RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 10/2025
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Oktober 2025
Nr. 10
rundschau.de
info@rundschau.de
18
STRATEGIE
Interview:
Müllermilch setzt
auf gesunden
Geschmack.
50
SORTIMENTE
MIT ZUKUNFT
Von AfG bis Mopro:
Trends und
Prognosen für
neun Kategorien.
ANUGA 2025
TREIBER
INNOVATION
AUCH IN DIESER AUSGABE: UMSATZSTEIGERNDE MUSIK · DIE ZUKUNFT VON HELLOFRESH · STORE-CHECK BEI EDEKA
BLAZEVIC IN MÜNCHEN · LÖSUNGEN FÜR PARKPLÄTZE · VOILÀ: MARKANT FÖRDERT START-UPS · LEH-JAHRESBILANZ
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RUNDSCHAU 10/25
Editorial
Marcelo Crescenti
Chefredakteur
E-Mail: crescenti@rundschau.de
Innovieren oder verlieren
Innovationen fallen nicht vom Baum – oder doch? Auf der Suche nach
Orten, an denen Produktinnovation für die Lebensmittelbranche
stattfindet, ist die Redaktion der RUNDSCHAU nach Nord- und Süddeutschland
gereist – und auch nach Südtirol, wo die Innovation
in Gestalt einer neuen Apfelsorte am Baum hängt. Die spannenden
Geschichten dazu erzählen wir ab Seite 36.
Innovation ist auch das Leitmotiv der diesjährigen Leitmesse ANUGA
in Köln. Die Veranstalter wollen damit das wichtigste Schaufenster
der Branche für heimische und internationale Besucher spannender
machen und neue Inspiration liefern. Auch die RUNDSCHAU ist vor
Ort: Besuchen Sie uns gerne auf dem Stand 051, Boulevard BOCF.
Wir haben uns im Vorfeld der Messe mit den Trends in neun Produktkategorien
intensiv beschäftigt: Ab Seite 50 geben verschiedene
Experten darüber Auskunft, wie sich die wichtigsten Warengruppen
aktuell und künftig entwickeln und welche Trends Industrie und
Handel auf keinen Fall verpassen sollten.
Ich wünsche eine gewinnbringende Lektüre!
#Frosch
Reinhard Schneider, Inhaber
von Werner & Mertz, spricht
über sinnvolle Innovationen,
Markenzuversicht und die Listung
bei Lidl. Seite 6
#Parkplätze
Ein Aufreger-Thema für Kunden
und Händler. Neue Ideen
und Konzepte für die unbeliebteste
Fläche im ganzen LEH.
Seite 22
#HelloFresh
Die RUNDSCHAU war bei der
Eröffnung des Pop-up-Stores
des Kochboxversenders in Zürich
und hat mit der DACH-
Chefin über Gegenwart und
Zukunft gesprochen. Seite 26
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und keine wichtigen News verpassen?
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Branchenevents, spannende Firmen-Insights
oder glamouröse Awards.
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03
RUNDSCHAU Oktober 2025
Inhalt
www.rundschau.de
Mehr News, Fotos und
Hintergründe stehen
online für Sie bereit.
www.rundschau.de/wettbewerbe/
fitfortrade
Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,
Lernmaterial und vieles mehr.
Die Titelstory
Wie viel Innovationskraft kann in einem Apfel stecken? Wie ist Innovation
überhaupt definiert? Und wo entsteht sie? Die RUNDSCHAU
hat die Antworten aus vielen Perspektiven in einem großen Special
zusammengefasst. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 34.
Branche
Sortiment
06 Ein Kaffee mit ...
Reinhard Schneider, Geschäftsführer von Werner
& Mertz mit der Ökomarke Frosch.
34 Anuga-Special: Innovation
Das Leitthema der Anuga lautet Innovation.
Dazu das große Special der RUNDSCHAU.
28
Store-Check Edeka Blazevic
14 Nachwuchsförderung
Deutschlands beste Nachwuchskraft im Handel:
Das fitfortrade-Finale vor dem Countdown.
16 Die Branche in Zahlen
Discounter legen zu: Aktuelle Zahlen über die
Entwicklungen im LEH auf einen Blick.
50 Anuga: Kategorien
Auftakt für neun Warengruppen und den Insights
zu Trends und Entwicklungen im Markt.
50 Molkereiprodukte
51 Snacks
Fotos: Hans-Rudolf Schulz; Koelnmesse GmbH, Harald Fleissner
In Münchens edler Maxvorstadt betreibt Edeka-Kaufmann
Davor Blazevic einen Markt mit Stil und dem
perfekten Angebot für die urbanen Kunden.
50
Trendaussichten
Von Süßware bis Spirituose – die Anuga zeigt die
ganze Vielfalt. Was tut sich hierzulande in den Warengruppen?
Experten mit der Bestandsaufnahme.
18 Interview
Mit Cornelia Heiser, Deutschland-
Geschäftsführerin bei der Molkerei Müller.
22 Parkplätze
Erfahrungen und Tipps: Was tun gegen Fremdparker
auf den LEH-Parkplätzen?
26 Lebensmittel online
Neue Märkte, neue Konzepte: Kochboxen-
Versender HelloFresh verändert die Ausrichtung.
28 Store-Check: Edeka Blazevic
Aus dem ehemaligen Tengelmann-Standort hat
der Kaufmann einen hippen Markt gemacht.
32 Instore-Music
Nervig oder wirkungsvoll? Eine Studie belegt
Hintergrundmusik als Wirtschaftsfaktor.
52 Fleisch & Wurst
53 Heißgetränke
54 Tiefkühlkost
55 Brot & Backwaren
56 Süßware
58 Alkohlfreie Getränke
59 Spirituosen
Rubriken
08 Newsticker
61 Verbandsinfo
62 Neue Produkte/Impressum
66 ForscherAuftritt: David Bosshart
04 Inhalt • RUNDSCHAU 10/25
GÖNN’ DIR
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GESAMTBON 3
1 Quelle: Circana LEH >= 200 qm (inkl. HD) + DM; Röstkaffee Marktanteil in %; YTD Juni 2025; Basis Menge
2 Quelle: YouGov SimlT Consumer Scan, Basis 2024, Melitta ® Barista Shopper haben ein überproportional hohes Einkommen vs. Röstkaffee gesamt
3 Quelle: YouGov Cash Bill „Value“ Analyse (CBA) für Melitta, 17.02.2025; Barista Marken-Käufer geben 5% mehr für ihren Einkauf aus.
Ein Kaffee mit …
Reinhard Schneider
Text: Marcelo Crescenti
Foto: Thomas Fedra
INNOVATIONEN MIT
MEHRWERT
Umweltpionier, Familienunternehmer, Wassersport-Fan: Reinhard
Schneider will mit neuen Ideen und der Strahlkraft der Marke Frosch
nachhaltige Verpackungslösungen pushen und die Branche verändern.
Das Büro von Reinhard Schneider
gleicht einer Trophäensammlung,
mittendrin der Deutsche
Umweltpreis, den er aus den
Händen des Bundespräsidenten
bekommen hat. Wer sichtbare Beweise
für die Innovationskraft seines Unternehmens
Werner & Mertz braucht, findet
sie hier, aufgereiht auf einem Sideboard.
Schneider hat sich dem Kampf gegen
Plastik und Verpackungsmüll verschrieben
– ausgerechnet als Hersteller von
Wasch- und Spülmitteln, die ohne diese
Schutzhülle nicht auskommen. Seine
Verpackungen bestehen bereits aus 100
Prozent Rezyklat, doch das reicht ihm
nicht. Er möchte die ganze Branche davon
überzeugen mitzumachen. Die Marke
seines Unternehmens kennen und vertrauen
die meisten Deutschen: Frosch.
Eine Portion Zuversicht
„In diesen anstrengenden Zeiten verkaufen
wir eine Portion begründete Zuversicht“,
sagt Schneider in seinem Büro in Mainz,
mit Blick auf die Produktionsanlagen
und den Rhein. Aus seiner Sicht gehören
drei Dinge zur Frosch-Erfolgsformel:
Die Qualität der Produkte, die Lebensfreude,
die die Marke ausstrahlt, sowie
das Angebot an die Konsumenten, eine
nachhaltige und gleichzeitig verzichtfreie
Wahl am Regal treffen zu können.
Neue Produkte oder die Ausweitung in
neue Kategorien sind bei Frosch nur dann
möglich, wenn sie einen echten Mehrwert
für die Umwelt bieten – denn sie sollen
auch stets auf das Glaubwürdigkeitskonto
der Marke einzahlen. Eine hohe Hürde
und gleichzeitig ein Ansporn, der laut
Schneider die Kreativität nicht ausbremst,
sondern vielmehr befördert. Er zeigt den
Trigger einer Sprühflasche, der vollständig
aus recyceltem Kunststoff besteht – eine
Innovation, alles andere als einfach zu
bewerkstelligen, erreicht in Zusammenarbeit
mit einem Verpackungsanbieter.
Gegen „Promotionitis“
Greenwashing und zweifelhafte Umweltversprechen
kann der Frosch-Chef nicht
ausstehen. Im Gespräch kritisiert er auch
das, was er „Promotionitis“ nennt: „Hohe
Promotionsanteile im LEH führen dauerhaft
zur Erosion des Markenvertrauens“,
ist er überzeugt. Nun wird Frosch erstmals
bei einem Discounter angeboten
– Lidl. Das hat jedoch keine Auswirkung
auf die Souveränität der Marke, betont
Schneider. Das Markenversprechen wird
06 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Ein Kaffee mit...
Noch mehr interessante Menschen
aus der Branche bei einer Tasse
Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.
gehalten, es handelt sich zudem um eine
Festlistung und keine kurzzeitige Aktion.
2024 war das umsatzstärkste Jahr der
Geschichte für das Mainzer Unternehmen.
Trotzdem macht sich Schneider Sorgen,
und zwar um die abnehmende Recyclingquote
in Deutschland sowie die Untätigkeit
der EU und der Bundesregierung in
Sachen Kreislaufwirtschaft. Hier müsse
Tempo gemacht werden, stattdessen werde
vielfach die Entwicklung hin zu nachhaltigen
Verpackungslösungen verhindert.
„In diesen
anstrengenden
Zeiten verkaufen wir
mit der Marke Frosch
eine gute Portion
begründete
Zuversicht.“
Solide Kommunikation
„Wir kommunizieren über das Erreichte
und machen keine großspurigen Ankündigungen“,
betont Schneider. Der solide Mittelständler
zeigt höchstens in der Freizeit
einen Hang zum Abenteurer: Nach Windsurfing
hat er das E-Foiling für sich entdeckt.
Dabei „schwebt“ man auf einem
Surfboard mit moderner Technik
über dem Wasser – umweltfreundlich
durch einen elektrischen
Motor angetrieben. ☐
REINHARD
SCHNEIDER
ist der Meinung, dass
eine nachhaltige Haltung
Unternehmen auch bei
der Rekrutierung hilft.
Schwierigkeiten, Personal
zu finden, hat er aktuell
nicht.
www.rundschau.de
07
Branche
Newsticker
Täglich neu: www.rundschau.de
News und Infos aus der Branche und über ihre
Entscheider finden Sie täglich aktuell auf
Instagram. LinkedIn und www.rundschau.de
Industrie: Drittes Rezessionsjahr
LEBENSMITTELINDUSTRIE Während der Umsatz
im Lebensmittelhandel wächst (Seite 16),
stecken die deutschen Lebensmittelhersteller
im dritten Jahr der Rezession. Laut Bundesvereinigung
der Deutschen Ernährungsindustrie
(BVE) erwirtschaftete die Branche im ersten
Halbjahr 2025 rund 119 Milliarden Euro, ein
realer Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber
dem Vorjahreszeitraum. Im Inland lag der Umsatz
bei 74,8 Milliarden Euro, was einem preisbereinigten
Rückgang um minus 1,9 Prozent
entspricht. Im Ausland stieg der reale Umsatz
um 1,1 Prozent, was den Gesamtrückgang
geringfügig abfederte.
Vor dem Hintergrund der schwachen Inlandsnachfrage
gewinnt das Auslandsgeschäft für
die Branche weiter an Bedeutung, die Exportquote
stieg leicht auf 37,1 Prozent. Spannend
dabei: Während die Verkaufspreise der Lebensmittelhersteller
an die Händler im Inland um
3,3 Prozent anzogen, stiegen sie im Ausland
mit 6,9 Prozent deutlich stärker.
Politische Unsicherheit durch Neuwahlen, neue
Zölle durch die US-Administration sowie hohe
Arbeits- und Energiekosten belasteten die Betriebe
im ersten Halbjahr, so der Verband. Die
positive Entwicklung im Export ist demnach
teilweise auf Sondereffekte im Zusammenhang
mit den erwarteten US-Zöllen zurückzuführen.
„Im März kam es zu einem sprunghaften Anstieg
der Exporte, insbesondere in die USA und
nach China, womit es sich um Vorzieheffekte
handeln dürfte“, so eine Pressemitteilung.
Der ifo-Geschäftsklimaindex für die Ernährungsindustrie
zeigte sich zuletzt im August
deutlich eingetrübt und fiel mit 89,5 Punkten
auf den niedrigsten Stand seit Februar 2023.
Das hänge auch mit der Tatsache zusammen,
dass bei den Rohstoffkosten keine Entlastung
in Sicht sei, so der BVE.
Florale Elegan
Lass Blumen sprechen!
NEU
auch als
Impulsartikel
ab
2026
Mehr als Schokolade
Rewe-Lieferservice schließt
Lücken in Süddeutschland
LEBENSMITTEL-BRINGDIENSTE Rewe erweitert sein Lieferservice-Gebiet um Ingolstadt
und Gaimersheim und schließt damit eine Lücke im süddeutschen Raum. Die
Produkte werden im Lager in Nürnberg kommissioniert, das auf einer Fläche von
knapp 7.000 Quadratmetern mehr als 12.000 Artikel anbietet. Bereits im Frühjahr
hatte der Rewe-Lieferservice seine Liefergebiete um Hagen, Wolfsburg und Heilbronn
erweitert.
Der Lebensmittelhändler beliefert mittlerweile deutschlandweit über 90 Städte
samt Umland. Die Verarbeitung der Online-Bestellungen erfolgt in der Regel in
spezialisierten Food Fulfillment Centern (FFC), in denen die Produkte in rund sechs
Kühlzonen kommissioniert und für die Lieferung bereitgestellt werden.
Aktuell sind 16 FFCs in Deutschland am Netz, in denen manuell sowie teilautomatisiert
kommissioniert wird. Über 3.300 Mitarbeitende sind mittlerweile in diesem
Geschäftsbereich tätig.
Rewe setzt bei der Warenbelieferung verstärkt auf Elektromobilität und schaffte
zuletzt 64 neue E-Sprinter von Mercedes-Benz an. Sie übernahmen Lieferungen
in Berlin und in Neuss. Für die Fahrzeuge und den Ausbau der Ladeinfrastruktur
investiert der Händler laut Unternehmensmitteilung knapp fünf Millionen Euro.
Fotos: Bell Food Group
08 Branche • RUNDSCHAU 10/25
o: © Fairtrade Sweden / A.-K. Persson | u: © Fairtrade Deutschland / T. Keweritsch
Starkes Siegel
Fairtrade ist das bekannteste Nachhaltigkeitssiegel in
Deutschland, und darauf vertrauen die Konsument*innen.
Darum: Fairtrade-Produkte am PoS sichtbar machen!
Advertorial
Vertrauen
Marktrelevanz
Profilierung
Authentizität
89 Prozent der deutschen Verbraucher*innen
kennen laut Marktforschungsinstitut
GlobeScan das
Fairtrade-Siegel. Insgesamt vertrauen
81 Prozent der Deutschen
auf das Siegel.
Von diesen Spitzenwerten können
auch Lebensmittelhändler profitieren
– indem sie Fairtrade-Produkte
listen, ins Regal stellen und prominent
präsentieren. Besonders
bei der jungen Zielgruppe können
sie punkten: 95 Prozent der jungen
Konsument*innen, die das Siegel
kennen, kaufen regelmäßig oder
gelegentlich Fairtrade-Produkte.
„Händler profitieren von der hohen
Bekanntheit des Fairtrade-Siegels
am meisten, wenn sie die Produkte
gut sichtbar im Regal platzieren“
Benjamin Drösel,
Vorstand Marketing und Vertrieb,
Fairtrade Deutschland
Branche
Newsticker
Neuer Nestlé-CEO: Philipp Navratil
übernimmt in turbulenten Zeiten
PORTRÄT Er ist der erste
Schweizer an der Spitze von
Nestlé seit rund 40 Jahren:
Philipp Navratil übernimmt
den Posten des CEO des
Schweizer Nahrungsmittelkonzerns
in turbulenten Zeiten,
nachdem sein Vorgänger
Laurent Freixe wegen einer
nicht offengelegten Beziehung
zu einer Mitarbeiterin
gehen musste. Diese verstieß gegen den internen
Verhaltenskodex von Nestlé.
Navratil begann seine Karriere bei Nestlé 2001
als interner Auditor. Nach verschiedenen kaufmännischen
Positionen in Mittelamerika wurde
er 2009 zum Country Manager für Nestlé Honduras
ernannt. Im Jahr 2013 übernahm er die
Leitung des Kaffee- und Getränkegeschäfts in
Mexiko, sieben Jahre später
wechselte er in die strategische
Geschäftseinheit Kaffee
von Nestlé, wo er für die Marken
Nescafé und Starbucks
verantwortlich war. Im Juli
2024 trat er die Position
des CEO bei Nespresso an.
Philipp Navratil ist seit dem
1. Januar 2025 Mitglied der
Geschäftsleitung von Nestlé.
Die Erwartungen an den neuen Chef sind hoch:
Er muss Ruhe ins Unternehmen bringen und
zugleich zahlreiche Herausforderungen meistern,
darunter stark steigende Rohstoffkosten,
Konsumzurückhaltung und ein schwächelnder
Aktienkurs. Zudem erwarten Beobachter, dass
er das Markenportfolio weiter bereinigt, zum
Beispiel im Wassergeschäft.
Tiefkühlmarkt
wächst weiter
MARKTZAHLEN Das Deutsche Tiefkühlinstitut
(dti) prognostiziert für das laufende
Jahr 2025 ein Absatzwachstum im deutschen
Tiefkühlmarkt von insgesamt 3,2
Prozent auf rund 4,3 Millionen Tonnen. Für
den Gesamtumsatz 2025 geht das dti von
einer Steigerung um 5,8 Prozent auf 23,6
Milliarden Euro aus. Im Bereich LEH und
Heimdienste rechnet das dti mit einem
Absatzplus von 2,1 Prozent auf 2 Millionen
Tonnen. Der Umsatz soll hier um 3,6 Prozent
auf 12,2 Milliarden Euro zulegen.
Positiv entwickelten sich im ersten Halbjahr
2025 die Tiefkühlsortimente Backwaren,
Fisch, Fertiggerichte und Kartoffelprodukte.
Besonders stark war die Entwicklung
bei Tiefkühl-Obst mit rund 14 Prozent
Wachstum. Die Warengruppen Pizza und
Fleisch zeigten sich stabil. Eine negative
Entwicklung war bei Tiefkühl-Snacks sowie
bei Gemüse/Kräutern zu verzeichnen.
Alle Generationen
shoppen
preisbewusst
KONSUMENTENVERHALTEN Ob jüngere oder
ältere Shopper: In der DACH-Region kaufen
laut aktueller YouGov-Studie alle Generationen
preisbewusst ein. Die Erwartungen
an das Einkaufserlebnis variieren allerdings
laut „YouGov Behavior Change Report“
stark: Während bei jüngeren Konsumenten
effiziente Abläufe wie ein schnellerer
Kassiervorgang an erster Stelle stehen,
wünschen sich ältere Kunden einen vertrauten
Ladenaufbau und übersichtlichere
Gänge. Freundliches Personal ist generationenübergreifend
wichtig. Jüngere
Konsumenten stehen neuen Sortimenten
in der Regel offener gegenüber.
Fotos: Nestlé
10 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Mehr zu der Preisverleihung
Alle Gewinner und Hintergründe zur Arbeit von MSC
und ASC lesen Sie nach dem Scannen des QR-Codes
auf der RUNDSCHAU-Seite: www.rundschau.de.
_
INFO
Nachhaltige Fischerei
Mit dem Ziel, Seafood aus nicht
überfischten Fanggebieten für den
Verbraucher per Siegel sichtbar zu
machen, wurde der Marine Stewardship
Council (MSC) 1997 gegründet.
Der MSC entwickelte ein Zertifizierungsprogramm
für nachhaltige
Fischerei aus Wildfang, Anfang 2000
kamen die ersten Produkte mit dem
Siegel auf den Markt.
△ Die Gewinner der MSC- sowie des ASC-Awards für besonderes Engagement in nachhaltiger Fischerei und
verantwortungsvolle Aquakultur auf einem Bild. Die Awards wurden zum ersten Mal vergeben.
Für Seafood aus Aquakultur gibt es
seit 2010 die Partnerorganisation
Aquaculture Stewardship Council
(ASC) als ebenfalls gemeinnützige
Nachhaltigkeits- und Zertifizierungsorganisation
mit Sitz in London
und Utrecht.
Ein Fest für Blue Food mit MSC- und ASC-Awards
NACHHALTIGE FISCHEREI Zuerst tagsüber aktuelle
Informationen zum Stand der Fischwirtschaft
im Blue Future Forum, dann ein Abend voller
Ehrungen: Ausgewählte Persönlichkeiten und
Unternehmen wurden in Büsum erstmals mit
den MSC- und ASC-Awards ausgezeichnet. Zu
den Gewinnern gehören iglo (MSC-Seafoodmarke
des Jahres), Deutsche See (MSC-Großhändler
des Jahres) sowie Edeka und Kaufland,
jeweils als MSC- und ASC-Einzelhändler des
Jahres.
Die beiden gemeinnützigen Organisationen
Marine Stewardship Council (MSC) und Aquaculture
Stewardship Council (ASC) möchten
mit der Preisverleihung auf die Leistungen
nachhaltiger Fischerei und verantwortungsvoller
Aquakultur hinweisen. Beispielsweise
hat sich der Bestand von rotem Thunfisch im
Mittelmeer entgegen den Erwartungen erholt.
„Die Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass
verantwortungsvolle Fischerei und Aquakultur
schon heute Realität sind. Mit ihrer Vorbild-
funktion prägen sie die Zukunft der Branche“,
erklärt Dennis Wittmann, General Manager
DACH beim ASC. Die Awards wurden insgesamt
in elf Kategorien vergeben.
Fotos: MSC ASC / Oliver Reetz
△ Das Büsumer Watt‘n Hus mit Meeresblick war Schauplatz des Blue Future
Forums und der Verleihung der MSC- und ASC-Awards.
Im Gegesatz zu
vielen Markenprodukten
ist
der Anteil der
MSC-zertifizierten
Heringe im Eigenmarkensortiment
der Handelsunternehmen
hoch.
Quelle: MSC Heringsbericht 2025
www.rundschau.de
11
Branche
Newsticker
Online oder am PoS:
So wählen Shopper
100 Jahre Weiss-Lebkuchen
in Neu-Ulm gefeiert
JUBILÄUM Rund 100 Gäste feierten den 100. Geburtstag des Traditionsunternehmens
Weiss-Lebkuchen in Neu-Ulm, das zur Aachener
Lambertz-Gruppe gehört. Dort werden jährlich mehr als 30.000 Tonnen
verschiedenster Lebkuchenvarianten produziert. Im Bild BDSI-Chef Carsten
Bernoth (l.) mit Hermann Bühlbecker, Inhaber der Lambertz-Gruppe.
ONLINE VS. STATIONÄR Online-Shopping boomt seit Jahren,
doch was das Einkaufserlebnis angeht, bleibt der stationäre
Handel weiterhin ungeschlagen. In ihrer aktuellen Studie „Online
vs. Stationär 2025“ untersuchen die Marktforscher von
POSpulse, welche Kaufkanäle für welche Produkte bevorzugt
werden – und warum.
Beim Lebensmittelkauf ist die Antwort eindeutig: Rund 97 Prozent
der weiblichen Befragten und 94 Prozent der männlichen
Befragten kaufen am liebsten stationär. In der Hitliste folgen
Getränke, Drogeriewaren und Kosmetik. Online wandern Lebensmittel
dagegen nur bei fünf bis sechs Prozent der Befragten in
den Einkaufskorb.
Das wichtigste Kriterium für die Kaufentscheidung am PoS ist die
direkte Verfügbarkeit der Produkte (88% bzw. 84%). Außerdem
ist es den Shoppern wichtig, die Produkte zu sehen und anfassen
zu können (80% bzw. 79%). Für 52 Prozent der weiblichen
Shopper zählt das Einkaufserlebnis zu den Vorteilen, für knapp
50 Prozent der Befragten ist die Unterstützung lokaler Händler
ebenfalls ein Kriterium. Für beide Geschlechter zählen automatisierte
Stores zu den interessantesten Trends.
Knuspr neuer
Partner der
Markant Gruppe
PARTNERSCHAFT Der Online-Supermarkt
Knuspr ist neuer Partner der Schweizer
Markant Gruppe. Als Dienstleister für den
europäischen Lebensmittelhandel übernimmt
Markant Aufgaben wie die Optimierung
von Zahlungsprozessen, Pflege
von Stammdaten und Sicherstellung der
Produktverfügbarkeit.
Knuspr ist der erste reine E-Food-Anbieter
in Europa, der im Markant-Netzwerk
aufgenommen wurde. „Mit Markant gewinnen
wir einen erfahrenen Partner, der
unsere Prozesse effizienter und skalierbarer
macht, ohne unsere DNA zu verändern“,
sagte Knuspr-Chef Olin Novák.
Fotos: Lambertz-Gruppe
Fotos: Pixabay/OpenClipart-Vectors (2x), ROverhate, stevepb; Unsplash/Jan Gunnar Nygård
Mintel Spotlight – der Marktforschungs-Blog mit
erfrischenden Perspektiven, neuen Daten und bahnbrechenden
Analysen der Märkte, die wirklich zählen.
Im Fokus: Getränke
Ob funktionale Drinks, regionale Säfte oder alkoholfreie
Alternativen – die Auswahl an Getränken wächst stetig
und wird vielfältiger. Doch auch Verpackung, Geschmack
und Herkunft spielen eine wichtige Rolle, wenn Konsumenten
im Markt zur passenden Flasche greifen. Die
Marktforscher von Mintel
erklären, welche
Trends aktuell entscheidend
sind
und wo Wachstumspotenziale
bestehen.
Besondere Aktionen
Mehr Mut auf der Ladenfläche
Auch der Getränkehandel profitiert von Impulseinkäufen,
allen voran bei der Gen Z. 81 Prozent der Angehörigen
dieser Generation lassen sich zum spontanen Getränkekauf
verleiten, im Vergleich zu 52 Prozent
aller Altersklassen. Die Kunden sind auf der Suche
nach limitierten Editionen und neuartigen
Produkten, um ihren Gästen zu Hause etwas
Besonderes zu bieten. Ebenfalls interessiert
zeigen sie sich an Verkostungen vor Ort und
an persönlich zugeschnittenen Getränkeempfehlungen.
Für Marken und Händler
lohnt es sich daher, auf der Ladenfläche
mehr Mut zu zeigen – mit Limited Editions
oder multisensorischen Verkostungen
mit Community-Charakter.
„Die Kombination aus edlen Getränken
und passenden Produkten – etwa Wein
mit Gourmetkäse oder Bio-Limonaden
mit Snacks – kann aus einem einfachen
Treffen ein unvergessliches Erlebnis
machen.”
Armando Falcao,
Associate Director, Retail
_
ZAHLEN
TICKER
Regalkauf
88 PROZENT
der Getränkekonsumenten
kaufen diese im Handel,
hauptsächlich während
ihres Lebensmitteleinkaufs.
Getränkevielfalt
57 %
der Befragten kauften im
ersten Quartal 2025 laut
Umfrage am häufigsten
Flaschenwasser, gefolgt
von Softdrinks (52 %) und
Fruchtsäften (44 %).
Qual der Wahl
44 PROZENT
ziehen Getränkehändler
vor, die einfach zu erreichen
sind. Gefolgt von
solchen, die eine große
Produktauswahl anbieten
(38 Prozent) und freundliches
Service-Personal
haben (31 Prozent).
Lokale Angebote
34 PROZENT
der Deutschen sind bereit,
für in Deutschland hergestellte
Getränke mehr zu
bezahlen, denn der lokale
Bezug ist beim Getränkekauf
ein starker Treiber.
Bei Männern zwischen 16
und 24 Jahren steigt dieser
Anteil auf 55 Prozent,
bei Familien mit kleinen
Kindern auf 44 Prozent.
Branche
Zahlen & Fakten
Auf einen Blick
Sicht der Konsumenten
76 %
derjenigen, die
Getränke in Supermärkten
kaufen, wünschen
sich bessere Rabatte
Unterschiedliche Modelle
Convenience gefragt
Obwohl 90 Prozent der Getränkekonsumenten
mit ihrer Retail-Erfahrung zufrieden
sind, gibt es in puncto Convenience und verbesserter
Services wie der Zustellung nach
Hause, Click-and-Collect und Abo-Modellen
noch Luft nach oben. Letzteres ist insbesondere
für ältere Konsumenten
und Familien
von Interesse. Händler
könnten beiden Zielgruppen
mit auf sie zugeschnittenen
Abo- und
Zustellungsoptionen
entgegenkommen.
Attraktive Angebote
Innovationen
34 %
würden für in
Deutschland hergestellte
Getränke
mehr bezahlen.
für Großgebinde.
33 %
finden aufeinander
abgestimmte
Getränke- und
Essensangebote ansprechend.
39 Prozent der Getränkekonsumenten
zeigen sich gegenüber neuen Getränken
eher gleichgültig – ein Hinweis darauf, dass
das aktuelle Angebot nicht
genügend Begeisterung auslöst.
Bei Kunden ab 65 Jahren
steigt dieser Anteil sogar auf
53 Prozent, was darauf schließen
lässt, dass neue Produkte
diese Zielgruppe bislang nicht
ausreichend ansprechen.
Branche Nachwuchsförderung
© keeunit
Final Countdown
INFORMATION
Mittwoch, 15. Oktober 2025:
Der große Finaltag
9:00 Uhr: Marktplatz/Quizrallye
10:00 Uhr: Vortragsreihe
Moderation: Stefan Gödde
10:10 Uhr: Keynote
Björn Fromm, Präsident BVLH
10:25 Uhr: Anders denken –
mutige Entscheidungen treffen
Holger Stanislawski,
Fußballspieler, Unternehmer
11:00 Uhr: Fairtrade Deutschland
Preisverleihung der Fairtrade-
Platzierungschallenge
11:10 Uhr: KI im Supermarkt:
Kollege oder Konkurrenz?
Hendrik Haase, Foodblogger
11:45 Uhr: Marktplatz/Mittagspause
13:00 Uhr: fitfortrade-Finale 2025
15:30 Uhr: Siegerehrung
„Deutschlands beste Nachwuchskraft
im Handel 2025“
16:00 Uhr: Siegerehrung Quizrallye
Am 15. Oktober findet das fitfortrade-Finale im E-Werk in Köln statt. Auf
die 18 Top-Kandidaten warten spannende Spielrunden und Nervenkitzel
bis zur letzten Sekunde – denn nur einer kann am Ende jubeln.
Es wird ein Tag im Leben, der alles verändert
– nicht nur für den diesjährigen
fitfortrade-Sieger, sondern für alle Nachwuchskräfte,
die es so weit geschafft haben.
Denn die Emotionen und die Erfahrungen
kann den Top 18 niemand mehr nehmen.
Dennoch steht am Ende des Tages nur einer
auf dem Siegertreppchen ganz oben: „Deutschlands
beste Nachwuchskraft im Handel 2025“.
Wertvolle Impulse
Durch den Finaltag im E-Werk in Köln führt
bereits zum zehnten Mal „Galileo“-Moderator
Stefan Gödde. Doch bevor es zum großen
Showdown der talentierten Nachwuchskräfte
kommt, wartet eine inspirierende Vortragsreihe
auf die Zuschauer vor Ort.
Den Anfang macht Björn Fromm, Präsident
des Bundesverbandes des Deutschen Lebens-
mittelhandels (BVLH). Er spricht in seiner
Keynote über die Chancen und beruflichen
Perspektiven für junge Menschen im Lebensmitteleinzelhandel
sowie über die aktuellen
Herausforderungen der Branche – vor allem
im Hinblick auf Fachkräftemangel, Digitalisierung
und Image.
Im Anschluss erwartet euch ein Vortrag von
Holger „Stani“ Stanislawski, ehemaliger Fußballspieler
sowie Unternehmer. Das Thema:
„Anders denken – mutige Entscheidungen
treffen!“ Nach der Preisverleihung zur Fairtrade-Platzierungschallenge,
bei der Nachwuchskräfte
Fairtrade-Produkte im Markt in
Szene setzen konnten, nimmt uns Foodblogger
Hendrik Haase mit in die Welt von Künstlicher
Intelligenz. Sein Vortragsthema „KI im Supermarkt:
Kollege oder Konkurrenz?“ liefert ein
Fotos: Jan Düfelsiek; Unternehmen, Bitkom
mit Unterstützung von:
14
fitfortrade • RUNDSCHAU 10/25
fitfortrade-Markentrainer
Hier kann man die neuen fitfortrade-Markentrainer
ganz leicht und direkt bestellen. Es fallen lediglich
Versandkosten an.
Text: Jenny Rommel
Ausblick auf Chancen, Grenzen und die Frage:
Wie wollen wir leben und arbeiten, wenn
Maschinen immer mehr mitreden?
Bühne frei
Ab 13 Uhr ist es dann endlich so weit: die
Top 18 battlen in herausfordernden Spielen
um den Sieg. Mit jeder Runde schrumpft die
Teilnehmerzahl – bis am Ende zwei Nachwuchskräfte
in einer letzten Fragerunde im
direkten Duell gegeneinander antreten. Hier
entscheidet sich, wer als Sieger gekürt wird.
Till Geppert, Sieger von 2024, gibt diesen Tipp:
„Ich glaube, es ist wichtig, auch in stressigen
Situationen ruhig und locker zu bleiben. Diese
neue Gelassenheit hat mir geholfen, einen
klaren Kopf zu bewahren und mich voll und
ganz auf die Aufgaben zu konzentrieren.“☐
Foodblogger und
Autor Hendrik
Haase befasst
sich mit der
Thematik Künstliche
Intelligenz
und teilt beim
fitfortrade-
Finale seine
Gedanken, die
garantiert zum
Nachdenken
anregen.
WISSENS-BOOST
Waren- und Verkaufs-Wissen aus der Box: Die Markentrainer
kommen jedes Jahr in neuem Look und mit frischem Inhalt –
randvoll mit aktuellen Fakten und spannenden Trends aus dem LEH.
fitfortrade-
Markentrainer
2025/26:
jetzt
bestellen!
Von TK-Backwaren, Heilwasser und Nüssen über Energy Drinks und
Röstkaffee bis hin zu Fruchtgummi und Waffelgebäck: Die neue
fitfortrade-Markentrainer-Box 2025/26 bietet wie immer spannendes
Handels- und Verkaufskundewissen zu den verschiedensten Warengruppen.
Viele Fragen, klare Antworten
Was ist die Funktion von Geliermitteln bei der Fruchtgummi-Produktion?
Woraus sind Tiefenwässer entstanden? Was gilt EU-weit für Tenside? Und
mit welchem Gerät wird der Zuckergehalt von Äpfeln gemessen? Antworten
zu diesen und vielen weiteren Fragen liefern die fitfortrade-Markentrainer.
Speziell für Nachwuchskräfte im Handel entwickelt, machen sie diese fit für
den Job und möglicherweise auch den Titel „Deutschlands beste Nachwuchskraft
im Handel“. Denn: Die Fragen im fitfortrade-Wettbewerb beziehen sich
auch auf die Themen der aktuellen Box. Wer sich beim großen Showdown am
15.10. im E-Werk in Köln also den Sieg holen möchte, sollte sich die Inhalte
genau anschauen. Weitere Informationen und das Bestellformular gibt’s
auf der fitfortrade-Homepage. Dort kann auch die Box 2025/26 angefordert
werden, kostenfrei. Es fallen lediglich Versandkosten an: www.fitfortrade.de
www.rundschau.de
15
Branche
Jahresbilanz
Text: Sibylle Menzel
Branche kompakt
Großflächen stagnieren, Discounter legen zu: Die Umsatzanalyse 2024 des Lebensmittelhandels
vom EHI Retail Institute zeigt deutliche Verschiebungen. Wie sich preisbewusstes Einkaufen und
Kaufzurückhaltung der Shopper in Zahlen ausdrücken – ein Überblick.
209,7
Mrd. Euro
Nettoumsatz erzielte der deutsche
Lebensmittelhandel 2024
insgesamt. Ein Anstieg von 2,5
Prozent im Vergleich zum
Vorjahr (204,5 Mrd. Euro).
15.976
Filialen betrieben die Discounter.
Diese Zahl blieb
damit nahezu stabil.
36.565
Geschäfte standen Shopper
2024 für den täglichen Bedarf
zur Verfügung. Im Vergleich
zu 36.828 im Vorjahr sind das
263 Geschäfte weniger.
7.900
kleinflächige Outlets gab es
2024, somit 50 weniger als im
Vorjahr; in den Jahren davor
lag der Rückgang doppelt bis
viermal so hoch.
16 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Expansion zeigt sich weniger in zusätzlichen
Standorten als in der Optimierung
bestehender Netze: Weniger erfolgreiche
Geschäfte werden geschlossen und an
geeigneteren Stellen neu eröffnet.
Quelle: EHI Retail Institute
65,9
Mrd. Euro
Nettoumsatz erzielten Supermärkte
und legten damit 2,5 %
zu. Große Supermärkte legten
ca. 2,3 % auf 22,4 Mrd.
Euro zu.
97,7
Mrd. Euro
erwirtschafteten Discounter
mit einem deutlichen Zuwachs
von plus 3,3 %.
Illustration: stock.adobe.com/and4me
BESTE
GETRÄNKE-
HÄNDLER
SO MELDEN SIE IHRE ABTEILUNG ZUM WETTBEWERB
• Ihre Daten geben Sie in das Anmeldeformular unter
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• Reichen Sie bitte mindestens fünf aussagekräftige Fotos
ein, gerne auch eine Präsentation, Videoclip, weiteres Material.
Alles digital hochladen oder per Wetransfer senden.
• Anmelden können Sie Ihren Markt ab sofort bis spätestens
15.11.2025.
• Die Jury achtet auf: Sortimentsbreite, -tiefe, Aktualität,
Präsentation, Warenkunde, Beschriftung, Beratung,
Mitarbeiterengagement, PoS-Marketing, eigene Ideen,
Kreativität
SO PROFITIERT IHR MARKT VON DER TEILNAHME
• Der Wettbewerb motiviert Mitarbeiter, gemeinsam
auf den Sieg hinzuarbeiten.
• Teilnehmer erhalten ein Coaching in
Form einer individuellen Beurteilung.
• Die Sieger sind Vorzeigeabteilungen
für die Branche und setzen
Maßstäbe.
• Alle Gewinner erhalten einen Imageclip
für ihre Marketingzwecke.
• Die Auszeichnung stärkt das
Image und das Vertrauen der
Kunden.
• Gewinner berichten über signifikante
Umsatzsteigerungen.
Unterstützt von:
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Anmeldebogen finden Sie unter:
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Branche
Interview
Text: Martina Kausch
Fotos: Hans-Rudolf Schulz
Immer
wieder
anders
Seit 2022 ist Cornelia Heiser
für Müllermilch Deutschland
verantwortlich. Innovationen durch
Geschmack, Texturen und Health
Care sind ihre großen Themen. Die
Managerin gibt Einblick in die Strategie
des sonst eher verschwiegenen
Konzerns, der Innovationstreiber
ist und gleichzeitig bei vielen
Konsumenten in der Kritik steht.
18 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Müllermilch und die Dubai-Schokolade
Warum Müllermilch mit einem neuen Produkt so
schnell auf den Hype um die Pistazienschokolade
reagieren konnte, lesen Sie online.
+
ZUR
PERSON
Cornelia Heiser
Müller – der Milchkonzern mit starken
Marken wie Müllermilch, Weihenstephan
und Landliebe ist eher
verschwiegen. Deutschland-Chefin
Cornelia Heiser ist dafür im Interview mit
der RUNDSCHAU ganz offen. Sie spricht über
Strategie, Marken und Trends. Nur ein Thema
wird vermieden: Die Verstrickungen des Konzernchefs
Theo Müller mit der rechtsextremen
Partei AfD, die zum Teil zu Boykottaufrufen
seitens von Konsumenten führt.
Welche Trends sehen Sie für 2026 – und
was ergibt sich daraus für die Innovationsstrategie
von Müllermilch?
Es gibt zwei durchaus auch gegenläufige
Trends. Einerseits das Bestreben nach Produkten,
die einem sehr funktionalen gesunden
Lebensstil entsprechen, Stichwort Health
Lifestyle. Dazu gehören beispielsweise High
Protein-Produkte. High Protein ist dabei längst
kein Nischenthema mehr – es hat sich zu
einem echten Lifestyle-Trend entwickelt.
◁ “Wir haben ein Thema, das wir
uns bei Müller auf die Fahnen
schreiben, das ist Geschmack“,
betont Cornelia Heiser.
Es gibt das Bestreben nach Produkten, die
einem funktionalen gesunden Lebensstil
entsprechen – Stichwort Health Care. Und
es gibt den Trend nach extremem Genuss.
Immer mehr Konsumenten achten bewusst
auf ihre Ernährung und suchen gezielt nach
Produkten, die nicht nur schmecken, sondern
auch einen gesundheitlichen Mehrwert
bieten. Proteinreiche Lebensmittel stehen
dabei besonders im Fokus, da sie mit Fitness,
Leistungsfähigkeit und aktivem Lebensstil
assoziiert werden.
Und der zweite?
Dazu gegenläufig ist der Trend zu extremem
Genuss. Die Dubai-Schokolade ist da ein Beispiel
für. Aber man sieht auch Trends in der
Gastro-Szene. Da kommt auf den frischgebackenen
Cookie noch Cheesecake-Topping
und oben drüber Karamellsoße. Die Idee ist
dabei, immer noch eins draufzusetzen für
ultimativen Genuss, verschiedene Zutaten zu
kombinieren, aber auch das Erleben von verschiedenen
Texturen. Konsumenten möchten
sich auch mal etwas gönnen, sich belohnen
– und das am liebsten mit Produkten, die
überraschen und begeistern. Solche Produkte
haben daher eine Chance auf dem Markt.
Wie wichtig sind Limited Editions?
Sehr wichtig. Bei Müllermilch, Joghurt mit der
Ecke, Milchreis und der Fruchtbuttermilch
arbeiten wir am häufigsten mit Limited Editions.
Dort merken wir immer wieder, wie die
neuen Sorten Impulse in den Markt senden.
So halten wir die Marken aktuell. Sie werden
dadurch als innovativ wahrgenommen, das
zeigen Marktforschung und Konsumenten-
Interviews. Auf den drei Flagship-Marken
Müllermilch, Joghurt mit der Ecke und Milch-
Die Diplom-Kauffrau Cornelia Heiser
startete ihre berufliche Laufbahn im
Marketing bei Ferrero. Später war
sie bei Danone für die Marke Activia
verantwortlich.
Bevor sie im April 2022 zu Müllermilch
kam, war sie über sieben Jahre
bei dem Bio-Pharma-Unternehmen
GSK (ehemals Glaxo Smith Kline) im
Consumer Healthcare-Marketing
für Marken u.a. in den Bereichen
Schmerzmittel und Rauchentwöhnung
tätig.
Seit 2022 arbeitet Heiser in der
Unternehmensgruppe Theo Müller
in Aretsried/ Bayern, seit 2023 als
Geschäftsführerin Deutschland
mit Verantwortung für die Marken
Müllermilch, Weihenstephan
und Landliebe.
reis liegt der Schwerpunkt bei Müller, sie
müssen sich gesund im Markt entwickeln.
Deswegen findet die Aktivierungsarbeit vor
allem auf diesen drei Marken statt.
Wie geht es mit neuen Geschmäckern und
neuen Sorten weiter? Sie persönlich haben
einen Hintergrund in der Pharmazie-Branche
und die Marke Weihenstephan richtet
sich ja eher an ältere Konsumenten.
Wir wollen noch nachlegen und auch neue
Segmente einführen.
Welche?
Wir haben ein Thema, das wir uns bei Müller
auf die Fahnen schreiben: Das ist der
Geschmack. Wir wollen Produkte auf den
Markt bringen, die einzigartig und anders
sind, die überraschen und die der Markt noch
nicht bedient. Als der Joghurt mit der Ecke
entwickelt wurde, gab es noch kein Zwei-
Kammer-Produkt auf dem Markt. Auch
www.rundschau.de
19
Branche
Interview
◁ „Der Convenience-
Gedanke ist uns
wichtig. Passen
unsere Produkte in
den Alltag?“, fragt
sich Müllermilch-
Geschäftsführerin
Cornelia Heiser
immer wieder.
klassische. Das wissen wir jetzt und insofern
gibt es keine spezifische Vegan-Strategie mehr.
Nach verschiedenen Positionierungsansätzen
im veganen Umfeld haben wir uns bewusst
dafür entschieden, unsere pflanzlichen Produkte
wie Müllerdrink und Müller Reis direkt
bei unseren etablierten Kernmarken im Regal
zu platzieren. Das spiegelt sich auch im
Design wider.
Allerdings: Ein Müller Milchreis oder Joghurt
mit der Ecke in vegan, der fast genauso
schmeckt wie ein klassisches Milch-Produkt,
bedeutet extremen Aufwand in der
Forschungs- und Entwicklungsabteilung.
Milch mit Geschmack war in der Vielfalt
nicht zu haben. Mit diesen Produkten ist
die Müllermilch groß und erfolgreich geworden.
Aber der Kernpunkt aller Müller-Marken
ist der Geschmack. Wir glauben, dass man da
noch einen drauflegen kann, mehr ist mehr!
Wir arbeiten an Ideen, die eine ganz neue
Geschmacksdimension aufmachen.
Woran arbeiten Sie außerdem?
Der Convenience-Gedanke ist wichtig. Wir
fragen uns: Passen unsere Produkte in den
Alltag? Kann man sie beispielsweise gut mitnehmen?
Sind unsere Produkte so praktikabel
wie sie sein könnten? Kurz gesagt: Bieten die
Produkte alle Facetten, die sich der Konsument
mit modernem Lebensstil wünscht?
pflanzliche Alternativen an – das, was sich die
Verbraucher heute wünschen. Denn unsere
Konsumenten probieren gerne Neues aus,
leben auch mal flexitarisch und schätzen,
dass sie von Müller die Auswahl bekommen.
Bei veganen Produkten haben wir eine steile
Lernkurve hinter uns. Anfangs dachte man,
ein veganes Produkt müsse besonders „grün“
beziehungsweise nachhaltig sowie möglichst
gesund sein und daher weniger Zucker und
weniger Fett enthalten. Aber die breite Masse
an Konsumenten sind keine Hardcore-Veganer,
sondern wollen einfach ab und zu eine
vegane Alternative haben. Das vegane Produkt
soll dabei idealerweise so schmecken wie das
Trotzdem haben die veganen Produkte im
Handel in etwa den gleichen Preis wie die
klassischen Produkte?
Die meisten veganen Produkte im Markt werden
vom Handel höher bepreist. Dabei haben
vegane Produkte eine besondere Herausforderung,
die den meisten Konsumenten nicht
bewusst ist: Der höhere Mehrwertsteuersatz
von 19 statt 7 Prozent. Sie sind also per se
teurer! Der vegane Müller Reis hat inzwischen
die gleiche unverbindliche Preisempfehlung
wie der klassische Milchreis. Hier gehen wir
Kompromisse in der Marge ein, denn das
Segment soll wachsen und sich etablieren.
Aber auch hier gilt: Das Produkt soll Spaß
machen, sehr gut schmecken – und den Markt
öffnen für Konsumenten, die sich von neuen
Geschmacksrichtungen locken lassen. ☐
Woher kommen die Ideen?
Unsere Ideen werden lokal entwickelt. Wir
haben in Freising eine leistungsfähige Produktentwicklung,
die auf erfahrene Lebensmittel-Technologen,
Produktentwickler und
Pilot-Anlagen zurückgreifen kann. Zudem
schauen wir uns im Marketing Team in Aretsried
Trends an und befragen Konsumenten,
um zu analysieren: Was will der Markt?
Wie gehen Sie mit dem veganen Segment
um? Die Nachfrage stagniert.
Wir bieten in unserem Portfolio sowohl
klassische Milchprodukte als auch einige
„Bei veganen
Produken haben
wir eine steile
Lernkurve hinter
uns“, formuliert die
Managerin.
20 Branche • RUNDSCHAU 10/25
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Branche
Parkplätze
Text: Silke Detlefsen
Parkraum für Shopper
Auf vielen Supermarkt-Parkplätzen sind Fremdparker ein leidiges Thema. Wie kann man als
Händler darauf reagieren? Schließlich möchte man doch primär den eigenen Kunden, die im
Markt verlässlich für Umsatz sorgen, jederzeit freie Stellflächen offerieren. Gleichzeitig will man
keine negativen Ressentiments wecken. Erfahrungen, Tipps und ein Blick auf neue Potenziale.
22 Branche • RUNDSCHAU 10/25
9
INTERVIEW
Stephan Stadler, Geschäftsführer von
Edeka Stadler + Honner, kennt die
verschiedensten Szenarien. Der Markt
„Die Frisch-Nachbarn“ in München-
Unterföhring etwa verfügt über großzügige
800 Parkplätze. In unmittelbarer Nähe gibt
es keinen Bahnhof, keine U-Bahnstation und
keine Arztpraxis. Auch Autos von Anwohnern
sind kein Thema. Es gibt also keinen Grund,
für Überwachungen und Beschränkungen.
„Wer hier parkt, kann dann eigentlich nur
den Bus nehmen, um weiterzukommen“, lacht
Stadler. An den Standorten der beiden Straubinger
Märkte in Einkaufszentren sieht das
schon wieder anders aus. Hier werden die
Parkplätze nach der Entscheidung des Immobilien-Vermieters
videoüberwacht. Sein
Fahrzeug hier abzustellen, ist also nur in
einem begrenzten Zeitraum für die Dauer
des Einkaufs frei. Wer vom Bewirtschafter
der Parkflächen ein Ticket kassiert und sich
erbost an das Personal im Markt wendet, wird
freundlich weiterverwiesen: Man möge sich
telefonisch an die auf der Parkplatz-Beschilderung
ausgewiesene Nummer wenden. Doch zu
derlei Beschwerden komme es eigentlich auch
nur bis zu vier Wochen nach der Umstellung
auf eine überwachte Parkzeitbegrenzung.
„Langfristig bereitet uns das keine Probleme.
Wir bekommen von den Kunden eher Lob,
wie leicht man nun freie Parkplätze findet“.
Es geht nicht mehr anders
Edeka Fitterer hat im vergangenen Jahr seinen
neuen Markt in Gernsbach, Nähe Karlsruhe,
eröffnet. Zunächst gestaltete sich die Situation
mit den 160 Parkplätzen gut, wie Andreas
Fitterer aus der Inhaberfamilie erzählt. Die
Fläche teilt man sich mit einem Lidl-Markt.
Es geht darum, dass wir für viel Geld
einen Parkplatz anmieten, diesen
reinigen und sauber halten und ihn
brauchen, um Umsätze zu generieren.
Andreas Fitterer
Edeka-Kaufmann
Oberhalb der Edeka-Geschäftsräume befinden
sich über mehrere Geschosse Wohnungen, für
die eine eigene Tiefgarage zur Verfügung steht.
„Mittlerweile merken wir tatsächlich gerade
an den Wochenenden, dass die Parkplatzsituation
beengt wird.“ Zum traditionsreichen
Altstadtfest, das jedes Jahr viele, auch auswärtige
Besucher anlockt, hat man etwa gerade
zum ersten Mal Parkplatzwächter eingesetzt.
„2024 war es so, dass unsere Anlieferplätze
zugeparkt wurden. Wir bekommen auch am
Samstag Ware – da wurde es wirklich schwierig.
Wir werden es damit zwar nicht schaffen,
Fremdparker fernzuhalten. Aber wir können
es so zumindest geregelt ablaufen lassen.“
Mit gemischten Gefühlen
Zeitnah wird Fitterer auch die Parkdauer auf
zunächst 120 Minuten begrenzen. Denn er hat
mittlerweile rund 30 Fahrzeuge als Dauerparker
ausgemacht. Auch die Bewohner des
Hauses nutzen aus Bequemlichkeit gelegentlich
die Flächen, weil es – je nach Lage der
Wohnung – schneller vom Parkplatz als von
der Tiefgarage aus in die eigenen Räume geht.
Nach dem Motto: „Ich bin ja eh nur kurze Zeit
daheim und fahre dann gleich wieder weg.“
Die Kontrolle läuft dann bald über die Kennzeichenerkennung
(Fair parken), der Kunde
braucht keine Parkscheibe einlegen.
„Wir werden in einem ersten, weichen Schritt
am Sonntag das Parken frei gestalten. Denn
wenn sonntags jemand zu Besuch kommt, ist
der Markt sowieso geschlossen. Dann stört
es uns auch nicht. Und zu besonderen Veranstaltungen
werden wir der Stadt den Parkplatz
immer wieder gerne anbieten, wenn
es der Betrieb ermöglicht“, so Fitterer.
Man hört durch, dass er eigentlich kein
Jakob
Bodenmüller
Co-CEO &
Mitgründer
Wemolo
In welchem Maße lässt sich die Zahl
der Fremdparker durch Ihre Technologie
reduzieren? Gibt es Analysen?
Unsere Bilanz: 70 bis 85 Prozent weniger
Fremdparker und rund plus sieben
Prozent mehr Kunden binnen zwölf
Monaten. Nahezu 100 Prozent aller Parkvorgänge
laufen komplett reibungslos
– ohne Schranken, ohne Tickets, ohne
App. Schon allein die bessere Verfügbarkeit
führt bei einem durchschnittlichen
Markt zu einer Gewinnsteigerung im
mittleren fünfstelligen Bereich pro Jahr
und Standort.
Welche wirtschaftlichen Erfolgsaussichten
sprechen für ein Parkraumbewirtschaftungs-Management?
Ein Praxisbeispiel: Ein Vollsortimenter
in Citylage hatte massive Probleme mit
Büro-Dauerparkern. Heute bleiben zwei
Stunden für Kunden kostenfrei, während
Langzeitparker zahlen. Ergebnis:
Kundenparkplätze frei, Zusatzerlöse
im dreistelligen Bereich pro Monat –
und das bei 60 Prozent geringeren Betriebskosten
im Vergleich zu klassischen
Schrankenanlagen.
Haben die Händler zunächst Bedenken,
was Shared Parking angeht?
Blockieren Anwohner morgens nicht
unsere Kundenplätze? Diese Sorge hören
wir fast in jedem Erstgespräch. Unsere
Antwort: datenbasierte Steuerung statt
Bauchgefühl. Wir analysieren jeden
Standort zwei bis drei Monate, ermitteln
Frequenzmuster, Stoßzeiten, Leerstände
und Nutzergruppen. Erst danach öffnen
wir Flächen kontrolliert, mit klaren
Kontingenten und ausreichend Puffer
für Spitzenzeiten.
www.rundschau.de
23
Branche
Parkplätze
a
3 FRAGEN
Bei einer kamerabasierten
Parkraumüberwachung
muss der
Kunde nicht selbst
aktiv werden.
Parkscheiben oder
Tickets sind nicht
erforderlich.
Falk W. Paschmann
Geschäftsführer
Edeka Paschmann
Haben Sie bei der Umstellung auf die kamerabasierte
Parkraumüberwachung eine
Verärgerung der Kunden wahrgenommen?
Nein. Das ist eine Methode, die noch nie zu
dem Gefühl geführt hat, unfair behandelt zu
werden. Die Parker, die ein Ticket bekommen,
sind sich sehr wohl darüber im Klaren, dass
sie auch tatsächlich länger als die erlaubte Zeit
dort standen. Bei glaubhaften Begründungen,
etwa dem Warten auf den Abschleppdienst,
stornieren wir die Zahlungsaufforderungen.
An wen wenden sich die Kunden dann?
Meistens melden sich die Kunden bei mir und
schreiben mir eine E-Mail. Dann kann ich
einfach veranlassen, dass das storniert wird.
Dass das geht, ist mir wichtig. Nicht dass man
nachher die Interessen seiner Kunden gegen
die eigenen Untermieter durchsetzen muss.
Lohnen sich Investition und Einsatz?
Jeder Kaufmann, der eine solche Überwachung
an einem Standort mit Parkplatzproblemen
nicht vornimmt, macht aus meiner Sicht
einen schweren Fehler. Denn der Aufwand ist
gering im Verhältnis zum möglichen Ertrag.
Freund der Parkregulierung ist. „Im engen
Austausch mit der Firma Lidl haben wir
lange abgewartet.“ Schließlich sind es die Mitarbeiter
vor Ort, die mögliche Reklamationen
abbekommen. Es ist immer einfacher, sich
direkt an der Warenkasse zu beschweren als
beim eigentlich zuständigen Dienstleister
über Telefon oder E-Mail. Und: „Man sieht
ja immer wieder in der Presse, dass Händler
negativ dargestellt werden, liest, dass man
die Kunden ‚abzocken‘ würde. Aber es geht
letztlich ja darum, dass wir für viel Geld
einen Parkplatz anmieten, diesen reinigen und
sauber halten und ihn einfach auch brauchen,
um Umsätze zu generieren.“
Eine klare Linie für den Kunden
Bereits seit 2019 lässt Edeka Paschmann die
Standzeiten auf dem Parkraum seiner Märkte
rund um Mülheim an der Ruhr, Duisburg, Düsseldorf
und Moers kamerabasiert via Kennzeichenerfassung
überwachen und setzt dabei
auf das System des Start-ups Wemolo. „Weil
uns die Technologie überzeugt hat, weil sie
fair ist und weil sie eine aktive Handlung des
Kunden nicht mehr voraussetzt“, erläutert Geschäftsführer
Falk W. Paschmann. Im Vorfeld
gab es andere Anbieter, bei denen die Shopper
eine Parkscheibe einlegen mussten. „Das haben
die Kunden teilweise vergessen und dann
Zahlungsaufforderungen bekommen, was zu
Recht zu Unmut geführt hat.“ Nach eigenen
Angaben ist Wemolo mittlerweile Europas
größter Anbieter digitaler und schrankenloser
Parkraumlösungen (Free-Flow-System). Das
Unternehmen verwaltet inzwischen mehr als
3.300 Standorte mit über 255.000 Stellplätzen
– ein erheblicher Teil davon im LEH. „Täglich
wickeln wir über 2,5 Millionen Parkvorgänge
ab. Unsere Daten zeigen: Supermarkt-Parkplätze
sind im Schnitt nur zu 22 Prozent ausgelastet,
selbst zu Stoßzeiten selten mehr als
34 Prozent. Das heißt umgekehrt: Zwei Drittel
der Kapazität bleiben dauerhaft ungenutzt –
ein enormes Potenzial, das der Handel heben
kann, um Kunden besser zu bedienen und
zusätzliche Erlöse zu erzielen“, erläutert Jakob
Bodenmüller, Co-CEO und Mitgründer des
Unternehmens.
Für viele Händler sei die Falschparker-
Kontrolle der Einstieg – das dringendste Problem,
das sofort gelöst werden muss. Doch
immer mehr Standorte gehen weiter: Neben
klassischen Bezahlmodellen – vor allem in
Fachmarktzentren und Citylagen – nutzen
inzwischen auch über 200 Standorte das Shared-Parking-Modell.
Dazu gehören Edeka
Paschmann mit seinem Düsseldorfer Markt
oder das Rewe Center Altona. Ein aktuelles
Modell ins Innsbruck zeige, was möglich ist,
so Bodenmüller. „Acht Supermarkt-Standorte
öffnen ihre Flächen nachts für Anwohner,
tagsüber sind die Plätze garantiert für Kunden
frei. Das Ergebnis: 30 Prozent Auslastung der
Fotos: stock.adobe.com/Miljan Živković; Edeka Paschmann; Wemolo
24 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Mehr Fallbeispiele und Informationen
zu digitalen, schrankenlosen Parkraumlösungen
und verschiedenen Modellen von Wemolo finden
sich auf der Homepage des Unternehmens.
freigegebenen Kontingente nach wenigen
Monaten, zusätzliche Erlöse von 50 bis 80
Euro pro Stellplatz und Monat – und positive
Resonanz sowohl bei den Märkten als auch
bei den Anwohnern. Händler gewinnen Zusatzeinnahmen,
die Kommune entlastet ihre
Straßen, und Kunden merken keinen Nachteil.“
Eine Idee, die Schule macht
Auch die Stadt Düsseldorf bietet „Feierabend-
Parken“ in Kooperation mit Aldi Süd und Lidl
an. Das Konzept wird mit der Stadt-Tochter
Connected Mobility Düsseldorf (CMD) sowie
dem Dienstleister amplido umgesetzt. In Bonn
wurde Anfang August ebenfalls ein Pilotprojekt
unter diesem Motto gestartet, dessen
Testphase ein Jahr andauern soll. Aldi Süd
stellt hierfür zunächst 35 Stellplätze zur Verfügung.
Bodenmüller ist überzeugt: „Parkplätze
Welcher Kunde beschwert sich denn,
wenn er eine Freiparkzeit von zwei
Stunden überschreitet? Da möge mir der
Kunde doch bitte gute Gründe nennen.
Falk W. Paschmann
Edeka Paschmann
sind längst mehr als Asphalt vor der Tür – sie
werden zu einem Multifunktions-Asset, das
sich 24/7 für unterschiedliche Zielgruppen
orchestrieren lässt.“ Technisch könne man
an einem Standort beliebig viele Zonen und
Regeln anlegen: etwa „Anwohner 20 bis 6 Uhr“,
„Kunden 6 bis 20 Uhr“, „Bürobesucher mit
Tagesticket“. „Das passiert softwarebasiert,
ohne Umbau und ohne Schranken. Wir können
Regeln auch jederzeit anpassen. Wenn
ein Händler merkt, dass die Nachfrage steigt,
erweitern wir Kontingente einfach per Klick.
Das ist der große Unterschied zu klassischen
Schrankenanlagen. Dort gibt es nur: offen
oder zu. Bei uns kann jeder Parkplatz gleichzeitig
mehrere Rollen erfüllen – und damit
zusätzliche Erlöse erwirtschaften, ohne das
Kundenerlebnis zu beeinträchtigen.“ ☐
Frisch im Markt.
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Branche
Lebensmittel online
Text: Marcelo Crescenti
Evolution voraus
Der Kochbox-Versender HelloFresh setzt künftig auf begütete Konsumenten und besseres
Marketing, um das Geschäft im DACH-Raum zu beleben. Mit der Marke Factor sollen mit
Fertiggerichten für Sportler neue Märkte erschlossen werden. Derweil geht der E-Food-Anbieter
im stationären Pop-Up-Store im Zürcher Untergrund auf Tuchfühlung mit den Kunden.
Im Einkaufszentrum Shopville unter dem
Zürcher Hauptbahnhof kreuzen sich die
Wege zahlreicher Pendler und Shopper, hier
ist viel Betrieb. Genau deswegen hat der
Kochbox-Versender HelloFresh diesen Standort
gewählt, um seinen ersten stationären
Pop-Up-Store zu eröffnen. Der Laden bietet
Konsumenten bis Ende Oktober auf wenigen
Quadratmetern die Möglichkeit, alle Zutaten
für sechs Menüs direkt mitzunehmen, statt
wie sonst über das Internet zu bestellen und
nach Hause geliefert zu bekommen.
Mitten im Trubel steht Juliane Kappel,
DACH-CEO des Unternehmens. Sie arbeitet
schon seit bald neun Jahren beim E-Food-
Anbieter, hat Tiefen und Höhen erlebt, samt
ungesunder Betriebsamkeit während der Corona-Pandemie.
Warum der Pop-Up-Store, Frau
Kappel? „Wir haben sehr viele Datenpunkte
über unsere Kunden, wissen viel darüber, was
und wann sie kaufen, arbeiten mit Trendforschern
zusammen. Und trotzdem kann das
der persönliche Kontakt nicht ersetzen.“ Mit
dem Store wolle HelloFresh zudem die Marke
anders präsentieren und aufladen.
Es sind spannende Zeiten für HelloFresh,
nicht nur wegen des stationären Experiments
in Zürich: Das Unternehmen hat sich vom
Start-up zum globalen Player in der Lebensmittelbranche
entwickelt, gerade baut es in
Fotos: HelloFresh
26 Branche • RUNDSCHAU 10/25
J
_
INFO
HelloFresh
Norddeutschland ein neues Werk für die Herstellung
von Fertiggerichten und erweitert
die vorhandenen Produktionskapazitäten in
Sachsen-Anhalt. Andererseits erwartet der
Versender für 2025 einen Umsatzrückgang,
und vor wenigen Wochen kündigte Mitgründer
Thomas Griesel sein Ausscheiden aus dem
Vorstand für spätestens Ende April 2026 an.
HelloFresh muss auch an der eigenen Profitabilität
arbeiten: Ein Sparprogramm mit
einem Volumen von 300 Mill. Euro läuft noch
bis 2026. Von den gesparten Mitteln sollen
ein Drittel in Marketingmaßnahmen und
Neukundenakquise reinvestiert werden. „Wir
setzen stärker auf zielgerichtetes Marketing
und persönliche Ansprache“, sagt DACH-
Chefin Kappel. Kunden sollen künftig mehr
Optionen haben und Menüs individueller
gestalten können.
Dabei setzt das Unternehmen ganz klar
auf Konsumenten, die ein höheres Durchschnittseinkommen
haben. „Für sie stellt
unser Modell ein Mehrwert dar, denn das
ist auch eine Kundschaft, die sich besonders
bewusst und gesund ernährt“, so Kappel.
Zur Kernzielgruppe im DACH-Raum gehören
vor allem Familien mit Kindern. „Wir sind
für sie Problemlöser und entlasten sie bei
der klassischen Frage: Was gibt’s heute zum
Abendessen?“
Nun setzt HelloFresh mit der Marke Factor
auch auf den Versand von Fertiggerichten, mit
denen allerdings eine ganz andere Zielgruppe
versorgt werden soll – vor allem Sportler, die
sich proteinreich und kalorienarm ernähren
möchten. „Dafür bauen wir in Verden
die wahrscheinlich größte Industrieküche
Europas“, sagt die DACH-Chefin. Das Konzept
funktioniere bereits gut in Ländern wie USA
und Kanada. „In Deutschland sind wir bisher
eher Tiefkühlgerichte gewohnt. Wir schließen
mit Factor eine spannende Marktlücke.“
Zweifel am Konzept
Neue Wachstumsmärkte sind für das börsengelistete
Unternehmen wichtig – zumal
Experten mitterweile an dessen Grundkonzept
zweifeln. Matthias Schu, E-Food-Experte
und Professor an der Hochschule Luzern,
sagt etwa: „Die gute Idee der Kochbox hat
wohl ihren Zenit in unseren Breiten überschritten.“
Online-Supermärkte würden mit
Rezeptplanung das Gleiche bieten. Dort können
Konsumenten zudem alles andere, was
sie brauchen, dazu ordern. Martin Fassnacht,
Professor an der Hochschule WHU, wittert
auch Konkurrenz durch stationäre Supermärkte,
die verstärkt auf Produkt-Bundlings
setzen. Die Zeiten bleiben für HelloFresh also
spannend.☐
Der Kochbox-Versender beliefert
Kunden in 18 Ländern und hat 2024
fast eine Milliarde Mahlzeiten ausgeliefert.
Der Umsatz betrug 7,66
Mrd. Euro, die Marktkapitalisierung
beträgt rund 1 Mrd. Euro. Für 2025
erwartet das Unternehmen einen
Umsatzrückgang von 6 bis 8 Prozent.
▽ Liefert manchmal selbst Boxen aus, um direkt
mit den Kunden in Kontakt zu kommen: Juliane
Kappel, DACH-Chefin von HelloFresh.
Naschen by Nature. Für alle.
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Treetopia GmbH
Fruit forward.
25
Mitarbeitende
sorgen im Markt von Davor Blazevic
in der Münchner Maxvorstadt für den schnellen
und reibungslosen Ablauf des täglichen Geschäfts.
17
Euro
beträgt der Durchschnittsbon im
Markt. Einen großen Anteil daran hat neben Obst-
und Gemüse auch das breite Bio-Angebot.
Optischer Kunstgriff für die Atmosphäre: Der
Boden in der Obst- und Gemüseabteilung
wirkt sympathisch wie ein Altstadt-Marktplatz.
Wunderkiste als
Nahversorger
In der schicken Münchner Maxvorstadt betreibt Davor Blazevic einen
Markt, der neben einer schönen Optik vor allem ein perfekt auf die Kunden
abgestimmtes Sortiment bietet – und das sogar ohne Frischetheke.
Erster Eindruck: Überzeugend. Letzter Eindruck nach
dem Bezahlen: Ein Kaffee to go kann die Stimmung
für den Heimweg heben. Zwischen den beiden Polen
Start und Ende des Kundenlaufs betreibt Davor
Blazevic einen Markt voller positiver Überraschungen,
der die städtische Klientel perfekt bedient.
Herzlicher Empfang, edler Look
Einladend und gepflegt wird der Kunde empfangen: Praktisch
stehen gleich rechts neben dem Eingang die Einkaufswagen
bereit, darüber ein Herzlich Willkommen in
goldenen Buchstaben auf hellblauer Wand. Edler Look,
doch schließlich ist man in Münchens Maxvorstadt
– dem Nobelviertel angrenzend an
Schwabing – und in einem Haus mit stilvoller
Fassade. Da passt sich der Store-Style gut ein.
Gleichzeitig bittet Edeka-Kaufmann Blazevic
darum, ausschließlich Einkaufskörbe und
-wagen zu benutzen, um „Missverständnisse
zu vermeiden“. Laut EHI Retail Institute haben
die Inventurverluste im gesamten Einzelhandel
2024 gegenüber 2023 um rund drei
Prozent zugenommen, der LEH macht da
keine Ausnahme.
Start mit Blumen, Kaffee zum Schluss
Das Blumen- und Pflanzenangebot im Eingangsbereich
trägt zum positiven Ersteindruck
bei. Der Boden in der Obst- und Gemüseabteilung
ist im Kopfsteinpflasterlook gestalten, ein
gelungener Kunstgriff: Sofort stellt sich eine
Anmutung à la „Markt in der malerischen
Altstadt“ ein. Die Abteilung ist gut sortiert,
es gibt ein breites Demeter-Sortiment, eine
Zweitplatzierung von Äpfeln auf einer kleineren
Körbchen-Etagere sieht gut und exklusiv
aus. Bio-Obst und -Gemüse wird besonders
wertig in Schalen präsentiert.
28 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Store-Check
Edeka Blazevic, München
Text: Martina Kausch
Fotos: Hans-Rudolf Schulz
△ Handel ist Familiensache: Edeka-Kaufmann Davor Blazevic (r.) mit seinem
Sohn Nico, auch schon im Edeka-Look.
△ Start mit Blumen: Wer den Markt betritt, wird mit Grün empfangen und kann
als erstes gleich sein Leergut loswerden. Nach der Kasse gibt es Kaffee to go.
Hinter der Obst- und Gemüseabteilung beginnt
das Trockensortiment, der anthrazitfarben-melierte
Boden wirkt edel zu den blauen
Wänden und den goldfarben umrahmten
Sortimentsschilderm, die auch auf Sub-Sortimente
hinweisen, zum Beispiel Bio-Bratlinge
und Falafel. Hier mögen die Kunden
Spezialitäten jenseits der Weißwurst. Bei der
Mopro-Ware bekommt der Kunde durch die
Begriffe Milch – Schmand – Sauerrahm , und
Joghurt – Quark und Milchreis Überblick.
Bei 650 Quadratmeter in einem Wohngebiet
steht Produktivität an erster Stelle – Platzausnutzung
heißt die Devise. Im Markt von
Davor Blazevic wird das Prinzip konsequent
durchgezogen, und trotzdem wirkt der Markt
nicht ungeordnet oder gar als Bauchladen für
alles und jedes. Über den TK-Truhen stehen
die Cocktail-, Gewürz- und Grillsaucen doppelt-
oder mehrreihig, was eine gewisse
Ruhe in die Optik bringt. Das Angebot
Wir stellen sicher, dass jeder
Kunde – vom Alltagskäufer
bis zum Genießer – im Markt
das Passende findet.
Davor Blazevic
Edeka-Kaufmann
_
MARKT
DATEN
Edeka Blazevic, München
> Adresse: Görrestraße 29, 80798 München
> Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7 bis 20 Uhr
> Verkaufsfläche: 650 Quadratmeter
> Zahl der Mitarbeitenden: 25
> Zahl der Produkte: 20.000
> Zahl der Bioprodukte: über 2.000
> Höhe des Durchschnittsbons : 17 Euro
> Bio-Anteil am Umsatz: über 20 Prozent
www.rundschau.de
29
9
INTERVIEW
Store-Ckeck
Edeka Blazevic, München
Davor Blazevic
Edeka-
Kaufmann
Worauf legen Sie in Ihrem Markt besonderen
Wert?
Unser Markt zeichnet sich durch Frische,
Regionalität und eine persönliche
Atmosphäre aus. Ergänzt durch unsere
frische Backtheke, eine große Auswahl
an Obst und Gemüse sowie freundliche
Beratung schaffen wir ein Einkaufserlebnis,
das über den reinen Einkauf
hinausgeht.
Worauf achten Sie bei der Sortimentsarbeit
besonders?
Bei der Sortimentsgestaltung legen wir
größten Wert auf Frische, klare Herkunft
und Vielfalt. Neben günstigen Eigenmarken
führen wir auch hochwertige
Spezialitäten und achten auf ein breites
Bio- und Vegansortiment. So stellen wir
sicher, dass jeder Kunde – vom Alltagskäufer
bis zum Genießer – das Passende
findet. Gleichzeitig versuchen wir,
Trends und Kundenwünsche schnell
aufzugreifen und unser Sortiment regelmäßig
zu erweitern.
Was sind Ihre Ziele?
Oberstes Ziel ist die Zufriedenheit unserer
Kunden. Dazu gehören ein stets gepflegter
Markt, ein breites und aktuelles
Sortiment sowie ein hoher Standard bei
Sauberkeit und Ordnung. Persönlich ist
es mir wichtig, mein Team bestmöglich
zu unterstützen, gemeinsam Ideen zu
entwickeln und neue Impulse in den
Markt einzubringen, damit wir uns kontinuierlich
weiterentwickeln.
△ Auf kleiner Fläche bietet der Markt auch ein Non-Food-Sortiment für den Notbedarf. Obwohl es kein Tageslicht
gibt, ist das Ambiente durch angenehme LEDs ansprechend.
an TK-Ware ist umfangreich. Im Markt
gibt es keinen Vorkassenbäcker, aber
eine SB-Brottheke, die die Grundversorgung
garantiert. Neben dem Platzproblem mag das
daran liegen, dass im Umkreis des Marktes
und wenige Gehminuten entfernt einige Traditionsbäcker
ihre Filialen betreiben, darunter
die Hofpfisterei – für viele Münchner das
Nonplusultra unter den Bio-Pionieren.
Hoher Bio-Anteil am Umsatz
Im Markt von Blazevic ist der Bio-Anteil am
Umsatz mit mehr als 20 Prozent überdurchschnittlich
hoch. Das liegt an der Kaufkraft
im Viertel, aber auch daran, dass der Kaufmann
die Bedürfnisse der Kunden bedient. Es
gibt im Umkreis keinen Bio-Fachmarkt, bei
Blazevic dafür ein breites Demeter-Angebot
und ein imponierendes Alnatura-Regal, die
Bio-Produkte sind gut gekennzeichnet.
Doch auch sonst hat der Kaufmann Exquisites
und Trendiges auf Aufstellern aufmerksamkeitsstark
im Markt verteilt. Ins Auge
fallen die La Mere Poulard-Produkte, französisches
Buttergebäck in bunt-traditionellem
Packaging. Zum Bundesliga-Saisonstart darf
in der Maxvorstadt FC Bayern-Merchandising
nicht fehlen. Limited Editions wie gefriergetrocknete
Erdbeeren in Matcha-Schokolade
von Nucao füllen auch noch die letzte Ecke
im Markt aus und ganz neue Produkte befriedigen
die Neugier von Foodies.
Getränkekisten und Non-Food
Im Markt gibt es keine Frischetheke, dafür
aber ein breites Tiefkühlangebot und ebenso
eine gut gefüllte gekühlte Fleisch- und Wursttheke.
Dem aktuellen Trend hin zu weniger
Thekenaufwand hat Davor Blazevic angesichts
von Platzmangel und Personalsituation vorgegriffen.
Ein Getränkemarkt in der Maxvorstadt?
Fehlanzeige. Deswegen hat der Markt ein
breites Angebot im nichtalkoholischen und
alkoholischen Bereich, auch kistenweise.
Gleiches gilt für Non-Food: Ein Vollsortimenter
30 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Mehr Bilder online
Noch mehr Eindrücke von Davor Blazevics Edeka-
Markt in München finden Sie nach dem Scannen
des QR-Codes auf www.rundschau.de
◁ Kurz vor der Kasse gibt
es durch eine große Auswahl
kleiner Geschenke
viele Gelegenheiten zu
Impulskäufen.
WORLD
COLLECTION
Edition 2025
◁ Die Kombination aus
Blau und Gold gibt
dem Markt in der edlen
Münchner Maxvorstadt
ein wertige Optik.
◁ Orientierung leicht
gemacht: Die großen
Schilder weisen in den
Warengruppen auch auf
Subsortimente hin.
sollte auch im Kleinen die Küchenhilfen
für den Notfall parat haben. Bei Edeka
Blazevic reicht das Angebot sogar bis hin
zu Pfannen und Backuntensilien.
Vor der Kasse kleine Geschenke
Nähert man sich dem Check-out, stellt sich
in der Vorkassenzone angesichts der vielen
Sonderplatzierungen kleiner Geschenkideen,
Glückwunschkarten und Co. das
Gefühl von Wohlbefinden ein. Tabak und
besondere Spirituosen werden an einer der
drei Kassen verkauft, Selfscanning-Kassen
gibt es hier nicht. Die Kassen in Holzoptik
tragen dazu bei, dass man sich dem Ort
des Bezahlens gern nähert.
Neben dem Ausgang spielt Blazevic eine
besonders gute Idee aus: Für den Nachhauseweg
gibt es die Möglichkeit, für zwei
Euro einen Kaffee to go aus dem Automaten
zu erhalten – der letzte Eindruck, den man
aus dem Supermarkt mitnimmt, muss also
nicht der Bezahlvorgang sein. ☐
Branche
Instore-Music
Text: Sibylle Menzel
Acht Prozent Umsatzplus
Musik kann aber auch den Umsatz am PoS
steigern: Die von der GEMA in Auftrag gegebene
„Music Impact Studie” liefert dafür
erstmals einen wissenschaftlich fundierten
Nachweis. Durchgeführt von einem internationalen
Wissenschaftlerteam und Marktforschungsinstituten
wie Ipsos und GfK sowie
dem Musiktechnologieunternehmen Audoo
kommt die Feldstudie zu dem Ergebnis: Musik
steigert den Umsatz im Einzelhandel um
durchschnittlich acht Prozent, in der Gastronomie
im Schnitt um 5,4 Prozent.
Positiv für Kunden und Mitarbeiter
Das Studiendesign umfasste eine Woche mit
und eine Woche ohne Musik am Point of Sale,
wobei Umsatz, Mitarbeiterverhalten und weitere
Einflussfaktoren erfasst wurden. Neben
dem umsatzsteigernden Effekt von Musik,
liefert die Studie noch weitere Ergebnisse:
Die Musikauswahl: Pop- und Chart-Musik
sind die meistgenutzten Genres, mit fast 60
Prozent, gefolgt von Rock-und Schlagermusik.
Radio und Streaming sind die wichtigsten
Quellen für Hintergrundmusik.
Umsatzbooster
Musik
Eine groß angelegte Feldstudie der GEMA im Einzelhandel und in der
Gastronomie beweist erstmals wissenschaftlich, dass Musik den Umsatz am
PoS steigert. Sie dient außerdem als Stimmungsaufheller bei den Kunden
und als Motivationsbooster für Mitarbeitende.
Videos mit tanzenden Mitarbeitenden
bekommt man in der Rewe-Zentrale
oft zu sehen. Letztlich sind sie für die
Macher des zentral gesteuerten Rewe-
Radios auch der Beweis, dass die Musik für
gute Laune sorgt. Gespielt wird ein Mix aus
internationalen Pop-Songs – eine Kombination
aus Evergreens und aktuellen Chart-Hits. Die
Playlist umfasst über 100 Titel, wird monatlich
aktualisiert und saisonal angepasst. Grundsätzlich
habe die Musik die Funktion, Kunden
unaufdringlich bei ihrem Einkauf zu begleiten
und zur Wohlfühlatmosphäre beizutragen.
Für Mitarbeitende, so eine Sprecherin von
Rewe, sorge die Musik für Abwechslung und
Motivation im Arbeitsalltag.
Musik als Motivator: Sowohl im Einzelhandel
als auch in der Gastronomie berichten
laut Studie Unternehmen von dem stärksten
internen Effekt der Musik auf die Motivation
ihrer Mitarbeiter. Musik stärke außerdem die
Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen.
Erlebnis für die Kunden: Beide Branchen
sehen einen deutlich positiven Effekt auf die
Stimmung der Kundschaft, während in der
Gastronomie zusätzlich eine längere Verweildauer
der Gäste festgestellt wird.
Akzeptanz von Musik: 76 Prozent der Entscheidungsträger
im Einzelhandel sehen Musik als
festen Bestandteil ihres Betriebes an, in der
Gastronomie sind es 95 Prozent.
Entspannte Klangkulisse
Das Ziel, Kunden mit Musik einen entspannten
Einkauf zu ermöglichen, verfolgt auch Edeka-
Kaufmann Maximilian Kohler. Rückmeldung
von Kunden gibt es für einen weiteren Aspekt
– die Akustik: „In unserem Markt in Offenburg
sorgt die Holzdecke für eine angenehme
Klangkulisse. Selbst bei Hochbetrieb bleibt
es erstaunlich ruhig – in der Marktbäckerei
kann man ungestört frühstücken. Das schätzen
unsere Kunden sehr.“
☐
Fotos: stock.adobe.com/BojoShop
32 Branche • RUNDSCHAU 10/25
Wir stellen dem Handel Ihre Neuheiten vor. Schicken Sie
Ihre Top Süßwaren und Top Salzige Snacks ins Rennen!
Anmeldeschluss: 5. Januar 2026
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Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter:
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Sortiment
ANUGA | INHALT
Text: Marcelo Crescenti
Foto: stock.adobe.com/EvgeniiAnd (2x)
34 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Neues auf den Teller
Die Anuga in Köln ist das wichtigste Schaufenster der Lebensmittelbranche. Die Messe setzt dieses Jahr auf
das Thema Innovation samt Kongress und Eventprogramm. Die RUNDSCHAU nimmt die Gelegenheit wahr,
um auf das Leitthema zu schauen sowie auf die wichtgsten Trends bei neun Produktkategorien.
Anuga-Jahre sind besonders: Die
Lebensmittelbranche versammelt
sich dieses Jahr vom 4. bis 8. Oktober
wieder in Köln, um Neues und Spannendes
zu sehen sowie Kontakte zu knüpfen.
Dazu bieten Kongress und Eventprogramm
eine vielfältige Auswahl an Konferenzen,
Workshops, Experience Areas und Speaker
Sessions. Sonderschauen wie die „Anuga Taste
Innovation Show“ oder „Meet more Meatless
and Dairy Alternatives“ geben Einblicke in
aktuelle Entwicklungen der Branche. Eine
Start-up-Area gibt jungen Unternehmen die
Chance, ihre Produkte einem breiten Fachpublikum
zu präsentieren.
Größte Anuga aller Zeiten
Die Messe sprengt dieses Jahr aller Rekorde:
Rund 8.000 Aussteller aus 110 Ländern belegen
das gesamte Messegelände in Köln – es
ist die größte Anuga aller Zeiten. Erwartet
werden über 140.000 Fachbesucherinnen und
-besucher aus nahezu 200 Ländern. Mit einer
neuen Hallenstruktur soll mehr Übersicht
und Nähe zwischen verwandten Segmenten
geschaffen werden. So wird die neue „Anuga
Alternatives“ mit dem Thema pflanzenbasierte
und zellkultivierte Produkte in Halle 1 angesiedelt
und bekommt eine direkte Anbindung
an den größten Bereich der Messe, die Anuga
Fine Food. Die Bereiche der Anuga Meat sind
nun in den Hallen 6, 7 und 9 gebündelt.
Köln ist eine Reise wert, auch wenn viele
Besucher über horrende Hotelpreise klagen.
Verbucht werden diese Ausgaben dann als
Investition in die Zukunft.
☐
Spezial Anuga & Innovation
36 Orte der Innovation Wo und wie entstehen
Innovationen? Die RUNDSCHAU
besuchte innovative Unternehmen, um
es herauszufinden.
38 Schoki neu gedacht Zur rechten Zeit:
Wie das Unternehmen ChoViva mit
kakaofreier Schokoladenalternative
neue Maßstäbe setzt.
40 Milch neu gedreht Im „Milk Innovation
Center“ in Zeven, Niedersachen,
forscht Milram nach neuen Produkten
und testet die Grenzen der Milch.
42 Neues vom Baum Kann man bei Äpfeln
noch etwas Innovatives erwarten?
Man kann, wie die jüngste Arbeit in
Südtirol eindrucksvoll beweist.
44 Alternative Proteinquellen Eines der
größten Zukunftsthemen: kultiviertes
Fleisch. Die PHW-Gruppe in Niedersachsen
setzt auf das Potenzial.
46 Interview Er plädiert für mehr Mut
zur Kreativität: Felix Rosen, Marktforschungsexperte
von YouGov, über
den Wert von Innovationen.
48 Voilà! Die Start-up Arena Auf der
Markant-Bühne pitchen Start-ups um
Reichweite und Aufmerksamkeit. Wir
zeigen die Gewinnerprodukte.
50 Dynamik im Blick Welche Trends beherrschen
künftig die Regale? Experten-Insights
über die Entwicklungen in
neun Warengruppen.
Auf der Anuga wird die Zukunft
der Ernährung sichtbar – und
zugleich verhandelbar.
Gerald Böse
Vorsitzender der
Geschäftsführung,
Koelnmesse
www.rundschau.de
35
Sortiment
ANUGA | INNOVATION
Lohnende Innovation: Gründerin
Sara Marquart hat mit Planet A
Foods die kakaofreie Schokoladenalternative
ChoViva entwickelt.
Foto: Hans-Rudolf Schulz
36 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Text: Marcelo Crescenti
Orte der Innovation
Die Anuga feiert die Innovation. Doch wo und wie entstehen neue Ideen und Produkte für die
Lebensmittelbranche? Die Redaktion der RUNDSCHAU hat sich auf die Suche gemacht und glänzende
Beispiele bei Unternehmen in Nord- und Süddeutschland sowie in Südtirol gefunden.
Am Anfang steht eine Idee. Was folgt:
harte Arbeit. Ausgang: Ungewiss.
Es bedarf Mut und Kraft, um neue,
innovative Produkte am Markt durchzusetzen.
Echte Innovationen bringen einen
Mehrwert für Konsumenten und befriedigen
Bedürfnisse der Shopper, „von denen sie
noch gar nicht wissen, dass sie sie überhaupt
haben“, sagt Felix Rosen, Director Category
Management & Business Development beim
Marktforscher YouGov im Interview (Seite 46).
MeNew statt MeToo lautet der Weg zu mehr
Wachstum: Laut YouGov weisen wachsende
Kategorien deutlich mehr Neueinführungen
auf als Kategorien mit geringem Wachstum.
Innovation findet allerdings nicht im luftleeren
Raum statt. Derzeit beschäftigt vor
allem der Trend zu Gesundheit und Care
die Branche (Grafik), einschließlich Großkonzerne
wie Müllermilch (S. 18), die sich
durch ihre Größe tendenziell schwerer tun,
eine neue Richting einzuschlagen. Daneben
wird Nachhaltigkeit von Trend zum Muss bei
der Produktentwicklung.
bieter von Schokoladenalternativen (S. 38).
Als die Kakaopreise explodierten, hatte das
Unternehmen aus Bayern eine Lösung parat.
Manchmal muss sich aber auch ein ganzes
Unternehmen grundlegend verändern, wie
Innovationen befriedigen Bedürfnisse
der Shopper, von denen sie noch gar
nicht wissen, dass sie sie haben.
Felix Rosen
YouGov
Richtige Idee zur richtigen Zeit
Dabei entstammen Innovationen selten dem
Zufall, sondern werden vielmehr ganz bewusst
gesucht und entwickelt. Zum Beispiel
auf dem Milk Innovation Center von Milram
in Zeven, Niedersachsen, die Keimzelle für
neue Produkte bei der DMK-Mopro-Marke (S.
40). Man muss dann am besten zur richtigen
Zeit bereit sein, so wie bei ChoViva, dem Andie
PHW-Gruppe, die sich immer stärker
mit alternativen Proteinen und kultiviertem
Fleisch beschäftigt (S. 44). In Südtirol will
man schließlich ein Naturprodukt neu ins
Bewusstsein heben (S. 42).
☐
Gesundheit & Care als Trend hat Einfluss auf nahezu alle Warengruppen
RELEVANZ
Bier
Klassische Milch, Käse
Klassisches Fleisch, Fisch
Alkoholhaltige Getränke
Softdrinks
HEMMER
Süßware
Fertigprodukte
Waschen, Putzen,
Reinigung
Pflege & Kosmetik
Healthy Snacks
Hülsenfrüchte
Obst & Gemüse
AHG – Alkoholfrei
Nahrungsergänzung
Fleischersatz
Milchalternativen
WACHSTUMSTREIBER
Quelle: Kooperationsstudie YouGov & PressReleations | „Unterwegs in der FMCG-Trend-Milchstudie 2024“ |
Interviews mit YouGov FMCG Experten Aug 24
www.rundschau.de
37
Sortiment
ANUGA | INNOVATION
Text: Martina Kausch
Schoki neu gedacht
In Planegg bei München haben die forschenden Geschwister Sara und Maximilian Marquart mit
ChoViva eine kakaofreie Schokoladenalternative erfolgreich entwickelt. Angesicht der Kakaopreise sowie
instabileren Lieferketten eine Innovation zur rechten Zeit – und eine inspirierende Geschichte.
Es ist eine Story zum Thema Innovation,
wie sie nicht besser hätte erfunden
werden können. Ein junger Maschinenbauer
aus München mit Erfahrung
als Unternehmensgründer liest ein Buch,
in dem auf die zu erwartenden Probleme
beim Kakaoanbau hingewiesen wird. Seine
Schwester, Lebensmittelwissenschaftlerin, hat
gerade in einer Doktorarbeit die Entstehung
des Bittergeschmacks im Kaffee erforscht. Sie
überlegen: Alternativprodukte für Schokolade
▽ Tägliches Experimentieren im Labor von
Planet A Foods in Planegg bei München.
müsste man entwickeln. Und machen sich
an die Arbeit.
Rasante Unternehmensgründung
Ein Jahr nach der Buchlektüre, im Sommer
2021, werden Maximilian und Sara Marquart
bei Investoren vorstellig, im Herbst ist die
erste Finanzierungsrunde gesichert. Die Geschwister
nennen das Unternehmen Planet
A Foods. 2023 beginnen die Kakaopreise zu
steigen, denn die Ernten werden geringer – vor
allem durch die Auswirkungen der Klimakrise
in den Anbauländern. Bilanz im Spätsommer
2025: Die Produktion der Schokoladenalternative
ChoViva hat sich von anfangs 50 Tonnen
pro Monat auf 1.000 Tonnen entwickelt,
viele Schokoladenverarbeiter weltweit sind
Kunden geworden. ChoViva hat aktuell einen
Marktanteil von 100 Prozent bei kakaofreien
Schokoladenalternativen. Vier Patentfamilien
– also eine Gruppe von Patentanmeldungen,
die ähnlichen technischen Inhalt betreffen
– haben sich die Geschwister in Europa und
den USA gesichert.
Doch was ist das Geheimnis der Schokoladenalternative
– ein so rasanter Erfolg,
dass die Gründer unter den Finalisten des
Deutschen Gründerpreises 2025 waren? Sara
Marquarts Forschungen hatten ergeben: Das
charakteristische Schokoladenaroma stammt
zu 80 Prozent nicht von der Kakaofrucht als
solcher, sondern entsteht in dem Prozess der
Fermentation, Trocknung und weiteren Verarbeitung.
Was passiert also, wenn man Rohstoffe
aus Mitteleuropa fermentiert, trocknet,
weiterverarbeitet? Während der Covid-Zeit
Planegg, Bayern
experimentierte das Geschwisterpaar in der
eigenen Küche mit 112 Zutaten. Es wurde
zerkleinert, gemahlen, gemixt, erwärmt, gekühlt,
verworfen, weiterentwickelt – bis auf
Basis von Sonnenblumenkernen eine cremige
Masse mit schokoladenähnlichem Geschmack
gewonnen und außerdem der Prototyp der
nötigen Maschine entwickelt war. Der Name
ChoViva erinnert an Schokolade – und soll für
eine wachsende, lebendige Zukunft stehen.
Nikolaus für alle
„Die vorherige Forschungsarbeit hat die Basis
für unsere Ergebnisse geliefert“, sagt Sara
Marquart mit Blick auf ihre Promotion. Und
noch etwas ist ihr als Gründerin wichtig: „Ich
möchte keine Innovation für die Blase entwickeln“,
sagt sie. Auch wenn Kakao immer
teurer wird, „soll ein schokoladig schmeckender
Nikolaus für alle erschwinglich beiben.“
Und eben einer, der aus regionalen Rohstoffen
hergestellt wurde.
☐
Foto: Hans-Rudolf Schulz
38 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Sortiment
ANUGA | INNOVATION
Text: Martina Kausch
Milch neu gedreht
Das Milk Innovation Center im niedersächsischen Zeven ist eines von zwei Forschungszentren in Deutschland,
in denen der Molkereiriese DMK neue Verfahren und Produkte entwickelt. Konsumtrends prägen die Arbeit,
aber auch die Möglichkeiten, die die Verarbeitung des komplexen Lebensmittels Milch bietet.
Es steht an prominentem Platz gleich
neben den riesigen Produktionsanlagen:
Das Milk Innovation Center (MIC)
in Zeven. Hier ist DMK Trends auf der
Spur. Es ist eine Molkerei im Kleinen, dazu
Labor, Küche, Kühlräume – und modernste
Technik. Denn bei Neuerungen im Bereich
der Milchprodukte geht es immer auch um
hochkomplexe Analyse- und Filtrationsvorgänge,
abgesehen von den bekannteren Erhitzungsanlagen.
Erst dann können die Produkte
entstehen, die der Kunde mag: Mit spezieller
Energiedichte, angemessener Viskosität und
dem richtigen Volumen.
Schon ist man mittendrin in den Erläuterungen
von Sven-Rainer Döring, der zusammen
mit seinem Kollegen Michael Hahn der RUND-
SCHAU vor Ort über den Alltag der Ideenfinder
berichtet. Innovation bedeutet hier auch, dass
etwa bei der Produktion von Grießbrei oder
Porridge die Anlage nicht verstopft. Auch das
ist schließlich schon passiert.
Knobi und Chili als Innovation
Im MIC in Zeven werden neue Produkte von
Milram entwickelt, jener Marke, die die Weiße
Linie bei DMK zusammenfasst. Doch was ist
Innovation bei einem Flaggschiff wie dem
▽ Im Milk Innovation Center (MIC) von DMK in Zeven berichten Sven-Rainer Döring, Leiter Verfahrensentwicklung
bei DMK (r.) und Michael Hahn, Senior Produktentwickler, über ihre Arbeit.
Frühlingsquark? Neue Geschmacksrichtungen
und eine hippe Aufmachung in Sondereditionen
„made by“ Digital-Foodies beispielsweise.
Seit dem Frühjahr 2025 ist Knobi & Chili-Quark
in den Regalen und auf der bewährten Quarkpackung
strahlt in Pink und Gelb Influencerin
Jessie Bluegrey.
Ein bisschen staunen die Technik-Profis
über den Protein-Trend, aktuell ist der körnige
Frischkäse am Markt besonders gefragt
– wegen seines Proteingehalts stellen gerade
besonders viele Influencer dieses Produkt vor.
Doch manche Ideen scheitern schlicht an der
Produktionskapazität: Körniger Frischkäse
mit Kräutern? Unmöglich, die Werke laufen
bereits am Limit, man musste bereits Angebots-Aktionen
mit Handelsunternehmen absagen.
Neu gemischt werden manche internen
Karten angesichts der Fusion von DMK und
dem dänischen Molkereiriesen Arla. Es entsteht
gerade Europas größte Molkereigenossenschaft,
sie wird den Namen Arla Foods tragen.
Im Frühjahr 2026 soll die Fusion abgeschlossen
sein – auch eine Innovation für DMK.
Käse mit Design
Die Frage, wie man jüngere Zielgruppen zum
Käsekauf animiert, beantwortet Milram aktuell
zusammen mit drei Künstlern, die Verpackungen
entworfen haben. Seit August gibt
es Käsescheiben in dieser limitierten Designlinie,
im Kühlregal unübersehbar.
Am besten aber ist Innovation, wenn sie mit
dem Nachhaltigkeitsgedanken einhergeht. Ein
ganz wichtiges Thema ist in Molkereien die
Frage, wie man die Teile der Milch weiterver-
Fotos: Kausch/ RUNDSCHAU
40 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
△ Eine komplette Molkerei im Kleinen ist das
Herzstück des MIC – hier mit Grießbrei.
arbeitet, die bei der Produktion von Joghurt,
Quark und Co. entstehen – aber eben nicht
„übrigbleiben“: „Es sind Lebensmittel!“, betont
Sven-Rainer Döring im Gespräch mit
Nachdruck. Im Fachjargon heißen Molke oder
Milchfett Nebenströme, aber Molke etwa hat
wegen ihres Proteinreichtums eine besondere
Bedeutung. Weil das erfrischende Getränk
bei Konsumenten enorm beliebt geworden
ist, während der Käsekonsum zurückgeht,
gilt vielleicht zukünftig immer mehr: Molke
statt Käse? Aus Sauermilchmolke hat DMK
ein bei Landwirten mittlerweile erfolgreiches
Futtermittel entwickelt.
Zwölf Wochen für eine Verpackung
Wie lange dauert es durchschnittlich, bis
beispielsweise ein neuer Milram-Buttermilch-Drink
auf den Markt kommt? Rund
Zeven,
Niedersachsen
neun Monate – mindestens, allein für die
Verpackungsentwicklung gehen schon mal
zwölf Wochen ins Land. Neue Geschmacksrichten
sind beliebt, weil der Entwicklungsaufwand
überschaubar ist. Buttermilch- und
Kefir-Drinks haben in neuen Beeren- und
Sauerkirschsorten 2025 im Regal jedenfalls
eingeschlagen.☐
KÜHL GELAGERT –
HEISS BEGEHRT
Mit Seafood den Einkaufsbon und Umsatz steigern!
Für die TK-Truhe:
• TK-Filets im transparenten 2-Kammerbeutel
• TK-Garnelen im Papierbeutel aus 95% Kraftpapier
• 2,9x höherer Durchschnittsbon*
Für die SB Frischetruhe:
• SB Fischfisch, Räucherfisch und Meeresfrüchte
• Doppelt so hoher Durchschnittsbon**
*Quelle: DE YouGov FMCG, Bruttostichprobe [30.000] Haushalte, FY 2024, 2,9x höherer Durchschnittsbon
(Basis FMCG Trips mit Deutsche See TK-Fisch (n=1.054) vs. alle FMCG Trips).
**Quelle: DE YouGov FMCG, Bruttostichprobe [30.000] Haushalte, FY 2024, Doppelt so hoher Durchschnittsbon
(Basis FMCG Trips mit Deutsche See SB-Fisch (frisch, mariniert, geräuchert) (n=8.407) vs. alle FMCG Trips).
*&** Das Panel ist repräsentativ für alle Haushalte in Deutschland mit haushaltsführenden Personen ab 16 Jahren,
erfasst kontinuierlich und elektronisch die Einkäufe für den privaten Konsum und weist diese gewichtet und
hochgerechnet aus.
Sortiment
ANUGA | INNOVATION
Text: Marcelo Crescenti
Neues vom Baum
Wie bringt man Innovation in ein Naturprodukt wie den Apfel? In Südtirol kann man dies besichtigen.
Zutaten sind eine neue Apfelsorte mit einer Schale, die an einen „funkelnden Nachthimmel“ erinnern soll,
sowie die Positionierung der Frucht als spannende Ingredienz für die Gastronomie.
Lediglich fünf Meter trennen Anja Ladurners
Haus von ihrer Apfelplantage.
Die Bäuerin lebt umgeben von Bäumen,
die aufgereiht unter Schutznetzen gegen
Hagel stehen. Wir sind im Vinschgau, einem
wichtigen Standort für die Apfelproduktion
im italienischen Südtirol. Wo andere Urlaub
machen, bewirtschaftet Ladurner zusammen
mit Ehemann und Sohn ein Gebiet von insgesamt
fünf Hektar.
Ladurner ist Teil der Innovationsoffensive
für ein Produkt, das man seit biblischen Zeiten
kennt und sich seitdem äußerlich kaum verändert
hat: Der Apfel. Im hinteren Gelände,
▽ Apfelbäuerin Anja Ladurner ist Apfelsommelière
und baut die neue Sorte auf einem Hektar an.
dem Tal zugewandt, zeigt die Bäuerin stolz
eine Neuerung: Die Apfelsorte „Cosmic Crisp“.
Schwer hängt das Obst an den dünnen Spalierbäumen.
Eigentlich muss man Cosmic Crisp®
schreiben, denn es handelt sich um einen
Markenapfel, der aus den USA stammt. Seine
rote Schale ist verziert mit zarten, sternähnlichen
Sprenkeln, und erinnert laut Werbetext
„an einen funkelnden Nachthimmel“.
Hier zeigt sich, dass Innovation nicht vom
Himmel fällt, sondern vielmehr Mut und
harter Arbeit bedarf. „Als wir uns um die
neue Sorte bei der Genossenschaft beworben
haben, hatten wir sie weder gesehen noch
geschmeckt“, erinnert sich Ladurner. Dafür
hat sie dann einen Hektar gerodet und in eine
neue Anlage investiert. Heute, ganze fünf
Jahre später, nähert sich die Produktion des
neuen Apfels dem Vollertrag.
Neu: Food Pairing
Innovativ ist auch die Idee des „Food Pairing“:
Damit möchte das Südtiroler Apfelkonsortium
den Apfel für die Gastronomie schmackhaft
machen – und gibt der Frucht so eine neue
Dimension. Anja Ladurner ist eine von rund
30 Apfelsommeliers und -sommelières, die
darin ausgebildet werden, Evas Frucht etwa
mit Tiroler Speck, Schokolade, Mozzarella-
Käse oder Nussmus zu kredenzen. Sie weiß
auch, welche Sorte zu welcher Zutat am besten
passt. „Die moderne Küche interpretiert den
Apfel neu“, sagt sie. Es ist womöglich der Anfang
eines neuen Trends, hier mitten in den
Apfelbäumen des Vinschgaus.
☐
Vinschgau, Südtirol
▽ Die rote Schale der Apfelsorte Cosmic Crisp hat
„zarte, sternähnliche“ Sprenkel.
Fotos: Crescenti / RUNDSCHAU
42 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
fitfortrade
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Sortiment
ANUGA | INNOVATION
Text: Silke Detlefsen
Alternative Proteinquellen
Immer mehr Menschen hinterfragen ihren bisherigen Fleischkonsum, das zeigt die wachsende Zahl der
Flexitarier und Vegetarier. Im Supermarkt-Regal wird daher gerne zu Proteinen pflanzlichen Ursprungs
gegriffen. In Zukunft könnte auch kultiviertes Fleisch verstärkt in den Blickpunkt rücken.
aktor) und setzt bei geeigneter Temperatur
das passende Nährmedium zu, können sie
sich – auch in großem Maßstab – vermehren.
Abhängig von den genauen Fermentationsbedingungen
lässt sich zudem steuern, welche
Zelltypen entstehen (etwa Fett- oder Muskelzellen).
Sobald ausreichende Fleischmengen
entstanden sind, kann man diese entnehmen
und weiter verarbeiten.
Von vielfältiger Relevanz
Die Vorteile dieses Verfahrens gegenüber
der heutigen Tierhaltung? Treibhausgase,
Flächenbedarf und Luftverschmutzung lassen
▽ Von „traditionellem“ Fleisch ist er nicht zu unterscheiden: Dieser Rindfleisch-Patty des Unternehmens
Mosa Meat besteht aus kultiviertem Fleisch und lässt sich als ein leckerer Burger anrichten.
Kultiviertes Fleisch – der Begriff ist noch
vielen unbekannt. Dabei handelt es
sich um eine Innovation mit Potenzial.
Dieses Fleisch wird in einem Bioreaktor
aus tierischen Zellen produziert. Einem
Tier wird dafür eine kleine Gewebeprobe entnommen,
die im Labor auf diejenigen Zellen
hin untersucht wird, die sich für das Vorhaben
am besten eignen. Diese werden zu Zelllinien
gezüchtet, in denen sich die einzelnen Zellen
– wie sonst im tierischen Organismus auch,
aber nun eben außerhalb des Körpers – gut
vermehren und weiter wachsen können. Gibt
man diese Zellen in einen Fermenter (Bioresich
beispielsweise reduzieren. Sich von den
Auswirkungen anfälliger Lieferketten, des
Klimawandels oder kriegerischer Konflikte
unabhängiger zu machen, trägt zudem zur
Ernährungssicherheit bei. Die Gefahr von
Pandemien (Vogelgrippe, Schweinepest), lebensmittelbedingten
Erkrankungen (etwa
durch Salmonellen) und ein übermäßiger
Einsatz von Medikamenten wie Antibiotika
ließen sich vermeiden. Tiere müssten nicht
mehr in gleichem Ausmaß wie derzeit geschlachtet
werden.
Zahlreiche Start-ups widmen sich entsprechenden
Verfahren. 2013 präsentierte das
niederländische Unternehmen Mosa Meat
den ersten aus kultivierten Stammzellen entwickelten
Rindfleisch-Burger. Seither tüftelt
es daran, die Kosten von kultiviertem Fleisch
zu senken, den Geschmack zu optimieren und
die Produktion skalierbar zu machen. Auch
etablierte Firmen der Lebensmittelindustrie
investieren in diesen Bereich. So arbeitet etwa
die PHW-Gruppe mit Mosa Meat zusammen
und kooperiert auch mit SuperMeat aus Israel.
Der Ernährungsmix der Zukunft
„Wir sehen Cultivated Meat als eine vielversprechende
Innovation, die langfristig helfen
kann, Ressourcen effizient zu nutzen und
gleichzeitig hochwertige tierische Proteine
verfügbar zu machen – ohne Schlachtung“,
erläutert Dr. Ingo Stryck, Leiter Marketing
der PHW-Gruppe in Visbek, Niedersachsen.
„Diese Technologie steckt zwar noch in den
Anfängen, doch sie bietet in Ergänzung zu
den bestehenden Proteinquellen Potenzial
Fotos: Mosa Meat/Tim van de Rijdt; PHW-Gruppe
44 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
△ „Cultivated Meat ist eine vielfältige Innovation“,
so Dr. Ingo Stryck, PHW-Gruppe.
für bestimmte Märkte und Zielgruppen.“ Als
Teil einer langfristigen Innovations- und Diversifizierungsstrategie
investiere man daher
in Forschung, Start-up-Kooperationen
und Inhouse Kompetenzzentren, um flexibel
auf unterschiedliche Szenarien reagieren
zu können. Kultiviertes Fleisch betrachtet
Stryck jedoch nicht als alleinige Lösung: „Die
pflanzlichen Produkte werden weiterhin die
dominante Rolle im Markt der alternativen
Proteine einnehmen.“ Und so stehen auch
andere Technologien wie die Präzisionsfermentation
oder neue Entwicklungen innerhalb
der Pflanzenbiotechnologie ebenfalls
im Blickpunkt.
Stryck verdeutlicht, dass die Technologie bei
kultiviertem Fleisch zwar voranschreitet, sich
aber immer noch in der Entwicklungsphase
befindet. „Gleichzeitig sind die regulatorischen
Visbek,
Niedersachsen
Prozesse in der EU (Novel Food) inzwischen
im Gange.“ Er rechnet jedoch frühestens ab
2026/27 mit ersten Marktzulassungen – zunächst
bei Pilotprojekten. Eine breite Verfügbarkeit
im Lebensmittelhandel hält er eher im
nächsten Jahrzehnt für realistisch – abhängig
von Produktionskapazitäten, der Preisentwicklung
und regulatorischen Freigaben.☐
Sortiment
ANUGA | INTERVIEW
Text: Marcelo Crescenti
„Ohne Mut kein Wachstum“
Felix Rosen vom Marktforschungsunternehmen YouGov erklärt im Interview, warum
Innovationen für Hersteller und Handel von zentraler Bedeutung sind. Und er plädiert für mehr
Mut zu Neuem – nicht nur bei Start-ups, sondern auch bei etablierten Markenunternehmen.
Was ist der Wert von Innovationen für die
Lebensmittelbranche?
Mit Innovationen können die Bedürfnisse
der Shopper besser befriedigt werden – einschließlich
jener Bedürfnisse, von denen die
Konsumenten noch gar nicht wissen, dass
sie sie überhaupt haben. Zudem findet das
Wachstum für Industrie und Handel zum
größten Teil über Innovationen und neue
Produkte statt.
Was gilt überhaupt als Innovation?
Ich finde zunächst die umgekehrte Frage
interessant, was keine Innovation ist – zum
Beispiel, wenn ein Produkt in einer kleineren
Verpackung angeboten wird. Oder wenn
Produkte einfach kopiert werden. Bei echten
Innovationen geht es vor allem darum, über
neue oder signifikant verbesserte Produkte
einen Mehrwert für die Konsumenten zu
generieren. Allerdings stellt nicht jede Innovation
einer Marke auch eine Innovation für
die Kategorie dar.
Sollten Innovationen grundsätzlich auf
einen Trend einzahlen?
Man muss zwischen Trend und Hype unterscheiden.
Ein Hype flacht sehr schnell ab, ein
gutes Beispiel dafür ist die Dubai-Schokolade.
Trends sind nachhaltiger, setzen sich über
Jahre fort – und erfolgreiche Innovationen
zahlen meistens auf mehr als einen Trend
ein. Allerdings verläuft ein Trend nicht immer
linear, sondern bewegt sich auch eine Zeit
lang seitwärts. Das sehen wir beispielsweise
bei Milch- und Fleischersatz. Sie liegen zwar
nach wie vor im Trend der Verbraucher, es
findet aber gerade eine Konsolidierung der
Felix Rosen
Director Category
Management
& Business
Development,
YouGov
Nachfrage statt, mit weniger Wachstum als
am Anfang. Dennoch sind beides Kategorien,
die in ihrer Bedeutung weiterhin an Relevanz
gewinnen werden.
Gibt es Produktkategorien, die innovationsaffiner
sind als andere?
Es gibt Kategorien, bei denen es vielleicht
einfacher ist, einen Mehrwert für den Konsumenten
zu erzielen. Doch grundsätzlich sind
Innovationen in jeder Kategorie möglich. Bei
Teigwaren zum Beispiel konnte durch den Einsatz
einer Bronzeform eine aufgeraute Oberfläche
erzeugt werden, die zu einer besseren
Aufnahme von Saucen führt. Oder wer hätte
der Kategorie Waschmittel so viel Innovation
bei Verpackung und Portionierung zugetraut?
Innovation findet oft bei Start-ups statt.
Tun sich größere Markenhersteller schwerer
damit?
Start-ups können viel experimentieren, bei
größeren Unternehmen ist das Risiko auch
größer, genauso wie die Kostenstruktur und
der Kapitalbedarf. Auch sind dort die Entscheidungsprozesse
manchmal etwas länger.
Deswegen werden Start-ups häufiger als innovativ
wahrgenommen, aber es gibt auch sehr
erfolgreiche große innovative Player.
Übrigens haben wir festgestellt, dass Innovationen
wichtig für das Marken-, aber auch
Kategoriewachstum sind. So unterscheiden
sich die wachstumsstärksten Marken und Kategorien
in der Anzahl der Neuprodukte. Spannend
dabei: Für große Marken ist im Vergleich
zu kleineren Marken das Kategoriewachstum
wichtiger als Marktanteilsgewinne. Wenn also
meine Kategorie durch Innovationen wächst,
wachse ich auch als Hersteller. Grundsätzlich
brauchen also auch große Markenhersteller
Innovation, um zu wachsen. Sie müssen aber
eine passende Balance zwischen bestehendem
Portfolio und spannenden Neuheiten finden,
die die Glaubwürdigkeit der Marke nicht gefährden.
Es braucht Mut dazu. Aber ohne Mut
kein Wachstum.
Am Ende muss der Handel die Innovationen
ins Regal stellen. Der Platz ist aber begrenzt.
Wie kann der LEH Innovationen fördern?
Eine Möglichkeit ist über die Schaffung von
entsprechenden Verkaufsflächen. Innovationen
brauchen Sichtbarkeit, und dies kann über
Zweitplatzierungen oder speziellen Gondelköpfen
passieren. Häufig verlieren Innovationen
bei der Sortimentsvielfalt im Stammregal
ihre Sichtbarkeit. Selbstständige Kaufleute
spielen hierbei in meinen Augen eine besondere
Rolle. Ein anderer interessanter Weg ist
über die Zentralen, wo es beispielsweise bei
Rewe über das Innovation Hub mittlerweile
auch für Start-ups die Möglichkeit gibt, Listungen
zu generieren und so Innovationen
schneller auf den Markt zu bringen. ☐
Foto: YouGov
46 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
ALL BEVERAGE
AWARD 2026
ANMELDESCHLUSS: 18. 02.2026
Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter:
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Sortiment
ANUGA | INNOVATION
Text: Marcelo Crescenti
Voilà, ein Gewinner:
Robert Mörth von Fancy by
Nature umrahmt von den
Markant-Managern Alois
Bauer (l.) und John Grewe.
Start-up sucht Partner
Die Start-up-Arena voilà! der Markant-Gruppe gibt Innovationen im Food-Bereich eine Bühne und bietet
Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, ihre Produkte im Rahmen eines Wettbewerbs den Einkäufern des
Handels zu präsentieren. Gewonnen hat diesmal ein Anbieter von fermentierten Früchten.
Es sind vier Minuten, die für den Erfolg
eines Unternehmens entscheidend sein
können: So viel Zeit haben 10 Start-ups
aus dem Food-Bereich, um ihre Produkte
auf der Start-up-Arena voilà! der Markant-
Gruppe zu präsentieren und Handelspartner
für sich zu gewinnen. Im Publikum sitzen die
Einkäufer namhafter Händler wie Kaufland,
dm drogerie markt, Globus, Rossmann, tegut
oder Bünting. Das Event mit dem Motto „Wir
bringen deine Innovation ins Regal“ wurde
Ende September zum 25. Mal in der Karlsruher
Messe veranstaltet und hatte wieder
Spannendes zu bieten.
Die zehn jungen Unternehmerinnen und Unternehmer,
die hier auf eine Listung hoffen,
wurden im Vorfeld durch eine Einkäufer-
Fachjury ausgewählt. Bei der Präsentation
ist die Spannung mit den Händen zu greifen:
Die Einkäufer sitzen in einem Halbrund im
Publikum, neben der Bühne läuft ein Timer.
Wenn 240 Sekunden um sind, sollte man seine
Botschaft erfolgreich platziert haben.
Trendige Produkte
Dabei ist die Produktvielfalt bei den Start-ups
groß: Von glutenfreiem Kuchen im Glas über
fermentierte Obstsnacks und Protein-Limo
bis hin zu Eis, Käse-Cracker und Sirup. (Die
Produkte, die es ins Finale geschafft haben,
stellen wir auf der rechten Seite vor.) Die Innovationen
zahlen auf mehrere Trends ein, etwa
Convenience, Gesundheit, Nachhaltigkeit.
Gewonnen hat dieses Jahr das Start-up Fancy
by Nature aus Österreich, das fermentierte
Früchte als gesunder Snack anbietet. Firmengründer
Robert Mörth freute sich über die
Sichtbarkeit und den Gewinn einer Teilnahme
am nächsten Markant-Handelsforum. Doch
alle Finalisten erhielten etwas sehr Wertvolles:
Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Einkäufer
aus dem Handel.
☐
Fotos: RUNDSCHAU/Crescenti, Start-ups
48 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Karl
Erfrischungsgetränk mit bierähnlichem
Geschmack in den Sorten Hopfen & Malz
und Zitrone. Mit nur 7 Kilokalorien pro
100 Milliliter und Null Volumenprozent
Alkohol. UVP: 1,59 Euro
BETTER CAKEZ
Kuchen to go mit bis zu 30 Prozent Gemüse.
100 Prozent Bio, vegan, glutenfrei,
ohne Industriezucker. In den Varianten
Peanutbutter Brownie (Abb.), Chocolate
Fudgy Cake und Raspberry Fudgy Cake.
UVP: 3,49 Euro
Blue Farm
Sanfter Energieschub mit dem
Matcha Oat Latte: natürliches Koffein
aus hochwertigem Bio-Matcha trifft
auf den Vitalpilz Lion’s Mane.
UVP: 8,49 Euro
Fyl
Softdrink-Alternative im
Mini-Format: zuckerfreier
Sirup. Eine Flasche ergibt
circa 12 Liter erfrischendes
Getränk und ersetzt
bis zu 24 PET-Flaschen.
UVP: 5,90 Euro
Bawra’s
Indische Snackmischungen
in drei Varianten, würzig und
knusprig, aus Puffreis, Kichererbsen
oder Maisflocken.
UVP: 2,99 Euro
Fancy by Nature
Fermentierter Fruchtsnack
ohne Zusätze, rein natürlich
und zu 100 Prozent Bio Made
in Austria. Mit Apfel, Orange,
Pomelo, Kumquat oder Zitrone.
UVP: 2,79 Euro
Elvis
Premium-Eis im Glas:
Hergestellt in Deutschland, mit
frischer Milch aus Schleswig-
Holstein und ohne künstliche
Zusätze. In transparenter Glasverpackung.
UVP: 5,99 Euro
Eckn
Glutenfreie
Cheese-Cracker,
die den vollen
Geschmack von würzigem
Cheddar-Käse
mit einer knusprigen
Textur vereinen.
UVP: 2,69 Euro
NXTUP
High-Protein-Drink in Form einer klassischen
Limonade in der Geschmacksrichtung
Mango-Pfirsich (Abb.), Strawberry-Kiwi
und Blueberry-Cassis. Für die
Gym-Community in der 500 ml-Dose:
zuckerfrei, kohlensäurehaltig und mit
20g Eiweiß. UVP: 2,89 Euro
PURE.LYTE
Elektrolytgetränk
ohne Zuckerzusatz
und mit einem hohen
Gehalt an Mineralien
wie Natriumchlorid,
Magnesium, Kalium,
Calcium. Erhältliche
Varianten: Blaubeere-
Kirsche (Abb.), Apfel-
Birne, Aprikose-Pfirsich.
UVP: 1,99 Euro
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Sortiment
ANUGA | MOPRO
Text: Martina Kausch
Wellness vor
Der Wunsch der Verbraucher nach Mehrwert wird bei Molkereiprodukten
zunehmend wichtiger, zeigen Studien. Qualität und gesundheitsfördernde
Zutaten sind gefragt, künstliche Inhaltsstoffe sind dagegen out.
22 %
Rund
der Konsumenten machen sich Sorgen
um die Umweltauswirkungen des
Konsums von Milchprodukten.
Quelle: Innova Top Trends 2025: Dairy &
Dairy Alternatives
Lebensmittelqualität, Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit sind die drei
wichtigsten Kriterien für den Konsum
von Milchprodukten. Verbraucher legen
zunehmend Wert auf hochwertige Inhaltsstoffe
und möchten Produkte mit Mehrwert, um
in speziellen Alters- und Lebenssituationen
gezielt darauf zugreifen zu können. Das zeigt
der Bericht Top Trends 2025: Dairy & Dairy
Alternatives von Innova Marketing Insights.
Präzision ist gefragt
So fordert laut Bericht der Trend „Präzisions-
Wellness“ die Marken heraus, um gezielte
Ernährungsbedürfnisse in jeder Lebensphase
zu erfüllen. Es bestehen auch Chancen in
der Entwicklung von Produkten, die – im
Hinblick auf Umwelt und Nachhaltigkeit –
einen „schuldfreien Genuss“ bieten und dem
Wunsch der Verbraucher nach köstlichen und
gleichzeitig gesunden Leckereien entsprechen.
Protein und Kalzium im Fokus
Ältere Generationen, wie die Boomer und
die Generation X, legen Wert auf eine ausgewogene
und altersgerechte Ernährung,
folgen aber häufig doch ihren traditionellen
Vorlieben. Ein wichtiger Treiber des „Präzisions-Wellness“-Trends
ist aber das Thema Gewichtsmanagement,
wobei laut Innova-Bericht
Chancen bestehen in der
Entwicklung von Produkten,
die einen „schuldfreien Genuss“
bieten und dem Wunsch der
Verbraucher nach köstlichen
und gleichzeitig gesunden
Leckereien entsprechen.
Innova Top Trends 2025:
Dairy & Dairy Alternatives
einer von fünf Verbrauchern Milchprodukte
als entscheidend für das Erreichen der Ziele
ansieht. Milchprodukte, die mit essentiellen
Nährstoffen wie Kalzium und Protein angereichert
sind, gewinnen an Aufmerksamkeit
und spiegeln das Interesse von Verbrauchern
an präzisen Wellness-Lösungen wider. ☐
Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd
50 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Sortiment
ANUGA | SNACKS
Text: Sibylle Menzel
Spannende Snacks
Fotos: Koelnmesse GmbH, Hanne Engwald
Cracker mit Avocado-Geschmack? Verbraucher suchen bei salzigen
Snacks die Vielfalt und vor allem auch das Unerwartete, wenn es um neue
Geschmacksnoten geht. Sabine Schommer zu den Snack-Trends.
Sabine
Schommer
Director ISM
Koelnmesse
Wie entwickelt sich der Markt derzeit für
salzige Snacks?
Wir sehen bei den salzigen Snacks wie in der
Süßwaren-Warengruppen eine hohe Innovationskraft.
Laut unserem Knowledge-Partner
Innova Market Insights ist die Zahl der
Produkteinführungen in den letzten fünf
Jahren global um drei Prozent gestiegen. Getrieben
wird die Entwicklung vor allem von
Asien, das zwei von fünf neuen Produkten
einführt. China ist dabei führend, aber auch
Indonesien und Indien entwickeln sich zu
Wachstumsmärkten.
Welche Segmente entwickeln sich stark?
Im Snackbereich führen Nüsse und Samen das
Ranking der Neueinführungen an. Popcorn
und Mais-Snacks wachsen mit jeweils acht
Prozent insbesondere durch Innovationen aus
Asien und Afrika. Geschmacklich dominieren
geröstete, würzige und salzige Varianten, wobei
die würzige Geschmacksnote mit einem
Plus von 51 Prozent nochmals hervorsticht.
Fest steht: Die Konsumenten wollen Vielfalt,
6,3 %
Umsatzplus erzielten
salzige Snacks. Top: Popcorn
(+34,1 %) und Nüsse (+13,5 %).
Quelle: YouGov Consumer Index Juli/2025;
Vergleichszeitraum 7/25 vs. 7/24, Deutschland
Textur und vor allem spannende Geschmackserlebnisse.
Welche Zukunftstrends sehen Sie?
Wir beobachten eine wachsende Nachfrage
nach proteinreichen, natriumreduzierten
und pflanzlichen Optionen. Speziell bei den
salzigen Snacks sind auch neue, unerwartete
Geschmacksrichtungen gefragt wie Avocado,
Garnele oder Frühlingszwiebel. ☐
GEBALLTE
POWER.
Täglich
eine Handvoll Nüsse
mit Proteinen
und Vitamin E.
Sortiment
ANUGA | FLEISCH & WURST
Text: Sabrina Reiter
Der Protein-Kick
Bei
53,2 KG
lag der Pro-Kopf-Verzehr in
Deutschland 2024 durchschnittlich.
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE)
Joghurt wird als Zutat in Fleisch- und Wurstwaren eingesetzt. Er sorgt
für frische Geschmacksnoten und passt zum anhaltenden Proteintrend.
Besonders junge, gesundheitsbewusste Konsumenten greifen gerne zu.
Joghurt als Zutat in Fleisch- und Wurstwaren
ist ein neuer und interessanter
Ansatz für die Branche. Polen macht
es vor: Der Fleischverarbeiter JBB
hat eine Wurst für Kinder aus Hühner- und
Schweinefleisch eingeführt, die elf Prozent
Naturjoghurt enthält, glutenfrei ist und laut
Hersteller eine „alltägliche Proteinquelle“
darstellt.
Deutschland steht dem dabei in nichts nach,
wie die Marktforscher von Mintel hervorheben.
Erste Produkte sind bereits auf dem
Markt, wie beispielsweise Bio-Wiener-Würstchen
von Pura Natura oder auch das Eigenmarkenprodukt
Rewe Beste Wahl Delikatess
Paprika-Lyoner, beide mit Joghurt.
Noch ist es eine Nische, liegt aber ganz im
Proteintrend der letzten Jahre. Der Zusatz
von Joghurt bringt nicht nur eine frische und
leckere Geschmacksnote, sondern erweist
sich auch als gute Nährwertquelle und gut
verdauliche Alternative zu herkömmlichen
Wurstwaren. Besonders jüngere Verbrauche-
Auf 4,44 MIO. T
belief sich der Fleischkonsum 2024.
Ein Plus von 0,8 % gegenüber 2023.
Quelle: Bundesinformationszentrum
Landwirtschaft (BLZ)
Der Zusatz von Joghurt bringt
nicht nur eine frische und leckere
Geschmacksnote, sondern erweist
sich auch als gute Nährquelle und
gut verdauliche Alternative zu
herkömmlichen Wurstwaren.
Quelle: Mintel
rinnen und Verbraucher greifen bei trendigen
Proteinprodukten gerne zu.
Proteinreiche Würzalternative
Nicht nur als Zutat in Wurstwaren, sondern
auch in Form von Joghurt-Marinaden erfreuen
sich diese Produkte wachsender Beliebtheit.
Inspiriert von ethnischen Gerichten wie Tandoori
sowie einer Vielfalt an Gewürzen und
Kräutern, verleihen sie dem Grillsortiment
mehr Abwechslung und Raffinesse.
Besonders wirkungsvoll sind auch hier Claims,
die den hohen Proteingehalt betonen. Die
wachsenden Erwartungen an neue Fleischund
Wurstprodukte werden von den Herstellern
mit innovativen Konzepten beantwortet
– ganz im Sinne des Verbrauchers. ☐
Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd
52 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Sortiment
ANUGA | HEISSGETRÄNKE
Fotos: stock.adobe.com/netzfrisch.de ; Pixabay/Clker-Free-Vector-Images
Heiße
Schokolade
Wie aus einer Mintel-Studie hervorgeht,
wuchs das Segment in Deutschland
2024 um 15,9 Prozent. So trinken 71 Prozent
heiße Schokolade zu Hause oder am Arbeitsplatz.
Die Mintel-Prognose: Von 2024 – 2029
wird der Markt um 19 Prozent wachsen,
der Marktwert sich auf 327 Millionen
Euro erhöhen.
Kaffee
Laut dem Deutschen Kaffeeverband
lassen sich drei Entwicklungen
beobachten: Eine zunehmende Nachfrage
nach löslichem Kaffee, nach ganzen Bohnen
und nach Produkten mit nachhaltiger Zertifizierung.
Außerdem interessant: sogenannte
Mixtures, Einzelportionen
mit löslichem Kaffee.
Tee
Text: Jenny Rommel
Zu den wichtigsten Kaufkriterien
zählen aktuell laut dem
Deutschen Teeverband die Themen
Nachhaltigkeit, bio sowie gesundheitliche
Vorteile. Außerdem entdecken die Käufer
gerne neue Geschmacksrichtungen. Daher
zählen zu den aktuellen Produkttrends
Matcha, Functional Teas
sowie Cold Brew Teas.
Sortiment
ANUGA | TIEFKÜHLKOST
Text: Sibylle Menzel
Cool nachgefragt
Anuga Frozen legt zu: Die Koelnmesse meldet eine Flächenerweiterung
von 400 Quadratmetern. Im deutschen Tiefkühlmarkt hält sich der
Aufwärtstrend, die Innovationen treffen den Zeitgeist.
Ist Tiefkühlkost weiter auf Erfolgskurs?
Wie entwickelt sich der Markt?
Der deutsche Tiefkühlmarkt setzt 2025 im
Jubiläumsjahr „70 Jahre Tiefkühlkost in
Deutschland“ seinen Wachstumskurs fort.
Das dti rechnet in der aktuellen Prognose mit
Die TK-Abteilung entwickelt sich zu einem
dynamischen Bereich, der Kunden immer
wieder neue Inspiration bietet und dem
Handel Umsatz und Frequenz.
Dr. Sabine Eichner
Geschäftsführerin dti
unverändert positiver Entwicklung. Vor allem
im LEH und bei den Heimdiensten bleibt die
Nachfrage stark. Das Absatzvolumen steigt
2025 um 2,1 Prozent auf 2,06 Mio. Tonnen. Der
Umsatz mit TK-Produkten im LEH inklusive
Heimdiensten wächst voraussichtlich um 3,6
Prozent auf 12,2 Mrd. Euro – begünstigt durch
die nachlassende Inflation.
Die dynamischsten Segmente?
Nach Einschätzung des dti verzeichneten im
ersten Halbjahr 2025 vor allem TK-Backwaren,
-Fisch, -Fertiggerichte sowie -Kartoffelprodukte
ein deutliches Plus im LEH inklusive
TK-Heimdiensten. TK-Obst legte mit einem
Wachstum von rund 14 Prozent am stärksten
zu. Stabil blieben dagegen die Segmente TK-
Pizza und TK-Fleisch.
Dr. Sabine
Eichner
Geschäftsführerin,
Deutsches
Tiefkühlinstitut
(dti)
Welche Zukunftstrends sehen Sie bei TK?
Die Entwicklungen stehen in Zusammenhang
mit unserem veränderten Lebensstil. Convenience
spielt eine zentrale Rolle: TK-Produkte
bieten schnelle Lösungen für den Alltag und
unterstützen zugleich eine ausgewogene Ernährung.
Das Sortiment wird zunehmend
durch Trends wie Snacking, kleinere Mahlzeiten,
pflanzenbasierte Innovationen und
internationale Spezialitäten geprägt. Auch
der Airfryer bringt Schwung: Laut unserem
„TK-Trendbarometer 6/25“ benutzen ihn 41
Prozent, um TK-Produkte zuzubereiten. ☐
96%
Käuferreichweite erreicht Tiefkühlkost
in Deutschland. Verbraucher schätzen
Frische, Nährstoffgehalt, Haltbarkeit und
Flexibilität zu fairen Preisen.
Quelle: Deutsches Tiefkühlinstitut (dti)
Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd; Deutsches Tiefkühlinstitut (dti)
54 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Sortiment
ANUGA | BROT & BACKWAREN
Text: Martina Kausch
Bewusster kaufen
Die Verzehrgewohnheiten bei Brot und Backwaren ändern sich: 2024
kauften die privaten Haushalte laut dem Marktforschungsunternehmen
YouGov rund 1.548.000 Tonnen Brot – zehn Prozent weniger als noch 2019.
kg
–1
–2
–3
–4
–5
@
ZAHLEN
Brotkonsum in Deutschland
2024 wurden in Deutschland durchschnittlich
4,3 Kilogramm weniger Brot pro
Haushalt gekauft als 2019. Am geringsten
war der Rückgang laut Befragung bei
Toast- und Sandwich-Sorten.
– 4,3
Brot Gesamt
–0,3
Toast/
Sandwich
– 4,4
Brot o. Toast/
Sandwich
Quelle: Befragung YouGov für dpa, April 2025
Fotos: HORESCO
Wie entwickelt sich der Brotmarkt aktuell?
Der deutsche Brotmarkt zeigt sich trotz wirtschaftlicher
Herausforderungen stabil. Brot ist
und bleibt ein essenzielles Grundnahrungsmittel
und ein Kulturgut von herausragender
historischer und kultureller Bedeutung.
Welche Sortimente und welche Sorten sind
zurzeit besonders gefragt?
Besonders dynamisch entwickeln sich Segmente,
die den Wunsch nach Gesundheit
und Genuss miteinander verbinden. Vollkorn-,
Ballaststoff- oder Proteinbrote sowie
Clean-Label-Varianten verzeichnen deutliche
Zuwächse, getragen vom steigenden Gesundheits-
und Nachhaltigkeitsbewusstsein der
Verbraucher. Zugleich sind handwerklich
hergestellte Brote, regionale Spezialitäten
und Sauerteigprodukte besonders gefragt,
da sie Authentizität und Qualität vermitteln.
Welche Zukunftstrends erkennen Sie?
Brot steht weiterhin im Zentrum unserer
Ernährung – doch die Konsumenten wählen
heute bewusster aus. Sie suchen Qualität,
Transparenz und gesundheitsorientierte
Vielfalt, manchmal aber auch Sicherheit in
Altbekanntem, zum Beispiel einem aromatischen
Bauernlaib. Diese Entwicklung eröffnet
hervorragende Chancen, mit regionalen
Rohstoffen und handwerklichem Können
Antworten zu geben.
☐
Sara Di Napoli
Leiterin
Deutsches
Brotinstitut
JETZT
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SCHARF AUF UMSATZ?
Spicy Fries
Der besonders knusprige „Deep Crinkle“
Wellenschnitt mit einer angenehm
mild-scharfen Chili Würzmischung sorgt
für den ultimativen Geschmackskick!
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2,79 €
Abwechslung & Differenzierung
im Pommes-Segment
Spricht vor allem junge Shopper an*
*Marktforschung zu Neuprodukten; McCain, 10/2023
Launch-Unterstützung durch:
• Shopper-relevantes POS-Material
• Social Media
• Fachhandelsanzeigen
Sortiment
ANUGA | SÜSSWAREN
Text: Sibylle Menzel
More than sweet
Süßwaren schenken Glücksmomente – und einfach Genuss. Gesellen sich
noch gesundheitsorientierte Benefits dazu, ist die perfekte Trendware am
Start. Sabine Schommer hat als ISM-Director die Themen im Blick:
Sabine
Schommer
Director ISM
Koelnmesse
Welche Entwicklungen registrieren Sie
aktuell im Markt für die Süßwaren?
Im Süßwarenbereich ist die Zahl neuer Produkteinführungen
laut unserem Knowledge-
Partner Innova Market Insights in den letzten
fünf Jahren weltweit um rund fünf Prozent
gestiegen. Westeuropa ist hier führend, doch
besonders dynamisch wachsen Regionen wie
Afrika mit 19 Prozent und Lateinamerika mit
elf Prozent in der zusammengesetzt jährlichen
Wachstumsrate. Unter den Ländern liegen die
USA an der Spitze, zudem rücken Brasilien
und Spanien stärker in den Fokus.
In welchen Segmenten beobachten Sie der-
zeit die dynamischsten Entwicklungen?
Es dominieren weiterhin klassische Schokoladentafeln.
Am stärksten wachsen aber „andere
Schokoladensüßwaren“ – etwa Schokoladenspielzeug,
-lutscher oder Schokoladeneier,
die Überraschungen für Kinder enthalten.
Bei den Rohstoffen und Aromen dominieren
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Fotos: stock.adobe.com/netzfrisch.de; Koelnmesse GmbH, Hanne Engwald; Pixabay/Clker-Free-Vector-Images
Nüsse, allen voran Haselnuss und Karamell,
während bei Zuckerwaren fruchtige Sorten
wie Grüner Apfel im Trend liegen.
Auf welche Zukunftstrends muss im Markt
für Süßware geachtet werden?
Der Trend geht klar in Richtung Balance zwischen
Genuss, Gesundheit und Nachhaltigkeit.
Wir beobachten diese Entwicklung bei
Lebensmitteln und Getränken. Auch bei den
Süßwaren gewinnen funktionale, gesundheitsorientierte
Benefits immer mehr an Relevanz
– von Bonbons mit Heilkräutern bis
zu Produkten mit Vitaminen, Melatonin oder
botanischen Essenzen.
Daher werden wir funktionellen Süßwaren
auf der ISM 2026 auch erstmals eine eigene
Bühne bieten.
☐
+8,1 %
Umsatzplus erzielte die Süßware in
Deutschland im Juli 25 versus Juli 24. Treibendes
Segment bei den Riegeln: Funktionale Riegel.
Quelle: YouGov Consumer Index Juli/2025
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überzeugt *
Die Nr. 1 Marke
29,1 %
am Waffelmarkt mit
29,1 % Marktanteil **
GLÜCK VERBINDET
* Quelle: Manner Produkt-/Konzeptmarktforschung
(DE) 2023/24, marketmind
** Quelle: circana, Deutschland, YTD bis inkl. Juni
2025, Waffeln total, LEH exkl. A/L/N, Menge in kg
Sortiment
ANUGA | ALKOHOLFREIE GETRÄNKE
Text: Sibylle Menzel
Zurück ins Plus
Thomas
Lahrmann
Senior
Consultant
Business Insights
Beverages,
Circana
Nach Jahren des Rückgangs geht es im Markt für alkoholfreie Getränke
wieder leicht bergauf. Wasser treibt die Kategorie an. Circana-Experte
Thomas Lahrmann verrät, wo noch weitere Potenziale liegen.
Wie entwickelt sich derzeit der AfG-Markt?
Nach rückläufigen Absätzen in den vergangenen
Jahren legt der AfG-Markt im ersten
Halbjahr 2025 mit plus einem Prozent erstmals
wieder leicht zu. Durch ein gestiegenes
Preisniveau wächst das Umsatzvolumen um
5,1 Prozent. Verbrauchermärkte und Harddiscounter
treiben die Umsatzentwicklung
am stärksten.
Die Treiberkategorie Nummer
Eins ist derzeit Wasser. Sportsowie
Energy-Getränke
schwächeln zwar, haben aber
weiterhin Potenzial.
Welche Kategorien innerhalb dieses
Marktes entwickeln sich derzeit am dynamischsten
– und warum?
Die Treiberkategorie Nummer Eins ist derzeit
Wasser, der Umsatz legte um 7,6 Prozent zu.
Während die meisten anderen Kategorien
teils deutliche Absatzrückgänge verzeichnen
und allenfalls über gestiegenes Preisniveau
wachsen, gewinnt Wasser um 3,7 Prozent
in der Menge. Auch die Kategorie Wasser
Plus entwickelt sich im Umsatz und Absatz
positiv mit einem Zugewinn von 7,2 bzw.
3,4 Prozent. Unter den kohlensäurehaltigen
Erfrischungsgetränken zeigt das Segment
Colamix weiterhin eine starke Dynamik im
Absatz mit plus 5,8 Prozent, im Umsatz plus
12,8 Prozent. Die Renner-Kategorien der letzten
Thomas Lahrmann
Circana
Jahre, Sportgetränke und Energy, schwächeln
im ersten Halbjahr.
Auf welche Zukunftstrends muss bei diesem
Markt besonders geachtet werden?
Vor dem Hintergrund der Makrotrends Gesundheitsoptimierung
und Wellbeing sehen
wir weitere Potenziale in kalorienarmen und
Wasser-nahen Segmenten wie Wasser Plus,
darunter Near Water/Functional Water. Trotz
Rückgängen im ersten Halbjahr sehen wir
in Sport- und Energygetränken weiterhin
Potenzial.
☐
12,8 %
Umsatzplus verzeichnete das Segment
Colamix im ersten Halbjahr 2025. Mit plus 5,8 Prozent
zeigen sich Colamixe auch im Absatz dynamisch.
Quelle: Circana
Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd; Circana
58 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Sortiment
ANUGA | SPIRITUOSEN
Text: Sibylle Menzel
Trend Null Promille
Trotz rückläufigem Gesamtmarkt setzen Mixspirituosen Akzente im
Wachstum. Vor allem Wodka-Mix sticht hervor, während Klassiker wie Gin
an Zugkraft verlieren. Der Trend geht zu den alkoholfreien Spirituosen.
Der Markt für Mixspirituosen
hat sich in den letzten fünf
Jahren auf über 300 Millionen
Euro verdoppelt.
Martin Schneider
Circana
Martin Schneider
Director Business
Insights
Beverages
& Non-Food,
Circana
Welche Kategorien entwickeln sich derzeit
am dynamischsten?
Mixspirituosen und Weinbrand entwickeln
sich mit einem Umsatzplus von 6,2 bzw. 1,1
Prozent positiv. Sie profitieren insbesondere
von hohen Zuwächsen bei Wodka-Mix. Die
positive Entwicklung kommt vor allem über
Verbrauchermärkte und Harddiscounter. Die
stärksten Treiber der negativen Entwicklung
sind klare Spirituosen – hier ist auch der Gin-
Trend ins Stocken geraten – sowie Whisky.
Fotos: Circana
Wie entwickelt sich derzeit der Markt für
Spirituosen?
Im ersten Halbjahr 2025 sank der Umsatz
des Spirituosenmarkts um 3,6 Prozent auf
2,8 Milliarden Euro. Auch der Mengenabsatz
entwickelte sich mit minus 2,6 Prozent rückläufig.
Nur bei den Getränkeabholmärkten
ist ein Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, während
die Verbrauchermärkte die negative
Entwicklung mit einem Minus von 4,5 Prozent
am stärksten treiben.
Auf welche Zukunftstrends muss bei diesem
Markt besonders geachtet werden?
Es ist ein zunehmender Trend zu Mixspirituosen
erkennbar. Der Markt hat sich in den
letzten fünf Jahren auf über 300 Millionen
Euro verdoppelt. Eine wesentliche Rolle spielen
hier Kleingebinden zum Unterwegs- und
Direktverzehr. Bei alkoholfreien Spirituosen
ist entgegen dem restlichen Spirituosenmarkt
eine positive Umsatzentwicklung zu erkennen,
vor allem bei klaren Spirituosen und
Likören. Dieser Trend zeigt sich auch bei
anderen traditionell alkoholhaltigen Getränkekategorien.
☐
5,7 %
Umsatzplus wurde im 1. Halbjahr 2025 bei den
alkoholfreien Spirituosen verzeichnet. Mit 10 Mio. Euro
ist ihr Anteil am Gesamtmarkt aber noch gering.
Quelle: Circana
Sortiment
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233 63 Lund, Schweden
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weißer Schokolade & helle Kekse, umhüllt von feiner Milchschokolade.
Manner Wafer Crunchies: Knackige Haselnuss-
Waffelwürfel in cremiger Milchschokolade treffen auf schokoladige
Waffelwürfel, überzogen mit dunkler Schokolade.
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Josef Manner & Comp. AG
Zweigniederlassung Deutschland
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zarten Garnelen, fruchtiger Tomatensauce und aromatischen
Kapern – vielseitig einsetzbar zu Pasta oder Reis.
Die Garnelen in Trüffelcreme vereinen edlen Sommertrüffel
mit cremiger Raffinesse und eignen sich als elegante
Vorspeise oder für festliche Menüs.
Ein Highlight ist die Trüffel-Aioli: Ein aromatischer, cremiger
Trüffel-Dip, der begeistert und Fisch- und Fleischgerichte,
Burger bis Sandwiches edel verfeinert.
Für besondere Anlässe überraschen die Garnelen
„Marzipan“, die die feine Süße des Lübecker Marzipans
harmonisch mit zarten Garnelen verbinden.
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geeignet.
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Bedientheke setzen.
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22767 Hamburg
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60 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25
Verbandsinfo
HDE
Flexibilisierung und Modernisierung
Zügige Umsetzung angemahnt
BÜROKRATIEABBAU Nach der Rede zur Lage der EU von
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Mitte
September, appelliert der HDE an die gesamtpolitische
Verantwortung der EU-Mitgesetzgeber in Parlament und
Rat und mahnt zur zügigen Umsetzung wichtiger Vorhaben
wie einer umfassenden Entbürokratisierung. „Ursula von
der Leyen hat die Notwendigkeit eines echten Bürokratieabbaus
adressiert und damit deutlich gemacht, dass sie
die Herausforderungen der Händlerinnen und Händler
ernst nimmt. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt.
Die Omnibus-Verfahren müssen vorangetrieben werden“,
so Antje Gerstein, HDE-Geschäftsführerin Europapolitik.
ARBEITSZEITRECHT Mit Blick auf den seit Juli 2025 laufenden
Dialog der Sozialpartner mit dem Bundesministerium für
Arbeit und Soziales zur konkreten Ausgestaltung der im Koalitionsvertrag
vereinbarten Einführung einer wöchentlichen
statt einer täglichen Höchstarbeitszeit, bekräftigt der Handelsverband
Deutschland (HDE) seine Forderung nach einer
Flexibilisierung und Modernisierung des Arbeitszeitrechts.
„Das Arbeitszeitgesetz bildet die digitale Arbeitswelt nicht mehr
hinreichend ab. Das gilt vor allem für die starren Regelungen zur
täglichen Höchstarbeitszeit. Deutschland verliert so im internationalen
Kampf um Fachkräfte stetig an Wettbewerbsfähigkeit“, so
Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer Arbeit und Soziales. Flexible
Arbeitsmodelle seien inzwischen ein zentraler Schlüssel zur erfolgreichen
Fachkräftegewinnung. Mit dem Arbeitszeitgesetz wurde
die EU-Arbeitszeitrichtlinie in nationales Recht umgesetzt. „Dabei
wurden die Gestaltungsspielräume der EU-Richtlinie aber nicht
voll ausgeschöpft“, so Haarke weiter. Die tägliche Höchstarbeitszeit
im Arbeitszeitgesetz werde den Anforderungen der digitalisierten
Arbeitswelt nicht mehr gerecht und erschwere auch die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nötig sei daher ein Wechsel
hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit direkt im Arbeitszeitgesetz;
die tägliche Höchstarbeitszeit müsse wegfallen.
Bürokratiearme und praxisnahe Umsetzung
KI-VERORDNUNG Im Referentenentwurf zur Umsetzung der KI-Verordnung sieht der Handelsverband
Deutschland (HDE) Licht und Schatten. Positiv bewertet der Verband die Absicht, Doppelstrukturen
zu vermeiden und Beratungsangebote insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen zu
schaffen. Mit Blick auf die konkrete Ausgestaltung dieser Angebote und der angekündigten Innovationsförderung
besteht allerdings noch Klärungsbedarf. Der HDE spricht sich für eine bürokratiearme
und praxisnahe Umsetzung der KI-Verordnung aus.
www.einzelhandel.de
Fotos: stock.adobe.com/textune0, Reda
Verbraucherstimmung
verschlechtert sich
KONSUM Die Verbraucherstimmung in Deutschland trübt
sich im September spürbar ein. Wie aus dem aktuellen Konsumbarometer
des Handelsverbandes Deutschland (HDE)
hervorgeht, geht der Index zum ersten Mal seit Beginn des
Jahres zurück. Nach der Sommerpause sind die Erwartungen
der Verbraucherinnen und Verbraucher für das restliche Jahr
gedämpft. Eine Erholung des privaten Konsums ist nicht in Sicht.
www.einzelhandel.de/konsumbarometer
Das ist der Trend für September
97,51 98,86 97,76 97,70 96,93 97,25 97,54 97,64
96,13 96,02
94,99 95,31 96,10 97,35 97,73
95,36
95,97
05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25 03/25 04/25 05/25 06/25 07/25 08/25 09/25
Quelle: HDE
www.rundschau.de
61
Neue Produkte
Oktober 2025
Freixenet
Winterlichen Genuss ohne Umdrehungen
bietet der Glüh-Mederaño Alkoholfrei
Tinto. Die eigenständige Farbgestaltung
erleichtert die Orientierung
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Dubai Style-Schokolade in
den zwei neuen Varianten
weiß sowie 70 Prozent Edelbitter.
Packungsinhalt:
150 Gramm/ 145 Gramm.
UVP: 9,99 Euro
Costa
Quäse
Neu im TK-Regal: Der Ofenfisch
als Komplettmahlzeit in
den drei Sorten Brokkoli mit
Süßkartoffeln, Tomate-Spinat
mit Rosmarinkartoffeln und
Linsen-Gemüsemix mit Kartoffelscheiben.
UVP: 3,99 Euro
Bisher nur im 115 Gramm-Format, ab
sofort auch im 220-Gramm-Großformat
erhältlich: der Quäse Protein.
UVP: 2,99 Euro
Bohlsener Mühle
Keksbackmischung Weihnachtsbäckerei
für unkomplizierten
Back-Spaß. Einfach mit Butter
oder Margarine ergänzen,
schon entsteht ein vielseitiger
Dinkel-Teig. UVP: 2,99 Euro
TeeFee
Weihnachtsedition des Bio-
Tee + Saft-Getränks mit null
Prozent Zucker. Verfügbar in
zwei Sorten: Apfel im Schneemann-Design
und Himbeere mit
Weihnachtsmannkostüm.
UVP: 0,99 Euro
Hartkorn
Naturami: universelles Gewürzsalz,
das sich als Basis für Brühen oder
zum Verfeinern von Soßen, Dips und
Marinaden eignet. Erhältlich als
Naturami Original (Abb.), Pikant, Rauchig
oder Mediterran. UVP: 4,49 Euro
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Die Glühweine Chardonnay
– mit Noten von Zimt, Nelke,
Orange, Vanille – sowie Merlot
– intensiv mit Noten von
Orange, Zitrone – mit Winter-
Motiven als Hingucker im Regal
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62
RUNDSCHAU 10/25
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IMPRESSUM
Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:
Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.
(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;
Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);
Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)
Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände
wieder. Die Redaktion ist nicht für die
Inhalte verantwortlich.
Neue Produkte
Oktober 2025
Gegründet: 1929
Verlag: medialog GmbH & Co. KG
Am Bollgraben 1, 76534 Baden-Baden
Tel. 07225 60646-00
E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de
Geschäftsführer: Carsten Augsburger
Verlagsleiterin: Maria Akhavan
Chefredakteur: Marcelo Crescenti (V.i.S.d.P.)
Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke
Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel,
Jenny Rommel, Sabrina Reiter
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen
Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design
Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic
Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna
Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock
Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark
Anzeigendisposition: dispo@medialog.de
Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025
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Hause. UVP: k.A.
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Geschmacksrichtung Fuji-Apfel & Ingwer
in der rot-goldenen 250 Milliliter-Dose (80
Milligramm Koffein). Auch als zuckerfreie
Variante erhältlich. UVP: k. A.
Titel: Hans-Rudolf Schulz;
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Produktfotos: HITCHCOCK GmbH, Wolfra Bayrische
Natursaft Kelterei GmbH, Hersteller
Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209
Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement
Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.
Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist
der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:
Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband
Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband
Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen
Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband
Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden
e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,
Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände
des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband
Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel
Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und
Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des
Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden
e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel
Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement
verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat
vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.
Druck: westermann DRUCK | pva
Georg-Westermann-Allee 66
38104 Braunschweig
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Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch
nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung
des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht
für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.
Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material
wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene
und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte
liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.
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Maracuja, Himbeere-Vanille und
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Teekanne verlost 1.000 Wasserkocher
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können Verbraucher bis zum
31.12., indem sie zwei Produkte
kaufen, sich online mit ihrer
E-Mail-Adresse registrieren und
im Gewinnfall den Kassenbon
hochladen.
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Materialien, Tees aus Bio-
Kräutern. UVP: 12,99 Euro
Söbbeke
Von Oktober bis November erhalten Verbraucher
beim Kauf von mindestens drei Scheiben- oder
Reibekäsen oder zwei Prepack-Käsen in teilnehmenden
Märkten eine Koziol-Box mit Söbbeke-
Print. Solange der Vorrat reicht.
Popp
Herzhafte Aufstriche in der wiederverschließbaren
150 Gramm-Schale
auf Basis von körnigem Frischkäse
in den Varianten Kirschpaprika,
Ei-Schnittlauch sowie Tomate-
Basilikum. UVP: 2,29 Euro
Hohes C
Unter dem Motto „Aufdrehen, fahren & sparen!“ kooperiert
Hohes C mit der Deutschen Bahn. Bis zum 15.12.
Aktionsprodukt kaufen und Code aus dem Deckel im
Wert von 10 Euro auf Aktionswebseite eingeben.
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65
FORSCHERAUFTRITT
David Bosshart
>
David
Bosshart
ist als Trend- und Handelsforscher weltweit tätig. Er
wechselt sich hier mit Stephan Grünewald, Martin Fassnacht
und Florian Klaus ab. www.davidbosshart.com
Text: Sibylle Menzel
„Jeder Tag eine neue Welt“
Zwischen Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit, Ernährungsvorlieben und verändertem Kaufverhalten – wohin
steuert die Branche? Bislang, so sieht es David Bosshart, beherrschen viele Unsicherheiten die Richtung.
Welche Ernährungstrends sehen Sie aktuell
als nachhaltig – und welche werden bald
wieder verschwinden?
Aufsteiger sind Proteine, sie haben Pflanzenbasiertes
überholt. Synthetische Lebensmittel
haben noch viel Potenzial,
aber das dauert alles viel länger als
angenommen. Wirklich nachhaltig
wäre: weniger, dafür besser essen.
Frisch, regional und saisonal, soweit
möglich. Aber das kostet.
Sehen Sie Geschäftsmodelle, die
den Lebensmittelhandel in den
nächsten fünf Jahren grundlegend
verändern könnten?
Für die Mutigen: Innovationen statt
wie gängig nur Innovatiönchen werden
den Unterschied machen. Das können
nicht viele. Wie etwa dm-drogerie markt. Oder
ansatzweise Rewe oder Lidl. Klug eingesetzte
Kapitalkraft, die mehr als nur die alten Preiskriege
intensiviert, wird viel wichtiger: kontinuierlich
langfristig investieren und Ökosysteme weiterentwickeln,
mit KI als Organisation umgehen lernen, die Kundenbasis
mit mehr als nur Technologie erweitern.
Angesichts von steigenden Kosten und verändertem Kaufverhalten
– welche strategischen Antworten erwarten Sie von Händlern?
Es fehlt an Wirtschaftswachstum, darum wird viel mehr konsolidiert,
Volumen addiert. In den USA haben in den letzten drei Jahren die drei
größten Händler – WalMart, Amazon nur mit Einzelhandelsumsätzen
und Costco über 50 Prozent des gesamten EH-Umsatzwachstums bestritten!
Wachstum reduziert sich in Europa auf die Kriegswirtschaft
als Motor. Im Einzelhandel leiden die Nonfood-Kategorien am meisten,
und der LEH pendelt hastiger zwischen möglichst versteckten
Preiserhöhungen und groß angekündigten Preissenkungen hin und
her. Angesichts der großen Unsicherheiten scheint überall in Europa
das Motto: Abwarten und mal schauen. Trump, Xi und Putin prägen
bei uns die Stimmung, wir sind Zuschauer. Jeder Tag eine neue Welt.
David Bosshart
Trendforscher, Executive Advisor, langjähriger
Direktor Gottlieb Duttweiler Institute.
Technologische Entwicklungen treiben viele
Veränderungen voran. Welche Innovationen
werden Produktion und Handel am
stärksten prägen?
Auch wenn Social Media immer mehr
dominiert: Viel wichtiger als Marketing-
Gimmicks werden partnerschaftliche
Systeme in der Lieferkette, die
dank Automatisierungsprozessen
etwas transparenter, effizienter und
robuster werden, bessere Prognosen
und bessere Kostenbewirtschaftung
ermöglichen. Wirklich kluger Technologieeinsatz
ist zuerst Sicherheitstechnologie.
Ein zentrales Motto der Anuga lautet
‚Sustainable Growth‘: Wo sehen Sie die
größten Hebel für echten Fortschritt in
Sachen Nachhaltigkeit in der Branche?
Das Wunschdenken ist, dass sich Wachstum harmonisch
aus Technologie, Natur und Konsum entwickelt.
Realistischer ist ein nachhaltiges Durchwursteln,
das sich wieder vermehrt national orientiert – auch
weil Trump das Sagen hat. Obwohl das globale BIP zu rund 50 Prozent
von Naturerzeugnissen abhängt, geht die extraktive Zerstörung
unvermindert weiter. Je nach Geographie, Kategorie und Lieferketten
– siehe etwa Kaffee und Schokolade – werden wir vermehrt zwischen
Überfluss und Mangel hin und her pendeln. Gleichwertige Ersatzprodukte,
die einfacher erhältlich sind, werden wichtiger, was man
aktuell bei Früchte und Gemüse sieht. Fleisch wird das emotionalste
Thema bleiben. Und die Kosten für eine verlässliche und gleichzeitig
etwas nachhaltigere Energieversorgung werden steigen.
Gibt es einen Trend, den die Branche massiv unterschätzt?
Dass es konsequenterweise am Schluss den Menschen als Entscheidungsträger
nicht mehr braucht. Er verschwindet in der Technologie
und wird selbst zum Roboter, weil wir die Welt, auch die Lebensmittel,
nur noch durch die algorithmisierte Schablone wahrzunehmen im
Stande sind. Fröhliche Roboter, aber politische Eunuchen. ☐
Foto: HTR/Susanne Keller
66 FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 10/25
KARNEVAL 2025/2026:
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Maracujalikör, 16% Vol., 20 x 0,02L
QUICKY
Roter Fruchtlikör, 20% Vol., 20 x 0,02L
QUICKY Minze
Pfefferminzlikör, 18% Vol., 20 x 0,02L
D-33161 Hövelhof Fon (05257) 9895-0 Fax (05257) 9895-15 E-Mail: info@in-spirit.de Internet: www.in-spirit.de
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Nr. 1
Premium-Qualität, die im
OTC-Regal für Umsatz sorgt.
Wachsendes Potential:
Bis 2028 Ø ~9 % jährl. Wachstum für
das NEM-Segment .
Breite Käuferschaft:
Der Selbstoptimierungs-Trend treibt
Jung und Alt vors Regal.
Premium-Vorteil:
„Steigender Umsatz mit Premiumprodukten,
gerade, wenn es um
Gesundheit und Fitness geht“. (spiegel.de)
Bedient Megatrends:
Longevity, Darmgesundheit,
Hormonbalance u.v.m.
Jetzt listen & Selfcare-Boom nutzen!
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