f+h fördern und heben 7/2025
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2884
07
September 2025
€ 20,00
TITEL
Smartes Krankonzept für
06 die smarte Fabrik des Jahres
Mias: Probleme lösen statt
16 Geräte verkaufen
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was die Branche als Nächstes bewegt.
EDITORIAL
KI-BOOM ERFASST DEUTSCHLAND
Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) überrascht selbst Experten.
Unternehmen setzen KI zunehmend ein, um Prozesse effizienter zu gestalten und
Geschäftsmodelle zu transformieren. Mit der wachsenden Nutzung steigt jedoch auch der
Bedarf an Rechenleistung exponentiell – neue Rechenzentren entstehen scheinbar überall.
Ausgelöst wird ein regelrechter Investitionsboom, von dem vor allem
die Region Rhein-Main profitiert – aufgrund ihrer räumlichen Nähe
zum größten europäischen Internetknotenpunkt DE-CIX.
US-Konzerne wie Oracle investieren 1,7 Milliarden Euro bis 2030,
NTT Data plant mehr als fünf Milliarden Euro, Ericsson sogar
8,8 Milliarden Euro. Auch Google und Microsoft folgen mit
WER ZU SPÄT ANS NETZ
GEHT, DEN BESTRAFT
DER MARKT
ähnlichen Milliardensummen.
Deutschland holt damit auf, nachdem
wir beim Ausbau der KI-Infrastruktur
lange zurücklagen. Die USA investieren
dennoch weiterhin ein Vielfaches mehr. KI wird entscheidend für die
künftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sein. Die Aufholjagd
ist dringend geboten: Der aktuelle Bedarf an KI-Rechenkapazitäten
liegt bei 1,6 Gigawatt; bis 2030 werden laut einer Studie der
Unternehmensberatung Deloitte 4,8 Gigawatt benötigt. Eine Verdreifachung
der Kapazitäten ist erforderlich – Investitionen von bis zu
60 Milliarden Euro werden notwendig sein.
Doch Geld allein reicht nicht: Rechenzentren benötigen bezahlbaren
Strom und schnellen Netzanschluss. Während deutsche Rechenzentren
bis zu sieben Jahre auf den Netzanschluss warten, sind es in den
USA nur ein bis drei Jahre. Wer in der KI-Ökonomie mitspielen will,
darf nicht im Schneckentempo bauen – sonst ist das Spiel vorbei,
bevor wir überhaupt am Start stehen.
Winfried Bauer
– Chefredakteur –
w.bauer@vfmz.de
10 J A H R E G A R A N T I E
M A D E I N G E R M A N Y
Weitere Infos unter
www.fetra.de
INHALT
EDITORIAL
03 KI-Boom erfasst Deutschland
PRODUKTE UND SYSTEME
06 TITELSTORY Demag-Partner Dart Fördertechnik
unterstützt beim Material-Handling im Wilopark
Smartes Krankonzept für die smarte Fabrik des Jahres
10 Retrofit einer Tandem-Krananlage im
Wasserkraftwerk
Mehr Power für die Instandhaltung
22
10
14 Moderne Verladelösungen für Autoreisezuganlage
Innovative Bahn-Verladerampen optimieren Abläufe
16 F+H VOR ORT Regalbediengerätehersteller
positioniert sich mit Kundenorientierung und
Technologietiefe
Probleme lösen statt Geräte verkaufen
20 Automatisierung transformiert Distributionslager
für Ersatzteile
Shuttles und Roboter beschleunigen den
Auftragsdurchlauf
24 Digitalisierung erhöht Transparenz und Effizienz
bei Ciblex
Standardisierte, automatisierte Prozesse in Echtzeit
26 Automatisierte Lade- und Entladetechnik steigert
Durchsatz an der Rampe
Paketumschlag beschleunigen
28 F+H VOR ORT Körber automatisiert Tiefkühllogistik
bei Westhof Bio
Produktqualität und Verfügbarkeit sichergestellt
32 Automatisches Hochregallager vereint Gefahrgut
und Tiefkühlware unter einem Dach
Ex-Schutz fordert intelligente Lagertechnik heraus
35 BYD Europe transformiert Lager
Effizienz statt Chaos
36 Logistikdienstleister stemmt Auftragswachstum mit
erweiterter Intralogistik
Prozesse dynamisch anpassen
38 Neues Montagesystem transportiert Werkstücke bis
700 kg pro Streckenmeter
Schwere Lasten meistern neue Transportwege
46 Digitale Highlights
48 50 Jahre Rollon
Tradition trifft auf Vision
42
32
Nächste Messe:
24.03.-26.03.2026 LogiMAT
F+H EXTRA
40 Fachpack 2025 erweitert Angebot um Startup-Summit
Verpackungsbranche trifft sich mit frischen
Innovationen
42 Vakuumgreifsysteme optimieren Handhabung
sensibler Ware
Pharma und Food sicher automatisch verpacken
44 Produktinnovationen zur Fachpack 2025
IMPULSE
22 Neue Anforderungen an Planung und Steuerung
in der Hoflogistik
Quo vadis Yard Management?
MENSCHEN UND MÄRKTE
Das
nach da?
Läuft.
50 F+H PERSÖNLICH Andrea Schulte
SERVICE
44 Impressum
51 Vorschau auf Heft f+h 08/2025
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TITELBILD
Demag
Cranes &
Components
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PRODUKTE UND SYSTEME
TITELSTORY
DEMAG-PARTNER DART FÖRDERTECHNIK UNTERSTÜTZT
BEIM MATERIAL-HANDLING IM WILOPARK
SMARTES KRANKONZEPT FÜR DIE
SMARTE FABRIK DES JAHRES
In der neuen und smarten Fabrik der Wilo Group am Konzernhauptsitz in
Dortmund werden alle Prozesse digital abgebildet und gesteuert. Auch der reale
Materialfluss ist bestens organisiert. Sorgfältige Detailplanung führte dazu, dass
jeder Arbeitsplatz ebenso ergonomisches wie produktives Lasten-Handling
erlaubt. Die Planung des Krankonzepts übernahmen die Wilo SE und Dart
Fördertechnik GmbH aus Arnsberg gemeinsam – und nutzen seither den
modularen Kranbaukasten Demag KBK.
6 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
01 Gut geplant und viel erreicht: Stephan Böing, Projektleiter
bei Wilo (rechts) und Axel Ditz, Geschäftsführer der
Dart Fördertechnik GmbH
02 Für Pick-Arbeiten in der Montage eignen sich Schwenkkrane
mit unterschiedlichen Hebezeugen – vom klassischen
Kettenzug bis zum Balancer als Assistenzsystem
Hier ein Umbau, da ein Anbau: So wächst die Produktion
von vielen erfolgreichen Industrieunternehmen. Nicht
so bei Wilo in Dortmund. Der traditionsreiche Premium-Hersteller
von Pumpen und Pumpensystemen für
die Gebäudetechnik, die Wasserwirtschaft und die Industrie hat
seine Zentrale, den Wilopark, vollständig neu geplant und gebaut
– einschließlich der Produktion.
ZIEL: DAS PERSONAL ENTLASTEN
Die Planung der neuen Produktionshallen folgte den exakten
Vorstellungen wie die Fertigung in Zukunft agieren sollte. Dabei
zogen die Planer auch Experten zu Rate. Das Ergebnis: eine vollständig
digitalisierte Fabrik, die mit hoher Effizienz und hohem
Tempo arbeitet. Die einschlägigen Kennzahlen wie Durchlaufzeiten,
Bestände in der Lieferkette u. v. m. konnten drastisch reduziert
werden, obwohl Wilo schon vorher durchaus nach modernen
Methoden produzierte und montierte.
Da das Portfolio breit aufgestellt ist und im Bereich der Trockenläuferpumpen
die durchschnittliche Losgröße bei 1,8 Pumpen pro
Auftrag liegt, ist eine Automatisierung in diesem Bereich keine zielführende
Strategie. Vielmehr sind die Intelligenz und die Expertise
01
MODULARER KRANBAUKASTEN
DEMAG KBK ERMÖGLICHT
FLEXIBLE ARBEITSPLÄTZE
des Personals gefragt. Seine Körperkraft hingegen steht nicht im
Fokus. Denn Wilo setzt hohe Standards bei Ergonomie und Gesundheitsschutz.
Aus diesem Grund sind alle (Montage-)Arbeitsplätze,
an denen Lasten mit einem Gewicht von mehr als 8 kg gehoben
werden – und das sind viele –, mit Hebehilfen ausgestattet,
die individuell an die jeweiligen Aufgaben angepasst werden.
INDIVIDUELLE AUSWAHL VON ARBEITSPLATZ-
KRANEN UND HANDHABUNGSEINHEITEN
Als Partner für diese Aufgabe hat Wilo den Demag-Partner Dart
Fördertechnik an seiner Seite, mit der das Unternehmen seit vielen
Jahren zusammenarbeitet. Seit mehr als 60 Jahren gibt es den
Demag-KBK-Kranbaukasten, den Dart als Zertifizierter Partner
von Demag häufig zur Ausrüstung von Arbeitsplätzen verwendet
und der bei der Realisierung des Projekts bei Wilo mit seinen zahlreichen
Variationsmöglichkeiten bestens geeignet ist. Nicht nur
Demag KBK, sondern auch die Demag-Hebezeuge, Antriebe, Bedieneinheiten
und Lastaufnahmemittel lassen sich an die jeweilige
Aufgabe anpassen und erweitern. Ein großer Vorteil für eine
Fabrik, die stets nach Verbesserung strebt und seinen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern optimale Bedingungen schaffen möchte.
STAHLBAUKONZEPT SCHAFFT FLEXIBILITÄT
Eine Grundidee, die Wilo und Dart beim Start des Projekts einbrachten,
war der Verzicht auf eine Wand- oder Deckenaufhängung
für die Handhabungssysteme an den einzelnen Montageinseln
und -bändern. Stattdessen wurden die Kranbahnen für die
02
AUSGEZEICHNET:
DIE WILO SMART FACTORY
Was man vom Skywalk der komplett neu errichteten
Wilo-Produktion aus sieht, findet der physische Materialfluss
mit (unter anderem) dem Demag-KBK-System und
fahrerlosen Transportfahrzeugen statt. Und wer genau
hinschaut, dem fällt auch das breite Produkt-, Systemund
Lösungsportfolio auf, das hergestellt wird.
Realisieren lässt sich das nur mit einer effizienten,
durchgängig digitalisierten Fertigung. Moderne Planungsinstrumente
„orchestrieren“ und steuern den
Prozess. Gegenüber der alten Fertigung ließen sich
Kennzahlen wie die Bestände in der Produktion und die
Durchlaufzeiten reduzieren. So kann man in Dortmund
wirtschaftlich und auftragsbezogen, das heißt flexibel,
Pumpen produzieren – auf lange Sicht und in Zukunft
auch vom Kunden per Online-Konfigurator bestellt.
Dieses Konzept hat auch die Juroren eines renommierten
Branchen-Wettbewerbs überzeugt, der unter anderem
von der Unternehmensberatung Kearney vergeben wird:
Sie haben die Smart Factory von Wilo als „Fabrik des
Jahres 2024“ ausgezeichnet.
Quelle: Demag
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 7
PRODUKTE UND SYSTEME
TITELSTORY
03 An einigen Arbeitsplätzen kommen Hängekrane für das Handling
von schwereren Komponenten im Einsatz
04 Der Standard an vielen Arbeitsplätzen: Demag-Kettenzug DC
03
04
Hängekrane aufgeständert auf einem Portalsystem montiert.
Dart-Geschäftsführer Axel Ditz: „Damit ist Wilo viel flexibler. Die
Verfahrwege und Arbeitsbereiche lassen sich bei Bedarf einfach
verändern und vor allem erweitern.“
Ein weiterer Grund für dieses Konzept: Über die Fertigung
führt ein beeindruckender Skywalk – ein Erlebnis für jeden Besucher
und für das Personal häufig eine willkommene Abkürzung.
Allerdings begrenzt diese Konstruktion die Arbeitshöhe, und mit
einem Hallenkran ist sie nicht kompatibel. Hier mussten die Planer
an vielen Arbeitsplätzen Feinarbeit leisten.
VIELFALT STATT EINHEIT
Ein Gang durch die Fertigung (oder über den Skywalk) zeigt, wie
vielseitig die Intralogistik und auch das Demag-KBK-System im
Wilo-Werk ist. Ditz: „Wir haben jeden Kran an jedem Arbeitsplatz
exakt auf das Transportgut und die jeweiligen Arbeitsschritte
ausgelegt.“ Und das nicht nur in der Theorie: Das Personal wurde
in die Entscheidungsfindung eingebunden.
Beim flächigen Transport kommen Demag-KBK-Hängekrane
zum Einsatz. Mit ihnen bewegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Pumpenkomponenten vom Förderband oder auch von einem
fahrerlosen Transportfahrzeug (FTF) zur Bearbeitungsmaschine
und von dort zur weiterführenden Fördertechnik. Dabei
werden – je nach Anwendungsfall – unterschiedliche Baureihen
von Demag-Kettenzügen (DC-Com, DC-Pro) verwendet, aber
auch Assistenzsysteme, bei denen der Werker die Last einfach
mit Handbewegungen zum Ziel führen kann (DCMS-Pro Manulift,
DCBS-Pro mit „Balancer“-Funtion). Diese Handhabungseinheiten
finden an Sonderarbeitsplätzen Verwendung, an denen
die Pumpenbauteile auch getestet werden. Dort ist feinfühliges
Handling gefragt. Der Einhandbetrieb fördert das intuitive Lasthandling
am dortigen Arbeitsplatz.
DAS WAR BEILEIBE KEIN
ALLTÄGLICHES PROJEKT
Herr Ditz, Ihr Unternehmen plant und baut auch Hallenkrane
mit hohen Tragkräften für anspruchsvolle Anwendungen. Bei
Wilo waren es eher viele kleine Arbeitsplatzkrane. Warum war
dieses Projekt dennoch ein „Highlight“ für Sie?
Axel Ditz: Das Unternehmen Dart ist seit 33 Jahren am Markt
aktiv. In diesem Zeitraum hatten wir in der Tat schon größere
Projekte realisiert. Aber wann hat man schon einmal die Gelegenheit,
ein so umfassendes und detailreiches Vorhaben wirklich
von A bis Z zu begleiten und einen Beitrag zu leisten, wenn
die Vision einer neuen Fabrik in die Tat umgesetzt wird? Das
hatten wir so noch nicht, und das war zweifelsohne etwas besonderes.
Aber wir haben gern unsere Expertise eingebracht.
Wie kam der Kontakt mit dem Unternehmen Wilo zustande?
Axel Ditz: Wir arbeiten seit vielen Jahren für Wilo, im Kranservice
und bei Neuprojekten. Die Verantwortlichen haben uns
mitgeteilt, dass sie dieses Projekt gemeinsam mit uns angehen
möchten – was uns selbstverständlich sehr gefreut hat.
War der Demag-KBK-Kranbaukasten von Anfang an bei dem
Projekt gesetzt?
Axel Ditz: Wir sind seit dem Jahr 1992 Zertifizierter Partner von
Demag und haben schon viele KBK-Lösungen projektiert und
umgesetzt. Für Anwendungen, wie sie bei Wilo vorliegen, gibt es
einfach keine auch nur annähernd gleichwertige Alternative.
Die Vielfalt des Kranbaukastens ist einzigartig, daher konnten
wir an jedem Arbeitsplatz passgenaue, ergonomische und immer
industriegerechte Lösungen finden, auch an Prüfplätzen
und mit teilautomatisierter Handhabung.
Was sind Ihre Erkenntnisse aus diesem Projekt, die Sie anderen
Anwendern von Kranen und Handhabungstechnik empfehlen
können?
Axel Ditz: Generell gilt: Man sollte mit Sorgfalt und mit Liebe
zum Detail planen. Schließlich soll eine Lösung über viele Jahre
Bestand haben. Diesen Grundsatz hat Wilo vorbildlich umgesetzt.
Auch die spätere Flexibilität sollte berücksichtigt werden,
8 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
SCHWENKKRANE FÜRS „PICKEN“, HALLENKRAN FÜR
SPRITZGIESSWERKZEUGE
An anderen Arbeitsplätzen wiederum schaffen Demag-KBK-Schwenkkrane die Voraussetzungen
für ergonomische Pick-Arbeiten – erneut mit individuell ausgewählten
Hebezeugen: Basis-Kettenzug, DCMS-Pro Manulift oder DCBS-Pro mit Balancer.
Stephan Böing, Projektverantwortlicher bei Wilo: „Das KBK-System von Demag
bietet vielfältige Lösungen, auch was die Unterstützung des Personals beim Heben
und Verfahren der Last angeht. Diese Vielfalt haben wir genutzt, um exakt auf die
Anforderungen unserer Kolleginnen und Kollegen eingehen zu können.“
In einem Bereich wichen die Planer vom Konzept des Stahlbaus als tragende
Konstruktion ab und wählten einen „klassischen“ Hallenkran mit einem Demag-
Seilzug als Hubwerk – aus gutem Grund wie Böing ausführt: „Wir haben in der neuen
Fabrik auch einen eigenen Spritzguss installiert. Weil die Werkzeuge dieser Maschinen
mehrere Tonnen schwer sind, kam hier nur ein Hallenkran in Frage, der bis
zu 3,2 Tonnen hebt. In der Montage und den anderen Produktionsbereichen sind
Traglasten bis 250 Kilogramm ausreichend, das lässt sich gut mit der Stahlbaukonstruktion
realisieren.“
Dass das KBK-System durchgängig in der Produktion installiert wurde, zeigen die
letzten Schritte der Prozesskette: An den Verpackungslinien erleichtert jeweils ein
von Dart installierter Wendetisch die Handhabung der fertig montierten Pumpen
und Pumpensysteme – unter einem KBK-System mit Hängekranen.
Freiraum
für neue Ideen.
Wir regalen das.
EIN KONZEPT, DAS SICH BEWÄHRT
Inzwischen ist die Smart Factory schon geraume Zeit in Betrieb. In einem Bereich
wurden bereits die Portalkonstruktionen des KBK-Systems an veränderte Anforderungen
angepasst – mit geringem Aufwand. Böing: „Wir arbeiten seit Jahren mit
Dart praktikable Lösungen aus und haben uns bei der Planung der neuen Fertigung
gemeinsam viele Gedanken gemacht. Mittlerweile kann man sagen, dass wir
genau das erreicht haben, was wir uns vorgestellt haben: ein variables Arbeitsplatzkran-Konzept,
das sich an wechselnde Anforderungen anpassen kann. Das
KBK-System von Demag bewährt sich seither an ganz unterschiedlichen Montage-,
Prüf- und Verpackungsplätzen. Und die Kolleginnen und Kollegen sind sehr
zufrieden.“
Fotos: Demag Cranes & Components
www.demagcranes.de
AXEL DITZ
Geschäftsführer
Dart Fördertechnik
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ebenso die Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie nutzen
schließlich tagtäglich die Hebezeuge. Demzufolge kann man ihr Praxiswissen
nicht hoch genug einschätzen. Und lassen Sie mich noch einen Sachverhalt
betonen: Ein Projekt mit einer solchen Laufzeit lässt sich nur mit einer vertrauensvollen
Zusammenarbeit umsetzen.
Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur f+h
www.schulte-lagertechnik.de
PRODUKTE UND SYSTEME
RETROFIT EINER TANDEM-KRANANLAGE IM WASSERKRAFTWERK
MEHR POWER FÜR DIE
INSTANDHALTUNG
Für die Modernisierung der Krananlage im
Wasserkraftwerk Jochenstein erhielt der
Kranbausatz „CraneKit“ von Stahl CraneSystems
den Zuschlag. Dessen Partner, der Kran- und
Anlagenbauer Haslinger übernahm die
komplette Planung, Fertigung sowie Montage
und Inbetriebnahme. Mechanisch und
steuerungstechnisch sind die neuen Krananlagen
eine Sonderlösung. Nun können Rotoren mit
einem Gewicht von 220 Tonnen ohne
Demontage der Pole ausgehoben werden.
Die etwa neun Meter hohe Felseninsel Jochenstein befindet
sich im Oberlauf der Donau. Hier steht ein Laufwasserkraftwerk,
das seinen Namen der Felseninsel
verdankt. Das Kraftwerk Jochenstein hat eine Fallhöhe
von etwa zehn Metern und erreicht nach offiziellen Angaben ein
mittleres Jahresarbeitsvermögen von 850 Mio. kWh. Die beweglichen
Elemente des Stauwehrs sind nahe dem österreichischen
Ufer angeordnet. Die Schiffschleuse und die Schaltanlage liegen
auf der bayerischen Seite. Das Krafthaus mit den Turbinen befindet
sich in der Flussmitte auf der Felseninsel.
Die Inbetriebnahme der ersten drei Maschinensätze des Kraftwerks
geschah bereits im Jahr 1955, kurze Zeit später kamen zwei
weitere Maschinensätze hinzu. Die fünf Maschinensätze verfügen
über Kaplan-Turbinen mit Durchmessern von 7,4 m, die alle
noch aus den 1950er-Jahren stammen. Diese arbeiten mit fünf
Drehstrom-Synchrongeneratoren zusammen.
Die Rotoren in den Generatoren sind nicht unmittelbar dem
Flusswasser ausgesetzt, dennoch müssen sie in bestimmten zeit-
10 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
lichen Intervallen zu Revisionszwecken (Inspektions- und Wartungsarbeiten) ausgehoben werden,
zum Beispiel um Lager, Wicklungen und weitere Komponenten zu prüfen, Unwuchten zu
beheben und thermisch beanspruchte Isolierungen auf Beschädigungen und Alterung zu überprüfen.
Hinzu kommen Reinigungsarbeiten, denn zwischen Rotor und Stator können sich
Schmutz und Ölreste ansammeln, die entfernt werden müssen, um eine optimale Leistung zu
erzielen.
HERAUSFORDERUNGEN DER REGELMÄSSIGEN WARTUNG
Für das Bewegen von Lasten, vor allem beim Ausheben der Rotoren aus den Generatoren und
zum Abtransport entlang des Stauwehrs, stand bislang eine Krananlage mit einer Tragfähigkeit
von 75.000 kg bereit – im Tandembetrieb konnten so 150.000 kg gehoben werden. Da jeder einzelne
Rotor aber ein Gewicht von 220 t auf die Waage bringt, mussten für den Aushub jedes Mal
alle Pole am Rotor demontiert werden, um das Gewicht zu reduzieren. Das nahm viel Zeit in
Anspruch und führte bei der Revision zu hohen Kosten. Aus diesem Grund hat der Betreiber,
die Verbund AG aus Wien, nach einer Lösung zur Tragfähigkeitserhöhung der Krananlage gesucht,
um den kompletten Rotor ohne Demontage der Pole ausheben und zum Zwischenlager
transportieren zu können.
Das Unternehmen Stahl CraneSystems, Künzelsau, spielte im Entstehungsprozess der neuen
Anlage und während der ganzen Projektdauer eine maßgebliche Rolle. Dessen Partner, die Haslinger
Metallbau + Krantechnik mit Sitz in Aldersbach, übernahm die vollständige Planung, Fertigung
sowie Montage und realisierte die termingerechte Inbetriebnahme.
In puncto Schweißtechnik spielt die Haslinger-Gruppe längst in der obersten Liga. Für den
Kranbau bietet das Unternehmen komplette Paketlösungen aus einer Hand – von der Planung
über den Stahlbau bis hin zur Montage. Als zertifizierter Partner kann Haslinger bei allen Aufgaben-
oder Fragestellungen sowie bei der SPS-Programmierung auf das Know-how des Engineering-Teams
von Stahl CraneSystems zugreifen.
GLEICHE BELASTUNG – HÖHERE TRAGFÄHIGKEIT
Die Herausforderung im Kraftwerk Jochenstein bestand darin, bei gleichbleibenden Radlasten
die Tragfähigkeit auf 120.000 kg pro Kran zu erhöhen. Zudem sollten die Anfahrmaße, die durch
die alte Krananlage vorgegeben waren, eingehalten werden. Darüber hinaus ändert sich beim
Fahrwechsel vom geraden Bahnbereich in das Bogenstück die Spannweite der Kranbahn. Aus
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PRODUKTE UND SYSTEME
02 Im Kraftwerk muss die Tandem-Krananlage große
Lasten bewältigen
03 Die Generatoren haben einen Durchmesser von
mehr als sieben Meter
Freien erforderte eine Spezifizierung der Anlage für einen Umgebungstemperaturbereich
von -10 bis 40 °C.
02
DOPPELTE LAST IM TANDEMBETRIEB
DER KOMPLETTE ROTOR LÄSST
SICH OHNE DEMONTAGE DER
POLE AUSHEBEN
03
diesem Grund hat der Kopfträger, der den Kranträger mit den
Laufwerken verbindet, eine Konstruktion mit speziellen Rädern.
In der Mitte der Kranbrücke hat die Laufkatze einen Verfahrbereich
von 5470 mm. Der Bereich wurde so definiert, dass er den
Aushub des Rotors ermöglicht. Die Seiltrommel mit einem
Durchmesser von 800 mm besteht nun aus Blech statt aus dem
serienmäßigen Rundrohr mit 610 mm Durchmesser. Um die Last
gleichmäßig zu verteilen, kommen Traversen zum Einsatz. Die
Radlasten bleiben durch ein Eingrenzen der Maximallast auf die
Mitte der Kranbrücke unverändert. Hierzu wurde eine spezielle
Betriebsart eingerichtet, die per Sicherheitsschaltung eine Fahrt
mit 120.000 kg nur in diesem Mittenbereich erlaubt. Somit konnte
die alte Kranbahn ohne aufwändige Änderungen genutzt werden,
obwohl der Kran nun höhere Lasten transportieren kann.
Anstatt klassischer Fahrendschalter erkennen Sicherheitsdrehgeber
die Positionen der Hubwerke. Mithilfe der Drehgeber ließ
sich zusätzlich eine positionsabhängige Überlasterkennung realisieren,
sodass ein Performance Level PLd erreicht werden
konnte.
Nun können Rotoren mit 220 t Gewicht ohne Demontage der
Pole ausgehoben werden. Das spart Zeit und senkt die Kosten bei
der Inspektion und Wartung der fünf Maschinensätze. Nach dem
Aushub wird der Rotor auf die gegenüberliegende Donauseite
transportiert und dort für den Zeitraum der Revision zwischengelagert.
Die Kranbahnlänge vom Krafthaus bis hin zum österreichischen
Ufer beträgt etwa 250 m. Der gelegentliche Betrieb im
Im Tandembetrieb können doppelte Lasten gehoben werden,
nun also 240 t – das ist ausreichend für die Rotoren einschließlich
ihrer Pole. Der Tandembetrieb ermöglicht ein effizientes Handling
der Rotoren und ihren sicheren Transport aus der Krafthalle
und über das Stauwehr.
Früher waren für den Tandembetrieb zwei erfahrene Kranführer
erforderlich, die in enger Abstimmung zusammenarbeiten
mussten, um die schweren respektive sperrigen Lasten sicher
und präzise zu navigieren. Heute werden für den Tandembetrieb
zunehmend Funkfernsteuerungen genutzt, um die Bewegungen
der Krane und Katzfahrwerke zu koordinieren, wobei verschiedene
Betriebsarten ausgewählt werden können. Die Funkfernsteuerung
ist im Datenbus der Krananlage eingebunden. Beide Kransysteme
kommunizieren über ein Industrie-WLAN miteinander
und ermöglichen so den Tandembetrieb.
Die Krane verfügen über ein Hilfshubwerk mit einer Tragfähigkeit
von 16.000 kg, das ergänzend zum Haupthubwerk eingesetzt
und gemeinsam mit diesem im Katztandembetrieb gesteuert
wird. Das Hilfshubwerk dient vor allem dazu, Lasten bei sensiblen
Hebevorgängen oder Montagearbeiten im Doppellastbetrieb
präzise zu bewegen. Es ermöglicht flexibles Arbeiten, spart Zeit
und erhöht die Effizienz des ganzen Kransystems. Als Bergewinde
hat es zudem eine Zulassung für den Personentransport. Der
Hilfshub ist mit zwei Lastmesssystemen ausgestattet: eines für
die regulären Lasten und eines für den Betrieb des Arbeitskorbs.
Je nach Betriebsart werden die Signale in der Steuerung (SPS)
verarbeitet.
MECHANISCHE UND PROGRAMMIERTECHNISCHE
SONDERLÖSUNG
Das Hubwerk verfügt über Last- und Drehzahlsensoren, Endschalter
und Aktoren, die – abgesehen vom Drehzahlsensor – alle
im Datenbus der Krananlage eingebunden sind. Anstelle einer
fest verdrahteten Steuerung kommt eine programmierbare
Komplettsteuerung KSK-S zum Einsatz. Das System ist modular
erweiterbar und es ergeben sich Möglichkeiten zur Teilautomatisierung.
Das Monitoring beim Verfahren des Krans oder des
Lastaufnahmemittels wird verbessert. Fehlermeldungen und
Betriebszustände werden über eine eigens programmierte Benutzerschnittstelle
(Human-Machine-Interface) ausgegeben und
im Display grafisch dargestellt.
Fotos: Stahl CraneSystems
www.stahlcranes.com
12 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
MARKTPLATZ
KLIMATISIERUNG ERHÖHT SICHERHEIT IM GEFAHRSTOFFLAGER
Mit dem Gefahrstofflager WHS erweitert die Denios SE ihr Portfolio für die gesetzeskonforme Lagerung wassergefährdender Stoffe.
Das Lager ist als modularer Raum konzipiert, dessen Ausstattung sich an spezifische Anforderungen anpassen lässt. Die integrierte
Heiz- und Kühltechnik schafft die Voraussetzungen für eine konstante Innenraumtemperatur – ein wichtiger Faktor für die Lagerung
temperatursensibler Gefahrstoffe, vor allem bei schwankenden Außentemperaturen oder witterungsbedingten Extremen.
Das Lager eignet sich für Unternehmen mit unterschiedlichen Platzbedarfen, darunter auch
Betriebe aus der Chemie- und Pharmaindustrie. Die Aufstellung und Inbetriebnahme
übernimmt das Service-Team des Herstellers. Auch nach der Installation bleibt der Betrieb
zuverlässig organisiert: Regelmäßige Wartungen sichern die Einhaltung gesetzlicher
Vorgaben.
Mit dem WHS wird ein integriertes Lösungskonzept zur Verfügung gestellt, das die Lagerlogistik
sicher, effizient und flexibel unterstützt – von der Planung über die Nutzung bis zur
Rücknahme. Das System erfüllt damit zentrale Anforderungen an Nachhaltigkeit und
Prozesssicherheit in der innerbetrieblichen Logistik.
www.denios.de/whs
ELEKTROMECHANI-
SCHE SCHIENENZANGE
FÜR SCHWERLAST
Ringspann hat das Bremsenportfolio
um die elektromechanische
Schienenzange
DR085 FEK 200 erweitert. Die
federbetätigte, elektrisch
öffnende Sturmbremse ist für
Heavy-Duty-Anwendungen in
wasser- und küstennahen
Bereichen ausgelegt. Sie
Driving the world
Mit dem StarterSET
schneller zur fertigen Maschine
eignet sich vor allem für
Hafen- und Containerkrane,
Förder- und Werftanlagen
sowie für Modernisierungen.
Die DR085 FEK 200 ist eine
Alternative zu hydraulischen
Systemen, da sie ohne Öl
betrieben wird. Mit Haltekräften
bis zu 200 kN und einer
kompakten Bauform lässt sich
die Schienenzange flexibel in
bestehende und neue Anlagen
integrieren. Sie kann als
Sturm-, Halte-, Positionierund
Parkbremse eingesetzt
werden. Wartungsfreundlichkeit
und Verfügbarkeit werden
durch den Einsatz identischer
Bauteile mit bestehenden
Modellen erhöht.
www.ringspann.de
Das Grundpaket – von Anfang bis End-of-Line
Das StarterSET ist das Grundpaket, individuell auf die Maschinengrundanforderung
erweiterbar, flexibel, modular und unab hängig – alles kann und
nichts muss. Egal wofür Sie sich bei SEW-EURODRIVE entscheiden, gut zu
wissen, dass die Antriebs- und Automatisierungstechnik komplett mit
SEW-Produkten realisiert werden kann und gleichzeitig Unabhängigkeit bietet.
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– hohe Freiheitsgrade
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– vordefinierte Maschinentypen
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PRODUKTE UND SYSTEME
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OPTIMIEREN ABLÄUFE
Butt-Bahn-
Verladerampe:
Wichtiges Element
der DB-Autoreisezuganlage
in München
Der Schienenverkehr kann eine umweltfreundliche
Alternative zur Straße sein. Das gilt
auch für die schönste Zeit des Jahres – die Fahrt
in den Urlaubsort. Damit der Start gelingt, sind
an den Terminals effiziente Verladelösungen
gefragt. Moderne Bahn-Verladerampen aus
dem Hause Butt in Großenkneten setzen neue
Maßstäbe in puncto Flexibilität und Betriebssicherheit.
Das gilt auch für die neue Auto reisezuganlage
in München.
Die neue Generation von Butt-Bahn-Verladerampen
zeichnet sich durch ihre elektrohydraulische Verstellbarkeit
aus, die eine millimetergenaue Anpassung an
verschiedene Zug- und Fahrzeughöhen ermöglicht. Mit
einer maximalen Traglast von 10.000 kg können unterschiedliche
Fahrzeugtypen sicher transportiert werden – von Pkw bis hin zu
schweren Nutzfahrzeugen.
SICHERHEITSAUSSTATTUNG IM DETAIL
Die Sicherheit steht bei den Verladerampen des Herstellers im
Vordergrund. Feuerverzinkte Spezialantirutschgitter auf der
Oberfläche sorgen für optimalen Grip, auch bei widrigen Witterungsbedingungen.
Beidseitige Geländer bieten zusätzlichen
Schutz, in erster Linie bei größeren Verladehöhen.
Die Steuerung geschieht über einen zentralen Schaltschrank
mit intuitiv bedienbaren Tastern für „Heben“, „Senken“ und
„Not-Aus“. Umfassende Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen
wie Rohrbruchventile, Warnhupen und Rundumleuchten
werden bei jeder Bewegung automatisch aktiviert und schaffen
die Voraussetzungen für maximale Betriebssicherheit.
Das Herzstück der Rampen bilden speziell entwickelte Hydraulikzylinder,
die eine schnelle und präzise Höhenverstellung ermöglichen.
Eine manuell bedienbare Überladelippe an der
Frontseite, die durch Gasdruckdämpfer unterstützt wird, erleichtert
die Handhabung.
Aufgrund der robusten Stahlrahmenabstützung ist eine langfristige
Stabilität gegeben. Basis dafür ist – im wahrsten Sinne des
Wortes – eine professionelle Fundamentierung, die bauseits erstellt
werden muss. Diese Konstruktion genügt hohen Kriterien
an Sicherheit, Effizienz und Langlebigkeit. In der Quintessenz
sind das Merkmale, die eine schnelle Verladung von Fahrzeugen
sicherstellen – was vor allem bei hohem Verkehrsaufkommen an
großen Terminals relevant ist.
Zur Anlieferung der Rampen an den Einsatzort nutzt Butt eigene
Fahrzeuge und erfahrenes Personal. Das gilt auch für die Montage.
Aufgrund der langjährigen Erfahrung werden somit ein termingerechter
und schadensfreier Transport sowie eine zügige
Montage der Rampen erreicht.
Um Kundennähe sicherzustellen, hat der Hersteller Deutschland
in fünf Vertriebsregionen aufgeteilt, die vertikal von Norden
nach Süden reichen. Diese Struktur schafft außerdem die Grundlage
für eine schnelle Reaktion der Mitarbeiter aus dem After-Sales-Bereich.
Die entsprechenden Butt-Mitarbeiter übernehmen
die Wartung sowie UVV-Überprüfungen oder erledigen Reparaturen
jederzeit auch kurzfristig.
NEUES AUTOREISEZUG-TERMINAL IN MÜNCHEN
Ein beispielhaftes Projekt für die praktische Umsetzung moderner
Verladelösungen ist das Autoreisezug-Terminal in München-
Sendling. Die Deutsche Bahn hat im Rahmen eines 20-Millionen-
Euro-Projekts eine Anlage realisiert, die über ein 243 m langes
Verladegleis verfügt. Ausgelegt ist das Terminal auf eine Kapazität
von maximal 4.000 Fahrzeugen pro Jahr.
WB
Fotos: Butt
www.butt.de
14 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
KOMPAKTE LAGERTECHNIK IM
FOKUS BEIM BRANCHENTREFFEN
Effizient arbeiten auf begrenztem Raum zählt
zu den zentralen Herausforderungen in der
Intralogistik. Am 25. September haben
Besucher Gelegenheit, auf dem „Tech &
Trends“-Kundentag in Schaffhausen/Neuhausen
am Rheinfall kompakte und flexible
Lager- sowie Transportlösungen kennenzulernen. Veranstalter ist Dematic.
Die Präsentationen umfassen Ware-zum-Mann-Systeme, Fördertechnik und das
SAP-Software- und Serviceangebot. Praxisbeispiele verdeutlichen, wie sich Prozesse
optimieren und Ressourcen schonen lassen. Aufmerksamkeit gilt dem Projekt
der IVF Hartmann AG, Hersteller medizinischer Verbrauchsgüter, bei dem auf nur
400 m² eine automatisierte Multishuttle-Anlage mit Put-to-Light-Kommissionierbereich
realisiert wurde.
Das Programm bietet Fachvorträge, Expertenberichte und eine Führung durch das
Logistikzentrum am Rheinfall. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Zahl der Plätze
begrenzt. Eine vorherige Anmeldung bei Dematic ist erforderlich.
bit.ly/ivf-kundentag
ERHÖHTE TRAGKRAFT ERSCHLIESST NEUE
EINSATZBEREICHE
Das finnische Unternehmen ConFoot hat eine
Containerstütze vorgestellt, die die Handhabung
von Containern in Logistikprozessen
vereinfacht. Das Modell CFU30 ist höhenverstellbar
und trägt bis zu 30 Tonnen. Die
Containerstütze erweitert die Einsatzmöglichkeiten
der CFU-Reihe um Anwendungen
in den Bereichen Transport, Einzelhandel und
Hafenlogistik. Die Produktentwicklung folgte
klaren Anforderungen an Leichtbau, Robustheit und Bedienfreundlichkeit. Trotz der
hohen Tragfähigkeit bleibt die Stütze handlich: Kein Einzelteil wiegt mehr als 25 kg.
Die Montage lässt sich durch eine Person ohne zusätzliche Ausrüstung durchführen.
Damit eignet sich das Modell für Einsatzorte mit wechselnden Anforderungen.
Der Hersteller hat vier Containerstützen im Portfolio: Das Modell CF ist eine
vielseitige Lösung für Transport und Lagerung, das CFP-Modell ist für Verladerampen
ausgelegt. Die höhenverstellbare CFU-Reihe ermöglicht eine flexible Handhabung
unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen. Das Modell CFL richtet sich an
Anwendungen mit Containerrahmen, etwa für die Lagerung von Flüssigkeiten.
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Intralogistik
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Maintenance und Industrie 4.0
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MODULBAND REDUZIERT FLÄCHENBEDARF
IN SPIRALFÖRDERANLAGEN
Eine kompakte Bauweise kennzeichnet die neue Generation modularer Kunststoffförderbänder
der Serie Prolink S9.1 von Forbo Movement Systems. Entwickelt für
den Einsatz in Spiraltürmen erleichtert das Konzept durch zwei alternative Seitenmodule
die Integration in bestehende Anlagenradien. Im Innenradius kommen
Seitenmodule für kleine Radien zum Einsatz, wodurch sich der Flächenbedarf im
Vergleich zu Bändern mit herkömmlichem Kollapsfaktor
verringert.
Verfügbar ist mit Prolink S9.1 eine Lösung, die mithilfe
cliploser Befestigung der Kupplungsstäbe die Funktionssicherheit
erhöht. Eine gute Luftzirkulation und eine
wirksame Drainage unterstützen Kühl- und Trockenprozesse.
Hergestellt aus lebensmittelsicheren Materialien, mit
reinigungsfreundlicher Oberfläche und in Konformität zu
FDA-, EU- und MHLW-Vorgaben eignet sich das Modulband
für sensible Produktionsumgebungen.
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REGALBEDIENGERÄTEHERSTELLER POSITIONIERT SICH MIT
KUNDENORIENTIERUNG UND TECHNOLOGIETIEFE
PROBLEME LÖSEN STATT
GERÄTE VERKAUFEN
Wer in Regalbediengeräte investiert, sucht mehr als ein funktionales
Produkt. Gefragt ist ein verlässlicher Partner mit umfassendem
Verständnis für Prozesse und Rahmenbedingungen. Das Unternehmen
Mias mit Sitz in Eching stellt sich diesem Anspruch seit 1985, dem Jahr, in
dem die Konzeption und Produktion von Regalbediengeräten aufgenommen
wurde. Geschäftsbereichsleiter Martin Lindner erläutert im Gespräch, wie
der Hersteller mithilfe tiefgreifender Kundenbeziehungen, weltweiter
Präsenz und technologischer Weiterentwicklung punktet.
16 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Das Traditionsunternehmen Mias, dessen Wurzeln bis in
die Nachkriegswirren der 1940er-Jahre zurückreichen,
gehört zu den Anbietern, die weit mehr liefern als Mechanik.
In einem von Wettbewerb und Kostendruck geprägten
Markt ist es für das Unternehmen entscheidend, sich
durch Nähe zum Kunden, technische Anpassungsfähigkeit und
langjährige Beziehungen zu differenzieren. Geschäftsbereichsleiter
Lindner betont: „Wir verkaufen keine Regalbediengeräte – wir
lösen Kundenprobleme.“
Ein wichtiges Merkmal des Herstellers liegt in der partnerschaftlichen
Kundenbindung. Viele Projekte basieren auf jahrzehntelanger
Zusammenarbeit, oft quer durch Branchen. Mias
kennt die Spezifika unterschiedlicher Anwendungen und überträgt
gewonnene Erkenntnisse von einem Sektor in den anderen.
Diese Transferleistung ist Teil des Erfolgsrezepts.
PRODUKTENTWICKLUNG ALS
KONTINUIERLICHER PROZESS
Mit rund 600 Mitarbeitern weltweit ist Mias international aufgestellt.
Die Fertigung der Regalbediengeräte findet zentral in Ungarn
statt. Für den chinesischen und auch wachsendem asiatischen
Markt, werden Regalbediengeräte und Lastaufnahmemittel
in China hergestellt. Auch dort wird nach den hohen Mias-
Qualitätsanforderungen produziert, jedoch „Made in China“.
Service-, Montage- und Vertriebsstandorte gibt es unter anderem
in den USA, Australien und China, die den direkten Draht zu den
Kunden vor Ort sichern. Lindner: „Dieser dezentrale Ansatz erleichtert
nicht nur die Betreuung, sondern auch die Einbindung
in unterschiedliche Marktanforderungen.“
Technologisch verfolgt der Hersteller einen evolutionären
Ansatz. Neue Anforderungen werden häufig im laufenden Projekt
gelöst – nicht im abgeschotteten Labor. Das gilt auch für die
Paletten-Regalbediengeräteserie PAL 23. Aufgrund einer
Gewichtsreduzierung von bis zu 20 Prozent im Vergleich zur
01
02
STRATEGISCHE STÄRKE:
LÖSUNGEN FÜR HEUTE –
PARTNERSCHAFT FÜR MORGEN
Vor gängerbaureihe und einem verjüngten Mast-Design punktet
das PAL 23 auch durch Ressourceneffizienz und einen verringerten
Energieverbrauch. Ausgelegt ist das Regalbediengerät auf
Höhen zwischen 10 und 45 m und erreicht Geschwindigkeiten bis
240 m/min beim Fahren und 120 m/min beim Heben.
Ein großes Augenmerk wurde bei der Entwicklung der aktuellen
Paletten-Regalbediengeräte zudem auf die Verfügbarkeit und relevante
Serviceaspekte gelegt. Ein Seilantrieb mit großer Umlenkrolle
verlängert die Lebensdauer der Komponenten, sodass der
Wartungsaufwand sinkt. Konzipiert ist das Regalbediengerät für
Nutzlasten bis 1.500 kg (einfachtief) und 1.250 kg (doppeltief).
Die Beschleunigungswerte liegen zwischen 0,5 und 1,0 m/s 2 .
Lindner: „Auch mit dieser Generation von Regalbediengeräten
richten wir uns in erster Linie an Generalunternehmer und
System integratoren im Bereich der Intralogistik. Ihnen stehen
wir von der Lösungsfindung und Entwicklung über die Produktion
und Realisierung bis hin zu Service und Wartung zur Seite.“
ANPASSUNG STATT STANDARDISIERUNG
Die Vielfalt der Branchen, in denen der Hersteller tätig ist – von
Automobil über Lebensmittel bis zu Luftfracht – bedingt ein
01 Lindner: „Wir verstehen uns in erster Linie als Partner
von Generalunternehmern und Systemintegratoren im
Bereich der Intralogistik“
02 Testaufbau und Prüfstand des PAL-Regalbediengeräts
bei Mias in Eching
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 17
hohes Maß an technischer Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig
arbeitet das Unternehmen an einer modulareren Produktstruktur,
um Standardisierungspotenziale zu nutzen. Doch Lindner
betont: „Wir kommen aus der Nische. Maßgeschneiderte Lösungen
bleiben Teil unserer DNA.“
AFTER-SALES UND RETROFIT: LANGFRISTIGE
VERANTWORTUNG
Mias begleitet Projekte über die komplette Lebensdauer. Der eigene
Service umfasst Wartung, Ersatzteile, Retrofit sowie die vollständige
Inbetriebnahme. Auch Fremdgeräte werden im Rahmen
von Retrofit-Projekten überholt und modernisiert. Das eigene
Team ist regelmäßig weltweit im Einsatz. „Diese Nähe zur realen
Anwendung sichert Feedback und kontinuierliche Verbesserung“,
ist Lindner überzeugt.
Ein anspruchsvolles Retrofit-Projekt hat Mias im vergangenen
Jahr bei der Flumroc AG, einem Steinwolleproduzenten aus der
Schweiz, umgesetzt. Anfang 2024 ergab sich eine Gelegenheit für
die damit verbundenen Maßnahmen, als ein übergeordnetes
weltweites Optimierungsprogramm am Standort Flums zu einem
geplanten dreimonatigen Produktionsstillstand führte. Zu diesem
Zeitpunkt hatte die Pamag Engineering AG, eine Flumroc-
Tochtergesellschaft, bereits den geeigneten Partner für die geplanten
Modernisierungsmaßnahmen im Durchlauflager gefunden.
Dieses Lager ist an die Dämmplattenproduktion angeschlossen
und bietet etwa 4.300 Palettenstellplätze. Die Zuführung
findet über zwei Mias-Regalbediengeräte Baujahr 2007 statt.
Bereits seit einigen Jahren hat Mias eine kompetente Abteilung
für Steuerungstechnik aufgebaut. Daher musste Flumroc nicht
lange überlegen, bei wem der Auftrag platziert wurde. Unter der
Projektleitung von Mias hatte das Unternehmen vier Monate Zeit,
die vorgenommenen Themen umzusetzen. Gemeinsam mit den
Ingenieuren von Pamag wurden unter anderem Hardware und
Steuerung an den zuvor genannten Regalbediengeräten ausgetauscht.
Darin enthalten war zum Beispiel der Tausch der beiden RGB-
Antriebsmotore, die Softwareerstellung im TIA Portal V18 sowie
die Inbetriebnahme der Anlage. Im Rahmen der Arbeiten wurden
je ein mitfahrender Schaltschrank und ein Klemmkasten am
Hubrahmen neu installiert und die sicherheitsgerichteten Schaltelemente
ersetzt. Das neue Kommunikationskonzept umfasst die
Verwendung einer Siemens S7 1500er CPU vom Typ 1515-F und
den Wechsel des aktuellen Feldbusses Profibus durch Profinet
bzw. Profisafe. Das Profinet-Automatisierungsnetzwerk ist nun
über einen Router vom Firmennetzwerk getrennt.
Die Fahraufträge werden über Profinet von der stationären SPS
an das Regalbediengerät übertragen. Sicherheitsrelevante Sensoren/Abschaltungen
werden von der stationären F-CPU ausgewertet
und das Ergebnis über Profisafe an das Regalbediengerät
gemeldet, wodurch die Not-Halt-Abschaltung über Schleifleitung
entfällt. Die Positionsdaten der Regalbediengeräte werden bidirektional
über den PN/PN-Koppler für die softwareseitige Kollisionsüberwachung
ausgetauscht.
Videokameras auf dem Lastaufnahmemittel sind über das Firmennetz
per Web-Browser zugänglich, für die entsprechende
Routingtabellen im Router hinterlegt sind. Das Steuerungskonzept
integriert die Sicherheitslogik in der SPS ohne kontaktbehaftete
Logikfunktionen. Geschwindigkeits- und Endlagenüberwachung
werden bei der Hub- und Fahrachse über software-
03 04
18 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
05
03 Komplettmodernisierung der
Steuerungstechnik eines Regalbediengeräts
bei einem anspruchsvollen
Retrofitprojekt in der Schweiz
04 Blick in die Fertigung der
Regalbediengeräte im Mias-Produktionswerk
in Ungarn
05 Die hohe Fertigungstiefe
ermöglicht, Regalbediengerät und
Lastaufnahmemittel – hier im Bild ein
Blick in die Lastaufnahmemittel-
Fertigung am Standort Eching – ohne
Schnittstellenprobleme aufeinander
abzustimmen
basierte Sicherheitsfunktionen des Antriebsreglers realisiert. Die Positionserfassung
und Drehzahlregelung der x/y/z-Achsen übernimmt der Motion-Controller UHX
von SEW-Eurodrive. Die x-Achse nutzt Profinet/TCP-Datenlichtschranken, während
die y-Achse Profinet/TCP-Daten über Kabel und Schleppkette überträgt.
KÄLTETAUGLICH UND SCHWERLASTFÄHIG
Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und zahlreichen realisierten Projekten hat sich
Mias im Bereich Tiefkühlanwendungen etabliert. Zu den Kunden zählt beispielsweise
NewCold, ein weltweit agierender Anbieter von Lösungen für die Lebensmittelversorgungskette.
Etwa ein Drittel der gelieferten Geräte ist speziell für Tiefkühlanwendungen
konzipiert. Auch in der Schwerlasttechnik und bei komplexen Lastaufnahmemitteln
sieht sich das Unternehmen als führender Anbieter. Die hohe Fertigungstiefe
ermöglicht, Regal bediengerät und Lastaufnahmemittel optimal aufeinander
abzustimmen – ohne Schnittstellenprobleme. Dabei folgt das Design stets den
definierten Anforderungen: Ob als Ein-Mast-Geräte mit zwei Lastaufnahmemitteln
für die doppeltiefe Lagerung, mit Zahnstangenantrieb, für dreifachtiefe Lagerung per
Teleskopgabel oder für mehrfachtiefe Lagerung via Kanalfahrzeug.
DIGITALISIERUNG MIT AUGENMASS
Auch wenn künstliche Intelligenz derzeit noch keine zentrale Rolle spielt, wird das
Thema laut Lindner aufmerksam beobachtet. „Die eigene Steuerungstechnik ermöglicht
bereits heute Energieoptimierung, gezielte Inbetriebnahmen sowie kürzere
Baustellenzeiten. Predictive-Maintenance-Ansätze befinden sich in der Entwicklung,
stoßen aber teils an Grenzen durch kundenseitige Steuerungen.“
FAZIT
Mias positioniert sich über Lösungskompetenz, Kundenbindung und technologische
Weiterentwicklung. Die aktuelle Bilanz der Zusammenarbeit mit Generalunternehmern
und Systemintegratoren kann sich sehen lassen: mehrere Tausend installierte
Regalbediengeräte und Zehntausende Lastaufnahmemittel für unterschiedliche Anwendungen
weltweit. Der Anspruch, als Partner über die Lebensdauer eines Systems
hinweg verfügbar zu sein, trifft in einem volatilen Marktumfeld auf eine wachsende
Nachfrage. Die Regalbediengeräte mögen technisch ausgereift sein – die Anforderungen
an Flexibilität, Service und Anpassung wachsen stetig weiter. Winfried Bauer
Fotos: Mias, f+h, Karte auf S. 16: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0
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RUBRIZIERUNGSEBENE
PRODUKTE UND SYSTEME
AUTOMATISIERUNG TRANSFORMIERT DISTRIBUTIONSLAGER FÜR ERSATZTEILE
SHUTTLES UND ROBOTER BESCHLEUNIGEN
DEN AUFTRAGSDURCHLAUF
Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel hat
mit dem Systemintegrator Klinkhammer
Intralogistics aus Nürnberg ein Distributionslager
für rund 100.000 unterschiedliche Ersatzteile mit
Materialfluss- und Lagertechnik ausgestattet.
Das Herzstück des Logistikzentrums mit einer
Fläche von mehr als 60.000 Quadratmetern ist
ein automatisiertes Kleinteilelager mit mehr als
30 Robotern und circa 50.000 Behälterstellplätzen.
Zum Einsatz kommt ein flexibles
Skypod-System von Exotec mit Lagerrobotern für
die Lagerung von Kleinteilen und ein ebenengebundenes
Shuttle-System als Puffer für die
Auftragszusammenführung. Fördertechnik
verbindet die Lagersysteme mit dem
Wareneingang und dem Versand.
Die Kühne+Nagel-Gruppe ist mit mehr als 80.000 Mitarbeitern
an fast 1.300 Standorten in über 100 Ländern eines
der weltweit führenden Logistikunternehmen. Bedient
werden die Bereiche Seefracht, Luftfracht, Landverkehre
und Kontraktlogistik mit Fokus auf integrierten Logistiklösungen.
46.000 Supply-Chain-Experten in 44 Ländern
entwickeln und implementieren individuelle Fulfillment-, Lagerund
Distributionslösungen. 650 Kunden weltweit aus unterschiedlichen
Branchen arbeiten in einer vertrauensvollen Partnerschaft
mit dem Logistikdienstleister zusammen.
30 ROBOTER BRINGEN DIE WARE ZU
DEN KOMMISSIONIERSTATIONEN
Im Logistikzentrum übernimmt eine Roboterflotte die Ein- und
Auslagerung sowie den Transport der Behälter und bringt die Artikel
aus den Regalen zu den Mitarbeitern an den Kommissionierstationen.
Die autonomen mobilen Roboter sind in der Lage, dreidimensional
zu arbeiten und sich selbstständig in dynamischen
Umgebungen zu bewegen. Kühne+Nagel setzt bei der Kontraktlogistik
auf Technologie, die den Logistikprozess für die Kundschaft
so effizient und transparent wie möglich gestaltet. Das Gesamtkonzept
mit dem Skypod-System wurde aus diversen Vergleichssystemen
ausgewählt, da es hinsichtlich Kapazität und Leistung
skalierbar ist und die Anforderungen an Leistung und Anlagenverfügbarkeit
erfüllt. Aufgrund der geografischen Lage des Logis-
20 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
tikzentrums und der Lagertechnik profitieren die Kunden von einer
guten Verkehrsanbindung mit flexiblen Bestellzeiten.
FLEXIBILITÄT DES LAGERSYSTEMS
SKYPOD-ROBOTER STEIGERN
EFFIZIENZ IN AUTOMATISIERTEM
DISTRIBUTIONSZENTRUM
01 30 Skypod-Roboter bringen die Ware aus dem Regal
zum Kommissionierer
Für den Logistikdienstleister war die Leistungsfähigkeit des Systems
wichtig, da auftragsabhängige Schwankungen und Wachstumsphasen
abgebildet werden müssen. Beim Skypod-System
übernehmen die Roboter zwei Funktionen: Zum einen die Einund
Auslagerung im Regal, zum anderen die Anlieferung der
mehrfach unterteilten Behälter an die Kommissionierplätze. Das
System ist erweiterbar und nahezu unterbrechungsfrei expansionsfähig,
indem zusätzliche Skypod-Roboter, weitere Kommissionierstationen
oder Regalblöcke hinzugefügt werden. An den
Kommissionierplätzen können bis zu vier Auftragsbehälter angeliefert
werden. Dies schafft die Voraussetzungen für ein Multi-Order-Picking,
bei dem sich mehrere Auftragsbehälter gleichzeitig
mit einem Artikel befüllen lassen. Dem Mitarbeiter wird signalisiert,
aus welchem Behälterteil entnommen werden muss. Über
ein Put-to-Light-System wird dem Kommissionierer angezeigt, in
welchem Behälter er die gepickte Ware abzulegen hat.
LOGISTIKOPTIMIERUNG VOM WARENEINGANG
BIS ZUM VERSAND
Ein weiterer wichtiger Punkt war die umfassende Abbildung der
Gesamtlogistik und des innerbetrieblichen Transports vom Wareneingang
bis zum Versand. Diese Automatisierung wurde durch
den Einsatz automatisierter Lagertechnik und fortschrittlicher Digitalisierungslösungen
erreicht. Über ein Fördertechniksystem ist
das Behälterlager mit einem doppeltiefen, eingassigen Shuttle-
System verbunden, das über zwei Heber verfügt. Dieses System
dient als Auftragszusammenführungspuffer für Aufträge, die aus
mehreren Behältern bestehen. Da jede der 18 Ebenen mit einem
eigenen Shuttle ausgestattet ist, lässt sich auf Shuttle-Roaming
verzichten, und die Leistung des Systems maximal ausnutzen.
Die automatisierte Lagertechnik zeichnet sich durch die hohe
Effizienz und Präzision aus, mit der die verschiedenen Prozesse
ablaufen. Innerhalb des Shuttle-Systems werden die Behälter gesammelt,
bis der Auftrag vollständig ist, und anschließend automatisch
zum Packplatz transportiert. Das System dient gleichzeitig
als Leerbehälter-Speicher. Die Packerei, die mit 30 Arbeitsplätzen
ausgestattet ist, teilt die Warenströme in Großaufträge
und Paketaufträge auf. Zur Verteilung der fertigkommissionierten
Pakete auf die verschiedenen Transportdienstleister wird ein Versandsorter
eingesetzt, der die Sendungen zum richtigen Lkw-Tor
ausschleust.
LAGERVERWALTUNG UND
ANLAGENVISUALISIERUNG
02 Ein Shuttle-System dient als Puffer für die
Auftragszusammenführung
03 Die Packerei mit 30 Arbeitsplätzen und Shuttle-System
Die Digitalisierung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei
der Optimierung der Logistikprozesse. Als Bindeglied zwischen
dem Lagerverwaltungssystem und der Steuerungstechnik der
Anlagen wurde eine Klinkhammer-Materialflusssteuerung installiert,
die sich flexibel und individuell an die logistischen Prozessabläufe
anpassen lässt. Mithilfe des Visualisierungssystems
Klinkvision ist eine schnelle Alarmdiagnose im Lager möglich,
und Stillstandszeiten werden minimiert. Die Lager- und Transportprozesse
werden in Echtzeit überwacht und die dynamischen
Übersichten zeigen den aktuellen Zustand der Anlagenbereiche
bis auf Sensorebene. Klinkhammer steht dem Logistikdienstleister
während des Live-Betriebs als Hotline-, Serviceund
Wartungspartner zur Seite.
Fotos: Klinkhammer
www.klinkhammer.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 21
NEUE ANFORDERUNGEN AN PLANUNG UND STEUERUNG IN DER HOFLOGISTIK
QUO VADIS YARD MANAGEMENT?
Rund um das Thema Zeitfenster- und Yard
Management mehren sich die Diskussionen. Wie
zukunftsfähig sind klassische Konzepte noch? Ist
es an der Zeit, Hofprozesse neu zu denken?
Prozesse müssen heute flexibel auf
Veränderungen reagieren können, ohne den
Überblick zu verlieren. KI-gestützte Systeme
schaffen dafür die Grundlage, indem sie
Entscheidungen schneller, gezielter und auf Basis
aktueller Daten unterstützen. MTU Aero Engines
zeigt, wie sich damit Durchlaufzeiten verkürzen
und Hofprozesse transparenter steuern lassen.
Zeitfenster gelten in der Hoflogistik seit Jahren als erprobtes
Mittel, um Anlieferprozesse zu koordinieren, Wartezeiten
zu verringern und Rampen sowie Mitarbeiter besser
auszulasten. Zumindest in der Theorie. In der Praxis
sieht das allerdings oft anders aus: Lkw kommen später als geplant,
Touren ändern sich kurzfristig und Rampen sind belegt,
obwohl sie laut Planung frei sein sollten. Die beste Planung nützt
wenig, wenn sie mit dynamischen Rahmenbedingungen kollidiert.
Dennoch hält sich die Vorstellung hartnäckig, dass mit einer
ausreichend detaillierten Vorplanung auch die Ausführung
problemlos verlaufe. Doch die Realität auf dem Hof ist vielfach
unvorhersehbarer und macht deutlich, warum die Zukunft des
Yard Managements mehr braucht als strukturierte Slot-Systeme.
Gefordert ist eine intelligente Prozesssteuerung, die flexibel reagiert,
mitdenkt und auch dann funktioniert, wenn die Realität
vom Plan abweicht.
KRITIK AN STARREN VORGABEN UND
ZUSÄTZLICHEM AUFWAND
Vor allem aus Sicht vieler Spediteure stoßen bestehende Zeitfenstersysteme
immer wieder auf Kritik. Ein häufiger Kritikpunkt ist
die Kostenstruktur vieler Zeitfenstertools, deren Gebühren häufig
direkt an den Buchenden, in aller Regel den Spediteur, umgelegt
werden. Zusätzlich ist der organisatorische Aufwand nicht zu unterschätzen.
Viel Zeit geht dafür drauf, passende Slots zu finden,
Änderungen im Tagesgeschäft zu koordinieren und alles laufend
im Blick zu behalten. Diese Aufgaben binden Ressourcen, die an
anderer Stelle fehlen. Und nicht zuletzt schränken feste Zeitvorgaben
die Tourenplanung stark ein. Wenn sich kurzfristig etwas
ändert, was regelmäßig der Fall ist, wird ein zuvor gebuchter Slot
schnell zum Problem. Die Folge sind Wartezeiten, Leerlaufzeiten
und ein erhöhter Kommunikationsaufwand. Was als Strukturhilfe
gedacht war, wird in solchen Fällen schnell zur Einschränkung.
Was wäre jedoch, wenn es künftig gar keine festen Zeitfenster
mehr bräuchte? Wenn Anlieferungen nur grob auf Tages- oder
Halbtagesbasis angekündigt würden und dennoch alle Prozesse
im Yard problemlos abliefen? Was zunächst wie eine mutige Idee
klingt, ist bei genauerem Hinsehen durchaus realistisch. Staus,
überfüllte Ladezonen und lange Wartezeiten könnten so deutlich
reduziert werden. Zudem würden alle Prozessbeteiligten, das
heißt Lagerstandorte, Cross-docks und Werke gleichermaßen wie
die Spediteure ihre Hauptinteressen erfüllt sehen.
22 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
IMPULSE
Mit dem KI-gestützten Zeitfensterund
Yard-Management-System
Syncrosupply konnten wir unsere
Durchlaufzeiten von durchschnittlich
56 auf 46 Minuten reduzieren
FLORIAN WOHLGEMUTH,
Projektmanager Logistikplanung MTU
Zwar existieren heute bereits automatisierte Yard-Management-
Systeme. Viele von ihnen arbeiten jedoch mit einfacheren Regelwerken,
die mit der Dynamik und Komplexität moderner Standorte
nur schwer Schritt halten können. Für eine nachhaltige Optimierung
reicht dies in der Regel nicht aus. Erforderlich ist vielmehr
ein System, das in der Lage ist, Informationen
kontextbezogen zu verarbeiten, Handlungsempfehlungen abzuleiten
und Prozesse aktiv und in Echtzeit zu steuern.
INTELLIGENTE ENTSCHEIDUNGS
UNTERSTÜTZUNG ERFORDERLICH
Gleichzeitig greift es zu kurz, Yard Management nur auf das Geschehen
innerhalb des Werksgeländes zu beschränken. Idealerweise
beginnt die Steuerung bereits mit dem Moment, in dem sich
ein Lkw auf den Weg macht. Mithilfe moderner Trackinglösungen
lassen sich Lkw bereits im Zulauf effizient und vorausschauend
steuern. Vergleichbar mit der Anflugkoordination an einem Flughafen
werden die Fahrzeuge im Sinne einer dynamischen Anflugsteuerung
in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht, basierend auf
ihrer geschätzten Ankunftszeit und den tatsächlichen Gegebenheiten
vor Ort. Auch im Ausnahmefall, etwa bei belegten Gates,
werden alternative Lösungen wie Warteschleifen systemgestützt
und kontrolliert umgesetzt. Die Steuerung findet nicht reaktiv unter
Druck statt, sondern planvoll und datenbasiert.
Moderne, KI-gestützte Yard-Management-Systeme setzen genau
hier an. Sie ermöglichen eine intelligente Steuerung der zulaufenden
Lkw, bereits bevor diese überhaupt das Werksgelände
erreichen. Die Fahrzeuge werden so geführt, dass sie bedarfsgerecht
und abgestimmt auf die Situation im Werkgelände zu den
entsprechenden Ladestellen geleitet werden. Auf diese Weise lassen
sich Materialbereitstellung und Fahrzeugankunft optimal
synchronisieren. Ladeflächen und Ressourcen werden besser
ausgelastet, Stillstände reduziert und Durchlaufzeiten minimiert.
Auch auf der Inbound-Seite ist sichergestellt, dass die Produktion
pünktlich mit den richtigen Bauteilen versorgt wird. Und falls
verfügbare Rampen oder Wartezonen belegt sind, werden Fahrer
frühzeitig proaktiv informiert und gezielt auf nahegelegene Ausweichflächen
umgeleitet. So entsteht ein durchgängig abgestimmter
Ablauf, der zeigt, wie problemlos Hoflogistik funktionieren
kann.
OPTIMIERUNG DER HOFLOGISTIK MIT
KI-GESTÜTZTER STEUERUNG
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Blick ins Münchner
Werk des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines. Täglich
treffen dort rund 60 Lkw von etwa 500 verschiedenen Dienstleistern
an vier Rampen ein. Hauptsächlich in den Vormittagsstunden
kam es dadurch regelmäßig zu Anlieferspitzen und Wartezeiten,
verstärkt durch Baustellen auf dem Werksgelände und umfangreiche
Sicherheitsprozesse. Um die Auslastung am Wareneingang
homogener über den Tag zu verteilen, Warte- und
Durchlaufzeiten zu reduzieren, aber auch durchgängige Trans-
parenz zu schaffen entschied sich MTU für die Einführung des
KI-gestützten Zeitfenster- und Yard-Management-Systems Syncrosupply
des Softwareunternehmens Inform.
Das System dient der Buchung und Planung von Zeitfenstern
für eingehende Lkw und deren optimierter Zuweisung an die
richtige Rampe. Über ein webbasiertes Portal melden sich Speditionen
und Subunternehmen an, um ihre Fahrt anzukündigen,
Daten über die Fracht zu übermitteln und ein Zeitfenster zu buchen.
In erster Linie für vertraglich angebundene Lieferanten, die
Stückgut fahren und an einem Tag mehrere Kunden ansteuern,
ist das attraktiv. Wer spontan an der Pforte erscheint, bekommt
vor Ort ein Zeitfenster zugewiesen. Neben der Entzerrung generiert
MTU zudem Daten für Auslastungsprognosen, Personalplanung
oder Behördenauskünfte. „Wir haben Transparenz darüber,
wer sich wann und wie lange im Werk aufhält, wickeln Transporte
effizienter ab und konnten unsere Durchlaufzeiten reduzieren:
von durchschnittlich 56 auf 46 Minuten“, so Florian Wohlgemuth,
Projektmanager Logistikplanung bei MTU in München.
MIT KI ZU MEHR SPIELRAUM UND EFFIZIENZ
Die Möglichkeiten, die KI und intelligent gesteuerte Softwarelösungen
bieten, machen deutlich, dass starre, kleinteilige und oft
unflexible Zeitfenstersysteme nicht das Ende der Fahnenstange
sein müssen. Vielmehr lassen sich mit den richtigen Werkzeugen
die flexible Tourenplanung auf Seiten der Spediteure und die zuverlässige
Steuerung der Prozesse an Lagerstandorten und Werken
miteinander verbinden. So wird es möglich, Ent- und Beladungen
effizient und gleichzeitig flexibel abzuwickeln, ohne dass
Material fehlt oder vereinbarte Liefertermine ins Wanken geraten.
Autor: Oliver Graf, Produktmanager Industrielogistik, Inform GmbH, Aachen
Fotos: MTU Aero Engines
www.inform-software.com
AUF EINEN BLICK
n Traditionelle Zeitfenstersysteme stoßen an ihre
Grenzen: Starre Slot-Systeme können mit der Dynamik
moderner Hoflogistik nicht mehr mithalten und
verursachen bei Spediteuren hohe Kosten sowie
organisatorischen Aufwand bei gleichzeitig eingeschränkter
Tourenflexibilität.
n KI-gestützte Systeme ermöglichen flexible Steuerung
ohne feste Zeitfenster: Moderne Yard-Management-
Lösungen können Lkw bereits während der Anfahrt
intelligent koordinieren und benötigen nur noch grobe
Tages- oder Halbtages ankündigungen statt präziser
Zeitslots.
n Praxisnachweis durch MTU Aero Engines: Der Triebwerkshersteller
konnte mit dem KI-System Syncrosupply
die Transparenz über 60 tägliche Lkw-Anlieferungen
von 500 verschiedenen Dienstleistern verbessern.
n Dynamische Anflugsteuerung als Schlüssel zum Erfolg:
Vergleichbar mit der Flugverkehrskontrolle werden
Fahrzeuge bereits vor Erreichen des Werksgeländes in
eine optimale Reihenfolge gebracht, wodurch Materialbereitstellung
und Fahrzeugankunft perfekt synchronisiert
werden.
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 23
PRODUKTE UND SYSTEME
Mit der
Softwarelösung
ZetesMedea erreicht
Ciblex vollständige
Echtzeit-Transparenz und
optimierte Scanprozesse
in der Intralogistik
DIGITALISIERUNG ERHÖHT TRANSPARENZ
UND EFFIZIENZ BEI CIBLEX
STANDARDISIERTE, AUTOMATISIERTE
PROZESSE IN ECHTZEIT
Der Expresskurierdienstleister Ciblex treibt die
digitale Transformation seiner Logistikprozesse
voran. Ziel ist eine durchgängige
Rückverfolgbarkeit und die Optimierung
operativer Abläufe an den Verladerampen und
in der Zustellung. In Zusammenarbeit mit Zetes
als Technologiepartner werden zentrale
Prozesse standardisiert, automatisiert und in
Echtzeit abgebildet.
Das internationale Netzwerk von Ciblex umfasst 125 Niederlassungen
und Depots. Täglich werden rund
2.500 Zustelltouren koordiniert und bis zu 450.000 Pakete
verarbeitet. Zur Bewältigung der damit verbundenen
Komplexität setzt der Expresskurierdienstleister auf die Softwarelösungen
ZetesMedea und ZetesChronos. Diese digitalen
Systeme unterstützen sowohl das Lade- als auch das Liefermanagement.
In den Niederlassungen wurde eine Systemarchitektur
eingeführt, die das Etikettenscanning beschleunigt, Fehler reduziert
und die Datenübertragung automatisiert. Auf der letzten
Meile ermöglicht ZetesChronos das Echtzeit-Tracking jeder Sendung
– von der Verladung bis zur finalen Übergabe.
Die Zusteller können Lieferungen nun nach Dringlichkeit, Geschäftszeiten
und Zielorten priorisieren. Gleichzeitig verbessert
sich die Informationslage für Disposition und Kundenservice.
VERNETZTE LOGISTIKSTRUKTUREN IM KONZERN
Die Digitalisierung findet auf Basis eines bereits realisierten Projekts
in Belgien statt. Dort wurde unter ähnlichen Bedingungen
ein vergleichbares Rollout abgeschlossen. In Frankreich verfolgt
Ciblex nun das Ziel, die Logistikstruktur konzernweit agiler, vernetzter
und effizienter aufzustellen. Die Integration des B2C-Spezialisten
Relais Colis fungierte dabei als Katalysator dieses Wandels.
Die Lösungen ermöglichen eine engere Verzahnung beider
Logistiknetze und schaffen eine Grundlage für interoperable
Prozesse.
Mit der laufenden Transformation stärkt Ciblex nicht nur die
Transparenz und Steuerbarkeit seiner Lieferkette, sondern
schafft auch die Voraussetzungen für eine intelligentere Ressourcennutzung
und nachhaltigere Abläufe im Expressversand. Bereits
in der Rollout-Phase zeigt sich eine hohe Akzeptanz bei den
operativen Teams. „Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv,
und ich bin überzeugt, dass diese Lösung einen spürbaren Beitrag
zur Verbesserung der Customer Experience leisten wird“, so
Mélanie Ogier, Director of Projects and Innovation bei Ciblex.
Fotos: Ciblex
www.zetes.com
DIE DIGITALISIERUNG DER
LOGISTIK VERBESSERT DIE
KUNDENZUFRIEDENHEIT
24 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
MARKTPLATZ
FÖRDERLÖSUNGEN AUS EDELSTAHL BEWÄLTIGEN
HYGIENEANFORDERUNGEN
Für anspruchsvolle Anwendungen ergänzt MiniTec sein Sortiment um individuell
konfigurierbare Förderanlagen aus Stahl und Edelstahl. Diese sind für den Einsatz in
Branchen wie der Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie konzipiert, wo Oberflächeneigenschaften,
Temperaturbeständigkeit und Materialresistenz gegenüber Chemikalien eine
zentrale Rolle spielen.
Mit der Übernahme der Schulz Fördertechnik im Jahr 2024 erschloss MiniTec zusätzliche Kompetenzen
in diesem Bereich. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und
Umsetzung spezifischer Förderlösungen aus Stahl oder Edelstahl. Dazu gehören auch Fördergurte, die an
spezifische Einsatzbedingungen – etwa den Transport von Obst, Fleisch oder Backwaren – angepasst sind.
Die Anlagen lassen sich je nach Bedarf vollständig oder teilweise in Edelstahl ausführen. Dieser Werkstoff ermöglicht durch
seine glatten Oberflächen eine einfache Reinigung. Die eingesetzten Komponenten tragen zur geringen Störanfälligkeit und
zum niedrigen Wartungsbedarf bei.
Neben der mechanischen Umsetzung gehören auch Antriebstechnik, Automatisierung sowie Service- und Wartungsleistungen
zum Angebot. Ergänzend steht weiterhin das praxiserprobte Baukastensystem von MiniTec zur Verfügung, um vielfältige
Herausforderungen in Produktion und Logistik zu erfüllen.
bit.ly/minitec-stahlfoerderer
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PRÄZISE DISTANZMESSUNG AUCH BEI STÖRLICHT
Der Distanzsensor FT 25-RLAP von SensoPart arbeitet mit Time-of-Flight-Technologie und misst
Distanzen bis 1,5 m – auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen. Form, Farbe oder reflektierende
Oberflächen der Objekte beeinflussen die Erkennung nicht. Der FT 25-RLAP verfügt über
einen Analog- und einen Schaltausgang, die unabhängig konfiguriert werden können. Zusätzlich
steht eine IO-Link-Schnittstelle der Spezifikation 1.1.4 zur Verfügung. Mit Abmessungen von
34 × 20 × 12 mm eignet sich der Sensor für Anwendungen mit begrenztem Einbauraum. Der gut
sichtbare Lichtfleck erleichtert die Ausrichtung.
www.sensopart.com
NEUE TECHNOLOGIE ÜBERWACHT SICHERHEITSABSTÄNDE
AUTOMATISCH
Das Assistenzsystem Radiomatic range control von HBC-radiomatic sorgt dafür, dass sich
Bediener und Kran stets in sicherer Distanz zueinander befinden. Das System lässt sich als
Nahbereichs- oder Fernbereichskontrolle einsetzen. Bei der Nahbereichskontrolle wird der
Bediener davor geschützt, unbeabsichtigt in die Fahrbahn des
Krans zu geraten. Als Fernbereichskontrolle verhindert sie, dass
Bediener Krane außerhalb des Sichtbereichs steuern. Das
Verfahren definiert kreisförmige Bereiche um den Kran mit einer
Stopp-Zone, einer Warnzone und einer sicheren Zone. Sobald ein
Bediener beispielsweise die Stopp-Zone betritt, stoppt der Kran
sofort oder wechselt in einen vordefinierten Zustand.
www.hbc-radiomatic.com
Besuchen Sie uns auf
der SPS in Nürnberg
25.11. – 27.11.2025
Halle 3 / Stand 230
MOBILE ARBEITSSTATION BESCHLEUNIGT WARENSTRÖME IM LAGER
Für problemlose Abläufe im Warenumschlag und an Packstationen: Der Wareneingangswagen
von proLogistik kombiniert Stromversorgung, IT-Anbindung und ergonomisches Arbeiten. Zur
Grundausstattung der Arbeitsstation gehören Industrie-PC, Tablet oder Notebook, Scanner
sowie Etikettendrucker. So lassen sich Warenbewegungen direkt vor Ort
verbuchen und Versandetiketten ausdrucken. Die Stromversorgung
übernimmt eine pL-Powerbox, die bis zu vier Geräte über mehr als eine
Schicht autark mit Energie versorgt und sich im Handumdrehen austauschen
lässt. Das modulare Baukastensystem erlaubt eine anwendungsorientierte
Ausstattung. Mit einem Gewicht von weniger als 30 kg, leicht
laufenden Rollen und ergonomischen Details wie einem herausziehbaren
Zwischentablar ist der Wagen flexibel einsetzbar. Über WLAN werden alle
Komponenten in bestehende Lagerverwaltungssysteme eingebunden,
wodurch Prozessschritte transparent und ohne Verzögerung ablaufen.
www.prologistik.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 25
PRODUKTE UND SYSTEME
AUTOMATISIERTE LADE- UND ENTLADETECHNIK
STEIGERT DURCHSATZ AN DER RAMPE
PAKETUMSCHLAG BESCHLEUNIGEN
Der Arbeitskräftemangel zwingt
Logistikdienstleister zum Umdenken.
Automatisierte Lade- und Entladesysteme der
Caljan GmbH, Halle (Westf.), versprechen Abhilfe.
Die Maschinen erreichen beim Beladen eine
Leistung von bis zu 3.500 Paketen, Päckchen und
Polybags pro Stunde, und beim Entladen schaffen
sie 5.000 Pakete, Päckchen und Polybags pro
Stunde. Mithilfe technischer Details findet
eine präzise Vereinzelung und ein nahtloser
Übergang zu nachgelagerten Sortern statt.
Mit dem AutoLoader lässt sich der Ladeprozess von
Wechselbrücken und Anhängern beschleunigen und
die Produktivität an der Rampe steigern. Als Basis
der Lösung, die bis zu 3.500 Pakete, Päckchen und
Polybags pro Stunde verarbeiten kann, dient ein Teleskopgurtförderer,
der durch ein horizontal und vertikal bewegliches Vorsatzband
ergänzt wird. Dieses Vorsatzband ist mit Lidar-Sensoren
ausgestattet, die einerseits die Maße des verfügbaren Laderaums
sowie den Raum für die Paketablage erfassen und die bereits abgelegten
Packstücke erkennen. Das Teleskop fährt zum Start des
Beladevorgangs schwebend in die Wechselbrücke oder den Anhänger
ein und vermisst die zur Verfügung stehende Ladefläche.
Danach beginnt der Beladeprozess, bei dem das bewegliche Vorsatzband
die Pakete nach einem optimierten und anpassbaren
Schema positioniert und aufschichtet.
Aufgrund der Automatisierung des Ladeprozesses verringern
Unternehmen den Anteil manueller Abläufe und verbessern
gleichzeitig die Ergonomie am Arbeitsplatz. Dies ist ein wichtiger
Aspekt, da das manuelle Handling von Paketen eine physisch anspruchsvolle
Tätigkeit ist, die langfristig zu gesundheitlichen Problemen
führen kann.
Der AutoLoader ist flexibel einsetzbar und lässt sich an verschiedene
Fahrzeuggrößen sowie Paketsortimente anpassen.
Dies macht ihn zu einer Lösung für Unternehmen, die eine hohe
Durchsatzrate und eine schnelle Amortisation ihrer Investitionen
anstreben.
NAHTLOS IN VORHANDENE FÖRDERSYSTEME
INTEGRIERBAR
Auch für den Entladevorgang hat der Hersteller eine Lösung im
Portfolio. Konkret handelt es sich um den AutoUnloader. Das berührungslos
arbeitende, automatisierte System übernimmt das
Entladen von Wechselbrücken und Anhängern. Mit dieser Entwicklung
gibt Caljan eine Antwort auf die steigenden Anforderungen
an Effizienz und Arbeitssicherheit in der Logistik. Der
AutoUnloader lässt sich nahtlos in vorhandene Fördersysteme
integrieren und ermöglicht eine automatische Produktkontrolle.
Das Entlademodul wird direkt am Wareneingangstor aufgestellt.
Wechselbrücken oder Anhänger mit herausziehbaren Böden
und damit verbundenen Rückwänden werden dann entsprechend
positioniert. Automatisch verbindet sich der AutoUnloader
mit dem Boden und zieht diesen aus der Wechselbrücke heraus.
Das Stückgut gelangt so auf das Entlademodul und wird dort
bereits von 3D auf 2D vereinzelt. Im Anschluss sorgt eine präzisere
Vereinzelung mithilfe eines Singulators dafür, dass die Sendungen
in Sortieranlagen eingespeist werden können.
Der AutoUnloader ist für eine Leistung von bis zu 5.000 Paketen,
Päckchen und Polybags pro Stunde konzipiert – gegenüber
manuellen Methoden eine sechsmal höhere Leistung. Entsprechend
können Paketdienstleister und Einzelhändler dem wachsenden
Bedarf an schnelleren Lieferungen nachkommen und im
Idealfall ihre Torauslastung so steigern, dass sie weniger Tore benötigen.
26 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
AUF EINEN BLICK
n Leistung: AutoLoader verarbeitet bis zu 3.500 Pakete,
Päckchen und Polybags pro Stunde, AutoUnloader schafft
5.000 Pakete, Päckchen und Polybags pro Stunde
n Technologie: Lidar-Sensoren erfassen Laderaumabmessungen
und bereits platzierte Pakete, Algorithmen
berechnen optimale Bewegungsmuster für maximale
Effizienz
n Integration: Nahtlose Einbindung in vorhandene
Fördersysteme ohne größere Umbauten, automatische
Produktkontrolle und direkte Weiterleitung an Sortieranlagen
n Wirtschaftlichkeit: Reduzierung der Personalkosten,
Verbesserung der Arbeitsplatzergonomie und potenzielle
Einsparung von Verladetoren durch höhere Auslastung
01 Der AutoLoader erkennt das Vorhandensein bereits verladener
Pakete, Päckchen und Polybags und bewegt sich – nach oben oder zu
einer Seite – weg, bevor er den nächsten Artikel vorsichtig ablegt
01
02 Mit dem automatischen AutoUnloader für Wechselbrücken und
Anhänger wird das manuelle Entladen loser Güter eliminiert
TECHNOLOGISCHE DETAILS UND
FUNKTIONSWEISE
Der AutoLoader und der AutoUnloader basieren auf Sensortechnologie.
Dadurch erkennen und platzieren die Maschinen die Pakete
präzise. Sensoren erfassen die Größe, Form und Position der
Pakete, während Algorithmen die optimalen Bewegungen berechnen,
um die Effizienz zu maximieren und Schäden an der
Fracht zu vermeiden.
Ein weiterer technologischer Aspekt ist die Integration von Internet-of-Things-(IoT)-Technologien.
Durch die Vernetzung der
Maschinen mit dem zentralen Logistiksystem können Echtzeitdaten
über den Lade- und Entladeprozess erfasst und analysiert
werden. Dies erlaubt eine kontinuierliche Optimierung der Abläufe
und eine schnelle Reaktion auf potenzielle Störungen.
Zu den Anwendern der Technologien gehört ein österreichischer
Paketdienstleister, der mithilfe automatischer AutoUnloader
seine Durchsatzrate verdreifachen konnte. Auch ein englischer
Onlinehändler respektive dessen Belegschaft profitiert vom
Einsatz mehrerer AutoLoader, da unter anderem die Ergonomie
am Arbeitsplatz verbessert wurde.
AUTOMATISIERUNG DURCH INNOVATION –
NACHHALTIG UND ZUVERLÄSSIG
Caljan investiert kontinuierlich in die Entwicklung innovativer
Automatisierungslösungen mit dem Ziel, die Logistikbranche zu
transformieren. Gleichzeitig legt das Unternehmen großen Wert
auf Nachhaltigkeit – etwa durch energieeffiziente Produkte sowie
den Einsatz recycelbarer Materialien.
Zur Sicherstellung der Anlagenverfügbarkeit bietet Caljan umfassende
Schulungen für das Betreiberpersonal an. Zusätzlich
unterstützt ein 24/7-Kundensupport die Betreiber. WB
02
Fotos: Caljan
www.caljan.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 27
KÖRBER AUTOMATISIERT TIEFKÜHL-
LOGISTIK BEI WESTHOF BIO
PRODUKTQUALITÄT UND
VERFÜGBARKEIT SICHERGESTELLT
Bei einem umfangreichen Investitionsvorhaben
am Standort Friedrichsgabekoog hat Westhof Bio
auf die Expertise des Generalunternehmers
Körber gesetzt. Es entstand eine Biofrost-Anlage,
die 200 Tonnen Biogemüse pro Tag verarbeitet.
Ein zentraler Bestandteil der Anlage ist die
2D-Shuttle-Technologie von Movu. Auf sechs
Ebenen verfügt das Hochregallager über eine
Stellplatzkapazität von mehr als 5.000 Paletten.
Sechs Shuttles sorgen bei einer Temperatur von
-24 °C für den Palettenumschlag. Welche
Potenziale sich der Biogemüsepionier mit der
Biofrost-Anlage erschließt, präsentierten die
Projektpartner bei einem Kundentag.
Mehr als 60 Teilnehmer aus ganz Europa konnte Thomas
Meyer-Jander, Chief Marketing Officer (CMO)
der stow Group und von Movu Robotics, bei Westhof
Bio zum Kundentag „Scale up your Warehouse“ begrüßen.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Systemintegrator
Körber durchgeführt. „Wir erleben heute eine Premiere
in mehrfacher Hinsicht. Erstmals laden wir zu einer Kundenveranstaltung
für ein Projekt von Movu Robotics in dieser Dimension
ein. Vor dem Hintergrund, dass Movu Robotics erst seit Herbst
2023 am Markt aktiv ist, erfüllt uns das mit einem gewissen Stolz.
Die zweite Premiere ist, dass wir eine Veranstaltung gemeinsam
mit Körber auf die Beine stellen.“
Für den Kundentag öffnete die Bio-Frost Westhof GmbH gerne
ihre Werkstore in Friedrichsgabekoog. „Wir verarbeiten ausschließlich
zertifiziertes Biogemüse“, so Berit Carstens-Lask, Geschäftsführerin
der Bio-Frost Westhof GmbH, um in ihrem Vortrag
die Erfolgsgeschichte eines der führenden Tiefkühlbetriebe
Deutschlands zu beleuchten. Im Jahr 1978 habe man mit 60 ha
Anbaufläche begonnen und sich im Laufe der Zeit zu einem Verbundunternehmen
entwickelt, das die komplette Wertschöpfungskette
von der Landwirtschaft bis zum Lebensmitteleinzelhandel
abdeckt. Auf biologischen Anbau sei Ende der 1980er-Jahre
umgestellt worden, „als gesunde Ernährung in Deutschland
immer stärker in den Fokus weiter Teile der Bevölkerung rückte.“
28 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
Heute bewirtschaftet das Unternehmen eine Anbaufläche von
100.000 ha mit Bioprodukten und kooperiert mit weiteren Bio-
Landwirten. Das Sortiment umfasst Kohl, Getreide, Rote Bete,
Karotten und Erbsen in einer zweijährigen Kleegras-Fruchtfolge.
Zusätzlich wachsen in zwei Gewächshäusern auf insgesamt 10 ha
Tomaten und Paprika. Jährlich werden 30.000 Tonnen frisches
Biogemüse vertrieben. Der Erfolg der vergangenen Jahre ist nicht
ohne Auswirkungen auf die innerbetriebliche Logistik geblieben.
Um der wachsenden Nachfrage Rechnung zu tragen, wurde am
Standort Friedrichsgabekoog ein Tiefkühllager eingerichtet. Mithilfe
von Movu-atlas-Paletten-Shuttles in einem Stow-Racking-
Silo sowie Körber-Palettenfördertechnik kann der Betrieb ganzjährig
die Verfügbarkeit und Frische des vielfältigen Produktsortiments
sicherstellen. Das Projekt wurde von Körber als Generalunternehmer
in Zusammen arbeit mit Movu realisiert. „Vom
Konzept bis zur Implementierung vergingen nur drei Jahre“, so
Carstens-Lask. „Wenn man bedenkt, welche globalen Herausforderungen
– wie Covid-19, Lieferkettenprobleme und Materialengpässe
– zu meistern waren, ist das eine beachtliche Leistung.“
BREIT GEFÄCHERTES ANFORDERUNGSPROFIL
Das System erreicht einen Durchsatz von 60 Lager- und Abrufvorgängen
pro Stunde und erfüllt damit das Ziel, Produktions- und
Lagerprozesse zu optimieren und hochwertiges Biogemüse zur
Verfügung zu stellen, während gleichzeitig die Ressourcen effizient
genutzt und die Umweltbelastung reduziert wird. Die Anlage
erfordert effiziente, eng getaktete Prozesse in Produktion und Logistik.
Biogemüse wird direkt nach der Ernte weiterverarbeitet,
tiefgefroren und anschließend automatisch vom Logistiksystem
in dafür vorgesehene Oktabins abgefüllt. „Dazu müssen alle Anlagenkomponenten
wie die Zahnräder eines Uhrwerks ineinandergreifen“,
so Jörg Wurlitzer, SVP Automation Central/Eastern
Europe, Körber Business Area Supply Chain.
01 Shuttle vom Typ Movu atlas bringen Paletten zu oder holen sie
von bestimmten Kanallagerplätzen in den tiefen, mehrstufigen
Fahrspuren des Silos ab
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01 Wurlitzer:
„Die Zusammenarbeit
von Körber und Movu
zeigt, wie durch Partnerschaften
komplexe
Herausforderungen
in der Automatisierung
gemeistert werden
können“
02 Carstens-Lask:
„Die Investition in
die neue Lagerlösung
verbessert die
Gesamtbetriebseffizienz
und erhöht
die Kundenzufriedenheit“
Die Oktabins mit einem Maximalgewicht von 1.100 kg werden zur
Weiterverarbeitung im Tiefkühllager bevorratet. Zur Verarbeitung
angefordertes Biogemüse wird ausgelagert und an den entsprechenden
Produktionsmaschinen bereitgestellt. Fertiges, verpacktes
und palettiertes Biogemüse wird dann bis zur Auslieferung
an die Kunden im Tiefkühllager zwischengelagert. Zusätzlich
wird die Qualität des Biogemüses an ergonomischen, in das
Logistiksystem integrierten Arbeitsplätzen überwacht, wodurch
eine gleichbleibende Produktqualität und hohe Betriebseffizienz
sichergestellt werden.
Sechs Paletten-Shuttle vom Typ Movu atlas verkehren auf sechs
Ebenen innerhalb des Silos (L × B × H: 60 × 32 × 17 m). Die Shuttles
bringen Paletten zu oder holen sie von bestimmten Kanallagerplätzen
in den tiefen, mehrstufigen Fahrspuren des Silos ab.
„Da nur ein Fahrgang erforderlich ist, ist eine dichte Lagerung
möglich“, nennt Noë van Bergen, Chief Sales Officer (CSO) von
Movu Robotics, ein wichtiges Merkmal der realisierten Lösung
und führt weiter aus: „Im Gegensatz zu einem Lager mit Regalbediengeräten
werden in einem Shuttle-Lager weniger Massen
bewegt. Daraus resultiert ein reduzierterer Energieverbrauch.
Aufgrund des kompakten Designs ist bei vergleichbarer Stellplatzkapazität
der umbaute Raum kleiner und damit die erforderliche
Kühlleistung niedriger.“
Das skalierbare System lässt sich während der Hauptsaison
um zusätzliche Shuttles erweitern. Somit lassen sich Nachfrageschwankungen
ausgleichen und über das ganze Jahr Lagerbedingungen
aufrechterhalten, die den hohen Ansprüchen des
Betreibers genügen. Die Plug-and-Play-Automatisierung schafft
SHUTTLE-TECHNOLOGIE IM AUFWIND
Beim Kundentag von Movu und Körber bei Westhof Bio
diskutierten Noë van Bergen, Chief Sales Officer (CSO),
und Mathieu Theureau, Director of Integrator Sales,
beide Movu Robotics, über Automatisierungstrends in
der Kühlkettenlogistik. Drei zentrale Themen standen
im Fokus.
Wie bewerten Sie die aktuelle Marktentwicklung
in der Lagerautomatisierung?
Noë van Bergen: Der Automatisierungsbedarf steigt kontinuierlich.
Nach einer 18-monatigen Verlangsamung mit
zögerlichen Investitionsentscheidungen nach dem Covid-Wachstum
sehen wir über alle Branchen wieder eine
Belebung. Die Kühlkettenlogistik verzeichnet ein stetiges
Wachstum von zehn bis 15 Prozent pro Jahr.
Mathieu Theureau: Das weltweite Marktvolumen für
Kühllager beträgt mehr als 300 Milliarden US-Dollar und
soll in den nächsten zehn Jahren auf über eine Billion
US-Dollar anwachsen. Der Bedarf an Brownfield-Automatisierung
steigt, da Kühlhaus-Neubauten mit hohen
Kosten für Isolierung und Anlagen verbunden sind.
Thomas Meyer-Jander (l.), Chief Marketing Officer (CMO) der stow Group und
von Movu Robotics, Mathieu Theureau (Bildmitte), Director of Integrator Sales,
und Noë van Bergen, Chief Sales Officer (CSO), beide Movu Robotics,
beleuchteten die Herausforderungen der temperaturgeführten Logistik
aus verschiedenen Perspektiven
Welche Themen treiben die Automatisierung?
Noë van Bergen: Die drei größten Schmerzpunkte sind
erstens der Arbeitskräftemangel als dominierendes
30 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
03 Meyer-Jander:
„Westhof Bio
demonstriert
mit der neuen
Tiefkühlanlage die
Möglichkeiten
zukunftsweisender
Intralogistik“
04 Van Bergen
(im Bild zu sehen während
des Betriebsrundgangs):
„Die skalierbare Lösung
ermöglicht es, über das
ganze Jahr Lagerbedingungen
aufrechtzuerhalten, die
hohen Ansprüchen
genügen“
die Voraussetzungen für eine schnelle Inbetriebnahme und Wartung
und sorgt für minimale Ausfallzeiten und Betriebsunterbrechungen.
FAZIT
„Die Investition in die neue Lagerlösung haben wir vor dem Ziel
getätigt, die Gesamtbetriebseffizienz zu verbessern und die Kundenzufriedenheit
zu erhöhen – und bereits heute lässt sich festhalten,
dass das Lager unseren Energieverbrauch minimiert und
unseren ökologischen Fußabdruck reduziert. Das System entspricht
somit den umweltfreundlichen Praktiken unseres Biobetriebs.
Wir sehen und in der Wahl des Generalunternehmers
Körber bestätigt, der mit seinem tiefen Verständnis für die Anforderungen
in der Kühlkette maßgeblich zum Erfolg des Projekts
beigetragen hat,“ fasst Carstens-Lask zusammen.
Diese Movu-atlas-Installation ist ein gutes Beispiel für eine
einfache und leicht zugängliche Plug-and-Play-Automatisierung,
die einen effizienten, flexiblen und zuverlässigen Warenfluss in
Tiefkühlumgebung ermöglicht. „Ihre Skalierbarkeit schafft die
Voraussetzungen für eine Automatisierung, die Auftragsspitzen
bewältigt und sich problemlos an zukünftige Anforderungen anpasst“,
bringt es van Bergen auf den Punkt. Winfried Bauer
Fotos: Movu Robotics, f+h, Karte auf S. 28: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap,
Lizenz: ODbL 1.0
www.movu-robotics.com | www.koerber-supplychain.com
Problem. Zweitens Sicherheits-, Produktivitäts- und
Qualitätsfragen. Drittens die Unvorhersehbarkeit:
Unternehmen können langfristige Entwicklungen von
Durchsatz, Produktmix und Lagerdauer schwer
prognostizieren.
Mathieu Theureau: Entsprechend wichtig ist es, in flexible
Systeme zu investieren, um mithilfe der Technik bedarfsgerecht
auf die Anforderungen reagieren zu können. Das ist
vor allem für Logistikdienstleister relevant, die Lager für
mehrere Kunden mit variierenden Produkten und Vertragslaufzeiten
betreiben.
Was macht die Shuttle-Technologie in der Tiefkühllogistik
zur bevorzugten Technik?
Noë van Bergen: Shuttle-Systeme bieten eine hohe Prozesssicherheit.
Fällt beispielsweise bei einem Lager mit
Regalbediengeräten ein Gerät aus, legt das einen ganzen
Bereich lahm. Ein Shuttle-Ausfall betrifft nur den direkten
Bereich, da andere Shuttles die defekte Einheit umfahren
können. Auch bei Wartungsarbeiten müssen nur die betroffene
Ebene und die angrenzenden Ebenen vom Netz genommen
werden.
Mathieu Theureau: Die kompakte Bauweise von Shuttle-
Lagern wirken sich günstig auf die erforderliche Kühlleistung
aus. Aufgrund der guten Isolierung der Gebäude sind
Tiefkühllager für den Einsatz von Sauerstoffreduktionssystemen
gut geeignet.
DAS PROJEKT IM ÜBERBLICK
Aufbau einer automatisierten, präzise synchronisierten
und konstant temperaturkontrollierten Logistik- und
Produktionskette, die den strengen Qualitätsstandards
für frisches Biogemüse entspricht – von der Ernte über
die Verarbeitung und Lagerung bis zur finalen Lieferung.
Betrieb bei konstanter Temperatur von -24 °C
Brandschutz durch Sauerstoffreduzierungssystem
Kompakte und dynamische Lagerauslegung für
Platzeffizienz
Eng integriert mit der Biogemüse-Produktionseinheit
Ausgestattet mit Paletten-Shuttle-System für effiziente
Handhabung
Palettenfördertechnik für nahtlosen Transport
Schnittstellen zu Produktionsmaschinen für
synchronisierte Abläufe
Verbunden mit übergeordneten IT-Systemen für
zentrale Steuerung
Visualisierung und Überwachung via K.OneX (Scada)
Im Vergleich zu Lager mit Regalbediengeräten signifikante
Reduzierung des Energieverbrauchs
Hohe Lagerdichte – weniger Tiefkühlausrüstung
erforderlich
Quelle: Körber
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 31
PRODUKTE UND SYSTEME
32 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
AUTOMATISCHES HOCHREGALLAGER VEREINT GEFAHRGUT
UND TIEFKÜHLWARE UNTER EINEM DACH
EX-SCHUTZ FORDERT INTELLIGENTE
LAGERTECHNIK HERAUS
Der Schweizer Logistikdienstleister Hausammann Lagerhaus AG errichtete
mit Stöcklin Logistik AG ein automatisches Hochregallager für Gefahrstoffe
und eine PowerShuttle-Lösung für Tiefkühlpaletten – alles unter einem
Dach, Ex- und Brandschutzkonformität inklusive.
Es gibt nicht viele Gefahrstoff-Logistikspezialisten in der
Schweiz. Hohe Anforderungen an die Betreiber sowie
strenge Sicherheitsauflagen bei Brand- und Ex-Schutz machen
den Lagerbetrieb zur Herausforderung. Hausammann
Lagerhaus hat sich in dieser Nische positioniert und die
führende Rolle in jüngster Vergangenheit mit Investitionen in die
Automatisierung auch in anderen Lagerbereichen ausgebaut.
Im Jahr 2021 gingen am Standort Märstetten in einem zweigeteilten
Neubau ein automatisches Hochregallager für 4.000 Gefahrgutpalletten
und ein PowerShuttle-Lager für 4.500 Tiefkühlpaletten
in Betrieb. Das Warehouse Management und der komplette
Materialfluss für beide Anlagen werden integriert über eine
gemeinsame Software gesteuert. Sie sorgt für eine intelligente und
nachhaltige Auslastung der Geräte in beiden Haushälften (darunter
drei Ex-sichere MASTer 24 RBG, zwei tiefkühlfähige Stöcklin
MASTer 24 RBG mit PowerShuttle sowie Fördertechnik in Spezialausführung
für die jeweilige Sonderumgebung). Das ermöglicht
einen Durchsatz von bis zu 400 Paletten pro Tag pro Lager.
EX-SCHUTZ-TIEFKÜHL-KOMBI FORDERT
KLUGE PLANUNG UND KLARE TRENNUNG
Die wohl größte planerische Herausforderung bestand
in der Einhaltung der strengen Vorgaben für Explosions-
und Brandschutz im Ex-Schutz-Bereich. Ursprünglich
war eine Sauerstoffabsenkung für beide Bereiche
vorgesehen. Während damit die Voraussetzungen
für die Sicherheit im Tiefkühlbereich geschaffen
werden konnte, brauchte es für die Gefahrstoffe einen
anderen Ansatz. Der Grund: die Vielfalt der eingelagerten
Produkte. „Unser Geschäft ist davon geprägt, dass
wir ein- oder zweimal im Monat andere Kunden und
neue Produkte bekommen, für die wir eine Lösung finden
müssen“, sagt Roman Hausammann, Geschäftsleiter Hausammann
Lagerhaus AG. „Wir können uns nicht auf feste Warengruppen
fokussieren.“
Um eine Atex-2-konforme Einlagerung anbieten zu können,
hätte unter Sauerstoffabsenkung für jedes neue Gefahrgut getestet
werden müssen, ab welchem Sauerstoffgehalt es noch brennt.
„Das ist bei unserem Artikelumschlag einfach nicht machbar“, so
Hausammann. „Wir müssen flexibel sein. Unsere Systeme müssen
praktisch alles können.“
So entschied man sich das Gefahrstofflager über eine spezielle
Schaumsprinkleranlage zu sichern. Dafür kam es zu einer baulichen
Trennung der Lagerbereiche – nicht nur aus sicherheitstechnischen,
sondern auch aus regulatorischen Gründen.
Zudem müssen alle Geräte, die mit Gefahrgut operieren, für
den Betrieb in Ex-Schutz-Zone 2 zertifiziert und zugelassen sein,
Wartung durch befähigte Personen inklusive. Hausammann: „Alles,
was Atex ist, ist nicht nur kostenintensiver als in normaler
Ausführung – es hat zumeist auch längere Lieferfristen.“ Für einen
guten Projektfortschritt und den nachfolgenden Betrieb helfe
es daher, einen Partner zu finden, der selbst für Ex-Bereiche
fertigt, die nötigen Zulassungen mitbringt und so Lieferfristen
und Wartung optimieren kann.
SOFTWARE AUS EINER HAND
Mit der Anlagentechnik wurde auch das Warehouse-Management-System
erneuert. „Uns war wichtig, möglichst wenig
Schnittstellen zwischen Lagerverwaltungssoftware, Materialflussrechner
und der Anlage zu haben – und nur einen Ansprechpartner.
Daher haben wir die komplette LVS-Struktur auf die
ROMAN HAUSAMMANN,
GESCHÄFTSLEITER HAUSAMMANN
LAGERHAUS AG, MÄRSTETTEN
Ein Partner mit eigener Ex-Bereich-
Fertigung und entsprechenden
Zulassungen optimiert Lieferfristen
und Wartung
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 33
PRODUKTE UND SYSTEME
Die Antriebstechnik und Sensorik ist
gemäß den strengen Vorgaben für Explosions- und
Brandschutz im Ex-Schutz-Bereich ausgelegt
Highlight war die Einbringung der Regalbediengeräte durch das
Dach. Auch die Installation der Schwerkraft-Rollenbahnen war
ein Moment, wo man das Projekt richtig greifen konnte“, berichtet
Hausamman. Stolz ist er darauf, dass mithilfe der eigenen Solaranlage
in den Sommermonaten rund drei Viertel des Strombedarfs
gedeckt werden kann, der durch Eco-Modus, Energierückspeisung
und sequenzielles Anfahren der Regalbediengeräte
und Anlagen erfreulich gering ausfällt.
logOS Software Suite von Stöcklin umgestellt“, resümiert
Hausam mann. Das neue System steuere nun alle Prozesse zentral,
kommuniziere mit der Unternehmens-IT und ermögliche
durch Remote-Zugriff eine schnelle Reaktion auf Störungen.
SELBSTVERANTWORTUNG, AUCH IN WARTUNG
UND BETRIEB
Um die Anlage betriebsbereit und in gutem Zustand zu halten,
setzt der Jung-Geschäftsführer auf zwei Standbeine: „Mir ist es
wichtig, mit meinem Betriebsleiter operativ eng in die Anlagenführung
eingebunden zu sein.“ Hausammann, der auf seinem
Weg alle Stationen im Betrieb selbst durchlaufen hat, geht dazu
auch mit ins Hochregal, um sich direkt an der Lösung zu beteiligen.
„Wir haben uns intensiv mit der Technologie und Software
beschäftigt und bewältigen viele Probleme selbst.“
Gleichzeitig findet eine jährliche Anlagenwartung durch Stöcklin,
Laufen (Schweiz) statt – nicht nur wegen der Ex-Schutz-Konformität:
Die Servicetechniker erkennen viele Details, bevor sie
zum Problem werden. Für Hausammann ist klar: „Es ist ein großer
Vorteil, die Experten im Land zu haben – das spart im Ernstfall
Zeit und sichert die Verfügbarkeit.“
EINGESPIELTES TEAM, NACHHALTIGES ERGEBNIS
Auch wenn das Projekt umfangreicher wurde, als die Beteiligten
Anfangs dachten: Das Zusammenspiel verschiedener Spezialisten
– intern wie extern – machte die Umsetzung möglich. „Mein
LESSONS LEARNED: PLANUNG, FLEXIBILITÄT,
KOMMUNIKATION
Rückblickend sagt Hausammann, war entscheidend, bei einem
Projekt mit so vielen Unbekannten die richtige Balance zwischen
Struktur und Anpassungsfähigkeit zu finden. „Mit einem sauber
erarbeiteten Pflichtenheft, klaren Erwartungen und geregelten
Verantwortlichkeiten hat man als Bauherr die besten Voraussetzungen
zu bekommen, was man sich vorgestellt hat.“ Gleichzeitig
gelte es, Flexibilität zu bewahren, Entscheidungen zu hinterfragen
und sich offen zu zeigen für Optimierungen. „Stöcklin war für
uns der richtige Partner, weil sie alles aus einer Hand liefern
konnten, Qualität und Wellenlänge stimmten.“
Fotos: Stöcklin Logistik
www.stoecklin.com
AUF EINEN BLICK
n Bauliche Trennung erforderlich: Ex-Schutz-Bereich und
Tiefkühllager benötigen separate Sicherheitskonzepte
– Schaumsprinkleranlage statt Sauerstoffabsenkung bei
Gefahrstoffen
n Software aus einer Hand optimiert Betrieb: Integrierte
Steuerung beider Lagerbereiche über gemeinsame
Software ermöglicht intelligente Auslastung und
reduziert Schnittstellen
n Lokale Partnerschaft sichert Verfügbarkeit: Wartung
und Service durch Experten vor Ort verkürzen Reaktionszeiten
bei Störungen
34 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
BYD EUROPE TRANSFORMIERT LAGER
EFFIZIENZ STATT CHAOS
Das Ersatzteillager von BYD Europe in
Zevenbergen (Niederlande) glich eher einer
überfüllten Garage als einem Logistikzentrum.
Paletten standen überall herum, eine sinnvolle
Organisation fehlte. Das schnelle Wachstum des
Elektrofahrzeugherstellers in Europa verstärkte
den logistischen Druck zusätzlich. Innerhalb von
zehn Tagen verwandelte AR Racking zusammen
mit dem Unternehmen Begra das Lager in eine
leistungsfähige Plattform. Maßgeblich dazu
tragen Hochregale, Stückgutdurchlaufregale
und Kragarmregale bei.
Das Transformationsprojekt begann mit einer fundierten
Analyse der Ausgangssituation. „An meinem ersten Arbeitstag
kam ich – bildlich gesprochen – in einen völlig
überfüllten Raum, der bei mir eher den Eindruck einer
Garage hervorrief als den eines professionellen Lagers“, erzählt
Ron Heijnen, Lagerleiter bei BYD Europe. „Überall standen Paletten,
und es gab keinerlei sinnvolle Organisation.“ Das schnelle
Wachstum von BYD in Europa habe den logistischen Druck erhöht:
„Wir sind sehr schnell gewachsen, was positiv ist, weil wir
zu einem umweltfreundlicheren Individualverkehr beitragen
möchten. Aber dieses Wachstum hat auch große Herausforderungen
mit sich gebracht – primär in der Logistik.“
Vor diesem Hintergrund wurden drei Projektziele definiert: ausreichend
Platz für 22.000 Komponenten zu schaffen, die Installation
eines skalierbaren Systems und die maximale Ausnutzung
der Gebäudehöhe. Um diese Vorgaben zu erfüllen, konzipierte
der Regalbauer AR Racking mit Stammsitz in Bizkaia (Spanien)
und deutscher Geschäftsstelle in Rüdesheim eine entsprechende
Anlage. Diese besteht aus drei Komponenten: Hochregalen, die
das Nutzvolumen vervielfachen, Ebenen mit Stückgutdurchlaufregalen
sowie Kragarmregalen. Die Stückgutdurchlaufregale können
innerhalb von Minuten an Bedarfsänderungen angepasst
werden. Die installierte Lösung erlaubt Erweiterungen ohne
strukturelle Änderungen. Das gute Zusammenspiel der technischen
Teams von AR Racking und der Begra Lagertechnik GmbH
aus Kleve – dem offiziellen und exklusiven Vertreter von AR Racking
in den Niederlanden – ermöglichte eine Montage der Lagersysteme
in zehn Tagen, ohne dass es zu Beeinträchtigungen
der Ersatzteillieferungen kam.
LOGISTIKZENTRUM MIT SYSTEMKRAFT
Mit der Plattform verfügt BYD Europe über ein leistungsfähiges
Logistikzentrum, über das die Kundendiensttechniker in ganz
Europa versorgt werden. Auf einer Fläche von 14.000 m² werden
22.000 Teile gelagert. Heijnen: „Jetzt ist jedes Teil da, wo es hingehört,
und verlässt pünktlich das Logistikzentrum.“
Das Projekt ist ein gutes Beispiel, wie AR Racking maßgeschneiderte
Lösungen entwickelt und schnell umsetzt. Zugute
kommt dem Unternehmen dabei die operative Nähe des Vertriebsnetzes.
WB
Foto: AR Racking
www.ar-racking.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/01 2025/07 35
PRODUKTE UND SYSTEME
LOGISTIKDIENSTLEISTER STEMMT AUFTRAGSWACHSTUM
MIT ERWEITERTER INTRALOGISTIK
PROZESSE DYNAMISCH ANPASSEN
Ein automatischer
Kartonschließer
passt die
Pakethöhe dem
Inhalt an
Zur Bewältigung eines erhöhten
Geschäftsvolumens und zur Unterstützung
neuer Kunden vertraut der Logistikdienstleister
Log‘S auf seinen Intralogistikpartner Transitic.
Ziel der erneuten Zusammenarbeit ist die
Anpassung und Erweiterung des automatisierten
Materialflusssystems am Standort Wattrelos in
Nordfrankreich. Die nun umgesetzten
Maßnahmen ermöglichen es dem Unternehmen,
das hohe Leistungsniveau aufrechtzuhalten.
Das Unternehmen Log‘S, eine Marke der Deret-Gruppe,
ist auf maßgeschneiderte Logistikdienstleistungen für
die Bereiche E-Commerce, Einzelhandel und Industrie
spezialisiert. 3.300 Mitarbeiter bewirtschaften 46 Standorte
in Frankreich und international. Über das Lager in Wattrelos
mit einer Fläche von 36.000 m² wickelt das Unternehmen die Logistik
für bekannte Marken aus dem Textilsektor ab.
ERSTE AUSBAUSTUFE IM JAHR 2020
Log‘S und Transitic, Lesquin (Frankreich) und mit deutscher Gesellschaft
in Bielefeld, können auf eine langjährige Partnerschaft
zurückblicken. Bereits seit dem Jahr 2020 arbeiten die Unternehmen
zusammen. Seinerzeit wurden vier Wareneingangsbereiche
im Logistikzentraum Wattrelos mit ausziehbaren, automatischen
Förderbändern, Scannern sowie Etikettiermaschinen ausgestattet.
Darüber hinaus gehörte zu dem Auftrag die Integration eines
Fördertechniksystems bestehend aus Rollen- und Gurtförderern
in das Layout des Logistikzentrums. Dieses Fördertechniksystem
mit einer Länge von 1 km erstreckte sich über mehrere Ebenen
durch ein Lager-Mezzanine. Ein Lagerbereich schuf die Voraussetzungen
für die organisierte Lagerung von Kartons und Behältern
je nach Bestimmungsort. Ein Kartonaufrichter und ein Kartonschließer
mit Höhenreduzierung waren am Anfang und Ende
der Förderstrecke positioniert. Zusätzlich gab es eine Sortierweiche
im Versandbereich mit fünf Ausgängen, wovon einer für Ausschuss
vorgesehen war. Diese, während der Covid-Pandemie realisierte,
Lösung ermöglichte es dem Logistikdienstleister, seine
Prozesse zu strukturieren und die Produktivität in einem Kontext
stark wachsender E-Commerce-Bestellungen zu steigern.
AKTUELLE ANLAGENERWEITERUNG
Die Akquisition neuer Kunden führte zu einem Anstieg der zu bearbeitenden
Artikel. Um dieses Wachstum zu unterstützen und
ein hohes Qualitätsniveau aufrechtzuerhalten, entwickelte Log‘S
seine Anlagen weiter. Ziel war es, die Materialflüsse an neue Prozesse
anzupassen. Transitic erweiterte die bestehenden Systeme
und Anlagen durch die Integration mehrerer Schlüsselkomponenten.
Dazu gehört ein automatischer Kartonschließer, der die
Pakethöhe je nach Inhalt anpasst. Ein Value-Added-Services-
(VAS)-Bereich wurde zur individuellen Bearbeitung von Bestellungen
gemäß den Kundenanforderungen hinzugefügt. Kontrollscanner
und ein automatischer Etikettierer im Versandbereich
stellen die Rückverfolgbarkeit und Konformität der Sendungen
sicher. Zudem kamen fünf neue, zusätzliche Ausgänge an
der Sortierweiche im Versandbereich hinzu. Zur Steuerung und
Überwachung des kompletten Systems kommt die Software-Suite
Open WCS zum Einsatz.
„Die mit der Installation der Intralogistiksysteme verbundenen
Arbeiten hatten keine Auswirkungen auf die Betriebsabläufe“, betont
Jérôme Provincial, Projektleiter bei Transitic. Und Benjamin
Laffineur, Innovationsmanager bei Log‘S, ergänzt: „Aufgrund der
Flexibilität der Transitic-Systeme ließen sich unsere Prozesse
schnell an die Ziele und Anforderungen unserer Kunden anpassen.
So konnten wir die Verarbeitungskapazität im Versandbereich
verdoppeln.“
WB
Fotos: Transitic
www.transitic.com
36 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
MARKTPLATZ
TEXTILE STRÄNGE BRINGEN ASYMMETRISCHE LASTEN INS LOT
Mit dem neuen Anschlagmittel VariForce ermöglicht SpanSet den schnellen und präzisen
Längenausgleich von Gehängesträngen beim Heben asymmetrischer Lasten. Die textilen
Stränge lassen sich stufenlos und zentimetergenau einstellen. Das vereinfacht die Vorbereitung
des Hebevorgangs, da das Verstellen direkt an der Lastanbindung geschieht – ohne Werkzeug,
mit wenigen Handgriffen.
Die Stränge bestehen aus dehnungsarmem, hochmolekularem Polyethylen (HMPE) und werden
in Deutschland gefertigt. In Kombination mit Bauteilen der ExoSet-Baureihe entsteht ein
Anschlagmittel, das auf bis zu 20.000 Lastwechsel geprüft ist. Die Beschlagteile reduzieren den
Verschleiß und schonen das Gewebe.
VariForce schützt empfindliche Oberflächen beim Heben, etwa bei lackierten oder pulverbeschichteten
Bauteilen. Das System lässt sich im Baukastenprinzip individuell konfigurieren –
mit einer oder zwei Rundschlingen und bis zu vier verstellbaren Strängen. Je nach Ausführung
liegt die Tragfähigkeit zwischen 1,0 und 4,2 Tonnen.
www.spanset.de
SICHERE PERSONEN -
ERKENNUNG
Eine neue Kameralösung
erweitert das Portfolio an
Assistenztechnologien des
Unternehmens Yale Lift Truck
Technologies um ein System
zur Erkennung von Personen
im Lagerumfeld. Das System
überwacht den Bereich um
den Gabelstapler in einem
120°-Sichtfeld bis zu einer
Entfernung von sechs Metern
und warnt den Fahrer bei
Gefahr automatisch. Die
DIE KUNST DES
HEBENS
Hinweise finden optisch,
akustisch oder optional durch
eine spürbare Reduzierung
der Fahrgeschwindigkeit
statt.
Die Lösung ist Teil der
Yale-Reliant-Technologie. Sie
wurde auf Grundlage
umfangreicher realer Bilddaten
entwickelt und ist für
Geschwindigkeiten bis
8 km/h optimiert. Bei
schwachen Lichtstärken passt
sich das System den Umgebungsbedingungen
an. Die
Kamera ist an der Rückseite
des Fahrzeugs angebracht.
Akustische und visuelle
Warnungen werden gestoppt,
sobald sich der Stapler von
erkannten Personen entfernt.
www.yale.com
Schwere Motoren zum Schweben
bringen und präzise auf den Punkt
an ihren Einbauort dirigieren:
Kein Kunststück, sondern Arbeitsalltag
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PRODUKTE UND SYSTEME
NEUES MONTAGESYSTEM TRANSPORTIERT WERKSTÜCKE
BIS 700 KG PRO STRECKENMETER
SCHWERE LASTEN MEISTERN
NEUE TRANSPORTWEGE
In der industriellen Fertigung steigen die
Anforderungen an flexible Montagesysteme
stetig. Mit dem neuen FMS Max präsentiert die
MiniTec GmbH, Schönenberg-Kübelberg, eine
Weiterentwicklung ihres bestehenden
Fördertechnikportfolios. Das flexible
Montagesystem transportiert dreimal schwerere
Werkstücke als das bereits in der Praxis erprobte
FMS-Transportsystem. Die Neuentwicklung ist
für serielle Montage- und Fertigungsprozesse
konzipiert und eignet sich für manuelle sowie
automatisierte Produktionsabläufe.
FMS Max wurde für
serielle Montage- und
Fertigungsprozesse
entwickelt und eignet
sich für manuelle
sowie automatisierte
Produktionsabläufe
Der Einsatz von Fördertechniklösungen richtet sich in
der Regel nach den Anforderungen des Transportguts
und der Einsatzbereiche. MiniTec hat das neue Montagesystem
FMS Max gezielt für den Einsatz in seriellen
Montage- und Fertigungsprozessen entwickelt. Es eignet sich
sowohl für manuelle als auch automatisierte Produktionsabläufe.
Aufgrund der modularen Bauweise lässt sich das System flexibel
in unterschiedliche Linienkonfigurationen integrieren. Die
hohe Tragfähigkeit macht FMS Max zur Lösung für den Transport
von schweren und großvolumigen Bauteilen in anspruchsvollen
Industrieumgebungen. Basierend auf dem FMS-Transportsystem
kann die Neuentwicklung nun dreimal so schwere
Werkstücke wie dieses transportieren – das heißt: Lasten von bis
zu 700 kg pro Streckenmeter.
EFFIZIENTER MATERIALFLUSS
Die Werkstückträger oder Paletten werden auf Staurollenketten
transportiert, was einen effizienten Materialfluss ermöglicht. Der
Abstand zwischen diesen Staurollenketten lässt sich an die projektspezifische
Palettengröße anpassen. Dadurch kann das
Transportsystem auf individuelle Anforderungen abgestimmt
werden und bietet vielseitige Anwendbarkeit in unterschiedlichen
Industrieumgebungen.
38 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Mithilfe pneumatischer oder elektrisch betätigter Stopper, die in
verschiedenen Größen und mit Dämpfung erhältlich sind, können
die Paletten angehalten werden. Für automatisierte Prozesse
mit Robotern oder Bearbeitungsmaschinen stehen Indexier- beziehungsweise
Positioniereinheiten mit hoher Präzision und
Wiederholgenauigkeit zur Verfügung.
Darüber hinaus sind alle Montagelinien des FMS-Max-Systems
kompatibel mit dem MiniTec-Aluminiumprofilsystem, was die
Voraussetzungen für eine schnelle und modulare Integration mit
weiteren Systemlösungen aus dem Portfolio des Herstellers
schafft.
FLEXIBLER EINSATZ
Wichtige Merkmale für den Einsatz in der Praxis sind unter anderem
der einfache Zugang zu den Werkstückträgern (von allen Seiten),
das exakte Positionieren der Werkstückträger durch Zentrierbuchsen,
das einfache Ein- und Ausschleusen sowie die Möglichkeit,
die Transportrichtung zu wechseln. Die integrierten Lifte
erlauben ein senkrechtes Anheben mit pneumatischem oder
elektrischem Antrieb. Die Werkstückträger lassen sich zudem
stauen und puffern. FMS Max benötigt nur wenig Platz und lässt
sich einfach in den Materialfluss integrieren und erweitern.
Fotos: MiniTec
www.minitec.de
Technische Daten: FMS und FMS Max
Einsatzgebiete
FMS
Kleine, mittlere und
große Bauteile, zum
Beispiel Stoßdämpfer,
Armaturenbretter,
Waschmaschinen,
Scheinwerfer
usw.
FMS Max
Mittlere und
große Bauteile,
zum Beispiel
Motorblöcke,
Getriebe, Achsen,
Batteriepacks
usw.
Belastungen bis zu 150 kg/m bis zu 700 kg/m
Führungsbreiten 160 bis 1.000 mm 350 bis 1.800 mm
Länge
Werkstückträger
Streckenlänge
pro Antrieb
160 bis 2.000 mm 350 bis 2.500 mm
bis zu 20 m
bis zu 10 m
Last pro Antrieb bis zu 1.200 kg bis zu 3.000 kg
Geschwindigkeiten bis zu 18 m/min bis zu 18 m/min
Staubetrieb
Antrieb
Staurollenkette
oder Gurt
E-Motor, Riemenscheibe,
Kettenrad
Schwerlast-
Staurollenkette
E-Motor,
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Quelle: MiniTec
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FACHPACK
FACHPACK 2025 ERWEITERT ANGEBOT UM STARTUP-SUMMIT
VERPACKUNGSBRANCHE TRIFFT SICH
MIT FRISCHEN INNOVATIONEN
F+H EXTRA
Die Verpackungsbranche versammelt sich vom
23. bis 25. September 2025 zur Fachpack im
Messezentrum Nürnberg. Die europäische
Fachmesse erweitert ihr Portfolio um den
„FuturePack – The European Packaging Startup
Summit“ am Vortag der Messe. Start-ups
präsentieren dort ihre Lösungen in drei
Kategorien: Forschungsinnovationen,
frühphasige Entwicklungen und marktreife
Technologien. Ein Rahmenprogramm mit
Fachforen, Networking-Events und dem Student
Day ergänzt das Angebot.
Die Fachpack 2025 positioniert sich unter dem Leitthema
„Transition in Packaging“ als zentrale Plattform für den
Dialog über nachhaltige und digitale Transformation
der Verpackungsbranche. Die Kombination aus etablierter
Fachmesse – rund 1.400 Aussteller zeigen in elf Messehallen
ihre Produkte und Services –, innovativen Formaten und umfassendem
Rahmenprogramm macht die Veranstaltung zum Pflichttermin
für alle Akteure der Verpackungswertschöpfungskette.
Am 22. September 2025 findet erstmals der „FuturePack – The
European Packaging Startup Summit“ statt. Die Futury GmbH organisiert
die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Fachpack
und EIT Food. Das Ziel besteht darin, Verpackungsinnovatoren
eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre Lösungen vor dem offiziellen
Messebeginn präsentieren können.
Mehr als 25 Start-ups stellen ihre Entwicklungen in drei Kategorien
vor: Innovation aus der Forschung umfasst Technologien
in der Frühphase und potenzielle Spin-offs von Universitäten. Innovation
in der Frühphase zeigt vielversprechende Start-ups aus
dem EIT-Food-Ökosystem. Innovation in der späteren Phase präsentiert
marktreife Lösungen für reale Herausforderungen.
40 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
FACHPACK
F+H EXTRA
Die Aussteller der Fachpack 2025 bilden die komplette
Verpackungs-Wertschöpfungskette ab. Im Fokus stehen
Packstoffe & Packhilfsmittel sowie Verpackungstechnologie-
Lösungen. Beide Hauptsegmente werden durch Intralogistiklösungen
ergänzt (Aufnahme: Fachpack 2024)
Die Teilnehmer erwarten energiegeladene Start-up-Pitches, Expertenrunden
und Keynotes von Branchenpionieren. Eine Jury
kürt die drei besten Start-ups vor Ort. Die Gewinner erhalten die
Chance, ihre Verpackungsinnovationen am ersten Messetag im
Forum Innovationbox zu präsentieren und direkt mit Industriepartnern
zu diskutieren.
Der Summit richtet sich an verpackungsnahe Start-ups, Unternehmen,
Forscher, Verpackungsexperten, Nachhaltigkeitsexperten
und Investoren. Alle Akteure, die sich der Förderung von
Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Innovation verschrieben
haben, profitieren von der Veranstaltung.
UMFASSENDES RAHMENPROGRAMM
Das vielfältige Begleitprogramm der Fachpack 2025 setzt wichtige
Impulse für die sich wandelnde Branche. In Fachpack-Foren geben
Branchenexperten Einblicke in aktuelle Herausforderungen
und zeigen konkrete Strategien auf.
Die Packbox behandelt zukunftsweisende Themen wie den
Einsatz von künstlicher Intelligenz in Entwicklung und Produktion.
Strategien zur Umsetzung der EU-Verpackungsordnung
PARALLEL LAUFENDE POWTECH TECHNOPHARM
ERWEITERT ANGEBOT
Zeitgleich zur Fachpack findet in den Hallen 9 bis 12 die Powtech
Technopharm statt. Die internationale Fachmesse für Technologien
zur Verarbeitung von Pulvern, Feststoffen und Flüssigkeiten
ergänzt das Angebot der Verpackungsmesse perfekt. Mit einem
Fachpack-Ticket erhalten Besucher auch Zutritt zur Powtech
Technopharm.
Fotos: NürnbergMesse / Thomas Geiger
www.fachpack.de
DIE FACHPACK IST AUCH
FÜR INTRALOGISTIKER
EINE REISE WERT
(PPWR) und Kreislaufwirtschaftsmodelle stehen ebenfalls im Fokus.
Internationale Markttrends, nachhaltige Materialien und regulatorische
Entwicklungen werden intensiv beleuchtet.
Im Ausstellerforum Innovationbox präsentieren Fachpack-
Aussteller ihre Produktneuheiten und Prozessinnovationen in
kompakten Vorträgen.
NETWORKING UND NACHWUCHSFÖRDERUNG
IM MITTELPUNKT
Das Networking-Event „Women4Packaging“ geht zum zweiten
Mal an den Start. Die Veranstaltung bietet Frauen der Branche eine
Plattform zum Austausch und zur gegenseitigen Stärkung. Diverse
Stationen zu unterschiedlichen Themen stehen im Mittelpunkt.
Der Student Day am dritten Messetag ermöglicht den interaktiven
Austausch zwischen Unternehmensvertretern und Studenten
der Studiengänge Verpackungstechnologie, Nachhaltigkeit
und Produktdesign. Unternehmen lernen potenzielle zukünftige
Mitarbeiter kennen und erhalten frische Ideen von der jungen
Generation.
Der Pavillon Alternative Verpackungslösungen in Halle 3 thematisiert
innovative Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden
Rohstoffen. Die Kooperation mit der Agentur pacoon präsentiert
im moderierten Forum Solpack 6.0 Fokusthemen rund um
alternative und nachhaltige Verpackungslösungen.
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F+H EXTRA FACHPACK
VAKUUMGREIFSYSTEME OPTIMIEREN
HANDHABUNG SENSIBLER WARE
PHARMA UND FOOD
SICHER AUTOMATISCH
VERPACKEN
F+H EXTRA
Die Lebensmittel- und Pharmabranche benötigt
für ihre empfindlichen Erzeugnisse vielfältige
Verpackungslösungen, um die Waren
automatisiert zu handhaben und zu
transportieren. Der Vakuumspezialist Schmalz
hält eine breite Palette an Vakuumkomponenten
und -systemen bereit, die für die Automatisierung
in diesen Branchen entwickelt wurden.
Verpackungen müssen unterschiedliche Anforderungen
erfüllen und beeinflussen die Kundenzufriedenheit. Dabei
geht der Trend hin zu recycel- und kompostierbaren
sowie plastikfreien Materialien. Darüber hinaus setzen
sich smarte Verpackungen zur Frischeanzeige und individualisierte
Designs in vielen Anwendungen durch.
Produktverpackungen sind international unterschiedlich und
unterliegen einer hohen Änderungsdynamik. „Für die Automatisierung
der Verpackungslinien bedeutet dies, dass die Maschinen
und Automatisierungslösungen flexibler werden müssen, um unterschiedliche
Werkstoffe zu handhaben“, sagt Thomas Lichtenberger,
Leiter Vertrieb bei Schmalz in Glatten. „Wir entwickeln
Lösungen, die Effizienz und Ergonomie vereinen. Damit können
Betreiber zeitnah auf neue Anforderungen reagieren und ihren
Automationsgrad steigern.“
FEINFÜHLIG UND HYGIENISCH
Die menschliche Hand ist unübertroffen, wenn es darum geht,
vielgestaltige Objekte präzise und sicher zu bewegen. Der neue
Fingergreifer „mGrip“ von Schmalz ahmt die Gliedmaße einer
Hand nach und wird so als handähnlicher Greifer für automati-
VAKUUMGREIFER-LÖSUNGEN
VEREINEN EFFIZIENZ UND
ERGONOMIE
sierte Anwendungen nutzbar. Mithilfe zirkular oder parallel angeordneter
Fingermodule können runde sowie längliche Werkstücke
sicher und schonend gehandhabt werden. Der pneumatisch
gesteuerte Fingergreifer im Hygienic-Design ermöglicht
eine präzise Anpassung an unterschiedliche Produkte, zum Beispiel
durch die Regulierung der Greifkraft. Dadurch werden auch
empfindliche Güter wie Backwaren und Obst sensibel bewegt. So
lässt sich ein schnelles Picking rund um die Uhr realisieren.
Im Reinraum gelten strenge Anforderungen in puncto Luftreinheit
respektive Partikelfreiheit und Hygiene. Der Vakuumschlauchheber
„PalVac Sprint Hygienic“ erfüllt die Hygienestandards
im Reinraum und ermöglicht das sichere, ergonomische
Bewegen von Lasten bis 100 kg in kontaminationsfreien Umgebungen.
Die leicht zu reinigenden Oberflächen aus Edelstahl und
lebensmittelkonformen Materialien sind ideal für die Pharma-,
Food- und Chemieindustrie.
LEBENSMITTELECHT UND ROBUST
Die verschleißfesten Balgsauggreifer vom Typ FSG SI-HD sind für
automatisierte Anwendungen in den Branchen Pharma und
Food ausgelegt. Die Greifer bestehen aus lebensmittelkonformem
Silikon, das von der Food and Drug Administration (FDA)
zertifiziert ist. Das Kürzel „HD“ steht für Heavy Duty, denn das
Material hält auch stark abrasiven Werkstoffen stand und ist zwischen
-30 und 180 °C temperaturbeständig. So können die Sauger
zum Beispiel Spritzen, Ampullen oder „Vials“ in dynamischen
Prozessen sicher greifen. „Unternehmen profitieren von großen
Wartungsintervallen, denn das robuste Material hat eine lange
42 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
FACHPACK
F+H EXTRA
01
01 Mithilfe der anschmiegsamen
und weichen Dichtlippe
greift der Balgsauggreifer PSPF
problemlos auch Beutel mit
starker Faltenbildung
02 Der Strömungsgreifer SFG
im Hygienic-Design wartet mit
einer hohen Saugleistung auf
und ist für hochdynamische
Prozesse ausgelegt
02
Standzeit“, erklärt Lichtenberger. Dies sorge nicht nur für eine hohe
Produktivität, sondern auch für eine Kostenersparnis, da weniger
Ersatzteile erforderlich seien.
Für Palettierprozesse hat Schmalz die Balgsauggreifer SPB1 /
SPF / SPB2 im Programm. Auch diese Greifer zeichnen sich durch
lange Standzeiten aus. Möglich macht dies der Werkstoff Elastodur
ED-65, der im Vergleich zu Nitrilkautschuk (NBR) die dreifache
Einsatzdauer schafft – selbst bei abrasiven Verpackungen
wie Pappschachteln. Aufgrund ihrer Eigenstabilität eignen sich
die Sauger für dynamische Prozesse. Mithilfe der großen, effektiven
Saugfläche lassen sich Kartons auch unter großer Krafteinwirkung
schnell, sicher und präzise handhaben.
AMORPHE VERPACKUNGEN SICHER GREIFEN
Beutel sind eine ressourcenschonende Möglichkeit, Flüssigkeiten
und Schüttgüter zu verpacken. Doch sie sind schwierig im
Handling, da sie biegeschlaff und damit schwer zu greifen sind.
Die Balgsauggreifer PSPF sind mit einer anschmiegsamen und
weichen Dichtlippe ausgestattet, die auch auf Tüten mit starker
Faltenbildung passgenau abdichtet. Balg und Dichtlippe sind
durch eine Zweikomponentenverbindung vereint, sodass die
Vorzüge beider Werkstoffe in einem Sauger kombiniert werden.
Damit ermöglicht diese Lösung die prozesssichere Handhabung
von Beuteln mit flüssigem, festem oder pulverförmigem Inhalt
sowie von Säcken mit geringem Füllgrad. Vor allem in Verbindung
mit Delta-Robotern, zum Beispiel für Case-Packing- oder
Pick-and-Place-Anwendungen, sorgt der PSPF-Greifer für
schnelle und stabile Verpackungsabläufe.
Mit dem Strömungsgreifer SFG im Hygienic-Design hat Schmalz
eine weitere Lösung für Lebensmittel im Portfolio. Aufgrund seiner
kompakten und leichten Bauform bei hoher Saugleistung
meistert er hochdynamische Prozesse. Er kommt vor allem dann
zum Einsatz, wenn strukturierte Werkstücke wie Backwaren automatisiert
bewegt werden müssen. Auch eine metalldetektierbare
Version ist verfügbar.
Der neue Sackgreifer PSSG-X zeichnet sich durch ein geringes
Gewicht aus und handhabt Papier-, Kunststoff- und Gewebesäcke
automatisch. Selbst unvollständig befüllte Gebinde greift er sicher.
EFFIZIENT UND LEISTUNGSSTARK
Damit der Unterdruck zum Sauger kommt, braucht es die richtige
Vakuumerzeugung. Dafür bietet sich zum Beispiel der Mehrstufenkompaktejektor
SCPL an, der das Vakuum bei niedrigem
Druckluftverbrauch effizient bereitstellt. Er bewegt poröse Werkstücke
wie Kartonagen durch sein hohes Saugvermögen mühelos.
Bei saugdichten Materialien wie beschichtete Kartons sorgt
eine optional zuschaltbare Luftsparregelung für einen sparsamen
Betrieb. Zusammen mit Flächengreifsystemen und Saugtraversen
evakuieren die Multitalente auch große Volumina. Der Hersteller
hat Ventiltechnik und Vakuum-Überwachung in das Gerät integriert.
Damit benötigen Betreiber keine externe Lösung zur Steuerung
des Vakuumsystems.
Fotos: Schmalz
www.schmalz.com
Halle 7,
Stand
7-571
25
Sicheres, platzsparendes und
produktives Handling
Hall 7 / Booth
Number 7-602
combilift.com
F+H EXTRA
FACHPACK
NACHHALTIGKEIT WIRD DIGITAL: IOB
OPTIMIERT MEHRWEGKREISLÄUFE
Mit IOB – Internet of Bins &
Containers schafft Bito-Lagertechnik
digitale Transparenz
für den Materialfluss:
Über das digitale Behältermanagement
wird der
Behälterstatus in Echtzeit
erfasst, überwacht und
somit der komplette
Prozess im Bereich des Behältereinsatzes optimiert. Digital
statt analog, dynamisch statt statisch und online
statt offline sorgt das Serviceangebot durch die
Kontrolle des Behälterschwunds und die ideale
Nutzung der Behälterbestände für eine höhere
Ressourceneffizienz und mehr Nachhaltigkeit.
www.bito.com
Dr.-Ing. Chr. Beumer, Beckum;
Prof. Dr.-Ing. J. Fottner, München;
Prof. Dr.-Ing. K. Furmans, Karlsruhe;
Prof. Dr. M. ten Hompel, Dortmund;
Prof. Dr.-Ing. R. Jansen, Dortmund;
Prof. Dr. K.-O. Schocke, Frankfurt;
Prof. Dr.-Ing. habil. L. Schulze, Hannover;
Prof. Dr.-Ing. R. Schulz, Stuttgart
Halle 6,
Stand
6-340
TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT
AUTOMATISIERTE KARTONPLANUNG SENKT
MATERIALVERBRAUCH
Überdimensionierte Versandkartons mit viel Füllmaterial
verursachen unnötige Kosten und belasten die Umwelt. Die
neue EU-Verpackungsverordnung „Packaging and Packaging
Waste Regulation“ (PPWR), die ab August 2026 gilt, begrenzt
den Anteil an Füllmaterial auf maximal die Hälfte des Kartonvolumens.
Das
bedeutet für viele
Unternehmen eine
Umstellung ihrer
Prozesse. Der
Systemintegrator
Unitechnik präsentiert
auf der
Fachpack 2025
Lösungen, die
schon heute diese
Anforderungen
erfüllen. Herzstück ist die im Lagerverwaltungssystem „Uni-
Ware“ integrierte Case Calculation. Sie berechnet anhand
präziser Artikelstammdaten automatisch die passende Kartongröße
und optimiert die Packreihenfolge. Die Kommissionierung
geschieht direkt in den ausgewählten Karton. Für große
Verpackungen ergänzt eine automatische Kartonverdeckelungsmaschine
den Prozess: Sensoren messen den
Füllstand, schneiden die Seiten ein und verschließen
den Karton mit passgenauem Deckel. Das
spart Material, reduziert Transportvolumen und
senkt den CO 2
-Ausstoß.
www.unitechnik.com
Halle 7A,
Stand
7A-613
IMPRESSUM
erscheint 2025 im 75. Jahrgang,
ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130
REDAKTION
Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer (WB)
Tel.: 06131/992-321, E-Mail: w.bauer@vfmz.de
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44 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
CRAEMER GEFAHRGUTBOXEN FÜR
LITHIUM-IONEN-BATTERIEN
Repair, Reuse und Recycling von Lithium-Ionen-Batterien
aus dem Mobilitätssektor: Ein Joint Venture
setzt auf Craemer Gefahrgutboxen für eine sichere
Batterieaufbereitungslogistik. Akkumulatoren und
Batterien mit Lithium erfordern einen hochsensiblen
Umgang streng nach Gesetz. 2023 haben ein
Logistikdienstleister und ein Recyclingunternehmen
eigens ein Joint Venture gegründet, um Lagerung, Transport und Recycling von
Gefahrgut rundum sicher aus einer Hand zu betreiben. Die international agierenden
Partner mit Sitz in Deutschland, Tochtergesellschaften eines renommierten, familiengeführten
Konzerns, setzen bei ihrer Unternehmenskooperation auf die UN-zertifizierte
CB3 Palettenbox von Craemer. Die Gesellschaft arbeitet an allen Stationen des
ganzheitlichen Recyclings der zumeist aus der Automobilindustrie stammenden
Lithium-Ionen-Batterien mit CB3 Gefahrgutboxen. Die UN-zertifizierte Palettenbox im
Industriemaß (1237 x 1036 x 766 mm mit Deckel) mit drei Kufen und Spanngurten hat
ein Volumen von 610 Litern. Die Bruttomasse beträgt bis zu 438,8 kg. Rund 1.300
Craemer Palettenboxen sind seit etwa einem Jahr im Einsatz – mit positivem
Nutzungsfazit: „Die CB3 haben sich als hochzuverlässig beim Umgang mit
unseren Gefahrgutelementen erwiesen“, so ein Unternehmensvertreter.
www.craemer.com
Halle 4,
Stand
4-116
Anzeige
WANDLUNGSFÄHIGE SYSTEMLÖSUNG TRANSPORTIERT SCHWERE LASTEN
Die Transportlösung Lift2move solution von Expresso lässt sich über digitale Schnittstellen in
Industrie-4.0-Umgebungen integrieren. Die Modellpalette umfasst drei Einmast-Varianten mit
Tragfähigkeiten von bis zu 250 kg und eine Doppelmast-Variante mit bis zu 400 kg Traglast. Alle
Modelle lassen sich mit unterschiedlich dimensionierten Fahrwerken kombinieren. Der elektrisch
betriebene Hubmast nimmt spezielle oder bedarfsgerecht konstruierte Lastaufnahmen auf. Die
Lösung lässt sich produkt- und prozessspezifisch maßschneidern – als Hub- und Kippsystem, als
Wende- und Haltesystem oder als Zu- und Abführlösung. Technische Highlights bilden
die kompakten Flyweight-Akkupacks mit Lithium-Eisenphosphat-Technologie sowie
die sensorische Fehlerdiagnose mit visueller Signalgebung. Optional verfügbar ist
die „Vertical Position Control“ zum automatischen Anfahren von bis zu acht
programmierbaren Hubmast-Positionen.
www.expresso.de
Halle 7,
Stand
7-652
ZIELVORGABE: PRÄZISION
Der automatische Etikettierer Roxi basiert auf der praxiserprobten
Technologie der Hermes-Industriedrucker von cab. Vorbedruckte
Selbstklebetiketten lassen sich in einer Fertigungslinie
automatisch
spenden. Der
Masterencoder, ein
Drehgeber oder
Lineargeber, hält
den Etikettenvorschub
automatisch
synchron zur
Geschwindigkeit
eines Produkts oder dessen Verpackung auf einem Transportband.
Das sorgt für Präzision beim Anbringen von Etiketten bei
Geschwindigkeiten bis 30 m/min, sowohl auf ebenen als auch
auf vertieften Flächen.
Montagesäulen, Stative, Verbindungskabel und weitere
Optionen ermöglichen die betriebsfertige Installation
des Etikettierers. Das Gerät kann in allen
Einbaulagen betrieben werden und deckt rund
80 Prozent der gängigen industriellen Etikettieranwendungen
ab.
www.cab.de
Halle 7,
Stand
7-544
MATERIALFLUSS
BESCHLEUNIGEN
Knapp bemessene
Lagerflächen erfordern
effiziente Lösungen, um
Materialfluss und Raumausnutzung zu verbessern. Schmalganggelenkstapler
des Typs Aisle Master ersetzen mehrere
Staplervarianten und transportieren Güter direkt vom Betriebshof
zu den Regalen. Dadurch werden Abläufe beschleunigt. Mit
einer Tragfähigkeit von bis zu drei Tonnen und Hubhöhen bis
15 m nutzen sie den verfügbaren Raum optimal. Die Mindestgangbreite
von 1,6 m ermöglicht eine Erhöhung der Lagerkapazität
um bis zu 50 Prozent, ohne Umbau oder Standortwechsel.
Auch die Deichselstapler von Combilift mit patentierter
Mehrpositions-Deichsel optimieren Lagerflächen und erhöhen
die Sicherheit des Personals in stark frequentierten Bereichen.
Das Unternehmen UN1F1ED2 Global Packaging in Irland
konnte mit Aisle-Master-Staplern seine Lagerdichte
auf 3.000 Paletten steigern und zugleich den
Fahrzeugbedarf reduzieren. Verbesserte Manövrierbarkeit
und verkürzte Transportwege steigern
dort die Effizienz nachhaltig.
www.combilift.com
Halle 7,
Stand
7-602
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 45
PRODUKTE UND SYSTEME
FÖRDERTECHNIK
MATERIALFLUSS
LOGISTIK 4.0
AUF DEN
PUNKT
GEBRACHT
MANFRED WEBER,
REDAKTEUR
Das Internet ist voll mit nützlichen,
aber auch überflüssigen Inhalten. Wir
filtern für Sie die Informationsflut und
recherchieren Inhalte mit echtem
Nutzwert für den Intralogistiker
Tagtäglich sind wir im Internet einer riesigen Informationsflut ausgesetzt. Da wird es
schwer, den Überblick zu behalten. Doch f+h hilft! Denn wir selektieren nicht nur
entsprechende Pressemeldungen, sondern durchforsten für Sie auch Websites, Business-
Netzwerke und soziale Medien und filtern spannende Dinge heraus. Ab sofort finden Sie
an dieser Stelle unsere Highlights aus der digitalen Welt der Intralogistik.
KI-GESTÜTZTE TOURENPLANUNG
Die auf Soft- und Hardwarelösungen für die Logistikbranche
spezialisierte Arealcontrol GmbH präsentiert eine KI-gestützte,
automatisierte Routen- und Tourenplanung. Die Innovation
erweitert die Telematik-Lösungen, die das Unternehmen unter der
Marke „All You Can Fleet“ anbietet. Für die Neuentwicklung hat
Arealcontrol das automatische Erstellen und Disponieren regelmäßig
wiederkehrender Aufträge in sein System integriert. Diese als
SaaS-Lösung aus der Private Cloud angebotene Plattform ist
aufgrund ihrer Flexibilität und Modularität branchenübergreifend
einsetzbar – von der Depot-Befüllung bis zu wiederkehrenden
Wartungsarbeiten und Dienstleistungen. Die Neuerung zielt
darauf ab, die Disposition zu beschleunigen und gleichzeitig Touren
zu optimieren sowie Kosten zu minimieren.
WWW.AREALCONTROL.DE
GEFAHRGUT-DATENBANK GEHT
ONLINE
Im Zuge ihrer Open-Source-Strategie stellt die
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
(BAM) ihre Gefahrgut-Datenbank künftig kostenfrei
online bereit. Sie leistet damit einen maßgeblichen
Beitrag zur digitalen Transformation und Standardisierung
im Gefahrgutbereich. Die Datenbank
„Gefahrgut“ (DGG) liefert aufbereitete Informationen
der Vorschriften für die Beförderung gefährlicher
Güter auf Straße, Schiene, Binnenwasserstraße,
See und in der Luft. Zielgruppe sind vor allem
Behörden und Unternehmen, die Gefahrguttransporte
planen, durchführen oder kontrollieren und
die regulatorischen Daten in eigene Anwendungen
integrieren möchten.
WWW.DGG.BAM.DE
46 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
DIE TOP
ONLINE-ARTIKEL
DER F+H WEBSITE
CONSTANTIA TEICH ERWEITERT MIT
VOLLERT
Aluminium-Coil-Hochregallager ausgebaut
bit.ly/vollert-fuh-25
KIK STÄRKT LOGISTIK MIT LFS-EINSATZ
Softwarehaus Ehrhardt Partner verantwortete
Implementierung und Hypercare-Phase
bit.ly/epg-fuh-25
SHELF-AMR ERSETZT UMLAUFREGALE
Mobile Roboter unterstützen im Telekom-Zentrallager
die Kleinteileabwicklung
bit.ly/winba-fuh-25
An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die
fünf meist gelesenen Artikel des Monats
auf unserer Internetpräsenz
Das Ranking umfasst alle Seitenaufrufe im 2-Monats-Zeitraum
bis ca. 2-3 Wochen vor Erscheinungstermin dieser Ausgabe. Die
Berechnungsbasis von 100% entspricht der Summe der fünf Plätze.
FILICS SICHERT FINANZIERUNG
SEINER ROBOTIK-PLATTFORM
13,5 Mio. Euro fließen in Produktentwicklung
bit.ly/filics-fuh-25
SSI SCHÄFER REALISIERT LOGISTIK-
ZENTRUM FÜR APOTEA
Lösung steigert Effizienz und Skalierbarkeit
bit.ly/schäfer-fuh-25
EXCLUSIVE
CONTENT
nur online
www.bit.ly/rfidkon-fuh-2025
Wir schaffen logistische Verbindungen.
Individuelle Planung und Konstruktion
direkt vom Hersteller – Made in Germany
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RFID KONSORTIUM UNTERSTÜTZT
BEIM DIGITALEN PRODUKTPASS
Das RFID Konsortium, Full-Service-Lösungsanbieter
für Auto-ID und Digitalisierungsprojekte, liefert mit
seinem „DPP-KickStart“-Paket auf Basis von RFID-
Technologie einen praxisnahen Einstieg in den Digitalen
Produktpass (DPP). In einem Pilotprojekt wird der DPP
innerhalb von vier Monaten zunächst für ein Produkt definiert
und kann später auf zusätzliche Produkte ausgeweitet werden.
Produzierende Unternehmen gewinnen so frühzeitig wertvolle
Erkenntnisse für eine umfassendere Umsetzung. Der DPP bildet
den kompletten Lebenszyklus eines Produkts ab.
Typ BK - Mittelachsrampe
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VON DAMALS BIS HEUTE
2010er
1975
Das erste Produkt – eine
präzisionsgefertigte
Kreuzrollenführung
Einführung der ersten
Linearführungen und
Teleskopschienen
Expansion in
internationale
Märkte
Umzug des italienischen
Standortes in eine neue
Produktionsstätte
1975
1980er
1990er
2001
50 JAHRE ROLLON
TRADITION TRIFFT AUF VISION
Fünf Jahrzehnte Innovation prägen die
Erfolgsgeschichte eines Pioniers der
Lineartechnik. Rollon, weltweit agierender
Anbieter linearer Antriebstechnik, feiert 50 Jahre
wegweisender Entwicklungen im Bereich der
Lineartechniklösungen und treibt gleichzeitig
die strategische, globale Expansion weiter voran.
Das Unternehmen wurde im Jahr 1975 in einer kleinen
Werkstatt in Norditalien gegründet und steht heute an
der Spitze in der Lineartechnik. Die Unternehmensgruppe
vereint verschiedene Marken unter einem Dach,
ist in elf Ländern vertreten, verfügt über 14 Produktionsstätten
und beschäftigt weltweit mehr als 1.200 Mitarbeiter. Ein Fokus
der Geschäftstätigkeit liegt auf der Entwicklung und Produktion
anwendungsspezifischer Lösungen.
„Bei Rollon hat unser unerschütterliches Engagement für Innovation,
Qualität und Präzision fünf Jahrzehnte Erfolg beflügelt
und uns als vertrauenswürdigen globalen Partner für Automatisierungs-
und Lineartechniklösungen etabliert. Innovation
steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir möchten die Zukunft
gestalten, die Entwicklung der Fertigung sowie der Welt um uns
herum vorantreiben und unseren Kunden intelligentere, zuverlässigere,
nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen bieten“,
macht Rüdiger Knevels, Chief Executive Officer (CEO) von Roll on,
deutlich.
KONTINUIERLICHE WEITERENTWICKLUNG
Die Strategie ist auf Wachstum und Innovationen ausgerichtet. In
den 1990er-Jahren expandierte das Unternehmen international in
wichtige Märkte und eröffnete Niederlassungen in Deutschland,
Frankreich, den Niederlanden und den USA. Später folgten China
48 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Erweiterung des
Produktportfolios
um fortschrittliche
Linearantriebssysteme
für die Robotik
und Fertigung
Rollon wird Teil der
Timken Company und
zur Flaggschiffmarke für
Lineartechnik innerhalb
des Geschäftsbereichs
Industrial Motion
Digitale
Plattform
„myRollon“
vorgestellt
Das Gebäude des neuen
Hauptsitzes in Düsseldorf
wurde nach aktuellen Nachhaltigkeitsstandards
errichtet
und vereint die Produktion,
ein Logistikzentrum sowie
einen Showroom
2010er
2018
2022 2025
2025
2022
und Indien sowie Vertriebsbüros in Großbritannien und Brasilien.
Akquisitionen wie Elmore (2011), Technocenter und Hegra (beide
2015), TMT (2016), T-Race (2017), iMS (2021) sowie Nadella und
Rosa Sistemi (beide 2023) erweiterten das Produktportfolio und
eröffneten neue Möglichkeiten und Anwendungsfelder vor allem
in Bezug auf Systemlösungen. Seit dem Jahr 2018 ist Rollon Teil
der Timken Company und Flaggschiffmarke für Lineartechnik
innerhalb des Geschäftsbereichs Industrial Motion. Das Sortiment
umfasst Linearführungen, Teleskopschienen, Linearachsen,
Mehrachssysteme, Kugelgewindetriebe sowie Gelenkköpfe.
DIGITALE TRANSFORMATION
Im Laufe der Jahre hat das Unternehmen auch die digitale Transformation
konsequent vorangetrieben und strategisch in Schlüsseltechnologien
und -Tools investiert. Ein Beispiel ist „myRollon“.
Dabei handelt es sich um eine intuitive, benutzerfreundliche digitale
Arbeitsplattform, die die Auswahl und Konfiguration von
Linear- und Rotationskomponentenlösungen optimiert. „Unsere
Investitionen in fortschrittliche Tools und Plattformen spiegeln
unser Engagement für die Vereinfachung der ‚Customer Journey‘
wider und bilden die Grundlage für weitere digitale Innovationen.
Durch ein intuitives und vernetztes digitales Erlebnis verbessern
wir beispielsweise den Zugriff auf unsere Lösungen und
deren Konfiguration“, so Knevels.
EINWEIHUNG ZWEIER NEUER WERKE
Im Juni wurde das neue Werk in den USA (Michigan) und im Juli
das deutsche Werk (Düsseldorf) eröffnet. Die Investitionen in
größere Anlagen in zwei strategischen Märkten verbessern die
Produktionskapazitäten und ermöglichen schnelle Lieferzeiten.
So kann das Unternehmen seinen internationalen Kundenstamm
besser mit maßgeschneiderten Lösungen versorgen. WB
Fotos: Rollon
www.rollon.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/07 49
MENSCHEN UND MÄRKTE
FÖRDERTECHNIK
MATERIALFLUSS
LOGISTIK
ANDREA SCHULTE
Wenn Sie eine berühmte Persönlichkeit
treffen dürften: Wer wäre es und
warum?
Leonardo da Vinci, ich würde mich
gerne mit ihm über seine Erfindungen
und seine Kunst unterhalten und ihm
zeigen, was wir heute auf der Welt erreicht
haben.
Ein Buch, das man gelesen haben
sollte.
Autobiographie eines Yogis von Paramahansa
Yogananda. Eine wunderbare
Lebensgeschichte eines tiefsinnigen
und spirituellen Yogis.
Welcher Ratschlag hat Ihnen in Ihrem
Berufsleben am meisten geholfen?
Meine Oma sagte immer zur mir:
„Nutze deinen gesunden Menschenverstand.“
Könnte KI Ihren Job übernehmen?
Sicher nicht. Als Geschäftsführerin
sind Empathie und ein gutes Bauchgefühl
wichtige Eigenschaften für das
Unternehmerleben.
Wie sind Sie zur Intralogistik
gekommen?
Als ich 1993 in unser Unternehmen
kam, stellten wir bereits Haushaltsregale
her. Es bereitete mir viel Freude,
das Geschäftsfeld Industrieregale in
unserem Unternehmen aufzubauen.
PERSON
Nach dem Abitur Banklehre bei der Deutschen
Bank. Danach Studium an der European Business
››ZUR
School in Oestrich-Winkel mit Auslandsaufenthalten
in Paris, London und Spanien. Abschluss als
Dipl.-Betriebswirtin. Seit dem Jahr 1993 im
eigenen Familienunternehmen Gebr. Schulte
GmbH & Co. KG, Sundern (Sauerland), tätig.
Wie sieht die erste Stunde ihres Tages
aus?
Früh aufstehen und dann 30 Minuten
schwimmen gehen.
Wie können Sie am besten vom Alltag
abschalten?
Beim Golf spielen.
Was hat Sie dazu bewegt, den Weg
einzuschlagen, den Sie heute gehen?
Schon als Kind mit fünf Jahren wusste
ich, dass ich einmal in unserem Familienunternehmen
arbeiten möchte.
50 f+h 2025/07 www.foerdern-und-heben.de
VORSCHAU
IM NÄCHSTEN HEFT: 08/2025
ERSCHEINUNGSTERMIN: 29. 10. 2025
ANZEIGENSCHLUSS: 14. 10. 2025
01
Werden Sie Teil der B2B-Plattform
für industrielle Entscheider.
Bringen Sie Ihr Wissen ein,
setzen Sie Trends und knüpfen
Sie neue Partnerschaften.
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02
03
01 Rekordzeit bei Swiss Krono: Selmoni Smart Handling modernisiert und
verlagert komplette Schleiflinie in neun Wochen – im laufenden Betrieb
Bild: Selmoni Smart Handling
02 Fixit-Gruppe steigert Effizienz mit Diskover: Supply-Chain-Management-
Software optimiert Planung und Disposition in der Baustoffproduktion
Bild: Abels & Kemmner
03 Logistik im Wandel: Wie sich die Branche durch Automatisierung, Kreislaufwirtschaft
und neue Technologien grundlegend transformiert
Bild: Exotec
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
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