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altlandkreis - Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel - Ausgabe September-Oktober 2025

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Ausgabe 91 | September / Oktober 2025

.de

Eine Produktion von

mit Veranstaltungskalender für zwei Monate

Titelbild: Kloster Rottenbuch,

Johannes Schelle

Auf der Roten Couch

Arbeitsamtschefin Ulrike Sommer

Motocross-Spektakel

In Reichling sind sogar Profis am Start



Worum die Welt uns beneidet

Massenstart, mitreißende Positionskämpfe,

spektakuläre

Sprünge und extreme Schräglagen:

Dafür stehen die vom

MSC Reichling organisierten

Motocross-Rennen. In wenigen

Wochen ist es wieder so

weit, duellieren sich bis zu

200 Lizenzfahrer um Punkte

zur Südbayerischen

Meisterschaft. Dagegen

eher konkurrenzlos unterwegs:

Die Kraftfahrer der

Tierkörperbeseitigungsanlage

Kraftisried. Sie sorgen dafür,

dass verstorbene Hausund

Nutztiere zeitnah und

fachgerecht entsorgt werden, keine

schweren Krankheiten und Seuchen ausbrechen.

Wir durften den Fahrer begleiten, der schwerpunktmäßig

für Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen

zuständig ist. Einem nochmals deutlich

größeren Einzugsgebiet steht Ulrike Sommer vor. Die

vorsitzende Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit

Weilheim ist für Arbeitsvermittlung und Berufsorientierung

in gleich fünf Landkreisen verantwortlich.

Im großen Interview auf der Roten Couch verrät die

studierte Theologin, warum sie sich gegen die Seelsorge

in der Kirche entschieden hat, welch hohes Gut

in Deutschland wieder mehr wertgeschätzt werden

müsste und wie schlimm es um die Arbeitslosigkeit

in der Region steht. Wer voll erwerbstätig ist, gut verdient

und im Idealfall Geld auf der sprichwörtlichen

hohen Kante hat, könnte sich in Zeiten der offensichtlichen

Klimaerwärmung mal Gedanken machen über

die Energieeffizienz seines Eigenheims. Landratsamt,

Energiewende Oberland und Verbraucherzentrale

starten zum Ende des Jahres eine Art Großoffensive,

um Hausbesitzern das Thema „Energetische Sanierung

des Eigenheims“ schmackhaft zu machen. Immer

wieder renoviert, besser gesagt modernisiert,

wurde die Klosterkirche in Rottenbuch, die bayernweit

etwas ganz Besonderes darstellt. Der Grund:

Drei, wenn nicht sogar vier verschiedene Baustile,

in Harmonie vereint. Wir durften mit Pfarrgemeinderat

Albrecht Bögle hinter die Kulissen blicken und

hautnah entdecken, was in welcher Epoche errichtet

wurde. Nicht in Rottenbuch an der Ammer, sondern

in Rott am Lech, haben wir ebenfalls eine Besonderheit

in Augenschein genommen. Die Streuobstwiese

Lugensee, benannt nach einem früheren See, in dem

die alten Dorfbewohner noch das Schwimmen lernten

– und dank vorbildlicher Arbeit des dort örtlichen

Obst- und Gartenbauvereins nun wieder an die gute

alte Zeit zurückerinnert werden. Schöne Erinnerungen

haben die alteingesessenen Wildsteiger, wenn

sie an die Anfänge des Leonhardiritts zurückdenken.

Der jährt sich heuer zum 100. Mal, was wiederum mit

einer frischgeschnitzten Heiligenfigur gefeiert werden

soll. Auf eine fette Feier am anderen Ende der

Welt dürfen sich auch bald Trommler, Schützen und

Musiker aus Rottenbuch und Hohenfurch freuen – sie

nehmen heuer an der geschichtsträchtigen Steuben-

Parade in New York City teil, heben schon bald im

Doppeldecker-Airbus ab in Richtung Land der unbegrenzten

Möglichkeiten. Eine USA-Reise muss man

sich aber auch leisten können. Was an dieser Stelle

immer hilft: Eine duale Ausbildung, um die wir

Deutschen weltweit beneidet werden, wie aus erster

Hand erfahren durfte,

Ihr Johannes Schelle

> > > AUS DEM INHALT

Seite 4

Schlechte Sicht und tiefe

Rillen: Motocross-Spektakel

beim MSC Reichling

Seite 6

Tierkörperbeseitigung:

Auf Reportage mit dem

Kadaverfahrer von Kraftisried

Seite 9

Auf der Roten Couch:

Ulrike Sommer, die Chefin

vom Arbeitsamt

Seite 14

Eine Kirche, viele Baustile:

Darum ist Rottenbuchs

Münster einzigartig

Seite 18

Lebensgefährliche Aufgabe:

Polizei-Arbeit auf der

Raserautobahn A95

Seite 26

Monte Rigi Classic:

Gleichmäßigkeitsfahren auf

den Hohen Peißenberg

Seite 28

Artenreiche Ausgleichsfläche:

Ein Vorzeige-Biotop der

Lechraingemeinde Rott

Seite 34

Zu „100 Jahre Leonhardi“

in Wildsteig: Eine frischgeschnitzte

Heiligenfigur

Seite 36

Geschichtsträchtige Reise:

Trommler, Musiker & Schützen

fliegen nach New York

Seite 38

Ehrenamtlich aufgebautes

Einsatzleitfahrzeug

auf sechs Rädern

Seite 44

Das Beste aus Esel und

Pferd: Hufschmied erfüllt sich

Traum vom eigenen Muli

Seite 47

Torwartlegende Sepp

Maier erzählt aus seinem

bewegten Leben

ab Seite 50

Die Basis des beruflichen

Erfolgs — informative Themen

zu Ausbildung

Seite 64

Auf in den Spätsommer und

Herbst — Veranstaltungstipps

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september / oktober 2025 | 3


Motocross-Spektakel in Reichling — auch Profis am Start

Schlechte Sicht, tiefe Rillen

Reichling | Sie ist 1800 Meter lang,

umfasst 17 Kurven, zwölf Sprünge

und eine Wellenpassage mit sechs

Hügeln: Die Motocrossstrecke des

MSC Reichling, die sich im Nordosten

der 1750 Einwohner starken

Lechraingemeinde befindet – und

in wenigen Wochen wieder mehr

als 1000 begeisterte Zuschauer

aus Nah und Fern in ihren Bann

ziehen wird. Der Grund: Das alljährliche

Motocross-Spektakel

der Süd-Bayern-Serie, an dem in

Summe bis zu 200 Lizenzfahrer im

Alter von sechs bis über 60 Jahren

aus ganz Bayern und darüber

hinaus teilnehmen. „Im Rahmen

der SBS-Serie geht es um die Südbayerische

Meisterschaft, die aus

insgesamt sechs Rennen in den

Orten Freising, Eichenried, Essenbach,

Manching, Reichling und

Gablingen besteht“, erklärt Vollblutmotocrosser

Franz Socher aus

dem Peitinger Ortsteil Birkland,

der selbst viele Male am Start gestanden

war, fester Bestandteil der

MSC-Vorstandschaft, verletzungsbedingt

heuer selbst nicht antreten

kann und trotzdem aufgeregter ist

denn je, weil sein erst sechsjähriger

Sohn erstmals an den Start

gehen wird mit seiner Automatikbetriebenen

Minicross. Obwohl

es sich bei den Rennen der SBS-

Serie um die quasi tiefste Liga im

lizenzierten Motocrosssport samt

offener Klasse (erlaubt sind bei

den Erwachsenen Maschinen von

125 bis 450 Kubik) handelt, ist

das sportliche Niveau bereits sehr

hoch. „Wir reden grundsätzlich

von einer Nischensportart, in der

es generell nicht viele Rennserien

gibt – die nächsthöhere zu unserer

ist dann schon die um die

Deutsche Meisterschaft.“ Insofern

werden am Wochenende des 20.

und 21. September im Nordosten

Reichlings jede Menge Topfahrer

am Start stehen. Zum Beispiel

die Profis Valentin Kees, 20, aus

Schwabniederhofen sowie Marcel

Schrötter, 32, aus Vilgertshofen,

der bekannter ist als erfolgreicher

Motorradrennfahrer. Gute Chancen

auf eine Topplatzierung hat aber

auch ein weiterer Lokalmatador:

Lukas Socher, 26, ebenfalls aus

Birkland und obendrein sportli-

Hier staubt's ordentlich! Zum Vordermann versetztes

Fahren verhilft zu besserer Sicht.

cher Leiter beim MSC, der unter Jugendlichen, am Sonntag die wachsenen. Los geht’s jeweils um

Eranderem

für die Organisation von

Trainings und Rennen auf der weit 8.30 Uhr mit ersten Warm-Ups und

und breit einzigartigen Strecke in Trainingsläufen, ehe es gegen 10

Reichling verantwortlich ist. Uhr im Rahmen von Qualifikations-

Runden bereits um die sprichwörtliche

Wurst geht. „Bei der Quali gilt

Training, Quali, Rennen

es eine Runde so schnell wie möglich

zurückzulegen – die schnells-

Sofern das Wetter auf der aus natürlichem

Material wie Kies und ten Fahrer aus der Quali kommen

Humus gebauten Strecke mitspielt, dann in die gleiche Leistungsklasse

fahren am Samstag die Kinder und und können sich die besten Startplätze

aussuchen.“ Nach der Quali

stärken sich die Fahrer nochmals

mit beispielsweise Nudeln und

Tomatensoße, ehe es ab 13.30 Uhr

zurück an den Start geht. „Bei anderen

Rennen starten oft 40 Fahrer

nebeneinander, bei uns in Reichling

16 Fahrer aus der ersten und

16 weitere aus der zweiten Reihe,

insofern bis zu 32 Fahrer gleichzeitig“,

erklärt Franz Socher, der von

einer enormen Anspannung unter

den Fahrern spricht – und von

absolutem Fokus, von Tunnelblick,

unmittelbar vor dem Startsignal.

Dies erfolgt von einem Startrichter,

der eine beidseitig bedruckte Tafel

hochhält. Erst zeigt er die Seite

mit „15 Sekunden“, dann die mit

„5 Sekunden“, ehe blitzartig die

Eisenbügel des Startgatters, hinter

dem die in erster Reihe stehenden

Fahrer platziert sind, nach unten

Fallen. „Der Start ist allesentscheidend

– wer zu ungeduldig ist und

auch nur einen Sekundenbruchteil

zu früh losfährt, hat quasi schon

4 | altlandkreis


verloren, weil der nach unten fallende

Bügel dann meist auf dem

Vorderrad liegen bleibt und dich

am Weiterfahren hindert“, bekräftigt

Franz Socher, der in der Szene

als sehr guter Starter bekannt ist

und spannende Tipps preisgibt:

„Immer im zweiten Gang starten,

die Kette via gekonntem Kuppeln

auf Spannung bringen, die richtige

Sitzposition einnehmen, nur zu 75

Prozent Gas geben und dann eine

gesunde Mischung aus Tempo,

Kontrolle und Grip finden, was allerdings

je nach Wetterverhältnissen

und Bodenbeschaffenheit ganz

unterschiedlich sein kann und angepasst

werden muss.“ Geht dieser

Plan auf, schießen die Fahrer

mit ihren Maschinen regelrecht

aus dem Startgatter hinaus und

fädeln nach einer kurzen Gerade

über eine engere Rechtskurve in

die eigentliche Strecke ein.

30 Meter weite Sprünge

Die Kleinsten bestreiten das Rennen

über zunächst acht Minuten,

ehe sie abschließend nochmals

eine letzte Runde zu fahren haben.

Bei den Erwachsenen sind

es 20 Minuten plus abschließende

Runde. „Was für Außenstehende

nach einer kurzen Einheit klingt,

ist für uns Fahrer extrem anstrengend.“

Um Kraft, Konzentration

und Kontrolle über Maschine und

Linienwahl die volle Renndistanz

aufrechthalten zu können, müssen

die Athleten auch abseits der Motocrossstrecken

sich durch Kraft-,

Ausdauer- und Koordinationstraining

fit machen und fit halten.

Auch deshalb, um Verletzungen

vorzubeugen. „Die bleiben bei

diesem spektakulären Sport leider

nicht aus“, gibt Franz Socher offen

und ehrlich zu. In Reichling springen

manche Teilnehmer bis zu 30

(!) Meter weit und fünf Meter hoch.

Welche Spitzengeschwindigkeiten

dabei erreicht werden? „Kann ich

ehrlicherweise gar nicht sagen,

weil wir ohne Tacho unterwegs

Tunnelblicke hinter den Gattern: Bereits ein guter oder schlechter Start

entscheidet beim Motocross über Sieg oder Niederlage.

sind.“ Die mit größte Schwierigkeit

jedenfalls ist: Sicht und Spurtreue.

„Wenn du das Rennen nicht

anführst, musst du etwas versetzt

zum Vordermann fahren, damit

dir nicht ununterbrochen Dreck

und Gestein ins Gesicht spritzt.

Gleichzeitig gilt es die oft extrem

tiefen Spurrillen, insbesondere bei

der Anfahrt auf einen Sprung, mittig

zu treffen.“ Insofern eine Gratwanderung,

die von den Athleten

alles abverlangt.

„Distanzieren uns

von Rowdys“

Wer also in Reichling am Start

steht, hat nicht nur Talent, Mut

und eine ausgeprägte Affinität

zum Motorsport, sondern auch

sehr viel Ehrgeiz, Trainingsfleiß

und Professionalität mit im Gepäck.

„Wir waren noch nie die

Säufer, Schlägertypen und Landschaftszerstörer,

die unkontrolliert

und querfeldein durch Wälder und

Wiesen fahren – so werden wir

nämlich von manchen Teilen der

Gesellschaft gesehen. In Wahrheit

aber distanzieren wir uns von den

sogenannten Rowdys und halten

uns stets an die strengen Vorgaben,

die unserem Sport gesetzlich

auferlegt sind.“ Aus Lärm- und

Umweltschutzgründen darf auf

der Strecke in Reichling beispielsweise

nur 20-mal im Jahr trainiert

werden (Interessierte dürfen sich

jederzeit unter www.msc-reichling.de

melden). Ob das aus Sicht

der Lokalmatadoren letztlich ausreicht,

um den Heimvorteil auszunutzen?

Das Rennwochenende

am 20. und 21. September wird

Aufschluss darüber geben. Und

auch den Nicht-Motorsport-Fan

begeistern. „Bei keinem anderen

Rennen im Rahmen der SBS-Serie

sind mehr Zuschauer als bei uns

in Reichling“, bekräftigt Hubert

Graf, Vorsitzender des rund 300

Mitglieder starken MSC. Die Gründe:

Dass die Strecke von allen Seiten

nahezu vollständig überblickt,

das Renngeschehen so detailliert

verfolgt werden kann. Nahbare

Topfahrer, die Einblicke in Ausstattung,

Technik und Fahrerlager

gewähren. Die gute, professionelle

Organisation von bis zu 100 ehrenamtlichen

Helfern. Und die fast

schon legendär gewordene Halbe-

Meter-Bratwurst, die es sonst nur

auf Weihnachtsmärkten zu kaufen

und genießen gibt.

js

september / oktober 2025 | 5


Professionelle Tierkörperbeseitigung

Der Kadaverfahrer

Kraftisried | Als die tote Milchkuh

der Rasse Braunvieh via Seilzug

vorsichtig über die Laderampe in

das Edelstahlgehäuse des Lkws

gezogen wird, ist der danebenstehende

Landwirt sichtlich den

Tränen nahe. „Sie war eine gute,

weshalb wir alles versucht haben –

drei Mal war der Tierarzt da, aber

am Ende konnte sie kaum noch

aufstehen und musste von ihrem

Leid erlöst werden“, sagt er, dreht

sich weg und schreitet über den

Futtertisch hinweg zurück in den

Stall. Für Kraftfahrer Manfred Steck,

57, ist das Abholen dieses Milchkuhkadavers

Routine. Und nicht

die erste Station an diesem wechselwolkigen

Mittwoch. Bereits seit

6 Uhr in der Früh ist er im Dienst,

seit rund 6.30 Uhr mit einem 240

PS starken 15-Tonner samt Spezialaufbau

auf den Straßen unterwegs.

In Bidingen, Königsried, Apfeldorf,

Forst, Peiting, Peißenberg, Obersöchering,

Eglfing und Uffing war

er schon, hat bereits mehrere tote

Hühner, Kälber, Schafe, Füchse,

Enten und Hauskatzen über den

baggerschaufelähnlichen Seitenlader

in die Ladefläche gekippt

sowie eine weitere Kuh via Seilzug

hineingezogen. „Normalerweise

fahre ich mit einem Lkw-Modell,

bei dem wir Großtiere wie Kühe

oder Pferde mit einem Kran in die

Ladefläche heben.“ Das hätte das

Hineinsteigen zu den anderen toten

Tieren, um letztlich den Haken

des Seilzugs von der Kuh wieder zu

lösen, erspart. „Ist für mich aber

kein Problem“, sagt der Vater dreier

erwachsener Söhne während

des Händewaschens an dem am

Lkw angebrachten Wasserhahn auf

die Frage, wie er mit dem leicht

beißenden Geruch der toten Tiere

6 | altlandkreis

zurechtkommt. Dann steigt er zurück

ins Führerhaus, setzt seine Lesebrille

auf, zieht das Arbeitshandy

aus der Navi-Halterung und tippt

gezielt aufs Display. „Dokumentation

der eben aufgeladenen Kuh.

Läuft bei uns seit rund zehn Jahren

alles über das Smartphone.“

Auftragsabwicklung via

Smartphone

Bereits am Vortag, am frühen Morgen

sowie während der Fährt hat

Manfred Steck von seinen Kollegen

aus der Dispo die Adressen der

Kunden samt Angabe von Rasse,

Alter und Ohrmarkennummer des

jeweils verstorbenen Tieres auf

die betriebsinterne Spezialapp geschickt

bekommen. Und zwar in

genau der Reihenfolge, dass sich

für ihn eine fahreffiziente, wirtschaftlich

rentable Rundtour ohne

Umwege ergibt. Auch wichtig, bevor

es von diesem Hof bei Böbing

weitergeht: Das Einkassieren des

originalen Rinderpasses der verstorbenen

Kuh. Und? „Passt alles –

die Passnummer stimmt mit der

Ohrmarkennummer überein“, sagt

Manfred Steck, senkt die Front des

Lkws, die er zur Absenkung der

Laderampe erst aufgebockt hatte,

wieder ab, zieht die Fahrertüre zu,

startet den Motor und lenkt das nun

immer voller werdende Tierkadavergefährt

aus der Hofeinfahrt in

Richtung Hauptverkehrsachse. Die

nächsten Stationen sind Rottenbuch,

Peiting-Kreut, Altenstadt und

Schwabbruck. „Eine vergleichsweise

kleine Tour“, sagt der einst

gelernte Landwirt, der seit mittlerweile

35 Jahren als Lkw-Fahrer für

die Tierkörperbeseitigungsanlage

in Kraftisried arbeitet, schwerpunktmäßig

für die Landkreise

Weilheim-Schongau

und Garmisch-Partenkirchen

zuständig ist und an stressigen

Tagen mehr als 30 Kunden

anfährt. Und im Zuge

dessen auch immer wieder

mal zur Spraydose greift.

„Alle Kühe, die älter als 48

Monate sind, müssen von uns präventiv

auf BSE untersucht werden,

bekommen deshalb eine grüne

Markierung auf den Schädel.“ Die

Farbe „Blau“ bedeutet dagegen,

dass sich der Halter des verstorbenen

Tieres nach Absprache mit

einem Veterinärmediziner eine

Sektion wünscht, um so die unklare

Todesursache herauszufinden

und damit etwaigen Gefahren von

Krankheiten und Seuchen für den

Rest der Herde vorbeugen kann.

„Die aus dem Maul ragende, stark

aufgeschwollene Zunge gefällt

mir gar nicht, deshalb wollen wir

unbedingt wissen, woran genau

unser Schaf verstorben ist“, meint

dazu der Halter einer sehr seltenen

Rasse, bei der auch die Weibchen

Hörner tragen.

Endstation ist Kraftisried

Historisch betrachtet reicht die

Aufgabe der Beseitigung von toten

Tierkörpern bis ins Mittelalter

zurück. Damals waren es die

sogenannten Abdecker, die dafür

sorgten, Ausbruch und Verbreitung

von gesundheitsgefährdenden Erregern,

Krankheiten und Seuchen,

die von toten Tieren ausgehen können,

bestmöglich zu verhindern.

Im Zuge der Industriealisierung

und damit gewachsenem Wissen

zum Thema „Seuchengefahr“ wurde

die Tierkörperbeseitigung, wie

Manfred Steck beim Bedienen des für

Kleintiere geeigneten Seitenladers.

sie heute heißt, im Laufe des 19.

und 20. Jahrhunderts zunehmend

professionalisiert und zur staatlichen

Pflichtaufgabe ähnlich der

klassischen Müllabfuhr erklärt. In

den Landkreisen Ostallgäu, Unterallgäu,

Garmisch-Partenkirchen,

Günzburg, Oberallgäu und Weilheim-Schongau

sowie den Städten

Kaufbeuren, Kempten, Lindau,

Memmingen und Neu-Ulm ist die

bereits im Jahre 1943 in Betrieb gegangene

Tierkörperbeseitigungsanlage

in Kraftisried dafür verantwortlich,

die wiederum seit 2007

von der in Oberding (Landkreis

Erding) ansässigen Berndt GmbH

betrieben wird. In Kraftisried beschäftigt

die GmbH derzeit 66 Mitarbeiter,

darunter überwiegend

Kraftfahrer, aber auch Kaufleute

für Disposition und Verwaltung,

Maschinen- und Anlagenführer,

Elektriker, Aushilfskräfte sowie

Spezialisten für Hof- und Sektionsarbeiten.

Manfred Steck gehört zu

den Dienstältesten und ist inzwischen,

nach rund 250 Kilometern

Strecke, wieder an der Tierkörperbeseitigungsanlage

in Kraftisried

angekommen.

Verarbeitung

zu Fett und Mehl

Nachdem sich das Schiebetor des

komplett umzäunten Areals geöffnet

hat, lenkt Manfred Steck den


Lkw vorsichtig auf die im Boden

integrierte Waage. Keine Minute

später verrät der Blick aufs

Smartphone: 2620 Kilogramm

netto! Dann bittet er Redakteur

Schelle, auszusteigen, um

die toten Tiere in die strenghygienische

Rohwarenhalle

ohne ihn hineinfahren und darin

abkippen zu können. Dort

werden die toten Tiere dann

von gelernten Metzgern sortiert:

Die blaumarkierten kommen

zur Sektion, die grünmarkierten

werden durch eine Entnahmeprobe

aus dem Gehirn auf BSE

untersucht und den toten Kälbern

die Haut abgezogen. Danach

kommen die Tierkadaver,

gemeinsam mit Schlachtabfällen,

in die sogenannte „Mulde“,

in der sie bei einer Temperatur

von 133 Grad, einem Druck von drei

Bar sowie einer Zeit von 20 Minuten

sterilisiert, wiederum danach

getrocknet und entfettet – und im

Zuge weiterer, energieaufwendiger,

Verarbeitungsprozesse zu

zwei Endprodukten verarbeitet

werden. Das eine: Tiermehl, das

einen ähnlichen Brennwert aufweist

wie Braunkohle und derzeit

als Brennstoff für die Herstellung

von Zement verwendet wird. Das

andere: Tierfett, das momentan

der Herstellung von Bio-Diesel

beigemengt wird. Und die bereits

vor der Sterilisation abgezogenen

Kälberhäute? „Die gehen an eine

italienische Gerberei, die daraus

hochwertiges Leder für die Modebranche

fertigt“, erklärt Jochem

Schuller, technischer Betriebsleiter

der Tierkörperbeseitigungsanlage

in Kraftisried, der an dieser Stelle

bekräftigt, „dass wir entgegen einiger

Meinungen der umliegenden

Bevölkerung die Tierkadaver nicht

verbrennen“. Auch das beim Verarbeitungsprozess

entstehende Abwasser

wird dank betriebseigener

Kläranlage intensiv gesäubert. Und

der in diesem Gewerbe drohende

Gestank? „Der wird über unsere

riesengroße Biofilteranlage, befüllt

Kühe mit grüner Markierung müssen

auf BSE untersucht werden.

mit Hackschnitzeln und Rinde aus

Fichte, vollständig neu-tralisiert.“

Dass diese Filtermethode funktioniert,

fällt auch „altlandkreis“-

Redakteur Schelle im Rahmen der

Betriebsbesichtigung auf, die ohne

jeglichen Hauch von unerträglichem

Gestank vonstattengeht.

Mehr als 31 000 Tonnen

pro Jahr!

Prinzipiell werden Tierkadaver

und Schlachtabfälle in die drei

Gefahrenstufen Kategorie 1 (hohes

Risiko für Krankheiten und Seuchen),

Kategorie 2 und Kategorie

3 eingestuft. Allein 2024 wurden in

der Tierkörperbeseitigungsanlage

Kraftisried mehr als 31000 Tonnen

(!) an Tierkadavern und Schlachtabfällen

aus den Kategorien 1 und

2 verarbeitet, darunter 533 Tonnen

an Tierkörpern nur aus dem Landkreis

Weilheim-Schongau. Neben

landwirtschaftlichen Nutztieren,

Haustieren und Wildtieren wurden

in Kraftisried auch schon exotische

Tiere wie Schlangen oder Elefanten

(aus Tierparks) zu Mehl und

Fett verarbeitet. Davon abgesehen

gilt, dass Tierhalter in Deutschland

gesetzlich dazu verpflichtet

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september / oktober 2025 | 7


WIE?

PELLETS FÜR UMME?

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sind, tote Tiere unverzüglich

und ordnungsgemäß

zu entsorgen, um die Ausbreitung

von Krankheiten

sowie den Ausbruch von

Seuchen zu verhindern.

Im privaten Bereich ist es

bei kleineren Haustieren

wie Hamster, Hase oder

Katze durchaus erlaubt,

diese auf Privatgrund

zu beerdigen, sofern

die Tiere mindestens 50

Zentimeter tief begraben

werden und sich das jeweilige

Grundstück nicht auf oder in der

Nähe eines Wasserschutzgebietes

befindet. Es gibt auch Krematorien

zur Einäscherung von verstorbenen

Haustieren. Landwirtschaftliche

Nutztiere oder durch Unfall

zu Tode gekommene Wildtiere

werden in der Regel aber immer

über eine professionelle Tierkörperbeseitigungsanstalt

wie der

in Kraftisried entsorgt. Kosten, je

nach Tiergröße: Zwischen 32,84

und 230,92 Euro.

Prägend und emotional

Die Tierkörperbeseitigungsanlage in Kraftisried.

„In der Regel rufen uns die Halter

oder auch Tierärzte unmittelbar

nach dem Tod eines Tieres an,

sodass es in der Regel gleich am

nächsten Tag von uns abgeholt

werden kann“, betont Manfred

Steck. „Deshalb müssen unsere

Ladeflächen auch nicht gekühlt

werden.“ Lediglich über Wochenenden,

bei extrem hoher Auftragslage

oder einer speziellen

Konstellation aus Feiertagen und

Wochenenden könne es mal vorkommen,

dass ein Tier erst zwei

oder drei Tage nach dem Tod abgeholt

und fachgerecht entsorgt wird.

„Dann ist der beißende Geruch

schon unangenehmer“, sagt Manfred

Steck, der in diesen 35 Jahren

nahezu alles gesehen hat. Zum

Beispiel verwahrloste Ställe, in denen

ganze Rinderherden elendig

verreckt im stark verdreckten Stall

gelegen waren. Ein Verkehrsunfall,

bei dem 40 Schweine auf eine

Wiese geschleudert wurden. Seuchenbedingte

Notschlachtungen in

Mastbetrieben von bis zu 160 000

Puten auf einmal. Aber auch stark

trauernde Halter, die von ihrem

geliebten Tier kaum loslassen

konnten oder gar wollten. „Wenn

ein junges Mädchen ein Pferd

verliert, ist bei der Abholung sehr

viel Fingerspitzengefühl und Einfühlsamkeit

gefragt.“ Dagegen ist

dieser wechselwolkige Mittwoch

ein vergleichsweise humaner Arbeitstag

für Manfred Steck gewesen.

„Dass du dich in diesem Beruf

zwangsläufig intensiver mit Leben

und Tod auseinandersetzt, ich mir

insbesondere zu Anfangszeiten

auch den einen oder anderen blöden

Spruch anhören musste, liegt

auf der Hand.“ Es sei auch nicht

schön, tote Zwillingskälber zu entsorgen.

Andererseits handelt

es sich um einen systemrelevanten

Beruf von

enormer Wichtigkeit, „der

nun mal gemacht werden

muss und von den Leuten

durchaus geschätzt wird“.

Doch zurück zur Arbeit:

Während die frischangelieferte

Kadaverware noch

fleißig sortiert wird, spritzt

Manfred Steck die Ladefläche

seines Lkws mit Hochdruckreiniger

und Desinfektionsmittel

eigenhändig aus,

fährt dann den Lkw an den Ausgang

der Rohwarenhalle, wo alle

vier Reifen nochmals gründlich

desinfiziert werden. Bei Bedarf

lenkt er das Fahrzeug auch noch

in die Waschanlage, tankt voll und

stellt es schließlich auf der Parkfläche

des Fuhrparks so ab, dass

es am nächsten Morgen wieder

einsatzbereit ist. Er selbst darf allerdings

noch immer nicht in den

Feierabend. Denn zur strengen

Hygiene-Vorschrift gehört auch:

Ausstempeln, Arbeitsklamotten

ausziehen, nur in Unterwäsche

durch eine Schleuse huschen, duschen,

Privatklamotten anziehen,

kurz Servus sagen und im Idealfall

– trotz aller Routine – die Bilder

der vielen toten Tiere möglichst

hinter sich zu lassen, sie nicht mit

nach Hause zu nehmen.

js

Tierkadaver-Entsorgung an einer Sammelstelle eines Bauhofs.

8 | altlandkreis


Auf der Roten Couch

Gelassene Gestalterin

Vor dem Haupteingang an der

Karwendelstraße: Ulrike Sommer,

seit November 2024 vorsitzende

Geschäftsführerin der Agentur für

Arbeit in Weilheim. Foto: Felix Baab

september / oktober 2025 | 9


Weilheim | Fünf Landkreise, 20 000

Arbeitgeber und mehr als 400

Mitarbeiter: Die Verantwortung,

die auf den Schultern von Ulrike

Sommer lastet, ist riesig. Seit November

2024 leitet die 64-Jährige

als vorsitzende Geschäftsführerin

die Agentur für Arbeit Weilheim.

Im großen Interview auf der Roten

Couch verrät die einst aus Südhessen

stammende Wahl-Münchnerin,

warum 60 Stunden die Woche

kein Problem für sie sind, welche

Kernaufgaben die Agentur für Arbeit

zu erledigen hat, wie es um

die Arbeitslosigkeit in der Region

steht, warum der Standort Schongau

eventuell geschlossen wird,

wie sie mit Stress, Druck und Verantwortung

umgeht – und was sie

jungen Menschen in Zeiten schier

erschlagender Berufsvielfalt ans

Herz legt.

Frau Sommer, die Kernaufgabe der

Agentur für Arbeit Weilheim?

Menschen, die arbeitssuchend

sind, in Beschäftigung zu bringen

und damit Arbeitgeber bei der Besetzung

offener Stellen zu unterstützen.

Jugendlichen, die vor der

ersten Schwelle zum Berufsleben

stehen, zu orientieren, zu beraten

und eine Ausbildungsstelle zu

vermitteln oder über Studienmöglichkeiten

zu informieren. Damit

vermeiden wir zum einen Arbeitslosigkeit

und unterstützen zum anderen

Betriebe bei der Gewinnung

von Fachkräften. Wir unterstützen

Menschen mit gesundheitlichen

Einschränkungen mit Maßnahmen

der beruflichen Rehabilitation. Darüber

hinaus sichern wir die Auszahlung

von Arbeitslosengeld. Im

Sinne der Sozialversicherungslogik

ist es aber immer unser Ziel, möglichst

wenig zu zahlen – Ziel ist es

deshalb, Arbeitslosigkeit zu vermeiden

oder wenn sie eingetreten ist,

die Dauer möglichst kurz zu halten.

„Gute Lösungen entstehen interaktiv.“ Ulrike Sommer, 64, im Gespräch

mit „altlandkreis“-Redakteur Johannes Schelle.

Der Begriff „Agentur für Arbeit

Weilheim“ ist ein wenig irreführend.

Mit Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen,

Landsberg

am Lech, Starnberg und Weilheim-

Schongau sind Sie für fünf Landkreise

zuständig – wie behalten Sie

hier den Überblick?

Das ist tatsächlich ein großer Bezirk,

zusammengerechnet auf

einer Fläche von 4000 Quadratkilometern.

Die KI hat mir gesagt,

dass ich mehrere Jahre bräuchte,

um alle Wege im Bezirk zu Fuß

zu durchlaufen. Letztlich haben

wir in jedem Landkreis eigene

Geschäftsstellen, mit deren

Geschäftsstellenleiter*innen ich in

regelmäßigem Austausch bin. Wir

haben Controlling-Daten, Statistik-

Daten und einen engen Draht zu im

Bezirk ansässigen Partnern, Schulen

und Betrieben.

Wie viele Arbeitslose gibt es momentan?

Stand Juli, bezogen auf alle fünf

Landkreise, haben wir eine Arbeitslosenquote

von 3,4 Prozent. Damit

liegen wir unter dem bayernweiten

Schnitt von 4,0 Prozent und

unter dem bundesweiten Schnitt

von 6,3 Prozent. Hier im Landkreis

Weilheim-Schongau haben wir die

niedrigste Arbeitslosenquote mit

derzeit drei Prozent, während sie

in den zu München näher gelegenen

Landkreisen Fürstenfeldbruck

und Starnberg bei derzeit 3,7 und

3,6 Prozent liegt. Im Vergleich zum

Vorjahr verzeichnen wir somit einen

leichten Anstieg an Arbeitslosigkeit

bei gleichzeitigem Rückgang

freier Arbeitsstellen. Dennoch

ist die Anzahl an sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten im

Bereich unseres Agenturbezirks

um 2,9 Prozent auf derzeit 244 000

Menschen gestiegen. Was jedoch

nicht automatisch heißt, dass

durch diese Mehrbeschäftigung

das Arbeitsvolumen zugenommen

hat – hier arbeiten viele Menschen

in Teilzeit.

Vom Rückgang freier Stellen abgesehen:

Was sind die Gründe des

leichten Anstiegs der Arbeitslosenquote

im Vergleich zum Vorjahr?

Die Transformation durch Digitalisierung,

durch die neue Berufe

entstehen und noch nicht erworbene

Qualifikationen erforderlich

sind. Die erschwerte Absatzsituation

in der Automobilindustrie – die

Wirtschaft in unserem Agenturbezirk

ist auch von Automobilzulieferern

geprägt. Der Klimawandel, der

veränderte Rahmenbedingungen

und Berufsbilder mit sich bringt.

Welcher Teil unserer Gesellschaft ist

am stärksten von Arbeitslosigkeit

betroffen – eher Alt oder Jung, in

Deutschland Geborene oder Menschen

mit Migrationshintergrund?

Wir haben momentan gut 54 Prozent

Männer und etwa 46 Prozent

Frauen unter den Arbeitslosen, darunter

36 Prozent an Ausländern.

Der Anteil mit 50 Jahren und älter

liegt bei 41,5 Prozent.

Angenommen, ein Unternehmen

geht pleite. Was passiert dann?

Unsere primäre Aufgabe ist es

immer, Arbeitslosigkeit möglichst

zu vermeiden. Sobald wir

davon erfahren, dass eine Firma

Mitarbeiter*innen ausstellen wird,

sprechen wir noch gar nicht von

Arbeitslosen, sondern von Arbeitsuchenden,

die von Arbeitslosigkeit

bedroht sind. In diesem Zusammenhang

wünschen wir uns

eine sehr frühzeitige Meldung der

von Insolvenz betroffenen Betriebe,

damit wir schauen können, wo die

Mitarbeiter mit ihrer jeweiligen

Qualifikation anderweitig untergebracht

werden können – und zwar

möglichst regional, da wir die in

der Region ansässige Wirtschaft

nicht schwächen, sondern stärken

wollen. Hierfür werbe ich derzeit

auch explizit um das Vertrauen von

Betrieben, damit wir frühzeitig in

unternehmerische Entwicklungen

eingebunden werden und uns, im

Idealfall, bereits darüber austauschen

können, bevor das Thema

an die Öffentlichkeit gelangt. Es

gibt auch die Möglichkeit der Kurzarbeit,

um wirtschaftlich kritische

Phasen zu überbrücken. Gleichzeitig

wissen wir aber, dass die hier

ansässigen Betriebe ein großes

Verantwortungsbewusstsein für

ihre Mitarbeitenden haben – die

Unternehmer haben selbst großes

Interesse daran, in einer solchen

Situation niemanden ohne Anschlussperspektive

vor die Tür zu

setzen.

Wenn doch?

Bemühen wir uns, frühzeitig zu

agieren. Zum Beispiel in Form von

Vermittlungs-Börsen, wozu wir

Arbeitgeber und die von Arbeitslosigkeit

betroffenen Menschen zu

gemeinsamen Terminen einladen,

so dass beide Parteien in direkten

Austausch gehen können.

Von betrieblicher Insolvenz losgelöst:

Was ist zu tun, sobald jemand

tatsächlich arbeitslos ist?

Sobald ich höre, von Arbeitslosigkeit

bedroht zu sein, muss ich mich

persönlich bei der Agentur für

Arbeit melden. In der Regel drei

Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit.

Das geht sowohl online

als auch hier vor Ort in Weilheim,

Karwendelstraße 1. Im Zuge dessen

bekommt man die Einladung

zu einem Erstgespräch mit einer

Beratungsfachkraft, mit der die

jeweilige Situation individuell besprochen

und geklärt wird, wie der

Weg in ein neues Beschäftigungsverhältnis

aussehen kann – nach

diesem Erstgespräch hat der von

Arbeitslosigkeit betroffene Mensch

also einen relativ klaren Plan an

der Hand, wie es mit ihm weitergeht.

Die einen finden daraufhin

sehr schnell eine für sie passende,

neue Stelle. Andere brauchen länger.

Wieder andere benötigen neue

Qualifikationen, weil ihre bisherige

nicht mehr gefragt ist auf dem Arbeitsmarkt.

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld

momentan?

Wer mindestens ein Jahr eingezahlt

hat, bekommt für mindestens sechs

Monate, sowie für maximal zwei

Jahre, Arbeitslosengeld in Höhe

von 60 Prozent des jüngsten Nettoverdienstes

ohne Kind, und 67 Prozent

des jüngsten Nettoverdienstes

mit Kind.

Wer nach diesen sechs bis 24 Monaten

noch immer keine Arbeit gefunden

hat?

Sofern das Leben dann nicht aus

eigenen finanziellen Mitteln bestritten

werden kann, ist ein Wechsel

in das Bürgergeld erforderlich.

Das liegt derzeit bei monatlich 563

Euro für alleinstehende Erwachsene,

bei 506 Euro für Partner in Bedarfsgemeinschaften,

bei 451 Euro

für Volljährige in Einrichtungen,

bei 471 Euro für Jugendliche im

Alter von 14 bis 17 Jahren, bei 390

10 | altlandkreis


Euro für Kinder im Alter von sechs

bis 13 Jahren und bei 357 Euro bei

Kindern bis fünf Jahren.

Ist das Bürgergeld Ihrer Meinung

nach zu hoch?

Die neue Bundesregierung wird

das Thema nach der Sommerpause

angehen. Wir warten

ab, was die Politik entscheidet.

Wichtig sind Regelungen, die

die Mitwirkungsbereitschaft der

Bürgergeldempfänger*innen und

deren Motivation, Arbeit aufzunehmen,

erhöhen.

Im Rahmen der Terminfindung für

dieses Interview wurde deutlich,

wie stark eingespannt Sie sind –

wie sieht der Arbeitsalltag von Ulrike

Sommer aus?

Für einen Bürotag hier in Weilheim

pendle ich vom Süden Münchens

erst einmal mit der S-Bahn zum

Münchner Hauptbahnhof und von

dort mit der Werdenfelsbahn zum

Bahnhof Weilheim, von wo aus ich,

durch die Fußgängerzone der Altstadt,

zu Fuß zur Agentur für Arbeit

gehe. Von Tür zu Tür sind das gut

eineinhalb Stunden, die ich da einfach

unterwegs bin.

Klingt nach verdammt frühem Aufstehen?

Um Viertel nach Sechs fahre ich

morgens los, bin das aber gewohnt,

weil ich zuvor vom gleichen

Wohnort sieben Jahre lang nach

Nürnberg gependelt bin – dort befindet

sich sowohl die Zentrale der

Bundesagentur für Arbeit als auch

der Sitz der Regionaldirektion Bayern.

Diese Strecke nach Nürnberg

war zwar weiter, die Reisezeit dank

ICE jedoch nicht länger. Was aber

positiv auffällt: Die Werdenfelsbahn

ist pünktlicher als der ICE.

Ihre Arbeitsaufgaben an sich?

Da ich gerne im Zug arbeite, lese

und beantworte ich die ersten E-

Mails bereits in der Bahn. Hier

vor Ort ist der Alltag dann meist

sehr bunt. Mal sind es Meetings,

mal Telefonate, mal Treffen mit

Führungskräften, mal externe

Termine, mal Interviews. Mitarbeitergespräche

sind zu führen,

Trägerversammlungen abzuhalten,

mit Jobcentern und Arbeitgebern

sich auszutauschen – für letzteres

mache ich momentan eine Rundtour

durch den Agenturbezirk,

um einige der insgesamt 20 000

Arbeitgeber in den fünf Landkreisen

persönlich kennenzulernen.

Ich besuche natürlich auch unsere

Geschäftsstellen und die Jobcenter

in Fürstenfeldbruck, Starnberg,

Landsberg und Garmisch-Partenkirchen.

Je nach Örtlichkeiten fahre

ich nicht immer über Weilheim,

sondern auch mal direkt von zu

Hause auf Termine – dann auch

mal mit dem Pkw, weil das Netz

der Öffentlichen in unserem ländlich

geprägten Agenturbezirk bekanntlich

nicht so engmaschig ist

wie in München.

Klingt in der Tat nach einem

bunten, aber auch zeitintensiven

Job. Bleibt da noch Zeit für

Familie, Freunde, Hobbys?

Wir legen bereits Anfang des

Jahres unseren Familienurlaub

fest. Und auch die Wochenenden

gehören vorrangig der Familie.

Wobei ich sehr gerne arbeite,

sich von daher die Frage

stellt: Wo hört das berufliche

Interesse auf, wo fängt das private

an. 60 Stunden die Woche

sind deshalb kein Problem.

F O R S T S E R V I C E

Manfred Schmid

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Manfred Schmid

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september / oktober 2025 | 11


Schon gar nicht in dieser wunderschönen

Gegend hier, in der wir

privat inzwischen auch schon des

Öfteren waren, unter anderem die

Museen in Murnau und Bernried

besucht haben. Kunst ist eine Leidenschaft

von mir.

Im Rahmen derer Sie vom stressigen

Berufsalltag abschalten können?

Mit zunehmendem Alter habe ich

gelernt, besser mit Stress und Druck

umzugehen. Eine Drucksituation

entsteht meist dann, wenn eine

kurzfristige Lösung gefragt ist. In

der IT, in der ich sieben Jahre tätig

war, habe ich gelernt, dass Lösungen

niemals auf Anhieb gefunden

werden können. Gute Lösungen

entstehen interaktiv und ich suche

sie in der Regel im Austausch

mit Kolleginnen und Kollegen, mit

Expert*innen vor Ort – hier Druck

und Nervosität weiterzugeben, hilft

nicht. Besser ist eine gewisse Gelassenheit,

denn in der Ruhe liegt

bekanntlich die Kraft.

Hilft an dieser Stelle auch Ihr Studium

in Theologie?

Jede Geisteswissenschaft hilft, analytisch

zu denken, Texte zu analysieren,

mit komplexen Situationen

mental richtig umzugehen und

sich kommunikative Kompetenzen

anzueignen – insofern habe ich im

Rahmen des Theologie-Studiums

Schlüsselqualifikationen erlernt,

die mir bis heute helfen, den beruflichen

und privaten Alltag zu

meistern. Das trifft aber nicht nur

auf Theologie zu – jede Ausbildung

vermittelt Schlüsselqualifikationen,

die im späteren Privat- und Berufsleben

hilfreich sind.

Wie wichtig sind Ihnen christliche

Werte wie Glaube, Liebe, Hoffnung?

Das christliche Menschenbild leitet

mich, die christlichen Werte geben

mir Orientierung und Kraft. Auch

das kann in Drucksituationen helfen.

Vor allen Dingen aber dabei,

wie man sozial miteinander umgeht

– ich würde behaupten, dass

mein Führungsverständnis schon

stark von christlichen Werten geprägt

ist.

Inwiefern?

Ich suche die Kommunikation auf

Augenhöhe und entscheide stets

auf der Basis sachlicher Argumente.

Dass ich Verantwortung übernehmen

muss auf einer anderen

Ebene ist auch klar, aber es gibt

für mich selten Situationen, in denen

ich gezwungen bin, aus einer

Machtposition heraus direktiv handeln

zu müssen.

Warum haben Sie sich – trotz Theologie-Studium

und Predigerausbildung

– gegen den Beruf der Evangelischen

Priesterin entschieden?

Ich habe nicht evangelische, sondern

katholische Theologie studiert,

wobei auch in der Katholischen Kirche

die Arbeit als Pastoralreferentin

möglich ist für Frauen. Letztlich

habe ich mich aber nicht gegen

die Seelsorge, sondern für das

Trainee-Angebot der Bundesagentur

entschieden, weil Arbeit ein

zentrales Element unseres

gesellschaftlichen Zusammenseins

ist, Teilhabe

ermöglicht, Innovation

und Wohlstand sichert.

Und nicht zuletzt ist die

Sozialversicherung eine

wichtige Säule unserer

Demokratie.

Ursprünglich stammen Sie

aus Hanau, studierten in

Würzburg, und haben in der Folge

quasi ganz Deutschland gesehen.

Nach Abschluss meines Studiums

in Theologie habe ich zunächst als

wissenschaftliche Mitarbeiterin an

der Uni Würzburg gearbeitet, war

dann Frauenbeauftragte an der

Medizinischen Universität Lübeck,

ehe ich 1993 zur Agentur für Arbeit

in Kiel als Trainee für Führungskräfte

gekommen bin. Als meine

Kinder zur Welt kamen, habe ich

mir ganz bewusst eine Erziehungspause

von acht Jahren genommen.

Danach: Beruflicher Wiedereinstig

als Bereichsleiterin in verschiedenen

Abteilungen bei der Agentur

für Arbeit in München, interimistische

Geschäftsführerin der Agentur

für Arbeit in Freising, Leiterin des

Fachbereichs Jugend in der Regionaldirektion

für Bayern in Nürnberg

sowie sieben Jahre IT-Ressort

in der Zentrale der Bundesagentur

für Arbeit, die ebenfalls in Nürnberg

sitzt. Letztlich wollte ich dann

auf eigenen Wunsch nochmals ins

operative Geschäft – und da hat

sich dann der Posten hier in Weilheim

aufgetan, worüber ich sehr

glücklich bin.

Beeindruckender Lebenslauf! Vermissen

Sie trotzdem Ihre ursprüngliche

Heimat?

Da ich bereits seit 1999 in München

lebe, ist Bayern mein Zuhause geworden.

Wenn ich aber süd-hessische

Schmankerl wie Handkäs‘ mit

Musik, Grüne Soß‘ oder Äppelwoi

bekomme, schmeckt das immer

noch nach zu Hause.

Im Chefbüro: Am großen Bildschirm präsentiert Ulrike Sommer die

aktuellen Zahlen der Arbeitslosen in der Region.

Im Rahmen Ihrer Amtseinführung

sprach Dr. Markus Schmitz, Chef

der bayerischen Arbeitsagenturen

und Jobcenter, von gravierenden

Veränderungen und stürmischen

Zeiten, bezogen auf die weltpolitische

Lage, den demographischen

Wandel sowie Fach- und Arbeitskräftemangel.

Hatte er Recht?

Dass er Recht hat, hören und sehen

wir täglich in den Nachrichten.

Die unsicheren Rahmenbedingungen

für die Wirtschaft, die Geflüchteten

aus der Ukraine, die bei uns

in den Jobcentern gemeldet sind

und hier Arbeit suchen, die bereits

erwähnten Megatrends wie Digitalisierung

und demografischer

Wandel sowie der damit verbundene

Fachkräftemangel in allen

Branchen machen sich in unserer

täglichen Arbeit bemerkbar.

Heißt für Sie und Ihre Mitarbeiter?

Dass sich ein Arbeitsmarkt nicht

einfach so entwickelt, sondern

wir ihn aktiv gestalten müssen im

Rahmen unserer Möglichkeiten.

Möchten Sie deshalb den Standort

in Schongau schließen?

Es gibt eine bundesweite Überprüfung

der Flächenpräsenz der

Agentur für Arbeit, um zu schauen,

ob wir kleinere Geschäftsstellen

aufrechterhalten können und

müssen – fast 80 Prozent aller Anträge

werden in unserem Agenturbezirk

mittlerweile online gestellt,

immer häufiger unsere Angebote

der Video-Beratung genutzt.

Schülerinnen und Schüler werden

an den Schulen beraten. Orientierungsveranstaltungen

finden

in digitaler Form statt. Schongau

steht in diesem Zusammenhang

unter dem Vorbehalt eines Beschlusses

unseres Verwaltungsausschusses,

deshalb kann ich zu

einer möglichen Schließung noch

nichts sagen. Was ich sagen kann:

Wer eine Beratung braucht, wird

auch beraten. Zwar setzen wir für

die persönliche Vor-Ort-Beratung

eine gewisse Mobilität voraus. Ist

jedoch jemand weder mobil noch

videoaffin, werden wir trotzdem

Beratung dort anbieten, wo wir

vielleicht in Zukunft keine Geschäftsstelle

mehr haben werden.

Das Jobcenter verbleibt mit seiner

Dienststelle in Schongau.

Wie viele Mitarbeiter wären von der

Schließung in Schongau betroffen?

Insgesamt sind in der Arbeitsagentur

und den Jobcentern im

Bezirk rund 400 Beschäftigte tätig.

In den Dienststellen in Weilheim

und Schongau arbeiten davon

aktuell rund 120 Kolleginnen und

Kollegen. Von einer Schließung

der Geschäftsstelle der Agentur in

Schongau wären acht Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter betroffen.

Eine Herzensangelegenheit von Ihnen:

Berufsberatung und -orientierung

von zukünftigen Schulabgängern.

Warum?

Erstens haben junge Menschen

ihr Leben noch vor sich. Zweitens

sind die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten

so unübersichtlich

groß geworden, dass das kein

Mensch mehr überblicken kann.

Bundesweit gibt es inzwischen

mehr als 20 000 Bachelor- und

Masterstudiengänge! Umso wichtiger

ist für junge Menschen be-

12 | altlandkreis


rufliche Orientierung – einmal die

nach außen hinsichtlich der vielfältigen

Möglichkeiten. Vor allen

Dingen aber die Berufsorientierung

nach innen: Was sind meine

Neigungen, Kompetenzen und

Fähigkeiten? Bei mir selbst, später

auch bei meinen Kindern, habe

ich erlebt, wie wenig einem gegen

Ende der Schulzeit bewusst ist,

welch weitreichende Entscheidung

man in dieser Phase fürs weitere

Leben trifft. Was den jungen Menschen

in jedem Falle gut tut, um

in die Berufswelt hineinzuschnuppern:

Betriebs-Praktika. Darüber

hinaus sind wir mit unseren

Berufsberater*innen regelmäßig

an allen weiterführenden Schulen

und bieten Berufsorientierung

sowohl vor der ganzen Klasse als

auch im Rahmen individueller Einzelgespräche

an.

Apropos: Gibt es noch offene Lehrstellen

für September 2025?

In den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen,

Starnberg, Landsberg

am Lech und Weilheim-Schongau

waren Stand Juni noch 1 224 Ausbildungsstellen

aus den unterschiedlichsten

Branchen offen.

Raten Sie dem Nachwuchs überhaupt

zur dualen Ausbildung, oder

eher zum Studium?

Eine duale Ausbildung kann ich

allen Jugendlichen empfehlen –

ich kann als Maurer bis zum Bauingenieur

kommen. Es geht aber

auch der umgekehrte Weg: Ein

studierter Betriebswirt, wie neulich

erfahren, macht jetzt eine

Schreiner-Ausbildung und hat darin

sein Glück gefunden. Wichtig

ist mir, dass beide Ausbildungswege

– Studium oder duale Ausbildung

– gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

Es gibt kein besser

oder schlechter. Außerdem sollte

uns allen wieder bewusst werden,

dass wir hier in Deutschland eine

freie Berufswahl haben – das ist

ein ganz hohes, im Grundgesetz

verankertes Gut.

Welchen Karriere-Tipp haben Sie

Ihren eigenen Kindern mit auf den

Weg gegeben?

Immer wieder neugierig, sachlich,

fachlich und lernwillig zu sein,

weil Veränderung die Realität ist.

In meinem Studium hatte ich auch

keine IT gelernt und war dann sieben

Jahre im IT-Resort tätig. Darüber

hinaus hilfreich: Eine gute

Basis an Schlüsselkompetenzen

wie Fremdsprachen, Kommunikation,

Teamfähigkeit und die Bereitschaft,

Verantwortung zu übernehmen.

Arbeitgeber sagen mir

immer wieder: Ich brauche nicht

spezielles Wissen oder Können,

sondern Mitarbeiter, die Intelligenz

und Motivation mitbringen – alles

andere bringen wir ihnen bei.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen

könnten, würden Sie es genau so

wieder machen?

Ja, ich würde heute wieder Theologie

studieren, weil es einfach ein

spannendes, für mich interessantes

Studium war. Ich würde auch

gerne wieder bei der Bundesagentur

für Arbeit anfangen, weil

die Aufgaben, die mir hier gestellt

werden und mit denen ich täglich

konfrontiert werde, alles andere

als trocken und bürokratisch, sondern

ganz nah am Menschen dran

sind. Wir haben nicht umsonst in

unserer Strategie den Leitsatz stehen:

Der Mensch im Mittelpunkt.

Leider steht der Mensch nicht überall

im Mittelpunkt. Wie sehr besorgt

Sie die weltpolitische Entwicklung?

Meine Eltern haben den Zweiten

Weltkrieg noch miterlebt, während

wir in den Wohlstand hineingeboren

wurden – die vergangenen 80

Jahre ist es stetig bergauf gegangen.

Auch die Friedensentwicklung

war für uns eine lineare und

konsequente durch den Abbau

der Bundeswehr, das Wegfallen

der Wehrpflicht, die Öffnung der

Grenzen. Mittlerweile befinden

wir uns aber in einer Zeitenwende,

die ein Umdenken erfordert.

Ich kann mich natürlich zurückziehen,

die aktuelle Entwicklung

beklagen und bedauern. Oder

versuchen, darauf Antworten zu

finden. Ich vertraue da der Politik,

dass hier das Richtige getan wird.

Aber es ist auch die Aufgabe eines

jeden Einzelnen, sich in dieser

Welt entsprechend zu verhalten,

damit wir in einem friedlichen,

sozialen Miteinander leben können.

Dazu braucht es Fähigkeiten

und Kompetenzen, die wir, glaube

ich, wieder schulen müssen. Wie

empathisch sind wir gegenüber

Schwächeren? Wie empathisch

sind wir gegenüber unseren Mitmenschen,

unseren Kolleginnen

und Kollegen? Weltpolitisch betrachtet

kann man dagegen nur

hoffen, dass die Vernunft am Ende

siegt.

js

*Rechtsberater

Linda Heidemann

Rechtsanwältin

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september / oktober 2025 | 13


Darum ist Rottenbuchs Münster einzigartig

Baustilistischer

Facettenreichtum

Rottenbuch | Die weltberühmte

Wieskirche wurde von 1745 bis

1754 von den Brüdern Johann Baptist

und Dominikus Zimmermann

erbaut. Und gilt bis heute als

Rokokojuwel, das im Jahre 1983

in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten

aufgenommen

wurde. Rottenbuchs Pfarrgemeinderatsvorsitzender

Albrecht Bögle

möchte an dieser Stelle Status

und Besonderheit der Wieskirche

keinesfalls schmälern. „Rein

baustilistisch betrachtet ist sie im

Vergleich zu unserer Klosterkirche

jedoch geradezu langweilig“, sagt

er, grinst und erklärt auch gleich

warum: „Während die Wieskirche

innerhalb von knapp zehn Jahren

erdacht, geplant und erbaut wurde

und bis heute nur einen einzigen

Baustil darstellt, eint unsere

Klosterkirche in Rottenbuch mit

Romanik, Gotik, Barock und Rokoko

alle großen baustilistischen

Epochen.“ Und zwar so, dass das

Gesamtbild der Kirche trotz dieses

stilistischen Facettenreichtums in

sich stimmig wirkt, Böden, Sitzreihen,

Altäre, Figuren, Gemälde,

Fenster, Türen und Mauerwerke

weder optisch noch bautechnisch

sich sprichwörtlich beißen. Genau

das macht die Rottenbucher

Klosterkirche, auch bekannt als

„Münster“, zu einer der schönsten

und bedeutsamsten Kirchen

in ganz Bayern. Als Beweisstück

für dieses Einen aller großen Bauformen

der Zeitgeschichte zieht

Albrecht Bögle kurzerhand zwei

DIN-A4-große Blätter aus seiner

Aktentasche hervor. Darauf eingezeichnet:

Die Umrisse der beiden

großflächigen Außenwände im

Süden und Norden des Gotteshauses,

in denen wiederum verschiedene

Fenster in unterschiedlichen

Formen und Größen abgebildet

sind. „Diese vier ganz kleinen

Fenster da sind einst bei Putzabtragungen

zum Vorschein gekommen

und stehen eindeutig für

den ältesten Baustil unserer Kirche

– den romanischen. Die dann

deutlich größeren Fenster mit

Spitzbogen sind aus der Spätgotik.

Und die ähnlich großen Fenster,

jedoch mit Stuckelementen, sind

eindeutig ein Zeugnis aus dem

Barock und Rokoko.“ Ursprünglich

errichtet wurde die Rottenbucher

Klosterkirche von 1085 bis 1125,

also inmitten der Zeit der Romanik

von 1000 bis 1250 nach Christus.

Heißt an dieser Stelle auch: Dass

die erste finale Fertigstellung der

Rottenbucher Klosterkirche sich

heuer zum 900. Mal jährt. Und im

Zuge dessen das diesjährige Patrozinium

am Sonntag, 14. September,

um 10 Uhr mit Bischof Rupert

Graf zu Stolberg auch diesem ganz

besonderen runden Geburtstag

gewidmet wird.

Romanischer Tuffstein,

gotischer Ziegel

Warum letztlich die Augustiner

Chorherren, die das Kloster Rottenbuch

seit seiner Gründung im

Jahre 1073 bis zur Auflösung im

Jahre 1803 betrieben, ihr Gottes-

14 | altlandkreis


Beweismaterial auf DIN A4: Rottenbuchs Pfarrgemeinderatsvorsitzender

Albrecht Bögle zeigt die unterschiedlichen Fensterformen.

haus nicht in diesem ursprünglichen

romanischen Baustil aufrechterhalten,

sondern immer

wieder um- und neugebaut hatten?

„Das künstlerische Empfinden

der Menschheit hat sich durch

neue Trends und Entwicklungen

immer wieder verändert, weshalb

sich sowohl die Chorherren als

auch die Kirchgänger aus dem

einfacheren Volk im jeweiligen

alten Baustil nicht mehr so wohl

gefühlt haben und sich nach

zeitgemäßer Anpassung sehnten“,

meint Albrecht Bögle. Dass

dies in Rottenbuch tatsächlich

in die Tat umgesetzt werden

konnte, hatte letztlich finanzielle

Hintergründe. „Als im Jahre

1803 im Rahmen der Säkularisation

bayernweit 600 Klöster

aufgelöst wurden, kam heraus,

dass es sich beim Rottenbucher

Kloster um das kapitalstärkste

in ganz Bayern gehandelt hat.“

Heißt: Nach diesen zeitgemäßen,

baustilistischen Anpassungen

sehnten sich die Menschen

überall, nur konnten es sich

nicht alle Klöster, allen voran

nicht die kleineren Dorfkirchen

Dieser einst als Tür genutzte Rundbogen

stammt aus der Zeit der Romanik.

leisten und mussten deshalb am

jeweils ursprünglichen Baustil

ihrer Kirchen nachhaltig festhalten.

Die Rottenbucher Kirche stattdessen

wurde eben ursprünglich

von 1085 bis 1125 im romanischen

Baustil errichtet, jedoch Mitte des

15. Jahrhunderts über mehrere

Jahrzehnte hinweg im Stile der

Spätgotik umgebaut und erweitert

– und ab 1737 im Stile des Barocks

und Rokoko nochmals umgestaltet.

Als Beweis dieser einzigartigen

Baustil-Mixtur dienen jedoch

nicht nur die Fenster von einst.

„Wir haben auch andere Beweise

an die unterschiedlichsten Baustile“,

sagt Albrecht Bögle und

deutet auf die seitliche Treppe,

die zur Empore hinaufführt. Dort

oben angekommen, öffnet er eine

schmale Seitentüre aus Holz, steigt

in den schmalen Gang hinter die

weithin bekannte Freywis-Orgel.

„Dieses Mauerwerk hier ist noch

im Original aus der Zeit der Romanik

und besteht aus Tuffstein,

der hier in der Region, vermutlich

unten an der Ammer, abgebaut

wurde.“ Auch beim Hinaufsteigen

unter das Dachgeschoss der Rottenbucher

Kirche sind immer wieder

Tuffsteine im Mauerwerk zu

erkennen, aber eben auch Ziegel

aus der Zeit der Gotik.

Kirchturm steht isoliert

Auch außergewöhnlich in Rottenbuch,

jedoch typisch für Kirchen

im romanischen Stil: Dass der 8,50

auf 8,50 Meter breite und 67 Meter

hohe Kirchturm des Münsters Kundennr: 1350259

isoliert steht, nicht ins eigentli-

Auftrag:

Kundennr:

6031143, 1350259

Motiv: 001

che Gotteshaus integriert ist. Der

Stand:

Auftrag:

03.02.2021 6031143,

um Motiv:

14:35:07

001

Hauptgrund: Statische Entlas-

Art:

Stand:

UNB, 03.02.2021

Farben: um

Black 14:35:07

Cyan Magenta Yellow

tung des Gotteshauses, da Bau-

Art: UNB, Farben: Black Cyan Magenta Yellow

ten aus damaliger Zeit ohnehin

Dieser graue Rahmen gehoert nicht zur Anzeige

sehr massiv und schwer waren.

Dieser graue Rahmen gehoert nicht zur Anzeige

Aber auch die eigenständige

Funktion des Turmes als Wehrturm

oder Glockenturm, der

freistehend eine bessere Schallausbreitung

in alle Richtungen

erzeugen konnte, sprach für den

isolierten Kirchturmbau. Ebenso

interessant: Die Eingangstüre

in den Turm von heute, die es

lange Zeit nicht gegeben hatte.

„Früher konnte man von außen

gar nicht in den Turm, weil der

untere Bereich als Tresor für

Wertgegenstände diente, der

so vor potentiellen Dieben gut

geschützt war – zugänglich war

der Turm anno dazumal lediglich

über die erste Etage

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des nordseitig angeschlossenen

Klostergebäudes.“

Apropos weiter oben: Nach

zwei Drittel der erklommenen

alten Holztreppe im

Kirchturm ist das museumstaugliche

Uhrwerk erreicht,

das die jeweils zwei an der

Außenwand angebrachten

Zeigeruhren sekundengenau

ansteuert. Noch weitere

Stufen der engen, steilen

Holztreppen hinauf steht

man schließlich vor sieben

gusseisernen Glocken, die

aus 1947 stammen „und

hoffentlich bald erneuert

werden können“. Das Dach

des Turms stammt dagegen

aus der Zeit des Klassizismus,

ist baustilistisch betrachtet

so etwas wie das Modernste der

Rottenbucher Klosterkirche und

schließt mit einem 3,49 Meter

hohen Kreuz ab, das gen Himmel

ragt. „In Zeiten ohne Handynavigation

dienten Kirchtürme der Orientierung,

weil sie von Reisenden

von weitem erkannt wurden und

ihnen signalisierten: Dort muss

es ein Kloster geben, dort ist die

Chance auf Übernachtung, Essen

und Wundversorgung groß.“ Nette

Anekdote dazu: Die Rottenbucher

glaubten bis vor wenigen Jahren,

dass ihr isoliert stehender Kirchturm

nicht 67, sondern 75 Meter

hoch ist. „Weil man uns damals

in der Schule schon immer gesagt

hat, dass er exakt unter die Echelsbacher

Brücke passt. Die Ammer

unter der von 2017 bis 2021 sanierten

Brücke fließt in der Tat in der

75 Meter tiefer liegenden Schlucht.

1 600 Quadratmeter

Dachfläche

16 | altlandkreis

Hinter den Kulissen: Diese Treppe befindet

sich im vom Kirchengebäude isolierten Turm.

Doch zurück in das neben dem

Kirchturm stehende Hauptgebäude

der Rottenbucher Klosterkirche:

Es besteht aus einem Hauptschiff,

zwei Seitenschiffen, einem

Querschiff sowie dem vordersten

Bereich aus freistehendem, modernerem

Altar sowie klassischem

Hochaltar. Hintergrund: Man

spricht beim Kircheninnenraum

symbolisch von Schiffen, weil er

als rettendes Schiff auf den stürmischen

Meeren des Lebens gesehen,

er als Zufluchtsort vor den

Gefahren der Welt betrachtet wird.

Der Rottenbucher „Zufluchtsort“

ist in Summe 72 Meter lang, 20,55

Meter breit sowie 26,60 Meter

hoch (Firsthöhe) und misst eine

Dachfläche von 1600 Quadratmetern

mit Ziegeln von 160

Tonnen Gewicht. Zum

Vergleich: Die Dachfläche

eines durchschnittlichen

Einfamilienhauses

beträgt lediglich 100

Quadratmeter. „Insofern

ein riesiges Gebäude,

wenn nicht sogar die

größte Kirche im Pfaffenwinkel“,

meint Albrecht

Bögle, der an diesem

Freitagvormittag auch

noch Sakristei, Kapelle,

Nebenaltare und weitere

Highlights der einst

aus Tuff, Ziegel, Sandstein

und Holz gebauten

Klosterkirche zeigt. Dazu

gehören, natürlich, auch

die künstlerisch wertvollen

Arbeiten. Zum

Beispiel die herausragenden

Stuckarbeiten von Baumeister

Joseph Schmuzer aus Wessobrunn,

die Malerarbeiten von

Matthäus Günther, der von

einem Bauernhof auf dem

Hohen Peißenberg stammte

und dessen Talent als Maler

im Rahmen seiner Ministranten-Tätigkeit

auf dem Hohen

Peißenberg entdeckt wurde.

Oder die von Franz-Xaver

Schmädl geschnitzten und

gestalteten Altäre und Figuren

aus der Zeit der Rokoko-

Umgestaltung. „Schmädl

stammte aus dem Allgäu,

lernte in Weilheim und übernahm

dort auch die Werkstätte,

in der er lernte.“ Auch interessant:

Dass Schmuzer, Schmädl

und Günther im Rahmen mehrerer

Projekte eng zusammengearbeitet,

auch Kirchen in beispielsweise

Oberammergau, Mittenwald oder

Hohenpeißenberg gemeinsam

ausgestaltet haben. Keine dieser

anderen Kirchen aber eint so

viele baustilistische Epochen wie

die Rottenbucher Klosterkirche,

die insofern auch ohne UNESCO-

Weltkulturerbe-Status bayernweit

etwas ganz besonderes ist. js

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Das Uhrwerk im Glockenturm

hat Museumscharakter.

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Star-Kabarettist Willy Astor kommt nach Peiting

Wortakrobatischer

Liederniederschreiber

Peiting | Gleich oder ähnlich klingende

Wörter in neue, oft absurde

Zusammenhänge zu bringen:

Kaum ein anderer beherrscht

diese Form der künstlerischen Unterhaltung

besser als Willy Astor.

Der inzwischen 63-Jährige ist einst

im Münchner Stadtteil Hasenbergl

aufgewachsen und absolvierte

nach Abschluss der damaligen

Hauptschule eine Ausbildung zum

Werkzeugmacher bei BMW sowie

anschließend eine Weiterbildung

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zum Maschinenbautechniker.

Was er mindestens genauso gut

konnte als bereits Jugendlicher:

Sprechen, Singen, Musizieren und

Menschen auf unvergleichlichem

Niveau unterhalten – bereits mit

14 Jahren lernte er Akkordeon,

ab 1979 Gitarre und entscheidet

sich ab Mitte der 1980er Jahre

für eine künstlerische Laufbahn.

Unter anderem mit kongenialen

Kabarettprogrammen mit Titeln

wie „Der Schatz im Silbensee“,

aber auch mit dem Schreiben von

Songs wie „The Sound of Islands“,

„Kindischer Ozean“, „Deutschland

wir lieben dich“, „In Afrika, In Af-

rika“ oder „Maschin scho putzt“.

Aus der Feder von Willy Astor

stammt auch „Stern des Südens“,

die Vereinshymne des FC Bayern

München. Darüber hinaus schrieb

der Wortakrobat auch mehrere

Bücher wie „Unverrichteter Dinge

– Humor direkt vom Erzeuger“

oder, erst 2024 veröffentlicht: „Wir

sehen uns vor Gericht! Kochen mit

Freunden.“

Als „Wolfgang

Amadeus Notarzt“

Berühmt wurde Willy Astor auch

als Werbesprecher für Funk und

Fernsehen, vor allem aber für

seine unverfälschten Live-Auftritte

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost für den Kabarettauftritt

am Freitag, 24. Oktober, um 20 Uhr in Peitings Schloßberghalle

2 x 2 Ticktes. Schicken Sie uns bis Montag, 15. September, eine Postkarte

mit dem Stichwort „Willy Astor“ an „altlandkreis“, Birkland

40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail an info@altlandkreis.de.

Bitte unbedingt, auch im Falle einer E-Mail, einen telefonischen

Kontakt für gute Erreichbarkeit mitangeben. Das Los entscheidet,

der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!

auf kleiner wie großer Bühne,

im Rahmen derer er meist allein

und mit Gitarre auf dem Schoß

vor dem Mikrofon sitzt. Und das

allerschönste aus Sicht seiner

zahlreichen Fans dabei ist, dass er

genau das noch immer gerne und

in aller Regelmäßigkeit macht,

unter anderem mit seinem aktuellen

Programm durch ganz Bayern

tourt. Es heißt „Reimart und Lachkunde

– Prädikat wertvoll“ und

handelt von was? „Von einer Welt,

in der kaum mehr was easy ist in

Brindisi und nix mehr im Lack am

Skagerak.“ Und von einem Universum,

dass sich auch nicht mehr an

die Regeln hält. Insofern zielt das

jüngte Astor-Programm auf die

inzwischen immer verrückter werdende

Zeit ab, in der ein Meister

der Wortakrobatik wie eben Willy

Astor nicht oft genug um die Ecke

kommen kann um aus seinem

breitgefächertem Einfallsreich

wieder Freude in den Alltag von

uns Menschen zu bringen. Zum

Beispiel als „Wolfgang Amadeus

Notarzt“.

Und genau das macht der wortgewandte

Liederniederschreiber, der

sich aufgrund seines inzwischen

etwas fortgeschritteneren Alters

recht treffend als „zukunftsfähiges

Auslaufmodell mit vierjahrzehntelanger

Bühnenerfahrung“ beschreibt,

auch bald im Pfaffenwinkel.

Am Freitag, 24. Oktober, um

20 Uhr kommt der Wortakrobat

nämlich in die Schloßberghalle

nach Peiting, Münchener Straße

13. Und zwar „persönlich, allein

stehend und selbst redend“. js

september / oktober 2025 | 17


Polizei-Arbeit auf Raser-Autobahn

Lebensgefährliche Aufgabe

Weilheim | Es gibt Reiseanbieter,

die für Action- und Abenteuerurlaube

Wildwasserrafting, Bungeejumping

oder Tandemfallschirmspringen

anbieten. Und die, die

ihre Kunden ganz gezielt damit

anlocken, einmal im Leben einen

PS-starken Luxusschlitten mit bis

zu 300 Stundenkilometern über

die A95 jagen zu dürfen. Immer

wieder ist die gut 68,8 Kilometer

lange, erst drei, dann zweispurig

ausgebaute Autobahn von München

bis nach Eschenlohe als „Raser-Autobahn“

in den medialen

Schlagzeilen präsent. Der Grund:

Dass es in ganz Bayern und wohl

auch Deutschland keine andere

Autobahn mit längeren Abschnitten

ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen

gibt. „Aus München

raus haben wir erst 60 Stundenkilometer,

bis zur Stadtgrenze 80

Stundenkilometer, dann bis zur

Ausfahrt nach Starnberg, dem

sogenannten Starnberger Ast, keine

Geschwindigkeitsbegrenzung

mehr – und auch nach dem Bereich

des Starnberger Astes wird

erst wieder am Ende der Autobahn

in Eschenlohe auf 80 Stundenkilometer

begrenzt“, bekräftigt

Am 5er BMW: VPI-Leiterin Christina Blaschke und Andreas Wewior.

Bastian Straif, stellvertretender

Leiter der Verkehrspolizeiinspektion

Weilheim, die schwerpunktmäßig

für verkehrspolizeiliche

Aufgaben auf der A95 zuständig

ist. Darüber hinaus reizvoll für

alle Freunde des motorisierten

Highspeeds auf der Autobahn, die

von Höhe Seeshaupt bis Penzberg

(rund 20 Kilometer) durch den

Landkreis Weilheim-Schongau

führt: Kaum vorhandener Schwerlastverkehr,

weil die A95 einerseits

als touristisch geprägte Autobahn

gedacht und als solche auch bekannt

ist, quasi dem Münchner

schnellen Zugang zum ländlich

geprägten Alpenraum ermöglicht.

Obendrein dürfen 40-Tonner, an

Sonn- und Feiertagen auch die

kleineren 7,5-Tonner, den Zirler

Berg im grenznahen Österreich

nicht befahren. Heißt: Eine Weiterfahrt

nach Ende der A95 über

Garmisch-Partenkirchen,

Scharnitz,

Zirl und Innsbruck

auf die begehrte Brennerautobahn

nach letztlich Italien ist für

Schwerlastverkehr uninteressant,

weshalb dieser auch den Hobby-

Rennfahrer beim Ausfahren eines

500-PS-Sportwagens nicht

ausbremsen kann. Insbesondere

nicht an Werktagen, nach Feierabend,

wenn die oft ganze Autobahn

nahezu verkehrsleer ist und

die Fahrer eigener oder gebuchter

Luxusschlitten quasi freie Fahrt

haben.

460 Meter Bremsweg

bei 200 km/h

Ob die Polizisten der Weilheimer

Verkehrspolizeiinspektion

damit fein sind, dass die A95

bundesweit, ja sogar im Ausland

als Raser-Autobahn bekannt ist?

„Eine Frage, die sich für uns nicht

stellt, weil es schlichtweg eine

politische Entscheidung ist und es

auf deutschen Autobahnen nun

mal keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung

gibt, wir

allein deshalb niemandem vor-

schreiben können, sich

an die sinnvolle Richtgeschwindigkeit

von 130 Stundenkilometern

zu halten“, gibt sich Christina

Blaschke, Leiterin der VPI Weilheim,

diplomatisch. Was jedoch

nicht heißt, dass die Arbeit ihrer

Kolleginnen und Kollegen ungefährlich

ist. Ganz im Gegenteil

sogar. „Ich bin inzwischen seit 20

Jahren bei der Verkehrspolizeiinspektion

Weilheim und gebe trotz

aller Erfahrung und Professionalität

ganz offen und ehrlich zu,

immer wieder aufs Neue Angst

zu haben, wenn ich auf der Autobahn

eine Unfallstelle abzusichern

habe und andere Verkehrsteilnehmer

mit oft 200 Stundenkilometern

an mir vorbeirauschen – wir

reden hier von einer tödlichen

Gefahr, der wir uns bei jedem Einsatz

auf der A95 aussetzen“, sagt

Andreas Wewior, innerhalb der

VPI Weilheim Leiter für zentrale

Verkehrsaufgaben. Wobei auch er

bestätigen kann, dass diese tödliche

Gefahr nicht schwerpunktmäßig

von diesen über Reiseagenturen

gebuchten Rasereien ausgeht.

18 | altlandkreis


Gefährlich wird es auf der A95

vor allem dann, wenn das Wetter

umschlägt, sich Nässe, Schnee

und Eis über die Fahrbahn legt

und die Verkehrsteilnehmer ihre

Geschwindigkeit nicht den Witterungsverhältnissen

anpassen.

„Wir haben hier das Phänomen,

dass sich die Straßenverhältnisse

innerhalb weniger Kilometer oft

komplett verändern – während

es im Bereich nach München und

Starnberg aufgrund niedrigerer

Seehöhe oft nur nass oder feucht

ist auf der Fahrbahn, ist sie auf

Höhe Wolfratshausen dann schon

von Schnee und Eis bedeckt“, betont

Bastian Straif, der trotzdem

zu Bedenken gibt, „dass der Anhalteweg

bei 200 Stundenkilometern

stolze 460 Meter, selbst bei

einer Gefahrenbremsung immer

noch 260 Meter beträgt, wohlgemerkt

bei trockenen Straßenverhältnissen“.

Im Jahr 2024 sind auf

der A95 knapp 600 Unfälle (578)

insgesamt passiert, darunter zwei

mit tödlichem Ausgang und 180

aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit.

Die Leitung der

VPI Weilheim hofft deshalb auch

darauf, bald ganzjahrestaugliche

Warnkleidung (gelb und orange)

statt der normalen blauen

Uniform für ihre Beamten

zu bekommen, damit

diese bei ihrer Arbeit

schon von weitem

gesehen

werden

– derzeit

beschränkt

sich das

auf Regen-

Vollgepackt mit Sonderausstattung

ist der Kofferraum des 5er BMWs.

schutzkleidung, die insbesondere

im Sommer extrem warm ist.

Standortnachteil und

Zweigstelle

Derzeit arbeiten für die Verkehrspolizeiinspektion

Weilheim 38 Polizisten,

die ihre jeweilige Schicht

immer am Hauptsitz in Weilheim

beginnen. 16 Schichtbeamte sind

dann im wechselnden Dienst zuständig

für die 20 Autominuten

(über Seeshaupt) entfernte A95,

arbeiten dann abseits von Unfallaufnahme

und -absicherung,

Unfallfluchtfahndung,

Schwerverkehrskontrollen

sowie Alkohol-

und Drogenkontrollen am

Starnberger Weiler Oberdill, „wo

wir direkt an der Autobahn eine

kleine Zweigstelle haben“. Warum

eine für eine Autobahn zuständige

Verkehrspolizei nicht vollständig

direkt an der Strecke liegt?

„Hat historische und finanzielle

Gründe“, meint Andreas Wewior.

Bereits vor dem Bau der A95 zwischen

den Jahren 1965 und 1982

war in Weilheim ein sogenannter

polizeilicher Verkehrszug

stationiert, der sich

um verkehrspolizeiliche

Aufgaben wie Blitzen

oder Fahrzeugkontrolle

im Dienststellenbereich

der PI Weilheim und

darüber hinaus gekümmert hat.

„Ein Aufgabenspektrum, das wir

neben unserer Tätigkeit auf der

Autobahn nach wie vor abdecken

in Weilheim-Schongau, Garmisch-

Partenkirchen und Tölz-Wolfratshausen

– wenn uns die PI Schongau

mitteilt, dass in Peiting-Süd

das Aufstellen eines Blitzers sinnvoll

wäre, kümmern wir uns um

den Aufbau“, betont Bastian Straif.

Darüber hinaus war Weilheim vor

der Polizeireform im Jahre 1975 ein

Polizeidirektions-Standort – insofern

das, was heute das Polizeipräsidium

Oberbayern Süd für die

Landkreise Rosenheim, Miesbach,

Berchtesgadener Land, Traunstein,

Altötting, Mühldorf, Weilheim-

Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen

und Garmisch-Partenkirchen

darstellt. Will heißen: Ein Standort

von solch hoher historischer

Bedeutung wird nicht einfach so

aufgesplittet oder verlegt, weshalb

in Weilheim neben der klassischen

Polizeiinspektion und Kripo eben

auch die für die A95 zuständige

Verkehrspolizeiinspektion stationiert

ist. „Nichtsdestotrotz würde

der Hauptsitz direkt an der Autobahn

unsere Arbeit natürlich

professioneller gestalten“, macht

Christina Blaschke über diesen

Standortnachteil abseits der Autobahn

keinen Hehl daraus. Trotzdem

haben die VPI-ler, wie sie umgangssprachlich

genannt werden,

ihr Ressort voll im Griff. Auch dank

moderner Ausstattung wie PSstarken

fünfer BMWs, mit denen

die Autobahnpolizisten nahezu

täglich ausrücken. Allerdings nur

selten aufgrund von urlaubsgeplanter

Raserei in Luxusschlitten –

der letzte schwere Unfall dahingehend

passierte im Jahr 2019.

Insofern ist dieser Mythos um

Deutschlands bekannteste Raser-

Autobahn mehr Hype als Realität.

Trotzdem ist Christina Blaschke

jeden Tag froh, wenn ihre Mitarbeiter

unversehrt vom Autobahndienst

zurückkommen.

js

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Großes Feuerwehrjubiläum an der Schönach

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Schwabniederhofen | Viele Feuerwehren

in der Region gibt es

nicht, die kleiner sind als die in

Schwabniederhofen. Die in den

zu Steingaden gehörenden Ortsteilen

Fronreiten und Lauterbach

vielleicht, die in Tannenberg, aber

dann? „Verhältnismäßig betrachtet

sind wir aber gar nicht so klein,

wie es auf den ersten Blick den Anschein

macht“, sagt Manfred Lang,

41, seit 22 Jahren Mitglied der Niederhofener

Wehr und seit elf Jahren

deren Kommandant. In der Tat

kann sich die Mann-Frau-Stärke

bei 37 Aktiven im Alter von 16 bis

60 Jahren mehr als sehen lassen

vor dem Hintergrund, dass der zu

Altenstadt gehörende Ortsteil am

Westufer der Schönach lediglich

600 Einwohner zählt. Auch der

Fuhrpark mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug,

kurz TSF, Baujahr

1999, sowie zwei Löschwasserpumpen

und Schläuchen von rund

einem Kilometer Länge „ist für die

Art von Einsätzen, zu denen wir

ausrücken, ausreichend für uns“.

Wobei: Bei genauerer Betrachtung

des Feuerwehrhäuschens

schräg gegenüber des weithin bekannten

„Kulzes“ meint Zeugwart

Gabriel Zick, quasi der Sandkastenfreund

von Kommandant Lang,

dann doch, „dass es im Falle eines

Einsatzes ganz schön eng zugeht,

wenn 30 Männer und Frauen

gleichzeitig in unser garagenähnliches

Feuerwehrhaus stürmen

und sich zwischen Spint, Fahrzeug

und Schlauchwaschwanne blitzartig

umziehen müssen“. Sieben,

acht

Einsätze

sind es pro

Jahr, zu denen

die Ehrenamtler

in Schwabniederhofen

ausrücken.

Sei es zum Auspumpen vollgelaufener

Keller, weil das Unterdorf

von der übergelaufenen Schönach

heimgesucht wurde, sei es zum

Ausleuchten des Landeplatzes für

den Rettungshubschrauber, zum

Lotsen größerer Feuerwehren

hin zu einem versteckten Waldbrand,

wo gute Ortskenntnis trotz

modernster Navigationstechnik

schlichtweg essentiell ist. Apropos

Helieinsatz: Seit Schließung des

Schongauer Krankenhauses und

dem damit verbundenen Wegfall

einer Rund-um-die-Uhr-Notaufnahme

werden die Schwabniederhofener

Feuerwehrler immer

häufiger zu sogenannten First-Responder-Einsätzen

gerufen. Damit

20 | altlandkreis


gemeint: Erste-Hilfe-Leistung bei

dass man mit dem altersbeding-

beispielsweise ten, „die wir inzwischen häufig Dienst mit 67 Jahren langjährige

Herzinfarktpatienten

Ausscheiden aus dem aktiven

sehr viel schneller erreichen als Kameraden plötzlich nicht mehr

der bodengebundene Rettungsdienst,

der aufgrund der weiteren voll integriert waren und fachlich

gesehen hat, obwohl sie bis dahin

Wege ins nächstgelegene Krankenhaus

wie Weilheim, Füssen rung für uns waren – dank Verein

wie menschlich eine Bereiche-

oder Landsberg oft nicht in der sind sie nun weiterhin vollwertige

Nähe ist“, bekräftigt Michael Vosta,

27, Vizevereinsvorsitzender der guten Grund, bei bestimmten Ak-

Mitglieder und haben somit einen

Niederhofener Wehr, diesen neuen tivitäten trotzdem dazuzustoßen.“

Einsatzschwerpunkt.

Überhaupt sei die gute Kameradschaft

innerhalb der Schwabniederhofener

Feuerwehr, aber auch

Vorbild bei Integration

von Frauen

innerhalb des kompletten Dorfes,

eine sehr vorbildliche. „Hier kann

sich Jeder auf Jeden verlassen, völlig

gleich ob Mann oder Frau, ob

jung oder alt – und dieses blinde

Vertrauen ist für unsere Arbeit,

Während manch andere Feuerwehren

über diese Entwicklung

nicht zu Unrecht schimpfen, sehen

es die Schwabniederhofener professionell.

„Wir sind gut ausgebildet

in Erster Hilfe, frischen das alle

zwei Jahre auf und wenn wir nun

mal die Ersten sein können, um

Leben zu retten, tun wir das natürlich

gerne“, sagt an dieser Stelle

Quirin Zörr. Der erst 22-Jährige ist

seit gut einem Jahr Vorsitzender

des Schwabniederhofener Feuerwehrvereins,

der sich erst vor

rund zwei Jahren gegründet hat.

Anlass dazu: Das bevorstehende

Jubiläumsfest zum 150-jährigen

Bestehen der Wehr. Aber auch

der gute Grund, so altersbedingt

ausgeschiedene Aktive weiterhin

an die kameradschaftliche Gruppe

zu binden. „Früher war es oft so,

Passend zum Jubiläum: Neue Bilder im alten Look.

aber auch über das Engagement

in der Feuerwehr hinaus, schlichtweg

goldwert“, betont Manfred

Lang. Apropos Frauen: Mit derzeit

vier aktiven Damen von insgesamt

37 Aktiven, sind die Schwabniederhofener

mit ihrer Frauen-Quote

in Feuerwehren echte Vorbilder.

Und das nicht erst seit gestern.

„Wir waren ganz generell eine der

ersten Feuerwehren in der Region,

die Frauen in den aktiven Dienst

integriert haben.“

Maschinenhalle statt

Festzelt

Dass im beschaulichen Ortsteil an

der Schönach Mann und Frau sowie

Alt und Jung an einem Strang

ziehen, ist auch die Basis für die

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Wir gratulieren der

Freiwilligen Feuerwehr

Schwabniederhofen

herzlich zum Jubiläum!

Organisation des Jubiläumsfestes

über nun doch

drei Tage. „Weil alle anderen

Feuerwehren in unserem

Bezirk ihre runden Jubiläen

bereits groß gefeiert haben,

wollten wir es eigentlich ruhiger

angehen lassen – doch

insbesondere bei Festbesuchen

anderer Feuerwehren konnten

wir so viele gute Ideen für unser

eigenes Fest aufschnappen,

dass es letztlich doch ein ganzes

Festwochenende geworden ist“,

sind sich Quirin Zörr und Michael

Vosta einig. „An dieser Stelle auch

gleich der Dank an unser Mitglied

Robert Waldmann, dessen Maschinenhalle

im Saliterweg wir

ausräumen und zu einer Festhalle

mit Platz für 500 Leuten umfunktionieren

dürfen.“ Los geht’s am

Freitag, 3. Oktober, um 18 Uhr mit

einem Weinfest. Für musikalische

Unterhaltung sorgen an diesem

Abend die Xafranzl-Musi aus Hohenfurch

sowie die überregional

bekannteren Blech-Bätscher, die

Blas- und Partymusik gleichermaßen

beherrschen und für ordentlich

Stimmung sorgen werden.

Am Samstag, 4. Oktober, sind ab

11 Uhr alle Nostalgiebegeisterten

zu einem offenen Oldtimertreffen

samt Rundfahrt eingeladen. Über

Mittag spielt hier die Musikkapelle

Altenstadt zünftig auf, ehe es

am Abend, ab 19 Uhr, so richtig

laut werden wird beim Wiagsägschneide-Wettbewerb

samt musikalischer

Unterhaltung der Hohenfurcher

Blaskapelle. Das große

Finale zum 150-Jährigen startet

aber am Sonntag, 5. Oktober, mit

Kirchenzug (Aufstellung um 9 Uhr

an der Festhalle), Gottesdienst in

der Heilig-Kreuz-Kirche (9.30 Uhr),

Frühschoppen (11 Uhr) in der Festhalle

und großem Festumzug (14

Uhr) mit allen im Altlandkreis ansässigen

Feuerwehren samt Musikkapellen,

Pferdegespannen und

Trommlerzügen. Wer danach noch

Lust hat, ist recht herzlich zum

Festausklang mit „Woazn Blosn“

eingeladen – eine Bläsergruppe

mit Musikanten aus dem kompletten

Schongauer Altlandkreis. js

Tischreservierungen für das Weinfest sowie Anmeldungen für den

Wiagsägewettbewerb nimmt die Freiwillige Feuerwehr Schwabniederhofen

unter info@ffw-schwabniederhofen.bayern entgegen.

Birkenweg 26 –86972 Schwabniederhofen

Tel. 08861/1214–Fax: 08861/900125–www.mannseichner.de

september / oktober 2025 | 21


> > > ALLERLEI IM ALTLANDKREIS

Bräuche, Feste, Frauenroman und Sport

Deutschlands größter Kaltblutfohlenmarkt

Waldfest im Sachsenrieder Forst

Rottenbuch | Er steht für Tradition und Brauchtum, für buntes Markttreiben,

ausgelassene Stimmung im Bierzelt, aber auch für tränenreiche

Abschiede: Der Fohlenmarkt in Rottenbuch, der als größter Kaltblutfohlenmarkt

Deutschlands weit über die Grenzen des Schongauer

Altlandkreises hinaus bekannt und beliebt ist – und traditionell am ersten

Freitag des Monats September nicht nur Rosserer und Rossbegeisterte

in seinen Bann zieht. Heuer am

Freitag, 5. September, mit Auftrieb

der Fohlen um 10 Uhr sowie Versteigerung

ab 12 Uhr. Anschließend spielt

die Musikkapelle Rottenbuch im be-

wirteten Festzelt, während drumherum

rund 70 Fieranten ihre

Produkte zur Schau len und verkaufen.

steljs

Sachsenried | Um das größte zusammenhängende

Waldstück der Region ranken sich viele Mythen.

Umso aufregender dürfte für Viele die Location

des alljährlichen Waldfestes

der Musikkapelle Sachsenried

sein, das heuer am

Sonntag, 7. September, stattfinden

wird. Und zwar unter

freiem Himmel inmitten

des Sachsenrieder Forstes,

genaugenommen am ehemaligen

Waldbahnhof. Los

geht’s bereits um 9.30 Uhr

mit einer feierlichen Feldmesse.

Anschließend spielt

die Musikkapelle Altenstadt zum Frühschoppen

und Mittagessen (ab 12 Uhr), nachmittags (ab 14

Uhr) dann die Sachsenrieder Musikkapelle zu Kaf-

fee und Kuchen. Die Anreise

ist ausschließlich via Fahrrad

oder zu Fuß möglich, da es

vor Ort keine Pkw-Parkplätze

gibt. Eine mögliche, witterungsbedingte

Absage wird

online unter www.musikkapelle-sachsenried.de

veröf-

fentlicht. Herzlich eingeladen

sind Alt und

Jung aus Nah und

Fern.

js

Eishockeyvereine starten

in die neue Saison

Peiting / Schongau / Peißenberg | Die Herrenmannschaften

des EC Peiting, der EA Schongau sowie der Peißenberg

Miners starten im September und Oktober in die

neue Eishockeysaison 2025 / 2026. Los geht's für die Peitinger

in der Oberliga Süd, der dritthöchsten Spielklasse

Deutschlands, am Freitag, 19. September, um 19.30 Uhr

mit einem Heimspiel gegen die Stuttgart Rebels. Für die

Schongauer Mammuts beginnt die Bayernligasaison am

Sonntag, 12. Oktober, um 17.30 Uhr mit einem Heimspiel

gegen den ESC Kempten. Und die Peißenberg Miners,

ebenfalls in der Bayernliga aktiv, empfangen zum Auftakt

am Sonntag, 12. Oktober, um 17.30 Uhr den EHC

Waldkraiburg. Weitere Infos, auch zum Kauf von Saisonkarten,

halten die Social-Media-Kanäle und Internetseiten

der Vereine wie www.ec-peiting.de, www.schongau-mammuts.de

und www.peissenberg-miners.de

bereit. Bis dahin trainieren die Teams fleißig, bestreiten

mehrere Testspiele. Ein Highlight: Das Vorbereitungs-

Derby zwischen der EA Schongau und dem

EC Peiting am Freitag, 12. September, um 20

Uhr im Eisstadion Schongau.

js

Open Airs und Ballermann-Party –

die Gewinner

Altlandkreis | Rock, Pop, Electro und ein Hauch

von „Malle“: Im Juli und August war partymäßig

so Einiges geboten im Schongauer Altlandkreis.

Dazu passend verlosten wir je zwei Tickets für das

Freibad-Open-Air „Esconova“ in Altenstadt – gewonnen

haben in diesem Falle Christian Schneider

aus Bad Bayersoien und Michaela Heißerer

aus Prem. Das Losglück für je zwei Zwei-Tages-

Tickets für das legendäre Böbing Open Air war

heuer auf der Seite von Gerda Gößwald aus

Birkland und Reiner Hettmer aus Peiting. Und

zur Ballermann-Party des Bad Bayersoier Burschenvereins

mit Malle-Star Nancy Franck durf-

ten, jeweils mit Begleitperson, Franziska Linder

aus Steingädele und Maria

Brigitte Geiger aus

Schwabbruck. Wir gratulieren

recht herzlich

und bedanken

uns fürs Mitmachen.

js

Dreieckmusi im Kulze

Schwabniederhofen | Kaum

ein Ziach-Spieler polarisiert

mit seiner herausragenden

Art zu musizieren

so sehr wie der

Südtiroler Herbert Pixner.

Das besondere aus Sicht

der „altlandkreis“-Leser

an dieser Stelle: Man muss

nicht zwingend weite Wege auf sich nehmen, um erstklassige

Musik dieser Art live hören zu können. Die Dreieckmusi

aus Epfach mit Ziachspieler Fabian Eglhofer, Gitarrist

Daniel Schmid und Tubist Ulrich Linder schlagen mit ihrer

überwiegend eigens komponierten Musik sehr stark in die

Kerbe des „Herbert Pixner Projekts“. Und sind vom musikalischen

Niveau betrachtet gar nicht so weit weg von

den international bekannten Stars. Beweis gefällig? Am

Samstag, 27. September, spielt das Trio aus den Lechrain-

gemeinden Epfach, Reichling und Apfeldorf im kultigen

Kulze, Sankt Florian-Weg 1, in Altenstadt, Ortsteil

Schwabniederhofen. Eintritt bei freier wahl: 12 Euro. Beginn: 19 Uhr.

Platzjs

22 | altlandkreis


Staffelsprint um Schlammweiher

Peiting | Die Skiclubs in Peiting und Wildsteig veranstalten

im jährlichen Wechsel ein Run & Bike.

Heuer sind wieder die Peitinger dran, die dazu alle

sportbegeisterten Mountainbiker und Läufer am

Samstag, 20. September, auf 13 Uhr (Startnummernausgabe

ab 11.30 Uhr) zum Schlammweiher an der

Schnalzstraße im Südwesten von Peiting (oberhalb

der Ammer, des Kalkofenstegs) recht herzlich einladen.

Gestartet wird, in Alters- und Geschlechterklassen

unterteilt, immer in Zweier-Teams, bestehend

aus Läufer und Biker (Helmpflicht). Wobei auch

Mixed-Teams aus männlich und weiblich gewertet

werden. Kinder und Schüler laufen eine 600-Meter-

Runde sowie fahren eine 1400-Meter-Runde. Jugendliche

und Erwachsene laufen 1100 Meter und

biken 2500 Meter. Alle Rundstrecken führen über

Wiesen, Waldböden und Schotter, sind ohne nennenswerte

Steigungen und Abfahrten für jedermann

geeignet. Infos und Anmeldung (bis Donnerstag, 18.

September) unter www.skiclub-peiting.de sowie

www.rennmeldung.de. Für Kurzentschlossene sind

auch Nachmeldungen am Tag des Wettkampfs bis 12

Uhr möglich.

js

Stadlfest an Litzauer Schleife

„Morgen sind wir

wild und frei“

Niederpöcking | Die in Niederpöcking lebende

SPIEGEL-Bestsellerautorin Stephanie

Schuster hat nach ihrer erfolgreichen Trilogie

von „Die Wunderfrauen“ sowie ihrem

Roman „Glückstöchter – einfach Leben“ nun

ein weiteres, im Fischer-Verlag erschienenes

Werk auf dem Büchermarkt veröffentlicht:

Es heißt „Morgen sind wir wild und

frei“, ist 520 Seiten

dick und für 17 Euro

ab sofort in allen

regionalen Buchhandlungen

sowie

online erhältlich.

Der Roman spielt

um 1909 und handelt

von drei mu-

tigen Frauen zwi-

schen Emanzipation

und Wahlrecht, Aufbruch

und Abenteuer

sowie Liebe und

Freundschaft.

>>> „altlandkreis“ verlost drei Exemplare.

Schicken Sie uns bis 15. September eine

Postkarte mit dem Stichwort „Stephanie

Schuster“ an „altlandkreis“, Birkland 40,

in 86971 Peiting. Oder eine Mail an info@

altlandkreis.de. Angabe der Adresse bitte

nicht vergessen! Das Los entscheidet,

der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Viel Erfolg! js

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Burggen | Oberhalb der Litzauer Schleife, inmitten

idyllischer Natur (südöstlich von Burggen), laden

die Organisatoren des Rosstags in Burggen am

Sonntag, 14. September, zu ihrem traditionellen

Stadlfest. Das Fest beginnt um 10.15 Uhr mit einer

feierlichen Feldmesse. Im Anschluss erwartet

die Gäste ein zünftiges Stadlfest mit kulinarischen

Schmankerln wie Kesselfleisch, aber auch Spezialitäten

aus einer Feldküche sowie aus einem historischen

Erdäpfeldämpfer. Für musikalische Unterhaltung

sorgen die Musikkapelle Burggen sowie

die Alphornbläser aus Ingenried, außerdem treten

Jugend- und Erwachsenengruppe des örtlichen

Trachtenvereins auf. Außerdem wird als Hommage

an den Rosstag, der wieder 2027 stattfinden wird,

eine im Original erhaltene Bandbremse

so präsentiert, wie sie einst in der

Landwirtschaft zum Einsatz kam.

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Wir suchen Sie!

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september / oktober 2025 | 23


– ANZEIGE –

Geriatrische Kompetenz in der Krankenhaus GmbH

Gut versorgt im Alter

Weilheim / Schongau | Die Gesellschaft

altert. Damit steigen auch

die Anforderungen an eine ganzheitliche

medizinische Versorgung

älterer Patienten. Die Krankenhaus

GmbH Weilheim-Schongau hat

früh auf diesen Wandel reagiert

und ein standortübergreifendes

Kompetenznetzwerk rund um das

Thema Altersmedizin aufgebaut. In

seiner gebündelten Form ist dieses

einzigartig im Oberland.

Ein starker Verbund

für ein starkes Altern

Im Zentrum des Angebots stehen

gleich vier ineinandergreifende

Bausteine: Die Klinik für Akutgeriatrie

im Krankenhaus Weilheim,

die Klinik für Geriatrische Rehabilitation

im Medizinischen Zentrum

SOGESUND in Schongau, das Zentrum

für Alterstraumatologie sowie

– ganz neu – die geriatrische

Sprechstunde im MVZ Schongau.

„Wir begleiten unsere Patientinnen

und Patienten nicht nur während

eines akuten Krankenhausaufenthalts,

sondern schaffen auch

durchgängige Übergänge in Reha,

Nachsorge und Alltag. Alles aus einer

Hand, alles mit kurzen Wegen“,

betont Dr. Sebastian Mühle, Chefarzt

der Kliniken für Akutgeriatrie

und Geriatrische Rehabilitation.

Seit April bietet er zusätzlich zur

stationären Versorgung eine neue

geriatrische Sprechstunde im MVZ

Schongau an. Diese ist eine wichtige

Schnittstelle zwischen ambulanter

und stationärer Versorgung

älterer Patienten. Gleichzeitig dient

sie als Anlaufstelle bei speziellen

Sonderveröffentlichung der

Dr. Sebastian Mühle bietet seit

April 2025 eine Sprechstunde für

Patienten der Altersmedizin an.

Fragstellungen und gesundheitlichen

Problemen im Alter.

Von der Akutversorgung

bis zur Reha

Die Klinik für Akutgeriatrie in Weilheim

ist spezialisiert auf ältere

Patientinnen und Patienten, die

aufgrund akuter Erkrankungen ins

Krankenhaus müssen, etwa nach

Stürzen, Operationen oder bei internistischen

Notfällen. Hier steht

nicht nur die Behandlung der Akuterkrankung

im Fokus, sondern

auch das, was im Alter darüber

hinaus zählt: Mobilität, Selbstständigkeit

und Lebensqualität. Hierfür

steht ein multiprofessionelles Team

aus den Bereichen Pflege, Physio-

und Ergotherapie, Sozialdienst,

Psychologie, Ernährungsberatung

und spezialisierte Altersmedizin

zur Verfügung.

> > > KONTAKT

Ergänzt wird dieses Angebot durch

die Klinik für Geriatrische Rehabilitation

im Medizinischen Zentrum

SOGESUND in Schongau. Deren

Schwerpunkt ist die Wiedergewinnung

der Selbsthilfefähigkeit und

Mobilität der Patienten. Auch hier

kümmert sich ein multiprofessionelles

Team aus Pflegfachkräften,

Physiotherapeuten, Ergotherapeuten,

Psychologen, Ernährungsberatern,

Mitarbeitern des Sozialdiensts

und spezialisierten Altersmedizinern

um die Patienten. Sie sorgen

dafür, dass ältere Menschen

nach einem Klinikaufenthalt wieder

möglichst selbstständig in ihr

gewohntes Umfeld zurückkehren

können.

Zentrum für Alterstraumatologie:

Spezialversorgung

bei Knochenbrüchen

Ein besonderes Angebot ist das

Zentrum für Alterstraumatologie,

das als interdisziplinäre Kooperation

der Klinik für Akutgeriatrie und

der Klinik für Unfallchirurgie im

Krankenhaus Weilheim organisiert

ist. Ältere Patienten mit Frakturen

– etwa nach Stürzen – werden dort

nicht nur chirurgisch versorgt, sondern

erhalten im Anschluss eine

intensive geriatrische Behandlung.

Dieses Modell hat sich bewährt: Es

reduziert Komplikationen, fördert

die Mobilität und verkürzt die Verweildauer

im Krankenhaus.

Geriatrische Sprechstunde im MVZ – Ärztezentrum Schongau

Jeden Freitag, MVZ – Ärztezentrum Schongau

8.00 bis 16.00 Uhr Telefon: 08861 / 215 - 9602

Termine nach Vereinbarung E-Mail: Schongau@meinmvz.one

Geriatrische Sprechstunde:

Nachsorge mit Konzept

Neu im Angebot ist seit April 2025

die geriatrische Sprechstunde im

Medizinischen Versorgungszentrum

(MVZ) in Schongau. Sie richtet

sich an ältere Menschen nach

einem Krankenhaus- oder Reha-

Aufenthalt oder bei altersmedizinischen

Fragestellungen im Alltag.

„Wir analysieren in der Sprechstunde

den aktuellen Gesundheitszustand

sehr genau. Dabei

nutzen wir funktionelle Tests zu

Mobilität, Sturzrisiko, Hirnleistung

und Selbsthilfefähigkeit“, erklärt

Dr. Mühle. „Mit Hilfe der Tests erkennen

wir frühzeitig Risiken und

entwickeln ein maßgeschneidertes

Therapiekonzept inklusive Medikamentenanpassung,

sozialmedizinischer

Beratung und Organisation

von Hilfsmitteln.“

Die geriatrische Sprechstunde findet

jeden Freitag von 8 bis 16 Uhr

im MVZ – Ärztezentrum Schongau

statt. Ob Rollator, Sitzhilfe,

Greifzange oder Gehschiene – die

Sprechstunde bietet Hilfe bei der

Auswahl und Beantragung von

orthopädischen Hilfsmitteln. Auch

Kurze Wege

sind im MVZ –

Ärztezentrum

Schongau

sichergestellt.

Ein Arzt mit Fachexpertise und

Empathie für seine Patienten: Dr. Mühle.

ambulante Physiotherapie kann

direkt mitvermittelt werden. Der

große Vorteil: Alles geschieht aus

einer Hand – mit kurzen Wegen,

schneller Rückkopplung zu Klinik

oder Hausarzt und persönlicher

Betreuung durch erfahrene Altersmediziner.

Ein Angebot, das in der

Region seinesgleichen sucht

Mit diesem integrierten Konzept zur

Altersmedizin nimmt die Krankenhaus

GmbH eine Vorreiterrolle in

der Region ein. „Eine geriatrische

Sprechstunde, gekoppelt mit einer

geriatrischen Akutklinik, einer Reha

und einem Alterstraumazentrum,

gibt es sonst nirgends im Oberland“,

betont Dr. Mühle. Das Angebot

sei nicht nur medizinisch wertvoll,

sondern auch ein Beitrag zur

Sicherung der Lebensqualität älterer

Menschen im ländlichen Raum.

In Zeiten des demografischen

Wandels ist das laut Dr. Mühle eine

starke Antwort auf die Frage, wie

medizinische Versorgung für ältere

Menschen künftig aussehen kann:

„Wohnortnah, abgestimmt und

menschlich.“


> > > DAS HEIMATRÄTSEL

Ruhe bewahren!

> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG

Zwei neuwertige Trinkwasserbrunnen zum Auffüllen

der Radel- oder Wanderflaschen hatten wir in unserer

Juli / August-Ausgabe abgebildet und wollten von

Ihnen wissen, wo diese sich befinden. Brunnen A in

Gestalt eines Froschkönigs steht am Lechstausee Urspring.

Brunnen B in Bad Bayersoien, westlich der B23

Altlandkreis | In der Regel geht

von Wildschweinen keine Gefahr

für uns Menschen aus. Der Grund:

Die Tiere bemerken uns Zweibeiner

beim Spaziergang durch den

Wald meist frühzeitig und ergreifen

aus Angst vor uns die Flucht,

bevor es zum Sichtkontakt kommt.

Gänzlich auszuschließen ist ein

Angriff der Tiere auf Menschen

trotzdem nicht. Allen voran dann,

wenn Bachen (weibliche Wildschweine)

ihre Frischlinge verteidigen

möchten, was überwiegend

im Frühjahr der Fall ist, wenngleich

Bachen inzwischen hierzulande

das ganze Jahr über Junge

zur Welt bringen. Eine weitere

Gefahr kann von Wildschweinen

ausgehen, wenn sie von uns Menschen

erschreckt werden und sich

dadurch bedroht fühlen – allen

voran Keiler, die männlichen Wildschweine,

können dann zum Angriff

ansetzen. Der wäre wiederum

niemandem zu wünschen, weil

die Tiere mit ihren messerscharfen

Hauern (aus dem Maul ragende,

selbstschärfende Zähne) sowie

ihrer enormen Kraft im Schulterbereich

Menschen ohne weiteres

tödlich verletzen könnten. Sollte

es tatsächlich zu einer Begegnung

zwischen Ihnen und einem Wildschwein

kommen, raten wir folgendes:

Ruhig bleiben, langsam

zurückgehen ohne das Tier dabei

aus den Augen zu verlieren und

sich so den notwendigen Respektabstand

zu verschaffen. Sollte das

Tier tatsächlich aktiv angreifen,

hilft nur noch die blitzartige Flucht

auf einen Baum. Davon abgesehen

weisen in einigen Waldgebieten

der Region Schilder auf

erhöhtes Vorkommen von Wildschweinen

hin. Eines davon

haben wir neulich entdeckt,

für Sie festgehalten, hier

abgebildet und möchten

nun von Ihnen wissen: Wo

versteckt sich diese Wild-

am Wohngebiet unterhalb des Aubichl. Gewusst hatten

das in diesem Falle nur wenige. Unter anderem Roland

Bair aus Burggen, dem wir recht herzlich zum Gewinn

des Spezialitätenkorbs der Schönegger Käse-Alm mit

Almbutter, Heumilch-Camembert, Erdbeer-Konfitüre,

Alprahm-Käse und Gipfelstürmer gratulieren.

schwein-Warntafel aus

Holz, die einem klassischen

Verkehrsschild so gar nicht

ähnlich sieht? Kleiner Tipp:

In unmittelbarer Nähe befindet

sich eine Parkbucht.

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einen leckeren Spezialitätenkorb

der Schönegger Käse-Alm, bestückt

mit König-Ludwig-Bierkäse,

Bergler, Obazda, Hartwurst, Brotzeitbier

und Knabbertalern. Das

Los entscheidet, der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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> > > IMPRESSUM

der „altlandkreis“ ist ein Medium von

„altlandkreis“

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Telefon: 08869 / 91 22-16

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Mail: info@altlandkreis.de

Stand bei Drucklegung im Aug. 2025.

Änderungen und Fehler vorbehalten.

Auflage: 28000 Exemplare

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe

November / Dezember 2025: Freitag, 31. Oktober 2025

(Anzeigenschluss: 13. Oktober 2025) – für eingesandte

Manuskripte wird keine Haftung und keine Erscheinungsgewähr

übernommen.

Herausgeber: Peter Ostenrieder

Redaktion: Johannes Schelle, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler, Rainer Hornberger

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Ernst-Dietrich Limper, Christian Rauch

Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder,

Kurt Zarbock, Irmgard Gruber, Alexander Berndt,

Heidi Berndt

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH,

Martin-Moser-Str. 23, 84503 Altötting

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH,

Am Weidenbach 8, 82362 Weilheim

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose

Verteilung an alle Haushalte im Altlandkreis

Schongau und einzelnen angrenzenden

Gemeinden

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten

sowie Erscheinungstermine und weitere

technische Angaben finden Sie auf unserer

Webseite www.altlandkreis.de.

Fotos: Felix Baab, Johannes Schelle, Adobe Stock, Joanna

pics, Tierkörperbeseitigungsanlage Kraftisried, Nils

Schwarz, Verkehrspolizeiinspektion Weilheim, Freiwillige

Feuerwehr Schwabniederhofen, Astrid Horbach, Dr.

Helmut Stahl, Skicub Peiting, Michael Kögel, Schönegger

Käse-Alm, Matthias Sachse, Ernst-Dietrich Limper, Gerulf

Hänel, Leonhardiverein Wildsteig, Stefan Strauß, Christian

Rauch, Bettina Eder, Deutsche Bundeswehr/Kästner,

Christian Manitz, Beate Bentele, Barbara Jansen, Fred

Joch, Sepp Mair, Katrin Kirner, Ökumenische Sozialstation,

Berufsschule Weilheim, Zimmerei Bertl, Gaplast, Netzwerk

Schule-Wirtschaft für Weilheim-Schongau

www.altlandkreis.de

september / oktober 2025 | 25


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Neuer Gleichmäßigkeitswettbewerb

Monte Rigi Classic

Hohenpeißenberg | Wenn am 13.

September zwischen 9 und 17 Uhr

Motorengeräusche entlang der

Bergstraße auf den Hohen Peißenberg

hinauf aufheulen, feiert der

Motorsportclub Bayerischer Rigi

nicht nur sein 50-jähriges Vereinsjubiläum

sondern auch eine

spannende Premiere: Zum ersten

Mal richtet der Verein eine „Monte

Rigi Classic“ aus. Damit gemeint:

Eine Gleichmäßigkeitsfahrt für

historische Autos, die den Ort in

ein Zentrum für Oldtimerfreunde

verwandeln wird. Gegründet wurde

der MSC im Jahre 1975 unter

motorsportbegeisterten Freunden.

„In den 1980er Jahren war

Motorsport angesagt, da ist jeder

zum MSC gekommen“, erinnert

sich Andrea Kuchler, die seit 1984

Mitglied ist und seit 2020 als erste

Vorsitzende die Geschicke des Vereins

leitet. Anfangs standen Orientierungsfahrten

und Rallye-Sprints

im Mittelpunkt, später folgte die

Oberland-Rallye, die es bis zur

Deutschen Rallye-Meisterschaft

schaffte. „Das war unser sportlicher

Höhepunkt“, so Kuchler.

Doch die Rahmenbedingungen

änderten sich. „Motorsport hatte

irgendwann keine Lobby mehr,

Genehmigungen waren kaum

noch zu bekommen“, erklärt sie.

Der Verein suchte neue Wege

und fand sie im Oldtimerbereich.

1995 lud der MSC anlässlich seines

20-jährigen Jubiläums erstmals

zu einem Oldtimertreffen ein –

damals noch im kleinen Rahmen

auf einer Wiese am Bahnhof. „Wir

hätten nie gedacht, dass daraus so

etwas Großes wird“, erinnert sich

Kuchler. Über die Jahre wuchs die

Veranstaltung kontinuierlich, 2018

zog sie auf den großen Parkplatz

am Hohen Peißenberg um und

lockte zuletzt knapp 1 000 Fahrzeuge

und mehrere tausend Besucher

an. Auch heute engagiert sich der

MSC weit über die eigenen Grenzen

hinaus: Er unterstützt Veranstaltungen

wie die Pfaffenwinkel

Classik und das Bergrennen in

Mickhausen. „Ohne uns gäbe es

viele dieser Events nicht“, betont

Ali Schachtner, Oldtimerreferent

des Vereins.

Gleichmäßigkeit statt

Geschwindigkeit

Mit der Monte Rigi Classic erfüllt

sich der MSC nun einen lang

gehegten Traum. „Die Idee hatten

wir schon 2022, aber erst

jetzt, passend zum 50-Jährigen,

konnten wir sie umsetzen“, berichtet

Kuchler. Gefahren wird

auf einer 1,8 Kilometer langen

Strecke vom Start über die

„Dorsch-Gerade“ bis zum Ziel

am Schellehaus. „Es geht nicht

darum, wer am schnellsten ist“,

betont Schachtner. „Gewonnen

hat, wer seine Zeit am genauesten

wiederholt. Schon eine halbe

Sekunde Abweichung kann entscheidend

sein.“ Zunächst absolvieren

die Fahrer einen Probelauf,

danach müssen sie die ermittelte

Zeit in drei Wertungsläufen

möglichst exakt bestätigen. Zugelassen

sind 100 Fahrzeuge mit

Straßenzulassung, darunter zehn

Vorkriegsautos. Einer der Starter

reist eigens aus der Schweiz an.

„Wir haben querbeet alles – vom

Fiat 131 TC bis zum Mercedes-Flügeltürer“,

verrät Matthias Sachse,

der gemeinsam mit Ali Schachtner

hauptverantwortlich für die Organisation

der Gleichmäßigkeitsfahrt

zuständig ist. Für die Zuschauer

wird einiges geboten: Zwei große

Videoleinwände am Start und Ziel

sowie acht Kameras entlang der

Strecke sorgen dafür, dass die

Fahrzeuge jederzeit im Blick

bleiben. Shuttlebusse – betrieben

von der Firma Ortner

mit modernen E-Bussen –

bringen die Besucher bequem

und nachhaltig vom Tal hin-

26 | altlandkreis


Voller Vorfreude: Oliver von Zerboni di Sposetti, Ali Schachtner, Andrea

Kuchler, Florian Jungbauer und Sylvia Neumeier vom MSC.

auf. Unten wie oben sorgen sechs

Ortsvereine für Essen und Getränke.

„Uns war wichtig, dass es eine

Veranstaltung für den ganzen Ort

wird, nicht nur für den MSC“, betont

Kuchler. Das Fahrerlager befindet

sich am unteren Parkplatz,

wo die Zuschauer die Oldtimer aus

nächster Nähe bestaunen können.

„Für viele ist es ein Highlight, die

Autos nicht nur vorbeifahren zu

sehen, sondern auch im Stand zu

bewundern“, sagt Florian Jungbauer.

Besonderer Höhepunkt

vor dem Start: Der Überflug eines

Doppeldeckers, vorausgesetzt, das

Wetter spielt mit.

Flair der Bergrennen

von Früher

Die Atmosphäre des Gleichmäßigkeitswettbewerbs

soll letztlich

so nah wie möglich an die

legendären Bergrennen früherer

Zeiten erinnern. „Wir wollen, dass

die Zuschauer das Gefühl haben,

wieder mittendrin zu sein – so wie

damals, als der Motorsport noch

fester Bestandteil unserer Region

war“, beschreibt Oliver von Zerboni

di Sposetti. Viele der Gäste

kommen nicht nur wegen der

Fahrzeuge, sondern auch wegen

des besonderen Flairs, das ein

solches Event in Hohenpeißenberg

entfaltet. Die Mitglieder des MSC

eint die Liebe zum historischen

Motorsport. Andrea Kuchler fährt

einen Opel Commodore von 1973.

Oliver von Zerboni di Sposetti, seit

2023 dabei, tritt mit einem Fiat

Abarth 1000 TC von 1971 an. „Ich

bin der Einzige aus dem Verein,

der mitfahren darf, alle anderen

arbeiten rund um die Strecke“,

erzählt er. Ali Schachtner kann auf

eine beeindruckende Vergangenheit

im Motorsport und Eisspeedway

zurückblicken, wo er gemeinsam

mit Jungbauer an den Start

ging. Jungbauer selbst fährt einen

Autobianchi A112 von 1983. „Für

mich ist es ein Stück Jugend, das

ich mit meinem Auto immer wieder

aufleben lasse.“ Auch seine

Partnerin Sylvia Neumeier kennt

die Faszination seit Kindertagen.

„Ich bin schon früher mit meiner

Mutter Orientierungsfahrten gefahren.

Jetzt freue ich mich, Teil

des MSC zu sein und an diesem

Jubiläum mitzuwirken.“

Nachwuchsgewinnung

größte Herausforderung

Die Organisation der Monte Rigi

Classic ist in der Tat ein Gemeinschaftswerk.

Rund 40 Mitglieder

helfen, dazu engagieren sich

sechs Ortsvereine mit Ständen und

Programmpunkten. Der Gewinn

wird vollständig gespendet – unter

anderem an soziale Projekte

im Pfaffenwinkel. „Das gehört

für uns einfach dazu“, sagt Kuchler.

Gleichzeitig denkt der Verein

auch an die kommenden Jahrzehnte.

„Nachwuchsgewinnung

ist eine der größten Herausforderungen

– für junge Leute ist der

Einstieg schwer, die Kosten für

Führerschein und Fahrzeuge sind

hoch“, erklärt Schachtner. „Aber

ein Oldtimer ist auch ein Dauerprojekt

– er wird nie fertig, was

den Reiz auch ausmacht.“ Andrea

Kuchler ergänzt an dieser Stelle,

„dass wir uns über jeden freuen,

der Interesse zeigt, die Türen des

MSC stets offen stehen“. Insofern

ist die Monte Rigi Classic mehr als

nur eine Motorsportveranstaltung

– sie ist ein Zeichen für Zusammenhalt,

Tradition und Leidenschaft.

Und ein Blick in die Zukunft

des MSC. Am 13. September 2025

wird der Hohe Peißenberg zum

Treffpunkt für alle, die Benzin im

Blut haben. Und für alle, die die

Faszination von Oldtimern hautnah

erleben möchten.

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september / okt 2025 | 27

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Streuobstwiese „Lugensee“ – ein Vorzeige-Biotop

Artenreiche

Ausgleichsfläche

Rott | Die über 70-jährigen Rotter

werden es noch wissen: Das

Schwimmen und Schlittschuhlaufen,

das lernten sie im und auf

dem Lugensee. Ein einst natürliches

Gewässer nordöstlich des

1700-Einwohner-Dorfes am Lech,

das bei anhaltenden Regenfällen

eine Größe von bis zu zwei Fußballfeldern

erreichte. Bei anhaltender

Hitze trocknete es jedoch

fast vollständig aus. Für landwirtschaftlich

effizientere Nutzung

wurde der See letztlich um 1960

herum im Rahmen einer Flurbereinigung

via Drainagen und

Materialauffüllung weitgehend

trockengelegt. Damit war der Lugensee

für lange Zeit Geschichte –

und mit ihm ein wertvoller Ort der

Naherholung sowie Lebensraum

für zahlreiche Tiere und Pflanzen.

Auf Trockenlegung folgt

Mekka der Artenvielfalt

Einige Jahrzehnte später aber, im

Jahr 2005, wurde das Lugensee-

Grundstück auf Drängen des örtlichen

Obst- und Gartenbauvereins

sowie des ehemaligen zweiten

Bürgermeisters Jakob Hirschauer

von der Rotter Gemeinde gekauft.

Ihr dient die Fläche einerseits für

Regenrückhaltung, um Bewohner

und deren Häuser vor potentiellem

Hochwasser besser schützen

zu können, und andererseits als

ökologische Ausgleichsfläche für

Flächenversiegelung durch Neubauten.

Die Frage im Rahmen des

gemeindlichen Erwerbs, wer sich

um die Pflege des Areals kümmert,

wurde damals rasch beantwortet:

Der örtliche Obst- und

Gartenbauverein mit derzeit rund

290 Mitgliedern, von denen sich 50

Männer und Frauen unterschiedlichen

Alters in verschiedensten

Bereichen aktiv engagieren. Und

die heuer mit großem Stolz auf

„20 Jahre Streuobstwiese Lugensee“

blicken können – eine Zeit, in

der in unzähligen ehrenamtlichen

Arbeitsstunden das einst trockengelegte,

drei Hektar große Areal

zu einem echten Mekka der Artenvielfalt

umgestaltet wurde. Im südlichen

Bereich findet zum Beispiel

die gehörnte Mauerbiene wieder

eine bunte Mischung aus wilden

Kräutern und Blumen vor. Salbei,

Glockenblumen, Margeriten, Lichtnelken,

Wiesenstorchschnäbel,

Hornschotenklee oder Wiesenschaumkraut

sind an dieser Stelle

nur wenige Bespiele. „Von 1960

bis 2005 wurde das Areal intensiv

bewirtschaftet, heute mähen wir

die Wiesenblumen und Kräuter

ganz bewusst nur noch zwei Mal

im Jahr – Mitte Juni für Heuernte,

Mitte September für Silo oder

Grummet“, bekräftigt Rotts Gartenbauvereinsvorsitzender

Gerulf

Magischer Moment: Sonnenaufgang über der Streuobstwiese „Lugensee“.

28 | altlandkreis


Führt wieder Wasser: Der Lugensee im Osten der Gemeinde Rott.

Hänel das gezielte Stehenlassen

für den Erhalt der dort erreichten

Artenvielfalt.

100 Obstbäume mit

200 Sorten

Am Tag des „altlandkreis“-Besuchs

führt auch der einst trockengelegte

Lugensee wieder Wasser,

gleicht einem filmreifen Wasserloch

der afrikanischen Savanne

und ist schlichtweg wunderschön

anzuschauen. Auch, weil ein in

Oberbayern eher selten anzutreffendes

Rostganspärchen majestätisch

über die Wasseroberfläche

schwimmt – und einen bunten

Strauß an heimischen Singvögeln

bei der Jagd nach fliegenden Mücken

beobachtet. Spatzen, Meisen,

Schwalben, Rotkelchen, Grünfinken,

Amseln, Elstern, Buchfinken,

Schwalben – hier sind beinahe

alle heimischen Arten vertreten.

Plötzlich, von halblinks kommend:

Ein auffallend großer Rotmilan,

der über den Lugensee hinweg

gleitet und mit seinen sehkräftigen

Augen den von hohem Gras

bedeckten Boden absucht. Der

Aasfresser scheint auf der Suche

nach Beute zu sein. Wühlmäuse,

Blindschleichen, Zauneidechsen,

Heuschrecken, Frösche, Kröten,

Molche, Wasserschnecken oder

Regenwürmer? „Die größte Besonderheit

unseres Biotops ist,

dass wir im Bereich des tieferliegenden

Wasserlochs viele feuchte,

sumpfige Stellen haben, während

es hier oben im Westen deutlich

magerer und trockener ist“, erklärt

an dieser Stelle Christa Hänel, die

den Rotter Obst- und Gartenbauverein

zwischen 1994 und 2011

geleitet hat, somit federführend

mitverantwortlich war für die gelungene

Lugensee-Gestaltung. Der

dabei größte Schwerpunkt lag auf

dem Pflanzen von Obstbäumen.

100 Hochstämme, aufgeteilt in 86

Apfelbäume, acht Birnbäume, vier

Kirschbäume und zwei Zwetschgenbäume,

sind es mittlerweile.

„Hochstämme haben den Vorteil,

dass der Landwirt oder auch wir

maschinell um den Stamm herummähen

können, ohne dabei

Äste zu berühren und sie zu verletzen.“

Noch viel wertvoller aber

ist, dass viele dieser Obstbäume

unterschiedliche Sorten tragen.

„Wir haben sogar einzelne Bäume

mit bis zu zehn verschiedenen

Apfelsorten“, so Gerulf Hänel über

gekonnte Veredelung.

Schüler lieben den

Dracula-Apfel

Der Genpool-Erhalt von rund 200

(!) verschiedenen Sorten ist den

Rottern besonders wichtig, weil

die üblichen Supermarkt-Äpfel nur

noch von sechs bis acht verschiedenen

Sorten abstammen. „Wenn

die mal krankheits- oder witterungsbedingt

eingehen, haben

wir ein echtes Apfelproblem.“ Ein

weiterer Vorteil laut Christa Hänel:

„Wir kennen Apfelallergiker, die

beim Verzehr unserer alten, ungespritzten

Sorten wie Boskop, Goldparmäne

oder Prinz-Albrecht keine

Die Streuobstwiese ist reich an Kräutern, Blumen und Gräsern.

Probleme haben.“ Der beliebteste

Apfel unter den jüngsten Besuchern

ist jedoch ein anderer: Der

Blutapfel, der seinem Namen alle

Ehre macht, weil er innen wie außen

blutrot ist, entsprechend auch

daraus gepresster Apfelsaft rotfarbig

ist. „Geschmacklich zwar mau,

weil neutral, lieben den Dracula-

Apfel in der Tat die Schulkinder aus

Rott und Umgebung sehr – bis zu

fünf Klassen pro Jahr nutzen unsere

Streuobstwiese als grünes Klassenzimmer.“

Direkt vom Baum empfehlenswert

sei auch der Frühapfel

„Helios“, der viel besser schmecke

als der klassische Klarapfel. Ebenso

der quietschgelbe Seestermüher

Zitronenapfel, der jedoch nicht

sauer schmeckt. Oder die große,

optisch ansprechende wie knackige

„Biesterfelder Renette“, die für

ihr intensives, ausgewogenes Aroma

aus süß und sauer bekannt ist.

Geerntet werden die Äpfel je nach

Reifezeit zwischen August und Oktober.

Zum Teil vom Rotter Obstund

Gartenbauverein, zu einem

anderen von Spaziergängern. Der

Rest bleibt letztlich der Natur. „Hier

ist jeder willkommen, der Natur erleben

möchte, deshalb ist das Areal

auch nicht eingezäunt.“ Wichtig sei

nur, dass die Artenvielfalt von den

Leuten geschätzt, nichts kaputtgetrampelt,

vermüllt oder herausgerissen

wird. Ein wenig geschützt

ist diese in der Region einzigartige

Vorzeige-Streuobstwiese dank

dichten Bäumen und Sträuchern

im Westen sowie Buschbäumen im

Süden trotzdem. „Mit den naturbelassenen

Einfriedungen möchten

wir Bürger dazu anregen, ihre

eigenen Gärten im Sinne einer

ökologischen Vielfalt einzuzäunen.“

Buschbaum statt Stahl, Beton,

Kunststoff? „Ganz genau, was

einige im Dorf bereits verwirklicht

haben.“ Ein anderer schöner Nebeneffekt

des Projekts außerdem:

Dass die Rotter Kinder auf dem

im Winter zugefrorenen Lugensee

wieder Schlittschuhlaufen können.

So wie damals.

js

september / okt 2025 | 29


Zu „500 Jahre Treueschwur“

Die Kriegsverweigerer

©OpernwerkstaÊamÊRhein ZweiÊMännerÊ©ChrisanÊSchwier DieÊDreigroschenoperÊ©FLTB

DonÊGiovanniÊ©FLTB

Hohenpeißenberg | Unterdrückung,

Ausbeutung,

nahezu keine Rechte: Das

Leben der Bauern war vor

mehr als 500 Jahren besonders

hart. Doch nicht alle

ließen sich von der Obrigkeit

an der Nase herumführen,

forderten Gleichgesinnte

dazu auf, sich gegen die

Unterdrückung des Adels zu

wehren. So schlossen sich

im Jahre 1524 insbesondere

im Bereich des heutigen

Südwestdeutschlands zahlreiche

Bauern zusammen,

um gegen den Adel in den

Krieg zu ziehen. Als Waffen

dienten ihnen zunächst

hofeigene Werkzeuge und

Geräte wie Sensen und

Mistgabeln – nach ersten

Erfolgen durch Plünderung

und Brandschatzung von

Burgen und Städten erbeuteten

sie auch schärfere Waffen wie

Hellebarden, Schwerter und erste

Formen von Feuerwaffen. Und

rückten damit immer weiter vor.

Stattgefunden hat der Bauernkrieg

auch im Gebiet des heutigen,

westlichen Pfaffenwinkels.

Der „Allgäuer Haufen“, wie die

kriegerischen Bauern genannt

wurden, zogen unter anderem

> > > FESTGOTTESDIENST & FESTAKT

Treueschwur-Erinnerung an der Außenwand

der Wallfahrtskirche auf dem Berg.

Anlässlich „500 Jahre Treueschwur“ sind am Kirchweihsonntag, 19.

Oktober, alle Interessierten recht herzlich zu einem Festgottesdienst

in die Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg eingeladen. Die

Messe hält Barnabas Bögle, Abt des Klosters Ettal. Anschließend:

Festakt mit historischem Vortrag von Kreisheimatpfleger Klaus Gast

und musikalischer Umrahmung von Gruppen des Lechgau-Trachtenverbands.

Beginn ist um 10.30 Uhr. Eintritt: frei.

über Füssen nach Steingaden,

plünderten und brandschatzten

dort das Kloster und machten sich

daraufhin weiter auf in Richtung

Schongau. Um diesen Feldzug,

der logischerweise von Beginn an

auch mit vielen Toten und Verletzten

in den eigenen Reihen verbunden

war, erfolgreich weiterzuführen,

waren die Bauern darauf

angewiesen, dass sich ihnen immer

mehr kampfeswillige

Männer anschließen. Als

sie vor den Toren Schongaus

angelangt waren, forderten

sie die Bauern rund um den

Hohen Peißenberg auf, sich

dem Bauernaufstand anzuschließen.

Doch die Hohenpeißenberger

weigerten sich

aus zwei nachvollziehbaren

Gründen: Zum einen dienten

sie der Kirche, die damals

nicht ganz so ausbeuterisch

und brutal gewesen zu sein

scheint wie das Regiment

des Adels im benachbarten

Allgäu. Vor allen Dingen

aber waren die Hohenpeißenberger

Bauern klug genug

um zu wissen, dass sich

von Seiten der Wittelsbacher

ein militärisches Heer aufstellen

würde, gegen das sie

in keinster Weise eine Chance

hätten. Letztlich trafen sich die

Anführer des Allgäuer Haufens mit

Vertretern der Hohenpeißenberger

Bauern nicht auf dem Hohen

Peißenberg wie öffentlich dargestellt,

sondern an einem großen,

weißen Stein bei Peiting-Hohenbrand

– und schworen an dieser

Stelle ihrer Obrigkeit, den Wittelsbachern,

die Treue.

Lockerung der

Leibeigenschaften

Sicherlich erstaunlich: Dass die

Vertreter des Allgäuer Haufens

diese Entscheidung hingenommen

haben und die Hohenpeißenberger

Bauern aus Frust nicht

verteufelten oder gar töteten.

Dagegen weniger schön: Dass

die Wittelsbacher die Kriegsverweigerung

der Hohenpeißen-

30 | altlandkreis


berger zu Propaganda-Zwecken

nutzten, diese als Treueschwur

an sie selbst überregional publik

machten – unterdrückt

und ausgebeutet wurden die

Bauern in der Folge trotzdem,

sowohl von Seiten der Kirche

als auch von Seiten des Adels.

Dennoch war dieser Kriegsverzicht

der ger Bauern die sicherlich klügere

Entscheidung. Einerseits

retteten sie so ihr eigenes

Leben, andererseits setzten

Hohenpeißenber-

sie ein Zeichen der Mensch-

lichkeit hinsichtlich „Frieden

schaffen ohne Waffen“. Denn

der Aufstand des Allgäuer

Haufens, der ohne Unterstützung

der Hohenpeißenberger

Bauern lechabwärts weiterzog,

endete letztlich so, wie von

den Hohenpeißenbergern vorausgeahnt:

Er wurde von den Heeren

des Schwäbischen Bundes sowie

von anderen Landesherren brutal

niedergeschlagen. Zahlreiche

Bauern wurden im Zuge dessen

getötet, hingerichtet, verstümmelt.

Ein kleiner Trost für die Hinterbliebenen

der Bauernkriegs-

opfer immerhin: Dass letztlich in

den darauffolgenden Jahrzehnten

doch einige Forderungen

der Bauern, zum Beispiel die

Lockerung der Leibeigenschaft,

schrittweise umgesetzt

wurden. Und auch die Propaganda

der Wittelsbacher,

die grundsätzlich heuchlerisch

war, brachte mittel- bis

langfristig etwas positives mit

sich: Sie machte den Hohen

Peißenberg überregional bekannt

und letztlich zu dem beliebten

Wallfahrtsort, der er

bis heute ist. „Vor dem Treueschwur

stand dort oben eine

kleine Kapelle, für die sich

überregional kaum jemand

interessierte“, sagt Hohenpeißenbergs

Bürgermeister

Thomas Dorsch. In der Zeit danach

aber: Bau der bis heute über den

Pfaffenwinkel trohnenden Wallfahrtskirche.

Die weltweit ältesten

Wetterbeobachtungen durch die

Augustiner Chorherren des Klosters

Rottenbuch. Der Hauptsitz des

Lechgau-Trachtenverbands in Hohenpeißenberg.

Alles Dinge, die

laut Überlieferung auf die Nachwirkungen

des Kriegsverzichts der

damals hier heimischen Bauern

zurückzuführen sind.

Festgottesdienst in Zeiten

der Waffenrüstung

Weil sich dieses Ereignis heuer

zum 500. Mal jährt, berichteten

bereits Tages- und Wochenzeitung

darüber. Die Gemeinde feierte anlässlich

dazu die „Hetten-Woche“

am Stiefelweiher, dem künstlich

angelegten Badesee am westlichen

Fuße des Hohen Peißenbergs.

Und es wird am Kirchweihsonntag,

19. Oktober, um 10.30

Uhr einen Festgottesdienst in der

Wallfahrtskirche auf dem Hohen

Peißenberg mit Barnabas Bögle,

Abt des Klosters Ettal, sowie einem

anschließenden Festakt mit musikalischer

Umrahmung von Volksmusikgruppen

aus dem Gebiet des

Lechgau-Trachtenverbands samt

historischem Vortrag von Kreisheimatpfleger

Klaus Gast zu „500 Jahre

Treueschwur“ geben. Hierzu ist

die breite Masse der Bevölkerung

recht herzlich eingeladen. Und

kann diesen Rahmen der Festmesse

auch dazu nutzen, ein Zeichen

zu setzen für ein Miteinander in

Frieden, für einen bewussten Verzicht

auf Waffen. Denn aufgrund

der massiven Waffenrüstung, aufgrund

des europanahen Kriegs

in der Ukraine, sowie aufgrund

zahlreicher waffengeprägter Unruhen

weltweit wackelt das friedliche,

demokratisches Miteinander

in Europa, Deutschland und dem

Pfaffenwinkel so stark wie seit den

Wirren des Zweiten Weltkriegs

nicht. Und deren Ausmaße waren

weitaus gravierender als die des

Bauernkriegs vor 500 Jahren. js

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Zu 100 Jahre Leonhardi Wildsteig

„Schönster Tag im Jahr“

Wildsteig | In der Zeit vor

dem Zweiten Weltkrieg

durften an Leonhardi ausschließlich

Männer mitreiten.

In Wildsteig gab es

aber zwei junge Mädels,

die derart Pferde-narrisch

gewesen waren, dass

sie unbedingt trotz dieses

allgemein bekannten

Frauenverbots mitreiten

wollten. Dem damaligen

Vize-Bürgermeister von

Wildsteig war diese ungebrochene

Liebe und

Leidenschaft zu Pferd und

Brauchtum bewusst, drückte deshalb

ein Auge zu und erlaubte

den beiden, bestens getarnt und

als Männer verkleidet mit Lederhose,

Joppe, Mantel und Hut

mitzureiten. Leider ist es dazu nie

gekommen, weil noch im selben

Jahr, 1939, der Zweite Weltkrieg

ausgebrochen war – und im Zuge

dessen jegliches Vereinsleben untersagt

wurde von der Nazi-Partei

NSDAP. Erzählgrund dieser eher

traurigen Anekdote aus anno dazumal

ist ein umso freudigerer

Anlass im Hier und Jetzt: Ein geschichtsträchtiger

runder Geburtstag

– der Leonhardiritt in Wildsteig

fand erstmals vor exakt 100 Jahren

statt. Wenngleich der Grund der

Gründung noch weiter, nämlich

102 Jahre, zurückreicht: Wildsteig

bekam damals mit Meinrad

Klein einen neuen Pfarrer, der in

einem mit Almrosen geschmückten

Landauer (Kutsche mit vier

Sitzplätzen) von Steingaden nach

Wildsteig kutschiert wurde – und

im Rahmen dieser Fahrt von über

100 (!) Reitern auf prächtig herausgeputzten

und geschmückten

Pferden begleitet wurde. „Dieses

Ein Pfarrer, der sich traut: Josef Fegg (Mitte) wird

auch dieses Jahr wieder mitreiten.

Bild muss derart beeindruckend

gewesen sein, dass die Wildsteiger

beschlossen haben, so etwas

in Zukunft regelmäßig machen zu

wollen“, erzählt Xaver Gindhart,

amtierender Vorsitzender des Leonhardivereins

Wildsteig. Daraus

geboren ist letztlich der Wildsteiger

Leonhardiritt, der erstmals im

Jahre 1925 stattfand – und damit

der älteste Leonhardiritt im Schongauer

Altlandkreis ist. Sowohl der

Rottenbucher (seit 1947) als auch

der Schongauer (seit 1979) sind

später ins Leben gerufen worden.

Vorbereitung beginnt

bei Hufbeschlag

Der Name „Leonhardi“ bezieht

sich allerdings nicht auf einen

Primizianten, sondern auf den

Heiligen Sankt Leonhard, der im

römisch-katholischen Glauben als

Schutzpatron für Haus, Hof und

Nutztier verehrt wird. Insofern ist

der Leonhardiritt eine alte Glaubenstradition,

an der die Wildsteiger

seit 1925 nahezu ungebrochen

festhalten. „Ausgefallen ist der Ritt

lediglich während des Zweiten

Weltkriegs und Corona –

ansonsten lassen wir ihn

immer stattfinden, auch

bei schlechtem Wetter“,

bekräftigt Xaver Gindhart

den für ihn schönsten Tag

im ganzen Jahr. Ein Tag,

der für die hiesigen Rosserer

bereits ein bis zwei

Wochen vorher beginnt.

Nämlich mit dem Hufbeschlag

der am Ritt teilnehmenden

Pferde. Und

dem Putzen, Reparieren

und Polieren von Sattel,

Halfter oder auch Geschirr

für all jene, die bei Leonhardi nicht

reiten, sondern einen festlich geschmückten

Wagen als Kutscher

führen. Gewaschen werden die

Reit- und Fahrpferde dagegen erst

am Abend vor dem Ritt. „Wir spritzen

sie wasserdruckreduziert mit

dem Hochdruckreiniger ab, was

sie in vollen Zügen genießen, weil

es für sie wie eine Massage ist. Andere

verwenden Gartenschlauch

oder Putzkübel mit Schwamm“,

sagt Franziska Mayr aus Wildsteig-Kreut,

die heuer ihre zwei

braunen Kaltblutstuten Perla und

Josie für den großen Jubiläumsritt

herausputzen wird. Weiter gehen

die Vorbereitungen schließlich in

den frühen Morgenstunden am

Tag des Umrittes selbst, wenn

gegen 4.30 Uhr bis zu zwölf Zöpfe

aus Hanf in die zuvor gestriegelten

Mähnen eingeflochten werden.

Sind die Pferde startklar, schlüpfen

die Reiter in die Volltracht ihres jeweiligen

Heimatvereins, die Frauen

ins Dirndl – und werfen, insbesondere

in der Früh, noch einen

dicken Mantel über. Die Kreuter

und Peustelsauer (wie Xaver Gindhart)

reiten dann in einer Kolonne

32 | altlandkreis


Bilder aus vergangener Zeit

zeigen recht eindrucksvoll,

wie detailgetreu die Wildsteiger

diesen 100 Jahre

alten Brauch aufrechterhalten

und gepflegt haben.

mit bis zu 20 Pferden gemeinsam zu Roß an diesem Tag, ab 10.30

über Wildsteig-Hausen zum Aufstellplatz

– eine Wiese südlich und

unterhalb der Gemeindehalle. Der

Rekord liegt bei 140 Teilnehmern.

Uhr einen rund einstündigen Gottesdienst

samt Pferdesegnung ab.

Danach, gegen 11.30 Uhr, wird der

Umritt durch Wildsteig hindurch

„Die vergangenen Jahre waren fortgesetzt, führt wieder hinunter

es meist so 110 bis 120“, so Xaver Richtung Aufstellplatz, gen Süden

weiter Richtung Sportplatz,

Gindhart über die Rosserer, die

auch aus außerhalb von Wildsteig kurz davor wieder links hinauf ins

teilnehmen: Unterammergau, Wohngebiet, vorbei an Dorfmetzgerei

Rottenbuch, Böbing, Bad Bayersoien,

Steingaden, Prem, Trauchgau,

Schwangau, Burggen, Bernbeuren,

Peiting, Schongau, Forst,

und Kirchplatz zurück zur

Schulwiese. Dort angekommen,

bekommen Reiter und Besucher

die wohlverdiente Stärkung. Es

vereinzelt bis aus Großweil oder gibt traditionell Wiener mit Semmeln,

Miesbach. „Die weiter Entfernten

Bier, alternativ auch Spezi,

reisen mit Viehanhänger an, Fanta, Wasser, Apfelschorle. „Zwei

haben in der Regel Stammkundenparkplätze

auf den Höfen der

Wildsteiger Bauern.“

Mal, das war 1992 und 2007, hatten

wir so viel Neuschnee, Eis

und Kälte, dass es nur eine kurze

Segnung für die Pferde gab.“ Eine

Auch bei Schnee und Absage sei jedoch nie im Raum

Eiseskälte

gestanden. „Wir ziehen unseren

Leonhardiritt immer durch, weil es

Sind alle bereit, reitet der Tross uns in erster Linie um den Erhalt

um Punkt 10 Uhr vom Aufstellplatz

über Wiesweg und Kirchbergstraße

der religiösen Tradition geht, nicht

um das Event für die Besucher.“

zur Schulwiese hinauf. Dort Letztere sind selbstverständlich

hält Pfarrer Josef Fegg, selbst hoch trotzdem herzlich eingeladen.

„Bei gutem Wetter kommen locker

1200 Zuschauer“, schätzt Xaver

Gindhart. Heuer findet der Leonhardiritt

in Wildsteig am Sonntag,

19. Oktober, ab 10 Uhr statt.

Bereits einen Monat vorher, am

13. September, feiert der Leonhardiverein

mit geladenen Gästen

in der örtlichen Gemeindehalle

sein 100-Jähriges. „Mit allen uns

bekannten Reitern aus Wildsteig

und Umgebung, die uns seit vielen

Jahren die Treue halten und

diesen wunderschönen Brauch

mit uns gemeinsam pflegen.“

An diesem Abend wird sicherlich

auch die eine oder andere weitere

Anekdote erzählt. Zum Beispiel

die, als der Leonhardiritt vom Aussterben

bedroht war. „Als in den

1960er und 1970er Jahren der Bulldog

das Süddeutsche Kaltblut als

Arbeitstier ersetzt hat, haben viele

Landwirte ihre Pferdehaltung aufgegeben

– allein in Wildsteig reduzierte

sich die Anzahl der Pferde

von rund 250 auf 40.“ Um den

Umritt damals aufrechtzuerhalten,

habe Wildsteig mit Steingaden die

Vereinbarung getroffen, „dass wir

beim Ulrichsritt, dafür die Steingadener

bei uns teilnehmen“. Seither

sei es völlig normal, dass auch

Nicht-Wildsteiger am Leonhardiritt

im höchstgelegenen Dorf des Pfaffenwinkels

(860 Meter Seehöhe)

teilnehmen. Vorausgesetzt, die

Halter kommen ausschließlich mit

den Pferderassen Süddeutsches

Kaltblut oder Haflinger. Auch das

ist eine alte Tradition, die in Wildsteig

nicht gebrochen wird. js

september / oktober 2025 | 33


Zu „100 Jahre Leonhardi“ in Wildsteig

Frischgeschnitzter Schutzpatron

Wildsteig | Wenn Thomas Ort

keine Touristen durch Schloss

Neuschwanstein führt, steht er

mit Stemmeisen und Klüpfel am

selbstgebauten Schnitzbock. Die

gemütlich eingerichtete Werkstätte

im Erdgeschoss seines Wohnhauses

befindet sich an der Riedstraße

12 in Wildsteig. Als der Zeiger auf

9.30 Uhr springt, wirft er intuitiv

einen kurzen Blick auf seine alte

schweizer Wanduhr. „Um halb

Zehn mach ich immer meine Kaffeepause“,

sagt er, setzt sich an

den Drehhocker vor die Werkbank

und schaut durch die großzügige

Fensterfront hinauf zu Deutschlands

größter Lourdesgrotte, die

im Hintergrund nochmals überragt

wird vom Wildsteiger Pfarrkirchturm.

„Neulich kam in genau diesem

Moment der Postbote vorbei

und meinte, dass er gerne auch

so ein schönes Leben hätte wie

ich.“ Was der Mann in Schwarz-

Gelb jedoch nicht erkannte: Dass

Holzbildhauermeister Thomas Ort

die Kaffeepause nicht nur zu Erholungszwecken

nutzt, sondern auch

zum intensiven Nachdenken – die

Umsetzung seiner kunsthandwerklichen

Aufträge, die beginnen

schließlich in seinem Kopf. „Das

ist die Arbeit, die keiner sieht und

auch keiner bezahlen möchte“,

sagt er, grinst, blickt nochmals auf

die Wanduhr, dreht sich Richtung

Schnitzbock zurück und macht sich

wieder, stehend, an die sichtbare

Arbeit: Einen 97 Zentimeter großen

Heiligen Sankt Leonhard zu

schnitzen. Auftraggeber ist der

Leonhardiverein Wildsteig, der

zum 100-Jährigen am Sonntag,

19. Oktober, diesen bis dahin fertiggeschnitzten

und -bemalten

Schutzpatron für Haus, Hof, Rind

34 | altlandkreis

Holzbildhauermeister Thomas Ort beim Schnitzen des Leonhards.

München und Selbstständigkeit als

freischaffender Künstler. Erst mit

eigener Werkstätte im Kloster- und

Künstlerdorf Polling, seit 1993 hier

in Wildsteig.

„Sitzen in einem

fragilen Schiff“

und Pferd auf einem prächtig geschmückten

Wagen den Zuschauern

präsentieren möchte.

Thomas Ort, geboren in Mittenwald,

großgeworden in Murnau

am Staffelsee, ist letztlich wegen

der Liebe zu seiner sehr heimatverbundenen

Frau nach Wildsteig

gezogen. Als Holzbildhauer arbeitet

er bereits seit Anfang der

1980er Jahre – die Ausbildung

absolvierte er im Schnitzerdorf

Oberammergau, wo er auch eini-

Als beim Freistaat angestellter

Schlossführer ist er bei Menschen

aus aller Welt gefragt, erzählt in

Deutsch und Englisch alles Wisge

Jahre als Geselle

senswerte über den Kini, den

werkelte. Dann:

Bau und die Einrichtung dieses

Meisterschule in

märchenhaften

Königsschlosses.

Im Rahmen seiner Bildhauerarbeiten

fragen Kunden aus ganz

Deutschland sowie dem deutschsprachigen

Raum bei ihm an. Der

klassische Herrgottsschnitzer ist

der heute 61-Jährige jedoch schon

lange nicht mehr. „Ist nicht mehr

gefragt, ehrlich gesagt auch nicht

mehr zeitgemäß.“ Die in Schuhgröße

37 nachgemachten Busi-

ness-Pumps fertigte er für eine

einst gut bezahlte Bänkerin aus

Tirol. Anlass des Auftrags? „Der

Arbeitsplatz der Dame in diesen

schicken Pumps wurde wegrationalisiert.“

Die originalgetreu nachgeschnitzten

Schuhe dienen der

Dame somit als Erinnerungsstück

an vergangene Tage. Die handgemachten

Totenköpfe, die Thomas

Ort in seinem mit Bildern beklebten

Auftragsbuch vorzeigt, gingen

an einen Kunden aus Hamburg.

Wieder andere Arbeiten „behalte

ich einfach für mich“. Zum Beispiel

einen rechteckigen Block mit der

Inschrift „Stürmische Zeiten“ und

einem kleinen, fragilen, holzgeschnitzten

Papierschiffchen. Es

symbolisiert sehr treffend die gesellschaftspolitische

Entwicklung

im Hier und Jetzt, die moralisch,

wirtschaftlich wie machthaberisch

auf quasi Kante genäht ist, national

wie international. „Und wir sitzen

in genau dieser stürmischen Zeit

nun drin in diesem fragilen Schiff,

das jederzeit untergehen kann,

aber nicht untergehen muss.“ Die

zusammengeknüllte Getränkedose

im Maßstab 2:1 steht wiederum

für die westliche „Wegwerfgesellschaft“,

die alles hat, sich immer

mehr kauft, und viel zu viel Neuwertiges

wieder entsorgt. Insofern

jede Menge zeitgemäße Arbeiten,

die zum Nach- und Umdenken anregen.

Und trotzdem ist dieser Auftrag

des Heiligen Sankt Leonhards

von nochmals größerer Bedeutung

für Thomas Ort, „weil er aus den

Reihen des eigenen Dorfes kommt,

insofern eine große Ehre für mich

ist“.

„Wichtig, dass er nicht

so steif dasteht“

Trotz beruflicher Doppelbelastung

ist Thomas Ort gut in der


Zeit. An diesem Freitagvormittag

sind bereits zwei Drittel des Heiligen

St. Leonhards, gefertigt aus

heimischem, im Jahr 2006 geschlagenen

Lindenholz, geschafft.

„Grundsätzlich werden Bildhauerarbeiten

in die drei Phasen Raushauen,

Anlegen und Fertigwerden

unterteilt – ich bin gerade beim

Anlegen, wo es darum geht, mit

immer kleineren, filigraneren

Stemmeisen der Figur den finalen

Schliff zu verpassen, sie an die

finalen Maße anzupassen.“ Bis

zur Mittagspause steht an diesem

Freitagvormittag das rechte Ohr

auf dem Programm, das Thomas

Ort gezielt und wohldosiert mit

Klüpfel und nur wenige Millimeter

breitem Stemmeisen Span

um Span herausschlägt. Dadurch

verändert sich auch automatisch

die Frisur des Heiligen St. Leonhards

– von der lässigen, langhaarigeren

Beatles-Frisur zur eher

klassischen Kurzhaar-Hut-Frisur,

die dem hier heimischen, eingefleischten

Trachtler bekanntlich

besser gefällt. Auch auffallend:

Die Dynamik, die in dieser eigentlich

starren Heiligenfigur erkennbar

ist. „Mir war wichtig, dass er

nicht so steif dasteht“, bestätigt

Thomas Ort die Beobachtung von

„altlandkreis“-Redakteur Schelle:

Über das geradestehende Standbein

kippt die Figur das linke Becken

nach außen, die linke Schulter

hängt nach unten, der Kopf

blickt leicht nach links, während

der rechte Fuß des sogenannten

Spielbeins auf einem flachen Stein

steht. Passend zur Sage des Heiligen

Sankt Leonhards verpasst ihm

Tomas Ort auch einen Heiligenstab,

einen Heiligenschein und

eine in zwei geteilte Kette. Laut

Überlieferung heißt es nämlich:

Beteten Gefangene den Heiligen

Sankt Leonhard an, sprengte es

deren Kette und sie waren wieder

frei. Auch das gehört also zum Beruf

des Bildhauers – sich über die

Bedeutung der jeweiligen Figur

weit über das allgemeinbekannte

Wissen hinaus zu informieren.

Thomas Ort hat hierfür extra ein

dickes, blau umschlagenes Buch

mit dem Titel „Das Jahrbuch der

Heiligen — große Gestalten für

jeden Tag“. Darin steht im Übrigen

auch geschrieben,

dass der Heilige Sankt

Leonhard nicht nur der

Schutzpatron von Bauern,

Hof, Vieh und Gefangenen,

sondern auch

Helfer für gute Geburten

sowie gegen das Aufkommen

von Geisteskrankheiten

sei. js

Maßstabsgetreue Größe: Thomas

Ort misst nach, ob die Proportionen

der Heiligenfigur stimmig

sind von Kopf bis Fuß.

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september / oktober 2025 | 35


Trommler, Schützen & Musiker fliegen zur Steuben Parade

Geschichtsträchtige

Reise nach New York

Rottenbuch / Hohenfurch | Montagabend

am Stammtisch des

Rottenbucher Sportheims: In der

WhatsApp-Gruppe „Steuben Parade

2025“ herrscht reger Betrieb,

weshalb es die Blicke von Trommler

Stefan Schmid, Trommlermajor

Johannes Erhard und Schütze Stefan

Strauß immer wieder auf das

Display ihrer Smartphones zieht.

„Für die meisten von uns dürfte

es die erste große Reise, der erste

Flug sein“, sind sich die drei

einig. Damit bei der Beantragung

des Visums keine Fehler passieren,

„haben wir denen, die Hilfe

brauchen, angeboten, den Antrag

gemeinsam auszufüllen“. Die dafür

notwendigen Reisepässe der

Rottenbucher Reise-Neulinge sind

bereits gedruckt. „Viele hatten

noch keinen, weshalb unser Rathaus

im Frühjahr in wenigen Tagen

regelrecht gestürmt, rund 40

Pässe auf einmal beantragt wurden“,

berichten Schmid, Strauß

und Erhard, die im Rahmen des

„altlandkreis“-Interviews eine eigentlich

ganz andere Frage beantworten

wollten: Warum fliegen am

17. September 2025 Rottenbuchs

Bürgermeister Markus Bader, Rottenbuchs

Pfarrer Josef Fegg, 28

Rottenbucher Trommler und 16

Rottenbucher Schützen gemeinsam

mit 15 Musikern aus Hohenfurch

sowie der fast vollständigen

Blaskapelle aus Steinach, Mittelfranken,

ins Land er unbegrenzten

Möglichkeiten? „Das hängt

ursprünglich mit unserer Teilnahme

am Oktoberfestumzug 2022

zusammen“, verrät Mitorganisator

Stefan Schmid. Damals marschierte

der Rottenbucher Trommlerzug

direkt vor der MON-Musikkapelle,

bei der auch einige Musikanten

aus Steinach dabei waren. Deren

Dirigent Bernd Borst schwärmt

wiederum seit vielen Jahren davon,

an der Steuben Parade teilnehmen

zu wollen. Weil sich die

Rottenbucher mit den Steinachern

auch im Bierzelt nach dem Oktoberfestumzug

prächtig verstanden,

daraus eine Freundschaft

entstand, fragte Bernd Borst, „ob

das nicht auch für uns was wäre“.

Im Zuge dessen kam wiederum

auf, dass auch Stefan Strauß‘ Vater

in seiner Zeit als Schützenmeister

den Wunsch einer Steuben-Parade-Teilnahme

äußerte. „Und vor

dem Hintergrund, dass dies für

viele eine einmalige Chance ist, in

einer großen Gemeinschaft nach

New York zu reisen, hat keiner lange

überlegen müssen“, bekräftigt

Johannes Erhard. Damit der Trupp

von in Summe 100 Männern und

Frauen musikalischen Eindruck

hinterlassen kann in Übersee,

werden die nichtbesetzten Instrumente

der Steinacher Blaskapelle

von Hohenfurcher Musikanten

gespielt. „Der Kontakt nach Hohenfurch

ist wiederum über eine

private Freundschaft zustande gekommen.“

Selten, aber kein Novum

Die „German-American Steuben

Parade“, wie sie offiziell heißt,

steht für das größte kulturelle Fest

im Zeichen deutsch-amerikanischer

Freundschaft. Sie findet bereits

seit 1957 jährlich auf der für

ihre luxuriösen Geschäfte, Kaufhäuser,

Museen und historischen

Gebäude bekannten Fifth Avenue

im New Yorker Stadtteil Manhattan

statt. Benannt ist die Parade nach

dem ehemaligen preußischen

Offizier Friedrich Wilhelm von

Steuben, der im Amerikanischen

Unabhängigkeitskrieg (1775 bis

1783) eine wichtige Rolle bei der

Ausbildung der damaligen Kontinentalarmee

spielte. Die Parade

zieht seit jeher mehrere tausend

Teilnehmer und Besucher aus

ganz Deutschland, Österreich, der

Schweiz und USA in ihren Bann.

Neben dem klassischen Festumzug

laden viele weitere kulturelle

Veranstaltungen rund um diese

Parade zum Verweilen und Feiern

ein, unter anderem an München

angelehnte Oktoberfeste. Dass

dieses Jahr mit den Rottenbuchern

und Hohenfurchern auch einige

Männer und Frauen sich aus dem

bayerischen Oberland aktiv an der

Parade beteiligen, ist aus regionaler

Sicht eine Seltenheit, jedoch

kein Novum. Alte Tageszeitungsberichte

verraten, dass beispielsweise

die Gebirgsschützen sowie

das Jugendblasorchester aus Murnau

in den Jahren 1991 und 2017 an

der Steuben Parade teilnahmen.

Im Jahr 2019 war die Unterammergauer

Blaskapelle mit dabei. Und

auch heuer sind die hiesigen Teilnehmer

aus Hohenfurch und Rottenbuch

nicht die einzigen aus der

Region – auch der Spielmannszug

aus Mittenwald fliegt anlässlich

36 | altlandkreis


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Diese Trommler und Schützen aus Rottenbuch sowie die Musiker aus

Hohenfurch fliegen heuer nach New York, um dort an der legendären

Steuben Parade teilzunehmen.

seines 40-jährigen Vereinsjubiläums

in die knapp 8,5 Millionen

Einwohner starke Stadt.

Hoher logistischer

Aufwand

Einfach zu planen ist diese außergewöhnliche,

in Summe sechstägige

All-Inklusive-Reise samt

zweier Stadtführungen nicht.

„Um überhaupt die Chance auf

eine Teilnahme an der Steuben

Parade zu haben, gilt es sich bereits

mehr als ein Jahr im Voraus

bei ausgewählten, in Deutschland

ansässigen Reiseanbietern wie

Mercian zu bewerben“, wissen

Schmid, Erhard und Strauß, die

sich an dieser Stelle bei Dirigent

Bernd Borst für die federführende

Organisation und Buchung der

Reise bedanken möchten. Neben

benötigtem Reisepass sowie der

Beantragung eines gültigen Visums

ist diese Reise auch logistisch

betrachtet eine Herausforderung.

„Wir fahren bereits eine

Woche vorher unsere Trommeln

und Musikinstrumente mit einem

Kleinbus nach Steinach, weil die

Mittelfranken von Frankfurt aus

fliegen und den genehmigungspflichtigen

Instrumentenflugtransport

für uns übernehmen.“

Das Einführen von Hölzern sei bei

Flügen in die USA besonders kritisch.

„Was wir in allen Holzblasinstrumenten

verbaut haben.“ Hinzu

kommt die Größe diverser, nicht

wirklich koffergerechten Utensilien.

„Den Trommlermajor-Stab

haben wir in zwei geteilt und mit

einem Gewinde versehen, damit

wir ihn kompakt verstauen können“,

weiß Johannes Erhard. Und

auch das für das Aufgabegepäck

zu lange „Täfele“ der Rottenbucher

Trommler wird ohne Stil

transportiert. „Da kaufen wir vor

Ort einfach einen Schaufelstil, an

den wir unser Täfele dann montieren.“

Am Tag der finalen Abreise

treffen sich die Rottenbucher um

6.30 Uhr in der Früh an der Post,

fahren mit einem 55-Mann-Bus

sowie einem weiteren Kleinbus

dann über Hohenfurch zum Franz-

Josef-Strauß-Flughafen hinter

München, checken dort mit 65

Leuten am Lufthansa-Schalter

ein, gönnen sich im Air-Bräu ein

deftiges Weißwurstfrühstück und

heben planmäßig um 12 Uhr mit

einem Airbus A380 ab, um nach

neun Stunden Direktflug am John-

F-Kennedy-Flughafen in New

York zu landen – und von dort via

Shuttle zum Hotel zu kommen.

Kostenpunkt der Reise inklusive

Flug, Hotel samt Frühstück,

Teilnahme an der Steuben Parade

sowie Stadtführungen: 1600

Euro pro Person. Hinzu kommt

die Verpflegung zu Mittag und

Abend, „weshalb wir schon mit

mindestens 2200 Euro für diese

eine Woche pro Person rechnen“.

Wobei nicht alle an Tag sechs der

Reise wieder zurückfliegen. „Viele

verbinden den Trip nach New York

mit einer Weiterreise durch die

USA, unter anderem nach Florida,

Miami, Las Vegas, zu den Niagara-Fällen“,

weiß Stefan Schmid,

der als einer der wenigen bereits

mehrfach in den USA war und

in höchsten Tönen von Land und

Leuten schwärmt. „Die Größe, die

Vielfalt, die Freundlichkeit – der

Lifestyle der Amerikaner gefällt

mir einfach.“ Eindrücke, die schon

bald viele weitere Männer und

Frauen aus dem Oberland sammeln

werden. Insbesondere am

Samstag, 20. September, wenn

die Rottenbucher und Hohenfurcher

im Rahmen der Steuben

Parade Deutschland, Bayern und

den Pfaffenwinkel mit Trommeln,

Musikinstrumenten und fescher

Vereinstracht repräsentieren – und

dabei sicherlich auch die schönen

Erinnerungen der Murnauer wieder

wecken werden.

js

september / oktober 2025 | 37

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Weilheim | Herzstück des Fahrzeugs

sind zwei große Bildschirme:

einer außen, einer innen,

direkt über einem Tisch. Im Einsatzfall

beraten hier der leitende

Notarzt und der Organisatorische

Leiter vom BRK-Kreisverband

Weilheim-Schongau und weitere

Einsatzkräfte über die Situation.

So auch vergangenen März in

Bernried. „Wir wurden alarmiert,

da eine ältere Person als vermisst

gemeldet wurde“, erklärt

Fachdienstleiter Martin Pickenhahn.

Es ging an die Gemeinde

am Starnberger See. „Dort haben

wir zusammen mit der Polizei auf

unserem Monitor, der an die Einsatzleitsoftware

angeschlossen ist,

Gebiete um den Ort eingeteilt.“

Die blauen Zonen auf dem Monitor

durchkämmten anschließend

Hundeführer mit ihren Suchhunden.

„Sie bekamen, wie immer

in so einem Fall, GPS-Geräte

und digitale Funkgeräte. Damit

können sie uns sofort Meldung

erstatten und wir sehen immer,

wo sie mit ihren Hunden gerade

sind.“ Im Fall in Bernried wurde

die Suche nach Stunden abgebrochen,

weil die Person unverletzt

wieder aufgetaucht war. Tragisch

endete hingegen die Suche nach

einem Stand Up-Paddler am Lech

in Schongau im Sommer vergangenen

Jahres. Das Team des BRK-

Einsatzleitfahrzeugs koordinierte

mit ihrer Software Bootsführer

und Tauchtrupps der Wasserwacht

und Hundeführer. Mittels eigenem

lokalen WLAN, mobilem Internet

und Satelliten-Internet konnte das

38 | altlandkreis

Fahrzeug durchgehend

Kontakt mit anderen Einsatzteams

halten. Leider

konnte der Mann nach tagelanger

Suche nur noch

tot geborgen werden.

Vermisstensuchen und

Bombenevakuierung

Das BRK-Einsatzleitfahrzeug und

das Team rund um Martin Pickenhahn

sind immer an Ort und

Stelle, wenn Koordinations- und

Organisationsarbeit geleistet werden

muss. „Wir leisten keine Erste

Hilfe oder Krankentransporte,

dafür hat das BRK andere Fahrzeuge

und Teams“, stellt Pickenhahn

klar. „Wir sind ein fahrendes

Büro, eine fahrende Funkstation.“

Zu den häufigsten Fällen, zu denen

das Team ausrücken muss,

zählen vermisste Personen. Aber

auch Bombenfunde, wie im Juni

2018 in Weilheim. Im Umkreis von

500 Metern um die Fundstelle

mussten vorübergehend tausende

Menschen evakuiert, der Verkehr

noch großflächiger abgesperrt

werden. Und wieder half Pickenhahns

Team und die Einsatzleitsoftware

bei der Koordination

der Absperrungen, Evakuierungen

und der Versorgung der Menschen:

Insgesamt waren mehrere

hundert Einsatzkräfte von THW,

BRK, Polizei und Feuerwehr einen

halben Tag lang im Einsatz, ehe

die Bombe erfolgreich entschärft

werden konnte. Und regelmäßig

ist das Einsatzleitfahrzeug auch

bei Großveranstaltungen vor Ort,

zum Beispiel beim Schongau Tri-

Links der Einsatzleitwagen des in

Weilheim stationierten Bayerischen Roten Kreuzes,

rechts der des Landratsamtes Weilheim-Schongau.


Blick auf die im Einsatzleitfahrzeug integrierte

Funkzentrale (oben) sowie BRK-Fachdienstleiter

Martin Pickenhahn (links) am Monitor.

athlon, der dieses Jahr am 27. Juli

war. „Wir postieren uns da etwas

außerhalb und können dann bei

Notfällen unsere Kräfte vor Ort

koordinieren.“

Große Batterie und

Notstromaggregat

Das Einsatzleitfahrzeug sieht aus

wie eine Mischung aus Van und

kleinem Lkw. Innen ist es vollgestopft

mit Technik. Die zwei

großen Bildschirme für die Einsatzplanung,

mehrere kleinere

Monitore und Computer, zahlreiche

Funk- und GPS-Geräte, Antennen

für Analog-, Digital- und

Mobilfunk sowie Satellit stellen

Kommunikation und Organisation

jederzeit und überall sicher. Unter

dem Fahrzeug und am Heck

sorgen eine große Batterie und

ein Notstromaggregat

für eine

sichere Energieversorgung.

Seit

drei Jahren ist das

High-Tech-Fahrzeug

des BRK

Kreisverbands im

Einsatz. „Unser

Fahrzeug davor

war halb so groß

und technisch

nicht mehr auf

dem neuesten

Stand“, erzählt Pickenhahn. Doch

ein neues Einsatzleitfahrzeug

kaufe man nicht einfach von der

Stange. „Wir haben uns, während

wir noch das alte Fahrzeug verwendeten,

jahrelang Gedanken

gemacht, wie der Nachfolger aussehen

soll.“ Schließlich entschied

man sich für einen Sprinter von

Mercedes, den eine Spezialfirma

in Wasserburg mit den Anforderungen

des BRK-Teams umbaute.

„Wir wollten vor allem einen größeren

und breiteren Kofferaufbau,

um innen genügend Platz zu haben.“

Und die Firma lieferte den

Platz für zwei Funker, die Kommunikation

und Vernetzung, einen

Sichter, der das Lagebild vor

Augen hat und den großen Tisch,

an dem sich im Notfall bis zu vier

Menschen am großen Bildschirm

beraten können.

Sehr viel Eigenleistung

Doch dann musste das BRK-Team

die ganze Technik konfigurieren

und einstellen. „Was wir geliefert

bekamen, ist in einem gewissen

Sinn blank“, erklärt Thomas

Ströhm, der in seinem Hauptberuf

IT-Fachmann ist. „Wir mussten das

alles auf unsere Region einstellen,

auf unsere Form der Teamarbeit,

haben Kabel gezogen und einiges

noch um- und eingebaut.“ Zum

Beispiel zusätzliche WLAN-Access

Points. Damit kann das WLAN

rund um das Einsatzleitfahrzeug

auf mehrere hundert Meter Radius

vergrößert werden. „Und die

Ereignisse im Ahrtal 2021 haben

uns vor Augen geführt, dass in

einem extremen Katastrophenfall

auch Funk- und Mobilfunksysteme

ausfallen können“, erklärt Martin

Pickenhahn. „Aus Altbeständen

der Bundeswehr haben wir daher

Feldkabel erworben.“ Die dünnen

Drähte können in einem großflächigen

Katastrophenfall viele

Kilometer weit gezogen werden,

bis zu einem anderen Einsatzfahrzeug,

zu einer Polizeistation oder

ins Landratsamt – und die Kommunikation

sicherstellen, wenn

sonst nichts mehr funktioniert.

Um diese alte, robuste Technik für

den Fall des Falles einsatzbereit zu

machen, mussten Thomas Ströhm

und seine Kollegen Anschlüsse

und Schnittstellen selbst in das

Fahrzeug einbauen.

Alles ehrenamtlich

All diese Tätigkeiten, von den

ersten Gedanken über das neue

Fahrzeug, über Gespräche mit

Herstellern und Ausrüstern bis zu

eigenen Anschaffungen, Verkabelungen

und Montagearbeiten

leisteten Martin Pickenhahn, sein

Stellvertreter Tobias Kunert und

das gesamte Team ehrenamtlich.

Wie auch die durchschnittlich

rund 900 Stunden bei Einsätzen,

Übungen und Fortbildungen pro

Jahr. „Kater WM 12-2“ ist der Rufname

des Einsatzleitfahrzeugs.

Es gibt auch „Kater WM 12-1“.

Das ist das ähnlich ausgerüstete

Einsatzleitfahrzeug des Landratsamts.

Es kommt vor allem in

ausgewiesenen Katastrophenfällen

wie bei Hochwasser zum Einsatz.

Manchmal sind die beiden

„Kater“, der Name wurde von

„Katastrophen(schutz)“ abgeleitet,

auch gleichzeitig im Einsatz.

„Dann bekommen wir Anweisungen“,

so Martin Pickenhahn. Zum

Beispiel, um die Versorgung von

Menschen in Überschwemmungsgebieten

zu organisieren. cr

september / oktober 2025 | 39


Saisonal und regional – Tapas der Hauswirtschafterei

Rezepte mit Temperament

Peiting | Im Jahr 2015 haben Silvia

Schlögel, Christine Schilcher und

Bettina Eder ihren Eigenverlag gegründet,

seither jährlich ein neues

Koch- oder Backbuch mit saisonalen

und regionalen Rezepten auf

den Büchermarkt gebracht. Und

ausgerechnet heuer, zum Zehnjährigen,

gibt’s keins? Denkste!

Selbstverständlich waren die drei

Damen der Hauswirtschafterei

auch dieses Jahr fleißig und kreativ

– und werden ihre Fangemeinde

aus ganz Bayern, Deutschland

und zum Teil darüber hinaus nicht

enttäuschen. Das Resultat heißt

„Alpentapas“, umfasst 60 Rezepte

auf 128 Seiten und verbindet

spanisches Lebensgefühl mit den

bayerischen Bergen. Erhältlich ist

das neue Werk für 13,90 Euro ab

voraussichtlich Mitte September in

allen regionalen Buchhandlungen

sowie online unter www.diehauswirtschafterei.de.

Wer es bis dahin

nicht erwarten kann: Wir vom „altlandkreis“

haben bereits vorab drei

heiße Rezepte aus dem brandneuen

Koch- und Backbuch exklusiv

zur Veröffentlichung bekommen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Warme Kartoffelpralinen

ZUTATEN:

Kartoffelteig:

500 g mehligk. Kartoffeln

50 g Mehl, 1 Eigelb

50 g Hartweizengrieß

Salz, Pfeffer, ger. Muskatnuss

Rapsöl zum Ausbacken

Füllung:

120 g Raclette-Käse

Zum Anrichten:

6 dünne Scheiben roh geräuchertes

Wammerl

6 Cocktailtomaten

40 | altlandkreis

Kartoffelpralinen

ZUBEREITUNG: Die Kartoffeln in

der Schale weichkochen. Schälen

und sofort durch eine Kartoffelpresse

drücken. Ausdampfen und

abkühlen lassen. Den Käse in zwölf

kleine Würfel schneiden.

Die restlichen Teigzutaten zu den

Kartoffeln geben und zu einem

Teig verkneten. In zwölf Portionen

teilen. Diese jeweils leicht flach

drücken und ein Käsestück in die

Mitte geben. Mit Teig umhüllen

und zu kleinen Bällchen formen.

In reichlich heißem Öl rundum

goldbraun ausbacken. Auf Küchenkrepp

kurz abtropfen lassen.

Die Wammerlscheiben halbieren

und ohne Fettbeigabe goldbraun

braten. Die Tomaten waschen, halbieren

und kurz beim Wammerl

mitbraten. Die Kartoffelpralinen

damit anrichten.

Tipp: Als vegetarische Variante das

Wammerl zum Anrichten weglassen.

Kässpatzen-Sushi

ZUTATEN:

250 g getrocknete Spätzle

1 Bund Frühlingszwiebeln

1 EL Rapsöl

100 g Bergkäse

100 g Romadur

2 Eier

Salz, Pfeffer, ger. Muskatnuss

Zum Aufrollen:

100 g roh geräuchertes Wammerl,

dünn geschnitten

Zum Anrichten:

Röstzwiebeln

ZUBEREITUNG: Die Spätzle in

reichlich Salzwasser nach Packungsanleitung

bissfest kochen

und abgießen. Abkühlen lassen.

Die Frühlingszwiebeln putzen, waschen

und fein schneiden. Im heißen

Öl andünsten. Bergkäse und

Romadur in kleine Würfel schneiden.

Spätzle, Frühlingszwiebeln, Käse

und Eier gut miteinander vermischen

und würzen.

Das Wammerl leicht überlappend

auf Backpapier auslegen. Die

Spätzlemasse darauf verteilen. Mit

Hilfe des Backpapiers aufrollen.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes

Backblech legen und backen.

Backzeit: ca. 20 Minuten bei 180 °C

(160 °C)

Zum Servieren in Stücke schneiden

und mit Röstzwiebeln anrichten.


Kässpatzen-Sushi

Obatzda-Stangen

ZUTATEN:

Quarkblätterteig:

125 g Dinkelmehl Type 630

1 Prise Salz

125 g Topfen (20 %)

100 g weiche Butter

Obatzda:

100 g Romadur

100 g Camembert

100 g Frischkäse

50 g weiche Butter

Salz, Pfeffer, Paprikapulver

ZUBEREITUNG: Aus den

Teigzutaten einen weichen

Knetteig herstellen und 30

Minuten kühl stellen.

Für den Obatzden den Romadur

und den Camembert fein

würfeln und mit einer Gabel

zerdrücken. Mit Frischkäse

und Butter verrühren und

würzen.

Den Teig zu einem ca. 20 cm hohen

Rechteck gleichmäßig ausrollen.

Anschließend die Hälfte

der Teigplatte mit dem Obatzden

bestreichen. Die zweite Teighälfte

darüber klappen und leicht andrücken.

Mit einem Teigrädchen in ca. 3

cm breite Streifen schneiden und

diese wie eine Kordel leicht verdrehen.

Auf mit Backpapier ausgelegte

Backbleche legen und

backen.

Backzeit: 15 bis 20 Minuten bei

200 °C (180 °C)

Tipp: Anstelle des Dinkelmehls

kann ohne weiteres auch Weizenmehl

verwendet werden. Der

Quarkblätterteig kann bereits 1 bis

2 Tage vorher zubereitet werden.

Einfach im Kühlschrank aufbewahren.

js

Obatzda-Stangen

> > > KOCHBÜCHER ZU GEWINNEN

Ihr „altlandkreis“ verlost drei Exemplare von

„Alpentapas“. Schicken Sie uns bis 15. September

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september / oktober 2025 | 41


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Hufschmied erfüllt sich Muli-Traum

Das Beste aus

Esel und Pferd

Peiting / Denklingen / Penzberg |

Maultiere kennen die „altlandkreis“-Leserinnen

und Leser eigentlich

nur aus alten Westernfilmen

– von Szenen, in denen die

langohrigen Vierbeiner vier- oder

gar sechsspännig vollbeladene

Planenwagen durch wilde Prärien

ziehen. Es gibt aber auch Rossnarrische

im Hier und Jetzt, die

sich ganz bewusst für die seltene

Kreuzung von Pferdestute und

Eselhengst entschieden haben.

Einer davon ist Simon Hefele aus

Denklingen, hauptberuflich als

Hufschmied tätig, der sich vor gut

einem Jahr den Traum eines hofeigenen

Mulis erfüllte. „Ich habe

damals den Grundwehrdienst bei

der Deutschen Bundeswehr bei

den Gebirgsjägern im Berchtesgadener

Land abgeleistet – ein

wesentlicher Bestandteil der dortigen

Einheit ist die Arbeit mit

Maultieren, die mich aufgrund ihrer

speziellen Eigenschaften nicht

mehr losgelassen haben.“ In der

Tat weisen Mulis eine ganze Reihe

an positiven Eigenschaften auf,

einen im Grunde das Beste aus

ihren Elterntieren, dem Pferd und

Esel. Angefangen beim Huf, der

deutlich schmaler ist als der eines

Pferdes, dafür härter, weshalb

Mulis als äußerst trittsicher gelten.

Insbesondere auch in schwierigfelsigem

Gelände. Sie gelten als

sehr belastbar, können große Lasten

von bis zu 150 Kilogramm über

weite Strecken in eben schwierigem

Terrain tragen. Unter anderem

auch deshalb, weil sie in der

Lage sind, sich von körperlicher

Anstrengung schneller zu erholen

und sie obendrein widerstandsfähiger

gegenüber Hunger, Durst

und Krankheiten sind als ihre Elterntiere.

Dazu passend: Die außergewöhnlichen

Charaktereigenschaften

wie Besonnenheit, hohe

Intelligenz, Vorsicht ohne Furcht,

eine hohes Maß an Lernfähigkeit

sowie auch eine gewisse Eigenwilligkeit,

jedoch ohne Sturheit.

„All das macht sie bei richtiger

Führung zu sehr wertvollen Arbeitstieren“,

weiß Simon Hefele,

dessen Mulistute namens Mona

am Ostersonntag 2024 zur Welt

gekommen war.

Geburt verlief

reibungslos

„Die Geburt unsers Mulis war

schon aufregender als die bei

42 | altlandkreis

Ausgebildet und trainiert in den Bergen

bei Bad Reichenhall: Mulis, die der Deutschen

Bundeswehr als Tragtiere dienen.


Exotischer Anblick: Die Denklinger Simon Hefele und seine Frau Franziska

mit ihrem Muli, hier auf einer Weide oberhalb von Peiting.

einem Pferd, weil man schon gespannt

war, ob das alles klappt

und letztlich tatsächlich ein gesundes

Mulifohlen rauskommt“,

weiß Simons Frau Franziska Hefele

noch ganz genau. Und? „Hat

alles reibungslos, im Grunde sogar

besser geklappt als erwartet.

Weil das Mulifohlen kleiner und

zierlicher war als es bei Kaltblutfohlen

der Fall ist, musste sich unsere

Stute weniger anstrengen.“

Der Deckvorgang fand mehr als elf

Monate vorher, im Frühjahr 2023,

auf dem Hof von Peter Demmel

bei Penzberg statt – der Mann ist

seit vielen Jahren bekannt als Eselhengsthalter

für die Zucht von Mulis

und führte einen seiner Prachtkerle

auch an die Kaltblutstute

von Familie Hefele. „Wenn sich

zwei Kaltblüter paaren, dauert der

Deckvorgang mit Beschnuppern

und Besteigen oft nur zwei Minuten“,

sagt Simon Hefele. In diesem

Falle dauerte das Paarungsprocedere

mit rund zehn Minuten deutlich

länger, weil der Eselhengst zu

Beginn nicht wirklich den Drang

hatte, aufzuspringen. „Was er am

Ende dann aber doch mühelos

gemacht hat.“ Um den Größenunterschied

von Pferd und Esel

auszugleichen, stand die Kaltblutstute

von Simon Hefele mit den

Hinterbeinen in einer Art Mulde –

so konnte der kleinere Eselhengst

mühelos von hinten Aufspringen

und die Stute decken. Außergewöhnlich

ist: Dass Maultierhengste

stets unfruchtbar zur Welt

kommen, selbst gar nicht zur Fortpflanzung

ihrer Art beitragen können,

insofern Mulis immer aus der

Kreuzung von Pferd und Esel entstehen.

Und auch Maultierstuten

wie die von Familie Demmel sind

in der Regel unfruchtbar, können

nur sehr selten trächtig werden.

„Ein Phänomen, das die Maultierzucht

nochmals spezieller macht.“

Optische Markenzeichen

des Mulis

Aktuell genießt die inzwischen ein

Jahr und fünf Monate alte Mulistute

Mona ein freies Leben an der

frischen Luft – bereits seit mehr

als einem Jahr ist sie gemeinsam

mit zwei gleichaltrigen Kaltblütern

auf einer Weide bei Peiting

unterwegs, war zuvor, über die

Wintermonate, in einem Stall bei

Burggen und davor ebenfalls mit

diesen zwei Kaltblutfohlen auf

verschiedenen Weiden in Peiting

bestens untergebracht. „Das ist

nicht untypisch, dass sich mehrere

Pferdehalter zusammentun.“

Sobald die Muli-Stute ihr drittes

Lebensjahr vollendet hat, „ist sie

dann so weit ausgereift und körperlich

stabil, dass wir sie abrichten

können“. Abrichten heißt in

diesem Falle: Sie schrittweise an

den Umgang mit Menschen gewöhnen

– vom Spazierengehen

am Halfter über erste Reitversuche

bis hin zum Einspannen. „Mittelbis

langfristig ist unser Ziel, dass

wir mit unserem Muli die gleichen

Freizeitaktivitäten machen können

wie mit unseren Kaltblütern

auch“, sagt Simon Hefele, der

gemeinsam mit seiner Frau inzwischen

14 Pferde hält, darunter

auch – für die Kinder – Ponys und

eben diese Exotin, die sich auch an

diesem Mittwochvormittag recht

deutlich von den danebenstehenden,

gleichaltrigen jungen Kaltblutstuten

abhebt: Die Feldhasenähnlichen

Ohren sind wahnsinnig

langgezogen, der Kopf schlank,

aber ebenfalls langgezogen, das

Stockmaß etwas niedriger als das

der Kaltblüter, der Körper etwas

schlanker, das Fell auch feiner,

dichter, kürzer sowie gleichmäßiger

angeordnet. Auch Mähne und

Schweif sind – von individuellen

Schnitten von Seiten der Halter

abgesehen – kürzer und robuster.

Vor allem aber die echt schlanken,

regelrecht zierlich wirkenden Hufe

unter dem doch großen Körperbau

machen dieses Tier auch optisch

betrachtet zu etwas ganz Besonderem.

Und wer weiß: Vielleicht

ist im Rahmen hiesiger Umritte

sowie Festzügen von Trachten-,

Schützen- oder Musikvereinen

schon bald auch ein Muli mit dabei.

Ob geritten oder vor festlich

geschmückten Wagen gespannt,

wird sich zeigen.

js

september / oktober 2025 | 43

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Altlandkreis | „Im Bereich der

Stromgewinnung aus regenerativen

Energien wie Sonne und

Wasser sind wir im bayerischen

Oberland inzwischen auf einem

ganz guten Weg“, betont Susanne

Seeling von der Energiewende

Oberland. Wo jedoch noch sehr

viel Luft nach oben sei, um die

CO 2 -Bilanz nach unten zu drücken

und so die Klimaerwärmung zu

stoppen, ja zumindest zu verlangsamen:

Im Bereich der energetischen

Sanierung von Altbauten.

„Deutschlandweit betrachtet werden

bislang nur ein Prozent aller

Altbauten jährlich auf einen energieeffizienten

Stand gebracht“, so

die Expertin. Mit Altbauten an dieser

Stelle primär gemeint: Ein- und

Zweifamilienhäuser, die in etwa

zwischen 1960 und 1995 gebaut

wurden und aufgrund von meist

dünnen Wänden, schwach oder

gar nicht gedämmten Dächern und

kaum vorhandenen Isolierungen

einen deutlich höheren Strom- und

Wärmeverbrauch aufweisen als es

bei Neubauten der Fall ist. Hintergrund:

Wer heutzutage neu baut,

ist zur Ausstellung eines Energieausweises

nach dem bundesweit

gültigen Gebäudeenergiegesetz

(GEG) verpflichtet, was wiederum

zwangsläufig eine energieeffiziente

Bauweise erforderlich macht.

Bei Altbauten besteht diese gesetzliche

Sanierungspflicht zu mehr

Energieeffizienz prinzipiell nicht.

Es sei denn, es kommt zu einem

Eigentümerwechsel – dann ist der

neue Eigentümer dazu verpflichtet,

die Anforderungen des GEGs zu

erfüllen, hat dafür zwei Jahre Zeit.

Unter anderem deshalb möchte

die Energiewende Oberland nun in

Kooperation mit dem Landratsamt

Weilheim-Schongau sowie der Verbraucherzentrale

Bayern die hier

lebenden Bürgerinnen und Bürger

ganz gezielt dazu informieren und

motivieren, sich mit dem Thema

„Energetische Sanierung von Altbauten“

konkret auseinanderzusetzen

im Sinne von: Kommt für mich

eine Sanierung im Bestand in Frage?

Welche Möglichkeiten gibt es?

Welche Kosten kommen auf mich

zu? Ist ein Altbau mit einer Wärmepumpe

oder Hackschnitzelheizung

kompatibel? Diese und viele

weitere Fragen liegen zahlreichen

Hausbesitzern ohnehin seit Jahren

auf der Zunge – und werden nun

ganz konkret und ohne Kostenaufwand

beantwortet. Doch dazu später

mehr.

Dachdämmung bis

Wärmepumpe

Grundsätzlich kann die energetische

Altbau-Sanierung in zwei

Bereiche unterteilt werden – in die

Sanierung der Gebäudehülle sowie

in die Sanierung der Technik. Zur

Hülle gehören Dach, Fassade und

Fenster. Zur Technik in erster Linie

Heizung und Stromgewinnung. Ein

Vorzeigebeispiel hinsichtlich energetischer

Altbausanierung durften

sich Susanne Seeling, Naomi Watzlawik-Hammer

aus dem Bereich

„Klimaschutz und Kreisentwicklung“

im Landratsamt Weilheim-

Schongau sowie „altlandkreis“-Re-

44 | altlandkreis


Aufdopplung und Dämmung des Daches eines Einfamilienhauses,

das im Jahr 1972 gebaut wurde.

dakteur Johannes Schelle neulich

im Schongauer Wohngebiet „Forchet“

hautnah anschauen. Die

Rede ist von einem großzügigen

Einfamilienhaus samt Einliegerwohnung

im Kellergeschoss, das

einst im Jahre 1972 in klassischer

Ziegelmassiv-Bauweise mit 230

Quadratmetern Wohnfläche auf

1000 Quadratmetern Grund errichtet

wurde – und nach einer nahezu

vollständigen Komplettsanierung

nun einem Neubau gleicht. Angefangen

bei der Sanierung des Daches,

das in etwa doppelt so dick

gebaut und dank Holzfaserdämmung

zwischen den Sparren nun

kaum mehr im Haus erzeugte Wärme

nach draußen gibt, gleichzeitig

im Winter vorherrschende Kälte

bestens abhält. Im Zuge dessen

wurden auch die einst einfachverglasten

Dachfenster durch dreifachverglaste

ausgetauscht. Gleiches

gilt für die 21 Fenster in der Fassade

des Hauses, die bereits im Jahr

2011 durch dreifachverglaste ersetzt

wurden. Auch alle Wasser- und

Stromleitungen wurden neu verlegt.

Die alte Ölheizung durch eine

Wärmepumpe in Kombination mit

Fußbodenheizung ausgetauscht.

Eine Zisterne in den Garten gesetzt,

in der Regenwasser zur Nutzung

der Klospülung gespeichert wird.

Eine Photovoltaik-Anlage auf dem

Hausdach installiert, die umweltfreundlichen

Sonnenstrom produziert.

Und auch der im Wohnzimmer

eingebaute Kachelofen kann

mit Brennholz zum Heizen genutzt

werden. „Insgesamt betrachtet

sind wir nun nahezu Energieautark“,

sagt Inhaber Christian Manitz

sichtlich mit Stolz, gibt an

dieser Stelle aber auch offen und

ehrlich zu, dass dieses Sanierungsvorhaben

fast so teuer wie ein

Neubau war.

Kampagne startet

Ende September

Eine energetische Komplettsanierung

in Höhe von mehreren hundert

tausend Euro darf freilich kein

Maßstab für die breite Masse der

Gesellschaft sein. Für viele käme

aber auch eine punktuelle oder

schrittweise Sanierung in Frage,

um den Klimaschutz in den eigenen

vier Wänden zu verbessern.

Nur wie? Wertvolle Informationen

rund ums Thema „Energetische

Sanierung in Altbauten“ bietet das

seit zweieinhalb Jahren laufende,

EU-weit geförderte Programm „GO

Altbau“, was ausgeschrieben für

„Grenzüberschreitende Offensive

Altbau“ steht. Über diese Initiative

> > > ANMELDUNG ZUM KOSTENLOSEN CHECK

Die Anmeldung zum kostenlosen Haus-Ceck erfolgt zwischen 1. September

und 14. Oktober per E-Mail unter kreisentwicklung@lra-wm.

bayern.de. Im Zuge dessen bitte Vor- und Nachnamen sowie vollständige

Adresse und Wohnort angeben.

können sich Bürgerinnen und Bürger

online zum Thema informieren,

finden sowohl auf der Internetseite

der Energiewende Oberland unter

www.energiewende-oberland.de/

hp20212/Sanierung-im-Bestand als

auch unter www.go-altbau.eu hilfreiche

Videos, Texte und weiterführende

Links zu unterschiedlichsten

Themen rund um die energetische

Sanierung von Altbauten. Darüber

hinaus wurde vom Landratsamt

Weilheim-Schongau in Zusammenarbeit

mit der Energiewende

Oberland und der Verbraucherzentrale

Bayern das Projekt „Check

dein Haus“ ins Leben gerufen. Im

Zuge dessen können sich Hausbesitzer

von Häusern, die vor 1995

gebaut wurden, ebenfalls über

die Möglichkeiten einer energetischen

Eigenheim-Sanierung informieren.

Das Besondere dabei:

Wer sich bis spätestens 14. Oktober

2025 beim Landratsamt Weilheim-

Schongau anmeldet (siehe Infokasten),

hat gute Karten auf eine

kostenlose Beratung – die Verbraucherzentrale

Bayern schickt

nämlich bis Ende des Jahres zertifizierte

Energieberater zu den ersten

125 Bewerbern direkt nach Hause,

wo dann für ein bis zwei Stunden

energetisches Sanierungspotential

vor Ort besprochen wird. Dem

voraus geht bereits am Dienstag,

30. September, um 19 Uhr, im Zugspitzsaal

des Landratsamtes in der

Stainhartstraße 7 in Weilheim eine

kostenlose Auftaktveranstaltung

zur „Check dein Haus“-Kampagne.

Alle Interessierten sind dazu herzlich

eingeladen.

js

Peter Szikora

Freier Sachverständiger

für Schäden an Gebäuden

Sachverständiger

für Schimmelsanierung

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september / oktober 2025 | 45


Lechgau lädt zum Volksmusikseminar

Tanzen, Singen, Musizieren

Schongau | Mal humorvoll, mal

augenzwinkernd, mal gesellschaftskritisch

oder einfach nur

unter die Haut gehend schön:

Kaum eine andere Art von Musik

transportiert bayerisches Lebensgefühl

besser als originelle Volksmusik.

Auch deshalb, weil sie für

absolut authentische, handgemachte

Musik fernab jeglicher

elektronischer oder gar von Künstlicher

Intelligenz geprägter Unterstützung

steht – und absolut nichts

mit kitschiger, kommerzialisierter

Volksmusik aus den aus Funk und

Fernsehen bekannten Schlager-

Hit-Paraden zu tun hat. Das allerschönste

aber ist: Sie wird gleichermaßen

von Alt und Jung, von

Hobbymusikern wie Profis leidenschaftlich

gerne praktiziert, ist salonfähig

in fast allen bayerischen

Gesellschaftsschichten. Landler,

Polka, Walzer oder Jodler sind

typische Musikformen der originellen

Volksmusik in Bayern, aber

auch diverse Eigenkompositionen

Leo Meixner

und -interpretationen, aus denen

wiederum lustige, freche Lieder

entstehen und die das alltägliche

Leben von Früher oder Heute widerspiegeln,

prägen die originelle

Volksmusik auf eine ganz eigene

Art und Weise. Auch hier im Pfaffenwinkel

wird das Praktizieren

origineller Volksmusik altersübergreifend

großgeschrieben: Von

Bläsergruppen, besetzt mit Flügelhörnern,

Posaunen und Tuba über

Tanzlmusik-Gruppen mit Bariton,

Ziach und Gitarre oder Stubenmusik-Gruppen

mit Instrumenten

wie Gitarre, Hackbrett, Zither oder

Harfe bis hin zu Zwei-, Drei-, oder

Viergesangs-Gruppen, die mehrstimmig

singen oder jodeln – die

originelle bayerische Volksmusik

könnte facettenreicher kaum sein.

Doch von nix kommt bekanntlich

nix. Auch im Bereich der originellen

Volksmusik ist sprichwörtlich

noch kein Meister vom Himmel

gefallen, muss das Spielen von

Instrumenten sowie das Singen

von in Mundart geschriebenen

Texten gelernt und geübt werden.

Im Idealfall von Kindesbeinen an.

Denn wie heißt es so schön: Was

Hänschen nicht lernt, lernt Hans

nimmermehr. Genau deshalb lädt

die Musikschule Schongau auch

heuer wieder, genaugenommen

am Samstag, 20. September, und

Sonntag, 21. September, jeweils

ab 9 Uhr zu einem Volksmusikseminar

an den Marienplatz 7 in

Schongaus Altstadt.

Mit Volksmusikpfleger

Leo Meixner

Eingeladen sind zum in Summe

dritten Volksmusikseminar der

Musikschule Schongau wirklich

alle, die an Volksmusik, Volkstanz

sowie an Pflege von Tradition

und Brauchtum interessiert

sind, wenngleich sich das Seminar

schwerpunktmäßig schon an Kinder

und Jugendliche richtet. „Wir

starten heuer am Samstag in der

Früh gleich mit Volkstänzen, die

schon früher in unserer Region,

dem Lechrain, getanzt wurden“,

berichten Heidi Kirchhofer und Petra

Schadt, beide Volksmusikwart

im Lechgau-Trachtenverband und

federführend für die Organisation

des Volksmusikseminars in Schongaus

Musikschule verantwortlich.

Das besondere bei diesen Tänzen

ist auch, dass sie vom aus Funk und

Fernsehen bekannten und in Dießen

lebenden Tanzmeister Magnus

Kaindl gezeigt und gelehrt

werden. Am Samstagnachmittag

finden dagegen in verschiedenen

Kleingruppen und musikalischen

Besetzungen volksmusikalische

Übungseinheiten zu Musik und

Gesang für Kinder und Jugendliche

statt – genaugenommen zu

den Themen „Musizieren in der

Gruppe“, „Singen in der Gruppe“

und „Tanzspiele für die Kleinen“

statt. Neben Tanzmeister Magnus

Kaindl konnten die Organisatorinnen

auch einen anderen, in der

Volksmusikszene sehr bekannten,

erstklassigen Referenten gewinnen:

Leonhard Meixner, Volksmusikpfleger

von Oberbayern, der

unter anderem sein Können auf

der Ziach nicht nur vor den Besuchern

zum Besten geben wird,

sondern es eben auch mit den

Kindern und Jugendlichen übt und

mit ihnen gemeinsam musiziert.

Darüber hinaus ergänzt sich das

Referenten-Team mit den besten

lokalansässigen Volksmusikanten

wie beispielsweise

Irmi Barnsteiner aus

Peiting an der Harfe,

Ulrike Kölbl aus Apfeldorf

am Hackbrett sowie

für Kindergesang,

Blechblasexperte und

Musikschulleiter Marcus

Graf oder Heidi

Kirchhofers Bruder

Bernhard aus Burggen,

bekannt als guter

Akkordeonspieler.

Übernachten in der

Musikschule

Tanzmeister Magnus Kaindl kommt auch.

Ein weiteres Highlight für die

Kinder: Dass sie von Samstag auf

Sonntag in den Räumlichkeiten

der Musikschule Pfaffenwinkel

übernachten dürfen. „Wir werden

hierfür extra ein Matratzenlager

einrichten“, betont Heidi Kirchhofer.

Weiter geht’s schließlich

am Sonntagmorgen mit einem

gemeinsam ausgestalteten Gottesdienst.

Damit das Volksmusikseminar

bis ins Detail gut durchgeplant

werden kann, wünschen sich

die Organisatorinnen, dass sich

die interessierten Teilnehmerinnen

und Teilnehmer im Vorfeld

anmelden. Kosten fallen für das

Seminar an sich dank Sponsoring

der Otto-Therese-Stumpf-Stiftung

aus Eberfing keine an – lediglich

für die Übernachtung im Matratzenlager

samt Verpflegung werden

20 Euro pro Person verlangt.

Apropos Anmeldung: „Wir würden

uns natürlich auch über Interessierte

ohne Trachtlerhintergrund

sehr freuen“, betont Heidi Kirchhofer

ausdrücklich. Anmeldefrist

gibt es im Übrigen keine, weshalb

auch Kurzentschlossenen herzlich

willkommen sind. Und dann bei

hoffentlich schönem Wetter ein

unterhaltsames wie lehrreiches

Volksmusikseminar miterleben

dürfen. „Wenn das Wetter passt,

können wir sicherlich auch draußen

tanzen, musizieren und singen.“

Die Veranstaltung kooperiert

nämlich mit der Gastronomie des

gegenüberliegenden Ballenhauses

– für das leibliche Wohl ist

insofern ebenfalls bestens gesorgt

beim insgesamt dritten Volksmusikseminar

des Lechgau-Trachtenverbandes.

js

> > > ANMELDUNG ZUM VOLKSMUSIKSEMINAR

Die Anmeldung zum kostenlosen Volksmusikseminar am Samstag,

20. September und Sonntag, 21. September, jeweils ab 9 Uhr,

nimmt Volkmusikwart Heidi Kirchhofer per E-Mail unter Kiheidemarie@aol.com

entgegen.

46 | altlandkreis


Sepp Maier kommt nach Peiting

Die Höhen und Tiefen einer

lebenden Torwartlegende

Peiting | Rund 120 Autokilometer

von Peitings Schloßberghalle

entfernt: Das 4300 Einwohner

starke Dorf Anzing, das seit den

1970er Jahren weltweit bekannt

ist. Der Grund: Torwartlegende

Sepp Maier, aufgewachsen in

Anzing, der zwischen 1962 bis

1979 mehr als 700 (!) Pflichtspiele

für den FC Bayern München

absolvierte, dabei den

sensationellen Rekord von 442

gespielten Bundesligaspielen in

Folge aufstellte – und in dieser

Zeit schier unglaubliche Erfolge Was ihn von vielen anderen stars im Fußballgeschäft bis heu-

Topsowohl

auf Vereins- als auch Nationalmannschaftsebene

erreichen te auszeichnet: Dass er trotz aller

konnte. Über allem steht natürlich Erfolge stets am Boden geblieben

der Gewinn der Weltmeisterschaft ist – und neben seinen herausragenden

Fähigkeiten als Torwart

1974, gefolgt vom Europameister-

Titel 1972, aber auch der dreimalige

Gewinn des Europapokals der stets zu überzeugen wusste. Zum

auch abseits des Fußballplatzes

Landesmeister (war damals die einen als sympathischer Entertainer,

der nie um einen flotten

Champions League von heute), der

Gewinn des Weltpokals sowie – netten Spruch verlegen war. Zum

jeweils vier Mal – der Gewinn der anderen aber auch als ein Mann

Deutschen Meisterschaft sowie der der klaren Worte, dem die wirklich

Gewinn des Deutschen Pokals. wichtigen Dinge des Lebens nie

egal waren und sind. Insofern

eine seltene Kombination, mit

der er damals wie heute die

Menschenmassen begeistern

konnte und kann. Eventmanager

Holger König ist es nun

gelungen, die Katze von Anzing

dazu zu überreden, sein

bewegtes Leben noch einmal

auf die Bühne zu bringen.

Nicht auf die des grünen Rasens,

sondern auf die in diversen

Kulturveranstaltungshäusern.

Konkret geplant: Eine

abwechslungsreiche Porträtshow,

im Rahmen derer Sepp Maier mit

einem Musiker und Moderator namens

Sepp Bücklein (aus Konstanz

am Bodensee) auf der Bühne sitzen

und über die Höhen und Tiefen

seiner beeindruckenden Karriere

sprechen wird.

Die Schmach von Cordoba

> > > TICKETS ZU GEWINNEN

Eine Karriere, zu der neben den

eingangs erwähnten Erfolgen auch

die Schmach von Cordoba dazugehört.

Damals, bei der WM 1978 in

Argentinien, verlor die als haushoher

Favorit ins Spiel gegangene

deutsche Nationalmannschaft gegen

die deutlich schwächer einzuschätzenden

„kleinen Nachbarn“

aus Österreich mit 2:3 – dieser

Sieg wurde von den Österreichern

damals als „Wunder von Cordoba“

gefeiert und war damals in etwa

so hoch einzuschätzen wie der

Sieg des ehemaligen deutschen

Skirennfahrers Thomas Dreßen auf

der legendären Streif in Kitzbühel.

Sepp Maier hat diese historische

Niederlage natürlich nicht aus der

Bahn gebracht – auch als Torwarttrainer

des FC Bayern München

(von 1994 bis 2008) sowie der

Deutschen Nationalmannschaft

(1988 bis 2004) konnte er zahlreiche

weitere sportlichen Erfolge

feiern. Doch darum wird es im

Rahmen dieses neuen Bühnenprogramms

schwerpunktmäßig

nicht gehen, sondern vielmehr um

all die hintergründigen Erfahrungen,

die der heute 81-Jährige national

wie international erlebt hat.

Wann? Am Mittwoch, 15. Oktober,

um 19.30 Uhr in Peitings Schloßberghalle,

Münchener Str. 13. Vorverkaufskarten

gibt es online unter

www.expeditionleben.com. js

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost für „Sepp Maier Live“

am Mittwoch, 15. Oktober, um 19.30 Uhr in Peitings Schloßberghalle

2 x 2 Tickets. Schicken Sie uns bis 15. September eine Postkarte

mit dem Stichwort „Katze von Anzing“ an „altlandkreis“, Birkland

40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail an info@altlandkreis.de. Das

Los entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

september / oktober 2025 | 47


Das Fischrecht auf den großen Seen

Geburt, Adoption, Einheiraten

Seeshaupt | Nach Angaben des

Tourismusverbandes „Starnberg-

Ammersee“ kann das Fischrecht

für den Ammersee und Starnberger

See nicht gekauft, sondern

ausschließlich weitervererbt werden.

Würde im Umkehrschluss

bedeuten: Finden die derzeit 34

Familien am Ammersee sowie

34 Familien am Starnberger See,

die heute noch das traditionsreiche

Fischrecht besitzen, keine

familieninterne Nachfolge, stirbt

die Fischerei am zweit- und drittgrößten

See Bayerns zwangsläufig

aus? „Jaein“, sind sich an dieser

Stelle Regina Metzner aus Riederau,

Vorsitzende der Fischereigenossenschaft

Ammersee, und

Katrin Kirner aus Seeshaupt, Vorsitzende

der Fischereigenossenschaft

Würmsee am Starnberger

See, einig. Grundsätzlich gehören

der 56,36 Quadratkilometer

große Starnberger See und der

46,60 Quadratkilometer große

Ammersee der Bayrischen Seenund

Schlösserverwaltung, die das

Fischrecht wiederum an die jeweilige

Fischereigenossenschaft an

den Seen weitergibt. Die Mitglieder

der jeweiligen Genossenschaft

sind wiederum die Pächter des

Fischrechts. Weil es sich bei

diesen Mitgliedern nahezu

ausschließlich um

Beim Ausschwärmen: Katrin Kirner, Vorsitzende der Fischereigenossenschaft

Würmsee, in diesem Falle wetterfest eingepackt.

Familien handelt, die seit vielen

Generationen an den Seen leben

und ihre Fischereibetriebe meist

von ihren Vorfahren übernommen

und weitergeführt haben, ist diese

Aussage des Tourismusverbandes

hinsichtlich der traditionellen

Weitervererbung im Grunde nicht

falsch. „Gekauft werden kann das

Fischrecht bei uns am Starnberger

See in der Tat nicht – man bekommt

es entweder

durch

Geburt, Adoption oder Einheiraten“,

bekräftigt Katrin Kirner. Regina

Metzger ergänzt an dieser Stelle

aber, „dass jeder Inhaber einer

Fischerei, der bei uns am Ammersee

in Besitz des Fischereipachtrechts

ist, seine Nachfolge selbst

regeln kann“. Gewöhnlich geschehe

dies sehr wohl innerhalb der

eigenen Familie. „Im Laufe der

Geschichte sind aber auch einige

Nachfolger eingesetzt worden, die

keinen direkten verwandtschaftlichen

Bezug hatten, sondern lediglich

die berufliche Voraussetzung

erfüllten, um den Hege- und

Fischereiauftrag ordentlich erfüllen

zu können.“

Von der Renke

bis zum Aal

Gefischt wird von den zugelassenen

Fischereibetrieben auf dem

Ammersee und Starnberger See

im Prinzip das ganze Jahr über,

Sommer wie Winter. „Lediglich

drei Wochen im November fischen

wir auf dem Starnberger See nicht,

weil in dieser Zeit viel besetzt wird

und wir diese Fische gezielt schützen

möchten“, betont Katrin Kirner

die im Pachtvertrag wichtige

Aufgabe der „Hege und Pflege“.

Heißt konkret? „Wir sind nicht nur

dafür verantwortlich, dass Fische

entnommen, sondern eben auch

wieder besetzt werden – darüber

hinaus sind wir als Pächter

des Fischrechts dafür zuständig,

Berechtigungsscheine für Angler

auszustellen.“ Ebenfalls wichtig:

Dass sich die Fischer an die im

Bayerischen Fischereigesetz verankerten

Schonzeiten halten. Bestimmte

Fischarten dürfen demzufolge

nur zu bestimmten Zeiten im

Jahr aus dem Netz geholten werden.

Die Schonzeit der Renke gilt

beispielsweise von Mitte Oktober

bis Ende Dezember, die des Hechts

von Mitte Februar bis Ende April.

So idyllisch kann der Beruf des

Fischers bei Sonnenaufgang sein.

Weitere Arten, die aus den großen

Seen gefischt werden? „Waller,

Barsche, Karpfen und Aale.“ Die

wie vermarktet werden? „Wir räuchern

und veredeln die Fische, es

gibt frisches Filet und Spezialitäten

wie Renke nach Matjesart, Fischsalate

und Fischpflanzerl“, erklärt

Regina Metzger ein bewährtes

Beispiel der Direktvermarktung

anhand ihres eigenen Betriebs,

der die Nachfrage der Kunden neben

den Fischen aus dem Ammersee

jedoch auch aus einer parallel

betriebenen Fischzucht von Saiblingen

und Forellen bedient. „Wir

hatten bis vergangenes Jahr auch

einen eigenen Hofladen, verkaufen

heuer jedoch ausschließlich an

die Gastronomie und ab nächstes

Jahr dann wieder vom Hof, jedoch

über Automaten“, so Katrin Kirner.

Die Art der Vermarktung ist inso-

Magischer Blick über den idyllischen Ammersee,

auf dem rund 20 Berufsfischer, meist im Nebenerwerb, tätig sind.

48 | altlandkreis


Fetter Fang von Renken, der Brotfisch hiesiger Fischereien.

fern von Betrieb zu Betrieb ganz

unterschiedlich, verändert sich mit

dem Wandel der Zeit, ist letztlich

aber jedem selbst überlassen.

Das älteste Handwerk

am See

Grundsätzlich ist der frische Fisch

aus der Region stark nachgefragt

bei Einheimischen wie Urlaubern

wie Tagesausflüglern, entsprechend

auch in der

Gastronomie. Und auch

das Image der traditionellen

Fischerei ist

trotz einer inzwischen

sehr rührigen Szene an

Tierschützern sowie der

neuen, trendigen veganen

Ernährungsform

sehr positiv. „Unsere

Fische leben in einem

natürlichen Gewässer,

werden nicht gemästet

und haben im Starnberger See

reichlich Platz für ein glückliches

Leben – das Thema Regionalität

und Nachhaltigkeit ist auch unseren

Kundinnen und Kunden

immer wichtiger“, betont Katrin

Kirner. Dennoch ist die Fischerei

an sich ein hartes Geschäft.

„Von der Fischerei gelebt hat bei

uns am See im Grunde noch nie

jemand – es waren damals wie

heute stets Betriebe im Nebenerwerb.“

Auch Regina Metzger bekräftigt

einerseits, wie sehr die Arbeit

der Fischerei von den Leuten

geschätzt wird, wie stolz sie darauf

ist, dass ihr Sohn diese jahrhundertealte

Tradition weiterführen

wird. „Wir reden hier, neben der

Töpferei, vom ältesten Handwerk

am Ammersee.“ Einfacher wird es

andererseits in Zukunft aber nicht

werden. Auch wegen des Klimawandels

und Nährstoffeinträgen

aus beispielsweise Kläranlagen,

Landwirtschaft und Industrie. „Die

vergangenen Jahre war im Ammersee

die Burgunderblutalge

stark vertreten und hat im Frühjahr

die Renken aus der Schicht

im See verdrängt, in der ihr Futter,

das Zooplankton, zu finden ist.“

Auch das ist sicherlich ein Grund,

warum von den 34 Familien, die

das Fischrecht am Ammersee besitzen,

es derzeit nur noch 22 aktiv

nutzen. Und auch am Starnberger

See schwärmen von den insgesamt

34 Fischrechtlern inzwischen

nur noch 28 aktiv aus. Das Schöne

dabei aber ist: Dass im Rahmen

des Fischrechts alle Pächter die

gleichen Rechte besitzen, keiner

größere Netze und Flächen

zur Verfügung hat

als der andere. Und natürlich

die Einsamkeit

und Stille, die um vier

Uhr in der Früh auf der

Wasseroberfläche des

Starnberger Sees und

Ammersees vorherrscht.

Allen voran bei Sonnenaufgang,

der an diesen

Orten magischer kaum

sein könnte.

js

september / oktober 2025 | 49


Das Image der dualen Ausbildung

Viel besser

als ihr Ruf

Wir bilden Dich am Stammsitz in Schwabsoien aus

Infos unter eirenschmalz.de

Industriemechaniker*

Fachkraft

für Lagerlogistik*

Elektroniker

für Betriebstechnik*

Industriekaufmann*

Altlandkreis | Wann und warum

begann in Deutschland eigentlich

diese Zeit, in der alles außer

Abitur und Studium weniger wert

ist? „Wir sind vor rund 15 Jahren

stark dazu übergegangen, den

akademischen Bereich gezielt zu

bewerben, aufzubauen und unterstützen,

um die Entwicklung

unseres Landes weiter nach oben

zu bringen“, sagt Petra Callwitz

von der Agentur für Arbeit Weilheim.

Heißt: Möglichst hoher

Schulabschluss und Studium, um

das Leistungsvermögen der Gesellschaft

voranzutreiben. „Ich

würde es auch an den Ergebnissen

der PISA-Studien vor 15 bis 20

Jahren festmachen, bei denen wir

deutlich schlechter abgeschnitten

hatten als viele andere Länder in

Europa“, sagt dazu Roland Streim,

Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Oberland. Was im

Zuge dieser Kursänderung offensichtlich

wenig bedacht worden

war von Seiten der (politischen)

Entscheidungsträger: Dass es

nicht nur kluge Köpfe, Denker und

Lenker, sondern auch fleißige,

handwerklich begabte Anpacker

braucht, um diese Landesentwicklung

tatsächlich voranzutreiben.

Heute, in Zeiten des branchenübergreifenden

Fachkräftemangels,

ist dieses Fehlen von guten

Arbeitern an allen Ecken und

Enden zu spüren, sind gut ausbildete

Fachkräfte selbst in derzeit

wirtschaftlich schwierigeren Zeiten

stark nachgefragt. Und trotzdem

schwingt beim Thema duale

Ausbildung – Praxis im Betrieb,

50 | altlandkreis

Theorie in einer staatlich anerkannten

Berufsschule – noch immer

dieses Gefühl mit, nur Teil der

zweiten Klasse der Gesellschaft zu

sein. Aus dieser Statussymbol-

Betrachtung heraus raten bereits

vielen Eltern ihren Kindern,

unbedingt einen akademischen

Weg einschlagen zu müssen. Zurecht?

„De Facto betrachtet ganz

und gar nicht – die ganze Welt

beneidet uns um unser duales

Ausbildungssystem, nur wir selbst

schätzen es zu wenig wert“, sind

sich Roland Streim, Petra Callwitz

und Peißenbergs Mittelschulleiter

Armin Mutzbauer einig. Insofern

ein guter Grund, mit dem in weiten

Teilen der Gesellschaft noch

immer viel zu präsenten schlechten

Ruf der klassischen Berufsausbildung

aufzuräumen.

15 Jahre kein Gehalt

Gründe, sich nach Abschluss der

Schule ganz bewusst für eine

klassische duale Ausbildung zu

entscheiden, gibt es zu Hauf.

„Akademiker fangen häufig mit

erst 30 Jahren, Azubis bereits mit

15 oder 16 Jahren an, Geld zu verdienen“,

betont Roland Streim.

Und das nicht zu wenig. Nach

jüngsten Informationen verdient

ein hiesiger Azubi inzwischen

1 150 Euro brutto im ersten Lehrjahr

durchschnittlich, während

Studenten ohne finanzielle Unterstützung

aus dem Elternhaus

über Jahre hinweg kein geregeltes

Einkommen haben, neben einem

anspruchsvollen und zeitintensi-


An der Hochschule: Wer möchte

und dazu in der Lage ist, kann

auch nach Abschluss einer

dualen Ausbildung studieren.

Wir suchen für unseren Standort

Schongau ab sofort:

Anlagenmechaniker SHK

(m/w/d)

Kundendienstmonteur SHK

(m/w/d)

Projektleiter SHK (m/w/d)

Auszubildende Anlagenmechaniker

SHK (m/w/d)

für das Ausbildungsjahr 2026

„Handwerk ist keine Sackgasse“,

sagt Roland Streim, Geschäftsführer

der Kreishandwerkerschaft

Oberland.

ven Vollzeit-Stundenplan an Uni

oder Hochschule zusätzlich jobben

müssen und später zum Teil

beträchtliche Summen an Bafög

(Bundesausbildungsförderungsgesetz)

zurückzahlen müssen. „15

Jahre sind eine lange Zeit, die du

nach Abschluss eines Studiums

erst einmal reinverdienen musst

im Laufe eines Berufslebens“, ergänzt

Roland Streim insbesondere

vor dem Hintergrund, dass nicht

jedes abgeschlossene Studium

ein hohes Einstiegsgehalt garantiert

und bei weitem nicht jeder

Student Arzt, Physiker, Ingenieur

oder Topmanager werden kann.

Obendrein sind die Löhne und

Gehälter für Facharbeiter in fast

allen Berufen gestiegen – Handwerker

verdienen zum Teil ähnlich

gut wie Facharbeiter in der Industrie.

Und auch in sozialen Berufen

hat sich in Sachen fairer Bezahlung

einiges getan, verdient eine

frischausgelernte Pflegefachkraft

rund 4 000 Euro brutto im Monat,

wohlgemerkt ohne Wochenend-,

Nachtschicht- und Feiertagszuschlägen.

Noch wertvoller als die

Löhne und Gehälter sind im Rahmen

einer dualen Ausbildung jedoch

die praktischen, realitätsnahen

und alltagstauglichen Inhalte,

die junge Männer und Frauen

im Zuge dessen durch gezieltes

fordern und fördern beigebracht

bekommen von ihren Ausbildern

und Kollegen. Denn: Was bringt

die im Büro sitzende Führungskraft,

wenn der Werkzeugmacher

fehlt, um den Schneidstempel auf

ein Tausendstel genau zu schleifen,

der Maurer fehlt, um den

Rundbogen zu mauern, die Pflegefachkraft

fehlt, die altersschwache,

demenzgeplagte 88-jährige

Frau fachgerecht aufzurichten und

zu füttern?

Erfreuliches

Umfrageergebnis

Erfreulich an dieser Stelle: Dass

das Image der dualen Ausbildung

speziell hier im ländlich geprägten

Raum nicht in allen Teilen der

Gesellschaft einen weniger wertigen

Stellenwert hat. Bereits während

der Corona-Pandemie wurde

vielen (wieder) bewusst, dass die

Metzger, Bäcker und Heizungsbauer

es waren, die das Land am

Laufen hielten, trotz Stillstand

september / oktober 2025 | 51

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Fahrtkosten- & Essenszuschüsse

Sonderurlaubstage für

Prüfungsvorbereitung

Zugang zu einem breiten

Wissensspektrum

uvm.

Follow us:

Standorte Peiting und Altenau

und strenger Auflagen hochwerti-

ge Lebensmittel produzierten und

kaputtgegangene Heizungen reparierten,

damit eben der Topmanager

nachts nicht frieren muss.

Auch erfreulich: Das Ergebnis ner 2025 durchgeführten Umfrage

von Seiten des Ausbildungskom-

eipasses,

bei der 2000 Eltern, 2000

Schüler sowie 380 Lehrkräfte die

Frage „Wie benotet ihr das Image

der dualen Ausbildung?“ wie folgt

beantwortet hatten: Die Eltern mit

der Note 1,6, die Schüler mit 2,4

und die Lehrkräfte mit 1,6. „Inso-

fern sehe ich das Image-Problem

im Bereich der dualen Ausbildung

insbesondere hier in der Region

gar nicht so kritisch“, sagt ka Uhl vom Ausbildungskompass

Monidass

diese noch immer in viel zu

vielen Köpfen präsente Denke,

dass ein Akademiker der bessere

Mensch ist, in Zukunft der Vergangenheit

angehört, es innerhalb

der Gesellschaft keine Statusunterscheidungen

mehr gibt, der

Arbeiter ebenso wertgeschätzt

wird wie der Akademiker. „Am

über eine Statistik, die Hoffnung

macht. Hoffnung dahingehend,

Ende des Tages funktioniert es

ohnehin nur im Miteinander“, so

Roland Streim. Und wer nach Abschluss

einer dualen Berufsausbildung

sowie wertvollen Jahren

der Berufserfahrung als Geselle

dennoch Zeit, Lust und entsprechende

Qualifikationen mitbringt,

dem stehen über den zweiten

Bildungsweg noch immer alle Türen

offen. IHK-Bildungsberaterin

Cornelia Gaide weist an dieser

Stelle auf die Weiterbildungsmöglichkeiten

zum Meister oder

Techniker hin, die spannende

Jobs mit Ingenieurs-ähnlichen

Gehältern und Aufgaben oder den

mutigen Schritt zur Selbstständigkeit

ermöglichen. Aber auch auf

die Option, den akademischen

Weg doch noch einzuschlagen.

Schließlich hat der körperlich

hart arbeitende Maurer draußen

auf der Baustelle sicherlich mehr

Respekt vor der Bauingenieurin,

die einst selbst eine Maurer-Lehre

absolviert hatte und somit aus einer

praktischen Erfahrung heraus

weiß, wovon sie spricht. Auch das

beweist, wie wertvoll und wichtig

die weltweit anerkannte und von

vielen anderen Ländern beneidenswerte

duale Berufsausbildung

in Deutschland, Bayern und

im Pfaffenwinkel ist.

js

Bauingenieure mit Erfahrung als Maurer oder Zimmerer sind gefragt.

52 | altlandkreis


Gymnasiast sahnt bei Schongauer Ausbildungsmesse ab

Spontanbesuch bringt Hauptgewinn

Ingenried | Spontan ist bekanntlich

am besten. Das ist vor kurzem auch

Moritz Höldrich aus Ingenried so

richtig bewusst geworden. Der erst

14-Jährige besuchte im vergangenen

Schuljahr die achte Klasse des

Welfen-Gymnasiums in Schongau,

hatte früher Unterrichtsschluss

und wartete gemeinsam mit seiner

Mama auf seinen jüngeren Bruder

David (12), um letztlich zu dritt

nach Hause fahren zu können. Zufälligerweise

fand an diesem Mittwochnachmittag

die Schongauer

Ausbildungsmesse in der angrenzenden

Lechsporthalle statt. Da

dachte sich der leidenschaftliche

Hobbyfußballer kurzerhand, die

Wartezeit sich ja mit frischfrittierten

Pommes samt Ketchup und Majo

am Foodtruck vor dem Halleingang

verkürzen zu können. Wiederum

dann dachte sich Moritz: „Wenn ich

schon mal da bin, kann ich auch

in die Halle schauen und mich

informieren, obwohl das für mich

eigentlich noch zu früh ist.“ Gesagt

getan, durschritt der sympathische

Ingenrieder gemeinsam mit seiner

Mama alle Ausstellungsreihen in

der Lechsporthalle – und suchte

auch prompt und ganz gezielt das

direkte Gespräch mit Ausbildern,

Azubis oder Geschäftsführern

der jeweiligen Firmen. Denn von

diesem Spontanbesuch mal abgesehen,

liebäugelt Moritz schon

seit längerem damit, das Welfen-

Gymnasium in Schongau nach erfolgreichem

Bestehen der zehnten

Klasse mit dann Mittlerer Reife

vorzeitig zu verlassen. „Nicht wegen

zu schlechten Noten, sondern

weil ich einfach Lust habe zu arbeiten,

Geld zu verdienen und gerne

was mit den Händen mache, gerne

anpacke.“ Vor diesem Hintergrund

hatte sich dieser Spontanbesuch

also ohnehin bezahlt gemacht, zumal

er auf der SAM auch gleich ein

Praktikum in der Kfz-Branche klarmachen

konnte. Womit der junge

Gymnasiast jedoch nicht gerechnet

hatte: Dass sich sein Spontan-Besuch

auf der SAM2025 gleich doppelt

lohnen sollte. Wer dort mutig

ist, mit den Ausstellern spricht und

sich den im Eingangsbereich ausliegenden

Messepass vollstempeln

lässt, kann Teil eines Gewinnspiels

werden. Und ausgerechnet Moritz

Höldrich, der ja eigentlich gar nicht

hingegangen wäre, hätte sein Bruder

zeitgleich Schulschluss gehabt,

ist letztlich der glückliche Gewinner

des großen SAM-Gewinnspiels

geworden. „So richtig glauben

kann und will ich es ehrlich gesagt

noch immer nicht“, sagt er

mit verschmitztem Grinsen, als er

von den SAM-Organisatoren der in

Peiting-Birkland ansässigen Agentur

Ostenrieder Design & Marketing

das nigelnagelneue iPad der Edelmarke

Apple überreicht bekommen

hatte. „Fußballvideos auf YouTube

schauen – und für die Schule brauche

ich dann in der Zehnten eh

eins“, so Moritz Höldrich auf die

Frage, ob er denn so ein schickes

Tablett überhaupt gebrauchen

könne. Noch wichtiger aber wird

für ihn kommendes Jahr das Thema

Berufsorientierung werden.

Im Zuge dessen Pflicht für ihn: Der

Besuch der SAM2026 in Schongaus

Lechsporthalle.

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september / oktober 2025 | 53


Der Ausbildungsverbund Oberland-Pfaffenwinkel

Kooperation statt Konkurrenz

Schongau | Aus drei mach eins:

Zum 1. Januar 2020 ist von Seiten

der damaligen Bundesregierung

die Pflegeausbildung reformiert

worden. Die bis dato drei eigenständigen

Ausbildungsberufe zur

Krankenpflege, Kinderkrankenpflege

und Altenpflege wurden im

Zuge dessen zur „Generalistischen

Pflegeausbildung“ zusammengefasst.

Vorteile dieser Zusammenlegung:

Azubis bekommen

wertvolle Einblicke in nahezu alle

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oder stationäre Pflege besser

zu ihnen passt. Das Durchlaufen

verschiedenster Abteilungen erweitert

außerdem den Horizont,

weil die Azubis mehr Menschen

allen Alters aber auch Betriebe

und deren unterschiedlichen

Strukturen und Philosophien

kennenlernen. Die Nachteile der

Generalistischen Pflegeausbildung

dagegen: Dass durch das

Zusammenfassen von vormals

drei unterschiedlichen Ausbildungen

über jeweils drei Jahre

entsprechend viel Fachwissen

entweder auf der Strecke bleibt,

oder auf die Azubis ein Stück weit

erschlagend einwirkt, insofern

mehr Engagement, Anstrengung

und Fleiß abverlangt wird. Dass

die Azubis aufgrund gesetzlich

vorgeschriebener Pflichteinsätze

und Praxisanleitungen (praxisnahes

Lernen am Menschen an der

Hand einer erfahrenen Fachkraft)

in unterschiedlichen Einrichtungen

deutlich öfter den Arbeitsplatz

wechseln müssen, was nicht selten

mit weiteren Anfahrten in verschiedenste

Richtungen verbunden

ist – ein logistisches Problem,

insbesondere für noch minderjährige

Azubis, die noch keinen

Führerschein machen können,

aber auch für all diejenigen, die

sich den Führerschein schlichtweg

nicht leisten können. Aus Sicht

der ausbildenden Einrichtungen

und Fachschulen ist es dagegen

eine echte Mammutaufgabe, die

generalistische Ausbildung zu organisieren

– schließlich fehlt dem

Krankenhaus die Abteilung der Altenpflege,

der Altenpflege die Abteilung

der Kinderkrankenpflege

und der Kinderkrankenpflege die

Abteilung der Krankenpflege von

Erwachsenen. An genau dieser

Stelle kommt der Ausbildungsverbund

Oberland-Pfaffenwinkel

ins Spiel – ein Zusammenschluss

von in der Region ansässigen Berufsfachschulen

sowie stationären

Mitglieder des Ausbildungsverbundes Oberland-Pfaffenwinkel, die sich

für die Umsetzung der Generalistischen Pflegeausbildung einsetzen.

und ambulanten Pflegeeinrichtungen,

die Menschen zur Generalistischen

Pflegefachkraft in

Theorie und Praxis ausbilden.

Ein Azubi, viele Verträge

Empfohlen hat die Bundesregierung

die Gründung eines solchen

Verbunds bereits im Januar

2020. Der Ausbildungsverbund

Oberland-Pfaffenwinkel gründete

sich letztlich zwei Jahre später,

Anfang 2023, aus Vertretern der

Krankenhaus GmbH Weilheim-

Schongau, der Berufsfachschule

für Pflege Schongau, der Heimerer-Schule

Schongau, der Ökumenischen

Sozialstation Oberland

Peißenberg sowie des Altenheims

der Heilig-Geist-Spital-Stiftung

Schongau heraus. Heute, rund

zweieinhalb Jahre später, erfreut

sich der Zusammenschluss

wachsender Beliebtheit, ist von

anfangs fünf auf mittlerweile 16

Kooperationspartner in ganz Weilheim-Schongau,

vereinzelt auch

aus den Landkreisen Landsberg

am Lech, Garmisch-Partenkirchen

und Ostallgäu angewachsen. „Wir

bilden nicht nur für unsere jeweils

eigene Einrichtung aus, sondern

für die Pflege im Allgemeinen“,

betont Christian Osterried, Einrichtungsleiter

des Altenheims der

Heiliggeist-Spitalstiftung Schongau

vor dem Hintergrund, „dass

wir aufgrund des demografischen

Wandels und den immer älter

werdenden Menschen regional

wie überregional betrachtet in Zukunft

deutlich mehr Pflegekräfte

in allen Fachbereichen brauchen,

Konkurrenzdenken allein deshalb

fehl am Platz ist“. Um diese generationenübergreifende

Lebensaufgabe

effizienter umsetzen zu

können, sei deshalb diese schulund

einrichtungsübergreifende


Zusammenarbeit unabdingbar.

„Vorher mussten wir für die fachpraktischen

Abteilungsdurchläufe

unserer Berufsfachschüler mit

jeder Einrichtung Einzelverträge

zu unterschiedlichen Konditionen

abschließen, was zu einem kaum

schaffbaren Bürokratiewahnsinn

führte – über den Verbund können

wir die Azubis nun mit einem

Ausbildungsvertrag ausstatten,

der letztlich für alle Anlaufstellen

innerhalb dieser dreijährigen

Ausbildung gilt“, betont Julian

Mayr, Praxiskoordinator der

Heimerer-Schulen in Schongau

und Landsberg. Ein weiterer Vorteil

des Verbunds: „Dass wir nun

einen einheitlichen Überblick

darüber haben, welcher Schüler

zu welcher Zeit in welcher Einrichtung

seine Praxisanleitung

bekommt, wann er für wie lange

in welcher Berufsfachschule

unterrichtet wird, welche fachpraktischen

Kenntnisse er bereits

in Theorie und Praxis vermittelt

bekommen hat und wann er sich

im Urlaub befindet“, sagt Claudia

Hörbrand, Geschäftsführerin

der Ökumenischen Sozialstation

Oberland. Auch das Thema „Kosten“

der Ausbildung kann über

den Verbund nun einheitlich und

gerecht geregelt werden. „Vorher

verlangten manche Träger zu viel,

manche zu wenig, wieder andere

gar nichts – inzwischen sind die

Kosten für die jeweilige Praxisanleitung

der Schülerinnen und

Schüler klar definiert und tariflich

einheitlich geregelt“, betont Julian

Mayr, der sich gemeinsam mit

Simone Klausmann von der Krankenhaus

GmbH Weilheim-Schongau

um die Koordination der

Pflegefachausbildung im Pfaffenwinkel

und Umgebung kümmert.

Praxisanleiter nehmen

Azubis an die Hand

Grundsätzlich wird die Generalistische

Pflegefachausbildung

ausschließlich in einer Pflegefach-

schule absolviert. Im Landkreis

Weilheim-Schongau gibt es hierfür

zwei Anlaufstellen: Die Heimerer-

Schule am Marienplatz in Schongau

und die Berufsfachschule für

Pflege der Krankenhaus GmbH

Weilheim-Schongau neben dem

ehemaligen Schongauer Krankenhaus,

inzwischen bekannter als

„SOGESUND“. Beide Schulen vermitteln

Fachwissen in Theorie und

Praxis, sind darüber hinaus jedoch

dazu verpflichtet, ihren Schülern

mehrwöchige Fachpraktika in

verschiedenen Einrichtungen wie

eben Krankenhäusern, Altenheimen,

ambulanten wie stationären

Pflegediensten und Kinderkrankenhäusern

zu ermöglichen. Dort

draußen im realen Berufsleben

werden die Azubis jedoch nicht ins

sprichwörtliche kalte Wasser geworfen,

sondern von sogenannten

Praxisanleitern (Fachkräfte mit Zusatzqualifikation

für das Anlernen

von Azubis) an die Hand genommen.

Die Praxisanleiter der jeweils

kooperierenden Einrichtung sind

wiederum über den Ausbildungsverbund

Oberland-Pfaffenwinkel

untereinander vernetzt und erarbeiten

gemeinsam in Arbeits-

kreisen, was in welchem Bereich

und in welcher Einrichtung erlernt

werden kann. „Damit wollen wir

die Qualität der Ausbildung in

der Praxis erhöhen“, sagt Simone

Klausmann. Ein Nachteil an dieser

Stelle allerdings ist, dass es hier

im Weilheim-Schongauer Landkreis

keine Kinderklinik gibt. Um

den Azubis für praktische Einblicke

in diesem Fachbereich nicht noch

weiterer Wege zuzumuten, dürfen

die Schüler deshalb ausnahmsweise

in Kindertageseinrichtungen

ihre praktischen Erfahrungen im

Bereich der „Pädiatrie“ machen.

Insofern eine aus der Not heraus

geborene Lösung, die fachlich

betrachtet schwierig, logistisch

gesehen jedoch nachvollziehbar

ist. Umso erfreulicher: Dass dieses

ewig leidige Thema der den Wertschätzung

mangeln-

aufgrund

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september / oktober 2025 | 55


Komm ins Team.

Wir bilden dich aus.

von schlechter Bezahlung in Pflegeberufen

de facto der Vergangenheit

angehört. Wer die dreijährige

Ausbildung zur Pflegefachkraft

antritt, verdient aktuell 1 340 Euro

brutto monatlich im ersten, 1 402

Euro im zweiten und 1 503 Euro

im dritten Lehrjahr. Und auch frischausgelernt

verdient eine Pflegefachkraft

mit monatlich 4 000

Euro brutto inzwischen gutes Geld,

was sich via Nachtschicht-, Sonntags-

und Feiertagszulagen nochmals

steigern lässt.

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Schlechte Bezahlung ist insofern

nicht mehr das Thema – und auch

andere Gründe sprechen für ein

Berufsleben in der Pflege. „Wir

reden hier von einer sicheren

Branche mit wahnsinnig flexiblen,

familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen“,

sind sich Judith Gabel,

Geschäftsführerin des gleichnamigen

Pflegedienstes mit Sitz in

Schongau sowie Sandra Buchner,

Pflegedienstleiterin in der Krankenhaus

GmbH Weilheim-Schongau,

einig. Letztere berichtet sogar

von 54 (!) verschiedenen Schichtmodellen,

„die wir momentan im

Krankenhaus etabliert haben“.

Darüber hinaus handelt es sich bei

der Pflegefachkraft um einen Beruf,

bei dem Menschlichkeit trotz

Social Media, Künstlicher Intelligenz

und Robotik auch in Zukunft

an oberster Stelle stehen

wird, eine soziale

Entfremdung

durch

stundenlanges

Eintauchen

in virtuelle

Welten eher ausgeschlossen

ist. Auch

bemerkenswert: Alle

acht Führungskräfte,

die sich zum Interview

mit „tassilo“ und

„altlandkreis“

zum

Thema „Ausbildungsverbund

Oberland-

Pfaffenwinkel“

getroffen

haben, lernten

56 | altlandkreis

Mit Menschen für Menschen: In der Pflege zählt der direkte Kontakt und

nicht das Eintauchen in virtuelle Welten.

einst selbst den Beruf der Pflegefachkraft,

kommen insofern von

der praktischen Basis und wissen,

wovon sie sprechen. Insofern

hat der regelmäßige Austausch

über dieses auf Freiwilligkeit basierende,

aber auch gesetzlich

notwendig machende Netzwerk

viele positive, befruchtende Auswirkungen

auf die Generalistische

Pflegefachausbildung. „Ich möchte

einfach, dass wir unsere Azubis

so gut es geht ausbilden, damit

wir hier in Deutschland auch in

zehn, 20 Jahren und darüber hinaus

noch gute Fachkräfte haben“,

bekräftigt Christian Osterried seine

Motivation, Teil des Ausbildungsverbundes

Oberland-Pfaffenwinkel

zu sein. „Der für mich

größte Vorteil dieses Zusammenschlusses

ist, dass man nicht mehr

der Einzelkämpfer ist, sondern

wir gemeinsam mit einheitlichen

Strukturen und Standards arbeiten

können – das hilft, die Qualität

der generalistischen Ausbildung

zur Pflegefachkraft zu steigern“,

betont Julian Mayr. Die allerwertvollste

Erkenntnis beim Thema

Pflege aber ist, „dass es sich hier

um einen Beruf handelt, der einem

auf zwischenmenschlicher

Ebene wahnsinnig viel zurückgibt“,

weiß Birgit Stögbauer, Praxisanleiterin

der Ökumenischen

Sozialstation, aus eigener Erfahrung.

Dem kann Thomas Schäfer

nur zustimmen: „In

unserem Beruf geht es

wahrlich nicht immer

nur ums Geld – genau

dafür lohnt es sich, diesen

Aufwand zu betreiben.“

js

So wird es gemacht:

Hier zeigt eine

Praxisanleiterin

das fachgerechte

Aufrichten einer

Person im Pflegebett.


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Die hauseigene Ausbildung bei M. Haseitl

Eine Investition in die Zukunft

Schongau | Die Ausbildung junger

Menschen ist bei Haseitl nicht nur

ein zentraler Baustein der Unternehmensstrategie,

sondern eine

Herzensangelegenheit für die

ganze Region. „Als mittelständisches

Unternehmen sehen wir es

als unsere Verantwortung, Fachkräfte

von morgen auszubilden

und ihnen eine langfristige Perspektive

zu bieten“, betont Holger

Wallisch, Geschäftsführer des 135

Mitarbeiter starken Bauunternehmens

an der Dießener Straße in

Schongau. Um dieser Verantwortung

in Zeiten des branchenübergreifenden

Fachkräftemangels

gerecht zu werden, investiert Haseitl

viel Zeit, Geld und Herzblut,

um junge Menschen für eine

Ausbildung in der Baubranche zu

begeistern. „Bereits in der ersten

Hälfte dieses Jahres waren wir

sehr aktiv – wir nahmen an vier

regionalen Ausbildungsmessen

teil, um interessierte Schüler direkt

anzusprechen und ihnen Einblicke

in die spannenden Ausbildungs-

und Karrieremöglichkeiten

bei Haseitl zu geben.“

Sechs verschiedene

Ausbildungsberufe

> > > KONTAKT

M. Haseitl

Baugesellschaft mbH & Co. Betriebs KG

Dießener Straße 12 . 86956 Schongau

Tel. 08861 2351-0 . info@haseitlbau.de

www.haseitlbau.de

In der Lehrwerkstätte: Haseitl-Azubis beim Mauern eines Rundbogens.

Insgesamt bildet die Firma Haseitl

mit Beton- und Stahlbetonbauern,

Maurern, Straßenbauern und Kanalbauern

vier Berufe im gewerblichen

Bereich aus – sowie mit Industriekaufleuten

und Kaufleuten

für Büromanagement zwei Berufe

im kaufmännischen Bereich. Die

Dauer aller sechs Ausbildungen

beträgt jeweils drei Jahre, kann

bei guten Leistungen auf 2,5 Jahre

verkürzt werden und zeichnet sich

durch eine gelungene Kombination

aus Theorie und Praxis aus.

„Wir haben für unsere gewerblichen

Ausbildungsberufe eine

hauseigene Lehrwerkstatt, in der

beispielsweise Maurer das händische

Fertigen eines Rundbogens

üben können“, erklärt Holger

Wallisch. Überwiegend sind

die Auszubildenden aus

dem gewerblichen Bereich

jedoch draußen auf

den Baustellen des Unternehmens

im Einsatz,

während die kaufmännischen

Auszubildenden

die Fachabteilungen für

Einkauf, Personal und

Buchhaltung im Büro-

und Verwaltungsgebäude des

traditionsreichen Unternehmens

durchlaufen.

Kooperation

mit Hochschulen

Neben dem breiten Angebot an

Ausbildungsplätzen engagiert sich

Haseitl auch gezielt im Hochschulmarketing

– mit dem Ziel, Studierende

für Praktika, Praxissemester

oder ein Duales Studium im Bauingenieurwesen

zu gewinnen.

„Gerade in diesem Bereich sehen

wir großes Potential für die Entwicklung

unseres Unternehmens

und die Sicherung von Fachkräften

in der Region. Daher kooperieren

wir mit den Hochschulen in

München und Augsburg“, betont

Holger Wallisch. „Wir fördern die

Talente unserer Auszubildenden

und Studierenden ganz gezielt

und versuchen stets, aus den

dann ausgelernten Fachkräften

Führungskräfte zu entwickeln“,

ergänzt er und unterstreicht damit

die Ausbildungsphilosophie

von Haseitl.

Die Erfahrung habe

gezeigt, dass etwa

ein gelernter Maurer

sich aufgrund

seiner praktischen

Erfahrungen ganz hervorragend

als Vorarbeiter, Polier, Bauleiter

oder sogar Bereichsleiter eignen

könne.

Noch eine Lehrstelle

zu vergeben

Auch spannend: Die kaufmännische Ausbildung

im Büro- und Verwaltungsgebäude.

Die hauseigene Ausbildung bildet

somit ganz wesentlich die Grundlage

für den langjährigen unternehmerischen

Erfolg der Firma

Haseitl. „Umso erfreulicher, dass

wir diese Geschichte fortschreiben

können – für den Ausbildungsstart

im September 2025 konnten

wir bereits vier neue Auszubildende

gewinnen“, betont Holger

Wallisch. Damit steigt die Zahl

der Haseitl-Azubis auf insgesamt

neun. Darüber hinaus beschäftigt

das Bauunternehmen derzeit eine

duale Studentin im Bereich Bauingenieurwesen.

„Damit sind wir

in Sachen Nachwuchskräfte gut

aufgestellt, hätten aber dennoch

Kapazitäten für einen weiteren

Auszubildenden im gewerblichen

Bereich.“

Für Kurzentschlossene

Wer Zeit und Lust auf eine Ausbildung

in einer sicheren und

sinnstiftenden Branche mit sehr

guten Aufstiegschancen, überdurchschnittlicher

Bezahlung und

finanzieller Unterstützung beim

Führerschein hat, kann sich noch

als Nachrücker für den Ausbildungsstart

2025 bei Haseitl bewerben

– und Teil eines Teams gut

ausgebildeter Fachkräfte werden,

die nicht nur für Haseitl, sondern

für die ganze Region wertvoll

sind.

Freuen sich auf ihre berufliche Zukunft: Die Azubis der Firma Haseitl.

september / oktober 2025 | 57


Die traditionsreiche Ausbildung zum Zimmerer

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58 | altlandkreis

Wildsteig | Bereits im Mittelalter

war der „Zimmermann“, wie er

früher häufiger genannt wurde,

unentbehrlich, sorgte mit Arbeits-

techniken wie Dachausmittlung,

Schiftung oder Vergatterung für

sichere, langlebige und wettergeschützte

Gebäude. Insofern ein

Beruf mit Systemrelevanz, dessen

Wichtigkeit bis heute unverändert

groß ist. Nicht selten wird der

„Zimmerer“ sogar als ner auf dem Bau“ bezeichnet, weil

sein Aufgabenspektrum facetten-

„Alleskönreicher

kaum sein könnte – es

reicht vom Schneiden, Hobeln,

Fräsen, Schleifen oder Verbinden

von Holz über fachkundigen

Umgang mit Werkzeugen wie

Stemmeisen, Bundaxt, rerhammer, Klopfholz, Zirkel oder

Winkeleisen bis hin zur Anwendung

manueller und CNC-gesteuerter

Fräsmaschinen, Sägen und

Abbundanlagen und vieles mehr.

Zimme-

Hinzu kommt das Fahren oder

Steuern von Betriebswagen, belstapler, Bulldog, Teleskoplader

oder Baukran. Doch der Reihe

Ga-

nach. Wie jeder Beruf, muss auch

der des Zimmerers erst einmal

von der Pike auf gelernt werden.

Die Ausbildung zum Zimmerer

erstreckt sich prinzipiell über drei

Jahre, beginnt entgegen vieler anderer

dualer Ausbildungsberufe

jedoch nicht gleich im jeweiligen

Lehrbetrieb und dazu passender

Berufsschule im wöchentlichen

oder blockweisen Wechsel, sondern

mit einem sogenannten

Berufsgrundschuljahr, kurz BGJ.

Hiesige Zimmerer-Azubis bestreiten

dieses BGJ an der Berufsschule

am Narbonner Ring in Weilheim,

werden dort in Holzprodukte,

Innenausbau, Wand- und Dachkonstruktionen,

Gründungen und

Holzbaukonstruktionen unterrichtet.

Ob es, davon abgesehen, ein

Nachteil für den jeweiligen Ausbildungsbetrieb

ist, den Azubi erst

unter Vertrag zu nehmen, um ihn

dann für ein ganzes Jahr nicht zur

Verfügung zu haben? „In meinen

Augen überhaupt nicht, weil das

BGJ ein Riesenvorteil für die Azubis

ist – dort lernen sie sowohl die

theoretischen als auch praktischen

Grundkenntnisse des Zimmererberufs,

die ein Betrieb in dieser

Bandbreite meist gar nicht vermitteln

könnte“, sagt Zimmerermeister

Stefan Hindelang, seit

April 2008 Inhaber der in Wildsteig

ansässigen Zimmerei Bertl,

die seit Jahrzehnten als anerkannter

Ausbildungsbetrieb für dieses

ehrenwerte Traditionshandwerk

bekannt ist, schon mehrfach Innungssieger

hervorbrachte und

auch dieses Jahr, pünktlich zum

1. September, wieder zwei neue

Azubis einstellt. Hinzu komme,

dass der Azubi während seines

BGJs kein Azubigehalt bekommt,

insofern dem Ausbildungsbetrieb

im ersten Lehrjahr kein Geld kostet.

Auf BGJ folgt üppiges

Azubi-Gehalt

Aus Sicht der Azubis sehr lukrativer:

Dass sie nach Bestehen des

staatlich anerkannten Berufsgrundschuljahrs

mit rund 1 300

Euro brutto im zweiten sowie

1 550 Euro brutto im dritten Lehr-

In der Berufsschule: Zimmerer-Azubis beim Zeichnen von Dachstühlen.


Ein Zimmerer-Azubi in der Produktionshalle

der Zimmerei Bertl.

jahr inzwischen ordentlichen Lohn

bekommen – und ab dann auch

(endlich) raus auf die richtigen

Baustellen dürfen, um dort das

Handwerk im Sinne von „learning

by doing“ sowie an der Seite etablierter

Gesellen oder Meister praxisnah

zu erlernen. Ein Vorteil der

Ausbildung bei Stefan Hindelang

ist, „dass wir eine Zimmerei sind,

die vom Gartenzaun über Dachstuhlbau,

Innenausbau, Treppenbau

und energetische Sanierung

von Altbauten bis hin zum Neubau

von Holzhäusern im Grunde alles

macht“. Für die Azubis heißt das:

Einblicke in alle berufsrelevanten

Richtungen zu bekommen, die bei

entsprechendem Ehrgeiz tatsächlich

vom zunächst unerfahrenen

Lehrling zu einem „Alleskönner

auf dem Bau“ führen können.

Vorausgesetzt, der Beruf des Zimmerers

ist auch für den jeweiligen

zukünftigen Schulabgänger geeignet:

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit

für Arbeiten auf

Dächern in oft luftiger Höhe

sollten trotz Einhaltung von

Sicherheitsvorkehrungen wie

Baugerüsten und griffigen

Schuhen kein Problem darstellen.

Die Lust auf Arbeiten

im Freien, auch wenn es mal

nass, kalt oder brütend-heiß

ist. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen,

um sich

im wahrsten Sinne in Ecken,

Winkel und Räumlichkeiten

hineindenken zu können, bevor

ein Auftrag in die Praxis

umgesetzt wird. Die Lust auf

Geruch und Haptik von Holz,

dem einzigen natürlichen,

nachwachsenden und somit

nachhaltigen Rohstoff in der

Baubranche. Treff- und Zielsicherheit

beim Einschlagen

von langen, dicken Nägeln.

Eine gewisse Grundfitness.

Teamfähigkeit, da auf dem

Bau nahezu alle Arbeiten in

Gemeinschaftsarbeit erledigt

werden, man sich stets

auf die Kollegen verlassen

können muss. Gewisse Stärken in

Mathematik oder Physik, um beispielsweise

Werkstückmaße, Materialkosten

oder Materialbedarf

berechnen und physikalische Zusammenhänge

von Baustoffen beurteilen

zu können. Und natürlich

Freude und Geschick am Umgang

mit traditionellen Werkzeugen

ebenso wie mit moderner Technik

und modernen Hilfsmitteln,

die wiederum das schwere Heben

von früher ersetzen und die einst

körperlich sehr schwere Arbeit in

vielen Bereichen erleichtert.

Werkzeuge immer

am Mann

„Wir arbeiten beispielsweise sehr

viel mit Teleskopladern, die flexibel

und wendig sind, mit denen

wir lange, schwere Balken unkompliziert

nach oben stemmen

können und die eine gute Alternative

zum Baukran sind“, bekräftigt

Stefan Hindelang, der seine

Azubis bereits zu BGJ-Beginn vollständig

mit hochwertigem Zimmererwerkzeug

ausstattet. „Das

dürfen sie auch privat nutzen und

für immer behalten, auch dann,

falls sie unseren Betrieb verlassen

sollten“, so der Firmeninhaber

über die Bedeutung des „Gewöhnens

an das Werkzeug“, mit dem

letztlich auch das Gesellenstück

zur Abschlussprüfung geplant

und gefertigt wird. Zum Beispiel

ein Dachstuhl in kleinerem Maßstab,

oder eine Holztreppe. Ein

anderer Grund, dass bei Zimmerei

Bertl aber auch anderen hiesigen

Praxisnah: Das Berufsgrundschuljahr (BGJ) für Zimmerer in Weilheim.

Zimmereien sehr viel Wert auf die

hauseigene Ausbildung gelegt

wird. „Dass die Arbeit mit jungen

Menschen schlichtweg Spaß

macht“, meint Stefan Hindelang,

dem regelrecht das Herz aufgeht,

wenn er sieht, wie ein Schulabgänger

sich ohne Berufserfahrung

in nur wenigen Jahren zu einem

Schongau

HEY

DU

BEWIRB DICH JETZT

UND WERDE TEIL UNSERES TEAMS!

PEITING | BUCHING | AUGSBURG

guten Handwerker entwickelt –

und die Zimmererkluft über das

ganze Jahr hinweg voller Stolz und

Leidenschaft am Körper trägt. Und

dafür sorgt, dass auch heute noch,

im Jahr 2025, gleichermaßen

schöne wie stabile wie wohnliche

Häuser, Hütten und Gewerbehallen

gebaut werden.

js

Möchten Sie die Zukunft der Pflege

mitgestalten?

Dann werden Sie Ausbildungspartner

und Teil unseres Netzwerks.

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september / oktober 2025 | 59


Technologen für Kunststoff und Kautschuk

Ihre Ausbildung

an der Fachakademie für Sozialpädagogik oder

an der Berufsfachschule für Kinderpflege

bei Regens Wagner Rottenbuch:

Erzieher/in (m/w/d)

Kinderpfleger/in (m/w/d)

Nähere Infos auf der

Homepage:

faks-rottenbuch.de

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Als Mensch

voll gefragt.

Jetzt

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Präzisionsarbeit an

der Blasmaschine

Peiting | Schon mal vom Beruf

des Kunststoff- und Kautschuktechnologen

gehört? Dazu passend

haben wir zwei Mitarbeiter

der Firma Gaplast interviewt.

Das im Jahre 1969 gegründete,

inzwischen 340 Mitarbeiter

starke Unternehmen mit Hauptsitz

in Altenau sowie moderner

Produktionsstätte in Peiting ist

auf die Herstellung von Kunststoffverpackungen

für Pharmazie,

Medizin und Kosmetik spezialisiert.

Die Basis dafür: Gut

ausgebildete Fachkräfte. Maja

Brandl, 22, arbeitet bereits im

Unternehmen und beginnt im

September nun die Ausbildung

zur Kunststoff- und Kautschuktechnologin.

Jonas Bichler, 26,

ist bereits ausgelernter Kunststoff- Maja: Ich finde es schlichtweg

Produkte, hergestellt von Gaplast.

und Kautschuktechnologe mit spannend, wie Kunststoffe und

mehreren Jahren Berufserfahrung. Kautschuk von der ersten Idee bis

zum fertigen Produkt hergestellt

Liebe Maja, lieber Jonas, warum werden. Nach ersten Erfahrungen

habt Ihr Euch für die Ausbildung als Produktionsmitarbeiterin habe

zum Kunststoff- und technologen entschieden? die Ausbildung zur Kunststoff-

Jonas: Ein entscheidender Schritt und Kautschuktechnologin anzu-

war für mich ein Praktikum, das treten.

ich damals, im Jahr 2015, bei Ga-

Kautschuk- ich mich nun dazu entschieden,

plast gemacht habe. Der Maschinenpark

mit seinen hochmodernen

und kostspieligen Anlagen hat

mich auf Anhieb beeindruckt und

letztlich dazu motiviert, dort auch

meine Ausbildung zu absolvieren.

Hinzu kommt, dass ich über meinen

Vater und Onkel, die beide

auch diesen Beruf erlernt haben,

schon sehr früh mit Kunststoffverarbeitung

in Berührung men

gekom-

bin.

Die Ausbildung erstreckt sich über

drei Jahre, findet abwechselnd in

Betrieb und Berufsschule statt?

Maja: Ganz genau. Im Betrieb

arbeiten wir Azubis an der Seite

erfahrener Ausbilder und Fachkräfte.

Die Berufsschule für Kunststoff-

und Kautschuktechnologen

befindet sich in Wasserburg am

Inn, wo wir blockweise Unterricht

haben und im Schülerwohnheim

übernachten können.

Was hat Euch im Rahmen erster

Berufserfahrungen am meisten

überrascht?

Maja: Wie vielfältig die Werkstoffe

im Detail sind – nicht

jeder Kunststoff ist in seinen

Eigenschaften gleich.

Jonas: Mich hat überrascht, in

wie vielen Punkten sich das

Hohlkörperblasformen vom

Spritzgussverfahren unterscheidet.

Wie sieht der typische Arbeitstag

eines Kunststoff- und Kautschuktechnologen

aus?

Jonas: Zu meinen täglichen

Aufgaben zählen der Umbau

und das Rüsten von sogenannten

Blasmaschinen. Dabei richte

ich die Anlagen entsprechend

der Produktionsvorgaben ein und

stelle alle relevanten Prozessparameter

exakt ein. Im Anschluss

daran prüfe ich, ob die gefertigten

Produkte den Maßvorgaben entsprechen

und die Produktqualität

sichergestellt ist. Zusätzlich umfasst

mein Aufgabenbereich die

Wartung und Instandhaltung der

Maschinen sowie die Umsetzung

technischer Verbesserungen und

Anpassungen im Bereich der Materialversorgung.

Was sagen Freunde, Bekannte und

Familie zur Wahl dieses doch speziellen

Berufs?

Jonas: Beeindruckt sind viele von

der technischen Komplexität und

Präzision, mit der wir an den Blasmaschinen

arbeiten müssen. Viele

gewinnen auch den Eindruck, dass

60 | altlandkreis


An den Maschinen: Maja Brandl (li.) und Jonas Bichler.

der Beruf einerseits anspruchsvoll,

andererseits auch zukunftsorientiert

ist und meinen, dass die

Kombination aus handwerklichem

Geschick, technischem Verständnis

und Verantwortungsbewusstsein

gut zu mir passt. Insofern freut es

mich, dass Freunde, Bekannte und

Familie meine Begeisterung für

den Beruf nachvollziehen können.

Maja: Wenn ich von meiner bevorstehenden

Ausbildung erzähle,

merke ich immer wieder, dass den

Beruf des Kunststoff- und Kautschuktechnologen

viele gar nicht

kennen und durchaus überrascht

sind, was da alles dahintersteckt –

Maschinen, Materialien, Technik

und Chemie.

Welche Möglichkeiten ergeben sich

für Euch nach Abschluss der Ausbildung?

Jonas: Man kann sich beispielweise

zum Meister oder Techniker

fortbilden. Darüber hinaus gibt es

innerhalb der Abteilungen gute

Chancen, durch Erfahrung und

Engagement in verantwortungsvollere

Aufgaben hineinzuwachsen,

etwa als Tagschichteinrichter

oder Schichtleiter.

Maja: Ein weiterer Vorteil in diesem

Beruf ist sicherlich, dass

Kunststoff- und Kautschuktechnologen

grundsätzlich in vielen verschiedenen

Branchen gefragt sind.

Wenn Ihr zeigen würdet, wie spannend

Euer Beruf ist, wäre das was?

Jonas: Ich würde an die Blasmaschinen

gehen, weil man dort auf

Anhieb sieht, wie aus präziser

Vorbereitung und technischem

Feingefühl funktionsfähige Kunststoffprodukte

entstehen. Besonders

das Einrichten, Rüsten und

die exakte Abstimmung der Anlagen

zeigen, wie viel Know-how

dahintersteckt. Auch die Unterschiede

zwischen Spritzguss und

Hohlkörperblasformen sind eindrucksvoll

und machen die Vielfalt

des Berufs deutlich.

Maja: Ein Rundgang durch die

Produktionshalle und ein Video

vom Prozess ist enorm beeindruckend,

weil beides zeigt, wie präzise

und kraftvoll die Maschinen

arbeiten.

Und abschließend: Was würdet Ihr

jüngeren Menschen mit auf den

Weg geben?

Jonas: Jeder Mensch kann mit Interesse,

Disziplin und Leidenschaft

nahezu alles erlernen. Auch im

Beruf des Kunststoff- und Kautschuktechnologen

zeigt sich:

Erfahrung und kontinuierliches

Lernen ist entscheidend. Nach nun

fast zehn Jahren in diesem Bereich

ist mir klar geworden, wie wichtig

es ist, sich intensiv mit den Hintergründen

einzelner Komponenten

auseinanderzusetzen, um sie zu

verstehen. Man lernt nie aus.

js

Hebt sich optisch von anderen Industriegebäuden in der Region ab:

Die Produktionshalle der Firma Gaplast im Südosten von Peiting.

september / oktober 2025 | 61


Berufsorientierung im Netzwerk Schule-Wirtschaft

Schnittstelle zweier

Parallelwelten

Peißenberg | Schule und Wirtschaft?

„Das sind zwei Parallelwelten“,

gibt Peißenbergs Mittelschulleiter

Armin Mutzbauer offen

und ehrlich zu. „Wenn Lehrer nach

Abi und Studium in Schulen gehen

und unterrichten, bringen sie eine

praktische Erfahrung aus dem

richtigen Arbeitsleben – wenn

überhaupt – nur rudimentär mit.“

Gleichzeitig wissen Ausbildungsbetriebe

oft nicht, was genau in

Schulen unterrichtet und vermittelt

wird, wie Schüler ticken,

welche Trends und Entwicklungen

angesagt sind – und welche Fähigund

Fertigkeiten die Jugendlichen

mitbringen, mit denen sie später

einmal beruflich durchstarten

könnten. An dieser Stelle kommt

das Netzwerk „Schule-Wirtschaft“

ins Spiel – eine bundesweite Kooperation

zwischen Schulen und

Unternehmen, die es bereits seit

1982 gibt. Und die dank 400 lokalorganisierten

Netzwerken auch

auf regionaler Ebene zum Tragen

kommt. Unter anderem in Weilheim-Schongau

mit Armin Mutzbauer

als Vorsitzenden, Monika

Uhl vom Ausbildungskompass

als Geschäftsführerin und Markus

Lanz, Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse Oberland. Alle drei

verfolgen im Rahmen dieses Netzwerks

das große Ziel, einerseits

den hier heimischen Jugendlichen

den Übergang aus der Schule in

die Arbeitswelt zu erleichtern.

Andererseits hier ansässigen

Ausbildungsbetrieben den dringend

benötigten Nachwuchs zu

sichern. Heißt konkret? „Dass wir

uns drei, vier Mal im Jahr zu einem

Austausch in größerer Runde

mit bis zu 40 Teilnehmern treffen“,

betont Monika Uhl. Darunter

seien Geschäftsführer oder Ausbilder

von Ausbildungsbetrieben

unterschiedlichster Branchen,

Vertreter der im Landkreis ansässigen

Mittelschulen, Realschulen,

Gymnasien, der Wirtschaftsschule

sowie der Fach- und Berufsfachoberschule,

aber auch Vertreter

von öffentlich-rechtlichen Körperschaften

wie Industrie- und

Peißenbergs Mittellschulleiter Armin Mutzbauer (li.), Monika Uhl vom

Ausbildungskompass und Markus Lanz, Sparkasse Oberland.

Handelskammer (IHK), Agentur

für Arbeit oder Kreishandwerkerschaft

Oberland, die allgemeinhin

bekannt sind als Sprachrohr, Forderer

und Förderer der Wirtschaft.

Berufsentwicklungsgespräch

mit Eltern

„Für mich sind die Treffen des

Netzwerks Schule-Wirtschaft die

schönsten Termine im Jahr, weil

hier alle Teilnehmer freiwillig

kommen und schlichtweg Bock

darauf haben, die Berufsorientierung

für Jugendliche zu verbessern“,

schwärmt Roland Streim,

Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Oberland. „Im Rahmen

des jüngsten Treffens wurde

darüber diskutiert, wie es künftig

gelingen könnte, eine bessere

Kommunikation auf Augenhöhe

zwischen Schülern, Lehrern und

Unternehmern hinzubekommen“,

verrät Monika Uhl. Was von Seiten

der Schulen und Betriebe bereits

im Hier und Jetzt gemacht wird

hinsichtlich Berufsorientierung

für Schüler, erklärt an dieser

Stelle Armin Mutzbauer anhand

konkreter Beispiele aus der Mittelschule

Peißenberg. Beginnend

in den siebten Klassen mit sogenannten

Zugangserkundungen,

wonach die Schüler anstelle des

gewohnten Klassenzimmers einen

in der Gegend ansässigen

Ausbildungsbetrieb besuchen,

gemeinsam mit dem Bus zu beispielsweise

ept oder Hoerbiger

fahren und dort einen ersten

hautnahen Einblick in die Berufswelt

von Werkzeugmachern,

Industriekaufleuten, Mechatronikern

bekommen. Ganz neu,

ebenfalls für Siebtklässler: Persönliche

Berufsentwicklungsgespräche

zwischen Schüler, Eltern

und Lehrer, um eben frühzeitig

und gemeinsam herauszufinden:

Was kann und möchte der Schüler

beruflich werden? „Dafür, dass wir

dieses Angebot erst zum Schuljahr

2024 / 2025 neu eingeführt hatten,

wurde es sehr gut angenommen

– von 21 Schülern sind 18 samt Eltern

zum Gespräch gekommen“,

62 | altlandkreis


betont Armin Mutzbauer, der an

dieser Stelle eine weitere Neuheit

an seiner Schule verrät: Den

Business-Tag, basierend auf Freiwilligkeit,

der jeden Freitag die

Schülerinnen und Schüler dazu

animiert, die Jogginghose durch

schicke, quasi Büro-tauglichere

Kleidung einzutauschen. Denn

Kleider machen bekanntlich Leute.

Bewerbungsgespräche

im Schulhaus

Intensiviert wird die Berufsorientierung

an der Mittelschule

Peißenberg schließlich bei den

Achtklässlern: Zwei Mal eine Woche

Berufspraktikum nach Wahl.

Entdeckertour im Handwerk.

Besuch der Ausbildungsmessen

in Weilheim und Schongau mit

kompletter Klasse via gemeinsamer

Busanreise. Bewerbertag

mit Vertretern von Ausbildungsbetrieben,

die im Schulhaus reale

Bewerbungsgespräche mit den

Schülern führen – das qualifizierte

Feedback im Anschluss hilft den

Jugendlichen ungemein, sich hinsichtlich

Auftretens, Kleidungsstil

sowie inhaltlicher Vorbereitung

zu Ausbildungsberuf und Unternehmen

zu verbessern. „Für den

Bewerbertag bereiten unsere

Schüler auch Bewerbungsunterlagen

vor, die von den Vertretern

der Betriebe gecheckt werden“,

sagt Armin Mutzbauer, der begeistert

ist von den positiven Effekten

dieses Tages. „Die Schüler gehen

meist zitternd vor Aufregung in

diese Gespräche rein und kommen

voller Selbstbewusstsein und Stolz

wieder raus.“ Roland Streim kann

dies bestätigen, sprang kürzlich

für kleinere Handwerksbetriebe

ein, die aus zeitlichen Gründen

nicht in der Lage waren, Personal

für den Bewerbertag abzustellen

– und führte Bewerbergespräche

zum Zimmerer, Maurer, Schreiner,

Kaminkehrer. „Ein Tag, den ich

nicht vergessen werde, weil er mir

nochmals bewusst gemacht hat,

wie gut und umfangreich unsere

Mittelschulen ihre Schüler auf das

Leben nach der Schule vorbereiten

– und wie bewusst sich die

Jugendlichen mit erst 13, 14 oder

15 Jahren für einen Beruf, den sie

bereits über ein Praktikum näher

kennenlernten, entscheiden und

sich über diesen bis ins Detail

informieren.“ Noch individueller

wird die schulinterne Berufsorientierung

an Mittelschulen schließlich

für Neuntklässler gestaltet.

„Hier geht es dann überwiegend

um individuelle Berufsorientierungshilfe

und im besten Falle

darum, dass alle unsere Schülerinnen

und Schüler bis spätestens

Ostern einen Ausbildungsvertrag

unterschrieben in der Tasche haben“,

sagt Armin Mutzbauer. Im

Rahmen der individuellen Berufsorientierung

spielen auch die

facettenreichen Angebote von IHK

und Agentur für Arbeit, die ebenfalls

sehr eng mit hiesigen Schulen

kooperieren, eine gewichtige Rol-

le. „Es gibt Schüler, die wir von der

achten Klasse weg begleitend terstützen, bei Bedarf auch dann

noch, wenn sie bereits eine Ausbildungsstelle

angetreten haben“,

bekräftigt Petra Callwitz von der

Agentur für Arbeit. „Wir von der

IHK schicken unsere Ausbildungs-

Scouts in die Schulen und treiben

Bildungspartnerschaften zwischen

Schulen und Betrieben voran“,

betont

IHK-Bildungsberaterin

Cornelia Gaide. Davon unabhängig

erfreulich: Dass sich über das

Netzwerk Schule-Wirtschaft immer

mehr Schulen und Betriebe für das

Thema Berufsorientierung interessieren,

die bis zu vier zwanglosen

Treffen pro Jahr an Beliebtheit

gewinnen. „Je intensiver der Austausch,

desto erfolgreicher die Integration

unserer Schüler ins Berufsleben“,

so Armin Mutzbauer.

Auch deshalb, „weil wir Lehrer die

Betriebe im Rahmen der Treffen

besser kennenlernen und entsprechend

wissen, wo unsere Schüler

un-

gut aufgehoben sind“.

js

Ausbildungsplätze (m/w/d)

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Die Privaten Oberlandschulen in Weilheim

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september / oktober 2025 | 63


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

Veranstaltungskalender

1. September bis 31. Oktober 2025

MO 01.09.

BERNBEUREN

16.00 bis 18.30 Uhr

Bücherei geöffnet. Jeden Montag

und Donnerstag

LECHBRUCK

18.00 bis 20.00 Uhr

Laternenführung „Zwischen Licht

und Legenden“. Treffpunkt am

Rathaus in der Flößerstr. 1. Kosten

5 € Erwachsene: 3 € Kinder. Anmeldung

bis Montag 12 Uhr in der

Tourist-Info unter 08862 / 987830

DI 02.09.

PEITING

ab 14.00 Uhr

Bankmuseum im Hauptgebäude

der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel

eG in der Bahnhofstraße 26

geöffnet. Besichtigung nur mit

Anmeldung unter 08861 / 6760.

Jeden 1. Dienstag im Monat

HOHENPEISSENBERG

09.30 bis 11.00 Uhr

Seniorentreff in gemütlicher

Runde im HOP im Schächen. Jeden

Dienstag

LECHBRUCK

17.00 bis 19.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Siebenbürgerstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Info unter Tel.

08862 / 987830

Ab 19.00 Uhr

Stammtisch der Motorradfreunde

im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag

im Monat

19.30 bis 20.00 Uhr

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen in der Siebenbürgerstr.

36 mit den Roßhauptener

Alphornbläsern

STEINGADEN

15.00 bis 17.00 Uhr

Klostermuseum im Pfarrhof geöffnet.

Eintritt frei. Sonderführungen

auf Anfrage unter Tel. 08862 / 200.

Jeden Dienstag und Donnerstag von

April bis September

MI 03.09.

SCHONGAU

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag. Siehe

Anzeige rechts

> > > BLUTSPENDETERMINE VOM ROTEN KREUZ

Do, 04. Sept. 16.00 bis 20.00 Uhr Weilheim, BRK-Haus

Fr, 05. Sept. 16.00 bis 20.00 Uhr Weilheim, BRK-Haus

Fr, 19. Sept. 16.00 bis 20.00 Uhr Fuchstal/Leeder, Mittelschule

Di, 23. Sept. 16.30 bis 20.00 Uhr Steingaden, Grundschule

Mi, 24. Sept. 16.00 bis 20.00 Uhr Schongau, Jakob-Pfeiffer-Haus

Do, 02. Okt. 16.00 bis 20.00 Uhr Ludenhausen, Happerger

Di, 07. Okt. 15.30 bis 20.00 Uhr Peißenberg, Tiefstollenhalle

Infos und Terminreservierung unter www.blutspendedienst.com

64 | altlandkreis

PEITING

14.00 bis 17.00 Uhr

Museum im Klösterle geöffnet,

Kapellenstr. 1. Jeden Mittwoch

außer an Feiertagen

17.00 bis 19.00 Uhr

Raum der Begegnung – offener

Treffpunkt für Trauernde für

Jung und Alt in den Räumen von

VerdeSia in der Angermoosstr. 28.

Jeden 1. Mittwoch im Monat

ALTENSTADT

19.30 bis 21.00 Uhr

Treffen der Fotogruppe im MIZ,

Schulweg 10. Kontakt: info@

fotogruppe-altenstadt.de, Veranstaltungen

sind für alle offen und

kostenlos. Jeden Mittwoch

LECHBRUCK

14.30 bis16.00 Uhr

Kinder stärken mit Pferdestärken.

Familie Riedle in Helmenstein

2. Anmeldung telefonisch unter

08367 / 9122792. Unkostenbeitrag

pro Reiter 16 €. Jeden Mittwoch

WILDSTEIG

SEPTEMBER /

17.00 bis 19.00 Uhr

Bücherei geöffnet. jeden Mittwoch

BAD BAYERSOIEN

14.30 bis 17.30 Uhr

Museum im Bierlinghaus geöffnet.

Eintritt 2,50 €. Jeden Mittwoch

KINSAU

14.45 bis 17.30 Uhr

Bücherstube im Turnraum der

Schule geöffnet. Jeden Mittwoch

15.00 bis 16.00 Uhr

Vorlesestunde im Turnraum der

Schule. Jeden Mittwoch

DO 04.09.

SCHONGAU

14.00 bis 17.00 Uhr

Gesellschafts- & Spielenachmittag

in der AWO. Infos unter

08861 / 3625. Jeden Donnerstag

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag. Siehe

Anzeige rechts

BERNBEUREN

16.00 bis 18.30 Uhr

Bücherei geöffnet. Jeden Montag

und Donnerstag

LECHBRUCK

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Info unter Tel.

08862 / 987830

17.30 bis 19.00 Uhr

Flößermuseum im Weidach 8

geöffnet

Ab 19.30 Uhr

Dämmerschoppen am Musikpavillon

in der Flößerstr. 1. Es spielt die

Musikkapelle Prem

STEINGADEN

14.00 bis 18.00 Uhr

Kameramuseum in der Füssener

Str. 5 geöffnet. Jeden Donnerstag

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm Jeden Donnerstag von

Mai bis Oktober

FR 05.09.

SCHONGAU

13.30 bis 15.30 Uhr

Treffen der Selbsthilfegruppe Lunge

im Besprechungsraum der AOK

in der Blumenstraße. Infos unter

www.shg-lunge.de

15.00 bis 18.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt

von Frauen für Frauen in der Passage

Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,

Tand und viel guter Laune. Jeden

Freitag

PEITING

8.30 bis 12.00 Uhr

Bauernmarkt am oberen Hauptplatz

mit Gemüse und Obst (nach

Saison), Schmalzgebäck, Kesselfleisch

und frischem Ziegenfleisch

sowie Produkte aus der Partnerstadt

Calvi dell Umbria uvm. Jeden

ersten Freitag im Monat

19.30 Uhr

Heimspiel EC Peiting vs. Erding

Gladiators im Eisstadion

HERZOGSÄGMÜHLE

18.00 bis 21.00 Uhr

Burgerabend im Café & Wirtshaus

Herzog am Dorfplatz 8. Reservierung

unter 08861 / 219213


LECHBRUCK

15.00 bis 17.00 Uhr

BERNBEUREN

Führung: Baumerlebnisse entlang

10.30 bis 12.00 Uhr

der Schongauer Stadtmauer. Info

Ortsführung mit Geschichte „Die

und Anmeldung bei der Tourist

Flößer von damals“. Treffpunkt am

Info unter Tel. 08861 / 214181 oder

Rathaus, Flößerstr. 1. Kosten ab 3

touristinfo@schongau.de

€. Anmeldung bei der Tourist-Info

LECHBRUCK

unter 08862 / 987830

20.00 Uhr

Erlebnis-Führung „Mit Wein, Weib

16.00 bis 18.00 Uhr

und Wacht durch die Schongauer

Familienführung im Flößermuseum

im Weidach 8. Kosten: Erwach-

Nacht“. Treffpunkt vor dem Rathaus

in der Münzstr. 1-3. Kosten 18 €.

sene 3 €: Kinder 2 €. Anmeldung

ROTTENBUCH

Info und Anmeldung bei der Tourist

bis spätestens 17 Uhr bei Tourist-Info

Info unter Tel. 08861 / 214181 oder

unter 08862 / 987830 oder info@

touristinfo@schongau.de

lechbruck.de

PEITING

ROTTENBUCH

14.00 bis 16.00 Uhr

Ab 8.00 Uhr

Führung an der Villa Rustica. Es ist

Fohlenmarkt auf dem alten Gärtnereigelände.

Beliebter Kaltblut-

keine Anmeldung notwendig und

die Führung ist kostenlos. Jeden

fohlenmarkt mit Versteigerung

Samstag von Mai bis Oktober

von Kaltblutfohlen, Marktständen

und Festzeltbetrieb bei zünftiger

Blasmusik. Siehe Seite 22

SA 06.09.

LANDKREIS WEILHEIM-SCHONGAU

13.00 bis 18.00 Uhr

Gartenwinkel-Tag in diversen

Gärten im Pfaffenwinkel zwischen

Lech und Loisach. Weitere Infos

unter www.gartenwinkel-pfaffenwinkel.de/aktuelles

SO 07.09.

PEITING

14.30 bis 18.00 Uhr

Tanz in Peiting im Pfarrsaal St.

Michael, Pfarrweg 1. Die „Original

Tanzfreunde“ laden ein das

Tanzbein zu schwingen. Unkostenbeitrag

8 €

HOHENPEISSENBERG

14.00 bis 16.00 Uhr

Auerbergmuseum geöffnet. Jeden

Sonntag

16.00 bis 18.00 Uhr

Flößermuseum im Weidach 8

geöffnet. Jeden Sonntag

Ab 10.00 Uhr

Eucharistiefeier und anschließende

Führung in der Pfarrkirche

mit Pfarrer Josef Fegg. Gruppenführungen

nach Anmeldung im

Pfarrbüro 08867 / 1008. Siehe Seite

14-16

WILDSTEIG

MO 08.09.

LECHBRUCK

18.00 bis 20.00 Uhr

Laternenführung „Zwischen Licht

und Legenden“. Treffpunkt am

Rathaus in der Flößerstr. 1. Kosten

5 € Erwachsene: 3 € Kinder. Anmeldung

bis Montag 12 Uhr in der

Tourist-Info unter 08862 / 987830

ROTTENBUCH

19.00 Uhr

Lichterprozession „Maria Geburt“

auf dem alten Gärtnereigelände

und Gottesdienst im Klosterhof

LECHBRUCK

DI 09.09.

17.00 bis 19.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech. Anmeldungen

ab zwei Wochen vorher in

der Tourist Information unter Tel.

08862 / 987830

LECHBRUCK

DO 11.09.

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen. Anmeldungen ab zwei

Wochen vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

9.15 bis 12.00 Uhr

9.30 bis 11.30 Uhr

SCHONGAU

Gauwallfahrt auf den Hohen

Bücherei geöffnet. Jeden Sonntag

Peißenberg

10.00 bis 11.30 Uhr

Führung „Spurensuche im Museum“.

Führung für Kinder von 11

BAD BAYERSOIEN

HOHENFURCH

17.00 bis 20.00 Uhr

bis 14 Jahren. Treffpunkt vor dem 13.00 bis 17.00 Uhr

Museum im Bierlinghaus geöffnet.

Rathaus in der Münzstr. 1-3. Kosten Schausonntag bei Holz Fichtl.

STEINGADEN

Eintritt 2,50 €. Jeden 1. Sonntag im

5 €. Info und Anmeldung bei der Siehe Anzeige Seite 11

Monat

Tourist Info unter Tel. 08861 / 214181

oder touristinfo@schongau.de SCHWABSOIEN

PEISSENBERG

10.00 bis 16.00 Uhr

9.30 bis 17.30 Uhr

13.30 bis 16.30 Uhr

Weibsdeifi-Markt in der Passage Waldfest am ehemaligen Waldbahnhof

im Sachsenrieder Forst.

Bergbaumuseum geöffnet.

Münzstr. 9. Der Flohmarkt von

Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat

Frauen für Frauen in der Passage Anreise nur mit dem Rad oder zu

Münzstr. 9 mit Kunst, Musik, Tand Fuß möglich. Das Fest findet nur bei

OKTOBER 2025

und viel guter Laune. 1. Samstag gutem Wetter statt. Siehe Seite 22

im Monat 10.00 – 16.00 Uhr Folgesamstage

10.00 bis 14.00 Uhr

17.30 bis 19.00 Uhr

Flößermuseum im Weidach 8

geöffnet

Ab 14.00 Uhr

Geschwistertagung 2025 in der

Bildungs- und Erholungsstätte

Langau. Für Geschwister von Menschen

mit Behinderung. Weitere

Infos unter https://www.langau.de/

geschwistertagung-2025/. Bis 14.09.

um 16.00 Uhr

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm

FR 12.09.

SCHONGAU

20.00 Uhr

Heimspiel EA Schongau vs. EC

Peiting im Eisstadion

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung mit Geschichte „Die

Flößer von damals“. Treffpunkt am

Rathaus, Flößerstr. 1. Kosten ab 3

€. Anmeldung bei Tourist-Info unter

08862 / 987830

16.00 bis 18.00 Uhr

Familienführung im Flößermuseum

im Weidach 8. Kosten:

Erwachsene 3 €: Kinder 2 €.

Anmeldung bei der Tourist-Info

unter 08862 / 987830 oder info@

lechbruck.de

Ab 19.30 Uhr

MSC Clubabend im Gasthof Holler

Jeden 2. Freitag im Monat

ROTTENBUCH

Ab 18.00 Uhr

Führung durch das Münster mit

Ursula Heitmeier. Gruppenführungen

nach Anmeldung im Pfarrbüro

unter 08867 / 1008. Siehe Seite 14-16

SCHÖNBERG

Ab 20.00 Uhr

Atomfete

SA 13.09.

SCHONGAU

9.00 bis 12.00 Uhr

Kreative Schreibgruppe – für alle,

die Freude am Schreiben entdecken.

Kosten 30 €, weitere Infos und

Anmeldung unter carmen.janssen@

gmx.de

september / oktober 2025 | 65


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

10.00 bis 11.30 Uhr

Familien-Erlebnisführung –

Entdecke Schongau mit Schohu.

Treffpunkt vor dem Rauthaus in

der Münzstr. 1-3. Kosten 5 €. Info

und Anmeldung bei der Tourist

Info unter Tel. 08861 /214181 oder

touristinfo@schongau.de

Ab 17.30 Uhr

Musik im historischen Rössle-

Biergarten. Mit Live Musik an der

historischen Stadtmauer an der

Christophstr. 49. Eintritt frei. Infos

unter www.brauhaus-schongau.de

oder Tel. 08861 / 9336222

PEITING

10.00 bis 16.00 Uhr

Trödel Rendezvous – Garagenflohmarkt

in Privathaushalten in ganz

Peiting. Für das leibliche Wohl

wird in Zwischenstation gesorgt

HOHENPEISSENBERG

9.00 bis 17.00 Uhr

Monte Rigi Classic – Oldtimer

Gleichmäßigkeitsfahrt auf den

Hohen Peissenberg. Für das

leibliche Wohl ist gesorgt. Weitere

Infos unter www.mscbr.de. Siehe

Seite 26 / 27

66 | altlandkreis

LECHBRUCK

Ab 17.00 Uhr

ERC Sommerfest im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit Vorstellung

der verschiedenen ERC Mannschaften

SO 14.09.

HERZOGSÄGMÜHLE

9.00 bis 12.00 Uhr

Tauschtag der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung für Briefmarken,

Postkarten und Münzen

im Rainer-Endisch-Saal

SCHWABNIEDERHOFEN

Ab 16.00 Uhr

Gartenfest im Kulze im St. Florian-

Weg 1. Auf der Außenbühne. De

Tschiggas & Die Bumbleboys.

Eintritt frei, keine Reservierung

erforderlich

BURGGEN

Ab 10.15 Uhr

Feldmesse mit anschließendem

Stadlfest am Haldenwiesle oberhalb

der Litzauer Schleife. Für das

leibliche Wohl und Unterhaltung

wird gesorgt. Siehe Seite 23

LECHBRUCK

9.00 bis 10.00 Uhr

Vogelkundliche Wanderung um

den oberen Lechsee. Treffpunkt:

Flößerstr. 1. Die Führung ist kostenlos.

Infos unter 0881 / 9249941 oder

0160 / 90917247

16.00 bis 18.00 Uhr

Flößermuseum im Weidach 8

geöffnet

ROTTENBUCH

10.00 Uhr

Pontifikalamt zum Patrozinium

des Münsters Mariae Geburt mit

Joseph Hadns Kleiner Orgelsolomesse

– Missa brevis in B. Siehe

Seite 14-16

15.00 Uhr

Orgelführung mit Florian Löffler.

Gruppenführungen nach Anmeldung

im Pfarrbüro 08867 / 1008.

Siehe Seite 14-16

19.00 Uhr

Internationales Orgelkonzert in

Kooperation mit dem Orgelfestival

„Mächtige Klänge“ an der Freywies-Orgel

im Münster mit dem

Domorganist Konstantin Reymaier

aus Wien. Siehe Seite 14-16

KINSAU

7.00 bis 15.30 Uhr

Wanderritt - Treffpunkt an der B17

Einfahrt Kinsau. Startgeld zwischen

17 € und 25 €. Reitstrecke ca. 25 km.

Anfragen unter 01520 / 4021144 oder

01520 / 3457623

LECHBRUCK

DI 16.09.

17.00 bis 19.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Siebenbürgerstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

MI 17.09.

SCHONGAU

11.00 bis 17.00 Uhr

Kleiderkammer in der Blumenstraße

2 geöffnet. Jeden Mittwoch

außer in den Ferien

APFELDORF

15.45 bis1 6.30 Uhr

Bücherei im Untergeschoß der

Grundschule geöffnet. Jeden Mittwoch

außer in den Ferien

DO 18.09.

LECHBRUCK

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Siebenbürgerstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

17.30 bis 19.00 Uhr

Flößermuseum im Weidach 8

geöffnet

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm

DENKLINGEN

SEPTEMBER /

16.00 bis 18.00 Uhr

Gemeindebücherei geöffnet. Jeden

Donnerstag außer in den Ferien

WEILHEIM

15.00 bis 17.00 Uhr

Infoveranstaltung: Leben mit Parkinson:

Information, Unterstützung

und Perspektiven im Landratsamt

Zugspitzsaal, Stainhardtstr. 7, III

Stock

FR 19.09.

SCHONGAU

11.00 bis 22.00 Uhr

1. Schongauer Stadtgeflüster. Es

präsentiert sich der Altstadt-Einzelhandel.

Verschiedene Geschäfte

geöffnet bis 22 Uhr

15.00 bis 18.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt

von Frauen für Frauen in der Passage

Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,

Tand und viel guter Laune. Jeden

Freitag

18.00 bis 19.00 Uhr

Klamottenkiste – Einlass für

Schwangere und Behinderte in

der Pfarrei Verklärung Christi in

Schongau West. Verkauf von gut

erhaltener Kinderkleidung usw.

PEITING

19.30 Uhr

Heimspiel EC Peiting vs. Stuttgart

Rebels im Eisstadion. Siehe Seite

22

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung mit Geschichte „Die

Flößer von damals“. Treffpunkt

am Rathaus. Kosten ab 3 €.

Anmeldung bei Tourist-Info unter

08862 / 987830

SA 20.09.

SCHONGAU

9.00 bis 12.00 Uhr

Klamottenkiste in der Pfarrei Verklärung

Christi in Schongau West.

(Vergabe der Chiffre-Nr. am 08.09.)


9.00 Uhr

Volksmusikseminar in der Musikschule

Pfaffenwinkel. Anmeldung

per E-Mail unter Kiheidemarie@

aol.com. Siehe Seite 46

PEITING

11.30 Uhr

Run & Bike Staffelsprint in der

Schnalzstraße am Schlammweiher.

Weitere Infos unter www.skiclubpeiting.de.

Siehe Seite 23

LECHBRUCK

Ab 18.00 Uhr

Soul-Night mit Irma & Die

Wouldliketos im Flößermuseum,

Weidach 8. Kartenvorverkauf und

Reservierung bei der Tourist Info

Lechbruck unter 08862 / 987830.

Kosten 16 €

ROTTENBUCH-SCHÖNBERG

Ganztags

Wallfahrt nach Füssen organisiert

vom Pfarrverband Rottenbuch

REICHLING

12 Uhr

Motocrossrennen in Reichling –

Jugend und Ladies. Ab 8.30 Uhr

Warm-Ups. Siehe Seite 4 / 5

SO 21.09.

SCHONGAU

9.00 Uhr

Volksmusikseminar in der Musikschule

Pfaffenwinkel. Anmeldung

per E-Mail unter Kiheidemarie@

aol.com. Siehe Seite 46

LECHBRUCK

16.00 bis 18.00 Uhr

Flößermuseum im Weidach 8

geöffnet

STEINGADEN

16.00 bis 17.00 Uhr

Verweilmusik und Spätsommergedanken

in der Hl.-Kreuz-Kirche am

Kreuzberg 3

ROTTENBUCH

10.00 Uhr

Eucharistiefeier und anschließende

Führung mit Albrecht Bögle.

Gruppenführungen nach Anmeldung

im Pfarrbüro 08867 / 1008.

Siehe Seite 14-16

REICHLING

12 Uhr

Motocrossrennen in Reichling –

Offene Leistungsklassen. Ab 8.30

Uhr Warm-Ups. Siehe Seite 4 / 5

LUDENHAUSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Flohmarkt beim Happerger.

Infos und Anmeldung unter

www.happerger.com

SDI 23.09.

LECHBRUCK

17.00 bis 19.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Siebenbürgerstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

MI 24.09.

STEINGADEN

Ab 12.00 Uhr

Gartentage im Herbst in der

Bildungs- und Erholungsstätte

Langau. Infos unter: https://www.

langau.de/events/gartentage-imherbst/.

Bis 28.09. 13.00 Uhr

DO 25.09.

LECHBRUCK

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen. Anmeldungen ab zwei

Wochen vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

17.30 bis 19.00 Uhr

Flößermuseum im Weidach 8

geöffnet

WEILHEIM

19.30 Uhr

Vortrag zum Thema „Geschwisterstreit

um Erbe und Pflichtteil“ von

Rechtsanwältin Caroline Kistler im

Dachs-Bräustüberl in der Murnauer

Str. 5, siehe Anzeige links

FR 26.09.

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung mit Geschichte „Die

Flößer von damals“. Treffpunkt

am Rathaus. Kosten ab 3 €.

Anmeldung bei Tourist-Info unter

08862 / 987830

Ab 19.00 Uhr

Rockabend am Bootshafen in der

Siebenbürgerstr. 36 mit Live Musik

„Iron Moon“

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm

SA 27.09.

SCHONGAU

10.00 bis 11.30 Uhr

Familien-Erlebnisführung –

Entdecke Schongau mit Schohu.

Treffpunkt vor dem Rathaus. Kosten

5 €. Info und Anmeldung bei der

Tourist Info unter Tel. 08861 / 214181

oder touristinfo@schongau.de

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung: Zünfte, Zunfthandwerk,

Zunftbräuche. Treffpunkt vor dem

Rathaus, Kosten: 12 €. Anmeldung

unter Tel. 08861 / 214181 oder

touristinfo@schongau.de

PEITING

9.30 bis 11.30 Uhr

Kinderkleiderbasar Herbst/Winter

in der Schloßberghalle. Infos und

Anmeldung unter www.basarlino.

de/NI44

HOHENPEISSENBERG

10.00 bis 12.00 Uhr

Kinderkleidermarkt in der Nordstr.

3. Vergabe der Verkäufernummern

ab 12.September unter WhatsApp

0152 / 36611076 oder kinderkleidermarkt-hpbg@web.de

ALTENSTADT

18.00 bis 19.00 Uhr

Konzert in der Basilika, Cellosuiten

von Johann Sebastian Bach mit

Cellist Andreas Thiemig. Eintritt ist

kostenlos

SCHWABNIEDERHOFEN

19.00 Uhr

Dreieckmusi im Kulze im St.

Florian-Weg 1. Freie Platzwahl, Eintritt

12 €. Weitere Infos unter www.

dreieckmusi.de. Siehe Seite 22

STEINGADEN

14.00 bis 17.00 Uhr

Sing mit! Offenes Singen in der

Bildungs- und Erholungsstätte

Langau. Weitere Informationen

unter: https://www.langau.de/

veranstaltungen-langau/

ROTTENBUCH

14.00 bis 16.00 Uhr

Pflanzenflohmarkt im Fohlenhof

Ab 19.00 Uhr

Abschlusskonzert zum Rottenbucher

Festsommer an der

Freywies-Orgel im Münster.

Siehe Seite 14-16

DENKLINGEN

9.30 bis 12.00 Uhr

68. Klamottenkiste/Kleiderbasar

für Kinder und Teenager in der

Schulturnhalle, Birkenstr. 4.

Infos und Anmeldung unter

klamottenkiste-denklingen@gmx.de

OKTOBER 2025

september / oktober 2025 | 67


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

68 | altlandkreis

LUDENHAUSEN

17.00 bis 19.00 Uhr

Raum der Begegnung – offener

Ab 20.00 Uhr

Treffpunkt für Trauernde für

Kabarett Theresa Reichl – Obacht, i

Jung und Alt in den Räumen von

kann wos! Beim Happerger in der

VerdeSia in der Angermoosstr. 28.

Hauptstr. 20. Eintritt 22 €. Infos und

Jeden 1. Mittwoch im Monat

Karten unter www.happerger.com

ALTENSTADT

SO 28.09.

19.30 bis 21.00 Uhr

Treffen der Fotogruppe im MIZ,

PEITING

Schulweg 10. Kontakt: info@

18.00 Uhr

fotogruppe-altenstadt.de, Veranstaltungen

sind für alle offen und

Heimspiel EC Peiting vs. Höchstadter

Alligators im Eisstadion kostenlos. Jeden Mittwoch

LECHBRUCK

16.00 bis 18.00 Uhr

Flößermuseum geöffnet

ROTTENBUCH

11.00 Uhr

Bergmesse am Hennenkopf

KINSAU

11.00 bis 15.00 Uhr

Flohmarkt im Dorfgemeinschaftshaus

DI 30.09.

LECHBRUCK

17.00 bis 19.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Siebenbürgerstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

MI 01.10.

SCHONGAU

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

PEITING

SEPTEMBER /

14.00 bis 17.00 Uhr

Museum im Klösterle geöffnet. Jeden

Mittwoch außer an Feiertagen

HOHENFURCH

Ab 9.30 Uhr

Abverkauf bei der Geschenketruhe

Knop im Bayerweg 11. Kerzen und

Geschenkartikel in großer Auswahl

& für jeden Anlass, siehe Anzeige

Seite 49

LECHBRUCK

14.30 bis 16.00 Uhr

Kinder stärken mit Pferdestärken

bei Familie Riedle in Helmenstein.

Anmeldung telefonisch unter

08367 / 9122792. Unkostenbeitrag

pro Reiter 16 €. Jeden Mittwoch

ROTTENBUCH

18.00 bis 20.00 Uhr

Lesung mit Kabarett zum Buch

„Törtchen, Tod und Techtelmechtel“

von Alexandra Stiglmeier im

Café Mandala im Klosterhof

WILDSTEIG

17.00 bis 19.00 Uhr

Bücherei geöffnet. Jeden Mittwoch

BAD BAYERSOIEN

14.30 bis 17.30 Uhr

Museum im Bierlinghaus geöffnet.

Eintritt 2,50 €. Jeden Mittwoch

KINSAU

14.45 bis 17.30 Uhr

Bücherstube im Turnraum der

Schule geöffnet. Jeden Mittwoch

15.00 bis 16.00 Uhr

Vorlesestunde im Turnraum der

Schule. Jeden Mittwoch

DO 02.10.

SCHONGAU

14.00 bis 17.00 Uhr

Gesellschafts- & Spielenachmittag

mit Bewirtung in der AWO. Infos

unter 08861 / 3625. Jeden Donnerstag

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag. Siehe

Anzeige Seite 65

BERNBEUREN

16.00 bis 18.30 Uhr

Bücherei geöffnet. Jeden Montag

und Donnerstag

STEINGADEN

14.00 bis 18.00 Uhr

Kameramuseum in der Füssener

Str. 5 geöffnet. Jeden Donnerstag

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm Jeden Donnerstag von

Mai bis Oktober

FR 03.10.

Tag der deutschen Einheit

SCHWABNIEDERHOFEN

18.00 Uhr

150 Jahre Feuerwehr Schwabniederhofen

– Weinfest mit der

Xafranzlmusi und den Blech-

Bätschern in der Festhalle im

Saliterweg. Siehe Seite 20 / 21

HERZOGSÄGMÜHLE

18.00 bis 21.00 Uhr

Schnitzel-Abend im Café &

Wirtshaus Herzog am Dorfplatz 8.

Reservierung unter 08861 / 219213


DENKLINGEN

Ab 19.00 Uhr

Ein Chor muckt auf (The special

Musical) im Bürger- und Vereinszentrum.

Der Denklinger Chor

„Spirit of Joy“ feiert 55-jähriges

Jubiläum. Karten unter https://

spirit-of-joy.blankmusic.org/

SA 04.10.

SCHONGAU

10.00 bis 16.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt in der Passage

Münzstr. 9. Der Flohmarkt von

Frauen für Frauen mit Kunst,

Musik, Tand und viel guter Laune.

1. Samstag im Monat 10 – 16 Uhr

Folgesamstage 10 bis 14 Uhr

PEITING

14.00 bis 16.00 Uhr

Führung an der Villa Rustica. Es ist

keine Anmeldung notwendig und

die Führung ist kostenlos. Jeden

Samstag von Mai bis Oktober

SCHWABNIEDERHOFEN

11.00 Uhr

150 Jahre Feuerwehr Schwabniederhofen

– Oldtimertreffen mit

Rundfahrt und Unterhaltung mit

der Musikkapelle Altenstadt an

der Festhalle im Saliterweg. Siehe

Seite 20 / 21

19.00 Uhr

150 Jahre Feuerwehr Schwabniederhofen

– Wiagsägschneid-

Wettbewerb und Unterhaltung mit

der Musikkapelle Hohenfurch an

der Festhalle im Saliterweg. Siehe

Seite 20 / 21

LECHBRUCK

18.00 Uhr

Indian Summer Live-Cooking Festival

mit 10 Spitzen- und Sterneköchen

auf der Gsteig. Tickets unter

www.gsteig.de/indiansummer.

Siehe Anzeige Seite 67

DENKLINGEN

19.00 Uhr

Ein Chor muckt auf (The special

Musical) im Bürger- und Vereinszentrum.

Der Denklinger Chor

„Spirit of Joy“ feiert 55-jähriges

Jubiläum. Karten unter https://

spirit-of-joy.blankmusic.org/

SO 05.10.

PEITING

18.00 Uhr

Heimspiel EC Peiting vs. EV Füssen

im Eisstadion

SCHWABNIEDERHOFEN

9.00 Uhr

150 Jahre Feuerwehr Schwabniederhofen

– Festgottesdienst

in der Heilig-Kreuzkirche, anschl.

Frühschoppen in der Festhalle im

Saliterweg und großem Festumzug

um 14 Uhr. Siehe Seite 20 / 21

BERNBEUREN

14.00 bis 16.00 Uhr

Auerbergmuseum geöffnet.

Jeden Sonntag

LECHBRUCK

8.00 bis 17.00 Uhr

Schwäbische Kart-Meisterschaft

am Haus der Vereine

ROTTENBUCH

10.00 Uhr

Eucharistiefeier und anschließende

Führung in der Pfarrkirche mit

Pfarrer Josef Fegg. Siehe Seite 14-16

WILDSTEIG

9.30 bis 11.30 Uhr

Bücherei geöffnet. Jeden Sonntag

BAD BAYERSOIEN

OKTOBER 2025

17.00 bis 20.00 Uhr

Museum im Bierlinghaus geöffnet.

Eintritt 2,50 € . Jeden 1. Sonntag im

Monat

DENKLINGEN

16.00 Uhr

Ein Chor muckt auf (The special

Musical) im Bürger- und Vereinszentrum.

Der Denklinger Chor

„Spirit of Joy“ feiert 55-jähriges

Jubiläum. Karten unter https://

spirit-of-joy.blankmusic.org/

PEISSENBERG

13.30 bis 16.30 Uhr

Bergbaumuseum geöffnet.

Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat

POLLING

16.00 Uhr

Musik im Pfaffenwinkel im Bibliotheksaal.

Wolfgang Amadeus

Mozart, Die Hochzeit des Figaro.

Kartenvorverkauf: www.gap-ticket.

de, info@gap-ticket.de, www.

muenchenticket.de und bei Judith

Huppertz unter 08861 / 9309098

oder s.copycenter@live.de.

MO 06.10.

BERNBEUREN

16.00 bis 18.30 Uhr

Bücherei geöffnet. Jeden Montag

und Donnerstag

DI 07.10.

PEITING

14.00 Uhr

Bankmuseum im Hauptgebäude

der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel

eG in der Bahnhofstraße 26

geöffnet. Besichtigung nur mit

Anmeldung unter 08861 / 6760.

Jeden 1. Dienstag im Monat

HOHENPEISSENBERG

9.30 bis 11.00 Uhr

Seniorentreff in gemütlicher

Runde im HOP im Schächen. Jeden

Dienstag

LECHBRUCK

Ab 19.30 Uhr

MSC-Motorrad-Stammtisch im

Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag

im Monat

FR 10.10.

SCHONGAU

7.30 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz.

Jeden Freitag

13.30 bis 15.30 Uhr

Treffen der Selbsthilfegruppe Lunge

im Besprechungsraum der AOK

in der Blumenstraße. Infos unter

www.shg-lunge.de

15.00 bis 18.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt

von Frauen für Frauen in der Passage

Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,

Tand und viel guter Laune. Jeden

Freitag

PEITING

8.30 bis 12.00 Uhr

Herbst-Bauernmarkt am oberen

Hauptplatz mit Gemüse und Obst

(nach Saison), Schmalzgebäck,

Kesselfleisch und frischem Ziegenfleisch

sowie Produkten aus der

Partnerstadt Calvi dell Umbria mit

Porchetta uvm.

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung mit Geschichte „Die

Flößer von damals“. Treffpunkt am

Rathaus, Flößerstr. 1. Kosten ab 3

€. Anmeldung bei Tourist-Info unter

08862 / 987830

Ab 19.30 Uhr

MSC Clubabend im Gasthof Holler

Jeden 2. Freitag im Monat

september / oktober 2025 | 69


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

SA 11.10.

SCHONGAU

20.00 bis 23.00 Uhr

Weinfest im Trachtenheim

PEITING

10.00 bis 17.00 Uhr

Tag der offenen Tür & Hausmesse

bei Wechner Haustechnik in

der Klammspitzstr. 4 + 11. Mit

Vorträgen, externen Ausstellern,

Kinderprogramm und kulinarischen

Schmankerln. Siehe Anzeige

Seite 2

LECHBRUCK

Ab 12.00 Uhr

Flößerstadl’s Oktoberfest am

Bootshafen in der Siebenbürgerstr.

31. Eintritt frei, Reservierung unter

0176 / 63485038

SO 12.10.

SCHONGAU

17.30 Uhr

Heimspiel der EA Schongau vs.

Kempten Sharks im Eisstadion

PEITING

18.00 Uhr

Heimspiel EC Peiting vs. Erding

Gladiators im Eisstadion

PEITING

14.30 bis 18.00 Uhr

Tanz in Peiting im Pfarrsaal St.

Michael, Pfarrweg 1. Die „Original

Tanzfreunde“ laden ein das

Tanzbein zu schwingen. Unkostenbeitrag

8 €

HERZOGSÄGMÜHLE

9.00 bis 12.00 Uhr

Tauschtag der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung für Briefmarken,

Postkarten und Münzen

im Rainer-Endisch-Saal

70 | altlandkreis

ROTTENBUCH

10.00 Uhr

Eucharistiefeier und anschließende

Führung in der Pfarrkirche mit

Albrecht Bögle. Gruppenführungen

nach Anmeldung im Pfarrbüro

08867 / 1008. Siehe Seite 14-16

DI 14.10.

PEITING

Ab 15.00 Uhr

Stammtisch der Frauen Union Peiting

im Café Central am Hauptplatz

5. Jeden 2. Dienstag

MI 15.10.

PEITING

19.30 bis 21.30 Uhr

Sepp Maier Live – Porträtshow mit

Tobias Bücklein in der Schloßberghalle.

Tickets unter www.expeditionleben.com.

Siehe Seite 47

FR 17.10.

PEITING

20.00 Uhr

Heimspiel EC Peiting vs. Tölzer

Löwen im Eisstadion

SCHWABNIEDERHOFEN

19.00 Uhr

Tod auf dem Nil – nach Agatha

Christie des Theatervereins Treibhaus

e.V. im St. Florian-Weg 1.

Kosten 18 € weitere Infos und Karten

unter www.theaterverein-treibhaus.

de oder Tourist Info Schongau

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung mit Geschichte „Die

Flößer von damals“. Treffpunkt am

Rathaus, Flößerstr. 1. Kosten ab 3 €.

Anmeldung bei Tourist-Info unter

08862 / 987830

SCHWABNIEDERHOFEN

SA 18.10.

Ab 19.00 Uhr

Tod auf dem Nil – nach Agatha

PEITING

Christie des Theatervereins Treibhaus

e.V. im St. Florian-Weg 1.

Ab 14 Uhr

LECHBRUCK

Herbstfestival in der Xaver Bar Kosten 18 € weitere Infos und Karten

Lounge mit vielen Ausstellern von unter www.theaterverein.treibhaus.

Gin, Rum, Whisky, Aperitifs u.v.m. de oder Tourist Info Schongau

in der Ammergauer Str. 16. Siehe

Anzeige Seite 69

LECHBRUCK

11.30 bis 14.00 Uhr

SCHWABNIEDERHOFEN

Kirchweih auf der Gsteig, Kirchweih-Ganserl

oder Ente à la carte.

STEINGADEN

19.00 Uhr

Tod auf dem Nil – nach Agatha Reservierung unter 08862 / 987749

Christie des Theatervereins Treibhaus

e.V. im St. Florian-Weg 1. WILDSTEIG

Kosten 18 € weitere Infos und Karten

10.00 Uhr

unter www.theaterverein-treibhaus.

Leonhardiritt mit Festgottesdienst

de oder Tourist Info Schongau

und Umritt. Siehe Seite 32 / 33

WEILHEIM

WEILHEIM

20.00 Uhr

Ab 18.00 Uhr

Theaterstück: Glaube, Liebe,

SCHONGAU

Theaterstück: Glaube, Liebe,

Hoffnung von Ödön von Horváth

Hoffnung von Ödön von Horváth

im Stadttheater. Tickets unter www.

im Stadttheater. Tickets unter www.

weilheimer-festspiele.de. Siehe

weilheimer-festspiele.de. Siehe

Anzeige Seite 66

Anzeige Seite 66

SO 19.10.

SCHONGAU

17.00 bis 18.30 Uhr

Themenführung: Henker, Heiler,

Hexen - Geschichten aus dem

Kräutergarten. Treffpunkt am

Rathaus in der Münzstr. 1-3. Kosten

12 €. Info und Anmeldung bei der

Tourist Info unter Tel. 08861 / 214181

oder touristinfo@schongau.de

17.30 Uhr

Heimspiel der EA Schongau vs.

ERSC Amberg im Eisstadion

HOHENPEISSENBERG

10.30 Uhr

Festgottesdienst anlässlich

„500 Jahre Treueschwur“ in der

Wallfahrtskirche auf dem Hohen

Peißenberg. Siehe Seite 30/ 31

DO 23.10.

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm

FR 24.10.

PEITING

20.00 bis 22.00 Uhr

Willy Astor: Reimart und Lachkunde

in der Schloßberghalle.

Tickets bei der Tourist Info unter

08861 / 59962 oder www.kulturticketshop.de/kultur-peiting.

Siehe S. 17

SCHWABNIEDERHOFEN

SEPTEMBER /

19.00 Uhr

Tod auf dem Nil – nach Agatha

Christie des Theatervereins Treibhaus

e.V. im St. Florian-Weg 1.

Kosten 18 € weitere Infos und Karten

unter www.theaterverein-treibhaus.

de oder Tourist Info Schongau

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung mit Geschichte „Die

Flößer von damals“. Kosten ab 3 €.

Anmeldung bei Tourist-Info unter

08862 / 987830

18.00 Uhr

Schreibwerkstatt in der Bildungsund

Erholungsstätte Langau. Weitere

Infos unter https://www.langau.

de/events/schreibwerkstatt-5/

Bis 26.10. um 13.30 Uhr

SA 25.10.

14.00 bis 15.30 Uhr

Themenführung: Kostbarkeiten im

Museum. Treffpunkt am Rathaus

in der Münzstr. 1-3. Kosten 10 €.

Info und Anmeldung bei der Tourist

Info unter Tel. 08861 / 214181 oder

touristinfo@schongau.de

SCHWABNIEDERHOFEN

Ab 19.00 Uhr

Tod auf dem Nil – nach Agatha

Christie des Theatervereins Treibhaus

e.V. im St. Florian-Weg 1.

Kosten 18 €, weitere Infos und

Karten unter www.theatervereintreibhaus.de

oder Tourist Info

Schongau

LECHBRUCK

20.00 bis 22.00 Uhr

„Rocket“ mit der Dreieckmusi im

Flößermuseum am Weidach 8.

Eintritt 12 €. Weitere Infos und

Karten unter Tourist Info Lechbruck

08862 / 987830 oder info@

lechbruck.de


STEINGADEN

14.00 bis 17.00 Uhr

Sing mit! Offenes Singen in der

Bildungs- und Erholungsstätte

Langau. Weitere Informationen

unter: www.langau.de/veranstaltungen-langau/

LUDENHAUSEN

10.00 bis 16.00 Uhr

Jodelworkshop im Happerger.

Kursgebühr 45 €. Infos und Anmeldung

unter www.happerger.com

MARKTOBERDORF

19.00 bis 22.00 Uhr

Don Giovanni – Oper von W. A.

Mozart im MODEON in der Schwabenstr.

58. Alle Infos unter www.

modeon.de. Siehe Anzeige Seite 30

SO 26.10.

SCHONGAU

14.00 bis 15.30 Uhr

Themenführung: Verschwundenes,

Verborgenes und kleine Juwelen.

Treffpunkt vor dem Rathaus in der

Münzstr. 1-3. Kosten 10 €. Info und

Anmeldung bei der Tourist Info

unter Tel. 08861 / 214181 oder

touristinfo@schongau.de

17.30 Uhr

Heimspiel der EA Schongau vs.

Peißenberg Miners im Eisstadion

PEITING

18.00 Uhr

Heimspiel EC Peiting vs. Heilbronner

Falken im Eisstadion

LECHBRUCK

10.00 Uhr

Wendelinsritt an der St. Wendelinskirche.

Gottesdienst mit

anschließender Pferdesegnung

11.00 bis 14.00 Uhr

Goldener Oktober-Brunch auf

der Gsteig. Kosten 39 € Tischreservierung

erforderlich unter

08862 / 987749

WEILHEIM

18.00 Uhr

Theaterstück: Glaube, Liebe,

Hoffnung von Ödön von Horváth

im Stadttheater. Tickets unter www.

weilheimer-festspiele.de. Siehe

Anzeige Seite 66

LUDENHAUSEN

20.00 Uhr

Konzert Maxjoseph im Happerger.

Eintritt 12 €. Infos und Karten unter

www.happerger.com

DO 30.10.

WEILHEIM

20.00 Uhr

Theaterstück: Glaube, Liebe,

Hoffnung von Ödön von Horváth

im Stadttheater. Tickets unter www.

weilheimer-festspiele.de. Siehe

Anzeige Seite 66

FR 31.10.

HEUTE ERSCHEINT

DER NEUE ALTLANDKREIS

SCHONGAU

19.00 bis 20.30 Uhr

Erlebnis-Führung „Mit Wein, Weib

und Wacht durch die Schongauer

Nacht“. Treffpunkt vor dem Rathaus

in der Münzstr. 1-3. Kosten 18 €.

Info und Anmeldung bei der Tourist

Info unter Tel. 08861 / 214181 oder

touristinfo@schongau.de

20.00 Uhr

Heimspiel der EA Schongau vs.

VFE Ulm/Neu-Ulm im Eisstadion

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung mit Geschichte „Die

Flößer von damals“. Treffpunkt am

Rathaus, Flößerstr. 1. Kosten ab 3 €.

Anmeldung bei Tourist-Info unter

08862 / 987830

STEINGADEN

14.00 Uhr

Geschwistertagung 2025 in der

Bildungs- und Erholungsstätte

Langau. Für Geschwister von Menschen

mit Behinderung. Weitere

Infos unter https://www.langau.de/

geschwistertagung-2025/. Bis 04.11.

um 12.00 Uhr

WEILHEIM

20.00 Uhr

Theaterstück: Glaube, Liebe,

Hoffnung von Ödön von Horváth

im Stadttheater. Tickets unter www.

weilheimer-festspiele.de. Siehe

Anzeige Seite 66

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> > > SO ERREICHEN SIE DEN „ALTLANDKREIS“

Anschrift

„altlandkreis“

Birkland 40

86971 Peiting

9.00 bis 12.00 Uhr

Vogelkundliche Wanderung am

OKTOBER

oberen Lechsee. Treffpunkt am

2025

Rathaus in der Flößerstr. 1. Weitere

Infos unter 0881 / 9249941 oder

0160 / 90917247

Tel.: 08869 / 91 22-16

Fax: 08869 / 91 22-17

www.altlandkreis.de

Email

Redaktion: redaktion@altlandkreis.de

Termine: veranstaltungen@altlandkreis.de

Anzeigen: anzeigen@altlandkreis.de

Anregungen / Kritik: info@altlandkreis.de

Das Impressum finden Sie auf Seite 25.

september / oktober 2025 | 71

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