25.08.2025 Aufrufe

RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 09/2025

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

September 2025

Nr. 09

rundschau.de

info@rundschau.de

28

THEKEN-SPECIAL

Frischetheken

mit Wow-Effekt

für mehr Ertrag

am PoS.

44

SORTIMENTE

FÜRS FEST

Jetzt schon an das

lukrative Geschäft

am Jahresende

denken.

TOUR DES

HANDELS

BEI KAUFLEUTEN ZU GAST: EINE

REISE QUER DURCH DIE REPUBLIK.

AUCH IN DIESER AUSGABE : EIN KAFFEE MIT ... SEEBERGER-CHEF RALPH BERANEK · STRATEGIE FÜR JAHRESGESPRÄCHE ·

STORE-CHECK: REWE FRANKFURT · DAS GROSSE BACKEN · LÄNDERREPORT ÖSTERREICH & SCHWEIZ · TABAKWAREN


BESUCHEN SIE

UNS AUF DER

INTERTABAC

2025

HALLE NORDEINGANG,

STAND A12


RUNDSCHAU 09/25

Editorial

Marcelo Crescenti

Chefredakteur

E-Mail: crescenti@rundschau.de

Händler hautnah

Was können Journalisten besser als künstliche Intelligenz?

Das war meine Frage an den renommierten KI-Experten

nach seinem zweistündigen Vortrag. Seine Antwort:

Einfühlsam mit Menschen reden und so an wertvolle

Informationen kommen. Im Übrigen habe der Qualitätsjournalimus

genau deswegen eine Zukunft, bemerkte er dazu. Daran glaube auch

ich ganz fest.

Rausgehen, mit den Menschen reden – das hat die Redaktion der

RUNDSCHAU bei der Recherche für die Artikel dieser Ausgabe häufig

getan. Das ist auch die tragende Idee hinter der Titelgeschichte (ab

Seite 16) über selbstständige Händler. Was beschäftigt die Kaufleute, vor

welchen Herausforderungen stehen sie aktuell und wie bewältigen sie

diese? Dafür haben wir fünf ganz unterschiedliche Unternehmerinnen

und Unternehmer in fünf verschiedenen Ecken der Republik besucht.

Ihre Ansichten und Meinungen geben einen guten Überblick darüber,

was die Branche gerade umtreibt – und wie diese Macherinnen und

Macher sie mit Mut und Ideen vorantreiben.

Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre.

#Smartstores

Es gibt bundesweit immer

mehr automatisierte Läden

ohne Personal – und ihre Zahl

wächst weiter. Ein Überblick

liefert die Story auf Seite 24

#70JahreTK

Das coole Sortiment feiert

Jubiläum in Deutschland – und

bleibt innovativ wie eh und

je. Wir verbreiten ein wenig

Tiefkühl-Nostalgie ab Seite 40

#FrühesFest

Ist denn schon Weihnachten?

Für Händler ja, denn sie müssen

sich frühzeitig mit dem

Festsortiment beschäftigen.

Anregungen ab Seite 44

Sie wollen wissen, was die Branche bewegt,

und keine wichtigen News verpassen?

Folgen Sie uns auf LinkedIn!

Auf Insta entgeht Ihnen nichts – ob Top-

Branchenevents, spannende Firmen-Insights

oder glamouröse Awards.

www.rundschau.de

03


RUNDSCHAU September 2025

Inhalt

www.rundschau.de

Mehr News, Fotos und

Hintergründe stehen

online für Sie bereit.

www.rundschau.de/wettbewerbe/

fitfortrade

Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,

Lernmaterial und vieles mehr.

Die Titelstory

Tägliche Höchstleistung, tägliche Herausforderungen: Wie bewegen

sich Kaufleute zwischen Lust und Frust? Die RUNDSCHAU hat

hautnah ein Stimmungsbild auf einer Handelstour quer durch die

Republik eingefangen. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 16.

Branche

Sortiment

06 Ein Kaffee mit ...

Ralph Beranek, Geschäftsführer beim Nuss- und

Snack-Spezialisten Seeberger.

44 Jahresendgeschäft

Kaufanreize für den Jahresendspurt: Diese

verkaufsstarken Produkte gehören ins Regal.

28

Profil zeigen, Profil schaffen

14 Nachwuchsförderung

Nachwuchskräfte begleiten und unterstützen:

Darum geht es beim RUNDSCHAU-Ausbildertag.

16 Tour zu den Machern

Eine Reise quer durch die Republik: Was treibt

selbstständige Kaufleute an, was treibt sie um?

50 Länderreport Österreich & Schweiz

Wo Genuss ganz oben steht: die neuesten

Qualitätsprodukte aus der Alpenregion.

56 Das große Backen

Tradition trifft Lifestyle: Produkte und Zutaten

zum Backen zeigen sich in Variationsbreite.

Bedientheken sind Eyecatcher und Alleinstellungsmerkmal

zugleich – doch ihr Betrieb ist anspruchsvoll.

Gefragt sind Konzepte, die funktionieren.

24 Smart Stores

Immer mehr Anbieter und flexiblere Konzepte:

Was leisten Smart Stores im 24/7-Format?

60 Tabakwaren

Trends und Highlights für neue Impulse:

Die Intertabac setzt (Rauch-) Zeichen.

26 Lebensmittel-Lieferdienste

Nach Marktkonsolidierung auf Expansionskurs:

Die Pläne von Picnic und Flink.

66 Internationale Spezialitäten

Gastro-Betreiber aus Italien, Griechenland und

Vietnam: Was vermissen sie im deutschen LEH?

28 Thekenkonzepte

Blickfang, Visitenkarte, Wirtschaftsfaktor: So

betreiben Händler erfolgreich Frischetheken.

68 Wintergrillen

Grillen geht immer: Die heißesten Anwärter für

das BBQ in der kühleren Jahreszeit.

Fotos: Wanzl; AdobeStock.com/Frank Lambert

50

Special Österreich/Schweiz

Die deutschen Nachbarländer locken nicht nur mit

prächtigen Bergwelten und Landschaftspanoramen,

sondern auch mit herausragenden Erzeugnissen.

34 Jahresgespröche

Wie KI, Einkaufskooperationen und Kundendaten

die Jahresgespräche massiv verändern.

36 Store-Check: Rewe Frankfurt

Ein Sortimentswunder im Gutleutviertel: Hier

werden Kundenwünsche erfüllt.

Rubriken

08 Newsticker

13 Shopper-Insights: Weihnachten

42 Verbandsinfo

70 Neue Produkte/Impressum

74 ForscherAuftritt: Stephan Grünewald

04 Inhalt • RUNDSCHAU 09/25


Lecker Fisch.

Ohne Haken.

100 % frei von Zusätzen.

ist für alle da


Ein Kaffee mit …

Ralph Beranek

Text: Marcelo Crescenti

Foto: Hans-Rudolph Schulz

NACHHALTIG

GESUND

Ralph Beranek brennt für gesunde Snacks und nachhaltige Lieferketten.

Der Geschäftsführer von Seeberger über die Partnerschaft mit

Thomas Müller, Dienstreisen nach Afrika und den Wert von Marken.

Nachhaltig, gesund, natürlich.

Bei Seeberger, dem Spezialisten

für Nüsse und getrocknete

Früchte, sind diese Attribute

mehr als Floskeln: Sie gehören

zur Firmenphilosophie. „Wir wollen den

Konsumenten letztlich ein gutes Gefühl

vermitteln“, sagt Geschäftsführer Ralph

Beranek. Dies sei die zentrale Aufgabe –

und dafür tut der Snackanbieter viel, von

der sorgsamen Auswahl der Lieferanten

(der Onboarding-Prozess dauert bis zu vier

Jahre) bis zum Einsatz nachhaltiger Energie

in der Produktion. Diese Strategie wird

vom Erfolg gekrönt: Im ersten Halbjahr

2025 stieg der Umsatz um acht Prozent.

Sympathisch trommeln

Wer Gutes tut, muss es aber auch kommunizieren

– das hat das Unternehmen aus

Ulm mittlerweile stärker verinnerlicht

als in der Vergangenheit. Die Werbepartnerschaft

mit dem beliebten Fußballer

Thomas Müller ist ein Beleg dafür. „Das

hat einfach gepasst“, sagt Beranek. „Wir

wollen sympathisch für die Produkte

trommeln und eine Verbindung zu den

Konsumenten herstellen.“ Dazu gehören

auch Produktpartnerschaften mit

dem Sozialunternehmen Share und dem

Nachhaltigkeitssiegel Fairtrade. Das „gute

Gefühl“ soll damit verstärkt werden.

Beranek feiert dieses Jahr Jubiläum:

Er ist bald seit 35 Jahren bei Seeberger,

seit 1996 als Geschäftsführer. In der

Branche kennt sich der Unternehmer

wie kaum ein anderer aus – auch weil er

sich nicht scheut, die Partner im Ursprung

zu besuchen. Seine jüngste Reise

führte in die Elfenbeinküste, demnächst

steht Ghana auf dem Programm.

Wertschöpfung im Ursprung

Mit den „dreckigen Stiefeln auf dem Feld“,

im Gespräch mit Bauern und Verarbeitern

vor Ort fühlt er sich besonders wohl.

Auch deswegen, weil Seeberger auf langfristige

Partnerschaften setzt. Dabei soll

ein Großteil der Wertschöpfung, wann

immer möglich, im Anbauland bleiben.

So werden beispielsweise Mangos,

Kokosnüsse oder Ananas direkt vor Ort

verarbeitet, bevor sie nach Deutschland

verschifft werden. „Nur so bekommen

wir die Top-Qualität, die wir brauchen.“

Drei bis vier neue Produkte im Jahr

will Seeberger launchen. Sie werden zunächst

im Onlineshop getestet, bevor sie

06 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Ein Kaffee mit ...

Noch mehr interessante Menschen

aus der Branche bei einer Tasse

Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.

RALPH

BERANEK

lief früher gerne Marathon,

heute bevorzugt er eher

das Wandern in der freien

Natur. Dabei „darf es schon

mal hoch hinaus gehen“.

in den LEH kommen. Zuletzt wurde die

„Crunchy Fruits“-Range eingeführt, dafür

werden Beeren schonend gefriergetrocknet

und ganz ohne Zusätze angeboten.

Um die Zukunft von Marken ist

Beranek nicht bange, solange sie für

die Konsumenten spannend bleiben

und sich auf ihren Kern konzentrieren.

Genau das will Seeberger nun verstärkt

tun: Den Nachhaltigkeitskurs

beibehalten und gleichzeitig mit einem

Augenzwinkern für ein gutes Gefühl

bei den Verbrauchern sorgen. ☐

Unser Ziel ist

letztlich: Wir wollen

den Konsumenten

ein gutes Gefühl

vermitteln.

www.rundschau.de

07


WWW.BIRKENHOF-BRENNEREI.DE

2024

Branche

Newsticker

RTG gelingt mit neuer Einkaufsallianz ein Coup

EINKAUFSALLIANZ RTG International schließt

sich mit Carrefour und Coopérative U zur neuen

europäischen Einkaufsallianz Concordis zusammen.

RTG will die Einkaufspreisverhand-

lungen im Rahmen der Concordis-Lieferanten

konsolidieren, heißt es. Das Bündnis handelt

im Auftrag von Rossmann, Globus, Bartels-

Langness, Bünting, Netto, Tegut, Kaes und

Klaas & Kock. Mit dem jüngsten Schritt bringen

sich die deutschen Händler in eine stärkere

Position in internationalen Verhandlungen.

Sie können sich damit auch besser gegen die

starke Konkurrenz der Discounter sowie gegen

Rewe und Edeka behaupten.

Zusammen stehen die RTG-Mitglieder für einen

Außenumsatz in Höhe von knapp 31 Milliarden

Euro in rund 570 SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten,

770 Super- und Discountmärkten

sowie 2.230 Drogerien.

Die drei Gründungspartner von Concordis repräsentieren

gemeinsam einen Außenumsatz

von über 125 Milliarden Euro. Mit Vertriebsformaten,

die in Frankreich, Deutschland und

Spanien gut etabliert seien, würden die drei

Partner eine breite Palette komplementärer

Ladenformate (Hypermärkte, Supermärkte,

Discounter, Convenience-Stores, Drogerien)

abdecken, heißt es.

CRAFT

DISTILLERY

of the year

57647 Nistertal · F 02661 982040 · info@birkenhof-brennerei.de

08 Branche • RUNDSCHAU 09/25

Traditionell

feine Spirituosen

holzfassgereift

10008.25.238_Rundschau_FS_Sommer_127x100.indd 1 08.07.25 10:28

Kooperationen

und Joint Ventures

zünden bei Katjes

HALBJAHRESBILANZ Katjes International hat

seinen Konzernumsatz im ersten Halbjahr um

4,4 Prozent auf 164,8 Millionen Euro gegenüber

dem Vorjahr gesteigert. Der Süßwarenhersteller

führt die positive Entwicklung vor allem

auf gutes Preismanagement und Effizienzsteigerungen

zurück. Doch auch die zwei im

ersten Halbjahr gestarteten Joint Ventures mit

Musikerin Shirin David (Shirin Beauty) und mit

dem britischen YouTuber Niko Omilana (Shades

Snacks mit veganen und halal-zertifizierten

Fruchtgummis in Sonnenbrillenform) hätten

dazu beigetragen. Angesichts der bisherigen

Entwicklung geht der Konzern davon aus, die

ursprüngliche Planung deutlich zu übertreffen.

Fotos: Tobias Ebelshäuser



Branche

Newsticker

Check-Out Day feiert Premiere

BRANCHENAWARD Am 13. November 2025

lädt die RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel

in Partnerschaft mit Mars Wrigley zum

1. Check-Out Day im Radisson Blu Hotel im

Stuttgarter Porsche Design Tower. Dort werden

in feierlichem Rahmen die besten Kassenzonen

Deutschlands ausgezeichnet. Chancen

auf den renommierten Preis haben Märkte,

deren Check-out-Konzepte hinsichtlich Sortiment

und Platzierung kundenorientiert ausgerichtet

sind, die eine emotionale Gestaltung

aufweisen und mit technischen Innovationen

punkten. Die Jury besteht aus Vertretern der

RUNDSCHAU sowie Experten aus Marktforschung

und Wissenschaft.

Die Teilnehmer des diesjährigen Check-Out Day

erwarten Fachvorträge zur Check-out-Zone

in LEH und Tankstellen, zu Kundenführung

& Wareninszenierung, Praxis-Talks und Best

Practices, die Nominierung und Verleihung des

Check-Out Awards 2025 sowie ein Sektempfang,

Dinner und Networking-Möglichkeiten.

Die Auszeichnung „Deutschland beste Kassenzone“

stößt in der Branche auf große Resonanz.

Zunächst motiviert alleine die Teilnahme

das jeweilige Team, gemeinsam auf den Sieg

hinzuarbeiten. Jeder Bewerber erhält dabei

ein Coaching in Form einer individuellen Beurteilung.

Darüber hinaus erhalten alle live

präsentierten Märkte einen Imageclip; zudem

stärkt die Auszeichnung sowohl das Image

als auch das Vertrauen der Kunden. Von entscheidender

Bedeutung: Die Gewinner des

Awards berichten regelmäßig über signifikante

Umsatzsteigerungen.

Jetzt noch anmelden für den

Check-Out Award 2025 – und

live nominiert werden!

W

Rewe-Lieferservice setzt auf E-Lieferflotte

und schafft 64 neue E-Sprinter an

Seit Jahren

STARK für das GUTE

E-MOBILITÄT Der Rewe-Lieferservice setzt

auf Elektromobilität und schafft 64 neue E-

Sprinter von Mercedes-Benz an. Sie übernehmen

ab sofort Belieferungen in Berlin und ab

September 2025 auch in Neuss. Für die Fahrzeuge

und den Ausbau der Ladeinfrastruktur

investiert der Rewe-Lieferservice laut Unternehmensmitteilung

knapp fünf Millionen Euro.

Es handle sich um die größte Einzelbestellung

des Rewe-Lieferservice beim neuen Partner

aus der Automobilindustrie. Die neuen Elektrofahrzeuge

leisteten einen wichtigen Beitrag

zum Ziel der Rewe Group, als Konzern bis 2050

Netto-Null-Emissionen zu erreichen, so der

Kölner Konzern.

Die erste Auslieferung von 40 der neuen

Lieferwagen erfolgt am Fulfillment Center in

Berlin-Tempelhof, in das weitere Investitionen

geflossen sind: Die Infrastruktur des Standortes

wurde gleichzeitig mit 42 Ladesäulen mit je

22 Kilowatt ausgerüstet, um die Fahrzeuge mit

Ökostrom aufzuladen. Die E-Sprinter können

bis zu 1.275 Kilogramm zuladen, was vor allem

für die Belieferung mit frischen und (tief-)-

gekühlten Produkten wichtig ist.

Die Partnerschaft mit Mercedes-Benz folgt

einer strategischen Ausrichtung zur Weiterentwicklung

der eigenen Lieferflotte: „Wo immer

es möglich ist, werden Elektrofahrzeuge die

bisherigen Fahrzeuge mit Verbrennermotoren

im Lieferservice ersetzen. Dies ist ein entscheidender

Schritt auf unserem Weg zu emissionsfreien

Lieferoptionen“, sagt Clemens Bauer,

Director Rewe E-Commerce.

Fotos: Philip Morris, LIKE, Rotkäppchen-Mumm, Annika List, RUNDSCHAU

10 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Täglich neu: www.rundschau.de

News und Infos aus der Branche und über ihre

Entscheider finden Sie täglich aktuell auf

Instagram. LinkedIn und www.rundschau.de

Branche

Newsticker

ANDREA KOEPFER wurde von

der Philip Morris GmbH (PMG)

in die Geschäftsleitung berufen.

Ab 1. September verantwortet

sie als Director Communications

die strategische Ausrichtung der

Unternehmenskommunikation.

ANJA GRUNEFELD hat das Livekindly

Collective verlassen. Die

bisherige Geschäftsführerin DACH

und Europachefin wolle sich künftig

anderen Projekten widmen.

CEO David Suarez wird nun das

Europageschäft verantworten.

KATHARINA WINDEKNECHT übernimmt

Anfang Oktober bei der

Rotkäppchen-Mumm Gruppe die

Position des Chief Transformation

Officer. Sie zeichnet damit für wesentliche

Zukunftsthemen des

Unternehmens verantwortlich.

PETRA SCHÄFER wird zur zentralen

Ansprechpartnerin für die

Mitglieder der Alnatura-Geschäftsführung.

Diese berichten ab

1. Oktober direkt an sie. Schäfer

ist seit 2024 stellvertretende Vorsitzende

des Gremiums.


Branche

Newsticker

Deutsche bei Ernährungstrends zurückhaltend

GESUNDHEITSSTUDIE Viele Bundesbürger

wollen gesünder leben, vertrauen dabei aber

weder Ärzten noch Ernährungstrends. Auch

beim Wissen über Superfoods, Probiotika oder

pflanzliche Proteine hinkt Deutschland hinterher.

Laut einer internationalen NIQ-Studie zum

Gesundheits- und Wellnessverhalten haben

viele Deutsche zwar hohe Ansprüche an ihre Gesundheit,

setzen diese aber kaum konsequent

um. Fast jeder Zweite (47 %) sagt, gesunde

Alternativen seien zu teuer. Ein Drittel nennt

fehlende Motivation (31 %) oder Zeitmangel

(30 %) als größte Hürden auf dem Weg zu einem

gesünderen Lebensstil. Auch Vertrauen spielt

eine Rolle: Jeweils 23 Prozent zweifeln daran,

dass das gesündere Produkt oder die Dienstleistung

wirksam sind, oder haben Schwierigkeiten,

eine gesündere Alternative zu finden.

Bei aktuellen Ernährungstrends sind viele

Deutsche noch zurückhaltend. Nur 22 Prozent

(weltweit: 36 %) der Befragten sagen, dass sie

sehr vertraut mit Superfoods sind. Auch Probiotika,

ein zentraler Bestandteil aktueller Social-

Media-Trends rund um Darmgesundheit, kennen

nur 19 Prozent gut. Pflanzliche Proteinquellen

(Quinoa, Linsen, Tofu) sind gerade

einmal 20 Prozent sehr vertraut. Selbst bei

ballaststoffreichen Lebensmitteln liegt die

Vertrautheit mit 37 Prozent deutlich unter

dem globalen Schnitt (54 %). Die Social-Media-

Hypes rund um neue Ernährungstrends sind in

der Breite offenbar noch nicht angekommen.

Mit Blick auf den Einkaufszettel planen 42 Prozent

der Deutschen, in den kommenden zwölf

Monaten mehr ballaststoffreiche Lebensmittel

zu kaufen. Das ist der höchste Wert unter allen

Lebensmittelkategorien. Superfoods und

Probiotika landen mit je 29 Prozent deutlich

dahinter, pflanzliche Proteine bei 30 Prozent.

Nur 16 Prozent planen, ihren Konsum tierischer

Produkte zu steigern, bei stark verarbeiteten

Lebensmitteln sind es sogar nur zehn Prozent.

NEU!

Balconi & CandyPlus - jetzt direkt bei uns erhätlich!

Ab sofort sind wir Ihr Ansprechpartner in Deutschland

für die starken Marken Balconi (Feinbackwaren) und CandyPlus (Süßwaren).

- MixMax

- Rollino

- Panettone & mehr

- Fruchtgummi

- Lakritz

- Klassiker

Jetzt Händlerkonditionen anfragen:

vertrieb@schluckwerder.de

Markentrainer von

fitfortrade verfügbar

WAREN- UND VERKAUFSKUNDE Die Markentrainer

von fitfortrade sind die Basis für alle,

die am renommierten Nachwuchswettbewerb

der RUNDSCHAU teilnehmen und um den

Titel „Deutschlands beste Nachwuchskraft im

Lebensmittelhandel“ kämpfen wollen. Dank

des umfangreichen Lernmaterials mit praxisorientierten

Inhalten, Marktdaten, vielen Abbildungen,

Glossar und Fragen können angehende

Entscheider im LEH die eigenen Kenntnisse

überprüfen und sich damit im wahrsten Sinne

„fit“ für die Herausforderungen der Branche

machen.

Ab sofort sind die aktuellen

Markentrainer 2025/26 als

E-Paper online abrufbar:

Fotos: stock.adobe.com/bit24

Schluckwerder, Balconi und CandyPlus sind Teil der


Fotos: stock.adobe.com/Rumana Icon Lab; pixabay: Anema, Penelope883, maxmann

Mintel Spotlight – der Marktforschungs-Blog mit

erfrischenden Perspektiven, neuen Daten und bahnbrechenden

Analysen der Märkte, die wirklich zählen.

Im Fokus: Weihnachtliches

Trotz globaler Krisen war vergangenes Weihnachten ein

Fest des Zusammenkommens. Vielleicht auch gerade

aufgrund der schwelenden Konflikte blieb der Wunsch

nach Gemeinschaft, Genuss und festlicher Stimmung

ungebrochen. Der Trend zum geselligen Beisammensein

in den eigenen vier Wänden verlieh dem saisonalen

Konsum zusätzlichen Auftrieb:

Premiumprodukte standen

hoch im Kurs. Mit Blick

auf Süßgebäck erklärt

Mintel, worauf es dieses

Jahr ankommt.

Das Auge isst mit

„Instagram-Appeal“

Die ästhetische Wertschätzung für Kuchen und süße

Backwaren aus dem Supermarkt ist besonders stark bei

den unter 35-Jährigen ausgeprägt – dieselbe Altersgruppe,

die verstärkt Wert auf eine „auffällige Optik“ als

gewünschte Eigenschaft bei diesen Produkten legt.

Das lässt sich auf die zentrale Rolle zurückführen, die

soziale Medien im Leben jüngerer Deutscher spielen.

Infolgedessen müssen süße Backwaren heute

„Instagram-tauglich“ sein, um möglichst viele Käufer

und Konsumenten aus dieser Kategorie anzusprechen.

Gerade an Weihnachten werden viele Fotos – auch vom

Essen – öffentlich geteilt. Hier besteht die Möglichkeit für

Markenhersteller, sowohl geschmacklich als auch visuell

zu punkten.

_

ZAHLEN

TICKER

Markteinführung

35 PROZENT

der Weihnachts- und

Winterlaunches zwischen

Oktober 2024 und Januar

2025 entfielen auf saisonale

Schokoladenprodukte.

Aufmerksamkeiten

44 %

der Konsumenten in

Deutschland kauften an

Weihnachten 2024 Lebensmittel

und Getränke für den

feierlichen Anlass – 30 %,

um sie zu verschenken.

Qualitäts-Produkt

39 PROZENT

der Schokoladenkonsumenten

finden, dass sich

Premiumschokolade durch

eine Marke mit langer

Tradition auszeichnet.

Derselbe Anteil sieht

einen hohen Kakaogehalt

als Merkmal für Premiumschokolade.

Branche

Zahlen & Fakten

Auf einen Blick

Einkaufsverhalten

36 %

achten beim Kauf von

süßen Backwaren für Feiern

oder zum Verschenken

darauf, dass diese

54 %

nutzen gesellige

Treffen zu Hause, um

Neues auszuprobieren.

ins Auge fallen.

22 %

gingen 2024 davon

aus, an Weihnachten

mehr für Essen/Trinken

auszugeben.

Potenzial für nachhaltigere Zutaten

Volatile Kakaopreise

Die Weltmarktpreise für Kakao stiegen zwischen

November und Dezember 2024 um

30 Prozent – verursacht durch schlechtes

Wetter in Westafrika, extreme Hitze, Dürre

und eine starke saisonale Nachfrage. Diese

Faktoren sorgen weiterhin für Preisschwankungen.

Dies könnte

die Wahl der Hersteller für

nachhaltigere Zutaten

wie Carob (aus dem

Johannisbrotbaum)

und Schoko-Alternativen

wie ChoViva (aus

Sonnenblumenkernen)

begünstigen.

„Kuchen oder Süßgebäck

mit großzügigen

Füllungen

oder Toppings werden

besonders für

Konsumanlässe nachgefragt,

bei denen man sich selbst und

anderen etwas bieten möchte.”

Hannah Sandow

Associate Director,

Mintel Food & Drink Germany

Haushalten

88 PROZENT

der Deutschen kauften

in den drei Monaten bis

März 2025 Kuchen und

süßes Gebäck – ein Anstieg

gegenüber 85 Prozent im

Jahr 2022. Relevant fürs

Weihnachtsgeschäft, denn

dies spiegelt den Trend zum

Sparen wider, bei dem Verbraucher

vermehrt auf den

Besuch von Gastronomiebetrieben

verzichten.

Hoch im Kurs

Fruchtsüße gefragt

Das Interesse an Backwaren, die nur mit

Früchten gesüßt sind, kommt bei Verbrauchern

jeden Alters gut an – ein Hinweis auf

den Wert natürlichen Zuckers im Vergleich

zu künstlichen Süßstoffen. Das tatsächliche

Interesse an der Einbeziehung von Obst in

die Backmischung ist

jedoch bei jüngeren

Deutschen am höchsten

(33 % im Alter von

16–24 Jahren).

13


Branche Nachwuchsförderung

RUNDSCHAU-Ausbildertag '25

Nachwuchskräfte erfolgreich zu

begleiten, bedeutet mehr denn je,

nicht nur Fachwissen zu vermitteln.

Es geht darum, mit Herz, Haltung

und dem richtigen Handwerkszeug

junge Menschen auf ihrem Weg ins

Berufsleben zu unterstützen.

Als Ausbilderin oder Ausbilder übernimmt

man eine zentrale und verantwortungsvolle

Rolle im Unternehmen

– man ist nicht nur Wissensvermittler, sondern

auch Begleiter, Mentor und Vorbild für

die nächste Generation von Fachkräften. Es

geht darum, junge Talente ins Boot zu holen,

sie zu fördern und ihre persönliche Entwicklung

zu stärken – mit Engagement, Klarheit

und einer wertschätzenden Haltung. Dabei

steht nicht nur die fachliche Qualifikation im

Vordergrund, sondern auch die individuelle

Förderung und Stärkung ihrer persönlichen

Entwicklung. Mit einem klaren, engagierten

und wertschätzenden Auftreten schafft man

ein Umfeld, in dem Lernen gelingen kann

– und legt so den Grundstein für eine erfolgreiche

berufliche Zukunft der Auszubildenden

sowie für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Genau mit diesem Thema befasst sich der diesjährige

RUNDSCHAU-Ausbildertag, der am

14. Oktober in der Food Akademie in Neuwied

stattfindet. Allgemein spiegeln die Themen

den Alltag auf der Fläche wider. Daher stehen

auch diese Fragen im Fokus: „Was tun bei

Fotos: stock.adobe.com/Lou W/peopleimages.com; André Fister

mit Unterstützung von:

14

fitfortrade • RUNDSCHAU 09/25


fitfortrade-Markentrainer

Hier kann man die neuen fitfortrade-Markentrainer

ganz leicht und direkt bestellen. Es fallen lediglich

Versandkosten an.

Text: Jenny Rommel

respektlosem Verhalten?“ oder „Wie gehen

wir mit dem Fehlen schulischer Basics um?“

Gemeinsam können sich Ausbilder über ihre

Erfahrungen austauschen und Lösungen für

solche Situationen erarbeiten.

Impulse & Austausch

Neben dem Austausch mit Kollegen und praxisnahen

Impulsen stehen zwei parallele

Workshop-Reihen auf dem Programm. Die

eine befasst sich mit dem Schwerpunkt „Soft

Skills & Persönlichkeitsentwicklung“. Hier stehen

zentrale Kompetenzen wie Kommunikation,

Selbstreflexion, Empathie und Konfliktlösung

im Fokus. Ziel ist es, die persönliche

Entwicklung zu stärken und damit die tägliche

Arbeit mit Auszubildenden oder Mitarbeitenden

bewusster und wirksamer zu gestalten.

Beim zweiten Workshop geht es um das Thema

„Leitungs- & Ausbildungskonzepte“. In diesem

Strang werden praxisnahe Ansätze vorgestellt,

wie zeitgemäße Ausbildung gestaltet, Teams

geführt und nachhaltige Strukturen in der

Ausbildungsarbeit entwickelt werden können.

Auch Fragen der Motivation, Organisation und

Führungskultur stehen hier im Mittelpunkt.

Zusätzlich darf natürlich auch dieser Punkt

beim RUNDSCHAU-Ausbildertag 2025 nicht

fehlen: ein anschaulicher Praxisbericht mit

Auch beim RU-

Ausbildertag 2024

wurde gemeinsam

intensiv an Ansätzen

gearbeitet.

Im vergangenen

Jahr beschäftigte

das Thema „Junge

Talente gewinnen

und langfristig

binden“ die

Teilnehmer in

Neuwied.

dem Titel „Mitarbeiter führen & fördern“.

Anhand konkreter Erfahrungen aus dem

Berufsalltag wird gezeigt, wie Führung gelingen

kann – mit dem richtigen Maß an Vertrauen,

Klarheit und individueller Förderung.

Der Beitrag liefert wertvolle Einblicke und

Anregungen für alle, die Verantwortung für

Menschen in Ausbildung und Beruf tragen.

Jede Meinung zählt

Nach den positiven Rückmeldungen und auf

Wunsch der Teilnehmer aus dem vergangenen

Jahr wird es beim Ausbildertag zusätzlich

erstmals auch eine zweistündige Barcamp-

Session geben. Denn wir wollen wissen: Welche

Themen brennen Ihnen unter den Nägeln? Was

möchten Sie mit den anderen diskutieren, teilen

oder weiterdenken? Bringen Sie Ihre Ideen

ein – ob als kurzen Impuls, offene Frage oder

konkreten Vorschlag. Lassen Sie uns gemeinsam

gestalten, was jetzt wirklich zählt! ☐

Hier geht es zur Anmeldung

für den Ausbildertag 2025:

Entwickeln und stärken Sie Ihre

Nachwuchskräfte – wir freuen

uns auf Ihre Teilnahme!

JETZT

NEU!

Unsere geballte

Protein-Pow(d)er!

VEGAN

koro.com


Branche

Tour des Handels

Text: Marcelo Crescenti

Hatte eigentlich andere Karrierepläne: Stefanie

Brehm gehören fünf Supermärkte in Berlin.

Am Puls der Branche

Von Leipzig bis Mannheim, von Dortmund bis Berlin: Die diesjährige Tour des Handels der

RUNDSCHAU führte quer durch die Republik zu ganz verschiedenen selbstständigen Händlern.

Gemeinsam haben sie den Willen, den eigenen Erfolg zu gestalten. Sie zeigen beispielhaft, was

Kaufleute heute beschäftigt – und wie sie aktuelle Herausforderungen meistern.

16 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Selbstständige Händler werden

immer wieder von den Handelszentralen

als „Motor“ der Entwicklung

von Rewe und Edeka

bezeichnet. Dabei sollte man sie eher als

Seele der jeweiligen Unternehmensgruppe

begreifen – die freundlichen Gesichter

der Marke vor Ort, die Kundenkenner, die

Extra-Meilen-Geher, die Sortimentsversteher.

Im ländlichen Adelsdorf bei Nürnberg,

im urbanen Berlin, als Nahversorger

in Mannheim und Leipzig oder im studentischen

Umfeld in Dortmund. Dorthin

reiste die RUNDSCHAU-Redaktion, um

sich ein aktuelles Bild der Lage bei den

Kaufleuten zu machen. Das Fazit: Das Geschäft

läuft. Doch die Herausforderungen

werden immer vielfältiger.

Kaufleute als Wachstumstreiber

Selbstständige stehen für Erfolg: Ihre

Umsätze wachsen regelmäßig stärker als

die ihrer jeweiligen Handelsgruppen. Bei

Edeka tragen inhabergeführte Märkte mit

nahezu zwei Dritteln zum LEH-Umsatz

bei, bei der Rewe sind es rund 46 Prozent

– Tendenz steigend. 2024 kamen

bei der Rewe laut EHI Handelsdaten.de

160 neue Märkte hinzu, bei der Edeka

gab es im Saldo fast 400 Märkte weniger.

Woran das gelegen hat, wollte die

RUNDSCHAU von Edeka-Vorstandschef

Markus Mosa wissen, leider stand er nicht

für ein Interview zur Verfügung.

„Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund

des Generationswechsels sowie

veränderter Marktbedingungen zu sehen“,

analysiert Peter Cyganek, Projektleiter

Handelsstrukturen beim EHI Retail Institute,

die Lage. „Zugleich ermöglicht

Edeka jedes Jahr mehr als 100 Kaufleuten

den Schritt in die Selbstständigkeit.“ Bei

der Rewe sind es zwischen 70 und 80 neue

Kaufleute pro Jahr, sagt Thomas Nonn,

Bereichsvorstand Selbstständigkeit und

Genossenschaft (s. Interview S. 22)

Der Generationswechsel ist nur eine der

Herausforderungen, mit denen Kaufleute

aktuell zu tun haben. Personalsuche,

Lohnpolitik, steigende Lebensmittelpreise

und Bürokratie werden ebenfalls als Hürden

genannt. Und doch sagten alle von der

RUNDSCHAU auf der diesjährigen „Tour

des Handels“ besuchten Kaufleute über

die eigene Selbstständigkeit: „Ich würde

es wieder machen.“

Gelungene Staffelübergabe

Das Thema Nachfolge hat die Familie

Degen jedenfalls gut gemeistert. Um nach

Adelsdorf zu gelangen, dem Sitz des Unternehmens

mit zwei Edeka-Märkten, fährt

man über Erlangen an Orten wie

Röttenbach oder Hemhofen vorbei,

Anzahl selbstständige Händler (SEH)

Anzahl der von SEH betriebenen Märkten

1.573 3.200 2.250 5.365

Edeka

Rewe

2024 / Quelle: EHI handelsdaten.de


Branche

Tour des Handels

△ Lust auf mehr: Rewe-Händlerin Mandy Bronsert aus Leipzig hat zwei

Märkte und schließt die Übernahme weiterer Standorte nicht aus.

△ Edeka-Kauffrau Anna Degen führt in Süddeutschland die Märkte, die

früher ihren Eltern gehörten. Ihr Erfolgsrezept: Familienpower.

wo einer der Märkte steht. Anna Degen

empfängt die RUNDSCHAU mit Vater

Manfred im Büro. Sie hat seit knapp vier Jahren

das Sagen. Ruft ein Lieferant ihn an, stellt

Manfred Degen an die Tochter durch – um

deutlich zu machen, wer jetzt die Chefin ist.

„Man muss sich zurückziehen und sie machen

lassen, sonst funktioniert die Nachfolge nicht“,

betont der Senior. Trotzdem sagt Anna Degen:

„Familienpower macht den Unterschied.“

Wie viel Verantwortung der Schritt in die

Selbstständigkeit bedeutet, habe sie anfangs

nicht genau überblickt. „Es ist viel, man muss

damit umgehen können.“ Als junge Frau sei

der Rollenwechsel in die Unternehmensleitung

nicht gerade leicht gewesen, bei so manchem

Geschäftspartner musste sie sich erst ein-

mal Respekt verschaffen. Ihre Bilanz ist aber

positiv. Ihr Antrieb: „Ich kann entscheiden.“

Quereinsteiger willkommen

Ganz anderer Ort, ganz anderer Hintergrund,

aber derselbe Glanz in den Augen, wenn es

um die eigene Selbstständigkeit geht: Mandy

Bronsert führt zwei Rewe-Märkte mit jeweils

rund 1.000 Quadtratmetern Fläche mitten

im Leipzig. Obwohl diese kaum einen Kilometer

voneinander entfernt sind, hat sie mit

zwei komplett verschiedenen Kundschaften

zu tun: Am Felsenkeller sind es die Bio- und

Vegan-Fans, an der Elsterstraße die Käufer

hochwertigen Sortiments. „Das macht den

Job so spannend. Kein Tag, kein Kunde, kein

Mitarbeiter ist gleich.“

Auch Bronsert genießt die Entscheidungsfreiheit,

ist zum Beispiel stolz, den ersten

Rewe-Markt mit Floristikabteilung in Leipzig

zu führen. Ihre Ausbildung hat sie als Jahrgangsbeste

absolviert, bereits mit 22 Jahren

hatte sie einen Job als stellvertretende Marktleiterin.

Mitarbeitende rekrutiert sie mit Vorliebe

unter Quereinsteigern: „Wir haben hier

Menschen, die früher Maler, Maurer, Putzfrau

oder Chemiker waren – und sie sind zufrieden

bei uns.“ Eine Abteilungsleiterin Obst &

Gemüse ist gelernte Malerin, ein Marktleiter

hat früher Wände hochgezogen. Die Personalsuche

sei heute herausfordernd, Bewerber

und Mitarbeitende stellten deutlich mehr

Ansprüche als früher. „Darauf muss man sich

einstellen“, sagt Bronsert.

Wir haben hier Menschen, die früher

Maler, Maurer, Putzfrau oder Chemiker

waren – und sie sind zufrieden bei uns.

Mandy Bronsert

Rewe-Kauffrau aus Leipzig

Top-Thema Personalsuche

Überhaupt Personal: Die Suche nach Fachkräften

und Auszubildenden ist derzeit das Top-

Thema im Lebensmittelhandel. Die Branche

ächzt unter dem Mangel an Mitarbeitenden.

Das geht zum Teil an die Substanz: Vielerorts

werden Theken deshalb schon früh geschlossen

oder gar abgeschafft. Auch die Expansion

wird gebremst – so mancher Händler verzichtet

vorsichtshalber darauf, einen neuen

18 Branche • RUNDSCHAU 09/25


RUNDSCHAU auf LinkedIn

Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen

Sie der RUNDSCHAU auf LinkedIn:

linkedin.com/showcase/rundschauleh

Standort zu eröffnen, aus Furcht, kein geeignetes

Personal zu finden.

„Mitarbeitende machen lassen“

Stefanie Brehm plädiert in Sachen Personalführung

für mehr Coolness. Die Unternehmerin

führt fünf Edeka-Märkte in Berlin.

Man sollte nicht das Gefühl haben, ständig

etwas mit den Mitarbeitenden ausfechten zu

müssen, zudem die Dinge nicht persönlich

nehmen, rät sie. Ihr größter Lernprozess:

„Mitarbeitende machen lassen.“ Manchmal

nicht so einfach, aber notwendig.

„Ich hatte vom ersten Tag an Spaß an der

Selbstständigkeit“, sagt Brehm, die sich vorher

anderweitig beworben hatte – unter anderem

bei einer Zeitung. Was sie dabei fasziniert:

„Die Möglichkeit, Dinge zu tun, aber auch zu

lassen. Trends zu setzen.“ Sie war die erste

8,4 MIO.

Euro ist der Durchschnittsumsatz

eines SEH-Marktes bei Rewe, bei Edeka sind es 7,6 Mio.

Quelle: EHI handelsdaten.de

Händlerin mit einer Edeka-Großfläche in der

Hauptstadt, musste zum Teil hart für ihr Konzept

kämpfen. Heute gibt ihr der Erfolg recht.

Mitarbeitende sind heute anspruchsvoll und

kompromisslos wie nie, sagt sie. Und doch

müsse man auf sie zugehen und versuchen, auf

ihre Bedürfnisse einzugehen, ohne die Regeln

zu sehr zu verbiegen. Der persönliche Draht

sei wichtig, sollte aber nicht zu eng sein. „Die

Leute müssen sagen können: Ich fühle mich

hier wohl.“ Eine Führung à la Markleiter der

alten Schule funktioniere heute nicht mehr.

Zu lässig dürfe man aber auch nicht sein. „Das

ist oft eine schwierige Balance.“

Fachkräfte aus Übersee

Sahin Karaaslan sitzt im Bistrobereich

seines neueröffneten Marktes im Mann-

Seafoodvielfalt von Deutsche See:

VOLLE NETZE FÜR

MEER UMSATZ!

Ob für die Theke, die Tiefkühl- oder Frischetruhe, das Fischfeinkostoder

Konservenregal – Deutsche See liefert Ihnen das volle

Seafood-Sortiment aus der Fischmanufaktur Bremerhaven bis in den

Markt: Feine Fischfilets und Meeresfrüchte, Räucherfisch, Matjes,

Feinkostspezialitäten aber auch Thunfisch und Hering aus der Dose.

Für jeden POS, jeden Fischfan, jeden Geschmack!

Jetzt bestellen!

Ihr Ansprechpartner bei Deutsche See

oder der Verkaufsinnendienst

(0471 - 13 3116) beraten Sie gern.


△ Da schlägt das Mannheimer Herz höher: Der neue Markt des Rewe-Händlers Sahin Karaaslan in der Quadratstadt setzt auf breite Gänge und dekorative Stadtmotive.

heimer Spinelli-Gelände. Wo einst die

Bundesgartenschau veranstaltet wurde,

entsteht nun ein neues Quartier mit Hunderten

von Wohnungen. Hier hat der Rewe-

Kaufmann Anfang August seinen sechsten

Standort eröffnet.

„Als Selbstständiger stehst du vor der Frage:

Gebe ich Verantwortung ab, oder mache ich

es selbst? Ich mache es selbst“, sagt er und

schmunzelt. Karaaslan ist ständig auf der

Fläche. Seine Devise: „Die Märkte müssen

immer aussehen wie bei einer Neueröffnung.“

Sein 1.500-Quadratmeter-Markt in Mannheim

tut es – und punktet mit sehr breiten

Gängen, Sushi-Theke und einem großen Biound

Vegan-Sortiment. Großflächige Bilder

der Quadratstadt lassen die Herzen der lokalen

Kunden höher schlagen. Der Check-out

ist mit zwei Service- und vier Selbstbedienungskassen

ungewöhnlich, aber praktisch

gestaltet. Der Betrieb erfolgt ganz ohne fossile

Brennstoffe.

Als es darum ging, die 30 neu geschaffenen

Vollzeitstellen im Markt zu besetzen,

setzte der Kaufmann auf Inder: Eine Agentur

suchte in seinem Auftrag im südasiatischen

Land Arbeitswillige, kümmerte sich um Verträge

und Visa. Mittlerweile beschäftigt er

50 indische Mitarbeitende, ganz legal und

nach Tarif bezahlt. Das ist ein Sechstel

▽ Rewe-Kaufmann Karaaslan hat nun den sechsten Markt eröffnet. Wie das für

ihn war? „Ganz entspannt“, sagt er und schmunzelt.

▽ Breite Gänge, viel Platz: Der Markt im Mannheimer Spirelli-Gelände soll das

neue Viertel versorgen, das gerade entsteht.

20 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Unterstützung

des Launch durch Verkostungen

am PoS, Sampling und

Kommunikationskampagne

Erstes Protein-Instant-Nudel

Gericht im „Wok Style“

auf dem deutschen Markt

144 Becher

abverkaufsgerecht

sortiert

Nissin Foods GmbH | Ginnheimer Straße 6, 65760 Eschborn, Germany | +49 6196 785960 | contact.de@nissin.com | de.nissin-foods.eu


Branche

Tour des Handels

△ Rewe-Markt von Lukas Sanecki in Dortmund: viel Obst und Gemüse,

Theken und Weinkompetenz als Trumpf am umkämpften Standort.

△ Muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken: Rewe-Kaufmann

Lukas Sanecki ist auch im Aufsichtsrat der Rewe Dortmund aktiv.

_

INFO

Tour des Handels

Urban oder ländlich, erfahren oder jung,

groß oder klein – die RUNDSCHAU besuchte

fünf verschiedene selbstständige Händler,

um sich ein Bild ihrer Herausforderungen

und Bedürfnisse zu machen. Die Tour

des Handels führte von Heidelberg nach

Dortmund über Berlin und Leipzig nach

Adelsdorf bei Nürnberg und zurück zu den

RUNDSCHAU-Büros in Baden-Baden.

seiner gesamten Belegschaft. Dabei setzt

er in Mannheim auf eine gute Mischung

im Team: eine Hälfte Einheimische, die

andere Hälfte aus dem Ausland. „Es wäre sehr

schwer gewesen, diese Anzahl an Kräften hier

zu finden“, begründet Karaaslan den Schritt.

Die Neuankömmlinge müssen die Prozesse

kennenlernen und Sprachbarrieren überwinden.

Insgesamt ist er aber sehr zufrieden.

Der selbstständige Händler aus Heidelberg

ist einer der wenigen, die eindeutig „Nein“

sagen, wenn er gefragt wird, ob er jungen

Menschen raten würde, den Sprung in die

Selbstständigkeit im LEH zu wagen. „Da bin

ich sehr kritisch.“ Man erfahre als „Selfmademan“

kaum Anerkennung in Deutschland,

habe vielmehr mit Problemen wie Bürokratie

und Neid zu tun. „Dir wird das Leben als

Selbstständiger schwer gemacht.“ Trotzdem

macht er weiter, auch mit seiner Eigenmarke

Delikatessa, die mittlerweile rund 250 Produkte

umfasst. Mögen die Herausforderungen

groß sein – dem Elan von Karaaslan tun sie

keinen Abbruch.

„Möllern“ vor dem Supermarkt

„Natürlich würde ich einem jungen Menschen

jederzeit raten, sich im LEH selbstständig zu

machen“, sagt Lukas Sanecki entschieden.

Der Rewe-Händler sitzt im hart erarbeiteten

Bistrobereich seines Marktes in Dortmund:

Insgesamt zweieinhalb lange Jahre hat hier

der Umbau gedauert. Auch das ist Selbstständigkeit:

Man trägt das Risiko für Umbauten,

Sortimentswechsel, fehlendes Personal. „Es

macht trotzdem Spaß“, sagt der Kaufmann

gut gelaunt.

Sanecki ist im Aufsichtsrat der Rewe Dortmund

aktiv. Sein Standort ist die erste Anlaufstelle

für ein studentisches Publikum,

das sich gerne abends auf der sich vor dem

Markt befindenden Möllerbrücke trifft, um

zu „möllern“ – reden, trinken, Musik machen,

Karten spielen. Aufgrund dieser Kundschaft

testet die Industrie in seinem Markt schon

mal neue Produkte für die junge Zielgruppe,

etwa Energydrinks oder Matcha-Varianten.

Optimistischer Blick

Auf den Bewerbermangel reagierte Sanecki

mit einem neuen Imagevideo. Es hat funktioniert,

auch wenn im kleinen Maßstab.

Sorge bereitet ihm auch die Tatsache, dass

viele Kunden nicht mehr bereit sind, teurere

Produkte zu kaufen. Parallel dazu steigt

der Aktionsanteil am Sortiment und nagt

an den Margen. Alles keine Gründe, um das

Handtuch zu werfen. Sanecki blickt vielmehr

optimistisch in die Zukunft. „Man hat viel

Verantwortung, aber auch viele Freiheiten“,

sagt er. Besser kann man Selbstständigkeit

nicht zusammenfassen.

Fotos: Santiago Engelhardt (1), RUNDSCHAU, Rewe (1), Screenshot Google Maps

22 Branche • RUNDSCHAU 09/25


9

INTERVIEW

Thomas Nonn

Bereichsvorstand

Selbstständigkeit &

Genossenschaft,

Rewe Group

Wie treiben selbstständige Händler die

Rewe voran?

Indem sie die Marke Rewe lokal übersetzen:

Unsere Kaufleute passen Sortiment

und Auftritt an die jeweiligen Standorte

und Kundenbedürfnisse an. Und sie individualisieren

das Angebot, setzen eigene

Schwerpunkte und auf lokale Erzeugnisse.

Das sind wesentliche Erfolgsfaktoren für

die einzelnen Kaufleute, aber auch für die

ganze Gruppe. Auch wichtig: Die Selbstständigen

tragen mit ihrem Engagement

in verschiedenen Gremien und bei strategischen

und vertrieblichen Projekten

ebenfalls zur Entwicklung der Gruppe bei.

Aktiv involviert sind bei der Rewe rund

400 Händlerinnen und Händler, die etwa

bei internen Projekten mit anpacken.

Wie findet man Menschen, die sich im

Handel selbstständig machen wollen?

Vor allem in den eigenen Reihen: Zwei

Drittel unserer neuen Kaufleute kommen

aus dem Kreis der Marktmanagerinnen

und Marktmanager. Wir gewinnen aber

auch viele Kandidaten im Quereinstieg,

zum Beispiel aus Management oder Verwaltung.

Und wir umwerben gezielt Hochschulabsolventen

– mit einem Trainee-Programm,

das sie fit für die Fläche macht.

Mundpropaganda ist dabei wichtig: Unser

Partnerschaftsmodell wirbt für sich, denn

mit der Beteiligung der Rewe ist die Kapitalerfordernis

geringer – gerade bei jungen

Gründerinnen und Gründern ein wichtiger

Punkt. 95 Prozent unserer Selbstständigen

arbeiten mit diesem Modell.

Wie viele neue Selbstständige gewinnt

die Rewe pro Jahr?

Im Schnitt zwischen 70 und 80 pro Jahr.

Was macht die Selbstständigkeit für

Hochschulabsolventen attraktiv?

Je nachdem, was sie studieren, beschäftigen

sie sich mit einem Aspekt der Wirtschaft –

zum Beispiel Controlling oder Finanzen.

Als Selbstständige haben sie dagegen mit

einer ganzen Palette an Themen zu tun,

von Personal über Prozesse bis hin zu Ware

und Marketing. Das ist spannend.

Wie unterstützen Sie bei der Nachfolge?

Das ist natürlich immer wieder ein Thema.

Dabei ist es wichtig, sich frühzeitig damit

auseinanderzusetzen. Zu diesem Zweck

bringen wir beispielsweise verschiedene

Kaufleute zusammen. Wir haben auch

ein Netzwerk mit rund 160 Unternehmerkindern,

um auch hier bei der Nachfolge

zu unterstützen und früh auf die Herausforderungen

der Selbstständigkeit vorzubereiten.

Personalsuche und der Mangel an Fachkräften

sind derzeit die Top-Themen

bei selbstständigen Händlern. Kann die

Zentrale hier unterstützen?

Unsere Kaufleute haben Zugriff auf das

Recruiting Center, das ist auch eine Dienstleistung,

die wir anbieten. Sie können sich

dort melden, das gewünschte Mitarbeiterprofil

eingeben und wir helfen Ihnen bei

der Suche. Natürlich ist und bleibt die

Personalsuche trotzdem ein herausforderndes

Thema.

Bremst der Personalmangel die

Expansion der Kaufleute?

Das wurde ich so nicht sagen. Es ist aber

heute auf jeden Fall ein fordernderes

Thema als früher.


Branche

Smart Stores

Text: Martina Kausch

Flexibler und autonomer

Innerhalb von sechs Jahren sind in Deutschland über 700 Smart Stores eröffnet worden – als Grab & Go auch am

Frankfurter Flughafen. Immer mehr Anbieter werben um Standorte und Kunden – aber das Konzept muss passen.

Ein Besuch, ein Einkauf, ein Fehler – aber

der hatte nichts mit der Technik, sondern

mit der Auszeichnung der Ware

zu tun. Sonst funktioniert alles perfekt

beim Besuch des bundesweit ersten kassenlosen

Lebensmittelshops an einem Flughafen,

den Rewe am Airport Frankfurt eröffnet hat

(s. Abb. oben). Bank- oder Kreditkarte am Eingang

scannen, schon öffnet sich die Schwenktür.

Das 570-Artikel-Sortiment auf 70 Quadratmetern

ist auf die Bedürfnisse von Reisenden

abgestimmt: Sandwichs und Salate, Getränke,

Eis, Knabberartikel, Ladekabel, Zahnbürsten.

Man nimmt sich den Einkauf – und verlässt

den Shop durch die zweite Schwenktür. „Ja, du

darfst einfach gehen“, trifft die Aufforderung

auf einem Schild die gedankliche Frage des

Kunden. Die Tür öffnet sich. Zwar kommt

trotz Scannen eines Codes keine Rechnung

per Mail und abgerechnet wird der mit 69 Cent

ausgezeichnete Apfel mit 89 Cent – aber die

Beziehung zwischen Kassen- und Regalpreis

ist auch in Shops mit Personal manchmal

verbesserungsfähig.

Smart Stores auf dem Vormarsch

Innerhalb von sechs Jahren sind in Deutschland

über 700 Smart Stores eröffnet worden,

hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg

(DHBW) gezählt – alle mit 24/7-Konzepten.

Die am meisten verbreitete Zugangstechnik

ist dabei das Selfscanning, über 400 Stores

geben Kunden durch Scannen von Kundenoder

Bankkarten Zutritt. Als Nahversorger auf

dem Land arbeiten laut DHBW-Untersuchung

„Smart Stores 24/7“ die „Großen Drei“: Tante

Enso (73 Stores), Tante M (60 Stores) und Teo

(das Konzept von Tegut, rund 40 Stores).

Laut der Kundenumfrage „Warum Kunden

in Smart Stores 24/7 einkaufen“ vom Juli 2025

empfinden Kunden Automaten als unattraktiver

als begehbare Stores. Auch regionale

Fotos: RUNDSCHAU/ Kausch; Edeka Nord; MCS; Werner Kuhnle

24 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Neue Entwicklungen und Zahlen

zum Thema Smart Stores und das White

paper der DHBW Heilbronn finden Sie

nach dem Scannen des QR-Codes.

_

INFO

Grab & Go: So funktioniert’s

2021 wurde der erste Grab & Go-

Store in Deutschland eröffnet,

heute gibt es 24. Und 90 Prozent

der befragten Kunden wollen auf

ihren unbemannten Nahversorger

nicht mehr verzichten.

Stephan Rüschen

Studiengangsleiter Lebensmittelhandel, DHBW Heilbronn

Filialisten betreiben 24/7-Stores, wie beispielsweise

die Edeka-Kaufleute David Ott

(in Wassersleben in der Flensburger Förde).

Die Edeka-Kaufmannsfamilie Alpen hat eine

autonome Smartbox am Strand (Hohwacht

in Schleswig-Holstein) und außerdem einen

Shop, der nach dem Ladenschluss als autonomer

Betrieb organisiert ist. Je nach Standortansprüchen

sind also auch hybride Shoplösungen

denkbar und umgesetzt – gerade

in Gebieten mit saisonal sehr schwankenden

Kundenströmen wie Ferienorten kann man

Personal- und Wareneinsatz so besser steuern.

Die meisten 24/7-Stores gibt es übrigens in

Bayern (182) und Baden-Württemberg (180).

Angesichts der wachsenden Akzeptanz von

Smart Stores verwundert nicht, dass immer

mehr Anbieter auf den Markt drängen. Das

Konzept Qwik24 ging in Form eines Containers

kürzlich an einer unbemannten Tankstelle

von BK Benzin-Kontor im oberbayerischen

Bruckmühl in Betrieb. Angeboten werden

sogar Produkte einer lokalen Landmetzgerei.

Vermutlich aber machen mittelfristig die

großen Handelsunternehmen das Rennen.

Rewe beabsichtigt, im Jahr 2025 noch mehr

als zehn neue Smart Stores zu eröffnen, auch

der erste Standort an einer Autobahn (A2,

Raststätte Rhynern Nord) ist gerade als Pilotprojekt

gestartet.

Die Schwenktür öffnet sich, wenn

sich ein Kunde durch Scannen seiner

Bank- oder Kundenkarte am Eingangsterminal

identifiziert hat. Die

Karte mit Kundendaten wird erfasst.

Im Store verfolgen Kameras den Weg

des Kunden (Computer Vision), allerdings

anonymisiert. Durch Gewichtssensoren

und Bilderkennung an den

Regalen wird registriert, welche Ware

der Kunde entnimmt – und wieder

zurücklegt.

Die Bezahlung wird automatisch

ausgelöst, wenn der Kunde den Shop

verlässt. Auf Verlangen kann sich

der Kunde eine Rechnung per Mail

schicken lassen.

Im Rewe-Shop am Frankfurter Flughafen

und auch bei anderen Store-

Betreibern wird beim Betreten ein

Betrag auf dem Kartenkonto als „Vorautorisierung“

reserviert. Bei der

Bezahlung wird der vorautorisierte

Betrag komplett wieder freigegeben.

▽ Der Smart Store von Edeka-Händler David Ott an der Strandpromenade

von Wassersleben liegt unweit der dänischen Grenze.

▽ Das Konzept von Qwik 24 zielt auf unbemannte Tankstellenstandorte.

Rund um die Uhr kann man Lebensmittel kaufen.

www.rundschau.de

25


Branche

Lebensmittel-Lieferdienste

Text: Mirko Jeschke

Einfach liefern lassen

Zwei Konzepte, ein Ziel: Kunden zu Hause mit Lebensmitteln zu beliefern. Die Anbieter Flink

und Picnic haben die Bereinigungswelle im Markt der Lieferdienste überstanden

und befinden sich nun auf Expansionskurs – mit ganz unterschiedlichen Strategien.

Lucas Rietz

Managing

Director

Flink Germany

Wo in Deutschland bieten Sie derzeit Ihren

Lieferdienst an bzw. in welchen Regionen

sind Sie am stärksten vertreten?

Flink ist heute in rund 90 Städten in Deutschland

und den Niederlanden aktiv – darunter

alle großen Metropolen, aber auch zahlreiche

mittelgroße Städte und wachsende urbane

Regionen. Unsere stärksten Gebiete sind nach

wie vor die Ballungsräume – allen voran

Berlin, Hamburg, München, das Rhein-Ruhrund

das Rhein-Main-Gebiet.

Wie sehen die Ausbaupläne für dieses und

die kommenden Jahre aus?

Wir haben erst kürzlich den größten Gebietsausbau

unserer Firmengeschichte umgesetzt

und erreichen bundesweit nun 15 Millionen

Menschen. Unser Fokus bleibt darauf, die

Liefergebiete rund um bestehende Hubs weiter

auszubauen – insbesondere in Randlagen und

bislang unterversorgten Stadtteilen.

Was wird am häufigsten geordert und wie

hoch sind die Lieferkosten?

Am häufigsten geordert werden frisches Obst

und Gemüse, zum Beispiel Tomaten, Bananen,

Gurken oder Paprika, daneben auch Milchprodukte

und Backwaren. Die Lieferung ist

ab einem Bestellwert von 59 Euro kostenlos.

Mit welchen Fahrzeugen liefern Sie aus

und wie lange dauert die Zustellung?

Unsere Lieferungen erfolgen ausschließlich

mit modernen E-Bikes, die speziell auf die Anforderungen

urbaner und suburbaner Schnelllieferungen

ausgelegt sind. Im Schnitt dauert

eine Lieferung rund 30 Minuten – in vielen

Fällen sind wir sogar noch schneller. ☐

Fotos: stock.adobe.com/miguel; Flink SE; Calo Ballaera

26 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Frederic Knaudt

Mitgründer

Picnic

Deutschland

Wo in Deutschland bieten Sie derzeit Ihren

Lieferdienst an bzw. in welchen Regionen

sind Sie am stärksten vertreten?

Wir liefern aktuell in über 230 Städten in ganz

Deutschland. Unsere stärkste Präsenz haben

wir in Nordrhein-Westfalen, wo wir bereits seit

2018 aktiv sind. Aber auch andere Regionen

wachsen stark.

Wie sehen die Ausbaupläne für dieses und

die kommenden Jahre aus?

Wir setzen auf eine bundesweite Expansion.

Der Fokus in den nächsten zwölf Monaten

wird auf Süd- und Ostdeutschland liegen.

Wie hat sich die Nachfrage seit Corona

entwickelt?

Online wächst seit Corona deutlich stärker

als offline. Viele Familien verlagern ihren

Wocheneinkauf ins Netz, um im Alltag Zeit

zu sparen.

Was wird am häufigsten geordert und wie

hoch sind die Lieferkosten?

Unsere Top-Seller sind Klassiker wie Milch,

Bananen, Gurken, Eier und Brot. Der Warenkorb

unterscheidet sich kaum vom stationären

Handel. Die Lieferung ist kostenlos, der

Mindestbestellwert für die Kunden beläuft

sich auf 40 Euro.

Mit welchen Fahrzeugen liefern Sie aus

und wie lange dauert die Zustellung?

Wir liefern am Folgetag in einem 20-Minuten-Zeitfenster

– komplett emissionsfrei mit

E-Vans. Dank unseres Milchmannprinzips

erreichen wir sechs bis acht Lieferungen pro

Stunde. Das ist effizient und nachhaltig. ☐

Taste the SUN

Majestätisch gut – unsere Ananas-Welt.

Unsere Ananas – sonnengelb und tropisch-süß – ist

die Königin der Tropen. Herzstück der SanLucar

Ananas-Welt: unsere Schälmaschine. Sie portioniert

in nur 22 Sekunden – hygienisch, effizient und super

bequem. Dazu: auffällige Deko, Schneide-Shows

und unsere Ananaspflanze für tropisches Flair.

Ananas-Welt - Im Durchschnitt

127 % mehr Umsatz bei deutlich

weniger Abschriften.

Neues Duo-Pack: wiederverwendbar

als Frischhaltedose, spülmaschinenund

mikrowellengeeignet.

Intelligente Messfunktion:

Weniger Abfall durch automatische

Schnittanpassung.

@sanlucarfruit


Branche

Thekenkonzepte

Text: Mirko Jeschke, Martina Kausch

Die Macht der Frischetheken

Eindrucksvolle Frischetheken sind nicht nur ein Eyechatcher für die Kunden, sie sind auch ein starkes

Differenzierungsmerkmal gegenüber Discountern. Der Betrieb von personal- und wartungsintensiven Bedientheken

will jedoch gut überlegt sein. Wir stellen unterschiedliche Thekenkonzepte vor.

Vor zehn Jahren hätte wahrscheinlich

noch kein Händler größere Bedenken

geäußert, ob sich der Betrieb einer Bedientheke

für ihn am Ende tatsächlich

auszahlt. Doch die Zeiten haben sich geändert:

Relativ hohe Lebensmittelpreise, die sich verschärfende

Situation rund um fehlendes Fachpersonal,

stetig steigende Energiekosten sowie

ein spürbar verändertes Konsumverhalten,

insbesondere bei der jüngeren Kundschaft,

zwingen die Unternehmer zum Umdenken.

Gefragt sind in den Frischeabteilungen nun

attraktive, kreative und vor allem zeitgemäße

Angebote, die mit Blick auf die laufenden

Kosten sowie die notwendigen Kapazitäten

überschaubar bleiben.

Aufmerksamkeit schaffen

Entscheidet sich ein Händler bewusst für

den Betrieb einer Bedientheke, ist eine aufmerksamkeitsstarke

Inszenierung zwingend

notwendig. Denn ein Wow-Effekt sorgt nicht

nur für Staunen beim Publikum, er kann

auch dabei helfen, die derzeit relativ hohen

Preise für tierische Lebensmittel gegenüber

den Kunden zu legitimieren.

Große Ladenbauer wie Schweitzer, Wanzl

oder Aichinger stellen bereits bei der Planung

sicher, dass die individuellen Anforderungen

vor Ort erfüllt werden können, und bieten

sogar für Kaufleute, deren Verkaufsfläche

eher überschaubar ist, passende Lösungen

an (s. Interview S. 18).

28 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Kreative Platzierung

Der XL-Markt Wehr (Baden-Württemberg)

von Edeka Schmidt, der im Jahr 2022

komplett neu errichtet wurde, verfügt

über eine großzügig gestaltete Bedientheke

inklusive Dry-Age-Schrank sowie

einen vielfältigen SB-Bereich.

An der halbrunden Fischtheke finden

Kunden nicht nur eine Auswahl an hochwertigem

Fisch und Meeresfrüchten,

sondern können sich zudem mit Krabbenchips

eindecken. Mit dieser durchaus

innovativen (Zweit-)Platzierung dürften

Fisch-Fans auch beim Snacken voll auf

ihre Kosten kommen.

Apropos kleinere Verkaufsfläche: Dass man

auch auf nur 1.200 Quadratmetern erfolgreich

eine Bedientheke betreiben kann, beweist

ein Rewe-Markt im Zentrum von Bayreuth.

Wurst und Fleisch im Fokus

Denn Innenstadtmärkte ohne Bedientheke

gibt es immer öfter. In Bayreuth ZOH hat sich

Rewe anders entschieden – angesichts der geschätzten

fränkischen Wurstspezialitäten eine

nachvollziehbare Entscheidung. Denn auch

wenn, wie Marktmanager Marcel Bertelmann

bemerkt, die Nachfrage nach Veganem und

Vegetarischem stetig steigt, möchten viele

Kunden auf Schwarzgeräuchertes, Kulmbacher

Bratwurst, Kümmelmettwurst und

Co. von Metzgern möglichst aus der Region

nicht verzichten. Rewe setzt außerdem auch

in diesem Markt auf sein Strohschwein-Programm,

auch Fleisch und Wurst mit dem

bayerischen GQB-Label (Geprüfte Qualität

– Bayern) werden angeboten. Die immer-

PROTINELLA PUSHT

DEN ABSATZ.

OB ALS KUGEL ODER

BAMBINI, DER LECKERE

PROTEIN-KÄSE SCHMECKT

GROSS UND KLEIN.

Hohe Nachfrage.

Protein-Produkte boomen weiterhin –

echte Umsatztreiber!

Hohe Reichweite.

Erfolgreiche GOLDSTEIG Dachmarkenkampagne

– Funk, Digital, Push2Store & Plakat.

Hoher Proteingehalt.

Viel Protein, wenig Kalorien,

wenig Fett & viel Geschmack.

Mehr Käsespezialitäten entdecken!

goldsteig.de

Jetzt ordern!


Käse-Verkostung

Mit zwei der neun Sorten

seiner Produkte geht der niederländische

Käsespezialist

Wyngaard Kaas neue Wege:

Trüffel und Explosion gibt es

nun auch in den Bedientheken

deutscher Supermärkte. Damit

das Verkaufspersonal den

Käse besser anbieten und verkaufen

kann, gibt es zu jeder

Bestellung ein Promo-Paket

inkl. Käsebrett für die Verkostung

sowie Thekenmaterial.

Premium-Salami erklärt

△ Aufgeräumt und edel mutet die Metzgerei im Wasgau-Markt in Landstuhl an. Der Blick in den

hinteren Bereich bietet Kunden zudem eine hohe Transparenz.

Die Aoste-Initiative „Fleur

Blanche – Charcuterie à la

française“ bringt Verbrauchern

die besondere Lufttrocknung

der französischen

Salamispezialitäten näher.

Sie erfahren Neues über die

Produkte, für Händler und

Hersteller steigen Rotation

und Absatz.

hin acht Meter lange Frischetheke bietet

ein durchaus gediegenes Sortiment mit

viel regionalem Bezug einschließlich einer

gut sortierten Käseauswahl.

Käse clever inszeniert

Ein Händler, der das Potenzial groß dimensionierter

Käsetheken erkannt hat, ist Edeka

Kohler in Offenburg. Dessen Kern- und

Schmuckstück ist – neben der spektakulären

Wein-, Schaumwein- und Spirituosenabteilung

– die L-förmige Theke mit Käse und

frischer Feinkost. Dort steht das SB-Käse-

Angebot optimal platziert unmittelbar gegenüber

der verlockenden Bedientheke. Einmal

sich drehen genügt also, um von den Verkostungsangeboten

des Teams um die Käsesommelière

dort angesprochen zu werden.

Insgesamt wird im E-Center Kohler auf fast

16 Metern Käse in Bedienung angeboten, rund

550 Sorten stehen zur Auswahl. Dabei wird

alles sehr aufwendig und edel präsentiert.

Dass man Käse inszenieren muss, ist auch

die Auffassung des Anbieters Savencia. „Die

Viele Menschen sind experimentierfreudig

und haben auch bei Fisch

Lust auf Neues.

Marion Seifert

Rewe Haase

30 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Branche

Thekenkonzepte

Käsetheke ist ein Ort des Teilens von Fachwissen

und guter Beratung, ein sozialer Treffpunkt

am PoS. Hier wird beraten, eingeladen

und die Welt des Käses entdeckt. Darum setzen

wir auf einen eigenen Außendienst für die

Theke, der die Thekenteams begeistert und

Expertise und attraktives Storytelling vermittelt“,

so Cécile Dueymes-Gascho, Marketing

Director Germany.

Bei Käse gibt es demnach größeren Beratungsbedarf

als beispielsweise bei

Wurst, da die Vielfalt etwa im Hinblick

Die helle und einladende Frischeabteilung bei

Edeka Pessios (Taunusstein-Wehen). Die Fischtheke

wird durch schicke Hängelampen besonders

aufmerksamkeitsstark in Szene gesetzt.

Artgerechte Tierhaltung

und hochwertiges Futter

Fair produziert aus

bester heimischer Milch

Traditionell handwerkliche

Herstellung und lange Reifung

Frei von Gentechnik

und frei von Zusatzstoffen

Garantierte

Schweizer Qualität

Erlesene Genussvielfalt

mit würzigem Geschmack

Werte, die wirklich zählen.


9

INTERVIEW

Branche

Thekenkonzepte

Sebastian

Holzberger

Leiter Marketing

Aichinger GmbH

Welche Anforderungen stellt der LEH

heute an Bedientheken?

Attraktive Frischebereiche sind Umsatzund

Ertragbringer. Wir wollen frischen,

hochwertigen Waren die bestmögliche

Verkaufsbühne bieten: nach dem Motto

„Fresh Food on Stage“. Gleichzeitig gilt

es, die Theke wirtschaftlich zu betreiben

und sie für die Mitarbeiter möglichst

attraktiv zu gestalten. Die Gen Z und

die Millennials kaufen zielgerichteter

ein, wollen schneller zum Check-out,

weshalb häufiger in SB gekauft wird.

Welche Konzepte sind auch für

Händler mit wenig Fläche attraktiv?

Um Bedientheken mit weniger Personal

betreiben zu können, lässt sich bei einigen

Thekenmodulen der Glasaufsatz in

die Thekenfront absenken. Eine Bedientheke

kann so an frequenzschwachen

Tagen in Sekunden in eine SB-Theke umgewandelt

werden. Damit auch Kaufende

mit Prepack-Präferenz an die Bedientheke

kommen, ist zu empfehlen, halbhohe

SB-Kühlregale in die Thekenlinie

zu integrieren oder in unmittelbarer

Nähe der Bedientheke zu platzieren.

Was ist generell zu beachten?

Theken sollten „Instagram-kompatibel“

sein. Das umschließt ein aufmerksamkeitsstarkes

Design und eine hochwertige

Warenpräsentation. Zudem sollten

Arbeitsplätze mit Blick auf den Kunden

in die Thekenlinie integriert werden.

△ Bei Edeka Zurheide in Düsseldorf steht Feinschmeckern eine vielfältige Auswahl an hochwertigen

Käsespezialitäten aus Frankreich zur Verfügung, auch in der SB-Theke.

auf Herkunftsregionen, Terroirs und

Geschmäcker deutlich größer ist.

Mit Fisch begeistern

Wie man die Kundschaft auf frischen Fisch

neugierig macht, zeigt Rewe-Händler Haase

in Neustadt in Holstein. Dank Lage und Ausstattung

der Theke werden die Kunden quasi in

die Seafood-Welt hineingezogen. Etwa 40 verschiedene

Sorten sind hier im Angebot, dazu

rund 35 Räucherprodukte und 70 Fischsalate.

Fischsommelière Marion Seifert kennt die

wichtigsten Regeln: Nach Saison, Nachfrage

und Verzehranlässen passt sie das Angebot an.

Immer lockt Top-Ware, die sie täglich frisch

nach vielen eigenen Rezepten vorbereitet:

Fertig zum Grillen liegen beispielsweise die

Doraden mit Basilikum und Zitronenspalten

gut sichtbar auf der Grillseite.

Junge Kunden sind experimentierfreudig,

aber für Beratung extrem dankbar. Die Unsicherheit

und Ratlosigkeit, die viele Kunden

beim Anblick von Seafood befällt, kann Seifert

durch Fachwissen und Freundlichkeit in

Käufe verwandeln.

Für die konkrete Gestaltung und Präsentation

der Fischtheke hat Marion Seifert folgende

Tipps: Mit Lachs und Wels kann man

farbliche Akzente setzen. Süßwasserfische

und Salzwasserfische sollten in der Theke

getrennt platziert werden. Auch sollten keine

weißen Filets nebeneinander liegen – lieber

Lachsforellenfilet oder Lachs dazwischen

platzieren.

Es wirkt auch toll, wenn man die ganzen

Fische neben die Filets legt. Manche Kunden

wissen tatsächlich nicht, wie ein ganzer

Kabeljau oder Rotbarsch aussieht. ☐

Fotos: Michael Bode, Daniel Horn, RUNDSCHAU/Kausch, Aoste, Wyngaard Kaas, Wasgau, Wanzl, Sylvia Wendland/ Ruhr Medien, Aichinger

32 Branche • RUNDSCHAU 09/25


JETZT MITMACHEN!

DEUTSCHLANDS

BESTE

KASSENZONE

Deutschlands beste Kassenzone wird 2025

nicht nur ausgezeichnet - sie wird auch

sichtbar gemacht.

Bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Markt

oder Ihrer Tankstelle. Alle Nominierten

werden dem Fachpublikum präsentiert.

Die Jury entscheidet live beim Check-Out

Day am 13. November in Stuttgart.

Alle Informationen, das Programm und die

Anmeldung finden Sie auf rundschau.de

TEILNEHMEN LOHNT:

JETZT

ANMELDEN

BIS 30.09.2025

• Motivation für das Team

• individuelle Beurteilung durch Coaching

• Vorzeigekassenzonen für die gesamte Branche

• Imageclip für alle live präsentierten Märkte

• Stärkung des Image & Vertrauen der Kunden

• signifikante Umsatzsteigerungen

IN KOOPERATION MIT:


Branche

Jahresgespräche

Text: Marcus Kroth

Daten schlagen Meinung – und Händler sind

hier zunehmend im Vorteil.

KI verändert das Verhandlungsspiel

auf beiden Seiten

Noch vor wenigen Jahren basierten Preisverhandlungen

vor allem auf Erfahrung, Bauchgefühl

und interner Excel-Logik. Im Jahr

2025 hingegen ist die künstliche Intelligenz

allgegenwärtig und sorgt für ein neues Maß

an analytischer Präzision.

Hersteller und Händler gehen mit datengetriebenen

Argumenten in die Gespräche:

Planogramme, Promotion-Effektivität und

-Effizienz, Preissensitivitäten – alles wird

simuliert, modelliert und in Echtzeit bewertet.

Wer hier nicht technologisch mithalten kann,

riskiert, auf der Strecke zu bleiben. Es ist das

erste Jahr, in dem beide Seiten „AI ready“ in

die Verhandlungen gehen können.

Die neue Dynamik

im Jahresgespräch

Künstliche Intelligenz, neue Einkaufskooperationen seitens des Handels

und die wachsende Macht der Kundendaten verändern dieses Jahr die

Dynamik der Gespräche zwischen Industrie und Handel erheblich. Unser

Gastbeitrag zeigt fünf Faktoren, auf die man achten sollte.

Es ist Herbst, und traditionell beginnt im

Lebensmittelhandel bald das Tauziehen

um Preise, Konditionen und Sortimente

für das folgende Jahr. Diesmal stehen

die Verhandlungen jedoch unter neuen Vorzeichen:

Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit,

technologische Quantensprünge

und ein struktureller Wandel in der Beziehung

zwischen Handel und Industrie zwingen beide

Seiten zum Umdenken. Welche Entwicklungen

prägen die Verhandlungen in diesem Jahr am

stärksten und was wird sich dadurch ändern?

First-Party-Daten verschieben

die Machtverhältnisse

Immer mehr Händler bringen ihr wertvollstes

Gut mit in die Verhandlungen ein: ihre

Kundendaten. Mit präzisen First-Party-Daten

zu Kaufverhalten, Promotion-Wirkung und

Loyalität fordern sie datenbasierte Argumente

von der Industrie – und setzen gleichzeitig

ihre eigenen Erkenntnisse als Druckmittel

ein. Die klassischen Standardargument der

Industrie („unser Produkt ist beliebt, hat hohe

Rotation“) reichen deshalb nun nicht mehr.

Rohstoffkosten kommen stärker

unter die Lupe

Zwar hat sich die geopolitische Lage rund um

Energie- und Rohstoffpreise etwas stabilisiert

– doch in vielen Kategorien besteht erheblicher

Nachholbedarf in der Bereinigung von

Kostenzuschlägen. Die Industrie muss nun

belegen, ob sich Rohstoffkosten tatsächlich

auf dem vermeintlich hohen Niveau eingependelt

haben. Der Handel hingegen fordert

Preisnachlässe, wenn Kosten für Rohstoffe

wieder rückläufig sind.

Hier wird es zu harten Auseinandersetzungen

kommen, gerade bei Produkten mit

volatileren Inputkosten. Für den Preiskampf

im Handel ist es erfolgskritisch, möglichst „vor

der Welle“ zu sein und als Hersteller nachhaltig

gestiegene Kostenstrukturen sauber

zu verargumentieren.

Einkaufskooperationen von Händlern

nehmen zu

Die Kooperationsdichte im Handel nimmt

weiter zu. Einkaufsgemeinschaften und

länderübergreifende Allianzen gewinnen

an Bedeutung – auch, um gegenüber global

agierenden FMCG-Konzernen nicht ins Hintertreffen

zu geraten. Dieser Trend erschwert

die Verhandlungen für Hersteller zusätz-

Fotos: stock.adobe.com/Rido; Moments Studio by Ackermann Media, Unternehmen

34 Branche • RUNDSCHAU 09/25


lich: Preisunterschiede zwischen Märkten

oder Produktlinien lassen sich kaum noch

durchsetzen. Transparenz, Harmonisierung

und globale (oder zumindest europäische)

Argumentationslinien werden zur Pflicht.

(Anmerkung der Redaktion: Das jüngste Beispiel

hierfür ist der Zusammenschluss von

RTG International, Carrefour und Coopérative

U zur neuen europäischen Einkaufsallianz

Concordis. Die drei Gründungspartner repräsentieren

gemeinsam einen Außenumsatz von

über 125 Milliarden Euro. Mehr dazu auf S. 8.)

Neue Partnerschaftsmodelle zwischen

Handel und Industrie entstehen

Neben aller Härte in Preisverhandlungen

beobachten wir gleichzeitig einen Trend zur

strategischen Annäherung. Händler und

Hersteller erkennen, dass sie angesichts

von Margendruck, Inflation und Konsumzurückhaltung

enger zusammenarbeiten

müssen. Gemeinsame Innovationsprojekte,

neue Logistikmodelle oder Co-Investitionen

in Shopper-Marketing oder Retail Media gewinnen

an Bedeutung. Wer langfristig Erfolg

haben möchte, muss den Spagat zwischen

Verhandlungsstrategie und echter Partnerschaft

meistern.

Der Autor:

Marcus Kroth

Handelsexperte

und Partner, Boston

Consulting Group

Fazit: Der Vehandlungspoker wird

auf eine neue Ebene gehoben

Der Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel war

schon immer ein harter Verhandlungspoker.

Doch 2025 wird er durch Technologie, Daten

und strategische Weichenstellungen auf eine

neue Ebene gehoben.

Wer als Hersteller oder Händler jetzt nicht in

die Weiterentwicklung seiner Verhandlungslogik

investiert, riskiert Relevanzverlust. Es

braucht Klarheit in der eigenen Rolle, Offenheit

für neue Modelle – und den Mut, auch

ungewohnte Partnerschaften einzugehen.

Nur wer diese Dynamiken an der Schnittstelle

zwischen Handel und Industrie früh

erkennt und entschlossen angeht, wird im

neuen Marktgefüge bestehen.

Außen knusprig, innen zart.

Jetzt neu!

Mit Mykoprotein:

Reich an Proteinen &

natürlichen Ballaststoffen

Clean Label:

Kürzeste Zutatenliste

- ohne Zusatzstoffe

Einfache Zubereitung:

Perfekt für die ganze Familie

TV-Kampagne ab KW 44


68

Mitarbeitende

im Team von Hamza Cesur

sorgen für reibungslose Abläufe im neuen Rewe-

Markt in der Frankfurter Speicherstraße in Mainnähe.

beträgt der Durchschnittsbon im

neuen Markt. Der Frische-Anteil am Umsatz liegt bei

13Euro

18 Prozent, Obst macht 19 Prozent am Umsatz aus.

Sortimentswunder

am Mainufer

Der neue Rewe in Frankfurts schick werdendem In-Viertel Speicherstraße

ist ein Beispiel dafür, wie ein Marktmanager die Kundenwünsche kennt und

erfüllt. Der durch Umplanung herausfordernde Grundriss stört kaum.

schmal, aber dafür führt ein bequem großer

Fahrstuhl direkt in den Markt.

Im Erdgeschoss angekommen, die nächste

Überraschung. Man steht in einer Art Flur,

trifft frontal auf einen Grillaufbau, muss

sich zu der Eat-Happy-Station einmal links

um die Ecke wenden und realisiert, dass sich

der Vorkassenbäcker in einem anderen Raum

befindet – Durchgang durch einen Türrahmen

ohne Tür. Was ist denn hier wohl passiert?

Neben der Tür entdeckt man neben den Einkaufswagen

an der Wand einen Küchenunterschrank

mit Mikrowelle und Kaffeeautomat.

Zugegeben, von außen vermutet man keinen besonderen

Markt, wenn man in Frankfurts städtebaulich

upgedatetem Gutleutviertel an der Speicherstraße

das Rewe-Schild entdeckt. Man schaut zweimal

verwundert auf die rotbraune Klinkerfassade, wo die

Supermarktfenster durch die schmalen Mauerzonen im

Erdgeschoss erst auf den zweiten Blick sichtbar sind. Dann

fürchtet man im Vorbeifahren auch noch ein Parkplatzproblem

– die neue In-Meile am Main ist so autofrei wie

möglich angelegt. Die Lösung ist ein Hinweis auf die Einfahrt

der Tiefgarage in der Nebenstraße – für Rewe-Kunden

90 Minuten kostenfrei. Die Einfahrt in der Zanderstraße ist

Herausforderung Grundriss

Ein Blick in die Baugeschichte des Gebäudes

Speicherstraße 44 liefert Aufklärung: „Eine

ursprünglich geplante Ladenreihe mit drei

kleineren Cafés und Geschäften erwies sich

im Betrieb als schwer vermietbar und wurde

nach einigen Jahren zur Erweiterung des

Supermarktes genutzt“, heißt es vonseiten

des Architekturbüros, das für den Komplex

Westgarten 01 verantwortlich ist. Nun ist die

räumliche Lage klar, aber diesen Eingangsbereich

zu bespielen, ist eine Herausforderung.

Fotos: RUNDSCHAU/ Kausch

36 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Store-Check

Rewe Frankfurt, Speicherstraße

Text: Martina Kausch

Obst macht rund 19 Prozent vom

Umsatz aus, und das liegt vor allem

an den Fresh-Cut-Produkten.

Hamza Cesur

Marktmanager

△ Zur Begrüßung bietet man im

Markt im neuerdings hippen

Gutleutviertel Convenience.

Der erste Eindruck verwundert also ein wenig,

das liegt eindeutig an der schwierigen

Grundriss-Situation. Doch schon der zweite

Eindruck ist einfach nur positiv, denn bereits

zu Beginn des Kundenlaufs zeigt sich die

Stärke des Markts: ein unglaublich vielfältiges

und offenbar sehr auf die Kundenwünsche

abgestimmtes Sortiment.

Deli im Markt einmal anders

Überraschenderweise beginnt der Kundenlauf

in einem schmalen Eingangsbereich

mit gekühlter Convenience an der linken

Wand – nach dem Motto „Schnell und einfach

genießen“. Gegenüber gibt es gleich ein

besonderes Angebot von Fertigkuchen, italienischem

und sogar spanischem Gebäck.

Einige Meter weiter stößt man auf die Salatbar

und gleich danach tatsächlich auf Deli im

Markt. Das meistens als heiße Theke gespielte

Rewe-Format ist hier als Speiseninsel mitten

im Gang platziert und bietet eine Auswahl

verzehrfertiger Gerichte. Putengeschnetzeltes

in Paprikarahmsoße mit Nudeln, Rindergulasch

mit Kartoffeln, Gnocchi mit Tomaten

und Kräutern kann sich der Kunde für

1,49 Euro pro 100 Gramm in Einwegschüsseln

zum Mitnehmen abfüllen. Es sind also echte,

teilweise traditionelle Mittagsgerichte, wie

sie in vielen Ländern in Supermärkten zum

Aufwärmen zu Hause oder im Büro angeboten

werden. Mitgebrachte Behälter soll der Kunde

allerdings nicht verwenden.

Vier Sorten Auberginen

Den zweiten Teil der Speiseinsel im vorderen

Marktbereich bildet eine Salatbar, die auch

Besonderes wie Nudelsalat mit Ajvar bietet.

Immer noch gibt der schmale Gang den Weg

vor. Nun schließt sich die Obst- und Gemüseabteilung

an, die die Ware in vier Etagen

übereinander präsentiert. Auch hier ist

Ein besonderes

Angebot neben der

üblichen Salatbar:

Verzehrfertige

Gerichte von

Gnocchi bis zum

Rindergulasch.

▽ So kann man auch ein SB-Käseangebot

attraktiv präsentieren: Käsekörbchen im

Rewe in der Frankfurter Speicherstraße.

www.rundschau.de

37


9

INTERVIEW

Store-Check

Rewe Frankfurt, Speicherstraße

Hamza Cesur

Marktmanager

Wie wirkt sich die Lage in der Speicherstraße

auf das Sortiment aus?

Wir haben einerseits viele Büros rundherum,

aber auch Wohnungen. Freitags

und samstags machen die Kunden die

Wocheneinkäufe, aber vor allem ist täglich

zwischen 11.30 Uhr und 13.30 Uhr

die Hölle los. Deswegen haben wir zwei

Salattheken und die Hot Bar mit täglich

wechselnden warmen Gerichten.

Was hat sich am Sortiment seit der

Neueröffnung verändert?

Seit der Neueröffnung habe ich 20 Meter

mehr Platz und mehr Streckenlieferanten

aufgenommen. Man muss manches

einfach testen. Vor allem die frische

Pasta und italienische Spezialitäten

wie Kuchen und Cannoli laufen prima.

Außerdem gab es einige Wochen lang

frische Waffeln für die Kunden, die die

Rewe-App downloaden.

Knapp 19 Prozent am Umsatz macht

Obst aus, das ist viel!

Das liegt vor allem an unseren Fresh-

Cut-Produkten, die im Markt produziert

werden. Davon produzieren wir so viel,

dass auch nachmittags Ware vorhanden

ist. Mit acht Selfscan-Kassen geht das

Bezahlen sehr schnell, auch das ist in

der Mittagszeit wichtig.

△ Dank niedriger Regale wirkt der Markt luftig. Die hängenden Sortimentsschilder bieten gute Orientierung,

die helle Decke und der helle Boden schaffen ohne Tageslicht eine angenehme Atmosphäre.

das Sortiment überraschend: Vier Sorten

Auberginen gibt es bei einem Markt dieser

Größe selten. Gegenüber den „grünen Regalen“

steht die vegane Ware in der Kühlung. Wertig

präsentiert wird in einem schönen großen

Flechtkorb eine feine und gepflegte Auswahl

an Exoten bis hin zu Pitahaya.

Ohne Tageslicht mit Atmosphäre

Helle Böden und die helle Decke prägen neben

Elementen im Holzlook die Optik des Markts,

der durch die Lage in einem Wohngebäude

ohne Tageslicht auskommen muss. Ein kleines

Wunder: Die hängende Decke verbirgt die

Leitungen, die in so vielen anderen Märkten

schwarz umhüllt unter dunkler Decke hängen

und und trotzdem sichtbar sind. Obwohl die

Gänge nicht sehr breit sind, wirkt der Markt

durch die relativ niedrigen Regale luftig. Hängende

schwarze Sortimentsschilder mit weißer

Schrift bringen Übersicht, die Wandschilder

weisen unübersehbar auf die Abteilungen

hin. Im hinteren Teil des Markts kann man

sich zwischen Sortimenten frei bewegen und

nimmt die immer wieder toll durchdachte

Auswahl und viele Details in der Präsentation

der Ware wahr. Kleine Weichkäse liegen im

Kühlregal in hellen Körbchen, Teddy Cheese

gibt es in verschiedenen Sorten, auf neue

Leerdamer-Produkte (Knusper Minis) weisen

Aufkleber auf der Kühlungstür hin. Warenkunde-Informationen

an Regalen werden

laut einiger Category-Management-Experten

in den meisten Märkten zu wenig eingesetzt.

Ausgefeiltes Sortiment

Noch einige Beispiele für die ausgefeilte Sortimentsarbeit:

In den TK-Schränken sind die

Kräuter der Iglo-Range platzsparend hochkant

präsentiert, im Trockensortiment reicht die

Meienburg-Auswahl vom Tokio-Reisgebäck bin

zum Trendprodukt Kokoswürfel.Eine Besonderheit

im Spirituosenregal ist der Chandon

Garden Spritz. Die Knusperente Beste Wahl

38 Branche • RUNDSCHAU 09/25


Mehr Bilder und Store-Checks online

nach dem Scannen des QR-Codes. Auf der

RUNDSCHAU-Homepage finden Sie auch mehr

Eindrücke vom Rewe Markt in der Speicherstraße.

_

MARKT-

DATEN

Rewe Frankfurt,

Speicherstraße

> Adresse: Speicherstraße 44,

60327 Frankfurt, Gutleutviertel

> Öffnungszeiten: Montag bis

Samstag 7 – 22 Uhr

> Eröffnung: 21. November 2024

> Verkaufsfläche: 1.000 m²

> Zahl der Mitarbeitenden: 68

> Zahl der Produkte: rund 16.800

> Zahl der Bioprodukte: rund 1.400

> Gastrobereich: Café mit

rund 30 Plätzen

> Zahl der Parkplätze: 71 in der

Tiefgarage, Parken 90 Minuten

gebührenfrei

> Besonderheiten: Getränkemarkt

über einen Durchgang separat

erreichbar, Eat Happy.

△ Der Hinweis auf neue Produkte ist in der Käsekühlung direkt an der Glastür auf Augenhöhe und im richtigen

Lesewinkel platziert. Wer da nicht neugierig wird ...

liegt unmittelbar neben dem Wichmann-

Produkt – die Kunden haben die Wahl. Es

gibt ein breites Angebot an Sportlernahrung

und ein Nonfood-Sortiment von Tierspielzeug

bis zu Haushaltswaren des täglichen Bedarfs

einschließlich Elektrokleingeräten. Die Internationalen

Spezialitäten umfassen außergewöhnlich

viele ost- und südeuropäische

Produkte. Das Eigenmarkenangebot reicht von

Bio-Expressgetreide in mehreren Sorten bis

zu Feta Lesbos und Birnenbällchen im Glas.

Verbundplatzierungen wie Sparschäler neben

Petersilienwurzeln überzeugen. Es gibt ein

Blumen- und Grünpflanzenregal und einen

Saatgut-Aufsteller, denn tatsächlich liegt über

dem Markt auf dem Dach ein großer Garten,

und genügend Balkone gibt es auch. Kein

Zweifel: Hier weiß der Marktmanager sehr

genau, was seine Kunden gerne kaufen – und

wie sie bezahlen möchten, nämlich meistens

an den acht Selfscan-Kassen.


Branche

70 Jahre Tiefkühlkost in Deutschland

Text: Sibylle Menzel

Der coole Gamechanger

Auch eine Branche, die heute hierzulande rund 23 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr macht, fängt mal klein an:

1955 stellen sechs TK-Hersteller die ersten Tiefkühlprodukte auf der Lebensmittelmesse Anuga in Köln vor. Im

Gepäck haben sie tiefgekühlten Spinat und TK-Gemüse. Lange dauert es nicht, bis Angebot und Nachfrage zulegen.

Solo Feinfrost, heute Iglo, erfunden – und

schreiben seither Erfolgsgeschichte.

▶ 1970 – Start der TK-Pizza-Ära

Pizza alla Romana heißt 1970 die erste TK-Pizza

von Dr. Oetker; 1985 kommt als Innovation

die erste TK-Pizza aus dem Steinofen von

Original Wagner in die Truhen. Heute werden

hierzulande im Schnitt 15 TK-Pizzen pro Kopf

konsumiert, sie zählen zu den Top-Sellern

und Innovationstreibern. Aktuell im Trend:

Premiumqualität.

▶ 1974 – das sahnige Geheimnis

1975 gründen die Vettern Aloys Coppenrath

und Josef Wiese die Conditorei Coppenrath

und Wiese; ein Jahr zuvor legen sie den Grundstein

für ihre sahnigen TK-Torten: ihr Verfahren

zum kontinuierlichen Aufschlagen von

Sahne. Das erste Produkt: die Wiener Platte

mit sechs Sahneteilchen.

Fisch, Fischfilets, Gemüse und Fleisch

zählen zu den ersten TK-Produkten,

die Kunden nach der aufsehenerregenden

Präsentation auf der Anuga in

den Supermärkten finden. Zum Beispiel in

400 Tiefkühltruhen rheinländischer Lebensmittelgeschäfte

beim sogenannten Köln-

Bonner-Truhentest. Der Handel wird geschult,

Hersteller bewerben ihre Produkte über Plakate

und Anzeigen, auch Informationsblätter

und Rezepte werden verteilt.

Das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) hält zum

70-jährigen Jubiläum der Tiefkühlkost in

Deutschland weiter Rückblick: Spinat und

Suppengemüse zählen in den Anfangsjahren

zu den beliebstesten Produkten aus der Truhe.

Rund fünf Jahre nach der Premiere liegt der

durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von

TK-Produkten bei 800 Gramm jährlich. 2024 ist

er laut dti auf 50 Kilogramm gestiegen; rund

11.000 TK-Artikel sind im deutschen Handel

zu haben (YouGov Shopper Panel 2024). Zu den

heutigen Favoriten zählen TK-Pizza, -Fertiggerichte

und -Snacks – conveniente Lösungen

für den modernen Alltag der Verbraucher.

Meilensteine in der TK-Truhe

Trendaffine innovative Launches von Gemüse,

Gerichten, Kartoffelprodukten, Backwaren

und Co. bestimmen heute das Bild in der

Truhe. So nahmen Klassiker ihren Anfang:

▶ 1959 – kleiner Fisch kommt groß raus

Bis heute sind sie immer 9,0 x 2,6 x 1,1 Zentimeter

groß: Fischstäbchen werden 1959 von

▽ Auftakt in Köln auf der Anuga: 1955 werden den

Fachbesuchern tiefgefrorene Produkte in Haushaltspackungen

vorgestellt.

Fotos: dti; Dirk Wetzel; iglo

40 Branche • RUNDSCHAU 09/25


9

INTERVIEW

Karsten Pabst

Geschäftsführer

Hieber’s Frische

Center

Weit über 90 Prozent der Haushalte kaufen

heute Tiefkühlkost, das trendaffine Sortiment

hat sich als feste und umsatzstarke

Größe im LEH etabliert. Was waren Ihre

ersten Berührungspunkte mit Tiefkühlkost?

Die Frage geht an Karsten Pabst. Er

ist Geschäftsführer von Hieberʼs Frische

Center und erinnert sich an seine Ausbildungszeit

im Lebensmittelhandel:

Wovon war das TK-Angebot in den

80er-Jahren geprägt?

Im Vergleich zu heute war Geflügel in allen

Variationen ein ganz großes Thema. Bei

Aktionswochen oder den wöchentlichen

Flugblättern war TK-Geflügel immer ganz

oben mit dabei. TK-Pizza war bereits sehr

präsent; TK-Gemüse wurde gerne gekauft.

Das Angebot an TK-Kuchen und -Torten

wurde immer größer und auch sehr gut

angenommen.

Wie fiel generell das Kunden-Feedback

zur Tiefkühlkost aus?

Tiefkühlkost war ja schon seit geraumer

Zeit im Markt, die Tiefkühl-Lieferdienste

waren inzwischen aktiv und auch sehr beliebt.

Aber kam etwas Neues in die Truhe,

wurde dem Aufmerksamkeit geschenkt

– gerade bei Fisch, Pizza, Torten oder

Gemüse. Die Branche war schon immer

innovativ, die Produkte wurden wahrgenommen.

Vor allem die Zeitersparnis,

die diese Produkte mit sich bringen, war

wie heute ein Kaufanreiz.

Bei den TK-Truhen und -Schränken hat

sich ja mittlerweile viel getan ...

... das ist auch gut so. Während der Sommermonate

konnten wir als Azubis hin

und wieder die ganze Abteilung ausräumen

und ins Tiefkühllager bringen,

weil die Aggregate der Markttruhen die-

Temperaturen nicht gehalten haben. Heute

unvorstellbar. Aber die Zuverlässigkeit

moderner Truhen, die Energieeffizienz

„Für große und

kleine Angler“:

Die Fischstäbchen

von

Iglo gehören zu

den frühen und

beliebten TK-

Produkten.

und eine ansprechende Optik, das alles

kam erst mit den Jahren.

Was zählt zu Ihren persönlichen ersten

Erinnerungen an Tiefkühlkost?

Dazu gehören definitiv die Fischstäbchen

und der Spinat mit dem „Blubb“. Das waren

übrigens auch bei meinen ersten Ferienjobs

und während der Ausbildung im LEH

ganz zentrale und sehr beliebte Bausteine

in der Tiefkühltruhe, die bis heute ja nicht

an Beliebtheit verloren haben.

Was haben Sie denn zu Hause immer im

Tiefkühlfach?

Aufbackbrötchen – sie sind geschmacklich

einfach unvergleichlich gut. Und Eis!

Frischer Blumenkohl, herzhafter

Goudakäse und feine Gewürze:

Das ist das köstliche Geheimnis unserer

vegetarischen Gemüse-Medaillons.

VIEL GEMÜSE

FEEL GOOD!

Blumenkohl-Käse-Medaillons

NEU


Verbandsinfo

HDE

Pakt für Rechtsstaat für wirksame

Rechtsdurchsetzung

Ausbildungsstart

NACHWUCHSKRÄFTE Zum 1. August 2025 ist das neue

Ausbildungsjahr gestartet. Der Handelsverband Deutschland

(HDE) heißt die neuen Auszubildenden im Einzelhandel zum

Ausbildungsbeginn willkommen. Mit Blick auf die langfristige

Fachkräftesicherung und künftige Ausbildungsjahrgänge mahnt

der HDE gleichzeitig zu einem Umdenken in der Bildungspolitik.

„Wir freuen uns über alle jungen Menschen, die sich für eine

Ausbildung im Einzelhandel entscheiden“, so HDE-Hauptgeschäftsführer

Stefan Genth. Der Einzelhandel habe mit rund

60 Berufen ein außergewöhnlich breites Feld an Tätigkeiten und

Berufsbildern zu bieten. „Im Einzelhandel legt eine Ausbildung

den Grundstein für spannende Karrierewege“, so Genth.

LADENDIEBSTAHL Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet

die Ankündigung der Bundesregierung, die Funktionsfähigkeit

der Justiz mit einem neu aufgesetzten „Pakt für den Rechtsstaat“

ab 2026 sicherzustellen, positiv. „Eine bessere Ausstattung

der Justiz und Strafverfolgungsbehörden ist dringend geboten, um

eine effiziente Strafverfolgung zu gewährleisten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer

Stefan Genth. Der Einzelhandel habe daher schon im

Vorfeld der Bundestagswahl die personelle und technische Ertüchtigung

der Strafverfolgungsbehörden und Gerichte gefordert. „Im

Hinblick auf die Erfahrungen der Einzelhändler mit zunehmenden

Ladendiebstählen ist diese Maßnahme überfällig“, betont Genth.

„Bei den Händlerinnen und Händlern hat sich schon seit längerem

aufgrund der praktischen Erfahrungen der Eindruck verfestigt,

dass dem Staat teilweise die Möglichkeiten zur Rechtsdurchsetzung

fehlen und er die zunehmenden Übergriffe auf das Eigentum der

Unternehmer ignoriert oder sogar bagatellisiert“, so Genth. Ermittlungstätigkeiten

finden nach Erfahrung der Handelsunternehmen

und unabhängig von abweichenden Versicherungen der zuständigen

Landesbehörden in der Realität nur sehr selten statt. „Das ist ein

unhaltbarer Zustand, der Staat muss hier dringend gegensteuern“,

fordert Genth.

www.einzelhandel.de

Umsatz von rund 725 Millionen Euro

SCHULSTART Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für viele Schülerinnen und Schüler das

erste Schuljahr. Anlässlich der Einschulung geben Verbraucherinnen und Verbraucher in diesem Jahr

rund 725 Millionen Euro aus. Das geht aus einer im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE)

vom IFH Köln durchgeführten, bevölkerungsrepräsentativen Umfrage unter gut 500 Personen hervor.

Im vergangenen Jahr lag der Einzelhandelsumsatz zur Einschulung bei 702 Millionen Euro. Der Anstieg

auf die erwarteten 725 Millionen Euro im Jahr 2025 entspricht einem Zuwachs um 3,3 Prozent.

https://einzelhandel.de/einschulung

Verbraucherstimmung

stagniert

KONSUM Nachdem sich die Verbraucherstimmung in

Deutschland zuletzt weiter aufgehellt hatte, legt der Aufwärtstrend

im August eine Pause ein. Das geht aus dem aktuellen

Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE)

hervor. Demnach bewegt sich der Index nahezu auf dem Niveau

des Vormonats. Ob die Stagnation der Verbraucherstimmung

der Beginn eines negativen Trends ist, bleibt abzuwarten und

ist von den wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung

sowie von der Entwicklung der geopolitischen

Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten abhängig.

www.einzelhandel.de/konsumbarometer

Das ist der Trend für August

97,51 98,86 97,76 97,70 96,93 97,25 97,54 97,64

96,09

96,13 96,02

94,99 95,31 96,10 97,35 97,73

95,36

03/24 04/24 05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25 03/25 04/25 05/25 06/25 07/25

Quelle: HDE

Fotos: stock.adobe.com/Robert Kneschke, Jonas

42 RUNDSCHAU 09/25



Sortiment

Jahresendgeschäft

Feierlich genießen

Das Jahresendgeschäft ist die umsatzstärkste Zeit im Handel – jetzt heißt es: Kunden begeistern, Impulse setzen

und passende Sortimente präsentieren. Nutzen Sie die festliche Stimmung, um mit verkaufsstarken Produkten

neue Kaufanreize zu schaffen und den Endspurt erfolgreich zu gestalten.

Zwischen Oktober und Dezember

erreicht die Kaufbereitschaft vieler

Verbraucher ihren Höhepunkt – angetrieben

von saisonalen Anlässen wie

Weihnachten, Silvester und dem Jahreswechsel.

Für Händler bedeutet diese besondere

Zeit des Jahres: Sortimente gezielt ausrichten,

Impulskäufe fördern und emotionale Kaufanreize

setzen.

Gezielt platzieren

Besonders gefragt sind jetzt Produkte, die sich

als Geschenk eignen oder für festliche Anlässe

gedacht sind – von Adventskalendern, Feinkost,

Schokoladen und Wein über Convenience-Produkte

bis hin zu Dekorationsartikeln.

Auch regionale Spezialitäten, Limited Editions

oder hochwertig verpackte Klassiker rücken

verstärkt in den Fokus. Gleichzeitig steigen die

Erwartungen an Verfügbarkeit, Inszenierung

und Servicequalität. Wer frühzeitig plant,

Sortiment und Aktionen auf die Zielgruppe

abstimmt und Einkaufserlebnisse schafft,

kann sich in einem umkämpften Marktumfeld

erfolgreich positionieren.

Auch digitale Angebote gewinnen weiter an

Bedeutung: So sind Social-Media-Kanäle,

spannende Newsletter oder digitale Handzettel

effektive Kanäle, um Kunden gezielt zu

informieren und Zusatzumsätze zu generieren.

Kreative Aktionsideen, Themenwelten

und Cross-Selling-Angebote können im hart

umkämpften Weihnachtsgeschäft zusätzliche

Kaufimpulse setzen.

Umsatzchancen nutzen

Ob Genuss, Geschenke oder Last-Minute-

Käufe: Das Jahresendgeschäft bietet Händlern

viele Chancen und ist mehr als nur eine umsatzstarke

Phase. Es ist die ideale Gelegenheit,

die Kundenbindung zu stärken, Marken zu

profilieren und das Geschäftsjahr mit einem

starken Abschluss zu krönen.

Für eine entsprechende Inspiration soll unsere

vielfältige Produktauswahl sorgen. Wir wünschen

viel Erfolg!

Ankerkraut

Vorfreude auf Weihnachten:

Der Premium-Adventskalender

– einer von sieben

Varianten – von Ankerkraut

beinhaltet 18 Korkengläser,

sechs wiederverschließbare

Beutel, darunter exklusive

Produkte, sowie ein Rezeptheft.

UVP: 69,90 Euro

Don Papa

Der Spiced Rum „Don Papa Alon“

ist inspiriert von den Küsten der

Philippinen. Hergestellt aus

100 % Zuckerrohrmelasse von der

Insel Negros und verfeinert mit

Aromen von gerösteter Kokosnuss,

Jackfruit und wärmenden Gewürzen.

UVP: 49,99 Euro

44

Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


Pura Vida

Diversa vertreibt ab sofort und erstmals in

Deutschland exklusiv Pura Vida, einen Single

Estate Rum aus Costa Rica. Die Spirituose

kombiniert drei traditionelle Elemente der

Rumherstellung – reinen Zuckerrohrsaft,

Zuckerrohrhonig und Melasse. Erhältlich in

zwei Qualitäten – Pura Vida Añejo mit

37,5 Vol.-% und Pura Vida XO mit 40 Vol.-%.

In den Märkten werben wir je nach

Platz mit verschiedenen Aktionen

wie „Wünsch dir was“, Nikolaustüten

zum Befüllen, Unterstützung

der Riding Santas, Verlosungen

über Social Media und vieles mehr.

Sven Stiegler

Edeka Stiegler

MARKE MIT STRAHLKRAFT

Über 80 % der Gesamtbevölke rung

kennen Verpoorten – ein Spitzenwert

in der Markenbekanntheit.*

1

ERSTE WAHL BEI EIERLIKÖR

Für mehr als 50 % ist Verpoorten

die Nummer 1.*

HOHES POTENZIAL

Jeder dritte Verpoorten-Fan greift

auch zu Bombardino.*

Quelle: *Innofact AG, Verpoorten Markentracking 2025

verpoorten.de


Sortiment

Jahresendgeschäft

Wir setzen auf stimmungsvolle

Themenwelten im Markt, Probieraktionen,

gezielte Preis- und

Bundle-Angebote, forcieren die

Nutzung der Rewe-App und werben

via Social Media. Ergänzt wird dies

durch Treueaktionen am PoS und

attraktive Geschenkgutscheine.

Jenny Zinnow

Rewe Zinnow

THERE’S ONLY

ONE JACK

Cupper

Neues Design und neue Teemomente:

Der Cupper Adventskalender umfasst

zwölf verschiedene Bio-Teesorten à

zwei Beutel, darunter die beiden Exklusivsorten

After Dinner Mints und Green

Tea Lemon sowie die Sorten My Happy

Place, Mango Citrus oder Skinni Vanilli

in neuer Rezeptur. UVP: 4,49 Euro

JETZT GESCHENKSET

ZUM JAHRESENDGESCHÄFT

BESTELLEN UND VOM

MARKTFÜHRER PROFITIEREN.*

Reh Kendermann

Die Weinkellerei Reh Kendermann

bringt ihre international

erfolgreiche Weinmarke Black

Tower erstmals deutschlandweit

in den LEH – in einem modernen,

auf den deutschen Markt

zugeschnittenen Design. Erhältlich

sind die Weine in den Sorten

Black Tower Fresh Rosé und

Black Tower Fruity White.

UVP: 3,99 Euro – 4,49 Euro

RESPONSIBLEdrinking.eu

Bitte genieße verantwortungsbewusst.

© 2025 Jack Daniel's

46

Sortiment • RUNDSCHAU 09/25

*NielsenIQ MarketTrack, Deutschland, Whiskey auf Sub-Brand Level, Umsatzanteil in %,

LEH+DM+TS+TOP GAM, MAT KW30 2025, Copyright © 2025 NielsenIQ (Germany) GmbH


Advertorial

Getränke Trends

Sekt

Die Menschen gönnen sich

etwas, stehen aber auch exorbitanten

Preiserhöhungen

kritisch gegenüber, gerade

bei Saisonartikeln.

Steffen Ueltzhöfer

Edeka Ueltzhöfer

Fürst von Metternich launcht Grauburgunder

Fürst von Metternich hat sein Sortiment um den Grauburgunder

Sekt erweitert – einen deutschen Qualitätsschaumwein

mit Premiumausrichtung.

Dr. Oetker

40 Jahre Pizzagenuss feiert Dr. Oetker mit der limitierten Birthday

Edition Ristorante Pizza à la Tiramisu: Hier trifft ein dünner und

knuspriger Pizzaboden auf eine feine Mascarpone-Creme, Coffee-

Cream-Mascarpone-Spots sowie Amarettini-Stückchen. Eignet sich

besonders für Genussmomente zur Dessert- oder Kaffeezeit.

UVP: 3,49 Euro

BESCHREIBUNG Sekt von Fürst von Metternich entsteht aus

sorgfältig ausgewählten Weinen, die aus „Cool Climate“-Regionen der

deutschen Weinanbaugebiete rechts und links des Rheins, wie dem

Rheingau, der Pfalz und Rheinhessen, stammen. Das dort herrschende

Klima lässt die Trauben sanft reifen und verleiht ihnen ausgeprägte

Fruchtaromen. Der Grauburgunder überzeugt mit einem facettenreichen

Aromenspiel und ausgewogenem Charakter. In der Nase entfalten

sich Noten von reifem Apfel, Birne und Quitte. Das Geschmacksbild

wird abgerundet durch Pink Grapefruit, Pomelo und einer Würze.

WERBUNG

VERPACKUNGSEINHEIT

Premiumausrichtung, POS

0,75 l-Flasche/ VE-Inhalt: 6 Flaschen à 0,75 l

KONTAKT

Henkell Freixenet Holding

Inga Zwanzig

Communications

Biebricher Allee 142

65187 Wiesbaden

www.henkell-freixenet.com


Sortiment

Jahresendgeschäft

Trotz Polykrise gehen wir zuversichtlich

in das Jahresendgeschäft.

Denn wenn es auf die Weihnachtszeit

zugeht, spielen bei unseren

Kunden Genuss und Geselligkeit

eine zentrale Rolle. Dies werden

wir mit einem Champagner-Event

im November und passenden

Feinkostartikeln im Markt bieten.

Bernd Wilger

Edeka Wilger

Herzhaft.

Festlich.

Burgis.

Manner

Hinter den 24 Türchen des Manner Advents

kalenders verbergen sich fünf verschiedene

Waffelsorten: die Manner Original Neapolitaner

Schnitte, die Manner Snack Minis in den

Geschmacksrichtungen Milch-Haselnuss und

Milch-Schoko sowie die Manner Vollkorn Schnitte

und Manner Schokolade. UVP: 13,99 Euro

Deserteur Bibo Runge

Kein Alkohol (unter 0,5 Vol.-%), viel Geschmack

und wenig Zucker: Das bietet der Deserteuer

Bibo Runge in den Varianten Sparkling Riesling

und Sparkling Rosé. So bringen 100 Milliliter

nur 15 bis 17 Kilokalorien auf die Waage.

UVP: je 12,99 Euro

Fotos: pixabay/iPicture, MiM326; Unternehmen, Reh Kendermann, ,Ankerkraut GmbH


MEHR FLÜÜÜGEL

FÜR DEN UMSATZ.

IN 3 SCHRITTEN ERFOLGREICH AKTIVIEREN:

MULTIPACK-WACHSTUM

STARKE REGALPRÄSENZ

BEVORZUGTE WAHL

BEIM VORRATSKAUF

Das Umsatzwachstum von 11,6 % im

Vergleich zum Vorjahr bei allen Red Bull

Multipacks zeigt ihre Beliebtheit:

Wir empfehlen eine strategische Platzierung

im Regal, die den Abverkauf fördert. 1

Am besten prominent platziert

im Energy-Drink-Stammregal – dort finden

62 % der Bevorrater die Multipacks

für ihren Einkauf. 2

Beim Kauf auf Vorrat greifen

Konsumenten bei Energy-Drinks lieber

zu Multipacks als zu mehreren

einzelnen Dosen. 3

DER RED BULL MULTIPACK-SHOPPER KAUFT IM SCHNITT

8 DOSEN PRO EINKAUFSAKT. 4

1

CIRCANA, LEH, RED BULL, UMSATZVERÄNDERUNG IN %, 2024 VS. VJ. 2 RED BULL HOMESTOCKING RESEARCH, 2021.

3

HOMESTOCKING-STUDIE, APPINIO FÜR RED BULL, 11/2022. 4 YOUGOV CP, GESAMTMARKT, RED BULL MULTIPACKS, MENGE PRO EINKAUFSAKT, MAT JUN 2024.


Genuss-Gipfel

Die deutschen Nachbarländer Österreich und Schweiz locken nicht nur mit prächtigen

Bergwelten und Landschaftspanoramen, sondern auch mit herausragenden Erzeugnissen

und Spezialitäten. Mit einem Wert von rund 6,6 Milliarden Euro war Deutschland auch 2024

wieder der wichtigste Exportmarkt für österreichische Agrarprodukte. Und die Schweiz konnte

im vergangenen Jahr mit einem Exportvolumen von insgesamt 79.268 Tonnen Käse den

zweithöchsten Wert aller Zeiten erreichen – ebenfalls schöne Perspektiven.

50

Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


Sortiment

Länderreport Österreich & Schweiz

Text: Silke Detlefsen

Die Exporte von landwirtschaftlichen

Produkten aus Österreich nach Deutschland

hatten 2024 einen Wert von rund

6,6 Milliarden Euro – im Vergleich zum Vorjahr

bedeutet das einen Zuwachs von drei Prozent.

Die mengenmäßige Steigerung lag bei sieben

Prozent (rund 3,9 Mrd. Tonnen Ausfuhren

insgesamt nach Deutschland). Dabei spielen

Milch und Milchprodukte eine wichtige Rolle

(Wert von rund 0,9 Mrd. Euro).

Die Qualität der regionalen Produkte für

den Verbraucher untermauern sollen generell

die verschiedenen Gütesiegel der AMA

(AgrarMarkt Austria)-Marketing. Als Meilenstein

betrachtet man dort die Einführung

des AMA-Gütesiegels „Tierhaltung plus“ bei

Milchviehbetrieben im vergangenen Jahr. Es

steht etwa für palmölfreies Futter aus Europa,

mehr Bewegung und Gesundheit für die

Tiere, eine Pflichtmitgliedschaft beim Tiergesundheitsdienst

und häufigere Kontrollen.

Konsumenten können das Siegel auf Produkten

wie Milch, Käse, Butter oder Joghurt finden.

Laut AMA nehmen bereits 85 Prozent aller

Milchviehbetriebe an diesem Gütesiegel oder

am AMA-Biosiegel teil. „Fast 18.000 Betriebe

arbeiten schon nach verbesserten Tierhaltungsstandards“,

so Christina Mutenthaler-

Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.

„Damit reagieren wir auf die steigenden Erwartungen

an Tierwohl und schaffen gleichzeitig

zukunftsfähige Rahmenbedingungen für die

regionale Milchwirtschaft.“ Insgesamt wurden

ihr zufolge im vergangenen Jahr 30.171 Gütesiegel-Kontrollen

durchgeführt, was einen

neuen Höchstwert markiert. Über 20.000

davon erfolgten ohne jegliche Beanstandung.

Lediglich in rund 200 Fällen wurde die Lieferberechtigung

ins AMA-Gütesiegelprogramm

zumindest zeitlich begrenzt entzogen.

Siegel für immer mehr Bereiche

Auch das AMA-Gütesiegel für Brot und Backwaren

konnte 2024 erfolgreich etabliert werden

und deckt nun die gesamte Wertschöpfungskette

vom Acker bis ins Brotregal ab:

Fast 18.000 Betriebe arbeiten in

Österreich schon nach verbesserten

Tierhaltungsstandards.

Christina Mutenthaler-Sipek

Geschäftsführerin AMA-Marketing

„Aktuell erfreut sich die AMA-Gütesiegel-

Richtlinie ‚Ackerfrüchte‘ für landwirtschaftliche

Betriebe einer Teilnehmerzahl von

nahezu 7.000 Ackerbaubetrieben. Bereits

75 Agrarhändler und Mühlen tragen das AMA-

Gütesiegel für Brot und Backwaren ebenso wie

zwölf Großbäckereien sowie die Handelsketten

Spar, Hofer und Lidl.“

Ab kommenden Januar soll das AMA-Gütesiegel

auch pflanzliche Drinks kennzeichnen.

Entscheidend ist, dass der Hauptrohstoff wie

Hafer, Dinkel oder Soja aus Österreich stammt

und gemäß den AMA-Kriterien erzeugt wurde.

Ein Verbot von Farb- und Konservierungsstoffen,

regelmäßige Analysen sowie eine lückenlose

Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten

Wertschöpfungskette sollen Qualität und

Naturbelassenheit garantieren.

hochwertige

Arabica-Bohnen

Mehr Infos:

besonders hoher

Fruchtanteil

ohne

Palmöl

Viele Neuheiten,

ein Versprechen:

Bester

Geschmack!

100 %

Direktsaft


Sortiment

Länderreport Österreich & Schweiz

Wertsteigerung von 5,3 Prozent im Vergleich

zur Vorjahresperiode entspricht. Besonders

die Exporte in europäische Länder, die rund

83 Prozent der Gesamtexporte ausmachen,

stiegen um 9,5 Prozent. „Dies zeigen eine

starke Erholung und steigende Nachfrage in

den EU-Märkten, insbesondere in Ländern

wie Deutschland, Spanien und Italien“, so die

Switzerland Cheese Marketing (SCM). Die Exporte

von Schweizer Käse nach Deutschland,

dem wichtigsten Exportmarkt für die Schweiz,

stiegen um 13,6 Prozent und erreichten ein

Rekordniveau von über 38.443 Tonnen.

△ Bern wird im November drei Tage lang zur „Capitol of Cheese“. Dann finden dort in der neuen Festhalle die

„World Cheese Awards“ statt. Auch in der Stadt direkt wird es Aktivitäten wie Verkostungen geben.

Nach zwei schwierigen Jahren konnte

der Schweizer Käseexport wieder an frühere

Erfolge anknüpfen. Mit einem Exportvolumen

von 79.268 Tonnen lag das Jahr 2024

laut TSM Treuhand Bern zwar noch unter

dem Covid-bedingten Rekordjahr 2021, markierte

jedoch das zweitbeste Exportjahr seit

Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich

zu 2023 entspricht das einem Anstieg von

7,9 Prozent. Alle Käsekategorien mit Ausnahme

von „Schmelzkäse“, „andere Käse“

und „Fertigfondue“ konnten demnach ein

Wachstum verzeichnen. Der Gesamterlös 2024

für die Schweizer Käsebranche (Milchbauern,

Käser, Affineure und Handel) belief sich auf

748,5 Millionen Schweizer Franken, was einer

World Cheese Awards 2025 in Bern

Vom 13. bis 15. November werden übrigens

die „World Cheese Awards“, ein internationales

Käseereignis, erstmals in der Schweiz

stattfinden (www.worldcheeseawards25.

com). Präsentiert werden in Bern rund

5.000 Käse aus 50 Ländern, die um die begehrten

Auszeichnungen wetteifern. Rund um

die neue Festhalle findet dann auch der große

Käsemarkt des Cheese Festivals statt. Hier

hat man die Möglichkeit, die verschiedenen

Spezialitäten vor Ort zu testen und direkt mit

den Produzenten in den Dialog zu treten. Beim

„Swiss Fine Food Market“ stehen außerdem

auch andere Produkte aus der Schweiz – wie

etwa Wein und Fleisch – im Blickpunkt. ☐

DAS ORIGINAL

JETZT

ENTDECKEN!

100% reines

Rapsöl

Guter Wein

braucht kein

Theater.

GREGOR BLOÉB

Burgschauspieler

TOP QUALITÄT ZUM EHRLICHEN PREIS.

WO LENZ MOSER DRAUFSTEHT, IST ÖSTERREICH DRIN.

rapso.at


MEAT · BREAD & BAKERY · FINE FOOD · HOT BEVERAGES · DAIRY · ORGANIC · CHILLED & FRESH FOOD · FROZEN FOOD · DRINKS · ALTERNATIVES

Hier dreht sich alles um den Schweizer Käse

Ganz Bern verwandelt sich vom 13. bis 15. November in die internationale

«Capitol of Cheese». Neben den „World Cheese Awards“ erwarten

die Besucher auch Podiumsdiskussionen und Fachvorträge zum Thema.

Alles auf Wachstum

2019 hat sich Mövenpick strategisch neu positioniert.

Stolz schaut man seither auf die Erfolgsbilanz.

Mövenpick hat es laut NielsenIQ

innerhalb von fünf Jahren geschafft,

die Haushaltsdurchdringung

in Deutschland von 39,9 Prozent

im Jahr 2019 auf 49,3 Prozent (2024)

zu steigern. Damit ist die Marke in fast

jedem zweiten deutschen Haushalt präsent;

sogar ein Drittel aller Haushalte

bevorzugt Mövenpick in mehr als einer

Kategorie (Homescan Consumer Panel,

Deutschland 2020 – 2024).

△ Immer mehr greifen zu Produkten

der Marke Mövenpick.

Die Brand Power über verschiedene Kategorien bündeln

Das Modell der Lizenzpartnerschaften betrachtet Mövenpick als eine

Win-win-Situation für alle Beteiligten. Maßgeblich für den Erfolg seien

neben der Arbeit an der Marke die guten Partnerschaften, die auf einer

soliden Grundlage von Vertrauen, gemeinsamen Werten und klaren

Qualitätsanforderungen stünden. So sieht man sich gut dafür aufgestellt,

das Wachstum fortzusetzen. „Mit starken Partnerschaften und

unseren genussvollen Premiumprodukten setzen wir immer wieder

neue Akzente, beleben die Kategorien und schaffen Wertschöpfung für

den Handel“, so CEO Jürgen Herrmann. „Wichtig ist dabei der Fokus

auf besten Geschmack, Qualität und ein innovatives und vielfältiges

Produktangebot.“ www.moevenpick-finefood.com☐

Käsevielfalt erleben

Käse aus der Schweiz ist in Deutschland beliebt. Daran

hat auch die Switzerland Cheese Marketing ihren Anteil.

Die Käsetheke ist für Schweizer Käse laut Switzerland Cheese Marketing

(SCM) der wichtigste Absatzkanal. In Deutschland findet

sich „Käse aus der Schweiz“ hier im Umsatzranking gemäß Nielsen

(2024) auf Platz 3 nach Länderherkunft – vor Käse aus Italien, Österreich

und Frankreich (nach deutschem und niederländischem Käse).

Facettenreiche Unterstützung für den Handel

Die vier Top-Seller sind dabei der Appenzeller, Le Gruyère AOP, Emmentaler

AOP und Tête des Moine AOP. Doch auch wenn die Schweizer

Qualitäten selbst auf hohem Preisniveau gefragt werden, sind die

Zeiten für Premiumkäseanbieter herausfordernd.

Daher hat die SCM ihre

Marketingaktivitäten besonders an den

Käsetheken verstärkt: mit Zugabeartikeln,

Rezeptbroschüren, Promotionen

für Endverbraucher oder Konzepten

speziell für den Prepacking-Bereich.

Die Neuheit Appenzellerin Elegant

wurde mit vielfätigen Maßnahmen

inklusive TV-Werbung eingeführt. Für

die Abverkaufsförderung werden gratis

die Werbemittel-App „SCM Pro“ und

versandkostenfreie Werbemittel angeboten.

www.schweizerkaese.de☐

△ Die Appenzellerin Elegant: seit

März auch im deutschen LEH.

04 – 08 Oct 2025

Köln

FLAVOR MEETS TRENDS

THE NO. 1 FOR FOOD &

BEVERAGE

BUSINESS

KOREA

Partner country of Anuga 2025

Koelnmesse GmbH

Tel: +49 221 821-1919

anuga@visitor.koelnmesse.de


Sortiment

Länderreport Österreich & Schweiz

Rapso feiert Geburtstag

30 Jahre Rapso: 1995 präsentierte sich die Marke erstmals auf der Anuga in

Köln und hat seitdem eine besondere Erfolgsgeschichte geschrieben.

△ In den letzten 30 Jahren wurden insgesamt

34.500 Verträge mit ausschließlich österreichischen

Landwirten zum Rapsanbau geschlossen.

Damals war Rapso das erste deklarierte

Rapsöl auf dem deutschsprachigen

Markt. Mit ihm wurde eine eigene Produktkategorie

im Speiseölsegment entwickelt,

die heutzutage nicht mehr wegzudenken ist.

Auf 217.000 Hektar Fläche

„Seit drei Jahrzehnten setzen wir auf Qualität,

Nachhaltigkeit und Regionalität. Rapso wurde

zum stärksten Öleinzelprodukt in Österreich

und zur Nummer 2 im Ölsegment in Deutschland“,

zeigt sich die Marke stolz. In diesem

Zeitraum wurden insgesamt 217.000 Hektar

Vertragsfläche bewirtschaftet – auf Basis von

34.500 Verträgen mit ausschließlich österreichischen

Landwirten. Daraus entstanden rund

696.000 Tonnen Raps, die in der Ölmühle in

Aschach zu Rapso verarbeitet wurden.

Das Öl wird hier durch einen einfachen

Pressvorgang der angequetschten und erwärmten

Saatkörner gewonnen. Auf eine

nachfolgende Extraktion mit chemischen

Lösungsmitteln wird verzichtet, um Rückstände

im Öl sicher auschließen zu können.

Raffiiniert bzw. gereinigt wird das Öl nicht

auf chemischer Basis, sondern durch ein speziell

entwickeltes physikalisches Verfahren:

„Durch diese schonende Verarbeitung bleibt

der hohe natürliche Vitamin-E-Gehalt großteils

erhalten, künstliche Additive sind daher

bei Rapso nicht erforderlich.“

www.rapso.at, www.vog.at☐

Gemeinsam teilen

„Glück verbindet“: Die neue internationale Manner-

Markenkampagne verbindet Menschen und Momente.

Ganz ohne Tamtam

Ehrlich, unkompliziert und ausgezeichnet: Unter diesem

Motto präsentiert Lenz Moser seine Weine.

Seit über 130 Jahren steht die

Marke Manner für Genuss, der

verbindet. Mit der neuen, internationalen

Markenkampagne „Glück

verbindet“ feiert Manner echte Genussmomente

voller rosa Lebensfreude,

denn „Glück verbindet“. Die Kampagne

zeigt in warmen, authentischen Geschichten,

wie aus kleinen Augenblicken

Verbundenheit entsteht. Manner

△ Kampagne auf verschiedenen

Kanälen, auch Out-of-Home.

übersetzt den Markenkern in eine moderne Welt und zeigt: Glück ist

am schönsten, wenn es gemeinsam erlebt wird.

Das ikonische Manner-Rosa als zentrales Markenzeichen

Visuell bleibt das ikonische Manner-Rosa dabei das zentrale Markenzeichen,

ergänzt durch moderne und emotionale Bildwelten. Mit „Glück

verbindet“ wird die neue Manner-Markenwelt in all ihrer Vielfalt erlebbar

– in Geschichten, starken Bildern und emotionalem Bewegtbild.

Die Kampagne wird länderspezifisch in Deutschland, Österreich und

fünf weiteren Kernmärkten ausgerollt. Alle Kampagnensujets, Hintergründe

und Einblicke zur neuen Markenplattform gibtʼs auf der neu

gestalteten Website: www.manner.com/de-at/glueck-verbindet/☐

Guter Wein braucht kein Theater, ist man bei Lenz Moser überzeugt:

„Er braucht Persönlichkeit, Herkunft und einen klaren

Fokus: den Geschmack.“ In Rohrendorf bei Krems werden Weine

produziert, die alltagstauglich und doch besonders sein sollen.

Langfristige Zusammenarbeit mit regionalen Weinbauern

„Was Lenz Moser auszeichnet, ist das Zusammenspiel von echter

Handarbeit, regionaler Verantwortung und moderner Klarheit“, so

das Unternehmen. Verarbeitet werden ausschließlich Trauben aus

Niederösterreich und dem Burgenland,

vinifiziert wird direkt im Kremstal.

Die langjährige Zusammenarbeit mit

regionalen Weinbaubetrieben sorgt für

kurze Wege sowie nachhaltige Strukturen

und ist Basis für kontinuierliche

Qualität. Schließlich werden die

Weine regelmäßig durch unabhängige

Jurys ausgezeichnet. Der Schauspieler

Gregor Bloéb sagt: „Mir ist wichtig,

dass der Wein ehrlich in Österreich

gemacht wird – und dass er mir einfach

schmeckt.“ www.lenzmoser.at☐

△ Schauspieler Gregor Bloéb ist

Testimonial von Lenz Moser.

Fotos: stock.adobe.com/Oleksii, Frank Lambert, Sergii Figurnyi; Lenz Moser; Rapso; Manner; Mövenpick; SCM

54 Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


Wir stellen dem Handel Ihre Neuheiten vor. Schicken Sie

Ihre Top Süßwaren und Top Salzige Snacks ins Rennen!

Anmeldeschluss: 5. Januar 2026

Sponsor:

Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter:

https://www.rundschau.de/wettbewerbe/sweetie


Sortiment

Das große Backen

Text: Sibylle Menzel

In der Weihnachtsbäckerei

... gibt es manche Leckerei, singt Liedermacher Rolf Zuckowski. In vielen deutschen Haushalten ist

das Backen zu Weihnachten traditionsgebunden, zugleich kommen zunehmend Neuinterpretationen

der Klassiker in den Ofen. Die Backszene, auch jenseits von X-Mas, befindet sich im Wandel.

Traditionelles Gebäck nach überlieferten

Rezepten: Das macht die Weihnachtsbäckerei

vor allem aus. Im Südschwarzwald

gehören für Edeka-Kaufmann

Tobias Haas Plätzchen dazu, Springerle,

Zimtsterne, Vanillekipferl und Anisplätzchen

zählen in der Region zu den beliebtesten Klassikern,

die Großeltern und Eltern mit ihren

Kindern backen; wer mehr Aufwand betreibt,

stellt Lebkuchen und Christstollen her.

Die Nachfrage nach Backzutaten legt in jedem

Fall spätestens im Oktober deutlich zu, neben

den Standards wie Mehl und Zucker vor allem

nach Deko-Elementen zum Verzieren und nach

den klassischen Weihnachtsgewürzen. Nüsse

in allen Variationen und Trockenfrüchte dürfen

ebenfalls nicht fehlen. Traditionen sind

allerdings nicht unveränderbar. Gerade die

jüngere Generation zeigt Experimentierfreude

und lässt Trendthemen wie nachhaltige oder

gesundheitliche Aspekte in die Auswahl der

Zutaten und Produkte miteinfließen.

Erfahrung trifft Probierfreude

„Ältere Kunden haben über Jahrzehnte ihre

Erfahrungen mit bestimmten Produkten gemacht

und möchten sie entsprechend auch

im Markt vorfinden; zum Beispiel das Mehl

mit einem bestimmten Mahlgrad aus einer

regionalen Mühle. Die jüngere Generation

probiert im Vergleich dazu mehr Neues aus.

Die Basis mag das Rezept der Großmutter sein,

aber anstelle von Weizenmehl wird Dinkel-

mehl verwendet, die Schokolade ist Fairtrade,

andere Zutaten sind bio. Ein ganz wichtiges

Thema ist auch die Zuckerreduktion; viele

stellen fest, dass Omas Rezept mit der Hälfte

an Zucker auch noch süß genug ist“, fasst

Tobias Haas seine Beobachtungen zusammen.

Trendgebäcke zu Weihnachten? Da herrscht

nach Beobachtung von Haas eher Zurückhaltung,

gleichwohl sind Social-Media-getriebene

Zutaten durchaus gefragt: „Bevorzugen

Influencer eine bestimmte Streuselsorte für

die Deko oder bringen selbst eine heraus,

dann werden sie von jüngeren Kunden auch

gekauft, während die älteren Kunden zu den

klassischen Streuseln greifen.“ In der traditionell

geprägten Weihnachtsbäckerei herrscht

56 Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


9

INTERVIEW

also Bewegung; das Sortiment an Zutaten und

Dekorationen weitet sich zunehmend aus.

Klassik trifft Lifestyle

Die Backstudie 2024 der YouGov-Marktforscher

im Auftrag von Dr. Oetker bestätigt die

Beobachtungen von Tobias Haas: 39 Prozent

der Befragten schieben ihre Weihnachtsplätzchen

am liebsten gemeinsam mit der Familie,

den Verwandten oder Freunden in den Ofen;

jeder Dritte (34 %) greift in der Weihnachtsbäckerei

außerdem auf ein Familienrezept

zurück. Es sind die Klassiker, die besonders

hoch im Kurs liegen: Für 41 Prozent sind es

die Ausstechplätzchen, besonders beliebt

in Haushalten mit Kindern unter 18 Jahren

23,4 %

macht 2025 der Promo-Anteil

bei Backmischungen am Umsatz aus.

2024 waren es 19 Prozent, und 2023 belief

sich der Promo-Anteil auf 16,7 Prozent.

Quelle: NielsenIQ, LEH + DM, Deutschland, MAT 29/06/25 vs. MAT 02/07/23

(47 %). Knapp dahinter folgen Vanillekipferl

(39 %) und Mürbeteigplätzchen (34 %).

Aber: Ebenfalls ein Drittel der Befragten

(34 %) probiert auch gerne neue Rezepte aus,

das gilt in erster Linie für die Hobbybäcker,

die mindestens einmal pro Monat oder öfter

backen (38 %).

Zur Weihnachtszeit zeigt sich das Backen

als besondere Verbindung von Tradition

und Moderne, erklärt Christoph M. Ludwig,

geschäftsführender Gesellschafter von Backzutatenhersteller

Pickerd. Klassiker wie Vanillekipferl,

Zimtsterne oder Stollen bleiben

zwar beliebt, werden jedoch zunehmend

Tobias Haas

Geschäftsleitung

Edeka Haas

Wie schätzen Sie die Markenaffinität

beim Thema Backen ein?

Wir beobachten, dass speziell zu Weihnachten

für traditionelle Rezepte eher

zur bevorzugten, bewährten Marke gegriffen

wird. Unterjährig spielen Handelsmarken

eine größere Rolle.

Wie sieht es mit Bio-Qualität aus?

Jüngere Kunden greifen innerhalb der

Marke zunehmend nach Bio-Qualität.

Bei Produkten wie Zitronen- oder Orangenschale

steht Bio mittlerweile bei allen

Generationen im Fokus.

Ihre Tipps für Weihnachten am PoS?

Spätestens ab Anfang November ist die

Dekoration im ganzen Markt extrem

wichtig, sodass zum 1. Advent das Weihnachtsfeeling

voll da ist. Für den Verkauf

sind auch Nonfood-Artikel zum Backen

und Dekorieren sehr relevant.

Dein NEUER Farmer’s Snack – JETZT LISTEN!

Für heiße Umsätze in der kalten Jahreszeit.

LIMITED

EDITION

Beliebte Winter-Klassiker neu

interpretiert: Aufmerksamkeitsstark

und perfekt als Zweitplatzierung.

Für kuschlige Kaminabende oder

zum Snacken unterwegs!

Nur für kurze Zeit.


Sortiment

Das große Backen

kreativ neu interpretiert – etwa in veganen,

glutenfreien, zuckerreduzierten oder

auch proteinreichen Varianten.

Unabhängig vom saisonalen Anlass befinde

sich die Backszene im Wandel – geprägt von

Individualisierung, Gesundheitsbewusstsein

und Nachhaltigkeit: „Angetrieben werden

die Trends beim Backen von den allgemeinen

Ernährungs- und Nachhaltigkeitstrends,

dem Wunsch nach Selbstausdruck und der

Inszenierung in Social Media. Backen wird

so immer mehr zum Ausdruck eines modernen,

bewussten Lebensstils“, kommentiert

Pickerd-Chef Ludwig.

Die Trends aus der Backszene

An einer Ikone der französischen Backtradition

wird deutlich, welcher Trend die Backszene

gleichermaßen bestimmt: Die Experimentierfreude,

mit der das klassische Croissant neue

Formen, Farben und Geschmacksrichtungen

annimmt, hält unvermindert an. Aktuell

werden Pizza-Croissants gehypt. Ein Rezept

für gelingsichere Cookie-Croissants hält Ruf,

Hersteller für Backmischungen und -zutaten,

für seine Community bereit. Es gibt runde

und würfelförmige Croissants, der Einfallsreichtum

scheint unerschöpflich.

Mit seiner Range „Rührkuchen

mal anders“ trifft Hersteller

Kathi den Nerv und liefert

den Klassiker in neu interpretierter

Form, auch bei den

Kleingebäcken zahlen Crossover-Produkte

wie „Broffins“, eine Mischung aus Brownie

und Muffin, auf den Trend ein. Nicht nur geschmacklich,

auch visuell wird mit auffälligen

Farben, bunten Glasuren oder 3D-Motiven

viel experimentiert. Der Erfolg von bunten

Kuchenglasuren und Dekorauflegern spreche

dafür, so Pickerd-Chef Ludwig. „Immer

gefragter sind personalisierte Backwaren,

die sich in Geschmack, Optik oder Zutaten

anpassen lassen.“

Mit Cross-Selling punkten

Für Backutensilien, so die Erfahrung der

Hersteller, fällt der Kaufentscheid meist vor

dem Marktbesuch. Daher kann der Kontakt

zu Backbegeisterten über den PoS hinaus

beispielsweise über Social-Media-Plattformen

ein guter Weg sein, um auf Angebote und

Neuheiten aufmerksam zu machen.

Eine moderne, kreative Ansprache mit klaren

Kennzeichnungen, beispielsweise um

△ Croissants bunt, süß, herzhaft, gefüllt oder

würfelförmig: Experimentierfreude ist trendy.

Immer gefragter sind Backwaren,

die sich in Geschmack, Optik oder

Zutaten anpassen lassen.

Christoph M. Ludwig

Geschäftsführer, Pickerd

DR. OETKER

Das saisonale Sortiment The Taste of

Christmas ist um sechs neue Back- und

Dekorprodukte sowie zwei neue Desserts

reicher. Mit dabei: Aromapaste Typ

Lebkuchen zum vielseitigen Verfeinern.

KATHI

„Rührkuchen mal anders – Zimt“ ist eine

Interpretation des Kastenkuchens und

wird in der Springform gebacken. Die

Backmischung bildet die Basis für einen

saftigen Kuchen mit Frischkäse-Frosting.

PICKERD

Neu in der Lieblingsstreusel-Range ist

die Variante Sweetheart. Der zuckerfreie

Mix mit Herzformen verschiedener

Größe in pastelligen Farben eignet sich

zum kreativen Verzieren.

KUCHENMEISTER

Passend zum Start der finalen Staffel

von Stranger Things bringt KuchenMeister

gemeinsam mit Netflix als offizelles

Lizenzprodukt die Demo Cakes heraus:

Rührkuchen mit schaurig-saurer Füllung.

Fotos: stock.adobe.com/ricka_kinamoto, PNG King; Unternehmen; Edeka Haas

58 Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


_

INFO

Die Lieblingskuchen

der Deutschen

vegane oder Bio-Produkte hervorzuheben,

lässt aber auch den PoS zum Inspirationsort

werden. Themenwelten, empfiehlt etwa

Pickerd, schaffen Orientierung und laden

zum Stöbern ein. Rezeptideen auf Flyern, QR-

Codes zu Tutorials und passende Kombinationen

(z. B. Mehl + Gewürze + Dekorprodukte)

fördern dabei die Impulskäufe.

Ob Innovationen, praktische Backmischungen,

conveniente Fertigkuchen und Kuchenböden

oder (Grund-)Zutaten zum Backen und

Dekorieren – in der Platzierung jenseits der

klassischen Warenpräsentation liegt nach Erfahrung

zahlreicher Hersteller viel Potenzial

für zusätzlichen Abverkauf. Kreatives Cross-

Selling kann sich über den Markt verteilt

lukrativ auswirken: zum Beispiel mit bunten

Streuseln an der Eistruhe, Backmischungen

für Käsekuchen in Nähe der Molkereiprodukte

oder für Obstkuchen in der Obstabteilung.

Auch die Platzierung im Umfeld von Heißgetränken,

Dessertzutaten oder festlicher

Deko regen zu Impulskäufen an.

Besonders wirksam, so Marc Albersmann,

Head of Sales bei KuchenMeister, sind thematische

Zweitplatzierungen, die konkrete

Nutzungsideen transportieren, wie etwa die

Betonung auf den Kaffee- und Kuchengenuss

an kalten Tagen oder die unkomplizierte

Zubereitung für den Adventskaffee: „Wer am

PoS die Verbindung aus Inspiration, Emotionalität

und praktischer Lösung schafft, steigert

nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch die

Kaufbereitschaft.“

Die beliebtesten Anlässe zum Backen:

Geburtstage (50 %), Feiertage wie

Ostern und Weihnachten (47 %) sowie

als Freizeitvergnügen (47 %).

Weitere Ergebnisse aus der Backstudie

2024 von YouGov: Blechkuchen

backen die Deutschen am liebsten

(57 %), gefolgt von Marmorkuchen

(44 %) und Kleingebäck wie Muffins,

Cakepops etc. (43 %).

Kleingebäcke sind bei Jung und Alt

beliebt, werden aber am häufigsten

von den Befragten im Alter von

25 – 34 Jahren zubereitet (50 %); die

auch die größte Lust haben, Gebäck

individuell zu verzieren (32 %).

GOURMET VOLLKORN CLASSIC

& GOURMET PUMPERNICKEL

REZEPTIDEEN:

Mestemacher GmbH • 33254 Gütersloh • Telefon + 49 5241 8709-0

mestemacher.de • Folge uns auf Instagram: mestemacher_thelifestylebakery


Sortiment

Tabak

Text: Gerhard Hörner, Marcelo Crescenti

InterTabac will

Erfolgs story fortsetzen

Auf ein Neues! In diesem Jahr wird Dortmund wieder zum Mekka der Tabakwelt. Unter

dem Motto „Together for Tomorrow“ trifft sich die Branche vom 18. bis 20. September zur

InterTabac, der weltweit größten Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf.

60 Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


Die InterTabac zeigt, wie professionell

und verantwortungsbewusst

die E-Zigarettenindustrie aufgestellt

ist, und ist für uns ein

zentrales Forum für Austausch,

Dialog und Vernetzung.

Philip Drögemüller

Geschäftsführer, Bündnis für Tabakfreien Genuss

Die innovative Art, Tabak

rauchfrei zu genießen.

59 €(UVP)

IQOS ILUMA i

Einen besseren Start ins Messegeschäft

hätte sich Sabine Loos

kaum wünschen können. Denn

kurz nach ihrem Einstand als

Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen

Unternehmensgruppe im Jahr 2011

fand die InterTabac statt. „Schon damals

war die Tabakmesse der Branchentreffpunkt

Nummer eins und vereinte rund

300 Aussteller unter unserem Dach.“

2024 waren es bereits 805. Das heißt, mehr

als doppelt so viele. Davon kamen 129 aus

Deutschland, 676 aus weiteren 70 Nationen

weit über Europa hinaus. Angefangen von

A wie Aserbaidschan über China, Nigeria,

USA sowie die Vereinigten Arabischen

Emirate bis hin zu Z wie Zypern. In elf

Hallen präsentierten sie ihre Produkte

und Dienstleistungen. Auf einer Fläche

von mehr als 60.000 Quadratmetern.

Das entspricht der Größe von sechs Fußballfeldern.

Gleichzeitig wurden an den

beiden Eingängen zu den elf Hallen

14.250 Personen gezählt.

Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte

die InterTabac 2025 nahtlos an ihre

lange Erfolgsgeschichte anknüpfen, die

1978 als „Fachschau für Tabakwaren und

Raucherbedarf“ Premiere feierte. Mit der

Idee, eine Plattform zu etablieren, auf der

sich Marktteilnehmer treffen und über

neue Produkte informieren können. Alles

an einem Ort. Von diesen Anfängen hat

sich die InterTabac zur Weltleitmesse der

internationalen Tabakbranche entwickelt.

Als Zentrum für Innovation, Austausch

und Networking, das neue Trends setzt

und Herstellern, Händlern sowie Fachbesuchern

wichtige Impulse für ihr Geschäfte

gibt. In diesem Jahr könnte die

InterTabac vielleicht neue Rekordzahlen

schreiben. Darauf lässt eine Umfrage nach

der letzten Messe schließen: 88 Prozent

der Aussteller hatten angekündigt, wieder

nach Dortmund zu kommen. Bei den Besuchern

waren es sogar 94 Prozent. Dass

sie ihre Worte in die Tat umsetzen wollen,

zeigen die bislang getätigten Buchungen

und Ticketverkäufe.

Starkes Rahmenprogramm

Loos macht den Erfolg des Events aber

nicht allein an den Zahlen fest. „In den

letzten Jahren haben wir viele neue

Meilensteine gesetzt.“ Ein Beispiel ist die

InterSupply, die seit 2015 mit der Inter-

Tabac ein Messe-Duo bildet und den gesamten

Herstellungsprozess von Tabakwaren,

E-Zigaretten, Pfeifen und Shishas

abdeckt. „Außerdem haben wir seit 2019

ein hochkarätiges Rahmenprogramm

etabliert, das tiefe Einblicke in die wichtigen

Branchenthemen ermöglicht und

einen großen Mehrwert bietet.“ Auch in

diesem Jahr. Bei diesen Side Events

gibt es eine Reihe von Vorträgen,

Pause-Modus

Unterbrechen und bis

zu 8 Minuten pausieren.*

Touchscreen

Genussmomente

per Touch

individuell steuern.

FlexPuff

Bis zu 4

zusätzliche Züge.**

* Nur während der ersten 3 Minuten oder 8 Züge verfügbar. Der Pause-

Modus ist nur für eine der zwei aufeinanderfolgenden Nutzungen möglich.

Nicht im Eco-Modus verfügbar. ** FlexPuff ist für die Verwendung

mit Tabaksticks konzipiert. Die Aktivierung und die Anzahl der Züge

hängen vom individuellen Nutzungsverhalten ab, so dass ein längeres

Erlebnis möglicherweise nicht bei allen erwachsenen Konsumenten

und/oder Nutzungen auftritt. FlexPuff ist nicht mit dem Pause-Modus

kombinierbar.

Verwende SMARTCORE STICKS TM nicht mit bisherigen IQOS Tabakerhitzern,

da dies zu Schäden am Gerät führen kann. SMARTCORE

STICKS TM (und HEETS Tabaksticks) dürfen nicht verschluckt oder zerlegt

werden. SMARTCORE STICKS TM enthalten ein scharfes Metallteil,

das beim Verschlucken schwere Verletzungen verursachen kann. Außerhalb

der Reichweite von Kindern aufbewahren. Nicht anzünden. Weitere

Informationen auf IQOS.com

Dieses Produkt ist nicht risikofrei und

enthält Nikotin, das sehr stark

abhängig macht. Nur für Erwachsene,

die sonst weiter rauchen oder andere

Nikotinprodukte verwenden würden.


9

INTERVIEW

Markentrainer Tabak

Interessante Fakten und spannende Hintergrundinformationen

zum Thema Tabak finden Sie im

aktuellen fotfortrade Markentrainer „Tabak & Co.“.

TABAKWAREN UND CO.

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Tabak

& Co.

Sabine Loos

Hauptgeschäftsführerin,

Westfalenhallen

Unternehmens

gruppe

Nach Absage der InterTabac wegen

Corona in 2020 und 2021 sind die

Zahlen der Aussteller und Besucher

schnell kontinuierlich gestiegen.

Haben Sie damit gerechnet?

Wir sind froh, wie sich die Messe seit

der Pandemie entwickelt hat. Als wir

2022 zur Präsenzveranstaltung zurückgekehrt

sind, waren wir unsicher. Werden

Aussteller und Besucher wiederkommen?

Werden sie den persönlichen

Kontakt und den direkten Austausch

weiterhin schätzen? Schnell war klar,

dass sie das tun. Das beweist, dass diese

starke Branche den Herausforderungen

der Pandemie getrotzt hat. Der bisherige

Buchungsstand sagt uns, dass sich das

auch bei der 45. Ausgabe nicht ändert.

Welche Trends gibt es?

Die Themen, die sich durch alle Segmente

ziehen, sind z. B. Nachhaltigkeit,

Qualität und Innovation. Das Thema

Nachhaltigkeit, das seit Jahren eine

immer wichtigere Rolle in der Branche

spielt, bilden nicht nur die Aussteller mit

ihren innovativen Lösungen ab. Auch

mehrere Veranstaltungen im Rahmenprogramm

werden sich damit befassen.

In diesem Jahr stehen zudem orale Produkte

stark im Fokus.

Auf welche Highlights dürfen sich

Aussteller und Besucher freuen?

Am 17. September feiert der „Cigar Culture

Summit“ Premiere. Dieses Gipfeltreffen

bringt die führenden Persönlichkeiten

der Zigarrenwelt zusammen.

Highlight-Events wird es auch bei den alternativen

Nikotinprodukten geben: Zum

zweiten Mal werden 2025 die „InterTabac

World Alternative Awards“ verliehen.

△ Prominenter Messestand: Lost Mary ist wie Elfbar eine der führenden Marken im Segment E-Zigaretten.

Diskussionen und Panels. Dort können

sich Hersteller und Händler über aktuelle

Trends, neue Produkte, Marktentwicklungen

und Potenziale einzelner Segmente informieren.

Außerdem erfahren sie aus erster Hand,

welche Regulierungsmaßnahmen auf die

Branche zukommen können.

All diese Themen werden sich an den Ständen

der Aussteller widerspiegeln. Auch bei den

Next-Generation-Products (NGP), die immer

mehr an Bedeutung gewinnen. Schon 2024

kamen mehr als 180 Unternehmen aus dem

Die InterTabac ist für uns ein absolutes

Highlight und eine wichtige

Plattform, um aktuelle Entwicklungen

zu diskutieren, Kontakte

zu pflegen und gemeinsam mit der

Branche nach vorn zu blicken.

Oliver Pohland

Geschäftsführer, Verband des eZigarettenhandels

Vaping-Bereich. Mit Spannung wird erwartet,

welche Neuheiten Unternehmen wie InnoCigs

oder Intrade Concepts (E-Zigaretten-Handel)

präsentieren, die auf dieses Segment spezialisiert

sind. Ebenso interessant ist stets, mit

welchen innovativen Produkten Newcomer die

Besucher überraschen. Auch von etablierten

Tabakwarenherstellern wie Philip Morris,

JTI, Reemtsma und BAT gibt es inzwischen

Zeit ein breites Angebot von E-Zigaretten und

Tabakerhitzern. Das sah vor nicht allzu langer

Zeit noch ganz anders aus. Deutlich macht dies

62 Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


Sortiment

Tabak

ein Rückblick von Guy Daniel Grobe, National

Manager Food bei Philip Morris Germany

(PMG): „Keiner hätte ernsthaft damit gerechnet,

dass wir bei der InterTabac 2015 zum

letzten Mal ausschließlich mit Zigaretten

vertreten sind.“ Doch schon ein Jahr später

kam die Kehrtwende: der erste PMG-Auftritt

ohne Marlboro und Co., dafür aber mit

dem Logo des neuen Tabakerhitzers Iqos.

„Zunächst“, erzählt Grobe, „wurden wir von

den großen Wettbewerbern belächelt und

misstrauisch beäugt.“ Das ist längst vorbei.

„Inzwischen sind 23,2 Millionen erwachsene

Raucher weltweit auf das Heat-not-Burn-

Produkt Iqos umgestiegen, das in 95 Ländern

erhältlich ist. Und unsere ,Terea‘-Tabaksticks

stehen im Marken-Ranking auf Platz zwei hinter

Marlboro.“ Für Sabine Loos beweist diese

Entwicklung, „wie dynamisch die Branche

Die InterTabac

ist wie

jedes Jahr

ein wichtiger Termin für die

Tabakbranche. Sie ist eine perfekte

Plattform, um Produkte

und Neuheiten zu präsentieren

und sich auszutauschen.

Bodo Mehrlein

Geschäftsführer, Bundesverband der

Zigarrenindustrie

ist“. Das zeigt sich auch an der zunehmenden

Beliebtheit von modernen oralen Produkten.

Nicht nur in Schweden, wo sie Zigaretten

weitgehend abgelöst haben. Auch bei der

InterTabac spielt das Segment eine wichtige

Rolle. Mit der PouchXchange widmet die Messe

diesen Produkten sogar ein spezielles Veranstaltungsformat.

In Deutschland unterliegen

tabakfreie Nikotinbeutel allerdings einem

De-facto-Verbot. Sehr zum Ärger der Branche,

zumal das Institut für Risikobewertung das

geringe Schadenspotenzial solcher Produkte

bestätigt hat.

Klassiker weiterhin gefragt

Eine nach wie vor feste und starke Konstante

bildet das klassische Segment. Dazu

tragen nicht zuletzt die neuen Zigaretten

und Feinschnitt-Tabake bei, die allein in

20

60

St.

JT International Germany GmbH · Peter-Huppertz-Straße 11 · 51063 Köln

Qualität

Handverlesener Premiumtabak für

ausgezeichneten Tabakgenuss.

Top Marke

Winston ist die zweit meistverkaufte

Zigarettenmarke der Welt.

Experte

Als Tabakexperte in aller Munde -

mit Verlässlichkeit seit 1954.

Rauchen ist tödlich


Sortiment

Tabak

◁ Raucherbedarfsartikel

sind ein

Muss im Regal:

Dazu gehören zum

Beispiel Blättchen,

Aktivkohlefilter

und Filterhülsen.

hülsen für Konsumenten, die ihre Zigaretten

drehen oder stopfen. Auch in dieser Kategorie

bietet die Messe dem Fachpublikum eine

breite Auswahl bekannter Marken wie Bic,

Clipper, Zippo, Gizeh und OCB. Besucher,

die sich für Shisha-Produkte interessieren,

werden in Dortmund ebenfalls bestens bedient.

Mit einem breiten Angebot von Tabak,

Wasserpfeifen und Zubehör. Nachdem das

Bundesfinanzministerium im Juli 2024 das

Verbot von Großpackungen zurückgenommen

hat, können Händler wieder optimistischer

in die Zukunft blicken – und Aussteller mit

guten Geschäften auf der Messe rechnen. ☐

diesem Jahr gelauncht wurden. Zum Beispiel

von PMG, Landewyck, JTI, Pöschl,

Reemtsma und von Eicken. Hinzu kommt

der Großhändler Hauser, der auf der Inter-

Tabac eine neue Superslim-Zigarette vorstellen

wird. Ebenfalls zum klassischen Segment

gehören Zigarren und Zigarillos, die zwar

Nischenprodukte sind, aber als Ergänzung

des Shopsortiments nicht fehlen sollten. Damit

gemeint sind insbesondere trendige Marken

wie Mini (Villiger) oder Clubmaster und die

Shisha-Zigarillo-Mischung WTF! Shisharillo

von Arnold André, die auch jüngere Zielgruppen

ansprechen.

Ebenfalls ein Muss im Regal sind Raucherbedarfsartikel.

Dazu gehören Feuerzeuge

sowie Blättchen, Aktivkohlefilter und Filter-

Die InterTabac und InterSupply bieten dem

Handel frische Impulse, starke Kontakte

und jede Menge Umsatzpotenzial. Besonders

Zigarrenfans kommen auf ihre Kosten:

Der Cigar Culture Summit beginnt bereits

einen Tag vor dem offiziellen Messestart.

Steffen Kahnt

Geschäftsführer, Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels

ELFBAR

Die Elfbar 800 Einweg-E-Zigarette von

InnoCigs mit 550 mAh Akku-Kapazität

ist mit 2 ml NicSalt befüllt und ermöglicht,

abhängig vom Nutzungsverhalten,

bis zu 800 Züge. In 20 Sorten verfügbar.

DAVIDOFF

Die Slim-Line-Variante Rosé der Reemtsma-Marke

Davidoff in oktonaler Verpackung

ist seit Juli im Handel erhältlich.

Die Zigaretten mit weißem Filter haben

einen besonders milden Geschmack.

ELIXYR

Elixyr Blue Fine Flavour aus dem

Hause Landewyck ist ein hochwertiger

Volumentabak mit typischem American

Blend und eignet sich hervorragend zum

Stopfen von Zigaretten.

JAMMIN’

Tradition gepaart mit Innovation: Mit

Jammin’ startet Arnold André, Deutschlands

größter Zigarrenhersteller, ein

neue Marke in einer Packung, die zwei

Cones enthält.

Fotos: Gerhard Hörner, Prinz Sportlich, Unternehmen

64 Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


9

INTERVIEW

Guy Daniel Grobe

National Manager

Food, Philip Morris

Der Zigarettenabsatz stagniert, Großpackungen

sind eher gefragt. Warum

führen Sie nun eine neue Marlboro-

Linie mit einer 20er-Packung ein?

Mit der Einführung von Marlboro Crafted

in den Packungsvarianten OP und 2XL

setzen wir nach über zehn Jahren wieder

ein Zeichen im Produktportfolio. Es ist

eine strategische Weiterentwicklung der

weltweit führenden Zigarettenmarke – mit

dem Ziel, neue Impulse im Markt zu setzen.

Welche Zielgruppe möchten Sie damit

erreichen?

Wir richten uns mit Marlboro Crafted an

erwachsene Raucherinnen und Raucher,

die bewusst auf den Preis achten, dabei

aber nicht auf Qualität und Geschmack

verzichten möchten. Zum einen sprechen

wir jene an, die sich mittelfristig nach einer

preislich attraktiveren Option umsehen.

Zum anderen aber auch ehemalige Marboro-Raucher,

die zu günstigeren Marken

gewechselt haben, sich aber nach dem

vertrauten Geschmack und Markenversprechen

von Marlboro sehnen.

Marlboro Crafted ist für eine Premiummarke

ziemlich günstig positioniert.

Besteht nicht die Gefahr, dass Konsumenten

dadurch bei der Zigarette

bleiben, anstatt auf potenziell

risikoreduzierte Alternativen

umzusteigen?

Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen erwachsenen

Raucherinnen und Rauchern den

Umstieg auf schadstoffreduzierte Alternativen

ermöglichen. Gleichzeitig sehen

wir, dass die Nachfrage nach preislich

attraktiveren Produkten zunimmt. Mit

Marlboro Crafted reagieren wir auf diese

Entwicklung, ohne das langfristige Ziel

aus den Augen zu verlieren.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit dem

neuen Produkt in anderen Märkten

gesammelt?

Die Produktlinie wurde bereits erfolgreich

in Italien und Spanien eingeführt und

erfreut sich dort wachsender Beliebtheit.


Sortiment

Internationale Spezialitäten

Text: Han Nguyen, Alexander Purka, M. Crescenti

Der Gastro-Blick

Welche Spezialitäten aus ihren Ländern schätzen ausländische

Gastronomen besonders, welche vermissen sie im Supermarktregal?

Die RUNDSCHAU hat bei drei Restaurantbesitzern nachgefragt.

Zuerst im Restaurant, dann im Supermarktregal:

Viele Foodtrends im LEH

haben ihren Ursprung in der Gastronomie.

Die RUNDSCHAU wollte daher

von drei ausländischen Gastwirten wissen,

welche Spezialitäten aus ihren Heimatländern

ihrer Meinung nach einen festen Platz im

Regal verdient haben.

Nachgefragt bei Miled Naimian in Köln: Der

Gastronom hat große Pläne und möchte es in

den kommenden Jahren mit seinem Restaurant

„Italian Kiss“ auf die renommierte Liste

„50 Top Pizza Europa“ schaffen. Müsste er

selbst einen Supermarkt einrichten, würde es

bei ihm vor allem frisch zugehen. „Aromatisches

Gemüse und eine schöne lange Fleischund

Käsetheke mit vielen verschiedenen,

richtig frischen Sachen.“ Sein italienischer

Spezialitätentipp: Arancini, frittierte Reisbällchen,

findet man noch selten im LEH.

halle 11.2

a010 - do61

Müsste er selbst einen

Supermarkt einrichten, würde

es bei ihm vor allem frisch

zugehen, sagt Miled Naimian

vom Restaurant Italian Kiss.

Fotos: stock.adobe.com/st.kolesnikov; H. Nguyen; A. Purka; M. Crescenti


Glasnudeln und

Klebreis als Basissortiment:

Restaurantbesitzerin

Thị

Thanh Vân Nguyễn

aus Köln.

◁ Schwärmt für

die griechische

Bauernwurst

und für Tarama:

Vasileios Chaidaris,

Gastronom aus

Mainz.

Und auch Cannolo, ein mit Ricotta gefülltes

Gebäck aus Keksteig.

„In deutschen Supermärkten gibt es kaum

vietnamesische Produkte“, bedauert Thị

Thanh Vân Nguyễn, die seit elf Jahren das

Restaurant HaiO in Köln-Sülz betreibt. Immerhin

findet sie im LEH bekannte Produkte wie

Reispapier, Reisnudeln oder Sriracha-Sauce.

Auch wichtige Zutaten wie Naturtofu und Pak

Choi sind mittlerweile dort häufig vorhanden.

Um die Reisnudelsuppe aus ihrer Heimatstadt

Hanoi zu kochen, sind Zutaten wie

Thaibasilikum oder Sternanis wichtig – im

herkömmlichen Lebensmittelhandel findet

Arancini und Cannoli sind

beliebte Spezialitäten, finden

im LEH aber kaum statt.

Miled Naimian

Restaurant Italian Kiss, Köln

sie diese Produkte selten. Was auf keinen

Fall im Angebot fehlen sollte, ihrer Meinung

nach: Instant-Phở-Nudeln sowie Glasnudeln

und Klebreis.

Vasileios Chaidaris führt das Dionysos,

eines der besten griechischen Restaurants

in Mainz. Allein im vergangenen Jahr haben

seine Mitarbeitenden rund 1,6 Tonnen Tzaziki

selbst hergestellt, hat er ausgerechnet. Der

griechische Joghurt, Hauptzutat des Tzaziki,

muss unbedingt fest sein, mahnt er. Chaidaris

vermisst im LEH-Angebot vor allem die griechische

Bauernwurst, die es in verschiedenen

Variationen gibt, zum Beipiel mit Pfeffer oder

Knoblauch. Und er schwärmt von Tarama,

einer leicht salzigen Creme aus Fischrogen.

„Die Vielfalt der griechischen Küche ist enorm,

da steckt ein großes Potenzial.“ ☐

HEROES AM POS

Langbein überzeugt:

Marktführerend in der Kategorie

• 45 % Anteil Gesamtmarkt Markenfonds*

• 52 % Marktanteil im Bio-Markenfondmarkt*

Wertschöpfung par excellence

25 % mehr Inhalt der konventionellen

500ml Fonds zum relevanten Wettbewerb

Trendsetter mit modernem Look & Feel

Vegan

+14 % **

Konventionell

Bio

+26 % * +6 % *

*Circana Fond-Markenmarkt MAT Jun 2025, Absatz in Stk. Markt Gesamt/Konventionell/Bio,

**ZDB Rila Unternehmensgruppe YDT Jun 2025 Absatz in Stk Vegane Fonds

DE-ÖKO-009

www.rila.de · www.langbein.de · www.daily-meal.de


Sortiment

Im Trend

Text: Mirko Jeschke

Wintergrillen

Auch wenn es bei den teils extrem hohen Temperaturen in diesem

Sommer schwerfällt, schon an die kalte Jahreszeit zu denken – für

eingefleischte BBQ-Liebhaber ist Grillen ein Ganzjahres-Event.

Welches Grillgut sich diesen Winter besonders gut auf dem Rost

machen könnte, zeigen wir mit der folgenden kleinen Auswahl an

spannenden Neuprodukten. Dabei kommen übrigens auch Veggie-

Fans auf ihre Kosten.

Bratwurst-

Spaß

Zum Kinofilm „Das Kanu

des Manitu“ bietet Metten

zwei Bratwurst-Aktionsartikel:

die Rostbratwurst

„Griechischer Art“ (Abb.)

und Schinken-Krakauer

„Feuerwurst“.

Plant-

Burger

Der pflanzliche Crispy Burger

(The Green Mountain)

wird ohne Methylcellulose

hergestellt. Geschmack,

Textur und Biss sind kaum

vom fleischigen Pendant

zu unterscheiden.

Ideal zur

Wies’n

Zum Oktoberfest

gibt es wieder die

Wies´n Schmankerl von

Wiesenhof – zwei saftige

Minutenschnitzel aus der

Hähnchenbrust mit einer

Rösti-Brie-Füllung.

Fotos: stock.adobe.com/exclusive-design, winvic; Unternehmen

68 Sortiment • RUNDSCHAU 09/25


im Segment Knabbermischungen 3

im Segment Besondere Chips 3

AKTIONSZEITRAUM:

KW 48/2025 – 01/2026

EIN JAHRESABSCHLUSS

GEWINNER!

2

Platz

im Segment Kartofelchips3

FÜR ECHTE

NEU

1

Platz

im Segment Erdnussfips 3

1

Platz

3.

TÄGLICH

WACHSENDE

CASH-GEWINNE

2.

SO GEHT’S:

2 beliebige Produkte

1. kaufen

Kassenbon hochladen

auf lorenz-aktion.de

Mit etwas Glück

Tagesgewinn sichern!

1

Platz

1

Platz

im Segment teigummantelte Erdnüsse3

1

Platz

im Segment Salzstangen 3

+ 72 % 1

BONSUMME

UMSATZ 2 + 4 %

salzige

Snacks

+ 11 %

Lorenz

Top 5 Brands

PLATZIEREN

PROFITIEREN

Crunchips Display

6-fach / 120er-Chep

UND

!

DANK UNSERER

JAHRESENDAKTION!

STARKER

UMSATZKNALLER

Design nicht final.

1

Quelle: SimIT, D gesamt, FMCG und Lorenz Snack-World, Umsatz, Käufer, Durchschnittsbon 2024 vs. Durchschnittsbon KW 48–52 2024.

2

Quelle: Circana, LEH inkl. Discounter + DM, Lorenz Kernmarken, Salzige Snacks, Verkauf 1.000 €, Promo-Zeitraum 2024 (KW 48–01) vs. KW 42–47.

3

Quelle: Circana, LEH exkl. Discounter-Regionen, Verkauf 1.000 €, ausgewählte Marken und Segmente, FY Dez. 2024.


Neue Produkte

September 2025

Berchtesgadener Land

Ob aufs Brot, direkt aus dem Becher,

im Salat oder als Basis von Fühstücks-

Bowls: der Körnige Frischkäse ist ein

echter Alleskönner. Der Proteingehalt

beträgt 24 Gramm pro 200-Gramm-

Becher. UVP: 1,59 Euro

Paloma

Die Limonade Watermelon –

eine Kombination aus fruchtiger

Wassermelone, feiner

Limette und süßem Agavendicksaft

– ergänzt ab sofort die

Paloma-Lemonade-Range der

330-Milliliter-Glas-Mehrweg-

Flaschen. UVP: k.A.

Wolfra

Die neue Sorte Winter Kirsche-

Himbeere mit Vanille ergänzt ab

Oktober das Winter-Sortiment. Aus

Apfelsaft, Sauerkirschsaft, Himbeersaft

und Vanillearoma, mit

99 Prozent Fruchtgehalt. UVP: k.A.

Alpenhain

Oktoberfest-Stimmung

ins Kühlregal bringt der

Obazda mit typisch bayrischen

Sprüchen. Erhältlich in den

Varianten Klassisch, Röstzwiebel

sowie Lauchzwiebel.

UVP: 2,29 Euro

Pretzel Pete

Pretzel-Crunch Bavarian Style:

Knusprige ofengebackene Pretzels

treffen auf einen herzhaft-würzigen

Bier-Senf-Geschmack. Im praktischen

160-Gramm-Format. UVP: k.A.

Lorenz

Neu im Regal: die NicNac’s

Sour Cream Style – Erdnüsse,

die auf einen Sour-

Cream-Crunch-Teigmantel

treffen. Außerdem neu: die

NicNac’s Volles Rohr BBQ im

333-Gramm-Gebinde.

UVP: 1,99 Euro/ 2,99 Euro

Dr. Karg’s

Das Protein-Knäcke Pita-Style

ist vom klassischen Pita-Fladenbrot

inspiriert. Es enthält über

30 Prozent Eiweiß aus natürlichen

Proteinquellen und hat

eine orientalisch-würzige Note.

Verfeinert mit Schwarzkümmel

und Meersalz, bestreut mit

weißem und schwarzem Sesam.

UVP: k.A.

Reese’s

Die Marke Reese’s erweitert ihr

Sortiment um die Dipped Peanuts im

90-Gramm-Beutel – genauer gesagt

um geröstete Erdnüsse in cremiger

Erdnussbutter sowie Erdnüsse ummantelt

mit Kakao. UVP: 2,19 Euro

70

RUNDSCHAU 09/25


%

Ihr Produkt in der RUNDSCHAU

Infos und Bildmaterial zu Ihren Neuprodukten

schicken Sie gerne an: produkte@rundschau.de

Heinz

Neue Produktrange von Heinz: vier

Pastasaucen in den Geschmacksrichtungen

Sonnengereifte Kirschtomaten

& Basilikum, Tomaten & Chili Arrabbiata,

Tomaten & Mascarpone sowie

Bolognese. UVP: 2,69 Euro – 3,49 Euro

Griesson - De Beukelaer

Cereola Cookies (mit Haferflocken

und Haselnüssen) und Cereola Oaties

(Mini-Haferkekse mit Vollkorn) von De

Beukelaer: vegan, mit der kakaofreien

Schokoladenalternative ChoViva.

UVP: k. A.

Bohlsener Mühle

Ab sofort erhältlich: fünf neue

Bioland-zertifizierte Müslis in den

Geschmacksrichtungen Basis,

Beere, Früchte, Schoko-Vollmilch

sowie Schoko-Zartbitter. Alle

Sorten kombinieren Hafer-,

Gersten- und Dinkelvollkornflocken.UVP:

2,99 Euro/4,49 Euro

Kletzzz

Wolfram Berge führt ab sofort

verschiedene Kletzzz-Früchtebrote

in der 170-Gramm-

Packung: Feigen Nüsse,

Aprikosen Nüsse, Cranberry

Nüsse und Datteln Nüsse. In

Scheiben verpackt für schnellen

Genuss. UVP: 3,99 Euro

3 Bears

Harry Kane launcht Protein-Haferriegel

mit 3Bears: ohne Industriezucker, mit

100 Prozent Vollkornhafer. Erhältlich in

den Geschmacksrichtungen Crispy Kakao

und Salted Peanut. UVP: k.A.

McCain

Ob im Airfryer, im Backofen

oder in der Fritteuse:

die Spicy Fries mit leicht

scharfem Chili-Knuspermantel

in der 500-Gramm-

Packung lassen sich

vielseitig zubereiten.

UVP: 2,79 Euro

www.rundschau.de 71


IMPRESSUM

Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:

Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.

(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;

Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);

Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)

Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände

wieder. Die Redaktion ist nicht für die

Inhalte verantwortlich.

Neue Produkte

September 2025

Gegründet: 1929

Verlag: medialog GmbH & Co. KG

Am Bollgraben 1, 76534 Baden-Baden

Tel. 07225 60646-00

E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de

Geschäftsführer: Carsten Augsburger

Verlagsleiterin: Maria Akhavan

Chefredakteur: Marcelo Crescenti (V.i.S.d.P.)

Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke

Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel,

Jenny Rommel, Sabrina Reiter

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen, Gerhard

Hörner

Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design

Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic

Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna

Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock

Wasa

Das neue Wasa Protein+ liefert

20 Gramm pflanzliches Protein

pro 100 Gramm Knäckebrot.

Auf Roggenbasis, mit Mohn,

Leinsamen und Meersalz

verfeinert. UVP: 2,49 Euro

Bad Heilbrunner

Die neuen Kräuterteemischungen

von Bad Heilbrunner

mit den Namen Stoffwechsel

Talent, Basen-Glück

und Bitter Freund greifen die

aktuellen Gesundheitstrends

auf. UVP: 2,39 Euro

Hitchcock

Bis März 2026 ist der limitierte Ingwer-Shot

in der Geschmacksrichtung Kürbis-Zimt im

LEH erhältlich. Inhalt: 500 Mililiter in der

Glasflasche – ergibt circa zehn Shots.

UVP: 3,99 Euro

Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark

Anzeigendisposition: dispo@medialog.de

Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025

Abonnenten-Betreuung:

E-Mail: service@medialog.de

Titel: stock.adobe.com/สุธากร รอดเรื องฤทธิ์,

Santiago Engelhardt (1), RUNDSCHAU

Produktfotos: HITCHCOCK GmbH, Wolfra Bayrische

Natursaft Kelterei GmbH, Hersteller

Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209

Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement

Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.

Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist

der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:

Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband

Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband

Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen

Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband

Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden

e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,

Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände

des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband

Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel

Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und

Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des

Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden

e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel

Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement

verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat

vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.

Druck: westermann DRUCK | pva

Georg-Westermann-Allee 66

38104 Braunschweig

Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige

Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch

nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht

für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.

Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material

wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene

und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte

liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.

Develey

Die neue Senfvariante American

Style Yellow Mustard hat einen

mild-würzigen Geschmack,

eine intensive Kurkuma-Note

und besteht aus 100 Prozent

natürlichen Zutaten.

UVP: 1,59 Euro

Hilcona

Die Saisonsorte Ravioli Trüffel

besteht aus einem dünnen Pastateig,

der mit einer Kombination aus

Sommertrüffeln, Trüffelöl, Ricotta

und Hartkäse gefüllt ist (Füllungsanteil

49 %). UVP: 3,49 Euro

Dr. Oetker

Dr. Oetker ergänzt sein

Sortiment um den High

Protein Porridge Klassisch.

Mit glutenfreiem Vollkornhafer

und 30 Gramm Protein

pro 400-Gramm-Becher.

UVP: 2,59 Euro

IVWII/2025

Druckauflage:

60.121 Exemplare,

tatsächlich verbreitete

Auflage: 59.957 Exemplare


Anzeige

Produkt des Monats

Verkaufsförderung

September 2025

Bonne Maman

Mit „La Bonne Chance“ startet

Bonne Maman eine Gewinnspielkampagne,

in der Verbraucher

attraktive Preise gewinnen

können – vom Wohnmobil über

Reisegutscheine bis hin zu

Genuss-Preisen. Teilnahme:

Beliebiges Aktionsprodukt kaufen

und Kassenbon online hochladen.

18 Trends fürs OTC-Regal mit Nature Love

Nature Love stärkt das OTC-Regal – mit 18 innovativen Produkten

entlang wachsender Konsumenten-Trends. Optimiert

für Ihren Umsatz und die Bedürfnisse Ihrer Kunden.

BESCHREIBUNG Longevity, Hormonbalance, Darmgesundheit

– Neuprodukte abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden, entwickelt

auf Basis intensiver Markt- und Sortimentsanalysen. Natürlich in

bewährter Nature-Love Premium-Qualität: möglichst pflanzlich, ohne

unnötige Zusätze, laborgeprüft.

NEUPRODUKTE Premium Collagenpulver / Vitamin B12 Tropfen /

Herz Kreislauf Komplex / Venen Komplex / Kürbiskern Komplex / Hey

Papa / Hey Mama Multivitamin / Oh Meno / Ginkgo Biloba / Augen

Vitamin Komplex / Probiona Junior / Immun Komplex / Vitamin D3 & K2

Kids / Lungenkraut Komplex / Knochen Komplex / Apfelessig /

Stoffwechsel Komplex / Baldrian Komplex

KONTAKT Tauron Ventures GmbH

Immermannstr. 45, 40210 Düsseldorf

+49 211 97537109

verwaltung@nature-love.de

www.nature-love.de/b2b

Rücker

Zugabeaktion an der Käsetheke: Von Oktober bis

Dezember erhalten Verbraucher beim Kauf von

300 Gramm Rücker Alter Schwede oder Rücker

Alt-Mecklenburger aus frischer Küstenbauernmilch

ein Glas Feigensenf der Marke Küstensenf aus

Wilhelmshaven gratis dazu.

Nordsee

Das neue Produkt Brezelbackfisch

kombiniert ein

Alaska-Seelachsfilet mit

Laugenbrezel-inspirierter

Panade. Zudem starten

Homann und Nordsee eine

„Gratis Testen“-Promotion

vom 1.9. bis 15.12. für ausgewählte

Produkte.

www.rundschau.de

73


FORSCHERAUFTRITT

Stephan Grünewald

>

Stephan Grünewald

Der Psychologe und Autor leitet das Rheingold Institut. Hier

wechselt er sich mit David Bosshart, Martin Fassnacht und

Florian Klaus ab. www.stephangruenewald.de

Text: Marcelo Crescenti

„Fürsorglicher Anker“

Stephan Grünewald vom Rheingold Institut gewährt Einblick in sein neues Buch und erklärt, was die Krisen der

Gegenwart mit dem LEH zu tun haben – und warum der Supermarkt dabei eine heilende Rolle spielt.

Ihr neues Buch* erscheint in Oktober, darin

umreißen sie das „Psychogramm einer unsicheren

Gesellschaft“. Wie ist die Lage?

Wir haben in Deutschland derzeit eine

Krise der sozialen Verbundenheit. Viele

Menschen verschanzen sich in sozialen

Bollwerken und blenden andere

Meinungen aus, dazu wächst die

Selbstbezüglichkeit – es gibt eine Art

Wagenburg-Mentalität. Die Aggressivität

nimmt zu. Da bricht uns gerade

was weg. Wenn das so weitergeht,

verlieren wir den Zusammenhalt in

der Gesellschaft. Interessanterweise

spielen Supermärkte in diesem Kontext,

bei dem Menschen den Wunsch

nach Sicherheit und Geborgenheit spüren,

eine ganz wichtige Rolle.

Das müssen Sie erklären.

Der Supermarkt ist ein fürsorglicher Anker im Alltag.

Er ist auch einer der letzten demokratischen

Erlebnisorte, in denen man aus der eigenen Blase

tritt und mit anderen Menschen in den Austausch

geht. Im LEH ist die Welt für die Kunden noch in Ordnung, hier

funktioniert alles, das Angebot ist breit. Der Akt des Einkaufs bietet

zudem eine stabilisierende Selbstwirksamkeit. Und man sollte den

sozialen Aspekt nicht unterschätzen: In einer Zeit, in der sich immer

mehr Menschen ins Schneckenhaus zurückziehen, findet hier nach

wie vor der wärmende Plausch an der Kasse statt.

In diesem Heft berichten wir darüber, dass automatisierte Supermärkte

auf dem Vormarsch sind (Seite 24). Da wird nicht mehr

geplauscht.

Solche 24/7-Konzepte passen in die Zeit, sie stehen für eine effiziente

Selbstversorgung. Ich möchte aber hier eine Lanze für den bemannten

(oder befrauten) stationären Markt brechen. Supermärkte

dienen nicht nur der kapitalistischen Gewinnmaximierung, sondern

haben auch eine soziale Funktion. Sie bieten Aufenthaltsqualität und

sind ein Begegnungsort, der jedoch auch eine gewisse soziale Kon-

Stephan Grünewald

Geschäftsführer, Rheingold Institut

trolle braucht. Wenn das Bestreben nach Effizienz

überhandnimmt und das moderierende und

fürsorgliche Personal durch immer mehr

Technik im Markt ersetzt wird, auch in

Gestalt von SB-Kassen, kann dies zur

Verrohung der Gesellschaft beitragen.

Das sollte nicht unterschätzt werden.

Wir berichten ebenfalls über das

Wachstum bei Lieferdiensten

(Seite 26). Wie sieht das aus Ihrer

Warte aus?

Lieferdienste haben ihre Berechtigung,

vor allem für Ergänzungskäufe.

Wenn sich aber die Menschen immer

öfter kontaktlos und anonym versorgen,

wenn sie noch länger zu Hause bleiben, im

wohltemperierten Homeoffice, und die Welt

nur durch den Bildschirm sehen, dann führt

das zu einem Wirklichkeitsentzug. Man verliert

den Bezug zur Welt. Es ist, wie wenn man zu lange

in der warmen Badewanne sitzt: Es ist zwar schön

und kuschelig warm, doch irgendwann spürt man

sich nicht mehr.

Woraus kann man in diesen Zeiten Optimismus schöpfen?

Aus der Tatsache, dass die Gesellschaft in Notzeiten zusammenhält

und in der Lage ist, gemeinsam etwas zu bewegen. Das ist zum Beispiel

bei der Energiekrise passiert, als uns das Gas auszugehen drohte.

Da haben alle gespart und mitgemacht, und die Bundesregierung

hat konkrete Schritte unternommen, um die Notlage abzuwenden.

Am Ende war es ein Verdienst von uns allen, dass 20 Prozent an Gas

gespart wurden. Die Krise blieb aus.

Es gibt in Deutschland eine gestaute Bewegungsenergie. Die Politik

muss jetzt klare Ansagen machen und aktivierende Handlungsperspektiven

eröffnen. Dann ist die Chance da, dass diese Energie

etwas im Lande bewegt.

* Stephan Grünewald: Wir Krisenakrobaten – Psychogramm einer

verunsicherten Gesellschaft. Kiepenheuer & Witsch. Erscheint am 9.10.

Foto: Unternehmen

74 FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 09/25


Vertrauen, das bleibt.

Zufriedene Kunden dank sicherer Produktdaten.

Verbraucher verlangen heute mehr denn je Transparenz und

Verlässlichkeit der Daten auf den Lebensmittelverpackungen.

Unsere dataroom-Systeme helfen Ihnen dabei, Ihre Produktdaten

komfortabel zu verwalten und bereitzustellen – immer

aktuell und zuverlässig.

dataroom PIM bündelt alle Produktdaten

zentral und sorgt für aktuelle, konforme

und konsistente Informationen über alle

Vertriebskanäle hinweg.

Unser dataroom Workflowmanager

automatisiert und dokumentiert Freigabeund

Prüfprozesse effizient, transparent

und genau – für ein schnelleres, sicheres

Time-to-Market.

VERBRAUCHERVERTRAUEN

Korrekte, konsistente Produktdaten als Basis für Transparenz und Vertrauen beim Kunden

RISIKO-MINIMIERUNG

Vermeidung von Rückrufen und Imageeinbußen wegen fehlerhafter Daten

WETTBEWERBSVORTEIL

Mit professionellem Datenmanagement zügig auf wechselnde Anforderungen reagieren

www.data-room.de

datagraphis GmbH

dataroom Systementwicklung

Ostring 13, 65205 Wiesbaden

kontakt@data-room.de


MEHR CRUNCH, MEHR GESCHMACK.

MEHR UMSATZ!

BEWUSSTER

GENUSS

Ballaststoffquelle,

100 % Vollkornmehl und

wertvolle Leinsamen

ÜBER

90 % *

Probierbereitschaft

und Bewertung als

starkes Konzept!

MAXIMALE

VISIBILITÄT

durch POS-Aktivierung

und umfangreiches

Kommunikationspaket

Saltletts Display

3-fach-Misch-Chep 128 LE

*

Quelle: Ipsos, Saltletts Crunchy Bites, Concept & Product Test Germany, 2025.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!