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Epikurier 03/2025

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3/ 2025

epiKurier

Handlungspläne

HEAL und HEAT

Berufliche Teilhabe

mit Epilepsie

Lust auf MOSES

GLUT1-Defekt

Mein Weg

mit Epilepsie

epikurier.de


Handlungspläne

HEAL und HEAT

Epileptische Anfälle – insbesonders tonischklonische

mit Sturz und Bewusstseinsverlust

– sehen für Außenstehende oft bedrohlich

aus, sind aber in den überwiegenden Fällen

selbst limitierend und benötigen keine besonderen

Interventionen.

Manche Menschen mit Epilepsie bekommen

von ihrem behandelnden Arzt Medikamente

zur Anfallsunterbrechung verschrieben, weil

eine Neigung zum Status epilepticus besteht,

meistens jedoch als reine Vorsichtsmaßnahme.

Wenn ein betroffenes Kind mit Epilepsie neu

in die Schulklasse kommt, sind Lehrkräften

bzw. Betreuer häufig verunsichert, was im

Notfall zu tun ist und wer welche Handlungen

vornehmen darf/muss.

Um in einer Notfallsituation die Rahmenbedingungen

für die nötige Hilfeleistung so

klar wie möglich abzustecken, wurde von

einer Arbeitsgruppe mit ausgewiesener Epilepsie-Expertise

(Prof. Dr. Kerstin Alexandra

Klotz/Bonn, Dr. Thomas Bast/Kehl-Kork,

Prof. Dr. Adam Strzelczyk/Frankfurt, Prof. Dr.

Susanne Schubert-Bast/Frankfurt) die Handlungspläne

HEAL und HEAT entwickelt, um

leicht verständliche und einfach anwendbare

Handlungsanweisungen für den Umgang mit

epileptischen Anfällen zu geben.

1. HEAL (Handlungsplan epileptischer Anfall

für Laien):

Für Personen ohne spezielle Erfahrung

im Umgang mit epileptischen Anfällen,

z. B. Betreuer in Kindergärten/Schulen/

Arbeitsplatz, Freizeitbegleiter und Eltern

nach der Erstdiagnose einer Epilepsie;

geeignet für Patienten, bei denen maximal

ein anfallsunterbrechendes Medikament

(AUM) notwendig ist.

2. HEAT (Handlungsplan epileptischer Anfall

für »Therapeuten«)

Für Personen mit Erfahrung im Umgang

mit epileptischen Anfällen und anfallsunterbrechenden

Medikamenten (AUM),

z. B. erfahrene Eltern oder Lebenspartner,

Pflegepersonal in Betreuungseinrichtungen

und spezialisiertes Betreuungspersonal;

geeignet für Patienten, bei denen ein mehrstufiges

Vorgehen erforderlich ist, der Bedarf

von mehr als einem AUM besteht, mit Neigung

zu Anfallsserien oder Status epilepticus

oder mit besonderen anderen Risikofaktoren.

Sinn und Zweck einer solchen festen Vereinbarung

ist es, allen Beteiligten ein Gefühl der

Sicherheit beim Umgang mit dieser besonderen

Situation zu vermitteln.

Besonders zu begrüßen ist vor allem die Tatsache,

dass bei HEAL auch die Möglichkeit

festgelegt werden kann, dass die Gabe eines

anfallsunterbrechenden Medikaments bei

den bislang bekannten Anfällen des Patienten

nicht erforderlich ist. Denn nicht jeder

Anfall ist ein Notfall und benötigt ein Bedarfsmedikament

– auch wenn das Bedürfnis

bei vielen Eltern oder Betreuern groß ist, hier

»auf Nummer sicher zu gehen«.

Die beiden Handlungspläne stehen gemeinsam

mit einer entsprechenden Ausfüllhilfe

auf verschiedenen Internetseiten als Download

zur Verfügung:

Deutsche Gesellschaft für Epileptologie:

www.dgfe.org/news/detail/heal-und-heathandlungsplaene

e.b.e. epilepsie bundes-elternverband:

www.epilepsie-elternverband.de/material/

handlungsplaene/

Epilepsie-Lehrerpaket:

epilepsie-lehrerpaket.de/docs/29_handlungsplan.html

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Berufliche Teilhabe mit Epilepsie

Zwischen Motivation, Mauern und Mut

Eine Online-Befragung von 100 Betroffenen

zeigt: Menschen mit Epilepsie wollen arbeiten,

doch sie stoßen oft auf strukturelle Hürden

und Vorurteile.

alltag. Das reicht von Konzentrationsproblemen

durch Medikamente bis hin zu Problemen

mit Nachtschichten oder Stressbelastung.

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Ich habe Epilepsie und

gestalte mein Leben selbst.

Und Du?

Gehe deinen Weg in ein selbstbestimmtes

Leben: Im Berufsbildungswerk Bethel erlernst

du einen Beruf, findest Freunde und erlebst,

dass mit Epilepsie vieles möglich ist.

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Alle Bilder: © EpiPower

Wunsch nach Teilhabe – Realität

voller Hürden

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Menschen

mit Epilepsie sind motiviert, qualifiziert – und

trotzdem in vielen Fällen benachteiligt.

• 96 % verfügen über einen Schulabschluss,

51 % haben (Fach-)Abitur.

• Dennoch berichten 40 % von erheblichen

Einstiegshürden in Ausbildung oder Beruf.

• Nur 30 % können ihren Beruf uneingeschränkt

ausüben.

• Und 21 % mussten ihren Wunschberuf aufgeben.

Unsichtbar – aber nicht folgenlos

Ein wiederkehrendes Thema: die Unsichtbarkeit

der Erkrankung. Viele Teilnehmende berichten

von der Schwierigkeit, offen mit ihrer Diagnose

umzugehen. Die Angst vor Stigmatisierung ist

groß. Offenheit führt nur dann zu Akzeptanz,

wenn Kollegen und Vorgesetzte gut informiert

sind, was leider selten der Fall ist.

Hinzu kommen funktionale Barrieren: 50 % der

Befragten erleben Einschränkungen im Berufs-

Bildung hilft – schützt jedoch nicht

immer

Interessant: Wer später erkrankte oder gut

unterstützt wurde, konnte häufiger höhere

Bildungsabschlüsse erreichen. Dennoch ist Bildung

kein Garant für beruflichen Erfolg. Auch

Menschen mit Studium oder Ausbildung haben

Schwierigkeiten bei der Jobsuche – insbesondere,

wenn sie Diskriminierung erfahren.

Ein besonders belastender Befund: Wer offen

mit der Erkrankung umgeht, erlebt tendenziell

häufiger Ausgrenzung. Gleichzeitig benötigen

diese Personen öfter spezielle Sicherheitsmaßnahmen,

was wiederum die Aufmerksamkeit

auf ihre Erkrankung lenkt.

Was sich Betroffene wünschen

Die offenen Antworten der Befragten liefern

ein klares Bild: Es fehlt nicht an Leistungsbereitschaft,

sondern an Strukturen, die Teilhabe

ermöglichen. Die wichtigsten Forderungen:

• Mehr betriebliche Aufklärung: zu Anfallsarten,

Erste-Hilfe-Maßnahmen und medikamentösen

Nebenwirkungen.

• Flexible Arbeitsbedingungen:

Gleitzeit, Homeoffice

oder längere Pausen können

Anfällen vorbeugen.

• Weniger Mythen, mehr

Menschlichkeit: Schulungen

für Führungskräfte und Kollegen

können Ängste abbauen.

• Individuelle Lösungen statt

pauschaler Ausschlüsse –

gerade bei Sicherheitsfragen.

• Stärkere Einbindung von

Fachdiensten, z. B. Integrationsfachdiensten

oder

Schwerbehindertenvertretungen.

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Fazit: Teilhabe ist möglich – aber

nicht selbstverständlich

Die Erhebung belegt eindrucksvoll: Menschen

mit Epilepsie haben das Potenzial zur vollen

beruflichen Teilhabe. Was sie daran hindert,

sind nicht allein ihre Anfälle, sondern starre

Strukturen, Unsicherheiten bei Arbeitgebern

und fehlende Unterstützungssysteme.

Daher braucht es mehr als medizinische Behandlung:

Epilepsie muss als gesellschaftliche

Herausforderung verstanden werden

– eine, bei der Arbeitgeber, Gesundheitssysteme,

Politik und Gesellschaft gemeinsam

Verantwortung tragen.

KONTAKT & PROJEKTINFOS

Epilepsie Empowerment

Deutschland e. V.

»Das mache ich jetzt

selbst«

Wie Kinder und Jugendliche mit Epilepsie lernen,

ihre Medikamente selbst einzunehmen

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Oder wie es eine Teilnehmerin formuliert:

»Ich will nicht bevorzugt werden, ich will nur

nicht benachteiligt sein.«

Leonie Wollscheid

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KETO STORIES – VON ERFAHRUNGEN PROFITIEREN

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Das Schulungsprogramm Flip & Flap informiert

Kinder und Jugendliche über die Erkrankung.

Sie erfahren, was im Gehirn bei

einem Anfall passiert, wie verschieden Anfälle

aussehen und vieles mehr. Ein wichtiger

Bestandteil der Schulung ist, dass Betroffene

in die selbstständige Medikamenteneinnahme

hineinwachsen.

Von Flip, Flap und der großen

Schaltzentrale im Kopf

Im Kopf eines jeden Menschen arbeitet eine

riesige Schaltzentrale – das Gehirn. Diese

Schaltzentrale ist dafür zuständig, dass alles

funktioniert: Denken, Fühlen, Sprechen,

Sehen, Laufen, Schlafen – einfach alles. Dort

arbeiten unzählige Nervenzellen, die sich

gegenseitig Nachrichten schicken und dafür

sorgen, dass alles immer rund läuft. Bei Kindern

und Jugendlichen mit Epilepsie gibt es

Nervenzellen, die gelegentlich einen Fehler

machen, der dann zu einem epileptischen

Anfall führt.

Es existieren Medikamente, sogenannte Anfallssuppressiva.

Sie helfen dabei, dass es

zu weniger oder idealerweise gar keinen

Fehlern und damit epileptischen Anfällen

kommt. Doch damit das auch funktioniert, ist

eines besonders wichtig: Die Medikamente

müssen regelmäßig und richtig eingenommen

werden. Und genau das ist gar nicht so

einfach – vor allem für Kinder und Jugendliche,

die lernen wollen, Verantwortung für

ihre Gesundheit zu übernehmen.

Flip, Flap und die Medikamente

Im Schulungsprogramm Flip & Flap, das speziell

für Kinder und Jugendliche mit Epilepsie

entwickelt wurde, lernen die Teilnehmenden

spielerisch, wie ihre Krankheit funktioniert

– und wie sie selbst aktiv mithelfen können,

gesund zu bleiben.

Flip und Flap sind zwei Nervenzellen aus der

großen Schaltzentrale. Flip ist zuverlässig

und sorgt dafür, dass die Nachrichten reibungslos

ankommen. Flap hingegen ist ein

bisschen schusselig – er vergisst schon mal,

wo die Signale hinmüssen. Wenn Flap zu ungeschickt

ist, kann es zu einem Anfall kommen.

Doch die Medikamente helfen, Flap zu

stärken, sodass ihm weniger oder gar keine

Fehler mehr passieren.

Schritt für Schritt

zur Selbständigkeit

Viele Eltern fragen sich: »Ab wann kann mein

Kind seine Medikamente selbst einnehmen?«

Damit kann schon bei Kindern im Grundschulalter

begonnen werden und es lohnt

sich, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Das

Flip & Flap-Programm zeigt, wie das funktionieren

kann:

1. Wissen aufbauen

Kinder lernen, wie das Medikament heißt,

wozu es gut ist und wie es wirkt. Wissen

schafft Sicherheit – und motiviert: »Ich weiß,

warum ich die Tablette nehme!«

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2. Routine entwickeln

Ein fester Zeitpunkt (z. B. nach dem Zähneputzen

oder Frühstück) hilft dabei, die Einnahme

nicht zu vergessen. Ein Tablettenplan

oder ein Dispenser mit Fächern für jeden Wochentag

kann zusätzlich helfen. Jugendliche

nutzen auch den Timer im Handy.

3. Mitmachen lassen

Schon Grundschulkinder können unter Aufsicht

ihre Tablette selbst aus dem Blister drücken

oder in den Dispenser sortieren. Mit Lob

und Geduld wächst das Zutrauen: »Ich darf

das schon selbst machen!«

4. Verantwortung übertragen

– in kleinen Schritten

Jugendliche können ihre Medikamente

selbstständig einnehmen – vorausgesetzt, sie

wissen, wie wichtig das ist. Bei Nutzung eines

7-Tage-Dispensers können die Eltern überprüfen,

ob die Tabletten genommen wurden,

ohne dass dieses Thema ständig angesprochen

werden muss. Dadurch fühlen Jugendliche

sich nicht ständig kontrolliert und besser

wertgeschätzt in ihrer Eigenständigkeit.

5. Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben

Bei älteren Jugendlichen geht es auch darum,

sich eigenständig um den Tabletten-Nachschub

zu kümmern und selbst Kontrolltermine

zu vereinbaren. Erinnerungsfunktionen können

auch hierfür helfen. Sichtbare Einträge in Familienkalendern

zu Rezeptbestellungen oder

vereinbarten Terminen ermöglichen den Jugendlichen

eine Eigenverantwortung und den

Eltern eine Kontrollmöglichkeit, ohne durch

permanente Nachfragen die Eigenverantwortung

der Jugendlichen infrage zu stellen.

Tipps aus dem

Flip & Flap-Programm

• Erklärt es kindgerecht: Nutzt das Bild der

großen Schaltzentrale und erzählt von Flip

und Flap – so wird die Krankheit verständlich

und verliert ihren Schrecken.

• Macht es sichtbar: Ein Wochenplan oder

ein buntes Einnahmeprotokoll macht Erfolge

greifbar.

• Belohnt Erfolge: Ein »Experten-Stempel«

für jede Woche mit regelmäßiger Einnahme

kann sehr motivieren.

• Redet offen: Fragt euer Kind, wie es mit der

Einnahme zurechtkommt. Manche Kinder

möchten gern mehr Verantwortung, andere

brauchen länger.

• Bleibt ein Team: Selbstständigkeit heißt

nicht, dass Eltern sich zurückziehen. Es

heißt: Gemeinsam wachsen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Lena, 10 Jahre:

»Am Anfang hat Mama mir die Tablette jeden

Morgen gegeben. Dann durfte ich sie selbst

aus der Dose holen. Jetzt stelle ich mir sogar

den Wecker, damit ich’s nicht vergesse. Ich

finde es cool, dass ich das kann.«

Lenas Mutter:

»Ich hätte nicht gedacht, dass sie das so gut

schafft. Aber durch den Kurs hat sie verstanden,

wofür die Tabletten gut sind – und dass

sie nicht ‚krank‘ ist, nur weil sie sie nimmt. Das

hat uns beiden geholfen.«

Warum es sich lohnt

Die regelmäßige Einnahme von Anfallssuppressiva

ist das wichtigste Mittel, um Anfälle

zu verhindern. Kinder und Jugendliche, die

früh lernen, dafür Verantwortung zu übernehmen,

erleben nicht nur mehr Sicherheit

– sie gewinnen auch Selbstvertrauen und

lernen, ihre Erkrankung zu akzeptieren. Denn

wer weiß »Ich kann auf mich achten!«, der

wird stark – auch über die Epilepsie hinaus.

Simone Fuchs,

Epilepsieberatung Unterfranken

Prof. Dr. Juliane Spiegler,

Kinderklinik Universitätsklinikum Würzburg

i

Infos zur nächsten

Schulung:

Flip & Flap-Schulung für Jugendliche

mit Epilepsie und deren Eltern in der

Universitätskinderklinik Würzburg:

25./26.10.2025

Anmeldung und weitere Informationen:

flip-flap@ukw.de

Sei

meine Ruhephase,

wenn die

Kurve ausschlägt.

Sei

mein Anlegehafen,

wenn der

Sturm wütet.

Sei

meine Oase,

wenn die Sonne

brennt in der Wüste.

Sei all dies und mehr.

Seien wir all dies und mehr.

Zusammen sind wir stark.

So.

Florian B.

Bildquelle: www.pixabay.com @Antonio López

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Alle Bilder: © Illustrationen aus Comic-Heft »Flip & Flap«, 3. Aufl. 2015, I

SBN 978-3-7950-7045-8, Verlag Schmidt-Römhild



Lust auf MOSES?!

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epiKurier 3/25

ANFÄLLE TROTZ MEDIKAMENTE?

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Erfolgsgeschichte an:

MOSES steht als Abkürzung

für das »Modulare

Schulungsprogramm für

Menschen mit Epilepsie«.

Jana Gliege, Psychotherapeutin

im Epilepsie-Zentrum

Bethel, hat zwei praktizierende

MOSES-Trainer

Ulrike Jungwirth (UJ), Krankenschwester

und Sozialpädagogin,

und Dr. Heiner

Jörg (HJ), Epileptologe, zu

ihren langjährigen Erfahrungen

interviewt.

Was waren Ihre Beweggründe, MOSES-Trainer

zu werden?

UJ: Seit 2001 bin ich in einer Beratungsstelle

für Menschen mit Epilepsie (Standort Kinderklinik

Dritter Orden Passau) beschäftigt.

Die Notwendigkeit, mich für diese Stelle

weiter zu qualifizieren, führte mich über die

Weiterbildung zur Epilepsie-Fachberaterin

und zur MOSES-Trainer-Schulung in Bielefeld.

Seit 2003 biete ich MOSES-Schulungen

an, die mir auch ein sichereres Gefühl bei

der Arbeit geben, weil das lebendige, interaktive

Element der Erfahrungen der Betroffenen

das fachliche Wissen optimal ergänzt.

HJ: Ich bin in meiner Assistenzarztzeit über

den Wunsch der Verbesserung meines Knowhows

– zunächst für Patientenschulungen im

stationären Bereich – zum MOSES-Programm

gekommen. Später entstand über meine Arbeit

in der Neurologischen Klinik am Klinikum

Passau der Kontakt zur Beratungsstelle mit

Ulrike Jungwirth und die gemeinsame Durchführung

ambulanter MOSES-Schulungen.

Wie ist der formale Aufbau einer MOSES-

Schulung?

UJ: Wir sind ein von den Krankenkassenverbänden

anerkanntes MOSES-Schulungszentrum.

Die Teilnehmer (TN) durchlaufen das

komplette MOSES-Programm an einem Wochenende

von Samstag auf Sonntag.

HJ: Während meiner Tätigkeit an der Asklepios

Klinik in Schaufling hatten wir

MOSES in einem wöchentlichen Rhythmus

organisiert, sodass die stationären Patienten

einzelne Module kontinuierlich über das

Jahr wahrnehmen und jederzeit einsteigen

konnten. Für das ambulante MOSES-Schulungszentrum

in Passau hat sich aber dieses

komprimierte Format bewährt, da sich so

Module inhaltlich besser verknüpfen lassen.

Eine Gruppengröße von 8-12 Personen ist

dabei ideal.

Für wen eignet sich die Schulung?

UJ: MOSES ist für Menschen ab 16 Jahren

konzipiert und richtet sich sowohl an Epilepsie-Erkrankte

als auch an deren Angehörige,

da die Auswirkungen der Erkrankung

auch nahestehende Personen betreffen. Es

kommen prinzipiell alle Altersgruppen vor.

So tauschten sich z. B. eine 70-jährige Seniorin

und ein 17-jähriger Jugendlicher bei uns

intensiv über ihre Epilepsie aus.

HJ: Die Seniorin ließ sich von der Krankheit

nicht einschränken, der Jugendliche igelte

sich stark ein. Durch den Austausch mit ihr

und der gesamten Gruppe fand er wieder

Motivation, mehr am Leben teilzunehmen.

UJ: Ebenfalls hervortretend sind Dynamiken

zwischen besorgten Eltern und ihren betroffenen

Kindern, die sich in der Regel nach

mehr Unabhängigkeit sehnen. Solche bei

einer Anfallserkrankung typischen familiendynamischen

Prozesse werden bei MOSES

angesprochen und offen diskutiert. Darüber

finden beide Seiten wieder besser zueinander.

HJ: Ein hoher Anteil an Angehörigen fördert

diesen wichtigen Austausch und damit die

Krankheitsbewältigung der Betroffenen.

Gibt es einen besonders günstigen Zeitpunkt

für die Teilnahme?

UJ: Grundsätzlich profitieren alle – egal

in welchem Stadium der Krankheitsbewältigung.

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epiKurier 3/25



Bildquelle: privat

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Dr. Heiner Jörg (li.), Jana Gliege (mi.), Ulrike Jungwirth (re.)

HJ: Einige Betroffene sind direkt nach der

Diagnosestellung jedoch durch die Überwältigung

noch nicht offen für eine Krankheitsschulung.

Mit Zwang bringt das selbstverständlich

nichts.

UJ: Sich intensiv mit dem Thema Epilepsie zu

beschäftigen, schreckt einige Betroffene ab.

An der Stelle betone ich, dass MOSES eine

Gelegenheit ist, sich in einem geschützten

Rahmen auszutauschen und neue Erfahrungen

zu sammeln. Nicht selten müssen

Angehörige oder Ärzte die Betroffenen zur

Teilnahme ermuntern, die dann sehr wohl

von MOSES profitieren. Ein seit Jahren emotional

belasteter, junger Betroffener ließ

sich durch die Mitnahme seiner Partnerin

zu MOSES motivieren, was zu einer Stärkung

ihrer Beziehung und darüber zu mehr

Selbstbewusstsein mit der Epilepsie führte.

Er erkannte: »Meine Partnerin nimmt mich

so, wie ich bin!«

Tragen die TN irgendwelche Kosten?

UJ: Generell sind Patienten-Schulungen eine

»Kann«-Leistung der Krankenkassen. Die

meisten Krankenkassen übernehmen 100 %

der Kosten, manche fordern einen Eigenanteil

von 10-20 % (80-125 €). Wir unterstützen

bei der Antragstellung und helfen bei Widersprüchen.

Schließlich ist MOSES eine Schulung

für chronisch erkrankte Menschen, die

eines informierten Krankheitsmanagements

bedürfen.

Wie läuft MOSES inhaltlich ab?

HJ: Es besteht aus 9 Modulen – Leben mit

Epilepsie, Epidemiologie, Basiswissen, Diagnostik,

Therapie, mein Umgang mit Anfällen,

Prognose, psychosoziale Aspekte und

einem Lesekapitel mit nützlichen Adressen.

UJ: Der große inhaltliche Bogen bei MOSES

spannt sich vom Beginn mit der Diagnosestellung

über das Hier und Jetzt bis zu einem

besseren Umgang mit der Erkrankung

im Leben. Die brennendsten psychosozialen

Themen sind meistens Führerschein, Beruf,

Sport, Gefährdungen im Alltag, Versicherungen,

Schwerbehindertenausweis und das

Thema Schwangerschaft bei einigen Frauen.

Die TN werden dabei selbst zum Experten

im Umgang mit der Erkrankung.

Hat sich MOSES in den letzten 20 Jahren

verändert?

HJ: Regelmäßig werden Rückmeldungen

praktizierender MOSES-Trainer und aktuelle

Gegebenheiten – wie z. B. Veränderungen

in Führerscheinregelungen – in den Trainerleitfaden

und das Erarbeitungsbuch eingearbeitet.

UJ: Sowohl technisch, didaktisch als auch

inhaltlich wird MOSES kontinuierlich weiterentwickelt.

Was unterscheidet MOSES von anderen

Schulungsangeboten?

UJ: Im Vergleich zu zahlreichen digitalen Angeboten,

die zwar leicht zugänglich sind und

keine Antragstellung auf Kostenübernahme

bei der Krankenkasse erfordern, überzeugt

MOSES durch den intensiven emotionalen

Austausch, die fachliche Begleitung bei

medizinischen und psychosozialen Themen

und die Möglichkeit, jederzeit Fragen stellen

zu können. Die Wirksamkeit von MOSES,

besonders beim emotionalen Umgang mit

der Erkrankung, ist wissenschaftlich belegt.

HJ: Jedes Schulungswochenende entwickelt

durch die integrierte Sicht der TN seine ganz

eigene Dynamik trotz der vorgegebenen

Struktur. MOSES zeichnet sich durch die erlebbar

gemachten Inhalte aus. So schlüpfen

die TN in einer Übung in die Rolle der Ärzte.

Mit diesem interaktiven Ansatz wird vermittelt,

was mit dem behandelnden Arzt alles

besprochen werden kann und sollte. Positive

TN-Rückmeldungen bestätigen die Bedeut-

samkeit, Inhalte nicht nur passiv auf einer Flipchart

zu lesen, sondern praktisch zu erleben.

Welche Veränderungen lassen sich typischerweise

bei den TN beobachten?

UJ: Die Gruppendynamik führt häufig zu

einem besseren gegenseitigen Verständnis

und stärkt die Beziehung – gerade zwischen

Betroffenen und Angehörigen.

HJ: Die TN werden im Verlauf der Schulung

offener, sie können leichter über ihre Situation

sprechen und gewinnen an Selbstsicherheit.

UJ: MOSES fördert die Kommunikation, die

wiederum die Lebensqualität und ein gutes

Zurechtkommen mit der Epilepsie begünstigt.

Mir fällt dazu ein, wie eine junge Frau

durch MOSES ihre Ängste, ihren Arbeitgeber

zu informieren, überwand und unerwartet

viel Verständnis von ihm erhielt, was sie sehr

erleichterte. Ähnlich berichtete ein selbstständiger

Versicherungskaufmann wie ein

befreiterer Umgang mit seiner Epilepsie ihm

wiederholt Türen öffnete.

HJ: Ulrike Jungwirth bringt bei diesem Thema

oft den provokanten Spruch »Wer ganz

offen ist, ist nicht ganz dicht« ein, der zu einer

offenen Diskussion über die Mitteilungsfreiheiten

und -pflichten in Bezug auf die

Erkrankung anregt.

Wie würden Sie Menschen ermutigen, sich

für MOSES anzumelden?

UJ: MOSES macht einfach Freude. Es wird

nicht nur gelernt, es darf geweint und auch

Was sammeln Sie?

Puppen oder Teddybären?

Pilze oder Beeren?

Briemarken oder Postkarten?

Wir sammeln auch!

Und was?

Spenden

viel gelacht werden – auch wegen Dr. Jörgs

spitzem Humor. o

HJ: Ich bin der Oberarzt, der fränkisch spricht

und Erkrankungen auf Alltagsebene erklärt.

Die Betroffenen sind unheimlich dankbar

über eine verständliche Vermittlung. Ich bin

selbst auf der Patientenseite gewesen und

möchte es anders machen. Die TN können

erleben, dass sie nicht allein sind – andere

stehen vor ähnlichen Herausforderungen

und haben Lösungen für ihren Alltag

gefunden. Sie profitieren stark voneinander,

oft mehr als von uns Fachleuten. Auch

wenn fachliche Informationen Unsicherheiten

nehmen, ist gerade die Interaktion bei

MOSES unschlagbar.

Und dazu bietet MOSES Raum und Zeit.

HJ: Genau und das macht den großen Unterschied.

i

Stadtsparkasse Wuppertal

IBAN

DE 47 3305 0000 0000 7475 92

BIC

WUPSDE33XXX

Infos & Termine:

www.moses-schulung.de

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epiKurier 3/25



VNS

– die richtige Entscheidung für unser Kind

Bildquelle: www.pixabay.com @Daniela Dimitrova

sich die Situation. Levetiracetam war nicht

mehr wirksam und wir begannen mit einer

Medikamentenumstellung, welche nicht erfolgreich

war. Auch unabhängig von einem

Infekt traten jetzt bis zu 5 Anfälle am Tag, an

mehreren Tagen der Woche, auf. Dann gab

es kurze Pausen und das Ganze ging wieder

von vorne los. Der Abfall der Sättigung

blieb, Erbrechen war nicht mehr grundsätzlich

mit dabei. Dafür eskalierten die Serien

meist in tonisch-klonische Anfälle, die auch

mit Notfallmedikament regulär über 10 Minuten

andauerten.

Der Vagusnerv-Stimulator (VNS)

kommt ins Spiel

Auf den VNS wurden wir durch die Uniklinik

in Erlangen aufmerksam gemacht. Nach

knapp vier Jahren nur mäßig erfolgreicher

Umstellung der Medikamente galt bzw. gilt

Tabea mit einer Kombination aus drei unterschiedlichen

Epilepsie-Medikamenten als

therapierefraktär. Die Möglichkeit einer Chirurgie

wurde bereits ausgeschlossen.

Letztlich haben wir uns für den VNS entschieden,

in der Hoffnung, dass dieser eine

Besserung bringen kann, zumal eine negative

Auswirkung von Betroffenen nicht benannt

wird. Auch wenn keine Anfallsfreiheit

eintritt, besteht die Aussicht, dass die Anfälle

zumindest gemildert bzw. unterbrochen werden

können und dadurch Tabeas Lebensqualität

weiter gesteigert wird sowie wenigstens

eines der Medikamente aus unserem Alltag

gestrichen werden kann.

Beraten und unterstützt wurden wir während

der ganzen Überlegungen bzw. des gesamten

Prozesses von der Uniklinik in Erlangen,

welche auch die OP sowie Kontrollen und

Nachsorge übernimmt.

dem Infekt über drei Monate anfallsfrei, inzwischen

stehen wir wieder bei mehreren

Monaten. Durchblättere ich unser Krampftagebuch,

ist das seit 2020 nicht mehr passiert.

Abgesehen von weniger Krampfanfällen bemerken

wir als Nebenwirkung, dass der VNS

sich auf Tabeas Stimme auswirkt. Diese vibriert

nämlich, und wir können anhand der

Stimme tatsächlich hören, wenn der VNS

Impulse aussendet. Dies tut er regulär auch

ohne Auffälligkeit alle fünf Minuten.

Schwierigkeiten sind uns keine begegnet,

außer vielleicht die, anderen die Angst vor

der Handhabung zu nehmen. Der VNS kann

über einen Magneten im Falle eines Anfalls

manuell »gesteuert« werden, was für viele

zunächst befremdlich ist und die Sorge entstehen

lässt, etwas falsch zu machen.

Anstrengend war für uns vor allem die Phase

des »Hochfahrens« der Stimulationsimpulse/-frequenz,

weil wir in dieser Zeit häufig für

kurze Termine die Strecke in die Uniklinik zurücklegen

mussten.

Stand jetzt würden wir uns definitiv wieder

für den VNS entscheiden. Positiv zu bewerten

ist, dass man ihn anders als ein Notfallmedikament

sofort einsetzen kann und er

für den Körper zeitgleich weniger belastend

ist als dieses.

Rahel und Matthias

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epiKurier 3/25

Wir sind eine vierköpfige Familie und wohnen

mit unseren zwei Kindern Tabea, 7 Jahre, und

Levi, 5 Jahre, in einer mittelfränkischen Kleinstadt.

Unsere Kinder besuchen einen Regelkindergarten,

Tabea mit Individualbegleitung.

In der 36. Schwangerschaftswoche (SSW) wurden

wir über Auffälligkeiten in Tabeas Gehirn

informiert – mit anschließender engmaschiger

Überwachung in den kommenden drei SSW. In

diesem Rahmen wurde uns bereits von einem

Kinderneurologen mitgeteilt, dass möglicherweise

auch eine Epilepsie bei ihr auftreten kann.

Die ersten Anfälle im Rahmen von

Infekten mit Fieber

Letztlich hatte Tabea ihre ersten Krampfanfälle

im Alter von 8 Monaten – aufgrund der

Vorgeschichte war die Diagnose sofort gestellt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits

einen VP-Shunt implantiert. (Anmerkung der

Redaktion: Ein ventrikulo-peritonealer Shunt

ist ein chirurgisch angelegter Schlauch, der

eine Verbindung zwischen dem Ventrikelsystem

des Gehirns und der Bauchhöhle herstellt.

Er dient zur permanenten Ableitung

von Liquor, um den Druck im Gehirn zu reduzieren,

der durch eine Ansammlung von Flüssigkeit

entstehen kann.)

Die Anfälle traten zunächst in Serien und

unter Fieber mit Infekt auf. Dazwischen waren

erst wochen-, dann monatelange Pausen.

Es handelte sich um fokale Anfälle mit

Erbrechen, die mit einem starken Abfall der

Sauerstoffsättigung einhergingen. Ab einem

Alter von ca. zwei Jahren verschlechterte

Unsere Erfahrungen sind

durchwegs positiv

Der VNS wurde im August 2024 eingesetzt.

Seit November/Dezember 2024 sind wir in

einem Bereich der Impulse, in dem wir davon

ausgehen können, dass das Stimulationsgerät

aussagekräftig arbeitet und Einfluss nehmen

kann, sollte er denn wirken.

Tabea ist seit Oktober 2024, abgesehen von

Krampfanfällen während eines Magen-Darm-

Infekts, anfallsfrei geblieben. Wir waren vor

Förderverein Epilepsie e.V.

Spenden bitte an:

VR Bank im südlichen Franken eG

IBAN: DE80 7659 1000 0003 1880 86

BIC: GENODEF1DKV

Haben Sie noch Fragen?

Wollen Sie mehr wissen?

Dann kontaktieren Sie uns!

foerderverein@epilepsiebayern.de



GLUT1-Defekt

– ein Erfahrungsbericht

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epiKurier 3/25

DE-DA-2400177

Hilfsmittelnummer 21.46.01.0005

Sarah, Anja und Jérôme

leben mit Epilepsie

Auf www.ucbcares.de/epilepsie erfahren Sie:

∞ Wissenswertes über die Erkrankung

∞ Aktuelles über Behandlungsmöglichkeiten

∞ was Patient:innen wie Sarah, Anja und Jérôme jeden Tag

beim Leben mit Epilepsie helfen kann

Telefon: +49 2173 48 4848

Fax: +49 2173 48 4841

E-Mail: ucbcares.de@ucb.com

Susi Schramm ist alleinerziehende Mutter

eines 11-jährigen Sohns mit GLUT1-Defekt.

Sie hat uns von ihrem Leben mit dieser Erkrankung,

der ketogenen Ernährungstherapie

und dem Kampf mit Schule und Krankenkassen

erzählt, aber auch, wo sie Hilfe

und Unterstützung gefunden hat.

Wie wurden Sie aufmerksam, dass etwas bei

Ihrem Kind nicht so ist, wie es üblicherweise

sein sollte? Wer hat die Diagnose gestellt?

Im Mai 2013, als mein Sohn Kurt gerade

drei Monate alt war, traten bei ihm rhythmische

Zuckungen von Armen und Beinen

auf. Im Erzgebirgsklinikum Annaberg (EKA)

wurde die Diagnose »Frühkindliche Muskelzuckungen«

gestellt mit der Aussicht, dass

diese wieder »weggehen« würden.

Dies war aber leider nicht der Fall und einige

Monate später diagnostizierte das Uniklinikum

Leipzig eine generalisierte Epilepsie.

Es sollte ein Medikament eindosiert werden,

was ich aber wegen des Alters meines Sohnes

und der bis dahin fehlenden Ursache

ablehnte. Im Januar 2014 wurde dann nach

einer Liquor-Untersuchung ein Glukosetransporter-Defekt

(GLUT1-Defekt) bestätigt.

Da die ketogene Diät als einzige Behandlungsmöglichkeit

bei GLUT1 zur Verfügung

steht, begannen wir im Februar 2014 mit

der Nahrungsumstellung bzw. dieser Ernährungsform.

Sieben Jahre war Kurt damit nahezu anfallsfrei.

Im August 2020 wurde er eingeschult –

unter Corona-Bedingungen bzw. den damit

verbundenen Maßnahmen. Im Februar 2021

kam es dann zu einem Rezidiv, d. h. zum

Wiederauftreten von Anfällen.

Verbunden mit dem GLUT1-Defekt sind Anfälle:

Welche Art gibt es bei Ihrem Sohn und

wie oft? Wie kommen Sie damit zurecht?

Kurt sackt für 2-3 Sekunden in sich zusammen

bzw. zuckt an Armen und Oberkörper

rhythmisch, die Körperspannung lässt nach,

die Augen verdrehen sich bzw. zucken, die

Sprache stockt. Je nach Befinden zeigen die

Anfälle ihre Intensität. Es gibt gute Tage und

schlechte.

Wir kommen so ganz gut zurecht. Es ist, wie

es ist. Und da alles noch unerforscht ist, ist

es eben so!

Wie sieht die Behandlung aus?

Kurt nimmt keine Medikamente, sondern

ernährt sich ketogen, was bei GLUT1-Defekt

die beste Möglichkeit ist, die Anfälle

zu unterdrücken. Das klappt leider nicht

immer – psychische Faktoren spielen auch

eine Rolle.

Ein Medikament, das ihm zu 100 % hilft, gibt

es leider nicht. Das sagen auch die Erfahrungen

anderer. Nach Absprache mit seinem

behandelnden Arzt, Prof. Klepper aus

Aschaffenburg, geben wir jetzt Aminosäuren

als Nahrungsergänzungsmittel zur Ernährungstherapie

dazu. Zusätzlich bekommt

mein Sohn jetzt eine psychotherapeutische

Behandlung.

Wie haben Sie Kontakt zu anderen betroffenen

Familien bekommen?

Die ersten vier Jahre hatte ich nur die Ernährungsberaterin

aus Leipzig und ketogene

Gruppen bei Facebook. Irgendwann bin

ich auf den GLUT1-Verein aufmerksam geworden

und 2018 das erste Mal mit meiner

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Tochter, Kurts Halbschwester, zum Glut1-

Treffen gefahren. Ich war heilfroh, endlich

Gleichgesinnte zu treffen.

Zusätzliche Hilfe und Unterstützung gibt es

kaum, da keiner (auch z. B. Therapeuten) Ahnung

hat von dieser Krankheit.

Gibt es Einschränkungen, die Sie mehr belasten

als die Erkrankung selbst?

Kurt besuchte die Regelgrundschule mit

Einzelfallhelfer und spezieller Lernförderung.

Bedingt durch die Corona-Maßnahmen

(Schule auf/Schule zu) und Mobbing

kam es zu großen Problemen. Stressbedingt

kamen die Anfälle zurück bei ihm und er fiel

jeden Tag vom Stuhl.

Die Schule reagierte nicht. Deshalb sagte ich

Stopp und ließ meinen Sohn krankschreiben.

Bis der Schulwechsel durch war, vergingen

fünf Monate, in denen er zuhause war.

Ich machte mich auf die Suche nach einer

neuen Schule, was sich als schwierig erwies.

Zwei Schulen, die ich ins Auge fasste, meinten

alles »besser« zu wissen – seine schulischen

Leistungen wären z. B. angeblich für

die Förderschule zu gut. Nach einer Testung

stellte sich jedoch heraus, dass der Einzelfallhelfer

seine Schulaufgaben erledigt hatte,

statt ihn nur dabei zu unterstützen, um

seinen Job und die Weiterbeschäftigung »sicherzustellen«.

Zu Beginn des 2. Halbjahres

der 3. Klasse konnte Kurt dann endlich die

gewünschte Förderschule besuchen.

Einen weiteren Kampf musste ich mit der

Krankenkasse ausfechten. Da GLUT1 nicht

im Leistungsverzeichnis der Krankenkassen

verankert ist, kann der Pflegedienst die nötige

Keton-Wertmessung zur Sicherstellung

der Ernährungstherapie nur mit Einzelfallentscheidung

übernehmen.

Außerdem ist es schwer, als Alleinerziehende

mit einem chronisch kranken Kind einen

Job bzw. einen Arbeitgeber zu finden, der

alles mitmacht und passende Arbeitszeiten

anbietet. Auch finanziell stellt mich das vor

große Herausforderungen, mit dem vorhandenen

Geld auszukommen. Alles nicht

so einfach ...

Verbinden Sie mit der Erkrankung auch etwas

Positives?

Tatsächlich ist uns mit der Ernährungstherapie

gutes und gesundes Essen wichtig

geworden (kein Zucker, kein Fastfood). Wir

achten auf gesunden Lebensstil und ebenso

auf Stressfaktoren. Und wir tragen zur Forschung

bei – auch ein gutes Gefühl!

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GLUT1-Defekt

Der Glukosetransporter-Defekt wurde 1991 erstmals beschrieben. Es ist eine genetisch

bedingte Krankheit, die zu neurologischen Entwicklungs- und Funktionsstörungen führt

– auch epileptische Anfälle können dabei auftreten.

Das Gehirn benötigt zur Energiegewinnung Glukose. Diese gelangt über den spezifischen

Transporter GLUT1 aus dem Blut in das Gehirn. Ist dieser Transporter defekt, kommt es zu

einer Unterversorgung mit Brennstoff (Hypoglykorrhachie), zu einer »Energiekrise« im Gehirn,

dem GLUT1-Defekt.

Die einzige etablierte Therapie des GLUT1-Defektes ist derzeit die ketogene Diät.

Weitere Infos sowie Hilfe und Unterstützung für betroffene Familien:

Förderverein Glukosetransporter(GLUT1)-Defekt e. V.

c/o Dr. Maria Barthel

Stolzenhagener Str. 17, 12679 Berlin

0173 2445277 (Dr. Maria Barthel)

089 89068260 (Sonja Ritter)

info@glut1.de

www.glut1.de

Lass es los

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Gibt es etwas, was Sie anderen Eltern noch

sagen möchten – zum Thema GLUT1-Defekt

oder ganz generell?

Liebe Eltern, hört nicht auf alles, was Ärzte

sagen – vertraut eurem Gefühl. Stresst euch

selbst nicht so, das wirkt sich auf eure Kinder

aus (leichter gesagt als getan o).

das Gefühl von Zwang, einem Anspruch gerecht zu werden,

den dein Umfeld von dir erwartet.

Bleibe locker und ruhe dich beizeiten aus, sorge für dich

und tu dir Gutes.

Eva Verena

Liebe Muttis, achtet gut auf euch selbst und

sorgt für euren Ausgleich!

Interview zusammengefasst von

Doris Wittig-Moßner

Bildquelle: privat



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15 Jahre

Epilepsieberatung Augsburg-Nordschwaben

beim Bunten Kreis ins Augsburg

Nancy Tschirnack und Manfred Hägele freuen sich über 15 Jahre

Epilepsieberatung beim Bunten Kreis in Augsburg.

Die Stiftung Bunter Kreis in Augsburg begleitet

Familien mit chronisch, krebs- und

schwerstkranken Kindern beim Übergang

von der Klinik ins Zuhause. Multiprofessionelle

Teams stehen den betroffenen Familien

in schwerer Zeit zur Seite, damit ihnen

das Leben trotz großer Belastung gelingt.

Im Laufe des über 30-jährigen Bestehens

hat der Bunte Kreis seine Hilfsangebote am

Nachsorgezentrum an der Uniklinik Augsburg

stetig erweitert und um das tiergestützte

Therapiezentrum Ziegelhof ergänzt.

Vor 15 Jahren kam die Epilepsieberatung

Augsburg-Nordschwaben hinzu, maßgeblich

aufgebaut von der inzwischen pensionierten

Sozialpädagogin Claudia Hackel.

Die psychosoziale Beratungsstelle steht betroffenen

Menschen jeden Alters offen, also

Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen,

deren Angehörigen und allen Beteiligten

des sozialen Umfelds. Nancy Tschirnack, Sozialpädagogin

und Heilerziehungspflegerin,

sowie der Sozialpädagoge Manfred Hägele

sind Ansprechpartner für alle Anfragen

rund um das Thema Epilepsie. Sie informieren,

beraten und unterstützen bei allen Fragen

und Problemen, die in Zusammenhang

mit der Erkrankung stehen – sei es der Kindergarten-

oder Schulbesuch, Berufswahl,

Führerschein oder Freizeitverhalten – und

arbeiten auf Wunsch mit medizinischen und

pädagogischen Einrichtungen zusammen.

»Die Beratungsstelle hat einen festen Platz

als überregionaler Dienst der Offenen Behindertenarbeit

eingenommen«, so Nancy

Tschirnack. »Mit dem Zusammenwirken von

guter medizinischer Betreuung und Beratung

in psychosozialen, sozialrechtlichen

und lebenspraktischen Fragen können wir

den komplexen Fragestellungen im Leben

mit Epilepsie bestmöglich begegnen.«

Neben der Beratungstätigkeit sind Schulungen

von Lehr- und Betreuungskräften

in Kindertagesstätten, Schulen und Behinderteneinrichtungen

ebenso wie die

Patienten-Schulungsprogramme weitere

Schwerpunkte der Epilepsieberatung Augsburg-Nordschwaben.

Jährlich finden famoses,

das modulare Schulungsprogramm

Epilepsie für Familien, und die MOSES-

Schulung für Menschen mit Epilepsie ab

16 Jahren im Nachsorgezentrum des Bunten

Kreises Augsburg statt. Auch Gruppen- und

Begegnungsangebote, die Nancy Tschirnack

und Manfred Hägele regelmäßig anbieten,

werden von an Epilepsie erkrankten

Menschen sehr gut angenommen – wie

etwa das Jahreszeiten-Café für den Austausch

beim gemeinsamen Frühstück, Bowling

für Jugendliche und junge Erwachsene,

wechselnde Angebote wie beispielsweise

Waldbaden und ein jährlicher Tagesausflug

für die ganze Familie.

»Wir blicken auf 15 erfolgreiche Jahre der

Epilepsieberatung in der Region Augsburg-

Nordschwaben zurück und freuen uns, dass

wir den betroffenen Menschen ein verlässlicher

Ansprechpartner sind«, so Manfred

Hägele. »Besonders freuen wir uns, dass

Schulen, Kindergärten und Bildungseinrichtungen

bei epilepsiespezifischen Fragen

mittlerweile selbstverständlich unseren

fachlichen Rat einholen. Nur so kann

Inklusion mit Epilepsie gelingen.« Anlässlich

des 15-jährigen Jubiläums wird es am

19. November 2025 Online-Vorträge zu

unterschiedlichsten Epilepsie-Themen im

Rahmen des Augsburger Epilepsie Forums

geben – siehe Infokasten.

i

Andrea Schneider

Manfred Hägele schult Eltern und Kinder bei der 3-tägigen Schulung

famoses.

Online-Vorträge zum 15-jährigen Jubiläum

im Rahmen des Augsburger Epilepsie Forums

am 19.11.2025 von 17:30 – 19:00 Uhr

Referenten:

Doris Wittig-Moßner (Landesverband Epilepsie Bayern e. V.)

Dr. Johannes Stoffels (Sozialpädiatrisches Zentrum Josefinum)

Dr. Christoph Laub (Epileptologische Ambulanz Uniklinik Augsburg)

Dr. Isabelle Herion (Epileptologische Ambulanz Uniklinik Augsburg)

Infos und Anmeldung:

www.bunter-kreis.de/so-helfen-wir/epilepsie

Kostenfrei und vertraulich ist die Einzelberatung im Nachsorgezentrum des Bunten Kreises. Im Bild: Nancy Tschirnack

Alle Bildquellen: © Bunter Kreis, Augsburg

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Starke Gemeinschaft und

neue Therapie-Hoffnungen:

Rekordbeteiligung bei der 9. Dravet-Familienkonferenz

Vom 16. bis 18. Mai 2025 trafen sich rund 200 Betroffene,

Angehörige und Fachleute in Frankfurt

am Main, um neueste Forschungsergebnisse

zu Gentherapien und Medikamenten zu

diskutieren, praxisnahe Workshops zu erleben

und sich im intensiven Austausch zu stärken.

Die 9. Familienkonferenz des Dravet-Syndrom

e. V. versammelte rund 200 Teilnehmer

im Leonardo Hotel Frankfurt – so viel wie nie

zuvor. Vorständin Dr. Silke Flege eröffnete

die Konferenz mit einem Überblick zu den

verschiedenen Anfallsformen beim Dravet-

Syndrom. Im Anschluss gab Prof. Dr. Adam

Strzelczyk spannende Einblicke in Studienergebnisse

zu den Wirkstoffen Bexicaserin und

Soticlestat und präsentierte erste Daten zu

autonomen Störungen bei diesem Syndrom.

Darauf aufbauend stellte Prof. Dr. Alexandra

Klotz die jüngsten Fortschritte in krankheitsmodifizierenden

Gentherapien vor – etwa

Zorevunersen und ETX-101, große Hoffnungsträger

für Betroffene. Prof. Dr. Peter Martin

referierte zu Diagnostik, Therapiemöglichkeiten

und Hilfestellungen bei Verhaltensauffälligkeiten.

Praktische Hilfen und lebhafter

Austausch

Am Nachmittag vermittelte Rechtsanwältin

Anna Mehlmann von der Kanzlei Special

Needs in ihrem Workshop, wie man strukturierte

Widersprüche an Krankenkassen

formuliert. Dabei lag der Schwerpunkt auf

Hilfsmittelversorgung und außerklinischer Intensivpflege

(AKI).

Danach lud der Medizinische Beirat zu einer

Fragerunde ein, in der diverse Themenbereiche

intensiv diskutiert wurden. Das Samstagsprogramm

endete mit der Mitgliederversammlung

des Vereins.

Der Sonntag startete nach dem gemeinsamen

Frühstück mit drei interaktiven Workshops:

Notfall- und Reanimationstraining,

Austausch »Neue Eltern × Alte Hasen« sowie

praxisorientierte Sessions zu digitalem

Anfalls-Monitoring und Checklisten für den

Familienalltag.

Die Stimmung war hervorragend und die

Plattform für den persönlichen Austausch

wurde intensiv genutzt: »Es war wundervoll!

Ganz herzlichen Dank an unseren ehrenamtlichen

Vorstand und das gesamte Team für

all eure Arbeit, ohne die diese Konferenz

nicht so professionell und gewinnbringend

stattfinden könnte! Respekt!« sagte eine Teilnehmerin

am Ende der Veranstaltung.

Gemeinsam stark

Vorstandsvorsitzende Serpil Budak zog ein

begeistertes Fazit: »Die Offenheit und das

Fachwissen aller Beteiligten haben mich

wieder tief beeindruckt. Dieses Zusammenkommen

stärkt uns als Gemeinschaft und

gibt neue Kraft für die Zukunft.« Auch Dr.

Silke Flege betonte: »Der direkte Austausch

mit Betroffenen und Fachkollegen liefert uns

frische Impulse – fachlich wie persönlich. Gemeinsam

setzen wir uns weiter für bessere

Therapien und Unterstützung ein.«

Die nächste Familienkonferenz findet im

Mai 2027 statt – für Mitglieder des Dravet-

Syndrom e. V. kostenfrei!

Alle Bildquellen: © Dravet Syndrom e. V.

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Das Dravet-Syndrom

Das Dravet-Syndrom ist eine schwere, frühkindliche Epilepsieform, die teils gravierende

geistige wie körperliche Einschränkungen mit sich bringt. Sie basiert zu

80 % auf einem Gendefekt am SCN1a-Gen und gehört zu den seltenen Erkrankungen

(1:15.500).

Der Dravet-Syndrom e. V. unterstützt betroffene Familien und setzt sich für Projekte

zur Erforschung und Therapie des Syndroms ein.

www.dravet.de

Dravet-Syndrom e. V.

dravet_syndrom_deutschland



Mein Weg

war im November 2024 in der Schule – wohl

durch eine Überdosierung: Pius hatte versehentlich

zweimal seine Medikamente genommen.

Danach kam es vereinzelt noch zu

kleineren Anfällen.

Hattet ihr schon vor der Erkrankung eurer

Kinder von Epilepsie gehört bzw. Erfahrungen

damit verbunden?

In meiner Familie ist Epilepsie schon immer

ein Thema – in jeder Generation.

Auch ich bekam die Diagnose Epilepsie nach

1-2 Anfällen. Daraufhin war ich fünf Jahre auf

Lamotrigin eingestellt. Seit 18 Jahren habe

ich keine Beschwerden und keine Medikamente

mehr.

Deshalb war bzw. ist mir die Diagnose bekannt.

Den Kindern hätte ich es gerne erspart.

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Bildquelle: www.unsplash.com @Jess Zoerb

mit Epilepsie

In loser Reihenfolge stellen wir immer wieder

Betroffene und Familien vor, die uns

ihren ganz eigenen Weg mit der Erkrankung

schildern und zeigen, wie sie ihr Leben mit

Epilepsie bewältigen.

Hier die Geschichte von Dagmar und André,

die mit ihren Söhnen Pius (13 Jahre, Epilepsie

und Autismus), Paul (13 Jahre, Epilepsie) und Joschi

(17 Jahre, Autismus) im Oberallgäu leben.

Diagnose

Pius hat eine genetisch-bedingte generalisierte

Epilepsie (und atypischen Autismus):

Erster Anfall im Jahr 2018 mit 5,5 Jahren – vermeintlicher

Fieberkrampf, 2020 mit 7,5 Jahren

Grand Mal-Anfall, Verdacht auf Rolando-Epilepsie,

Behandlung mit Sultiam. Es folgten

viele große Anfälle, medikamentös nach einigen

Versuchen auf Lamotrigin gut eingestellt;

seit Februar 2025 »offiziell« anfallsfrei.

Paul bekam im Sommer 2024 die Erstdiagnose

fokale Epilepsie nach langem Leidensweg

mit starken Bauchschmerzen, Blutuntersuchungen,

Magenspiegelung, Ultraschall – alles

ohne Befund. Nach einem pathologischen

EEG erfolgte die medikamentöse Einstellung

auf Oxcarbazepin und die fokalen Anfälle

wurden deutlich weniger. Diagnose Januar

2025: generalisierte Epilepsie mit Absencen

und Einstellung auf Lamotrigin. Anfänglich

vertrug er das Medikament nicht besonders

gut, aber nach einigen Wochen hatte er keine

Beschwerden mehr.

Joschi hatte erst kürzlich wieder ein EEG

ohne Befund und hat glücklicherweise wohl

wirklich keine Epilepsie – trotz des gleichen

Gendefekts bei allen drei Kindern, der seit

Oktober 2024 bekannt ist.

Wie wurdet ihr darauf aufmerksam, dass

etwas bei euren Kindern nicht so ist, wie

es üblicherweise sein sollte? Wer hat die

finale Diagnose gestellt und wie lange hat

das gedauert?

Pius war seit Geburt ein »High Need«-Baby.

Im Alter von 6 Monaten hatte er erste

Affekt-Anfälle, aber in der Kinderklinik wurde

zu diesem Zeitpunkt keine Epilepsie diagnostiziert.

Mit 5 Jahren folgten Entwicklungsschwierigkeiten

(Verdacht auf Autismus),

ein halbes Jahr später kam der erste Grand

Mal-Anfall im Kindergarten. Mit 7,5 Jahren

erlebten wir viele große Anfälle und Absencen.

Wegen des Verdachts auf Temporallappenepilepsie

durch den Kinderneurologen

war erst mal keine Autismus-Diagnostik

möglich. Erst nach erfolgreicher Epilepsie-

Diagnose mit Medikamenteneinstellung

durch die Klinik in Vogtareuth konnte die

Autismus-Diagnose folgen.

Nach drei Jahren Anfallsfreiheit probierten

wir einen Ausschleichversuch, der nicht

funktionierte. Dieser mündete in mehreren

kleinen Anfällen und vielen »komischen Gefühlen«

im Kopf. Es folgte eine erneute Einstellung

auf Lamotrigin, allerdings leider mit

der doppelten Dosis. Sein letzter Grand Mal

Paul ist ein normal entwickelter Junge ohne

gesundheitliche Besonderheiten, lediglich

immer wieder mal Bauchweh. Daraufhin

starteten wir Versuche mit lactosefreier,

glutenfreier Diät. Ende 2023/Anfang 2024

hatte er immer öfter bis sehr häufig starke

Bauchschmerzen, zeitweise mit Kreislaufschwierigkeiten,

Durchfall, Übelkeit. Alle

Arztbesuche und Klinikaufenthalte (Verdacht

auf Blinddarm, Zöliakie) waren ohne

Befund, es wurde uns eine Psychotherapie

empfohlen.

Auf eigenen Wunsch mit der Disposition des

Bruders und der positiven Familienanamnese

in meiner Familie forderte ich beim Kinderarzt

eine Überweisung zum Kinderneurologen

an – mit dem Ergebnis der Diagnose

einer fokalen Epilepsie. Im Januar 2025 kristallisierte

sich ein generalisiertes Anfallsgeschehen

mit Absencen heraus. Seit Frühling

ist er beschwerdefrei.

Wie geht ihr als Familie mit den Anfällen um?

Wir gehen sehr offen mit den Diagnosen um,

informieren das Umfeld gut und haben dies

auch den Freunden unserer Söhne immer

wieder altersgerecht erklärt.

Wie ist das in der Schule? Wann und wie

habt ihr die zuständigen Ansprechpartner

informiert?

Pius ist seit 2020 in einer Schule für körperlich

behinderte Kinder. Davor war er an einer

Förderschule. Diese war sehr überfordert mit

der damals noch nicht eingestellten Epilep-

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sie und stieß eine Umschulung an die Schule

für Körperbehinderte an. Er ist sehr glücklich

und zufrieden dort. Er ist nicht der Einzige mit

der Erkrankung, nicht der Einzige mit Notfallmedikament.

Das gefällt ihm. Ich weiß ihn

gut versorgt.

Pius hat einen Ausweis mit einem Behinderungsgrad

von 60 und Pflegegrad 2. Dadurch

habe ich die Möglichkeit, weiterhin als »kindkrank«

mit Pius zuhause bleiben zu können

– auch über die sonst übliche Grenze des

12. Geburtstags hinaus. Das hilft sehr.

Paul geht an die Realschule. Es ist ihm wichtig,

dort zu bleiben, er war aber sehr belastet

durch das viele Kranksein und das Abholen

lassen. Nach der Diagnose gab es zügig einen

runden Tisch in der Schule mit dem Mobilen

Sonderpädagogischen Dienst (MSD-K).

Mir war wichtig, dass alle Bescheid wissen

und ich meinen Sohn im Notfall gut versorgt

weiß. Er hat einige Nachteilsausgleiche, die er

selten braucht.

Paul hat keinen Ausweis und keinen Pflegegrad.

Wenn er krank ist, melde ich mich, wenn

es nötig ist, selbst krank. Er traut sich aber inzwischen,

auch wieder allein daheim zu bleiben.

Er kann krank von Epilepsie-Bauchweh

gut unterscheiden.

Gibt es Einschränkungen oder können Pius

und Paul immer überall mitmachen?

Während die Kinder noch nicht anfallsfrei

waren, haben wir sie natürlich nicht allein gelassen,

sie überall hinbegleitet bzw. standen

dem Umfeld transparent gegenüber, damit

alle wissen, wie sie mit einem Notfall umgehen

sollen. Es war eine große Einschränkung

für uns, aber nötig. Auch die Sportvereine

klärten wir entsprechend auf. So fühlten sich

alle sicher.

Seit Pius und Paul anfallsfrei sind und sich

gesund fühlen, versuchen wir, so viel Normalität

wie möglich zu leben. Die Jungs haben

mittlerweile jeder ein Notfallarmband mit

einem QR-Code zur Hilfe für Ersthelfer. Ihr

Notfallmedikament haben sie immer bei sich

.

Was ist die größte Einschränkung für euch

als Eltern durch die Epilepsie?

Tatsächlich ist eine große Einschränkung die

größer werdende Selbstständigkeit der beiden,

die zurückgeschraubt wird – erst mal

kein Alleinlassen und nicht alleine rausgehen

lassen können, immer betreuen durch

die Anfallsbereitschaft. Und Sorgen. Auch

jetzt, wo sie wieder selbstständiger werden,

bleiben immer Sorgen und ein wenig Ängste.

Aber wir versuchen uns in Normalität und die

Erkrankung der beiden nicht immer zum Thema

zu machen.

Könnt ihr mit der Erkrankung auch irgendetwas

Positives verbinden?

Es verbindet uns als Familie sehr, wir haben

einen starken Zusammenhalt.

Und wäre mein Sohn Pius nicht an die besondere,

so großartige Schule gekommen,

hätte ich meinen Traumjob nicht gefunden:

Ich darf mittlerweile in dieser Schule als

Krankenschwester arbeiten und für Kinder da

sein, die epileptische Anfälle ertragen müssen,

teilweise mit Notfallmedikation. Aber ich

darf sie auch sehr glücklich und in stabilen

Momenten erleben. j

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Für unsere Kinder wünschen wir uns natürlich

Gesundheit, Stabilität dieser Erkrankung und

dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Es gibt

zum Glück viele Bereiche im Berufsleben, wo

sich ihnen Möglichkeiten bieten.

Gibt es etwas, was ihr anderen Eltern noch

sagen möchtet:

Wir haben eine ganze Weile gehadert mit

der Situation. Warum wir? Warum hat jedes

unserer Kinder eine Diagnose? Wir hätten

uns sehr gewünscht, dass es unseren Söhnen

etwas leichter geht. Aber wir haben unseren

Frieden gefunden und sind wieder sehr dankbar

für unser Leben.

Unsere Kinder haben alles in allem viel

Glück, denn ihre Form der Epilepsie ist gut

einstellbar. Ihnen stehen nicht alle, aber viele

Türen offen. Und ja, unser großer Sohn (keine

Epilepsie, aber Autist) zeigt uns gerade, dass

jeder seinen Weg geht. Und jeder Weg kann

ein wirklich guter und glücklicher sein.

Wir haben gelernt, dass Annehmen wichtig ist.

Ändern können wir unsere Situation nicht, aber

sie annehmen. Die Gabe wünsche ich allen!

Interview zusammengefasst

von Doris Wittig-Moßner

Bildquelle: www.unsplash.com @Carlos Torres

App »Treffpunkt Leichte Sprache«

Im Jahr 2024 feierte das Büro für Leichte

Sprache Bremen sein 20-jähriges Bestehen

und entwickelte aus diesem Anlass

eine App, welche als Treffpunkt für alle

dienen soll, die mit Leichter Sprache zu

tun haben.

Die App bietet die Möglichkeit, mit anderen

zu chatten, Anzeigen für Angebote

zu lesen und zu machen, Infos über

Leichte Sprache zu finden, zu hören, zu

sehen und zu lesen.

»Treffpunkt Leichte Sprache« steht im

App-Store auf jedem Smartphone kostenfrei

zum Download zur Verfügung.

Ich habe

Mich durch mich

Hindurchgeschrieben

Bis zum Kern

Bis zum Rest

Bis am Ende

Und dann

Bleibt übrig nur

Ein Wort und

Das ist

Der An

Fall wie

Ein Unfall

Nur einfallsreicher.

So.

Florian B.

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Verleihung

Bayerischer Verdienstorden

Buch-Empfehlungen

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Am 09. Juli 2025 fand die Verleihung des Bayerischen

Verdienstordens 2025 statt. Gemeinsam

mit 62 weiteren Personen (u. a. aus den

Bereichen Heimatpflege, Soziales und Ehrenamt,

Kultur, Politik, Wissenschaft, Journalismus)

durfte ich diese Auszeichnung vom bayerischen

Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder

bei einer Feierstunde in Empfang nehmen.

Die Kurzlaudatio liest sich wie folgt:

»Doris Wittig-Moßner aus Nürnberg engagiert

sich seit rund 25 Jahren für Menschen

mit Epilepsie und deren Angehörige. Unter

anderem als Vorsitzende des Landesverbands

Epilepsie Bayern sowie als Redaktionsleiterin

der Zeitschrift epiKurier hat sie sich

der Verbesserung der Lebenssituation der

Erkrankten und ihrer Familien verschrieben.

Sie organisiert Fachkonferenzen, entwickelt

Schulungsmaterialien und setzt sich für Aufklärung

und Entstigmatisierung ein. Ihre Fähigkeit,

Menschen zu vernetzen und sie für

eine Sache zu begeistern, machen sie zu

einer geschätzten Ansprechpartnerin. Doris

Wittig-Moßner ist eine herausragende Persönlichkeit,

deren Wirken vielen Betroffenen

neue Perspektiven eröffnet.«

Ein großes Dankeschön an alle, die hier mitgewirkt

und den Vorschlag zur Ehrung unterstützt

haben. Diese Verleihung ist jedoch

auch Ansporn, dass sich der Landesverband

Epilepsie Bayern e. V. weiterhin mit aller Kraft

für die Belange von Menschen mit Epilepsie

und deren Familien einsetzt. Deshalb gehört

der Orden nicht nur mir persönlich, sondern

allen in unserem Vorstand und Beirat bzw.

allen Verantwortlichen, die sich in unseren

Selbsthilfegruppen bzw. in der Selbsthilfe für

Betroffene einsetzen.

Herzliche und dankbare Grüße

Eure Doris Wittig-Moßner

Die heilende Kraft

des Vagus: Wie uns

der Wundernerv

Entspannung und

Gesundheit schenkt

Maximilian Moser

ecoWing (Januar 2025)

208 Seiten

ISBN: 978-3711003331

24,00 €

Der Vagusnerv – oder kurz Vagus – ist eine

andere Bezeichnung für den Parasympathikus

oder auch »Erholungsnerv«. Gemeinsam

mit dem Sympathikus oder »Leistungsnerv«

bildet er das vegetative oder auch »autonome«

Nervensystem. Losgelöst von unserem

Bewusstsein steuert es unsere Organe. Die

lebenswichtigen Funktionen sollen so im

Gleichgewicht bleiben, ohne dass wir sie bewusst

lenken müssen.

Der Medizinforscher Prof. Moser hat sich in seiner

langjährigen Arbeit mit der Funktion und

Wirkung des Vagus auf unsere Gesundheit

beschäftigt. Insbesondere damit, wie man ihn

positiv beeinflussen kann, um körperliche und

psychische Belastungen auszugleichen.

Was dient unserem Körper mehr der Erholung

als unser Schlaf? Auch hier haben der Sympathikus

und der Vagus ihre Aufgaben. Der Vagus

steuert den Tiefschlaf und die Erholung,

der Sympathikus die Verarbeitung des Erlebten

in der REM-Phase des Schlafes.

Diesen Ansatz hat Moser in der Praxis nicht

nur in der Weltraumforschung bei der Analyse

der Schlafdaten der MIR-Besatzung vertiefend

erforscht, sondern auch in der Arbeitswelt untersucht.

In Versuchsreihen mit Bauarbeitern

wurde ermittelt, inwieweit über die positive

Stimulierung des Vagus der Schlaf verbessert

und somit die Erholung der Probanden erhöht

werden konnte. Dies führte konkret zu einer

Verringerung von Arbeitsunfällen.

Aber nicht nur der Schlaf, auch der Einklang

von Herz- und Atemrhythmus sowie das Immunsystem,

welches vom autonomen Nervensystem

gesteuert wird, können über die

Vagusstimulation gestärkt werden.

In einem zweiten Teil des Buches führt der Autor

verschiedene Übungen auf, die den Vagus

stärken, sprich ihn aktivieren. Hierbei betrachtet

er insbesondere das bewusste Atmen im

Kontext verschiedener Kulturen und stellt verschiedene

Atemübungen vor. Weiterhin gibt er

Tipps zur Ernährung und zur Vermeidung äußerer

negativer Einflüsse.

Alles in allem ein Plädoyer für mehr Gesundheitsförderung

und Prävention, die wir selbst

in die Hand nehmen können.

Das Glimmerlicht

und die unsichtbaren

Welten – Lucy

entdeckt unsichtbare

Krankheiten

Svenja Krüger

MBS Verlag (März 2025), 70 Seiten

ISBN: 978-9403791111

28,99 € | Taschenbuch 19,90 €

Thomas Odewald

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Bildquelle: © Bayerische Staatskanzlei

Lucy wundert sich: Ihre Freundin sieht gar nicht

krank aus und fehlt trotzdem in der Schule. In

einer magischen Nacht nimmt das Glimmerlicht

sie mit auf eine Reise in unsichtbare Welten.

Dort trifft sie auf Tiere und Krankheiten, die

man nicht immer auf den ersten Blick erkennt,

aber trotzdem vorhanden sind.

Ein einfühlsames Kinderbuch für Kinder ab 5

Jahren über »versteckte« Krankheiten wie Depressionen,

Diabetes, Asthma, Allergien, Epilepsie

& Co. Auf einer magischen Reise lernt Lucy

viel über Verständnis und Rücksichtnahme. Nur

weil man es nicht sieht, ist es trotzdem da.

Mit liebevollen handgemalten Illustrationen

und kindgerechten Erklärungen hilft dieses

Vorlesebuch betroffenen Kindern, ihre eigene

Welt besser zu verstehen, und sensibilisiert

gleichzeitig gesunde Kinder für mehr Rücksicht

und Mitgefühl.

Doris Wittig-Moßner



Interessante

Urteile

Auf der Suche nach mehr Lebensqualität

bei medikamentenresistenter Epilepsie?

Manche Formen der Epilepsie lassen sich mit Medikamenten nicht

kontrollieren. In diesem Fall sollte man alternative oder ergänzende

Behandlungen in Betracht ziehen.

VNS Therapy ist eine mögliche Zusatztherapie für Menschen mit

medikamentenresistenter Epilepsie. Studien* zeigten, dass sie u.a. dabei hilft

Anfälle zu verringern, zu verkürzen und die Lebensqualität zu verbessern.

Mehr als 135.000 Patienten, darunter über 40.000 Kinder,

wurden weltweit bereits mit der VNS Therapy behandelt.

30

epiKurier 3/25

Kommentar zu dem in unserer epiKurier-Ausgabe

2/2025 abgedruckten Urteil wegen

einer erfolgreichen Eigenbedarfskündigung

bei Schwerbehinderung. Im genannten Fall

genügte es nicht, dass lediglich ein Behindertenausweis,

ein Pflegegutachten und ein

allgemeinärztliches Attest vorgelegt wurden.

Vielmehr hätte dargelegt werden müssen,

welche Erkrankungen oder Einschränkungen

konkret vorliegen und wie diese einem Umzug

entgegenstehen. Somit entschied das

Amtsgericht Flensburg mit seinem Urteil vom

04.12.2024, dass die Kündigung wegen Eigenbedarfs

möglich ist.

Rupprecht Thorbecke, Medizinsoziologe und

ausgewiesener Experte in Rechtsfragen bei

Epilepsie, hat uns folgende Ergänzung zukommen

lassen:

Im epiKurier 2/25 haben Sie ein Gerichtsurteil

abgedruckt, mit dem die Klage der Eltern

von zwei behinderten Kindern gegen die

Kündigung wegen Eigenbedarf des Hausbesitzers

abgewiesen wurde, da die Klage nicht

ausreichend begründet sei.

Dazu möchte ich ergänzen, dass es Fälle gibt,

bei denen die Behinderung eines Kindes von

den Gerichten als Grund angesehen wird, die

Kündigung zu verbieten:

Unzumutbarkeit Umzug wegen Gefahr

schwerer Gesundheitsschäden

(LG Frankfurt, 11. Zivilkammer, 13.9.2018)

Mieter sind die Eltern eines schwerbehinderten

Sohns mit fokalen epileptischen Anfällen.

Ablehnung der Eigenbedarfskündigung

durch das Landgericht Frankfurt.

Begründung durch das Gericht

Eine potentielle Lebensbedrohung des

Schwerstbehinderten im Falle eines Umgebungswechsels

überwiegt als möglicher

Schaden. Er ist zu unwiederbringlich, als dass

dem Gefährdeten das Risiko aufgebürdet

werden könnte, dass eine verlässliche und

exakte Prognose aufgrund der Komplexität

der Fragestellung nicht möglich ist.

Die Interessen des Mieters an der Erhaltung

seiner Gesundheit haben im Allgemeinen

Vorrang vor allgemeinen Finanzinteressen

des Vermieters.

Rupprecht Thorbecke

Das oben genannte Urteil des Landgerichts

Frankfurt (LG) mit Begründung

ist beim entsprechenden Artikel der

Online-Ausgabe auf www.epikurier.de

hinterlegt.

Mehr erfahren oder Eignung testen unter: www.vnstherapy.de

* Elliot RE et al, Epilepsy & Behavior 2011; 20: 57-63

Das VNSTherapie-System ist als Zusatztherapie für die Reduzierung der Anfallshäufigkeit bei Patienten indiziert, deren epileptische Erkrankung von

partiellen Anfällen (mit oder ohne sekundäre Generalisierung) oder von generalisierten Anfällen geprägt ist, die refraktär auf Anfallsmedikamente

sind. Die häufigsten Nebenwirkungen von VNSTherapy TM sind Heiserkeit, Kurzatmigkeit, Halsschmerzen und Husten. Diese Nebenwirkungen treten

im Allgemeinen nur während der Stimulation auf und lassen üblicherweise im Laufe der Zeit nach. Die häufigste Nebenwirkung des chirurgischen

Eingriffs ist eine Infektion.

Wichtige Sicherheitsinformationen finden Sie unter www.vnstherapy.de/safety-information

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Redaktionsschluss Ausgabe 4/2025: 17. Oktober 2025

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