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SEPTEMBER 2025 | JAHRGANG 22 – NR. 9
MONATSZEITSCHRIFT | ENTHÄLT I.P.
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Agriphotovoltaik
Vielversprechendes Zukunftsmodell
oder nur ein kostspieliges Experiment?
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www.dieweinstrasse.bz
SPEZIAL
WOHNEN UND
EINRICHTEN
S. 46
Frau im Fokus
Von der Spielwelt bis zum Comedicus:
Eva Marinis bunte Vielseitgkeit
S. 30
Kellerei Tramin
Auszeichnung als weltbeste
Kellereigenossenschaft
S. 32
Wolfgang Meraner
Ein Leben für die Kunst in
Farben, Formen und Geschichten
S. 40
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KALTERN: Tabaktrafik Maria Atz, Andreas-Hofer-Straße 18a
TRAMIN: Bellutti M. & Co., Rathausplatz 1
AUER: Handlung Holzknecht Hermann Franzelin, Hauptplatz 31
NEUMARKT: Tabaktrafik Petra, Lauben 1
LIEBE LESERINNEN UND LESER,
Agri – was? Agriphotovoltaik – seitdem das Land grünes Licht
für Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen gegeben hat, geistert
dieser Begriff durch alle Kanäle. Und doch weiß kaum jemand,
was genau dahintersteckt. Auch die verkürzte Form „Agrivoltaik“
macht das Wortungetüm nicht unbedingt besser. Viele Fragen,
wenige Antworten.
Antworten werden sich so schnell nicht finden lassen: Das Pilotprojekt
der Laimburg in Auer befindet sich noch in einer frühen
Entwicklungsphase und liefert derzeit keine aussagekräftigen Ergebnisse.
Worauf also soll ein Bauer zurückgreifen, wenn er überlegt,
seine Obstwiese mit Photovoltaikpaneelen auszustatten? Sind die
Kosten tatsächlich abschätzbar – und wird sich eine solche Anlage
jemals rechnen? Oder ist sie womöglich bereits veraltet, sobald sich
die Investitionskosten amortisiert haben?
Eines scheint immerhin klar: Sollte die Agrivoltaik in Südtirol
Realität werden, dann vor allem im Unterland und im Etschtal
– also in unserem Bezirk. Hier liegen nämlich die Voraussetzungen
vor, die das Land für derartige Anlagen festgelegt hat. Nach den
Hagelnetzen nun also auch Photovoltaik über den Apfelbäumen?
Und was sagt der Landschaftsschutz? Der Umwelt- und Naturschutz,
der bei erneuerbaren Energien eigentlich jubeln müsste,
bleibt bislang verhalten. Insgesamt also doch noch eine recht instabile
Angelegenheit – oder im Sinne der Agrivoltaik wackelige Paneele.
Ihre Astrid Kircher
astrid.kircher@dieweinstrasse.bz
Die Pioniere
des Fernsehens | S. 24
Wie die
Zeit vergeht | S. 38
Alte Gemäuer:
Castelfeder | S. 45
Quelle: Audiovision Lechthaler
Quelle: Fotoarchiv Oskar Frei
Quelle: Wikipedia/manfredK
3 // DIEWEINSTRASSE.BZ
Ausstellung
von Sara Di Nasso
„impastare“
KALTERER WEINTAGE
Sara Di Nasso präsentiert dem Publikum eine Reihe von
Arbeiten, die eine bestimmte Vorstellung gemeinsam haben:
jene eines reichhaltig gedeckten Tisches. Dieses Bild wird
anhand verschiedener Techniken interpretiert, und zwar
mittels einer Praxis, die auf Konzentration, Geduld und dem
Dialog mit der materiellen Welt beruht.
Ihre Arbeiten entspringen
nicht nur dem
Bedürfnis, diesem geistigen
Bild seinen materiellen
Gegenpart zu
geben – sie strebt vielmehr
danach, mit der
Materie in Beziehung
zu treten. Die Auswahl
der Materialien erfolgt
instinktiv, geleitet von
einer spontanen, aber
keineswegs willkürlichen
Affinität. So setzt
sich die Künstlerin bewusst
mit den Eigenheiten
von Papier, Wolle
und Baumwollstoff
auseinander. Es folgt
eine intensive Phase
des Experimentierens,
in der sie verschiedene Verfahren erprobt – Monotypie,
Ölmalerei, Filzen – und die Reaktionen der Materialien aufmerksam
beobachtet. Diese Auffassung prägt den sensiblen,
interaktiven Umgang, den sie mit ihren Materialien pflegt.
Empirisch geleitet reagiert die Künstlerin auf unerwartete
Resultate: manchmal folgt sie den technischen „Regeln“,
manchmal durchbricht sie sie bewusst. Es ist ein langsamer,
geduldiger Arbeitsprozess, der vom Wunsch getragen ist, die
Materie zu verstehen und mit ihr eine echte, intime Beziehung
aufzubauen.
Somit ist jedes Werk mehr als bloß die Umsetzung eines
Bildes – es ist ein Dialog mit dem Material: ein suchender,
vermittelnder Weg zwischen der im Kopf entstehenden Vorstellung
und dem, was die Dinge in ihrer stofflichen Eigenheit
tatsächlich zulassen.
Die Ausstellung ist vom 30. August bis 13. September 2025
von Dienstag bis Samstag 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr geöffnet
(Kunstforum Unterland - Galerie der Bezirksgemeinschaft
Überetsch-Unterland - Lauben 26 – Neumarkt).
ˆ
Über 150 Weine stehen bei den Kalterer Weintagen zwei Abende
lang zur Verkostung bereit
Quelle: wein.kaltern_TV Kaltern am See_Manfred Pernthaler
PR Wenn sich im goldenen Anfang des Septembers der Marktplatz
von Kaltern in eine Bühne des Weingenusses verwandelt,
wird er zum Ort, an dem Weinkultur und Gemeinschaftsfreude
zusammengeführt werden. Organisiert vom Komitee Kalterer
Weintage werden an den Abenden des 4. und 5. Septembers, jeweils
von 18 bis 23 Uhr, die Kalterer Weinproduzent*innen ihre edelsten
Weiß-, Rosé- und Rotweine zur Verkostung anbieten – über 150
Tropfen, die in geselliger Runde probiert werden dürfen. Bei sanftem
Abendlicht wird der historische Dorfplatz zum Treffpunkt, an
dem Geschmack und Geschichten verschmelzen. Winzer*innen
und Kellermeister*innen und Weinfachleute erzählen, informieren
und diskutieren – während Gläser angestoßen werden, Geschmacksknospen
gefordert sind und Lachen erklingt. Die Vielfalt
der präsentierten Weine spiegelt die Fülle der Landschaft wider:
vom frischen, mineralischen Weißwein über den eleganten Rosé
bis hin zum fruchtigen Kalterersee und charaktervollen Lagrein.
Jede Sorte erzählt ihre eigene Geschichte – vom Rebstock bis ins
Glas, von der Arbeit im Weinberg bis zum feierlichen Einschenken.
Kulinarisch sorgen die Kalterer Bäuerinnen und die Konditorei
Alex für authentischen Genuss und feine Kreationen.
Weitere Informationen: www.wein.kaltern.com/weintage und
Instagram @wein.kaltern. Der Eintritt zur Verkostung beträgt
25 Euro, Kulinarik separat.
kalterer
weintage
Ein ganzes Dorf wird verkostet.
4. und 5. September 2025 ab 18 Uhr
am Marktplatz in Kaltern
“Kalterer Weintage”
Appuntamento enologico
nel centro di Caldaro
4 e 5 settembre 2025 dalle ore 18
Piazza Principale di Caldaro
4 // SEPTEMBER 2025
Gleiche Chancen
auf dem Platz und
im Leben
20 Mädchen rennen über den Rasen in Gröden. Die Haare
sportlich zusammengebunden, alle zwischen sieben und acht
Jahre alt. Giuana schaut noch kurz in der Umkleide vorbei, bevor
sie sich zu ihnen auf das Spielfeld begibt. Heute stehen Dribbling
und Pässe auf dem Trainingsplan. Die Mädchenmannschaft aus
Gröden wird in diesem Jahr zum ersten Mal gegen andere Teams
antreten. Da es in Südtirol nur wenige Mädchenteams gibt, werden
die jungen Spielerinnen der U8 des FC Gröden ausschließlich
gegen Jungsmannschaften spielen.
Giuana, 33 Jahre alt, stammt aus Gröden und ist seit ihrem achten
Lebensjahr begeisterte Fußballspielerin. Die Liebe zum Fußball hat
sie nach den Anfängen beim FC Vahrn, FC Südtirol
über einen Abstecher beim FC Bayern München
bis in die USA gebracht. Nach ihrem Sportstudium
in Innsbruck wurde sie Fußballtrainerin in ihrem
Heimattal. Doch ihr Weg als Trainerin war nicht
immer einfach. „Am Anfang waren schon einige
skeptisch“ erzählt sie. An eine Szene kann sie sich
noch sehr gut erinnern. Im ersten Jahr trainierte
sie die jüngste Bubenmannschaft. „Gleich beim
ersten Spiel haben wir haushoch gegen die andere
Mannschaft 16:0 verloren. Einige der Väter
haben das nicht sonderlich gut verdaut“. Was sie dann von einigen
hörte, war wenig unterstützend: „Warum muss ausgerechnet eine
Frau meinen Sohn trainieren?“ oder „Was kann man schon von
einer weiblichen Trainerin erwarten?“ Bald schon änderte sich
die Wahrnehmung. Die anfängliche Skepsis legte sich, als deutlich
wurde, dass ihr Training dem ihrer männlichen Kollegen in nichts
nachstand. Giuana betreute das Team anschließend fünf Jahre lang
erfolgreich als Trainerin.
RESPEKT BEGINNT IM TÄGLICHEN MITEINANDER
Für Giuana beginnt Respekt im täglichen Miteinander. Einen
wertschätzenden Umgang im Team zu fördern, zählt für sie zu
den zentralen Aufgaben einer Trainerin oder eines Trainers. „Bei
RESPEKT BEDEUTET FÜR
MICH, DASS JEDER UND
JEDE SO AKZEPTIERT WIRD,
WIE ER ODER SIE IST.
mir bekommen alle die gleichen Möglichkeiten, ihr Können unter
Beweis zu stellen. Bei Spielen bedeutet dies, dass jedes Teammitglied
gleich lange spielen darf “. Manchmal geschieht es aber auch, dass
nach einem verlorenen Spiel eine Mitspielerin oder Mitspieler
alleinig für die Niederlage verantwortlich gemacht wird. „Das
hat für mich absolut keinen Platz“, stellt Giuana klar. „Bei solchen
Vorfällen hole ich das ganze Team zusammen und wir klären das
gemeinsam. Denn eine Mannschaft funktioniert nur als Ganzes,
da bringen solche Schuldzuweisungen gar nichts.“
Gleiche Chancen für Frauen und Männer in
derselben Sportart haben für Giuana einen hohen
Stellenwert. „Im Allgemeinen muss ich sagen, dass
Frauen immer deutlich mehr leisten müssen, um
zu überzeugen“, erzählt Giuana. „Besonders in
männerdominierten Bereichen wie dem Fußball
ist das nochmal mehr ausgeprägt.“ Das würde auch
die Zuteilung der Mannschaften unter den Trainern
verdeutlichen. „Oft wird das Mädchenteam
dem Trainer überlassen, der sonst keine andere
Mannschaft bekommen hat,“ schildert Giuana. Aber wie sollen
Mädchen unter solchen Bedingungen die gleichen Chancen auf
Erfolg haben? „Im Kleinen setze ich mich dafür ein, dass Mädchen
genauso Fußballspielen können und akzeptiert werden wie Jungs.
Respekt bedeutet für mich, dass jeder und jede so akzeptiert wird, wie
er oder sie ist. Dazu gehört auch die Begeisterung für verschiedene
Sportarten – ohne diese als männlich oder weiblich abzustempeln“.
Erst wenn alle gleichbehandelt werden und die gleichen Chancen
erhalten, könne laut Giuana ein respektvolles Umfeld entstehen.
Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Initiative #RESPECT
des Landes Südtirol. Weitere Infos und Möglichkeiten sich daran
zu beteiligen sind auf https://respect.provinz.bz.it zu finden.
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Autonome Provinz Bozen
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Provinzia autonoma de Bulsan
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5 // DIEWEINSTRASSE.BZ
DORFGESCHEHEN
ALDEIN: FRAUENTHEMEN IM FOKUS
BAUMSCHULE
des Nischler Georg & Co.
MP Nach der erfolgreichen Initiative „achtsamer,
einfacher, weniger“ mit Fokus auf die
17 UN-Nachhaltigkeitsziele starten der Bildungsausschuss
und die Bibliothek zusammen
mit den Vereinen von Aldein in diesem Herbst
erneut mit einem gemeinsamen Thema in das
Bildungsjahr. Unter dem Motto „Frau im Mittelpunkt“
organisieren die Projektträger in den
nächsten Monaten verschiedene Veranstaltungen
vor allem – aber nicht nur – für Mädchen
und Frauen. Die Themen sind dabei so vielfältig,
wie die Frauen, die damit angesprochen werden
sollen: Finanzen und Rente, Sicherheit und
Gewalt, Kochen und Auszeit sind nur einige
der Inhalte, die interessierte junge und ältere
Frauen bis zum Frühling begleiten werden.
Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet eine
Nachtwallfahrt der Katholischen Frauenbewegung
nach Maria Weißenstein am 12. September.
Am 8. Oktober stellen Sicherheitsexperte
Marco Buraschi und Autorin Maria Pichler den
Ratgeber „Keine leichte Beute vor“: Darin verrät
der Gründer und Inhaber von STS-Security
seine Tipps und Tricks für mehr Sicherheit im
Alltag zuhause und unterwegs, auf Reisen und
für Kinder und Jugendliche. Für November
sind ein Workshop zum Thema „Weibliche Sexualität“
mit Sexologin Juliane Zelger und das
traditionelle Vorspeisenessen der KFB und der
Bäuerinnen von Aldein geplant.
ˆ
Aldein stellt im neuen Bildungsjahr die Frauen
und ihre Themen in den Mittelpunkt
Quelle: Bildungsausschuss Aldein/Lisa Mitterer
Ihr Ansprechpartner
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SÜDTIROL
LAAG/NEUMARKT: DIE HELFENDE HAND
IN DEINER NACHBARSCHAFT
DM „Nachbarschaftshilfe“ ist ein Projekt,
das sich hören und sehen lassen kann. Vor
einigen Jahren wurde bei der Zukunftswerkstatt
in Laag von einer Gruppe von Personen der
Vorschlag gemacht, ein soziales Netz zu schaffen,
um zu helfen, wenn Hilfe benötigt wird.
Der Bildungsausschuss Laag hat die Entstehung
begleitet. Es wurden Freiwillige gesucht, die sich
für sämtliche Tätigkeiten zur Verfügung stellen.
Aktuell sind es 15 Personen, erklärt Helga
Girardi, Vorsitzende des Bildungsausschusses.
Anlässlich des Lorenzikirchtags am 10. August
wurde das Vorhaben vorgestellt. Die eigens
hierfür eingerichtete Telefonnummer ist ab 1.
September von Montag bis Freitag von 8 bis 20
Uhr aktiv. Jeder kann seine Belange deponieren.
Über eine WhatsApp-Gruppe stimmen sich
die Freiwilligen ab, wer was übernimmt. Die
Tätigkeiten können unterschiedlicher nicht
sein: vom Gartengießen während eines Urlaubs,
ˆ
Ein Lächeln und eine helfende Hand – das ist das
Herz der Nachbarschaft
Quelle: Veranstalter
Einkaufen oder Unterstützung beim Füttern
von Tieren, der Grabpflege, technische Unterstützung,
Behördengänge und vieles mehr.
Der Dienst richtet sich an alle, die im Ort kein
soziales Netz in der Familie oder im Dorf keine
Kontakte haben. Dadurch soll Laag wieder
zusammenwachsen, so wie es früher war.
6 // SEPTEMBER 2025
Quelle: Katrin Überbacher
Auf zur Futurum!
DIE 10. SÜDTIROLER BILDUNGSMESSE FUTURUM FINDET VOM 18. BIS 20. SEPTEMBER IN DER MESSE BOZEN
STATT UND BIETET GEMEINSAM MIT DEN LANDESMEISTERSCHAFTEN DER BERUFE EIN ABWECHSLUNGSREICHES
PROGRAMM FÜR JUGENDLICHE UND DEREN ELTERN.
Südtirol – Die Futurum 2025 informiert aktuell und umfassend
zu den Bildungs- und Berufswegen und erleichtert Jugendlichen
und deren Eltern die Entscheidung bei der Wahl der Ausbildung.
Zeitgleich findet die Landesmeisterschaft der Berufe WorldSkills
South Tyrol, Italy statt, bei der junge Talente aus unterschiedlichen
Berufsgruppen in spannenden Wettbewerben gegeneinander antreten.
Die Wettkämpfe gelten als offizielle Vorausscheidung für die
Teilnahme an der nächsten Berufsweltmeisterschaft in Shanghai im
September 2026. Damit ist für Spannung gesorgt! Der Eintritt ist frei.
Naturwissenschaften und Technik gibt. Darüber hinaus bietet das
Amt für Ausbildungs- und Berufsberatung individuelle Beratung
und Informationen.
WorldSkills South Tyrol, Italy – www.worldskills.it
Tel. 0471 945 777, worldskills@handelskammer.bz.it
FÜR JEDE:N WAS DABEI
Die Bildungsmesse, die vom 18. bis 20. September von 8:30 bis
16:30 Uhr in der Messe Bozen über die Bühne geht, richtet sich
im Besonderen an junge Menschen und deren Eltern. Jugendliche
der Mittelschule können sich direkt am Stand der Schulen darüber
informieren, welche deutsch-, italienisch- und ladinischsprachigen
Schulen und Ausbildungswege es nach dem erfolgreichen Mittelschulabschluss
gibt. Oberschülerinnen und Oberschüler werden
an den Ständen der Unis und Fachhochschulen aus Südtirol, dem
Trentino und Norditalien sowie der meistgewählten Studienorte
im Ausland wie etwa Innsbruck, Wien, Salzburg, Graz und München
beraten. Die Studieninformation Südtirol ist ebenfalls vor
Ort und berät unter anderem zur Anerkennung der Studientitel.
Auch Erwachsene, die Interesse an einer Weiterbildung oder
Neuorientierung haben, sind bei der Futurum 2025 genau richtig.
„MEET THE COMPANIES“
Betriebe bekommen am 19. September beim „Meet the companies“
die Gelegenheit, sich Jugendlichen zu präsentieren und
mit ihnen in Kontakt zu kommen. Die Initiative des WIFO der
Handelskammer Bozen sieht vor, dass die Jugendlichen in kleine
Gruppen aufgeteilt werden, um Vertreter:innen von Unternehmen
zu ihren Tätigkeiten, Berufen und Kompetenzen zu befragen.
Weiteres Highlight der Futurum ist der MINT Stand, bei dem es
Wissenswertes rund um die Bereiche Mathematik, Informatik,
7 // DIEWEINSTRASSE.BZ
DORFGESCHEHEN
TRUDEN: KULTURSOMMER
MIT MUSIKALISCHEN HÖHEPUNKTEN
BF Dass Truden ein Künstlerdorf ist, ist längst kein Geheimnis
mehr. Über die Grenzen hinaus feiern die kreativen Köpfe des
kleinen Bergdorfs Erfolge, die sich sehen lassen können. Die
Künstler weilen aber nicht nur fern der Heimat, sondern finden
immer wieder an ihren Ursprungsort zurück.
Federführend ist dabei oft der Bildungsausschuss von Truden,
der gezielt und ganz bewusst auf die bekannten Köpfe aus der
eigenen Gemeinde setzt. So fanden im Sommer neben zahlreichen
traditionellen Veranstaltungen und Musikkonzerten
auch Konzerte mit klassischer und nicht zuletzt mit Brassmusik
statt. Zwischen den beiden letztgenannten Musikgenres besteht
in Truden eine Verbindung: Das Geschwisterpaar Sibylle und
Hansi Finatzer hat sich seit Jahren der jeweiligen Musikgattung
verschrieben. Sibylle ist Teil des Damenorchesters „La Valse“,
bestehend aus sechs Frauen, die sich vor allem Melodien von
Johann Strauß und von anderen Komponisten im alten Wien
verschrieben haben. Das Orchester ist in dieser Form in Südtirol
einzigartig. Ihr Bruder Hansi ist in erster Linie Musikpädagoge,
ist vor allem aber auch als Komponist und Kapellmeister bekannt
und wirkt in mehreren Orchestern und Ensembles mit.
Mit der „Cinquino Brass Band“ begeisterte er das Publikum
in Truden, seine Schwester Sibylle und ihr Damenorchester
ˆ
„La Valse“ begeisterte das Publikum mit sanften Melodien
Quelle: Gemeinde Truden
führten in die Welt der leichtfüßigen, anmutigen Melodien
der klassischen Musik.
Diese Konzerte waren ein erster Akzent der bereits in Planung
stehenden Veranstaltung „Trudner Kunst- & Kultursommer“,
die im Sommer 2026 zum ersten Mal stattfinden soll. Der Bildungsausschuss
von Truden will mit dieser Veranstaltungsreihe
einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Künstlerdorfs
setzen.
Workplus – Partner am Werk
Workplus GmbH
Innsbrucker Str. 25, Bozen
Tel. 0471 139 0520
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www.workplus.biz
Zehn Südtiroler Handwerksbetriebe, ein Unternehmen für
Ihr schlüsselfertiges Bauprojekt. Bauprojekte bedeuten für viele
Bauherrinnen und Bauherren einen hohen organisatorischen
Aufwand. Unterschiedliche Gewerke müssen koordiniert, Termine
abgestimmt und Budgets im Blick behalten werden. Wir
von Workplus reduzieren diese Komplexität deutlich. Mit mehreren
eigenständigen Südtiroler Handwerksbetrieben arbeiten wir
als eingespieltes Team zusammen und realisieren Bauvorhaben
schlüsselfertig – vom Keller bis zum Dach.
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Zusammenarbeit aller beteiligten Gewerke
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und fixierter Termine
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verankerte Handwerksbetriebe
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und Modernisierungen von privaten und gewerblichen
Objekten. Bauherren und Bauherrinnen können das umfassende
Gesamtpaket nutzen oder gezielt nur die benötigten Gewerke
beauftragen.
8 // SEPTEMBER 2025
DORFGESCHEHEN
PFATTEN: DAS GROSSE FINALE
DER KIDSACADEMY
EX Wenn die KidsAcademy in
Laimburg-Pfatten die Blumen, Zweige
und Naturmaterialien auspackt,
verwandelt sich die Fachschule Laimburg
in ein buntes Kreativatelier voller
Fantasie, Teamgeist und fröhlicher
Gesichter. Unter dem Motto „Blütenzauber
und Gartenpracht“ tauchten
die Kinder in die faszinierende Welt
der Floristik und Gartengestaltung
ein. Mit leuchtenden Augen banden
sie kreative Kränze, arrangierten farbenfrohe
Blumengestecke und setzten
kleine Gartenprojekte um. Jeder
ˆ
Mit der Projektwoche in Laimburg-Pfatten geht die KidsAcademy 2025 zu Ende. Die Vorfreude auf die
Neuauflage im kommenden Jahr ist bereits jetzt riesig!
Quelle: LVH
Griff wurde ausprobiert, verbessert und mit Stolz präsentiert – und
wo etwas nicht auf Anhieb gelang, halfen gegenseitige Tipps, ein
herzliches Lachen und eine große Portion Einfallsreichtum. Die
Atmosphäre glich einer Mischung aus blühender Gartenwerkstatt
und fröhlichem Ferienprojekt. Schritt für Schritt entstanden kleine
Meisterwerke, die nicht nur optisch überzeugten, sondern auch
die Freude am kreativen Handwerk vermittelten.
Die KidsAcademy ist ein Sommerprojekt des Wirtschaftsverbands
Handwerk und Dienstleister und bringt Kinder zwischen
sechs und zehn Jahren spielerisch mit Handwerksberufen in Kontakt.
Ein besonderer Dank gilt den lvh-Funktionärinnen und -Funktionären,
den Expertinnen und Experten, den Betreuerinnen und
Betreuern vor Ort. Das Projekt wird gefördert von der Familienagentur
der Autonomen Provinz Bozen und unterstützt von
der Bilateralen Körperschaft für das Handwerk, Sanikal Bath &
Technology, sowie weiteren Sponsoren und Partnern.
IMMOBILIEN NIEDERKOFLER
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Juristin, Immobilienvermittlerin
9 // DIEWEINSTRASSE.BZ
DORFGESCHEHEN
KALTERN: SPORT- UND BEWEGUNGSWOCHE FÜR BESONDERE KINDER UND JUGENDLICHE
textile raumausstattung
arredamenti tessili
AA Gemeinsam spielen und lachen, sich gemeinsam
bewegen – das ist das Ziel der vielseitigen
Sport- und Bewegungswoche für besondere
Kinder und Jugendliche. Zwei Wochen dürfen
die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit
dem Betreuerteam in die Welt des Sports eintauchen.
Organisiert wird das Angebot von
der Sektion Triathlon im Kalterer Sportverein
KSV. Es stellt damit eine ganz wertvolle Ergänzung
des bereits bestehenden, breitgefächerten
Sportprogramms in den Sommerferien in
Kaltern dar. Der Kalterer Sportverein und vor
allem die Sektion Triathlon ist hier südtirolweit
Vorreiter und stellt die soziale Komponente im
Sport in den Mittelpunkt. Der Teamgedanke
wird hier Tag für Tag gelebt und damit ein ganz
besonderer Wert vermittelt. Die Kinder und
Jugendlichen hatten sichtlich großen Spaß bei
den verschiedensten Übungen und Spielen. Mit
großem Einsatz und Eifer waren sie dabei und
stellten sich den Herausforderungen.
Betreut wurden die Kinder von den Trainern
ˆ
Die Kinder und Jugendlichen mit dem
Betreuerteam
Quelle: KSV – Sektion Triathlon
Manuela Giuliani und Josef Trebo sowie den
Betreuern Silvy Winkler, Selina und Melanie
Ramoser und Daniel Brunato. KSV-Präsident
Werner Maier war selbst einer der Initiatoren
dieses Projekts und die Initiative findet vollste
Unterstützung von Seiten des Gesamtsportvereins.
LANA: KURZE (EINKAUFS-)WEGE MIT DEM RAD
CK Noch bis zum 15. September läuft in Lana
die Aktion „Lana radelt zum Einkaufen“. Der
Wettbewerb ist Teil des KlimaGemeinde-Programms.
Dieses unterstützt Gemeinden bei der
Erstellung und Umsetzung eines nachhaltigen
Energie- und Umweltmanagements. Die seit
Anfang Mai laufende Aktion richtet sich an
alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde
und soll für nachhaltige Mobilität sensibilisieren.
Denn gerade für die kurzen Wege ist
der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad sinnvoll
und nötig: Eine Erhebung, die im Rahmen der
Erarbeitung des Mobilitätsplanes durchgeführt
wurde, zeigt nämlich, dass vieles am Verkehrsaufkommen
in Lana hausgemacht ist und
durch – kurze – Fahrten von einem Ortsteil in
den anderen entsteht. Dem möchte man mit
gezielten Maßnahmen entgegenwirken – und
„Lana radelt zum Einkaufen“ ist eine davon.
Wenn man mit dem Rad zum Einkaufen in
eines der über 40 teilnehmenden Geschäfte
fährt, erhält man dort Punkte, am Ende der
Aktion werden Einkaufsgutscheine unter allen
Teilnehmenden verlost. Die Preisübergabe
findet schließlich bei einem weiteren Radevent
ˆ
Zum Einkauf radeln, Punkte sammeln und mit
Glück gewinnen. Lana fördert die lokale
Radmobilität.
Quelle: Gemeinde Lana
statt: Nämlich am 21. September bei der Radschnitzeljagd,
die heuer bereits zum fünften
Mal organisiert wird.
10 // SEPTEMBER 2025
DORFGESCHEHEN
KURTATSCH: NEUES OUTFIT FÜR DEN BUSBAHNHOF
TRAMIN: „DAUERPATIENT“ APOTHEKE
ˆ
Als letzten Schritt ergänzt Carmen Maria Alber das abstrakt gestaltete
Gemeinschaftswerk mit figurativen Motiven
Quelle: Martin Schweiggl
ˆ
„Auf unbestimmte Zeit geschlossen“ las man ohne jede Ankündigung
Anfang August an der Apothekentür
Quelle: Martin Schweiggl
MS Der Kurtatscher Busbahnhof „Im Feld“ war sichtlich in
die Jahre gekommen: Eine nackte gemauerte Transformatorkabine
flankiert von zwei geräumigen Holzüberdachungen für die
wartenden Fahrgäste beziehungsweise für abgestellte Fahr- und
Motorräder.
Mit finanzieller Unterstützung des Bildungsausschusses organisierte
das Jugendzentrum Westcoast einen von der jungen
Kurtatscher Künstlerin Carmen Maria Alber vorgeschlagenen
Streetart-Workshop zur Verschönerung dieser „Schmuddelecke“.
Mit viel Enthusiasmus und Spaß, bei Musik, Getränken und
Pizza, gingen zwei Dutzend Teilnehmer – von Jugendlichen bis
Senioren, von versierten Freizeitmalern bis zu Menschen, die
erstmals Pinsel oder Spraydose in die Hand nahmen – an den
Wänden der Trafokabine ans gemeinsame Tagwerk. „Die Form
der abstrakten Malerei hat es ermöglicht, dass sich in diesem
gemeinsamen Prozess jede und jeder mit kreativer Lust frei
ausdrücken konnte; ich gebe nur zwischendurch Inputs, erkläre
Maltechniken“, betont Alber. „Die Projektidee: Ein individuell
aber gemeinsam gestaltetes Werk für die Gemeinschaft, im öffentlichen
Raum, sichtbar für alle.“ Zudem wurden noch recycelte
Materialien wie alte Fenster oder Paneele allein oder im Team
bemalt und schmücken jetzt als kleine individuelle Bildergalerie
die kahlen Bretterwände des Wartebereichs.
MS Apotheken sind wichtige Gesundheitseinrichtungen –
die Traminer gleicht eher einem chronischen Patienten: ständig
wechselnde pharmazeutische Leiter – der letzte war nach
nur zwei Wochen Dienst Ende Juli wieder weg. Traminer, die
am Montag, den 4. August ihre Arztverschreibungen einlösen
wollten, fanden nur mehr einen Zettel: „Auf unbestimmte Zeit
geschlossen“. Öffnungszeiten wurden nicht eingehalten, samstags
ist geschlossen, die Eingangstür defekt. An einem Juliwochenende
lag gar der Medikamentennachschub des Apothekenkuriers –
„Kühl und trocken lagern!“ – in der gleißenden Sonne vor dem
Eingang auf der Straße.
„Schon vor einem Jahr habe ich die unzumutbaren Zustände
der Apothekerkammer und Gesundheitsbehörde geschildert“,
sagt Bürgermeister Wolfgang Oberhofer. „Nach den Erfahrungen
mit den Ketten würden wir so wie früher einen selbstständigen
Apotheker bevorzugen.“ Die Landeslizenz für Tramin besaß
nämlich die Aktiengesellschaft „Neo Apothek Italia SpA“, die
2023 von der „Dr. Max Group“, der größten Apothekenkette
Mittel- und Osteuropas mit Sitz in Tschechien, aufgekauft wurde.
Tramin wäre für einen Apotheker ein guter Standort. Allein
für die Ablöse wird jedoch eine unerschwingliche Summe gefordert
– die Räumlichkeiten selbst vermietet die Gemeinde.
Es sei denn, das Land entzieht auf Grund von Missständen die
Lizenz und vergibt die Apotheke neu.
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11 // DIEWEINSTRASSE.BZ
DORFGESCHEHEN
NEUMARKT: EIN DORFPLATZ FÜR DIE VILL
AUER: SOMMERMALTAGE BEGEISTERN HOBBYMALER
ˆ
Der aufgewertete Dorfplatz der Vill
Quelle: Werner Reifner
ˆ
Vielfältig und bunt – hinter jedem Bild steckt viel Leidenschaft
der Hobbymaler
Quelle: Roland Pichler
PF Der zentrale Platz der Neumarkter Fraktion Vill wurde 2025
im Auftrag der Gemeinde neugestaltet: Geplant vom Architekten
Werner Reifner und dem Ingenieurbüro Weiss wurde der Straßenabschnitt
vor der Bar Vaja und dem Brunnen in der Vill zu
einem Dorfplatz aufgewertet. Im Rahmen der Arbeiten wurden
neue Sitzplätze, Pflanzentröge und Buswartehäuschen aufgestellt.
Die Parkplätze vor der Bar Vaja wurden in gleicher Anzahl weiter
nördlich in die Einbuchtung der Bushaltestelle verlegt und damit
der Freiraum vor dem Gasthaus vergrößert. Somit wurde der
Bereich von den parkenden PKWs befreit und das Buswartehäuschen
konnte zentraler aufgestellt werden. Während die Flächen
neben der Straße gepflastert wurden, musste die Straße selbst
als Landesstraße asphaltiert bleiben. Zur optischen Einordnung
wurde der Asphalt aber der Farbe der Pflasterung angepasst. Als
Maßnahme zur Verkehrsberuhigung wurde der Straßenabschnitt
erhöht, eine 30er-Zone soll hier eingerichtet werden.
Im Rahmen der Umbauarbeiten wurden auch alle unterirdischen
Leitungen in diesem Bereich erneuert. Die unterirdischen
Arbeiten konnten schon vor Weihnachten fertig gestellt werden.
Die Vervollständigung der Außenanlagen erfolgte im Frühjahr und
so konnte heuer am 28. Juni der Villner Kirchtag erstmals wieder
im Zentrum der Vill stattfinden, womit der Platz seine inoffizielle
Einweihung feierte. Zur kompletten Vervollständigung des Projekts
fehlen nur noch die Ergänzung von zwei neuen öffentlichen
Straßenlaternen und das Verkehrsschild für die 30er-Zone.
BF Bereits zum 31. Mal fanden unlängst im malerischen
Happacherhof die traditionellen Sommermaltage statt. Jedes
Jahr treffen sich Ende Juli Hobbymaler aus ganz Südtirol, um
ihre Leidenschaft zu leben und sich weiterzubilden. In diesem
Jahr konnten die Organisatoren vier renommierte Künstler aus
dem In- und Ausland mit besonderen Schwerpunkten nach Auer
holen: Marion Pass mit „Acryl trifft Aquarell“, Dunja Scannavini
mit „Abstrakt-Acryl-Außergewöhnlich“, Ruth Oberschmied mit
„Acrylmalerei – gemalt, gespachtelt, geklebt“ und Werner Bösch
mit „Realismus trifft auf Zufall“. Gedanken und Erfahrungen
der Referenten haben die Hobbymaler in ihrem künstlerischen
Entwicklungsprozess unterstützt, die Vielfalt des Programms
wurde mit Neugierde aufgenommen und mit viel Engagement
auch umgesetzt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 120
Bilder wurden im Innenhof ausgestellt und konnten auch bestaunt
werden. Wenn eine Veranstaltung über so lange Zeit so
erfolgreich ausgetragen wird, verbergen sich immer Menschen
dahinter, die mit viel Herzblut bei der Sache sind. Die Vorsitzende
der Unterlandler Freizeitmaler Heidi Hafner-Micheletti sprach
deshalb bei der Abschlussveranstaltung ihrem Ausschuss ein
Lob aus und dankte für die Zusammenarbeit. Weiters dankte
sie der Fachoberschule für Landwirtschaft für die Gastfreundschaft,
der Gemeindeverwaltung von Auer sowie den beiden
Raiffeisenkassen Unterland und Salurn für die Unterstützung.
Frühschoppen
ab 11.00 Uhr
Tischreservierung
+39 366 811 3338
Samstag 13.09.25
Sonntag 28.09.25
Samstag 04.10.25
Paulsner BÖhmische
Die Spielerei
Jugendkapelle St. Pauls
Kaltern
Andreas-Hofer-Str. 30
Neumarkt
Hauptplatz 5
12 // SEPTEMBER 2025
Gemeinsam sicher
und sichtbar unterwegs!
RADLNACHT AM 20. SEPTEMBER 2025 IN LEIFERS
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr in Brixen kommt
die „Radlnacht“ am Samstag, den 20. September 2025, nach Leifers.
Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen nachhaltiger Mobilität und
der Sicherheit auf zwei Rädern – mit einem besonderen Fokus auf
die Sichtbarkeit von Radfahrerinnen und Radfahrern sowie das
rücksichtsvolle Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.
Das Programm startet um 15.30 Uhr im Sportzentrum Galizien
mit der feierlichen Eröffnung der neuen Radrennbahn. Ab 16.30
Uhr lädt Steinmannwald zu einem bunten Nachmittagsprogramm
ein: Der Verein Novum 2 betreibt eine kostenlose Radlwerkstatt
für kleine Reparaturen, die Polisportiva Pineta organisiert einen
spannenden Fahrradparcours für Kinder, und das Jugendzentrum
Fly bringt Farbe und Kreativität ins Spiel – mit Malaktionen und
der Wiederbelebung alter, vergessener Fahrräder. Zudem stehen
viele leuchtende Gadgets bereit, um die Fahrräder zu dekorieren,
die Sichtbarkeit zu erhöhen und sich auf die große Abfahrt vorzubereiten.
Um 19.30 Uhr startet die Lichterparade in Steinmannwald und
zieht als leuchtender, fröhlicher Zug durch die Straßen von Leifers.
Musik, Energie und ein funkelndes Lichtermeer machen diese
Parade zu einem besonderen Erlebnis. Direkt im Anschluss, von
20 bis 23 Uhr, verwandelt sich die Kennedystraße in die Bühne
des „Festes der Mobilität“ – mit Livemusik, Unterhaltung und
einem vielfältigen Animationsprogramm, das die ganze Stadt zum
Mitfeiern einlädt.
Doch das Event ist nicht nur ein Fest, sondern auch eine klare
Botschaft: Sicherheit im Straßenverkehr geht uns alle an. Radfahrerinnen
und Radfahrer sind aufgerufen, ihre Fahrräder regelmäßig
zu überprüfen – Bremsen, Reifen, Klingel und vor allem die Beleuchtung.
Wer mit Licht unterwegs ist, schützt sich selbst und wird
von anderen rechtzeitig gesehen. Autofahrerinnen und Autofahrer
wiederum tragen zur Sicherheit bei, indem sie Abstände einhalten,
an Kreuzungen Rücksicht nehmen und ihre Geschwindigkeit an
die Anwesenheit von Fahrrädern anpassen.
Die „Radlnacht“ wird von südtirolmobil in Zusammenarbeit
mit der Gemeinde Leifers organisiert und durch das europäische
Projekt Life Alps finanziert. Informationen zu dieser und
weiteren Initiativen rund um nachhaltige Mobilität sind unter
www.südtirolmobil.info abrufbar.
Samstag
20.09.
Leifers
RADLNACHT
Sportzone Galizien
15:30 Eröffnung der neuen
Radrennbahn
Steinmannwald
16:30 Beginn des Programms
„Radlnacht“
19:30 Start Lichterparade
Leifers, Kennedystraße
20:00 Ankunft der Parade
und Mobilitätsfest
SEI DABEI!
13 // DIEWEINSTRASSE.BZ
DORFGESCHEHEN
DEINE VORMERKUNG
LEICHT GEMACHT!
KURTINIG: HÄKELN MIT HERZ
– AKTION ÜBERTRIFFT ERWARTUNGEN
ˆ
Der Vorrat ist aufgestockt: Melanie Di Tella (Bildmitte) sorgte mit
den Oktopussen in der Neonatologie für strahlende Gesichter
Quelle: Melanie Di Tella
SANIBOOK.SABES.IT
EINHEITLICHE VORMERKNUMMER
0471
0472
0473
0474100 100
DM Das hätte sich Melanie Di Tella nie erträumt: 368 gehäkelte
Oktopusse hat sie in ganz Südtirol gesammelt, bestimmt für
Frühchen im Bozner Krankenhaus. „Die Weinstraße“ hatte in
der Februarausgabe die Aktion publik gemacht. Und auch über
Instagram hatte Di Tella fleißig die Werbetrommel gerührt: Sie
hatte ihr Häkelmuster bereitgestellt und zum Oktopus-Häkeln
aufgerufen. Mittlerweile sind die Oktopusse im Krankenhaus
abgegeben und die Kurtinigerin ist überwältigt: „Am Anfang
hatte ich Angst, dass niemand mitmacht. Doch schon nach den
ersten Abgaben war klar, dass die Aktion gelingt.“ Besonders
gefreut habe sie, dass Frauen aller Altersgruppen mitgemacht
haben – von Schülerinnen bis zu Rentnerinnen. „Das ist schon
etwas Besonderes“, sagt Di Tella. Für jede Figur brauche es
vier bis fünf Stunden Arbeit. Manche hätten bis zu 20 Stück
beigesteuert. Allein im Einzugsgebiet der „Weinstraße“ seien
über 250 Oktopusse abgegeben worden. Manche kamen sogar
aus Deutschland und der Schweiz. Anfang August übergab Di
Tella die Oktopusse der Bozner Neonatologie. „Die Augen der
Pfleger und Pflegerinnen und des Ärzteteams haben geleuchtet“,
schildert die 31-Jährige. Jedes Baby auf der Neonatologie
bekomme nun einen solchen Begleiter geschenkt. Laut einem
Arzt gibt es jährlich etwa 330
Einweisungen. Damit hat
Melanie Di Tella genügend
Oktopusse gesammelt, um
ein Jahr zu überbrücken. Die
Aktion ist aber keinesfalls zu
Ende, sagt die Unterlandlerin:
„Oktopusse werden
immer gebraucht. Freiwillige
können sie jederzeit ins
Krankenhaus bringen. Danke
allen freiwilligen Häklerinnen,
und danke auch der
‚Weinstraße‘!“
14 // SEPTEMBER 2025
DORFGESCHEHEN
NALS: STREIFZUG DURCH DIE DORFGESCHICHTE
ˆ
Knapp 20 Interessierte folgten der Einladung und ließen sich unter der lebendigen und fachkundigen Führung
von Frieda Simeaner Prantl durch das Dorf geleiten
Quelle: Schützenkompanie Nals
AK Im Hochsommer verwandelte sich Nals
in eine lebendige Bühne der Geschichte. Die
Schützenkompanie Nals lud unter dem Motto
„Heimat entdecken“ zu einem Dorfrundgang
ein. Gestartet wurde beim Kulturzentrum Sonne,
einst Gasthof Sonne und heute Sitz der
Bibliothek. Hauptmann Georg Wenter begrüßte
die Teilnehmer, darunter Bürgermeister
Eduard Gasser, Vizebürgermeisterin Angelika
Ebner Kollmann und Altbürgermeister Ludwig
Busetti.
Frieda Simeaner Prantl führte fachkundig
durch die Stationen: Archäologische Funde
aus der Nontl-Zone zeugen von einer über
3000-jährigen Siedlungsgeschichte. Beim Hiaseggerhof
berichtete Hausherr Max Pollinger
von der Hofchronik bis ins 17. Jahrhundert,
während Prantl mit der Sage vom geheimnisvollen
„Kotter-Keller“ für Spannung sorgte.
Auch die Pfarrkirche St. Ulrich mit ihren
Restaurierungen, die Schwanburg als älteste Privatweinkellerei
Südtirols und das Wirtschaftsgebäude
der Familie Varesco im „Hiager-Dorf “
wurden vorgestellt. Entlang der Andreas-Hofer-Straße
erfuhren die Teilnehmenden, dass
hier zwischen 1810 und 1814 die Grenze zwischen
Bayern und Italien verlief – ein Stück
europäische Geschichte mitten in Nals.
Über die Mühlgasse ging es zum Nepomuk-Bildstöckl,
Symbol der engen Verbindung
von Dorf und Wasser, bevor der Renaissance-Ansitz
„Rosengartner“ bewundert wurde.
Am Rathausplatz schloss Prantl mit einer Deutung
des Nalser Wappens: Stiere stünden für
Bodenständigkeit und Naturverbundenheit,
Schwäne für Selbstbewusstsein.
Beim gemütlichen Ausklang im Schützenheim
dankte Hauptmann Wenter der Referentin
für ihre lebendige Führung. Der Rundgang
zeigte eindrucksvoll, dass Heimat nicht nur ein
Ort, sondern gelebte Geschichte und gemeinsames
Erleben ist.
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15 // DIEWEINSTRASSE.BZ
DORFGESCHEHEN
MONTAN: BAROCKE KLÄNGE
IN DER STEPHANSKIRCHE VON PINZON
RM Ein außergewöhnlicher Konzertabend verzauberte zahlreiche
Musikliebhaber im August in der Stephanskirche in Pinzon
bei Montan. In stimmungsvolles, blaues Licht getaucht, wurde
die Kirche zum Schauplatz eines besonderen musikalischen Ereignisses:
Das Ensemble Arcadia Sonora, bestehend aus Sabine
Ranigler (Sopran), Roland Mitterer (Cello), Pietro Berlanda
(Barockflöte) und Antonella Lorengo (Cembalo) präsentierte sakrale
Werke von Händel, Bach, Pergolesi und Vivaldi. Die Stücke
wurden mit großer Virtuosität und Ausdruckskraft vorgetragen.
Zu diesem besonderen Abend eingeladen hatten der Bildungsausschuss
und die Gemeinde von Montan im Rahmen des
Festivals „Classic and more”, einer Konzertreihe im Unterland,
das vom UDAE unter der musikalischen Leitung von Alexander
Monteverde und Ivo Crepaldi alljährlich in Zusammenarbeit mit
mehreren Gemeinden, Bildungsausschüssen und Kulturvereinen
organisiert wird. Der Konzertabend in der wunderschönen
Stephanskirche war nicht nur ein Hochgenuss für Musikliebhaber,
sondern auch ein Zeichen gelebter Solidarität: Die freiwilligen
Spenden kommen dem Hilfsprojekt „Samburu“ zugute.
Edi Martinelli und Liliana Dalvit, ein engagiertes Ehepaar
aus Salurn, berichteten während des musikalischen Abends
über ihr langjähriges humanitäres Wirken für den Norden
ˆ
Sakrale Klänge gab es im Rahmen der Konzertreihe „Classic and more”
in der Stephanskirche von Pinzon für einen guten Zweck
Quelle: Monika Delvai
Kenias. Sie besuchen abgelegene Dörfer, bringen Medikamente
und Lebensmittel, bauen Brunnen, Schulen und Kindergärten.
Derzeit werden sieben Einrichtungen in South Horr, sowie
zwei weitere in Sereolipi finanziert, Orte, in denen Hoffnung
oft Mangelware ist.
Wer für das Hilfsprojekt „Samburu“ im Norden Kenias noch
spenden möchte, hier das Spendenkonto des Hilfsprojekts:
IT 52 N 08220 58780 000300222976.
Neue Berufschancen
mit berufsbegleitenden
Lehrgängen
AUSBILDUNG ZUM/R BUCHHALTER:IN *
Die Teilnehmer:innen erlernen in 111 Unterrichtsstunden
Schritt für Schritt die Grundlagen der modernen Buchführung
– von der doppelten Buchhaltung über Buchungssätze bis hin zu
Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung. Der Kurs richtet sich
sowohl an Berufseinsteiger:innen ohne Vorkenntnisse als auch an
Wiedereinsteiger:innen, die ihre Kenntnisse auffrischen möchten.
Begleitet werden die Lernenden von erfahrenen Referenten, die
mit viel Praxiswissen durch den Stoff führen. Kostenlose Informationsveranstaltung:
Samstag, 27.09.2025 von 10.00–11.00 Uhr
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Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr Zukunftsmusik,
sondern prägt bereits heute unsere Arbeits- und Lebenswelt.
Unternehmen aller Branchen stehen vor der Herausforderung,
Chancen und Risiken dieser Schlüsseltechnologie richtig einzuschätzen
und gewinnbringend einzusetzen. Der 104-stündige
Lehrgang bietet Fach- und Führungskräften, IT-Verantwortlichen,
Unternehmer:innen, HR-Verantwortlichen sowie interessierten
Quereinsteiger:innen eine fundierte und praxisnahe Ausbildung.
Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, KI nicht nur technisch
* Finanzielle
zu verstehen, sondern vor allem deren Potenzial Förderung bis
zu 80 % durch das
für konkrete Anwendungsfelder im Unternehmen
zu nutzen – von der Prozessoptimierung dung möglich
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16 // SEPTEMBER 2025
DORFGESCHEHEN
SALURN: SICH IM GARTEN BEGEGNEN
UNTERLAND: JUGENDARBEIT NUR MIT EHRENAMT
ˆ
Die offizielle Einweihung wird im September erfolgen, der Garten
der Begegnung feiert jetzt schon – sich selbst und seine Besucherinnen
und Besucher
Quelle: privat
CW Nach dem Vorbild des mittlerweile leider wieder geschlossenen
Gartens der Begegnung in Auer, wurde im Rahmen der
Inklusionsprojekte in Salurn „Zusammen in Salorno“ im Laufe
dieses Jahres ein weiterer Meilenstein umgesetzt. An das neue
Altenwohnheim und Kulturareal BEN direkt anschließend, wurde
ein gemeindeeigenes Grundstück zu einem Gemüsegarten und
einer parkähnlichen Anlage umgestaltet. In das Anlegen der Beete
wurden Kindergärten, Schulen und Vereine miteinbezogen, der
Rasen – trotz anfänglicher Schwierigkeiten – leuchtet mittlerweile
in einem satten Grün. Kräuter und Gemüse wachsen so üppig,
dass Vereine wie der VKE das Gartlen in ihre Sommerprogramme
mit Kindern aufgenommen haben. Grund genug, den Garten,
der von Jugend Cultura Unterland geführt wird, dann zu feiern,
wenn er sich von seiner schönsten Seite zeigt: im Hochsommer.
Anfang August lud die Koordinatorin Sibille Bazzanella zu einem
besonderen Gartenfest ein. Unter dem Titel Serate al Garten
konnte jeder traditionelle Speisen mitnehmen, die dann gemeinsam
gegessen wurden. Tortel de patate, Pizza und Bruschette,
vor allem aber nicht endend wollende farbenfrohe und üppige
muslimische Speisen wie Tagine, Biryani oder Hummus, sorgten
für ein wahres Festmahl. Viele waren gekommen, alte und neue
Salurnerinnen und Salurner feierten gemeinsam den Sommer
und ihren Garten – wer sät, kann ernten!
ˆ
Das Zeltlager konnte nur dank der ehrenamtlichen
Betreuer abgehalten werden
Quelle: Schützenkompanie Neumarkt
DM Zwei Tage voller Gemeinschaft, Kameradschaft und Abenteuer:
Mitte Juli fand in Truden das Zeltlager der Jungschützen
und Jungmarketenderinnen des Südtiroler Unterlands statt. Es
handelte sich dabei um das erste Zeltlager dieser Art im Bezirk
und damit um ein besonderes Ereignis für alle Beteiligten.
Insgesamt hatten sich 15 Jugendliche der Schützenkompanien
Auer, Neumarkt, Truden, Montan und Radein angemeldet,
berichtet Bezirks-Jungschützenbetreuer Johannes Deluggi aus
Neumarkt.
Beim gemeinsamen Aufbau der Zelte, beim Zubereiten der
Mahlzeiten oder bei den abwechslungsreichen Teamaktionen
wurden der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe gestärkt,
Vertrauen aufgebaut und viele neue Freundschaften geschlossen.
Besonders wertvoll war, dass sich Jugendliche verschiedener
Orte näher kennenlernen konnten und dadurch ein echtes Gemeinschaftsgefühl
entstand. Am Lagerfeuer wurden Geschichten
erzählt und auch an unterhaltsamen Spielen mangelte es nicht. Bei
einer spannenden Nachtwanderung erklärte Trudens Hauptmann
Günther Ventir Interessantes aus der Tierwelt, über Flurnamen
und ihre Ursprünge. Dies und das Zelten waren für viele die
Höhepunkte des Wochenendes. Die Organisation übernahm das
Referat Jugend des Bezirks Unterland. Die Schützenkompanie
Truden kümmerte sich um die Verpflegung.
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17 // DIEWEINSTRASSE.BZ
Medienkompetenz
FAKT ODER FAKE? WIE WIR DIGITALE MEDIEN SINNVOLL NUTZEN
UND KRITISCH HINTERFRAGEN. FACHTAGUNG UND SEMINARE
MIT PHILIPP MASCHL, HANNES WALDNER UND MAGDALENA GEBHARD.
Ob TikTok, Minecraft oder YouTube
– digitale Medien prägen den Alltag von
Kindern und Jugendlichen wie nie zuvor.
Umso wichtiger ist es, junge Menschen
dabei zu begleiten, Medien selbstbestimmt,
kreativ und reflektiert zu nutzen. Das Bildungshaus
Lichtenburg in Nals lädt daher
zu zwei Seminaren unter dem Titel
ES IST ESSENZIELL,
JUNGE MENSCHEN ZU EINEM
KRITISCHEN UND BEWUSSTEN
MEDIENUMGANG ZU BEFÄHIGEN.
Philipp Maschl
„Digitale Welten“ sowie zu einer Fachtagung
ein. Die Veranstaltungen richten
sich an alle, die in Schule, Kindergarten,
Jugendarbeit oder anderen pädagogischen
Kontexten tätig sind – und Impulse für
einen zeitgemäßen, praxisnahen Umgang
mit digitalen Medien suchen.
Im Mittelpunkt steht die Förderung von
Medienkompetenz. „Ziel ist es, Fachkräften
erprobte Werkzeuge mitzugeben, mit
denen sie Jugendliche auf Augenhöhe
begleiten, stärken und für eine reflektierte
Mediennutzung sensibilisieren können“,
erklärt Medienpädagogin Magdalena
Gebhard.
FAKT ODER FAKE?
Ein besonderes Highlight bei der Tagung
am 7. November ist die Keynote „Fakt
oder Fake – Lebensrealitäten junger Menschen
in Zeiten der digitalen Informationsüberflutung“.
Referent ist der bekannte ORF-Moderator
Philipp Maschl, der aus der Medienpraxis
berichtet und zur Diskussion anregt.
SEMINARE: DIGITALE WELTEN
mit Magdalena Gebhard
• Montag, 7. Oktober 2025,
9.00–13.00 Uhr
Für pädagogische Fachkräfte, die
mit Kindern bis 10 Jahren arbeiten
• Dienstag, 8. Oktober 2025,
9.00–13.00 Uhr
Für alle, die mit Kindern und Jugendlichen
ab 10 Jahren arbeiten
FACHTAGUNG: MEDIENKOMPETENZ
Workshops und Keynote-Vortrag mit
Hannes Waldner und Philipp Maschl
• Freitag, 7. November 2025
SOCIAL MEDIA KURSE
30.09. Social-Media-Strategie
01.10. LinkedIn – Neue Talente
und Kunden gewinnen mit
dem Business-Netzwerk
08.10. Instagram-Marketing
Deep Dive
09.10. Facebook-Marketing
Deep Dive
05.11. Content-Marketing
06.11. Advanced Content – Kreative
Kurzvideos als Reels
und TikTok in der Praxis
10.11. Kundengewinnung auf
Autopilot mit KI-Agenten
12.11. Künstliche Intelligenz (KI)
& Social Media
13.11. Paid Social-Media-
Marketing
Bildungshaus Lichtenburg in Nals
Tel. 0471 057 100 – www.lichtenburg.it
18 // SEPTEMBER 2025
DORFGESCHEHEN
BURGSTALL: SEIT 40 JAHREN JUNGSCHAR IN BURGSTALL
CK Die Katholische Jungschar Südtirols ist mit ihren über
350 Jungschar- und Minigruppen Südtirols größte Organisation
für Kinder. Seit 40 Jahren ist die Jungschar in Burgstall
ein Teil dieser großen Gemeinschaft, was im September mit
einem Jubiläumsfest gefeiert wird. Bereits in den frühen 1950er
Jahren hatte es in Burgstall, ebenso wie auf Landesebene eine
Mädchenjungschargruppe gegeben – auf Landesebene gab es
auch eine Bubenjungschar –, die in Burgstall von Maria „Moidl“
Schwabl begründet wurde. Nach mehreren Jahren ohne Tätigkeit
wurde die Jungschar in Burgstall schließlich 1984 wieder
aufgebaut. Federführend dabei war Gerdi Pircher Pötz, die im
Jugenddienst Lana-Tisens, dem damaligen Bürgermeister Alois
Schenk und dem damaligen Pfarrer Franz Kiebacher wichtige
Unterstützer fand. Im Herbst 1985 starteten schließlich die
ersten Gruppenstunden mit 23 Kindern. Die Anzahl der Kinder,
aber auch der Gruppenleiterinnen und -leiter, wuchs in
den folgenden Jahren stetig an. Die Gruppenstunden wurden
alsbald um andere Aktivitäten wie Ausflüge, Kinderfest oder
Hütten- und Zeltlager ergänzt, sodass die Jungschar heute ein
fester Bestandteil des Dorflebens von Burgstall ist. Gefeiert wird
dieses runde Vereinsjubiläum am 20. September ab 10.30 Uhr im
Schulhof der Grundschule Burgstall mit einem Jubiläumfest.
ˆ
In Burgstall wird im September 40 Jahre
Jungschar Burgstall gefeiert
Collage: Jungschar Burgstall
19 // DIEWEINSTRASSE.BZ
Apfelbäume unter Strom
UNVERZICHTBAR? UNÄSTHETISCH? UNERSCHWINGLICH? RUND UM DIE NUTZUNG VON LANDWIRTSCHAFTLICHEN FLÄCHEN
ZUR STROMERZEUGUNG GIBT ES AKTUELL MEHR MUTMASSUNGEN ALS FAKTEN. SICHER IST: DAS THEMA ELEKTRISIERT.
Südtirol will die Energiewende schaffen – und betritt dafür
unerforschtes Terrain. Mit einem Beschluss vom 15. Juli hat die
Landesregierung den rechtlichen Rahmen für die Agri-Photovoltaik
– kurz Agrivoltaik – geschaffen. Photovoltaikanlagen über
Apfelbäumen sollen künftig Sonnenstrom liefern. Das Versuchszentrum
Laimburg hat dazu ein Pilotprojekt gestartet – koordiniert
vom Forschungszentrum Eurac und finanziert mit
EU-Geldern. Das Thema hat in den vergangenen
Wochen für viel Diskussionsstoff gesorgt, vor allem
bei Bauern und Naturschützern. Deshalb die Frage
an den neutralen Wissenschaftler: Was bringt’s?
VOM PIONIERPROJEKT …
Walter Guerra ist Pomologe, Vizedirektor des
Versuchszentrums Laimburg und dort Leiter des
Instituts für Obst- und Weinbau. Er erzählt gleich
zu Beginn des Gesprächs mit der „Weinstraße“
eine Kuriosität: Bereits im Jahr 2007 wurde im
Laimburger Außenbetrieb „Binnenland“ zwischen
Auer und Tramin die weltweit erste Agrivoltaikanlage
über Apfelbäumen errichtet – damals von der
Seilbahnfirma Doppelmayr aus Lana – nach einem Projekt des
Ingenieurs Johann Czaloun und mit ziemlich viel Beton und Stahl.
Ein Pionierprojekt mit ansprechenden Ergebnissen, das aber nie
groß kommuniziert wurde. „Viele hätten uns zu dem Zeitpunkt
wohl für verrückt erklärt“, vermutet Guerra augenzwinkernd.
… ZUM ZUKUNFTSMODELL?
Seit Frühjahr 2025 gibt es nun eine neue Versuchsanlage – auf
demselben Grundstück. Auf rund 3000 m² wachsen Äpfel der
Sorte Ipador,Giga®, unter sogenannten Zebrapaneelen: Glas-Solarmodule
mit unterschiedlicher Lichtdurchlässigkeit, um die
jeweiligen Effekte auf den Anbau zu erhalten. Die Module sind
auf Solartrackern installiert, wodurch sie dem
Sonnenstand nachgeführt werden, um maximal
Energie einzufangen. Die Anlage ist mit
Sensoren versehen, die die Energieproduktion
sowie Luft- und Bodenbedingungen aufzeichnen.
Gleich neben dieser Anlage eine zweite
zur Gegenkontrolle: dieselbe Apfelsorte, aber
keine Solarmodule. Beide Anlagen werden von
Hagelnetzen geschützt.
„Wir untersuchen alles – von der Ausfärbung
der Äpfel über das Mikroklima unter den Modulen
bis zum Wasserverbrauch“, erklärt Walter
Guerra. Gibt es auf den Früchten weniger Sonnenbrand,
weniger oder mehr Pilzbefall, eine
geringere Ausfärbung? Ist der Wasserbedarf
niedriger? Wie wirkt sich das Ausbringen der Pflanzenschutzmittel
auf die Solarplatten aus? Allererste Ergebnisse wird die Ernte
in diesem Herbst liefern. Aber: „Ein Jahr ist kein Jahr“, betont
Guerra, „wir wollen fundierte Aussagen und keine Vermutungen“.
Es werde mehrere Jahre dauern, bis man Trends festlegen kann.
FÜR DIE LANDSCHAFT IST
AGRIVOLTAIK AUF INTENSIV
GENUTZTEN TALFLÄCHEN
ERTRÄGLICHER ALS
NEUE WASSER- ODER
WINDKRAFTWERKE.
Florian Trojer
20 // SEPTEMBER 2025
‹ Auf diesem Versuchsfeld im Unterland wird
erforscht, welche Auswirkungen die Agrivoltaik
auf den Boden, den Baum und die Äpfel hat
Quelle: Eurac
BRENNPUNKT
DIE BESTIMMUNGEN …
Parallel zu diesem Projekt und in der Hoffnung auf weitere
– private – Pioniere, hat die Landesregierung Mitte Juli neue
Bestimmungen zur Agrivoltaik erlassen. Nachdem die Technik
im Mai 2024 lediglich zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt
worden war, sollen jetzt auch die Bauern zu Stromproduzenten
werden dürfen. Allerdings nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen:
Die Anlagen dürfen ausschließlich auf Obstbauflächen
in der Talsohle errichtet werden – innerhalb klar definierter
Zonen entlang von Etsch und Eisack, maximal 75 Meter oberhalb
des Flussbetts. Berechtigt ist nur, wer in den letzten fünf Jahren
durchgehend Obstbau betrieben hat, das Gelände darf höchstens
zehn Prozent Gefälle aufweisen. Mindestens 70 Prozent der
Fläche müssen weiterhin bewirtschaftet werden, und der Ertrag
darf sich im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt nur um maximal
30 Prozent verringern, um Spekulationen zu verhindern.
Agrivoltaik im Weinbau ist nicht vorgesehen. Zum einen, weil
sich die Weinberge in der Regel in Hanglagen befinden, wo die
landschaftliche Beeinträchtigung weitaus höher ist. Zum anderen
ist das Pilotprojekt in Auer Teil eines EU-Projekts, das für den
Standort Südtirol aktuell Versuche auf Apfelanlagen vorsieht.
… UND DIE BEDENKEN
Das Gesetz ist ein dünner Spagat zwischen Landwirtschaft,
Klima- und Landschaftsschutz. Gerade letzterer hat die Agrivoltaik
bei Umweltverbänden in den Fokus gerückt. Die Befürchtung
war groß, dass künftig riesige Kulturflächen und sogar Almen
von Solarmodulen verschandelt würden – so wie es beispielsweise
in der Schweiz schon passiert. Am Ende dann doch die
Erleichterung: „Die Einschränkungen im Gesetz entsprechen
weitgehend unseren Forderungen, die wir im Vorfeld einbringen
durften“, sagt Florian Trojer aus Tramin. Der Geschäftsführer des
Heimatpflegeverbands Südtirol ist außerdem überzeugt: „Für
die Natur und Landschaft ist Agrivoltaik auf ohnehin intensiv
WIR WOLLEN FUNDIERTE
AUSSAGEN UND KEINE
VERMUTUNGEN.
Walter Guerra
genutzten Talflächen erträglicher als zusätzliche Wasser- oder
gar Windkraftwerke.“
Außerdem reduzieren die gesetzlichen Beschränkungen das
Nutzungspotenzial ganz automatisch. Am Ende sind es lediglich
knapp 5650 Hektar in ganz Südtirol, die zur Agrivoltaik zugelassen
werden könnten, der allergrößte Teil davon im Unterland und
im Etschtal. Und auch das dürfte vorerst Theorie bleiben. Denn
selbst wenn das Obst durch die Module nicht beeinträchtigt
wird, sind die Investitionskosten aktuell noch enorm. Einen
„hohen sechsstelligen Eurobetrag pro Hektar“ schätzt Walter
Guerra – je nach Art der Anlage. Für die meisten Betriebe derzeit
nicht realistisch – auch wegen der unsicheren Strompreisentwicklung.
Deshalb mahnt auch der Südtiroler Bauernbund, der
sich grundsätzlich für die Agrivoltaik ausspricht, vor Euphorie.
„Südtirol betritt hier Neuland. Es gibt noch keine vergleichbaren
kommerziellen Anlagen, da die Rahmenbedingungen hierzulande
andere sind als in anderen Ländern“, sagt SBB-Obmann
Daniel Gasser. Entsprechend fehle es an Erfahrung: „Offen sind
sowohl technische Fragen, etwa zur Montage der Paneele, als
auch wirtschaftliche Aspekte.“
Technische und rechtliche Hürden räumt auch Walter Guerra
ein, denn der Strom muss eingespeist, Kabel müssen verlegt werden.
Und aufgrund der Kleinstrukturiertheit der Betriebe könnten
bei diesen Maßnahmen auch Nachbargrundstücke durchquert
werden müssen. „Allein bei unserer Pilotanlage warten wir seit
Monaten auf die Genehmigung aus Rom, um ein
Kabel unter einer Bahnunterführung zu verlegen“,
beschreibt Guerra die Situation. Künftig gäbe es laut
Guerra mehrere Varianten, den Strom zu Geld zu
machen. Zum einen könnte er von Energiegenossenschaften
genutzt und bei Überproduktion ins
Netz eingespeist werden. Zum anderen gibt es
die Vision des energieautarken Bauernhofs
oder gar des energieautarken Dorfs. „Aber
bis dahin ist es noch ein langer Weg.“
Ob Agrivoltaik ein Vorzeigemodell oder
ein kostspieliges Experiment wird, darüber lässt sich
also nur spekulieren. Aber jedes Umdenken beginnt
mit einem Versuch, und Diskussionen tragen meistens
Früchte.
ˆ
Pomologe Walter Guerra
Quelle: Ivo Corrà
ˆ Flächen mit den ausgewählten Kulturen
Quelle: lpa
Edith Runer
edith.runer@dieweinstrasse.bz
21 // DIEWEINSTRASSE.BZ
BRENNPUNKT
„Vieles ist noch
ungewiss“
DER KURTINIGER MANUEL WERTH, 36 JAHRE ALT,
HAT SICH MIT AGRIVOLTAIK BEFASST. FÜR DEN
LANDWIRT SIND NOCH EINIGE FRAGEN OFFEN.
Renate Mayr
Die Weinstraße: Wie viel Grund bewirtschaften Sie?
Manuel Werth: Zehn Hektar Eigen- und Pachtfläche, davon
vier Hektar Weinbau in Margreid und Buchholz und sechs Hektar
Obstbau in Kurtinig.
Haben Sie sich schon mit Agrivoltaik befasst?
Ja, ich habe mich informiert. Momentan sind für mich noch
viele Fragen offen. Das ist für uns alle Neuland. Speziell für den
Obst- und Weinbau gibt es noch wenig Erfahrungswerte.
Warum sind für Sie noch einige Fragen offen?
Als Bauern produzieren wir in erster Linie Äpfel und Wein,
das sollte im Vordergrund bleiben. Wir haben sehr viel investiert,
damit die Qualität stimmt, auch in den Genossenschaften. Südtirol
ist ein sehr schönes Land, darauf sollten wir achten. Bauern sollten
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eher schauen, die Obstanlagen auf neuestem Stand zu bringen,
bevor sie überhaupt an Agrivoltaik denken. Vielleicht kann es als
Nebeneinkommen interessant sein.
Welche Sorten kämen in Frage?
Auf alle Fälle nicht Premiumsorten wie Pink Lady, denn bei
Qualitätseinbußen schadet das dem Markenimage. Für mich wäre es
sinnvoller, eine Sorte wie Inored zu pflanzen, die schorfresistent ist
und mir alle Jahre die Menge liefert. Wenn ich eine Anlage über die
Apfelbäume stelle, dann wird die Sonneneinstrahlung vermindert.
Das wirkt sich auf die Wiederblüte negativ aus. 80 Prozent unserer
Sorten fallen da durch, wie Gala, Fuji, Kanzi, Jazz und auch Granny.
Weitere Bedenken?
Ja. Ist die Stromleistung garantiert, wenn Pflanzenschutzmittel
oder Staub die Paneele bedecken? Wie schaut die Anlage aus?
Wenn ich eine Photovoltaikanlage montiere, dann muss das statisch
auch jeder Wetterbedingung standhalten. Da muss besonders gut
bedacht werden in Kombination mit den Hagelnetzen. Es gibt viele
Anbieter und unterschiedliche Lösungen.
Das klingt nach hohen Investitionskosten.
Laut meiner Rechnung würden die Investitionen rund eine
halbe Million Euro pro Hektar ausmachen. Neue Leitungen müssen
verlegt werden, dafür braucht es Genehmigungen von Gemeinden
und Land. Leitungen im Grundstück entwerten den Grundpreis.
Gibt es Förderungen?
Es gibt staatliche Ausschreibungen, die sich Jahr für Jahr ändern.
Man muss sich im Klaren sein, dass es hierfür vorab ein Projekt
braucht, das von der Gemeinde genehmigt werden muss. Es braucht
aber auch einen garantierten Strompreis, damit die Rechnung
stimmt. Dann ist noch die ganze Bürokratie zu stemmen, und das
Geld für die Investition muss der Bauer vorstrecken.
Gibt es eine Preisgarantie für die Einspeisung von Solarstrom?
Es wäre sinnvoll, einen guten Festpreis zu erhalten. Damit die
große Investition auch rentabel ist, bräuchte es 8 Cent pro kWh
plus einen Beitrag von 50 Prozent. Solange wir in einem Dorf
wie Kurtinig eine kleine Anlage von 3000 m 2 mit bis zu 200 KW
betreiben, dann sind wir im Bereich der Niedrigspannung. Wenn
ich mehrere Anlagen zusammenschließe, dann reden wir von
Mittelspannung, dann braucht es eigene Leitungen. Das führt
sicherlich zu Mehrkosten und muss mit den Netzanbietern geklärt
werden. Das kann der Bauer nicht allein machen.
Quelle: Manuel Werth
22 // SEPTEMBER 2025
Gemeinsam
Energie nutzen
AM 4. JUNI 2025 WURDE DIE ENERGIEGEMEINSCHAFT
ÜBERETSCH-UNTERLAND GEGRÜNDET. ÜBER DIE ZIELE
DER NEUEN GENOSSENSCHAFT SPRACH DIE WEINSTRASSE
MIT DEM VORSITZENDEN FRANZJOSEF RONER.
Renate Mayr
Die Weinstraße: Welche Ziele verfolgt die neu gegründete Energiegemeinschaft
Überetsch-Unterland?
Franzjosef Roner: Die EEG Überetsch-Unterland hat sich zum
Ziel gesetzt, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.
Hauptaugenmerk wird vorerst auf die Installation von Photovoltaikanlagen
gelegt, weil diese auch für Privathaushalte und Kleinbetriebe
leicht umsetzbar ist. Die staatlichen Förderungen für die
Realisierung dieser Anlagen laufen noch bis Ende November 2025.
Wer also bis dahin das Ansuchen einreicht, kann mit einer staatlichen
Förderung von bis zu 40 Prozent der Investitionskosten einer
PV-Anlage rechnen. Voraussetzung dafür ist die Mitgliedschaft zum
Beispiel bei der EEG Überetsch-Unterland. Alle EEG-Mitglieder
können ihren aktiven Beitrag zur Energiewende leisten.
ˆ
Der Vorstand der Energiegemeinschaft Überetsch-Unterland: Hansjörg
Augschöll, Franzjosef Roner (Vorsitzender), Ludwig Kaneppele
(stellvertretender Vorsitzender), Martin Feichter, Hans Simonini
und Wolfgang Oberhofer (von links)
Quelle: EEG Überetsch-Unterland
Stromproduktion, sind aber eher als Nischeproduktion anzusehen.
Denn die Hauptproduktion wird sicher auf den riesigen
Dachflächen und Bauten entstehen, die heute zur Verfügung
stehen.
Welche erneuerbaren Energien im Unterland und Überetsch
zieht die Energiegemeinschaft derzeit in Betracht?
Derzeit sind in der EEG außer der Photovoltaik keine weiteren
erneuerbaren Energiequellen vorgesehen.
Wer mehr Informationen erhalten möchte, kann sich an das
Büro der Energiegemeinschaft Überetsch-Unterland wenden:
Tel. 0471 097 974 oder eeg.ue.ut@pec.it
Wer kann Mitglied werden?
Mitglied können alle Privatpersonen, Betriebe, sowie Vereine und
Gemeinden werden. Die Mitgliedschaft kostet 50 Euro. Die Produzenten
müssen noch zusätzlich eine Aktivierungsgebühr zahlen, je
nach Größe der Anlage, dann können auch sie die Vorteile nutzen.
Kann man mit niedrigeren Energiepreisen rechnen, wenn man
Mitglied wird?
Ja, es gibt eine Rückvergütung der gemeinsam in der EEG
Überetsch-Unterland konsumierten Stromenergie. Konsumenten
erhalten 0,08 Euro pro verbrauchter kWh, sofern ihr Energieverbrauch
zeitgleich mit der Einspeisung der Produzenten erfolgt.
Welche Vorteile haben Stromproduzenten, die Mitglieder der
Energiegemeinschaft sind?
Die Produzenten erhalten 0,04 Euro je kWh in dieser Zeitspanne
eingespeisten Energie, oder reduziert von 0,02 Euro, falls sie die
PNRR-Förderung von 40 Prozent in Anspruch nehmen.
Rechnen Sie mit Strom aus Agrivoltaik bei der gemeinsamen
Nutzung von Energie in unserem Bezirk?
Die Agrivoltaik steckt noch in den Kinderschuhen, wird jedoch
in Zukunft sicher an Bedeutung gewinnen. Die EEG Überetsch-Unterland
bietet dafür eine gute Grundlage, da bei Agro-
Strom die gesamte Produktion eingespeist werden muss und die
zusätzliche Förderung durch den GSE besonders attraktiv ist.
Sehen Sie die Gewinnung von Strom aus Agrivoltaikanlagen
in unserem Bezirk als realistisch an?
Agrivoltaikanlagen sind sicher eine reelle Möglichkeit der
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ˆ
Im Zeitalter des Smartphones ist es unvorstellbar, wie viel
Kameratechnik für eine Aufnahme geschleppt werden musste
Quelle: Audiovision Lechthaler
ˆ Arbeitsplatz: die Kamerateams von TVS waren im ganzen Land unterwegs
Quelle: Audiovision Lechthaler
Pioniere mit Kamera
IN DEN 1970ER JAHREN WAR FERNSEHEN DAS MEDIUM DER ZUKUNFT. WÄHREND IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH
DIE RÖHREN NOCH FEST IN DER HAND DER ÖFFENTLICH-RECHTLICHEN SENDER LAGEN, WURDE IM KLEINEN SÜDTIROL
TV-GESCHICHTE GESCHRIEBEN: EIN PRIVATRECHTLICHER SENDER IN DEUTSCHER SPRACHE. HELMUT LECHTHALER HAT
MIT DEM FILM „DIE PIONIERE DES FERNSEHENS“ DIE TURBULENTE GESCHICHTE DES SENDERS TVS AUFGEARBEITET.
Ein gewöhnliches Reihenhaus in Naturns, augenscheinlich
unbewohnt, der Garten halb verwildert. Nichts erinnert an
die Vergangenheit dieses Hauses außer die Reste einer hohen
Antenne am Dach. In diesem Haus begann 1978 die turbulente,
aber auch kurze Geschichte eines Südtiroler Fernsehphänomens:
Hier wurde mit Television Südtirol (TVS) Europas erster privater
Sender in deutscher Sprache gegründet. Mit einer Aufnahme des
Hauses beginnt auch der neue Film der Südtiroler Filmemacher
Helmut Lechthaler und Alexander Lechner: In der Dokumentation
„Pioniere des Fernsehens – Europas erster deutschsprachiger
Privatsender TVS“ haben sie die Glanzjahre des Senders von
seiner Gründung 1978 bis zum Verkauf 1985 nachgezeichnet.
Herausgekommen ist eine Dokumentation über ein Stück Südtiroler
Zeitgeschichte, aber auch über Helmut Lechthalers persönliche
Geschichte: Seine ersten Schritte in der Welt des Films
tat er 1981 genau bei TVS.
SÜDTIROLER FERNSEHEN SCHREIBT GESCHICHTE
TVS entstand 1978 aus der Idee des 18-jährigen Karlheinz
Gamper. Der junge Naturnser hatte zuvor bei einem privaten
ˆ
Zeitzeugen: Chefredakteur Siegfried Giuliani erinnert sich
an seine Zeit beim Sender zurück
Quelle: Audiovision Lechthaler
Südtiroler Radiosender gearbeitet und sich gedacht: Warum
geht das nicht auch im Fernsehen? Das Monopol des staatlichen
TV-Senders der RAI war erst kurz zuvor aufgehoben worden,
in Deutschland und Österreich war der Fernsehmarkt hingegen
noch nicht liberalisiert. Deutsche und österreichische Sender
konnten in Südtirol Ende der 70er überhaupt nur schwierig
empfangen werden, die RAI sendete hingegen nur zwei Stunden
deutschsprachiges Programm pro Tag: „Die RAI hat damals noch
auf Zelluloid gedreht, ihre Filmbeiträge gingen zwei Tage später
auf Sendung, unsere hingegen noch am selben Tag“, erzählt
Filmemacher Lechthaler. Die Zeit war also reif für etwas Neues:
Television Südtirol!
NOSTALGIE UND AUFBRUCH
Lechthaler und Lechner lassen für ihre Dokumentation Bilder
und Menschen sprechen: Die Geschichte von TVS wird über Archivmaterial
erzählt. Dass dieses Material überhaupt zur Verfügung
steht, sei großes Glück, erzählt Lechthaler. Lange Zeit hieß es, vom
Archiv des Senders sei nichts mehr übrig. Dann die erlösende
Nachricht: Die Kassetten liegen beim Amt für Film und Medien.
Dieses hat das Material digitalisiert und für die Produktion zur
Verfügung gestellt. Somit dominieren die warmen Farben des
80er-Jahre-Fernsehens das Bild. Mode, Musik, Landschafts- und
Stadtbilder, die Rolle der TV-Ansagerin, die gefilmten Persönlichkeiten:
Alles erzeugt beinahe ein Gefühl von Nostalgie. Es
ist aber keine nostalgische Geschichte, die die Filmemacher hier
erzählen, sondern eine Geschichte des Aufbruchs. Die Aufnahmen
von TVS zeigen ein Land in Aufbruchstimmung. Sei es politisch,
gesellschaftlich oder kulturell.
Gesellschaftlicher Aufbruch, aber auch Aufbruch im Sender
selbst: Fernsehen war etwas Neues und der Sender uns seine Mitarbeiter
waren jung und voller Ideen. Von Politik über Tourismus
bis zur Kindersendung deckten sie die Interessen der Südtiroler
ab. Besonders wichtig waren die Sportübertragungen, moderiert
von Alex Tabarelli und Elmar Pichler-Rolle, die Sportereignisse
24 // SEPTEMBER 2025
ˆ Blick ins Studio: die „Tagesshow“ brachte täglich Nachrichten
Quelle: Audiovision Lechthaler
ˆ
Unter den Leuten: mit TVS kam das Fernsehen mitten unter
der Südtiroler Bevölkerung an
Quelle: Audiovision Lechthaler
vom Hockeyspiel bis zur Schach-WM in Meran übertrugen: „Wir
waren oft das ganze Wochenende für den Sport unterwegs“, erzählt
Lechthaler. Die Musikprogramme von TVS zeigten volkstümliche
Musik, moderiert von Heinz Gamper, aber auch deutschsprachige
Stars: Schlagersänger von Costa Cordalis bis Jürgen Drews folgten
der Einladung von TVS, um sich in der Sendung „Starportrait“
vor die Kamera zu stellen und Playback zu singen.
INNOVATION UND IMPROVISATION
Es ist auch fast schon eine Räubergeschichte, die Lechthaler
und Lechner hier erzählen: Der Sender war neu, man hatte wenig
finanzielle Mittel, Erfahrung noch weniger: „Im Schnellsiederkurs
haben wir gelernt, wie man eine Kamera einschaltet, wie man
dreht, wie man schneidet“, erzählt Lechthaler über seine Anfänge
bei TVS. Chefredakteur Siegfried Giuliani las bei seinem Bewerbungsgespräch
das erste Mal Nachrichten, gleich schon live auf
Sendung. Was anderswo fehlte, machte man mit Innovationsgeist
und Improvisation wett: Um überall Saft für die Kamera zu haben,
bastelte Seniorchef Toni Gamper einfach einen tragbaren Akku
aus einer Autobatterie. Um Hockey- und Fußballspiele „live“
zu übertragen, raste in den Pausen ein Motorradfahrer mit der
aufgenommenen Kassette im Gepäck vom Stadion nach Naturns.
DIE MENSCHEN HINTER UND VOR DER KAMERA
Es ist auch eine sehr menschliche Geschichte, auf die Lechthaler
und Lechner zurückblicken: Viele Personen kommen zu Wort,
Moderatoren, Redakteurinnen, Kameraleute, Ansagerinnen oder
Publikum. Vor dem grauen Akustikschaumstoff in Lechthalers
Studio lassen sie nicht nur die Jugend des Südtiroler Fernsehens,
sondern auch ihre eigene Jugend Revue passieren. Nur einer konnte
nicht mehr über die Geschichte des Senders erzählen: Gründer
und treibende Kraft Karlheinz Gamper verstarb kurz nach Beginn
der Dreharbeiten 2024. Er wollte sich aber auch nicht interviewen
lassen, erzählt Lechthaler: „Karlheinz war ein Medienpionier, er hat
auch das Nachrichtenportal Südtirol News gegründet, aber keiner,
der gern in der Öffentlichkeit stand.“ Der Film ist ihm gewidmet.
85 Minuten dauert Lechthalers und Lechners Film. Es ist eine
wilde Fahrt durch Südtirols Mediengeschichte, auf die die Beteiligten
mit ein bisschen Nostalgie, aber auch mit einer gehörigen
Portion Selbstironie zurückblicken. Von der Geschichte des Mediums
Fernsehen über Südtirols Zeitgeschichte und nostalgischen
Episoden lässt sich die Dokumentation aus vielen verschiedenen
Gesichtspunkten betrachten. Premiere feiert „Pioniere des Fernsehens“
am 9. Oktober um 20.00 Uhr im Filmtreff Kaltern. Auf
RAI Südtirol wird eine verkürzte Version des Films am 27. Oktober
ausgestrahlt. Nach Veröffentlichung wird der Film auch auf der
Seite des Amts für Film und Medien abrufbar sein.
Philipp Ferrara
philipp.ferrara@dieweinstrasse.bz
pioniere des
fernsehens
Europas erster deutschsprachiger
Privatsender TVS
Ein Film von Helmut Lechthaler und Alexander Lechner
Südtirol Ende der 70er Jahre.
Fernsehmacher aus Deutschland
und Österreich blicken mit Verwunderung
nach Naturns. Ausgerechnet
in dem kleinen Ort im Vinschgau
wird 1978 das deutsche Privatfernsehen
aus der Taufe gehoben. Mit TVS
weckt Senderchef Karlheinz Gamper
nicht nur Begehrlichkeiten im Ausland,
wo Privat-TV zu der Zeit noch
ein Fremdwort ist, er stillt damit
auch ein Bedürfnis in der lokalen
Bevölkerung nach Innovation und
Direktheit. Die Gründungsgeschichte
des Senders spiegelt den Zeitgeist
wider, der geprägt war von der Abwendung
verstaubter Konventionen
und von der Aufbruchstimmung
einer ganzen Gesellschaft.
PRODUKTION
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG
Filmtreff Kaltern
Donnerstag, 09.10.25
Uhrzeit: 20.00 Uhr
Dauer: 85 Minuten
Trailer: vimeo.com/1048673718
25 // DIEWEINSTRASSE.BZ
TREFFPUNKT
NACHGEFRAGT
Wie wichtig ist Ihnen eine gute Nachbarschaft?
Annika Borsetto, Leifers
Ich finde es toll, wenn man sich unter
Nachbarn hilft, zum Beispiel, wenn man
die Kinder kurz abgeben kann, um schnell
was einzukaufen. Da ich das „Wohnen“ in
meinem Haus mit meiner Familie liebe,
ist mir unsere Privacy jedoch sehr wichtig.
Deshalb ist es sicherlich von Vorteil
diskrete Nachbarn zu haben.
Günther Oberhöller, Bozen
Ich wohne in einem Kondominium mit
vielen Nachbarn. Mir ist ein respektvolles
Miteinander wichtig, enge Freundschaften
suche ich nicht. Man grüßt sich und falls
jemand Unterstützung braucht, bin ich da.
So halte ich es auch in meiner physiotherapeutischen
Praxis: respektvoll, hilfsbereit,
aber mit einer gesunden Distanz.
Florian Mahlknecht, Nals
Gute Nachbarschaft bedeutet für mich mehr
als nur Tür an Tür zu wohnen. Mit meinen
Nachbarn konnte ich sogar während der
Coronazeit über den Gartenzaun hinweg
Tennis spielen. Auch heute noch genießen
wir gemeinsame „Wattabende“, sobald
die Kinder schlafen. Gute Nachbarschaft
schenkt Leichtigkeit, gemeinsame Erlebnisse
und einfach eine richtig gute Zeit.
Karin Adami, Girlan/Eppan
Gute Nachbarschaft ist wichtig, denn glücklich
ist man daheim, wenn auch das Umfeld
stimmt. Und es braucht Respekt und Freundlichkeit.
Früher gab’s noch Kaffeekränzchen
und Sommerfeste – das ist mit dem Arbeitsalltag
leider weniger geworden. Jetzt
im Ruhestand genieße ich ab und zu wieder
einen Kaffeetreff mit meiner Nachbarin.
Manuel Tonidandel, Margreid
Gute Nachbarschaft bedeutet Lebensqualität:
Wer sich mit seinen Nachbarn gut
versteht, lebt glücklicher und gesünder.
Für ältere Menschen bietet eine verlässliche
Nachbarschaft Hilfe, Kontakt und
Schutz vor Einsamkeit.
Ivan Tramarin, Kurtinig
Ich finde eine gute Nachbarschaft sehr
wichtig. Es freut mich, dass wir in unserer
Straße alle sehr gut miteinander auskommen
und uns gegenseitig unterstützen.
Wenn man Hilfe braucht, ist immer jemand
da!
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26 // SEPTEMBER 2025
TREFFPUNKT
HEISSES EISEN
Alexa, lass mich raus!
ALS ICH VOR ZIG JAHREN DEN 1968 ERSCHIENENEN FILM VON STANLEY KUBRICK „2001: ODYSSEE IM WELTRAUM“
GESEHEN HABE, BELÄCHELTE ICH DIE GESCHICHTE VON DER MASCHINE HAL9000, DIE SELBSTBEWUSSTSEIN ENTWICKELT.
Heute habe ich Angst, dass sich der
Kühlschrank nicht öffnen lässt, weil er
entschieden hat, dass ich ein paar Pfunde
zu viel auf den Rippen habe. Und das weiß
er auch nur deshalb, weil jeder Versuch
die Personenwaage zu manipulieren, mit
einem Stromschlag endet.
Meinen Backofen muss ich sowieso
überlisten, dass er die Schweinshaxe
grillt und nicht in Dampf gart. Ich weiß,
wäre gesünder, aber wenn ich ein norddeutsches
Eisbein will, dann gehe ich im
Winter barfuß.
Dabei hat künstliche Intelligenz, kurz
KI, auch gute Seiten. Früher musste man
sich Telefonnummern merken. Heute fragt
man Siri. Wenn es die Nummer des Technikers
ist, der das Haus vernetzt hat, dann ist
sie eigenartigerweise aber besetzt und ich
spüre den gleichen suspekten Blick, wie ihn
mein Hund hat, wenn er zum Tierarzt soll.
An der Haustür klingeln sollte der Techniker
in dem Moment dann besser nicht.
GOOGLE, WO IST NOCHMAL
DIE TOILETTE?
KI hilft auch sich in der Welt zurecht
zu finden. Musste man früher einen Atlas
aufschlagen, um zu erfahren wo Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch
liegt, reicht nun der Sprachbefehl
„Google, wo liegt der Ort mit dem
unaussprechlichen langen Namen?“ Nicht
einmal selbst tippen muss man mehr. Gefährlich
wird es, wenn die Antwort lautet
„In Wales, du Niete!“
Wenn uns die künstliche Intelligenz
eines Tages total ersetzt, dann vermutlich
nicht durch die mordende Personenwaage,
sondern durch das stille Auslöschen
unserer grauen Zellen.
Die Anzeichen sind schon da: Menschen,
die ohne Navi nicht einmal zum
nächsten Supermarkt fahren. Schüler, die
die Englischübersetzung eines Übersetzungsprogramms
übernehmen und eine
satte Vier bekommen, weil sie den Vermerk
„Mit DeepL generiert“ nicht gelöscht
haben. Stellen wir uns Manager vor, die
jede Entscheidung zuerst von einer App
absegnen lassen, bis hin zur existenziellen
Frage: „Soll ich meine Ehe beenden, oder
lieber einen neuen Drucker kaufen?“
ACHTUNG! DIE TAKTIK
HEISST „EINLULLEN“.
Künstliche Intelligenz macht das Leben
bequemer. Aber Bequemlichkeit ist
bekanntlich der natürliche Feind des
Denkmuskels. Das Gehirn ist wie ein Bizeps:
Wenn man es nicht benutzt, hängt
es irgendwann in den Seilen. Statt Kreuzworträtseln
scrollt man durch TikTok, statt
Informationen aufzusaugen, lässt man sich
von einer App sagen, welche Torte man ist.
Hoffentlich wurde der Kühlschrank beim
Stichwort „Torte“ jetzt nicht hellhörig.
Besonders perfide ist, dass KI uns das
Denken abnimmt, während sie so tut, als
würde sie uns helfen, es zu verbessern. Sie
schreibt uns Einkaufslisten, berechnet den
günstigsten Stromtarif, liefert Datingtipps.
Das klingt praktisch. Bis man merkt, dass
man irgendwann nicht mehr weiß, ob man
selbst auf Sojamilch umgestellt hat, oder
der Kühlschrank und Alexa. Die beiden
stecken so etwas von unter einer Decke!
WENN DER TOASTER BEIM
SCHACH GEWINNT
Gefährlich wird es auch im Alltag:
Wenn die KI uns wirklich alles abnimmt,
werden wir nicht nur dumm, sondern auch
hilflos. Das Auto fährt uns selbstständig ins
Büro, weigert sich aber, am Wochenende
zur Schwiegermutter zu fahren. Na gut, so
fies ist KI also gar nicht.
Die größte Ironie: Die digitale Hängematte,
in der wir uns ausruhen, haben wir
selbst gebaut! In der Zwischenzeit lernen
die Maschinen, wie man unsere Probleme
löst. Bis sie feststellen, wer das größte Problem
ist. Aber die wahre Gefahr ist nicht,
dass die Maschinen klüger werden als wir.
Sondern dass wir irgendwann freiwillig
dümmer werden als ein Toaster.
Übrigens, ich habe den Artikel, aus
Angst vor Vergeltung, nicht auf meinem
PC geschrieben.
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27 // DIEWEINSTRASSE.BZ
TREFFPUNKT
KÜRBISTAGE IN LANA
26.09.–28.09.2025
Niederlana
WAS IST LOS im September?
DI
02
MI
03
DO
04
FR
05
SA
06
MUSIK
› Eröffnungskonzert – Eppaner
Liedsommer
20.00 Uhr | Lanserhaus Eppan
MUSIK
› Forum Kaltern – Orgelkonzert
– Bläserquartett und Orgel
20.30 Uhr | Pfarrkirche Kaltern
EVENT
› Kalterer Weintage
18.00 Uhr | Marktplatz Kaltern
EVENT
› 24. Südtiroler Firmenlauf
19.00 Uhr | Neumarkt
MUSIK
› Liederabend
20.00 Uhr | Lanserhaus Eppan
› Eppaner Musiknächte – Bürgerkapelle
St. Michael/Eppan
20.00 Uhr | Pavillon St. Michael
KINO
› Ich will alles – Hildegard Knef
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Islands
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
MUSIK
› Musikfest der BK Tramin
16.30 Uhr | Festplatz Tramin
KINO
› Ich will alles – Hildegard Knef
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Islands
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
Es pflegn Vroni, Franz und Fritz
Die Wiesn mit die Äpflbam
Die Sunn knållt oar, groaß die Hitz
Kannt man de nutzn, wars a Tram.
Solarpanele in die Felder,
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Man spårt an Strom und erntet Gelder,
Obr ischs firs Låndschaftsbild erträglich?
SO
07
DI
09
MI
10
FR
12
EVENT
› Kirchtag mit hl. Messe in der
Kapuzinerkirche und Festbetrieb
in der Gaulschlucht
08.00 Uhr | Oberlana
MUSIK
› Matinee – Anja Mittermüller
11.00 Uhr | Lanserhaus Eppan
› Musikfest der Bürgerkapelle
Tramin
10.30 Uhr | Festplatz Tramin
› Abschlusskonzert Meisterkurs
20.00 Uhr | Lanserhaus Eppan
KINO
› Islands
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Ich will alles – Hildegard Knef
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
MUSIK
› Platzkonzert der Bürgerkapelle
Kaltern
20.30 Uhr | Marktplatz Kaltern
MUSIK
› Orgelkonzert – Schlüsselfidel
und Orgel
20.30 Uhr | Pfarrkirche Kaltern
MUSIK
› Eppaner Musiknächte – Musikkapelle
Frangart
20.00 Uhr | Pavillon Frangart
› Mysterium Montis - Chorkonzert
20.30 Uhr | Pfarrkirche
St. Anton und Nikolaus, Leifers
SA
13
SO
14
KINO
› Das Kanu des Manitu
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Die Rosenschlacht
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
MUSIK
› Eröffnungskonzert
Vincent & Fernando
16.00 Uhr | Marktplatz Kaltern
› Mysterium Montis –
Open-Air-Chorkonzert
17.00 Uhr | Steinbruch am
Buchnerhof, Leifers
› Konzert – Barock mit
Humor
20.30 Uhr | Bibliothek Oberlana
EVENT
› Frühschoppen auf Burg
Boymont mit Paulsner
Böhmische
11.00 Uhr | Burg Boymont
› Aldeiner Almabtrieb
11.00 Uhr | Messner Wiese,
Aldein
› Schützenfest der Traminer
Schützenkompanie
17.00 Uhr | Festplatz Tramin
KINO
› Die Rosenschlacht
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Das Kanu des Manitu
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
MUSIK
› Konzert der Bauernkapelle
Völlan
10.00 Uhr | Völlan vor dem
Altenheim
EVENT
› Schützenfest mit
Frühschoppen
10.30 Uhr | Festplatz Tramin
› Mühlenfestl
11.00 Uhr | Mühlenmuseum
und Hof im Thal Aldein
› Pawigl BrotZeit – Schaubacken
11.00 Uhr | Festplatz beim
Pawigler Wirt
KINO
› Das Kanu des Manitu
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Die Rosenschlacht
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
28 // SEPTEMBER 2025
MI
17
DO
18
SA
20
MUSIK
› Galakonzert des Duos Vincent
& Fernando
20.00 Uhr | Vereinshaus Kaltern
› Orgelkonzert – Große Meister
20.30 Uhr | Pfarrkirche Kaltern
EVENT
› Südtirol Clean Up Days 2025
09.00 Uhr | Büro TV Aldein,
Radein und Jochgrimm
› Veronika Riz – „Notturno”
Tanzperformance
20.00 Uhr | Kultursaal
St. Michael/Eppan
BUCHVORSTELLUNG
› Persischer Wein – Wie ich im
Bike-Rausch bis in den Iran
radelte
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
EVENT
› Wine-Day
09.00 Uhr | Weinhaus Punkt
Kaltern
› Autofreier Mendelradtag
09.00 Uhr | Mendelpass
MUSIK
› I am alive – set – Workshop
+ Liveset
14.00 Uhr | Jugend-Kulturtreff
Jump Eppan
› Platzkonzert der The Legendary
St. Pauls Tschäss Bänd
14.30 Uhr | Weinhaus Punkt
Kaltern
KINO
› Grand Prix of Europe
15.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Leonora im Morgenlicht
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Shayda – In fuga dall’Iran
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
SO
21
MI
24
FR
26
SA
27
EVENT
› Knödelfest
10.00 Uhr | Festplatz St. Michael/Eppan
› Glener Kirchtag mit hl. Messe
10.00 Uhr | Glen/Montan
› Fest des Ski Club Roen
17.30 Uhr | Festplatz Tramin
KINO
› Grand Prix of Europe
15.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Shayda – In fuga dall’Iran
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Leonora im Morgenlicht
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
MUSIK
› Raphael Repetto – junger
Südtiroler Cellist
20.00 Uhr | Schloss Englar
Pigeno/Eppan
› Forum Musik Kaltern
– Orgelkonzert – Vater unser
im Himmelreich
20.30 Uhr | Pfarrkirche Kaltern
KINO
› Was ist Liebe wert – Materialists
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Happyland
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
MARKT
› Happymarkt
08.00 Uhr | Girlan, Eppan
› SelberGMOCHT
09.00 Uhr | Am Gries und
Rathausplatz, Lana
› Bio Herbstfest
10.00 Uhr | Dorfzentrum
Neumarkt
EVENT
› Almabtrieb in Altrei
12.00 Uhr | Fraulalm Altrei
SO
28
› Fest des ASV Fußball
Tramin
17.30 Uhr | Festplatz Tramin
KINO
› Happyland
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Was ist Liebe wert
– Materialists
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
MARKT
› Flohmarkt in Kaltern
08.00 Uhr | Dorfzentrum
Kaltern
EVENT
› Kalditscher Kirchtag mit
hl. Messe
08.00 Uhr | Dorfzentrum
Kaltern
› Frühschoppen auf
Burg Boymont mit
„Die Spielerei“
11.00 Uhr | Burg Boymont
KINO
› Was ist Liebe wert
– Materialists
17.30 Uhr | Filmtreff Kaltern
› Happyland
20.00 Uhr | Filmtreff Kaltern
GROSSES
PUBLIKUM
ERWÜNSCHT?
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EDITION 2025
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29 // DIEWEINSTRASSE.BZ
FRAU IM FOKUS
Vergangenheit
Von der Kreativität
meiner Eltern geprägt
Gegenwart
Neugierig sein und eigene
Kreativität leben
Zukunft
In der Kreativität
alt werden
Vielseitige Geschäftsfrau
mit klaren Visionen
Wenn man mit Eva Marini spricht, fühlt man
sich durch die offene und umgängliche
Art ihres Kommunizierens gleich mitten
im Kern des Gesprächs. Geboren
und aufgewachsen ist sie auf einem
Bauernhof mitten in St. Michael/
Eppan, ihr Vater war ein geschickter
Viehhändler, ihre Mutter eine
kreative Hausfrau. Eva hat sich für
den Besuch der landwirtschaftlichen
Oberschule in Auer entschieden.
12 Jahre lang war sie dann in der Kinder-,
Jugend- und Sozialarbeit ehrenamtlich
tätig, vor allem bei den Pfadfindern
von Eppan, sie hat das „Jump“
Quelle: Privat
mitbegründet, andere Projekte ins Leben gerufen.
Ein großer Schritt war die Eröffnung
der „Spielwelt“, eines Fachgeschäfts für
Spielwaren in Eppan. „Ich kann Vieles,
nur nicht nichts tun“, sagt sie von sich.
‹ Wer mit Eva Marini zu tun hat, merkt
sofort ihre offene, lebendige Art, die
Menschen unmittelbar erreicht. Ihre
Vielseitigkeit zeigt sie als Geschäftsfrau,
Organisatorin, Autorin und kreative Ideengeberin.
Sie reist gerne, schreibt leidenschaftlich
– und veröffentlichte kürzlich ihr Buch „So
spielt Südtirol“.
Wie würden Sie selbst Ihre Vielseitigkeit als Geschäftsfrau
beschreiben?
Eva Marini: In meinen Eltern, vor allem meinem Vater, hatte
ich zwei Vorbilder, die mich sehr geprägt haben. Mein Vater
war Viehhändler. Er hat mich bei der Gründung des Geschäfts
zwar nicht finanziell unterstützt, mir aber einige wichtige Leitgedanken
mitgegeben. Zum Beispiel hat er gesagt: Ein Geschäft
ist nur dann ein gutes Geschäft, wenn es für dich und den Kunden
passt, wenn dieser mit dem vereinbarten Handel zufrieden
ist. Auch was das Einkaufen betrifft, hat er mir wertvolle
Tipps gegeben, denn im Grunde, ob du mit Tieren handelst oder
Spielwaren einkaufst und verkaufst, da gibt es keinen großen
Unterschied.
Und welche Eigenschaften oder Werte haben Sie von Ihrer
Mutter übernommen?
Von der Mutter habe ich das Kreative. Mir war bei der Eröffnung
des Spielgeschäfts klar, dass ich die Spielräume auch nach
außen verlagern muss. Natürlich braucht man grundsätzlich
Freude an Kindern und ihrem spielerischen Wesen. Da kommt
mir die Kreativität meiner Mutter zugute, indem ich eine zweite
Aktivität begonnen habe: Die Spielwelt-Events. Mit „Emil“,
einem alten VW-Bus, ausgerüstet mit Zuckerwatte, Luftballons
und Handpuppen, fahre ich zu verschiedene Veranstaltungen,
hauptsächlich zu Hochzeiten oder Mustermessen, wo ich gebucht
werde, um für die Unterhaltung der Kinder zu sorgen. Kürzlich
hatten meine Mitarbeiterinnen und ich die Ehre, bei der Hochzeit
von Nationaltorhüter Manuel Neuer am Kalterer See und auf
Schloss Freudenstein für vier Tage Kinder zu unterhalten, die
zu seiner Hochzeit geladen waren.
Sie sind auch Teil des Vereins „Comedicus“ – was hat Sie dazu
bewegt, sich als Clown für Kinder einzusetzen?“
Ich wurde öfters als Clown zu Kindergeburtstagen eingeladen.
Da habe ich gemerkt: in diesem Bereich muss ich mich noch weiterbilden.
So bin ich zu den „Roten Nasen“ in Innsbruck gestoßen,
wo ich eine längere, für mich sehr anspruchsvolle Ausbildung
genossen habe, die tief in die persönliche, emotionale Ebene
gegangen ist, was eine Herausforderung für mich war und mir
sehr geholfen hat. Man muss schon sehr gefestigt sein und sich
intensiv vorbereiten, wenn man zu zweit ins Krankenhaus geht,
um kranken Kindern und deren Eltern optimistische, fröhliche
Momente zu schenken. Ja, das gehört auch zu einen der vielen
Aktivitäten, die ich mache.
30 // SEPTEMBER 2025
FRAU IM FOKUS
Sie engagieren sich auch in der Hospizbewegung, in welchem
Moment haben Sie sich dazu entschieden?
Die Ausbildung habe ich gemacht, als meine beiden Eltern
erkrankt sind und ich sie betreuen musste. Vor allem bei der
fünf Jahre anhaltenden Betreuung meiner Mutter hat es mir geholfen
zu wissen, wie man mit dementen oder sterbenskranken
Menschen umgeht und wie man die eigene Trauer überwindet.
Die Kühne Ü Bühne prägt seit 33 Jahren das kulturelle Leben
im Überetsch – wie sah Ihr Weg innerhalb dieser Gruppe aus?
Ja, da war ich von Anfang an dabei, nicht als Schauspielerin,
sondern als verantwortliche Organisatorin. Es braucht jemanden,
der alles in der Hand hat. Es sind die geeigneten Spielorte
zu finden, mit den Regisseuren zu verhandeln und mit den
Sponsoren. Viele andere Arbeiten sind zu erledigen. Wir alle
– außer der Regisseur – arbeiten ehrenamtlich. Was wir uns
aber gönnen: wir unternehmen jährlich eine Städtereise. Heuer
geht es nach Dublin. In all den Jahren sind wir zu einer echten
Familie zusammengewachsen, das ist das Schönste, das macht
unsere Gruppe so liebenswert.
Alfred Donà
alfred.dona@dieweinstrasse.bz
Goldene
Herbstzeit!
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Ihre Veranstaltung in der Bezirkszeitschrift
Die Weinstraße. Machen Sie mit
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schafft ein ungünstiges Klima für Mücken. Verwende
Mückenspiralen, Verdampfer oder elektrische Diffusoren.
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gern verstecken.
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31 // DIEWEINSTRASSE.BZ
Die beste Genossenschaftskellerei
der Welt
VON SÜDTIROL AN DIE WELTSPITZE – DIE KELLEREI TRAMIN WIRD
BEIM CO-OP CONTEST 2025 ZUR BESTEN KELLEREIGENOSSENSCHAFT GEKÜRT.
Die Kellerei Tramin hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu
einem internationalen Aushängeschild entwickelt und wurde kürzlich
im renommierten CO-OP Contest 2025 von der Fachzeitschrift
„Weinwirtschaft“ zur weltbesten Genossenschaftskellerei prämiert
– eine Auszeichnung, die nicht nur Weinkenner aufhorchen lässt.
EIN HISTORISCHES FUNDAMENT
Gegründet wurde die Kellerei bereits 1898 auf Initiative von
Christian Schrott, Pfarrer des Ortes und Abgeordneter im Wiener
Parlament. Sein Ziel war es, den lokalen Kleinbauern eine sichere
Zukunft zu bieten, indem sie ihre Kräfte bündelten. 1971 erfolgte
die Fusion mit der Kellerei Neumarkt, wodurch die Genossenschaft
weiter wuchs. Mit dem Eintritt von Kellermeister Willi Stürz im
Jahr 1989 begann eine neue Qualitätsära. Unter seiner Leitung
avancierte die Kellerei vom soliden Produzenten zum internationalen
Spitzenbetrieb. Heute, über 125 Jahre später, bewirtschaften
rund 300 Mitglieder gemeinsam 260 Hektar Weinberge in Tramin
und den umliegenden Dörfern.
QUALITÄT STATT FLÄCHE
Während viele Genossenschaften in Italien und weltweit auf
Größe und Fusionen setzen, verfolgt man in Südtirol und auch
in Tramin einen anderen Weg. „Wir wollen stetig besser werden,
aber nicht zwangsläufig größer“, betont Verkaufsleiter Wolfgang
Klotz. Statt Expansion setzt die Genossenschaft auf Präzision im
Weinberg, auf nachhaltige Methoden und eine kompromisslose
Qualitätsphilosophie.
Die individuelle Pflege der Weinberge durch die Mitglieder
ist dabei entscheidend: Unzählige kleine Parzellen, oft in steilen
Lagen, werden von den Familien mit Leidenschaft und Sorgfalt
bewirtschaftet. Dieser Aufwand spiegelt sich im Glas wider – in
Weinen voller Authentizität, Eleganz und alpiner Frische.
TRIUMPH BEIM CO-OP CONTEST 2025
Dass dieser Weg Früchte trägt, beweist der jüngste Erfolg: Bei
der Blindverkostung von 112 Genossenschaften aus aller Welt
überzeugte die Kellerei Tramin auf ganzer Linie.
Der Epokale Gewürztraminer Spätlese 2017 wurde mit 94 Punkten
als bester Wein des Wettbewerbs ausgezeichnet. Bereits zuvor
sorgte er für Furore, als sein Jahrgang 2009 vom Wine Advocate als
erster italienischer Weißwein überhaupt die legendären 100 Punkte
erhielt. Der Troy Chardonnay Riserva 2021 erreichte 91 Punkte und
wurde zum besten trockenen Weißwein Italiens gekürt. Selbst die
Einstiegsweine wie die T Cuvée Bianco 2024 konnten mit hoher
Qualität überzeugen. Damit zeigte Tramin nicht nur im Premiumsegment,
sondern über die gesamte Bandbreite hinweg Konstanz
auf höchstem Niveau – ein Kriterium, das den Gesamtsieg sicherte.
INTERNATIONALE STRAHLKRAFT
Heute gehört die Kellerei Tramin zu den Topgenossenschaften
weltweit – gemeinsam mit Namen wie Plaimont (Frankreich) und
den Wachtenburg Winzern (Deutschland). Doch trotz internationaler
Anerkennung bleibt man in Tramin bescheiden. Wir haben
beim Obmann der Kellerei Tramin Leo Tiefenthaler nachgefragt:
32 // SEPTEMBER 2025
‹ Obmann der Kellerei Tramin Leo Tiefenthaler, die beiden Redakteure
der Zeitschrift Weinwirtschaft Vincent Meßmer und Karin
Eymael und der Verkaufsleiter der Kellerei Tramin Wolfgang Klotz
(von links) bei der Preisverleihung in Deidesheim (Deutschland)
Quelle: melanie hubach – Kellerei Tramin
GAUMEN & GENUSS
Die Weinstraße: Herr Tiefenthaler, die Kellerei Tramin wurde
zur besten Kellereigenossenschaft weltweit gekürt. Welche
Bedeutung hat diese Auszeichnung für Sie persönlich und
für die Mitglieder der Genossenschaft?
Leo Tiefenthaler: Vor allem bestätigt diese Auszeichnung
eindrucksvoll den Weg, den wir seit Jahrzehnten konsequent
beschreiten. Gleichzeitig ist es eine große Genugtuung für
unsere Mitgliederfamilien und Mitarbeiter für ihre intensiv
qualitätsorientierte Arbeit, die sie jeden Tag leisten. Wir sind
sehr erfreut über diese Auszeichnung.
Der Sieg beim internationalen CO-OP Contest 2025 ist ein
starkes Signal. Glauben Sie, dass diese Auszeichnung auch
eine Botschaft an andere Genossenschaften in Südtirol und
Italien sendet?
In Südtirol hat sich glücklicherweise eine sehr kleinstrukturierte
Landwirtschaft erhalten, mit vielen kleinen Weinbauernfamilien.
Diese Besonderheit braucht eine starke, qualitativ
ausgerichtete Genossenschaftsstruktur. Südtirols Kellereigenossenschaften
präsentieren ein geschlossen hohes Qualitätsniveau
und jeder einzelne Erfolg ist wichtig, um unser Modell zu
stärken und ein Musterbeispiel für andere Regionen zu sein.
Viele große italienische Genossenschaften setzen auf Wachstum
durch Größe. Tramin hingegen gilt als vergleichsweise
klein und überschaubar. Worin liegt für Sie der konkrete
Vorteil dieser Struktur?
Die Stärke unserer Genossenschaft liegt in ihrer engen
Bindung an die Mitglieder. Die Familien sind seit Generationen
verwurzelt mit ihrem Grund und Boden und der hier
herrschenden Natur. Sie verstehen sich als Teil der Landschaft
und identifizieren sich stark mit ihrer Genossenschaft, sehen
sich als große Familie, die zusammenhält und gemeinsam leidenschaftlich
ihre Ziele verfolgt. Trotz der relativen Größe hat
unser Betrieb die Möglichkeit, wie ein kleines Privatweingut zu
agieren, was hohe Flexibilität und rasche Entscheidungsfindung
erlaubt. Die große Anzahl an kleinen Mitbesitzern garantiert
individuelle, intensive Weingartenarbeit und punktgenaue Lese
bei optimaler physiologischer Reife. Diese Sorgfalt sowie die
reiche Erfahrung und die umsichtigen und klaren Vorgaben
von Kellermeister Willi Stürz liefern die Grundlage für die
konstant hohe Qualität der Weine.
Eine solche Auszeichnung ist international prestigeträchtig.
Was bedeutet dieser Erfolg wirtschaftlich?
Internationale Auszeichnungen sind ein konkreter Erfolgsfaktor
für Südtirols Weinwirtschaft, denn sie steigern
das Vertrauen von Gastronomie, Sommeliers, Händlern und
Konsumenten weltweit. Wir müssen uns auch in Zukunft gezielt
weiterentwickeln, um die Marktpositionierung und das Image
der Region weiter voranzubringen.
Astrid Kircher
astrid.kircher@dieweinstrasse.bz
ReSpeckt!
Speck ist nicht gleich Speck. Schon gar nicht bei uns
in Südtirol. Die Siebenförcher Metzger-Meister verarbeiten
nur die besten Zutaten mit handwerklichem
Können zu ganz hervorragenden Produkten. Und genau
darum schmeckt unser mehrfach ausgezeichneter
Speck einfach ausgezeichnet.
Ehrlich. Das schmeckt man.
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33 // DIEWEINSTRASSE.BZ
GAUMEN & GENUSS
34 // SEPTEMBER 2025
Unser Qualitätsversprechen
Geprüfte Qualität & garantierte Herkunft
› Einhaltung der Qualitätsbestimmungen die
im Pflichtenheft verankert sind
› Regelmäßige Kontrollen durch unabhängige
und zertifizierte Kontrollstellen
Werde auch du Mitglied
qualitaetsuedtirol.com
Qualität, die man schmeckt
23. Brot- und Strudelmarkt in Brixen
Pusterer Breatln, Vinschger Paarln und
saftiger Südtiroler Apfelstrudel – was haben
sie alle gemeinsam? Sie werden nach
alten traditionellen Herstellungsverfahren
von Südtirols Bäckermeister:innen zubereitet
und überzeugen mit Geschmack und
Einzigartigkeit. Unterschiedliche Mischverhältnisse,
einheimisches Getreide aus
dem Projekt Regiokorn und natürliche
Zutaten sind die Basis für diese Brotspezialitäten
und Backwaren der besonderen
Art. Die individuellen Rezepturen werden
von den Bäcker:innen und Konditor:innen
streng geheim gehalten. Auch wenn
nach wie vor fleißig an neuen Brotsorten
experimentiert wird, kommen manche
von ihnen nie aus der Mode.
Eines haben alle teilnehmenden Bäckereien
und Konditoreien gemeinsam. Sie
sind Markennutzer des Qualitätszeichens
Südtirol. Für Brot mit dem Qualitätszeichen
Südtirol gelten folgende Vorgaben:
Mindestens 75 Prozent des verwendeten
Mehls stammt aus Südtirol, und die
Zubereitung erfolgt nach traditionellen
Rezepten und Verfahren der Südtiroler
Bäckereien.
Beim Apfelstrudel stammen die Äpfel
und die Butter ebenfalls aus der Region,
wobei Margarine strikt ausgeschlossen
ist. Für alle Produkte gilt: Es werden ausschließlich
natürliche Zutaten verwendet,
wobei mindestens 60 Prozent der Zutaten
aus der Region stammen. Der Einsatz von
Konservierungsmitteln, Geschmacksverstärkern
oder anderen chemischen Zusätzen
ist nicht erlaubt. Die Einhaltung
dieser Standards wird regelmäßig durch
unabhängige Kontrollstellen überprüft.
Die einzigartige Südtiroler Backvielfalt
erlebst du auf dem 23. Südtiroler Brot- und
Strudelmarkt vom 3. bis zum 5. Oktober
auf dem Domplatz in Brixen. Die Südtiroler
Produzenten freuen sich auf deinen
Besuch!
Quelle: Marion Lafogler
Teilnehmende Bäckereien
und Konditoreien:
Bäckerei Schuster aus Laatsch
Naturbackstube Profanter aus Brixen
Konditorei Pupp aus Brixen
Fritz & Felix aus Bozen
Gasser BROThers aus Lüsen
Konditorei Klemens aus Brixen
Bäckerei Harrasser aus Bruneck
Bäckerei Stampfl aus Rodeneck
Pardeller Brotmanufaktur aus Sterzing
Bäckerei Alberti aus Brixen
Konditorei Heiss aus Brixen
Erb Brot aus Meran
Ultner Brot aus Ulten
Bäckerei Plazotta aus Eppan
Partnerstände:
Seibstock Manufaktur aus Martell
Erich Larcher aus Vahrn
Koflers Delikatessen aus Unsere Liebe Frau i. W.
Meraner Mühle aus Lana
Rieper Mühle aus Vintl
Apfelsommelier aus Südtirol
Brimi aus Vahrn
23. Südtiroler Brot- und Strudelmarkt
vom 3. bis 5. Oktober 2025
Domplatz Brixen
FR–SA: 9.30–18 Uhr
SO: 10–18 Uhr
Mehr Infos unter
www.brotmarkt.it
35 // DIEWEINSTRASSE.BZ
Quelle: Federico Modica
FIS Nordic Summer Festival
VOM 18. BIS 21. SEPTEMBER FINDET IM FLEIMSTAL | VAL DI FIEMME DAS FIS NORDIC SUMMER FESTIVAL
STATT – EIN EINZIGARTIGES INTERNATIONALES SPORTEREIGNIS.
Vier Tage voller Spitzensport in Skispringen, Nordischer Kombination
und Skiroll rücken die „Wiege des nordischen Skisports“
ins Rampenlicht der Welt wie nie zuvor. Insgesamt stehen 18 Wettkämpfe
auf dem Programm, die die besten Athletinnen und Athleten
dieser Sportarten auf nationaler und internationaler Ebene
vereinen: fünf im Skispringen, drei in der Nordischen Kombination
und ganze zehn im Skiroll. Letzteres – das Sommerskilanglaufen
– hat in Ziano di Fiemme seine unbestrittene internationale
Hauptstadt gefunden. Die Wettkampfformate in Fiemme gehören
zu den beliebtesten: vom Einzel- und Super-Team-Wettkampf im
Skispringen über Gundersen und Mixed Team in der Nordischen
Kombination bis hin zu Sprint, Team Sprint Mix und Massenstart
im Skiroll. Die Wettkämpfe im Fleimstal | Val di Fiemme zählen
als Etappen des Sommer-Weltcups und bringen wertvolle Punkte
für die Gesamtwertungen der großen internationalen Rennserien.
Dazu werden die begehrten Kristallkugeln im Skiroll (Weltcup
2025) und in der Nordischen Kombination (Sommer-Grand-Prix
2025) vergeben.
AUF DEN WEG NACH OLYMPIA
Das FIS Nordic Summer Festival ist ein weiterer Meilenstein
für das Fleimstal | Val di Fiemme auf dem Weg zu den Olympischen
und Paralympischen Winterspielen Mailand-Cortina 2026
(#roadto2026). Für das erfahrene Organisationskomitee Nordic
Ski Val di Fiemme, das von der Fondazione Milano Cortina 2026
als EDE (Event Delivery Entity) designiert wurde, ist dies die
perfekte Gelegenheit, die bewährten Organisationsmechanismen
zu erproben, die das Tal seit Jahren zu einer Topdestination des
internationalen Sports gemacht haben. Ab dem kommenden
Winter wird das Fleimstal | Val di Fiemme weltweit der einzige
Ort sein, der alle großen internationalen Sportereignisse (Weltcup,
Weltmeisterschaften, Olympische Spiele und Paralympics)
in allen drei nordischen Disziplinen – Langlauf, Skispringen und
Nordische Kombination – ausgetragen hat.
FIEMME FEIERT DEN SPORT
Doch das FIS Nordic Summer Festival ist nicht nur ein Sportevent,
sondern ein echtes Fest für alle. Zum ersten Mal nach der
jüngsten Renovierung wird das Skisprungstadion von Predazzo
ein internationales Großereignis austragen und eine sportliche,
mitreißende Atmosphäre schaffen, die Fans, Familien und Interssierte
jeden Alters anzieht. Das Programm umfasst zahlreiche
Rahmenveranstaltungen, die das Erlebnis noch unvergesslicher
machen. Jeden Morgen startet direkt im Skisprungstadion das
„Jump in the Breakfast“ – ein typisch italienisches Frühstück als
sportlicher und genussvoller Tagesauftakt. Für gute Laune sorgen
Tina & Milo, die offiziellen Maskottchen von Mailand-Cortina
2026, die am Donnerstagabend und Freitagmorgen Groß und
Klein willkommen heißen und für fröhliche Momente sowie
Erinnerungsfotos sorgen.
36 // SEPTEMBER 2025
Quelle: Federico Modica
Herzstück des Festivals ist das große Fiemme Party Tent,
aufgebaut beim Skisprungstadion, wo Livemusik und DJ-Sets
die Veranstaltungstage begleiten. Auf der Bühne wechseln sich
Satomi Hot Night, The Killbilly’s und das FUN!LAB DJ-Set ab
und schaffen eine energiegeladene Stimmung. Lichtshows und
Volkstänze sorgen in den Pausen zwischen den Wettkämpfen für
zusätzliche Unterhaltung.
KULINARIK UND VOLKSMUSIK
Ein Höhepunkt ist das Septemberfest am Freitagabend – eine
einmalige Gelegenheit, die kulinarischen Traditionen der Region
zu genießen, begleitet von mitreißender Volksmusik. Stargast
des Abends ist die österreichische Gruppe Die Schilcherland
Buam, die das Tal mit ihrem Rhythmus zum Beben bringen
wird. Eine Tischreservierung (mind. vier Personen) ist möglich
unter Tel. 0462 814 384 – das Abendessen umfasst Vorspeise, ein
Hauptgericht (Wahl aus zwei Optionen), Dessert und Getränk
zum Preis von 30 Euro pro Person.
An allen Abenden verkehrt der Latemar Express Zug kostenlos
zwischen dem Predazzo-Platz und dem Latemar-Parkplatz
(Hin- und Rückfahrt).
Weitere Informationen zu Uhrzeiten und Programm:
www.fiemmeworldcup.com
37 // DIEWEINSTRASSE.BZ
Wie die Zeit vergeht – Come passa il tempo
GROSSE FOTOAUSSTELLUNG IM LANSERHAUS VOM 26.09.–02.11.2025
Alfred Donà
Die Idee, eine große Fotoausstellung
mit historischen Aufnahmen der Gemeinde
Eppan zu organisieren und diese Bilder
aus derselben Perspektive in der Gegenwart
nachzufotografieren, entstand bereits
vor einigen Jahren im Kreis des Fotoarchivs
von St. Pauls. Einen entscheidenden
Beitrag dazu leistete Oskar Frei, dem im
Laufe der Zeit zahlreiche Fotografien zu
unterschiedlichsten Themen – vor allem
zu Ereignissen und Begebenheiten aus
früheren Zeiten – anvertraut wurden. Mit
großem Einsatz hat er rund 40.000 Fotos
digitalisiert und archiviert. Aus diesem
einzigartigen Schatz wählten die beiden
Kuratoren der Ausstellung, Erwin Flor,
Quelle: alle historischen Bilder aus dem Fotoarchiv von Oskar Frei
verantwortlich für den technisch-fotografischen
Teil und Wally Kössler, zuständig
für die Texte, die aussagekräftigsten
Aufnahmen aus. Ihre Auswahl umfasst
120 historische Fotos, die in Beziehung
zu aktuellen Aufnahmen gesetzt wurden.
Die spannende Aufgabe des Fotoclubs
Eppan bestand darin, die ursprünglichen
Standorte der historischen Aufnahmen
ausfindig zu machen und dieselben Motive
erneut zu fotografieren. So entstanden
eindrucksvolle Bildpaare, die zeigen, wie
sich die Orte im Laufe der Jahrzehnte
verändert haben – und welche Dinge,
wie etwa bestimmte Handwerksberufe,
gänzlich verschwunden sind.
Die Ausstellung präsentiert insgesamt
190 Fotopaare zu vielfältigen Themen
wie urbanistische und landschaftliche
Entwicklungen in den Dörfern und
Fraktionen, Veränderungen in der Landwirtschaft,
Handwerk und Alltagsleben,
Jugend und Freizeit, kirchliches Leben
und Vereine sowie den Tourismus.
Ein Projekt dieser Dimension konnte
nur durch die finanzielle und ideelle
Unterstützung der Bildungsausschüsse
von St. Michael, Girlan, St. Pauls und
Frangart sowie durch das großzügige
Entgegenkommen der Gemeinde Eppan
in logistischer und finanzieller Hinsicht
verwirklicht werden. Wertvolle Beiträge
lieferten außerdem Georg Gaiser aus Eppan
und das Fotoarchiv Girlan, die der
Ausstellung interessante Aufnahmen zur
Verfügung stellten.
Quelle: Erwin Flor
Ausstellung
„Wie die Zeit vergeht
– Come passa il tempo“
Eröffnung: 26. September
im Lanserhaus in Eppan
Dauer: vom 26. September bis 2. November
2025, wochentags von 16.00 bis 19.00
und sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr
38 // SEPTEMBER 2025
Quelle: Erwin Flor Quelle: Erwin Flor Quelle: Erwin Flor Quelle: Christian Hanny
39 // DIEWEINSTRASSE.BZ
KULTUR
Hoch lebe die Kunst
– und der Künstler!
DIE KUNST IST EINES DER GRÖSSTEN GESCHENKE, DIE DAS LEBEN WOLFGANG
MERANER GEMACHT HAT. FOLGERICHTIG FEIERT DER GIRLANER MALER
SEINEN 70. GEBURTSTAG MIT EINER AUSSTELLUNG: „FLOWER GARDEN“
IST AB DEM 7. SEPTEMBER IM EPPANER LANSERHAUS ZU SEHEN.
Quelle: Alle Bilder von Wolfgang Meraner
Das Malen ist kein Hobby von Wolfgang
Meraner, es ist vielmehr ein Lebensinhalt
und begleitet ihn seit jeher. Die Faszination
für das Malen begann früh: In seiner Kindheit
streifte er gern durch sein Heimatdorf
Girlan, in dessen verwinkelten Gassen oft
Freilichtkünstler anzutreffen waren. Ihnen
heftete er sich an die Fersen, studierte ihre
Motive und Techniken
und probierte sie selbst
aus. Mittlerweile hat er
sich in Künstlerkreisen
und darüber hinaus einen
Namen gemacht.
Eine Anekdote aus Jugendjahren
erzählt er
gern: Als Mittelschüler
saß er zusammen mit
seinen Klassenkameraden
im Freien, mit dem
Zeichenblock auf dem Schoß und dem
Stift in der Hand – die Aufgabe lautete,
die Gleifkirche zu zeichnen. Da kam seine
Kunstprofessorin, Sieglinde Tatz Borgogno,
schaute ihm über die Schulter und
sagte: „Du musst Kunst studieren!“ Mit
schwungvoller Schrift versah sie sein Bild
mit einem Vorschlag für seine Künstlersignatur
und ging weiter. Während er sich
daran erinnert, hält Wolfgang Meraner jenes
Originalbild von 1970 in den Händen.
BEIM MALEN BRAUCHE ICH
ABSTAND. NACH EINIGEN
TAGEN SEHE ICH EIN BILD
WIEDER MIT ANDEREN AUGEN.
DER BEGINN SEINES
KÜNSTLERDASEINS
Der damals 15-jährige Wolfgang nahm
seinen Mut zusammen und bat seine Familie
um die Erlaubnis, die Kunstschule in
Gröden besuchen zu dürfen. „Das musst
du wissen“, war die Antwort des Vaters, und
Wolfgang Meraner wusste es sehr genau:
Er wollte sein Leben der Kunst widmen.
Vor Ort erfuhr seine Begeisterung zunächst
einen Dämpfer: Der junge Mann war zwar
voller Tatendrang, musste sich aber zu seinem
Leidwesen erst einmal mit einer Menge
Theorie und Kunstgeschichte auseinandersetzen.
Doch das Durchhalten lohnte sich,
denn schließlich konnte er von namhaften
Südtiroler Künstlern jener Zeit lernen. Nach
dem Abschluss hatte er im Gegensatz zu
den meisten seiner Klassenkameraden kein
Interesse an einer Lehrbefähigung, nicht
einmal am Künstlerberuf
selbst fand er damals
sonderlich Gefallen. Er
wollte arbeiten und Geld
verdienen, weshalb er in
der Grafikbranche Fuß
fasste. Erst ganz allmählich,
aber mit viel Muße,
wandte er sich in den
folgenden Jahren wieder
der Malerei zu.
DIE BEGEGNUNG MIT
ROBERT SCHERER
Jeder Künstler hat seinen Meister, der ihn
wachsen lässt. Für Wolfgang Meraner ist
dies der bekannte Bildhauer und Maler Robert
Scherer. Drei Jahre hat er bei ihm studiert
und dabei vor allem die Begeisterung
für die Freskomalerei entdeckt. Er hatte das
Privileg, den Meister beim Anbringen des
Freskos im Gewölbe in der Raiffeisenkasse
St. Michael/Eppan zu unterstützen, danach
hat Wolfgang Meraner sich selbstständig
an diese Technik gewagt. An zahlreichen
öffentlichen Gebäuden sind seine Wandbilder
zu sehen, unter anderem im Tannerhof
in Girlan, im Musikheim in Eppan sowie
in Völs, Kastelruth und Meran. Aus der
Bekanntschaft mit Robert Scherer entwickelte
sich eine tiefe Freundschaft. „Er war
sogar mein Brautführer“, erzählt Wolfgang
Meraner. Die beiden Künstler arbeiteten oft
nächtelang Seite an Seite, und für Wolfgang
Meraner war diese Verbindung immer wieder
Quelle der Inspiration und Motivation.
40 // SEPTEMBER 2025
Ausstellung „Flower Garden“
Eröffnung: Samstag, 6. September 2025 um 20 Uhr
im Lanserhaus in Eppan, Einführung durch Brigitte Matthias
Dauer: 7. bis 18. September, täglich von 10.00 bis 12.30 und von
15.00 bis 19.30 Uhr
Katalogvorstellung: Montag, 8. September 2025 um 20.00 Uhr im
Tannerhof in Girlan, mit Laudatio von Eberhard Daum
ÜBER DIE GRENZEN VON RAUM UND ZEIT
Früher war Wolfgang Meraner viel auf Reisen – USA, Thailand,
Hawaii … – immer mit einem Skizzenblock im Gepäck,
um seine Eindrücke festzuhalten. Wieder zu Hause ließ er die
Erinnerungen wirken und verarbeitete sie zu Bildern. Auch auf
seinen gegenwärtigen Reisen spielt Kunst eine zentrale Rolle. In
Ausstellungen und Museen holt er sich Inspiration, von seiner
Familie hat er dabei den längsten Atem. „Den anderen tun die
Füße schon viel früher weh als mir“, lacht Wolfgang Meraner.
Seine Reiseimpressionen fängt er heute mit der Kamera ein und
projiziert die Fotos dann an eine Leinwand in seinem Kelleratelier.
Diese Grundlage bearbeitet er mit unterschiedlichen Techniken
und fügt verschiedene Materialien hinzu. Schicht um Schicht
entstehen die Kunstwerke. Bevor ein Bild fertig ist, kann es Monate
dauern. Manchmal arbeitet er acht Stunden am Tag, manchmal
nur wenige Stunden in der Woche, meist parallel an mehreren
Werken. Während er sich einem Bild widmet, können die andern
ruhen. „Wenn ich die Werke mit etwas Abstand betrachte, fällt
mir auf, was es noch braucht“, erklärt der Künstler.
WACHSTUM UND WANDEL
Früher hat Wolfgang Meraner vor allem gezeichnet und Aquarelle
gemalt, mittlerweile fasst er diese Farben kaum mehr an.
„Wenn man großflächig malt, kann man sie nämlich nicht brauchen“,
erklärt er. Wolfgang Meraner verwendet für solche Werke
vor allem Öl- und Acrylfarben, aber auch Eitempera, also Farbpigmente,
die mit Wasser, Leinöl und Eidotter verrührt werden.
„Das ergibt sehr kräftige und natürliche Farben – von der Qualität
etwas vom Besten, das es gibt“, schwärmt er. Während er anfänglich
überwiegend naturalistisch und realistisch gemalt hat, widmet er
sich heute vor allem der abstrakten Malerei. Viele seiner Werke
hat er bereits verkauft, das erste davon bereits als Jugendlicher.
EIN BLUMENGARTEN ZUM GEBURTSTAG
„Flower Garden“, zu Deutsch Blumengarten, ist der Titel der
Ausstellung anlässlich seines 70. Geburtstags, auf die sich Wolfgang
Meraner zurzeit vorbereitet. Im Lanserhaus werden vor
allem florale Motive mit einer entscheidenden abstrakten Note
zu sehen sein. Er ist kein Neuling, seine erste Ausstellung hatte er
vor 40 Jahren in Vilpian. Seither hat er weit über 20 Gruppen- und
Einzelausstellungen realisiert, unter anderem mit dem Südtiroler
Künstlerbund, dessen Mitglied er seit 1987 ist. „Flower Garden“
ist ein Geschenk an sich selbst, um 50 Jahre Künstlerdasein und
70 erfüllte Lebensjahre gebührend zu feiern.
Lisa Pfitscher
lisa.pfitscher@dieweinstrasse.bz
EUROPÄISCHE UNION
LEICHT ERKLÄRT
Des einen Freud, des anderen Leid:
Der (Über)Tourismus
Der Sommer neigt sich dem Ende und Millionen von Urlauber:innen
in ganz Europa machen sich auf den Heimweg.
Während die einen die Saison analysieren und vielleicht
mehr oder weniger zufrieden sind, freuen sich die anderen
über die einkehrende Ruhe.
Tourismus ist ein sehr wichtiges Thema für die Europäische
Union – europaweit sind circa 2,3 Millionen kleine und mittlere
Unternehmen in diesem Sektor tätig und beschäftigen über
12 Millionen Menschen. Zusätzlich zu den Arbeitsplätzen, ist
der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsmotor, er generiert
nämlich 10 % des EU-Bruttoinlandsprodukts. Leider zeigt
sich aber auch bei diesem Thema, dass eine Medaille immer
zwei Seiten hat: In den letzten Jahren wurden die negativen
Seiten von unkontrollierten Touristenströmen an beliebten
Urlaubsdestinationen wie zum Beispiel Mallorca, Barcelona,
Amsterdam, Salzburg oder Hallstadt immer deutlicher.
Anwohner:innen beschweren sich über die direkten und
indirekten Auswirkungen von zu vielen Tourist:innen auf
den eigenen Alltag: Mieten steigen, der Wohnraum wird
knapper, Platzmangel im öffentlichen Verkehr oder in der
Altstadt und die Frage – wer hat Anrecht auf das Wasser bei
Wasserknappheit? Das ist nur eine Auswahl der Themen, die
schwer zu lösen sind, aber gelöst werden müssen.
In Brüssel gibt es jetzt erstmals einen Kommissar – hat die
Funktion eines Ministers – in der Europäischen Kommission,
der sich mit den Herausforderungen der Tourismusbranche
von heute und morgen in Europa und deren Auswirkungen
auf die Bevölkerung gezielt auseinandersetzt und versucht
Lösungen zu erarbeiten. Auch im Europäischen Parlament
beschäftigen sich die Abgeordneten im Ausschuss für Verkehr
und Tourismus damit: 2015 wurde beispielsweise ein Gesetz
verabschiedet, das einen besseren Schutz für Reisende bei
Pauschalreisen garantiert.
Neben dem Thema Übertourismus diskutiert das Europaparlament
auch den sogenannten „Seniorentourismus“, da die
Lebenserwartung in Europa steigt und bis 2050 etwa 30 %
der Bevölkerung in der EU älter als 65 Jahre sein wird. Dieser
demografische Wandel wird die Nachfrage in der Tourismusbranche
verändern, und Wellnesstourismus, barrierefreier
Tourismus und Medizintourismus werden wichtiger werden.
Das Thema (Über)Tourismus wird uns alle aber weiter begleiten,
denn nach der Saison ist vor der Saison und die Herausforderungen
bleiben: Politiker:innen müssen sowohl regional,
national als auch auf europäischer Ebene daran arbeiten,
dass die negativen Auswirkungen von zu
viel Tourismus bekämpft werden,
damit die Stimmung auch in der
Zukunft nicht kippt.
Sophia Giovanett
Akkreditierte Parlamentarische
Assistentin im Europaparlament
Die hier vertretenen Auffassungen geben die Meinung der Verfasser
wieder und entsprechen nicht unbedingt dem Standpunkt des Europäischen Parlaments.
41 // DIEWEINSTRASSE.BZ
FORUM
Wer bin ich?
Bergdorf
am Ortler
11
kleine
Klammer
Südtirol.
Künstler
(Hannes)
Westeuropäer
Südtirol.
Bergfilmer,
†
(Luis)
Fluss
im
Sarntal
Dorf
bei
Bozen
Kieferngewächs
Musikrichtungscher
griechi-
Rock ’n’ Buchstabe
...
Naturdenkmal
(Gewässer)
Barman
Bewohner
einer
dt. Donaustadt
spanisch:
Rotwein
(vino ...)
7
Ruhemöbel
Rufname
Carrells †
kaufm.:
zum
Nennwert
alberner
Streich
weit
ausgedehnt
Aufrührer,
Aufständischer
Gaststättenart
arab.
Zupfinstrument
Duftwasser
(französ.
Abk.)
Burgunderwein
franz.
Schauspieler,
†
(Alain)
5
auf
diese
Weise
3
kleiner
Flugzeugtyp
Possenreißer
beschämt
ausreichend
rote
Edelsteine
Südtirol.
Politikerin
(,Julia‘)
Südtirol.
Sportler
(Stefano)
ein
Ruderboot
10
Stadt
im Wipptal
Landkreis
in
Japan
liter.
Figur bei
Barrie
(Peter)
Fragewort
Schifffahrtsroute
durcheinander
8
Satzteil
engl.
Männerkurzname
schonender
Stoffbelag
bestimmter
Artikel
‚Dach
der
Welt‘
rätoroman.
Sprache
14
Staat in
Westeuropa
Parfümfläschchen
Abschnitt
des
Korans
ungarischer
Hirtenhund
eh. Skirennläuferin
(Isolde)
Hauptstadt
Kaschmirs
4
13
Ort im
Unterland
Regenschutz
am
Mantel
Südtirol.
Bobfahrer,
†
(Eugenio)
Abk.:
dringend
dafür,
für
16
Lösungsmittel
Holzsplitter
halblange
Kleiderlänge
Körpersprache
Nebenfluss
der
Rienz
Impfstoffe
elektronischer
Fühler
französisch:
Haut
9
Handel,
Geschäft
(engl.)
US-
Amerikaner
(Kw.)
ein Verkehrszeichen
heimisches
Wild
6
Seelachs,
Köhler
(norweg.)
warme
Pastete
(engl.)
2
15
Müdigkeitsausdruck
japanisches
Theaterspiel
psychische
Überbelastung
arabischer
Fürstentitel
Lauferei
engl.
Parlamentsentscheid
1
DP-ahead-1818-23
ehem.
japanische
Münze
Wasserbrotwurzel
großer
Raubfisch
Stille
12
S
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B
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E
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A
R
T
F
U
CHRISTIAN SC
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
Ich
wurde 1853 in Lajen geboren und 1876 zum Priester
geweiht. 1894 wählten mich die Traminer Bürger als
Jüngsten von drei Bewerbern zu ihrem Pfarrer. Sofort betrieb ich
mit großem Einsatz den Neubau der kleinen, heruntergekommen
Pfarrkirche, das Auftreiben der gewaltigen Baugelder. 1911 war
das Jahrhundertwerk vollendet. Kämpferisch setzte ich mich im
traditionell freisinnig-liberalen Tramin für die Christlich-Konservative
Partei ein. Als ich 1901 in den Wiener Reichsrat gewählt
wurde, kam es außerdem zu Polemiken mit der Christlichsozialen
Partei. 1898 Mitbegründer der Kellereigenossenschaft , sicherte
ich im Reichsrat mit dem neuen Weinbaugesetz in schwieriger
Zeit die Existenz der Bauern. 1914 dankte ich als Pfarrer ab und
fand nach vielen Ehrungen 1936 im geliebten Tramin meine
letzte Ruhe.
Martin Schweiggl
42 // SEPTEMBER 2025
FORUM
giro d italia
Dass es den Giro d’Italia im Radsport gibt, weiß jeder – aber
diesen Giro d’Italia möchte ich euch nicht vorenthalten. Michl,
Jahrgang 56, klärt mich auf. „Anstelle der Rennräder nimmt man
Äpfel und die Rennstrecke war der Wassergraben, der sich durch
unser Grundstück schlängelte. Sobald die geregelte Bewässerung
am Hof ansprang und wir das Wasser durch den Waal gluckern
hörten, gab es für unsere zahlreichen Geschwister nur ein Kommando:
‚Auf zum Giro d’Italia – Apfel-Edition!‘ Nur Foller oder
ausgezwickte Exemplare durften an den Start. Benützte man
gesunde Äpfeln, riskierte man ein väterliches Donnerwetter. Vor
dem Rennen wurde jeder Apfel mit den Initialen der damaligen
Rennradhelden liebevoll personalisiert. F.G. – Felice Gimondi,
E.M. – Eddy Merckx usw. und dann ab in den Graben zum
Massenstart. Ein epischer Kurs mit Strömungen, Hindernissen
und dem gefürchteten Waalgestrüpp. Blieb ein Apfel dort hängen,
hatte er einen Potsch und musste ausscheiden. Für den Besitzer
eine Apfeltragödie in feuchtem Terrain. Preise gab’s keine, Ruhm
und Ehre waren genug. Manchmal wurde der Siegerapfel gegen
einen saftigen, gesunden Apfel getauscht, das selbst unser Vater
mit einem Augenzwinkern duldete“. Schmunzelnd meint Michl
noch: „Das Südtiroler Entenrennen in der Passer ging in die
sechste Runde, das legendäre Wassergrabenrennen von der Kaiserau,
der 'Giro d’Apfel' startete vor stolzen sechs Jahrzehnten.“
„Eins, zwei, drei, vier, fünf,
der Storch hat keine Strümpf,
der Frosch hat kein Haus
und du bist raus. ”
Chrys Magic
info@magiclive.it
Spielerzahl: unbegrenzt
Spielzeit: unbegrenzt
Alter: unbegrenzt
Anleitung: Alle Rennfrüchte werden zunächst in einen Kübel gelegt
und anschließend gleichzeitig in den etwa 60 bis 80 Zentimeter breiten
Wassergraben gekippt. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst über die
Größe seines Apfels. Große, schwere Äpfel gelten als die Sprinter unter
den Rennfrüchten. Sie bleiben jedoch gerne an Hindernissen hängen.
Sind sie einmal in Fahrt, dann rauschen sie schnell dem Ziel entgegen.
Kleinere Äpfel hingegen sind langsamer, gleiten aber geschmeidiger
durch Engstellen. Bleibt ein Apfel aus irgendeinem Grund stecken,
spricht man von einem Platten. Ersatzteile gibt es leider keine und
Nachhelfen ist strengstens verboten. Für den Pechvogel ist das Rennen
damit beendet.
Das Ziel wird mit Ästen trichterförmig verengt, sodass am Ende nur
ein einziger Apfel hindurchfließen kann. Trotz möglichem Gedränge
beim Endspurt lässt sich der Sieger eindeutig ermitteln.
Werden Sie Freund,
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2025
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43 // DIEWEINSTRASSE.BZ
FORUM
SO REDN
MIR PA INS
Quelle: Tourismusverein Nals - Marini Andreas
Cäcilia Wegscheider
Kochen?
Siiglen!
FLURNAMEN
Leas und Rait:
Nalser Flurnamen
Cäcilia Wegscheider
Der Schnellsiederkurs in einem Bericht in
dieser Ausgabe hat mich über siedn und
seinem Partizip gsottn nachdenken lassen.
Übrigens ganz nebenbei auch über
das Gegenteil von Schnellsieder, nämlich
den Loamsieder. Wobei Schnellsieder
darüber hinaus mitklingen lässt, dass
es aufgrund der Kürze eben auch keine
ausgegorene – um beim Kochjargon zu
bleiben – Angelegenheit ist. Ganz im
Gegenteil zum Loamsieder, einem langweiligen
– lange Weile! –, langsamen
Menschen. Der Vorgang des Kochens
von Knochenresten zur Herstellung von
Leim war eine langwierige Sache, eilig
durfte es ein Loamsieder von Berufs wegen
also gar nicht haben. Ähnlich wie es
beim Plentkochen sein sollte, dem kann
nichts Besseres passieren als eine faule
Köchin, sagt das Sprichwort. Womit wir
wieder beim Kochen wären. Siiglen kann
man dann auch sagen, das wiederum mit
siidlen und suudlen zusammenhängt.
Eigentlich auskochen – Achtung wieder
langwierig! – hat es einen abwertenden
Beigeschmack. „Wos siiglschn denn
do?“ und kommt damit dem Original
‘auskochen’ im Sinne von ‘zerkochen’
ziemlich nahe. Ähnlich wie preglen ‘brodeln,
langsam kochen’. Fällt Ihnen etwas
auf? Beide Wortpaare kennzeichnet ein
G-d-Wechsel: siiglen, siidlen – preglen,
brodeln. Mehr noch aber eine kulturtechnische
Angelegenheit. Früheres Kochen
war kein „Expresskochen for family“.
Wenn ein Herd den ganzen Tag auch für
die Wärme sorgen muss, dann können
Gerichte ruhig einmal den halben Tag
darauf umhersimmern. Pasta al dente
war gestern!
Rechtseitig des Hauptflussees Südtirols
gelegen, reicht die Gemeinde Nals mit dem
Ortskern auf dem Schwemmkegel des Nalser
Bachs im Talboden bis zur Etsch und
am Hang über die Mittelgebirgsterrassen
ihrer Fraktion Sirmian hinauf bis zum
Mendelkamm.
FRÜHE ERSTERWÄHNUNG
UND UNSICHERE DEUTUNG
Ersterwähnt wird Nals im Churrätischen
Reichsgutsurbar von 842/43 (!) als
„in villa Nalles“, ein weiterer Beleg stammt
von 1063–67 Nallis, 1194 ist erstmals die
Schreibung in seiner heutigen Form „supra
Nals“ belegt. Während bei der Fraktion
Sirmian – und ihren Nachbarn Prissian
und Grissian – die Endung eindeutig auf
eine in unserem Bezirk häufig anzutreffende
Ortsnamenbildung verweist, nämlich
die Entstehung aus einem römischen
Prädialnamen, bleibt die Etymologie von
Nals ungeklärt. Einzig wäre bei Sirmian
die Aktualität des Namens des römischen
Besitzers zu hinterfragen, den Kühebacher
– erstbelegt 1295 Ulricus dictus Sirmianer
– als „Besitz eines Cirmius“ deutet. Dass
die Kirche übrigens dem hl. Ulrich geweiht
ist, ergibt hier eine nette Reminiszenz.
AUEN, MËISER UND LEAS
Das alte Lied an der Etsch: Auen
– Nussau, Stimblau, Schwarzau, Nussau
oder Unterauen – und Möser – Weitmëiser,
Wechslmëiser kennen wir schon. Hier
gesellt sich Leas als Plural zu Loas dazu –
Långe Leas, Holzleas. Gemeint sind hier
keine Bodenfurchen, sondern die Losteile,
die in der Neuorganisation des gemeinsberechtigten
Grundes zugeteilt wurden. Wie
viele Teile haben also wohl die Viirezwanzigerleas
und Ochtezwanzigerleas?
Ebenfalls verwaltungsorganisatorische
Einordnung finden die Namen Schullearerwiis
oder Friahmesserwiis, die Nutzung
oder der Ertrag des damit bezeichneten
Grundes war den namengebenden Berufsbildern
vorbehalten. Achtung übrigens,
Frühmesser hat nichts mit einem Mesner zu
tun, sondern meint einen Priester, der die
Frühmesse zu halten hatte. Früh wie früher.
VIELFALT AM HANG
Acker und Wiesen beherrschen als
Grundform die Namen rund um das Dorf,
die Gatterwiis oder der Stråßåcker orientieren
sich dabei an Bauwerken. Das durch das
Weinetikett berühmte Mantele aber auch
Pfeiferle, Krëpfl oder Stickl unterstreichen einen
gewissen Hang zu Diminutivbildungen?
Apropos Hang: Gegen Sirmian und der
Einzelhofbesiedlung hin wird es vielfältiger,
auch das kennen wir gegenüber den
großflächigeren, aber nicht weniger interessanten
Bezeichnungen im Talboden.
Stich, Vouraus, Fimpf Perglen, Lingerraut,
Ackerle, Wasserloch, Portugiiserraut,
Paamraitl, Ebene, Longe Wiisl – das Beispiel
einiger Namen rund um das Unterfinngut
zeigen nicht nur diese Vielfältigkeit,
sondern auch wiederkehrende Momente
in den Namen, vor allem die Rautnamen
fallen auf: Schnapsraitl, Spießraitl, Kåtznraitl,
Piichlraut und Knottnraut nur allein
rund um den Regelehof.
Dazwischen immer wieder Reminiszenzen
an das neben der Stachlburg ortsbeherrschende
Schloss, Payersberger Piichl
hier, Payersperger Tschett dort. Frage am
Ende: gibt es im Dorf der Rosen auch einen
Flurnamen, der die schönste aller Blumen
verewigt?
44 // SEPTEMBER 2025
FORUM
ALTE GEMÄUER
Geheimnisvolles Castelfeder
VON PRÄHISTORISCHEN WOHNGRUBEN BIS ZUR CHRISTLICHEN BARBARAKAPELLE: CASTELFEDER IST MIT
SEINEN RUINEN AUS DEN UNTERSCHIEDLICHEN GESCHICHTLICHEN EPOCHEN EIN FREILUFTMUSEUM PAR EXCELLENCE.
MEHR „ALTES GEMÄUER“ IN UNSEREM BEZIRK GEHT FAST NICHT.
Cäcilia Wegscheider
Dabei versteckt sich das alte Gemäuer
bereits im Namen des sagenumwobenen
Hügels selbst. Ein romanisches *castèl vèdere
setzt der Sprachwissenschaftler Kollmann
an, zu einem lateinischen castellum
‘Schloss’ und dem dazugehörigen Adjektiv
vetus, veteris ‘alt’. Altes Schloss? Das Rätsel,
das es auch für die Geschichtsforschung
lange Zeit geblieben war, enthüllte sich
als der Vorgängerbau des Schlosses Enn,
das heute über Montan thront. Ob nun
die Enner gemeint hätten, dass sie doch
nicht unterhalb Montan und damit ihrer
Untertanen residieren könnten oder
sich insgesamt die dörfliche Siedlung von
Castelfeder nach Montan verschoben hatte
und damit auch den Umzug des Adelsgeschlechts
beförderte – lange hatten sie nicht
Freude an ihrem neuen Schloss. Während
die in einer Urkunde von 1203 als „castrum
vetus“ belegte Befestigungsanlage dem Niedergang
preisgegeben wurde, mussten die
Enner sich Meinhard von Tirol beugen, der
mit der Einnahme von Schloss Enn seinen
Machtbereich gegen die Trienter Bischöfe
erweiterte und markierte.
GESCHICHTE UND GESCHICHTEN
„Im Schutze der hochragenden Fluchtburg
sollen auf den Fluren ‚Roßpon, Valfur,
Lamosch und Valsion‘ einst die Hütten
eines wehrhaften Volkes gestanden haben.
Waren es nun Räter oder Langobarden,
Franken oder Bajuwaren, die hier tranken,
stritten und starben, ehrfürchtiger Schauer
ergreift uns, denn nächtens, so geht die
Umsage, hallt über die Mauergetrümmer
eisenbewehrter Krieger Schritt“, sinniert
Luis Oberrauch 1957 über Castelfeder,
während er sich mit dem Hirten, der seine
Ziegen über Castelfeder treibt, unterhält.
Wirklich scheinen hier Realität und Sage
zu verschwimmen und die Ziegen, auch
heute noch treue Begleiter des Hügels, oft
das einzig reale.
So will es dann auch die namensgeschichtliche
Sage, von einem „castellum
foederis“ zu sprechen. Ein Friedensbündnis
zwischen Langobarden und Romanen oder
ein sogar ein halbes Jahrtausend früher
zwischen Cimbern und Römern geschlossener
Vertrag?
Unwahrscheinlich, ein Kern Wahrheit
steckt trotzdem dahinter. Verschiedenste
Gruppen haben auf Castelfeder ihre Spuren
hinterlassen, Gruppen aus der Stein- und
Bronzezeit, aber auch Räter, Römer, Rätoromanen,
Ostgoten, Langobarden, Franken
und Bajuwaren haben hier wahrscheinlich
den Hügel begangen oder sich niedergelassen
wie schließlich das mittelalterliche
Adelsgeschlecht der Enner.
Imponierend neben den Verstärkungen
späterer Epochen oder dem Langobarden
zugeschriebenem „opus spicatum“,
Mauern mit in Fischgrätmuster geschichteten
Steinwerk, vor allem die so genannten
Kuchelen, Rundbögen, die von der
römischen Ringmauer übriggeblieben
sind. Das Wahrzeichen von Castelfeder
und meistfotografiertes Motiv des Hügels
steht sinnbildlich dafür, dass Castelfeder
auch als Arkadien Tirols in die Geschichte
einging. Die bukolische Landschaft tat
ihr Übriges – tritt nicht gleich hinter der
nächsten Eiche der griechische Hirtengott
Pan hervor?
BARBARA, DIE WÄCHTERIN
Schlussendlich aber ist eine katholische
Heilige zur Hüterin aller Geheimnisse von
Castelfeder geworden, die über Ziegenherden,
Sagenmotive und Mauerreste wacht.
Aus der Vogelperspektive sind Apsis,
Schiff und Zugänge noch deutlich zu erkennen,
auch wenn von der einstigen ins
6. Jahrhundert datierbaren Kirche nur
mehr eine Seitenmauer mit Fensteröffnung
steht. Auf zwei Vorgängergebäuden erbaut,
die durch Brand zerstört worden waren,
hat die ursprünglich dem heiligen Vigilius
und später der heiligen Barbara geweihte
kleine Kirche lange standgehalten, bis auch
sie den Kirchenschließungen unter Josef II.
zum Opfer fiel und damit langsam, aber
sicher dem Verfall preisgegeben wurde.
ˆ
Wahrzeichen Castelfeders, die Kuchelen, Reste der Befestigungsanlage,
die Castelfeder einst als Ringmauer umschloss
Quelle: Wikipedia
ˆ
Im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verstärkt und erweitert
– Castelfeders Ruinen sind einzigartiges historisches Schichtwerk
Quelle: Wikipedia
45 // DIEWEINSTRASSE.BZ
SPEZIAL WOHNEN UND EINRICHTEN
Frische Luft in der
Wohnung: so werden
Gerüche entfernt
Unangenehme Gerüche gehören zu den häufigsten Störfaktoren
im Alltag. Ob Essensdünste, Rauch, Tiergerüche oder ein
muffiger Teppich – schnell beeinträchtigen sie das Wohlbefinden.
Entscheidend ist, nicht nur kurzfristig zu überdecken, sondern
die Ursache zu erkennen und zu beseitigen.
Der erste Schritt ist gründliches Lüften. Mehrmals täglich
die Fenster für einige Minuten weit öffnen, am besten gegenüberliegende
Fenster gleichzeitig, damit ein Luftzug entsteht. So
wird die verbrauchte Luft ausgetauscht und frischer Sauerstoff
kommt herein. Häufig reicht schon dieser einfache Trick, um die
Atmosphäre im Raum spürbar zu verbessern.
Manchmal ist jedoch mehr nötig. Textilien wie Vorhänge,
Teppiche oder Polster nehmen Gerüche stark auf und sollten
regelmäßig gewaschen oder gründlich gereinigt werden. Auch
Abflüsse und Mülleimer sind klassische Quellen für unangenehme
Düfte – eine gründliche Reinigung mit heißem Wasser, Essig
oder Natron wirkt hier schnell und zuverlässig.
Auch natürliche Hausmittel leisten wertvolle Dienste. Essig oder
Zitronensaft neutralisieren Küchengerüche, während Backpulver
und Natron in Kühlschränken oder auf Teppichen helfen, Gerüche
zu binden. Kaffeesatz ist ein weiterer Klassiker: einfach in einer
Schale aufstellen, schon verschwindet Rauchgeruch fast von selbst.
Ist die Ursache beseitigt, geht es um die angenehme Note.
Wer es dezent mag, setzt auf frische Kräuter wie Minze oder
Rosmarin, eine aufgeschnittene Zitrone oder einen dezenten
Raumduft. Duftkerzen oder ätherische Öle können zusätzlich
für Atmosphäre sorgen – sollten aber sparsam eingesetzt werden,
damit der Raum nicht künstlich überladen wirkt.
Unterstützend können auch Zimmerpflanzen eingesetzt werden,
die die Luftqualität verbessern und das Raumklima positiv
beeinflussen. In Kombination mit einer hellen, freundlichen
Beleuchtung wirkt die Wohnung sofort frischer und einladender
– für die Bewohner ebenso wie für Gäste.
Quelle: Freepik
Fenster neu
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46 // SEPTEMBER 2025
SPEZIAL WOHNEN UND EINRICHTEN
Gäste-WC:
klein, aber wirkungsvoll
Oft kaum größer als eine Speisekammer, doch mit großem
Potenzial: Das Gäste-WC ist das Aushängeschild des Hauses
und hinterlässt bei Besuchern sofort einen Eindruck. Gerade
deshalb sollte es weder düster noch beengend wirken – und
genau hier liegt die Kunst der Gestaltung.
Planung und Technik - Wer neu baut, hat freie Hand. Beim
Umbau entscheidet dagegen die Lage von Wasserleitungen und
Abflüssen, wo Waschbecken und WC Platz finden. Optimal
ist ein Fenster oder zumindest eine Lösung für Tageslicht und
Frischluft.
Fliesen, Farben und Spiegel - Helle Töne lassen kleine Räume
größer wirken, dunkle Farben können gezielt Akzente setzen.
Wer Kontraste geschickt einsetzt, erzielt spannende Effekte –
etwa mit einer dunklen Decke oder kurzen Wandflächen. Ein
großzügiger Spiegel erweitert nicht nur optisch den Raum,
sondern verteilt auch Licht. Glänzende Oberflächen, Chrom
oder schimmernde Tapeten verstärken den Eindruck von Weite
und Eleganz.
Armaturen: platzsparend und elegant - Kleine Waschbecken
mit geringer Tiefe oder Ecklösungen nutzen den Raum optimal.
Ein in die Wand eingebauter Spülkasten spart Zentimeter
und sorgt für Ordnung. Auch verkürzte Toilettenmodelle oder
Kompaktlösungen schaffen zusätzliche Bewegungsfreiheit.
Dekoration mit Augenmaß - Weniger ist mehr: Offene Regale
oder große Schränke lassen den Raum schnell vollgestellt
wirken. Besser sind Nischen in der Wand oder Stauraum direkt
unter dem Waschtisch. Eine gute Beleuchtung – ob LED-Elemente,
Spiegellichter oder Spots – bringt Helligkeit und Atmosphäre.
Wer den Boden frei lässt und auf Teppiche verzichtet,
schafft zusätzlich optische Großzügigkeit.
So wird selbst der kleinste Raum im Haus zu einem charmanten,
stilvollen Ort, der Gästen einen bleibenden Eindruck
vermittelt.
Quelle: Archiv
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auch im Nachhinein auf sämtliche Häusertypen – von klassisch
bis modern – individuell montieren. Mehr noch: Als Europas
führender Balkonhersteller bietet Leeb die meisten Geländer auch
passend als Zaun an. So entsteht ein einheitliches Erscheinungsbild.
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von Leeb auch in Holzoptik erstellt werden, die ebenfalls nahezu
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bedeutet, Licht, Offenheit und Geborgenheit in Einklang zu
bringen. Fenster, Türen und Systemlösungen sind dabei weit
mehr als funktionale Bauelemente – sie sind entscheidende
Bausteine, die weit über reine Funktion hinausgehen: Sie prägen
das Raumgefühl, schaffen Atmosphäre und tragen wesentlich
zur Wohnqualität bei. Großflächige Verglasungen öffnen den
Blick in die Natur, Hebe-Schiebetüren verbinden Innen- und
Außenbereiche, intelligente Beschattungssysteme schaffen das
richtige Ambiente zu jeder Tageszeit.
Ob Neubau oder Sanierung – jedes Projekt stellt individuelle
Anforderungen. Bei einer Modernisierung gilt es, bestehende
Strukturen harmonisch zu ergänzen und gleichzeitig mit zeitgemäßen
Lösungen den Wohnkomfort zu steigern. Auch bei
Neubauten setzen wir auf maßgeschneiderte Konzepte, die Design
und Funktionalität in Einklang bringen.
Modernes Wohnen verlangt nach mehr als schönen Oberflächen.
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neuen Firmensitz in Salurn
Der renommierte Polstermöbelhersteller rossin hat seinen
Firmensitz nach Salurn verlegt. Mit dem Umzug an den neuen
Standort will das Unternehmen nicht nur seine internen Abläufe
optimieren, sondern vor allem die Kundennähe stärken.
In den neuen Räumlichkeiten werden Sofas, Schlafsofas,
Sessel und Polsterbetten perfekt in Szene gesetzt. Auch eine
Abteilung mit Polstermöbelstoffen wurde eingerichtet. Dort
finden Kundinnen und Kunden eine breite Auswahl an hochwertigen
Bezugsstoffen – von klassischen Designs bis hin zu
modernen Trendstoffen.
Die individuelle Beratung und Betreuung durch fachkundiges
Personal sorgen dafür, dass das gewählte Möbelstück den
Erwartungen entspricht und zum Wohnstil passt.
Damit auch Sie sich ein persönliches Bild von der breitgefächerten
Produktpalette und dem neuen Firmensitz machen
können, lädt rossin alle Kunden und Interessenten herzlich zum
Tag der Offenen Tür ein. Am Samstag, den 20.09.2025 steht das
Team von 10.00 bis 16.00 Uhr zu Ihrer Verfügung. Generell kann
die Ausstellung aber von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00
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starkes Team von 40 Mitarbeitern. Sorgfältige Planung, präzise
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immer in der Halle arbeitete, zieht es mich umso mehr
in die freie Natur. ,Augenblicke malen‘ ist mein Motto:
Ob Blumen, Tiere, Landschaften, ein Motiv muss mich
plötzlich anspringen und begeistern. So kam ich dann
auch zu den Freizeitmalern, dem ‚feinsten‘ Verein, den
ich bisher kennenlernen durfte.“ Fast zehn Jahre ist
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Lektorin: Cäcilia Wegscheider
Coverfoto: Eurac
Druck: Fotolito Varesco - Auer
Alfred Donà (AD) » alfred.dona@dieweinstrasse.bz
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Edith Runer (ER) » edith.runer@dieweinstrasse.bz
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Lisa Pfitscher (LP) » lisa.pfitscher@dieweinstrasse.bz
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53 // DIEWEINSTRASSE.BZ
EINST AN DER WEINSTRASSE
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DAS VOLK VON SALURN UND DIE
WECHSELNDEN GEMEINDEKOMMISSÄRE
15. September 1925 - Die Gemeinde Salurn hat
dieser Tage einen neuen Gemeindekommissär erhalten,
und zwar den vierten von Kommissären, die seit
Oktober 1922 die Gemeinde regieren. Damals wurde
die Gemeindevertretung von Salurn von den Faschisten
aufgelöst, weil sie „zu deutsch sei“. Der erste Kommissär,
den die Behörde zur Verwaltung der Gemeinde bestellte,
war ein gewisser Dr. Pasolli aus Trient. Dieser räumte
bald einem gewissen Jakob Orsingher aus Primiero,
einem Landesbeamten in Innsbruck, den Platz. Auch
dieser kam gegen die passive Resistenz der Bevölkerung
nicht auf und so versuchte man es mit Nr. 3, diesmal
mit einem Einheimischen. Dieser dritte Kommissär
Josef Tonini aus Salurn, sollte durch die Macht seiner
Persönlichkeit die Bevölkerung von Salurn allmählich
ins italienische Lager hinüberführen. Tonini, ein
Überläufer, der vor dem Krieg der Fahnenträger der
Schützenkompanie Salurn und bis 1923 Anhänger des
Deutschen Verbandes war, verpflichtete sich nun, gegen
35 Lire Taggeld, sozusagen über Nacht ein glühender
italienischer Patriot zu werden. Anfang Mai sollten in
Salurn endlich die Gemeindewahlen stattfinden. Es wäre
aller Voraussicht nach deren Ergebnis für die Partei des
Kommissärs aber derart vernichtend ausgefallen, dass
Tonini sich entschloss, die Wahl im letzten Augenblick
zu hintertreiben. Seit jenem Tag fühlte Josef Tonini
den Boden unter seinen Füßen wanken. Deshalb hat
nun auch er seine Stelle in die Hände seines Nachfolgers,
eines Faschistenführers von Bozen, namens
Umech, gelegt. Dieser hatte nun als Kommissär Nr. 4
die Geschicke der Gemeinde bis auf weiteres zu lenken.
Das Volk von Salurn wird sich nun mit dem neuen
Kommissär auseinandersetzen müssen. Diesbezüglich
herrscht unter den Leuten keine Besorgnis, da sie auch
mit den 3 ersten Kommissären ruhig aber sicher fertig
geworden sind.
Zeitschrift „Südtirol“ in Innsbruck vom 15.09.1925
ˆ Ablehnung
- Vor allem, Ella, will ich auf Treue rechnen.
- Pardon, auf Herren, die rechnen, reflektiere ich überhaupt nicht.
Quelle: Wochenschrift „Die Bombe“ vom 15.11.1922
BÜRGERMEISTER TADELT SALTNER
Eppan, 26. September 1909 - Es ist bei der Gemeinde
schriftlich Anzeige erstattet worden, dass sich beeidete
und von der Gemeinde angestellte Saltner (Feldhüter)
die Zeit damit vertreiben, speziell an Wegkreuzungen
stundenlang beisammen zu sitzen und Fremden den
sogenannten Pfandkreuzer abzufordern. Es wird nun
seitens der Gemeinde veröffentlicht, dass es den Saltnern
nicht erlaubt ist, sich zusammenzurotten und noch
viel weniger an irgendjemanden eine Geldforderung
zu stellen. Die Saltner haben ihre im Flurengesetz begründeten
Anweisungen, welche bei Nichtbefolgung
streng bestraft werden. Der Gemeindevorsteher von
Eppan: Niedermayr
Überetscher Gemeindeblatt vom 26.09.1909
MUSIKKAPELLE ZU FUSS NACH FONDO
Kaltern, 11. Mai 1895 - Die Musikkapelle Kaltern
(gegenwärtig 45 Mann stark) erhielt den ehrenden Auftrag,
bei den Empfangs- und Installationsfeierlichkeiten
des neuen Dekans von Fondo-Nonsberg mitzuwirken.
Zu diesem Anlass marschierte die Musikkapelle am
heutigen Samstag vormittags von Kaltern ab und kehrt
erst wieder am Montag hierher zurück.
Der Burggräfler vom 11.05.1895
54 // SEPTEMBER 2025
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