29.09.2025 Aufrufe

BOKU Magazin 03/2025

Editorial 3 Wie und wo wir morgen bauen werden 4 Klimaanpassung und Wohnpolitik 6 Zukunft bauen 10 Automatisierter Betonbau 12 Biobasierte Wände aus dem 3D-Drucker 14 KRAISBAU: Vom Abfall zur Ressource 16 Zukunft braucht Zirkularität 20 Prefab.Facade für thermische Sanierung 22 Citizen Science und Bauvorhaben 24 Kreislaufwirtschaft für Wasser, Energie und Grünraum 26 Wenn Holz und Papier zu Sensoren werden 28 Nachhaltige Infrastruktur im Klimawandel 30 Beton-Recycling 35 Prüflabor: Ziehen, drücken und biegen 40 Sanieren statt stagnieren 41 Vertikales Grün für kühlere Gebäude 46 Kinderuni: Wissenschaft erleben 48 EPICUR: Vision einer European University 50 Hybride Lehr- und Lernsettings 54 Der BISC-E Wettbewerb 57 Awareness Days 2025: Save the date 58 Ein Grund zum Feiern: 20 Jahre Ko-Stelle 61 Buch: Water Is Life 62 Buch: Der Goldschakal 64 Buch: The Danube River and The Western Black Sea Coast 65 Splitter 66 Forschung hautnah erleben 68 Master-Infotage 70 Der BOKU-Nachhaltigkeitstag 2025 71 Kooperative Forschungsinfrastrukturen an der BOKU 72 Changemaker*innen-Frühstück der BOKU:BASE 74 DOC BEST 76 Forschung FAQ: ERC Grants 78 Navigating Brussels 79 Tagesmütter am Bauernhof 80 Inge Dirmhirn Förderpreis und Stipendium 81 Strategische Kooperation BOKU/Umweltbundesamt 82

Editorial 3
Wie und wo wir morgen bauen werden 4
Klimaanpassung und Wohnpolitik 6
Zukunft bauen 10
Automatisierter Betonbau 12
Biobasierte Wände aus dem 3D-Drucker 14
KRAISBAU: Vom Abfall zur Ressource 16
Zukunft braucht Zirkularität 20
Prefab.Facade für thermische Sanierung 22
Citizen Science und Bauvorhaben 24
Kreislaufwirtschaft für Wasser, Energie und Grünraum 26
Wenn Holz und Papier zu Sensoren werden 28
Nachhaltige Infrastruktur im Klimawandel 30
Beton-Recycling 35
Prüflabor: Ziehen, drücken und biegen 40
Sanieren statt stagnieren 41
Vertikales Grün für kühlere Gebäude 46
Kinderuni: Wissenschaft erleben 48
EPICUR: Vision einer European University 50
Hybride Lehr- und Lernsettings 54
Der BISC-E Wettbewerb 57
Awareness Days 2025: Save the date 58
Ein Grund zum Feiern: 20 Jahre Ko-Stelle 61
Buch: Water Is Life 62
Buch: Der Goldschakal 64
Buch: The Danube River and
The Western Black Sea Coast 65
Splitter 66
Forschung hautnah erleben 68
Master-Infotage 70
Der BOKU-Nachhaltigkeitstag 2025 71
Kooperative Forschungsinfrastrukturen an der BOKU 72
Changemaker*innen-Frühstück der BOKU:BASE 74
DOC BEST 76
Forschung FAQ: ERC Grants 78
Navigating Brussels 79
Tagesmütter am Bauernhof 80
Inge Dirmhirn Förderpreis und Stipendium 81
Strategische Kooperation BOKU/Umweltbundesamt 82

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Nr. 3 / 9 2025

ISSN: 2224-7416

Bastlerhit

Zukunft

Wie wir morgen

bauen werden

→ Klimaanpassung braucht

gerechte Wohnpolitik

→ Wände aus dem 3D-Drucker

→ Vom Abfall zur Bauressource


In dieser

Ausgabe

Editorial 3

Wie und wo wir morgen bauen werden 4

Klimaanpassung und Wohnpolitik 6

Zukunft bauen 10

Automatisierter Betonbau 12

Biobasierte Wände aus dem 3D-Drucker 14

KRAISBAU: Vom Abfall zur Ressource 16

Zukunft braucht Zirkularität 20

Prefab.Facade für thermische Sanierung 22

Citizen Science und Bauvorhaben 24

Kreislaufwirtschaft für Wasser,

Energie und Grünraum 26

Wenn Holz und Papier zu Sensoren werden 28

Nachhaltige Infrastruktur im Klimawandel 30

Beton-Recycling 35

Prüflabor: Ziehen, drücken und biegen 40

Sanieren statt stagnieren 41

Vertikales Grün für kühlere Gebäude 46

Kinderuni: Wissenschaft erleben 48

EPICUR: Vision einer European University 50

Hybride Lehr- und Lernsettings 54

Der BISC-E Wettbewerb 57

Awareness Days 2025: Save the date 58

Ein Grund zum Feiern: 20 Jahre Ko-Stelle 61

Buch: Water Is Life 62

Buch: Der Goldschakal 64

Buch: The Danube River and

The Western Black Sea Coast 65

Splitter 66

Forschung hautnah erleben 68

Master-Infotage 70

Der BOKU-Nachhaltigkeitstag 2025 71

Kooperative Forschungsinfrastrukturen

an der BOKU 72

Changemaker*innen-Frühstück der BOKU:BASE 74

DOC BEST 76

Forschung FAQ: ERC Grants 78

Navigating Brussels 79

Tagesmütter am Bauernhof 80

Inge Dirmhirn Förderpreis und Stipendium 81

Strategische Kooperation

BOKU/Umweltbundesamt 82

Eine sozial-ökologische Klimaanpassung in Städten

braucht gerechte Wohnpolitik 6

Im geplanten Quartier „Am Kempelenpark“ in Wien-Favoriten werden

mittels technischer Innovationen und klarer Qualitätskriterien

Wasser, Energie und Grünräume gemeinsam gedacht 26

Auch in diesem Jahr nimmt die BOKU wieder gut sichtbar

an „ORANGE THE WORLD – 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

und Mädchen“ teil 58

BOKU Ko-Stelle, ZOOM VP_Delugan Meissl Associated Architects


Zukunft bauen

BOKU/Georg Wilke

Sehr geehrte Leser*innen,

liebe Studierende und Kolleg*innen!

Eva Schulev-Steindl

Rektorin

„Wie werden wir morgen bauen?“ Das ist weit mehr als eine technische oder planerische Fragestellung.

Sie berührt die Grundlagen unseres Zusammenlebens: Wo wir wohnen, wie wir arbeiten, wie wir uns

bewegen und welche Spuren wir dabei in unserer Umwelt hinterlassen. Der Baubereich zählt weltweit

zu den größten Verursachern von Emissionen, Ressourcenverbrauch und Abfällen, bietet aber zugleich

enorme Ansatzpunkte für nachhaltige Veränderungen. Ob es um die Kreislaufwirtschaft im Gebäudesektor

geht, um innovative Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, um die Begrünung unserer Städte

oder um neue Formen der Raumplanung: Die BOKU ist vorne dabei und sieht sich als Impulsgeberin für

diese Transformation.

Unsere Forschenden entwickeln biobasierte Wände aus Nebenströmen der Holzindustrie, nachhaltige

Sanierungskonzepte sowie natürliche Beschattung für den Gebäudebestand und Roboter fertigen ressourcenschonende

Betonstrukturen. Neue Bewertungsinstrumente machen Kreislauffähigkeit messbar

und bei Quartiersentwicklungen werden Wasser, Energie und Grünflächen gemeinsam gedacht.

Gleichzeitig widmen wir uns den sozialen Dimensionen des Bauens – wie den Fragen nach Hitzeschutz

in Städten oder nach gerecht verteilten Grünräumen für alle Bevölkerungsgruppen. Es zeigt sich: Nachhaltiges

Bauen bedeutet technologische Innovation und soziale Verantwortung.

Für unsere Studierenden eröffnen diese Themenfelder einzigartige Lernräume und Perspektiven, die sich

in unseren Studiengängen wiederfinden. Sie können erleben, wie Forschung direkt auf die drängenden

Probleme unserer Zeit antwortet – und wie wichtig es ist, Disziplinen zusammenzuführen. Technik, Ökologie,

Wirtschaft und Gesellschaft müssen ineinandergreifen, wenn wir Zukunft bauen wollen. Das Thema

Bauen betrifft uns alle und eine nachhaltige Transformation wird nur gelingen, wenn wir gemeinsam neu

denken. Die Frage „Wie bauen wir morgen?“ ist deshalb zugleich eine Einladung: Lassen Sie uns nicht

warten, bis die Zukunft gebaut wird. Lassen Sie uns jetzt beginnen – nachhaltig, innovativ und verantwortungsvoll.

Denn darin liegt eine der besonderen Stärken der BOKU: Wir denken nicht in Schubladen,

sondern in Zusammenhängen.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen!

Eva Schulev-Steindl

Impressum

Medieninhaberin und Herausgeberin: BOKU University, Gregor-Mendel-Straße 33, 1180 Wien Chefredaktion: Bettina Fernsebner-Kokert Redaktion:

Hermine Roth Autor*innen: Astrid Allesch, Konrad Bergmeister, Barbara Birli, Lisa Bohunovsky, Matthias Braun, Julia Buchebner, Helin Cakmak, Daniel

Dörler, Johannes Ehrlinger, Lada Fialova, Michael Friesenecker, Peter Gappmaier, Maria Georgiades, Georg Gübitz, Olivier Guillaume, Mathias Hammerl,

Florian Heigl, Franziska Hesser, Johannes Hron, Marion Huber-Humer, Maximilian Klammer, Nora Korb, Natasa Kral, Benjamin Kromoser, Falk

Liebner, Mara Luef, Arunjunai Raj Mahendran, Alaudini Nurali, Christian Obinger, Thomas Pichler, Eva Ploss, Claudia Pretschuh, Ana Prslja, Elisabeth

Quendler, Lea Ranacher, Sara Reichenbach, Bernhard Reinholz, Martin Riegler. Matthäa Ritter-Wurnig, Maximilian Roitner, Romana Roschinsky, Mareike

Rosenbichler, Constanze Rzihacek, Stefan Salhofer, Mark Scherner, Alexandra Strauss-Sieberth, Alfred Strauss, Salme Taha Ali Mohamed, Thomas

Thaler, Marc Trattnig, Martin Tschikof, Christian Vihanek, Verena Vlajo, Paula Voigt, Klaus Voit, Krzysztof Wieczorek, Rupert Wimmer, Magdalena Wolf,

Selina Wyrwal, Oliver Zeman Grafik: Patricio Handl Coverfoto: freepik/8photo Druck: Druckerei Berger Auflage: 5.000 Erscheinungsweise: 4-mal jährlich

Blattlinie: Das BOKU Mag versteht sich als Informationsmedium für Angehörige, Absolvent*innen und Freund*innen der BOKU University und soll

die interne und externe Kommunikation fördern. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung der

Autorin oder des Autors wieder und müssen mit der Auffassung der Redaktion nicht übereinstimmen. Redaktionelle

Bearbeitung und Kürzung von Beiträgen aus Platzgründen vorbehalten. Beiträge senden Sie bitte an:

public.relations@boku.ac.at. Bei Adressänderung wenden Sie sich bitte an: alumni@boku.ac.at

UZ24 „Schadstoffarme

Druckerzeugnisse“

UW 734

Dieses Produkt stammt

aus nachhaltig bewirtschafteten

Wäldern und

kontrollierten Quellen

3/2025 3


Wie und wo wir

morgen bauen werden

Von Gernot Stöglehner

Adobe Stock

Wie werden wir morgen bauen? Aus

raumplanerischer Sicht ist die wichtigste

Antwort darauf die Bedarfsfrage.

Denn nicht nur aus Perspektive des

Bodenverbrauchs, der Energie- und

Ressourceneffizienz, sondern auch

der knappen öffentlichen Haushalte

und der Leistbarkeit von Wohnraum

oder Betriebsstandorten ist schon

recht viel verbaut. Derzeit beträgt die

Flächeninanspruchnahme für Bauland

und Infrastruktur in etwa 5.700 Quadratkilometer.

Wir haben – in Laufmetern

pro Kopf gemessen – mit circa

14 Metern eines der größten Straßennetze

in Europa, in Deutschland sind

es rund 10 Laufmeter pro Kopf, in

der Schweiz 9. Für etwa 4,1 Millionen

Haushalte mit Hauptwohnsitzmeldung

sind rund 5 Millionen Wohneinheiten

gebaut. Daher muss zuerst die Frage

gestellt werden, warum denn weiter

gebaut werden soll und aus welchen

gesellschaftlichen und wirtschaftlichen

Entwicklungen neuer Raumbedarf

entsteht.

Darauf gibt es einige Antworten: zunächst

der demografische Wandel

und die damit verbundene Veränderung

der Haushaltsgrößen – mehr

Ein- und Zweipersonenhaushalte

brauchen mehr Wohnungen, der

Wohnraumbedarf pro Person steigt.

Die Wohnungen liegen nicht zwingend

dort, wo die Bevölkerung

wächst. Die Bevölkerungsprognosen

der Österreichischen Raumordnungskonferenz

zeigen, dass

zahlreiche, insbesondere ländliche

Regionen schrumpfen und einige

Ballungsräume wachsen werden.

Gleichzeitig werden durch die fortgesetzte

Bautätigkeit vielerorts in

den Randbereichen der Städte und

Ortschaften die Ortskerne entleert:

Die Bevölkerung zieht an den Ortsrand,

die Geschäfte sind im Einkaufszentren

auf ehemals grünen

Wiesen zu finden, Betriebe ändern

ihre Raumansprüche und übersiedeln

in neu erschlossene Gewerbegebiete.

Die Konsequenzen sind

mannigfaltig: Zunahme von Flächeninanspruchnahme

und Versiegelung,

Verlust von landwirtschaftlicher

Produktionsfläche und Lebens-

räumen für wildlebende Tiere und

Pflanzen, Verlust oder Veränderung

von Erholungsräumen, Eingriffe in

den Wasserhaushalt, Energie- und

Ressourcenverbrauch und damit

Ursachen von Klimakrise und Biodiversitätsverlust,

mehr Ausgesetztheit

gegenüber Naturgefahren, aber

auch mehr finanzielle Aufwendungen

sowohl für die öffentliche Hand

(im Wege der Infrastrukturbereitstellung

von Straße, Kanal, Wasser

etc.) als auch private Haushalte

(Stichwort leistbares Wohnen) und

Unternehmen (Stichwort leistbare

Betriebsstandorte), um nur einige

Aspekte zu nennen. Schlussfolgernd

kann also festgestellt werden, dass

Bauen wie bisher, das heißt auf der

„grünen Wiese“, nicht nur positive

Effekte wie die Schaffung von

Wohn- und Wirtschaftsraum sowie

Beschäftigung in der Bauwirtschaft

hat, sondern auch erhebliche negative

ökologische, soziale und ökonomische

Folgen, die zunehmend die

positiven Aspekte überwiegen. Es

gilt daher, genau zu hinterfragen, ob

insbesondere Neubauprojekte auf

4

3/2025


EyeEm

Eine wesentliche Säule der Bestandstransformation

ist die Innenentwicklung,

die eine Belebung der

Ortskerne und, wo angezeigt, eine

Erhöhung der Nutzungsintensität

des Baulandes bewirken soll. Das

bedeutet zum einen, mehr Raumfunktionen

insbesondere in die

Ortskerne zu bringen: Das fängt bei

der Wohnfunktion an, zum Beispiel

indem leerstehende Geschoße beziehungsweise

Objekte für Wohnraum

aktiviert werden, aber auch für

unternehmerische Nutzungen (etwa

Gastronomie, Büros, Geschäfte) und

öffentliche Einrichtungen (beispielsweise

medizinische Versorgung, Kinderbetreuung,

Schulen, Ämter). Diese

Funktionsmischung kann sowohl

innerhalb der Gebäude – Geschäfte,

Ordinationen etc. im Erdgeschoß,

Büros im 1. Stock, darüber Wohnen

– als auch zwischen den Gebäuden

erzielt werden. Damit verbunden ist

die Frage, in welcher Dichte gebaut

werden soll. Die belebten Ortskerne

weisen eine höhere Dichte und Nutzungsintensität

auf, sind leichter mit

öffentlichem Verkehr zu erschließen,

fördern aber auch die „aktive“

Mobilität, also das Zufußgehen und

Radfahren. In solchen funktionsgemischten

Strukturen, wo vieles rund

um die Wohnung in wenigen Minuten

zu erreichen ist, ist diese aktive

Mobilität einfach die logische und

bequemste Art der Fortbewegung.

Ein Weiter-wie-bisher geht am künftigen Bedarf

nach Wohnraum und Unternehmensstandorten

vorbei, wird erheblichen Leerstand insbesondere in

Innerortslagen produzieren und zunehmend unwirtschaftlicher

und weniger leistbar.

Schlussendlich besteht noch die

Frage, wie wir in Zukunft bauen.

Über Energie- und Ressourceneffizienz

wird in diesem Heft noch

viel berichtet, aus raumplanerischer

Sicht ist der Dichteaspekt besonders

relevant, und hier sowohl maßvolle

Mindest- als auch Höchstdichten.

Mindestdichten, um Effizienz

von Raumstrukturen zu gewährleisten,

um zum Beispiel öffentliche

Infrastruktur, Energienetze oder

öffentlichen Verkehr ökonomisch

sinnvoll bereitstellen zu können.

Maßvolle Höchstdichten, um eine

hohe Lebensqualität für alle zu

sichern, etwa indem im Wohnumfeld

ausreichend Grün- und Freiräume

errichtet werden können.

der grünen Wiese wirklich gebraucht

werden.

Damit kommen wir zur zweiten

wichtigen Frage: Wo sollen wir

bauen? Und hier ist die Antwort aus

Sicht einer nachhaltigen Raumentwicklung

eindeutig: in erster Linie

im Bestand, der durch Neu-, Zuund

Umbauten transformiert werden

soll. Dabei geht es zum einen darum,

den künftigen Infrastrukturbedarf

pro Einwohner*in beziehungsweise

Arbeitsplatz zu reduzieren.

Das gelingt nur, wenn wir in Zukunft

weitgehend mit dem bestehenden

Bauland und den bestehenden

Straßen auskommen. Zusätzliche

Gebäude sollen zu möglichst wenig

Erschließungsaufwand führen und

gleichzeitig die Wege kurz und die

Siedlungen kompakt halten. Wenn

dafür im Einzelfall eine Neuerschließung

von Bauland erforderlich ist,

soll an anderer Stelle eine Rückwidmung

von nicht erschlossenem

Bauland in Grünland stattfinden.

Das ist das Prinzip von Netto-Null-

Bodenverbrauch.

Die Raumansprüche der Menschen

werden sich auch in Zukunft ändern,

sodass weiter gebaut werden

wird. Jedenfalls stellt Raumplanung

wichtige Weichen, wie viele Umweltbelastungen,

Energie- und Ressourcenverbräuche

damit einhergehen

und welche finanziellen Aufwendungen

damit verbunden sind. Ein

Weiter-wie-bisher geht am künftigen

Bedarf an Wohnraum und Unternehmensstandorten

vorbei, wird

erheblichen Leerstand insbesondere

in Innerortslagen produzieren

und zunehmend unwirtschaftlicher

und weniger leistbar. Die Stoßrichtung

künftigen Bauens, soll dieses

nachhaltig sein, geht in Richtung

Bestandstransformation, das heißt

der Um- und Weiternutzung bestehender

Gebäude und öffentlicher

Infrastrukturen, möglichst innerhalb

der bestehenden Baulandgrenzen.

Univ.Prof. Dr. Gernot Stöglehner leitet

das Department für Landschaft, Wasser

und Infrastruktur.

3/2025 5


Michael Friesenecker

Neben flächendeckender Begrünung der Städte ist auch eine angepasste Wohnungspolitik erforderlich

Eine sozial-ökologische Klimaanpassung

in Städten braucht gerechte Wohnpolitik

Von Michael Friesenecker, Mark Scherner und Thomas Thaler

Die Effekte zunehmender Hitzewellen

im Zuge des Klimawandels

hängen eng mit Verstädterungstendenzen

sowie dem demografischen

und sozioökonomischen Wandel

zusammen. Beide Entwicklungen

prägen unsere globalisierte Gesellschaft.

Städte bleiben für einen großen

Teil der Bevölkerung aufgrund

von kultureller Vielfalt, Ausbildungsund

Jobmöglichkeiten und anderer

Gründe attraktiv. Gleichzeitig verschärfen

die verdichtete Bauweise

und stärkere Versiegelung in Städten

den Klimawandel und dessen Auswirkungen,

zu denen auch Hitzewellen

gehören.

Die gesundheitlichen Auswirkungen

dieser Hitzewellen zeigen sich in

Städten besonders deutlich. Längere

Hitzeperioden und eine Zunahme

von Tropennächten, bei denen die

Außentemperatur nicht unter 20°C

sinkt, erhöhen die Gesundheitsrisiken

für Stadtbewohner*innen.

Dabei spielen auch Wohnentscheidungen

eine Rolle, beispielsweise

ob man in Gebieten mit geringerer

Hitzebelastung oder in ausgeprägten

Hitzeinseln lebt. Während Hitze als

Kriterium bei der Wahl des Wohnortes

noch selten berücksichtigt wird,

wird dies in Zukunft immer wichtiger

werden.

Wie und wo wir wohnen, ist eng mit

der Organisation des Wohnungsmarktes

verknüpft. Ob ein Markt

stärker liberalisiert ist oder gemeinwohlorientiert

reguliert wird, prägt,

wie Menschen in der Stadt leben

und wo sie sich niederlassen können.

Eine wichtige Frage ist daher: Wie

kann eine Wohnungspolitik aussehen,

die eine sozial gerechte Klimawandelanpassung

hin zu nachhaltigen

und grünen Städten unterstützt?

Wohnbedingungen

sind entscheidend

In Städten sind neben Kindern,

Jugendlichen und älteren Menschen

vor allem einkommensschwache

Personen besonders von Hitzewellen

betroffen. Letzteren fehlen häufig

private Grünflächen und sie sind

aufgrund beengter Wohnverhältnisse

und schlecht isolierter oder

belüfteter Wohnungen extremen

Wohnraumtemperaturen ausgesetzt.

Gleichzeitig scheitern bau-

6

3/2025


Einkommensschwache Bewohner*innen sind stärker auf die

Kühlfunktion öffentlicher grüner und blauer Infrastruktur

angewiesen, die innerhalb von Städten ungleich verteilt ist.

liche Anpassungen gegenüber Hitze,

wie zum Beispiel Jalousien, Fassaden-

oder Innenhofbegrünung oder

Klimaanlagen, oft an den geringen

verfügbaren finanziellen Mitteln beziehungsweise

an der vertraglichen

Situation. Denn einkommensschwache

Haushalte leben überdurchschnittlich

oft in Mietverhältnissen.

Einkommensschwache Bewohner*innen

sind daher stärker auf die

Kühlfunktion öffentlicher grüner und

blauer Infrastruktur angewiesen,

die innerhalb von Städten ungleich

verteilt ist. Aufgrund ihrer finanziellen

Situation sind Haushalte mit

geringem Einkommen auch in ihrer

Wohnortwahl eingeschränkt. Häufig

kommen noch andere Diskriminierungen

auf dem Wohnungsmarkt,

beispielsweise nach Herkunft, hinzu.

Um dieser Ungleichverteilung und

den Klimawandelfolgen entgegenzuwirken,

haben Städte weltweit in die

Planung und Umsetzung von neuer

grüner und blauer Infrastruktur investiert.

Die Kehrseite: In manchen Städten

stiegen infolge solcher Aufwertungen

Mieten und Kaufpreise deutlich.

Die Menschen, die am stärksten von

den neuen Freiräumen profitieren

sollten, können sich das Wohnen in

deren Nähe nicht mehr leisten und

werden in heißere, weniger begrünte

Lagen verdrängt. Diese sogenannte

grüne Gentrifizierung tritt vor allem

dort auf, wo Wohnungsmärkte stark

liberalisiert sind. Stärker regulierte

Wohnungsmärkte können das Verdrängungsrisiko

durch die Schaffung

von grüner und blauer Infrastruktur

hingegen deutlich senken. Die Überschneidung

von städtischen Hitzeinseln

und Wohngebieten marginalisierter

und einkommensschwacher

Gruppen ist nämlich nicht in allen

Städten gleich ausgeprägt. Vor allem

sozial orientierte wohnungspolitische

Maßnahmen, wie eine Mietpreisregulierung

im privaten Mietwohnungssegment

(23 % des Wiener

Wohnungsbestands), oder öffentlicher

und gemeinnütziger Wohnungsbau

(43 % des Wiener Wohnungsbestands)

verringern räumliche und

soziale Ungleichheiten – oder verstärken

sie, wenn sie fehlen. In einer

Studie für Wien haben wir beispielsweise

festgestellt, dass jeder zusätzliche

Prozentanteil an sozialem

3/2025 7


Wohnbau in einer Nachbarschaft das

Risiko einer Gentrifizierung um vier

bis fünf Prozent verringert.

Zukünftige Wohnpolitik für

nachhaltige und grüne Städte

Während Verdrängungen durch

geschaffene grüne und blaue

Infrastruktur ein herausforderndes

Spannungsfeld darstellt, sind

massive Investitionen, um die Auswirkungen

des Klimawandels einzuschränken,

unumgänglich – es sei

denn, man nimmt den katastrophalen

gesellschaftlichen Schaden des

Klimawandels in Kauf. Wer das nicht

möchte, muss Klima- und Sozialpolitik

ganzheitlich und eng verzahnt

denken. Eine gerechte Wohnpolitik,

die eine sozial-ökologische Klimaanpassung

unterstützt, setzt zuerst

beim Bestand an und nimmt Verdrängungsrisiken

ernst.

Diese entstehen vor allem auf

zwei Wegen: Erstens durch gebäudebezogene

Investitionen (zum

Beispiel Dach- und Fassadenbegrünungen,

Entsiegelung von Innenhöfen,

Verschattung, energetische

Sanierungen), deren Kosten auf

die Mieter*innen überwälzt werden.

Zweitens durch Begrünungen

Ein weiterer Trend, der in den

letzten Jahren zur Verdrängung

einkommensschwacher Haushalte

beigetragen hat, ist die Praxis spekulativer

Immobilienentwickler*innen:

Sie lassen Wohnhäuser aus der

Gründerzeit absichtlich verfallen,

um sie anschließend zu entmieten,

abzureißen und neu zu errichten.

Denn beim privaten Neubau müssen

keine Mietpreisregulierungen eingehalten

werden, sodass die Wohnungen

teurer vermietet oder lukrativ

als Eigentumswohnungen verkauft

werden können. Ein zunehmender

Trend ist auch die sogenannte Parifizierung

von Gründerzeithäusern

– also die Aufteilung von Wohnhäusern

auf mehrere Wohnungseigenim

öffentlichen Raum, die durch

die Vermarktung von „Grün“ durch

Immobilienentwickler*innen den

Kaufpreis erhöhen oder die die Vermieter*innen

in begrünten Vierteln

als Grund für höhere Mieten heranziehen.

Beide Mechanismen treffen

Haushalte mit geringem Einkommen

am härtesten, da sie Mietsteigerungen

kaum abfedern können.

Wie unsere Untersuchungen zeigen,

kam es gerade im privaten, mietzinsregulierten

Altbausektor – der in

der Regel am dichtest bebaute und

hitzeanfälligste Bereich in Österreich

– in den vergangenen Jahren

zu erhöhten Verdrängungsrisiken.

Während Mietzinsregulierungen Verdrängungen

einkommensschwacher

Haushalte hemmten, haben die in

den 1990er-Jahren eingeführten

Lagezuschläge und die Befristung

von Mietverhältnissen im Mietrechtsgesetz

zusammen mit der

erhöhten Nachfrage der letzten zwei

Jahrzehnte eine überdurchschnittliche

Mobilität und Preissteigerungen

im Altbausegment begünstigt. Eine

Abschaffung der Befristung, die für

stabile Mietverhältnisse sorgt, sowie

eine Neuausrichtung der Mietpreisregulierung,

die exorbitante Miet-

steigerungen begrenzt – umgangssprachlich

auch „Mietpreisbremse“

genannt –, könnten die Bedingungen

schaffen, damit Begrünungen im

öffentlichen Raum und auf privaten

Grundstücken den „bestehenden“

Mieter*innen zugutekommen und

auch von diesen eingefordert werden

können. Unter diesen Voraussetzungen

ist auch eine öffentliche

Förderung von gebäudebezogenen

Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünungen

vertretbar.

8

3/2025


kungen auf einkommensschwache

Haushalte abfedern, beispielsweise

durch eine erhöhte Wohnbeihilfe

oder eine Mietpreisbremse im Zuge

von geförderten Begrünungen und

energetischen Sanierungen. Ähnliches

betrifft das freifinanzierte

Mietsegment der Nachkriegszeit.

Hier sollten Förderungen für Begrünung

und Hitzeschutz ausgebaut

werden, sofern sie an geeigneten

Mieter*innenschutz geknüpft werden

und nicht, wie es bei aktuellen

Förderungen der Fall ist, ohne diese

Bedingung. Parallel zu den Förderungen

braucht es Regulierungen,

die ausreichende Grünanteile auf

privaten Grundstücken sicherstellen,

etwa in Form eines Grünflächenfaktors,

der auch im Bestand und nicht

nur bei Neu- beziehungsweise Umwidmungen

angewendet wird.

tümer*innen mit entsprechenden

Eigentumsanteilen. Dies stellt eine

zusätzliche Herausforderung für die

notwendige sozial-ökologische Anpassung

unserer Städte dar. Denn

die damit verbundenen Eigentümergemeinschaften

bringen oftmals

komplexe Entscheidungsfindungen

mit sich, die nicht nur grundstücksbezogene

Begrünungen und Entsiegelungen

betreffen, sondern auch

energetische Sanierungen.

Der Abriss, die Umwandlung und

der Verkauf von (mietzinsregulierten)

Wohnhäusern müssen kritisch

überwacht und, wo nötig, reguliert

werden. Die Stadt Wien hat beispielsweise

für Gründerzeitbauten

eine Genehmigungspflicht für

Abrisse eingeführt. Das Ziel muss

generell darin bestehen, den gründerzeitlichen

Bestand zu erhalten,

Verschattungen zu ermöglichen

sowie Entsiegelungen und Begrünungen

zu forcieren. Wenn eine sozial-ökologische

Anpassung erreicht

werden soll, wird eine klare gesetzliche

Regelung der Kostenaufteilung

für Investitionskosten zwischen

Vermieter*innen und Mieter*innen

notwendig. Diese Kostenaufteilung

muss aber vor allem die Auswir-

Masterstudium

Landschaftsplanung und

Landschaftsarchitektur

Das Masterstudium Landschaftsplanung

und Landschaftsarchitektur

widmet sich

der Planung, Gestaltung und

Pflege von Landschaften und

Freiräumen im städtischen und

ländlichen Raum. Es vereint

planerische, gestalterische,

technische, ökologische und

sozioökonomische Ansätze, um

nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Absolvent*innen erlernen,

Planungsziele von der Konzeptphase

bis zur Umsetzung zu

gestalten und dabei die Bedürfnisse

von Mensch und Umwelt

zu berücksichtigen.

Der wirksamste Schutz gegen Verdrängung

ist und bleibt jedenfalls

der öffentliche und gemeinnützige

Wohnbau. Daher sollten Kommunen

und gemeinnützige Bauträger*innen

neben der Dekarbonisierung auch

die Klimawandelanpassung ihrer

Wohnungsbestände priorisieren. Sie

sollten dabei mit entsprechenden

Mitteln aus einer zweckgebundenen

Wohnbauförderung oder anderen

Förderungen unterstützt werden.

Dabei sollten vor allem gebäudebezogene

Maßnahmen inklusive energetischer

Sanierung als Hitzeschutz

sowie die Expansion und laufende

Pflege bestehender Grün- und

Freiräume im Vordergrund stehen.

Grünraum kann durch entsprechende

Maßnahmen auch zur Sensibilisierung

und Aktivierung der Bewohner*innen

genutzt werden. Dies

zeigen erfolgreiche Beispiele von

Gartenbeeten für Bewohner*innen

und Gemeinschaftsgärten in jüngsten

Wohnbauten.

Kurzum: Neben einer flächendeckenden

Begrünung unserer Städte,

mit Fokus auf einkommensschwache

und von Hitze geplagte Gebiete

mit wenig grüner und blauer Infrastruktur,

braucht es eine angepasste

Wohnungspolitik. Diese muss die

Verdrängungsrisiken einkommensschwacher

Haushalte ernst nehmen

und minimieren.

Dr. Michael Friesenecker ist wissenschaftlicher

Mitarbeiter, Mark Scherner,

MA Universitätsassistent und Priv.-Doz.

MMag. Thomas Thaler, PhD stellvertretender

Leiter am Institut für Landschaftsplanung.

3/2025 9


Zukunft Bauen

Wie das Institute of Green Civil Engineering an der BOKU mit Grundlagenund

angewandter Forschung aktiv zur nachhaltigen Weiterentwicklung

der Bauwirtschaft beiträgt – ein Porträt des IGCE.

Von Benjamin Kromoser und Sara Reichenbach

Das Roboterlabor ist ein

Herzstück des Institute of

Green Civil Engineering (IGCE)

Kaum eine Branche steht derzeit

vor größeren Herausforderungen

als das Bauwesen: Weltweit sind

die Herstellung und der Betrieb von

Gebäuden und Infrastruktur für

einen erheblichen Teil der ausgestoßenen

Treibhausgasemissionen,

der verbrauchten Energie und des

Feststoffmülls verantwortlich. Es

handelt sich daher um einen der

einflussreichsten Sektoren, um den

anthropogenen Umwelteinfluss zu

reduzieren und einen Beitrag zum

dringend notwendigen Klima- und

allgemein Umweltschutz zu leisten.

Gleichzeitig kämpft die Branche

mit veralteten Methoden, einem

immer akuter werdenden Fachkräftemangel,

einer insgesamt niedrigen

Produktivität und momentan

auch, daraus resultierend, mit einer

schlechten Konjunktur.

An der BOKU forscht das Team des

Institute of Green Civil Engineering

(IGCE) an wissenschaftlichen Grundlagen

sowie innovativen, praxisorientierten

Themen, um Lösungen für

diese Herausforderungen bereitstellen

zu können. Das Institut widmet

sich der nachhaltigen Transformation

des Bauwesens mit dem Ziel,

natürliche Ressourcen, insbesondere

im Hochbau, möglichst effizient

10

3/2025


und verantwortungsvoll zu nutzen,

den Umwelteinfluss allgemein zu

reduzieren und aktiv zur Etablierung

einer realen Kreislaufwirtschaft im

Sektor beizutragen. Im Zentrum der

Forschung stehen die Entwicklung

zukunftsweisender Bauweisen, digitale

Entwurfs- und Produktionsprozesse,

die ökologische Optimierung

von Tragstrukturen mit besonderem

Fokus auf die Materialien Beton und

Holz sowie die Weiterentwicklung

innovativer Baustoffe und Bauverfahren.

Neben einem zentralen

Fokus auf einer hohen wissenschaftlichen

Qualität zeichnet sich

das Institut durch umfassendes

Praxiswissen inklusive Handwerkswissen

aus.

Die Zukunft des Bauens entsteht an

der BOKU: exzellente interdisziplinäre

Grundlagenforschung kombiniert mit

einer praxisrelevanten anwendungsorientierten

Forschung sowie eine

Begleitung bis zur Anwendung.

Ein zentrales Forschungsinstrument

und explizite Stärke des IGCE sind

experimentelle Untersuchungen in

den institutseigenen Laboren (Prüfund

auch Roboterlabor) auf Material-,

Bauteil- und Prozessebene.

Das Profil des IGCE beschäftigt sich

zusammengefasst mit folgenden

fünf Schwerpunktbereichen:

1. Hochbau

2. Holzbau

3. Automatisiertes Bauen

4. Nachhaltiges Gestalten

und Bauen

5. Kreislaufgerechtes Bauen

Eng verknüpft:

Forschung und Lehre

Neben dem Engagement in der

Forschung ist das IGCE umfassend

in der universitären Lehre engagiert.

Studierende der Bachelorstudienrichtung

Umweltingenieurwissenschaften,

Umwelt- und Bioressourcenmanagement,

Holz- und

Naturfasertechnologie sowie der

Masterstudien Kulturtechnik und

Wasserwirtschaft, des englischsprachigen

Masterprogramms Green

Civil Engineering und der Docschool

Build.Nature werden einerseits

grundlagenorientiert und zudem in

den relevanten Bereichen praxisnah

ausgebildet. Projektbasierte Formate,

die Integration der institutseigenen

Labore und Kooperationen mit

der Industrie prägen das didaktische

Konzept. Besonders hervorzuheben

ist die Betreuung von Bachelor- und

Masterarbeiten im direkten Kontext

aktueller Forschungsprojekte.

Ein engagiertes Team

für den Wandel

Hinter den Aktivitäten des IGCE

steht ein engagiertes, diverses, interdisziplinäres

und internationales

Team rund um Benjamin Kromoser,

das sich motiviert und voller

Energie der Frage widmet, wie das

Bauwesen zukunftsfähig, nachhaltig

und ressourcenschonend gestaltet

werden kann.

Vorschau: Forschung zum Weiterlesen

Im Folgenden stellen wir ausgewählte

Forschungsprojekte des IGCE

näher vor:

• Automatisierter Betonbau: digitale,

robotergestützte Fertigung

mit wiederverwendbaren Schalungssystemen

• Biowall: 3D-gedruckte Wände

aus nachwachsenden Ressourcen

• KRAISBAU: neue Wege für die

Wiederverwendung von Bauteilen

• ZiFa: ein Bewertungstool für die

Stadt Wien

Fotos: BOKU

• Prefab.Facade: effiziente Sanierung

durch modulare Vorfertigung

Die Zukunft des Bauens entsteht an

der BOKU: exzellente interdisziplinäre

Grundlagenforschung kombiniert

mit einer praxisrelevanten anwendungsorientierten

Forschung sowie

eine Begleitung bis zur Anwendung.

Benjamin Kromoser

Sara Reichenbach

Univ.Prof. DI Dr. Benjamin Kromoser leitet

das Institute of Green Civil Engineering,

DI in Dr. in Sara Reichenbach ist stellvertretende

Institutsleiterin.

3/2025 11


Fotos: Peter Gappmaier

Produktion von 8 m langen strukturoptimierten Trägern bei der Projektpartnerfirma (Kirchdorfer Industries GmbH)

Weniger Material, höhere Präzision:

Automatisierter Betonbau

Von Peter Gappmaier, Sara Reichenbach und Benjamin Kromoser

Am IGCE arbeiten Forschende an

der vollständigen Automatisierung

der Herstellung strukturoptimierter

Betonfertigteile. Die zentrale Idee

dabei: Konstruktiv nicht benötigtes

Material einzusparen und die im

Zuge der Optimierung entstehenden

bionischen Strukturen automatisiert

herzustellen. Dadurch können die

CO₂-Emissionen signifikant gesenkt

werden.

Strukturoptimierung, in diesem Fall

Topologieoptimierung, ist in der angewandten

Praxis mit umfassendem

notwendigem Grundlagenwissen

und viel Arbeitsaufwand verbunden.

Dies macht eine Anwendung in der

Praxis schwierig, da einerseits die

Spezialist*innen dafür fehlen und

andererseits der Aufwand für Bauteile

aus günstigen Rohstoffen mit

geringen Produktionszahlen, wie

das im Bauwesen der Fall ist, vergleichsweise

hoch ist. Deshalb wird

momentan am Institut unter anderem

mithilfe von numerischen und

experimentellen Untersuchungen an

der Entwicklung einer vereinfachten

Optimierungsstrategie geforscht.

Die Umsetzung der Geometrien wäre

mit herkömmlicher Schalungstechnik

kaum wirtschaftlich. Deshalb

wird aktuell von den Forschenden

ein neues Schalungssystem, das

robotergestützt montiert und demontiert

werden kann, entwickelt.

Das System besteht aus einer Vielzahl

standardisierter Bauteile mit

unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten.

Aktuell können damit

kreisförmige, rechteckige, dreieckige

und hexagonale Aussparungen

geschalt werden. Das innovative

Schalungssystem befindet sich der-

zeit noch im Prototypenstadium,

wurde jedoch bereits erfolgreich

in Klein- und Großlaborversuchen

getestet. Aufbauend auf den positiven

Ergebnissen der Simulationen

und der ersten Fertigungsversuche

konnten großformatige Träger mit

innenliegenden Hohlräumen hergestellt

werden. Die Träger zeigten

in ersten Belastungstests, dass eine

Materialreduktion ohne Einbußen

bei der maximalen Tragfähigkeit und

Steifigkeit möglich ist.

Darauf aufbauend eröffnen die

Forschungsergebnisse aus dem

Roboterlabor der BOKU neue Perspektiven

für die Bauindustrie: Durch

die geometrische Optimierung der

Fertigteile lässt sich der Materialverbrauch

(Beton) um bis zu 30 %

senken. Der hohe Automatisierungsgrad

adressiert zudem den

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3/2025


Neu entwickeltes Greifsystem und Schalungssystem in Anwendung im

IGCE Roboterlabor

3D-gedruckte Schalungssystem-Prototypen im Test in

Kombination mit einem Greifsystem

Die zentrale Idee: Konstruktiv nicht benötigtes Material

einzusparen und die im Zuge der Optimierung entstehenden

bionischen Strukturen automatisiert herzustellen.

Fachkräftemangel, indem körperlich

belastende Tätigkeiten durch

robotergestützte Prozesse ersetzt

werden. Gleichzeitig steigt die Präzision,

was zu einer signifikanten

Qualitätssteigerung und einer deutlichen

Reduktion der Fehlerquote

führt. Ein besonderer Mehrwert

ergibt sich aus der Wiederverwendbarkeit

der Schalungselemente

– ein ökonomisch wie ökologisch

entscheidender Vorteil. Dank ihrer

Modularität und digitalen Steuerung

lässt sich die Schalung flexibel an

unterschiedliche Bauteilgeometrien

anpassen und stellt somit eine vielversprechende

Alternative zu konventionellen

Schalungslösungen dar.

Das Projekt ist ein Paradebeispiel

für Forschung mit hoher zukünftiger

Relevanz für die Praxis. Die nächste

Entwicklungsphase fokussiert auf

die Weiterentwicklung und industrielle

Skalierung des Schalungssystems,

um vollständig automatisierte

Produktionszellen realisieren zu

können. Ziel ist es, den automatisierten

Betonbau nicht nur als

akademisches Experiment, sondern

als reale Alternative in der Baubranche

zu etablieren – besonders

in der Fertigteilindustrie, wo Flexibilität,

Präzision und Effizienz entscheidend

sind. Die Verbindung von

Strukturmechanik, additiver Fertigung

und Industrierobotik macht

diesen Ansatz zu einem richtungsweisenden

Beitrag zur klimabewussten,

ressourceneffizienten und

zukunftssicheren Bauwirtschaft.

DI Peter Gappmaier, B.Sc ist wissenschaftlicher

Projektmitarbeiter am IGCE.

Masterstudium Green

Building Engineering

Mit einem interdisziplinären Ansatz

adressiert das Ingenieur-

Masterprogramm alle relevanten

Bereiche, die für die Planung,

Bemessung und Beurteilung der

nachhaltigen Gebäude von morgen

notwendig sind. Erfolgreiche

Absolvent*innen verfügen über ein

umfassendes Wissen hinsichtlich

Konstruktion, der verwendeten

Materialien sowie der Energiekonzepte

bis hin zum Rückbau und

Recycling. Alle, die daran interessiert

sind, als Ingenieur*in einen

aktiven Beitrag zu leisten und den

Bausektor nachhaltiger zu gestalten,

sind hier richtig!

KONTAKT

greenbuildingengineering@boku.ac.at

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3DP Biowalls: Nachhaltiges Bauen mit

biobasierten 3D-gedruckten Wänden

Von Bernhard Reinholz, Sara Reichenbach, Alaudini Nurali, Falk Liebner, Ana Prslja, Rupert Wimmer

und Benjamin Kromoser

Fotos: Bernhard Reinholz

Die Wand aus dem

3D-Drucker: vom

industriellen Abfall

zur wertvollen

Ressource für die

Bauwirtschaft

Als nachwachsender Rohstoff bietet

Holz bei entsprechender Anwendung

ökologische Vorteile. Die Rohstoffausnutzung

bei konstruktiv eingesetzten

Holzprodukten ist jedoch

vergleichsweise gering und ein erheblicher

Teil der bei der Herstellung

anfallenden Nebenprodukte wird

thermisch verwertet. Das temporär

gespeicherte CO 2

wird somit wieder

freigesetzt, anstatt stofflich gebunden

zu bleiben.

Genau hier setzt das Forschungsprojekt

3DP Biowalls (Additive manufacturing

of fully-recyclable wall

systems made from renewable materials,

FFG THINK.WOOD) an. Durch

intelligente Symbiose von einem neu

entwickelten biobasierten, kreislauffähigen

Materialkonzept mit digitaler

Fertigungstechnologie entsteht eine

neue Baupraxis – ressourcenschonend

und umweltverträglich, aber

dennoch wirtschaftlich attraktiv.

Drei Institute der BOKU – das IGCE,

das Institut für Chemie nachwachsender

Rohstoffe sowie das

Institut für Holztechnologie und

Nachwachsende Rohstoffe – bündeln

im Rahmen des Projekts ihre

Kompetenzen. Gemeinsam mit den

Industriepartnern AustroCel Hallein

GmbH, Rubner Holzindustrie GmbH

und ROBOTIX Automatisierungstechnik

GmbH sowie der Swedish

University of Agricultural Sciences

als wissenschaftliche Partner:in wird

die Herstellung von Wandelementen

aus biobasierten Materialien mittels

additiver Fertigung erforscht und

erprobt.

Die für das Projekt eingesetzten

Rohstoffe stammen großteils aus

Nebenströmen der Papier- und Holzverarbeitungsindustrie.

Ganz konkret

wird so aus Lignin, Stärke und Sägespänen

ein Biokomposit, welches

nicht nur vollständig aus nachwachsenden

Quellen stammt, sondern

zudem kreislauffähig ist. Durch

Zugabe von geeigneten Additiven

lassen sich die Eigenschaften des

Biokomposits hinsichtlich Verarbeitung,

Festigkeit und Feuchteverhalten

anpassen. Auf diese Weise wird

industrieller „Abfall“ zur wertvollen

Ressource für die Baubranche.

Die additive Fertigung – insbesondere

der allgemein bekannte 3D-Druck

– bietet für das Bauwesen ein enormes

Innovationspotenzial. Sie ermöglicht

die Realisierung komplexer

Geometrien, minimiert gleichzeitig

Materialverluste und verkürzt Bauzeiten.

Im Rahmen von 3DP Biowalls

wird ein robotergestütztes Produktionsverfahren

entwickelt, mit dem

Wandbauteile mit einer Dicke von

bis zu 250 mm automatisiert hergestellt

werden können. Die Fertigung

erfolgt dabei schichtweise, wodurch

der Einsatz zusätzlicher Schalungen

oder Formen entfällt.

Ein zentrales Merkmal des Projekts

ist die unabhängige Entwicklung des

additiven Fertigungswerkzeugs –

also des 3D-Druckkopfes – vom Trägersystem,

beispielsweise in aktuellen

Versuchen ein Industrieroboter.

Diese modulare und flexible Systemarchitektur

eröffnet eine Vielzahl an

Produktionsszenarien: Sie reicht von

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3/2025


Das „3DP Biowalls“-Team

Masterstudium Holztechnologie

und Management

Kann sich auch im Freien sehen lassen: ein Wandabschnitt im Originalmaßstab

der vorgefertigten Wandproduktion

in stationären Fertigungshallen bis

hin zur direkten Umsetzung auf der

Baustelle mittels mobiler robotischer

Systeme. Je nach zugrunde

liegenden Rahmenbedingungen, wie

beispielsweise der Zugänglichkeit

des Baustandortes, lassen sich so

auf den spezifischen Fall optimierte

Lösungen anbieten.

Als technologischer Meilenstein

wurde ein Demonstrator im Originalmaßstab

gefertigt. Ein Wandabschnitt

mit den Abmessungen 2 Meter

mal 1,1 Meter und einer Dicke von

25 Zentimetern demonstriert das

Potenzial der entwickelten Technologie.

Dieser Prototyp dient sowohl

als Anschauungsobjekt für Stakeholder*innen

aus Forschung, Industrie

und Politik als auch als Grundlage

für weiterführende wissenschaftliche

Untersuchungen und technologische

Optimierung.

3DP Biowalls steht exemplarisch

für ein neues Verständnis im Bauwesen:

ressourcenschonend, digital

und biobasiert. Es zeigt eindrucksvoll,

wie durch die Verbindung

von Automatisierung und Nutzung

nachwachsender Rohstoffe neue

Standards im nachhaltigen Bauen

gesetzt werden können. Aktuell befindet

sich die Thematik noch im

Bereich der Grundlagenforschung,

doch schon jetzt zeigt sich das

enorme Transformationspotenzial.

Langfristig könnten derartige Lösungen

entscheidend zur Reduktion von

Emissionen, Rohstoffverbrauch und

Bauabfällen beitragen und gleichzeitig

neue wirtschaftliche Impulse für

die Bauindustrie setzen.

DI Bernhard Reinholz ist wissenschaftlicher

Projektmitarbeiter am IGCE,

Alaudini Nurali, MSc. ist wissenschaftlicher

Projektmitarbeiter am Institut für

Chemie nachwachsender Rohstoffe, wo

auch Assoc.Prof. Dipl.-Chem. Dr. Falk

Liebner forscht und lehrt. Univ.Prof. DI

Dr. Rupert Wimmer und Ana Prslja, MSc.

forschen beide am Institut für Holztechnologie

und Nachwachsende Rohstoffe.

Das Masterstudium Holztechnologie

bietet eine fundierte Ausbildung

in der nachhaltigen Nutzung

und Verarbeitung von Holz.

Schwerpunkte sind innovative

Technologien, Materialwissenschaften

und die Entwicklung

von Holzprodukten. Das Studium

kombiniert ingenieur-, natur- und

wirtschaftswissenschaftliche Ansätze,

um den Lebenszyklus von

Holzprodukten – von Rohstoffgewinnung

bis Recycling – zu

optimieren. Absolvent*innen sind

für Forschung, Entwicklung, Produktion

und Management bestens

qualifiziert.

Masterstudium

Green Chemistry

Das Masterstudium „Green Chemistry“,

das die BOKU, die TU Wien

und die Universität Wien gemeinsam

anbieten, hat zum Ziel, führende

Expert*innen in transdisziplinären

Aspekten auszubilden, um

einen ganzheitlichen Ansatz für

ein neues Verständnis der Chemie

auf dem Weg zu einer nachhaltigen

Industrie und Gesellschaft zu

entwickeln.

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Vom Abfall zur Ressource

KRAISBAU

Mit hochqualitativer Forschung zur Etablierung

von Wiederverwendung als Standard im Bauwesen

Von Maximilian Klammer

und Benjamin Kromoser

Wie bauen wir in Zukunft?

Diese scheinbar einfache Frage führt

direkt ins Zentrum eines grundlegenden

Wandels in der Bauwirtschaft:

weg vom linearen Denken

– hin zum zirkulären Bauen. Das von

der FFG geförderte BMIMI (vormals

BMK) Leitprojekt KRAISBAU beschäftigt

sich in der ganzen Breite damit,

Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

zu implementieren. Ein besonderer

Fokus liegt auf dem Einsatz

von künstlicher Intelligenz (KI), um

Prozesse datenbasiert zu unterstützen

und neue digitale Werkzeuge zur

Bewertung und Planung der Wiederverwendung

zu erproben.

Technische Kernaufgaben sind die

Sanierung, Reuse auf Komponentenebene

sowie das Baustoffrecycling.

Eine Schlüsselfunktion hat das Institute

of Green Civil Engineering (IGCE)

mit der Leitung des Arbeitspaketes,

das sich auf systemischer Ebene

damit befasst, welche strategischen

Entscheidungen auf technischer

Ebene entlang der Wertschöpfungskette

getroffen werden müssen, um

Wiederverwendung großflächig zu

ermöglichen. Es wurden Untersuchungen

durchgeführt, die von der

Bewertung der Degradation über die

systematische Erfassung typischer

Bauteilaufbauten bis hin zur Ableitung

eines ReUse-Entscheidungsmodells

reichen.

Warum das wichtig ist?

Rund 25 bis 30 % des gesamten Abfallaufkommens

entfallen in der EU

auf Bau- und Abbruchabfälle. Ein Teil

davon wird recycelt, doch die direkte

Wiederverwendung von Bauteilen

bleibt die Ausnahme. Im Unterschied

zur Sanierung oder zum Recycling

fehlt es an praktischer Umsetzung.

Dabei bietet die Wiederverwendung

klare ökologische Vorteile, da energieintensive

Aufbereitungsprozesse

entfallen und die im Bauteil gespeicherte

graue Energie erhalten bleibt.

Genau hier setzt die Arbeit des IGCE

an: mit einem strukturierten Framework,

das nicht nur analysiert, was

wiederverwendbar ist, sondern auch,

wie und unter welchen Bedingungen

dies wirtschaftlich und ökologisch

sinnvoll geschieht.

Was macht das IGCE

im Projekt KRAISBAU?

Im Fokus des vom IGCE geleiteten

Forschungsteils steht die Frage, wie

die Wiederverwendung von Bauteilen

und Materialien künftig fester

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3/2025


Abb. 1: Matrix zur Wiederverwendbarkeit –

Gegenüberstellung von Materialwert (IST-Zustand)

und Aufbereitungsaufwand

(abhängig von SOLL-Nutzung). Die Matrix

liefert eine erste Einschätzung zur Wiederverwendungstauglichkeit

von Bauteilen

Wiederverwendung ist keine Frage des Bauchgefühls,

sondern des Kontexts, der Qualität und der Planbarkeit.

Bestandteil der Baupraxis werden

kann. Das Team analysiert entlang

der gesamten Wertschöpfungskette,

wo die entscheidenden Hebel liegen.

Dabei werden sowohl bestehende

Gebäude als auch zukünftige Bauwerke

in den Blick genommen. Ziel

ist es, herauszufinden, welche Bauteile

und Materialien sich grundsätzlich

für die Wiederverwendung eignen,

wie sich ihr Zustand im Laufe

der Zeit verändert und wann sie in

brauchbarer Qualität zur Verfügung

stehen. Um diese Informationen

verlässlich zu erfassen, entwickelt

das IGCE automatisierte Verfahren

zur Gebäudeaufnahme, die neben

der Geometrie auch Materialien und

deren Zustand dokumentieren.

In einem Reallabor mit Demonstrationsobjekten

werden konkrete

Methoden für die Wiederverwendung

getestet. Dazu zählen die Analyse

und Auswahl geeigneter Bauteile,

die Demontage sowie die Integration

in neue Entwürfe. Ergänzend

entstehen Planungsgrundsätze, die

Wiederverwendung von Anfang an

berücksichtigen. Diese sollen es

ermöglichen, fundierte Entscheidungen

zwischen Wiederverwendung,

Recycling und Sanierung zu treffen.

Dabei spielen sowohl technische als

auch ökologische und wirtschaftliche

Aspekte eine Rolle.

Alle Erkenntnisse münden in eine

Matrix zur Wiederverwendbarkeit

(Abbildung 1). Sie bewertet Bauteile

anhand ihres Materialwerts und des

nötigen Aufbereitungsaufwands und

zeigt, ob eine direkte Wiederverwendung

möglich ist, sich eine Aufbereitung

lohnt oder nur eine eingeschränkte

Nutzung sinnvoll erscheint.

Wie funktioniert die Bewertung?

Wiederverwendung ist keine Frage

des Bauchgefühls, sondern des

Kontexts, der Qualität und der Planbarkeit.

Das IGCE entwickelt hierfür

eine mehrstufige, digital gestützte

Bewertungsmethodik zur Beurteilung

einzelner Bauteile innerhalb

eines konkreten Gebäudes mit dem

Ziel, daraus perspektivisch einen

anwendbaren Standard zu entwickeln.

Der Ablauf beginnt mit einer

automatisierten, Building-Information-Modeling

(BIM)-gestützten

Analyse der Expositionslage, gefolgt

von geometrie- und oberflächenbasierten

Verfahren zur Erkennung von

typischen Schadensbildern. In einem

weiteren Schritt kommen nichtinvasive

Prüfverfahren wie Ultraschall

oder Radar zum Einsatz, um die Genauigkeit

der Bewertung zu erhöhen

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Abb. 2: Stufen der Bauteilprüfung – mit zunehmender Datentiefe steigt die Präzision, die Breite der Anwendbarkeit sinkt

jedoch. Das Framework kombiniert beide Ansätze je nach Kontext

– ohne die Bauteile zu beschädigen.

Ziel ist es, den konkreten Zustand

eines Gebäudes oder einzelner Bauteile

systematisch zu erfassen und

darauf aufbauend zu entscheiden,

ob sich der Erhalt, der Rückbau zur

Wiederverwendung oder ein Abbruch

mit Recycling wirtschaftlich

und ökologisch rechtfertigen lässt.

Die zuvor beschriebene Matrix zur

Wiederverwendbarkeit kann in

diesen Entscheidungsprozess eingebunden

werden – insbesondere,

wenn es darum geht, das Potenzial

eines gesamten Gebäudes zu

bewerten. Während die Matrix auf

einer abstrakten Ebene Materialwert

und Aufbereitungsaufwand ins Verhältnis

setzt, liefert die mehrstufige

Analyse konkrete Daten zum Zustand

einzelner Bauteile, die wiederum

in die Matrix einspeisen können.

Der ermittelte Bauteilzustand bildet

somit eine zentrale Komponente des

IST-Werts in der Matrix.

Zur Bewertung kommt ein gestufter

Analyseansatz zum Einsatz (Abbildung

2):

• BIM-gestützte Expositionsanalysen

liefern erste Hinweise auf

potenzielle Schadenszonen.

• Geometrie- und Oberflächenanalysen

mit Fotos oder Scans erlauben

die Erkennung von Verformungen,

Rissen oder Ablösungen.

• Nichtinvasive Prüfverfahren wie

Ultraschall oder Radar ermöglichen

eine genauere Einschätzung –

ohne das Bauteil zu beschädigen.

• Invasive Detailanalysen kommen

nur bei Bedarf zum Einsatz, etwa

bei tragenden Betonbauteilen.

Die Datenbank dahinter:

Wissen als Grundlage

Ein weiteres zentrales Ziel ist die

Entwicklung einer strukturierten

Datenbankarchitektur, die auf dem

IFC-Standard basiert und Bauteile

systematisch und mehrdimensional

erfassbar macht. Die Struktur folgt

dabei einer klaren Hierarchie: Sie

beginnt auf der Ebene des Standorts

und führt maßstäblich nach

unten – über das Gebäude und die

Nutzungseinheit bis hin zu einzelnen

Bauteilen, Schichten und Materialien.

Das Besondere ist, dass es

sich um mehrere parallele, miteinander

verknüpfbare Datensätze

handelt. Diese können Informationen

wie Lage, Nutzung, Herstellung,

Klimaexposition, Zustand oder

Wartungshistorie enthalten – und

ermöglichen dadurch eine flexible,

projektübergreifende Modellierung.

Die Datenbank dient nicht nur der

Dokumentation, sondern bildet die

Grundlage für automatisierte Bewertungen,

Vergleiche zwischen

Bauwerken sowie die Ableitung einer

prognostizierten Restlebensdauer

gemäß ISO 15686. Sie ist somit ein

zentrales Werkzeug, um Informationen

über Bauteile langfristig nutzbar

zu machen und ReUse-Entscheidungen

datenbasiert zu unterstützen.

Ausblick: Von der Forschung

zur Anwendung

Eine zentrale Erkenntnis aus unserer

Arbeit ist: Wiederverwendung wird

sich nur dann großflächig durchsetzen,

wenn sie nicht nur ökologisch

sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich

konkurrenzfähig ist. Dazu braucht

es gezielte Effizienzsteigerungen,

insbesondere durch Digitalisierung,

Standardisierung und den Einsatz

datenbasierter Werkzeuge wie

KI-gestützte Klassifikations- und

Entscheidungsmodelle. Prozesse wie

die Rückbauplanung, die Erfassung

von Materialströmen oder die Entscheidung

zwischen ReUse, Recycling

und Sanierung müssen entlang

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Abb. 3: Strukturierung einer Datenbank zur Dokumentation von GBT – Modell zur systematischen Erfassung von Gebäudebauteilen

(GBT) inklusive Kontextinformationen wie Nutzung, Klimaexposition, Wartungshistorie oder Herstellung

Wiederverwendung wird sich nur dann großflächig

durchsetzen, wenn sie nicht nur ökologisch sinnvoll,

sondern auch wirtschaftlich konkurrenzfähig ist.

der gesamten Wertschöpfungskette

neu gedacht und systematisch

verzahnt werden. Dabei zeigt sich:

ReUse scheitert nicht an der Technik,

sondern an der fehlenden Verbindung

zwischen Planung, Normung

und Umsetzungspraxis.

Im nächsten Schritt wird die Bewertungslogik

in digitale Planungsumgebungen

integriert (BIM) und

mit einem Entscheidungsbaum

verknüpft, der Bauteile automatisch

klassifizieren kann. Parallel dazu wird

die Matrix in Pilotprojekten getestet

– gemeinsam mit Partner*innen aus

Wissenschaft, Planung und Entsorgung.

Ein besonderer Fokus liegt dabei

auf der Tragstruktur von Gebäuden.

Diese macht nicht nur den größten

Materialanteil aus, sondern ist in der

Regel besonders langlebig und enthält

erhebliche Mengen an gebundener

grauer Energie. Häufig endet ihre

Nutzung nicht aus technischer Notwendigkeit,

sondern weil das Gebäude

anderweitig obsolet wird – hier

liegt ein enormes ReUse-Potenzial.

Aktuell arbeitet das IGCE an mehreren

neuralgischen Fragestellungen:

Zum einen wird im Bereich der

automatisierten Gebäudeerfassung

daran geforscht, Bauteilaufbauten

in BIM-Modellen automatisch zu erkennen

und zuzuordnen. Zum anderen

wird die Anwendung wellenbasierter

Prüfverfahren erprobt – etwa

zur nichtinvasiven Abschätzung der

Druckfestigkeit von Vollziegeln. Im

Laufe der Projektzeit sollen weitere

dieser zentralen ReUse-Themen

identifiziert, analysiert und in exemplarischer

Tiefe bearbeitet werden.

Ziel ist es, diese Leuchtturmansätze

auf andere Materialien, Bauteiltypen

oder Anwendungsfälle übertragbar

zu machen – als Best Practices für

die Skalierung von Wiederverwendung

im Bauwesen.

Das Team und die

Projektlandschaft

In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen

Projektpartner*innen aus

Forschung, Wirtschaft, Planung und

Verwaltung entwickelt das Team

um Benjamin Kromoser und Maximilian

Klammer die methodischen

Grundlagen für eine neue Praxis des

Bauens – zukunftsfit, ressourcenschonend

und digital anschlussfähig.

Dass Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

Realität werden kann, zeigt

sich nicht nur in der Technik: Auch

Bildung, Kommunikation, Recht

und Politik sind zentrale Hebel für

den Wandel. Genau deshalb ist das

Projekt KRAISBAU breit aufgestellt –

von wissenschaftlicher Analyse bis

zur gesellschaftlichen Vermittlung.

Denn nur wenn alle Ebenen mitgedacht

werden, kann Wiederverwendung

zum neuen Standard werden.

Fazit: ReUse beginnt mit Struktur

KRAISBAU zeigt: Wiederverwendung

ist kein Sonderfall, sondern eine Frage

der richtigen Werkzeuge. Mit dem

neuartigen Framework legt das IGCE

die Basis für eine praxisnahe, technisch

fundierte und ökologisch sinnvolle

Wiederverwendung von Bauteilen

– und lädt zur Mitgestaltung ein.

Wir wissen heute sehr genau, was

es braucht, damit Wiederverwendung

gelingen kann. Was noch fehlt,

ist ein Weg zur breiten Umsetzung.

Klar ist: Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

kann einen entscheidenden

Beitrag zum Klimaschutz leisten –

und damit zu einer zukunftsfähigen,

lebenswerten Welt für uns alle.

Maximilian Klammer, MArch. MSc. ist

wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am

IGCE.

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Zukunft braucht Zirkularität

Der Zirkularitätsfaktor (ZiFa 1.0) als Grundlage für die Bewertung

der Kreislauffähigkeit von neuen und bestehenden Gebäuden

Von Benjamin Kromoser, Mathias Hammerl, Marion Huber-Humer, Stefan Salhofer und Astrid Allesch

Bei ZiFa wird die

Kreislauffähigkeit

von Gebäuden in ihrer

Gesamtheit gedacht.

Eine nachhaltige Transformation des

Bauwesens kann nur dann gelingen,

wenn Kreislaufwirtschaft als Grundprinzip

verstanden und gelebt wird.

Mit dem Zirkularitätsfaktor ZiFa 1.0

wurde im Auftrag der Stadt Wien

ein neues, praxisnahes Instrument

entwickelt, um genau diesen Wandel

mess- und gestaltbar zu machen.

Der vom Institute of Green

Civil Engineering (IGCE) in enger

Zusammenarbeit mit dem Institut

für Abfall- und Kreislaufwirtschaft

wissenschaftlich entwickelte Bewertungsrahmen

bietet erstmals eine

systematische Möglichkeit, die Kreislauffähigkeit

von Gebäuden zu erfassen

und vergleichbar zu machen.

Ein Werkzeug für die Planungsund

Bewertungspraxis

Der ZiFa 1.0 wurde im Rahmen des

Programms DoTank Circular City

Wien 2020–2030 als Teil einer zukunftsorientierten

Stadtentwicklungspolitik

konzipiert. Der Leitfaden

definiert acht unterschiedliche

zentrale Bewertungsindikatoren

sowie insgesamt 31 Sub-Indikatoren

(siehe Abbildung 1). Der Ansatz

ist inspiriert von der Abfallhierarchie

der EU-Abfallrahmenrichtlinie.

Je weiter unten man sich bei den

Indikatoren befindet, desto größer

ist der Aufwand der Maßnahme.

Ziel ist es, bereits in der Planungsphase

fundierte Aussagen über das

zirkuläre Potenzial eines Gebäudes

treffen zu können.

Das Besondere am ZiFa: Der Fokus

liegt nicht auf einzelnen Teilaspekten

der Kreislauffähigkeit von

Gebäuden sondern es wird versucht

die Thematik möglichst gesamtheitlich

zu betrachten. Damit geht der

ZiFa 1.0 über bestehende Bewertungssysteme

hinaus und öffnet

damit neue Perspektiven.

Die Entwicklung

Basierend auf einer systematischen

Analyse bestehender Bewertungssysteme

und Zertifizierungsmodelle

wurde ein eigens abgestimmtes

Indikatorenset entwickelt, das sich

an europäischen Vorgaben wie der

EU-Taxonomie, der Abfallhierarchie

und den Zielen der Kreislaufwirtschaftsstrategie

der Stadt Wien

orientiert.

Der partizipative Entwicklungsprozess

setzte bewusst auf Praxiseinbindung:

Architekturbüros, Bauträger*innen,

Verwaltungsstellen und

verschiedene Stakeholder der Stadt

Wien waren aktiv eingebunden. So

entstand ein Orientierungsleitfaden,

der sich nicht nur auf theoretische

Grundlagen stützt, sondern auch die

Anforderungen und Bedingungen aus

dem Alltag der Planung und Umsetzung

berücksichtigt.

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Abb. 1: Bewertungsindikatoren des ZiFa 1.0.

Das Besondere am ZiFa: Der Fokus liegt nicht auf einzelnen Teilaspekten

der Kreislauffähigkeit von Gebäuden sondern es wird

versucht die Thematik möglichst gesamtheitlich zu betrachten.

Vom Papier in die Praxis

Die Veröffentlichung vom ZiFa 1.0

im April 2024 markiert einen wichtigen

Meilenstein. Derzeit werden

im Rahmen von Folgeaktivitäten

erste Pilotprojekte begleitet, um

die Anwendbarkeit der ZiFa-Indikatoren

in der Praxis zu testen. Dabei

geht es nicht nur um die technische

Umsetzung, sondern auch

um Fragen der Kommunikation,

Dokumentation und Integration in

bestehende Genehmigungs- und

Vergabeverfahren.

Der Ausblick ist klar formuliert:

In den kommenden Jahren soll

auf Basis dieser Erfahrungen eine

Version ZiFa 2.0 entstehen, die auf

weitere Gebäudetypen anwendbar

ist und als möglicher Standard in

Planungsrichtlinien und Förderinstrumente

einfließen kann. Die Stadt

Wien hat sich zum Ziel gesetzt, ab

2030 zirkuläres Bauen zum Standard

zu machen – Der ZiFa ist ein

zentrales Werkzeug auf diesem

Weg.

Zirkularität als

Gestaltungsauftrag

Für das IGCE ist der ZiFa 1.0 mehr

als ein Bewertungsrahmen – es

ist eine wissenschaftlich fundierte

Definition, was Kreislauffähigkeit

im Bauen bedeutet und damit eine

wesentliche Basis für aktuell laufende

und zukünftige Forschungsaktivitäten.

Zirkularität wird nicht

als Einschränkung verstanden,

sondern als Potential, um das Bauwesen

zukunftssicher zu machen.

Die Erfahrungen aus dem ZiFa

fließen am IGCE direkt in andere

Forschungsprojekte ein. Auch in

der Lehre zeigt sich der Mehrwert:

Studierende des Masterprogramms

Green Civil Engineering lernen, was

kreislaufgerechtes Bauen bedeutet

und wie ist eine Umsetzung in der

Praxis möglich zu erhöhen.

LINK

https://www.wien.gv.at/spezial/studien/

mdbd/orientierungsleitfadenzirkularitaetsfaktor2024.pdf

DI Dr. Mathias Hammerl ist Universitätsassistent

am IGCE, Univ.Prof. in Dr. in

Marion Huber-Humer, Ao.Univ.Prof. Dr.

Stefan Salhofer und Dr. in Astrid Allesch

forschen und lehren am Institut für Abfall-

und Kreislaufwirtschaft.

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Maria Georgiades

Prefab.Facade

Innovative Lösungen für die thermische Gebäudesanierung

Von Maria Georgiades, Natasa Kral, Matthias Braun und Benjamin Kromoser

Im Fokus des Prefab.Facade-Projektes

(FFG 58402961) steht die

Entwicklung von Grundlagen für seriell

vorgefertigte Fassadensysteme,

insbesondere aus nachwachsenden

Rohstoffen. Der durchgängige digitale

Planungs- und Fertigungsprozess

gliedert sich in drei zentrale Bereiche:

die 3D-basierte Bestandsaufnahme

und Segmentierung, die

automatisierte Vorfertigung von

Holzriegelelementen sowie die

montageoptimierte Umsetzung

am Bestand. Eine ökologische und

ökonomische Bewertung begleitet

alle Schritte, um das Potenzial der

entwickelten Systeme quantifizierbar

zu machen. Die abgebildete

Prozessgrafik veranschaulicht den

strukturierten Ablauf von der Erfassung

bis zur Montage.

Digitale Prozesskette: Bestandsaufnahme

und Segmentierung

Sanierung beginnt mit dem genauen

Blick auf den Bestand. Jedes

Gebäude ist anders – in Geometrie,

Material und Zustand. Um maßgeschneiderte

Fassadenelemente

vorfertigen zu können, braucht es

präzise Daten. Hier setzt die digitale

Prozesskette an. Die digitale Erfassung

und Planung stellt die erste

Phase des im Projekt abgebildeten

Gesamtprozesses dar. Ziel ist es,

bestehende Gebäudegeometrien

präzise zu erfassen, systemrelevant

zu analysieren und daraus Planungsgrundlagen

für die serielle Vorfertigung

von Fassadenelementen in

Holzriegelbauweise abzuleiten.

22

3/2025


Grafik Natasa Kral

Sanierung beginnt mit dem genauen Blick auf den Bestand.

Jedes Gebäude ist anders – in Geometrie, Material und

Zustand. Um maßgeschneiderte Fassadenelemente

vorfertigen zu können, braucht es präzise Daten.

metrische Planung anpassbarer

Fassadenelemente, deren Geometrie

und Anschlussdetails an automatisierte

Fertigungsprozesse in Holzriegelbauweise

angepasst werden.

Begleitend wird eine Typologisierung

des Gebäudebestands vorgenommen,

um ein standardisiertes

System von Fassadensegmenten

und Konstruktionsdetails zu ermöglichen.

Die daraus abgeleiteten

Modul- und Detailkataloge sollen

nicht nur Planung und Fertigung

vereinfachen, sondern auch eine

fundierte ökologische und ökonomische

Bewertung ermöglichen.

Automatisierung in der Vorfertigung

von Holzriegelelementen

Im Anschluss an die digitale Bestandsaufnahme

und Segmentierung

Untersucht werden verschiedene

Methoden der geometrischen Bestandsaufnahme

– darunter terrestrisches

Laserscanning (TLS),

Photogrammetrie und mobile Scansysteme.

Den Schwerpunkt bildet

die Punktwolken-basierte 3D-Erfassung

mittels TLS, gefolgt von einem

Reverse-Engineering-Prozess, in

dem relevante Systemparameter extrahiert

und für die weitere Planung

aufbereitet werden. Besondere Relevanz

haben dabei Informationen zur

Fassadengeometrie, Lage der „Null-

Position“ für vorgefertigte Elemente

sowie mögliche Toleranzen der Ausgleichsschicht.

Ziel ist es, aus den

erhobenen Daten belastbare Modelle

für die weitere Segmentierung

und Standardisierung abzuleiten

– etwa durch Abweichungsanalysen,

3D-Meshes oder Grid-Modelle. Auf

dieser Grundlage erfolgt die paraerfolgt

die Umsetzung in vorgefertigte

Fassadenelemente aus Holzriegelkonstruktion.

Um die Serienfertigung

dieser Elemente effizient und

wirtschaftlich zu gestalten, wird im

Projekt die Integration von Industrierobotern

in die Fertigung erforscht.

Die Vorteile einer automatisierten

Vorfertigung liegen auf der Hand:

Durch die Verlagerung der Produktion

in eine kontrollierte Umgebung

lassen sich Qualität, Zeit und Kosten

verlässlicher steuern. Aktuell erfolgt

die Fertigung von Holzrahmenelementen

jedoch größtenteils manuell

– häufig mit begrenzter Effizienz

und hohem Fachkräftebedarf.

Industrieroboter können hier Entlastung

schaffen, insbesondere bei

wiederkehrenden Arbeitsschritten

wie Positionierung, Verbindung oder

Zuschnitt.

3/2025 23


Ein Schwerpunkt der Forschung

liegt auf der Erhöhung der Flexibilität:

Roboter sollen unterschiedliche

Fertigungsprozesse durch Werkzeugwechsel

und parametrisches

Design ausführen können. So kann

der Fertigungsablauf an geänderte

Geometrien oder Elementgrößen

angepasst werden, ohne dass der

Programmcode manuell überarbeitet

werden muss. Die Steuerung erfolgt

über eine Online-Roboteranbindung

mittels COMPAS_RRC.

Gleichzeitig stellen natürliche

Materialvariationen im Holz – etwa

Maßtoleranzen – besondere Herausforderungen

an die Präzision. Ergänzend

werden daher Sensorlösungen

untersucht, um adaptive Rückkopplung

in die Fertigung zu integrieren.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die

Optimierung der Verbindungstechnologien:

Ziel ist es, Holzverbindungen

zu nutzen, die es ermöglichen,

Bauteile direkt und ohne zusätzliche

Verbindungsmittel miteinander zu

koppeln – und dadurch Arbeitsschritte

zu reduzieren.

Im Rahmen experimenteller Untersuchungen

im Roboterlabor der

BOKU wird die technische Machbarkeit

analysiert: Prozessparameter,

Durchlaufzeiten und Materialverhalten

werden systematisch erfasst,

um realistische Potenziale zur Automatisierung

in kleinen und mittleren

Fertigungsbetrieben aufzuzeigen.

Montage vorgefertigter

Fassadenelemente

Den Abschluss der Prozesskette

bildet die Montage der vorgefertigten

Holzriegelelemente am Bestandsgebäude.

In einer realitätsnahen

Versuchsumgebung – den Außenwänden

des erweiterten Roboterlabors

in Groß-Enzersdorf – wurden

Fassadenelemente mit unterschiedlichen

Beplankungen (Holz, Aluminium,

Aluminium-Verbund, Photovoltaik,

Ziegel) montiert. So konnte

der gesamte Ablauf von der digitalen

Bestandsaufnahme über Planung und

Fertigung bis hin zur Montage praktisch

erprobt und evaluiert werden.

Fassadenelemente mit unterschiedlichen Beplankungen (Holz, Aluminium, Aluminium-

Verbund, Photovoltaik, Ziegel)

Die Planung der Montage basierte

auf präzisen 3D-Laserscandaten, die

eine exakte Anpassung der Elemente

an die vorhandene Geometrie

des Bestands ermöglichten. Detailanschlüsse

und Segmentierungen

wurden vorab definiert und in der

Vorfertigung gezielt umgesetzt. Ein

zentrales Ziel war es, die manuelle

Nacharbeit auf der Baustelle zu

minimieren.

Vor Ort wurden vorbereitende Maßnahmen

wie das Einmessen der

Montagepunkte und das Herstellen

eines Lasteinleitungssockels durchgeführt.

Die eigentliche Montage

erfolgte in wenigen, klar definierten

Schritten – ein wesentlicher Beitrag

zur Verkürzung von Bauzeiten und

zur Reduktion von Fehlerquellen.

Die Montageversuche lieferten wichtige

Erkenntnisse zur praktischen

Umsetzbarkeit des entwickelten

Gesamtsystems und verdeutlichen

das Potenzial serieller Sanierungsansätze

im realen Kontext.

Vernetzung von

Forschung und Lehre

Das Projekt Prefab.Facade wurde

nicht nur im Rahmen angewandter

Forschung umgesetzt, sondern gezielt

in die universitäre Lehre an der

BOKU integriert. In mehreren Masterlehrveranstaltungen

– darunter

Sustainable Design and Construction

wie auch Digital Design and Automated

Construction – setzten sich

Studierende mit den Herausforderungen

und Potenzialen serieller

Sanierung, digitaler Planung und

automatisierter Vorfertigung auseinander.

Aus dem Projektkontext heraus entstand

zudem eine Masterarbeit zur

ökologischen Bewertung verschiedener

Systeme zur thermischen Fassadensanierung.

Diese Verbindung von

Forschung und Lehre ermöglicht es,

zentrale Inhalte wie Digitalisierung,

Nachhaltigkeit und ressourceneffizientes

Bauen nicht nur theoretisch

zu vermitteln, sondern im realen

Anwendungsbezug praxisnah weiterzuentwickeln.

KONSORTIUM

DI in Maria Georgiades, DI in Natasa Kral

und DI Dr. Matthias Braun sind wissenschaftliche

Mitarbeiter*innen am IGCE.

Matthias Braun

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3/2025


→ Citizen Science

Citizen Science und Bauvorhaben

Von Daniel Dörler und Florian Heigl

Verity Harrison

Große, aber auch kleinere Bauvorhaben

benötigen oft lange Planungszeiten,

da viele verschiedene

Faktoren und unterschiedliche

Perspektiven einfließen müssen.

Gerade Citizen-Science-Projekte

und deren Ergebnisse haben das

Potenzial, sowohl wissenschaftliche

Expertise als auch lokales Wissen

in solche Bauvorhaben einfließen

zu lassen.

Ein paar konkrete Beispiele

Projekt Roadkill

Das Projekt Roadkill der BOKU

University liefert Daten zu überfahrenen

Wirbeltieren in Österreich,

einige davon sind auch geschützt.

Die niederösterreichische Umweltanwaltschaft

nutzt diese Daten seit

diesem Jahr, um zu evaluieren, ob

geschützte Arten durch Bauvorhaben

beeinflusst werden.

Urbane Hitzegeschichten

Hitze ist in der Stadt ein immer

wichtigeres Thema. Die Technische

Universität Wien hat ein Projekt

durchgeführt, das individuelle Hitzeerfahrungen

vulnerabler Gruppen

gesammelt hat. So kann das Projekt

Einblicke in die soziale Dimension

von Hitze auf Stadtebene bieten.

Auf dieser Grundlage können

Empfehlungen für eine nachhaltige

Stadtentwicklung bei steigenden

Temperaturen um eine soziale

Dimension erweitert und in die

Planung integriert werden.

Wiener Gebäudebrüter

Das Projekt der MA 22 erfasst mithilfe

von Bürger*innen die Brutplätze

an Gebäuden brütender Vogelarten

und stellt diese Information

im Internet zur Verfügung, damit sie

so sichtbar und bei Bauvorhaben

berücksichtigt werden können. Nur

durch den Schutz der Brutplätze

können Vogelarten wie Mauersegler,

deren Ankunft in Wien den Sommer

ankündigt, langfristig erhalten

werden.

Wie man sieht, bietet Citizen

Science also zusätzlich zu wissenschaftlichen

Daten auch die

Möglichkeit, Planungsprozesse bei

Bauvorhaben zu beeinflussen.

LINK

Weitere Projekte zum Mitforschen auf

Österreich forscht: www.citizen-science.at

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querkraft architekten - Patrizia Bagienski-Grandits

Im geplanten Quartier „Am Kempelenpark“ in Wien-Favoriten werden mittels technischer Innovationen und klarer Qualitätskriterien

Wasser, Energie und Grünräume gemeinsam gedacht.

lieBeKlima: Kreislaufwirtschaft für Wasser,

Energie und Grünraum im Quartier

Von Bernhard Pucher

Wenn über Kreislaufwirtschaft im

Wohnbau gesprochen wird, denken

wir zuerst an Baustoffe oder die

Wiederverwendung von Gebäudeteilen.

Eine der wichtigsten Ressourcen

für das tägliche Leben bleibt dabei

jedoch oft unbeachtet: das Wasser.

Wasser und die darin enthaltene

Energie sind zentrale Ressourcen,

die auch im Kreislauf geführt werden

können, aber oft vergessen werden.

Gründe dafür liegen einerseits

im bestehenden Planungsprozess,

andererseits in einer Skepsis gegenüber

Wasserwiederverwendung und

ihrem Mehrwert. Besonders deutlich

wird diese Schwachstelle in

der aktuellen Quartiersentwicklung:

Wasser- und Energiesysteme sowie

Begrünung und Freiräume werden

getrennt geplant, meist für jedes

Gebäude einzeln. Was fehlt, ist ein

integrativer Ansatz.

Genau hier setzt das Projekt

lieBeKlima an. Es hat untersucht,

wie Wasser, Energie und Grünraum

integrativ in eine kreislauffähige

Stadtentwicklung eingebunden

werden können. Neben dem Institut

für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft

und Gewässerschutz

(BOKU) waren STC Development

GmbH, e7 energy innovation

& engineering, Grünplan, realitylab

und GRÜNSTATTGRAU an diesem

von der FFG finanzierten Sondierungsprojekt

beteiligt. Am Beispiel

des Wiener Quartiers „Am Kempelenpark“

im 10. Bezirk wurde

erforscht, wie sich durch die Verknüpfung

von Wasser-, Energie- und

Grünrauminfrastrukturen Synergien

erzeugen lassen. Das Ziel: klimaresiliente

Quartiere, die Ressourcen

schonen und zugleich Lebensqualität

schaffen.

Besonders wichtig ist dabei die Rolle

der grünen Infrastruktur. Sie kühlt

durch Verdunstung, managt Regenwasser

und verbessert die Luftqualität.

Doch ohne ausreichende

Bewässerung bleiben diese Effekte

aus. Forschende sprechen hier von

einer „doppelten Wasserlücke“: Bei

Hitzewellen steigt der Bedarf, während

gleichzeitig weniger Trinkwasser

verfügbar ist. Regenwassernutzung

allein kann diese Lücke nicht schließen,

da diese Ressource in langen

Trockenperioden nicht vorhanden

ist und eine Speicherung über lange

Zeiträume kaum möglich ist. Bisher

wird in Österreich häufig Trinkwasser

für die Bewässerung eingesetzt, was

die Nachhaltigkeit von Begrünungsmaßnahmen

infragestellt.

Eine verlässliche Alternative bietet

die Wasserwiederverwendung direkt

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3/2025


Wohnen, arbeiten und leben im Grünen

Mit dem Projekt „Am Kempelenpark“ entsteht in Wien-Favoriten ein

neues Stadtquartier, das wohnen, arbeiten, lernen und Erholung im

Grünen auf innovative Weise verbindet. Auf dem ehemals gewerblich

genutzten Areal entwickelt die STC Immobiliengruppe in enger Abstimmung

mit der Stadt Wien und den gemeinnützigen Bauträgern WBV-

GPA, Frieden und Heimat Österreich ein lebendiges, von großzügigen

Grünflächen geprägtes modernes und vielfältig genutztes Viertel. Es

entstehen rund 1100 Wohnungen, vielfältige Büro- und Gewerbeflächen,

eine Ganztagesvolksschule sowie ein über ein Hektar großer, öffentlich

zugänglicher Park mit Altbaumbestand. Der Baustart für den Gewerbebauplatz

sowie für zwei der drei geförderten Bauplätze ist für Ende

2026 vorgesehen, parallel dazu ist für 2026 auch der kreislauforientierte

Rückbau der Bestandsgebäude des ehemaligen Siemens-Areals geplant.

Zur Projekt-Website: https://amkempelenpark.at

Masterstudium Kulturtechnik

und Wasserwirtschaft

Die nachhaltige Bewirtschaftung

von Wasser- und Bodenressourcen

zählt zu den zentralen Herausforderungen

des 21. Jahrhunderts.

Das Studium vermittelt Kenntnisse

in der Hydrologie, der Wasserwirtschaft

und im Gewässerschutz, im

Verkehrswesen, der Bautechnik,

der Geotechnik und im Landmanagement.

Studiere Kulturtechnik

und Wasserwirtschaft, um

zur Gestaltung zukunftsfähiger

Lebensräume beizutragen und die

Bewältigung globaler Herausforderungen

wie Klimawandel, Urbanisierung

und Ressourcenschutz zu

unterstützen.

im Quartier. Vor allem Grauwasser

(Abwasser ohne Toilettenanteil) ist

interessant, da es kontinuierlich

anfällt, sich vor Ort einfach aufbereiten

lässt und zusätzlich die Rückgewinnung

von Wärmeenergie ermöglicht.

So kann Wasser nicht nur

mehrfach genutzt, sondern auch als

Energiequelle erschlossen werden.

Für die Umsetzung braucht es jedoch

integrative Planung, Forschung

zu markttauglichen Systemen sowie

klare Vorgaben zur Qualitätssicherung

in Ausschreibung, Bau und Betrieb

neuer Quartiere.

Für die Analyse zum Wasserbedarf

wurde im Kempelenpark eine Potenzialanalyse

durchgeführt. Sie zeigt,

dass Regenwasser etwa 70 Prozent

des Bewässerungsbedarfs decken

kann, jedoch nur rund 10 Prozent

des gesamten Brauchwasserbedarfs

(etwa für die Toilettenspülung).

Grauwasser hingegen fällt

kontinuierlich an und reicht aus, um

Bewässerung und WC-Spülungen

vollständig zu versorgen (Annahme:

3000 Personen vor Ort). Dies kann

finanzielle Einsparungen erzielen, da

sich die Kosten für Trink- und Abwassergebühren

deutlich reduzieren.

Auch Energie lässt sich aus urbanen

Wassersystemen gewinnen: Wärme

aus Grauwasser kann über Wärmetauscher

rückgewonnen und in Energienetzen

verteilt werden. Solche

Niedertemperaturnetze, kombiniert

mit Wärmepumpen, sind besonders

effizient. Gleichzeitig können

Photovoltaikmodule auf begrünten

Dächern Strom liefern, während die

Begrünung die Module kühlt und deren

Effizienz steigert. Diese Synergien

machen Quartiere widerstandsfähiger

gegen Klimafolgen, fördern

eine nachhaltige Ressourcennutzung

und tragen dazu bei, die Betriebskosten

langfristig zu senken.

In der Praxis stoßen innovative Konzepte

jedoch auf Hindernisse. In den

Co-Creation-Workshops mit Bauträger*innen,

Planer*innen und Behörden

wurden die zentralen Barrieren

deutlich: Unsicherheiten bei Hygieneanforderungen,

fehlende rechtliche

Rahmenbedingungen, Investitionshürden

im geförderten Wohnbau

und Fragen der Akzeptanz durch die

Nutzer*innen. Um diesen Herausforderungen

zu begegnen, entwickelte

lieBeKlima Qualitätskataloge

für Wohnbau, Gewerbe und Quartiersebene

sowie eine Roadmap zur

Qualitätssicherung. Diese Instrumente

sollen gewährleisten, dass neue

Wasser- und Energielösungen nicht

nur in der Planung berücksichtigt,

sondern auch im Bau und langfristigen

Betrieb konsequent umgesetzt

und überprüfbar verankert werden.

Eine Analyse der Strategien zur Klimawandelanpassung

in Österreich

zeigt, dass vorhandene Dokumente

das Potenzial einer Brauchwasserversorgung

grundsätzlich erkennen,

jedoch bleibt vor allem in Leitfäden

der Bundesländer das Thema oft

vage. Die Folge ist eine Lücke zwischen

Vision und Praxis. lieBeKlima

zeigt, wie diese geschlossen werden

kann – mit technischen Innovationen,

klaren Qualitätskriterien und

dem Mut, Wasser, Energie und Grünräume

gemeinsam zu denken.

Link zum Endbericht

https://nachhaltigwirtschaften.at/de/sdz/projekte/

liebeklima.php#publications

Link zur Publikation

„Nutzungsorientierte Verwendung

urbaner Wasserressourcen

– Visionen, Potenziale

und Herausforderungen“

https://link.springer.com/article/10.1007/

s00506-023-00932-6

DI Dr. Bernhard Pucher ist stellvertretender

Leiter des Instituts für Siedlungswasserbau,

Industriewasserwirtschaft und

Gewässerschutz.

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Wenn Holz und Papier

zu Sensoren werden

Von Lea Ranacher, Arunjunai Raj Mahendran, Claudia Pretschuh, Franziska Hesser und Martin Riegler

Holz, das selbst Schäden meldet,

und Papier, das Feuchtigkeit oder

Bewegungen registriert – was klingt

wie eine Zukunftsvision, wird im

Forschungsprojekt i³Sense bereits

Realität. Gemeinsam mit der BOKU

University entwickelt die österreichische

Forschungseinrichtung

Wood K plus biobasierte Sensoren

für Anwendungen im Holzbau, in der

Mobilität und in der Produktion.

Die Sensoren können Feuchtigkeit,

Dehnung, Rissausbreitung sowie das

Aushärtungsverhalten von Klebstoffen

und Kunststoffen messen. Ihr

entscheidender Vorteil: Sie sind umweltfreundlicher

als herkömmliche

Systeme und lassen sich nahtlos

in Materialien integrieren, wodurch

sich völlig neue Anwendungsfelder

eröffnen.

Holz als aktiver Baustoff

Am Universitäts- und Forschungszentrum

Tulln (UFT) arbeiten

Wissenschaftler*innen daran, Holz

selbst zum Sensor zu machen. Die

Vision: Das Material sendet Signale

aus, sobald es zu einem schädigenden

Wassereintritt kommt. Diese

Signale gilt es zu messen.

„Wir wollen Holz von einem passiven

Baustoff in einen aktiven Partner verwandeln,

der seinen Zustand selbst

überwacht“, erklärt Martin Riegler,

Teamleiter bei Wood K plus. Falls

die Signale nicht ausreichen, kann

der Holzquerschnitt auch leitfähig

gemacht werden – ein Bereich, den

Wolfgang Gindl-Altmutter, Leiter des

Instituts für Holztechnologie und

Nachwachsende Rohstoffe, beforscht.

Um die Holzoberfläche elektrisch

leitfähig zu machen, setzt Martin

Biobasierte Sensoren sollen Holz melden lassen, sobald Wasser eintritt.

Riegler die laserinduzierte Graphitisierung

(LIG) ein. So entstehen

präzise, skalierbare Sensoren, die

externe Messsysteme ersetzen können

– und das mit deutlich weniger

Abfallstoffen und nachhaltigeren

End-of-Life-Optionen.

Auch die Klebefugen werden als

Sensoren genutzt, indem der Klebstoff

elektrisch leitfähig gemacht

wird. Dies ermöglicht eine flächige

Feuchtemessung in den Bauteilen

im Gegensatz zu den konventionellen

Sensoren, die punktuell messen.

Hierzu betreut Johannes Konnerth

am Institut für Holztechnologie und

Nachwachsende Rohstoffe eine

Dissertation. Des Weiteren lassen

Impedanzmessungen an Holz, Rückschlüsse

auf die Art und Weise der

Wassereinlagerung in Holz zu. Die

dafür nötigen Forschungsarbeiten

werden von Institutsleiterin Helga

Lichtenegger vom Institut für Physik

und Materialwissenschaft in einer

betreuten Dissertation durchgeführt.

Smarte Papiersensoren

Neben Holz rückt auch Papier ins

Zentrum der Forschung. Papiersensoren

sind leicht, kostengünstig,

imprägnierbar – und damit ideal

für Einweg-Anwendungen, etwa im

Gesundheitswesen, im Umweltmonitoring

oder in der Lebensmittelsicherheit.

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3/2025


Übersicht über die entwickelten Sensoren im Projekt i 3 Sense

Herstellungsverfahren

Trägermaterial/Materialien

Messtechnologie und Parameter

Mögliche Anwendungsgebiete

Leitfähige Klebefuge

Leitfähiger Klebstoff auf Holz

Elektrischer Widerstand

Holzwerkstoffe für Bauanwendungen

Fotos: BOKU, Wood K Plus

Herstellungsverfahren

Trägermaterial/Materialien

Messtechnologie und Parameter

Mögliche Anwendungsgebiete

LaserInduzierte Graphitisierung

Lasern auf Holz ohne Vorbehandlung

Elektrischer Widerstand und Kapazität

Div. Holzbauanwendungen

Herstellungsverfahren

Trägermaterial/Materialien

Messtechnologie und Parameter

Mögliche Anwendungsgebiete

Siebdruckverfahren

Dünnes, poröses Papier und leitfähige Tinte

Dehnung, Feuchtigkeit, Risse

Composite z. B. Unterboden im Auto,

Beladung LKW, Aushärtungsverhalten

Produktion, Klebefuge im Holzbau

Herstellungsverfahren

Trägermaterial

Messtechnologie und Parameter

Mögliche Anwendungsgebiete

3D-Druck

Papier

Dehnung, Feuchtigkeit

Dehnungssensor in Verbundwerkstoffen,

Überwachung des Feuchtigkeitsgehalts im Holz

Herstellungsverfahren

Trägermaterial/Materialien

Messtechnologie und Parameter

Mögliche Anwendungsgebiete

Sticken

Zellulosebasiertes Textil mit leitfähigem

Garn Dehnung

Alle Verbundwerkstoffanwendungen

mit imprägnierten Dehnungssensoren

„Wir machen Papier smart, sodass

es Bewegung, Feuchtigkeit und Risse

wahrnimmt. Damit können Schäden

rechtzeitig erkannt und verhindert

werden“, sagt Arunjunai Raj Mahendran,

Leiter von i³Sense.

Statt herkömmlicher Polymersensoren

kommen Zellulose und nachhaltige

leitfähige Tinten zum Einsatz.

Erste Tests mit pflanzenbasierter

Kohletinte zeigen: Sie ist nicht nur

ökologisch vorteilhafter als Silber

oder Kupfer, sondern auch funktional

geeignet. Zusätzlich wird das

Verfahren durch 3D-Druck ergänzt,

der ohne Lösungsmittel auskommt

und eine hohe Designflexibilität ermöglicht.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Forschung verfolgt ein klares

Ziel: Sensoren zu entwickeln, die

mit minimalem Energieeinsatz,

geringem Abfall und aus nachhaltigen

Materialien gefertigt werden.

Dazu gehört auch eine umfassende

Lebenszyklusanalyse. „Wir prüfen

schon während der Entwicklung

mögliche Umweltauswirkungen, um

negative Effekte frühzeitig zu vermeiden“,

betont Teamleiterin Franziska

Hesser von Wood K plus.

Damit setzt i³Sense ein starkes Signal:

Die Materialien von morgen sind

nicht nur intelligent – sie sind auch

nachhaltig.

Masterstudium Holztechnologie

und Management

Das Masterstudium Holztechnologie

bietet eine fundierte

Ausbildung in der nachhaltigen

Nutzung und Verarbeitung von

Holz. Schwerpunkte sind innovative

Technologien, Materialwissenschaften

und die Entwicklung

von Holzprodukten. Das Studium

kombiniert ingenieur-, natur- und

wirtschaftswissenschaftliche

Ansätze, um den Lebenszyklus

von Holzprodukten – von Rohstoffgewinnung

bis Recycling –

zu optimieren. Absolvent*innen

sind für Forschung, Entwicklung,

Produktion und Management

bestens qualifiziert.

3/2025 29


Naturgefahren begegnen, Natur nutzen

Nachhaltige Infrastruktur im Klimawandel

Von Alfred Strauss

Adobe Stock

Durch den Klimawandel nimmt neben Lawinenabgängen auch die Zahl der Hangrutschungen zu

Der Klimawandel führt im alpinen

Raum zunehmend zu extremen Wetterereignissen

wie Starkregen, intensiver

Schneeschmelze, Lawinen,

Muren und Hangrutschungen. Diese

Naturgefahren stellen erhebliche

Herausforderungen für die strukturelle

Zuverlässigkeit und Nutzungsdauer

von Infrastrukturbauwerken

dar, insbesondere aufgrund der

komplexen Topografie und schwieriger

geotechnischer Verhältnisse.

Am Institut für Konstruktiven Ingenieurbau

(KOIN) der BOKU University

werden Infrastruktursysteme

im alpinen Raum hinsichtlich ihrer

Belastbarkeit unter veränderten

klimatischen Bedingungen systematisch

analysiert. Im Fokus stehen

dabei klimabedingte Einwirkungen

wie intensivierte Niederschläge,

häufigere Frost-Tau-Wechsel sowie

die Zunahme dynamischer Prozesse

wie Steinschlag oder Muren. Diese

wirken sich direkt auf Ingenieurbauwerke

– etwa Brücken, Tunnel oder

Schutzsysteme – aus und beeinflussen

zudem Alterungsprozesse

wie Kriechen, Schwinden, Ermüdung

oder Korrosion von Materialien und

Infrastrukturen.

Für die realitätsnahe Bewertung

solcher klimatisch beeinflussten

Einwirkungen setzen die Forschen-

den am KOIN-Institut innovative

numerische Verfahren und probabilistische

Modellierungen ein. Diese

erlauben es, Risiken zu quantifizieren,

strukturelle Sicherheitsreserven

zu bewerten sowie die verbleibende

Nutzungsdauer zu prognostizieren.

Integrative Risiko-Modelle

Neben den klassischen Methoden

ist es unser Ziel, unsere Ingenieurmodelle

unter Einbeziehen naturbasierter

Lösungen (Nature-based

Solutions, NbS) zu überdenken und

zu erweitern. Maßnahmen wie Aufforstung,

die Vegetationsstabilisierung

von Hängen oder hydrologische

30

3/2025


und hydraulische Interaktionen

mit Infrastrukturen betrachten wir

nicht isoliert, sondern in integrative

Risiko- und Einwirkungsmodelle

eingebettet. Diese Forschungsvorhaben

treiben wir in Projekten wie

dem Horizon IMSAFE-Projekt, dem

Horizon Nature Demo-Projekt sowie

dem FFG Green Digital Twin-Projekt

voran – insbesondere mit dem Ziel

der Kombination technischer und

ökologischer Strategien zur Minderung

klimabedingter Risiken.

Bei diesen Forschungsvorhaben stellen

wir uns erwartungsgemäß großen

Herausforderungen – insbesondere

liegt die Schwierigkeit in der methodischen

Abbildung solcher interdisziplinären

Ansätze. Naturbasierte

Maßnahmen erfordern spezifische

Bewertungsprozesse, um ihre Wirkung

auf strukturelle Integrität, Sicherheit

sowie Lebens- und Nutzungsdauer

quantifizierbar zu machen. Erste methodische

Konzepte haben wir hierzu

institutsintern gemeinsam mit unseren

Partnerinstituten und europäischen

Partner*innen im Rahmen des

Horizon Nature Demo-Projekts entwickelt.

Der nächste Schritt ist nun

die Übertragung und Erprobung dieser

Ansätze in nationalen Anwendungen

etwa anhand von Demonstratoren im

alpinen, aber auch allgemeinen europäischen

Raum.

Wie wir auch sehen können, belegen

jüngste Hochwasserereignisse im

Großraum Wien sowie europaweit

mit steigenden Schadenssummen

die Dringlichkeit unseres Ansatzes.

Erfahrungen aus Forschung und Praxis

zeigen deutlich: Die Verknüpfung

ingenieurtechnischer und ökologischer

Methoden ist keine optionale

Ergänzung, sondern ein notwendiger

Bestandteil zukunftsfähiger Infrastrukturplanung.

Sie trägt entscheidend

zur Steigerung der Resilienz,

zur Verlängerung der Lebensdauer

und zur ökonomischen Nachhaltigkeit

von Bauwerken bei – insbesondere

in sensiblen alpinen Regionen.

Es zeigt sich somit: Nur durch die

Kombination ingenieurtechnischer

Bild 1: Klimawandelfolgen: Hochwasser, Temperatur- und Meeresspiegelanstieg

Bild 2: Interaktion von Naturgefahrenprozessen aus Einzugsgebieten und Infrastrukturen.

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) 6

und ökologischer Ansätze lassen

sich Infrastrukturen langfristig

widerstandsfähig und ökonomisch

nachhaltig gestalten. Integrative

Planung, adaptive Maßnahmen

und fundiertes Wissen über klimabedingte

Belastungen bilden die

Grundlage zukunftsfähiger Infrastrukturen.

Bis 2080 nehmen Hochwasserereignisse

in Europa deutlich zu und

werden räumlich sowie zeitlich variabler.

Höhere Temperaturen führen

zu erhöhten Materialspannungen,

beispielsweise in Schienen, während

der Meeresspiegelanstieg Küstenregionen

durch Überschwemmungen

und Erosion gefährdet.

Direkte und indirekte Klimafolgen

Wie eingangs bereits dargestellt,

bringen extreme Wetterlagen wie

Starkregen, Hochwasser, Hitzeperioden,

starke Schneefälle, Stürme

oder lang anhaltende Dürrephasen

unsere Infrastrukturen zunehmend

unter Druck. Einige dieser Effekte

wirken sich direkt auf die physische

Substanz aus, während andere

vor allem die Funktionalität und

Nutzbarkeit beeinträchtigen. Zu

den direkten Belastungen zählen

hydraulische Effekte, etwa Auskolkungen

an Brückenfundamenten

durch Hochwasser, thermische

Beanspruchungen, die Verformungen

oder Materialermüdung infolge

hoher Temperaturen verursachen,

3/2025 31


Bild 3: Nature-Based Considerations im Kontext von ingenieurbiologischen Überlegungen zum Schutz von

Infrastrukturen und als Grundlage für adaptive Sicherheitsformate klassischer Infrastrukturen

sowie mechanische Überlastungen

durch Schneelasten oder Winddruck

auf Tragwerke und Versorgungsleitungen.

Indirekt zeigen sich Klimafolgen

durch Verkehrsunterbrechungen infolge

überfluteter oder beschädigter

Verkehrswege, Einschränkungen in

der Versorgungsinfrastruktur durch

Ausfälle von Strom-, Wasser- oder

Telekommunikationsleitungen,

ökonomische Verluste durch Betriebsstörungen

und erhöhte Wartungsanforderungen

sowie durch

Gefährdungen der öffentlichen

Sicherheit bei Ausfall kritischer Verbindungsachsen.

Klimawandelszenarien und Expositionsveränderungen

Um Infrastrukturen langfristig widerstandsfähig

zu gestalten, ist es

entscheidend, nicht nur aktuelle

Belastungen zu betrachten, sondern

auch die zukünftige Entwicklung extremer

Wetterereignisse im Zuge des

Klimawandels einzubeziehen. Hierfür

dienen etablierte Klimaszenarien

wie die Representative Concentration

Pathways (RCP 4.5, RCP 8.5).

Bereits bei moderaten Szenarien

lässt sich eine signifikante Zunahme

der Exposition gegenüber Extremereignissen

erkennen. Das Risiko

steigt nicht nur durch höhere Mittelwerte,

sondern vor allem durch eine

größere Variabilität der Ereignisse,

quantifiziert durch den Variationskoeffizienten

(CoV). Dies bedeutet,

dass extreme Ereignisse, wie ein

50-jährliches Hochwasser oder eine

100-jährliche Schneelast, künftig

häufiger und intensiver auftreten

können. Klassische Lastannahmen

und Wiederkehrperioden müssen

daher risikoadaptiv dynamisch

überprüft und gegebenenfalls neu

definiert werden.

Internationale Zusammenarbeit

Die Bewältigung dieser Herausforderungen

erfordert nicht nur

lokale Maßnahmen, sondern auch

internationale Zusammenarbeit. So

wurde 2017 die Task Group „Climate

Change and Structures“ der International

Association for Bridge and

Structural Engineering (IABSE) gegründet.

Diese Expertengruppe, an

der das KOIN Institut beteiligt ist,

entwickelt wissenschaftlich fundierte

Grundlagen für eine klimaresiliente

Auslegung und Erhaltung

von Infrastrukturen. Dabei stehen

folgende Schwerpunkte im Fokus:

• Skalenabhängigkeit klimatischer

Einwirkungen (lokal bis global)

• Auswahl, Parametrisierung und

Kalibrierung probabilistischer

Lastmodelle

• Interaktionen zwischen natürlichen

Klimaeinflüssen und

anthropogenen Faktoren (Urbanisierung,

Landnutzung)

• Analyse der Robustheit, Redundanz

und Adaptierbarkeit bestehender

Tragwerkskonzepte

• Entwicklung praxisnaher Anpassungsstrategien

wie vorausschauende

Dimensionierung,

kontinuierliches Monitoring und

Frühwarnsysteme

Die internationale Zusammenarbeit

liefert nicht nur methodische

Grundlagen, sondern auch praxisrelevante

Empfehlungen für Planer*innen,

Betreiber*innen und Behörden.

Ziel ist es, bestehende Sicherheitskonzepte

weiterzuentwickeln und

die Resilienz der Infrastrukturen

langfristig zu sichern – im Einklang

mit den Erkenntnissen zu direkten,

indirekten und zukünftigen klimabedingten

Belastungen.

Neue Planungsrealitäten und

adaptive Sicherheitsformate

Die zuvor skizzierten Erkenntnisse

zu direkten, indirekten und zukünftigen

klimabedingten Belastungen

machen deutlich: Klassische Bemessungsgrundlagen

im Infrastruk-

32

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Bild 4: Innovative Methoden zur Analyse klimadynamischer Prozesse und Schadensmechanismen sowie deren Integration in neuartige Belastungsmodelle

für graue Infrastrukturen am Beispiel von Sperranlagen

tur- und Ingenieurbau geraten zunehmend

an ihre Grenzen. Konzepte

wie das „100-jährliche Schneelastereignis“

oder „50-jährliche Hochwasser“

verlieren an Aussagekraft,

da Extremereignisse häufiger und

intensiver auftreten. Dies erfordert

die Einführung dynamischer, risikoadaptiver

Sicherheitsformate, die

Unsicherheiten systematisch berücksichtigen.

Ein anschauliches Beispiel ist die

Dauerhaftigkeit von Stahlbeton:

Klimabedingte Änderungen der

Feuchte- und CO₂-Konzentration

beschleunigen die Karbonatisierung

– besonders bei CO₂-reduzierten

Betonen mit veränderter Porenstruktur.

Klassische Normen greifen hier

nur eingeschränkt. Performance-basierte

und probabilistische Ansätze,

wie sie im fib Model Code 2020

vorgeschlagen werden, erlauben eine

realistischere Bewertung der Lebensdauer.

Ergänzende Prüfmethoden,

etwa Gaspermeabilitätsanalysen oder

feuchtegeführte Karbonatisierungstests,

wie sie derzeit Forschungsgruppen

am KOIN-Institut durchführen,

liefern belastbare Daten und

fließen in die europäische Normungsarbeit

(zum Beispiel CEN/TC250) ein.

Flussbrücken sind zunehmend von

Auskolkungen bei Hochwasser betroffen,

Tunnel werden potenziell

neuen hydrologischen und hydraulischen

Szenarien bei Starkregen

und veränderten Grundwasserständen

ausgesetzt und Schneelasten

in hochalpinen Regionen nehmen

zu, obwohl sie in mittleren Lagen

abnehmen. Unsere Forschung greift

diese Entwicklungen auf und leitet

daraus notwendige Anpassungen für

Bemessung und Sicherheitskonzepte

– sogenannte klimadynamische

Sicherheitskonzepte – ab. Damit

wird ein direkter Bezug zu den zuvor

erläuterten klimabedingten Belastungen

für Infrastrukturen hergestellt.

In diesen Sicherheitskonzepten

müssen aber auch mindernde

Maßnahmen berücksichtigt werden,

insbesondere die Kombination

klassischer ingenieurtechnischer Ansätze

mit naturbasierten Lösungen

(NbS), siehe Bild 3. Beispiele hierfür

sind Aufforstungen zur Hangstabilisierung

oder landschaftsplanerische

Schutzmaßnahmen. Ihre volle

Wirkung entfalten diese Maßnahmen

jedoch nur, wenn sie integrativ geplant

und ingenieurtechnisch bewertet

werden.

Solche Vorhaben können jedoch

nur auf europäischer Ebene beziehungsweise

im Rahmen größerer

Forschungsinitiativen erfolgreich

umgesetzt werden. In unserem Fall

sind dies das Horizon Nature Demo-

Projekt, das Horizon IMSAFE-Projekt

und das Green Digital Twin-Projekt,

die unter Federführung des

KOIN-Instituts innovative Sicherheitskonzepte

entwickeln. Durch

die Kombination von numerischer

Modellierung, Monitoringdaten und

probabilistischen Verfahren wird

erstmals die Schutzwirkung naturbasierter

Maßnahmen objektiv

quantifiziert – sowohl in Bezug auf

strukturelle Integrität, Lebensdauer

als auch Widerstandsfähigkeit

gegenüber Extremereignissen.

Dies ergänzt die risikobasierten und

klimadynamischen Methoden der

Ingenieurplanung und erlaubt eine

integrierte Bewertung von technischen

und naturbasierten Strategien.

Insgesamt verdeutlichen diese Beispiele,

dass adaptive Sicherheitsformate

keine theoretischen Konzepte

bleiben, sondern reale Planungsanforderungen

widerspiegeln, die direkt

auf den Herausforderungen aufbauen.

Sie zeigen, wie Ingenieurplanung

und naturbasierte Ansätze kombiniert

werden können, um Infrastrukturen

langfristig widerstandsfähig

gegenüber den Folgen des Klimawandels

zu gestalten.

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Ingenieurwissenschaften im

Wandel: das BOKU-Profil

Adobe Stock

Die Bewältigung klimabedingter

Risiken erfordert internationale Kooperation,

interdisziplinäres Denken

und innovative Methoden. Die BOKU

positioniert sich mit dem KOIN-Institut

als Vorreiterin in der Verbindung

klassischer Ingenieurmethoden

mit naturbasierten Lösungen und

datenbasierten Entscheidungsmodellen.

Beispiele hierfür sind die

Mitarbeit in der IABSE Task Group

„Climate Change and Structures“,

die Entwicklung adaptiver Bemessungskonzepte

sowie innovativer

Monitoring- und Instandhaltungsstrategien.

Damit bietet die BOKU ideale Rahmenbedingungen

für eine zukunftsorientierte

Ingenieurausbildung:

Studierende erlernen, technische

Präzision mit systematischem

Klimawissen und praxisnahen Anpassungsstrategien

zu verbinden.

Die kontinuierliche Abstimmung von

Forschung, Praxis und internationalen

Partnerschaften gewährleistet,

dass Absolvent*innen bestens auf

die Planung und Sicherung resilienter

Infrastrukturen vorbereitet sind.

Doch Erkenntnisse allein genügen

nicht. Ingenieur*innen brauchen ein

systemisches Verständnis, das technische

Expertise mit ökologischer

Intelligenz verbindet. Studien- und

Lehrpläne müssen adaptiv, digital

und naturbezogen gestaltet sein.

Nur so lassen sich Unsicherheiten

verstehen, natürliche Prozesse

aktiv integrieren und nachhaltige

Lösungen entwickeln. Wie in Bild 4

am Beispiel von Sperranlagen dargestellt,

werden innovative Methoden

zur Analyse klimadynamischer

Prozesse und Schadensmechanismen

genutzt, um diese Ansätze in

neuartige Belastungsmodelle für

graue Infrastrukturen zu integrieren.

Gleichzeitig zeigt dies, dass solche

Konzepte auch in den Lehrplänen

behandelt werden sollten, damit

Studierende von Anfang an lernen,

Forschungserkenntnisse praxisnah

und systemisch umzusetzen.

Fazit

Integrative Risiko-Modelle sollen helfen, Naturkatastrophen einzudämmen

Resiliente Infrastrukturen entstehen

aus der integrativen Kombination

von Technik und Natur. Nur interdisziplinär

und kooperativ entwickelte

Strategien ermöglichen eine wissenschaftlich

fundierte, technisch umsetzbare

und ökologisch wirksame

Gestaltung klimafester Infrastrukturen.

Schlussfolgerung

Integratives Denken für resilienten

Ingenieurbau

Die zuvor skizzierten Entwicklungen

– von den klimabedingten

Herausforderungen für Stahlbeton

und Hochwasserschutz bis hin zu

adaptiven Sicherheitsformaten und

naturbasierten Lösungen – machen

deutlich: Der Schutz und die Weiterentwicklung

unserer Infrastruktur

im Klimawandel erfordern ein

grundlegendes Umdenken in Ausbildung

und Praxis der Ingenieurwissenschaften.

Adaptive, risikobasierte

Methoden, probabilistische Modelle

und kontinuierliches Monitoring

zeigen, dass Infrastrukturplanung

heute nicht mehr isoliert, sondern

integrativ gedacht werden muss.

Gleichzeitig machen Fallstudien zu

Flussbrücken, Tunneln und hochalpinen

Schneelasten deutlich, dass

technische Lösungen allein nicht

ausreichen. Naturbasierte Maßnahmen

wie Aufforstungen, bepflanzte

Rückhaltebecken oder landschaftsplanerische

Schutzmaßnahmen

müssen systematisch in die Planung

und Bewertung einbezogen werden.

Wie in Bild 4 am Beispiel von

Sperranlagen dargestellt, lassen

sich diese Ansätze in neuartige Belastungsmodelle

für graue Infrastrukturen

integrieren – ein Ansatz,

der auch in die Lehrpläne einfließen

sollte, um Studierende auf die realen,

komplexen Herausforderungen

vorzubereiten.

Hochschulen wie die BOKU University

übernehmen hier eine Schlüsselrolle:

Sie schaffen Bildungsräume, in

denen Studierende lernen, technische

Präzision, probabilistische Analysen

und naturbasierte Konzepte zu

verbinden. So werden Ingenieur*innen

befähigt, unsere Infrastruktur

und Lebensräume nicht nur zu

schützen, sondern gemeinsam mit

der Natur nachhaltig, resilient und

zukunftsweisend zu gestalten.

Univ.Prof. DI Dr. Alfred Strauss leitet das

Institut für Konstruktiven Ingenieursbau

(KOIN).

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Thomas Pichler

Aufbereitung von Abbruchbeton

Ressourcenoptimiertes Bauen mit Beton

Verwertung von rezyklierter Gesteinskörnung aus Altbeton

Von Johannes Hron, Klaus Voit, Thomas Pichler, Oliver Zeman und Konrad Bergmeister

Der weltweite Verbrauch an Sand,

Kies und gebrochener Gesteinskörnung

liegt gemäß einer Schätzung

des UN Environment Programme

bei etwa 40 bis 50 Mrd. Tonnen pro

Jahr. Davon entfallen allein auf die

Bauindustrie rund 30 Mrd. Tonnen.

Gleichzeitig ist das Bauwesen für

etwa ein Drittel der globalen CO2-

Emissionen verantwortlich. Ein

wesentlicher Faktor hierfür ist der

Baustoff Beton, der aufgrund seiner

breiten Anwendung – geschuldet

seiner hohen Dauerhaftigkeit,

Festigkeit, sehr guten Verfügbarkeit

der Ressourcen und seiner günstigen

Herstellung – sowie der damit

verbundenen hohen Produktionsmengen

erheblich zur Ressourcennutzung

und Emissionsbelastung

beiträgt.

Jährlich werden global etwa 4 Mrd.

Tonnen Zement produziert, während

für die Betonherstellung rund 28

Mrd. Tonnen Gesteinskörnung und

2,8 Mrd. Tonnen Wasser benötigt

werden. In Österreich beträgt der

Gesamtverbrauch an Gesteinskörnungen

etwa 100 Mio. Tonnen. Jährlich

werden etwa 10 Mio. m³ Transportbeton,

4 Mio. m³ Fertigteilbeton

und 1 Mio. m³ Beton aus Baustellenmischanlagen

produziert.

Sekundärbaustoffe

Diese Materialressourcen werden

in Bauwerken über deren gesamte

Lebensdauer hinweg gebunden und

fallen nach Erreichen der Lebensdauer

im Falle eines Rückbaus als

Abfall wieder an, stellen aber gleichzeitig

auch eine wichtige Quelle für

Sekundärbaustoffe dar. Nach dem

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Bauen mit Beton ermöglicht. Dies

umfasst die Schonung von natürlichen

Ressourcen wie Sand und Kies,

eine Verringerung von Transportwegen

bei Aufbereitung und Verwertung

vor Ort („urban mining“), die

Vermeidung von Deponievolumen

durch Verwertung anstelle von Entsorgung

und Deponierung sowie eine

mögliche CO2-Speicherung im Zuge

der Beaufschlagung des Altbetons

mit CO2.

Fertig hergestellte rezyklierte Gesteinskörnung

Ende der Lebensdauer von Bauwerken

ist es somit entscheidend, die

darin enthaltenen Materialien einer

Verwertung zuzuführen.

Im Idealfall wird der Betonbruch

aufbereitet und als Gesteinskörnung

für die Herstellung von Recycling-

Beton verwendet. Dieses Verfahren

trägt nicht nur zur Ressourcenschonung

bei, sondern reduziert auch

die Umweltbelastungen, die mit der

Gewinnung und Verarbeitung von

Primärrohstoffen verbunden sind.

Recycling-Beton ist daher ein zentraler

Baustein für nachhaltiges Bauen

und eine zirkuläre Bauwirtschaft.

Mineralische Abfälle aus Bau- und

Abbrucharbeiten, Bodenaushub und

Baggergut machen dabei etwa 38 %

des gesamten Abfallaufkommens

in der EU aus. In Österreich stellen

Aushubmaterialien und Abfälle aus

dem Bauwesen mit rund 46,1 Mio.

Tonnen bzw. 12,5 Mio. Tonnen die

größten Anteile des gesamten Abfallaufkommens

dar.

Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit

natürlicher Rohstoffe und

der steigenden Nachfrage nach

Baustoffen sowie geänderter gesetzlicher

Rahmenbedingungen (in

Österreich gilt seit dem Jahr 2024

ein Deponierungsverbot für Beton,

Asphalt und Straßenaufbruch)

gewinnt die Wiederverwertung von

Beton zunehmend an Bedeutung.

Die Vorteile von Betonrecycling

liegen dabei auf der Hand, da es ein

ressourcen- und klimaschonenderes

Demgegenüber gibt es auch einige

Herausforderungen, insbesondere,

dass die rezyklierte Gesteinskörnung

aus Altbeton zeitgerecht am jeweiligen

Bedarfsort in ausreichender

Menge und Qualität zur Verfügung

steht und letztendlich die gewünschten

Frisch- und Festbetoneigenschaften

mit der rezyklierten

Gesteinskörnung gewährleistet

werden können. Eine besondere Herausforderung

ist dabei die Sicherstellung

der gewünschten Verarbeitbarkeit

des Frischbetons gerade

bei hohen Recyclingraten aufgrund

der stark saugenden Eigenschaften

des Betonbruches, da auch der alte,

poröse Zementstein des ursprünglichen

Betons noch in der rezyklierten

Gesteinskörnung enthalten ist.

Angesichts des hohen Material- und

Energieverbrauchs sowie der Abfallmengen

im Bauwesen wird sich

das Bauen der Zukunft im Kontext

der Herausforderungen des Klimawandels

grundlegend von den heute

etablierten Bauprozessen unterscheiden.

Insbesondere die verwendeten

Baustoffe stehen im Fokus

eines Wandels hin zu höherer Klimaeffizienz

und Ressourcenschonung.

Trotz der ökologischen und ökonomischen

Vorteile bestehen im

DACH-Raum weiterhin normative

Einschränkungen, die den Einsatz

von Recycling-Beton reglementieren.

Diese Regelwerke definieren unter

anderem die zulässigen Anteile von

Recycling-Gesteinskörnungen sowie

die Anforderungen an deren Qualität

und Einsatzbereiche und stellen

sicher, dass die technischen Eigenschaften

und die Sicherheit von

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Bauwerken auch bei der Verwendung

von Recycling-Beton gewährleistet

bleiben.

Johannes Hron

Sehr hohe Qualität

Dennoch sind weitere Anpassungen

und Innovationen notwendig, um

die Akzeptanz und Verbreitung von

Recycling-Beton zu fördern und die

Bauwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.

Diese Herausforderungen

sind an der BOKU am Institut für

Konstruktiven Ingenieurbau und am

Institut für Angewandte Geologie

Inhalt mehrerer laufender Forschungsprojekte.

Zahlreiche aktuelle

Beispiele und Studien zeigen,

dass unter Verwendung geeigneter

Aufbereitungstechniken Recyclinggesteinskörnungen

mit sehr hoher

Qualität hergestellt werden können.

Dadurch ergeben sich sehr hohe

mögliche Verwertungsraten (Verwendung

von bis zu 100 % rezyklierter

Gesteinskörnung), womit die

Herstellung qualitativ hochwertiger

Betone – bei Abstimmung beziehungsweise

Optimierung der Betonrezepturen

– möglich wird. Dies

wirkt sich nicht nur positiv auf den

Ressourcenverbrauch, sondern auch

auf die Klimabilanz des Baustoffs

aus.

Abbildung 2: Beton-/Zement-Kohlenstoffkreislauf

Im Zuge des laufenden Forschungsprojekts

Upcycling & CO2 Storage am

Institut für Konstruktiven Ingenieurbau

wird auch die Möglichkeit der

CO2-Speicherung durch sogenannte

Zwangskarbonatisierung der rezyklierten

Gesteinskörnung untersucht.

Ein beachtlicher Teil (circa zwei

Drittel) der CO2-Emissionen, die bei

der Zementherstellung entstehen,

entstammt der chemischen Umwandlung

von Kalkstein in Kalziumoxid

beim Brennprozess. Ein Teil

dieses prozessbedingt freigesetzten

CO2 kann durch den im erhärteten

Zementstein vorliegenden Portlandit

(chemisch Ca(OH)2) im Laufe der

Lebensdauer einer Betonstruktur

wieder aufgenommen werden. Es

entsteht somit in gewisser Weise ein

Zement-/Beton-Kohlenstoff-Kreislauf.

Für das Voranschreiten der Karbonatisierung

sind insbesondere die

Umgebungsbedingungen (CO2-Konzentration,

Feuchtigkeit, Temperatur,

Exposition) sowie die Zusammensetzung

des Zements und Betons

(insbesondere Diffusionswiderstand)

ausschlaggebend.

Die natürlich ablaufende Karbonatisierung

ist ein Prozess, der sich

über viele Jahrzehnte beziehungsweise

die ganze Lebensdauer des

Betonbauwerks erstreckt. Dies führt

dazu, dass am Ende der Lebensdauer

eines Betonbauteils, also dem

Zeitpunkt des Abbruchs, noch große

innenliegende Anteile der Betonstruktur

nicht karbonatisiert sind

und im Zuge des Abbruchs einer

Exposition durch die Atmosphäre

ausgesetzt werden. Durch die beim

Abbruch entstehende Oberflächenvergrößerung

und das Erzeugen einer

künstlichen, für die Karbonatisierung

idealen Umgebung kann dieser Prozess

deutlich beschleunigt werden.

Zur Untersuchung des Karbonatisierungspotenzials

wurde am Institut

für Konstruktiven Ingenieurbau eine

eigens gebaute und in mehreren

Schritten optimierte Versuchsanlage

aufgebaut. Hauptziel war es, mit einem

möglichst geringen Energieeintrag

die CO2-Beaufschlagung durchzuführen.

Aus diesem Grund wurde

darauf verzichtet, für die künstliche

Atmosphäre, in der die Karbonatisierung

stattfindet, eine Druck- oder

Temperatursteigerung vorzusehen.

Die Untersuchungen finden somit bei

Raumtemperatur bei 100 % CO2-Konzentration

und über eine Dauer von

zwölf Stunden statt.

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Abbildung 3: Erzielte CO 2

-Speicherung in Bezug auf die ursprüngliche Trockenmasse des Abbruchbetons für verschiedene

Kornfraktionen. © Johannes Hron; Daten aus FP Upcycling&CO2 Storage

Da das in der gleichen Zeit erreichbare

Zwangskarbonatisierungspotenzial

stark von der Korngröße des

aufbereiteten Abbruchbetons abhängig

ist, wurden Versuche an unterschiedlichen

Korngrößen durchgeführt

(vgl. Abbildung 3). Dabei wird

deutlich, dass eine hohe CO2-Speicherung

bei feinen Kornfraktionen

erzielt werden kann. Die Angaben

in Abbildung 3 beziehen sich immer

auf die ursprüngliche Trockenmasse

des Abbruchbetons. Im Gegensatz

dazu war bei den gröberen Kornfraktionen

nur eine deutlich niedrigere

CO2-Aufnahme möglich. Dies kann

einerseits auf die stark vergrößerte

reaktive Oberfläche bei feinen Kornfraktionen

zurückgeführt werden

und andererseits auf den Umstand,

dass sich im Zuge der Aufbereitung

die Zementanteile tendenziell in

den feineren Kornfraktionen anreichern

und somit mehr Ca(OH)2 für

die Karbonatisierungsreaktion zur

Verfügung steht. Die dargestellten

Ergebnisse wurden an rezyklierter

Gesteinskörnung aus einem Beton

sehr hoher Qualität (vor allem

hoher Diffusionswiderstand) erzielt.

In vergleichenden Untersuchungen

an Betonbruch von Standard-Beton

üblicher Hochbaurestmassen konnte

eine CO2-Speicherung von bis zu

circa 3,7 % bei den feinen Fraktionen

erreicht werden.

Neben der CO2-Speicherung treten

durch die Zwangskarbonatisierung

auch andere, die Eigenschaften

der rezyklierten Gesteinskörnung

beeinflussende Effekte auf. Durch

die Karbonatisierung des Rezyklats

konnte eine Erhöhung der Kornrohdichte

um ca. 5 % festgestellt

werden. Neben der Steigerung der

Kornrohdichte konnte eine signifikante

Reduktion der Wasseraufnahme

der rezyklierten Gesteinskörnung

nach der Karbonatisierung festgestellt

werden. Die Abnahme beträgt

zwischen 7 % und 25 % im Hinblick

auf die 10-minütige Wasseraufnahme

und zwischen 10 % und 14 % bei

der 24-Stunden-Wasseraufnahme

beim Vergleich von rezyklierter Gesteinskörnung

vor beziehungsweise

nach erfolgter Karbonatisierung.

Dies ist insbesondere für die Frischbetoneigenschaften

bei der Herstellung

von Beton mit rezyklierter

Gesteinskörnung von Bedeutung,

da durch die erhöhte Wasseraufnahme

im Vergleich zu natürlicher

Gesteinskörnung das Einstellen der

gewünschten Frischbetonkonsistenz

eine Herausforderung darstellt.

Durch eine in den Aufbereitungsprozess

integrierte Zwangskarbonatisierung

können diese negativen Effekte

abgemildert werden.

Die am Institut für Konstruktiven

Ingenieurbau sowie am Institut für

Angewandte Geologie derzeit im

Kompetenzfeld des Nachhaltigen

Bauens laufenden Forschungsprojekte

zeigen das hohe Potenzial

von Betonrecycling zur Ressourcenschonung.

Durch eine gezielte, in

den Aufbereitungsprozess integrierte

Zwangskarbonatisierung kann zusätzlich

zur Ressourcenschonung ein

Beitrag zur Reduktion der Klimawirkung

bei gleichzeitiger Verbesserung

der Eigenschaften der rezyklierten

Gesteinskörnung erzielt und so die

Akzeptanz dieses zukunftsrelevanten

Sekundärbaustoffes gefördert

werden.

Die Autoren forschen und lehren am

Institut für Konstruktiven Ingenieursbau

sowie am Institut für Angewandte Geologie

(Klaus Voit).

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Institut für Konstruktiven IIngenieurbau

Im Prüflabor werden experimentelle Untersuchungen mit höchsten Qualitätsansprüchen durchgeführt

Ziehen, drücken und biegen

Prüflabor und akkreditierte Prüfstelle am Institut

für Konstruktiven Ingenieurbau

Von Oliver Zeman und Johannes Hron

Am Institut für Konstruktiven Ingenieurbau

besteht seit Mitte der

1990er-Jahre ein mechanisches

Prüflabor zur experimentellen

Durchführung von Material- und

Bauteiluntersuchungen.

Seit dem Jahr 2006 ist das Prüflabor

eine akkreditierte Prüfstelle nach

ISO 17025 gemäß dem österreichischen

Akkreditierungsgesetz und

war damit die erste an der BOKU

angesiedelte akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle.

Akkreditierung bedeutet in diesem

Sinne den Nachweis durch eine dritte

Stelle, dass eine Einrichtung als

kompetent angesehen wird, Konformitätsbewertungstätigkeiten

durchzuführen.

Wir sind als Prüflabor in

den Fachbereichen Betonbau und

Befestigungstechnik (Fachgebiet 1

beziehungsweise 33 gemäß der

Bauprodukteverordnung) akkreditiert

und unterliegen dadurch einem Begutachtungszyklus

durch die dafür

gesetzlich berufene Stelle Akkreditierung

Austria. Der aktuelle Akkreditierungsumfang

ist für Interessierte

öffentlich einsehbar:

https://www.bmwet.gv.at/Services/

Akkreditierung.html

Unser Ziel ist es, durch Prüftätigkeiten,

begleitende Lehrveranstaltungen

und eine angemessene

Publikationstätigkeit die Kompetenz

unserer Stelle und damit der BOKU

in den betreffenden Fachbereichen

sichtbar zu machen, was sich auch

in einer Vielzahl an experimentellen

Abschlussarbeiten zeigt.

Im Rahmen unserer Prüftätigkeiten

schaffen wir für den Lehr- und

Forschungsbetrieb eine breite

theoretische und praktische Erfahrungsbasis.

Die Ergebnisse unserer

Forschungstätigkeit und der Erfahrungen

aus unserer Prüftätigkeit

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Laborteam am Institut für Konstruktiven Ingenieurbau nach der erfolgreichen Wiederholungsbegutachtung 2025:

Oliver Zeman, Johannes Hron, Michael Schwenn, Duro Petricevic (v. l. n. r.)

möchten wir durch wissenschaftliche

Veröffentlichungen und Vorträge

der Fachöffentlichkeit sowie durch

Technologietransfer in die Forschung,

auch anderer Fachbereiche,

die Praxis sowie in nationale und

internationale Gremienarbeit einfließen

lassen.

Die Akkreditierung ermöglicht

uns als Prüflabor, experimentelle

Untersuchungen mit höchsten

Qualitätsansprüchen durchzuführen.

Voraussetzung ist ein eigenes

Labor-Qualitätsmanagementsystem,

dem unsere Stelle unterliegt. Alle

Prozesse und Verfahren laufen nach

strukturierten Vorgaben ab. Durch

die Anforderungen, die metrologische

Rückführbarkeit der Prüfmittel

und Messtechnik sicherstellen zu

können, erfolgen regelmäßige Kalibrierungen

der Messtechnik, die auf

einem risikobasierten Ansatz intern

beziehungsweise extern durch befugte

Stellen durchgeführt werden.

Diese Ausstattung kommt grundsätzlich

sämtlichen Forschungsvorhaben

zugute, die am Institut für

Konstruktiven Ingenieurbau und an

Instituten mit vergleichbaren Tätigkeitsbereichen

abgewickelt werden.

Konkret werden in unserem Prüflabor

folgende Untersuchungen

regelmäßig durchgeführt, wobei die

Aufzählung Forschungstätigkeiten

wie auch Prüfungen, die im akkreditierten

Bereich erfolgen, enthält:

> Prüfungen an Befestigungselementen

(Bestimmung der

Zug- und Querlasttragfähigkeiten,

Verhalten in Rissen etc.)

> Prüfungen an Gesteinskörnungen

(Zusammensetzung, Sieblinien

etc.)

> Prüfungen zur Bestimmung von

Frisch- und Festbetonparametern

(insbesondere Druck- und

Zugfestigkeiten, Elastizitätsmodul)

> Dauerhaftigkeitsuntersuchungen

an Befestigungen und an Festbeton

> Zug-, Druck- und Biegeversuche

an Werkstoffen und Bauteilen

LINK UND KONTAKT

https://boku.ac.at/lawi/koin/labor

Dr. Oliver Zeman leitet das Prüflabor,

DI Johannes Hron ist stellvertretender

Leiter.

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Sanieren statt stagnieren

Strategien für einen klimafitten Gebäudebestand

Von Magdalena Wolf und Constanze Rzihacek

Der Gebäudesektor ist ein zentraler

Hebel für den Klimaschutz: In

Österreich entfallen etwa ein Drittel

des Endenergieverbrauchs und rund

10 % der Treibhausgasemissionen

auf Gebäude. Besonders der Bestand

ist dabei entscheidend - rund

zwei Drittel aller Gebäude sind älter

als 50 Jahre und treten in eine Phase,

in der umfassende thermische

und energetische Sanierungen notwendig

werden.

Gerade in urbanen Räumen mit großvolumigem

Wohnbau stellen sich

hier komplexe Fragen: Wo findet man

Platz für erneuerbare Wärmequellen

wie Erdsondenfelder oder große Wärmespeicher?

Wie lassen sich effiziente

Niedertemperatursysteme in

bestehende Leitungsnetze integrieren

– und das bei laufendem Betrieb

mit tausenden Bewohner*innen?

Trotz dieser Herausforderungen entstehen

derzeit wegweisende Beispiele.

Leuchtturmprojekte zeigen,

dass auch Wohnanlagen großen

Maßstabs klimafit gemacht werden

können – durch die Kombination

aus Gebäudesanierung, innovativen

Wärmepumpensystemen und sozialwissenschaftlicher

Begleitung.

Das Institut für Verfahrens- und

Energietechnik der BOKU University

begleitet zwei dieser Projekte. Sie

dienen nicht nur der Dekarbonisierung

einzelner Wohnanlagen, sondern

liefern wertvolle Erkenntnisse

für den gesamten Gebäudebestand.

Sani60ies: Fassadenaktivierung

als Schlüssel für effiziente

Gebäude

Um den Gebäudebestand zu dekarbonisieren,

braucht es Alternativen

zu fossilen Heizsystemen. Neben

der Fernwärme gelten Wärmepumpen

als wichtigste Technologie

der Zukunft. Ihr effizienter Betrieb

erfordert jedoch Niedertemperatursysteme

wie Fußboden- oder

Wandheizungen. Diese arbeiten mit

niedrigen Vorlauftemperaturen und

passen ideal zur Funktionsweise

von Wärmepumpen. Die nachträgliche

Installation solcher Systeme

ist jedoch aufwendig: Sie erfordert

bauliche Eingriffe in den Wohnungen

und bringt für die Bewohner*innen

erhebliche Belastungen mit sich.

Konzept der Fassadenaktivierung

Hier setzt das Forschungs- und

Demonstrationsprojekt Sani60ies an.

Ziel ist es, ein Niedertemperatursystem

mit minimalinvasiven Maßnahmen

nachzurüsten. Der innovative

Ansatz: die thermische Aktivierung

der Gebäudehülle. Dazu werden Heizungsrohre

direkt in die Außenwand

eingelassen, mit Mörtel verspachtelt

und anschließend mit einem Wärmedämmverbundsystem

überdeckt.

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Magdalena Wolf

Die Rohre temperieren die Fassade, reduzieren

Wärmeverluste und unterstützen

die bestehende Heizanlage ohne Eingriffe

in die Wohnungen. Nach außen erscheint

die Fassade wie eine herkömmliche thermische

Sanierung, im Inneren wirkt sie

jedoch als großflächiges Niedertemperatursystem.

Die Vorteile auf einen Blick

Abbildung 1: Anbringung der Heizungsrohre in der Fassade in der Eichendorffgasse

Abbildung 2: Detailansicht der befestigten Kunststoffrohre in der Wand, die nachfolgend

mit Mörtel verputzt und mit einem Wärmedämmverbundsystem überdeckt

werden

• Effizienz im Winter

Die temperierte Fassade verhindert

Wärmeverluste und leitet zusätzliche

Wärme in den Innenraum – ein sogenannter

überkompensatorischer

Betrieb.

• Komforterhalt und minimale Eingriffe

Bestehende Radiatoren bleiben erhalten,

werden jedoch mit niedrigerer

Vorlauftemperatur betrieben. Zwar

reduziert sich dadurch ihre Wärmeleistung,

doch gleicht die Fassadenunterstützung

diesen Effekt aus – der

Wohnkomfort bleibt voll erhalten.

• Sommerliche Entwärmung

Die Fassade kann auch im Kühlbetrieb

eingesetzt werden. Mit Vorlauftemperaturen

von 17 bis 21 Grad wird Wärme

aus den Innenräumen abgeführt. Erste

Ergebnisse aus der Großen Neugasse

zeigen vielversprechende Erfolge.

• Breite Anwendbarkeit

Besonders geeignet für mehrgeschossige

Wohnbauten aus den 1950er- bis

1970er-Jahren mit einfachen Fassaden,

die noch nicht thermisch saniert sind.

Pilotprojekte in Wien

Das Demonstrationsprojekt Sani60ies wird

von der BOKU University in Kooperation

mit dem Institute of Building Research &

Innovation ZT-GmbH als Konsortialführung,

VASKO+Partner INGENIEURE als Planungspartner

und der Sozialbau AG als gemeinnützige

Wohnungsaktiengesellschaft

und Gebäudeeigentümerin umgesetzt.

Abbildung 3: Frontansicht des Gebäudes nach Fertigstellung der Arbeiten an der

Fassade in der Eichendorffgasse

Aktuell werden drei Demonstrationsobjekte

realisiert:

• Große Neugasse (4. Bezirk)

Seit zwei Jahren in Betrieb – liefert

erste belastbare Ergebnisse.

• Eichendorffgasse (19. Bezirk)

Inbetriebnahme Frühling 2025.

• Hackenberggasse (19. Bezirk)

Ebenfalls in Betrieb seit Frühling 2025.

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Philipp Stern

Abbildung 4: Projektteam bei der Begehung in der Technikzentrale der Eichendorffgasse kurz vor Inbetriebnahme der Anlage

Damit deckt das Projekt unterschiedliche

Bautypen der 1950er- bis

1970er-Jahre ab, die exemplarisch

für Teile des österreichischen Gebäudebestands

stehen.

Monitoring und Optimierung

Um die Effizienz des installierten

Systems zu überprüfen, wurden in

allen Objekten umfassende Monitoringsysteme

installiert. Neben

den Vor- und Rücklauftemperaturen

des Heizsystems werden auch die

Temperatur der einzelnen Fassadenheizkreise

sowie die Kerntemperatur

der Fassade aufgezeichnet. Zur

Erhebung der Wärmeströme wurden

Wärmemengenzähler installiert. Die

Daten ermöglichen eine detaillierte

Energiebilanz und unterstützen die

Optimierung des Betriebs.

Erste Ergebnisse zur

sommerlichen Entwärmung

Im Entwärmungsbetrieb lag die

Temperatur in der Fassade um rund

zwei Grad unterhalb der Raumtemperatur.

Dadurch floss Wärme aus

den Innenräumen in die Wand und

die Raumtemperatur sank spürbar.

Um den Effekt quantifizieren

zu können, wurden Messdaten mit

und ohne aktiven Kühlbetrieb unter

vergleichbaren klimatischen Bedingungen

– etwa Außentemperatur

und Sonneneinstrahlung – analysiert.

Das Ergebnis: Mit aktivierter

Entwärmung war die Raumtemperatur

im Schnitt um etwa 2 Grad

niedriger als im Vergleichszeitraum

ohne Kühlbetrieb. Deutlich wurde

auch, dass richtiges Nutzer*innenverhalten

– wie gezieltes Nachtlüften

oder Verschattung während des

Tages – das Innenraumklima stark

beeinflusst.

Forschung, Praxis, Zukunft

Sani60ies verbindet angewandte

Forschung mit konkreter Umsetzung.

Für die Gebäudetechnik liefert

das Projekt wichtige Erkenntnisse

über die langfristige Leistungsfähigkeit

von Fassadenheizungen. Für die

Baupraxis entsteht ein Sanierungsansatz,

der sich mit vertretbarem

Aufwand in vielen Gebäuden umsetzen

lässt. Die Idee hat zudem über

Wien hinaus Strahlkraft: In ganz

Europa stehen Millionen Gebäude

der Nachkriegszeit vor der Sanierung.

Die thermische Fassadenaktivierung

könnte zum Schlüssel

werden, um Wärmepumpen im

Bestand flächendeckend einzusetzen

– effizient, bewohner*innenfreundlich

und klimawirksam.

Alterlaa: Dekarbonisierung

einer „Stadt in der Stadt“

Der Wohnpark Alterlaa mit rund

3200 Wohneinheiten und etwa

9000 Bewohner*innen gilt bis heute

als Leuchtturmprojekt des sozialen

Wohnbaus in Wien. Errichtet

zwischen 1973 und 1985 nach den

Plänen des Architekten Harry Glück

durch die GESIBA, verkörpert Alterlaa

das Konzept einer „Stadt in

der Stadt“ mit Infrastruktur, Grün-

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Fotos: GESIBA

Abbildung 5: Blick über den Wohnpark Alterlaa

flächen und sozialem Leben unter

einem Dach. Würde man die Bewohnerschaft

als eigene Gemeinde

zählen, läge Alterlaa in der Größe

auf Rang 95 aller österreichischen

Städte.

Wie viele Gebäude seiner Zeit basiert

die Wärmeversorgung noch

auf fossilen Energieträgern. Derzeit

decken Gaskessel den Bedarf

an Raumwärme, Warmwasser und

Heizungswärme für den Betrieb der

charakteristischen Schwimmbäder.

Der jährliche Gasverbrauch beträgt

etwa 44 Gigawattstunden und der

Heizwärmebedarf liegt bei 60 kWh/

m²a. Damit verbunden ist ein jährlicher

Ausstoß von rund 11.000 Tonnen

CO₂-Äquivalent – eine erhebliche

Klimabelastung.

Ein Leuchtturm für

die Wärmewende

Mit dem Forschungsprojekt Decarb

Alt Erlaa sowie dem daran anschließenden

Umsetzungsprojekt JUNG

Erlaa soll nun demonstriert werden,

wie ein Wohnkomplex dieser Dimension

schrittweise dekarbonisiert

werden kann. Die Strategie beruht

auf zwei Eckpfeilern: einer thermischen

Ertüchtigung der Gebäudehülle

sowie der Umstellung der

Wärmeversorgung auf multivalente

Wärmepumpensysteme. Ziel ist es,

die Systemtemperaturen so weit

zu senken, dass die Wärmepumpen

effizient arbeiten, ohne dass die

Bewohner*innen Komforteinbußen

spüren.

Eckpfeiler 1: Sanierung

der Gebäudehülle

Die Verbesserungen konzentrieren

sich auf energetisch besonders

wirksame Bereiche: Dämmung

von Parapeten, Fensterstürzen

und Terrassenflanken, die Vervollständigung

der Kellerdeckendämmung

sowie der flächendeckende

Austausch der Fenster durch Dreifachverglasung.

Diese Maßnahmen

senken den Heizwärmebedarf

erheblich und bilden die Voraussetzung

für den effizienten

Betrieb der Wärmepumpen.

Eckpfeiler 2: Dekarbonisierung

des Heizsystems

Kern der zukünftigen Wärmeversorgung

ist ein groß dimensioniertes

Erdsondenfeld mit 750 Sonden zu

je 80 Metern Tiefe. Dieses versorgt

dezentrale Geothermie-Wärmepumpen

in den drei Wohnblöcken. Das

System ist bidirektional ausgelegt:

Im Winter liefert es Heizenergie, im

Sommer kann es zur Kühlung und

Entwärmung beitragen.

Ergänzend werden Abwasser- und

Abluft-Wärmerückgewinnungsanlagen

installiert, die sich durch ein

besonders günstiges Temperaturniveau

auszeichnen und eine effiziente

Warmwasserbereitung ermöglichen.

Auch diese Systeme werden

dezentral in den einzelnen Türmen

integriert. Ein engmaschiges Monitoring

mit Sensoren und Messgeräten

begleitet die Umsetzung.

Es dient nicht nur der Effizienzkontrolle,

sondern auch der Optimierung

im Betrieb und der Weitergabe

von Erfahrungen an vergleichbare

Projekte.

44

3/2025


Risikomanagement

von Anfang an

Bereits in der Sondierungsphase

wurde eine umfassende Risikoanalyse

nach der Methode der Fehlermöglichkeits-

und Einflussanalyse

(FMEA) durchgeführt. So konnten

kritische Punkte – von bautechnischen

Details bis hin zu betrieblichen

Fragen – frühzeitig adressiert

werden.

Die Menschen im Mittelpunkt

Die Dimension des Projekts erfordert

eine enge Einbindung der

Bewohner*innen. Neben Informationsveranstaltungen

werden

Dialogformate etabliert, um Erwartungen,

Befürchtungen und mögliche

Stolpersteine frühzeitig sichtbar

zu machen. Eine Musterwohnung

zeigt beispielhaft die umgesetzten

Sanierungsmaßnahmen und macht

Energieeffizienz konkret erfahrbar.

Abbildung 6: Schwimmbecken und Saunabereich im Dachgeschoss der Wohntürme

Klimawirksamkeit der

Sanierungsmaßnahmen

Mit den Maßnahmen soll der spezifische

Wärmeverbrauch von 44

auf rund 10 GWh/a sinken – eine

Reduktion um etwa 77 Prozent. Der

Heizwärmebedarf reduziert sich

auf 28 kWh/m²a. Dadurch können

jährlich mehr als 9000 Tonnen CO₂-

Äquivalent eingespart werden. Das

Projekt zeigt exemplarisch, dass

großvolumiger Wohnbau einen substanziellen

Beitrag zur Erreichung

der Klimaziele leisten kann.

Wissenschaftlich wird das Projekt

neben der BOKU University vom

Institute of Building Research &

Innovation ZT GmbH (Konsortialführung),

wohnbund:consult und

der GESIBA begleitet. Planung und

technische Umsetzung erfolgen

durch VPB Vernetzt Planen + Bauen,

Gebäudetechnik Kainer sowie Larix

Engineering.

Der Start der Umsetzungsphase ist

für 2026 vorgesehen, die Fertigstellung

bis 2029. Alterlaa ist damit

nicht nur ein architektonisches

Abbildung 7: Blick von unten auf die spannende und ausgeklügelte Architektur, basierend

auf Plänen von Harry Glück

Wahrzeichen des sozialen Wohnbaus,

sondern wird auch zu einem

Modell für klimafreundliche Bestandssanierung

im großen Maßstab.

Projektdaten

Sani60ies – Demonstration minimal

invasiver thermischer und energetischer

Sanierung klassischer

Wohnhausanlagen der 1950er- bis

1960er-Jahre, gefördert von der

österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft

im Zuge der

Ausschreibung „Stadt der Zukunft,

8. Ausschreibung 2021“, FFG-Nummer:

FO999889521

Decarb Alt Erlaa – Transformation

des Wohnparks Alt Erlaa zu einem

klimaneutralen Quartier, gefördert

von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft

im

Zuge der Ausschreibung „Technologien

und Innovationen für die Klimaneutrale

Stadt 2023“, FFG-Nummer:

FO999913485

JUNG Erlaa – Transformation des

Wohnparks Alt Erlaa zum Leuchtturm

der Wärmewende, gefördert

von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft

im

Zuge der Ausschreibung „Leuchttürme

der Wärmewende 2024“, FFG-

Nummer: FO999929078

Dr. in Magdalena Wolf ist Senior Lecturer,

DI in Constanze Rzihacek wissenschaftliche

Projektmitarbeiterin am Institut für

Verfahrens- und Energietechnik.

3/2025 45


GLASGrün: Vertikales Grün für kühlere

Gebäude und ein besseres Stadtklima

Von Salme Taha Ali Mohamed

RATAPLAN TZ GmbH

Briefer

Verschattung MPREIS in Söll

Mikroklimatische Messeinheit hinter dem Laub

Der steigende Energieverbrauch

durch überhitzte Gebäude, insbesondere

mit großflächigen Glasfassaden,

stellt Städte zunehmend

vor klimatische, ökologische und

wirtschaftliche Herausforderungen.

Ein Forschungsteam um Rosemarie

Stangl vom Institut für Ingenieurbiologie

und Landschaftsbau der

BOKU University hat im Rahmen des

Projekts GLASGrün gemeinsam mit

Partner*innen innovative, vertikale

Begrünungssysteme zur Vorverschattung

von Glasfassaden entwickelt

und erfolgreich getestet.

Mehr thermischer Komfort

durch Pflanzen

Im Fokus von GLASGrün steht die

Entwicklung nachrüstbarer Begrünungssysteme

für erd- bis eingeschossige

Glasfassaden, wie sie

typischerweise bei Büro- und Gewerbebauten

zu finden sind. Durch

standortangepasste Kletterpflanzen

sowie eigens konzipierte Kletterund

Rankhilfen sollen Glasflächen

im Sommer (Juni bis September)

effektiv verschattet werden mit

dem Ziel, die Oberflächentemperaturen

zu senken, das Raumklima

zu verbessern und den Kühlbedarf

spürbar zu reduzieren. „Pflanzen

sind wahre Alleskönner, wenn es um

die Anpassung an den Klimawandel

geht. Sie verbessern nicht nur das

Mikroklima und die Luftqualität,

sondern tragen aktiv zur Energieeffizienz

von Gebäuden bei“, erklärt

Projektleiterin Rosemarie Stangl.

Erprobung an Demonstrationsobjekten

in Wien und Tirol

Anhand zweier realisierter Demonstrationsobjekte

– dem MPREIS Bistro

Söll in Tirol (in Zusammenarbeit

mit dem Architekturbüro Rataplan

Architektur Zt GmbH) und dem

Büroobjekt TB Obkircher in Wien

(in Zusammenarbeit mit lichtblauwagner

Architekten) – wurde das

Projekt getestet. Dabei zeigten sich

eindrucksvolle Ergebnisse: „Schon

im dritten Standjahr lag die pflanzliche

Deckung bei über 90 %, die

solare Einstrahlung auf die Glasflächen

konnte im Sommer somit um

mehr als 90 % reduziert werden. Ergänzende

Messungen belegen auch

eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit

46

3/2025


um rund 10 % – ein entscheidender

Beitrag zur Verbesserung der thermischen

Behaglichkeit“, so Stangl.

Grünverschattungsfaktor

Katharina Mauss

Briefer

Erstmalig konnte aus den erhobenen

Daten ein sogenannter Grünverschattungsfaktor

(Fbs) abgeleitet

werden. Dieser macht den

Verschattungseffekt durch Pflanzen

quantifizierbar und vergleichbar mit

konventionellen technischen Sonnenschutzsystemen.

Damit schafft

GLASGrün die Basis, um Bauwerksbegrünung

künftig in energetischen

Gebäudeausweisen und Planungsrichtlinien

zu berücksichtigen.

BOKU-Forschung mit Weitblick

GLASGrün ist eingebettet in eine

umfassende Forschungsinitiative

des BOKU-Institutes für Ingenieurbiologie

und Landschaftsbau, die

sich der Messbarmachung von Begrünungseffekten

widmet. In den

Projekten HEDWIG und MARGRET

werden unter anderem bestehende

Vertikalbegrünungen sowie Dachbegrünungen

analysiert und unter

dem Lead von IBO in standardisierten

Prüfboxen die Wirkungen junger

Grünsysteme auf das Raumklima

und die Gebäudehülle untersucht.

Dabei entsteht eine fundierte

Datengrundlage, um Begrünung

künftig systematisch in Planungs-,

Bau- und Energieprozesse zu integrieren.

Grüne Infrastruktur als Schlüssel

zur klimagerechten Stadt

Das BOKU-Forschungsprojekt zeigt

eindrucksvoll: „Bauwerksbegrünung

ist nicht nur eine ästhetische Spielerei,

sondern ein entscheidendes

Element für zukunftsfähige Architektur.

Mit messbaren Effekten auf

die solare Einstrahlung, Luftfeuchtigkeit

und Innenraumsituation ist

vertikales Grün ein wirksames Mittel

gegen urbane Überhitzung – und

ein aktiver Beitrag zu mehr Lebensqualität

in unseren Städten“, so

Rosemarie Stangl abschließend. Die

Kennwerte von GLASGrün werden

RATAPLAN TZ GmbH

aktuell in einem Leitfaden zusammengefasst.

Das Projekt GLASGrün wurde gefördert

vom damaligen Bundesministerium

für Klimaschutz, Umwelt,

Energie, Mobilität, Innovation und

Technologie (BMK) sowie von der

Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft

(FFG) im Programm

„Stadt der Zukunft“.

Projektpartner*innen

Institut für soziale Ökologie,

BOKU University

Institut für Bauen und Ökologie

GmbH (IBO)

GRÜNSTATTGRAU Forschungsund

Innovations GmbH (GsG)

RATAPLAN-ARCHITEKTUR ZT GMBH

lichtblauwagner architekten

generalplaner ztgmbh

MPREIS Warenvertriebs GmbH

TB Obkircher OG

LINKS

HEDWIG

https://boku.ac.at/lawi/iblb/news-archiv/

projektstart-hedwig

MARGRET

www.aee-in-tec.at/project/margret-messtechni-sche-erfassung-begruenter-nichtbegruenter-objekte-zur-adaptierung-vonberechnungsmodellen/

Anna Briefer

3/2025 47


Wissenschaft erleben

Von Paulina Vogt

So begeisterten die Kinderunis junge Forscher*innen im Sommer 2025

KinderuniBOKU

KinderuniBOKU 2025 – Stabiles Bauen mit wenig Material

KinderuniBOKU 2025 – Umweltdetektive

KinderuniBOKU 2025

– Wie bekomme ich

Geld für meine Forschungsidee?

KinderuniBOKU 2025 – Können Hundenasen Giftpflanzen aufspüren?

KinderuniBOKU – seit 2009 ein

Standort der KinderuniWien

Gefühlt ist die zweite Juliwoche

immer die heißeste. Nicht so dieses

Jahr, denn es regnet seit dem Wochenende

in Strömen. Doch davon

lässt sich die Neugierde von über

700 Kindern nicht aufhalten.

Und so füllt sich das Ilse-Wallentin-

Haus am 7. Juli mit bunten Farben.

Blau sind die diesjährigen Kinder-

T-Shirts, ebenso jene der Lehrenden,

nur etwas dunkler gehalten.

Die T-Shirts des Organisationssowie

des Studierendenteams sind

rot oder gelb. Sie sollen den Kindern

Orientierung im Gewusel geben.

Bevor es um Punkt neun Uhr mit der

ersten Lehrveranstaltung losgeht,

werden die interaktiven Poster, die

als wissenswerter Zeitvertreib gedacht

sind, bestaunt. Diese werden

jedes Jahr von Studierenden erarbeitet

und stellen wissenschaftliche

Inhalte kindgerecht dar. 2025 geht es

auf den insgesamt acht Plakaten um

Bodenlebewesen, den Wasserkreislauf,

den Aufbau einer Schwammstadt,

barrierefreie Spielplätze, die

Herstellung von Sprudelwasser, die

Dichteanomalie des Wassers, Neophyten

in Wien und um „gute“ und

„schlechte“ Mikroorganismen.

Dann geht es auch schon los mit

der KinderuniBOKU 2025: Die Kinder

erfahren, was „Energiewende“ bedeutet,

tauchen ein in die grüne

Wunderwelt und lernen, wie eine

Hundenase funktioniert und sogar

Giftpflanzen erschnuppern kann.

Fragen, warum Bäume nicht bis in

den Himmel wachsen und wie wir

die Superkräfte von Pflanzen und

Tieren oder die Tricks der Natur nutzen

können, werden beantwortet.

Die jungen Forscher*innen beschäftigen

sich mit Strahlenschutz und

lernen, wie ein Sonnenhaus funktioniert.

Woher unser Essen kommt

und wie wir plastikfreier leben

können, wird ebenso behandelt wie

das Thema Klimawandel und wie

wir das Wetter fühlen, messen und

48

3/2025


KinderuniBOKU 2025

81 BOKU-Lehrende gestalteten 35

Lehrveranstaltungen mit insgesamt

790 Plätzen. Die KinderuniWien ist

ein gemeinsames Projekt von sechs

Wiener Universitäten, einer FH und

dem Kinderbüro der Universität

Wien: www.kinderuni.at

Michael Happl

Junge Uni Waldviertel – Geologie

Anlässlich der Kinder UNI Tulln,

die seit 2014 jeden August stattfindet,

hat die BOKU vom 18. bis

zum 22. August ans UFT geladen

und vermittelt, welche Aufgaben

eine Universität hat, wie Studieren

funktioniert und woran die Wissenschaftler*innen

gerade forschen.

Im Workshop mit Severin und Helga

Neira wurden Kürbisse zu Musikinstrumenten

und im Rollenspiel

erfuhren die Kinder, was Inklusion

bedeutet: www.naturimgarten.at/

kinderuni-tulln-2.html

Ein besonderes Projekt ist die

grenzübergreifende, zweisprachige

Junge Uni Waldviertel-Vysočina, die

2009 ins Leben und in die Region

gerufen wurde. BOKU-Lehrende beteiligten

sich ab 20. Juli an mehreren

Tagen in Raabs an der Thaya

mit Vorlesungen, Workshops und

interaktiven Stationen:

https://www.jungeuni-waldviertel.at

Junge Uni Waldviertel – Steine bestimmen

Junge Uni Waldviertel – Hochwasserschäden

kartieren

verstehen können. Auch erfahren

die Kinder, was es heißt, auf einem

Bauernhof zu arbeiten oder wie

Brückenbau funktioniert. Dann stellt

sich die Frage, worauf wir abfahren

oder wie wir von A nach B kommen,

auch im stolzen Alter von 80 Jahren.

Auch in die Faszination Fassadenbegrünung

können die Besucher*innen

eintauchen und ausprobieren, wie

sie selbst mit wenig Material stabil

bauen können und ob Böden mittels

KI klassifiziert werden können.

Außerdem wird erklärt, womit in

der Arktis geforscht wird, und zum

Schluss verrät eine Fee den Kindern,

wie sie Geld für ihre Forschungsideen

bekommen können.

Nicht nur an der Türkenschanze

herrscht reges Treiben. Auch dieses

Jahr ist die Knödelhütte im 14. Bezirk

wieder Einsatzort der Lehrveranstaltung

„Woher kommen die jungen

Bäume?“. Am Standort Muthgasse

werden hilfreiche Mikroorganismen

in unserem Essen genauer unter

die Lupe genommen und die Kinder

können sich im Chemie-Labor als

Umweltdetektiv*innen betätigen.

Neu ist in diesem Jahr der Wertheimsteinpark

dabei, in dem der

Krottenbach begutachtet wird.

Wir bedanken uns sehr herzlich

bei allen, die bei den Kinderunis

im Sommer 2025 mitgemacht

haben!

KinderuniBOKU 2025 – Am Stadtbach

im Wertheimsteinpark

Paula Voigt ist studentische Mitarbeiterin

bei der KinderuniBOKU.

3/2025 49


→ EPICUR

Vision einer European

University – EPICUR

European Universities vereinen Forschung und Lehre,

um Europas zukünftige Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Von Verena Vlajo, Helin Cakmak, Nora Korp und Alexandra Strauss-Sieberth

BOKU/Christoph Gruber

Im Jahr 2017 stellte der französische

Staatspräsident Emmanuel Macron

in einer Rede an der Sorbonne

Université die Idee vor, European

Universities als Orte zu schaffen,

an denen die europäischen Werte in

gemeinsamer Forschung, Lehre und

Austausch gelebt werden sollen.

Diese Idee wurde von der EU-Kommission

und dem Europäischen Rat

aufgegriffen und konkretisiert.

„Europäische Hochschulen“:

Vision für die Zukunft der

Forschung und Bildung

Die Initiative der European Universities

ist eine langfristige Vision, die

folgende Schlüsselelemente umfasst:

• eine gemeinsame, langfristige

Strategie für Bildung und die Verbindung

zu Forschung, Innovation

und zur Gesellschaft

• ein europäischer, „interuniversitärer“

digitaler Hochschulcampus

• ein Angebot an gemeinsamen,

flexiblen und innovativen Curricula

• flexible Lernmöglichkeiten und

alternative Lernwege für Lernende

in allen Lebensphasen, Disziplinen

und Sektoren

• interdisziplinäres Lernen in europäischen

Teams von Studierenden

und Wissenschaftler*innen mit

Fokus auf die gesellschaftlichen

Herausforderungen

Darüber hinaus sollten die European

Universities schrittweise ihre Fähigkeit

ausbauen, als Modelle guter

Praxis zu fungieren, um die Qualität,

internationale Wettbewerbsfähigkeit

und Attraktivität der europäischen

Hochschullandschaft weiter zu

steigern. 1

Wege zu zukunftsfähigen

Modellen der Zusammenarbeit

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit

werden verschiedene innovative und

strukturelle Modelle zur Umsetzung

der langfristigen Vision erprobt.

Diese Modelle haben das Potenzial,

die institutionelle Zusammenarbeit

zwischen Hochschuleinrichtungen

zu verändern und auf eine neue

Ebene zu heben.

Die Allianzhochschulen bündeln

Ressourcen und eigene Stärken, um

50

3/2025


Rektorin Eva Schulev-Steindl

BOKU/Georg Wilke

BOKU goes Europe – gemeinsam Zukunft gestalten mit EPICUR

Die BOKU ist mittendrin im europäischen Uni-Geschehen – und das mit voller Überzeugung!

Als Teil der European University Alliance EPICUR setzt sie ein starkes Zeichen

für internationale Zusammenarbeit, Innovation und Nachhaltigkeit.

Gemeinsam mit acht weiteren Universitäten aus ganz Europa baut die BOKU an einem

lebendigen, offenen Campus über Ländergrenzen hinweg.

Das Ziel: neue Wege in Forschung, Lehre und Weiterbildung zu gehen – und dabei die

Stärken der BOKU gezielt in einem europäischen Kontext einzubringen.

EPICUR macht’s möglich: Ob innovative Lehrformate, flexible Austauschmöglichkeiten

oder gezielte Unterstützung für junge Forscher*innen – die Allianz schafft Raum für

Ideen, Austausch und echte Kooperationen. Und sie gibt der BOKU die Chance, ihre

Rolle als Vorreiterin im Bereich der nachhaltigen Transformation europaweit weiter auszubauen.

Über Förderformate wie Seed Funding und die EPICUR Hubs entstehen spannende

neue Forschungsprojekte – oft initiiert von Nachwuchswissenschaftler*innen, die internationale

Netzwerke aufbauen und gemeinsam an Lösungen für die großen Herausforderungen

unserer Zeit arbeiten.

Für Studierende, Forschende und Mitarbeitende bedeutet EPICUR: Teil eines dynamischen

europäischen Netzwerks werden, neue Perspektiven gewinnen – und die Zukunft

der Hochschulbildung aktiv mitgestalten. Europa denkt vernetzt – wir auch.

einen „europäischen Campus“ zu

entwickeln. Sie etablieren gemeinschaftliche

Governance-Strukturen,

entwickeln Studienangebote und

Microcredentials, realisieren kreative

Projekte mit der Gesellschaft

und schaffen insbesondere neue

Mobilitätsformate und -strukturen.

So soll mindestens 50 % ihrer

Studierenden eine Mobilitätserfahrung

ermöglicht werden – sei es

physisch, virtuell oder hybrid. Das

Ziel besteht darin, einen Austausch

zwischen den Partnereinrichtungen

für Studierende, Forschende und

Verwaltungspersonal zu ermöglichen.

1

EPICUR im Detail

,,European Partnership for an Innovative

Campus Unifying Regions‘‘:

EPICUR zählt zu den 17 Pilot-Allianzen

im Rahmen der EU-Initiative

„European Universities“ (Erasmus+).

EPICUR besteht aus neun Universitäten

in Europa: der Universität für

Bodenkultur Wien (AUT), der Universität

Straßburg (FRA), der Universität

Haute-Alsace (FRA), dem

Karlsruher Institut für Technologie

(DEU), der Albert-Ludwigs-Universität

Freiburg (DEU), der Universität

Süddänemark (DNK), der Aristoteles-Universität

Thessaloniki (GRC),

der Universität Amsterdam (NLD)

und der Adam-Mickiewicz-Universität

(POL). 2

Die EPICUR-Allianz vernetzt 307.000

Studierende, 44.000 Akademiker*innen,

Forschende und administratives

Personal sowie 109

Fakultäten. Neben Englisch werden

sechs weitere Sprachen gesprochen.

3

Kernziele von EPICUR:

1. Entwicklung und Ausweitung von

EPICUR-Lehr- und Lernformaten

2. Förderung von Forschung und Innovation

über nationale Grenzen

hinweg

3. Vorantreiben des gesellschaftlichen

Engagements

4. Förderung der digitalen Transformation

5. Erreichen grenzenloser Mobilität

6. Entwicklung inklusiver und agiler

Governance-Strukturen 3

3/2025 51


Ziele für eine zukunftsorientierte

Forschung und Bildung

Die Vision, eine neue Generation kreativer

und gut ausgebildeter Europäer*innen

über Ländergrenzen hinweg

zusammenzubringen, die sich mit unterschiedlichen

Sprachen den aktuellen

gesellschaftlichen Herausforderungen

unserer Zeit stellen, sowie ein transdisziplinärer

Ansatz im Rahmen mobiler

und innovativer Lehr- und Lernformate

bilden das Fundament der European

University Alliance. 4

Außerdem zielt EPICUR darauf ab, ein

einzigartiges Umfeld für interdisziplinäre

Lehre und Forschung zu schaffen. 5

Dabei sind die digitale Transformation

von Lehrformaten und die Förderung

der Mobilität der Studierenden zentrale

Prioritäten. Die Herausforderung besteht

darin, auf der Grundlage des Konzepts

der inklusiven Exzellenz einen neuen

pädagogischen Ansatz zu entwickeln. 2

Es stehen vor allem kurze Austauschformate

in Präsenz – wie Summer Schools

– sowie digitale oder hybride Lehrformate

im Vordergrund, die es zulassen,

dass sich Studierende via Remote Access

im europäischen Raum vernetzen

können.

Doris Damyanovic, Vizerektorin für Lehre, Weiterbildung und Studierende

BOKU/Christoph Gruber

EPICUR ist ein wegweisendes Beispiel für die Zukunft der europäischen Hochschulbildung.

Als Vizerektorin für Lehre sehe ich in EPICUR eine einzigartige Chance, die Internationalisierung

und Interdisziplinarität in der BOKU-Lehre zu stärken. Durch die enge

Zusammenarbeit von Universitäten aus verschiedenen europäischen Ländern schaffen

wir nicht nur neue Möglichkeiten für Studierende, sondern auch für Lehrende, innovative

und grenzüberschreitende Bildungsformate zu entwickeln und anzubieten.

EPICUR ermöglicht uns, Studierende auf die Herausforderungen einer globalisierten

Welt vorzubereiten, indem wir ihnen Zugang zu einem vielfältigen europäischen Bildungsraum

bieten. Die Förderung von interkultureller Kompetenz und digitalem Lernen

sind dabei zentrale Elemente, die die Lehre nachhaltig bereichern.

Für die BOKU University bedeutet die Teilnahme an EPICUR, dass wir unsere Lehrangebote

weiterentwickeln und international sichtbarer machen können. Gleichzeitig

profitieren wir von einem intensiven Austausch mit unseren Partneruniversitäten, der

uns hilft, Best Practices zu identifizieren und gemeinsam neue Standards in der Hochschulbildung

zu setzen.

Ich bin überzeugt, dass EPICUR nicht nur die akademische Mobilität stärkt, sondern

auch einen wichtigen Beitrag zur Förderung eines europäischen Bewusstseins leistet.

Es ist ein Projekt, das zeigt, wie wir durch Zusammenarbeit und Innovation die Lehre

zukunftsfähig gestalten können.

52

3/2025


Nina Eisenmenger

Wissenschaftliche Forschung in EPICUR

Universitäre Forschung hat nicht nur hohe akademische und gesellschaftliche Relevanz,

sondern ist auch das Fundament für erfolgreiche akademische Lehre. Daher widmet

sich EPICUR neben dem starken Fokus auf Bildung und Lehre auch der Forschung.

Die Schwerpunkte der EPICUR-Forschungsaktivitäten liegen auf der Förderung von

Jungwissenschaftler*innen im Aufbau von internationalen Netzwerken (zum Beispiel

über die EPICUR Hubs oder die EPICommunity) und in niederschwelliger Unterstützung

von Forschungsarbeit und -anträgen, zum Beispiel durch das Format des EPICUR Seed

Funding. Durch die europäische Vernetzung erhalten Wissenschaftler*innen innerhalb

der EPICUR-Allianz außerdem Zugang zu den vielfältigen Forschungsinfrastrukturen

(Labors, Bibliotheken, Archive, Daten und Hochleistungsrechner etc.) an den jeweiligen

Partneruniversitäten.

Aktuelle umwelt- und gesellschaftspolitische Herausforderungen zeigen, dass es innovative

Forschungsansätze braucht, die in inter- und transdisziplinären Teams über

historisch gewachsene wissenschaftliche Grenzen hinausdenken. Challenge-based

research ist ein weiterer Fokus von EPICUR. Forschung zur Nachhaltigkeitstransformation

steht in der Allianz gerade im Fokus, passend zur Kernexpertise der BOKU. Junge

Köpfe, challenge-based research und innovative Formate sollen den Grundstein für

bahnbrechende Forschung ermöglichen, die dann in forschungsgeleiteter Lehre an die

Studierenden vermittelt wird.

Mehrsprachigkeit und Inklusion sollen die

europäische sprachliche Vielfalt festigen und

gleichzeitig allen den Zugang zu Universitätsstudien

ermöglichen. Das Sprachkursangebot

von EPICUR bietet dafür eine gute Basis.

Auch die Forschung soll von der Verbindung der

Partnerunis profitieren. Durch das neue Angebot

des Seed Fundings, einer Anschubfinanzierung

von kleinen Lehr- und Forschungsprojekten,

werden vor allem Jungforscher*innen unterstützt,

sich international zu vernetzen und ihre

Forschung voranzutreiben.

LITERATUR

1 https://eu.daad.de/infos-fuer-hochschulen/programmlinien/

foerderung-von-hochschulkooperationen/europaeischehochschulen/de/66020-europaeische-hochschulen

2 https://archive.epicur.education/our-alliance

3 https://boku.ac.at/epicur/epicur-european-university

4 www.international.uni-freiburg.de/de/epicur?set_language=de

5 https://de.unistra.fr/startseite/ueber-uns/dereuropaeische-hochschulverbund-epicur

LINKS

EPICUR Hubs

https://epicur.edu.eu/research/epicur-hubs

EPICUR Community

www.epicommunity.auth.gr

Seed Funding

https://epicur.edu.eu/research/epicur-seed-funding-scheme

3/2025 53


→ Didaktik

Hybride Lehr- und Lernsettings

Von Alexandra Strauss-Sieberth, Verena Vlajo

Virtuelle Lehr- und Lernformate

haben die universitäre Lehre seit der

COVID-19-Pandemie nachhaltig verändert.

Hybride Lehr- und Lernsettings,

bei denen Studierende sowohl

vor Ort als auch online an Lehrveranstaltungen

teilnehmen können,

bieten neue Möglichkeiten, die Lehre

flexibler, individueller und inklusiver

zu gestalten.

Hybrides Lehr- und Lernsetting:

Kombination aus Präsenz und

Online

Ein hybrides Lehr- und Lernsetting

zeichnet sich dadurch aus,

dass Studierende sowohl physisch

im Hörsaal als auch virtuell über

digitale Plattformen wie Zoom an

einer Lehrveranstaltung teilnehmen

können. Dies erfordert den Einsatz

moderner Technologien, wie einer

studierendenzentrierten Hörsaaltechnik,

sowie ein gut durchdachtes

didaktisches Lehr- und Lernkonzept,

um eine gleichwertige Lernerfahrung

und aktive Teilnahme für beide Studierendengruppen

zu gewährleisten.

Vorteile eines hybriden Lehr- und

Lernsettings: Flexibilität, Inklusion

und digitale Kompetenz

Hybride Lehr- und Lernformate bieten

eine hohe Flexibilität, da Studierende

unabhängig von ihrem Standort

an Lehrveranstaltungen teilnehmen

können. Sie erhöhen die Reichweite

und Zugänglichkeit, wodurch eine

inklusivere Lehre ermöglicht wird, die

auf die Bedürfnisse unterschiedlicher

Statement EPICUR

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung und Ausführung des

hybriden Lernraums war sicherlich, die Tätigkeiten der verschiedenen

involvierten Abteilungen zu koordinieren (FM, BOKU IT, Didaktik, EPICUR)

und dabei das Budget und die Timeline im Auge zu behalten. Da die

abteilungsübergreifende Zusammenarbeit aber im Sinne des BOKU-Spirit

sehr gut lief, konnten etwaige Hürden und Hindernisse früh erkannt

und gut umschifft werden, weil wirklich alle an einem Strang gezogen

haben. Vielen Dank daher an die involvierten Abteilungen und Kolleg*innen,

ohne euch wäre das alles nicht so geschmeidig gelaufen!

Durch den Raum werden die internationale Sichtbarkeit und Vernetzung,

aber auch die Innovation in der Lehre maßgeblich gestärkt. Für die Zusammenarbeit

in EPICUR ist der Raum essenziell, da nun gezielt Lehrveranstaltungen

angeboten werden können, in denen innovative und auch

experimentelle Lehrformate mit Einbindung der Partnerunis und deren

Studierenden möglich sind. Die technischen Möglichkeiten des Raumes

sind wirklich super und die BOKU ist damit ein kleines Stückerl mehr

„future proof“ geworden.

Statement BOKU-IT/AV-Technik

Dank der Zusammenarbeit von EPICUR, Lehre sowie Bau- und Projektmanagement

konnte nun auch ein Seminarraum mit Technik für hybride

Lehrformate ausgestattet werden. Der neu ausgestattete Seminarraum

im Ilse-Walentin-Haus ist ein weiterer Erfolg in der Weiterentwicklung

der technischen Infrastruktur. Er fügt sich nahtlos in die Homogenisierungsstrategie

der BOKU-IT ein, die eine einheitliche Ausstattung in

sämtlichen zentral verwalteten Lehrräumen verfolgt. Die eingesetzten

Geräte wie Kamera, Mikrofon und Mediensteuerung entsprechen den

Standards, die bereits in allen Hörsälen installiert sind. Aus Sicht der

BOKU-IT sind vor allem der Wiedererkennungswert der Technik und

ein einheitliches Handling für die Vortragenden wichtig. Der gewohnte

technische Aufbau sorgt somit für Sicherheit im Umgang mit hybriden

(Lehr-)Formaten. Die Integration in das bestehende technische Konzept

wird eine langfristige Wartbarkeit, Zukunftsfähigkeit und Skalierbarkeit

weiterer hybrider Räume an der BOKU gewährleisten.

54

3/2025


Der neue hybride Seminarraum

im Ilse-Wallentin-Haus

BOKU/Christoph Gruber

Lernender eingeht. Dies ist besonders

vorteilhaft für internationale Studierende

oder Personen mit Behinderung.

Gleichzeitig fördern sie die

Entwicklung digitaler Kompetenzen,

die in einer zunehmend digitalisierten

Welt essenziell sind.

Balance zwischen Präsenz

und Online

Hybride Lehr- und Lernsettings

bringen trotz ihrer Vorteile auch

Herausforderungen für die Lehrenden

mit sich. Die technische

Ausstattung muss zuverlässig

funktionieren, um eine reibungslose

Interaktion zwischen Präsenz- und

Online-Teilnehmenden zu ermöglichen.

Zudem besteht die Gefahr,

dass eine der beiden Gruppen

– häufig die Online-Teilnehmenden

– weniger in die Lehrveranstaltung

eingebunden wird. Eine gut

strukturierte Lehreinheit nach dem

Prinzip des Constructive Alignment

ist erforderlich, um Lernergebnisse,

Prüfungsformate sowie Lehr- und

Lernmethoden optimal aufeinander

abzustimmen. Der Einsatz von Tools

wie Breakout-Räume, Umfragesoftware

und digitale Whiteboards

kann dazu beitragen, die Interaktion

zwischen den Teilnehmenden zu

fördern. Dies gewährleistet ein kohärentes

und effektives Lernerlebnis

für die Studierenden. Besonders

in der hybriden Lehre, die Präsenzund

Online-Elemente kombiniert,

ist diese Abstimmung entschei-

3/2025 55


Statement Didaktik

Die wertschätzende und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der

IT Hörsaaltechnik und FM Architekten war einzigartig und hat einen

klaren Mehrwert für die zukunftsorientierte Lehre an der BOKU geschaffen.

Die Herausforderung bestand darin, einen studierendenzentrierten

Seminarraum zu entwickeln, obwohl Technik und Architektur traditionell

stark lehrendenzentriert ausgerichtet sind. Durch intensive Recherche,

sorgfältige Planung und zahlreiche konstruktive Gespräche konnten die

unterschiedlichen Perspektiven erfolgreich zusammengeführt werden.

Das Ergebnis ist ein Seminarraum, der das Beste aus allen drei Welten –

Technik, Architektur und Didaktik – vereint. Hybride Lehr- und Lernsettings

bieten Lehrenden die Möglichkeit, ihre Lehrveranstaltungen flexibler und

inklusiver zu gestalten. Sie ermöglichen es, die Vorteile von Präsenz- und

Online-Lernen zu kombinieren und so den unterschiedlichen Bedürfnissen

der Studierenden und Lehrenden gerecht zu werden. Mit der richtigen Vorbereitung

und den passenden Tools können Lehrende die Vorteile dieser

Formate optimal nutzen und gleichzeitig die Herausforderungen meistern.

In Zukunft könnten technologische Innovationen wie Virtual Reality oder

künstliche Intelligenz hybride Formate weiter bereichern und die Lehre

noch interaktiver gestalten.

dend, um in beiden Lernumgebungen

die gleichen Lernergebnisse zu

erreichen.

Hybrider Seminarraum

ILWA SE 25

Im Rahmen des EU-Projektes

EPICUR wurde ein hybrider, studierendenzentrierter

Seminarraum

im Ilse-Wallentin-Haus (Seminarraum

ILWA SE 25) geschaffen, der

innovative Lehr- und Lernformate

unterstützt. Die Umsetzung

erfolgte in Zusammenarbeit mit

FM Architekten, AV-Technik und

LE Didaktik. Der Raum ist speziell

darauf ausgelegt, hybride Lehrund

Lernmethoden zu fördern

und eine flexible Nutzung für

Präsenz- und Online-Teilnehmende

zu ermöglichen.

Das flexible Raumkonzept und sogenannte

„Meeting OWLs“ ermöglichen

es, auch Gruppenarbeiten

virtuell zu gestalten. Ziel ist es, eine

moderne, interaktive Lernumgebung

zu schaffen, die den Anforderungen

einer zukunftsorientierten Hochschulbildung

gerecht wird.

Statement Architekten

Der Seminarraum SR-25

wurde in einen modernen,

hybriden Lernraum umgestaltet

und mit neuen

Tischen sowie flexiblen

Trennwänden ausgestattet.

Um eine vielseitige Nutzung

und unterschiedliche Aufstellmöglichkeiten

zu gewährleisten,

sind die Möbel

mit Rollen versehen. Somit

kann kurzerhand zwischen

Kleingruppen-, Vortragsund

Besprechungssituationen

variiert werden.

In Zusammenarbeit mit

einem Akustikplaner wurden

die Trennwände der

Raumgröße entsprechend

dimensioniert und schaffen

für jeden Bedarf eine angemessene

Raumakustik.

Je nach Aufstellung werden

sie aneinandergezippt oder

platzsparend ineinandergeschoben.

Einige der Elemente

wurden zusätzlich mit

Whiteboard-Tafeln ausgestattet,

sodass sie nicht nur

als Akustikmaßnahme dienen,

sondern auch kreatives

Arbeiten unterstützen.

Zudem hat eine Elektrofirma

neue Stromanschlüsse

und die notwendige Infrastruktur

für die medientechnischen

Anlagen geschaffen.

Die Entscheidungen für die

einzelnen Maßnahmen wurden

gemeinsam mit allen

Projektbeteiligten getroffen,

um den Raum optimal an

die hybriden Anforderungen

anzupassen.

56

3/2025


→ Lehre

Paluboard

GrüngeDACHt schnell gemacht

Von Selina Wyrwal

BOKU/Christoph Gruber

Das engagierte Team bei der Preisverleihung des BISC-E Wettbewerbs. Der Start-up Preis 2025 wird dem

Paluboard-Team im September 2025 verliehen

Drei Studierende, eine gemeinsame Vision: Städte

nachhaltiger und Dächer grüner zu gestalten. Entstanden

ist daraus das Paluboard – ein leichtes, plastikfreies

Substratpanel für extensive Dachbegrünung.

Entwickelt wurde die Idee in Hannes’ WG-Küche in Kiel,

wo für das Start-up Planterial GmbH mit Küchengeräten

die ersten Prototypen des Paluboards hergestellt

wurden.

Im Rahmen der Sustainability Challenge 2024 haben

wir uns als Team kennengelernt und das Konzept

weiterentwickelt. Das Paluboard besteht aus Paludibiomasse,

also aus Pflanzen, die auf wiedervernässten

Moorflächen wachsen. Es ersetzt herkömmliche

Substrate wie Blähton oder Steinwolle, die in der

konventionellen Dachbegrünung verwendet werden.

Das Ergebnis: Es ist ressourcenschonend, hat einen

geringen CO₂-Footprint und ist einfach zu verlegen. Es

reduziert den Schichtaufbau herkömmlicher Gründachsysteme

und ermöglicht damit eine schnelle, leichtere

und nachhaltigere Installation. Neben ökologischen

Vorteilen wie Wasserretention, Biodiversitätsförderung

und Klimaanpassung bietet das Produkt auch neue

wirtschaftliche Perspektiven für Landwirt*innen. Durch

die Nutzung von Paludikultur – ausschließlich aus

wiedervernässten Moorflächen – wird ein aktiver Beitrag

zu Bodenschutz und Kreislaufwirtschaft geleistet.

Wir sind ein interdisziplinäres Team bestehend aus

Studierenden der Universität Wien, TU Wien und BOKU.

Aktuell arbeiten wir intensiv an zukünftigen Pilotprojekten

sowie an der Weiterentwicklung unseres

Prototyps. Ein besonderer Ort für unsere Arbeit ist die

BOKU:BASE – ein Raum, in dem wir an der Weiterentwicklung

arbeiten können und der wertvollen fachlichen

Austausch mit anderen Start-ups ermöglicht.

Paluboard zeigt, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit,

wissenschaftliche Innovation und unternehmerisches

Denken zu konkreten Lösungen für zentrale Nachhaltigkeitsfragen

führen können.

Mit unserem Produkt möchten wir die Dachbegrünung

neu denken und einen wichtigen Beitrag zu resilienten

Städten leisten.

KONTAKT

selina.wyrwal@gmail.com

moin@planterial.de

LINKS

Paluboard: planterial.de

Lehrveranstaltung „Sustainability Challenge“:

https://sc.rce-vienna.at/projekte/projekte-2024-2025/paluboard/

BOKU:BASE: https://base.boku.ac.at/

BISC-E: https://short.boku.ac.at/bisc-e

BOKU Start-up Preis: https://short.boku.ac.at/2og4dy

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→ Gender & Diversity

BOKU Ko-Stelle

Auch in diesem Jahr nimmt die BOKU wieder gut sichtbar an „ORANGE THE WORLD – 16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ teil

Save the Date!

Awareness Days 2025

Von Matthäa Ritter-Wurnig

Auch in diesem Jahr lädt die BOKU

wieder herzlich zu den Awareness

Days ein, die vom 10. bis zum

27. November 2025 stattfinden

werden. Mit einem abwechslungsreichen

Programm aus Workshops,

Vorträgen, interaktiven Diskussionen

und künstlerischen Formaten

setzen wir erneut ein starkes

Zeichen für Diversität, Gleichstellung

und Inklusion – alles, was eine

Antidiskriminierungskultur und eine

soziale Teilhabe stärkt. Die Awareness

Days bieten eine wertvolle Gelegenheit,

sich intensiv mit diesen

Themen auseinanderzusetzen, neue

Perspektiven zu gewinnen und gemeinsam

an einer gerechteren und

inklusiveren Zukunft zu arbeiten.

Themenschwerpunkte

und Highlights 2025

Das Programm der Awareness Days

2025 ist so vielfältig wie die Themen,

die es behandelt. Hier ein

Überblick über die geplanten Veranstaltungen:

• Österreichische Gebärdensprache

(ÖGS):

Ein besonderer Schwerpunkt

liegt in diesem Jahr wieder auf

der Förderung von Barrierefreiheit

und der Sensibilisierung für

psychische Gesundheit. So wird

58

3/2025


Flyer Workshop Bontu Guschke

beispielsweise der beliebte Basiskurs

zur Österreichischen Gebärdensprache

(ÖGS) sowie das

ÖGS-Cafe in Kooperation mit der

TU Wien erneut angeboten. Der

Kurs richtet sich an Mitarbeitende

und bietet eine Einführung

in die Gehörlosenkultur sowie

praktische Kommunikationsfähigkeiten.

Eingeladen sind alle,

die mehr über die Gebärdensprache

und die Gehörlosenkultur

erfahren wollen oder wissen

möchten, wie sie ihre Kommunikation

mit gehörlosen Menschen

verbessern können.

• Mental Health und

psychische Krisen:

Zu diesen wichtigen Themen

werden in Kooperation mit der

Personalentwicklung, der Didaktik,

den Doc-Schools oder

der ÖH zielgruppenspezifische

Workshops angeboten, die den

Fokus auf Vernetzung, Sensibilisierung

für mentale Gesundheit

und die Entwicklung von

Kompetenzen im Umgang mit

herausfordernden Situationen

legen werden.

• ORANGE THE WORLD – 16 Tage

gegen Gewalt an Frauen und

Mädchen:

Ein zentrales Thema der Awareness

Days ist auch in diesem

Jahr die Kampagne „Orange

the World – 16 Tage gegen Gewalt

an Frauen und Mädchen“.

Am 25. November wird vor dem

Wilhelm-Exner-Haus eine Fahne

gehisst, um ein sichtbares Zeichen

gegen geschlechterbasierte

Gewalt zu setzen. Diese UN-

Kampagne, die jährlich zwischen

dem 25. November, dem „Internationalen

Tag gegen Gewalt an

Frauen“, und dem 10. Dezember,

dem „Internationalen Menschenrechtstag“,

stattfindet, macht

auf eine der am weitesten verbreiteten

Menschenrechtsverletzungen

aufmerksam.

• Vortrag zur Intersektion zwischen

Sexismus und Rassismus:

Im Rahmen der Awareness Days

wird das Thema geschlechterbasierte

Gewalt auch in Form eines

3/2025 59


→ Gender & Diversity

Vortrags aufgegriffen, der sich mit den Schnittstellen von

Sexismus und Rassismus im Hochschulkontext beschäftigt.

Am 27. November wird Bontu Guschke unter dem Titel „Who

Gets to Feel Safe? Who Gets to Speak Up? Understanding and

Addressing the Intersections of Sexism and Racism in Higher

Education“ referieren. Die Moderation übernimmt Josephine

Apraku. Wir freuen uns sehr, dass wir diese beiden renommierten

Expertinnen für die Veranstaltung gewinnen konnten.

Der Vortrag findet online statt und wird durch ein Schriftdolmetsch

ins Deutsche barrierefrei gestaltet.

• Partizipativer Kunst-Workshop:

Ein besonders kreativer Programmpunkt ist der partizipative

Kunst-Workshop, der unter dem Motto „Wäre eine gendergerechtere

Welt auch eine nachhaltigere Welt?“ steht. In diesem

zweitägigen Workshop arbeiten Künstler*innen gemeinsam

mit den Teilnehmenden an einem Kunstwerk, das die Themen

Gender und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Der Workshop

lädt dazu ein, kreative Ansätze für gesellschaftliche

Herausforderungen zu entwickeln, die Ergebnisse werden in

einer Installation präsentiert.

Weitere Programmpunkte

Neben diesen Highlights wird es auch 2025 wieder zahlreiche

weitere Veranstaltungen geben. Dazu gehört neben verschiedenen

Austauschformaten und Netzwerktreffen, die Raum für

Diskussionen und persönliche Gespräche bieten sollen, auch die

Jubiläumsveranstaltung der Koordinationsstelle für Gleichstellung,

Diversität und Behinderung am 24. November.

Teilnahme und Anmeldung

Die Awareness Days stehen allen Interessierten offen – Studierenden,

Lehrenden und Mitarbeitenden der BOKU sowie externen

Gästen. Für einige Veranstaltungen, insbesondere Workshops

und Kurse, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, um die

Teilnahme zu sichern. Die Anmeldung erfolgt über die Website

der Koordinationsstelle. Einige Kurse werden im BOKU-Trainingspass

angerechnet.

Das vollständige Programm sowie aktuelle Informationen und

Anmeldemöglichkeiten zu den Awareness Days 2025 werden ab

Herbst auf der Website der Koordinationsstelle veröffentlicht.

Gemeinsam für Vielfalt und Inklusion

Die Awareness Days sind eine Einladung, sich aktiv mit den Themen

Gleichstellung, Diversität und Antidiskriminierung auseinanderzusetzen.

Sie bieten Raum für Austausch, Weiterbildung und

Inspiration, um gemeinsam an einer gerechteren und inklusiveren

Gesellschaft zu arbeiten. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme

und darauf, gemeinsam mit Ihnen ein Zeichen für Vielfalt und

Chancengerechtigkeit zu setzen!

Im Jahr 2025 feiert die Koordinationsstelle

für Gleichstellung, Diversität und

Behinderung ihr 20-jähriges Bestehen

– ein Meilenstein, der die langjährige

Arbeit für Chancengerechtigkeit, Inklusion

und Diversität an der BOKU

würdigt. Dieses Jubiläum möchten wir

gemeinsam mit Ihnen am 24. November

feiern und laden herzlich zu einem

besonderen Programm ein, das sowohl

virtuell als auch vor Ort stattfindet.

Virtuelles Jubiläum –

eine eigene Webpage zum Feiern

Das Herzstück der Feierlichkeiten

bildet eine eigens gestaltete Jubiläums-Webpage,

die die Geschichte und

Bedeutung der Koordinationsstelle in

den vergangenen zwei Jahrzehnten

beleuchtet. Auf dieser Seite werden

verschiedene Stakeholder*innen zu

Wort kommen, die die Arbeit der Koordinationsstelle

aus unterschiedlichen

Perspektiven würdigen. Persönliche

Statements der Rektorin, des Betriebsrats,

der ÖH und weiterer Akteur*innen

werden die Bedeutung dieser Einrichtung

unterstreichen.

Ein besonderes Highlight der Webpage

ist der Jubiläumsfilm, der unter

dem Motto „120 Jahre KO-Stelle“ nicht

nur die Vergangenheit und Gegenwart

beleuchtet, sondern auch eine Vision

für die Zukunft eröffnet. Der Film lässt

verschiedene BOKU-Angehörige zu Wort

kommen und zeigt ein Bild, eine Vision,

einen Ort, der aus all den Menschen besteht,

die die Arbeit der Koordinationsstelle

geprägt haben. Ergänzt wird das

virtuelle Angebot durch die Veröffentlichung

der neuen Diversitätsstrategie der

BOKU, die anlässlich des Jubiläums präsentiert

wird. Diese Strategie zeigt die

zukünftigen Ziele und Visionen der Koordinationsstelle

auf und unterstreicht

ihre Bedeutung für die Universität.

Darüber hinaus bietet die Webpage die

Möglichkeit, persönliche Glückwünsche

und Botschaften zu hinterlassen. So

können alle, die sich mit der Koordinationsstelle

verbunden fühlen, Teil

dieser besonderen Feier werden und

ihre Wertschätzung ausdrücken.

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3/2025


20 Jahre Koordinationsstelle für

Gleichstellung, Diversität und

Behinderung – ein Grund zum Feiern!

Das Team der

Koordinationsstelle

hat Grund zum Feiern:

Ela Posch, Matthäa

Ritter-Wurnig, Ruth

Scheiber-Herzog und

Alina Mantzavinatos (v. l.)

BOKU Ko-Stelle

Open House –

gemeinsam feiern vor Ort

Neben dem virtuellen Programm

laden wir Sie am Jubiläumstag zu

einem analogen Teil der Feier ein.

Von 14 bis 16 Uhr öffnet der Festsaal

seine Türen für ein Open House, bei

dem alle herzlich willkommen sind,

mitzufeiern und sich auszutauschen.

Im Festsaal wollen wir gemeinsam

in festlichem Rahmen auf 20 Jahre

Engagement für Gleichstellung und

Diversität anstoßen. Bei Kaffee, Torte

und Sekt haben Sie die Gelegenheit,

mit anderen Gästen ins Gespräch zu

kommen. Die neue Diversitätsstrategie

der BOKU wird vor Ort verteilt

und bietet einen Einblick in die

zukünftigen Ziele und Visionen der

Koordinationsstelle.

Ein weiteres Highlight des Open

House ist die Ausstellung des partizipativ

gestalteten Kunstwerks,

das im Rahmen der Awareness Days

2025 entstanden ist. Dieses Kunstwerk

verbindet die Themen Gender

und Nachhaltigkeit auf kreative

Weise und lädt dazu ein, über die

Schnittstelle von beidem nachzudenken.

Zudem wird der Jubiläumsfilm

vor Ort gezeigt, der die

Geschichte der Koordinationsstelle

lebendig macht und unsere Vision

von „120 Jahre Koordinationsstelle“

eindrucksvoll darstellt.

Ein Grund zum Feiern –

ein Blick in die Zukunft

Das 20-jährige Jubiläum der Koordinationsstelle

ist nicht nur ein

Anlass, um auf die Erfolge der vergangenen

Jahre zurückzublicken,

sondern auch, um die Bedeutung

ihrer Arbeit in der heutigen Zeit und

in Zukunft zu betonen. Gerade in

einer Welt, die zunehmend von Diversität

und Inklusion geprägt ist, in

der diese Errungenschaften jedoch

gleichzeitig auch politisch infrage

gestellt werden, bleibt die Koordinationsstelle

ein unverzichtbarer

Bestandteil der BOKU.

Wir freuen uns darauf, diesen besonderen

Tag mit Ihnen zu feiern

– sei es virtuell auf unserer Jubiläums-Webpage

oder vor Ort im Festsaal.

Gemeinsam möchten wir auf

die vergangenen 20 Jahre zurückblicken,

die Gegenwart würdigen und

die kommenden 100 Jahre willkommen

heißen. Lassen Sie uns gemeinsam

die Zukunft gestalten!

Save the Date: 20 Jahre

Koordinationsstelle –

feiern Sie mit uns!

Jubiläums-

Homepage

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Helmut Habersack bei der Präsentation seines Buches im Hauptquartier der UNESCO in Paris

Wasser ist Leben

UNESCO-Buch WATER IS LIFE von Helmut Habersack anlässlich des

50-jährigen Bestehens des Zwischenstaatlichen Hydrologischen

Programms (IHP) und 60 Jahre UNESCO-Wasserwissenschaften

Wasser ist Leben. Daher ist es von größter Bedeutung

für uns Menschen, eine sichere Trinkwasserversorgung

zu haben, vor Überschwemmungen und Dürren im Zuge

des Klimawandels geschützt zu sein; aber ebenso groß

ist seine Bedeutung für Nutzungen wie Wasserkraft oder

Schifffahrt und Ökologie.

Als globale Anlaufstelle für Wasserfragen feierte die

UNESCO am 11. Juni im Headquarter in Paris das 50-jährige

Jubiläum des Zwischenstaatlichen Hydrologischen

Programms (IHP) und 60 Jahre Wasserwissenschaften

bei der UNESCO.

Die UNESCO hat 1975 das IHP ins Leben gerufen, um

die Wasserwissenschaft und eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung

voranzutreiben. Als einzige zwischenstaatliche

Initiative der Vereinten Nationen, die sich

dem Thema Wasser widmet, setzt sich das IHP unter

anderem für die Sicherung der Trinkwasserversorgung,

den Hochwasserschutz, den Erhalt der Gletscher sowie

die Verbesserung der Wasserqualität ein. Dazu bringt

das Programm führende Wissenschaftler*innen und

politische Entscheidungsträger*innen zusammen, um

Wissen in Maßnahmen umzusetzen, mit denen diese

lebenswichtige Ressource besser verstanden, geschützt

und bewirtschaftet werden kann.

Mit einem einzigartigen Netzwerk aus 29 spezialisierten

Wasserzentren, 79 Universitätslehrstühlen, 18 Flagship

Initiatives und nationalen Komitees in 194 Mitgliedstaaten

treibt das UNESCO-IHP Innovationen voran, stärkt

die Governance und gewährleistet die Wassersicherheit

für künftige Generationen.

Helmut Habersack vom Institut für Wasserbau, Hydraulik

und Fließgewässerforschung der BOKU präsentierte

in Paris als Global Chair des Intergovernmental Council

des IHP das von ihm verfasste Buch „Water is Life“, das

in Kooperation mit Edition Lammerhuber entstand und

von ÖAW, BMFWF, BMLUK und BMEIA unterstützt wurde.

Die BOKU ist damit nicht nur Teil der Rückschau auf fünf

Jahrzehnte wissenschaftlichen und politischen Engagements

für nachhaltiges Wassermanagement, sondern

auch aktiv an der Gestaltung der Zukunft im Umgang mit

globalen Wasserherausforderungen beteiligt.

Die 192 Seiten starke Publikation zeigt die Entwicklung

des IHP in den vergangenen 50 Jahren und stellt die

Wasserfamilie vor, einschließlich der Flaggschiff-Initiativen,

Wasserzentren und Lehrstühle. UNESCO WATER

SCIENCES deckt alle relevanten Themen des IHP IX

(2022–2029) mit dem Strategieplan „Wissenschaft für

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Der Colorado River ist einer der wichtigsten Wasserwege Nordamerikas und erstreckt sich über eine Länge von etwa 2330 Kilometern

von den schneebedeckten Rocky Mountains bis zum Golf von Kalifornien. Er ist ein wichtiger Lieferant von Wasserkraft, mit riesigen

Staudämmen wie dem Hoover Dam und dem Glen Canyon Dam, die Strom für Millionen von Menschen erzeugen, er ist eine wichtige

Wasserquelle für über 40 Millionen Menschen und versorgt große landwirtschaftliche Regionen. Die Mündung des Colorado River wird

aufgrund der Nutzung nicht mehr vom Flusslauf dominiert, sondern vom Ein- und Ausströmen des Meerwassers aus dem Golf von Kalifornien,

wodurch das charakteristische dendritische Entwässerungsmuster entsteht, das auf dem Satellitenbild zu sehen ist

eine wassersichere Welt in einer sich verändernden Umwelt“

ab.

Das Buch ist in drei Hauptkapitel gegliedert: Wasser

ist Leben, Risiken, Lösungen. Das erste Kapitel untersucht

sowohl die tiefgreifende Bedeutung als auch die

Schönheit des Wassers. Flüsse dienen als Symbol für

die immense Kraft, aber auch für die Verletzlichkeit des

Wassers auf der Erde. Erstmals veröffentlichte Fotos von

Flüssen aus dem Weltraum zeigen die atemberaubende

Vielfalt unserer Lebensadern, die uns mit Trinkwasser

versorgen, unsere Wirtschaft stützen und Lebensraum

für unzählige Arten bieten.

Trotz der grundlegenden Bedeutung von Wasser bedrohen

zunehmende Risiken diese lebenswichtige Ressource.

Das zweite Kapitel „Risiken“ befasst sich mit

den Herausforderungen durch den Klimawandel und die

Landnutzung, die zu verheerenden Überschwemmungen

und Dürren beitragen. Das Abschmelzen der Gletscher

und die Wasserknappheit gefährden eine stetig wachsende

Weltbevölkerung. Zusätzliche Bedrohungen wie

Wasser- und Plastikverschmutzung, die Industrialisierung

von Flüssen und die Übernutzung des Grundwassers

gefährden die Zukunft der Menschheit.

Es gibt jedoch Hoffnung. Das dritte Kapitel „Lösungen“

zeigt Strategien und Initiativen auf, mit denen diese

Risiken gemindert werden können. Die UNESCO-Wasserwissenschaften

spielen eine zentrale Rolle bei der

Bündelung wissenschaftlicher Erkenntnisse, um diese

Lösungen zu identifizieren und umzusetzen. Dies wird

anhand der UNESCO-Wasserfamilie veranschaulicht, zu

der die IHP-Flagship-Initiativen, Wasserinstitute und

-zentren sowie Wasserlehrstühle gehören, die alle einen

unschätzbaren Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen

Wasserzukunft leisten.

Helmut Habersack

WATER IS LIFE

50 Years of the Intergovernmental

Hydrological Programme

60 Years of Water Sciences at UNESCO

27 x 27 cm, 192 Seiten, 265 Fotos

Englisch. Hardcover, Leinen gebunden

„French Fold“-Schutzumschlag

ISBN 978-3-903462-23-6

EUR 49,90, Juni 2025

Edition Lammerhuber, eoVision, Maxar Technologies, bereitgestellt von European Space Imaging, 2025

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Einblicke in

das Leben des

Goldschakals

Die Autorin Jennifer Hatlauf spannt den Bogen zwischen Wissenschaft

und Praxis

Haben Sie schon einmal einen Goldschakal gesehen?

Das ist tatsächlich auch in Ihrer Heimatregion möglich!

Der Goldschakal ist ein mittelgroßer Verwandter der

Hunde, der sich in den letzten Jahrzehnten auf natürliche

Weise in Europa ausbreitet. Das ruft gemischte

Reaktionen hervor: Einige betrachten das Tier als

Bereicherung der Biodiversität, während andere es als

potenzielles Problem für Nutztiere oder Wildbestände

sehen. Es wird viel behauptet – aber was ist wirklich

dran? Um dieses Wildtier besser zu verstehen, bietet

die Reihe einen umfassenden Einblick in das Leben des

Goldschakals. Das Buch von BOKU-Forscherin Jennifer

Hatlauf spannt den Bogen zwischen Wissenschaft und

Praxis und bietet neben umfassenden Informationen

auch viel Zusatzmaterial:

Band 1 behandelt unter anderem

wildtierökologische Aspekte wie

• Verbreitung und Lebensräume

• Biologie und Anatomie

• Nahrungsspektrum und Jagd

• Verhalten, Fortpflanzung und Kommunikation

und ist ein Standardwerk für Naturinteressierte,

Jäger*innen und alle, die mehr über den Goldschakal

erfahren möchten.

Die Wildtierökologin Dr. Jennifer Hatlauf beschäftigt

sich seit vielen Jahren mit Goldschakalen und ihrer

Ausbreitung. Sie initiierte 2015 das erste auf diese

Tierart fokussierte Forschungsprogramm in Europa an

der BOKU University am Institut für Wildbiologie und

Jagdwirtschaft und arbeitet in mehreren internationalen

Gremien zum Thema. Sie bringt nun ihr Wissen

aus zahlreichen Fachartikeln und ihre Erfahrung aus

Forschungsreisen gemeinsam mit dem Wissenschaftsvermittler

Dr. Robert Krickl einem breiteren Publikum

nahe.

Jennifer Hatlauf

DER GOLDSCHAKAL

Lebenskünstler auf leisen Pfoten

17 x 24 cm, 264 Seiten, Hardcover

ISBN 978-3-903532-00-7 (Band 1)

35 Euro

Kontakt: office@goldschakal.at

Buchpräsentation: 5. 11. 2025 um 17:00 Uhr

Aula im Schwackhöfer-Haus, Peter-Jordan-Straße 82

Moderation: Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer

Buchbestellung online unter: www.aureus.co.at

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Buchneuerscheinung mit BOKU-Beteiligung

The Danube River and

The Western Black Sea Coast

Complex Transboundary Management

Der von den international anerkannten Expert*innen

Jürg Bloesch, Bernd Cyffka, Thomas Hein, Cristina Sandu

und Nike Sommerwerk herausgegebene Band The

Danube River and The Western Black Sea Coast: Complex

Transboundary Management ist Teil der renommierten

Elsevier-Reihe „Ecohydrology from Catchment

to Coast“, die sich mit den größten Flüssen der Welt

beschäftigt.

Dieses umfassende Buch befasst sich mit dem Einzugsgebiet

der Donau, dem zweitgrößten Fluss in Europa,

und der angrenzenden westlichen Schwarzmeerküste.

Es behandelt eingehend das komplexe Zusammenspiel

zwischen natürlichen und gesellschaftlichen Prozessen,

wobei ein besonderer Schwerpunkt auf einer typischen

Donau-Fischart, den Stören, liegt, die die komplizierten

Verbindungen zwischen Meer und Fluss veranschaulichen.

Das Buch enthält eine informative Einleitung mit dem

Titel „Theory and Practice – Science meets Management“

und eine umfassende Zusammenfassung mit

einem Ausblick mit dem Titel „Towards a sustainability

approach for the socio-ecological system“. Diese Kapitel

bilden den Rahmen für die drei Hauptteile des Buches,

die in 15 Kapitel unterteilt sind.

Diese Kapitel behandeln ausgewählte wissenschaftliche

Aspekte, die wichtigsten Belastungen und die Umsetzung

der Wasserwirtschaft sowie Visionen für eine

nachhaltige Zukunft im Donaueinzugsgebiet und an der

westlichen Schwarzmeerküste.

Wissenschaftler*innen der BOKU sind mit Thomas Hein

als Herausgeber wesentlich für das Buch verantwortlich,

insgesamt acht BOKU-Forscher*innen haben als Autor*innen

in insgesamt sechs der 17 Kapitel zu folgenden

Themengebieten wesentlich beigetragen: Einleitung,

Sedimente, sozialökologische Perspektiven, Ökosystemleistungen,

die Rolle von Auen sowie Ausblick.

Edition: 1

Paperback, 300 pages

ISBN 9780443186868

£115.00 / $150.00 / €130.00

April 2025

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→ Splitter

„Materialwelten“ mit

BOKU-Beteiligung

Die neue Dauerausstellung „Materialwelten“ im

Technischen Museum Wien lädt auf rund 3000 Quadratmetern

dazu ein, Materialien in all ihren Facetten

zu entdecken – von der Rohstoffgewinnung bis zum

Recycling. An 13 Themeninseln mit über 400 Exponaten

wird sichtbar, wie sehr Materialien unseren Alltag

prägen. Auch Forschende der BOKU University haben

ihre Expertise eingebracht.

BOKU University

Friederike Frieß in

UN-Expertengremium

berufen

Mit großer fachlicher Anerkennung wurde Friederike

Frieß, Senior Researcher am Institut für Sicherheitsund

Risikowissenschaften der BOKU University, von

UN-Generalsekretär António Guterres in ein neu eingerichtetes

unabhängiges wissenschaftliches Expertengremium

berufen. Dieses Gremium soll die physischen,

gesellschaftlichen und ökologischen Folgen

eines möglichen Einsatzes von Kernwaffen auf lokaler,

regionaler und globaler Ebene untersuchen.

Der Auftrag des internationalen Gremiums, das aus

21 international renommierten Wissenschaftler*innen

unterschiedlicher Fachrichtungen besteht, ist

von höchster Relevanz: Es ist das erste umfassende

UN-Gutachten zu den Auswirkungen eines Atomkrieges

seit der letzten Querschnittsstudie im Jahr 1988.

Die Analyse wird unter anderem die Auswirkungen auf

die öffentliche Gesundheit, globale sozioökonomische

Systeme, Landwirtschaft und Ökosysteme beleuchten

– sowohl in den unmittelbaren Tagen und Wochen

nach einem nuklearen Ereignis als auch mit Blick auf

die langfristigen Folgen über Jahrzehnte hinweg. Der

Abschlussbericht wird der UN-Generalversammlung

im Jahr 2027 vorgelegt.

Im Bereich „Kunststoffe“ zeigt die Ausstellung zukunftsweisende

Wege des Recyclings. Ziel ist es,

Kunststoffe bereits beim Design so zu gestalten, dass

sie leichter wiederverwertet werden können. Doris

Ribitsch und Georg Gübitz vom Institut für Umweltbiotechnologie

an der BOKU forschen an Mikroorganismen,

die Kunststoffe mithilfe von Enzymen abbauen.

Diese Enzyme zerlegen Plastik in seine Grundbausteine

– und ermöglichen es, daraus neue Kunststoffe

herzustellen, ganz ohne Qualitätsverlust. Zu sehen

sind unter anderem Kosmetikverpackungen aus 100 %

recyceltem PET sowie essbare oder kompostierbare

Verpackungen aus Algen.

Mehr Infos zur Ausstellung:

technischesmuseum.at/ausstellung/

materialwelten

Georg Gübitz und

Doris Ribitsch

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BOKU-Staffel beim Vienna

City Marathon 2025

Am 6. April war es wieder so weit: Der Vienna City

Marathon (VCM) lockte tausende Laufbegeisterte aus

aller Welt in die österreichische Hauptstadt. Mit dabei

war auch ein engagiertes Staffelteam der BOKU, das

mit sportlichem Einsatz und Teamgeist die Universität

würdig repräsentierte.

Auszeichnung für

Christian Dorninger

Renommierter Bina-Agarwal-Preis

Christian Dorninger vom Institut für Soziale Ökologie

ist in Oslo mit dem renommierten Bina-Agarwal-Preis

ausgezeichnet worden. „Seine Arbeit ist

nicht nur ein bedeutender Beitrag zur Ökologischen

Ökonomie, sondern hatte auch Einfluss, der

über den akademischen Bereich hinausgeht. Seine

Forschungsergebnisse flossen auch in das Hintergrundpapier

für den Bericht der UNCTAD über die am

wenigsten entwickelten Länder 2022 ein“, hieß es in

der Begründung der Jury.

Der Bina-Agarwal-Preis ist ein internationaler Preis,

der alle zwei Jahre für herausragende Forschungsleistungen

im Bereich der Ökologischen Ökonomie

an Wissenschaftler*innen unter 45 Jahren (Männer)

beziehungsweise unter 48 Jahren (Frauen) verliehen

wird.

Der Preis wurde von der International Society for Ecological

Economics (ISEE) ins Leben gerufen, um wegweisende

intellektuelle Beiträge auf dem Gebiet der

Ökologischen Ökonomie zu würdigen, die heute von

entscheidender Bedeutung für die weltweiten Bemühungen

um die Verbesserung des menschlichen Wohlergehens

und der ökologischen Nachhaltigkeit unter

Wahrung der sozialen Gerechtigkeit ist. Der Preis ehrt

junge Wissenschaftler*innen, die einen bedeutenden

Beitrag zu diesem interdisziplinären Gebiet geleistet

haben, wobei der Schwerpunkt auf den Entwicklungsund

am wenigsten entwickelten Ländern liegt.

Link zur Preisverleihung

https://isee-degrowth2025.no/recordings1/awardsceremony

Das Team setzte sich aus Mitarbeiter*innen des

Forschungsservice und der Rechtsabteilung zusammen:

Martina Ragoner, Manuel Orasch und Constanze

Hartmann (alle Forschungsservice) sowie Tanja Valenta

(Rechtsabteilung) gingen gemeinsam an den Start.

Mit viel Motivation und monatelanger Vorbereitung

stellten sie sich der Herausforderung und meisterten

die Strecke mit Bravour: Mit einer Zeit von 04:07:09

unterboten sie den bisherigen BOKU-Staffel-Rekord

um 20 Sekunden.

Die Teilnahme des BOKU-Teams am VCM 2025 zeigt

einmal mehr, dass die Universität nicht nur in Forschung

und Lehre, sondern auch im sportlichen

Bereich aktiv ist. Der Vienna City Marathon bot eine

ideale Plattform, um einige Werte der BOKU – Engagement,

Zusammenarbeit und Ausdauer – auf eine ganz

besondere Weise zu leben und sichtbar zu machen.

Wir gratulieren dem Team herzlich zu dieser Leistung

und freuen uns schon auf die nächsten sportlichen

Abenteuer der BOKU-Community!

Martina Ragoner und

Manuel Orasch

Constanze Hartmann

und Tanja Valenta

3/2025 67


Forschung an der BOKU

University hautnah erleben

Von Johannes Ehrlinger, Mara Luef und Marc Trattnig

BOKU4you

Schüler*innen modellieren einen Versuch im Wasserbaulabor

Klimawandel, knappe Ressourcen,

die grüne Transformation der

Industrie: Der Handlungsbedarf ist

groß und die Nachfrage nach Life-

Sciences-Expert*innen noch größer.

Doch was bedeutet es, eine*r von

diesen Expert*innen zu sein und wie

wird man das? Diese Frage kann ein

Besuch in der Wirkungsstätte von

Absolvent*innen der BOKU oder an

der Universität selbst beantworten.

Von der Klimawandelanpassung im

öffentlichen Raum über das Recycling

von Häusern bis hin zur biotechnologischen

Produktion von

Medikamenten: Forscher*innen und

Absolvent*innen der BOKU University

sind in allen zukunftswirksamen

Fachbereichen tätig. Im Projekt

Wissen|schafft|Zukunft geben sie

Schulklassen Einblick in ihre Arbeit

– sei es bei der Exkursion ins BOKU

Wasserbaulabor an der Donau, auf

den Straßen der Stadt oder in der

eigenen Schule.

BOKU-Programm für Schulen

Das Programmangebot von

Wissen|schafft|Zukunft umfasst

derzeit 32 verschiedene Exkursionen,

Workshops und Vorträge und

richtet sich an Schüler*innen der

9. bis 13. Schulstufe. Ziel ist es,

Schüler*innen der Oberstufenklassen

für die BOKU-Themen zu

begeistern, Wissen zu vermitteln

und die zukunftsorientierten Stu-

dienrichtungen durch spannende

Angebote und interessante Werdegänge

von BOKU-Absolvent*innen

bekannt zu machen. Die BOKU ist

die einzige Universität in Österreich,

die ihre gesamte Forschung

und Lehre auf Life Sciences ausgerichtet

hat – diese Spezialisierung

macht die BOKU University zu einer

der führenden Universitäten für Life

Sciences in Europa.

Themen, die Absolven*tinnen

und Schüler*innen begeistern

Ob Klimaschutz, nachhaltige

Stadtentwicklung oder der Schutz

einzigartiger Naturflächen – die

Themen, die heute Schüler*in-

68

3/2025


Vortrag im Bundesund

Realgymnasium Erlgasse

Schüler*innen auf Exkursion bei Helmut Habersack im BOKU-Wasserbaulabor

nen bewegen, sind genau jene, an

denen unsere Absolvent*innen

tagtäglich arbeiten. Sie gestalten

in den Magistratsabteilungen

der Stadt Wien eine lebenswerte

Zukunft, engagieren sich im Biosphärenpark

Wienerwald oder

bringen ihr Know-how in Unternehmen

der Privatwirtschaft ein.

Im Projekt Wissen|schafft|Zukunft

geben sie gemeinsam mit Lehrenden

der BOKU spannende Einblicke

in diese Berufsfelder, direkt und

praxisnah in den Klassenzimmern,

an der BOKU oder mitten in den

Projektgebieten vor Ort. So werden

Forschung, Lehre und Karrierechancen

lebendig miteinander

verknüpft.

Wer selbst gerade dabei ist, den

nächsten Karriereschritt zu setzen,

sollte sich den Masterinfo- und

Karrieretag „Dein Master. Deine

Stadt. Deine Zukunft.“ mit der

Stadt Wien am 12. November 2025

(13–18 Uhr, Ilse-Wallentin-Haus,

Seminarraum 29) vormerken. Dort

warten spannende Perspektiven in

den vielfältigen Handlungsfeldern

der BOKU – von Forschung über

Verwaltung bis zur Privatwirtschaft

– mitten in einer Stadt, die nachhaltige

Innovation lebt.

https://short.boku.ac.at/

WissenSchafftZukunft

Sie sind Lehrende*r oder Absolvent*in

der BOKU und möchten

sich am Projekt Wissen|schafft|

Zukunft beteiligen?

Wir freuen uns immer über neue

Beiträge – besonders aus den Bundesländern!

Mit Ihren Kursangeboten

für Schüler*innen geben Sie

Einblicke in aktuelle Fachthemen

und zeigen praxisnahe Berufswege

auf. So tragen Sie dazu bei,

junge Menschen für Ihre Disziplin

zu begeistern und den Austausch

zwischen Schule, Universität und

Berufswelt zu stärken.

Schreiben Sie uns:

boku4you@boku.ac.at

3/2025 69


Am 29. Oktober starten

wieder die Masterinfotage

an der BOKU University

Masterinfotage an der BOKU University

Von Mara Luef

Nach dem Bachelor ist vor dem Master! Wer

gerade dabei ist, den nächsten Karriereschritt

zu planen oder direkt in ein neues Masterstudium

zu starten, sollte sich die Mittwoche in

den kommenden Monaten vormerken. Jeweils

an einem Mittwoch im Monat werden verschiedene

Masterstudien der BOKU University vorgestellt

und Interessierte erhalten spannende

Einblicke in Studieninhalte, Forschungsschwerpunkte

und Karrierechancen. Studierende,

Absolvent*innen und Lehrende berichten aus

erster Hand und beantworten Fragen rund um

das Studium. Organisiert und begleitet wird die

Veranstaltungsreihe von BOKU4you, der Studienwahlberatung

der Universität.

Ein besonderes Highlight der Masterinfotage

wird der kombinierte Masterinfo- und Karrieretag

mit der Stadt Wien „Dein Master. Deine

Stadt. Deine Zukunft.“ sein. Dieser findet am

12. November 2025 im Ilse-Wallentin-Haus,

Seminarraum 29 statt und vereint die inhaltliche

Vorstellung der Masterprogramme mit

Einblicken und Erfahrungsberichten von Absolvent*innen

dieser Studien, die bei der Stadt

Wien angestellt sind. Parallel dazu bieten

Infostände der Stadt Wien persönliche Beratung

zu Einstiegsmöglichkeiten, Praktika und

Karrierewegen. Zum Abschluss lädt die BOKU

University zu einem Wein-Ausklang und informellen

Austausch ein.

KOMMENDE VERANSTALTUNGEN

Termine Ort Vorgestellte Masterstudien

29. 10. 2025 Schwack- Applied Limnology

14–18 Uhr höferhaus, Limnology & Wetland Management

Seminar- Natural Resources Management and

raum 06 Ecological Engineering (NARMEE)

Environmental Science. Soil, Water,

Biodiversity (EnvEuro)

International Master in Soils

and Global Change (IMSOGLO)

12. 11. 2025 Ilse-Wallentin- Landschaftsplanung und

13–18 Uhr Haus, Seminar- Landschaftsarchitektur

raum 29 Umwelt- und Bioressourcenmanagement

Water Management and

Environmental Engineering

Kulturtechnik und Wasserwirtschaft

17. 12. 2025 Schwack- Phytomedizin

14–18 Uhr höferhaus, European Master in Animal Breeding

Seminar- and Genetics (EMABG)

raum 06 Animal Biodiversity and Genomics

Nutzpflanzenwissenschaften

Nutztierwissenschaften

70

3/2025


BOKU Nachhaltigkeitstag 2025

Renaturierung und Biodiversität im Fokus

Von Julia Buchebner und Lisa Bohunovsky

BOKU Nachhaltigkeitspreis:

Jetzt noch

schnell einreichen!

Im Rahmen der Abendveranstaltung werden

auch wieder die BOKU Nachhaltigkeitspreise

in vier Kategorien vergeben:

1. Forschung – Dissertationen,

Publikationen, Forschungsprojekte

2. Forschung – Masterarbeiten

3. Bildung für nachhaltige

Entwicklung

4. Ökologische und soziale

Verantwortung

Am 13. November 2025 ist es wieder so weit: Die BOKU lädt zum

jährlichen Nachhaltigkeitstag, diesmal unter dem Motto „Renaturierung

und Biodiversität: Nachhaltige Lösungen für morgen“. Damit

widmet sich der Tag einem der drängendsten Themen unserer Zeit:

dem Schutz und der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Die

biologische Vielfalt ist essenziell für stabile Ökosysteme und das

menschliche Wohlergehen. Doch Klimawandel, Lebensraumverlust

und menschliche Aktivitäten bedrohen weltweit unzählige Arten. Der

BOKU Nachhaltigkeitstag 2025 widmet sich diesen Herausforderungen,

setzt ein Zeichen für die Bedeutung proaktiver Maßnahmen zur

Erhaltung von Ökosystemen und zeigt konkrete Handlungsoptionen

auf – lokal wie global.

Ein Tag voller Inspiration und Austausch

Der Nachhaltigkeitstag ist seit 2015 ein fester Bestandteil der BOKU

Nachhaltigkeitsstrategie. Er bietet ein vielfältiges Programm aus

wissenschaftlichen Vorträgen, interaktiven Workshops, spannenden

Diskussionen und der feierlichen Verleihung der BOKU Nachhaltigkeitspreise.

Das diesjährige Programm umfasst unter anderem:

• Keynote von Alice Vadrot (Institut für Politikwissenschaften,

Universität Wien), die der Frage nachgehen wird, wie es gelingen

kann, von kleinen, lokalen Biodiversitätsprojekten in die Breite zu

kommen und damit etwas im großen Maßstab zu ändern.

• Bäuerinnen-Kabarett „Miststücke“, das mit Humor und Tiefgang

den Vormittag bereichert.

• 2 x 5 Parallelsessions, die sich spezifischen Aspekten des

Schwerpunktthemas widmen, zum Beispiel Partizipation in Biodiversitätsprojekten

oder Berufsbilder im Bereich Biodiversität.

Hier treffen wissenschaftliche Erkenntnisse auf praktische Anwendungen.

• Interaktive Workshops und Ausstellungen, die zum Mitmachen

und Diskutieren einladen.

Die Gewinner*innen dürfen sich über

Preisgelder von bis zu 1000 Euro sowie

eine handgefertigte Lehmtrophäe von

einem BOKU-Alumni freuen. Die Einreichfrist

endet am 26. September 2025 – eine

Einreichung geht sich also noch aus! Alle

Informationen finden Sie unter: boku.ac.at/

nachhaltigkeit/boku-nachhaltigkeitspreis

Gemeinsam für eine nachhaltige

Zukunft

Der Nachhaltigkeitstag zeigt die BOKU als

Vorreiterin in Nachhaltigkeitsforschung

und -bildung und macht deutlich: Nachhaltigkeit

ist eine Chance, neue Wege zu

gehen, kreative Lösungen zu entwickeln

und gemeinsam eine lebenswerte Zukunft

zu gestalten. Seien Sie dabei und lassen

Sie sich inspirieren!

Wenn Sie für Ihre Lehrveranstaltung die

Möglichkeit sehen, integrieren Sie doch

den BOKU Nachhaltigkeitstag in Ihren

Semesterplan und geben den Studierenden

damit die Möglichkeit, die Breite an

Beiträgen der BOKU zu Biodiversität und

Renaturierung zu erleben.

Hier geht es

zum Programm

3/2025 71


Starke Forschung braucht

starke Infrastruktur

Kooperative Forschungsinfrastrukturen an der BOKU

Von Christian Obinger

Die BOKU University verfolgt das

Ziel, exzellente Forschung und Lehre

mit gesellschaftlicher Verantwortung

zu verbinden. Ein zentrales Element

dieser Entwicklung ist der gezielte

Ausbau kooperativer Forschungsinfrastrukturen.

Die Grundlage für

dieses strategische Vorhaben bilden

der Gesamtösterreichische Universitätsentwicklungsplan

(GUEP 2025–

2030) sowie der Entwicklungsplan

2030 der BOKU. Im Systemziel 2 des

GUEP 2025–2030 ist festgehalten,

dass die Grundlage für exzellente

und wettbewerbsfähige Forschung

eine leistungsfähige, serviceorientierte

und internationalen Standards

entsprechende Forschungsinfrastruktur

ist, die universitäts- und

standortübergreifend anzuschaffen

und kooperativ zu nutzen ist. Die

BOKU University hat bereits 2019

begonnen, diesen Weg zu beschreiten

und BOKU Core Facilities zu

etablieren.

BOKU Core Facilities bündeln modernste

wissenschaftliche Geräte,

Technologien und Kompetenzen, um

sie innerhalb der Universität sowie

externen Partner*innen zur Verfügung

zu stellen. Zudem fungieren Core

Facilities als Orte des wissenschaftlichen

Austauschs und der Vernetzung

von Forscher*innen aus verschiedenen

Disziplinen und schaffen

klare Qualitätsstandards, einheitliche

Methodenprotokolle und standardisierte

Datenerfassung.

Die Mitarbeiter*innen der Core

Facilities sind spezialisierte Wissenschaftler*innen

und Techniker*innen

und bieten intensive

methodische Unterstützung.

Die Core Facilities der BOKU stehen

nicht nur der Forschung, sondern

auch der universitären Lehre zur

Verfügung. Studierende erhalten

Zugang zu modernsten Technologien

und lernen den Umgang mit

Geräten, die sonst nur in spezialisierten

Forschungseinrichtungen

oder der Industrie verfügbar

wären. Dies fördert eine praxisnahe

Ausbildung und macht die Absolvent*innen

der BOKU auf dem

Arbeitsmarkt besonders wettbewerbsfähig.

Auch in der Drittmittelakquise wirkt

sich eine gebündelte und sichtbare

Infrastruktur positiv aus. Projekte

mit Beteiligung von Core Facilities

sind durch die vorhandene Infrastruktur

oft besser positioniert –

etwa im Rahmen von EU-Projekten,

FFG-Initiativen oder Forschungskooperationen

mit der Industrie.

Ein weiterer Vorteil der kooperativen

Infrastruktur liegt in der

nachhaltigen Nutzung von Ressourcen.

Durch die gemeinsame

Nutzung von Geräten und Laborflächen

wird nicht nur der ökologische

Fußabdruck reduziert, sondern

auch eine langfristige Investitionssicherheit

geschaffen. Die gezielte

Weiterentwicklung der BOKU Core

Facilities entlang der im Entwicklungsplan

2030 definierten Kompetenzfelder

schafft Klarheit über

Prioritäten und Investitionsbedarfe.

Mit Stand August 2025 sind an der

BOKU acht Core Facilities etabliert:

• Biomolecular & Cellular Analysis

https://boku.ac.at/cf/bmca

• Food & Bio Processing

https://boku.ac.at/cf/fbp

• Multiscale Imaging

https://boku.ac.at/cf/msi

• BioIndustrial Pilot Plant

https://boku.ac.at/cf/bipp

• Mass Spectrometry

https://boku.ac.at/cf/ms

• Analysis of Lignocellulosics

https://boku.ac.at/cf/alice

• Bioactive Molecules – Screening

and Analysis

https://boku.ac.at/cf/bmosa

• Bioinformatics

https://boku.ac.at/cf/binf

In diesen Einrichtungen wurde bereits

die Gerätebuchungssoftware

PPMS (Pasteur Platform Management

System) flächendeckend eingeführt

und mit den Buchhaltungs- und

72

3/2025


BOKU University

BOKU Core Facilities bündeln modernste wissenschaftliche

Geräte, Technologien und Kompetenzen, um sie innerhalb der

Universität sowie externen Partner*innen zur Verfügung zu stellen.

Fakturierungssystemen der BOKU

verknüpft, um die Rechnungslegung

für die verschiedenen Förder- und

Auftraggeber*innen zu vereinfachen.

Aktuell wird an der Etablierung

der BOKU Core Facility Landscape

Innovation Lab gearbeitet. Diese

Einrichtung hat das Ziel, raum- und

landschaftsbezogene Forschung

innovativ voranzutreiben und die

BOKU in diesem Forschungsbereich

sichtbar zu stärken.

Die Umsetzung einer weiteren CF im

Bereich Materialcharakterisierung

am Standort Türkenschanze wird

2026 in Angriff genommen.

Die BOKU hat sich im EP 2030 verpflichtet,

Forschungsinfrastrukturen

in den Bereichen Agrarwissenschaften

sowie Wald- und Bodenwissenschaften

zu etablieren bzw.

auszubauen. Aus den Standorten

Versuchswirtschaft Groß-Enzersdorf

und Lehrforstzentrum Rosalia sollen

die kooperativen Forschungsinfrastrukturen

BOKU Research & Training

Farm sowie BOKU Research &

Training Forest entwickelt werden.

Für beide Infrastrukturen wird die

Vernetzung mit europäischen Infrastrukturen

essenziell sein, um qualitativ

hohe Standards zu sichern,

Messmethoden und -technologien

nachhaltig weiterzuentwickeln und

den Zugang zu den Daten im Sinne

von Open Science zu ermöglichen.

Es ist das Ziel, beide BOKU-Forschungsinfrastrukturen

im Rahmen

von ESFRI – European Strategy

Forum on Research Infrastructures –

in die europäische Infrastruktur

für ökologische Langzeitforschung

– eLTER RI, Integrated European

Long-Term Ecosystem, critical zone

and socio-ecological system Research

Infrastructure – zu integrieren.

LINKS

BOKU Core Facilities

https://boku.ac.at/cf

ESFRI European Strategy Forum

on Research Infrastructures

www.esfri.eu

GUEP 2025–2030 –

Gesamtösterreichischer

Universitätsentwicklungsplan

Entwicklungsplan 2030

der BOKU

Univ.Prof. Mag. Dr. Christian Obinger ist

Vizerektor für Forschung und Innovation.

3/2025 73


Gemeinsam statt einsam:

Wege zu leistbarem,

solidarischem Wohnen

Changemaker*innen-Frühstück

der BOKU:BASE

Von Maximilian Roitner

Am 11. Juni 2025 lud die BOKU:BASE

zum Changemaker*innen-Frühstück

unter dem Motto „Gemeinsam

statt einsam: Wege zu leistbarem,

solidarischem Wohnen“. Bei Croissants

und Kaffee diskutierten rund

15 Teilnehmende über die Frage, wie

solidarisches, klimagerechtes und

gemeinschaftliches Wohnen jenseits

der klassischen Eigentumslogik

möglich sein kann – und was es

dafür braucht.

Nach einer kurzen Begrüßung und

einem interaktiven Einstieg zur

Frage „Was bedeutet Solidarität im

Wohnen für euch?“ stellten sich

zwei inspirierende Wohninitiativen

vor:

SchloR – Schöner leben ohne

Rendite ist ein selbstverwaltetes

Wohn- und Kulturprojekt in Wien-

Simmering. Organisiert im habiTAT-

Netzwerk, setzt SchloR auf kollektives

Nutzungseigentum statt Privateigentum

und schafft niederschwellige

Räume für kreatives Arbeiten,

soziales Miteinander und kulturellen

Austausch. Das Projekt versteht sich

als konkrete Utopie für ein gutes

Leben jenseits von Profitlogik und

Spekulation.

Living for Future ist ein junger Verein,

der mit seinem unverkäuflichen

Wohnhausprojekt langfristig günstigen

und ökologisch nachhaltigen

Wohnraum schaffen will. Wohnen

wird hier als gemeinschaftliche

Praxis verstanden – mit Fokus auf

klimagerechtes Bauen, solidarische

Nachbarschaft und bewussten

Alltag. Im anschließenden Gespräch

wurden viele praktische und

strukturelle Fragen behandelt: Wie

startet man ein gemeinschaftliches

Wohnprojekt? Welche Rolle spielen

Finanzierung, Eigentumsstrukturen

oder das Mietshäuser Syndikat?

Wie wird der Alltag organisiert, wer

trifft Entscheidungen – und wie

lassen sich Konflikte, Machtverhältnisse

oder Ausschlüsse reflektieren?

Besonders spannend war die

Auseinandersetzung mit politischen

und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen:

Welche Rolle könnten

gemeinwohlorientierte Wohnformen

in der Stadtentwicklung der Zukunft

spielen? Was müsste sich auf

Ebene von Politik und Förderung

ändern, um solidarisches Wohnen

breiter möglich zu machen? Die

offene, wertschätzende Atmosphäre

der Gesprächsrunde ermöglichte

nicht nur tiefgehende Diskussionen,

sondern auch persönliche Auseinandersetzung

mit eigenen Wohn-

74

3/2025


BOKU:BASE

Changemaker*innen-Frühstück der BOKU:BASE

bedürfnissen, Visionen und ganz

konkreten nächsten Schritten. Die

Abschlussrunde zeigte: Viele Teilnehmende

gingen inspiriert und mit

dem Wunsch nach mehr Vernetzung

und Austausch nach Hause. Wohnen

ist mehr als ein Dach über dem Kopf

– es ist auch eine Frage des Miteinanders.

Die BOKU:BASE ist Katalysator für

nachhaltige Ideen, die über den

Hörsaal hinaus Wirkung entfalten.

Sie versteht sich als Inkubator für

Projekte, die ökologisch und gesellschaftlich

relevant sind, und bildet

eine Brücke zwischen Forschung,

Lehre und Gründungspraxis. Zum

Angebot zählen Formate rund

um die Sustainable Development

Goals, in denen Studierende Ideen

in interdisziplinären Teams weiterentwickeln

können – ergänzt durch

Co-Working-Spaces und ein starkes

Netzwerk. Forschende erhalten

Unterstützung bei geistigem Eigentum

– von der Erfindungsmeldung

bis zur Spin-off-Gründung. An den

Standorten Türkenschanze, Muthgasse

und Tulln ermöglichen modern

ausgestattete Labore und Core

Facilities das Testen und Umsetzen

von Prototypen. Das Team begleitet

Studierende und Forschende individuell

– von der Idee bis zum eigenen

Projekt. Wer sich einbringen

möchte, findet über Kurse, Formate

wie die BASE:academy oder das

Changemaker*innen-Frühstück und

offene Labortage einen unkomplizierten

Einstieg. Die BOKU:BASE ist

ein lebendiges Ökosystem, in dem

mutige Ideen wachsen, sich vernetzen

und nachhaltig gedeihen – für

eine zukunftsfähige Welt.

KONTAKT BOKU:BASE

Labs & Infrastructure

Dr. in Doris Schmidt MSc

doris.schmidt@boku.ac.at

Research & Intellectual Property

Mag. a Michaela Amstötter-Visotschnig

michaela.amstoetter-visotschnig@boku.ac.at

Manuel Orasch LL.M.

manuel.orasch@boku.ac.at

Education & Sustainable Development

Mag. Michael Ambros

michael.ambros@boku.ac.at

LINKS

BOKU:BASE Website

BOKU:BASE LinkedIn

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→ ERA/HEU

ELLS

DOC BEST: Agrar- und

Lebensmittelsysteme neu denken

Innovative Wege der Doktoratsausbildung zur Lösung komplexer Herausforderungen

Von Romana Roschinsky, Alexandra Strauss-Sieberth, Christian Vihanek, Krzysztof Wieczorek

Die Lebensmittelsicherheit steht,

im Kontext des Klimawandels, vor

großen Herausforderungen und

ist ein zukunftsweisendes Thema

in der Landwirtschaft, da sie die

nachhaltige Produktion, Qualität

und Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln

für eine wachsende

Weltbevölkerung sicherstellen

muss. Die Produktion von landwirtschaftlichen

Produkten, deren

Lagerung, Verarbeitung und der

anschließende Vertrieb von

Lebensmitteln sowie die Nachfrage

und der Konsum durch Haushalte

stellen essenzielle Parameter

innerhalb von Agrar- und Lebensmittelsystemen

dar. Fundiertes

Wissen und Kompetenzen zum

Gestalten in diesem Bereich sichern

nachhaltige Kreislaufsysteme, eine

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Eckdaten DOC BEST

Dauer: 36 Monate

Förderungssumme – Budgetanteil

BOKU: 71.383 Euro

BOKU-Verantwortliche:

Romana Roschinsky, Rektorat,

Koordination Strategische Projekte

Alexandra Strauss-Sieberth,

Lehrentwicklung, E-Learning und Didaktik

Christian Vihanek, Forschungsservice,

DocService

Krzysztof Wieczorek, Department für Agrarwissenschaften,

Institut für Pflanzenschutz

https://short.boku.ac.at/ells.html

Die europäische Universitätsallianz Euroleague for Life Sciences

(ELLS) engagiert sich für die Weiterentwicklung der Lebenswissenschaften

im Sinne der Nachhaltigkeit, indem sie transformative

Bildung, weltführende Forschung und eine tiefgreifende gesellschaftliche

Einbindung fördert. Die Kernaktivitäten dieses Netzwerkes aus

13 internationalen Universitäten – gemeinsames Lehren und Lernen,

Mobilität sowie die Entwicklung gemeinsamer Programme – bereiten

Studierende und Mitarbeitende darauf vor, als Gestalter*innen des

Wandels in nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen in Europa

und weltweit zu wirken.

Durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, wechselseitiges

Lernen und institutionelle Zusammenarbeit stärkt ELLS die akademische

Exzellenz und globale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Mitgliedsuniversitäten

und schafft zugleich eine starke kollektive Identität

im Einklang mit dem europäischen Green Deal und den Sustainable

Development Goals.

www.euroleague-study.org/en

gesunde Lebensweise und zufriedene

Konsument*innen.

Basierend auf dieser Überlegung

haben acht ELLS-Universitäten

einen Erasmus+-Projektantrag mit

dem Titel „DOC BEST: Doctorate

Challenge Based Education for Sustainable

Transformation“ verfasst

und erfolgreich um Förderung durch

die Europäische Kommission eingereicht.

Von wesentlicher Bedeutung

für das Projekt sind die Weiterentwicklung

einer europäisch angelegten

Doktoratsausbildung sowie die

Ausbildung einer neuen Generation

von „scientists for society“.

Innovative Doktoratsausbildung

als Antwort auf die Bewältigung

zukünftiger Probleme

Um eine nachhaltige Transformation

der Agrar- und Lebensmittelsysteme

gewährleisten zu können, sollen

transversale Kompetenzen in der

Doktoratsausbildung verstärkt gewichtet

werden. Folgerichtig sollen

Doktorand*innen ihre neu erworbenen

Kompetenzen nutzen, um diese

Eigenschaften in ihre Forschungsarbeit

einfließen zu lassen.

Lösungswege in den Agrar- und Lebensmittelsystemen

wissenschaftlich

und didaktisch aufzubereiten

sowie die Erarbeitung eines Leitfadens

für einen transdisziplinären

Ansatz in der Doktoratsausbildung

sind Maßgaben dieses 36-monatigen

Projektprogramms. Des Weiteren

ist ein erklärtes Projektziel,

diese Erkenntnisse einer interessierten

Öffentlichkeit, beispielsweise

in Form einer Datenbank

oder von Weiterbildungskursen, zur

Verfügung zu stellen.

Ein Augenmerk auf den Ausbau

von Challenge-Based-Learning

(CBL) als didaktisches Konzept

in Kursformaten

Das Projekt DOC BEST gliedert sich

in vier Arbeitspakete, die sich mit

verschiedenen Aspekten der Agrarund

Umweltwissenschaften befassen.

Im Rahmen des Projekts wird

an der Entwicklung einer transdisziplinären

Doktoratsausbildung

gearbeitet, an der Förderung der

Zusammenarbeit in Forschung und

Ausbildung sowie an der Vermittlung

von transversalen Kompetenzen

an Wissenschaftler*innen und

Doktorand*innen zur Bewältigung

komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen.

Die BOKU University

wird insbesondere in jenem

Arbeitspaket eine koordinierende

Rolle einnehmen, das sich auf

Challenge-Based-Learning fokussieren

wird. Basierend auf einer

universitätsübergreifenden Analyse

eines bestehenden Portfolios sollen

die Entwicklung und Implementierung

von drei einwöchigen Kursen

vorangetrieben werden, an denen

jeweils bis zu 25 Doktoratsstudierende

teilnehmen können. Eine anschließende

Evaluierung dieser drei

Kursformate, die als Pilotversuch

konzipiert sind, bildet die Grundlage

für die Weiterentwicklung von

zukunftsweisenden Lehr- und Lernformaten

in der Doktoratsausbildung

durch die ELLS-Universitäten.

3/2025 77


→ Forschung FAQ

ERC Grants

Novelties for Work Programs 2026 & 2027

By Olivier Guillaume

Shutterstock

The ERC WP 2026, adopted in July 2025, introduces

key changes. Proposal structures have been revised to

reduce redundancies between B1 and B2. The two parts

are now called Part I (formerly B1): a 5-page document

outlining the scientific idea and objectives, and Part

II (formerly B2): a 7-page document (reduced from 14

pages) focused on implementation and methodology.

Evaluators will now assess research feasibility in Part II

(step 2) instead of Part I.

Funding remains unchanged (Euro 1.5M for ERC StG,

Euro 2.0M for ERC CoG, Euro 2.5M for ERC AdG, and Euro10M

for ERC SyG). However, additional funding (Euro

1M) can now include personal costs and specific relocation

expenses for applicants moving to the EU or an

Associated Country are now extended to up to Euro 2M.

For the Synergy Grant, Part II is now 10 pages (down

from 14) and must detail implementation and collaborative

arrangements. Eligibility rules for resubmissions

have also changed: applications rejected with a “B” at

step 1 are ineligible for the next year’s call.

Looking ahead to WP 2027, eligibility windows will

expand: ERC Starting (0-10 years post-PhD) and ERC

Consolidator (5-15 years post-PhD). A new “ERC Super

Grant”, larger than the Advanced Grant, will be introduced

for individual researchers at or moving to EU

host institutions. So be prepared!

Upcoming Deadlines

ERC Starting: 14 October 2025

ERC Synergy: 5 November 2025

ERC Consolidator: 13 January 2026

We, the Project Support Team, have set-up an ERC

Mentoring Program to support your ERC application.

So now, let´s make your ERC!

LINK

ERC Work Program 2026

https://erc.europa.eu/news-events/news/erc-work-programme-

2026-adopted

CONTACT

Dr. Olivier Guillaume

Research Support, Innovation and Technology

Transfer, Pre-award support

olivier.guillaume@boku.ac.at

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Participants of the “Navigating Brussels 2025” in European Parliament

Patrik Toula

Navigating Brussels 2025

A course for late PhDs and early PostDocs

staying at a crossroad of decisions for to do

By Lada Fialova

Finishing PhD or early PostDoc is

a critical point at which a young

researcher must decide on her/his

next career path. Continue research

career with the view of moving every

few years until reaching a permanent

position? Go to industry with

more stable conditions but less

freedom? Quit research completely?

These topics and much more were

discussed at the 6 th training Navigating

Brussels with ELLS 2025:

How can the EU help you develop

your scientific career, organized by

eight ELLS* universities (BOKU,

SLU, UHOH, SGGW, CZU, UGHENT,

L’ Institut Agro, WUR) in Brussels.

Tips on career options in- and outside

science, funding opportunities

and practical workshops on proposal

writing for those who want to

stay in science, were accompanied

by visits of the European Parliament

and the ERC Executive Agency, an

administrative body of the most

prestigious European funding program

in excellent science.

Workshop

The highlight of this year were

discussions with an alumnus of

this training who succeeded to

get a position at European Commission,

and MSCA Postdoctoral

Fellowships- and ERC grantees. The

vibrant, international atmosphere

fostered peer exchange and lasting

professional connections across

disciplines and countries.

The next event will be organized in

June 2026. Don´t miss the oppor-

tunity to extend your network, start

new collaborations, friendships,

and investigate your future career

options. Calls for participants will be

open beginning of January 2026.

* ELLS Euroleague for Life Sciences

www.euroleague-study.org/en

CONTACT

DI in Lada Fialova, MA PhD

Research Support, Innovation

& Technology Transfer

lada.fialova@boku.ac.at

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Arbeitssituation der

Tagesmütter am Bauernhof

Von Mareike Rosenbichler und Elisabeth Quendler

Eine Karriere zu machen und sich

im Job entfalten zu können, ist in

der heutigen Zeit nicht ausschließlich

Männern vorbehalten. Immer

mehr Frauen ergreifen die Chance

und steigen die Karriereleiter hinauf.

Dabei ist es für eine Vielzahl der

Frauen – die auch Mütter sind – unerlässlich,

eine geeignete Betreuung

für ihren Nachwuchs zu finden. Erwünscht

ist eine Kinderbetreuung,

die flexibel genug für variierende

Arbeitszeiten ist sowie Betreuung im

familiären Rahmen mit genug Abwechslung

und Naturerlebnis bietet.

Ein Beispiel ist das Projekt Tagesbetreuung

am Bauernhof, welches

zum Ziel hat, die Tageskinder von

Bäuerinnen oder Tagesmüttern mit

landwirtschaftlichem Lebensumfeld

auf deren landwirtschaftlichen Betrieben

betreuen zu lassen.

Der derzeitige Forschungsstand zur

Tagesbetreuung von Kindern am

Bauernhof ist in Niederösterreich

sowie in anderen Bundesländern

Österreichs ausbaufähig und wissenschaftlich

nicht untersucht. Der

Fokus dieser Arbeit liegt auf der

Tagesbetreuung von Kindern auf

Bauernhöfen, insbesondere im Aufgaben-

und Aufenthaltsumfeld sowie

im daraus entstehenden Mehrwert

durch gesteigerten Naturbezug

für Kinder.

Dabei wurden die Tätigkeitsfelder

der Tagesmütter während der Betreuung

und im Allgemeinen sowie

auch die Kindersicherheit am Hof

beleuchtet. Die Analyse dieser Aspekte

wie auch des aus dieser Form

der Betreuung resultierenden Mehrwerts

wurde mittels qualitativer Befragung

durchgeführt. Dafür wurden

repräsentativ acht Tagesmütter, die

Tagesbetreuung auf ihren Bauernhöfen

in Niederösterreich anbieten,

interviewt.

Die Ergebnisse zeigten, dass den

Probandinnen wichtig war, den Kindern

eine sichere und freie Umgebung

zu bieten, in welcher sie in familiärer

Atmosphäre betreut werden

können. Trotz der verbesserungswürdigen

Entlohnung dieses Berufsfeldes

erledigen die Tagesmütter

ihren Job sehr gerne, da ihnen die

Vermittlung von bäuerlichen und gesellschaftlichen

Werten ein Anliegen

ist. Sie sehen es als ihre Aufgabe,

den Kindern in ihren frühen Jahren

Wege zu zeigen, um den Faktor Natur

mit allen Facetten und Vorteilen

als vertraut und allgegenwärtig auf

ihren Lebensweg mitzugeben.

Mareike Rosenbichler

Mareike Rosenbichler

DI in Mareike Rosenbichler war Dirmhirn-

Stipendiatin 2023/24 und hat ihre Masterarbeit

im Dezember 2024 am Institut für

Landtechnik abgeschlossen.

80

3/2025


Inge Dirmhirn

Förderpreis

Ausschreibung des Inge Dirmhirn Förderpreises für

gender- und/oder diversitätsspezifische Bachelor-,

Master-/Diplomarbeiten und Dissertationen an der

Universität für Bodenkultur Wien 2025

Inge Dirmhirn Award for gender- and/or diversity-specific

Bachelor‘s, Master‘s/Diploma theses and dissertations

at BOKU University 2025

Der Preis in der Höhe von insgesamt 3000 Euro

(jeweils 500 Euro für eine bereits approbierte Bachelorarbeit,

1000 Euro für eine bereits approbierte

Master-/Diplomarbeit und 1500 Euro für eine approbierte

Dissertation) wird im Wege des Arbeitskreises

für Gleichbehandlungsfragen ausgeschrieben und an

Studierende bzw. Absolvent*innen der BOKU verliehen.

Eingereicht werden können abgeschlossene Bachelor-,

Master-/Diplomarbeiten und Dissertationen. Das

Thema der Arbeit muss gender- und/oder diversitätsspezifische

Themen mit BOKU-relevantem Inhalt

aufweisen. Besonders begrüßt werden deutsch- oder

englischsprachige Arbeiten mit kreativen Ansätzen,

die insbesondere interdisziplinär ausgerichtet sind

und über den Durchschnitt guter Forschung hinausragen.

Die Verleihung des entsprechenden akademischen

Grades muss im Zeitraum 1.1.2023 bis 15.11.2025

(Datum des Verleihungsbescheids) erfolgt sein.

Anträge auf Verleihung des Preises können bis spätestens

15. November 2025 per E-Mail eingereicht

werden.

Antragsformular und Richtlinien

https://short.boku.ac.at/dirmhirn-foerderpreis

Application form and guidelines

https://short.boku.ac.at/en_dirmhirn-foerderpreis

Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen BOKU

Equal Opportunities Working Party BOKU

akglboku@boku.ac.at

Inge Dirmhirn

Stipendium

Ausschreibung des Inge Dirmhirn Stipendiums zur

Förderung einer Masterarbeit an der Universität für

Bodenkultur Wien 2025

Inge Dirmhirn Scholarship to support a Master‘s

thesis at BOKU University 2025

Der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen

BOKU vergibt das Inge Dirmhirn Stipendium in

Höhe von bis zu 2400 Euro zur Förderung der Erstellung

einer Masterarbeit an der Universität für

Bodenkultur Wien.

Das Stipendium dient zur finanziellen Unterstützung

einer Masterarbeit mit dem Ziel, die Arbeit

in konzentrierter Weise durchführen zu können.

Weiters soll mit dem Stipendium die Mobilität

von Nachwuchswissenschaftler*innen gefördert

werden.

Zur Bewerbung eingeladen sind alle an der BOKU

zu einem Masterstudium zugelassenen Studierenden.

Die Masterarbeit in deutscher oder englischer

Sprache muss spätestens mit 1. Februar 2026 begonnen

und innerhalb eines Jahres positiv beurteilt

werden.

Das Inge Dirmhirn Stipendium wird für genderund/oder

diversitätsspezifische Themen mit BOKUrelevantem

Inhalt ausgeschrieben.

Anträge auf Zuerkennung des Stipendiums können

bis spätestens 15. November 2025 per E-Mail eingereicht

werden.

Antragsformular und Richtlinien

https://short.boku.ac.at/dirmhirn-stipendium

Application form and guidelines

https://short.boku.ac.at/en_dirmhirn-stipendium

3/2025 81


→ Strategische Kooperation BOKU–Umweltbundesamt

Vision 2028+

Zukunftsbild für Österreichs Landwirtschaft

und den ländlichen Raum

Von Martin Tschikof, Barbara Birli und Georg Gübitz

Sollten Land- und Forstwirt*innen

für die Bereitstellung von Ökosystemleistungen

(ÖSL) entlohnt

werden? Diese Forderung findet sich

in der Vision 2028+ „Zukunftsbild

für Österreichs Landwirtschaft und

den ländlichen Raum“ des BMLUK.

Politische Instrumente wie das

Agrarumweltprogramm ÖPUL fördern

zwar umweltschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen,

schaffen

aber kaum Anreize darüber hinaus.

Mit dem Ziel, den gesellschaftlichen

Wert von ÖSL zu honorieren und zusätzliche

Einkommensmöglichkeiten

zu schaffen, organisierten die BAB,

BOKU, HBLFA Raumberg-Gumpenstein

und das Umweltbundesamt im

Juni 2025 einen wissenschaftlichen

Workshop. Hochkarätige Expert*innen

präsentierten und diskutierten

Methoden zur ÖSL-Quantifizierung

und monetären Bewertung sowie

politische und privatwirtschaftliche

Instrumente der Umsetzung, um

daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Wir freuen uns auf vertiefende

Dialoge.

Weiters bieten im Bereich Klima,

Energie und Mobilität Horizon Europe

(Cluster 5) und das österreichische

Klimaforschungsprogramm

ACRP diesen Herbst und Winter

wieder attraktive Fördermöglichkeiten

für gemeinsame Projekte.

Unsere Jubiläumsveranstaltung

zum 20-jährigen Bestehen der

Strategischen Kooperation

BOKU–Umweltbundesamt bietet

Gelegenheit, unter dem Leitsatz

„Transformation durch Kooperation

– Strategien für morgen“

Themen zu vertiefen. In spannenden

Vorträgen, Diskussionsrunden

und interaktiven Workshops wird

zur Vernetzung zwischen Mitarbeiter*innen

beider Institutionen

und darüber hinaus angeregt. Wir

bitten alle Interessierten, sich den

10. Dezember 2025 dafür vorzumerken!

Für Ideen oder Fragen zu Kooperationen

mit dem Umweltbundesamt

stehe ich gerne zur Verfügung.

Martin Tschikof

KONTAKT

Dr. Martin Tschikof

Koordinierungsstelle der Strategischen

Kooperation BOKU–Umweltbundesamt

martin.tschikof@umweltbundesamt.at

LINK

http://short.boku.ac.at/fos_stratkoopbokuu

Daniel Pelz

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3/2025

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