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PAD-Jahresbericht 2024/25

Internationale Austauschprojekte an Schulen haben positive Wirkungen: Das zeigen die Beispiele guter Praxis im Jahresbericht 2024/25 des PAD. Mit seinen Programmen fördert der PAD neben Schulaustausch auch Lehrkräfteaus- und -fortbildungen sowie digitale Unterrichtsprojekte. Und das sowohl in Europa durch das Programm Erasmus+ als auch weltweit mit Initiativen wie „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH). Sie können den Bericht kostenlos im PAD-Webshop bestellen: www.kmk-pad.org/shop

Internationale Austauschprojekte an Schulen haben positive Wirkungen: Das zeigen die Beispiele guter Praxis im Jahresbericht 2024/25 des PAD. Mit seinen Programmen fördert der PAD neben Schulaustausch auch Lehrkräfteaus- und -fortbildungen sowie digitale Unterrichtsprojekte. Und das sowohl in Europa durch das Programm Erasmus+ als auch weltweit mit Initiativen wie „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH). Sie können den Bericht kostenlos im PAD-Webshop bestellen: www.kmk-pad.org/shop

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JAHRESBERICHT


Inhalt

3 Editorial

4

Partner des Auswärtigen Amtes

Austausch bildet, Austausch wirkt

6

DeutschlandPlus

Impulsgeber

8

Prämienprogramm

Zurückgeblickt

12

Erasmus+ empirisch betrachtet

Wie Lernmobilitäten wirken

14 Erasmus+ in Zahlen

16

Erasmus+ inklusiv

Let’s Create a Paralympic Village

18

Erasmus+ inklusiv

Einhunderttausend Mal Europa

19

Erasmus+ eTwinning

Motivation für das Sprachenlernen

20 The

24 Streitschlichter

26 Wurzeln

30 Haltung

33

34 des

36

38

Fremdsprachenassistenzprogramm

Very British Way of Life

Hospitationsprogramm

und Stadtmusikanten

Schulen: Partner der Zukunft

der Freundschaft

Austausch mit Israel

zeigen

Deutsch-britischer Austausch

Mit frischem Schwung

Unser Leitbild

Der Pädagogische Austauschdienst

Sekretariats der Kultusministerkonferenz

Service und Finanzen

Unser Informations- und Serviceangebot

Referate im PAD

Ihre Ansprechpersonen im Überblick


jahresbericht 2024/25

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

J

acques Decour notierte im Herbst 1930 in seinem

Tagebuch: »Zweierlei schlechte Reisende gibt es:

Der eine schleppt die in seinem Land üblichen Maßstäbe

überallhin mit, erhebt sie zur Norm und findet

überall etwas zu kritteln. Für den anderen ist in der Fremde

grundsätzlich alles besser.« Kurz zuvor war der junge

Franzose in Magdeburg eingetroffen, wo er am Domgymnasium

ein Schuljahr lang als Fremdsprachenassistent

den Unterricht unterstützen sollte. Es ist anzunehmen,

dass er selbst dabei vermeiden wollte, was er an manchem

seiner Zeitgenossen kritisierte: »Was diesseits des

Rheins wahr ist, kann jenseits falsch sein«, fügte er hinzu

und empfahl, im Ausland »auf allen nationalen Hochmut

zu verzichten«.

Die eigenen Gewohnheiten nicht zur Norm zu erheben

und auf nationalen Dünkel zu verzichten – an diese

zeitlose Erkenntnis sollten wir uns erinnern und daraus

die richtigen Schlüsse ziehen. Etwa den, dass Austauscherfahrungen

während der Schulzeit oder im Studium als

Mittel gegen Überheblichkeit und Anmaßung wirken.

Das Programm übrigens, über das Jacques Decour seinerzeit

nach Magdeburg vermittelt worden war, gibt es

heute noch. 2025 feiert es sein 120-jähriges Jubiläum.

Austausch bildet, das ist unbestritten. Dass Austausch

wirkt, unterstreicht eine Studie, die Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler der Technischen

Universität Dortmund im Auftrag der Bildungsministerkonferenz

erstellt haben. Die positiven Effekte, so die

Erkenntnis, zeigen sich demnach nicht nur auf der individuellen

Ebene der teilnehmenden Schülerinnen und

Schüler sowie ihrer Lehrkräfte, sondern auch bei den

Schulen selbst. Deutlich wird, dass Erasmus+ neben der

internationalen Vernetzung der Schulen zugleich deren

Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung

stärkt. Diese Erkenntnis ist umso bedeutsamer, weil

angesichts begrenzter Fördermittel bisher nur wenige

Schülerinnen und Schüler unmittelbar von Erasmus+

profitieren konnten – gemessen an der Gesamtzahl der

Schülerinnen und Schüler in Deutschland gerade einmal

ein Prozent.

Das sollte sich ändern. Die Studie gibt uns wichtige

Erkenntnisse an die Hand, wie Erasmus+ künftig

gestaltet werden sollte, damit es mehr Schülerinnen

und Schüler erreicht. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen

und Kollegen in den Ländern setze ich mich deshalb

dafür ein, den Schulbereich in der Programmgeneration

ab 2028 zu stärken.

Mir ist bewusst, dass dieser Wunsch in eine spannungsreiche

Zeit fällt: Der Druck auf die öffentlichen

Haushalte engt Spielräume ein. Und die Herausforderungen

unserer Gesellschaft machen vor unseren Schulen

nicht halt. Doch gerade an diesem Ort, wo demokratische

Werte vermittelt und Regeln für ein respektvolles

Miteinander erprobt werden, haben europäischer Austausch

und internationale Begegnung einen besonderen

Wert. Umso bedauerlicher ist es deshalb, dass die finanziellen

Mittel dafür stagnieren – obgleich die Zahl der

Anträge, die den Pädagogischen Austauschdienst (PAD)

erreichen, sich weiterhin auf hohem Niveau bewegt.

Mein großer Dank gilt deshalb den Partnern, die

die Arbeit des PAD seit vielen Jahren unterstützen. Neben

der EU-Kommission zählen dazu insbesondere das

Auswärtige Amt, die Deutsche Telekom Stiftung und

das State Department in den USA. Den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern des PAD danke ich, dass sie in einem

schwierigen Umfeld stets als Anwalt der Schulen

handeln, denen sie unkompliziert den Weg in die Welt

des Austauschs öffnen.

Ihre

Simone Oldenburg

Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Präsidentin der Bildungsministerkonferenz

der Kultusministerkonferenz

3


Partner des Auswärtigen Amtes

Austausch bildet,

Austausch wirkt

4

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik

steht seit einigen Jahren unter erheblichem

finanziellem Druck. Dies trifft in gravierender

Weise auch die Programme des PAD.

Von Gernot Stiwitz, Leiter des PAD

Mehr als sechs Jahrzehnte hat der PAD in

der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

(AKBP) ebenso eng wie erfolgreich

mit dem Auswärtigen Amt zusammengearbeitet.

Die erheblichen Einsparungen in diesem

Bereich, die in den vergangenen Jahren zu verzeichnen

waren, haben uns allerdings, wie andere Partner des

Auswärtigen Amtes, empfindlich getroffen. Gleichwohl

bin ich verhalten optimistisch, dass die finanziellen Spielräume

sich entspannen werden, sodass sich Programme

im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

wieder mehr in die Breite tragen lassen. Der PAD sieht

sich dabei auch in Zukunft als zuverlässiger Partner des

Auswärtigen Amtes auf diesem Gebiet, dessen Erfolge

unbestritten sind.

Zu Gast bei Freunden

Im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

verantworten wir im Auftrag der Bundesländer

Programme für Schulpartnerschaften und Lehrkräftefortbildungen.

Austausch und Begegnung, die damit

ermöglicht werden, stärken nicht nur Deutsch als

Fremdsprache und tragen dazu bei, ein modernes Bild

von Deutschland zu vermitteln. Sie vertiefen zugleich

die Beziehungen auf der Ebene der Menschen und Zivilgesellschaften.

In den vergangenen Jahrzehnten

konnten so einige Hunderttausend Menschen zu Gast

bei Freunden in Deutschland sein. Und viele Bildungsund

Berufsbiografien von Schülerinnen, Schülern und

Lehrkräften zeigen, wie eng ihre Bindung an Deutsch

als Fremdsprache und zu den Menschen in Deutschland

oftmals bleibt. Einige dieser Geschichten erzählen wir

auf unserer Website www.kmk-pad.org.


jahresbericht 2024/25

Belastbare Beziehungen

Ein besonderer Wert dieser Biografien liegt darin, belastbare

Beziehungen zu anderen Ländern aufrechtzuerhalten,

wenn auf politischer Ebene Differenzen bestehen.

Den Erfahrungen eines Austauschs in jungen Jahren

verdankt sich oft die Weitung des eigenen Horizontes

und die Erkenntnis, dass es anderswo anders zugeht, dieses

Anderssein aber etwas Normales ist. Wir sind davon

überzeugt, dass Austausch Haltungen ändern kann und

dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen und stereotype Zuschreibungen

zu hinterfragen.

Wir haben unseren Auftrag und unsere Aufgaben

im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

stets zuverlässig und mit großem Engagement

übernommen. Es erfüllt uns deshalb mit Stolz, als Mittlerorganisation

mit bescheidener finanzieller Ausstattung

viel erreicht zu haben. Dies ist vor allem auch dem

niedrigschwelligen Zugang zu unseren Programmen zu

verdanken.

Zahlen, die für sich sprechen

An Fort- und Weiterbildungen sowie Hospitationen für

ausländische Ortslehrkräfte an Schulen in Deutschland

konnten in den vergangenen zehn Jahren rund 5000

Lehrkräfte teilnehmen, die nach ihrer Rückkehr die

Qualität des Deutschunterrichts stärken. Stipendien für

Schülerinnen und Schüler, die sich in ihrer Heimat im

Deutschunterricht ausgezeichnet hatten, ermöglichten

in diesem Zeitraum rund 8000 jungen Menschen aus

weltweit 90 Staaten, Deutschland im Alltag kennenzulernen

– Aufenthalt in Gastfamilien inklusive. Den Auswahlverfahren

für diese Stipendien stellten sich mehr als

100 000 Schülerinnen und Schüler. Wie erfolgreich gerade

dieses Programms wirkt, lässt sich daran erkennen,

dass zahlreiche Stipendiatinnen und Stipendiaten später

ein Studium in Deutschland absolvieren und anschließend

in ihrer Heimat Führungspositionen einnehmen.

Nicht weniger eindrucksvoll stellen sich die Austauschprogramme

zwischen Schulen dar: Die Initiative

»Schulen: Partner Zukunft« (PASCH) ermöglichte seit

2012 rund 46 000 Jugendlichen, hierzulande Schule

und Alltag zu erleben. Am German American Partnership

Program (GAPP), das inzwischen auf eine mehr als

50-jährige Geschichte zurückblicken kann, nahmen

seit 1972 mehr als 400 000 Schülerinnen, Schüler und

Lehrkräfte aus Deutschland und den USA teil. Und der

Austausch mit Israel, der seit dem Angriff der Hamas

ausgesetzt wurde, förderte seit 2012 und bis zu Beginn

der Coronapandemie den Besuch von rund 7700 israelischen

Schülerinnen und Schülern in Deutschland.

»Austausch bildet«, lautet das Motto, das alle Programme

des PAD verbindet. »Austausch wirkt«, ist dem

hinzuzufügen – quantitativ wie auch qualitativ.

5


DeutschlandPlus

6

Impulsgeber

Die Schülergruppe aus Italien,

die Sebastian Schäfer unlängst

in seinem Abgeordnetenbüro

begrüßen konnte, weckte

Erinnerungen an die eigene Schulzeit.

Damals lernte er das Programm

für ausgezeichnete Deutsch -

lernende aus der Perspektive

eines Gastgebers kennen.

Ob »Klein Venedig« über der Bamberger

Regnitz oder Tiepolos Fresken in der Würzburger

Residenz: Die Schülergruppen aus

Italien, die früher im »Internationalen

Preisträgerprogramm« des PAD ans Egbert-Gymnasium

nach Münsterschwarzach kamen, lernten stets auch die

Schönheiten der näheren Umgebung kennen. Damit sie

sich wohlfühlten in dieser Zeit und »Alltag in Deutschland«

kennenlernten, dafür sorgten die Gastfamilien, in

denen die Jugendlichen lebten.

Sebastian Schäfer Jahrgang 1979, ist

promovierter Wirtschaftswissenschaftler.

Seit 2021 vertritt er den Wahlkreis Esslingen

im Bundestag. Zuvor arbeitete er in der Landesverwaltung

Baden-Württemberg.

Sebastian Schäfer, der seit 2021 als Abgeordneter

dem Bundestag angehört, kommt aus einer solchen

Gastgeberfamilie. »Meine Eltern haben ein offenes

Haus gepflegt. Da war es selbstverständlich, jemanden

aufzunehmen«, erinnert er sich an die Gastschülerinnen

und Gastschüler, die in den 1990er-Jahren während

dieser Austausche zeitweise mit in seiner Familie lebten.

Was es bedeutet, sich in einer zunächst ungewohnten

Umgebung zurechtzufinden, war ihm somit

nicht fremd, als er zu seinen eigenen Auslandserfahrungen

startete. Als 17-Jähriger konnte Sebastian Schäfer

am »Parlamentarischen Patenschafts-Programm« teilnehmen.

Der deutsch-amerikanische Austausch, den

Bundestag und US-Kongress fördern, ermöglicht Schülerinnen,

Schülern und Auszubildenden ein Schuljahr an

einer Highschool. »Das war für mich ein großer Schritt

in die Selbstständigkeit, denn es war eine ganz andere

Welt, in der ich dort gelebt habe«, erinnert er sich an

das Jahr, das er in Minnesota verbrachte.


jahresbericht 2024/25

Alles begann mit der Frage meines

damaligen Schulleiters: ›Würden Sie das

PAD-Programm mit Italien betreuen?‹

Seitdem lässt es mich nicht mehr los.

Ich durfte Hunderten jungen Italienerinnen

und Italienern Deutschland näherbringen –

und hoffentlich auch die Liebe zu Land,

Leuten und Sprache.

Dr. Matthias Hessenauer unterrichtete von 1988 bis 2020 Fremds prachen

am Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach und betreute jährlich

italienische Gruppen im Programm DeutschlandPlus. Dem PAD ist er

weiterhin als Reiseleiter verbunden.

Gegensätze und Kontraste

Den »American Way of Life«, den er dort im Alltag

be obachtete, habe er allerdings zwiespältig wahrgenommen:

Viele Menschen lebten den »American

Dream«, der Aufstieg durch Leistung verspricht. Eng

damit verbunden sei eine scheinbar grenzenlose Freiheit,

geprägt durch die Wei te des Mittleren Westens

und ein anderes Verständnis davon, wer eine Waffe besitzen

darf: »Dort, wo ich gelebt habe, war es nicht ungewöhnlich,

dass bereits Ju gendliche Schießen lernen«,

sagt Sebastian Schäfer. Im Kontrast dazu stand die ausgeprägte

soziale Ungleich heit. »In Minnesota habe ich

gesehen, wie tief die Grä ben sein können.« Eben diese

Gegensätze faszinierten ihn – und führten ihn später

wieder in die USA. Teile seines Wirt schaftsstudiums

absolvierte er mit einem Fulbright-Sti pendium an der

University of California Berkeley.

Dass er später als Bundestagsabgeordneter selbst

Teilnehmende für das deutsch-amerikanische Austauschjahr

auswählen würde, war damals nicht absehbar.

»Politik hat mich immer interessiert. Aber eine

Kar riere in der Politik ist nicht planbar«, sagt Sebastian

Schäfer. Immerhin bot sein Berufseinstieg nach dem

Studi um gute Voraussetzungen: Nach einigen Jahren

im Büro eines Bundestagsabgeordneten der Grünen

wechselte er in die Landesverwaltung Baden-Württembergs.

Dort war er zuletzt im Finanzministerium für die

Belange des Landes im Bundesrat zuständig. Im Herbst

2021 zog es ihn dann selbst in die parlamentarische Arena:

Seitdem gehört er dem Bundes tag an.

Auch gesellschaftliches Engagement zählt

So kommt es, dass Sebastian Schäfer heute Schülerinnen

und Schüler aus seinem Wahlkreis für den

deutsch-amerikanischen Austausch empfehlen kann.

»Solche Programme sind von unschätzbarem Wert

in einer Zeit, in der Populisten die Demokratie infrage

stellen«, betont er. Bei der Auswahl achtet er nicht

nur auf fachliche Leistungen, sondern auch auf gesellschaftliches

Engagement jenseits eigennütziger Interessen.

Seine Erfahrungen in den USA halfen ihm auch

als Sprecher der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe,

wo er in den Jahren der Ampelkoalition die

Beziehungen nach Washington pflegte. »Da war es sicher

hilfreich, dass ich das Land während Schulzeit und

Studium gut kennengelernt habe.«

Und wenn es sein Terminkalender erlaubt, lädt

Sebastian Schäfer gerne Schülergruppen in sein Abgeordnetenbüro

ein. Im vergangenen Sommer nahm

er sich Zeit für eine Gruppe aus dem Trentino, die am

PAD-Programm »DeutschlandPlus« teilnahm und nach

zwei Wochen am Friedrich-König-Gymnasium in Würzburg

zur Berlin-Exkursion aufbrach. »Mir zeigen die jungen

Menschen, was sie umtreibt und wie sie sich über

Politik informieren. Und als Abgeordneter kann ich

vermitteln, für welche Themen und Werte ich einstehe.

Im besten Fall ist das Gespräch dann auch ein Beitrag,

um die jungen Menschen stärker für eine aktive Beteiligung

am Gemeinwesen zu gewinnen«, sagt Sebastian

Schäfer.

7


Prämienprogramm

Zurückgeblickt

Rund 27 000 Schülerinnen und Schüler aus

aller Welt haben in den mehr als sechs Jahrzehnten

seines Bestehens am Internationalen

Preisträgerprogramm teilgenommen.

Sechs »Ehemalige« erinnern sich.

Unvergesslich

1973

8

Alexis Ngatcha

Kamerun

Heute: Lehrstuhlinhaber

für Didaktik

Deutsch als Fremdsprache

an der

Fremdsprachenabteilung

der

Hochschule Yaoundé

»Der Besuch der Berliner Mauer und der

Ausflug zur innerdeutschen Grenze. Und

einige ›critical incidences‹ in meiner Gastfamilie:

Wenn zum Beispiel ein Besucher

kommt, wird der Fernseher ausgeschaltet.

An dem Abend wollte ich ein Fußballspiel

im Fernsehen anschauen, durfte aber nicht.

Beim Essen darf nichts auf dem Teller übrig

bleiben.«

1984

Jason Owens

USA

Heute: Assistant &

Associate Professor of

German an der Ohio

State University

»Unser Lehrer am Neuen Gymnasium

Nürnberg war immer gut gelaunt, bis er

uns eines Tages von einem Amokläufer in

einem McDonald’s bei San Diego erzählt

hat. Wir waren berührt, dass er berührter

war als wir.«

1988

Chongling Huang

China

Heute: Leiterin für

Bildungswesen der

Botschaft der VR

China in Österreich

»Die Besuche im Bundestag damals in

Bonn, in den zwei Olympiastadien in

Berlin und München und im Schloss

Nymphenburg in München haben

die tiefsten Eindrücke hinterlassen.

Hier zeigte sich die deutsche Demokratie,

Schönheit und historische Rolle.«


jahresbericht 2024/25

In vier Worten

Das kam danach

Einmalig

Persönlichkeitsverändernd

Verzahnung

Zukunftsinvestition

»Meine Deutschkenntnisse spielen eine

große Rolle in meinem beruflichen und

alltäglichen Leben: Dank des Programms

des PAD konnte ich Deutschland und die

Deutschen kennenlernen. Ich habe eine

wunderbare Gastfamilie in Kassel gehabt,

mit der ich heute noch im Kontakt

bin. Und dank eines Stipendiums des

DAAD konnte ich an der Uni Hamburg

promovieren und mich habilitieren.«

9

Geschichten

Begabtenförderung

Freundschaften

Ananas-

Milchshake

»Deutschland hat es mir dermaßen angetan,

dass ich anschließend ein Jahr am

Gymnasium in Celle verbrachte. Nach

Uniabschlüssen in Germanistik und

›German and European Studies‹ einschließlich

Aufenthalt in Chemnitz und

in zwei ehemaligen deutschen Kolonien

(Togo, Namibia) wurde ich Assistant &

Associate Professor of German.«

Perfekt

Berührend

Unvergesslich

Anregend

»Meine Deutschkenntnisse haben

sowohl mein berufliches als auch

mein alltägliches Leben entscheidend

beeinflusst, weil ich viele Jahre auch

in Deutschland und Österreich gelebt

und gearbeitet habe.«


Unvergesslich

1990

Abdellatif Bousseta

Marokko

Heute: Deutschlehrer

am Lycée Ibn Al Khatib

in Tanger sowie Dozent

und Übersetzer.

»Es gibt viele Momente, die sich im jungen

Gedächtnis von damals eingraviert haben:

Der Besuch im Rathaus und der herzliche

Empfang durch den Bürgermeister. Das Leben

bei der Gastfamilie und nicht zuletzt der

Schulalltag auf dem Steinbart-Gymnasium

in Duisburg. Das sind bis heute unvergessliche

Momente.«

2000

10

Vigdis Holom

Norwegen

Heute: Ärztin

»Es war schön, Land und Leute sowohl aus

Deutschland als auch aus der ganzen Welt

kennenzulernen. Es war großartig, auf die

Zugspitze zu gehen. Und es war toll, ein

deutsches Gymnasium zu besuchen.«

Deutschland im Alltag

Das Internationale Preisträgerprogramm wurde 1959 vom Auswärtigen

Amt initiiert. Das Vollstipendium ermöglichte Schülerinnen

und Schülern, die sich im Deutschunterricht ihrer Heimat

ausgezeichnet hatten, einen zweiwöchigen Gastschulaufenthalt in

Deutschland sowie ein zweiwöchiges Exkursionsprogramm mit Aufenthalten

unter anderem in Bonn, Berlin und München. Die Jugendlichen

sollten so Einblick in den Familienalltag gewinnen, aber auch

verschiedene Regionen und Städte kennenlernen.

Am Internationalen Preisträgerprogramm nahmen vor der Coronapandemie

jährlich rund 400 Schülerinnen und Schüler aus fast

90 Nationen teil. Aufgrund der Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt

war das Programm allerdings von starken Kürzungen betroffen.


jahresbericht 2024/25

In vier Worten

Das kam danach

Stolz

Gastfreundschaft

Kultur-

Begegnungen

Zukunftsgestaltung

»Durch die Teilnahme am Programm konnte

ich mein Deutsch erheblich verbessern. Das

Germanistikstudium und der darauffolgende

Einstieg in den Beruf des Deutschlehrers

haben dann planmäßig funktioniert. Die

Weichen für meine Deutschland-Affinität

waren damit gestellt.«

Kennenlernen

Zugspitze

Gymnasium

Deutsch

»In meinem Beruf als Notärztin und

Krankenhausärztin hatte ich manchmal

deutsche Patienten und Patientinnen

zu behandeln. Dass ich dabei

Deutsch sprechen konnte, war eine

große Hilfe.«

11

2023 konnten nur noch rund 250 Stipendien

vergeben werden. Seit dem Jahr 2024 pausiert das

Programm auf unbestimmte Zeit, da vom Auswärtigen

Amt als dem Auftraggeber keine Mittel mehr

zur Verfügung gestellt werden können.

Ergänzend dazu findet das Programm Deutschland

Plus mit verschiedenen Nationen statt. Es

richtet sich ebenfalls an Schülerinnen und Schüler,

die sich im Fach Deutsch ausgezeichnet haben.

Während des Deutschlandbesuchs nehmen sie

am Schul- und Familienleben teil und lernen

Städte und Regionen kennen. Begleitet werden die

Gruppen dabei von Deutschlehrkräften aus ihrem

Heimatland. Auch Deutschland Plus wird aus Mitteln

des Auswärtigen Amtes gefördert. Aufgrund

gekürzter finanzieller Mittel musste die Zahl der

Teilnehmenden jedoch reduziert werden. 2024

konnten 382 Schülerinnen und Schüler und 35 Begleitlehrkräfte

aus 26 Nationen gefördert werden.

Das Internationale Preisträgerprogramm lebt in

seinen Alumni fort. Wie nachhaltig es über die

Generationen hinweg wirkte, davon legen die Ehemaligen

Zeugnis ab, die hier zu Wort kommen.


Erasmus+ empirisch betrachtet

Wie Lernmobilitäten

wirken

Erasmus+ wirkt in vielfältiger

Weise auf die Teilnehmenden wie

auf die beteiligten Schulen als

Institutionen. Das zeigt eine Studie

der TU Dortmund, die Anfang

2025 erschienen ist. Im Interview

erläutern die Autorinnen und

Autoren zentrale Ergebnisse.

12

Auch wenn bislang vergleichsweise wenige Schülerinnen

und Schüler an Erasmus+ teilnehmen konnten:

Welche Effekte lassen sich bei ihnen nachweisen?

Um die Effekte der Erasmus+ Lernmobilitäten auf Schülerinnen

und Schüler zu untersuchen, wurden sie vor

und nach der Lernmobilität zu ihren interkulturellen

Kompetenzen und ihrem Interesse an anderen Ländern,

Europa und Politik befragt. Außerdem erhielten

sie während der Lernmobilität täglich Fragen zu ihren

Erfahrungen im Ausland. Die Ergebnisse zeigen, dass

sich die Schülerinnen und Schüler nach ihrer Auslandserfahrung

mit Erasmus+ besser dazu befähigt fühlten,

mit ungewohnten Situationen umzugehen, ihr Verhalten

an die Anforderungen neuer Situationen anzupassen

und Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen aus

anderen kulturellen Kontexten zu überwinden. Andere

Dimensionen der interkulturellen Kompetenzen und

die Interessen der Schülerinnen und Schüler blieben

über die Lernmobilität hinweg unverändert. Dass sich

die Schülerinnen und Schüler in ihren interkulturellen

Kompetenzen überhaupt gesteigert haben, ist jedoch

bemerkenswert, da sie bereits vor der Lernmobilität relativ

hohe Werte aufwiesen; das führt in den meisten

anderen Konstellationen dieser Art eher zu negativen

Trends. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass besonders

Schülerinnen und Schüler profitieren, die aufgrund

ihrer Hintergrundfaktoren tendenziell eher kaum an

(anderen) Auslandsaufenthalten teilnehmen. Dies

sind beispielsweise die Schülerinnen und Schüler aus

nicht-gymnasialen Schulformen.

Welche Forschungsergebnisse haben Sie

besonders überrascht?

Wir haben im Rahmen unserer Studie auch Schulleitungen,

Lehrkräfte, Erasmus+ Koordinatorinnen und Koordinatoren

an Schulen sowie Vertreterinnen und Vertreter

von Ministerien und Landesbehörden, die mit dem Programm

betraut sind, befragt. Unsere Befunde zeigen insgesamt

vielfältige Wirkungen von Erasmus+ Projekten

nicht nur auf der individuellen Ebene, sondern auch

auf der Ebene der Einzelschule. So wurde deutlich, dass

Erasmus+ nicht nur die internationale, sondern auch die

translokale Vernetzung der Schulen fördert und dass

die Schulen von ihrer Teilnahme im Hinblick auf ihre

Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung

profitieren. So berichteten Lehrkräfte, im Rahmen ihrer

Auslandsaufenthalte neue Anregungen für die eigene

Unterrichtsgestaltung gewonnen und anschließend

Gewinn bringend in ›ihre‹ Schule eingebracht zu haben.

Hier zeigt sich mithin eine effektive Form der Lehrkräftefort-

und -weiterbildung. Mit Blick auf eine stärkere

Vernetzung und die Schaffung von Synergieeffekten

wären ferner an Ministerien und Landesbehörden angesiedelte

Konsortien zu stärken oder neue einzurichten,

da sie maßgeblich den Einstieg in das Programm

und seine Umsetzung unterstützen können.


jahresbericht 2024/25

Mit Erasmus+ werden zwar alle

Schulformen im allgemeinbildenden

Schulbereich erreicht, jedoch in

unterschiedlicher Ausprägung.

Dabei wären mit Blick auf die von

der EU mit Erasmus+ verknüpften

Ziele Zuwächse wünschenswert.

Entsprechend wäre eine breitere

finanzielle Ausstattung von Erasmus+

für den Schulbereich anzuvisieren,

wenn das Ziel verfolgt wird, dass

deutlich mehr Schulen als bislang von

dem EU-Programm profitieren sollen.

Die Fragen beantworteten

Dr. Sabine Hornberg, Professorin

für Schulpädagogik und Allgemeine

Didaktik im Kontext von Heterogenität

am Institut für Allgemeine

Didaktik und Schulpädagogik (IADS),

TU Dortmund.

Dr. Michael Becker, Professor für Empirische

Bildungsforschung mit dem

Schwerpunkt schulische Bildungsprozesse

im Institut für Schulentwicklungsforschung

(IFS), TU Dortmund.

Dr. Nadine Sonnenburg, wissenschaftliche

Mitarbeiterin am Institut

für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik

(IADS), TU Dortmund.

An der Studie haben ferner M.Ed.

Marion Peitz (IADS) und M.Sc. Carina

Schreiber (IFS) mitgewirkt.

ERASMUS+ IN ZAHLEN

Die Studie zeigt, dass gymnasiale Schulformen

überdurchschnittlich vertreten sind, Förderschulen

oder Grundschulen hingegen kaum. Welche Änderungen

in der Programmarchitektur empfehlen Sie, damit

der Anspruch an ein »inklusives« Programm ab 2028

hinsichtlich der Schulformen besser eingelöst wird?

Das ist eine komplexe Frage, die eine sehr deutsche

Diskussion widerspiegelt. Wir denken, dass überlegt

werden könnte, die unterrepräsentierten Schulformen

gezielter anzusprechen und zum Beispiel durch den

Einbezug in Konsortien zu unterstützen. Gerade für

die kleineren Kollegien an Grund- und Förderschulen

ist es oft eine Herausforderung, Abwesenheiten von

Lehrkräften zu kompensieren. Hier könnten erfahrene

Schulen vor Ort mit Beispielen guter Praxis weiterhelfen,

aber auch der Austausch und die Vernetzung mit

Schulen im Ausland, die bereits über Erfahrungen im

Rahmen von Erasmus+ verfügen.

Mit welchen Fragen sollte sich die künftige Forschung

genauer befassen?

Im Hinblick auf Lehrkräfte würden wir uns viel davon

versprechen, mehr darüber zu erfahren, welche Formate

lang- und kurzfristiger Aktivitäten welche Effekte

erbringen. Mit Blick auf Schülerinnen und Schüler wäre

zu untersuchen, in welchem Alter Lernmobilitäten welche

Effekte begünstigen. Dafür bräuchte man allerdings

eine entsprechend große Stichprobe. Und natürlich müssen

im Hinblick auf den internationalen Austausch und

damit einhergehende Erfordernisse digitale Entwicklungen

berücksichtigt und erforscht werden. In unserer Studie

spielten sie auch eine Rolle, aber nur am Rande.

Über den Anlass für die Studie

Von SOKRATES und COMENIUS über das »Programm

für lebenslanges Lernen« hin zu Erasmus+:

Seit fast 40 Jahren fördert die Europäische Union

den Austausch und die Zusammenarbeit in den Bereichen

Bildung, Jugend und Sport. Davon profitiert

haben inzwischen mehrere Millionen Menschen.

Über die Wirkungen und Effekte dieser Programme

im Schulbereich liegen für Deutschland allerdings

kaum Studien vor, die wissenschaftlichen Ansprüchen

genügen. Dieses Desiderat schließt eine Untersuchung

der Technischen Universität Dortmund,

die die Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung

in Auftrag gegeben hat. Vor dem Hintergrund

der aktuellen Diskussionen um ein Nachfolgeprogramm

ab 2028 gibt sie damit Argumente an die

Hand, dass der Schulbereich gestärkt werden muss,

wenn Erasmus+ breiter wirken soll: Derzeit erreicht

das Programm gerade einmal einen von hundert

Schülerinnen und Schülern. Und weit überwiegend

nutzen Gymnasien sowie Gesamtschulen die Möglichkeiten

der europäischen Bildungsprogramme.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie (siehe

Interview) sind im Abschlussbericht zu finden

Hornberg, Sabine/Becker, Michael/Sonnenburg,

Nadine (Hrsg.): Lernmobilität in Europa: Eine

Mixed-Methods-Studie zu Erasmus+ in der Schule,

Münster 2025. Mehr Infos www.waxmann.com/

buch200025

Eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse

auf Deutsch, Englisch und Französisch gibt es auf

der Website des PAD https://erasmusplus.schule

/im-fokus/erasmus-im-politischen-kontext

13


14

Nur Einer von

hundert

Gemessen an der

Gesamtzahl der

Schülerinnen und

Schüler in Deutschland

können derzeit nur ein

Prozent von ihnen

mit Erasmus+ europäische

Erfahrungen

machen. Das ist zu

wenig.

Stetig wachsende

Nachfrage

Seit Ende der Coronapandemie

erfreut

sich Erasmus+ großer

Beliebtheit unter

Kitas und Schulen.

500Anträge

Zu knappe Mittel

Angesichts des begrenzten Budgets können seit

2024 nur 150 der jährlich rund 500 Anträge auf Akkreditierung

bewilligt werden, um eine Mindestausstattung

der akkreditierten Einrichtungen zu

gewährleisten.

Budget für 150 Schulen


jahresbericht 2024/25

Konsortialprojekte als Türöffner

53 Konsortien der Bundesländer

ermöglichen fast 1600 Kitas und Schulen

die unbürokratische Teilnahme am Programm.

1600

ERASMUS+ IN ZAHLEN

500

Akkreditierung als Erfolgsmodell

Rund 500 Anträge auf Neuakkreditierung

werden jedes Jahr gestellt.

15

100 000+

Mehr als 100 000

Lernmobilitäten

Spanien, Frankreich und Italien

stehen vorne bei den Zielstaaten –

aber auch die Niederlande und

Polen sind beliebt.


Erasmus+ inklusiv

Let’s Create a

Paralympic Village

Dabei sein ist alles:

Das Campe-Gymnasium Holzminden in

Niedersachsen nahm die paralympischen Spiele

in Paris im Sommer 2024 zum Anlass für ein

eTwinning-Projekt zum Thema Inklusion.

16

DARUM GING ES

Unsere Projektidee

Die paralympischen Spiele im Sommer 2024 boten uns

eine gute Gelegenheit, um in einem jahrgangs- und

fächerübergreifenden Projekt das Thema Inklusion mit

den olympischen Werten zu verbinden. Dazu schlüpften

die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer »simulation

globale« in die Rolle paralympischer Athletinnen

und Athleten einer anderen europäischen Nation

und haben in dieser Rolle miteinander interagiert. Um

authentische Eindrücke und Erfahrungen in das Projekt

zu integrieren, haben wir Para-Athletinnen und -Athleten,

Trainer sowie Seelsorger zu ihrem Alltag und

ihrem Training interviewt. Auf Grundlage dieser Interviews

entwarfen und bauten wir ein paralympisches

Dorf. Das Leben in diesem Dorf wurde dann in einem

Stop-Motion-Film animiert, den wir in mehreren Sprachen

vertont haben.

SO SIND WIR VORGEGANGEN

Stop-Motion-Film und Rollstuhlbasketball

In der ersten Projektphase haben wir mit den gewählten

Aktivitäten (Safer Internet & Netiquette, Icebreaker-

Ratespiel, Lernspiele und ein Quiz rund um die Paralympics)

die Grundlagen für die gemeinsame Projektarbeit

gelegt. In der zweiten Projektphase begann die

»simulation globale«. Die Teilnehmenden schlüpften

in die Rolle paralympischer Athletinnen und Athleten

und arbeiteten entsprechend ihrer Sportart in einer binationalen

Kleingruppe. Sie gestalteten im Austausch

sowohl ihre individuellen Rollen (Steckbriefe, Avatare,

Gestaltung des Zimmers) als auch ihre gemeinsame

Teamidentität (Gestaltung und Auswahl von Teamflaggen

und Teamnamen) und stellten einen Fragenkatalog

für die Interviews mit Para-Athletinnen und

Para-Athleten dieser Sportart zusammen. In der dritten

Projektphase wurde auf Grundlage der Design-Thinking-Methode

ein paralympisches Dorf mit einfachen

Materialien (Lego, Holz, Playmais) entworfen. Dazu haben

die Schülerinnen und Schüler Para-Athletinnen und

Para-Athleten, Trainer und Seelsorger interviewt, um

die Bedürfnisse der Nutzenden zu ermitteln und eine

Nutzeranalyse zu erstellen. Die so zusammengestellten

Anforderungen waren die Grundlage für den Entwurf

des Dorfes. Das Dorf wurde anschließend in Stop-Motion-Filmen

animiert und das Leben seiner Einwohner in

vier Sprachen vertont.

Neben diesem Film als Projektergebnis waren unsere

Highlights die Workshops – Rollstuhlbasketball in

Deutschland und Blindenfußball auf La Réunion – und

der damit verbundene Kontakt und Austausch mit den

Para-Athletinnen und Para-Athleten.


jahresbericht 2024/25

Das Projekt hat einen

Perspektivwechsel ermöglicht –

auch auf das eigene Leben:

Wir alle haben viele

authentische Einblicke

in die alltäglichen Herausforderungen

eines Lebens

mit Handicap erhalten.

Yvonne Hofbauer,

Campe-Gymnasium Holzminden

DAS HABEN WIR ERREICHT

Ein anderer Blick auf den Alltag

Jede Projektphase hatte jeweils eigene sichtbare Projektergebnisse.

Unser Highlight ist aber sicherlich der

in vier Sprachen vertonte Stop-Motion-Film. Er zeigt

nicht nur, was sich in unserer Wahrnehmung durch das

Projekt verändert hat, sondern er ist auch das Ergebnis

eines intensiven Austauschs und eines kokonstruktiven

Prozesses auf verschiedenen Ebenen: innerhalb der jahrgangsübergreifenden

deutschen Schülergruppe – die

Stimme jedes Einzelnen ist in einem der Filme zu hören –,

mit den 10 000 Kilometer entfernt lebenden französischen

Schülerinnen und Schülern sowie den Para-Athletinnen

und Para-Athleten als Expertinnen und Experten.

Für alle Beteiligten haben sich durch das Projekt neue

Perspektiven eröffnet. Barrierefreie Strukturen fallen

uns deutlich mehr auf als vorher, ebenso die Stellen, an

denen sie fehlen. Uns sind die alltäglichen Herausforderungen,

mit denen Menschen mit Handicap konfrontiert

sind, deutlich bewusster – und angesichts ihres oft

komplizierteren und herausfordernden Lebens haben

uns der Mut und die Lebensfreude, mit der sich die Para-Athletinnen

und Para-Athleten dem entgegenstellen,

sehr beeindruckt. Der Projekttag »Von Behindertensportler/-innen

lernen« hat diese Perspektive durch

Workshops und eine anschließende Podiumsdiskussion

auch in die Schulöffentlichkeit getragen.

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Expertinnen und Experten einladen

Ob zur Vorbereitung eines Job Shadowing zum

Schwerpunkt »Diversität«, zur schulinternen

Fortbildung über »Künstliche Intelligenz« oder

zum Projekttag während der Europawoche über

»Meine Rechte als Bürgerin und Bürger«: Kitas

und Schulen, die im Erasmus-Programm akkreditiert

sind oder ein Kurzzeitprojekt durchführen,

können zu solchen Anlässen Expertinnen und

Experten aus dem Ausland einladen. So sollen sie

neue Impulse für ihre eigene Arbeit erhalten und

die Qualität des Lehrens und Lernens verbessern.

Voraussetzung ist, dass die eingeladene Person aus

einem anderen Programmstaat kommt und über

Expertise in der Schulbildung oder im Kita-Bereich

verfügt. Denkbar sind beispielsweise Trainerinnen

und Trainer, Lehrkräfte der Partnerschulen

oder Politikexpertinnen und -experten.

Mehr Infos www.erasmusplus.schule


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Erasmus+ inklusiv

Einhunderttausend Mal Europa

Ob nach Frankreich oder Polen,

ob für zwei Tage oder ein ganzes Jahr,

ob mit der Schulklasse oder im Einzelaustausch:

Schülermobilitäten sind das

Herzstück des Erasmus-Programms.

Europa entdecken, Europa erleben: Das ermöglicht

Erasmus+ nicht nur Lehrkräften durch Job

Shadowings und Hospitationen, sondern auch

Schülerinnen und Schülern durch Einzelaufenthalte,

Praktika oder im Klassenverband. Die einhunderttausendste

Lernmobilität in Deutschland, die seit

Start des Programms 2021 aus Mitteln der Europäischen

Union unterstützt wurde, fand Ende März 2025 zwischen

dem Bundesland Sachsen und der Region Auvergne-Rhône-Alpes

in Frankreich statt. Gefördert wurde

eine Schülergruppe der Albert-Schweitzer-Schule Aue,

eine Förderschule mit Schwerpunkt Lernen. Unter dem

Motto »Glück auf en France« besuchten 15 Schülerinnen

und Schüler sowie drei Begleitlehrkräfte das Collège

Ampère in Oyonnax im Jura. Neben Hospitationen und

der gemeinsamen Projektarbeit im Unterricht standen

Exkursionen in die Umgebung auf dem Programm. Um

den Austausch möglichst nachhaltig zu organisieren,

reiste die Gruppe im Bus an und ab. Schulleiterin Katja

Neubauer zeigte sich angetan von der Begegnung:

Genau das habe ich mir für

unsere Jugendlichen gewünscht

und diese Chance wollte ich

ihnen unbedingt geben ...

100 000×

... denn ein großer Teil unserer Schülerinnen und Schüler

stammt aus Familien in angespannten sozio-ökonomischen

Verhältnissen. Reisen ins Ausland und Begegnungen

mit anderen Kulturen stellen die Ausnahme

dar. Für mich ist unsere Teilnahme am Erasmus-Projekt

deshalb ein Schritt in Richtung Teilhabe und Inklusion,

der unseren Schülerinnen und Schülern interkulturelle

Lernmomente ermöglicht.«


jahresbericht 2024/25

Erasmus+ eTwinning

Motivation für das

Sprachenlernen

Wie profitiert ein kompetenz orientierter

Fremdsprachenunterricht vom

kollaborativen Lernen, wie es

eTwinning ermöglicht?

Eine Tagung im März 2025 in

Bonn stellte Beispiele guter

Praxis dazu vor.

Wasser verdunstet, steigt auf zu Wolken,

fällt als Niederschlag herab und

gelangt über Flüsse ins Meer, wo sein

Weg von vorne beginnt: Der natürliche

Wasserkreislauf ist eine der Grundlagen dafür, das

Leben auf dem Planeten Erde aufrechtzuerhalten. Aber

wie genau funktioniert dieser Zyklus? Und welche Folgen

etwa für das Klima in unseren Städten hat es, wenn

Menschen ungebremst auf den Ablauf einwirken?

Fragen wie diese behandelte das eTwinning-Projekt

»El reto del clima: Tu voz, tu poder«, das die Gerhard-

Rohlfs-Oberschule aus Bremen mit Partnern in Spanien

und Italien durchgeführt hat. Das Thema sollte die

Schülerinnen und Schüler allerdings nicht nur mit einem

der Ziele für globale Nachhaltigkeit (Sustainable

Development Goals) vertraut machen und in die Arbeit

im TwinSpace der Lernplattform eTwinning einführen.

Nicht weniger wichtig war es der Projektkoordinatorin

María Suárez, die beteiligten Schülerinnen und Schüler

zum Fremdsprachenlernen zu motivieren.

Die vielseitige Methodik in dem Projekt, die das

Fremdsprachenlernen an der Schule in Bremen bereicherte,

und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den

Partnerschulen würdigte auch der PAD – mit einem

Deutschen eTwinning-Preis. Einen Einblick in die Projektpraxis

konnten María Suárez und Esther Lorente

Borrego zudem auf einer Tagung der Nationalen Agentur

Erasmus+ Schulbildung im März 2025 in Bonn geben.

Unter dem Motto »Erasmus+ interkulturell, digital und

kreativ« kamen rund 200 Lehrkräfte zusammen, die

mehr über eTwinning als Instrument für einen kompetenzorientierten

Fremdsprachenunterricht gleich welcher

Altersstufe erfahren wollten.

20 Jahre eTwinning

Die Tagung bot zugleich einen Rahmen, den 20. Geburtstag

von eTwinning zu feiern. Seit 2005 ermöglicht

die Lernplattform als Angebot des Erasmus-Programms

Kitas und Schulen den Austausch in einem geschützten

Raum, der Europa ohne Reisen erlebbar macht. Wir sagen

allen Beteiligten: Herzlichen Glückwunsch!

Mehr Infos

www.erasmusplus.schule/etwinning

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Fremdsprachenlernen einmal anders

Dass dies in dem Umweltprojekt besonders gut gelungen

ist, dafür sorgte auch Esther Lorente Borrego.

Die Studentin aus Spanien war im Schuljahr 2024/25

als Fremdsprachenassistentin an die Schule vermittelt

worden. Als Muttersprachlerin unterstützte sie dort die

Fachlehrkräfte nicht nur mit landeskundlichen Unterrichtseinheiten.

Auch in dem eTwinning-Projekt konnte

sie viele Aufgaben übernehmen, die die Schülerinnen

und Schüler zum Sprachgebrauch aktivierten. Dazu

gehörte beispielsweise ein Fotowettbewerb, der aufzeigte,

wie mittels künstlicher Intelligenz Bilder erstellt

werden können.

20 Jahre eTwinning: Die Torte zur Feier schnitten

Dr. Anne Laaredj-Campbell (Koordinatorin in der Nationalen

Agentur Erasmus+ Schulbildung), Ulrike Storost

(EU-Kommission) und Gernot Stiwitz (Leiter des PAD) an.


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The Very British

Way of Life

Als Schüler in den USA und als Fremdsprachenassistent

in Großbritannien hat Jan Springob sehr unterschiedliche

Lebensstile und Schulsysteme kennengelernt.


jahresbericht 2024/25

Fremdsprachenassistenzprogramm

Herr Springob, wer ein Highschool-Jahr in den

USA plant, sieht sich zumeist an einer Gastschule in

einer aufregenden Metropole. Sie dagegen haben das

Land in der Provinz von Oklahoma erlebt. Welches

Amerika haben Sie dort kennengelernt?

Es war ein völlig anderes Leben, als ich es bis dahin kannte,

und war genau deshalb besonders beeindruckend. Der

Ort, in dem ich wohnte, hatte vielleicht 1000 Einwohnerinnen

und Einwohner und nicht mehr als ein Postoffice

und ein großes Jugendgefängnis. An meiner Schule gab

es 200 Schülerinnen und Schüler. Und mein Schulweg

dorthin dauerte mit dem Auto eine halbe Stunde. Meine

Gastmutter hat mich gemeinsam mit meinem Gastbruder

jeden Morgen dorthin gefahren und abends, nach

dem Basketballtraining, wieder abgeholt. Am Abend

blieb noch Zeit für ein paar Bücher und etwas Fernsehen.

Und dreimal in der Woche ging es in die Kirche. Den

Pool im Garten und die Wochenendtrips zum Skifahren

gab es bei mir nicht. Im Gegenteil: Ich habe mir ein kleines

Zimmer mit meinem Gastbruder geteilt. Und meine

Gastmutter hatte mehrere Jobs, um über die Runden zu

kommen, und hat jeden Tag gearbeitet. Das entsprach

so gar nicht meinen Vorstellungen über die USA und das

Jahr war nicht immer einfach. Gerade deshalb ist es so

hilfreich gewesen, auch für meinen späteren Beruf als

Fremdsprachenlehrer: Die USA sind ein so großes Land,

dass man mit pauschalen Urteilen zurückhaltend sein

sollte, denn viele unserer Klischees treffen in kleinen

Orten oder ländlichen Regionen überhaupt nicht zu und

präsentieren bei Weitem nicht die Vielfalt des Landes.

Wenn Sie zurückblicken auf den Schulalltag

an der Highschool: Wie zeigte sich dort der

»American Way of Life«?

In Erinnerung ist mir vor allem die unglaubliche Begeisterung

für Leistung im positiven Sinn. Das spiegelte sich

in den vielen Auszeichnungen und Feiern für kleinere

und größere Erfolge wider, zeigte sich vor allem aber

im Sport und in der Musik. Das wöchentliche Footballspiel

der Highschool-Mannschaft war ein Highlight, das

regelrecht zelebriert wurde und zu dem der ganze Ort

zusammenkam. Dass das selbst an vergleichsweise kleinen

Schulen so abläuft, hätte ich nicht gedacht.

Kann das alles nicht auch einengend sein?

Tatsächlich ist der Alltag stark auf die Schule gerichtet.

Vereine, in denen man auf andere Menschen trifft, gibt

es kaum, was zur Folge haben kann, dass jemand die

Rolle, die er in der Schule einnimmt, sein ganzes Leben

spielt. Hierzulande gibt es mehr Möglichkeiten, sich

etwa durch Hobbys außerhalb der Schule andere Freundeskreise

aufzubauen.

Zur Person

Dr. Jan Springob, Jahrgang 1983, hat Englisch,

Geschichte und bilinguales Lernen auf Lehramt studiert.

Nach einigen Jahren im Schuldienst arbeitet er seit 2015

am »Zentrum für Lehrer*innenbildung« der Universität

zu Köln. Dort leitet er das Team »Schulnetzwerk & Internationales«.

Während seines Studiums war er 2006/07

Fremdsprachenassistent an der King Edward VI High

School for Girls in Birmingham.

Während Ihres Studiums haben Sie als

Fremdsprachenassistent in Großbritannien ganz

andere Erwartungen an Leistungen kennengelernt.

Was war so außergewöhnlich?

Die King Edward VI High School for Girls in Birmingham,

an die ich vermittelt wurde, zählte zu den Top-Schulen

im Land und bot traumhafte Rahmenbedingungen. Sie

befand sich in einem wunderschönen alten Gebäude,

verfügte aber über eine moderne technische Ausstattung

mit riesiger Bibliothek und einem umfassenden

Materialpool, bei dem ich aus dem Vollen schöpfen

konnte. Dazu kamen Tennisplätze, Hockeyfelder und

ein Schwimmbad.

Mit dementsprechenden Ansprüchen an den Unterricht?

Die Anforderungen der Eltern und der Schülerinnen an

Leistung waren hoch und mir wurde von der Schulleitung

deutlich gesagt, was sie von mir erwartete. Dementsprechend

gut musste ich mich auf den Unterricht

vorbereiten. Die Arbeit mit den Schülerinnen war nicht

einfach eine Plauderstunde.

Der Einstieg in das Schulleben wurde Ihnen aber in

vielerlei Weise erleichtert. Wie genau?

Es war die Kombination aus klarer Struktur und einer gelebten

Kultur des Willkommens. Das bedeutete, dass ich

direkt nach meiner Ankunft einen Plan mit verschiedensten

Terminen bekam, um alle Menschen in ihren Rollen

an der Schule kennenzulernen, um im Unterricht zu hospitieren

und um Einzelgespräche mit meinen künftigen

Kolleginnen und Kollegen zu führen. Dazu kam eine

Menschlichkeit, die nicht verordnet wirkte, sondern erkennen

ließ: Diese Schule hatte Lust auf Fremdsprachen-

21


22

assistenten. Das führte dazu, dass ich schnell Freunde

und Freundinnen fand, mit denen ich auch in der Freizeit

etwas unternehmen konnte. Und es gab weitere Fremdsprachenassistenzkräfte

unter anderem aus Frankreich

und Spanien, mit denen ich viel Zeit verbracht habe.

Welche Klischeevorstellungen hatten Ihre

Schülerinnen über Deutschland?

Viele Kinder kamen aus akademischen Elternhäusern

und zeigten sich offen und interessiert. Einige hatten

auch schon im Ausland gelebt oder andere Länder bereist.

Es war enorm, welches Wissen selbst jüngere Schülerinnen

über Deutschland, Europa und die Welt hatten, was

wiederum durch Schulpartnerschaften mit dem Ausland

gefördert wurde. Lederhose, Weißwurst und Hitler: Mit

diesem Klischee wurde ich hier nicht konfrontiert.

In welche interkulturellen Fettnäpfchen sind

Sie getreten?

Es waren weniger Fettnäpfchen, sondern eher Überraschungen,

weil etwa eine Situation ungewohnt war.

Ich kannte es zum Beispiel nicht, dass der Tag vor dem

Unterricht mit einer offiziellen Zeremonie für alle Schülerinnen

beginnt. Und dass im Lehrerzimmer in den

Frühstückspausen Tee und Toast gereicht werden, war

auch eine Besonderheit. An staatlichen Schulen gab es

das allerdings nicht, wie ich in Gesprächen mit anderen

Fremdsprachenassistenzkräften erfahren habe.

Und die Kleiderordnung? Fiel es Ihnen schwer,

sich damit zu arrangieren?

In einem Schreiben der Schulleitung, das ich vorab erhalten

hatte, stand, dass die Schülerinnen Uniform

tragen und von den Lehrkräften Hemd, Stoffhose und

Lederschuhe erwartet würden. Vor der Anreise habe

ich mich deshalb tatsächlich neu eingekleidet. Die Regel

fand ich völlig in Ordnung, weil sie im Kontext der

Schule für alle galt. Das Thema »Schuluniform« war

dann auch ein schöner Anlass für eine Diskussion in einer

Klasse mit »Pro« und »Kontra«.

Was haben Sie aus Birmingham mitgenommen,

wovon Sie heute noch profitieren?

Das Jahr war für mich vor allem eine Bestätigung dafür,

welche Bedeutung der Mündlichkeit im Unterricht beizumessen

ist. Natürlich müssen Schülerinnen und Schüler

Vokabeln lernen und die Grammatik beherrschen.

Aber eine Sprache muss in der Praxis gelebt und angewendet

werden. Denn was bringt es, wenn jemand zwar

Shakespeare analysieren kann, bei einem Besuch in dem

Land aber in einer alltäglichen Gesprächssituation überfordert

ist? Der Fremdsprachenunterricht sollte deshalb

möglichst viele Szenarien schaffen, in denen die Schülerinnen

und Schüler sprechen und sich austauschen.

Was nützt es,

Shakespeare

analysieren zu

können, wenn man im

Alltag sprachlich

überfordert ist?

»Menschen müssen von Beginn an mit Vielfalt

in ihrer Gesamtheit in Berührung kommen«, lautet

Ihr Credo. Was lässt sich dafür von den Schulen in

den USA und in Großbritannien, die Sie

kennengelernt haben, lernen?

Ich hatte in Birmingham ein tolles Jahr und die Schülerinnen

an der King Edward VI High School bekommen

dort eine exzellente Ausbildung. Aufgrund der Schulgebühren

traf ich hier allerdings auf ein sehr privilegiertes

Publikum mit Eltern, die selbst zumeist an einer Eliteuniversität

studiert hatten. In den USA dagegen habe

ich eine viel stärkere Begeisterung für Leistung nicht

nur für die Besten, sondern für alle erlebt. Dieser »Spirit«

hat mir gut gefallen. Dass er hierzulande manchmal

fehlt, hängt sicher mit dem selektierenden Schulsystem

zusammen. In den USA werden die Schülerinnen

und Schüler länger gemeinsam unterrichtet und nur

phasenweise separiert, wenn es nötig ist.

Sie haben am Geschwister-Scholl-Gymnasium in

Pulheim bei Köln unterrichtet, das als erstes Gymnasium

in Deutschland mit dem Jakob Muth-Preis ausgezeichnet

wurde, weil es inklusive Bildung beispielhaft

umsetzt. Was macht die Schule anders?

Unser Anspruch, und sicher auch der vieler anderer Schulen,

war es, bestmöglich Unterricht für alle zu gestalten.

Wenn 30 Kinder in einer Klasse sitzen, kann nicht jeder

oder jedem der gleiche Stempel aufgedrückt werden.

Statt nur ihre Leistungen zu bewerten, wollten wir sie

auch in ihren individuellen Möglichkeiten fördern und

fordern. Dazu sind Strukturen geschaffen worden, die

das erleichtert haben: Es gab zum Beispiel, an Gymnasien

eher eine Ausnahme, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.

In den Inklusionsklassen gab es Formen

des Team-Teaching und für das Kollegium gab es interne

Fortbildungen. Das Wichtigste aber war: Es gab eine

Schulleitung, die hinter dem Konzept stand. Interessanterweise

hat das alles im Rahmen des bestehenden

Systems funktioniert. Denn natürlich war auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium

nicht auf Rosen gebettet.


jahresbericht 2024/25

Inzwischen arbeiten Sie am »Zentrum für Lehrer*innenbildung«

(ZfL) der Universität zu Köln und leiten

dort das Team »Schulnetzwerk und Internationales«.

Worum geht es dabei?

Wir wollen Lehramtsstudierende aller Fächer möglichst

frühzeitig mit Lehrkräften vernetzen, um den

Austausch und die berufsprofessionelle Reflexion zu

ermöglichen. Außerdem geht es uns darum, Studierenden

Wege aufzuzeigen, wie sie sich im Ausland in Erfahrungsräumen

erproben können. Dazu hat die Universität

zu Köln verschiedene Angebote entwickelt, zum

Beispiel ein Praktikumsprogramm mit über 100 Schulen

weltweit, aber auch Blended-Learning-Formate oder

Lernmodule mit internationalen Partnern, die eine »Internationalisierung

at home« ermöglichen. Nicht alle

können ins Ausland gehen, auch wenn ich immer dazu

raten würde. Denn eine virtuelle Vernetzung ersetzt

keine tatsächliche Mobilität.

In seiner Entstehung, seinen Brüchen und seinen

Neubegründungen spiegelt das Programm – wie

auch der zeitgleich begonnene Austausch mit dem

Vereinigten Königreich – ein Stück weit die europäische

Geschichte im 20. Jahrhundert. Zum 120-jähund

die Vor- und Nachbereitung gut. Was auch nicht

unterschätzt werden sollte, ist der Umfang der Lehrverpflichtung,

der Zeit lässt, um das Land zu bereisen.

Und aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Wer

fast ein Schuljahr bleibt, kommt im Alltag an. Als ich

in Birmingham lebte, bin ich dort in einen Schwimmverein

eingetreten und wurde wie selbstverständlich

als Teil der Mannschaft zu landesweiten Wettkämpfen

mitgenommen. Aber natürlich sage ich auch, dass jeder

und jede für sich überlegen muss, was zu ihm oder ihr

passt. Wer eher vorsichtig und ängstlich ist, der sollte

vielleicht nicht gleich für ein Jahr in die USA gehen und

stattdessen ein kürzeres Format ausprobieren und sich

herantasten.

Zur Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt

führen Sie ein Seminar durch. Welchen Studierenden

empfehlen Sie dabei das Fremdsprachenassistenzkräfteprogramm?

Eigentlich allen, und das mit großer Begeisterung, weil

ich selbst ein so fantastisches Jahr hatte und mit einem

großen »Boost« zurückgekommen bin. Es gibt, denke

ich, kaum ein besseres Angebot, um zu einem frühen

Zeitpunkt und für einen längeren Zeitraum ins Ausland

gehen zu können. Das Stipendium ist auskömmlich

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Bewährte Partner, neue Ufer

Bewerber sollten »die Prüfung für das Oberlehrerexamen

bedingungslos bestanden haben«,

sich »für ein halbes, dreiviertel oder volles Jahr«

verpflichten und im Gegenzug »ein gutes Zimmer«

erhalten: So hielt es 1905 eine Vereinbarung zwischen

der Republik Frankreich und dem Königreich

Preußen fest – und legte die Grundlage für

den bis heute bestehenden Austausch von Fremdsprachenassistenzkräften.

Damit handelt es sich

um eines der ältesten Programme zur Pflege der

deutsch-französischen Beziehungen.

rigen Jubiläum sind gemeinsame Veranstaltungen

geplant. Den Auftakt bildete ein Messestand mit

unserem Partner France Éducation international

(Sèvres) im November 2024 auf dem Deutsch-Französischen

Forum in Straßburg (siehe Bild).

Auf zu neuen Ufern heißt es dagegen Richtung

Taiwan: Nach längeren Vorbereitungen wurde

eine Absichtserklärung zwischen dem Bildungsministerium

in Taipeh und dem PAD unterzeichnet.

In einem Pilotprojekt sollen ab dem Schuljahr

2025/26 bis zu fünf Fremdsprachenassistenzkräfte

in beide Richtungen ausgetauscht werden. In

Taiwan findet der Einsatz überwiegend an Hochschulen

und zum Teil auch an Gymnasien statt.

Mehr Infos

www.kmk-pad.org/120-jahre-fsa


Hospitationsprogramm

Streitschlichter und

Stadtmusikanten

Austausch mit Schulen in der Ukraine ist seit dem

russischen Angriffskrieg schwierig geworden.

Einige Begegnungen finden dennoch statt, wie unser Beispiel zeigt.

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Nataliia Tsok hat während ihrer Hospitation

am Gymnasium Antonianum in Vechta viele

neue Eindrücke gesammelt. Die 37-Jährige

unterrichtet Deutsch am Lyzeum Nr. 5 in

Iwano-Frankiwsk, einer ukrainischen Kleinstadt im Karpatenvorland,

nahe der polnischen Grenze. Im Dezember

2024 war sie drei Wochen im Oldenburger Münsterland.

Wie sind Sie auf das Programm aufmerksam geworden?

An meiner Schule gibt es erweiterten Deutschunterricht.

Unsere Schülerinnen und Schüler lernen Deutsch

bis zum Niveau C1. Wir unternehmen mit ihnen in der

10. Klasse auch Auslandsfahrten, beispielsweise nach

Österreich oder in die Schweiz. Mein Schulleiter hat

mich auf das Programm aufmerksam gemacht und mir

vorgeschlagen, mich zu bewerben.

Was haben Sie im Unterricht beobachtet?

Ich konnte während der drei Wochen unter anderem in

den Fächern Englisch, Sport, Chemie und Musik hospitieren.

Mir ist aufgefallen, dass die Schülerinnen und

Schüler im Unterricht still und höflich waren. Keiner der

Lehrer hat geschrien, um für Ruhe zu sorgen. Die Klassen

arbeiten auch gerne in Teams – dafür ist bei uns

leider meistens keine Zeit. Gefallen hat mir außerdem,

dass es Doppelstunden gibt. Bei uns werden oft sieben

verschiedene Fächer an einem Tag unterrichtet, das ist

sehr viel. Weniger Fächer sind aber auch besser für die

Gesundheit, weil dann nicht so viele Bücher im Rucksack

zur Schule getragen werden müssen. Ein weiterer

Unterschied ist, dass die Schule hier 13 Jahre dauert. Bei

uns sind es 12 Jahre bis zum Abitur.

Welche Anregungen konnten Sie mitnehmen?

Neben dem Unterricht gibt es auch viele AGs, das war

etwas Neues für mich. Besonders die Streitschlichter finde

ich toll. So etwas sollten wir an unserer Schule auch

ausprobieren. Und die Idee der »grünen Klassenräume«,

bei denen im Sommer draußen unterrichtet wird, hat

mir auch sehr gut gefallen.

Was hat Sie an der Gastschule am meisten überrascht?

Mir ist aufgefallen, dass die Pausen kurz sind, sodass

es wenig Zeit gibt, um etwas zu essen. Überrascht war

ich auch, wie ungesund das Essen für die Schülerinnen

und Schüler ist. An unserer Schule gibt es mehr Obst

und Gemüse.

Wurden Sie auch auf den Krieg angesprochen?

Die Schülerinnen und Schüler waren eher neugierig

und wollten wissen, wie die Kinder in der Ukraine lernen.

Nach dem Krieg haben mich eher die Lehrkräfte

gefragt. Iwano-Frankiwsk liegt nahe an der polnischen

Grenze. Wir fühlen den Krieg hier nicht ganz so stark

wie im Osten des Landes. Aber leider haben wir uns

auch daran gewöhnt. Ich selbst habe zwei Kinder, da

muss das Leben einfach irgendwie weitergehen.

Wie war es, den Alltag in einer Gastfamilie

zu verbringen?

Ich habe bei einer Lehrerin gewohnt und so die ganzen

drei Wochen mit ihr und ihrer Familie verbracht. Das

war sehr nett, wir haben auch viele Ausflüge gemeinsam

gemacht. Ihr Mann hat immer gut gekocht, und

die Brötchen waren die leckersten, die ich in meinem

Leben gegessen habe. Es ist zwar noch nichts konkret

geplant, aber ich bin weiterhin im Kontakt mit der Lehrerin

und fände es sehr schön, wenn auch unsere Familien

sich treffen.

Welche Eindrücke nehmen Sie mit aus Deutschland?


jahresbericht 2024/25

Einmal die beiden Beine umfassen:

Ein Abstecher zu den Bremer

Stadtmusikanten aus dem Märchen

der Brüder Grimm gehört dazu.

Ich habe sehr viele Führungen gemacht, Museen und

Ausstellungen und Städte in der Umgebung besucht,

zum Beispiel Osnabrück und Bremen. Besonders die

Stadtführung in Bremen hat mir gut gefallen – mit

den historischen Gebäuden und der Geschichte der

Stadtmusikanten. Außerdem war ich bei einem Konzert

einer deutschen Band, das war eine tolle Atmosphäre

und vielleicht mein bestes Erlebnis überhaupt.

Insgesamt war es eine sehr schöne Erfahrung: Ich

habe nicht nur sehr viel gelernt, sondern mich auch

erholt. Die Menschen waren alle sehr nett und ich war

wirklich positiv überrascht, wie viel Unterstützung es

für die Ukraine gibt.

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Im Austausch mit der Ukraine

Austausch und Begegnungen zwischen Schulen

und Lehrkräften aus Deutschland und der

Ukraine finden weiterhin statt. Im Rahmen des

Hospitationsprogramms haben Deutschlehrkräfte

die Möglichkeit, drei Wochen den Unterricht in

Deutschland zu beobachten. Dabei können sie ihr

methodisch-didaktisches Wissen erweitern und

ihr Deutschlandbild aktualisieren und reflektieren.

Während des Aufenthalts sind sie in Gastfamilien

untergebracht. Das Programm wird im Rahmen

der Initiative »Schulen: Partner der Zukunft«

(PASCH) durchgeführt und vom Auswärtigen Amt

finanziert. Die PASCH-Initiative fördert zudem

Schulpartnerschaften zwischen beiden Ländern.

Auch 2024 kamen somit Schülergruppen aus der

Ukraine zu Besuch nach Deutschland. Um künftige

Begegnungen zu unterstützen, organisierte

der PAD Anfang 2025 zwei Onlineveranstaltungen

zum Erfahrungsaustausch unter deutschen Lehrkräften.

Auch im EU-Programm Erasmus+ geht

die Solidarität weiter. Insbesondere der digitale

Austausch mit eTwinning bietet die Möglichkeit,

in europäische Unterrichtsprojekte Lehrkräfte

und Schulklassen aus der Ukraine einzubinden.

Informationen zu den Angeboten des PAD für den

Austausch mit der Ukraine finden sich hier

www.kmk-pad.org/im-fokus/austauschweltweit/ukraine


Schulen: Partner der Zukunft

Wurzeln der

Freundschaft

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Globale Herausforderungen wie

Klimaschutz, nachhaltiges

Wirtschaften oder Urbanisierung

sind Themen im Unterricht, die sich

im deutsch-indischen Austausch

gut aufgreifen lassen.

Schulpartnerschaften mit

dem Land stoßen auf

gesteigertes Interesse.

Ein Garten der Freundschaft

»Language of Friendship« – unter diesem Motto stand

der Besuch einer indischen Schülerinnengruppe aus Kolkata

an der Gesamtschule Ückendorf in Gelsenkirchen.

Ein Freundschaftsgarten, den die deutsch-indische

Schülergruppe gemeinsam anlegte, ist Ausdruck ihrer

Verbindung geworden. Bevor das Gärtnern losging, recherchierten

sie zu Pflanzen und ihren Eigenschaften

sowie ihrer Bedeutung in verschiedenen Kulturkreisen.

Zusätzliche Inspirationen holten sie sich auf verschiedenen

Exkursionen: In Berlin besuchten sie die »Gärten

der Welt« und im Botanischen Garten im Essener Grugapark

fotografierten sie ihre Lieblingspflanzen. Mit

dieser botanischen Vorbereitung schritten sie dann im

Schulgarten selbst zur Tat, wo sie Beete anlegten und

bepflanzten. Dort schlägt jetzt auch ein Freundschaftsbaum

Wurzeln, der die deutsch-indische Partnerschaft

künftig über den Austausch hinaus sichtbar macht.

Über den Austausch

Gesamtschule Ückendorf, Gelsenkirchen

Modern High School for Girls, Kolkata

Die Partnerschaft besteht seit 2016

kolkatameetsgelsenkirchen

Der Besuch in Deutschland fand vom 17. September bis

3. Oktober 2024 statt. An dem Austausch nahmen zehn

indische Schülerinnen mit zwei Begleitlehrerinnen teil.

Fördersumme aus Mitteln des Auswärtigen Amtes: 2.832 Euro


Der Austausch mit der Gesamtschule Ückendorf war

für mich mehr als ein Schulprojekt – er hat mich verändert.

Unser Thema war Freundschaft, und ich hätte

nie gedacht, wie tief diese in so kurzer Zeit werden

kann. Der Freundschaftsbaum, den wir gepflanzt haben,

war mehr als ein Symbol – es fühlte sich an, als

würden wir etwas Bleibendes schaffen. Ich habe

mich bewusst für Deutschland entschieden,

nicht nur wegen der Sprache, sondern

weil mich die Kultur, Geschichte und

das echte Leben dort interessieren.

Radhika, Schülerin an der Modern High School for Girls, Kolkata

jahresbericht 2024/25

KOLKATA TRIFFT GELSENKIRCHEN

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The most impactful part of the exchange was living

with a German host family. My exchange partner,

Cosima, and I quickly bonded over music, fashion, and

food. In just nine days, she became like family. Saying

goodbye was truly hard. Later, when she came to India,

I could share my world with her – our traditions, food,

and festivals. Seeing India through her eyes made me

appreciate my own culture even more.

We created unforgettable

memories together –

in both countries.

Kirpal, Schülerin an der G.D. Goenka Public School,

New Delhi


RIETBERG TRIFFT NEW DELHI

Der Austausch nach Indien war

für mich etwas ganz Besonderes,

vor allem, weil ich dort so intensiv

mit einer so weit entfernten und uns

so fremden Kultur in Kontakt gekommen

bin. Dieser kulturelle Unterschied war für

mich auch der Grund, warum ich den Austausch nach

Indien, gegenüber beispielsweise Spanien oder Polen,

so interessant fand. Die besondere Gastfreundschaft

dort finde ich bis heute beeindruckend.

Juri, Schüler an der Richard-von-Weizsäcker Gesamtschule Rietberg (Nordrhein-Westfalen)

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jahresbericht 2024/25

Projektideen für eine nachhaltige Zukunft

Die Schulpartnerschaft der Gesamtschule Rietberg mit

der G.D. Goenka Public School in Neu-Delhi entstand

2023 im Rahmen des Indo-German School Exchange

(siehe Infokasten). Beim ersten Austausch in Indien

im Oktober 2024 erwartete die deutschen Schülerinnen

und Schüler nicht nur ein spannendes Kultur- und

Ausflugsprogramm. Gemeinsam mit ihren indischen

Gastgebern beschäftigten sie sich zudem mit den

17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. In

Teams präsentierten sie Ideen zu einem ausgewähl-

ten Ziel, beispielsweise essbare oder wasserlösliche

Verpackungen sowie Schulaktionstage zur Säuberung

von Stränden und Ufern, um Plastikmüll in Gewässern

zu reduzieren. Bei einem Workshop an der Universität

entwickelten sie den Prototypen eines klappbaren,

kostengünstigen Tisches aus nachhaltigen Materialien

für Familien mit wenig Wohnraum. Zu einem Ausflug

in den Aravalli Biodiversity Park fuhr die Gruppe ganz

im Sinne ihres Projektgedankens im Elektrobus der indischen

Schule.

Über den Austausch

Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule,

Rietberg (Nordrhein-Westfalen)

G.D. Goenka Public School, New Delhi

Die Partnerschaft besteht seit 2023

geri_goes_international

Der Besuch in Indien fand vom 4. bis 11. Oktober 2024 statt.

Aus Deutschland nahmen an dem Austausch zehn Schülerinnen

und Schüler mit zwei Begleitlehrerinnen teil.

Fördersumme aus Mitteln des Auswärtigen Amtes: 2.750 Euro

29

Eine Plattform für den Austausch

Seit dem Start der Initiative »Schulen: Partner

der Zukunft« (PASCH) im Jahr 2008 fördert der

PAD auch deutsch-indische Schulpartnerschaften.

Rund 8000 Schülerinnen und Schüler aus beiden

Ländern haben seitdem Zuschüsse aus Mitteln

des Auswärtigen Amts für ihre Begegnung an der

Partnerschule erhalten. Damit besteht für Indien

die höchste Nachfrage im PASCH-Programm.

Vor diesem Hintergrund initiierte der PAD Anfang

2023 gemeinsam mit dem Goethe-Institut Max

Müller Bhavan Neu Delhi das Projekt »Indo-

German School Exchange« (IGSE). Das Netzwerk

versteht sich als Plattform für die Vermittlung

und Beratung von und für Schulen aus Indien

und Deutschland. Am Austausch interessierten

Schulen werden so neue Kontakte und ein Erfahrungsaustausch

im größeren Kreis ermöglicht. Bei

Bedarf werden zudem geeignete Partnerschulen

vermittelt. 25 neue Schulpaare konnten bislang

auf diesem Weg gebildet werden. Die auf die Schulen

in Deutschland und Indien zugeschnittene

Beratung in Form von Onlineveranstaltungen unterstützt

sie dabei, einen Austausch zu organisieren,

der die Interessen und Möglichkeiten beider

Partner berücksichtigt.

Ein weiterer Bestandteil des Angebots des IGSE ist

die Beratung zur Projektarbeit. Zwei bemerkenswerte

Beispiele, in denen Schulen innovative und

fächerübergreifende Themen in den Blick genommen

haben, stellen wir hier vor. Sie machen deutlich,

dass Austausch mit Indien auch an Gesamtschulen

stattfindet – und das mit großem Erfolg.


Austausch mit Israel

In Kontakt bleiben

#NieWiederistJetzt: Dies galt seit dem

7. Oktober 2023 gerade auch im Schulaustausch

mit Israel. Der Krieg im Gaza mit seinen Folgen für

die Zivilbevölkerung in der Region setzt Schulen,

die ihre Partnerschaften weiterleben wollen,

zunehmend unter Druck.

30

Das Gastgeschenk, das die Schülergruppe der

Berswordt-Europa-Grundschule bei ihrem

letzten Besuch in Netanya mitgebracht hat,

kommt an der Rabin-Elementary-School noch

regelmäßig zur Blüte: Fünf Rosenstöcke hatten die Dortmunder

seinerzeit im Gepäck. Es gelang ihnen nicht nur,

diese durch den Zoll zu bringen; tatsächlich haben die

Pflanzen im Schulgarten dort auch Wurzeln geschlagen

und präsentieren seitdem regelmäßig ihre Farbenpracht.

An diese Episode erinnerte Anette König auf einer

Fachtagung zum Schüleraustausch mit Israel, die

im vergangenen Jahr die Staatskanzlei des Landes

Nordrhein-Westfalen, das Ministerium für Schule und

Bildung und der PAD gemeinsam durchgeführt haben.

Eigentlich, so berichtet die Schulleiterin, hätte nach dem

Besuch in Netanya im Herbst 2023 der Gegenbesuch in

Dortmund stattfinden sollen. Nach dem Angriff auf

Israel am 7. Oktober musste er jedoch aus Sicherheitsgründen

abgesagt werden.

Positive Nachrichten

So wie der Berswordt-Europa-Grundschule ging es vielen

Schulen in Deutschland: Austausch und Begegnung

waren zeitweise unmöglich und können auch derzeit

nur unter erschwerten Umständen durchgeführt werden.

Umso mehr haben viele Schulen sich darum bemüht,

mit ihren Partnern in Israel in Kontakt zu bleiben,

etwa durch Begegnungen an Drittorten oder per Videokonferenz.

Mit digitalen Formaten und dem Austausch

am Bildschirm hat die Berswordt-Europa-Grundschule

gute Erfahrungen gemacht: »Uns war es wichtig, dass

wir nicht nur die Trauer um Angehörige teilen, sondern

auch positive Nachrichten senden«, erläutert Anette

König. Ein Trommelprojekt zur Einweihung eines neuen

Gebäudetraktes auf dem Schulgelände der Dortmunder,

zu dem die Partner nicht anreisen konnten, ging

per Video nach Netanya, wo es die Schülerinnen und

Schüler nachspielten. Ähnlich verlief es bei einem Tanzprojekt

oder einem Europaquiz.

Antworten geben

Trotz der engen Zusammenarbeit bedeutet das jedoch

nicht, dass es im Schulalltag keine Konflikte gäbe, die

immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft abgeben.

Die Klassenzimmer sind heterogener geworden. Antisemitische

Äußerungen greifen verstärkt im Alltag um

sich. Der Angriff der Hamas und die Reaktionen Israels

haben die Gesellschaft auch in Deutschland weiter polarisiert.

»An unserer Schule sind Kinder, die Angehörige

in Palästina haben, aber genauso Kinder aus jüdischen

Familien. Und doch schaffen wir es, auf dem Schulhof

Frieden zu halten, einfach weil wir den Konflikt ansprechen

und auf Fragen antworten, auch wenn es sensible

Punkte gibt«, berichtet Anette König.

Umso größer ist deshalb die Hoffnung, dass bald

wieder Begegnungen stattfinden können. »Eine Mathestunde

vergisst man. Aber die Fahrt nach Netanya,

an die erinnert man sich sein Leben lang. Wir wollen

deshalb, dass möglichst viele unserer Schülerinnen und

Schüler auch solche Erlebnisse mit ihrer Grundschulzeit

verbinden«, sagt Anette König. Wann es mit dem

nächsten Besuch in Israel klappt, ist allerdings ungewiss.

»Aber solange dort die Rosen blühen, blüht auch

unser gemeinsames Projekt weiter«, fügt sie hinzu.


jahresbericht 2024/25

Wir dürfen den Blick auf die Menschen auf

beiden Seiten dieses Konfliktes nicht verlieren.

Gerade deshalb sind Projekte im Schüleraustausch,

die mit viel Engagement und allen praktischen

Herausforderungen zum Trotz organisiert werden,

so wichtig. Schulen sind Orte, an denen eine

differenzierte Auseinandersetzung mit den

Ereignissen möglich sein muss.

Zu ihrem Bildungsauftrag gehört es,

Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsvollen

und kritischen Menschen zu erziehen. Wir müssen

Lehrkräfte deshalb dazu befähigen, Meinungsvielfalt zu

fördern und Grenzen dort zu setzen, wo die Prinzipien

der freiheitlich-demokratischen Grundordnung infrage

gestellt werden. Begegnungen und reflektierte Debatten

sind ein Beitrag dazu – und die Voraussetzung dafür,

dass gegenseitiges Verständnis wachsen und

Frieden gesichert werden kann.

31

Dr. Urban Mauer, Staatssekretär im Ministerium

für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen


32

Wir haben viele Bildungsmaterialien für

den Unterricht, die sich mit der Vergangenheit

auseinandersetzen. Für junge Menschen aber liegt die

Schoah weit zurück. Unsere Herausforderung

besteht darin, die Lehren der Vergangenheit

mit den heutigen Herausforderungen zu verbinden,

um Schulen dabei zu unterstützen, auf den

alltäglichen Antisemitismus zu reagieren.

Auch dafür benötigen wir Konzepte.

Wünschen würde ich mir außerdem, dass jüdisches

Leben als Teil unseres gewöhnlichen Alltags

sichtbar wird, ohne dass es dabei unter

dem Schutz der Polizei steht.

Udo Michallik, Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Berlin

Johannes Rau, Bundespräsident 1999–2004

»Diese Partnerschaften sind ein Geschenk«

Als die Bundesrepublik Deutschland und Israel

vor 60 Jahren die Aufnahme diplomatischer

Beziehungen vereinbarten, waren die Verbrechen

aus der Zeit des Nationalsozialismus noch präsent.

Die Annäherung, die in den Gründungsjahren

beider Staaten undenkbar erschien, führte

seitdem zu zahlreichen Abkommen und engen

Kontakten auch auf dem Gebiet des Kultur-,

Wissenschafts- und Jugendaustauschs. In diesem

Kontext sind zwei Programme des PAD zu sehen,

die aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert

werden: Schulpartnerschaften mit Israel

und den Paläst inensischen Gebieten sowie das

Johannes-Rau-Stipendienprogramm, das auf eine

Initiative des damaligen Bundespräsidenten während

eines Staatsbesuchs in Israel zurückgeht. Rau

hatte seinerzeit angeregt, dass Schülerinnen und

Schüler beider Länder sich »gemeinsam mit der

Vergangenheit auseinandersetzen und gemeinsam

Zukunft suchen«. Seitdem werden jährlich

20 Jugendliche aus Israel zu einem Deutschlandbesuch

eingeladen.


jahresbericht 2024/25

Deutsch-britischer Austausch

Mit frischem

Schwung

Der deutsch-britische Schul- und Jugendaustausch

hat frischen Schwung bekommen. Eine Koordinierungs -

stelle im PAD fördert seit 2024 Schulen, die Projekte

mit Partnern im Vereinigten Königreich durchführen.

33

Für Felix Geißler hat sich die Teilnahme gelohnt:

»Das Kontaktseminar in Mainz war optimal,

um innovative Projektideen zu entwickeln. Ich

freue mich auf die Zusammenarbeit mit meiner

neuen britischen Partnerschule«, berichtet der Englischund

Französischlehrer, der am Pirckheimer-Gymnasium

Nürnberg (Bayern) unterrichtet. Gute Erinnerung hat

auch Marika Rohrmoser, die zu einer Fortbildung in Birmingham

war: »Auf unterhaltsame Weise haben wir Anregungen

zum Thema ›Health & Wellbeing‹ bekommen.

Und dass wir das EM-Spiel England gegen Kroatien in

einem Pub schauen konnten, war ein kulturelles Highlight«,

sagt die Leiterin der Hardtwaldschule Seulberg in

Friedrichsdorf (Hessen).

Lehrkräfte und Schulen aus beiden Ländern miteinander

in Kontakt bringen und bestehende Partnerschaften

fördern: Darum kümmert sich die Initiative

UK-German Connection. Nachdem die Zusammenarbeit

viele Jahre von London aus koordiniert wurde, sorgt

seit 2024 ein Büro in Bonn für zusätzlichen Schwung.

Der Schulbereich ist beim PAD angesiedelt, der Jugendbereich

bei der Fachstelle für internationale Jugendarbeit

(IJAB). Finanziert wird das Büro aus Mitteln des

Bundes und der Länder.

Das Interesse deutscher Schulen an Austausch

und Begegnung ist groß. Die Zusammenarbeit mit

Partnern im Vereinigten Königreich sieht sich allerdings

vor eine besondere Situation gestellt: Weil Englisch im

Fremdsprachenunterricht nicht nur in Deutschland eine

herausgehobene Bedeutung hat, ist die Zahl der Schulen

groß, die dort Austauschpartner suchen. Schulen im

Vereinigten Königreich reagieren jedoch zurückhaltend,

wenn Partnerschaften sich zuvorderst um den Erwerb

der englischen Sprache drehen.

Der PAD ist deshalb darum bemüht, Schulpartnerschaften

weniger sprachkompetenzorientiert anzulegen

und stattdessen verstärkt projektorientiert

durchzuführen – etwa zu Themen der MINT-Fächer, der

Nachhaltigkeit oder der historisch-politischen Bildung.

Um dies zu erreichen, führt UK-German Connection

Vernetzungsveranstaltungen und Fortbildungen durch –

wie die in Mainz und Birmingham.

Einen optimistischen Blick in die Zukunft verspricht

zudem der Freundschaftsvertrag, den im Juli

2025 Bundeskanzler Friedrich Merz und Premierminister

Keir Starmer sowie die Außenminister beider Länder

in London unterzeichnet haben. Um den bilateralen

Austausch zu erleichtern, will das Vereinigte Königreich

ab 2026 wieder Schülersammellisten einführen. Die

Regelung ermöglicht den visumfreien Reiseverkehr für

Schulklassen – und ist eins von 17 Leuchtturmprojekten,

die begleitend zum Vertrag vereinbart wurden.

Mehr Infos

www.kmk-pad.org/uk


Unser Leitbild

34

Der Pädagogische

Austauschdienst

des Sekretariats

der Kultusministerkonferenz

Der PAD ist seit 2008 für

sein Qualitätsmanagement

zertifiziert. Das Leitbild,

das gemeinsam von den

Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern entwickelt

und 2021 überarbeitet

wurde, beschreibt Auftrag,

Ziele, Selbstverständnis

und Aufgaben des PAD.

Unser Auftrag

Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) ist als einzige

staatliche Einrichtung in Deutschland im Auftrag

der Länder für den internationalen Austausch und

die internationale Zusammenarbeit im Schulbereich

tätig. Er bildet eine Abteilung im Sekretariat der Ständigen

Konferenz der Kultusminister der Länder in der

Bundesrepublik Deutschland. Im Auftrag der Kultusministerien

betreut und fördert er europäische und

internationale Maßnahmen im Schulbereich.

Der PAD ist mit der Umsetzung von Programmen

im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

beauftragt und agiert hierüber weltweit.

Gleichzeitig nimmt er die Funktion der Nationalen

Agentur für das EU-Programm Erasmus+ Schulbildung

wahr. Die Angebote werden ergänzt durch themen-

und regionalspezifische Programme weiterer

Kooperationspartner. Dadurch stellt der PAD umfassende

und zielgruppenspezifische Angebote zur Verfügung.

Unsere Ziele

Unsere Arbeit dient dem interkulturellen Dialog und

der Verständigung unter den Menschen und Kulturen

in Europa und der Welt. Wir fördern europäische

und internationale Kompetenz, Weltoffenheit

und Toleranz, das Fremdsprachenlernen und die

Aufgeschlossenheit für die deutsche Sprache und

Kultur im Ausland. Unsere Programme ermöglichen

grenz überschreitende Zusammenarbeit von Institutionen

und Personen aus dem Schulbereich auf

europäischer und internationaler Ebene und tragen

zur Verbesserung der Qualität des Lehrens und Lernens

bei. Der durch uns geförderte Austausch unterstützt

insbesondere junge Menschen dabei, sich mit

den zentralen gesellschaftlichen Fragen der Zukunft

auseinanderzusetzen.

Wir verstehen die Internationalisierung von

Schule auf allen Schulstufen, in allen Schulformen

und Schulfächern als Beitrag zur Qualitätssicherung

und Schulentwicklung im 21. Jahrhundert. Wir sind

der Überzeugung, dass Austauscherfahrungen zur

Stärkung der Zivilgesellschaft und zu demokratischer

Bildung beitragen. Zur Verbesserung gesellschaftlicher

Teilhabe achten wir bei der Gestaltung

und Durchführung unserer Programme auf die

Grundsätze von Vielfalt und Inklusion, die auch soziale,

ökonomische und geografische Dimensionen

umfassen.


jahresbericht 2024/25

Unser Selbstverständnis

Wir haben den Anspruch, effektiv und effizient zu arbeiten

und als Serviceeinrichtung für den Schulbereich

kundenfreundlich, das heißt zeitnah, transparent, verständlich

und nachvollziehbar zu agieren. Im Rahmen

unserer Verwaltungstätigkeit handeln wir im Einklang

mit den rechtlichen Vorgaben. Dabei achten wir auf die

sachgerechte, wirtschaftliche und ressourcenschonende

Verwaltung und Verwendung der uns anvertrauten

öffentlichen Mittel. Wir bieten gleichzeitig pädagogische

Unterstützung, um Personen und Einrichtungen

aus dem Schulbereich Zugang zur europäischen und

internationalen Dimension zu ermöglichen.

Die Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter, die ausgeprägte Kundenorientierung sowie

die starke Identifizierung mit den Inhalten unserer Programme

sind ein wesentlicher Grund für den Erfolg unserer

Arbeit. Wir erhalten und erweitern unsere Kenntnisse

durch regelmäßige Fortbildungen. Unsere Arbeit

ist geprägt von Transparenz, der Einbeziehung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse,

dem ungehinderten Zugang zu Informationen sowie

dem respektvollen und freundlichen Umgang miteinander.

Wir verstehen uns als kollegial arbeitendes Team

mit gemeinsamen Zielen.

Um unsere Arbeit kontinuierlich zu verbessern,

führen wir interne Managementbewertungen durch.

Zur Aufrechterhaltung unseres Managementsystems

stellen wir die notwendigen personellen und finanziellen

Ressourcen bereit.

Unsere Aufgaben

Um die europäische und internationale Dimension im

Schulbereich zu fördern, ermöglichen wir Dialog und

Begegnung vor Ort und digital. Dabei erfüllen wir in Zusammenarbeit

mit den Ländern in der Bundesrepublik

Deutschland, dem Auswärtigen Amt, der EU-Kommission

und anderen nationalen und internationalen Kooperationspartnern

aus dem schulischen und kulturpolitischen

Bereich folgende Aufgaben:

Information, Beratung, Vermittlung, Fortbildung

und Betreuung von Personen und Institutionen aus

dem Schulbereich sowie Planung, Durchführung,

Evaluation und kontinuierliche Weiterentwicklung

von Programmen;

Konzeption und Implementierung neuer

Austauschprogramme;

Information der Zielgruppen sowie der

Öffentlichkeit;

zentrale Koordinierung aktueller Entwicklungen im

internationalen schulischen Austausch im Auftrag

der Länder.

Das Leitbild wurde gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern entwickelt und ist Grundlage der

Arbeit des Pädagogischen Austauschdienstes.

35


Service und Finanzen

Unser Informationsund

Serviceangebot

Es gibt viele Möglichkeiten, um sich über die

Arbeit des PAD und einzelne Programme zu

informieren. Einige stellen wir Ihnen hier vor.

Newsletter

Unser Newsletter erscheint monatlich und informiert

Sie über Ausschreibungen und Veranstaltungen. Ein

kostenfreies Abonnement kann auf unserer Website

www.kmk‐pad.org bequem und schnell durch Selbsteintrag

eingerichtet werden.

36

Magazin »Austausch bildet«

Das Magazin »Austausch bildet« erscheint halbjährlich

und berichtet über den europäischen und internationalen

Austausch im Schulbereich. Schwerpunkte vertiefen

einzelne Programme oder Themen. Hier können Sie es

kostenfrei abonnieren www.kmk-pad.org/austauschbildet

Der PAD online

Ob Projektmittel für Schulpartnerschaften oder Förderprogramme

für individuelle Fortbildungen und Mobilitäten

zu Lernzwecken: Unter www.kmk-pad.org

finden Sie unsere Angebote und aktuellen Ausschreibungen.

Auf erasmusplus.schule informiert die Nationale

Agentur im PAD über das Programm Erasmus+

und seine Fördermöglichkeiten im Schulbereich.

Programminformationen

Wer kann einen Antrag stellen? Welche Projekte werden

gefördert? In welcher Höhe ist eine finanzielle Förderung

möglich? Auskunft über diese und andere Fragen

erhalten Sie unter www.kmk-pad.org/programme

oder in unseren Broschüren und Faltblättern zu den

verschiedenen Programmen. Eine laufend aktualisierte

Übersicht und Bestellmöglichkeiten finden Sie auf unserer

Website unter www.kmk-pad.org/service/shop.

Veranstaltungen

Sie wollen sich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen

und mehr über den europäischen und internationalen

Austausch im Schulbereich wissen? Dann

informieren Sie sich auf unseren Veranstaltungen.

Die Termine finden Sie unter www.kmk-pad.org/

veranstaltungen auf unserer Website.


jahresbericht 2024/25

@kmkpad

Der PAD in den sozialen Medien

Follower:

Juni 2021 Juni 2023 Juni 2025

4.774 5.263

5.731

Internationaler Austausch im Schulbereich ist

Ihnen ein wichtiges Anliegen? Dann folgen Sie

uns doch in den sozialen Medien. Studierende

finden außerdem unser Programm für Fremdsprachen

assistenzkräfte unter @fsa_pad.

Facebook

Instagram

1.805

@fsa_pad

936

1.495

2.334

Programmmittel 2024 in Zahlen

Der PAD beschäftigt derzeit rund 100 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Die

Arbeit wird finanziert aus Mitteln der Länder, des

Auswärtigen Amtes und der EU-Kommission sowie

weiterer Kooperationspartner wie etwa der Deutschen

Telekom Stiftung.

YouTube

121

223

339

Die Mittel werden durch den PAD verwaltet und

an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bzw.

Zuschuss empfänger – das sind vor allem Schulen

– ausgezahlt. In einigen Programmen werden

Mittel direkt durch die Länder oder Kooperationspartner

bereitgestellt.

37

LinkedIn

1.425

/pädagogischeraustauschdienst

77,866

Mio. €

0,091 Mio. €

0,171 Mio. €

2,655 Mio. €

U.S. State

Department

Deutsche Telekom

Stiftung

Auswärtiges Amt

EU-Kommission


Referate im PAD

Ihre Ansprechpersonen

im Überblick

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Pädagogischer Austauschdienst des

Sekretariats der Kultusministerkonferenz

Leitung: Gernot Stiwitz

Vertreter: Dr. Thomas Spielkamp

Allgemeine und grundsätzliche

Angelegenheiten (Referat VA1)

Referatsleiter: Gernot Stiwitz

gernot.stiwitz@kmk.org

Öffentlichkeitsarbeit, Social Media

(Referat VA2)

Referatsleiter: Dr. Martin Finkenberger

martin.finkenberger@kmk.org

Weltweite Austauschprogramme I (Referat VB)

Fremdsprachenassistenzkräfte, Freiwilligendienst

»kulturweit«, UK-German Connection, Studienbesuche

Referatsleiter: Veit R. J. Husemann

veit.husemann@kmk.org

Weltweite Austauschprogramme II (Referat VC)

Weiterbildungsprogramm für Ortslehrkräfte, Initiative

»Schulen: Partner der Zukunft« (PASCH), bilaterale

Schulpartnerschaften, Johannes-Rau-Stipendien,

Programme für Schülerinnen und Schüler

Referatsleiterin: Susanne Weinbach

susanne.weinbach@kmk.org

Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung I

(Referat VD)

Compliance, Audit und Reporting

Referatsleiter: Oliver Schubert

oliver.schubert@kmk.org

Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung II

(Referat VE)

Arbeitsprogramm und Veranstaltungen

Referatsleiterin: Monika Held

monika.held@kmk.org

Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung III

(Referat VF)

Erasmus+ Leitaktion 1: Akkreditierte Einrichtungen

Referatsleiter: Stefan Schaaf

stefan.schaaf@kmk.org

Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung IV

(Referat VG)

Erasmus+ Leitaktion 2: Partnerschaften und

Kurzzeitprojekte

Referatsleiter: Dr. Thomas Spielkamp

thomas.spielkamp@kmk.org

Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung V

(Referat VH)

eTwinning

Referatsleitung: N.N.

etwinning@kmk.org

Der Bonner Standort des Sekretariats der Kultusministerkonferenz

mit den Abteilungen Verwaltung, Hochschule,

Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) und

Pädagogischer Austauschdienst (PAD) ist seit 2010 im

ehemaligen Straßenbahndepot der Stadt Bonn untergebracht.

Die »Wagenhalle« gilt aufgrund ihres Ensembles als Beispiel

industrieller Architektur aus der Zeit des Jugendstils.

Seit 1990 steht sie unter Denkmalschutz.


herausgeber

Pädagogischer Austauschdienst (PAD) des

Sekretariats der Kultusministerkonferenz –

Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung

Graurheindorfer Straße 157 · 53117 Bonn

TEL. 0228 501-221 · E-MAIL pad@kmk.org

WEB www.kmk-pad.org

redaktion Dr. Martin Finkenberger

beiträge

Maria Birkmeir, Claudia Buth, Elisabeth Hampel,

Katja Röhl, Gernot Stiwitz

fotos

Anne Karsten (S. 3), Lena Lux (S. 6) Privat (S. 6 oben, 7,

8–11, 17, 18, 25, 26–29, 33), PAD/Marcus Gloger (S. 9 unten,

19, 35), TU Dortmund (S. 13), Melanie Hettersheimer

(S. 21), Robin Teller (S. 31–32), PAD (S. 23).

gestaltung DITHO Design, Köln

druck Druck Center Meckenheim

Diese Veröffentlichung wurde mit Unterstützung der Europäischen

Kommission und des Auswärtigen Amtes finanziert. Die Verantwortung für

den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Herausgeber.

Die EU-Kommission und das Auswärtige Amt haften nicht für die

weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

gefördert durch


Austausch bildet

www.kmk‐pad.org

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