f+h fördern und heben KMU/2025
f+h fördern und heben KMU/2025
f+h fördern und heben KMU/2025
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
2884
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG IN DER INTRALOGISTIK
Sonderausgabe der Zeitschrift f+h l September 2025 l € 16,50
l
l
TITEL
Hegele: Effizienzschub
10 durch Automatisierung
Mythen der Lager-
06 automatisierung entzaubert
Nutzungsmodelle senken
18 Hürden zur Automatisierung
foerdern-und-heben.de
Scannen und direkt lesen!
Exklusiver Zugang zu Expertenwissen
Hochwertige, tiefgreifende Artikel, die über
den Tellerand blicken – von Branchenexperten!
Nur die wirklich relevanten Trends
Keine oberflächlichen News, sondern faktenbasierende
Inhalte, die Ihnen echte Wettbewerbsvorteile verschaffen!
Für Macher. Von Machern.
Wer hier nicht liest, bleibt zurück!
Während andere noch rätseln, wissen Sie bereits,
was die Branche als Nächstes bewegt.
INTRALOGISTIK IM MITTELSTAND:
HERAUSFORDERUNGEN GEZIELT ANGEHEN
EDITORIAL
Die Intralogistik ist ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Unternehmen – unabhängig von ihrer
Größe. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen dabei vor spezifischen Hürden:
begrenzte Budgets, limitierte personelle Ressourcen und wachsender Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig
steigt der Anspruch, in einer digital vernetzten Welt effiziente und zukunftsfähige Logistiklösungen
umzusetzen.
Mit dieser Sonderausgabe richten wir den Blick auf die Anforderungen von KMU. Unser Ziel ist es,
praxisorientierte Ansätze vorzustellen, die wirtschaftlich tragfähig und zugleich schnell
EFFIZIENZ, DIGITALISIERUNG
UND NACHHALTIGKEIT
STÄRKEN KMU DAUERHAFT
realisierbar sind. Denn Ihre Zeit ist kostbar, und Entscheidungen
müssen oft zügig getroffen werden.
Ein zentrales Thema ist die Digitalisierung. Während große
Unternehmen meist über umfangreiche Investitionsmittel
verfügen, müssen KMU smarte, skalierbare Lösungen entwickeln. Unsere Beiträge zeigen, wie
digitale Werkzeuge und Automatisierung auch im kleinen Maßstab sinnvoll eingesetzt werden
können – von modularen Systemen bis hin zu erschwinglicher Software.
Darüber hinaus widmen wir uns der Prozessoptimierung. Ineffiziente Abläufe binden wertvolle
Ressourcen, doch oft reichen bereits kleine Anpassungen, um spürbare Fortschritte zu erzielen
– sei es durch optimierte Flächennutzung, Lean-Management oder
effiziente Materialflüsse.
Auch nachhaltige Prozesse gewinnen an Bedeutung. Immer mehr KMU
erkennen, dass ökologisches Handeln nicht nur die Umwelt schont,
sondern auch langfristig Kosten senkt und Wettbewerbsvorteile schafft.
Der Blick nach vorn zeigt: Neue Technologien wie künstliche Intelligenz
und autonome Systeme werden die Intralogistik grundlegend verändern.
Auch wenn diese Entwicklungen für KMU mitunter noch fern erscheinen,
lassen sich schon heute entscheidende Weichen stellen.
Nutzen Sie diese Ausgabe als praxisnahes Werkzeug: Prüfen Sie
bestehende Strukturen, lassen Sie sich inspirieren und beschreiten Sie
mutig neue Wege. So gelingt es, die eigene Intralogistik zukunftssicher
auszurichten und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und viele wertvolle Impulse.
Winfried Bauer
– Chefredakteur –
w.bauer@vfmz.de
#connectedintralogistics
Boost your
intralogistics
A single integrator
An infinity of solutions
transitic.com
INHALT
EDITORIAL
03 Intralogistik im Mittelstand: Herausforderungen
gezielt angehen
BEST PRACTICE
10 TITELSTORY Logistikdienstleister Simon Hegele
erhöht Produktivität und löst Personalfrage durch
Automatisierung
Effizienz gesteigert, Prozesse gesichert
36 Kompakte AutoStore-Anlage zeigt
Automatisierungspotenzial auf
Lagerkapazität verdreifacht
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
06 FAKTENCHECK Intralogistik-Experte räumt
mit Vorurteilen auf
Warum Automatisierung weniger komplex ist
als gedacht
14 Produktion per FTF weiter automatisiert
Intelligente Intralogistik im Quadrat
17 Neue Fahrzeugfamilie entlastet Mitarbeiter
Planbare Materialflüsse und zukunftssicheres Konzept
26 Hilfe: Ich brauche Automatisierungstechnik –
und jetzt?
Wie KMU auch ohne Konzernbudget starten
30 Wie der Mittelstand die Manufaktur-Spirale
überwindet
Robotik – die Automatisierungslösung für KMU
32 Skalierbare IoT-Lösung für KMU
Mit geringem Aufwand digitalisieren
42 AutoStore-Analyse- und -Reporting-Tools
Softwarepaket für die Lagerautomatisierung
AUTOMATION-AS-A-SERVICE
14
18 Automatisierung in der Intralogistik gelingt über
nutzungsbasierte Modelle
Digitale Lager senken Kosten und entlasten Fachkräfte
ANZEIGE
21
TITELBILD
Linde Material
Handling,
Aschaffenburg
30
Die Zukunft des
AS/RS beginnt jetzt.
34
WAREHOUSE-MANAGEMENT-SYSTEME
21 Vollwertige Softwarelösung ohne finanzielle Hürden
Bis zu drei Jahre kostenloser Zugang zu
professioneller Lagerverwaltung
FÖRDERUNG UND FINANZIERUNG
22 Investitionsbooster und BAFA-Förderung kombinieren
Doppelt profitieren
DIGITALISIERUNG
24 Cloud-ERP und Standardisierung treiben
Digitalisierung der Intralogistik voran
Schlüsselfertiges ERP beschleunigt Einführung
34 KI-gestützte Prognosen helfen Unternehmen bei
Planung und Optimierung
Algorithmen verbessern Geschäftsplanung
RETROFIT
38 Wie Retrofitting die Denkweise in der
Automatisierung verändert
Intelligente Evolution statt teurer Revolution
PERSONAL
40 Recruiting-Strategien in der Logistik
Wie digitale Fachkräftegewinnung in KMU
funktionieren kann
SERVICE
20 Impressum
www.exotec.com/de
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
FAKTENCHECK
INTRALOGISTIK-EXPERTE RÄUMT MIT VORURTEILEN AUF
WARUM AUTOMATISIERUNG WENIGER
KOMPLEX IST ALS GEDACHT
Gemeinhin gilt Automatisierung im Lager als teuer, unflexibel und nur für
Großunternehmen geeignet. Diese Vorurteile hindern Betriebe daran, ihre
Materialflussprozesse zu modernisieren. Dr. Florian Heydenreich,
Geschäftsführer Still, Hamburg, entkräftet sechs weit verbreitete Mythen
über automatisierte Intralogistiklösungen.
MYTHOS
1
Das Preis-Leistungs-Verhältnis
stimmt nicht
Florian Heydenreich: Zweifelsohne ist Automatisierung mit
Investitionen verbunden. Aber es handelt sich dabei um eine
Investition, die die Weichen für langfristige Wettbewerbsfähigkeit
stellt. Denn angesichts der Herausforderungen, vor denen
viele Unternehmen derzeit
stehen – wie internationaler
Wettbewerbsund
Kostendruck, Arbeitskräftemangel
und
hohe Volatilität auf vielen
Märkten – ist die Automatisierung
von Materialflussprozessen
eine
sinnvolle und zukunftssichernde
Investition.
Hinzu kommt, dass Automatisierung heute auch mit kleinem
Budget und in bestehenden Strukturen realisierbar ist und
nicht bedeutet, dass Betriebe sich komplett gegen manuelle
Lösungen entscheiden müssen. In vielen Fällen – vor allem in
kleineren Unternehmen – empfiehlt sich ein Mischbetrieb. Mit
Still iGo steht dafür eine skalierbare Automatisierungslösung
bereit, die auch Unternehmen mit moderatem Bedarf und geringem
Automatisierungsgrad einen niedrigschwelligen, kostengünstigen
und unkomplizierten Einstieg in die Welt automatisierter
Prozesse ermöglicht. Zum Einsatz kommen schnell
verfügbare, intuitiv zu konfigurierende und zu bedienende
Fahrzeuge sowie eine Software, die nach dem Plug-and-Play-
Prinzip funktioniert. Sollten die Ansprüche im Laufe der Zeit
wachsen, entwickelt sich die Lösung Schritt für Schritt mit.
FAKT 1
Automatisierung ist heutzutage auch mit
moderatem Budget realisierbar
MYTHOS
2
Die Technik ist noch nicht
ausgereift
Florian Heydenreich: Automatisierte Fahrzeuge und Prozesse
sind längst nicht so neu, wie oftmals angenommen wird.
Entsprechend ist die Technologie – zumindest die von Still –
ausgereift, nach renommierten Standards geprüft und in der
Praxis erprobt. Wenn Automatisierungsprojekte nicht erfolgreich
abgeschlossen werden, liegt das in den seltensten Fällen
an der Technik. Häufiger ist der Mensch die Fehlerquelle:
mangelnde Expertise, unterschätzte Komplexität und unzureichende
Vorbereitung gehören zu den häufigsten Ursachen für
scheiternde Projekte. Probleme entstehen oft schon bei der
Ausschreibung und dem Lastenheft. Werden hier Erwartungen
oder Vorgaben unpräzise oder fehlerhaft formuliert, zieht
sich das durch alle Projektphasen und gefährdet maßgeblich
den Erfolg. Fehler treten zudem bei der Planung der Spitzenlast
auf oder bei der Definition von Schnittstellen und Verantwortlichkeiten.
Um dies zu vermeiden, empfehlen wir Unternehmen
unabhängig von ihrer Größe, sich von Beginn an von
erfahrenen Experten unterstützen und beraten zu lassen.
FAKT 2
Mangelnde Expertise des Automatisierungspartners,
unterschätzte Anforderungen
und unzureichende Vorbereitung sind
drei der häufigsten Gründe für scheiternde
Projekte
Vor dem Hintergrund der aktuellen
Herausforderungen vieler Unternehmen
ist die Automatisierung
von Materialflussprozessen eine
zukunftssichernde Investition
FLORIAN HEYDENREICH,
Geschäftsführer Still
MYTHOS
3
Mit Automatisierung verliert man
an Flexibilität
Florian Heydenreich: Zunächst einmal gewinnen Unternehmen
mit einer Automatisierung ihrer Prozesse Unabhängigkeit
– zum Beispiel vom angespannten Arbeitsmarkt. Prozesse
werden resilienter und weniger anfällig für Fehler und Unfälle.
Darüber hinaus sichern skalierbare Automatisierungslösungen
wie Still iGo sowie technologische Offenheit, beispielsweise
durch den allgemein anerkannten Schnittstellenstandard
VDA 5050, maximale Flexibilität. Unternehmen können
„klein anfangen“ und haben jederzeit die Chance, ihre
Flotte herstellerunabhängig zu erweitern, mithilfe unserer
Software iGo flow automatisierte mit manuellen Geräten zu
synchronisieren, den Automatisierungsgrad zu erhöhen und
schnell und einfach auf sich verändernde Rahmenbedingungen
zu reagieren.
Weitere wichtige Aspekte der Flexibilität sind Service und
Ersatzteilverfügbarkeit. Auch hier haben Unternehmen keinen
Grund zur Sorge: Aufgrund
industrieller Fertigung auf
Basis standardisierter Komponenten
haben bei Still
auch automatisierte Geräte
eine exzellente Ersatzteilverfügbarkeit.
Mithilfe von
Cloud-Backups und digitalem
Zwilling lassen sich
Konfigurationen effizient
anpassen. Im Störungsfall
greifen unsere Spezialisten per Fernwartung direkt auf Fahrzeugcomputer
oder Systeme zu oder sind bei Bedarf schnell
vor Ort – und das optional oder im Notfall 24 Stunden am Tag,
sieben Tage die Woche.
FAKT 3
Mit skalierbaren Automatisierungslösungen
und technologischer Offenheit
gewinnt man Flexibilität
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 7
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
FAKTENCHECK
MYTHOS
4
Reparaturen sind aufgrund der
komplexen Technik aufwändig und
der Schulungsbedarf für das Personal
ist hoch
Florian Heydenreich: Automatisierung unkompliziert und
damit auch für kleine und mittelständische Unternehmen zugänglich
zu machen, ist eine wichtige Säule der Still-Automatisierung.
Daher sind unsere fahrerlosen Transportsysteme innerhalb
kurzer Zeit und mit einer Vielzahl spezifischer Ausstattungsoptionen
verfügbar. Ersatzteile sind schnell und einfach
über unsere zentrale Ersatzteilversorgung erhältlich. Die
Wartung und Reparatur von Softwarekomponenten kann mithilfe
eines digitalen Zwillings schnell und vor Ort durch die lokale
Ansprechpartnerin oder den lokalen Ansprechpartner geschehen.
Demzufolge können wir auch für automatisierte
Fahrzeuge einen Service anbieten, wie man ihn schon lange
von manuellen Serienfahrzeugen gewohnt ist.
FAKT 4
Mit dem Einsatz automatisierter Serienfahrzeuge
ist ein schneller und einfacher
Ersatzteilservice sichergestellt
MYTHOS
5
Automatisierung macht Personal
im Lager überflüssig
Florian Heydenreich: Die Automatisierung von Prozessen
nimmt Unternehmen ein Stück weit die Abhängigkeit vom aktuell
sehr angespannten Arbeitsmarkt. Speziell in Zeiten massiven
Arbeitskräftemangels
ist dies gerade für
kleinere Unternehmen oft
eher ein Argument für Automatisierung
als dagegen.
Hinzu kommt, wie
bereits geschildert, dass
im Kontext von KMU in
der Regel einzelne Prozessabschnitte
automatisiert
und nahtlos mit manuellen
Abläufen verzahnt werden. Dadurch entsteht eine
spürbare Entlastung für die komplette Prozesskette. Indem
körperlich schwere, unfallträchtige oder repetitive Arbeiten
von automatisierten Geräten übernommen werden, erhöhen
Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber, verbessern die
Arbeitssicherheit und steigern die Effizienz innerbetrieblicher
Abläufe. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können schrittweise
in das Thema Automatisierung hineinwachsen. Sie erhalten
die Möglichkeit, sich auf andere, anspruchsvollere und interessantere
Tätigkeiten im Unternehmen zu konzentrieren oder
sich fachlich weiterzubilden. Denn Automatisierung schafft
auch Arbeitsplätze.
FAKT 5
Statt Arbeitsplätze zu vernichten, entstehen
neue Tätigkeitsfelder für qualifizierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
MYTHOS
6
Automatisierung ist nur etwas für
große Unternehmen
Florian Heydenreich: Angesichts der vielfältigen und komplexen
Rahmenbedingungen stehen Unternehmen aller Größen
derzeit unter großem Druck. Die Automatisierung logistischer
Prozesse ist in dieser Situation auch für KMU längst zu
einer attraktiven Möglichkeit geworden, ihre Wettbewerbsfähigkeit
langfristig zu sichern und sich zukunftssicher aufzustellen.
Still hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und mit
Still iGo Szenarien geschaffen, die eine Automatisierung einzelner
Prozesse auch für Betriebe mit überschaubarem Bedarf,
begrenztem Budget, bestehenden Strukturen und wenig
Erfahrung einfach umsetzbar machen. Verfügbarkeit und intuitive
Handhabung einerseits sowie zuverlässiger und flexibler
Service andererseits spielen dabei eine wichtige Rolle. Mit
Fahrzeugen wie den automatisierten Hochhubwagen AXV
iGo und dem EXV iGo hat
Still Lösungen entwickelt,
die exakt auf die Bedürfnisse
vieler KMU zugeschnitten
sind. Sie bieten hohe
Kosteneffizienz, schnelle
Implementierbarkeit und
flexible Skalierbarkeit. Die
smarte Plug-and-Play-Lösung
Still iGo easy schafft
zudem die Voraussetzungen
für eine einfache und
schnelle Inbetriebnahme.
FAKT 6
Automatisierung lässt sich auch mit
kleinem Budget und in bestehenden
Strukturen realisieren
Fotos: Still
www.still.de
8 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
MARKTPLATZ
CLOUDBASIERTES LVS OPTIMIERT
INVENTUR UND VERPACKUNG
Cloudbasierte Lagerverwaltungssysteme (LVS) entwickeln
sich kontinuierlich weiter und bringen neue Funktionen in
die Lager. Das System storelogix der common solutions
GmbH & Co. KG erweitert
seine Möglichkeiten um drei
Bereiche: geführte Inventur,
automatisierte Waagenanbindung
und verbesserte
Kommunikation.
Die geführte Inventur in der
mobilen Anwendung EvoScan
leitet Mitarbeiter systematisch von Lagerplatz zu Lagerplatz.
Jeder Platz wird nur einmal gezählt; Überschneidungen
entfallen. Klare Anweisungen auf dem mobilen Gerät
reduzieren den Schulungsaufwand und minimieren Fehler.
Bei der Verpackung bindet das System nun Waagen direkt
an. Sobald der Packprozess startet, erkennt die Software
automatisch die angeschlossene Waage – herstellerunabhängig.
Das Gewicht wird direkt ausgelesen und an storelogix
sowie den Versanddienstleister übermittelt.
EvoScan fungiert zusätzlich als Kommunikationszentrale.
Leitstandmitarbeiter senden Nachrichten direkt an mobile
Geräte oder bestimmte Nutzer, etwa um Aufträge zu
priorisieren. Auch das gezielte Ausloggen einzelner Nutzer
ist möglich.
Alle Funktionen stehen im Rahmen der Flatrate zur Verfügung.
www.storelogix.de
DIGITALE ZWILLINGE VERKÜRZEN
ENTWICKLUNGSZEITEN
Virtuelle Inbetriebnahmen verkürzen die Entwicklungszeit von
Verpackungsmaschinen erheblich. Applikationen lassen sich
bereits vor der physischen Umsetzung simulieren und testen,
wodurch Fehler frühzeitig erkannt werden. Diese Methode
reduziert den Aufwand
in der Entwicklungsphase
und beschleunigt
die Markteinführung.
SEW-Eurodrive bietet
eine digitale Lösung,
die es Anwendern
ermöglicht, Maschinen
und Applikationen
virtuell zu simulieren.
Der „Digital Twin as an
Automation Service“
eröffnet neue Möglichkeiten: Maschinenbediener, Programmierer,
Konstrukteure und Endanwender können ihre Projekte
effizienter, schneller und ressourcenschonender perfektionieren.
Ein Praxisbeispiel für den Einsatz des Konzepts ist eine
horizontale Schlauchbeutelmaschine. Ein Expertenteam von
SEW-Eurodrive begleitete das Projekt von der ersten Simulation
bis zur finalen Umsetzung.
www.sew-eurodrive.de/automatisierung/
COBOT-ANWENDUNG ERLEICHTERT
EINSTIEG IN AUTOMATISIERUNG
Eine steigende Variantenvielfalt in der Fertigung stellt
Unternehmen zunehmend vor logistische Herausforderungen.
Um diese effizient zu bewältigen, wurde mit dem „Flex
Cobot Palletizer“ eine vorgefertigte Automatisierungslösung
entwickelt, die den Installations- und Integrationsaufwand
reduziert. Die Anwendung basiert auf der „D:Ploy“-Plattform
von OnRobot und
schafft die Voraussetzungen
für den Betrieb einer
robotergestützten
Palettierung ohne
Programmierung oder
externe Anpassungen.
Der Flex Cobot Palletizer
ist darauf ausgelegt,
innerhalb eines Tages in
Betrieb zu gehen und lässt sich mit wenigen Handgriffen an
neue Werkstücke anpassen. Damit eignet sich die Lösung vor
allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die
häufig wechselnde Anforderungen erfüllen müssen. Die
Lösung wurde von der Lorenscheit Automatisierungstechnik
GmbH entwickelt und wird lokal betreut, wodurch die
Anwender von kurzen Wegen und praxisnaher Unterstützung
profitieren.
Durch die standardisierte Bauweise und die transparente
Kostenstruktur erhalten Betriebe eine flexible und wirtschaftliche
Möglichkeit, ihre intralogistischen Prozesse zu
automatisieren.
www.onrobot.com
Wir schaffen logistische Verbindungen.
Individuelle Planung und Konstruktion
direkt vom Hersteller – Made in Germany
www.butt.de
Mobile Verladerampe BKV
Verladeplattform
BUTT GmbH Tel.: +49(0)4435 9618-0
Zum Kuhberg 6–12 Fax: +49(0)4435 9618-15
D-26197 Großenkneten butt@butt.de, www.butt.de
·
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 9
Butt_Anzeige_Verladeplattformen2_90x138mm.indd 1 25.02.14 10:43
Butt.indd 1 01.09.2014 15:18:00
BEST PRACTICE
TITELSTORY
LOGISTIKDIENSTLEISTER SIMON HEGELE ERHÖHT PRODUKTIVITÄT
UND LÖST PERSONALFRAGE DURCH AUTOMATISIERUNG
EFFIZIENZ GESTEIGERT, PROZESSE GESICHERT
Logistikfachkräfte sind bekanntlich rar
– und je ländlicher die Gegend, desto
anspruchsvoller wird es für Unternehmen,
trotz Personalmangels sichere, effiziente
Prozesse zu etablieren. Beim Logistikdienstleister
Simon Hegele hat man hierfür
ein verlässliches Rezept gefunden: in
Gestalt kluger und ganzheitlicher
Automatisierungslösungen von
Linde Material Handling.
Im bayerischen Kemnath dreht sich alles um Präzision. Hier,
wo Simon Hegele einen wichtigen Logistikstandort betreibt,
darf kein Weg zu weit und kein Prozess zu komplex sein.
Schließlich beliefert das Unternehmen just-in-time die Fertigung
des weltweit größten Medizintechnikproduzenten nebenan
mit unterschiedlichen Komponenten: von filigranen Kleinteilen
bis hin zu tonnenschweren Modulen für Computertomografen.
Die Materialvielfalt ist enorm, der Bedarf des Healthcare-Kunden
jedoch meist nur schwer planbar. Wie also kann das Unternehmen
seinen selbstgesetzten Anspruch „We make healthcare
work“ dennoch tagtäglich erfüllen – vor allem, wenn es gut ausgebildete
Fachkräfte eher in die großen Metropolen denn in den
oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth zieht?
DIE „LÄNDLICHE VERSORGUNGSLÜCKE“ –
UND EINE LÖSUNG
Ein Blick auf die Ausgangslage: Das 5.800-Seelen-Städtchen Kemnath,
eine gute Autostunde nordöstlich von Nürnberg, zählt
schon heute mehr Industriearbeitsplätze als Einwohner. Weitere
10 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
TITELSTORY BEST PRACTICE
01
Automatisierung gelungen, Team überzeugt (v. l. n. r.): Marcus
Wieland, Leiter IT-Projektmanagement, Oliver Sitzmann, Standortleiter
Kemnath, Sektor Healthcare, Nicole Feiga, Projektleitung FTS, Sektor
Healthcare, Mike Winter, Geschäftsführung, alle Simon Hegele
Gesellschaft für Logistik und Service mbH
ebenfalls frühzeitig mit Simon Hegele, um kosten- und zeitintensive
Nacharbeiten von vornherein auszuschließen. Am Ende
stand ein umfassendes Automatisierungskonzept inklusive virtueller
Simulation. Abgerundet wurde die Planungsphase durch
den Besuch bei einem vergleichbaren Referenzunternehmen.
Der überzeugte die Verantwortlichen vollends vom Linde-Konzept
mit fünf fahrerlosen Schubmaststaplern Linde R-Matic.
Gewerbeflächen sind aktuell im Entstehen. Für die Region eine
äußerst erfreuliche Entwicklung – die den Logistikalltag bei Simon
Hegele allerdings nicht einfacher macht. Standortleiter Oliver
Sitzmann fasst es zusammen: „Wir sind hier komplett auf dem
Land. Staplerfahrer finden wir eigentlich so gut wie gar nicht
mehr.“ Als im Jahr 2022 der Bau eines 20.000 m² großen Logistikzentrums
mit etwa 50 neuen Arbeitsplätzen anstand, war den
Verantwortlichen schnell klar, dass dabei ohne Automatisierung
praktisch gar nichts gehen würde. „Wir haben von Anfang an fest
an diese Technologie geglaubt und waren überzeugt, dass das
funktioniert“, bekräftigt Mike Winter, Geschäftsführer der Simon
Hegele Gesellschaft für Logistik und Service mbH.
SYNCHRONISATION ALS SCHLÜSSEL
Bei Automatisierungsprojekten gilt: Die beste Planung und eine
leistungsstarke Hardware sind erst die halbe Miete – komplettiert
wird ein solches Vorhaben von einer intelligenten Steuerung beziehungsweise
der klugen Integration der FTS-Lösungen in die
bestehende Systemlandschaft. Eine Aufgabe, der sich die IT-Abteilung
von Simon Hegele zusammen mit einem Integrator von
Linde Material Handling widmete. Ihr Ziel bestand darin, die
physischen Bewegungen der Linde R-Matic Schubmaststapler
mit den systemischen Buchungen im Lagerverwaltungssystem so
zu koppeln, dass jeder Vorgang nachvollziehbar ist. „Nur wenn
die Auftragserteilung, die Fahrzeugfahrt und die Rückmeldung
im System deckungsgleich sind, kann die ganze Sache funktionieren“,
erläutert Marcus Wieland, Leiter Projektmanagement IT
bei Simon Hegele.
DAS GROSSE GANZE IM BLICK
Als Partner für das ambitionierte Projekt holte Simon Hegele von
Beginn an Linde Material Handling an Bord. Intralogistikberater
Thomas Eußner vom zuständigen Netzwerkpartner Ernst Müller
Fördertechnik erinnert sich: „Die Ausschreibung kam im Sommer
2022 – einschließlich Lastenheft und erstem Entwurf der
Halle. Die Dimensionen und die Komplexität waren auch für uns
durchaus etwas Besonderes.“
Auf dieser Grundlage begann das Team mit der detaillierten
Analyse und Planung. Jede Kennzahl wurde akribisch geprüft, jede
Annahme hinterfragt: Welche und wie viele fahrerlose Transportsysteme
(FTS) sind für den gewünschten Umschlag erforderlich?
Wie müssen die Fahrwege angelegt sein? Wo braucht es Ladepunkte
und Taxiplätze? Die Bodenverhältnisse besprach man
ZUM BETREIBER
Die Simon-Hegele-Gruppe (www.simon-hegele.com)
gehört zu den innovativsten Dienstleistern entlang
komplexer Supply-Chain-Prozesse. Die Grundsätze
„Logistik weitergedacht“ und „We make healthcare work“
sind seit vielen Jahren der Motor für die Weiterentwicklung
der Unternehmensgruppe und ihrer Dienstleistungen.
Kunden aus den Bereichen Healthcare, Pharma, Industrie
und Handel werden an mehr als 50 Standorten weltweit
hochspezialisierte, auf die jeweiligen Prozesse abgestimmte
Value Added Services angeboten.
Quelle: Simon Hegele
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 11
BEST PRACTICE
TITELSTORY
02
Noch vor der Lieferung der Fahrzeuge wurden daher gemeinsam
Schnittstellen zwischen der FTS-Leitsteuerung und dem Lagerverwaltungssystem
programmiert, getestet und simuliert. Die
FTS-Leitsteuerung fungiert dabei als Schaltzentrale – sie verteilt
Aufträge aus dem Lagerverwaltungssystem an die FTS-Flotte und
meldet den Status in Echtzeit zurück. Erste Tests fanden in einem
abgeschlossenen virtuellen System statt, um mögliche Fehlerquellen
frühzeitig zu erkennen. Diese gründliche Vorarbeit sollte
sich auszahlen: Seit Inbetriebnahme im September 2024 überzeugt
das Komplettsystem aus Fahrzeugen, Steuerung, Ladetechnik
& Co. mit verlässlicher Leistung.
03
04
EFFIZIENZ TRIFFT TRANSPARENZ
Doch welche Transportjobs übernehmen die fünf Linde R-Matic
konkret? Vereinfacht gesagt geht es um das Ein- und Auslagern
von rund 40 Europaletten und Gitterboxen pro Stunde. Im Detail
gestaltet sich der Prozess ungleich vielschichtiger: Erhält das Unternehmen
eine Lieferung mit Vorprodukten, wird zunächst ein
Label erstellt und am Warenträger angebracht, bevor dieser über
eine Fördertechnik in die Konturenkontrolle gelangt. Dort folgt
das Scannen, Messen und Prüfen. Hat die Einheit den letzten
Kontrollpunkt auf der Fördertechnik erreicht, generiert das Lagerverwaltungssystem
einen Transportauftrag mit Informationen
wie „Wer bin ich?“, „Wie groß bin ich?“ und „Wohin muss ich?“
Die FTS-Leitsteuerung verarbeitet diese Informationen und weist
einem der automatisierten Schubmaststaplern einen Fahrauftrag
mit passendem Lagerplatz zu. Das FTF holt die Palette bzw. Gitterbox
von der Fördertechnik ab und verbringt diese ins Breitgangregallager
mit 22 Regalgassen.
Wird durch den Healthcare-Kunden Material abgerufen, startet
der Auslagerungsprozess und die automatisierten Lagerhelfer
stellen die benötigten Waren für die manuelle Kommissionierung
bereit. Jede Warenbewegung wird digital im Lagerverwaltungssystem
gebucht. So sehen die Mitarbeiter des Logistikdienstleis-
12 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
TITELSTORY BEST PRACTICE
02 Bei Simon Hegele in Kemnath lagern fünf automatisierte
Schubmaststapler vom Typ Linde R-Matic pro Stunde rund 40
Euro paletten und Gitterboxen selbstständig ein und aus
03 Aufgrund der Konturnavigation der automatisierten Schubmaststapler
sind keine Änderungen an der bestehenden Infrastruktur
notwendig
04 Wenn aus Robotern Kollegen werden: Bei Simon Hegele ist die
Automatisierung auch kulturell gelungen. Die fünf Linde R-Matic, die
auf Namen wie „Robo-Lift“, „Simon Hebele“ oder „Hubi“ getauft
wurden, sind als fester Teil des Logistikteams voll akzeptiert
05 Aufgrund des Erfolgs der Automatisierungslösung baut Simon
Hegele die Partnerschaft mit Linde Material Handling weiter aus.
Künftig wird auch auf manuelle Lagertechnik gesetzt. Zwölf neue
Geräte für den Standort sind bereits bestellt, weitere sollen folgen
ters auf Monitoren am Arbeitsplatz unter anderem die Belegung
der Abnahmeflächen sowie anstehende oder laufende Aufträge.
Visualisiert wird zudem der Zustand der FTS-Flotte, d.h., ob ein
Fahrzeug auftragsbereit ist, einen Transport durchführt oder eine
Störung meldet. Auf einen Blick erkennen die Logistikerinnen
und Logistiker darüber hinaus, welches Fahrzeug momentan
welchen Auftrag bearbeitet. Dabei wird nicht nur die Bewegung
des FTS dargestellt, sondern auch der genaue Ort im Lager, an
dem das Fahrzeug aktuell agiert – etwa an der Konturenkontrolle
oder in der Kommissionierzone. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen
für größtmögliche Prozesssicherheit geschaffen
und manuelle Eingriffe auf ein Minimum reduziert.
MENSCHEN UND MASCHINEN SIND EIN TEAM
Bei aller Produktivität: Natürlich war auch bei Simon Hegele eine
gewisse Skepsis seitens der Beschäftigten spürbar, als die automatisierten
Schubmaststapler ihre ersten Bahnen durch das neue
Logistikzentrum zogen. Die Verantwortlichen nahmen die Bedenken
der Belegschaft ernst – und begegneten ihnen unter an-
IN ALLER KÜRZE
Das Fallbeispiel Simon Hegele demonstriert, wie KMU
durch strategische Automatisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit
sichern können. Die ganzheitliche Herangehensweise
– von der detaillierten Bedarfsanalyse über die
Systemintegration bis zur Mitarbeiterschulung – bietet
KMU eine praxiserprobte Blaupause für eigene Automatisierungsprojekte.
Wertvoll sind die Erkenntnisse zur
Synchronisation zwischen FTS-Leitsteuerung und Lagerverwaltungssystem
sowie die
kreativen Ansätze zur Mitarbeiterintegration.
KMU erhalten konkrete
Anhaltspunkte, wie sie Automatisierung
als Lösung für Personalengpässe
nutzen und dabei ihre Teams
erfolgreich in den Transformationsprozess
einbeziehen können. WB
derem mit einer einfachen, aber nachhaltig wirksamen Idee: Das
Team durfte die neuen „automatisierten Kollegen“ benennen. Inzwischen
sind Hebert, Simon Hebele, Store-Me, Robo-Lift und
Hubi weit mehr als Technik – sie sind fester Bestandteil des
Teams und entlasten die Menschen spürbar. Das Learning: Automatisierung
funktioniert am besten, wenn man die Mitarbeiter
einbezieht – mit offener Kommunikation, klaren Zielen … und
ein wenig Humor.
Autor: Louis Vieira, Head of Sales Automation & Intralogistics, Linde Material
Handling, Aschaffenburg
Fotos: Linde Material Handling
www.linde-mh.de
05
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 13
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
PRODUKTION PER FTF WEITER AUTOMATISIERT
INTELLIGENTE INTRALOGISTIK IM QUADRAT
Sigmatek ist ein etablierter Anbieter industrieller
Automatisierungslösungen. Das österreichische
Unternehmen produziert die modularen
elektronischen Einzelkomponenten vollständig
am Firmensitz in Lamprechtshausen bei
Salzburg. Durch die Umstellung der Intralogistik
auf ein fahrerloses Transportsystem (FTS) mit
speziell entwickelten autonomen
Transportfahrzeugen von Melkus Mechatronik
ließ sich der Automatisierungsgrad weiter
erhöhen. Dadurch wird das Personal von
unproduktiven Nebentätigkeiten entlastet
und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.
Digitalisierung und smarte Fertigungstechnologien sind
Grundvoraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit
produzierender Unternehmen auf globalisierten Märkten.
Zugleich sichern sie die Verfügbarkeit bezahlbarer
Produkte für Verbraucherinnen und Verbraucher.
ZUKUNFTSGERICHTETE
AUTOMATISIERUNGSSYSTEME
Seit dem Jahr 1988 entwickelt und fertigt die Sigmatek GmbH &
Co KG Produkte für die industrielle Automatisierung. Zum Portfolio
des inhabergeführten Familienunternehmens gehören für
Maschinen- und Anlagenhersteller Komplettlösungen sowie
kompakte, modulare Einzelkomponenten mit hoher Skalierbarkeit
und Erweiterbarkeit.
Dabei deckt Sigmatek als Komplettanbieter von Ablauf-, Bewegungs-
und Sicherheitssteuerungen sowie Antrieben und Visualisierungssystemen
die Bandbreite industrieller Automatisierung
vollumfänglich ab. Ebenso wie die objektorientierte Engineering-
und Realtime-Software „Lasal“ entwickelt und stellt das
Unternehmen – mit Ausnahme der Motoren – die gesamte Palette
der industrietauglichen Elektronikkomponenten im eigenen
Haus her.
„Aufgrund unserer Flexibilität als mittelständisches Unternehmen
können wir uns auf einem Markt mit deutlich größeren
Wettbewerbern behaupten“, sagt Sigmatek-Geschäftsführer Alexander
Melkus. „Im Einklang mit unserem Geschäftszweck und
angesichts der hohen Standortkosten streben wir eine weitgehende
Automatisierung unserer Produktion an.“
INTRALOGISTIK BINDET ARBEITSKRÄFTE
Lange Zeit galt die Intralogistik als nicht wirtschaftlich automatisierbar
– also die innerbetriebliche Materialversorgung an Arbeitsplätzen
und Maschinen sowie der Weitertransport der bear-
01 Der Melkus Rack Stacker BLS4060
kann Lasten in Höhen von 320 bis
1.800 mm entnehmen oder absetzen
02 Aufgrund der geringen Grundfläche kann das
autonome Transportfahrzeug auch in gemeinsam
mit Menschen genutzten Gängen navigieren
03 Sisi und Franz orientieren sich per
Lidar-Scanner und Slam-Navigation
und kommunizieren per WLAN
14 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
beiteten und verarbeiteten Materialien. Diese Aufgaben mussten
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion selbst
übernehmen und dazu ihre eigentliche Tätigkeit unterbrechen.
„Das war nicht nur keine angemessene Beschäftigung für unser
qualifiziertes Personal, das ohnehin schwer zu finden ist“, erklärt
Gerald Haas, Vice President Operations bei Sigmatek.
„Wenn diese Fachkräfte wertvolle Zeit mit unproduktiven Nebentätigkeiten
wie dem innerbetrieblichen Warentransport verbringen,
bedeutet das zugleich eine erhebliche Einschränkung
der Produktivität.“
LANGE WEGE AUF ZWEI EBENEN
Dadurch entstand der Wunsch nach einem
hauptzeitparallelen, automatisierten Transport
mithilfe fahrerloser Transportsysteme. Als erster
Schritt sollte der Transport fertig montierter
Steuerungsbaugruppen von den Montagezellen
ins Fertigwarenlager oder bei Bedarf an einen Arbeitsplatz
der Qualitätssicherung automatisiert
werden.
Die Transportwege können bis zu 100 m betragen.
Zudem verteilen sich die neun Stationen auf
zwei Stockwerke. Daher müssen die fahrerlosen
Transportfahrzeuge (FTF) einen Aufzug nutzen,
um das Stockwerk zu wechseln.
HAUPTZEITPARALLELER TRANSPORT
Um die Belegschaft zu entlasten, startete Sigmatek ein Pilotprojekt
mit einem fahrerlosen Transportsystem mit zwei Fahrzeugen
für den Transport von Euroboxen im Montagebereich. Die Evaluierung
verschiedener FTS-Hersteller entschied Sigmatek zugunsten
von Melkus Mechatronic.
Zu den Auswahlkriterien gehörte nicht nur die erwartete hohe
Servicequalität aufgrund geografischer Nähe. Darüber hinaus
überzeugten Sigmatek die kompakten, wendigen Fahrzeuge des
Typs Melkus Q40 sowie die Erfahrung des Herstellers. Die
400 × 400 mm großen FTF benötigen aufgrund der von Sigmatek
entwickelten Simultaneous-Localization-and-Mapping-(Slam)-
Navigation keine installierten Navigationspunkte. Die FTF können
– auch unter Last – auf der Stelle drehen, selbst in beengten
Verhältnissen sicher manövrieren und sich ohne Kraftaufwand
wegschieben lassen, sodass der befahrene Gang seine Funktion
als Fluchtweg behält.
Mit einer von Sigmatek entwickelten mechatronischen Einheit
ist es gelungen, die Stockwerkanwahl der Lastenlifte zu automatisieren,
ohne in deren Steuerung einzugreifen. Damit kann das
Die Melkus Rack Stacker Sisi und Franz
entlasten unsere Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter von ungeliebten
Nebentätigkeiten und schaffen durch
den Wegfall des bisherigen Zwischenlagers
die Möglichkeit zur Erweiterung
von bisher zwei auf drei SMT-Linien
GERALD HAAS,
Vice President Operations Sigmatek
FTF den Lift nun autonom ansteuern. Die Fahraufträge werden
über Bedienterminals an den Übergabestationen erteilt.
Schon dieser erste Automatisierungsschritt führte zu einem
deutlichen Produktivitätsgewinn. Das fahrerlose Transportsystem
absolviert täglich mehr als 50 Fahrten. „Dadurch werden unsere
Kolleginnen und Kollegen in der Produktion für ihre eigentlichen
Aufgaben freigesetzt und können ihre Konzentration halten“,
erklärt Haas. „So fließen täglich mehrere Personenstunden
direkt in die Produktion.“
04 Über das offene FTS-Flottenmanagementsystem
TCS erhalten die unterschiedlichen
FTF ihre Anweisungen
05 Auf den Transportwegen müssen die
autonomen Fahrzeuge mit einem Aufzug
das Stockwerk wechseln
06 Zum Aufladen fahren Sisi und Franz
in Transportpausen selbsttätig ihre
Ladestationen an
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 15
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
SPEZIELL FÜR DIE ELEKTRONIKFERTIGUNG
Dieser Erfolg legt nahe, auch die Be- und Entladung der SMT-
Linien mit Leiterplattenmagazinen und Euroboxen per FTS zu
automatisieren. SMT steht für Surface Mount Technology, ein
Um die zusätzlichen Funktionalitäten
der Melkus Rack Stacker nutzen zu
können, haben wir das TCS erweitert.
So entstand die Variante TCS 3D, die
nun auch die Höhenlage des Lagerorts
und Versätze in allen Richtungen
berücksichtigt
GERHARD VELDMAN,
Applikationsingenieur Sigmatek
Verfahren, bei dem Leiterplatten beidseitig mit oberflächenmontierbaren
Bauteilen automatisch bestückt, verlötet und geprüft
werden. Dazu durchlaufen die Elektronikbaugruppen die Fertigungslinie
zweimal.
Dieser Automatisierungsschritt sollte deutlich größer ausfallen.
Während im Montagebereich die Fahraufträge über Bedienterminals
an den Übergabestationen verteilt wurden, sollten die
Fahrten in diesem Fall durch die Anbindung an die ERP-Software
bedarfsgerecht ausgelöst werden. Die Fahrzeuge sollten die leeren
Leiterplattenmagazine auftragsgesteuert anliefern und die
fertigen Elektronikbaugruppen abholen. Dabei müssen die Fahrzeuge
ESD-konform ausgelegt sein, um die empfindlichen Elektronikbaugruppen
vor elektrostatischer Aufladung zu schützen.
Innerhalb von sechs Monaten entwickelte Melkus Mechatronic
in enger Zusammenarbeit mit Sigmatek den Melkus Rack Stacker
BLS4060. „Mit diesem dynamischen Klein-FTF haben wir keine
anwenderspezifische Sonderlösung geschaffen, sondern ein Serienprodukt“,
betont Ing. David Barth, Leiter Konstruktion und
Entwicklung bei Melkus Mechatronic. „Das Fahrzeug erfüllt Anforderungen,
wie sie typischerweise in der Elektronikfertigung
oder Feinmechanik anfallen.“
Die präzise und effiziente Übergabe geschieht beidseitig über ein
integriertes Förderbandsystem mit Klemmbacken zum Greifen
der Ladungsträger. Da der Melkus Rack Stacker auf der Stelle drehen
kann, lässt sich die Lastübergabe auch unter beengten Platzverhältnissen
effizient durchführen. Mithilfe eines integrierten
RFID-Scanners werden die Behälter automatisch
identifiziert.
Wie alle FTF des Herstellers basieren auch die
BLS4060 auf Automatisierungstechnik von Sigmatek.
Dies betrifft die CPU, die Displays, die Elektronikmodule
und die Navigationssoftware. Alle
FTF nutzen die Slam-Navigation unter der Regie
des Traffic Control System TCS – beides Entwicklungen
von Sigmatek. Das Flottenmanagementsystem
ist mit der ERP-Software und der Lagerverwaltung
verbunden und übersetzt dadurch Daten
aus der Materialwirtschaft in Fahraufträge. „Um
die zusätzlichen Funktionalitäten der Melkus
Rack Stacker nutzen zu können, haben wir das
TCS erweitert“, erklärt Gerhard Veldman, Applikationsingenieur
bei Sigmatek und verantwortlich für die Entwicklung
des TCS. „So entstand die Variante TCS 3D, die nun auch
die Höhenlage des Lagerorts und Versätze in allen Richtungen
berücksichtigt.“
HÖCHSTE AKZEPTANZ FÜR SISI UND FRANZ
Die Installation hat den Endausbau noch nicht erreicht. Dafür
sind an den Übergabestellen weitere Investitionen erforderlich.
Dennoch sind die positiven Effekte bereits sichtbar. Derzeit gelangen
die Racks automatisch – gesteuert durch die Aufträge aus
dem ERP-System – zu den SMT-Linien und von dort direkt zum
Lagerplatz oder zu einem Inspektionsarbeitsplatz. „Das entlastet
unser Personal von ungeliebten Nebentätigkeiten und hilft zugleich,
Fehler zu vermeiden“, betont Haas. „Darüber hinaus hat
der Wegfall des bisherigen Zwischenlagers in der Produktionshalle
die Arbeitsplatzqualität verbessert und eröffnet uns die
Chance von bisher zwei auf drei SMT-Linien zu erweitern.“
Aufgrund der frühzeitigen Einbindung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in das Projekt ist die Akzeptanz für die zukunftsgerichtete
Technik hoch. Das Personal kannte die Zuverlässigkeit
AGIL IN ENGEN GÄNGEN
Der Melkus Rack Stacker BLS4060 eignet sich für
den Transport und das Handling aller gängigen Leiterplattenmagazine
sowie Euroboxen bis zum Format
400 × 600 mm. Die kurze Entwicklungszeit war
durch den modularen Aufbau aller Fahrzeuge von
Melkus Mechatronic realisierbar. Das System basiert
auf dem erprobten, kompakten Plattform-FTF Melkus
C4060. Die LiFePO 4
-Akkus sorgt für eine unterbrechungsfreie
Betriebsdauer von bis zu acht Stunden.
Eine mit 719 × 676 mm geringe Grundfläche erlaubt
es dem FTF, auf engstem Raum zu navigieren.
„Die Fahrzeuge müssen sich bei uns die Gänge mit
Personen teilen“, erklärt Haas. „Da sich die FTF nach
einem Nothalt ohne großen Kraftaufwand wegschieben lassen,
bleibt ihre Funktion als Fluchtweg vollständig erhalten.“
Auch bei der Lastübergabe griff der FTS-Hersteller auf praxiserprobte
Komponenten zurück. Neu hingegen ist das Liftsystem des
Melkus Rack Stacker. Das Liftsystem erlaubt die Übergabe der
Transportgüter auf Höhen zwischen 320 und 1.800 mm. Entsprechend
dem modularen Konzept ist es als mechatronische Einheit
mit einer eigenständigen Steuerung ausgestattet. Obwohl am
höchsten Punkt einer der beiden Lidar-Scanner montiert ist, passt
das FTF mit einer Höhe von 1.950 mm durch jede Standardtür.
der FTF bereits von den Melkus Q40. Zur besseren Integration der
Melkus Rack Stacker erhielten die neuen Fahrzeuge nach einem
internen Wettbewerb die Namen des früheren Kaiserpaars Sisi
und Franz. Damit wurde das neue Robotik-Duo nicht nur Teil der
Intralogistik, sondern auch ein geschätzter Teil des Teams.
Fotos: Sigmatek
www.melkus-mechatronic.com |
www.sigmatek-automation.com
Der in sechs Monaten in enger Zusammenarbeit
mit Sigmatek entwickelte,
ESD-konforme Melkus Rack Stacker
BLS4060 ist nun ein Serienprodukt und
erfüllt Anforderungen, wie sie typischerweise
in der Elektronikfertigung
oder Feinmechanik anfallen
ING. DAVID BARTH,
Leiter Konstruktion und Entwicklung Melkus
Mechatronic
16 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
NEUE FAHRZEUGFAMILIE ENTLASTET MITARBEITER
PLANBARE MATERIALFLÜSSE UND
ZUKUNFTSSICHERES KONZEPT
In vielen Produktions- und Montagebereichen
sind Transporte ein Engpass. Personalmangel
verschärft die Situation, gleichzeitig steigen die
Anforderungen an Prozesssicherheit und
Taktung. DS Automotion hat dafür ein neues
Konzept mit der Produktfamilie AMY entwickelt.
Die kompakten, fahrerlosen Transportfahrzeuge
sind für Kleinladungsträger ausgelegt und lassen
sich mit geringem Aufwand in bestehende
Abläufe einbinden.
Ein Einsatzfeld der neuen Gerätefamilie ist die Fertigung von
Spritzgussteilen. Dort fallen Kunststoffteile an, die zwischen
Maschinen, Lager und Montage bewegt werden müssen.
Für das händische Tragen sind häufig die Wege zu weit
und das Material zu schwer; für den Einsatz von Gabelstaplern ist
die Transportaufgabe aber unwirtschaftlich. Ähnliches gilt in der
Montage von Elektromotoren oder Batterien. Einzelne Behälter
mit Bauteilen müssen punktgenau an den Arbeitsplätzen bereitstehen.
Aufgrund kleiner Losgrößen und dynamischer Abläufe
wird der Materialfluss komplexer. „Wir haben festgestellt, dass es
in ganz Europa schwieriger wird, Personal für die Intralogistik zu
finden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Prozesssicherheit.
Genau für diese Situation haben wir den mobilen Roboter
AMY entwickelt – eine Lösung für Kleinladungsträger bis 400 mal
600 Millimeter“, erklärt Karl Rapp, Leiter Vertrieb, Produktmanagement
und Marketing der DS Automotion GmbH, Linz.
DREI VARIANTEN VERFÜGBAR
Nicht jede Produktion braucht die gleiche Lösung. Aus diesem
Grund ist die Produktfamilie in drei Ausführungen verfügbar:
n „AMY deck“ ist die Einstiegsversion für Betriebe mit geringem
Transportvolumen. Der Roboter fährt festgelegte Routen und
wird von Mitarbeitern manuell be- und entladen. Das Gerät ersetzt
Laufwege und entlastet die Belegschaft.
n „AMY flap“ arbeitet mit einem passiven Lastaufnahmemittel.
Der Roboter nimmt Behälter selbstständig von der Übergabestation
auf und bringt sie an ihr Ziel. Die Lösung kommt ohne zusätzliche
Sensorik oder Aktorik an Fahrzeug und Station aus.
n „AMY lift“ ist für die Anbindung an stationäre Fördertechnik
konzipiert. Ein aktiver Hubkamm übernimmt oder übergibt Behälter
automatisch, etwa auf Schwerkraftröllchenbahnen. Diese
Variante ist vor allem für Anwendungen mit hoher Taktung und
vielen Stationen geeignet.
SCHLÜSSELFERTIGES KONZEPT
Alle Varianten sind auf kurze Inbetriebnahmezeiten ausgelegt.
Standardisierte Schnittstellen erleichtern die Integration in bestehende
Prozesse. Über den Flottenmanager „Navios“ lassen
sich die Fahrzeuge einzeln oder im Verbund steuern. Layoutdaten
im Interchange-Format sind direkt einspielbar. Die VDA-
5050-Schnittstelle sorgt für Kompatibilität mit etablierten Systemen.
Aufgrund des skalierbaren Konzepts lassen sich Fahrzeuge
oder Stationen problemlos integrieren. Für Unternehmen bedeutet
das planbare und effiziente Materialflüsse sowie ein zukunftssicheres
Transportkonzept, das Personalressourcen entlastet.
Foto: DS Automotion
www.ds-automotion.com
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 17
AUTOMATISIERUNG IN DER INTRALOGISTIK
GELINGT ÜBER NUTZUNGSBASIERTE MODELLE
DIGITALE LAGER SENKEN KOSTEN
UND ENTLASTEN FACHKRÄFTE
Deutsche Logistikunternehmen investieren Milliarden in globale Lieferketten.
Innerbetrieblich dominieren jedoch weiterhin analoge Prozesse: handschriftliche
Listen, manuelle Steuerung und isolierte IT-Systeme prägen den Arbeitsalltag. Dabei
stehen längst Technologien bereit, die Effizienz steigern und Mitarbeiter entlasten
könnten. Der Fachkräftemangel verstärkt den Handlungsdruck zusätzlich.
Automatisierung wird zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit unerlässlich. Hohe
Investitionskosten und fehlende Kapazitäten verhindern jedoch oft die Umsetzung.
Nutzungsbasierte Modelle wie „Automation-as-a-Service“ bieten einen Ausweg.
Unternehmen zahlen für definierte Logistikleistungen statt für Technologie.
Das senkt Einstiegshürden und ermöglicht skalierbare Automatisierung.
18 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATION-AS-A-SERVICE
Die Logistikbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel.
Während globale Lieferketten zunehmend digital
vernetzt und optimiert sind, bleiben innerbetriebliche
Abläufe – vor allem in der Intralogistik – in vielen Unternehmen
erstaunlich analog. Handschriftliche Kommissionierlisten,
manuell gesteuerte Flurförderzeuge und isolierte IT-Systeme
ohne durchgängige Datenverfügbarkeit prägen nach wie vor den
Alltag.
Dabei sind die technologischen Voraussetzungen für einen
echten Entwicklungssprung längst vorhanden: Autonome Transportsysteme,
intelligente Sensorik und datenbasierte Prozesssteuerung
könnten die Effizienz steigern und das Personal spürbar
entlasten – wenn ihr Einsatz einfacher zugänglich wäre.
Gleichzeitig wächst die Branche weiter: Mit einem prognostizierten
Branchenumsatz von rund 331 Milliarden Euro im Jahr
2024 hat die deutsche Logistikwirtschaft ihre Bedeutung als zentraler
Wachstumsmotor erneut unterstrichen – und sie wächst seit
Jahren kontinuierlich [1], [2]. In einem derart dynamischen Markt
ist Automatisierung längst nicht mehr nur eine Zukunftsvision,
sondern ein betriebswirtschaftlich und strategisch entscheidender
Erfolgsfaktor, um mit dem Tempo der Entwicklung Schritt zu
halten.
FACHKRÄFTEMANGEL ALS
AUTOMATISIERUNGSTREIBER
AUTOMATION-AS-A-SERVICE
MACHT INTRALOGISTIK-AUTO-
MATISIERUNG BEZAHLBAR
Ein zusätzlicher, immer stärker spürbarer Handlungsdruck entsteht
durch den Fachkräftemangel, der die Intralogistik besonders
hart trifft: Gabelstaplerfahrer, Kommissionierer oder Bedienpersonal
für Lagertechnik sind vielerorts nur schwer zu finden.
Automatisierung wird dadurch nicht nur zur Effizienzsteigerung,
sondern zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit unerlässlich.
Gleichzeitig scheitert die Umsetzung in der Praxis häufig an hohen
Investitionshürden oder fehlenden internen Kapazitäten:
Selbst wenn Projekte technisch umsetzbar wären, fehlen oft die
personellen Ressourcen im Management oder das Know-how,
um Potenziale zu erkennen und geeignete Maßnahmen auf den
Weg zu bringen. Um diesem zunehmenden Druck zu begegnen,
rücken konkrete Technologien und digital gestützte Automatisierungsansätze
stärker in den Fokus.
VON INSELLÖSUNGEN ZUR VERNETZTEN
TECHNOLOGIEARCHITEKTUR
Der Markt hält heute eine Vielzahl leistungsfähiger Lösungen bereit:
Fahrerlose Transportsysteme (FTS) optimieren den innerbetrieblichen
Materialfluss, Pickroboter automatisieren Teile der
Kommissionierung, KI-gestützte Systeme verbessern Bedarfsplanung
und Routenoptimierung. Auch Retrofit-Konzepte und modulare
Automatisierungslösungen ermöglichen es, bestehende
Infrastrukturen schrittweise zu modernisieren und zukunftsfähig
zu gestalten.
Entscheidend ist jedoch nicht nur der Einsatz einzelner Technologien,
sondern ihr Zusammenspiel entlang der kompletten Supply
Chain. Dafür müssen alle beteiligten Akteure mitziehen – technologisch
wie organisatorisch. Künftig wird sich die Auswahl von
Geschäftspartnern verstärkt daran orientieren, wie gut sie sich digital
integrieren lassen. Nur wenn Daten an Schnittstellen nahtlos
fließen, lassen sich Warenströme in Echtzeit effizient steuern. Ohne
eine tragfähige, integrierte Technologiearchitektur bleibt das
volle Potenzial digital gesteuerter Intralogistik ungenutzt.
AUTOMATION-AS-A-SERVICE: NUTZEN STATT
BESITZEN
Ein innovativer Ansatz zur Umsetzung von Automatisierungslösungen
ist das Prinzip „Automation-as-a-Service“. Dabei stehen
nicht mehr Besitz und Anschaffung einzelner Anlagen im Vordergrund,
sondern die nutzungsbasierte Inanspruchnahme einer
definierten Logistikleistung. Unternehmen bezahlen nicht für die
Technologie selbst, sondern für deren operative Wirkung – etwa
in Form abgewickelter Transport-, Lager- oder Kommissionierprozesse.
Ein spezialisierter Fulfillment-Partner wie CHG-Meridian unterstützt
im Rahmen dieses Modells bei Aufgaben wie der Bedarfs-
und Potenzialanalyse, der Planung und Auswahl geeigneter
Technologien und übernimmt deren Finanzierung und das
Lifecycle-Management. Der Technologieanbieter stellt die erforderliche
Hardware bereit und verantwortet Betrieb, Wartung und
technische Verfügbarkeit.
Das Modell reduziert die Investitionshürden signifikant und
schafft die Voraussetzungen für einen skalierbaren Einstieg in die
Automatisierung – ohne hohe Anfangskosten und mit verringertem
Risiko. Im Idealfall trägt sich die Lösung über die Einsparungen,
die sie im laufenden Betrieb generiert – „Pay as you earn“.
Unternehmen erhalten so Zugang zu moderner Technologie, ohne
ihre Liquidität zu belasten oder langfristig Kapital zu binden.
Damit wird nicht nur der Einstieg in die Automatisierung erleichtert,
es entsteht auch die notwendige Grundlage für skalierbare
und zukunftsfähige Infrastrukturen.
SKALIERBARKEIT ALS ERFOLGSFAKTOR IN
DYNAMISCHEN MÄRKTEN
Vor allem in dynamischen Märkten ist es entscheidend, Automatisierungslösungen
anpassen zu können. Skalierbarkeit bedeutet
nicht nur erweiterbare Technik, sondern auch flexible Ressourcenallokation,
zum Beispiel durch Upgrades, Zusatzfunktionen
oder zeitlich begrenzte Erweiterungen. Externe Partner können
dabei helfen, technische Ausbaustufen planbar zu machen und
sicher umzusetzen. Die entscheidende Frage lautet dabei oft: Wie
schnell lassen sich neue Module integrieren, ohne bestehende
Prozesse zu stören? Hier kommt es auf saubere Vorplanung und
eine enge Abstimmung zwischen Betreiber, Technologieanbieter
und Finanzierungspartner an.
RETROFIT ODER NEUANLAGE:
WAS LOHNT SICH WANN?
Die Frage nach Retrofit oder Neubau hängt stark vom Zustand
und der Skalierbarkeit bestehender Systeme ab. In vielen Fällen
kann eine Nachrüstung sinnvoll sein – etwa durch Sensorik, softwaregestützte
Steuerung oder teilautonome Fahrzeuge. Wenn jedoch
Prozesse grundsätzlich neu gedacht werden müssen, kann
ein kompletter Neuansatz wirtschaftlicher sein. Eine sorgfältige
Wirtschaftlichkeitsanalyse bildet hier die Entscheidungsgrundlage.
Unternehmen, die mit Retrofit-Lösungen starten, sollten langfristige
Skalierbarkeit dennoch mitdenken – etwa durch offene
Schnittstellen oder modulare Erweiterungsoptionen.
PRAXISBEISPIEL: AUTOMATISIERUNG EINES
LAGERBEREICHS IN DER INDUSTRIE
Denken wir an ein mittelständisches Produktionsunternehmen,
das ein zentrales Warenlager mit hohem Umschlag betreibt. Die
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 19
AUTOMATION-AS-A-SERVICE
AUF EINEN BLICK
n Fachkräftemangel verstärkt Automatisierungsdruck:
Gabelstaplerfahrer und Kommissionierer sind schwer
zu finden. Automatisierung wird von der Effizienzsteigerung
zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit.
n Vernetzung entscheidet über Erfolg:
Einzelne Technologien reichen nicht aus. Erst das
Zusammenspiel aller Systeme entlang der Supply Chain
schafft die Basis für effiziente Echtzeitsteuerung von
Warenströmen.
n Servicemodelle senken Einstiegshürden:
„Automation-as-a-Service“ macht Automatisierung
ohne hohe Anfangsinvestitionen möglich. Unternehmen
zahlen für definierte Logistikleistungen statt für
Technologie.
n Skalierbarkeit als Erfolgsfaktor:
Flexible Ressourcenallokation durch Upgrades und
zeitlich begrenzte Erweiterungen unterstützt die
Anpassung an dynamische Marktanforderungen ohne
Prozessstörungen.
zonen und Kommissionierung transportieren. Im zweiten Schritt
können Pick-by-Light-Systeme und Fördertechnik integriert werden.
Die komplette Umsetzung findet dabei herstellerneutral mit
Unterstützung eines Technologiepartners statt – die Finanzierung
und das Lifecycle-Management übernimmt ein Fulfillment-
Partner. So kann das Unternehmen ohne großen Kapitaleinsatz
eine moderne, skalierbare Lagerstruktur aufbauen. Bei wachsendem
Bedarf lässt sich das System durch zusätzliche Routen, Behälterplätze
oder Kommissionierstationen erweitern.
FAZIT
Für Intralogistikverantwortliche lohnt sich ein pragmatischer
Zugang zur Automatisierung. Nicht alles muss sofort umgesetzt
werden – entscheidend ist, zu starten. Nutzungskonzepte wie
„Automation-as-a-Service“ helfen, die Einstiegshürden zu senken
und Prozesse schrittweise zu transformieren. Eine fundierte
Potenzialanalyse, realistische Zielsetzungen und kompetente
Partner schaffen die Basis für einen erfolgreichen und wirtschaftlichen
Wandel. Wer mit einem schlanken Pilotprojekt beginnt,
schafft nicht nur erste Erfolge, sondern sammelt auch wertvolle
Erfahrung für den nächsten Skalierungsschritt.
Quellenangaben:
[1] https://www.bvl.de/service/zahlen-daten-fakten/umsatz-und-beschaeftigung,
abgerufen am 24. August 2025
[2] https://de.statista.com/themen/733/transport-undlogistik/#:~:text=Im%20Jahr%202024%20betrug%20der,konkurrierenden%20
H%C3%A4fen%20in%20der%20Nordsee, abgerufen am 24. August 2025
Autor: Dirk Matura, Managing Director Industrial Solutions, CHG-Meridian,
Weingarten
Fotos: CHG-Meridian, Andrey Popov – stock.adobe.com
www.chg-meridian.de
IMPRESSUM
manuelle Ein- und Auslagerung sorgt regelmäßig für Verzögerungen,
hohe Personalkosten und ungleichmäßige Auslastung der
Kommissionierbereiche. Im Rahmen eines Nutzungskonzepts
lässt sich der Materialfluss sukzessive automatisieren: Zunächst
können fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) zum Einsatz kommen,
die Paletten automatisch zwischen Wareneingang, Lagererscheint
jährlich als Sonderpublikation
der Zeitschrift f+h
ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130
REDAKTION
Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer (WB)
Tel.: 06131/992-321, E-Mail: w.bauer@vfmz.de
(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)
Redakteur: Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW),
Tel.: 06131/992-202, E-Mail: m.weber@vfmz.de
Redaktionsassistenz:
Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,
Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,
E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,
(Redaktionsadresse siehe Verlag)
GESTALTUNG
Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe
SALES
Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,
E-Mail: a.zepig@vfmz.de
Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic
Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de
Anzeigenpreisliste 2025, gültig ab 01.10.2024
LESERSERVICE
VU.SOLUTIONS GmbH & Co. KG,
Große Hub 10, 65344 Eltville,
Tel.: 06123/9238-266
Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen
Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit
(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).
Preise und Lieferbedingungen:
Einzelheftpreis: € 16,50 (zzgl. Versandkosten)
VERLAG
Vereinigte Fachverlage GmbH
Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz
Postfach 100465, 55135 Mainz
Tel.: 06131/992-200
E-Mail: info@vfmz.de
www.vereinigte-fachverlage.de
Handelsregister-Nr.: HRB 2270,
Amtsgericht Mainz
Umsatzsteuer-ID: DE149063659
Ein Unternehmen der Cahensly Medien
Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem
Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401
Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer
Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke
Head of Sales: Carmen Müller-Nawrath
Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de
(verantwortlich für den Anzeigenteil)
Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,
E-Mail: s.granzin@vfmz.de
DRUCK UND VERARBEITUNG
Bonifatius GmbH, Druck – Buch – Verlag
Karl-Schurz-Straße 26, 33100 Paderborn
DATENSPEICHERUNG
Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH
gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen
zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von
ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene
Produkte und Dienstleistungen zu informieren.
Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich
beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).
Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und
Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der
Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,
Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser
Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,
zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht
auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht
zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie
entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das
Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,
das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das
Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung
und Bearbeitung in elektronischen Systemen,
zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger
jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen von
Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD und
DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten
Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h.
Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit
des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger
Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen werden.
Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht der
Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte
kann keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich
dürfen nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte
der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig
an anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder
bereits veröffentlicht wurden.
Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de
Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.
20 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
WAREHOUSE-MANAGEMENT-SYSTEME
VOLLWERTIGE SOFTWARELÖSUNG OHNE FINANZIELLE HÜRDEN
BIS ZU DREI JAHRE KOSTENLOSER ZUGANG
ZU PROFESSIONELLER LAGERVERWALTUNG
Das Softwareunternehmen Bitergo
aus Dortmund hat das Portfolio um
eine kostenlos verfügbare Version
seiner in der Praxis erprobten
Lagerverwaltungssoftware ergänzt.
Die Initiative richtet sich gezielt an
Start-ups sowie kleine und mittlere
Unternehmen (KMU), die ohne
finanzielle Belastung an einer
professionellen Lagerverwaltung
interessiert sind.
Im Gegensatz zu „Freemium“-Modellen bietet „Bitergo WMS
Free“ den vollen Funktionsumfang der Bezahlversion – nur die
Nutzerzahl ist auf drei Anwender begrenzt, und der Support
auf zwei Stunden pro Monat. „Wir glauben fest daran, dass
auch kleinere Unternehmen Zugang zu professionellen Tools haben
sollten, um im zunehmend digitalisierten Wettbewerbsumfeld
bestehen zu können“, erklärt Dieter Sellner, Geschäftsführer
der Bitergo GmbH. „Mit unserem kostenlosen WMS-Angebot
senken wir die Einstiegshürde und ermöglichen echte Prozessoptimierung
ohne finanzielle Belastung.“
SCHNELL IMPLEMENTIERT, ZUKUNFTSSICHER
KONZIPIERT
Laut dem Anbieter zeichnet sich die Software durch eine einfache
Installation aus und ist innerhalb weniger Tage einsatzbereit.
Die Lösung wächst bei Bedarf mit den Anforderungen mit. Da
sich der Serverstandort in Deutschland befindet, ist eine hohe
WIR DEMOKRATISIEREN
PROFESSIONELLE
LAGERVERWALTUNG
DIETER SELLNER,
Geschäftsführer Bitergo
Mit dem Angebot
„Bitergo WMS Free“ will
der Softwarenanbieter
Wachstumsbarrieren
für aufstrebende
Unternehmen
beseitigen
Datensicherheit und Compliance-Konformität gegeben. Diese
Eigenschaften machen die Software attraktiv für junge Unternehmen
mit dynamischen Entwicklungsperspektiven.
Das kostenlos verfügbare Programm steht zunächst ausschließlich
Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich und der
Schweiz zur Verfügung und ist auf bis zu drei Jahre angelegt. Interessierte
Unternehmen werden nach Prüfung durch den Softwareanbieter
für das Programm freigeschaltet. „Mit dieser Initiative
möchten wir in erster Linie die Start-up-Szene und den Mittelstand
unterstützen“, so Sellner weiter. „Wir sehen ein großes
Potenzial in diesen Segmenten und möchten einen konkreten
Beitrag zu deren Wachstum leisten.“
Fotos: Bitergo
www.bitergo.com/de/bitergo-wms-free
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 21
INVESTITIONSBOOSTER UND BAFA-FÖRDERUNG KOMBINIEREN
DOPPELT PROFITIEREN
Unternehmen bietet sich seit dem 1. Juli
eine einmalige Gelegenheit: Wer jetzt in
Intralogistiklösungen investiert, kann doppelt
profitieren. Mit der neuen degressiven
Abschreibung von bis zu 30 Prozent jährlich
sowie attraktiven Förderprogrammen des
Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(BAFA) erhalten Unternehmen mehr finanziellen
Spielraum. Toyota Material Handling
Deutschland begleitet seine Kundschaft auf dem
Weg zu maximaler Investitionseffizienz und
übernimmt die Antragstellung und -abwicklung.
Mit dem neuen „Investitionsbooster“ der Bundesregierung
haben Unternehmen seit dem 1. Juli die
Möglichkeit, ihre Investitionen in bewegliche Wirtschaftsgüter
wie Gabelstapler, Lagertechnikgeräte,
Regaltechnik oder Automatisierungslösungen steuerlich schneller
geltend zu machen.
LIQUIDITÄTSSPIELRÄUME IN WIRTSCHAFTLICH
HERAUSFORDERNDEN ZEITEN SCHAFFEN
Kernstück der Maßnahme ist die Wiedereinführung der degressiven
Abschreibung (AfA) in Höhe von bis zu 30 Prozent jährlich.
Unternehmen können dadurch in den ersten Jahren nach der Anschaffung
einen höheren Anteil der Investitionssumme steuerlich
ansetzen als bei der linearen Abschreibung. Das schafft Liquiditätsspielräume,
die vor allem in wirtschaftlich herausfordernden
Zeiten einen zusätzlichen Investitionsanreiz bieten. Der
AfA-Bonus gilt für Investitionen, die zwischen dem 1. Juli 2025
und dem 31. Dezember 2027 getätigt werden.
„Viele Unternehmen zögern aktuell bei Investitionen – obwohl
sie eigentlich wissen, dass sie modernisieren müssten“, erklärt
Jan Toepser, Leiter Feldvertrieb bei Toyota Material Handling
22 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
FÖRDERUNG UND FINANZIERUNG
JAN TOEPSER, LEITER
FELDVERTRIEB TOYOTA MATERIAL
HANDLING DEUTSCHLAND
Mit dem Investitionsbooster und der
Möglichkeit zur degressiven Abschreibung
liefert der Bund einen Hebel, um wirtschaftlich
kluge Entscheidungen auch
umzusetzen
Das BAFA-Modul 6 treibt die Elektrifizierung der Flurförderzeugflotten
weiter voran und bietet kleinen Unternehmen die Möglichkeit,
33 Prozent der Investitionssumme gefördert zu bekommen.
Dazu müssen Diesel- oder Gasstapler durch neue Elektrostapler
ersetzt werden.
„Die BAFA-Förderung ergänzt den Investitionsbooster perfekt
– viele unserer Elektrostapler sind genau auf diese Anforderungen
zugeschnitten“, so Toepser weiter. „Unsere Aufgabe ist es,
diese komplexen Möglichkeiten einfach nutzbar zu machen.“
Daher begleitet Toyota Material Handling Deutschland durch
den Förderprozess – angefangen bei der genauen Bedarfsermittlung,
über den Fördercheck und die Antragsstellung beim BAFA,
Attraktiv wird die Investition in moderne Elektrostapler, wenn
zusätzlich eine staatliche Förderung über das Bundesamt für Wirtschaft
und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch genommen wird
Deutschland. „Mit dem Investitionsbooster und der Möglichkeit
zur degressiven Abschreibung liefert der Bund einen Hebel, um
wirtschaftlich kluge Entscheidungen auch umzusetzen.“
Attraktiv wird die Investition in moderne Elektrostapler, wenn
zusätzlich eine staatliche Förderung über das Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch genommen
wird. In diesem Rahmen sind – etwa über das „Modul 4“ der Bundesförderung
für Energie- und Ressourceneffizienz – Zuschüsse
von bis zu 15 Prozent der Investitionssumme für kleine und bis zu
zehn Prozent für mittlere Unternehmen möglich. Förderfähig
sind dabei unter anderem elektrisch betriebene Flurförderzeuge,
sofern sie eine Energieeinsparung von mindestens 15 Prozent im
Vergleich zum alten Elektrostapler erreichen.
DEGRESSIVE ABSCHREIBUNG +
BAFA-FÖRDERUNG = BIS ZU
45 PROZENT KOSTENVORTEIL
bis hin zur Abwicklung. „Wir verstehen uns nicht nur als Gerätehersteller,
sondern als Partner – vor allem bei Investitionen mit
strategischer Tragweite“, betont Toepser. „Unser Ziel ist es, Unternehmen
in eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Zukunft
zu begleiten.“
Neben der steuerlichen Entlastung und den staatlichen Zuschüssen
profitieren Unternehmen auch in operativer Hinsicht:
Moderne Elektrostapler von Toyota bieten niedrige Betriebskosten,
hohe Energieeffizienz, geringere CO 2
-Emissionen und erfüllen
hohe Anforderungen an Ergonomie und Sicherheit.
Fotos: Toyota Material Handling Deutschland
www.info.toyota-forklifts.de/investitionsbooster
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 23
DIGITALISIERUNG
CLOUD-ERP UND STANDARDISIERUNG TREIBEN DIGITALISIERUNG
DER INTRALOGISTIK VORAN
SCHLÜSSELFERTIGES ERP
BESCHLEUNIGT EINFÜHRUNG
Mittelständische Firmen müssen ihre
Intralogistikprozesse strategisch digitalisieren
und automatisieren, um in Zukunft
wettbewerbsfähig zu sein. Durch den Einsatz
eines vorkonfigurierten Software-as-a-Service
(SaaS) Cloud-ERP lässt sich eine solche
Transformation mit einem hohen
Standardisierungsgrad durchführen.
Die mittelständische produzierende Industrie steht einem
Dreiklang aus steigenden Kundenanforderungen, großem
Wettbewerbsdruck und akutem Fachkräftemangel
durch den demografischen Wandel gegenüber. Damit
die Unternehmen zukünftig im Wettbewerb bestehen und ihr
Geschäft ausbauen können, ist die Digitalisierung und Automatisierung
der Geschäftsprozesse zwingend erforderlich.
HINDERNISSE BEI DER DIGITALEN
INTRALOGISTIK
Großer Nachholbedarf herrscht hier bei Intralogistikprozessen,
die das Herzstück eines Produktionsbetriebes bilden. Das belegen
aktuelle Zahlen aus der Studie „Automatisierung und Digitalisierung
in der Intralogistik“ von TMG Consultants [1]. Bei 63
Prozent der befragten Unternehmen ist die Intralogistik bislang
nicht oder kaum automatisiert, bei weiteren 22 Prozent lediglich
teilautomatisiert. Das zeigt: Die Aufgabe „Wie können wir Prozesse
stärker automatisieren?“ ist für Verantwortliche also akuter
denn je – doch es hapert an der Umsetzung, und zwar aus vielerlei
Gründen.
n Allen voran fehlt bei vielen mittelständischen Firmen eine
ganzheitliche Digitalisierungsstrategie. Es gibt zwar digitale Einzelinitiativen,
die Probleme punktuell lösen, etwa erhöhte Kosten
durch Kommissionier-Staus, aber keine ganzheitliche und nachhaltige
Automatisierung und Optimierung der Intralogistik bewirken.
n Weitere Hürden für Digitalisierungs- und Automatisierungsvorhaben
in der Intralogistik sind Personalengpässe im eigenen Unternehmen,
der Mangel an qualifizierten Fachkräften am Arbeits-
24 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
DIGITALISIERUNG
markt, beschränkte finanzielle Mittel und nicht selten auch ungenutzte
Förderprogramme.
n Ein Bremsklotz ist zudem die vielerorts historisch gewachsene
und veraltete IT-Landschaft mit fehlenden Schnittstellen. Dem
Einsatz neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) und
der Nutzung von Cloud-Angeboten stehen dabei häufig Datenschutz-
und IT-Sicherheitsbedenken sowie das Fehlen eines systematischen
IT-Sicherheits- und Datenschutzkonzepts entgegen.
n Vielfach fehlt bei Mitarbeitern auch die Akzeptanz für den Einsatz
neuer Technologien und die damit einhergehenden Veränderungen,
da sie sich von der Geschwindigkeit der Digitalisierung
überfordert fühlen und um den Arbeitsplatz sorgen. Ist
dann noch die Kommunikation vonseiten des Managements unzureichend,
verstärkt das vorhandene Bedenken und Widerstände
zusätzlich.
ERFOLG MIT STRATEGIE UND
STANDARDISIERTER DIGITALISIERUNG
Vor diesem Hintergrund ist die Erarbeitung und Etablierung
einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie unerlässlich. Sie
sollte mit einem klaren Zielbild beginnen und alle relevanten
Prozesse in einem Big Picture abbilden. Darauf aufbauend ermöglicht
eine detaillierte Roadmap eine strukturierte Umsetzung
mit Meilensteinen, regelmäßigen Reviews und Anpassungen.
Genauso wichtig für den Erfolg ist die weitgehend standardisierte
Digitalisierung und Automatisierung der Intralogistikprozesse.
Der Einsatz eines modernen SaaS-Cloud-ERP als Managed
Service wie der SAP S/4Hana Cloud Public Edition, das Werkzeuge
und Services sowie Best Practices in Form „schlüsselfertiger“
End-to-End-Lösungen für bestimmte Prozesse bereitstellt, empfiehlt
sich dafür als Mittel der Wahl. Ein solches Cloud-ERP lässt
STANDARDISIERUNG UND
CLOUD-ERP EBNEN MITTEL-
STAND DEN WEG ZUR KI
sich mithilfe der hochstandardisierten Prozesse in der Regel binnen
weniger Monate und zu überschaubaren Kosten einführen.
Für Mittelständler mit geringem finanziellem Spielraum ist das
ein wichtiger Aspekt.
SAP S/4Hana Cloud deckt über Standardprozesse zwar viele
Anforderungen ab, Lücken tun sich jedoch bei branchentypischen
Prozessanforderungen der produzierenden Industrie auf.
An dieser Stelle kommen SAP-qualifizierte Partnerpaketlösungen
(SAP Qualified Partner Packaged Solutions = QPPS) ins Spiel, die
sich nahtlos in das Cloud-ERP integrieren und die Funktionalität
optimal ergänzen. Ein Beispiel dafür ist das Orbis-Branchenpaket
für Manufacturing & Logistics. Diese Lösung bietet vorkonfigurierte
End-to-End-Prozesse für Order-to-Cash im Vertrieb, Procure-to-Pay
in der Materialwirtschaft, Plan-to-Produce in der
Produktionsplanung und Record-to-Report im Rechnungswesen.
Dazu gesellen sich optionale Ausbaupakete für Variantenfertigung,
Lagerverwaltung mit RF-Scanning, Manufacturing Execution
(MES) und Versandsteuerung.
SCHNELLER EINSTIEG MIT SAAS-CLOUD-ERP
Von einem standardisierten Cloud-ERP wie SAP S/4Hana Cloud,
komplettiert durch ein branchenspezifisches Partnerpaket wie
das von Orbis, profitieren Mittelständler gleich in mehrfacher
Hinsicht.
n Die Lösung erleichtert den schnellen Einstieg in die Digitalisierung
und Automatisierung von Prozessen, allen voran auch in
der Intralogistik, und lässt sich, sofern nötig, flexibel skalieren.
SaaS-Cloud-ERP ermöglicht standardisierte
End-to-End-Digitalisierung in der Intralogistik
Technologien wie KI, etwa zur Optimierung von Transportwegen
und der Kommissionierung, sowie Low-Code-/No-Code-Lösungen
und -Apps für spezielle Prozessanforderungen lassen sich
problemlos integrieren und helfen, den Digitalisierungsgrad sukzessive
zu erhöhen.
n Der Anbieter entwickelt das Cloud-ERP kontinuierlich weiter
und liefert Updates und Neuerungen in relativ kurzen Intervallen
aus, sodass die Software technisch stets auf dem aktuellen Stand
ist. Er übernimmt auch Administrationsarbeiten wie Wartung,
Back-up oder Archivierung. All das entlastet die Unternehmens-
IT, die sich so mehr auf strategische Aufgaben fokussieren kann.
n Ein hohes Sicherheitsniveau ist jederzeit gegeben, da ein
Cloud-ERP-Anbieter in seinen Rechenzentren in der Regel in die
State-of-the-Art-Security-Technologien und Schutzmaßnahmen
investiert, die für einen Mittelständler zu teuer sind.
TRANSFORMATION BRAUCHT AKTIVES
CHANGE-MANAGEMENT
Bei einer Cloud-ERP-Einführung handelt es sich aber nicht nur
um ein IT-, sondern auch um ein Business- und Transformationsprojekt,
das Struktur-, Prozess- und Organisationsveränderungen
erfordert. Zu den sensiblen Aufgaben gehört es deshalb,
die Sorgen der Beschäftigten vor Kontrollverlust von Beginn an
durch ein aktives und kluges Change-Management abzubauen
und Vertrauen zu schaffen. Um die mit einer digitalen Transformation
der Intralogistik verbundenen Anforderungen zu meistern,
empfiehlt es sich zudem einen erfahrenen und kompetenten
Partner ins Boot zu holen, der die Umsetzung mit Rat und Tat
begleitet.
Dann sollte dem Erfolg nichts mehr im Weg stehen. Und der
kann sich durchaus sehen lassen. Laut TMG-Studie konnten
Unternehmen durch Investitionen in die Automatisierung und
Digitalisierung der Intralogistik, vor allem in den Einsatz von KI,
Analytics für Echtzeitanalysen und ein neues ERP-System wie
SAP S/4Hana, ihre Prozesseffizienz zum Teil signifikant steigern.
Quellenhinweis:
[1] https://www.tmg.com/blog/news/tmg-studie-automatisierung-und-digitalisierung-in-der-intralogistik,
abgerufen am 7. August 2025
Autor: Pascal Kiefer, Director Business Area Logistics & Manufacturing,
Orbis SE, Saarbrücken
Fotos: Dall-E / A. Schaffry
www.orbis.de
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 25
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
HILFE: ICH BRAUCHE AUTOMATISIERUNGSTECHNIK – UND JETZT?
WIE KMU AUCH OHNE KONZERN-
BUDGET STARTEN
Automatisierung? Digitalisierung? Das ist teuer,
aufwendig und nur für Konzerne machbar. So
denken viele kleine und mittlere Unternehmen
(KMU), wenn es um moderne Intralogistik geht.
Doch heute sind auch Lösungen verfügbar, die
auf die Bedürfnisse von KMU abgestimmt sind
und beispielsweise bei Bedarf mitwachsen. Der
Einstieg gelingt leichter als gedacht und die
Potenziale sind schnell spürbar.
Rund 80 Prozent der KMU arbeiten noch mit manuellen
Prozessen [1]. Das bedeutet: hoher Personalaufwand,
mehr Fehler, wenig Transparenz. Gleichzeitig steigen die
Anforderungen bei Lieferzeiten, Auftragskomplexität und
Datenverfügbarkeit. Kunden erwarten fehlerfreie Abläufe trotz
Personalengpässen. Auch die Kostenkurve kennt nur eine Richtung.
„Digitalisierung plus Automatisierung sichert Wettbewerbsfähigkeit.
Sie ersetzt Routinen und erhöht die Effizienz und
Effektivität deutlich“, sagt Joachim Kieninger, Director Strategic
Business Development, Element Logic Deutschland.
FLEXIBEL STATT FESTGEFAHREN
„Viele KMU zögern. Sie fürchten, in eine Sackgasse zu investieren
oder eine Entscheidung in die falsche Technik“, beobachtet
Kieninger. „Es gibt jedoch Lösungen, die exakt auf die Wünsche
von KMU zugeschnitten sind. Systeme wie das Lager- und Bereitstellungssystem
AutoStore lassen sich step by step einführen. So
bleibt die Investition überschaubar. Erste Ergebnisse sind schnell
spürbar – etwa durch kürzere Kommissionierzeiten und weniger
Versandfehler“, betont Kieninger.
Manch ein Unternehmen befürchtet, durch Automatisierung
an Flexibilität zu verlieren. Was passiert, wenn sich die Produktpalette
ändert oder die Auftragslage schwankt? Kieninger entkräftet
diese Sorgen: „Moderne Systeme bieten genau diese Flexibilität.
Sie passen sich an, statt zu blockieren.“
KONKRETE STRATEGIEN
Ein Komplettumbau ist in den seltensten Fällen erforderlich. Eine
Prozessanalyse zeigt genau, wo es hakt – etwa bei Auftragsspitzen
oder Engpässen. KMU starten am besten mit einer einfachen,
teil automatisierten Lösung. Diese lässt sich zu einem späteren
Zeitpunkt bedarfsgerecht bei laufendem Betrieb erweitern. Wichtig
ist eine Planung mit Partnern, die die Anforderungen verstehen
und mit Blick auf Budget, Zeit und Ressourcen berücksichtigen.
Auch die Erfolgskontrolle – wie der Return on Investment
(ROI) – gehört dazu. Ein Business Case mit KPIs schafft Transpa-
26 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
Automatisierung in der Intralogistik
Herausforderungen
Angst vor starren Systemen
Unzureichende Erfahrung mit
Automatisierungstechnik
Fehlendes internes Projektmanagement
Investitionsängste und
Technikunsicherheit
Mangelnder Rückhalt im
Unternehmen
Strukturelle Defizite
Lösungsansätze
Mit kleinen skalierbaren
Lösungen starten
Teilautomatisierung statt
Komplettumbau
Cloud-Lösungen nutzen
Ein Lagerverwaltungssystem
(LVS) schafft Struktur und
Transparenz
Change Management und
Key-User einbinden
Erfolge messbar machen mit
KPIs und Business Cases
Quelle: S&P | Element Logic
renz und stärkt die Argumentation, sowohl intern als auch gegenüber
weiteren Stakeholdern. So wird aus einem vermeintlich großen
Schritt ein kalkulierbarer Prozess mit konkretem Mehrwert
und überschaubarem Aufwand.
LVS ALS SCHLÜSSEL
„Viele KMU arbeiten noch mit Papierlisten oder nutzen einfache
ERP-Funktionen fürs Lager. Das führt zu ineffizienten Prozessen,
einem aufwendigen Onboarding und fehlendem Überblick. Wir
merken, Unternehmen wünschen sich mehr Transparenz und
weniger Abhängigkeit von Einzelpersonen“, erklärt Christoph
Wulff, Head of Business Development S&P | Element Logic. Ein
Lagerverwaltungssystem (LVS) schaffe genau das: klare Arbeitsabläufe,
eine zentrale Datenbasis und die digitale Grundlage für
automatisierte Prozesse. „Unsere Kunden sind oft überrascht, wie
sehr die Mitarbeiter entlastet und wie planbar die Materialflüsse
werden“, ergänzt Wulff.
INTERNE BLOCKADEN AUFLÖSEN
Digitale Technologien
sind kein Privileg der
Großkonzerne
JOACHIM KIENINGER,
Director Strategic Business
Development, Element
Logic Deutschland
lungen ziehen nicht an einem Strang. Investitionen scheitern am
internen Widerstand oder an der Unsicherheit, ob sich der Aufwand
lohnt. Dadurch bleiben Einsparungen und Umsatzpotenziale
ungenutzt. Hinzu kommen Datenschutzfragen und IT-Sicherheit.
Außerdem mangelt es an Zeit, sich strukturiert mit dem
Thema zu befassen. Der Alltag dominiert. Wulff kennt die Stolpersteine:
„Der Wille ist da, aber es fehlt an IT-Know-how und
strategischem Weitblick. Digitalisierung passiert nebenbei – oh-
Die Anforderungen an unsere Logistik wuchsen stetig, das ERP-System konnte da
nicht mehr mithalten. Ein spezialisiertes LVS war die logische Konsequenz. Heute
können wir aufgrund zahlreicher Kennzahlen und hoher Transparenz viel präziser
steuern, planen und nachverfolgen. Ohne LVS wäre das undenkbar. Die Zusammenarbeit
mit S&P | Element Logic war vom ersten Tag an lösungsorientiert. Wir hatten
das Gefühl: Die verstehen, wie wir ticken und beraten bedarfsorientiert. Rückblickend
war die Entscheidung für das LVS SuPCIS-L8 ein wichtiger Meilenstein – heute
profitiert der ganze Betrieb davon.
STEFAN SPÄNHOFF, Geschäftsleitung LuDz J. W. Zander GmbH & Co. KG West, Bochum
Bei der digitalen Transformation sind meistens die internen Hürden
das Problem. Häufig fehlt der Rückhalt der Führung. Abteiwww.foerdern-und-heben.de
f+h FOKUS KMU 2025 27
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
Mithilfe einer gut
strukturierten
Benutzeroberfläche
lassen sich in teilautomatisierten
Abläufen
Potenziale heben
ne klare Ziele oder messbaren Nutzen.“ Auch die Angst vor einem
„IT-Projektmonster“ hemme. Moderne Software brauche aber
keinen monatelangen Kraftakt. „Die Standardimplementierung
einer AutoStore-Anlage einschließlich Basisfunktionen ist innerhalb
einer Woche abgeschlossen. Das System ist vorkonfiguriert,
modular und cloudfähig – für einen ressourcenschonenden
Start“, so Wulff.
VERÄNDERUNG BEGINNT IM KOPF
Digitalisierung darf
kein Selbstzweck sein,
sondern muss konkrete
Probleme beheben
CHRISTOPH WULFF,
Head of Business Development
S&P | Element Logic
Gewachsene Strukturen, fehlende Zuständigkeiten sowie Excel-
Listen, Medienbrüche und Insellösungen bremsen die Einführung
neuer IT-Tools. So stagniert der Fortschritt. Doch genau diese
Ausgangslage bietet große Chancen. Ein gut konfiguriertes LVS
sorgt für strukturierte Prozesse, erleichtert den Datenaustausch
und macht Prognosen möglich. Doch Technik allein reicht nicht.
Die eigentliche Herausforderung liegt im Wandel der Arbeitsweise.
„Mitarbeiter begegnen Veränderungen mit Skepsis. Sie handeln
erfahrungsbasiert statt systemgestützt. Digitalisierung darf
kein Selbstzweck sein, sondern muss konkrete Probleme beheben.
Die Vorteile müssen für alle spürbar sein“, bringt Wulff es auf
den Punkt.
SANFT STARTEN
Das Unternehmen Element Logic empfiehlt, Digitalisierung und
Automatisierung in kleinen Schritten umzusetzen. Ein eindeutig
definiertes Projekt vereinfacht den Einstieg. Entscheidend ist, die
wichtigsten Key User von Beginn an einzubinden. Diese Mitarbeiter
agieren als Multiplikatoren und fördern die Akzeptanz im
Lager. Change-Management spielt eine zentrale Rolle. „Technisch
ist vieles möglich und realisierbar – wer die Mitarbeiter
aber nicht mitnimmt, scheitert“, betont Wulff. Maßgeblich seien
eine offene Kommunikation, klare Ziele und praxisnahe Schulungen.
So würden Teams Sicherheit im Umgang mit neuen Systemen
gewinnen.
WARTEN IST KEINE OPTION
„Digitale Technologien sind kein Privileg der Großkonzerne.
Auch KMU mit kleinem Budget profitieren – in der Regel sogar
schneller. Wer nicht handelt, verliert den Anschluss. Technisch
wie personell. Denn für Fachkräfte sind digitale Prozesse vielfach
ein Entscheidungskriterium“, fasst Kieninger zusammen. Die gute
Nachricht: Verfügbar seien Lösungen speziell für den Mittelstand.
Sie ließen sich skalieren, finanzieren und kurzfristig einführen.
Notwendig sei kein Zehnjahresmasterplan. Ein erster, gut
geplanter Schritt genüge.
Quellenhinweis:
[1] https://maximal.digital/digitalisierungsstudie-2024-digitalisierung-immittelstand-und-kmu-2025-einblicke-und-impulse,
abgerufen am 11. August
2025
Autorin:
Melanie Bernard, Marketing Managerin / Presse, S&P Computersysteme
GmbH Leinfelden-Echterdingen
Fotos: Armmy Picca – stock.adobe.com, J. W. Zander, S&P | Element Logic
www.sup-logistik.de
28 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
OPTISCHE SPURFÜHRUNG REDUZIERT
AUTOMATISIERUNGSAUFWAND
Die fahrerlosen Transportsysteme der Bito-Lagertechnik
Bittmann GmbH bieten eine smarte Lösung mit verschiedenen
Leo-Transporter-Varianten. Das System
zeichnet sich durch geringe Investitions- und Umsetzungskosten
aus, da keine aufwendigen Softwareprojekte
erforderlich sind. Die flexible All-in-One-Komplettlösung
ist sofort einsatzbereit und funktioniert ohne IT-Anbindung. Der „Return on
Investment“ (ROI) wird bereits innerhalb der ersten zwölf Monate erreicht.
Allen Leo-Transportern gemeinsam ist die optische Spurführung: Eine Spur wird
zur Streckenführung auf den Hallenboden geklebt. Haltestellen und Befehle
werden über am Boden befestigte Marker definiert. Selbst stark frequentierte
Übergangswege kann das System ohne Spur zuverlässig überbrücken.
Neu in der Transporterfamilie ist der Leo Flow: Diese Variante verfügt über einen
Gurtförderer und eignet sich für den Transport von Behältern und Tablaren
ebenso wie für lose, nicht standardisierte Ware.
ww.bito.com
Werden Sie Teil der B2B-Plattform
für industrielle Entscheider.
Bringen Sie Ihr Wissen ein,
setzen Sie Trends und knüpfen
Sie neue Partnerschaften.
Jetzt entdecken unter
www.industriemacher.de
AMR BEWÄLTIGEN LASTEN BIS ZU DREI TONNEN
Drei autonome mobile Roboter (AMR) erweitern das Portfolio von Swisslog. Zur
IntraMove-Serie gehören Fahrzeuge, die für Lasten zwischen 600 und 3.000 kg
konzipiert sind. Das kompakte Modell IntraMove AMR 600 bewegt Lasten bis
600 kg, während der IntraMove AMR 1500 Paletten mit einem maximalen
Gewicht von 1.500 kg bewältigt. Das Schwerlastmodell IntraMove AMR 3000
verfügt über einen omnidirektionalen Antrieb und transportiert Lasten bis
3.000 kg. Alle Fahrzeuge sind mit vollständig integrierten Hubmechanismen
ausgestattet.
Ein KI-gestützter Flottenmanager koordiniert die AMR über die VDA-5050-Kommunikationsschnittstelle.
Diese Software plant Routen, verteilt Transportaufträge
in Echtzeit und berücksichtigt dabei Prioritäten, Geräteverfügbarkeit und den
Batteriestatus. Externe Systeme wie
Aufzüge kommunizieren über Standardprotokolle
mit der Software. Die Navigation
geschieht über Slam-Technologie mit
zwei Laserscannern und KI-Algorithmen
zur eigenständigen Routenberechnung.
Eine direkte Verbindung mit modularen
Lagerverwaltungssystemen ermöglicht
eine nahtlose Auftragsabwicklung.
www.swisslog.com
KOLLABORATIVE HELFER TREIBEN AUTOMATISIERUNG
IN DER INTRALOGISTIK
Schwere Materialien autonom transportieren
– diese Aufgabe übernehmen zwei neue
mobile kollaborative Roboter von Delta
Electronics. Der D-Bot Mar ist für Nutzlasten
von bis zu 500 kg und eine Hubhöhe von
55 mm geeignet. Die zweite Lösung D-Bot
2-in-1, kombiniert autonomen Palettentransport
mit einem abnehmbaren Cobot-
Arm für unabhängige Roboteroperationen. Beide Systeme richten sich an kleine
und mittelständische Unternehmen (KMU), die ihre Intralogistik skalierbar
automatisieren möchten.
Ein 360°-Laserscanner ermöglicht die Navigation ohne physische Leitlinien. Die
VDA-5050-kompatible Flottenmanagementschnittstelle wird von Navitecs
Orchestrierungssoftware gesteuert und sorgt für dynamische Routenführung.
LED-Statusanzeigen liefern Echtzeit-Feedback über den Betriebszustand. Optional
steht ein kabelloses Ladepad für den kontinuierlichen Betrieb zur Verfügung.
www.delta-emea.com
VON MACHERN.
FÜR MACHER.
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
WIE DER MITTELSTAND DIE MANUFAKTUR-SPIRALE ÜBERWINDET
ROBOTIK – DIE AUTOMATISIERUNGS-
LÖSUNG FÜR KMU
Kleine und mittelständische Unternehmen
treffen täglich Entscheidungen, die ihre
Wettbewerbsfähigkeit über Jahre hinweg
bestimmen. Dabei lässt sich feststellen: Setzen
KMU bei ihren Zukunftsplanungen auf manuelle
Prozesse, gefährden sie ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Denn auch der Mittelstand ist vom
Fachkräftemangel und steigenden Betriebskosten
betroffen. Trotzdem halten sich Mythen
wie „Automatisierung ist kostspielig“ oder „das
lohnt sich nur für Konzerne“.
Im Mittelstand, wo man gewohnt ist, betreiberspezifisch und
damit in kleinen Losgrößen zu produzieren, wird um passende
Kostenstrukturen gerungen. Arbeits- und Fachkräfte sind
schwer zu bekommen. Für Unwägbarkeiten und Krisen
braucht ein Unternehmen Spielräume – das hat die Pandemie zuletzt
beispielhaft gezeigt. Um diese Herausforderungen zu meistern,
erweist sich die Automatisierung von Produktionsprozessen
als eine effektive Lösung.
HÜRDEN DER AUTOMATISIERUNG
In deutschen Betrieben ist die Automatisierung mithilfe von Robotern
längst keine Seltenheit mehr. Laut einer Umfrage von Reichelt
Elektronik unter 1.500 Industrieunternehmen (davon 500
aus Deutschland) sehen 96 Prozent der Befragten im Einsatz von
Robotern einen Wettbewerbsvorteil. Bereits 85 Prozent setzen
Roboter ein – vor allem in Produktion, Fertigung und Lagerlogistik.
Dennoch scheint das volle Potenzial der automatisierten Helfer
noch nicht ausgeschöpft zu sein. So liegt zum Beispiel die Automatisierungsquote
bei KMU außerhalb der Automobilindustrie
unter einem Prozent.
30 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
01 Bei einem Hersteller von Low-Carb-
Backwaren palettiert ein Roboter mit
Flächensauggreifer 400 Kartons pro Stunde
02 Mithilfe eines Konfigurators lassen sich
Palettierzellen betreiberspezifisch
zusammenstellen
Obwohl für den Mittelstand Robotersysteme aufgrund ihrer Vielseitigkeit
maßgeschneidert sind, zögern viele KMU bei der Beschaffungsentscheidung.
Ursachen dafür sind die Scheu vor hohen
Investitionen sowie vor langen Planungsphasen und zum
Teil ein fehlendes Wissen über die Technologie. Oftmals mangelt
es schlicht an für KMU maßgeschneiderten respektive transparenten
Angeboten. Der Tierfutterhersteller Heinrich Eggersmann
bringt das Dilemma auf den Punkt: „Für einen einzelnen Roboter
interessiert sich kein Großanbieter. Und kleine Anbieter findet
man kaum.“
01
MIETROBOTER FÜR KMU
Automatisierung zugänglich, erschwinglich und flexibel machen
– das ist die Philosophie des Unternehmens coboworx. Die Robotik-Experten
aus Salmtal bieten zeitnah verfügbare Roboterlösungen
für den Mittelstand an – zur Miete. Der Anbieter verfolgt
dabei das Konzept der „einfachen Robotik“. So lassen sich
PASSENDE ROBOTIK-MIET-
MODELLE SIND AUCH FÜR
DEN MITTELSTAND ATTRAKTIV
zum Beispiel Palettierzellen über einen Konfigurator individuell
zusammenstellen – von der kompakten „Basic-Zelle“ bis zur
„Pro-Plus“-Lösung. Das Mietmodell von coboworx widerlegt die
Automatisierungsvorurteile, die sich im Mittelstand hartnäckig
halten:
n „Automatisierung ist zu teuer“: Zeitgemäße Lösungen wie „Robotics-as-a-Service“
machen den Einstieg in die Automatisierung
erschwinglich. Statt hoher Einmalinvestitionen zahlen
Unternehmen planbare Raten inklusive Wartung, Schulung
und Updates.
n „Wir sind zu klein für Roboter“: Vor allem kleine Unternehmen
profitieren von flexiblen, kompakten Lösungen. Cobots benötigen
wenig Platz und passen in nahezu jede Halle.
n „Das ist alles zu kompliziert“: Intuitive Oberflächen, vordefinierte
Packschemata und vorkonfigurierte Systeme machen die
Bedienung denkbar einfach. Kein Spezialwissen ist notwendig.
AUTOMATISIEREN MIT PALETTIERZELLE
Panifactum aus Schöntal ist ein Hersteller glutenfreier Low-Carb-
Backwaren. Als Unternehmen mit hohen Wachstumsraten stand
Panifactum vor einem typischen KMU-Problem: Das manuelle
Palettieren wurde zum Flaschenhals im Materialflussprozess. Die
Handarbeit war körperlich belastend, fehleranfällig und zunehmend
ineffizient. Die Herausforderung bestand vor allem im großen
Volumen der umzuschlagenden Ware bei gleichzeitig beengten
Platzverhältnissen in der Produktion. Hier bot sich coboworx
mit seiner Miet-Plattform für die Roboterautomatisierung an und
lieferte eine kompakte, kollaborative Palettierzelle. Die Lösung
umfasst einen Fanuc-CRX-Roboter, einen Flächensauggreifer sowie
eine Hubachse und ein intuitiv zu bedienendes Touchpanel.
Die Anlage palettiert 400 Kartons pro Stunde und kommt ohne
02
Absperrungen aus. Die Mitarbeiter benötigen kaum Einarbeitungszeit,
werden körperlich entlastet, und die Fehlerquote sinkt
seit der Inbetriebnahme.
EIN PLÄDOYER FÜR DEN PRAGMATISCHEN
EINSTIEG
Der Mittelstand muss nicht auf Großprojekte warten, um sich für
die Automatisierung zu entscheiden. Automatisierung beginnt
mit einem klaren Fokus: Was ist die unbeliebteste, ineffizienteste
oder fehleranfälligste Aufgabe im Betrieb? Genau dort setzen
zeitgemäße Automatisierungslösungen an. Das Palettieren ist dabei
oft der ideale Startpunkt. So lässt sich mithilfe des Online-
Konfigurators von coboworx innerhalb weniger Minuten eine Palettierzelle
konfigurieren. Der Betreiber erhält binnen 48 Stunden
ein Angebot inklusive 3D-Layout. Die monatlichen Mietkosten
für die Anlage bleiben konstant, während der Output steigt.
Fotos: Coboworx
www.coboworx.com
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 31
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
SKALIERBARE IOT-LÖSUNG FÜR KMU
MIT GERINGEM AUFWAND
DIGITALISIEREN
Nach wie vor arbeiten viele mittelständische
Unternehmen mit Maschinen und
Einrichtungen, denen es an digitalen
Schnittstellen fehlt. Wie sich die Betriebsund
Zustandsdaten dieser Anlagen dennoch
zu einem intelligenten Produktions- und
Monitoringsystem zusammenführen lassen,
zeigt eine retrofitfähige IoT-Lösung. Sie ist
mobilfunkbasiert, arbeitet unabhängig von
Firmennetzwerken und ist innerhalb eines
Tages einsatzbereit.
Kaum überschaubare Investitionskosten, das Wissen um
die Vorzüge des bestehenden Maschinenparks und das
Nichtvorhandensein umfassender IT-Strukturen – meist
sind das die Gründe dafür, dass viele kleine und mittelständische
Produzenten auf Abstand gehen zu ausufernden Digitalisierungsprojekten.
Um die Wettbewerbsfähigkeit dieser KMU
aber dennoch zu stärken und ihnen die Möglichkeiten eines Prozessmanagements
auf Industrie-4.0-Level zu erschließen, hat das
Unternehmen Expresso aus Kassel das mobilfunkbasierte IoT-
System „Expresso Connect“ entwickelt. Dabei handelt es sich um
eine flexible Nachrüstlösung, die sich durch Module und Apps
individuell an die Bedingungen unterschiedlicher Firmen und
Branchen anpassen lässt. „Unser System ergänzt die vorhandene
technische Infrastruktur eines Betriebs um eine digitale Ebene.
Die Lösung generiert Daten, die Prozesse transparent machen,
Funktionen visualisieren, Entscheidungen absichern und Optimierungspotenziale
aufzeigen“, sagt Jan-Peter Schulz, der bei
Expresso den Geschäftsbereich Service & Digital Solutions leitet.
32 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
01
02
EFFIZIENZIMPULSE FÜR DIE WERTSCHÖPFUNG
Expresso Connect ist ausgelegt für die Ausstattung neuer Maschinen
(OEM-Lösung) sowie für die Nachrüstung bestehender Geräte-
und Anlagenparks (Retrofitting). Das IoT-System wird vor Ort
durch die Anbringung kompakter Connect-Boxen installiert, die
sich über die Aktivierung verschiedener Module aufgaben- und
leistungsspezifisch abstimmen lassen. Das System bietet unter
anderem Module, die mithilfe von Sensortechnik die Leistung
von Maschinen sowie Förderanlagen und Verladeprozessen erfassen.
Darüber hinaus decken weitere Module die Aspekte Energieeffizienz,
Wartung sowie Zugang/Zutritt ab. Produktbezogene
Module für die Handhabungs- und Transportsysteme von
Expresso zählen ebenfalls zum Angebot.
Alle Betriebs- und Zustandsdaten werden über die Connect-
Boxen in Echtzeit erfasst, verschlüsselt und automatisch via Mobilfunk
auf einen Zentralserver in Deutschland übermittelt. In
ausgewerteter Form erscheinen die Daten auf einem Dashboard,
auf das Firmenchefs, Produktions- und Betriebsleiter sowie Meister
oder Qualitätssicherer standortunabhängig über Apps oder
QR-Codes zugreifen können. Der Datenzugriff ist rund um die
Uhr und über alle üblichen Endgeräte möglich. „Aufgrund der
EXPRESSO CONNECT LÄSST
SICH AUF VERSCHIEDENEN
ENDGERÄTEN NUTZEN
präzisen Aufbereitung der Daten und ihrer Visualisierung in Tabellen,
Grafiken und Diagrammen werden Effizienzdefizite sowie
Optimierungspotenziale rasch erkennbar. Zudem kann der Betreiber
ein detailliertes Datenreporting mit Handlungsempfehlungen
für die Prozessoptimierung von uns anfordern“, so Schulz.
„Bei diesem Service übernehmen unsere Spezialisten die Analyse
und Interpretation der Daten und formulieren konkrete Verbesserungsvorschläge,
die abgestimmt sind auf die individuelle Situation
des Betreibers.“
DIGITALISIERUNG UND INDUSTRIE 4.0
Abgesehen von den Möglichkeiten gezielter Prozessoptimierungen
versetzt das smarte IoT-System Expresso Connect ein KMU in
die Lage, seine Kompetenzen im Bereich digital gestützter Industrie-4.0-Anwendungen
auszubauen. Konkret bedeutet das zum
Beispiel, dass der Anwender auf der Basis der aufbereiteten Daten
ein professionelles Condition Monitoring inklusive Fernüberwachung
realisieren und Maßnahmen der vorausschauenden Instandhaltung
(Predictive Maintenance) umsetzen kann. Dabei
01 Alle erfassten Daten erscheinen in ausgewerteter Form auf einem
Dashboard, auf das der Anwender standortunabhängig zugreifen kann
02 Die Connect-Boxen erfassen die Betriebs- und Zustandsdaten in
Echtzeit, verschlüsselt und auf einen Zentralserver in Deutschland
übermittelt
lässt ihn das System erkennen, an welchen Stellen im Betrieb es
lohnend ist, Ressourcen einzusparen, das Sicherheitsniveau
hochzufahren, den Strom- oder Medienverbrauch zu senken, das
Qualitätsmanagement zu verfeinern sowie einen KVP-Prozess zu
installieren oder über technische Modernisierungen nachzudenken.
„Darüber hinaus erleichtert Expresso Connect die Identifikation
von Nachfragemustern und Betriebsspitzen, die Anpassung
an saisonale und temporäre Veränderungen sowie die Planung
zukünftiger Investitionen“, sagt Schulz.
DIGITALE TRANSPARENZ STATT VAGEM
BAUCHGEFÜHL
Einem KMU bietet sich mit Expresso Connect ein ebenso kostengünstiger
wie einfacher Einstieg in die Digitalisierung der wertschöpfenden
Prozesse. Das System lässt sich problemlos an
verschiedene Betriebsgrößen, Maschinenparks und Branchenbedingungen
anpassen. Installation und Inbetriebnahme sind in
der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen. Die Bedienung
benötigt keine aufwändigen Schulungen, IT-Administratoren
oder eigene IoT-Teams. Das System funktioniert unabhängig von
den Fabrikanten der angebundenen Anlagen, kann werksübergreifend
eingesetzt werden und ist zukunftsfähig, da es sich mit
zusätzlichen Connect-Boxen, Modulen und Apps erweitern lässt.
„Diese Connect-Boxen sind das Einzige, was der Anwender erwerben
muss; für das ganze Leistungspaket von der Erfassung,
Übermittlung und Auswertung der Daten bis hin zur Visualisierung
auf dem Dashboard fällt lediglich eine monatliche Nutzungsgebühr
an“, erklärt Schulz.
Da Expresso Connect traditionell geprägte, weitgehend analoge
Prozesse durch datenbasierte Strukturen ersetzt, bietet sich
den KMU eine große Chance: Viele Entscheidungen, die bis dato
eher aus dem Bauch heraus gefällt wurden, lassen sich nun mit
konkreten Prozessdaten untermauern. Auf der Grundlage dieser
neu gewonnenen Transparenz können nicht nur wichtige Veränderungen
umgesetzt, sondern auch längst überfällige Investitionen
abgesichert werden.
Fotos: Expresso
www.expresso.de
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 33
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
KI-GESTÜTZTE PROGNOSEN HELFEN UNTERNEHMEN
BEI PLANUNG UND OPTIMIERUNG
ALGORITHMEN VERBESSERN
GESCHÄFTSPLANUNG
Wer hätte Mitte 2019 vorhersehen können, dass eine globale Pandemie
ein halbes Jahr später Gesellschaft und Wirtschaft lahmlegen würde?
Menschliche Prognosen stoßen in Zeiten der Unsicherheit immer
häufiger an ihre Grenzen. Unternehmen bleiben auf ihren Beständen
sitzen oder produzieren zu wenig. Während Einzelhandelsgrößen wie
Amazon ihre Lieferketten mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) optimiert
haben, schlummert für kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) noch
großes Potenzial in der Nutzung dieser Technologien.
34 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
AUCH KMU KÖNNEN MIT
KI-ALGORITHMEN WETT-
BEWERBSVORTEILE GEWINNEN
Sicherheit für das eigene Wirtschaften zu erhalten – das ist
aktuell der Anspruch vieler Unternehmerinnen und Unternehmer.
Prognosen spielen dabei eine tragende Rolle.
Um Handlungsmöglichkeiten mit Blick auf die Zukunft zu
identifizieren, braucht es allerdings mehr als den Blick in die
Glaskugel. Aus diesen Gründen versuchen die Betriebe, mithilfe
neuer Technologien zielgenaue Vorhersagen treffen zu können.
Zentral ist dafür die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI), wie
sie in verschiedenen Umfeldern bereits seit einigen Jahren praktiziert
wird. Längst etabliert hat sich die vorausschauende Wartung:
Mit „Predictive Maintenance“ soll vorhergesagt werden,
wann etwa ein Maschinenbauteil ausfallen dürfte und getauscht
werden müsste. Das Ziel ist es, die Stillstandzeiten in der Produktion
zu minimieren und den finanziellen, personellen und zeitlichen
Ressourceneinsatz gut steuern zu können.
SCHNELL RELEVANTE TRENDS ERKENNEN
Vorne mit dabei ist der Energiesektor: Nach einer Studie des Beratungsunternehmens
PwC [1] nutzen Energieunternehmen KI
bereits erfolgreich für „Predictive Maintenance“ von Windkraftanlagen.
Die Analyse von Echtzeit-Winddaten und der Leistung
von Turbinen ermöglicht eine Steigerung der
Energieproduktion von Windparks. Künstliche
Intelligenz unterstützt Unternehmen dabei,
die Lastverteilung für maximale Effizienz
zu optimieren, Wartungsarbeiten in Zeiten
geringer Nachfrage durchzuführen und Infrastrukturinvestitionen
auf der Grundlage
langfristiger Trends zu planen.
Die Energiewirtschaft ist nur ein Beispiel
für eine Branche, die von der Nutzung KI-gestützter
Prognosen profitiert. Die Landwirtschaft
nutzt Klimadaten, Bodenbedingungen
und Markttrends, um den Ertrag zu steigern.
Das Gesundheitswesen sagt Patientenströme
und den Ressourcenbedarf voraus, und Banken
analysieren Transaktionsmuster zusammen
mit lokalen Ereignissen und Wirtschaftsdaten, um die Personalplanung
in Filialen und die Bargeldversorgung von Geldautomaten
zu optimieren. Das senkt die Kosten und verbessert die
Kundenzufriedenheit. Das System sagt Kundenverkehr und
Transaktionsvolumen präzise voraus und hilft Managern, Ressourcen
effizienter einzusetzen.
WETTBEWERBSVORTEIL DURCH KI
Unternehmen, die als Vorreiter in ihrer Branche KI-Prognosen
einsetzen, verschaffen sich derzeit große Wettbewerbsvorteile.
Sie entwickeln wertvolles Know-how über erfolgreiche Umsetzungsstrategien,
sammeln Daten für das Training ihrer Modelle
und etablieren Prozesse, die den Nutzen KI-gestützter Erkenntnisse
maximieren. Auch die Unternehmensberatung Abels &
Kemmner in Herzogenrath beschäftigt sich intensiv damit, auf KI
basierende Prognosen in Systeme für das Supply-Chain-Management
zu integrieren. Vor allem Modelle, die maschinelles Lernen
einsetzen, sind in der Lage, Muster und Zusammenhänge in großen
Datenmengen zu erkennen. Damit lassen sich Vorhersagen
auf der Grundlage von Mustern treffen, wie sie mit herkömmlichen
algorithmischen Methoden nicht so effizient möglich wären.
In erster Linie die Fähigkeit, auf der Grundlage sehr umfangreicher
Trainingsdaten die Vorhersagen zu verbessern, hilft beim
Supply-Chain-Management dabei, auch bei komplexen Systemen
präzise und schnelle Ergebnisse zu liefern.
Der KI-Prognoseprozess „Diskover“ kombiniert unterschiedliche
KI-Modelle und identifiziert dabei automatisch das zielführendste
Modell. Die Algorithmen orientieren sich an betriebswirtschaftlichen
Zielgrößen wie Bestandsreduzierung, Absicherung
der Lieferfähigkeit und Kosteneinsparung. Der Mechanismus
ist in der Lage, einen absoluten und relativen
Geschäftswertbeitrag für die KI-Prognosen zu ermitteln. Als
Benchmark laufen gleichzeitig klassische Prognosemodelle mit.
Das erlaubt es, den Einsatz künstlicher Intelligenz anhand konkreter
Zahlen zu beurteilen. Im Vordergrund steht dabei, die
Wirtschaftlichkeit der KI-Prognose zu wahren.
MENSCHLICHE FEHLER AUSGLEICHEN
Der Siegeszug der künstlichen Intelligenz in nahezu allen Bereichen
der industriellen Wertschöpfung kommt nicht von ungefähr:
KI-Modelle erkennen versteckte Muster, die klassische Modelle
übersehen, und bemerken Veränderungen in Trends früher.
Das zahlt sich vor allem bei Produkten mit untypischen
Nachfragemustern aus. Dazu zählen wetterabhängige Produkte
– etwa aus der Energiewirtschaft oder der Modebranche.
Künstliche Intelligenz findet Zusammenhänge, die manuell
kaum aufzufinden wären. So nutzen Unternehmen ihre internen
Daten sowie externe Faktoren, um eine zielgenauere Prognose
zu erstellen. Das erlaubt eine schnellere Reaktion auf Marktdynamiken,
da Trendwechsel und Marktveränderungen
früher erkannt werden. Zuletzt
unterliegen die Algorithmen nicht den typischen
Denkfehlern des Menschen, wie sie
selbst bei Entscheidern mit langjähriger Erfahrung
auftreten. Bekannt ist dabei der
Overconfidence Bias, der zur Selbstüberschätzung
führt. Zusammen mit dem Confirmation
Bias – bei dem man unbewusst
nach Bestätigung für die eigene Überzeugung
sucht – kann das zu einem finanziellen
Risiko werden. KI-Modelle lassen sich
schnell an neue Entwicklungen anpassen;
zudem kommen sie auch mit unstrukturierten
Daten gut zurecht.
IN DER BREITE ANGEKOMMEN
KI-Prognosen sind längst mehr als nur Werkzeuge für Handelsriesen
wie Amazon. Auch KMU können mit den Algorithmen ungeahnte
Potenziale heben und ihre Produktions-, Logistik- und
Geschäftsprozesse möglichst genau an die künftigen Entwicklungen
anpassen. Wichtig ist, die richtigen Rahmenbedingungen für
den Einsatz der Technologien zu schaffen. Künftig dürften KI-
Systeme zunehmend eigenständig betriebliche Entscheidungen
treffen und die Effizienz weiter steigern. Zudem sorgen cloudbasierte
Lösungen dafür, dass auch kleinere Unternehmen KI-Prognosen
gewinnbringend einsetzen können. Schnell sein lohnt sich
also: Wer früh einsteigt, hat die Chance, sich mit KI wichtige
Marktanteile zu sichern.
Quellenhinweis:
[1] https://www.pwc.de/de/energiewirtschaft/kuenstliche-intelligenz-in-derenergiewirtschaft.html,
abgerufen am 30. Juli 2025
Foto: Norman – stock.adobe.com
www.ak-online.de
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 35
BEST PRACTICE
KOMPAKTE AUTOSTORE-ANLAGE ZEIGT AUTOMATISIERUNGSPOTENZIAL AUF
LAGERKAPAZITÄT VERDREIFACHT
Mit einer kompakten AutoStore-Anlage für das
Warenlager am neuen Unternehmensstandort
der A.R.T. Components GmbH unterstreicht
Element Logic, dass sich Automatisierung auch
für kleinere und mittelständische Unternehmen
rentiert. Die Flexibilität der Technologie
ermöglicht deutliche Kapazitäts- und
Effizienzsteigerungen und bietet als
mitwachsende Lösung langfristige
Investitionssicherheit.
Mit einem Standardsortiment von rund 60.000 Produkten
zählt die A.R.T. Components GmbH mit Sitz in
Hohenbrunn, südöstlich von München, zu den maßgeblichen
Anbietern von Elektromechanikbauteilen
in Oberbayern. Das Gros der Befestigungstechnik und der Lichtleiter,
des Montage- und LED-Zubehörs sowie der Schutzkappen,
Abstandshülsen, Abstands- und Distanzhalter ist direkt ab Lager
am neuen, Ende des Jahres 2024 bezogenen Unternehmensstandort
vorrätig. Eine Fläche von 2.000 m² steht dort für die Lagerhaltung
des Elektromechanik-Großhändlers bereit.
Zur Optimierung der Lagerprozesse und Beschleunigung der
Auftragsabwicklung setzte der Mittelständler mit Umzug an den
neuen Standort von Beginn an auf Automatisierung. Nach ersten
Sondierungen bot die Intralogistikmesse Logimat in Stuttgart im
Frühjahr 2023 Gelegenheit, verschiedene Automatisierungslösungen
und Anbieter konkreter zu identifizieren. Dabei fiel die
Wahl schließlich auf die AutoStore-Technologie und Systemintegrator
Element Logic. Mitte 2024 erhielt der Projektplaner und
-realisierer aus Bad Friedrichshall den Zuschlag für das Automatisierungsprojekt.
„Bei einem solchen Projekt ist für ein Unternehmen unserer
Größe verlässliche, partnerschaftliche Zusammenarbeit ein
wichtiges Entscheidungskriterium“, erklärt A.R.T. Components-
Geschäftsführer Maximilian Richter. „Mit Element Logic kamen
wir ‚auf Augenhöhe‘ zusammen. Wir stießen auf einen aufmerksamen
Anbieter, der unsere Problemstellung sofort erfasste, intelligente
Lösungsansätze vermittelte und letztlich auch überzeugende
Referenzprojekte präsentierte.“
HOHE EFFIZIENZ UND ANLAGENVERFÜGBARKEIT
„Klein, aber fein“, lässt sich die umgesetzte Automatisierungslösung
zur Kleinteilelagerung umschreiben. Mit der AutoStore-
Technologie entschied sich das mittelständische Unternehmen
für ein modulares, durchgängig skalierbares Lagersystem, das als
mitwachsende Lösung mit hoher Geschwindigkeit, Lagerdichte
und Genauigkeit optimale Bedingungen für Lagerung und Kommissionierung
bietet. Ein flexibel gestaltbares Aluminiumraster
(Grid) erschließt maximale Lagerkapazität und stellt den Rahmen
für die Lagerplätze. Die Lagerplätze sind vertikal in Schächten
angeordnet, in denen die Systembehälter übereinandergestapelt
und die Produkte vorgehalten werden. Lagerbediengeräte
36 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
BEST PRACTICE
01
01 Die Behälter lassen sich 8-fach unterteilen und jedes
Fach mit unterschiedlichen Artikeln bestücken
02 Blick auf einen der beiden SwingPorts, die jeweils über
einen BinLift aus der Anlage mit Behältern versorgt werden
02
(Roboter) fahren auf dem Grid und übernehmen die Ein-, Umund
Auslagerungen. Die Kommissionierung findet an Arbeitsstationen
des Systems (Ports) statt.
AUTOSTORE-ANLAGE AUF EINEM
ZWISCHENGESCHOSS
Für das Automatisierungsprojekt in dem in nachhaltiger Holzbauweise
und lichtdurchfluteter Architektur erstellten Lager konzipierte
Element Logic eine exakt auf die räumlichen Gegebenheiten
ausgelegte, kompakte und platzsparende Anlage. Das Grid
bietet in seinen Kanälen 7.340 Stellplätze. Bis zu 16 der 330 mm
MODULARE LAGERTECHNIK
WÄCHST MIT DEN ANFORDE-
RUNGEN DER UNTERNEHMEN
teilelagerung konnten wir verdreifachen und für die Paletten sind
fünfmal mehr Stellplätze verfügbar.“
Möglich ist dies durch den Einsatz von zwei AutoStore-Swing-
Ports, die unter dem Zwischengeschoss auf dem Hallenboden installiert
sind. Sie werden jeweils über einen BinLift aus der Anlage
versorgt. Bis zu neun Meter Höhenunterschied überwinden
solche BinLifte. Ausgelegt sind die unter der Anlage liegenden
SwingPorts auf eine Leistung von jeweils bis zu 150 Behälterbereitstellungen
pro Stunde.
Für grundsätzlich effiziente Prozesse sorgt der eManager, die
Plug-and-Play-Lagerverwaltungssoftware von Element Logic für
AutoStore. Mithilfe einer dynamischen Schnittstelle zum Lagerverwaltungssystem
des Elektromechanik-Großhändlers maximiert
die Software die Lagereffizienz. Dabei koordiniert der
eManager kontinuierlich die Arbeitslast, verwaltet den Bestand
und erstellt Aufgaben für eine nahtlose Auftragsabwicklung. Zur
Wartung und Pflege sowie zur langfristigen Sicherung der Anlagenverfügbarkeit
haben die A.R.T. Components GmbH und Element
Logic eine Servicevereinbarung geschlossen.
AUFTRAGSABWICKLUNG SPÜRBAR
BESCHLEUNIGT
Seit Januar dieses Jahres läuft die AutoStore-Anlage am Sitz von
A.R.T. Components im Volllastbetrieb. Inzwischen hat der Konstruktionsteile-Großhändler
seinen Durchsatz deutlich gesteigert
und konnte die Auftragsabwicklung beschleunigen. „Alles in allem
eine kompakte und effiziente Lösung, die belegt, dass Automatisierung
auch für kleinere und mittelständische Unternehmen
sinnvoll ist, Investitionssicherheit bietet und die Wettbewerbsfähigkeit
stärkt“, fasst Kieninger zusammen. „Die Anlage
wird zu weiterem Unternehmenswachstum der A.R.T. Components
GmbH beitragen.“
Fotos: Element Logic
www.elementlogic.de
hohen Systembehälter stehen in den Schächten übereinander.
Die Behälter lassen sich 8-fach unterteilen und jedes Fach mit
unterschiedlichen Artikeln bestücken. Vier Roboter bedienen die
Anlage und versorgen zwei Ports.
Besonderheit: Um die 2.000 m² Lagerfläche noch optimaler zu
nutzen, wurde die komplette AutoStore-Anlage auf einem eingebrachten
Zwischengeschoss installiert. „In erster Linie dort, wo
Fläche nur eingeschränkt verfügbar oder teuer ist, muss die zur
Verfügung stehende Raumhöhe optimal genutzt werden“, sagt Joachim
Kieninger, Director Strategic Business Development, Element
Logic Germany GmbH. „Die Einbindung von Zwischengeschossen
ist dafür eine gute Option.“
Mit der Mezzaninlösung wird einerseits die Gebäudehöhe vollständig
ausgeschöpft. Andererseits lässt sich die Fläche unter der
Anlage für weitere Lagerungsoptionen, Kommissionierprozesse,
Versandfertigung und -Bereitstellung nutzen. „In der AutoStore-
Anlage sorgen die Roboter für effiziente Prozesse“, hebt Geschäftsführer
Richter hervor. „Die Kapazitäten für die Kleinwww.foerdern-und-heben.de
f+h FOKUS KMU 2025 37
RETROFIT
WIE RETROFITTING DIE DENKWEISE IN DER AUTOMATISIERUNG VERÄNDERT
INTELLIGENTE EVOLUTION STATT
TEURER REVOLUTION
Für viele kleine und mittlere Unternehmen
(KMU) ist ein kompletter Austausch ihrer
Automatisierungslösungen weder wirtschaftlich
noch organisatorisch tragbar. Retrofitting bietet
eine Alternative: Statt bestehende Anlagen zu
ersetzen, werden sie gezielt modernisiert. Das
senkt Risiken, spart Ressourcen und ermöglicht
eine schrittweise Digitalisierung. Wichtig sind
dabei eine klare Zieldefinition, eine fundierte
Bestandsaufnahme und die kompetente
Begleitung durch erfahrene Fachpartner. So lässt
sich Automatisierung evolutionär umsetzen
– effizient, realistisch und anschlussfähig.
fähigkeit. Darüber hinaus eröffnet Retrofit die Möglichkeit,
durch den Einsatz smarter Technologien zusätzliche Potenziale
zu erschließen: Moderne Sensorik erlaubt eine präzisere Prozessüberwachung,
intelligente Steuerungssysteme steigern die
Transparenz, und mithilfe energieeffizienter Antriebstechnik
lassen sich deutliche Einsparungen realisieren. Diese Erweiterungen
und Verbesserungen finden modular statt – ohne tiefgreifende
Eingriffe in bestehende Strukturen und in der Regel
ohne längere Betriebsunterbrechungen.
Retrofitting eröffnet KMU einen evolutionären Weg in die
Automatisierung: Schritt für Schritt, planbar und finanziell
überschaubar. Diese Herangehensweise reduziert nicht nur Investitionsrisiken,
sondern ermöglicht auch eine nahtlose Integration
in bestehende Abläufe – ein Vorteil in einem Umfeld, in
dem Flexibilität und Anpassungsfähigkeit über den Unternehmenserfolg
entscheiden. Vor allem wenn das Retrofit im laufenden
Betrieb umgesetzt wird, sind jedoch eine sorgfältige Planung
und ein professionelles Projektmanagement unerlässlich,
um Störungen zu minimieren und den Erfolg der Maßnahme
sicherzustellen.
„Hilfe, meine Automatisierungstechnik ist nicht mehr zeitgemäß
– und jetzt?“ Mit dieser Frage sehen sich derzeit viele kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) konfrontiert. Die Anforderungen
an moderne Logistikprozesse steigen kontinuierlich: kürzere
Durchlaufzeiten, höhere Prozesssicherheit, bessere Nachverfolgbarkeit
und nahtlose Systemintegration sind längst keine Zukunftsthemen
mehr, sondern betriebliche Realität. Gleichzeitig
geraten bestehende Automatisierungslösungen zunehmend unter
Druck – sei es durch veraltete Steuerungstechnik, mangelnde
Vernetzung oder begrenzte Flexibilität.
Ein kompletter Austausch der vorhandenen Systeme erscheint
vielen Unternehmen jedoch weder wirtschaftlich noch organisatorisch
realisierbar. Die hohen Investitionskosten, die Unsicherheit
im Projektverlauf und die drohenden Betriebsunterbrechungen
machen diesen Schritt zu einem schwer kalkulierbaren Risiko.
Hinzu kommt ein verbreitetes Missverständnis: Dass sinnvolle
Modernisierung zwangsläufig einen vollständigen Neubau
erfordere – technologisch, strukturell und finanziell.
EINE PRAGMATISCHE ANTWORT AUF AKTUELLE
HERAUSFORDERUNGEN
Dabei zeigt die Realität längst, dass es auch anders geht – praxisnäher,
wirtschaftlicher und risikobewusster. Ein geeigneter Ansatz
für den Mittelstand ist das Retrofitting, also die gezielte Modernisierung
bestehender Anlagen durch den Einsatz neuer
Soft- oder Hardware. Dabei werden bestehende Automatisierungsanlagen
nicht ersetzt, sondern gezielt modernisiert – mit
dem vorrangigen Ziel, ihre Funktionalität zu sichern und auf den
aktuellen Stand der Technik zu bringen. Retrofit bedeutet zunächst,
die Anlage so aufzurüsten, dass sie mindestens dieselbe
Leistung, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit wie zuvor erbringt –
oft mit höherer Betriebssicherheit und verbesserter Wartungs-
38 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
RETROFIT
ÜBERWINDUNG VERALTETER DENKWEISEN
Eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Automatisierung
ist jedoch die tief verwurzelte Vorstellung, es handle sich
dabei zwangsläufig um tiefgreifende, teure Umbrüche. Genau
an diesem Punkt setzt das Retrofitting an: Es bietet einen alternativen
Denkansatz, der Automatisierung nicht als disruptiven
Einschnitt, sondern als kontinuierlichen Verbesserungsprozess
begreift. Für KMU bedeutet das konkret: Sie können mit vergleichbar
weniger Mitteln erste Erfahrungen sammeln, Technologiepotenziale
testen und ihr Wissen intern aufbauen – ohne
gleich das komplette Logistiksystem auf den Kopf stellen zu
müssen.
TECHNOLOGISCHE VIELFALT ALS CHANCE
BEGREIFEN
Die technologische Entwicklung schreitet rasant voran – von
cloudbasierten Steuerungslösungen über maschinelles Lernen
bis hin zu digitaler Zwillingstechnologie. Für viele KMU ist es jedoch
schwer, in dieser Vielfalt den Überblick zu behalten. Oft
fehlt es an Zeit, Know-how und personellen Ressourcen, um die
passende Lösung für die eigenen Anforderungen zu identifizieren
und umzusetzen.
Genau hier kommen spezialisierte Berater ins Spiel: Mit tiefem
Branchenverständnis, methodischer Analyse und praxiserprobten
Konzepten entwickeln sie individuelle Automatisierungsstrategien,
die technisch realisierbar und wirtschaftlich tragfähig
sind. Der Fokus liegt dabei nicht auf theoretischer Machbarkeit,
sondern auf konkretem Mehrwert: messbare Effizienzgewinne,
geringere Betriebskosten und mehr Zukunftssicherheit.
ERFOLGSFAKTOREN: ZIELDEFINITION UND
FUNDIERTE ANALYSE
Doch wie gelingt der Einstieg in ein Retrofit-Projekt? Ausschlaggebend
ist zunächst eine klare Zielsetzung: Welche Prozesse sollen
verbessert, welche Engpässe beseitigt und welche Kennzahlen
gezielt optimiert werden? Ebenso wichtig ist eine realistische
Bestandsaufnahme: Wie ist der Zustand der bestehenden Anlagen,
wo liegen Schwächen und wo ungenutzte Potenziale? Ein
Retrofit lohnt sich in erster Linie dann, wenn häufige Ausfälle,
hohe Wartungskosten oder fehlende Ersatzteile den Betrieb stören,
die Software zentrale Funktionen nicht unterstützt oder Prozesse
nicht mehr den Qualitäts- und Effizienzerwartungen entsprechen.
Nur mit diesen Grundlagen lassen sich sinnvolle Investitionen
tätigen – und diese auch intern wie extern überzeugend begründen.
Eine methodisch fundierte Beratung unterstützt dabei nicht
RETROFITTING ERÖFFNET KMU
EINEN EVOLUTIONÄREN WEG IN
DIE AUTOMATISIERUNG
nur die Auswahl passender Technologien, sondern auch die Risikobewertung
und Kosten-Nutzen-Abwägung. Fehlerhafte
Schnittstellen, unerwartete Wechselwirkungen zwischen alten
und neuen Komponenten oder unterschätzte Umstellungszeiten
können hier schnell teuer werden – erfahrene Experten erkennen
diese Risiken frühzeitig und entwickeln geeignete Gegenmaßnahmen.
RETROFITTING ALS WEGBEREITER FÜR
DIGITALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT
Moderne Automatisierungslösungen gehen heute weit über
klassische Prozessoptimierungen hinaus. Durch das Nachrüsten
von Internet-of-Things-(IoT-)Komponenten werden selbst
ältere Anlagen „smart“: Sie erfassen Betriebsdaten, kommunizieren
miteinander und liefern wertvolle Informationen für die
vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), eine bessere
Ressourcenplanung und schnellere Reaktionszeiten im
Störungsfall.
Auch ökologische Ziele rücken stärker in den Fokus: Wer durch
moderne Technik Energie spart und Emissionen reduziert, senkt
nicht nur die Betriebskosten, sondern erfüllt zugleich strengere
gesetzliche Vorgaben und steigende Kundenanforderungen in
Sachen Nachhaltigkeit und Sicherheit. So wird Automatisierung
zu einem strategischen Hebel – nicht nur für Effizienz, sondern
auch für verantwortungsvolles Wirtschaften.
FAZIT
Retrofitting bietet kleinen und mittleren Unternehmen eine realistische,
flexible und wirtschaftlich tragfähige Möglichkeit, bestehende
automatisierte Anlagen gezielt zu modernisieren – ohne
disruptive Eingriffe, aber mit klarem Fokus auf nachhaltige
Wertschöpfung. Der Schlüssel liegt in der Verbindung aus technischer
Machbarkeit, individueller Zieldefinition und fachkundiger
Begleitung durch erfahrene Partner.
Autor: Marcel Wilhelms, Chief Executive Officer (CEO) EPG Consulting,
Boppard-Buchholz
Foto: EPG Consulting
www.epg.com
www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 39
PERSONAL
RECRUITING-STRATEGIEN IN DER LOGISTIK
WIE DIGITALE FACHKRÄFTEGEWINNUNG
IN KMU FUNKTIONIEREN KANN
Der Fachkräftemangel wird zu einem immer drängenderen Thema im
Mittelstand, vor allem im Bereich Logistik. Über Annoncen in der Tageszeitung
oder auf Jobportalen gelingt es kaum noch, qualitativ passende Bewerbungen
zu gewinnen. Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
durchdachte Recruiting-Strategien aufbauen? Wie gelingt es, mit Anzeigen
in den sozialen Medien passende Fachkräfte anzusprechen? Und was sind
die Voraussetzungen für ein gutes Digital Recruiting? Marvin Staufenberg,
Geschäftsführer der Mission Personal GmbH, einer Agentur für digitale
Gewinnung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Münster,
erläutert in diesem Beitrag, wie sich die Suche nach Fachkräften verändert
hat und wie Digital Recruiting in KMU gelingen kann.
Laut Institut der Mittelstandsforschung in Bonn ist der Fachkräftemangel
aktuell die größte Herausforderung für KMU
in Deutschland [1]. Schon seit Jahren ist die Transport- und
Logistikbranche von dieser Entwicklung besonders stark betroffen.
Das gilt für den Bereich der Lagerei und für den Transport
auf der Straße [2]. Die Prognosen für die Zukunft und der de-
mografische Zustand der Bevölkerung
sind bekannt: Bis zum Jahr 2036
werden 16,5 Millionen Men-
MARVIN STAUFENBERG,
GESCHÄFTSFÜHRER MISSION
PERSONAL
Die meisten Rückläufer bekommen
KMU, wenn sie ein digitales Bewerbungsportal
zur Verfügung stellen
schen der Babyboomer-Generation in Rente gehen – mit fatalen
Folgen für den Arbeitsmarkt und den Mittelstand. Denn nur ungefähr
12,5 Millionen Arbeitskräfte rücken in die Berufstätigkeit
auf [3].
Dabei kostet jede unbesetzte Stelle Unternehmen bares Geld –
Stichwort: „Cost of Vacancy“. Vakanzen verursachen entgangenen
Umsatz, Kosten für Überstunden, Rekrutierung und Einarbeitung
sowie mögliche Qualitätsverluste, weil mit jeder Mitarbeiterin
und jedem Mitarbeiter auch Know-how das Unternehmen
verlässt. Mit einer Zunahme unbesetzter Stellen im
Unternehmen steigt die Unzufriedenheit beim Personal, das
noch da ist, da es die Mehrbelastung auffangen muss. Das wiederum
schadet dem Ruf als Arbeitgeber, wodurch die Rekrutierung
erschwert wird. Daraus ergibt sich ein Teufelskreis, der zwar monetär
beziffert werden kann, dessen Folgen aber weit über das hinausreichen,
was man in Geld messen kann.
DAS IMAGE DER BRANCHE: EIN PROBLEM
Gut ausgebildete Fachkräfte oder auch Auszubildende für die Logistikbranche
zu finden, gestaltet sich ohnehin schwer aufgrund
des schlechten Images der Branche. Die gängigen Stereotype:
körperlich schwere Arbeit im Lager oder das Fahren von Lkw auf
viel befahrenen Autobahnen. Beides wird mit schlechter Work-
Life-Balance und niedrigem Lohnniveau in Verbindung gebracht.
Im Gegensatz dazu steht die Sinnsuche der Generation Z, die in
den Arbeitsmarkt drängt. Hinzu kommt, dass Großkonzerne wie
Amazon das Lohnniveau in der Branche nach oben drücken, weil
sie einfachen Lagerbeschäftigten deutlich mehr zahlen können
als KMU.
In dieser Gemengelage gilt es, geeignete Recruiting-Strategien
für den Mittelstand zu finden. Die Zeichen der Zeit sind allerdings
an vielen Betrieben vorbeigegangen. Neben der Zusammenarbeit
mit der Agentur für Arbeit schalten mittelständische
Logistiker bevorzugt Anzeigen in der örtlichen Tageszeitung oder
Anzeigenblättchen. Andere bemühen sich zwar schon um eine
digitale Schaltung von Anzeigen über Jobportale oder in sozialen
Medien, aber der rechte Erfolg möchte sich noch nicht einstellen.
40 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
PERSONAL
AUF EINEN BLICK
n Fachkräftemangel verschärft sich dramatisch:
Bis zum Jahr 2036 gehen 16,5 Millionen Babyboomer in
Rente, während nur 12,5 Millionen Arbeitskräfte nachrücken
– die Logistikbranche ist besonders stark betroffen.
n Traditionelle Recruiting-Wege versagen:
Stellenanzeigen in Tageszeitungen und herkömmlichen
Jobportalen führen kaum noch zu qualitativ passenden
Bewerbungen in KMU.
n Employer Branding ist die Grundvoraussetzung:
Vor jeder Stellenausschreibung muss der Online-Auftritt
optimiert werden – sympathische Homepage, Videos und
positive Bewertungen auf Portalen wie kununu sind
wichtig.
n Einfachheit entscheidet über Erfolg:
Je leichter es für Bewerber wird, desto höher die Erfolgsquote.
WARUM SOCIAL-MEDIA-KAMPAGNEN OFT
INS LEERE ZIELEN
ERFOLGREICHE MITARBEITER-
GEWINNUNG BEGINNT MIT
STARKEM EMPLOYER BRANDING
IM DIGITALEN RAUM
page intuitiv und organisch geleitet werden. So lässt sich auch
dem schlechten Ruf der Branche entgegenarbeiten.
SOCIAL RECRUITING – WIE ES GELINGT
Für gelingende Werbung von Mitarbeitern ist die Selbstdarstellung
im Netz elementar – nicht nur in Richtung Kundschaft, sondern
auch als Arbeitgeber. Ist diese Vorarbeit geleistet, kann Social
Recruiting umgesetzt werden. Erfolgversprechend ist, es Bewerbungswilligen
einfach zu machen. Die meisten Rückläufer
bekommen KMU, wenn sie ein digitales Bewerbungsportal zur
Verfügung stellen oder relevante Informationen über Bewerberinnen
und Bewerber in den Social-Media-Kanälen anhand eines
Fragebogens in Erfahrung bringen. Abseits davon wird nur noch
ein Lebenslauf angefordert. Je leichter es für den Bewerber wird,
desto höher die Erfolgsquote.
FAZIT
Wer Recruiting-Strategien erfolgreich auf den Weg bringen will,
darf nicht erst bei der passenden Stellenanzeige anfangen. Was
mit dem Buzzword Employer Branding so hochtrabend daherkommt,
bedeutet einfach, ein durchgehend sympathisches Bild
vom eigenen Unternehmen zu kreieren – im Netz und analog.
Wenn die Voraussetzungen geschaffen sind, funktioniert’s auch
mit der Stellenanzeige.
Quellenhinweise:
[1] https://www.ifm-bonn.org/meta/news/meldung/die-groessten-herausforderungen-2024-fachkraeftemangel-und-zunehmender-wettbewerbsdruck,
abgerufen am 14. August 2025
[2] https://www.forum-verlag.com/fachwissen/zoll-und-export/fachkraeftemangel-logistik/,
abgerufen am 14. August 2025
[3] https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/holger-schaefer-philipp-deschermeier-fast-20-millionen-erwerbstaetige-gehen-bis-2036-in-rente.
html, abgerufen am 14. August 2025
Fotos: Mission Personal, BRN-Pixel – stock.adobe.com
www.mission-personal.de
Die Affinität für neue Medien, digitale Strategien und groß aufgesetzte
Employer-Branding-Kampagnen sucht man in Logistik-
KMU häufig vergebens. Dabei liegt hier ein großes Potenzial. Jobanzeigen
über Social Media haben eine höhere Reichweite als die
Tageszeitung, man holt die Leute da ab, wo sie sind. Für jede Stelle
gibt es das passende soziale Medium – von TikTok bis Linked-
In. Aber: Die Stellenanzeige über Social Media allein ist nicht der
Schlüssel zum Erfolg. Wer auf diesem Weg punkten will, muss
vorher ansetzen und über die Plattformen hinausdenken.
Seit der Erfindung des Smartphones tragen wir alle die Welt in
der Hosentasche mit uns herum. Sehe ich also eine interessante
Stellenanzeige, führt mich schon der nächste Klick auf die Homepage
des Unternehmens. Oftmals treten hier aber die nächsten
Probleme auf: Die Webseite ist unübersichtlich, ich finde nicht
sofort den richtigen Ansprechpartner, erfahre nichts übers Unternehmen
und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder finde
im schlimmsten Fall überhaupt keine Homepage. Die Folge: Ich
bin mit dem nächsten Klick schon wieder weg – im Zweifel beim
Wettbewerb.
Aus diesen Gründen ist der erste Schritt hin zum Digital Recruiting
die Überprüfung des eigenen Online-Auftritts: Employer
Branding. Gibt es Videos über mein Unternehmen? Gibt es Einträge
auf Portalen wie kununu.de, auf denen Arbeitgeber bewertet
werden? Wirken wir sympathisch? Der ganze Online-Auftritt
sollte einer Linie folgen, Besucherinnen und Besucher der Homewww.foerdern-und-heben.de
f+h FOKUS KMU 2025 41
AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG
AUTOSTORE-ANALYSE- UND -REPORTING-TOOLS
SOFTWAREPAKET FÜR DIE
LAGERAUTOMATISIERUNG
SOFTWARE MAXIMIERT SYSTEMLEISTUNG
DAS AUTOSTORE-SOFTWARE-
PAKET UMFASST ZAHLREICHE
TOOLS ZUR AUTOMATISIERUNG
Geschwindigkeit, Agilität und Daten bestimmen
moderne Lagerabläufe. Bei Automatisierungsprojekten
im Lager geht es daher nicht mehr
allein um leistungsfähige Robotik. Der Erfolg
jeder neuen Umsetzung hängt entscheidend von
den Softwaresystemen ab, die gemeinsam mit
der Hardware ausgewählt werden.
Mit dem „Essentials Software Package“ stellt das
Unternehmen AutoStore allen Bestandskunden ein
umfassendes Softwarepaket bereit, das alle Anforderungen
an eine zeitgemäße Lagerautomatisierung in
einer Suite bündelt. Ziel ist es, die Komplexität zu reduzieren, die
Effizienz zu steigern und die Systemleistung in jeder Phase des
Betriebs zu optimieren. Neukunden ermöglicht das All-in-One-
Softwarepaket einen schnellen und skalierbaren Einstieg in die
Welt der Lagerrobotik.
Das Softwarepaket vereint alle für den Betrieb eines AutoStore-
Systems notwendigen Anwendungen in einem Lizenzmodell.
Alle Updates und neue Funktionen sind inbegriffen.
Herzstück der Suite sind leistungsstarke Softwaretools. Dazu
zählt die Router-Software, die mit Routing-Algorithmen für dynamische
sowie wegeoptimierte Roboterrouten sorgt und so die
Effizienz der Roboter um bis zu 40 Prozent steigert. Mit Unify
Connect respektive Unify Analytics stehen Betreibern Datenanalyseplattformen
zur Verfügung, die nahezu in Echtzeit umfassende
Einblicke in alle Betriebsdaten liefern. Dashboards und Visualisierungstools
ermöglichen es, Engpässe zu identifizieren,
Prozesse zu analysieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Das Tool Console ermöglicht es, das System in Echtzeit zu
steuern und Wartungs- sowie Sicherheitsprotokolle auszuführen.
Statt verschiedene Systeme zu verwalten, steuert die Software
alle Abläufe zentral und passt sich flexibel an wechselnde Fulfillment-Anforderungen
an. Damit trägt sie dazu bei, die Systemverfügbarkeit
von 99,7 Prozent aufrechtzuerhalten und potenzielle
Störungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Automatisierte
Überwachungs- und Diagnosetools wie Xhandler identifizieren
Fehler proaktiv und beheben sie ohne manuelle Eingriffe,
während die Moduele Backup und Charge-Manager für Ausfallsicherheit
und optimiertes Roboter-Lademanagement sorgen.
SKALIERBAR UND STETS AKTUELL
Das Essentials Software Package ist so konzipiert, dass es mit den
Anforderungen des Unternehmens wächst. Neue Funktionen
und Leistungsverbesserungen werden regelmäßig bereitgestellt
und lassen sich ohne zusätzliche Installations- oder Konfigurationsaufwände
nutzen. Damit bleibt das AutoStore-System stets
auf dem aktuellen Stand der Technik und bietet langfristigen
Mehrwert sowie Investitionssicherheit. Die Komplettlösung vereinfacht
die Einführung und den Betrieb von AutoStore, maximiert
die Systemleistung und sorgt durch intelligente, integrierte
Tools für Transparenz, Effizienz und Zuverlässigkeit.
Peter Bimmermann, Director Sales 3PL Central Europe und
Managing Director, AutoStore System GmbH: „Aufgrund der rasanten
Entwicklung moderner Softwaresysteme wird Software
ein zentraler Treiber der Automatisierung. Durch intelligente Lösungen
werden Prozesse nicht nur einfacher steuerbar, sondern
auch effizienter und anpassungsfähiger. Sie bilden die Grundlage
für intelligente Automatisierung und Business Process Management,
die künftig maßgeblich zur Effizienzsteigerung in der Logistik
beitragen.“
Foto: AutoStore
www.autostoresystem.com
42 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de
SYSTEMORIENTIERT
DENKEN
VERNETZT
HANDELN
8 Print-Ausgaben
im Jahr
+ Sonderausgabe f+h – Fokus KMU
(1x jährlich)
+
Abo-Begrüßungsgeschenk:
Die Konturenlehre
Das Kopieren eines Profils war noch nie so einfach!
Mit dieser Konturenlehre können Sie die Form
von unregelmäßigen Objekten messen, um eine Sofortvorlage
zu erstellen, mit der präzise Schnitte markiert werden können.
Messbreite 25 cm, Messtiefe 6 cm.
(Die Farbe der Konturenlehre ist variabel)
Sichern Sie sich den lückenlosen Bezug wertvoller Informationen!
@ E-Mail: vertrieb@vfmz.de Telefon: 06131/992-148
Ja, ich möchte die Zeitschrift „f+h“ abonnieren
Das Jahresabonnement umfasst 8 Ausgaben + eine Sonderausgabe und kostet € 146,- (Ausland € 156,- netto) inkl. Versandkosten.
Als Begrüßungsgeschenk erhalte ich die Konturenlehre. Nach Ablauf des ersten Bezugsjahres kann das Abonnement jederzeit,
mit einer Frist von einem Monat, schriftlich gekündigt werden.
Unser Dienstleister, die VU.SOLUTIONS GmbH & Co.KG, erhebt Ihre Daten im Auftrag der Vereinigte Fachverlage (VFV) zum Zweck der Vertragsdurchführung, zur Erfüllung der vertraglichen
und vorvertraglichen Pflichten. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Vertrags erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 b) DSGVO. Zudem verwenden
wir Ihre Angaben zur Werbung für eigene und VFV verwandte Produkte. Falls Sie keine Werbung mehr auf dieser Grundlage erhalten wollen, können Sie jederzeit widersprechen. Weitere
Infos zum Datenschutz: ds-vfv.vfmz.de
Name/Vorname
Position
Firma
Abteilung
Straße oder Postfach
PLZ/Ort
Telefon/E-Mail
Datum, Unterschrift
Vereinigte Fachverlage GmbH . Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz . Telefon: 06131/992-200
E-Mail: vertrieb@vfmz.de . Internet: www.vereinigte-fachverlage.de
„f+h“ ist eine Zeitschrift der Vereinigten Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz, HRB 2270, Amtsgericht Mainz,
Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem, Umsatzsteuer-ID: DE 149063659, Gerichtsstand: Mainz
MULTIMEDIAL VERNETZT
KUNDEN GEWINNEN!
FÖRDERTECHNIK
MATERIALFLUSS
LOGISTIK
FLUIDTECHNIK
Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!
Carmen Müller-Nawrath
Head of Sales
Telefon: 0049/6131/992-245
c.nawrath@vfmz.de
Profitieren Sie von unserem
einmaligen Mediennetzwerk!