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f+h fördern und heben 7/2025

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2884

07

September 2025

€ 20,00

TITEL

Smartes Krankonzept für

06 die smarte Fabrik des Jahres

Mias: Probleme lösen statt

16 Geräte verkaufen

foerdern-und-heben.de


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Wer hier nicht liest, bleibt zurück!

Während andere noch rätseln, wissen Sie bereits,

was die Branche als Nächstes bewegt.


EDITORIAL

KI-BOOM ERFASST DEUTSCHLAND

Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) überrascht selbst Experten.

Unternehmen setzen KI zunehmend ein, um Prozesse effizienter zu gestalten und

Geschäftsmodelle zu transformieren. Mit der wachsenden Nutzung steigt jedoch auch der

Bedarf an Rechenleistung exponentiell – neue Rechenzentren entstehen scheinbar überall.

Ausgelöst wird ein regelrechter Investitionsboom, von dem vor allem

die Region Rhein-Main profitiert – aufgrund ihrer räumlichen Nähe

zum größten europäischen Internetknotenpunkt DE-CIX.

US-Konzerne wie Oracle investieren 1,7 Milliarden Euro bis 2030,

NTT Data plant mehr als fünf Milliarden Euro, Ericsson sogar

8,8 Milliarden Euro. Auch Google und Microsoft folgen mit

WER ZU SPÄT ANS NETZ

GEHT, DEN BESTRAFT

DER MARKT

ähnlichen Milliardensummen.

Deutschland holt damit auf, nachdem

wir beim Ausbau der KI-Infrastruktur

lange zurücklagen. Die USA investieren

dennoch weiterhin ein Vielfaches mehr. KI wird entscheidend für die

künftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sein. Die Aufholjagd

ist dringend geboten: Der aktuelle Bedarf an KI-Rechenkapazitäten

liegt bei 1,6 Gigawatt; bis 2030 werden laut einer Studie der

Unternehmensberatung Deloitte 4,8 Gigawatt benötigt. Eine Verdreifachung

der Kapazitäten ist erforderlich – Investitionen von bis zu

60 Milliarden Euro werden notwendig sein.

Doch Geld allein reicht nicht: Rechenzentren benötigen bezahlbaren

Strom und schnellen Netzanschluss. Während deutsche Rechenzentren

bis zu sieben Jahre auf den Netzanschluss warten, sind es in den

USA nur ein bis drei Jahre. Wer in der KI-Ökonomie mitspielen will,

darf nicht im Schneckentempo bauen – sonst ist das Spiel vorbei,

bevor wir überhaupt am Start stehen.

Winfried Bauer

– Chefredakteur –

w.bauer@vfmz.de

10 J A H R E G A R A N T I E

M A D E I N G E R M A N Y

Weitere Infos unter

www.fetra.de


INHALT

EDITORIAL

03 KI-Boom erfasst Deutschland

PRODUKTE UND SYSTEME

06 TITELSTORY Demag-Partner Dart Fördertechnik

unterstützt beim Material-Handling im Wilopark

Smartes Krankonzept für die smarte Fabrik des Jahres

10 Retrofit einer Tandem-Krananlage im

Wasserkraftwerk

Mehr Power für die Instandhaltung

22

10

14 Moderne Verladelösungen für Autoreisezuganlage

Innovative Bahn-Verladerampen optimieren Abläufe

16 F+H VOR ORT Regalbediengerätehersteller

positioniert sich mit Kundenorientierung und

Technologietiefe

Probleme lösen statt Geräte verkaufen

20 Automatisierung transformiert Distributionslager

für Ersatzteile

Shuttles und Roboter beschleunigen den

Auftragsdurchlauf

24 Digitalisierung erhöht Transparenz und Effizienz

bei Ciblex

Standardisierte, automatisierte Prozesse in Echtzeit

26 Automatisierte Lade- und Entladetechnik steigert

Durchsatz an der Rampe

Paketumschlag beschleunigen

28 F+H VOR ORT Körber automatisiert Tiefkühllogistik

bei Westhof Bio

Produktqualität und Verfügbarkeit sichergestellt

32 Automatisches Hochregallager vereint Gefahrgut

und Tiefkühlware unter einem Dach

Ex-Schutz fordert intelligente Lagertechnik heraus

35 BYD Europe transformiert Lager

Effizienz statt Chaos

36 Logistikdienstleister stemmt Auftragswachstum mit

erweiterter Intralogistik

Prozesse dynamisch anpassen

38 Neues Montagesystem transportiert Werkstücke bis

700 kg pro Streckenmeter

Schwere Lasten meistern neue Transportwege

46 Digitale Highlights

48 50 Jahre Rollon

Tradition trifft auf Vision

42

32


Nächste Messe:

24.03.-26.03.2026 LogiMAT

F+H EXTRA

40 Fachpack 2025 erweitert Angebot um Startup-Summit

Verpackungsbranche trifft sich mit frischen

Innovationen

42 Vakuumgreifsysteme optimieren Handhabung

sensibler Ware

Pharma und Food sicher automatisch verpacken

44 Produktinnovationen zur Fachpack 2025

IMPULSE

22 Neue Anforderungen an Planung und Steuerung

in der Hoflogistik

Quo vadis Yard Management?

MENSCHEN UND MÄRKTE

Das

nach da?

Läuft.

50 F+H PERSÖNLICH Andrea Schulte

SERVICE

44 Impressum

51 Vorschau auf Heft f+h 08/2025

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TITELBILD

Demag

Cranes &

Components

GmbH

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PRODUKTE UND SYSTEME

TITELSTORY

DEMAG-PARTNER DART FÖRDERTECHNIK UNTERSTÜTZT

BEIM MATERIAL-HANDLING IM WILOPARK

SMARTES KRANKONZEPT FÜR DIE

SMARTE FABRIK DES JAHRES

In der neuen und smarten Fabrik der Wilo Group am Konzernhauptsitz in

Dortmund werden alle Prozesse digital abgebildet und gesteuert. Auch der reale

Materialfluss ist bestens organisiert. Sorgfältige Detailplanung führte dazu, dass

jeder Arbeitsplatz ebenso ergonomisches wie produktives Lasten-Handling

erlaubt. Die Planung des Krankonzepts übernahmen die Wilo SE und Dart

Fördertechnik GmbH aus Arnsberg gemeinsam – und nutzen seither den

modularen Kranbaukasten Demag KBK.

6 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


01 Gut geplant und viel erreicht: Stephan Böing, Projektleiter

bei Wilo (rechts) und Axel Ditz, Geschäftsführer der

Dart Fördertechnik GmbH

02 Für Pick-Arbeiten in der Montage eignen sich Schwenkkrane

mit unterschiedlichen Hebezeugen – vom klassischen

Kettenzug bis zum Balancer als Assistenzsystem

Hier ein Umbau, da ein Anbau: So wächst die Produktion

von vielen erfolgreichen Industrieunternehmen. Nicht

so bei Wilo in Dortmund. Der traditionsreiche Premium-Hersteller

von Pumpen und Pumpensystemen für

die Gebäudetechnik, die Wasserwirtschaft und die Industrie hat

seine Zentrale, den Wilopark, vollständig neu geplant und gebaut

– einschließlich der Produktion.

ZIEL: DAS PERSONAL ENTLASTEN

Die Planung der neuen Produktionshallen folgte den exakten

Vorstellungen wie die Fertigung in Zukunft agieren sollte. Dabei

zogen die Planer auch Experten zu Rate. Das Ergebnis: eine vollständig

digitalisierte Fabrik, die mit hoher Effizienz und hohem

Tempo arbeitet. Die einschlägigen Kennzahlen wie Durchlaufzeiten,

Bestände in der Lieferkette u. v. m. konnten drastisch reduziert

werden, obwohl Wilo schon vorher durchaus nach modernen

Methoden produzierte und montierte.

Da das Portfolio breit aufgestellt ist und im Bereich der Trockenläuferpumpen

die durchschnittliche Losgröße bei 1,8 Pumpen pro

Auftrag liegt, ist eine Automatisierung in diesem Bereich keine zielführende

Strategie. Vielmehr sind die Intelligenz und die Expertise

01

MODULARER KRANBAUKASTEN

DEMAG KBK ERMÖGLICHT

FLEXIBLE ARBEITSPLÄTZE

des Personals gefragt. Seine Körperkraft hingegen steht nicht im

Fokus. Denn Wilo setzt hohe Standards bei Ergonomie und Gesundheitsschutz.

Aus diesem Grund sind alle (Montage-)Arbeitsplätze,

an denen Lasten mit einem Gewicht von mehr als 8 kg gehoben

werden – und das sind viele –, mit Hebehilfen ausgestattet,

die individuell an die jeweiligen Aufgaben angepasst werden.

INDIVIDUELLE AUSWAHL VON ARBEITSPLATZ-

KRANEN UND HANDHABUNGSEINHEITEN

Als Partner für diese Aufgabe hat Wilo den Demag-Partner Dart

Fördertechnik an seiner Seite, mit der das Unternehmen seit vielen

Jahren zusammenarbeitet. Seit mehr als 60 Jahren gibt es den

Demag-KBK-Kranbaukasten, den Dart als Zertifizierter Partner

von Demag häufig zur Ausrüstung von Arbeitsplätzen verwendet

und der bei der Realisierung des Projekts bei Wilo mit seinen zahlreichen

Variationsmöglichkeiten bestens geeignet ist. Nicht nur

Demag KBK, sondern auch die Demag-Hebezeuge, Antriebe, Bedieneinheiten

und Lastaufnahmemittel lassen sich an die jeweilige

Aufgabe anpassen und erweitern. Ein großer Vorteil für eine

Fabrik, die stets nach Verbesserung strebt und seinen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern optimale Bedingungen schaffen möchte.

STAHLBAUKONZEPT SCHAFFT FLEXIBILITÄT

Eine Grundidee, die Wilo und Dart beim Start des Projekts einbrachten,

war der Verzicht auf eine Wand- oder Deckenaufhängung

für die Handhabungssysteme an den einzelnen Montageinseln

und -bändern. Stattdessen wurden die Kranbahnen für die

02

AUSGEZEICHNET:

DIE WILO SMART FACTORY

Was man vom Skywalk der komplett neu errichteten

Wilo-Produktion aus sieht, findet der physische Materialfluss

mit (unter anderem) dem Demag-KBK-System und

fahrerlosen Transportfahrzeugen statt. Und wer genau

hinschaut, dem fällt auch das breite Produkt-, Systemund

Lösungsportfolio auf, das hergestellt wird.

Realisieren lässt sich das nur mit einer effizienten,

durchgängig digitalisierten Fertigung. Moderne Planungsinstrumente

„orchestrieren“ und steuern den

Prozess. Gegenüber der alten Fertigung ließen sich

Kennzahlen wie die Bestände in der Produktion und die

Durchlaufzeiten reduzieren. So kann man in Dortmund

wirtschaftlich und auftragsbezogen, das heißt flexibel,

Pumpen produzieren – auf lange Sicht und in Zukunft

auch vom Kunden per Online-Konfigurator bestellt.

Dieses Konzept hat auch die Juroren eines renommierten

Branchen-Wettbewerbs überzeugt, der unter anderem

von der Unternehmensberatung Kearney vergeben wird:

Sie haben die Smart Factory von Wilo als „Fabrik des

Jahres 2024“ ausgezeichnet.

Quelle: Demag

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 7


PRODUKTE UND SYSTEME

TITELSTORY

03 An einigen Arbeitsplätzen kommen Hängekrane für das Handling

von schwereren Komponenten im Einsatz

04 Der Standard an vielen Arbeitsplätzen: Demag-Kettenzug DC

03

04

Hängekrane aufgeständert auf einem Portalsystem montiert.

Dart-Geschäftsführer Axel Ditz: „Damit ist Wilo viel flexibler. Die

Verfahrwege und Arbeitsbereiche lassen sich bei Bedarf einfach

verändern und vor allem erweitern.“

Ein weiterer Grund für dieses Konzept: Über die Fertigung

führt ein beeindruckender Skywalk – ein Erlebnis für jeden Besucher

und für das Personal häufig eine willkommene Abkürzung.

Allerdings begrenzt diese Konstruktion die Arbeitshöhe, und mit

einem Hallenkran ist sie nicht kompatibel. Hier mussten die Planer

an vielen Arbeitsplätzen Feinarbeit leisten.

VIELFALT STATT EINHEIT

Ein Gang durch die Fertigung (oder über den Skywalk) zeigt, wie

vielseitig die Intralogistik und auch das Demag-KBK-System im

Wilo-Werk ist. Ditz: „Wir haben jeden Kran an jedem Arbeitsplatz

exakt auf das Transportgut und die jeweiligen Arbeitsschritte

ausgelegt.“ Und das nicht nur in der Theorie: Das Personal wurde

in die Entscheidungsfindung eingebunden.

Beim flächigen Transport kommen Demag-KBK-Hängekrane

zum Einsatz. Mit ihnen bewegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Pumpenkomponenten vom Förderband oder auch von einem

fahrerlosen Transportfahrzeug (FTF) zur Bearbeitungsmaschine

und von dort zur weiterführenden Fördertechnik. Dabei

werden – je nach Anwendungsfall – unterschiedliche Baureihen

von Demag-Kettenzügen (DC-Com, DC-Pro) verwendet, aber

auch Assistenzsysteme, bei denen der Werker die Last einfach

mit Handbewegungen zum Ziel führen kann (DCMS-Pro Manulift,

DCBS-Pro mit „Balancer“-Funtion). Diese Handhabungseinheiten

finden an Sonderarbeitsplätzen Verwendung, an denen

die Pumpenbauteile auch getestet werden. Dort ist feinfühliges

Handling gefragt. Der Einhandbetrieb fördert das intuitive Lasthandling

am dortigen Arbeitsplatz.

DAS WAR BEILEIBE KEIN

ALLTÄGLICHES PROJEKT

Herr Ditz, Ihr Unternehmen plant und baut auch Hallenkrane

mit hohen Tragkräften für anspruchsvolle Anwendungen. Bei

Wilo waren es eher viele kleine Arbeitsplatzkrane. Warum war

dieses Projekt dennoch ein „Highlight“ für Sie?

Axel Ditz: Das Unternehmen Dart ist seit 33 Jahren am Markt

aktiv. In diesem Zeitraum hatten wir in der Tat schon größere

Projekte realisiert. Aber wann hat man schon einmal die Gelegenheit,

ein so umfassendes und detailreiches Vorhaben wirklich

von A bis Z zu begleiten und einen Beitrag zu leisten, wenn

die Vision einer neuen Fabrik in die Tat umgesetzt wird? Das

hatten wir so noch nicht, und das war zweifelsohne etwas besonderes.

Aber wir haben gern unsere Expertise eingebracht.

Wie kam der Kontakt mit dem Unternehmen Wilo zustande?

Axel Ditz: Wir arbeiten seit vielen Jahren für Wilo, im Kranservice

und bei Neuprojekten. Die Verantwortlichen haben uns

mitgeteilt, dass sie dieses Projekt gemeinsam mit uns angehen

möchten – was uns selbstverständlich sehr gefreut hat.

War der Demag-KBK-Kranbaukasten von Anfang an bei dem

Projekt gesetzt?

Axel Ditz: Wir sind seit dem Jahr 1992 Zertifizierter Partner von

Demag und haben schon viele KBK-Lösungen projektiert und

umgesetzt. Für Anwendungen, wie sie bei Wilo vorliegen, gibt es

einfach keine auch nur annähernd gleichwertige Alternative.

Die Vielfalt des Kranbaukastens ist einzigartig, daher konnten

wir an jedem Arbeitsplatz passgenaue, ergonomische und immer

industriegerechte Lösungen finden, auch an Prüfplätzen

und mit teilautomatisierter Handhabung.

Was sind Ihre Erkenntnisse aus diesem Projekt, die Sie anderen

Anwendern von Kranen und Handhabungstechnik empfehlen

können?

Axel Ditz: Generell gilt: Man sollte mit Sorgfalt und mit Liebe

zum Detail planen. Schließlich soll eine Lösung über viele Jahre

Bestand haben. Diesen Grundsatz hat Wilo vorbildlich umgesetzt.

Auch die spätere Flexibilität sollte berücksichtigt werden,

8 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


SCHWENKKRANE FÜRS „PICKEN“, HALLENKRAN FÜR

SPRITZGIESSWERKZEUGE

An anderen Arbeitsplätzen wiederum schaffen Demag-KBK-Schwenkkrane die Voraussetzungen

für ergonomische Pick-Arbeiten – erneut mit individuell ausgewählten

Hebezeugen: Basis-Kettenzug, DCMS-Pro Manulift oder DCBS-Pro mit Balancer.

Stephan Böing, Projektverantwortlicher bei Wilo: „Das KBK-System von Demag

bietet vielfältige Lösungen, auch was die Unterstützung des Personals beim Heben

und Verfahren der Last angeht. Diese Vielfalt haben wir genutzt, um exakt auf die

Anforderungen unserer Kolleginnen und Kollegen eingehen zu können.“

In einem Bereich wichen die Planer vom Konzept des Stahlbaus als tragende

Konstruktion ab und wählten einen „klassischen“ Hallenkran mit einem Demag-

Seilzug als Hubwerk – aus gutem Grund wie Böing ausführt: „Wir haben in der neuen

Fabrik auch einen eigenen Spritzguss installiert. Weil die Werkzeuge dieser Maschinen

mehrere Tonnen schwer sind, kam hier nur ein Hallenkran in Frage, der bis

zu 3,2 Tonnen hebt. In der Montage und den anderen Produktionsbereichen sind

Traglasten bis 250 Kilogramm ausreichend, das lässt sich gut mit der Stahlbaukonstruktion

realisieren.“

Dass das KBK-System durchgängig in der Produktion installiert wurde, zeigen die

letzten Schritte der Prozesskette: An den Verpackungslinien erleichtert jeweils ein

von Dart installierter Wendetisch die Handhabung der fertig montierten Pumpen

und Pumpensysteme – unter einem KBK-System mit Hängekranen.

Freiraum

für neue Ideen.

Wir regalen das.

EIN KONZEPT, DAS SICH BEWÄHRT

Inzwischen ist die Smart Factory schon geraume Zeit in Betrieb. In einem Bereich

wurden bereits die Portalkonstruktionen des KBK-Systems an veränderte Anforderungen

angepasst – mit geringem Aufwand. Böing: „Wir arbeiten seit Jahren mit

Dart praktikable Lösungen aus und haben uns bei der Planung der neuen Fertigung

gemeinsam viele Gedanken gemacht. Mittlerweile kann man sagen, dass wir

genau das erreicht haben, was wir uns vorgestellt haben: ein variables Arbeitsplatzkran-Konzept,

das sich an wechselnde Anforderungen anpassen kann. Das

KBK-System von Demag bewährt sich seither an ganz unterschiedlichen Montage-,

Prüf- und Verpackungsplätzen. Und die Kolleginnen und Kollegen sind sehr

zufrieden.“

Fotos: Demag Cranes & Components

www.demagcranes.de

AXEL DITZ

Geschäftsführer

Dart Fördertechnik

GmbH

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Ihrem Regalprojekt.

ebenso die Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie nutzen

schließlich tagtäglich die Hebezeuge. Demzufolge kann man ihr Praxiswissen

nicht hoch genug einschätzen. Und lassen Sie mich noch einen Sachverhalt

betonen: Ein Projekt mit einer solchen Laufzeit lässt sich nur mit einer vertrauensvollen

Zusammenarbeit umsetzen.

Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur f+h

www.schulte-lagertechnik.de


PRODUKTE UND SYSTEME

RETROFIT EINER TANDEM-KRANANLAGE IM WASSERKRAFTWERK

MEHR POWER FÜR DIE

INSTANDHALTUNG

Für die Modernisierung der Krananlage im

Wasserkraftwerk Jochenstein erhielt der

Kranbausatz „CraneKit“ von Stahl CraneSystems

den Zuschlag. Dessen Partner, der Kran- und

Anlagenbauer Haslinger übernahm die

komplette Planung, Fertigung sowie Montage

und Inbetriebnahme. Mechanisch und

steuerungstechnisch sind die neuen Krananlagen

eine Sonderlösung. Nun können Rotoren mit

einem Gewicht von 220 Tonnen ohne

Demontage der Pole ausgehoben werden.

Die etwa neun Meter hohe Felseninsel Jochenstein befindet

sich im Oberlauf der Donau. Hier steht ein Laufwasserkraftwerk,

das seinen Namen der Felseninsel

verdankt. Das Kraftwerk Jochenstein hat eine Fallhöhe

von etwa zehn Metern und erreicht nach offiziellen Angaben ein

mittleres Jahresarbeitsvermögen von 850 Mio. kWh. Die beweglichen

Elemente des Stauwehrs sind nahe dem österreichischen

Ufer angeordnet. Die Schiffschleuse und die Schaltanlage liegen

auf der bayerischen Seite. Das Krafthaus mit den Turbinen befindet

sich in der Flussmitte auf der Felseninsel.

Die Inbetriebnahme der ersten drei Maschinensätze des Kraftwerks

geschah bereits im Jahr 1955, kurze Zeit später kamen zwei

weitere Maschinensätze hinzu. Die fünf Maschinensätze verfügen

über Kaplan-Turbinen mit Durchmessern von 7,4 m, die alle

noch aus den 1950er-Jahren stammen. Diese arbeiten mit fünf

Drehstrom-Synchrongeneratoren zusammen.

Die Rotoren in den Generatoren sind nicht unmittelbar dem

Flusswasser ausgesetzt, dennoch müssen sie in bestimmten zeit-

10 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


lichen Intervallen zu Revisionszwecken (Inspektions- und Wartungsarbeiten) ausgehoben werden,

zum Beispiel um Lager, Wicklungen und weitere Komponenten zu prüfen, Unwuchten zu

beheben und thermisch beanspruchte Isolierungen auf Beschädigungen und Alterung zu überprüfen.

Hinzu kommen Reinigungsarbeiten, denn zwischen Rotor und Stator können sich

Schmutz und Ölreste ansammeln, die entfernt werden müssen, um eine optimale Leistung zu

erzielen.

HERAUSFORDERUNGEN DER REGELMÄSSIGEN WARTUNG

Für das Bewegen von Lasten, vor allem beim Ausheben der Rotoren aus den Generatoren und

zum Abtransport entlang des Stauwehrs, stand bislang eine Krananlage mit einer Tragfähigkeit

von 75.000 kg bereit – im Tandembetrieb konnten so 150.000 kg gehoben werden. Da jeder einzelne

Rotor aber ein Gewicht von 220 t auf die Waage bringt, mussten für den Aushub jedes Mal

alle Pole am Rotor demontiert werden, um das Gewicht zu reduzieren. Das nahm viel Zeit in

Anspruch und führte bei der Revision zu hohen Kosten. Aus diesem Grund hat der Betreiber,

die Verbund AG aus Wien, nach einer Lösung zur Tragfähigkeitserhöhung der Krananlage gesucht,

um den kompletten Rotor ohne Demontage der Pole ausheben und zum Zwischenlager

transportieren zu können.

Das Unternehmen Stahl CraneSystems, Künzelsau, spielte im Entstehungsprozess der neuen

Anlage und während der ganzen Projektdauer eine maßgebliche Rolle. Dessen Partner, die Haslinger

Metallbau + Krantechnik mit Sitz in Aldersbach, übernahm die vollständige Planung, Fertigung

sowie Montage und realisierte die termingerechte Inbetriebnahme.

In puncto Schweißtechnik spielt die Haslinger-Gruppe längst in der obersten Liga. Für den

Kranbau bietet das Unternehmen komplette Paketlösungen aus einer Hand – von der Planung

über den Stahlbau bis hin zur Montage. Als zertifizierter Partner kann Haslinger bei allen Aufgaben-

oder Fragestellungen sowie bei der SPS-Programmierung auf das Know-how des Engineering-Teams

von Stahl CraneSystems zugreifen.

GLEICHE BELASTUNG – HÖHERE TRAGFÄHIGKEIT

Die Herausforderung im Kraftwerk Jochenstein bestand darin, bei gleichbleibenden Radlasten

die Tragfähigkeit auf 120.000 kg pro Kran zu erhöhen. Zudem sollten die Anfahrmaße, die durch

die alte Krananlage vorgegeben waren, eingehalten werden. Darüber hinaus ändert sich beim

Fahrwechsel vom geraden Bahnbereich in das Bogenstück die Spannweite der Kranbahn. Aus

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PRODUKTE UND SYSTEME

02 Im Kraftwerk muss die Tandem-Krananlage große

Lasten bewältigen

03 Die Generatoren haben einen Durchmesser von

mehr als sieben Meter

Freien erforderte eine Spezifizierung der Anlage für einen Umgebungstemperaturbereich

von -10 bis 40 °C.

02

DOPPELTE LAST IM TANDEMBETRIEB

DER KOMPLETTE ROTOR LÄSST

SICH OHNE DEMONTAGE DER

POLE AUSHEBEN

03

diesem Grund hat der Kopfträger, der den Kranträger mit den

Laufwerken verbindet, eine Konstruktion mit speziellen Rädern.

In der Mitte der Kranbrücke hat die Laufkatze einen Verfahrbereich

von 5470 mm. Der Bereich wurde so definiert, dass er den

Aushub des Rotors ermöglicht. Die Seiltrommel mit einem

Durchmesser von 800 mm besteht nun aus Blech statt aus dem

serienmäßigen Rundrohr mit 610 mm Durchmesser. Um die Last

gleichmäßig zu verteilen, kommen Traversen zum Einsatz. Die

Radlasten bleiben durch ein Eingrenzen der Maximallast auf die

Mitte der Kranbrücke unverändert. Hierzu wurde eine spezielle

Betriebsart eingerichtet, die per Sicherheitsschaltung eine Fahrt

mit 120.000 kg nur in diesem Mittenbereich erlaubt. Somit konnte

die alte Kranbahn ohne aufwändige Änderungen genutzt werden,

obwohl der Kran nun höhere Lasten transportieren kann.

Anstatt klassischer Fahrendschalter erkennen Sicherheitsdrehgeber

die Positionen der Hubwerke. Mithilfe der Drehgeber ließ

sich zusätzlich eine positionsabhängige Überlasterkennung realisieren,

sodass ein Performance Level PLd erreicht werden

konnte.

Nun können Rotoren mit 220 t Gewicht ohne Demontage der

Pole ausgehoben werden. Das spart Zeit und senkt die Kosten bei

der Inspektion und Wartung der fünf Maschinensätze. Nach dem

Aushub wird der Rotor auf die gegenüberliegende Donauseite

transportiert und dort für den Zeitraum der Revision zwischengelagert.

Die Kranbahnlänge vom Krafthaus bis hin zum österreichischen

Ufer beträgt etwa 250 m. Der gelegentliche Betrieb im

Im Tandembetrieb können doppelte Lasten gehoben werden,

nun also 240 t – das ist ausreichend für die Rotoren einschließlich

ihrer Pole. Der Tandembetrieb ermöglicht ein effizientes Handling

der Rotoren und ihren sicheren Transport aus der Krafthalle

und über das Stauwehr.

Früher waren für den Tandembetrieb zwei erfahrene Kranführer

erforderlich, die in enger Abstimmung zusammenarbeiten

mussten, um die schweren respektive sperrigen Lasten sicher

und präzise zu navigieren. Heute werden für den Tandembetrieb

zunehmend Funkfernsteuerungen genutzt, um die Bewegungen

der Krane und Katzfahrwerke zu koordinieren, wobei verschiedene

Betriebsarten ausgewählt werden können. Die Funkfernsteuerung

ist im Datenbus der Krananlage eingebunden. Beide Kransysteme

kommunizieren über ein Industrie-WLAN miteinander

und ermöglichen so den Tandembetrieb.

Die Krane verfügen über ein Hilfshubwerk mit einer Tragfähigkeit

von 16.000 kg, das ergänzend zum Haupthubwerk eingesetzt

und gemeinsam mit diesem im Katztandembetrieb gesteuert

wird. Das Hilfshubwerk dient vor allem dazu, Lasten bei sensiblen

Hebevorgängen oder Montagearbeiten im Doppellastbetrieb

präzise zu bewegen. Es ermöglicht flexibles Arbeiten, spart Zeit

und erhöht die Effizienz des ganzen Kransystems. Als Bergewinde

hat es zudem eine Zulassung für den Personentransport. Der

Hilfshub ist mit zwei Lastmesssystemen ausgestattet: eines für

die regulären Lasten und eines für den Betrieb des Arbeitskorbs.

Je nach Betriebsart werden die Signale in der Steuerung (SPS)

verarbeitet.

MECHANISCHE UND PROGRAMMIERTECHNISCHE

SONDERLÖSUNG

Das Hubwerk verfügt über Last- und Drehzahlsensoren, Endschalter

und Aktoren, die – abgesehen vom Drehzahlsensor – alle

im Datenbus der Krananlage eingebunden sind. Anstelle einer

fest verdrahteten Steuerung kommt eine programmierbare

Komplettsteuerung KSK-S zum Einsatz. Das System ist modular

erweiterbar und es ergeben sich Möglichkeiten zur Teilautomatisierung.

Das Monitoring beim Verfahren des Krans oder des

Lastaufnahmemittels wird verbessert. Fehlermeldungen und

Betriebszustände werden über eine eigens programmierte Benutzerschnittstelle

(Human-Machine-Interface) ausgegeben und

im Display grafisch dargestellt.

Fotos: Stahl CraneSystems

www.stahlcranes.com

12 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


MARKTPLATZ

KLIMATISIERUNG ERHÖHT SICHERHEIT IM GEFAHRSTOFFLAGER

Mit dem Gefahrstofflager WHS erweitert die Denios SE ihr Portfolio für die gesetzeskonforme Lagerung wassergefährdender Stoffe.

Das Lager ist als modularer Raum konzipiert, dessen Ausstattung sich an spezifische Anforderungen anpassen lässt. Die integrierte

Heiz- und Kühltechnik schafft die Voraussetzungen für eine konstante Innenraumtemperatur – ein wichtiger Faktor für die Lagerung

temperatursensibler Gefahrstoffe, vor allem bei schwankenden Außentemperaturen oder witterungsbedingten Extremen.

Das Lager eignet sich für Unternehmen mit unterschiedlichen Platzbedarfen, darunter auch

Betriebe aus der Chemie- und Pharmaindustrie. Die Aufstellung und Inbetriebnahme

übernimmt das Service-Team des Herstellers. Auch nach der Installation bleibt der Betrieb

zuverlässig organisiert: Regelmäßige Wartungen sichern die Einhaltung gesetzlicher

Vorgaben.

Mit dem WHS wird ein integriertes Lösungskonzept zur Verfügung gestellt, das die Lagerlogistik

sicher, effizient und flexibel unterstützt – von der Planung über die Nutzung bis zur

Rücknahme. Das System erfüllt damit zentrale Anforderungen an Nachhaltigkeit und

Prozesssicherheit in der innerbetrieblichen Logistik.

www.denios.de/whs

ELEKTROMECHANI-

SCHE SCHIENENZANGE

FÜR SCHWERLAST

Ringspann hat das Bremsenportfolio

um die elektromechanische

Schienenzange

DR085 FEK 200 erweitert. Die

federbetätigte, elektrisch

öffnende Sturmbremse ist für

Heavy-Duty-Anwendungen in

wasser- und küstennahen

Bereichen ausgelegt. Sie

Driving the world

Mit dem StarterSET

schneller zur fertigen Maschine

eignet sich vor allem für

Hafen- und Containerkrane,

Förder- und Werftanlagen

sowie für Modernisierungen.

Die DR085 FEK 200 ist eine

Alternative zu hydraulischen

Systemen, da sie ohne Öl

betrieben wird. Mit Haltekräften

bis zu 200 kN und einer

kompakten Bauform lässt sich

die Schienenzange flexibel in

bestehende und neue Anlagen

integrieren. Sie kann als

Sturm-, Halte-, Positionierund

Parkbremse eingesetzt

werden. Wartungsfreundlichkeit

und Verfügbarkeit werden

durch den Einsatz identischer

Bauteile mit bestehenden

Modellen erhöht.

www.ringspann.de

Das Grundpaket – von Anfang bis End-of-Line

Das StarterSET ist das Grundpaket, individuell auf die Maschinengrundanforderung

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PRODUKTE UND SYSTEME

MODERNE VERLADELÖSUNGEN FÜR AUTOREISEZUGANLAGE

INNOVATIVE BAHN-VERLADERAMPEN

OPTIMIEREN ABLÄUFE

Butt-Bahn-

Verladerampe:

Wichtiges Element

der DB-Autoreisezuganlage

in München

Der Schienenverkehr kann eine umweltfreundliche

Alternative zur Straße sein. Das gilt

auch für die schönste Zeit des Jahres – die Fahrt

in den Urlaubsort. Damit der Start gelingt, sind

an den Terminals effiziente Verladelösungen

gefragt. Moderne Bahn-Verladerampen aus

dem Hause Butt in Großenkneten setzen neue

Maßstäbe in puncto Flexibilität und Betriebssicherheit.

Das gilt auch für die neue Auto reisezuganlage

in München.

Die neue Generation von Butt-Bahn-Verladerampen

zeichnet sich durch ihre elektrohydraulische Verstellbarkeit

aus, die eine millimetergenaue Anpassung an

verschiedene Zug- und Fahrzeughöhen ermöglicht. Mit

einer maximalen Traglast von 10.000 kg können unterschiedliche

Fahrzeugtypen sicher transportiert werden – von Pkw bis hin zu

schweren Nutzfahrzeugen.

SICHERHEITSAUSSTATTUNG IM DETAIL

Die Sicherheit steht bei den Verladerampen des Herstellers im

Vordergrund. Feuerverzinkte Spezialantirutschgitter auf der

Oberfläche sorgen für optimalen Grip, auch bei widrigen Witterungsbedingungen.

Beidseitige Geländer bieten zusätzlichen

Schutz, in erster Linie bei größeren Verladehöhen.

Die Steuerung geschieht über einen zentralen Schaltschrank

mit intuitiv bedienbaren Tastern für „Heben“, „Senken“ und

„Not-Aus“. Umfassende Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen

wie Rohrbruchventile, Warnhupen und Rundumleuchten

werden bei jeder Bewegung automatisch aktiviert und schaffen

die Voraussetzungen für maximale Betriebssicherheit.

Das Herzstück der Rampen bilden speziell entwickelte Hydraulikzylinder,

die eine schnelle und präzise Höhenverstellung ermöglichen.

Eine manuell bedienbare Überladelippe an der

Frontseite, die durch Gasdruckdämpfer unterstützt wird, erleichtert

die Handhabung.

Aufgrund der robusten Stahlrahmenabstützung ist eine langfristige

Stabilität gegeben. Basis dafür ist – im wahrsten Sinne des

Wortes – eine professionelle Fundamentierung, die bauseits erstellt

werden muss. Diese Konstruktion genügt hohen Kriterien

an Sicherheit, Effizienz und Langlebigkeit. In der Quintessenz

sind das Merkmale, die eine schnelle Verladung von Fahrzeugen

sicherstellen – was vor allem bei hohem Verkehrsaufkommen an

großen Terminals relevant ist.

Zur Anlieferung der Rampen an den Einsatzort nutzt Butt eigene

Fahrzeuge und erfahrenes Personal. Das gilt auch für die Montage.

Aufgrund der langjährigen Erfahrung werden somit ein termingerechter

und schadensfreier Transport sowie eine zügige

Montage der Rampen erreicht.

Um Kundennähe sicherzustellen, hat der Hersteller Deutschland

in fünf Vertriebsregionen aufgeteilt, die vertikal von Norden

nach Süden reichen. Diese Struktur schafft außerdem die Grundlage

für eine schnelle Reaktion der Mitarbeiter aus dem After-Sales-Bereich.

Die entsprechenden Butt-Mitarbeiter übernehmen

die Wartung sowie UVV-Überprüfungen oder erledigen Reparaturen

jederzeit auch kurzfristig.

NEUES AUTOREISEZUG-TERMINAL IN MÜNCHEN

Ein beispielhaftes Projekt für die praktische Umsetzung moderner

Verladelösungen ist das Autoreisezug-Terminal in München-

Sendling. Die Deutsche Bahn hat im Rahmen eines 20-Millionen-

Euro-Projekts eine Anlage realisiert, die über ein 243 m langes

Verladegleis verfügt. Ausgelegt ist das Terminal auf eine Kapazität

von maximal 4.000 Fahrzeugen pro Jahr.

WB

Fotos: Butt

www.butt.de

14 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


KOMPAKTE LAGERTECHNIK IM

FOKUS BEIM BRANCHENTREFFEN

Effizient arbeiten auf begrenztem Raum zählt

zu den zentralen Herausforderungen in der

Intralogistik. Am 25. September haben

Besucher Gelegenheit, auf dem „Tech &

Trends“-Kundentag in Schaffhausen/Neuhausen

am Rheinfall kompakte und flexible

Lager- sowie Transportlösungen kennenzulernen. Veranstalter ist Dematic.

Die Präsentationen umfassen Ware-zum-Mann-Systeme, Fördertechnik und das

SAP-Software- und Serviceangebot. Praxisbeispiele verdeutlichen, wie sich Prozesse

optimieren und Ressourcen schonen lassen. Aufmerksamkeit gilt dem Projekt

der IVF Hartmann AG, Hersteller medizinischer Verbrauchsgüter, bei dem auf nur

400 m² eine automatisierte Multishuttle-Anlage mit Put-to-Light-Kommissionierbereich

realisiert wurde.

Das Programm bietet Fachvorträge, Expertenberichte und eine Führung durch das

Logistikzentrum am Rheinfall. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Zahl der Plätze

begrenzt. Eine vorherige Anmeldung bei Dematic ist erforderlich.

bit.ly/ivf-kundentag

ERHÖHTE TRAGKRAFT ERSCHLIESST NEUE

EINSATZBEREICHE

Das finnische Unternehmen ConFoot hat eine

Containerstütze vorgestellt, die die Handhabung

von Containern in Logistikprozessen

vereinfacht. Das Modell CFU30 ist höhenverstellbar

und trägt bis zu 30 Tonnen. Die

Containerstütze erweitert die Einsatzmöglichkeiten

der CFU-Reihe um Anwendungen

in den Bereichen Transport, Einzelhandel und

Hafenlogistik. Die Produktentwicklung folgte

klaren Anforderungen an Leichtbau, Robustheit und Bedienfreundlichkeit. Trotz der

hohen Tragfähigkeit bleibt die Stütze handlich: Kein Einzelteil wiegt mehr als 25 kg.

Die Montage lässt sich durch eine Person ohne zusätzliche Ausrüstung durchführen.

Damit eignet sich das Modell für Einsatzorte mit wechselnden Anforderungen.

Der Hersteller hat vier Containerstützen im Portfolio: Das Modell CF ist eine

vielseitige Lösung für Transport und Lagerung, das CFP-Modell ist für Verladerampen

ausgelegt. Die höhenverstellbare CFU-Reihe ermöglicht eine flexible Handhabung

unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen. Das Modell CFL richtet sich an

Anwendungen mit Containerrahmen, etwa für die Lagerung von Flüssigkeiten.

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Intralogistik

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Materialfluss

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Maintenance und Industrie 4.0

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MODULBAND REDUZIERT FLÄCHENBEDARF

IN SPIRALFÖRDERANLAGEN

Eine kompakte Bauweise kennzeichnet die neue Generation modularer Kunststoffförderbänder

der Serie Prolink S9.1 von Forbo Movement Systems. Entwickelt für

den Einsatz in Spiraltürmen erleichtert das Konzept durch zwei alternative Seitenmodule

die Integration in bestehende Anlagenradien. Im Innenradius kommen

Seitenmodule für kleine Radien zum Einsatz, wodurch sich der Flächenbedarf im

Vergleich zu Bändern mit herkömmlichem Kollapsfaktor

verringert.

Verfügbar ist mit Prolink S9.1 eine Lösung, die mithilfe

cliploser Befestigung der Kupplungsstäbe die Funktionssicherheit

erhöht. Eine gute Luftzirkulation und eine

wirksame Drainage unterstützen Kühl- und Trockenprozesse.

Hergestellt aus lebensmittelsicheren Materialien, mit

reinigungsfreundlicher Oberfläche und in Konformität zu

FDA-, EU- und MHLW-Vorgaben eignet sich das Modulband

für sensible Produktionsumgebungen.

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REGALBEDIENGERÄTEHERSTELLER POSITIONIERT SICH MIT

KUNDENORIENTIERUNG UND TECHNOLOGIETIEFE

PROBLEME LÖSEN STATT

GERÄTE VERKAUFEN

Wer in Regalbediengeräte investiert, sucht mehr als ein funktionales

Produkt. Gefragt ist ein verlässlicher Partner mit umfassendem

Verständnis für Prozesse und Rahmenbedingungen. Das Unternehmen

Mias mit Sitz in Eching stellt sich diesem Anspruch seit 1985, dem Jahr, in

dem die Konzeption und Produktion von Regalbediengeräten aufgenommen

wurde. Geschäftsbereichsleiter Martin Lindner erläutert im Gespräch, wie

der Hersteller mithilfe tiefgreifender Kundenbeziehungen, weltweiter

Präsenz und technologischer Weiterentwicklung punktet.

16 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Das Traditionsunternehmen Mias, dessen Wurzeln bis in

die Nachkriegswirren der 1940er-Jahre zurückreichen,

gehört zu den Anbietern, die weit mehr liefern als Mechanik.

In einem von Wettbewerb und Kostendruck geprägten

Markt ist es für das Unternehmen entscheidend, sich

durch Nähe zum Kunden, technische Anpassungsfähigkeit und

langjährige Beziehungen zu differenzieren. Geschäftsbereichsleiter

Lindner betont: „Wir verkaufen keine Regalbediengeräte – wir

lösen Kundenprobleme.“

Ein wichtiges Merkmal des Herstellers liegt in der partnerschaftlichen

Kundenbindung. Viele Projekte basieren auf jahrzehntelanger

Zusammenarbeit, oft quer durch Branchen. Mias

kennt die Spezifika unterschiedlicher Anwendungen und überträgt

gewonnene Erkenntnisse von einem Sektor in den anderen.

Diese Transferleistung ist Teil des Erfolgsrezepts.

PRODUKTENTWICKLUNG ALS

KONTINUIERLICHER PROZESS

Mit rund 600 Mitarbeitern weltweit ist Mias international aufgestellt.

Die Fertigung der Regalbediengeräte findet zentral in Ungarn

statt. Für den chinesischen und auch wachsendem asiatischen

Markt, werden Regalbediengeräte und Lastaufnahmemittel

in China hergestellt. Auch dort wird nach den hohen Mias-

Qualitätsanforderungen produziert, jedoch „Made in China“.

Service-, Montage- und Vertriebsstandorte gibt es unter anderem

in den USA, Australien und China, die den direkten Draht zu den

Kunden vor Ort sichern. Lindner: „Dieser dezentrale Ansatz erleichtert

nicht nur die Betreuung, sondern auch die Einbindung

in unterschiedliche Marktanforderungen.“

Technologisch verfolgt der Hersteller einen evolutionären

Ansatz. Neue Anforderungen werden häufig im laufenden Projekt

gelöst – nicht im abgeschotteten Labor. Das gilt auch für die

Paletten-Regalbediengeräteserie PAL 23. Aufgrund einer

Gewichtsreduzierung von bis zu 20 Prozent im Vergleich zur

01

02

STRATEGISCHE STÄRKE:

LÖSUNGEN FÜR HEUTE –

PARTNERSCHAFT FÜR MORGEN

Vor gängerbaureihe und einem verjüngten Mast-Design punktet

das PAL 23 auch durch Ressourceneffizienz und einen verringerten

Energieverbrauch. Ausgelegt ist das Regalbediengerät auf

Höhen zwischen 10 und 45 m und erreicht Geschwindigkeiten bis

240 m/min beim Fahren und 120 m/min beim Heben.

Ein großes Augenmerk wurde bei der Entwicklung der aktuellen

Paletten-Regalbediengeräte zudem auf die Verfügbarkeit und relevante

Serviceaspekte gelegt. Ein Seilantrieb mit großer Umlenkrolle

verlängert die Lebensdauer der Komponenten, sodass der

Wartungsaufwand sinkt. Konzipiert ist das Regalbediengerät für

Nutzlasten bis 1.500 kg (einfachtief) und 1.250 kg (doppeltief).

Die Beschleunigungswerte liegen zwischen 0,5 und 1,0 m/s 2 .

Lindner: „Auch mit dieser Generation von Regalbediengeräten

richten wir uns in erster Linie an Generalunternehmer und

System integratoren im Bereich der Intralogistik. Ihnen stehen

wir von der Lösungsfindung und Entwicklung über die Produktion

und Realisierung bis hin zu Service und Wartung zur Seite.“

ANPASSUNG STATT STANDARDISIERUNG

Die Vielfalt der Branchen, in denen der Hersteller tätig ist – von

Automobil über Lebensmittel bis zu Luftfracht – bedingt ein

01 Lindner: „Wir verstehen uns in erster Linie als Partner

von Generalunternehmern und Systemintegratoren im

Bereich der Intralogistik“

02 Testaufbau und Prüfstand des PAL-Regalbediengeräts

bei Mias in Eching

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 17


hohes Maß an technischer Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig

arbeitet das Unternehmen an einer modulareren Produktstruktur,

um Standardisierungspotenziale zu nutzen. Doch Lindner

betont: „Wir kommen aus der Nische. Maßgeschneiderte Lösungen

bleiben Teil unserer DNA.“

AFTER-SALES UND RETROFIT: LANGFRISTIGE

VERANTWORTUNG

Mias begleitet Projekte über die komplette Lebensdauer. Der eigene

Service umfasst Wartung, Ersatzteile, Retrofit sowie die vollständige

Inbetriebnahme. Auch Fremdgeräte werden im Rahmen

von Retrofit-Projekten überholt und modernisiert. Das eigene

Team ist regelmäßig weltweit im Einsatz. „Diese Nähe zur realen

Anwendung sichert Feedback und kontinuierliche Verbesserung“,

ist Lindner überzeugt.

Ein anspruchsvolles Retrofit-Projekt hat Mias im vergangenen

Jahr bei der Flumroc AG, einem Steinwolleproduzenten aus der

Schweiz, umgesetzt. Anfang 2024 ergab sich eine Gelegenheit für

die damit verbundenen Maßnahmen, als ein übergeordnetes

weltweites Optimierungsprogramm am Standort Flums zu einem

geplanten dreimonatigen Produktionsstillstand führte. Zu diesem

Zeitpunkt hatte die Pamag Engineering AG, eine Flumroc-

Tochtergesellschaft, bereits den geeigneten Partner für die geplanten

Modernisierungsmaßnahmen im Durchlauflager gefunden.

Dieses Lager ist an die Dämmplattenproduktion angeschlossen

und bietet etwa 4.300 Palettenstellplätze. Die Zuführung

findet über zwei Mias-Regalbediengeräte Baujahr 2007 statt.

Bereits seit einigen Jahren hat Mias eine kompetente Abteilung

für Steuerungstechnik aufgebaut. Daher musste Flumroc nicht

lange überlegen, bei wem der Auftrag platziert wurde. Unter der

Projektleitung von Mias hatte das Unternehmen vier Monate Zeit,

die vorgenommenen Themen umzusetzen. Gemeinsam mit den

Ingenieuren von Pamag wurden unter anderem Hardware und

Steuerung an den zuvor genannten Regalbediengeräten ausgetauscht.

Darin enthalten war zum Beispiel der Tausch der beiden RGB-

Antriebsmotore, die Softwareerstellung im TIA Portal V18 sowie

die Inbetriebnahme der Anlage. Im Rahmen der Arbeiten wurden

je ein mitfahrender Schaltschrank und ein Klemmkasten am

Hubrahmen neu installiert und die sicherheitsgerichteten Schaltelemente

ersetzt. Das neue Kommunikationskonzept umfasst die

Verwendung einer Siemens S7 1500er CPU vom Typ 1515-F und

den Wechsel des aktuellen Feldbusses Profibus durch Profinet

bzw. Profisafe. Das Profinet-Automatisierungsnetzwerk ist nun

über einen Router vom Firmennetzwerk getrennt.

Die Fahraufträge werden über Profinet von der stationären SPS

an das Regalbediengerät übertragen. Sicherheitsrelevante Sensoren/Abschaltungen

werden von der stationären F-CPU ausgewertet

und das Ergebnis über Profisafe an das Regalbediengerät

gemeldet, wodurch die Not-Halt-Abschaltung über Schleifleitung

entfällt. Die Positionsdaten der Regalbediengeräte werden bidirektional

über den PN/PN-Koppler für die softwareseitige Kollisionsüberwachung

ausgetauscht.

Videokameras auf dem Lastaufnahmemittel sind über das Firmennetz

per Web-Browser zugänglich, für die entsprechende

Routingtabellen im Router hinterlegt sind. Das Steuerungskonzept

integriert die Sicherheitslogik in der SPS ohne kontaktbehaftete

Logikfunktionen. Geschwindigkeits- und Endlagenüberwachung

werden bei der Hub- und Fahrachse über software-

03 04

18 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


05

03 Komplettmodernisierung der

Steuerungstechnik eines Regalbediengeräts

bei einem anspruchsvollen

Retrofitprojekt in der Schweiz

04 Blick in die Fertigung der

Regalbediengeräte im Mias-Produktionswerk

in Ungarn

05 Die hohe Fertigungstiefe

ermöglicht, Regalbediengerät und

Lastaufnahmemittel – hier im Bild ein

Blick in die Lastaufnahmemittel-

Fertigung am Standort Eching – ohne

Schnittstellenprobleme aufeinander

abzustimmen

basierte Sicherheitsfunktionen des Antriebsreglers realisiert. Die Positionserfassung

und Drehzahlregelung der x/y/z-Achsen übernimmt der Motion-Controller UHX

von SEW-Eurodrive. Die x-Achse nutzt Profinet/TCP-Datenlichtschranken, während

die y-Achse Profinet/TCP-Daten über Kabel und Schleppkette überträgt.

KÄLTETAUGLICH UND SCHWERLASTFÄHIG

Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und zahlreichen realisierten Projekten hat sich

Mias im Bereich Tiefkühlanwendungen etabliert. Zu den Kunden zählt beispielsweise

NewCold, ein weltweit agierender Anbieter von Lösungen für die Lebensmittelversorgungskette.

Etwa ein Drittel der gelieferten Geräte ist speziell für Tiefkühlanwendungen

konzipiert. Auch in der Schwerlasttechnik und bei komplexen Lastaufnahmemitteln

sieht sich das Unternehmen als führender Anbieter. Die hohe Fertigungstiefe

ermöglicht, Regal bediengerät und Lastaufnahmemittel optimal aufeinander

abzustimmen – ohne Schnittstellenprobleme. Dabei folgt das Design stets den

definierten Anforderungen: Ob als Ein-Mast-Geräte mit zwei Lastaufnahmemitteln

für die doppeltiefe Lagerung, mit Zahnstangenantrieb, für dreifachtiefe Lagerung per

Teleskopgabel oder für mehrfachtiefe Lagerung via Kanalfahrzeug.

DIGITALISIERUNG MIT AUGENMASS

Auch wenn künstliche Intelligenz derzeit noch keine zentrale Rolle spielt, wird das

Thema laut Lindner aufmerksam beobachtet. „Die eigene Steuerungstechnik ermöglicht

bereits heute Energieoptimierung, gezielte Inbetriebnahmen sowie kürzere

Baustellenzeiten. Predictive-Maintenance-Ansätze befinden sich in der Entwicklung,

stoßen aber teils an Grenzen durch kundenseitige Steuerungen.“

FAZIT

Mias positioniert sich über Lösungskompetenz, Kundenbindung und technologische

Weiterentwicklung. Die aktuelle Bilanz der Zusammenarbeit mit Generalunternehmern

und Systemintegratoren kann sich sehen lassen: mehrere Tausend installierte

Regalbediengeräte und Zehntausende Lastaufnahmemittel für unterschiedliche Anwendungen

weltweit. Der Anspruch, als Partner über die Lebensdauer eines Systems

hinweg verfügbar zu sein, trifft in einem volatilen Marktumfeld auf eine wachsende

Nachfrage. Die Regalbediengeräte mögen technisch ausgereift sein – die Anforderungen

an Flexibilität, Service und Anpassung wachsen stetig weiter. Winfried Bauer

Fotos: Mias, f+h, Karte auf S. 16: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0

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RUBRIZIERUNGSEBENE

PRODUKTE UND SYSTEME

AUTOMATISIERUNG TRANSFORMIERT DISTRIBUTIONSLAGER FÜR ERSATZTEILE

SHUTTLES UND ROBOTER BESCHLEUNIGEN

DEN AUFTRAGSDURCHLAUF

Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel hat

mit dem Systemintegrator Klinkhammer

Intralogistics aus Nürnberg ein Distributionslager

für rund 100.000 unterschiedliche Ersatzteile mit

Materialfluss- und Lagertechnik ausgestattet.

Das Herzstück des Logistikzentrums mit einer

Fläche von mehr als 60.000 Quadratmetern ist

ein automatisiertes Kleinteilelager mit mehr als

30 Robotern und circa 50.000 Behälterstellplätzen.

Zum Einsatz kommt ein flexibles

Skypod-System von Exotec mit Lagerrobotern für

die Lagerung von Kleinteilen und ein ebenengebundenes

Shuttle-System als Puffer für die

Auftragszusammenführung. Fördertechnik

verbindet die Lagersysteme mit dem

Wareneingang und dem Versand.

Die Kühne+Nagel-Gruppe ist mit mehr als 80.000 Mitarbeitern

an fast 1.300 Standorten in über 100 Ländern eines

der weltweit führenden Logistikunternehmen. Bedient

werden die Bereiche Seefracht, Luftfracht, Landverkehre

und Kontraktlogistik mit Fokus auf integrierten Logistiklösungen.

46.000 Supply-Chain-Experten in 44 Ländern

entwickeln und implementieren individuelle Fulfillment-, Lagerund

Distributionslösungen. 650 Kunden weltweit aus unterschiedlichen

Branchen arbeiten in einer vertrauensvollen Partnerschaft

mit dem Logistikdienstleister zusammen.

30 ROBOTER BRINGEN DIE WARE ZU

DEN KOMMISSIONIERSTATIONEN

Im Logistikzentrum übernimmt eine Roboterflotte die Ein- und

Auslagerung sowie den Transport der Behälter und bringt die Artikel

aus den Regalen zu den Mitarbeitern an den Kommissionierstationen.

Die autonomen mobilen Roboter sind in der Lage, dreidimensional

zu arbeiten und sich selbstständig in dynamischen

Umgebungen zu bewegen. Kühne+Nagel setzt bei der Kontraktlogistik

auf Technologie, die den Logistikprozess für die Kundschaft

so effizient und transparent wie möglich gestaltet. Das Gesamtkonzept

mit dem Skypod-System wurde aus diversen Vergleichssystemen

ausgewählt, da es hinsichtlich Kapazität und Leistung

skalierbar ist und die Anforderungen an Leistung und Anlagenverfügbarkeit

erfüllt. Aufgrund der geografischen Lage des Logis-

20 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

tikzentrums und der Lagertechnik profitieren die Kunden von einer

guten Verkehrsanbindung mit flexiblen Bestellzeiten.

FLEXIBILITÄT DES LAGERSYSTEMS

SKYPOD-ROBOTER STEIGERN

EFFIZIENZ IN AUTOMATISIERTEM

DISTRIBUTIONSZENTRUM

01 30 Skypod-Roboter bringen die Ware aus dem Regal

zum Kommissionierer

Für den Logistikdienstleister war die Leistungsfähigkeit des Systems

wichtig, da auftragsabhängige Schwankungen und Wachstumsphasen

abgebildet werden müssen. Beim Skypod-System

übernehmen die Roboter zwei Funktionen: Zum einen die Einund

Auslagerung im Regal, zum anderen die Anlieferung der

mehrfach unterteilten Behälter an die Kommissionierplätze. Das

System ist erweiterbar und nahezu unterbrechungsfrei expansionsfähig,

indem zusätzliche Skypod-Roboter, weitere Kommissionierstationen

oder Regalblöcke hinzugefügt werden. An den

Kommissionierplätzen können bis zu vier Auftragsbehälter angeliefert

werden. Dies schafft die Voraussetzungen für ein Multi-Order-Picking,

bei dem sich mehrere Auftragsbehälter gleichzeitig

mit einem Artikel befüllen lassen. Dem Mitarbeiter wird signalisiert,

aus welchem Behälterteil entnommen werden muss. Über

ein Put-to-Light-System wird dem Kommissionierer angezeigt, in

welchem Behälter er die gepickte Ware abzulegen hat.

LOGISTIKOPTIMIERUNG VOM WARENEINGANG

BIS ZUM VERSAND

Ein weiterer wichtiger Punkt war die umfassende Abbildung der

Gesamtlogistik und des innerbetrieblichen Transports vom Wareneingang

bis zum Versand. Diese Automatisierung wurde durch

den Einsatz automatisierter Lagertechnik und fortschrittlicher Digitalisierungslösungen

erreicht. Über ein Fördertechniksystem ist

das Behälterlager mit einem doppeltiefen, eingassigen Shuttle-

System verbunden, das über zwei Heber verfügt. Dieses System

dient als Auftragszusammenführungspuffer für Aufträge, die aus

mehreren Behältern bestehen. Da jede der 18 Ebenen mit einem

eigenen Shuttle ausgestattet ist, lässt sich auf Shuttle-Roaming

verzichten, und die Leistung des Systems maximal ausnutzen.

Die automatisierte Lagertechnik zeichnet sich durch die hohe

Effizienz und Präzision aus, mit der die verschiedenen Prozesse

ablaufen. Innerhalb des Shuttle-Systems werden die Behälter gesammelt,

bis der Auftrag vollständig ist, und anschließend automatisch

zum Packplatz transportiert. Das System dient gleichzeitig

als Leerbehälter-Speicher. Die Packerei, die mit 30 Arbeitsplätzen

ausgestattet ist, teilt die Warenströme in Großaufträge

und Paketaufträge auf. Zur Verteilung der fertigkommissionierten

Pakete auf die verschiedenen Transportdienstleister wird ein Versandsorter

eingesetzt, der die Sendungen zum richtigen Lkw-Tor

ausschleust.

LAGERVERWALTUNG UND

ANLAGENVISUALISIERUNG

02 Ein Shuttle-System dient als Puffer für die

Auftragszusammenführung

03 Die Packerei mit 30 Arbeitsplätzen und Shuttle-System

Die Digitalisierung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei

der Optimierung der Logistikprozesse. Als Bindeglied zwischen

dem Lagerverwaltungssystem und der Steuerungstechnik der

Anlagen wurde eine Klinkhammer-Materialflusssteuerung installiert,

die sich flexibel und individuell an die logistischen Prozessabläufe

anpassen lässt. Mithilfe des Visualisierungssystems

Klinkvision ist eine schnelle Alarmdiagnose im Lager möglich,

und Stillstandszeiten werden minimiert. Die Lager- und Transportprozesse

werden in Echtzeit überwacht und die dynamischen

Übersichten zeigen den aktuellen Zustand der Anlagenbereiche

bis auf Sensorebene. Klinkhammer steht dem Logistikdienstleister

während des Live-Betriebs als Hotline-, Serviceund

Wartungspartner zur Seite.

Fotos: Klinkhammer

www.klinkhammer.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 21


NEUE ANFORDERUNGEN AN PLANUNG UND STEUERUNG IN DER HOFLOGISTIK

QUO VADIS YARD MANAGEMENT?

Rund um das Thema Zeitfenster- und Yard

Management mehren sich die Diskussionen. Wie

zukunftsfähig sind klassische Konzepte noch? Ist

es an der Zeit, Hofprozesse neu zu denken?

Prozesse müssen heute flexibel auf

Veränderungen reagieren können, ohne den

Überblick zu verlieren. KI-gestützte Systeme

schaffen dafür die Grundlage, indem sie

Entscheidungen schneller, gezielter und auf Basis

aktueller Daten unterstützen. MTU Aero Engines

zeigt, wie sich damit Durchlaufzeiten verkürzen

und Hofprozesse transparenter steuern lassen.

Zeitfenster gelten in der Hoflogistik seit Jahren als erprobtes

Mittel, um Anlieferprozesse zu koordinieren, Wartezeiten

zu verringern und Rampen sowie Mitarbeiter besser

auszulasten. Zumindest in der Theorie. In der Praxis

sieht das allerdings oft anders aus: Lkw kommen später als geplant,

Touren ändern sich kurzfristig und Rampen sind belegt,

obwohl sie laut Planung frei sein sollten. Die beste Planung nützt

wenig, wenn sie mit dynamischen Rahmenbedingungen kollidiert.

Dennoch hält sich die Vorstellung hartnäckig, dass mit einer

ausreichend detaillierten Vorplanung auch die Ausführung

problemlos verlaufe. Doch die Realität auf dem Hof ist vielfach

unvorhersehbarer und macht deutlich, warum die Zukunft des

Yard Managements mehr braucht als strukturierte Slot-Systeme.

Gefordert ist eine intelligente Prozesssteuerung, die flexibel reagiert,

mitdenkt und auch dann funktioniert, wenn die Realität

vom Plan abweicht.

KRITIK AN STARREN VORGABEN UND

ZUSÄTZLICHEM AUFWAND

Vor allem aus Sicht vieler Spediteure stoßen bestehende Zeitfenstersysteme

immer wieder auf Kritik. Ein häufiger Kritikpunkt ist

die Kostenstruktur vieler Zeitfenstertools, deren Gebühren häufig

direkt an den Buchenden, in aller Regel den Spediteur, umgelegt

werden. Zusätzlich ist der organisatorische Aufwand nicht zu unterschätzen.

Viel Zeit geht dafür drauf, passende Slots zu finden,

Änderungen im Tagesgeschäft zu koordinieren und alles laufend

im Blick zu behalten. Diese Aufgaben binden Ressourcen, die an

anderer Stelle fehlen. Und nicht zuletzt schränken feste Zeitvorgaben

die Tourenplanung stark ein. Wenn sich kurzfristig etwas

ändert, was regelmäßig der Fall ist, wird ein zuvor gebuchter Slot

schnell zum Problem. Die Folge sind Wartezeiten, Leerlaufzeiten

und ein erhöhter Kommunikationsaufwand. Was als Strukturhilfe

gedacht war, wird in solchen Fällen schnell zur Einschränkung.

Was wäre jedoch, wenn es künftig gar keine festen Zeitfenster

mehr bräuchte? Wenn Anlieferungen nur grob auf Tages- oder

Halbtagesbasis angekündigt würden und dennoch alle Prozesse

im Yard problemlos abliefen? Was zunächst wie eine mutige Idee

klingt, ist bei genauerem Hinsehen durchaus realistisch. Staus,

überfüllte Ladezonen und lange Wartezeiten könnten so deutlich

reduziert werden. Zudem würden alle Prozessbeteiligten, das

heißt Lagerstandorte, Cross-docks und Werke gleichermaßen wie

die Spediteure ihre Hauptinteressen erfüllt sehen.

22 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


IMPULSE

Mit dem KI-gestützten Zeitfensterund

Yard-Management-System

Syncrosupply konnten wir unsere

Durchlaufzeiten von durchschnittlich

56 auf 46 Minuten reduzieren

FLORIAN WOHLGEMUTH,

Projektmanager Logistikplanung MTU

Zwar existieren heute bereits automatisierte Yard-Management-

Systeme. Viele von ihnen arbeiten jedoch mit einfacheren Regelwerken,

die mit der Dynamik und Komplexität moderner Standorte

nur schwer Schritt halten können. Für eine nachhaltige Optimierung

reicht dies in der Regel nicht aus. Erforderlich ist vielmehr

ein System, das in der Lage ist, Informationen

kontextbezogen zu verarbeiten, Handlungsempfehlungen abzuleiten

und Prozesse aktiv und in Echtzeit zu steuern.

INTELLIGENTE ENTSCHEIDUNGS­

UNTERSTÜTZUNG ERFORDERLICH

Gleichzeitig greift es zu kurz, Yard Management nur auf das Geschehen

innerhalb des Werksgeländes zu beschränken. Idealerweise

beginnt die Steuerung bereits mit dem Moment, in dem sich

ein Lkw auf den Weg macht. Mithilfe moderner Trackinglösungen

lassen sich Lkw bereits im Zulauf effizient und vorausschauend

steuern. Vergleichbar mit der Anflugkoordination an einem Flughafen

werden die Fahrzeuge im Sinne einer dynamischen Anflugsteuerung

in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht, basierend auf

ihrer geschätzten Ankunftszeit und den tatsächlichen Gegebenheiten

vor Ort. Auch im Ausnahmefall, etwa bei belegten Gates,

werden alternative Lösungen wie Warteschleifen systemgestützt

und kontrolliert umgesetzt. Die Steuerung findet nicht reaktiv unter

Druck statt, sondern planvoll und datenbasiert.

Moderne, KI-gestützte Yard-Management-Systeme setzen genau

hier an. Sie ermöglichen eine intelligente Steuerung der zulaufenden

Lkw, bereits bevor diese überhaupt das Werksgelände

erreichen. Die Fahrzeuge werden so geführt, dass sie bedarfsgerecht

und abgestimmt auf die Situation im Werkgelände zu den

entsprechenden Ladestellen geleitet werden. Auf diese Weise lassen

sich Materialbereitstellung und Fahrzeugankunft optimal

synchronisieren. Ladeflächen und Ressourcen werden besser

ausgelastet, Stillstände reduziert und Durchlaufzeiten minimiert.

Auch auf der Inbound-Seite ist sichergestellt, dass die Produktion

pünktlich mit den richtigen Bauteilen versorgt wird. Und falls

verfügbare Rampen oder Wartezonen belegt sind, werden Fahrer

frühzeitig proaktiv informiert und gezielt auf nahegelegene Ausweichflächen

umgeleitet. So entsteht ein durchgängig abgestimmter

Ablauf, der zeigt, wie problemlos Hoflogistik funktionieren

kann.

OPTIMIERUNG DER HOFLOGISTIK MIT

KI-GESTÜTZTER STEUERUNG

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Blick ins Münchner

Werk des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines. Täglich

treffen dort rund 60 Lkw von etwa 500 verschiedenen Dienstleistern

an vier Rampen ein. Hauptsächlich in den Vormittagsstunden

kam es dadurch regelmäßig zu Anlieferspitzen und Wartezeiten,

verstärkt durch Baustellen auf dem Werksgelände und umfangreiche

Sicherheitsprozesse. Um die Auslastung am Wareneingang

homogener über den Tag zu verteilen, Warte- und

Durchlaufzeiten zu reduzieren, aber auch durchgängige Trans-

parenz zu schaffen entschied sich MTU für die Einführung des

KI-gestützten Zeitfenster- und Yard-Management-Systems Syncrosupply

des Softwareunternehmens Inform.

Das System dient der Buchung und Planung von Zeitfenstern

für eingehende Lkw und deren optimierter Zuweisung an die

richtige Rampe. Über ein webbasiertes Portal melden sich Speditionen

und Subunternehmen an, um ihre Fahrt anzukündigen,

Daten über die Fracht zu übermitteln und ein Zeitfenster zu buchen.

In erster Linie für vertraglich angebundene Lieferanten, die

Stückgut fahren und an einem Tag mehrere Kunden ansteuern,

ist das attraktiv. Wer spontan an der Pforte erscheint, bekommt

vor Ort ein Zeitfenster zugewiesen. Neben der Entzerrung generiert

MTU zudem Daten für Auslastungsprognosen, Personalplanung

oder Behördenauskünfte. „Wir haben Transparenz darüber,

wer sich wann und wie lange im Werk aufhält, wickeln Transporte

effizienter ab und konnten unsere Durchlaufzeiten reduzieren:

von durchschnittlich 56 auf 46 Minuten“, so Florian Wohlgemuth,

Projektmanager Logistikplanung bei MTU in München.

MIT KI ZU MEHR SPIELRAUM UND EFFIZIENZ

Die Möglichkeiten, die KI und intelligent gesteuerte Softwarelösungen

bieten, machen deutlich, dass starre, kleinteilige und oft

unflexible Zeitfenstersysteme nicht das Ende der Fahnenstange

sein müssen. Vielmehr lassen sich mit den richtigen Werkzeugen

die flexible Tourenplanung auf Seiten der Spediteure und die zuverlässige

Steuerung der Prozesse an Lagerstandorten und Werken

miteinander verbinden. So wird es möglich, Ent- und Beladungen

effizient und gleichzeitig flexibel abzuwickeln, ohne dass

Material fehlt oder vereinbarte Liefertermine ins Wanken geraten.

Autor: Oliver Graf, Produktmanager Industrielogistik, Inform GmbH, Aachen

Fotos: MTU Aero Engines

www.inform-software.com

AUF EINEN BLICK

n Traditionelle Zeitfenstersysteme stoßen an ihre

Grenzen: Starre Slot-Systeme können mit der Dynamik

moderner Hoflogistik nicht mehr mithalten und

verursachen bei Spediteuren hohe Kosten sowie

organisatorischen Aufwand bei gleichzeitig eingeschränkter

Tourenflexibilität.

n KI-gestützte Systeme ermöglichen flexible Steuerung

ohne feste Zeitfenster: Moderne Yard-Management-

Lösungen können Lkw bereits während der Anfahrt

intelligent koordinieren und benötigen nur noch grobe

Tages- oder Halbtages ankündigungen statt präziser

Zeitslots.

n Praxisnachweis durch MTU Aero Engines: Der Triebwerkshersteller

konnte mit dem KI-System Syncrosupply

die Transparenz über 60 tägliche Lkw-Anlieferungen

von 500 verschiedenen Dienstleistern verbessern.

n Dynamische Anflugsteuerung als Schlüssel zum Erfolg:

Vergleichbar mit der Flugverkehrskontrolle werden

Fahrzeuge bereits vor Erreichen des Werksgeländes in

eine optimale Reihenfolge gebracht, wodurch Materialbereitstellung

und Fahrzeugankunft perfekt synchronisiert

werden.

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 23


PRODUKTE UND SYSTEME

Mit der

Softwarelösung

ZetesMedea erreicht

Ciblex vollständige

Echtzeit-Transparenz und

optimierte Scanprozesse

in der Intralogistik

DIGITALISIERUNG ERHÖHT TRANSPARENZ

UND EFFIZIENZ BEI CIBLEX

STANDARDISIERTE, AUTOMATISIERTE

PROZESSE IN ECHTZEIT

Der Expresskurierdienstleister Ciblex treibt die

digitale Transformation seiner Logistikprozesse

voran. Ziel ist eine durchgängige

Rückverfolgbarkeit und die Optimierung

operativer Abläufe an den Verladerampen und

in der Zustellung. In Zusammenarbeit mit Zetes

als Technologiepartner werden zentrale

Prozesse standardisiert, automatisiert und in

Echtzeit abgebildet.

Das internationale Netzwerk von Ciblex umfasst 125 Niederlassungen

und Depots. Täglich werden rund

2.500 Zustelltouren koordiniert und bis zu 450.000 Pakete

verarbeitet. Zur Bewältigung der damit verbundenen

Komplexität setzt der Expresskurierdienstleister auf die Softwarelösungen

ZetesMedea und ZetesChronos. Diese digitalen

Systeme unterstützen sowohl das Lade- als auch das Liefermanagement.

In den Niederlassungen wurde eine Systemarchitektur

eingeführt, die das Etikettenscanning beschleunigt, Fehler reduziert

und die Datenübertragung automatisiert. Auf der letzten

Meile ermöglicht ZetesChronos das Echtzeit-Tracking jeder Sendung

– von der Verladung bis zur finalen Übergabe.

Die Zusteller können Lieferungen nun nach Dringlichkeit, Geschäftszeiten

und Zielorten priorisieren. Gleichzeitig verbessert

sich die Informationslage für Disposition und Kundenservice.

VERNETZTE LOGISTIKSTRUKTUREN IM KONZERN

Die Digitalisierung findet auf Basis eines bereits realisierten Projekts

in Belgien statt. Dort wurde unter ähnlichen Bedingungen

ein vergleichbares Rollout abgeschlossen. In Frankreich verfolgt

Ciblex nun das Ziel, die Logistikstruktur konzernweit agiler, vernetzter

und effizienter aufzustellen. Die Integration des B2C-Spezialisten

Relais Colis fungierte dabei als Katalysator dieses Wandels.

Die Lösungen ermöglichen eine engere Verzahnung beider

Logistiknetze und schaffen eine Grundlage für interoperable

Prozesse.

Mit der laufenden Transformation stärkt Ciblex nicht nur die

Transparenz und Steuerbarkeit seiner Lieferkette, sondern

schafft auch die Voraussetzungen für eine intelligentere Ressourcennutzung

und nachhaltigere Abläufe im Expressversand. Bereits

in der Rollout-Phase zeigt sich eine hohe Akzeptanz bei den

operativen Teams. „Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv,

und ich bin überzeugt, dass diese Lösung einen spürbaren Beitrag

zur Verbesserung der Customer Experience leisten wird“, so

Mélanie Ogier, Director of Projects and Innovation bei Ciblex.

Fotos: Ciblex

www.zetes.com

DIE DIGITALISIERUNG DER

LOGISTIK VERBESSERT DIE

KUNDENZUFRIEDENHEIT

24 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


MARKTPLATZ

FÖRDERLÖSUNGEN AUS EDELSTAHL BEWÄLTIGEN

HYGIENEANFORDERUNGEN

Für anspruchsvolle Anwendungen ergänzt MiniTec sein Sortiment um individuell

konfigurierbare Förderanlagen aus Stahl und Edelstahl. Diese sind für den Einsatz in

Branchen wie der Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie konzipiert, wo Oberflächeneigenschaften,

Temperaturbeständigkeit und Materialresistenz gegenüber Chemikalien eine

zentrale Rolle spielen.

Mit der Übernahme der Schulz Fördertechnik im Jahr 2024 erschloss MiniTec zusätzliche Kompetenzen

in diesem Bereich. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und

Umsetzung spezifischer Förderlösungen aus Stahl oder Edelstahl. Dazu gehören auch Fördergurte, die an

spezifische Einsatzbedingungen – etwa den Transport von Obst, Fleisch oder Backwaren – angepasst sind.

Die Anlagen lassen sich je nach Bedarf vollständig oder teilweise in Edelstahl ausführen. Dieser Werkstoff ermöglicht durch

seine glatten Oberflächen eine einfache Reinigung. Die eingesetzten Komponenten tragen zur geringen Störanfälligkeit und

zum niedrigen Wartungsbedarf bei.

Neben der mechanischen Umsetzung gehören auch Antriebstechnik, Automatisierung sowie Service- und Wartungsleistungen

zum Angebot. Ergänzend steht weiterhin das praxiserprobte Baukastensystem von MiniTec zur Verfügung, um vielfältige

Herausforderungen in Produktion und Logistik zu erfüllen.

bit.ly/minitec-stahlfoerderer

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PRÄZISE DISTANZMESSUNG AUCH BEI STÖRLICHT

Der Distanzsensor FT 25-RLAP von SensoPart arbeitet mit Time-of-Flight-Technologie und misst

Distanzen bis 1,5 m – auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen. Form, Farbe oder reflektierende

Oberflächen der Objekte beeinflussen die Erkennung nicht. Der FT 25-RLAP verfügt über

einen Analog- und einen Schaltausgang, die unabhängig konfiguriert werden können. Zusätzlich

steht eine IO-Link-Schnittstelle der Spezifikation 1.1.4 zur Verfügung. Mit Abmessungen von

34 × 20 × 12 mm eignet sich der Sensor für Anwendungen mit begrenztem Einbauraum. Der gut

sichtbare Lichtfleck erleichtert die Ausrichtung.

www.sensopart.com

NEUE TECHNOLOGIE ÜBERWACHT SICHERHEITSABSTÄNDE

AUTOMATISCH

Das Assistenzsystem Radiomatic range control von HBC-radiomatic sorgt dafür, dass sich

Bediener und Kran stets in sicherer Distanz zueinander befinden. Das System lässt sich als

Nahbereichs- oder Fernbereichskontrolle einsetzen. Bei der Nahbereichskontrolle wird der

Bediener davor geschützt, unbeabsichtigt in die Fahrbahn des

Krans zu geraten. Als Fernbereichskontrolle verhindert sie, dass

Bediener Krane außerhalb des Sichtbereichs steuern. Das

Verfahren definiert kreisförmige Bereiche um den Kran mit einer

Stopp-Zone, einer Warnzone und einer sicheren Zone. Sobald ein

Bediener beispielsweise die Stopp-Zone betritt, stoppt der Kran

sofort oder wechselt in einen vordefinierten Zustand.

www.hbc-radiomatic.com

Besuchen Sie uns auf

der SPS in Nürnberg

25.11. – 27.11.2025

Halle 3 / Stand 230

MOBILE ARBEITSSTATION BESCHLEUNIGT WARENSTRÖME IM LAGER

Für problemlose Abläufe im Warenumschlag und an Packstationen: Der Wareneingangswagen

von proLogistik kombiniert Stromversorgung, IT-Anbindung und ergonomisches Arbeiten. Zur

Grundausstattung der Arbeitsstation gehören Industrie-PC, Tablet oder Notebook, Scanner

sowie Etikettendrucker. So lassen sich Warenbewegungen direkt vor Ort

verbuchen und Versandetiketten ausdrucken. Die Stromversorgung

übernimmt eine pL-Powerbox, die bis zu vier Geräte über mehr als eine

Schicht autark mit Energie versorgt und sich im Handumdrehen austauschen

lässt. Das modulare Baukastensystem erlaubt eine anwendungsorientierte

Ausstattung. Mit einem Gewicht von weniger als 30 kg, leicht

laufenden Rollen und ergonomischen Details wie einem herausziehbaren

Zwischentablar ist der Wagen flexibel einsetzbar. Über WLAN werden alle

Komponenten in bestehende Lagerverwaltungssysteme eingebunden,

wodurch Prozessschritte transparent und ohne Verzögerung ablaufen.

www.prologistik.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 25


PRODUKTE UND SYSTEME

AUTOMATISIERTE LADE- UND ENTLADETECHNIK

STEIGERT DURCHSATZ AN DER RAMPE

PAKETUMSCHLAG BESCHLEUNIGEN

Der Arbeitskräftemangel zwingt

Logistikdienstleister zum Umdenken.

Automatisierte Lade- und Entladesysteme der

Caljan GmbH, Halle (Westf.), versprechen Abhilfe.

Die Maschinen erreichen beim Beladen eine

Leistung von bis zu 3.500 Paketen, Päckchen und

Polybags pro Stunde, und beim Entladen schaffen

sie 5.000 Pakete, Päckchen und Polybags pro

Stunde. Mithilfe technischer Details findet

eine präzise Vereinzelung und ein nahtloser

Übergang zu nachgelagerten Sortern statt.

Mit dem AutoLoader lässt sich der Ladeprozess von

Wechselbrücken und Anhängern beschleunigen und

die Produktivität an der Rampe steigern. Als Basis

der Lösung, die bis zu 3.500 Pakete, Päckchen und

Polybags pro Stunde verarbeiten kann, dient ein Teleskopgurtförderer,

der durch ein horizontal und vertikal bewegliches Vorsatzband

ergänzt wird. Dieses Vorsatzband ist mit Lidar-Sensoren

ausgestattet, die einerseits die Maße des verfügbaren Laderaums

sowie den Raum für die Paketablage erfassen und die bereits abgelegten

Packstücke erkennen. Das Teleskop fährt zum Start des

Beladevorgangs schwebend in die Wechselbrücke oder den Anhänger

ein und vermisst die zur Verfügung stehende Ladefläche.

Danach beginnt der Beladeprozess, bei dem das bewegliche Vorsatzband

die Pakete nach einem optimierten und anpassbaren

Schema positioniert und aufschichtet.

Aufgrund der Automatisierung des Ladeprozesses verringern

Unternehmen den Anteil manueller Abläufe und verbessern

gleichzeitig die Ergonomie am Arbeitsplatz. Dies ist ein wichtiger

Aspekt, da das manuelle Handling von Paketen eine physisch anspruchsvolle

Tätigkeit ist, die langfristig zu gesundheitlichen Problemen

führen kann.

Der AutoLoader ist flexibel einsetzbar und lässt sich an verschiedene

Fahrzeuggrößen sowie Paketsortimente anpassen.

Dies macht ihn zu einer Lösung für Unternehmen, die eine hohe

Durchsatzrate und eine schnelle Amortisation ihrer Investitionen

anstreben.

NAHTLOS IN VORHANDENE FÖRDERSYSTEME

INTEGRIERBAR

Auch für den Entladevorgang hat der Hersteller eine Lösung im

Portfolio. Konkret handelt es sich um den AutoUnloader. Das berührungslos

arbeitende, automatisierte System übernimmt das

Entladen von Wechselbrücken und Anhängern. Mit dieser Entwicklung

gibt Caljan eine Antwort auf die steigenden Anforderungen

an Effizienz und Arbeitssicherheit in der Logistik. Der

AutoUnloader lässt sich nahtlos in vorhandene Fördersysteme

integrieren und ermöglicht eine automatische Produktkontrolle.

Das Entlademodul wird direkt am Wareneingangstor aufgestellt.

Wechselbrücken oder Anhänger mit herausziehbaren Böden

und damit verbundenen Rückwänden werden dann entsprechend

positioniert. Automatisch verbindet sich der AutoUnloader

mit dem Boden und zieht diesen aus der Wechselbrücke heraus.

Das Stückgut gelangt so auf das Entlademodul und wird dort

bereits von 3D auf 2D vereinzelt. Im Anschluss sorgt eine präzisere

Vereinzelung mithilfe eines Singulators dafür, dass die Sendungen

in Sortieranlagen eingespeist werden können.

Der AutoUnloader ist für eine Leistung von bis zu 5.000 Paketen,

Päckchen und Polybags pro Stunde konzipiert – gegenüber

manuellen Methoden eine sechsmal höhere Leistung. Entsprechend

können Paketdienstleister und Einzelhändler dem wachsenden

Bedarf an schnelleren Lieferungen nachkommen und im

Idealfall ihre Torauslastung so steigern, dass sie weniger Tore benötigen.

26 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

AUF EINEN BLICK

n Leistung: AutoLoader verarbeitet bis zu 3.500 Pakete,

Päckchen und Polybags pro Stunde, AutoUnloader schafft

5.000 Pakete, Päckchen und Polybags pro Stunde

n Technologie: Lidar-Sensoren erfassen Laderaumabmessungen

und bereits platzierte Pakete, Algorithmen

berechnen optimale Bewegungsmuster für maximale

Effizienz

n Integration: Nahtlose Einbindung in vorhandene

Fördersysteme ohne größere Umbauten, automatische

Produktkontrolle und direkte Weiterleitung an Sortieranlagen

n Wirtschaftlichkeit: Reduzierung der Personalkosten,

Verbesserung der Arbeitsplatzergonomie und potenzielle

Einsparung von Verladetoren durch höhere Auslastung

01 Der AutoLoader erkennt das Vorhandensein bereits verladener

Pakete, Päckchen und Polybags und bewegt sich – nach oben oder zu

einer Seite – weg, bevor er den nächsten Artikel vorsichtig ablegt

01

02 Mit dem automatischen AutoUnloader für Wechselbrücken und

Anhänger wird das manuelle Entladen loser Güter eliminiert

TECHNOLOGISCHE DETAILS UND

FUNKTIONSWEISE

Der AutoLoader und der AutoUnloader basieren auf Sensortechnologie.

Dadurch erkennen und platzieren die Maschinen die Pakete

präzise. Sensoren erfassen die Größe, Form und Position der

Pakete, während Algorithmen die optimalen Bewegungen berechnen,

um die Effizienz zu maximieren und Schäden an der

Fracht zu vermeiden.

Ein weiterer technologischer Aspekt ist die Integration von Internet-of-Things-(IoT)-Technologien.

Durch die Vernetzung der

Maschinen mit dem zentralen Logistiksystem können Echtzeitdaten

über den Lade- und Entladeprozess erfasst und analysiert

werden. Dies erlaubt eine kontinuierliche Optimierung der Abläufe

und eine schnelle Reaktion auf potenzielle Störungen.

Zu den Anwendern der Technologien gehört ein österreichischer

Paketdienstleister, der mithilfe automatischer AutoUnloader

seine Durchsatzrate verdreifachen konnte. Auch ein englischer

Onlinehändler respektive dessen Belegschaft profitiert vom

Einsatz mehrerer AutoLoader, da unter anderem die Ergonomie

am Arbeitsplatz verbessert wurde.

AUTOMATISIERUNG DURCH INNOVATION –

NACHHALTIG UND ZUVERLÄSSIG

Caljan investiert kontinuierlich in die Entwicklung innovativer

Automatisierungslösungen mit dem Ziel, die Logistikbranche zu

transformieren. Gleichzeitig legt das Unternehmen großen Wert

auf Nachhaltigkeit – etwa durch energieeffiziente Produkte sowie

den Einsatz recycelbarer Materialien.

Zur Sicherstellung der Anlagenverfügbarkeit bietet Caljan umfassende

Schulungen für das Betreiberpersonal an. Zusätzlich

unterstützt ein 24/7-Kundensupport die Betreiber. WB

02

Fotos: Caljan

www.caljan.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 27


KÖRBER AUTOMATISIERT TIEFKÜHL-

LOGISTIK BEI WESTHOF BIO

PRODUKTQUALITÄT UND

VERFÜGBARKEIT SICHERGESTELLT

Bei einem umfangreichen Investitionsvorhaben

am Standort Friedrichsgabekoog hat Westhof Bio

auf die Expertise des Generalunternehmers

Körber gesetzt. Es entstand eine Biofrost-Anlage,

die 200 Tonnen Biogemüse pro Tag verarbeitet.

Ein zentraler Bestandteil der Anlage ist die

2D-Shuttle-Technologie von Movu. Auf sechs

Ebenen verfügt das Hochregallager über eine

Stellplatzkapazität von mehr als 5.000 Paletten.

Sechs Shuttles sorgen bei einer Temperatur von

-24 °C für den Palettenumschlag. Welche

Potenziale sich der Biogemüsepionier mit der

Biofrost-Anlage erschließt, präsentierten die

Projektpartner bei einem Kundentag.

Mehr als 60 Teilnehmer aus ganz Europa konnte Thomas

Meyer-Jander, Chief Marketing Officer (CMO)

der stow Group und von Movu Robotics, bei Westhof

Bio zum Kundentag „Scale up your Warehouse“ begrüßen.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Systemintegrator

Körber durchgeführt. „Wir erleben heute eine Premiere

in mehrfacher Hinsicht. Erstmals laden wir zu einer Kundenveranstaltung

für ein Projekt von Movu Robotics in dieser Dimension

ein. Vor dem Hintergrund, dass Movu Robotics erst seit Herbst

2023 am Markt aktiv ist, erfüllt uns das mit einem gewissen Stolz.

Die zweite Premiere ist, dass wir eine Veranstaltung gemeinsam

mit Körber auf die Beine stellen.“

Für den Kundentag öffnete die Bio-Frost Westhof GmbH gerne

ihre Werkstore in Friedrichsgabekoog. „Wir verarbeiten ausschließlich

zertifiziertes Biogemüse“, so Berit Carstens-Lask, Geschäftsführerin

der Bio-Frost Westhof GmbH, um in ihrem Vortrag

die Erfolgsgeschichte eines der führenden Tiefkühlbetriebe

Deutschlands zu beleuchten. Im Jahr 1978 habe man mit 60 ha

Anbaufläche begonnen und sich im Laufe der Zeit zu einem Verbundunternehmen

entwickelt, das die komplette Wertschöpfungskette

von der Landwirtschaft bis zum Lebensmitteleinzelhandel

abdeckt. Auf biologischen Anbau sei Ende der 1980er-Jahre

umgestellt worden, „als gesunde Ernährung in Deutschland

immer stärker in den Fokus weiter Teile der Bevölkerung rückte.“

28 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


Heute bewirtschaftet das Unternehmen eine Anbaufläche von

100.000 ha mit Bioprodukten und kooperiert mit weiteren Bio-

Landwirten. Das Sortiment umfasst Kohl, Getreide, Rote Bete,

Karotten und Erbsen in einer zweijährigen Kleegras-Fruchtfolge.

Zusätzlich wachsen in zwei Gewächshäusern auf insgesamt 10 ha

Tomaten und Paprika. Jährlich werden 30.000 Tonnen frisches

Biogemüse vertrieben. Der Erfolg der vergangenen Jahre ist nicht

ohne Auswirkungen auf die innerbetriebliche Logistik geblieben.

Um der wachsenden Nachfrage Rechnung zu tragen, wurde am

Standort Friedrichsgabekoog ein Tiefkühllager eingerichtet. Mithilfe

von Movu-atlas-Paletten-Shuttles in einem Stow-Racking-

Silo sowie Körber-Palettenfördertechnik kann der Betrieb ganzjährig

die Verfügbarkeit und Frische des vielfältigen Produktsortiments

sicherstellen. Das Projekt wurde von Körber als Generalunternehmer

in Zusammen arbeit mit Movu realisiert. „Vom

Konzept bis zur Implementierung vergingen nur drei Jahre“, so

Carstens-Lask. „Wenn man bedenkt, welche globalen Herausforderungen

– wie Covid-19, Lieferkettenprobleme und Materialengpässe

– zu meistern waren, ist das eine beachtliche Leistung.“

BREIT GEFÄCHERTES ANFORDERUNGSPROFIL

Das System erreicht einen Durchsatz von 60 Lager- und Abrufvorgängen

pro Stunde und erfüllt damit das Ziel, Produktions- und

Lagerprozesse zu optimieren und hochwertiges Biogemüse zur

Verfügung zu stellen, während gleichzeitig die Ressourcen effizient

genutzt und die Umweltbelastung reduziert wird. Die Anlage

erfordert effiziente, eng getaktete Prozesse in Produktion und Logistik.

Biogemüse wird direkt nach der Ernte weiterverarbeitet,

tiefgefroren und anschließend automatisch vom Logistiksystem

in dafür vorgesehene Oktabins abgefüllt. „Dazu müssen alle Anlagenkomponenten

wie die Zahnräder eines Uhrwerks ineinandergreifen“,

so Jörg Wurlitzer, SVP Automation Central/Eastern

Europe, Körber Business Area Supply Chain.

01 Shuttle vom Typ Movu atlas bringen Paletten zu oder holen sie

von bestimmten Kanallagerplätzen in den tiefen, mehrstufigen

Fahrspuren des Silos ab

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 29


01 Wurlitzer:

„Die Zusammenarbeit

von Körber und Movu

zeigt, wie durch Partnerschaften

komplexe

Herausforderungen

in der Automatisierung

gemeistert werden

können“

02 Carstens-Lask:

„Die Investition in

die neue Lagerlösung

verbessert die

Gesamtbetriebseffizienz

und erhöht

die Kundenzufriedenheit“

Die Oktabins mit einem Maximalgewicht von 1.100 kg werden zur

Weiterverarbeitung im Tiefkühllager bevorratet. Zur Verarbeitung

angefordertes Biogemüse wird ausgelagert und an den entsprechenden

Produktionsmaschinen bereitgestellt. Fertiges, verpacktes

und palettiertes Biogemüse wird dann bis zur Auslieferung

an die Kunden im Tiefkühllager zwischengelagert. Zusätzlich

wird die Qualität des Biogemüses an ergonomischen, in das

Logistiksystem integrierten Arbeitsplätzen überwacht, wodurch

eine gleichbleibende Produktqualität und hohe Betriebseffizienz

sichergestellt werden.

Sechs Paletten-Shuttle vom Typ Movu atlas verkehren auf sechs

Ebenen innerhalb des Silos (L × B × H: 60 × 32 × 17 m). Die Shuttles

bringen Paletten zu oder holen sie von bestimmten Kanallagerplätzen

in den tiefen, mehrstufigen Fahrspuren des Silos ab.

„Da nur ein Fahrgang erforderlich ist, ist eine dichte Lagerung

möglich“, nennt Noë van Bergen, Chief Sales Officer (CSO) von

Movu Robotics, ein wichtiges Merkmal der realisierten Lösung

und führt weiter aus: „Im Gegensatz zu einem Lager mit Regalbediengeräten

werden in einem Shuttle-Lager weniger Massen

bewegt. Daraus resultiert ein reduzierterer Energieverbrauch.

Aufgrund des kompakten Designs ist bei vergleichbarer Stellplatzkapazität

der umbaute Raum kleiner und damit die erforderliche

Kühlleistung niedriger.“

Das skalierbare System lässt sich während der Hauptsaison

um zusätzliche Shuttles erweitern. Somit lassen sich Nachfrageschwankungen

ausgleichen und über das ganze Jahr Lagerbedingungen

aufrechterhalten, die den hohen Ansprüchen des

Betreibers genügen. Die Plug-and-Play-Automatisierung schafft

SHUTTLE-TECHNOLOGIE IM AUFWIND

Beim Kundentag von Movu und Körber bei Westhof Bio

diskutierten Noë van Bergen, Chief Sales Officer (CSO),

und Mathieu Theureau, Director of Integrator Sales,

beide Movu Robotics, über Automatisierungstrends in

der Kühlkettenlogistik. Drei zentrale Themen standen

im Fokus.

Wie bewerten Sie die aktuelle Marktentwicklung

in der Lagerautomatisierung?

Noë van Bergen: Der Automatisierungsbedarf steigt kontinuierlich.

Nach einer 18-monatigen Verlangsamung mit

zögerlichen Investitionsentscheidungen nach dem Covid-Wachstum

sehen wir über alle Branchen wieder eine

Belebung. Die Kühlkettenlogistik verzeichnet ein stetiges

Wachstum von zehn bis 15 Prozent pro Jahr.

Mathieu Theureau: Das weltweite Marktvolumen für

Kühllager beträgt mehr als 300 Milliarden US-Dollar und

soll in den nächsten zehn Jahren auf über eine Billion

US-Dollar anwachsen. Der Bedarf an Brownfield-Automatisierung

steigt, da Kühlhaus-Neubauten mit hohen

Kosten für Isolierung und Anlagen verbunden sind.

Thomas Meyer-Jander (l.), Chief Marketing Officer (CMO) der stow Group und

von Movu Robotics, Mathieu Theureau (Bildmitte), Director of Integrator Sales,

und Noë van Bergen, Chief Sales Officer (CSO), beide Movu Robotics,

beleuchteten die Herausforderungen der temperaturgeführten Logistik

aus verschiedenen Perspektiven

Welche Themen treiben die Automatisierung?

Noë van Bergen: Die drei größten Schmerzpunkte sind

erstens der Arbeitskräftemangel als dominierendes

30 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

03 Meyer-Jander:

„Westhof Bio

demonstriert

mit der neuen

Tiefkühlanlage die

Möglichkeiten

zukunftsweisender

Intralogistik“

04 Van Bergen

(im Bild zu sehen während

des Betriebsrundgangs):

„Die skalierbare Lösung

ermöglicht es, über das

ganze Jahr Lagerbedingungen

aufrechtzuerhalten, die

hohen Ansprüchen

genügen“

die Voraussetzungen für eine schnelle Inbetriebnahme und Wartung

und sorgt für minimale Ausfallzeiten und Betriebsunterbrechungen.

FAZIT

„Die Investition in die neue Lagerlösung haben wir vor dem Ziel

getätigt, die Gesamtbetriebseffizienz zu verbessern und die Kundenzufriedenheit

zu erhöhen – und bereits heute lässt sich festhalten,

dass das Lager unseren Energieverbrauch minimiert und

unseren ökologischen Fußabdruck reduziert. Das System entspricht

somit den umweltfreundlichen Praktiken unseres Biobetriebs.

Wir sehen und in der Wahl des Generalunternehmers

Körber bestätigt, der mit seinem tiefen Verständnis für die Anforderungen

in der Kühlkette maßgeblich zum Erfolg des Projekts

beigetragen hat,“ fasst Carstens-Lask zusammen.

Diese Movu-atlas-Installation ist ein gutes Beispiel für eine

einfache und leicht zugängliche Plug-and-Play-Automatisierung,

die einen effizienten, flexiblen und zuverlässigen Warenfluss in

Tiefkühlumgebung ermöglicht. „Ihre Skalierbarkeit schafft die

Voraussetzungen für eine Automatisierung, die Auftragsspitzen

bewältigt und sich problemlos an zukünftige Anforderungen anpasst“,

bringt es van Bergen auf den Punkt. Winfried Bauer

Fotos: Movu Robotics, f+h, Karte auf S. 28: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap,

Lizenz: ODbL 1.0

www.movu-robotics.com | www.koerber-supplychain.com

Problem. Zweitens Sicherheits-, Produktivitäts- und

Qualitätsfragen. Drittens die Unvorhersehbarkeit:

Unternehmen können langfristige Entwicklungen von

Durchsatz, Produktmix und Lagerdauer schwer

prognostizieren.

Mathieu Theureau: Entsprechend wichtig ist es, in flexible

Systeme zu investieren, um mithilfe der Technik bedarfsgerecht

auf die Anforderungen reagieren zu können. Das ist

vor allem für Logistikdienstleister relevant, die Lager für

mehrere Kunden mit variierenden Produkten und Vertragslaufzeiten

betreiben.

Was macht die Shuttle-Technologie in der Tiefkühllogistik

zur bevorzugten Technik?

Noë van Bergen: Shuttle-Systeme bieten eine hohe Prozesssicherheit.

Fällt beispielsweise bei einem Lager mit

Regalbediengeräten ein Gerät aus, legt das einen ganzen

Bereich lahm. Ein Shuttle-Ausfall betrifft nur den direkten

Bereich, da andere Shuttles die defekte Einheit umfahren

können. Auch bei Wartungsarbeiten müssen nur die betroffene

Ebene und die angrenzenden Ebenen vom Netz genommen

werden.

Mathieu Theureau: Die kompakte Bauweise von Shuttle-

Lagern wirken sich günstig auf die erforderliche Kühlleistung

aus. Aufgrund der guten Isolierung der Gebäude sind

Tiefkühllager für den Einsatz von Sauerstoffreduktionssystemen

gut geeignet.

DAS PROJEKT IM ÜBERBLICK

Aufbau einer automatisierten, präzise synchronisierten

und konstant temperaturkontrollierten Logistik- und

Produktionskette, die den strengen Qualitätsstandards

für frisches Biogemüse entspricht – von der Ernte über

die Verarbeitung und Lagerung bis zur finalen Lieferung.

Betrieb bei konstanter Temperatur von -24 °C

Brandschutz durch Sauerstoffreduzierungssystem

Kompakte und dynamische Lagerauslegung für

Platzeffizienz

Eng integriert mit der Biogemüse-Produktionseinheit

Ausgestattet mit Paletten-Shuttle-System für effiziente

Handhabung

Palettenfördertechnik für nahtlosen Transport

Schnittstellen zu Produktionsmaschinen für

synchronisierte Abläufe

Verbunden mit übergeordneten IT-Systemen für

zentrale Steuerung

Visualisierung und Überwachung via K.OneX (Scada)

Im Vergleich zu Lager mit Regalbediengeräten signifikante

Reduzierung des Energieverbrauchs

Hohe Lagerdichte – weniger Tiefkühlausrüstung

erforderlich

Quelle: Körber

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 31


PRODUKTE UND SYSTEME

32 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

AUTOMATISCHES HOCHREGALLAGER VEREINT GEFAHRGUT

UND TIEFKÜHLWARE UNTER EINEM DACH

EX-SCHUTZ FORDERT INTELLIGENTE

LAGERTECHNIK HERAUS

Der Schweizer Logistikdienstleister Hausammann Lagerhaus AG errichtete

mit Stöcklin Logistik AG ein automatisches Hochregallager für Gefahrstoffe

und eine PowerShuttle-Lösung für Tiefkühlpaletten – alles unter einem

Dach, Ex- und Brandschutzkonformität inklusive.

Es gibt nicht viele Gefahrstoff-Logistikspezialisten in der

Schweiz. Hohe Anforderungen an die Betreiber sowie

strenge Sicherheitsauflagen bei Brand- und Ex-Schutz machen

den Lagerbetrieb zur Herausforderung. Hausammann

Lagerhaus hat sich in dieser Nische positioniert und die

führende Rolle in jüngster Vergangenheit mit Investitionen in die

Automatisierung auch in anderen Lagerbereichen ausgebaut.

Im Jahr 2021 gingen am Standort Märstetten in einem zweigeteilten

Neubau ein automatisches Hochregallager für 4.000 Gefahrgutpalletten

und ein PowerShuttle-Lager für 4.500 Tiefkühlpaletten

in Betrieb. Das Warehouse Management und der komplette

Materialfluss für beide Anlagen werden integriert über eine

gemeinsame Software gesteuert. Sie sorgt für eine intelligente und

nachhaltige Auslastung der Geräte in beiden Haushälften (darunter

drei Ex-sichere MASTer 24 RBG, zwei tiefkühlfähige Stöcklin

MASTer 24 RBG mit PowerShuttle sowie Fördertechnik in Spezialausführung

für die jeweilige Sonderumgebung). Das ermöglicht

einen Durchsatz von bis zu 400 Paletten pro Tag pro Lager.

EX-SCHUTZ-TIEFKÜHL-KOMBI FORDERT

KLUGE PLANUNG UND KLARE TRENNUNG

Die wohl größte planerische Herausforderung bestand

in der Einhaltung der strengen Vorgaben für Explosions-

und Brandschutz im Ex-Schutz-Bereich. Ursprünglich

war eine Sauerstoffabsenkung für beide Bereiche

vorgesehen. Während damit die Voraussetzungen

für die Sicherheit im Tiefkühlbereich geschaffen

werden konnte, brauchte es für die Gefahrstoffe einen

anderen Ansatz. Der Grund: die Vielfalt der eingelagerten

Produkte. „Unser Geschäft ist davon geprägt, dass

wir ein- oder zweimal im Monat andere Kunden und

neue Produkte bekommen, für die wir eine Lösung finden

müssen“, sagt Roman Hausammann, Geschäftsleiter Hausammann

Lagerhaus AG. „Wir können uns nicht auf feste Warengruppen

fokussieren.“

Um eine Atex-2-konforme Einlagerung anbieten zu können,

hätte unter Sauerstoffabsenkung für jedes neue Gefahrgut getestet

werden müssen, ab welchem Sauerstoffgehalt es noch brennt.

„Das ist bei unserem Artikelumschlag einfach nicht machbar“, so

Hausammann. „Wir müssen flexibel sein. Unsere Systeme müssen

praktisch alles können.“

So entschied man sich das Gefahrstofflager über eine spezielle

Schaumsprinkleranlage zu sichern. Dafür kam es zu einer baulichen

Trennung der Lagerbereiche – nicht nur aus sicherheitstechnischen,

sondern auch aus regulatorischen Gründen.

Zudem müssen alle Geräte, die mit Gefahrgut operieren, für

den Betrieb in Ex-Schutz-Zone 2 zertifiziert und zugelassen sein,

Wartung durch befähigte Personen inklusive. Hausammann: „Alles,

was Atex ist, ist nicht nur kostenintensiver als in normaler

Ausführung – es hat zumeist auch längere Lieferfristen.“ Für einen

guten Projektfortschritt und den nachfolgenden Betrieb helfe

es daher, einen Partner zu finden, der selbst für Ex-Bereiche

fertigt, die nötigen Zulassungen mitbringt und so Lieferfristen

und Wartung optimieren kann.

SOFTWARE AUS EINER HAND

Mit der Anlagentechnik wurde auch das Warehouse-Management-System

erneuert. „Uns war wichtig, möglichst wenig

Schnittstellen zwischen Lagerverwaltungssoftware, Materialflussrechner

und der Anlage zu haben – und nur einen Ansprechpartner.

Daher haben wir die komplette LVS-Struktur auf die

ROMAN HAUSAMMANN,

GESCHÄFTSLEITER HAUSAMMANN

LAGERHAUS AG, MÄRSTETTEN

Ein Partner mit eigener Ex-Bereich-

Fertigung und entsprechenden

Zulassungen optimiert Lieferfristen

und Wartung

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 33


PRODUKTE UND SYSTEME

Die Antriebstechnik und Sensorik ist

gemäß den strengen Vorgaben für Explosions- und

Brandschutz im Ex-Schutz-Bereich ausgelegt

Highlight war die Einbringung der Regalbediengeräte durch das

Dach. Auch die Installation der Schwerkraft-Rollenbahnen war

ein Moment, wo man das Projekt richtig greifen konnte“, berichtet

Hausamman. Stolz ist er darauf, dass mithilfe der eigenen Solaranlage

in den Sommermonaten rund drei Viertel des Strombedarfs

gedeckt werden kann, der durch Eco-Modus, Energierückspeisung

und sequenzielles Anfahren der Regalbediengeräte

und Anlagen erfreulich gering ausfällt.

logOS Software Suite von Stöcklin umgestellt“, resümiert

Hausam mann. Das neue System steuere nun alle Prozesse zentral,

kommuniziere mit der Unternehmens-IT und ermögliche

durch Remote-Zugriff eine schnelle Reaktion auf Störungen.

SELBSTVERANTWORTUNG, AUCH IN WARTUNG

UND BETRIEB

Um die Anlage betriebsbereit und in gutem Zustand zu halten,

setzt der Jung-Geschäftsführer auf zwei Standbeine: „Mir ist es

wichtig, mit meinem Betriebsleiter operativ eng in die Anlagenführung

eingebunden zu sein.“ Hausammann, der auf seinem

Weg alle Stationen im Betrieb selbst durchlaufen hat, geht dazu

auch mit ins Hochregal, um sich direkt an der Lösung zu beteiligen.

„Wir haben uns intensiv mit der Technologie und Software

beschäftigt und bewältigen viele Probleme selbst.“

Gleichzeitig findet eine jährliche Anlagenwartung durch Stöcklin,

Laufen (Schweiz) statt – nicht nur wegen der Ex-Schutz-Konformität:

Die Servicetechniker erkennen viele Details, bevor sie

zum Problem werden. Für Hausammann ist klar: „Es ist ein großer

Vorteil, die Experten im Land zu haben – das spart im Ernstfall

Zeit und sichert die Verfügbarkeit.“

EINGESPIELTES TEAM, NACHHALTIGES ERGEBNIS

Auch wenn das Projekt umfangreicher wurde, als die Beteiligten

Anfangs dachten: Das Zusammenspiel verschiedener Spezialisten

– intern wie extern – machte die Umsetzung möglich. „Mein

LESSONS LEARNED: PLANUNG, FLEXIBILITÄT,

KOMMUNIKATION

Rückblickend sagt Hausammann, war entscheidend, bei einem

Projekt mit so vielen Unbekannten die richtige Balance zwischen

Struktur und Anpassungsfähigkeit zu finden. „Mit einem sauber

erarbeiteten Pflichtenheft, klaren Erwartungen und geregelten

Verantwortlichkeiten hat man als Bauherr die besten Voraussetzungen

zu bekommen, was man sich vorgestellt hat.“ Gleichzeitig

gelte es, Flexibilität zu bewahren, Entscheidungen zu hinterfragen

und sich offen zu zeigen für Optimierungen. „Stöcklin war für

uns der richtige Partner, weil sie alles aus einer Hand liefern

konnten, Qualität und Wellenlänge stimmten.“

Fotos: Stöcklin Logistik

www.stoecklin.com

AUF EINEN BLICK

n Bauliche Trennung erforderlich: Ex-Schutz-Bereich und

Tiefkühllager benötigen separate Sicherheitskonzepte

– Schaumsprinkleranlage statt Sauerstoffabsenkung bei

Gefahrstoffen

n Software aus einer Hand optimiert Betrieb: Integrierte

Steuerung beider Lagerbereiche über gemeinsame

Software ermöglicht intelligente Auslastung und

reduziert Schnittstellen

n Lokale Partnerschaft sichert Verfügbarkeit: Wartung

und Service durch Experten vor Ort verkürzen Reaktionszeiten

bei Störungen

34 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

BYD EUROPE TRANSFORMIERT LAGER

EFFIZIENZ STATT CHAOS

Das Ersatzteillager von BYD Europe in

Zevenbergen (Niederlande) glich eher einer

überfüllten Garage als einem Logistikzentrum.

Paletten standen überall herum, eine sinnvolle

Organisation fehlte. Das schnelle Wachstum des

Elektrofahrzeugherstellers in Europa verstärkte

den logistischen Druck zusätzlich. Innerhalb von

zehn Tagen verwandelte AR Racking zusammen

mit dem Unternehmen Begra das Lager in eine

leistungsfähige Plattform. Maßgeblich dazu

tragen Hochregale, Stückgutdurchlaufregale

und Kragarmregale bei.

Das Transformationsprojekt begann mit einer fundierten

Analyse der Ausgangssituation. „An meinem ersten Arbeitstag

kam ich – bildlich gesprochen – in einen völlig

überfüllten Raum, der bei mir eher den Eindruck einer

Garage hervorrief als den eines professionellen Lagers“, erzählt

Ron Heijnen, Lagerleiter bei BYD Europe. „Überall standen Paletten,

und es gab keinerlei sinnvolle Organisation.“ Das schnelle

Wachstum von BYD in Europa habe den logistischen Druck erhöht:

„Wir sind sehr schnell gewachsen, was positiv ist, weil wir

zu einem umweltfreundlicheren Individualverkehr beitragen

möchten. Aber dieses Wachstum hat auch große Herausforderungen

mit sich gebracht – primär in der Logistik.“

Vor diesem Hintergrund wurden drei Projektziele definiert: ausreichend

Platz für 22.000 Komponenten zu schaffen, die Installation

eines skalierbaren Systems und die maximale Ausnutzung

der Gebäudehöhe. Um diese Vorgaben zu erfüllen, konzipierte

der Regalbauer AR Racking mit Stammsitz in Bizkaia (Spanien)

und deutscher Geschäftsstelle in Rüdesheim eine entsprechende

Anlage. Diese besteht aus drei Komponenten: Hochregalen, die

das Nutzvolumen vervielfachen, Ebenen mit Stückgutdurchlaufregalen

sowie Kragarmregalen. Die Stückgutdurchlaufregale können

innerhalb von Minuten an Bedarfsänderungen angepasst

werden. Die installierte Lösung erlaubt Erweiterungen ohne

strukturelle Änderungen. Das gute Zusammenspiel der technischen

Teams von AR Racking und der Begra Lagertechnik GmbH

aus Kleve – dem offiziellen und exklusiven Vertreter von AR Racking

in den Niederlanden – ermöglichte eine Montage der Lagersysteme

in zehn Tagen, ohne dass es zu Beeinträchtigungen

der Ersatzteillieferungen kam.

LOGISTIKZENTRUM MIT SYSTEMKRAFT

Mit der Plattform verfügt BYD Europe über ein leistungsfähiges

Logistikzentrum, über das die Kundendiensttechniker in ganz

Europa versorgt werden. Auf einer Fläche von 14.000 m² werden

22.000 Teile gelagert. Heijnen: „Jetzt ist jedes Teil da, wo es hingehört,

und verlässt pünktlich das Logistikzentrum.“

Das Projekt ist ein gutes Beispiel, wie AR Racking maßgeschneiderte

Lösungen entwickelt und schnell umsetzt. Zugute

kommt dem Unternehmen dabei die operative Nähe des Vertriebsnetzes.

WB

Foto: AR Racking

www.ar-racking.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/01 2025/07 35


PRODUKTE UND SYSTEME

LOGISTIKDIENSTLEISTER STEMMT AUFTRAGSWACHSTUM

MIT ERWEITERTER INTRALOGISTIK

PROZESSE DYNAMISCH ANPASSEN

Ein automatischer

Kartonschließer

passt die

Pakethöhe dem

Inhalt an

Zur Bewältigung eines erhöhten

Geschäftsvolumens und zur Unterstützung

neuer Kunden vertraut der Logistikdienstleister

Log‘S auf seinen Intralogistikpartner Transitic.

Ziel der erneuten Zusammenarbeit ist die

Anpassung und Erweiterung des automatisierten

Materialflusssystems am Standort Wattrelos in

Nordfrankreich. Die nun umgesetzten

Maßnahmen ermöglichen es dem Unternehmen,

das hohe Leistungsniveau aufrechtzuhalten.

Das Unternehmen Log‘S, eine Marke der Deret-Gruppe,

ist auf maßgeschneiderte Logistikdienstleistungen für

die Bereiche E-Commerce, Einzelhandel und Industrie

spezialisiert. 3.300 Mitarbeiter bewirtschaften 46 Standorte

in Frankreich und international. Über das Lager in Wattrelos

mit einer Fläche von 36.000 m² wickelt das Unternehmen die Logistik

für bekannte Marken aus dem Textilsektor ab.

ERSTE AUSBAUSTUFE IM JAHR 2020

Log‘S und Transitic, Lesquin (Frankreich) und mit deutscher Gesellschaft

in Bielefeld, können auf eine langjährige Partnerschaft

zurückblicken. Bereits seit dem Jahr 2020 arbeiten die Unternehmen

zusammen. Seinerzeit wurden vier Wareneingangsbereiche

im Logistikzentraum Wattrelos mit ausziehbaren, automatischen

Förderbändern, Scannern sowie Etikettiermaschinen ausgestattet.

Darüber hinaus gehörte zu dem Auftrag die Integration eines

Fördertechniksystems bestehend aus Rollen- und Gurtförderern

in das Layout des Logistikzentrums. Dieses Fördertechniksystem

mit einer Länge von 1 km erstreckte sich über mehrere Ebenen

durch ein Lager-Mezzanine. Ein Lagerbereich schuf die Voraussetzungen

für die organisierte Lagerung von Kartons und Behältern

je nach Bestimmungsort. Ein Kartonaufrichter und ein Kartonschließer

mit Höhenreduzierung waren am Anfang und Ende

der Förderstrecke positioniert. Zusätzlich gab es eine Sortierweiche

im Versandbereich mit fünf Ausgängen, wovon einer für Ausschuss

vorgesehen war. Diese, während der Covid-Pandemie realisierte,

Lösung ermöglichte es dem Logistikdienstleister, seine

Prozesse zu strukturieren und die Produktivität in einem Kontext

stark wachsender E-Commerce-Bestellungen zu steigern.

AKTUELLE ANLAGENERWEITERUNG

Die Akquisition neuer Kunden führte zu einem Anstieg der zu bearbeitenden

Artikel. Um dieses Wachstum zu unterstützen und

ein hohes Qualitätsniveau aufrechtzuerhalten, entwickelte Log‘S

seine Anlagen weiter. Ziel war es, die Materialflüsse an neue Prozesse

anzupassen. Transitic erweiterte die bestehenden Systeme

und Anlagen durch die Integration mehrerer Schlüsselkomponenten.

Dazu gehört ein automatischer Kartonschließer, der die

Pakethöhe je nach Inhalt anpasst. Ein Value-Added-Services-

(VAS)-Bereich wurde zur individuellen Bearbeitung von Bestellungen

gemäß den Kundenanforderungen hinzugefügt. Kontrollscanner

und ein automatischer Etikettierer im Versandbereich

stellen die Rückverfolgbarkeit und Konformität der Sendungen

sicher. Zudem kamen fünf neue, zusätzliche Ausgänge an

der Sortierweiche im Versandbereich hinzu. Zur Steuerung und

Überwachung des kompletten Systems kommt die Software-Suite

Open WCS zum Einsatz.

„Die mit der Installation der Intralogistiksysteme verbundenen

Arbeiten hatten keine Auswirkungen auf die Betriebsabläufe“, betont

Jérôme Provincial, Projektleiter bei Transitic. Und Benjamin

Laffineur, Innovationsmanager bei Log‘S, ergänzt: „Aufgrund der

Flexibilität der Transitic-Systeme ließen sich unsere Prozesse

schnell an die Ziele und Anforderungen unserer Kunden anpassen.

So konnten wir die Verarbeitungskapazität im Versandbereich

verdoppeln.“

WB

Fotos: Transitic

www.transitic.com

36 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


MARKTPLATZ

TEXTILE STRÄNGE BRINGEN ASYMMETRISCHE LASTEN INS LOT

Mit dem neuen Anschlagmittel VariForce ermöglicht SpanSet den schnellen und präzisen

Längenausgleich von Gehängesträngen beim Heben asymmetrischer Lasten. Die textilen

Stränge lassen sich stufenlos und zentimetergenau einstellen. Das vereinfacht die Vorbereitung

des Hebevorgangs, da das Verstellen direkt an der Lastanbindung geschieht – ohne Werkzeug,

mit wenigen Handgriffen.

Die Stränge bestehen aus dehnungsarmem, hochmolekularem Polyethylen (HMPE) und werden

in Deutschland gefertigt. In Kombination mit Bauteilen der ExoSet-Baureihe entsteht ein

Anschlagmittel, das auf bis zu 20.000 Lastwechsel geprüft ist. Die Beschlagteile reduzieren den

Verschleiß und schonen das Gewebe.

VariForce schützt empfindliche Oberflächen beim Heben, etwa bei lackierten oder pulverbeschichteten

Bauteilen. Das System lässt sich im Baukastenprinzip individuell konfigurieren –

mit einer oder zwei Rundschlingen und bis zu vier verstellbaren Strängen. Je nach Ausführung

liegt die Tragfähigkeit zwischen 1,0 und 4,2 Tonnen.

www.spanset.de

SICHERE PERSONEN -

ERKENNUNG

Eine neue Kameralösung

erweitert das Portfolio an

Assistenztechnologien des

Unternehmens Yale Lift Truck

Technologies um ein System

zur Erkennung von Personen

im Lagerumfeld. Das System

überwacht den Bereich um

den Gabelstapler in einem

120°-Sichtfeld bis zu einer

Entfernung von sechs Metern

und warnt den Fahrer bei

Gefahr automatisch. Die

DIE KUNST DES

HEBENS

Hinweise finden optisch,

akustisch oder optional durch

eine spürbare Reduzierung

der Fahrgeschwindigkeit

statt.

Die Lösung ist Teil der

Yale-Reliant-Technologie. Sie

wurde auf Grundlage

umfangreicher realer Bilddaten

entwickelt und ist für

Geschwindigkeiten bis

8 km/h optimiert. Bei

schwachen Lichtstärken passt

sich das System den Umgebungsbedingungen

an. Die

Kamera ist an der Rückseite

des Fahrzeugs angebracht.

Akustische und visuelle

Warnungen werden gestoppt,

sobald sich der Stapler von

erkannten Personen entfernt.

www.yale.com

Schwere Motoren zum Schweben

bringen und präzise auf den Punkt

an ihren Einbauort dirigieren:

Kein Kunststück, sondern Arbeitsalltag

unserer Kunden. Profitieren auch Sie von

richtungsweisenden ABUS Kranlösungen.

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PRODUKTE UND SYSTEME

NEUES MONTAGESYSTEM TRANSPORTIERT WERKSTÜCKE

BIS 700 KG PRO STRECKENMETER

SCHWERE LASTEN MEISTERN

NEUE TRANSPORTWEGE

In der industriellen Fertigung steigen die

Anforderungen an flexible Montagesysteme

stetig. Mit dem neuen FMS Max präsentiert die

MiniTec GmbH, Schönenberg-Kübelberg, eine

Weiterentwicklung ihres bestehenden

Fördertechnikportfolios. Das flexible

Montagesystem transportiert dreimal schwerere

Werkstücke als das bereits in der Praxis erprobte

FMS-Transportsystem. Die Neuentwicklung ist

für serielle Montage- und Fertigungsprozesse

konzipiert und eignet sich für manuelle sowie

automatisierte Produktionsabläufe.

FMS Max wurde für

serielle Montage- und

Fertigungsprozesse

entwickelt und eignet

sich für manuelle

sowie automatisierte

Produktionsabläufe

Der Einsatz von Fördertechniklösungen richtet sich in

der Regel nach den Anforderungen des Transportguts

und der Einsatzbereiche. MiniTec hat das neue Montagesystem

FMS Max gezielt für den Einsatz in seriellen

Montage- und Fertigungsprozessen entwickelt. Es eignet sich

sowohl für manuelle als auch automatisierte Produktionsabläufe.

Aufgrund der modularen Bauweise lässt sich das System flexibel

in unterschiedliche Linienkonfigurationen integrieren. Die

hohe Tragfähigkeit macht FMS Max zur Lösung für den Transport

von schweren und großvolumigen Bauteilen in anspruchsvollen

Industrieumgebungen. Basierend auf dem FMS-Transportsystem

kann die Neuentwicklung nun dreimal so schwere

Werkstücke wie dieses transportieren – das heißt: Lasten von bis

zu 700 kg pro Streckenmeter.

EFFIZIENTER MATERIALFLUSS

Die Werkstückträger oder Paletten werden auf Staurollenketten

transportiert, was einen effizienten Materialfluss ermöglicht. Der

Abstand zwischen diesen Staurollenketten lässt sich an die projektspezifische

Palettengröße anpassen. Dadurch kann das

Transportsystem auf individuelle Anforderungen abgestimmt

werden und bietet vielseitige Anwendbarkeit in unterschiedlichen

Industrieumgebungen.

38 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Mithilfe pneumatischer oder elektrisch betätigter Stopper, die in

verschiedenen Größen und mit Dämpfung erhältlich sind, können

die Paletten angehalten werden. Für automatisierte Prozesse

mit Robotern oder Bearbeitungsmaschinen stehen Indexier- beziehungsweise

Positioniereinheiten mit hoher Präzision und

Wiederholgenauigkeit zur Verfügung.

Darüber hinaus sind alle Montagelinien des FMS-Max-Systems

kompatibel mit dem MiniTec-Aluminiumprofilsystem, was die

Voraussetzungen für eine schnelle und modulare Integration mit

weiteren Systemlösungen aus dem Portfolio des Herstellers

schafft.

FLEXIBLER EINSATZ

Wichtige Merkmale für den Einsatz in der Praxis sind unter anderem

der einfache Zugang zu den Werkstückträgern (von allen Seiten),

das exakte Positionieren der Werkstückträger durch Zentrierbuchsen,

das einfache Ein- und Ausschleusen sowie die Möglichkeit,

die Transportrichtung zu wechseln. Die integrierten Lifte

erlauben ein senkrechtes Anheben mit pneumatischem oder

elektrischem Antrieb. Die Werkstückträger lassen sich zudem

stauen und puffern. FMS Max benötigt nur wenig Platz und lässt

sich einfach in den Materialfluss integrieren und erweitern.

Fotos: MiniTec

www.minitec.de

Technische Daten: FMS und FMS Max

Einsatzgebiete

FMS

Kleine, mittlere und

große Bauteile, zum

Beispiel Stoßdämpfer,

Armaturenbretter,

Waschmaschinen,

Scheinwerfer

usw.

FMS Max

Mittlere und

große Bauteile,

zum Beispiel

Motorblöcke,

Getriebe, Achsen,

Batteriepacks

usw.

Belastungen bis zu 150 kg/m bis zu 700 kg/m

Führungsbreiten 160 bis 1.000 mm 350 bis 1.800 mm

Länge

Werkstückträger

Streckenlänge

pro Antrieb

160 bis 2.000 mm 350 bis 2.500 mm

bis zu 20 m

bis zu 10 m

Last pro Antrieb bis zu 1.200 kg bis zu 3.000 kg

Geschwindigkeiten bis zu 18 m/min bis zu 18 m/min

Staubetrieb

Antrieb

Staurollenkette

oder Gurt

E-Motor, Riemenscheibe,

Kettenrad

Schwerlast-

Staurollenkette

E-Motor,

Kettenrad

Quelle: MiniTec

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F+H EXTRA

FACHPACK

FACHPACK 2025 ERWEITERT ANGEBOT UM STARTUP-SUMMIT

VERPACKUNGSBRANCHE TRIFFT SICH

MIT FRISCHEN INNOVATIONEN

F+H EXTRA

Die Verpackungsbranche versammelt sich vom

23. bis 25. September 2025 zur Fachpack im

Messezentrum Nürnberg. Die europäische

Fachmesse erweitert ihr Portfolio um den

„FuturePack – The European Packaging Startup

Summit“ am Vortag der Messe. Start-ups

präsentieren dort ihre Lösungen in drei

Kategorien: Forschungsinnovationen,

frühphasige Entwicklungen und marktreife

Technologien. Ein Rahmenprogramm mit

Fachforen, Networking-Events und dem Student

Day ergänzt das Angebot.

Die Fachpack 2025 positioniert sich unter dem Leitthema

„Transition in Packaging“ als zentrale Plattform für den

Dialog über nachhaltige und digitale Transformation

der Verpackungsbranche. Die Kombination aus etablierter

Fachmesse – rund 1.400 Aussteller zeigen in elf Messehallen

ihre Produkte und Services –, innovativen Formaten und umfassendem

Rahmenprogramm macht die Veranstaltung zum Pflichttermin

für alle Akteure der Verpackungswertschöpfungskette.

Am 22. September 2025 findet erstmals der „FuturePack – The

European Packaging Startup Summit“ statt. Die Futury GmbH organisiert

die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Fachpack

und EIT Food. Das Ziel besteht darin, Verpackungsinnovatoren

eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre Lösungen vor dem offiziellen

Messebeginn präsentieren können.

Mehr als 25 Start-ups stellen ihre Entwicklungen in drei Kategorien

vor: Innovation aus der Forschung umfasst Technologien

in der Frühphase und potenzielle Spin-offs von Universitäten. Innovation

in der Frühphase zeigt vielversprechende Start-ups aus

dem EIT-Food-Ökosystem. Innovation in der späteren Phase präsentiert

marktreife Lösungen für reale Herausforderungen.

40 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


FACHPACK

F+H EXTRA

Die Aussteller der Fachpack 2025 bilden die komplette

Verpackungs-Wertschöpfungskette ab. Im Fokus stehen

Packstoffe & Packhilfsmittel sowie Verpackungstechnologie-

Lösungen. Beide Hauptsegmente werden durch Intralogistiklösungen

ergänzt (Aufnahme: Fachpack 2024)

Die Teilnehmer erwarten energiegeladene Start-up-Pitches, Expertenrunden

und Keynotes von Branchenpionieren. Eine Jury

kürt die drei besten Start-ups vor Ort. Die Gewinner erhalten die

Chance, ihre Verpackungsinnovationen am ersten Messetag im

Forum Innovationbox zu präsentieren und direkt mit Industriepartnern

zu diskutieren.

Der Summit richtet sich an verpackungsnahe Start-ups, Unternehmen,

Forscher, Verpackungsexperten, Nachhaltigkeitsexperten

und Investoren. Alle Akteure, die sich der Förderung von

Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Innovation verschrieben

haben, profitieren von der Veranstaltung.

UMFASSENDES RAHMENPROGRAMM

Das vielfältige Begleitprogramm der Fachpack 2025 setzt wichtige

Impulse für die sich wandelnde Branche. In Fachpack-Foren geben

Branchenexperten Einblicke in aktuelle Herausforderungen

und zeigen konkrete Strategien auf.

Die Packbox behandelt zukunftsweisende Themen wie den

Einsatz von künstlicher Intelligenz in Entwicklung und Produktion.

Strategien zur Umsetzung der EU-Verpackungsordnung

PARALLEL LAUFENDE POWTECH TECHNOPHARM

ERWEITERT ANGEBOT

Zeitgleich zur Fachpack findet in den Hallen 9 bis 12 die Powtech

Technopharm statt. Die internationale Fachmesse für Technologien

zur Verarbeitung von Pulvern, Feststoffen und Flüssigkeiten

ergänzt das Angebot der Verpackungsmesse perfekt. Mit einem

Fachpack-Ticket erhalten Besucher auch Zutritt zur Powtech

Technopharm.

Fotos: NürnbergMesse / Thomas Geiger

www.fachpack.de

DIE FACHPACK IST AUCH

FÜR INTRALOGISTIKER

EINE REISE WERT

(PPWR) und Kreislaufwirtschaftsmodelle stehen ebenfalls im Fokus.

Internationale Markttrends, nachhaltige Materialien und regulatorische

Entwicklungen werden intensiv beleuchtet.

Im Ausstellerforum Innovationbox präsentieren Fachpack-

Aussteller ihre Produktneuheiten und Prozessinnovationen in

kompakten Vorträgen.

NETWORKING UND NACHWUCHSFÖRDERUNG

IM MITTELPUNKT

Das Networking-Event „Women4Packaging“ geht zum zweiten

Mal an den Start. Die Veranstaltung bietet Frauen der Branche eine

Plattform zum Austausch und zur gegenseitigen Stärkung. Diverse

Stationen zu unterschiedlichen Themen stehen im Mittelpunkt.

Der Student Day am dritten Messetag ermöglicht den interaktiven

Austausch zwischen Unternehmensvertretern und Studenten

der Studiengänge Verpackungstechnologie, Nachhaltigkeit

und Produktdesign. Unternehmen lernen potenzielle zukünftige

Mitarbeiter kennen und erhalten frische Ideen von der jungen

Generation.

Der Pavillon Alternative Verpackungslösungen in Halle 3 thematisiert

innovative Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden

Rohstoffen. Die Kooperation mit der Agentur pacoon präsentiert

im moderierten Forum Solpack 6.0 Fokusthemen rund um

alternative und nachhaltige Verpackungslösungen.

Packen Sie‘s nachhaltig ein:

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F+H EXTRA FACHPACK

VAKUUMGREIFSYSTEME OPTIMIEREN

HANDHABUNG SENSIBLER WARE

PHARMA UND FOOD

SICHER AUTOMATISCH

VERPACKEN

F+H EXTRA

Die Lebensmittel- und Pharmabranche benötigt

für ihre empfindlichen Erzeugnisse vielfältige

Verpackungslösungen, um die Waren

automatisiert zu handhaben und zu

transportieren. Der Vakuumspezialist Schmalz

hält eine breite Palette an Vakuumkomponenten

und -systemen bereit, die für die Automatisierung

in diesen Branchen entwickelt wurden.

Verpackungen müssen unterschiedliche Anforderungen

erfüllen und beeinflussen die Kundenzufriedenheit. Dabei

geht der Trend hin zu recycel- und kompostierbaren

sowie plastikfreien Materialien. Darüber hinaus setzen

sich smarte Verpackungen zur Frischeanzeige und individualisierte

Designs in vielen Anwendungen durch.

Produktverpackungen sind international unterschiedlich und

unterliegen einer hohen Änderungsdynamik. „Für die Automatisierung

der Verpackungslinien bedeutet dies, dass die Maschinen

und Automatisierungslösungen flexibler werden müssen, um unterschiedliche

Werkstoffe zu handhaben“, sagt Thomas Lichtenberger,

Leiter Vertrieb bei Schmalz in Glatten. „Wir entwickeln

Lösungen, die Effizienz und Ergonomie vereinen. Damit können

Betreiber zeitnah auf neue Anforderungen reagieren und ihren

Automationsgrad steigern.“

FEINFÜHLIG UND HYGIENISCH

Die menschliche Hand ist unübertroffen, wenn es darum geht,

vielgestaltige Objekte präzise und sicher zu bewegen. Der neue

Fingergreifer „mGrip“ von Schmalz ahmt die Gliedmaße einer

Hand nach und wird so als handähnlicher Greifer für automati-

VAKUUMGREIFER-LÖSUNGEN

VEREINEN EFFIZIENZ UND

ERGONOMIE

sierte Anwendungen nutzbar. Mithilfe zirkular oder parallel angeordneter

Fingermodule können runde sowie längliche Werkstücke

sicher und schonend gehandhabt werden. Der pneumatisch

gesteuerte Fingergreifer im Hygienic-Design ermöglicht

eine präzise Anpassung an unterschiedliche Produkte, zum Beispiel

durch die Regulierung der Greifkraft. Dadurch werden auch

empfindliche Güter wie Backwaren und Obst sensibel bewegt. So

lässt sich ein schnelles Picking rund um die Uhr realisieren.

Im Reinraum gelten strenge Anforderungen in puncto Luftreinheit

respektive Partikelfreiheit und Hygiene. Der Vakuumschlauchheber

„PalVac Sprint Hygienic“ erfüllt die Hygienestandards

im Reinraum und ermöglicht das sichere, ergonomische

Bewegen von Lasten bis 100 kg in kontaminationsfreien Umgebungen.

Die leicht zu reinigenden Oberflächen aus Edelstahl und

lebensmittelkonformen Materialien sind ideal für die Pharma-,

Food- und Chemieindustrie.

LEBENSMITTELECHT UND ROBUST

Die verschleißfesten Balgsauggreifer vom Typ FSG SI-HD sind für

automatisierte Anwendungen in den Branchen Pharma und

Food ausgelegt. Die Greifer bestehen aus lebensmittelkonformem

Silikon, das von der Food and Drug Administration (FDA)

zertifiziert ist. Das Kürzel „HD“ steht für Heavy Duty, denn das

Material hält auch stark abrasiven Werkstoffen stand und ist zwischen

-30 und 180 °C temperaturbeständig. So können die Sauger

zum Beispiel Spritzen, Ampullen oder „Vials“ in dynamischen

Prozessen sicher greifen. „Unternehmen profitieren von großen

Wartungsintervallen, denn das robuste Material hat eine lange

42 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


FACHPACK

F+H EXTRA

01

01 Mithilfe der anschmiegsamen

und weichen Dichtlippe

greift der Balgsauggreifer PSPF

problemlos auch Beutel mit

starker Faltenbildung

02 Der Strömungsgreifer SFG

im Hygienic-Design wartet mit

einer hohen Saugleistung auf

und ist für hochdynamische

Prozesse ausgelegt

02

Standzeit“, erklärt Lichtenberger. Dies sorge nicht nur für eine hohe

Produktivität, sondern auch für eine Kostenersparnis, da weniger

Ersatzteile erforderlich seien.

Für Palettierprozesse hat Schmalz die Balgsauggreifer SPB1 /

SPF / SPB2 im Programm. Auch diese Greifer zeichnen sich durch

lange Standzeiten aus. Möglich macht dies der Werkstoff Elastodur

ED-65, der im Vergleich zu Nitrilkautschuk (NBR) die dreifache

Einsatzdauer schafft – selbst bei abrasiven Verpackungen

wie Pappschachteln. Aufgrund ihrer Eigenstabilität eignen sich

die Sauger für dynamische Prozesse. Mithilfe der großen, effektiven

Saugfläche lassen sich Kartons auch unter großer Krafteinwirkung

schnell, sicher und präzise handhaben.

AMORPHE VERPACKUNGEN SICHER GREIFEN

Beutel sind eine ressourcenschonende Möglichkeit, Flüssigkeiten

und Schüttgüter zu verpacken. Doch sie sind schwierig im

Handling, da sie biegeschlaff und damit schwer zu greifen sind.

Die Balgsauggreifer PSPF sind mit einer anschmiegsamen und

weichen Dichtlippe ausgestattet, die auch auf Tüten mit starker

Faltenbildung passgenau abdichtet. Balg und Dichtlippe sind

durch eine Zweikomponentenverbindung vereint, sodass die

Vorzüge beider Werkstoffe in einem Sauger kombiniert werden.

Damit ermöglicht diese Lösung die prozesssichere Handhabung

von Beuteln mit flüssigem, festem oder pulverförmigem Inhalt

sowie von Säcken mit geringem Füllgrad. Vor allem in Verbindung

mit Delta-Robotern, zum Beispiel für Case-Packing- oder

Pick-and-Place-Anwendungen, sorgt der PSPF-Greifer für

schnelle und stabile Verpackungsabläufe.

Mit dem Strömungsgreifer SFG im Hygienic-Design hat Schmalz

eine weitere Lösung für Lebensmittel im Portfolio. Aufgrund seiner

kompakten und leichten Bauform bei hoher Saugleistung

meistert er hochdynamische Prozesse. Er kommt vor allem dann

zum Einsatz, wenn strukturierte Werkstücke wie Backwaren automatisiert

bewegt werden müssen. Auch eine metalldetektierbare

Version ist verfügbar.

Der neue Sackgreifer PSSG-X zeichnet sich durch ein geringes

Gewicht aus und handhabt Papier-, Kunststoff- und Gewebesäcke

automatisch. Selbst unvollständig befüllte Gebinde greift er sicher.

EFFIZIENT UND LEISTUNGSSTARK

Damit der Unterdruck zum Sauger kommt, braucht es die richtige

Vakuumerzeugung. Dafür bietet sich zum Beispiel der Mehrstufenkompaktejektor

SCPL an, der das Vakuum bei niedrigem

Druckluftverbrauch effizient bereitstellt. Er bewegt poröse Werkstücke

wie Kartonagen durch sein hohes Saugvermögen mühelos.

Bei saugdichten Materialien wie beschichtete Kartons sorgt

eine optional zuschaltbare Luftsparregelung für einen sparsamen

Betrieb. Zusammen mit Flächengreifsystemen und Saugtraversen

evakuieren die Multitalente auch große Volumina. Der Hersteller

hat Ventiltechnik und Vakuum-Überwachung in das Gerät integriert.

Damit benötigen Betreiber keine externe Lösung zur Steuerung

des Vakuumsystems.

Fotos: Schmalz

www.schmalz.com

Halle 7,

Stand

7-571

25

Sicheres, platzsparendes und

produktives Handling

Hall 7 / Booth

Number 7-602

combilift.com


F+H EXTRA

FACHPACK

NACHHALTIGKEIT WIRD DIGITAL: IOB

OPTIMIERT MEHRWEGKREISLÄUFE

Mit IOB – Internet of Bins &

Containers schafft Bito-Lagertechnik

digitale Transparenz

für den Materialfluss:

Über das digitale Behältermanagement

wird der

Behälterstatus in Echtzeit

erfasst, überwacht und

somit der komplette

Prozess im Bereich des Behältereinsatzes optimiert. Digital

statt analog, dynamisch statt statisch und online

statt offline sorgt das Serviceangebot durch die

Kontrolle des Behälterschwunds und die ideale

Nutzung der Behälterbestände für eine höhere

Ressourceneffizienz und mehr Nachhaltigkeit.

www.bito.com

Dr.-Ing. Chr. Beumer, Beckum;

Prof. Dr.-Ing. J. Fottner, München;

Prof. Dr.-Ing. K. Furmans, Karlsruhe;

Prof. Dr. M. ten Hompel, Dortmund;

Prof. Dr.-Ing. R. Jansen, Dortmund;

Prof. Dr. K.-O. Schocke, Frankfurt;

Prof. Dr.-Ing. habil. L. Schulze, Hannover;

Prof. Dr.-Ing. R. Schulz, Stuttgart

Halle 6,

Stand

6-340

TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT

AUTOMATISIERTE KARTONPLANUNG SENKT

MATERIALVERBRAUCH

Überdimensionierte Versandkartons mit viel Füllmaterial

verursachen unnötige Kosten und belasten die Umwelt. Die

neue EU-Verpackungsverordnung „Packaging and Packaging

Waste Regulation“ (PPWR), die ab August 2026 gilt, begrenzt

den Anteil an Füllmaterial auf maximal die Hälfte des Kartonvolumens.

Das

bedeutet für viele

Unternehmen eine

Umstellung ihrer

Prozesse. Der

Systemintegrator

Unitechnik präsentiert

auf der

Fachpack 2025

Lösungen, die

schon heute diese

Anforderungen

erfüllen. Herzstück ist die im Lagerverwaltungssystem „Uni-

Ware“ integrierte Case Calculation. Sie berechnet anhand

präziser Artikelstammdaten automatisch die passende Kartongröße

und optimiert die Packreihenfolge. Die Kommissionierung

geschieht direkt in den ausgewählten Karton. Für große

Verpackungen ergänzt eine automatische Kartonverdeckelungsmaschine

den Prozess: Sensoren messen den

Füllstand, schneiden die Seiten ein und verschließen

den Karton mit passgenauem Deckel. Das

spart Material, reduziert Transportvolumen und

senkt den CO 2

-Ausstoß.

www.unitechnik.com

Halle 7A,

Stand

7A-613

IMPRESSUM

erscheint 2025 im 75. Jahrgang,

ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130

REDAKTION

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44 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


CRAEMER GEFAHRGUTBOXEN FÜR

LITHIUM-IONEN-BATTERIEN

Repair, Reuse und Recycling von Lithium-Ionen-Batterien

aus dem Mobilitätssektor: Ein Joint Venture

setzt auf Craemer Gefahrgutboxen für eine sichere

Batterieaufbereitungslogistik. Akkumulatoren und

Batterien mit Lithium erfordern einen hochsensiblen

Umgang streng nach Gesetz. 2023 haben ein

Logistikdienstleister und ein Recyclingunternehmen

eigens ein Joint Venture gegründet, um Lagerung, Transport und Recycling von

Gefahrgut rundum sicher aus einer Hand zu betreiben. Die international agierenden

Partner mit Sitz in Deutschland, Tochtergesellschaften eines renommierten, familiengeführten

Konzerns, setzen bei ihrer Unternehmenskooperation auf die UN-zertifizierte

CB3 Palettenbox von Craemer. Die Gesellschaft arbeitet an allen Stationen des

ganzheitlichen Recyclings der zumeist aus der Automobilindustrie stammenden

Lithium-Ionen-Batterien mit CB3 Gefahrgutboxen. Die UN-zertifizierte Palettenbox im

Industriemaß (1237 x 1036 x 766 mm mit Deckel) mit drei Kufen und Spanngurten hat

ein Volumen von 610 Litern. Die Bruttomasse beträgt bis zu 438,8 kg. Rund 1.300

Craemer Palettenboxen sind seit etwa einem Jahr im Einsatz – mit positivem

Nutzungsfazit: „Die CB3 haben sich als hochzuverlässig beim Umgang mit

unseren Gefahrgutelementen erwiesen“, so ein Unternehmensvertreter.

www.craemer.com

Halle 4,

Stand

4-116

Anzeige

WANDLUNGSFÄHIGE SYSTEMLÖSUNG TRANSPORTIERT SCHWERE LASTEN

Die Transportlösung Lift2move solution von Expresso lässt sich über digitale Schnittstellen in

Industrie-4.0-Umgebungen integrieren. Die Modellpalette umfasst drei Einmast-Varianten mit

Tragfähigkeiten von bis zu 250 kg und eine Doppelmast-Variante mit bis zu 400 kg Traglast. Alle

Modelle lassen sich mit unterschiedlich dimensionierten Fahrwerken kombinieren. Der elektrisch

betriebene Hubmast nimmt spezielle oder bedarfsgerecht konstruierte Lastaufnahmen auf. Die

Lösung lässt sich produkt- und prozessspezifisch maßschneidern – als Hub- und Kippsystem, als

Wende- und Haltesystem oder als Zu- und Abführlösung. Technische Highlights bilden

die kompakten Flyweight-Akkupacks mit Lithium-Eisenphosphat-Technologie sowie

die sensorische Fehlerdiagnose mit visueller Signalgebung. Optional verfügbar ist

die „Vertical Position Control“ zum automatischen Anfahren von bis zu acht

programmierbaren Hubmast-Positionen.

www.expresso.de

Halle 7,

Stand

7-652

ZIELVORGABE: PRÄZISION

Der automatische Etikettierer Roxi basiert auf der praxiserprobten

Technologie der Hermes-Industriedrucker von cab. Vorbedruckte

Selbstklebetiketten lassen sich in einer Fertigungslinie

automatisch

spenden. Der

Masterencoder, ein

Drehgeber oder

Lineargeber, hält

den Etikettenvorschub

automatisch

synchron zur

Geschwindigkeit

eines Produkts oder dessen Verpackung auf einem Transportband.

Das sorgt für Präzision beim Anbringen von Etiketten bei

Geschwindigkeiten bis 30 m/min, sowohl auf ebenen als auch

auf vertieften Flächen.

Montagesäulen, Stative, Verbindungskabel und weitere

Optionen ermöglichen die betriebsfertige Installation

des Etikettierers. Das Gerät kann in allen

Einbaulagen betrieben werden und deckt rund

80 Prozent der gängigen industriellen Etikettieranwendungen

ab.

www.cab.de

Halle 7,

Stand

7-544

MATERIALFLUSS

BESCHLEUNIGEN

Knapp bemessene

Lagerflächen erfordern

effiziente Lösungen, um

Materialfluss und Raumausnutzung zu verbessern. Schmalganggelenkstapler

des Typs Aisle Master ersetzen mehrere

Staplervarianten und transportieren Güter direkt vom Betriebshof

zu den Regalen. Dadurch werden Abläufe beschleunigt. Mit

einer Tragfähigkeit von bis zu drei Tonnen und Hubhöhen bis

15 m nutzen sie den verfügbaren Raum optimal. Die Mindestgangbreite

von 1,6 m ermöglicht eine Erhöhung der Lagerkapazität

um bis zu 50 Prozent, ohne Umbau oder Standortwechsel.

Auch die Deichselstapler von Combilift mit patentierter

Mehrpositions-Deichsel optimieren Lagerflächen und erhöhen

die Sicherheit des Personals in stark frequentierten Bereichen.

Das Unternehmen UN1F1ED2 Global Packaging in Irland

konnte mit Aisle-Master-Staplern seine Lagerdichte

auf 3.000 Paletten steigern und zugleich den

Fahrzeugbedarf reduzieren. Verbesserte Manövrierbarkeit

und verkürzte Transportwege steigern

dort die Effizienz nachhaltig.

www.combilift.com

Halle 7,

Stand

7-602

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 45


PRODUKTE UND SYSTEME

FÖRDERTECHNIK

MATERIALFLUSS

LOGISTIK 4.0

AUF DEN

PUNKT

GEBRACHT

MANFRED WEBER,

REDAKTEUR

Das Internet ist voll mit nützlichen,

aber auch überflüssigen Inhalten. Wir

filtern für Sie die Informationsflut und

recherchieren Inhalte mit echtem

Nutzwert für den Intralogistiker

Tagtäglich sind wir im Internet einer riesigen Informationsflut ausgesetzt. Da wird es

schwer, den Überblick zu behalten. Doch f+h hilft! Denn wir selektieren nicht nur

entsprechende Pressemeldungen, sondern durchforsten für Sie auch Websites, Business-

Netzwerke und soziale Medien und filtern spannende Dinge heraus. Ab sofort finden Sie

an dieser Stelle unsere Highlights aus der digitalen Welt der Intralogistik.

KI-GESTÜTZTE TOURENPLANUNG

Die auf Soft- und Hardwarelösungen für die Logistikbranche

spezialisierte Arealcontrol GmbH präsentiert eine KI-gestützte,

automatisierte Routen- und Tourenplanung. Die Innovation

erweitert die Telematik-Lösungen, die das Unternehmen unter der

Marke „All You Can Fleet“ anbietet. Für die Neuentwicklung hat

Arealcontrol das automatische Erstellen und Disponieren regelmäßig

wiederkehrender Aufträge in sein System integriert. Diese als

SaaS-Lösung aus der Private Cloud angebotene Plattform ist

aufgrund ihrer Flexibilität und Modularität branchenübergreifend

einsetzbar – von der Depot-Befüllung bis zu wiederkehrenden

Wartungsarbeiten und Dienstleistungen. Die Neuerung zielt

darauf ab, die Disposition zu beschleunigen und gleichzeitig Touren

zu optimieren sowie Kosten zu minimieren.

WWW.AREALCONTROL.DE

GEFAHRGUT-DATENBANK GEHT

ONLINE

Im Zuge ihrer Open-Source-Strategie stellt die

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

(BAM) ihre Gefahrgut-Datenbank künftig kostenfrei

online bereit. Sie leistet damit einen maßgeblichen

Beitrag zur digitalen Transformation und Standardisierung

im Gefahrgutbereich. Die Datenbank

„Gefahrgut“ (DGG) liefert aufbereitete Informationen

der Vorschriften für die Beförderung gefährlicher

Güter auf Straße, Schiene, Binnenwasserstraße,

See und in der Luft. Zielgruppe sind vor allem

Behörden und Unternehmen, die Gefahrguttransporte

planen, durchführen oder kontrollieren und

die regulatorischen Daten in eigene Anwendungen

integrieren möchten.

WWW.DGG.BAM.DE

46 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

DIE TOP

ONLINE-ARTIKEL

DER F+H WEBSITE

CONSTANTIA TEICH ERWEITERT MIT

VOLLERT

Aluminium-Coil-Hochregallager ausgebaut

bit.ly/vollert-fuh-25

KIK STÄRKT LOGISTIK MIT LFS-EINSATZ

Softwarehaus Ehrhardt Partner verantwortete

Implementierung und Hypercare-Phase

bit.ly/epg-fuh-25

SHELF-AMR ERSETZT UMLAUFREGALE

Mobile Roboter unterstützen im Telekom-Zentrallager

die Kleinteileabwicklung

bit.ly/winba-fuh-25

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die

fünf meist gelesenen Artikel des Monats

auf unserer Internetpräsenz

Das Ranking umfasst alle Seitenaufrufe im 2-Monats-Zeitraum

bis ca. 2-3 Wochen vor Erscheinungstermin dieser Ausgabe. Die

Berechnungsbasis von 100% entspricht der Summe der fünf Plätze.

FILICS SICHERT FINANZIERUNG

SEINER ROBOTIK-PLATTFORM

13,5 Mio. Euro fließen in Produktentwicklung

bit.ly/filics-fuh-25

SSI SCHÄFER REALISIERT LOGISTIK-

ZENTRUM FÜR APOTEA

Lösung steigert Effizienz und Skalierbarkeit

bit.ly/schäfer-fuh-25

EXCLUSIVE

CONTENT

nur online

www.bit.ly/rfidkon-fuh-2025

Wir schaffen logistische Verbindungen.

Individuelle Planung und Konstruktion

direkt vom Hersteller – Made in Germany

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RFID KONSORTIUM UNTERSTÜTZT

BEIM DIGITALEN PRODUKTPASS

Das RFID Konsortium, Full-Service-Lösungsanbieter

für Auto-ID und Digitalisierungsprojekte, liefert mit

seinem „DPP-KickStart“-Paket auf Basis von RFID-

Technologie einen praxisnahen Einstieg in den Digitalen

Produktpass (DPP). In einem Pilotprojekt wird der DPP

innerhalb von vier Monaten zunächst für ein Produkt definiert

und kann später auf zusätzliche Produkte ausgeweitet werden.

Produzierende Unternehmen gewinnen so frühzeitig wertvolle

Erkenntnisse für eine umfassendere Umsetzung. Der DPP bildet

den kompletten Lebenszyklus eines Produkts ab.

Typ BK - Mittelachsrampe

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VON DAMALS BIS HEUTE

2010er

1975

Das erste Produkt – eine

präzisionsgefertigte

Kreuzrollenführung

Einführung der ersten

Linearführungen und

Teleskopschienen

Expansion in

internationale

Märkte

Umzug des italienischen

Standortes in eine neue

Produktionsstätte

1975

1980er

1990er

2001

50 JAHRE ROLLON

TRADITION TRIFFT AUF VISION

Fünf Jahrzehnte Innovation prägen die

Erfolgsgeschichte eines Pioniers der

Lineartechnik. Rollon, weltweit agierender

Anbieter linearer Antriebstechnik, feiert 50 Jahre

wegweisender Entwicklungen im Bereich der

Lineartechniklösungen und treibt gleichzeitig

die strategische, globale Expansion weiter voran.

Das Unternehmen wurde im Jahr 1975 in einer kleinen

Werkstatt in Norditalien gegründet und steht heute an

der Spitze in der Lineartechnik. Die Unternehmensgruppe

vereint verschiedene Marken unter einem Dach,

ist in elf Ländern vertreten, verfügt über 14 Produktionsstätten

und beschäftigt weltweit mehr als 1.200 Mitarbeiter. Ein Fokus

der Geschäftstätigkeit liegt auf der Entwicklung und Produktion

anwendungsspezifischer Lösungen.

„Bei Rollon hat unser unerschütterliches Engagement für Innovation,

Qualität und Präzision fünf Jahrzehnte Erfolg beflügelt

und uns als vertrauenswürdigen globalen Partner für Automatisierungs-

und Lineartechniklösungen etabliert. Innovation

steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir möchten die Zukunft

gestalten, die Entwicklung der Fertigung sowie der Welt um uns

herum vorantreiben und unseren Kunden intelligentere, zuverlässigere,

nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen bieten“,

macht Rüdiger Knevels, Chief Executive Officer (CEO) von Roll on,

deutlich.

KONTINUIERLICHE WEITERENTWICKLUNG

Die Strategie ist auf Wachstum und Innovationen ausgerichtet. In

den 1990er-Jahren expandierte das Unternehmen international in

wichtige Märkte und eröffnete Niederlassungen in Deutschland,

Frankreich, den Niederlanden und den USA. Später folgten China

48 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Erweiterung des

Produktportfolios

um fortschrittliche

Linearantriebssysteme

für die Robotik

und Fertigung

Rollon wird Teil der

Timken Company und

zur Flaggschiffmarke für

Lineartechnik innerhalb

des Geschäftsbereichs

Industrial Motion

Digitale

Plattform

„myRollon“

vorgestellt

Das Gebäude des neuen

Hauptsitzes in Düsseldorf

wurde nach aktuellen Nachhaltigkeitsstandards

errichtet

und vereint die Produktion,

ein Logistikzentrum sowie

einen Showroom

2010er

2018

2022 2025

2025

2022

und Indien sowie Vertriebsbüros in Großbritannien und Brasilien.

Akquisitionen wie Elmore (2011), Technocenter und Hegra (beide

2015), TMT (2016), T-Race (2017), iMS (2021) sowie Nadella und

Rosa Sistemi (beide 2023) erweiterten das Produktportfolio und

eröffneten neue Möglichkeiten und Anwendungsfelder vor allem

in Bezug auf Systemlösungen. Seit dem Jahr 2018 ist Rollon Teil

der Timken Company und Flaggschiffmarke für Lineartechnik

innerhalb des Geschäftsbereichs Industrial Motion. Das Sortiment

umfasst Linearführungen, Teleskopschienen, Linearachsen,

Mehrachssysteme, Kugelgewindetriebe sowie Gelenkköpfe.

DIGITALE TRANSFORMATION

Im Laufe der Jahre hat das Unternehmen auch die digitale Transformation

konsequent vorangetrieben und strategisch in Schlüsseltechnologien

und -Tools investiert. Ein Beispiel ist „myRollon“.

Dabei handelt es sich um eine intuitive, benutzerfreundliche digitale

Arbeitsplattform, die die Auswahl und Konfiguration von

Linear- und Rotationskomponentenlösungen optimiert. „Unsere

Investitionen in fortschrittliche Tools und Plattformen spiegeln

unser Engagement für die Vereinfachung der ‚Customer Journey‘

wider und bilden die Grundlage für weitere digitale Innovationen.

Durch ein intuitives und vernetztes digitales Erlebnis verbessern

wir beispielsweise den Zugriff auf unsere Lösungen und

deren Konfiguration“, so Knevels.

EINWEIHUNG ZWEIER NEUER WERKE

Im Juni wurde das neue Werk in den USA (Michigan) und im Juli

das deutsche Werk (Düsseldorf) eröffnet. Die Investitionen in

größere Anlagen in zwei strategischen Märkten verbessern die

Produktionskapazitäten und ermöglichen schnelle Lieferzeiten.

So kann das Unternehmen seinen internationalen Kundenstamm

besser mit maßgeschneiderten Lösungen versorgen. WB

Fotos: Rollon

www.rollon.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 49


MENSCHEN UND MÄRKTE

FÖRDERTECHNIK

MATERIALFLUSS

LOGISTIK

ANDREA SCHULTE

Wenn Sie eine berühmte Persönlichkeit

treffen dürften: Wer wäre es und

warum?

Leonardo da Vinci, ich würde mich

gerne mit ihm über seine Erfindungen

und seine Kunst unterhalten und ihm

zeigen, was wir heute auf der Welt erreicht

haben.

Ein Buch, das man gelesen haben

sollte.

Autobiographie eines Yogis von Paramahansa

Yogananda. Eine wunderbare

Lebensgeschichte eines tiefsinnigen

und spirituellen Yogis.

Welcher Ratschlag hat Ihnen in Ihrem

Berufsleben am meisten geholfen?

Meine Oma sagte immer zur mir:

„Nutze deinen gesunden Menschenverstand.“

Könnte KI Ihren Job übernehmen?

Sicher nicht. Als Geschäftsführerin

sind Empathie und ein gutes Bauchgefühl

wichtige Eigenschaften für das

Unternehmerleben.

Wie sind Sie zur Intralogistik

gekommen?

Als ich 1993 in unser Unternehmen

kam, stellten wir bereits Haushaltsregale

her. Es bereitete mir viel Freude,

das Geschäftsfeld Industrieregale in

unserem Unternehmen aufzubauen.

PERSON

Nach dem Abitur Banklehre bei der Deutschen

Bank. Danach Studium an der European Business

››ZUR

School in Oestrich-Winkel mit Auslandsaufenthalten

in Paris, London und Spanien. Abschluss als

Dipl.-Betriebswirtin. Seit dem Jahr 1993 im

eigenen Familienunternehmen Gebr. Schulte

GmbH & Co. KG, Sundern (Sauerland), tätig.

Wie sieht die erste Stunde ihres Tages

aus?

Früh aufstehen und dann 30 Minuten

schwimmen gehen.

Wie können Sie am besten vom Alltag

abschalten?

Beim Golf spielen.

Was hat Sie dazu bewegt, den Weg

einzuschlagen, den Sie heute gehen?

Schon als Kind mit fünf Jahren wusste

ich, dass ich einmal in unserem Familienunternehmen

arbeiten möchte.

50 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 08/2025

ERSCHEINUNGSTERMIN: 29. 10. 2025

ANZEIGENSCHLUSS: 14. 10. 2025

01

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02

03

01 Rekordzeit bei Swiss Krono: Selmoni Smart Handling modernisiert und

verlagert komplette Schleiflinie in neun Wochen – im laufenden Betrieb

Bild: Selmoni Smart Handling

02 Fixit-Gruppe steigert Effizienz mit Diskover: Supply-Chain-Management-

Software optimiert Planung und Disposition in der Baustoffproduktion

Bild: Abels & Kemmner

03 Logistik im Wandel: Wie sich die Branche durch Automatisierung, Kreislaufwirtschaft

und neue Technologien grundlegend transformiert

Bild: Exotec

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

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