Vitalstoffe 3/2025
Vitalstoffe ist die erste Zeitschrift in deutscher Sprache, die sich zum Ziel setzt, umfassend über die Roh- und Wirkstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sowie über deren Darreichungsformen zu berichten. Im Mittelpunkt stehen die Produktion und Mischung von Rohstoffen und deren Wirkung auf die menschliche Gesundheit. Wissenschaftlich fundierte Informationen und Studien bieten die Möglichkeit der Aufklärung, die durch die Health Claims Verordnung immer schwieriger geworden ist. Leser sind Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Vermarkter, Lohnhersteller und Rohstoffhersteller bis hin zum Point of Sales sowie Ärzte, Ernährungsspezialisten und Apotheker.
Vitalstoffe ist die erste Zeitschrift in deutscher Sprache, die sich zum Ziel setzt, umfassend über die Roh- und Wirkstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sowie über deren Darreichungsformen zu berichten. Im Mittelpunkt stehen die Produktion und Mischung von Rohstoffen und deren Wirkung auf die menschliche Gesundheit. Wissenschaftlich fundierte Informationen und Studien bieten die Möglichkeit der Aufklärung, die durch die Health Claims Verordnung immer schwieriger geworden ist. Leser sind Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Vermarkter, Lohnhersteller und Rohstoffhersteller bis hin zum Point of Sales sowie Ärzte, Ernährungsspezialisten und Apotheker.
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Ausgabe 3/<strong>2025</strong> 15. Jahrgang ISSN 2192-2632 8,90 €<br />
3<strong>2025</strong><br />
Das Magazin für Mikronährstoffe und deren Wirkungen<br />
Gesundes Altern<br />
Ingwer Menopause<br />
B-Vitamine Männergesundheit<br />
Vitamin K2 Sensorik
Editorial<br />
Benno Keller<br />
Männer und Frauen<br />
Seit den 2010er Jahren ist der Anteil weiblicher Probanden<br />
in klinischen Studien über Pharmazeutika näher an der<br />
Parität als früher. Für Nahrungsergänzung gibt es noch Nachholbedarf:<br />
Geschlechtsspezifische Unterschiede werden oft<br />
nicht systematisch separat ausgewiesen. Andererseits werden<br />
immer mehr auf die Geschlechter zugeschnittene NEM entwickelt,<br />
die von vornherein hormonelle Disposition, unterschiedliche<br />
Alterungsprozesse und unterschiedlichen Bedarf<br />
je nach Lebensphase berücksichtigen.<br />
In diesem Heft finden Sie mehrere Beiträge, die sich spezifisch<br />
mit Themen für Frauen und Männer beschäftigen: Schönheit von<br />
innen – Sägepalmextrakt für die Prostata – Libido bei Männern<br />
und Frauen – Menopause – Schönheitspflege für Männer.<br />
Es grüßt Sie herzlich<br />
Benno Keller<br />
Herausgeber<br />
Die „<strong>Vitalstoffe</strong>“ kann abonniert werden. Das Abonnement besteht immer aus 4 Ausgaben – z. B. Ausgabe 4 / <strong>2025</strong> – 3 / 2026.<br />
Der Jahresbezugspreis beträgt in Deutschland € 40,00 inkl. MwSt und Versandkosten, im Ausland € 48,00.<br />
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V italstoffe<br />
Titel: Gesundes Altern<br />
Die Forschung zum Alterungsprozess steht in vielen<br />
Bereichen noch am Anfang, doch eines ist klar:<br />
<strong>Vitalstoffe</strong> sind mehr als bloße Mikronährstoffe –<br />
sie sind molekulare Helfer für ein gesundes Leben<br />
bis ins hohe Alter.<br />
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Titelgeschichte ab Seite 10<br />
Inhalt<br />
6 Aktuelle Studien<br />
6 Junkfood<br />
8 Heidelbeeren und Knochengesundheit<br />
10 Gesundes Altern<br />
10 <strong>Vitalstoffe</strong> für gesundes Altern<br />
18 Pflanzenextrakte<br />
18 Bioaktivstoffe im Ingwer<br />
27 Eichenholzextrakt und Sport<br />
35 Sägepalmenextrakt<br />
46 Damiana-Extrakt<br />
32 Schönheit von innen<br />
32 Kollagenpeptide<br />
35 Männergesundheit<br />
35 Sägepalmenextrakt<br />
38 Menopause<br />
38 Nährstoffe zur Linderung von Symptomen<br />
42 Vitamine<br />
42 Homocystein und Vitamin B<br />
53 Vitamin K2<br />
44 Gelenkgesundheit<br />
44 Perspektiven für die Behandlung von Arthrose<br />
46 Libido<br />
46 Damiana-Extrakt, ein modernes Aphrodisiakum<br />
56 Schönheitspflege für Männer<br />
56 Nahrungsergänzung für Haut und Haar<br />
60 Mikrobiom<br />
62 Sensorik<br />
62 Geschmacksmaskierung in<br />
Nahrungsergänzungsund<br />
Arzneimitteln<br />
4
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V italstoffe<br />
Aktuelle Studien<br />
Unsere Studienredaktion unter der Leitung von Dr. Stefan Siebrecht, Carola Weise und Laura Ingenlath<br />
wertet für jede Ausgabe der <strong>Vitalstoffe</strong> aktuelle Studien zur Präsentation aus.<br />
Schnell, fett, süß –<br />
beeinträchtigt Junkfood die Gehirnleistung?<br />
In Zeiten, in denen sich Menschen immer weniger Zeit für’s<br />
Essen nehmen, stehen Nahrungsmittel, die rasche Sättigung<br />
versprechen, ganz oben in der Beliebtheitskala. Hochverarbeitet,<br />
angereichert mit zu viel Fett, Zucker und Salz und<br />
endlos vielen Zusatzstoffen, dazu in buntes Plastik verpackt,<br />
benötigen sie kaum oder gar keine Zubereitung – perfekt für<br />
den stressigen Alltag, in dem genussvolles Essen zur Nebensache<br />
geworden ist.<br />
Dabei ist seit langem bekannt, dass Junkfood für multiple<br />
Gesundheitsprobleme verantwortlich gemacht werden kann –<br />
Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2, kardiovaskuläre<br />
Erkrankungen – die Liste ließe sich beliebig<br />
fortsetzen.<br />
Bedenklich dabei ist, dass vor allem Kinder und Jugendliche<br />
begeistert zugreifen – mit möglicherweise unabsehbaren negativen<br />
Langzeitfolgen im Hinblick auf die Entwicklung des<br />
Gehirns bis hin zum Erwachsenenalter. Inwieweit regelmäßiger<br />
Junkfood-Konsum mit Beeinträchtigungen in der Gedächtnisleistung<br />
in Zusammenhang gebracht werden kann,<br />
war Gegenstand einer Tiermodell-Studie, die von Wissenschaftlern<br />
der Universität of Southern California unter der<br />
Leitung von Dr. Anna M.R. Hayes durchgeführt wurde. Die<br />
Resultate der Studie wurden auf der Plattform ScienceDirect<br />
veröffentlicht.<br />
Entzündungszuständen im Körper.<br />
Eine genaue Definition des Begriffs „Junkfood“ gibt es nicht,<br />
dennoch ist unbestritten, dass es sich um Lebensmittel mit hohem<br />
Fett-, Zucker- und Salzgehalt (HFSS) handelt, die wenig<br />
oder keinen Nährwert haben. Ein Blick ins Lexikon bringt die<br />
Definition wie folgt auf den Punkt: „Energiereiche Nahrung mit<br />
einem ungesund hohen Anteil an salzhaltigen, zuckerhaltigen<br />
und fetthaltigen Inhaltsstoffen“.<br />
Grundlagen der Studie<br />
Nachdem sich Menschen für derartige Studien nicht eignen,<br />
da es zu lange braucht, bis sie das Erwachsenenalter erreicht<br />
haben, haben die Wissenschaftler ein Tiermodell mit Ratten<br />
entworfen, deren kurzer Lebenszyklus solche Untersuchungen<br />
gewissermaßen im Zeitraffertempo gestattet.<br />
Die Ergebnisse müssen beunruhigen, wie Scott Kanoski, Professor<br />
für Biologie-Wissenschaften an der University of Southern<br />
California/Dornsife College of Letter, Arts and Sciences,<br />
skizziert: „Wir sehen nicht nur in dieser Arbeit, sondern auch<br />
in einigen unserer jüngsten Arbeiten, dass diese Ratten, die mit<br />
einer Junkfood-Diät aufgewachsen sind, Gedächtnisstörungen<br />
haben, die nicht verschwinden“.<br />
Junkfood – allgegenwärtig, vor allem in<br />
westlichen Ländern<br />
Sogenanntes Junkfood wird überall auf der Welt konsumiert,<br />
vor allem in westlichen Ländern ist es fester Bestandteil der<br />
sogenannten „Western Diet“. In den letzten Jahren wurde es<br />
jedoch zunehmend mit ernsten gesundheitlichen Problemen in<br />
Verbindung gebracht, darunter Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes,<br />
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel<br />
und bestimmte Arten von Krebs, aber auch<br />
Details der Studie und Ergebnisse<br />
Die Studie knüpft an frühere wissenschaftliche Untersuchungen<br />
an, die einen Zusammenhang zwischen schlechter<br />
Ernährung und der Alzheimer-Krankheit festgestellt hatten.<br />
Kennzeichnend ist bei Menschen, die an Alzheimer erkrankt<br />
sind, dass sie über sehr niedrige Werte des Neurotransmitters<br />
Acetylcholin im Gehirn verfügen. Acetylcholin ist essentiell<br />
für das Gedächtnis und für Gehirnfunktionen wie Lernen und<br />
Aufmerksamkeit.<br />
6
Aktuelle Studien<br />
Kategorie<br />
Die Wissenschaftler erforschten den Acetylcholin-Spiegel einer<br />
Gruppe von Ratten, die sich fett- und zuckerreich ernährten,<br />
zusammen mit einer artgerecht ernährten Kontrollgruppe, indem<br />
sie die Reaktionen ihres Gehirns auf bestimmte Aufgaben<br />
analysierten, die das Gedächtnis testen sollten. Das Team untersuchte<br />
auch die Gehirne der Ratten nach dem Tod auf Anzeichen<br />
eines gestörten Acetylcholin-Spiegels.<br />
Bei den Gedächtnistests mussten die Ratten neue Objekte in<br />
einer für sie eingerichteten Umgebung erkunden. Einige Tage<br />
später wurden die Tiere erneut in die Versuchs-Umgebung gesetzt.<br />
Diese war unverändert, es war lediglich ein neues Objekt<br />
hinzugefügt worden. Die Ratten mit der Junkfood-Diät zeigten<br />
Anzeichen dafür, dass sie sich nicht daran erinnern konnten,<br />
welche Objekte sie zuvor gesehen hatten und wo sie platziert<br />
worden waren, während die Ratten in der Kontrollgruppe in<br />
kurzer Zeit mit dem Umfeld vertraut waren.<br />
„Die Acetylcholin-Signalübertragung ist ein Mechanismus,<br />
der ihnen hilft, diese Ereignisse zu kodieren und sich daran zu<br />
erinnern, analog zum „episodischen Gedächtnis“ beim Menschen,<br />
das es uns ermöglicht, uns an Ereignisse aus unserer<br />
Vergangenheit zu erinnern“, erklärt Anna Hayes, Hauptautorin<br />
der Studie. „Dieses Signal scheint bei Tieren, die mit fett- und<br />
zuckerreicher Nahrung aufgewachsen sind, nicht zu erfolgen.“<br />
Diese alarmierenden Beobachtungen hatten auch Überlegungen<br />
der Wissenschaftler zur Folge, wie sich regelmäßiger Konsum<br />
von Junkfood bei Kindern und Jugendlichen auf deren Gehirnentwicklung<br />
bis ins Erwachsenenalter auswirken könnte. Der<br />
Zusammenhang zwischen einem gestörten Acetylcholin-Spiegel<br />
und verminderter Gedächtnisleistung war evident. Darüber<br />
hinaus war es beunruhigend, dass dieser Zustand auch nach<br />
einer Umstellung auf eine gesündere Ernährung nicht einfach<br />
umkehrbar war, die Gedächtnisstörungen also anhielten.<br />
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7
V italstoffe<br />
Professor Scott Kanoski kommentierte die Erkenntnisse wie<br />
folgt: „Wenn man sie einfach nur auf eine gesunde Ernährung<br />
umstellt, halten diese Auswirkungen leider bis weit ins Erwachsenenalter<br />
hinein an. Ich weiß nicht, wie ich das sagen<br />
soll, ohne wie Kassandra zu klingen und Untergangsstimmung<br />
zu verbreiten, aber leider sind einige Dinge, die im Erwachsenenalter<br />
leichter rückgängig gemacht werden können, weniger<br />
reversibel, wenn sie in der Kindheit auftreten.“<br />
Das Team stellte jedoch fest, dass eine medikamentöse Intervention<br />
möglicherweise die Anzeichen einer Schädigung des<br />
Gehirns verbessern könnte. Professor Kanoski erklärte, dass das<br />
Forschungsteam in einer weiteren Runde der Studie untersuchte,<br />
ob die Gedächtnisstörungen bei Ratten, die mit Junkfood ernährt<br />
wurden, mit Medikamenten, die die Freisetzung von Acetylcholin<br />
induzieren, rückgängig gemacht werden können.<br />
Das Team verwendete zwei Medikamente an den Versuchstieren,<br />
PNU-282987 und Carbachol, und stellte fest, dass bei direkter<br />
Verabreichung an den Hippocampus, einer Gehirnregion,<br />
die das Gedächtnis steuert, die Gedächtnisleistung wiederhergestellt<br />
wurde.<br />
Nach Ansicht der Wissenschaftler sind weitere Untersuchungen<br />
erforderlich, um herauszufinden, wie Gedächtnisprobleme,<br />
die durch eine Ernährung mit Junkfood während der Pubertät<br />
verursacht wurden, auch ohne pharmazeutische Intervention<br />
rückgängig gemacht werden könnten.<br />
Ein Fazit lässt sich sicher ziehen: Regelmäßiger Junkfood-<br />
Konsum ist besonders für Kinder und Jugendliche in der körperlichen<br />
Entwicklung ungesund, was sich vermehrt an Übergewicht,<br />
kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes Typ 2<br />
bereits im jugendlichen Alter dokumentiert. Dass er auch Langzeit-Auswirkungen<br />
auf die Gehirn-Fitness zur Folge hat, die im<br />
schlimmsten Fall irreversibel sind, sollte Eltern und Erzieher<br />
auf den Plan rufen – indem sie ihren Kindern beibringen, dass<br />
gesunde Ernährung für den gesamten Körper gut ist und viel<br />
Spaß machen kann.<br />
Quelle:<br />
Western diet consumption impairs memory function via dysregulated<br />
hippocampus acetylcholine signaling, March 2024<br />
doi: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/<br />
S0889159124002952?via%3Dihub<br />
Autoren:<br />
Anna M.R. Hayes, Logan Tierno Lauer, Alicia E. Kao, et al.<br />
Heidelbeeren und Knochengesundheit<br />
Amerikanische Wissenschaftler haben im Rahmen einer institutionsübergreifenden<br />
Vergleichsstudie untersucht, inwieweit<br />
Polyphenole aus Heidelbeeren die Knochengesundheit fördern<br />
können. Sie griffen dabei sowohl auf Tiermodelle als auch auf<br />
Human-Versuche zurück. Die Resultate wurden im American<br />
Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.<br />
Die Forschung ist Teil einer Reihe von In-vitro-, präklinischen<br />
und klinischen Studien, die von den National Institutes of<br />
Health unterstützt wurden und den Nutzen des Heidelbeerkonsums<br />
für die Knochengesundheit bei Frauen nach der Menopause<br />
zum Gegenstand hatten. Sie wurden in der Nachfolge der<br />
Veröffentlichung einer damit zusammenhängenden Studie zum<br />
Darm-Mikrobiom durchgeführt, die zuvor in der Zeitschrift Antioxidants<br />
publiziert worden war.<br />
Schon seit längerem ist bekannt, dass ein starker und schneller<br />
Östrogenverlust während der Menopause die Knochenmasse<br />
erheblich reduziert und das Risiko altersbedingter, durch Osteoporose<br />
verursachter Frakturen erhöht.<br />
„Während dieser Zeit führt das hormonelle Ungleichgewicht<br />
zu einem Anstieg des oxidativen Stresses, der die<br />
Knochenresorption erhöht und die Knochenbildung verringert,<br />
was zu einem raschen Knochenverlust führt“, erklärten sie und<br />
wiesen darauf hin, dass Blaubeerpolyphenole nachweislich als<br />
Antioxidantien die Knochengesundheit sowohl in ovarektomierten<br />
(OVX) als auch in induzierten Osteoporose-Rattenmodellen<br />
unterstützen.<br />
Details der Studie<br />
Bei dieser Untersuchung analysierten die Forscher zunächst die<br />
Dosis-Wirkung von Blaubeeren an 20 OVX-Ratten als Grundsatzbeweis<br />
für eine anschließende Studie an postmenopausalen<br />
Frauen, bei der das Auftreten von Kalzium (Ca) im Urin aus<br />
vormarkierten Knochen als Indikator für Veränderungen im<br />
Knochenhaushalt verwendet wurde, wobei von einer positiven<br />
Dosis-Wirkung der Heidelbeeren auf die Knochen ausgegangen<br />
wurde. Niedrigere Dosierungen erwiesen sich jedoch als<br />
wirksamer.<br />
In der Humanstudie erhielten 14 gesunde postmenopausale Frauenzunächst<br />
eine Dosis von 50 nCi 41 Ca (ein langlebiger Radiotracer),<br />
die fünf Monate lang im Gleichgewicht gehalten wurde,<br />
8
Aktuelle Studien<br />
Kategorie<br />
CLINICALLY<br />
RESEARCHED<br />
damit sie sich im Knochen ablagern konnte. Nach sechs Wochen<br />
im Basiszustand wurden die Teilnehmerinnen nach dem Zufallsprinzip<br />
einer Abfolge von drei sechswöchigen Interventionen<br />
zugeteilt: Eine niedrige (17,5 g/Tag), mittlere (25 g/Tag) oder<br />
hohe (70 g/Tag) Dosis gefriergetrockneten Heidelbeerpulvers,<br />
die 180 g, 360 g oder 720 g frischer Heidelbeeren entspricht, die<br />
über Lebensmittel und Getränke verzehrt werden. Auf jede Periode<br />
folgte eine sechswöchige Auswaschphase.<br />
Das 41 Ca:Ca-Verhältnis im Urin wurde zur Bewertung der Nettokalziumretention<br />
im Knochen verwendet. Die Biomarker für<br />
die Knochenresorption im Serum und die Polyphenole im Urin<br />
wurden am Ende jedes Kontroll- und Interventionszeitraums<br />
als sekundäre Endpunkte gemessen.<br />
Ergebnisse der Untersuchung<br />
„Sowohl bei OVX-Ratten als auch bei postmenopausalen Frauen<br />
wirkte sich die Blaubeerbehandlung bei niedrigeren, aber<br />
nicht bei höheren Dosen positiv auf die Nettokalziumbilanz der<br />
Knochen aus“, so die Forscher. „Bei den Frauen erhöhte sich<br />
die Nettokalziumretention in den Knochen bei der niedrigen<br />
Dosis um 6% und bei der mittleren Dosis um 4% im Vergleich<br />
zu keiner Behandlung.“<br />
SÄGEPALMENEXTRAKT<br />
Die Forscher spekulierten, dass höhere Dosen von Heidelbeerpolyphenolen<br />
die Stoffwechselwege im unteren Darmbereich sättigen<br />
könnten, wodurch der mikrobielle Stoffwechsel gestört wird<br />
und die Wirkung auf die Knochengesundheit neutralisiert wird.<br />
Quelle: The American Journal of Clinical Nutrition<br />
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9
V italstoffe<br />
Laura Ingenlath<br />
Longevity und Ernährung: <strong>Vitalstoffe</strong> für gesundes Altern<br />
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Longevity bedeutet wörtlich übersetzt<br />
„Langlebigkeit“ und bezeichnet in der<br />
modernen Gesundheitsforschung nicht<br />
nur ein hohes Lebensalter, sondern vor<br />
allem die Fähigkeit, möglichst lange<br />
gesund, funktional und unabhängig zu<br />
leben. Der Begriff umfasst damit nicht<br />
nur die reine Lebensspanne (lifespan),<br />
sondern insbesondere die Gesundheitsoder<br />
Funktionalitätsdauer (healthspan),<br />
also die Anzahl der Jahre, die frei von<br />
chronischen Erkrankungen oder erheblichen<br />
Einschränkungen verbracht werden.<br />
In der Longevity-Forschung geht es<br />
deshalb weniger um das „ewige Leben“<br />
als vielmehr um ein möglichst gesundes<br />
Altern mit hoher Lebensqualität: ein<br />
Ziel, das durch Ernährung, Bewegung,<br />
Stressreduktion und gezielte Prävention<br />
messbar beeinflusst werden kann (Berghoff,<br />
<strong>2025</strong>).<br />
Lange leben, aber<br />
gesund – eine Frage der<br />
Ernährung<br />
Die Lebenserwartung steigt weltweit<br />
kontinuierlich – doch mit den gewonnenen<br />
Jahren wächst auch das Risiko für<br />
altersbedingte Erkrankungen wie Osteoporose,<br />
Herz-Kreislauf-Leiden oder neurodegenerative<br />
Veränderungen. Gesund<br />
alt zu werden bedeutet daher weit mehr,<br />
als nur möglichst lange zu leben: Entscheidend<br />
ist, wie viele dieser Jahre bei<br />
guter körperlicher und geistiger Funktion<br />
verbracht werden – ein Konzept, das<br />
in der Forschung zunehmend unter dem<br />
Begriff „Healthy Aging“ oder „gesundes<br />
Altern“ diskutiert wird.<br />
Ein zentraler Baustein dieses gesunden<br />
Alterns ist die Ernährung. Zahlreiche<br />
Studien zeigen, dass bestimmte Nährstoffe<br />
nicht nur unsere Lebensqualität im<br />
Alter verbessern können, sondern auch<br />
direkt in die biologischen Alterungsprozesse<br />
eingreifen – etwa durch die<br />
Reduktion von oxidativem Stress, die<br />
Unterstützung der Zellregeneration oder<br />
die Regulation von Entzündungsvorgängen.<br />
Insbesondere Mikronährstoffe wie<br />
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente<br />
spielen hier eine Schlüsselrolle<br />
(Hu, 2024).<br />
Doch welche <strong>Vitalstoffe</strong> sind tatsächlich<br />
relevant für gesundes Altern – und<br />
wie lassen sich diese bedarfsgerecht<br />
zuführen, ohne in die Falle der Überversorgung<br />
zu tappen? Dieser Artikel gibt<br />
einen Überblick über die wichtigsten Mikronährstoffe<br />
für die zweite Lebenshälfte<br />
– fundiert, praxisnah und mit Blick<br />
auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.<br />
Was bedeutet „gesund<br />
altern“ auf zellulärer<br />
Ebene?<br />
Altern ist ein natürlicher, vielschichtiger<br />
Prozess, der auf zellulärer und<br />
molekularer Ebene abläuft. Bereits ab<br />
dem dritten Lebensjahrzehnt beginnen<br />
sich im Körper schleichend Veränderungen<br />
zu zeigen: Die Reparaturmechanismen<br />
in den Zellen werden weniger<br />
effizient, freie Radikale häufen sich an,<br />
Entzündungsprozesse nehmen zu – oft<br />
unbemerkt, aber langfristig folgenreich.<br />
Wissenschaftlich wird dieser Prozess<br />
unter anderem durch Konzepte wie<br />
„zelluläre Seneszenz“ beschrieben: Dabei<br />
verlieren Zellen ihre Teilungsfähigkeit,<br />
bleiben jedoch stoffwechselaktiv<br />
und schütten entzündungsfördernde Botenstoffe<br />
aus – ein Phänomen, das zum<br />
10
Aktuelle Studien
V italstoffe<br />
sogenannten „inflammaging“ beiträgt,<br />
einer chronisch erhöhten Entzündungsaktivität<br />
im Alter. Auch die Funktion<br />
der Mitochondrien – der „Kraftwerke“<br />
unserer Zellen – nimmt ab, was zu Energiemangel<br />
und einer erhöhten Anfälligkeit<br />
für oxidativen Stress führt (Fulop<br />
et al., 2023).<br />
Hier kommen Mikronährstoffe ins Spiel:<br />
Viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre<br />
Pflanzenstoffe agieren als antioxidative<br />
oder antiinflammatorische<br />
Schutzfaktoren. Sie stabilisieren Zellmembranen,<br />
unterstützen Enzymsysteme<br />
bei der Schadstoffabwehr und fördern<br />
die Reparatur geschädigter DNA. Eine<br />
gezielte Zufuhr dieser Stoffe kann somit<br />
helfen, zellulären Alterungsprozessen<br />
entgegenzuwirken – oder sie zumindest<br />
zu verlangsamen. Das Verständnis dieser<br />
Mechanismen ist entscheidend, um zu<br />
erkennen, warum eine vitalstoffreiche<br />
Ernährung nicht nur kurzfristig guttut,<br />
sondern auch langfristig zur Erhaltung<br />
von Gesundheit und Lebensqualität beiträgt<br />
(Wang et al., 2023).<br />
oder steigt sogar. Das Risiko für latente<br />
oder manifeste Mängel ist hoch, besonders<br />
wenn Appetit, Nährstoffaufnahme<br />
oder Lebensmittelauswahl eingeschränkt<br />
sind (Ames, 2018).<br />
Im Folgenden werfen wir einen Blick<br />
auf einige der wichtigsten Mikronährstoffe<br />
für gesundes Altern – ihre Funktionen,<br />
mögliche Mangelrisiken und<br />
praktikable Wege zur bedarfsgerechten<br />
Versorgung.<br />
Vitamin D<br />
Vitamin D ist längst mehr als nur ein<br />
Knochennährstoff. Als fettlösliches Prohormon<br />
ist es an einer Vielzahl physiologischer<br />
Prozesse beteiligt – von der<br />
Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts<br />
über die Immunmodulation bis<br />
hin zur Muskelkraft und der kognitiven<br />
Leistungsfähigkeit.<br />
Gerade ältere Menschen sind besonders<br />
häufig von einem Vitamin-D-Mangel<br />
betroffen: Mit dem Alter nimmt die körpereigene<br />
Synthese über die Haut ab,<br />
Aufenthalte im Freien sind oft reduziert,<br />
und auch die Fähigkeit der Niere zur<br />
Umwandlung in die aktive Form sinkt.<br />
Studien zeigen, dass niedrige Vitamin-<br />
D-Spiegel mit einem erhöhten Risiko<br />
für Osteoporose, Stürze, Infektionen und<br />
möglicherweise sogar neurodegenerative<br />
Erkrankungen verbunden sind.<br />
Empfehlenswert ist – neben maßvoller<br />
Sonnenexposition – eine regelmäßige<br />
Überprüfung des 25(OH)D-Spiegels im<br />
Blut. Bei Werten unterhalb der empfohlenen<br />
Schwelle (meist < 50 nmol/l<br />
bzw. < 20 ng/ml) kann eine gezielte<br />
Supplementierung sinnvoll sein. Für<br />
ältere Erwachsene liegen die empfohlenen<br />
Tagesdosen bei 800 – 1.000 I.E., in<br />
Schlüssel-<strong>Vitalstoffe</strong> für<br />
gesundes Altern<br />
Zwar ist das Altern ein komplexes Zusammenspiel<br />
genetischer, epigenetischer<br />
und umweltbedingter Faktoren – doch<br />
die Ernährung zählt zu den wenigen<br />
Stellschrauben, die wir aktiv beeinflussen<br />
können. Dabei sind es nicht allein<br />
die Makronährstoffe wie Eiweiß oder<br />
Fette, die eine Rolle spielen. Gerade<br />
Mikronährstoffe – also Vitamine, Mineralstoffe,<br />
Spurenelemente und sekundäre<br />
Pflanzenstoffe – rücken zunehmend in<br />
den Fokus der Alternsforschung.<br />
Viele dieser <strong>Vitalstoffe</strong> sind an Prozessen<br />
beteiligt, die für ein gesundes Altern entscheidend<br />
sind: Sie schützen vor oxidativem<br />
Stress, regulieren Immun- und Entzündungsvorgänge,<br />
fördern die Zell- und<br />
Mitochondrienfunktion und unterstützen<br />
die kognitive Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig<br />
verändert sich mit zunehmendem<br />
Alter der Nährstoffbedarf – während der<br />
Energiebedarf sinkt, bleibt der Bedarf<br />
an Vitaminen und Mineralstoffen gleich<br />
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12
Gesundes Altern<br />
manchen Fällen auch höher – individuell<br />
abgestimmt und möglichst laborgestützt<br />
(D’Amelio & Quacquarelli, 2020).<br />
B-Vitamine<br />
Die B-Vitamine – allen voran B 6 , B 12 und<br />
Folsäure – spielen eine zentrale Rolle im<br />
Energiestoffwechsel, bei der Blutbildung<br />
sowie in der Nerven- und Gehirnfunktion.<br />
Besonders relevant sind sie im Alter<br />
durch ihre Beteiligung an der Regulation<br />
des Homocystein-Spiegels – einer Aminosäure,<br />
die bei erhöhter Konzentration<br />
mit einem gesteigerten Risiko für Herz-<br />
Kreislauf-Erkrankungen und kognitive<br />
Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht<br />
wird.<br />
Ein Mangel an B-Vitaminen bleibt oft<br />
lange unbemerkt, zeigt sich aber schleichend<br />
durch Müdigkeit, depressive Verstimmungen<br />
oder Gedächtnisprobleme.<br />
Besonders Vitamin B 12 ist im Alter kritisch:<br />
Die Aufnahme im Darm nimmt<br />
durch eine verringerte Magensäureproduktion<br />
oder durch die Einnahme von<br />
Medikamenten wie Protonenpumpenhemmern<br />
(PPI) ab (Kovatcheva et al.,<br />
2023).<br />
Risikogruppen wie ältere Menschen,<br />
Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen<br />
oder streng vegetarischer/veganer<br />
Ernährung sollten ihren Status regelmäßig<br />
prüfen lassen. Eine gezielte Supplementierung<br />
– insbesondere von Vitamin<br />
B 12 – ist häufig notwendig und gut verträglich<br />
(Jiang et al., 2021).<br />
Magnesium<br />
Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen<br />
Prozessen beteiligt – mittlerweile<br />
geht man sogar von 600 Prozessen<br />
aus – und übernimmt Funktionen in der<br />
Muskelkontraktion, der Nervenleitung,<br />
der Energieproduktion und der Stressregulation.<br />
Ein ausreichender Magnesiumstatus<br />
ist zudem mit einem geringeren<br />
Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck<br />
und Herzrhythmusstörungen verbunden<br />
(DGE, <strong>2025</strong>)<br />
Typisch für einen Magnesiummangel –<br />
der bei älteren Menschen aufgrund<br />
verminderter Aufnahme, Medikamenteneinnahme<br />
(z. B. Diuretika) oder Erkrankungen<br />
häufiger vorkommt – sind<br />
Muskelkrämpfe, Nervosität, Schlafprobleme<br />
oder Erschöpfung (Barbagallo,<br />
Veronese & Dominguez, 2021).<br />
Gute Magnesiumquellen sind Vollkornprodukte,<br />
Hülsenfrüchte, Nüsse und<br />
grünes Blattgemüse. Liegt bereits ein<br />
Defizit vor, kann eine gezielte Supplementierung<br />
mit gut bioverfügbarem<br />
September <strong>2025</strong><br />
13
V italstoffe<br />
Magnesiumcitrat oder -bisglycinat hilfreich<br />
sein. Auch bei erhöhtem Bedarf –<br />
etwa bei Stress oder erhöhter sportlicher<br />
Aktivität – kann eine zusätzliche Zufuhr<br />
sinnvoll sein.<br />
Selen und Zink<br />
Selen und Zink sind zwar nur in Spuren<br />
im Körper vorhanden, haben aber große<br />
Bedeutung für den Zellschutz, das<br />
Immunsystem und die Regulation von<br />
Schilddrüsenhormonen. Beide wirken<br />
antioxidativ, sind an der Aktivierung<br />
wichtiger Enzyme beteiligt und spielen<br />
eine Rolle in der Abwehr von Infekten<br />
sowie in der Wundheilung.<br />
Mit zunehmendem Alter sinken die Aufnahme<br />
und Verwertung dieser Spurenelemente<br />
– gleichzeitig steigt das Risiko<br />
für Defizite durch einseitige Ernährung,<br />
chronische Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme.<br />
Ein Mangel an Zink<br />
kann beispielsweise zu Hautveränderungen,<br />
verzögerter Wundheilung und<br />
geschwächter Immunabwehr führen,<br />
während Selenmangel mit einer erhöhten<br />
Entzündungsneigung und Schilddrüsenproblemen<br />
in Verbindung gebracht<br />
wird (Yim, Clish & Gladyshev, 2019;<br />
Biţă, Scorei, Bălşeanu, Rău, Ciocîlteu &<br />
Mogoşanu, 2023).<br />
Gute Zinkquellen sind Rindfleisch, Kürbiskerne<br />
und Hülsenfrüchte; Selen findet<br />
sich insbesondere in Paranüssen, Fisch<br />
und Eiern. Auch hier gilt: Eine gezielte<br />
Substitution sollte auf individueller Bedarfserhebung<br />
basieren – insbesondere<br />
bei längerfristiger Einnahme.<br />
Antioxidantien<br />
Oxidativer Stress gilt als zentraler Motor<br />
des Alterungsprozesses: Freie Radikale<br />
greifen Zellstrukturen an und begünstigen<br />
die Entstehung von chronischen<br />
Erkrankungen (Jadeja, Martin & Chen,<br />
(2021). Antioxidantien wie Vitamin C,<br />
Vitamin E und Carotinoide fungieren als<br />
Schutzschild – sie neutralisieren diese<br />
aggressiven Moleküle und helfen, die<br />
Zellintegrität zu bewahren.<br />
Vitamin C unterstützt zudem das Immunsystem,<br />
die Kollagensynthese und<br />
die Eisenaufnahme, während Vitamin E<br />
insbesondere Zellmembranen vor Lipidperoxidation<br />
schützt. Carotinoide<br />
wie Beta-Carotin oder Lutein wirken<br />
nicht nur antioxidativ, sondern unterstützen<br />
auch die Sehkraft – ein Aspekt,<br />
der im Alter zunehmend an Bedeutung<br />
gewinnt (Das et al., 2024).<br />
Die Zufuhr sollte idealerweise über eine<br />
bunte, pflanzenbetonte Ernährung erfolgen:<br />
Obst, Gemüse, Nüsse, kaltgepresste<br />
Öle und Kräuter liefern eine Vielzahl<br />
synergistischer Antioxidantien. Hochdosierte<br />
Supplemente sollten nur nach<br />
individueller Prüfung eingesetzt werden.<br />
Ernährungsmuster statt<br />
einzelne Nährstoffe: Der<br />
ganzheitliche Ansatz<br />
So wertvoll die gezielte Versorgung mit<br />
bestimmten Mikronährstoffen auch ist –<br />
am nachhaltigsten wirken sie im Kontext<br />
eines insgesamt ausgewogenen Ernährungsmusters.<br />
Denn <strong>Vitalstoffe</strong> entfalten<br />
ihre Wirkung nicht isoliert, sondern<br />
in einem komplexen Zusammenspiel<br />
mit anderen Nährstoffen, Enzymen und<br />
sekundären Pflanzenstoffen. Genau<br />
deshalb liegt der Fokus in der Longevity-Forschung<br />
zunehmend auf Ernährungsweisen,<br />
die reich an natürlichen<br />
Mikronährstoffen sind und gleichzeitig<br />
systemisch günstig auf Entzündungsprozesse,<br />
den Blutzuckerstoffwechsel und<br />
die Darmgesundheit wirken.<br />
Besonders gut untersucht sind Ernährungsmuster<br />
wie die mediterrane Ernährung,<br />
die DASH-Diät und das traditionelle<br />
japanische Okinawa-Modell.<br />
Trotz kultureller Unterschiede eint sie<br />
eines: ein hoher Anteil pflanzlicher<br />
Lebensmittel, moderate Mengen hochwertiger<br />
Fette (z. B. aus Olivenöl, Nüssen<br />
und Fisch), eine geringe Aufnahme<br />
hochverarbeiteter Produkte sowie eine<br />
überwiegend natürliche Zufuhr von<br />
Vitaminen und Mineralstoffen (Dominguez,<br />
Di Bella, Veronese & Barbagallo,<br />
2021; Theodoridis et al., 2023;<br />
Hu, 2024).<br />
© kate3155 – shutterstock.com<br />
14
Gesundes Altern<br />
Auch die Vielfalt auf dem Teller spielt<br />
eine Rolle: Je abwechslungsreicher die<br />
Lebensmittelwahl, desto wahrscheinlicher<br />
ist eine ausreichende Mikronährstoffversorgung.<br />
Besonders empfehlenswert<br />
sind:<br />
• grünes Blattgemüse (Magnesium,<br />
Folat, Vitamin C),<br />
• Hülsenfrüchte (Zink, B-Vitamine,<br />
Ballaststoffe),<br />
• Beeren und bunte Gemüse (Antioxidantien,<br />
sekundäre Pflanzenstoffe),<br />
• Nüsse und Samen (Vitamin E,<br />
Magnesium, Selen),<br />
• fetter Seefisch (Vitamin D,<br />
Omega-3-Fettsäuren, Selen),<br />
• fermentierte Produkte (Probiotika,<br />
unterstützend für Darm und Immunsystem).<br />
Darüber hinaus sind Regelmäßigkeit,<br />
aber auch eine maßvolle Kalorienzufuhr<br />
entscheidend: Studien deuten darauf hin,<br />
dass leichte Kalorienrestriktion oder intervallartige<br />
Esspausen (z. B. Intervallfasten)<br />
zelluläre Reparaturmechanismen<br />
wie die Autophagie aktivieren können –<br />
ein natürlicher Prozess, der beschädigte<br />
Zellbestandteile abbaut und erneuert<br />
(Longo, Di Tano, Mattson & Guidi,<br />
2021).<br />
Nicht zuletzt tragen auch individuelle<br />
Aspekte wie Lebensstil, Bewegung,<br />
Stressmanagement und Mikrobiomgesundheit<br />
dazu bei, wie gut der Körper mit<br />
Nährstoffen umgehen kann. Ernährung<br />
bleibt damit ein zentraler, aber nicht alleiniger<br />
Schlüssel zu gesundem Altern.<br />
Kleine <strong>Vitalstoffe</strong>, große<br />
Wirkung<br />
Gesundes Altern ist kein Zufall – es ist<br />
das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen,<br />
die sich im Laufe der Jahre<br />
summieren. Eine ausgewogene, vitalstoffreiche<br />
Ernährung bildet dabei<br />
eine der wirkungsvollsten Grundlagen.<br />
Mikronährstoffe wie Vitamin D, B-<br />
Vitamine, Antioxidantien, Magnesium,<br />
Zink und Selen leisten einen stillen,<br />
aber unverzichtbaren Beitrag zum Zellschutz,<br />
zur Immunstabilität, zur kognitiven<br />
Gesundheit und zur Prävention<br />
altersbedingter Erkrankungen (Weber et<br />
al, <strong>2025</strong>).<br />
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September <strong>2025</strong><br />
15
V italstoffe<br />
Doch ebenso entscheidend wie die gezielte<br />
Versorgung mit diesen Nährstoffen ist<br />
das Ernährungsmuster als Ganzes. Wer<br />
auf frische, möglichst unverarbeitete Lebensmittel<br />
setzt, auf Vielfalt achtet und<br />
langfristig eine pflanzenbetonte, moderat<br />
kalorische Ernährung verfolgt, schafft optimale<br />
Voraussetzungen für gesunde Lebensjahre<br />
– und profitiert ganz nebenbei<br />
von besserem Wohlbefinden im Alltag.<br />
Die Forschung des Alterungsprozesses<br />
steht in vielen Bereichen noch am Anfang,<br />
doch eines ist klar: <strong>Vitalstoffe</strong> sind<br />
mehr als bloße Mikronährstoffe – sie<br />
sind molekulare Helfer für ein gesundes<br />
Leben bis ins hohe Alter.<br />
Autorin:<br />
Laura Ingenlath<br />
MSc Ernährungstherapie<br />
Referenzen:<br />
Ames, B.N. (2018). Prolonging healthy<br />
aging: Longevity vitamins and proteins.<br />
Proc Natl Acad Sci U S A. Oct<br />
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© kate3155 – shutterstock.com<br />
16
Gesundes Altern<br />
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Dec;4(12):e664. doi: 10.1016/S2666-<br />
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Trial: Combined intervention with<br />
Tumeric aus<br />
Curcuma longa<br />
Anthocyanin aus<br />
Daucus carota<br />
Vitamin D, Omega-3 and exercise<br />
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Yim, S.H., Clish, C.B. & Gladyshev, V.N.<br />
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AZ_R+K <strong>2025</strong>_RZ_VS_135x191+.qxp_Layout 1 22.04.25 09:08 Seite 2<br />
Astaxanthin aus<br />
Haematococcus<br />
β-Carotin aus<br />
Daniella Salina<br />
WO DIE GUTEN FARBEN<br />
HERKOMMEN<br />
Kovatcheva et al. (2023). Vitamin B12<br />
is a limiting factor for induced cellular<br />
plasticity and tissue repair. Nat Metab.<br />
Nov;5(11):1911-1930. doi: 10.1038/<br />
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Nov 16. PMID: 37973897; PMCID:<br />
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Longo, V.D., Di Tano, M., Mattson,<br />
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doi: 10.1038/s43587-020-00013-3.<br />
Epub 2021 Jan 14. PMID: 35310455;<br />
PMCID: PMC8932957.<br />
Naturfarben für<br />
Nahrungsergänzungsmittel<br />
Theodoridis et al. (2023). Adherence to<br />
the DASH Diet and Risk of Hypertension:<br />
A Systematic Review and Meta-<br />
Analysis. Nutrients, Jul 24;15(14):3261.<br />
doi: 10.3390/nu15143261. PMID:<br />
37513679; PMCID: PMC10383418.<br />
Wang et al. (2023). Healthy lifestyle<br />
September <strong>2025</strong><br />
Bright ideas in natural food colours<br />
Since 1899<br />
17
V italstoffe<br />
© Romix Image – shutterstock.com<br />
Dr. Jörg Schreiber<br />
Ginger Ease – Die Innovation für natürlichen Ingwer-Genuss<br />
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Einführung<br />
Ingwer ist eine alte Gewürzpflanze, die<br />
zur Familie der Zingiberaceae gehört und<br />
botanisch als Zingiber officinale Rosc. bekannt<br />
ist. Sie ist in Südostasien beheimatet<br />
(Rame, 2024). Der Anbau von Ingwer<br />
geht auf etwa 3.000 Jahre zurück und ist<br />
Bestandteil vieler bekannter Gerichte in<br />
verschiedenen Küchen. Die kulinarische<br />
Verwendung von Ingwer konzentriert<br />
sich auf seine aromatisierenden, färbenden<br />
und konservierenden Eigenschaften.<br />
Ingwer verleiht Lebensmitteln bei der<br />
Verarbeitung für den Verzehr Aroma und<br />
Geschmack (Ersedo, 2023).<br />
In der antiken griechischen Geschichte<br />
(40 – 90 n. Chr.) waren die Griechen mit<br />
der diätetischen und kulinarischen Verwendung<br />
von Ingwer vertraut. Im 13.<br />
Jahrhundert lernte Marco Polo auf seiner<br />
Reise nach China und Sumatra den<br />
Ingwer kennen und importierte ihn nach<br />
Europa. Zur gleichen Zeit brachten die<br />
Araber den Ingwer von Indien nach Ostafrika,<br />
während die Portugiesen ihn in<br />
Westafrika verbreiteten (Shaukat, 2023).<br />
Im Mittelalter wurde er zur Aromatisierung<br />
von Bier eingesetzt, die Griechen<br />
wickelten ihn in Brot ein, um Übelkeit<br />
zu lindern, und es gibt Beispiele für seine<br />
Verwendung in Süßigkeiten (Gao, 2024).<br />
Heutzutage nutzen Verbraucher die Verwendung<br />
von Lebensmitteln, die mit<br />
natürlich vorkommenden Gewürzen wie<br />
Ingwer angereichert sind, um synthetische<br />
Konservierungsstoffe zu ersetzen,<br />
die gesundheitliche Bedenken aufwerfen.<br />
Aufgrund allmählicher Veränderungen<br />
der Ernährungsgewohnheiten und einer<br />
wachsenden Vorliebe für scharfe Speisen<br />
hat der Konsum von Gewürzen in<br />
verschiedenen Bevölkerungsgruppen<br />
zugenommen. Ingwer wird weltweit als<br />
Gewürz, Aromastoff, als Medizin und<br />
Lebensmittel-Konservierungsmittel verwendet,<br />
und sein scharfer Geschmack ist<br />
global ein fester Bestandteil in diversen<br />
Küchen (Gao, 2024).<br />
Gingerole gegen<br />
Giftstoffe<br />
Darüber hinaus trug der Verzehr von<br />
Ingwer (insbesondere von Gingerolen)<br />
aufgrund seiner Wirkung gegen<br />
verschiedene Giftstoffe zur Gesunderhaltung<br />
des Menschen bei (Tabelle 1).<br />
Derzeit schränken der stark scharfe Geschmack<br />
der Ingwerverbindungen und<br />
die Instabilität der Gingerole in Wasser<br />
(Tabelle 2) die Verwendung in Getränkeformulierungen<br />
ein.<br />
Ein neuer Weg zu Getränken soll in diesem<br />
Artikel aufgezeigt werden.<br />
Antioxidative Wirkungen<br />
von Ingwer in<br />
Lebensmitteln<br />
Die Aufnahme von Sauerstoff bei der<br />
Lebensmittelproduktion während der<br />
industriellen Lebensmittelverarbeitung<br />
trägt zu einem Anstieg der Lipidoxidation<br />
bei. Diese Probleme können durch die<br />
Verwendung von Ingwer als alternative<br />
schützende Zutat während der Lebensmittelverarbeitung<br />
und -konservierung<br />
gelöst werden. Dies hat das Potenzial,<br />
den Verderb von Lebensmitteln zu minimieren<br />
und die Haltbarkeit reduzierende<br />
Faktoren zu beseitigen (Ersedo, 2023).<br />
18
Pflanzenextrakte<br />
Toxine, Schwermetalle und<br />
weitere gesundheitlich<br />
bedenkliche Stoffe<br />
Quelle der Infektion<br />
Hauptkrankheit oder gesundheitliche<br />
Auswirkung/<br />
Hauptsymptome/-auswirkungen<br />
Wirkung von 6-Gingerol<br />
(in vitro, in-vivo)<br />
Mycotoxine<br />
Aspergillus spp<br />
Betroffene Lebensmittel/Pflanzen:<br />
Eier, Mais, Milch, Milchprodukte<br />
Aflatoxikose, Leberkrebs<br />
Akute Vergiftung, Leberschäden,<br />
Krebsrisiko<br />
↓ Leberschäden<br />
↑ Antioxidative Enzyme<br />
↓ ROS (reaktiver Sauerstoff)<br />
Candida albicans<br />
Magen-Darm-Trakt, Mund, Vagina<br />
und Haut<br />
Bildet Biofilme<br />
Vaginale Pilzinfektion, Harnwegsinfektion,<br />
Hautinfektionen,<br />
systemische Infektionen<br />
Hemmt die Biofilmbildung<br />
Antivirulenz-Effekte<br />
Vielversprechender natürlicher<br />
Antipilz-Wirkstoff<br />
Bakterientoxin:<br />
Methicillin-resistenter<br />
Staphylococcus aureus<br />
(MRSA)<br />
Virus<br />
Corona<br />
(COVID 19)<br />
Quecksilber, Eisen,<br />
Aluminium, Chrom<br />
Arzneimittel und Pestizide:<br />
MRSA ist ein multiresistentes<br />
Bakterium<br />
Krankenhäuser, Pflegeheime,<br />
beengte Räume<br />
Mensch-zu-Mensch-Übertragung<br />
Tröpfcheninfektion, kontaminierte<br />
Oberflächen<br />
Fisch, Amalgam<br />
Rotes Fleisch, Wasser<br />
Antazida, Lebensmittel<br />
Industrielle Prozesse<br />
Doxorubicin, Diclofenac, Cisplatin,<br />
Gentamicin<br />
Chlorpyriphos, Thiourea<br />
Krankenhaus- und Gemeinschaftsinfektionen<br />
Dringt durch Wunden und medizinische<br />
Geräte in den Körper ein<br />
Lungenentzündung, akutes Atemnotsyndrom<br />
(ARDS), Multiorganversagen,<br />
Tod<br />
Gedächtnisverlust, Schlaflosigkeit,<br />
Übelkeit, Bauchschmerzen<br />
Knochenschmerzen<br />
Asthma, Lungenkrebs<br />
Abhängig vom jeweiligen Medikament<br />
oder Pestizid<br />
Wirksam gegen:<br />
S. aureus RN4220, Methicillinresistenter<br />
S. aureus 1298 and<br />
EMRSA 16.<br />
Entzündungshemmende und<br />
antioxidative Wirkungen<br />
Kann Eindringen und Vermehrung<br />
des Virus hemmen<br />
Aktivierung über verschiedene<br />
Signalwege:<br />
Nuclear factor-kappa B (NF-kB),<br />
Mitogen-activated protein<br />
kinase (MAPK), p53,<br />
cyclooxygenase-2 (COX-2), und<br />
inducible nitric oxide synthase<br />
(iNOS) pathways<br />
Fördert Antioxidant Enzyme:<br />
SOD, GSH, Katalase<br />
Hemmt Entzündungsmarker<br />
Tabelle 1: Gesundheitliche Wirkung von Ingwer gegen verschiedene Toxine, Schwermetalle und weitere gesundheitlich bedenkliche Stoffe<br />
(Yahyazadeh, 2021), (Vipin, 2017)<br />
Es wird berichtet, dass die antioxidativen<br />
Eigenschaften des gefriergetrockneten<br />
Ingwerpulvers auf seinen Reichtum an<br />
phenolischen Antioxidantien wie 6-Gingerol<br />
(Abb. 1) zurückzuführen sind, die<br />
als umweltfreundlicher Ersatz für synthetische<br />
Zusatzstoffe, zur Verhinderung<br />
der Lipidoxidation in Ölprodukten und<br />
als funktionelle Lebensmittelzutat dienen<br />
können (Gao, 2024).<br />
Antioxidative Wirkung<br />
von Gingerolen und<br />
Shogaolen<br />
Gingerol und Shogaol (Abb. 1), die in<br />
Ingwer gefunden werden, haben ein größeres<br />
antioxidatives Potenzial als andere<br />
bioaktive Komponenten und können<br />
durch oxidativen Stress verursachte Störungen<br />
beseitigen (Abb. 1) (Srinivasan,<br />
2017).<br />
Abb. 1: Das Rhizom von Ingwer (Zingiber officinale) und einige seiner bioaktiven Verbindungen<br />
(Srinivasan, 2017)<br />
September <strong>2025</strong><br />
19
V italstoffe<br />
In Ingwer enthaltene Bioaktivstoffe<br />
Tabelle 2 gibt einen Überblick über die verschiedenen in Ingwer enthaltenen Bioaktivstoffe.<br />
Klasse Komponente Beispiele Verarbeitungs-/Lagerungsbedingungen,<br />
saure Umgebungen,<br />
Luft, Licht<br />
Eigenschaften / Anmerkungen<br />
Literatur<br />
Gingerole Nicht flüchtig 6-Gingerol,<br />
8-Gingerol,<br />
10-Gingerol<br />
Empfindlich gegenüber<br />
Hitze, Säure, Licht, Luft<br />
und längerer Lagerung.<br />
Wandelt sich unter<br />
diesen Bedingungen in<br />
Shogaole um.<br />
Die wichtigsten Scharfstoffe<br />
in frischem<br />
Ingwer, tragen zum<br />
Geschmack und zum<br />
gesundheitlichen Nutzen<br />
bei.<br />
Mao, (2019),<br />
Shaukat (2023)<br />
Shogaole Nicht flüchtig 6-Shogaol Entsteht aus Gingerolen<br />
durch Dehydratisierung,<br />
thermische Verarbeitung<br />
oder niedrigen<br />
pH-Wert.<br />
Schärfer; dominant in<br />
verarbeitetem oder<br />
getrocknetem Ingwer.<br />
Shaukat (2023)<br />
Flüchtige Öle Flüchtig Geraniol, Limonen,<br />
α-Zingiberene,<br />
Kampfer, Cineol, etc.<br />
Flüchtig; geht leicht<br />
durch Hitze, Verdunstung<br />
und Einwirkung<br />
von Licht/Luft bei der<br />
Verarbeitung oder<br />
schlechter Lagerung<br />
verloren.<br />
Verantwortlich für das<br />
charakteristische Aroma;<br />
Hauptbestandteile<br />
der ätherischen Öle.<br />
Mao, (2019),<br />
Shaukat (2023)<br />
Diarylheptanoide Nicht flüchtig Dihydrocurcumin,<br />
Hexahydrocurcumin,<br />
Bisgingerdiones<br />
Relativ stabil, obwohl<br />
lange Verarbeitungszeiten<br />
oder hohe Temperaturen<br />
sie beeinträchtigen<br />
können.<br />
Bioaktiv; trägt zu<br />
antioxidativen und entzündungshemmenden<br />
Eigenschaften bei.<br />
Unuofin (2021)<br />
Paradole,<br />
Zingerone<br />
Nicht flüchtig Zingeron, Paradol Paradole entstehen<br />
durch Hydrierung von<br />
Shogaolen; Zingeron<br />
nimmt beim Erhitzen<br />
oder Kochen zu.<br />
Zusätzliche scharfe/aromatische<br />
Verbindungen;<br />
verantwortlich für<br />
süß-würzige Noten.<br />
Mao, (2019),<br />
Shaukat (2023)<br />
Tabelle 2: Bioaktivstoffe im Ingwer<br />
Gesundheitliche Vorteile<br />
von 6-Gingerolen<br />
Die gesundheitlichen Auswirkungen von<br />
6-Gingerolen sind erstaunlich.<br />
(Abb. 2/Tabelle 3 und Tabelle 4).<br />
© Photoongraphy – shutterstock.com<br />
Abb. 2: Gesundheitliche Vorteile von 6-Gingerolen (Samota, 2024)<br />
20
Pflanzenextrakte<br />
Wie in Tabelle 2 erläutert, reagieren<br />
Gingerole empfindlich auf Verarbeitungs-<br />
und Lagerungsbedingungen<br />
(Abb. 3).<br />
Standardisierter<br />
Ingwer-Extrakt mit<br />
hohem Anteil (16%) an<br />
Gingerolen (Ginfort ® )<br />
VIVATIS Pharma bietet exklusiv den<br />
bioaktiven Ingwer-Rohstoff Ginfort ® ,<br />
welcher von Olene ® Life Sciences Pvt.<br />
Ltd. hergestellt wird, mit einem hohen<br />
Anteil an Ingwerverbindungen (6-Gingerol,<br />
Abb. 3) an. Die Vorteile dieses Extrakts<br />
sind in Tabelle 3 beschrieben.<br />
Abb. 3: Einfluss der Verarbeitungsbedingungen auf die Bioaktivstoffe von Ingwer<br />
(Shaukat, 2023)<br />
Parameter<br />
Typische<br />
Ingwerextrakte/-pulver<br />
Ginfort®<br />
Vorteile<br />
Erscheinungsbild<br />
Schlecht frei fließendes<br />
Pulver<br />
Frei fließendes Pulver<br />
Exzellente Fließeigenschaften<br />
Gingeroid-Gehalt (total) 5% >26% Hoch konzentriert<br />
6-Gingerol 1,34% 16% 12 mal höher<br />
Prozess Nicht umweltfreundlich Extraktion mit überkritischer<br />
Flüssigkeit, ungiftiges<br />
Lösungsmittel (CO2)<br />
Milde Extraktionsbedingungen<br />
Hilfsstoffe Maltodextrine Maltodextrin frei Relevant für Diabetes-Patienten<br />
Studien (1) Panda et al (2023) Ginfort®: Verringerung der funktionellen Dyspepsie<br />
(wiederkehrende Verdauungsbeschwerden wie Schmerzen<br />
oder Unwohlsein im Oberbauch, Blähungen)<br />
Studien (2) Nirvanashetty et al (2022) Verringerung von Menstruationsbeschwerden<br />
Dosierung 500 – 2000 mg 100 – 200mg Wirksamkeit und konsumentenfreundliche<br />
Darreichungsform<br />
Tabelle 3: Vorteile von Ginfort ®<br />
September <strong>2025</strong><br />
21
V italstoffe<br />
Weitere Vorteile von Ingwer und Gingerolen, die für andere Verwendungen von Ginfort ® relevant sein könnten,<br />
sind in Tabelle 4 aufgeführt.<br />
Vorteile von Ingwer/Gingerolen (in vitro/in-vivo)<br />
Literatur<br />
Stimulans für den Magen-Darm-Trakt, erhöht die Motilität,<br />
Stimulation der Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse (Lipase, Amylase, Proteasen),<br />
höhere In-vitro-Absorption von Eisen, Zink, Kalzium, Beta-Carotin (bei Tieren)<br />
6-Gingerol fördert die Anhaftung von Probiotika (Lactobacillus und Bifidobakterien)<br />
Gingerole wirken stark auf die Schleimhäute und wurden gegen Gastritis, Übelkeit, Durchfall,<br />
Dyspepsie, Colitis ulcerosa getestet<br />
Srinivasan, 2017<br />
Gao, 2024<br />
Samota, 2024, Yücel, 2022<br />
Verringerung von Menstruationsschmerzen durch Ingwer<br />
(z. B. Meta-Analyse, Daily, Negi).<br />
In meheren Studien wurde im Vergleich zu Placebo die Wirkung belegt.<br />
Daily, 2017, Negi, 2021,<br />
Crasta, 2019, Shirooye,<br />
2017<br />
Schmerzlinderung bei Arthrose (Metaanalyse) Bartels, 2002<br />
Antidiabetische Wirkung durch Schutz der Betazellen der Bauchspeicheldrüse<br />
(Insulinausschüttung, Umkehrung des veränderten Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels),<br />
Verbesserung des Blutzuckerspiegels bei Patienten mit Typ-2-Diabetes<br />
Erhöhung von GLP-1 (6-Gingerol, Maus)<br />
Eine 4-wöchige Behandlung mit 6-Gingerol erhöhte die glukosestimulierte Insulinsekretion drastisch und<br />
verbesserte die Glukosetoleranz.<br />
Es wurde festgestellt, dass das GLP-1 im Plasma signifikant erhöht war.<br />
Srinivasan, 2018<br />
Samat, 2017, Unuofin,<br />
2021<br />
Antioxidative Wirkungen<br />
Abfangen von freien Radikalen, Unterdrückung der Lipidperoxidation, Verstärkung der antioxidativen Moleküle<br />
im Gewebe, Stimulierung der endogenen antioxidativen Enzyme, Hemmung der NO-Synthase, Hemmung der<br />
LDL-Oxidation und der Enzyme 5-Lipoxygenase und 2-Cyclooxygenase<br />
Srinivasan, 2019, Mao,<br />
2019,<br />
Entzündungshemmende Eigenschaften beim Menschen<br />
Arthrose-Patienten, Knieschmerzen, rheumatoide Arthritis<br />
Moduliert wichtige Entzündungs- und Immunwege durch Unterdrückung pro-inflammatorischer Mediatoren<br />
(TNF-α, NF-κB, COX, IFN-γ, VEGF, iNOS, ILs)<br />
Srinivasan, 2020<br />
Yücel, 2022, Unuofin,<br />
2021<br />
Antiallergische Wirkungen in einem Allergiemodell der Maus<br />
Unterdrückung der Zytokinproduktion für die T-Zell-Aktivierung (6-Gingerol)<br />
Unterdrückung der Differenzierung sowohl von Th1-Zellen als auch von Th2-Zellen in naive T-Zellen sowie der<br />
Produktion von Zytokinen für die T-Zell-Aktivierung und -Proliferation, wodurch die Symptome der allergischen<br />
Rhinitis verhindert oder gelindert werden, ohne eine Aktivierung von<br />
B-Zellen und Mastzellen zu verursachen<br />
Srinivasan, 2020<br />
Yücel, 2022<br />
Tabelle 4: Vorteil von Ingwer und Gingerolen<br />
22
Pflanzenextrakte<br />
Aktivierung des TRP-Kanals<br />
Die Schärfe der Gingerole beruht auf der Aktivierung des TRP-Kanals (TRPV1, Vanilloidrezeptor 1), ähnlich wie bei den<br />
Capsaicinen in Chili (Abb. 4) (Gao, 2024).<br />
Abb. 4: Aktivierung verschiedener Rezeptoren (Gao, 2024)<br />
Die Schärfe von Shogaolen ist doppelt so<br />
hoch wie die von Gingerolen (Abb. 1),<br />
(Gao, 2024).<br />
Die TRPV1-Rezeptoren finden sich nicht<br />
nur im Mund, sondern in verschiedenen<br />
Bereichen des Körpers (Tabelle 5, Shuba,<br />
2021) und erklären zum Teil, warum<br />
Gingerol vielfältige Wirkungen hat.<br />
Ort des TRPV1-Rezeptors<br />
Mund und Rachen<br />
(Mund- und Rachenschleimhaut,<br />
sensorische Nervenendigungen)<br />
Periphere sensorische Nerven<br />
(Fasern in Spinalwurzel, Trigeminus,<br />
Vagalganglien, Nervenenden)<br />
Effekt<br />
Schärfeempfindung von Lebensmitteln, Temperatur-<br />
und Chemikalienempfindlichkeit<br />
Schmerz- und Wärmeempfindung, Schmerzmodulation/Desensibilisierung<br />
Gefäßsystem<br />
(Endothelzellen, glatte Muskelzellen,<br />
perivaskuläre Nerven)<br />
Verbesserte endotheliale Funktion, Vasorelaxation,<br />
Blutdruckkontrolle<br />
Gastrointestinaltrakt,<br />
(Magenschleimhautzellen)<br />
Modulation der GI-Motilität und -Sekretion,<br />
Magenschutz<br />
Zentrales Nervensystem<br />
(Thalamus, Amygdala, Hippocampus,<br />
Hypothalamus, Mikroglia im Gehirn)<br />
Kognitive Funktionen<br />
(Lernen, Gedächtnis, Stimmung), Regulierung<br />
der Körpertemperatur<br />
Haut<br />
(Keratinozyten, Haarfollikel, Immunzellen)<br />
Modulation von Entzündung und Schmerzempfindung<br />
in der Haut<br />
Innere Organe<br />
(Bauchspeicheldrüse, Leber, Lunge, Herz,<br />
Netzhaut)<br />
Organspezifische Signalmodulation, potenzieller<br />
Schutz in Stress-/Verletzungssituationen<br />
© nbriam – shutterstock.com<br />
Tabelle 5: Lage und Nutzen von TRPV1-Rezeptoren<br />
September <strong>2025</strong><br />
23
V italstoffe<br />
Gingerol-Stoffwechsel<br />
6-Gingerol wird im Magen-Darm-Trakt<br />
und in der Leber verstoffwechselt, zunächst<br />
als Glucuronid, mit einer Plasmahalbwertszeit<br />
von 1 – 3 Stunden (Samota,<br />
2024, Arcusa, 2022).<br />
Ingwer weist vielversprechende krebsbekämpfende<br />
Eigenschaften auf. Die Pharmakokinetik<br />
der Ingwer-Bestandteile 6-,<br />
8-, 10-Gingerol und 6-Shogaol wurde<br />
beim Menschen analysiert und die entsprechenden<br />
Glucuronide wurden nachgewiesen<br />
(Zick 2008).<br />
Einige Autoren haben die Hypothese<br />
aufgestellt, dass sich die (inaktiven)<br />
Glucuronidformen in den Geweben<br />
durch das Vorhandensein des Enzyms<br />
Glucuronidase in freie (aktive) Spezies<br />
umwandeln, wodurch sich ein Gleichgewicht<br />
zwischen beiden Formen einstellt,<br />
was als „umgekehrte Pharmakokinetik“<br />
bezeichnet wurde. Die freie Form würde<br />
ihre Wirkung auf die zahlreichen Zielrezeptoren<br />
ausüben (Arcusa, 2022).<br />
© anat chant– shutterstock.com<br />
Darreichungsformen<br />
In der Vergangenheit wurden verschiedene<br />
Darreichungsformen für Ingwerextrakte<br />
entwickelt (Tabelle 6). Die Verbraucher<br />
mögen den Ingwergeschmack<br />
der verschiedenen Produkte wie Ingwer-<br />
Tee, Ingwer-Zitronen- oder Ingwer-Kurkuma-Getränke.<br />
In der Regel sind diese<br />
Getränke nicht auf einen Ingwerwirkstoff<br />
standardisiert.<br />
Kapseln<br />
Die standardisierten Extrakte aus Gingerolen<br />
werden in Kapseln für verschiedene<br />
Indikationen angeboten (Tabelle 6).<br />
Ein Vorteil von Kapseln ist, dass der<br />
Verbraucher keinen scharfen Geschmack<br />
der Gingerole (keine TRPV1-Aktivierung,<br />
Abb. 4) wahrnimmt.<br />
Heutzutage bevorzugen die Verbraucher<br />
jedoch auch andere Formate als Kapseln.<br />
Ingwer-Blends<br />
Studien über die Vorteile der Zugabe<br />
von Ingwer zu Kakaogetränken, schwarzem<br />
Tee, Kaffee, Sojabohnen-/Mango-<br />
Getränken oder zu Amla-Saft wurden<br />
beschrieben (antioxidative Aktivitäten,<br />
Vitamin-C-Stabilität, Geschmacks-,<br />
Aroma-, Farbverbesserung, Tabelle 6).<br />
Ginger Ease – Ein trinkbares<br />
Ingwerpulver mit<br />
einem standardisierten<br />
Ingwerextrakt (Ginger<br />
Ease) und geringer Schärfe<br />
Derzeit schränken der stark scharfe Geschmack<br />
von Gingerol-Wirkstoffen und<br />
ihre Instabilität in Wasser bei längerer<br />
Lagerung sowie die Einhaltung bestimmter<br />
pH-Werte die Verwendung in<br />
Getränke-Formulierungen ein (Tabelle<br />
2). Möglicherweise ist im Markt weniger<br />
bekannt, dass Gingerole diese Eigenschaften<br />
aufweisen. Ein neuer Ansatz für<br />
eine trinkbare Ingwerzusammensetzung<br />
wurde daher entwickelt (Ginger Ease).<br />
Der Geschmack einer Ingwerpulver-<br />
Mischung, die Ginfort ® enthält, kann<br />
durch Taste-Masking kontrolliert werden<br />
(Geschmacksmaskierung des Ingwerextrakts,<br />
Abb. 4). Dadurch können<br />
neue Kunden angesprochen werden, die<br />
bisher aufgrund des scharfen Ingwergeschmacks<br />
die zahlreichen Vorteile der<br />
Aktivwirkstoffe im Ingwer nicht nutzen.<br />
Wie in Tabelle 2 erläutert, sind Gingerole<br />
gegenüber verschiedenen Bedingungen<br />
(Luft, Licht, saurer pH-Wert usw.)<br />
empfindlich. Eine trinkfertige Pulverzusammensetzung<br />
(zum Beispiel für einen<br />
Ingwer-Shot) hat nur kurze Kontaktzeiten<br />
mit Flüssigkeiten (Wasser), was ein<br />
Vorteil für die Stabilität der Ingwer-<br />
Wirkstoffe (Gingerole) ist.<br />
Ginger Ease hat das beste Verhältnis:<br />
Gingeroidgehalt (hoch) / Schärfe (niedrig)<br />
im Vergleich zu typischen Ingwerextrakten.<br />
Weitere Vorteile sind in Tabelle<br />
6 beschrieben.<br />
Das Produktkonzept kann durch die Verwendung<br />
weiterer Inhaltsstoffe für die<br />
beabsichtigte Indikation erweitert werden<br />
(z. B. zur Schmerz-Reduktion (Frauengesundheit,<br />
Arthritis), Darmgesundheit,<br />
antioxidative oder antiallergische<br />
Formulierungen, siehe Tabelle 1, 3, 4).<br />
Visuelle Anziehungskraft<br />
von Getränken<br />
Die Verwendung von Fruchtpulvern<br />
(z. B. Cranberry) oder funktionellen Pulvern<br />
mit gesundheitlichen Vorteilen (Tabelle<br />
6) kann die visuelle Anziehungskraft<br />
von Getränken erhöhen und sie für<br />
die Verbraucher attraktiver machen. Dies<br />
kann besonders auf dem wettbewerbsintensiven<br />
Getränkemarkt wichtig sein, wo<br />
die Produkt-Präsentation eine entscheidende<br />
Rolle für den Kunden spielt. Ein<br />
Beispiel für eine ansprechende Verpackung<br />
in Stickform sowie die typische<br />
Cranberry-Farbe nach Auflösung des<br />
Pulvers in Wasser ist in Tabelle 6 abgebildet.<br />
24
Pflanzenextrakte<br />
Darreichungssystem Hauptfunkion/Benefit Nachteil<br />
Ingwerextrakte in Marktprodukten<br />
Tee<br />
Kakao<br />
Schokoladengetränke<br />
Ingwer-Zitronen-<br />
Getränke<br />
Ingwer-Kurkuma-<br />
Getränke<br />
Süße und pikante Ingwer-Produktkonzepte<br />
Milchkaffee<br />
Protein + Ingwer-<br />
Kompositionen<br />
Probiotische/<br />
Präbiotische Getränke<br />
Vorteil: Der typische Ingwergeschmack,<br />
den die Menschen mögen<br />
Nicht standardisiert<br />
Dies sind typischerweise nicht standardisierte<br />
Produkte (in Bezug auf<br />
einen Wirkstoff) und die entsprechenden<br />
gesundheitlichen Vorteile<br />
Geschmacksbeschwerden<br />
1. Seifenartiger Geschmack:<br />
Eine beträchtliche Anzahl von Verbrauchern<br />
berichtet, dass Ingwer<br />
für sie wie Seife schmeckt.<br />
2. Geschmack als unerträglich bitter<br />
oder an Reinigungsmittel erinnernd<br />
Geruchsbeschwerden<br />
Der scharfe und würzige Geruch<br />
von Ingwer kann für einige Verbraucher<br />
unangenehm sein. Der starke<br />
Geruch ist charakteristisch für hochwertigen<br />
Ingwer, aber er mag nicht<br />
jeden ansprechen, insbesondere<br />
nicht diejenigen, die empfindlich<br />
auf starke Gerüche oder Geschmacksrichtungen<br />
reagieren.<br />
Studien über den Zusatz von Ingwer und<br />
seinen Derivaten zu diversen Getränkeprodukten<br />
Kakao-Getränk<br />
Schwarzer Tee<br />
Robusta-Kaffee<br />
Sojabohnen, Mango-Getränk<br />
Aonla-Getränk (Amla-Saft oder<br />
indische Stachelbeere)<br />
Gingerole (standardisierte Extrakte)<br />
für Immunität/entzündungshemmend,<br />
Verdauung, gegen Übelkeit und<br />
Reisekrankheit, Gesundheit der Gelenke,<br />
Gesundheit der Atemwege<br />
Kapseln<br />
Ginger Ease (VIVATIS Pharma)<br />
Mischungsfertiges Pulver für ein Getränk<br />
mit einem standardisierten Ingwerextrakt<br />
(Ginfort®)<br />
Gesamtphenolgehalt ↑, Antioxidative Aktivität ↑<br />
(Faiqoh, 2021)<br />
Aroma ↑, Geschmack ↑ (Makanjuola, 2017)<br />
Antioxidative Aktivität ↑, Aroma ↑<br />
(Kuswardhani, 2021)<br />
Aroma ↑, Geschmack ↑, Farbe ↑ (Cardoso, 2015)<br />
Vitamin-C-Stabilität, Aroma, Geschmack (Gaikwad, 2013)<br />
Standardisierte Produkte<br />
Geschmack<br />
Die Schärfe der Gingerole ist durch die Verwendung von<br />
Kapseln kein Problem<br />
Gesundheitliche Vorteile durch die Standardisierung auf<br />
hohe Gingerol-Gehalte<br />
Neuartiges Ingwer-Extrakt Produktkonzept für Getränke mit<br />
Ginfort®<br />
Keine Kapsel, sondern ein Getränk (hergestellt aus einem Pulver)<br />
Für Verbraucher, die keine Kapseln bevorzugen, aber Getränke,<br />
Drinks, reine Tafelwasserprodukte verwenden möchten<br />
Gingeroide mit hohem Gehalt (Ginfort®, 26% Gingeroide,<br />
16% Gingerole) Niedrige Dosierung (100 mg)<br />
Maskierungstechnologie, um es trinkbar zu machen (geringe<br />
Schärfe)<br />
Für Verbraucher mit keiner oder geringer oder mit Ingwergeschmackserfahrung<br />
Geruch (typisch für Ingwerextrakte): Kann durch Aromen verändert/angepasst<br />
werden (für Verbraucher, die den Geruch von<br />
Ingwer produkten nicht mögen)<br />
Gesundheitliche Vorteile durch Standardisierung (Gingeroide)<br />
Höchste Konzentration an Gingeroiden (26%) im Ingwerextrakt<br />
Studiendaten von Ginfort® (Tabelle 3) und geeignet für andere<br />
Indikationen (Tabelle 1, Tabelle 4)<br />
Bestes Verhältnis: Gingeroide (hoch dosiert) / Schärfe (gering)<br />
im Getränk<br />
Nur Kapseln<br />
Nicht für Verbraucher, die andere<br />
Darreichungsformen wie Getränke<br />
bevorzugen<br />
Eingeschränkte Flexibilität bei<br />
der Dosierung: Die Kapseln sind<br />
vordosiert und können nicht<br />
einfach geteilt oder zerkleinert<br />
werden, um die Menge<br />
anzupassen<br />
Tabelle 6: Formate im Markt und ein neuartiges Ginger Ease Produkt-Konzept<br />
September <strong>2025</strong><br />
25
V italstoffe<br />
Markt für standardisierte<br />
Gingerole<br />
Quelle<br />
Vorhersagezeitraum<br />
CAGR<br />
Mehrere Marktforschungsinstitute erwarten<br />
in den kommenden Jahren Wachstumsraten<br />
für Gingerole von 5,7 bis 6,5%<br />
(Tabelle 7, Abb. 5).<br />
Verified Market Reseach® 2024 – 2031 6,50%<br />
24ChemicalReseach <strong>2025</strong> – 2032 5,70%<br />
HTF Market Intelligence <strong>2025</strong> – 2031 5,90%<br />
Tabelle 7: Markt (CAGR) für Gingerole<br />
https://www.verifiedmarketresearch.com/product/gingerols-market/<br />
Zusammenfassung<br />
Es wird erwartet, dass der Markt für Gingerole<br />
in den nächsten Jahren etwa 5,7<br />
bis 6,5% (Tabelle 7, Abb. 5) wachsen<br />
wird. Derzeit schränken der stark scharfe<br />
Geschmack der Ingwerverbindungen<br />
und die Instabilität der Gingerole in<br />
Wasser (Tabelle 2) die Verwendung in<br />
Getränkeformulierungen ein.<br />
Ingwer ist eine bekannte Gewürzpflanze,<br />
die als Aromastoff und Konservierungsmittel<br />
für Lebensmittel verwendet wird.<br />
Er hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile<br />
(Tabelle 1, Abb. 2, Tabelle 4). Die<br />
bioaktiven Verbindungen des Ingwers<br />
sind heute bekannt (z. B. Gingeroide wie<br />
Gingerol und Shogaole), ebenso wie die<br />
Verarbeitung und die perfekten Lagerbedingungen<br />
(Abb. 1, Abb. 3, Tabelle 2).<br />
Die Vorteile eines standardisierten Ingwerextrakts<br />
mit einem hohen Anteil an<br />
Gingerolen, einer niedrigen Dosierung<br />
und entsprechenden in-vivo-Daten wurden<br />
erläutert (Ginfort ® , Tabelle 3).<br />
Die Schärfe des Ingwerextrakts entsteht<br />
durch die Aktivierung des TRPV1-Rezeptors<br />
(Abb. 4). Diese Rezeptoren sind<br />
in verschiedenen Teilen des Körpers zu<br />
finden (Tabelle 5).<br />
Abb. 5: Globaler Gingerol Markt, Verified Market Research<br />
Es wurde ein neues Darreichungssystem<br />
(Pulvermischung mit Ginfort ® als<br />
Wirkstoff) als Alternative zu einem Kapselprodukt<br />
entwickelt, bei dem der Geschmack<br />
und die Stabilität der Gingerole<br />
des fertigen Getränks/Shots kontrolliert<br />
werden können (Ginger Ease, Tabelle 6).<br />
Dieser Ansatz ermöglicht es, die vielfältigen<br />
Vorteile der im Ingwer enthaltenen<br />
Bioaktivstoffe zu nutzen (Tabelle 1, 3, 4).<br />
Vorteilhaft für dieses Produktkonzept<br />
ist ferner die geringe Dosierung des<br />
Extrakts (100 – 200 mg) und dass die<br />
Inhaltsstoffe, die im frischen Ingwer<br />
(Abb. 3, Gingerole) vorkommen, verwendet<br />
wurden.<br />
Referenzen:<br />
Literatur ist beim Autor erhältlich.<br />
Autor:<br />
Dr. Jörg Schreiber<br />
Business Development Formulation<br />
VIVATIS Pharma GmbH<br />
26
Pflanzenextrakte<br />
Franziska Weichmann<br />
Französischer Eichenholzextrakt Robuvit® im Sport<br />
© Emvat Mosakovskis – shutterstock.com<br />
Körperliche Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Lebensstils.<br />
Eine ausgewogene Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle für alle, die fit bleiben<br />
oder im Sport bessere Leistungen erbringen wollen. Die Auswirkungen der passenden<br />
Nähr- und Ergänzungsstoffe reichen von Energieoptimierung über die Verringerung<br />
von Krämpfen, einer schnelleren Erholungszeit nach dem Training bis hin zum Aufbau<br />
oder Erhalt von Muskelmasse für bessere Leistungen.<br />
Robuvit ® , ein standardisierter, patentierter<br />
Extrakt aus französischem<br />
Eichenholz, hat sich als vielseitiges<br />
Allround-Supplement für sportliche<br />
Leistungsfähigkeit erwiesen (1 – 4).<br />
Forscher beobachteten positive Wirkungen<br />
von Robuvit ® auf Energie und<br />
Müdigkeit bei Sportlern, gesunden<br />
Freiwilligen und bei Menschen mit<br />
unterschiedlichen Erkrankungen, die<br />
ihre Vitalität beeinträchtigen (1 – 12).<br />
Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass<br />
Robuvit ® die Erholung sowohl von gesunden<br />
Sportlern nach dem Training als<br />
auch von Menschen nach verschiedenen<br />
Krankheiten verbessert (1 – 4, 13 – 23).<br />
Die Wirkungsmechanismen, die diese<br />
Effekte von Robuvit ® erklären, sind<br />
Gegenstand aktueller Forschung und<br />
umfassen<br />
• die Steigerung der Produktion von<br />
Muskelproteinen (24, 25)<br />
• die Regenerierung von Mitochondrien<br />
– den sogenannten „Kraftwerken<br />
der Zelle“ (24)<br />
• die Optimierung der Synthese der darin<br />
produzierten „Energiemoleküle“<br />
ATP (26) und<br />
• die Begrenzung von oxidativem<br />
Stress (1-4).<br />
September <strong>2025</strong><br />
27
V italstoffe<br />
Verbesserte Leistung von Triathleten<br />
Die Auswirkungen von Robuvit ® auf<br />
körperliche Aktivität wurden in einer<br />
2-wöchigen kontrollierten Studie untersucht<br />
(1). 54 Freizeitsportler in den Dreißigern<br />
trainierten gemeinsam für einen<br />
Triathlon. 27 der Teilnehmer nahmen<br />
täglich 300 mg Robuvit ® ein, die andere<br />
Hälfte wurde einer Kontrollgruppe zugeteilt.<br />
Nach der 2-wöchigen Trainingsund<br />
Studienphase zeigte sich bei allen<br />
Probanden eine Leistungssteigerung im<br />
Triathlon. Allerdings waren die Wettkampfzeiten<br />
der jeweiligen Disziplinen<br />
in der Robuvit ® -Gruppe im Vergleich zur<br />
Kontrollgruppe deutlich reduziert: 12,35<br />
Minuten beim Schwimmen im Vergleich<br />
zu 13,18 Minuten in der Kontrollgruppe,<br />
34,04 Minuten beim Radfahren im Vergleich<br />
zu 35,73 Minuten beim Radfahren<br />
der Kontrollgruppe und 23,47 Minuten<br />
beim Laufen im Vergleich zu 24,63 Minuten<br />
in der Kontrollgruppe. Krämpfe<br />
und Muskelkater wurden ebenfalls ausgewertet<br />
(1). Sowohl Muskelkater als auch<br />
Krämpfe waren in der Robuvit ® einnehmenden<br />
Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe<br />
signifikant geringer. Die Zeit,<br />
die Sportler benötigen, um sich vollständig<br />
zu erholen, wurde mit Robuvit ® im<br />
Vergleich zur Kontrollgruppe um 10,4%<br />
reduziert. Interessanterweise waren Laktatdehydrogenase<br />
und unkonjugiertes<br />
Bilirubin nach dem Wettkampf in der<br />
Kontrollgruppe signifikant erhöht, nicht<br />
jedoch in der Robuvit ® -Gruppe (1). Diese<br />
Hämolyse-Marker deuten auf einen<br />
durch körperliche Betätigung verstärkten<br />
oxidativen Stress hin, der durch die<br />
Supplementierung mit Robuvit ® niedrig<br />
gehalten werden könnte (1, 27).<br />
Fitness und Erholung bei Höhenwanderung<br />
Eine Studie mit gesunden Probanden im<br />
Alter von 33 – 39 Jahren untersuchte die<br />
Effekte von Robuvit ® auf Fitness und<br />
Erholung während und im Anschluss<br />
eines Höhentrekkings (2). Nach einer<br />
ersten Wanderung nahm die Hälfte der<br />
Teilnehmenden 5 Tage lang Robuvit ®<br />
ein, während die übrigen Personen die<br />
gleiche Wanderung als Kontrollgruppe<br />
durchführten. Nach 5 Tagen wiederholten<br />
alle Studienteilnehmer die gleiche<br />
1.000-Höhenmeter-Wanderung.<br />
Radikale im Blutplasma nach dem Trekking<br />
waren nach Robuvit ® -Einnahme im<br />
Vergleich zu den Kontrollen signifikant<br />
um 13% verringert.<br />
Die Einnahme von Robuvit ® über einen<br />
Zeitraum von nur 5 Tagen verbesserte<br />
die Leistung in Höhenlagen von 1.300<br />
bis 2.300 m bei reduziertem atmosphärischem<br />
O 2 -Gehalt. Darüber hinaus<br />
verringerte die Supplementierung mit<br />
Robuvit ® die Müdigkeit und begünstigte<br />
die Erholung nach einer längeren Trainingssituation.<br />
Die 5-tägige Supplementierung mit<br />
Robuvit ® führte zu einer signifikanten<br />
Verkürzung der Gehzeit von 32 Minuten,<br />
verglichen mit einer Verkürzung von 12<br />
Minuten in der Kontrollgruppe (-10 bzw.<br />
-4% im Vergleich zum Ausgangswert).<br />
Die subjektiven Werte für Müdigkeit und<br />
Muskelkater nach der Wanderung wurden<br />
im Vergleich zu den Kontrollen (-10%<br />
und -19%) mit Robuvit ® signifikant reduziert<br />
(-47% und -52%). Die freien<br />
28
Pflanzenextrakte<br />
© Mumemories – shutterstock.com<br />
Gesteigerte Vitalität<br />
In mehreren klinischen Studien zeigte<br />
sich, dass Robuvit ® die verfügbare Energie<br />
bei gesunden Personen und Menschen<br />
mit unterschiedlichen Erkrankungen<br />
verbessert (5 – 12).<br />
Eine 8-wöchige Studie mit 40 Studienteilnehmern<br />
untersuchte die Auswirkungen<br />
von Robuvit ® auf Anzeichen<br />
und Symptome von Müdigkeit, Schlaflosigkeit<br />
und Stimmungsschwankungen<br />
(5). Laut subjektiven Fragebögen<br />
schliefen die Probanden, die Robuvit ®<br />
einnahmen, um 33% mehr und fühlten<br />
sich morgens fitter, waren tagsüber besser<br />
gelaunt und weniger müde. Darüber<br />
hinaus nahm der Level von oxidativem<br />
Stress im Blut nach 8 Wochen signifikant<br />
ab (5).<br />
In einer weiteren Studie mit 20 gesunden<br />
Personen im Alter von 45 bis 65 Jahren<br />
wurden die Kategorien Energie, Gelassenheit,<br />
Müdigkeit und Anspannung<br />
nach Robuvit ® -Einnahme bewertet. Vier<br />
Wochen tägliche Nahrungsergänzung<br />
mit Robuvit ® verbesserten Energie und<br />
Gelassenheit und reduzierten Müdigkeit<br />
und Anspannung der Teilnehmer, im Vergleich<br />
zu den Ergebnissen der Kontrollprobanden<br />
(6).<br />
Die Auswirkungen von Robuvit ® auf<br />
das Energieniveau von 40 Männern in<br />
den Fünfzigern und Sechzigern mit nach<br />
eigenen Angaben verminderter allgemeiner<br />
Vitalität wurden in einer anderen<br />
Studie untersucht (7). Nach vier Wochen<br />
Robuvit ® -Einnahme waren Apathie,<br />
Ungeschicklichkeit, Ohnmacht, Schwäche<br />
und Müdigkeit deutlich zurückgegangen,<br />
während sich körperliche und<br />
geistige Gesundheit, Energie, Kraft und<br />
Vitalität deutlich verbesserten.<br />
An einer weiteren Studie mit Robuvit ®<br />
nahmen Personen mit chronischem<br />
Erschöpfungssyndrom (CFS) teil (8).<br />
Unter Verwendung einer visuellen Bewertungsskala<br />
wurde nach 3-monatiger<br />
Einnahme von Robuvit ® im Vergleich zu<br />
einer Kontrollgruppe eine signifikante<br />
Verringerung von Müdigkeit, ein erholsamerer<br />
Schlaf und eine Steigerung der<br />
Energie beobachtet (8).<br />
Eine Folgestudie untersuchte, wie sich<br />
Robuvit ® auf chronisch erschöpfte Personen<br />
auswirkt (9). Die Einnahme von<br />
Robuvit ® über 4 Wochen trug dazu bei,<br />
Anzeichen und Symptome von Müdigkeit<br />
deutlich zu lindern und das Energieniveau<br />
um 48% zu steigern. Im Vergleich<br />
dazu wurde in der Kontrollgruppe keine<br />
signifikante Verbesserung verzeichnet.<br />
Die Auswirkungen der Robuvit ® -<br />
Einnahme wurden des Weiteren bei<br />
Menschen mit Burnout-Syndrom untersucht<br />
(10). Studienteilnehmer der<br />
Robuvit ® -Gruppe berichteten von einer<br />
signifikanten Verbesserung von emotionaler<br />
Erschöpfung, Müdigkeit, Grad<br />
der Intoleranz und Belastung durch Interaktionen,<br />
was zu mehr Energie für<br />
eine bessere Stressbewältigung führte.<br />
Dies wurde in einer ähnlichen Studie mit<br />
Fachkräften unter stressigen Arbeitsbedingungen<br />
bestätigt (12).<br />
Robuvit ® trägt zur Verbesserung der allgemeinen<br />
Energie und Leistungsfähigkeit<br />
bei, wie in mehreren verschiedenen<br />
Studiengruppen beobachtet wurde.<br />
Schnellere und bessere<br />
Erholung<br />
Eine beträchtliche Anzahl von Studien<br />
hat gezeigt, dass Robuvit ® zu einer<br />
schnelleren und besseren Erholung nach<br />
dem Training sowie zur schnelleren<br />
postoperativen Genesung und Rekonvaleszenz<br />
nach einer Krankheit beitragen<br />
kann (1 – 3, 13 – 23).<br />
Die Triathlon-Studie belegte, dass<br />
Robuvit ® dabei hilft, die Erholungszeit<br />
September <strong>2025</strong><br />
29
V italstoffe<br />
nach einem Wettkampf bei Triathleten<br />
zu verkürzen: 19,3 Stunden in der<br />
Robuvit ® -Gruppe, verglichen mit 21,3<br />
Stunden in der Kontrollgruppe (1).<br />
In der Höhentrekking-Studie wurde beobachtet,<br />
dass die Teilnehmenden, die 5<br />
Tage lang Robuvit ® eingenommen hatten,<br />
im Vergleich zu Kontrollpersonen<br />
nach der Wanderung um 37% weniger<br />
unter Müdigkeit und um 33% weniger<br />
unter Muskelkater litten (2).<br />
Eine 8-wöchige randomisierte, doppelblinde,<br />
Placebo-kontrollierte klinische<br />
Studie untersuchte die Auswirkungen<br />
von Robuvit ® auf die<br />
postoperative Genesung (Hysterektomie)<br />
(13, 14). Die 66 Teilnehmerinnen<br />
der Studie fingen kurz nach der Operation<br />
mit der Robuvit ® - bzw. Placebo-Einnahme<br />
an. Der allgemeine Gesundheitszustand<br />
der Patientinnen in den Wochen<br />
nach der Operation verbesserte sich mit<br />
Robuvit ® um 18%, verglichen mit einer<br />
Verschlechterung um 3% in der Placebogruppe.<br />
Außerdem verbesserte sich ihre<br />
psychische Gesundheit nach nur 4 Wochen<br />
mit Robuvit ® um 12,5% gegenüber<br />
2,3% in der Placebogruppe (13).<br />
Darüber hinaus ergaben drei Studien,<br />
dass Robuvit ® nach einer vorübergehenden<br />
Leberfunktionsstörung Müdigkeit<br />
verringern und die Erholung verbessern<br />
kann (15 – 17). In einer dieser Studien<br />
litten nur 17% der Probanden in der<br />
Robuvit ® -Gruppe nach 12-wöchiger<br />
Nahrungsergänzung an Müdigkeit, während<br />
in der Kontrollgruppe noch 43% der<br />
Probanden erschöpft waren (16).<br />
Weitergehend wurde gezeigt, dass<br />
Robuvit ® bei Patienten mit vorübergehender<br />
Nierenfunktionsstörung (18), Patienten<br />
nach einer Chemotherapie (19),<br />
bei von Mononukleose Betroffenen (20),<br />
bei Menschen mit leichter Herzinsuffizienz<br />
(21), während der Rekonvaleszenz<br />
nach einer Grippe (22) sowie bei Personen<br />
mit posttraumatischer Belastungsstörung<br />
(23) Müdigkeit lindert und bei<br />
der Genesung hilft.<br />
Die Regenerierungszeit war bei den<br />
Studienteilnehmern, einschließlich<br />
Triathleten und Höhenwanderern, die<br />
Robuvit ® einnahmen, verkürzt.<br />
Wie funktioniert<br />
Robuvit®?<br />
Der menschliche Körper benötigt Energie,<br />
um zu funktionieren. Dieser Energiebedarf<br />
steigt während und nach körperlicher<br />
Aktivität. Der Körper speichert<br />
und überträgt diese Energie in Form von<br />
Adenosintriphosphat (ATP), das in den<br />
Mitochondrien aus Nährstoffen erzeugt<br />
wird. Deshalb bezeichnen wir Mitochondrien<br />
als die „Kraftwerke der Zelle“.<br />
Bestimmte Robuvit ® -Bestandteile – sogenannte<br />
Ellagitannine – werden von<br />
Darm-Mikrobakterien zu Urolithinen A,<br />
B und C metabolisiert (26). Es wurde gezeigt,<br />
dass die Urolithinspiegel im Blut<br />
nach einer Robuvit ® -Supplementierung<br />
deutlich ansteigen (14).<br />
Eine Genexpressions-Analyse zeigte<br />
einen signifikanten Anstieg der mitochondrialen<br />
Protein-NADH-Dehydrogenase-Produktion<br />
nach Robuvit ® -<br />
Supplementierung. Dieses Enzym<br />
ist direkt an der Bildung von ATP<br />
beteiligt und trägt so zur Verbesserung<br />
der Energiegewinnung bei (26). Der<br />
Robuvit ® -Metabolit Urolithin A verbessert<br />
die Regeneration der Mitochondrien<br />
in einem Prozess namens Mitophagie<br />
(24). Dysfunktionale Mitochondrien<br />
werden dabei entfernt und neue erzeugt,<br />
um eine ausreichende Energieversorgung<br />
des Körpers sicherzustellen (28).<br />
Die Produktion von Urolithin A im Darm<br />
nach der Einnahme von Robuvit ® war<br />
außerdem mit einer Schmerzlinderung<br />
bei Patientinnen verbunden, die sich<br />
von einer Hysterektomie erholten, möglicherweise<br />
aufgrund der entzündungshemmenden<br />
Wirkung von Urolithinen<br />
(14, 29).<br />
Darüber hinaus gibt es überzeugende<br />
Studienergebnisse, dass Urolithin A<br />
Knorpelzellen (Chondrozyten) schützen<br />
und somit Knorpelschäden durch mechanische<br />
Überbeanspruchung reduzieren<br />
kann (30, 31). Bisher wurde dieser<br />
Effekt mit Robuvit ® nicht untersucht,<br />
könnte aber einen möglichen Wirkmechanismus<br />
darstellen, der erklärt, wie<br />
Robuvit ® die Leistung weiter steigert.<br />
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30
Pflanzenextrakte<br />
Urolithin B ist ein weiterer interessanter<br />
Metabolit von Robuvit ® . Es wurde festgestellt,<br />
dass Urolithin B hilft, Muskelwachstum<br />
zu induzieren, indem es die<br />
Proteinsynthese von Muskelproteinen<br />
erhöht (25).<br />
In die gleiche Richtung gehen Beobachtungen,<br />
die zeigten, dass Robuvit ®<br />
die Anzahl der produzierten Ribosomen<br />
erhöht (26). Ribosomen spielen eine<br />
Schlüsselrolle bei der Produktion neuer<br />
Proteine, die zur Bildung von Hormonen,<br />
Enzymen oder auch Muskelfasern<br />
benötigt werden (26).<br />
Sport erhöht den oxidativen Stress im<br />
Körper und damit die Produktion freier<br />
Radikale. Einerseits wirkt sich die<br />
stressinduzierte Bildung freier Radikale<br />
günstig auf die Anregung von Anpassungs-<br />
und Regenerationsprozessen im<br />
Körper aus, andererseits schädigt eine<br />
Überproduktion freier Radikale jedoch<br />
Zellen und Gewebe (32).<br />
Robuvit ® normalisiert oxidativen Stress<br />
im Plasma dank seiner hohen antioxidativen<br />
Kapazität (1, 26, 33). In Blutproben<br />
gesunder Probanden wurde nach der Einnahme<br />
von Robuvit ® die oxidative Schädigung<br />
von Lipiden und Proteinen reduziert<br />
und die Aktivität von antioxidativen<br />
Enzymen und die antioxidative Gesamtkapazität<br />
des Plasmas erhöht (26, 33).<br />
Die Kombination dieser vielseitigen<br />
Wirkungen von Robuvit ® sind natürliche<br />
Voraussetzungen für mehr Ausdauer, Erholung<br />
und Leistungsfähigkeit.<br />
Robuvit ® , der Extrakt aus französischem<br />
Eichenholz, bietet eine evidenzbasierte,<br />
sichere und koffeinfreie Lösung,<br />
um Energie zu steigern und sportliche<br />
Leistung zu verbessern. Diese Wirkungen<br />
wurden bereits in zahlreichen<br />
klinischen Studien mit über 1.000 Teilnehmern<br />
gezeigt. Die Ergebnisse belegen,<br />
dass die Einnahme von Robuvit ®<br />
nicht nur dazu beitragen kann, sportliche<br />
Leistungen zu verbessern, sondern<br />
gleichzeitig auch Krämpfe zu verringern<br />
und die Erholungszeit zu verkürzen.<br />
Für weitere Informationen besuchen Sie<br />
www.robuvit.co.uk<br />
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Cardioangiol. 2015;63(5):403-9.<br />
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(33) Horvathova M, et al. Oxidative<br />
medicine and cellular longevity.<br />
2014;2014:639868.<br />
Autorin:<br />
Dr. Franziska Weichmann,<br />
Managerin für<br />
Wissenschaftliche<br />
Kommunikation und<br />
Produktentwicklung<br />
bei Horphag Research.<br />
September <strong>2025</strong><br />
31
V italstoffe<br />
Interview<br />
Schönheit von innen im Wandel der Zeit<br />
© PeopleImages.com - Yuri A – shuitterstock.com<br />
Beauty-from-Within-Produkte boomen.<br />
Doch der Markt ist im Wandel. Aus dem<br />
ursprünglichen Anti-Aging-Fokus wird<br />
zunehmend ein ganzheitliches Verständnis<br />
von Schönheit und Wohlbefinden.<br />
Wir haben uns mit Lara Niemann von<br />
GELITA über die aktuellen Entwicklungen<br />
und die Rolle von Bioaktiven<br />
Kollagenpeptiden in diesem Segment<br />
unterhalten.<br />
Wie hat sich das Konzept<br />
Beauty-from-Within in den<br />
letzten Jahren verändert?<br />
Niemann: Als ich vor rund 20 Jahren<br />
zum ersten Mal mit dem Begriff Beauty-from-Within<br />
in Berührung kam, war<br />
der Markt noch ein ganz anderer. Nahrungsergänzungsmittel<br />
für Schönheit<br />
von innen beschränkten sich meist auf<br />
einfache Vitamine und Mineralstoffe,<br />
die kaum zielgerichtet wirksam waren.<br />
Diese Produkte richteten sich vor allem<br />
an Frauen über 40, die sich um sichtbare<br />
Altersanzeichen sorgten und diese Supplemente<br />
oft nur ergänzend zu topischen<br />
Kosmetikprodukten einsetzten.<br />
Heute hat sich Beauty-from-Within zu einem<br />
globalen Megatrend entwickelt. Der<br />
Markt der Nutrikosmetika hat 2024 ein<br />
Volumen von etwa 8,3 Milliarden US-<br />
Dollar erreicht. Das heutige Verständnis<br />
von Schönheit von innen ist breiter und<br />
inklusiver und spricht Menschen aller<br />
Altersgruppen, Geschlechter und kulturellen<br />
Hintergründe an – und zwar weltweit.<br />
Dabei geht der Fokus zunehmend<br />
weg vom engen Anti-Aging-Narrativ hin<br />
zu einem ganzheitlichen Ansatz, der das<br />
allgemeine Wohlbefinden betont. Schönheit<br />
wird mehr und mehr als Ausdruck<br />
innerer Gesundheit verstanden – entsprechend<br />
steigt die Nachfrage nach Produkten,<br />
die den Körper von innen heraus<br />
unterstützen.<br />
Welche Auswirkungen<br />
hat dieser Wandel auf das<br />
Konsumentenverhalten?<br />
Niemann: Die Menschen werden immer<br />
anspruchsvoller und informierter. Topische<br />
Pflegeprodukte wie Cremes und<br />
Lotionen behalten zwar ihre Relevanz,<br />
doch der Schwerpunkt verlagert sich zunehmend<br />
auf innere Anwendungen mit<br />
tiefergehender Wirkung und nachhaltigerem<br />
Nutzen.<br />
Und damit rücken auch Zutaten wie Kollagenpeptide<br />
stärker ins Bewusstsein.<br />
Immer mehr Menschen erkennen, dass<br />
eine tägliche Supplementierung langfristige<br />
Effekte auf zellulärer Ebene haben<br />
kann – und somit nicht nur das Aussehen<br />
verbessert, sondern auch als Teil einer<br />
bewussten Selbstfürsorge dient. Entsprechend<br />
wächst das Interesse an Marken,<br />
die transparent, nachhaltig und mit möglichst<br />
natürlichen Inhaltsstoffen arbeiten.<br />
32
Kollagenpeptide<br />
Was macht Kollagenpeptide für<br />
Beauty-from-Within-Konzepte<br />
so interessant?<br />
Niemann: Kollagenpeptide entstehen<br />
durch natürliche Hydrolyse, bei der Kollagen<br />
in kürzere, besser bioverfügbare<br />
Ketten zerlegt wird. Diese liefern Aminosäuren<br />
sowie Di- und Tripeptide – die<br />
elementaren Bausteine für die körpereigene<br />
Proteinbildung.<br />
Aber nicht alle Kollagenpeptide sind<br />
gleich: Bioaktive Kollagenpeptide<br />
(BCP ® ) verfügen über ein einzigartiges<br />
Peptidprofil, das spezifische Zelltypen<br />
anspricht und gezielte physiologische<br />
Effekte auslöst. Ihr besonderer Wert liegt<br />
in der Fähigkeit, den Metabolismus jener<br />
Bindegewebszellen zu stimulieren,<br />
die an der Kollagenbiosynthese beteiligt<br />
sind – und das jeweils genau dort im<br />
Körper, wo es benötigt wird.<br />
GELITA bietet hierfür ein breites Portfolio<br />
spezifischer BCP ® an, die unter anderem<br />
auf Gelenke, Knochen, Sehnen und<br />
Bänder sowie die Gesundheit von Haut,<br />
Haaren und Nägeln ausgerichtet sind.<br />
Welche wissenschaftlichen<br />
Belege gibt es für diese<br />
Wirkweisen?<br />
Niemann: Die Wirkung von VERISOL ®<br />
ist durch mehrere klinische Studien mit<br />
hoher Evidenz belegt. Die jüngste Untersuchung<br />
bestätigte nicht nur die bekannten<br />
positiven Effekte auf Hautelastizität<br />
und Faltenvolumen, sondern zeigte auch<br />
eine signifikante Steigerung der Hautfeuchtigkeit<br />
– bereits nach vier Wochen<br />
Einnahme. Nach acht Wochen waren die<br />
Effekte auf Hautstruktur und Hydration<br />
noch ausgeprägter.<br />
Eine weitere Studie belegt, dass<br />
VERISOL ® die Haardicke und -struktur<br />
innerhalb von vier Monaten deutlich<br />
verbessert. In vitro konnte eine um 31<br />
Prozent gesteigerte Zellwachstumsrate<br />
festgestellt werden. Auch das Nagelwachstum<br />
wird gefördert: 64 Prozent der<br />
Probanden berichteten über signifikante<br />
Verbesserungen bei brüchigen Nägeln;<br />
88 Prozent zeigten selbst vier Wochen<br />
nach Behandlungsende noch positive<br />
Effekte.<br />
Gibt es Synergien mit anderen<br />
Inhaltsstoffen aus dem Beauty-<br />
Segment?<br />
Niemann: Kollagenpeptide lassen sich<br />
ideal mit weiteren Nährstoffen kombinieren,<br />
etwa Vitamin C, das die Kollagensynthese<br />
unterstützt und vor oxidativem<br />
Stress schützt. Auch Biotin (für die<br />
Keratinbildung) sowie Zink (für den Erhalt<br />
von Haut, Haaren und Nägeln) sind<br />
sinnvolle Ergänzungen. Hyaluronsäure<br />
bietet sich zur zusätzlichen Hauthydration<br />
an. Antioxidantien wie Coenzym Q 10<br />
oder pflanzliche Extrakte wie Amla oder<br />
Acerola tragen zur Neutralisierung freier<br />
Radikale bei – einer Hauptursache für<br />
Hautalterung.<br />
Auch aus technologischer Sicht lässt<br />
sich VERISOL ® problemlos mit anderen<br />
Inhaltsstoffen kombinieren. Dank neutralem<br />
Geschmack und guter Wasserlöslichkeit<br />
eignet es sich für verschiedenste<br />
Darreichungsformen. Es enthält weder<br />
Fett, Cholesterin, Kohlenhydrate noch<br />
Gluten und ist frei von Gentechnik und<br />
E-Nummern – und damit auch ideal für<br />
Clean-Label-Produkte.<br />
Wie wirken Bioaktive<br />
Kollagenpeptide konkret auf die<br />
Haut?<br />
VERISOL ® , eine speziell entwickelte<br />
BCP ® -Variante, stimuliert gezielt die Fibroblasten<br />
– also jene Bindegewebszellen,<br />
die für die Kollagenproduktion zuständig<br />
sind. Nach Aufnahme und Transport über<br />
das Blut in die mittlere Hautschicht, die<br />
Dermis, interagiert der Wirkstoff nach<br />
dem Schlüssel-Schloss-Prinzip mit den<br />
Zellrezeptoren. Die Folge ist eine verstärkte<br />
Bildung von extrazellulärer Matrix,<br />
einschließlich Kollagen, Elastin, Proteoglykanen<br />
und Hyaluronsäure.<br />
So kann VERISOL ® die Hautelastizität<br />
verbessern, Faltentiefe und Hautunebenheiten<br />
reduzieren und zudem das Erscheinungsbild<br />
von Haaren und Nägeln<br />
positiv beeinflussen. Der umfassende<br />
Nutzen dieser kombinierten Wirkweise<br />
macht das Produkt so einzigartig.<br />
September <strong>2025</strong><br />
33
V italstoffe<br />
© GELITA AG<br />
Welche Darreichungsformen<br />
bevorzugen Verbraucher aktuell<br />
im Bereich Nutrikosmetik?<br />
Niemann: Konsumenten wünschen sich<br />
einfach einzunehmende, alltagstaugliche<br />
Formate – insbesondere Weichgummis<br />
sind daher sehr beliebt. Laut Markets &<br />
Markets wird der globale Markt für<br />
Weichgummi-Supplemente bis 2028<br />
auf 48,5 Milliarden US-Dollar wachsen,<br />
das entspricht einer durchschnittlichen<br />
jährlichen Wachstumsrate von etwa 15<br />
Prozent – ein klarer Indikator für die<br />
wachsende Nachfrage nach sensorisch<br />
ansprechenden Produkten.<br />
Was sollten Hersteller bei<br />
der Auswahl geeigneter<br />
Kollagenpeptide beachten?<br />
Niemann: Der Markt ist durchaus<br />
unübersichtlich – Begriffe wie Kollagentyp,<br />
Rohstoffquelle oder Aminosäureprofil<br />
sorgen oft für Verwirrung.<br />
Entscheidend ist jedoch die gezielte<br />
und klinisch nachgewiesene Stimulation<br />
der relevanten Körperzellen. Auch die<br />
Dosierung ist ein zentrales Kriterium:<br />
Während viele Produkte eine Tagesdosis<br />
von 10 Gramm erfordern, sind bei<br />
VERISOL ® nur 2,5 Gramm nötig – ein<br />
Kilogramm reicht hier also nicht nur<br />
für 100, sondern für 400 Tagesdosen.<br />
Weitere Auswahlkriterien sind regulatorische<br />
Konformität, Qualität, Sicherheit<br />
und Nachhaltigkeit – Faktoren, die zunehmend<br />
an Bedeutung gewinnen.<br />
Wie wird sich der Markt der<br />
Nutrikosmetika in Zukunft<br />
weiterentwickeln?<br />
Niemann: Der Markt wird sich weiter<br />
diversifizieren – mit stärker personalisierten,<br />
inklusiven Lösungen, die ein<br />
breiteres Schönheitsverständnis widerspiegeln.<br />
Die Differenzierung erfolgt<br />
zunehmend über wissenschaftlich validierte<br />
Inhaltsstoffe, klinische Evidenz<br />
und Transparenz. Die Nachfrage nach<br />
belastbaren Wirkaussagen wird Regulierungen<br />
und freiwillige Kennzeichnungsinitiativen<br />
verstärken.<br />
Zukünftige Trends umfassen unter anderem<br />
biotechnologisch und KI-gestützt<br />
entwickelte Formulierungen, neue Produktformate<br />
sowie ganzheitliche Lösungen,<br />
die neben Schönheit auch Aspekte<br />
wie Langlebigkeit, Stoffwechsel- und<br />
mentale Gesundheit adressieren.<br />
Vielen Dank für das Gespräch,<br />
Frau Niemann.<br />
Lara Nieman ist bei GELITA<br />
zuständig für den Bereich<br />
Beauty from Within.<br />
34
Pflanzenextrakte<br />
Claudiane Lequertier<br />
Sägepalme: Ein natürliches Mittel für die Gesundheit<br />
des Mannes und noch weitaus mehr!<br />
Die Sägepalme (Serenoa repens) ist eine<br />
Pflanze, die im Südosten der USA, insbesondere<br />
in Florida, beheimatet ist (1).<br />
Dort besitzt Vidya ein Werk zur Extraktion<br />
mit überkritischem CO 2 , das einen<br />
Druck von bis zu 1.000 bar erreichen<br />
kann, um hochwertige Extrakte aus den<br />
Früchten der Sägepalme herzustellen.<br />
Fettsäuren und Sterole, darunter Beta-<br />
Sitosterol, die wichtigsten bioaktiven<br />
Stoffe in der Sägepalme, stehen im Mittelpunkt<br />
der physiologischen Effekte.<br />
Ihre kombinierte Wirkung erklärt die<br />
verschiedenen Mechanismen, die insbesondere<br />
an der Verbesserung der Symptome<br />
der benignen Prostatahyperplasie<br />
beteiligt sind (2).<br />
Wichtigste Wirkungsmechanismen:<br />
• Antiandrogene Wirkung<br />
Hemmung beider Isoformen der α-Reduktase (Typ I und II), wodurch die<br />
Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) verringert wird.<br />
Auch die Bindung von DHT an zytosolische Androgenrezeptoren wird<br />
verhindert (3).<br />
• Entzündungshemmende Wirkung<br />
Verringerung der Produktion von Entzündungsmediatoren wie Cyclooxygenaseund<br />
5-Lipoxygenase-Metaboliten sowie der Spiegel von Interleukin-1β und<br />
TNF-α, was zur Linderung von Prostataentzündungen beiträgt (3).<br />
• Wachstumshemmende Wirkung<br />
Verringerung des Index der Zellproliferation und Erhöhung der Apoptose in<br />
hyperplastischem Prostatagewebe, wodurch das Zellgleichgewicht wieder<br />
hergestellt und die Hyperplasie gebremst wird (3).<br />
© Dark Caramel – shutterstock.com<br />
Mechanismen der pharmakologischen Wirkung von Sägepalmenextrakt (SPE) (3)<br />
September <strong>2025</strong><br />
35
V italstoffe<br />
Haarausfall, Harnwegsbeschwerden,<br />
eine Prostata, die mit zunehmendem<br />
Alter nicht mehr richtig funktioniert ...<br />
Diese Symptome sind kein unabwendbares<br />
Schicksal, aber sie können ignoriert,<br />
falsch diagnostiziert oder falsch behandelt<br />
werden.<br />
Und wenn die Lösung aus der Natur in<br />
einer konzentrierten und klinisch erprobten<br />
Form käme?<br />
Vi-spo: eine<br />
Spitzentechnologie für<br />
die Extraktion<br />
Vi-spo ist ein Sägepalmenextrakt, der<br />
durch überkritische CO 2 -Extraktion gewonnen<br />
wird. Bei dieser Methode werden<br />
die Fettsäuren (95%) und das Beta-<br />
Sitosterol (bis zu 3%) bis zu 10-mal<br />
höher konzentriert als bei den marktüblichen<br />
überkritischen Sägepalmenextraktionen<br />
(2).<br />
Klinische Studien und<br />
Ergebnisse<br />
1. Gesundheit der Prostata –<br />
400 mg/Tag<br />
In einer randomisierten Studie an 99<br />
Männern im Alter von 40 bis 65 Jahren<br />
mit benigner Prostatahyperplasie führte<br />
eine Supplementierung von 400 mg/<br />
Tag mit Beta-Sitosterol-angereichertem<br />
Vi-spo über 12 Wochen zu einer<br />
14%igen Verringerung des ADAM-<br />
Scores (ADAM = Androgen Deficiency<br />
in the Aging Male) und einer 16%igen<br />
Verbesserung des IPSS (IPSS = International<br />
Prostate Symptom Score). Außerdem<br />
wurden eine Verringerung des PSA<br />
(Prostate Specific Antigen), eine Reduzierung<br />
der 5α-Reduktase-Aktivität, eine<br />
Reduktion des Restvolumens nach der<br />
Blasenentleerung sowie ein signifikanter<br />
Anstieg des Harnflusses und des freien<br />
Testosterons beobachtet (4).<br />
2. Haargesundheit –<br />
100 mg/Tag (oral) oder<br />
5 ml (topisch)<br />
mit 20% Vi-spo<br />
In einer Doppelblindstudie mit Parallelgruppen,<br />
an der 80 Männer und Frauen<br />
mit androgenetischer Alopezie teilnahmen,<br />
reduzierte die orale Einnahme von<br />
100 mg/Tag oder die topische Anwendung<br />
von 5 ml Vi-spo über 16 Wochen<br />
den Haarausfall um bis zu 29% (oral)<br />
bzw. 22% (topisch). Die Haardichte<br />
nahm um 5% (oral) und 7% (topisch) zu<br />
und es wurde ein signifikanter Rückgang<br />
der DHT-Spiegel nach oraler Einnahme<br />
von Vi-spo beobachtet. Es wurden keine<br />
schwerwiegenden Nebenwirkungen<br />
berichtet (5).<br />
3. Gesundheit der Harnwege –<br />
200 mg/Tag<br />
In einer doppelblinden, Placebo-kontrollierten<br />
Studie an 54 Männern mittleren<br />
bis fortgeschrittenen Alters führte die<br />
tägliche Einnahme von 200 mg Vi-spo<br />
über 12 Wochen zu einer signifikanten<br />
Verbesserung des IPSS (International<br />
Prostate Symptom Score) und des OA-<br />
BSS (Overactive Bladder Symptom<br />
Score) (6).<br />
Demzufolge sind die Vorteile von<br />
Vi-spo vielfältig: Es unterstützt wirksam<br />
die Gesundheit der Prostata, trägt<br />
dazu bei, hormonell bedingten Haarausfall<br />
zu reduzieren, und verbessert den<br />
Harnkomfort.<br />
Sägepalmenextrakt gibt es in verschiedenen<br />
Formen, um den Bedürfnissen der<br />
formulierenden Unternehmen gerecht<br />
zu werden: Eine ölige Version mit über<br />
85 % Fettsäuren sowie ein Pulver, das<br />
auf 25 % oder 45 % titriert ist. Vi-spo<br />
ist farbneutral und lässt sich leicht in verschiedene<br />
Darreichungsformen integrieren:<br />
Kapseln, Softgels, Emulsionen oder<br />
innovative funktionelle Produkte.<br />
© Jeanna Draw – shutterstock.com<br />
36
Pflanzenextrakte<br />
Quellenangaben:<br />
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phytosterol-enriched and conventional<br />
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prostate hyperplasia and androgen<br />
deficiency. BMC Urology. https://doi.<br />
org/10.1186/s12894-020-00648-9<br />
(5) H. V. Sudeep et al. (2023). Oral and<br />
Topical Administration of a Standardized<br />
Saw Palmetto Oil Reduces Hair<br />
Fall and Improves the Hair Growth in<br />
Androgenetic Alopecia Subjects – A<br />
16-Week Randomized, Placebo-Controlled<br />
Study. Dovepress. https://doi.<br />
org/10.2147/CCID.S435795<br />
(6) Waki H., Suzuki T., Izumi T., Hisajima<br />
T. Clinical effect of phytosterol-enriched<br />
saw palmetto extract on urinary<br />
function in healthy middle-aged and<br />
older males: a double-blind, placebocontrolled<br />
randomized comparative<br />
study. Functional Foods in Health and<br />
Disease 2024; 14(2): 114-127. https://<br />
doi.org/10.31989/ffhd.v14i2.1312<br />
Autorin:<br />
Claudiane Lequertier<br />
Marketing & Communication<br />
Officer<br />
marketing@vidayeurope.eu<br />
4./5. DEZEMBER | DÜSSELDORF & DIGITAL<br />
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September <strong>2025</strong><br />
37
V italstoffe<br />
Daniel Martinez Puig<br />
Nährstoffbasierte Ansätze zur Linderung<br />
von Menopause-Symptomen<br />
Hormonelle Veränderungen und ihre Auswirkungen<br />
© insta_photos – iStock.com<br />
Die Menopause ist eine Lebensphase<br />
von Frauen, die mit dem Ende der ovariellen<br />
Funktion einhergeht und damit mit<br />
einem irreversiblen Verlust der Fruchtbarkeit.<br />
Sie wird in der Regel als das<br />
Ausbleiben der Menstruation über einen<br />
Zeitraum von mindestens 12 Monaten<br />
definiert (1). Der Zeitraum davor, in dem<br />
der Zyklus unregelmäßig ist, wird als Perimenopause<br />
bezeichnet.<br />
Die Menopause ist durch einen Rückgang<br />
des Östrogenspiegels gekennzeichnet,<br />
was vielfältige Auswirkungen<br />
auf unterschiedliche Gewebe wie Haut,<br />
Knochen, Muskeln und Fettgewebe hat<br />
(2, 3, 4). Meist tritt sie zwischen dem<br />
45. und 55. Lebensjahr auf und hat aufgrund<br />
physischer und/oder psychischer<br />
Symptome direkte Auswirkungen auf<br />
die Lebensqualität der Betroffenen (5,<br />
6). Am häufigsten treten vasomotorische<br />
Symptome auf (Hitzewallungen<br />
und nächtliches Schwitzen), sowie Stimmungsschwankungen,<br />
Schlafstörungen<br />
und Veränderungen im Sexualleben (7).<br />
Muskuloskelettale<br />
Beschwerden in der<br />
Lebensmitte<br />
Muskuloskelettale Beschwerden werden<br />
seltener erkannt, obwohl ihre Prävalenz<br />
erheblich sein kann. Schätzungen zufolge<br />
erleben 70% aller Frauen in der<br />
Lebensmitte während der Menopause<br />
muskuloskelettale Symptome, die mit<br />
dem Rückgang des Östrogenspiegels<br />
zusammenhängen (8). Zu den häufigsten<br />
zählen Gelenkschmerzen, Muskelabbau,<br />
Verlust der Knochenmineraldichte und<br />
Knorpelschäden, wodurch das Risiko für<br />
Sarkopenie, Osteoporose und Arthrose<br />
steigt (9). Im Hinblick auf die Körperzusammensetzung<br />
wird berichtet, dass<br />
der Verlust von Muskelmasse häufig mit<br />
einem beschleunigten Anstieg der Fettmasse<br />
einhergeht (10).<br />
Veränderungen von<br />
Körperstruktur und<br />
Hautbild<br />
Neben den Veränderungen in der Körperzusammensetzung<br />
trägt der Östrogenmangel<br />
auch zur Entwicklung degenerativer<br />
Hautveränderungen bei, darunter<br />
Elastizitätsverlust und Reduktion der<br />
38
Menopause<br />
Epidermisdicke (11, 12, 13). Aus psychologischer<br />
Sicht können diese Veränderungen<br />
zu Unzufriedenheit mit dem eigenen<br />
Körper führen, was wiederum mit<br />
einem erhöhten Risiko für Depressionen<br />
und Angststörungen bei postmenopausalen<br />
Frauen korreliert (14).<br />
Die Therapie zur Kontrolle von Menopause-bedingten<br />
Symptomen und ihren<br />
Risiken muss immer individuell durch<br />
medizinisches Fachpersonal angepasst<br />
werden.<br />
Pharmakologisch basiert die Behandlung<br />
auf einer Hormon-Ersatztherapie<br />
(15). Aus ernährungsphysiologischer<br />
Sicht wird eine ausgewogene Ernährung<br />
mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr<br />
empfohlen mit besonderem Fokus auf<br />
Nährstoffe wie Vitamin D, Kalzium, Vitamin<br />
C, B-Vitamine und Proteine, die in<br />
der Menopause wichtig sind (2). Darüber<br />
hinaus gibt es spezifische Inhaltsstoffe,<br />
die helfen können, typische Symptome<br />
zu lindern. Beispielsweise ist Mobilee ®<br />
ein Hyaluronsäure-Matrix-Wirkstoff,<br />
der Hyaluronsäure, Polysaccharide und<br />
Kollagen enthält und nachweislich die<br />
Gesundheit von Gelenken und Muskeln<br />
unterstützt. Seine Wirkungen wurden in<br />
11 präklinischen und klinischen Studien<br />
untersucht.<br />
Mobilee® –<br />
Hyaluronsäure-Matrix:<br />
Gelenkkomfort und<br />
Muskelzellfunktion im<br />
Fokus<br />
In präklinischen Modellen wurde festgestellt,<br />
dass Mobilee ® vom Körper aufgenommen<br />
wird (16) und die körpereigene<br />
Synthese von Hyaluronsäure fördert (17,<br />
18, 19). Hyaluronsäure kann zur Gleitfähigkeit<br />
und Polsterung des Gelenks<br />
beitragen und hat außerdem einen entscheidenden<br />
Einfluss auf die allgemeine<br />
Homöostase des Knorpels (20). Mit<br />
zunehmendem Alter nimmt der Gehalt<br />
an Hyaluronsäure im Körper ab (21).<br />
Die Wirkung von Mobilee ® auf den Hyaluronsäurespiegel<br />
steht in Zusammenhang<br />
mit einer Linderung von Gelenkbeschwerden.<br />
In einer randomisierten,<br />
doppelblinden, Placebo-kontrollierten<br />
Studie führte die tägliche Einnahme von<br />
80 mg Mobilee ® zu einer signifikanten<br />
Reduktion der Beschwerden bei Frauen<br />
und Männern mit einem Durchschnittsalter<br />
von 55 Jahren (Abb. 1) (22).<br />
Neben der Wirkung auf Gelenkbeschwerden<br />
hat Mobilee ® auch einen<br />
direkten Effekt auf Muskelzellen gezeigt,<br />
indem es die Hyperplasie und<br />
Proliferation von Myozyten fördert und<br />
zur Aufrechterhaltung ihrer Homöostase<br />
beiträgt (23). Diese Ergebnisse zeigen,<br />
dass die Wirkung von Mobilee ® nicht<br />
nur auf den Gelenkkomfort beschränkt<br />
ist, sondern auch auf die Muskeln einen<br />
positiven Einfluss ausübt. Dies könnte<br />
relevant sein, da Muskelkraft als potenzieller<br />
Risikofaktor für Arthrose gilt<br />
(24).<br />
Collavant n2® –<br />
Typ-II-Kollagen:<br />
Immunmodulation für<br />
gesunde Gelenke<br />
Neben Mobilee ® gibt es einen weiteren<br />
Inhaltsstoff mit Wirkung auf die Gelenke:<br />
Collavant n2 ® . Bei Collavant n2 ®<br />
handelt es sich um natives (nicht-denaturiertes)<br />
Typ-II-Kollagen, das aus dem<br />
Brustbein von Hühnern gewonnen wird.<br />
Typ-II-Kollagen ist das zentrale Strukturprotein<br />
des Knorpels und verleiht<br />
ihm Zugfestigkeit und Widerstandskraft.<br />
Die orale Einnahme von nativem<br />
Kollagen hilft, die Gelenkgesundheit<br />
über einen immunologischen Mechanismus<br />
aufrechtzuerhalten: die sogenannte<br />
orale Toleranz, die eine ausgeglichene<br />
Immunantwort im Gelenk begünstigt<br />
(25). Eine aktuelle Studie zeigt,<br />
dass die tägliche Einnahme von 40 mg<br />
Collavant n2 ® bei gesunden Menschen<br />
mit gelenkbedingten Beschwerden infolge<br />
körperlicher Aktivität die Beweglichkeit<br />
verbessert, die Lebensqualität<br />
steigert und die Erholungszeit nach Belastung<br />
verkürzt (26).<br />
Abb. 1: Entwicklung der Beschwerdelinderung<br />
Dermial® –<br />
Hautunterstützung durch<br />
Hyaluronsäurekomplex<br />
Ein weiterer potenziell hilfreicher Inhaltsstoff<br />
bei Menopause-Symptomen<br />
ist Dermial ® . Dermial ® ist eine Hyaluronsäurematrix,<br />
die in einem speziellen<br />
Verfahren hergestellt wird und einen<br />
hohen Anteil an Hyaluronsäure (>60%)<br />
enthält, kombiniert mit anderen Glykosaminoglykanen<br />
wie Dermatansulfat und<br />
Chondroitinsulfat sowie Kollagen.<br />
September <strong>2025</strong><br />
39
V italstoffe<br />
Hyaluronsäure, Kollagen, Elastin und<br />
Glykosaminoglykane wie Dermatansulfat<br />
und Chondroitinsulfat sind die<br />
Hauptbestandteile der extrazellulären<br />
Matrix der Haut. Im Laufe des Alterungsprozesses<br />
nimmt die Konzentration<br />
dieser Bestandteile ab (27), was<br />
mit einer Verringerung der Dicke und<br />
Qualität der Epidermis und Dermis einhergeht<br />
und das Auftreten von Falten,<br />
schlaffer, trockener und stumpfer Haut<br />
begünstigt (28). Es wurde nachgewiesen,<br />
dass Dermial ® im Darm resorbiert<br />
wird und die Synthese von Kollagen,<br />
Elastin und Glykosaminoglykanen<br />
fördert (29).<br />
Die Auswirkungen dieser Mechanismen<br />
auf das Hautbild wurden in einer<br />
kürzlich veröffentlichten klinischen<br />
Studie nachgewiesen, in der die Einnahme<br />
von Dermial ® -Präparaten nach nur<br />
sechs Wochen eine Verbesserung der<br />
Hautgesundheit zeigte. In dieser Studie<br />
erhielten 60 Frauen im Durchschnittsalter<br />
von 54 Jahren über 12 Wochen entweder<br />
Dermial ® oder ein Placebo. Die<br />
Dermial ® -Gruppe zeigte eine signifikante<br />
Steigerung der Hautfeuchtigkeit,<br />
eine verlangsamte Faltenentwicklung<br />
und eine erhöhte Strahlkraft der Haut<br />
(„Glow“) (Abb. 2) (30).<br />
Wissenschaftlich belegte<br />
Unterstützung bei<br />
typischen Symptomen<br />
der Menopause<br />
Zusammenfassend lässt sich sagen,<br />
dass die verfügbaren wissenschaftlichen<br />
Erkenntnisse darauf hindeuten, dass<br />
Collavant n2 ® , Mobilee ® und Dermial ®<br />
dazu beitragen könnten, die klinischen<br />
Symptome des Bewegungsapparates und<br />
der Haut, die häufig mit den Wechseljahren<br />
einhergehen, zu lindern.<br />
Quellen:<br />
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© studiovin – shutterstock.com<br />
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2009;19(6):581-9.<br />
(26) Möller I, Martínez K, Terradillos-Guillén<br />
A, Costa-Larrión E,<br />
Martínez-Puig D, Velasco-Álvarez J.<br />
EFFICACY AND TOLERABILITY<br />
OF NATIVE TYPE-II COLLAGEN<br />
FOR JOINT HEALTH IN HEALTHY<br />
VOLUNTEERS: A RANDOMIZED<br />
DOUBLE-BLIND PLACEBO-CON-<br />
TROLLED STUDY. Osteoarthritis and<br />
Cartilage. 2024;32(6):P769.<br />
(27) Oh J-H, Kim YK, Jung J-Y, Shin<br />
J-e, Chung JH. Changes in glycosaminoglycans<br />
and related proteoglycans<br />
in intrinsically aged human skin in<br />
vivo. Experimental Dermatology.<br />
2011;20(5):454-6.<br />
(28) Shuster S, Black MM, McVitie E.<br />
The influence of age and sex on skin<br />
thickness, skin collagen and density. Br<br />
J Dermatol. 1975;93(6):639-43.<br />
(29) Galvez-Martin P, Soto-Fernandez<br />
C, Romero-Rueda J, Cabanas J, Torrent<br />
A, Castells G, et al. A Novel Hyaluronic<br />
Acid Matrix Ingredient with Regenerative,<br />
Anti-Aging and Antioxidant Capacity.<br />
Int J Mol Sci. 2023;24(5).<br />
(30) Montero-Vilchez T, Gálvez-Martín<br />
P, Sanabria-de la Torre R, Cuenca-Barrales<br />
C, Molina-Leyva A, Martinez-Puig<br />
D, et al. Oral Supplementation with a<br />
New Hyaluronic Acid Matrix Ingredient<br />
Improves Skin Brightness, Hydration,<br />
Smoothness, and Roughness: Results<br />
from a Randomized, Double-Blinded,<br />
Placebo-Controlled Study. Dermatol<br />
Ther (Heidelb). <strong>2025</strong>.<br />
Autor:<br />
Daniel Martinez Puig, PhD<br />
Head of R&D Human & Animal Health<br />
Bioiberica, Spanien<br />
Übersetzung:<br />
Theresa Gryczka,<br />
Sales- & Product Manager<br />
IMCD Deutschland GmbH<br />
September <strong>2025</strong><br />
41
V italstoffe<br />
Barbara Kocher<br />
Zu hohe Homocystein-Spiegel?<br />
Herzgesund durch B-Vitamine!<br />
Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall<br />
zählen weltweit zu den häufigsten<br />
Todesursachen. Dass Bluthochdruck,<br />
Rauchen oder hohe Cholesterinspiegel<br />
das Risiko für derartige Krankheiten begünstigen,<br />
ist weithin bekannt.<br />
Doch auch auf biochemischer Ebene gibt<br />
es einen Marker, der als Risikofaktor<br />
für kardiovaskuläre Erkrankungen gilt:<br />
Homocystein. Da dieser Marker mehr<br />
und mehr Bedeutung in der Prävention<br />
und Therapie gewinnt, ist interessant zu<br />
wissen, worauf erhöhte Homocysteinspiegel<br />
hindeuten, wie man sie senkt und<br />
welche Rolle B-Vitamine dabei spielen.<br />
© PeopleImages.com – Yuri A – shutterstock.com<br />
Homocystein ist eine schwefelhaltige<br />
Aminosäure. Sie entsteht als Zwischenprodukt<br />
im Stoffwechsel, vor allem<br />
beim Abbau von Methionin. Stehen dem<br />
Körper ausreichend Ressourcen in Form<br />
von Vitaminen und Coenzymen zur Verfügung,<br />
wird Homocystein rasch weiter<br />
verstoffwechselt und damit unschädlich<br />
gemacht. Erhöhte Plasma-Spiegel<br />
(HCy > 10 mcmol/l) gelten als unabhängiger<br />
Risikofaktor – nicht nur für neurodegenerative<br />
Erkrankungen wie Alzheimer<br />
und Demenz, Augenerkrankungen<br />
oder Osteoporose, sondern auch für<br />
kardiovaskuläre Erkrankungen. Homocystein<br />
schädigt die Gefäßinnenwand,<br />
fördert die Plaquebildung und oxidativen<br />
Stress und führt damit zu einem erhöhten<br />
Risiko für Arteriosklerose. Diese Gefäßverkalkung<br />
wiederum hat als Endstation<br />
oft einen Herzinfarkt oder Schlaganfall<br />
zur Folge.<br />
Einige Studien zeigen, dass erhöhte<br />
Werte zeitgleich mit Vitamin-B 12 - oder<br />
Folsäure-Mängeln auftreten. Sieht man<br />
sich den Stoffwechselweg rund um<br />
Homocystein genauer an, erkennt man<br />
die Zusammenhänge sehr deutlich, denn:<br />
für den „Abbau“, genauer genommen die<br />
Metabolisierung dieser Aminosäure verantwortliche<br />
Methylierungsreaktionen<br />
sind abhängig von Methyltransferasen.<br />
Deren Co-Faktoren sind die Vitamine<br />
B 6 , B 9 und B 12 .<br />
Bisher werden hohe Homocysteinspiegel,<br />
basierend auf diesem Wissen, mit<br />
eben diesen Vitaminen B 6 , B 9 und B 12<br />
therapeutisch effektiv gesenkt. Präparate<br />
mit diesem „3-er-Vitamin-Gespann“<br />
sind jedoch sehr hoch dosiert, oft hundertfach<br />
höher als die empfohlene tägliche<br />
Zufuhrmenge. Ein tieferer Blick<br />
in die Physiologie des Homocystein-<br />
Stoffwechsels aber zeigt, dass sich der<br />
biochemische Methylgruppen-Transfer<br />
nicht nur auf der Ebene „Vitamin B 6 /<br />
Folsäure / Vitamin B 12 “ abspielt, sondern<br />
dass diese drei beteiligten Co-Faktoren<br />
auch für sich einem sekundären<br />
Recycling-Metabolismus unterliegen,<br />
der wiederum andere B-Vitamine benötigt.<br />
Eine vereinfachte Skizze der Stoffwechselwege<br />
ist in Abb. 1 ersichtlich.<br />
So weiß man, dass Vitamin B 2 für den<br />
Folsäure-Zyklus essenziell ist, Vitamin<br />
B 3 in Form von NADH als Energielieferant<br />
und Vitamin B 5 für die<br />
Bereitstellung ausreichender Coenzym-<br />
A-Mengen benötigt wird.<br />
Eine Studiengruppe rund um den Ernährungsmediziner<br />
Dr. Dietmar Rösler<br />
hat daher beschlossen, den Effekt des<br />
gesamten Vitamin B-Komplexes auf<br />
den Homocysteinspiegel zu evaluieren.<br />
Die Fragestellung war, ob komplexere<br />
B-Vitamin-Präparate bereits in niedrigeren,<br />
also physiologischen Dosierungen<br />
Homocysteinspiegel effizient senken<br />
können. Die Studie mit dem Originaltitel<br />
„The Impact of B Vitamins on Methylations,<br />
Regeneration and Epigenetics:<br />
Results of a Randomized Double-Blind<br />
Study of Synthetic versus Plant-based<br />
Vitamin Complexes“ wurde 2023 im<br />
IFNM veröffentlicht.<br />
Diese randomisierte Doppelblindstudie<br />
zeigte auf, dass die Gabe eines kompletten<br />
Vitamin-B-Komplexes, wie bereits<br />
vermutet, in niedrigen Dosierungen<br />
(rund 2-facher Tagesbedarf) positive<br />
42
Vitamine<br />
© vis vitalis gmbh®<br />
Effekte auf den Homocysteinspiegel zur<br />
Folge hat. Damit stellt ein gesamter B-<br />
Komplex eine gute und weit moderater<br />
dosierte Alternative zu den „gelernten“<br />
hochdosierten B 6 -B 9 -B 12 -Gaben dar.<br />
Einmal mehr wird bestätigt, dass B-Vitamine<br />
einander unterstützen und wir von<br />
ihren synergistischen Effekten profitieren<br />
können.<br />
Ebenso lieferte die Studie durch den<br />
direkten Vergleich pflanzlicher mit synthetischer<br />
Vitamine Hinweise auf eine<br />
bessere Wirksamkeit pflanzlicher Vitamine.<br />
Es macht in jedem Fall Sinn, niedrige<br />
Homocysteinspiegel anzustreben und<br />
zu halten. Dafür benötigt der Körper<br />
regelmäßig ausreichende Mengen an<br />
B-Vitaminen. Diese tragen damit zur<br />
Gefäßgesundheit und Prävention von<br />
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.<br />
Hier spielen aber offensichtlich nicht<br />
(nur) hochdosierte, sondern vor allem<br />
komplexe, lückenlose, normaldosierte<br />
Vitaminkombinationen eine wesentliche<br />
Rolle. Greift man auf pflanzliche<br />
Alternativen zurück, so enthalten diese<br />
keine isolierten Laborvitamine, sondern<br />
eine bunte Vielfalt an Vitaminstrukturen,<br />
organisch gebunden und biologisch<br />
aktiv.<br />
Im österreichischen Lungau entwickelt<br />
die vis vitalis gmbh seit den 1980er Jahren<br />
einzigartige, pflanzliche <strong>Vitalstoffe</strong><br />
für innovative Nahrungsergänzungs- und<br />
Lebensmittel:<br />
Der PANMOL ® B-COMPLEX stellt<br />
einen lückenlosen Komplex aller B-<br />
Vitamine, gewonnen aus Quinoa aus<br />
kontrolliert biologischem Anbau, dar.<br />
Durch den besonderen Herstellprozess<br />
enthält der PANMOL ® B-COMPLEX<br />
nicht nur die acht bekannten Vitamine<br />
aus der B-Gruppe, sondern auch eine<br />
Vielzahl organisch gebundener und biologisch<br />
aktiver B-Vitamine, wie sie sonst<br />
nur in hochwertigen Lebensmitteln wie<br />
Vollkorngetreide oder Weizenkeimen<br />
vorkommen. Im Vergleich zu Vollkorn<br />
aber ist der Gehalt an B-Vitaminen in<br />
PANMOL ® B-COMPLEX um hunderte<br />
Male höher.<br />
Damit stellt der PANMOL ®<br />
B-COMPLEX eine geeignete Möglichkeit<br />
dar, den Körper mit B-Vitaminen<br />
zu versorgen und die Herzgesundheit zu<br />
unterstützen.<br />
Autorin:<br />
Mag. Barbara Kocher absolvierte das<br />
Studium für Ernährungswissenschaften<br />
an der Universität Wien und beschäftigt<br />
sich seither intensiv mit ernährungsmedizinischen<br />
Themen, sowohl als Autorin<br />
für Fachmagazine als auch als Referentin.<br />
September <strong>2025</strong><br />
43
V italstoffe<br />
Qi Jia<br />
Synergie für die Gelenkgesundheit<br />
Perspektiven für die Behandlung von Arthrose mit Univestin® und AmLexin<br />
©ATK 3D Works – shutterstock.com<br />
Die Forschung zu Univestin ® und AmLexin zeigt, dass sie möglicherweise eine<br />
alternative, pflanzliche und natürliche Lösung für die Behandlung von Arthrose (OA)<br />
und/oder den damit verbundenen Symptomen darstellen. Univestin ® ist für seine entzündungshemmende<br />
und schmerzlindernde Wirkung bekannt, während AmLexin<br />
Untersuchungen zufolge den Knorpelabbau reduzieren könnte. Diese beiden Inhaltsstoffe<br />
könnten der fehlende Faktor in künftigen Nahrungsergänzungsmitteln sein, die<br />
die Gelenkgesundheit fördern.<br />
Die folgenden Perspektiven von Dr. Qi<br />
Jia, PhD, Chief Scientific Officer von<br />
Unigen Inc., bieten wertvolle Einblicke<br />
in Univestin ® und AmLexin als synergistische<br />
Lösung zur Unterstützung der<br />
Gelenkgesundheit. Durch die Untersuchung<br />
der Erfahrungen und Meinungen<br />
von Dr. Jia soll dieser Beitrag Aufschluss<br />
über die Wirksamkeit und den potenziellen<br />
Nutzen dieser innovativen Inhaltsstoffe<br />
geben.<br />
Hauptergebnisse der<br />
Studie (1)<br />
In dieser präklinischen In-vivo-Studie<br />
wurde eine unerwartete Synergie bei<br />
der Verringerung der Schmerzempfindlichkeit<br />
durch die Kombination von<br />
Univestin ® mit AmLexin entdeckt.<br />
Es konnte anhand der histopathologischen<br />
Bilder eine gesteigerte Knorpelproduktion<br />
durch die Kombination von<br />
Univestin ® und AmLexin nachgewiesen<br />
werden, sowie eine geringere<br />
Freisetzung von Matrix-GAG, weniger<br />
Entzündungen/Zellinfiltrationen und weniger<br />
strukturelle/knöcherne Anomalien.<br />
Die Studie bestätigte ebenfalls den<br />
Schutz des Gelenkknorpels anhand eines<br />
verringerten Harn-Biomarkers für den<br />
Knorpelabbau – uCTX-IIa.<br />
Alle oben genannten Ergebnisse deuten<br />
darauf hin, dass die Kombination von<br />
Univestin ® mit AmLexin in einer<br />
funktionellen Formel für die Gelenkgesundheit<br />
von Vorteil ist.<br />
Hauptmechanismen, die<br />
für die Wirksamkeit von<br />
Univestin® und AmLexin<br />
verantwortlich sind<br />
Univestin ® wurde durch das Screening<br />
von 1.230 Pflanzen auf neuartige COXund<br />
LOX-Doppelinhibitoren entdeckt.<br />
Die Kombination zweier Bioflavonoide<br />
– Baicalin und Catechin – hemmt die<br />
COX1/COX2 & 5-LOX-Signalwege und<br />
sorgt so nachweislich für eine schnelle<br />
und langanhaltende Linderung der Symptome,<br />
wie z. B. eine Verringerung der<br />
Steifheit innerhalb von 3 Tagen, eine Verbesserung<br />
der Beschwerden nach 5 Tagen<br />
und eine Steigerung der Gelenkbeweglichkeit<br />
innerhalb von 7 Tagen.<br />
AmLexin wurde durch ein Screening<br />
von 279 Pflanzen zur Verringerung des<br />
GAG-Abbaus im Gelenkknorpel entdeckt.<br />
Die Polyphenole Oxyresveratrol<br />
aus der Wurzelrinde des Maulbeerbaums<br />
und die Catechine im Kernholz der Akazie<br />
zeigten eine starke Hemmung des<br />
Superoxid-Anions, das als freies Radikal<br />
am Ort der Gelenkabnutzung entsteht.<br />
Zudem regulierten sie die katabolen Signalwege<br />
des Gelenkknorpels herunter,<br />
wie z. B. die pro-inflammatorischen<br />
Zytokine IL-1, IL-6 und insbesondere<br />
die MMPs (Matrix-Metalloproteinasen),<br />
Enzyme, die eine Schlüsselrolle beim<br />
Knorpelabbau spielen, insbesondere bei<br />
Arthrose (OA).<br />
Warum Formulierer<br />
diese Synergie bei<br />
der Entwicklung<br />
von Produkten für<br />
Gelenkerkrankungen wie<br />
Arthrose berücksichtigen<br />
sollten<br />
Die Verwendung eines In-vivo-Modells<br />
zur Bestätigung der Synergie bei der<br />
Entwicklung von Inhaltsstoffen für die<br />
Gelenkgesundheit liefert wissenschaftliche<br />
Beweise für die Wirksamkeit, ermöglicht<br />
die Extrapolation des besten<br />
44
Gelenke<br />
Kombinationsverhältnisses und der besten<br />
Dosierungen und verleiht außerdem<br />
eine geschützte Marktposition, wenn unerwartete<br />
Synergien beobachtet werden.<br />
Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung,<br />
die durch Abnutzung des Gelenkknorpels<br />
ausgelöst wird. Die Verengung<br />
des Gelenkspalts führt schließlich<br />
zu einer Reibung zwischen den Knochen,<br />
was sich in klinischen Symptomen<br />
wie Gelenksteifigkeit, Schmerzen, Verlust<br />
der Beweglichkeit und der Gelenkfunktion<br />
äußert.<br />
Univestin ® ist die erste Generation des<br />
von Unigen patentierten Inhaltsstoffs<br />
für die Gelenkgesundheit, der auf eine<br />
schnelle und langanhaltende Linderung<br />
der Symptome abzielt.<br />
AmLexin ist ein krankheitsmodifizierender,<br />
natürlicher Wirkstoff, der den<br />
Knorpel vor Abnutzung schützen und<br />
den Abbauprozess verlangsamen kann.<br />
Die Kombination von Univestin ® und<br />
AmLexin trägt nicht nur zur Linderung<br />
der Symptome bei, sondern bietet<br />
auch einen strukturellen Schutz des Gelenkknorpels.<br />
Die Auswirkungen der<br />
Ergebnisse dieser Studie<br />
auf die Nutraceutical-<br />
Industrie<br />
Unigen ist ein führendes Forschungsinstitut<br />
für Naturprodukte. Wir haben zwei<br />
Generationen von Präparaten für die Gelenkgesundheit<br />
separat als Univestin ®<br />
und AmLexin eingeführt, die aus dem<br />
auf dem Wirkmechanismus basierenden<br />
Screening durch die Phytologix ® -<br />
Bibliothek von Heilpflanzen stammen.<br />
Wir sind fest davon überzeugt, dass die<br />
Entwicklung von nutraceuticalen Zusammensetzungen<br />
auf wissenschaftlichen<br />
Erkenntnissen basieren und klinisch<br />
belegt sein sollte.<br />
Wir hoffen, dass diese präklinische<br />
Forschung die relevanten Signalwege<br />
aufzeigen und ausreichende wissenschaftliche<br />
Belege liefern wird, um die<br />
Entwicklung einzigartiger Formulierungen<br />
für die Nutraceutical-Industrie zu<br />
unterstützen.<br />
Die Bedeutung der<br />
Entwicklung natürlicher<br />
Lösungen für Menschen<br />
mit Arthrose<br />
Der weltweite Markt für Arthrose (OA)-<br />
Therapeutika erfährt ein erhebliches<br />
Wachstum, das durch die zunehmende<br />
Prävalenz von OA und die wachsende<br />
körperlich aktive, alternde Bevölkerung<br />
angetrieben wird. Es wird erwartet, dass<br />
der globale OA-Markt bis 2030 ein Volumen<br />
von 13,57 Milliarden USD erreichen<br />
wird, mit einer jährlichen Wachstumsrate<br />
(CAGR) von 6,9% von <strong>2025</strong><br />
bis 2030.<br />
Trotz erheblicher Investitionen in die<br />
Forschung und Entwicklung neuer OA-<br />
Therapien, einschließlich Biologika,<br />
krankheitsmodifizierender Medikamente<br />
und regenerativer Medizin, gibt es heute<br />
nur begrenzte Möglichkeiten zur Behandlung<br />
von Arthrose: Medikamente<br />
(NSAIDs, Paracetamol), Physiotherapie<br />
und Chirurgie. Bisher wurde noch kein<br />
krankheitsmodifizierendes Medikament<br />
zugelassen.<br />
Arthrose ist eine chronische und komplizierte<br />
Erkrankung, die durch periodisch<br />
wiederkehrende Symptomschübe<br />
gekennzeichnet ist und eine lebenslange<br />
Behandlung von schmerzhaften und sich<br />
verschlechternden Gelenkerkrankungen<br />
erfordert. Die möglichen Nebenwirkungen<br />
einer langfristigen Einnahme von<br />
NSAIDs (nichtsteroidale Antiphlogistika)<br />
beeinträchtigen die Lebensqualität<br />
zusätzlich und beschleunigen das Fortschreiten<br />
der Arthrose.<br />
Die natürlichen Verbindungen verfügen<br />
über molekulare Mechanismen zur Regulierung<br />
der COX/LOX-Signalwege,<br />
zur Neutralisierung freier Radikale sowie<br />
zum Ausgleich der katabolischen<br />
und anabolischen Homöostase des<br />
Verschleißes und der Reparatur des Gelenkknorpels.<br />
Die Wirkungen natürlicher<br />
Verbindungen sind mild, ausgewogen<br />
und multifunktional, im Gegensatz zu<br />
den starken, selektiven und einseitigen<br />
Wirkmechanismen von NSAIDs. Es ist<br />
praktikabler und sicherer, eine natürliche<br />
Zusammensetzung in die tägliche<br />
und lebenslange Ernährung zur Unterstützung<br />
der Gelenkgesundheit zu integrieren,<br />
ergänzt durch Änderungen der<br />
Lebensweise und andere unterstützende<br />
Maßnahmen.<br />
Für mehr Informationen wenden Sie<br />
sich gern an LEHVOSS Nutrition<br />
als zuständigen Europa-Distributor<br />
der Unigen Inc.: nutra@lehvoss.de<br />
+49 40 441 972 59<br />
Referenz:<br />
(1) Yimam M et al. (2017) Cartilage<br />
Protection and Analgesic Activity of a<br />
Botanical Composition Comprised of<br />
Morus alba, Scutellaria baicalensis, and<br />
Acacia catechu.<br />
Autor:<br />
Dr. Qi Jia, PhD,<br />
Chief Scientific Officer,<br />
Unigen Inc.<br />
September <strong>2025</strong><br />
45
V italstoffe<br />
Ivo Pischel, Björn Feistel, Ralf Spreemann, Cynthia G. Suarez, Andressa Blainski<br />
Ein modernes Aphrodisiakum mit reicher Tradition<br />
Aphrodana® – zur Stärkung der Libido für alle Geschlechter<br />
© avijit bouri– shutterstock.com<br />
Abb. 1: Damiana, Blüte und Blätter (Turnera diffusa Willd)<br />
Einleitung<br />
In der heutigen schnelllebigen Welt kann<br />
es schwierig sein, eine gesunde Libido<br />
aufrechtzuerhalten. Zwar gibt es zahlreiche<br />
pharmazeutische Lösungen, doch<br />
wächst das Interesse an natürlichen Alternativen.<br />
Aphrodana ® , ein unternehmenseigener<br />
Extrakt aus Turnera diffusa (allgemein<br />
bekannt als Damiana), bietet eine<br />
vielversprechende, natürliche Lösung.<br />
Dieser Artikel befasst sich mit der historischen<br />
Verwendung, den gesundheitlichen<br />
Vorteilen und aktuellen wissenschaftlichen<br />
Studien, die die Wirksamkeit von<br />
Aphrodana ® bei der Verbesserung der sexuellen<br />
Gesundheit und des allgemeinen<br />
Wohlbefindens belegen.<br />
Der allgemeine oder Trivialname für<br />
Turnera diffusa Willd. oder Damiana<br />
diffusa var. aphrodisiaca (Ward.) Urb.,<br />
hauptsächlich Damiana, wird im Französischen,<br />
Deutschen und Italienischen<br />
verwendet. Die Pflanze gehört zur Familie<br />
der Passifloraceae (Passionsblumengewächse).<br />
Es wurden umfassende Übersichtsartikel<br />
über Damiana veröffentlicht, in denen<br />
ihre pharmakologischen Vorteile beschrieben<br />
werden, die auf eine Vielzahl<br />
bioaktiver Verbindungen zurückgeführt<br />
werden, darunter Flavonoide, (poly-)<br />
phenolische Verbindungen, Terpenoide<br />
und ätherische Öle. Diese Verbindungen<br />
können gemeinsam zu verschiedenen<br />
Wirkungen beitragen, wie aphrodisierende,<br />
anxiolytische, spasmolytische,<br />
antimikrobielle und adaptogene Effekte<br />
(1, 2).<br />
Historische, traditionelle<br />
und moderne<br />
Verwendung<br />
Damiana hat eine lange Tradition in der<br />
Verwendung durch indigene Kulturen in<br />
Mittel- und Südamerika. Die alte Maya-<br />
Zivilisation verehrte Damiana als starkes<br />
Aphrodisiakum und Tonikum. Historisch<br />
gesehen wurde Damiana verwendet, um<br />
das sexuelle Verlangen zu steigern, sexuelle<br />
Funktionsstörungen zu lindern und<br />
46
Pflanzenextrakte<br />
die allgemeine Vitalität zu fördern. Zu<br />
den traditionellen Anwendungsgebieten<br />
gehören die Behandlung von sexueller<br />
Schwäche, Verdauungsprobleme und als<br />
allgemeines Wellness-Tonikum.<br />
Zu den traditionellen Zubereitungen gehören<br />
Teeaufgüsse, bei denen dreimal<br />
täglich 2 – 4 g des getrockneten Krauts<br />
eingenommen werden (3). Es werden<br />
auch hydroethanolische Extrakte und<br />
Tinkturen eingesetzt, wobei die übliche<br />
Tagesdosis bis zu 12 g Kräuterrohstoffäquivalente<br />
beträgt (4).<br />
Heutzutage wird Damiana immer noch<br />
als Tee und in Likören verwendet. Darüber<br />
hinaus hat sich Aphrodana ® als<br />
geeigneter Inhaltsstoff für die moderne<br />
Nahrungsergänzung oder pharmazeutische<br />
Darreichungsformen wie Tabletten,<br />
Dragees oder Kapseln erwiesen und ist<br />
weltweit verfügbar (5).<br />
Der chromatographische Fingerabdruck<br />
von Aphrodana ® zeigt einen komplexen<br />
Extrakt, der reich an Flavonoiden wie<br />
Flavonen und Flavanonen ist, die als<br />
Aglykone oder in glykosylierter Form<br />
vorliegen können.<br />
Das Hochleistungs-Dünnschichtchromatogramm<br />
(HPTLC) (Abb. 2) zeigt<br />
eine Vielzahl klar definierter Zonen, die<br />
den Flavonoid-Fingerabdruck qualitativ<br />
bestimmen und dazu beitragen, Verfälschungen<br />
oder die Verwendung minderwertiger<br />
Inhaltsstoffe zu verhindern.<br />
Zu den identifizierten Flavonoiden gehören<br />
Rutin, Apigeninderivate, Luteolinderivate,<br />
Acacetin, Pinocembrin und<br />
andere, die zu den pharmakologischen<br />
Wirkungen von Aphrodana ® beitragen<br />
können.<br />
Aphrodisierende Wirkung<br />
durch Hemmung der<br />
Aromatase<br />
Wissenschaftliche Studien haben die<br />
traditionelle Verwendung von Damiana<br />
als Aphrodisiakum bestätigt. Diese<br />
Wirkung von Aphrodana ® hängt mit<br />
seiner Fähigkeit zusammen, das Enzym<br />
Aromatase (Tab. 1) zu hemmen, das<br />
Testosteron in Östrogen umwandelt<br />
und so einen höheren Testosteronspiegel<br />
aufrechterhält. Das Gleichgewicht<br />
zwischen Androgen und Östrogen sowie<br />
der Testosteronspiegel im menschlichen<br />
Körper stehen in engem Zusammenhang<br />
mit dem Sexualverhalten und der sexuellen<br />
Aktivität. Darüber hinaus hat sich<br />
gezeigt, dass Aphrodana ® das Sexualverhalten<br />
in In-vitro-Modellen durch die<br />
Modulation von Neurotransmitterwegen,<br />
darunter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin,<br />
verbessert (8).<br />
Charakterisierung des<br />
Extrakts<br />
Die pharmakologischen Vorteile von<br />
Damiana werden auf seine vielfältigen<br />
bioaktiven Verbindungen zurückgeführt.<br />
Zu den wichtigsten Bestandteilen zählen<br />
Flavonoide, (poly-) phenolische Verbindungen,<br />
Terpenoide und ätherische Öle,<br />
während die wichtigsten bioaktiven Phytochemikalien<br />
Acacetin, Pinocembrin,<br />
Luteolin- und Apigenin-Glykoside sind.<br />
Diese Verbindungen tragen gemeinsam<br />
zu ihrer aphrodisierenden, anxiolytischen<br />
und spasmolytischen Wirkung bei (6).<br />
Ein Spezial-Extrakt aus Damiana ist<br />
Aphrodana ® , der klinisch getestet und<br />
phytochemisch charakterisiert ist. Im<br />
Rahmen dieser Entwicklung wurde gezeigt,<br />
dass Extrakte bei Ethanol-Wasser-Konzentrationen<br />
von 60 – 80 % die<br />
höchste Aktivität aufweisen. Darüber hinaus<br />
muss ein spezielles technologisches<br />
Verfahren unter Verwendung geeigneter<br />
Trägerstoffe angewendet werden, um<br />
einen physikalisch und chemisch stabilen<br />
Inhaltsstoff zu erhalten. Dieser<br />
einzigartige Inhaltsstoff ist Gegenstand<br />
einer weltweiten Patentanmeldung WO<br />
2008071684 (7).<br />
Abb. 2: HPTLC von Damiana-Extrakt<br />
(Aphrodana ® auf Spur 1, Referenzsubstanzen<br />
auf Spur 2), geeignet für die Qualitätssicherung<br />
(Verfälschungen usw.); Dünnschichtchromatographie-Methode<br />
für Flavonoide<br />
gemäß BHP 1996 (Monographie: Damiana).<br />
Prüfsubstanzen<br />
Aromatasehemmung<br />
(IC50 / [µg/ml])<br />
Aphrodana® 95<br />
Acacetin<br />
Apigenin<br />
Pinocembrin<br />
1.4<br />
15<br />
3.1<br />
Tab. 1: Abschätzung der aphrodisierenden<br />
Wirkung durch Aromatase-Hemmungstests<br />
von Aphrodana® und ausgewählten Einzelsubstanzen<br />
daraus.<br />
Ferner hat eine Studie von Estrada-<br />
Reyes et al. gezeigt, dass Damiana-Extrakte<br />
die sexuelle Leistungsfähigkeit<br />
bei männlichen Ratten durch Aktivierung<br />
des NO-cGMP-Signalwegs, der<br />
für die erektile Funktion entscheidend<br />
ist, signifikant verbessern (9). Eine weitere<br />
Studie von Arletti et al. berichtete<br />
über eine gesteigerte sexuelle Aktivität<br />
bei Ratten, die mit Damiana-Extrakten<br />
behandelt wurden, was die pro-sexuelle<br />
Wirkung weiter untermauert (10). Zhao<br />
September <strong>2025</strong><br />
47
V italstoffe<br />
et al. untersuchten 24 aus Damiana isolierte<br />
Verbindungen auf ihre Aromataseaktivität<br />
und fanden heraus, dass<br />
Acacetin und Pinocembrin das Aromataseenzym<br />
signifikant hemmen können<br />
(11).<br />
Sexuelle Erregung<br />
durch Hemmung der<br />
Phosphodiesterase-5<br />
(PDE-5)<br />
Eine der bedeutenden Erkenntnisse über<br />
Aphrodana ® ist seine Fähigkeit, PDE-5<br />
zu hemmen, ein Enzym, auf das gängige<br />
Medikamente gegen erektile Dysfunktion<br />
wie Sildenafil abzielen. Obwohl<br />
PDE-5-Hemmer im Allgemeinen nicht<br />
als Aphrodisiaka angesehen werden, da<br />
sie die Libido nicht direkt beeinflussen,<br />
kann die erhöhte Fähigkeit, eine Erektion<br />
zu erreichen, von den Anwendern als<br />
gesteigerte sexuelle Erregung wahrgenommen<br />
werden. Studien haben gezeigt,<br />
dass Damiana-Extrakte ein unterschiedliches<br />
Potenzial zur Hemmung der PDE-<br />
5-Aktivität aufweisen (Tab. 2).<br />
Der Spezial-Extrakt Aphrodana ® zeigte<br />
einen IC 50 -Wert von 5 µg/ml, was auf<br />
eine starke PDE-5-hemmende Wirkung<br />
hindeutet, die zu einer verbesserten<br />
erektilen Funktion beitragen kann (12).<br />
Extraktionslösungsmittel Wasser Ethanol 30 % m/m Ethanol 70% m/m<br />
PDE-5-Hemmung: IC50 / [µg/mL] >30 15 – 20 10 – 15<br />
Tab. 2: Hemmung der PDE-5 verschiedener Damiana-Extrakte in Abhängigkeit vom Extraktionslösungsmittel.<br />
Modulation von<br />
Hirnrezeptoren<br />
zur Anxiolyse und<br />
Stimmungsaufhellung<br />
Die angstlösenden Eigenschaften von<br />
Damiana tragen zu ihrer Wirksamkeit als<br />
natürliches Aphrodisiakum bei. Angst<br />
und Stress sind häufige Faktoren, die sich<br />
negativ auf die sexuelle Leistungsfähigkeit<br />
und das sexuelle Verlangen auswirken.<br />
Untersuchungen haben gezeigt,<br />
dass Damiana-Extrakte eine signifikante<br />
angstlösende Wirkung haben, die mit der<br />
von Diazepam, einem bekannten Medikament<br />
gegen Angstzustände, vergleichbar<br />
ist. Dieser Effekt wird in erster Linie<br />
durch die Modulation der GABA-Rezeptoren<br />
im Gehirn vermittelt (13, 14).<br />
Jüngste Studien haben die Rolle von<br />
Damiana bei der Modulation von Neurotransmittern<br />
hervorgehoben. Es<br />
wurde gezeigt, dass Aphrodana ® die<br />
Wiederaufnahme von Dopamin, Noradrenalin<br />
und Serotonin hemmt, also<br />
von Neurotransmittern, die für die Regulierung<br />
der Stimmung und das sexuelle<br />
Verlangen entscheidend sind. Diese<br />
Hemmung der Wiederaufnahme erhöht<br />
die Verfügbarkeit dieser Neurotransmitter<br />
erheblich und fördert dadurch die<br />
Stimmungsaufhellung und eine gesteigerte<br />
Libido (15).<br />
Neurotransmitter Dopamin Nor adrenalin Serotonin<br />
IC50 ± SD [µg/mL] 2.7 ± 0.1 84.3 ± 18.1 237.4 ± 7.9<br />
Tab. 3: Wiederaufnahmehemmung der Monoamin-Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin.<br />
Anxiolytische Wirkung<br />
über AMPA-Modulation<br />
Außerdem moduliert Damiana die<br />
AMPA-Rezeptoren (Alpha-Amino-3-<br />
Hydroxy-5-Methyl-4-Isoxazolpropionsäure),<br />
die eine Schlüsselrolle bei der<br />
exzitatorischen Neurotransmission<br />
im Gehirn spielen. Präklinische Studien<br />
haben gezeigt, dass Damiana die<br />
glutamaterge Neurotransmission durch<br />
Antagonisierung der AMPA-Rezeptoraktivität<br />
reduziert. Diese Effekte wurden<br />
in Hippocampus-Schnitten untersucht,<br />
wo Aphrodana ® im Vergleich zu Placebo<br />
diese Reaktion signifikant abschwächte,<br />
was durch eine deutliche Verringerung<br />
der Amplitude der Populationsspitzen<br />
belegt wurde (Abb. 3).<br />
48
Pflanzenextrakte<br />
Diese Modulation ist mit anxiolytischen<br />
Effekten verbunden, da der AMPA-Antagonismus<br />
mit Stressabbau und Stimmungsaufhellung<br />
in Verbindung gebracht<br />
wird (15).<br />
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass<br />
diese doppelte Wirkung auf Neurotransmitter<br />
und AMPA-Rezeptoren wahrscheinlich<br />
zur Rolle von Aphrodana ®<br />
als sexuelles Stimulans beiträgt, indem<br />
sie die Stimmung verbessert und Ängste<br />
abbaut.<br />
Vielfältige Wirkweisen<br />
Abb. 3: Veränderungen der Amplitude neuronaler Signale bei Placebo oder Aphrodana®<br />
(60 mg/kg) nach einmaliger oder mehrfacher Stimulation. Die Abbildung zeigt, dass die<br />
Gehirnaktivität bei Einnahme von Aphrodana® im Vergleich zum Placebo weniger erregbar<br />
(weniger aktiv) war.<br />
Es wurden mehrere bioaktive Effekte<br />
illustriert, um die Wirkung von<br />
Aphrodana ® zu erklären, wie unten dargestellt<br />
(15).<br />
Abb. 4: Mehrere Wirkmechanismen tragen zur Gesamtwirksamkeit von Aphrodana ® bei.<br />
© M.Fawaid.M– shutterstock.com<br />
September <strong>2025</strong><br />
49
V italstoffe<br />
Klinische Studien und<br />
Produktsicherheit<br />
Die Wirksamkeit und Sicherheit von<br />
Aphrodana ® wurden durch mehrere klinischen<br />
Studien bestätigt. Eine bemerkenswerte<br />
Studie mit 66 männlichen<br />
Teilnehmern (40 – 55 Jahre) mit leichter<br />
bis mittelschwerer erektiler Dysfunktion<br />
zeigte nach der Einnahme von<br />
Aphrodana ® eine signifikante Verbesserung<br />
der erektilen Funktion und der<br />
allgemeinen Lebensqualität. Die Studie<br />
verwendete den International Index of<br />
Erectile Function (IIEF-5) und den SF-<br />
9-Fragebogen zur Lebensqualität, um die<br />
Resultate zu messen (16).<br />
Abb. 5: Signifikante Verbesserungen des IIEF-5-Scores als primärer Parameter (n=66)<br />
Das Ziel der Studie war es, zu untersuchen,<br />
ob Aphrodana ® , das acht Wochen<br />
lang zweimal täglich in Form von<br />
300-mg-Kapseln verabreicht wurde, sowohl<br />
wirksam als auch sicher ist.<br />
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die<br />
erektile Funktion nach 8-wöchiger Behandlung<br />
signifikant verbesserte, was sich<br />
in einem Anstieg des IIEF-5-Gesamtscores<br />
(+4,7) und einem Anstieg des SF-9-<br />
Scores um 23% zeigt, der als sekundärer<br />
Parameter den Lebensstil und das Sexualverhalten<br />
widerspiegelt. Bemerkenswert<br />
ist, dass bereits nach 4-wöchiger Einnahme<br />
von Aphrodana ® signifikante Verbesserungen<br />
zu beobachten waren.<br />
Eine wichtige Erkenntnis war die Verbesserung<br />
der nächtlichen Erektion, auch<br />
bekannt als nächtliche Penistumeszenz<br />
(NPT). Dieser Aspekt wird als fast rein<br />
körperlich oder „organisch“ angesehen,<br />
während die anderen eher durch mentale<br />
oder psychologische Faktoren beeinflusst<br />
werden und daher als „psychogen“<br />
klassifiziert werden.<br />
verlorengegangenem sexuellem Verlangen<br />
(17). An der Studie nahmen<br />
70 Frauen teil, von denen 35 (Durchschnittsalter<br />
46,1 ± 10,9 Jahre) die<br />
achtwöchige Behandlung mit 450 mg<br />
dreimal täglich abschlossen. Die Studie<br />
ergab signifikante Verbesserungen<br />
der sexuellen Funktion, gemessen anhand<br />
des Female Sexual Function Index<br />
(FSFI-d, p
Pflanzenextrakte<br />
Eine neuere Übersichtsarbeit zur sexuellen<br />
Unlust bei Frauen (14) verweist<br />
auf eine häufig auftretende und meist<br />
multifaktorielle Symptomatik in jedem<br />
Alter, nicht nur in den Wechseljahren<br />
mit der Hormonumstellung. Weibliche<br />
sexuelle Probleme werden oft nicht<br />
erkannt und bleiben unbehandelt, nur<br />
20 – 34% der Betroffenen suchen aktiv<br />
Hilfe bei einem Arzt. Die Therapiemöglichkeiten<br />
hierzu sind begrenzt: Verordnungen<br />
durch Fachärzte, z. B. Off-label-Verabreichung<br />
von transdermalem<br />
Testosteron oder Dehydroepiandrosteron<br />
oder Zubereitungen aus der Phytotherapie<br />
(z.B. Damiana-Zubereitungen<br />
als pflanzliches Aphrodisiakum).<br />
In den USA ist seit 2015 mit dem<br />
Wirkstoff Flibanserin, ursprünglich als<br />
Antidepressivum entwickelt, das erste<br />
Medikament verfügbar, das von der USamerikanischen<br />
Arzneimittelbehörde<br />
FDA (Food and Drug Administration)<br />
für die Behandlung der hypoaktiven sexuellen<br />
Luststörung (HSDD) bei Frauen<br />
vor der Menopause zugelassen wurde<br />
(20). Flibanserin hemmt spezifisch die<br />
Monoamin-Neurotransmitter Serotonin<br />
und Dopamin. Dies ist bei der Aufnahme<br />
eines Elektroenzephalogramms<br />
(EEG – eine nicht-invasive Methode<br />
zur Aufzeichnung der elektrischen Aktivität<br />
des Gehirns) mit einer Dosierung<br />
von 100 mg dokumentiert worden. Hier<br />
werden laut Prof. W. Dimpfel die Alpha-1<br />
und Alpha-2-Frequenzen stark<br />
beeinflusst, was für eine sexuelle Stimulation<br />
bekannt ist. Dimpfel konnte<br />
bei Einzelfallprüfungen im EEG durch<br />
Gabe von 225 mg Damiana-Extrakt<br />
(Präparat LibiLoges) eine parallele Beeinflussung<br />
der Alpha-Wellenlängen<br />
mit einhergehender positiver Befragung<br />
zur sexuellen Stimulation feststellen<br />
(21).<br />
Weitere klinische Untersuchungen haben<br />
die Vorteile von Damiana in Kombination<br />
mit anderen Pflanzenextrakten<br />
untersucht. Eine randomisierte, Placebo-kontrollierte<br />
Studie zur Bewertung<br />
eines Nahrungsergänzungsmittels, das<br />
Damiana, Ginkgo biloba, Panax ginseng,<br />
L-Arginin, Multivitamine und<br />
Mineralien enthält, berichtete über<br />
signifikante Verbesserungen der sexuellen<br />
Zufriedenheit und Häufigkeit bei<br />
Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen.<br />
Es wurden keine signifikanten Nebenwirkungen<br />
beobachtet (18).<br />
Sicherheitsprofil<br />
Aphrodana ® weist ein ausgezeichnetes<br />
Sicherheitsprofil auf. Die Sicherheitsdaten<br />
der oben genannten Humanstudie<br />
zeigten keine Beeinträchtigungen des<br />
Blutzuckerspiegels oder Veränderungen<br />
der Nieren- oder Leberparameter<br />
(SGOT, SGPT, Kreatinin, Harnstoff) in<br />
den Serumproben der Probanden (16).<br />
Zusätzlich wurden in der Fachliteratur<br />
über Jahrzehnte hinweg dokumentierte<br />
Anwendungen von Damianablatt-Präparaten<br />
in verschiedenen Ländern keine<br />
schwerwiegenden Nebenwirkungen<br />
berichtet. Monographien zur Sicherheit<br />
von Heilpflanzen weisen darauf hin, dass<br />
Studien zur akuten und subchronischen<br />
Toxizität keine signifikanten Nebenwirkungen<br />
bei therapeutischen Dosierungen<br />
gezeigt haben (19).<br />
Im Übrigen hat eine umfassende aktuelle<br />
Überprüfung relevanter wissenschaftlicher<br />
Datenbanken keine Fallberichte<br />
über schwerwiegende oder schwere<br />
Nebenwirkungen oder kritische toxikologische<br />
Daten ergeben. Aufgrund seiner<br />
langjährigen Anwendung und zusätzlicher<br />
toxikologischer Tests kann<br />
Aphrodana ® in den empfohlenen Dosierungen<br />
als sicher angesehen werden.<br />
Gesamtfazit<br />
Aphrodana ® , ein moderner Extrakt aus<br />
der traditionsreichen Pflanze Damiana,<br />
bietet eine wissenschaftlich fundierte<br />
natürliche Lösung zur Unterstützung der<br />
sexuellen Gesundheit und des allgemeinen<br />
Wohlbefindens. Seine vielseitigen<br />
Wirkmechanismen – darunter die Hemmung<br />
von Aromatase und Phosphodiesterase-5<br />
(PDE-5) sowie die Modulation<br />
wichtiger Neurotransmitter wie Dopamin,<br />
Noradrenalin und Serotonin – machen<br />
es zu einem wirksamen Mittel zur<br />
Steigerung der Libido, Verbesserung der<br />
Stimmung und Verringerung von Angstzuständen.<br />
Präklinische und klinische<br />
Studien bestätigen die Wirksamkeit und<br />
Sicherheit von Aphrodana ® sowohl für<br />
Männer als auch für Frauen und belegen<br />
positive Auswirkungen auf die sexuelle<br />
Leistungsfähigkeit, die Lebensqualität<br />
und das Stressmanagement.<br />
Aphrodana ® stellt eine attraktive natürliche<br />
Alternative zu pharmakologischen<br />
Behandlungen dar, insbesondere für Personen,<br />
die einen ganzheitlichen Ansatz<br />
bevorzugen. Mit seiner reichen Anwendungshistorie,<br />
modernen wissenschaftlichen<br />
Validierungen und nachgewiesener<br />
Sicherheit bei empfohlenen Dosierungen<br />
birgt Aphrodana ® ein erhebliches Potenzial<br />
zur Verbesserung des sexuellen<br />
Wohlbefindens und der allgemeinen Lebensqualität.<br />
Es sind jedoch weitere klinische<br />
Studien erforderlich, um die aktuellen<br />
Erkenntnisse zu erweitern und das<br />
Potenzial dieses einzigartigen Extraktes<br />
vollständig aufzuklären.<br />
Finzelberg GmbH & Co.KG,<br />
56626 Andernach<br />
© Wanamard Balachandra– shutterstock.com<br />
September <strong>2025</strong><br />
51
V italstoffe<br />
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Finzelberg GmbH & Co. KG, applicant.<br />
Special extract, and use thereof for the<br />
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(CGMP) decomposition. PCT<br />
patent WO2008071684. 2008 June 19.<br />
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– a traditionally used aphrodisiac as<br />
modern PDE-5 inhibitor. Poster at<br />
the 58th Intern. Congress and annual<br />
meeting of the society for medical plant<br />
and natural product research, Berlin,<br />
Germany, 2010.<br />
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Influence of traditional Turnera diffusa<br />
var. aphrodisiaca (Damiana) extract on<br />
monoamine- and glutamate receptormediated<br />
neurotransmission. Poster<br />
at the 12th World Congress on Polyphenols<br />
Applications, Bonn, Germany,<br />
2018.<br />
(16) Feistel B, Walbroel B. Traditional<br />
aphrodisiac Turnera diffusa WILLD new<br />
human aspects. Poster at the 15th International<br />
Congress PHYTOPHARM,<br />
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female brain: a case report. Presented<br />
at: 21st International Congress PHYTO-<br />
PHARM; 2017; Graz, Austria. Rev Clin<br />
Pharmacol Drug Ther. 2017;15(Suppl<br />
1):18.<br />
Autoren:<br />
Dr. Ivo Pischel,<br />
Consulting<br />
Dr. Björn Feistel,<br />
Senior Manager Process Development<br />
and Patent Coordination, Finzelberg<br />
Ralf Spreemann<br />
Senior Manager<br />
New Product Development, Finzelberg<br />
Cynthia G. Suarez<br />
Expert New Product Development,<br />
Finzelberg<br />
Andressa Blainski<br />
Project Manager<br />
New Product Development, Finzelberg<br />
52
Vitamine<br />
Dominik Mattern<br />
Die komplexe Wissenschaft<br />
hinter echter Vitamin-K2-Qualität<br />
© pexels.com<br />
Eine globale<br />
Herausforderung<br />
Unsere Bemühungen um mehr Transparenz<br />
begannen 2018 mit einer Zusammenarbeit<br />
mit einem unabhängigen<br />
Prüflabor zur Analyse des Gehalts und<br />
der isomeren Reinheit von Vitamin K2<br />
MK-7 in Produkten auf dem deutschen<br />
Markt. Kürzlich wurden die Untersuchungen<br />
weltweit ausgeweitet – gemeinsam<br />
mit verifizierten Drittanbieter-Laboren<br />
in den USA und Polen wurden online<br />
verkaufte Vitamin-K2-Produkte getestet.<br />
Die Ergebnisse zeigen einen auffälligen,<br />
branchenweiten Trend, der sich über die<br />
westliche Hemisphäre erstreckt: Die<br />
neuesten Daten belegen, dass mehr als<br />
zwei Drittel der analysierten Formulierungen<br />
die etablierten Qualitätsstandards<br />
und Deklarationsangaben nicht erfüllen<br />
(1). Die regelmäßig beobachteten Diskrepanzen<br />
bei Deklarationen betreffen<br />
zwei zentrale Qualitätsmerkmale von Vitamin<br />
K2, die vielen Herstellern und Verbrauchern<br />
möglicherweise nicht bekannt<br />
sind: die isomere Reinheit und die Stabilität<br />
des Gehaltes an Vitamin K2 MK-7.<br />
Einführung<br />
Qualität ist entscheidend – besonders<br />
im Markt für Nahrungsergänzungsmittel.<br />
Doch in den letzten zehn Jahren hat<br />
Balchem qualitätsrelevante Unstimmigkeiten<br />
identifiziert, welche sich auf<br />
Vitamin K2 in Produkten für Endverbraucher<br />
beziehen. Gemeinsame Untersuchungen<br />
mit unabhängigen Laboren<br />
in Europa und den USA zeigen, dass<br />
eine erhebliche Anzahl von Produkten,<br />
die über E-Commerce-Plattformen<br />
verkauft werden, nicht vollständig den<br />
deklarierten Angaben entsprechen – im<br />
Hinblick auf Qualität, Reinheit und Stabilität.<br />
Diese weltweiten Herausforderungen<br />
in der Produktqualität von Vitamin<br />
K2 gefährden das Vertrauen und<br />
die Glaubwürdigkeit im Bereich der<br />
Nahrungsergänzung. Deshalb fordert<br />
Balchem eine branchenweite Neuausrichtung<br />
mit strengeren Prüfverfahren<br />
und umfassender Transparenz. Dominik<br />
Mattern, VP Science, Business Development<br />
und Marketing bei Balchem<br />
Human Nutrition and Health, erklärt,<br />
wie das gelingen kann.<br />
Die Wissenschaft hinter<br />
den Standards<br />
In der Natur liegt Vitamin K2 MK-7<br />
mit sieben Doppelbindungen in trans-<br />
Konfiguration vor. Diese lineare Molekülstruktur<br />
ist hoch bioaktiv. Die<br />
„all-trans“-MK-7-Isomere wirken wie<br />
ein molekularer Schlüssel, der K-abhängige<br />
Proteine im Körper aktiviert.<br />
Diese Proteine – und damit das all-trans<br />
MK-7 – tragen zur Gesundheit von Knochen<br />
bei, indem sie Kalzium gezielt<br />
dorthin leiten, wo es gebraucht wird.<br />
Beispielsweise wird Osteocalcin durch<br />
Vitamin K2 aktiviert und arbeitet mit<br />
Vitamin D3 zusammen, um Kalzium in<br />
September <strong>2025</strong><br />
53
V italstoffe<br />
die Knochen einzulagern und deren Festigkeit<br />
zu unterstützen (2 – 4). Studien<br />
zeigen zudem, dass ein weiteres K-abhängiges<br />
Protein, das Matrix-Gla-Protein<br />
(MGP), die Elastizität der Arterien<br />
fördern und eine gesunde Durchblutung<br />
unterstützen könnte (2, 5 – 8).<br />
Die lineare Form des all-trans MK-7 ermöglicht<br />
es Vitamin K2, diese Proteine<br />
zu aktivieren und entscheidende gesundheitliche<br />
Vorteile zu entfalten. Befinden<br />
sich jedoch eine oder mehrere Bindungen<br />
in cis-Konfiguration, verändert sich<br />
die Molekülform, wodurch die Fähigkeit<br />
zur Aktivierung K-abhängiger Proteine<br />
sinkt. Genau in diesem Bereich erfüllen<br />
viele Vitamin-K2-Produkte nicht<br />
die Erwartungen. In allen drei Untersuchungsreihen<br />
von Balchem enthielten<br />
zahlreiche Produkte hohe Anteile der<br />
weniger bioaktiven cis-Isomere. Diese<br />
isomere Verunreinigung und die geringere<br />
Bioaktivität der cis-Isomere führen<br />
zu erkennbaren Unterschieden zwischen<br />
kommunizierten Produkteigenschaften<br />
und Laborwerten.<br />
Sauerstoff und besonders instabil in stark<br />
alkalischen Umgebungen oder in Kombination<br />
mit alkalischen Verbindungen<br />
wie Kalziumcarbonat (9). Zudem zerfällt<br />
ungeschütztes Vitamin K2 bei Kontakt<br />
mit bestimmten Mineralstoffen wie Kalzium<br />
und Magnesium (9). Das bedeutet,<br />
dass der K2-Gehalt in vielen Multivitamin-<br />
oder Kombinationsprodukten bereits<br />
während der Herstellung oder später<br />
bei der Lagerung stark abnehmen kann.<br />
Im Rahmen seines Engagements für<br />
höhere Qualitätsstandards hat Balchem<br />
K2VITAL DELTA entwickelt – das<br />
weltweit einzige patentierte doppelt<br />
mikroverkapselte Vitamin K2 für die<br />
Kombination mit Mineralstoffen. In<br />
dieser fortschrittlichen Lösung schützen<br />
spezielle doppelt beschichtete Beadlets<br />
das K2 MK-7 auf molekularer Ebene<br />
und bewahren seine Stabilität in verschiedensten<br />
Umgebungen, auch in<br />
Mischpräparaten.<br />
Die Qualität von K2VITAL DELTA<br />
wurde in einer unabhängigen Marktstudie<br />
mit über 400 Stabilitätstests deutlich:<br />
Drei Monate nach der Herstellung erfüllten<br />
100% der K2VITAL DELTAplus-Mineralstoff-Produkte<br />
die Deklarationsangaben<br />
oder lagen nahe daran – im<br />
Vergleich zu nur 8% der ungeschützten<br />
K2-plus-Mineralstoff-Produkte (10). Mit<br />
K2VITAL DELTA können Hersteller<br />
Kombinationspräparate entwickeln, die<br />
ihre Etikettenversprechen einhalten und<br />
die gewünschten gesundheitlichen Nutzen<br />
bieten – ohne Sorgen um die Haltbarkeit.<br />
Vorreiter für Veränderung<br />
Seit unseren ersten Untersuchungen zur<br />
Qualität von Vitamin K2 setzt sich Balchem<br />
aktiv für höhere Standards in der<br />
Branche ein. Um auf unsere Erkenntnisse<br />
im deutschen Markt zu reagieren, haben<br />
Leider gibt es im Markt für Vitamin K2<br />
nur begrenzt regulatorische Vorgaben,<br />
und Tests zur cis-/trans-Isomerie bei<br />
Endprodukten sind nicht der Standard.<br />
Wie die Analysen von Balchem zeigen,<br />
erleichtern fehlende Prüfstandards das<br />
Inverkehrbringen weniger optimaler<br />
Produkte. Balchem fordert daher neue<br />
Qualitätsstandards, die auch die Prüfung<br />
der isomeren Reinheit von Endprodukten<br />
einschließen. Mit unseren patentierten<br />
K2VITAL-Wirkstoffen gehen wir<br />
mit gutem Beispiel voran: Sie werden<br />
unabhängig und streng geprüft und weisen<br />
typischerweise eine all-trans-Isomerie-Reinheit<br />
von 99,7% Vitamin K2<br />
MK-7 auf.<br />
© pexels.com<br />
Qualität, die Bestand hat<br />
Neben der isomeren Reinheit zeigte die<br />
Mehrheit der getesteten Vitamin-K2-Produkte<br />
niedrigere Werte an Vitamin K2<br />
als auf dem Etikett angegeben. Eine zentrale<br />
Herausforderung für Formulierer ist<br />
die empfindliche Natur von Vitamin K2.<br />
Es ist anfällig gegenüber UV-Licht und<br />
54
Vitamine<br />
wir gezielt Kontakt zu lokalen Herstellern<br />
aufgenommen – mit dem Ziel, sie<br />
über unsere Ergebnisse zu informieren<br />
und gemeinsame Entwicklungsmöglichkeiten<br />
auszuloten, die ihre Produktangebote<br />
durch unser K2VITAL-Portfolio<br />
verbessern. Das Ergebnis: Zahlreiche<br />
auf einer der führenden E-Commerce-<br />
Plattformen in Deutschland angebotene<br />
Endprodukte tragen mittlerweile das<br />
„all-trans“-Gütesiegel – ein klares Zeichen<br />
für K2 in Spitzenqualität, auf das<br />
sich Verbraucher verlassen können.<br />
Indem wir weiterhin Transparenz in<br />
Bezug auf die tatsächliche Qualität von<br />
Vitamin-K2-Produkten schaffen, regen<br />
wir eine Weiterentwicklung branchenweiter<br />
Standards an: Diese müssen steigen<br />
– damit Verbraucher informierte<br />
Entscheidungen treffen und Zugang zu<br />
hochwertigen Endprodukten erhalten,<br />
die echten gesundheitlichen Mehrwert<br />
bieten. Indem wir Optimierungspotenziale<br />
im Bereich Produktqualität aufzeigen,<br />
möchten wir mit den Inhaltsstoffen<br />
unserer Marke K2VITAL eine Vorbildrolle<br />
einnehmen. Wir definieren klare<br />
Maßstäbe für die Zukunft von Transparenz,<br />
Integrität und Zuverlässigkeit in<br />
der Herstellung von Vitamin-K2-Nahrungsergänzungsmitteln.<br />
Weitere Informationen über Balchems<br />
„True Quality“-Initiative für Transparenz<br />
und Spitzenleistungen in Bezug auf<br />
Vitamin K2: True Quality – Balchem<br />
Human Nutrition and Health<br />
https://balchem.com/hnh/mn/k2vital/<br />
true-quality/<br />
Referenzen:<br />
(1) Balchem unpublished study<br />
(2) National Institutes of Health, Vitamin<br />
K. Available at: https://ods.od.nih.<br />
gov/factsheets/VitaminK-HealthProfessional/<br />
(3) Van Ballegooijen, A. J., et al. (2017).<br />
The synergistic interplay between<br />
vitamins D and K for bone and cardiovascular<br />
health: a narrative review.<br />
International journal of endocrinology,<br />
2017(1), 7454376.<br />
(4) Mandatori, D., et al. (2021). The<br />
dual role of vitamin K2 in “bone-vascular<br />
crosstalk”: opposite effects on<br />
bone loss and vascular calcification.<br />
Nutrients, 13(4), 1222<br />
(5) Hariri, E., et al. (2021). Vitamin<br />
K2—a neglected player in cardiovascular<br />
health: a narrative review. Open<br />
Heart, 8(2), e001715<br />
(6) Chatrou, M. L., et al. (2015). Intra-section<br />
analysis of human coronary<br />
arteries reveals a potential role for<br />
micro-calcifications in macrophage<br />
recruitment in the early stage of atherosclerosis.<br />
PLoS One, 10(11), e0142335.<br />
(7) Schurgers, L. J. (2013). Vitamin<br />
K: key vitamin in controlling vascular<br />
calcification in chronic kidney disease.<br />
Kidney international, 83(5), 782-784.<br />
(8) Westenfeld, R., et al. (2012). Effect<br />
of vitamin K2 supplementation on<br />
functional vitamin K deficiency in hemodialysis<br />
patients: a randomized trial.<br />
American Journal of Kidney Diseases,<br />
59(2), 186-195<br />
(9) Orlando, P., et al. (2019). Menaquinone<br />
7 stability of formulations<br />
and its relationship with purity profile.<br />
Molecules, 24(5), 829.<br />
(10) Kappa Bioscience unpublished<br />
study, Stability study: superiority<br />
confirmed in over 400 tests. The Kappa<br />
method: USP43 NF38 analysis of microencapsulated<br />
MK-7.<br />
©-CREATISTA – shutterstock.com<br />
Autor:<br />
Dominik Mattern,<br />
VP Science, Business<br />
Development & Marketing,<br />
Balchem Human Nutrition and<br />
Health<br />
September <strong>2025</strong><br />
55
V italstoffe<br />
Eugenia Bakhrakh<br />
Schönheitspflege für Männer im Wandel:<br />
Die nächste Generation von Nahrungsergänzungsmitteln<br />
für die männliche Schönheit<br />
Die Landschaft der Männerkosmetik<br />
durchläuft derzeit einen tiefgreifenden<br />
Wandel. Es hat eine neue Ära in der<br />
männlichen Selbstpflege begonnen, die<br />
weit über die grundlegende Pflege hinausgeht.<br />
Komplexe Care-Routinen werden<br />
dabei nicht nur zur Verbesserung des<br />
eigenen Aussehens genutzt – sie werden<br />
auch als fester Bestandteil des Selbstvertrauens<br />
und allgemeinen Wohlbefindens<br />
wahrgenommen. Dieser kulturelle<br />
Wandel hat einen boomenden Markt für<br />
speziell für Männer entwickelte Hautpflege-<br />
und Schönheitsmedikamente<br />
angeheizt. Dieser Artikel wirft einen genaueren<br />
Blick darauf, wie der moderne<br />
Mann in seine Gesundheit und Vitalität<br />
investiert, und erstellt einen definitiven<br />
Leitfaden für die wissenschaftlich geprüften<br />
Inhaltsstoffe, die die heutigen<br />
Top-Formeln ausmachen.<br />
Die Selbstpflege von<br />
Männern im Wandel<br />
Die Welt der männlichen Pflegeprodukte<br />
hat sich in den letzten Jahren<br />
stark verändert. Traditionelle Vorstellungen<br />
von Männlichkeit wandeln sich<br />
mit der Zeit, umfassende, pro-aktive<br />
Self-Care-Routinen gehören für immer<br />
mehr Männer zum Alltag. Dieser Wandel<br />
zeigt sich besonders deutlich in der<br />
wachsenden Akzeptanz von Beauty-<br />
Supplements und Hautpflegeprodukten.<br />
Damit wird das einst mit männlicher<br />
Körperpflege verbundene Stigma zunehmend<br />
überwunden.<br />
Aktuellen Marktforschungen zufolge<br />
nutzen mehr als 52% der Männer in den<br />
USA regelmäßig Produkte zur Gesichts-<br />
Hautpflege (1). Damit stieg der Anteil<br />
der Männer, die zu diesem Zweck auf<br />
Hautpflegeprodukte zurückgreifen, im<br />
Vergleich zu den Vorjahren um 68%. In<br />
den USA verwenden 71% der männlichen<br />
Nahrungsergänzungsmittel-Konsumenten<br />
Produkte, die auch Beautyoder<br />
hautschonende Effekte haben, oder<br />
haben Interesse daran, solche Produkte<br />
einzusetzen. Bei diesem Anstieg an<br />
Akzeptanz geht es nicht nur ums Aussehen<br />
– es spiegelt einen tieferen kulturellen<br />
Wandel wider (2). Männer betrachten<br />
Selfcare als einen wesentlichen<br />
Aspekt des Selbstvertrauens und des<br />
allgemeinen Wohlbefindens. Die jüngeren<br />
Generationen, insbesondere Gen Z<br />
und Millennials, führen diesen Wandel<br />
fort und gehen mit Offenheit und<br />
Begeisterung an Beauty- und Körperpflege<br />
heran. Durch diese Entwicklung<br />
hat sich eine Kultur herausgebildet, die<br />
deutlich inklusiver ist: Männliche Influencer<br />
und Aufklärungs-Content haben<br />
viel dazu beigetragen, diese Praktiken<br />
zu normalisieren und sie zu einem<br />
wichtigen Bestandteil der modernen<br />
Männlichkeit zu machen (3).<br />
Markterweiterung<br />
Die Markterweiterung spiegelt sich auch<br />
auf individueller Ebene wider: Studien<br />
zeigen, dass Männer in den Vereinigten<br />
Staaten mittlerweile erhebliche Budgets<br />
für ihre Körperpflegeroutinen bereitstellen.<br />
Mehr als die Hälfte von ihnen gibt<br />
dabei monatlich zwischen 26 und 100<br />
US-Dollar aus. Diese Investition geht<br />
über herkömmliche Produkte hinaus und<br />
umfasst spezialisierte Nahrungsergänzungsmittel<br />
sowie hochwertige Hautpflegeprodukte.<br />
Das Wachstum wird<br />
durch den Einfluss von E-Commerce und<br />
die Einführung wissenschaftlich bestätigter<br />
Inhaltsstoffe zusätzlich beschleunigt.<br />
Die Glaubwürdigkeit der Produkte<br />
steigt – und mit ihr das Vertrauen der<br />
Verbraucher.<br />
© avijit bouri– shutterstock.com<br />
56
Männerkosmetik<br />
© SEPPIC<br />
Was steckt hinter den Top- Nahrungsergänzungsmitteln von heute?<br />
Die wissenschaftliche Grundlage der männlichen Schönheitspflege<br />
Wie alle Verbraucher werden Männer<br />
in ihrem Konsum immer bewusster und<br />
fordern Transparenz und nachgewiesene<br />
Wirksamkeit von der Branche. Die<br />
effektivsten Nahrungsergänzungsmittel<br />
sind auf einer soliden Forschungsgrundlage<br />
aufgebaut und enthalten wissenschaftlich<br />
überprüfte Inhaltsstoffe mit<br />
einer nachgewiesenen Wirkung. Während<br />
grundlegende Nährstoffe natürlich<br />
entscheidend sind, erlebt der Markt auch<br />
einen Boom spezialisierter, hochwirksamer<br />
aktiver Inhaltsstoffe.<br />
Ein vollkommenes Nahrungsergänzungsmittel<br />
für die Schönheit des Mannes<br />
enthält oft essentielle Nährstoffe, die<br />
für ihre Rolle bei der Haut- und Haargesundheit<br />
bekannt sind:<br />
• Kollagen ist das primäre Strukturprotein<br />
der Haut und unerlässlich, um die<br />
Haut fest und elastisch zu erhalten.<br />
Da die natürliche Produktion von<br />
Kollagen im Alter abnimmt, kann<br />
eine Nahrungsergänzung mit Kollagen<br />
dazu beitragen, das Erscheinungsbild<br />
von Falten zu reduzieren<br />
und die Hautstruktur zu unterstützen.<br />
• Biotin (Vitamin B7) fördert die Haargesundheit.<br />
Ein wichtiger Bestandteil<br />
bei der Produktion von Keratin (dem<br />
Protein, aus dem das Haar besteht),<br />
wird er oft in Formeln zur Stärkung<br />
und zum Wachstum der Haare, einschließlich<br />
des Bartes, verwendet.<br />
• Die Vitamine C und E sind starke<br />
Antioxidantien, die die Haut vor<br />
oxidativem Stress, der durch Umweltfaktoren<br />
wie UV-Strahlung und<br />
Umweltverschmutzung verursacht<br />
wird, schützen. Außerdem ist Vitamin<br />
C ein wichtiger Co-Faktor bei<br />
der Kollagensynthese.<br />
• Zink ist ein unentbehrliches Mineral,<br />
das beim Wachstum und der Reparatur<br />
der Haare zum Einsatz kommt.<br />
Zudem unterstützt es die Talgdrüsen<br />
um die Follikel herum in ihrer<br />
Funktion. Dadurch wird es zu einem<br />
Schlüsselbestandteil für die Gesundheit<br />
von Kopfhaut und Haut.<br />
• Ceramide: Diese essenziellen Lipide<br />
machen etwa 50 Prozent der natürlichen<br />
Hautbarriere aus. Sie spielen<br />
eine entscheidende Rolle bei der<br />
Steuerung der Feuchtigkeitsbalance<br />
der Haut, verhindern Wasserverluste<br />
und schützen die Haut vor Umweltschäden<br />
(4). In der Haarpflege<br />
stärken Ceramide den Haarschaft,<br />
reduzieren Haarbruch und tragen zur<br />
Erhaltung der Kutikula bei. Da der<br />
natürliche Gehalt an Ceramiden mit<br />
dem Alter abnimmt, kann eine Nahrungsergänzung<br />
wichtig werden.<br />
September <strong>2025</strong><br />
57
V italstoffe<br />
CERAMOSIDES:<br />
Neue Verbraucherstudie<br />
bestätigt die Wirksamkeit<br />
für die Haut- und<br />
Haarpflege für Männer<br />
Bei Seppic entwickeln wir wissenschaftlich<br />
fundierte Lösungen, die sich<br />
auf die Bereiche Ernährung und Kosmetik<br />
konzentrieren. Unser Inhaltsstoff<br />
CERAMOSIDES, der Phytoceramide<br />
aus Weizen enthält, ist bereits für seine<br />
klinische Wirksamkeit bei Frauen<br />
anerkannt. In fünf klinischen Studien<br />
wurden Vorteile hinsichtlich der Hautfeuchtigkeit<br />
und der Minderung von<br />
Falten (5, 6), sowie signifikante Verbesserungen<br />
von Haarwachstum und der<br />
Haarstärke nachgewiesen (7).<br />
Aufgrund der hervorragenden Ergebnisse<br />
bei Frauen wurde CERAMOSIDES<br />
weiter in Bezug auf die spezifischen Bedürfnisse<br />
der Haut- und Haarpflege von<br />
Männern untersucht.<br />
Die ausschließlich an Männern durchgeführte<br />
Verbraucherstudie bestätigte<br />
die Vorteile von CERAMOSIDES.<br />
Die Studie wurde mit 95 Männern im<br />
Alter von 35 Jahren und älter durchgeführt.<br />
Die Probanden hatten moderaten<br />
Haarausfall (Norwood-Skala Grad 1 –<br />
am Scheitel) und Gesichtsfalten. Zusätzlich<br />
hatten 70% der Teilnehmer auch<br />
trockene Haut. Die Männer nahmen<br />
über einen Zeitraum von drei Monaten<br />
täglich 30 mg CERAMOSIDES-<br />
Pulver zu sich. Das Produkt wurde in<br />
Form einer Hartkapsel täglich eingenommen.<br />
Die Teilnehmer wurden gebeten,<br />
ihre Meinung zu dem Produkt auf<br />
einer 4-Punkte-Skala oder einer Skala<br />
von 0 bis 10 zu Hause in einem Fragebogen<br />
anzugeben. Die Bewertungen<br />
wurden an den Tagen 0, 28, 56 und 84<br />
vorgenommen.<br />
Die Ergebnisse waren bemerkenswert<br />
und gingen direkt auf das wichtigste<br />
ästhetische Anliegen der Männer ein:<br />
Die Reduzierung von<br />
Haarausfall<br />
• 71% der Teilnehmer berichteten<br />
von einer Minderung ihres täglichen<br />
Haarausfalls (4).<br />
• 31% der Teilnehmer beobachteten<br />
eine Verringerung der Gesamtzahl an<br />
Haarausfall, was quantitative Belege<br />
für die Wirksamkeit des Produkts<br />
bei der Reduzierung von Haarausfall<br />
liefert.<br />
• Neben der Verringerung des Haarausfalls<br />
empfanden 80% der Teilnehmer<br />
ihr Haar als gesünder, was auf<br />
eine Verbesserung der Haarvitalität<br />
und des Gesamtzustands hindeutet.<br />
• Besonders wichtig ist, dass sich diese<br />
Verbesserungen positiv auf das psychische<br />
Wohlbefinden der Teilnehmer<br />
auswirken: 11% der Teilnehmer gaben<br />
an, ihr Selbstvertrauen in Bezug auf<br />
ihre Haare habe sich erhöht.<br />
Die Verbesserung des<br />
Bartwachstums<br />
• Für diejenigen, die ihr Gesichtshaar<br />
verbessern wollten, waren die Ergebnisse<br />
ebenso beeindruckend.<br />
• Bemerkenswerte 72% der Männer<br />
beobachteten ein schnelleres Bartwachstum,<br />
was auf eine stimulierende<br />
Wirkung auf die Aktivität der<br />
Bartfollikel hindeutet.<br />
Die Verbesserung der<br />
Kopfhautgesundheit<br />
Eine gesunde Kopfhaut ist die Grundlage<br />
für gesundes Haar. Die Studien<br />
zeigten in diesem Bereich signifikante<br />
Verbesserungen.<br />
• 70% der Teilnehmer stellten eine<br />
Verringerung von Kopfhautreaktionen<br />
und Schuppen fest. Dies deutet auf<br />
eine beruhigende und balancierende<br />
Wirkung hin, die besonders für empfindliche<br />
Kopfhaut von Vorteil ist.<br />
Die Auswirkungen auf<br />
den Feuchtigkeitsgehalt<br />
der Haut und die Anti-<br />
Aging-Wirkung<br />
Die Vorteile von CERAMOSIDES<br />
erstrecken sich nicht nur aufs Haar und<br />
Kopfhaut, sondern auch auf die Hautgesundheit<br />
an sich. Damit bietet das Produkt<br />
einen umfassenden Ansatz für die<br />
männliche Körperpflege.<br />
• Die Probanden stellten eine Steigerung<br />
der Hautfeuchtigkeit um 25%<br />
fest.<br />
• Darüber hinaus wurde eine Verringerung<br />
der Faltentiefe um 16% festgestellt,<br />
was die Anti-Aging-Eigenschaften<br />
belegt und dazu beiträgt, die<br />
Zeichen der Hautalterung sichtbar zu<br />
reduzieren.<br />
Das Ergebnis der Studie ist klar: Die Verbraucher<br />
sind zufrieden.<br />
Drei Viertel der Teilnehmer waren bereit,<br />
nach Ende der Studie erneut mit der Einnahme<br />
des Nahrungsergänzungsmittels<br />
zu beginnen (8), was den wahrgenommenen<br />
Wert und die Wirksamkeit von<br />
CERAMOSIDES bestätigt. Gestärkt<br />
durch diese soliden Ergebnisse, bestätigt<br />
sich CERAMOSIDES als die Zutat<br />
der Wahl für alle hochwertigen Nahrungsergänzungsmittel<br />
für die Haut- und<br />
Haarpflege, die speziell auf Männer zugeschnitten<br />
sind.<br />
Die Zukunft der<br />
männlichen<br />
Pflegeroutine: Wellness-<br />
Gewohnheiten etablieren<br />
Die Selbstpflege von Männern befasst<br />
sich nicht mehr mit isolierten Anliegen<br />
– sie entwickelt sich zu einem holistischen,<br />
umfangreichen Ansatz. Weitere<br />
Entwicklungen in der Nahrungsergänzungsmittelbranche<br />
werden sich auf das<br />
Zusammenspiel von psychischem Wohlbefinden<br />
und Aussehen konzentrieren.<br />
Dazu gehören vor allem Stressminderung,<br />
eine verbesserte Schlafhygiene<br />
und Hautregeneration. Außerdem wird<br />
58
Männerkosmetik<br />
der Konsument mehr Wert auf die körperliche<br />
Fitness und Ästhetik legen, darunter<br />
zum Beispiel die Verbesserung von<br />
Haut- und Haargesundheit. Schließlich<br />
wird auch gesundes Altern, gefördert<br />
durch die gestärkte Zellgesundheit, anhaltendes<br />
Energielevel und ein gepflegtes<br />
Äußeres von entscheidender Bedeutung<br />
sein. Diese Entwicklungen weisen<br />
auf einen Wandel zu Produkten hin, die<br />
den Körper als ein zusammenhängendes<br />
System unterstützen. So sorgt ein vollkommenes<br />
Wohlbefinden auf natürliche<br />
Weise für eine positive Ausstrahlung.<br />
Quellen:<br />
(1) Mintel. “More than half of US men<br />
now use facial skincare—a 68% increase<br />
from 2022.” (2024).<br />
(2) Mintel. “Men can be a potential<br />
market for beauty supplements.” (2022).<br />
(3) Nutritional Outlook. “Navigating<br />
men’s personal care and nutricosmetics.”<br />
(2023)<br />
(4) PubMed. “Ceramides and skin<br />
function” https://pubmed.ncbi.nlm.nih.<br />
gov/12553851/<br />
(5) Bizot, V. et al. Improving Skin Hydration<br />
and Age-related Symptoms by<br />
Oral Administration of Wheat Glucosylceramides<br />
and Digalactosyl Diglycerides:<br />
A Human Clinical Study. Cosmetics<br />
2017, 4, 37.<br />
(6) Catherine Kern PhD, Stéphanie<br />
Dudonné PhD, Christine Garcia PhD.,<br />
Dietary supplementation with a wheat<br />
polar lipid complex improves skin<br />
conditions in women with dry skin and<br />
mild-to-moderate skin aging,J Cosmet<br />
Dermatol. 2023;00:1–11.<br />
(7) Stéphanie Dudonné et al., Efficacy of<br />
a wheat polar lipid complex in reducing<br />
hair loss and improving hair growth in<br />
healthy women: A randomized, doubleblind,<br />
placebo-controlled clinical study,<br />
Int J Cosmet Sc. 2023;00:1-13.<br />
(8) Seppic Internal Data. “CERAMO-<br />
SIDES Consumer Study on Men.”<br />
(2024).<br />
Autorin:<br />
Eugenia Bakhrakh<br />
Senior Business Development Manager<br />
Seppic GmbH<br />
eugenia.bakhrakh@airliquide.com<br />
© Pixel-Shot – shutterstock.com<br />
September <strong>2025</strong><br />
59
V italstoffe<br />
Unser Darm – mehr als ein Verdauungsorgan<br />
Wie das Mikrobiom unseren Hormonhaushalt steuert und was wir selbst<br />
für unsere Darmgesundheit tun können<br />
© New Africa – shutterstock.com<br />
Das Darm-Mikrobiom übernimmt weit<br />
mehr Aufgaben als bisher gedacht: Es<br />
steuert nicht nur unsere Verdauung,<br />
sondern beeinflusst auch den Hormonhaushalt,<br />
den Blutzuckerspiegel und die<br />
Verteilung von Körperfett. Damit gewinnt<br />
es auch in der Prävention und Behandlung<br />
von Stoffwechselerkrankungen<br />
wie Adipositas und Typ-2-Diabetes<br />
zunehmend an Bedeutung. Die Deutsche<br />
Gesellschaft für Endokrinologie<br />
(DGE) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft<br />
(DDG) rückten das Thema in<br />
den Fokus ihrer gemeinsamen Online-<br />
Pressekonferenz am 9. Juli <strong>2025</strong>. Dort<br />
erläuterte Experte Professor Dr. med.<br />
Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg,<br />
welche Rolle das Mikrobiom im Körper<br />
aus endokrinologischer Sicht spielt und<br />
wie wir es durch unseren Lebensstil gezielt<br />
stärken können.<br />
Noch vor wenigen Jahren galt der Darm<br />
vor allem als Ort der Verdauung. Heute<br />
ist klar: Die mikroskopisch kleinen Mitbewohner<br />
in unserem Verdauungstrakt<br />
übernehmen wichtige Aufgaben, die<br />
weit über die Aufspaltung von Nahrung<br />
hinausgehen. Sie beeinflussen die Menge<br />
an Kalorien, die wir aus unserer Nahrung<br />
aufnehmen, und produzieren Stoffe, die<br />
wie Hormone wirken. „Das Darm-Mikrobiom<br />
bringt einen mehr als hundertfach<br />
größeren Genpool mit als unsere<br />
menschlichen Gene“, sagt Professor Dr.<br />
med. Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg,<br />
Oberarzt der Abteilung Diabetologie,<br />
Endokrinologie und Nephrologie<br />
und Leiter des Klinischen Studienzentrums<br />
am Institut für Diabetesforschung<br />
und Stoffwechselkrankheiten des Helmholtz-Zentrums<br />
München am Universitätsklinikum<br />
Tübingen.<br />
Durch Eingriffe in den Genpool dieser<br />
Bakterien ist es zum Beispiel möglich,<br />
Proteine herzustellen, die unserem<br />
Körperhormon GLP-1 ähneln – einem<br />
durch die sogenannte „Abnehmspritze“<br />
bekannt gewordenen Hormon, das für<br />
den Blutzuckerspiegel und das Sättigungsgefühl<br />
eine wichtige Rolle spielt.<br />
Medikamente mit synthetischem GLP-1<br />
kommen bereits erfolgreich bei Diabetes<br />
und Übergewicht zum Einsatz. „Wenn<br />
wir lernen, diese Bakterien gezielt zu aktivieren<br />
oder zu verändern, eröffnen sich<br />
ganz neue therapeutische Möglichkeiten<br />
bei Adipositas und Typ-2-Diabetes“, so<br />
der Experte aus Tübingen.<br />
Auch die Bildung von Sexualhormonen<br />
und Stresshormonen wie Cortisol kann<br />
durch das Mikrobiom beeinflusst werden.<br />
Bestimmte Darmbakterien enthalten Gene<br />
60
Mikrobiom<br />
für die sogenannte Steroidbiogenese, also<br />
die Herstellung von Steroidhormonen.<br />
Diese wiederum steuern viele Stoffwechselprozesse<br />
und können unter anderem<br />
die Fettverteilung im Körper beeinflussen.<br />
„Wir sehen zudem, dass ein verändertes<br />
Mikrobiom mit dem viszeralen Fett, also<br />
Bauchfett, zusammenhängt“, erklärt Jumpertz-von<br />
Schwartzenberg. Dieses Fettgewebe<br />
gilt als besonders ungünstig, da es<br />
Entzündungsprozesse im Körper fördert<br />
und unter anderem das Risiko für Herz-<br />
Kreislauf-Erkrankungen erhöht.<br />
Das Mikrobiom<br />
könnte für die Medizin<br />
der Zukunft eine<br />
Schlüsselrolle spielen<br />
Die Erkenntnisse aus der Mikrobiomforschung<br />
eröffnen neue Möglichkeiten für<br />
die Therapie – etwa durch genetisch veränderte<br />
Bakterien, die gezielt nützliche<br />
Hormone produzieren. „Wir stehen hier<br />
erst am Anfang, aber das Potenzial ist<br />
enorm“, betont der Experte. Auch durch<br />
Ernährung lässt sich das Mikrobiom verändern:<br />
„Schon eine kalorienreduzierte<br />
Diät kann innerhalb kurzer Zeit messbare<br />
Effekte auf die Zusammensetzung der<br />
Darmflora haben.“<br />
Für mehr Gesundheit:<br />
das eigene Mikrobiom<br />
gezielt pflegen<br />
Auch die eigene Lebensweise spielt eine<br />
entscheidende Rolle für ein gesundes<br />
Mikrobiom. Wer sich abwechslungsreich<br />
ernährt, Ballaststoffe in den Speiseplan<br />
integriert und Stress vermeidet, kann seine<br />
Darmflora positiv beeinflussen. „Das<br />
Ziel ist ein vielfältiges Mikrobiom, das<br />
gut balanciert ist und viele Aufgaben<br />
übernimmt, von der Nahrungsabsorption<br />
bis zum Schutz vor pathogenen Keimen“,<br />
betont Jumpertz-von Schwartzenberg.<br />
So stärken Sie Ihr<br />
Mikrobiom<br />
• Ballaststoffreich essen: Vollkornprodukte,<br />
Hülsenfrüchte, Gemüse<br />
und Obst liefern „Futter“ für gute<br />
Darmbakterien.<br />
• Fermentierte Lebensmittel wählen:<br />
Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder<br />
Kimchi enthalten lebende Milchsäurebakterien.<br />
• Zucker und Weißmehl reduzieren: Sie<br />
fördern ungünstige Bakterienarten.<br />
• Kurzfristig Kalorien reduzieren: Bei<br />
Übergewicht kann eine zeitweise<br />
kalorienärmere Ernährung das Mikrobiom<br />
günstig beeinflussen.<br />
• Stress vermeiden: Dauerstress kann<br />
die Darmflora aus dem Gleichgewicht<br />
bringen.<br />
• Bewegung einbauen: Körperliche<br />
Aktivität unterstützt eine gesunde<br />
Bakterienvielfalt.<br />
Deutsche Gesellschaft für<br />
Diabetes e.V.<br />
Deutsche Gesellschaft für<br />
Endokrinologie e.V.<br />
Postfach 30 11 20<br />
70451 Stuttgart<br />
© marilyn barbone – shutterstock.com<br />
September <strong>2025</strong><br />
61
V italstoffe<br />
Tugce Cansev, Anita Vasilevska, Theresa Gryczka<br />
Sensorik als Schlüssel: Innovative Strategien zur<br />
Geschmacksmaskierung in Nahrungsergänzungsmitteln<br />
und Arzneimitteln<br />
© Vagengeim – shutterstock.com<br />
Der Geschmack spielt eine entscheidende<br />
Rolle für die Verbraucherakzeptanz<br />
von Nahrungsergänzungsmitteln<br />
und Arzneimitteln. Unangenehmer<br />
Geschmack, insbesondere bei Kautabletten,<br />
Sirupen, Suspensionen oder<br />
sublingualen und oral dispergierbaren<br />
Tabletten (ODTs), ist eines der häufigsten<br />
Probleme bei der Verwendung von<br />
anspruchsvollen Wirkstoffen. Dies ist<br />
besonders relevant für pädiatrische und<br />
geriatrische Bevölkerungsgruppen, für<br />
die das Schlucken herkömmlicher Tabletten<br />
oder Kapseln oft keine Option<br />
ist (1). Daher sind innovative Strategien<br />
zur Geschmacksmaskierung essenziell,<br />
um Wirksamkeit, Sicherheit und<br />
Anwenderakzeptanz sicherzustellen.<br />
Auch wenn heute mehr Möglichkeiten<br />
zur Geschmacksüberdeckung bei APIs<br />
(Active Pharmaceutical Ingredients) zur<br />
Verfügung stehen, braucht es einfachere<br />
und schnellere Lösungen, um auch<br />
schwierige ANIs (Active Nutraceutical<br />
Ingredients) mit weniger aufwendiger<br />
Technologie geschmacklich anzupassen.<br />
Die Herausforderung<br />
des unangenehmen<br />
Geschmacks verstehen<br />
Viele APIs und ANIs haben von Natur<br />
aus bittere, saure, metallische oder adstringierende<br />
Geschmacksprofile. Besonders<br />
häufig tritt dies bei Vitaminen oder<br />
Mineralien wie Eisen, Zink, Magnesium,<br />
Aminosäuren und Pflanzenextrakten<br />
auf. In der Pharmazie ist Bitterkeit eine<br />
der größten Herausforderungen bei der<br />
Formulierung von Produkten mit Geschmacksmaskierung<br />
(2).<br />
Die Wahrnehmung dieser Geschmäcker<br />
erfolgt über spezifische Geschmacksrezeptoren<br />
im Mund. Diese wurden vor<br />
etwa zwanzig Jahren entdeckt und werden<br />
je nach Spezies als T2R oder TAS2R<br />
bezeichnet (3). Diese Bitterrezeptoren<br />
sind hochsensibel und erkennen Bitterstoffe<br />
schon in sehr niedriger Konzentration.<br />
Wie ein Geschmack wahrgenommen<br />
wird, hängt auch von Faktoren wie Löslichkeit<br />
des Inhaltsstoffs, pH-Wert, Partikelgröße<br />
und Verweildauer im Mund ab,<br />
sowie von individuellen Unterschieden<br />
wie Rauchen, Geschlecht oder Herkunft.<br />
62
Sensorik<br />
Die Überwindung dieser unangenehmen<br />
Geschmäcker ist ein komplexes Problem,<br />
das nicht einfach durch die Zugabe<br />
von Süßungsmitteln oder Aromen<br />
gelöst werden kann. An diesem Punkt<br />
sind Kenntnisse der Formulierungswissenschaft<br />
sowie der sensorischen Analysemethoden<br />
und der Regulatorik erforderlich.<br />
Gängige Strategien zur<br />
Geschmacksmaskierung<br />
Bei den Ansätzen zur Geschmacksmaskierung<br />
sind Nutrazeutika eher mit der<br />
Lebensmittelindustrie als mit der Pharmazie<br />
vergleichbar. Ähnlich wie Lebensmittel<br />
werden Nahrungsergänzungsmittel<br />
in der Regel in einem deutlich<br />
größeren Maßstab produziert, und ihre<br />
Endkosten sind wesentlich niedriger im<br />
Vergleich zu Arzneimitteln. Daher sind<br />
teure Verarbeitungstechniken wie die<br />
Verkapselung aufgrund der zusätzlichen<br />
Kosten oft nicht praktikabel.<br />
Zudem setzen viele Hersteller von<br />
Nahrungs ergänzungsmitteln auf „Clean-<br />
Label“- Konzepte, die die Zahl einsetzbarer<br />
Hilfsstoffe begrenzen. Pharmaunternehmen<br />
hingegen stützen sich in der<br />
Vermarktung ihrer Produkte meist auf<br />
klinische Studien zur Wirksamkeit der<br />
Inhaltsstoffe (4).<br />
In diesem Abschnitt werden verschiedene<br />
Methoden zur Geschmacksverdeckung<br />
sowohl für Arzneimittel als auch<br />
für Nahrungsergänzungsmittel dargestellt,<br />
Technologien verglichen und deren<br />
Anwendbarkeit in beiden Bereichen<br />
erläutert.<br />
1. Verkapselung & Granulierung<br />
Verkapselung: Die Verkapselung ist<br />
eine vielseitige Methode, um Aromen,<br />
Vitamine und Öle in einer Vielzahl von<br />
Industriezweigen, einschließlich Pharmazeutika,<br />
Lebensmitteln und Agrochemikalien,<br />
zu verabreichen. Die Wirksamkeit<br />
der Verkapselung bei der Maskierung<br />
unerwünschter Geschmacksstoffe beruht<br />
auf ihrer Fähigkeit, ein breites Spektrum<br />
von Verbindungen zu verarbeiten und<br />
sich an unterschiedliche Darreichungsformen<br />
anzupassen, wodurch sie sich<br />
für die Herstellung einer Vielzahl von<br />
patientenfreundlichen Produkten eignet.<br />
Die Verkapselung verbessert das<br />
Geschmacksprofil von oft bitteren, aber<br />
nützlichen Inhaltsstoffen und erhöht so<br />
die Akzeptanz beim Verbraucher – ein<br />
wichtiges Ziel, sowohl bei der Entwicklung<br />
von Lebensmitteln als auch von<br />
pharmazeutischen Produkten (5).<br />
Durch die Ummantelung von Wirkstoffen<br />
mit Schutzmaterialien verhindert die<br />
Verkapselung eine direkte Interaktion<br />
mit den Geschmacksrezeptoren. Verfahren<br />
wie Sprühtrocknung, Wirbelschichtbeschichtung<br />
oder liposomale Verkapselung<br />
sind besonders effektiv bei bitteren<br />
oder metallischen Noten.<br />
Granulierung: Die Granulierung ist<br />
ein in der Tablettenherstellung gängiger<br />
Schritt, der auch zur Geschmacksmaskierung<br />
leicht bitterer Wirkstoffe<br />
genutzt werden kann. Die Granulierung<br />
kann die Wahrnehmung unangenehmer<br />
Geschmäcker verringern, indem sie die<br />
Oberfläche der bitteren Substanz, die mit<br />
den Geschmacksrezeptoren in Berührung<br />
kommt, einschränkt, aber der Grad<br />
der Wirksamkeit kann variieren. Dieses<br />
geschmacksmaskierende Granulat kann<br />
dann in einer Reihe von Tablettenarten<br />
verwendet werden, darunter Kautabletten<br />
und ODTs (6).<br />
2. pH-Modulation &<br />
Komplexierung<br />
pH-Modulation: Ionenaustauscherharze<br />
sind unlösliche Polymerkügelchen<br />
mit sauren oder basischen funktionellen<br />
Gruppen, die eine entgegengesetzt geladene<br />
Verbindung leicht binden können<br />
und deren Freisetzung in die wässrige<br />
Phase verhindern, bis der pH-Wert geändert<br />
oder sie durch eine andere ionische<br />
Gruppe verdrängt wird. Sie wurden als<br />
Hilfsmittel bei der Lebensmittelverarbeitung<br />
verwendet, um Bitterstoffe aus<br />
Fruchtsäften zu extrahieren, oder können<br />
direkt als Arzneimittelabgabesysteme<br />
verwendet werden. Tabletten mit<br />
solchen Harzen konnten die Bitterkeit<br />
von Wirkstoffen wie Chloroquinphosphat,<br />
Donepezilhydrochlorid, Risperidon,<br />
Dextromethorphanhydrobromid<br />
und Tramadol vollständig unterdrücken<br />
(7).<br />
Komplexierung: Cyclodextrine und<br />
verwandte Verbindungen bilden Einschlusskomplexe<br />
mit Wirkstoffen und<br />
machen sie so für Geschmackrezeptoren<br />
unzugänglich. Dies erweist sich<br />
als besonders hilfreich bei intensiven<br />
oder metallischen Noten. Cyclodextrine<br />
werden nicht nur bei pharmazeutischen<br />
Wirkstoffen, sondern auch bei Proteinen<br />
und pflanzlichen Eiweißquellen in<br />
Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.<br />
Ihre Fähigkeit, bitter schmeckende Aminosäuren<br />
zu binden, hängt von der chemischen<br />
Struktur der Aminosäure ab.<br />
Zum Beispiel zeigen α-Cyclodextrine<br />
eine abnehmende Bindungsaffinität in<br />
der folgenden Reihenfolge: Phenylalanin<br />
~ Tryptophan > Prolin > Isoleucin ~<br />
Tyrosin ~ Histidin (8); β-Cyclodextrine<br />
in folgender Reihenfolge: Tryptophan ><br />
Tyrosin > Phenylalanin > Prolin > Histidin<br />
> Isoleucin (9). Dies gilt auch für<br />
Molkenproteinhydrolysate (10).<br />
3. Beschichtung &<br />
Viskositätserhöhung<br />
Beschichtung: Das Aufbringen einer<br />
physikalischen Barriere am Wirkstoff<br />
oder am Endprodukt kann die Wahrnehmung<br />
unangenehmer Geschmäcker deutlich<br />
verringern. Beschichtungen können<br />
je nach Formulierung Polymere, Lipide<br />
oder Zucker enthalten.<br />
Viskositätsmodifikatoren: Stoffe wie<br />
Xanthan oder Alginate können das Produkt<br />
verdicken, das Mundgefühl verändern<br />
und die Intensität unerwünschter<br />
Geschmacksstoffe verringern.<br />
4. Süßstoffe & Aromasysteme<br />
Polyole: Zuckeralkohole werden seit<br />
langem als kalorienarme Süßstoffe verwendet.<br />
Sie werden häufig mit hochintensiven<br />
Süßungsmitteln kombiniert,<br />
September <strong>2025</strong><br />
63
V italstoffe<br />
um den Süßegrad in Produkten zu erhöhen,<br />
die als „zuckerfrei“ gekennzeichnet<br />
sind (11).<br />
Diese Verbindungen werden langsam<br />
und in begrenztem Umfang aus dem<br />
Dünndarm in das Blut aufgenommen,<br />
was im Allgemeinen zu einem geringeren<br />
Anstieg des Blutzuckerspiegels führt<br />
als bei Saccharose. Gleichzeitig schädigen<br />
sie nicht die Zähne, da sie von der<br />
Mundflora nicht fermentiert werden können.<br />
Xylit gilt als besonders geeignet für<br />
Kinderprodukte, wirkt karieshemmend<br />
und bietet durch seinen kühlenden Effekt<br />
zusätzliche Vorteile bei der Geschmacksverdeckung<br />
(12).<br />
Die Auswahl geeigneter Polyole hängt<br />
von gewünschtem Süßungsgrad und etwaigem<br />
Kühlungseffekt ab.<br />
Aromakombinationen mit Säuren und<br />
Süßstoffen: Die Auswahl des richtigen<br />
Aromas ist entscheidend, besonders bei<br />
stark bitteren Wirkstoffen. In den nachfolgenden<br />
Fallstudien werden spezifische<br />
Kombinationen für APIs und ANIs<br />
vorgestellt.<br />
Der Geschmacks-Faktor:<br />
Warum Kombinationen<br />
entscheidend sind<br />
Nach Anwendung verschiedener Formulierungstechniken<br />
bleibt die Auswahl des<br />
Aromas eine letzte, aber entscheidende<br />
Maßnahme. Aromen wirken synergistisch<br />
mit den eingesetzten Maskierungstechniken<br />
und können Restnoten mildern<br />
oder ganz verdecken.<br />
Beispiele:<br />
Komplementäre Geschmacksrichtungen:<br />
Banane und Mango bieten ein<br />
weiches, süßes Profil, das ideal ist, um<br />
Bitterkeit zu überdecken. Warme, braune<br />
Aromen (Schokolade, Karamell, Lakritze)<br />
können mit ihrer langanhaltenden<br />
Intensität dazu beitragen, Bitterkeit sehr<br />
effizient zu maskieren.<br />
© Mizina – shutterstock.com<br />
Das „Flavor Pairing“, also das Zusammenspiel<br />
unterschiedlicher Aromen,<br />
kann auch durch die Kombination von<br />
Geschmackssystemen mit säurehaltigen<br />
Zutaten und Süßungsmitteln wie Zitronen-,<br />
Äpfel- oder Weinsäure verbessert<br />
werden, die die Bitterkeit überdecken<br />
und gleichzeitig eine angenehmere<br />
saure Note verleihen. In den letzten<br />
Jahren wurden natürlichere Alternativen<br />
aus pflanzlichen Quellen auf ihr<br />
Geschmacksmaskierungspotenzial hin<br />
untersucht. So wurde beispielsweise<br />
der aus der Stevia-Pflanze gewonnene<br />
natürliche Süßstoff verwendet, um<br />
das Geschmacksprofil in Ibuprofenhaltigen<br />
Formulierungen zu verbessern<br />
(13). Stevia ist einer der am besten geeigneten<br />
natürlichen Süßstoffe für Nutrazeutika.<br />
Diese Kombinationen von<br />
Aromen, Süßungsmitteln und Säuren<br />
wirken synergetisch, um die Rezeptorbindung<br />
zu blockieren oder Bitterkeit<br />
mit ausgewogenen Geschmacksprofilen<br />
zu unterdrücken.<br />
Kontrastierende Aromen: Minzige<br />
Profile (Minze, Pfefferminze) haben eine<br />
kühlende Wirkung, die von der Bitterkeit<br />
ablenkt. Zitrusaromen (Orange, Zitrone,<br />
Grapefruit) liefern einen intensiven, langanhaltenden<br />
Geschmack, der unangenehme<br />
Noten überdeckt.<br />
Potenzierung: In manchen Fällen kann<br />
die Verstärkung der Bitterkeit durch Aromen<br />
wie Bitterorange dazu führen, dass<br />
sie als beabsichtigt und sogar als angenehm<br />
empfunden wird.<br />
Anwendungen in der realen Welt:<br />
IMCD-Fallstudien zur Geschmacksinnovation<br />
Boost Gummy: Amerikanischer<br />
Ginseng (Panax quinquefolius)<br />
wirkt als Adaptogen. In der Kräutermedizin<br />
wird er traditionell wegen seiner energiesteigernden,<br />
immunmodulierenden<br />
© studiovin – shutterstock.com<br />
64
Sensorik<br />
und kognitionsfördernden Wirkung verwendet.<br />
Ginseng ist jedoch für seinen<br />
bitteren Geschmack bekannt. Im Fall<br />
des Boost-Gummis von IMCD haben<br />
Gamma-Cyclodextrine den Ginseng sehr<br />
erfolgreich eingekapselt und so den bitteren<br />
Geschmack drastisch reduziert. Das<br />
Gummy besteht aus einer Pektin- und<br />
Polyolmischung, die sowohl das Geschmacksprofil<br />
als auch die Konsistenz<br />
des Gummis unterstützt. Durch die Zugabe<br />
von dunklen Aromen wie Kaffee,<br />
Mokka und Schokolade wird ein möglicher<br />
negativer Beigeschmack beseitigt,<br />
was die Produktakzeptanz steigert (14).<br />
Abb. 1A – Geschmacksbeurteilung vor der Maskierung,<br />
IMCD Fallstudie „Boost Gummy“ 2024<br />
Abb. 1B – Geschmacksbeurteilung nach der Maskierung,<br />
IMCD Fallstudie „Boost Gummy“ 2024<br />
Be Well Gummy: Lachsöl ist eine reichhaltige<br />
Quelle von Omega-3-Fettsäuren<br />
(EPA und DHA), die die Gesundheit von<br />
Herz, Gehirn, Gelenken, Augen, Haut<br />
und Immunsystem unterstützen, indem<br />
sie Entzündungen reduzieren und das<br />
allgemeine Wohlbefinden fördern (15).<br />
Trotz seiner vielen Vorteile schränken<br />
die ölige Textur und der Eigengeschmack<br />
des Lachsöls seine Verwendung in vielen<br />
Darreichungsformen ein. IMCD Be Well<br />
Gummy hat es geschafft, 500 mg Lachsöl<br />
in ein einziges Gummy zu integrieren<br />
und dabei den fischigen Nachgeschmack<br />
zu reduzieren, was durch die Kombination<br />
von Omego-Maskierungsaroma und<br />
Orangenaroma sowie Lecithin als Filmbildner<br />
erreicht wurde<br />
Abb. 2A – Geschmacksbeurteilung vor der Maskierung,<br />
IMCD Fallstudie „Be Well Gummy“ 2024<br />
Abb. 2B – Geschmacksbeurteilung nach der Maskierung,<br />
IMCD Fallstudie „Be Well Gummy“ 2024<br />
September <strong>2025</strong><br />
65
V italstoffe<br />
© texture background020 – shuitterstock.com<br />
Autorinnen:<br />
Tugce Cansev,<br />
Nutraceutical Scientist &<br />
Technical Product Manager,<br />
IMCD Deutschland GmbH<br />
SR Coffein Granulat/SR Koffeingranulat:<br />
Die Wirkung von Koffein auf die<br />
Aufmerksamkeit, die kognitiven Funktionen<br />
und die körperliche Leistungsfähigkeit<br />
ist umfassend untersucht worden.<br />
Die Erhöhung der täglichen Einzeldosis<br />
erhöht auch die Bitterkeit des Wirkstoffs.<br />
Im Pharmazeutisch-Technischen<br />
Zentrum in Jacarta hat IMCD diesen<br />
Wirkstoff in einem Wirbelschichtgranulationsverfahren<br />
unter Verwendung von<br />
Ethylcellulose als hydrophobem Polymer<br />
umhüllt (16), wodurch eine Barriere<br />
um den Bitterstoff herum geschaffen<br />
wurde, die eine Bindung an die Bitterrezeptoren<br />
der Zunge verhindert. Die<br />
Gewichtszunahme (WG%) ist hier ein<br />
Schlüsselfaktor, der entweder eine sofortige<br />
(IR) oder eine anhaltende (SR) Freisetzung<br />
des Wirkstoffs ermöglicht. Eine<br />
Vielzahl von Geschmacksrichtungen<br />
und Süßungsmitteln kann nun verwendet<br />
werden, so dass der Formulierer die freie<br />
Wahl hat.<br />
Fazit: Geschmack als<br />
Wettbewerbsvorteil<br />
In einem Markt, in dem Wirksamkeit<br />
vorausgesetzt wird, ist Geschmack ein<br />
strategischer Faktor. Wer ihn berücksichtigt,<br />
entwickelt nicht nur funktionale,<br />
sondern auch überzeugende Produkte.<br />
Geschmacksmaskierung heißt nicht nur<br />
Bitterkeit verstecken, sondern ein stimmiges<br />
Gesamterlebnis schaffen, das zur<br />
Wiederverwendung motiviert und die<br />
Markentreue stärkt.<br />
Anita Vasilevska,<br />
Global Technical Marketing<br />
Manager,<br />
IMCD Deutschland GmbH<br />
Theresa Gryczka,<br />
Sales- & Product Manager,<br />
IMCD Deutschland GmbH<br />
66
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