05.09.2025 Aufrufe

IAA Spot 2025 - Das offizielle IAA-Magazin: alle Premieren & Trends, kostenlos & sofort lesen

Im offiziellen Messemagazin „IAA Spot“ erhaltet ihr auf 100 Seiten eine exklusive Übersicht der spannendsten Premieren und Trends: von erschwinglichen Elektrofahrzeugen über die neuen Autos der traditionell innovationsstarken deutschen Hersteller bis hin zu den zahlreichen chinesischen Marken, die 2025 so stark vertreten sind wie nie zuvor. Das kostenfreie E-Paper steht ab sofort zur Verfügung, ab dem 11. September gibt es den „IAA Spot“ auch als hochwertige Print-Ausgabe im Zeitschriftenhandel. Ein unverzichtbarer Begleiter für Messebesucher und alle, die sich über automobile Trends informieren möchten.

Im offiziellen Messemagazin „IAA Spot“ erhaltet ihr auf 100 Seiten eine exklusive Übersicht der spannendsten Premieren und Trends: von erschwinglichen Elektrofahrzeugen über die neuen Autos der traditionell innovationsstarken deutschen Hersteller bis hin zu den zahlreichen chinesischen Marken, die 2025 so stark vertreten sind wie nie zuvor. Das kostenfreie E-Paper steht ab sofort zur Verfügung, ab dem 11. September gibt es den „IAA Spot“ auch als hochwertige Print-Ausgabe im Zeitschriftenhandel. Ein unverzichtbarer Begleiter für Messebesucher und alle, die sich über automobile Trends informieren möchten.

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Die

Highlights

der IAA 2025

DAS OFFIZIELLE

MAGAZIN

Deutschland Euro 5,50

Messe

Alle Infos,

alle Neuheiten

E-Auto

Neu oder gebraucht –

kaufen oder leasen?

Mobilität

Stadt im Wandel


DER NEUE OPEL

MOKKA

GEBOREN AUF DER RENNSTRECKE

LIVE ERLEBEN – AB 9.9.

AUF DER IAA MOBILITY 2025

MEHR

ERFAHREN

Für dieses Fahrzeug liegen vom Hersteller noch keine verbindlichen Verbrauchs- und Emissionswerte vor. Das Fahrzeug

ist noch nicht zum Kauf erhältlich.


Editorial 2025

3

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leserinnen und Leser des IAA Spots,

die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen. Das ist keine neue Erkenntnis, aber deshalb doch nicht

weniger richtig. Bezogen auf (unsere) Mobilität wird dies besonders deutlich: Elektrofahrzeuge zum

Beispiel – vor wenigen Jahren noch überwiegend verpönt – gewinnen jetzt zunehmend Fans und

Marktanteile, nicht zuletzt, weil das Angebot der Hersteller mehr und mehr stimmt.

Nicht alles, leider sogar nur sehr wenig, ändert sich zum Guten. Aber manchmal eben doch: Noch

vor wenigen Jahren wurde speziell für Automobilmessen schon ausgiebig das Abschiedsglöckchen

geläutet. Es waren einmal mehr die Marketingstrategen, die uns auf geduldigem Power-Point-

Papier weismachen wollten, dass diese Art Veranstaltung „out“ sei und man das Geld lieber in andere

Projekte stecken sollte.

Doch wie so oft schlägt die bunte Wirklichkeit der grauen Theorie ein Schnippchen. Menschen sind

soziale Wesen, sie schätzen Messen daher als Treffpunkt unter Gleichgesinnten, aber auch als Möglichkeit,

Informationen einzuholen und Produkte zu vergleichen, eben die Aussteller aneinander zu

„messen“.

Gerade unter diesem Aspekt verliefen schon die letzten beiden IAAs in München äußerst positiv, und

wenn wir uns heute – einige Tage vor der Eröffnung der IAA Mobility 2025 – nicht gänzlich täuschen

und das Wetter erneut mitspielt, wird auch diese Messe ein Erfolg; sowohl was die Anzahl als auch

was die Qualität der Aussteller und natürlich vor allem, was die Parade der Neuheiten angeht. Gerade

für die Automobilhersteller wird am Ende vielleicht gelten: Wer nicht dabei war, ist selbst schuld.

Mit dem Ihnen hier vorliegenden IAA Spot, der sowohl als digitale wie auch als Print-Ausgabe erscheint,

wollen wir Ihnen nicht nur allgemeine Informationen zum Ablauf der Messe und zu den

zum Zeitpunkt des Heftschlusses bekannten Premieren geben, sondern bereits auch ein wenig

von der in München zu erwartenden Aufbruchstimmung vermitteln.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Bleiben Sie mobil!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Team von Spotpress


4

2025

Inhalt

8

52

18

10

Vorwort 3

Open Space – Lageplan 6

33

IAA MOBILTY

IAA Mobility 2025 – Überblick 8

IAA Experience – Für die Großen 10

IAA Summit – Gipfel der Gestalter 13

IAA Experience – Für die Kleinen 14

Interview mit VDA-Präsidentin Hildegard Müller 16

Die Premieren der Messe 18

16

NEU AUF DEM MARKT

Neuheiten auf dem Automobilmarkt 24

Mercedes-Benz GLC 26

Audi Concept C 28

Audi Q3 Sportback 30

Volvo ES90 32

BYD Dolphin Surf 33

Kia EV4 und PV5 34

Genesis GV60, Electrified GV70 und Electrified G80 36

Xpeng G6 und G9 39

Opel Mokka GSE 40

Erschwingliche SUV – Tipps für Sparfüchse 42

MOBIL

Umkämpfter Umbau: Mobilität im Wandel 48

Metropolen gegen den Kollaps 52

Radfahren in Amsterdam: Himmel und Hölle 55

E-Autos: Mythen und Missverständnisse 58

Over-the-Air-Updates: Ende der Piep-Show 60


5

55

90

SERVICE

Service: Komplexe neue Welt 64

Verkehrsrecht: Freiheiten und Grenzen 66

E-Autos: Neu oder gebraucht – kaufen oder leasen? 68

Wallbox-Wissen: Laden zuhause – aber wie? 71

Garage wird Tankstelle: Energie vom eigenen Dach 72

Tschüss Mechanik: Drive-by-Wire 74

Miese Maschen: Abzocktricks in der Autowelt 76

Autoversicherung: Sicher fahren und sparen 78

Trend: Gaming im Auto 80

Scheibenreiniger im Test: Transparenz statt Schmiere 82

Clever Radeln: Ideen aus der Fahrradwelt 83

Neue Gadgets für den Fahrradherbst 84

Kickscooter: Auf dem Trittbrett Richtung Zukunft 86

IMPRESSUM

72

Herausgeber & Chefredaktion

(V.i.S.d.P.)

Peter Eck

Alexander Sellei

Günter Weigel

Autoren

Michael Hoffmann

Holger Holzer

Mario Hommen

Wolfram Nickel

Hanne Schweitzer

Anzeigenleitung

Günter Weigel

Verlag

SPS Spot Press Services GmbH

Bahnhofstraße 25

56459 Willmenrod

iaa@spotpress.de

Grafik & Layout

Feines & Buntes Design, Köln

Gabriele & Ralf Gottschalk

Lektorat

Jasmin Pouwels

Alle Angaben ohne Gewähr.

Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, Übersetzung,

Speicherung, Vervielfältigung

und Verwendung in elektronischen

Medien sind ohne

vorherige schriftliche Genehmigung

des Verlages verboten

und strafbar.

Die Berichterstattung wurde

durch Hersteller unterstützt.

ZUKUNFT

Mobilität der Zukunft: Smarter stromern 88

Computer auf Rädern: Das Software Defined Vehicle 90

Gesalzen günstig: Natrium-Ionen-Akkus 92

Wie laden wir morgen: Das Auto als Powerbank 94

KI im Auto: Ein cleverer Mitfahrer 96

RÜCKBLICK

Blick zurück: Die IAA-Stars der letzten 60 Jahre 98

Bildnachweise

Pressefotos der Autohersteller und der Messe München

S. 12 o.: Astrid Eckert_TUM; S. 48: iStock_timnewmann; S. 49 u.li.

und 52: Initiative Volksentscheid Berlin autofrei / CC by-sa 4.0 Tom

Meiser, Bastian Beck; S. 50 Icons: iStock_Coquet Adrien; S. 53 o.:

ajuntament de barcelona_Mariona Gil, _Òscar Giralt, u.: iStock_ u.li:

Olivier Djiann, u.re.: JeromeLabouryrie, u.: olrat; S.54: iStock_ li.:

pinglabel, re.: oscity; S. 55: iStock_Jun Zhang; S. 56 o.: iStock_Leo

Patrizi; S. 57 u.: iStock_Alina Rosanova; S. 58: shutterstock_KI generiert;

S. 64, 65 und 71: Solar Promotion GmbH; S.66-67: R. Gottschalk;

S. 76: iStock_mustafahacalaki; S. 77: iStock_ o.: deepblue4you, Mi.:

Ilari Nackel; S. 78, 79: Huk-Coburg; S. 80, 81: istock_Heorhii Aryshtevych;

S. 87 Mitte: iStock_Ceri Breeze; S. 92, 93: iStock_Anastasiia_New;

S. 96: iStock_apirak thiptaluck; S.99 o.: autodrom

Automarken im Heft

Audi: 10, 14, 18, 28, 30, 60, 81, 100 – BMW: 15, 18, 62 – BYD: 8, 10, 23,

33, 46 – Chery: 10, 23 – Citroën: 42 – Cupra: 21 – Dacia: 43, 45 – DS:

24 – Fiat: 45 – Ford: 11, 44, 99 – Genesis: 11, 20, 36-38 – Honda: 24, 99 –

Hyundai: 11, 21, 24, 45 – Jaecoo: 23 – KGM: 42 – Kia: 11, 15, 21, 24, 34,

35, 47, 100 – Leapmotor: 10, 23, 47, 61-63 – Lexus: 75 – Lucid: 11, 20 –

Mazda: 24, 25, 44, 99 – Mercedes-Benz: 11, 13, 15, 18, 26, 27, 62, 77, 81,

99, 100 – MG Motor: 43, 98, 100 – Mini: 10 – Mitsubishi: 25 – Nio: 63,

74 – Nissan: 25, 44, 100 – Omoda: 23 – Opel: 22, 40, 41, 43, 98, 99 –

Peugeot: 25, 47, 75, 100 – Polestar: 10, 19 – Porsche: 11, 15, 19, 100 – Renault:

23, 99 – Škoda: 22, 46 – Smart: 11, 14, 22 – Subaru: 25 – Suzuki:

25, 44, 46 – Togg: 10, 46 – Toyota: 25, 43, 100 – VW: 8, 11, 13, 14, 21, 23,

63, 100 – Volvo: 19, 32, 47, 91, 100 – Xpeng : 10, 20, 39


6

2025

IAA Mobility

MOBILITÄT VON MORGEN –

ZUM ANFASSEN UND MITMACHEN

Die IAA bringt die Mobilität von heute und morgen mitten in die Stadt. Vom Marienplatz über den

Königsplatz bis zum Siegestor können Interessierte ein umfangreiches Angebot kostenfrei in Anspruch

nehmen. Der sogenannte Open Space setzt auf Erlebnis und Dialog und bietet ein Programm mit

Ausstellungen, Probefahrten und Mitmachaktionen rund um nachhaltige Mobilität. Das Gelände

verbindet offene Präsentationsflächen, Testmöglichkeiten und ein Veranstaltungsprogramm für

unterschiedliche Altersgruppen und Interessen.

FESTIVAL OF LIGHTS

Licht, Kunst, Musik und magische Momente

am Marienplatz, Odeonsplatz

und in der Ludwigstraße: vom 9.-13.

September 2025 von 20:00-23:00 Uhr.

Mehr Infos:

ÖFFNUNGSZEITEN:

Dienstag, 9.9., bis Samstag, 13.9.,

von 11:00 bis 21:00 Uhr

Sonntag, 14.9., von 10:00 bis 17:00 Uhr

EINTRITT: frei

CITIZENS LAB

AM MARIENPLATZ

Gemeinsam über die Mobilität von

morgen sprechen sowie nach neuen

Ideen und Lösungen suchen.

Mehr Infos:

IAA MOBILITY APP:

Weitere Informationen zum Programm

und das Angebot des IAA Open Space

u.a. mit Details zu den teilnehmenden

Ausstellern, Testmöglichkeiten oder

Buchungsmodalitäten.


7

OPEN AIR FESTIVAL

Auf der großen Siegestorbühne gibt

es Live-Entertainment mit Konzerten,

Mitmachaktionen, Workshops und

Panels mit führenden Köpfen aus der

Mobilitätsbranche.

Mehr Infos:

Siegestor

FAMILY TRAIL

Eine interaktive Schnitzeljagd für die

ganze Familie. Mit vielen Mitmachaktionen,

spannenden Stationen und

Spaß rund um die Mobilität von morgen.

An vielen Stationen können bis zu

vier Stempel gesammelt und gegen

eine exklusive Medaille eingetauscht

werden.

IAA EXPERIENCE –

TEST DRIVES

Für Besucher in der Münchner Innenstadt

mit verschiedenen Pkw-Herstellern

an folgenden Abfahrtspunkten:

• Königsplatz: BYD, Chery, Togg

• Ludwigstraße: Can-Am, Leapmotor,

Polestar, Xpeng

• Max-Joseph-Platz: Mini

• Odeonsplatz: Ford, Genesis, Hyundai,

Kia, Smart, Volkswagen

• Wittelsbacherplatz: Audi, Porsche

• Residenzhöfe: Lucid, Mercedes-Benz

Ludwigstraße

Mehr Infos:

Odeonsplatz

IAA EXPERIENCE –

CYCLING TEST TRACK

& MICROMOBILITY

PARCOURS

Die neuesten Bikes der Branche ausleihen

und auf einem 4 Kilometer langen

Rundkurs im Englischen Garten

testen. Zudem die jüngsten Innovationen

auf den abwechslungsreichen

Parcours-Elementen auf Herz und

Nieren prüfen, darunter ein Schotterelement,

ein Speedbumper-Element

und ein Modul mit Steigung und Gefälle.

Visualisierungen der Strecken in

der offiziellen IAA Mobility App.

Mehr Infos:

Marienplatz


8

2025

IAA Mobility

IAA Mobility 2025

FOKUS AUTO

Deutschlands größte Automesse ist auch 2025 wieder Erlebnisshow und Expertengipfel rund um die

Mobilität der Zukunft: Während die Münchner Innenstadt in einen „Open Space“ zum Mitmachen

und Anfassen verwandelt wird, treffen sich auf dem Messegelände Fachleute und Visionäre,

um Zukunftsfragen zu diskutieren und zu gestalten. Klar ist: Das Auto wird dabei weiterhin eine

entscheidende Rolle spielen.

Vom Premierenfestival zur vielseitigen

Plattform für die Mobilität von morgen:

Die IAA hat in den vergangenen Jahren

eine bemerkenswerte Entwicklung genommen.

Die diesjährige Auflage der

IAA Mobility bestätigt die erfolgreiche

Neuausrichtung: Mehr internationale

Aussteller, größere Flächen und neue

Programmhighlights unterstreichen die

hohe Anziehungskraft der Messe, die die

Mobilität der Zukunft eine Woche lang im

Herzen Münchens erlebbar macht.

Schon der Neustart der IAA im Jahr 2021

durfte als Erfolg gelten. Mit dem Umzug

vom traditionellen Austragungsort in

Frankfurt am Main nach München erfand

sich die Messe als Festival der Mobilität

neu und lockte mitten in der Corona-Zeit

mehr als 400.000 Menschen in die baye-

rische Landeshauptstadt. 2023 kamen sogar

noch mehr Besucher – insgesamt über

eine halbe Million – und demonstrierten

damit eindrucksvoll das große Interesse

der Menschen an den unterschiedlichsten

Formen moderner Mobilität.

Spannender Premierenreigen

Dass dabei das Auto – digitaler und nachhaltiger

denn je – weiterhin eine zentrale

Rolle einnimmt, untermauert auch die

diesjährige Ausgabe der IAA Mobility: mit

vielen spannenden Premieren, die den

Charakter der Messe als Leistungsshow

der Innovationen unterstreichen. Die

deutschen Premiummarken zeigen beispielsweise,

dass sie im Bereich der Elektromobilität

nicht nur Rückstand aufgeholt

haben, sondern inzwischen bereit dazu

sind, die Führungsrolle zu übernehmen.

Gleichzeitig wird E-Mobilität endlich bezahlbar

und für noch größere Kundenkreise

zugänglich: etwa mit Kleinwagen

wie dem VW ID.2 und der dazugehörigen

Modellfamilie weiterer Konzernmarken

oder der Produktoffensive von Kia in besonders

beliebten Marktsegmenten.

Auch die deutlich ausgeweitete Präsenz

chinesischer Automarken wie BYD, Xpeng


9

oder Leapmotor spricht für die anhaltende

Anziehungskraft der Messe. Insgesamt

liegt der Anteil internationaler Hersteller

bei über 50 Prozent, ein Viertel der Aussteller

ist erstmals dabei.

Mobilität selbst erleben

Erlebbar werden die vielfältigen Formen

der modernen Mobilität im Open Space

in der Münchner City. Anfassen, reinsetzen

– und gleich losfahren: Das gibt es

nur bei der IAA Mobility. Die Kapazitäten

für Probefahrten – seit jeher ein Highlight

der Messe – wurden für die diesjährige

Ausgabe aufgrund der hohen Nachfrage

noch einmal um rund ein Viertel erweitert,

über 220 Fahrzeuge von mehr

als 20 Ausstellern stehen zur Verfügung.

Von diversen Anfahrtspunkten aus können

die Besucher mit den Fahrzeugen der

teilnehmenden Hersteller direkt zu den

Testfahrten aufbrechen. Auf der Autobahn

A94 lässt sich in Fahrzeugen von Mercedes

und Volkswagen zudem das automatisierte

Fahren gemäß Level 3 und 4 erleben.

Aber auch Fahrräder – mit und

ohne elektrische Unterstützung – können

ausgiebig ausprobiert werden: Im

Englischen Garten lädt ein rund 4 Kilometer

langer Rundkurs zu Probefahrten

in natürlicher Umgebung ein. Aussteller

wie Bikeleasing, Bosch, Can-Am, Riese &

Müller und Schwalbe sind hier vertreten.

Zusätzlich gibt es einen Parcours im Open

Space, der reale Straßenverkehrssituationen

simuliert.

Das Citizens Lab – ebenfalls im Open

Space beherbergt – bringt Besucher mit

Fachleuten zum spannenden Ideenaustausch

zusammen, auf dem Family Trail

kommen Kinder und Familien auf spielerische

Art mit den Highlights der Messe in

Kontakt. Dazu gibt es Streetfood, Konzerte,

Diskussionen und entspannende After-

Work-Unterhaltung unter freiem Himmel.

Neu ist das „Festival of Lights“, das

abends Teile der Innenstadt illuminiert.

Gipfel der Visionäre und Gestalter

Die Messehallen im Osten der Stadt verwandeln

sich unterdessen in einen globalen

Expertengipfel. Fachleute aus den

verschiedensten Bereichen der Mobilität

treffen sich beim IAA Summit zum Austausch

von Innovationen und Erfahrungen.

Die begleitende IAA Conference

versammelt auf fünf Bühnen über 500

internationale Rednerinnen und Redner.

Thematische Routen führen Besucher zu

Schwerpunkten wie Software-definierte

Fahrzeuge, autonomes Fahren und Batterietechnologie.

Dazu gibt es mehrere

Start-up-Areas, in denen junge Unternehmen

ihre Innovationen präsentieren.


10

2025

IAA Mobility

FÜR DIE GROSSEN

Festivalgelände, Produkt-Showroom und Teststrecke in einem: Mit seinem üppigen

Angebot lädt der Open Space zum Staunen und Mitmachen ein. Und das Beste:

Alles ist kostenlos und ohne Ticket zugänglich.

Wie wollen wir uns heute und in Zukunft

fortbewegen – mit dem Auto, dem Rad,

dem öffentlichen Nahverkehr oder ganz

anders? Der IAA Open Space bringt aktuelle

und zukünftige Entwicklungen der

Mobilität direkt in die Innenstadt von München

– erlebbar, interaktiv und kostenlos.

Auto- und Fahrradhersteller zeigen, was

heute schon möglich ist; im Ideenaustausch

mit Experten und in spannenden

Mitmachaktionen finden die Besucher heraus,

wie die Mobilität von morgen aussehen

kann. Dazu gibt es Streetfood, Konzerte,

Aktionen für Kinder – und natürlich

jede Menge Möglichkeiten, neue Zweiräder

und weitere Mobilitätsangebote selbst

auszuprobieren.

EINSTEIGEN UND LOSFAHREN – die

Probefahrten mit aktuellen Pkw-Modellen

gehören auch in diesem Jahr zu den

Highlights der IAA Mobility. Interessierte

können in der IAA-App oder an den Ständen

der Anbieter einen Termin vereinbaren

und die Fahrzeuge dann im realen Verkehr

auf den Straßen in und um München ausprobieren.

Früh dran sein lohnt sich: Die

Testtermine sind erfahrungsgemäß schnell

ausgebucht. Und den Führerschein nicht

vergessen.

WER IST WO? Von Audi bis Xpeng: Mit 231

Testfahrzeugen und 22 Marken im Open

Space verzeichnet die IAA 2025 eine Rekordbeteiligung

bei den Probefahrten.

Wer noch nie elektrisch gefahren ist: Eine

bessere Gelegenheit, sich mit aktuellen E-

Modellen verschiedener Marken vertraut

zu machen, gibt es nicht. Darüber hinaus

stehen auch zahlreiche Plug-in- und Vollhybride

zur Wahl.

Die Startpunkte befinden sich am Königsplatz

(BYD, Chery, Togg), in der Ludwigstraße

(Can-Am, Leapmotor, Polestar, Xpeng),

am Max-Joseph-Platz (Mini), am Odeons-


platz (Ford, Genesis, Hyundai, Kia, Smart,

Volkswagen), am Wittelsbacherplatz (Audi,

Porsche) und an den Residenzhöfen (Lucid,

Mercedes-Benz). Eine Übersicht der

Standorte sowie der zur Verfügung stehenden

Modelle gibt es in der IAA-App.

Auch Zweiradfans kommen auf ihre Kosten.

An verschiedenen Standorten im Open

Space können sich Besucher die neuesten

Bikes der Branche kostenlos ausleihen und

auf einer malerischen, 4 Kilometer langen

Strecke durch den Englischen Garten

testen. Wahlweise gibt es auch einen abwechslungsreichen

neuen Fahrrad-Parcours

im Open Space mit Schotterstrecke,

Speedbumper-Element und einem Modul

mit Steigung und Gefälle.

11


12

2025

IAA Mobility

IAA MOBILITY APP

Die App zur IAA Mobility holt alle relevanten

Informationen rund um Aussteller,

Produkte, Events und Erlebnisse direkt

auf das Smartphone der Besucher. Mit der

Kartenfunktion können Nutzer eigenständig

über das Veranstaltungsgelände navigieren

– beispielsweise zu aktuell stattfindenden

Veranstaltungen oder zu den

Abfahrpunkten für die Probefahrten. Auch

alle Fahrzeuge und Fortbewegungsmittel,

die für Testfahrten zur Verfügung stehen,

sind abrufbar.

FIT FÜR DEN STRASSENVERKEHR?

Die TU München und die Dekra schicken

ein selbstfahrendes Auto in die praktische

Führerscheinprüfung – und testen, ob die

neuen Systeme wirklich sicher sind.

Die Fahrprüfung für moderne Assistenzsysteme

auf einer standardisierten Strecke

auf dem Marienplatz dient dabei auch als

Annäherung an die Frage, wie sich automatisiertes

Fahren künftig zertifizieren

lassen könnte.

Mitreden und mitgestalten – dazu lädt

das IAA Citizens Lab auf dem Marienplatz

ein, bei dem die Besucher mit Zukunftsgestaltern,

Wissenschaftlern und Politikern

ins Gespräch kommen können. Ob Mikromobilität,

öffentlicher Nahverkehr oder

die Frage, wie man Rollstuhlfahrern oder

Sehbehinderten eine bessere Teilnahme

am Verkehr ermöglicht: Ausstellungen,

Aktionen und Workshops laden zum Mitmachen,

Diskutieren und gegenseitigen

Inspirieren ein, um die Herausforderungen

von heute zu lösen und die Mobilität von

morgen gemeinsam zu gestalten. Auch

Kinder können ihre Ideen in das Citizens

Lab einbringen und beim Malen, Bauen

und Planen ihrer eigenen „Stadt der Zukunft“

ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Gemütlich entspannen: Abends verwandelt

sich das Citizens Lab in einen spätsommerlichen

Treffpunkt unter freiem

Himmel mit After-Work-Programm, Entertainment

und anregenden Gesprächen.

Entspannt ausklingen lassen sich die IAA-

Tage auch am Geschwister-Scholl-Platz:

Auf der Bühne neben dem Siegestor finden

allabendlich Open-Air-Konzerte statt,

unter anderem mit den Schmerzis, Kaled,

Mynd Palace, Spilled Milk und Melli Zech.

Auch die Konzertabende auf der IAA-Bühne

sind kostenlos.

Neu sind in diesem Jahr die digitalen

Open Space Touren: Die App leitet die

Besucher auf Wunsch durch den Open

Space. Nutzer können Punkte sammeln

und automatisch am Open Space Tours

Gewinnspiel teilnehmen. Fachbesuchern

hilft die App beim Kontakte knüpfen:

Mit der Matchmaking-Funktion können

Kontaktanfragen an andere Fachbesucher

gesendet werden, um mit anderen

Mobilitätsexperten in den Austausch zu

treten. Zudem werden Vorträge der IAA

Conference per Livestream in der App

übertragen.

Die IAA Mobility App ist für Android und

iOS verfügbar und kann im Google Play

Store und im App Store kostenlos heruntergeladen

werden.


13

GIPFEL

DER GESTALTER

Während sich Autofans und Freunde der modernen Mobilität im Open Space in der

Münchner Innenstadt tummeln, treffen sich Vordenker, Entscheider und Gestalter auf

dem Messegelände in Riem zum Expertengipfel.

Der IAA Summit und die daran angeschlossene IAA Conference

bilden das B2B-Herzstück der IAA Mobility: Führungskräfte und

Entscheider der weltweit führenden Unternehmen, Vordenker und

Vertreter aus Politik und Forschung, aber auch Innovatoren und

Start-ups kommen hier zusammen, um sich über die Zukunft der

Mobilität auszutauschen. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf den

Themen Software-definierte Fahrzeuge, Konnektivität, autonomes

Fahren, Dekarbonisierung, Batterietechnologie und Smart City.

Beim „B2B Speeddating“ können die Teilnehmer gleich unkompliziert

Ideen austauschen und Partnerschaften anbahnen – etwa

mit aufstrebenden Unternehmen, die sich in den Start-up-Areas

vorstellen. Die allerneuesten Ideen und Lösungen werden direkt

vor der Messe entwickelt – und im Rahmen des IAA.prototype.club

während der IAA-Laufzeit von den Gewinnerteams präsentiert.

NICHT NUR REDEN – MACHEN!

Wie im Open Space hat aber auch der IAA Summit seine Mitmachbereiche.

So laden die IAA Experience Test Drives dazu ein, die neuesten

Mobilitätslösungen zu erleben: emissionsfreie Autos, E-Bikes und

Minibusse, oder auch den neuesten Stand von Ladeinfrastruktur oder

Assistenzsystemen.

Fachbesucher können etwa als Beifahrer automatisierte Fahrfunktionen

in 25 Demo-Fahrzeugen direkt im Stadtverkehr erleben. Auf der A94

wird zudem ein spezieller Bereich für das automatisierte Fahren nach

Level 3 und 4 eingerichtet. Mercedes und VW stellen dafür Fahrzeuge

zur Verfügung. Die Abfahrtspunkte für die Testfahrten der Fachbesucher

befinden sich zwischen dem ICM und dem Parkhaus West.

Zur begleitenden IAA Conference werden über 500 internationale

Führungskräfte, Experten und Visionäre erwartet, die ihre

Erkenntnisse teilen und zentrale Mobilitätsfragen beleuchten.

Für alle Inhaber eines Fachbesuchertickets für den IAA Summit

ist der Zugang zur IAA Conference inklusive.


14

2025

IAA Mobility

FÜR DIE

KLEINEN

Da kommt keine Langeweile auf: Ein buntes Familienprogramm macht die IAA Mobility auch für die

kleinen Gäste zum Erlebnis. Am besten lassen sich die zahlreichen Attraktionen mit einer spannenden

Schnitzeljagd erkunden – natürlich kostenlos.

Der FAMILY TRAIL verwandelt den Open Space in der Münchner Innenstadt in einen

Abenteuerparcours für die ganze Familie. Zusammen mit dem Maskottchen Liaa

können die kleinen und großen Gäste auf Entdeckungstour gehen. Spielen,

basteln, quizzen: Spannende Stationen und Mitmachaktionen vermitteln Spaß

und Wissen rund um die Mobilität von morgen. An den Infoständen gibt es

Stempel-Sammelkarten: Einfach mindestens vier Stationen besuchen, Stempel

sammeln und am Ende gegen eine exklusive Liaa-Medaille einlösen!

2.

STATION

1.

STATION

DIE GROSSE ENTDECKERREISE in

die Welt von morgen startet auf dem

VW-Stand (Odeonsplatz), den Spürnasen

bei einer spielerischen Rallye

erkunden. Schauen, zählen, staunen

– und nebenbei erleben, wie sich die

Mobilität verändert.

STEMPEL, STICKER UND

SCHABLONEN: Im „Art Shop“ am

Smart-Stand (Odeonsplatz) lassen

die kleinen Besucher ihrer Kreativität

freien Lauf und gestalten ihr

ganz persönliches Smart x

Keith Haring Art Car.

3.

STATION

UM DAS INTERAKTIVE ERFOR-

SCHEN und Erleben neuer Mobilitätslösungen

geht es an Station 3

beim Fahrradhersteller Riese &

Müller (Odeonsplatz).

4.

STATION

MITDENKEN, MITMACHEN,

MITFIEBERN: Bei Audi am Wittelsbacherplatz

dreht sich alles um

Ideen und Innovationen und um

den Entdeckergeist der Kinder. Am

kniffligen 3D-Labyrinth ist Geschick

gefragt, beim Knacken des Stadtpuzzles

Augenmaß und Köpfchen.


15

5.

STATION

8.

STATION

MODELLE UND MOTOREN: Am

Porsche-Stand (Wittelsbacherplatz)

können kleine und große

Fans – und solche die es, noch

werden wollen – in die Welt der

legendären Sportwagenmarke

eintauchen und ihr Wissen beim

Porsche-Quiz unter Beweis stellen.

6.

STATION

AUF EINE ZEITREISE durch die Geschichte

der Mobilität geht es am

Stand von Bayern Innovativ (Ludwigstraße).

An fünf spannenden

Erlebnisinseln warten Highlights

wie der weltweit erste vierrädrige

Elektrowagen von 1888, ein brandneues

vollelektrisches Polizeiauto

und ein selbstfahrendes Shuttle aus

der Zukunft – zum Einsteigen und

Erinnerungs-Selfie machen.

IN DIE WELT DER ELEKTRO-

MOBILITÄT tauchen die kleinen

Gäste am Mercedes-Stand (Apothekerhof)

ein. Batterietechnik,

Antriebssysteme und elektrisches

Laden werden bei spannenden Führungen

vorgestellt – und auch, wie

der Elektroantrieb das Design der

Autos beeinflusst.

9.

STATION

PASSENDE PAARE FINDEN UND

GEWINNEN: Beim Memory-Spielen

von BMW Proactive Care (Max-

Joseph-Platz) winken tolle Preise

und natürlich auch ein Stempel für

die Family Trail Karte.

10.

STATION

12.

STATION

AUS GROSSEN TETRIS-BAUSTEINEN

ausgeklügelte Reiseketten aus Bussen,

Zügen und U-Bahnen formen:

Am Stand von Zukunft Nahverkehr

(Königsplatz) können die Kleinen

auf spielerische und interaktive Art

erleben, wie Mobilität die Menschen

verbindet. Im Future Mobility Simulator

lässt sich zudem verfolgen, wie

sich mehr öffentlicher Verkehr auf

Umwelt, Verkehr und Lebensqualität

auswirkt.

7.

STATION

MITZÄHLEN UND GEWINNEN: Bei

der Autojagd am Kia-Stand (Ludwigstraße)

gibt es für die richtige

Zahl einen begehrten Stempel für

die Family Trail Karte und ein Kia-

Abzeichen als Belohnung.

ROLLEN, FLIEGEN, SCHWIMMEN?

Beim Workshop an Station 10 (Marienplatz)

gestalten Kinder und

Jugendliche ihr ganz persönliches

Traumfahrzeug – mit viel Fantasie

und Recyclingmaterialien. Tüfteln,

kleben, schneiden und kombinieren:

Aus Tetra-Paks, Plastikdeckeln,

Kabelbindern und Gaffa-Tape entstehen

Autos, Motorräder, Lkws oder

Lastenräder der besonderen Art.

11.

STATION

SPASS UND SICHERHEIT: Am ADAC-

Stand auf dem Königsplatz können

Kinder flott über den Bobby-Car-

Parcours jagen und ihre eigene

Warnweste gestalten.

Auf der Bühne

Volles Programm für die ganze Familie gibt es auch auf der Bühne am Siegestor:

etwa mit den Basketballern des FC Bayern oder der Tanzshowgruppe JazzADa.

Zum Abschluss laden am Sonntag um 16 Uhr Annalena und Chantal von der

DONIKKL Crew zur großen Kinder-Mitmach-Konzert-Party: eine mitreißende

Gute-Laune-Show zum Mitsingen, Mittanzen und Mitlachen.


16

2025

IAA Mobility

Interview mit VDA-Präsidentin Hildegard Müller

„VOR CHINA

MÜSSEN WIR UNS NICHT

VERSTECKEN“

Kann die IAA einen Beitrag zur Stimmungsaufhellung leisten? Und wie geht

es überhaupt mit dieser Messe weiter? Was wünscht sich die Industrie von der

Politik und wie sieht man die chinesischen Wettbewerber? Wir haben bei

VDA-Präsidentin Hildegard Müller nachgefragt.

Die dritte Münchner IAA Mobility findet einmal mehr in besonderen

Zeiten statt. Man braucht nur Stichworte wie US-Zölle

oder chinesische E-Autos zu nennen, um sich Sorgen um die

deutsche Autoindustrie zu machen. Wird die IAA einen Beitrag

zur Aufhellung der Stimmung leisten können?

Endlich etwas, auf das wir uns alle freuen – und wo unsere Industrie

eindrucksvoll zeigen wird, dass wir Weltspitze sind. Ich freue

mich auf eine tolle Zeit in München: Nur wenige Veranstaltungen

bündeln wirtschaftliche Kraft, gesellschaftliche Debatten und Zukunftsvisionen

so konsequent wie die IAA Mobility.

Auf einer IAA spielen die Autohersteller naturgemäß die wichtigste

Rolle. Ihretwegen kommen die Menschen zur Messe. Sind

Sie mit den Buchungen der OEMs zufrieden? Immerhin fehlen

ja auch einige große Marken.

Natürlich ist das Auto die tragende Säule der IAA MOBILTIY –

und dafür sind Hersteller und Zulieferer gemeinsam

entscheidend. Gleichzeitig ist das Auto Teil eines

Mobilitätssystems, das wir bewusst ganzheitlich

angehen. Mit- statt gegeneinander, vernetzt und

gemeinsam.

Und ja, die Hersteller und Zulieferer nehmen das

neue Konzept sehr gut an, wir haben eine tolle Ausstellerliste.

Das merkt man daran, dass

sie sehr gerne wiederkommen, dass

immer mehr neue dazukommen –

oder zurückkommen.

Selbst wenn man den Buchungsstand

berücksichtigt, findet

man im Vergleich zu früheren

IAA diesmal deutlich weniger

Premieren. Woran liegt das?

Dem kann ich nur klar widersprechen.

Wir haben eine

Vielzahl an Weltpremieren und

Weltneuheiten – und ich freue

mich auf eine Leistungsshow der Innovationskraft unserer Branche.

Nicht umsonst haben zum Beispiel unsere deutschen Unternehmen

zuletzt im deutschen Patentranking die Plätze eins bis zehn belegt.

Ein Dauerthema ist die Transformation zur E-Mobilität. Aktuell

steigen weltweit die Marktanteile der Stromer, aber es gibt

auch – Stichwort USA – eine Gegenbewegung. Wie sehen Sie

die Zukunft dieser Antriebsart international, aber auch bei uns

in Deutschland?

Mit Blick auf die internationalen Automobilmärkte gilt: Die Elektromobilität

ist überall dort erfolgreich und wird von den Menschen

angenommen, wo auch die Rahmenbedingungen wie Ladeinfrastrukturen

und Ladepreise stimmen.

Insgesamt wird es aber in Zukunft einen Mix der Antriebe geben

– E-Mobilität wird dabei die zentrale Säule sein, es werden aber

auch Wasserstoff oder erneuerbare Kraftstoffe mit ihren Antriebsmöglichkeiten

ihren Anteil haben. Gelebte Technologieoffenheit

wird ein entscheidendes Kriterium für langfristigen Erfolg.

Was fehlt von Seiten der Politik, aber auch von Seiten der Hersteller

und der Stromanbieter Ihrer Meinung nach, um der E-

Mobilität zu einem echten Durchbruch zu verhelfen? Welche

Maßnahmen würden Sie sich wünschen?

Günstiger Ladestrom und die Sicherheit, immer und überall einfach

laden zu können, sind zentral – da ist die Politik jetzt in der

Pflicht. Ermöglichen statt Verbote, auch das Energiewirtschaftsrecht

muss in einigen Bereichen, wie beim bidirektionalen Laden,

modernisiert werden.

Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht: Derzeit bieten wir über

160 Elektromodelle an, 7 von 10 hierzulande verkauften E-Autos

stammen von deutschen Herstellern, in Europa jedes zweite.

Deutschland ist zudem weltweit der zweitgrößte Produktionsstandort

für Elektromobilität.

Die chinesischen Marken drängen mit Macht nach Europa und

versuchen, ihre Überkapazitäten bei uns zu Kampfpreisen loszuwerden.

Was erwarten Sie von der Politik?


17

VDA-Präsidentin

Hildegard Müller

im Gespräch mit

dem IAA Spot.

Vor der Konkurrenz, insbesondere aus China, müssen wir uns

wahrlich nicht verstecken. Wir nehmen den Wettbewerb an und

daher auch die neuen Herausforderer ernst. Aber auch hier hilft

ein Blick auf die Zahlen. Auf jedes chinesische Auto in Deutschland

kommen 142 deutsche Autos, die in China verkauft werden.

Zölle sind als Mittel der Handelspolitik auf jeden Fall nicht die

richtige Antwort. Natürlich muss man über Wettbewerbsverzerrungen

sprechen und mit China auf eine Lösung dringen. Die beste

Antwort aus Berlin und Brüssel ist aber auch hier, die eigenen

Hausaufgaben zu machen. Wettbewerbsfähigkeit und Standortpolitik

als Top-Prioritäten.

„Insgesamt wird es aber in Zukunft einen

Mix der Antriebe geben – E-Mobilität wird

dabei die zentrale Säule sein.“

Themen wie E-Fuels und die Brennstoffzelle sind zurzeit aus den

Schlagzeilen herausgefallen. Uns scheint, dass auch niemand

in der Industrie ernsthaft mehr an diese Alternativen glaubt,

zumindest nicht für Pkw?

Erneuerbare Kraftstoffe sind zwingend notwendig, um die Klimaziele

zu erreichen. Schauen Sie sich allein die weltweite Bestandsflotte

an – hier geht es um fast 1,5 Milliarden Fahrzeuge, die nur

mit erneuerbaren Kraftstoffen ihren Beitrag zur klimafreundlichen

Mobilität leisten können. Und auch Wasserstoff wird eine zentrale

Rolle spielen – gerade im Schwerlastverkehr. Es ist nicht sinnvoll,

immer wieder Optionen auszuschließen oder schlecht zu reden.

Fahrradhersteller nutzen eher die Eurobike und einige Autohersteller

setzen neben Messen zunehmend auf eigene Veranstaltungen

und ganz andere Kanäle. Wie sehen Sie in diesem

Umfeld die Rolle von Messen generell und der IAA Mobility im

Besonderen?

Das eine schließt das andere nicht aus – und kann sich oft auch

sinnvoll ergänzen. Mit Blick auf die IAA Mobility kann ich sagen:

Das Interesse und somit die Relevanz ist enorm. Der Wunsch

nach persönlicher Begegnung ist weiterhin sehr ausgeprägt, die

Möglichkeit in kürzester Zeit das „who is who“ der Mobilitäts-

-

branche zu treffen und sich zu vernetzen, wird mit Begeisterung

angenommen. Die Aussteller sind hochzufrieden, erreichen hier

die gesetzten Ziele für die Messe, übertreffen sie oftmals sogar.

Die Neuerfindung und Weiterentwicklung der IAA zeigt ja, wie

man Messen dauerhaft erfolgreich und relevant hält. Im Übrigen

werden wir auch wieder Fahrradhersteller auf der IAA zu Gast

haben und es werden dazu auch eigene Testmöglichkeiten zur

Verfügung stehen.

Die diesjährige IAA ist die dritte, die in München stattfindet.

Damit läuft auch der Vertrag mit der Messe aus. Das Konzept

der Aufteilung in eine IAA auf dem Messegelände und den Ausstellungen

in der Innenstadt ist nicht unumstritten und stößt

auch bei den Bewohnern selbst durchaus auf Kritik. Wie fällt

Ihre Bilanz aus und wie geht es weiter mit der IAA?

Die IAA in München ist ein Erfolg. Besonders das Open-Space-

Konzept in der Innenstadt ist einzigartig! Die Besucher stimmen

mit den Füßen ab. Und sie haben in den vergangenen Jahren für

München gestimmt, als über eine halbe Million Menschen die

IAA Mobility besucht haben.

„Die Neuerfindung und Weiterentwicklung

der IAA zeigt ja, wie man Messen dauerhaft

erfolgreich und relevant hält.“

Welches sind aus heutiger Sicht Ihre Highlights der Messe und

gibt es Messestände, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen

werden?

Zu meinen Highlights gehören immer Möglichkeiten, selbst Neues

auszuprobieren. Autonom unterwegs zu sein beispielsweise.

Letztlich gibt es so viel, auf das man sich freuen kann. Ob die

Testfahrten, die Weltpremieren, die spannenden Talks und Debatten

– so viel Innovation, so viel Zuversicht und Kreativität – das

macht einfach Spaß. Und die Begeisterung wird jeden anstecken,

versprochen!


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2025 IAA mobilty

Die Premieren der Messe

Alte und

NEUE WELT

DAS GANZ GROSSE PREMIERENFEUERWERK WIE FRÜHER MAG DIE IAA HEUTE

NICHT MEHR SEIN. DENNOCH GIBT ES IM OPEN SPACE UND AUF DEM MESSEGELÄNDE

EINIGE SPEKTAKULÄRE NEUHEITEN ZU SEHEN.

Mercedes-Benz

CLA Shooting Brake

Besondere Spannung verspricht das Duell

der deutschen Premiummarken, die die

nächste Stufe der Elektromobilität zünden.

Endlich rollen auch die lang erwarteten

bezahlbaren Elektro-Minis auf die

Straße – ob von VW, Hyundai oder den

Chinesen.

Apropos: Die neuen Wettbewerber aus

Fernost sind in diesem Jahr so stark vertreten

wie noch nie auf der IAA – ihren Vorsprung

in Sachen E-Autos wollen sie nicht

so leicht aus der Hand geben.

Mercedes-Benz kommt mit einem großen

Aufschlag nach München. Der Messeauftritt

der Stuttgarter steht ganz im

Zeichen der E-Mobilität. Neben dem neuen

CLA Shooting Brake wird der GLC mit

EQ-Technologie enthüllt. Das batteriebetriebene

Mittelklasse-SUV nutzt wie

der elektrische CLA 800-Volt-Technik für

kurze Ladezeiten und hohe Reichweiten.

Ebenfalls im Rampenlicht steht das Performance-Konzeptfahrzeug

AMG GT XX,

das einen Einblick in die elektrische Zukunft

von AMG erlaubt.

Die Antwort auf die Stuttgarter Elektro-

Offensive kommt aus München: Beim

Heimspiel in der bayerischen Landeshauptstadt

zeigt BMW das mittelgroße

SUV iX3 als Pionier einer neuen Elektrogeneration.

Auch bei dieser sogenannten

„Neuen Klasse“ kommt 800-Volt-

Techik zum Einsatz, die eine hohe Ladeleistung

von 400 kW und damit kurze

Ladezeiten ermöglichen soll. Mit dem

„Vision CE” präsentieren die Münchner

zudem das Konzept eines Elektrorollers,

der das Sicherheitszellen-Prinzip des legendären

„C1” aus den Nullerjahren neu

interpretiert.

Auf ihre Kosten kommen aber nicht nur

Freunde und Interessenten der Elektromobilität:

Mit Neuheiten wie VW T-Roc,

Audi Q3 Sportback und Renault Clio ist

auch die „alte Welt” durchaus prominent

vertreten.

BMW Vision CE


19

Was tut sich beim Dritten im Bunde der

deutschen Premiummarken? Audi rückt

auf der Messe den neuen Q3 Sportback

in den Mittelpunkt. Im Vergleich zum normalen

SUV-Modell etwas flacher gebaut,

vereint er SUV-typische Eigenschaften wie

den bequemen Einstieg und einen vielseitigen

Innenraum mit einem sportiveren

Erscheinungsbild in Coupé-Ästhetik.

Für den Antrieb gibt es unter anderem

einen Plug-in-Hybrid mit neuer Batterie,

die beim Sportback bis zu 118 Kilometer

E-Reichweite ermöglicht.

Als seriennahen Prototypen präsentiert

Porsche in München den neuen Cayenne

mit Elektroantrieb. Die Basis liefert wie

beim kleineren Macan die zusammen mit

Audi entwickelte PPE-Plattform.

Auch Volvo treibt die Elektrifizierung seines

Modellprogramms weiter voran. Vor

dem Marktstart im November bringen die

Schweden die neue Elektrolimousine ES90

mit nach München. Der erste elektrische

Volvo mit 800-Volt-Technik liefert elegantes

Limousinen-Design in einer neuen Interpretation:

etwas höhergelegt für eine

SUV-typische Sitzposition und mit einer

großen Heckklappe für ein leichtes Beund

Entladen des Gepäckabteils. Das Ergebnis

ist ein vielseitiger Fünftürer für die

ganze Familie.

Audi Q3 Sportsback

Volvo ES90

BMW iX3

Polestar 5

Noch dieses Jahr soll der neue Polestar 5

an den Start gehen – ein viertüriger GT

mit Elektroantrieb, der auf der ersten

maßgeschneiderten EV-Architektur der

Marke basiert. Die Polestar Performance

Architecture (PPA) Plattform beherbergt

eine 800-Volt-Batterie und einen

der leistungsstärksten Elektromotoren

auf dem Markt: Der Polestar 5 soll bis zu

650 kW/884 PS und 900 Nm leisten und

tritt gegen Wettbewerber wie den Porsche

Panamera und den Mercedes EQS an.


20

2025

IAA Mobility

Xpeng P7

Dass auch die Chinesen mittlerweile Premium

können, beweist die Marke Xpeng:

mit hochwertigen Innenräumen, Vollausstattung

und ziemlich wegweisenden

Elektroantrieben. Die zum neuen Modelljahr

weiterentwickelten SUV-Modelle G6

und G9 überzeugen beispielsweise mit

noch kürzeren Ladezeiten: Gerade einmal

12 Minuten soll es künftig noch dauern,

den Akku von 10 auf 80 Prozent zu

füllen. Zudem bringt Xpeng die Neuauflage

des P7 nach Deutschland: eine stattliche

viertürige Limousine mit Coupéhafter

Silhouette und neuer KI-gestützter

Fahrtechnologie.

Das Batteriesystem des Gravity basiert auf

einer 900-Volt-Architektur und ermöglicht

über 700 Kilometer Reichweite. Die

Antriebsleistung liegt mit 588 kW/800 PS

auf Sportwagenniveau. Beim Besuch an

Schnellladesäulen soll ein Nachtanken von

400 Kilometern Reichweite in rund 20 Minuten

möglich sein.

Genesis Electrified G80

Lucid Gravity

Mit dem Gravity führt Lucid im Herbst sein

zweites Modell in Deutschland ein. Das

große Elektro-SUV des amerikanischen

Herstellers ist die geräumige Alternative

zur bereits verfügbaren Limousine Air. Zu

den Gemeinsamkeiten zählen die über

die gesamte Fahrzeugbreite verlaufende

Scheinwerfereinheit, bündig in die Karosserie

eingelassene Türgriffe und das bogenförmige

Greenhouse. Im Innenraum

ist Platz für drei Sitzreihen. Werden die

hinteren Plätze nicht benötigt, wächst der

Stauraum im Heck auf rund 3.100 Liter. Zusätzlich

kann das E-SUV bis zu 2,7 Tonnen

an den Haken nehmen.

Die koreanische Premiummarke Genesis

hat ihr komplettes Elektro-Portfolio erneuert.

Alle drei Stromer der edlen

Hyundai-Tochter – der kompakte Crossover

GV60, das große SUV Electrified

GV70 und die Oberklasse-Limousine

Electrified G80 – starten umfassend modernisiert

ins neue Modelljahr: mit mehr

Reichweite, geschärftem Design und neuen

Technologien.

Genesis GV60


21

ELEKTROAUTOS

WERDEN BEZAHLBAR

Die gleiche Technik gibt es dann aber

doch auch im SUV-Format: beim technisch

eng verwandten EV5, der sich allerdings

schon auf 4,61 Meter streckt. Sowohl EV5

als auch EV4 basieren auf der 400-Volt-

Version der Elektroplattform E-GMP, zwei

Batteriegrößen stehen zur Wahl.

Volkswagen ID. Cross Concept

Endlich werden Elektroautos bezahlbar:

Volkswagen zeigt den ID. Cross Concept

im Polo-Format und damit die vierte elektrische

Kleinwagenstudie. Die Serienmodelle

starten ab 2026, beginnend mit dem

ID. Polo und dem ID. Polo GTI, die in München

leicht getarnt zu sehen sein werden.

Als weiteres Mitglied der Elektro-Mini-

Familie präsentiert die sportliche Seat-

Tochter Cupra den neuen Raval.

Unterhalb des EV3 bereitet Kia zudem

den Start des EV2 vor, der sich auf der

IAA noch als Konzeptfahrzeug zeigt. Darüber

hinaus ist mit dem PV5 auch das

erste Nutzfahrzeug der Marke zu sehen –

ebenfalls mit elektrischem Antrieb. Neben

diversen Versionen als Kastenwagen gibt

es den PV5 auch als „Passenger"-Variante

im stylischen Bulli-Look.

Kia EV5

Auch Kia baut seine Palette an erschwinglichen

Elektroautos aus. Noch in diesem

Jahr kommt das Kompaktmodell EV4 in

klassischem Zuschnitt mit Schräg- oder

Stufenheck, das sich als Alternative zu den

weitverbreiteten elektrischen Crossoverund

SUV-Modellen empfiehlt. In Deutschland

liegt der Fokus auf dem 4,43 Meter

langen Fünftürer, der als erster elektrischer

Kia auch in Europa gebaut wird.

Volkswagen

ID. Polo

Konzernschwester Hyundai präsentiert

ebenfalls ein neues elektrisches Konzeptfahrzeug

für das B-Segment. Das Modell

gibt einen Ausblick auf einen kommenden

elektrischen Kleinwagen oberhalb des

Inster, der unter der Modellbezeichnung

Ioniq 2 eingeführt werden könnte. Darüber

hinaus präsentieren die Koreaner die

Designstudie Insteroid: eine radikal sportliche

Fahrspaß-Version des Elektrominis

Inster.

Hyundai Insteroid

Kia EV4


22

2025

IAA Mobility

Opel zeigt auf der IAA, wie die Marke unter

dem Kürzel GSE Elektroantrieb und

kompromisslose Sportlichkeit miteinander

verbindet. Weltpremiere feiert der Opel

Corsa GSE Vision Gran Turismo, ein aufsehenerregendes

Showcar, das einen Ausblick

auf kommende GSE-Modelle gibt.

Ein konsequent sportliches Design mit

durchdachten aerodynamischen Lösungen

prägt das Konzeptfahrzeug, das dank

besonders leichter Werkstoffe auf ein geringes

Gewicht von nur 1.170 Kilogramm

kommt – und das trotz 82-kWh-Batterie.

Die beiden Elektromotoren produzieren

zusammen 588 kW/800 PS und beschleunigen

das Fahrzeug in nur 2,0 Sekunden

auf Tempo 100. Testen lässt sich das demnächst

zumindest virtuell: Ab Herbst kann

das Modell in der bekannten Playstation-

Rennsimulation Gran Turismo 7 gefahren

werden.

Škoda Vision O

Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo

Škoda gibt mit dem Vision O einen Ausblick

auf einen Octavia mit Elektroantrieb.

Das Design orientiert sich an der neuen

Formensprache „Modern Solid“, die auf

klare Linien, einfache Flächen und markante

Proportionen setzt. Innen kommen

verstärkt nachhaltige Materialien zum Einsatz.

Daneben zeigt Škoda eine seriennahe

Studie des kommenden Elektro-Kleinwagens,

der sich die Technik mit dem VW

ID.2 teilt.

Opel Mokka GSE

Etwas weniger radikal, aber immer noch

ziemlich flott unterwegs ist der neue

Mokka GSE – und der kann demnächst

auch auf echten Straßen bewegt werden:

Die vom gleichnamigen Rallye-Pendant

inspirierte Sportversion des Elektroautos

kommt auf 207 kW/280 PS bei einem

Leergewicht von 1.600 Kilogramm. Zu den

Händlern rollt der schnellste vollelektrische

Opel noch in diesem Jahr.

Smart #5

In Deutschland ist der neue Smart #5 zwar

schon bestellbar – auf einer europäischen

Automesse war er trotzdem bisher noch

nicht zu sehen. Mit dem selbstbewusst

auftretenden, 4,70 Meter langen Elektro-

SUV stößt die frühere Kleinwagenmarke

in neue Dimensionen vor. Die Technik

liefert die – allerdings erst ab der zweiten

Ausstattungslinie serienmäßige –

800-Volt-Plattform, die Ladeleistungen

von bis zu 400 kW ermöglicht, auf Wunsch

gibt es Allradantrieb und eine besonders

kraftvolle Brabus-Variante. Darüber hinaus

präsentiert Smart auf dem Summit

und auf dem Open Space ein Art Car, vom

Pop-Art-Künstler Keith Haring inspiriert

und auf intelligente Raumausnutzung

ausgelegt.


23

DIE CHINESEN KOMMEN

(JETZT ABER WIRKLICH)

Eigentlich sollten die chinesischen Marken

Omoda und Jaecoo aus dem Chery-

Konzern schon 2024 nach Deutschland

kommen, jetzt ist der Verkaufsstart für

den kommenden Oktober angekündigt.

Zunächst sollen der Elektro-Crossover

Omoda E5 und das Kompakt-SUV Jaecoo

7 mit Plug-in-Hybrid starten und über ein

Händlernetz mit rund 40 Partnerbetrieben

vertrieben werden. Vor dem Marktstart

präsentieren sich die beiden Modelle

zusammen mit weiteren Fahrzeugen der

beiden Marken auf der IAA.

Omoda E5

Die neue Marke Leapmotor aus China

zeigt den B10, der zeitgleich zur Messe in

den Handel rollt. Das gut viereinhalb Meter

lange Kompakt-SUV mit Elektroantrieb

wird unter dem Dach des Stellantis-

Konzerns eingeführt. Zwei Batteriegrößen

stehen zur Wahl: Die kleinere Version mit

56 kWh ermöglicht eine Reichweite von

361 Kilometern, die größere mit 67 kWh soll

für 434 Kilometer reichen. Beide Varianten

lassen sich mit bis zu 168 kW Gleichstrom

laden.

Jaecoo 7

Leapmotor B10

VW T-Roc

ES GIBT SIE NOCH –

DIE NEUEN VERBRENNER

Aber auch beim konventionellen Antrieb

gibt es Neuheiten: neben dem schon erwähnten

Audi Q3 Sportback etwa den

neuen VW T-Roc. Die Neuauflage des

Kompakt-SUV-Bestsellers erhält ein

kraftvolleres Design, ein Digital-Cockpit

sowie neue Vollhybridantriebe. Renault

präsentiert den neuen Clio. Und auch die

Chinesen zeigen, dass sie nicht nur Elektro

können: Am Stand von BYD debütiert

etwa der Seal 06 DM-i Wagon im in Europa

weiterhin beliebten Kombiformat mit

Plug-in-Hybridantrieb.

BYD Seal 6 DM-i Touring


24

2025

Neu auf dem Markt

Die Modellneuheiten der kommenden Monate

Nicht auf der Messe – aber

bald auf der Straße

Auf der IAA stellen die vertretenen Hersteller ausgewählte Modelle in den Fokus. Aber

das langsam ausklingende Autojahr hat noch wesentlich mehr zu bieten. Ein Überblick

der wichtigsten Neuheiten bis Anfang 2026 – die nicht in München zu sehen sind.

DS N°8 bereits bestellbar

Frankreichs Präsident hat ein neues Auto. Kaufen können die Elektro-Limousine

mit Crossover-Elementen nun aber auch einfache

Bürger. Die Preise starten bei knapp 58.000 Euro.

DS N°4 (Facelift) bereits bestellbar

Aus dem kompakten DS4 wird DS Automobiles N°4. Wichtiger:

die Einführung einer rein elektrisch angetriebenen Variante für

46.000 Euro. Alternativ gibt es Hybride ab 38.600 Euro.

Honda Prelude Anfang 2026

Auch bei den Japanern gibt es ein Revival. Hier bleibt der Neue

aber auch seinem überlieferten Konzept treu: Das kompakte

Coupé will Sportlichkeit und sparsame Hybridtechnik vereinen.

Ab rund 50.000 Euro.

Hyundai Ioniq 9 bereits bestellbar

Das Elektro-Flaggschiff der Koreaner ist ein großer Familienfreund,

bietet neben sieben vollwertigen Sitzen schnelle 800-Volt-Ladetechnik

und über 600 Kilometer Reichweite. Start bei 68.500 Euro.

Kia Sportage (Facelift)

erste Varianten bereits bestellbar

Neue, sehr moderne Frontpartie, aufgefrischtes Interieur und verbessertes

Infotainment: Die Koreaner haben das Kompakt-SUV

sichtbar modernisiert. Ab 35.190 Euro, Hybrid ab 38.990 Euro.

Mazda CX-5 Anfang 2026

Die dritte Auflage des Mittelklasse-SUV kommt mit gewohnt dynamischem

Design, aber mit mehr Komfort und Platz. Zunächst

mit Benziner ab 35.000 Euro zu haben, später auch als Vollhybrid.


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Mazda 6e ab September

Bislang beschränkte sich das Elektroangebot bei Mazda auf den

MX-30. Nun folgt eine Mittelklasselimousine mit einem der besten

Preis-Leistungsverhältnisse im Segment. Ab 45.000 Euro.

Mitsubishi Grandis Herbst

Der bekannte Name kehrt als moderner Familien-Crossover zurück.

Die Technik stammt wie bei den meisten Europamodellen

der Marke von Renault, die Preise dürften bei rund 30.000 Euro

starten.

Nissan Leaf Anfang 2026

Der Elektro-Pionier wird in der dritten Generation zum Crossover.

Die Reichweite steigt deutlich auf über 600 Kilometer. Die Preise

dürften knapp oberhalb von 30.000 Euro starten.

Nissan Micra Ende 2025

Der Kleinwagen-Klassiker kehrt als elektrischer Mini-Crossover

zurück – mit niedlichem Scheinwerferblick und Reichweiten um

die 400 Kilometer. Preise: ab etwa 25.000 Euro.

Peugeot E-308 Herbst

Mehr Leistung, mehr Reichweite und eine Front im aktuellen Krallen-Look

der Marke – die überarbeitete Version der Kompakt-

Baureihe (rund 45.000 Euro) erhält Design- und Technik-Elemente

von der jüngeren Konzernverwandtschaft.

Subaru Solterra (Facelift) Ende 2025

Im zweiten Anlauf deutlich besser: Der E-Crossover wird nicht nur

wohnlicher, sondern erhält auch mehr Leistung, über 500 Kilometer

Reichweite und höhere Anhängelast. Preis: ab rund 50.000 Euro.

Suzuki e-Vitara ab Oktober

Das erste E-Auto der Japaner ist ein kleiner Crossover, der sich in

und um die Stadt herum besonders wohl fühlt. Reichweiten bis

428 Kilometer, Preise wohl ab 30.000 Euro.

Toyota Urban Cruiser Herbst

Nach langer Skepsis starten die Japaner nun ernsthaft ins E-Zeitalter.

Vorausfahren soll ein kleiner Crossover, den es trotz des

städtischen Namens auch mit Allradantrieb gibt. Ab 30.000 Euro.


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2025 IAA Mobility

Mercedes-Benz GLC mit EQ Technologie

Treuer Begleiter

Mehr Platz, mehr Komfort, mehr Reichweite: Der erstmals rein elektrische GLC

kann alles besser als der Vorgänger. Aufbruchstimmung vermittelt auch

das neue Design mit markanter Hightech-Frontpartie.

Er ist das erfolgreichste Mercedes-Modell der letzten Jahre – künftig

könnte der GLC auch ein echter Elektro-Bestseller werden.

Dank EQ-Technologie bringt er dafür die besten Voraussetzungen

mit: insbesondere das elektrische Antriebssystem aus dem neuen

CLA, eine Bedienschnittstelle mit KI-Technologie und ein gegenüber

den Verbrenner-Varianten des GLC nochmal großzügigeres

Platzangebot. Los geht es mit dem 360 kW/489 PS starken GLC 400

4MATIC mit 94-kWh-Batterie, später kommen noch vier weitere

Antriebsvarianten hinzu.

Der neue GLC ist bereits die zweite elektrische Modellgeneration

des mittelgroßen SUV – und diesmal konsequent auf Elektroantrieb

ausgelegt. Schon das Design signalisiert Aufbruch: Speziell

die neue Interpretation des ikonischen Mercedes-Grills unterstreicht

den Pioniergeist des Modells. Vom funktionalen Element

aus der Verbrenner-Ära entwickelt er sich zu einem – auf Wunsch

mit 942 Leuchtpunkten aus Polycarbonat illuminierten – Designobjekt,

das mit reduzierter Optik und klaren Linien Prestige und

Status vermittelt. Am Heck ziehen die zweiteiligen Leuchten in

Sternoptik die Blicke auf sich.

Beim Einsteigen werden Fahrer und Passagiere von dem neuen

MBUX Hyperscreen begrüßt, dem mit 99,3 Zentimetern Diagonale

(39,1 Zoll) bisher größten Bildschirm in einem Mercedes-Modell.

Als Superhirn im Hintergrund fungiert das Mercedes-Benz Operating

System (MB.OS), das jeden Aspekt des Fahrzeugs steuert

– vom Infotainment über automatisiertes Fahren bis hin zu Komfort

und Laden.

Auf Wunsch vegan

Das Herzstück dieses Systems ist fortschrittliche Künstliche Intelligenz

(KI) in Verbindung mit extrem schnell rechnenden Hochleistungscomputern.

Dadurch erlernt das Fahrzeug die Vorlieben

des Fahrers, passt sich an sich verändernde Bedingungen an und

trifft Entscheidungen in Echtzeit für ein sichereres und intuitiveres

Fahrerlebnis. So wird der GLC zu einem treuen Begleiter, der

sich gemeinsam mit seinem Besitzer und Nutzer weiterentwickelt.

Auskleiden lässt sich der Innenraum mit den gewohnten hochwertigen

Materialien – oder mit dem nicht minder hochwertigen

Vegan-Paket, das etwa Sitzbezüge, Dachhimmel, Säulen- und

Türverkleidungen sowie Teppiche umfasst und von einer unabhängigen

Organisation zertifiziert wurde. Das optionale Panoramadach

schafft mit seinem leuchtenden Sternenhimmel ein

neues Raumerlebnis. Die Glasfläche kann elektronisch zwischen

transparent und opak geschaltet werden. Es besteht aus neun

individuell steuerbaren Segmenten, sodass sich die Lichtdurchlässigkeit

flexibel anpassen lässt. Ergänzt wird die Glasfläche durch

eine Ambientebeleuchtung mit 162 integrierten Sternen, die sich

farblich variieren lassen und bei Dunkelheit für einen besonderen

optischen Akzent sorgen. Die Bedienung erfolgt über das Bordmenü

oder per Sprachsteuerung.


27

Gegenüber den konventionell angetriebenen GLC-Varianten sind

Bein- und Kopffreiheit in beiden Sitzreihen beim vollelektrischen

SUV-Modell nochmals gestiegen – eine Folge des 84 Millimeter

längeren Radstandes, der sich nun auf 2.972 Millimeter streckt.

Bestens gerüstet ist der GLC auch, wenn anspruchsvolle Transportaufgaben

an ihn gestellt werden: Der Kofferraum fasst 570 Liter,

bei umgeklappter Lehne sind es sogar bis zu 1.740 Liter. Zusätzlich

bietet der „Frunk“ unter der Fronthaube ein Fassungsvermögen

von 128 Litern und lässt sich bequem per Touch-Bedienung teilelektrisch

öffnen.

Hohe Anhängelast

Im Elektro-Segment überdurchschnittlich ist darüber hinaus die

Anhängelast, die bis zu 2,4 Tonnen beträgt. Damit eignet sich der

GLC ideal zum Ziehen von Wohnwagen, Boots- oder Pferdeanhängern.

Ein spezieller Terrain-Modus erleichtert das Befahren von

Feld- oder Schotterwegen, die Funktion „Transparente Motorhaube“

ermöglicht einen virtuellen Blick vorne unter das Fahrzeug.

Hohe Praktikabilität für Alltag, Freizeit und Urlaub ist also garantiert

– das liegt auch am fortschrittlichen Antriebssystem mit zeitgemäßer

800-Volt-Technik, die für schnelleres und effizienteres

Laden sorgt. Dank des längeren Radstands ist auch Platz für eine

größere Batterie, die jetzt auf 94 kWh kommt und damit Reichweiten

von mehr als 700 Kilometern ermöglicht. Mit der Ladeleistung

von bis zu 330 kW lässt sich in nur 10 Minuten genügend Energie

für weitere 303 Kilometer auffüllen. Und damit die Reichweitenangst

nicht von der Sorge abgelöst wird, keinen freien Ladeplatz

zu bekommen, bietet Mercedes als erster Hersteller überhaupt

die Möglichkeit an, Ladestationen in markeneigenen Ladeparks

im Voraus zu reservieren.

MERCEDES-BENZ GLC 400 4MATIC

Leistung: 360 kW/489 PS

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

Elektrische Reichweite: bis zu 713 km


28

2025

IAA Mobility

Audi Concept C

Radikal einfach

Mit dem Concept C zeigt Audi seine neue Designsprache – und unterstreicht seine

Absicht, wieder einen echten Sportwagen zu kreieren. Auf der IAA Mobility ist das

Konzeptfahrzeug, das der Strategie „radikal einfach“ folgt, erstmals zu sehen.

Seit knapp einem Jahr ist Massimo Frascella Chief Creative

Officer bei Audi. Auf der IAA Mobility zeigt der Italiener mit einem

Faible für klassisch-klares Design nun seine erste Kreation für die

Ingolstädter: Der Concept C knüpft an ruhmreiche Renner wie

den Auto-Union-Rennwagen Typ C aus den 1930er Jahren, aber

auch an Limousinen wie den A6 dritter Generation oder an den

Sportwagen TT an und soll schon in zwei Jahren, weitgehend so

wie jetzt zu sehen, in Serie gehen.

„Radikale Einfachheit ist der Kern unserer Philosophie”, heißt dabei

die Devise von Frascella. Und radikale Wiedererkennbarkeit:

Die Front des Audi Concept C wird wieder von dem großflächigen,

hochkant ausgerichteten Rahmen dominiert, den schon der historische

Typ C durch die Rundkurse sausen ließ. Allerdings streng

rechteckig statt oval wie beim Vorvater. In den Rahmen eingebettet

sind die vier Ringe – und die Zukunft in Form von Technikmodulen,

die auf künftige Assistenz- und Lichtsysteme hinweisen.

Lichtsignatur wird neues Erkennungsmerkmal

Wer den Concept C im Dunkeln sieht, wird allerdings nur zwei

schmale Lichtschlitze aufscheinen sehen. Der Grill mit den alugefrästen

Ringen darin bleibt im Dunkeln. Mit einer neuen Lichtsignatur

führt Frascella ein dauerhaftes Erkennungsmerkmal neuer

Serien-Audi ein: Vier horizontale Elemente in Front- und Rückleuchten

bilden die visuelle Identität.

Der nächste echte Sportwagen nach dem Ende von TT und R8

wird rein elektrisch angetrieben sein – und wohl auch an allen vier

Rädern. Dass der Concept C keine Heckscheibe hat, sondern nur

eine rückwärts gewandte Kamera, liegt auch am Antriebskonzept

mit mittig platzierter Batteriebauweise.

Leistungsdaten wollen die Ingolstädter noch nicht verraten. Dafür

gibt es andere Ein- und Ausblicke: Das Dach reicht weit nach hinten

und schließt bündig ab. Wie im historischen Typ C kann der

Fahrer aber auch an der Frischluft sitzen. Das geht mittels elektrisch

einfahrbarem Hardtop, das aus zwei Segmenten besteht

und sowohl geschlossenes Fahren als auch Cabrio-Betrieb zulässt.

Reduktion und Rückbesinnung

Im Innenraum setzt das Design auf Reduktion und Besinnung auf

klassische Stärken im Finish. Architektonische Flächen und geometrische

Formen schaffen ein symmetrisches Raumgefühl für

beide Passagiere, der Mensch am Steuer sitzt dennoch im Fokus.

Das Lenkrad bildet den Mittelpunkt, mit Ringen aus Vollmetall

und haptischen Elementen. Materialien wie Alu, Titan und Holz


29

– alles echt statt aus lackiertem Kunststoff – fassen sich hochwertig

an, eine tageslichtähnliche Ambientebeleuchtung hebt

die Oberflächen hervor.

Das Bedienkonzept folgt der Linie einer zurückhaltenden Technikinszenierung,

die das Designteam von Audi „Shy Tech“ nennt.

Ein ausfahrbares Display bündelt die wichtigsten Informationen,

die physische Steuerung bleibt über das Lenkrad und die Mittelkonsole

gewährleistet. Das Ziel ist eine einfache Bedienlogik statt

einer reinen Screenshow. Head-up-Display gibt es im Concept

nicht, dafür eine schmale Leiste über dem Fahrerdisplay, auf der

wichtige Werte wie die Geschwindigkeit zu sehen sind.

Klar, technisch, emotional und intelligent – so soll sich Audi laut

Frascella für die Kunden anfühlen. Das gilt nicht nur für das Design,

sondern für die gesamte Gestaltung von Modellportfolio

und Angebotsstruktur und sogar für die organisatorische Aufstellung

des Unternehmens. Der Concept C ist so gesehen nicht

nur ein optischer Entwurf, sondern auch ein strategisches Signal

für die Zukunft der Marke.


30

2025

NEU AUF Dem Markt

Audi Q3 Sportback

Emotion und Präsenz

Der neue Q3 ist schon bestellbar, auf der IAA Mobility enthüllt Audi nun auch den neuen Sportback.

Die zweite Modellgeneration vereint SUV-Eigenschaften wie ein vielseitiges und geräumiges Interieur

mit einem sportiven Erscheinungsbild. Interessantester Antrieb ist der neue Plug-in-Hybrid

mit stattlicher elektrischer Reichweite.

Seit seinem Start im Jahr 2011 gehört der

Q3 zu den beliebtesten Audi-Modellen

in Deutschland. Es braucht wenig Fantasie,

sich vorzustellen, dass er seinen Erfolgskurs

auch in der dritten Generation

fortsetzen wird. Die Ingolstädter setzen

bewusst auf eine behutsame Weiterentwicklung

des Kompakt-SUVs und stärken

damit seinen charakteristischen Auftritt.

Der Q3 bleibt sich treu – nun mit noch

mehr Ausdruckskraft und emotionaler

Präsenz.

Das gilt auch für den neuen Audi Q3

Sportback. Die zweite Generation des

Modells präsentiert sich im Rahmen der

IAA Mobility erstmals der Öffentlichkeit,

ehe sie im November in die Schauräume

der Audi-Händler rollt. Der etwas flacher

gebaute Fünftürer vereint SUV-typische

Eigenschaften wie den bequemen Einstieg

und einen vielseitigen Innenraum

mit einem sportiveren Erscheinungsbild

in Coupé-Ästhetik. Technik, Ausstattung

und Motorisierungen sind identisch, die

Preise starten bei 46.450 Euro und damit

1.850 Euro über dem Q3 SUV.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal

des Q3 Sportback ist die ab der A-Säule

abfallende Dachlinie, die 29 Millimeter

niedriger ist als beim SUV und dem

Modell eine gleichermaßen elegante und

dynamische Silhouette verleiht. Hinzu

kommen markante optische Merkmale,

die sich der Sportback mit dem SUV

teilt: etwa die für die neue Modellgeneration

modifizierte Frontpartie mit dem

breiten und oben positionierten Singleframe-Kühlergrill

und den aus schmalen

Schlitzen blitzenden Scheinwerfern. Ein

steuerbarer Lufteinlass unter dem Kühlergrill

leitet den Fahrtwind nach hinten

und verbessert damit die Aerodynamik.

An den Seiten spannt sich zwischen Frontund

Heckleuchten eine markante Linie,

die ein dynamisches Spiel aus Licht und

Schatten erzeugt.


31

AUDI Q3 SPORTBACK

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.530 mm/1.859 mm/1.601 mm/2.681 mm

Leistung: 110 kW/150 PS-200 kW/272 PS

Höchstgeschwindigkeit: 207-240 km/h

Verbrauch: 5,3-9,0 l/100 km

Verbrauch Plug-in-Hybrid:

1,7-2,2 l/100 km + 14,0-15,1 kWh/100 km

Elektrische Reichweite (Plug-in-Hybrid):

118 km

PREIS: AB 46.450 EURO

Innovationsschub mit Upgrade

Zum Plus an optischer Präsenz gesellt sich

ein Mehr an Technik: Einzug hält beispielsweise

die neueste Version des digitalen

Matrix-LED-Lichts, das Audi bisher nur in

höheren Segmenten angeboten hat. Die

25.600 Mikro-LEDs, die auf dem nur 13

Millimeter breiten Leuchtelement sitzen,

sollen für eine noch bessere Straßenausleuchtung

sorgen und schlechtem Wetter

und Nebel trotzen. Zudem ist die Lichttechnik

mit den Fahrassistenten verknüpft.

So werden beispielsweise Warnmeldungen

des Totwinkel- und Spurwechselassistenten

auf die Fahrbahn projiziert – oder ein

Eiskristall, wenn Glätte droht.

Auch die Qualitätsanmutung im Innenraum

nähert sich den Audi-Modellen der

höheren Segmente an. Neun Interieurpakete

stehen zur Wahl, bei denen nachhaltige

Materialien wie schnell wachsendes

und resistentes Holz, recyceltes Polyester

oder Nylonfasern aus alten Fischernetzen,

Teppichresten und Industrieabfällen zum

Einsatz kommen.

Als Info- und Schaltzentrale fungiert ein

geschwungenes Panoramadisplay, das

aus einem 12 Zoll großen Kombiinstrument

und einem breiteren Multimedia-Touchscreen

besteht. Optional liefert ein Headup-Display

wichtige Informationen auf die

Windschutzscheibe. Der klassische Schalthebel

ist verschwunden, der passende

Gang wird jetzt mithilfe eines Lenkstockhebels

rechts am Lenkrad eingelegt. Der

frei gewordene Platz in der Mittelkonsole

wird für zwei Getränkehalter und eine 15

Watt starke Smartphone-Ladeschale genutzt.

Neu ist auch der linke Lenkstockhebel,

der die Funktionen für Licht und

Scheibenwischer vereint.

Viel Platz

Im Interieur des Q3 Sportback bleibt trotz

der flacher verlaufenden Dachlinie viel

Platz. Der Kofferraum ist nur geringfügig

kleiner als beim SUV. Er fasst zwischen 488

und 575 Liter – je nach Stellung der verschiebbaren

Rücksitzbank. Bei umgelegter

Sitzbank wächst der Stauraum für den Q3

SUV auf bis zu 1.386 Liter, beim Q3 Sportback

sind es bis zu 1.289 Liter. Die Anhängelast

beträgt bis zu 2.100 Kilogramm.

Plug-in-Hybrid mit 118 Kilometern

E-Reichweite

Den Einstieg in die Antriebspalette markiert

ein 110 kW/150 PS starker 1,5-Liter-

Benziner mit Mildhybrid-System, Siebengang-Automatik

und Zylinderabschaltung,

darüber hinaus gibt es zwei weitere Benziner

mit bis zu 195 kW/265 PS sowie einen

110 kW/150 PS starken Diesel. Eine besonders

interessante Motorisierung ist der

Plug-in-Hybrid, der einen 130 kW/177 PS-

Benziner mit einem 85 kW/115 PS starken

E-Motor kombiniert. Der im Fahrzeugboden

integrierte Hochvoltakku liefert dank

verbesserter Zellchemie mit 25,7 kWh fast

doppelt so viel Kapazität wie zuvor – bei

fast identischen Abmessungen zum Vorgängermodell.

Damit soll der Q3 Sportback

bis zu 118 Kilometer rein elektrisch schaffen.

Neben dem weiterentwickelten Fahrwerk –

drei Optionen von Standard über Sport bis

hin zur Zweiventil-Dämpferregelung stehen

zur Wahl – wurde auch das Angebot

an Assistenzsystemen ausgebaut. Für zusätzlichen

Fahrkomfort ist unter anderem

der adaptive Fahrassistent Plus zuständig,

der beim Beschleunigen, Bremsen, Halten

der Geschwindigkeit und beim Einhalten

des eingestellten Abstands unterstützt,

das Auto in der Spur hält und jetzt auch

beim Spurwechsel hilft. Weiße Pfeile im

Kombiinstrument sowie im Head-up-Display

zeigen an, ob und in welcher Richtung

ein Spurwechsel möglich ist. Tippt

der Fahrer dann den Blinker an, wird das

Wechseln der Spur eingeleitet. Zudem lassen

sich dem Q3 individuelle Parkmanöver

beibringen: zum Beispiel das Einfahren in

die Garage oder in den Carport. Einmal

angelernt, übernimmt der Audi das Parken

zukünftig unter Beobachtung allein.


32

2025

Neu auf dem markt

Volvo ES90

Elektrische Eleganz

VOLVO ES90

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

5.000 mm/1.942 mm/1.546 mm/3.102 mm

Leistung: 245 kW/333 PS-500 kW/680 PS

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Stromverbrauch: 15,9-18,5 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 650-700 km

Ladezeiten AC / DC: 8 Std. / 20 min

PREIS: AB 71.990 EURO

Mit dem ES90 liefert Volvo eine neue Interpretation der klassischen Premium-Limousine: vielseitiger,

funktionaler und natürlich elektrisch. Als erstes Volvo-Modell mit 800-Volt-Technik markiert der 5 Meter

lange Fünftürer auch technisch einen Fortschritt für die Marke.

Käufer – und Hersteller – von Premium-

Limousinen gelten gemeinhin nicht als

übermäßig experimentierfreudig. Vier

Türen, Stufenheck und eine elegante Optik,

manchmal schlicht, manchmal etwas

selbstbewusster, sind die üblichen Zutaten

in dieser Fahrzeugklasse. Der neue Volvo

ES90 geht einen anderen Weg, indem er

klassisches Limousinen-Design mit der

leicht erhöhten Bodenfreiheit eines SUV,

der Dachlinie eines Coupés und der Vielseitigkeit

eines Schrägheckmodells anreichert.

Formschön & praktisch

In Verbindung mit einem leistungsstarken

elektrischen Antrieb und 800-Volt-Architektur

macht dies den Fünftürer tatsächlich

zu einem bemerkenswerten Angebot in

der dünnen Luft des Premium-Segments.

Elegantes, skandinavisch angehauchtes

Außendesign gibt es natürlich trotzdem,

und das auf eine besonders aerodynamische

Art: Der Luftwiderstandsbeiwert von

0,25 ist so niedrig wie bisher bei keinem

anderen Serienmodell der Schweden.

Das neuartige Format des 5 Meter langen

ES90 bietet einige praktische Vorzüge:

Während die erhöhte Sitzposition den

Ein- und Ausstieg erleichtert und eine

bessere Sicht auf die Straße ermöglicht,

sorgt die weit öffnende Heckklappe – im

Unterschied zum klassischen Kofferraumdeckel

eines Stufenheckmodells – für ein

besonders leichtes Beladen des 424 Liter

fassenden Gepäckabteils. Hinzu kommen

ein Staufach unter dem Ladeboden, ein

kleiner „Frunk“ unter der Fronthaube sowie

zahlreiche große und kleine Ablagen

im Innenraum. Derweil garantieren der 3,10

Meter lange Radstand und der flache Boden

ausgezeichnete Platzverhältnisse für

bis zu fünf Reisende.

Große Reichweite,

sehr schnelles Laden

Das verdankt der ES90 der SPA2-Plattform,

die er als zweites Modell der Marke

nach dem EX90 nutzt. Dabei hat die neue

Limousine dem großen Edel-SUV sogar

etwas voraus: die 800-Volt-Architektur

nämlich, die hier erstmals in einem Volvo-

Modell zum Einsatz kommt. Drei Motorvarianten

mit Hinterrad- oder Allradantrieb

entwickeln bis zu 500 kW/680 PS, die beiden

Batterieversionen mit 92 und 106 kWh

ermöglichen Reichweiten von bis zu 700

Kilometern. Trotz ihrer üppigen Kapazität

lassen sich die Akkus unter anderem dank

der 800-Volt-Technik in flotten 20 Minuten

von 10 auf 80 Prozent auffüllen.

Schnell arbeiten auch das Google-Infotainmentsystem

und die Sicherheitsassistenten,

die dank Lidar- und Radarsensoren

noch mehr Gefahrensituationen noch früher

erkennen sollen; die technische Basis

bildet hier eine neue Core-Computing-

Plattform mit zwei Hochleistungs-Prozessoren

von Nvidia. Sie machen den neuen

ES90 im Grunde zu einem Computer auf

Rädern – aber einem mit skandinavischer

Seele.


Neu auf dem Markt

33

BYD Dolphin Surf

Reiten auf der Großstadtwelle

Auf bezahlbare Elektroautos mussten die Kunden in Deutschland lange warten. Jetzt kommt endlich

Bewegung in den Markt. Etwa mit dem Dolphin Surf. Der chinesische E-Auto-Gigant BYD präsentiert

den auffälligen City-Flitzer zu Preisen ab knapp 23.000 Euro bei umfassender Ausstattung.

In China ist das „World Urban Car 2025”

schon rund eine Million Mal verkauft worden,

jetzt kommt er als „Delfin” zu uns.

Der Zusatz „Surf“ dient dabei nicht nur

als Abgrenzung zum Kompaktmodell Dolphin,

sondern soll auch für unbeschwerten

Fahrspaß stehen. Die Grundlage dafür

schaffen die kompakten Abmessungen

des Viersitzers: Bei knapp 4 Metern Länge

spielt der Fünftürer seine Stärken

beim handlichen Schlängeln durch den

Stadtverkehr oder bei der Parkplatzsuche

aus, während man innen dank 2,50 Metern

Radstand selbst im Fond noch angenehm

reist. Dazu gibt es einen sympathisch-sportlichen

Look mit markanten

Scheinwerfern, die aus sechs Lichtstreifen

bestehen, einer schwarzen C-Säule für ein

optisch schwebendes Dach und einen integrierten

Dachspoiler.

Über seiner Klasse

Wie bei BYD üblich lässt sich der zentrale

Touch-Bildschirm auch im Einstiegsmodell

drehen und zeigt Navi-Karten und Medieninfos

wahlweise im Quer- oder Hochformat

an. Ein kleineres Display befindet

sich hinter dem Lenkrad und liefert aktuelle

Fahrdaten. Ungewöhnlich für diese

Fahrzeugklasse ist die Fähigkeit des Dolphin

Surf, die Türen auch mit Hilfe des

Smartphones und dessen NFT-Technik zu

öffnen oder zu verschließen.

Ohnehin kann sich die Serienausstattung

mehr als sehen lassen: Navigationssystem

mit automatischer Ladeplanung, Klimaanlage,

Sprachsteuerung, Smartphone-

Integration, Over-the-Air-Updates sowie

eine Vehicle-to-Load-Funktion für die

Stromversorgung externer Geräte gehören

bereits im Einstiegsmodell zum Lieferumfang.

Im Topmodell Comfort gibt es

zudem eine 360-Grad-Kamera, die Vordersitze

sind hier elektrisch verstell- und

beheizbar.

Preiswerte Alltagstauglichkeit

Zwei Batterievarianten stehen zur Wahl:

Die günstige Einstiegsversion des Dolphin

Surf fährt mit einer 30-kWh-Batterie vor

– im markentypischen kompakten Blade-

Format konstruiert und platzsparend im

Unterboden untergebracht. Sie erlaubt

eine maximale Reichweite von 220 Kilometern.

Das scheint auf dem Papier nicht

viel, ist aber für einen urbanen Spezialisten

wie den Dolphin Surf in vielen Fällen

schon ausreichend. Mehr Alltagstauglichkeit

gibt es mit der 43,2-kWh-Batterie, die

für bis zu 322 Kilometer Reichweite sorgt,

im rein städtischen Umfeld sogar für mehr

als 500 Kilometer. Geladen wird entweder

per Wechselstrom mit 11 kW oder per

Gleichstrom mit bis zu 85 kW; für das Aufladen

von 10 auf 80 Prozent wird dann eine

halbe Stunde benötigt.

Die Preise für den Dolphin Surf starten

bei 22.950 Euro; das Markenmotto „Build

Your Dreams“ des chinesischen Herstellers,

der zunächst mit größeren und teureren

Modellen in den deutschen Markt

eingestiegen war, rückt damit für neue

Kundengruppen in greifbarere Nähe. Zudem

ist der kleine Stromer auf dem Weg,

ein echter Europäer zu werden: Gebaut

wird er künftig auch im neuen BYD-Werk

in Ungarn.

BYD DOLPHIN SURF

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

3.990 mm/1.720 mm/1.590 mm/2.500 mm

Leistung: 65 kW/88 PS-115 kW/156 PS

Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h

Stromverbrauch: 15,5-16,0 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 220-322 km

Ladezeiten AC / DC: 3,5-5,0 Std. / 30 min

PREIS: AB 22.950 EURO


34

2025

Neu auf dem Markt

Kia EV4

Schön schräg

Kia kann auch Limousine: Mit dem neuen EV4 bringen die Koreaner den Elektroantrieb in

das Kompaktsegment – zusammen mit einem windschnittigen Design, einem luftigen

Interieur und viel Platz für Passagiere und Gepäck.

KIA EV4 UND KIA EV4 FASTBACK

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.430-4.730 mm/1.860 mm/

1.480-1.485 mm/2.820 mm

Leistung: 150 kW/204 PS

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

Stromverbrauch: 14,9-16,2 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 425-633 km

Ladezeiten AC / DC:

5 Std. 20 min-7 Std. 15 min / 29-31 min

PREIS: AB 37.590 EURO

Kia macht weiter Tempo beim Ausbau der

Elektropalette. Nach dem kleineren SUV

EV3, dem Crossover EV6 und dem großen

SUV EV9 nehmen sich die Koreaner jetzt

ein Segment vor, das – vor dem Siegeszug

der SUV – das Herz des deutschen Automarktes

war: die Kompaktklasse. Der neue

EV4 ist ein Kompakter im klassischen Zuschnitt,

praktisch ein Ceed auf Strom. In

zwei Modellvarianten als Vier- und Fünftürer

verfügbar, werden in Deutschland

wohl neun von zehn Kunden das 4,43

Meter lange Schrägheckmodell bevorzugen,

das speziell für Europa entwickelt

wurde und – als erstes Elektromodell von

Kia – auch hier produziert wird. Die Preise

starten bei 37.590 Euro. Das größere, eher

für den US-Markt konzipierte Stufenheckmodell

EV4 Fastback ist zunächst nur mit

der größeren der beiden Batterien erhältlich.

Zeitnah folgt auch der Standardakku.

Ein wenig höher als traditionelle Modelle

mit Verbrennungsmotor ist der neue

EV4 schon, damit im Unterboden Platz

für die Batterie ist. Dennoch ist er einen

ordentlichen Tick flacher als die anderen

Kia Stromer – und je nach Version enorm

windschnittig: Der Viertürer kommt auf

einen cW-Wert von nur 0,23! Front und

Heck ähneln den anderen E-Modellen,

mit vertikal ausgerichtetem Tagfahrlicht

und dem markentypischen „Tigergesicht“.

Viel Platz und hohe Reichweite

Innen bietet der EV4 die typische Luftigkeit

eines Elektroautos – mit spürbar mehr

Platz als in vergleichbaren Verbrennermodellen,

einem aufgeräumten Cockpit

und umfassendem In-Car-Entertainment.

2,82 Meter Radstand – 17 Zentimeter mehr

als beim Kia Ceed – schaffen Platz für die

Beine. Hinzu kommt ein variabler Kofferraum,

der sich von 435 Liter (Fastback: 490

Liter) durch Umklappen der asymmetrischen

Lehne auf 1.415 Liter erweitern lässt

(Fastback: 1.435 Liter) und im Steilheck-

Modell über einen höhenverstellbaren Boden

verfügt.

Beim Schrägheckmodell können die Käufer

zwischen zwei Batteriegrößen wählen.

Die Version mit 58 kWh ist nach WLTP für

bis zu 440 Kilometer gut, der größere Akku

mit 81 kWh schafft bis zu 625 Kilometer.

An Schnellladestationen lassen sich beide

Akkus in rund 30 Minuten von 10 auf

80 Prozent aufladen – der EV4 basiert wie

auch der EV3 auf der 400-Volt-Version

der Elektroplattform, die noch schnellere

800-Volt-Technologie bleibt den größeren

Kia-Modellen vorbehalten.

KIA EV5 – KOMPAKTE KANTE

Schon ab Herbst ist der nächste elektrische

Kia bestellbar: Der EV5, der auf der

IAA Mobility Premiere feiert, stößt in die

Lücke zwischen dem kompakten EV3 und

dem großen EV9 – und überträgt dessen

wuchtig-kantiges Flaggschiff-Design auf

ein alltagstaugliches Format von 4,61 Metern

Länge. Wie die kleineren Modelle EV3

und EV4 setzt auch er auf eine 400-Volt-

Architektur sowie auf Batterien mit 58 oder

81 kWh. Der Elektromotor leistet allerdings

160 kW/217 PS und ist somit etwas stärker

ausgelegt. Mit dem größeren Akku sollen

Reichweiten von über 500 Kilometern möglich

sein. Ab 2026 sind zudem Varianten mit

Allradantrieb geplant.


Neu auf dem Markt

35

Kia PV5

Modulare Vielfalt

Kia meint es ernst: Von den gängigen Volumenmarken legen die Koreaner

in Sachen Elektrifizierung mit das höchste Tempo vor. Jetzt steigen sie sogar ins Segment

der leichten Nutzfahrzeuge ein – mit einer Modellfamilie, die sich an die unterschiedlichsten

Anforderungen von Gewerbe- und auch Privatkunden anpassen lässt.

PV5 nennt sich das erste Mitglied der neuen

Modellreihe von Kia. Aufbauend auf

einer speziellen Nutzfahrzeugvariante der

Elektroplattform E-GMP, rollen die ersten

Versionen des Kastenwagens Cargo und

der Bus-Version Passenger im November

auf die Straße.

Gerade für Gewerbetreibende, die selten

richtig lange Strecken zurücklegen müssen,

sind E-Transporter eine ideale Wahl – erst

recht, wenn man auf dem Firmengelände

eine Möglichkeit zum günstigen Laden hat.

Während die eingeschränkte Reichweite

nicht ins Gewicht fällt, punkten die E-Modelle

unter solchen Einsatzbedingungen

mit geringeren Energie- und Wartungskosten,

sind von etwaigen Fahrverboten in

Innenstädten und Umweltzonen nicht betroffen

und bieten dem Fahrer obendrein

mehr Antriebs- und Geräuschkomfort.

Das gilt auch für den Kia PV5 Cargo, den

es in drei verschiedenen Karosserievarianten

geben wird – zunächst als Langversion

mit normal hohem Dach (L2H1), später

auch als Kurzversion L1H1 und als Langversion

mit Hochdach L2H2. Trotz kompakter

Außenabmessungen bietet der PV5 Cargo

einen vergleichsweise großen Laderaum

mit 4,4 Kubikmetern Ladevolumen (L2H1).

Niedrige Ladekanten, Schiebetüren auf

beiden Seiten (links optional) und die bis

zu 180 Grad öffnende Doppelflügeltür hinten

erleichtern das Be- und Entladen. Die

Nutzlast beträgt je nach Ausstattung und

Batterievariante bis zu 790 Kilogramm. Zudem

sind die offerierten Reichweiten hier

mehr als ordentlich.

Kia steigt ins Nutzfahrzeug-Geschäft

ein – und das gleich vollelektrisch

Die Preise starten bei 39.190 Euro brutto in

Verbindung mit einem 88 kW/122 PS starken

Elektromotor und einer 51,5 kWh großen

Batterie, die eine Reichweite von 297

Kilometern bietet. Ab 43.805 Euro brutto

ist eine Ausführung mit 71,2 kWh und

416 Kilometern Reichweite zu haben, die

Antriebsleistung liegt dann bei 120 kW/

163 PS. Später folgt auch noch eine kleinere

Variante mit 43,3 kWh.

Ebenfalls im November geht der Elektro-Kleinbus

PV5 Passenger an den Start.

Während Motor, Batterievarianten und

Reichweitenangaben mit dem Kastenwagen

vergleichbar sind, dürfte der Bus mit

fünf Sitzplätzen sowie einem bis zu 3.615

Liter fassenden Kofferraum nicht nur für

gewerbliche, sondern auch für familienorientierte

Nutzer interessant sein – auch

dank einer recht üppigen Ausstattung. Die

Preise beginnen bei rund 38.300 Euro. Zusätzlich

zum Fünfsitzer wird es auch einen

Siebensitzer, ein sechssitziges Taxi und

eine rollstuhlgerechte Version geben.

Den PV5-Versionen Cargo und Passenger

will Kia zahlreiche weitere Nutzfahrzeug-

Modelle und Modellvarianten folgen lassen.

Der PV5 Cargo wird exklusiv über ein

spezialisiertes Händlernetz vertrieben, das

bis zum Jahresende rund 100 Standorte

umfasst, während die Passenger-Variante

bei allen Kia Händlern erhältlich ist.

KIA PV5 CARGO (L2H1)

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.695 mm/1.895 mm/1.923 mm/2.995 mm

Leistung: 89 kW/122 PS-120 kW/163 PS

Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h

Stromverbrauch: 19,0-19,1 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 297-416 km

Ladezeiten AC / DC:

4,75 bzw. 6,5 Std. / 30 min

PREIS: AB 39.190 EURO


36

2025

Neu auf dem markt

Genesis Elektromodelle

Nachgeladen

Fokus Elektromobilität: Wie kaum eine andere Premiummarke

treibt die edle Hyundai-Tochter Genesis die Elektrifizierung ihrer

Modellpalette voran. Jetzt starten alle drei Stromer der Marke –

der kompakte Crossover GV60, das große SUV Electrified GV70

und die Oberklasse-Limousine Electrified G80 – umfassend

erneuert ins neue Modelljahr: mit mehr Reichweite,

geschärftem Design und neuen Technologien.

Genesis Electrified G80

Kompakt-Sportler

Der GV60 ist der kraftvolle Sportler im Genesis Modellprogramm

– und dieser Charakter wird mit der jüngsten Überarbeitung weiter

gestärkt: etwa mit dem virtuellen Gangwechselsystem VGS,

das die Funktion eines manuellen Schaltgetriebes simuliert und

dem Fahrer ein aktiveres und dynamischeres Erlebnis am Lenkrad

vermittelt.

Zusammen mit dem Drift-Modus für den Rennstreckeneinsatz

und einem elektronischen Sperrdifferenzial, das Kurvenfahren

und Anfahren verbessern soll, avanciert der GV60 zu einem veritablen

Elektro-Sportler. Die Systeme sind Teil des Topmodells

Sport+ mit Allradantrieb und zwei Elektromotoren, die zusammen

360 kW/490 PS Leistung und 700 Nm Drehmoment produzieren.

Daneben gibt es den GV60 auch in einer 234 kW/319 PS starken

Allradversion sowie mit Hinterradantrieb und 168 kW/229 PS. Die

Preise starten bei 53.500 Euro.

Alle drei Antriebsvarianten profitieren zum neuen Modelljahr von

einer stärkeren Batterie, die jetzt 84 statt 77 kWh Kapazität besitzt

und damit eine Reichweite von bis zu 561 Kilometern ermöglicht.

Die 800-Volt-Ladetechnik – ein Merkmal aller Elektromodelle der

Marke – sorgt dabei für flotte Ladevorgänge; für das Nachladen

von 10 auf 80 Prozent werden nur 18 Minuten veranschlagt. Verbessert

wurden zudem die Batterievorkonditionierung und das

Smart Regeneration System, das Echtzeit-Informationen des Navigationssystems

zu Verkehrslage und Streckenverlauf berücksichtigt.

So kann das regenerative Bremssystem möglichst optimal

genutzt werden.

Auch innen hat sich einiges getan: Neu sind das 27 Zoll große

Digital-Cockpit, das die Anzeigen des Kombiinstruments und des

Infotainmentsystems zu einem großen Display vereint, und das

Bang & Olufsen Soundsystem mit Dolby Atmos Technologie.


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Genesis Electrified GV70

Genesis GV60

GENESIS GV60

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.515 mm/1.890 mm/1.580 mm/2.900 mm

Leistung: 168 kW/229 PS-360 kW/490 PS

Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h

Stromverbrauch: 16,7-19 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 501-561 km

Ladezeiten AC / DC:

7,0 Std. 20 min / 18 min

PREIS: AB 53.500 EURO

GENESIS ELECTRIFIED GV70

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.715 mm/1.995 mm/1.630 mm/2.875 mm

Leistung: 360 kW/490 PS

Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h

Stromverbrauch: 19,2 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 479 km

Ladezeiten AC / DC:

7,0 Std. 20 min / 18 min

PREIS: AB 69.050 EURO

GENESIS ELECTRIFIED G80

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

5.135 mm/1.925 mm/1.480 mm/3.140 mm

Leistung: 272 kW/370 PS

Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h

Stromverbrauch: 18,1 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 570 km

Ladezeiten AC / DC:

8 Std. 30 min / 25 min

PREIS: AB 75.000 EURO


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2025

Neu auf dem Markt

Außen sorgen der modifizierte dreidimensionale Stoßfänger und

die Scheinwerfer im Zwei-Linien-Design, die jetzt mit Micro-Lens-

Array-Technologie arbeiten, für einen markanten Auftritt.

SUV-Souveränität

Eine Fahrzeugklasse höher rangiert der Electrified GV70: Während

der sportlich ausgelegte GV60 kompakte Power verkörpert, vermittelt

das rund 20 Zentimeter längere Premium-Mittelklasse-

SUV Präsenz und Souveränität. Zum neuen Modelljahr profitiert

der vollelektrische GV70, der ab 69.050 Euro angeboten wird, von

den gleichen Updates, die auch den GV60 aufwerten: Die jetzt 84

kWh starke Batterie sorgt für höhere Reichweiten von bis zu 479

Kilometern, das virtuelle Schaltgetriebe ermöglicht ein aktiveres

Fahrerlebnis, und das neue Infotainmentsystem ccIC mit 27-Zoll-

Display holt Streamingdienste wie Disney+ und Netflix ins Auto.

Hinzu kommen Neuerungen, die das Wohlbefinden an Bord steigern

sollen – darunter der Mood Curator, der mithilfe von Licht,

Musik und Düften die Stimmung der Passagiere beeinflusst und

auch die Massagefunktion der Ergo-Motion-Sitze unterstützt.

Ebenfalls verfügbar ist der Digital Key 2.0, der das Smartphone

zum berührungslosen Autoschlüssel macht, der sich einfach und

sicher mit Familie und Freunden teilen lässt.

Komfort-Maßstab

Den Standard für Komfort setzt im elektrischen Genesis-Portfolio

aber weiterhin der Electrified G80 – nicht zuletzt dank des im

Zuge der Modellüberarbeitung um 13 Zentimeter verlängerten

Radstandes, was der vollelektrischen Limousine der Oberklasse

fürstliche Platzverhältnisse im Fond beschert. In Verbindung mit

dem Komfort-Sitzpaket für die zweite Sitzreihe, das unter anderem

elektrisch schließende Türen, elektrisch bedienbare Sonnenblenden

und eine individuelle Sitzheizung für alle Sitzplätze

umfasst, avanciert der Electrified G80 damit auf Wunsch auch zu

einer echten Chauffeurs-Limousine.

Der lange Radstand trägt dabei zu den ausgewogenen Proportionen

des Viertürers und zu seinen komfortablen Fahreigenschaften

bei. Unebenheiten oder Bodenwellen werden vom elektronischen

Fahrwerk mit Preview-Funktion schon im Voraus erkannt und entsprechend

ausgebügelt. Auch die tief in der Struktur platzierte

Batterie verbessert Fahrkomfort und -stabilität: Im neuen Electrified

G80 kommt sie auf eine Kapazität von 94,5 kWh, was für bis zu

570 Kilometer reicht. Das Nachladen von 10 auf 80 Prozent dauert

25 Minuten. Der Ladeanschluss ist beleuchtet und beheizt, um unter

allen Bedingungen ein bequemes Aufladen zu gewährleisten.

Darüber hinaus halten Systeme und Technologien aus den anderen

Genesis-Elektromodellen Einzug in das Komfortflaggschiff:

etwa das neue Infotainmentsystem mit Panorama-Display, das

Soundsystem von Bang & Olufsen, der digitale Smartphone-

Schlüssel oder die Multi-Lens-Array-Technologie für die Scheinwerfer,

die Ausleuchtung und Fahrsicherheit verbessert. Die Preise

für den neuen Electrified G80 beginnen bei 75.000 Euro.

AUF EXPANSIONSKURS

Expansion in Europa: Vier Jahre nach dem Start

in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien

will Genesis nun weitere europäische

Märkte erobern. Künftig ist die koreanische

Marke auch in Frankreich, Spanien, Italien und

den Niederlanden vertreten. Ab Anfang 2026

sollen die ersten Modelle auf die neuen Märkte

rollen.

Der Fokus liegt dabei weiterhin auf den

E-Modellen. Weil der Siegeszug der Elektromobilität

allerdings deutlich langsamer vorankommt

als ursprünglich erwartet, wollen sich die

Koreaner in Zukunft aber auch technisch breiter

aufstellen. Zusätzlich zu den reinen Elektroautos

plant Genesis die Einführung von Hybridfahrzeugen.

Neue Wege beschreitet Genesis

zudem mit dem Motorsport-Engagement, das

auf Bekanntheit und Image der Marke abstrahlen

soll. Das neu gegründete Genesis Magma

Racing Team bereitet sich aktuell auf den Einstieg

in die Langstrecken-Rennserie WEC in der

kommenden Saison vor. Das Hypercar GMR-001

hat bereits die ersten Testfahrten absolviert. Am

Steuer sitzt unter anderem der deutsche Rennfahrer

André Lotterer, der die Erfahrung von

mehreren Le-Mans-Siegen mit ins Team bringt.

Genesis Electrified G80


Neu auf dem Markt

39

Xpeng G6 und G9

Kurz am Kabel

Schnell, schneller, Xpeng: Die beiden SUV-Modelle G6 und G9 der chinesischen Automarke

beeindrucken zum neuen Modelljahr mit ultrakurzen Ladezeiten. Neben den neuen Hochvolt-

LFP-Akkus gibt es einen aufgewerteten Innenraum und neue Ausstattungsmerkmale –

zu weitgehend unveränderten Preisen.

Gemütlich Kaffee trinken an der Raststätte

war gestern: Mit den überarbeiteten SUV-

Modellen G6 und G9 führt der chinesische

Autohersteller Xpeng eine Batterietechnik

ein, die die Ladezeiten fast schon auf Tankstopp-Niveau

bei Verbrennern verkürzt.

Gerade einmal 12 Minuten soll es künftig

noch dauern, den Akku von 10 auf 80 Prozent

zu füllen; 450 Kilometer Reichweite

sind sogar schon in weniger als 10 Minuten

„nachgetankt“.

Grund sind die besonders hohen Ladeleistungen

von bis zu 451 kW beim G6 und

525 kW beim G9 in Verbindung mit einer

neuen Lithium-Eisenphosphat-Batterie

(LFP), die ohne teure und wenig nachhaltige

Materialien wie Kobalt, Mangan

und Nickel auskommt. Da spielt es auch

nur eine untergeordnete Rolle, dass die

Xpeng-Modelle im Wettbewerbsvergleich

zwar sehr gute, aber nicht herausragende

Reichweiten von bis zu 585 Kilometern erzielen

– zusammen mit den kurzen Ladezeiten

ist dennoch echter Reisekomfort

auf der Langstrecke gewährleistet.

Besonders zufrieden: Xpeng-Fahrer

Schon bisher hat sich die chinesische

Automarke, die erst seit gut einem Jahr

in Deutschland aktiv ist, mit fortschrittlichen

Elektro-Technologien hervorgetan

– in Verbindung mit einem dynamischen,

stilsicheren Design und einer umfassenden

Ausstattung. Wer sich ein wenig mit

der Marke beschäftigt, wundert sich daher

kaum darüber, dass Xpeng in einer aktuellen

Zufriedenheitsstudie unter Elektroauto-

Besitzern, die das Marktforschungsinstitut

Uscale durchgeführt hat, mit 81 Prozent die

höchste Weiterempfehlungsrate unter allen

Marken erzielt hat.

Und die Chinesen tun einiges dafür, dass

das auch in Zukunft so bleibt. Neben der

verbesserten Batterie- und Ladetechnik

erhält der Coupé-artig geschnittene,

etwas kompaktere G6 zum neuen Modelljahr

unter anderem einen neu gestalteten

Innenraum mit neuem Display und neuem

Lenkraddesign. Das große SUV-Flaggschiff

G9 fährt mit neuen Komfortsitzen mit

10-Punkt-Massagefunktion sowie einem

besonders großen Panorama-Glasschiebedach

vor.

Bemerkenswert: Trotz der Neuerungen bei

Ausstattung und Technik bleiben die Preise

weitgehend unverändert. Der G6 startet als

RWD Long Range mit 80,8-kWh-Batterie

nach wie vor bei 47.600 Euro. Die Preise

für die Version mit der kleinen Batterie liegen

zwar noch nicht vor, dürften sich aber

ebenfalls auf dem Niveau des Vorgängers

bewegen, der bei 43.600 Euro startet. Der

G9 beginnt weiterhin bei 59.600 Euro für

den RWD Standard Range mit 79-kWh-

Akku, die 93-kWh-Batterie ist ab 63.600

Euro erhältlich. Neben Hinterradantrieb

werden beide Modelle auch mit Allradantrieb

angeboten.

XPENG G6 (LONG RANGE)

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.758 mm/1.920 mm/1.650 mm/2.890 mm

Leistung: 218 kW/296 PS-358 kW/486 PS

Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h

Stromverbrauch: 17,5-18,4 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 510-525 km

Ladezeiten AC / DC: ca. 9 Std. / 12 min

PREIS: AB 47.600 EURO

XPENG G9

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.891 mm/1.937 mm/1.680 mm/2.998 mm

Leistung: 258 kW/351 PS-423 kW/575 PS

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

Stromverbrauch: 18,4-20,1 kWh/100 km

Elektrische Reichweite: 502-585 km

Ladezeiten AC / DC: 9 Std. / 12 min

PREIS: AB 59.600 EURO


40

2025

Neu auf dem Markt

OPEL MOKKA GSE

Länge/Breite/Höhe/Radstand:

4.150 mm/1.787 mm/1.506 mm/2.561 mm

Leistung: 207 kW/280 PS

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

Elektrische Reichweite: 336 km

Opel Mokka GSE

Mehr Puls

pro Watt

Aus dem Motorsport in die Serie: Mit dem neuen Mokka GSE bringt Opel den

zivileren Bruder des gleichnamigen Rallye-Modells auf die Straße. Mit viel Leistung

und wenig Gewicht zeigt er, wie viel Spaß Elektromobilität machen kann.


41

Das E in GSE stand bei Opel früher für Einspritzung. Die Zeiten

sind vorbei: Inzwischen firmieren unter den drei Buchstaben die

sportlichen Elektro-Modelle der Marke – so wie der Mokka GSE,

der auf der IAA in München Premiere feiert. Mit 207 kW/280 PS

und dem maximalen Drehmoment von 345 Nm zieht er mit dem

Mokka GSE Rally gleich, der seit diesem Frühjahr im ADAC Opel

Electric Rally Cup unterwegs ist – und von dessen Pionierarbeit

im elektrischen Rallye-Sport er profitiert.

Racing-Power

Die Fahrleistungen des Straßen-GSE sind schon mal flott: Er beschleunigt

in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und avanciert mit

einer abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zum

bisher schnellsten aller vollelektrischen Opel-Modelle. Die volle

Power gibt es aber nur, wenn der Sport-Modus aktiviert ist.

Den Weg zur Rennstrecke absolviert man hingegen am besten im

Standard-Modus „Normal“, in dem die Höchstgeschwindigkeit bei

180 km/h erreicht wird, oder gleich im Eco-Modus, der auf größtmögliche

Effizienz und Reichweite ausgelegt ist. Wobei darauf nicht

der Fokus der Entwickler lag: Mit seinem 54-kWh-Akku kommt

der Mokka GSE maximal 336 Kilometer weit und unterbietet den

normalen elektrischen Mokka damit um knapp 70 Kilometer.

Die Stärken des GSE liegen woanders: beispielsweise bei dem auf

unter 1.600 Kilogramm begrenzten Leergewicht oder dem ausgeklügelten

Fahrwerks-Set-up mit Torsen-Lamellen-Sperrdifferenzial,

spezifischen Achsen und doppelten Hydro-Stoßdämpfern.

Zusammen mit der tiefergelegten Karosserie sorgt das für

hohe Agilität und Stabilität. Auch Lenkung und Bremsen wurden

sportlich ausgelegt. Vom GSE Rally hat der Kompakt-Sportler zudem

Komponenten wie Motor, Inverter, Batterie und Kabelbaum

übernommen.

Stil und Sportlichkeit

Was in ihm steckt, zeigt der Rallye-Stromer vor allem mit seinen

aerodynamisch optimierten 20-Zoll-Leichtmetallrädern im GSE-

Design, die mit Michelin Pilot Sport EV 225/40 R20 Reifen bezogen

sind und den Blick auf gelbe GSE-Bremssättel freilegen. Darüber

hinaus gibt es gelbe und schwarze Schriftzüge an Front und Seiten

sowie spezielle GSE-Einsätze an Front und Heck. Dennoch kommt

der Mokka GSE vergleichsweise zivil daher und präsentiert sich

eher als emotionales Kompakt-SUV denn als reinrassiger Sportler.

Die Mischung aus Stil und Sportlichkeit dominiert auch das Interieur,

das in den Farben Grau, Schwarz, Weiß und Gelb gehalten ist.

Spezielle Alcantara-Sportsitze mit integrierter Kopfstütze und gelb

gesteppten Nähten gehören ebenso zur Serienausstattung wie

GSE-spezifische Alcantara-Türeinsätze, Alu-Sportpedale sowie ein

oben und unten leicht abgeflachtes Lenkrad. Auch die Anzeigen

sind im typischen GSE-Stil gestaltet: Während das 10 Zoll große

Display hinter dem Lenkrad vielfach personalisierbar ist, liefert

der zentrale Farb-Touchscreen Performance-Daten und zeigt G-

Kräfte, Beschleunigungswerte und Batteriemanagementdaten an.

Schon aktuell ist der Mokka das Opel-Modell, das die meisten

Neukunden für die Marke mit dem Blitz gewinnt. Auch wenn die

Preise noch nicht bekannt sind: Der GSE dürfte das Eroberungspotenzial

der Baureihe weiter verstärken.

Mehr zu Opel auf IAA-Spot.de.


42

2025

Neu auf dem Markt

SUV-Tipps für Sparfüchse

Groß im Alltag – klein im Preis

Geräumig, vielseitig und alltagstauglich: SUVs sind gefragt wie nie – nicht nur bei Vielfahrern, sondern

auch bei Familien oder Pendlern. Ihre erhöhte Sitzposition, flexible Innenräume und das robuste

Auftreten treffen den Nerv vieler Käufer. Auch mit schmalerem Budget ist die Auswahl beachtlich – ob

mit klassischem Antrieb oder rein elektrisch. In unserer Übersicht zeigen wir 20 Modelle bis 30.000 Euro

beziehungsweise 40.000 Euro, wenn eine Batterie an Bord ist.

DIE VERBRENNER

(bis 30.000 Euro)

Günstige SUV mit Ottomotor gibt es in großer Zahl. Der Diesel hingegen ist mittlerweile fast ganz

verschwunden, als Spritsparoption sind teils aber Hybride oder Autogasmodelle zu bekommen.

Allradantrieb war in dieser Klasse immer selten – und ist es weiterhin.

Citroën C3 Aircross (ab rund 18.000 Euro)

Der gemütliche Franzose besticht bei schlanken Maßen durch

viel Platz, hohe Sitzposition und sanfte Federung – ideal für die

Stadt und mit bis zu sieben Sitzen passt er auch für Wochenendausflüge

mit der Familie. Vor allem in den höheren Ausstattungslinien

wissen Karosserie- und Cockpit-Design zu gefallen.

KGM Tivoli (ab rund 19.000 Euro)

Das kleine südkoreanische Kompakt-SUV bietet viel Auto fürs

Geld: kräftiger Motor, umfangreiche Ausstattung, ein gutes

Platzangebot und ein eigenständiges Design. Auf Wunsch gibt

es sogar Allradantrieb. Wichtig für die Preis-Leistungs-Bilanz:

Die Garantie ist mit fünf Jahren recht großzügig bemessen.


43

Toyota Aygo X Hybrid (ab rund 20.000 Euro)

Der Mini-Crossover will die Vorzüge der Hybridtechnik ins City-

Segment bringen, verspricht die Kombination von geringem

Verbrauch und flottem Elektro-Antritt. Mit markanter Optik und

erhöhter Sitzposition fühlt er sich im Stadtverkehr größer an als

es seine knapp 3,80 Meter Länge vermuten lassen.

MG ZS (ab rund 21.000 Euro)

Ein preiswertes, durchaus stattliches Kompakt-SUV, das viel

bietet: Hybrid-Effizienz, solide Verarbeitung und überraschend

flotte Fahrleistungen. Ein solides Alltags-SUV, das trotz chinesischer

Herkunft bei Bedienung und Optik keineswegs exotisch

anmutet.

Dacia Bigster (ab rund 24.000 Euro)

Auch der größte Dacia (4,60 Meter Länge und bis zu knapp

2 Kubikmeter Kofferraumvolumen) bleibt dem Erfolgsrezept der

Marke treu und bietet viel Gegenwert für relativ wenig Geld.

Wer noch mehr sparen will, wählt den Autogas-Mildhybrid. Das

richtige Auto für Duster-Fahrer mit Familienzuwachs.

Opel Frontera (ab rund 24.000 Euro)

Der kleine Crossover trägt den Namen seines Geländewagen-

Urahns, will aber mangels Allradantrieb nicht ins Gelände.

Stattdessen gibt er mit gutem Raumangebot und günstigen

Preisen den funktionalen Allrounder für die Familie. Optional

auch mit sieben Sitzen oder Elektroantrieb.


44

2025

Neu auf dem Markt

Suzuki Vitara

(ab 27.500 Euro)

Fast schon ein Klassiker unter den kleinen

SUV: solider Allrounder mit zuverlässiger

Technik, einfacher Bedienung

und unaufdringlichem Fahrverhalten.

Als eines der wenigen Modelle in der

kleinen Klasse bietet der Japaner auf

Wunsch Allradantrieb.

Nissan Juke (ab rund

25.000 Euro)

Der kleine Coupé-Crossover bleibt ein

Blickfang – hat in der neuen Generation

aber mehr Platz, modernes Infotainment

sowie einen angenehmen Fahrkomfort.

Und auf Wunsch Hybridantrieb. Wer es

stylisch und individuell mag, findet in

ihm einen urbanen SUV mit Charakter.

Mazda CX-30

(ab rund 29.400 Euro)

Sportlich abgestimmter kleiner Crossover

mit effizientem Antrieb, optionaler

Allradtechnik und hochwertigem

Interieur. Nicht billig, aber auch gerade

in Sachen Sicherheit umfangreich ausgestattet.

Weiteres Kaufargument: sechs

Jahre Garantie.

Ford Puma (ab rund 29.000 Euro)

Agil, stylisch, praktisch: Der kleine Crossover im Sportwagen-

Look überzeugt nicht nur mit dynamischem Handling sondern

auch mit cleverem Extra-Fach im Kofferraumboden – so groß,

dass auch eine Yucca-Palme aufrecht hinten reinpasst. Seit kurzem

auch in einer Elektrovariante zu haben.


DIE ELEKTRISCHEN

(bis 40.000 Euro)

45

Der E-Antrieb dürfte in Zukunft für eine wahre Schwemme an Crossovern sorgen – allein schon,

weil die dicke Batterie im Unterboden die Proportionen von Klein- und Kompaktwagen automatisch

Richtung SUV verschiebt. Weil der Speicher aber auch die Preise hochtreibt, haben wir hier in unserer

Übersicht bis zu 10.000 Euro mehr Grundpreis angesetzt.

Dacia Spring (ab 17.000 Euro)

Der absolute Preiskracher: kleines E-SUV, einfach ausgestattet und für die Stadt

optimiert. Reichweite rund 230 Kilometer, Fahrverhalten simpel, aber in der City quirlig

– klar auf Zweckmäßigkeit getrimmt. Vor allem als Zweitwagen für Photovoltaikbesitzer

ein echtes Mobilitäts-Schnäppchen.

Fiat Grande Panda Elektro

(ab 25.000 Euro)

Hyundai Inster

(ab 24.000 Euro)

Die „tolle Kiste“ ist groß geworden und trägt nun passenderweise ein

„Grande“ im Namen, Plastikplanken für die Karosserie und Unterfahrschutz

sorgen für leichtes Offroad-Flair. Ansonsten bleibt es bei günstigen Preisen,

unkomplizierter Bedienung und ordentlichem

Platzangebot auf kleiner Fläche.

Klein, günstig, aber keineswegs „billig“.

Der unter 4 Meter lange, viersitzige Koreaner

ist für die Stadt und Kurzstrecke

gemacht, verträgt aber dank effizientem

Antrieb und reifem Fahrverhalten auch

schon mal längere Touren. In der

„Cross“-Variante mit Offroad-Look

sogar ein Hingucker.


46

2025

Neu auf dem Markt

Togg T10X (unter 40.000 Euro)

Der türkische Hersteller bricht mit seinem ersten Modell nach Deutschland auf,

der Marktstart ist für Ende 2025 geplant. Das mittelgroße SUV vereint modernen

E-Antrieb und anatolische Traditionen, vor allem beim Design. In der Türkei kostet

der Togg zwischen 32.000 und rund 40.000 Euro.

Suzuki e-Vitara

(ab rund 30.000 Euro)

Das baugleiche Schwestermodell des

Urban Cruiser. Heißt ähnlich wie der

Verbrenner, ist aber technisch nicht

verwandt: Das kleine SUV überträgt

die bekannten Tugenden des Modells

in die elektrische Zukunft. Solide Technik,

unkompliziertes Handling und

erhöhte Sitzposition – jetzt halt lokal

emissionsfrei.

BYD Atto 2 (ab 32.000 Euro)

Der größte E-Autohersteller der Welt hat in Deutschland mittlerweile neun Batterieautos

im Angebot. Der Atto 2 ist der zweitkleinste und zweitgünstigste. Trotzdem

gibt es viel Ausstattung, ein erwachsenes Fahrverhalten und gute Platzverhältnisse.

Škoda Elroq (ab 34.000 Euro)

Der kleine Bruder des Enyaq – um einiges günstiger, aber kaum

weniger alltagstauglich. Dank durchdachter Funktionen,

hohem Komfort und zeitgemäßer Reichweite vom Start

weg ein Elektrobestseller in Europa.


47

Kia EV3 (ab 36.000 Euro)

Kantig, cool und erstwagentauglich – Kias aktuell kleinstes E-Auto

bietet bei kompakten Abmessungen auch im Fond viel Platz.

Reichweite, Fahrwerkskomfort und Infotainment sind ebenfalls

auf erwachsenem Niveau.

Leapmotor C10

(ab 37.600 Euro)

China-Schnäppchen aus dem europäischen

Stellantis-Konzernnetzwerk: Ein

E-SUV der gehobenen Mittelklasse mit

ordentlicher Ausstattung und mehr als

400 Kilometern Normreichweite. Auch

mit Range-Extender-Benziner zu haben.

Peugeot e-2008

(ab rund 40.500 Euro)

Bereits in der zweiten Generation zu haben,

nun mit stärkerem E-Antrieb, besseren Fahrleistungen

und mehr Platz – auch im Kofferraum, der

für ein Mini-SUV groß ausfällt. Stylische Optik außen,

futuristisches Design innen.

Volvo EX30

(ab 38.500 Euro)

Der kleinste und günstigste Volvo wendet

sich weniger an Familien als an nachhaltig

denkende junge Paare und Singles. Die

bekommen skandinavisches Design und

modern-puristisches Infotainment – ohne

Tacho hinterm Lenkrad, dafür mit Google-

Diensten.


48

2025

MOBIL

Umkämpfter

Umbau

Auch wenn das Auto im Fokus steht: Die IAA Mobility bringt verschiedene

Mobilitätsformen zusammen und schafft Raum für den Austausch von

Ideen und für das gemeinsame Finden von Lösungen. Damit spiegelt sie

die Diskussionen wider, die derzeit überall auf der Welt geführt werden:

Wie lassen sich die unterschiedlichen Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer

in Einklang bringen?


49

Die autogerechte Stadt ist Geschichte: Von ungehindertem

Verkehrsfluss – einst das Ziel der Stadtplaner rund um die Welt

und insbesondere in Deutschland – kann schon lange keine

Rede mehr sein. Der Fahrzeugbestand wächst ungehindert, die

Blechlawinen, die sich Tag für Tag durch die Innenstädte wälzen,

werden eher noch größer, und während Anwohner schon

jetzt keinen Parkplatz mehr finden, entsteht gleichzeitig der

Wunsch nach mehr Grünflächen und Wegen für Radfahrer und

Fußgänger. Kurz: Der öffentliche Raum in den Städten muss

neu verhandelt werden.

Schöne neue Mobilitätswelt

Wie dies aussehen kann und wie die Städte gegen den Verkehrskollaps

kämpfen, zeigen wir auf den Seiten 52 bis 54. Die

Initiative kann zum Beispiel von einer ambitionierten Bürgermeisterin

wie in Paris kommen, von Volksbegehren wie „Berlin

autofrei“, von Planern oder Stadtteilbewohnern – klar ist jedenfalls,

dass der Umbau urbaner Mobilität weder linear noch

konfliktfrei verläuft. Und dass es funktionierende Alternativen

braucht, um die Autos aus den Städten zu holen.

Als Paradebeispiel für ein Land, in dem die Mobilitätswende

schon längst gelungen ist, werden seit jeher die Niederlande

genannt. Tatsächlich hat kein anderes Land in Europa seine

Infrastruktur so konsequent auf den Radverkehr ausgerichtet

wie unser Nachbar. Zweiräder dominieren in Städten wie Amsterdam

das Straßenbild und vermitteln urbane Lebensqualität.

Der Selbstversuch – nachzulesen auf den Seiten 55 bis 57

– zeigt allerdings: Wo Licht ist, ist auch Schatten.

will, findet auf den Seiten 58 und 59 fundierte Argumentationshilfen.

Aufgeräumt wird dort mit zahlreichen Mythen und

Missverständnissen rund um das Elektroauto: etwa, dass die

Batterien nicht halten, das Stromnetz nicht ausreichend belastbar

ist oder dass die Klimabilanz der Stromer schlechter ist als

die von Verbrennern.

Geschäftsmodell Over-the-Air-Updates

Komfort, Sicherheit und Konnektivität – viele neue Fahrzeugfunktionen

werden inzwischen von Software gesteuert und

lassen sich drahtlos „over the air“ aktualisieren. Autos werden

so im Idealfall immer besser, auch wenn sie die Werkshallen

schon längst verlassen haben. Neue Assistenzfunktionen werden

einfach über das Mobilfunknetz aufgespielt und installiert,

Fehler werden behoben, ohne dass der Kunde in die Werkstatt

muss, und Funktionen, für die noch keine gesetzliche Freigabe

vorliegt, können bereits eingebaut und später aktiviert werden.

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Denn natürlich haben

manche Autohersteller die Updates längst auch als Einnahmequelle

identifiziert. Ob Sitzheizung, Verkehrszeichenerkennung

oder sogar mehr Motorleistung – eingebaut ist es zwar schon,

aber freigeschaltet wird es erst gegen einmaligen Aufpreis

oder gegen eine Abogebühr.

Drahtlose Updates machen Autos auch nach dem

Kauf immer besser – nicht alles aber ist kostenlos.

Auch wenn Fahrradverkehr und andere Verkehrsmittel wie E-

Scooter schon heute eine wichtigere Rolle spielen: Wir werden

auch in Zukunft noch ziemlich oft mit dem Auto unterwegs sein

– immerhin aber zunehmend elektrisch und damit keine Abgase

mehr direkt in die Luft pustend. Wer noch an der E-Mobilität

zweifelt oder sich für Stammtischdiskussionen wappnen

Platz für alle: Der öffentliche Raum in den Städten

wird neu verhandelt.

Schnelles Laden erleichtert den Umstieg auf Elektromobilität.


50

2025

Mobil

Unverzichtbares Auto

Anteile der Verkehrsmittel an allen zurückgelegten Wegen 2023

in Prozent (gerundete Zahlen)

Quelle: Verkehrsministerium

Viele Alltagsziele in 15

Minuten erreichbar

zu Fuß

Öffentlicher

Verkehr (ÖPNV,

Fernbusse und

Bahnen, Flugzeug,

Taxi)

11 %

26 %

11 %

53 %

motorisierter

Individualverkehr

(Auto, Motorräder

etc.)

Die „15-Minuten-Stadt“ ist vielerorts in

Deutschland bereits Realität: Innerhalb

dieser Zeitspanne sind Alltagsziele wie

Supermärkte, Kitas und Ärzte in vielen

deutschen Städten zu Fuß oder mit dem

Fahrrad erreichbar, so die Ergebnisse einer

Studie des Bundesinstituts für Stadtund

Raumforschung (BBSR) im Auftrag

des Wohnministeriums. Drei Viertel der

Ziele liegen im Schnitt in dieser Distanz.

Gute Erreichbarkeit nutzt laut der Studie

allen sozialen Gruppen.

Fahrrad

E-Auto-Reparaturen:

Kostennachteil schrumpft

Unfallreparaturen bei E-Autos nähern sich preislich denen für

Verbrenner: Nach Angaben des Versicherungsverbands GDV sind

Vollkasko-Schäden bei Stromern noch 15 bis 20 Prozent teurer; vor

einem Jahr lag die Differenz bei 20 bis 25 Prozent. Absolut steigen

die Reparaturkosten zwar weiter, bei E-Autos jedoch langsamer,

was die Lücke schrumpfen lässt. Zu den Gründen zählen laut GDV

die größere Erfahrung von Werkstätten, Abschleppdiensten,

Feuerwehren und Gutachtern.

Für die Reparaturen an E-Autos sind unter

anderem spezielle Werkzeuge nötig.

49,3

Millionen…

… Pkw registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt zum 1. Januar 2025 auf

Deutschlands Straßen; 2024 waren es noch 49,1 Millionen. Auch die

Pkw-Dichte hat weiter zugenommen: Auf 1.000 Einwohner kamen

zu Beginn des Jahres 590 Autos (2024: 588).

Kurzparken wird schon seit vielen Jahren

teurer, nun ziehen immer mehr Städte die

Anwohnerparkgebühren an.

Städte denken

Parkgebühren neu

Vor fünf Jahren fiel die bundesweite

Obergrenze für Anwohnerparkgebühren,

seither haben viele Städte ihre Preise

deutlich erhöht. In Bonn zahlen Bewohner

bis zu 360 Euro pro Jahr, in Münster

260 Euro, in Lüneburg 120 Euro. In Tübingen

sind die Gebühren nach Fahrzeuggewicht

gestaffelt (240-300 Euro/Jahr), in

Köln nach Fahrzeuglänge (100-120 Euro/

Jahr). Vor Oktober 2020 lag die Obergrenze

bei 30,70 Euro. Zum Vergleich: In

Stockholm kostet das Bewohnerparken

1.670 Euro (teuerste Zone), in Amsterdam

Innenstadt rund 650 Euro im Jahr. Viele

Städte erhöhen die Gebühren, um den

knappen Parkraum besser zu steuern

und den Umstieg auf Bus, Bahn oder

Fahrrad zu fördern.


IT’S ALL ABOUT

MOBILITY

9.–12. SEPT 2025

IN MÜNCHEN

TICKETS.MESSE-MUENCHEN.DE/

MM/IAA25/SHOP

Jetzt Ticket sichern


52

2025

Mobil

Planung der Initiative „Berlin autofrei" zur Umgestaltung

der Straße des 17. Juni: links die aktuelle Situation,

rechts ein Rendering.

KAMPF GEGEN DEN KOLLAPS

Wie Städte die Straßen

zurückerobern

Immer mehr Städte schränken den Autoverkehr ein – mit sehr unterschiedlichen Strategien.

In Berlin etwa könnte ein Volksbegehren zum Testfall für eine neue Mobilitätskultur werden.

Weltweit ächzen Städte unter Blechlawinen, Staus zählen zum Alltag,

der öffentliche Raum schrumpft zugunsten von Fahrbahnen

und Parkplätzen. Der Verkehrsinfarkt ist längst kein Zukunftsszenario

mehr, sondern tägliche Realität in vielen Metropolen rund

um den Globus. Doch die Städte steuern gegen, auf ganz unterschiedliche

Weise – mit Anreizen und Verboten.

Gesundheit sowie Umwelt- und Klimaschutz als „überragend

wichtige Gemeinwohlziele“ und hielt die Eingriffe für verhältnismäßig.

Damit steht Berlin vor einem möglichen Modellversuch,

der bundesweit und international Beachtung findet – als konkreter

Testfall dafür, wie weit eine Großstadt bereit ist, das Auto

zurückzudrängen.

Eine der aktuell radikalsten Ideen zu einer Verkehrswende findet

man ausgerechnet im Autoland Deutschland – auch wenn ihr

Erfolg höchst zweifelhaft ist. Im Juni 2025 hat der Berliner Verfassungsgerichtshof

die Einleitung des Volksbegehrens „Berlin

autofrei“ für zulässig erklärt. Die Initiative, die den privaten Autoverkehr

im Bereich der Umweltzone massiv einschränken will,

sieht vor, dass jeder Einwohner pro Jahr nur noch zwölf Fahrten

mit dem eigenen Auto innerhalb des betroffenen Gebiets unternehmen

darf. Ausnahmen sind möglich, etwa für Menschen mit

Behinderungen oder Einsatzkräfte. Der Senat hatte das Begehren

zunächst abgelehnt, doch das Gericht sah den Schutz von Leben,


53

Internationale Vorbilder

Dass so ein Umbau nicht nur möglich, sondern auch wirksam sein

kann, zeigen internationale Beispiele. Paris etwa hat in den vergangenen

Jahren hunderte Straßenzüge für den motorisierten

Individualverkehr gesperrt. Die Bürgermeisterin verfolgt seit Jahren

einen klaren Kurs: mehr Platz für Fußgängerinnen und Radfahrer,

weniger Raum für Autos. Besonders sichtbar wird das auf den

sogenannten „Rues aux écoles“, Straßen rund um Schulen, die

dauerhaft autofrei sind. Im März wurde zudem ein Referendum

verabschiedet, das weitere knapp 500 beruhigte beziehungsweise

fußgängerfreundliche Straßen vorsieht.

In Barcelona hat das Konzept der „Superblocks“ die Verkehrsplanung

verändert. Mehrere Wohnblöcke werden zu Zonen zusammengefasst,

in denen mit wenigen Ausnahmen nur noch Anwohner

mit dem Auto fahren dürfen. Die frei gewordenen Flächen

werden begrünt, umgestaltet, für gemeinschaftliche Nutzung

geöffnet – und das mitten in einer Millionenstadt.

Begrünte

Flächen im

Zentrum von

Barcelonas

„Superblocks“.

Unten: Der umgestaltete Place de la Nation

mit großzügigen Grünflächen. Weitere Projekte,

wie z.B. die Entsiegelung des Rathausvorplatzes

werden gerade umgesetzt.

Oben: alltägliches Chaos auf den Straßen von Paris.

Unten: Seit 2002 werden die Ufer der Seine im

Sommer als Stadtstrand genutzt.


54

2025

Mobil

Während in Singapur der begrünte Flughafen

Jewel Changi mit Schnellzuganschluss schon

Realität ist, steckt New York noch in der

Planung von Maßnahmen gegen den

Verkehrskollaps.

In Asien geht man zum Teil noch restriktiver vor. Singapur etwa

koppelt den Autobesitz an ein kostenintensives Lizenzerwerbssystem.

Wer dort ein Auto kaufen will, braucht ein „Certificate of

Entitlement“, das per Auktion vergeben wird und teils über 80.000

Euro kostet. Hinzu kommt eine dynamische Innenstadtmaut, die

je nach Verkehrsaufkommen variiert.

Tokio wiederum verpflichtet Bürgerinnen und Bürger, einen Stellplatz

in Wohnortnähe nachzuweisen, bevor ein Auto zugelassen

wird – ein stiller, aber effektiver Filter gegen ungebremstes Fahrzeugwachstum.

Auch Seoul verfolgt einen anderen Weg: Mit dem Rückbau von

Schnellstraßen, der Renaturierung innerstädtischer Flächen wie

dem Cheonggyecheon-Flusslauf und der Förderung des öffentlichen

Nahverkehrs wird aktiv versucht, das Auto aus der Innenstadt

zu verdrängen. In Peking wird über eine Zulassungslotterie

gesteuert, wer überhaupt ein Nummernschild bekommt – mit

starken Einschränkungen für Verbrenner, aber Vergünstigungen

für E-Autos.

Und auch New York City, eine Stadt, die lange als Hochburg des

Individualverkehrs galt, steht vor einem Wendepunkt. Nach jahrelangen

Debatten wird seit Januar eine City-Maut im südlichen

Manhattan erhoben. Sie soll Staus reduzieren und gleichzeitig Mittel

für den Nahverkehr generieren. London hat mit einer solchen

Maßnahme bereits Erfahrungen gesammelt – seit 2003 wird eine

Innenstadtgebühr erhoben, später ergänzt durch eine Umweltzone

mit Einschränkungen für besonders emissionsintensive Fahrzeuge.

Schleppender Start in der Main-Metropole

In vielen der internationalen Metropolen finden die Maßnahmen

bei vielen der betroffenen Bürger und Bewohner Zustimmung.

Ganz anders in Frankfurt: Die Stadt hat 2024 als erste deutsche

Großstadt eine Prämie eingeführt, um Menschen zum Verzicht

auf ihren Verbrenner zu bewegen. Bis zu 588 Euro in Form eines

Deutschlandtickets wurden im ersten Jahr ausgelobt, wenn das

eigene Auto abgemeldet wurde. Nach einem Jahr hatten sich

lediglich 575 Personen beteiligt, bei rund 350.000 zugelassenen

Fahrzeugen. Die geringe Resonanz hat Gründe: Kritiker verweisen

auf fehlende Alternativen im Nahverkehr, zu geringe finanzielle

Anreize und vor allem auf den praktischen Wert des Autos für viele

Berufspendler und Familien.

Die Spannbreite zwischen Berlin, Frankfurt und den internationalen

Beispielen zeigt: Der Umbau urbaner Mobilität verläuft weder

linear noch konfliktfrei. Wo Einzelmaßnahmen wie finanzielle Anreize

verpuffen, können strukturelle Eingriffe ganze Stadtbilder

verändern – vorausgesetzt, sie werden konsequent umgesetzt

und durch funktionierende Alternativen ergänzt. Dabei geht es

längst nicht mehr nur um CO 2-Bilanzen oder Staus. Es geht um

Platz, Zeit, Lebensqualität und die Frage, wem der öffentliche

Raum gehört.

Wie und ob der Wandel in Deutschland eine Chance hat, bleibt

abzuwarten. Während Frankfurt ein Warnsignal sendet, liefert Berlin

mit dem Volksbegehren eine radikale, aber konfliktträchtige

Idee. Was daraus wird, entscheidet sich nicht allein am Urteil des

Gerichts, sondern am Willen der Stadtgesellschaft, neue Wege

zuzulassen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.


55

RADFAHREN IN AMSTERDAM

Himmel & Hölle

Wer über die Verkehrswende in Deutschland spricht, zeigt gerne

Richtung Niederlande. Kein anderes Land in Europa hat seine

Infrastruktur so konsequent auf den Radverkehr ausgerichtet wie

unser Nachbar. Das Ergebnis: In Städten wie Amsterdam dominieren

leise, klimafreundliche Zweiräder das Straßenbild, was Besuchern

häufig ein Bild urbaner Lebensqualität vermittelt. Doch bei

einem Selbstversuch zeigt sich: Wo viel Licht ist,

gibt es auch einiges an Schatten.


56

2025

Mobil

39.700

KILOMETER RADWEGE

In den Niederlanden hat das

gesamte Straßennetz eine Länge

von rund 139.000 Kilometern.

Knapp 30 Prozent davon, etwa

39.700 Kilometer, sind reine Radwege.

In Deutschland liegt der

Anteil deutlich niedriger. Nimmt

man das komplette Straßennetz

– inklusive der Gemeinden rund

645.000 Kilometer – als Maßstab

und setzt es in Relation zu den

Radwegen, beträgt der Anteil bei

uns gerade mal 6 Prozent.

An den großen Kreuzungen in Amsterdam sind die Radfahrer-Korridore meist großzügig

angelegt. Vor allem in Stoßzeiten kann es hier dennoch eng werden.

Der Anlass: ein Kurzurlaub Ende April bei

bestem Wetter. Frühere Aufenthalte hatten

uns gelehrt, wie mühsam es sein kann, mit

dem Auto durch das Venedig des Nordens

zu fahren. Ganz zu schweigen von der oft

frustrierenden Suche nach einem meist

sehr teuren Parkplatz. Dieses Mal entschieden

wir uns für eine Unterkunft im bereits

etwas außerhalb vom Zentrum gelegenen

Stadtteil Zeeburg. Mitgebracht: zwei Fahrräder,

sicher verstaut im Heck eines geräumigen

Mazda CX-80.

Liebe auf den ersten Radtrip

Gleich nach der Ankunft am Abend brachen

wir zu unserer ersten Radtour auf. Ziel

war eine rund 6 Kilometer entfernte Fressmeile

am Hauptbahnhof. Google Maps hat

sicher geführt. Keine 30 Minuten nach dem

Start hielten wir bereits den ersehnten

Late-Night-Snack in der Hand. Obwohl es

bereits dunkel war, war die Stadt noch hellwach;

Autos, Zweiräder, Fußgänger waren

noch zahlreich unterwegs. Und wir dazwischen

mit einem Lächeln im Gesicht.

Wer das Radfahrer-Leben in Deutschland

kennt, dürfte über die Verhältnisse

in Amsterdam staunen: Die dortigen Radwege

sind breit, glatt und oft mit rötlicher

Markierung und Barrieren oder erhöhten

Abgrenzungsstreifen klar vom Autoverkehr

getrennt. Die Orientierung fällt auch

dank guter Beleuchtung leicht, Ampeln

reagieren oft auf Knopfdruck. An vielen

Kreuzungen genießen Radfahrer Vorrang.

Man fühlt sich zudem sicher und

muss nicht auf unaufmerksame oder

bremsfaule Autofahrer achten. Letztere

müssen sich in Amsterdam vielmehr dem

Fahrradverkehr anpassen. Statt nerviger

Parkplatzsuche: freie Fahrt. Statt Staufrust:

Amsterdamer Atmosphäre und

Lebensart zum Durchradeln.

Nicht so gut wie gedacht

Doch die Euphorie der ersten abendlichen

Fahrradtour bekam schon am nächsten

Morgen einige Dämpfer. Wieder ging es

Richtung Innenstadt. Diesmal allerdings

im Berufsverkehr. Es war ein gewöhnlicher

Mittwochmorgen mit deutlich höherem

Verkehrsaufkommen als am Vorabend.

Und plötzlich war Amsterdam nicht mehr

nur Fahrradparadies, sondern auch Radfahrerdschungel.

Denn selbst die beste Infrastruktur kommt

an ihre Grenzen, wenn sie von Masse überrollt

wird: klassische Fahrräder, E-Bikes,

E-Mofas, Lastenräder, Lieferdienste, sogar

kleine E-Autos und stark motorisierte

Roller drängen in den an vielen Stellen

dann doch zu kleinen Verkehrsraum. Überholt

wird ständig, gedrängelt ebenso. Die

Fahrweise: zügig, manchmal riskant, oft

anarchisch. Die Regel scheint zu lauten:

Augen auf und durch. Trotz allem bleibt

der Ton erstaunlich freundlich. Kein Gemecker,

kein Gebrüll. Rechthabertum hält

schließlich nur auf.

Wir waren den ganzen Tag unterwegs,

von einem Stadtteil in den nächsten. Und

erlebten einiges: Fast-Zusammenstöße,


57

Stürze, Vorfahrtsverweigerungen und

scharfe Bremsmanöver wegen Fußgängern,

die von überfüllten Gehwegen auf

die Radspuren auswichen. Lieferwagen

standen im Weg, Autofahrer ignorierten

Einbahnstraßen. Alle agierten nach dem

Motto: „Wird schon passen.“ Am Abend

war der Kopf voll. Entspannung fühlt sich

anders an.

Unerfreulicher Trend bei den

Unfallzahlen

Dass es dabei nicht ungefährlich zugeht,

zeigt die Statistik. 2022 verzeichneten

die Niederlande 8.300 Schwerverletzte

im Straßenverkehr, was einem Plus von

22 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Zahl der Verkehrstoten stieg im

Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf

745. Auch wenn die Werte 2023 (684 Tote)

und 2024 (675) leicht zurückgingen, liegen

sie weiterhin deutlich über dem Tiefstand

von 570 im Jahr 2014 und gerechnet auf die

Einwohnerzahl sogar höher als in Deutschland.

Besonders auffällig: Der Anteil der

Radfahrenden unter den Todesopfern liegt

bei 39 Prozent, bei den Schwerverletzten

sogar bei 70 Prozent. Ein hoher Preis für ein

eigentlich nachhaltiges Verkehrskonzept.

Diese jüngere Entwicklung ist erstaunlich,

da die Niederlande seit dem Zweiten Weltkrieg

bei den Verkehrstoten eine ähnliche

Entwicklung wie Deutschland durchlaufen

hatten und seit Anfang der 70er-Jahre

ebenfalls einen massiven Rückgang verbuchten.

Statt wie bei uns seit den Zehnerjahren

weiter zu sinken, verzeichneten die

Niederlande wie auch speziell Amsterdam

in der vergangenen Dekade einen Wiederanstieg

bei der Anzahl der im Verkehr verletzten

oder getöteten Personen.

Die Gründe sind vielfältig: mehr ältere

Radfahrer, eine zunehmende Zahl schneller

E-Bikes, kaum Helmnutzung und – speziell

in Amsterdam – immer mehr manipulierte

und deutlich zu schnelle Fatbikes. Die

Stadt reagiert: Tempo 30 gilt inzwischen

in über 80 Prozent der Straßen. In Amsterdam

wie auch in ganz Holland wird in

Fahrradweg-Infrastruktur investiert, Kreuzungen

werden weiter entschärft, intelligente

Ampelanlagen eingeführt.

Der Fietserbond, ein Pendant zum ADFC

in Deutschland, kritisierte dennoch 2024,

dass der Infrastrukturausbau mit dem

wachsenden Zweiradverkehr weiterhin

nicht mithält. Auch über eine landesweite

Helmpflicht für Radfahrende sowie über

ein Verbot der oft viel zu schnellen Fatbikes

wird seit 2024 diskutiert. Der Druck

auf die Fatbikes scheint aktuell zu steigen,

eine landesweite Regelung ist vorläufig allerdings

noch nicht in Sicht.

Verkehrswende im Praxistest

Der kritische Blick auf Amsterdam könnte

Verkehrswende-Gegner in Deutschland

bestärken: zu gefährlich, zu unübersichtlich,

zu anarchisch. Doch in den Niederlanden

ist man längst weiter. Hier wird das

Rad als zentrales Verkehrsmittel gesehen –

mit allen Konsequenzen. Dass dabei neue

Herausforderungen entstehen, ist Teil des

Wandels. Wie einst in Deutschland, als der

Siegeszug des Autos zuerst die Unfallzahlen

und die Zahl der Unfallopfer explodieren

ließ, bevor Sicherheitsmaßnahmen

griffen, die für eine klare und bis heute

anhaltende Trendumkehr sorgten.

So betrachtet zeigt Amsterdam nicht das

Scheitern der Verkehrswende, sondern ihre

Realität. Und diese Realität ist fordernd, dynamisch,

unvollkommen. Aber eben auch

mutiger und aus Radfahrersicht in ihrer Gesamtheit

betrachtet ermutigender als vieles,

was in Deutschland bislang diskutiert wird.

In Amsterdam gibt es nicht nur viele Grachten,

sondern auch unzählige Fahrräder. Ein

Teil davon wird regelmäßig aus den Kanälen

gefischt.

Abb. unten:

Immer wieder stößt man in der Stadt auf

Engstellen, an denen oft die Fußgänger das

Nachsehen haben.

Das Venedig des

Nordens bietet

riesige Parkstationen

für Fahrräder.

Wer hier parken will,

sollte sich genau

einprägen, wo sein

Fahrrad steht.


58

2025

Mobil

E-AUTOS

Mythen und

Missverständnisse

Die Debatte um die E-Mobilität wird seit Jahren kontrovers geführt: Für die einen ist sie der ökologische

Weg in eine nachhaltige Zukunft, für andere ein politisch motivierter Irrweg mit Ladefrust, Brandgefahr

und Ressourcenhunger. In diesem Umfeld gedeihen Halbwissen und Gerüchte. Doch viele vermeintliche

Fakten halten einer Überprüfung nicht stand.

DIE GROSSE BRANDGEFAHR

Auf 100.000

Fahrzeuge kommen 25 bis

60 Brände bei E-Autos,

bei Dieseln und Benzinern

sind es 150 bis 170.

Der Klassiker unter den Negativ-Mythen: E-Autos gehen in

Flammen auf, brennen tagelang, während die Feuerwehr zuschaut.

Spektakuläre Bilder von Akku-Bränden in Tiefgaragen

oder auf Autotransportern haben sich in vielen Köpfen eingebrannt.

Doch trotz medialem Nachhall sind solche Vorfälle selten.

Untersuchungen zeigen: Das Brandrisiko ist geringer als bei

Verbrennern. Laut dem schwedischen Amt für Verkehrswesen

(Trafikverket 2022) und Zahlen der deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV 2023) liegt die Brandhäufigkeit pro 100.000

Fahrzeugen bei E-Autos bei 25-60, bei Verbrennern bei 150-170.

Feuerwehren sind geschult, Gefahren bei brennenden E-Autos

zu kontrollieren. Interessant: Die Brandlast, also die Energiefreisetzung

eines Feuers, kann bei Dieseln und Benzinern sogar

höher sein, so Alexander Küsel, Leiter Schadenverhütung beim

GDV, im SWR.

DAS KURZE UND TEURE LEBEN DER BATTERIE

Die Sorge, dass Traktionsbatterien so schnell altern wie Handy-Akkus, ist weit verbreitet. Langzeitstudien

(Recurrent Auto, 2023; Fraunhofer ISI, 2022) zeigen: Viele E-Auto-Batterien haben selbst nach 200.000

Kilometern noch über 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. In der Praxis gelten sie als langlebige

und unkritische Bauteile. Kein Wunder also, dass die meisten Hersteller eine Garantie

von mindestens acht Jahren oder 160.000 Kilometern geben. Ist ein Akku defekt oder verliert

deutlich Kapazität, ist das nicht zwingend ein Totalschaden: Es gibt mittlerweile verschiedene

Möglichkeiten für günstige Akkureparaturen oder die Option, neue Akkus einzubauen, mit

teils mehr Reichweite.


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E-AUTOS SIND KLIMASCHÄDLICHER

ALS VERBRENNER

Wird das E-Auto mit Ökostrom geladen, schlägt die Klimabilanz schon

bei weniger als 50.000 Kilometern um.

Die Herstellung von E-Autos, insbesondere der Batterie,

ist energieintensiv. Laut einer Metaanalyse des ICCT (2022)

verursacht die Produktion eines Mittelklasse-E-Autos 60

bis 80 Prozent mehr CO₂ als die eines vergleichbaren Verbrenners.

Im Betrieb mit EU-Strommix entstehen jedoch

55 bis 60 Prozent weniger CO₂ pro Kilometer, so Agora

Verkehrswende (2021) und das Umweltbundesamt (2023).

Je nach Fahrzeug und Stromquelle kippt die Gesamtbilanz

meist nach 30.000 bis 50.000 Kilometern zugunsten

der E-Autos. Mit mehr Ökostrom verbessert sich die Bilanz

schneller.

DIE LADEINFRASTRUKTUR REICHT NICHT

Der Ausbau der Ladepunkte ist ein Kraftakt, macht aber seit

Jahren große Fortschritte. Laut Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur

gibt es in Deutschland über 170.000 öffentlich

zugängliche Ladepunkte. Schnellladen an Autobahnen ist planbar

und mitunter willkommene Pause. Laut E-Barometer der

HUK Coburg steigt die Zahl der Vielfahrer mit E-Auto deutlich

– ein Zeichen sinkender Reichweitenangst. Auch in Städten, auf

Supermarktparkplätzen und in ländlichen Regionen entstehen

stetig neue Angebote. Vielen Fahrern reicht ein Ladestopp

beim Einkaufen, um den Wochenbedarf zu decken.

Intelligente Ladesysteme, bei denen das Auto beispielsweise als

Pufferspeicher für die Solaranlage dient, werden in Zukunft zunehmen.

E-AUTOS SIND NUR WAS FÜR

BESSERVERDIENENDE

Vielen gelten E-Autos noch als Luxus für urbane Öko-Eliten

– doch das ändert sich. Sinkende Batteriekosten und mehr

Modelle bringen erschwinglichere Fahrzeuge. Laut einer Marktanalyse

von Prof. Ferdinand Dudenhöffer (Juli 2025) liegt der

Preisunterschied zu vergleichbaren Verbrennern im Schnitt

noch bei 2.862 Euro. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt es

E-Autos mit hohen Abschlägen, Hersteller bieten günstige

Leasingpakete. Auch bei den Betriebskosten gibt es Einsparpotenzial,

vor allem beim Strom. Wer mit Sonnenstrom aus der

eigenen Wallbox lädt, fährt günstiger als mit Diesel oder Benziner.

(s. S. 71 f)

E-AUTOS SIND ALS ZUGFAHRZEUG

NICHT ZU GEBRAUCHEN

Mittlerweile gibt es E-SUV wie Kia EV9 oder BMW iX, die

bis zu 2,5 Tonnen ziehen. Nachteil: Unter Last sinkt die

Reichweite oft um 40 bis 60 Prozent (ADAC, 2023) wegen des

höheren Luft- und Rollwiderstands. Bei Verbrennern steigt der

Verbrauch ebenfalls, doch dank schnellerer Betankung fällt das

in der Praxis weniger ins Gewicht. Wer häufig mit Anhänger

fährt, sollte zu großen Akkus oder Plug-in-Hybriden greifen.

FÜR E-AUTOS GIBT ES NICHT

GENUG STROM

Mit der Elektromobilität wächst die Sorge vor Blackouts:

Was, wenn Millionen E-Autos gleichzeitig laden? Der zusätzliche

Strombedarf ist jedoch überschaubar. Selbst bei

komplett elektrifizierter Fahrzeugflotte läge der Mehrverbrauch

laut Bundesnetzagentur bei etwa 15 Prozent des

heutigen Strombedarfs. Die Umstellung erfolgt zudem

schrittweise, voraussichtlich bis etwa 2045.

Wichtiger als die Strommenge ist das Timing: Intelligente

Ladesysteme und Tarife, die nächtliches oder netzschonendes

Laden fördern, bieten schon heute Lösungen für den

wachsenden Bedarf. Künftig könnten E-Autos als netzdienlicher

Puffer dienen und so die Energiewende vorantreiben

– als Teil der Lösung, nicht des Problems.

E-Autos, die einen Hänger ziehen können,

gibt es mittlerweile; der Nachteil der

überproportional sinkenden

Reichweite bleibt.


60

2025

Mobil

OVER-THE-AIR-UPDATES

Ende der Piep-Show

Erst verkaufen, dann ändern: Mit Over-the-Air-Updates wollen immer mehr Autohersteller ihre

Fahrzeuge auch dann frisch halten, wenn sie längst beim Kunden in der Garage stehen. Aber kaum

jemand macht das so konsequent wie die Chinesen, die ihre Autos auf diese Weise den lokalen

Erfordernissen anpassen und dabei viel Zeit sparen.

Je nach Modell lässt sich

bei Audi das schicke

Matrix-LED-Licht per

Update freischalten.


61

„Over the air“ lassen sich schnell und einfach

Fahrzeugfunktionen erweitern und Fehler beheben –

kostenlos und ohne Werkstattbesuch.

Ständig irgendein Bimmeln oder Fiepen und immer wieder ein

nervöses Zucken im Lenkrad – die erste Fahrt im Leapmotor C10

war eine schwere Geduldsprobe. Denn so elegant das chinesische

SUV für die gehobene Mittelklasse auch aussehen mag, so umfangreich

die Ausstattung und so attraktiv die Preisgestaltung:

Die ganzen hypernervösen Assistenzsysteme machten eher Lust

aufs Aussteigen als aufs Fahren – zumal sie sich nur in den Tiefen

der Menüs deaktivieren ließen.

Das hat auch Tianyue Zhong begriffen. Er ist bei der chinesischen

Marke aus dem Stellantis-Konzern eine Art Verbindungsoffizier

zwischen Europa und China, spiegelt die Kritik zurück in die Entwicklung

und kann es kaum erwarten, Skeptiker doch noch mal

hinters Steuer zu bekommen. Während solche Ärgernisse früher

meist erst nach ein paar Jahren beim Facelift abgestellt werden

konnten, haben die Chinesen ihre Autos schon nach wenigen

Wochen geändert. Und zwar nicht nur die, die frisch aus der Fabrik

rollen, sondern auch die, die sie bereits ausgeliefert haben.

„Update heißt die Lösung“, sagt Zhong und verweist auf ein Datenpaket

von 3,7 GB, das inzwischen an jeden C10 geschickt wurde.

Binnen einer halben Stunde heruntergeladen und installiert,

macht es der leidigen Piep-Show zumindest teilweise ein Ende,

impft den Assistenten spürbar mehr Gelassenheit und Großzügigkeit

ein, reduziert Lenkeingriffe und ändert die Menüs so, dass

man die Systeme jetzt auch leichter ganz abschalten kann. Und

ein paar neue Features gibt es obendrein. So dient die Kamera

für die Verkehrszeichenerkennung jetzt auch als Dashcam: Wer

mit dem SUV in einen Unfall verwickelt wird, hat deshalb immer

Beweismaterial an Bord. △ S. 62


62

2025

MOBIL

Flottes Anpassen an lokale Geschmäcker

Natürlich ist die Idee vom Over-the-Air-Update nicht neu. Smartphone-

und Computerhersteller benutzen sie seit vielen Jahren,

und auch in der Autoindustrie ist sie unter dem Kürzel OTA längst

weit verbreitet. Die chinesischen Hersteller nutzen OTA vor allem,

um sich damit einen schnelleren Weg nach Europa zu ebnen. Statt

lange Marktforschungs- oder Entwicklungsschleifen zu drehen,

bringen sie die Autos möglichst rasch auf die Straße. Und wenn

der Markt das Fahrzeug nicht goutiert, wenn Kritik laut wird, ändern

sie es halt mit ein paar Klicks wieder. Nicht umsonst stehen

bei Zhong zwei Software-Releases pro Jahr im Kalender. „So sparen

wir Zeit und können uns nach und nach an die lokalen Gegebenheiten

und den Geschmack herantasten.“

Die Chinesen beweisen damit eine ungeahnte Kundenorientierung.

„Das Over-the-Air-Update belegt die Fähigkeit, sich auf den

jeweiligen Zielmarkt zu adaptieren“, sagt Leapmotor-Deutschlandchef

Martin Resch. Ohne in die Werkstatt zu müssen, könnten die

Kunden ihr Auto einfach über WLAN oder einen mobilen Hotspot

mit ein paar selbsterklärenden Klicks auf den neusten Stand bringen.

„Das gibt uns die Möglichkeit, unsere Autos dauerhaft im

Sinne des Kunden zu verbessern und frisch zu halten.“

Teure Werkstattbesuche entfallen

Damit liegt Leapmotor im Trend: „Over-the-Air (OTA) Updates sind

entscheidend für schnelle Fehlerbehebungen – diese können teils

innerhalb weniger Tage im Feld ausgerollt werden“, sagt Marcel

Friebel, Associate Partner beim Strategieberater Berylls by Alix-

Partners in München. „Gleichzeitig reduzieren sie Garantie- und

Rückrufkosten erheblich, da teure Werkstattbesuche entfallen.“

Und zu guter Letzt rühmt auch Friebel die kontinuierliche Weiterentwicklung

des Produkts, sodass Kunden stets ein aktuelleres

und verbessertes Nutzererlebnis erhalten.

OTA-Updates bieten

die Möglichkeit, die

Autos dauerhaft

frisch zu halten.

Das sei für junge und agile Firmen zweifelsohne ein Wettbewerbsvorteil:

„Die bestehende Fahrzeugarchitektur und veraltete IT-Infrastrukturen

sind erhebliche Hürden für traditionelle Hersteller“,

sagt Friebel. Ein von Grund auf neu gedachtes Konzept – orientiert

an IT-Unternehmen wie Apple oder Google – würde dagegen einen

entscheidenden Hebel für Geschwindigkeit und Effizienz im

OTA-Prozess bieten.

Nadelöhr Mobilfunknetz

Natürlich haben das längst auch die deutschen Hersteller begriffen.

Nicht umsonst haben etwa Mercedes beim neuen CLA und

BMW bei der „Neuen Klasse“ neben der nächsten Akku- und Antriebsgeneration

auch neue Elektronikarchitekturen eingeführt,

auf denen dutzende Steuergeräte in wenigen Zentralrechnern

gebündelt werden und zum ersten Mal eigene Betriebssysteme

laufen. „Damit werden unsere Autos nicht mehr älter, sondern

über die Jahre immer besser“, rühmt Mercedes-Chef Ola Källenius

die neuen Möglichkeiten. Und stößt dabei genau wie seine

Kollegen immer wieder an die Grenzen des Machbaren – und der

heimischen Infrastruktur. Denn viele Updates sind schlicht zu groß,

als dass sie im deutschen Mobilfunknetz überhaupt übertragen

werden können. Und als VW endlich die Softwareprobleme seiner

ID-Modelle mit einem XXL-Update in den Griff bekommen

wollte, sind bisweilen sogar die Batterien der Autos während des

Downloads in die Knie gegangen, war noch vor zwei, drei Jahren

aus den Werkstätten zu hören.


63

Functions on Demand: Gegen Aufpreis gibt es mehr Komfort, Sicherheit oder Leistung.

Aber während die Europäer so langsam aufholen, gehen die

Chinesen schon den nächsten Schritt und wollen die Kunden bei

ihren Updates besser ins Boot holen. Nio zum Beispiel hat eigens

eine Feedback-Funktion ins Betriebssystem programmiert, über

die Fahrer aktuelle Wünsche und Befindlichkeiten an den Hersteller

zurückspielen können. Auch Leapmotor findet durchaus Ge-

-

fallen an solchen direkten Rückmeldungen, kann die aber wie fast

alle chinesichen Marken hierzulande noch nicht wirklich sinnvoll

nutzen: Bisher gibt es einfach noch zu wenige Kunden.

PFERDE AUF VERLANGEN

Auch nach dem Kauf lässt sich das eigene Auto mit nützlichen Verbesserungen aufwerten

– drahtlose Over-the-Air-Updates machen es möglich. Aber was ist, wenn

diese Funktionen eigentlich schon im Fahrzeug vorhanden sind, aber erst gegen

Aufpreis freigeschaltet werden? Wenn die Drähte für die Sitzheizung erst dann

glühen, wenn der Kunde nochmal draufgezahlt hat?

Seit einigen Jahren bieten manche Hersteller solche „Functions on Demand“ an: Je

nach Marke und Modell lassen sich beispielsweise Navigation, Sprachsteuerung oder

Verkehrszeichenerkennung im Nachhinein freischalten, die Hinterradlenkung aktivieren

oder das Ambientelicht zum Leuchten bringen – aber eben erst, wenn nochmal

Geld geflossen ist. Entweder einmalig, um die gewünschte Zusatzfunktion für die

gesamte restliche Lebensdauer des Fahrzeugs zu erwerben, oder im Abo, das auf

Wunsch auch wieder gekündigt werden kann.

Sogar aus dem Motor lassen sich nach dem Fahrzeugkauf noch einmal ein paar zusätzliche

„Pferde“ herausholen: „Power on Demand“ nennt sich das, wenn beim VW

ID.3 die Standardleistung von 150 kW/204 PS auf 170 kW/231 PS steigt – für monatlich

18,90 Euro, jährlich 189 Euro oder einmalig 629 Euro. Das Zurückhalten von eigentlich

vorhandener Leistung gefällt nicht jedem. Ein bisschen fühlt es sich schon so an,

als hätte man eine Wohnung gekauft und müsse nach der Schlüsselübergabe nun

plötzlich noch Aufpreis zahlen, um wirklich alle Zimmer betreten zu dürfen. Gerade

traditionsbewusste Autokäufer lehnen On-Demand-Funktionen daher mehrheitlich

eher ab.

Laut VW ist das Feedback der Kunden hingegen überwiegend positiv. Sie können

zusätzliche Funktionen aktivieren, die sie bei der Fahrzeugbestellung vielleicht noch

nicht in Betracht gezogen haben. Auch als Gebrauchtwagenkäufer könnte man Funktionen

nachträglich erwerben, die der Erstbesitzer nicht wollte. Und die Hersteller

verdienen gleich doppelt: indem sie sich den Aufwand sparen, unterschiedliche Ausstattungen

in die einzelnen Modelle einzubauen, und indem sie sich das Freischalten

zusätzlich bezahlen lassen.


64

2025

SERVICE

ZEIT FÜR

ENTSCHEIDUNGEN

Der Mobilitätswandel bringt viele neuen Chancen – aber er wirft auch jede Menge

Fragen auf. Wann ist der beste Zeitpunkt, auf ein E-Auto umzusteigen? Soll ich

lieber kaufen oder leasen? Und was ändert sich in der schönen neuen Autowelt

für Werkstatt- und Versicherungskunden?

Früher war alles besser? Vielleicht. Zumindest war vieles ein

bisschen einfacher. Wer sich für ein neues Auto interessierte,

musste sich in Sachen Antrieb im Grunde nur zwischen Benziner

und Diesel entscheiden. Und dabei konnte man sich auch

noch an eine Faustregel halten: Je höher die Fahrleistung,

desto eher ein Diesel.

eigener Wallbox oder sogar PV-Anlage auf dem Dach – oder

beim Arbeitgeber laden kann, landet naturgemäß eher beim

Elektroauto als der Innenstadtbewohner ohne Parkplatz, wobei

sich auch hier die Bedingungen verbessern.

Heute stellen sich ganz andere Fragen: Stromer, Vollhybrid,

Plug-in oder doch nochmal ein reiner Verbrenner? Und was ist

eigentlich ein Range Extender? Die Frage nach dem optimalen

Antrieb für das nächste Auto ist ein hervorragendes Diskussionsthema

für den nächsten Stammtischabend – aber wenn

dann die konkrete Entscheidung ansteht, kann dem in alle

Richtungen aufgeschlossenen Neuwagenkunden ordentlich

der Kopf rauchen.

Zumal sich, wenn diese Entscheidung erst einmal getroffen

ist, gleich die nächste daran anschließt: Soll ich kaufen, finanzieren

oder lieber leasen? Oder vielleicht doch lieber einen

Gebrauchten? Dann geht alles wieder von vorne los.

DIE EIGENE NUTZUNG ENTSCHEIDET

Am Ende sollte immer den Ausschlag geben, wie man sein

Auto nutzt, was man investieren möchte – und bei Elektroautos

im Besonderen: welche Infrastruktur man zuhause oder

in seinem Umfeld vorfindet. Wer günstig zuhause – etwa mit

Kaufen oder leasen, gebraucht oder neu: Konkrete Hilfestellung

beim E-Auto-Kauf liefern die folgenden Seiten. Dabei

geht es beispielsweise auch um das Thema Batterie bei

Stromern aus zweiter Hand und um das Laden zuhause per

Wallbox: Was kostet sie, wer fördert die Installation, und was

ist eigentlich bidirektionales Laden?


65

STROMERN 2.0

Die Traumvorstellung für Eigenheimbewohner ist natürlich,

wenn man das eigene Elektroauto in der Garage direkt mit

selbst produzierter Sonnenenergie versorgen kann: Das ist

Stromern auf dem nächsten Level. Warum sich das lohnt, wie

sich die richtige Anlagengröße bestimmen lässt und warum

es auf die sogenannte Phasenumschaltung ankommt, ist

den nächsten Seiten zu entnehmen.

Das Laden mit selbst gewonnener Energie ist – zugegebenermaßen

nach einigen Investitionskosten – eine der wenigen

Möglichkeiten, die Kosten rund ums Autofahren zu senken.

Ansonsten gilt: Es wird alles nicht gerade günstiger. Auch die

Versicherungsprämien kannten in den vergangenen Jahren nur

eine Richtung: nach oben. Vollkommen machtlos stehen die

Kunden dieser Entwicklung nicht gegenüber. Um die Prämien

zu senken oder zumindest den Anstieg zu begrenzen, gibt

es neben dem klassischen Anbieter- oder Tarifwechsel auch

neue Sparmöglichkeiten – etwa sein vorausschauendes

Fahrverhalten per App und Sensor zu belohnen

und dafür Rabatte zu kassieren.

EINFACH MAL UMSTEIGEN

Ein zeitloser Vorschlag zur Senkung der Autokosten bleibt:

häufiger das Auto stehen lassen und alternativ unterwegs sein.

Welche Fahrradinnovationen aktuell im Blickpunkt stehen, und

was man für den anstehenden Herbst auf zwei Rädern braucht,

zeigen wir auf den Seiten 83 bis 85. Und auch der Siegeszug

der E-Scooter wird beleuchtet: Was als exotisches Spielzeug

begann, ist heute aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken.

Was für und gegen die E-Kickscooter spricht und worauf Sie

beim Kauf achten sollten, finden Sie auf den Seiten 86 und 87.


66

2025

Service

Das sagt das Gesetz dazu:

NACKT AM STEUER, BLITZER

GETRETEN, AUTO GEFUNDEN

Ein SUV ohne Besitzer, ein wütender Tritt gegen den Blitzer und nackte Tatsachen im Auto – klingt kurios,

ist aber juristischer Alltag. Welche Freiheiten darf man sich nehmen, und wo liegen die Grenzen?

DARF ICH IN DER EINBAHNSTRASSE RÜCKWÄRTS FAHREN?

Das Rückwärtsfahren in Einbahnstraßen ist verboten. Dabei gibt es lediglich zwei eng

definierte Ausnahmen, wie aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervorgeht. Zum

einen ist das das unmittelbare Rückwärtseinparken in eine Parklücke, zum anderen

das Rückwärtsausfahren aus einem Grundstück. Im verhandelten Fall ging es um ein

Zurücksetzen, um ein anderes Auto aus der Parklücke zu lassen. Das ist nicht erlaubt.

(Az.: VI ZR 287/22)

DARF ICH AUF DEM FAHRRAD BEDARFSAMPELN IGNORIEREN?

Radfahrern drohen bei Missachtung einer roten Ampel Bußgeld und ein Flensburg-

Punkt. Eine Ausnahme kann an Varianten mit Bedarfsschaltung mittels Kontaktschlaufe

gelten. Löst diese bei einem leichten Fahrrad aus technischen Gründen nicht aus, ist

die Halteanordnung nichtig. Das hat das OLG Hamburg entschieden und das 100-Euro-Bußgeld

für eine Radlerin aufgehoben. Diese war nach fünfminütiger Wartezeit vor

dem roten Licht in der Annahme eines Defekts losgefahren. (Az.: 5 ORbs 25/23)

GILT EIN TEMPOLIMIT WEGEN LUFTREINHALTUNG

AUCH FÜR E-AUTOS?

Geschwindigkeitsbeschränkungen zur Luftreinhaltung gelten auch für Elektrofahrzeuge.

Das hat das OLG Hamm in einer Entscheidung zur Rechtsbeschwerde eines

E-Autofahrers betont. Elektroautos stoßen zwar keine Abgase aus, allerdings verursachen

sie Feinstaubemissionen durch Reifenabrieb und Bremsvorgänge. (Az.: III-3

ORbs 57/25)


67

DARF ICH NACKT AUTOFAHREN?

Ja, nackt Auto zu fahren ist grundsätzlich erlaubt. Doch je nach

Situation kann es auch als Belästigung der Allgemeinheit gewertet

werden. Vor allem das unbekleidete Aussteigen kann

rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Keine Probleme

hingegen dürfte es beim Fahren in Unterwäsche oder Bikini

geben. Auch auf dem Fahrrad ist sommerliche Minimalkleidung

erlaubt. Theoretisch gilt das ebenfalls für das Motorrad – allerdings

hat dort Bekleidung nicht nur eine ästhetische Funktion,

sondern dient auch dem Schutz bei einem Sturz.

WENN ICH EIN AUTO FINDE, DARF ICH ES BEHALTEN?

So einfach ist es nicht, wie ein glücklicher Finder vor Gericht erfahren musste. Er hatte

in einem Gewerbegebiet ein verlassenes SUV entdeckt und dieses dem Ordnungsamt

gemeldet. Weil sich der Halter nicht ermitteln ließ, reklamierte er den Fund für sich.

Das OLG Celle sah das anders: Ein Finder müsse die Fundsache an sich nehmen, ein

bloßes Melden reiche nicht aus. Darüber hinaus war das Fahrzeug nach Ansicht des

Gerichts nicht herrenlos. Schließlich sei es ordnungsgemäß und verschlossen abgestellt

worden. (Az.: 14 U 53/24)

DARF ICH AUS WUT GEGEN EINEN MOBILEN

BLITZER TRETEN?

Besser nicht: Blitzer umzustoßen ist strafbar. Auch dann, wenn

die Radarfalle dabei nicht beschädigt wird. Es reicht aus, wenn

sie vorübergehend lahmgelegt ist, wie das OLG Hamm geurteilt

hat. In dem verhandelten Fall hatte ein Mann einer

mobilen Messanlage einen Tritt verpasst, woraufhin sie etwa

eine Stunde ausfiel. Schäden am Gerät entstanden dabei nicht,

trotzdem muss er eine Geldstrafe von 1.600 Euro zahlen. (Az.: 4

ORs 25/25)


68

2025

Service

E-Autos

NEU ODER GEBRAUCHT

KAUFEN ODER LEASEN?

Die Technik ist reif, das Angebot groß. Aber welcher Weg führt zum

passenden Stromer? Leasing, Neu- und Gebrauchtkauf: Wer die

richtige Wahl treffen will, muss mehr als Preise vergleichen.

Hinzu kommt jedoch: Wegen der schnellen technischen

Entwicklung verlieren E-Autos in den ersten

Jahren stärker an Wert als Verbrenner. Laut Deutscher

Automobil-Treuhand (DAT) erhielten Händler für dreijährige

Stromer im Frühjahr durchschnittlich 52 Prozent

des Neupreises – deutlich weniger als für Benziner

(64 Prozent) oder Diesel (63 Prozent). Je länger man

sein neues E-Auto fährt, desto geringer werden jedoch

die Unterschiede.

Zwar schreckt der rasante Fortschritt bei Ladegeschwindigkeit

und Akkukapazität manche Neuwagenkäufer

ab, aus Sorge, bald bessere Reichweiten zu verpassen.

Doch im Schnitt lag die Reichweite 2024 bei

alltagstauglichen 463 Kilometern (CAM). Wer schnell

ein neues Auto braucht, den könnten jedoch auch die

teils langen Lieferzeiten abschrecken.

Bei vielen Autokäufern ist der Wunsch nach einem E-

Auto da, doch der Markt wirkt unübersichtlich: Hersteller

werben mit Leasing-Deals, elektrische Gebrauchtwagen

werden günstiger, wohingegen Neuwagen

modernste Akku- und Ladetechnik versprechen. Was

lohnt sich jetzt wirklich?

Vorsprung mit Ablaufdatum

Neuwagen punkten mit höherer Reichweite, häufig mit

schnellerem Laden, modernsten Assistenzsystemen

und voller Batteriegarantie des Herstellers (8-10 Jahre).

Auch die THG-Quote (50-80 €/Jahr) kann, anders als

beim Leasing, selbst kassiert werden.

Flexibilität kostet

Um den Umstieg auf E-Mobilität zu testen, ist Leasing

eine gute Option. Bereits ab etwas mehr als 100 Euro

im Monat können Privat- und Gewerbekunden aktuell

ein kleines E-Auto wie Peugeot 208, Dacia Spring oder

Fiat 500e leasen. Aber auch größere Modelle tauchen

als temporäre Schnäppchenangebote immer wieder

zu Kampfpreisen bei großen Online-Plattformen auf.

Die turnusmäßige Rückgabe des Fahrzeugs hat verschiedene

Vorteile: Weil die Batterietechnik aktuell

Großer Nachteil bleibt der Anschaffungspreis: Trotz

sinkender Differenz kosten neue E-Autos weiterhin

mehr als vergleichbare Verbrenner. Im Mai betrug

der Abstand laut CAR-Institut 3.655 Euro – das ist allerdings

der geringste Wert, den die Wissenschaftler

bisher erhoben haben. Tendenz: weiter fallend.


69

immer noch schnelle Fortschritte macht, veralten heute

brandneue Modelle noch etwas rascher als vom Verbrenner

gewohnt. Zudem profitiert der Kunde von

einem prinzipiellen Vorteil des Leasings, der beim

Elektroauto besonders ins Gewicht fällt: dem Wegfall

des Restwertrisikos. Sollte der Markt für gebrauchte E-

Autos also beispielsweise einbrechen, weil es eine neue

E-Auto-Prämie gibt, kann das dem Kunden egal sein.

Eine andere Gefahr wird zumindest beherrschbarer:

Nämlich, dass sich ein E-Auto als nicht geeignet für

die persönlichen Bedürfnisse herausstellt. Etwa, weil

die eigene Ladeinfrastruktur fehlt und das Parken am

Straßenrand doch stärker nervt als gedacht. Oder weil

geänderte Lebensumstände größere Reichweiten nötig

machen.

Allerdings gilt auch beim E-Auto der wichtigste Nachteil

dieser Finanzierungsform: Wer least, erwirbt kein

Eigentum. Ein gekauftes Auto lässt sich dagegen nach

der Abzahlung günstig weiter nutzen.

52 %

des Neupreises bekamen

Händler im Frühjahr für

dreijährige E-Autos; bei

Benzinern waren es 64,

bei Dieseln 63 Prozent.


70

2025

Service

AB 100 EURO AUF NUMMER SICHER

Ein Batteriecheck ermittelt die verbleibende Akkukapazität in

Prozent. Zur Orientierung: Bei vielen Herstellergarantien darf

der Wert nicht unter 70 Prozent fallen. Der sogenannte „State

of Health“ (SoH) ist entscheidend für den Restwert, er ist nicht

von der Laufleistung abhängig.

Der SoH lässt sich bei einer Wartung oder über externe Anbieter

prüfen. Aviloo etwa verschickt für 100 Euro eine Box, die an

den OBD-Anschluss angeschlossen wird. Der Akku wird im Alltag

auf unter 10 Prozent entladen, dann wird das Gerät zurückgeschickt.

Nach der Auswertung erhält man ein Zertifikat mit

dem SoH-Wert. GTÜ, ADAC, TÜV Nord, TÜV Süd und DAT-Partner

bieten diesen Service auch vor Ort an.

Was taugt der gebrauchte Akku?

2024 haben sich nach Zahlen der DAT mehr Privatleute

für ein gebrauchtes als für ein neues E-Auto entschieden:

137.000 neue und 173.000 gebrauchte batterieelektrische

Fahrzeuge (BEV) wurden demnach letztes

Jahr von Privatpersonen erworben. Gerade ehemalige

Leasingfahrzeuge großer Flotten kommen gut gepflegt,

regelmäßig gewartet und mit nachvollziehbarer

Historie auf den Markt. Die meisten Modelle haben

noch Garantie auf Batterie oder Antrieb (Herstellerangaben

zu Alter und Kilometer beachten!). Der größte

Wertverlust liegt meist schon hinter den Fahrzeugen.

Wer ein Elektroauto gebraucht kauft, sollte sich vor

allem über den Zustand des wertvollsten Teils informieren

– des Akkus. Da das E-Auto keine Verschleißteile

wie Auspuff oder Kupplung hat und der E-Motor

recht wartungsarm ist, ist der Zustand der Batterie für

den Wert des Fahrzeugs umso wichtiger.

Schneller geht es mit zwei anderen Verfahren: Der Batterietest

der Dekra basiert auf einer kurzen Beschleunigungsfahrt, während

der über die OBD-Schnittstelle Batteriedaten ausgelesen

und mit einer Referenzdatenbank abgeglichen werden. Dauer:

15 Minuten, Kosten: rund 100 Euro. Der TÜV Rheinland setzt

ebenfalls auf das OBD-System und prüft die Batterie während

eines Ladevorgangs per softwaregesteuerter Belastung über

Wallbox und Diagnosegerät. Die Auswertung dauert etwa 90

Minuten, Preis: rund 149 Euro.

Künftig dürfte kaum ein E-Auto ohne Zertifikat verkauft werden.

Auf die Angaben im Bordsystem sollte man sich nicht verlassen,

laut TÜV Rheinland weichen sie oft vom tatsächlichen

Batteriezustand ab.

Neben Alter und Kilometerstand ist die Art des Ladens

entscheidend für die Lebensdauer von Lithium-

Ionen-Batterien, häufiges Schnellladen belastet den

Akku beispielsweise. Für den Käufer eines gebrauchten

Elektroautos ist der Zustand kaum einzuschätzen.

Daher ist ein Batteriecheck (siehe Kasten), der die

Restkapazität ermittelt, unbedingt empfehlenswert.


Service

71

Wallbox-Wissen

LADEN ZUHAUSE –

ABER WIE?

Welche Leistung ist sinnvoll? Was kostet der Einbau? Welche Regeln gelten im Mehrfamilienhaus?

Die wichtigsten Antworten auf Fragen rund um das Laden zuhause.

se gehen ins Auto. Dafür braucht es ein

Energiemanagementsystem; integriert in

die Wallbox, oder die Box nutzt das System

der Photovoltaik-Anlage. Mehr zum Solarladen

auf S. 72.

Warum nicht an der Steckdose?

Alte Leitungen können überhitzen und

Brände verursachen. Ist die Hausinstallation

auf aktuellem Stand, kann man theoretisch

an der Steckdose laden – vorher

sollte das aber ein Elektriker prüfen. Eine

Wallbox lädt sicherer, schneller und mit

geringeren Verlusten. Langfristig rechnet

sich die Anschaffung.

Welche Ladeleistung?

Je höher der kW-Wert, desto schneller ist

der Akku voll. Standard sind 11 kW, hierfür

braucht man keine Genehmigung durch

den Netzbetreiber – im Gegensatz zu einer

Box mit 22 kW. Diese Leistung lohnt nur

bei großem Akku, hoher Fahrleistung und

Laden über Nacht. Aber: Nicht jedes Auto

verträgt 22 kW.

Welche Box in Kombination mit einer

PV-Anlage?

Beim Überschussladen deckt Solarstrom

zuerst den Haushaltsbedarf, Überschüs-

Was ist bidirektionales Laden?

Es ermöglicht, Strom aus dem E-Auto ins

Haus oder Netz zurückzuspeisen. Künftig

könnten Halter durch gespeicherten Eigenstrom

oder günstig gekauften Strom

mehrere hundert Euro pro Jahr sparen

oder verdienen; ein breiter Marktstart wird

ab 2027 erwartet.

Wer montiert die Box?

Ein Fachmann, der sie auch beim Netzbetreiber

anmeldet. Sie braucht einen

separaten Stromkreis mit FI-Schalter. Der

Installateur prüft Anschlüsse und Anlage,

schätzt Kosten und empfiehlt Modelle. Alternativ

bieten Stromanbieter oder Autohersteller

Komplettpakete mit Beratung,

Kauf und Montage.

Was kostet eine Wallbox?

Die Preise variieren nach Ladeleistung,

Design und Ausstattung stark: Einfache

Geräte gibt es ab etwa 400 Euro, Spitzenmodelle

kosten um 1.500 Euro, plus Installationskosten.

Teuer sind Arbeitsstunden,

Erdarbeiten, Bohrungen und Zusatz-Elektrik.

Regionale Förderprogramme können

entlasten.

Was gilt bei Installation im

Mehrfamilienhaus?

Wohnungseigentümer und -mieter haben

grundsätzlich Anspruch auf eine Lademöglichkeit,

müssen die Installation

jedoch selbst zahlen – oft teurer als im

Eigenheim. Vermieter dürfen weder Installateur

noch Ausführung vorgeben (LG

München I, Az. 31 S 12015/21). Häufig unterschätzt

werden lange Abstimmungen mit

Vermieter oder Eigentümergemeinschaft.


72

2025 SERVICE

Energie vom eigenen Dach

DIE GARAGE ALS

SMARTE TANKSTELLE

Solarstrom macht E-Autos nicht nur besonders klimafreundlich, sondern auch unschlagbar

günstig. Mit Wallbox, smarter Steuerung und Phasenumschaltung fließt die Energie optimal

in den Akku – auch wenn die Sonne mal schwächelt.


73

Das eigene Elektroauto in der Garage

und Solarzellen auf dem Dach – das ist

die Traumkombination für Eigenheimbewohner,

die unabhängig, nachhaltig und

günstig unterwegs sein wollen. Aber: Damit

der selbst erzeugte Strom auch wirklich

effizient im Akku landet, braucht es

die richtige Technik.

Warum sich Sonne tanken lohnt

E-Autos sind zwar klimafreundlich, aber

gerade in der Anschaffung kein Schnäppchen.

Und wer regelmäßig an öffentlichen

Ladesäulen zapft, spart auch beim Betrieb

kein Geld. Mit einer eigenen Photovoltaik

(PV)-Anlage sieht die Rechnung ganz anders

aus: Umgelegt auf die Investitionskosten

kostet die Kilowattstunde Sonnenstrom

nur 6 bis 12 Cent – statt rund

30 bis 40 Cent aus dem Netz. Auf ein Jahr

hochgerechnet macht das schnell mehrere

Hundert Euro Unterschied. Ganz nebenbei

verbessert sich die CO 2-Bilanz massiv:

Pro Kilowattstunde spart Solarstrom laut

Umweltbundesamt rund 700 Gramm des

Klimagases ein.

Das Prinzip Überschussladen

Fast jede zweite neue Solaranlage wird

heute gleich mit einer Wallbox kombiniert,

schätzt etwa der Ladegerätehersteller Amperfied.

Beliebt ist dabei vor allem das sogenannte

Überschussladen: Erst versorgt

die Sonne den Haushalt, dann fließt der

übrige Strom in den E-Auto-Akku. Das

lässt sich entweder manuell per Knopfdruck

steuern – oder automatisch über ein

Energiemanagementsystem (EMS), das erkennt,

wann genug Überschuss vorhanden

ist. Das EMS kann direkt in der Wallbox

stecken oder aus dem PV-System kommen.

Preislich startet das Ganze bei rund

1.000 Euro für geeignete Wallboxen.

Warum die Phasen zählen

Wer wirklich jeden Sonnenstrahl nutzen

will, sollte auf eine Wallbox mit Phasenumschaltung

achten. Standardmodelle

mit 11 kW Ladeleistung brauchen mindestens

4,2 kW, um überhaupt mit dem

Laden zu beginnen – das kann an trüben

Tagen oder bei hohem Haushaltsverbrauch

eng werden. Mit einphasigem

Laden reicht dagegen schon 1,4 kW,

WAS SICH BEI DEN AUTO-

KOSTEN SPAREN LÄSST

Ein Beispiel: 15.000 Kilometer pro

Jahr, 20 kWh Verbrauch auf 100

Kilometer – macht 3.000 kWh im

Jahr. An öffentlichen Ladesäulen

kostet das 1.500 Euro und mehr,

wer zuhause aus dem Netz lädt,

ist mit 900 bis 1.200 Euro dabei.

Mit Solarstrom kostet die Fahrenergie

für ein Jahr nur noch

rund 240 Euro.

Zum Vergleich: Ein normaler Benziner

mit 7 Litern Verbrauch und 1,70

Euro pro Liter (Durchschnittspreis

Super E10, 1. Halbjahr 2025) liegt bei

satten 1.785 Euro. Angesichts der

tendenziell steigenden Spritpreise

dürfte der Kostenvorteil künftig

noch deutlich steigen.

damit das Auto gemütlich vor sich hin

lädt. Ob eine Wallbox PV-tauglich ist,

deuten manchmal schon Namen wie

„Connect.solar“ (Amperfied) oder „Ke-

Contact P30 PV-Edition“ (Keba) an – im

Zweifel helfen ein Blick ins Datenblatt

oder eine gute Beratung.

Optimieren im Detail

Wer die Sonne optimal ausnutzen möchte,

kann den Ladevorgang flexibel an Wetter

und Stromtarife anpassen. Einige Wallboxen

lassen sich mit Wetter-Apps oder

Prognosefunktionen koppeln, um automatisch

Ladezeiten einzuplanen, wenn laut

Vorhersage besonders viel Solarstrom zu

erwarten ist. Ergänzend können dynamische

Stromtarife sinnvoll sein: Sinkt der

Netzstrompreis in sonnenarmen Zeiten,

lädt das System automatisch günstiger

zu – und kombiniert so die Vorteile von

Eigenstrom und preiswertem Netzstrom.

Das erhöht nicht nur die Wirtschaftlichkeit,

sondern verlängert auch die Lebensdauer

des Auto-Akkus, weil er gleichmäßiger und

schonender geladen wird.

Die richtige Größe finden

Wie groß die PV-Anlage bei einer Neuanschaffung

sein sollte, hängt vom Fahrprofil

ab. Ein Pendler mit 20.000 Kilometern

im Jahr kommt bei guten Rahmenbedingungen

mit 4 kWp (circa 28 Quadratmeter

Dachfläche) aus. Für 10.000 Kilometer reicht

oft schon die Hälfte. Vielfahrer mit 30.000

Kilometern brauchen rund 6 kWp und 42

Quadratmeter. Bei der Bedarfsanalyse kommen

Faktoren hinzu wie Dachausrichtung,

Standort und andere Verbraucher im Haus

– etwa Wärmepumpen. Je größer und produktiver

die Anlage ist, desto teurer wird sie

allerdings auch. Zur Orientierung: Für eine

kleine Anlage mit circa 4 kWp werden inklusive

Montage je nach Anbieter etwa 7.000

Euro bis rund 10.000 Euro fällig. Für große

Varianten mit 6 kWp können es 14.000 Euro

und mehr werden, kommt ein Speicher hinzu,

landet man auch mal bei 20.000 Euro. Je

nach Region und individuellen Gegebenheiten

gibt es Fördermöglichkeiten, die die

Anschaffung günstiger machen.


74

2025 SERVICE

Drive-by-Wire-Systeme sparen Gewicht und Platz und schaffen

Spielraum für neue Anwendungsideen.

Drive-by-Wire

TSCHÜSS MECHANIK

In modernen Fahrzeugen übernimmt Elektronik die Kontrolle über Gas, Bremse und Lenkung. Drive-by-

Wire spart Platz und schafft Raum für neue Ideen. Sogar das Lenkrad steht zur Disposition.

Gas geben und Schalten passiert in immer

mehr Neuwagen nicht mehr über Gestänge

oder Seilzüge, sondern per Kabel.

Bremsen und Lenken folgen nach oder

sind bereits in der Serie angekommen. Die

sogenannte By-Wire-Technik spart Platz,

Gewicht und Kosten – und öffnet die Tür

für neue, digitale Fahrfunktionen.

„By Wire“ bedeutet wörtlich: per Kabel.

Der Fahrerwunsch wird also nicht mehr

mechanisch über Wellen, Seilzüge oder

Gestänge weitergegeben. Stattdessen erfassen

Sensoren permanent die Position

von Gaspedal oder Lenkrad und leiten die

Signale an ein Steuergerät. Dort werden

die Befehle auf Plausibilität geprüft, bevor

Elektromotoren – sogenannte Aktoren –

zum Beispiel die Gangwahl im Getriebe

oder die Drosselklappe ansteuern.

Doppelte Systeme, maximale

Sicherheit

Weil die mechanische Verbindung entfällt,

sind By-Wire-Systeme leichter, günstiger

und brauchen weniger Platz. Für die Sicherheit

sorgt Redundanz: Sensoren, Kabel

und oft auch Aktoren sind doppelt vorhanden.

Fällt eine Komponente aus, springt

das Backup-System ein, überwacht von

leistungsstarken Zentralrechnern an Bord.

Künftig werden neben Getriebe (Shift-by-

Wire) und Motor zunehmend sicherheitsrelevante

Systeme wie Lenkung (Steer-by-

Wire) und Bremsanlage (Brake-by-Wire)

über diese Technik gesteuert.

Steer-by-Wire ist inzwischen Bestandteil

erster Serienfahrzeuge wie beim Lexus RZ

oder Nio ET9 und bildet zusammen mit

Brake-by-Wire, für das sich ebenfalls bereits

mehrere Zulieferer in Stellung gebracht haben,

die Basis für software-definierte Fahrfunktionen.

Bosch beispielsweise plant die

Markteinführung eines Brake-by-Wire-Systems

noch in diesem Jahr.

Mehr Spielraum durch Entkopplung

Die Umstellung auf elektrische Befehlsübermittlung

hat neben der Platzersparnis

weitere Vorteile: So lassen sich die

einzelnen Systeme des Autos besser und

unabhängiger elektronisch steuern, das

ist wichtig für die Nutzung von neuen

Assistenzsystemen oder perspektivisch für

das autonome Fahren sowie für die zügige,

softwarebasierte Abstimmung von Lenkgefühl

und Fahrdynamik.

Steer-by-Wire beispielsweise eröffnet Freiheitsgrade,

die eine mechanische Verbin-


75

Im neuen Lexus RZ

kommt ein „Yoke“-Lenkrad

zum Einsatz, das ein

Übergreifen der Hände

beim Einschlagen überflüssig

macht.

dung nicht bietet: Der Lenkwinkel lässt sich

softwaregesteuert variieren, der Wenderadius

verkleinern, sodass das Rangieren in

der Stadt einfacher wird. Gleichzeitig wird

das Lenkgefühl per Software abgestimmt:

je nach Modell komfortbetont oder direkt,

ohne Hardwarewechsel. Für Hersteller

verkürzen sich die Abstimmungszeiten,

Bauteilvarianten lassen sich reduzieren; für

Fahrer entstehen neue Funktionen und Bedienkonzepte

– von neuen Lenkrädern bis

zu speziellen Manövermodi, also softwaregesteuerten

Lenkprogrammen für präzises

Rangieren.

Serienstart neuer Lenkräder

Die Autoindustrie arbeitet dabei auch an

neuen Lenksystemen. Klassisch rund muss

das Lenkrad nicht mehr sein; sogar eine

Steuerung per Joystick ist möglich, wie

sie etwa in Fahrzeugen für Menschen mit

Handicap seit Jahren genutzt wird.

Voraussetzung für die elektronische Steuerung

ist eine sehr leistungsfähige, moderne

Elektronikarchitektur. Die aktuelle

Kombination aus relativ langsamer CAN-

Bus-Übertragung und einer Vielzahl einzelner

Steuergeräte gelangt mittlerweile

an ihre Grenzen. Darum setzen Hersteller

auf zentrale Fahrzeugrechner, die Lenkung,

Bremsen und Dämpfung bündeln.

Darüber hinaus spielt das Thema Cybersecurity

bei der Sicherheitsarchitektur eine

große Rolle – schließlich dürfen über die

elektronisch gesteuerten Komponenten

keine Hacker auf Bremse oder Lenkung

zugreifen können.

Immer mehr sicherheitsrelevante

Systeme wie

die Lenkung werden über

die Technik gesteuert.

Im Elektro-SUV Lexus RZ kommt ein

„Yoke“-Lenkrad ohne oberen Steuerkranz

zum Einsatz. Das Steer-by-Wire-System

reagiert so direkt, dass schon eine

150-Grad-Drehung genügt, um die Räder

vollständig einzuschlagen – ein Übergreifen

der Hände ist nicht mehr nötig. Der

chinesische Hersteller Nio setzt im ET9 auf

ein Steer-by-Wire-System von ZF. Peugeot

will mit dem „Hypersquare“ nachziehen –

einer Mischung aus Formel-1-Lenkrad und

Spielkonsole.


76

2025 SERVICE

Abzocktricks in der Autowelt

MIESE MASCHEN

Autos sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Statussymbol, nicht selten

sogar Lebensinhalt und für viele zudem ein bedeutender finanzieller Posten im

Budget. Kein Wunder also, dass sich Betrüger immer wieder auch rund ums Auto

tummeln. Wo viel Geld und Herzblut im Spiel sind, ist kriminelle Energie oft nicht weit.

Einige neue und dreiste Maschen zeigen, wie skrupellos Autofahrer in Deutschland

übers Ohr gehauen und Opfer krimineller Machenschaften werden können.

GEBRAUCHT-SCHNÄPPCHEN-ANZAHLUNGSTRICK

Eine neue Masche, vor der sogar Autohersteller wie VW warnen, betrifft den Gebrauchtwagenhandel.

Scheinbar seriöse Anbieter, die auf ihren Webseiten den Anschein

offizieller Vertriebskanäle der Hersteller erwecken, locken mit besonders günstigen

Gebrauchtwagenschnäppchen. Der Haken: Das Angebot existiert gar nicht. Oft

werden Interessenten unter Druck gesetzt, für Transport oder Reservierung finanziell

in Vorleistung zu gehen. Die Hoffnung auf das große Schnäppchen lässt einige in die

Falle tappen. Die Betrüger nutzen selbstverständlich gefälschte E-Mail-Adressen, Telefonnummern

und Bankverbindungen. Wurde die Anzahlung in der Hoffnung auf den

lukrativen Deal geleistet, ist das Geld meist unwiederbringlich verloren.


Service

77

BUSSGELD-PHISHING

Autofahrer geraten auch immer häufiger ins Visier von Betrügern, die

sich als Mitarbeiter von Inkassounternehmen oder Behörden ausgeben.

Per E-Mail, SMS oder sogar mit professionell gefälschten Briefen

wird behauptet, es lägen offene Mautgebühren oder Parkstrafen vor.

In der Hektik des Alltags überweisen viele den genannten Betrag

vorschnell, besonders wenn das Schreiben amtlich aussieht, die Frist

knapp gesetzt ist und sie tatsächlich in diesem Land im Urlaub waren.

Das überwiesene Geld ist in jedem Fall weg.

IDENTITÄTSMISSBRAUCH

Laut ADAC ist es ein in jüngster Zeit zunehmender und besonders hinterhältiger

Trick, in Bußgeldverfahren Unbeteiligte als Fahrer und somit

als Schuldige zu benennen. Wird ein Fahrzeug geblitzt, hat der Halter in

Deutschland die Möglichkeit, schriftlich anzugeben, dass zum Zeitpunkt

der Tat eine andere Person am Steuer saß. Eigentlich soll auf diese

Weise der wahre Verkehrssünder ermittelt werden. Doch immer häufiger

wird diese Möglichkeit zur Täteridentifizierung missbraucht. Halter

schieben ihre Vergehen etwa Ex-Partnern, flüchtigen Bekanntschaften

oder sogar völlig Fremden in die Schuhe. Die Folge: Unschuldige erhalten

Bußgeldbescheide, obwohl sie nie in dem Fahrzeug gesessen haben,

mit dem das Delikt begangen wurde. Mitunter sammeln die Opfer

des Identitätsmissbrauchs sogar ohne ihr Wissen Punkte in Flensburg

und erhalten Fahrverbote. Für die fälschlich Beschuldigten ist es oft mit

hohem Aufwand verbunden, den Identitätsmissbrauch nachzuweisen,

während die wahren Täter in vielen Fällen ungeschoren davonkommen.

Dies ist den Behörden längst bekannt, doch geändert hat sich bislang

nichts, sodass diese Lücke im System weiterhin ausgenutzt werden kann.

GÜNSTIGE ERSATZTEILE MIT GEFÄLSCHTER

MARKENIDENTITÄT

Der Ersatzteilemarkt ist ebenfalls ein Tummelplatz für Betrüger.

Besonders betroffen sind Originalteile namhafter Hersteller, die

oft sehr teuer sind. Wer im Internet nach günstigeren Alternativen

sucht, läuft Gefahr, an Fälschungen zu geraten. Diese sehen

auf den ersten Blick täuschend echt aus, stammen jedoch nicht

selten aus zweifelhafter Produktion und erfüllen keineswegs

die Sicherheitsstandards der Autohersteller. Kürzlich hat etwa

Mercedes einen drastischen Anstieg von Plagiatsfällen gemeldet.

Demnach wurden 2024 bei 793 international durchgeführten

Razzien über 1,5 Millionen Plagiate von Markenteilen beschlagnahmt.

Für Autofahrer können Fälschungen gefährlich werden,

denn neben einem finanziellen Schaden drohen auch Sicherheitsrisiken.


78

2025

Service

Autoversicherung

SICHER FAHREN

UND SPAREN

Alles wird teurer – auch die Autoversicherung. Durch

clevere Tarifwahl und vorausschauendes Fahren

lassen sich Mehrkosten oft aber wieder reinholen.

Telematik-Tarife belohnen eine

vorausschauende Fahrweise: Wer sicher

unterwegs ist, zahlt weniger.

Im Herbst flattert wieder die Rechnung für die Autoversicherung

ins Haus – in den letzten Jahren leider häufig mit steigenden Beiträgen.

Da spielt es meistens auch keine Rolle, bei welchem Unternehmen

das Auto versichert ist: Die gestiegenen Ersatzteilpreise

und Reparaturkosten und auch die im Durchschnitt steigenden

Schadenssummen werden von allen Anbietern an die Versicherungsnehmer

weitergegeben.

Dennoch ist man als Kunde nicht machtlos, ein bisschen sparen

geht immer: Manchmal hilft ein Wechsel des Anbieters, manchmal

kann man bei gleichen Leistungen in einen günstigeren Tarif

wechseln. Sinnvoll ist es auch, alljährlich die Parameter zu prüfen,

die die Beitragshöhe beeinflussen: die Jahresfahrleistung, den

Fahrerkreis, die Höhe der Selbstbeteiligung oder die Zahlweise

– jährlich ist günstiger als vierteljährlich. Viele Versicherer bieten

zudem einen Rabatt, wenn der Kunde sein Fahrzeug bei einem

Kaskoschaden in einer Partnerwerkstatt reparieren lässt.

Vorausschauende Fahrweise wird belohnt

Weiteres Einsparpotenzial bieten Telematik-Tarife, die eine sichere

und vorausschauende Fahrweise belohnen. Eine App in Verbindung

mit einem Sensor im Auto erfasst und bewertet Aspekte wie

Bremsen, Beschleunigung, Kurvenfahrten und die Geschwindig-


79

VOM VERSICHERER ZU WEITEREN SERVICES RUND UM MOBILITÄT

Die HUK-Coburg kann nicht nur Versicherung:

Über das Versicherungsgeschäft

hinaus erweitert das Unternehmen

kontinuierlich sein Serviceangebot

rund um Auto und Mobilität. Jüngstes

Beispiel ist die Übernahme der Mehrheit

an der Werkstattkette pitstop.

„Durch die Mehrheitsbeteiligung bei

pitstop vollziehen wir den nächsten

Schritt in der Ausrichtung der HUK-

Coburg als Serviceanbieter rund um

Mobilität”, erläutert Vorstandssprecher

Klaus-Jürgen Heitmann. „Mit dem nun

breiteren Spektrum an Dienstleistungen

rund um das Auto sind wir direkt an der

Kundenschnittstelle, die über das Versicherungsgeschäft

hinaus geht.“

Ob Inspektion, Bremsenservice oder

Reifenwechsel: Über die „HUK Mein

Auto“-App oder die Webseite hukautoservice.de

können sich die Nutzer Partnerwerkstätten

in der Nähe anzeigen

lassen, Termine bequem online buchen

und sich auf günstige und transparente

Preise ohne versteckte Kosten verlassen.

Auch das Einhalten der Qualitätsstandards

ist gesichert: Der Service

erfolgt nach Herstellervorgaben und mit

Originalteilen. Um solche Werkstattleistungen

zu nutzen, muss man natürlich

kein Kunde der HUK sein. Das Angebot

steht allen Interessenten zur Verfügung,

als HUK-Kunde profitiert man aber etwa

durch zusätzliche Aktionsrabatte.

DIGITALER BEGLEITER

keit und folgert daraus, wie vorausschauend und sicher der Nutzer

fährt. Um bis zu 30 Prozent lässt sich demnach die Versicherungsprämie

mit einer sicherheitsorientierten Fahrweise reduzieren –

übrigens vor allem auch für Fahranfänger, die wegen der fehlenden

Erfahrung und des höheren Unfallrisikos mit höheren Prämien

starten. Bei der HUK-Coburg zum Beispiel haben Kunden, die sich

2023 einen Folgebonus erfahren haben, im Durchschnitt 83 Euro

pro Jahr gespart, jeder fünfte Kunde sogar 120 Euro.

Die „HUK Mein Auto“-App bewertet nicht nur die

vorausschauende Fahrweise des Nutzers: Als vielseitiger

digitaler Begleiter trägt sie beispielsweise

auch zum kraftstoffsparenden Fahren bei. In Verbindung

mit dem Telematik-Sensor können zudem

mögliche Unfälle erkannt werden. In einem

solchen Fall wird eine Push-Benachrichtigung auf

das Smartphone gesendet. Darüber gelangt der

Versicherte zu einem Notrufbutton, über den er

bei Bedarf sofort den Rettungsdienst holen kann.

Fordert der Nutzer

über die App Hilfe bei

Unfall oder Panne an,

werden automatisch

die Standortdaten

übermittelt. Schäden

am eigenen Fahrzeug

können ganz einfach

digital über die App

an die Versicherung

übermittelt werden.

Bewertet wird das generelle Fahrverhalten über das ganze Versicherungsjahr;

man muss jedoch keine Sorge haben, durch ein

abruptes Bremsen in einer Gefahrensituation seinen Fahrwert zu

verschlechtern und seinen Rabatt zu riskieren. Wichtig ist, dass

die Kunden für Telematik keinen Aufpreis zahlen. Der niedrigste

Bonuswert, den sie sich erfahren können, beträgt 0 Prozent.


80

2025

SERVICE

Gaming im Auto

Zocker an Bord

Wer früher Autoradio hörte oder Hörbücher streamte, soll künftig in immersiven

Spielwelten abtauchen. Gaming im Auto ist keine Spielerei mehr – es ist ein

Zukunftsmarkt, der jetzt richtig Fahrt aufnimmt.

Bildunterschrift Lorem Ipsum Blindtext Bildunterschrift

Lorem Ipsum Blindtext

Blockbuster-Titel halten Einzug auf den

Hersteller-Plattformen.

Das Smartphone wird zum

Controller. Gezockt wird

zusammen auf dem zentralen

Bildschirm.


81

Die Zeiten, in denen das Auto einen nur einfach von A

nach B gebracht hat, sind vorbei. Mit dem Trend zum

„Software Defined Vehicle“ wird der Wagen mehr und

mehr zum digitalen Erlebnisraum – und immer öfter

auch zur mobilen Spielkonsole.

Wie das künftig aussehen könnte, zeigt auf der diesjährigen

IAA unter anderem der Zulieferer Valeo: Der

als Zukunftsvision vorgestellte Dienst „Valeo Racer“

verwandelt das Fahrzeug und seine echte Umgebung

in eine interaktive Rennstrecke – „Extended Reality

(XR)“ nennt das das französische Unternehmen. Möglich

wird das durch die Fusion von Kamerabildern, Radardaten

und KI-gesteuerten Sensoren mit einer Gaming-Engine.

Das Ergebnis: Ein Mix aus realer Straße

und digitaler Spielwelt, bei dem Häuser, Kreuzungen

und sogar andere Autos zu Spiel-Elementen werden.

China als Trendsetter

Valeo ist nicht allein unterwegs. Die Autohersteller

sehen Gaming im Auto zunehmend als Differenzierungsmerkmal

im digitalen Konkurrenzkampf. Treiber

ist mal wieder China, wo viele Menschen täglich Stunden

im Auto verbringen – oft im Stau oder während

längerer Pendelstrecken. Streaming, Social Media und

mobile Games sind fest im Alltag verankert, und Hersteller

reagieren darauf mit besonders aufwendigen

Displays, interaktiven Rücksitzen und kompletten Entertainment-Suiten.

Eine ausgefuchste Bord-Unterhaltung

ist nicht nur nettes Extra, sondern ein wichtiges

Verkaufsargument. Wer in China erfolgreich sein will,

muss das Auto als „zweites Wohnzimmer“ denken –

inklusive der Möglichkeit, vom Rücksitz aus epische

Bosskämpfe oder aufregende Rennen zu bestreiten.

Von der Konsole ins Auto

Die Zeiten der Simple-Spiele dürfte also bald vorbei

sein. Mercedes-Benz beispielsweise will Cloud-Gaming

via „Boosteroid“ direkt im MBUX-System populär

machen, inklusive Blockbuster-Titeln wie „Fortnite“

oder „Starfield“, die auch am heimischen PC oder

auf der Videokonsole von Millionen Gamern gespielt

werden. Sportwagenhersteller experimentieren derweil

mit Ideen, echte Fahrten in virtuelle Rennspiele zu

übertragen. In vielerlei Hinsicht erinnert die Entwicklung

des Gamings im Auto an den Weg, den es beim

Mobiltelefon genommen hat. Aus der simplen Klötzchen-Daddelei

auf Monochrom-Displays ist längst ein

Bombast-Spieleerlebnis geworden, in das Millionen

Zeit und Geld investieren.

Rechenleistung wie ein Gaming-PC

Wie schon beim Handy wird all das erst durch wachsende

Rechenpower möglich: Starke Grafikchips,

schnelle Internetverbindungen und offene Software-

Plattformen machen schon heute viele Neuwagen in

Sachen Gaming-Power so leistungsfähig wie moderne

High-End-PCs. Kommende Fahrzeuggenerationen

dürften noch einmal einen großen Sprung bei

der Rechen- und letztlich auch bei der Gaming-Power

machen: Chipentwickler wie Nvidia und Intel oder

klassische Autozulieferer wie ZF und Continental haben

bereits weitere IT-Upgrades angekündigt. Parallel

vernetzen sich die einzelnen Systeme im Auto immer

stärker: Besonders immersiv wird das Erlebnis, wenn

schließlich Daten aus der Fahrzeug-Sensorik – GPS,

Kamera, Lidar – direkt ins Spielgeschehen einfließen.

Der Einzug von Augmented oder Mixed Reality im Auto

scheint unvermeidlich.

Smartphone als Controller

Auch die westlichen Hersteller haben das längst erkannt

– und bringen den Trend zu uns. Audi hat sich

bereits 2023 mit dem Schweizer Start-up N-Dream

zusammengetan. Deren „AirConsole“ macht via QR-

Code das Smartphone der Mitfahrer zum Controller

– gezockt wird dann auf dem zentralen Infotainment-

Bildschirm oder dem Beifahrer-Display. Das Spiele-Angebot

ist (noch) eher leichtgewichtig, dafür aber schon

deutlich unterhaltsamer als die Nostalgie-Games vom

Schlag „Memory“ oder „Tic Tac Toe“, mit denen viele

europäische Autohersteller immer noch ihre Bordcomputer

bestücken.

Und der Trend wird sich noch verstärken, je autonomer

wir fahren. Wenn der Fahrer zum Passagier wird,

dürfte der Hunger nach Unterhaltung wachsen – und

zwar nicht nur nach Spielen, sondern nach ganzen

Entertainment-Paketen: vibrierende Sitze und adaptive

Ambientebeleuchtung inklusive. Das Auto soll so

zum Erlebnisraum auf Rädern werden – offen bleibt,

ob auch hierzulande Fahrer und Passagiere am Ende

wirklich mitspielen.

Vom Rücksitz aus

aufregende Rennen

bestreiten.


82

2025

SErvice

Mit Durchblick durch den Herbst

TRANSPARENZ STATT SCHMIERE

Sauber sehen heißt sicherer fahren. Mit dem

richtigen Scheibenreiniger, gepflegten Wischerblättern

und der regelmäßigen Kontrolle von

Düsen und Scheinwerfern bleibt dann auch

der Verkehr garantiert im Blick.

Scheibenreiniger im Test

Schlieren, Insektenreste, Pollen oder Vogelkot – Verschmutzungen

trüben den Blick durch die Windschutzscheibe.

Spezielle Scheibenreiniger sind darauf ausgelegt,

auch Rückstände gründlich zu entfernen. Ein aktueller

Vergleichstest zeigt: Die Mehrzahl der Produkte reinigt

zuverlässig. Aber es gibt auch Mittel, die Schlieren hinterlassen

oder sogar Kunststoffe angreifen.

Von den acht Kandidaten im Test der „Auto Bild“ sind

sechs empfehlenswert. Testsieger mit der Note „sehr gut“

(1,3) wurde der „Xtreme Scheibenreiniger“ von Sonax, ein

Konzentrat, das im Verhältnis 1 zu 100 gemischt wird und

das für rund 10 Euro pro 250 Milliliter zu haben ist. Die

Experten attestieren sehr gute Reinigungsleistungen bei

Stadtschmutz und Insekten, bemängeln lediglich einen

leicht seifigen Geruch. Rang zwei und drei gehen an das

„Scheibenklar Konzentrat“ von Nigrin (Note 1,7) und das

„Scheibenreiniger-Superkonzentrat“ von Liqui Moly (1,8).

Die beiden Testverlierer – „Treufix Scheibenreiniger Konzentrat“

und „Licargo Sommer Scheibenreiniger“ – konnten

bei der Reinigungsleistung nicht überzeugen und verschmierten

im Test die Scheiben eher, als dass sie diese

säuberten. Das Licargo-Mittel greift zudem Kunststoff an.

Beide erhielten die Note „mangelhaft“.

Tipps für den richtigen Durchblick:

Sommer- statt Wintermischung: Verwenden Sie in der warmen

Jahreszeit einen speziell ausgewiesenen Sommer-Scheibenreiniger.

Winteradditive (hoher Frostschutz) sind zwar nützlich bei

Kälte, bringen aber nichts gegen Insektenrückstände.

Mischverhältnis beachten: Konzentrate nach Herstellerangabe

anmischen. Zu hohe Konzentration bringt keinen großen Vorteil,

kann aber schäumen oder dünne Filmreste erzeugen.

Nicht pur verwenden: Unverdünntes Konzentrat darf normalerweise

nicht direkt in den Wischwassertank – es kann Dichtungen

und Spritzdüsen angreifen. Immer die Anleitung lesen.

Wischerblätter prüfen: Risse oder Wellen im Gummi sind oft

die wahren Übeltäter. Blätter regelmäßig reinigen und etwa

einmal jährlich austauschen.

Spritzdüsen kontrollieren: Verstopfte Düsen reduzieren die

Reinigungswirkung. Düsen vorsichtig säubern oder ausbauen

und reinigen.

Hartnäckige Insektenreste einweichen (warmes Wasser und

mildes Autoshampoo), dann mit weichem Tuch abwischen.

Kratzen mit harten Gegenständen vermeiden.

Immer eine Reserve dabei: Eine kleine Flasche klarer Scheibenreiniger

im Kofferraum kann vor allem im Winter bei längeren

Fahrten sehr nützlich sein.

Scheinwerfer kontrollieren: Mit schlechtem Licht nutzen in der

Nacht auch die saubersten Scheiben nichts. Verschmutzte oder

matte Streuscheiben verschlechtern die Lichtausbeute, eine

falsche Einstellung verschlechtert die Ausleuchtung und kann

Gegenverkehr blenden.


Service

83

Clever radeln

IDEEN AUS

DER FAHRRADWELT

Ob E-Bike oder Cityrad: Die Fahrradbranche liefert regelmäßig Ideen, die den Alltag im Sattel

komfortabler, sicherer oder praktischer machen sollen. Manche Lösungen sind so schlicht, dass man

sich fragt, warum es sie nicht schon immer gab, während andere auf smarte Technik setzen.

Trelock: Gepäckträger mit

Bügelschlosshalterung

Diamant Suvea

Accessory Bar

Ein tiefer Rahmendurchstieg ist praktisch,

wird von vielen männlichen Radfahrern

aus ästhetischen Gründen jedoch

oft gemieden. Diamant, die älteste

deutsche Fahrradmarke, bietet mit dem

E-SUV Suvea nun einen Tiefeinsteiger,

der bei Bedarf die Optik eines Oberrohrs

bietet. Anstelle eines fest verschweißten

Rohres nutzt Diamant eine sogenannte

Accessory Bar, die sich einfach an- oder

abbauen lässt. Sie dient nicht der Rahmensteifigkeit,

sondern als weiter Fixpunkt

für Gepäcklösungen.

Bügelschlösser gelten als besonders sicher, ihre Halterungen

jedoch selten als elegant. Cannondale hat nun gemeinsam mit

dem niederländischen Hersteller Trelock eine Lösung entwickelt,

die Funktion und Design verbindet. Das „Integrated Racklock“

kombiniert einen Gepäckträger mit einer dezent integrierten

Halterung für ein Bügelschloss. Vorerst ist das System

ausschließlich in einigen Pedelec-Modellen von Cannondale

verbaut, eine Nachrüstversion bietet Trelock nicht an. Zu den

Modellen zählen die Allround-Pedelecs Mavaro und Tesoro,

die ab rund 5.000 Euro erhältlich sind.

Bosch Flow Battery Lock

Hepha ErgoAdjustment

Viele E-Bike-Fahrer sitzen aufgrund falsch eingestellter Kontaktpunkte wie Sattel

oder Lenker alles andere als ergonomisch. Das neue ErgoAdjustment-System des

Herstellers Hepha soll Abhilfe schaffen, denn es bietet präzise skalierte Einstellmöglichkeiten

für Vorbau, Lenker und Griffe. Ergänzend liefert eine App individuelle

Empfehlungen: Nutzer geben Daten wie ihre Körpergröße ein, woraufhin

die Software konkrete Winkel- und Positionseinstellungen vorschlägt. Ziel ist eine

optimale Sitzposition und damit mehr Komfort sowie weniger Belastung beim

Fahren.

E-Bike-Akkus zählen zu den bevorzugten

Zielen von Dieben, da sie sich oft leicht

aus der Halterung lösen und weiterverkaufen

lassen. Bosch will dem nun mit

einer neuen Funktion in der Flow App

entgegenwirken: Aktiviert der Nutzer

den „Battery Lock“, wird der Akku bei

Entnahme und Einsatz in einem anderen

E-Bike mit smartem System unbrauchbar,

denn die Motorunterstützung bleibt

deaktiviert. Wer sich einen gebrauchten

Bosch-Akku zulegen will, sollte in jedem

Fall den Battery-Lock-Status prüfen.


84

2025

Service

Neue Fahrrad-Gadgets

HERBSTMODUS: AKTIVIERT

Sitzheizung, Lichtautomatik, Nachtsicht-Funktion: Wer hätte gedacht, dass es diese aus Autos

bekannten Komfort- und Sicherheitsmerkmale auch für das Fahrrad gibt? Hier ein paar

nützliche Dinge für Menschen, die auch bei Nässe, Dunkelheit und Kälte

regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs sind – oder öfter sein wollen.

Lichtautomatik

Der Fahrradhelm Uvex Finale Light 2.0

(200 Euro) bringt sein Licht selbst mit:

Ein Sensor registriert schwindendes

Tageslicht und aktiviert die 40 blauen

und roten LEDs. Der Akku liefert Energie

für bis zu 12 Stunden, geladen

wird per Micro-USB. uvex.de

Nachtsicht-Funktion

Der Regenmantel von Reflektorheld (135

Euro) tarnt sein reflektierendes Material

im Alltag als angesagtes Leopardenmuster.

Trifft im Dunkeln Licht auf die Jacke,

leuchtet sie irisierend silber-grau. Erst im

Licht auffällig ist ebenso die Softshelljacke

Santiago (110 Euro), mit der Biker bei

windigem Herbstwetter bequem radeln.

reflektorheld.de

Glanzpaket

Dreck und Nässe bedeuten Stress fürs Material. Radglanz

von Atlantic wirkt als Reiniger, Politur und Korrosionsschutz

zugleich: Das Spray legt eine dünne Schicht über Metall,

Alu und Carbon, die Rost bremst, Schmutz weniger haften

lässt und Feuchtigkeit verdrängt. atlanticoel.de


85

Zierstreifen

Helm, Rahmen, Schutzblech oder Lastenrad-Kiste

werden mit reflektierenden

Stickern von Reflective Berlin (ab 6 Euro)

zum Unikat – von Pacman-Geistern bis

zu geometrischen Formen in vielen

Farben erhältlich. reflective.berlin

Rückstrahler

Mag das Kind keine (langweilige) Warnweste,

hilft vielleicht ein cooles Motiv.

Die Crazy Monster Jacket von Wowow

(21 Euro) kombiniert reflektierende

Flächen mit kindgerechtem Design. So

steigt die Chance, dass sie auch wirklich

getragen wird. Zum Beispiel über

rosebikes.de

Frostschutz

Je weiter das Thermometer sich der einstelligen Marke nähert,

desto schneller sinkt die Bereitschaft, auf zwei Rädern ins Büro

zu fahren. Abhilfe schaffen beheizbare Softshelljacke (ab

190 Euro, inkl. Powerbank) oder Weste (ab 130 €) von Berschat.

Beide Modelle wärmen über fünf Zonen in drei Stufen.

berschat.eu

Sitzheizung

Der beheizbare Thermrup-Sattelbezug

(45 Euro, inkl. Regenhülle) macht Schluss

mit dem Frostschock: Per handelsüblicher

Powerbank wärmt er die Sitzfläche.

Ideal für Radler, die draußen parken.

thermrup.de


86

2025

Service

Kickscooter

AUF DEM TRITTBRETT

RICHTUNG ZUKUNFT

Was als exotisches Spielzeug für fußlahme Großstädter galt, ist mittlerweile fester Bestandteil des

Straßenbildes: E-Kickscooter. Und das zunehmend als Alltagsgefährt zur Arbeit, Schule oder zum

Bäcker. Alles über den Trend zum Privatbesitz, von Kaufkriterien bis zu den strengen Vorschriften.

Seit Jahren boomt der Markt für die Einspurstromer.

So rollten bereits 2023 rund

eine Million versicherte Exemplare über

deutsche Straßen, was einem Plus von 30

Prozent gegenüber 2022 entsprach. Besonders

auffällig dabei: Der private Anteil ist

um 37 Prozent gestiegen. Der Trend hält

weiter an. Wer also glaubt, E-Roller seien

nur ein kurzlebiger Hype, sollte sich besser

festhalten – am Lenker natürlich.

Denn die flotten Trittbretter mit Akku sind

schon lange keine „Letzte-Meile“-Lösung

mehr. Viele Modelle können inzwischen

stundenlang statt nur ein paar Meter über

den Asphalt surren. Die Preise? Recht moderat.

Es geht los bei etwa 200 Euro. Für

deutlich unter 1.000 Euro bekommt man

bereits Highend-Geräte mit Vollfederung,

starker Motorleistung und XL-Reichweiten,

die so manchen E-Biker mit Neid erfüllen

dürften.

Günstig und unkompliziert

Auch bei den Betriebskosten zeigt der

Roller anderen Verkehrsmitteln die Rücklichter:

Ein Versicherungskennzeichen

kostet kaum mehr als ein Kinobesuch,

die Stromkosten sind vernachlässigbar,

und ein Führerschein ist nicht nötig. Ab 14

Jahren darf gefahren werden. Das Motto

lautet: Einfach draufstellen und losstromern.

Auf Helm und Spezialkleidung kann

verzichtet werden. Unter anderem Unfallmediziner

empfehlen dennoch das Tragen

eines Kopfschutzes. E-Kickscooter sind die

in jedem Fall unkomplizierteste Form der

Elektromobilität auf zwei Rädern.

Dabei werden sie technisch immer ausgereifter.

Die Schattenseite: Viele neue

Modelle bringen 25 Kilogramm und mehr

auf die Waage. Wer den Roller regelmäßig

in den vierten Stock oder ins Büro

tragen möchte, sollte sich besser nach

leichten und handlichen Modellen umsehen.

Apropos Alltagstauglichkeit: Nicht

jeder Roller darf überallhin. Einige Verkehrsunternehmen

verbieten inzwischen

die Mitnahme in Bus und Bahn. Als Grund

werden Akkubrände in England und Spanien

genannt.

Eigener Roller? Das beachten

Beim Kauf lohnt sich in jedem Fall ein genauer

Blick. Große Räder bedeuten mehr

Stabilität, Luftreifen sind komfortabler,

aber auch pannenanfälliger. Es sollten

schon zwei Handbremsen sein. Im Idealfall

sind sie hydraulisch. Fußbremsen? Darauf

sollte man sich lieber nicht verlassen. Eine

gute Federung sorgt für ein angenehmes

Fahrverhalten, macht den Scooter aber


auch schwerer und wartungsintensiver.

Außerdem sollte das Gewichtslimit des

Rollers zur eigenen Statur passen.

87

Es gibt auch reichlich Extras: App-gesteuerte

Diebstahlsicherungen, integrierte

Blinker, PIN-Sperren und Lichtanlagen mit

Akku-Anbindung gehören zum guten Ton.

Wer häufiger bergauf fahren muss, sollte

auf die Leistung achten: Modelle mit

1.000 Watt und mehr Peakleistung schaffen

auch knackige Anstiege. Obacht beim

illegalen Tunen. Wer die 20-km/h-Grenze

überschreitet, verliert nicht nur den Versicherungsschutz,

sondern riskiert auch

Punkte und hohe Bußgelder.

Achtung: Bußgelder und Punkte

Denn obwohl die kleinen Flitzer oft wie

Spielzeug wirken, gelten für sie strenge

Regeln. Wer ohne Versicherungsschutz

fährt, begeht eine Straftat. Wer während

der Fahrt aufs Handy schaut, muss mit

einer Geldbuße von 100 Euro und einem

Punkt rechnen. Alkohol? Genau wie beim

Auto: Ab 0,5 Promille wird es teuer. Und

für Unter 21-Jährige gilt sogar Nulltoleranz.

Gehwege und Mitfahrer sind tabu. Nur wer

die Spielregeln kennt und beachtet, kann

also wirklich entspannt fahren.

Klar ist: E-Kickscooter sind gekommen, um

zu bleiben. Sie passen gut in eine Zeit, in

der viele Menschen nach günstigen, flexiblen

und einfachen Mobilitätslösungen

suchen. Wer bereit ist, sich mit Technik,

Fahrverhalten und Regeln auseinanderzusetzen,

findet im E-Roller einen in mehrfacher

Hinsicht praktischen Begleiter für

den Alltag – ganz ohne Abgase, Stau oder

Parkplatzsuche. Und vielleicht mit ein bisschen

mehr Fahrspaß, als mancher erwarten

würde.

PRO UND CONTRA E-KICKSCOOTER:

WAS SPRICHT DAFÜR:

1. Günstig – bei Anschaffung, geringe Energie- und

Versicherungskosten

2. Niedrige Hürden – kein Führerschein, keine

Schutzkleidung, ab 14 Jahren

3. Flexibel – ideal für Kurzstrecken, Pendler, Freizeit

4. Umweltfreundlich – emissionsfrei, leise,

stadtverträglich

5. Technisch fortschrittlich – Federung, Licht,

App-Sicherheit, gute Reichweite

WAS SPRICHT DAGEGEN:

1. Mitnahmeverbot ÖPNV – oft Ausschluss

wegen Brandrisiko

2. Schwer und unhandlich – viele Modelle

über 25 Kilo, schlecht tragbar

3. Strenge Regeln – Kennzeichen, strenges

Alkoholverbot, gefährliches Tuning

Die Mitnahme von

Personen auf dem Kickscooter

ist verboten.

WAS IST ERLAUBT? – RECHTLICHE BASICS

FÜR E-SCOOTER-FAHRER

• Höchstgeschwindigkeit: max. 20 km/h

• Leistung: Motor darf bis zu 500 Watt Dauerleistung

haben

• Mindestalter: 14 Jahre

• Führerschein: nicht erforderlich

• Helmpflicht: nein – aber empfohlen

• Versicherung: Pflicht! Es wird ein Versicherungskennzeichen

benötigt

• Wo darf man fahren? Auf Radwegen oder der Straße.

Gehwege sind tabu, es sei denn, ein Schild erlaubt es

ausdrücklich

• Mitnahme von Personen: verboten

• Handy am Lenker: verboten – 100 Euro Bußgeld

und 1 Punkt

• Alkoholgrenze: 0,5 Promille wie beim Auto – für unter

21-Jährige gilt: 0,0


88

2025

ZUKUNFT

Smarter

stromern

Von Software-definierten Fahrzeugen bis hin zu neuen Batterietrends:

Die IAA Mobility rückt die großen Zukunftsthemen der Branche in den

Blickpunkt. Was ändert sich für die Kunden?


89

Software und KI ebnen den

Weg zum automatisierten

Fahren.

Das Auto wird zum rollenden Computer: Die Entwicklung vom

Fahrzeug, bei dem Hardware wie Motor, Getriebe und Fahrwerk

den Unterschied macht, hin zum „Software Defined

Vehicle“ (SDV) ist schon in vollem Gange. Ob automatisierte

Fahrfunktionen, neue Konnektivitätsdienste oder Personalisierung:

Software ermöglicht, was die Fahrzeuge heute und in Zukunft

prägt – und sie lässt sich einfach „over the air“ aktualisieren.

So bleibt das Auto länger frisch.

Die Hersteller bedenken das mit und schicken ihre neuen

Autos mit Funktionen, die noch gar nicht freigeschaltet sind,

in die Schauräume. Die Aktivierung erfolgt dann, wenn das

Fahrzeug schon beim Kunden steht – gerne auch gegen Aufpreis.

Denn mit der Technik ändern sich auch die Geschäftsmodelle,

Umsatz wird nicht mehr nur über den Neuwagenverkauf

generiert, sondern auch durch Software – und das über

den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs.

Beim Ausloten der Zukunftsfragen darf künstliche Intelligenz

(KI) nicht fehlen. Kaum ein Thema samt seinen Chancen und

Risiken wird derzeit so heiß diskutiert. Auch im Auto spielt sie

schon eine Rolle: etwa bei der Unterstützung des Sprachassistenten

und bei der Auswertung von Sensor- und Kameradaten,

um die Leistung der Assistenzsysteme zu verbessern. Mittelfristig

dürfte sich die KI im Auto zu einer Art unsichtbarem

Co-Piloten entwickeln. Auch in der Fahrzeugentwicklung wird

künstliche Intelligenz eingesetzt – zum Beispiel, um in kürzester

Zeit unzählige Fahrsituationen durchzuspielen und damit

neue Assistenzsysteme zu testen.

Bewegung in der Kostenfrage

Etwas greifbarer sind die neuen Batterietrends – mit denen

Bewegung in die Kostenfrage kommen könnte. Denn die bewährte

Lithium-Ionen-Batterie, die heute in fast jedem E-Auto

steckt, bekommt vielversprechende Konkurrenz durch die

Natrium-Ionen-Batterie – ein Akku auf Kochsalzbasis, den der

chinesische Technologiekonzern CATL ab Ende dieses Jahres

unter dem Namen Naxtra in Massen produzieren will. Zwar ist

die Technik nicht ganz so leistungsfähig und bietet weniger

Reichweite, könnte aber dank der Kostenvorteile speziell für

Kleinwagen interessant sein. Weil zudem problematische

Rohstoffe wie Kobalt, Nickel oder Kupfer kaum oder gar nicht

benötigt werden, entschärft die neue Akkuvariante zudem

Lieferketten- und Nachhaltigkeitsprobleme.

Bezahlbare und leistungsfähige Batterien sind einer der beiden

Faktoren, die den Erfolg der Elektromobilität beeinflussen. Der

andere ist die Ladetechnik, die für immer kürzere Ladezeiten

sorgt und damit die Alltags- und Langstreckentauglichkeit

von Elektroautos verbessert. Immer mehr Autos verfügen über

800-Volt-Technologie und können hohe Ladeleistungen verarbeiten

– und immer mehr Ladestationen liefern genau diese

hohe Leistung. Schon heute stehen in Deutschland rund 30.000

Ultra-Schnellladepunkte mit mindestens 150 Kilowatt Leistung

bereit, die in kaum zehn Minuten Energie für mehrere hundert

Kilometer Reichweite bereitstellen. Für die Zukunft sollen sogar

500 Kilowatt und mehr möglich sein – und die Dauer der Ladepause

auf die eines üblichen Tankstopps sinken.

Das Auto als rollende Powerbank

Hinzu kommen Komfortfunktionen, die das Nachfüllen der

Energie immer reibungsloser machen. Bei „Plug & Charge“

muss man sich nicht mehr umständlich an der Ladesäule anmelden,

zuhause sorgt „Smart Charging“ für eine intelligente

Steuerung der Ladezeiten, sodass Energie dann fließt, wenn

besonders viel erneuerbarer Strom im Netz vorhanden und

entsprechend günstig ist.

Das bidirektionale Laden macht Autos zur rollenden Powerbank,

die Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder

abgeben können – um Haushalte zu versorgen, das Stromnetz

zu entlasten und als mobiler Zwischenspeicher im Rahmen

neuer Geschäftsmodelle sogar Einnahmen für den Nutzer zu

generieren. Langfristig könnten Autos, Ladepunkte und Stromnetz

zu einem vernetzten System flexibler Energiespeicher

verschmelzen – gesteuert von künstlicher Intelligenz.


90

2025

Zukunft

Software Defined Vehicle

Ein Computer auf Rädern?

Elektrifizierung, Konnektivität, Softwarekompetenz: Auf der IAA präsentiert sich

die Autoindustrie digitaler denn je. Warum Software neuer Taktgeber der Mobilität ist

und was das bedeutet.

45 %

der deutschen E-Auto-

Käufer würden für

bessere Softwareangebote

die Marke

wechseln.

Bequem: Zahlen per Fingerabdruck.

Viel PS, großer Hubraum oder Höchstgeschwindigkeit

waren mal Trumpf, nicht

nur im Kartenspiel. Heute gewinnen zunehmend

andere Werte beim Autokauf:

Ladegeschwindigkeit, Softwarekompetenz,

Konnektivität. Gleichzeitig prägen Touchscreens,

digitale Assistenten und kabellose

Updates das Autofahrerleben. Große

Treiber dieser Entwicklung sind Trends

wie automatisiertes Fahren, Elektrifizierung

und Digitalisierung.

Im Elektrozeitalter können sich Hersteller

nicht mehr über Antrieb oder Motorsound

abheben, umso entscheidender ist die

Software: „Software wird die Automobilindustrie

stärker umbrechen als jeder neue

Antrieb“, prognostiziert Stefan Hartung,

Vorsitzender der Geschäftsführung von

Bosch. Der Automobilzulieferer – zu Beginn

des vergangenen Jahrhunderts mit

Zündsystemen ein Treiber des Automobilzeitalters

– hat sich längst positioniert: Bis

2030 wollen die Schwaben mit Software

und digitalen Diensten rund sechs Milliarden

Euro Umsatz generieren. Wenn Software

die Hardware als zentrale Komponente

ablöst, wird das Auto zum sogenannten

„Software Defined Vehicle“ (SDV) – dem

software-definierten Fahrzeug.

Software wird Kaufargument

Tatsächlich wünschen sich schon heute

nicht wenige Autokäufer ein Fahrzeug, das

sich nahtlos in ihren digitalen Alltag einfügt.

Laut einer McKinsey-Umfrage würden

in Deutschland 45 Prozent der E-Auto-Käufer

für bessere Softwareangebote

wie Sprachsteuerung oder automatisches

Parken die Marke wechseln – in China sind

es sogar 63 Prozent. Der weltweite Markt

für Auto-Software und -Elektronik wird

bis 2030 auf 460 Milliarden US-Dollar geschätzt.

„Soft skills“ gewinnen an Bedeutung: Wie

etwa Updates, die bequem per SIM-Karte

ins Fahrzeug kommen. Komfortfunktionen

wie In-Car-Payment (Mercedes) oder die

Parkplatzsuche und -bezahlung über das

Infotainmentsystem (Kia) sind bereits verfügbar.

Individualisierungsmöglichkeiten,


91

von helleren Scheinwerfern bis zur Innenraumbeleuchtung

gibt es im Abo, wenn

die Hardware bereits ab Werk verbaut ist.

39 Prozent der McKinsey-Befragten begrüßen

laut Studie solche Abo-Angebote.

Der Wandel bringt aber auch Probleme:

Laut DAT-Report 2023 hatten 23 Prozent

der Halter neuer Fahrzeuge bereits Softwareprobleme.

Bei älteren Modellen lag

der Wert deutlich niedriger.

Ein Autoleben lang up to date

Generell soll das SDV jedoch länger

“frisch” bleiben, da es durch Updates – zumindest

in der Theorie – über die gesamte

Lebenszeit aktuell gehalten werden kann.

Volvo etwa rüstet sein E-SUV EX90 bereits

mit Sensorik für autonomes Fahren aus,

bevor Software und juristische Rahmenbedingungen

überhaupt fertig beziehungsweise

bekannt sind. Das Geschäftsmodell

der Hersteller verändert sich damit grundsätzlich:

Der Umsatz erfolgt nicht nur über

den Neuwagenverkauf, sondern zusätzlich

über den Verkauf von Software über den

gesamten Lebenszyklus.

Gegen Ende des Jahrzehnts könnte in

neuen Pkw-Typen nur noch ein zentraler

Hochleistungsrechner die komplette Sensoren-

und Aktuatoren-Infrastruktur im

Auto steuern. Die muss dafür stark standardisiert

und modellübergreifend nutzbar

sein. Der koreanische Autokonzern Hyundai

will 2026 sein erstes Software Defined

Vehicle vorstellen, Renaults Elektro-Sparte

Ampere plant ab 2026 und VW hat laut

Medienberichten 2027 ins Auge gefasst.

Neue Maßstäbe für Fortschritt

Doch was bleibt, wenn das Auto zum

Computer auf Rädern wird? Zum Beispiel

das Bedürfnis nach einem Fahrzeug, das

verlässlich funktioniert und lange aktuell

bleibt. Autofahrer kaufen jedoch kein finales

Produkt, sondern eine Plattform mit

Update-Potenzial. Die Sehnsucht nach Individualität

wird über digitale Dienste und

flexible Abo-Modelle gestillt. Auch Komfort,

Sicherheit und Effizienz sind gefragt,

werden aber anders bereitgestellt: durch

Sensorik, zentrale Rechnerarchitekturen

und smarte Assistenten. Fortschritt misst

sich nicht mehr in PS, sondern Rechenleistung,

Ladezeit und Versionsnummer. Wie

man das als Autokäufer findet, muss jeder

für sich selbst entscheiden.

V.o.n.u.:

1. Schon heute: Updates „over the air“.

2. Gute Sprachsteuerung: längst ein

Komfort-Merkmal.

3. Vernetzung: Das Auto lässt sich mit

dem Smart Home verbinden.


92

2025

zukunft

Natrium-Ionen-Akkus

Gesalzen günstig

Elektro-Kleinwagen könnten deutlich günstiger werden –

und das dank einer günstigen Zutat, die in jeder Küche steht:

Kochsalz.

Die allgegenwärtige Lithium-Ionen-Batterie bekommt

Konkurrenz. Zum ersten Mal werden jetzt Akkus mit

Natrium-Technik serienreif – und ihr größter Trumpf ist

der Preis. Der ist so günstig, dass er sogar einen großen

Schwachpunkt der neuen Stromspeicher für E-Autos

ausgleichen könnte.

Heute steckt in fast jedem E-Auto eine Lithium-Ionen-

Batterie – meist mit Nickel-Mangan-Kobalt-Mix (NMC)

oder als Lithium-Eisenphosphat-Version (LFP). Lithium-

Verbindungen sind dafür das Schlüsselelement, weil sie

viel Energie speichern können. Kein Wunder, dass nicht

nur Autos, sondern auch Smartphones, Laptops und so-


93

gar Herzschrittmacher auf das Alkalimetall setzen. Das

Problem: Die Nachfrage steigt rasant. 2030 werden laut

einigen Prognosen wohl dreimal so viele Tonnen Lithiumcarbonat

gebraucht wie 2022.

Leicht verfügbare Alternative

Lithium ist zwar nicht besonders selten, aber billig wird

es in Zukunft durch die steigende Nachfrage eher nicht.

Also suchen Auto- und Batteriehersteller seit Jahren nach

Alternativen. Eine besonders vielversprechende ist die

Natrium-Ionen-Batterie. Der chinesische Technologiekonzern

CATL will sie ab Ende dieses Jahres unter dem

Namen Naxtra in Massen produzieren.

Statt Lithium besteht die aktive Masse an der Kathode

aus einer Natriumverbindung – ebenfalls ein Alkalimetall

– und überall verfügbar. In Form von Kochsalz (Natriumchlorid)

steht es im Küchenschrank, und im Meer

schwimmt eine schier unendliche Menge davon herum.

Dazu kommt: Viele problematische Rohstoffe wie Kobalt,

Nickel oder Kupfer braucht die mit Natriummetalloxiden

gebaute Akku-Variante nicht oder nur in kleinen Mengen.

Das drückt nicht nur die Kosten, sondern entschärft

auch Lieferketten- und Nachhaltigkeitsprobleme.

Geringere Energiedichte zu kleineren Kosten

Es gibt aber auch einen Haken: Natrium-Akkus speichern

weniger Energie pro Kilo als ihre Lithium-Pendants. Auch

beim Verhältnis Energie pro Liter schneiden sie deutlich

schlechter ab. Das heißt: Gleiche Akkugröße bedeutet

kürzere Reichweite und mehr Gewicht. Deshalb galten

Natriumbatterien lange eher als Option für stationäre

Speicher – dort spielen Platzbedarf und Kilos kaum eine

Rolle. Aber steigende Lithiumpreise haben die Karten

neu gemischt, und plötzlich überstrahlt der Preisvorteil

die Nachteile. CATL selbst spricht von bis zu 60 Prozent

weniger Kosten im Vergleich mit Lithium-Ionen-Speichern.

Die Zahl ist mit Vorsicht zu genießen, aber bereits

geringere Vorteile wären für die Industrie interessant.

Neben CATL arbeiten auch andere Hersteller an der

Technik, vor allem in China. Wettbewerber JAC etwa liefert

sogar seit 2024 erste E-Autos mit Natrium-Technik

nach Südamerika. Besonders spannend ist der Natrium-Ionen-Akku

für Stadtautos und Motorroller, wo es

weniger um große Reichweiten als um einen günstigen

Preis geht. Aber auch Basisversionen größerer Modelle

könnten profitieren.

Sollte sich Natrium durchsetzen, wäre der Verlierer nicht

der klassische NMC-Akku, sondern der aktuell so beliebte

LFP-Speicher. Der ist zwar günstiger als sein naher

Verwandter und braucht ebenfalls weniger kritische

Rohstoffe – aber gegen die Natrium-Batterie könnte er

preislich alt aussehen. Und wenn es die Natrium-Akkus

im Winter schaffen, leistungsstärker zu sein und mehr

Ladezyklen zu überstehen als die in dieser Hinsicht eher

schwachen LFP-Einheiten, dann könnte es für diese Batterieform

zusätzlich eng werden.

Ob die neue Technik den Durchbruch schafft oder nur

eine Episode in der Akku-Geschichte bleibt, ist offen.

Aber die Chancen stehen nicht schlecht und für Europa

könnte sie wegen der besseren Rohstoffverfügbarkeit ein

echter Glücksfall sein. Realistisch dürften erste größere

Stückzahlen hierzulande frühestens ab 2027 auf den

Markt kommen – und dann zunächst einmal nur aus

chinesischer Produktion und in chinesischen E-Mobilen.


94

2025

zukunft

Wie laden wir morgen?

Das Auto wird zur

Powerbank

Elektroautos laden bald in wenigen Minuten, versorgen Haushalte mit Strom und verdienen dabei

nebenbei auch noch Geld. Eine zusätzliche Rolle für das Auto zeichnet sich ab – und die reicht weit

über seine Eigenschaft als Fortbewegungsmittel hinaus.

Das Laden von Elektroautos wird sich in den kommenden Jahren rasant verändern. Nicht

nur wächst das Ladenetz in Deutschland beständig, es wird auch immer schneller. Schon

heute stehen rund 30.000 Ultra-Schnellladepunkte mit mindestens 150 Kilowatt Leistung

bereit, die in kaum zehn Minuten Energie für mehrere hundert Kilometer Reichweite

bereitstellen können. Infrastrukturbetreiber und Autohersteller wollen die Technik noch

weiter beschleunigen und Ladeleistungen von 500 Kilowatt und mehr für Pkw realisieren.

Dann könnte eine komplette Batteriefüllung tatsächlich in fünf Minuten möglich werden.

Grundlage dafür ist die 800-Volt-Technologie, die durch höhere Spannung und geringere

Verluste kürzere Ladezeiten ermöglicht – gerade in Langstreckenautos entwickelt

sie sich immer mehr zum Standard.

Aber auch Fahrer langsam ladender Autos dürften zunehmend schneller mit dem Energienachfüllen

fertig sein. Mit Komfortfunktionen wie „Plug & Charge“ identifiziert die

Ladesäule das Fahrzeug automatisch, startet den Ladevorgang und rechnet im Hintergrund

ab – ganz ohne Karten oder Apps. Gleichzeitig wächst die Zahl öffentlicher Ladehubs

mit zusätzlichen Services wie Cafés, Arbeitsplätzen oder Einkaufsmöglichkeiten,

sodass die Ladepause mehr und mehr zum Teil des Alltags wird.


95

Zuhause oder am Arbeitsplatz erlauben indes „Smart Charging“-Funktionen ein intelligentes

Steuern der Ladezeiten, sodass Energie dann fließt, wenn besonders viel erneuerbarer

Strom im Netz vorhanden und entsprechend günstig ist.

Fahrende Energiespeicher

Lange angekündigt, aber nun langsam in der Breite verfügbar, ist eine weitere Innovation:

das bidirektionale Laden („Vehicle-to-Grid“, V2G). Geeignete Fahrzeuge können

Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben. Damit werden sie zu mobilen

Energiespeichern, die das Stromnetz in Spitzenzeiten entlasten oder die Versorgung

von Haushalten übernehmen. Studien zeigen, dass dies auch wirtschaftlich attraktiv

sein kann, da Netzbetreiber und Energieversorger für bereitgestellte Kapazitäten Vergütungen

zahlen. Je nach Quelle und individuellen Umständen könnten dreistellige bis

niedrige vierstellige Beträge pro Jahr zusammenkommen. Auch Automobilhersteller,

Energieversorger und Flottenbetreiber entwickeln bereits Modelle, wie V2G-Autos als Teil

von Geschäftsmodellen oder als Puffer in Firmenfuhrparks eingesetzt werden können.

Verschmelzung von Autos, Ladepunkten und Stromnetz

Mittelfristig sind weitere Entwicklungen von Technik und Infrastruktur zu erwarten. Ab

den 2030er-Jahren könnten etwa induktive Systeme das Laden noch einfacher machen

– entweder kabellos über im Boden verbaute Ladeplatten oder über Straßensegmente,

die Fahrzeuge während der Fahrt aufladen. Mobile Laderoboter sind ebenfalls denkbar:

Sie bewegen sich selbständig zu geparkten Autos, schließen den Stecker an und starten

den Ladevorgang. In Pilotprojekten in Asien werden solche Systeme bereits getestet,

und erste Städte in Europa prüfen, ob sich damit Parkhäuser oder Quartiersgaragen

aufrüsten lassen.

Die wahre Revolution betrifft aber das Stromsystem als Gesamtheit. Künstliche Intelligenz

wird zunehmend koordinieren, wann und wo Strom fließt, um Netzstabilität, Kosten und

CO 2-Ausstoß optimal auszubalancieren. Das langfristige Ziel heißt „Vehicle-Grid-Integration“

(VGI): Autos, Ladepunkte und das Stromnetz verschmelzen zu einem einzigen intelligenten

System. Millionen von Fahrzeugbatterien fungieren dann als riesiger, vernetzter

Energiespeicher, der flexibel auf Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch reagiert.

In dieser Zukunft sind Elektroautos nicht nur Verkehrsmittel, sondern zentrale Bausteine

eines nachhaltigen, digitalen Energie-Ökosystems. Das Laden könnte so selbstverständlich

und bequem werden wie die Verbindung mit dem WLAN. Damit verändert sich auch das

Bild vom Auto: vom reinen Fortbewegungsmittel hin zu einem Teil der Energieinfrastruktur.


96

2025

IAA Mobility

Künstliche Intelligenz im Auto

Ein cleverer

Mitfahrer

Alle reden von KI. Auch im Auto spielt sie schon eine Rolle.

Aktuell zwar nur eine Nebenrolle, doch das könnte sich ändern.

Spiel meine Playlist

„Musik für die Ferien"

Kaum ein Technikthema sorgt derzeit für so viel Aufsehen

wie Künstliche Intelligenz (KI). Sprachmodelle wie

ChatGPT oder Systeme zur Bildgenerierung prägen

immer stärker den Alltag. Auch im Auto ist KI längst

angekommen, wenn auch oft weniger spektakulär,

als es die großen Schlagzeilen vermuten lassen. Zumindest

aktuell noch.

KI macht auch die Sprachsteuerung im Cockpit schlauer.

Wo Autofahrern heute schon KI begegnet

Am stärksten für den Fahrer präsent ist die Maschinenintelligenz

heute beim Sprachassistenten. Verstand

dieser früher nur mühsam die möglichst schematisch

artikulierten Anweisungen der Insassen, ist er heute in

den besten Versionen ein flexibler Befehlsempfänger.

Die Sprachsoftware versteht auch verschlüsselt formulierte

Anweisungen, steuert Navigation, Musikauswahl

oder die Klimaanlage. Technisch handelt es sich meist

um relativ einfache KI-Systeme, die maschinelles Lernen

einsetzen, um auch natürlich gesprochene Sätze

zu deuten.

Noch wichtiger ist jedoch der stille Einsatz im Hintergrund:

Assistenzsysteme, die Verkehrszeichen lesen,

Fahrspuren verfolgen oder Fußgänger und Radfahrer

identifizieren. Kameras und Radarsensoren liefern

Daten, die mit Hilfe von Bilderkennungsalgorithmen

ausgewertet werden. Systeme wie Abstandsregeltempomat,

Spurhalteassistent oder Notbremsautomatik

stützen sich auf diese ebenfalls noch recht „schwache“

KI – spezialisiert auf eine klar umrissene Aufgabe, trainiert

mit Millionen von Datensätzen.

KI in der Fahrzeugentwicklung

Die größte Rolle spielt KI im Auto derzeit womöglich

gar nicht während der Fahrt, sondern schon viel früher.

Ingenieure nutzen maschinelles Lernen, um in Simulationen

unzählige Fahrsituationen durchzuspielen.

So lassen sich neue Assistenzsysteme testen, ohne

viel Zeit und Geld für Millionen Kilometer Fahrt auf

realen Straßen investieren zu müssen. Auch in der Materialentwicklung

oder Batterieforschung analysiert

KI große Datenmengen, erkennt Muster und schlägt

die besten Ansätze vor. Und selbst in der Fertigung

überwachen intelligente Bilderkennungsprogramme

Schweißnähte oder Lackierungen zuverlässiger als das

menschliche Auge. Und das ohne Tariflohn und Erholungspause.

Was jetzt kommt

Für Autofahrer sichtbar wird KI in naher Zukunft vor

allem durch personalisierte Dienste. Fahrzeuge lernen

aus den Vorlieben ihrer Nutzer bei Sitzposition, Fahrstil

oder Routenwahl und richten alles schon beim Einsteigen

passend ein. Hinzu kommt die vorausschauende

Wartung, „Predictive Maintenance“ genannt, bei der

Sensoren und Algorithmen frühzeitig auf drohende

Defekte hinweisen. Zum Vorteil des Nutzers, der weniger

Pannen fürchten muss, aber auch zum Vorteil

der Hersteller, die ihr Werkstattnetz leichter auslasten.


97

Auch teilautomatisierte Fahrfunktionen verbreiten sich

mit KI-Hilfe heute schon schnell: Parkassistenten, die

den Wagen allein in enge Lücken manövrieren, oder

Staupiloten, die für kurze oder auch längere Zeit die

Kontrolle übernehmen.

Wenn der Algorithmus das Steuer übernimmt

Noch etwas weiter in der Zukunft liegen das hoch- und

vollautomatisierte Fahren, bei dem Lenkrad und Pedale

dauerhaft verzichtbar werden. In diesen Szenarien

übernimmt die KI für unbegrenzte Zeit die Fahraufgabe

– zunächst wohl auf klar definierten Strecken,

später auch in komplexeren Umgebungen. Eine entscheidende

Rolle spielt dabei die Vernetzung: Fahrzeuge,

die mit KI-fähigen Ampeln, Verkehrsleitsystemen

oder anderen Autos kommunizieren, können

ihre Entscheidungen auf ein viel größeres Informationsnetz

stützen. Denkbar ist auch, dass generative

KI Einzug ins Cockpit hält – etwa in Form besonders

dialogfähiger Sprachassistenten, die nicht nur Befehle

ausführen, sondern auch Empfehlungen geben oder

den Fahrer unterhalten.

KI als Co-Pilot, nicht als Ersatz

Trotz aller Visionen: Die Rolle von KI im Auto wird

auf absehbare Zeit eine andere bleiben als in vielen

Utopien oder Befürchtungen. Sie tritt weniger als eigenständiger

„Roboterfahrer“ auf, sondern eher als

unsichtbarer Co-Pilot. Sie steigert Sicherheit, senkt

Kosten und macht den Alltag komfortabler. Zugleich

wirft sie Fragen auf – von der Datensicherheit über

die Transparenz von Algorithmen bis hin zur Haftung

bei Fehlern. Auch in dieser Hinsicht muss also noch

einiges passieren.

Bei der Qualitätskontrolle ist die KI schneller und genauer als das

menschliche Auge.

Die Infotainmentsysteme im Auto werden immer schneller, leistungsfähiger

– und intelligenter.

In der Fahrzeugproduktion

hilft Künstliche

Intelligenz

bereits heute auf

vielfältige Weise.


98

2025

Rückblick

1

3

2

Die legendärsten IAA-Stars der letzten 60 Jahre

Schöne

&

Sternschnuppen

strahlende

Fixsterne

4

Eigentlich ist es nur ein Gerät, das Mobilität ermöglichen soll.

Und dennoch bewegt das Automobil Gesellschaft, Wirtschaft und

Zeitgeist wie kaum eine andere Erfindung. Wer wissen will, wohin

die Reise geht, blickt traditionell auf die IAA: Hier wird das Auto der

Zukunft gefeiert. Ein Rückblick auf Tops und Flops aus 60 Jahren.

Sie ist fast so alt wie das Automobil selbst: Die IAA wird schon seit rund 130 Jahren ausgetragen

– aber als aufregendes Schaufenster in die Zukunft präsentierte sie sich erstmals

1965. Auf dem Höhepunkt des deutschen Wirtschaftswunders waren es Amerikaner,

die in den Frankfurter Messehallen als erste Appetit auf eine schöne neue Autowelt

machten. Den Paukenschlag dazu setzte Opel, damals Tochter des US-Konzerns General

Motors. Die Rüsselsheimer überraschten mit dem GT Experimental als erstem Dreamcar

aus einem deutschen Designatelier, und fast eine Million IAA-Besucher feierten diese

Mini-Corvette im Coke-Bottle-Design.


99

5

1) Der Mercedes C111 ging nie in die Serie. 2) Ford-Antwort auf den Opel GT: der Capri.

3) Die Wankel-Limousine Ro 80 geriet zum Verkaufsflop. 4) Erster E-Roadster aus China:

der MG Cyberster. 5) Vorbote des Opel GT: der GT Experimental von 1965.

Drei Jahre dauerte es, dann wurde der Traumwagen bezahlbare Realität: Auf Basis des

kleinen Kadett ging der Opel GT in Großserie – und initiierte eine Stampede europäischer

Pony-Cars. Schließlich litt der „Nur-Fliegen-ist-schöner“-Opel (Werbeslogan) aus Sicht

junger Familienväter an einem Geburtsfehler: Es fehlten Fondsitze.

Ford wusste, was zu tun ist. Die Kölner verwandelten die Idee und Optik des amerikanischen

Mustang in ein Mini-Muscle-Car – und fertig war der viersitzige Capri. Auf der

IAA 1969 zeigte sich der Capri in großer Typenvielfalt, und plötzlich erreichte Ford 15

Prozent Marktanteil.

Mit dem R16 erfand Renault die fünftürige

Fließhecklimousine.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der nicht immer neue Bedürfnisse

hat", sagte Bundeskanzler Ludwig Erhard, als er die IAA 1965 eröffnete. Und die

Autoindustrie verstand es, Bedürfnisse zu wecken – oder auch nicht: Renault erfand mit

dem R16 die variable, fünftürige Fließhecklimousine, ein visionäres Konzept, das bis heute

von vielen Herstellern adaptiert wird. Honda wagte 1965 als erster Japaner den Sprung

nach Deutschland und verblüffte mit dem winzigen S600. Ein rassiger Sportwagen im

zu kleinen Kei-Car-Format für großgewachsene Europäer. Tatsächlich dauerte es noch

gut zehn Jahre, bis die Fachwelt vor einer „Gelben Gefahr“ warnte, aber dann waren die

Japaner für Sensationen gut: Im August 1977 absolvierten zwei Mazda 323 problemlos

den 15.000-Kilometer-Härtetest von Hiroshima nach Frankfurt, wo sie pünktlich zu ihrer

Europapremiere auf der IAA 1977 eintrafen. Vom Publikumsliebling der Autoschau zum

Import-Champion in den Verkaufscharts war es nur noch ein kleiner Schritt.

Wankel-Mut tut selten gut

Eigentlich wollte Mazda schon 1965 seinen spacigen Sportwagen Cosmo mit Wankelmotor

nach NSU-Lizenz auf der IAA landen lassen, aber NSU verhinderte diesen Knalleffekt.

Schließlich bereiteten die Neckarsulmer für 1967 die futuristische Wankel-Limousine

Ro 80 vor. „Ihr Sohn wird einen Beruf ergreifen, den es morgen erst gibt. Warum aber

schließen Sie bei Ihrem Auto Kompromisse?“, fragte die Werbung. Trotzdem kauften am

Ende nur gut 37.000 Avantgardisten den unausgereift in Serie gebrachten Ro 80, der zum

kommerziellen Mega-Flop mutierte. Weitsichtig fuhr Mercedes deshalb seinen Wankel-

Superstar C111-I von der IAA 1969 direkt in die Asservatenkammer.

15.000 Kilometer von Hiroshima nach Frankfurt

fuhren 1977 zwei Mazda 323.


100

2025

Rückblick

Schnell, bunt – und endlich sicherer

Autos mit Ikonenstatus brachten auch die IAA-Shows der 1970er hervor, jenes Jahrzehnts

knallbunter „Sicherheitsfarben“, mehrerer Ölkrisen und turbogetriebener

Sportwagen. Der 260 km/h schnelle Porsche 911 Turbo demonstrierte 1975 als erster

aufgeladener Seriensportler, dass größtmögliche Vmax auch nach der Ölkrise

nichts an Faszination verloren hatte. Sogar der schwergewichtige Volvo 240 wurde

1979 vom Turbo-Virus erfasst: „Familientaugliche Volvo-Rakete“ war das Echo der

Motorpresse auf den Schweden, der zugleich für seine Sicherheitstechnik gefeiert

wurde. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA wählte den Volvo 240 sogar

zur Referenz für die Sicherheitsforschung. Ein früher Schritt Richtung Vision Zero:

Damals gab es in Deutschland noch sechs Mal so viele Verkehrstote wie heute!

Porsche maximal: 911 Turbo mit

260 km/h Spitze.

Generation GTI

„Weit über seine Transportleistung hinaus

befriedigt das Auto ein menschliches

Grundbedürfnis, den Wunsch nach Selbstdarstellung“,

erklärte Stardesigner Giorgetto

Giugiaro einst. Ob er damit den 1975

enthüllten Mercedes 450 SEL 6.9 meinte,

ist unklar. Dieser mächtige 6,9-Liter-V8

krönte die Baureihe W116, die erstmals

offiziell S-Klasse genannt wurde. Vielleicht

dachte Giugiaro aber auch an den

VW Golf, den er selbst in genial-einfache

Form gebracht hatte. Auf der IAA 1975 löste

der Golf den nächsten Urknall aus: als GTI.

Drei Buchstaben, die seitdem für sportliche

Faszination in der Kompaktklasse stehen.

Von Hybrid bis Hypercar

Sicher, familien-tauglich

und schnell: der

Volvo 240 Turbo.

In den 1980ern und 1990ern machte der Katalysator die Abgase etwas sauberer, dafür

brachten die Yuppies Allradler und Cabrios in Mode. Die IAA lieferte einmal mehr die

Showbühne dazu, hier standen Klappdach-Pioniere wie Mercedes SLK und Peugeot 206

CC, aber auch Audis Quattro-Typen – darunter der A8 als neue Kanzler-Oberklasse – und

SUV-Pioniere wie Toyota RAV4 oder der Kia Sportage als früher Koreaner. Asiaten waren

es auch, die im 21. Jahrhundert die E-Mobilität voranbrachten: Auf den Hybrid-Pionier

Toyota Prius folgte 2011 der Nissan Leaf als erstes Massenmodell unter Strom. Und das

waren nur die Anfänge lokal emissionsfreier Mobilität, zu pulsbeschleunigten Publikumsmagneten

auf der Autoshow mutierten zuletzt Hypercars wie der Mercedes-AMG

One oder der chinesische E-Roadster MG Cyberster. Die IAA ändert sich, aber Spaß und

Träume bleiben letztlich doch.

Mit dem Festdach-Cabrio SLK schrieb Mercedes eine Erfolgsgeschichte.

Maßstab für

Kompaktpower:

Golf GTI.

Klappdach-Pionier:

Peugeot 206.

Der Nissan Leaf ging als erstes E-Auto

in die Massenproduktion.


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Neuer XPENG G6: Energieverbrauch 17,5-18,4 kWh/100 km; CO 2

-Emissionen 0 g/km; CO 2

-Klasse: A

Neuer XPENG G9: Energieverbrauch 18,5-20,1 kWh/100 km; CO 2

-Emissionen 0 g/km; CO 2

-Klasse: A

(jeweils kombinierte Werte laut WLTP)

xpeng.com/de


Gravity ist gelandet.

Finden Sie uns auf der

IAA Mobility.

Lucid Studio

Odeonsplatz 2, München

Lucid Booth RB680

Brunnenhof, München

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