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ÖAAB VORARLBERG

ÖAAB

KOMPAKT



INHALT

VORWORT

Grußwort der ÖAAB Landesobfrau 4

80 JAHRE ÖAAB

Bilanz von Bundesobmann Gust Wöginger 6

LANDESTAG

Rückblick auf den 31. Landestag 8

LEITANTRAG

Übersicht über den neuen Leitantrag 10

TEAM

Unser Team für Vorarlberg 12

INTERVIEWS

ÖAAB-Generalsekretär Lukas Brandweiner 13

Nationalrätin Heike Eder im Porträt 14

RÜCKBLICK

Veranstaltungen des ÖAAB Vorarlberg 16

Rückblick mit Michi Sochor 18

EINLADUNG

Einladung zum Weltlehrertag 2025 20

3


Vorwort

Liebes ÖAAB Mitglied,

hinter uns liegen bewegte Monate – voller Begegnungen,

Entscheidungen und Weichenstellungen für die Zukunft.

Umso mehr freut es mich, dass wir im Rahmen unseres

ÖAAB-Landestages am 12. Juni in der Kantine der HTL

Bregenz gemeinsam Bilanz ziehen und gleichzeitig neue

Perspektiven eröffnen konnten. Herzlichen Dank an

alle Delegierten und Gäste, die mit ihrem Engagement

und Interesse diesen besonderen Tag geprägt haben!

Ein zentrales Element des Landestags war neben der

Neuwahl des Landesvorstands auch die Präsentation

und Annahme unseres neuen Leitantrags. Darin

haben wir unsere politischen Schwerpunkte und

inhaltlichen Zielsetzungen für die kommenden Jahre

formuliert – mit einem klaren Fokus auf die Anliegen

der arbeitenden Menschen, die Vereinbarkeit von

Beruf und Familie, ein zukunftsfähiges Bildungssystem

sowie eine verlässliche soziale Absicherung.

Mit großer Freude blicke ich auch auf die zurückliegenden

Wahlen. Die Nationalratswahl brachte für uns in

Vorarlberg ein solides Ergebnis – und mit Heike Eder

eine neue, engagierte Vertreterin im österreichischen

Parlament. Heike ist tief in der Region verwurzelt, bringt

wertvolle Erfahrungen mit und wird mit ihrer klaren

Haltung eine wichtige Stimme für Vorarlberg in Wien sein.

Weg mit Mut und Verantwortung weiterzugehen.

Personelle Veränderungen gab es auch in unserer

Landesgeschäftsstelle: Nach vielen Jahren tatkräftiger

und verlässlicher Arbeit übergibt Michael Sochor die

Aufgabe des Landesgeschäftsführers. Ich möchte Michi

im Namen des gesamten Teams und aller Mitglieder

herzlich für sein enormes Engagement und seine

loyale Arbeit danken – er hat den ÖAAB Vorarlberg

wesentlich mitgeprägt. Gleichzeitig freue ich mich,

Christoph Moll als neuen Landesgeschäftsführer

begrüßen zu dürfen. Christoph bringt viel Erfahrung aus

der politischen Arbeit und Verbandsstruktur mit und

wird frische Impulse setzen – herzlich willkommen!

Ein Blick nach vorne zeigt: Auch die kommenden

Monate werden intensiv und voller Begegnungen.

Ich lade euch alle schon jetzt herzlich ein zum

Weltlehrertag am 7. Oktober 2025, den wir wieder in

der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz begehen

werden. Merkt euch den Termin gerne bereits vor!

Ich danke euch allen für eure Treue, euer Engagement

und eure Unterstützung. Gemeinsam gestalten

wir einen ÖAAB, der fest in der Mitte unserer

Gesellschaft steht und sich klar zu seinen Werten

bekennt – mit Haltung, Handschlagqualität und Herz.

Bei der Landtagswahl konnten wir uns trotz Verlusten

klar auf Platz 1 behaupten – ein starkes Signal

für unsere Arbeit und ein klarer Auftrag, diesen

Mit herzlichen Grüßen,

Veronika Marte

ÖAAB LANDESOBFRAU

4


Für ein zukunftsfittes Vorarlberg

braucht es eine starke Stimme auf allen

politischen Ebenen, die für die Anliegen

der arbeitenden Bevölkerung eintritt.

5


BILANZ

80 JAHRE ÖAAB

ACHT JAHRZEHNTE IM DIENST

DER ARBEITENDEN MENSCHEN

Ein Kommentar von ÖAAB-Bundesobmann

Klubobmann August Wöginger

2025 feiert der ÖAAB ein bedeutendes Jubiläum – 80 Jahre

unermüdliches Engagement für die arbeitenden Menschen

in Österreich. Acht Jahrzehnte, in denen der ÖAAB als

starke Interessenvertretung der Arbeitnehmerinnen und

Arbeitnehmer die Geschichte Österreichs maßgeblich geprägt

hat. Dieses Jubiläum bietet die Gelegenheit, auf die Erfolge

der Vergangenheit zurückzublicken und gleichzeitig die

Weichen für die Zukunft zu stellen.

Ein Bund für die arbeitende Bevölkerung

Seit seiner Gründung im April 1945 hält der ÖAAB an

den christlich-sozialen Werten von Solidarität, Freiheit,

Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Gemeinwohl

fest. Die Interessen der arbeitenden Menschen standen und

stehen im Mittelpunkt seines Handelns. Der ÖAAB setzt sich

von Anfang an dafür ein, dass Arbeit gerecht entlohnt wird,

Arbeitsplätze sicher sind und jeder Mensch die Möglichkeit

hat, durch Leistung und Engagement ein besseres Leben zu

führen.

Einige der bedeutendsten sozialpolitischen Meilensteine,

für die der ÖAAB maßgeblich mitverantwortlich

war, waren die Gründung des Hauptverbandes der

Sozialversicherungsträger, das Mutterschutzgesetz, das

Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) in den 1960er

Jahren sowie die Einführung des Pendlerpauschales in den

1970er Jahren. In den 1980er Jahren waren die Wohnbeihilfe

und die Wohnstarthilfe Erfindungen des ÖAAB.

Foto: ÖAAB-Bundesobmann Gust Wöginger

In den letzten Jahrzehnten hat der ÖAAB

zahlreiche sozialpolitische Erfolge erzielt, darunter

die Einführung der Abfertigung Neu und des

Kinderbetreuungsgeldes für alle. Der ÖAAB spielte

eine wesentliche Rolle bei der Einführung des

Familienbonus Plus, der Familien mit Kindern

finanziell entlastet. Zudem war der ÖAAB ein wichtiger

Motor der Ökosozialen Steuerreform, die vor allem

den unteren und mittleren Einkommensgruppen

zugutekommt.

6


Weitere wichtige Initiativen waren die Einführung des

Pendlereuros, die Abschaffung der Kalten Progression

und die Valorisierung der Sozialleistungen, die den

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Österreich bis

heute finanzielle Entlastung verschaffen. Ein Bildungskonzept

hat den Weg der Neuen Mittelschule mitbegründet. Das

kürzlich verabschiedete Pflegepaket mit über 30 Maßnahmen

stärkt die Pflegeberufe und berücksichtigt die Bedürfnisse der

pflegebedürftigen Menschen. Die Gesundheitsreform, die die

Handschrift des ÖAAB trägt, verbessert die Arbeitsbedingungen

und die Entlohnung im Gesundheitswesen und sichert den

Zugang zum Gesundheitssystem für alle.

Ein starkes Netzwerk für die arbeitende Bevölkerung

Was den ÖAAB besonders auszeichnet, ist die enge Verbindung

zu den Menschen. Der ÖAAB ist kein abstrakter Verband,

sondern ein Netzwerk engagierter Menschen, die täglich

für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

kämpfen. Er ist in den Betrieben, in den Gewerkschaften und

in den Regionen stark verankert – immer dort, wo Lösungen

gebraucht werden. Diese Nähe zu den Menschen macht den

ÖAAB zu einer unverzichtbaren Stimme der arbeitenden

Bevölkerung.

80 Jahre ÖAAB: Ein Versprechen für die Zukunft

80 Jahre ÖAAB sind eine Geschichte des Erfolges, der

Verantwortung und des Engagements. Sie sind ein

Versprechen für die Zukunft: Wir leben in einer globalisierten,

digitalen Welt, in der Arbeitsmärkte im ständigen Wandel

sind und neue Herausforderungen auf uns zukommen.

Der ÖAAB bleibt ein verlässlicher Partner für alle, die

tagtäglich arbeiten. Wir werden auch weiterhin die Stimme

der arbeitenden Menschen sein und uns für Lösungen

stark machen, die die Lebensqualität aller in Österreich

steigern. In den kommenden Jahren wird es darum gehen,

die Arbeitswelt weiter zu gestalten – für die Menschen von

heute und für die Generationen von morgen. Der ÖAAB wird

weiterhin dafür kämpfen, dass jeder Mensch die Chance hat,

am Arbeitsmarkt teilzuhaben und dass Arbeit sich für alle

lohnt. Mit Engagement und Weitblick geht der ÖAAB in die

nächsten Jahrzehnte – für die arbeitenden Menschen und für

ein starkes, zukunftssicheres Österreich.

Foto: Am 14. April 1945 wurde der

ÖAAB in Wien gegründet. Dieser

Gedenkstein in der Laudongasse 16

im 8. Bezirk erinnert an die sechs

Gründungsmitglieder: Leopold

Kunschak, Franz Spalovsky, Johann

Staud, Lois Weinberger, Johann

Gassner und Karl Klein.

7


LANDESTAG

31. LANDESTAG

DES ÖAAB VORARLBERGS

8

Am 12. Juni 2025 wurde die Kantine

der HTL Bregenz zum Zentrum

der politischen Erneuerung und

des gelebten Miteinanders, als

der 31. ordentliche Landestag des

Österreichischen Arbeitnehmerinnenund

Arbeitnehmerbundes (ÖAAB)

Vorarlberg stattfand. Unter reger

Beteiligung und in einer spürbar

positiven Atmosphäre wurde ein

starkes Zeichen für Zusammenhalt,

Engagement und Zukunftsorientierung

gesetzt. Zahlreiche Ehrengäste aus

Politik, Gesellschaft und Wirtschaft

verliehen dem Ereignis zusätzlich

große Bedeutung.

Unter den prominenten Gästen

befanden sich unter anderem

Landeshauptmann

Markus

Wallner, ÖAAB-Generalsekretär

Lukas Brandweiner sowie eine

Vielzahl an Abgeordneten,

Gemeindevertreterinnen und

-vertretern, Funktionärinnen und

Funktionären des ÖAAB auf Landesund

Bundesebene. Ihre Anwesenheit

verdeutlichte einmal mehr die enge

Verbundenheit des ÖAAB mit der

politischen Gestaltungskraft im Land.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends

war die Wiederwahl von Veronika

Marte zur Landesobfrau des ÖAAB

Vorarlberg. Mit einer einstimmigen

Zustimmung wurde ihr das Vertrauen

ausgesprochen – ein starkes Votum

für ihre engagierte Arbeit in den

vergangenen Jahren und ein klares

Mandat, den eingeschlagenen Kurs

fortzusetzen.

„Mit unseren Ideen und Forderungen

wollen wir unseren Teil dazu

beitragen, die Lebensqualität in

Vorarlberg weiter zu verbessern“

ÖAAB-Obfrau Veronika Marte

Auch das neu formierte

Landesvorstandsteam wurde mit

einstimmiger Zustimmung gewählt,

was die Geschlossenheit und das

Vertrauen innerhalb der Organisation

unterstreicht.

In ihrer Rede bedankte sich Veronika

Marte für das entgegengebrachte

Vertrauen und betonte die

gemeinsame Verantwortung des

ÖAAB als starke Vertretung der

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

innerhalb der ÖVP.

Im Zentrum des Landestags stand

auch die Präsentation des neuen

Leitantrags des ÖAAB Vorarlberg.

Dieser legt inhaltlich den Fokus auf

wesentliche Zukunftsthemen wie

den Wert von Arbeit, Vorarlberg

als Familienland oder Bildung

als Schlüssel zur Zukunft, die die

Lebensrealität vieler Menschen

betreffen.

Ein weiteres Highlight des Abends

war die Verleihung der goldenen

Ehrennadel des ÖAAB an den

langjährigen verdienten Funktionär

Rudolf Lerch durch den ÖAAB-

Generalsekretär Lukas Brandweiner.

Mit einer motivierten Mannschaft

rund um Veronika Marte, einem

klaren inhaltlichen Programm und

einer breiten Unterstützung aus allen

Teilen der Gesellschaft zeigt sich

der ÖAAB Vorarlberg bereit für die

Herausforderungen von morgen.


9


LEITANTRAG

UNSER NEUER

LEITANTRAG

In den vergangenen Monaten hat der

ÖAAB im Zuge eines breit angelegten

Reformprogramms einen Prozess

gestartet, um Antworten für die

Arbeitswelt von morgen zu finden. In

acht Arbeitsgruppen wurde dabei der

neue Leitantrag für den Vorarlberger

ÖAAB erarbeitet.

Die Zeit, in der wir einer Arbeit

nachgehen, wird nicht umsonst

als Erwerbsleben bezeichnet.

Das Thema Arbeit durchdringt

sämtliche Lebensbereiche und

schon unsere frühen Jahre können

dafür entscheidend sein, wie es

uns schlussendlich im Alter gehen

wird. In den unterschiedlichsten

Arbeitsgruppen mit Themenbereichen

wie unter anderem Jugend, Bildung,

Familie, Sicherheit, Umwelt/Klima,

Gesundheit, Steuern und Wohnen

haben wir gemeinsam einen neuen

Leitantrag des Vorarlberger ÖAAB

verfasst.

sind geprägt von Gedanken an

Subsidiarität, eine Stärkung der

bürgerlichen Mitte, echte Entlastung

für die arbeitenden Menschen und

das große Ziel, Vorarlberg zum

chancenreichsten Lebensraum für

Kinder zu machen.

Um das zu erreichen, braucht es eine

starke Stimme, die auf sämtlichen

politischen Ebenen für diese Ziele

eintritt. Für ein zukunftsfittes

Vorarlberg, einen attraktiven

Arbeits- und Wirtschaftsstandort

mit modernen Lebenswelten und

nachhaltigen Lösungen für ein

soziales und faires Miteinander.

Der Leitantrag des Vorarlberger

ÖAAB geht in acht Kapiteln auf

die Herausforderungen ein, mit

denen die Menschen in unserem

Bundesland derzeit und in naher

Zukunft konfrontiert sind.

Ideen formuliert, wie wir diesen

Herausforderungen gemeinsam

entgegentreten und die Chancen

nutzen wollen, die diese

Veränderungen mit sich bringen.

Unser Leitantrag ist digital unter

diesem QR-Code zu finden!

10

Die darin enthaltenen Forderungen

Gemeinsam haben wir unsere


ARBEIT UND STEUERN

GESUNDHEIT UND

PRÄVENTION

JUGEND UND CHANCE

FAMILIE UND

GESELLSCHAFT

WOHNEN UND

LEBENSRAUM

SICHERHEIT UND

INTEGRATION

KLIMA UND

NACHHALTIGKEIT

BILDUNG UND

SCHULE

11


TEAM

UNSER TEAM

FÜR VORARLBERG

Am 31. ordentlichen Landestag des ÖAAB

Vorarlberg wurden auch einige personelle

Weichen für die Zukunft gestellt.

Veronika Marte wurde einstimmig als

Landesobfrau bestätigt. Ihr steht ein

ausgeglichener teilerneuerter Landesvorstand

mit neuen Funktionärinnen

und Funktionären sowie mit erfahrenen

Stützen des ÖAAB Vorarlberg zur Seite.

In der Landesgeschäftsstelle wird Landesobfrau

Veronika Marte seit Februar 2025

von Christoph Moll unterstützt. Christoph

wurde im Juli vom Vorstand zum Landesgeschäftsführer

bestellt. Er folgt Michael

Sochor nach, der seit Februar als Büroleiter

von Landesrat Christian Gantner tätig ist.

VERONIKA MARTE

Landesobfrau ÖAAB Vorarlberg

Komplettiert wird das Team der Landesgeschäftsstelle

von Andrea Sallmaier. Andrea

ist bereits seit 2019 im Team des ÖAAB

und hat immer ein offenes Ohr für die

Anliegen der AAB Mitglieder. Bei Fragen

oder Anliegen wendet euch bitte jederzeit

an uns.

CHRISTOPH MOLL

Landesgeschäftsführer

ANDREA SALLMAIER

Administration

LANDESOBFRAU-STELLVERTRETUNG

NRAbg. Heike EDER, Zwischenwasser

StR Michael FELDER, Bregenz

LAbg. Karin FEURSTEIN-PICHLER, Dornbirn

Andreas FORSTINGER, Schruns

Angelika MARTIN, Feldkirch

FINANZREFERENT

Claudio TEDESCHI, Dornbirn

BEIRÄTE

Angelika BENZER, Hohenems

Julian BITSCHE, Nüziders

Simon HAGEN, Schlins

AK-Vizepräsidentin Jessica LUTZ, Höchst

Jonas MAYRHOFER, Dornbirn

StR Barbara RÖSER, Dornbirn

KR Petra RÜHRNSCHOPF, Lochau

Christophorus SCHMID, Lochau

Wolfgang TÜRTSCHER, Götzis

12


INTERVIEW

INTERVIEW

MIT LUKAS BRANDWEINER

KOMPAKT: Lieber Lukas, seit April bist du Generalsekretär des ÖAAB – was hat dich motiviert, diese

verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen?

Lukas Brandweiner: Damit ich auch einmal nach Vorarlberg kommen darf. [lacht] Spaß beiseite: Ausschlaggebend

war die Zusammenarbeit mit unserem Bundesobmann August Wöginger. Er ist ein verlässlicher Kämpfer für

die Anliegen unserer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der ÖAAB war für mich immer die starke Stimme

der arbeitenden und fleißigen Menschen. Als Generalsekretär möchte ich gemeinsam mit unseren vielen

engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern diese Stimme weiter stärken. Besonders in Vorarlberg haben

wir mit Landesobfrau Veronika Marte und ihrem neuen Team viele großartige Persönlichkeiten, die mit vollem

Einsatz dabei sind.

KOMPAKT: Was hat dich ursprünglich zur Politik gebracht?

Brandweiner: Ich bin immer gerne für andere eingetreten. Angefangen hat alles als Klassensprecher, später wurde

ich Landesschulsprecher. Eines ergab das andere: Ich wurde JVP-Bezirksobmann, dann Arbeiterkammerrat und

ein Jahr darauf in den Gemeinderat von Groß Gerungs gewählt. Seit 2019 darf ich die Anliegen des Waldviertels

im Nationalrat vertreten. Es war mir stets ein Anliegen, nicht nur zuzuschauen, sondern aktiv mitzugestalten

und gute Lösungen zu entwickeln. Genau das treibt mich an: konkrete Verbesserungen für die Menschen – vor

Ort, im Betrieb oder in der Gemeinde. Politik ist für mich kein Selbstzweck, sondern die Möglichkeit, das Leben

der Menschen spürbar besser zu machen – mit Verantwortung und einem offenen Ohr für die Anliegen der

Bürgerinnen und Bürger.

KOMPAKT: Wo siehst du die größten sozialpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre?

Brandweiner: Vorrang hat für mich die Sicherung unserer Sozial- und Pensionssysteme. Dabei müssen wir

generationengerecht handeln – das sind wir den kommenden Generationen schuldig. Der demografische

Wandel, die Zukunft der Pflege, der Fachkräftemangel, leistbares Wohnen sowie die langfristige Finanzierung

der Pensionen sind zentrale Themen. Hinzu kommt der gesellschaftliche Zusammenhalt, der in Zeiten

zunehmender Polarisierung gestärkt werden muss. Gleichzeitig stehen wir vor neuen Herausforderungen,

etwa beim Einsatz künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt. Genau hier braucht es einen starken ÖAAB, der

verlässliche und zukunftsfähige Antworten liefert.

KOMPAKT: Wie würdest du dich selbst als

Politiker in wenigen Worten beschreiben?

Brandweiner: Bodenständig, lösungsorientiert

und verlässlich. Ich höre gerne zu,

bevor ich Entscheidungen treffe, und bin

überzeugt: Politik funktioniert dann am

besten, wenn sie nah an den Menschen

ist. Mein Ziel ist es, konkrete Verbesserungen

zu bewirken – im Waldviertel, im

Parlament und jetzt auch im ÖAAB. Das

treibt mich jeden Tag an.

Zur Person:

Lukas Brandweiner ist seit 2019 Abgeordneter zum Nationalrat.

Er hat im April 2025 die Funktion des Generalsekretärs des

ÖAAB von Christoph Zarits übernommen.

13


INTERVIEW

14

INTERVIEW

MIT HEIKE EDER

KOMPAKT: Wie ist die Stimmung

momentan im Parlament?

Heike Eder: Die aktuelle Stimmung

im Parlament ist von professioneller

Zusammenarbeit innerhalb der

Koalition geprägt. Zwischen den

Regierungsfraktionen herrscht ein

produktiver Austausch, besonders

im Bereich der Behindertenpolitik

stimmen wir uns unter den zuständigen

Sprecherinnen und Sprechern eng ab.

Der regelmäßige Dialog und die gute

interne Abstimmung ermöglichen

es uns, konkrete Maßnahmen

umzusetzen. Insgesamt lässt sich

sagen: Die Stimmung im Haus ist so,

wie man es aus Arbeitsphasen kennt

– konzentriert, engagiert, mit klarem

Fokus auf die Sache. Herausfordernd

bleibt allerdings der Umgang mit der

FPÖ. Deren Querschüsse und verbale

Entgleisungen gehören mittlerweile

leider zur Tagesordnung.

Was dort an Ton und Inhalt ins

Parlament getragen wird, ist oft

nicht von Sachpolitik, sondern von

Provokation getragen und erinnert

mich an meine Zeit im Bundesrat, wo

ähnliche Muster bereits zu beobachten

waren.

Trotzdem: Die Koalition steht. Der Stil

innerhalb der Regierungsparteien ist

von gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit

auf Augenhöhe geprägt.

Gerade in stürmischeren politischen

Zeiten ist das ein notwendiges Signal.

KOMPAKT: Du bist im November 2024

vom Bundesrat in den Nationalrat gewechselt,

wo liegen die Unterschiede

in der Arbeit?

Eder: Der Wechsel vom Bundesrat in

den Nationalrat war ein klarer Schritt

in Richtung mehr Verantwortung und

Gestaltungsmöglichkeit. Die Arbeit ist

intensiver, spontaner und deutlich dynamischer

– sowohl was die Anzahl der

Sitzungen betrifft als auch die Breite

der Themen.

Mit meiner Rolle als Behindertensprecherin

kann ich nun aktiv Schwerpunkte

setzen und politische Inhalte mitgestalten.

Das bringt mehr Einfluss,

aber auch mehr Verantwortung – eine

Aufgabe, der ich mich mit großer Überzeugung

widme.


Die 37-jährige aus Zwischenwasser ist zweifache Mutter

und pendelt zwischen Vorarlberg und Wien

Heike Eder ist nach der

Nationalratswahl 2024 vom

Bundesrat in den Nationalrat

gewechselt

KOMPAKT: Wie schaffst du es, Familie

und Beruf unter einen Hut zu bringen?

Eder: Familie und Politik unter einen

Hut zu bringen ist nicht immer leicht

– aber mit guter Organisation, viel

Unterstützung und einer Portion

Imperfektionismus gelingt es. Ohne die

Hilfe meines Mannes und meiner Familie

wäre das nicht möglich. Es ist und bleibt

eine Herausforderung, aber in Summe

funktioniert es wirklich gut.

KOMPAKT: Wo liegen deine inhaltlichen

Schwerpunkte im Parlament?

Eder: Im Parlament engagiere ich

mich besonders in den Ausschüssen

für Arbeit und Soziales – einem der

arbeitsintensivsten –, sowie in den

Bereichen Sport und Bürgerinitiativen.

Als Behindertensprecherin der ÖVP ist

es mein Ziel, die Anliegen von Menschen

mit Behinderung sichtbar zu machen

und ihre Interessen bestmöglich im

Parlament zu vertreten. Sie sollen nicht

am Rand, sondern im Mittelpunkt

unserer Gesellschaft stehen.

KOMPAKT: Auf welchen Beschluss oder

welche Beschlüsse im Nationalrat bist

du besonders stolz?

Eder: Da gibt es einige – aber besonders

stolz bin ich auf die Änderungen im

Erwachsenenschutzrecht. Ursprünglich

hätte es hier Verschlechterungen für

Menschen mit Behinderung bei der

Erwachsenenvertretung gegeben – eine

absolut unzufriedenstellende Situation.

Auch wenn es nur eine kleine Regelung

für eine kleine Gruppe war: Wer weiß,

wie viele Anläufe, Gespräche und interne

Abstimmungen nötig waren, bis wir eine

Lösung gefunden haben, versteht, wie

viel dahintersteckt. Und wenn es dann

endlich klappt, ist die Freude umso

größer. Darüber hinaus interessieren

mich Pensionsthemen besonders. In

den letzten Wochen konnten wir hier

wichtige Reformschritte setzen – etwa

die Erhöhung des Antrittsalters bei der

Korridorpension ab 1.1.2026 von 62 auf

63 Jahre, schrittweise. Damit sichern

wir die langfristige Finanzierbarkeit des

Systems.

Am 10.7. wurde außerdem die neue

Teilpension beschlossen – ein wichtiger

Schritt, um flexiblere Übergänge in den

Ruhestand zu ermöglichen.

KOMPAKT: Wie bewertest du die Arbeit

des ÖAAB im Parlament?

Eder: Die ÖAAB-Abgeordneten stellen die

größte Gruppe im ÖVP-Parlamentsklub

– das zeigt, welchen Stellenwert

Arbeitnehmeranliegen bei uns haben. Wir

tauschen uns regelmäßig in der ÖAAB-

Arbeitsgemeinschaft aus und bringen

wichtige Themen gemeinsam voran.

Dass unser Klubobmann selbst ÖAABler

ist und direkt in vielen Verhandlungen

sitzt, ist ein großer Vorteil – er kennt

unsere Anliegen genau und stärkt unsere

Position im Klub und darüber hinaus.

15


AKTIVITÄTEN

ÖAAB 2025

AKTIVITÄTEN

Austausch mit FCG-

Bundesvorsitzender NR-Abg.

Romana Deckenbacher im

Gasthaus Kornmesser

in Bregenz am 16. April

Konstituierender ÖAAB

Vorarlberg-Landesvorstand

im Hotel am Garnmarkt in

Götzis am 14. Juli

Stammtisch des ÖAAB

Montafon am 23. Juli im

Posthotel Taube in Schruns

16


Betriebsbesichtigung bei Hirschmann

Automotive in Rankweil am 29. Juli

Vortrag von Dr. Franz Valandro über die Geschichte der

Arbeiterbewegung in Vorarlberg mit anschließender

Führung durch die Fohrenburger Brauerei in Bludenz

am 10. April

Betriebsbesichtigung bei

SoWaNa Reinigungsmittel

in Altach am 18. August

17


INTERVIEW

RÜCKBLICK

MIT MICHI SOCHOR

Am 14. Juli 2025 hat der Landesvorstand des ÖAAB Vorarlberg im

Hotel Garnmarkt in Götzis einstimmig Christoph Moll (26) zum neuen Landesgeschäftsführer

gewählt. Er übernimmt von Michael Sochor, der seit

1. Februar 2025 als Büroleiter von Landesrat Christian Gantner tätig ist.

18

Frage: Was bedeutet für dich der

ÖAAB?

Michi Sochor: Der ÖAAB ist für

mich weit mehr als nur eine

Teilorganisation der Volkspartei

– er ist eine Wertegemeinschaft,

die den Menschen in den

Mittelpunkt stellt. In meiner

Zeit als Landesgeschäftsführer

durfte ich erleben, wie engagierte

Persönlichkeiten tagtäglich für die

Anliegen von Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmern eintreten –

mit Haltung, mit Herz und mit

Hausverstand. Was den ÖAAB

für mich so besonders macht, ist

seine klare Verankerung in der

Lebensrealität der Menschen. Es

geht nicht um Ideologie, sondern um

konkrete Verbesserungen im Alltag

– um faire Arbeitsbedingungen,

soziale Sicherheit und eine echte

Anerkennung von Leistung. Dabei

steht der ÖAAB für einen Ausgleich

zwischen wirtschaftlicher Vernunft

und sozialer Verantwortung – ein

Anspruch, der heute wichtiger ist

denn je.

Ich habe den ÖAAB auch als

Netzwerk erlebt, das auf Vertrauen

und Engagement basiert. In

den unzähligen Gesprächen

mit Funktionärinnen und

Funktionären, mit Betriebsrätinnen

und Betriebsräten sowie mit vielen

ehrenamtlich Aktiven wurde

deutlich, wie viel Kraft in dieser

Organisation steckt – und wie stark

das gemeinsame Ziel verbindet:

eine Politik zu machen, die sich an

den Menschen orientiert. Für mich

persönlich war es eine große Ehre, in

dieser Gemeinschaft mitwirken zu

dürfen und gemeinsam mit vielen

engagierten Mitstreiterinnen und

Mitstreitern den politischen Diskurs

in Vorarlberg mitzugestalten.

Der ÖAAB steht für eine Politik

mit Haltung – und dafür bin ich

dankbar.

Frage: Was war rückblickend der

schönste Moment in deiner Zeit als

Landesgeschäftsführer?

Sochor: Wenn ich ehrlich bin, war

es nicht ein bestimmter Moment

– es waren viele. Für mich war

das Schönste an dieser Aufgabe

die Vielfalt an Begegnungen und

Erlebnissen, die sich über die drei

Jahre hinweg ergeben haben.

Besonders in Erinnerung bleiben mir

die zahlreichen Veranstaltungen,

die wir für unsere Funktionärinnen

und Funktionäre sowie für unsere

Mitglieder organisiert haben – von

der entspannten Bowlingrunde

über den geselligen Wien-Ausflug

und die Brauereibesichtigung

bis hin zu spannenden

Betriebsbesichtigungen in

Vorarlberger Unternehmen.

Es war schön zu sehen, wie

Gemeinschaft und politisches

Engagement auf ganz natürliche


Weise zusammenfinden können

– in einem persönlichen Rahmen,

der Wertschätzung und Austausch

möglich macht.

Genauso bedeutend waren für

mich die inhaltlichen Diskussionen,

die wir geführt haben – mit

Ministerinnen und Ministern, mit

Entscheidungsträgern und mit

unseren Kolleginnen und Kollegen

innerhalb des ÖAAB und der

Volkspartei. Diese Gespräche haben

gezeigt, wie ernst wir unsere Rolle

als Brückenbauer zwischen den

Menschen und der Politik nehmen

– und wie wichtig es ist, politische

Inhalte mit Leben zu füllen.

Ganz besonders hervorheben

möchte ich aber auch die

Zusammenarbeit und den Austausch

mit den zahlreichen ehrenamtlich

tätigen Funktionärinnen und

Funktionären, mit unserer

Landesobfrau Veronika Marte, die

sehr wertschätzend führt und auch

mit großem Vertrauen und einem

stark ausgeprägten Teamgedanken.

Und ebenso mit Andrea Sallmaier,

die im Back-Office nicht nur den

Überblick behält, sondern mit

ihrer Verlässlichkeit, Loyalität und

ruhigen Art eine tragende Säule

unserer Arbeit ist. Ohne dieses

Miteinander wäre vieles nicht

möglich gewesen.

Rückblickend kann ich sagen:

Es waren viele kleine und große

Momente, die diese Zeit für mich

so besonders gemacht haben – und

für die ich sehr dankbar bin.

Frage: Welcher inhaltliche

Schwerpunkt ist dir besonders

wichtig?

Sochor: Ein Schwerpunkt, der mir

besonders am Herzen liegt, ist die

Stärkung der arbeitenden Mitte

– jener Menschen, die tagtäglich

Leistung erbringen, Verantwortung

übernehmen und das Rückgrat

unserer Gesellschaft bilden.

Politik muss genau hier ansetzen:

bei fairen Rahmenbedingungen,

echter Wertschätzung und einer

nachhaltigen Entlastung dieser

Gruppen.

Besonders wichtig ist mir in diesem

Zusammenhang die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie. In

den letzten Jahren wurde in

Vorarlberg viel in den Ausbau der

Kinderbetreuung investiert – etwa

durch längere Öffnungszeiten und

mehr ganztägige sowie ganzjährige

Angebote. Das sind wichtige

Schritte, um Familien konkret zu

entlasten und die Vereinbarkeit

nicht nur als Schlagwort, sondern

als gelebte Realität zu ermöglichen.

Ein weiteres Beispiel ist die

Pflegelehre, die in Vorarlberg als

Modellprojekt eingeführt wurde.

Damit wurde ein innovativer Weg

eingeschlagen, junge Menschen

frühzeitig für soziale Berufe

zu gewinnen und gleichzeitig

den wachsenden Bedarf im

Pflegebereich abzufedern – ein

gutes Beispiel für praxisnahe,

zukunftsorientierte Politik.

Auf Bundesebene sind aus

meiner Sicht Maßnahmen wie

die Steuerreform zur Entlastung

niedriger und mittlerer Einkommen

besonders relevant – ebenso

wie der Familienbonus Plus, der

viele arbeitende Familien direkt

unterstützt. Auch die Abschaffung

der kalten Progression, die 2023

umgesetzt wurde, war ein großer

Schritt in Richtung mehr Fairness

für all jene, die durch Fleiß und

Einsatz ihren Lebensunterhalt

bestreiten.

Diese und viele weitere Maßnahmen

zeigen, wie wichtig es ist, Politik

an den Lebensrealitäten der

Menschen auszurichten. Der ÖAAB

steht genau dafür – mit einem

klaren Fokus auf soziale Balance,

wirtschaftliche Vernunft und die

Stärkung jener, die unser Land Tag

für Tag mittragen.

Frage: Welchen Tipp kannst du

deinem Nachfolger mitgeben?

Sochor: Mein wichtigster Tipp ist:

Nah bei den Menschen bleiben.

Die Arbeit im ÖAAB lebt von

persönlichem Kontakt, vom

Zuhören, vom Verständnis für

die Anliegen unserer Mitglieder,

Funktionärinnen und Funktionäre.

Wer die Menschen ernst nimmt,

gewinnt nicht nur Vertrauen,

sondern auch die besten Ideen für

politische Arbeit.

Gleichzeitig würde ich raten, die

Balance zwischen Organisation und

Inhalt zu halten: Die tägliche Arbeit

im Hintergrund ist herausfordernd,

aber sie ist die Grundlage dafür,

dass gute Ideen auch umgesetzt

werden können. Und wenn beides

gut zusammenspielt – Struktur

und inhaltlicher Anspruch – dann

entsteht echte Wirkung.

Außerdem: Verlässlichkeit,

Geduld und ein gutes Gespür

für Menschen sind oft wichtiger

als jede Schlagzeile. Und: Das

Team ist das größte Kapital – die

Zusammenarbeit mit all unseren

Funktionärinnen und Funktionären

sowie unserer Landesobfrau

Veronika Marte und unserer

Back-Office-Mitarbeiterin Andrea

Sallmaier war für mich nicht nur

eine Freude, sondern auch eine

echte Stärke in der täglichen Arbeit.

Wer mit diesem Vertrauen arbeiten

kann, ist gut aufgestellt.

19


GEMEINSAM

FÜR DIE

ZUKUNFT

Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:

ÖAAB Vorarlberg

Römerstraße 12 | 6900 Bregenz

05574-4907 | info@oeaab-vorarlberg.at

www.oeaab-vorarlberg.at

Österreichische POST AG

SP 02Z034610S

VP Vorarlberg, Römerstraße 12, 6900 Bregenz

Retouren an Postfach 555, 1008 Wien

Ausgabe 05/2025

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