PT-Magazin - Ausgabe 5 | 2025
Blickwinkel • Deutschland am Scheideweg • #GPDM includes AI • Neuro-Leadership prägt das Denken • Incident Recovery - Business First
Blickwinkel
• Deutschland am Scheideweg
• #GPDM includes AI
• Neuro-Leadership prägt das Denken
• Incident Recovery - Business First
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Blickwinkel
Deutschland am scheideweg
#GPDM includes ai
Neuro-Leadership Prägt das denken
Incident Recovery - Business first
www.pt-magazin.de
21. Jahrgang | Ausgabe 5 | 2025 | ISSN 1860-501x | 3 Euro
Wirtschaft und Gesellschaft
Offizielles Magazin des Wettbewerbes „Großer Preis des Mittelstandes“
02
Für unsere Kunden,
für unsere Kinder, für uns alle
Mit der Inbetriebnahme unserer 1900 kWp Photovoltaikanlage am Standort Calau setzen
wir ein weiteres Zeichen für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Zusammen mit
unserer Zertizierung nach DIN ISO 14001:2015 und ISO 50001:2018 unterstreichen wir
unser Engagement für eine zukunftsfähige Energieversorgung und höchste Umweltstandards.
Vertrauen Sie auf verantwortungsbewusstes Handeln, das die Zukunft für alle sichert.
caleg Schrank und Gehäusebau GmbH
Calau | Lubsko | Saarbrücken
Gahlener Weg 15 · D-03205 Calau
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03
PT-MAGAZIN 5 2025
editorial
OPS 2030:
Vom Wettbewerb
zur Wirkung
In Zeiten, da der Wind der Veränderung
rauer weht als je zuvor, steht
der deutsche Mittelstand vor einer
Prüfung. Wirtschaftliche Unsicherheiten,
digitale Disruptionen und globale
Herausforderungen fordern uns heraus.
Doch wer, wenn nicht wir – die
Unternehmerinnen und Unternehmer,
die in Werkstätten, Büros und
Familienbetrieben Tag für Tag Werte
schaffen – kann diese Stürme meistern?
Die Oskar-Patzelt-Stiftung (OPS)
hat auf ihrer Strategietagung 2024 in
Dessau eine Antwort formuliert: Es ist
Zeit für radikale Erneuerung. Weg von
der bloßen Bühne für Erfolge, hin zu
echter, messbarer Wirkung. Heute, im
Sommer 2025, sehen wir die ersten
Früchte dieses Wandels – und er steht
erst am Anfang.
Die legendäre Gala des „Großen
Preises des Mittelstandes“ war lange
ein Höhepunkt – doch sie war zu oft
ein Abend für Zuschauer, nicht für
Mitgestalter. 2025 ändert sich das:
Von passiv zu partizipativ. Die neue
Gala ist ein Erlebnis, das Emotionen
weckt und Beteiligung schafft. Publikumsvoting
per Smartphone lässt
die Gäste entscheiden. Interaktive
Tisch-Challenges fördern Teamgeist,
während eine digitale Walking Gallery
jedem Nominierten Sichtbarkeit
gibt – nicht nur den Ausgezeichneten.
Live-Momente, Gamification, und ein
gemeinsames Finale mit einer Wortwolke
der Gästestatements machen
den Abend unvergesslich. Jeder Gast
ist Teil des Abends, jeder gestaltet mit.
Nach Relaunch und neuem Redaktionskonzept
bietet das PT-Magazin
auch im Werbebereich nicht mehr
nur Sichtbarkeit, sondern Wachstum,
Wirkung statt Fläche. Die neuen Mediapakete
– von „Online“ bis „Wachstum“
– sind modular, datengetrieben
und auf die Bedürfnisse des Mittelstands
zugeschnitten. Keine bloßen
Printanzeigen mehr, sondern strategische
Kampagnen, die Print, Online und
Social Media verbinden. Datengetrackte
Advertorials, provokante Kolumnen,
Videos und Podcasts schaffen Storylines,
die nicht nur auffallen, sondern
messbare Ergebnisse liefern. Das sind
PT Growth Solutions: Wirkung vor Fläche,
Substanz vor Show.
Auch das Sponsoring wird neu
gedacht. Statt bloßer Logos auf Plakaten
werden Sponsoren künftig zu
Mitschöpfern, zu Co-Creators. Sechs
Stufen – vom „Official Supporter“ bis
zum „Future Shaper“ – bieten maßgeschneiderte
Formate: von VIP-Zugang
und Social-Media-Features bis hin zu
Co-Branding und exklusiven Content-
Serien. Sponsoren erhalten nicht nur
Sichtbarkeit, sondern echte Partnerschaften
auf Augenhöhe. Das ist Sponsoring
als Wachstumsmotor, nicht als
Kostenposten.
Die Zukunft gehört der Datenkompetenz,
und wir gehen voran. Mit OPS-KI
wird der Mittelstand smart und der
Wettbewerb zur Denkfabrik: KI-gestützte
Analysen bewerten Einreichungen
transparent, liefern Benchmarking
und Handlungsempfehlungen. Bis
2027 entstehen Benchmark-Reports,
die Unternehmen mit Peer-Vergleichen
und Best Practices stärken. Dies
ist kein Hype – es ist ein Werkzeug,
das den Mittelstand differenziert und
zukunftssicher macht.
Die OPS 2030 ist kein ferner Plan,
sondern ein Aufruf zum Handeln. Die
Stiftung lädt Sie ein, diesen Wandel
mitzugestalten – als Sparringspartner,
Gastgeber oder Pilotkunde. Bringen
Sie Ihre Erfahrung, Ihr Netzwerk und
Ihre Vision ein. teilen Sie Ihre Geschichten,
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Autoren in dieser AusgaBE
Prof. Arnd
Joachim Garth
06 10 12 16 18
Johannes
Marx
Mathias
Haas
Theo
Bergauer
Christopher
Schaus
24
Prof. Dr. Wolfgang
Reinhart
Mona
Neubaur
25
Christian
Wewezow
28
Lena
Lenkeit
28
Dr. Jürgen
Pahle
28
Reiner
Huthmacher
34 40 42 46
Ben
Schulz
Margareta
Jäger
Falk S.
Al-Omary
Julian
Sachs
50
Anne M.
Schüller
52
Thorsten
Luber
56
58
Amirbahador
Safaei
62
W.R. Garth
Prof. A.J. Garth
03/ OPS 2030:
Vom Wettbewerb zur Wirkung
Editorial von Helfried Schmidt
QUALITÄT BEDEUTET JA NICHT,
DASS ALLES ZENTRAL GESTEUERT
WERDEN MUSS. ES BEDEUTET,
DASS ALLE DENSELBEN ANSPRUCH
TEILEN.“
Unternehmen 12/ Deutschland am Scheideweg
China skaliert, Korea glänzt und
Japan schweigt höflich
06/ Historie des
deutschen Mittelstandes
Motor, Erfinder, Wegbereiter
10/ Führung beginnt mit Vertrauen
Über Tradition, Personalstrate
gie, E-Mobilität - warum der
Mittelstand mehr kann
16/ Leadership Rallye
Anpassungsfähigkeit:
Dein Schlüssel zum Erfolg
18/ Was Familienunternehmen
bedeutet
Eine andere Philosophie
des Wachstums
Plattformökonomie im B2B
Was Unternehmer
beachten müssen
58 50
Incident Recovery
Business first,
der Rest muss warten
PT-MAGAZIN 3•4 2025
oskar-patzelt-stiftung
24/ Grußworte im
31. Wettbewerbsjahr
Grußworte von
Prof. Dr. Wolfgang Reinhart
und Mona Neubaur
SCHEINWERFER
AUF UNSEREN MITTELSTAND“
nachhaltig
52/ Circularity
Von der Raubbaugesellschaft
zur Kreislaufökonomie
DURCH BRANCHENÜBERGREIFENDE
VERNETZUNG WIRD ES ZU EINER
WAHREN FLUT „GRÜNER“
LÖSUNGEN KOMMEN.“
26/ Dialogtage
Innovation, Nachhaltigkeit
und Netzwerk
28/ #GPDM Includes AI
Wie die OPS-KI Champions
gezielt weiterentwickeln will
33/ Voller Inspiration und Mut
Kolumne von Petra Tröger
menschen
34/ FachkräftemangeL
Die Politik wird es nicht richten,
Arbeitgeber müssen selbst
liefern
38/ Erst Metall, dann Kaffee
Chancen sehen
Heinz Heckmann steht für
echtes Unternehmertum
40/ Führung in Balance
Strategischer Kompass für
den Mittelstand
42/ Brain Change
Wie Neuro-Leadership
das Denken prägt
kompetenz
46/ Pitchen ist nicht Netzwerken
Netzwerke und Clubs haben
wieder Konjunktur
50/ Incident Recovery
Business first,
der Rest muss warten
Zukunft Europas bauen
56/ Nachfolge dauert rund 5 Jahre
Keine Nachfolge zerstört
kommunale Ökosysteme
58/ Plattformökonomie im B2B
Was Unternehmer
beachten müssen
62/ BYD Seal AWD
Der elektrische Aufbruch
aus dem Reich der Mitte
64/ Leserbriefe
Marketing
66/ Firmenregister und Impressum
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Clemens Vogel
Bildnachweise
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06
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PT-MAGAZIN 5 2025
r u b r i k
07
Die Historie des
deutschen Mittelstandes
und sein unverzichtbares
Wirken ins Heute
PT-MAGAZIN 5 2025
Motor, Erfinder,
Wegbereiter,
Schlüssel, Tüftler,
Macher, Antrieb,
Vorbild
Der deutsche Mittelstand ist seit
Jahrhunderten das zentrale Element
der Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur
in Deutschland. Als Rückgrat
der deutschen Wirtschaft umfasst
der Mittelstand heute Millionen
kleiner und mittlerer Unternehmen,
die für Innovation, Stabilität und
Beschäftigung stehen und sorgen.
Seine historische Entwicklung beginnt
bereits im Mittelalter. In den
aufstrebenden Städten des Heiligen
Römischen Reiches deutscher Nation
bildeten sich Zünfte und Gilden
als Zusammenschlüsse von Handwerkern,
Kaufleuten und Händlern
heraus, die das wirtschaftliche Leben
dominierten, den Reichtum der Städte
und Handelsplätze schufen. Diese
Organisationen mit ihren Manufakturen
und Handelshäusern legten den
Grundstein für eine selbstständige,
unternehmerisch denkende Bürgerschicht
– dem Mittelstand.
Blüte im 19. Jahrhundert
Die Einführung der Gewerbefreiheit
durch beispielsweise das Preußische
Gewerbegesetz von 1845 ermöglichte
es wirtschaftlichen Visionen der Bürger,
sich eigenständig unternehmerisch
zu entwickeln. Es entstand eine
Kultur des Selbstständigentums, die
bis heute das Bild des Mittelstandes
prägt.
Mit der Industrialisierung und der
einhergehenden Bildungsoffensive
an Universitäten und wissenschaftlichen
Einrichtungen im 19. Jahrhundert
in der wilhelminischen Zeit wandelte
sich die wirtschaftliche Struktur
Deutschlands grundlegend. Neben
den großen Industriekonzernen
entstanden gleichzeitig viele kleine
Familienbetriebe, Handwerksunternehmen
und technikaffine Werkstätten
als Kern des Mittelstandes. Viele
heute weltweit erfolgreiche deutsche
Unternehmen haben in dieser Zeit
als kleine Mittelständler begonnen.
Reichskanzler Bismarck führte als
Reaktion auf die wachsende Zahl der
Beschäftigten eine Reihe von Sozialgesetzen
wie 1883 die Krankenversicherung,
1884 die Unfallversicherung,
1889 die Alters- und Invaliditätsversicherung
etc. ein. Damit waren auch
mittelständische Unternehmer in die
sozialen Aspekte der Gesellschaft
eingebunden.
Wiederaufbau im 20. Jahrhundert
Nach den flächendeckenden Zerstörungen
der deutschen Wirtschaft
durch anglo-amerikanische Bomber
im II. Weltkrieg spielte der Mittelstand
eine entscheidende Rolle im Wiederaufbau
Deutschlands. In der sozialen
Marktwirtschaft in Westdeutschland
trugen kleine und mittlere Unternehmen
maßgeblich zum Wirtschaftswunder
bei. Sie zeichneten sich durch
hohe Flexibilität, Erfindergeist und
eine starke regionale Verankerung
aus, während in der DDR der Mittelstand
systematisch enteignet und
ruiniert wurde. Mit dem Beitritt der
DDR zur BRD entstand auch in den
neuen Bundesländern eine starke
mittelständische Wirtschaft, die mit
den westdeutschen Kollegen, trotz
Herausforderungen wie der Globalisierung,
zunehmender Bürokratie,
Energieverteuerung und wachsender
internationaler Konkurrenz, eine feste
wirtschaftliche Basis entwickelte.
Ab in die Zukunft
Heute umfasst der deutsche Mittelstand
rund 99 % aller Unternehmen,
so das statistische Bundesamt.
Typisch ist die Eigentümerstruktur:
Viele Unternehmen sind familiengeführt,
oft über mehrere Generationen
hinweg. Sie zeichnen sich durch eine
langfristige Perspektive, starke u
08
Kundenorientierung und hohe Ausbildungsbereitschaft
aus. Etwa 55 %
der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigten arbeiten im Mittelstand
und rund 70 % der Ausbildungsplätze
sowie 75 % aller Lehrlinge
werden vom Mittelstand bereitgestellt.
Lediglich fehlende Nachfolger
(Reuters: 231.000 Unternehmen in
2025) gefährden hier die konstante
Entwicklung in der Unternehmensfortführung.
Ein besonders herausragendes Phänomen
mittelständischer Unternehmen
ist die Lösungsfähigkeit durch
Innovationen und Investitionsfreude
in der Fokussierung auf spezifische
Märkte bzw. Produkte. Oft sind deutsche
Mittelständler in Nischenmärkten
weltweit führend, aber in der öffentlichen
Wahrnehmung unbekannt.
Der Große Preis des Mittelstandes
holt diese Unternehmen ans Licht
und auf das Siegertreppchen.
Fazit
Der deutsche Mittelstand ist ein historisch
gewachsener Pfeiler der deutschen
Wirtschaft, gestärkt durch die
industrielle Entwicklung in der wilhelminischen
Zeit und in der Weimarer
Republik. Heute ist er ein Garant für
Innovationskraft, Beschäftigung und
wirtschaftliche Stabilität. Die wachsende
Bürokratiekrake erschwert
gerade den mittelständischen Unternehmern
die Existenz. Seitens der
Politik ist alles dafür zu tun, dass die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
von Energiemarkt bis Steuermodell
so zu schaffen sind, dass diese
starke Säule der Gesellschaft weiterhin
der Motor für Fortbestand und
Weiterentwicklung der deutschen
Wirtschaft sein kann. •
Info
Historischer Hintergrund
Meilensteine der letzten 1000 Jahre:
Vor etwa 4.000 Jahren begann die wirtschaftliche
und wissenschaftlich-technische
Entwicklung, die uns nur 180 Generationen
trennen. Kapitalismus wird
mit dem Entwicklungsschub der letzten
200–300 Jahre (15 Generationen) verbunden.
Unternehmertum taucht mit
der Industrialisierung auf, verbunden
mit Namen wie Rockefeller, Siemens
oder Ford. Vorher? Im Mittelalter erscheinen
die Medici oder Fugger, doch
in der Antike sind Unternehmer kaum
sichtbar. Warum?
Während Künstler, Wissenschaftler
und Eroberer wie Gilgamesch, Alexander
der Große oder Julius Cäsar
bekannt sind, wurden Unternehmer,
die vor 4.000 Jahren Handelsnetze zwischen
China, Europa, Afrika und Amerika
aufbauten, vor 3.000 Jahren Eisenwerkzeuge
herstellten oder Pyramiden
errichteten, vergessen. Ebenso ihre
Finanzierer, wie der Bankier von Cäsar,
Mummlius Spiker.
Heute schaffen 1,8 Millionen mittelständische
Unternehmen in Deutschland
80 % der Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.
Ihre Leistung wird nach
wie vor kaum gewürdigt, ihre Namen
werden wie schon in früheren Jahrhunderten
und Jahrtausenden vergessen.
Die Oskar-Patzelt-Stiftung stellt sich mit
dem „Großen Preis des Mittelstandes“
diesem Vergessen entgegen und fördert
damit die Wahrnehmung unternehmerische
Verantwortung.
• 1161: Heinrich der Löwe unterzeichnet
das „Artlenburger Privileg“, Keimzelle
der Hanse, älteste Vereinigung
von Kaufleuten, den damals typischen
Mittelstandlern.
• 1260: Hildesheimer Bischof bestätigt
die „Sankt Johannis Bruderschaft“, älteste
Sozialversicherung.
• 1450: Johannes Gutenberg führt den
modernen Buchdruck ein.
• 1695: Erste Erwähnung des Begriffs
„Mittelstand“ in Beschwerden königlicher
Erbfürstentümer und Städte
über zu hohe Steuerbelastungen
• 1713: Der sächsische Oberberghauptmann
des Erzgebirges Hans Carl von
Carlowitz prägt den Begriff „Nachhaltigkeit“
am Beispiel der Forstwirtschaft.
• 1769: Nicholas Cugnot baut den ersten
Dampfwagen., Vorläufer des Automobils,
im Auftrag des Kriegsministeriums
zum Transport der Artillerie
• 1805: Erste galvanische Vergoldung;
1840 patentiert George Elkington die
galvanische Versilberung.
ÜBER DEN AUTOR
Prof. Arnd Joachim Garth leitet das
INSTITUT für MARKEN- und KOMMUNI-
KATIONS-PSYCHOLOGIE, Arbeitskreis
Geschichte und die Sparte Seminare für
Potentialentwicklung, Motivation, Ego-
Marketing. www.insti-uni.de
PT-MAGAZIN 5 2025
PT-MAGAZIN 5 2025
09
© JEPSEN AUTOGRUPPE
Führung beginnt
mit Vertrauen
nur erzählen – und zwar
glaubwürdig.
Apropos Karriere: Jepsen
wächst. Sie haben
kürzlich ein anderes Autohaus
übernommen.
Das klingt nicht mehr
ganz nach klassischem
Familienunternehmen.
Johannes Marx über Tradition,
Personalstrategie,
E-Mobilität – und warum
der Mittelstand mehr
kann, als viele glauben
PT-Magazin:
Herr Marx, Ihr Unternehmen
war einst ein Sanierungsfall –
heute ist die Jepsen Gruppe ein
wachstumsstarkes Autohaus
mit überregionalem Einfluss.
Was davon ist Ihr Verdienst,
was der Ihres Großvaters?
Johannes Marx:
Das Wichtigste, was wir übernommen
haben – und was meine Großeltern
vorgelebt haben – ist ganz einfach:
den Menschen in den Mittelpunkt zu
stellen. Mein Großvater hat immer
gesagt, das größte Kapital eines Unternehmens
sind die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter. Das ist bis heute
unser Leitgedanke. Und konkret?
Ganz klar: Ausbildung. Wir investieren
seit Jahrzehnten in den Nachwuchs –
und zwar mit Überzeugung, nicht als
Imageprojekt.
Wie sieht das aus – in Zahlen?
Wir stellen jedes Jahr 30 bis 40 Auszubildende
ein. Warum? Weil der Arbeitsmarkt
es nicht mehr hergibt, dass wir
auf perfekt ausgebildete Leute einfach
so warten können. Also machen wir es
selbst. Wir bilden aus, wir bilden weiter
– und wir entwickeln unsere Fach- und
Führungskräfte selbst. Das ist kein
Nebenprojekt, das ist unsere Strategie.
Und das funktioniert? Finden
Sie überhaupt noch junge Leute,
die Lust auf Handwerk haben?
Ja – aber nicht von allein. Wir gehen
in die Schulen, machen Werbung für
das Handwerk. Zeigen Perspektiven.
Denn: Nicht jeder muss studieren.
Nicht jeder will in die Industrie. Mittelstand
kann Karriere. Man muss es
Stimmt. Es war ein Meilenstein
für uns. Zum ersten
Mal haben wir ein anderes
Autohaus integriert. Zwei Familienunternehmen,
zwei Kulturen. Unser Motto:
das Beste aus beiden Welten. Wir
wollten kein „groß frisst klein“, sondern
voneinander lernen. Das funktioniert
nur, wenn man den kulturellen Respekt
nicht verliert – und das ist uns, glaube
ich, gelungen.
Gab es Reibung?
Weniger kulturell, mehr prozessual. Die
Menschen ticken oft ähnlicher, als man
denkt – aber Prozesse, Systeme, Abläufe
sind eben anders. Das kriegt man
hin, wenn man sich auf Augenhöhe
begegnet. Wichtig ist nur: Auch bei über
500 Mitarbeitenden wollen wir Familienunternehmen
bleiben – im Denken,
im Handeln, im Umgang.
Wie führt man so ein Unternehmen
ohne Kontrollwahn – und
ohne Qualitätsverlust?
Mit Vertrauen und klaren Leitplanken.
Unsere Führungskräfte agieren eher
PT-MAGAZIN 5 2025
Energizing Productivity
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11
wie Coaches. Wir setzen den Rahmen,
innerhalb dessen unsere Mitarbeitenden
eigenverantwortlich entscheiden
können – und sollen. Natürlich gibt
es eine Top-down-Struktur mit klaren
Verantwortlichkeiten. Aber wir wollen
nicht alles im Detail regeln. Wir wollen
schnelle Entscheidungen, Kundennähe,
Flexibilität.
Und das funktioniert in einem
Premium-Autohaus?
Gerade da. Qualität bedeutet ja nicht,
dass alles zentral gesteuert werden
muss. Es bedeutet, dass alle denselben
Anspruch teilen. Wenn man Mitarbeitenden
das zutraut – und sie unterstützt
–, dann klappt das auch.
Sie sind auch in der Fuhrparkmanagementgesellschaft
„Flotte 1“
engagiert. Ist das ein Schritt in
Richtung Herstellerunabhängigkeit?
Nicht unbedingt. Wir sind seit Jahrzehnten
mit dem Volkswagen-Konzern
verbunden – und das sehr erfolgreich.
Bei Flotte 1 geht’s um Großkunden. Diese
Kunden brauchen Betreuung über
Regionen hinweg. Mit Flotte 1 bieten
wir ihnen eine Dienstleistung, die sie
so nicht überall bekommen. Für uns ist
das ein strategisch wichtiger Baustein –
nicht gegen den Hersteller, sondern für
den Kunden.
Sie gelten auch als Vorreiter in Sachen
Nachhaltigkeit. PV-Anlagen,
KfW-Effizienzhaus beim Porsche-
Zentrum – wie viel davon ist Überzeugung,
wie viel Kalkül?
Beides. Ich erinnere mich gut an die
Energiekrise nach Beginn des Ukraine-
Kriegs. Wer damals autark war, war im
Vorteil. Unsere PV-Anlagen decken bis
zu 20 % unseres Strombedarfs – das ist
ein handfester wirtschaftlicher Vorteil.
Gleichzeitig erwarten unsere Kunden
heute auch, dass wir Nachhaltigkeit
ernst nehmen. Und wir nehmen sie
ernst – nicht als PR-Gag, sondern als Teil
unserer Unternehmensentwicklung.
Erreichbarkeit verbessert.
Beim Thema Elektromobilität sehen
wir unsere Rolle als Botschafter. Die
Technologie ist besser als ihr Ruf. Viele
Kunden haben Vorbehalte – unsere
Aufgabe ist, sie zu informieren, nicht zu
missionieren.
Haben Sie das Gefühl, dass der
Mittelstand unterschätzt wird,
gerade in Ihrer Branche?
Manchmal, ja. Aber das ist okay. Wir
müssen nicht laut sein. Wir müssen
gut sein.
Herr Marx, vielen Dank
für das Gespräch.
Sehr gern. •
PT-MAGAZIN 5 2025
© JEPSEN AUTOGRUPPE
Die Branche steht ohnehin vor einem
großen Umbruch: Elektromobilität,
Agenturmodell, Digitalisierung.
Wie positionieren Sie sich?
Wir beobachten Trends genau – springen
aber nicht auf jeden Hype auf. Aber
wenn wir etwas als relevant identifizieren,
dann machen wir es richtig. Ein Beispiel:
Aktuell entwickeln wir mit Google
einen Voicebot, der unsere telefonische
ÜBER DEN GESPRÄCHSPARTNER
Johannes Marx ist der Gesamtgeschäftsführer
der Jepsen Autogruppe in Regensburg
und Enkel des Firmengründers
Wolfgang Jepsen. Seit 2022 leitet er das
Unternehmen, nachdem er sich durch
ein individuelles Führungsprogramm und
langjährige Erfahrung im Automobilhandel
darauf vorbereitet hat. 2024 wurde
Jepsen als Finalist beim „Großen Preis des
Mittelstandes“ ausgezeichnet.
https://www.jepsen-autogruppe.de
Am Puls der Energie
Zufriedene Kunden und repräsentative Objekte sind eine gute Empfehlung für Elektromontagen Leipzig. Wir sind leistungsfähig
und kompetent für Ihre Vorhaben in Leipzig und Umgebung. Als Unternehmen der Elektrobranche blicken wir auf über 40
Jahre Erfahrung zurück. Durch Zuverlässigkeit, Qualität und Service haben wir uns einen Namen gemacht.
• Energieanlagen
• Elektroinstallation
• Flughafeninfrastruktur
• Steuerungs- und Kommunikationstechnik
2021 Premier, 2008 Premier-Finalist, 2007 Ehrenplakette,
1995 Preisträger „Großer Preis des Mittelstandes“
www.elmo-leipzig.de
Elektromontagen Leipzig GmbH | Heiterblickstraße 42 | 04347 Leipzig
kontakt@elmo-leipzig.de | www.elmo-leipzig.de
12
Deutschland
am Scheideweg
© MATHIAS HAAS
PT-MAGAZIN 5 2025
13
PT-MAGAZIN 5 2025
Wenn China skaliert, Korea glänzt und
Japan höflich schweigt –
was macht dann Deutschland?
Wer derzeit durch Asien reist, bekommt
mehr als nur Jetlag und Sushi.
Er bekommt eine Zukunft vorgeführt
– in 3D, mit Übergeschwindigkeit
und voller Widersprüche. China, Korea
und Japan sind drei sehr unterschiedliche
Antworten auf die große
Frage unserer Zeit: Wie machen
wir uns zukunftsfit? Ein Blick in den
Fernen Osten gleicht einem Blick in
drei parallele Universen, die jeweils
eigene Spielregeln, Risiken und
Lerneffekte aufweisen.
Und doch gibt
es vergleichbare
Rahmenbedingungen,
etwa bei den
Schwerpunktindustrien,
den geopolitischen
Großwetterlagen
und den
gesellschaftlichen
Entwicklungen wie
dem demografischen
Wandel.
Und wir in Deutschland?
Wir sitzen
wie so oft etwas
zu lange auf der
Zuschauerbank, mit
edler Kaffeetasse in der Hand und
Datenschutzbedenken im Gepäck.
Hier folgt der mutige Versuch, diese
hochkomplexen Länder pointiert zu
charakterisieren. Es versteht sich
von selbst, dass solche Versuche
zum Scheitern verurteilt sind. Und
doch sind die folgenden Zeilen der
Start einer Diskussion, die mehr als
notwendig ist!
CHINA: DIE SKALIERMASCHINE
MIT VERTRAUENSRISIKO
Wer in Shenzhen aus dem Zug steigt,
weiß sofort: Hier wird die Zukunft
nicht diskutiert, sondern produziert.
China ist Skalierung in Reinform.
Während wir in Deutschland noch
über Testfelder für autonome Busse
philosophieren, fahren in vielen
chinesischen Megacities längst
fahrerlose Taxis durch die Stadt. KI
ist in China kein Buzzword, sondern
staatlich geförderter Alltag. Und
ja, ChatGPT gibt es hier nicht, aber
Baidus Ernie Bot oder das bekannte
Deekseek tun es auch. Nur eben auf
Mandarin.
© MATHIAS HAAS
Das große Pfund Chinas ist ein
durchgetakteter Staatskapitalismus,
der Technologie mit militärischer
Präzision und industrieller Wucht
nach vorne peitscht. 5G ist selbst
im Aufzug verfügbar, Smart Cities
sind Realität, Gesichtserkennung ist
keine „Science Fiction“ mehr, sondern
wird eingesetzt. Schulen setzen
auf VR und KI-gestütztes Lernen.
Die Post? Drohnenbasiert. Das Gesundheitswesen?
Digital und zentral
gesteuert. Und Deutschland? Hat
immerhin die ePA fast eingeführt.
Also fast.
Doch der Preis dieser Geschwindigkeit
ist hoch. Vertrauen – der wahre
Schmierstoff für gesellschaftlichen
Fortschritt – ist in China knapp. Die
Bevölkerung weiß, dass ihre Daten
nicht nur im Dienste der Innovation,
sondern auch der Kontrolle
stehen. Auch der Westen traut dem
Drachen nicht: Wirtschaftsspionage,
Copycat-Mentalität, politische
Unberechenbarkeit. Wer mit China
zusammenarbeitet, bewegt sich auf
einem Minenfeld, auf dem sich goldene
Eier befinden.
Chinas System funktioniert, solange
es funktioniert. Doch was
passiert, wenn die Menschen nicht
mehr mitziehen? Wenn Kontrolle,
Überwachung und der Mangel an
persönlicher Entfaltung den Unternehmergeist
ersticken? Was, wenn
die Überkapazitäten zu groß werden
und selbst der öffentlichen Hand
das Geld ausgeht? Dann kippt der
Drache schlagartig – trotz Hightech-
Flügeln. Und genau deshalb ist China
trotz seiner Übermacht kein Modell
für uns, sondern ein warnendes Beispiel
mit Wow-Faktor.
JAPAN: DER HIGH-TECH-
TEMPEL IM MUSEUMSSTIL
In Japan kann man sich verlieren.
In der Effizienz des Shinkansen,
in der Pünktlichkeit
oder in der Anmut Kyotos. Doch
so faszinierend all das ist, Japan
ist ein Hochglanz-Museum der
90er Jahre: perfekt gepflegt,
aber inhaltlich aus der Zeit gefallen.
Technologisch war Japan einst
ein Titan: Sony, Panasonic, Toshiba
– das waren Marken, die
den globalen Standard setzten.
Heute aber? KI kommt aus den USA
und China. Batterietechnologie?
Korea und China. Halbleiter? Taiwan
und Südkorea. Japan hingegen verliert
an Innovationsrelevanz, weil es
an Veränderungsbereitschaft fehlt.
Es ist ein Land der Ingenieure, das
sich scheut, Experimente zu wagen.
Die Gesellschaft altert im Rekordtempo.
Nachwuchs? Fehlanzeige.
Zuwanderung? Nur sehr
homöopathisch. Digitalisierung?
Wenn in Japan ein Faxgerät ausfällt,
steht das halbe Ministerium still. Ein
Bürokrat streicht lieber zehnmal das
gleiche Formular von Hand durch,
als eine App zu nutzen. Der Trend? u
14
© MATHIAS HAAS
Konservativ bis zum letzten Bento.
Gleichzeitig liegt darin eine stille
Stärke. In der Demut, in der Präzision
und im Stolz auf Qualität. Japan
ist wie ein brillanter Schüler, der das
Buch perfekt auswendig gelernt hat,
aber inzwischen wurde das Curriculum
geändert.
Kurzum: Japan ist kein Modell für
die Zukunft, sondern eine Mahnung,
dass technologische Exzellenz ohne
Veränderungswillen wertlos ist.
KOREA: DIE ZWISCHENLÖSUNG
MIT WOW-POTENZIAL
Und dann ist da Korea. Genauer gesagt
Südkorea. Ein Land, das etwas
größer ist als Bayern, aber größer
denkt als die meisten EU-Staaten zusammen.
Südkorea ist der Beweis,
dass man sich selbst mehrfach neu
erfinden kann. Vom Agrarstaat zur
Tech-Supermacht. Vom Armenhaus
zum Innovations-Hotspot.
Highspeed-Internet, 5G-Abdeckung,
KI im Alltag – Korea lebt digital.
Samsung ist nicht nur ein Konzern,
sondern eine Nation im Konzern.
LG, Hyundai und Kakao sind allesamt
Unternehmen mit globalem
Einfluss. Und das in einem Land, das
ständig im Schatten seines
atomar bewaffneten Nachbarn
lebt.
Was Korea jedoch wirklich
spannend macht, ist der
Mut zur Disruption. Bildung
wird dort nicht nur
großgeschrieben, sondern
regelrecht gelebt. EdTech
boomt, Start-ups erhalten
Regierungskredite und Testfelder
werden innerhalb
von Wochen eröffnet, statt
endlos diskutiert. Mercedes
etwa testet hier zuerst. Das
Beste daran ist, dass Technologie
dort als Lebenshilfe
und nicht als Bedrohung
verstanden wird.
Natürlich ist auch Korea nicht die
Heilsarmee der digitalen Zukunft.
Politisch kratzt das Land an autoritären
Tendenzen. Korruption ist ein
Thema und die Nähe von Wirtschaft
und Regierung ist teils zu eng. Aber
die Menschen machen mit. Sie spüren,
dass Wandel möglich ist – und
lohnenswert. Korea ist eine bewegliche
Plattform mit Turbo-Antrieb,
immer an der Kante, aber meist
einen Schritt voraus.
Korea könnte eine Art Vorbild für
Deutschland sein. Wie viel Geschwindigkeit
verträgt eine Gesellschaft?
Wie schafft man es, Bildung, Digitalisierung
und Unternehmertum auf
eine Linie zu bringen? Die Antwort
liegt in Seoul, nicht in Berlin-Mitte.
DEUTSCHLAND IM SPIEGEL FER-
NOSTS: MEISTER DER FREIHEIT?!
Was also bleibt, wenn man diese
drei asiatischen Power-Player betrachtet?
• China zeigt, was möglich ist, wenn
man alles kontrolliert. Das ist beeindruckend,
aber auch beängstigend.
• Japan zeigt, was passiert, wenn
man sich auf alten Lorbeeren ausruht.
Stillstand im Kimono.
• Korea zeigt, was möglich ist, wenn
man Mut, Tempo und Technik zusammendenkt.
Ein Land im Flow
– mit Ecken und Kanten.
Und Deutschland?
Aktuell ist Deutschland vor allem
eines: Meister der Zweifel. Während
in Asien digitale Schulen bereits
Realität sind, streiten wir noch
immer über WLAN in Klassenzimmern.
Während dort KI-Start-ups
PT-MAGAZIN 5 2025
15
© MATHIAS HAAS
PT-MAGAZIN 5 2025
© MATHIAS HAAS
gegründet werden, gründen wir
Ethikkommissionen. Was übrigens
nicht schlecht ist!
Während Korea neue Mobilitätskonzepte
testet, prüfen wir im
Schwarzwald noch einmal die Umweltverträglichkeit
eines Wasserstoffbusses.
Unsere größte Schwäche ist das
Fehlen einer Gesamtstrategie, die
transparent, dezentral und mit
echter Wahlfreiheit arbeitet. Wertebasierte
Technologie eben. Nach
unseren Werten.
Deutschland und Europa können
humanoide Roboter, autonome
Autos und Drohnen bauen, die nicht
„nach Hause telefonieren”. Und genau
dafür gibt es Kundschaft!
Wir haben kein Innovationsproblem.
Wir haben keine klare Ausrichtung
und lassen uns von kurzfristigen
Problemen ablenken.
FAZIT: DREI LÄNDER,
DREI LEKTIONEN
China ist erdrückend effizient, kurz
schon gefährlich – wegen mangelndem
Vertrauen, Freiheit und Fairness.
Japan ist nostalgisch elegant, aber
oftmals zukunftsblind – weil Veränderung
scheinbar unnötig ist.
Korea ist riskant mutig, aber voller
Chancen – weil es zeigt, wie Tempo,
Technologie und Tatkraft zusammenwirken.
Deutschland steht am Scheideweg.
Wir können weiterschauen, vergleichen,
abwägen. Oder wir lernen –
von den Schnelleren, den Lauteren,
den Radikaleren. Nicht um sie zu
kopieren, sondern um endlich selbst
ins Handeln zu kommen. Im ganz
großen Stil.
Denn Zukunft ist keine Frage des
Standorts. Sondern des Standpunkts. •
ÜBER DEN AUTOR
Mathias Haas ist „der Trendbeobachter“
www.trendbeobachter.de. Er bezeichnet
seine Arbeit als Zukunftsbegleitung und
bietet damit Orientierung. Der internationale
Schwabe bringt Komplexität auf den
Punkt, auch wenn er damit manchmal polarisiert.
In diesem Jahr war der Pragmatiker
in China, Japan, Südkorea und den
USA auf Recherchereise.
ENTWICKLUNG
VERPACKUNG
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Innovation seit 1968
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16
Leadership Rallye –
Anpassungsfähigkeit
Anpassungsfähigkeit:
dein Schlüssel zum Erfolg
in der Leadership Rallye
Was haben Rallyefahrer und Führungskräfte
gemeinsam? Beide bewegen
sich in einem Umfeld, das voller
Überraschungen steckt. Die Strecke
mag geplant sein, aber was unterwegs
passiert, bleibt unvorhersehbar. Mal
kommt eine unerwartete Kurve, mal
ändert sich der Untergrund – und du
musst blitzschnell entscheiden, wie du
darauf reagierst.
Das b-wirkt Jahresmotto Leadership
Rallye erinnert genau daran: Es geht
darum, als Leader auf Kurs zu bleiben,
auch wenn die Strecke dir alles abverlangt.
Das aktuelle Monatsthema
lautet deshalb „Anpassungsfähigkeit“
– und ich zeige dir, wie du mit den
Prinzipien des Rallyesports souverän
ans Ziel kommst, ohne unterwegs Totalschäden
zu hinterlassen.
4 Prinzipien aus dem Rallyesport
für mehr Flexibilität im Business
1. Vorausplanung für das
Unvorhersehbare
Im Rallyesport weiß niemand, was
genau hinter der nächsten Kurve
wartet. Deshalb bereiten sich Teams
auf verschiedene Szenarien vor. Sie
analysieren historische Wetterdaten,
haben mehrere Reifensätze im Gepäck
und bleiben flexibel für spontane
Anpassungen. Doch was heißt das für
dich als Leader im Business?
Auch du kannst das Unvorhersehbare
nicht planen, aber du kannst dich da-
rauf vorbereiten. Analysiere
Markttrends, denke in Szenarien
und überlege, welche Risiken
deine Strategie gefährden
könnten. Wer vorausdenkt,
steht in Krisenzeiten nicht mit
leeren Händen da.
2. Ständige Kommunikation
im Team
Im Rallyeauto zählt jede
Sekunde. Der Navigator gibt
dem Fahrer präzise Anweisungen,
während dieser
blitzschnell entscheidet, wie
stark er bremsen oder lenken
muss. Diese Kommunikation
auf Augenhöhe ist entscheidend, um
sicher durch die Etappe zu kommen.
Wie kannst du diese Agilität in deiner
Führungsrolle umsetzen?
Schaffe Kommunikationskanäle, die
es deinem Team ermöglichen, schnell
und effizient auf Veränderungen zu
reagieren. Das können regelmäßige
Check-ins, digitale Dashboards oder
kurze Feedbackrunden sein. Wichtig
ist: Alle wissen, was gerade passiert
und welche Richtung ihr gemeinsam
einschlagt.
3. Technologie und Daten
als Entscheidungshilfe
Moderne Rallyeautos sind mit Sensoren
ausgestattet, die in Echtzeit Daten
zur Fahrzeugleistung und Streckensituation
liefern. So können die Fahrer
blitzschnell den Fahrmodus anpassen,
wenn die Traktion nachlässt oder die
Bodenbeschaffenheit sich ändert. Wie
kannst du mit den Daten deines Business
in Führung gehen?
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PT-MAGAZIN 5 2025
Glanzleistungen
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PT-MAGAZIN 5 2025
4. Resilienz und mentale Stärke
Stell dir vor: Mitten im Rennen gibt es
einen technischen Defekt. Was tun?
Rallyefahrer bleiben ruhig, analysieren
die Situation und improvisieren
eine Lösung, um weiterzukommen.
Wie lenkst du dein Team aus solchen
Situationen heraus?
Auch in der Führung geht es darum,
unter Druck die Nerven zu behalten.
So stärkst du deine Anpassungsfähigkeit
– 5 Praxistipps
Um jedem Zeitpunkt angepasst zu
reagieren, wirst du ordentlich üben
müssen. Kein Rennen ohne Training.
Hier gebe ich dir fünf konkrete Ansätze,
die du direkt in deinem Führungsalltag
umsetzen kannst:
1. Setze auf dynamische
Strategieplanung:
Nutze agile Methoden wie Scrum oder
OKRs, um deine Strategie regelmäßig
anzupassen.
2. Empowere dein Team:
Ermutige deine Mitarbeiter, Verantwortung
zu übernehmen und kreative
Lösungen zu entwickeln.
3. Etabliere eine Fehlerkultur:
Ganz nach dem Motto „Fail Fast, Learn
Faster“. Probier Neues aus, lerne
schnell und mach es beim nächsten
Mal besser.
4. Priorisiere und manage deine Ressourcen:
Sei bereit, Ressourcen flexibel umzuverteilen
und den Fokus auf das, was
wirklich zählt, zu legen.
5. Kommuniziere klar und transparent:
Sprich offen über Veränderungen
und nimm dein Team mit auf die Reise.
Gemeinsam erreicht ihr mehr.
Werkzeuge, die deinen Rallyewagen
auf Kurs halten
Damit du auf der Business-Strecke
souverän bleibst, kannst du auf
verschiedene praktische Tools und
Modelle zurückgreifen. Agile Frameworks
wie Scrum oder Kanban unterstützen
dich dabei, flexibel auf
neue Herausforderungen zu reagieren
und deine Strategie dynamisch
anzupassen. Gleichzeitig helfen dir
regelmäßige Feedback-Schleifen,
frühzeitig Kurskorrekturen vorzunehmen
und gemeinsam mit deinem
Team kontinuierlich besser zu werden.
Technologie-Tools wie Asana,
Slack oder BI-Plattformen optimieren
die Kommunikation und die Planung,
damit alle Beteiligten immer auf dem
gleichen Stand sind. Für den Umgang
mit Veränderungen bieten Change-
Management-Modelle wie ADKAR
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ÜBER DEN AUTOR
Theo Bergauer, Diplom-Bauingenieur (FH)
und Diplom- Wirtschaftsingenieur (FH),
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Familienunternehmen
leben eine andere Philosophie
des Wachstums
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PT-MAGAZIN 5 2025 PT-MAGAZIN 5 2025
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Service, Nachhaltigkeit
und Modernität im Blick
Familienunternehmen prägen Branchen,
sichern Arbeitsplätze und den
Standort Deutschland. Sie gelten als
Stabilitätsanker – auch in Krisenzeiten.
Anders als börsennotierte Konzerne
verfolgen sie meist nicht das Ziel eher
kurzfristiger Renditen, sondern langfristige
Entwicklungsziele. Ihre Philosophie
des Wachstums ist tief in der
Unternehmensgeschichte verwurzelt
und verbindet ökonomische Vernunft
mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Dieses Verständnis hat sich über
Generationen hinweg entwickelt: aus
den Erfahrungen der Gründerzeit, den
Herausforderungen wirtschaftlicher
Umbrüche und den Lehren aus Krisen.
Wer heute ein Familienunternehmen
führt, tut dies oft im Bewusstsein, nicht
nur für das Hier und Jetzt zu arbeiten,
sondern für die nächste Generation.
Oft ist diese schon in den Betrieb
integriert. Wachstum ist dabei kein
Selbstzweck, sondern ein Mittel, um
das Unternehmen in seiner Substanz
zu stärken, seine Leistungsfähigkeit
auszubauen und es krisenfest in die
Zukunft zu führen.
Die zentralen Säulen dieser Philosophie
sind eine klare strategische
Ausrichtung, ein außergewöhnliches
Serviceverständnis, finanzielle Solidität,
gelebte Nachhaltigkeit und eine
Modernität, die den Kern des Unternehmens
bewahrt.
Langfristige Perspektiven
Familienunternehmen planen nicht
in Quartalen, sondern in Dekaden.
Wachstumsentscheidungen folgen
nicht dem schnellen Markttrend,
sondern einer sorgfältig abgewogenen
Vision. Dabei gilt es, Chancen zu
erkennen, die mit den eigenen Werten
und Stärken harmonieren, und Risiken
zu vermeiden, die das Fundament
gefährden könnten.
Eine durchdachte Wachstumsstrategie
bedeutet, den Kern des Geschäfts
zu bewahren und diesen behutsam zu
erweitern. Diversifikation ist erlaubt,
aber nicht um jeden Preis. Der Grundsatz
lautet: nur dort investieren, wo
Synergien bestehen und langfristige
Stabilität möglich ist. Dieses Vorgehen
schützt vor Überdehnung – einem der
häufigsten Gründe für das Scheitern
schnell wachsender Unternehmen.
Wachsen, wo es dem Kunden dient
Dazu gehört, Vertriebsregionen und
Vertriebswege sorgsam auszuwählen
und nur dort zu wachsen, wo es sowohl
kalkulatorisch rentabel als auch
hinsichtlich einer zu gewährleistenden
exzellenten Servicequalität durchführbar
ist. Wachstum, das nicht dem Kunden
dient, und das organisatorisch
und strukturell nicht unterfüttert werden
kann, ist ungesundes Wachstum.
Vorbild sind die Familienbetriebe,
die sich aus einer starken regionalen
Position heraus in andere, teilweise
auch internationale Märkte entwickelt
haben, ohne den Heimatmarkt
aus dem Blick zu verlieren. Diese
zweigleisige Strategie – Verwurzelung
und Expansion – schafft Resilienz in u
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Zeiten globaler Unsicherheit. Digitalen
Vertriebswegen in Kombination mit
persönlichen Ansprechpartnern vor
Ort kommt dabei eine besondere Bedeutung
zu.
Nähe als Differenzierungsfaktor
Servicequalität ist für viele inhabergeführte
Unternehmen nicht nur
eine Abteilung, sondern eine gelebte
Unternehmenshaltung. Die Nähe zu
Kunden und Partnern ist oft direkter
als bei gemanagten Konzernen. Entscheidungswege
sind kürzer, und Probleme
werden unbürokratisch gelöst.
Auch neue Produkte sind eher kundengetrieben
und kundenzentriert als
am Reißbrett entwickelt.
Diese Kultur entsteht nicht durch
Handbücher, sondern durch persönliche
Verantwortung. In Familienunternehmen
weiß die Unternehmensleitung
häufig noch, welche
Kundenbeziehung besonders wichtig
ist, welche individuellen Anforderungen
bestehen und wie man im Zweifel
pragmatisch helfen kann. Dieses Maß
an Verbindlichkeit ist schwer zu kopieren
– und bildet einen entscheidenden
Wettbewerbsvorteil in meist substituierbaren
Märkten.
Stabilität vor Fremdabhängigkeit
Familienunternehmen haben in der
Regel eine eher konservative Finanzkultur.
Sie setzen auf eine solide
Eigenkapitalbasis, behalten die Verschuldung
im Blick und investieren
vorwiegend aus eigener Kraft. Wachstum
aus dem eigenen Cashflow mag
langsamer sein als durch Fremdkapital
getriebene Expansion, ist dafür aber
robuster. Die Tech- und Startup-Szene
ist in dieser Hinsicht kein Vorbild für
Solidität.
Diese Unabhängigkeit bietet gerade
in volatilen Zeiten Vorteile. Wenn
Banken ihre Kreditpolitik verschärfen
oder Kapitalmärkte schwanken, können
eigenkapitalstarke Betriebe handlungsfähig
bleiben. Zudem ermöglicht
die finanzielle Stabilität, Investitionen
nach unternehmerischem Ermessen
und nicht nach den Renditeerwartungen
externer Investoren zu tätigen.
Die Balance zwischen Investitionsbereitschaft
und Risikokontrolle ist dabei
entscheidend. Familienunternehmen,
die auf langfristige Liquiditätssicherung
setzen, schaffen sich ein Sicherheitspolster,
das in Krisen überlebenswichtig
sein kann.
Nachhaltigkeit als Fundament
Nachhaltigkeit ist für viele Familienbetriebe
kein neu erfundener Trend,
sondern Teil ihrer DNA. Belastbare
und vertrauensvolle Lieferketten, regionale
Wertschöpfung, die Ausbildung
eigener Fachkräfte und langfristige
Mitarbeiterbindung sind seit Jahrzehnten
gelebte Praxis. Der Antrieb dafür
war selten Marketing, sondern das
Bewusstsein, dass verantwortliches
Wirtschaften die beste Voraussetzung
für unternehmerischen Fortbestand
ist.
Heute verbinden erfolgreiche Familienunternehmen
diese Tradition mit
modernen Ansätzen: Investitionen in
© FREEPIK.COM
PT-MAGAZIN 5 2025
PT-MAGAZIN 5 2025
21
PT-MAGAZIN 5 2025 PT-MAGAZIN 5 2025
energieeffiziente Technologien, transparente
ESG-Strategien, klimaneutrale
Prozesse und soziale Projekte. Entscheidend
ist dabei die Glaubwürdigkeit:
Maßnahmen werden nicht aus
Imagegründen ergriffen, sondern
aus Überzeugung – und oft in einem
Tempo, das zur unternehmerischen
Realität passt. Diese Haltung sorgt für
Vertrauen bei Kunden, Partnern und
Mitarbeitern.
Immer mehr Menschen legen Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel.
Doch wissen Sie, wo das Getreide für ihr Brot gewachsen ist? Und wie lässt sich sicherstellen,
dass das Erntegut ihren eigenen Vorstellungen entspricht? Wir bieten
die Möglichkeit, sich direkt an der Erzeugung ihres eigenen Getreides zu beteiligen.
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ca. 60 kg gereinigtes Getreide (vierköpfige Familie).
Wir bauen Thermoweizen, normalen Weizen, Hafer, Roggen und Gerste an.
Mitwirken statt konsumieren
Modernität: Erneuerung
mit Augenmaß
Technologische Innovationen, Digitalisierung,
neue Arbeitsformen – Modernität
ist für Familienunternehmen
kein Fremdwort. Der Unterschied zu
vielen Start-ups oder Konzernen: Sie
wird nicht um ihrer selbst willen eingeführt,
sondern mit klarer Zielsetzung.
Neue Technologien werden dort implementiert,
wo sie Prozesse verbessern,
Effizienz steigern oder neue Geschäftsfelder
erschließen – nicht, weil
sie gerade „in“ sind. Gleichzeitig bleibt
der Blick auf die Unternehmensidentität
gerichtet: Modernisierung darf den
Kern der Marke nicht verwässern.
Diese Kombination aus Innovationsbereitschaft
und Identitätsbewahrung
sorgt dafür, dass Modernität nicht als
Bruch, sondern als organische Weiterentwicklung
wahrgenommen wird
– intern und extern.
Gesund wachsen
Familienunternehmen wachsen anders.
Ihre Philosophie des Wachstums
verbindet wirtschaftliche Vernunft,
persönliche Verantwortung und langfristige
Perspektive. Sie investieren
nicht nur in Maschinen und Märkte,
sondern in Beziehungen, Vertrauen
und Substanz.
In einer globalisierten Wirtschaft,
in der kurzfristige Rendite oft über
nachhaltiger Entwicklung steht, setzen
inhabergeführte Betriebe damit ein
wichtiges Zeichen: Erfolg muss nicht
auf Kosten von Stabilität, Werten und
Verantwortung gehen. Im Gegenteil –
gerade die Verbindung von Tradition
und Erneuerung schafft die Basis für
dauerhaftes, gesundes Wachstum.
Das ist die DNA der Familienunternehmen.
Sie zu bewahren und zu
schützen, sollte erstes Anliegen der
Politik sein. Das oft gezeichnete Bild
des nimmersatten Renditejägers ist
Ihr eigenes Getreide – direkt vom Feld
Genießen Sie bewusst ihr eigenes Lebensmittel dank unserer Versprechen:
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Die Ausgabe erfolgt im Spätsommer 2025.
nicht die Realität. Nicht Renditen haben
Deutschland stark werden lassen,
sondern Weitsicht und Nachhaltigkeit
aus der Tradition der Verantwortung
heraus. •
ÜBER DEN AUTOR
Christopher Schaus ist geschäftsführender
Gesellschafter der WEMAG GmbH &
Co. KG, einem der führenden Werkzeughändler
und Technikdienstleister in der
Mitte Deutschlands mit mehr als 200
Mitarbeitern. Er leitet das Unternehmen
in 4. Generation. Zur WEMAG mit Hauptsitz
in Fulda gehören neben dem klassischen
Werkzeughandel für Gewerbe- und
anspruchsvolle Privatkunden auch die
WEMAG Metallbearbeitung GmbH & Co.
KG, ein Zerspanungsbetrieb, der komplexe
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26
© OSKAR-PATZELT-STIFTUNG
OPS-Dialogtage
für den Mittelstand
Innovation, Nachhaltigkeit und Netzwerk
Markus Garlich, Geschäftsführer
cam GmbH mit Thomas Münch,
Geschäftsführer EFEN GmbH und
Dieter Lubert, Geschäftsführer caleg
Schrank und Gehäusebau GmbH
Die Oskar-Patzelt-Stiftung steht für
die Förderung des deutschen Mittelstands
– ein Rückgrat der Wirtschaft,
das durch Innovation, Verantwortung
und Zusammenarbeit geprägt ist. Mit
ihren Dialogtagen schafft die Stiftung
Plattformen für Austausch, Inspiration
und zukunftsweisende Impulse. Im
Jahr 2025 fanden bisher drei herausragende
Veranstaltungen statt, die Unternehmerinnen
und Unternehmer aus
ganz Deutschland zusammenbrachten:
bei der GROSS GmbH in Wettenberg,
bei INNOVENT in Jena und bei Startify
in Hamburg. Jeder Dialogtag bot einzigartige
Einblicke in die Themen Nachhaltigkeit,
Innovation, New Work und die
Herausforderungen der Generation Z.
Dialogtag bei der GROSS GmbH: Nachhaltigkeit
und New Work im Fokus
Am 13. Februar 2025 öffnete die GROSS
GmbH in Wettenberg ihre Türen für
den Dialogtag der Oskar-Patzelt-
Stiftung. Ursprünglich für November
2024 geplant, wurde die Veranstaltung
verschoben, da das Unternehmen
als Finalist des Deutschen Nachhaltigkeitspreises
ausgezeichnet wurde
– ein Beweis für sein Engagement für
Umwelt und Gesellschaft. Die GROSS
GmbH, 1996 gegründet, vereint die
Geschäftsbereiche Drucklufttechnik,
Stickstofftechnik, Fahrzeugausbau und
die Entwicklung von Sonderfahrzeugen
für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.
Über 60 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sorgen dafür, dass
individuelle Kundenanforderungen mit
höchster Präzision erfüllt werden.
Der Tag begann mit einem gemeinsamen
Mittagessen, gefolgt von einer
Begrüßung durch Geschäftsführer
Michael Gross, Dr. Helfried Schmidt
und Petra Tröger. Michael Gross
stellte sein Unternehmen vor, das sich
durch maßgeschneiderte Lösungen
und nachhaltiges Wachstum auszeichnet.
Ein Highlight war der Impulsvortrag
von Volker Schüssler von der
Volksbank Akademie Mittelhessen
zum Thema „New Work und Generation
Z“. Er beleuchtete, wie sich die
Erwartungen junger Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer an Führung
und Arbeitskultur verändert haben.
Traditionelle Ansätze greifen hier nicht
mehr – Flexibilität, Sinnorientierung
und moderne Führungsmodelle sind
gefragt. Michael Gross ergänzte mit
einem Vortrag zur Nachhaltigkeit und
Nachhaltigkeitsberichterstattung, der
die Bedeutung von Umweltbewusst-
PT-MAGAZIN 5 2025
w w w . h e i m e r l - b a u . d e
Ehrenplakette 2019
27
PT-MAGAZIN 5 2025
sein im Mittelstand unterstrich.
Ein Betriebsrundgang bot den Teilnehmenden
Einblicke in die Produktion
und die innovativen Prozesse
der GROSS GmbH. Der Nachmittag
stand im Zeichen des persönlichen
Austauschs und Networkings, bei
dem das Thema Personalgewinnung
und -bindung besonders intensiv
diskutiert wurde. Die Teilnehmer
waren sich einig: Die Ansprüche der
Generation Z erfordern neue Strategien
im Personalmanagement. Der
Tag endete mit einem gemeinsamen
Abendessen im Restaurant Heyligenstaedt,
wo die Gespräche bis spät in die
Nacht fortgesetzt wurden.
Achim Mey, Geschäftsführer der
Mey Generalbau GmbH und Helfried
Schmidt am Jungfernstieg in Hamburg
Innovation hautnah:
Dialogtag bei INNOVENT in Jena
Am 8. Mai 2025 lud die Oskar-Patzelt-
Stiftung zum Dialogtag bei INNOVENT
e.V. Technologieentwicklung in Jena
ein. Die renommierte Forschungseinrichtung
beeindruckte mit Einblicken
in zukunftsweisende Projekte aus den
Bereichen Oberflächentechnologie,
Biomaterialien und Analytik. Unter der
Leitung von Dr. Bernd Grünler und Dr.
Uwe Möhring präsentierte das Team
von INNOVENT, wie Forschungsergebnisse
erfolgreich in die Wirtschaft
transferiert werden können.
Die Teilnehmenden erhielten nicht nur
technische Einblicke, sondern auch
die Möglichkeit, konkrete Kooperationsmöglichkeiten
zwischen Forschung
und Mittelstand zu erkunden. Der
Dialogtag verdeutlichte das enorme
Potenzial, das in der Zusammenarbeit
von Wissenschaft und Wirtschaft
steckt. „Der Besuch bei INNOVENT
hat mir wieder einmal gezeigt, welch
enormer Innovationsschub durch solche
Kooperationen entstehen kann“,
fasste Michael Gross von der GROSS
GmbH zusammen. Der Austausch
mit anderen innovationsbegeisterten
Gästen und die Gastfreundschaft des
INNOVENT-Teams machten den Tag zu
einem vollen Erfolg.
Große Freiheit für den Mittelstand:
Dialogtag in Hamburg
Am 31. Juli 2025 fand ein weiterer
Höhepunkt statt: der Dialogtag bei
Startify in Hamburg, organisiert in Zusammenarbeit
mit der Oskar-Patzelt-
Stiftung. Die Veranstaltung begann
mit einem norddeutschen Apéro am
Strand Pauli – Fischbrötchen und
Hafenblick inklusive. Eine exklusive
Hafenrundfahrt bot den perfekten
Rahmen für intensive Diskussionen
über Wachstum, Wandel und Werte.
Dr. Helfried Schmidt, Petra Tröger,
Yannik Rediske und Erik Ahrens
begrüßten die Teilnehmenden und
lenkten den Fokus auf die Zukunft
des Mittelstands.
Eine geführte Kieztour am Nachmittag
brachte den Teilnehmern
den rauen Charme Hamburgs näher,
während abends in einer Kiezkneipe
Themen wie Künstliche Intelligenz,
Automatisierung und die
Erwartungen junger Generationen
an Arbeit und Führung diskutiert
wurden. Der Dialogtag war geprägt
von Offenheit und Authentizität –
Reibung inklusive. Er zeigte, wie der
Mittelstand seine „große Freiheit“ lebt:
durch Verantwortung, Haltung und die
Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen
zu stellen.
© OSKAR-PATZELT-STIFTUNG
Fazit: Der Mittelstand
als Motor der Zukunft
Die Dialogtage der Oskar-Patzelt-
Stiftung zeigen, wie vielfältig und
dynamisch der deutsche Mittelstand
ist. Ob Nachhaltigkeit bei der GROSS
GmbH, Innovation bei INNOVENT oder
die „große Freiheit“ in Hamburg – die
Veranstaltungen bieten nicht nur Inspiration,
sondern auch konkrete Lösungsansätze
für die Herausforderungen
der Zukunft. Themen wie New Work,
Generation Z, Künstliche Intelligenz und
Kooperationen zwischen Forschung
und Wirtschaft stehen im Mittelpunkt.
Die Dialogtage der Oskar-Patzelt-
Stiftung sind mehr als Veranstaltungen
– sie sind ein Bekenntnis zur Stärke und
Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstandes.
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28
Mit KI zu
mehr Reife
Wie die OPS-KI Champions
gezielt weiterentwickeln will
Die Oskar-Patzelt-Stiftung, die seit
1994 den „Großen Preis des Mittelstandes“
vergibt, geht mit der Entwicklung
einer eigenen, sicheren und
datenschutzkonformen Künstlichen
Intelligenz (OPS-KI) einen zukunftsweisenden
Schritt. Ziel ist es, Unternehmen
nicht nur auszuzeichnen,
sondern sie systematisch bei ihrer
Weiterentwicklung zu unterstützen
– auf Basis objektiver Daten und im
Vergleich zu ihrer Peer-Group.
Im Kern der OPS-KI steht die sensible,
sichere und systematische Reifegradanalyse
der jährlich eingereichten
Wettbewerbsunterlagen von mehr
als 4.000 Unternehmen. Die teilnehmenden
Unternehmen werden dabei
nicht isoliert betrachtet, sondern im
Vergleich zu ihrer Peer-Group – also
zu anderen Unternehmen ähnlicher
Größe und Struktur – bewertet.
Reifegradanalyse als Schlüssel
zur Entwicklung: Von der Analyse
zur Handlungsempfehlung
Die OPS-KI analysiert zukünftig diese
qualitativen Daten entlang der fünf
Wettbewerbskriterien und leitet daraus
datenbasierte und individuelle
Reifegrade ab – differenziert nach
Betriebsgrößenklassen (Peer-Group).
Dieser Reifegrad ist jedoch kein Selbstzweck.
Vielmehr dient er als Ausgangspunkt
für gezielte Entwicklungsempfehlungen.
Erstmals erhalten Unternehmen
die Möglichkeit, sich gezielt
mit vergleichbaren Organisationen zu
messen, ihre Stärken und Schwächen
datenbasiert zu reflektieren, ihren
individuellen Reifegrad zu bestimmen
und daraus konkrete Entwicklungsschritte
bzw. Maßnahmen abzuleiten,
die ihre Wettbewerbsfähigkeit strukturiert
und wirksam steigern („AI for
Corporate Development“).
Die KI schlägt nicht nur Maßnahmen
zur Steigerung des Reifegrads vor,
sondern tut dies auf Grundlage eines
ethisch verantwortungsvollen und
transparenten Systems. Die Stiftung
orientiert sich dabei strikt an der EU-
Regulatorik (EU AI Act, DSGVO) und
setzt auf europäische Technologien,
um höchste Sicherheits- und Compliance-Standards
zu gewährleisten.
Die OPS-KI geht weit über klassische
Benchmarking-Ansätze hinaus. Sie
liefert nicht nur einen Spiegel, sondern
auch einen Kompass für strategische
Entscheidungen. Unternehmen erhalten
die Information, wo sie stehen
und wohin sie sich entwickeln können
– und wie sie dieses Ziel erreichen.
Nachdem zentrale Meilensteine wie
Datenmanagement, Modellentwicklung
und der Proof of Concept bereits
abgeschlossen sind, konzentrieren
sich die nächsten Schritte auf die Performance-Optimierung
und die Integration
der KI in die Stiftungsprozesse.
Technologie im Einsatz:
Sicher, aktuell und datengestützt
Bekannte große Sprachmodelle (LLMs)
wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind
auf sehr umfangreichen, meist öffentlichen
Daten trainiert. Dadurch können
sie Fragen, die allgemein verfügbares
Wissen betreffen, im Dialog-Modus
(Chatbot) gut beantworten. Unternehmensinterne
oder -spezifische Daten
sind so allerdings nicht verfügbar. Ein
Training der LLMs bzw. „Finetuning“
auf unternehmensspezifischen Daten
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ist oft zu teuer oder es liegen gar nicht
genügend Daten dafür vor. Eine direkte
Eingabe aller potentiell relevanten
Unternehmensdaten im sogenannten
Prompt ist ebenfalls nicht praktikabel,
denn LLMs berücksichtigen nur Inputs
bis zu einer bestimmten Länge (Context
Window).
Die OPS-KI basiert daher auf einem
sogenannten Retrieval-Augmented-
Generation (RAG) System. Dieser
Ansatz bietet eine Reihe von Vorteilen:
• Berücksichtigung interner Daten: Die
Analyse basiert auf den vertraulichen
Wettbewerbsunterlagen.
• Stets aktuelle Datenbasis: Bei einer
Aktualisierung der Datenbestände
ist kein aufwendiges Neutraining des
Modells erforderlich.
• Keine Limitierung durch Context Windows:
Auch umfangreiche Informationen
können verarbeitet werden.
• Effizienter Ressourceneinsatz: Der
Ansatz stellt geringere Anforderungen
an das verwendete Sprachmodell
(LLM).
• Interaktiver Dialog: Detaillierte Nachfragen
über die Daten (Chatbot), z.B.
bei weiterer Spezifizierung oder auch
Erweiterung der Frage, sind möglich.
Der technologische Aufbau ist dabei
ebenso elegant wie effektiv.
Der Retrieval-Augmented Generation
(RAG) Prozess: Relevante Informationen
werden aus dem internen Datenbestand
selektiert (Retrieval) und zur
Generierung einer präzisen Antwort
an das Sprachmodell übergeben (Generation).
Nach Eingabe einer initialen Suchanfrage
filtert das System automatisch
semantisch ähnliche Dokumente
heraus, bewertet diese nach Relevanz
und Qualität und erstellt eine Zusammenfassung.
Eine tiefgehendere, iterative Analyse
kann dann anhand der Suchergebnisse
durch Fragen an den Chatbot
angegangen werden. Hier sind z.B.
vergleichende Fragen möglich.
Ein besonderes Augenmerk bei der
Konzeption der Lösung liegt auf der
Sicherheit der internen Daten. (Amerikanische)
Hyperscaler bieten sehr
leistungsfähige LLMs zusammen mit
komfortablen Cloud-Lösungen an. Für
den Transfer der unternehmenseigenen
Daten in die Cloud und vor allem
auch für die Benutzung der LLMs können
allerdings nicht unerhebliche Kosten
entstehen. Vor allem aber besteht
stets das Risiko des Leaks unternehmensinterner
Daten, besonders bei
Unternehmen im außereuropäischen
Ausland mit teils weniger restriktiven
ENERGIEKOSTEN RUNTER.
NACHHALTIGKEIT HOCH.
Die Transformation zur CO 2
-Neutralität bis 2045 ist eine Herkulesaufgabe
für Gewerbe und Industrie. Die Investition in die Zukunft der eigenen Energieversorgung
eröffnet aber auch erhebliche Potenziale für mehr Effizienz.
Von der Beratung und Konzeption über die Planung bis hin zur Umsetzung:
Wir begleiten Sie in jeder Phase Schritt für Schritt, um die Energieerzeugung
betriebswirt schaftlich zu optimieren und so die Gestehungskosten von
Anfang an niedrig zu halten.
gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz.
Daher wird die OPS-KI in einem Rechenzentrum
gehostet, das nicht nur
physisch innerhalb der EU lokalisiert
ist, sondern auch von einem europäischen
Unternehmen betrieben
wird. Das System besteht intern aus
mehreren logischen Servern. Alle
internen Datenströme werden dabei
ausschließlich über verschlüsselte
Verbindungen umgesetzt. Alle Datenströme
werden über verschlüsselte
Verbindungen (HTTPS) umgesetzt und
vor der Benutzung der Web-Oberfläche
ist eine sichere Authentifizierung
erforderlich.
Ausblick: Die nächste
Stufe der KI-Analyse
Die aktuelle Architektur setzt bewusst
auf bewährte und performante Technologie,
um eine stabile und zugängliche
Anwendung zu gewährleisten.
Während Retrieval-Augmented Generation
(RAG) heute als etablierter u
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© BIOQUANT
Ein konkretes Beispiel einer Abfrage im OPS-internen Datenbestand zeigt den Workflow
bietet die OPS-KI eine einzigartige
Chance, auf streng anonymisierten
Daten den eigenen Standort zu bestimmen,
Potenziale zu erkennen und
gezielt zu handeln. Die OPS-KI ist damit
nicht nur ein technologisches Projekt,
sondern ein strategisches Angebot an
den deutschen Mittelstand, denn sie
verbindet die Werte der Stiftung – Unabhängigkeit,
Qualität, Verantwortung
– mit den Möglichkeiten europäischer
Technologie. Und sie zeigt, wie KI sinnvoll
und sensibel eingesetzt werden
kann: nicht als Selbstzweck, sondern
als Werkzeug für echte Entwicklung,
um entweder Champion zu werden
oder an der Spitze zu bleiben. •
ÜBER DIE AUTOREN
Lena Lenkeit ist Master-Absolventin der
Universität Heidelberg im Bereich Maschinelles
Lernen / Numerische Methoden /
Biowissenschaften.
© BIOQUANT
Standard gilt, ist die technische Entwicklung
bereits deutlich weiter. Zukünftig
sollen noch leistungsfähigere
System-Architekturen zum Einsatz
kommen, die eine höhere Effizienz
und tiefere semantische Verknüpfungen
ermöglichen.
Durch die Erweiterung des Datenbestandes
und den Einsatz von LLMs
der nächsten Generation wird sich die
Qualität der OPS-KI weiter steigern
lassen. Besonders interessant ist der
Einsatz von agentischen Systemen
und Workflows, um komplexere und
tiefere autonome Datenanalysen zu
ermöglichen. Damit wäre die OPS-KI
in der Lage, während eines Chats
selbstständig weitere Suchanfragen
an den Datenbestand oder potenziell
auch das Internet zu stellen, um zum
Beispiel bessere Vergleiche zu ermöglichen.
Solche mehrstufigen Workflows
könnten komplexe Datenaufbereitungen
auf Basis einer einzigen
Nutzeranfrage autonom durchführen.
Vergleichbare agentische “Deep Research”
Systeme können momentan
nur mit öffentlich zugänglichen Daten
arbeiten, und sind nicht für den Umgang
mit sensiblen Daten geeignet.
Zuletzt bleibt auch das voll-autonome
Finden von Trends und Mustern im
Datenbestand ein Fokus. Neueste
agentische Systeme könnten hierbei
ohne explizite Eingabe Trends in den
Daten aufdecken, die aufgrund der
hohen Datenmengen für den Menschen
nur schwer auffindbar wären.
Fazit: Die Zukunft der Unternehmensentwicklung
ist datenbasiert
Mit der OPS-KI setzt die Oskar-Patzelt-
Stiftung neue Maßstäbe im Umgang
mit Unternehmensdaten. Die Nutzung
ist ausschließlich für Studien- und
Analysezwecke vorgesehen und erfolgt
durch einen speziell auf diese KI
trainierten Datenexperten der Oskar-
Patzelt-Stiftung. Für Unternehmen, die
bereit sind, sich weiterzuentwickeln,
Dr. Jürgen Pahle untersucht als unabhängiger
Gruppenleiter am BioQuant-
Zentrum der Universität Heidelberg biologische
Informationsverarbeitung durch
kinetische Modelle, stochastische Simulationen
und Informationstheorie.
Christian Wewezow ist Mitglied des Vorstands
der Oskar-Patzelt-Stiftung und
hat als Verantwortlicher für Datenanalytik
und Benchmarking der Stiftung über
4.000 Top-Unternehmen analysiert und
die Wettbewerbs-KI ‚AI for Corporate Development‘
für den ‚Großen Preis des Mittelstandes‘
maßgeblich mitentwickelt.
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Für EFEN steht der ressourcenschonende Umgang
mit Rohstoffen im Fokus. Wir nehmen Chancen aktiv wahr
und investieren in Zukunftstechnologien, sowie in Ausund
Weiterbildung unserer Miarbeiter. Unsere Vision von
nachhaltiger Entwicklung, um Erfolg dauerhaft zu sichern.
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13. September 2025 - Würzburg
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Thüringen und Sachsen sowie Berlin / Brandenburg
27. September 2025 - Düsseldorf
Preisverleihung für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz / Saarland,
Niedersachsen / Bremen, Schleswig-Holstein / Hamburg
und Sachsen-Anhalt sowie Mecklenburg-Vorpommern
18. Oktober 2025 - Bundesball Düsseldorf
Verleihung der Sonderpreise
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33
PT-MAGAZIN 5 5 2025
KOLUMNE
Das 30. Wettbewerbsjahr ist vergangen.
KOLUMNE
Und mit dem Bundesball im Oktober
haben wir zum 100. Mal eine Auszeichnungsgala
gestaltet. 365 Tage voller
Höhen und Tiefen. Wir haben gelacht,
geweint, gekämpft und gewonnen. Und
genau das macht das Leben so spannend
und einzigartig. Als ich in den letzten
Tagen des alten Jahres zurückgeblickt
habe, Voller ist mir Inspiration
bewusst geworden, wie
wichtig es ist, die positiven Momente zu
und Mut
feiern und aus den Herausforderungen
zu lernen.
„Wer den Hafen nicht kennt, in den er
Oft segeln neigen will, wir für dazu, den uns ist auf kein das Wind Negative der
zu richtige.“ konzentrieren. (Seneca, Enttäuschungen vor 2000 Jahren und im
Misserfolge alten Rom). scheinen Ich erinnere tiefer mich zu sitzen in diesen
kleinen turbulenten Freuden Zeiten des Alltags. an die unzäh-
Dabei
als
die
verpassen ligen Gespräche, wir so viel die Schönes. ich mit Ihnen Erinnern geführt
sich habe. an die Ob Momente, in der Garage in denen gestartet Sie
Sie
stolz oder auf im Familienerbe sich waren? An verwurzelt die Begegnungen,
alle die haben Sie bereichert Stürme haben? gemeistert, An die Ziele, die
– Sie
die andere Sie erreicht Schiffe haben? zum Kentern Nehmen gebracht Sie sich
hätten. Und doch: Die aktuellen Winde
sind rauer denn je. Wirtschaftliche
Unsicherheiten, digitale Erschütterungen
und globale Krisen tosen
um uns herum. Aber genau jetzt, in
diesen stürmischen Zeiten, müssen
wir Mittelständler uns beweisen. Wir
meistern sie nicht, indem wir uns
Zeit, ducken, diese sondern positiven indem Erinnerungen wir unverzagt wieder
aufleben innovativ zu bleiben, lassen. Gewohntes in Frage
stellen und Neues aufnehmen. Denn
Ich wer bin Entwicklungen unglaublich dankbar nicht für treibt, die vielen der
Menschen, wird von ihnen die mir getrieben. in diesem Jahr begegnet
Denken sind. Ihre Sie zurück: Offenheit, Wie ihre oft Bereitschaft haben Sie
zur alte Zusammenarbeit Prozesse über und Bord ihre geworfen, positive
Einstellung um frischen haben Wind mich zu fangen? inspiriert. In meinen
Jahren beim "Großen Preis des
Der Mittelstandes" habe ist das ich Rückgrat gesehen, unserer
Unternehmen Wirtschaft. Tag wie für Ihres Tag leisten durch mittel-
Inno-
wie
ständische vation überlebt Unternehmen haben – Außergewöhnliches.
smarte Sie schaffen Digitalisierung, Arbeitsplätze, nachhaltige treiben
sei es durch
Innovationen Produkte oder voran mutige und stärken Partnerschaften.
Nehmen Sie das Beispiel eines
unsere
Region.
Preisträgers aus Sachsen: Mitten in
Ich der bin Pandemie stolz darauf, stellte Teil er dieser seine Gemeinschafketten
zu um, sein. integrierte Die Unternehmen, KI und die schuf wir
Liefer-
im neue Rahmen Jobs. des Kein Großen Zufall, Preises sondern des harte Mittelstands
Arbeit und auszeichnen, der Wille, Neues sind Vorbilder zu wagen. für
uns Das alle. ist Sie unser zeigen Mittelstand: uns, was mit Flexibel, Leidenschaft,
widerstandsfähig Engagement und und vor einem allem guten – visionär!
möglich Geschäftssinn ist.
100-mal ausgezeichneter Mittelstand
Aber lassen Sie uns ehrlich sein:
Es kostet Mut, Gewohntes in Frage
zu stellen. Es bedeutet, Teams zu
motivieren, Risiken einzugehen und
manchmal Tränen zu vergießen. Doch
genau das macht uns stark. In stürmischen
Zeiten blühen die Besten auf,
weil sie nicht warten, bis der Sturm
Das vorüberzieht, vergangene sondern Jahr hat uns lernen, gezeigt, im
dass Wind wir zu segeln. auch in Stellen schwierigen Sie sich Zeiten vor:
zusammenhalten Ihr Unternehmen und als gemeinsam Treiber der Lösungeänderung,
finden können. das Neues Ich bin aufnimmt zuversichtlich, und
Ver-
dass damit wir nicht auch die nur Herausforderungen überlebt, sondern des
kommenden wächst. Jahres meistern werden.
In den nächsten Wochen werden die
Lassen Finalisten Sie uns und gemeinsam Preisträger in die des Zukunft „Großen
Preises und neue des Chancen Mittelstandes“ ergreifen. 2025 Mit
blicken
Mut, öffentlich Optimismus geehrt. und Dort einer positiven finden sich Einstellung
wieder viele können solche wir alles Geschichten erreichen. von
Wandel und Erneuerung, Geschichten
Ein voller Jahr Inspiration geht zu Ende, und ein Mut, neues Beispiele beginnt.
Nehmen dafür, wie Sie der sich die Mittelstand Zeit, zurückzublicken in stürmischen
die Zeiten positiven neue Aspekte Wege des geht vergange-
und die
und
nen Zukunft Jahres gestaltet. zu würdigen. Seien Sie dankbar
Lassen für das, Sie uns was gemeinsam Sie erreicht zeigen: haben, und Wir
blicken Mittelständler Sie zuversichtlich meistern in die stürmische Zukunft.
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r u b r i k
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Fachkräftemangel:
Die Politik wird es
nicht richten
Arbeitgeber müssen selbst liefern
PT-MAGAZIN 5 2025
Der Fachkräftemangel hat sich
längst vom individuellen unternehmerischen
Risiko zum strukturellen
Wachstumshemmnis entwickelt.
Trotz aller politischen Ankündigungen
bleibt die Lage angespannt
– insbesondere für kleine und mittelständische
Unternehmen. Die neue
Bundesregierung hat zwar einige
Maßnahmen auf den Weg gebracht,
um dem Problem zu begegnen.
Doch viele dieser Schritte wirken
nur schwerfällig und langfristig, sind
bürokratisch oder lösen zentrale
Herausforderungen der Arbeitgeber
nicht. Wer auch in Zukunft qualifizierte
Kräfte gewinnen und halten
will, kann sich nicht auf staatliche
Programme verlassen. Stattdessen
muss konsequent in die eigene
Arbeitgeberattraktivität investiert
werden.
Ausbildungsgarantie: gut
gemeint, aber kein Selbstläufer
Ein Beispiel für eine politische
Langfristmaßnahme ist die Ausbildungsgarantie,
die die neue
Bundesregierung einführen will. Sie
soll allen Jugendlichen den Zugang
zu einer beruflichen Qualifikation
ermöglichen. Ergänzt wird das durch
mehr Berufsorientierung an Schulen
und die Förderung betrieblicher Einstiegsqualifikationen.
Das ist grundsätzlich
sinnvoll. Dass trotz Fachkräftemangel
hunderttausende junge
Menschen ohne Berufsabschluss
und ohne Perspektive unterwegs
sind, kann weder die Gesellschaft
noch die Unternehmen kalt lassen.
Klar ist aber auch: Eine Ausbildungsgarantie
ist kein Fachkräfterezept,
wenn Betriebe selbst unattraktiv
bleiben – durch unflexible Arbeitszeitmodelle,
falsche Anreize oder
veraltete Unternehmenskulturen.
Junge Menschen haben zunehmend
andere Erwartungen an Arbeitgeber:
Sinn, Flexibilität, Wertschätzung. Das
ist kein Spleen der Generation Z,
sondern neue Normalität auf dem
Arbeitnehmermarkt.
Weiterbildungsoffensive erfordert
Aktivität der Arbeitgeber
Auch die geplante Bildungsteilzeit
oder das Qualifizierungsgeld zur
Förderung beruflicher Weiterbildung
mögen helfen – wenn Unternehmen
die Weiterbildungsbereitschaft und
Entwicklungsperspektiven ihrer Mitarbeiter
aktiv fördern. Doch genau
das geschieht in vielen Betrieben
bislang kaum, zumindest nicht systematisch.
Weiterbildungsangebote
scheitern oft an fehlender Zeit, mangelndem
Know-how oder schlicht
an der Unternehmenskultur. Unternehmen
sind gut beraten, Weiterbildungen
nicht als kostenintensiven
Luxus abzutun, sondern sie aktiv zur
Karriereförderung einzusetzen und
als Benefit zu betrachten, um Menschen
insgesamt und umfassend zu
qualifizieren.
Die Politik bietet finanzielle Anreize,
aber der Impuls zur Umsetzung
muss aus den Unternehmen selbst
kommen – nicht, um Förderungen
abzugreifen, sondern um Menschen
zu entwickeln und zukunftsfit zu machen.
Menschen und ihre Potenziale
müssen Teil der Unternehmensstrategie
werden, zum unternehmerischen
Wesenskern.
Erwerbsbeteiligung stärken –
aber wie attraktiv ist
Arbeit tatsächlich?
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen
Regierung ist die stärkere Aktivierung
bisher unterrepräsentierter Gruppen:
Frauen, ältere Arbeitnehmer,
Langzeitarbeitslose und Menschen
mit Behinderung. Hier setzt die Politik
auf flexiblere Rentenmodelle,
besseren Zugang zur Kinderbetreuung
und gezielte Förderprogramme.
Ein guter Ansatz. Allerdings: Auch
die Summe der hier vorgesehenen
Maßnahmen wird das Fach- und
Arbeitskräfteproblem nicht lösen.
Die Maßnahmen sind teuer. Ob sie
in der Praxis Wirkung entfalten, darf
bezweifelt werden.
Erwerbsbeteiligung lässt sich nicht
verordnen, sie muss durch attraktive,
individuelle und flexible Arbeitsbedingungen
entstehen. Ältere Arbeitnehmer
haben andere Bedürfnisse
als junge, Frauen andere als Männer.
Ältere Teile einer Belegschaft wünschen
sich mehr Unterstützung bei
Gesundheit und Fitness. Jüngere
flexible Arbeitszeiten, Remote-Work,
moderne KI-Tools oder Workation.
Frauen suchen gezielt nach betriebsnahen
Kinderbetreuungsmöglichkeiten.
Und mancher zieht das E-Bike
dem Firmenwagen vor. Anreize von
der Stange funktionieren nicht – u
36
© FREEPIK.COM | DRAZEN ZIGIC
weder staatliche, noch betriebliche.
Es liegt auch und vor allem am
Angebot, wenn sich Menschen am
Erwerbsleben beteiligen sollen.
Sozialstaatsreform
dringend notwendig
Die Frage lautet: Warum sollten Menschen
(wieder) arbeiten? Viele Arbeitgeber
unterschätzen, wie wichtig
Arbeitszeitmodelle, Wertschätzung,
Gesundheitsförderung und echte
Teilhabe für diese Zielgruppen sind.
Und sie übersehen, dass Arbeitnehmer
heute zunehmend bereit sind,
auf klassische Vollzeitstellen zu
scheitert Zuwanderung oft nicht an
Visa-Regelungen, sondern am mangelnden
Willen vieler Unternehmen,
sich interkulturell zu öffnen, bei der
Wohnungssuche zu unterstützen
oder Sprachbarrieren abzubauen.
Viele Unternehmen erwarten zudem
perfektes Deutsch oder bestehen
auf nationalen Normen, die kaum erfüllbar
und oft auch nicht notwendig
sind. Andere Arbeitsmärkte sind hier
deutlich attraktiver und unkomplizierter.
Selbst hochqualifizierte Migranten
entscheiden sich häufig gegen
Deutschland, weil das Land als wenig
allein wird den Fachkräftemangel
nicht beheben können. Dazu fehlt es
insgesamt an Infrastruktur sowie an
gesellschaftlicher und innerbetrieblicher
Akzeptanz.
Arbeitgeberattraktivität ist
der entscheidende Hebel
Die Maßnahmen der Bundesregierung
sind ein Rahmen, sie sind nicht
die Lösung. Wer heute und morgen
bestehen will, muss sich selbst verändern:
Arbeitsbedingungen verbessern,
Führung neu denken, Weiterbildung
ermöglichen, Diversität und
Nachhaltigkeit leben, Sinn vermitteln.
Der Fach- und Arbeitskräftemangel
wird bleiben. Die entscheidende
Frage ist nicht, ob der Staat genug
tut, sondern ob Arbeitgeber bereit
sind, aus den politischen Ansätzen
konkrete Wettbewerbsvorteile zu
machen.
Denn eines steht fest: Fachkräfte
entscheiden sich für einen Arbeitgeber.
Sie haben die Wahl. Daran werden
in den kommenden Jahren auch
KI, Roboter und digitale Prozesse
nichts ändern. Wer arbeiten möchte,
wird viele Optionen haben. Aufgabe
der Unternehmen ist, für Bewerber
sichtbar zu sein und die eigenen
Vorteile als attraktiver Arbeitgeber in
den Mittelpunkt zu stellen. Für viele
ist dies ein Kulturwandel. Aber ihn zu
vollziehen, kann sich lohnen. •
verzichten, wenn der Job nicht zur
Lebensrealität passt. Viele verzichten
gar ganz auf Arbeit, weil Sozialleistungen
eine attraktive Alternative
darstellen. Ein Teil zur Lösung des
Fachkräftemangels liegt deswegen
auch in der grundlegenden Reform
des Sozialsystems.
Zuwanderung wird es
nicht lösen können
Die neue Chancenkarte und die Reform
der Fachkräfteeinwanderung
sollen es internationalen Bewerbern
erleichtern, in Deutschland
zu arbeiten. Doch schon heute
offen, kompliziert und rigide wahrgenommen
wird. Arbeitgeber, die international
rekrutieren, brauchen nicht
nur schnelleres Behördenhandling,
sondern auch eine echte Willkommenskultur
im Unternehmen, die für
die Neumitarbeiter praktisch spürbar
ist. Es braucht Guides und Mentoren,
die durch den Behördendschungel
und die ersten Alltagsprobleme
helfen, die sowohl im Job als auch
außerhalb begleiten. Wer Fachkräfte
aus dem Ausland will, muss mehr als
einen Job bieten – nämlich Lebensqualität,
Integration und Perspektiven.
Aber klar ist auch: Zuwanderung
ÜBER DEN AUTOR
Reiner Huthmacher ist Gründer der
Huthmacher Consulting GmbH mit Sitz
in Bornheim. Das Unternehmen widmet
die sich der Fachkräftebindung sowie der
Fach- und Arbeitskräftegewinnung und
entwickelt kleine und mittlere Unternehmen
zu anziehenden Fachkräftemagneten,
die sich die besten Bewerber aus dem
umkämpften Markt aussuchen können.
www.fachkraeftemagnet.net.
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37
Christian & Dieter Ernst:
Als Vater und Sohn sind wir uns
im Familienunternehmen einig.
… und stoßen auch gerne mal darauf an.
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Gewerbestraße 33 und
Saarlandstraße 31
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Erst Metall,
dann Kaffee
Chancen sehen - Heinz Heckmann
steht für echtes Unternehmertum,
geprägt von Mut und unermüdlicher
Innovationskraft
Am 1. März 1974 begann in einer kleinen
Garage im niedersächsischen Hülsen
eine Erfolgsgeschichte, die bis heute weit
über die Landesgrenzen hinausstrahlt:
Heinz Heckmann gründete mit drei
Mitarbeitern einen Reparaturbetrieb für
Metallarbeiten – der Grundstein für die
heutige Heckmann Gruppe, ein mittelständisches
Familienunternehmen mit
550 Beschäftigten und neun Unternehmen
in Deutschland und Polen.
Vom Garagenbetrieb zur internationalen
Unternehmensgruppe
Heinz Heckmanns Vision war von
Anfang an klar: Qualität, Präzision und
Verlässlichkeit sollten das Rückgrat seiner
Arbeit bilden. Die Bedürfnisse seiner
Kunden führten bald zur Gründung
neuer Standorte und so entstanden
in Berlin, Hülsen, Verden, Bremen, Eisenhüttenstadt
und im polnischen Krzeszyce
starke Unternehmen. Das Portfolio
reicht von Engineering, Maschinenund
Anlagenbau, Stahl- und Metallbau,
Blech- und Behälterbau, Förder- und
Verfahrenstechnik, Beizerei, Elektrotechnik
und Automatisierung bis hin zu
weitreichenden Serviceleistungen.
„Die richtigen Leute
an den richtigen Positionen“
Heinz Heckmann war nicht nur Visionär,
sondern auch Menschenkenner. Ihm
war immer bewusst: Der nachhaltige
Erfolg eines Unternehmens basiert auf
der Leistungsbereitschaft, Kompetenz
und Loyalität seiner Mitarbeiter. „Es ist
so wichtig, die richtigen Leute an den
richtigen Positionen zu haben“, sagte
er einst. Weggefährten wie Eberhard
Kirsch schätzten ihn als loyalen Partner
mit Rückgrat und einem besonderen
Gespür für Menschen und Situationen:
„Für viele verkörpert Heinz Heckmann
eine freundliche Mischung aus preußischer
Pflichterfüllung und puritanischcalvinistischem
Arbeitsethos.“
Generationswechsel mit Weitsicht
Dass die Gruppe heute so gut für die
Zukunft aufgestellt ist, ist auch dem
wohlüberlegten und planvollen Generationenwechsel
zu verdanken. 1999
trat Sohn Henning Heckmann, Maschinenbauingenieur,
in das Unternehmen
ein und übernahm ab 2001 sukzessive
die Geschäftsführung bis ihm ab 2007
die Gesamtleitung oblag. Er führte die
Gruppe mit strategischem Blick weiter,
eröffnete neue Geschäftsfelder und
Standorte und baute das Unternehmen
konsequent aus. Dabei blieb er
den Werten seines Vaters stets treu:
familiäre Führung, Innovationsgeist
und unternehmerische Verantwortung.
Heinz Heckmann formuliert es
mit Stolz: „Ich könnte mir meinen Sohn
nicht besser wünschen, so wie er ist.“
Hecki – Herzensprojekt mit Dampf
Als Heinz Heckmann 2015 mit
73 Jahren die Heinz Heckmann GmbH
und die Hecki GmbH & Co. KG gründete,
bewies er einmal mehr seinen Unternehmergeist.
„Hecki“ – wie der Spitzname
des Unternehmers – steht für
ein Produkt, das Genuss und Technik
PT-MAGAZIN 5 2025
Eine lange Erfolgsgeschichte: Die Unternehmensgründungen und Produktionsstätten
1974: Maschinenbau und
Verfahrenstechnik
in Hülsen
1984: Stahl- und Metallbau
in Berlin, 2001: Umzug
nach Hoppegarten
1987: Beizerei in Hülsen
1988: Metall- und
Maschinenbau in Verden
1992: Metall- und Maschinenbau
in Bremen, 2013: Umzug
in den Industriepark
ALLE BILDER © HECKMANN GRUPPE
v.l.: Henning Heckmann, Stephan Weil, Monika Heckmann, Dr. Dörte Liebetruth und Heinz Heckmann.
Im September 2022 besuchten der damalige niedersächsische Ministerpräsident und die Landtagsabgeordnete
den Stammsitz der Heckmann Gruppe in Hülsen. Familie Heckmann führte durch die
Werkhallen des Maschinenbaus, der Verfahrenstechnik, der Beizerei und der Hecki-Kaffee Rösterei.
PT-MAGAZIN 5 2025
verbindet: Kaffee. Den Anstoss gab ein
Projekt mit einem großen Kaffeeröster.
Heinz Heckmann entwickelte mit einem
kleinen Team ein weltweit einmaliges
Röstverfahren mit überhitztem Dampf.
Das Patent (DE102011012964B4) beschreibt
ein Verfahren, das nicht nur
ein besonders feines Aroma erzeugt,
sondern auch deutlich weniger Energie
benötigt. Durch die eigene Photovoltaikanlage
kann sogar CO2-neutral produziert
werden. Da die großen Röstereien
den Umstieg scheuten, begann Heinz
Heckmann mit der eigenen Röstung.
Die Bohnen liefert ein renommierter
Importeur. Verkauft wird an Endkunden
und über Private Labeling. Heckmann´s
Kaffee steht von der Bohne bis zur Röstung
für höchste Qualität.
Anerkennung und Engagement
Für sein unternehmerisches Wirken
wurde Heinz Heckmann mehrfach
ausgezeichnet. 2006 erhielt er gemeinsam
mit Eberhard Kirsch den Großen
Preis des Mittelstands für den Standort
Eisenhüttenstadt. 2007 folgte die Auszeichnung
für sein Lebenswerk – eine
der höchsten Ehrungen für mittelständische
Unternehmer in Deutschland.
2013 wurde ihm die Ehrenplakette der
Oskar-Patzelt-Stiftung verliehen und
er ist Ehrenbotschafter für Frankfurt
(Oder)/Eisenhüttenstadt. Mit seiner
Familie engagiert Heinz Heckmann sich
auch gesellschaftlich und unterstützt
lokale Vereine, die Feuerwehr und
kulturelle Einrichtungen.
Ein starkes Familienband
Heinz Heckmanns Lebenswerk ist auch
das Ergebnis eines starken familiären
Rückhalts. Seit 1966 ist er mit Monika
Heckmann verheiratet. Sie unterstützte
seit Anbeginn den Weg in die Selbständigkeit.
Zunächst als Mitarbeiterin in
der Buchhaltung, später als Prokuristin
im Standort Verden. „Meine Frau hat
einen super Job gemacht und die
Mitarbeiter standen hinter ihr“, betont
Heckmann – und fügt augenzwinkernd
hinzu: „Durch meine Frau habe ich
gelernt, dass Zufriedenheit durch Verantwortung
entsteht.“
Die Familie umfasst heute zwei Kinder
mit Partnern und vier Enkel. Während
Sohn Henning das Unternehmen führt,
ging Tochter Andrea als erfolgreiche
Modedesignerin ihren eigenen Weg
– ein Beleg dafür, dass unternehmerische
Freiheit und Individualität in
der Familie Heckmann Hand in Hand
gehen. Und die dritte Generation steht
bereits in den Startlöchern, um die
Heckmann Gruppe weiterzuführen.
Unternehmer mit Herz und Haltung
Seinen 80. Geburtstag feierte Heinz
Heckmann 2022 mit Familie, Freunden
und Weggefährten – ein würdiger
Moment der Rückschau, aber kein
Ende der Aktivität. Noch immer geht
er gerne sonntags durch die Hallen in
Hülsen, schaut, wie es läuft – jedoch
mit der klaren Haltung: Die Verantwortung
liegt in den Händen der nächsten
Generation.
Die Geschichte von Heinz Heckmann ist
mehr als eine Unternehmerbiografie.
Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis von
Mut, Beständigkeit, Menschlichkeit und
echter Leidenschaft für das, was man
tut. In einer Zeit ständiger Veränderung
ist sein Lebenswerk ein Leuchtturm,
der zeigt, wie erfolgreich Familienunternehmen
durch Innovation, Verantwortung
und Zusammenhalt sein
können – gestern, heute und morgen.
1993: Stahl- und Metallbau
in Eisenhüttenstadt
1998: Metall- und Maschinenbau
in Krzeszyce (Polen)
2011: Engineering und
Anlagenbau in
Eisenhüttenstadt
2015: Erweiterung der
Kapazitäten in Rethem
2015: Hecki-Kaffee
in Hülsen
40
Führung
in Balance
Leitlinien als strategischer
Kompass für den Mittelstand
© FREEPIK.COM | VIARPRODESIGN
Unsicherheit und steigenden Erwartungen
an Kultur und Kommunikation
genügt es nicht mehr, auf klassische
Führungsmodelle zu vertrauen. Führung
befindet sich längst im Wandel.
Wer heute Unternehmen steuert,
muss Spannungsfelder navigieren
und dabei Menschen mitnehmen.
Gerade im Mittelstand eröffnen
Führungsleitlinien neue Wege: Statt
abstrakter Prinzipien liefern sie konkrete
Orientierung – vorausgesetzt, sie
wirken nicht als Papiertiger, sondern
als gelebtes Führungsinstrument. „So
ringen Geschwindigkeit und Sicherheit
zunehmend um Aufmerksamkeit im
Mittelstand“, weiß Ben Schulz, Unternehmensberater,
Vorstand der Ben
Schulz & Partner AG und SPIEGEL-
Beststeller-Autor. „Mitarbeitende sehnen
sich nach Beständigkeit, während
Märkte unaufhörlich nach Tempo
verlangen.
Zwischen diesen Polen agierende Führungskräfte
balancieren sehr geschickt
auf dem schmalen Pfad von Dynamik
und Stabilität.“ Fachleute bezeichnen
dieses Phänomen als „Stagitility“, ein
Kunstwort zwischen Stability und
Agility, das aufzeigt, wie wichtig Gleichgewicht
in unvorhersehbaren Zeiten
geworden ist.
Zwischen Turbo-Modus und
Sicherheitsbedürfnis
Klassische Führungsmodelle stoßen
schnell an Grenzen, wenn marktdiktierte
Veränderungen rasant auf
Organisationen einprasseln. Solche
Modelle bieten klare Strukturen und
festgelegte Rollen, die jedoch in hochdynamischen
Umfeldern nicht mehr
ausreichen. Der Experte verdeutlicht:
„Zu viel Flexibilität ohne gemeinsames
Verständnis löst Unsicherheit und
Orientierungslosigkeit in den Teams
aus. In solchen Situationen schaffen
Führungsleitlinien belastbare Leitplanken,
an denen sich Mitarbeitende und
Führungskräfte gleichermaßen orientieren
können.“ Konkrete Aussagen
darüber, wie Führung kommuniziert,
praktiziert und verstanden wird, verwandeln
abstrakte Visionen in gelebten
Alltag. Klar formulierte Richtlinien
führen zu Transparenz im Rollenverständnis
und stärken strategisches
Handeln über alle Hierarchien hinweg.
Prinzipien, die Richtung geben
Allzu oft versanden Führungsleitbilder
als Inspirationsdokumente ohne
echte Relevanz. Schön formulierter
Text ohne gelebte Verankerung
wird schnell zur Projektionsfläche
für Frust. Mitarbeitende empfinden
Leitbilder dann nicht als Unterstützung,
sondern als störenden Faktor.
Die Ursache hierfür liegt zumeist im
Top-down-Ansatz: Leitlinien entstehen
als Sammlung wohlmeinender
Sätze, ohne diese in der gelebten
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41
PT-MAGAZIN 5 2025
Führungspraxis zu verankern.
„Damit bleiben als Ergebnis nur leere
Worthülsen, die bindende Wirkung
fehlt und das Dokument mutiert zum
zahnlosen Papiertiger“, so der SPIE-
GEL-Bestseller-Autor. „Besonders aufschlussreich
wirken in diesem Zusammenhang
Praxisbeispiele, die zeigen,
wie Förderung von Mitgestaltung und
Alltagsetablierung zu sichtbaren Erfolgen
führen. So können partizipierende
Workshops ein neues Verständnis für
solche Veränderungen bewirken.“
Konflikte klären Teams nach dieser
Erfahrung häufig früher, Übergaben
laufen reibungsloser und auch die
Fluktuation kann danach sinken.
Wirkungsstarke Führungsleitlinien
folgen dabei vier zentralen Prinzipien:
Mitgestaltung, Verankerung im Alltag,
Anschlussfähigkeit an Strategie sowie
funktionaler Wandel. Gemeinsame
Entwicklung erzeugt Akzeptanz, Einbindung
in Auswahlprozesse und
Feedbackformate sichert Verankerung,
strategische Verzahnungen
verhindern Doppelgleisigkeit und
sukzessive Weiterentwicklung passt
die bestehenden Leitlinien an den Reifegrad
des Unternehmens an.
Drei Blickwinkel für
ganzheitliche Führung
Nicht zu vernachlässigen, bleiben dabei
Dimensionen wirksamer Leitlinien:
Unternehmensführung, Menschenführung
und Selbstführung. Erstere
bezieht sich auf eine klare Ausrichtung
von Strukturen, Zielen und kulturellen
Kontexten. Menschenführung baut
Vertrauen auf, setzt Erwartungen und
gestaltet Beziehungen. Schulz erklärt:
„Selbstführung fokussiert innere Klarheit,
Resilienz und den Umgang mit
Druck. Nur wer eigene Ziele reflektiert
und steuert, vermag authentisch
andere anzuleiten.“ Auf dem Weg
zur erfolgreichen Einführung lauern
typische Stolperfallen: Wenn Leitlinien
vorrangig Imagezwecken dienen, verfehlen
sie ihren Kern und verkommen
zur reinen Imagebroschüre. Abstrakt
formulierte Leitlinien ohne Praxisbezug
verschrecken Mitarbeitende und
Führungskräfte gleichermaßen.
Top-down-Symbolpolitik ohne authentische
Vorbilder lässt Vertrauen
in Luft auflösen. Nur konzentrierte
Anstrengungen verwandeln Leitlinien
am Ende in ein gelebtes Mindset.
Leitlinien als Zukunftsmotor
Grundlegend verlangt die Transformation
von Leitbild zu einer gelebten Kultur
Ausdauer und Mut. Routinen wie
Mitarbeitergespräche, Teammeetings
und Performance-Reviews eignen sich
hervorragend, um Haltung sichtbar
zu machen. Abstrakte Werte gewinnen
durch konkrete Übertragungen
Handschlagqualität. „Beispielsweise
kann ‚Verantwortung übernehmen‘
einen Sinn in kritischen Projektphasen
erhalten, wenn klar definierte Verhaltensweisen
zu Konfliktlösungen vorgegeben
werden. Feedback schließt
dabei Lücken zwischen Anspruch und
Erfahrung: Regelmäßige Rückkopplungsrunden
decken blinde Flecken
auf und treiben Anpassungen in einer
lernenden Organisation voran“, weiß
der Experte. Zukunftsfähige Führung
bedient sich Leitlinien als strategischem
Hebel. Orientierung in komplexen
Umfeldern und Förderung von
Verantwortlichkeiten schaffen zudem
Wettbewerbsvorteile. Statt Agilität gegen
Stabilität auszuspielen, ermöglicht
ein Gleichgewicht beider Kräfte ein
resilientes, werteorientiertes Umfeld.
Führung tritt dort in Aktion, wo sie
Orientierung und Vertrauen schafft –
genau dann, wenn Bedarf am größten
ausfällt. So entsteht ein kulturelles
Fundament, das Dynamik und Stabilität
in Einklang bringt und langfristigen
Erfolg absichert. •
© UWE KLÖSSING
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42
Führung verändert
das Gehirn – immer!
© FREEPIK.COM | KUES1
Wie Neuro-Leadership das Denken
prägt, Leistung steigert und Unternehmen
zukunftsfähig macht.
PT-MAGAZIN 5 2025
© INGENIEURGESELLSCHAFT PATZKE GMBH
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© INGENIEURGESELLSCHAFT PATZKE GMBH
PT-MAGAZIN 5 2025
Viele Unternehmensentscheider haben
in den letzten Jahren Außergewöhnliches
geleistet. Sie haben Prozesse
optimiert, digitale Tools eingeführt,
unter massivem Druck
Entscheidungen getroffen
– und sind inmitten
globaler Unsicherheit
am Ball geblieben.
Diese Fähigkeit, in
herausfordernden
und komplexen
Situationen unter
Druck leistungsfähig
zu bleiben, ist
kein Zufall – sie zeigt,
was in Unternehmen
steckt: Erfahrung, Mut
und Führung.
Doch die Welt verändert sich –
und je schneller sie sich verändert,
desto herausfordernder wird es für
Entscheider. Erkenntnisse aus der
Gehirnforschung zeigen heute:
• das Gehirn entscheidet in Krisen
anders als in Wachstumsphasen, es
kommuniziert anders unter Druck,
und es braucht andere Bedingungen,
um Leistung zu bringen
• wie wir führen, verändert unser
Denken – das der Entscheider und
der Mitarbeiter
• die Art des Denkens beeinflusst,
ob Menschen Leistung erbringen
– oder innerlich kündigen, ob sie
gesund bleiben oder krank werden,
ob sie motiviert performen oder
sich zurückziehen
Es ist kein kulturelles oder betriebswirtschaftliches
Problem
– sondern ein neurobiologisches.
Denn Führung, Kommunikation und
Unternehmenskultur hinterlassen
Spuren im Gehirn – und genau dort
entstehen auch: Motivation. Bindung.
Leistung. Wer weiß, wie das
Gehirn funktioniert, hat den Hebel
für eine gesunde und performante
Belegschaft in der Hand – diese
Unternehmen denken, entscheiden
und gestalten zukunftsfähiger.
Das Wissen, das viele heute in Führungspositionen
anwenden, stammt
aus einer Zeit, in der wir noch nicht
ins menschliche Gehirn schauen
konnten – nicht live, nicht im Moment
des Handelns. Heute ist das
anders. Die moderne Hirnforschung
kann seit über zwei Jahrzehnten
sichtbar machen, wie unser Gehirn
denkt, entscheidet, blockiert – und
sich verändert. Im Folgenden nun
drei Beispiele:
© FREEPIK.COM | PCH.VECTOR
1. Das Gehirn ist plastisch –
und Führung verändert es
Unser Gehirn ist kein starres Organ
– es verändert sich permanent. Erfahrungen,
Wiederholungen, Sprache
und zwischenmenschliches
Verhalten hinterlassen
physiologisch
messbare Spuren. In
der Neurowissenschaft
spricht man
von Neuroplastizität:
Das Gehirn
baut sich auf Basis
dessen um, was es
regelmäßig erlebt.
Führung spielt dabei
eine zentrale Rolle – insbesondere,
wenn sie mit
Druck oder Kontrolle einhergeht.
Was bei Stress im Gehirn passiert:
Wird eine Person ständig kontrolliert,
verunsichert oder unter Druck
gesetzt, schüttet das Gehirn Cortisol
aus – im Volksmund auch als „Stresshormon“
bekannt. Cortisol blockiert
den präfrontalen Kortex – jenen
Bereich, der für bewusstes Denken,
rationale Entscheidungen, Impulskontrolle
und Perspektivwechsel
zuständig ist. Die Folgen: zunächst
leichte Blockade (leichte Blackouts im
Meeting, Denkhemmung bei Rückfragen,
Wortfindungsschwierigkeiten),
dann bei Dauerstress vermehrt
Tunnelblick, Gedächtnisstörungen,
reduzierte Problemlösungsfähigkeit
– bis hin zu impulsiven oder irrationalen
Entscheidungen. Gleichzeitig
wird die Amygdala (das emotionale
Alarmzentrum) hochaktiv: Das Gehirn
„schaltet um“ – weg von analytischem
bewusstem Denken, hin zu
Schutzreaktion und Routinen.
In Unternehmen erleben wir das als:
•„unlogisches Verhalten“ bei eigentlich
kompetenten Mitarbeitenden
•übermäßige Fehlerfokussierung
• Vermeidung von Verantwortung
und zunehmende Entscheidungsunfähigkeit
• Chronische Überforderung und
Krankmeldung
Ein Praxis-Beispiel:
Warum viele Menschen im Urlaub
krank werden – und was das mit
dem Arbeitsalltag zu tun hat
Die meisten kennen es: Kaum beginnt
der Urlaub, wird man krank.
Dieses Phänomen nennt sich
Leisure-Sickness-Syndrom. Neurowissenschaftlich
betrachtet ist der
Grund ganz klar: Während Phasen
intensiven Stresses produziert unser
Körper vermehrt Cortisol, um
leistungsfähig zu bleiben und Entzündungsprozesse
zu unterdrücken.
Sobald der Stress nachlässt – etwa
zu Beginn des Urlaubs – fällt der Cortisolspiegel
rapide ab. Genau dann
beginnt das Immunsystem wieder
aktiv zu arbeiten und bekämpft unterdrückte
Krankheitserreger. Die
Folge: Der Körper wird krank. Wer
über längere Zeit unter starker Anspannung
(Stress) arbeitet und dann
plötzlich in einen Entspannungsmodus
wechselt – etwa im Urlaub oder
am Wochenende – wird krank.
Unternehmen, die Mitarbeitende
permanent einen höheren Workload
geben, mehr Stress und Druck
aussetzen, riskieren langfristige
Erschöpfung, höhere Fehlzeiten und
schwächere Regeneration. Nicht der
Urlaub ist das Problem – sondern
das chronische Stresslevel davor.
Fazit: Führung, die regelmäßig Druck
erzeugt, verändert das Gehirn – und
führt zu Rückzug, Demotivation und
Krankheit statt Leistung.
Und die gute Nachricht?
Das Gehirn ist lernfähig – im Positiven
wie im Negativen. Wenn Führung
Vertrauen schafft, Selbstwirksamkeit
ermöglicht und Handlungsspielräume
gibt, aktiviert das Gehirn ein
völlig anderes Reaktionsmuster:
• Der präfrontale Kortex bleibt aktiv:
Menschen denken klarer, kreativer,
strategischer.
• Dopamin wird ausgeschüttet: Motivation
steigt, Lernprozesse werden
angeregt.
• Oxytocin sorgt für Zugehörigkeitsgefühl
und stärkt die soziale Bindung
im Team.
Führungskräfte, die auf Basis neurowissenschaftlicher
Erkenntnisse
führen, gestalten ein Umfeld, das
Leistung nicht fordert,
sondern
ermöglicht.
Statt Dauerstress
entsteht
ein
innerer
Zustand
von Fokus,
Energie
und
Vertrauen.
Und genau u
© FREEPIK.COM | PCH.VECTOR
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in diesem Zustand können Menschen
performen – und Unternehmen
sich weiterentwickeln.
2. Lernen funktioniert über Bedeutung
– nicht über Wiederholung
Lange Zeit galt in der Wissenschaft:
Das Gehirn lernt durch Wiederholung.
Je öfter ein Inhalt wiederholt
wird, desto besser bleibt er angeblich
im Gedächtnis. Deshalb basierten
viele Lern- und Trainingskonzepte auf
sturem Einprägen, Drill und ständiger
Wiederholung – noch heute sichtbar
im Bildungswesen.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse
der letzten Jahre jedoch zeigen:
Über Wiederholung zu lernen kann
funktionieren – muss aber nicht. Und
es ist der mühsamere und deutlich
längere Weg. Schneller – und oft mit
nur einem einzigen Impuls – lernt das
Gehirn, wenn ein Inhalt emotional relevant
oder als bedeutsam bewertet
wird. Nur dann wird der Hippocampus,
unser neuronales Eingangstor
zum Langzeitgedächtnis, aktiv und
speichert die Information.
Ein entscheidender Auslöser dafür
ist Dopamin – der Neurotransmitter
für Neugier,
Motivation und Belohnung.
Und Dopamin
wird nicht
durch Informationen,
sondern
durch emotionale
Erfahrungen
ausgeschüttet.
Lernen braucht
Erleben und
Emotion.
Wer etwas aktiv erlebt
– etwa eine neue Perspektive,
eine Aha-Erkenntnis oder eine reale
Entscheidungssituation – aktiviert
das Belohnungssystem. Schnelles
Lernen findet im Gehirn dann statt,
wenn der Lernende emotional beteiligt
ist. Es gibt mehrere Modelle, die
Emotionen nach neurowissenschaftlichen
Gesichtspunkten clustern.
Eines der bekanntesten stammt von
Paul Ekman (University of California).
Er unterscheidet beispielsweise die
Emotionen Freude und Überraschung
und ebenso Angst und Wut (und noch
weitere). Diese Emotionen haben alle
einen spezifischen Gesichtsausdruck,
ein eigenes neurophysiologisches
Profil und eine klare Verhaltensreaktion
(z. B. Flucht, Rückzug, Angriff,
Nähe etc.). Emotionen sind keine
bloßen Gefühle, sondern biologische
Reaktionsprogramme, die das
Verhalten und die Wahrnehmung
massiv beeinflussen. Sie wirken präattentiv
(wird schneller vom Gehirn
verarbeitet, bevor wir es bewusst
wahrnehmen) und beeinflussen insbesondere
die Gedächtnisbildung,
die Speicherung von Informationen,
die Entscheidungsfindung, die Aufmerksamkeit
– und die soziale Interaktion
im Unternehmen.
Was heißt das für Unternehmen?
Entsprechend dieser Erkenntnisse
macht es mehr Sinn, Schulungen,
Trainings und On-the-Job-Lernprozesse
mit echten Erlebnissen und
Emotionen zu füllen – nicht mit bloßer
Wiederholung.
Ein Beispiel: Zwei Führungskräfte
nehmen an einem E-Learning zur
Konfliktlösung teil. Sie kennen am
Ende die richtigen Begriffe – aber
nicht ihre Wirkung. Im Gegensatz
dazu: In einem begleiteten Rollenspiel
erleben sie, wie ihr Verhalten
beim Gegenüber ankommt, wie
Körpersprache eskaliert oder deeskaliert
– und was passiert,
wenn sie anders reagieren.
Für das Gehirn ist das keine
Simulation, sondern
ein Erlebnis und eine
emotional gespeicherte
Erfahrung. Und genau
diese Erfahrung wird
im Gehirn verankert –
© FREEPIK.COM | PCH.VECTOR
nicht das Wissen allein.
Das zeigt sich auch im
Coaching: Viele Führungskräfte
kennen die gängigen
Führungs-Modelle – aber sie
wenden sie nicht an, weil das theoretische
Wissen nicht mit realem Erleben
verknüpft ist. Ihr Gehirn hat die
Informationen abgespeichert – aber
keine Verbindung zur Handlung aufgebaut.
Erst durch emotionales Erleben
entstehen vernetzte Strukturen,
die unter Druck abrufbar sind.
Fazit: Lernen funktioniert nicht durch
Konsum, sondern durch emotionale
Betroffenheit und erlebte Beteiligung.
3. ANGST im Unternehmen –
eine Tragödie für den Erfolg und
die Gesundheit der Mitarbeiter
Angst verändert das Denken – dauerhaft.
Viele Entscheidungen, die
in Unternehmen getroffen werden,
wirken nach außen sachlich – doch
innerlich sind sie oft getrieben von
einem unsichtbaren Motor: Angst.
• Angst, Macht und Ansehen zu verlieren
• Angst, nicht zu genügen
• Angst, Kontrolle abzugeben
• Angst vor Veränderung
• Angst vor Verlust oder als Bedrohung
Und Angst ist nicht einfach nur eine
Emotion – sie ist ein Zustand im Gehirn.
In Stress- oder Bedrohungssituationen
schüttet das Gehirn Cortisol aus.
Cortisol blockiert den präfrontalen
Kortex – den Bereich, der für bewusstes
Denken, strategische Entscheidungen
und Kreativität zuständig ist.
Gleichzeitig wird die Amygdala, das
emotionale Alarmsystem, überaktiv.
Die Folge: Das Gehirn wechselt vom
Denk- in den Überlebensmodus. Es
entstehen Tunnelblick, Denkblockaden,
Impulsentscheidungen – oder
gar kein Handeln mehr (auch als
Fight-Flight-Freeze Reaktion bekannt).
Und wenn dieser Zustand chronisch
wird – etwa durch Misstrauen, toxische
Führung oder ständige Überlastung
–, verändert sich das gesamte
neuronale Muster: Das Gehirn speichert
die Angst als Grundrauschen.
Veränderung wird dann nicht mehr
als Chance, sondern als Gefahr bewertet.
Was bedeutet das
für Unternehmen?
Die Wissenschaft hat dazu klare Antworten:
Angst führt in Unternehmen
langfristig zu kognitiven Einschränkungen,
Misstrauen und Leistungsabfall
(Untersuchung von Harvard
Business Review). Besonders die
chronische Ausschüttung von Cortisol
hemmt Lernprozesse und blockiert
Kreativität. Neurowissenschaftliche
Studien, u. a. von Amy Arnsten (Yale
University), zeigen: Stress verändert
die Konnektivität im Gehirn – und
macht langfristig „dümmer“.
Viele Organisationen sind heute keine
Orte des Lernens mehr – sondern
Orte der Angstvermeidung. Mitarbeitende
agieren nicht proaktiv, sondern
defensiv. Führungskräfte sichern sich
ab, statt mutige Entscheidungen zu
treffen. Innovationsprozesse scheitern
– nicht an Ideen, sondern an
psychologischer Unsicherheit.
PT-MAGAZIN 5 2025
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PT-MAGAZIN 5 2025
Angst ist kein Mindset-Problem
– sie ist eine neurobiologische
Blockade.
Wer Führung ernst
nimmt, muss Angst
abbauen – nicht
Druck aufbauen.
Denn: Was Sicherheit
gibt, schafft Leistung.
Was Angst macht,
lähmt.
© FREEPIK.COM | PCH.VECTOR
Wie geht die Angst
weg? Wie wird Angst im
Gehirn überschrieben?
Die Neurowissenschaft zeigt: Angst
wird nicht unterdrückt – sie wird
durch neue sichere Erfahrungen
überschrieben.
Eine Studie des MIT (April 2025) zeigt:
Angsterinnerungen werden im vorderen
Teil der Amygdala gespeichert
– also in jener Hirnregion, die für
emotionale Alarmreaktionen zuständig
ist. Im hinteren Teil der Amygdala
hingegen liegt die Verbindung
zum Belohnungssystem – genau
hier findet das Verlernen von Angst
statt. Wenn nun eine neue Situation
besser oder sicherer verläuft als erwartet,
schüttet das Gehirn Dopamin
aus – den Neurotransmitter für Motivation,
Belohnung und Lernen. Diese
positive Überraschung aktiviert das
Belohnungssystem und überschreibt
die gespeicherten Angstspuren.
Nicht durch Willenskraft – sondern
durch neue, sichere Erfahrungen.
Was bedeutet das
für Führungskräfte?
Angst verschwindet nicht durch Mut
oder Willenskraft. Das Gehirn muss
erleben, dass Sicherheit möglich ist –
und diese Erfahrung muss neu und
überraschend sein.
Führungskräfte können das gezielt
nutzen:
• Sichere Überraschungen schaffen
– Situationen gestalten, in denen
Erwartungen positiv übertroffen
werden.
• Positive Erlebnisse ermöglichen
– etwa durch konstruktives Feedback,
kooperative Teamstrukturen,
transparente Entscheidungen.
• Keine Kontrolle, sondern Belohnung
– Unerwartete Wertschätzung,
Vertrauen oder Autonomie
aktivieren das Belohnungssystem
– und lassen Angst verblassen.
Fazit: Führung, die auf sichere, positiv
überraschende Erfahrungen setzt,
aktiviert genau die Mechanismen
im Gehirn,
die Angst abbauen
und Vertrauen ermöglichen.
Meet your brain -
um Zukunft
zu gestalten
Eine erfolgreiche
Zukunft gestalten
heißt: Heute eine Entscheidung
zu treffen, ob
wir als Unternehmer oder Führungskraft
wirklich etwas bewegen
und gestalten wollen. Wer ein Unternehmen
führt, gestaltet nicht nur
Prozesse – sondern prägt die neuronalen
Muster aller Mitarbeitenden.
Wir brauchen ein neues Führungsverständnis
– eines, das auf aktuellem
Wissen basiert, nicht auf überholten
Modellen. Und um einen menschenzentrierten
Umgang in einer immer
mehr technologisierten Welt zu
schaffen, aber auch insbesondere
um Unternehmen erfolgreich in eine
Zukunft mit KI zu führen. Spannend
ist, dass es dabei auf die menschlichen
Skills ankommt - Motivation, Innovationsfähigkeit
und der schnellen
Adaptabilität sowie Flexibilität.
Es braucht Vertrauen, denn das
aktiviert das Belohnungssystem:
Studien zeigen, dass Vertrauen im
Team Dopamin und Oxytocin ausschüttet
– zwei Neurotransmitter,
die Motivation, Zusammenarbeit und
Lernbereitschaft fördern.
Es braucht psychologische Sicherheit,
denn sie steigert Innovationskraft:
Eine Studie von Prof. Benedikt Hackl
belegt, dass Teamkreativität nicht
durch Fachwissen, sondern durch
soziale Sicherheit entsteht. Ein Arbeitsumfeld
mit sozialer Sicherheit
entsteht durch Führung. Wie diese
u.a. direkt auf Fehlzeiten wirkt, zeigt
eine VW-Studie (Prof. Peter Nieder):
Führungskräfte nehmen ihren Krankenstand
mit – also: Ihre Art zu führen
beeinflusst messbar die Gesundheit
und Motivation ihrer Teams.
Auch Coaching und Mentoring wirkt
neurobiologisch: Die Metaanalyse
von De Haan & Nilsson (37 Studien,
2.528 Teilnehmende) belegt: Coaching
stärkt Motivation und Bindung,
weil es neurobiologische Prozesse
wie Selbstwirksamkeit und Belohnungserleben
triggert.
Fazit: Eine erfolgreiche Zukunft jedes
Unternehmens beginnt nicht mit
neuen Tools – sondern mit einem
neuen Verständnis von Menschen.
Wer die neurobiologischen Grundlagen
von Motivation, Lernen, Führung
und Gesundheit kennt, gestaltet
Organisationen, in denen nicht nur
Leistung entsteht – sondern auch
Stabilität, Sicherheit, Entwicklung und
echte Bindung.
Wer Organisationen zukunftsfähig
machen will, braucht mehr als Prozesse
und Strukturen. Es braucht ein
Führungsverständnis, das auf wissenschaftlicher
Erkenntnis basiert – nicht
auf veralteten Modellen. Denn genau
dort, wo Entscheidungen getroffen,
Kommunikation gestaltet und Zusammenarbeit
erlebt wird, wirken die
stärksten Hebel: im Gehirn.
Neuro-Leadership verbindet diese Erkenntnisse
mit der Realität von Unternehmen.
Es zeigt, wie Führung nicht
nur wirkt – sondern weiterentwickelt
werden kann. In Entscheidungen. In
Auswahlprozessen. In Kulturarbeit. In
Momenten, in denen Wandel gefordert
ist.
Wer beginnt, Führung auch aus dieser
Perspektive zu betrachten, wird
erkennen: Menschen leisten anders,
wenn man versteht, wie ihr Gehirn arbeitet.
Und Unternehmen entwickeln
sich dort, wo nicht nur optimierte
Prozesse zählen, sondern wo Menschen
mitdenken, mitgestalten und
mitverantworten können. •
ÜBER DIE AUTORIN
Margareta Jäger, Master of Cognitive
Neuroscience, ist Gründerin und Geschäftsführerin
der GenHuman GmbH
– dem Institut, das Neurowissenschaft
und Psychologie gezielt in Unternehmen
bringt. Für mehr Selbstführung, gesunde
Führung und echte Zukunftskompetenz:
„Wir entwickeln die menschliche Seite von
KI“. www.linkedin.com/in/margaretajaeger,
E-Mail: margareta@jaeger1.de,
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46
kompetenz
© PT-MAGAZIN FREEPIK.COM 5 2025
r u b r i k
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Wertvolle Netzwerke
basieren nicht auf Sales,
sondern auf Haltung
Pitchen ist nicht
netzwerken
PT-MAGAZIN 5 2025
Netzwerke und Clubs haben wieder
Konjunktur. Fast scheint es so, als
ob die trübe wirtschaftliche Lage bei
Unternehmern die Sehnsucht nach
Gemeinschaft fördert. Netzwerke
aufzubauen und Clubs zu betreiben,
ist ein lukratives Geschäftsmodell. Immer
neue Angebote kommen auf den
Markt und versuchen, die arrivierten
Platzhirsche, die Berufs- und Interessenverbände,
die Business-Clubs mit
Raucher-Lounge und Ohrensesseln
sowie die bekannten Charity-Organisationen
herauszufordern. Die halten
trotzig dagegen und werfen ihre Tradition
in die Waagschale.
Die Neuen auf dem Markt versprechen
vor allem eines: Kontakte, die
sich in bare Münze wandeln lassen.
Ihre Versprechen: pitchen, matchen,
Sales. Um ihre Zielgruppe zu erreichen,
werben sie lautstark auf Social
Media. Dadurch angezogen werden
vor allem Glücksucher und Parvenüs,
nur selten aber Familienunternehmer
und Entscheider mit echtem Einfluss.
Vertriebsinteressen ersetzen eben
keine Haltung. Wo jeder nur versucht,
dem anderen etwas zu verkaufen,
kann keine Gemeinschaft entstehen.
Und am Ende bleibt es bei wenigen
und eher zufälligen Erfolgen, die
meistens auch nicht besonders nachhaltig
und substanziell sind. Letztlich
ist ein Google-Treffer, der zu einem
potenziellen Lieferanten führt, auch
nicht willkürlicher als ein schnelles Ja-
Wort infolge eines Pitchs im Rahmen
eines Events.
Wo Netzwerke ein Geschäftsmodell
sind, profitieren nur wenige
Um mehr dieser zufälligen Erfolge zu
erzielen, werben viele der neuen Angebote
mit Masse. Wenn 200 Unternehmer
sich einen ganzen Tag lang
gegenseitig „etwas vorpitchen“, dann
müssen sich daraus ja zwangsläufig
einige Treffer, neudeutsch Matches,
ergeben. Und natürlich werden diese
Matches dann öffentlichkeitswirksam
vermarktet, gerade so, als ob aus
jedem Gespräch ein gutes Geschäft
entstanden sei. Die Chefnetzwerker
und Initiatoren stilisieren sich zu
Helden, die behaupten, nur durch ihr
Zutun konnten andere den Deal ihres
Lebens abschließen. Doch all das ist
meist nur Fassade. Wo Netzwerkinteressen
zum Geschäftsmodell werden,
verdienen meist nur diejenigen, die
das Netzwerk betreiben.
Vertrauen, Diskretion
und Exklusivität
Masse ersetzt eben nicht Klasse.
Und auch eine schicke Location ist
nicht unwichtig, um das Profil der
Organisation zu schärfen, bestimmte
Erwartungen zu erfüllen und gezielt
Klientele zu bedienen. Aber sie bleibt
auch nur ein Rahmen und bildet die
Kulisse. Entscheidend sind hingegen
andere Faktoren: Vertrauen, Diskretion
und Exklusivität.
Gleiche unter Gleichen
Ein tragfähiges Netzwerk entsteht
durch Passung. Entscheidend ist,
wer am Tisch sitzt – und mit welcher
Haltung. Ein Netzwerk funktioniert
nur dann, wenn die Mitglieder sich
nicht nur vermeintlich auf Augenhöhe
begegnen, sondern tatsächlich einem
bestimmten Milieu entstammen,
wenn sie das Gefühl bekommen, dass
sie dem jeweils anderen nicht überlegen
oder unterlegen sind. Ein attraktives
Netzwerk kennt keine Bittsteller
und Gebende, sondern Gleiche unter
Gleichen. Dann sind auch alle eher
bereit, etwas zu investieren – Kontakte,
Ideen und Perspektiven. Meist
braucht es gar nicht mehr als zwölf
oder fünfzehn Personen. Große Netzwerke
erzeugen eher Misstrauen.
Elitarismus ist Netzwerkhygiene
Um wertvolle Ergebnisse zu liefern,
müssen Netzwerke kuratiert werden.
Neue Mitglieder müssen nach klaren
Kriterien eingeladen und aufgenommen
werden. Was auf den ersten
Blick nach Elitarismus klingt, ist in
Wahrheit die Netzwerkhygiene, die
es braucht, damit sich Menschen
untereinander vertrauen können. Die
strenge Auswahl erst sorgt für ein Klima,
in dem Vertrauen und Austausch
überhaupt möglich werden. Wer sich
öffnet, auch mal Probleme und Emotionen
preisgibt, muss sicher sein
können, dass das Gesagte im Raum
bleibt und dass andere mit ähnlichem
Verantwortungsbewusstsein agieren.
Man muss sich kennen, um sich zu
vertrauen. Und man muss sich vertrauen,
um sich und seine Beziehungen
zu öffnen. Das schließt Masse kategorisch
aus, ebenso den schnellen
Sales-Erfolg. Wer den sucht, ist nicht
Teil eines Netzwerkes, sondern nur
ein plumper Verkäufer. Und die mögen
echte Unternehmer nicht um sich
haben. Pitchen ist Anti-Netzwerk, Verkauf
ist Anti-Qualität. Wo die richtigen
Menschen zusammenkommen und
Haltungen zusammenpassen, wo tiefgründige
und ehrliche Gespräche u
48
© FREEPIK.COM
möglich sind, entsteht das Geschäft
von ganz allein. Animateure und
Selbstdarsteller braucht es dann
nicht.
Pitchen ist Anti-Netzwerk
Der eigentliche Mehrwert eines Netzwerks
liegt nicht im schnellen Deal
oder im direkten Auftrag, sondern
in der langfristigen Entwicklung. Wer
sich regelmäßig mit anderen Unternehmern
austauscht, wird nicht nur
inspiriert, sondern schärft auch die
eigene Haltung und Strategie. Besonders
wertvoll wird ein Netzwerk
dann, wenn es über den reinen Austausch
hinausgeht, wenn es Türen
öffnet: zu Entscheidern in Politik und
Verwaltung, zu Medien, zu Verbänden,
zu Menschen mit Einfluss. Und
wenn ebenjene eingeladen werden,
Mitglied zu sein. Solche Menschen
sind jedoch nicht bereit, sich mit
08/15-Kontakten zu umgeben. Auch
sie suchen ihren Mehrwert. Auch sie
müssen sicher sein, dass alles, was
intern besprochen wird, auch intern
bleibt. Informationen und Beziehungen
funktionieren nur in diskreten
Rahmen, in verschwiegenen Gemeinschaften.
Echte Entscheider teilen
Informationen nur hinter
verschlossenen Türen
Ein Netzwerk, das Wirkung erzeugen
will, muss sich selbst ernst nehmen.
Dazu gehört nicht zuletzt auch ein
Kostenbeitrag. Nicht, weil es teuer sein
muss, sondern weil Wertschätzung
sich auch in Investitionen ausdrückt –
in Zeit, Geld und Engagement.
Manche halten Exklusivität für ein
Netzwerk-Hindernis. In Wahrheit ist
sie ein Qualitätsmerkmal, solange
sie Orientierung schafft und einen
wertigen Rahmen garantiert. Unternehmer
brauchen Sparringspartner,
die ihre Sprache sprechen. Wer täglich
unternehmerische Entscheidungen
mit hohem Risiko trifft, hat andere
Gesprächsbedarfe als jemand, der
noch überlegt, sich selbstständig zu
machen. Gute Netzwerke erkennen
diesen Unterschied – und strukturieren
sich entsprechend. Gleich und
gleich gesellt sich nicht nur gern,
sondern stiftet auch echten Nutzen.
Dieser Nutzen ist eher selten monetär.
Viel wichtiger sind intellektuelle Renditen
in Form von Erfahrungsaustausch
und Gesprächen, die Kopf und Herz
anregen.
Exklusives Angebot an die Leser
des PT MAGAZIN
Intellektuelle Rendite sind
wichtiger als monetäre Vorteile
Am Ende ist ein Unternehmernetzwerk
dann gelungen, wenn man nach
einem Treffen nicht nur eine Visitenkarte
mehr in der Tasche hat, sondern
mit dem Gefühl geht, klüger, klarer
oder sogar mutiger zu sein. Dann ist
ein Netzwerk mehr als ein Netzwerk.
Dann ist es ein unternehmerisches
Werkzeug und eine Gemeinschaft,
die hilft, Kurs zu halten und Haltung
zu bewahren.
Wer sich für Netzwerke interessiert,
sollte sich die Mühe machen, länger
nach dem passenden zu suchen. Und
man sollte bereit sein, zu investieren.
Netzwerke, die es nötig haben,
lautstark für sich zu werben, sind
meist untauglich. Besser sind immer
Strukturen, organisiert als Club oder
Community, in die nicht jeder Zugang
findet, in die man nicht einfach so eintreten
kann. Wo es Bürgen braucht
oder andere Barrieren den Zugang
erschweren, lohnt sich meistens eher
das Invest. Wer dort Einlass findet,
hat bereits bewiesen, dass er bereit
ist, Mühen auf sich zu nehmen. Und
nur solche Menschen sind am Ende
wertvolle Mitglieder einer Gemeinschaft.
•
ÜBER DEN AUTOR
Falk S. Al-Omary ist Medien-Manager und
Politikberater. Er begleitet und repräsentiert
Unternehmen und Marken bei der
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PT-MAGAZIN 5 2025
IMVINI WETHU
49
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Mit jeder Flasche IMVINI WETHU unterstützen Sie
zwei Herzensprojekte: das OLD VINE PROJECT zum
Erhalt jahrzehntealter Reben und das PROTÉGÉ-
PROGRAMM, das jungen Talenten Ausbildungsplätze,
Stipendien und Perspektiven bietet.
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Durch den Verkauf des 2019er IMVINI
WETHU konnten bereits 50.000,- €
nach Südafrika gespendet werden!
Unter der Leitung von ANDREA MULLINEUX,
Präsidentin der Cape Winemakers Guild,
entstand dieser Wein gemeinsam mit engagierten
Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die gesamte
Wertschöpfung bleibt in Südafrika – getragen von
vielen lokalen Partnern, um den größtmöglichen
Spendenbeitrag pro Flasche zu erzielen.
PT-MAGAZIN 5 2025
Imvini Wethu
Cinsault & Pinotage
2020
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alten Reben – feingliedrig,
ausgewogen und
geprägt von saftigen
roten Früchten, würzigen
Noten und frischen
Fynbos-Aromen. Schlank
am Gaumen, mit feinen
Tanninen und gutem
Reifepotenzial.
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von 8.500 Flaschen.
IMVINI WETHU ist mehr als Wein. Ein Zeichen
für Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Zukunft.
Die STEPHAN PELLEGRINI GMBH ist
als einer der Initiatoren und Partner
von Anfang an Teil dieses Projekts und
unterstützt es gemeinsam mit einem
starken Netzwerk.
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50
Incident Recovery
Business first,
der Rest muss warten
Um kritische Anwendungen zuerst
kümmern, verschlüsselte Daten
nicht voreilig löschen und wiederhergestellte
Systeme erst testen.
Dell Technologies erläutert, worauf
es bei der Incident Recovery nach
einer Cyberattacke ankommt.
© FREEPIK.COM
Nach einem erfolgreichen Cyberangriff
etwa mit Ransomware beginnt
für die betroffenen Unternehmen
ein Wettlauf mit der Zeit. Sie müssen
nicht nur den Angriff stoppen, sondern
auch Daten und Systeme schnell
wiederherstellen. Dell Technologies
nennt fünf Punkte, auf die es bei der
Wiederherstellung entscheidend ankommt.
1. Die Business-Perspektive einnehmen.
Oberstes Ziel von Incident
Recovery ist die schnellstmögliche
Wiederherstellung des „Minimal Via-
PT-MAGAZIN 5 2025
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51
PT-MAGAZIN 5 2025
ble Business“. Um ihr wirtschaftliches
Überleben zu sichern, sollten sich
Unternehmen also zunächst darauf
konzentrieren, die Anwendungen und
Services wieder in den produktiven
Betrieb zu überführen, die den größten
geschäftlichen Wert haben. Weniger
geschäftskritische Anwendungen
können sie dann im Nachgang Schritt
für Schritt wiederherstellen.
2. Das IT-Personal aufstocken.
Wenn die Auswirkungen eines Angriffs
weitreichend oder sehr komplex
sind, ist es für das vorhandene Personal
oft schwierig, geschäftskritische
Systeme schnell wiederherzustellen,
da zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigt
werden müssen. Deshalb sollten
sich Unternehmen Unterstützung
von außen holen – zumal in manchen
Fällen auch spezielles Fachwissen für
bestimmte IT-Systeme oder Technologien
erforderlich ist, über das
niemand im Haus verfügt.
3. Den kompromittierten Content
nicht sofort entfernen. Auch wenn
Unternehmen über Backups verfügen,
sollten sie von einer Ransomware
verschlüsselte Daten nicht gleich
löschen. Besser ist es, erst auf einer
separaten IT-Infrastruktur zu testen,
ob die Wiederherstellung aus den
Backup-Daten überhaupt funktioniert.
Dadurch halten sie sich für den
Fall der Fälle eine Hintertür offen.
4. Ein sauberes Unternehmensnetzwerk
gewährleisten. Bevor
Anwendungen und Services wiederhergestellt
werden, muss gewährleistet
sein, dass die Angreifer komplett
aus dem Unternehmensnetzwerk
entfernt wurden. Oft befinden sie
sich dort bereits seit Wochen oder
sogar Monaten und sind in dieser Zeit
weit in die Systeme vorgedrungen.
Verbleiben sie irgendwo im Netzwerk,
besteht die Gefahr, dass sie kurz nach
der Recovery erneut Daten verschlüsseln.
5. Wiederhergestellte Anwendungen
testen. Im Zuge der Recovery
führen Unternehmen oft Sicherheitsmaßnahmen
durch. Sie erneuern
die Anmeldedaten, führen eine
Multi-Faktor-Authentifizierung ein
oder ändern die Konfiguration ihrer
Clients. Die wiederhergestellten Anwendungen
sollten deshalb zunächst
auf Herz und Nieren getestet werden,
bevor sie wieder in den produktiven
Betrieb gehen. Funktionieren sie nicht
einwandfrei, kann das die Reputation
bei Kunden, Partnern und Zulieferern
schwer beschädigen.
„Bei der Vorbereitung und Durchführung
einer Wiederherstellung kann
ein dedizierter Partner für Incident
Response und Recovery wertvolle
Unterstützung leisten“, erklärt Julian
Sachs, Projektmanager für Cybersecurity
und Incident Response bei Dell
Technologies. „Er bewertet die Fähigkeiten
zur Wiederherstellung von kritischen
Anwendungen, gibt Verbesserungsempfehlungen
und ist in Notfällen
sofort greifbar, um direkt vor
Ort Hilfe zu leisten. Bei Bedarf kann
er auch schnell zusätzliche Hardware
für die temporäre Erweiterung der
IT-Umgebung bereitstellen oder Spezialisten
für bestimmte Technologien
organisieren. Damit schaffen Unternehmen
optimale Voraussetzungen,
um den Normalbetrieb schnellstmöglich
wiederherzustellen.“ •
ÜBER DEN GESPRÄCHSPARTNER
Julian Sachs ist Projektmanager für
Cybersecurity und Incident Response
bei Dell Technologies. Dell Technologies
(www.delltechnologies.com) unterstützt
Organisationen und Privatpersonen dabei,
ihre Zukunft digital zu gestalten und
Arbeitsplätze sowie private Lebensbereiche
zu transformieren.
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52
r u b r i k
nachhaltig
PT-MAGAZIN 5 2025
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53
Circularity
PT-MAGAZIN 5 2025
Von der Raubbaugesellschaft
zur Kreislaufökonomie
Die Gelegenheit für Vorreiter, sich
rund um das Thema Nachhaltigkeit
zu profilieren und davon wirtschaftlich
zu profitieren, war noch nie so
günstig wie heute. Unzählige ambitionierte
Unternehmen haben damit
begonnen, den Weg von einer Raubbau-
zu einer Kreislaufökonomie zu
beschreiten.
Wir haben gelernt, CO 2 in die Luft
zu pusten, jetzt müssen wir lernen,
es wieder einzufangen. Es ist uns
gelungen, wertvolles Ackerland zu
verwüsten, jetzt müssen wir lernen,
es wiederaufzubauen. Wir haben es
geschafft, unsere Umwelt mit Chemikalien
aller Art zu vergiften, jetzt
müssen wir lernen, das rückgängig zu
machen. Wir haben die Ozeane mit
Müll zugekippt, jetzt muss der wieder
weg.
Es darf nicht länger gratis sein, den
Planeten zu ruinieren. Nichts sollte
mehr produziert werden, ohne präzise
vorauszudenken, was mit dem
Produkt und den eingesetzten Materialien
später geschieht. Zum Beispiel
sollte „kein Gebäude geplant und
errichtet werden, dessen Baumaterialien
nicht gezielt wiederverwendbar
sind.“ Das ist die Vision der in den
Niederlanden ansässigen Stararchitekten
Sabine Oberhuber und Thomas
Rau.
In ihrem Buch „Material Matters“
beschreiben sie den Weg von der
Raubbau- zu einer Erntegesellschaft
und von der Sackgassen- zur Kreislaufökonomie.
Diese will eingebrachte
Ressourcen so lange wie möglich in
einem durchdachten Verwendungskreislauf
halten. Dabei werden Material-
und Energiebedarf minimiert,
möglichst wenig Abfälle produziert
und möglichst geringe Emissionen
erzeugt.
Circularity funktioniert
im Kleinen und Großen
Das bislang übliche lineare „Take-Make-Waste-System“
(Rohstoffe abbauen
und weit transportieren, Produkte
herstellen und distribuieren, nutzen
und dann weg damit) wandelt sich zur
zirkulären Ökonomie. Damit wird der
Weg frei zu einer sicheren, gesunden
und gerechten Welt mit sauberer
Luft, sauberem Wasser, sauberem
Boden und sauberer Energie. Solches
Vorgehen löst die Probleme der Rohstoffknappheit
und brüchigen Lieferketten,
reduziert toxischen Schrott,
dezimiert Müllberge, bremst die
Ressourcenverschwendung und verringert
klimaschädliche Emissionen.
Das funktioniert? Beinahe bei jedem
Produkt. Auch in ganz großem Stil,
wie etwa bei Herrenknecht, Weltmarktführer
bei Tunnelvortriebsmaschinen,
das am Gotthard Basistunnel
mitgebaut hat. Das Familienunternehmen
macht seinen Kunden
das Angebot, die Bohrgiganten nach
getaner Arbeit zurückzukaufen. Diese
werden dann komplett auseinandergenommen,
generalüberholt und in
einen neuwertigen Zustand versetzt.
Darauf gibt das Unternehmen eine
Garantie von 10.000 Arbeitsstunden.
Das entspricht einem ununterbrochenen
Einsatz von rund anderthalb Jahren.
Dieses Vorgehen verbilligt nicht
nur den Neukauf, sondern erspart
den vorherigen Kunden die teure
Entsorgung. Zudem werden wertvolle
Rohstoffe mehrmals wiederverwendet.
Die energetischen Einsparungen
liegen bei einer komplett aufgearbeiteten
Tunnelbohrmaschine bei 80
Prozent, die Materialeinsparungen
bei bis zu 99 Prozent.
Der Unterschied zwischen
Recycling und Kreislaufwirtschaft
Oft werden Recycling und Kreislaufwirtschaft
als Synonyme betrachtet.
Doch die Konzepte unterscheiden
sich gravierend. Während die Kreislaufwirtschaft
darauf beruht, Abfälle
von Anfang an, also bereits in der
Konzeptionsphase, zu vermeiden,
zielt die Recyclingwirtschaft lediglich
auf die Abfallverwertung. Letztere
konzentriert sich demnach auf Recyclingverfahren
zur Rückgewinnung
von Materialien für die Herstellung
neuer Güter. Das Ziel ist die Reduzierung
von Deponieabfällen und die
Umleitung dieser Materialien zurück
in die Produktion, um Umweltauswirkungen
zu minimieren. Somit ist die
Recyclingwirtschaft nur ein Teil der
Kreislaufwirtschaft, sprich der Circular
Economy.
Bei der Circular Economy geht es darum,
nur noch Produkte herzustellen,
die sich am Ende ihres Lebenszyklus
komplett zerlegen lassen, so dass ihre
Komponenten modular weiterverwertet
werden können. Ziel ist es, deren
Wert so lange wie möglich aufrecht zu
erhalten. Die verwendeten Materialien
werden zu Rohstoffen für andere
Unternehmen und können damit
nahtlos im Kreislauf verbleiben. Unternehmen
in der Kreislaufwirtschaft
sind vernetzt und arbeiten in einer
Liefer- und Produktionskette zusammen.
Durch vorausschauende Planung
und gemeinsame Abstimmung
gelingt es, eine effiziente Nutzung der
Ressourcen zu gewährleisten.
Die vier Grundprinzipien für
nachhaltiges Wirtschaften
Circularity unterscheidet zwischen
einem biologischen Kreislauf für biologisch
abbaubare Stoffe und einem
technischen Kreislauf, in dem u
54
Metalle und Kunststoffe
zirkulieren. Zudem geht
es um Energie-Effizienz. In
Anlehnung an das Cradleto-Cradle-Konzept
des Verfahrenstechnikers
Michael
Braungart sieht das so aus:
• Im biologischen Kreislauf
wird der Abfall eines alten
Produktes zur Nahrung für
die Natur und neues Leben.
Was weggeworfen wird,
muss biologisch komplett
abbaubar sein. Technisch
ist sowas längst möglich.
So lassen sich Produkte
des österreichischen Edelwäscheherstellers
Wolford,
wenn Temperatur und
Luftfeuchtigkeit stimmen,
innerhalb von 60 Tagen zu
Humus kompostieren.
Tunnelvortriebsmaschine beim Auffahren des City-Tunnels Leipzig (2007)
© VON FRANK ERITT - EIGENES WERK, CC BY 3.0,
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• Im technischen Kreislauf wird die
Nutzungs- und Lebensdauer von
Produkten erhöht, indem diese sortenrein
in ihre Einzelteile zerlegt und
dann wiederverwendet, repariert
und so aufbereitet werden, dass die
Qualität über mehrere Lebenszyklen
erhalten bleibt. Aufgrund einer
Vermischung der Materialien und
dem Verkleben der einzelnen Komponenten
ist das bislang allerdings
nur selten möglich.
• Stoffe, die schädlich für Mensch
und Umwelt sind, dürfen nicht im
Kreislaufsystem gehalten werden.
Dies gilt vor allem für gefährliche
Chemikalien, toxische Metalle,
gesundheitsschädliche Farbstoffe,
Materialien, die den Boden und das
Grundwasser verseuchen, giftige
Gase sowie Substanzen, die die Gesundheit
belasten, Krebs erzeugen
können oder das Hormonsystem
und die Fortpflanzungsfähigkeit
stören.
• Der Umstieg auf nichtfossile
Energien wird vehement vorangetrieben.
Zum Beispiel entstehen
Solarfarmen in seichten Gewässern,
schwimmende Windparks sowie Gezeiten-
und Wellenkraftwerke. Ausgedehnte
Photovoltaik-Anlagen und
dezentrale Speichersysteme sorgen
zuverlässig für Energieautonomie.
Hinzu kommen Flugwindanlagen,
Geothermie und umfängliches Batterierecycling.
Digitaltechnologien und immer ausgefeiltere
künstliche Intelligenzen
werden uns helfen, diese vier Forderungen
praktikabel zu machen.
So kann KI in irrer Geschwindigkeit
Szenarien proben und eine Vielzahl
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PT-MAGAZIN 5 2025
designen. Computersimulationen,
digitale Prototypen und maschinelles
Lernen können Optionen validieren,
Designvarianten testen und rasch
verbessern. KI-gestützte Nachfrageprognosen,
der Aufbau zirkulärer Infrastrukturen,
eine energieeffiziente
Anlagennutzung sowie eine smarte
Logistik, die Routen optimiert und
Leerfahrten vermeidet, sind weitere
lohnende Einsatzgebiete.
Eine Gründungswelle nachhaltiger
Unternehmen rollt an
Ein Umdenken in Richtung Zirkularität
ist in vollem Gange. Umweltschutz, Ingenieurskunst
und Digitalkompetenz
wachsen zusammen, weil es für „grüne“
Technologien nicht nur Programmierung,
sondern auch Apparate
braucht. Durch branchenübergreifende
Vernetzung wird es zu einer wahren
Flut „grüner“ Lösungen kommen.
Hierdurch werden Millionen neuer
Arbeitsplätze entstehen, sogenannte
„Green Jobs“, die die Menschen mit
Sinn erfüllen. Vor allem junge Menschen
wollen nicht nur neue Formen
der Arbeit, sie wollen auch eine Welt,
in der es sich noch lange gut leben
lässt. Und es gibt genug Ältere, die
sich gern davon anstecken lassen.
Eine Gründungswelle nachhaltiger
Unternehmen, auch Sustainable Gamechanger
genannt, rollt an. Diese
werden sich die entscheidenden Vorsprünge
sichern, Förderprogramme
umfänglich nutzen, sich weltweit vernetzen,
an Investorengelder gelangen
und von ihrem früh aufgebauten
„grünem“ Wissen profitieren. Dabei
entstehen völlig neue Herangehensweisen.
So ist das Schweizer Unternehmen
Climeworks, als Spin-off der
ETH Zürich gegründet, führend in der
Direct Air Capture Technologie (DAC).
Diese filtert CO 2 aus der Umgebungsluft
und leitet es über spezielle Filter-
Membranen zum Beispiel gezielt in
Gewächshäuser ein, wo es Pflanzen
nährt und auf diese Weise zu Sauerstoff
umgewandelt wird.
Sustainable Gamechanger versuchen
erst gar nicht, Altvorderes aufzupeppen.
Gewohntes wird radikal infrage
gestellt. Übliche Branchengesetze
sind ihnen komplett egal. Sie gehen
raus aus dem Elfenbeinturm und auf
Tuchfühlung mit den Menschen und
ihren Wünschen. So entstehen von
Grund auf klimafreundliche, umweltverträgliche
Produktvarianten mit
überlegenen Eigenschaften bei den
eingesetzten Materialien, im Ressourcenverbrauch
und in der Langlebigkeit.
Dies sorgt für ein hohes Marktpotenzial,
wodurch sie klassische
Anbieter verdrängen. Die steigende
Nachfrage in immer breiteren Gesellschaftsschichten
führt schließlich
zu einem Konsumwandel in Richtung
Circularity und Nachhaltigkeit.
Die globale Zirkularität, so der Circularity
Gap Report 2024, ist entgegen
allen Ankündigungsfanfaren der Wirtschaft
und trotz aller Hiobsbotschaften
der Klimaforscher in den letzten
fünf Jahren nicht besser, sondern
schlechter geworden. Sie sank von
9,1 auf 7,2 Prozent. Das bedeutet:
92,8 Prozent aller weltweit verbrauchten
Rohstoffe werden derzeit
zu Abfall gemacht und größtenteils
umweltschädlich entsorgt. •
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ÜBER DIE AUTORIN
Anne M. Schüller ist Managementdenker,
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Bestsellerautorin und Businesscoach.
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56
Eine Nachfolge dauert
rund fünf Jahre
Keine Nachfolge zerstört
kommunale Ökosysteme
?
Auch Unternehmer werden älter. Der
demografische Wandel macht nicht
Halt vor Unternehmen und deren Inhabern.
Rund 500.000 Betriebe suchen in
den kommenden fünf bis zehn Jahren
einen Nachfolger. Und auch aktuell
nimmt die Zahl der Unternehmer zu,
die ihr Unternehmen verkaufen möchten
– oder müssen. Nachfolge ist eine
große Herausforderung. Denn: Jedes
Unternehmen, das nicht übergeben
Sachverständiger für Grundstücksbewertung
• zeitnahe Erledigung
• Transparenz in der Abwicklung
• kompetente Beratung
PREISTRÄGER
Großer Preis des
MITTELSTANDES
2014
2021
wird, hinterlässt eine Lücke in der sozialen
Infrastruktur einer Kommune,
in der Lieferkette oder im Bereich der
Innovation. Wo Nachfolger fehlen, leidet
der Standort. Arbeitsplätze gehen
verloren, Wissen wandert ab – in den
Ruhestand, in den Sozialstaat oder in
andere Regionen. Wo Unternehmer
fehlen, gehen Spenden und Sponsorings
zurück, die Mitarbeit in Gremien
leidet oder es sterben, je nach Größe
des Betriebes, ganze Zulieferzweige
und wirtschaftliche Ökosysteme.
Selten stirbt nur ein Unternehmen,
meist sterben ganze Teile einer gewachsenen
gesellschaftlichen Ordnung.
Die Politik muss deswegen
das Thema Nachfolge mehr in den
Blick nehmen. Und: Eine Nachfolge
macht sich nicht von selbst. Sie
geht nicht schnell, nicht nebenbei.
Sie dauert in der Regel rund fünf
anstrengende Jahre.
Erhalten heißt nicht abwarten,
sondern umso sinnvoller
investieren
Hinzu kommen andere Aspekte:
der Fachkräftemangel, der technologische
Fortschritt durch KI
und Robotik oder die Themen
Umweltschutz, Nachhaltigkeit
und Governance. Wo Fachkräfte
und digitale Innovationen fehlen,
sind Fortführungsprognosen und
Geschäftsmodelle der Zukunft
schwierig. Die verschiedenen Problematiken
der deutschen Wirtschaft
sind eng miteinander verflochten.
Aufgabe sowohl der Politik als auch
der wirtschaftlichen Akteure ist, die
Substanz in den Unternehmen zu
erhalten, und alles, was mit dieser
Substanz zusammenhängt: soziale
Verflechtungen, gewachsene Kunden-
und Lieferantenbeziehungen,
Wissen, Prozesse, Technologien und
Werte, mithin alles, was ein Unternehmen
und eine Marke ausmacht.
„Erhalten“ darf aber nicht heißen
abwarten. Verkauft werden kann ein
Unternehmen nur, wenn es gesund
ist. Dafür muss es wettbewerbs- und
leistungsfähig sein und bleiben, mit der
Branche sowie der technologischen
und gesellschaftlichen Entwicklung
standhalten. Gerade diejenigen, die
demnächst einen Unternehmensverkauf
planen, müssen sinnvoll investieren
und optimieren.
Das Motto, ich verkaufe ohnehin, soll
sich der Nachfolger kümmern, funktioniert
in den seltensten Fällen. Wer
ans Verkaufen denkt, sollte sich also
frühzeitig an die Planung begeben.
Drei Jahre Pre-Phase, um „die
Braut aufzuhübschen“
Rund drei Jahre dauert es, die Braut zu
schmücken. Dazu gehören unter anderem
das Aufräumen und Digitalisieren
von Prozessen, das Optimieren der
Bilanz sowie die Wertsteigerung der
Marke und des Unternehmenswertes.
Auch den Themen Nachhaltigkeit und
gesellschaftliche Integration muss sich
der Noch-Inhaber widmen, denn ein
potenzieller Käufer erwirbt nicht nur
Maschinen, Werkzeuge und eine Kundenliste,
sondern eben auch ein Image
– und eine Belegschaft. Diese muss eingebunden
werden, damit sie nach dem
Verkauf erhalten bleibt und ihr Wissen
im Unternehmen lässt.
In der Aufnahmephase
kommt die Wahrheit ans Licht
Ein weiteres Jahr, manchmal sogar
länger, dauert es dann, einen Käufer zu
finden. In dieser Phase müssen ein umfangreiches
Strategie- und Finanzaudit
erstellt, potenzielle Käufer identifiziert
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PT-MAGAZIN 5 2025
und angesprochen sowie eine Due Diligence
erstellt werden. Bei der Suche
nach dem geeigneten Käufer helfen
Netzwerke, die es in der Pre-Phase
aufzubauen und zu pflegen gilt, um
in der Aufnahmephase von ihnen zu
profitieren. Diese Aufnahmephase ist
für viele Verkäufer meist sehr anstrengend,
denn dann zeigt sich, was das
Lebenswerk wirklich wert ist und wie
sich die vorherigen Aktivitäten in bare
Münze wandeln lassen. In dieser Phase
werden die unangenehmen Fragen
gestellt. Manchmal prallen hier Welten
aufeinander. Die Wahrheit kommt ans
Licht, unwillkürlich, ungefiltert. Denn
ein Käufer sieht viele Dinge ganz anders
als der Alteigentümer. Was dem
einen sein Lebenswerk, ist dem anderen
eine Vision von der Zukunft, in die
er noch viel Geld und Zeit investieren
muss. Hier ist die Unterstützung durch
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erfahrende Berater wichtig, die immer
auch Mediatoren und Übersetzer sind.
Auch nach dem Verkauf
kein schnelles Ende in Sicht
Doch auch, wenn der Verkauf dann
endlich geglückt und der Kaufpreis
geflossen ist, ist die Nachfolge noch
nicht gesichert – schließlich soll das
Unternehmen weiterbestehen und
sich positiv entwickeln. Mindestens ein
Jahr sollte der Verkäufer dem Käufer in
der Post-Phase noch zur Seite stehen,
ihn den besten Kunden persönlich vorstellen,
ihn in Netzwerke und Gremien
einführen und die Kommunikation
mit den verschiedenen Stakeholdern
unterstützen.
Keine enttäuschten Erwartungen
Lieferanten-, Mitarbeiter-. Kunden- und
Geschäftsbeziehungen lassen sich
nicht einfach durch einen Kaufvertrag
übertragen, hier ist menschliches
Fingerspitzengefühl gefragt. Auch
gibt es in jedem Unternehmen noch
steuerliche Altlasten, offene Fragen
zum operativen Geschäft, Garantien
und Gewährleistungsansprüche, die
besser noch durch den Alteigentümer
abgearbeitet oder begleitetet werden.
Schließlich hat eine gelungene Nachfolge
den Anspruch, keine Verlierer zu
hinterlassen und keine enttäuschten
Erwartungen zu produzieren.
Verantwortung übernehmen
Ein Unternehmen verkaufen bedeutet
mindestens ebenso viel Verantwortung,
wie ein Unternehmen zu kaufen.
In diesem Geist sollten alle Beteiligten
handeln. Fünf bis sechs Jahre sollten
also für einen Verkauf eingeplant werden
zwischen dem ersten Gedanken
an eine Nachfolge bis zur gelungenen
Fortführung des Geschäfts. Eine lange
Zeit, in der sich Märkte, Branchen und
Marktrends gewaltig ändern können.
Unternehmer, die an einen Verkauf
denken, dürfen sich gerade deswegen
nicht zurücklehnen. Für sie ist es im
Gegenteil besonders wichtig, Entwicklungen
aktiv zu steuern, am Ball zu
bleiben, sinnvoll zu investieren und
Trends zu beobachten. Nachfolgeregelungen
sind eine Königsdisziplin des
Unternehmertums, kein Ausschleichen
der Verantwortung. •
ÜBER DEN AUTOR
Thorsten Luber ist Diplom-Kaufmann
sowie Gründer und Inhaber von Luber
Consulting, einer spezialisierten Strategieberatung
für den Mittelstand in der DACH-
Region. Die Beratungsgebiete von Luber
Consulting sind Existenzgründung, Wachstum,
Strategie sowie Unternehmensnachfolge
und Unternehmensverkauf.
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2022
58
r u b r i k
marketing
Plattformökonomie
im B2B
PT-MAGAZIN 5 2025
© FREEPIK.COM | DC STUDIO
59
PT-MAGAZIN 5 2025
Was Unternehmer
beachten müssen
Die Anforderungen im B2B-Geschäft
steigen. Unternehmen suchen nach
effizienteren Wegen, um Produkte
und Dienstleistungen anzubieten,
neue Kunden zu erreichen und interne
Abläufe zu verbessern. Klassische
Vertriebs- und Beschaffungswege
stoßen dabei oft an Grenzen, sie sind
langsam, kostenintensiv und schwer
skalierbar.
Digitale B2B-Marktplätze setzen genau
hier an. Sie ermöglichen es Unternehmen,
Angebote zu platzieren, zu
vergleichen und direkt abzuwickeln
mit deutlich weniger Verwaltungsaufwand
und höherer Transparenz.
Ob Maschinen, Rohstoffe oder Services:
Immer mehr Branchen nutzen
Plattformlösungen, um Prozesse zu
vereinfachen und ihre Marktposition
zu stärken.
Doch was macht B2B-Marktplätze
wirklich relevant? Welche konkreten
Vorteile bieten sie und welche Hürden
gilt es zu beachten? Dieser Artikel
gibt einen strukturierten Überblick.
Was ist Plattformökonomie
im B2B?
Die Plattformökonomie beschreibt
Geschäftsmodelle, die Angebot und
Nachfrage über digitale Schnittstellen
zusammenführen. Im B2C sind
Plattformen wie Amazon oder eBay
längst etabliert. Im B2B-Bereich hingegen
wächst die Bedeutung digitaler
Marktplätze erst in den letzten Jahren
deutlich.
Im Zentrum steht die Vernetzung:
Anbieter listen ihre Produkte oder
Dienstleistungen, Käufer suchen
gezielt nach passenden Angeboten,
vergleichen Preise und schließen
Transaktionen direkt über die Plattform
ab. Abläufe, die früher manuell
und fehleranfällig waren, werden
digitalisiert und automatisiert.
B2B-Marktplätze treten in unterschiedlichen
Ausprägungen auf:
Offene Marktplätze: Zahlreiche
Unternehmen bieten ein breites
Sortiment an, frei zugänglich für viele
Nutzer. Beispielsweise Alibaba.
Branchenspezifische Plattformen:
Sie konzentrieren sich auf einzelne
Industrien, etwa den Maschinenbau
oder den Handel mit Chemikalien,
wie z.B Arico B2B.
Geschlossene Plattformen: Nur
ausgewählte Teilnehmer erhalten
Zugang, häufig im Rahmen von Lieferketten
oder Partnernetzwerken.
Plattformen sind dabei mehr als
Vertriebskanäle. Sie verändern, wie
Unternehmen miteinander arbeiten,
sich vernetzen und positionieren mit
direkten Auswirkungen auf Effizienz,
Reichweite und Geschäftsmodelle.
Warum B2B-Unternehmen auf digitale
Marktplätze setzen
Digitale Marktplätze sind zu einem
zentralen Baustein der B2B-Digitalisierung
geworden. Ihre wachsende
Bedeutung lässt sich auf drei zentrale
Faktoren zurückführen:
1. Effizienz durch Automatisierung
Traditionelle Beschaffungsprozesse
sind oft komplex und ressourcenintensiv:
Angebote einholen, vergleichen,
verhandeln, dokumentieren.
Digitale Marktplätze vereinfachen
diese Abläufe. Lieferanten lassen
sich schnell finden, Preise in Echtzeit
vergleichen und Bestellungen direkt
abwickeln. Das reduziert Fehler,
senkt Kosten und spart Zeit.
2. Größere Reichweite und neue
Absatzkanäle
Für Anbieter bieten digitale Plattformen
Zugang zu neuen Märkten, oft
auch international. Gerade kleinere
Unternehmen profitieren von der
Reichweite etablierter Marktplätze,
ohne eigene Vertriebsstrukturen
aufbauen zu müssen. So lassen u
Wand Wand
EcoElement
60
sich neue Kundengruppen effizient
erschließen.
3. Transparenz und datenbasierte
Steuerung
Digitale Marktplätze liefern wertvolle
Daten, etwa zu Preisentwicklungen,
Nachfrageverhalten oder
Produkttrends. Diese Informationen
helfen Unternehmen, Entscheidungen
fundierter zu treffen, Lagerbestände
zu optimieren oder
die Preisgestaltung anzupassen.
Gleichzeitig sorgt die Transparenz
für mehr Vergleichbarkeit und bessere
Verhandlungsgrundlagen auf
beiden Seiten.
Digitale B2B-Marktplätze sind damit
weit mehr als ein zusätzlicher
Vertriebskanal. Sie verändern dauerhaft,
wie Unternehmen einkaufen,
verkaufen und miteinander agieren.
© FREEPIK.COM | DC STUDIO
Welche Branchen profitieren
besonders von digitalen B2B-
Marktplätzen?
Digitale Marktplätze sind heute
weit mehr als ein Vertriebskanal
für Konsumgüter. In zahlreichen
B2B-Branchen haben sie sich als
feste Größe etabliert mit spürbarem
Einfluss auf Einkauf, Vertrieb und
Zusammenarbeit. Besonders in
folgenden Bereichen zeigt sich das
Potenzial deutlich:
PT-MAGAZIN 5 2025
100% NATURSTEINERSATZ
QUALITATIV
HOCHWERTIG
VORTEILE NACHHALTIGER
BETONFERTIGTEILPRODUKTE
CO2-REDUKTION
FÜR MEHR INFORMATIONEN
GEWICHTS-
REDUZIERT
NACHHALTIGE
BAUWIRTSCHAFT
RESSOURCEN-
SCHONEND
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PT-MAGAZIN 5 2025
1. Industrie und Maschinenbau
Der Handel mit Industriegütern ist
oft komplex, von Einzelteilen bis
zu ganzen Anlagen. Digitale Marktplätze
vereinfachen die Suche nach
passenden Komponenten, schaffen
Preistransparenz und beschleunigen
Beschaffungsprozesse. Plattformen
mit branchenspezifischem
Fokus, etwa für Maschinen- oder
Fahrzeugtechnik, gewinnen dabei
besonders an Relevanz.
2. Chemie- und Rohstoffhandel
Rohstoffe und Chemikalien unterliegen
oft regulatorischen Vorgaben
und Preisschwankungen.
Digitale Marktplätze bieten hier
strukturierte Daten, geprüfte Anbieter
und vereinfachte Transaktionen.
Sie ermöglichen direkten
Handel zwischen Produzenten und
Verarbeitern, inklusive besserer
Rückverfolgbarkeit.
3. Logistik und Transport
Frachtbörsen und Logistikplattformen
verbinden Anbieter und
Nachfrager von Transportleistungen
in Echtzeit. Sie helfen dabei,
Kapazitäten besser auszulasten,
Leerfahrten zu vermeiden und Prozesse
effizienter zu steuern, sowohl
im nationalen als auch im grenzüberschreitenden
Verkehr.
4. Bau- und Handwerksbranche
Ob Material, Werkzeuge oder externe
Dienstleistungen: Bauunternehmen
und Handwerksbetriebe profitieren
von digitalen Plattformen durch
schnellen Zugriff auf verfügbare Ressourcen,
besonders bei kurzfristigem
oder regional gebundenem Bedarf.
5. Elektronik und IT
In der IT sind Marktplätze fest etabliert.
Unternehmen finden dort Hardware,
Software und digitale Services,
oft modular, sofort verfügbar und mit
klaren Preisstrukturen. Besonders
im Cloud-Bereich bieten Plattformen
flexible Lösungen für wechselnde
Anforderungen.
Diese Beispiele zeigen: Digitale
Marktplätze verändern grundlegende
Abläufe in verschiedensten Branchen,
dauerhaft, branchenübergreifend
und mit wachsender Bedeutung.
Fazit: Warum digitale Marktplätze
die Zukunft des B2B-Handels sind
Digitale Marktplätze sind längst mehr
als ein zusätzlicher Vertriebskanal.
Sie gestalten den B2B-Handel neu
mit effizienteren Prozessen, größerer
Reichweite und datenbasierten Entscheidungsgrundlagen.
Automatisierung
und Transparenz sorgen dabei
für spürbare Entlastung in Einkauf
und Vertrieb.
Gleichzeitig braucht der Erfolg auf
Plattformen eine klare Ausrichtung.
Entscheidend sind eine professionelle
Darstellung der Produkte, verlässlicher
Kundenservice und eine durchdachte
Preisstrategie. Ebenso wichtig:
Plattformabhängigkeiten erkennen
und bewusst durch alternative Kanäle
ausgleichen.
Fest steht: Die Bedeutung digitaler
Marktplätze wird weiter zunehmen.
Unternehmen, die sich früh und gezielt
mit diesen Strukturen befassen,
sichern sich nachhaltige Vorteile im
Wettbewerb und stärken ihre Position
im digitalen B2B-Geschäft. •
ÜBER DEN AUTOR
Amirbahador Safaei ist Geschäftsführer
der Arico GmbH und Co-Founder von Arico
B2B. Als Experte für Strategie, digitale
Plattformen und IT-Projektmanagement
treibt er die Optimierung globaler B2B-
Prozesse voran.
62
BYD Seal AWD –
Der elektrische Aufbruch
aus dem Reich der Mitte
Ein Auto wie ein Versprechen – und ein Spiegel unserer Zeit.
PT-MAGAZIN 5 2025
© GARTH
63
Es gibt Autos, die erzählen etwas. Der
neue BYD Seal AWD ist so ein Auto.
Er erzählt von Machtverschiebungen,
von technologischer Kühnheit, von
einer aufstrebenden Nation, die nicht
mehr kopiert, sondern diktiert. Und
er erzählt – ganz nebenbei – von der
großen Illusion, die man heute gern
„Verkehrswende“ nennt.
Doch der Reihe nach.
Eine Form gewordene
Kampfansage
Schon sein Auftritt ist keine schüchterne
Bewerbung, sondern eine
selbstbewusste Kampfansage. Flach,
athletisch, mit elegant geschwunge-
nem Lichtband am Heck und einem
muskulösen Auftritt, der eher an
Kalifornien als an Shenzhen erinnert.
Wer darin noch immer den billigen
China-Klon sieht, hat den globalen
Takt längst verpasst.
Unter der Haube: Allradantrieb, 530
PS, der Sprint auf 100 km/h in 3,8 Sekunden
– mühelos, fast beiläufig. Und
dabei ein Fahrwerk, das selbst auf
welliger Landstraße nicht die Contenance
verliert. Der Seal klebt auf dem
Asphalt wie ein Grand Tourer, bleibt
gleichzeitig leichtfüßig im Stadtverkehr.
So fährt sich Selbstvertrauen.
Die Bremse: Schwäche im System
Doch auch Helden haben ihre Achillesferse.
Im Fall des Seal ist es ausgerechnet
die Bremse – schwammig
im Druckpunkt, unterdimensioniert
für die Wucht der Beschleunigung.
Wer das erste Mal beherzt ins Pedal
tritt, spürt: Hier wurde gespart, oder
zumindest nicht zu Ende gedacht. In
einem Fahrzeug dieser Leistungsklasse
ist das mehr als ein Detail. Es ist ein
Bruch im Erzählfluss.
Elektromobilität:
Die große Erzählung wankt
Und dann ist da die Bühne, auf der
der Seal tanzt: die Elektromobilität.
Sie gilt als sauber, grün, zukunftsweisend.
Doch die Realität ist komplexer
– und längst nicht so makellos, wie sie
verkauft wird. Denn wo immer große
Narrative entstehen, ist auch Platz für
Interessen.
Die Elektromobilität, wie wir sie heute
erleben, ist kein ökologischer Neuanfang.
Sie ist ein industrieller Lobbyerfolg,
ein milliardenschweres Projekt,
das lokale Emissionen gegen globale
Ressourcenverschiebung tauscht. Der
Strom kommt nicht aus der Steckdose,
sondern aus Kohle, Gas, Uran – oder
dem Wald, der dafür weichen muss.
Die Batterie mag am Auspuff schweigen,
aber sie schreit in Minen und
Schmelzöfen rund um die Welt.
Der BYD Seal ist ein Produkt dieser
Epoche. Brillant gemacht, zweifellos.
Aber eingebettet in ein System, das
vorgibt, den Planeten zu retten –
während es ihn in Wahrheit nur neu
aufteilt.
Zwischen Bewunderung
und Wehmut
Und doch: Es ist schwer, sich dem
Charme dieses Fahrzeugs zu entziehen.
Der Innenraum ist modern,
stilvoll, fast verspielt. Der rotierbare
Bildschirm ein Showeffekt, der begeistert.
Die Beschleunigung brutal.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis? Für
westliche Hersteller eine schallende
Ohrfeige.
Aber wenn man aussteigt, bleibt
ein Zwiespalt. Der Seal ist nicht das
Problem. Er ist ein Symptom. Ein beeindruckendes,
faszinierendes – aber
eben auch ein Kind eines Systems, das
dringend neue Antworten braucht.
Wilhelm Rafael Garth und
Prof. Arnd Joachim Garth
PT-MAGAZIN 5 2025
ALLE BILDER: © BYD
www.pt-magazin.de
21. Jahrgang | Ausgabe 3 • 4 | 2025 | ISSN 1860-501x | 3 Euro
Wirtschaft und Gesellschaft
Offizielles Magazin des Wettbewerbes „Großer Preis des Mittelstandes“
01 Cover 03 04 2025 FINAL.indd 1 12.06.2025 10:45:28
64
Zur Ausgabe: 3•4/2025
aufgetischt
Führen mit Alpha Intelligence
Jurystufe erreicht! #gpdm
digitale transformation im mittelstand
eventmarketing der superklasse
Leserbriefe
+ Kommentare zum Onlinemagazin www.pt-magazin.de
und zum Portal www.kompetenznetz-mittelstand.de
(alles red. gekürzt)
Zu: Relaunch von PT-Magazin
Habe gerade das neue Magazin
gelesen. Es ist toll geworden, Mega-
Beiträge, wunderbare Worte von
Helfried und Petra - klasse … Habe
meinen Söhnen den Artikel der OPS
Jugendgruppe nahe gelegt.
Carsta Seidel, Seelze
Gratulation zum neuen PT-Magazin.
Gefällt mir gut. Liebe Grüße aus Stuttgart
und bleiben Sie zuversichtlich
und gesund.
Rudolf X. Ruter, Stuttgart
Als langjähriger Leser des PT-Magazins
habe ich vor einigen Jahren in
einem Kommentar bemängelt, dass
das Layout des Magazins altmodisch
wirkt und insbesondere die jüngere
Zielgruppe nicht ausreichend anspricht.
Umso mehr freut es mich,
dass Sie mit dem Relaunch
des Magazins einen großen
Schritt in die richtige
Richtung gemacht
haben! Das neue Design
ist frisch, modern und ansprechend
– genau das, was
ich mir vorgestellt habe. Weiter so,
und ich freue mich auf viele weitere
spannende Ausgaben!
Toni Wilhelmsstein, München
Zu: EU plant neue Abgabe
Als Inhaberin eines mittelständischen
Unternehmens, sehe ich der geplanten
EU-Abgabe mit großer Sorge
entgegen. Der Vorschlag der EU-
Kommission, Unternehmen mit mehr
als 50 Millionen Euro Umsatz mit
einer zusätzlichen Gebühr zu belasten,
wird die Wettbewerbsfähigkeit
des deutschen Mittelstands erheblich
beeinträchtigen. Auch wenn es “nur“
die Großen betrifft: Geld, dass von
Brüssel konfisziert wird, wird fehlen.
Nachauftragnehmer werden
Umsatz verlieren.
Wir Mittelständler sind das
Rückgrat der deutschen Wirtschaft,
oft familiengeführt
und tief in der Region verwurzelt.
Zusätzliche finanzielle Belastungen,
deren Höhe noch unklar
ist, erschweren es uns, in Innovationen,
Arbeitsplätze und nachhaltiges
Wachstum zu investieren. Besonders
in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit,
wie wir sie derzeit erleben, sind
solche Maßnahmen ein riskantes
Signal.
Ich fordere die EU-Kommission auf,
die Auswirkungen dieser Abgabe auf
den Mittelstand gründlich zu prüfen
und transparente Informationen
über die geplante Höhe der Gebühr
bereitzustellen. Eine einseitige Belastung
großer und mittelgroßer Unternehmen
könnte langfristig mehr
schaden als nützen.
Marie-Luise M., Dortmund
Zu: Innovationsmanagement:
Wie das Neue ins
Unternehmen kommt
Ihren Artikel über Innovationsmanagement
lese ich mit großem
Interesse, aber auch mit einer gewissen
Frustration. Die geschilderten
Erfahrungen von Lars spiegeln eine
Realität wider, die ich aus meinem
Umfeld nur zu gut kenne. Viele Unternehmen,
auch in unserer Region,
verspielen ihr Innovationspotenzial,
weil sie neue Ideen – insbesondere
von jungen oder neuen Mitarbeitenden
– nicht ernst nehmen oder aktiv
unterdrücken.
In unserem Betrieb versuchen wir,
genau das Gegenteil zu leben. Wir
haben eine offene Feedbackkultur
etabliert, in der jeder Mitarbeitende,
unabhängig von Position
oder Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Vorschläge einbringen
kann. Besonders die frischen
Perspektiven unserer neuen
Kolleginnen und Kollegen sind
uns wichtig, da sie oft unvoreingenommen
auf Prozesse schauen. Ein
Beispiel: Eine junge Mitarbeiterin hat
kürzlich ein neues digitales Tool zur
Optimierung unserer Logistik vorgeschlagen,
das wir nun erfolgreich testen.
Ohne ihre Initiative wäre diese
Chance ungenutzt geblieben.
Ihr Vorschlag, Neueinsteiger aktiv
auf „Verbesserungsjagd“ zu schicken,
finde ich inspirierend. Wir werden
prüfen, wie wir diesen Ansatz in unseren
Onboarding-Prozess integrieren
können. Allerdings sehe ich auch
Herausforderungen: Gerade im Mittelstand
fehlen oft die Ressourcen,
um Freiräume für kreative Projekte
zu schaffen. Hier wäre es hilfreich,
wenn solche Artikel auch konkrete
Beispiele für kosteneffiziente Innovationsförderung
liefern würden, die
für kleinere Unternehmen umsetzbar
sind.
Abschließend stimme ich Ihnen voll
zu: Innovationsfreude entsteht nur,
wenn man Neudenker aktiv fördert
und ihnen Schutzräume bietet. Ich
hoffe, dass mehr Unternehmen diesen
Weg einschlagen, um fit für die
Zukunft zu bleiben.
K. Seifert, Erlangen
Zu: Damit Investoren einsteigen
Als ehemaliges Startup, das selbst
schon einige Finanzierungsrunden
durchlaufen hat, kann ich die Punk-
PT-MAGAZIN 5 2025
ALLE ICONS: © FREEPIK.COM
65
feedback
© ENVATO | BY YURIARCURSPEOPLEIMAGES
PT-MAGAZIN 5 2025
te in diesem Artikel
absolut nachvollziehen.
Besonders die
Notwendigkeit einer detaillierten Finanzplanung
und eines skalierbaren
Geschäftsmodells hat sich bei uns als
entscheidend erwiesen. Wir haben
anfangs auch den Fehler gemacht,
den Kapitalbedarf zu optimistisch
einzuschätzen, und mussten dann
mitten im Prozess nachjustieren –
das hat uns viel Zeit und Vertrauen
gekostet.
Der Tipp, ein eigenes Investorensuchnetzwerk
aufzubauen, ist goldwert.
Persönliche Empfehlungen über bestehende
Kontakte haben uns Türen
geöffnet, die wir über Kaltakquise nie
erreicht hätten. Ein Punkt fehlt mir
jedoch: die Bedeutung von Transparenz
in der Kommunikation mit
Investoren. Klare, ehrliche Aussagen
über Risiken und Herausforderungen
schaffen Vertrauen und verhindern
Missverständnisse. Insgesamt ein
sehr praxisnaher Artikel, der Gründern
und Unternehmern die Augen
öffnet!
D. Arslan, Berlin
Zu: Aktuelle US-Zölle:
Warnsignale und Analysen
waren genügend vorhanden.
Aber es fehlt die gesamte
Strategie, dem Zoll-
Wahnsinn zu begegnen. Der
US-Präsident wollte 30 %, jetzt
bekommt er 15 % und das wird
als diplomatischer Erfolg gefeiert, um
Schlimmeres abzublocken.
Wir Europäer sind schwach geworden,
andere geben vor in Wirtschaft,
Technologie, Energie, Sicherheit. Das
ist ein Resultat verfehlter Politik in
den letzten Jahren/Jahrzehnten. Auch
die EU ist ein Spielball für die Amerikaner.
Wir haben die Vormachtstellung
verloren.
Das alles kostet Jobs und Chancen.
Der Zoll-Deal mit den USA bringt
deutschen Unternehmen zusätzliche
Sorgen und Verunsicherung, aber
trotz allem Negativen auch eine
gewisse Planungssicherheit.
Der ganze "Deal" ist unüberlegt,
denn auch die die amerikanischen
Firmen merken von den
erhofften goldenen Zeiten nichts.
Wir müssen dem US-Präsidenten
mehr Stirn bieten. Zudem sollten
wir uns nicht so anfällig für derartige
Methodiken machen, sondern widerstandsfähiger
und alternative Wirtschaftspartner
suchen. Dann können
wir Europäer mitreden und auf Augenhöhe
mit den USA verhandeln.
Jürgen Henke, Ahlen
Leser-Telefon: 0341 240 6100 | Leser-E-Mail: info@op-pt.de | Leserbriefe auch unter www.pt-magazin.de/service/leserbriefe
66
IMPRESSUM
ISSN 1860-501x | 21. Jahrgang
Ausgabe 3•4/2025 5/2025
Verlag: OPS Netzwerk GmbH,
Melscher Str. 1, 04299 Leipzig,
Tel. 0341 240 61 - 00
firmenregister
Petra Tröger (CEO), Dr. Helfried Schmidt
info@op-pt.de | www.pt-magazin.de
Das PT-Magazin ist offizielles Magazin
des Wettbewerbes „Großer Preis des
Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung,
eingetragen im Stiftungsregister des Regierungsbezirkes
Leipzig unter Nr. 2/1998.
In der vorliegenden Ausgabe 5/2025 wurden folgende
Unternehmen redaktionell erwähnt bzw. werblich platziert.
Seite Unternehmen
28 All Service Sicherheitsdienste
GmbH
19 Albert Fischer GmbH
17 Ambulanz Mobile
GmbH & Co. KG
18 Antennenbau Lindemann
GmbH & Co. KG
58 Arico GmbH
29 AVAT Automation GmbH
9 Beautyspa GmbH
40 Ben Schulz & Partner AG
60 Betonwerk Büscher GmbH
31 BioQuant-Zentrum der
Universität Heidelberg
67 Burchard Führer GmbH
62 BYD Seal AWD
2, 26 caleg Schrank und
Gehäusebau GmbH
51 Container Menzel GmbH
50 Dell Technologies
12 Der Trendbeobachter
37 EDEKA Ernst, Zweibrücken
26, 31 EFEN GmbH
56 ehrhorn Vermessung GbR
11 ELMO Elektromontagen
GmbH
26 EWM Gmbh
3 Fingerhaus GmbH
20 Gebrüder Heyl Analysentechnik
GmbH & Co. KG
45 GenHuman GmbH
14, 26 GROSS GmbH
57 H & E Bohrtechnik GmbH
33 HALLOG GmbH
41 Hanse Haus GmbH
38 Heckmann
Unternehmensgruppe
37 Huthmacher
Consulting GmbH
50 Ingenieurgesellschaft
Patzke GmbH
26 INNOVENT e.V.
6 INSTITUT für MARKENund
KOMMUNIKATIONS-
PSYCHOLOGIE
10 JEPSEN Autogruppe
55 KÜBLER GmbH - Energiesparende
Hallenheizungen
61 Landkreis Bad Kissingen
24 Landtag von
Baden-Württemberg
21 Landwirtschaftsbetrieb
Jochen Thomsen
15 Liebensteiner
Kartonagenwerk GmbH
56 Luber Consulting
26 Max Heimerl Bau GmbH
27 Mey Generalbau GmbH
10 Michael Koch GmbH
25 Ministerium für Wirtschaft,
Industrie, Klimaschutz und
Energie Nordrein-Westfalen
24 monte mare Betriebs GmbH
68 ONI-Wärmetrafo GmbH
25 Orthopädie- und Reha-
Team Zimmermann GmbH
61 Psilkon GmbH
40 richter & heß VER-
PACKUNGS-SERVICE GmbH
27 Startify GmbH
49 Stephan Pellegrini GmbH
16 TIP-TOP
Dienstleistungen GmbH
31 Universität Heidelberg
54 Veinland GmbH
21 WEMAG GmbH & Co. KG
Redaktion:
Dr. Helfried Schmidt (V.i.S.d.P)
Hauptstadtbüro PT-Redaktion
Falk S. Al-Omary, Unter den Linden 10,
10117 Berlin, Tel. +49 171/ 202 3223,
post@al-omary.de
Korrespondenten:
Bernd Schenke (Berlin/Brandenburg)
D-Rolf Becker (Halle/S., Indochina)
Autoren/Interviews dieser Ausgabe:
Falk S. S. Al-Omary, Christian Theo Conrad, Bergauer, Maximilian
Joachim Desczyk, Garth, Irmgard Wilhelm-Rafael Eichner, Margit Garth, Enke,
Arnd
Arnd Mathias Joachim Haas, Garth, Reiner Wilhelm-Rafael Huthmacher, Margareta
Jäger, Johannes Georgi, Jan Marx, Kemmerzell, Thorsten Luber, Marti-
Garth,
Hanspeter
na Julian Lackner, Sachs, Barbara Amirbahador Liebermeister, Safaei, Christopher
Meyer, Schaus, Lothar Helfried Müller, Schmidt, Nela Ben Novakovic, Schulz,
Jörn-
Axel
Tanja Anne M. Pieper, Schüller, Helfried Petra Schmidt, Tröger, Christian Anne M.
Schüller, WewezowSebastian Seefeld, Lutz Stenvers,
Petra Tröger, Christian Wewezow, Gerald
Wood Anzeigen:
Petra Tröger (V.i.S.d.P.),
Anzeigen: Clemens Vogel
Petra Es gilt Tröger die Anzeigenpreisliste (V.i.S.d.P.), Nr. 1/2025,
Clemens gültig seit Vogel 12.11.2024,
Es Tel. gilt 0341 die 24061-00 Anzeigenpreisliste Nr. 1/2025,
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Die Burchard Führer GmbH ist ein stetig wachsender
Investor im Bereich der Altenpflege. Seit
der Gründung 1991 beschäftigt das familiengeführte
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