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f+h fördern und heben KMU/2025

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG IN DER INTRALOGISTIK

Sonderausgabe der Zeitschrift f+h l September 2025 l € 16,50

l

l

TITEL

Hegele: Effizienzschub

10 durch Automatisierung

Mythen der Lager-

06 automatisierung entzaubert

Nutzungsmodelle senken

18 Hürden zur Automatisierung

foerdern-und-heben.de


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was die Branche als Nächstes bewegt.


INTRALOGISTIK IM MITTELSTAND:

HERAUSFORDERUNGEN GEZIELT ANGEHEN

EDITORIAL

Die Intralogistik ist ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Unternehmen – unabhängig von ihrer

Größe. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen dabei vor spezifischen Hürden:

begrenzte Budgets, limitierte personelle Ressourcen und wachsender Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig

steigt der Anspruch, in einer digital vernetzten Welt effiziente und zukunftsfähige Logistiklösungen

umzusetzen.

Mit dieser Sonderausgabe richten wir den Blick auf die Anforderungen von KMU. Unser Ziel ist es,

praxisorientierte Ansätze vorzustellen, die wirtschaftlich tragfähig und zugleich schnell

EFFIZIENZ, DIGITALISIERUNG

UND NACHHALTIGKEIT

STÄRKEN KMU DAUERHAFT

realisierbar sind. Denn Ihre Zeit ist kostbar, und Entscheidungen

müssen oft zügig getroffen werden.

Ein zentrales Thema ist die Digitalisierung. Während große

Unternehmen meist über umfangreiche Investitionsmittel

verfügen, müssen KMU smarte, skalierbare Lösungen entwickeln. Unsere Beiträge zeigen, wie

digitale Werkzeuge und Automatisierung auch im kleinen Maßstab sinnvoll eingesetzt werden

können – von modularen Systemen bis hin zu erschwinglicher Software.

Darüber hinaus widmen wir uns der Prozessoptimierung. Ineffiziente Abläufe binden wertvolle

Ressourcen, doch oft reichen bereits kleine Anpassungen, um spürbare Fortschritte zu erzielen

– sei es durch optimierte Flächennutzung, Lean-Management oder

effiziente Materialflüsse.

Auch nachhaltige Prozesse gewinnen an Bedeutung. Immer mehr KMU

erkennen, dass ökologisches Handeln nicht nur die Umwelt schont,

sondern auch langfristig Kosten senkt und Wettbewerbsvorteile schafft.

Der Blick nach vorn zeigt: Neue Technologien wie künstliche Intelligenz

und autonome Systeme werden die Intralogistik grundlegend verändern.

Auch wenn diese Entwicklungen für KMU mitunter noch fern erscheinen,

lassen sich schon heute entscheidende Weichen stellen.

Nutzen Sie diese Ausgabe als praxisnahes Werkzeug: Prüfen Sie

bestehende Strukturen, lassen Sie sich inspirieren und beschreiten Sie

mutig neue Wege. So gelingt es, die eigene Intralogistik zukunftssicher

auszurichten und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und viele wertvolle Impulse.

Winfried Bauer

– Chefredakteur –

w.bauer@vfmz.de

#connectedintralogistics

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intralogistics

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An infinity of solutions

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INHALT

EDITORIAL

03 Intralogistik im Mittelstand: Herausforderungen

gezielt angehen

BEST PRACTICE

10 TITELSTORY Logistikdienstleister Simon Hegele

erhöht Produktivität und löst Personalfrage durch

Automatisierung

Effizienz gesteigert, Prozesse gesichert

36 Kompakte AutoStore-Anlage zeigt

Automatisierungspotenzial auf

Lagerkapazität verdreifacht

AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

06 FAKTENCHECK Intralogistik-Experte räumt

mit Vorurteilen auf

Warum Automatisierung weniger komplex ist

als gedacht

14 Produktion per FTF weiter automatisiert

Intelligente Intralogistik im Quadrat

17 Neue Fahrzeugfamilie entlastet Mitarbeiter

Planbare Materialflüsse und zukunftssicheres Konzept

26 Hilfe: Ich brauche Automatisierungstechnik –

und jetzt?

Wie KMU auch ohne Konzernbudget starten

30 Wie der Mittelstand die Manufaktur-Spirale

überwindet

Robotik – die Automatisierungslösung für KMU

32 Skalierbare IoT-Lösung für KMU

Mit geringem Aufwand digitalisieren

42 AutoStore-Analyse- und -Reporting-Tools

Softwarepaket für die Lagerautomatisierung

AUTOMATION-AS-A-SERVICE

14

18 Automatisierung in der Intralogistik gelingt über

nutzungsbasierte Modelle

Digitale Lager senken Kosten und entlasten Fachkräfte

ANZEIGE

21

TITELBILD

Linde Material

Handling,

Aschaffenburg

30


Die Zukunft des

AS/RS beginnt jetzt.

34

WAREHOUSE-MANAGEMENT-SYSTEME

21 Vollwertige Softwarelösung ohne finanzielle Hürden

Bis zu drei Jahre kostenloser Zugang zu

professioneller Lagerverwaltung

FÖRDERUNG UND FINANZIERUNG

22 Investitionsbooster und BAFA-Förderung kombinieren

Doppelt profitieren

DIGITALISIERUNG

24 Cloud-ERP und Standardisierung treiben

Digitalisierung der Intralogistik voran

Schlüsselfertiges ERP beschleunigt Einführung

34 KI-gestützte Prognosen helfen Unternehmen bei

Planung und Optimierung

Algorithmen verbessern Geschäftsplanung

RETROFIT

38 Wie Retrofitting die Denkweise in der

Automatisierung verändert

Intelligente Evolution statt teurer Revolution

PERSONAL

40 Recruiting-Strategien in der Logistik

Wie digitale Fachkräftegewinnung in KMU

funktionieren kann

SERVICE

20 Impressum

www.exotec.com/de


AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

FAKTENCHECK

INTRALOGISTIK-EXPERTE RÄUMT MIT VORURTEILEN AUF

WARUM AUTOMATISIERUNG WENIGER

KOMPLEX IST ALS GEDACHT

Gemeinhin gilt Automatisierung im Lager als teuer, unflexibel und nur für

Großunternehmen geeignet. Diese Vorurteile hindern Betriebe daran, ihre

Materialflussprozesse zu modernisieren. Dr. Florian Heydenreich,

Geschäftsführer Still, Hamburg, entkräftet sechs weit verbreitete Mythen

über automatisierte Intralogistiklösungen.

MYTHOS

1

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

stimmt nicht

Florian Heydenreich: Zweifelsohne ist Automatisierung mit

Investitionen verbunden. Aber es handelt sich dabei um eine

Investition, die die Weichen für langfristige Wettbewerbsfähigkeit

stellt. Denn angesichts der Herausforderungen, vor denen

viele Unternehmen derzeit

stehen – wie internationaler

Wettbewerbsund

Kostendruck, Arbeitskräftemangel

und

hohe Volatilität auf vielen

Märkten – ist die Automatisierung

von Materialflussprozessen

eine

sinnvolle und zukunftssichernde

Investition.

Hinzu kommt, dass Automatisierung heute auch mit kleinem

Budget und in bestehenden Strukturen realisierbar ist und

nicht bedeutet, dass Betriebe sich komplett gegen manuelle

Lösungen entscheiden müssen. In vielen Fällen – vor allem in

kleineren Unternehmen – empfiehlt sich ein Mischbetrieb. Mit

Still iGo steht dafür eine skalierbare Automatisierungslösung

bereit, die auch Unternehmen mit moderatem Bedarf und geringem

Automatisierungsgrad einen niedrigschwelligen, kostengünstigen

und unkomplizierten Einstieg in die Welt automatisierter

Prozesse ermöglicht. Zum Einsatz kommen schnell

verfügbare, intuitiv zu konfigurierende und zu bedienende

Fahrzeuge sowie eine Software, die nach dem Plug-and-Play-

Prinzip funktioniert. Sollten die Ansprüche im Laufe der Zeit

wachsen, entwickelt sich die Lösung Schritt für Schritt mit.

FAKT 1

Automatisierung ist heutzutage auch mit

moderatem Budget realisierbar


MYTHOS

2

Die Technik ist noch nicht

ausgereift

Florian Heydenreich: Automatisierte Fahrzeuge und Prozesse

sind längst nicht so neu, wie oftmals angenommen wird.

Entsprechend ist die Technologie – zumindest die von Still –

ausgereift, nach renommierten Standards geprüft und in der

Praxis erprobt. Wenn Automatisierungsprojekte nicht erfolgreich

abgeschlossen werden, liegt das in den seltensten Fällen

an der Technik. Häufiger ist der Mensch die Fehlerquelle:

mangelnde Expertise, unterschätzte Komplexität und unzureichende

Vorbereitung gehören zu den häufigsten Ursachen für

scheiternde Projekte. Probleme entstehen oft schon bei der

Ausschreibung und dem Lastenheft. Werden hier Erwartungen

oder Vorgaben unpräzise oder fehlerhaft formuliert, zieht

sich das durch alle Projektphasen und gefährdet maßgeblich

den Erfolg. Fehler treten zudem bei der Planung der Spitzenlast

auf oder bei der Definition von Schnittstellen und Verantwortlichkeiten.

Um dies zu vermeiden, empfehlen wir Unternehmen

unabhängig von ihrer Größe, sich von Beginn an von

erfahrenen Experten unterstützen und beraten zu lassen.

FAKT 2

Mangelnde Expertise des Automatisierungspartners,

unterschätzte Anforderungen

und unzureichende Vorbereitung sind

drei der häufigsten Gründe für scheiternde

Projekte

Vor dem Hintergrund der aktuellen

Herausforderungen vieler Unternehmen

ist die Automatisierung

von Materialflussprozessen eine

zukunftssichernde Investition

FLORIAN HEYDENREICH,

Geschäftsführer Still

MYTHOS

3

Mit Automatisierung verliert man

an Flexibilität

Florian Heydenreich: Zunächst einmal gewinnen Unternehmen

mit einer Automatisierung ihrer Prozesse Unabhängigkeit

– zum Beispiel vom angespannten Arbeitsmarkt. Prozesse

werden resilienter und weniger anfällig für Fehler und Unfälle.

Darüber hinaus sichern skalierbare Automatisierungslösungen

wie Still iGo sowie technologische Offenheit, beispielsweise

durch den allgemein anerkannten Schnittstellenstandard

VDA 5050, maximale Flexibilität. Unternehmen können

„klein anfangen“ und haben jederzeit die Chance, ihre

Flotte herstellerunabhängig zu erweitern, mithilfe unserer

Software iGo flow automatisierte mit manuellen Geräten zu

synchronisieren, den Automatisierungsgrad zu erhöhen und

schnell und einfach auf sich verändernde Rahmenbedingungen

zu reagieren.

Weitere wichtige Aspekte der Flexibilität sind Service und

Ersatzteilverfügbarkeit. Auch hier haben Unternehmen keinen

Grund zur Sorge: Aufgrund

industrieller Fertigung auf

Basis standardisierter Komponenten

haben bei Still

auch automatisierte Geräte

eine exzellente Ersatzteilverfügbarkeit.

Mithilfe von

Cloud-Backups und digitalem

Zwilling lassen sich

Konfigurationen effizient

anpassen. Im Störungsfall

greifen unsere Spezialisten per Fernwartung direkt auf Fahrzeugcomputer

oder Systeme zu oder sind bei Bedarf schnell

vor Ort – und das optional oder im Notfall 24 Stunden am Tag,

sieben Tage die Woche.

FAKT 3

Mit skalierbaren Automatisierungslösungen

und technologischer Offenheit

gewinnt man Flexibilität

www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 7


AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

FAKTENCHECK

MYTHOS

4

Reparaturen sind aufgrund der

komplexen Technik aufwändig und

der Schulungsbedarf für das Personal

ist hoch

Florian Heydenreich: Automatisierung unkompliziert und

damit auch für kleine und mittelständische Unternehmen zugänglich

zu machen, ist eine wichtige Säule der Still-Automatisierung.

Daher sind unsere fahrerlosen Transportsysteme innerhalb

kurzer Zeit und mit einer Vielzahl spezifischer Ausstattungsoptionen

verfügbar. Ersatzteile sind schnell und einfach

über unsere zentrale Ersatzteilversorgung erhältlich. Die

Wartung und Reparatur von Softwarekomponenten kann mithilfe

eines digitalen Zwillings schnell und vor Ort durch die lokale

Ansprechpartnerin oder den lokalen Ansprechpartner geschehen.

Demzufolge können wir auch für automatisierte

Fahrzeuge einen Service anbieten, wie man ihn schon lange

von manuellen Serienfahrzeugen gewohnt ist.

FAKT 4

Mit dem Einsatz automatisierter Serienfahrzeuge

ist ein schneller und einfacher

Ersatzteilservice sichergestellt

MYTHOS

5

Automatisierung macht Personal

im Lager überflüssig

Florian Heydenreich: Die Automatisierung von Prozessen

nimmt Unternehmen ein Stück weit die Abhängigkeit vom aktuell

sehr angespannten Arbeitsmarkt. Speziell in Zeiten massiven

Arbeitskräftemangels

ist dies gerade für

kleinere Unternehmen oft

eher ein Argument für Automatisierung

als dagegen.

Hinzu kommt, wie

bereits geschildert, dass

im Kontext von KMU in

der Regel einzelne Prozessabschnitte

automatisiert

und nahtlos mit manuellen

Abläufen verzahnt werden. Dadurch entsteht eine

spürbare Entlastung für die komplette Prozesskette. Indem

körperlich schwere, unfallträchtige oder repetitive Arbeiten

von automatisierten Geräten übernommen werden, erhöhen

Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber, verbessern die

Arbeitssicherheit und steigern die Effizienz innerbetrieblicher

Abläufe. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können schrittweise

in das Thema Automatisierung hineinwachsen. Sie erhalten

die Möglichkeit, sich auf andere, anspruchsvollere und interessantere

Tätigkeiten im Unternehmen zu konzentrieren oder

sich fachlich weiterzubilden. Denn Automatisierung schafft

auch Arbeitsplätze.

FAKT 5

Statt Arbeitsplätze zu vernichten, entstehen

neue Tätigkeitsfelder für qualifizierte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

MYTHOS

6

Automatisierung ist nur etwas für

große Unternehmen

Florian Heydenreich: Angesichts der vielfältigen und komplexen

Rahmenbedingungen stehen Unternehmen aller Größen

derzeit unter großem Druck. Die Automatisierung logistischer

Prozesse ist in dieser Situation auch für KMU längst zu

einer attraktiven Möglichkeit geworden, ihre Wettbewerbsfähigkeit

langfristig zu sichern und sich zukunftssicher aufzustellen.

Still hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und mit

Still iGo Szenarien geschaffen, die eine Automatisierung einzelner

Prozesse auch für Betriebe mit überschaubarem Bedarf,

begrenztem Budget, bestehenden Strukturen und wenig

Erfahrung einfach umsetzbar machen. Verfügbarkeit und intuitive

Handhabung einerseits sowie zuverlässiger und flexibler

Service andererseits spielen dabei eine wichtige Rolle. Mit

Fahrzeugen wie den automatisierten Hochhubwagen AXV

iGo und dem EXV iGo hat

Still Lösungen entwickelt,

die exakt auf die Bedürfnisse

vieler KMU zugeschnitten

sind. Sie bieten hohe

Kosteneffizienz, schnelle

Implementierbarkeit und

flexible Skalierbarkeit. Die

smarte Plug-and-Play-Lösung

Still iGo easy schafft

zudem die Voraussetzungen

für eine einfache und

schnelle Inbetriebnahme.

FAKT 6

Automatisierung lässt sich auch mit

kleinem Budget und in bestehenden

Strukturen realisieren

Fotos: Still

www.still.de

8 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


MARKTPLATZ

CLOUDBASIERTES LVS OPTIMIERT

INVENTUR UND VERPACKUNG

Cloudbasierte Lagerverwaltungssysteme (LVS) entwickeln

sich kontinuierlich weiter und bringen neue Funktionen in

die Lager. Das System storelogix der common solutions

GmbH & Co. KG erweitert

seine Möglichkeiten um drei

Bereiche: geführte Inventur,

automatisierte Waagenanbindung

und verbesserte

Kommunikation.

Die geführte Inventur in der

mobilen Anwendung EvoScan

leitet Mitarbeiter systematisch von Lagerplatz zu Lagerplatz.

Jeder Platz wird nur einmal gezählt; Überschneidungen

entfallen. Klare Anweisungen auf dem mobilen Gerät

reduzieren den Schulungsaufwand und minimieren Fehler.

Bei der Verpackung bindet das System nun Waagen direkt

an. Sobald der Packprozess startet, erkennt die Software

automatisch die angeschlossene Waage – herstellerunabhängig.

Das Gewicht wird direkt ausgelesen und an storelogix

sowie den Versanddienstleister übermittelt.

EvoScan fungiert zusätzlich als Kommunikationszentrale.

Leitstandmitarbeiter senden Nachrichten direkt an mobile

Geräte oder bestimmte Nutzer, etwa um Aufträge zu

priorisieren. Auch das gezielte Ausloggen einzelner Nutzer

ist möglich.

Alle Funktionen stehen im Rahmen der Flatrate zur Verfügung.

www.storelogix.de

DIGITALE ZWILLINGE VERKÜRZEN

ENTWICKLUNGSZEITEN

Virtuelle Inbetriebnahmen verkürzen die Entwicklungszeit von

Verpackungsmaschinen erheblich. Applikationen lassen sich

bereits vor der physischen Umsetzung simulieren und testen,

wodurch Fehler frühzeitig erkannt werden. Diese Methode

reduziert den Aufwand

in der Entwicklungsphase

und beschleunigt

die Markteinführung.

SEW-Eurodrive bietet

eine digitale Lösung,

die es Anwendern

ermöglicht, Maschinen

und Applikationen

virtuell zu simulieren.

Der „Digital Twin as an

Automation Service“

eröffnet neue Möglichkeiten: Maschinenbediener, Programmierer,

Konstrukteure und Endanwender können ihre Projekte

effizienter, schneller und ressourcenschonender perfektionieren.

Ein Praxisbeispiel für den Einsatz des Konzepts ist eine

horizontale Schlauchbeutelmaschine. Ein Expertenteam von

SEW-Eurodrive begleitete das Projekt von der ersten Simulation

bis zur finalen Umsetzung.

www.sew-eurodrive.de/automatisierung/

COBOT-ANWENDUNG ERLEICHTERT

EINSTIEG IN AUTOMATISIERUNG

Eine steigende Variantenvielfalt in der Fertigung stellt

Unternehmen zunehmend vor logistische Herausforderungen.

Um diese effizient zu bewältigen, wurde mit dem „Flex

Cobot Palletizer“ eine vorgefertigte Automatisierungslösung

entwickelt, die den Installations- und Integrationsaufwand

reduziert. Die Anwendung basiert auf der „D:Ploy“-Plattform

von OnRobot und

schafft die Voraussetzungen

für den Betrieb einer

robotergestützten

Palettierung ohne

Programmierung oder

externe Anpassungen.

Der Flex Cobot Palletizer

ist darauf ausgelegt,

innerhalb eines Tages in

Betrieb zu gehen und lässt sich mit wenigen Handgriffen an

neue Werkstücke anpassen. Damit eignet sich die Lösung vor

allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die

häufig wechselnde Anforderungen erfüllen müssen. Die

Lösung wurde von der Lorenscheit Automatisierungstechnik

GmbH entwickelt und wird lokal betreut, wodurch die

Anwender von kurzen Wegen und praxisnaher Unterstützung

profitieren.

Durch die standardisierte Bauweise und die transparente

Kostenstruktur erhalten Betriebe eine flexible und wirtschaftliche

Möglichkeit, ihre intralogistischen Prozesse zu

automatisieren.

www.onrobot.com

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BEST PRACTICE

TITELSTORY

LOGISTIKDIENSTLEISTER SIMON HEGELE ERHÖHT PRODUKTIVITÄT

UND LÖST PERSONALFRAGE DURCH AUTOMATISIERUNG

EFFIZIENZ GESTEIGERT, PROZESSE GESICHERT

Logistikfachkräfte sind bekanntlich rar

– und je ländlicher die Gegend, desto

anspruchsvoller wird es für Unternehmen,

trotz Personalmangels sichere, effiziente

Prozesse zu etablieren. Beim Logistikdienstleister

Simon Hegele hat man hierfür

ein verlässliches Rezept gefunden: in

Gestalt kluger und ganzheitlicher

Automatisierungslösungen von

Linde Material Handling.

Im bayerischen Kemnath dreht sich alles um Präzision. Hier,

wo Simon Hegele einen wichtigen Logistikstandort betreibt,

darf kein Weg zu weit und kein Prozess zu komplex sein.

Schließlich beliefert das Unternehmen just-in-time die Fertigung

des weltweit größten Medizintechnikproduzenten nebenan

mit unterschiedlichen Komponenten: von filigranen Kleinteilen

bis hin zu tonnenschweren Modulen für Computertomografen.

Die Materialvielfalt ist enorm, der Bedarf des Healthcare-Kunden

jedoch meist nur schwer planbar. Wie also kann das Unternehmen

seinen selbstgesetzten Anspruch „We make healthcare

work“ dennoch tagtäglich erfüllen – vor allem, wenn es gut ausgebildete

Fachkräfte eher in die großen Metropolen denn in den

oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth zieht?

DIE „LÄNDLICHE VERSORGUNGSLÜCKE“ –

UND EINE LÖSUNG

Ein Blick auf die Ausgangslage: Das 5.800-Seelen-Städtchen Kemnath,

eine gute Autostunde nordöstlich von Nürnberg, zählt

schon heute mehr Industriearbeitsplätze als Einwohner. Weitere

10 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


TITELSTORY BEST PRACTICE

01

Automatisierung gelungen, Team überzeugt (v. l. n. r.): Marcus

Wieland, Leiter IT-Projektmanagement, Oliver Sitzmann, Standortleiter

Kemnath, Sektor Healthcare, Nicole Feiga, Projektleitung FTS, Sektor

Healthcare, Mike Winter, Geschäftsführung, alle Simon Hegele

Gesellschaft für Logistik und Service mbH

ebenfalls frühzeitig mit Simon Hegele, um kosten- und zeitintensive

Nacharbeiten von vornherein auszuschließen. Am Ende

stand ein umfassendes Automatisierungskonzept inklusive virtueller

Simulation. Abgerundet wurde die Planungsphase durch

den Besuch bei einem vergleichbaren Referenzunternehmen.

Der überzeugte die Verantwortlichen vollends vom Linde-Konzept

mit fünf fahrerlosen Schubmaststaplern Linde R-Matic.

Gewerbeflächen sind aktuell im Entstehen. Für die Region eine

äußerst erfreuliche Entwicklung – die den Logistikalltag bei Simon

Hegele allerdings nicht einfacher macht. Standortleiter Oliver

Sitzmann fasst es zusammen: „Wir sind hier komplett auf dem

Land. Staplerfahrer finden wir eigentlich so gut wie gar nicht

mehr.“ Als im Jahr 2022 der Bau eines 20.000 m² großen Logistikzentrums

mit etwa 50 neuen Arbeitsplätzen anstand, war den

Verantwortlichen schnell klar, dass dabei ohne Automatisierung

praktisch gar nichts gehen würde. „Wir haben von Anfang an fest

an diese Technologie geglaubt und waren überzeugt, dass das

funktioniert“, bekräftigt Mike Winter, Geschäftsführer der Simon

Hegele Gesellschaft für Logistik und Service mbH.

SYNCHRONISATION ALS SCHLÜSSEL

Bei Automatisierungsprojekten gilt: Die beste Planung und eine

leistungsstarke Hardware sind erst die halbe Miete – komplettiert

wird ein solches Vorhaben von einer intelligenten Steuerung beziehungsweise

der klugen Integration der FTS-Lösungen in die

bestehende Systemlandschaft. Eine Aufgabe, der sich die IT-Abteilung

von Simon Hegele zusammen mit einem Integrator von

Linde Material Handling widmete. Ihr Ziel bestand darin, die

physischen Bewegungen der Linde R-Matic Schubmaststapler

mit den systemischen Buchungen im Lagerverwaltungssystem so

zu koppeln, dass jeder Vorgang nachvollziehbar ist. „Nur wenn

die Auftragserteilung, die Fahrzeugfahrt und die Rückmeldung

im System deckungsgleich sind, kann die ganze Sache funktionieren“,

erläutert Marcus Wieland, Leiter Projektmanagement IT

bei Simon Hegele.

DAS GROSSE GANZE IM BLICK

Als Partner für das ambitionierte Projekt holte Simon Hegele von

Beginn an Linde Material Handling an Bord. Intralogistikberater

Thomas Eußner vom zuständigen Netzwerkpartner Ernst Müller

Fördertechnik erinnert sich: „Die Ausschreibung kam im Sommer

2022 – einschließlich Lastenheft und erstem Entwurf der

Halle. Die Dimensionen und die Komplexität waren auch für uns

durchaus etwas Besonderes.“

Auf dieser Grundlage begann das Team mit der detaillierten

Analyse und Planung. Jede Kennzahl wurde akribisch geprüft, jede

Annahme hinterfragt: Welche und wie viele fahrerlose Transportsysteme

(FTS) sind für den gewünschten Umschlag erforderlich?

Wie müssen die Fahrwege angelegt sein? Wo braucht es Ladepunkte

und Taxiplätze? Die Bodenverhältnisse besprach man

ZUM BETREIBER

Die Simon-Hegele-Gruppe (www.simon-hegele.com)

gehört zu den innovativsten Dienstleistern entlang

komplexer Supply-Chain-Prozesse. Die Grundsätze

„Logistik weitergedacht“ und „We make healthcare work“

sind seit vielen Jahren der Motor für die Weiterentwicklung

der Unternehmensgruppe und ihrer Dienstleistungen.

Kunden aus den Bereichen Healthcare, Pharma, Industrie

und Handel werden an mehr als 50 Standorten weltweit

hochspezialisierte, auf die jeweiligen Prozesse abgestimmte

Value Added Services angeboten.

Quelle: Simon Hegele

www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 11


BEST PRACTICE

TITELSTORY

02

Noch vor der Lieferung der Fahrzeuge wurden daher gemeinsam

Schnittstellen zwischen der FTS-Leitsteuerung und dem Lagerverwaltungssystem

programmiert, getestet und simuliert. Die

FTS-Leitsteuerung fungiert dabei als Schaltzentrale – sie verteilt

Aufträge aus dem Lagerverwaltungssystem an die FTS-Flotte und

meldet den Status in Echtzeit zurück. Erste Tests fanden in einem

abgeschlossenen virtuellen System statt, um mögliche Fehlerquellen

frühzeitig zu erkennen. Diese gründliche Vorarbeit sollte

sich auszahlen: Seit Inbetriebnahme im September 2024 überzeugt

das Komplettsystem aus Fahrzeugen, Steuerung, Ladetechnik

& Co. mit verlässlicher Leistung.

03

04

EFFIZIENZ TRIFFT TRANSPARENZ

Doch welche Transportjobs übernehmen die fünf Linde R-Matic

konkret? Vereinfacht gesagt geht es um das Ein- und Auslagern

von rund 40 Europaletten und Gitterboxen pro Stunde. Im Detail

gestaltet sich der Prozess ungleich vielschichtiger: Erhält das Unternehmen

eine Lieferung mit Vorprodukten, wird zunächst ein

Label erstellt und am Warenträger angebracht, bevor dieser über

eine Fördertechnik in die Konturenkontrolle gelangt. Dort folgt

das Scannen, Messen und Prüfen. Hat die Einheit den letzten

Kontrollpunkt auf der Fördertechnik erreicht, generiert das Lagerverwaltungssystem

einen Transportauftrag mit Informationen

wie „Wer bin ich?“, „Wie groß bin ich?“ und „Wohin muss ich?“

Die FTS-Leitsteuerung verarbeitet diese Informationen und weist

einem der automatisierten Schubmaststaplern einen Fahrauftrag

mit passendem Lagerplatz zu. Das FTF holt die Palette bzw. Gitterbox

von der Fördertechnik ab und verbringt diese ins Breitgangregallager

mit 22 Regalgassen.

Wird durch den Healthcare-Kunden Material abgerufen, startet

der Auslagerungsprozess und die automatisierten Lagerhelfer

stellen die benötigten Waren für die manuelle Kommissionierung

bereit. Jede Warenbewegung wird digital im Lagerverwaltungssystem

gebucht. So sehen die Mitarbeiter des Logistikdienstleis-

12 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


TITELSTORY BEST PRACTICE

02 Bei Simon Hegele in Kemnath lagern fünf automatisierte

Schubmaststapler vom Typ Linde R-Matic pro Stunde rund 40

Euro paletten und Gitterboxen selbstständig ein und aus

03 Aufgrund der Konturnavigation der automatisierten Schubmaststapler

sind keine Änderungen an der bestehenden Infrastruktur

notwendig

04 Wenn aus Robotern Kollegen werden: Bei Simon Hegele ist die

Automatisierung auch kulturell gelungen. Die fünf Linde R-Matic, die

auf Namen wie „Robo-Lift“, „Simon Hebele“ oder „Hubi“ getauft

wurden, sind als fester Teil des Logistikteams voll akzeptiert

05 Aufgrund des Erfolgs der Automatisierungslösung baut Simon

Hegele die Partnerschaft mit Linde Material Handling weiter aus.

Künftig wird auch auf manuelle Lagertechnik gesetzt. Zwölf neue

Geräte für den Standort sind bereits bestellt, weitere sollen folgen

ters auf Monitoren am Arbeitsplatz unter anderem die Belegung

der Abnahmeflächen sowie anstehende oder laufende Aufträge.

Visualisiert wird zudem der Zustand der FTS-Flotte, d.h., ob ein

Fahrzeug auftragsbereit ist, einen Transport durchführt oder eine

Störung meldet. Auf einen Blick erkennen die Logistikerinnen

und Logistiker darüber hinaus, welches Fahrzeug momentan

welchen Auftrag bearbeitet. Dabei wird nicht nur die Bewegung

des FTS dargestellt, sondern auch der genaue Ort im Lager, an

dem das Fahrzeug aktuell agiert – etwa an der Konturenkontrolle

oder in der Kommissionierzone. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen

für größtmögliche Prozesssicherheit geschaffen

und manuelle Eingriffe auf ein Minimum reduziert.

MENSCHEN UND MASCHINEN SIND EIN TEAM

Bei aller Produktivität: Natürlich war auch bei Simon Hegele eine

gewisse Skepsis seitens der Beschäftigten spürbar, als die automatisierten

Schubmaststapler ihre ersten Bahnen durch das neue

Logistikzentrum zogen. Die Verantwortlichen nahmen die Bedenken

der Belegschaft ernst – und begegneten ihnen unter an-

IN ALLER KÜRZE

Das Fallbeispiel Simon Hegele demonstriert, wie KMU

durch strategische Automatisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit

sichern können. Die ganzheitliche Herangehensweise

– von der detaillierten Bedarfsanalyse über die

Systemintegration bis zur Mitarbeiterschulung – bietet

KMU eine praxiserprobte Blaupause für eigene Automatisierungsprojekte.

Wertvoll sind die Erkenntnisse zur

Synchronisation zwischen FTS-Leitsteuerung und Lagerverwaltungssystem

sowie die

kreativen Ansätze zur Mitarbeiterintegration.

KMU erhalten konkrete

Anhaltspunkte, wie sie Automatisierung

als Lösung für Personalengpässe

nutzen und dabei ihre Teams

erfolgreich in den Transformationsprozess

einbeziehen können. WB

derem mit einer einfachen, aber nachhaltig wirksamen Idee: Das

Team durfte die neuen „automatisierten Kollegen“ benennen. Inzwischen

sind Hebert, Simon Hebele, Store-Me, Robo-Lift und

Hubi weit mehr als Technik – sie sind fester Bestandteil des

Teams und entlasten die Menschen spürbar. Das Learning: Automatisierung

funktioniert am besten, wenn man die Mitarbeiter

einbezieht – mit offener Kommunikation, klaren Zielen … und

ein wenig Humor.

Autor: Louis Vieira, Head of Sales Automation & Intralogistics, Linde Material

Handling, Aschaffenburg

Fotos: Linde Material Handling

www.linde-mh.de

05

www.foerdern-und-heben.de f+h FOKUS KMU 2025 13


AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

PRODUKTION PER FTF WEITER AUTOMATISIERT

INTELLIGENTE INTRALOGISTIK IM QUADRAT

Sigmatek ist ein etablierter Anbieter industrieller

Automatisierungslösungen. Das österreichische

Unternehmen produziert die modularen

elektronischen Einzelkomponenten vollständig

am Firmensitz in Lamprechtshausen bei

Salzburg. Durch die Umstellung der Intralogistik

auf ein fahrerloses Transportsystem (FTS) mit

speziell entwickelten autonomen

Transportfahrzeugen von Melkus Mechatronik

ließ sich der Automatisierungsgrad weiter

erhöhen. Dadurch wird das Personal von

unproduktiven Nebentätigkeiten entlastet

und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.

Digitalisierung und smarte Fertigungstechnologien sind

Grundvoraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit

produzierender Unternehmen auf globalisierten Märkten.

Zugleich sichern sie die Verfügbarkeit bezahlbarer

Produkte für Verbraucherinnen und Verbraucher.

ZUKUNFTSGERICHTETE

AUTOMATISIERUNGSSYSTEME

Seit dem Jahr 1988 entwickelt und fertigt die Sigmatek GmbH &

Co KG Produkte für die industrielle Automatisierung. Zum Portfolio

des inhabergeführten Familienunternehmens gehören für

Maschinen- und Anlagenhersteller Komplettlösungen sowie

kompakte, modulare Einzelkomponenten mit hoher Skalierbarkeit

und Erweiterbarkeit.

Dabei deckt Sigmatek als Komplettanbieter von Ablauf-, Bewegungs-

und Sicherheitssteuerungen sowie Antrieben und Visualisierungssystemen

die Bandbreite industrieller Automatisierung

vollumfänglich ab. Ebenso wie die objektorientierte Engineering-

und Realtime-Software „Lasal“ entwickelt und stellt das

Unternehmen – mit Ausnahme der Motoren – die gesamte Palette

der industrietauglichen Elektronikkomponenten im eigenen

Haus her.

„Aufgrund unserer Flexibilität als mittelständisches Unternehmen

können wir uns auf einem Markt mit deutlich größeren

Wettbewerbern behaupten“, sagt Sigmatek-Geschäftsführer Alexander

Melkus. „Im Einklang mit unserem Geschäftszweck und

angesichts der hohen Standortkosten streben wir eine weitgehende

Automatisierung unserer Produktion an.“

INTRALOGISTIK BINDET ARBEITSKRÄFTE

Lange Zeit galt die Intralogistik als nicht wirtschaftlich automatisierbar

– also die innerbetriebliche Materialversorgung an Arbeitsplätzen

und Maschinen sowie der Weitertransport der bear-

01 Der Melkus Rack Stacker BLS4060

kann Lasten in Höhen von 320 bis

1.800 mm entnehmen oder absetzen

02 Aufgrund der geringen Grundfläche kann das

autonome Transportfahrzeug auch in gemeinsam

mit Menschen genutzten Gängen navigieren

03 Sisi und Franz orientieren sich per

Lidar-Scanner und Slam-Navigation

und kommunizieren per WLAN

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

beiteten und verarbeiteten Materialien. Diese Aufgaben mussten

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion selbst

übernehmen und dazu ihre eigentliche Tätigkeit unterbrechen.

„Das war nicht nur keine angemessene Beschäftigung für unser

qualifiziertes Personal, das ohnehin schwer zu finden ist“, erklärt

Gerald Haas, Vice President Operations bei Sigmatek.

„Wenn diese Fachkräfte wertvolle Zeit mit unproduktiven Nebentätigkeiten

wie dem innerbetrieblichen Warentransport verbringen,

bedeutet das zugleich eine erhebliche Einschränkung

der Produktivität.“

LANGE WEGE AUF ZWEI EBENEN

Dadurch entstand der Wunsch nach einem

hauptzeitparallelen, automatisierten Transport

mithilfe fahrerloser Transportsysteme. Als erster

Schritt sollte der Transport fertig montierter

Steuerungsbaugruppen von den Montagezellen

ins Fertigwarenlager oder bei Bedarf an einen Arbeitsplatz

der Qualitätssicherung automatisiert

werden.

Die Transportwege können bis zu 100 m betragen.

Zudem verteilen sich die neun Stationen auf

zwei Stockwerke. Daher müssen die fahrerlosen

Transportfahrzeuge (FTF) einen Aufzug nutzen,

um das Stockwerk zu wechseln.

HAUPTZEITPARALLELER TRANSPORT

Um die Belegschaft zu entlasten, startete Sigmatek ein Pilotprojekt

mit einem fahrerlosen Transportsystem mit zwei Fahrzeugen

für den Transport von Euroboxen im Montagebereich. Die Evaluierung

verschiedener FTS-Hersteller entschied Sigmatek zugunsten

von Melkus Mechatronic.

Zu den Auswahlkriterien gehörte nicht nur die erwartete hohe

Servicequalität aufgrund geografischer Nähe. Darüber hinaus

überzeugten Sigmatek die kompakten, wendigen Fahrzeuge des

Typs Melkus Q40 sowie die Erfahrung des Herstellers. Die

400 × 400 mm großen FTF benötigen aufgrund der von Sigmatek

entwickelten Simultaneous-Localization-and-Mapping-(Slam)-

Navigation keine installierten Navigationspunkte. Die FTF können

– auch unter Last – auf der Stelle drehen, selbst in beengten

Verhältnissen sicher manövrieren und sich ohne Kraftaufwand

wegschieben lassen, sodass der befahrene Gang seine Funktion

als Fluchtweg behält.

Mit einer von Sigmatek entwickelten mechatronischen Einheit

ist es gelungen, die Stockwerkanwahl der Lastenlifte zu automatisieren,

ohne in deren Steuerung einzugreifen. Damit kann das

Die Melkus Rack Stacker Sisi und Franz

entlasten unsere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter von ungeliebten

Nebentätigkeiten und schaffen durch

den Wegfall des bisherigen Zwischenlagers

die Möglichkeit zur Erweiterung

von bisher zwei auf drei SMT-Linien

GERALD HAAS,

Vice President Operations Sigmatek

FTF den Lift nun autonom ansteuern. Die Fahraufträge werden

über Bedienterminals an den Übergabestationen erteilt.

Schon dieser erste Automatisierungsschritt führte zu einem

deutlichen Produktivitätsgewinn. Das fahrerlose Transportsystem

absolviert täglich mehr als 50 Fahrten. „Dadurch werden unsere

Kolleginnen und Kollegen in der Produktion für ihre eigentlichen

Aufgaben freigesetzt und können ihre Konzentration halten“,

erklärt Haas. „So fließen täglich mehrere Personenstunden

direkt in die Produktion.“

04 Über das offene FTS-Flottenmanagementsystem

TCS erhalten die unterschiedlichen

FTF ihre Anweisungen

05 Auf den Transportwegen müssen die

autonomen Fahrzeuge mit einem Aufzug

das Stockwerk wechseln

06 Zum Aufladen fahren Sisi und Franz

in Transportpausen selbsttätig ihre

Ladestationen an

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

SPEZIELL FÜR DIE ELEKTRONIKFERTIGUNG

Dieser Erfolg legt nahe, auch die Be- und Entladung der SMT-

Linien mit Leiterplattenmagazinen und Euroboxen per FTS zu

automatisieren. SMT steht für Surface Mount Technology, ein

Um die zusätzlichen Funktionalitäten

der Melkus Rack Stacker nutzen zu

können, haben wir das TCS erweitert.

So entstand die Variante TCS 3D, die

nun auch die Höhenlage des Lagerorts

und Versätze in allen Richtungen

berücksichtigt

GERHARD VELDMAN,

Applikationsingenieur Sigmatek

Verfahren, bei dem Leiterplatten beidseitig mit oberflächenmontierbaren

Bauteilen automatisch bestückt, verlötet und geprüft

werden. Dazu durchlaufen die Elektronikbaugruppen die Fertigungslinie

zweimal.

Dieser Automatisierungsschritt sollte deutlich größer ausfallen.

Während im Montagebereich die Fahraufträge über Bedienterminals

an den Übergabestationen verteilt wurden, sollten die

Fahrten in diesem Fall durch die Anbindung an die ERP-Software

bedarfsgerecht ausgelöst werden. Die Fahrzeuge sollten die leeren

Leiterplattenmagazine auftragsgesteuert anliefern und die

fertigen Elektronikbaugruppen abholen. Dabei müssen die Fahrzeuge

ESD-konform ausgelegt sein, um die empfindlichen Elektronikbaugruppen

vor elektrostatischer Aufladung zu schützen.

Innerhalb von sechs Monaten entwickelte Melkus Mechatronic

in enger Zusammenarbeit mit Sigmatek den Melkus Rack Stacker

BLS4060. „Mit diesem dynamischen Klein-FTF haben wir keine

anwenderspezifische Sonderlösung geschaffen, sondern ein Serienprodukt“,

betont Ing. David Barth, Leiter Konstruktion und

Entwicklung bei Melkus Mechatronic. „Das Fahrzeug erfüllt Anforderungen,

wie sie typischerweise in der Elektronikfertigung

oder Feinmechanik anfallen.“

Die präzise und effiziente Übergabe geschieht beidseitig über ein

integriertes Förderbandsystem mit Klemmbacken zum Greifen

der Ladungsträger. Da der Melkus Rack Stacker auf der Stelle drehen

kann, lässt sich die Lastübergabe auch unter beengten Platzverhältnissen

effizient durchführen. Mithilfe eines integrierten

RFID-Scanners werden die Behälter automatisch

identifiziert.

Wie alle FTF des Herstellers basieren auch die

BLS4060 auf Automatisierungstechnik von Sigmatek.

Dies betrifft die CPU, die Displays, die Elektronikmodule

und die Navigationssoftware. Alle

FTF nutzen die Slam-Navigation unter der Regie

des Traffic Control System TCS – beides Entwicklungen

von Sigmatek. Das Flottenmanagementsystem

ist mit der ERP-Software und der Lagerverwaltung

verbunden und übersetzt dadurch Daten

aus der Materialwirtschaft in Fahraufträge. „Um

die zusätzlichen Funktionalitäten der Melkus

Rack Stacker nutzen zu können, haben wir das

TCS erweitert“, erklärt Gerhard Veldman, Applikationsingenieur

bei Sigmatek und verantwortlich für die Entwicklung

des TCS. „So entstand die Variante TCS 3D, die nun auch

die Höhenlage des Lagerorts und Versätze in allen Richtungen

berücksichtigt.“

HÖCHSTE AKZEPTANZ FÜR SISI UND FRANZ

Die Installation hat den Endausbau noch nicht erreicht. Dafür

sind an den Übergabestellen weitere Investitionen erforderlich.

Dennoch sind die positiven Effekte bereits sichtbar. Derzeit gelangen

die Racks automatisch – gesteuert durch die Aufträge aus

dem ERP-System – zu den SMT-Linien und von dort direkt zum

Lagerplatz oder zu einem Inspektionsarbeitsplatz. „Das entlastet

unser Personal von ungeliebten Nebentätigkeiten und hilft zugleich,

Fehler zu vermeiden“, betont Haas. „Darüber hinaus hat

der Wegfall des bisherigen Zwischenlagers in der Produktionshalle

die Arbeitsplatzqualität verbessert und eröffnet uns die

Chance von bisher zwei auf drei SMT-Linien zu erweitern.“

Aufgrund der frühzeitigen Einbindung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in das Projekt ist die Akzeptanz für die zukunftsgerichtete

Technik hoch. Das Personal kannte die Zuverlässigkeit

AGIL IN ENGEN GÄNGEN

Der Melkus Rack Stacker BLS4060 eignet sich für

den Transport und das Handling aller gängigen Leiterplattenmagazine

sowie Euroboxen bis zum Format

400 × 600 mm. Die kurze Entwicklungszeit war

durch den modularen Aufbau aller Fahrzeuge von

Melkus Mechatronic realisierbar. Das System basiert

auf dem erprobten, kompakten Plattform-FTF Melkus

C4060. Die LiFePO 4

-Akkus sorgt für eine unterbrechungsfreie

Betriebsdauer von bis zu acht Stunden.

Eine mit 719 × 676 mm geringe Grundfläche erlaubt

es dem FTF, auf engstem Raum zu navigieren.

„Die Fahrzeuge müssen sich bei uns die Gänge mit

Personen teilen“, erklärt Haas. „Da sich die FTF nach

einem Nothalt ohne großen Kraftaufwand wegschieben lassen,

bleibt ihre Funktion als Fluchtweg vollständig erhalten.“

Auch bei der Lastübergabe griff der FTS-Hersteller auf praxiserprobte

Komponenten zurück. Neu hingegen ist das Liftsystem des

Melkus Rack Stacker. Das Liftsystem erlaubt die Übergabe der

Transportgüter auf Höhen zwischen 320 und 1.800 mm. Entsprechend

dem modularen Konzept ist es als mechatronische Einheit

mit einer eigenständigen Steuerung ausgestattet. Obwohl am

höchsten Punkt einer der beiden Lidar-Scanner montiert ist, passt

das FTF mit einer Höhe von 1.950 mm durch jede Standardtür.

der FTF bereits von den Melkus Q40. Zur besseren Integration der

Melkus Rack Stacker erhielten die neuen Fahrzeuge nach einem

internen Wettbewerb die Namen des früheren Kaiserpaars Sisi

und Franz. Damit wurde das neue Robotik-Duo nicht nur Teil der

Intralogistik, sondern auch ein geschätzter Teil des Teams.

Fotos: Sigmatek

www.melkus-mechatronic.com |

www.sigmatek-automation.com

Der in sechs Monaten in enger Zusammenarbeit

mit Sigmatek entwickelte,

ESD-konforme Melkus Rack Stacker

BLS4060 ist nun ein Serienprodukt und

erfüllt Anforderungen, wie sie typischerweise

in der Elektronikfertigung

oder Feinmechanik anfallen

ING. DAVID BARTH,

Leiter Konstruktion und Entwicklung Melkus

Mechatronic

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

NEUE FAHRZEUGFAMILIE ENTLASTET MITARBEITER

PLANBARE MATERIALFLÜSSE UND

ZUKUNFTSSICHERES KONZEPT

In vielen Produktions- und Montagebereichen

sind Transporte ein Engpass. Personalmangel

verschärft die Situation, gleichzeitig steigen die

Anforderungen an Prozesssicherheit und

Taktung. DS Automotion hat dafür ein neues

Konzept mit der Produktfamilie AMY entwickelt.

Die kompakten, fahrerlosen Transportfahrzeuge

sind für Kleinladungsträger ausgelegt und lassen

sich mit geringem Aufwand in bestehende

Abläufe einbinden.

Ein Einsatzfeld der neuen Gerätefamilie ist die Fertigung von

Spritzgussteilen. Dort fallen Kunststoffteile an, die zwischen

Maschinen, Lager und Montage bewegt werden müssen.

Für das händische Tragen sind häufig die Wege zu weit

und das Material zu schwer; für den Einsatz von Gabelstaplern ist

die Transportaufgabe aber unwirtschaftlich. Ähnliches gilt in der

Montage von Elektromotoren oder Batterien. Einzelne Behälter

mit Bauteilen müssen punktgenau an den Arbeitsplätzen bereitstehen.

Aufgrund kleiner Losgrößen und dynamischer Abläufe

wird der Materialfluss komplexer. „Wir haben festgestellt, dass es

in ganz Europa schwieriger wird, Personal für die Intralogistik zu

finden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Prozesssicherheit.

Genau für diese Situation haben wir den mobilen Roboter

AMY entwickelt – eine Lösung für Kleinladungsträger bis 400 mal

600 Millimeter“, erklärt Karl Rapp, Leiter Vertrieb, Produktmanagement

und Marketing der DS Automotion GmbH, Linz.

DREI VARIANTEN VERFÜGBAR

Nicht jede Produktion braucht die gleiche Lösung. Aus diesem

Grund ist die Produktfamilie in drei Ausführungen verfügbar:

n „AMY deck“ ist die Einstiegsversion für Betriebe mit geringem

Transportvolumen. Der Roboter fährt festgelegte Routen und

wird von Mitarbeitern manuell be- und entladen. Das Gerät ersetzt

Laufwege und entlastet die Belegschaft.

n „AMY flap“ arbeitet mit einem passiven Lastaufnahmemittel.

Der Roboter nimmt Behälter selbstständig von der Übergabestation

auf und bringt sie an ihr Ziel. Die Lösung kommt ohne zusätzliche

Sensorik oder Aktorik an Fahrzeug und Station aus.

n „AMY lift“ ist für die Anbindung an stationäre Fördertechnik

konzipiert. Ein aktiver Hubkamm übernimmt oder übergibt Behälter

automatisch, etwa auf Schwerkraftröllchenbahnen. Diese

Variante ist vor allem für Anwendungen mit hoher Taktung und

vielen Stationen geeignet.

SCHLÜSSELFERTIGES KONZEPT

Alle Varianten sind auf kurze Inbetriebnahmezeiten ausgelegt.

Standardisierte Schnittstellen erleichtern die Integration in bestehende

Prozesse. Über den Flottenmanager „Navios“ lassen

sich die Fahrzeuge einzeln oder im Verbund steuern. Layoutdaten

im Interchange-Format sind direkt einspielbar. Die VDA-

5050-Schnittstelle sorgt für Kompatibilität mit etablierten Systemen.

Aufgrund des skalierbaren Konzepts lassen sich Fahrzeuge

oder Stationen problemlos integrieren. Für Unternehmen bedeutet

das planbare und effiziente Materialflüsse sowie ein zukunftssicheres

Transportkonzept, das Personalressourcen entlastet.

Foto: DS Automotion

www.ds-automotion.com

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AUTOMATISIERUNG IN DER INTRALOGISTIK

GELINGT ÜBER NUTZUNGSBASIERTE MODELLE

DIGITALE LAGER SENKEN KOSTEN

UND ENTLASTEN FACHKRÄFTE

Deutsche Logistikunternehmen investieren Milliarden in globale Lieferketten.

Innerbetrieblich dominieren jedoch weiterhin analoge Prozesse: handschriftliche

Listen, manuelle Steuerung und isolierte IT-Systeme prägen den Arbeitsalltag. Dabei

stehen längst Technologien bereit, die Effizienz steigern und Mitarbeiter entlasten

könnten. Der Fachkräftemangel verstärkt den Handlungsdruck zusätzlich.

Automatisierung wird zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit unerlässlich. Hohe

Investitionskosten und fehlende Kapazitäten verhindern jedoch oft die Umsetzung.

Nutzungsbasierte Modelle wie „Automation-as-a-Service“ bieten einen Ausweg.

Unternehmen zahlen für definierte Logistikleistungen statt für Technologie.

Das senkt Einstiegshürden und ermöglicht skalierbare Automatisierung.

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AUTOMATION-AS-A-SERVICE

Die Logistikbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel.

Während globale Lieferketten zunehmend digital

vernetzt und optimiert sind, bleiben innerbetriebliche

Abläufe – vor allem in der Intralogistik – in vielen Unternehmen

erstaunlich analog. Handschriftliche Kommissionierlisten,

manuell gesteuerte Flurförderzeuge und isolierte IT-Systeme

ohne durchgängige Datenverfügbarkeit prägen nach wie vor den

Alltag.

Dabei sind die technologischen Voraussetzungen für einen

echten Entwicklungssprung längst vorhanden: Autonome Transportsysteme,

intelligente Sensorik und datenbasierte Prozesssteuerung

könnten die Effizienz steigern und das Personal spürbar

entlasten – wenn ihr Einsatz einfacher zugänglich wäre.

Gleichzeitig wächst die Branche weiter: Mit einem prognostizierten

Branchenumsatz von rund 331 Milliarden Euro im Jahr

2024 hat die deutsche Logistikwirtschaft ihre Bedeutung als zentraler

Wachstumsmotor erneut unterstrichen – und sie wächst seit

Jahren kontinuierlich [1], [2]. In einem derart dynamischen Markt

ist Automatisierung längst nicht mehr nur eine Zukunftsvision,

sondern ein betriebswirtschaftlich und strategisch entscheidender

Erfolgsfaktor, um mit dem Tempo der Entwicklung Schritt zu

halten.

FACHKRÄFTEMANGEL ALS

AUTOMATISIERUNGSTREIBER

AUTOMATION-AS-A-SERVICE

MACHT INTRALOGISTIK-AUTO-

MATISIERUNG BEZAHLBAR

Ein zusätzlicher, immer stärker spürbarer Handlungsdruck entsteht

durch den Fachkräftemangel, der die Intralogistik besonders

hart trifft: Gabelstaplerfahrer, Kommissionierer oder Bedienpersonal

für Lagertechnik sind vielerorts nur schwer zu finden.

Automatisierung wird dadurch nicht nur zur Effizienzsteigerung,

sondern zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit unerlässlich.

Gleichzeitig scheitert die Umsetzung in der Praxis häufig an hohen

Investitionshürden oder fehlenden internen Kapazitäten:

Selbst wenn Projekte technisch umsetzbar wären, fehlen oft die

personellen Ressourcen im Management oder das Know-how,

um Potenziale zu erkennen und geeignete Maßnahmen auf den

Weg zu bringen. Um diesem zunehmenden Druck zu begegnen,

rücken konkrete Technologien und digital gestützte Automatisierungsansätze

stärker in den Fokus.

VON INSELLÖSUNGEN ZUR VERNETZTEN

TECHNOLOGIEARCHITEKTUR

Der Markt hält heute eine Vielzahl leistungsfähiger Lösungen bereit:

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) optimieren den innerbetrieblichen

Materialfluss, Pickroboter automatisieren Teile der

Kommissionierung, KI-gestützte Systeme verbessern Bedarfsplanung

und Routenoptimierung. Auch Retrofit-Konzepte und modulare

Automatisierungslösungen ermöglichen es, bestehende

Infrastrukturen schrittweise zu modernisieren und zukunftsfähig

zu gestalten.

Entscheidend ist jedoch nicht nur der Einsatz einzelner Technologien,

sondern ihr Zusammenspiel entlang der kompletten Supply

Chain. Dafür müssen alle beteiligten Akteure mitziehen – technologisch

wie organisatorisch. Künftig wird sich die Auswahl von

Geschäftspartnern verstärkt daran orientieren, wie gut sie sich digital

integrieren lassen. Nur wenn Daten an Schnittstellen nahtlos

fließen, lassen sich Warenströme in Echtzeit effizient steuern. Ohne

eine tragfähige, integrierte Technologiearchitektur bleibt das

volle Potenzial digital gesteuerter Intralogistik ungenutzt.

AUTOMATION-AS-A-SERVICE: NUTZEN STATT

BESITZEN

Ein innovativer Ansatz zur Umsetzung von Automatisierungslösungen

ist das Prinzip „Automation-as-a-Service“. Dabei stehen

nicht mehr Besitz und Anschaffung einzelner Anlagen im Vordergrund,

sondern die nutzungsbasierte Inanspruchnahme einer

definierten Logistikleistung. Unternehmen bezahlen nicht für die

Technologie selbst, sondern für deren operative Wirkung – etwa

in Form abgewickelter Transport-, Lager- oder Kommissionierprozesse.

Ein spezialisierter Fulfillment-Partner wie CHG-Meridian unterstützt

im Rahmen dieses Modells bei Aufgaben wie der Bedarfs-

und Potenzialanalyse, der Planung und Auswahl geeigneter

Technologien und übernimmt deren Finanzierung und das

Lifecycle-Management. Der Technologieanbieter stellt die erforderliche

Hardware bereit und verantwortet Betrieb, Wartung und

technische Verfügbarkeit.

Das Modell reduziert die Investitionshürden signifikant und

schafft die Voraussetzungen für einen skalierbaren Einstieg in die

Automatisierung – ohne hohe Anfangskosten und mit verringertem

Risiko. Im Idealfall trägt sich die Lösung über die Einsparungen,

die sie im laufenden Betrieb generiert – „Pay as you earn“.

Unternehmen erhalten so Zugang zu moderner Technologie, ohne

ihre Liquidität zu belasten oder langfristig Kapital zu binden.

Damit wird nicht nur der Einstieg in die Automatisierung erleichtert,

es entsteht auch die notwendige Grundlage für skalierbare

und zukunftsfähige Infrastrukturen.

SKALIERBARKEIT ALS ERFOLGSFAKTOR IN

DYNAMISCHEN MÄRKTEN

Vor allem in dynamischen Märkten ist es entscheidend, Automatisierungslösungen

anpassen zu können. Skalierbarkeit bedeutet

nicht nur erweiterbare Technik, sondern auch flexible Ressourcenallokation,

zum Beispiel durch Upgrades, Zusatzfunktionen

oder zeitlich begrenzte Erweiterungen. Externe Partner können

dabei helfen, technische Ausbaustufen planbar zu machen und

sicher umzusetzen. Die entscheidende Frage lautet dabei oft: Wie

schnell lassen sich neue Module integrieren, ohne bestehende

Prozesse zu stören? Hier kommt es auf saubere Vorplanung und

eine enge Abstimmung zwischen Betreiber, Technologieanbieter

und Finanzierungspartner an.

RETROFIT ODER NEUANLAGE:

WAS LOHNT SICH WANN?

Die Frage nach Retrofit oder Neubau hängt stark vom Zustand

und der Skalierbarkeit bestehender Systeme ab. In vielen Fällen

kann eine Nachrüstung sinnvoll sein – etwa durch Sensorik, softwaregestützte

Steuerung oder teilautonome Fahrzeuge. Wenn jedoch

Prozesse grundsätzlich neu gedacht werden müssen, kann

ein kompletter Neuansatz wirtschaftlicher sein. Eine sorgfältige

Wirtschaftlichkeitsanalyse bildet hier die Entscheidungsgrundlage.

Unternehmen, die mit Retrofit-Lösungen starten, sollten langfristige

Skalierbarkeit dennoch mitdenken – etwa durch offene

Schnittstellen oder modulare Erweiterungsoptionen.

PRAXISBEISPIEL: AUTOMATISIERUNG EINES

LAGERBEREICHS IN DER INDUSTRIE

Denken wir an ein mittelständisches Produktionsunternehmen,

das ein zentrales Warenlager mit hohem Umschlag betreibt. Die

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AUTOMATION-AS-A-SERVICE

AUF EINEN BLICK

n Fachkräftemangel verstärkt Automatisierungsdruck:

Gabelstaplerfahrer und Kommissionierer sind schwer

zu finden. Automatisierung wird von der Effizienzsteigerung

zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit.

n Vernetzung entscheidet über Erfolg:

Einzelne Technologien reichen nicht aus. Erst das

Zusammenspiel aller Systeme entlang der Supply Chain

schafft die Basis für effiziente Echtzeitsteuerung von

Warenströmen.

n Servicemodelle senken Einstiegshürden:

„Automation-as-a-Service“ macht Automatisierung

ohne hohe Anfangsinvestitionen möglich. Unternehmen

zahlen für definierte Logistikleistungen statt für

Technologie.

n Skalierbarkeit als Erfolgsfaktor:

Flexible Ressourcenallokation durch Upgrades und

zeitlich begrenzte Erweiterungen unterstützt die

Anpassung an dynamische Marktanforderungen ohne

Prozessstörungen.

zonen und Kommissionierung transportieren. Im zweiten Schritt

können Pick-by-Light-Systeme und Fördertechnik integriert werden.

Die komplette Umsetzung findet dabei herstellerneutral mit

Unterstützung eines Technologiepartners statt – die Finanzierung

und das Lifecycle-Management übernimmt ein Fulfillment-

Partner. So kann das Unternehmen ohne großen Kapitaleinsatz

eine moderne, skalierbare Lagerstruktur aufbauen. Bei wachsendem

Bedarf lässt sich das System durch zusätzliche Routen, Behälterplätze

oder Kommissionierstationen erweitern.

FAZIT

Für Intralogistikverantwortliche lohnt sich ein pragmatischer

Zugang zur Automatisierung. Nicht alles muss sofort umgesetzt

werden – entscheidend ist, zu starten. Nutzungskonzepte wie

„Automation-as-a-Service“ helfen, die Einstiegshürden zu senken

und Prozesse schrittweise zu transformieren. Eine fundierte

Potenzialanalyse, realistische Zielsetzungen und kompetente

Partner schaffen die Basis für einen erfolgreichen und wirtschaftlichen

Wandel. Wer mit einem schlanken Pilotprojekt beginnt,

schafft nicht nur erste Erfolge, sondern sammelt auch wertvolle

Erfahrung für den nächsten Skalierungsschritt.

Quellenangaben:

[1] https://www.bvl.de/service/zahlen-daten-fakten/umsatz-und-beschaeftigung,

abgerufen am 24. August 2025

[2] https://de.statista.com/themen/733/transport-undlogistik/#:~:text=Im%20Jahr%202024%20betrug%20der,konkurrierenden%20

H%C3%A4fen%20in%20der%20Nordsee, abgerufen am 24. August 2025

Autor: Dirk Matura, Managing Director Industrial Solutions, CHG-Meridian,

Weingarten

Fotos: CHG-Meridian, Andrey Popov – stock.adobe.com

www.chg-meridian.de

IMPRESSUM

manuelle Ein- und Auslagerung sorgt regelmäßig für Verzögerungen,

hohe Personalkosten und ungleichmäßige Auslastung der

Kommissionierbereiche. Im Rahmen eines Nutzungskonzepts

lässt sich der Materialfluss sukzessive automatisieren: Zunächst

können fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) zum Einsatz kommen,

die Paletten automatisch zwischen Wareneingang, Lagererscheint

jährlich als Sonderpublikation

der Zeitschrift f+h

ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130

REDAKTION

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer (WB)

Tel.: 06131/992-321, E-Mail: w.bauer@vfmz.de

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Redaktionsassistenz:

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WAREHOUSE-MANAGEMENT-SYSTEME

VOLLWERTIGE SOFTWARELÖSUNG OHNE FINANZIELLE HÜRDEN

BIS ZU DREI JAHRE KOSTENLOSER ZUGANG

ZU PROFESSIONELLER LAGERVERWALTUNG

Das Softwareunternehmen Bitergo

aus Dortmund hat das Portfolio um

eine kostenlos verfügbare Version

seiner in der Praxis erprobten

Lagerverwaltungssoftware ergänzt.

Die Initiative richtet sich gezielt an

Start-ups sowie kleine und mittlere

Unternehmen (KMU), die ohne

finanzielle Belastung an einer

professionellen Lagerverwaltung

interessiert sind.

Im Gegensatz zu „Freemium“-Modellen bietet „Bitergo WMS

Free“ den vollen Funktionsumfang der Bezahlversion – nur die

Nutzerzahl ist auf drei Anwender begrenzt, und der Support

auf zwei Stunden pro Monat. „Wir glauben fest daran, dass

auch kleinere Unternehmen Zugang zu professionellen Tools haben

sollten, um im zunehmend digitalisierten Wettbewerbsumfeld

bestehen zu können“, erklärt Dieter Sellner, Geschäftsführer

der Bitergo GmbH. „Mit unserem kostenlosen WMS-Angebot

senken wir die Einstiegshürde und ermöglichen echte Prozessoptimierung

ohne finanzielle Belastung.“

SCHNELL IMPLEMENTIERT, ZUKUNFTSSICHER

KONZIPIERT

Laut dem Anbieter zeichnet sich die Software durch eine einfache

Installation aus und ist innerhalb weniger Tage einsatzbereit.

Die Lösung wächst bei Bedarf mit den Anforderungen mit. Da

sich der Serverstandort in Deutschland befindet, ist eine hohe

WIR DEMOKRATISIEREN

PROFESSIONELLE

LAGERVERWALTUNG

DIETER SELLNER,

Geschäftsführer Bitergo

Mit dem Angebot

„Bitergo WMS Free“ will

der Softwarenanbieter

Wachstumsbarrieren

für aufstrebende

Unternehmen

beseitigen

Datensicherheit und Compliance-Konformität gegeben. Diese

Eigenschaften machen die Software attraktiv für junge Unternehmen

mit dynamischen Entwicklungsperspektiven.

Das kostenlos verfügbare Programm steht zunächst ausschließlich

Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich und der

Schweiz zur Verfügung und ist auf bis zu drei Jahre angelegt. Interessierte

Unternehmen werden nach Prüfung durch den Softwareanbieter

für das Programm freigeschaltet. „Mit dieser Initiative

möchten wir in erster Linie die Start-up-Szene und den Mittelstand

unterstützen“, so Sellner weiter. „Wir sehen ein großes

Potenzial in diesen Segmenten und möchten einen konkreten

Beitrag zu deren Wachstum leisten.“

Fotos: Bitergo

www.bitergo.com/de/bitergo-wms-free

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INVESTITIONSBOOSTER UND BAFA-FÖRDERUNG KOMBINIEREN

DOPPELT PROFITIEREN

Unternehmen bietet sich seit dem 1. Juli

eine einmalige Gelegenheit: Wer jetzt in

Intralogistiklösungen investiert, kann doppelt

profitieren. Mit der neuen degressiven

Abschreibung von bis zu 30 Prozent jährlich

sowie attraktiven Förderprogrammen des

Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

(BAFA) erhalten Unternehmen mehr finanziellen

Spielraum. Toyota Material Handling

Deutschland begleitet seine Kundschaft auf dem

Weg zu maximaler Investitionseffizienz und

übernimmt die Antragstellung und -abwicklung.

Mit dem neuen „Investitionsbooster“ der Bundesregierung

haben Unternehmen seit dem 1. Juli die

Möglichkeit, ihre Investitionen in bewegliche Wirtschaftsgüter

wie Gabelstapler, Lagertechnikgeräte,

Regaltechnik oder Automatisierungslösungen steuerlich schneller

geltend zu machen.

LIQUIDITÄTSSPIELRÄUME IN WIRTSCHAFTLICH

HERAUSFORDERNDEN ZEITEN SCHAFFEN

Kernstück der Maßnahme ist die Wiedereinführung der degressiven

Abschreibung (AfA) in Höhe von bis zu 30 Prozent jährlich.

Unternehmen können dadurch in den ersten Jahren nach der Anschaffung

einen höheren Anteil der Investitionssumme steuerlich

ansetzen als bei der linearen Abschreibung. Das schafft Liquiditätsspielräume,

die vor allem in wirtschaftlich herausfordernden

Zeiten einen zusätzlichen Investitionsanreiz bieten. Der

AfA-Bonus gilt für Investitionen, die zwischen dem 1. Juli 2025

und dem 31. Dezember 2027 getätigt werden.

„Viele Unternehmen zögern aktuell bei Investitionen – obwohl

sie eigentlich wissen, dass sie modernisieren müssten“, erklärt

Jan Toepser, Leiter Feldvertrieb bei Toyota Material Handling

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FÖRDERUNG UND FINANZIERUNG

JAN TOEPSER, LEITER

FELDVERTRIEB TOYOTA MATERIAL

HANDLING DEUTSCHLAND

Mit dem Investitionsbooster und der

Möglichkeit zur degressiven Abschreibung

liefert der Bund einen Hebel, um wirtschaftlich

kluge Entscheidungen auch

umzusetzen

Das BAFA-Modul 6 treibt die Elektrifizierung der Flurförderzeugflotten

weiter voran und bietet kleinen Unternehmen die Möglichkeit,

33 Prozent der Investitionssumme gefördert zu bekommen.

Dazu müssen Diesel- oder Gasstapler durch neue Elektrostapler

ersetzt werden.

„Die BAFA-Förderung ergänzt den Investitionsbooster perfekt

– viele unserer Elektrostapler sind genau auf diese Anforderungen

zugeschnitten“, so Toepser weiter. „Unsere Aufgabe ist es,

diese komplexen Möglichkeiten einfach nutzbar zu machen.“

Daher begleitet Toyota Material Handling Deutschland durch

den Förderprozess – angefangen bei der genauen Bedarfsermittlung,

über den Fördercheck und die Antragsstellung beim BAFA,

Attraktiv wird die Investition in moderne Elektrostapler, wenn

zusätzlich eine staatliche Förderung über das Bundesamt für Wirtschaft

und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch genommen wird

Deutschland. „Mit dem Investitionsbooster und der Möglichkeit

zur degressiven Abschreibung liefert der Bund einen Hebel, um

wirtschaftlich kluge Entscheidungen auch umzusetzen.“

Attraktiv wird die Investition in moderne Elektrostapler, wenn

zusätzlich eine staatliche Förderung über das Bundesamt für

Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch genommen

wird. In diesem Rahmen sind – etwa über das „Modul 4“ der Bundesförderung

für Energie- und Ressourceneffizienz – Zuschüsse

von bis zu 15 Prozent der Investitionssumme für kleine und bis zu

zehn Prozent für mittlere Unternehmen möglich. Förderfähig

sind dabei unter anderem elektrisch betriebene Flurförderzeuge,

sofern sie eine Energieeinsparung von mindestens 15 Prozent im

Vergleich zum alten Elektrostapler erreichen.

DEGRESSIVE ABSCHREIBUNG +

BAFA-FÖRDERUNG = BIS ZU

45 PROZENT KOSTENVORTEIL

bis hin zur Abwicklung. „Wir verstehen uns nicht nur als Gerätehersteller,

sondern als Partner – vor allem bei Investitionen mit

strategischer Tragweite“, betont Toepser. „Unser Ziel ist es, Unternehmen

in eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Zukunft

zu begleiten.“

Neben der steuerlichen Entlastung und den staatlichen Zuschüssen

profitieren Unternehmen auch in operativer Hinsicht:

Moderne Elektrostapler von Toyota bieten niedrige Betriebskosten,

hohe Energieeffizienz, geringere CO 2

-Emissionen und erfüllen

hohe Anforderungen an Ergonomie und Sicherheit.

Fotos: Toyota Material Handling Deutschland

www.info.toyota-forklifts.de/investitionsbooster

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DIGITALISIERUNG

CLOUD-ERP UND STANDARDISIERUNG TREIBEN DIGITALISIERUNG

DER INTRALOGISTIK VORAN

SCHLÜSSELFERTIGES ERP

BESCHLEUNIGT EINFÜHRUNG

Mittelständische Firmen müssen ihre

Intralogistikprozesse strategisch digitalisieren

und automatisieren, um in Zukunft

wettbewerbsfähig zu sein. Durch den Einsatz

eines vorkonfigurierten Software-as-a-Service

(SaaS) Cloud-ERP lässt sich eine solche

Transformation mit einem hohen

Standardisierungsgrad durchführen.

Die mittelständische produzierende Industrie steht einem

Dreiklang aus steigenden Kundenanforderungen, großem

Wettbewerbsdruck und akutem Fachkräftemangel

durch den demografischen Wandel gegenüber. Damit

die Unternehmen zukünftig im Wettbewerb bestehen und ihr

Geschäft ausbauen können, ist die Digitalisierung und Automatisierung

der Geschäftsprozesse zwingend erforderlich.

HINDERNISSE BEI DER DIGITALEN

INTRALOGISTIK

Großer Nachholbedarf herrscht hier bei Intralogistikprozessen,

die das Herzstück eines Produktionsbetriebes bilden. Das belegen

aktuelle Zahlen aus der Studie „Automatisierung und Digitalisierung

in der Intralogistik“ von TMG Consultants [1]. Bei 63

Prozent der befragten Unternehmen ist die Intralogistik bislang

nicht oder kaum automatisiert, bei weiteren 22 Prozent lediglich

teilautomatisiert. Das zeigt: Die Aufgabe „Wie können wir Prozesse

stärker automatisieren?“ ist für Verantwortliche also akuter

denn je – doch es hapert an der Umsetzung, und zwar aus vielerlei

Gründen.

n Allen voran fehlt bei vielen mittelständischen Firmen eine

ganzheitliche Digitalisierungsstrategie. Es gibt zwar digitale Einzelinitiativen,

die Probleme punktuell lösen, etwa erhöhte Kosten

durch Kommissionier-Staus, aber keine ganzheitliche und nachhaltige

Automatisierung und Optimierung der Intralogistik bewirken.

n Weitere Hürden für Digitalisierungs- und Automatisierungsvorhaben

in der Intralogistik sind Personalengpässe im eigenen Unternehmen,

der Mangel an qualifizierten Fachkräften am Arbeits-

24 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


DIGITALISIERUNG

markt, beschränkte finanzielle Mittel und nicht selten auch ungenutzte

Förderprogramme.

n Ein Bremsklotz ist zudem die vielerorts historisch gewachsene

und veraltete IT-Landschaft mit fehlenden Schnittstellen. Dem

Einsatz neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) und

der Nutzung von Cloud-Angeboten stehen dabei häufig Datenschutz-

und IT-Sicherheitsbedenken sowie das Fehlen eines systematischen

IT-Sicherheits- und Datenschutzkonzepts entgegen.

n Vielfach fehlt bei Mitarbeitern auch die Akzeptanz für den Einsatz

neuer Technologien und die damit einhergehenden Veränderungen,

da sie sich von der Geschwindigkeit der Digitalisierung

überfordert fühlen und um den Arbeitsplatz sorgen. Ist

dann noch die Kommunikation vonseiten des Managements unzureichend,

verstärkt das vorhandene Bedenken und Widerstände

zusätzlich.

ERFOLG MIT STRATEGIE UND

STANDARDISIERTER DIGITALISIERUNG

Vor diesem Hintergrund ist die Erarbeitung und Etablierung

einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie unerlässlich. Sie

sollte mit einem klaren Zielbild beginnen und alle relevanten

Prozesse in einem Big Picture abbilden. Darauf aufbauend ermöglicht

eine detaillierte Roadmap eine strukturierte Umsetzung

mit Meilensteinen, regelmäßigen Reviews und Anpassungen.

Genauso wichtig für den Erfolg ist die weitgehend standardisierte

Digitalisierung und Automatisierung der Intralogistikprozesse.

Der Einsatz eines modernen SaaS-Cloud-ERP als Managed

Service wie der SAP S/4Hana Cloud Public Edition, das Werkzeuge

und Services sowie Best Practices in Form „schlüsselfertiger“

End-to-End-Lösungen für bestimmte Prozesse bereitstellt, empfiehlt

sich dafür als Mittel der Wahl. Ein solches Cloud-ERP lässt

STANDARDISIERUNG UND

CLOUD-ERP EBNEN MITTEL-

STAND DEN WEG ZUR KI

sich mithilfe der hochstandardisierten Prozesse in der Regel binnen

weniger Monate und zu überschaubaren Kosten einführen.

Für Mittelständler mit geringem finanziellem Spielraum ist das

ein wichtiger Aspekt.

SAP S/4Hana Cloud deckt über Standardprozesse zwar viele

Anforderungen ab, Lücken tun sich jedoch bei branchentypischen

Prozessanforderungen der produzierenden Industrie auf.

An dieser Stelle kommen SAP-qualifizierte Partnerpaketlösungen

(SAP Qualified Partner Packaged Solutions = QPPS) ins Spiel, die

sich nahtlos in das Cloud-ERP integrieren und die Funktionalität

optimal ergänzen. Ein Beispiel dafür ist das Orbis-Branchenpaket

für Manufacturing & Logistics. Diese Lösung bietet vorkonfigurierte

End-to-End-Prozesse für Order-to-Cash im Vertrieb, Procure-to-Pay

in der Materialwirtschaft, Plan-to-Produce in der

Produktionsplanung und Record-to-Report im Rechnungswesen.

Dazu gesellen sich optionale Ausbaupakete für Variantenfertigung,

Lagerverwaltung mit RF-Scanning, Manufacturing Execution

(MES) und Versandsteuerung.

SCHNELLER EINSTIEG MIT SAAS-CLOUD-ERP

Von einem standardisierten Cloud-ERP wie SAP S/4Hana Cloud,

komplettiert durch ein branchenspezifisches Partnerpaket wie

das von Orbis, profitieren Mittelständler gleich in mehrfacher

Hinsicht.

n Die Lösung erleichtert den schnellen Einstieg in die Digitalisierung

und Automatisierung von Prozessen, allen voran auch in

der Intralogistik, und lässt sich, sofern nötig, flexibel skalieren.

SaaS-Cloud-ERP ermöglicht standardisierte

End-to-End-Digitalisierung in der Intralogistik

Technologien wie KI, etwa zur Optimierung von Transportwegen

und der Kommissionierung, sowie Low-Code-/No-Code-Lösungen

und -Apps für spezielle Prozessanforderungen lassen sich

problemlos integrieren und helfen, den Digitalisierungsgrad sukzessive

zu erhöhen.

n Der Anbieter entwickelt das Cloud-ERP kontinuierlich weiter

und liefert Updates und Neuerungen in relativ kurzen Intervallen

aus, sodass die Software technisch stets auf dem aktuellen Stand

ist. Er übernimmt auch Administrationsarbeiten wie Wartung,

Back-up oder Archivierung. All das entlastet die Unternehmens-

IT, die sich so mehr auf strategische Aufgaben fokussieren kann.

n Ein hohes Sicherheitsniveau ist jederzeit gegeben, da ein

Cloud-ERP-Anbieter in seinen Rechenzentren in der Regel in die

State-of-the-Art-Security-Technologien und Schutzmaßnahmen

investiert, die für einen Mittelständler zu teuer sind.

TRANSFORMATION BRAUCHT AKTIVES

CHANGE-MANAGEMENT

Bei einer Cloud-ERP-Einführung handelt es sich aber nicht nur

um ein IT-, sondern auch um ein Business- und Transformationsprojekt,

das Struktur-, Prozess- und Organisationsveränderungen

erfordert. Zu den sensiblen Aufgaben gehört es deshalb,

die Sorgen der Beschäftigten vor Kontrollverlust von Beginn an

durch ein aktives und kluges Change-Management abzubauen

und Vertrauen zu schaffen. Um die mit einer digitalen Transformation

der Intralogistik verbundenen Anforderungen zu meistern,

empfiehlt es sich zudem einen erfahrenen und kompetenten

Partner ins Boot zu holen, der die Umsetzung mit Rat und Tat

begleitet.

Dann sollte dem Erfolg nichts mehr im Weg stehen. Und der

kann sich durchaus sehen lassen. Laut TMG-Studie konnten

Unternehmen durch Investitionen in die Automatisierung und

Digitalisierung der Intralogistik, vor allem in den Einsatz von KI,

Analytics für Echtzeitanalysen und ein neues ERP-System wie

SAP S/4Hana, ihre Prozesseffizienz zum Teil signifikant steigern.

Quellenhinweis:

[1] https://www.tmg.com/blog/news/tmg-studie-automatisierung-und-digitalisierung-in-der-intralogistik,

abgerufen am 7. August 2025

Autor: Pascal Kiefer, Director Business Area Logistics & Manufacturing,

Orbis SE, Saarbrücken

Fotos: Dall-E / A. Schaffry

www.orbis.de

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

HILFE: ICH BRAUCHE AUTOMATISIERUNGSTECHNIK – UND JETZT?

WIE KMU AUCH OHNE KONZERN-

BUDGET STARTEN

Automatisierung? Digitalisierung? Das ist teuer,

aufwendig und nur für Konzerne machbar. So

denken viele kleine und mittlere Unternehmen

(KMU), wenn es um moderne Intralogistik geht.

Doch heute sind auch Lösungen verfügbar, die

auf die Bedürfnisse von KMU abgestimmt sind

und beispielsweise bei Bedarf mitwachsen. Der

Einstieg gelingt leichter als gedacht und die

Potenziale sind schnell spürbar.

Rund 80 Prozent der KMU arbeiten noch mit manuellen

Prozessen [1]. Das bedeutet: hoher Personalaufwand,

mehr Fehler, wenig Transparenz. Gleichzeitig steigen die

Anforderungen bei Lieferzeiten, Auftragskomplexität und

Datenverfügbarkeit. Kunden erwarten fehlerfreie Abläufe trotz

Personalengpässen. Auch die Kostenkurve kennt nur eine Richtung.

„Digitalisierung plus Automatisierung sichert Wettbewerbsfähigkeit.

Sie ersetzt Routinen und erhöht die Effizienz und

Effektivität deutlich“, sagt Joachim Kieninger, Director Strategic

Business Development, Element Logic Deutschland.

FLEXIBEL STATT FESTGEFAHREN

„Viele KMU zögern. Sie fürchten, in eine Sackgasse zu investieren

oder eine Entscheidung in die falsche Technik“, beobachtet

Kieninger. „Es gibt jedoch Lösungen, die exakt auf die Wünsche

von KMU zugeschnitten sind. Systeme wie das Lager- und Bereitstellungssystem

AutoStore lassen sich step by step einführen. So

bleibt die Investition überschaubar. Erste Ergebnisse sind schnell

spürbar – etwa durch kürzere Kommissionierzeiten und weniger

Versandfehler“, betont Kieninger.

Manch ein Unternehmen befürchtet, durch Automatisierung

an Flexibilität zu verlieren. Was passiert, wenn sich die Produktpalette

ändert oder die Auftragslage schwankt? Kieninger entkräftet

diese Sorgen: „Moderne Systeme bieten genau diese Flexibilität.

Sie passen sich an, statt zu blockieren.“

KONKRETE STRATEGIEN

Ein Komplettumbau ist in den seltensten Fällen erforderlich. Eine

Prozessanalyse zeigt genau, wo es hakt – etwa bei Auftragsspitzen

oder Engpässen. KMU starten am besten mit einer einfachen,

teil automatisierten Lösung. Diese lässt sich zu einem späteren

Zeitpunkt bedarfsgerecht bei laufendem Betrieb erweitern. Wichtig

ist eine Planung mit Partnern, die die Anforderungen verstehen

und mit Blick auf Budget, Zeit und Ressourcen berücksichtigen.

Auch die Erfolgskontrolle – wie der Return on Investment

(ROI) – gehört dazu. Ein Business Case mit KPIs schafft Transpa-

26 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


Automatisierung in der Intralogistik

Herausforderungen

Angst vor starren Systemen

Unzureichende Erfahrung mit

Automatisierungstechnik

Fehlendes internes Projektmanagement

Investitionsängste und

Technikunsicherheit

Mangelnder Rückhalt im

Unternehmen

Strukturelle Defizite

Lösungsansätze

Mit kleinen skalierbaren

Lösungen starten

Teilautomatisierung statt

Komplettumbau

Cloud-Lösungen nutzen

Ein Lagerverwaltungssystem

(LVS) schafft Struktur und

Transparenz

Change Management und

Key-User einbinden

Erfolge messbar machen mit

KPIs und Business Cases

Quelle: S&P | Element Logic

renz und stärkt die Argumentation, sowohl intern als auch gegenüber

weiteren Stakeholdern. So wird aus einem vermeintlich großen

Schritt ein kalkulierbarer Prozess mit konkretem Mehrwert

und überschaubarem Aufwand.

LVS ALS SCHLÜSSEL

„Viele KMU arbeiten noch mit Papierlisten oder nutzen einfache

ERP-Funktionen fürs Lager. Das führt zu ineffizienten Prozessen,

einem aufwendigen Onboarding und fehlendem Überblick. Wir

merken, Unternehmen wünschen sich mehr Transparenz und

weniger Abhängigkeit von Einzelpersonen“, erklärt Christoph

Wulff, Head of Business Development S&P | Element Logic. Ein

Lagerverwaltungssystem (LVS) schaffe genau das: klare Arbeitsabläufe,

eine zentrale Datenbasis und die digitale Grundlage für

automatisierte Prozesse. „Unsere Kunden sind oft überrascht, wie

sehr die Mitarbeiter entlastet und wie planbar die Materialflüsse

werden“, ergänzt Wulff.

INTERNE BLOCKADEN AUFLÖSEN

Digitale Technologien

sind kein Privileg der

Großkonzerne

JOACHIM KIENINGER,

Director Strategic Business

Development, Element

Logic Deutschland

lungen ziehen nicht an einem Strang. Investitionen scheitern am

internen Widerstand oder an der Unsicherheit, ob sich der Aufwand

lohnt. Dadurch bleiben Einsparungen und Umsatzpotenziale

ungenutzt. Hinzu kommen Datenschutzfragen und IT-Sicherheit.

Außerdem mangelt es an Zeit, sich strukturiert mit dem

Thema zu befassen. Der Alltag dominiert. Wulff kennt die Stolpersteine:

„Der Wille ist da, aber es fehlt an IT-Know-how und

strategischem Weitblick. Digitalisierung passiert nebenbei – oh-

Die Anforderungen an unsere Logistik wuchsen stetig, das ERP-System konnte da

nicht mehr mithalten. Ein spezialisiertes LVS war die logische Konsequenz. Heute

können wir aufgrund zahlreicher Kennzahlen und hoher Transparenz viel präziser

steuern, planen und nachverfolgen. Ohne LVS wäre das undenkbar. Die Zusammenarbeit

mit S&P | Element Logic war vom ersten Tag an lösungsorientiert. Wir hatten

das Gefühl: Die verstehen, wie wir ticken und beraten bedarfsorientiert. Rückblickend

war die Entscheidung für das LVS SuPCIS-L8 ein wichtiger Meilenstein – heute

profitiert der ganze Betrieb davon.

STEFAN SPÄNHOFF, Geschäftsleitung LuDz J. W. Zander GmbH & Co. KG West, Bochum

Bei der digitalen Transformation sind meistens die internen Hürden

das Problem. Häufig fehlt der Rückhalt der Führung. Abteiwww.foerdern-und-heben.de

f+h FOKUS KMU 2025 27


AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

Mithilfe einer gut

strukturierten

Benutzeroberfläche

lassen sich in teilautomatisierten

Abläufen

Potenziale heben

ne klare Ziele oder messbaren Nutzen.“ Auch die Angst vor einem

„IT-Projektmonster“ hemme. Moderne Software brauche aber

keinen monatelangen Kraftakt. „Die Standardimplementierung

einer AutoStore-Anlage einschließlich Basisfunktionen ist innerhalb

einer Woche abgeschlossen. Das System ist vorkonfiguriert,

modular und cloudfähig – für einen ressourcenschonenden

Start“, so Wulff.

VERÄNDERUNG BEGINNT IM KOPF

Digitalisierung darf

kein Selbstzweck sein,

sondern muss konkrete

Probleme beheben

CHRISTOPH WULFF,

Head of Business Development

S&P | Element Logic

Gewachsene Strukturen, fehlende Zuständigkeiten sowie Excel-

Listen, Medienbrüche und Insellösungen bremsen die Einführung

neuer IT-Tools. So stagniert der Fortschritt. Doch genau diese

Ausgangslage bietet große Chancen. Ein gut konfiguriertes LVS

sorgt für strukturierte Prozesse, erleichtert den Datenaustausch

und macht Prognosen möglich. Doch Technik allein reicht nicht.

Die eigentliche Herausforderung liegt im Wandel der Arbeitsweise.

„Mitarbeiter begegnen Veränderungen mit Skepsis. Sie handeln

erfahrungsbasiert statt systemgestützt. Digitalisierung darf

kein Selbstzweck sein, sondern muss konkrete Probleme beheben.

Die Vorteile müssen für alle spürbar sein“, bringt Wulff es auf

den Punkt.

SANFT STARTEN

Das Unternehmen Element Logic empfiehlt, Digitalisierung und

Automatisierung in kleinen Schritten umzusetzen. Ein eindeutig

definiertes Projekt vereinfacht den Einstieg. Entscheidend ist, die

wichtigsten Key User von Beginn an einzubinden. Diese Mitarbeiter

agieren als Multiplikatoren und fördern die Akzeptanz im

Lager. Change-Management spielt eine zentrale Rolle. „Technisch

ist vieles möglich und realisierbar – wer die Mitarbeiter

aber nicht mitnimmt, scheitert“, betont Wulff. Maßgeblich seien

eine offene Kommunikation, klare Ziele und praxisnahe Schulungen.

So würden Teams Sicherheit im Umgang mit neuen Systemen

gewinnen.

WARTEN IST KEINE OPTION

„Digitale Technologien sind kein Privileg der Großkonzerne.

Auch KMU mit kleinem Budget profitieren – in der Regel sogar

schneller. Wer nicht handelt, verliert den Anschluss. Technisch

wie personell. Denn für Fachkräfte sind digitale Prozesse vielfach

ein Entscheidungskriterium“, fasst Kieninger zusammen. Die gute

Nachricht: Verfügbar seien Lösungen speziell für den Mittelstand.

Sie ließen sich skalieren, finanzieren und kurzfristig einführen.

Notwendig sei kein Zehnjahresmasterplan. Ein erster, gut

geplanter Schritt genüge.

Quellenhinweis:

[1] https://maximal.digital/digitalisierungsstudie-2024-digitalisierung-immittelstand-und-kmu-2025-einblicke-und-impulse,

abgerufen am 11. August

2025

Autorin:

Melanie Bernard, Marketing Managerin / Presse, S&P Computersysteme

GmbH Leinfelden-Echterdingen

Fotos: Armmy Picca – stock.adobe.com, J. W. Zander, S&P | Element Logic

www.sup-logistik.de

28 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


OPTISCHE SPURFÜHRUNG REDUZIERT

AUTOMATISIERUNGSAUFWAND

Die fahrerlosen Transportsysteme der Bito-Lagertechnik

Bittmann GmbH bieten eine smarte Lösung mit verschiedenen

Leo-Transporter-Varianten. Das System

zeichnet sich durch geringe Investitions- und Umsetzungskosten

aus, da keine aufwendigen Softwareprojekte

erforderlich sind. Die flexible All-in-One-Komplettlösung

ist sofort einsatzbereit und funktioniert ohne IT-Anbindung. Der „Return on

Investment“ (ROI) wird bereits innerhalb der ersten zwölf Monate erreicht.

Allen Leo-Transportern gemeinsam ist die optische Spurführung: Eine Spur wird

zur Streckenführung auf den Hallenboden geklebt. Haltestellen und Befehle

werden über am Boden befestigte Marker definiert. Selbst stark frequentierte

Übergangswege kann das System ohne Spur zuverlässig überbrücken.

Neu in der Transporterfamilie ist der Leo Flow: Diese Variante verfügt über einen

Gurtförderer und eignet sich für den Transport von Behältern und Tablaren

ebenso wie für lose, nicht standardisierte Ware.

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AMR BEWÄLTIGEN LASTEN BIS ZU DREI TONNEN

Drei autonome mobile Roboter (AMR) erweitern das Portfolio von Swisslog. Zur

IntraMove-Serie gehören Fahrzeuge, die für Lasten zwischen 600 und 3.000 kg

konzipiert sind. Das kompakte Modell IntraMove AMR 600 bewegt Lasten bis

600 kg, während der IntraMove AMR 1500 Paletten mit einem maximalen

Gewicht von 1.500 kg bewältigt. Das Schwerlastmodell IntraMove AMR 3000

verfügt über einen omnidirektionalen Antrieb und transportiert Lasten bis

3.000 kg. Alle Fahrzeuge sind mit vollständig integrierten Hubmechanismen

ausgestattet.

Ein KI-gestützter Flottenmanager koordiniert die AMR über die VDA-5050-Kommunikationsschnittstelle.

Diese Software plant Routen, verteilt Transportaufträge

in Echtzeit und berücksichtigt dabei Prioritäten, Geräteverfügbarkeit und den

Batteriestatus. Externe Systeme wie

Aufzüge kommunizieren über Standardprotokolle

mit der Software. Die Navigation

geschieht über Slam-Technologie mit

zwei Laserscannern und KI-Algorithmen

zur eigenständigen Routenberechnung.

Eine direkte Verbindung mit modularen

Lagerverwaltungssystemen ermöglicht

eine nahtlose Auftragsabwicklung.

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KOLLABORATIVE HELFER TREIBEN AUTOMATISIERUNG

IN DER INTRALOGISTIK

Schwere Materialien autonom transportieren

– diese Aufgabe übernehmen zwei neue

mobile kollaborative Roboter von Delta

Electronics. Der D-Bot Mar ist für Nutzlasten

von bis zu 500 kg und eine Hubhöhe von

55 mm geeignet. Die zweite Lösung D-Bot

2-in-1, kombiniert autonomen Palettentransport

mit einem abnehmbaren Cobot-

Arm für unabhängige Roboteroperationen. Beide Systeme richten sich an kleine

und mittelständische Unternehmen (KMU), die ihre Intralogistik skalierbar

automatisieren möchten.

Ein 360°-Laserscanner ermöglicht die Navigation ohne physische Leitlinien. Die

VDA-5050-kompatible Flottenmanagementschnittstelle wird von Navitecs

Orchestrierungssoftware gesteuert und sorgt für dynamische Routenführung.

LED-Statusanzeigen liefern Echtzeit-Feedback über den Betriebszustand. Optional

steht ein kabelloses Ladepad für den kontinuierlichen Betrieb zur Verfügung.

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

WIE DER MITTELSTAND DIE MANUFAKTUR-SPIRALE ÜBERWINDET

ROBOTIK – DIE AUTOMATISIERUNGS-

LÖSUNG FÜR KMU

Kleine und mittelständische Unternehmen

treffen täglich Entscheidungen, die ihre

Wettbewerbsfähigkeit über Jahre hinweg

bestimmen. Dabei lässt sich feststellen: Setzen

KMU bei ihren Zukunftsplanungen auf manuelle

Prozesse, gefährden sie ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Denn auch der Mittelstand ist vom

Fachkräftemangel und steigenden Betriebskosten

betroffen. Trotzdem halten sich Mythen

wie „Automatisierung ist kostspielig“ oder „das

lohnt sich nur für Konzerne“.

Im Mittelstand, wo man gewohnt ist, betreiberspezifisch und

damit in kleinen Losgrößen zu produzieren, wird um passende

Kostenstrukturen gerungen. Arbeits- und Fachkräfte sind

schwer zu bekommen. Für Unwägbarkeiten und Krisen

braucht ein Unternehmen Spielräume – das hat die Pandemie zuletzt

beispielhaft gezeigt. Um diese Herausforderungen zu meistern,

erweist sich die Automatisierung von Produktionsprozessen

als eine effektive Lösung.

HÜRDEN DER AUTOMATISIERUNG

In deutschen Betrieben ist die Automatisierung mithilfe von Robotern

längst keine Seltenheit mehr. Laut einer Umfrage von Reichelt

Elektronik unter 1.500 Industrieunternehmen (davon 500

aus Deutschland) sehen 96 Prozent der Befragten im Einsatz von

Robotern einen Wettbewerbsvorteil. Bereits 85 Prozent setzen

Roboter ein – vor allem in Produktion, Fertigung und Lagerlogistik.

Dennoch scheint das volle Potenzial der automatisierten Helfer

noch nicht ausgeschöpft zu sein. So liegt zum Beispiel die Automatisierungsquote

bei KMU außerhalb der Automobilindustrie

unter einem Prozent.

30 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

01 Bei einem Hersteller von Low-Carb-

Backwaren palettiert ein Roboter mit

Flächensauggreifer 400 Kartons pro Stunde

02 Mithilfe eines Konfigurators lassen sich

Palettierzellen betreiberspezifisch

zusammenstellen

Obwohl für den Mittelstand Robotersysteme aufgrund ihrer Vielseitigkeit

maßgeschneidert sind, zögern viele KMU bei der Beschaffungsentscheidung.

Ursachen dafür sind die Scheu vor hohen

Investitionen sowie vor langen Planungsphasen und zum

Teil ein fehlendes Wissen über die Technologie. Oftmals mangelt

es schlicht an für KMU maßgeschneiderten respektive transparenten

Angeboten. Der Tierfutterhersteller Heinrich Eggersmann

bringt das Dilemma auf den Punkt: „Für einen einzelnen Roboter

interessiert sich kein Großanbieter. Und kleine Anbieter findet

man kaum.“

01

MIETROBOTER FÜR KMU

Automatisierung zugänglich, erschwinglich und flexibel machen

– das ist die Philosophie des Unternehmens coboworx. Die Robotik-Experten

aus Salmtal bieten zeitnah verfügbare Roboterlösungen

für den Mittelstand an – zur Miete. Der Anbieter verfolgt

dabei das Konzept der „einfachen Robotik“. So lassen sich

PASSENDE ROBOTIK-MIET-

MODELLE SIND AUCH FÜR

DEN MITTELSTAND ATTRAKTIV

zum Beispiel Palettierzellen über einen Konfigurator individuell

zusammenstellen – von der kompakten „Basic-Zelle“ bis zur

„Pro-Plus“-Lösung. Das Mietmodell von coboworx widerlegt die

Automatisierungsvorurteile, die sich im Mittelstand hartnäckig

halten:

n „Automatisierung ist zu teuer“: Zeitgemäße Lösungen wie „Robotics-as-a-Service“

machen den Einstieg in die Automatisierung

erschwinglich. Statt hoher Einmalinvestitionen zahlen

Unternehmen planbare Raten inklusive Wartung, Schulung

und Updates.

n „Wir sind zu klein für Roboter“: Vor allem kleine Unternehmen

profitieren von flexiblen, kompakten Lösungen. Cobots benötigen

wenig Platz und passen in nahezu jede Halle.

n „Das ist alles zu kompliziert“: Intuitive Oberflächen, vordefinierte

Packschemata und vorkonfigurierte Systeme machen die

Bedienung denkbar einfach. Kein Spezialwissen ist notwendig.

AUTOMATISIEREN MIT PALETTIERZELLE

Panifactum aus Schöntal ist ein Hersteller glutenfreier Low-Carb-

Backwaren. Als Unternehmen mit hohen Wachstumsraten stand

Panifactum vor einem typischen KMU-Problem: Das manuelle

Palettieren wurde zum Flaschenhals im Materialflussprozess. Die

Handarbeit war körperlich belastend, fehleranfällig und zunehmend

ineffizient. Die Herausforderung bestand vor allem im großen

Volumen der umzuschlagenden Ware bei gleichzeitig beengten

Platzverhältnissen in der Produktion. Hier bot sich coboworx

mit seiner Miet-Plattform für die Roboterautomatisierung an und

lieferte eine kompakte, kollaborative Palettierzelle. Die Lösung

umfasst einen Fanuc-CRX-Roboter, einen Flächensauggreifer sowie

eine Hubachse und ein intuitiv zu bedienendes Touchpanel.

Die Anlage palettiert 400 Kartons pro Stunde und kommt ohne

02

Absperrungen aus. Die Mitarbeiter benötigen kaum Einarbeitungszeit,

werden körperlich entlastet, und die Fehlerquote sinkt

seit der Inbetriebnahme.

EIN PLÄDOYER FÜR DEN PRAGMATISCHEN

EINSTIEG

Der Mittelstand muss nicht auf Großprojekte warten, um sich für

die Automatisierung zu entscheiden. Automatisierung beginnt

mit einem klaren Fokus: Was ist die unbeliebteste, ineffizienteste

oder fehleranfälligste Aufgabe im Betrieb? Genau dort setzen

zeitgemäße Automatisierungslösungen an. Das Palettieren ist dabei

oft der ideale Startpunkt. So lässt sich mithilfe des Online-

Konfigurators von coboworx innerhalb weniger Minuten eine Palettierzelle

konfigurieren. Der Betreiber erhält binnen 48 Stunden

ein Angebot inklusive 3D-Layout. Die monatlichen Mietkosten

für die Anlage bleiben konstant, während der Output steigt.

Fotos: Coboworx

www.coboworx.com

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

SKALIERBARE IOT-LÖSUNG FÜR KMU

MIT GERINGEM AUFWAND

DIGITALISIEREN

Nach wie vor arbeiten viele mittelständische

Unternehmen mit Maschinen und

Einrichtungen, denen es an digitalen

Schnittstellen fehlt. Wie sich die Betriebsund

Zustandsdaten dieser Anlagen dennoch

zu einem intelligenten Produktions- und

Monitoringsystem zusammenführen lassen,

zeigt eine retrofitfähige IoT-Lösung. Sie ist

mobilfunkbasiert, arbeitet unabhängig von

Firmennetzwerken und ist innerhalb eines

Tages einsatzbereit.

Kaum überschaubare Investitionskosten, das Wissen um

die Vorzüge des bestehenden Maschinenparks und das

Nichtvorhandensein umfassender IT-Strukturen – meist

sind das die Gründe dafür, dass viele kleine und mittelständische

Produzenten auf Abstand gehen zu ausufernden Digitalisierungsprojekten.

Um die Wettbewerbsfähigkeit dieser KMU

aber dennoch zu stärken und ihnen die Möglichkeiten eines Prozessmanagements

auf Industrie-4.0-Level zu erschließen, hat das

Unternehmen Expresso aus Kassel das mobilfunkbasierte IoT-

System „Expresso Connect“ entwickelt. Dabei handelt es sich um

eine flexible Nachrüstlösung, die sich durch Module und Apps

individuell an die Bedingungen unterschiedlicher Firmen und

Branchen anpassen lässt. „Unser System ergänzt die vorhandene

technische Infrastruktur eines Betriebs um eine digitale Ebene.

Die Lösung generiert Daten, die Prozesse transparent machen,

Funktionen visualisieren, Entscheidungen absichern und Optimierungspotenziale

aufzeigen“, sagt Jan-Peter Schulz, der bei

Expresso den Geschäftsbereich Service & Digital Solutions leitet.

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AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

01

02

EFFIZIENZIMPULSE FÜR DIE WERTSCHÖPFUNG

Expresso Connect ist ausgelegt für die Ausstattung neuer Maschinen

(OEM-Lösung) sowie für die Nachrüstung bestehender Geräte-

und Anlagenparks (Retrofitting). Das IoT-System wird vor Ort

durch die Anbringung kompakter Connect-Boxen installiert, die

sich über die Aktivierung verschiedener Module aufgaben- und

leistungsspezifisch abstimmen lassen. Das System bietet unter

anderem Module, die mithilfe von Sensortechnik die Leistung

von Maschinen sowie Förderanlagen und Verladeprozessen erfassen.

Darüber hinaus decken weitere Module die Aspekte Energieeffizienz,

Wartung sowie Zugang/Zutritt ab. Produktbezogene

Module für die Handhabungs- und Transportsysteme von

Expresso zählen ebenfalls zum Angebot.

Alle Betriebs- und Zustandsdaten werden über die Connect-

Boxen in Echtzeit erfasst, verschlüsselt und automatisch via Mobilfunk

auf einen Zentralserver in Deutschland übermittelt. In

ausgewerteter Form erscheinen die Daten auf einem Dashboard,

auf das Firmenchefs, Produktions- und Betriebsleiter sowie Meister

oder Qualitätssicherer standortunabhängig über Apps oder

QR-Codes zugreifen können. Der Datenzugriff ist rund um die

Uhr und über alle üblichen Endgeräte möglich. „Aufgrund der

EXPRESSO CONNECT LÄSST

SICH AUF VERSCHIEDENEN

ENDGERÄTEN NUTZEN

präzisen Aufbereitung der Daten und ihrer Visualisierung in Tabellen,

Grafiken und Diagrammen werden Effizienzdefizite sowie

Optimierungspotenziale rasch erkennbar. Zudem kann der Betreiber

ein detailliertes Datenreporting mit Handlungsempfehlungen

für die Prozessoptimierung von uns anfordern“, so Schulz.

„Bei diesem Service übernehmen unsere Spezialisten die Analyse

und Interpretation der Daten und formulieren konkrete Verbesserungsvorschläge,

die abgestimmt sind auf die individuelle Situation

des Betreibers.“

DIGITALISIERUNG UND INDUSTRIE 4.0

Abgesehen von den Möglichkeiten gezielter Prozessoptimierungen

versetzt das smarte IoT-System Expresso Connect ein KMU in

die Lage, seine Kompetenzen im Bereich digital gestützter Industrie-4.0-Anwendungen

auszubauen. Konkret bedeutet das zum

Beispiel, dass der Anwender auf der Basis der aufbereiteten Daten

ein professionelles Condition Monitoring inklusive Fernüberwachung

realisieren und Maßnahmen der vorausschauenden Instandhaltung

(Predictive Maintenance) umsetzen kann. Dabei

01 Alle erfassten Daten erscheinen in ausgewerteter Form auf einem

Dashboard, auf das der Anwender standortunabhängig zugreifen kann

02 Die Connect-Boxen erfassen die Betriebs- und Zustandsdaten in

Echtzeit, verschlüsselt und auf einen Zentralserver in Deutschland

übermittelt

lässt ihn das System erkennen, an welchen Stellen im Betrieb es

lohnend ist, Ressourcen einzusparen, das Sicherheitsniveau

hochzufahren, den Strom- oder Medienverbrauch zu senken, das

Qualitätsmanagement zu verfeinern sowie einen KVP-Prozess zu

installieren oder über technische Modernisierungen nachzudenken.

„Darüber hinaus erleichtert Expresso Connect die Identifikation

von Nachfragemustern und Betriebsspitzen, die Anpassung

an saisonale und temporäre Veränderungen sowie die Planung

zukünftiger Investitionen“, sagt Schulz.

DIGITALE TRANSPARENZ STATT VAGEM

BAUCHGEFÜHL

Einem KMU bietet sich mit Expresso Connect ein ebenso kostengünstiger

wie einfacher Einstieg in die Digitalisierung der wertschöpfenden

Prozesse. Das System lässt sich problemlos an

verschiedene Betriebsgrößen, Maschinenparks und Branchenbedingungen

anpassen. Installation und Inbetriebnahme sind in

der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen. Die Bedienung

benötigt keine aufwändigen Schulungen, IT-Administratoren

oder eigene IoT-Teams. Das System funktioniert unabhängig von

den Fabrikanten der angebundenen Anlagen, kann werksübergreifend

eingesetzt werden und ist zukunftsfähig, da es sich mit

zusätzlichen Connect-Boxen, Modulen und Apps erweitern lässt.

„Diese Connect-Boxen sind das Einzige, was der Anwender erwerben

muss; für das ganze Leistungspaket von der Erfassung,

Übermittlung und Auswertung der Daten bis hin zur Visualisierung

auf dem Dashboard fällt lediglich eine monatliche Nutzungsgebühr

an“, erklärt Schulz.

Da Expresso Connect traditionell geprägte, weitgehend analoge

Prozesse durch datenbasierte Strukturen ersetzt, bietet sich

den KMU eine große Chance: Viele Entscheidungen, die bis dato

eher aus dem Bauch heraus gefällt wurden, lassen sich nun mit

konkreten Prozessdaten untermauern. Auf der Grundlage dieser

neu gewonnenen Transparenz können nicht nur wichtige Veränderungen

umgesetzt, sondern auch längst überfällige Investitionen

abgesichert werden.

Fotos: Expresso

www.expresso.de

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KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

KI-GESTÜTZTE PROGNOSEN HELFEN UNTERNEHMEN

BEI PLANUNG UND OPTIMIERUNG

ALGORITHMEN VERBESSERN

GESCHÄFTSPLANUNG

Wer hätte Mitte 2019 vorhersehen können, dass eine globale Pandemie

ein halbes Jahr später Gesellschaft und Wirtschaft lahmlegen würde?

Menschliche Prognosen stoßen in Zeiten der Unsicherheit immer

häufiger an ihre Grenzen. Unternehmen bleiben auf ihren Beständen

sitzen oder produzieren zu wenig. Während Einzelhandelsgrößen wie

Amazon ihre Lieferketten mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) optimiert

haben, schlummert für kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) noch

großes Potenzial in der Nutzung dieser Technologien.

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KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

AUCH KMU KÖNNEN MIT

KI-ALGORITHMEN WETT-

BEWERBSVORTEILE GEWINNEN

Sicherheit für das eigene Wirtschaften zu erhalten – das ist

aktuell der Anspruch vieler Unternehmerinnen und Unternehmer.

Prognosen spielen dabei eine tragende Rolle.

Um Handlungsmöglichkeiten mit Blick auf die Zukunft zu

identifizieren, braucht es allerdings mehr als den Blick in die

Glaskugel. Aus diesen Gründen versuchen die Betriebe, mithilfe

neuer Technologien zielgenaue Vorhersagen treffen zu können.

Zentral ist dafür die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI), wie

sie in verschiedenen Umfeldern bereits seit einigen Jahren praktiziert

wird. Längst etabliert hat sich die vorausschauende Wartung:

Mit „Predictive Maintenance“ soll vorhergesagt werden,

wann etwa ein Maschinenbauteil ausfallen dürfte und getauscht

werden müsste. Das Ziel ist es, die Stillstandzeiten in der Produktion

zu minimieren und den finanziellen, personellen und zeitlichen

Ressourceneinsatz gut steuern zu können.

SCHNELL RELEVANTE TRENDS ERKENNEN

Vorne mit dabei ist der Energiesektor: Nach einer Studie des Beratungsunternehmens

PwC [1] nutzen Energieunternehmen KI

bereits erfolgreich für „Predictive Maintenance“ von Windkraftanlagen.

Die Analyse von Echtzeit-Winddaten und der Leistung

von Turbinen ermöglicht eine Steigerung der

Energieproduktion von Windparks. Künstliche

Intelligenz unterstützt Unternehmen dabei,

die Lastverteilung für maximale Effizienz

zu optimieren, Wartungsarbeiten in Zeiten

geringer Nachfrage durchzuführen und Infrastrukturinvestitionen

auf der Grundlage

langfristiger Trends zu planen.

Die Energiewirtschaft ist nur ein Beispiel

für eine Branche, die von der Nutzung KI-gestützter

Prognosen profitiert. Die Landwirtschaft

nutzt Klimadaten, Bodenbedingungen

und Markttrends, um den Ertrag zu steigern.

Das Gesundheitswesen sagt Patientenströme

und den Ressourcenbedarf voraus, und Banken

analysieren Transaktionsmuster zusammen

mit lokalen Ereignissen und Wirtschaftsdaten, um die Personalplanung

in Filialen und die Bargeldversorgung von Geldautomaten

zu optimieren. Das senkt die Kosten und verbessert die

Kundenzufriedenheit. Das System sagt Kundenverkehr und

Transaktionsvolumen präzise voraus und hilft Managern, Ressourcen

effizienter einzusetzen.

WETTBEWERBSVORTEIL DURCH KI

Unternehmen, die als Vorreiter in ihrer Branche KI-Prognosen

einsetzen, verschaffen sich derzeit große Wettbewerbsvorteile.

Sie entwickeln wertvolles Know-how über erfolgreiche Umsetzungsstrategien,

sammeln Daten für das Training ihrer Modelle

und etablieren Prozesse, die den Nutzen KI-gestützter Erkenntnisse

maximieren. Auch die Unternehmensberatung Abels &

Kemmner in Herzogenrath beschäftigt sich intensiv damit, auf KI

basierende Prognosen in Systeme für das Supply-Chain-Management

zu integrieren. Vor allem Modelle, die maschinelles Lernen

einsetzen, sind in der Lage, Muster und Zusammenhänge in großen

Datenmengen zu erkennen. Damit lassen sich Vorhersagen

auf der Grundlage von Mustern treffen, wie sie mit herkömmlichen

algorithmischen Methoden nicht so effizient möglich wären.

In erster Linie die Fähigkeit, auf der Grundlage sehr umfangreicher

Trainingsdaten die Vorhersagen zu verbessern, hilft beim

Supply-Chain-Management dabei, auch bei komplexen Systemen

präzise und schnelle Ergebnisse zu liefern.

Der KI-Prognoseprozess „Diskover“ kombiniert unterschiedliche

KI-Modelle und identifiziert dabei automatisch das zielführendste

Modell. Die Algorithmen orientieren sich an betriebswirtschaftlichen

Zielgrößen wie Bestandsreduzierung, Absicherung

der Lieferfähigkeit und Kosteneinsparung. Der Mechanismus

ist in der Lage, einen absoluten und relativen

Geschäftswertbeitrag für die KI-Prognosen zu ermitteln. Als

Benchmark laufen gleichzeitig klassische Prognosemodelle mit.

Das erlaubt es, den Einsatz künstlicher Intelligenz anhand konkreter

Zahlen zu beurteilen. Im Vordergrund steht dabei, die

Wirtschaftlichkeit der KI-Prognose zu wahren.

MENSCHLICHE FEHLER AUSGLEICHEN

Der Siegeszug der künstlichen Intelligenz in nahezu allen Bereichen

der industriellen Wertschöpfung kommt nicht von ungefähr:

KI-Modelle erkennen versteckte Muster, die klassische Modelle

übersehen, und bemerken Veränderungen in Trends früher.

Das zahlt sich vor allem bei Produkten mit untypischen

Nachfragemustern aus. Dazu zählen wetterabhängige Produkte

– etwa aus der Energiewirtschaft oder der Modebranche.

Künstliche Intelligenz findet Zusammenhänge, die manuell

kaum aufzufinden wären. So nutzen Unternehmen ihre internen

Daten sowie externe Faktoren, um eine zielgenauere Prognose

zu erstellen. Das erlaubt eine schnellere Reaktion auf Marktdynamiken,

da Trendwechsel und Marktveränderungen

früher erkannt werden. Zuletzt

unterliegen die Algorithmen nicht den typischen

Denkfehlern des Menschen, wie sie

selbst bei Entscheidern mit langjähriger Erfahrung

auftreten. Bekannt ist dabei der

Overconfidence Bias, der zur Selbstüberschätzung

führt. Zusammen mit dem Confirmation

Bias – bei dem man unbewusst

nach Bestätigung für die eigene Überzeugung

sucht – kann das zu einem finanziellen

Risiko werden. KI-Modelle lassen sich

schnell an neue Entwicklungen anpassen;

zudem kommen sie auch mit unstrukturierten

Daten gut zurecht.

IN DER BREITE ANGEKOMMEN

KI-Prognosen sind längst mehr als nur Werkzeuge für Handelsriesen

wie Amazon. Auch KMU können mit den Algorithmen ungeahnte

Potenziale heben und ihre Produktions-, Logistik- und

Geschäftsprozesse möglichst genau an die künftigen Entwicklungen

anpassen. Wichtig ist, die richtigen Rahmenbedingungen für

den Einsatz der Technologien zu schaffen. Künftig dürften KI-

Systeme zunehmend eigenständig betriebliche Entscheidungen

treffen und die Effizienz weiter steigern. Zudem sorgen cloudbasierte

Lösungen dafür, dass auch kleinere Unternehmen KI-Prognosen

gewinnbringend einsetzen können. Schnell sein lohnt sich

also: Wer früh einsteigt, hat die Chance, sich mit KI wichtige

Marktanteile zu sichern.

Quellenhinweis:

[1] https://www.pwc.de/de/energiewirtschaft/kuenstliche-intelligenz-in-derenergiewirtschaft.html,

abgerufen am 30. Juli 2025

Foto: Norman – stock.adobe.com

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BEST PRACTICE

KOMPAKTE AUTOSTORE-ANLAGE ZEIGT AUTOMATISIERUNGSPOTENZIAL AUF

LAGERKAPAZITÄT VERDREIFACHT

Mit einer kompakten AutoStore-Anlage für das

Warenlager am neuen Unternehmensstandort

der A.R.T. Components GmbH unterstreicht

Element Logic, dass sich Automatisierung auch

für kleinere und mittelständische Unternehmen

rentiert. Die Flexibilität der Technologie

ermöglicht deutliche Kapazitäts- und

Effizienzsteigerungen und bietet als

mitwachsende Lösung langfristige

Investitionssicherheit.

Mit einem Standardsortiment von rund 60.000 Produkten

zählt die A.R.T. Components GmbH mit Sitz in

Hohenbrunn, südöstlich von München, zu den maßgeblichen

Anbietern von Elektromechanikbauteilen

in Oberbayern. Das Gros der Befestigungstechnik und der Lichtleiter,

des Montage- und LED-Zubehörs sowie der Schutzkappen,

Abstandshülsen, Abstands- und Distanzhalter ist direkt ab Lager

am neuen, Ende des Jahres 2024 bezogenen Unternehmensstandort

vorrätig. Eine Fläche von 2.000 m² steht dort für die Lagerhaltung

des Elektromechanik-Großhändlers bereit.

Zur Optimierung der Lagerprozesse und Beschleunigung der

Auftragsabwicklung setzte der Mittelständler mit Umzug an den

neuen Standort von Beginn an auf Automatisierung. Nach ersten

Sondierungen bot die Intralogistikmesse Logimat in Stuttgart im

Frühjahr 2023 Gelegenheit, verschiedene Automatisierungslösungen

und Anbieter konkreter zu identifizieren. Dabei fiel die

Wahl schließlich auf die AutoStore-Technologie und Systemintegrator

Element Logic. Mitte 2024 erhielt der Projektplaner und

-realisierer aus Bad Friedrichshall den Zuschlag für das Automatisierungsprojekt.

„Bei einem solchen Projekt ist für ein Unternehmen unserer

Größe verlässliche, partnerschaftliche Zusammenarbeit ein

wichtiges Entscheidungskriterium“, erklärt A.R.T. Components-

Geschäftsführer Maximilian Richter. „Mit Element Logic kamen

wir ‚auf Augenhöhe‘ zusammen. Wir stießen auf einen aufmerksamen

Anbieter, der unsere Problemstellung sofort erfasste, intelligente

Lösungsansätze vermittelte und letztlich auch überzeugende

Referenzprojekte präsentierte.“

HOHE EFFIZIENZ UND ANLAGENVERFÜGBARKEIT

„Klein, aber fein“, lässt sich die umgesetzte Automatisierungslösung

zur Kleinteilelagerung umschreiben. Mit der AutoStore-

Technologie entschied sich das mittelständische Unternehmen

für ein modulares, durchgängig skalierbares Lagersystem, das als

mitwachsende Lösung mit hoher Geschwindigkeit, Lagerdichte

und Genauigkeit optimale Bedingungen für Lagerung und Kommissionierung

bietet. Ein flexibel gestaltbares Aluminiumraster

(Grid) erschließt maximale Lagerkapazität und stellt den Rahmen

für die Lagerplätze. Die Lagerplätze sind vertikal in Schächten

angeordnet, in denen die Systembehälter übereinandergestapelt

und die Produkte vorgehalten werden. Lagerbediengeräte

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BEST PRACTICE

01

01 Die Behälter lassen sich 8-fach unterteilen und jedes

Fach mit unterschiedlichen Artikeln bestücken

02 Blick auf einen der beiden SwingPorts, die jeweils über

einen BinLift aus der Anlage mit Behältern versorgt werden

02

(Roboter) fahren auf dem Grid und übernehmen die Ein-, Umund

Auslagerungen. Die Kommissionierung findet an Arbeitsstationen

des Systems (Ports) statt.

AUTOSTORE-ANLAGE AUF EINEM

ZWISCHENGESCHOSS

Für das Automatisierungsprojekt in dem in nachhaltiger Holzbauweise

und lichtdurchfluteter Architektur erstellten Lager konzipierte

Element Logic eine exakt auf die räumlichen Gegebenheiten

ausgelegte, kompakte und platzsparende Anlage. Das Grid

bietet in seinen Kanälen 7.340 Stellplätze. Bis zu 16 der 330 mm

MODULARE LAGERTECHNIK

WÄCHST MIT DEN ANFORDE-

RUNGEN DER UNTERNEHMEN

teilelagerung konnten wir verdreifachen und für die Paletten sind

fünfmal mehr Stellplätze verfügbar.“

Möglich ist dies durch den Einsatz von zwei AutoStore-Swing-

Ports, die unter dem Zwischengeschoss auf dem Hallenboden installiert

sind. Sie werden jeweils über einen BinLift aus der Anlage

versorgt. Bis zu neun Meter Höhenunterschied überwinden

solche BinLifte. Ausgelegt sind die unter der Anlage liegenden

SwingPorts auf eine Leistung von jeweils bis zu 150 Behälterbereitstellungen

pro Stunde.

Für grundsätzlich effiziente Prozesse sorgt der eManager, die

Plug-and-Play-Lagerverwaltungssoftware von Element Logic für

AutoStore. Mithilfe einer dynamischen Schnittstelle zum Lagerverwaltungssystem

des Elektromechanik-Großhändlers maximiert

die Software die Lagereffizienz. Dabei koordiniert der

eManager kontinuierlich die Arbeitslast, verwaltet den Bestand

und erstellt Aufgaben für eine nahtlose Auftragsabwicklung. Zur

Wartung und Pflege sowie zur langfristigen Sicherung der Anlagenverfügbarkeit

haben die A.R.T. Components GmbH und Element

Logic eine Servicevereinbarung geschlossen.

AUFTRAGSABWICKLUNG SPÜRBAR

BESCHLEUNIGT

Seit Januar dieses Jahres läuft die AutoStore-Anlage am Sitz von

A.R.T. Components im Volllastbetrieb. Inzwischen hat der Konstruktionsteile-Großhändler

seinen Durchsatz deutlich gesteigert

und konnte die Auftragsabwicklung beschleunigen. „Alles in allem

eine kompakte und effiziente Lösung, die belegt, dass Automatisierung

auch für kleinere und mittelständische Unternehmen

sinnvoll ist, Investitionssicherheit bietet und die Wettbewerbsfähigkeit

stärkt“, fasst Kieninger zusammen. „Die Anlage

wird zu weiterem Unternehmenswachstum der A.R.T. Components

GmbH beitragen.“

Fotos: Element Logic

www.elementlogic.de

hohen Systembehälter stehen in den Schächten übereinander.

Die Behälter lassen sich 8-fach unterteilen und jedes Fach mit

unterschiedlichen Artikeln bestücken. Vier Roboter bedienen die

Anlage und versorgen zwei Ports.

Besonderheit: Um die 2.000 m² Lagerfläche noch optimaler zu

nutzen, wurde die komplette AutoStore-Anlage auf einem eingebrachten

Zwischengeschoss installiert. „In erster Linie dort, wo

Fläche nur eingeschränkt verfügbar oder teuer ist, muss die zur

Verfügung stehende Raumhöhe optimal genutzt werden“, sagt Joachim

Kieninger, Director Strategic Business Development, Element

Logic Germany GmbH. „Die Einbindung von Zwischengeschossen

ist dafür eine gute Option.“

Mit der Mezzaninlösung wird einerseits die Gebäudehöhe vollständig

ausgeschöpft. Andererseits lässt sich die Fläche unter der

Anlage für weitere Lagerungsoptionen, Kommissionierprozesse,

Versandfertigung und -Bereitstellung nutzen. „In der AutoStore-

Anlage sorgen die Roboter für effiziente Prozesse“, hebt Geschäftsführer

Richter hervor. „Die Kapazitäten für die Kleinwww.foerdern-und-heben.de

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RETROFIT

WIE RETROFITTING DIE DENKWEISE IN DER AUTOMATISIERUNG VERÄNDERT

INTELLIGENTE EVOLUTION STATT

TEURER REVOLUTION

Für viele kleine und mittlere Unternehmen

(KMU) ist ein kompletter Austausch ihrer

Automatisierungslösungen weder wirtschaftlich

noch organisatorisch tragbar. Retrofitting bietet

eine Alternative: Statt bestehende Anlagen zu

ersetzen, werden sie gezielt modernisiert. Das

senkt Risiken, spart Ressourcen und ermöglicht

eine schrittweise Digitalisierung. Wichtig sind

dabei eine klare Zieldefinition, eine fundierte

Bestandsaufnahme und die kompetente

Begleitung durch erfahrene Fachpartner. So lässt

sich Automatisierung evolutionär umsetzen

– effizient, realistisch und anschlussfähig.

fähigkeit. Darüber hinaus eröffnet Retrofit die Möglichkeit,

durch den Einsatz smarter Technologien zusätzliche Potenziale

zu erschließen: Moderne Sensorik erlaubt eine präzisere Prozessüberwachung,

intelligente Steuerungssysteme steigern die

Transparenz, und mithilfe energieeffizienter Antriebstechnik

lassen sich deutliche Einsparungen realisieren. Diese Erweiterungen

und Verbesserungen finden modular statt – ohne tiefgreifende

Eingriffe in bestehende Strukturen und in der Regel

ohne längere Betriebsunterbrechungen.

Retrofitting eröffnet KMU einen evolutionären Weg in die

Automatisierung: Schritt für Schritt, planbar und finanziell

überschaubar. Diese Herangehensweise reduziert nicht nur Investitionsrisiken,

sondern ermöglicht auch eine nahtlose Integration

in bestehende Abläufe – ein Vorteil in einem Umfeld, in

dem Flexibilität und Anpassungsfähigkeit über den Unternehmenserfolg

entscheiden. Vor allem wenn das Retrofit im laufenden

Betrieb umgesetzt wird, sind jedoch eine sorgfältige Planung

und ein professionelles Projektmanagement unerlässlich,

um Störungen zu minimieren und den Erfolg der Maßnahme

sicherzustellen.

„Hilfe, meine Automatisierungstechnik ist nicht mehr zeitgemäß

– und jetzt?“ Mit dieser Frage sehen sich derzeit viele kleine und

mittlere Unternehmen (KMU) konfrontiert. Die Anforderungen

an moderne Logistikprozesse steigen kontinuierlich: kürzere

Durchlaufzeiten, höhere Prozesssicherheit, bessere Nachverfolgbarkeit

und nahtlose Systemintegration sind längst keine Zukunftsthemen

mehr, sondern betriebliche Realität. Gleichzeitig

geraten bestehende Automatisierungslösungen zunehmend unter

Druck – sei es durch veraltete Steuerungstechnik, mangelnde

Vernetzung oder begrenzte Flexibilität.

Ein kompletter Austausch der vorhandenen Systeme erscheint

vielen Unternehmen jedoch weder wirtschaftlich noch organisatorisch

realisierbar. Die hohen Investitionskosten, die Unsicherheit

im Projektverlauf und die drohenden Betriebsunterbrechungen

machen diesen Schritt zu einem schwer kalkulierbaren Risiko.

Hinzu kommt ein verbreitetes Missverständnis: Dass sinnvolle

Modernisierung zwangsläufig einen vollständigen Neubau

erfordere – technologisch, strukturell und finanziell.

EINE PRAGMATISCHE ANTWORT AUF AKTUELLE

HERAUSFORDERUNGEN

Dabei zeigt die Realität längst, dass es auch anders geht – praxisnäher,

wirtschaftlicher und risikobewusster. Ein geeigneter Ansatz

für den Mittelstand ist das Retrofitting, also die gezielte Modernisierung

bestehender Anlagen durch den Einsatz neuer

Soft- oder Hardware. Dabei werden bestehende Automatisierungsanlagen

nicht ersetzt, sondern gezielt modernisiert – mit

dem vorrangigen Ziel, ihre Funktionalität zu sichern und auf den

aktuellen Stand der Technik zu bringen. Retrofit bedeutet zunächst,

die Anlage so aufzurüsten, dass sie mindestens dieselbe

Leistung, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit wie zuvor erbringt –

oft mit höherer Betriebssicherheit und verbesserter Wartungs-

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RETROFIT

ÜBERWINDUNG VERALTETER DENKWEISEN

Eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Automatisierung

ist jedoch die tief verwurzelte Vorstellung, es handle sich

dabei zwangsläufig um tiefgreifende, teure Umbrüche. Genau

an diesem Punkt setzt das Retrofitting an: Es bietet einen alternativen

Denkansatz, der Automatisierung nicht als disruptiven

Einschnitt, sondern als kontinuierlichen Verbesserungsprozess

begreift. Für KMU bedeutet das konkret: Sie können mit vergleichbar

weniger Mitteln erste Erfahrungen sammeln, Technologiepotenziale

testen und ihr Wissen intern aufbauen – ohne

gleich das komplette Logistiksystem auf den Kopf stellen zu

müssen.

TECHNOLOGISCHE VIELFALT ALS CHANCE

BEGREIFEN

Die technologische Entwicklung schreitet rasant voran – von

cloudbasierten Steuerungslösungen über maschinelles Lernen

bis hin zu digitaler Zwillingstechnologie. Für viele KMU ist es jedoch

schwer, in dieser Vielfalt den Überblick zu behalten. Oft

fehlt es an Zeit, Know-how und personellen Ressourcen, um die

passende Lösung für die eigenen Anforderungen zu identifizieren

und umzusetzen.

Genau hier kommen spezialisierte Berater ins Spiel: Mit tiefem

Branchenverständnis, methodischer Analyse und praxiserprobten

Konzepten entwickeln sie individuelle Automatisierungsstrategien,

die technisch realisierbar und wirtschaftlich tragfähig

sind. Der Fokus liegt dabei nicht auf theoretischer Machbarkeit,

sondern auf konkretem Mehrwert: messbare Effizienzgewinne,

geringere Betriebskosten und mehr Zukunftssicherheit.

ERFOLGSFAKTOREN: ZIELDEFINITION UND

FUNDIERTE ANALYSE

Doch wie gelingt der Einstieg in ein Retrofit-Projekt? Ausschlaggebend

ist zunächst eine klare Zielsetzung: Welche Prozesse sollen

verbessert, welche Engpässe beseitigt und welche Kennzahlen

gezielt optimiert werden? Ebenso wichtig ist eine realistische

Bestandsaufnahme: Wie ist der Zustand der bestehenden Anlagen,

wo liegen Schwächen und wo ungenutzte Potenziale? Ein

Retrofit lohnt sich in erster Linie dann, wenn häufige Ausfälle,

hohe Wartungskosten oder fehlende Ersatzteile den Betrieb stören,

die Software zentrale Funktionen nicht unterstützt oder Prozesse

nicht mehr den Qualitäts- und Effizienzerwartungen entsprechen.

Nur mit diesen Grundlagen lassen sich sinnvolle Investitionen

tätigen – und diese auch intern wie extern überzeugend begründen.

Eine methodisch fundierte Beratung unterstützt dabei nicht

RETROFITTING ERÖFFNET KMU

EINEN EVOLUTIONÄREN WEG IN

DIE AUTOMATISIERUNG

nur die Auswahl passender Technologien, sondern auch die Risikobewertung

und Kosten-Nutzen-Abwägung. Fehlerhafte

Schnittstellen, unerwartete Wechselwirkungen zwischen alten

und neuen Komponenten oder unterschätzte Umstellungszeiten

können hier schnell teuer werden – erfahrene Experten erkennen

diese Risiken frühzeitig und entwickeln geeignete Gegenmaßnahmen.

RETROFITTING ALS WEGBEREITER FÜR

DIGITALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT

Moderne Automatisierungslösungen gehen heute weit über

klassische Prozessoptimierungen hinaus. Durch das Nachrüsten

von Internet-of-Things-(IoT-)Komponenten werden selbst

ältere Anlagen „smart“: Sie erfassen Betriebsdaten, kommunizieren

miteinander und liefern wertvolle Informationen für die

vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), eine bessere

Ressourcenplanung und schnellere Reaktionszeiten im

Störungsfall.

Auch ökologische Ziele rücken stärker in den Fokus: Wer durch

moderne Technik Energie spart und Emissionen reduziert, senkt

nicht nur die Betriebskosten, sondern erfüllt zugleich strengere

gesetzliche Vorgaben und steigende Kundenanforderungen in

Sachen Nachhaltigkeit und Sicherheit. So wird Automatisierung

zu einem strategischen Hebel – nicht nur für Effizienz, sondern

auch für verantwortungsvolles Wirtschaften.

FAZIT

Retrofitting bietet kleinen und mittleren Unternehmen eine realistische,

flexible und wirtschaftlich tragfähige Möglichkeit, bestehende

automatisierte Anlagen gezielt zu modernisieren – ohne

disruptive Eingriffe, aber mit klarem Fokus auf nachhaltige

Wertschöpfung. Der Schlüssel liegt in der Verbindung aus technischer

Machbarkeit, individueller Zieldefinition und fachkundiger

Begleitung durch erfahrene Partner.

Autor: Marcel Wilhelms, Chief Executive Officer (CEO) EPG Consulting,

Boppard-Buchholz

Foto: EPG Consulting

www.epg.com

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PERSONAL

RECRUITING-STRATEGIEN IN DER LOGISTIK

WIE DIGITALE FACHKRÄFTEGEWINNUNG

IN KMU FUNKTIONIEREN KANN

Der Fachkräftemangel wird zu einem immer drängenderen Thema im

Mittelstand, vor allem im Bereich Logistik. Über Annoncen in der Tageszeitung

oder auf Jobportalen gelingt es kaum noch, qualitativ passende Bewerbungen

zu gewinnen. Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

durchdachte Recruiting-Strategien aufbauen? Wie gelingt es, mit Anzeigen

in den sozialen Medien passende Fachkräfte anzusprechen? Und was sind

die Voraussetzungen für ein gutes Digital Recruiting? Marvin Staufenberg,

Geschäftsführer der Mission Personal GmbH, einer Agentur für digitale

Gewinnung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Münster,

erläutert in diesem Beitrag, wie sich die Suche nach Fachkräften verändert

hat und wie Digital Recruiting in KMU gelingen kann.

Laut Institut der Mittelstandsforschung in Bonn ist der Fachkräftemangel

aktuell die größte Herausforderung für KMU

in Deutschland [1]. Schon seit Jahren ist die Transport- und

Logistikbranche von dieser Entwicklung besonders stark betroffen.

Das gilt für den Bereich der Lagerei und für den Transport

auf der Straße [2]. Die Prognosen für die Zukunft und der de-

mografische Zustand der Bevölkerung

sind bekannt: Bis zum Jahr 2036

werden 16,5 Millionen Men-

MARVIN STAUFENBERG,

GESCHÄFTSFÜHRER MISSION

PERSONAL

Die meisten Rückläufer bekommen

KMU, wenn sie ein digitales Bewerbungsportal

zur Verfügung stellen

schen der Babyboomer-Generation in Rente gehen – mit fatalen

Folgen für den Arbeitsmarkt und den Mittelstand. Denn nur ungefähr

12,5 Millionen Arbeitskräfte rücken in die Berufstätigkeit

auf [3].

Dabei kostet jede unbesetzte Stelle Unternehmen bares Geld –

Stichwort: „Cost of Vacancy“. Vakanzen verursachen entgangenen

Umsatz, Kosten für Überstunden, Rekrutierung und Einarbeitung

sowie mögliche Qualitätsverluste, weil mit jeder Mitarbeiterin

und jedem Mitarbeiter auch Know-how das Unternehmen

verlässt. Mit einer Zunahme unbesetzter Stellen im

Unternehmen steigt die Unzufriedenheit beim Personal, das

noch da ist, da es die Mehrbelastung auffangen muss. Das wiederum

schadet dem Ruf als Arbeitgeber, wodurch die Rekrutierung

erschwert wird. Daraus ergibt sich ein Teufelskreis, der zwar monetär

beziffert werden kann, dessen Folgen aber weit über das hinausreichen,

was man in Geld messen kann.

DAS IMAGE DER BRANCHE: EIN PROBLEM

Gut ausgebildete Fachkräfte oder auch Auszubildende für die Logistikbranche

zu finden, gestaltet sich ohnehin schwer aufgrund

des schlechten Images der Branche. Die gängigen Stereotype:

körperlich schwere Arbeit im Lager oder das Fahren von Lkw auf

viel befahrenen Autobahnen. Beides wird mit schlechter Work-

Life-Balance und niedrigem Lohnniveau in Verbindung gebracht.

Im Gegensatz dazu steht die Sinnsuche der Generation Z, die in

den Arbeitsmarkt drängt. Hinzu kommt, dass Großkonzerne wie

Amazon das Lohnniveau in der Branche nach oben drücken, weil

sie einfachen Lagerbeschäftigten deutlich mehr zahlen können

als KMU.

In dieser Gemengelage gilt es, geeignete Recruiting-Strategien

für den Mittelstand zu finden. Die Zeichen der Zeit sind allerdings

an vielen Betrieben vorbeigegangen. Neben der Zusammenarbeit

mit der Agentur für Arbeit schalten mittelständische

Logistiker bevorzugt Anzeigen in der örtlichen Tageszeitung oder

Anzeigenblättchen. Andere bemühen sich zwar schon um eine

digitale Schaltung von Anzeigen über Jobportale oder in sozialen

Medien, aber der rechte Erfolg möchte sich noch nicht einstellen.

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PERSONAL

AUF EINEN BLICK

n Fachkräftemangel verschärft sich dramatisch:

Bis zum Jahr 2036 gehen 16,5 Millionen Babyboomer in

Rente, während nur 12,5 Millionen Arbeitskräfte nachrücken

– die Logistikbranche ist besonders stark betroffen.

n Traditionelle Recruiting-Wege versagen:

Stellenanzeigen in Tageszeitungen und herkömmlichen

Jobportalen führen kaum noch zu qualitativ passenden

Bewerbungen in KMU.

n Employer Branding ist die Grundvoraussetzung:

Vor jeder Stellenausschreibung muss der Online-Auftritt

optimiert werden – sympathische Homepage, Videos und

positive Bewertungen auf Portalen wie kununu sind

wichtig.

n Einfachheit entscheidet über Erfolg:

Je leichter es für Bewerber wird, desto höher die Erfolgsquote.

WARUM SOCIAL-MEDIA-KAMPAGNEN OFT

INS LEERE ZIELEN

ERFOLGREICHE MITARBEITER-

GEWINNUNG BEGINNT MIT

STARKEM EMPLOYER BRANDING

IM DIGITALEN RAUM

page intuitiv und organisch geleitet werden. So lässt sich auch

dem schlechten Ruf der Branche entgegenarbeiten.

SOCIAL RECRUITING – WIE ES GELINGT

Für gelingende Werbung von Mitarbeitern ist die Selbstdarstellung

im Netz elementar – nicht nur in Richtung Kundschaft, sondern

auch als Arbeitgeber. Ist diese Vorarbeit geleistet, kann Social

Recruiting umgesetzt werden. Erfolgversprechend ist, es Bewerbungswilligen

einfach zu machen. Die meisten Rückläufer

bekommen KMU, wenn sie ein digitales Bewerbungsportal zur

Verfügung stellen oder relevante Informationen über Bewerberinnen

und Bewerber in den Social-Media-Kanälen anhand eines

Fragebogens in Erfahrung bringen. Abseits davon wird nur noch

ein Lebenslauf angefordert. Je leichter es für den Bewerber wird,

desto höher die Erfolgsquote.

FAZIT

Wer Recruiting-Strategien erfolgreich auf den Weg bringen will,

darf nicht erst bei der passenden Stellenanzeige anfangen. Was

mit dem Buzzword Employer Branding so hochtrabend daherkommt,

bedeutet einfach, ein durchgehend sympathisches Bild

vom eigenen Unternehmen zu kreieren – im Netz und analog.

Wenn die Voraussetzungen geschaffen sind, funktioniert’s auch

mit der Stellenanzeige.

Quellenhinweise:

[1] https://www.ifm-bonn.org/meta/news/meldung/die-groessten-herausforderungen-2024-fachkraeftemangel-und-zunehmender-wettbewerbsdruck,

abgerufen am 14. August 2025

[2] https://www.forum-verlag.com/fachwissen/zoll-und-export/fachkraeftemangel-logistik/,

abgerufen am 14. August 2025

[3] https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/holger-schaefer-philipp-deschermeier-fast-20-millionen-erwerbstaetige-gehen-bis-2036-in-rente.

html, abgerufen am 14. August 2025

Fotos: Mission Personal, BRN-Pixel – stock.adobe.com

www.mission-personal.de

Die Affinität für neue Medien, digitale Strategien und groß aufgesetzte

Employer-Branding-Kampagnen sucht man in Logistik-

KMU häufig vergebens. Dabei liegt hier ein großes Potenzial. Jobanzeigen

über Social Media haben eine höhere Reichweite als die

Tageszeitung, man holt die Leute da ab, wo sie sind. Für jede Stelle

gibt es das passende soziale Medium – von TikTok bis Linked-

In. Aber: Die Stellenanzeige über Social Media allein ist nicht der

Schlüssel zum Erfolg. Wer auf diesem Weg punkten will, muss

vorher ansetzen und über die Plattformen hinausdenken.

Seit der Erfindung des Smartphones tragen wir alle die Welt in

der Hosentasche mit uns herum. Sehe ich also eine interessante

Stellenanzeige, führt mich schon der nächste Klick auf die Homepage

des Unternehmens. Oftmals treten hier aber die nächsten

Probleme auf: Die Webseite ist unübersichtlich, ich finde nicht

sofort den richtigen Ansprechpartner, erfahre nichts übers Unternehmen

und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder finde

im schlimmsten Fall überhaupt keine Homepage. Die Folge: Ich

bin mit dem nächsten Klick schon wieder weg – im Zweifel beim

Wettbewerb.

Aus diesen Gründen ist der erste Schritt hin zum Digital Recruiting

die Überprüfung des eigenen Online-Auftritts: Employer

Branding. Gibt es Videos über mein Unternehmen? Gibt es Einträge

auf Portalen wie kununu.de, auf denen Arbeitgeber bewertet

werden? Wirken wir sympathisch? Der ganze Online-Auftritt

sollte einer Linie folgen, Besucherinnen und Besucher der Homewww.foerdern-und-heben.de

f+h FOKUS KMU 2025 41


AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG

AUTOSTORE-ANALYSE- UND -REPORTING-TOOLS

SOFTWAREPAKET FÜR DIE

LAGERAUTOMATISIERUNG

SOFTWARE MAXIMIERT SYSTEMLEISTUNG

DAS AUTOSTORE-SOFTWARE-

PAKET UMFASST ZAHLREICHE

TOOLS ZUR AUTOMATISIERUNG

Geschwindigkeit, Agilität und Daten bestimmen

moderne Lagerabläufe. Bei Automatisierungsprojekten

im Lager geht es daher nicht mehr

allein um leistungsfähige Robotik. Der Erfolg

jeder neuen Umsetzung hängt entscheidend von

den Softwaresystemen ab, die gemeinsam mit

der Hardware ausgewählt werden.

Mit dem „Essentials Software Package“ stellt das

Unternehmen AutoStore allen Bestandskunden ein

umfassendes Softwarepaket bereit, das alle Anforderungen

an eine zeitgemäße Lagerautomatisierung in

einer Suite bündelt. Ziel ist es, die Komplexität zu reduzieren, die

Effizienz zu steigern und die Systemleistung in jeder Phase des

Betriebs zu optimieren. Neukunden ermöglicht das All-in-One-

Softwarepaket einen schnellen und skalierbaren Einstieg in die

Welt der Lagerrobotik.

Das Softwarepaket vereint alle für den Betrieb eines AutoStore-

Systems notwendigen Anwendungen in einem Lizenzmodell.

Alle Updates und neue Funktionen sind inbegriffen.

Herzstück der Suite sind leistungsstarke Softwaretools. Dazu

zählt die Router-Software, die mit Routing-Algorithmen für dynamische

sowie wegeoptimierte Roboterrouten sorgt und so die

Effizienz der Roboter um bis zu 40 Prozent steigert. Mit Unify

Connect respektive Unify Analytics stehen Betreibern Datenanalyseplattformen

zur Verfügung, die nahezu in Echtzeit umfassende

Einblicke in alle Betriebsdaten liefern. Dashboards und Visualisierungstools

ermöglichen es, Engpässe zu identifizieren,

Prozesse zu analysieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Das Tool Console ermöglicht es, das System in Echtzeit zu

steuern und Wartungs- sowie Sicherheitsprotokolle auszuführen.

Statt verschiedene Systeme zu verwalten, steuert die Software

alle Abläufe zentral und passt sich flexibel an wechselnde Fulfillment-Anforderungen

an. Damit trägt sie dazu bei, die Systemverfügbarkeit

von 99,7 Prozent aufrechtzuerhalten und potenzielle

Störungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Automatisierte

Überwachungs- und Diagnosetools wie Xhandler identifizieren

Fehler proaktiv und beheben sie ohne manuelle Eingriffe,

während die Moduele Backup und Charge-Manager für Ausfallsicherheit

und optimiertes Roboter-Lademanagement sorgen.

SKALIERBAR UND STETS AKTUELL

Das Essentials Software Package ist so konzipiert, dass es mit den

Anforderungen des Unternehmens wächst. Neue Funktionen

und Leistungsverbesserungen werden regelmäßig bereitgestellt

und lassen sich ohne zusätzliche Installations- oder Konfigurationsaufwände

nutzen. Damit bleibt das AutoStore-System stets

auf dem aktuellen Stand der Technik und bietet langfristigen

Mehrwert sowie Investitionssicherheit. Die Komplettlösung vereinfacht

die Einführung und den Betrieb von AutoStore, maximiert

die Systemleistung und sorgt durch intelligente, integrierte

Tools für Transparenz, Effizienz und Zuverlässigkeit.

Peter Bimmermann, Director Sales 3PL Central Europe und

Managing Director, AutoStore System GmbH: „Aufgrund der rasanten

Entwicklung moderner Softwaresysteme wird Software

ein zentraler Treiber der Automatisierung. Durch intelligente Lösungen

werden Prozesse nicht nur einfacher steuerbar, sondern

auch effizienter und anpassungsfähiger. Sie bilden die Grundlage

für intelligente Automatisierung und Business Process Management,

die künftig maßgeblich zur Effizienzsteigerung in der Logistik

beitragen.“

Foto: AutoStore

www.autostoresystem.com

42 f+h FOKUS KMU 2025 www.foerdern-und-heben.de


SYSTEMORIENTIERT

DENKEN

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Das Jahresabonnement umfasst 8 Ausgaben + eine Sonderausgabe und kostet € 146,- (Ausland € 156,- netto) inkl. Versandkosten.

Als Begrüßungsgeschenk erhalte ich die Konturenlehre. Nach Ablauf des ersten Bezugsjahres kann das Abonnement jederzeit,

mit einer Frist von einem Monat, schriftlich gekündigt werden.

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