiben
52
58
MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Ortsstraße 212/2/5, 2331 Vösendorf, Österreich
CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at) • REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Roland Kanfer, DI Marian Behaneck
LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14 • RESSORT WETTBEWERBE Roland Kanfer (wettbewerbe@architektur-online.com)
GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser • LEKTORAT Mag. Heidrun Schwinger • DRUCK maxmedia GmbH
GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at)
ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 109,- / Ausland: € 133,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):
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EINZELHEFTPREIS € 15,- / Ausland € 20,- • ABOSERVICE office@laserverlag.at
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UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; • ISSN: 1606-4550
Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied der Redaktion gekennzeichnet
sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.
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architektur FACHMAGAZIN
6
Magazin
© Rotes Kreuz Korneuburg
Energieeffizienz im Einsatz
In Korneuburg steht mit der Rotkreuz-Bezirksstelle ein Vorzeigeprojekt in puncto
Nachhaltigkeit und ein Paradebeispiel für die Bauteilaktivierung. Das nicht unterkellerte,
dreigeschossige Verwaltungsgebäude wie auch die Fahrzeughalle sind in
Massivbauweise nach Plänen von Hoffmann-Janz ZT errichtet.
Die Speicherfähigkeit von Beton wird bei diesem
Projekt in Kombination mit erneuerbaren Energien
klug zum Heizen und Kühlen genutzt – Grundwasser
und Sonnenenergie leisten dabei ihren Beitrag
zur Energieautarkie. Seit rund drei Jahren ist das
Gebäude nun in Betrieb. Der Bau verlief reibungslos,
die eigentliche Herausforderung lag in der Optimierung
der Haustechnik im Rahmen des begleitenden
Monitorings: Eine offene Fehlerkultur ermöglichte
gezielte Anpassungen und trug dazu bei, wertvolle
Erkenntnisse zu gewinnen – unterstützt durch ein
engmaschiges Datennetz mit rund 300 Sensoren, die
alle drei Minuten Messwerte liefern. Und die dabei erzielten
Ergebnisse können sich sehen lassen: Lagen
2020 die Stromkosten für HKLS für ein halbes Betriebsjahr
noch bei rund 6.000 Euro, konnte das gesamte
Jahr 2024 mit 3.569 Euro abgeschlossen werden.
Umgelegt auf einen Quadratmeter Nutzfläche
ergeben sich aktuell Energiekosten von einem Euro
pro Jahr und die Bezirksstelle ist immer einsatzbereit
und, wenn es sein muss, vollkommen energieautark.
Das Fazit: Der Einsatz der Bauteilaktvierung ist auch
bei komplexen Projekten mit durchaus sehr unterschiedlichen
Anforderungen an die HKLS-Anlage
(Heizung, Kühlung, Lüftung, Warmwasserbereitstellung)
möglich und erfolgversprechend.
Gemeinsamer Blick hinter die Kulissen (v.l.): stv. Bezirksstellenleiter Michael Neumayer,
stv. GF des Rotkreuz-Landesverbandes Andrea Winter, Bezirksstellenleiter Peter Tesarek,
Bauherrenbegleiter Felix Friembichler, Bezirksstellen-GF Christoph Stadtschmitzer und
VÖZ-GF Sebastian Spaun.
© VÖZ
VÖZ Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie
T +43 (0)1 714 66 85-23
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7
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NEUE EDITION
3. & 4. SEPT 2025
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architektur FACHMAGAZIN
8
Magazin
Premiere in Graz
Zum ersten Mal kommt die renommierte Fachveranstaltung ARCHITECT@WORK
nach Graz! Am 3. und 4. September 2025 verwandelt sich die Stadthalle Graz in
einen Hotspot für über 350 sorgfältig kuratierte Produktneuheiten, spannende
Vorträge und erstklassiges Networking.
Anders als bei traditionellen Fachmessen im Bereich
Bau und Architektur wurde ARCHITECT@WORK
von vier Innenarchitekten speziell für das einschlägige
Zielpublikum entwickelt. Ausgewählte Aussteller
präsentieren selektierte Produkte, wobei es sich ausschließlich
um Innovationen handelt, das Präsentations-Layout
ist speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe
ausgerichtet. Das Schwerpunktthema dieser
exklusiven Veranstaltung ist „Transformation“, und
nicht nur die Sonderschau widmet sich diesem Thema,
sondern auch die hochkarätig besetzte Vortragsreihe,
die sowohl vor Ort als auch per Livestream zu verfolgen
ist. Mit an Bord ist auch die Präsentation herausragender
Projekte, ausgewählt von der Plattform
World-Architects. Die 40 an der ARCHITECT@WORK
Projektwand gezeigten international und breitgefächerten
Entwürfe sämtlicher Kategorien werden von
Interviews mit Architekturschaffenden begleitet. Das
Besondere an der ARCHITECT@WORK: Die entspannte,
loungeartige Atmosphäre. Hier treffen sich Profis
aus der Branche in stilvollem Rahmen – bei einem Getränk,
kleinen Snacks und anregenden Gesprächen.
Freier und schneller Eintritt erfolgt mit dem Code
AKPRG3 über www.architectatwork.at
ARCHITECT@WORK Graz
3. & 4. September
13:00 bis 20:00 Uhr
Stadthalle Graz
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Life is waterful.
Magazin
Bekannter Name.
Revolutionäres Gefühl.
Ein traumhaftes Duscherlebnis, das
jede Dusche mit der Kombination
aus RainAir und PowderRain zu
einem außergewöhnlichen
Erlebnis macht.
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architektur FACHMAGAZIN
10
Magazin
Farbe, Material &
Atmosphäre
Soziale Kontakte und Zusammenarbeit, aber auch Platz für Konzentration und
Rückzug – das alles sollten die Relaxound-Büros ihren Mitarbeitenden bieten. Auf
490 m 2 schufen Ester Bruzkus Architekten für das Berliner Start-up farbenfrohe
und flexible Arbeitsplätze, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden,
die gemeinschaftliche Unternehmenskultur in den Fokus rücken und so eine ansprechende
Alternative zum Homeoffice schaffen.
Text: Edina Obermoser Fotos: Noshe
In den 5,60 Meter hohen Bestandsräumen gab es auch
vor dem Umbau bereits ein Zwischengeschoss. Das
Planerteam erweiterte dieses um einen neuen Einbau,
sodass sich nun ein L-förmiges Plateau über die
untere Ebene der offenen Arbeitswelt legt und diese
überblickt. Die einzelnen Funktionen finden dank der
zweistöckigen, internen Organisation fortan in unterschiedlich
großen Räumen mit verschiedenen Qualitäten
Platz. Während der – zu den Fensterflächen hin
orientierte – Bereich zum hellen Studioraum wird, der
sich über die gesamte Höhe erstreckt, befindet sich
im niedrigen Teil unter dem Mezzanin eine Art gemütliches
Wohnzimmer mit Ausstellungsflächen für die
hauseigenen Produkte.
www.architektur-online.com
11
Magazin
Gebaut aus 100 %
SCHROTT
Rund um die Lounge sind außerdem hinter Schiebetüren
kleine, abgetrennte Räume angeordnet. In
ihnen kann allein oder im Team ungestört gearbeitet
oder sich zurückgezogen werden. Außerdem versteckt
sich hier eine Treppe hinauf in die Zwischenebene,
wo weitere Sitzplätze und Boxen für ruhiges
Arbeiten untergebracht sind. Zentral in dem offenen
Studio führt ein weiterer Aufgang in die Galerie
und weiter nach oben in den großzügigen Gemeinschaftsraum
mit Küche und Essbereich. Zwischen
den Arbeitsplätzen laden in beiden Ebenen der Relaxound-Offices
Gemeinschaftsbereiche zu informellen
Treffen und Interaktion ein.
u
Architekt: Hadi Teherani Architects
Echte Kreislaufwirtschaft
mit End-of-Life-Aluminium.
© HGEsch Photography
Die beim Innovationsbogen Augsburg
eingesetzten WICONA Fassadensysteme
stammen zu 100% aus recyceltem
End-of-Life-Aluminium – also Aluminiumschrott,
der seinen gesamten Lebenszyklus
bereits durchlaufen hat. Das hat
insgesamt 517 Tonnen CO 2
eingespart.
So geht echte Kreislaufwirtschaft!
architektur FACHMAGAZIN
12
Magazin
Neben der Aufteilung der Funktionen spielen auch
Farbe und Material eine zentrale Rolle: Im offenen
Studio prägen weiße Wände und jede Menge Tageslicht
das Bild. Dazu kombiniert man rund um kollektiv
genutzte Schreibtische knallige Einrichtungsgegenstände
in Blockfarben und Pflanzen. Der neue Einbau
wurde hingegen in einer Kombination aus durchgehend
kobaltblau eingefärbten MDF-Platten, einer
sichtbaren Holzstruktur und Verglasungen (für visuelle
Verbindungen und natürliche Belichtung) ausgeführt.
Stoffe, Filz und offenzelliges Aluminium absorbieren
den Schall in der leichten Konstruktion im
Raum und regulieren die Akustik in den kleinen Zellen.
Bei den Stahlelementen der Galerie entschieden
sich die Architekten für ein leichtes Türkisgrün. Durch
den gezielten Einsatz von Farbe wird die Atmosphäre
in den Büroräumen gezielt beeinflusst: In den kleineren
Bereichen ist es dunkler und gemütlicher. In den
sozialen, informellen Flächen sorgen helle, freundliche
Nuancen für ein entspanntes Ambiente.
Den krönenden Abschluss des Projekts bilden die
neuen Toiletten. Ester Bruzkus Architekten verpackten
diese in einen – von außen mit Edelstahl verkleideten
– Raum. Mit einer Vogeltapete steht er ganz im
Zeichen der Relaxound-Produkte: Das Unternehmen
stellt kleine Häuschen her, die Naturgeräusche in Innenräume
bringen. Auf mehreren Regalen reihen sich
in den WC-Anlagen die sogenannten Zwitscherhäuschen
aneinander und machen selbst den Besuch der
Nasszellen zum besonderen Erlebnis.
Mit dem bunten Mix aus formellen und informellen
Bereichen soll das Konzept der abwechslungsreichen
Arbeitslandschaft künftig dazu beitragen, dass sich
die Mitarbeitenden fast wie zu Hause fühlen – und
gerne ins Büro kommen.
•
www.architektur-online.com
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Magazin
Schallabsorber in
kunstvoller Eleganz
Designlinie MUTE+ wings®
• entwickelt zusammen mit Designer Simon Busse
• als Decken- und Wandabsorber einsetzbar
• einfache Magnetmontage dank intuitivem Plug-and-Play-System
• kreative Anordnungs- und Kombinationsmöglichkeiten
• Licht und Schatten vereint durch Hinterleuchtungen und Designleuchten
Wo der Klang verstummt, beginnt die Stille, ihre eigene Melodie zu spielen.
Tel. +43 2252 86 160-0
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architektur FACHMAGAZIN
14
Magazin
Ein Haus im Haus
Unter dem Titel Herzzone beschäftigte sich Studio Alexander Fehre mit der Frage,
wie man einen gemeinsamen Arbeitsplatz für Remote- und On-Site-Mitarbeiter
schafft und gleichzeitig dafür sorgt, dass sich diese mehr mit dem Unternehmen
identifizieren und zugehörig fühlen. Das Ergebnis ist ein hybrider Raum im Raum,
der das Firmengebäude des Pharmaunternehmens Roche Diagnostics neu verbindet
und belebt.
Text: Edina Obermoser Fotos: Philip Kottlorz Fotografie
Der Auftraggeber wandte sich nicht mit architektonischen
Anforderungen, sondern emotionalen und
konzeptionellen Wünschen an das Innenarchitekturbüro
aus Stuttgart. Man wollte einen Raum inmitten
des bestehenden Firmengebäudes in Ludwigsburg,
der dort als neues Herzstück die Bindung und Zugehörigkeit
der Nutzer stärkt. Die große Herausforderung
dabei? Mit einer Verwaltungs- und Produktionsabteilung
gliedert sich die Niederlassung in zwei
verschiedene Bereiche. Obwohl sich beide in der
gleichen Produktionshalle befinden, teilten sie nicht
mehr als den Eingang miteinander.
www.architektur-online.com
15
Magazin
SICHERHEIT
FÜRS GRÜNDACH
Herzzone sollte dies ändern: Im Zentrum schrieben
Alexander Fehre und sein Team dem Gebäude
einen gemeinschaftlichen, hybriden Raum ein, der
zum Austausch anregt und eine Verbindung zum
Standort herstellt. Dabei ist Herzzone nach dem
Haus-im-Haus-Prinzip konzipiert und setzt sich
aus vier einzelnen Kuben zusammen. In traditioneller
Holzbauweise gefertigt, kontrastieren die hellen
Oberflächen des Naturmaterials mit der industriellen
Umgebung und sorgen für eine warme, wohnliche
Atmosphäre. Ergänzt wird die leichte Konstruktion
durch Dreischichtplatten aus geölter Weißtanne sowie
transluzente Polycarbonat-Platten, die erkennen
lassen, ob ein Raum belegt ist. Dazu kombiniert das
Planerteam mit weißen Stahltreppen und quer verstrebten
Industrieleuchten vereinzelt Elemente mit
funktionalem Charakter. Textilien wie Teppiche und
Bezüge in hellen Farben unterstreichen hingegen in
Kombination mit den modularen Möbeln das Wohlfühlambiente.
Außerdem verleihen verschiedene
Pflanzen den eingeschriebenen Holzhäusern bzw.
den Arbeitsplätzen zusätzliche Wohnlichkeit und einen
grünen Touch.
u
ABDICHTUNG GESCHÜTZT
Immer mehr Bauherren setzen auf ein begrüntes Dach – die
klügsten auf ein Umkehrdach: Hier liegt die Dämmung über der
Abdichtung. So wird die sensibelste Schicht durch den feuchtigkeitsresistenten
Dämmstoff perfekt geschützt. XPS bewahrt sie
vor UV-Strahlung und Witterung ebenso wie vor mechanischen
Schäden. Das macht den Dachaufbau extrem langlebig.
XPS IST HOCH BELASTBAR
Dank seiner Druckfestigkeit hält XPS hoher Belastung stand.
Das Umkehrdach mit XPS ist daher optimal als Träger von
PV-Anlagen, Haustechnik oder dicken Substratschichten.
Da die Dachhaut intakt bleibt, werden Wärmebrücken
vermieden. Auch das bringt höchste Sicherheit.
SCHNELL VERLEGT IM UMKEHRDACH
Bei jedem Wetter kann das XPS im Umkehrdach
verlegt werden. Weil die Dampfsperre
entfällt, gibt es insgesamt weniger
Schichten – das spart Zeit. Die lose
Verlegung macht außerdem den
Rückbau leicht: Die Platten sind
einfach abnehmbar und
kommen woanders
wieder zum Einsatz.
DER ÖXPS-VERBAND
STEHT FÜR QUALITÄT.
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architektur FACHMAGAZIN
16
Magazin
Herzzone ist strategisch zwischen den Büro- und
den Produktionsflächen positioniert und beinhaltet
unterschiedlichen Funktionen: Während sich geschlossene
Bereiche als Arbeits- oder Meetingräume
nutzen lassen, gibt es in den offenen Abschnitten
Platz für Events oder Teamveranstaltungen. Zwei
der Holzhäuser verfügen über zusätzliche Ebenen
und einen Verbindungssteg. Dadurch ergeben sich
spannende Blickbeziehungen innerhalb des Gemeinschaftsortes
und in die Produktion in der sieben Meter
hohen Halle. Ein neuer Hauptverkehrsweg führt
mitten durch die neue Holzstruktur. Holzdecks und
Teppiche zonieren hier das Erdgeschoss und schaffen
eine marktplatzartige Situation, die Kollegen
unter anderem mit einer gemeinsamen Küche oder
einem Tischtennistisch zu spontanen Pausen einlädt
und zum Austauschen anregt. Auf diese Weise wird
der – zuvor leerstehende – Zwischenraum fortan
zum lebendigen Treffpunkt, in dem sich die Mitarbeiter
von Roche in Zukunft wohl- und zugehörig fühlen
können. Mit dem hybriden Design reagiert Herzzone
auf die aktuellen Herausforderungen von Post-Corona
und Remote-Arbeit. Wie ein Wohnzimmer kreiert
es einen informellen Rahmen und verwandelt die Büroflächen
der Firma in einen dynamischen Hub. •
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LON HEXAGON
Wenn Licht und Akustik sich vereinen,
entwickeln beide ihr volles Potenzial und
führen zu noch besserer Raumatmosphäre.
Die Pendelleuchte LON HEXAGON ist ein
hervorragendes Beispiel.
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Magazin
DESIGN: Ben Elmecker
BAFFEL
Funktionale Deckengestaltung durch
schallabsorbierende BAFFELN ist
einfach umsetzbar.
•
Hervorragende Lichtstimmung gilt bei den Konzepten
von Molto Luce als vorausgesetzt. Innovative Akustiklösungen
erweitern das umfassende Sortiment an
modernen Beleuchtungslösungen.
LET LIGHT
TOUCH THE
ATMOSPHERE
Lichtlösungen, die gleichzeitig akustikverbesserndes
Material einsetzen, liefern wunderbar wirksame Möglichkeiten,
einen Raum noch angenehmer zu gestalten.
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architektur FACHMAGAZIN
18
Magazin
Blaupause für
Neues Arbeiten
Mit dem neuen Headquarter in Bozen geht das Softwareunternehmen ADDITIVE
einen radikal nutzerzentrierten Weg: Nicht Repräsentation nach außen, sondern
maximale Funktionalität für die Mitarbeitenden war das erklärte Ziel. Das Interior
Design stammt vom Südtiroler Architekturbüro NOA, das die rund 850 Quadratmeter
Bürofläche in eine immersive Raumlandschaft verwandelte – flexibel,
modular, inspiriert von digitalem Code.
Fotos: Alex Filz
www.architektur-online.com
19
Magazin
Das Interior Design basiert auf einem spielerischen
wie strategischen Umgang mit Volumen und Farbe.
Ein leerer Open Space wurde von NOA in eine fließende
Abfolge von räumlichen Boxen transformiert
– jede mit spezifischer Funktion, individueller Materialität
und markanter Farbgebung. Diese Boxen –
schwebend, angedockt oder freistehend – erinnern
nicht zufällig an Codezeilen: Sie stehen symbolisch
für die modularen Softwarelösungen des Unternehmens
und spiegeln dessen digitale DNA wider.
Das Ziel: eine räumliche Struktur, die Orientierung
bietet, gleichzeitig aber zur Bewegung und Interaktion
einlädt. Eine zentrale Prämisse des Designs
war die völlige Abkehr von Hierarchien – kein klassischer
Abteilungsmix, sondern Zonen für fokussiertes
Arbeiten, Rückzug, Kommunikation oder soziale
Interaktion, die von allen genutzt werden können.
Mitarbeiter:innen wählen ihren Arbeitsplatz tagesaktuell
– unterstützt durch digitale Infrastruktur und
flexible, höhenverstellbare Schreibtische. Klassische
Stauraumlösungen entfallen dabei fast vollständig:
Jeder Mitarbeitende verfügt über ein eigenes, persönliches
Schließfach im Eingangsbereich, während
die konsequent digitale Arbeitsweise physischen Archivierungsbedarf
überflüssig macht.
u
SKYFOLD
Das vertikale Trennwandsystem öffnet sich
komplett in den Deckenbereich. Es ist platzsparend,
benötigt keine Führungs- oder
Laufschienen und bietet Schalldämmung
bis zu Rw 59 dB. Die elegante, stabile
Trennwand lässt sich per Knopfdruck schnell
und vollautomatisch Verfahren.
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architektur FACHMAGAZIN
20
Magazin
Das Herzstück des Headquarters ist ein großzügiger
Communal Space, der sich quer durch den Grundriss
zieht und diverse Funktionen vereint: Rezeption,
Meeting Points, Telefonboxen, Loungebereiche,
Küchenzone und einen 70 m² großen Indoor-Garten.
Letzterer dient als Rückzugsort oder Pausenbereich
und kann bei Bedarf durch eine mobile Glaswand separiert
werden – ein multifunktionaler Raum für Mittagessen,
Austausch oder informelle Meetings.
Der Empfangsbereich fungiert weniger als klassische
Repräsentationsfläche, sondern vielmehr als Orientierungspunkt.
Ein perforierter, hinterleuchteter
Tresen und eine Wand aus persönlichen Mitarbeiterschließfächern
bilden eine ebenso pragmatische
wie ästhetisch prägnante Willkommensgeste. Die
unterschiedliche Größe und Öffnungsrichtung der
Schranktüren erzeugt dabei ein überraschendes, fast
skulpturales Spiel mit Form und Fläche. Sichtbare
Installationen und Tech-Materialien wie Lochblech,
strukturierte Gläser und spiegelnde Oberflächen betonen
den digitalen Charakter des Büros und unterstreichen
die dynamische Ästhetik des Designs.
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21
Magazin
Farbe, Licht, Atmosphäre
Die visuelle Sprache des Designs ist klar definiert:
Entsättigtes Blau in Kombination mit Beigetönen
prägt die Atmosphäre – eine Anlehnung an die Corporate
Identity von ADDITIVE. Keramische Flächen,
deren Fliesen wie digitale Raster wirken, treffen auf
transparente und halbtransparente Materialien wie
strukturiertes Glas und Spiegel. Jeder Bereich erhielt
dabei ein eigenes Materialkonzept, das die Funktion
des Raumes subtil unterstreicht – bei gleichzeitiger
formaler Kohärenz im Gesamtensemble. Ein besonderes
Augenmerk liegt auf der Beleuchtung: Jeder
Arbeitsplatz ist individuell beleuchtbar. LED-Streifen
im Communal Space setzen nicht nur Wege in Szene,
sondern kommunizieren durch Lichtsignale symbolisch
die Erfolge des Teams – ein subtiler Verweis
auf die Gamification der digitalen Welt. Ergänzt wird
dies durch zahlreiche Displays im gesamten Büro,
die kontinuierlich aktuelle Projekterfolge, Team-Updates
oder Unternehmensinformationen anzeigen.
Begrünung durch Topfpflanzen trägt zusätzlich zur
angenehmen Atmosphäre und einem hohen Maß an
Aufenthaltsqualität bei.
•
Fenster-Markisen als Designelement:
Textiler Sonnenschutz
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Bürogebäude in ein homogenes Betonrelief aus strahlendem Weiß. Foto: Schnepp Renou
architektur FACHMAGAZIN
22
Wettbewerb
Lernort mit Zukunft
Umbau und Erweiterung der Mittelschule Dr. Renner, Graz
Die Mittelschule Dr. Renner im Bezirk Graz-Liebenau
ist ein schmaler, langgestreckter annähernd
von Osten nach Westen ausgerichteter
Baukörper, dessen Klassenräume nach Süden
orientiert sind. Die denkmalgeschützte
Schule wurde 1949 – 1951 erbaut und besteht
aus einem zweigeschossigen Haupttrakt sowie
einem eingeschossigen angebundenen
Turnsaal trakt. Das Gebäude befindet sich
grundsätzlich in einem guten Zustand, weist
jedoch bauliche und funktionale Mängel auf.
Im Rahmen des Architekturwettbewerbs soll
ein Bildungszentrum von der Mittelschule bis
zum Berufseinstieg nach der Polytechnischen
Schule entstehen, mit acht Mittelschulklassen,
zwei polytechnischen Klassen sowie zwei
Partnerklassen. Denkmalfachliches Ziel ist die
Erhaltung der Baukörper (Haupttrakt, Verbindungstrakt,
Turnsaal) in ihrer äußeren Erscheinungsform
(Kubatur, Öffnungen) und ihrer
überlieferten Substanz. Erforderliche partielle
Eingriffe waren im Kontext des überlieferten
Bestandes zu entwickeln. Zusätzlicher Flächenbedarf
soll aus denkmalfachlicher Sicht als additive
Baustruktur Berücksichtigung finden, die
in einem angemessenen Verhältnis zu den bestehenden
Denkmalwerten konzipiert wird.
Das Wettbewerbsgebiet wird im Nordwesten
von der Eduard-Keil-Gasse begrenzt. Charakteristisch
für den Gebietsbereich ist die heterogene
Bebauung. Das Gebiet ist besonders
im Südosten von Einfamilienhäusern geprägt.
Nördlich und westlich des Gebietsbereiches
schließen ein- bis dreigeschossige Wohnanlagen
und verdichtete Flachbauten an. Im Nordosten
des Grundstückes dominieren zwölfgeschossige
Bauten als atypische Hochpunkte
im weiteren Gebietsbereich.
u
AUSSCHREIBUNG
Ausloberin
Stadt Graz – Stadtbaudirektion/
Referat Hochbau
Europaplatz 20, 8011 Graz
Auftraggeberin
Stadt Graz –
Abteilung für Bildung und Integration
Verfahrensbetreuung
Architekturbüro Kampits & Gamerith
Art des Verfahrens
EU-weit offener, anonymer, einstufiger Realisierungswettbewerb
mit anschließendem Verhandlungsverfahren
Preisgericht (ohne Titel)
Bettina Götz, Sybille Caspar (Architektenkammer),
Andreas Heidl (Fachbeirat für Baukultur), Michael
Danzinger, Johannes Jagersbacher (Stadtbaudirektion),
Elisabeth Mahr (Stadtplanung), Winfried
Ranz-Krainer (Abteilung für Bildung und Integration),
Rudolf Peer, Amir Istfanous (GBG)
Preisgerichtssitzungen
10.+11.03.2025
Preisgeld
1. Rang (Gewinner): € 38.000
2. Rang: € 30.000
3. Rang: € 20.000
Anerkennungen: je € 11.000
architektur FACHMAGAZIN
23
Wettbewerb
DAS PROJEKT – DAS BÜRO
DAS PROJEKT
Die Erweiterung der MS Dr. Renner ist ein Weiterbauen
am denkmalgeschützten Schulensemble. Eine neue
Zeitschicht ergänzt den Bestand funktional und räumlich
– mit dem Ziel, einen zukunftsfähigen Lernort für Schüler
zu schaffen.
Architektur und Städtebau
Ein dreigeschossiger Halbkreis erweitert den Haupttrakt
im Westen. Er orientiert sich am Turnsaal, öffnet sich zur
Eduard-Keil-Gasse und betont den neuen barrierefreien
Haupteingang, ohne den Bestand zu dominieren. Der
Schwung des Neubaus verbindet Vorplatz und Schulgarten
und schafft großzügige Außenräume.
Funktionale Aspekte
Zentrale Elemente sind die neue Garderobe und eine
offene Treppenanlage, die Alt und Neu auf verschiedenen
Niveaus verbindet. Sichtachsen und Raumfolgen geben
Orientierung. Im Neubau gruppieren sich die Klassen um
Lernzonen, ergänzt durch Freibereiche mit Rankhilfen
und Sonnenschutz. Der Bestand wird durch wenige
Eingriffe für Partnerklassen genutzt. Ein eigener Zugang
mit Lift und Hol- und Bringzone ergänzt das Angebot.
Snoezelenraum, Küche und Pflegebad runden das
Programm ab.
Konstruktion – Material und Farbe
Das Erd- und Untergeschoss bestehen aus Recyclingbeton,
die Obergeschosse aus Holzbau. Holz reduziert CO 2 ,
schafft Atmosphäre und erlaubt spätere Umnutzung. Die
Fassade aus sägerauer Lärche wird durch türkisgrüne
Fensterprofile akzentuiert – ein Zitat des Bestands. Im
Inneren dominieren Holzoberflächen, ergänzt durch Textilscreens
und Glas. Farbige Fluchtstiegenhäuser setzen
markante Akzente. Holzseifenbehandelte Böden, Akustikdecken
und funktionale Details machen den Neubau zu
einem nachhaltigen, lernfreundlichen Ort.
DAS BÜRO
EDERER HAGHIRIAN ARCHITEKTEN ZT-GmbH ist ein
Grazer Architekturbüro mit einem zwanzigköpfigen Team.
Das Büro verfügt über ein breit gefächertes Portfolio
regionaler Projekte mit einem klaren Schwerpunkt in den
Bereichen Gesundheitswesen, Bildung und Wohnbau.
Zu den realisierten Projekten zählen unter anderem das
Krankenhaus Oberwart, das Versorgungszentrum am
LKH Universitätsklinikum Graz, das Rathaus Premstätten
sowie der Zu- und Umbau des Bezirksgerichts Deutschlandsberg
– um nur einige zu nennen.
Ederer Haghirian Architekten setzen sich mit großer
Leidenschaft dafür ein, außergewöhnliche Räume zu
schaffen, die das Wohlbefinden fördern, die Funktionalität
verbessern und die Gemeinschaften, denen sie dienen,
nachhaltig stärken.
keh.at
architektur FACHMAGAZIN
24
Wettbewerbe
Ansicht Nord
Ansicht West
1. Rang
Projekt 110
Ederer Haghirian Architekten
ZT GmbH
Graz; gegründet 2006
keh.at
Erdgeschoss
1. Obergeschoss
Schnitt A-A
Jurybeurteilung
Die denkmalgeschützte Karl Renner
Schule bleibt in ihrer bestehenden
Form erhalten und wird im Westen
durch einen zeitgemäßen, eigenständigen
Neubau ergänzt. Dabei werden
die vorhandenen Qualitäten des Bestandsgebäudes
mit neuen Raumqualitäten
sinnvoll erweitert, sodass
für die Schülerinnen und Schüler ein
nachvollziehbares Miteinander von
Alt und Neu entsteht. Das daraus
resultierende Gesamtbild der Schule
vermittelt ruhig und selbstverständlich
zentrale Inhalte eines zukunftsgerechten
Bauens und wird damit
selbst zum Lehrgegenstand in Bezug
auf Themen wie Klima, Materialwahl,
Bauweise und Ressourcenschonung.
Der Neubau in Form eines Halbkreises
bildet nicht nur eine markante,
neue Adresse, sondern prägt durch
die offene, skulpturale Gestaltung
seiner Freiflächen auf allen Geschossen
auch das äußere Erscheinungsbild
der Schule. Die formale
Konsequenz der halbkreisförmigen
Außenkontur wird im Inneren durch
ein quadratisches, konstruktives
Raster ergänzt, das Struktur und
Ordnung verleiht. Überdachte, teils
mehrgeschossige Terrassen sorgen
für ein lebendiges Raumgefüge.
Während der Neubau mit seinen
Clustern und Terrassen gut strukturiert
und durchdacht ist, lässt der
denkmalgeschützte Bestand diese
sensible Gestaltung noch vermissen
und bedarf einer sensiblen Durcharbeitung.
Ziel ist es, die vorhandenen
Qualitäten des Altbaus stärker
herauszuarbeiten und so die unterschiedlichen
Charaktere von Alt und
Neu auch in den Innenräumen spürbar
zu machen. In einzelnen Bereichen
sind funktionale Anpassungen
gemeinsam mit den Nutzer:innen
und dem Bundesdenkmalamt notwendig,
um Unterschiede – etwa
zwischen altem und neuem Turnsaal
oder bei der Direktion – positiv erlebbar
zu machen. Das entstehende
Ensemble aus denkmalgeschütztem
Bestand und zeitgemäßem Neubau
wird geeignet sein, die Inklusion
sichtbar nach außen zu tragen. •
www.architektur-online.com
© eSeL.at_Joanna Pianka
Positionen einer
neuen Generation
Nach ihrer erfolgreichen Premiere im Architekturzentrum
Wien (Az W) ist die Ausstellung „Zwischen Kostenschätzung,
Muttermilch und Bauwende“ ab dem 12. Juni
2025 im Haus der Architektur (HDA) in Graz zu sehen.
Sie gibt einen tiefen Einblick in die Perspektiven und Forderungen
junger Architekt:innen in Österreich und lädt
dazu ein, über die Zukunft der Baukultur nachzudenken
und mitzudiskutieren.
Die Ausstellung zeigt ein kollektiv kuratiertes, dreidimensionales
Mapping, das in sieben Themenfeldern zentrale Fragen
rund um architektonische Praxis, Verantwortung und Handlungsspielräume
beleuchtet. Im Spannungsfeld von Klimakrise,
Ressourcenknappheit, prekären Arbeitsbedingungen und
wachsender sozialer Ungleichheit stellen sich junge Architekt:innen
die Frage: Wie kann eine zukunftsfähige Architekturpraxis
aussehen?
Erarbeitet wurde das Projekt von 60 jungen Architekt:innen,
die sich seit 2022 im Rahmen von Interviews, Workshops und
Diskussionsformaten mit ihren Haltungen und Arbeitsweisen
auseinandergesetzt haben. Das Ergebnis ist ein dynamisches
Ausstellungsformat, das bewusst Leerstellen lässt – als Einladung
an die Besucher:innen, sich mit Kommentaren und eigenen
Beiträgen einzubringen.
Mit Veranstaltungen wie „world_wide_wisdom“ mit Yuma
Shinohara (25. Juni), dem offenen Gesprächsabend „zkmb
– Wie wollen wir arbeiten?“ (2. Juli) sowie dem Finale am
22. August bildet die Ausstellung zugleich eine Plattform für
den kontinuierlichen Diskurs über gerechte, ökologische und
kooperative Planungs- und Bauprozesse.
Zwischen Kostenschätzung, Muttermilch
und Bauwende
Haus der Architektur (HDA)
12. Juni - 22. August 2025
www.hda-graz.at
architektur FACHMAGAZIN
26
Arbeits- & Bildungswelten
Vergangenheit
und Zukunft
Erweiterung Windkraft Simonsfeld, Ernstbrunn / Juri Troy Architects
Text: Roland Kanfer Fotos: Patrick Johannsen
Mit der Erweiterung der Unternehmenszentrale
der Windkraft Simonsfeld AG in Ernstbrunn vereinten
Juri Troy Architects nachhaltige Bauweise,
CO 2 -Optimierung und regionale Materialien zu
einem ökologisch zukunftsweisenden Holzbau mit
durchdachtem Klimakonzept.
2014 wurde der von Architekt Georg Reinberg geplante
erste Bauteil der Unternehmenszentrale in Ernstbrunn
eröffnet – eine funktionell optimierte Lagerhalle
mit einem Bürobau, einfach konstruiert, von Norden
her direkt und von Süden diffus belichtet, ohne direkte
Besonnung, so dass kein Sonnenschutz nötig war.
Die Branche der erneuerbaren Energien entwickelt
sich dynamisch. Bald schon wurde die Notwendigkeit
für eine Erweiterung erkannt. Das Ziel: ein Gebäude,
das nicht nur funktionale Räume für Büro, Empfang,
Gastronomie und Veranstaltungen bietet, sondern
zugleich als Sinnbild für nachhaltige Baukultur steht.
In einem geladenen Wettbewerb – ausgelobt von der
Windkraft Simonsfeld AG und begleitet vom Bauherrenberater
MOOCON – setzte sich das Büro Juri
Troy Architects im Juni 2022 als Sieger gegen die
ebenfalls geladenen Büros Dietrich | Untertrifaller,
sps Architekten und Magk Architekten durch. Im
September desselben Jahres begann die Planung, im
August 2023 war Baubeginn. Der Betrieb im Bestand
lief während der gesamten Bauzeit weiter, was präzise
Koordination erforderte.
Troy verfolgte mit dem Entwurf eine klare Haltung:
„Wir wollten den Erweiterungsbau auf höchsten
ökologischen Standard bringen“, so der Architekt.
Zugleich sollte sich das Erscheinungsbild bewusst
vom Bestandsgebäude von Georg Reinberg unterscheiden:
„Der Altbau wollte damals die Technologie
zeigen – wir setzen dagegen auf Materialität, Atmosphäre
und Kreislauffähigkeit. Holz war für uns als
Baumaterial gesetzt.“
u
www.architektur-online.com
27
Juri Troy Architects
architektur FACHMAGAZIN
28
Arbeits- & Bildungswelten
Roh und authentisch
Die neue Anlage besteht aus einem zweigeschossigen
Baukörper entlang der Straße, der an zwei
Punkten an den Bestand andockt. Gemeinsam mit
dem Altbau umrahmt er ein zentrales Atrium, das als
lichtdurchflutete Kommunikationszone dient und Alt
und Neu verbindet. An vier Stellen wurden Übergänge
als Schnittstellen zwischen beiden Gebäudeteilen
neu gestaltet, die den akustischen wie klimatischen
Unterschied zwischen beiden Baukörpern spürbar
werden lassen. Der ehemalige Haupteingang des
Reinberg-Baus wurde mit einem schwarzen Rahmen
betont – ein sichtbarer Übergang zwischen Vergangenheit
und Zukunft.
Konstruktiv basiert der Neubau auf einem Holzskelett
mit den tragenden Stützen an der Außenseite
auf Streifenfundamenten mit Stahlbetonsockel.
Das Tragwerk basiert auf einer standardisierten, aus
sich wiederholenden Elementen bestehenden Struktur
aus Brettsperrholzdecken mit rund 2,70 Metern
Länge, , quer über die Unterzüge gespannt, ergänzt
durch hochgedämmte Holzriegelwände als Ausfachung
und Aussteifung. Weit auskragende Dachelemente
und ein umlaufender Gang bieten nicht nur
konstruktiven Holzschutz, sondern auch Fluchtweg
und Verschattung. Zwischen den Stützen sorgen diagonale
Zugstangen aus Stahl für die Aussteifung. Die
Wände im Inneren sind aus Weißtanne, während die
Decken aus Fichtenholz bestehen, weiß pigmentiert
geölt, was dem Gebäude eine helle, freundliche Anmutung
verleiht. Nur in den Kommunikationsbereichen
wurden Decken abgehängt – etwa in der Mensa
oder in Besprechungsräumen, die zusätzlich mit vom
Designbüro Caravan Atelier künstlerisch gestalteten
Stoffpaneelen akustisch optimiert wurden. Das übrige
Bürogeschoss bleibt roh und authentisch mit sichtbaren,
massiven Holzdecken.
u
Eine Holzkonstruktion aus tragenden
Stützen an der Außenseite und
Brettsperrholzdecken mit vier bis fünf
Metern Spannweite bildet das Skelett.
www.architektur-online.com
29
Juri Troy Architects
architektur FACHMAGAZIN
30
Arbeits- & Bildungswelten
Umfassendes Klimakonzept
Im Inneren des Gebäudes befinden sich zwei massive
Kerne aus Stampflehm, die Sanitärzonen, Stiegenhäuser
und Serverräume aufnehmen und zugleich
als Wärmespeicher dienen. Der Zuschlagstoff für den
Lehm stammt ebenso wie der Zuschlag für den Terrazzoboden
aus einem nahegelegenen Steinbruch in
Ernstbrunn – Regionalität in Material und Wertschöpfung
war dem Bauherrn und den Planern wichtig. Im
Erdgeschoss befinden sich Empfang, Besprechungsräume,
eine Mensa sowie ein flexibel nutzbarer Veranstaltungsbereich
mit geschützten Freibereichen.
Dass jedes WC ein eigenes, individuell gestaltetes
Innenraumdesign erhielt, ist ein kleines architektonisches
Statement für Vielfalt im Detail.
Das Obergeschoss beherbergt moderne Büros mit
vorwiegend fixen Arbeitsplätzen, ergänzt durch einige
Share-Desks. Die Grundrissorganisation zeigt
Transparenz und intuitive Orientierung, unterstützt
durch offene Sichtachsen, die den freien Blick auf die
nahegelegenen Windparks ermöglichen.
Energie- und Gebäudetechnik folgen einem integralen
Konzept: Bauteilaktivierung, temperierte Zuluft
und Bodenkonvektoren sorgen für eine ausgeglichene
Raumtemperatur. Die Speicherfunktion des Lehmkerns
unterstützt sowohl die Kühlung als auch die
Beheizung des Gebäudes. Die Wärme- und Kälteversorgung
erfolgt über eine reversible Wärmepumpe, betrieben
mit Wärmetauscher sowie 28 Erdsonden. Auf
dem Dach unterstützt ein Rückkühler zur Abfuhr
überschüssiger Wärme die Systemeffizienz und wird
über die eigene Photovoltaikanlage betrieben, die
das gesamte Gebäude mit Strom versorgt. In einigen
Fensteröffnungen sitzen statt Glas Holzpaneele, um
gezielt solare Energieeinträge zu reduzieren – ein weiteres
Detail des umfassenden Klimakonzepts.
Laut Auskunft der Beteiligten wurde schon in der
Bauphase eine positive CO 2 -Bilanz erreicht. Das
Global Warming Potential (GWP) der gesamten Gebäudekonstruktion
liegt demnach bei -74.900 kg
CO 2 -Äquivalenten. Über 20 Jahre soll sich durch die
technische Ausrüstung eine Einsparung von etwa
665.000 kg CO 2 im Vergleich zu fossilen Referenzsystemen
ergeben, die Investition in das Energiesystem
soll sich in rund zehn Jahren amortisieren. Das
Projekt konnte mit der Höchstwertung von 1000
Punkten nach dem Klimaaktiv-Gold-Standard zertifiziert
werden.
•
www.architektur-online.com
31
Juri Troy Architects
GSPublisherVersion 551.0.26.2
GSPublisherVersion 314.0.29.2
1
5 10
EG
EG
Windkraft Simonsfeld
Ernstbrunn, Niederösterreich
Bauherr:
Planung:
Tragwerksplanung,
Bauphysik, HKL-E:
Bauleitung:
Landschaftsplanung:
Bauökologie:
Akustikdecken:
Windkraft Simonsfeld AG
juri troy architects
KPPK ZT GmbH
M2 Architekten
outside landschaftsarchitektur GmbH
Larix Engineering GmbH, Wien
Trikustik
Planungsbeginn: 09/2022
Bauzeit: 08/2023 - 09/2024
Netto-Geschossfläche 1719 m 2
Brutto-Geschossfläche 2067 m 2
Energiekennzahl: HWB 34 kWh/ m²a fGEE 0,28
www.juritroy.com
© Wolfgang Schmidhuber-Tindle
„Wir haben gezeigt, dass nachhaltiges Bauen möglich
ist, wenn man schon bei der Planung mit dem
ökologischen Fußabdruck beginnt.“
Architekt Juri Troy
architektur FACHMAGAZIN
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Arbeits- & Bildungswelten
Handwerk, Haltung
und Holzbau
Tischlerei Rüscher / Schnepfau, Vorarlberg / Architekt Simon Moosbrugger
Text: Roland Kanfer Fotos: Simon Oberhofer
Mit dem Neubau der Tischlerei Rüscher im Bregenzerwald
ist ein präzise komponierter Holz-Hybridbau entstanden.
Die Kombination aus funktionaler Klarheit, landschaftlicher
Einbindung und konsequenter Nutzung lokaler Ressourcen
macht das Projekt zu einem beispielhaften Modell
für nachhaltiges Bauen im ländlichen Raum.
www.architektur-online.com
33
Architekt Simon Moosbrugger
Seit 1910 besteht die Tischlerei Rüscher in
Schnepfau, einer Vorarlberger Gemeinde mit 496
Einwohnern. Seit ihrer Gründung und dem Beginn
mit einigen Hobelbänken im Stadl durchlief die
Tischlerei verschiedenste Ausbaustufen. Modernere,
größere Maschinen sowie altersbedingte konstruktive
Schwächen des Gebäudes führten im Jahr
2020 zur Entscheidung des Familienunternehmens
für einen Neubau, geplant von Simon Moosbrugger,
einem jungen Architekten aus Bersbuch, einem Dorf
im Bregenzer Wald. Anfang September 2021 erfolgte
der Spatenstich, im Dezember 2022 war das Industriegebäude
fertig.
Der Neubau am Fuß der Kanisfluh, inmitten der
charakteristischen Kulturlandschaft des Bregenzerwalds,
setzt ein klares architektonisches Zeichen
– selbstbewusst, aber eingebettet; industriell, doch
zutiefst ortsbezogen. Die Fläche der neuen Produktionshalle
ist nicht viel größer als der Vorgängerbau,
dafür aber fast vollständig einstöckig organisiert und
an die Produktionsprozesse angepasst. Das Ensemble
aus Produktionshalle und Kopfbau wurde auf
einer dem Ort vorgelagerten Grünfläche platziert
und nutzt die Länge des Grundstücks, um sich landschaftlich
wie typologisch an die linearen Strukturen
bäuerlicher Bauformen anzulehnen.
u
architektur FACHMAGAZIN
34
Arbeits- & Bildungswelten
Der Entwurf zeichnet sich durch eine überzeugende
Synthese aus funktionaler Präzision, atmosphärischer
Dichte und konstruktiver Konsequenz aus. Die
differenzierte Höhenentwicklung – vom kompakten
Kopfbau bis zur überhohen Werkhalle – orientiert
sich an der inneren Logik des Programms: Während
im ersten Stock des nördlichen, zweigeschossigen
Gebäudeteils Besprechungsraum, Büros und Mitarbeiterraum
um einen lichtspendenden Innenhof herum
gruppiert sind, öffnet sich die großzügige Halle
mit Maschinen- und Handwerksbereich über zwei
Geschosse hinweg. Der Innenhof im Obergeschoss
sorgt für natürliche Belichtung, Orientierung und
Kommunikation. Als Ausdruck der Firmenidentität
orientiert sich der nach Norden orientierte Ausstellungsraum
zum Ortskern, während sich die Büroräume
zur Produktion hin öffnen.
Die gezielt gesetzten Fensteröffnungen bieten eindrucksvolle
Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft.
Zusätzlich sorgt eine Dachverglasung in der
Werkhalle für eine gleichmäßige, blendfreie Ausleuchtung
des Arbeitsumfelds, das Sichtbeziehungen
zur Werkstruktur und zur umgebenden Berglandschaft
ermöglicht.
Die funktionale Organisation folgt klaren industriellen
Abläufen, bleibt dabei aber im menschlichen
Maßstab und räumlich durchlässig. Der gesamte Material-
und Personenverkehr wird effizient über die
Ostseite abgewickelt, wodurch die übrigen Fassaden
gestalterisch frei bespielbar bleiben.
u
www.architektur-online.com
35
Architekt Simon Moosbrugger
Der Innenhof sorgt für zusätzliche
natürliche Belichtung für die im
ersten Stock angeordneten Büros,
die Maschinenhalle öffnet sich über
zwei Geschosse.
architektur FACHMAGAZIN
36
Arbeits- & Bildungswelten
Die Produktionshalle wird
von Fachwerkträgern aus
Baubuche überspannt,
die auf einer mittig verlaufenden
Betonstützenreihe
lagern.
Hybride Konstruktion
Konstruktiv folgt das Gebäude einem hybriden
Prinzip, das sich aus regionalen Bautraditionen und
zeitgemäßen Anforderungen entwickelt: Sämtliche
erdberührte Bauteile sowie brandschutzrelevante
Bereiche, etwa dort, wo sich die Lackiererei und
die Abluftschächte befinden, wurden in Stahlbeton
ausgeführt. Die Produktionshalle selbst wird von
weitspannenden Fachwerkträgern aus Baubuche
überspannt, die auf einer mittig verlaufenden Betonstützenreihe
lagern. Sprengwerkartig ergänzen
Fichtenstützen die Trägerstruktur zu einem fein austarierten
Tragwerk aus Holz und Beton. Die Außenwände
bestehen aus gedämmten Holzfertigteilen,
die vor Ort mit sägerauen Fichtenbrettern in wechselnder
Verlegerichtung verkleidet wurden – ein
bewusst unaufgeregter, handwerklich präziser Ausdruck.
Die fein gegliederte Holzfassade verleiht dem
Volumen eine ruhige Eleganz und nimmt gleichzeitig
ortstypische Bautraditionen auf.
[m] 5 20
[m] 5 20
[m] 5 20
www.architektur-online.com
37
Architekt Simon Moosbrugger
OG
EG
Regionale Wertschöpfung
Der Umgang mit Fläche und Ressourcen ist konsequent
durchdacht. Die asphaltierten Flächen beschränken
sich auf das betriebsnotwendige Maß.
Direkt angrenzende Wiesen bleiben in landwirtschaftlicher
Nutzung. Teile der Dächer sind extensiv
begrünt, andere sind mit Photovoltaikmodulen belegt.
Die Ableitung der Dachwässer erfolgt über ein
unterirdisches Leitungssystem direkt ins versickerungsfähige
Erdreich.
Ein zentrales Merkmal des Projekts liegt in der konsequenten
Umsetzung regionaler Wertschöpfung.
Bereits in der Planungsphase wurde mit dem Generalunternehmer
vereinbart, nur lokale Betriebe zur Ausschreibung
einzuladen. Die überwiegende Mehrheit
der Handwerks- und Planungsleistungen – von der
Glasfassade bis zum Holzbau – wurde von Unternehmen
aus dem Bregenzerwald und dem übrigen Vorarlberg
erbracht. Der Innenausbau auf handwerklich hohem
Niveau stammt von der Tischlerei Rüscher selbst.
Architektonisch wie baulich ist der Neubau der
Tischlerei Rüscher mehr als ein funktionaler Produktionsort,
nämlich eine Synthese aus Handwerk, regionaler
Nachhaltigkeit und räumlicher Qualität. •
UG
Tischlerei Rüscher
Schnepfau, Vorarlberg
Bauherr:
Planung:
ÖBA und Projektleitung:
Tragwerksplanung & Holzbau:
Rüscher GmbH Tischlerei
DI Simon Moosbrugger Architekt ZT
i+R Industrie- & Gewerbebau GmbH
i+R Holzbau
Planungsbeginn: 10/2020
Ausführung: 10/2021- 12/2022
Bebaute Fläche: 2550 m²
Nutzfläche:
4800 m² inkl. TG
Bruttogeschossfläche: 5350 m² inkl. TG
www.simonmoosbrugger.com
„Der hohe Planungsaufwand fand letztlich
seine Entsprechung in Form einer präzisen
handwerklichen Umsetzung über alle
Gewerke hinweg. Beides trägt maßgeblich
zum Erfolg dieses Projektes bei.“
Simon Moosbrugger
architektur FACHMAGAZIN
38
Arbeits- & Bildungswelten
Zwischen Alt und Neu hauchte Burckhardt Architektur
in Genf einem Schulbau aus den späten 1960er-Jahren
neues Leben ein. Das Schweizer Planerteam revitalisierte
das Collège Rousseau behutsam und passte es
mit neuen Elementen sowie einer Aufstockung aus Holz
möglichst unauffällig an steigende Schülerzahlen an.
Hinter der markant gerasterten Fassade gelang damit
die Balance zwischen Denkmalschutz und energetischer
Optimierung. Nach der Modernisierung
ist der historische Betonbau nun fit
für die Zukunft.
www.architektur-online.com
39
Burckhardt Architektur
Eins draufgesetzt
Collège Rousseau / Genf / Burckhardt Architektur
Text: Edina Obermoser Fotos: Olivier Di Giambattista
Der von Alain Ritter entworfene Bildungsbau wurde
1969 in Genf errichtet. Rund 55 Jahre später stand
das brutalistische Gebäude unter Denkmalschutz.
Allerdings machte der schlechte Zustand der bestehenden
Schule eine umfassende Sanierung unumgänglich.
Daraufhin wurde 2017 ein Wettbewerb
ausgeschrieben, um die Sekundarschule nicht nur
zu modernisieren, sondern außerdem zu erweitern
und künftig Platz für mehr Schüler zu schaffen. Mit
einem Entwurf, der die alte Bausubstanz aus Beton
erhält, den Bestand behutsam fortschreibt und erneuert
sowie eine Aufstockung aus Holz hinzufügt,
konnte sich dabei das Büro Burckhardt durchsetzen.
Die Schweizer Architekten ergänzten den Baukörper
– angefangen von den Betonfertigteilen der prägnanten
Lochfassade – subtil und integrierten im Inneren
eine leichte Holzkonstruktion, die fortan für ein warmes,
ansprechendes Ambiente sorgen soll.
Form follows function
Die Schule befindet sich – nördlich und südlich umgeben
von Wohnhochhäusern sowie freistehenden
Mehrfamilienhäusern im Osten und Westen – von
der Straße zurückgesetzt, auf einem abfallenden
Grundstück nahe der Genfer Innenstadt. Mit seiner
rechteckigen Form legt sich der Baukörper um einen
zentralen Innenhof. Über die Gliederung der Fassaden
lassen sich die internen Funktionen an der Außenseite
ablesen: Während die beiden, leicht zurückversetzten
Sockelgeschosse großflächig verglast der
Verwaltung gewidmet sind, zeigen sich die darüberliegenden
Stockwerke mit den Unterrichtsbereichen
geschlossener und streng gerastert.
u
architektur FACHMAGAZIN
40
Arbeits- & Bildungswelten
Die Bibliothek lädt dank
Lufträumen mit einer offenen
Atmosphäre ein. Neben
Sichtbetonoberflächen werden
auch die bestehenden,
kassettierten Fertigteildecken
Teil des neuen Interior
Designs der Schule.
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41
Burckhardt Architektur
Energieeffizient konzipiert
Um den höheren Schülerzahlen gerecht zu werden,
galt es, den Bau zu vergrößern. Anstatt zusätzliche
Fläche im Genfer Zentrum zu versiegeln, entschied
man sich dabei aus optischen und nachhaltigen
Gründen für eine Aufstockung. Zudem stellte sich
die Entwurfsentscheidung als äußerst effizient heraus:
Zum einen wurde durch die gestapelte Anordnung
der Bedarf an neuer (technischer) Infrastruktur
in der Schule reduziert. Zum anderen ließen sich auf
diesem Weg die Kosten senken und das kompakte
Layout minimiert den Wärmeverlust des Hauses. Eine
leichte Holzstruktur erfüllte die statischen Anforderungen
und ermöglichte die Erweiterung des Bestands
ohne weitere Verstärkungen. Generell gelang
es mit diesen Maßnahmen, den denkmalgeschützten
Bau zu respektieren und den Energieverbrauch des
Collège Rousseau trotzdem zu optimieren. „Für die
Aufstockung wurden sehr hohe Energieeffizienzziele
(THPE) erreicht, während für die historischen Teile
die Ziele einer Minergie-Renovierung umgesetzt
wurden“, schildern die Architekten.
u
architektur FACHMAGAZIN
42
Arbeits- & Bildungswelten
Digitale Planung
Die einzelnen Phasen des Erneuerungs- und Erweiterungsprojekts
unterstützte man – sowohl im Bestand
als auch in der Aufstockung – durch ein BIM-Modell
digital. Dafür vermaß man das historische Haus zunächst
mittels 3D-Scan bzw. einer Punktewolke komplett
und ergänzte es anschließend durch weitere
Informationen aus Originalplänen, CAD-Dateien und
fotobasierten 180 °-Aufnahmen. Dank der Kombination
dieser verschiedenen Tools ließ sich das Gebäude
besonders akkurat digitalisieren und so in weiterer
Folge die Planung und Ausführung vereinfachen.
Die Schule wurde bei laufendem Betrieb renoviert.
Nach dem Prinzip der „LEAN Construction“ fokussiere
man sich deshalb in der komplexen Zusammenarbeit
der unterschiedlichen Projektbeteiligten (von Architekten
bis hin zu Technikern) auf möglichst effiziente
Abläufe. So fanden beispielsweise die lärmintensiven
Baustellenarbeiten während der Schulferien statt, um
Störungen des Unterrichts zu vermeiden.
In der Aufstockung prägen hohe Decken
und sichtbare Holzkonstruktion die
hellen Unterrichtsräume. In den übrigen
Bereichen passte man den Bestand – inkl.
Sporthalle – zeitgenössisch an aktuelle
Bedürfnisse an.
www.architektur-online.com
43
Burckhardt Architektur
3ème étage
OG 3
Zwischen Alt und Neu
Beim Grundriss des neuen, dritten Obergeschosses
orientierte sich das Planerteam von Burckhardt
Architektur am Bestand. Allerdings entschied man
sich für eine großzügigere Raumhöhe und beließ die
Holzoberflächen sichtbar. Zwei Oberlichter bringen
künftig viel Tageslicht in die Erschließungszonen
mit den beiden Haupttreppen und auch sonst öffnen
sich sämtliche Bereiche der Schule über große
Fenster entweder zur Umgebung oder zum zentralen
Innenhof hin. Die Cafeteria im Eingangsniveau
lädt als offener Pausenraum bzw. Treffpunkt ein und
dient gleichzeitig als informeller Lernort. Eine Bibliothek
und administrative Flächen gibt es ebenso. Die
Aula unter dem zentralen Innenhof komplettiert als
besonderes Highlight den Sockel des Schulbaus. In
den bestehenden Etagen ertüchtigten die Architekten
vorhandene Elemente und Materialien weitgehend
und integrierten diese in das neue Gestaltungskonzept.
So prägen neben Sichtbeton und Terrazzo
auch Akustik-Deckenuntersichten im Stil der späten
1960er-Jahre weiterhin das Bild. Insgesamt stehen
künftig fast 22.000 m 2 Nutzfläche für den Schulbetrieb
und als Unterrichtsflächen zur Verfügung. •
Standortleitung Burckhardt Architektur, Suisse romande:
Oliver Henninger, Nicolas Vaucher und Eric Proment
Rez-de-chaussée
EG
Collège Rousseau
Genf, Schweiz
Bauherr:
Planung:
Tragwerksplanung:
Bauphysik:
Fassade:
Betonfertigteile (Fassade):
Elektrotechnik:
Haustechnik:
Akustik:
Historiker Heimatschutz:
BIM/CDE:
Gesamtfläche: 21.850 m 2
Planungsbeginn: 2018
Fertigstellung: 2024
www.burckhardt.swiss
État de Genève, Kantonales Amt für Bauwesen
Burckhardt Architektur
Thomas Jundt Ingénieurs Civils
ENPLEO
Xmade
MFP Préfabrication
Betelec
Chammartin & Spicher
Batj
Christian Bischoff
Kairnial (Thinkproject), Autodesk Construction Cloud
© Burckhardt Architektur
„Angesichts der denkmalpflegerischen Qualitäten
des Collège Rousseau war es unser Ziel, die
historische Substanz zu respektieren und zu bewahren,
ihre architektonischen Qualitäten sichtbar
zu machen und das Collège behutsam zu erweitern
– dabei haben wir mehr auf Kontinuität als
auf Kontrast gesetzt.“
Nicolas Vaucher, Partner und Mitglied der
Standortleitung Lausanne/Genf
architektur FACHMAGAZIN
44
Arbeits- & Bildungswelten
Lernen
fürs Leben
Imagine Montessori School / Paterna, Valencia / Gradolí & Sanz Arquitectes
Text: Edina Obermoser Fotos: Mariela Apollonio
Im Nordwesten von Valencia in einer Art Schlucht gelegen
und eingebettet in einen Pinienhain wird die Natur
in der Imagine Montessori School neben den jungen
Nutzern zur Protagonistin. Die spanischen Gradolí &
Sanz Arquitectes entwickelten das Schulhaus ganz
aus natürlichen Materialien, verzichteten dabei auf
überflüssige Details und Verkleidungen und machten
das Gebäude so selbst zu einem Teil des pädagogischen
Konzepts. Außenräume und ein Gründach fügen den
Bau dezent in seine Umgebung ein und runden das
naturnahe Lernerlebnis stimmig ab.
Während das Schulgebäude selbst bereits 2019 teilweise
fertiggestellt wurde, fand 2023 mit der Herstellung
der Außenflächen auch die zweite und finale
Bauphase ihren erfolgreichen Abschluss. Der Neubau
befindet sich in Paterna, einer Gemeinde in der Provinz
Valencia, zwischen einer Wohngegend und der
Schlucht En Dolça. Um die angrenzende Natur einzuladen
und den Stellenwert, den die felsige Umgebung
für die Region hat, hervorzuheben, öffnet sich der
Eingang der Schule zur Schlucht hin. Die Erschließung
des Hauses erfolgt über Holzstege. Sie durchqueren
aufgeständert den Wald und geben durch die
Baukronen hindurch immer wieder den Blick auf das
Gebäude frei. So wird der Weg in die Imagine Montessori
School zur besonderen Reise, die einen sanften
Übergang aus der Stadt hinein ins Grüne schafft.
Kleinteiliges, naturnahes Design
Das Gebäude setzt sich aus mehreren Volumen zusammen,
die sich gestaffelt aneinanderlegen und
rundherum vielfältige Außenbereiche zum Entdecken,
Lernen und Spielen aufspannen. Dem nach
Westen orientierten Zugang ist ein einladender Platz
vorgelagert, an der östlichen Seite erstreckt sich
ein gemeinsamer Spielplatz in Richtung Natur. Dank
dieser Anordnung lassen sämtliche Räume visuelle
Verbindungen sowohl zur Schlucht als auch zu den
Bäumen hin zu und rücken die Landschaft als wichtigstes
Element in den Fokus. Ein Erschließungsraum
verbindet die einzelnen Trakte der Schule wie ein
gemeinsames Rückgrat. Mit Vor- und Rücksprüngen,
Balkonen und Wegen wird er zum dynamischen Begegnungsort,
in dem gespielt, gelernt und gelacht
werden kann.
u
www.architektur-online.com
45
Gradolí & Sanz Arquitectes
architektur FACHMAGAZIN
46
Arbeits- & Bildungswelten
Bedürfnisorientiertes Schulkonzept
In den Klassenzimmern gibt es weder Lehrerpult
noch Tafel. Stattdessen sind sie in fünf Bereiche unterteilt,
die von den Schülern frei genutzt werden
können. Je nach Interesse und individuellen Anforderungen
stehen ihnen sensorische oder praktische
Aktivitäten aus dem Alltag zur Verfügung oder Zonen,
die ganz den Themen Sprachen, Mathematik
und Kultur gewidmet sind. Auch sonst orientiert sich
die Gestaltung des Gebäudes an den Bedürfnissen
der Kinder – und insbesondere an ihrem Maßstab.
Jeder Unterrichtsraum wird über eine Garderobe betreten,
wo ein Bogen in der Wand die Schüler weiter
in den Hauptbereich leitet. Darüber hinaus lassen
loftartige Zwischenebenen sowie Nischen und Verstecke
unter den Treppen die Bereiche kleinteiliger
wirken. In sämtlichen Räumen merkt man, dass diese
nicht für Erwachsene, sondern für eine kleinere Zielgruppe
konzipiert wurden.
u
Alle Unterrichtsräume verfügen über
eigene Terrassen- bzw. Balkonflächen.
Überdacht und mit Sitzstufen ausgestattet
laden die Außenbereiche zum
Spielen und Lernen im Freien ein.
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Gradolí & Sanz Arquitectes
architektur FACHMAGAZIN
48
Arbeits- & Bildungswelten
Natürlich belüftet & temperiert
Ein Solarkamin, der sich über drei Geschosse erstreckt
und mit einem Oberlicht abschließt, sorgt in
der Imagine Montessori School für lichtdurchflutete
Innenräume sowie abwechslungsreiche Blickbeziehungen
zwischen den Klassen und ermöglicht zudem
eine natürliche Belüftung. Das üppig bewachsene
Dach lässt die Grenzen zwischen Gebäude und
Umgebung fließend ineinander übergehen und trägt
weiter zu seiner Effizienz bei. Es schützt vor Sonne
und Regen und trägt damit auf passive Weise zum
Komfort der kleinen Nutzer bei.
Immersiver Lernort
Fenster in unterschiedlichen Höhen und Terrassen
betonen in allen Räumen der Schule den Bezug nach
draußen. Außerdem gelangt durch die großflächigen
Verglasungen jede Menge Tageslicht ins Innere
und kreiert ein freundliches Lernumfeld. Bei gutem
Wetter erweitern die überdachten Außenflächen die
Schule ins Freie. Zusätzlich ist hier jedem Trakt ein
kleines Amphitheater, ein Brunnen sowie ein eigener
Baum zugeordnet, der sich mit den Jahreszeiten verändert
und so ebenfalls zum immersiven Lehrmittel
wird. Die natürlichen Oberflächen – von warmem, zart
gemasertem Holz bis hin zu rohen, rotbraunen Lehmziegeln
– verstärken die angenehme, kindgerechte
Atmosphäre in den Räumen. Im gesamten Haus verwendeten
die Architekten ausschließlich umweltfreundliche
Materialien. Die Konstruktion beruht auf
60 cm dicken, tragenden Lochziegelwänden sowie
massiven Lehmgewölben und -böden. Ergänzt werden
diese in den Innen- und Außenbereichen durch
Holzelemente, wo sich der Naturwerkstoff ebenfalls
sichtbar in das Interior Design einfügt. Beton kam
nur beim Fundament zum Einsatz, vereinzelte Stahlsäulen
und -geländer komplettieren an den Fassaden
das Bild. Verkleidungen sucht man in dem Neubau
vergeblich. Stattdessen bleiben vom Tragwerk bis zu
den Installationen alle Teile des Gebäudes einsehbar.
Sie wurden von Gradolí & Sanz Arquitectes bewusst
in die Räume integriert und geben den Kindern Einblick
in die Funktionsweise der Schule.
u
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Gradolí & Sanz Arquitectes
Tonnengewölbe aus
Terrakottaziegeln und
Deckenbalken aus Holz
bleiben im Inneren sichtbar.
Sie geben Einblick
in die Konstruktion und
prägen mit ihren naturbelassenen
Oberflächen
sämtliche Räume.
architektur FACHMAGAZIN
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Arbeits- & Bildungswelten
Die Natur als Lehrmeister
Anstelle von akkurat getrimmten Rasenflächen sind
die Außenbereiche rund um das Schulgebäude als
lebendige, sich verändernde Naturgärten geplant.
Neben Wurzeln, Ästen und Zapfen zum Spielen, können
die Kinder auch – je nach Jahreszeit – wilden
Spargel bzw. Pilze und mit ihnen wertvolle Erfahrungen
fürs Leben sammeln. Außerdem warten hier von
Rampen und Rutschen bis hin zu Klettermöglichkeiten
und Höhlen verschiedenste Dinge darauf, kreativ
erforscht zu werden. Bei starkem Regen lernen die
Schüler mehr über die Kraft der Natur, wenn sich die
Schlucht neben der Imagine Montessori School in einen
rauschenden Fluss verwandelt.
•
Von Nischen und Verstecken bis hin zu
Wegen und Fensterplätzen mit Blick nach
draußen – die Architekten entwarfen den
Neubau in einem kindgerechten Maßstab,
der sämtliche Kinderwünsche erfüllt.
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Gradolí & Sanz Arquitectes
Imagine Montessori School
Paterna, Valencia
Bauherr:
Planung:
Tragwerksplanung:
Landschaftsarchitektur:
Zubi Educational Real State
Gradolí & Sanz Arquitectes
Lucas Muñoz & Adolfo Alonso
GM Paisajistas
Weitere Projektpartner: Albura Wood & Concept (Holzbau), Martí Cots
(Metallarbeiten), Cercaa (Ziegelgewölbe), Morata (Holzbau außen),
DISBEA showlutions (Innenausbau), Zero Consulting (Installationen &
BREEAM Phase 1), GME (Installationen Phase 2), Cosmo Stil (Beleuchtung),
GBCE (Umweltzertifizierung), Silens Acústica (Akustik)
Grundstücksfläche: 4.556 m 2
Bebaute Fläche: 2.922 m 2
Nutzfläche: 2.298 m 2
Planungsbeginn: 2017
Baubeginn: 2018
Fertigstellung:
2023 (2. Bauphase)
Baukosten: 4.6 Mio. €
www.gradolisanz.acontrapeu.com
„Wir sind stets bemüht, unser Interesse am kulturellen
Erbe und an der Stadt zu bewahren. In der
physischen und menschlichen Umwelt finden wir
die Schlüssel, die unsere Projekte leiten. Auf der
Grundlage dieser Prämissen suchen wir die ehrlichste
räumliche und materielle Antwort, die wir in jedem
spezifischen Fall geben können.“
Gradolí & Sanz Arquitectes
architektur FACHMAGAZIN
52
Arbeits- & Bildungswelten
Raum mit Haltung
Waldorfschule Wien-Mauer / Dietrich Untertrifaller
Text: Linda Pezzei Fotos: Kurt Hoerbst, Aldo Amoretti
www.architektur-online.com
53
Dietrich Untertrifaller
Ein Bildungsbau, der keine Kompromisse
eingeht: Dietrich Untertrifaller übersetzen
mit der Erweiterung der Waldorfschule in
Wien-Mauer die Prinzipien der Waldorfpädagogik
in eine nachhaltige, konsequent
holzbetonte Architektursprache.
Kaum eine Schulform stellt so klare Anforderungen
an die räumliche Gestaltung wie Waldorfschulen. Sie
fordern ein Architekturverständnis, das das Kind in
den Mittelpunkt stellt, seine ganzheitliche Entwicklung
unterstützt – und dabei den physischen Raum
selbst zum pädagogischen Werkzeug macht. Genau
das ist mit der Gestaltung der Waldorfschule in Wien-
Mauer gelungen: Die jüngste Erweiterung des denkmalgeschützten
Bestands ist mehr als ein funktionaler
Zubau – sie ist räumlich gelebte Haltung.
Anthroposophie weitergedacht
Diese Haltung spiegelt sich im architektonischen
Konzept wider. Der Neubau interpretiert die traditionell
organische Formensprache anthroposophischer
Schulbauten in zeitgemäß reduzierter Weise. Die architektonischen
Gesten sind subtil, aber bewusst gesetzt:
Ein Rhythmus aus Sichtbeton, Brettsperrholz,
Lehm und Robinienholz bestimmt das räumliche Gefüge
– von der Turnhalle bis zum Dachklassentrakt.
Dabei verzichtet der Neubau auf rechte Winkel, wo
sie nicht notwendig sind, und setzt stattdessen auf
natürliche Übergänge, offene Strukturen und sinnliche
Materialien.
u
architektur FACHMAGAZIN
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Arbeits- & Bildungswelten
Bestandserweiterung mit
Respekt und Innovation
Um die Verbindung zwischen Alt und Neu behutsam
zu gestalten, wurde der Bestand sorgsam unterfangen,
ergänzt und aufgestockt – mit möglichst geringer
zusätzlicher Belastung. Das Dach wurde neu
aufgesetzt, die Gaupe der neuen Neigung angepasst.
Ein vorgelagertes Treppenhaus mit Aufzugskern aus
Stahlbeton, brandschutztechnisch erforderlich, vermittelt
zwischen den Baukörpern, ohne sich gestalterisch
in den Vordergrund zu drängen. Die horizontale
Erschließung erfolgt über witterungsgeschützte
Laubengänge – unbeheizte Loggien, die nicht nur als
thermische Pufferzone, sondern auch als Lern- und
Begegnungsräume dienen.
Holzbau als pädagogische Haltung
Im Inneren setzt sich das pädagogische Konzept
konsequent fort: Herzstück des Neubaus ist der
sichtbare Holzbau – nicht als Stilmittel, sondern
als sinnstiftende Materialwahl. Die Decke über dem
Klassentrakt wurde als Hohlkastendecke in Massivholz
ausgeführt, die Turnhalle erhielt eine Rippendecke
mit aussteifenden Brettsperrholzplatten. Die
Kon struktion verzichtet weitgehend auf Stahl-Holz-
Hybrid lösungen und bleibt damit kostengünstig,
emissionsarm und handwerklich nachvollziehbar.
Diese Konsequenz prägt auch die Innenräume: Chemiefreie
Materialien, Lehmputz und Robinienholz
schaffen eine warme, haptische Umgebung. Die
Holzlamperie mit integrierten Türen, die unbehandelte
Oberfläche der Lehmwände und die bewusst raue
Sichtbetonästhetik im Treppenhaus erzeugen ein
differenziertes Raumerlebnis, das auf die sinnliche
Wahrnehmung der Kinder abgestimmt ist.
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55
Dietrich Untertrifaller
Robinie, Lehm, Sichtbeton: Die Materialwahl ist ebenso sinnlich wie robust –
und trägt die Philosophie der Waldorfpädagogik konsequent in die Gestaltung.
Raum als Lernfeld
So entstehen Grundrisse, die keinem starren Raster
folgen, sondern vielfältige Aneignungen ermöglichen.
Vier identische Klassenräume öffnen sich zur Terrasse,
die Erschließung über Laubengänge ermöglicht
Rückzug und Weitblick zugleich. Im Obergeschoss
ergänzen Werkstätten, ein Musikraum mit Stauraum
unter der Dachschräge und ein großzügiges Foyer
das Raumprogramm. Das Foyer kann als Erweiterung
des Unterrichts genutzt werden – zum Beispiel für
Eurythmie, Theater oder Versammlungen.
Auch funktionale Anforderungen wurden architektonisch
intelligent gelöst: Eine elegant integrierte Freitreppe
an der Nordseite führt in den Garten und wird
durch ein begrüntes Metallgitter formal gefasst. Der
Raum darunter dient als Geräte- und Lagerraum – ein
Beispiel für die gelungene Verbindung von Funktionalität
und Gestaltung.
Das Projekt zeigt, wie Architektur Kindern Raum gibt,
ihre Persönlichkeit in einem vertrauten, aber nicht
überformten Umfeld zu entfalten. Es geht dabei nicht
nur um Bildung, sondern um Beziehungsräume – für
Selbstwirksamkeit, Gemeinschaft und Vertrauen.
Damit nähert sich das Projekt der Idee, die das Büro
selbst als Ziel formuliert: Räume zu schaffen für „die
Erwachsenen von morgen“ – und für die Fragen, die
diese stellen werden.
u
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Arbeits- & Bildungswelten
Der Kindergarten als kleiner Mikrokosmos
Die Prinzipien der Schule setzen sich im neu gestalteten
Kindergarten fort – in kleinerem Maßstab, aber
ebenso präzise. Die Verwendung von leim- und chemiefreien
Brettstapelelementen, kombiniert mit einer
Raumstruktur aus offenen Galerien, Nischen und
Verstecken, schafft eine spielerische und dennoch
robuste Umgebung. Der Kindergarten zeigt beispielhaft,
wie sich ökologisches und pädagogisches
Denken räumlich verbinden lassen – ohne technologische
Überfrachtung.
Mit der Erweiterung der Waldorfschule in Wien-Mauer
ist Dietrich Untertrifaller eine überzeugende Übersetzung
anthroposophischer Ideale in eine klare,
nachhaltige und materialgerechte Architektur gelungen.
Hier wurde nicht nur Schulraum geschaffen,
sondern eine Atmosphäre des Vertrauens, der Geborgenheit
und der Freiheit – Werte, die auch über
die Waldorfgemeinschaft hinaus richtungsweisend
für den Bildungsbau der Zukunft sind.
•
www.architektur-online.com
57
Dietrich Untertrifaller
Dietrich Untertrifaller
Dietrich Untertrifaller
Dietrich Untertrifaller
Rudolf Steiner Rudolf Schule Steiner Schule
Wien Wien
OG 2
0 12,5 25 Schnitt
Fertigstellung 2024
0 12,5 25
Dietrich Untertrifaller
OG 1
0 12,5 25
0 0 12,5 12,5 25 25 Ebene 0 Ebene 0
Fertigstellung 2024 Fertigstellung 2024
EG
UG
Waldorfschule Wien-Mauer
Wien, Österreich
Bauherr:
Planung:
Team:
Statik:
Rudolf Steiner Schulverein
Dietrich Untertrifaller und Andreas Breuss
Harald Eder, Tobias lndermühle (Projektleitung),
Andreas Laimer, Michael Porath, Julian Roiser,
Fabio Verber
Beton: Gerhard Gschwandtl ZT Wien
Holz: KPZT - Kurt Pock Tragwerksplanung Klagenfurt
Grundstücksfläche: 4.125 m²
Bebaute Fläche: 1.284 m²
Nutzfläche: 3.148 m²
Planungsbeginn: Mai 2015
Bauzeit: September 2022 - Juni 2024
Fertigstellung: Juni 2024
0 12,5 25
„In Bildungsbauten geht es nicht nur um Funktion
– es geht darum, Räume zu schaffen, die Denken,
Fühlen und Handeln gleichermaßen ansprechen. Wir
wollen mit unserer Architektur Atmosphäre schaffen,
die Vertrauen stiftet, zur Eigenverantwortung ermutigt
und nachhaltige Entwicklung ermöglicht – sozial,
ökologisch und kulturell. Die Waldorfschule in Wien-Mauer
bringt diese Haltung auf den Punkt.“
www.dtflr.com
Dietrich Untertrifaller
architektur FACHMAGAZIN
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Arbeits- & Bildungswelten
Klasse mit
Terrasse
Bildungscampus Willi Resetarits / Wien / Kronaus Mitterer Architekten
Text: Andreas Laser Fotos: Schreyer David
Mit dem Bildungscampus Willi Resetarits in Wien-
Floridsdorf haben Kronaus Mitterer Architekten ein beispielhaftes
Ensemble für zeitgemäßes Lernen geschaffen.
Der Neubau vereint Kindergarten, Volks- und Mittelschule,
Musikschule sowie ein Jugendzentrum unter einem Dach
und wird damit zum lebendigen Mittelpunkt eines ganzen
Stadtteils. Die räumlich wie pädagogisch integrative
Konzeption denkt Schule neu – als offenen, sozialen und
ökologischen Erfahrungsraum.
Der Campus ergänzt die sogenannte „Bildungsmeile
Floridsdorf“, ein städtisches Entwicklungsband entlang
der Franklinstraße. Der viergeschossige Baukörper
reagiert sensibel auf die bauliche Körnung der
Umgebung und interpretiert die Blockrandtypologie
der Nachbarschaft auf zeitgemäße Weise. Zur Kahlgasse
hin reduziert sich die Höhe auf zwei Geschosse
und wahrt damit den Maßstab der angrenzenden
Wohnbebauung. Ein Rücksprung im Erdgeschoss
schafft entlang der Straße einen großzügigen Vorbereich
– einen öffentlichen Raum, der urbane Großzügigkeit
mit funktionalem Mehrwert verbindet.
Ein Lernort, der verbindet
Kronaus Mitterer verstehen Schule als vielschichtigen
sozialen Raum. „Schulen sind für uns architektonische
Gefüge, in denen sich das Leben und Lernen
ganzer Gemeinschaften entfalten kann“, so die
Architekten. Bildung wird dabei nicht als rein funktionaler
Vorgang gedacht, sondern als emotionales
und soziales Erlebnis – ein Prozess, der räumliche
Qualitäten erfordert, die sowohl Rückzug als auch
Begegnung ermöglichen.
u
www.architektur-online.com
59
Kronaus Mitterer Architekten
architektur FACHMAGAZIN
60
Arbeits- & Bildungswelten
Der Außenraum ist als erlebnisreicher Bildungsraum gestaltet – mit Spiel-, Ruhe- und
Bewegungszonen für alle Altersgruppen. Die begrünten Dächer und Terrassen des
Campus sind ein wirksamer Beitrag zur Mikroklimaverbesserung, zur Urban Heat
Island-Strategie Wiens und zur Aufenthaltsqualität der Lernräume.
Zentrales Element des Entwurfs ist die schachbrettartige
Clusterstruktur, in der Bildungsräume und offene
Multifunktionszonen zu einem rhythmisierten räumlichen
Gefüge verschmelzen. Diese Organisation fördert
unterschiedliche Lernformen – von konzentriertem
Einzelarbeiten bis zum spielerischen Miteinander. Die
differenzierte Farbgebung und eine fein abgestimmte
Zonierung des Innenraums sorgen für Orientierung
und schaffen zugleich eine Vielzahl atmosphärischer
Raumsequenzen. Jede Clusterzone ist in sich schlüssig,
bleibt jedoch über Sichtbeziehungen und offene
Übergänge in das Gesamtgefüge eingebunden.
Die „Klasse mit Terrasse“ ist dabei mehr als ein gestalterisches
Motiv: Jeder Bildungsbereich wird
durch begrünte Terrassen nach außen erweitert. Sie
schaffen naturnah gestaltete Freiräume in den Obergeschossen
und stärken die Verbindung von Innen
und Außen auf allen Ebenen. Unterschiedliche Freiraumtypen
bieten Orte für Spiel, Ruhe, Austausch
oder Bewegung – altersunabhängig und inklusiv. Die
Architektur inszeniert nicht nur Räume für Bildung,
sondern entwirft eine räumliche Struktur für Gemeinschaft
in Bewegung.
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Kronaus Mitterer Architekten
Flexibilität mit System
Das Tragwerkskonzept aus Skelett- und Schottenbauweise
unterstützt die Leitidee einer offenen,
modularen Raumstruktur. Spannweiten von bis zu
8,60 Metern ermöglichen stützenfreie Zonen und
maximale Flexibilität in der Nutzung. Raumhohe Verglasungen,
in Leichtbauweise ausgeführte Trennwände
und stützenfreie Terrassenflächen eröffnen
ein hohes Maß an Transparenz und visueller Durchlässigkeit.
Die robuste Grundstruktur erlaubt perspektivisch
eine einfache Anpassung an sich wandelnde pädagogische
Konzepte – etwa durch Umnutzung, Erweiterung
oder räumliche Reorganisation. Diese Flexibilität
zeigt sich bereits im Nutzungskonzept: Bereiche, die
zum Schulstart noch nicht benötigt wurden, werden
temporär durch die Stadtverwaltung genutzt. Damit
erweist sich der Campus als planerisch vorausschauend
gestaltetes Gebäude, das auf urbane Veränderungen
agil reagiert.
u
architektur FACHMAGAZIN
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Arbeits- & Bildungswelten
Schachbrettartig organisierte
Cluster mit offenen
Multifunktionszonen
ermöglichen fließende
Raumfolgen für unterschiedliche
Lernsituationen
– von ruhigem
Arbeiten bis zum gemeinschaftlichen
Austausch.
Materialität und Atmosphäre
Die Außenfassade aus unbehandelter Lärche verleiht
dem Gebäude eine warme, natürliche Erscheinung.
Das Holz stammt aus heimischem Bestand und
wurde konstruktiv so detailliert, dass eine lange Lebensdauer
ohne chemischen Holzschutz möglich ist.
Auch im Inneren dominieren schadstofffreie, natürliche
Materialien. In den Unterrichtsräumen kommt
geöltes Industrieparkett zum Einsatz, in den Erschließungszonen
emissionsarme Kautschukfliesen,
in Aula und Stiegenhäusern robuste Terrazzobeläge.
Akustikdecken und mikroperforierte Wandverkleidungen
verbessern spürbar die Raumakustik und
leisten so einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden.
Genutzt werden unter anderem Trikustikplatten und
akustisch wirksame Elemente von Ecophon, die zugleich
als Pinnwände nutzbar sind. Alle eingesetzten
Materialien entsprechen dem „ÖKOKAUF“-Standard
der Stadt Wien und wurden hinsichtlich Pflegeaufwand
und Langlebigkeit optimiert. Die Ausstattung
wirkt funktional, aber nicht steril – sie schafft ein
Lern umfeld, das Gesundheit, Konzentration und
Identifikation fördert.
Gebaut mit Verantwortung
Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des Campus-Konzepts.
Eine Photovoltaikanlage auf dem
Dach produziert umweltfreundlichen Strom, ein unterirdisches
Geothermiefeld temperiert das Gebäude
über aktivierte Betondecken. Regenwassernutzung
und eine energieeffiziente Haustechnik sorgen für
einen ressourcenschonenden Betrieb.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Begrünung
als baulichem Mittel zur Klimaanpassung: Dach-,
Fassaden- und Terrassenbegrünungen verbessern
nicht nur das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität,
sondern unterstützen gezielt die „Urban Heat
Island“-Strategie der Stadt Wien. Diese Maßnahmen
tragen dazu bei, städtische Überhitzung zu reduzieren
und schaffen zugleich ökologische Verbindungen
innerhalb des Quartiers. Darüber hinaus
wurden Nistkästen für Mauersegler, Fledermäuse
und Dohlen in die Fassade und auf den Dächern integriert
– ein Beispiel für gelebte Biodiversität im
Schulbau. Der Bildungscampus ist mit diesen Qualitäten
nicht nur ein Ort für heutige Bildungsbedarfe,
sondern ein resilientes, zukunftsfähiges Gebäude
im städtischen Kontext.
•
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Kronaus Mitterer Architekten
OG 2
EG
Bildungscampus Willi Resetarits
Wien, Floridsdorf
Bauherr:
Planung:
Team:
GP-Managment:
TWP & BPH:
Haustechnik:
Freianlagen:
Magistrat der Stadt Wien, MA 56 Schulen;
WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH
Kronaus Mitterer Architekten ZT GmbH
Peter Müller (PL), Bernadett Csenteri (PL Wbw),
Ninoslav Illic (PL Stv.), Nikola Tasev, Martin Belkovsky,
Jakub Lech, Andreas Metz, Christina Sellner
Arch. DI Robert Haider
RWT Plus
Woschitz Group
EGKK
BGF: 18.982 m²
Wettbewerbsgewinn: August 2021
Planungsbeginn: 01/2022
Bauzeit: 03/2023 - 08/2024
www.kronaus-mitterer.at
„Der Bildungscampus Willi Resetarits ist als vielschichtige
Lernlandschaft konzipiert, die ein Gefüge
aus offenen Plätzen und geschützten Rückzugsräumen
bietet, in dem Innen- und Außenbereiche ineinander
übergehen und soziale Interaktionen fördern.“
Christian Kronaus & Peter Mitterer
architektur FACHMAGAZIN
64
Schulbau der Zukunft
Leise, lernfördernd
& lebendig
Neue Schulen sollen mehr können: Klima- und Nutzerfreundlichkeit, intelligente
Systeme und belastbare Materialien treffen auf Raumkonzepte, die das Lernen
flexibilisieren. Doch was ist wirklich sinnvoll? Und wie beeinflusst die technisch
optimierte Umgebung das Wohlbefinden und den Lernerfolg?
Text: Linda Pezzei
Zwischen Hightech und Lowtech
Die Digitalisierung ist im Klassenzimmer
angekommen. Interaktive Displays, digitale
Lernplattformen, smarte Beleuchtung und
sensorisch gesteuerte Lüftungssysteme
gehören vielerorts zur neuen Ausstattung.
Technik kann die Differenzierung und Inklusion
erleichtern, den Unterricht flexibilisieren
und die Raumsteuerung optimieren
– vorausgesetzt, sie wird didaktisch sinnvoll
eingesetzt. Gleichzeitig erleben einfache,
robuste Materialien und Lowtech-Lösungen
ein Comeback: natürliche Belüftung, Massivholzbau,
modulare Möblierung. Was beide
Ansätze verbindet: Schulen sollen gesünder,
klimaneutraler, anpassungsfähiger werden.
Und sie sollen Orte sein, an denen man sich
wohlfühlt. Dabei spielt die Akustik eine zentrale
Rolle. Denn: Wenn es laut ist, wird Lernen
zur Belastung. Eine gute Raumakustik verbessert
nicht nur die Sprachverständlichkeit,
sondern auch das Lernklima, die Konzentrationsfähigkeit
und die Gesundheit der Lehrenden.
Studien zeigen: Lärm stresst, macht
müde, senkt die Motivation. „Akustik ist kein
Add-on“, sagt Sebastian Kraync von Ecophon.
„Sie ist ein zentrales Qualitätsmerkmal
für nachhaltige Lernräume.“
Das Sanierungsprojekt Schulzentrum Mittel-
und Spalowskygasse in Wien zeigt
beispielhaft, wie gezielte akustische Maßnahmen
mit Deckensegeln und pinnbaren
Wandabsorbern bestehende Schulen zukunftsfähig
machen können. Kombiniert
mit thermischer Bauteilaktivierung und einfachen
Mitteln wie Vorhängen oder Akustikdecken
wird mit wenig Aufwand große
Wirkung erzielt.
Bestand als Chance: Warum
Sanierung entscheidend ist
Dabei geht es nicht nur um neue Projekte.
Die überwiegende Mehrheit der Schulen in
Österreich – und in ganz Europa – besteht
aus älteren Bestandsgebäuden. Neubauten
machen nur einen geringen Anteil aus. Wer
Bildungsräume zukunftsfähig gestalten
will, muss daher vor allem den Bestand in
den Blick nehmen. Hier entscheidet sich,
ob eine breite Mehrheit von Schüler:innen
und Lehrkräften von besseren Bedingungen
profitiert. Sanierungen bieten enorme
Potenziale: Sie sparen Ressourcen, reduzieren
CO 2 -Emissionen und erhalten bestehende
Strukturen. Gezielt eingesetzte
Maßnahmen – von Akustikdecken über
energieeffiziente Beleuchtung bis hin zur
sensorgesteuerten Lüftung – verbessern
das Raumklima und die Lernbedingungen
oft mit vergleichsweise geringem Aufwand.
Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern
auch um Partizipation: Wenn nur Neubauten
optimal ausgestattet werden, droht
eine Zwei-Klassen-Bildungslandschaft. Um
Chancengleichheit zu gewährleisten, müssen
gerade auch Bestandsgebäude zu gesunden,
inklusiven und anpassungsfähigen
Lernorten werden. Sanierungen bieten zudem
die Chance, ortstypische Materialien
weiter zu verwenden und die Identität des
Schulstandortes zu bewahren.
Schulen für Menschen bauen
Der Schulbau der Zukunft ist nicht automatisch
digital oder durchtechnisiert. Er ist
anpassungsfähig, robust, gesund und menschengerecht.
Intelligente Technik kann
dazu ebenso beitragen wie bewährte Materialien,
gute Akustik oder flexible Raumcluster.
Entscheidend ist nicht die Innovation an sich,
sondern ihr Beitrag zu einer Lernumgebung,
die Bildung, Beziehung und Partizipation fördert.
Architektur wird so zum Mitgestalter
der Schulkultur – leise, lernfördernd, lebendig.
Gerade im Bestand liegt der größte Hebel:
Hier entscheidet sich, ob bessere Lernbedingungen
für alle Wirklichkeit werden.
© Sima Prodinger
Schulzentrum Mittelgasse: Hochabsorbierende,
bepinnbare Wandabsorber sorgen für
bessere Akustik im Klassenzimmer.
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65
Schulbau der Zukunft
Fotos: Hertha Hurnaus
Bildungscampus Sonnwendviertel, Wien
Architektur: PPAG Architekten
Fokus: Wiens erstes ziel- statt
lösungsorientiertes Bildungsgebäude
Der von PPAG Architekten entworfene Bildungscampus
Sonnwendviertel in Wien
setzt als erstes ziel- statt lösungsorientiertes
Bildungsgebäude der Stadt neue
Maßstäbe. Die Architektur basiert auf einer
modularen Clusterstruktur, die mit großzügigen
Marktplätzen, gemütlichen Nischen
und offenen Freiklassen vielfältige
Lern- und Begegnungsräume schafft. Der
Ganztagsbetrieb mit verschränktem Unterricht
profitiert von dieser Raumvielfalt, die
unterschiedlichste pädagogische Konzepte
unterstützt. Nachhaltigkeit zeigt sich in
der dezentralen Lüftung, der Nutzung von
PV-Strom und einer integrativen Freiraumgestaltung.
Besonders innovativ sind die
speziell entwickelten Schultische, die Mobilität
und Kommunikation fördern und Platz
für jeweils drei Kinder bieten.
u
Der Bildungscampus Sonnwendviertel
in Wien setzt auf offene Lernlandschaften
im Cluster-Prinzip.
architektur FACHMAGAZIN
66
Schulbau der Zukunft
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Schulbau der Zukunft
Fotos: Schreyer David
Bildungscampus Graz-Puntigam
Architektur: Franz&Sue
Fokus: Low-Tech-Ansatz mit automatisierter Fensterspaltlüftung
Beim Bildungscampus Graz-Puntigam von Franz&Sue
steht ein konsequenter Low-Tech-Ansatz im Mittelpunkt.
Die automatisierte Fensterspaltlüftung sorgt
für ein angenehmes Raumklima, natürliche Baustoffe
wie Lehmputz, Hochlochziegel und Hanfdämmung
überzeugen nicht nur baubiologisch, sondern ermöglichen
auch einen rückbaubaren Gebäudestandard.
Die flexiblen Cluster sind mit Vorhängen und Holzlamellendecken
ausgestattet, die eine hervorragende
Akustik garantieren. Statt auf digitale Ausstattung
wird auf klassische Kreidetafeln und analoge Pinnwände
gesetzt, um einen bewussten Gegenpol zum
digitalen Overkill zu schaffen. Das einfache Haustechnikkonzept
bleibt offen für zukünftige Erweiterungen
und Anpassungen.
Nachgefragt: 3 Fragen an Franz&Sue
zum Bildungscampus Graz-Puntigam
betonoptik gehalten. Im offenen Erdgeschoss haben
wir uns für Holzlamellendecken entschieden, die mit
Akustikvlies und Hanf- oder Mineralwolle hinterlegt
sind. Zusätzlich setzen wir auch hier auf Vorhänge als
flexible Raumteiler mit schallabsorbierender Wirkung.
Welche Rolle spielten Life-Cycle-Aspekte?
Wir setzen bei dieser Schule auf ein einfaches Haustechniksystem
mit automatisierter Fensterspaltlüftung
statt auf eine aufwändige mechanische Lüftungsanlage.
Die Entscheidung für Hochlochziegel
hängt nicht direkt mit der Haustechnik zusammen.
Allerdings sind Hochlochziegel (50 cm) mit vorgesetzten
Hanfdämmplatten (3 cm) am Ende des Lebenszyklus
des Gebäudes leichter zu entsorgen als
z.B. mit Dämmstoff gefüllte Ziegel.
u
Hightech, Smart Tech oder Lowtech?
In der Schule kommen keine Whiteboards, sondern
klassische grüne Kreidetafeln zum Einsatz, die als „analoge“
Elemente die Filzpinnwände adäquat ergänzen.
Welche konkreten Maßnahmen ergänzen die natürlichen
Dämmeigenschaften von Hanf und Lehm?
In den Lernclustern setzen wir auf farbige Vorhänge
als Gestaltungselemente, mit denen diese Bereiche
an die individuelle Nutzung angepasst werden
können. Die Vorhänge sind auch für die Raumakustik
wichtig, ebenso wie die Holzwolleplatten an den
Decken. Insgesamt dominiert das Material Holz die
Innenräume, nur die Treppenhauskerne sind in Sicht-
architektur FACHMAGAZIN
68
Schulbau der Zukunft
Fotos: Samuel Holzner
Schulzentrum A. Langer, Sterzing
Architektur: Delueg Architekten
Fokus: Aufstockung aus Massivholz in leim- und nagelfreier Bauweise
Das Schulzentrum A. Langer in Sterzing wurde von
Delueg Architekten um eine Aufstockung aus Massivholz
erweitert, die gänzlich ohne Leim und Nagel
auskommt. Der nachwachsende Rohstoff Holz bietet
auch im Bildungsbereich die Möglichkeit, durch
Aufstockungen in kurzer Zeit zusätzlichen Raum
zu schaffen, ohne wertvolles Bauland zu verbrauchen
und gleichzeitig durch CO 2 -Speicherung dem
Klimawandel entgegenzuwirken, betont Christoph
Mahlknecht von Lignoalp. Die sichtbaren, unbehandelten
Holzoberflächen in den Innenräumen sorgen
nicht nur für eine warme Atmosphäre, sondern auch
für hervorragende klimatische Bedingungen, eine
angenehme Akustik und verdeutlichen die Materiallogik
der Konstruktion. Durch die schnelle und modulare
Bauweise konnte die Erweiterung sogar während
des laufenden Schulbetriebs realisiert werden.
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Schulbau der Zukunft
Sarah Ambros
Sebastian Kraync
Wissen wirkt: Studie „Echoes of Wellbeing”
Wie Akustik das Wohlbefinden von
Lehrenden beeinflusst
Studie: Sarah Ambros (Universität Wien) in Kooperation
mit Sebastian Kraync (Ecophon) und Christoph Reuter
(Universität Wien), 2024
Kernfrage: Wie beeinflusst die Raumakustik das subjektive
Wohlbefinden von Lehrenden – und welche Rolle spielen
Persönlichkeitsmerkmale?
Ergebnisse: Nur gut 50 % der untersuchten Klassenzimmer
erfüllen die Richtwerte für die Nachhallzeit.
Lehrpersonen an Mittelschulen berichten von erhöhter
Müdigkeit und Anspannung.
Raumempfinden und Stimmverhalten korrelieren mit der
Art der Akustikdecke (Lochdecken werden deutlich besser
bewertet als Rasterdecken).
Lehrende mit hoher Lärmempfindlichkeit oder ausgeprägtem
Neurotizismus empfinden ihr Arbeitsumfeld als belastender
und sind weniger zufrieden.
Fazit: Raumakustik muss individuell betrachtet werden –
als Schnittstelle zwischen baulicher Qualität und psychischer
Gesundheit.
•
Schulzentrum Mittelgasse
LEBENSRETTER
FÜR WDVS-
FASSADEN
Das Capatect Injektionsverfahren.
WDVS erhalten statt abreißen und
neu bauen.
BIS ZU
60 %
GÜNSTIGER ALS
RÜCKBAU.
© Sima Prodinger
THE POWER OF SURFACE.
architektur FACHMAGAZIN
70
Produkt News
Durchdachtes und effizientes
Beleuchtungskonzept
Für den neuen Gebäudekomplex der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ)
in Linz/AT, geplant von der Arbeitsgemeinschaft von F2 Architekten ZT GmbH
und dem Architekturbüro ZGP, erstellte das Team von Molto Luce gemeinsam
mit dem Ingenieurbüro für Elektrotechnik TB Freudenthaler ein funktionales und
ebenso energieeffizientes Beleuchtungskonzept.
Bereits vor mehr als 70 Jahren wurde das Stammhaus
der WKOÖ am Hessenplatz bezogen und hat sich
seither kaum verändert. Im aktuellen Projekt wurde
nun 2024 die Erdgeschosszone umfassend saniert
und ein moderner Neubau im Innenhof errichtet: Wo
zuvor Parkplätze lagen, ist ein begrünter, mit großen
Bäumen versehener Campus entstanden. Der neugestaltete
Komplex vermittelt nun eine helle, freundliche
Atmosphäre - weg vom klassischen, verstaubten Behördenimage
hin zu einem offenen, beweglichen und
einladenden Treffpunkt für die breite Öffentlichkeit.
Viel Holz, helle Farben und die aufgelösten Strukturen
machen alles einladend und gemütlich. Zudem kommt
genügend Tageslicht in das Gebäude, welches durch
funktionales, energieeffizientes Kunstlicht ergänzt
wird, um Helligkeit konstant zu garantieren.
www.architektur-online.com
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Produkt News
Beste Lichtverhältnisse werden etwa durch das lineare
und äußerst energieeffiziente Profilsystem
LOG50 PDI erzeugt, welches für blendfreien Sehkomfort
(UGR <19) mit mikroprismatischer Abdeckung
ausgestattet ist. Im gesamten Objekt kommen
als Grundbeleuchtung runde Deckeneinbauleuchten
der Serie BINA mit unterschiedlichen Durchmessern
von 400–1000 mm zum Einsatz. Opale Abdeckungen
und eine Farbtemperatur von 4000 Kelvin sichern
eine angenehm helle Raumatmosphäre, zudem ist
die Helligkeit bei Bedarf mittels DALI Dimmung individuell
regulierbar. Zusätzliche subtile Lichteffekte
werden durch lineare Vouten-Beleuchtung erzielt. In
RIDE-Alu-Profilen verbaute LED-Stripes bringen einen
sanften Schimmer.
Molto Luce GmbH
T +43 (0)7242 698-0
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architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Hohe Effizienz und intelligente Steuerung
Mit dem Lichtbandsystem TECTON setzt Zumtobel seit 2001 Maßstäbe bei
der Beleuchtung von Gebäuden aller Art. Mit TECTON II wurde nun die zweite
Generation gelauncht.
210 Lumen pro Watt, eine am Markt bisher unerreichte
Lebensdauer und ein deutlich besserer TCO: Mit
TECTON II (Bilder oben) vereint Zumtobel Lichtbandsysteme
die Werte intuitiv, flexibel, anpassbar,
designorientiert, nachhaltig, robust und zukunftsweisend
in einem modularen System. Mit hochwertiger
LED-Technologie, einem ausgezeichneten Farbwiedergabeindex
(CRI) und gleichmäßiger Lichtverteilung
schafft es optimale Beleuchtungsbedingungen.
Dank des Plug-and-Play-Designs ist die Installation
werkzeuglos und schnell umsetzbar, während die
hohe Energieeffizienz und intelligente Steuerungsmöglichkeiten
den Energieverbrauch minimieren.
Von der Installation über den Betrieb bis hin zu
End-of-Life-Prozessen profitieren Nutzer von hohen
Einsparungen im gesamten Produktlebenszyklus.
Auf der 19. Architektur-Biennale in Venedig setzt
Zumtobel als Sponsor den österreichischen Pavillon
mit dem LED-Lichtbandsystem TECTON-C (Bilder
rechts) in Szene. Es erfüllt die besonderen Anforderungen
temporärer Ausstellungen: Die werkzeuglose
CLIX-Montage des vielseitigen Tragschienensystems
TECTON-C ermöglicht einen schnellen Auf- und Abbau
– ein klarer Vorteil bei kunst- und architekturbasierten
Installationen mit begrenztem Zeitfenster.
Gleichzeitig sorgt die symmetrisch breit abstrahlende
Lichtverteilung der Lichtband-Leuchten in Kombination
mit einer Farbtemperatur von 3000 K und
einem Farbwiedergabeindex von Ra > 80 für eine
atmosphärische und dennoch präzise Ausleuchtung
der Exponate. Das Split-Linsenkonzept reduziert dabei
gezielt störende Blendungen.
© Luca Capuano
© Luca Capuano
ZG Lighting Austria GmbH
T +43 (0)1 258 2601 0
info.at@zumtobelgroup.com
www.zumtobel.at
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Produkt News
Schutz kritischer
Infrastruktur
Die NIS-2-Richtlinie zum Schutz kritischer Infrastruktur
soll von allen EU-Mitgliedsstaaten in nationales
Recht übertragen werden. Nach dieser Richtline
müssen Betreiber stets eine zuverlässige Kontrolle
aller Zugänge zu ihrem Gelände oder Gebäude gewährleisten.
Am einfachsten gelingt dies durch den
Einbau elektronischer Schließsysteme, die wie die
Systeme blueSmart und blueEvo von Winkhaus den
Anforderungen der neuen Richtlinie bereits entsprechen.
Besonders das neu eingeführte Zutrittskontrollsystem
blueEvo überzeugt durch eine ganzheitliche
Sicherheitsarchitektur, ein umfangreiches
Komponentenprogramm und eine intuitiv bedienbare
Hard- und Software. Zutritte können mittels der
virtuellen Netzwerkumgebung protokolliert werden,
d.h. es kann auf diese Weise festgestellt werden, wer
wann für welchen Bereich Zutritt erlangt hat.
Die schnelle Anpassung von Zutrittsberechtigungen
– beispielsweise bei ausgeschiedenen Mitarbeitenden,
verlorenen Schlüsseln oder anderen Änderungen
bei der Legitimation – schützt dank modernster
© Unsplash
Verschlüsselungstechnologien vor unberechtigtem
Zutritt. Eine lückenlose Nachverfolgung von Besucherströmen
in Unternehmen und Gebäuden ist
ebenfalls gewährleistet.
Winkhaus Austria GmbH
T +43 (0)6246 72226 0
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German Design Award
Winner 2025:
Die Downlight-Familie ALBA
vereint einheitliche Formensprache
mit vielseitiger
Funktionalität – ideal für jede
Anwendung.
Mehr Einblicke
finden Sie auf
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architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Urbaner Impulsgeber
Im Auftrag des Bauherrn Anton Riepl entwickelte der Architekt Max Dudler im
oberösterreichischen Gallneukirchen mit dem Quartier „One“ als Ergänzung zum
nahegelegenen Marktplatz ein zweites Zentrum. Im Erdgeschoss befinden sich
Handels- und Gastronomiebetriebe, die sich zu den umliegenden Gassen öffnen
und so eine aktive Verbindung zum öffentlichen Raum schaffen. Im ersten Obergeschoss
sind Büros und Arztpraxen angesiedelt, die als Übergang zwischen dem
geschäftigen Erdgeschoss und den ruhigeren Wohnungen im zweiten Stock dienen.
Begrünte Aufenthaltsinseln im Inneren bieten Orte
der Regeneration und Kommunikation und so präsentiert
sich das Ensemble als vielschichtige Skulptur,
die die charakteristischen Züge der Altstadt
aufgreift. Unterstützt wird das Architekturkonzept
durch Lichtsysteme von BEGA: Wandeinbauleuchten
tauchen die imposanten Treppen in warmes Licht
und Deckeneinbau-Tiefstrahler schaffen urbane
Räume mit eigenständiger Atmosphäre. Systempollerleuchten
bieten Orientierung und Sicherheit und
in Szene gesetzt wird das neue Quartier zudem mit
Wandleuchten, welche die Struktur der Gebäude
akzentuieren und zugleich als Gruppe das gesamte
Projekt gestalten. Das in drei Richtungen abgegebene
freistrahlende Licht bietet in Dämmerung und
Dunkelheit schnelle Orientierung, ohne zu blenden.
Die weißen Kunststoffabdeckungen mit besonders
lichtstreuenden Eigenschaften verteilen das Licht
der LED-Module gleichmäßig und weich.
BEGA Leuchten GmbH
Competence Center Innsbruck
T +43 (0)512 343150
info-austria@bega.com
www.bega.com
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Produkt News
Schulfreiraum
mit Geschichte
Mit der Fertigstellung der Modellschule Gersthof im
18. Wiener Bezirk wurde ein bedeutendes Kapitel der
Wiener Baugeschichte neu aufgeschlagen. Das ehemalige
Orthopädische Krankenhaus Gersthof wurde
umfassend saniert und für den Schulbetrieb adaptiert.
Im Zuge der Bestands- und Funktionssanierung
wurden auch die Außenanlagen neu gestaltet und
Stadtmobiliar und Spielgeräte von Stausberg Stadtmöbel
tragen maßgeblich zur Neugestaltung des
Schulfreiraums bei.
Ein zentrales Element bildet eine rund 20 Meter
lange Betonstufenkonstruktion, verkleidet mit einer
maßgefertigten Holzverkleidung. Zwei unterschiedlich
gebogene Langbänke ergänzen das Sitzangebot,
wobei die Beschichtungsfarbe in RAL 6019
Weißgrün einen frischen Akzent setzt. Weitere Einrichtungen
umfassen massive Sitzbänke und Tische
aus Holzleimbindern, 35 Fahrradanlehnbügel, zwei
Scooter-Abstellanlagen, zwei Tischtennistische, vier
Hüpfplatten und acht Slalomstangen. Mit diesem
Projekt demonstriert Stausberg seine Expertise in
der Gestaltung von Schulfreiräumen, die historische
Architektur sensibel integrieren und gleichzeitig moderne
pädagogische Anforderungen erfüllen.
Stausberg
Stadtmöbel GmbH
T +43 (0)7258 5711
info@stausberg.at
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AKTION
V E R T I K A L E
NETZMARKISEN
VON 15. MAI BIS 30. SEPTEMBER 2025
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Netzmarkise gibt es in
vielen Farben,
Größen, Materialien
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Ausführungsvarianten
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Montage an
Fassadenfenstern
sowie Terrassen- und
Balkontüren aus
Kunststoff, Aluminium
oder Holz. Zusätzlich
zur manuellen
Variante VMZ bietet
FAKRO nachstehende
Produkttypen an.”
Licht im Griff – Stil im Raum!
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Fotos: Frank Schulte
Kautschukböden für
zukunftsorientierte Bildungsstätten
In Wetzlar wurde mit der Theodor-Heuss-Schule das bislang größte Schulbauprojekt
des Lahn-Dill-Kreises verwirklicht. Das beeindruckende Bauwerk, entworfen von
der Diehl Architekten Planungsgesellschaft mbH, setzt neue Maßstäbe in der
regionalen Bildungslandschaft. Der Neubaukomplex besteht aus vier Gebäuden, die
verschiedene Fachbereiche beherbergen und Platz für etwa 1.400 Schüler bieten.
Konzipiert wurde der Gebäudekomplex in Passivhausbauweise.
Die 3,5 mm dicken norament 926
castello Kautschukfliesen fügen sich ideal in das
ökologische Konzept ein und bringen Ruhe in die
Räumlichkeiten. Der Boden, der in einem eleganten
Grau auf rund 9.000 Quadratmetern im gesamten
Gebäude verlegt wurde, trägt wesentlich zu einer
harmonischen und einladenden Raumwirkung bei.
Eine Wohlfühlatmosphäre erfordert jedoch mehr als
nur ansprechende Optik – eine gute Raumakustik ist
dabei ein zentraler Faktor. Gerade in Lernumgebun-
gen spielt diese eine entscheidende Rolle. Der dauerelastische
Kautschukbelag reduziert Gehgeräusche,
was besonders in großen und offenen Lernbereichen
spürbar zur Ruhe beiträgt. Diese schallmindernde
Wirkung unterstützt die Konzentrationsfähigkeit von
Schülern und Lehrkräften. Das Fazit: „Vor allem in
Bezug auf die Umweltaspekte hätte kein anderer Boden
besser zum Gestaltungs- und Materialkonzept
gepasst“, erläutert Mario Becker vom zuständigen
Bauamt des Lahn-Dill-Kreises.
www.nora.com
++
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Produkt News
Fotos: Akustik Fellner
Gebogene
Präzision
Das nahe der Stadt Salzburg gelegene »Helix«
ist ein Projekt der besonderen Art – eine Kombination
aus Businessflächen, Hotel, Gastronomie,
Fitnesseinrichtungen und einem „schwebenden
Garten“. Das von Kadawittfeldarchitektur geplante
Gebäude verdankt seinen Namen »Helix«
seiner extravaganten Form: einem dreigeschossigen
Ringkörper, der über einem Sockel schwebt.
Die kurvige Form des Baukörpers musste genauestens
berechnet werden, denn der hohe Winddruck
aufgrund der exponierten Lage stellt erhöhte Bedingungen
an Stabilität und Sicherheit. Umgesetzt wurde
diese Herausforderung vom Trockenbauunternehmen
Akustik Fellner GmbH, das Innovationsgeist
bewies und eine Trockenbau-Außendecke realisierte:
Auf rund 18.400 m² entstanden innovative Lösungen,
die höchsten Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz,
Windlasten, Streiflicht und Design entsprechen.
Die rund 2.600 m² große Außendecke wurde
mit RIGIPS Glasroc X Gipsplatten auf einer C3-Unterkonstruktion
mit einem RIGIPS Nonius XL-System
(0,75 kN) ausgeführt. Das Projekt »Helix« erfüllt
neben extremen technischen Anforderungen auch
höchste Nachhaltigkeitsstandards und wurde „ÖGNI
Gold“ vorzertifiziert.
Saint-Gobain Austria GmbH
RIGIPS Austria
T +43 (0)3622 505-0
rigips.austria@saint-gobain.com
www.rigips.at
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Arbeit gemeinsam erleben
Tiefgreifenden Veränderungen haben die Mitarbeiter in „hybride Arbeitnehmer“
verwandelt und auch ihre Sichtweise darüber verändert, was Arbeitsformen oder
Büroumgebungen ausmachen oder wie sie sein sollten. Arbeitsplätze müssen
heute sowohl ästhetisch als auch funktional ansprechend sein und sind inspiriert
durch dritte Orte, wie Cafés, Restaurants, Hotellobbys, Bibliotheken oder Parks.
Fotos: LT.PROJECT, Nobert Tukaj
Als Beispiel dafür zeigt der Entwurf von LT Projects
für Hella (Forvia) in Kaunas, Litauen auf, wie eine
herkömmliche Kantine in einen lebendigen Gemeinschaftsbereich
umgewandelt werden kann. Neben der
Erhöhung der Sitzkapazität um mindestens 150 Mitarbeiter
sahen das Unternehmen und die Planer auch
die Möglichkeit, einen vielseitigen sozialen Raum zu
schaffen, der den Prinzipien hybrider Raumkonzepte
entspricht und die Mitarbeiter dazu anregt, den Raum
tagsüber frei zu nutzen. In enger Zusammenarbeit mit
dem Unternehmen schuf das Planungsteam einen
heterogenen Raum, der eine Vielzahl von Umgebungen,
Möbeln und Oberflächen umfasst. Aus diesem
durchdachten Ansatz entstand ein Bereich, der den
Mitarbeitern den ganzen Tag über für unterschiedliche
Zwecke zur Verfügung steht.
Weitere Fallbeispiele und hybride Raumkonzepte
sind in der neuen Ausgabe von Sedus Insights Nr. 19
zu entdecken: Hybride Arbeitsräume: Kreative Bürogestaltung
für mehr Produktivität und Wohlbefinden.
Sedus Stoll GmbH
Showroom Wien
Herklotzgasse 26/H1
1150 Wien
T +43 (0)1 982 94 17 12
sedus.at@sedus.at
www.sedus.at
www.architektur-online.com
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Produkt News
Der grüne Raumteiler
Der PARA VERT ist mehr als nur ein praktischer Raumteiler – er bringt Natur und
Wohlfühlatmosphäre in Loungebereiche und Büroflächen. Mit seinem flexiblen
Design lässt er sich ganz einfach mit Pflanzen bepflanzen und überall aufstellen.
So schafft er nicht nur optische Abtrennungen, sondern auch ein gesundes und
angenehmes Raumklima.
Als „grüner Raumtherapeut“ verbessert der PARA
VERT die Luftqualität und fördert das emotionale
Wohlbefinden. Die Interaktion mit Pflanzen steigert
nachweislich die Zufriedenheit der Mitarbeiter und
sorgt für eine positive Arbeitsatmosphäre. Ideal für
Loungebereiche, in denen sich alle gerne aufhalten,
und für Arbeitsräume, die mehr als nur Funktionalität
bieten. Der grüne Raumteiler ist damit der
perfekte Begleiter für kreative und erholsame Arbeitsumgebungen
– er bringt frische Ideen und ein
Stück Natur direkt ins Büro.
Selmer GmbH
T +43 (0)6216 20210
info@selmer.at
www.selmer.at
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Besser sitzen, besser arbeiten
Mit den neuen Produkten QOMFORT, CHECK, HEJ und ECO UP erweitert Interstuhl
sein Portfolio um vier Lösungen, die gezielt auf die veränderten Anforderungen
moderner Arbeitsumgebungen reagieren. Im Fokus stehen flexible Nutzungskonzepte,
gestalterische Qualität und der Anspruch, funktionale Räume mit hoher
Aufenthaltsqualität zu schaffen.
QOMFORT ist ein High-Back-Sofa, das Konzentration,
Kommunikation und Komfort vereint. Als akustisch
abgeschirmter Rückzugsort im offenen Büro,
Think Tank für kreative Ideen oder als Ort für vertrauliche
Gespräche schafft es eine neue Qualität des
Zusammenspiels von Funktion und Atmosphäre.
CHECK erweitert das Konzept des klassischen Lounge
Chairs. Mit einer offenen, einladenden Formsprache
verbindet er Entspannung und Arbeitsfähigkeit
auf natürliche Weise – ideal für hybride Räume, Empfangsbereiche
oder das Homeoffice.
HEJ, der neue ergonomische Bürostuhl, greift den
Wunsch nach wohnlicher Gestaltung und technischer
Qualität auf. Er bringt Ergonomie, Flexibilität und Design
in Einklang – mit einem Look, der sich sowohl im
Büro als auch im Homeoffice harmonisch einfügt.
Und mit ECO UP setzt Interstuhl ein Zeichen für
Nachhaltigkeit. Der leichte Hocker aus biobasiertem
Kunststoff mit Holzanteil ist nicht nur umweltfreundlich,
sondern fördert durch seine Konstruktion auch
aktives, bewegtes Sitzen – ideal für temporäre Arbeitsplätze,
Workshops oder Bildungseinrichtungen.
Interstuhl Büromöbel
GmbH & Co. KG
T +43 (0)1 61 64 113
oesterreich@interstuhl.com
www.interstuhl.at
QOMFORT
CHECK
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Produkt News
Fotos: Gisela Erlacher
Klare Formen für
Licht und Ruhe
In der Goldschmiedgasse im ersten Wiener
Gemeindebezirk wurden beim IT-Beratungsunternehmen
HCM ADVICE Büroflächen unter der Mitwirkung
der Lindner GmbH umfassend saniert.
In den Fluren verschmelzen geschwungene Lindner
MUTE+® Baffeln mit Lichtobjekten in ein architektonisches
Kunstwerk und schaffen eine dynamische
Raumwirkung. Dieses wird durch sanftes Licht von
passenden wellenförmigen LED-Leuchten, einer außergewöhnlichen
Lichtskulptur von Dr. Christoph
Müller (bewegende Architektur e.U.), perfekt in
Szene gesetzt. Zudem ermöglicht der Einsatz von
Glastrennwänden mit einer elektrisch steuerbaren
Folie eine variable Diskretion – durch Knopfdruck
wird die transparente Folie opak und gewährleistet
Privatsphäre und ungestörtes Arbeiten in den Büroräumen.
Die Lindner Life Stereo 125 Glastrennwand
bietet darüber hinaus hervorragende Schalldämmung
und Brandschutz der Klasse F30. In Kombination
mit der ATB 68 Aluminium-Schallschutztür, die
eine Schalldämmung von bis zu 42 dB Rw erreicht,
entsteht eine Arbeitswelt, die höchsten Komfort und
hohe Nachhaltigkeitsstandards vereint.
Lindner GmbH
T +43 (0)2252 86160-0
austria@lindner-group.com
www.lindner-group.com
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Nachhaltig verbesserte Akustik
In einem Hörsaal ist es essenziell, dass Vortragende gut gehört und verstanden
werden. Schlechte Raumakustik kann die Vermittlung akademischer Inhalte
erheblich beeinträchtigen. Wie im Hörsaal 15.03 der Karl-Franzens-Universität
Graz mit seinen 345 Sitzplätzen, der unter starkem Nachhall, verursacht durch
das große Raumvolumen, glatte Holzoberflächen und nur teilweise vorhandene
Lochplatten-Gipskartondecke litt.
Zur Lösung dieses Problems kamen Schallabsorber
aus Hanffaser-Platten zum Einsatz, ein natürliches
Produkt vom Perger Hersteller SynthesaGruppe, das
unter dem Markennamen CapAcoustic Nature Wall
Field angeboten wird. Diese Platten reduzieren nicht
nur den Hall effektiv, sondern verleihen dem Raum
durch ihre natürliche Optik auch eine angenehme Atmosphäre.
Die Anordnung, unterschiedlichen Größen
und individuelle Farbgestaltung der Platten setzen
zudem gestalterische Akzente. Die SynthesaGruppe
plante für dieses Projekt das Farbkonzept der Absorber,
führte eine akustische Berechnung durch und
stellte die Ausschreibung zur Verfügung. Der Nutzhanf
für die nachhaltig erzeugten Platten wird in regionaler
Landwirtschaft ohne Pflanzenschutzmittel und
synthetische Dünger angebaut. Der hohe Verwertungsgrad
der Hanfpflanze macht sie zu einem besonders
effizienten und ökologischen Agrarrohstoff.
Synthesa Chemie
Gesellschaft m. b. H.
T +43 (0)7262 560-0
office@synthesa.at
www.synthesa.at
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Produkt News
Innovativ und ausgezeichnet
Mehr als 150 deutsche Marken wurden in
der neu erschienen Publikation der Deutschen
Standards als „Marke des Jahrhunderts“
ausgezeichnet. Unter dem Leitmotiv
„Transformation“ werden darin die Stärke
der deutschen Wirtschaft repräsentiert
und unternehmerische Visionen, nachhaltige
Werte und der Mut zur Veränderung
anhand eines anspruchsvollen Kriterienkatalogs
ausgewählt.
Eine der ausgezeichneten Marken ist
fermacell®: Diese prestigeträchtige Ehrung
würdigt die langjährige und kontinuierliche
Erfolgsgeschichte und bestätigt fermacell®
als führende Marke im Bereich innovativer
und nachhaltiger Gipsfaserprodukte.
Ein Beispiel für diese Innovationskraft sind
die neuen 11 mm starken, großformatigen
Hardie® Panel und Hardie® Architectural Panel
Fassadentafeln. Sie überzeugen durch
erhöhte Stabilität und Widerstandsfähigkeit
und ein erweitertes Einsatzspektrum – besonders
in Regionen mit erhöhten Windlasten.
Die geprüfte Stoßfestigkeit macht sie
ideal auch für Fassaden in Bildungseinrichtungen
wie Kitas oder Schulen. Ein besonderer
Pluspunkt ist die neue Option der verdeckten
Befestigung mit dem innovativen
Hardie Panel Conceal System, die zusätzlich
zu den bewährten Montagemethoden
mit Nieten oder passenden Schrauben auf
der Unterkonstruktion besteht.
Die neuen Panels bieten eine besonders
wirtschaftliche Lösung für die ästhetische
Fassadengestaltung, die durch die moderne
Farbpalette mit sechs zeitlosen Standardfarben
sowie der Möglichkeit, Sonderfarben
nach individuellen Kundenwünschen aus
einer Vielzahl von Farbordnungssystemen
zu realisieren, unterstützt wird. Und für besonders
strahlende Fassaden sorgen die
Hardie® Architectural Panel Metallics mit
ihren sechs metallischen Farbtönen.
James Hardie Austria
T +43 (0)2236 425060
fermacell-at@jameshardie.com
www.fermacell.at
Freiheit in der Architektur
Das schlanke Verbund tragwerk von Peikko
DELTABEAM®
Verbundträger
ATLANT® Strong
Verbundstütze
www.peikko.at/atlant
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Fotos: Christian Weinrich Fotografie
Perfekt an die Fassade angepasst
Im dänischen Vejen ist ein neues Rathaus entstanden, das für seine herausragende
gestalterische und baukulturelle Qualität ausgezeichnet wurde. Auf vier Etagen
bietet das vom Architekturbüro Pluskontoret Arkitekter entworfene Gebäude, das
sich im Zentrum der 43.000-Einwohner-Stadt am Standort des ehemaligen Rathauses
befindet, Platz für über 200 Mitarbeitende.
Das mit einer DGNB-Zertifizierung in Platin prämierte
Verwaltungsgebäude überzeugt durch seine
herausragende Architektur, für die es als erstes Gebäude
Dänemarks die DGNB Diamant-Auszeichnung
erhielt. Eine spannende Verbindung aus klassischer
und dynamischer Formensprache charakterisiert die
Fassade des Projekts, in deren elegantes Erscheinungsbild
sich auch der Sonnenschutz perfekt einfügt.
Für eine leistungsstarke Beschattung sorgen
159 heroal VS Z Textilscreens: Durch die innovative
Reißverschlusstechnologie sorgen sie für einen energieeffizienten
Gebäudebetrieb bei höchster Stabilität
des Textils. Selbst bei starken Windbelastungen von
bis zu 145 km/h bleibt der heroal VS Z sicher in der
Führungsschiene. Und dank seiner vielfältigen Designoptionen
fügt sich der Sonnenschutz zudem optimal
in die Gebäudeoptik ein. Hierzu verbindet sich
im Rathaus Vejen das Textil in Anthrazit harmonisch
mit den hellgrauen Ziegeln der Fassade.
heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG
T +49 (0)5246 507-0
info@heroal.de
www.heroal.de/architekten
www.architektur-online.com
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Produkt News
Für grenzübergreifenden Genuss
Die Bergstation der Dachstein-Gletscherbahn wurde 1969 erbaut und schnell zu
einem der beliebtesten Ausflugsziele des Landes. Unter dem Motto „Energiekristall“
wurde die Station von Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 innen und außen
rundumerneuert, wobei der Fokus auf die Nachhaltigkeit gelegt wurde.
Wo Wanderer und Skifahrer mit ihren Schuhen einund
auskehren, da muss vor allem der Bodenbelag
robust und strapazierfähig sein, um möglichst lange
zu halten. Aus diesem Grund viel die Wahl bei der auf
2700 Meter liegenden Bergstation auf den Bodenbelag
Kugelgarn®, der bereits bei verschiedenen anderen
Projekten erfolgreich eingesetzt wurde. In der
Bergstation wurde er in der Qualität Resista COLORpunkt®
umbragrau verlegt und überzeugt dort nicht
nur durch seine Strapazierfähigkeit. Auch bei der
Umsetzung von Designkonzepten zeigt der Belag
seine Stärken: Der Grenzverlauf zwischen Oberösterreich
und der Steiermark, der durch die Bergstation
verläuft, konnte durch zweifarbige Linien aus rotem
und grünem Kugelgarn® auf dem Boden sichtbar gemacht.
Und auch die beiden Wappen der Bundesländer,
die im Restaurant aufgehängt wurden, sind aus
verschiedenen Kugelgarn®-Qualitäten zusammengepuzzelt.
So sind auf dem Dachstein durch Naturmaterialien
sehr einladende Räumlichkeiten und eine
warme Atmosphäre entstanden.
Fabromont AG
T +41 (0)26 497 88 11
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www.fabromont.ch
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Kreatives Fassadenrelief
Mit seiner auffälligen Fassadenstruktur präsentiert sich das Bürogebäude in
Berlin-Kreuzberg als offenes Schaufenster für die Kreativkultur des pulsierenden
Stadtteils. Entworfen wurde der Neubau vom Berliner Architekturbüro Richter
Musikowski, eine zusätzliche Gestaltungsebene erreichten die Architekten durch ihr
Sonnenschutzkonzept.
Die durchgehenden Loggien erlauben bereits eine natürliche
Verschattung der raumhohen Fensterfronten.
Für den außenliegenden Sonnen- und Blendschutz
wählten die Architekten zusätzlich windstabile Fenstermarkisen
von Warema mit einem Behangstoff von
Serge Ferrari in Frostweiß. Sein Farbton erreicht nahezu
perfekt den der Betonfertigteile. Sind die bis zu
2,75 m breiten und 3 m hohen Markisen heruntergefahren,
verändern sie die Ansicht der plastischen Fassadenstruktur
zu einem homogenen Betonrelief in
strahlendem Weiß. Der Behangstoff ist außerdem wärmereduzierend
und ermöglicht eine gute Kombination
aus Hitzeschutz und Außenbezug. Die Kästen für
die Vorbau-Markisen wurden unsichtbar direkt hinter
den Betonfertigteilrahmen in den Sturz integriert und
können von den Loggien aus gewartet werden. Die
seitliche easyZIP-Führung verschwindet dezent in den
Schattenfugen der Rahmen. Zur Steuerung erhielt jeder
Behang einen eigenen Antrieb, deren Ansteuerung
über ein zentrales KNX-Tableau in den Büros erfolgt.
WAREMA
Austria GmbH
T +43 (0)662 853015-0
info@warema.at
www.warema.at
www.architektur-online.com
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Produkt News
Mediterranes Lebensgefühl
Ob eleganter Schattenspender, Schutz vor plötzlichem Regen oder ein neuer
Raum im Freien – Pergolen von HELLA verwandeln Terrasse und Garten zu wahren
Wohlfühloasen und erweitern den Wohnraum. So auch an der kroatischen Adria,
wo sie auf die Sonnenterrassen der ACI Marina in Split mediterranes Lebens- und
Freiheitsgefühl bringen.
Die dort eingesetzten acht freistehenden SINTESI
Pergolen sind mit der Vertikal-Beschattung TERRA
SIDE ausgestattet, die über ein seitensaumgeführtes
Tuch für eine erhöhte Windstabilität verfügt. Diese
Senkrechtlösung wurde entwickelt, um Pergolen seitlich
abzuschließen und bietet zusätzlichen Schutz
vor Sonneneinstrahlung sowie neugierigen Blicken.
Der senkrechte Schattenspender ist geeignet für die
Direktmontage bei Loggien, Balkonen oder auf bestehenden
Maueröffnungen. Alternativ ist die Pergola
SINTESI auch in der Ausführung für Deckenmontage,
freistehend, als Giebelanlage oder FREE-Variante
ohne Säulen erhältlich. Und durch das HELLA-eigene
Steuerungssystem ONYX kann der Sonnen- und Wetterschutz
nicht nur einfach gesteuert werden, sondern
auch auf das Wetter reagieren.
HELLA Sonnen- und
Wetterschutztechnik
GmbH
T +43 (0)4846 6555-0
office@hella.info
www.hella.info
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Zuwachs für Wiens Skyline
Zum DC Tower 1 gesellt sich in der Wiener Skyline nun der DC Tower 2 mit einer
beeindruckenden Gesamthöhe von 174 Meter. Bis zum sechsten Obergeschoss
wurde das Gebäude aufgrund der massiven Stahl-Einbauteile in den Flügelwänden
konventionell errichtet.
Dabei kamen die bewährte MAXIMO Rahmenschalung,
die leichte und flexibel einsetzbare SKYDECK
Paneel-Deckenschalung sowie die Schachtbühne SRU
von PERI zum Einsatz. Für den weiteren Bauverlauf
wurde das Schienenklettersystem RCS im Gebäudekern
installiert, mit der pro Stockwerk ein 5-Tagestakt
erreicht wurde. Weiter im Einsatz war auch ein Betonverteiler
mit einem Radius von 36 m zum Betonieren
des Gebäudekerns, der Decken und der Säulen. Um
die Arbeiten effizient zu gestalten, wurde der Gebäudekern
in vier Bereiche unterteilt. Die Kletterschalung
war mit einer geschlossenen Betonierbühne ausgestattet,
die den sicheren und effektiven Einbau der Bewehrung
erleichterte. Für schnelle Schalzeiten sorgte
die MAXIMO Rahmenschalung, die mittels Fahrwerken
präzise einjustiert wurde. Ergänzend kam die RCS-P
Kletterschutzwand zum Einsatz und schützte die Arbeiter
zuverlässig vor Absturz, herabfallenden Gegenständen
und starkem Wind.
PERI Ges. mbH
T +43 (0)2783 4119-0
office@peri.at
www.peri.at
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Produkt News
Ein Eisblock
bleibt cool
Was passiert mit einem rund zwei Tonnen
schweren Eisblock, geschützt durch eine
gedämmte Holzrahmenkonstruktion, wenn
er über 80 Tage lang frühsommerlichen
Temperaturen ausgesetzt ist? Die Antwort
liefert die Sto Eisblock-Challenge 2025:
Der Eisblock, „geerntet“ aus dem Natureis
des Weissensees, wurde in eine hinterlüftete
Holzrahmenkonstruktion mit StoTherm
Wood – dem ökologischen Fassadendämmsystem
mit Holzweichfaserplatten
– eingehaust. Darüber errichteten Schüler
der HTL Villach in Zusammenarbeit mit
Lehrlingen der Weissenseer Holz-System-
Bau GmbH einen hölzernen Pavillon als
temporäres Schutzelement. Am 20. Mai
wurde der Würfel nach 80 Tagen wieder
geöffnet und ein beeindruckender Anteil
von 74 % des Eisblocks war tatsächlich
noch vorhanden!
Diese Aktion belegt, wie sehr die effiziente
Dämmtechnologie StoTherm Wood vor äußeren
Einflüssen – wie hohen Temperaturen
– schützt und wie relevant das System für
klimafreundliches Bauen und Sanieren ist.
Sto Ges.m.b.H.
T +43 (0)4242 33 133-0
info.at@sto.com
www.sto.at
DOT
Landschaftsarchitektur
ist bunt
ÜBER 50 JAHRE
Design: eckedesign
Stausberg Stadtmöbel GmbH
4531 Kematen a. d. Krems
Telefon +43 (0)7258 / 5711
stausberg.at
architektur FACHMAGAZIN
90
Produkt News
Fotos: Mediashots
Zirkuläres Bauen
als Zukunftsperspektive
In Offenbach am Main wird derzeit eine der prägnantesten Architekturikonen der
1990er-Jahre umfassend modernisiert: das Omega Haus im Stadtteil Kaiserlei. Die
Sanierung des markanten Bürokomplexes, der ursprünglich von Novotny Mähner
Assoziierte für die Landesbank Hessen-Thüringen geplant wurde, erfolgt unter
der Prämisse von Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und zirkulärem Bauen.
Die planerische Verantwortung für die Sanierung liegt
bei der WGA ZT GmbH, die das Projekt architektonisch
in ein neues Zeitalter führt. Ziel ist ein EGB 55-konformes
Bürogebäude mit angestrebter LEED-Gold-Zertifizierung.
Das Nutzungskonzept folgt einem modernen
Campus-Gedanken und umfasst neben flexiblen
Büroflächen auch Gastronomie, eine Kita, ein Fitnessstudio
sowie ein Konferenzzentrum.
Herzstück der Sanierung ist die umfassende Revitalisierung
der Bandfenster-Fassade – ein anspruchsvolles
Vorhaben bei fast 5.000 Fensterflügeln.
Gemeinsam mit HEIDENBAUER Aluminium entwickelte
WICONA ein innovatives Sanierungsfenster,
das gezielt auf die Anforderungen des Bestands
reagiert. Dabei werden lediglich die Öffnungs- und
Füllungselemente erneuert, während die vorhandenen
Blendrahmen bestehen bleiben. Diese selektive
Vorgehensweise ist nicht nur wirtschaftlich und ressourcenschonend,
sondern erfüllt auch die Vorgaben
zum Erhalt der Gebäudeoptik.
Ein eigens entwickelter Adapterrahmen mit integriertem
Toleranzausgleich gewährleistet die präzise
Integration der neuen Flügel in die bestehende Konstruktion.
Die dabei verwendete Dreifach-Isolierverglasung
erreicht einen U-Wert von unter 0,99 W/m²K
sowie höchste Standards bei Luftdichtheit (Klasse
4) und Schlagregendichtheit (Klasse 9A).
Darüber hinaus setzt das Projekt Maßstäbe in puncto
Kreislaufwirtschaft: Alle ausgebauten Fensterelemente
wurden vor Ort nach Materialien getrennt.
Aluminium, Glas und EPDM-Dichtungen wurden
über spezialisierte Recyclingprozesse wieder in den
Materialkreislauf überführt. Für die neuen Fensterflügel
kommt zudem die Aluminiumlegierung Hydro
CIRCAL 75R zum Einsatz – bestehend aus mindestens
75 % recyceltem End-of-Life-Aluminium mit einem
CO 2 -Fußabdruck von nur 1,9 kg CO 2 /kg.
Hydro Building
Systems Austria GmbH
T +43 (0)6212 20000
info@wicona.at
www.wicona.at
www.architektur-online.com
91
Produkt News
Hochwertige
BIM-Objekte
Mit der Veröffentlichung aller seiner Produkte
auf der Plattform bimobject.com
bietet DOMICO eine digitale Planungsmethode,
die höchste Effizienz, Transparenz
und Präzision in der Projektabwicklung
ermöglicht. Die BIM-Objekte von DOMICO
sind aktuell für Autodesk Revit verfügbar
und bis Mitte des Jahres wird auch Archicad
unterstützt. Dank der freien Zugänglichkeit
auf bimobject.com können Planer
und Architekten die Systeme des Herstellers
nahtlos in ihre digitale Bauplanung
integrieren. Dies sorgt für einen optimierten
und präziseren Planungsprozess und
unterstützt Planer, Architekten und Bauherren
nicht nur bei der digitalen Transformation,
sondern auch bei der Realisierung
ökologisch und ökonomisch herausragender
Bauprojekte. Sein Engagement für
nachhaltiges Bauen unterstreicht das Unternehmen
auch durch die Erfüllung an-
erkannter Zertifizierungen wie DGNB und
ÖGNI – DOMICO-Produkte erfüllen sogar
die Anforderungen des DGNB-Platin-Standards,
dem höchsten Nachhaltigkeitsniveau
im deutschen Zertifizierungssystem.
DOMICO Dach-, Wandund
Fassadensysteme KG
T +43 (0)7682 2671-0
office@domico.at
www.domico.at
Schalungs- und Gerüstlösungen, die überzeugen!
Mit PERI setzen Sie auf ein starkes Fundament für Ihre Bauprojekte.
Ob Hochbau, Infrastrukturbau oder Instandsetzung – mit PERI haben
Sie einen Partner, der Ihre Anforderungen versteht und umsetzt.
PERI. Schalungs- und Gerüsttechnik[er] aus Leidenschaft.
Schalung
Gerüst
Engineering
www.peri.at
architektur FACHMAGAZIN
92
Produkt News
Fotos: Ondřej Bouška
Sanierungen von zentraler Bedeutung
Nachdem die Eisenbahnverwaltung im Jahr 2016 die Bahnhöfe in der Tschechischen
Republik übernahm, startete eine Welle von Umbauten und Sanierungen.
Allein 2024 wurden 50 Bahnhofsgebäude instandgesetzt oder damit begonnen.
Darunter sind bedeutende Bahnhöfe wie Beroun, Budweis
oder Pilsen, 2025 sollen 20 weitere folgen. In vielen
dieser Objekte sind Produkte von Fliesenspezialist
RAKO verbaut – oft schon im Originalbestand und
jetzt ebenso in den sanierten Gebäuden. Architekten
greifen wegen der besonderen Eigenschaften und zur
Erhaltung des historischen Werts der Gebäude gerne
auf RAKO zurück. Hohe Beständigkeit gegen mechanische
Beschädigungen, Feuchtigkeit, Chemikalien
und Feuer kommen hinzu. Im Hauptbahnhof Pilsen
werden beispielsweise moderne Fliesen der Serie
Extra (60 x 120 cm) verwendet, die die historischen
Fliesen (ebenfalls von RAKO) ergänzen. Der Erfolg solcher
Projekte basiert auf der engen Zusammenarbeit
zwischen Architekten, Lieferanten wie RAKO und den
Projektteams, um Visionen zu realisieren und ästhetische
sowie funktionale Anforderungen zu erfüllen.
LASSELSBERGER, s.r.o.
info@rako.eu
www.rako.eu
www.architektur-online.com
93
Produkt News
Sto Scan2Plan.
Die Zukunft
der Fassadensanierung.
Mit Sto Scan2Plan erhalten Sie ein
komplettes Rundum-Paket für die
digitale Gebäudevermessung. Von
der exakten 3D-Laserscan-Erfassung
über die digitale Mengenermittlung
bis hin zum individuellen Designkonzept
– für eine effiziente, sichere und perfekt
geplante Sanierung.
Alles aus einer Hand.
Fugenlose Akustiklösungen
Die Fugenfreiakustik GmbH bietet mit dem CNF-Finish (Cellulose
Noise Filter Finish) und dem System Vogl TopTec zwei
leistungsstarke Lösungen zur Optimierung der Raumakustik –
speziell für den gestalterisch anspruchsvollen Innenausbau.
Das CNF-Finish ist ein fugenloser, hochwirksamer Akustikputz,
der in nur einem Arbeitsgang auf nahezu jede Wand- oder Deckenfläche
aufgetragen werden kann. Der auf Cellulose basierende
Putz überzeugt nicht nur durch seine akustische Wirksamkeit
– insbesondere im mittleren Frequenzbereich – sondern
auch durch seine architektonische Anpassungsfähigkeit: Unterschiedliche
Schichtstärken und Oberflächenqualitäten ermöglichen
eine präzise Integration in moderne Raumkonzepte. So
entsteht ein ruhiges, gleichmäßiges Flächenbild – ganz ohne
Fugen oder sichtbare Befestigungselemente.
Ergänzend dazu bietet das Vogl TopTec-System eine besonders
rationelle Lösung für akustisch wirksame Lochdecken. Die
Kombination aus Lochplatten und akustischem Putzauftrag erfolgt
ohne aufwendiges Spachteln – das Resultat ist eine glatte,
fugenlose Deckenfläche mit hervorragender Schallabsorption.
Gerade für größere Flächen oder Objekte mit kurzen Bauzeiten
bietet dieses System einen klaren Vorteil in der Verarbeitung
und Qualitätssicherung.
Beide Systeme lassen sich auch kombinieren, um sowohl gestalterische
als auch akustische Anforderungen optimal zu erfüllen
– beispielsweise in Schulen, Konferenzbereichen, Bürobauten
oder hochwertigen Wohnräumen.
Fugenfreiakustik GmbH
+43 664 230 70 69
office@fugenfreiakustik.com
www.fugenfreiakustik.com
Für weiter Informationen, den
QR-Code mit der Fotofunktion
Ihres Handys scannen!
architektur FACHMAGAZIN
94
Produkt News
© wafler architektur
Raum für Arbeit und Austausch
Im 15. Wiener Gemeindebezirk entsteht ein kompakter, funktional durchdachter Dachausbau.
Nach dem vollständigen Rückbau des bestehenden Dachgeschosses wird ein
dreigeschoßiger Aufbau realisiert, der sich sensibel in die bestehende Bausubstanz
einfügt und moderne Anforderungen an Büro- und Veranstaltungsnutzung erfüllt.
Wesentliches Element des von wafler architektur geplanten
Projekts ist das Tragwerk mit DELTABEAM®
Slim-Floor-Trägern von Peikko. Die unterzugsfreie
Konstruktion erlaubt eine reduzierte Bauhöhe und eröffnet
Raumlösungen mit großen Spannweiten – ein
klarer Vorteil im urbanen Kontext. Die Slim-Floor-Technologie
unterstützt zudem eine wirtschaftliche
Bauweise und erfüllt hohe Anforderungen an den
Brandschutz. ATLANT® Strong Stahlkernstützen
wurden nicht nur im Dachausbau, sondern auch im
Eingangsbereich als Gestaltungselement verwendet
und verbinden elegant alten und neuen Gebäudeteil.
Mit dem neuen Aufbau entsteht für den Arbeiter-Samariter-Bund
Österreich als Bauherren ein zukunftsweisender
Ort für Arbeit und Begegnung – funktional,
nachhaltig und architektonisch präzise verankert im
städtischen Gefüge.
Peikko Austria GmbH
T +43 (0)5523 521 210
austria@peikko.com
www.peikko.at
www.architektur-online.com
Sonderangebot
für Umsteiger
ABISPLAN ist ein CAD für Architekten und Bauingenieure
mit verschiedenen Modulen: ABIS-3D, ABIS-
PLAN-2D, Foto und Film (Rendering und Raytracing)
und Bewehrungsplan. Vom ABIS-3D-Modell werden
Grundrisse, Ansichten, und Schnitte für ABISPLAN-2D
zur Planerstellung abgestellt. Alle Module funktionieren
mit identer einfacher Bedienung und erlauben
eine hohe Zeichengeschwindigkeit. Es ist BIM-fähig,
nicht nur aktuelle DWG-Dateien sondern auch neueste
IFC-Dateien können gelesen und geschrieben werden.
Bei ABIS-AVA kann ABIS-3D als IFC-Viewer kostenlos
genutzt werden. Im Gegensatz zu der von internationalen
Großkonzernen vertriebenen CAD-Software kann
ABISPLAN noch immer gekauft und nicht nur per ABO
gemietet werden. Derzeit gibt es ein Sonderangebot:
Umsteiger bekommen die Software für einen jährlich
kündbaren Wartungsvertrag kostenlos, ab 5 Jahren bezahlter
Wartung gilt die Software als gekauft. So können
die CAD-Kosten auf einen Bruchteil der Kosten manch
anderer vergleichbarer Software gesenkt werden.
ABIS Softwareentwicklungs GesmbH
T +43 (0)316 83 13 61
reichhart@abis-software.com
www.abis-software.at
95
Produkt News
Starke neue Features
Mit dem neuen Release 2025.1 bringt NEVARIS gleich
mehrere leistungsstarke Weiterentwicklungen für
NEVARIS Build und NEVARIS Finance auf den Markt
und macht die Bausoftware NEVARIS Finance sogar
cloud-ready. Die Neuerungen richten sich gezielt an
Bauunternehmen und setzen neue Maßstäbe in Sachen
BIM-gestützter Planung, Leistungsverzeichnis-Erstellung
und digitaler Buchhaltungsprozesse,
ohne für die Branche relevante Themen, wie die Entgeltabrechnung,
aus den Augen zu lassen.
So beschleunigt etwa in der neuen Version die optimierte
automatische BIM-Bemusterung den Bemusterungsvorgang
deutlich und der neue BIM-Viewer,
Bestandteil von NEVARIS Build und Success X 2025.1,
steht nun auch ohne BIM-Lizenz allen Nutzern zur
Verfügung. Mit dem neuen Preisvergleichsbericht
können Angebote von Nachunternehmern effizient
verglichen werden und Regie-Rechnungen lassen
sich nun als XRechnungen direkt in NEVARIS Regie
erstellen und validieren, was die elektronische Übermittlung
an Geschäftspartner effizient ermöglicht.
NEVARIS Bausoftware GmbH
A NEMETSCHEK COMPANY
T +43 (0)662 890 800-0
info@nevaris.com
www.nevaris.com
architektur FACHMAGAZIN
96
edv
AVA-Trends
Smart und umweltbewusst ausschreiben
Neben der BIM-AVA-Verknüpfung, der Optimierung des IFC-Imports und der
E-Rechnung gehören Funktionen für die Bestimmung von CO 2 -Werten und
Ökobilanzen von Bauprojekten zu den wichtigsten Neuerungen und Trends
aktueller AVA-Programme. Wer bietet was?
Text: Marian Behaneck
Im Fokus der meisten Neuerungen aktueller
AVA-Programme stehen zwar nach wie
vor die Datenverknüpfung zwischen der
BIM-Planung, Mengen-/Kostenberechnung
und Ausschreibung sowie die Optimierung
des IFC-Datenimports. Immer wichtiger werden
im Zusammenhang mit dem „European
Green Deal“ aber auch Themen rund um das
umweltbewusste und klimaschonende Planen
und Bauen. Mit der Auswahl und Ausschreibung
nachhaltiger, recycelter oder
lokaler Baumaterialien können Planer den
ökologischen Fußabdruck von Gebäuden
und die Folgen von Bauvorhaben im Sinne
der Umwelt positiv beeinflussen.
AVA-Anbieter haben ihre Software in den Bereichen BIM-AVA-Verknüpfung, Lebenszyklusanalyse
oder E-Rechnung erweitert. © Orca Software
Smart und modellorientiert
ausschreiben
Der Fokus bei den AVA-Programmneuerungen
liegt auf der BIM-AVA-Verknüpfung,
bei der die bauteilorientierte Struktur von
BIM-Modellen für die Projektrealisierung in
AVA-Leistungspositionen überführt wird.
Dazu werden nach dem Import der BIM-Daten
über das Standard-Austauschformat IFC
die Bauteile in der AVA über Filter- und Gruppierungsfunktionen
sortiert, was sowohl die
Zuordnung von Bauteilen zu Positionen als
auch Auswertungen vereinfacht. Geregelt
wird dieser Datenaustausch in der ÖNORM
A 2063-2:2021, die inzwischen von mehreren
AVA-Programmen unterstützt wird. So
können basierend auf diesem Standard zum
Beispiel mit dem Zusatzmodul 3D-Massenberechnung
von ABiS AVA Massen aus der
CAD-Software ABiSPlan 3D oder anderer
IFC-fähiger CAD-Software mit AVA-Elementen
verknüpft werden. Dazu stehen für alle,
für Ausschreibungen im Hochbau relevanten
Standard IFC-Elemente, wie Wand, Tür,
Fenster, Boden/Decke etc. entsprechende
Bauteile bereit. Diese Bauteile werden mit
Leistungspositionen verknüpft und schließlich
in das LV eingefügt. Unterstützt werden
die IFC-Dateiformate 2.3, 4.0 und 4.3. Auch
die aktuelle Version 2025 der AVA-Software
ABK von Ib-data ermöglicht einen
BIM-AVA-Datenaustausch gemäß ÖNORM
A 2063-2:2021 und die Erstellung von Projektelementlisten,
respektive Kostenplänen
und Leistungsverzeichnissen. Dazu werden
die BIM-Daten über die IFC-Schnittstelle
importiert und über den integrierten
BIM-Viewer in der AVA angezeigt. Eine Filterung
wesentlicher Kennwerte vereinfacht
die Verknüpfung der Vielzahl von Bauteilen
mit LV-Positionen auf der Grundlage von
Elementkatalogen. Die Zusammenstellung
eines Projektelementkataloges erfolgt mit
AVA-Elementen aus einem Elementkatalog
oder es werden neue projektspezifische
AVA-Elemente manuell angelegt. Die
speziell auf die modellorientierte Planung
zugeschnittene Edition BIM der AVA-Software
Avanti von Softtech verfügt über eine
direkte, optimierte Verbindung zur BIM-Autorensoftware
Autodesk Revit. Änderungen
der Geometrie werden innerhalb des LVs
berücksichtigt und eigene Spezifikationen
oder individuelle Anpassungen können
optional nach der Aktualisierung erhalten
bleiben. Das gilt sowohl für ClosedBIM-Projekte
mit Revit als auch für IFC-basierende
OpenBIM-Projekte. Mit dem AVA- und Baukostenmanagementsystem
CaliforniaX von
G&W Software lassen sich Mengen nach
dem BIM-Modell abrechnen. Das ermög-
www.architektur-online.com
97
edv
Mit ABiS AVA lassen sich Massen aus der CAD-Software ABiS-
Plan 3D oder anderer IFC-fähiger CAD-Software mit AVA-Elementen
verknüpfen. © Abis Softwareentwicklung
Für die Bemusterung kann in Nevaris Build entweder die IFC-Struktur oder
die Bauwerkstruktur genutzt werden. © Nevaris Bausoftware
licht ausführenden Unternehmen, Angebote
auf Basis tatsächlich geplanter Mengen
zu erstellen und exakte Materialmengen zu
bestellen. Bei Fortschreiten der Bauausführung
können die fertiggestellten Arbeiten
im Modell markiert und nach Absprache
mit dem Bauherren als Rechnung erstellt
werden, was eine Erstellung von Aufmaßen
erübrigen soll. Das ergänzende Bindeglied
für den Datenaustausch BIM2AVA kann
ferner IFC-Modelle automatisiert verarbeiten.
Die mitgelieferte Standard-Zuordnung
enthält Regeln zur automatischen Filterung
und Gruppierung gleichartiger Bauteile,
was den Datenaustausch beschleunigt. Mit
der IFC-Schnittstelle der Baumanagementund
AVA-Software Nevaris Build von Nevaris
Bausoftware lassen sich umfassende
Auswertungen von Massen, Mengen und
Preisen direkt aus dem Gebäudemodell
generieren. Diese Auswertungen können in
verschiedenen Strukturen dargestellt werden
und ermöglichen eine präzise Bauprojekt-Analyse.
Über den IFC-Import lassen
sich Modelländerungen ins LV übernehmen.
Dabei macht Nevaris Build automatisch auf
fehlende Informationen aufmerksam. Für die
Bemusterung kann entweder die IFC-Struktur
oder die Bauwerkstruktur genutzt werden.
Über den integrierten BIM-Viewer
lassen sich zugewiesene Positionen im
IFC-Modell visualisieren. Die Cloudsoftware
Nova AVA von Nova Building IT ermöglicht
mit dem BIM Add-On ein modellbasiertes
Baukostenmanagement im Web. Die CAD-
AVA Datenübertragung per IFC-Standard
ermöglicht die Verarbeitung von BIM-Modellen
aus allen CAD-Systemen. Nova AVA
erstellt aus den Informationen des BIM-Modells
ein nach Geschossen und Bauteilen
gegliedertes Raum- und Gebäudebuch, das
bidirektional mit den Daten des Modells verknüpft
ist. Es wird genutzt, um Kosten zu
planen, Aufträge zu vergeben, und Bauleistungen
modellbasiert abzurechnen und den
Kostenverlauf zu dokumentieren. Gleichzeitig
wird das 3D-Modell im Viewer angezeigt
und kann mit den relevanten AVA-Daten angereichert
werden. Der IFC-Manager in Orca
Ava 26 kann IFC-Mengen übernehmen und
IFC-Dateien öffnen, sichten und zuordnen.
Zu den weiteren, die BIM-Datenverknüpfung
unterstützenden Werkzeugen, gehören umfangreiche
Diagnosetools für die Optimierung
des IFC-Datenimports. Ein kostenfrei
downloadbarer, mobiler LV-Viewer für Baustellen-,
Bieter- oder Mängelbesprechungen
zeigt wichtige LV-Informationen, wie Positionen,
Mengen, Einheiten, Preise, sowie Kurzund
Langtexte als Baumstruktur an, unterstützt
die GAEB-XML-Formate X81, X82 und
X83 und visualisiert damit auch LVs aus anderen
Software-Anwendungen.
Umweltbewusster ausschreiben
und vergeben
Neben rein ökonomischen Faktoren gewinnen
im Zusammenhang mit dem „European
Green Deal“, mit dem die EU bis 2050 auch
die europäische Bauwirtschaft nachhaltiger,
ressourcen- und energieeffizienter machen
will, ökologische Aspekte in Vergabeverfahren
zunehmend an Bedeutung. Damit
sollen nachhaltige Bauleistungen verstärkt
gefördert werden. Ein wichtiger Baustein
u
architektur FACHMAGAZIN
98
edv
Bei der LV-Erstellung werden mit ABK-ÖkoAVA umweltrelevante Parameter
berechnet, um bei der Ausschreibung von Bauleistungen bessere
ökologische Alternativen zu finden. © Ib-data
Die Cloudsoftware Nova AVA ermöglicht mit dem BIM Add-On ein modellbasiertes
Baukostenmanagement im Web. © Nova Building IT
dabei ist die EU Taxonomie-Verordnung,
mit der unter anderem auch Bauaktivitäten
hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit
einheitlich bewertet werden können. In
AVA-Programmen integrierte Funktionen
und Module für die Lebenszyklusanalyse
(Life Cycle Assessment, LCA) und die Bestimmung
von CO 2 -Äquivalenten können
bei Neubau- oder Sanierungsprojekten das
Gebäude-Treibhausgaspotential transparent
berechnen und so die Nachhaltigkeit
von Projekten nachweisen. Im Zuge der
Erstellung und Weiterbearbeitung von Leistungsverzeichnissen
werden beispielsweise
mit ABK-ÖkoAVA von ib-data umweltrelevante
Parameter berechnet, um bessere
ökologische Alternativen zu klimaschädlichen
Bauteilen zu finden und die Wechselbeziehungen
von Kosten und Öko-Parametern
anschaulich darstellen zu können. Für
die Berechnung wurden Öko-Kennwerte bei
relevanten Positionen der Standardisierten
Leistungsbeschreibung für Hochbau hinterlegt.
Für freiformulierte Positionen, kann
man im LV auf vorhandene Berechnungen
zugreifen, diese kopieren und abändern. Alle
Ökobilanz-Daten zu Produkten stammen
von Baubook, der österreichischen Online
Datenbank für Öko-Kennwerte von Bauprodukten,
sind qualitätsgesichert und werden
laufend aktualisiert. Bei der Erstellung eines
Leistungsverzeichnisses mit ABK werden
jene Bauleistungen identifiziert, die hohe
Umweltbelastungen verursachen. Zugleich
werden Alternativen aufgezeigt. Auch Nevaris
Build bietet eine Anbindung an die Baubook-Datenbank
und eine weitere Schnittstelle
zur deutschen Ökobaudat. Damit
lassen sich die ökologischen Auswirkungen
eines Projekts, auf Basis der Materialien aus
der Kalkulation, mithilfe herstellerbezgener
Öko-Kennwerte bewerten. Die Kennwerte
können in Nevaris Build auf einzelne Materialien
und auf das gesamte Gebäude aufgeschlüsselt
werden, was einen Überblick über
die ökologischen Auswirkungen ermöglicht.
Auch mit der neuen Nachhaltigkeitsbewertung
der Bauprojektmanagement und
AVA-Software RIB iTWO von RIB Software
soll die CO 2 -Bilanz von Bauvorhaben transparenter
und das nachhaltige, klimafreundliche
planen und bauen vereinfacht werden.
Dazu ermöglicht ein neuer Katalog die Erfassung
relevanter Kennzahlen wie Treibhausgase,
Feinstaubbelastung und Lärmemissionen.
Diese Informationen lassen sich
in LVs, Bieterangeboten, Kalkulationen und
Kostenermittlungen erfassen und zuweisen.
Elektronisch abrechnen
E-Rechnungsformate können Abrechnungsprozesse
erheblich rationalisieren und vereinfachen
(sieh auch architektur 02/2025:
E-Rechnungen: Kosten sparen, Prozesse optimieren).
Aktuell unterstützen nur wenige
AVA-Programme neben den E-Rechnungsformaten
XRechnung oder ZUGFeRD auch
das österreichische ebInterface-Format,
wie etwa ABK, Nuvem oder RIB iTWO. Dabei
werden Unternehmen beim Eingang und der
Erstellung von E-Rechnungen unterstützt.
Für die digitale Prüfung von E-Rechnungen
und Aufmaßen durch den Planer im Auftrag
des Bauherren offerieren erst einige
AVA-Hersteller erste Lösungen. Avanti zum
Beispiel kann in der aktuellen Version 2025
E-Rechnungen in den Formaten XRechnung
und ZUGFeRD importieren und exportieren,
sofern gewünscht auch mit detaillierten Aufmaßpositionen.
Dank des E-Rechnungs-Viewers
sind die Informationen aus den elektronischen
Rechnungen auch menschenlesbar.
Eine Validierungsfunktion zeigt außerdem
fehlende Informationen beim Rechnungsimport
auf und stellt ein Prüfprotokoll zur
Verfügung. Die Version 25 von CaliforniaX
enthält jetzt das neue Modul „ERE“ zur Verarbeitung
von E-Rechnungen in Verbindung
mit der Rechnungsprüfung von LV-basierten
Aufträgen. Das Modul visualisiert und
prüft E-Rechnungen der Formate XRechnung
und ZUGFeRD. Planer können so
E-Rechnungen im Rahmen der Rechnungsprüfung
LV-basierter Aufträge in CaliforniaX
verarbeiten. ERE ermöglicht Anbieterangaben
zufolge eine vollständige Integration
in den Rechnungsprüfungsprozess, ohne
Medienbrüche. Darüber hinaus können alle
Projektbeteiligten jederzeit auf die originalen
E-Rechnungen mit jeweiligen Anhängen
zugreifen. Mit dem neuen, kostenfreien Invoice-Viewer
können E-Rechnungen zudem
manuell importiert und abgelegt werden.
Auch Nevaris Build unterstützt bauausführende
Unternehmen bei der Umstellung auf
E-Rechnungen. So werden Ausgangsrechnungen
im Format XRechnung gestellt. Das
Programm sorgt dafür, dass alle relevanten
Daten automatisch erfasst und strukturiert
in das XML-Format übertragen werden.
Ähnliches gilt für Eingangsrechnungen: Sie
werden maschinell im XML-Format verarbeitet
und in prüfbare PDFs umgewandelt, damit
die Dokumente manuell geprüft und gegebenenfalls
korrigiert werden können. Mit
Nuvem von W. Scheidl PC trade partnership,
der cloudbasierten AVA-Software für Planer
und ausführende Unternehmen lassen sich
individuelle LVs und LVs im Normformat
ÖNORM A2063 und B2063 erstellen. Integriert
ist das HSBAU-Leistungsbuch mit rund
4.500 kalkulierten Positionen mit Schwerpunkt
Baumeisterarbeiten. Rechnungen
an den Bund lassen sich über das E-Rechnungsformat
ebInterface direkt aus dem aktuellen
Projekt erstellen. Mit Nuvem können
Ausschreibungen und Angebote außerdem
direkt über die Vergabeplattform Ausschreibung.at
ausgetauscht werden.
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