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RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 10/2025

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Oktober 2025

Nr. 10

rundschau.de

info@rundschau.de

18

STRATEGIE

Interview:

Müllermilch setzt

auf gesunden

Geschmack.

50

SORTIMENTE

MIT ZUKUNFT

Von AfG bis Mopro:

Trends und

Prognosen für

neun Kategorien.

ANUGA 2025

TREIBER

INNOVATION

AUCH IN DIESER AUSGABE: UMSATZSTEIGERNDE MUSIK · DIE ZUKUNFT VON HELLOFRESH · STORE-CHECK BEI EDEKA

BLAZEVIC IN MÜNCHEN · LÖSUNGEN FÜR PARKPLÄTZE · VOILÀ: MARKANT FÖRDERT START-UPS · LEH-JAHRESBILANZ


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RUNDSCHAU 10/25

Editorial

Marcelo Crescenti

Chefredakteur

E-Mail: crescenti@rundschau.de

Innovieren oder verlieren

Innovationen fallen nicht vom Baum – oder doch? Auf der Suche nach

Orten, an denen Produktinnovation für die Lebensmittelbranche

stattfindet, ist die Redaktion der RUNDSCHAU nach Nord- und Süddeutschland

gereist – und auch nach Südtirol, wo die Innovation

in Gestalt einer neuen Apfelsorte am Baum hängt. Die spannenden

Geschichten dazu erzählen wir ab Seite 36.

Innovation ist auch das Leitmotiv der diesjährigen Leitmesse ANUGA

in Köln. Die Veranstalter wollen damit das wichtigste Schaufenster

der Branche für heimische und internationale Besucher spannender

machen und neue Inspiration liefern. Auch die RUNDSCHAU ist vor

Ort: Besuchen Sie uns gerne auf dem Stand 051, Boulevard BOCF.

Wir haben uns im Vorfeld der Messe mit den Trends in neun Produktkategorien

intensiv beschäftigt: Ab Seite 50 geben verschiedene

Experten darüber Auskunft, wie sich die wichtigsten Warengruppen

aktuell und künftig entwickeln und welche Trends Industrie und

Handel auf keinen Fall verpassen sollten.

Ich wünsche eine gewinnbringende Lektüre!

#Frosch

Reinhard Schneider, Inhaber

von Werner & Mertz, spricht

über sinnvolle Innovationen,

Markenzuversicht und die Listung

bei Lidl. Seite 6

#Parkplätze

Ein Aufreger-Thema für Kunden

und Händler. Neue Ideen

und Konzepte für die unbeliebteste

Fläche im ganzen LEH.

Seite 22

#HelloFresh

Die RUNDSCHAU war bei der

Eröffnung des Pop-up-Stores

des Kochboxversenders in Zürich

und hat mit der DACH-

Chefin über Gegenwart und

Zukunft gesprochen. Seite 26

Sie wollen wissen, was die Branche bewegt,

und keine wichtigen News verpassen?

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Auf Insta entgeht Ihnen nichts – ob Top-

Branchenevents, spannende Firmen-Insights

oder glamouröse Awards.

www.rundschau.de

03


RUNDSCHAU Oktober 2025

Inhalt

www.rundschau.de

Mehr News, Fotos und

Hintergründe stehen

online für Sie bereit.

www.rundschau.de/wettbewerbe/

fitfortrade

Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,

Lernmaterial und vieles mehr.

Die Titelstory

Wie viel Innovationskraft kann in einem Apfel stecken? Wie ist Innovation

überhaupt definiert? Und wo entsteht sie? Die RUNDSCHAU

hat die Antworten aus vielen Perspektiven in einem großen Special

zusammengefasst. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 34.

Branche

Sortiment

06 Ein Kaffee mit ...

Reinhard Schneider, Geschäftsführer von Werner

& Mertz mit der Ökomarke Frosch.

34 Anuga-Special: Innovation

Das Leitthema der Anuga lautet Innovation.

Dazu das große Special der RUNDSCHAU.

28

Store-Check Edeka Blazevic

14 Nachwuchsförderung

Deutschlands beste Nachwuchskraft im Handel:

Das fitfortrade-Finale vor dem Countdown.

16 Die Branche in Zahlen

Discounter legen zu: Aktuelle Zahlen über die

Entwicklungen im LEH auf einen Blick.

50 Anuga: Kategorien

Auftakt für neun Warengruppen und den Insights

zu Trends und Entwicklungen im Markt.

50 Molkereiprodukte

51 Snacks

Fotos: Hans-Rudolf Schulz; Koelnmesse GmbH, Harald Fleissner

In Münchens edler Maxvorstadt betreibt Edeka-Kaufmann

Davor Blazevic einen Markt mit Stil und dem

perfekten Angebot für die urbanen Kunden.

50

Trendaussichten

Von Süßware bis Spirituose – die Anuga zeigt die

ganze Vielfalt. Was tut sich hierzulande in den Warengruppen?

Experten mit der Bestandsaufnahme.

18 Interview

Mit Cornelia Heiser, Deutschland-

Geschäftsführerin bei der Molkerei Müller.

22 Parkplätze

Erfahrungen und Tipps: Was tun gegen Fremdparker

auf den LEH-Parkplätzen?

26 Lebensmittel online

Neue Märkte, neue Konzepte: Kochboxen-

Versender HelloFresh verändert die Ausrichtung.

28 Store-Check: Edeka Blazevic

Aus dem ehemaligen Tengelmann-Standort hat

der Kaufmann einen hippen Markt gemacht.

32 Instore-Music

Nervig oder wirkungsvoll? Eine Studie belegt

Hintergrundmusik als Wirtschaftsfaktor.

52 Fleisch & Wurst

53 Heißgetränke

54 Tiefkühlkost

55 Brot & Backwaren

56 Süßware

58 Alkohlfreie Getränke

59 Spirituosen

Rubriken

08 Newsticker

61 Verbandsinfo

62 Neue Produkte/Impressum

66 ForscherAuftritt: David Bosshart

04 Inhalt • RUNDSCHAU 10/25


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1 Quelle: Circana LEH >= 200 qm (inkl. HD) + DM; Röstkaffee Marktanteil in %; YTD Juni 2025; Basis Menge

2 Quelle: YouGov SimlT Consumer Scan, Basis 2024, Melitta ® Barista Shopper haben ein überproportional hohes Einkommen vs. Röstkaffee gesamt

3 Quelle: YouGov Cash Bill „Value“ Analyse (CBA) für Melitta, 17.02.2025; Barista Marken-Käufer geben 5% mehr für ihren Einkauf aus.


Ein Kaffee mit …

Reinhard Schneider

Text: Marcelo Crescenti

Foto: Thomas Fedra

INNOVATIONEN MIT

MEHRWERT

Umweltpionier, Familienunternehmer, Wassersport-Fan: Reinhard

Schneider will mit neuen Ideen und der Strahlkraft der Marke Frosch

nachhaltige Verpackungslösungen pushen und die Branche verändern.

Das Büro von Reinhard Schneider

gleicht einer Trophäensammlung,

mittendrin der Deutsche

Umweltpreis, den er aus den

Händen des Bundespräsidenten

bekommen hat. Wer sichtbare Beweise

für die Innovationskraft seines Unternehmens

Werner & Mertz braucht, findet

sie hier, aufgereiht auf einem Sideboard.

Schneider hat sich dem Kampf gegen

Plastik und Verpackungsmüll verschrieben

– ausgerechnet als Hersteller von

Wasch- und Spülmitteln, die ohne diese

Schutzhülle nicht auskommen. Seine

Verpackungen bestehen bereits aus 100

Prozent Rezyklat, doch das reicht ihm

nicht. Er möchte die ganze Branche davon

überzeugen mitzumachen. Die Marke

seines Unternehmens kennen und vertrauen

die meisten Deutschen: Frosch.

Eine Portion Zuversicht

„In diesen anstrengenden Zeiten verkaufen

wir eine Portion begründete Zuversicht“,

sagt Schneider in seinem Büro in Mainz,

mit Blick auf die Produktionsanlagen

und den Rhein. Aus seiner Sicht gehören

drei Dinge zur Frosch-Erfolgsformel:

Die Qualität der Produkte, die Lebensfreude,

die die Marke ausstrahlt, sowie

das Angebot an die Konsumenten, eine

nachhaltige und gleichzeitig verzichtfreie

Wahl am Regal treffen zu können.

Neue Produkte oder die Ausweitung in

neue Kategorien sind bei Frosch nur dann

möglich, wenn sie einen echten Mehrwert

für die Umwelt bieten – denn sie sollen

auch stets auf das Glaubwürdigkeitskonto

der Marke einzahlen. Eine hohe Hürde

und gleichzeitig ein Ansporn, der laut

Schneider die Kreativität nicht ausbremst,

sondern vielmehr befördert. Er zeigt den

Trigger einer Sprühflasche, der vollständig

aus recyceltem Kunststoff besteht – eine

Innovation, alles andere als einfach zu

bewerkstelligen, erreicht in Zusammenarbeit

mit einem Verpackungsanbieter.

Gegen „Promotionitis“

Greenwashing und zweifelhafte Umweltversprechen

kann der Frosch-Chef nicht

ausstehen. Im Gespräch kritisiert er auch

das, was er „Promotionitis“ nennt: „Hohe

Promotionsanteile im LEH führen dauerhaft

zur Erosion des Markenvertrauens“,

ist er überzeugt. Nun wird Frosch erstmals

bei einem Discounter angeboten

– Lidl. Das hat jedoch keine Auswirkung

auf die Souveränität der Marke, betont

Schneider. Das Markenversprechen wird

06 Branche • RUNDSCHAU 10/25


Ein Kaffee mit...

Noch mehr interessante Menschen

aus der Branche bei einer Tasse

Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.

gehalten, es handelt sich zudem um eine

Festlistung und keine kurzzeitige Aktion.

2024 war das umsatzstärkste Jahr der

Geschichte für das Mainzer Unternehmen.

Trotzdem macht sich Schneider Sorgen,

und zwar um die abnehmende Recyclingquote

in Deutschland sowie die Untätigkeit

der EU und der Bundesregierung in

Sachen Kreislaufwirtschaft. Hier müsse

Tempo gemacht werden, stattdessen werde

vielfach die Entwicklung hin zu nachhaltigen

Verpackungslösungen verhindert.

„In diesen

anstrengenden

Zeiten verkaufen wir

mit der Marke Frosch

eine gute Portion

begründete

Zuversicht.“

Solide Kommunikation

„Wir kommunizieren über das Erreichte

und machen keine großspurigen Ankündigungen“,

betont Schneider. Der solide Mittelständler

zeigt höchstens in der Freizeit

einen Hang zum Abenteurer: Nach Windsurfing

hat er das E-Foiling für sich entdeckt.

Dabei „schwebt“ man auf einem

Surfboard mit moderner Technik

über dem Wasser – umweltfreundlich

durch einen elektrischen

Motor angetrieben. ☐

REINHARD

SCHNEIDER

ist der Meinung, dass

eine nachhaltige Haltung

Unternehmen auch bei

der Rekrutierung hilft.

Schwierigkeiten, Personal

zu finden, hat er aktuell

nicht.

www.rundschau.de

07


Branche

Newsticker

Täglich neu: www.rundschau.de

News und Infos aus der Branche und über ihre

Entscheider finden Sie täglich aktuell auf

Instagram. LinkedIn und www.rundschau.de

Industrie: Drittes Rezessionsjahr

LEBENSMITTELINDUSTRIE Während der Umsatz

im Lebensmittelhandel wächst (Seite 16),

stecken die deutschen Lebensmittelhersteller

im dritten Jahr der Rezession. Laut Bundesvereinigung

der Deutschen Ernährungsindustrie

(BVE) erwirtschaftete die Branche im ersten

Halbjahr 2025 rund 119 Milliarden Euro, ein

realer Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber

dem Vorjahreszeitraum. Im Inland lag der Umsatz

bei 74,8 Milliarden Euro, was einem preisbereinigten

Rückgang um minus 1,9 Prozent

entspricht. Im Ausland stieg der reale Umsatz

um 1,1 Prozent, was den Gesamtrückgang

geringfügig abfederte.

Vor dem Hintergrund der schwachen Inlandsnachfrage

gewinnt das Auslandsgeschäft für

die Branche weiter an Bedeutung, die Exportquote

stieg leicht auf 37,1 Prozent. Spannend

dabei: Während die Verkaufspreise der Lebensmittelhersteller

an die Händler im Inland um

3,3 Prozent anzogen, stiegen sie im Ausland

mit 6,9 Prozent deutlich stärker.

Politische Unsicherheit durch Neuwahlen, neue

Zölle durch die US-Administration sowie hohe

Arbeits- und Energiekosten belasteten die Betriebe

im ersten Halbjahr, so der Verband. Die

positive Entwicklung im Export ist demnach

teilweise auf Sondereffekte im Zusammenhang

mit den erwarteten US-Zöllen zurückzuführen.

„Im März kam es zu einem sprunghaften Anstieg

der Exporte, insbesondere in die USA und

nach China, womit es sich um Vorzieheffekte

handeln dürfte“, so eine Pressemitteilung.

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die Ernährungsindustrie

zeigte sich zuletzt im August

deutlich eingetrübt und fiel mit 89,5 Punkten

auf den niedrigsten Stand seit Februar 2023.

Das hänge auch mit der Tatsache zusammen,

dass bei den Rohstoffkosten keine Entlastung

in Sicht sei, so der BVE.

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2026

Mehr als Schokolade

Rewe-Lieferservice schließt

Lücken in Süddeutschland

LEBENSMITTEL-BRINGDIENSTE Rewe erweitert sein Lieferservice-Gebiet um Ingolstadt

und Gaimersheim und schließt damit eine Lücke im süddeutschen Raum. Die

Produkte werden im Lager in Nürnberg kommissioniert, das auf einer Fläche von

knapp 7.000 Quadratmetern mehr als 12.000 Artikel anbietet. Bereits im Frühjahr

hatte der Rewe-Lieferservice seine Liefergebiete um Hagen, Wolfsburg und Heilbronn

erweitert.

Der Lebensmittelhändler beliefert mittlerweile deutschlandweit über 90 Städte

samt Umland. Die Verarbeitung der Online-Bestellungen erfolgt in der Regel in

spezialisierten Food Fulfillment Centern (FFC), in denen die Produkte in rund sechs

Kühlzonen kommissioniert und für die Lieferung bereitgestellt werden.

Aktuell sind 16 FFCs in Deutschland am Netz, in denen manuell sowie teilautomatisiert

kommissioniert wird. Über 3.300 Mitarbeitende sind mittlerweile in diesem

Geschäftsbereich tätig.

Rewe setzt bei der Warenbelieferung verstärkt auf Elektromobilität und schaffte

zuletzt 64 neue E-Sprinter von Mercedes-Benz an. Sie übernahmen Lieferungen

in Berlin und in Neuss. Für die Fahrzeuge und den Ausbau der Ladeinfrastruktur

investiert der Händler laut Unternehmensmitteilung knapp fünf Millionen Euro.

Fotos: Bell Food Group

08 Branche • RUNDSCHAU 10/25


o: © Fairtrade Sweden / A.-K. Persson | u: © Fairtrade Deutschland / T. Keweritsch

Starkes Siegel

Fairtrade ist das bekannteste Nachhaltigkeitssiegel in

Deutschland, und darauf vertrauen die Konsument*innen.

Darum: Fairtrade-Produkte am PoS sichtbar machen!

Advertorial

Vertrauen

Marktrelevanz

Profilierung

Authentizität

89 Prozent der deutschen Verbraucher*innen

kennen laut Marktforschungsinstitut

GlobeScan das

Fairtrade-Siegel. Insgesamt vertrauen

81 Prozent der Deutschen

auf das Siegel.

Von diesen Spitzenwerten können

auch Lebensmittelhändler profitieren

– indem sie Fairtrade-Produkte

listen, ins Regal stellen und prominent

präsentieren. Besonders

bei der jungen Zielgruppe können

sie punkten: 95 Prozent der jungen

Konsument*innen, die das Siegel

kennen, kaufen regelmäßig oder

gelegentlich Fairtrade-Produkte.

„Händler profitieren von der hohen

Bekanntheit des Fairtrade-Siegels

am meisten, wenn sie die Produkte

gut sichtbar im Regal platzieren“

Benjamin Drösel,

Vorstand Marketing und Vertrieb,

Fairtrade Deutschland


Branche

Newsticker

Neuer Nestlé-CEO: Philipp Navratil

übernimmt in turbulenten Zeiten

PORTRÄT Er ist der erste

Schweizer an der Spitze von

Nestlé seit rund 40 Jahren:

Philipp Navratil übernimmt

den Posten des CEO des

Schweizer Nahrungsmittelkonzerns

in turbulenten Zeiten,

nachdem sein Vorgänger

Laurent Freixe wegen einer

nicht offengelegten Beziehung

zu einer Mitarbeiterin

gehen musste. Diese verstieß gegen den internen

Verhaltenskodex von Nestlé.

Navratil begann seine Karriere bei Nestlé 2001

als interner Auditor. Nach verschiedenen kaufmännischen

Positionen in Mittelamerika wurde

er 2009 zum Country Manager für Nestlé Honduras

ernannt. Im Jahr 2013 übernahm er die

Leitung des Kaffee- und Getränkegeschäfts in

Mexiko, sieben Jahre später

wechselte er in die strategische

Geschäftseinheit Kaffee

von Nestlé, wo er für die Marken

Nescafé und Starbucks

verantwortlich war. Im Juli

2024 trat er die Position

des CEO bei Nespresso an.

Philipp Navratil ist seit dem

1. Januar 2025 Mitglied der

Geschäftsleitung von Nestlé.

Die Erwartungen an den neuen Chef sind hoch:

Er muss Ruhe ins Unternehmen bringen und

zugleich zahlreiche Herausforderungen meistern,

darunter stark steigende Rohstoffkosten,

Konsumzurückhaltung und ein schwächelnder

Aktienkurs. Zudem erwarten Beobachter, dass

er das Markenportfolio weiter bereinigt, zum

Beispiel im Wassergeschäft.

Tiefkühlmarkt

wächst weiter

MARKTZAHLEN Das Deutsche Tiefkühlinstitut

(dti) prognostiziert für das laufende

Jahr 2025 ein Absatzwachstum im deutschen

Tiefkühlmarkt von insgesamt 3,2

Prozent auf rund 4,3 Millionen Tonnen. Für

den Gesamtumsatz 2025 geht das dti von

einer Steigerung um 5,8 Prozent auf 23,6

Milliarden Euro aus. Im Bereich LEH und

Heimdienste rechnet das dti mit einem

Absatzplus von 2,1 Prozent auf 2 Millionen

Tonnen. Der Umsatz soll hier um 3,6 Prozent

auf 12,2 Milliarden Euro zulegen.

Positiv entwickelten sich im ersten Halbjahr

2025 die Tiefkühlsortimente Backwaren,

Fisch, Fertiggerichte und Kartoffelprodukte.

Besonders stark war die Entwicklung

bei Tiefkühl-Obst mit rund 14 Prozent

Wachstum. Die Warengruppen Pizza und

Fleisch zeigten sich stabil. Eine negative

Entwicklung war bei Tiefkühl-Snacks sowie

bei Gemüse/Kräutern zu verzeichnen.

Alle Generationen

shoppen

preisbewusst

KONSUMENTENVERHALTEN Ob jüngere oder

ältere Shopper: In der DACH-Region kaufen

laut aktueller YouGov-Studie alle Generationen

preisbewusst ein. Die Erwartungen

an das Einkaufserlebnis variieren allerdings

laut „YouGov Behavior Change Report“

stark: Während bei jüngeren Konsumenten

effiziente Abläufe wie ein schnellerer

Kassiervorgang an erster Stelle stehen,

wünschen sich ältere Kunden einen vertrauten

Ladenaufbau und übersichtlichere

Gänge. Freundliches Personal ist generationenübergreifend

wichtig. Jüngere

Konsumenten stehen neuen Sortimenten

in der Regel offener gegenüber.

Fotos: Nestlé

10 Branche • RUNDSCHAU 10/25


Mehr zu der Preisverleihung

Alle Gewinner und Hintergründe zur Arbeit von MSC

und ASC lesen Sie nach dem Scannen des QR-Codes

auf der RUNDSCHAU-Seite: www.rundschau.de.

_

INFO

Nachhaltige Fischerei

Mit dem Ziel, Seafood aus nicht

überfischten Fanggebieten für den

Verbraucher per Siegel sichtbar zu

machen, wurde der Marine Stewardship

Council (MSC) 1997 gegründet.

Der MSC entwickelte ein Zertifizierungsprogramm

für nachhaltige

Fischerei aus Wildfang, Anfang 2000

kamen die ersten Produkte mit dem

Siegel auf den Markt.

△ Die Gewinner der MSC- sowie des ASC-Awards für besonderes Engagement in nachhaltiger Fischerei und

verantwortungsvolle Aquakultur auf einem Bild. Die Awards wurden zum ersten Mal vergeben.

Für Seafood aus Aquakultur gibt es

seit 2010 die Partnerorganisation

Aquaculture Stewardship Council

(ASC) als ebenfalls gemeinnützige

Nachhaltigkeits- und Zertifizierungsorganisation

mit Sitz in London

und Utrecht.

Ein Fest für Blue Food mit MSC- und ASC-Awards

NACHHALTIGE FISCHEREI Zuerst tagsüber aktuelle

Informationen zum Stand der Fischwirtschaft

im Blue Future Forum, dann ein Abend voller

Ehrungen: Ausgewählte Persönlichkeiten und

Unternehmen wurden in Büsum erstmals mit

den MSC- und ASC-Awards ausgezeichnet. Zu

den Gewinnern gehören iglo (MSC-Seafoodmarke

des Jahres), Deutsche See (MSC-Großhändler

des Jahres) sowie Edeka und Kaufland,

jeweils als MSC- und ASC-Einzelhändler des

Jahres.

Die beiden gemeinnützigen Organisationen

Marine Stewardship Council (MSC) und Aquaculture

Stewardship Council (ASC) möchten

mit der Preisverleihung auf die Leistungen

nachhaltiger Fischerei und verantwortungsvoller

Aquakultur hinweisen. Beispielsweise

hat sich der Bestand von rotem Thunfisch im

Mittelmeer entgegen den Erwartungen erholt.

„Die Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass

verantwortungsvolle Fischerei und Aquakultur

schon heute Realität sind. Mit ihrer Vorbild-

funktion prägen sie die Zukunft der Branche“,

erklärt Dennis Wittmann, General Manager

DACH beim ASC. Die Awards wurden insgesamt

in elf Kategorien vergeben.

Fotos: MSC ASC / Oliver Reetz

△ Das Büsumer Watt‘n Hus mit Meeresblick war Schauplatz des Blue Future

Forums und der Verleihung der MSC- und ASC-Awards.

Im Gegesatz zu

vielen Markenprodukten

ist

der Anteil der

MSC-zertifizierten

Heringe im Eigenmarkensortiment

der Handelsunternehmen

hoch.

Quelle: MSC Heringsbericht 2025

www.rundschau.de

11


Branche

Newsticker

Online oder am PoS:

So wählen Shopper

100 Jahre Weiss-Lebkuchen

in Neu-Ulm gefeiert

JUBILÄUM Rund 100 Gäste feierten den 100. Geburtstag des Traditionsunternehmens

Weiss-Lebkuchen in Neu-Ulm, das zur Aachener

Lambertz-Gruppe gehört. Dort werden jährlich mehr als 30.000 Tonnen

verschiedenster Lebkuchenvarianten produziert. Im Bild BDSI-Chef Carsten

Bernoth (l.) mit Hermann Bühlbecker, Inhaber der Lambertz-Gruppe.

ONLINE VS. STATIONÄR Online-Shopping boomt seit Jahren,

doch was das Einkaufserlebnis angeht, bleibt der stationäre

Handel weiterhin ungeschlagen. In ihrer aktuellen Studie „Online

vs. Stationär 2025“ untersuchen die Marktforscher von

POSpulse, welche Kaufkanäle für welche Produkte bevorzugt

werden – und warum.

Beim Lebensmittelkauf ist die Antwort eindeutig: Rund 97 Prozent

der weiblichen Befragten und 94 Prozent der männlichen

Befragten kaufen am liebsten stationär. In der Hitliste folgen

Getränke, Drogeriewaren und Kosmetik. Online wandern Lebensmittel

dagegen nur bei fünf bis sechs Prozent der Befragten in

den Einkaufskorb.

Das wichtigste Kriterium für die Kaufentscheidung am PoS ist die

direkte Verfügbarkeit der Produkte (88% bzw. 84%). Außerdem

ist es den Shoppern wichtig, die Produkte zu sehen und anfassen

zu können (80% bzw. 79%). Für 52 Prozent der weiblichen

Shopper zählt das Einkaufserlebnis zu den Vorteilen, für knapp

50 Prozent der Befragten ist die Unterstützung lokaler Händler

ebenfalls ein Kriterium. Für beide Geschlechter zählen automatisierte

Stores zu den interessantesten Trends.

Knuspr neuer

Partner der

Markant Gruppe

PARTNERSCHAFT Der Online-Supermarkt

Knuspr ist neuer Partner der Schweizer

Markant Gruppe. Als Dienstleister für den

europäischen Lebensmittelhandel übernimmt

Markant Aufgaben wie die Optimierung

von Zahlungsprozessen, Pflege

von Stammdaten und Sicherstellung der

Produktverfügbarkeit.

Knuspr ist der erste reine E-Food-Anbieter

in Europa, der im Markant-Netzwerk

aufgenommen wurde. „Mit Markant gewinnen

wir einen erfahrenen Partner, der

unsere Prozesse effizienter und skalierbarer

macht, ohne unsere DNA zu verändern“,

sagte Knuspr-Chef Olin Novák.

Fotos: Lambertz-Gruppe


Fotos: Pixabay/OpenClipart-Vectors (2x), ROverhate, stevepb; Unsplash/Jan Gunnar Nygård

Mintel Spotlight – der Marktforschungs-Blog mit

erfrischenden Perspektiven, neuen Daten und bahnbrechenden

Analysen der Märkte, die wirklich zählen.

Im Fokus: Getränke

Ob funktionale Drinks, regionale Säfte oder alkoholfreie

Alternativen – die Auswahl an Getränken wächst stetig

und wird vielfältiger. Doch auch Verpackung, Geschmack

und Herkunft spielen eine wichtige Rolle, wenn Konsumenten

im Markt zur passenden Flasche greifen. Die

Marktforscher von Mintel

erklären, welche

Trends aktuell entscheidend

sind

und wo Wachstumspotenziale

bestehen.

Besondere Aktionen

Mehr Mut auf der Ladenfläche

Auch der Getränkehandel profitiert von Impulseinkäufen,

allen voran bei der Gen Z. 81 Prozent der Angehörigen

dieser Generation lassen sich zum spontanen Getränkekauf

verleiten, im Vergleich zu 52 Prozent

aller Altersklassen. Die Kunden sind auf der Suche

nach limitierten Editionen und neuartigen

Produkten, um ihren Gästen zu Hause etwas

Besonderes zu bieten. Ebenfalls interessiert

zeigen sie sich an Verkostungen vor Ort und

an persönlich zugeschnittenen Getränkeempfehlungen.

Für Marken und Händler

lohnt es sich daher, auf der Ladenfläche

mehr Mut zu zeigen – mit Limited Editions

oder multisensorischen Verkostungen

mit Community-Charakter.

„Die Kombination aus edlen Getränken

und passenden Produkten – etwa Wein

mit Gourmetkäse oder Bio-Limonaden

mit Snacks – kann aus einem einfachen

Treffen ein unvergessliches Erlebnis

machen.”

Armando Falcao,

Associate Director, Retail

_

ZAHLEN

TICKER

Regalkauf

88 PROZENT

der Getränkekonsumenten

kaufen diese im Handel,

hauptsächlich während

ihres Lebensmitteleinkaufs.

Getränkevielfalt

57 %

der Befragten kauften im

ersten Quartal 2025 laut

Umfrage am häufigsten

Flaschenwasser, gefolgt

von Softdrinks (52 %) und

Fruchtsäften (44 %).

Qual der Wahl

44 PROZENT

ziehen Getränkehändler

vor, die einfach zu erreichen

sind. Gefolgt von

solchen, die eine große

Produktauswahl anbieten

(38 Prozent) und freundliches

Service-Personal

haben (31 Prozent).

Lokale Angebote

34 PROZENT

der Deutschen sind bereit,

für in Deutschland hergestellte

Getränke mehr zu

bezahlen, denn der lokale

Bezug ist beim Getränkekauf

ein starker Treiber.

Bei Männern zwischen 16

und 24 Jahren steigt dieser

Anteil auf 55 Prozent,

bei Familien mit kleinen

Kindern auf 44 Prozent.

Branche

Zahlen & Fakten

Auf einen Blick

Sicht der Konsumenten

76 %

derjenigen, die

Getränke in Supermärkten

kaufen, wünschen

sich bessere Rabatte

Unterschiedliche Modelle

Convenience gefragt

Obwohl 90 Prozent der Getränkekonsumenten

mit ihrer Retail-Erfahrung zufrieden

sind, gibt es in puncto Convenience und verbesserter

Services wie der Zustellung nach

Hause, Click-and-Collect und Abo-Modellen

noch Luft nach oben. Letzteres ist insbesondere

für ältere Konsumenten

und Familien

von Interesse. Händler

könnten beiden Zielgruppen

mit auf sie zugeschnittenen

Abo- und

Zustellungsoptionen

entgegenkommen.

Attraktive Angebote

Innovationen

34 %

würden für in

Deutschland hergestellte

Getränke

mehr bezahlen.

für Großgebinde.

33 %

finden aufeinander

abgestimmte

Getränke- und

Essensangebote ansprechend.

39 Prozent der Getränkekonsumenten

zeigen sich gegenüber neuen Getränken

eher gleichgültig – ein Hinweis darauf, dass

das aktuelle Angebot nicht

genügend Begeisterung auslöst.

Bei Kunden ab 65 Jahren

steigt dieser Anteil sogar auf

53 Prozent, was darauf schließen

lässt, dass neue Produkte

diese Zielgruppe bislang nicht

ausreichend ansprechen.


Branche Nachwuchsförderung

© keeunit

Final Countdown

INFORMATION

Mittwoch, 15. Oktober 2025:

Der große Finaltag

9:00 Uhr: Marktplatz/Quizrallye

10:00 Uhr: Vortragsreihe

Moderation: Stefan Gödde

10:10 Uhr: Keynote

Björn Fromm, Präsident BVLH

10:25 Uhr: Anders denken –

mutige Entscheidungen treffen

Holger Stanislawski,

Fußballspieler, Unternehmer

11:00 Uhr: Fairtrade Deutschland

Preisverleihung der Fairtrade-

Platzierungschallenge

11:10 Uhr: KI im Supermarkt:

Kollege oder Konkurrenz?

Hendrik Haase, Foodblogger

11:45 Uhr: Marktplatz/Mittagspause

13:00 Uhr: fitfortrade-Finale 2025

15:30 Uhr: Siegerehrung

„Deutschlands beste Nachwuchskraft

im Handel 2025“

16:00 Uhr: Siegerehrung Quizrallye

Am 15. Oktober findet das fitfortrade-Finale im E-Werk in Köln statt. Auf

die 18 Top-Kandidaten warten spannende Spielrunden und Nervenkitzel

bis zur letzten Sekunde – denn nur einer kann am Ende jubeln.

Es wird ein Tag im Leben, der alles verändert

– nicht nur für den diesjährigen

fitfortrade-Sieger, sondern für alle Nachwuchskräfte,

die es so weit geschafft haben.

Denn die Emotionen und die Erfahrungen

kann den Top 18 niemand mehr nehmen.

Dennoch steht am Ende des Tages nur einer

auf dem Siegertreppchen ganz oben: „Deutschlands

beste Nachwuchskraft im Handel 2025“.

Wertvolle Impulse

Durch den Finaltag im E-Werk in Köln führt

bereits zum zehnten Mal „Galileo“-Moderator

Stefan Gödde. Doch bevor es zum großen

Showdown der talentierten Nachwuchskräfte

kommt, wartet eine inspirierende Vortragsreihe

auf die Zuschauer vor Ort.

Den Anfang macht Björn Fromm, Präsident

des Bundesverbandes des Deutschen Lebens-

mittelhandels (BVLH). Er spricht in seiner

Keynote über die Chancen und beruflichen

Perspektiven für junge Menschen im Lebensmitteleinzelhandel

sowie über die aktuellen

Herausforderungen der Branche – vor allem

im Hinblick auf Fachkräftemangel, Digitalisierung

und Image.

Im Anschluss erwartet euch ein Vortrag von

Holger „Stani“ Stanislawski, ehemaliger Fußballspieler

sowie Unternehmer. Das Thema:

„Anders denken – mutige Entscheidungen

treffen!“ Nach der Preisverleihung zur Fairtrade-Platzierungschallenge,

bei der Nachwuchskräfte

Fairtrade-Produkte im Markt in

Szene setzen konnten, nimmt uns Foodblogger

Hendrik Haase mit in die Welt von Künstlicher

Intelligenz. Sein Vortragsthema „KI im Supermarkt:

Kollege oder Konkurrenz?“ liefert ein

Fotos: Jan Düfelsiek; Unternehmen, Bitkom

mit Unterstützung von:

14

fitfortrade • RUNDSCHAU 10/25


fitfortrade-Markentrainer

Hier kann man die neuen fitfortrade-Markentrainer

ganz leicht und direkt bestellen. Es fallen lediglich

Versandkosten an.

Text: Jenny Rommel

Ausblick auf Chancen, Grenzen und die Frage:

Wie wollen wir leben und arbeiten, wenn

Maschinen immer mehr mitreden?

Bühne frei

Ab 13 Uhr ist es dann endlich so weit: die

Top 18 battlen in herausfordernden Spielen

um den Sieg. Mit jeder Runde schrumpft die

Teilnehmerzahl – bis am Ende zwei Nachwuchskräfte

in einer letzten Fragerunde im

direkten Duell gegeneinander antreten. Hier

entscheidet sich, wer als Sieger gekürt wird.

Till Geppert, Sieger von 2024, gibt diesen Tipp:

„Ich glaube, es ist wichtig, auch in stressigen

Situationen ruhig und locker zu bleiben. Diese

neue Gelassenheit hat mir geholfen, einen

klaren Kopf zu bewahren und mich voll und

ganz auf die Aufgaben zu konzentrieren.“☐

Foodblogger und

Autor Hendrik

Haase befasst

sich mit der

Thematik Künstliche

Intelligenz

und teilt beim

fitfortrade-

Finale seine

Gedanken, die

garantiert zum

Nachdenken

anregen.

WISSENS-BOOST

Waren- und Verkaufs-Wissen aus der Box: Die Markentrainer

kommen jedes Jahr in neuem Look und mit frischem Inhalt –

randvoll mit aktuellen Fakten und spannenden Trends aus dem LEH.

fitfortrade-

Markentrainer

2025/26:

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Von TK-Backwaren, Heilwasser und Nüssen über Energy Drinks und

Röstkaffee bis hin zu Fruchtgummi und Waffelgebäck: Die neue

fitfortrade-Markentrainer-Box 2025/26 bietet wie immer spannendes

Handels- und Verkaufskundewissen zu den verschiedensten Warengruppen.

Viele Fragen, klare Antworten

Was ist die Funktion von Geliermitteln bei der Fruchtgummi-Produktion?

Woraus sind Tiefenwässer entstanden? Was gilt EU-weit für Tenside? Und

mit welchem Gerät wird der Zuckergehalt von Äpfeln gemessen? Antworten

zu diesen und vielen weiteren Fragen liefern die fitfortrade-Markentrainer.

Speziell für Nachwuchskräfte im Handel entwickelt, machen sie diese fit für

den Job und möglicherweise auch den Titel „Deutschlands beste Nachwuchskraft

im Handel“. Denn: Die Fragen im fitfortrade-Wettbewerb beziehen sich

auch auf die Themen der aktuellen Box. Wer sich beim großen Showdown am

15.10. im E-Werk in Köln also den Sieg holen möchte, sollte sich die Inhalte

genau anschauen. Weitere Informationen und das Bestellformular gibt’s

auf der fitfortrade-Homepage. Dort kann auch die Box 2025/26 angefordert

werden, kostenfrei. Es fallen lediglich Versandkosten an: www.fitfortrade.de

www.rundschau.de

15


Branche

Jahresbilanz

Text: Sibylle Menzel

Branche kompakt

Großflächen stagnieren, Discounter legen zu: Die Umsatzanalyse 2024 des Lebensmittelhandels

vom EHI Retail Institute zeigt deutliche Verschiebungen. Wie sich preisbewusstes Einkaufen und

Kaufzurückhaltung der Shopper in Zahlen ausdrücken – ein Überblick.

209,7

Mrd. Euro

Nettoumsatz erzielte der deutsche

Lebensmittelhandel 2024

insgesamt. Ein Anstieg von 2,5

Prozent im Vergleich zum

Vorjahr (204,5 Mrd. Euro).

15.976

Filialen betrieben die Discounter.

Diese Zahl blieb

damit nahezu stabil.

36.565

Geschäfte standen Shopper

2024 für den täglichen Bedarf

zur Verfügung. Im Vergleich

zu 36.828 im Vorjahr sind das

263 Geschäfte weniger.

7.900

kleinflächige Outlets gab es

2024, somit 50 weniger als im

Vorjahr; in den Jahren davor

lag der Rückgang doppelt bis

viermal so hoch.

16 Branche • RUNDSCHAU 10/25

Expansion zeigt sich weniger in zusätzlichen

Standorten als in der Optimierung

bestehender Netze: Weniger erfolgreiche

Geschäfte werden geschlossen und an

geeigneteren Stellen neu eröffnet.

Quelle: EHI Retail Institute

65,9

Mrd. Euro

Nettoumsatz erzielten Supermärkte

und legten damit 2,5 %

zu. Große Supermärkte legten

ca. 2,3 % auf 22,4 Mrd.

Euro zu.

97,7

Mrd. Euro

erwirtschafteten Discounter

mit einem deutlichen Zuwachs

von plus 3,3 %.

Illustration: stock.adobe.com/and4me


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ein, gerne auch eine Präsentation, Videoclip, weiteres Material.

Alles digital hochladen oder per Wetransfer senden.

• Anmelden können Sie Ihren Markt ab sofort bis spätestens

15.11.2025.

• Die Jury achtet auf: Sortimentsbreite, -tiefe, Aktualität,

Präsentation, Warenkunde, Beschriftung, Beratung,

Mitarbeiterengagement, PoS-Marketing, eigene Ideen,

Kreativität

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für die Branche und setzen

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Branche

Interview

Text: Martina Kausch

Fotos: Hans-Rudolf Schulz

Immer

wieder

anders

Seit 2022 ist Cornelia Heiser

für Müllermilch Deutschland

verantwortlich. Innovationen durch

Geschmack, Texturen und Health

Care sind ihre großen Themen. Die

Managerin gibt Einblick in die Strategie

des sonst eher verschwiegenen

Konzerns, der Innovationstreiber

ist und gleichzeitig bei vielen

Konsumenten in der Kritik steht.

18 Branche • RUNDSCHAU 10/25


Müllermilch und die Dubai-Schokolade

Warum Müllermilch mit einem neuen Produkt so

schnell auf den Hype um die Pistazienschokolade

reagieren konnte, lesen Sie online.

+

ZUR

PERSON

Cornelia Heiser

Müller – der Milchkonzern mit starken

Marken wie Müllermilch, Weihenstephan

und Landliebe ist eher

verschwiegen. Deutschland-Chefin

Cornelia Heiser ist dafür im Interview mit

der RUNDSCHAU ganz offen. Sie spricht über

Strategie, Marken und Trends. Nur ein Thema

wird vermieden: Die Verstrickungen des Konzernchefs

Theo Müller mit der rechtsextremen

Partei AfD, die zum Teil zu Boykottaufrufen

seitens von Konsumenten führt.

Welche Trends sehen Sie für 2026 – und

was ergibt sich daraus für die Innovationsstrategie

von Müllermilch?

Es gibt zwei durchaus auch gegenläufige

Trends. Einerseits das Bestreben nach Produkten,

die einem sehr funktionalen gesunden

Lebensstil entsprechen, Stichwort Health

Lifestyle. Dazu gehören beispielsweise High

Protein-Produkte. High Protein ist dabei längst

kein Nischenthema mehr – es hat sich zu

einem echten Lifestyle-Trend entwickelt.

◁ “Wir haben ein Thema, das wir

uns bei Müller auf die Fahnen

schreiben, das ist Geschmack“,

betont Cornelia Heiser.

Es gibt das Bestreben nach Produkten, die

einem funktionalen gesunden Lebensstil

entsprechen – Stichwort Health Care. Und

es gibt den Trend nach extremem Genuss.

Immer mehr Konsumenten achten bewusst

auf ihre Ernährung und suchen gezielt nach

Produkten, die nicht nur schmecken, sondern

auch einen gesundheitlichen Mehrwert

bieten. Proteinreiche Lebensmittel stehen

dabei besonders im Fokus, da sie mit Fitness,

Leistungsfähigkeit und aktivem Lebensstil

assoziiert werden.

Und der zweite?

Dazu gegenläufig ist der Trend zu extremem

Genuss. Die Dubai-Schokolade ist da ein Beispiel

für. Aber man sieht auch Trends in der

Gastro-Szene. Da kommt auf den frischgebackenen

Cookie noch Cheesecake-Topping

und oben drüber Karamellsoße. Die Idee ist

dabei, immer noch eins draufzusetzen für

ultimativen Genuss, verschiedene Zutaten zu

kombinieren, aber auch das Erleben von verschiedenen

Texturen. Konsumenten möchten

sich auch mal etwas gönnen, sich belohnen

– und das am liebsten mit Produkten, die

überraschen und begeistern. Solche Produkte

haben daher eine Chance auf dem Markt.

Wie wichtig sind Limited Editions?

Sehr wichtig. Bei Müllermilch, Joghurt mit der

Ecke, Milchreis und der Fruchtbuttermilch

arbeiten wir am häufigsten mit Limited Editions.

Dort merken wir immer wieder, wie die

neuen Sorten Impulse in den Markt senden.

So halten wir die Marken aktuell. Sie werden

dadurch als innovativ wahrgenommen, das

zeigen Marktforschung und Konsumenten-

Interviews. Auf den drei Flagship-Marken

Müllermilch, Joghurt mit der Ecke und Milch-

Die Diplom-Kauffrau Cornelia Heiser

startete ihre berufliche Laufbahn im

Marketing bei Ferrero. Später war

sie bei Danone für die Marke Activia

verantwortlich.

Bevor sie im April 2022 zu Müllermilch

kam, war sie über sieben Jahre

bei dem Bio-Pharma-Unternehmen

GSK (ehemals Glaxo Smith Kline) im

Consumer Healthcare-Marketing

für Marken u.a. in den Bereichen

Schmerzmittel und Rauchentwöhnung

tätig.

Seit 2022 arbeitet Heiser in der

Unternehmensgruppe Theo Müller

in Aretsried/ Bayern, seit 2023 als

Geschäftsführerin Deutschland

mit Verantwortung für die Marken

Müllermilch, Weihenstephan

und Landliebe.

reis liegt der Schwerpunkt bei Müller, sie

müssen sich gesund im Markt entwickeln.

Deswegen findet die Aktivierungsarbeit vor

allem auf diesen drei Marken statt.

Wie geht es mit neuen Geschmäckern und

neuen Sorten weiter? Sie persönlich haben

einen Hintergrund in der Pharmazie-Branche

und die Marke Weihenstephan richtet

sich ja eher an ältere Konsumenten.

Wir wollen noch nachlegen und auch neue

Segmente einführen.

Welche?

Wir haben ein Thema, das wir uns bei Müller

auf die Fahnen schreiben: Das ist der

Geschmack. Wir wollen Produkte auf den

Markt bringen, die einzigartig und anders

sind, die überraschen und die der Markt noch

nicht bedient. Als der Joghurt mit der Ecke

entwickelt wurde, gab es noch kein Zwei-

Kammer-Produkt auf dem Markt. Auch

www.rundschau.de

19


Branche

Interview

◁ „Der Convenience-

Gedanke ist uns

wichtig. Passen

unsere Produkte in

den Alltag?“, fragt

sich Müllermilch-

Geschäftsführerin

Cornelia Heiser

immer wieder.

klassische. Das wissen wir jetzt und insofern

gibt es keine spezifische Vegan-Strategie mehr.

Nach verschiedenen Positionierungsansätzen

im veganen Umfeld haben wir uns bewusst

dafür entschieden, unsere pflanzlichen Produkte

wie Müllerdrink und Müller Reis direkt

bei unseren etablierten Kernmarken im Regal

zu platzieren. Das spiegelt sich auch im

Design wider.

Allerdings: Ein Müller Milchreis oder Joghurt

mit der Ecke in vegan, der fast genauso

schmeckt wie ein klassisches Milch-Produkt,

bedeutet extremen Aufwand in der

Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Milch mit Geschmack war in der Vielfalt

nicht zu haben. Mit diesen Produkten ist

die Müllermilch groß und erfolgreich geworden.

Aber der Kernpunkt aller Müller-Marken

ist der Geschmack. Wir glauben, dass man da

noch einen drauflegen kann, mehr ist mehr!

Wir arbeiten an Ideen, die eine ganz neue

Geschmacksdimension aufmachen.

Woran arbeiten Sie außerdem?

Der Convenience-Gedanke ist wichtig. Wir

fragen uns: Passen unsere Produkte in den

Alltag? Kann man sie beispielsweise gut mitnehmen?

Sind unsere Produkte so praktikabel

wie sie sein könnten? Kurz gesagt: Bieten die

Produkte alle Facetten, die sich der Konsument

mit modernem Lebensstil wünscht?

pflanzliche Alternativen an – das, was sich die

Verbraucher heute wünschen. Denn unsere

Konsumenten probieren gerne Neues aus,

leben auch mal flexitarisch und schätzen,

dass sie von Müller die Auswahl bekommen.

Bei veganen Produkten haben wir eine steile

Lernkurve hinter uns. Anfangs dachte man,

ein veganes Produkt müsse besonders „grün“

beziehungsweise nachhaltig sowie möglichst

gesund sein und daher weniger Zucker und

weniger Fett enthalten. Aber die breite Masse

an Konsumenten sind keine Hardcore-Veganer,

sondern wollen einfach ab und zu eine

vegane Alternative haben. Das vegane Produkt

soll dabei idealerweise so schmecken wie das

Trotzdem haben die veganen Produkte im

Handel in etwa den gleichen Preis wie die

klassischen Produkte?

Die meisten veganen Produkte im Markt werden

vom Handel höher bepreist. Dabei haben

vegane Produkte eine besondere Herausforderung,

die den meisten Konsumenten nicht

bewusst ist: Der höhere Mehrwertsteuersatz

von 19 statt 7 Prozent. Sie sind also per se

teurer! Der vegane Müller Reis hat inzwischen

die gleiche unverbindliche Preisempfehlung

wie der klassische Milchreis. Hier gehen wir

Kompromisse in der Marge ein, denn das

Segment soll wachsen und sich etablieren.

Aber auch hier gilt: Das Produkt soll Spaß

machen, sehr gut schmecken – und den Markt

öffnen für Konsumenten, die sich von neuen

Geschmacksrichtungen locken lassen. ☐

Woher kommen die Ideen?

Unsere Ideen werden lokal entwickelt. Wir

haben in Freising eine leistungsfähige Produktentwicklung,

die auf erfahrene Lebensmittel-Technologen,

Produktentwickler und

Pilot-Anlagen zurückgreifen kann. Zudem

schauen wir uns im Marketing Team in Aretsried

Trends an und befragen Konsumenten,

um zu analysieren: Was will der Markt?

Wie gehen Sie mit dem veganen Segment

um? Die Nachfrage stagniert.

Wir bieten in unserem Portfolio sowohl

klassische Milchprodukte als auch einige

„Bei veganen

Produken haben

wir eine steile

Lernkurve hinter

uns“, formuliert die

Managerin.

20 Branche • RUNDSCHAU 10/25


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Branche

Parkplätze

Text: Silke Detlefsen

Parkraum für Shopper

Auf vielen Supermarkt-Parkplätzen sind Fremdparker ein leidiges Thema. Wie kann man als

Händler darauf reagieren? Schließlich möchte man doch primär den eigenen Kunden, die im

Markt verlässlich für Umsatz sorgen, jederzeit freie Stellflächen offerieren. Gleichzeitig will man

keine negativen Ressentiments wecken. Erfahrungen, Tipps und ein Blick auf neue Potenziale.

22 Branche • RUNDSCHAU 10/25


9

INTERVIEW

Stephan Stadler, Geschäftsführer von

Edeka Stadler + Honner, kennt die

verschiedensten Szenarien. Der Markt

„Die Frisch-Nachbarn“ in München-

Unterföhring etwa verfügt über großzügige

800 Parkplätze. In unmittelbarer Nähe gibt

es keinen Bahnhof, keine U-Bahnstation und

keine Arztpraxis. Auch Autos von Anwohnern

sind kein Thema. Es gibt also keinen Grund,

für Überwachungen und Beschränkungen.

„Wer hier parkt, kann dann eigentlich nur

den Bus nehmen, um weiterzukommen“, lacht

Stadler. An den Standorten der beiden Straubinger

Märkte in Einkaufszentren sieht das

schon wieder anders aus. Hier werden die

Parkplätze nach der Entscheidung des Immobilien-Vermieters

videoüberwacht. Sein

Fahrzeug hier abzustellen, ist also nur in

einem begrenzten Zeitraum für die Dauer

des Einkaufs frei. Wer vom Bewirtschafter

der Parkflächen ein Ticket kassiert und sich

erbost an das Personal im Markt wendet, wird

freundlich weiterverwiesen: Man möge sich

telefonisch an die auf der Parkplatz-Beschilderung

ausgewiesene Nummer wenden. Doch zu

derlei Beschwerden komme es eigentlich auch

nur bis zu vier Wochen nach der Umstellung

auf eine überwachte Parkzeitbegrenzung.

„Langfristig bereitet uns das keine Probleme.

Wir bekommen von den Kunden eher Lob,

wie leicht man nun freie Parkplätze findet“.

Es geht nicht mehr anders

Edeka Fitterer hat im vergangenen Jahr seinen

neuen Markt in Gernsbach, Nähe Karlsruhe,

eröffnet. Zunächst gestaltete sich die Situation

mit den 160 Parkplätzen gut, wie Andreas

Fitterer aus der Inhaberfamilie erzählt. Die

Fläche teilt man sich mit einem Lidl-Markt.

Es geht darum, dass wir für viel Geld

einen Parkplatz anmieten, diesen

reinigen und sauber halten und ihn

brauchen, um Umsätze zu generieren.

Andreas Fitterer

Edeka-Kaufmann

Oberhalb der Edeka-Geschäftsräume befinden

sich über mehrere Geschosse Wohnungen, für

die eine eigene Tiefgarage zur Verfügung steht.

„Mittlerweile merken wir tatsächlich gerade

an den Wochenenden, dass die Parkplatzsituation

beengt wird.“ Zum traditionsreichen

Altstadtfest, das jedes Jahr viele, auch auswärtige

Besucher anlockt, hat man etwa gerade

zum ersten Mal Parkplatzwächter eingesetzt.

„2024 war es so, dass unsere Anlieferplätze

zugeparkt wurden. Wir bekommen auch am

Samstag Ware – da wurde es wirklich schwierig.

Wir werden es damit zwar nicht schaffen,

Fremdparker fernzuhalten. Aber wir können

es so zumindest geregelt ablaufen lassen.“

Mit gemischten Gefühlen

Zeitnah wird Fitterer auch die Parkdauer auf

zunächst 120 Minuten begrenzen. Denn er hat

mittlerweile rund 30 Fahrzeuge als Dauerparker

ausgemacht. Auch die Bewohner des

Hauses nutzen aus Bequemlichkeit gelegentlich

die Flächen, weil es – je nach Lage der

Wohnung – schneller vom Parkplatz als von

der Tiefgarage aus in die eigenen Räume geht.

Nach dem Motto: „Ich bin ja eh nur kurze Zeit

daheim und fahre dann gleich wieder weg.“

Die Kontrolle läuft dann bald über die Kennzeichenerkennung

(Fair parken), der Kunde

braucht keine Parkscheibe einlegen.

„Wir werden in einem ersten, weichen Schritt

am Sonntag das Parken frei gestalten. Denn

wenn sonntags jemand zu Besuch kommt, ist

der Markt sowieso geschlossen. Dann stört

es uns auch nicht. Und zu besonderen Veranstaltungen

werden wir der Stadt den Parkplatz

immer wieder gerne anbieten, wenn

es der Betrieb ermöglicht“, so Fitterer.

Man hört durch, dass er eigentlich kein

Jakob

Bodenmüller

Co-CEO &

Mitgründer

Wemolo

In welchem Maße lässt sich die Zahl

der Fremdparker durch Ihre Technologie

reduzieren? Gibt es Analysen?

Unsere Bilanz: 70 bis 85 Prozent weniger

Fremdparker und rund plus sieben

Prozent mehr Kunden binnen zwölf

Monaten. Nahezu 100 Prozent aller Parkvorgänge

laufen komplett reibungslos

– ohne Schranken, ohne Tickets, ohne

App. Schon allein die bessere Verfügbarkeit

führt bei einem durchschnittlichen

Markt zu einer Gewinnsteigerung im

mittleren fünfstelligen Bereich pro Jahr

und Standort.

Welche wirtschaftlichen Erfolgsaussichten

sprechen für ein Parkraumbewirtschaftungs-Management?

Ein Praxisbeispiel: Ein Vollsortimenter

in Citylage hatte massive Probleme mit

Büro-Dauerparkern. Heute bleiben zwei

Stunden für Kunden kostenfrei, während

Langzeitparker zahlen. Ergebnis:

Kundenparkplätze frei, Zusatzerlöse

im dreistelligen Bereich pro Monat –

und das bei 60 Prozent geringeren Betriebskosten

im Vergleich zu klassischen

Schrankenanlagen.

Haben die Händler zunächst Bedenken,

was Shared Parking angeht?

Blockieren Anwohner morgens nicht

unsere Kundenplätze? Diese Sorge hören

wir fast in jedem Erstgespräch. Unsere

Antwort: datenbasierte Steuerung statt

Bauchgefühl. Wir analysieren jeden

Standort zwei bis drei Monate, ermitteln

Frequenzmuster, Stoßzeiten, Leerstände

und Nutzergruppen. Erst danach öffnen

wir Flächen kontrolliert, mit klaren

Kontingenten und ausreichend Puffer

für Spitzenzeiten.

www.rundschau.de

23


Branche

Parkplätze

a

3 FRAGEN

Bei einer kamerabasierten

Parkraumüberwachung

muss der

Kunde nicht selbst

aktiv werden.

Parkscheiben oder

Tickets sind nicht

erforderlich.

Falk W. Paschmann

Geschäftsführer

Edeka Paschmann

Haben Sie bei der Umstellung auf die kamerabasierte

Parkraumüberwachung eine

Verärgerung der Kunden wahrgenommen?

Nein. Das ist eine Methode, die noch nie zu

dem Gefühl geführt hat, unfair behandelt zu

werden. Die Parker, die ein Ticket bekommen,

sind sich sehr wohl darüber im Klaren, dass

sie auch tatsächlich länger als die erlaubte Zeit

dort standen. Bei glaubhaften Begründungen,

etwa dem Warten auf den Abschleppdienst,

stornieren wir die Zahlungsaufforderungen.

An wen wenden sich die Kunden dann?

Meistens melden sich die Kunden bei mir und

schreiben mir eine E-Mail. Dann kann ich

einfach veranlassen, dass das storniert wird.

Dass das geht, ist mir wichtig. Nicht dass man

nachher die Interessen seiner Kunden gegen

die eigenen Untermieter durchsetzen muss.

Lohnen sich Investition und Einsatz?

Jeder Kaufmann, der eine solche Überwachung

an einem Standort mit Parkplatzproblemen

nicht vornimmt, macht aus meiner Sicht

einen schweren Fehler. Denn der Aufwand ist

gering im Verhältnis zum möglichen Ertrag.

Freund der Parkregulierung ist. „Im engen

Austausch mit der Firma Lidl haben wir

lange abgewartet.“ Schließlich sind es die Mitarbeiter

vor Ort, die mögliche Reklamationen

abbekommen. Es ist immer einfacher, sich

direkt an der Warenkasse zu beschweren als

beim eigentlich zuständigen Dienstleister

über Telefon oder E-Mail. Und: „Man sieht

ja immer wieder in der Presse, dass Händler

negativ dargestellt werden, liest, dass man

die Kunden ‚abzocken‘ würde. Aber es geht

letztlich ja darum, dass wir für viel Geld

einen Parkplatz anmieten, diesen reinigen und

sauber halten und ihn einfach auch brauchen,

um Umsätze zu generieren.“

Eine klare Linie für den Kunden

Bereits seit 2019 lässt Edeka Paschmann die

Standzeiten auf dem Parkraum seiner Märkte

rund um Mülheim an der Ruhr, Duisburg, Düsseldorf

und Moers kamerabasiert via Kennzeichenerfassung

überwachen und setzt dabei

auf das System des Start-ups Wemolo. „Weil

uns die Technologie überzeugt hat, weil sie

fair ist und weil sie eine aktive Handlung des

Kunden nicht mehr voraussetzt“, erläutert Geschäftsführer

Falk W. Paschmann. Im Vorfeld

gab es andere Anbieter, bei denen die Shopper

eine Parkscheibe einlegen mussten. „Das haben

die Kunden teilweise vergessen und dann

Zahlungsaufforderungen bekommen, was zu

Recht zu Unmut geführt hat.“ Nach eigenen

Angaben ist Wemolo mittlerweile Europas

größter Anbieter digitaler und schrankenloser

Parkraumlösungen (Free-Flow-System). Das

Unternehmen verwaltet inzwischen mehr als

3.300 Standorte mit über 255.000 Stellplätzen

– ein erheblicher Teil davon im LEH. „Täglich

wickeln wir über 2,5 Millionen Parkvorgänge

ab. Unsere Daten zeigen: Supermarkt-Parkplätze

sind im Schnitt nur zu 22 Prozent ausgelastet,

selbst zu Stoßzeiten selten mehr als

34 Prozent. Das heißt umgekehrt: Zwei Drittel

der Kapazität bleiben dauerhaft ungenutzt –

ein enormes Potenzial, das der Handel heben

kann, um Kunden besser zu bedienen und

zusätzliche Erlöse zu erzielen“, erläutert Jakob

Bodenmüller, Co-CEO und Mitgründer des

Unternehmens.

Für viele Händler sei die Falschparker-

Kontrolle der Einstieg – das dringendste Problem,

das sofort gelöst werden muss. Doch

immer mehr Standorte gehen weiter: Neben

klassischen Bezahlmodellen – vor allem in

Fachmarktzentren und Citylagen – nutzen

inzwischen auch über 200 Standorte das Shared-Parking-Modell.

Dazu gehören Edeka

Paschmann mit seinem Düsseldorfer Markt

oder das Rewe Center Altona. Ein aktuelles

Modell ins Innsbruck zeige, was möglich ist,

so Bodenmüller. „Acht Supermarkt-Standorte

öffnen ihre Flächen nachts für Anwohner,

tagsüber sind die Plätze garantiert für Kunden

frei. Das Ergebnis: 30 Prozent Auslastung der

Fotos: stock.adobe.com/Miljan Živković; Edeka Paschmann; Wemolo

24 Branche • RUNDSCHAU 10/25


Mehr Fallbeispiele und Informationen

zu digitalen, schrankenlosen Parkraumlösungen

und verschiedenen Modellen von Wemolo finden

sich auf der Homepage des Unternehmens.

freigegebenen Kontingente nach wenigen

Monaten, zusätzliche Erlöse von 50 bis 80

Euro pro Stellplatz und Monat – und positive

Resonanz sowohl bei den Märkten als auch

bei den Anwohnern. Händler gewinnen Zusatzeinnahmen,

die Kommune entlastet ihre

Straßen, und Kunden merken keinen Nachteil.“

Eine Idee, die Schule macht

Auch die Stadt Düsseldorf bietet „Feierabend-

Parken“ in Kooperation mit Aldi Süd und Lidl

an. Das Konzept wird mit der Stadt-Tochter

Connected Mobility Düsseldorf (CMD) sowie

dem Dienstleister amplido umgesetzt. In Bonn

wurde Anfang August ebenfalls ein Pilotprojekt

unter diesem Motto gestartet, dessen

Testphase ein Jahr andauern soll. Aldi Süd

stellt hierfür zunächst 35 Stellplätze zur Verfügung.

Bodenmüller ist überzeugt: „Parkplätze

Welcher Kunde beschwert sich denn,

wenn er eine Freiparkzeit von zwei

Stunden überschreitet? Da möge mir der

Kunde doch bitte gute Gründe nennen.

Falk W. Paschmann

Edeka Paschmann

sind längst mehr als Asphalt vor der Tür – sie

werden zu einem Multifunktions-Asset, das

sich 24/7 für unterschiedliche Zielgruppen

orchestrieren lässt.“ Technisch könne man

an einem Standort beliebig viele Zonen und

Regeln anlegen: etwa „Anwohner 20 bis 6 Uhr“,

„Kunden 6 bis 20 Uhr“, „Bürobesucher mit

Tagesticket“. „Das passiert softwarebasiert,

ohne Umbau und ohne Schranken. Wir können

Regeln auch jederzeit anpassen. Wenn

ein Händler merkt, dass die Nachfrage steigt,

erweitern wir Kontingente einfach per Klick.

Das ist der große Unterschied zu klassischen

Schrankenanlagen. Dort gibt es nur: offen

oder zu. Bei uns kann jeder Parkplatz gleichzeitig

mehrere Rollen erfüllen – und damit

zusätzliche Erlöse erwirtschaften, ohne das

Kundenerlebnis zu beeinträchtigen.“ ☐

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Branche

Lebensmittel online

Text: Marcelo Crescenti

Evolution voraus

Der Kochbox-Versender HelloFresh setzt künftig auf begütete Konsumenten und besseres

Marketing, um das Geschäft im DACH-Raum zu beleben. Mit der Marke Factor sollen mit

Fertiggerichten für Sportler neue Märkte erschlossen werden. Derweil geht der E-Food-Anbieter

im stationären Pop-Up-Store im Zürcher Untergrund auf Tuchfühlung mit den Kunden.

Im Einkaufszentrum Shopville unter dem

Zürcher Hauptbahnhof kreuzen sich die

Wege zahlreicher Pendler und Shopper, hier

ist viel Betrieb. Genau deswegen hat der

Kochbox-Versender HelloFresh diesen Standort

gewählt, um seinen ersten stationären

Pop-Up-Store zu eröffnen. Der Laden bietet

Konsumenten bis Ende Oktober auf wenigen

Quadratmetern die Möglichkeit, alle Zutaten

für sechs Menüs direkt mitzunehmen, statt

wie sonst über das Internet zu bestellen und

nach Hause geliefert zu bekommen.

Mitten im Trubel steht Juliane Kappel,

DACH-CEO des Unternehmens. Sie arbeitet

schon seit bald neun Jahren beim E-Food-

Anbieter, hat Tiefen und Höhen erlebt, samt

ungesunder Betriebsamkeit während der Corona-Pandemie.

Warum der Pop-Up-Store, Frau

Kappel? „Wir haben sehr viele Datenpunkte

über unsere Kunden, wissen viel darüber, was

und wann sie kaufen, arbeiten mit Trendforschern

zusammen. Und trotzdem kann das

der persönliche Kontakt nicht ersetzen.“ Mit

dem Store wolle HelloFresh zudem die Marke

anders präsentieren und aufladen.

Es sind spannende Zeiten für HelloFresh,

nicht nur wegen des stationären Experiments

in Zürich: Das Unternehmen hat sich vom

Start-up zum globalen Player in der Lebensmittelbranche

entwickelt, gerade baut es in

Fotos: HelloFresh

26 Branche • RUNDSCHAU 10/25


J

_

INFO

HelloFresh

Norddeutschland ein neues Werk für die Herstellung

von Fertiggerichten und erweitert

die vorhandenen Produktionskapazitäten in

Sachsen-Anhalt. Andererseits erwartet der

Versender für 2025 einen Umsatzrückgang,

und vor wenigen Wochen kündigte Mitgründer

Thomas Griesel sein Ausscheiden aus dem

Vorstand für spätestens Ende April 2026 an.

HelloFresh muss auch an der eigenen Profitabilität

arbeiten: Ein Sparprogramm mit

einem Volumen von 300 Mill. Euro läuft noch

bis 2026. Von den gesparten Mitteln sollen

ein Drittel in Marketingmaßnahmen und

Neukundenakquise reinvestiert werden. „Wir

setzen stärker auf zielgerichtetes Marketing

und persönliche Ansprache“, sagt DACH-

Chefin Kappel. Kunden sollen künftig mehr

Optionen haben und Menüs individueller

gestalten können.

Dabei setzt das Unternehmen ganz klar

auf Konsumenten, die ein höheres Durchschnittseinkommen

haben. „Für sie stellt

unser Modell ein Mehrwert dar, denn das

ist auch eine Kundschaft, die sich besonders

bewusst und gesund ernährt“, so Kappel.

Zur Kernzielgruppe im DACH-Raum gehören

vor allem Familien mit Kindern. „Wir sind

für sie Problemlöser und entlasten sie bei

der klassischen Frage: Was gibt’s heute zum

Abendessen?“

Nun setzt HelloFresh mit der Marke Factor

auch auf den Versand von Fertiggerichten, mit

denen allerdings eine ganz andere Zielgruppe

versorgt werden soll – vor allem Sportler, die

sich proteinreich und kalorienarm ernähren

möchten. „Dafür bauen wir in Verden

die wahrscheinlich größte Industrieküche

Europas“, sagt die DACH-Chefin. Das Konzept

funktioniere bereits gut in Ländern wie USA

und Kanada. „In Deutschland sind wir bisher

eher Tiefkühlgerichte gewohnt. Wir schließen

mit Factor eine spannende Marktlücke.“

Zweifel am Konzept

Neue Wachstumsmärkte sind für das börsengelistete

Unternehmen wichtig – zumal

Experten mitterweile an dessen Grundkonzept

zweifeln. Matthias Schu, E-Food-Experte

und Professor an der Hochschule Luzern,

sagt etwa: „Die gute Idee der Kochbox hat

wohl ihren Zenit in unseren Breiten überschritten.“

Online-Supermärkte würden mit

Rezeptplanung das Gleiche bieten. Dort können

Konsumenten zudem alles andere, was

sie brauchen, dazu ordern. Martin Fassnacht,

Professor an der Hochschule WHU, wittert

auch Konkurrenz durch stationäre Supermärkte,

die verstärkt auf Produkt-Bundlings

setzen. Die Zeiten bleiben für HelloFresh also

spannend.☐

Der Kochbox-Versender beliefert

Kunden in 18 Ländern und hat 2024

fast eine Milliarde Mahlzeiten ausgeliefert.

Der Umsatz betrug 7,66

Mrd. Euro, die Marktkapitalisierung

beträgt rund 1 Mrd. Euro. Für 2025

erwartet das Unternehmen einen

Umsatzrückgang von 6 bis 8 Prozent.

▽ Liefert manchmal selbst Boxen aus, um direkt

mit den Kunden in Kontakt zu kommen: Juliane

Kappel, DACH-Chefin von HelloFresh.

Naschen by Nature. Für alle.

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Fruit forward.


25

Mitarbeitende

sorgen im Markt von Davor Blazevic

in der Münchner Maxvorstadt für den schnellen

und reibungslosen Ablauf des täglichen Geschäfts.

17

Euro

beträgt der Durchschnittsbon im

Markt. Einen großen Anteil daran hat neben Obst-

und Gemüse auch das breite Bio-Angebot.

Optischer Kunstgriff für die Atmosphäre: Der

Boden in der Obst- und Gemüseabteilung

wirkt sympathisch wie ein Altstadt-Marktplatz.

Wunderkiste als

Nahversorger

In der schicken Münchner Maxvorstadt betreibt Davor Blazevic einen

Markt, der neben einer schönen Optik vor allem ein perfekt auf die Kunden

abgestimmtes Sortiment bietet – und das sogar ohne Frischetheke.

Erster Eindruck: Überzeugend. Letzter Eindruck nach

dem Bezahlen: Ein Kaffee to go kann die Stimmung

für den Heimweg heben. Zwischen den beiden Polen

Start und Ende des Kundenlaufs betreibt Davor

Blazevic einen Markt voller positiver Überraschungen,

der die städtische Klientel perfekt bedient.

Herzlicher Empfang, edler Look

Einladend und gepflegt wird der Kunde empfangen: Praktisch

stehen gleich rechts neben dem Eingang die Einkaufswagen

bereit, darüber ein Herzlich Willkommen in

goldenen Buchstaben auf hellblauer Wand. Edler Look,

doch schließlich ist man in Münchens Maxvorstadt

– dem Nobelviertel angrenzend an

Schwabing – und in einem Haus mit stilvoller

Fassade. Da passt sich der Store-Style gut ein.

Gleichzeitig bittet Edeka-Kaufmann Blazevic

darum, ausschließlich Einkaufskörbe und

-wagen zu benutzen, um „Missverständnisse

zu vermeiden“. Laut EHI Retail Institute haben

die Inventurverluste im gesamten Einzelhandel

2024 gegenüber 2023 um rund drei

Prozent zugenommen, der LEH macht da

keine Ausnahme.

Start mit Blumen, Kaffee zum Schluss

Das Blumen- und Pflanzenangebot im Eingangsbereich

trägt zum positiven Ersteindruck

bei. Der Boden in der Obst- und Gemüseabteilung

ist im Kopfsteinpflasterlook gestalten, ein

gelungener Kunstgriff: Sofort stellt sich eine

Anmutung à la „Markt in der malerischen

Altstadt“ ein. Die Abteilung ist gut sortiert,

es gibt ein breites Demeter-Sortiment, eine

Zweitplatzierung von Äpfeln auf einer kleineren

Körbchen-Etagere sieht gut und exklusiv

aus. Bio-Obst und -Gemüse wird besonders

wertig in Schalen präsentiert.

28 Branche • RUNDSCHAU 10/25


Store-Check

Edeka Blazevic, München

Text: Martina Kausch

Fotos: Hans-Rudolf Schulz

△ Handel ist Familiensache: Edeka-Kaufmann Davor Blazevic (r.) mit seinem

Sohn Nico, auch schon im Edeka-Look.

△ Start mit Blumen: Wer den Markt betritt, wird mit Grün empfangen und kann

als erstes gleich sein Leergut loswerden. Nach der Kasse gibt es Kaffee to go.

Hinter der Obst- und Gemüseabteilung beginnt

das Trockensortiment, der anthrazitfarben-melierte

Boden wirkt edel zu den blauen

Wänden und den goldfarben umrahmten

Sortimentsschilderm, die auch auf Sub-Sortimente

hinweisen, zum Beispiel Bio-Bratlinge

und Falafel. Hier mögen die Kunden

Spezialitäten jenseits der Weißwurst. Bei der

Mopro-Ware bekommt der Kunde durch die

Begriffe Milch – Schmand – Sauerrahm , und

Joghurt – Quark und Milchreis Überblick.

Bei 650 Quadratmeter in einem Wohngebiet

steht Produktivität an erster Stelle – Platzausnutzung

heißt die Devise. Im Markt von

Davor Blazevic wird das Prinzip konsequent

durchgezogen, und trotzdem wirkt der Markt

nicht ungeordnet oder gar als Bauchladen für

alles und jedes. Über den TK-Truhen stehen

die Cocktail-, Gewürz- und Grillsaucen doppelt-

oder mehrreihig, was eine gewisse

Ruhe in die Optik bringt. Das Angebot

Wir stellen sicher, dass jeder

Kunde – vom Alltagskäufer

bis zum Genießer – im Markt

das Passende findet.

Davor Blazevic

Edeka-Kaufmann

_

MARKT

DATEN

Edeka Blazevic, München

> Adresse: Görrestraße 29, 80798 München

> Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7 bis 20 Uhr

> Verkaufsfläche: 650 Quadratmeter

> Zahl der Mitarbeitenden: 25

> Zahl der Produkte: 20.000

> Zahl der Bioprodukte: über 2.000

> Höhe des Durchschnittsbons : 17 Euro

> Bio-Anteil am Umsatz: über 20 Prozent

www.rundschau.de

29


9

INTERVIEW

Store-Ckeck

Edeka Blazevic, München

Davor Blazevic

Edeka-

Kaufmann

Worauf legen Sie in Ihrem Markt besonderen

Wert?

Unser Markt zeichnet sich durch Frische,

Regionalität und eine persönliche

Atmosphäre aus. Ergänzt durch unsere

frische Backtheke, eine große Auswahl

an Obst und Gemüse sowie freundliche

Beratung schaffen wir ein Einkaufserlebnis,

das über den reinen Einkauf

hinausgeht.

Worauf achten Sie bei der Sortimentsarbeit

besonders?

Bei der Sortimentsgestaltung legen wir

größten Wert auf Frische, klare Herkunft

und Vielfalt. Neben günstigen Eigenmarken

führen wir auch hochwertige

Spezialitäten und achten auf ein breites

Bio- und Vegansortiment. So stellen wir

sicher, dass jeder Kunde – vom Alltagskäufer

bis zum Genießer – das Passende

findet. Gleichzeitig versuchen wir,

Trends und Kundenwünsche schnell

aufzugreifen und unser Sortiment regelmäßig

zu erweitern.

Was sind Ihre Ziele?

Oberstes Ziel ist die Zufriedenheit unserer

Kunden. Dazu gehören ein stets gepflegter

Markt, ein breites und aktuelles

Sortiment sowie ein hoher Standard bei

Sauberkeit und Ordnung. Persönlich ist

es mir wichtig, mein Team bestmöglich

zu unterstützen, gemeinsam Ideen zu

entwickeln und neue Impulse in den

Markt einzubringen, damit wir uns kontinuierlich

weiterentwickeln.

△ Auf kleiner Fläche bietet der Markt auch ein Non-Food-Sortiment für den Notbedarf. Obwohl es kein Tageslicht

gibt, ist das Ambiente durch angenehme LEDs ansprechend.

an TK-Ware ist umfangreich. Im Markt

gibt es keinen Vorkassenbäcker, aber

eine SB-Brottheke, die die Grundversorgung

garantiert. Neben dem Platzproblem mag das

daran liegen, dass im Umkreis des Marktes

und wenige Gehminuten entfernt einige Traditionsbäcker

ihre Filialen betreiben, darunter

die Hofpfisterei – für viele Münchner das

Nonplusultra unter den Bio-Pionieren.

Hoher Bio-Anteil am Umsatz

Im Markt von Blazevic ist der Bio-Anteil am

Umsatz mit mehr als 20 Prozent überdurchschnittlich

hoch. Das liegt an der Kaufkraft

im Viertel, aber auch daran, dass der Kaufmann

die Bedürfnisse der Kunden bedient. Es

gibt im Umkreis keinen Bio-Fachmarkt, bei

Blazevic dafür ein breites Demeter-Angebot

und ein imponierendes Alnatura-Regal, die

Bio-Produkte sind gut gekennzeichnet.

Doch auch sonst hat der Kaufmann Exquisites

und Trendiges auf Aufstellern aufmerksamkeitsstark

im Markt verteilt. Ins Auge

fallen die La Mere Poulard-Produkte, französisches

Buttergebäck in bunt-traditionellem

Packaging. Zum Bundesliga-Saisonstart darf

in der Maxvorstadt FC Bayern-Merchandising

nicht fehlen. Limited Editions wie gefriergetrocknete

Erdbeeren in Matcha-Schokolade

von Nucao füllen auch noch die letzte Ecke

im Markt aus und ganz neue Produkte befriedigen

die Neugier von Foodies.

Getränkekisten und Non-Food

Im Markt gibt es keine Frischetheke, dafür

aber ein breites Tiefkühlangebot und ebenso

eine gut gefüllte gekühlte Fleisch- und Wursttheke.

Dem aktuellen Trend hin zu weniger

Thekenaufwand hat Davor Blazevic angesichts

von Platzmangel und Personalsituation vorgegriffen.

Ein Getränkemarkt in der Maxvorstadt?

Fehlanzeige. Deswegen hat der Markt ein

breites Angebot im nichtalkoholischen und

alkoholischen Bereich, auch kistenweise.

Gleiches gilt für Non-Food: Ein Vollsortimenter

30 Branche • RUNDSCHAU 10/25


Mehr Bilder online

Noch mehr Eindrücke von Davor Blazevics Edeka-

Markt in München finden Sie nach dem Scannen

des QR-Codes auf www.rundschau.de

◁ Kurz vor der Kasse gibt

es durch eine große Auswahl

kleiner Geschenke

viele Gelegenheiten zu

Impulskäufen.

WORLD

COLLECTION

Edition 2025

◁ Die Kombination aus

Blau und Gold gibt

dem Markt in der edlen

Münchner Maxvorstadt

ein wertige Optik.

◁ Orientierung leicht

gemacht: Die großen

Schilder weisen in den

Warengruppen auch auf

Subsortimente hin.

sollte auch im Kleinen die Küchenhilfen

für den Notfall parat haben. Bei Edeka

Blazevic reicht das Angebot sogar bis hin

zu Pfannen und Backuntensilien.

Vor der Kasse kleine Geschenke

Nähert man sich dem Check-out, stellt sich

in der Vorkassenzone angesichts der vielen

Sonderplatzierungen kleiner Geschenkideen,

Glückwunschkarten und Co. das

Gefühl von Wohlbefinden ein. Tabak und

besondere Spirituosen werden an einer der

drei Kassen verkauft, Selfscanning-Kassen

gibt es hier nicht. Die Kassen in Holzoptik

tragen dazu bei, dass man sich dem Ort

des Bezahlens gern nähert.

Neben dem Ausgang spielt Blazevic eine

besonders gute Idee aus: Für den Nachhauseweg

gibt es die Möglichkeit, für zwei

Euro einen Kaffee to go aus dem Automaten

zu erhalten – der letzte Eindruck, den man

aus dem Supermarkt mitnimmt, muss also

nicht der Bezahlvorgang sein. ☐


Branche

Instore-Music

Text: Sibylle Menzel

Acht Prozent Umsatzplus

Musik kann aber auch den Umsatz am PoS

steigern: Die von der GEMA in Auftrag gegebene

„Music Impact Studie” liefert dafür

erstmals einen wissenschaftlich fundierten

Nachweis. Durchgeführt von einem internationalen

Wissenschaftlerteam und Marktforschungsinstituten

wie Ipsos und GfK sowie

dem Musiktechnologieunternehmen Audoo

kommt die Feldstudie zu dem Ergebnis: Musik

steigert den Umsatz im Einzelhandel um

durchschnittlich acht Prozent, in der Gastronomie

im Schnitt um 5,4 Prozent.

Positiv für Kunden und Mitarbeiter

Das Studiendesign umfasste eine Woche mit

und eine Woche ohne Musik am Point of Sale,

wobei Umsatz, Mitarbeiterverhalten und weitere

Einflussfaktoren erfasst wurden. Neben

dem umsatzsteigernden Effekt von Musik,

liefert die Studie noch weitere Ergebnisse:

Die Musikauswahl: Pop- und Chart-Musik

sind die meistgenutzten Genres, mit fast 60

Prozent, gefolgt von Rock-und Schlagermusik.

Radio und Streaming sind die wichtigsten

Quellen für Hintergrundmusik.

Umsatzbooster

Musik

Eine groß angelegte Feldstudie der GEMA im Einzelhandel und in der

Gastronomie beweist erstmals wissenschaftlich, dass Musik den Umsatz am

PoS steigert. Sie dient außerdem als Stimmungsaufheller bei den Kunden

und als Motivationsbooster für Mitarbeitende.

Videos mit tanzenden Mitarbeitenden

bekommt man in der Rewe-Zentrale

oft zu sehen. Letztlich sind sie für die

Macher des zentral gesteuerten Rewe-

Radios auch der Beweis, dass die Musik für

gute Laune sorgt. Gespielt wird ein Mix aus

internationalen Pop-Songs – eine Kombination

aus Evergreens und aktuellen Chart-Hits. Die

Playlist umfasst über 100 Titel, wird monatlich

aktualisiert und saisonal angepasst. Grundsätzlich

habe die Musik die Funktion, Kunden

unaufdringlich bei ihrem Einkauf zu begleiten

und zur Wohlfühlatmosphäre beizutragen.

Für Mitarbeitende, so eine Sprecherin von

Rewe, sorge die Musik für Abwechslung und

Motivation im Arbeitsalltag.

Musik als Motivator: Sowohl im Einzelhandel

als auch in der Gastronomie berichten

laut Studie Unternehmen von dem stärksten

internen Effekt der Musik auf die Motivation

ihrer Mitarbeiter. Musik stärke außerdem die

Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen.

Erlebnis für die Kunden: Beide Branchen

sehen einen deutlich positiven Effekt auf die

Stimmung der Kundschaft, während in der

Gastronomie zusätzlich eine längere Verweildauer

der Gäste festgestellt wird.

Akzeptanz von Musik: 76 Prozent der Entscheidungsträger

im Einzelhandel sehen Musik als

festen Bestandteil ihres Betriebes an, in der

Gastronomie sind es 95 Prozent.

Entspannte Klangkulisse

Das Ziel, Kunden mit Musik einen entspannten

Einkauf zu ermöglichen, verfolgt auch Edeka-

Kaufmann Maximilian Kohler. Rückmeldung

von Kunden gibt es für einen weiteren Aspekt

– die Akustik: „In unserem Markt in Offenburg

sorgt die Holzdecke für eine angenehme

Klangkulisse. Selbst bei Hochbetrieb bleibt

es erstaunlich ruhig – in der Marktbäckerei

kann man ungestört frühstücken. Das schätzen

unsere Kunden sehr.“

Fotos: stock.adobe.com/BojoShop

32 Branche • RUNDSCHAU 10/25


Wir stellen dem Handel Ihre Neuheiten vor. Schicken Sie

Ihre Top Süßwaren und Top Salzige Snacks ins Rennen!

Anmeldeschluss: 5. Januar 2026

Sponsor:

Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter:

https://www.rundschau.de/wettbewerbe/sweetie


Sortiment

ANUGA | INHALT

Text: Marcelo Crescenti

Foto: stock.adobe.com/EvgeniiAnd (2x)

34 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Neues auf den Teller

Die Anuga in Köln ist das wichtigste Schaufenster der Lebensmittelbranche. Die Messe setzt dieses Jahr auf

das Thema Innovation samt Kongress und Eventprogramm. Die RUNDSCHAU nimmt die Gelegenheit wahr,

um auf das Leitthema zu schauen sowie auf die wichtgsten Trends bei neun Produktkategorien.

Anuga-Jahre sind besonders: Die

Lebensmittelbranche versammelt

sich dieses Jahr vom 4. bis 8. Oktober

wieder in Köln, um Neues und Spannendes

zu sehen sowie Kontakte zu knüpfen.

Dazu bieten Kongress und Eventprogramm

eine vielfältige Auswahl an Konferenzen,

Workshops, Experience Areas und Speaker

Sessions. Sonderschauen wie die „Anuga Taste

Innovation Show“ oder „Meet more Meatless

and Dairy Alternatives“ geben Einblicke in

aktuelle Entwicklungen der Branche. Eine

Start-up-Area gibt jungen Unternehmen die

Chance, ihre Produkte einem breiten Fachpublikum

zu präsentieren.

Größte Anuga aller Zeiten

Die Messe sprengt dieses Jahr aller Rekorde:

Rund 8.000 Aussteller aus 110 Ländern belegen

das gesamte Messegelände in Köln – es

ist die größte Anuga aller Zeiten. Erwartet

werden über 140.000 Fachbesucherinnen und

-besucher aus nahezu 200 Ländern. Mit einer

neuen Hallenstruktur soll mehr Übersicht

und Nähe zwischen verwandten Segmenten

geschaffen werden. So wird die neue „Anuga

Alternatives“ mit dem Thema pflanzenbasierte

und zellkultivierte Produkte in Halle 1 angesiedelt

und bekommt eine direkte Anbindung

an den größten Bereich der Messe, die Anuga

Fine Food. Die Bereiche der Anuga Meat sind

nun in den Hallen 6, 7 und 9 gebündelt.

Köln ist eine Reise wert, auch wenn viele

Besucher über horrende Hotelpreise klagen.

Verbucht werden diese Ausgaben dann als

Investition in die Zukunft.

Spezial Anuga & Innovation

36 Orte der Innovation Wo und wie entstehen

Innovationen? Die RUNDSCHAU

besuchte innovative Unternehmen, um

es herauszufinden.

38 Schoki neu gedacht Zur rechten Zeit:

Wie das Unternehmen ChoViva mit

kakaofreier Schokoladenalternative

neue Maßstäbe setzt.

40 Milch neu gedreht Im „Milk Innovation

Center“ in Zeven, Niedersachen,

forscht Milram nach neuen Produkten

und testet die Grenzen der Milch.

42 Neues vom Baum Kann man bei Äpfeln

noch etwas Innovatives erwarten?

Man kann, wie die jüngste Arbeit in

Südtirol eindrucksvoll beweist.

44 Alternative Proteinquellen Eines der

größten Zukunftsthemen: kultiviertes

Fleisch. Die PHW-Gruppe in Niedersachsen

setzt auf das Potenzial.

46 Interview Er plädiert für mehr Mut

zur Kreativität: Felix Rosen, Marktforschungsexperte

von YouGov, über

den Wert von Innovationen.

48 Voilà! Die Start-up Arena Auf der

Markant-Bühne pitchen Start-ups um

Reichweite und Aufmerksamkeit. Wir

zeigen die Gewinnerprodukte.

50 Dynamik im Blick Welche Trends beherrschen

künftig die Regale? Experten-Insights

über die Entwicklungen in

neun Warengruppen.

Auf der Anuga wird die Zukunft

der Ernährung sichtbar – und

zugleich verhandelbar.

Gerald Böse

Vorsitzender der

Geschäftsführung,

Koelnmesse

www.rundschau.de

35


Sortiment

ANUGA | INNOVATION

Lohnende Innovation: Gründerin

Sara Marquart hat mit Planet A

Foods die kakaofreie Schokoladenalternative

ChoViva entwickelt.

Foto: Hans-Rudolf Schulz

36 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Text: Marcelo Crescenti

Orte der Innovation

Die Anuga feiert die Innovation. Doch wo und wie entstehen neue Ideen und Produkte für die

Lebensmittelbranche? Die Redaktion der RUNDSCHAU hat sich auf die Suche gemacht und glänzende

Beispiele bei Unternehmen in Nord- und Süddeutschland sowie in Südtirol gefunden.

Am Anfang steht eine Idee. Was folgt:

harte Arbeit. Ausgang: Ungewiss.

Es bedarf Mut und Kraft, um neue,

innovative Produkte am Markt durchzusetzen.

Echte Innovationen bringen einen

Mehrwert für Konsumenten und befriedigen

Bedürfnisse der Shopper, „von denen sie

noch gar nicht wissen, dass sie sie überhaupt

haben“, sagt Felix Rosen, Director Category

Management & Business Development beim

Marktforscher YouGov im Interview (Seite 46).

MeNew statt MeToo lautet der Weg zu mehr

Wachstum: Laut YouGov weisen wachsende

Kategorien deutlich mehr Neueinführungen

auf als Kategorien mit geringem Wachstum.

Innovation findet allerdings nicht im luftleeren

Raum statt. Derzeit beschäftigt vor

allem der Trend zu Gesundheit und Care

die Branche (Grafik), einschließlich Großkonzerne

wie Müllermilch (S. 18), die sich

durch ihre Größe tendenziell schwerer tun,

eine neue Richting einzuschlagen. Daneben

wird Nachhaltigkeit von Trend zum Muss bei

der Produktentwicklung.

bieter von Schokoladenalternativen (S. 38).

Als die Kakaopreise explodierten, hatte das

Unternehmen aus Bayern eine Lösung parat.

Manchmal muss sich aber auch ein ganzes

Unternehmen grundlegend verändern, wie

Innovationen befriedigen Bedürfnisse

der Shopper, von denen sie noch gar

nicht wissen, dass sie sie haben.

Felix Rosen

YouGov

Richtige Idee zur richtigen Zeit

Dabei entstammen Innovationen selten dem

Zufall, sondern werden vielmehr ganz bewusst

gesucht und entwickelt. Zum Beispiel

auf dem Milk Innovation Center von Milram

in Zeven, Niedersachsen, die Keimzelle für

neue Produkte bei der DMK-Mopro-Marke (S.

40). Man muss dann am besten zur richtigen

Zeit bereit sein, so wie bei ChoViva, dem Andie

PHW-Gruppe, die sich immer stärker

mit alternativen Proteinen und kultiviertem

Fleisch beschäftigt (S. 44). In Südtirol will

man schließlich ein Naturprodukt neu ins

Bewusstsein heben (S. 42).

Gesundheit & Care als Trend hat Einfluss auf nahezu alle Warengruppen

RELEVANZ

Bier

Klassische Milch, Käse

Klassisches Fleisch, Fisch

Alkoholhaltige Getränke

Softdrinks

HEMMER

Süßware

Fertigprodukte

Waschen, Putzen,

Reinigung

Pflege & Kosmetik

Healthy Snacks

Hülsenfrüchte

Obst & Gemüse

AHG – Alkoholfrei

Nahrungsergänzung

Fleischersatz

Milchalternativen

WACHSTUMSTREIBER

Quelle: Kooperationsstudie YouGov & PressReleations | „Unterwegs in der FMCG-Trend-Milchstudie 2024“ |

Interviews mit YouGov FMCG Experten Aug 24

www.rundschau.de

37


Sortiment

ANUGA | INNOVATION

Text: Martina Kausch

Schoki neu gedacht

In Planegg bei München haben die forschenden Geschwister Sara und Maximilian Marquart mit

ChoViva eine kakaofreie Schokoladenalternative erfolgreich entwickelt. Angesicht der Kakaopreise sowie

instabileren Lieferketten eine Innovation zur rechten Zeit – und eine inspirierende Geschichte.

Es ist eine Story zum Thema Innovation,

wie sie nicht besser hätte erfunden

werden können. Ein junger Maschinenbauer

aus München mit Erfahrung

als Unternehmensgründer liest ein Buch,

in dem auf die zu erwartenden Probleme

beim Kakaoanbau hingewiesen wird. Seine

Schwester, Lebensmittelwissenschaftlerin, hat

gerade in einer Doktorarbeit die Entstehung

des Bittergeschmacks im Kaffee erforscht. Sie

überlegen: Alternativprodukte für Schokolade

▽ Tägliches Experimentieren im Labor von

Planet A Foods in Planegg bei München.

müsste man entwickeln. Und machen sich

an die Arbeit.

Rasante Unternehmensgründung

Ein Jahr nach der Buchlektüre, im Sommer

2021, werden Maximilian und Sara Marquart

bei Investoren vorstellig, im Herbst ist die

erste Finanzierungsrunde gesichert. Die Geschwister

nennen das Unternehmen Planet

A Foods. 2023 beginnen die Kakaopreise zu

steigen, denn die Ernten werden geringer – vor

allem durch die Auswirkungen der Klimakrise

in den Anbauländern. Bilanz im Spätsommer

2025: Die Produktion der Schokoladenalternative

ChoViva hat sich von anfangs 50 Tonnen

pro Monat auf 1.000 Tonnen entwickelt,

viele Schokoladenverarbeiter weltweit sind

Kunden geworden. ChoViva hat aktuell einen

Marktanteil von 100 Prozent bei kakaofreien

Schokoladenalternativen. Vier Patentfamilien

– also eine Gruppe von Patentanmeldungen,

die ähnlichen technischen Inhalt betreffen

– haben sich die Geschwister in Europa und

den USA gesichert.

Doch was ist das Geheimnis der Schokoladenalternative

– ein so rasanter Erfolg,

dass die Gründer unter den Finalisten des

Deutschen Gründerpreises 2025 waren? Sara

Marquarts Forschungen hatten ergeben: Das

charakteristische Schokoladenaroma stammt

zu 80 Prozent nicht von der Kakaofrucht als

solcher, sondern entsteht in dem Prozess der

Fermentation, Trocknung und weiteren Verarbeitung.

Was passiert also, wenn man Rohstoffe

aus Mitteleuropa fermentiert, trocknet,

weiterverarbeitet? Während der Covid-Zeit

Planegg, Bayern

experimentierte das Geschwisterpaar in der

eigenen Küche mit 112 Zutaten. Es wurde

zerkleinert, gemahlen, gemixt, erwärmt, gekühlt,

verworfen, weiterentwickelt – bis auf

Basis von Sonnenblumenkernen eine cremige

Masse mit schokoladenähnlichem Geschmack

gewonnen und außerdem der Prototyp der

nötigen Maschine entwickelt war. Der Name

ChoViva erinnert an Schokolade – und soll für

eine wachsende, lebendige Zukunft stehen.

Nikolaus für alle

„Die vorherige Forschungsarbeit hat die Basis

für unsere Ergebnisse geliefert“, sagt Sara

Marquart mit Blick auf ihre Promotion. Und

noch etwas ist ihr als Gründerin wichtig: „Ich

möchte keine Innovation für die Blase entwickeln“,

sagt sie. Auch wenn Kakao immer

teurer wird, „soll ein schokoladig schmeckender

Nikolaus für alle erschwinglich beiben.“

Und eben einer, der aus regionalen Rohstoffen

hergestellt wurde.

Foto: Hans-Rudolf Schulz

38 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25



Sortiment

ANUGA | INNOVATION

Text: Martina Kausch

Milch neu gedreht

Das Milk Innovation Center im niedersächsischen Zeven ist eines von zwei Forschungszentren in Deutschland,

in denen der Molkereiriese DMK neue Verfahren und Produkte entwickelt. Konsumtrends prägen die Arbeit,

aber auch die Möglichkeiten, die die Verarbeitung des komplexen Lebensmittels Milch bietet.

Es steht an prominentem Platz gleich

neben den riesigen Produktionsanlagen:

Das Milk Innovation Center (MIC)

in Zeven. Hier ist DMK Trends auf der

Spur. Es ist eine Molkerei im Kleinen, dazu

Labor, Küche, Kühlräume – und modernste

Technik. Denn bei Neuerungen im Bereich

der Milchprodukte geht es immer auch um

hochkomplexe Analyse- und Filtrationsvorgänge,

abgesehen von den bekannteren Erhitzungsanlagen.

Erst dann können die Produkte

entstehen, die der Kunde mag: Mit spezieller

Energiedichte, angemessener Viskosität und

dem richtigen Volumen.

Schon ist man mittendrin in den Erläuterungen

von Sven-Rainer Döring, der zusammen

mit seinem Kollegen Michael Hahn der RUND-

SCHAU vor Ort über den Alltag der Ideenfinder

berichtet. Innovation bedeutet hier auch, dass

etwa bei der Produktion von Grießbrei oder

Porridge die Anlage nicht verstopft. Auch das

ist schließlich schon passiert.

Knobi und Chili als Innovation

Im MIC in Zeven werden neue Produkte von

Milram entwickelt, jener Marke, die die Weiße

Linie bei DMK zusammenfasst. Doch was ist

Innovation bei einem Flaggschiff wie dem

▽ Im Milk Innovation Center (MIC) von DMK in Zeven berichten Sven-Rainer Döring, Leiter Verfahrensentwicklung

bei DMK (r.) und Michael Hahn, Senior Produktentwickler, über ihre Arbeit.

Frühlingsquark? Neue Geschmacksrichtungen

und eine hippe Aufmachung in Sondereditionen

„made by“ Digital-Foodies beispielsweise.

Seit dem Frühjahr 2025 ist Knobi & Chili-Quark

in den Regalen und auf der bewährten Quarkpackung

strahlt in Pink und Gelb Influencerin

Jessie Bluegrey.

Ein bisschen staunen die Technik-Profis

über den Protein-Trend, aktuell ist der körnige

Frischkäse am Markt besonders gefragt

– wegen seines Proteingehalts stellen gerade

besonders viele Influencer dieses Produkt vor.

Doch manche Ideen scheitern schlicht an der

Produktionskapazität: Körniger Frischkäse

mit Kräutern? Unmöglich, die Werke laufen

bereits am Limit, man musste bereits Angebots-Aktionen

mit Handelsunternehmen absagen.

Neu gemischt werden manche internen

Karten angesichts der Fusion von DMK und

dem dänischen Molkereiriesen Arla. Es entsteht

gerade Europas größte Molkereigenossenschaft,

sie wird den Namen Arla Foods tragen.

Im Frühjahr 2026 soll die Fusion abgeschlossen

sein – auch eine Innovation für DMK.

Käse mit Design

Die Frage, wie man jüngere Zielgruppen zum

Käsekauf animiert, beantwortet Milram aktuell

zusammen mit drei Künstlern, die Verpackungen

entworfen haben. Seit August gibt

es Käsescheiben in dieser limitierten Designlinie,

im Kühlregal unübersehbar.

Am besten aber ist Innovation, wenn sie mit

dem Nachhaltigkeitsgedanken einhergeht. Ein

ganz wichtiges Thema ist in Molkereien die

Frage, wie man die Teile der Milch weiterver-

Fotos: Kausch/ RUNDSCHAU

40 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


△ Eine komplette Molkerei im Kleinen ist das

Herzstück des MIC – hier mit Grießbrei.

arbeitet, die bei der Produktion von Joghurt,

Quark und Co. entstehen – aber eben nicht

„übrigbleiben“: „Es sind Lebensmittel!“, betont

Sven-Rainer Döring im Gespräch mit

Nachdruck. Im Fachjargon heißen Molke oder

Milchfett Nebenströme, aber Molke etwa hat

wegen ihres Proteinreichtums eine besondere

Bedeutung. Weil das erfrischende Getränk

bei Konsumenten enorm beliebt geworden

ist, während der Käsekonsum zurückgeht,

gilt vielleicht zukünftig immer mehr: Molke

statt Käse? Aus Sauermilchmolke hat DMK

ein bei Landwirten mittlerweile erfolgreiches

Futtermittel entwickelt.

Zwölf Wochen für eine Verpackung

Wie lange dauert es durchschnittlich, bis

beispielsweise ein neuer Milram-Buttermilch-Drink

auf den Markt kommt? Rund

Zeven,

Niedersachsen

neun Monate – mindestens, allein für die

Verpackungsentwicklung gehen schon mal

zwölf Wochen ins Land. Neue Geschmacksrichten

sind beliebt, weil der Entwicklungsaufwand

überschaubar ist. Buttermilch- und

Kefir-Drinks haben in neuen Beeren- und

Sauerkirschsorten 2025 im Regal jedenfalls

eingeschlagen.☐

KÜHL GELAGERT –

HEISS BEGEHRT

Mit Seafood den Einkaufsbon und Umsatz steigern!

Für die TK-Truhe:

• TK-Filets im transparenten 2-Kammerbeutel

• TK-Garnelen im Papierbeutel aus 95% Kraftpapier

• 2,9x höherer Durchschnittsbon*

Für die SB Frischetruhe:

• SB Fischfisch, Räucherfisch und Meeresfrüchte

• Doppelt so hoher Durchschnittsbon**

*Quelle: DE YouGov FMCG, Bruttostichprobe [30.000] Haushalte, FY 2024, 2,9x höherer Durchschnittsbon

(Basis FMCG Trips mit Deutsche See TK-Fisch (n=1.054) vs. alle FMCG Trips).

**Quelle: DE YouGov FMCG, Bruttostichprobe [30.000] Haushalte, FY 2024, Doppelt so hoher Durchschnittsbon

(Basis FMCG Trips mit Deutsche See SB-Fisch (frisch, mariniert, geräuchert) (n=8.407) vs. alle FMCG Trips).

*&** Das Panel ist repräsentativ für alle Haushalte in Deutschland mit haushaltsführenden Personen ab 16 Jahren,

erfasst kontinuierlich und elektronisch die Einkäufe für den privaten Konsum und weist diese gewichtet und

hochgerechnet aus.


Sortiment

ANUGA | INNOVATION

Text: Marcelo Crescenti

Neues vom Baum

Wie bringt man Innovation in ein Naturprodukt wie den Apfel? In Südtirol kann man dies besichtigen.

Zutaten sind eine neue Apfelsorte mit einer Schale, die an einen „funkelnden Nachthimmel“ erinnern soll,

sowie die Positionierung der Frucht als spannende Ingredienz für die Gastronomie.

Lediglich fünf Meter trennen Anja Ladurners

Haus von ihrer Apfelplantage.

Die Bäuerin lebt umgeben von Bäumen,

die aufgereiht unter Schutznetzen gegen

Hagel stehen. Wir sind im Vinschgau, einem

wichtigen Standort für die Apfelproduktion

im italienischen Südtirol. Wo andere Urlaub

machen, bewirtschaftet Ladurner zusammen

mit Ehemann und Sohn ein Gebiet von insgesamt

fünf Hektar.

Ladurner ist Teil der Innovationsoffensive

für ein Produkt, das man seit biblischen Zeiten

kennt und sich seitdem äußerlich kaum verändert

hat: Der Apfel. Im hinteren Gelände,

▽ Apfelbäuerin Anja Ladurner ist Apfelsommelière

und baut die neue Sorte auf einem Hektar an.

dem Tal zugewandt, zeigt die Bäuerin stolz

eine Neuerung: Die Apfelsorte „Cosmic Crisp“.

Schwer hängt das Obst an den dünnen Spalierbäumen.

Eigentlich muss man Cosmic Crisp®

schreiben, denn es handelt sich um einen

Markenapfel, der aus den USA stammt. Seine

rote Schale ist verziert mit zarten, sternähnlichen

Sprenkeln, und erinnert laut Werbetext

„an einen funkelnden Nachthimmel“.

Hier zeigt sich, dass Innovation nicht vom

Himmel fällt, sondern vielmehr Mut und

harter Arbeit bedarf. „Als wir uns um die

neue Sorte bei der Genossenschaft beworben

haben, hatten wir sie weder gesehen noch

geschmeckt“, erinnert sich Ladurner. Dafür

hat sie dann einen Hektar gerodet und in eine

neue Anlage investiert. Heute, ganze fünf

Jahre später, nähert sich die Produktion des

neuen Apfels dem Vollertrag.

Neu: Food Pairing

Innovativ ist auch die Idee des „Food Pairing“:

Damit möchte das Südtiroler Apfelkonsortium

den Apfel für die Gastronomie schmackhaft

machen – und gibt der Frucht so eine neue

Dimension. Anja Ladurner ist eine von rund

30 Apfelsommeliers und -sommelières, die

darin ausgebildet werden, Evas Frucht etwa

mit Tiroler Speck, Schokolade, Mozzarella-

Käse oder Nussmus zu kredenzen. Sie weiß

auch, welche Sorte zu welcher Zutat am besten

passt. „Die moderne Küche interpretiert den

Apfel neu“, sagt sie. Es ist womöglich der Anfang

eines neuen Trends, hier mitten in den

Apfelbäumen des Vinschgaus.

Vinschgau, Südtirol

▽ Die rote Schale der Apfelsorte Cosmic Crisp hat

„zarte, sternähnliche“ Sprenkel.

Fotos: Crescenti / RUNDSCHAU

42 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


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Sortiment

ANUGA | INNOVATION

Text: Silke Detlefsen

Alternative Proteinquellen

Immer mehr Menschen hinterfragen ihren bisherigen Fleischkonsum, das zeigt die wachsende Zahl der

Flexitarier und Vegetarier. Im Supermarkt-Regal wird daher gerne zu Proteinen pflanzlichen Ursprungs

gegriffen. In Zukunft könnte auch kultiviertes Fleisch verstärkt in den Blickpunkt rücken.

aktor) und setzt bei geeigneter Temperatur

das passende Nährmedium zu, können sie

sich – auch in großem Maßstab – vermehren.

Abhängig von den genauen Fermentationsbedingungen

lässt sich zudem steuern, welche

Zelltypen entstehen (etwa Fett- oder Muskelzellen).

Sobald ausreichende Fleischmengen

entstanden sind, kann man diese entnehmen

und weiter verarbeiten.

Von vielfältiger Relevanz

Die Vorteile dieses Verfahrens gegenüber

der heutigen Tierhaltung? Treibhausgase,

Flächenbedarf und Luftverschmutzung lassen

▽ Von „traditionellem“ Fleisch ist er nicht zu unterscheiden: Dieser Rindfleisch-Patty des Unternehmens

Mosa Meat besteht aus kultiviertem Fleisch und lässt sich als ein leckerer Burger anrichten.

Kultiviertes Fleisch – der Begriff ist noch

vielen unbekannt. Dabei handelt es

sich um eine Innovation mit Potenzial.

Dieses Fleisch wird in einem Bioreaktor

aus tierischen Zellen produziert. Einem

Tier wird dafür eine kleine Gewebeprobe entnommen,

die im Labor auf diejenigen Zellen

hin untersucht wird, die sich für das Vorhaben

am besten eignen. Diese werden zu Zelllinien

gezüchtet, in denen sich die einzelnen Zellen

– wie sonst im tierischen Organismus auch,

aber nun eben außerhalb des Körpers – gut

vermehren und weiter wachsen können. Gibt

man diese Zellen in einen Fermenter (Bioresich

beispielsweise reduzieren. Sich von den

Auswirkungen anfälliger Lieferketten, des

Klimawandels oder kriegerischer Konflikte

unabhängiger zu machen, trägt zudem zur

Ernährungssicherheit bei. Die Gefahr von

Pandemien (Vogelgrippe, Schweinepest), lebensmittelbedingten

Erkrankungen (etwa

durch Salmonellen) und ein übermäßiger

Einsatz von Medikamenten wie Antibiotika

ließen sich vermeiden. Tiere müssten nicht

mehr in gleichem Ausmaß wie derzeit geschlachtet

werden.

Zahlreiche Start-ups widmen sich entsprechenden

Verfahren. 2013 präsentierte das

niederländische Unternehmen Mosa Meat

den ersten aus kultivierten Stammzellen entwickelten

Rindfleisch-Burger. Seither tüftelt

es daran, die Kosten von kultiviertem Fleisch

zu senken, den Geschmack zu optimieren und

die Produktion skalierbar zu machen. Auch

etablierte Firmen der Lebensmittelindustrie

investieren in diesen Bereich. So arbeitet etwa

die PHW-Gruppe mit Mosa Meat zusammen

und kooperiert auch mit SuperMeat aus Israel.

Der Ernährungsmix der Zukunft

„Wir sehen Cultivated Meat als eine vielversprechende

Innovation, die langfristig helfen

kann, Ressourcen effizient zu nutzen und

gleichzeitig hochwertige tierische Proteine

verfügbar zu machen – ohne Schlachtung“,

erläutert Dr. Ingo Stryck, Leiter Marketing

der PHW-Gruppe in Visbek, Niedersachsen.

„Diese Technologie steckt zwar noch in den

Anfängen, doch sie bietet in Ergänzung zu

den bestehenden Proteinquellen Potenzial

Fotos: Mosa Meat/Tim van de Rijdt; PHW-Gruppe

44 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


△ „Cultivated Meat ist eine vielfältige Innovation“,

so Dr. Ingo Stryck, PHW-Gruppe.

für bestimmte Märkte und Zielgruppen.“ Als

Teil einer langfristigen Innovations- und Diversifizierungsstrategie

investiere man daher

in Forschung, Start-up-Kooperationen

und Inhouse Kompetenzzentren, um flexibel

auf unterschiedliche Szenarien reagieren

zu können. Kultiviertes Fleisch betrachtet

Stryck jedoch nicht als alleinige Lösung: „Die

pflanzlichen Produkte werden weiterhin die

dominante Rolle im Markt der alternativen

Proteine einnehmen.“ Und so stehen auch

andere Technologien wie die Präzisionsfermentation

oder neue Entwicklungen innerhalb

der Pflanzenbiotechnologie ebenfalls

im Blickpunkt.

Stryck verdeutlicht, dass die Technologie bei

kultiviertem Fleisch zwar voranschreitet, sich

aber immer noch in der Entwicklungsphase

befindet. „Gleichzeitig sind die regulatorischen

Visbek,

Niedersachsen

Prozesse in der EU (Novel Food) inzwischen

im Gange.“ Er rechnet jedoch frühestens ab

2026/27 mit ersten Marktzulassungen – zunächst

bei Pilotprojekten. Eine breite Verfügbarkeit

im Lebensmittelhandel hält er eher im

nächsten Jahrzehnt für realistisch – abhängig

von Produktionskapazitäten, der Preisentwicklung

und regulatorischen Freigaben.☐


Sortiment

ANUGA | INTERVIEW

Text: Marcelo Crescenti

„Ohne Mut kein Wachstum“

Felix Rosen vom Marktforschungsunternehmen YouGov erklärt im Interview, warum

Innovationen für Hersteller und Handel von zentraler Bedeutung sind. Und er plädiert für mehr

Mut zu Neuem – nicht nur bei Start-ups, sondern auch bei etablierten Markenunternehmen.

Was ist der Wert von Innovationen für die

Lebensmittelbranche?

Mit Innovationen können die Bedürfnisse

der Shopper besser befriedigt werden – einschließlich

jener Bedürfnisse, von denen die

Konsumenten noch gar nicht wissen, dass

sie sie überhaupt haben. Zudem findet das

Wachstum für Industrie und Handel zum

größten Teil über Innovationen und neue

Produkte statt.

Was gilt überhaupt als Innovation?

Ich finde zunächst die umgekehrte Frage

interessant, was keine Innovation ist – zum

Beispiel, wenn ein Produkt in einer kleineren

Verpackung angeboten wird. Oder wenn

Produkte einfach kopiert werden. Bei echten

Innovationen geht es vor allem darum, über

neue oder signifikant verbesserte Produkte

einen Mehrwert für die Konsumenten zu

generieren. Allerdings stellt nicht jede Innovation

einer Marke auch eine Innovation für

die Kategorie dar.

Sollten Innovationen grundsätzlich auf

einen Trend einzahlen?

Man muss zwischen Trend und Hype unterscheiden.

Ein Hype flacht sehr schnell ab, ein

gutes Beispiel dafür ist die Dubai-Schokolade.

Trends sind nachhaltiger, setzen sich über

Jahre fort – und erfolgreiche Innovationen

zahlen meistens auf mehr als einen Trend

ein. Allerdings verläuft ein Trend nicht immer

linear, sondern bewegt sich auch eine Zeit

lang seitwärts. Das sehen wir beispielsweise

bei Milch- und Fleischersatz. Sie liegen zwar

nach wie vor im Trend der Verbraucher, es

findet aber gerade eine Konsolidierung der

Felix Rosen

Director Category

Management

& Business

Development,

YouGov

Nachfrage statt, mit weniger Wachstum als

am Anfang. Dennoch sind beides Kategorien,

die in ihrer Bedeutung weiterhin an Relevanz

gewinnen werden.

Gibt es Produktkategorien, die innovationsaffiner

sind als andere?

Es gibt Kategorien, bei denen es vielleicht

einfacher ist, einen Mehrwert für den Konsumenten

zu erzielen. Doch grundsätzlich sind

Innovationen in jeder Kategorie möglich. Bei

Teigwaren zum Beispiel konnte durch den Einsatz

einer Bronzeform eine aufgeraute Oberfläche

erzeugt werden, die zu einer besseren

Aufnahme von Saucen führt. Oder wer hätte

der Kategorie Waschmittel so viel Innovation

bei Verpackung und Portionierung zugetraut?

Innovation findet oft bei Start-ups statt.

Tun sich größere Markenhersteller schwerer

damit?

Start-ups können viel experimentieren, bei

größeren Unternehmen ist das Risiko auch

größer, genauso wie die Kostenstruktur und

der Kapitalbedarf. Auch sind dort die Entscheidungsprozesse

manchmal etwas länger.

Deswegen werden Start-ups häufiger als innovativ

wahrgenommen, aber es gibt auch sehr

erfolgreiche große innovative Player.

Übrigens haben wir festgestellt, dass Innovationen

wichtig für das Marken-, aber auch

Kategoriewachstum sind. So unterscheiden

sich die wachstumsstärksten Marken und Kategorien

in der Anzahl der Neuprodukte. Spannend

dabei: Für große Marken ist im Vergleich

zu kleineren Marken das Kategoriewachstum

wichtiger als Marktanteilsgewinne. Wenn also

meine Kategorie durch Innovationen wächst,

wachse ich auch als Hersteller. Grundsätzlich

brauchen also auch große Markenhersteller

Innovation, um zu wachsen. Sie müssen aber

eine passende Balance zwischen bestehendem

Portfolio und spannenden Neuheiten finden,

die die Glaubwürdigkeit der Marke nicht gefährden.

Es braucht Mut dazu. Aber ohne Mut

kein Wachstum.

Am Ende muss der Handel die Innovationen

ins Regal stellen. Der Platz ist aber begrenzt.

Wie kann der LEH Innovationen fördern?

Eine Möglichkeit ist über die Schaffung von

entsprechenden Verkaufsflächen. Innovationen

brauchen Sichtbarkeit, und dies kann über

Zweitplatzierungen oder speziellen Gondelköpfen

passieren. Häufig verlieren Innovationen

bei der Sortimentsvielfalt im Stammregal

ihre Sichtbarkeit. Selbstständige Kaufleute

spielen hierbei in meinen Augen eine besondere

Rolle. Ein anderer interessanter Weg ist

über die Zentralen, wo es beispielsweise bei

Rewe über das Innovation Hub mittlerweile

auch für Start-ups die Möglichkeit gibt, Listungen

zu generieren und so Innovationen

schneller auf den Markt zu bringen. ☐

Foto: YouGov

46 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


ALL BEVERAGE

AWARD 2026

ANMELDESCHLUSS: 18. 02.2026

Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter:

https://www.rundschau.de/wettbewerbe/all-beverage-award


Sortiment

ANUGA | INNOVATION

Text: Marcelo Crescenti

Voilà, ein Gewinner:

Robert Mörth von Fancy by

Nature umrahmt von den

Markant-Managern Alois

Bauer (l.) und John Grewe.

Start-up sucht Partner

Die Start-up-Arena voilà! der Markant-Gruppe gibt Innovationen im Food-Bereich eine Bühne und bietet

Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, ihre Produkte im Rahmen eines Wettbewerbs den Einkäufern des

Handels zu präsentieren. Gewonnen hat diesmal ein Anbieter von fermentierten Früchten.

Es sind vier Minuten, die für den Erfolg

eines Unternehmens entscheidend sein

können: So viel Zeit haben 10 Start-ups

aus dem Food-Bereich, um ihre Produkte

auf der Start-up-Arena voilà! der Markant-

Gruppe zu präsentieren und Handelspartner

für sich zu gewinnen. Im Publikum sitzen die

Einkäufer namhafter Händler wie Kaufland,

dm drogerie markt, Globus, Rossmann, tegut

oder Bünting. Das Event mit dem Motto „Wir

bringen deine Innovation ins Regal“ wurde

Ende September zum 25. Mal in der Karlsruher

Messe veranstaltet und hatte wieder

Spannendes zu bieten.

Die zehn jungen Unternehmerinnen und Unternehmer,

die hier auf eine Listung hoffen,

wurden im Vorfeld durch eine Einkäufer-

Fachjury ausgewählt. Bei der Präsentation

ist die Spannung mit den Händen zu greifen:

Die Einkäufer sitzen in einem Halbrund im

Publikum, neben der Bühne läuft ein Timer.

Wenn 240 Sekunden um sind, sollte man seine

Botschaft erfolgreich platziert haben.

Trendige Produkte

Dabei ist die Produktvielfalt bei den Start-ups

groß: Von glutenfreiem Kuchen im Glas über

fermentierte Obstsnacks und Protein-Limo

bis hin zu Eis, Käse-Cracker und Sirup. (Die

Produkte, die es ins Finale geschafft haben,

stellen wir auf der rechten Seite vor.) Die Innovationen

zahlen auf mehrere Trends ein, etwa

Convenience, Gesundheit, Nachhaltigkeit.

Gewonnen hat dieses Jahr das Start-up Fancy

by Nature aus Österreich, das fermentierte

Früchte als gesunder Snack anbietet. Firmengründer

Robert Mörth freute sich über die

Sichtbarkeit und den Gewinn einer Teilnahme

am nächsten Markant-Handelsforum. Doch

alle Finalisten erhielten etwas sehr Wertvolles:

Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Einkäufer

aus dem Handel.

Fotos: RUNDSCHAU/Crescenti, Start-ups

48 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Karl

Erfrischungsgetränk mit bierähnlichem

Geschmack in den Sorten Hopfen & Malz

und Zitrone. Mit nur 7 Kilokalorien pro

100 Milliliter und Null Volumenprozent

Alkohol. UVP: 1,59 Euro

BETTER CAKEZ

Kuchen to go mit bis zu 30 Prozent Gemüse.

100 Prozent Bio, vegan, glutenfrei,

ohne Industriezucker. In den Varianten

Peanutbutter Brownie (Abb.), Chocolate

Fudgy Cake und Raspberry Fudgy Cake.

UVP: 3,49 Euro

Blue Farm

Sanfter Energieschub mit dem

Matcha Oat Latte: natürliches Koffein

aus hochwertigem Bio-Matcha trifft

auf den Vitalpilz Lion’s Mane.

UVP: 8,49 Euro

Fyl

Softdrink-Alternative im

Mini-Format: zuckerfreier

Sirup. Eine Flasche ergibt

circa 12 Liter erfrischendes

Getränk und ersetzt

bis zu 24 PET-Flaschen.

UVP: 5,90 Euro

Bawra’s

Indische Snackmischungen

in drei Varianten, würzig und

knusprig, aus Puffreis, Kichererbsen

oder Maisflocken.

UVP: 2,99 Euro

Fancy by Nature

Fermentierter Fruchtsnack

ohne Zusätze, rein natürlich

und zu 100 Prozent Bio Made

in Austria. Mit Apfel, Orange,

Pomelo, Kumquat oder Zitrone.

UVP: 2,79 Euro

Elvis

Premium-Eis im Glas:

Hergestellt in Deutschland, mit

frischer Milch aus Schleswig-

Holstein und ohne künstliche

Zusätze. In transparenter Glasverpackung.

UVP: 5,99 Euro

Eckn

Glutenfreie

Cheese-Cracker,

die den vollen

Geschmack von würzigem

Cheddar-Käse

mit einer knusprigen

Textur vereinen.

UVP: 2,69 Euro

NXTUP

High-Protein-Drink in Form einer klassischen

Limonade in der Geschmacksrichtung

Mango-Pfirsich (Abb.), Strawberry-Kiwi

und Blueberry-Cassis. Für die

Gym-Community in der 500 ml-Dose:

zuckerfrei, kohlensäurehaltig und mit

20g Eiweiß. UVP: 2,89 Euro

PURE.LYTE

Elektrolytgetränk

ohne Zuckerzusatz

und mit einem hohen

Gehalt an Mineralien

wie Natriumchlorid,

Magnesium, Kalium,

Calcium. Erhältliche

Varianten: Blaubeere-

Kirsche (Abb.), Apfel-

Birne, Aprikose-Pfirsich.

UVP: 1,99 Euro

ANUGA 2025 | Halle 4.2, Stand E31

Spicy Cheese

Bites

CHEESY

MADE EASY

Cheesy Potato

Nuggets

Cauliflower

Cheese Sticks

Schne-frost Ernst Schnetkamp GmbH & Co. KG · Vinner Weg 3 · D-49624 Löningen

alle snacks auf: www.snackmaster.de


Sortiment

ANUGA | MOPRO

Text: Martina Kausch

Wellness vor

Der Wunsch der Verbraucher nach Mehrwert wird bei Molkereiprodukten

zunehmend wichtiger, zeigen Studien. Qualität und gesundheitsfördernde

Zutaten sind gefragt, künstliche Inhaltsstoffe sind dagegen out.

22 %

Rund

der Konsumenten machen sich Sorgen

um die Umweltauswirkungen des

Konsums von Milchprodukten.

Quelle: Innova Top Trends 2025: Dairy &

Dairy Alternatives

Lebensmittelqualität, Gesundheit und

Lebensmittelsicherheit sind die drei

wichtigsten Kriterien für den Konsum

von Milchprodukten. Verbraucher legen

zunehmend Wert auf hochwertige Inhaltsstoffe

und möchten Produkte mit Mehrwert, um

in speziellen Alters- und Lebenssituationen

gezielt darauf zugreifen zu können. Das zeigt

der Bericht Top Trends 2025: Dairy & Dairy

Alternatives von Innova Marketing Insights.

Präzision ist gefragt

So fordert laut Bericht der Trend „Präzisions-

Wellness“ die Marken heraus, um gezielte

Ernährungsbedürfnisse in jeder Lebensphase

zu erfüllen. Es bestehen auch Chancen in

der Entwicklung von Produkten, die – im

Hinblick auf Umwelt und Nachhaltigkeit –

einen „schuldfreien Genuss“ bieten und dem

Wunsch der Verbraucher nach köstlichen und

gleichzeitig gesunden Leckereien entsprechen.

Protein und Kalzium im Fokus

Ältere Generationen, wie die Boomer und

die Generation X, legen Wert auf eine ausgewogene

und altersgerechte Ernährung,

folgen aber häufig doch ihren traditionellen

Vorlieben. Ein wichtiger Treiber des „Präzisions-Wellness“-Trends

ist aber das Thema Gewichtsmanagement,

wobei laut Innova-Bericht

Chancen bestehen in der

Entwicklung von Produkten,

die einen „schuldfreien Genuss“

bieten und dem Wunsch der

Verbraucher nach köstlichen

und gleichzeitig gesunden

Leckereien entsprechen.

Innova Top Trends 2025:

Dairy & Dairy Alternatives

einer von fünf Verbrauchern Milchprodukte

als entscheidend für das Erreichen der Ziele

ansieht. Milchprodukte, die mit essentiellen

Nährstoffen wie Kalzium und Protein angereichert

sind, gewinnen an Aufmerksamkeit

und spiegeln das Interesse von Verbrauchern

an präzisen Wellness-Lösungen wider. ☐

Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd

50 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Sortiment

ANUGA | SNACKS

Text: Sibylle Menzel

Spannende Snacks

Fotos: Koelnmesse GmbH, Hanne Engwald

Cracker mit Avocado-Geschmack? Verbraucher suchen bei salzigen

Snacks die Vielfalt und vor allem auch das Unerwartete, wenn es um neue

Geschmacksnoten geht. Sabine Schommer zu den Snack-Trends.

Sabine

Schommer

Director ISM

Koelnmesse

Wie entwickelt sich der Markt derzeit für

salzige Snacks?

Wir sehen bei den salzigen Snacks wie in der

Süßwaren-Warengruppen eine hohe Innovationskraft.

Laut unserem Knowledge-Partner

Innova Market Insights ist die Zahl der

Produkteinführungen in den letzten fünf

Jahren global um drei Prozent gestiegen. Getrieben

wird die Entwicklung vor allem von

Asien, das zwei von fünf neuen Produkten

einführt. China ist dabei führend, aber auch

Indonesien und Indien entwickeln sich zu

Wachstumsmärkten.

Welche Segmente entwickeln sich stark?

Im Snackbereich führen Nüsse und Samen das

Ranking der Neueinführungen an. Popcorn

und Mais-Snacks wachsen mit jeweils acht

Prozent insbesondere durch Innovationen aus

Asien und Afrika. Geschmacklich dominieren

geröstete, würzige und salzige Varianten, wobei

die würzige Geschmacksnote mit einem

Plus von 51 Prozent nochmals hervorsticht.

Fest steht: Die Konsumenten wollen Vielfalt,

6,3 %

Umsatzplus erzielten

salzige Snacks. Top: Popcorn

(+34,1 %) und Nüsse (+13,5 %).

Quelle: YouGov Consumer Index Juli/2025;

Vergleichszeitraum 7/25 vs. 7/24, Deutschland

Textur und vor allem spannende Geschmackserlebnisse.

Welche Zukunftstrends sehen Sie?

Wir beobachten eine wachsende Nachfrage

nach proteinreichen, natriumreduzierten

und pflanzlichen Optionen. Speziell bei den

salzigen Snacks sind auch neue, unerwartete

Geschmacksrichtungen gefragt wie Avocado,

Garnele oder Frühlingszwiebel. ☐

GEBALLTE

POWER.

Täglich

eine Handvoll Nüsse

mit Proteinen

und Vitamin E.


Sortiment

ANUGA | FLEISCH & WURST

Text: Sabrina Reiter

Der Protein-Kick

Bei

53,2 KG

lag der Pro-Kopf-Verzehr in

Deutschland 2024 durchschnittlich.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und

Ernährung (BLE)

Joghurt wird als Zutat in Fleisch- und Wurstwaren eingesetzt. Er sorgt

für frische Geschmacksnoten und passt zum anhaltenden Proteintrend.

Besonders junge, gesundheitsbewusste Konsumenten greifen gerne zu.

Joghurt als Zutat in Fleisch- und Wurstwaren

ist ein neuer und interessanter

Ansatz für die Branche. Polen macht

es vor: Der Fleischverarbeiter JBB

hat eine Wurst für Kinder aus Hühner- und

Schweinefleisch eingeführt, die elf Prozent

Naturjoghurt enthält, glutenfrei ist und laut

Hersteller eine „alltägliche Proteinquelle“

darstellt.

Deutschland steht dem dabei in nichts nach,

wie die Marktforscher von Mintel hervorheben.

Erste Produkte sind bereits auf dem

Markt, wie beispielsweise Bio-Wiener-Würstchen

von Pura Natura oder auch das Eigenmarkenprodukt

Rewe Beste Wahl Delikatess

Paprika-Lyoner, beide mit Joghurt.

Noch ist es eine Nische, liegt aber ganz im

Proteintrend der letzten Jahre. Der Zusatz

von Joghurt bringt nicht nur eine frische und

leckere Geschmacksnote, sondern erweist

sich auch als gute Nährwertquelle und gut

verdauliche Alternative zu herkömmlichen

Wurstwaren. Besonders jüngere Verbrauche-

Auf 4,44 MIO. T

belief sich der Fleischkonsum 2024.

Ein Plus von 0,8 % gegenüber 2023.

Quelle: Bundesinformationszentrum

Landwirtschaft (BLZ)

Der Zusatz von Joghurt bringt

nicht nur eine frische und leckere

Geschmacksnote, sondern erweist

sich auch als gute Nährquelle und

gut verdauliche Alternative zu

herkömmlichen Wurstwaren.

Quelle: Mintel

rinnen und Verbraucher greifen bei trendigen

Proteinprodukten gerne zu.

Proteinreiche Würzalternative

Nicht nur als Zutat in Wurstwaren, sondern

auch in Form von Joghurt-Marinaden erfreuen

sich diese Produkte wachsender Beliebtheit.

Inspiriert von ethnischen Gerichten wie Tandoori

sowie einer Vielfalt an Gewürzen und

Kräutern, verleihen sie dem Grillsortiment

mehr Abwechslung und Raffinesse.

Besonders wirkungsvoll sind auch hier Claims,

die den hohen Proteingehalt betonen. Die

wachsenden Erwartungen an neue Fleischund

Wurstprodukte werden von den Herstellern

mit innovativen Konzepten beantwortet

– ganz im Sinne des Verbrauchers. ☐

Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd

52 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Sortiment

ANUGA | HEISSGETRÄNKE

Fotos: stock.adobe.com/netzfrisch.de ; Pixabay/Clker-Free-Vector-Images

Heiße

Schokolade

Wie aus einer Mintel-Studie hervorgeht,

wuchs das Segment in Deutschland

2024 um 15,9 Prozent. So trinken 71 Prozent

heiße Schokolade zu Hause oder am Arbeitsplatz.

Die Mintel-Prognose: Von 2024 – 2029

wird der Markt um 19 Prozent wachsen,

der Marktwert sich auf 327 Millionen

Euro erhöhen.

Kaffee

Laut dem Deutschen Kaffeeverband

lassen sich drei Entwicklungen

beobachten: Eine zunehmende Nachfrage

nach löslichem Kaffee, nach ganzen Bohnen

und nach Produkten mit nachhaltiger Zertifizierung.

Außerdem interessant: sogenannte

Mixtures, Einzelportionen

mit löslichem Kaffee.

Tee

Text: Jenny Rommel

Zu den wichtigsten Kaufkriterien

zählen aktuell laut dem

Deutschen Teeverband die Themen

Nachhaltigkeit, bio sowie gesundheitliche

Vorteile. Außerdem entdecken die Käufer

gerne neue Geschmacksrichtungen. Daher

zählen zu den aktuellen Produkttrends

Matcha, Functional Teas

sowie Cold Brew Teas.


Sortiment

ANUGA | TIEFKÜHLKOST

Text: Sibylle Menzel

Cool nachgefragt

Anuga Frozen legt zu: Die Koelnmesse meldet eine Flächenerweiterung

von 400 Quadratmetern. Im deutschen Tiefkühlmarkt hält sich der

Aufwärtstrend, die Innovationen treffen den Zeitgeist.

Ist Tiefkühlkost weiter auf Erfolgskurs?

Wie entwickelt sich der Markt?

Der deutsche Tiefkühlmarkt setzt 2025 im

Jubiläumsjahr „70 Jahre Tiefkühlkost in

Deutschland“ seinen Wachstumskurs fort.

Das dti rechnet in der aktuellen Prognose mit

Die TK-Abteilung entwickelt sich zu einem

dynamischen Bereich, der Kunden immer

wieder neue Inspiration bietet und dem

Handel Umsatz und Frequenz.

Dr. Sabine Eichner

Geschäftsführerin dti

unverändert positiver Entwicklung. Vor allem

im LEH und bei den Heimdiensten bleibt die

Nachfrage stark. Das Absatzvolumen steigt

2025 um 2,1 Prozent auf 2,06 Mio. Tonnen. Der

Umsatz mit TK-Produkten im LEH inklusive

Heimdiensten wächst voraussichtlich um 3,6

Prozent auf 12,2 Mrd. Euro – begünstigt durch

die nachlassende Inflation.

Die dynamischsten Segmente?

Nach Einschätzung des dti verzeichneten im

ersten Halbjahr 2025 vor allem TK-Backwaren,

-Fisch, -Fertiggerichte sowie -Kartoffelprodukte

ein deutliches Plus im LEH inklusive

TK-Heimdiensten. TK-Obst legte mit einem

Wachstum von rund 14 Prozent am stärksten

zu. Stabil blieben dagegen die Segmente TK-

Pizza und TK-Fleisch.

Dr. Sabine

Eichner

Geschäftsführerin,

Deutsches

Tiefkühlinstitut

(dti)

Welche Zukunftstrends sehen Sie bei TK?

Die Entwicklungen stehen in Zusammenhang

mit unserem veränderten Lebensstil. Convenience

spielt eine zentrale Rolle: TK-Produkte

bieten schnelle Lösungen für den Alltag und

unterstützen zugleich eine ausgewogene Ernährung.

Das Sortiment wird zunehmend

durch Trends wie Snacking, kleinere Mahlzeiten,

pflanzenbasierte Innovationen und

internationale Spezialitäten geprägt. Auch

der Airfryer bringt Schwung: Laut unserem

„TK-Trendbarometer 6/25“ benutzen ihn 41

Prozent, um TK-Produkte zuzubereiten. ☐

96%

Käuferreichweite erreicht Tiefkühlkost

in Deutschland. Verbraucher schätzen

Frische, Nährstoffgehalt, Haltbarkeit und

Flexibilität zu fairen Preisen.

Quelle: Deutsches Tiefkühlinstitut (dti)

Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd; Deutsches Tiefkühlinstitut (dti)

54 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Sortiment

ANUGA | BROT & BACKWAREN

Text: Martina Kausch

Bewusster kaufen

Die Verzehrgewohnheiten bei Brot und Backwaren ändern sich: 2024

kauften die privaten Haushalte laut dem Marktforschungsunternehmen

YouGov rund 1.548.000 Tonnen Brot – zehn Prozent weniger als noch 2019.

kg

–1

–2

–3

–4

–5

@

ZAHLEN

Brotkonsum in Deutschland

2024 wurden in Deutschland durchschnittlich

4,3 Kilogramm weniger Brot pro

Haushalt gekauft als 2019. Am geringsten

war der Rückgang laut Befragung bei

Toast- und Sandwich-Sorten.

– 4,3

Brot Gesamt

–0,3

Toast/

Sandwich

– 4,4

Brot o. Toast/

Sandwich

Quelle: Befragung YouGov für dpa, April 2025

Fotos: HORESCO

Wie entwickelt sich der Brotmarkt aktuell?

Der deutsche Brotmarkt zeigt sich trotz wirtschaftlicher

Herausforderungen stabil. Brot ist

und bleibt ein essenzielles Grundnahrungsmittel

und ein Kulturgut von herausragender

historischer und kultureller Bedeutung.

Welche Sortimente und welche Sorten sind

zurzeit besonders gefragt?

Besonders dynamisch entwickeln sich Segmente,

die den Wunsch nach Gesundheit

und Genuss miteinander verbinden. Vollkorn-,

Ballaststoff- oder Proteinbrote sowie

Clean-Label-Varianten verzeichnen deutliche

Zuwächse, getragen vom steigenden Gesundheits-

und Nachhaltigkeitsbewusstsein der

Verbraucher. Zugleich sind handwerklich

hergestellte Brote, regionale Spezialitäten

und Sauerteigprodukte besonders gefragt,

da sie Authentizität und Qualität vermitteln.

Welche Zukunftstrends erkennen Sie?

Brot steht weiterhin im Zentrum unserer

Ernährung – doch die Konsumenten wählen

heute bewusster aus. Sie suchen Qualität,

Transparenz und gesundheitsorientierte

Vielfalt, manchmal aber auch Sicherheit in

Altbekanntem, zum Beispiel einem aromatischen

Bauernlaib. Diese Entwicklung eröffnet

hervorragende Chancen, mit regionalen

Rohstoffen und handwerklichem Können

Antworten zu geben.

Sara Di Napoli

Leiterin

Deutsches

Brotinstitut

JETZT

NEU!

SCHARF AUF UMSATZ?

Spicy Fries

Der besonders knusprige „Deep Crinkle“

Wellenschnitt mit einer angenehm

mild-scharfen Chili Würzmischung sorgt

für den ultimativen Geschmackskick!

UVP

2,79 €

Abwechslung & Differenzierung

im Pommes-Segment

Spricht vor allem junge Shopper an*

*Marktforschung zu Neuprodukten; McCain, 10/2023

Launch-Unterstützung durch:

• Shopper-relevantes POS-Material

• Social Media

• Fachhandelsanzeigen


Sortiment

ANUGA | SÜSSWAREN

Text: Sibylle Menzel

More than sweet

Süßwaren schenken Glücksmomente – und einfach Genuss. Gesellen sich

noch gesundheitsorientierte Benefits dazu, ist die perfekte Trendware am

Start. Sabine Schommer hat als ISM-Director die Themen im Blick:

Sabine

Schommer

Director ISM

Koelnmesse

Welche Entwicklungen registrieren Sie

aktuell im Markt für die Süßwaren?

Im Süßwarenbereich ist die Zahl neuer Produkteinführungen

laut unserem Knowledge-

Partner Innova Market Insights in den letzten

fünf Jahren weltweit um rund fünf Prozent

gestiegen. Westeuropa ist hier führend, doch

besonders dynamisch wachsen Regionen wie

Afrika mit 19 Prozent und Lateinamerika mit

elf Prozent in der zusammengesetzt jährlichen

Wachstumsrate. Unter den Ländern liegen die

USA an der Spitze, zudem rücken Brasilien

und Spanien stärker in den Fokus.

In welchen Segmenten beobachten Sie der-

zeit die dynamischsten Entwicklungen?

Es dominieren weiterhin klassische Schokoladentafeln.

Am stärksten wachsen aber „andere

Schokoladensüßwaren“ – etwa Schokoladenspielzeug,

-lutscher oder Schokoladeneier,

die Überraschungen für Kinder enthalten.

Bei den Rohstoffen und Aromen dominieren

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Fotos: stock.adobe.com/netzfrisch.de; Koelnmesse GmbH, Hanne Engwald; Pixabay/Clker-Free-Vector-Images

Nüsse, allen voran Haselnuss und Karamell,

während bei Zuckerwaren fruchtige Sorten

wie Grüner Apfel im Trend liegen.

Auf welche Zukunftstrends muss im Markt

für Süßware geachtet werden?

Der Trend geht klar in Richtung Balance zwischen

Genuss, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Wir beobachten diese Entwicklung bei

Lebensmitteln und Getränken. Auch bei den

Süßwaren gewinnen funktionale, gesundheitsorientierte

Benefits immer mehr an Relevanz

– von Bonbons mit Heilkräutern bis

zu Produkten mit Vitaminen, Melatonin oder

botanischen Essenzen.

Daher werden wir funktionellen Süßwaren

auf der ISM 2026 auch erstmals eine eigene

Bühne bieten.

+8,1 %

Umsatzplus erzielte die Süßware in

Deutschland im Juli 25 versus Juli 24. Treibendes

Segment bei den Riegeln: Funktionale Riegel.

Quelle: YouGov Consumer Index Juli/2025

Jetzt

im Snacking-

Regal!

DER MIX MACHT’S.

Der knusprig-schokoladige Mix für

starke Abverkäufe im Snacking Regal

• Attraktives und auffallendes Design

• Aufmerksamkeitsstarker Mix-Display sorgt

für starke Zugriffe am POS

• Vielfältige Aktivitäten zur Produkteinführung:

DOOH, Samplings, POS-Promotion, Social Media,

Gewinnspiele uvm.

• 73% der Befragten sind von der Produktidee

überzeugt *

Die Nr. 1 Marke

29,1 %

am Waffelmarkt mit

29,1 % Marktanteil **

GLÜCK VERBINDET

* Quelle: Manner Produkt-/Konzeptmarktforschung

(DE) 2023/24, marketmind

** Quelle: circana, Deutschland, YTD bis inkl. Juni

2025, Waffeln total, LEH exkl. A/L/N, Menge in kg


Sortiment

ANUGA | ALKOHOLFREIE GETRÄNKE

Text: Sibylle Menzel

Zurück ins Plus

Thomas

Lahrmann

Senior

Consultant

Business Insights

Beverages,

Circana

Nach Jahren des Rückgangs geht es im Markt für alkoholfreie Getränke

wieder leicht bergauf. Wasser treibt die Kategorie an. Circana-Experte

Thomas Lahrmann verrät, wo noch weitere Potenziale liegen.

Wie entwickelt sich derzeit der AfG-Markt?

Nach rückläufigen Absätzen in den vergangenen

Jahren legt der AfG-Markt im ersten

Halbjahr 2025 mit plus einem Prozent erstmals

wieder leicht zu. Durch ein gestiegenes

Preisniveau wächst das Umsatzvolumen um

5,1 Prozent. Verbrauchermärkte und Harddiscounter

treiben die Umsatzentwicklung

am stärksten.

Die Treiberkategorie Nummer

Eins ist derzeit Wasser. Sportsowie

Energy-Getränke

schwächeln zwar, haben aber

weiterhin Potenzial.

Welche Kategorien innerhalb dieses

Marktes entwickeln sich derzeit am dynamischsten

– und warum?

Die Treiberkategorie Nummer Eins ist derzeit

Wasser, der Umsatz legte um 7,6 Prozent zu.

Während die meisten anderen Kategorien

teils deutliche Absatzrückgänge verzeichnen

und allenfalls über gestiegenes Preisniveau

wachsen, gewinnt Wasser um 3,7 Prozent

in der Menge. Auch die Kategorie Wasser

Plus entwickelt sich im Umsatz und Absatz

positiv mit einem Zugewinn von 7,2 bzw.

3,4 Prozent. Unter den kohlensäurehaltigen

Erfrischungsgetränken zeigt das Segment

Colamix weiterhin eine starke Dynamik im

Absatz mit plus 5,8 Prozent, im Umsatz plus

12,8 Prozent. Die Renner-Kategorien der letzten

Thomas Lahrmann

Circana

Jahre, Sportgetränke und Energy, schwächeln

im ersten Halbjahr.

Auf welche Zukunftstrends muss bei diesem

Markt besonders geachtet werden?

Vor dem Hintergrund der Makrotrends Gesundheitsoptimierung

und Wellbeing sehen

wir weitere Potenziale in kalorienarmen und

Wasser-nahen Segmenten wie Wasser Plus,

darunter Near Water/Functional Water. Trotz

Rückgängen im ersten Halbjahr sehen wir

in Sport- und Energygetränken weiterhin

Potenzial.

12,8 %

Umsatzplus verzeichnete das Segment

Colamix im ersten Halbjahr 2025. Mit plus 5,8 Prozent

zeigen sich Colamixe auch im Absatz dynamisch.

Quelle: Circana

Foto: stock.adobe.com/vgeniiAnd; Circana

58 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Sortiment

ANUGA | SPIRITUOSEN

Text: Sibylle Menzel

Trend Null Promille

Trotz rückläufigem Gesamtmarkt setzen Mixspirituosen Akzente im

Wachstum. Vor allem Wodka-Mix sticht hervor, während Klassiker wie Gin

an Zugkraft verlieren. Der Trend geht zu den alkoholfreien Spirituosen.

Der Markt für Mixspirituosen

hat sich in den letzten fünf

Jahren auf über 300 Millionen

Euro verdoppelt.

Martin Schneider

Circana

Martin Schneider

Director Business

Insights

Beverages

& Non-Food,

Circana

Welche Kategorien entwickeln sich derzeit

am dynamischsten?

Mixspirituosen und Weinbrand entwickeln

sich mit einem Umsatzplus von 6,2 bzw. 1,1

Prozent positiv. Sie profitieren insbesondere

von hohen Zuwächsen bei Wodka-Mix. Die

positive Entwicklung kommt vor allem über

Verbrauchermärkte und Harddiscounter. Die

stärksten Treiber der negativen Entwicklung

sind klare Spirituosen – hier ist auch der Gin-

Trend ins Stocken geraten – sowie Whisky.

Fotos: Circana

Wie entwickelt sich derzeit der Markt für

Spirituosen?

Im ersten Halbjahr 2025 sank der Umsatz

des Spirituosenmarkts um 3,6 Prozent auf

2,8 Milliarden Euro. Auch der Mengenabsatz

entwickelte sich mit minus 2,6 Prozent rückläufig.

Nur bei den Getränkeabholmärkten

ist ein Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent im

Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, während

die Verbrauchermärkte die negative

Entwicklung mit einem Minus von 4,5 Prozent

am stärksten treiben.

Auf welche Zukunftstrends muss bei diesem

Markt besonders geachtet werden?

Es ist ein zunehmender Trend zu Mixspirituosen

erkennbar. Der Markt hat sich in den

letzten fünf Jahren auf über 300 Millionen

Euro verdoppelt. Eine wesentliche Rolle spielen

hier Kleingebinden zum Unterwegs- und

Direktverzehr. Bei alkoholfreien Spirituosen

ist entgegen dem restlichen Spirituosenmarkt

eine positive Umsatzentwicklung zu erkennen,

vor allem bei klaren Spirituosen und

Likören. Dieser Trend zeigt sich auch bei

anderen traditionell alkoholhaltigen Getränkekategorien.

5,7 %

Umsatzplus wurde im 1. Halbjahr 2025 bei den

alkoholfreien Spirituosen verzeichnet. Mit 10 Mio. Euro

ist ihr Anteil am Gesamtmarkt aber noch gering.

Quelle: Circana


Sortiment

ANZEIGEN | PRODUKTNEUHEITEN 2025

DUG Barista

Unsweetened

Die neue Milchalternative DUG Barista Unsweetened

ist perfekt aufschäumbar für den Kaffee

– und komplett zuckerfrei.

Deluxe-Genüsse für

besondere Momente!

Jetzt neu bei Lauenroth! Hochwertige Produkte

für anspruchsvolle Genießer, die Raffinesse,

Nachhaltigkeit und Transparenz vereinen.

BESCHREIBUNG Milchalternativen können zuckerfrei

oder sie können Barista. DUG kann jetzt beides – in einer

einzigen Sorte. Mit DUG Barista Unsweetened bringt die

schwedische Marke die erste zuckerfreie Kartoffelmilch

speziell für Cappuccino, Latte & Co. nach Deutschland. Ideal

für alle, die ihre Kaffeespezialitäten lieber pur genießen.

VERPACKUNGSEINHEIT

8 x 1-Liter-Packung im Karton

KONTAKT

DUG Foodtech AG

Scheelevägen 22

233 63 Lund, Schweden

info@dugdrinks.com

www.dugdrinks.com

Manner Crunchies

Neuer Schokoladen-

Snack für jede Gelegenheit

Snacking in Manner-Qualität: Zwei innovative

Sorten Manner Cookie Crunchies &

Wafer Crunchies, mit Fairtrade-Kakao

BESCHREIBUNG Manner Cookie Crunchies bestehen aus

zwei Keks-Mischungen: Knusprige dunkle Kekse mit zarter

weißer Schokolade & helle Kekse, umhüllt von feiner Milchschokolade.

Manner Wafer Crunchies: Knackige Haselnuss-

Waffelwürfel in cremiger Milchschokolade treffen auf schokoladige

Waffelwürfel, überzogen mit dunkler Schokolade.

VERPACKUNGSEINHEIT

130 g Standbeutel

KONTAKT

Josef Manner & Comp. AG

Zweigniederlassung Deutschland

Tel:: +49 (0) 22 34 / 2 77 78 - 0

info-deutschland@manner.com

www.manner.com

BESCHREIBUNG Feinschmecker erwartet mit den

Garnelen Kapern Deluxe eine mediterrane Kombination aus

zarten Garnelen, fruchtiger Tomatensauce und aromatischen

Kapern – vielseitig einsetzbar zu Pasta oder Reis.

Die Garnelen in Trüffelcreme vereinen edlen Sommertrüffel

mit cremiger Raffinesse und eignen sich als elegante

Vorspeise oder für festliche Menüs.

Ein Highlight ist die Trüffel-Aioli: Ein aromatischer, cremiger

Trüffel-Dip, der begeistert und Fisch- und Fleischgerichte,

Burger bis Sandwiches edel verfeinert.

Für besondere Anlässe überraschen die Garnelen

„Marzipan“, die die feine Süße des Lübecker Marzipans

harmonisch mit zarten Garnelen verbinden.

Besonders für stilvolle Vorspeisen und elegante Canapés

geeignet.

Vier Genusswelten, die stilvoll Akzente im Regal und in der

Bedientheke setzen.

VERPACKUNGSEINHEIT

Erhältlich in jeweils 8x170g-Becher, 4x 340g-Becher,

1500g-Topf und 5500g-Eimer.

KONTAKT

Werner Lauenroth Fischfeinkost GmbH

Große Elbstraße 133

22767 Hamburg

Telefon: 040 386062-0,

E-Mail: verkauf@werner-lauenroth.de

www.werner-lauenroth.de

Fotos: stock.adobe.com/eNJoy Istyle; Unternehmen

60 Sortiment • RUNDSCHAU 10/25


Verbandsinfo

HDE

Flexibilisierung und Modernisierung

Zügige Umsetzung angemahnt

BÜROKRATIEABBAU Nach der Rede zur Lage der EU von

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Mitte

September, appelliert der HDE an die gesamtpolitische

Verantwortung der EU-Mitgesetzgeber in Parlament und

Rat und mahnt zur zügigen Umsetzung wichtiger Vorhaben

wie einer umfassenden Entbürokratisierung. „Ursula von

der Leyen hat die Notwendigkeit eines echten Bürokratieabbaus

adressiert und damit deutlich gemacht, dass sie

die Herausforderungen der Händlerinnen und Händler

ernst nimmt. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt.

Die Omnibus-Verfahren müssen vorangetrieben werden“,

so Antje Gerstein, HDE-Geschäftsführerin Europapolitik.

ARBEITSZEITRECHT Mit Blick auf den seit Juli 2025 laufenden

Dialog der Sozialpartner mit dem Bundesministerium für

Arbeit und Soziales zur konkreten Ausgestaltung der im Koalitionsvertrag

vereinbarten Einführung einer wöchentlichen

statt einer täglichen Höchstarbeitszeit, bekräftigt der Handelsverband

Deutschland (HDE) seine Forderung nach einer

Flexibilisierung und Modernisierung des Arbeitszeitrechts.

„Das Arbeitszeitgesetz bildet die digitale Arbeitswelt nicht mehr

hinreichend ab. Das gilt vor allem für die starren Regelungen zur

täglichen Höchstarbeitszeit. Deutschland verliert so im internationalen

Kampf um Fachkräfte stetig an Wettbewerbsfähigkeit“, so

Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer Arbeit und Soziales. Flexible

Arbeitsmodelle seien inzwischen ein zentraler Schlüssel zur erfolgreichen

Fachkräftegewinnung. Mit dem Arbeitszeitgesetz wurde

die EU-Arbeitszeitrichtlinie in nationales Recht umgesetzt. „Dabei

wurden die Gestaltungsspielräume der EU-Richtlinie aber nicht

voll ausgeschöpft“, so Haarke weiter. Die tägliche Höchstarbeitszeit

im Arbeitszeitgesetz werde den Anforderungen der digitalisierten

Arbeitswelt nicht mehr gerecht und erschwere auch die

Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nötig sei daher ein Wechsel

hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit direkt im Arbeitszeitgesetz;

die tägliche Höchstarbeitszeit müsse wegfallen.

Bürokratiearme und praxisnahe Umsetzung

KI-VERORDNUNG Im Referentenentwurf zur Umsetzung der KI-Verordnung sieht der Handelsverband

Deutschland (HDE) Licht und Schatten. Positiv bewertet der Verband die Absicht, Doppelstrukturen

zu vermeiden und Beratungsangebote insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen zu

schaffen. Mit Blick auf die konkrete Ausgestaltung dieser Angebote und der angekündigten Innovationsförderung

besteht allerdings noch Klärungsbedarf. Der HDE spricht sich für eine bürokratiearme

und praxisnahe Umsetzung der KI-Verordnung aus.

www.einzelhandel.de

Fotos: stock.adobe.com/textune0, Reda

Verbraucherstimmung

verschlechtert sich

KONSUM Die Verbraucherstimmung in Deutschland trübt

sich im September spürbar ein. Wie aus dem aktuellen Konsumbarometer

des Handelsverbandes Deutschland (HDE)

hervorgeht, geht der Index zum ersten Mal seit Beginn des

Jahres zurück. Nach der Sommerpause sind die Erwartungen

der Verbraucherinnen und Verbraucher für das restliche Jahr

gedämpft. Eine Erholung des privaten Konsums ist nicht in Sicht.

www.einzelhandel.de/konsumbarometer

Das ist der Trend für September

97,51 98,86 97,76 97,70 96,93 97,25 97,54 97,64

96,13 96,02

94,99 95,31 96,10 97,35 97,73

95,36

95,97

05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25 03/25 04/25 05/25 06/25 07/25 08/25 09/25

Quelle: HDE

www.rundschau.de

61


Neue Produkte

Oktober 2025

Freixenet

Winterlichen Genuss ohne Umdrehungen

bietet der Glüh-Mederaño Alkoholfrei

Tinto. Die eigenständige Farbgestaltung

erleichtert die Orientierung

am Regal. UVP: 4,49 Euro

Lindt

Dubai Style-Schokolade in

den zwei neuen Varianten

weiß sowie 70 Prozent Edelbitter.

Packungsinhalt:

150 Gramm/ 145 Gramm.

UVP: 9,99 Euro

Costa

Quäse

Neu im TK-Regal: Der Ofenfisch

als Komplettmahlzeit in

den drei Sorten Brokkoli mit

Süßkartoffeln, Tomate-Spinat

mit Rosmarinkartoffeln und

Linsen-Gemüsemix mit Kartoffelscheiben.

UVP: 3,99 Euro

Bisher nur im 115 Gramm-Format, ab

sofort auch im 220-Gramm-Großformat

erhältlich: der Quäse Protein.

UVP: 2,99 Euro

Bohlsener Mühle

Keksbackmischung Weihnachtsbäckerei

für unkomplizierten

Back-Spaß. Einfach mit Butter

oder Margarine ergänzen,

schon entsteht ein vielseitiger

Dinkel-Teig. UVP: 2,99 Euro

TeeFee

Weihnachtsedition des Bio-

Tee + Saft-Getränks mit null

Prozent Zucker. Verfügbar in

zwei Sorten: Apfel im Schneemann-Design

und Himbeere mit

Weihnachtsmannkostüm.

UVP: 0,99 Euro

Hartkorn

Naturami: universelles Gewürzsalz,

das sich als Basis für Brühen oder

zum Verfeinern von Soßen, Dips und

Marinaden eignet. Erhältlich als

Naturami Original (Abb.), Pikant, Rauchig

oder Mediterran. UVP: 4,49 Euro

Bree

Die Glühweine Chardonnay

– mit Noten von Zimt, Nelke,

Orange, Vanille – sowie Merlot

– intensiv mit Noten von

Orange, Zitrone – mit Winter-

Motiven als Hingucker im Regal

erweitern das Bree-Sortiment.

Inhalt: 0,75 Liter. UVP: 3,99 Euro

62

RUNDSCHAU 10/25


Anzeige

Produkt des Monats

%

Ihr Produkt in der RUNDSCHAU

Infos und Bildmaterial zu Ihren Neuprodukten

schicken Sie gerne an: produkte@rundschau.de

Burlanegra

Geschichtsträchtiger Premium-Rum

aus karibischem Handwerk, veredelt

mit spanischer Weinkultur und gereift

in Sherry-Fässern. Mit Noten von

Haselnuss, kandierter Orange und

Toffee-Karamell. UVP: 29,99 Euro

Praktisch, bio, vegan – KoRo Haferriegel

KoRo präsentiert die ideale Lösung, wenn sich der kleine

Hunger unterwegs meldet. Leckere vegane und glutenfreie

Haferriegel in Bio-Qualität und innovativen

Geschmacksrichtungen.

Coppenrath & Wiese

Torten-Quintett in der neuen Range American

Bakery: Cinnamon Roll (Abb.) und

Raspberry Cheesecake, Chocolate S’mores

Brownie, Strawberry Meringue Cake sowie

Salted Caramel Cheesecake. UVP: 4,99 Euro

BESCHREIBUNG Diese Riegel bringen Abwechslung in Snack-

Routinen! Mit den innovativen Sorten Raspberry White Choc und

Banana Bread oder dem veganen Klassiker Peanut Chocolate.

Für jeden Geschmack & jede Gelegenheit!

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TV, POS, Social Media, Online, PR, Paid Ads

VERPACKUNGSEINHEIT

60g je Riegel, VE: 15 Stück je 60g

KONTAKT

KoRo Handels GmbH

Hauptstraße 26

D-10827 Berlin

Telefon: 030 9210790 70

Mail: service@korodrogerie.de

www.koro.com

Em-eukal

Stimmungsedition von Em-eukal in den

Varianten Frisch & Munter (Mitcham-Minze),

Innere Wärme (würziger Chai), Gute Laune (Zitronengras-Ingwer-Grüntee)

und Wohlfühlzeit

(Pflaume-Zimt). Im 90-Gramm-Beutel.

UVP: 2,59 Euro

www.rundschau.de 63


IMPRESSUM

Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:

Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.

(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;

Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);

Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)

Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände

wieder. Die Redaktion ist nicht für die

Inhalte verantwortlich.

Neue Produkte

Oktober 2025

Gegründet: 1929

Verlag: medialog GmbH & Co. KG

Am Bollgraben 1, 76534 Baden-Baden

Tel. 07225 60646-00

E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de

Geschäftsführer: Carsten Augsburger

Verlagsleiterin: Maria Akhavan

Chefredakteur: Marcelo Crescenti (V.i.S.d.P.)

Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke

Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel,

Jenny Rommel, Sabrina Reiter

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen

Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design

Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic

Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna

Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock

Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark

Anzeigendisposition: dispo@medialog.de

Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025

Abonnenten-Betreuung:

E-Mail: service@medialog.de

Seeberger

Adventskalender mit 24

abwechlungsreichen Snacks –

darunter edle Nüsse,

Trockenfrüchte und Snack-

Mischungen. Mit integriertem

Memo-Spiel. UVP: 25,95 Euro

Melitta

Barista-Genuss für alle

Zubereitungsarten: Ob als

ganze Bohne, gemahlen, als

Instant-Kaffee oder in Kapselform

– Melitta Barista bringt

den Coffeeshop-Genuss nach

Hause. UVP: k.A.

Red Bull

Zeitlich begrenzte Winter-Edition in der

Geschmacksrichtung Fuji-Apfel & Ingwer

in der rot-goldenen 250 Milliliter-Dose (80

Milligramm Koffein). Auch als zuckerfreie

Variante erhältlich. UVP: k. A.

Titel: Hans-Rudolf Schulz;

stock.adobe.com/AngelOviedoPhoto

Produktfotos: HITCHCOCK GmbH, Wolfra Bayrische

Natursaft Kelterei GmbH, Hersteller

Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209

Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement

Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.

Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist

der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:

Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband

Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband

Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen

Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband

Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden

e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,

Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände

des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband

Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel

Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und

Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des

Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden

e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel

Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement

verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat

vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.

Druck: westermann DRUCK | pva

Georg-Westermann-Allee 66

38104 Braunschweig

Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige

Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch

nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht

für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.

Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material

wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene

und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte

liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.

Nature Love

Premium Collagenpulver,

30 Portionen à 10 Gramm für

einen Monat. Enthält bioaktives

Collagenhydrolysat Typ 1

und 3. UVP: k.A.

Wiesenhof

Hähnchen-Braten „Apfel-Pflaume“:

marinierte Hähnchenbrust,

mit Apfel und Pflaume gefüllt und

mit Cranberries und Gewürzen.

Inhalt der Alu-Schale: circa 450

Gramm. UVP: 14,99 Euro

Ültje

Ab Oktober neu im Schokoregal:

der Schoko-Nuss-Snack

Swavy– die Mischung aus süß

und salzig ist als „Swavory“

bekannt. Erhältlich in den

Sorten Salted Candy, Salted

Coffee, Salted Caramel und

Hot Honey. UVP: 2,99 Euro

IVW II/2018

Druckauflage:

65.133 Exemplare,

tatsächlich verbreitete

Auflage: 64.511 Exemplare


Verkaufsförderung

Oktober 2025

Bauer

Trinkjoghurt Yo&Go! im 211 Milliliter-Becher

in den Geschmacksrichtungen

Erdbeere, Pfirsich-

Maracuja, Himbeere-Vanille und

Mango. UVP: 0,99 Euro

Teekanne

Teekanne verlost 1.000 Wasserkocher

von KitchenAid. Teilnehmen

können Verbraucher bis zum

31.12., indem sie zwei Produkte

kaufen, sich online mit ihrer

E-Mail-Adresse registrieren und

im Gewinnfall den Kassenbon

hochladen.

Abraham

Magerer und zarter Rinderschinken

in der 60 Gramm Faltpackung.

Hergestellt aus 100 Prozent Rindfleisch

aus der Semerrolle,

Bestandteil der Rinderkeule.

UVP: 2,99 Euro

Pukka

Wohlfühlkalender mit 24

Türchen und zwölf unterschiedlichen

Teekreationen.

Verpackung aus recyclebaren

Materialien, Tees aus Bio-

Kräutern. UVP: 12,99 Euro

Söbbeke

Von Oktober bis November erhalten Verbraucher

beim Kauf von mindestens drei Scheiben- oder

Reibekäsen oder zwei Prepack-Käsen in teilnehmenden

Märkten eine Koziol-Box mit Söbbeke-

Print. Solange der Vorrat reicht.

Popp

Herzhafte Aufstriche in der wiederverschließbaren

150 Gramm-Schale

auf Basis von körnigem Frischkäse

in den Varianten Kirschpaprika,

Ei-Schnittlauch sowie Tomate-

Basilikum. UVP: 2,29 Euro

Hohes C

Unter dem Motto „Aufdrehen, fahren & sparen!“ kooperiert

Hohes C mit der Deutschen Bahn. Bis zum 15.12.

Aktionsprodukt kaufen und Code aus dem Deckel im

Wert von 10 Euro auf Aktionswebseite eingeben.

www.rundschau.de

65


FORSCHERAUFTRITT

David Bosshart

>

David

Bosshart

ist als Trend- und Handelsforscher weltweit tätig. Er

wechselt sich hier mit Stephan Grünewald, Martin Fassnacht

und Florian Klaus ab. www.davidbosshart.com

Text: Sibylle Menzel

„Jeder Tag eine neue Welt“

Zwischen Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit, Ernährungsvorlieben und verändertem Kaufverhalten – wohin

steuert die Branche? Bislang, so sieht es David Bosshart, beherrschen viele Unsicherheiten die Richtung.

Welche Ernährungstrends sehen Sie aktuell

als nachhaltig – und welche werden bald

wieder verschwinden?

Aufsteiger sind Proteine, sie haben Pflanzenbasiertes

überholt. Synthetische Lebensmittel

haben noch viel Potenzial,

aber das dauert alles viel länger als

angenommen. Wirklich nachhaltig

wäre: weniger, dafür besser essen.

Frisch, regional und saisonal, soweit

möglich. Aber das kostet.

Sehen Sie Geschäftsmodelle, die

den Lebensmittelhandel in den

nächsten fünf Jahren grundlegend

verändern könnten?

Für die Mutigen: Innovationen statt

wie gängig nur Innovatiönchen werden

den Unterschied machen. Das können

nicht viele. Wie etwa dm-drogerie markt. Oder

ansatzweise Rewe oder Lidl. Klug eingesetzte

Kapitalkraft, die mehr als nur die alten Preiskriege

intensiviert, wird viel wichtiger: kontinuierlich

langfristig investieren und Ökosysteme weiterentwickeln,

mit KI als Organisation umgehen lernen, die Kundenbasis

mit mehr als nur Technologie erweitern.

Angesichts von steigenden Kosten und verändertem Kaufverhalten

– welche strategischen Antworten erwarten Sie von Händlern?

Es fehlt an Wirtschaftswachstum, darum wird viel mehr konsolidiert,

Volumen addiert. In den USA haben in den letzten drei Jahren die drei

größten Händler – WalMart, Amazon nur mit Einzelhandelsumsätzen

und Costco über 50 Prozent des gesamten EH-Umsatzwachstums bestritten!

Wachstum reduziert sich in Europa auf die Kriegswirtschaft

als Motor. Im Einzelhandel leiden die Nonfood-Kategorien am meisten,

und der LEH pendelt hastiger zwischen möglichst versteckten

Preiserhöhungen und groß angekündigten Preissenkungen hin und

her. Angesichts der großen Unsicherheiten scheint überall in Europa

das Motto: Abwarten und mal schauen. Trump, Xi und Putin prägen

bei uns die Stimmung, wir sind Zuschauer. Jeder Tag eine neue Welt.

David Bosshart

Trendforscher, Executive Advisor, langjähriger

Direktor Gottlieb Duttweiler Institute.

Technologische Entwicklungen treiben viele

Veränderungen voran. Welche Innovationen

werden Produktion und Handel am

stärksten prägen?

Auch wenn Social Media immer mehr

dominiert: Viel wichtiger als Marketing-

Gimmicks werden partnerschaftliche

Systeme in der Lieferkette, die

dank Automatisierungsprozessen

etwas transparenter, effizienter und

robuster werden, bessere Prognosen

und bessere Kostenbewirtschaftung

ermöglichen. Wirklich kluger Technologieeinsatz

ist zuerst Sicherheitstechnologie.

Ein zentrales Motto der Anuga lautet

‚Sustainable Growth‘: Wo sehen Sie die

größten Hebel für echten Fortschritt in

Sachen Nachhaltigkeit in der Branche?

Das Wunschdenken ist, dass sich Wachstum harmonisch

aus Technologie, Natur und Konsum entwickelt.

Realistischer ist ein nachhaltiges Durchwursteln,

das sich wieder vermehrt national orientiert – auch

weil Trump das Sagen hat. Obwohl das globale BIP zu rund 50 Prozent

von Naturerzeugnissen abhängt, geht die extraktive Zerstörung

unvermindert weiter. Je nach Geographie, Kategorie und Lieferketten

– siehe etwa Kaffee und Schokolade – werden wir vermehrt zwischen

Überfluss und Mangel hin und her pendeln. Gleichwertige Ersatzprodukte,

die einfacher erhältlich sind, werden wichtiger, was man

aktuell bei Früchte und Gemüse sieht. Fleisch wird das emotionalste

Thema bleiben. Und die Kosten für eine verlässliche und gleichzeitig

etwas nachhaltigere Energieversorgung werden steigen.

Gibt es einen Trend, den die Branche massiv unterschätzt?

Dass es konsequenterweise am Schluss den Menschen als Entscheidungsträger

nicht mehr braucht. Er verschwindet in der Technologie

und wird selbst zum Roboter, weil wir die Welt, auch die Lebensmittel,

nur noch durch die algorithmisierte Schablone wahrzunehmen im

Stande sind. Fröhliche Roboter, aber politische Eunuchen. ☐

Foto: HTR/Susanne Keller

66 FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 10/25


KARNEVAL 2025/2026:

IMPULSKÄUFE LEICHT GEMACHT!

BUMSBAR

Granatapfellikör, 16% Vol., 0,7l oder 0,02l (in PET)

Dieser Artikel erregt Gemüter!

Wodka based Bubblegum, 10% Vol., 0,7l oder 0,02l

SAUFEN

Blaubeer-Likör, 16 %, Vol. 0,7l oder 0,02l (in PET)

QUICKY Maracuja

Maracujalikör, 16% Vol., 20 x 0,02L

QUICKY

Roter Fruchtlikör, 20% Vol., 20 x 0,02L

QUICKY Minze

Pfefferminzlikör, 18% Vol., 20 x 0,02L

D-33161 Hövelhof Fon (05257) 9895-0 Fax (05257) 9895-15 E-Mail: info@in-spirit.de Internet: www.in-spirit.de


18

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produkte!

Natürlich die

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OTC-Regal für Umsatz sorgt.

Wachsendes Potential:

Bis 2028 Ø ~9 % jährl. Wachstum für

das NEM-Segment .

Breite Käuferschaft:

Der Selbstoptimierungs-Trend treibt

Jung und Alt vors Regal.

Premium-Vorteil:

„Steigender Umsatz mit Premiumprodukten,

gerade, wenn es um

Gesundheit und Fitness geht“. (spiegel.de)

Bedient Megatrends:

Longevity, Darmgesundheit,

Hormonbalance u.v.m.

Jetzt listen & Selfcare-Boom nutzen!

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nature-love.de/b2b

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