So kann die Grillsaison beginnen

grill.praxis.de

So kann die Grillsaison beginnen

Saisonaufakt 2011

„Grundsätzlich gibt es nichts

Besseres, als den Grill mit Hitze

zu reinigen. Einfach mit einer

Ladung Holzkohle alles durchglühen

oder den Gasgrill 15-20

Minuten bei „Volllast“ laufen

lassen. Wenn alles abgekühlt ist,

den Grill einfach ordentlich

ausfegen.“

Grillprofi Camillo Tomanek

Das Überwintern

des Grills im

Garten ist nur

bedingt zu

empfehlen. Da der Grill

hier Kälte und Nässe

ausgesetzt ist, sollte man

ihn abdecken und so vor Flugrost

schützen (Foto: iStock)

So kann die

Grillsaison beginnen

Sobald die Tage wärmer werden, erwachen auch die Grills aus dem

Winterschlaf und erfüllen die Luft mit ihrem markanten Aroma. Doch so

manchem Grillbesitzer vergeht beim Anblick seines Grills nach monate -

langer Pause schnell der Geschmack. Dann heißt es erst mal Winterfolgen

aufarbeiten, bevor Ihre Grillparty starten kann (Marion Rhodes/René Gelin)

Okay. Vielleicht haben Sie Ihren

Grill vor dem Einwintern nicht so

gründlich gereinigt, wie es notwendig

gewesen wäre. Wenn Sie einen Blick

auf das verkrustete und verschmierte

Gerät werfen, sind Sie gedanklich bereits

auf dem Weg in den Baumarkt,

um sich einen neuen Grill für die angehende

Saison zu besorgen.

Nicht so schnell!

Mit ein biss-

chen Muskelschmalz kriegen Sie Ihren

Grill meistens wieder fit. Doch selbst,

wenn Sie den Grill frisch geputzt in

sein Winterquartier verstaut haben,

kann es sein, dass nach der langen

Pause nochmal eine Intensivreinigung

ansteht. Schon manch einer hat den

Grill sauber geschlossen, nur, um beim

Öffnen des Deckels eine Überraschung

zu entde cken. Selbst der Grillkönig,

Peter Dölker, bleibt vor derartigen

Streichen von Mutter Natur nicht verschont.

„Bei uns stehen so einige Grills

rum, und einer davon, den wir aus einem

Ölfass selber gebaut haben, stand

mal längere Zeit ungebraucht unterm

Vordach. Als wir ihn dann mal wieder

benutzen wollten, hatte sich ein Rotkehlchen

eingenistet und drei kleine

Vögelchen saßen im Nest.“ Auch Staub

sammelt sich auf einem Grill und raubt

diesem seinen Glanz. Egal, welche Art

Verunreinigung Sie zu beseitigen haben,

wenn Ihr Gerät ebenso nach einer

Grundüberholung lechzt wie Sie nach

einem Steak, heißt es: Ärmel hochkrempeln

und ran an den Grill!

So sauber wie frisch aus dem Laden wird

Ihr Grill vermutlich nie wieder. Doch mit

der richtigen Pflege wird auch Ihr Gerät

wieder glänzen (Foto: Fotolia)

14 GRILL

Magazin 1/2011


1. Reinigen Sie das Gehäuse

Beginnen Sie die Grillreinigung, indem

Sie sämtliche Teile, die nicht festgeschweißt

sind, auseinander nehmen.

So lässt sich das Gerät leichter und

gründlicher reinigen. Entfernen Sie den

Grillrost, bei Gasgrills auch die Brenner.

Beim Holzkohlegrill müssen Sie im

schlimmsten Fall auch noch Kohlereste

oder Asche ausschaufeln. Wenn alles

draußen ist, machen Sie zuerst die Innenseite

des Grills sauber. Es hat wenig

Sinn, die Außenseite zu polieren, nur,

um sie kurz darauf wieder mit Asche -

res ten und anderen Rückständen zu

verschmutzen, die beim Säubern des

Kessels aufgewirbelt werden. Zur Reinigung

des Innenraums eignet sich eine

Grillbürste, Nylon-Spülbürste oder

auch ein Teigschieber aus Plastik, welcher

den Vorteil hat, dass die Beschichtung

nicht verkratzt wird. Die abgelösten

Rückstände können Sie dann mit

einem Staubsauger aussaugen, auskehren

oder auch einfach mit dem Wasserschlauch

ausspritzen. Inspizieren Sie

das Gehäuse auf Rostbefall. Solange

noch keine Löcher entstanden sind,

können Sie diesen mit einer Drahtbürs -

te oder auch mit feinem Schleifpapier

entfernen. Zur Außenreinigung des Gehäuses

genügt meist schon ein einfacher

Schwamm, Wasser und Spülmittel.

Bei heftigeren Verschmutzungen

müssen Sie eventuell zu einem speziellen

Grillreiniger greifen. Für glatte Metall-Oberflächen

ist auch Edelstahlreiniger

zu empfehlen. Achten Sie unbedingt

auf das Material und die Pflegeanleitung

Ihres Grills. Aggressive

Reiniger können das Gehäuse verkratzen

und sollten deshalb nicht an der

GRILL Magazin 1/2011

Außenseite angewendet werden. Auch

zitronenhaltige Haushaltsreiniger können

die Lackierung zerstören. Zum Reinigen

von Flecken auf der Kontrolltafel

empfiehlt der Grillhersteller Weber feine,

seifige Stahlwollkissen. Nach dem

Reinigen alles gut abspülen und den

Grill mit einem weichen Lappen oder

Tuch abtrocknen, damit sich

keine unschönen Wasserflecken

bilden. Wer

ganz penibel ist

und den Grill

in Top-Zustand versetzen will, kann

auch kleinere Kratzer im Lack selbst

ausbessern. Hierfür gibt es spezielle hitzebeständige

Lacke für Grills, die bis zu

600 Grad Celsius aushalten. Diese dürfen

Sie allerdings nur auf die Außenseiten

der Seitenteile und der Grillkammer

Saisonaufakt 2011

Wenn die Tage wieder wärmer werden, ist es

an der Zeit, den Grill aus Keller oder Garage

zu holen (Foto: iStock)

Ein saftiges Grillsteak

und saftig

grünes Gras: das ist

Frühling! Bringen Sie

Ihren Grill rechtzeitig

auf Vordermann,

damit Sie

die Saison so

richtig

ge nießen

können

(Foto: iStock)

15


So bleibt der Grill (fast) wie neu

Damit der frisch geputzte Grill auch den Sommer über

schön sauber bleibt und vor dem nächsten Einwintern keine

Großreinigung ansteht, ist es ratsam, das Gerät sofort

nach jedem Benutzen zu reinigen.

● Säubern Sie den Rost zeitnah nach jedem Grillen. Wenn

Sie regelmäßig Fett- und Speisereste nach dem Einsatz abbrennen,

bis kein Rauch mehr entsteht, vermeiden Sie Ansammlungen,

die später eine aufwändigere Reinigung erforderlich

machen. Sie können den Rost auch wie beschrieben

im Gras oder Wasser über Nacht einweichen.

● Entfernen Sie die Asche nach dem Abkühlen aus dem Kessel,

um Probleme mit der Luftzirkulation beim nächsten

Grillen zu vermeiden. Außerdem zieht Asche Feuchtigkeit

an und begünstigt damit die Rostbildung.

● Reinigen Sie das Gehäuse nach jedem Einsatz mit Wasser

und Spülmittel, da Fett den Lack angreift. Außerdem

macht ein verdreckter Grill die Grillparty schnell

unappetitlich .

● Wenn der Grill im Freien gelagert wird, investieren Sie in

eine Abdeckhaube. So ist der Grill nicht nur vor Wind und

Wetter geschützt, sondern auch vor ungeladenen Gästen

wie Wespen oder anderen Insekten.

Das gehört in Ihr Grillpflegeset

Damit Ihr Grill vom Anfang bis zum Ende der Saison appetitlich

aussieht, sollten Sie die folgenden Pflegeutensilien

immer zur Hand haben:

● Schwamm

● Weicher Lappen oder Tuch

● Wassereimer

● Spülmittel

● Grill- oder Edelstahlreiniger

● Grillbürste

● Zahnstocher oder Nadel zum Säubern von Gasbrennern

● Schraubenschlüssel zum Nachziehen von Schrauben

● Öl oder Trennwachs zum Einreiben des Rostes

● Sprühflasche oder Lecksuchspray (bei Gasgrills)

Mit den richtigen

Pflegeutensilien

bleibt Ihr Grill auch

den Sommer über

schön sauber

(Foto: Fotolia)

Saisonaufakt 2011

auftragen und keinesfalls auf porzellanemaillierte

Flächen. Schleifen Sie die

Stellen nach dem Waschen etwas mit

feinem Sandpapier an, bevor Sie den

Lack aufsprühen. Danach glänzt Ihr

Grill wieder wie neu.

2. Reinigen Sie den Rost

Die meisten Grillroste bekommen Sie

ebenfalls mit Wasser und Spülmittel

wieder sauber. „Allerdings ist das eine

Menge Arbeit und alle Roste können so

nicht gereinigt werden“, sagt Grillprofi

Camillo Tomanek, Deutscher

Grillmeister der Pro-

fis und World Barbecue

Champion des Jahres 2009.

„Ein Gusseisenrost würde

z. B. den Geruch bzw. Geschmack

vom Spülmittel

aufnehmen und das könnte

man eventuell am Grillgut

schmecken.“ Wie viele

Grillexperten bevorzugt er

eine Reinigung durch Hitze.

„Man kann pauschal sagen,

dass ein Rost, welches 5 Minuten

über heißer Holzkohle, die je nach Sorte

bis zu 1.100 Grad Celsius brennt, hing,

steril ist, also keine Bakterien oder Pilze

zu finden sind.“ Falls Sie einen Holzkohlegrill

mit Lüftungsschiebern haben,

öffnen Sie diese und schließen den

Deckel. Bei Holzkohlegrills ohne Lüftungsschieber

bringen Sie den Kohlerost

in die oberste Stellung, so nahe

an den Grillrost wie möglich, damit die

größte Hitze am Rost entsteht. Bei Gasgrills

werden einfach alle Brenner auf

maximale Flamme gestellt und bei

Elektrogrills stellen Sie den Regler auf

die größte Stufe. Der Ausbrennvorgang

des Grillrostes kann je nach Verschmut-

zungsgrad bis zu 10 Minuten dauern.

Diese Methode wird von vielen Grillexperten

favorisiert, da sie nicht nur

besonders einfach, sondern auch natürlich

ist. Aus diesem Grunde bevorzugt

auch Hobby-Griller Patrick Fleischer

das Ausbrennen, um seinen Smoker zu

säubern. „Reinigungsmittel werden

häufig empfohlen. Ich halte davon

nichts, da diese zum einen die natürliche

Schutzschicht aus Ruß auflösen

und darüber hinaus beim Grillen unerwünschte

und ungesunde Dämpfe ent-

wickeln“, sagt der passionierte Grillfan.

Ebenfalls eine schonende Methode, die

sich großer Beliebtheit erfreut: Wickeln

Sie den Rost in Zeitungspapier und legen

ihn über Nacht ins feuchte Gras –

so lösen sich festgebrannte Essensreste

und sind am nächsten Tag problemlos

abzuwaschen. Wer keinen Rasen hat,

kann den Rost auch einfach in nasses

Zeitungspapier einschlagen. Einen

ähnlich einfachen Trick wendet auch

Dölker an: „In eine Plastiktüte, zwei

Schnapsglas Wasser dazu und über

Nacht liegen lassen. Das am Rost hängen

gebliebene Salz holt sich das Wasser

und weicht die Verkrustungen auf,

sodass der Rost am andern Morgen

Nach der Grillparty kommt oftmals die große Ernüchterung: Der Grillrost muss gereinigt werden. Mit

einer Messingbürste und dank verchromter Grillroste hält sich die Arbeit aber in erträglichen Grenzen

(Foto: santosgrills.de)

„Kaufen Sie sich ein

gutes, stabiles Grillgerät.

Mit ein wenig

Pflege ist das unterm

Strich billiger, als jedes

Jahr einen neuen an

der Tanke zu holen.“

Grillkönig Peter Dölker

16 GRILL

Magazin 1/2011


leicht zu reinigen ist.“ Nachdem der

Schmutz auf diese Weise gelöst ist, lässt

er sich in den meisten Fällen ganz leicht

mit einer Grillbürste abbürsten. Fleischer

rät hierfür zu einer Drahtbürste

mit weichen Borsten. „Dies ist speziell

bei schweren Grillrosten aus Gusseisen

die erste Wahl. Diese glänzen danach

wieder schön metallisch.“ Besonders

gut geeignet sind Messingbürsten, da

diese den Rost nicht verkratzen. Manche

Stahlbürsten können die Oberfläche

beschädigen und Rostanfall be -

güns tigen. Achten Sie beim Kauf einer

Bürste auf einen langen Griff, dann

verbrennen Sie sich nicht die Finger,

wenn Sie diese das nächste Mal nach

dem Grillen direkt auf dem heißen Rost

anwenden. Zur Reinigung von Rostzwischenräumen

und schwer zugänglichen

Stellen an den Kanten der Grillfläche

sind spezielle 3-seitige Bürsten mit

Edelstahlborsten hilfreich, wie sie z. B.

von der Firma Weber angeboten werden.

Wenn der Rost sehr stark verkrus -

tet ist, kann es sein, dass Sie etwas mehr

schrubben müssen. Die meisten Roste

vertragen auch mal eine Behandlung

mit schärferen Mitteln. Viele Hersteller

bieten zu diesem Zweck spezielle Grillrostreiniger

an. Beliebt sind auch Backofenreiniger

oder Scheuermilch. Diese

Mittel dürfen allerdings wirklich nur

für den Rost verwendet werden. Wann

immer Sie chemische Mittel einsetzen,

müssen Sie den Rost danach gründlich

mit Wasser abspülen. Achten Sie auch

darauf, den Rost nach dem Reinigen

stets gut trocken zu reiben, bevor Sie

ihn wieder in den Grill platzieren. Ob

der Rost nach der Reinigung eingeölt

werden muss oder nicht, ist auch unter

den Experten ein Streitpunkt. Fleischer

Zum Reinigen des Grills reicht meist schon eine Grillbürste.

Achten Sie auf weiche Borsten, damit Sie keine Kratzer

verursachen (Foto: Outdoorchef)

GRILL Magazin 1/2011

fettet seinen Rost nie ein,

während Dölker das Einölen

als absolut wichtig

betrachtet. Laut Tomanek

kommt es auf den

Rost an. „Einen Grillrost

würde ich nur einölen,

wenn er aus Gusseisen

ist, um das Rosten zu verhindern.

Bei Edelstahl

und emaillierten Rosten

reicht es, wenn man sie

heiß abbürstet und

eventuell kurz vor dem

Grillen im heißen Zustand

mit Öl einreibt.“

Ein Geheimtipp zum Einölen

ist Trennwachs, sagt

Dölker. „Das ist Backpapier

aus der Spraydose,

ist lebensmittelecht,

verklebt nicht, wird nicht

ranzig, es entsteht kein

Rost und Sie können

sofort wieder auflegen.“

Selbstverständlich können

Sie aber auch weiterhin

schlichtes Pflanzenöl

verwenden.

3. Überprüfen Sie

die Einzelteile Ihres Gasgrills

Die Reinigung eines Gasgrills ist insofern

etwas aufwändiger als beim Holzkohlegrill,

da es mehr zu reinigen gibt.

Säubern Sie Brenner und Verdampfer

von Ablagerungen. Kleinere Roststellen

können Sie abschleifen, doch sollten

Sie Rostlöcher entdecken, ist es an der

Zeit, die betroffenen Teile zu ersetzen.

Wenn alles sauber und funktionstüchtig

ist, montieren Sie die Teile wieder im

Grill und feuern Sie an, damit Sie das

Bei Gasgrills können Sie die Temperatur hochdrehen, den

Deckel zuhalten und ca. 5 Minuten lang Reste ausbrennen

lassen, dann sauber bürsten. Leichte Roststellen gehen Sie

am besten mit Papier und Speiseöl an (Foto: Sacha Glotzbach)

Do it yourself – oder lieber nicht

Flammenbild der Brenner überprüfen

können. Besonders nach längerem

Stillstand des Grills kommt es vor, dass

über einigen Düsen keine Flamme zu

sehen ist. Das bedeutet, dass der Brenner

an dieser Stelle verstopft ist. Mit einem

Zahnstocher oder einer Nadel kriegen

Sie die Verstopfung wieder frei, indem

Sie in die kleinen Flammenöffnungen

einstechen. Gehen Sie dabei vorsichtig

vor, um Beschädigungen zu vermeiden.

„Ein weiterer Trick ist, mit der

Saisonaufakt 2011

Die meisten Arbeiten, um den Grill fit

für die neue Saison zu machen, kann

man selbst ausführen. Grillprofi Camillo

hat uns ein paar Tipps verraten.

Wann sollte man doch lieber

einen Fachmann ranlassen?

Camillo Tomanek Grundsätzlich

kann man bei einem Holzkohlegrill

nicht viel falsch machen. Anders dagegen

ist es bei den Gasgrills. Wenn

man sich nicht sicher ist oder wirklich gerade nicht weiter weiß, auf jeden Fall

jemanden dazu holen, der Ahnung hat, oder etwas komplizierte Sachen, bei

denen man sich nicht selbst dran traut, zu schrauben (z. B. Leitung zu den

Brennern tauschen), vom Fachmann erledigen lassen. Hat man an einem Gasgrill

etwas geschraubt und riecht bei der ersten Inbetriebnahme Gas, sollte

man nicht grillen, bevor man den Fehler gefunden hat oder ein Fachmann sich

den Grill angesehen hat.

Selbst der beste Grill erreicht irgendwann das Ende seiner Lebensdauer. Wann

ist es an der Zeit, den Grill zu ersetzen?

Camillo Tomanek Meistens wird ein Grill dann ersetzt, wenn er optisch

nicht mehr wirklich gut aussieht oder technisch nicht mehr in Ordnung ist.

Sollte man einen Grill haben, der die nächsten 10 Jahre alles übersteht, sollte

man eventuell mal den Kauf eines Grills für indirektes Grillen ins Auge fassen.

Die Möglichkeiten, die man dann mit beiden Grills hat, sind endlos und es

bringt einiges an Abwechslung.

Camillo Tomanek, Grillprofi

Eine Abdeckplane schützt einen Grill, aber es kann sich bei

längere Nichtbenutzung Feuchtigkeit bilden. Selbst teure

Grills sind dann nicht vor Rost gefeit; Falzkanten, Nieten

oder Chromteile sind besonders anfällig (Foto: Sacha Glotzbach)

17


Grill reinigen auf Hausfrauen-Art

Wind und Wetter hinterlassen am ganzen Grill Flecken

und rostige Stellen. Das wirkt nicht sehr appetitlich und

vor allem auch unhygienisch. Das will man natürlich keinem

Gast zumuten. Mit diesen Tricks ist Ihr Grill schnell

wieder gebrauchsfertig:

Mit Alufolie die Rostflecken entfernen

Mit einem Stück

zusammengeknüllter

Alufolie

lassen sich grobe

Verschmutzungen

vom Rost rubbeln.

Die Folie ist auch

hilfreich, um Rostflecken

zu entfernen:

Wickeln Sie

den Grillrost darin

ein und hängen

Sie das Paket ca.

10 Minuten über

die Glut. Wenn Sie

die Folie nach dem

Abkühlen entfernen,

sind die angerosteten Stellen verschwunden.

Ausbrennen-Methode

Viele Grillprofis

bevorzugen

schlichte Hitze zur

Reinigung ihrer

Grills. Hierzu feuern

Sie den Grill

einfach an und

lassen ihn bis zu

10 Minuten bei geschlossenem

De -

ckel brennen.

Kaffeesatz

Nach dem Abbrennen

lassen

sich Ruß und andere

Rückstände

einfach mit einer

Grillbürste ab -

bürs ten. Achten

Sie auf weiche

Borsten, um den

Grillrost nicht zu

verkratzen. Auch

Kaffeesatz bringt

den Rost wieder

zum glänzen,

wenn Sie ihn über

den warmen Rost

streuen und danach

abwischen.

Zeitungstrick

Ein beliebter Reinigungstrick: den abgekühlten Rost in

nasses Zeitungspapier wickeln und mehrere Stunden einwirken

lassen. Gartenbesitzer können das Paket auch ein-

Saisonaufakt 2011

Kohle vom Vorjahr können Sie durchaus noch verwenden. Allerdings kann das Anzünden etwas länger

dauern, wenn die Kohle feucht geworden ist (Foto: Reul)

Grillgabel danach ein- oder zweimal

auf den Brenner zu klopfen. So bröckelt

der im Inneren des Brenners entstandene

Rost ab“, rät Dölker. Überprüfen Sie

auch die Zündelemente. Befestigen Sie

lose Zünder und befreien Sie die Elemente

von Ablagerungen oder Korrosion.

Sämtliche Teile, durch die Gas

fließt, müssen gründlich inspiziert werden.

Die Gaszuleitungsrohre des Brenners

müssen unter Umständen ebenfalls

gereinigt werden. Dort nisten sich

nämlich gerne Insekten ein, wodurch

Blockaden verursacht werden, die den

Gasfluss beeinträchtigen und zu Rückstoßfeuern

führen können. Mit einer

Venturi-Bürste kriegen Sie die Rohre

wieder frei. Den Gasschlauch können

Sie mit einem speziellen Lecksuchspray

auf Risse oder Löcher testen. Sie können

auch eine selbst gemachte Seifenwassermischung

aus der Sprühflasche,

bestehend aus 50% Wasser und 50%

Spülmittel, verwenden. Bringen Sie

hierfür die Kontrollknöpfe am Grill in

„Aus-Off“-Stellung. Dann sprühen Sie

die Flüssigkeit auf den Schlauch sowie

auf sämtliche Verbindungsstücke. Erst

jetzt dürfen Sie das Ventil der Gasflasche

öffnen. Wenn sich an einigen Stellen

Blasen bilden, ist dort der Schlauch

undicht. Tomanek warnt vor Versuchen,

derartige Probleme selbst zu

beheben. „Ist etwas nicht in Ordnung,

lieber austauschen als selbst flicken“,

empfiehlt der Grillexperte. Die Gasanlage

sollte regelmäßig von einem

Fachmann gewartet werden. Der Beginn

der neuen Grillsaison ist hierfür

die perfekte Zeit.

4. Überprüfen Sie die Stabilität

Wie peinlich, wenn Ihnen bei der ersten

Gartenparty der Grill unter dem Steak

zusammenbricht. Deshalb nehmen Sie

sich besser zu Beginn der Saison die

Zeit, um zu kontrollieren, ob bei Ihrem

Grill noch alles fest und stabil ist. Hierbei

geht es natürlich nicht nur um Ihre

Ehre, sondern vor allem um die Sicherheit.

„Bei allen Grillarten ist ein sicherer

Stand wichtig, um die Verbrennungsgefahr

zu minimieren“, warnt Dr. Jan

Jacobi vom Deutschen Grillverein. Ziehen

Sie lose Schrauben fest und überprüfen

Sie den Sitz von Rädern, Kontrollknöpfen

und Griffen. Hierbei zeigt

sich auch der Unterschied zwischen einem

guten Grill und einem Billigmodell.

„Es gibt nichts Schlimmeres als einen

Wackelkandidaten, an dem die Räder,

so vorhanden, abfallen oder die

Standbeine keinen soliden Eindruck

machen“, sagt Jacobi. Wenn der Grill

trotz aller Bemühungen weiter klappert,

sollten Sie überlegen, vielleicht

doch lieber in ein hochwertigeres Gerät

zu investieren. Damit werden Sie auf

die Dauer mehr Freude haben und die

Gefahr, dass Sie den Grill nur wenige

Wochen nach dem Frühjahrsputz verschrotten

müssen, ist geringer.

5. Überprüfen Sie Ihr Zubehör

Ein halber Sack Kohle, mehrere Monate

alte Briketts, angebrochene Grillanzünder

– möglicherweise steht bei Ihnen

noch einiges an Grillzubehör vom letzten

Jahr herum. Das meiste davon können

Sie getrost noch verwenden. Falls

die Kohle über den Winter feucht ge-

18 GRILL

Magazin 1/2011


worden ist, kann das Anglühen allerdings

etwas länger dauern. Grillanzünder

aus dem Vorjahr können ebenfalls

an Effizienz verloren haben, sagt Jacobi.

„Entweder sind flüchtige, leicht

brenn- und entflammbare Substanzen

nicht mehr vorhanden, oder aber die

Anzünder haben Feuchtigkeit aufgenommen.

Auch dann macht der

Zündvorgang keinen Spaß.“ Bei Gasflaschen

müssen Sie allerdings auf das

TÜV-Datum schauen. Ist dieses abgelaufen,

dürfen Sie die Flasche nicht

mehr benutzen, selbst wenn diese noch

voll ist. Falls Ihre angebrochene Gasflasche

nur noch weniger als halb voll ist,

ist es kein Fehler, eine neue Flasche auf

Vorrat zu kaufen. So können Sie sicher

sein, dass Ihnen bei der ersten Grillfete

nicht der Brennstoff ausgeht, und im

Laufe der Saison werden Sie sicherlich

dafür Verwendung finden.

6. Zeit zum Angrillen

Endlich ist es soweit. Der Grill funkelt

in der Sonne, das Fleisch ist mariniert,

das Bier ist kalt gestellt. Nach all der

harten Arbeit haben Sie sich den Grillgenuss

definitiv verdient. Das sogenannte

Angrillen zum Saisonbeginn ist

für so manchen Grillmeister etwas ganz

Besonderes. Ein spezielles Datum gibt

es dafür nicht. Während die meisten

Leute ihre Grills unberührt lassen, bis

die Temperaturen wieder steigen,

legen viele Grillfans auch in der

kalten Jahreszeit keine Grillpause

ein. Zu diesen Grillfans

gehört auch Dölker. Bei ihm

kommt es durchaus vor, dass der

GRILL Magazin 1/2011

Mithilfe von speziellen Grillrostreinigern

lassen sich Fett, Bratverkrustungen

und Ruß schonend

und ohne Schrubben

entfernen. Wann immer Sie

chemische Mittel einsetzen,

müssen Sie den Rost danach

gründlich mit Wasser abspülen

und gut trocken reiben (Foto:

www.barbecook.com)

Auftakt der Saison bei Schnee zelebriert

wird. Dann gehört zu der Feier

auch ein Lagerfeuer, Glühwein, und

auch eine Schneebar. Was zum Einstieg

auf den Grill kommt, bleibt jedem selbst

überlassen. Manche Freunde des Grillens

sehen den Anfang der Saison als

Anregung, mal ein neues Rezept auszuprobieren.

Andere sehnen sich nach

der langen Pause dagegen erst mal nach

ihren Favoriten, die sie den Winter über

vermisst haben. Für Tomanek gehört

zum Wiedereinstieg auf jeden Fall ein

Klassiker: „Nach Wochen mit Schnee,

Kälte und Regen ist ein leckeres Na -

ckensteak in der Sonne für mich eine

kulinarische Offenbarung.“ Worauf

auch immer Sie zum Beginn der Saison

zurückgreifen, auf Ihrem frisch geputzten

Gerät schmeckt das Grillgut mit Sicherheit

gleich nochmal so gut!

Ein guter Grill will auch gut gepflegt

werden. Mit dem richtigen Werkzeug

und ein paar Insider-Tipps ist dies weniger

aufwändig, als Sie vielleicht befürchten.

Reinigen Sie Ihr Gerät bereits

während der Grillsaison regelmäßig,

dann können Sie sich später viel Arbeit

ersparen und haben noch lange Freude

an Ihrem Grill. ■

fach über Nacht ins Gras legen und die natürliche Feuchtigkeit

die Arbeit erledigen lassen. Danach löst sich der

Schmutz leicht mit heißem Wasser und Spülmittel.

Reinigungsmittel

Alternativ können

Sie den Rost auch

in der Badewanne

mit heißem Wasser

und Spülmittel

oder auch 125 ml

Salmiakgeist etwa

eine Stunde lang

einweichen. Eine

Lösung aus 200 ml

Apfelessig mit 2

EL Zucker, die auf

den heißen Rost

aufgetragen wird,

löst ebenfalls Verschmutzungen.

Bei starken Verkrustungen

hilft

Natronpaste: 100 g Natron auf 100 ml Wasser mischen

und damit den Rost einstreichen. Um Natronrückstände

zu beseitigen, den Rost vor dem nächsten Grillen ca. 15

Minuten über die Glut hängen. Das Gehäuse kriegen Sie

in den meisten Fällen schon mit Spülwasser und einem

Lappen wieder sauber. Für hartnäckige Fälle gibt es auch

spezielle Grillreiniger. Vermeiden Sie Wasserflecken, indem

Sie den Grill nach der Wäsche gut abtrocknen.

Achten Sie beim Kauf einer Bürste auf

einen langen Griff, dann verbrennen

Sie sich nicht die Finger, wenn Sie

diese direkt nach dem Grillen auf dem

heißen Rost anwenden (Foto: Weber)

19

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine