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20 Jahre faktor Jubiläum Herbst 2025

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www.faktor-erfolgsgeschichten.de 20 Jahre | Jubiläum Herbst 2025 8 Euro

› MEHR ALS EIN MAGAZIN

› DAS MAGAZIN FÜR ERFOLGSGESCHICHTEN

Magie der Begegnung

Herausgeber Marco Böhme versteht sich

als ,Brückenbauer‘ und bringt im faktor-Club

gern spannende Persönlichkeiten aus

Südniedersachsen zusammen.


20 Jahre -

wir gratulieren!

Audi Zentrum

Göttingen

www.hsp-steuer.de/goettingen

1

Seite 1 von

Beratung Entwicklung Verpackung

MEKOM

Regionalmanagement

Osterode am Harz e.V.

„Wir machen es einfach!“



Jubiläum mit Wirkung

Gemeinsam

für Südniedersachsen

Wir glauben

an die Kraft starker

Verbindungen

Wir gratulieren faktor herzlich zum 20-jährigen Jubiläum

und unterstützen die großartige Spendenaktion. Wir sind

überzeugt: Gemeinsames Engagement vor Ort stärkt die

Region und jeden Einzelnen.

Als innovative Steuerberatungskanzlei aus Göttingen

freuen wir uns auf viele weitere gemeinsame Jahre mit

Herz, Stärke und Partnerschaft.

hsp-steuer.de/goettingen



60 x 240 mm

editorial

„Wir sind Papst“, Angela Merkel wird Kanzlerin – und ich? Vor 20

Jahren war ich völlig platt. Die erste Schlussproduktion hatte mich

geschafft: Herausgeber, Chefredakteur und Autor zugleich. Wochen

zuvor Pfeiffersches Drüsenfieber, ständig müde. Auf dem Weg zur

Druckerei nach Hameln Bauchschmerzen. Mit meinem Mitherausgeber

Horst Wolf witzelte ich: „Dann bringe ich eben das faktor-Baby

zur Welt.“ Heute ist dieses Baby 20 Jahre alt.

Aus einem vierteljährlich erscheinenden Magazin ist eine Business-

Plattform geworden – mit Veranstaltungen, Podcasts und dem

faktor-Club. faktor ist längst mehr als ein Magazin.

Auch mein Leben steckt in diesen 20 Jahren: geheiratet, Vater

geworden, geschieden, vor wenigen Wochen erneut geheiratet. Jetzt

lebe ich mit einer Patchworkfamilie zu fünft. Ein wilder Ritt.

Als Unternehmer habe ich Fehler gemacht, Projekte an die Wand

gefahren, Geld verbrannt – und doch immer meinen Traum gelebt.

Heute sehe ich mich weniger als Herausgeber, sondern als Gastgeber.

Ich durfte unzählige spannende Menschen kennenlernen,

über sie schreiben, sie auf Bühnen begrüßen oder im Podcast interviewen.

Dieses Netzwerk ist mein größter Gewinn. Und diese

Jubiläumsausgabe – die umfangreichste aller Zeiten – ist ein Dank

an alle, die faktor möglich gemacht haben.

Und nun? Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre. Auf Veränderung,

auf Entwicklung. Ich bin neugierig, wie KI unser Leben und

Arbeiten prägen wird. faktor wird sich weiter als Business-Plattform

entwickeln. Und ich habe richtig Lust darauf.

Darum meine Einladung: Kommen Sie dazu – und erleben Sie mit

uns die Magie der Begegnung.

SAVE.THE.DATE

MENSCH RAUM TECHNIK

HAUSMESSE

30.10.2025

... lausche Impulsvorträgen

... intensives netzwerken

... erlebe NewWork

... teste aktuelle

Medientechnik

Unsere Ausstellung

entwickelt sich weiter –

erlebe den Auftakt live!

MEHR INFOR-

MATIONEN UND

ANMELDUNG

JAHRE

P

Direkt

Wir denken Büro neu.

an unserem Ausstellungszentrum stehen

ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.

COVER: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Ihr Marco Böhme

Herausgeber

boehme@faktor-magazin.de

KARL-ARNOLD-STRASSE 4 · 37079 GÖTTINGEN

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3 |2025 3



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29.08.25 13:25

blick hinter die kulissen

Erfahren Sie HIER, wie diese Ausgabe

entstanden ist und was wir dabei so erlebt haben.

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Das Cover entstand parallel über mehrere Tage in der

Schlussproduktion. Nachdem aus der Redaktion der Vorschlag

kam, Herausgeber Marco Böhme auf der Titelseite zu

zeigen, gab es zwei Shootings: das eine in Berlin mit Thimon

von Berlepsch im Soho Club auf dem Sofa und das andere

beim Mittagessen im faktor-Club am Tisch im Restaurant

Kredo, das es schließlich geworden ist.

› DAS ENTSCHEIDER-MAGAZIN FÜR DIE REGION GÖTTINGEN 20 Jahre | Jubiläum Heft 3 Herbst 2025

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Magie der Begenung

Herausgeber Marco Böhme versteht sich

als ,Brückenbauer‘ und bringt im faktor-Club

gern spannende Persönlichkeiten aus

Südniedersachsen zusammen.

Jubiläum mit Wirkung

Gemeinsam

für Südniedersachsen

Wir glauben

an die Kraft starker

Verbindungen

Wir gratulieren faktor herzlich zum 20-jährigen Jubiläum

und unterstützen die großartige Spendenaktion. Wir sind

überzeugt: Gemeinsames Engagement vor Ort stärkt die

Region und jeden Einzelnen.

Als innovative Steuerberatungskanzlei aus Göttingen

freuen wir uns auf viele weitere gemeinsame Jahre mit

Herz, Stärke und Partnerschaft.

Zum wiederholten Mal

durften wir Karl-Heinz

Rehkopf treffen und über

sein Lebenswerk tedox und

PS.Speicher sprechen. Der

88-Jährige überraschte uns

mit seiner Umtriebigkeit

und wieviele Ideen er noch

umsetzt, wo andere längst

den Ruhestand genießen.

Nicht so Rehkopf. Zum Gespräch

am PS.Speicher in

Einbeck überreichte er uns

seine neue Visitenkarte. Ein

Spielzeug-VW-Bulli mit Flower-Power-Dekor

und seinen

Kontaktdaten – angefertigt

entsprechend seiner

Idee und seinen Vorstellungen. „Er nimmt zwar zunächst etwas mehr

Platz in der Jackentasche ein, aber landet nicht im Mülleimer, sondern

hsp-steuer.de/goettingen auf dem Schreibtisch“, erklärte er augenzwinkernd. Bei uns hat das

zumindest funktioniert – so hat der Bulli einen Platz im faktor gefunden.

Was faktor seit 20 Jahren vor allem auch ausmacht,

ist es, Südniedersachsen zu verlassen und dahin zu reisen,

wo die Erfolgsgeschichten mit regionalem Bezug

stattfinden. So waren wir bereits zur Olivenölernte in

Italien, zum Business-Trip in Indien, und zuletzt haben

wir Ottobock-Chefin Georgia Näder während

der Paralympics in Paris besucht.

Für diese Jubiläumsausgabe und unsere große Feier

am 26. September 2025 waren wir im August einen

ganzen Tag lang in Berlin und haben Thimon von Berlepsch

besucht. Fotograf Alciro ,Ciro‘ Theodoro da

Silva und Herausgeber Marco Böhme nahmen den

ICE um 7.06 Uhr, während Autorin Anja Danisewitsch

aus ihrer neuen Heimat Düsseldorf angereist

war. Zusammen trafen wir den Magier im ,Red

Room‘ des schicken Soho Clubs, wo er mit seiner

Show regelmäßig Menschen verzaubert. Thimon von

Berlepsch, der sich im Interview dann selbst als „perfektionistisch“

bezeichnet, suchte mit uns nach dem

perfekten Platz fürs Fotoshooting. Zahlreiche Aufnahmen

später hatte Ciro den Magier überzeugt –

eine Auswahl finden Sie ab Seite 198 in unserer magischen

Erfolgsgeschichte ,Der Weltenwanderer‘.

4 3 |2025



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inhalt

service

3 Editorial

9 faktor-Netzwerk

IT-Workshop, Mittags- und

Frühstücksclub mit tollen

Netzwerkkontakten

24 Blick in die erste Ausgabe

faktor wird 20 Jahre alt.

So fing es an ...

222 Impressum

mensch

48 Markus Riese im Porträt

Der neue faktor-Chefredakteur

ab Oktober 2025

85 Charity

Nicht nur wir sollten feiern zum

Jubiläum – auch die, die täglich

Gutes tun. faktor spendet zu seinem

Geburtstag an fünf Organisationen

121 „Eigentlich bin ich ein Räuber!“

Die Redaktion hat ihn überredet

zum Interview: Alciro Theodoro da

Silva steckt hinter so vielen Fotos

des faktor-Magazins

174 Next Generation

Beim Jubiläum sollte man nicht

nur zurückschauen: Es gibt so viele

Menschen, die die nächsten Jahre in

der Region mitprägen können ...

unternehmen

34 Arkaden am Gericht

Wo faktor zu Hause ist, sind

auch viele weitere spannende

Unternehmen zu finden

142 Weitere Jubiläen

Nicht nur faktor feiert in diesen

Tagen: Sehen Sie, wo noch

Firmenjubiläen begangen werden

178 Lift-Off

Innovative Start-Ups erhalten

Preise für ihre Geschäftsideen

218 faktor-Redaktion 2045

Die KI weiß es natürlich schon:

So sieht die faktor-Redaktion in

20 Jahren aus!

leben

110 Was ist faktor?

Ein Dank an Weggefährten und die

eine oder andere Anekdote aus der

Geschichte des Magazins

126 Zwei Jahrzehnte Events im Bild

Es ist ganz schön was los in der Region.

Der faktor ist selbstverständlich immer

vor Ort, um tolle Fotos zu liefern!

30 Wer macht eigentlich den faktor?

Das Team – früher und heute. Wir zeigen

die Macher der ersten Stunde, die

Strippenzieher in der Redaktionsleitung

und einige der aktuellen und ehemaligen

Mitarbeiter.

6 3 |2025



BEL.LAY_Unternehmensporträt 13.09.2005 23:51 Uhr Seite 1

wirtschaft UNTERNEHMEN

Mit Erfindergeist und Mut zum Querdenken beschreitet der Einbecker

Unternehmer Bodo Rengshausen neue Wege in der Sensortechnologie.

Text: SIMONE AHRBERG Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

ir haben eine ganz neue Herangehensweise

an die Sensorik entnehmen

mit der Entwicklung des weltweit Werkzeugen und Kerzen. Mit 22 Jahren

So gelang Rengshausens jungem Unter-

Autos, war Busunternehmer, handelte mit

wickelt, so dass jetzt Probleme ersten Sensors zur Messung der gefühlten gründete er seine erste Firma: die Tapir

lösbar sind, die vorher nicht gelöst werden Temperatur ein besonderer Erfolg. Während

Heizung und Klimaanlage nur die reich ökologische Lederpflegemittel her-

Wachswaren GmbH, die bis heute erfolg-

konnten“, erklärt Bodo Rengshausen, Geschäftsführer

der Vereta GmbH in Einbeck. Temperatur selbst berücksichtigen, misst stellt.

Bodo Rengshausen, sein Bruder Detlef und der patentierte Vereta-Sensor auch Faktoren Trotz all dieser Aktivitäten – Bodo Rengshausen

bezeichnet sich nicht als fleißig.

ihr Partner Manfred Lemke haben im Juni wie Windgeschwindigkeit, Strömung und

2002 die Vereta GmbH gegründet, der aktuell

sieben Mitarbeiter angehören. Mit der energiebewusste, an der Wohlfühltempera-

erfinderisch sein“, sagt er. Es sei das Zu-

Luftfeuchtigkeit und ermöglicht so eine „Aber wenn man nicht fleißig ist, muss man

Thermosensorik beschäftigen sie sich seit tur des Menschen ausgerichtete Klimatisierung.

Belohnt wurde lichkeiten erkennen und nutzen und natürsammenspiel

aus Sich-treiben-Lassen, Mög-

1991. Damals nutzten sie

ihre Kenntnisse zur Herstellung

von Wiederbefül-

Jahr 2004 mit der zum Unternehmer mache. Und eines hat für

„Wenn man nicht fleißig ist, diese Innovation im lich auch ökonomischem Zwang, das ihn

muss man erfinderisch sein.“

lungsanlagen. Die Erfahrungen

aus dieser Zeit und

Hermes Award, den beitskraft verkaufen wollte ich nie“, er-

Nominierung für den ihn immer schon festgestanden: „Meine Ar-

verschiedene Patente auf dem Gebiet der internationalen Technologiepreis der Hannover

Messe. Vereta erreichte unter mehr seinem Leben nur kurz nicht auf eigene

innert er sich. So hat Bodo Rengshausen in

Sensorik bilden heute die Basis von Vereta.

Der aus dem Münsterland stammende als 100 Unternehmen den 5. Rang.

Rechnung gearbeitet: drei Wochen als Eisverkäufer

und als Aushilfe in einem Metall-

Bodo Rengshausen studierte in Marburg, Für Bodo Rengshausen ist die Auszeichnung

ein Beweis dafür, dass sich unkonvenunternehmen

– hier hat er ganze zwei Tage

Nairobi und Göttingen Ethnologie. Wie gelangt

jemand wie er zur Mikrosystemtechnik?

„Es hat mich immer schon gereizt, als näckig sein und darf sich nicht entmutigen

tionelles Denken auszahlt. „Man muss hart-

durchgehalten.

Außenstehender Dinge auf eine neue Art lassen. Man braucht Spaß an der Arbeit und Die Vereta GmbH in Einbeck wurde 2002 gegründet.

Sie entwickelt und produziert Sensor-

und Weise anzupacken“, erklärt der 45-Jährige

seine Lust, vorgegebene Pfade zu ver-

kann“ – das sind die Voraussetzungen elemente und -systeme zur Klimaregelung und

Unabhängigkeit, damit man kreativ sein

lassen. Die Ethnologie hat sein Denken erfolgreichen Unternehmertums für den Vater

zweier erwachsener Söhne.

den ersten Sensor zur Messung der gefühlten

zur Prozessüberwachung in der Industrie. Für

maßgeblich geprägt. Sie habe ihn gelehrt,

dass es ganz verschiedene Lebensentwürfe Bereits in der Schul- und Studienzeit Temperatur wurde Vereta beim Hermes Award

gebe und man Probleme nie nur auf eine Art machte sich sein Erfindergeist bemerkbar. 2004 als Top-5-Technologie nominiert.

lösen könne.

Rengshausen restaurierte und verkaufte

38

01/2005

BEL.LAY_Unternehmensporträt 13.09.2005 23:51 Uhr Seite 2

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36

wirtschaft

01/2006

36-38_Innovationspreis_BEL.indd 1

UNTERNEHMEN

22.02.2006 23:10:40 Uhr

36-38_Innovationspreis_BEL.indd 2

wirtschaft UNTERNEHMEN

Bei Eisenhuth in Lerbach werden Innovationen groß

geschrieben – und mit zahlreichen Preisen belohnt.

Text: CHRISTIAN MÜHLHAUSEN Foto: INGO BULLA

en gläsernen Firmenpalast und die futuristische Büroeinrichtung

sucht man bei der Firma Eisenhuth vergeblich. Eher ist

es der Charme der sechziger Jahre, den das Betriebsgelände im kleinen

Örtchen Lerbach bei Osterode umweht. Früher wurden hier Bohnenschnippelmaschinen

für den Handbetrieb und Fleischwölfe aus Guss

produziert. Hier im beengten Tal, wo man einst aus den Harzbergen

Erze förderte, an steilen Hangwiesen Futter fürs Vieh gewann und mit

Waldarbeit und Köhlerei sein Einkommen erzielte, hat die Bescheidenheit

eine lange Tradition. Auch Firmenchef Thorsten Hickmann sowie

der gesamte Betrieb Eisenhuth, der Kunststoff- und Gummikomponenten

sowie Spezialwerkzeuge für die Automobilindustrie fertigt,

sind ausgesprochen uneitel.

01/2006 37

22.02.2006 23:11:23 Uhr

wirtschaft UNTERNEHMEN

Das Unternehmen WILVORST ist deutscher Marktführer für festliche Herrenmode, produziert

am Stammsitz in Northeim und sieht seine Zukunft weiter in Deutschland. Ein Porträt.

Text: BERTI KOLBOW Fotografie: PETER HELLER

Ob Frack, Smoking oder andere Anzüge

für feierliche Anlässe: Der Mittel-

großen Wert bei – ebenso wie der eigenen

der 55-jährige Familienunternehmer noch

ständler ist eigenen Angaben nach mit Tradition.

einem Anteil von 50 Prozent Marktführer

um die Produkte der Mitbewerber mit für festliche Herrenmode in Deutschland, Sein Großonkel, Wilhelm Vordemfelde,

gründete das Unternehmen 1916 in

den eigenen Kollektionen zu vergleichen“, exportiert zudem in rund 35 Länder von

sagt der geschäftsführende Gesellschafter Westeuropa über Russland bis zur arabischen

Halbinsel und setzte damit 2007 WILVORST die Anfangsbuchstaben des

Stettin und wählte für den Firmentitel

von Herrenmodehersteller WILVORST

aus Northeim, der nur ausnahmsweise

italienische Sakkos statt maßgefertigte zent mehr als im Vorjahr. Angaben zur standortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg

rund 22 Millionen Euro um – sechs Pro-

eigenen Namens sowie des Gründungs-

Garderobe aus dem eigenen Hause an sich Rentabilität bleiben Betriebsgeheimnis. wurde WILVORST in Northeim wieder

heran lässt.

„Wir sind ertrags- und finanzstark“, sagt aufgebaut und fertigt dort seit 1946. Das

Der Chef, der das Unternehmen in Vordemfelde. Konjunkturschwankungen so genannte Wirtschaftswunder bescherte

dritter Generation führt, geht mit gutem beeindrucken das Unternehmen kaum. dem Unternehmen prächtige Zeiten. Neben

der „Fresswelle“ rollte die „Beklei-

Beispiel voran. Neben seiner Überzeugung „Geheiratet wird fast immer“, sagt Karlvertraut

er aber auf weitere Aushängeschilder:

Die großen Orchester dieser Krisen droht ein Einbruch, wie etwa beim wollte wieder schick aussehen. Der Neffe

Wilhelm Vordemfelde. Nur bei extremen dungswelle“ – die Nachkriegsgeneration

Welt, von den Berliner Philharmonikern Beginn des Irakkrieges 2003. „Da wurden des Firmengründers, Friedrich-Wilhelm

bis zum Griechischen Staatsorchester, tragen

Anzüge von WILVORST. Für den Der Hersteller spricht weder eine „Geiz-

führenden „Haka“-Unternehmen aus. Die

monatelang alle Bälle abgesagt.“

Vordemfelde, baute WILVORST zu einem

König des Pazifik-Inselstaates Tonga fertigten

die Northeimer einen Frack. Auch entel an, in der „gehobenen Mittelklasse“ steht für „Herren-Anzüge/Knaben-Anzüist-geil“-Kundschaft

noch eine Luxus-Kli-

Abkürzung ist Branchen-Chinesisch und

Marius Müller-Westernhagen und Stefan

Raab hat der Modespezialist schon 350 Euro ist ein zweiteiliger Anzug oder teln, Krawatten, Gürteln und anderen

sieht sich WILVORST positioniert. Ab ge“, inklusive der Herstellung von Män-

einmal ausgestattet. In nahezu keinem Smoking zu haben. Dass sich diese Art Accessoires.

Geschäft, das hierzulande festliche Bekleidung

anbietet, fehlt WILVORST-Mode. halb hiesiger Landesgrenzen produzieren getragen wurden und die deutsche Beklei-

von Konsumgütern noch rentabel inner-

Als immer mehr Jeans statt Anzüge

Häufig bieten auch Brautmodengeschäfte lassen, beweist der Hersteller als einer dungsindustrie zudem den Kostendruck

und Herrenausstatter Produkte der Northeimer

an. Die Wahrscheinlichkeit, dass der bundesweit größten Anzugfertigung WILVORST das Sortiment schrittweise

der letzten deutschen Marktteilnehmer. In aus den Billiglohnländern spürte, begann

bei so mancher der bundesweit jährlich überhaupt werden am Stammsitz pro Tag auszudünnen und sich auf festliche Herrenmode

zu spezialisieren – was sich bis

200.000 festlichen Hochzeiten der Bräutigam

WILVORST-Zwirn trägt, ist recht Westen gefertigt. Werten wie Qualitäts-

heute als lukrative Nische erweist. Den-

hoch.

noch übernahm Karl-Wilhelm

rund 200 Sakkos und Hosen sowie 80

Vor-

wirtschaft NORTHEIM

Unternehmer Wolfgang Hermann über den Mittelstand als Seele

der Wirtschaft und die Stärken von Northeim

Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: SEBASTIAN MAURITZ

mensch I NTERVIEW

Die neue Kreishandwerksmeisterin Katja Thiele-Hann über das unterschätzte

Handwerk, mangelnde Qualität und Ausbildung als Verpflichtung

Interview: MARCO BÖHME, CLAUDIA KLAFT Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Zu hohe Preise, mangelhafte Arbeit –

so lauten häufig Vorwürfe. Hat das Handwerk

hierzulande ein Imageproblem?

Insgesamt ist die handwerkliche Leistung

teuer, dennoch hat sie ihren Wert. Auf

einen Großteil der Kalkulation hat der

Handwerker keinen Einfluss, zum Beispiel

auf die Lohnnebenkosten. Die Stundensätze,

die genommen werden müssen,

reichen gerade aus, um am Markt bestehen

zu können.

Ein Problem ist das Ost-West-Gefälle.

Einem Bäckerkollegen wurde in Thüringen

beim Bau einer Produktion 30 Prozent

als Subvention geschenkt. Das ist

eine große Wettbewerbsverzerrung.

Für die Preise können die Handwerker also

nichts, können Sie was für ihren schlechten

Ruf?

Wir haben ein Imageproblem. Handwerk

ist aber mehr als das, was die Verbraucher

wahrnehmen. Wir müssen das

Leistungsspektrum des Handwerks

daher bekannter machen.

Ich bin beeindruckt über die

Kompetenz und die Angebotsvielfalt

unserer Betriebe. Wir

müssen die Leistungen transparenter

machen und diese Informationen nach

außen kommunizieren.

Zum schlechten Ruf des Handwerks gehört

auch der Vorwurf, mangelhaft zu arbeiten.

Gerade Hausbauer können Geschichten erzählen,

wie Handwerker nicht ausreichend

mitdenken oder sogar pfuschen.

Das kommt vor. Ein Problem in

Deutschland ist, dass hierzulande jeder

28 70

02/2007 01/2008

Zur Person

Der 55-jährige Karl-Wilhelm Vordemfelde kennt sich mit Paragraphen ebenso

gut aus wie mit edlem Zwirn. Der gebürtige Northeimer studierte Jura in

Marburg und Freiburg im Breisgau, entschied sich über einen Umweg dann

aber doch für die Bekleidungsbranche. 1982 stieg Vordemfelde zunächst als

Exportleiter bei WILVORST ein. Kurz darauf wurde er Geschäftsführer des

Northeimer Anzugherstellers, der heute immer noch buchstäblich ein Familienunternehmen

ist. Seine Frau ist für das Stoffdesign zuständig, zwei seiner

drei Töchter modeln gelegentlich bei Brautfotoaufnahmen. In seiner Freizeit

spielt der Unternehmer Jazzpiano und Golf. Zudem bekleidet er Ehrenämter

bei der Industrie- und Handelskammer.

arbeit und Heimatverbundenheit misst

28

02/2008

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wirtschaft NORTHEIM

Herr Hermann, was macht den Wirtschaftsstandort

Northeim interessant?

haben die Professoren nur die Groß-

Schultern. Und das machen die Northei-

sie zu zugehen. In den meisten Fällen tragen das finanzielle Risiko auf ihren

Schauen Sie, zunächst haben wir eine industrie im Visier. Da würde ich mir mer Unternehmer gut, viele sind sehr erfolgreich.

75 Prozent aller Arbeitnehmer

sehr gute Verkehrsinfrastruktur. Northeim

liegt direkt an der A7, als große eine kleine Fabrik- oder Dienstleistungs-

in der Region sind in Unternehmen mit

wünschen, dass sie in ihrem Hinterkopf

Magistrale eine der wichtigen Verkehrswege

und Nord-Süd-Verbindungen mit einbeziehen. Wenn sich die Unis und und dieser Mittelstand bildet 85 Prozent

halle einrichten und dabei die „Kleinen“ weniger als 200 Mitarbeitern beschäftigt,

überhaupt. Dazu kommt die Bahnstrecke der Mittelstand bewegen, entstehen die der Auszubildenden in der Region aus.

mit dem gemeinsamen ICE-Bahnhof Göttingen.

Die Entfernungen zu den Flug-

Netzwerke, die nötig sind.

Das ist die Seele der Wirtschaft.

häfen in Hannover und Paderborn sind

Ist der Standort Northeim benachteiligt im

schnell zu überwinden. Was wollen wir Die mittelständischen Einbeck Unternehmen

LANDKREIS in Northeim NORTHEIM sind die Göttingen?

Vergleich mit dem regionalen Oberzentrum

mehr? Davon profitieren wir alle, egal ob

Northeimer oder Göttinger. Außerdem

Das denke ich nicht. Northeim ist mindestens

genauso wichtig wie Göttingen.

Seele der Wirtschaft.

Moringen

denke ich an die traditionsreiche Georg-

Northeim

August-Universität, die zu den wenigen

Hardegsen

Mit Blick auf die seit Jahren geringere

Exzellenzuniversitäten in Deutschland Sie haben den innovativen Mittelstand angesprochen.

In welchen Bereichen sehen sogar eher im Vorteil. Der Kleine kann

Arbeitslosenquote sehe ich Northeim

zählt. Nimmt man noch die TU Clausthal

hinzu, gibt es zwei hochinteressante Sie Northeim besonders gut auf gestellt? im Schatten des Großen ebenfalls groß

Universitäten in der Region, die den Da fällt mir als gutes Beispiel die Verpackungsindustrie

ein. In Northeim und kleineren Städten belegen diese These.

werden. Erfolgreiche Unternehmen in

unternehmerischen Wissensdurst stillen

können. Das ist auch für Northeim ein im Landkreis gibt es einige mittelständische

Firmen, die Qualität auf zum Immer wieder werden Stimmen laut, die

wirklicher Standortvorteil, der, so denke

ich, nicht optimal genutzt wird.

Teil internationalem Niveau abliefern. behaupten, es gäbe wechselseitige Vorbehalte

der Göttinger und der Northeimer

Dazu gehören unter anderem die Firma

Wie kann das verbessert werden?

Thimm, die Rockenfeller Papiersackfabrik

oder die Firma ETT Verpackungs-

Landkreisen tätig ist, diese Erfahrung auch

Unternehmer. Haben Sie, der in beiden

Wir haben in Northeim und im Landkreis

einen sehr innovativen Mittelstand. technik in Fredelsloh.

gemacht?

Doch bisher nimmt er die Chance kaum

Wenn überhaupt, sind das Einzelfälle.

wahr, sich seine Innovationen durch die Sehen Sie es als Nachteil für den Standort Die Mehrheit der Unternehmer hat

Universität Göttingen oder auch die TU Northeim, dass die große Industrie fehlt? doch nur das Interesse, ihre Waren und

Clausthal absichern zu lassen. Vielfach Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin froh, Dienstleistungen – egal, ob in Northeim

fehlt die entsprechende Vernetzung. Da dass viele erkannt haben, dass Industrie

nicht alles ist. Sichere Arbeitsplätze und zu auskömmlichen Preisen zu ver-

oder in Göttingen – gut zu präsentieren

sind, meiner Meinung nach, sowohl der

Mittelstand als auch die Hochschulen gibt es vor allem bei den personen- und kaufen. Jeder braucht doch den Anderen.

gefragt. Die Inhaber kleinerer Betriebe inhabergeführten Mittelständlern. Da Ich denke, man sollte nicht zu viel

haben sehr oft Berührungsängste, die zählt die persönliche Ebene noch. Als reden und diskutieren, sondern machen.

es abzulegen gilt. Und die Universitäten die wirklichen Unternehmer übernehmen Lamentieren bringt uns nicht voran.

müssen lernen, die Sprache der kleinen

Unternehmen zu sprechen, um dann auf

Vielen Dank für das Gespräch.

diese Mittelständler Verantwortung für

ihre Mitarbeiter und das Unternehmen,

Wolfgang Hermann (64) ist geschäftsführender

Gesellschafter der Hermann GmbH.

Zur Gruppe gehören 13 eigene Autohäuser

der Marken Renault/Dacia, Nissan, Peugeot

und Ford mit insgesamt über 200 Mitarbeitern,

darunter fast 40 Auszubildende.

Die Hermann GmbH hat Standorte in Northeim,

Einbeck, Göttingen, Goslar, Alfeld,

Höxter und Mühlhausen. Hermann war von

März 2003 bis Januar 2008 für die FDP

Mitglied des Niedersächsischen Landtags.

52

03/2008

03/2008 53

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grundsätzlich nur sein Gewerk ausüben,

aber keine anderen Tätigkeiten übernehmen

darf. Doch immer mehr Gewerke

schließen sich zusammen und bieten dem

Kunden „Alles aus einer Hand“.

Das Thema Qualitätssicherung gewinnt

immer mehr an Bedeutung. Ich bin

davon überzeugt, dass ein Gewerbe

nur dauerhaft bestehen kann, wenn die

Qualität stimmt. Das machen Gewerke

wie die Friseurinnung vor, die ein Gütesiegel

haben. Wir werden in uns gehen,

was die Qualitätssicherung angeht. Dort

müssen wir uns verbessern.

Wie die Ergebnisse einer Studie der

Metropolregion Hannover-Braunschweig-

Göttingen zeigen, gehören hier rund 30

Prozent aller Unternehmen zum Handwerk.

Ist das Handwerk unterschätzt?

Auf jeden Fall ist das Handwerk unterschätzt!

Von 420.000 Beschäftigten in

Niedersachsen sind 80.000 in Hand-

„Ausbildung muss als Investition und nicht

als Belastung verstanden werden.“

werksunternehmen tätig. Gemeinsam mit

deren Familienangehörigen sind somit

circa zwei Millionen Menschen in Niedersachsen

vom Handwerk abhängig.

Das Handwerk ist für die Beschäftigung

sehr wichtig und für die Ausbildung

noch mehr.

Wieso wird dann die Bedeutung des Handwerks

trotz dieser beeindruckenden Zahlen

unterschätzt?

Dass das Handwerk in seiner Bedeutung

nicht wahrgenommen wird, liegt

an unserer Bescheidenheit. Handwerker

handeln eigenverantwortlich und reden

nicht über ihre Sorgen. Sie weinen nicht

darüber, wie schwer sie es haben. Im

Gegensatz zur Industrie stellen Handwerker

keine politischen Forderungen.

Wir haben keine Lobby!

Das Handwerk ist ein großer Ausbilder. In

der Metropolregion sind 34 Prozent aller

Auszubildenden im Handwerk tätig. Wie

wichtig ist das Thema?

Es gibt keine Zukunftsfähigkeit ohne

Ausbildung. Wer nicht ausbildet,

wird nicht marktfähig bleiben. Mein

Anspruch ist, dass wir auch die starken

Jugendlichen, also die Talente, als Azubis

bekommen. Selbstverständlich stellen

wir auch Benachteiligte ein, aber der

Mix muss stimmen.

Wir müssen aufpassen, dass wir nicht

nur diejenigen bekommen, die

nichts anderes finden.

Und die Jugendlichen müssen

wissen: Sie können im Handwerk

Karriere machen. Man muss nicht

Geselle bleiben, man kann die Meisterprüfung

machen, sich fortbilden und

später einen eigenen Betrieb gründen

oder einen bestehenden übernehmen.

Sie haben bereits mehrere Auszeichnungen

für Ihr Ausbildungsengagement bekommen.

Wie wichtig ist Ihnen als Unternehmerin

das Thema persönlich?

Ausbilden ist Chefsache! Es ist Aufgabe

des Inhabers, sich persönlich darum

wirtschaft OSTERODE

Rainer Beyer, Unternehmer und MEKOM-Vorstandsvorsitzender, über

den Standort Osterode und Nachwuchssorgen

Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Herr Beyer, als Vorstandsvorsitzender des hohe Industriedichte. Es gibt hier viele Umkreis von 100 Kilometern ist mit der

MEKOM Regionalmanagement Osterode Unternehmen, die international oder TU Clausthal sowie den Universitäten in

am Harz e.V. haben Sie einen guten Überblick

über die Wirtschaft des Landkreises. Lage im Zentrum Europas ist da sicherschweig

beachtlich. Weitere Stärken der

sogar weltweit erfolgreich sind. Unsere Göttingen und Hannover sowie Braun-

Wo sehen Sie die Stärken des Standortes? lich ein Vorteil. Und das, was Wolfgang regionalen Wirtschaft sind ihre sehr

Auffällig für den Wirtschaftsstandort Herrmann für den Landkreis Northeim gut funktionierende Vernetzung, zu der

Osterode ist zum Beispiel die im Vergleich

zum Land Niedersachsen recht für uns: Die Hochschullandschaft im und zielorientierte

anführt (siehe faktor 3/2008), gilt auch MEKOM einen wichtigen Teil beisteuert,

Kooperationen.

mensch I NTERVIEW

01/2008

71

wirtschaft OSTERODE

„Der Landkreis Osterode ist besser als seine

Osterode

Selbstdarstellung und sein Ruf.“

LANDKREIS

OSTERODE

Bad Lauterberg

Bad Sachsa

An welche Kooperationen denken Sie ein. Etwas mehr könnte es natürlich zubilden. Als Geschäftsführer der Firma

konkret?

immer sein.

Eckold kann ich sagen, dass wir die

Richtungweisend ist der Harzpool, ein Ist es ein Vorteil, Landrat Bernhard Reuter Kosten dafür tragen und die Mitarbeiter

Zusammenschluss regionaler Automobilzulieferer,

in dem die FRÖTEK- Davon bin ich überzeugt. Landrat Reu-

Die Mitarbeiter sind übrigens ganz klar

im MEKOM-Vorstand zu haben?

einen Teil ihrer Freizeit investieren.

Kunststofftechnik GmbH, die KKT ter ist wirtschaftsnah und sehr aktiv. ein weiterer Standortvorteil – zumindest

Frölich GmbH, die Zuelch Industrial Wir haben als Unternehmer so einen für die Firma Eckold.

Coatings GmbH, die Gruppe HEAT direkten Draht zur Politik. Außerdem Wie meinen Sie das?

GmbH und die Wilhelm Eisenhuth werden so unsere Arbeit und die Unternehmen

durch die öffentliche Verwal-

Sie sind die Know-how-Träger und

Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital.

GmbH KG ihre Kräfte bündeln und mit

geballter Kompetenz am Markt auftreten.

Auf der IZB, der Internationalen Vorhaben unterstützt.

sogar 40 Jahre bei uns, manche schon

tung sehr gut in der Umsetzung neuer unheimlich loyal. Einige sind 25 oder

Zuliefererbörse für die Automobilindustrie

in Wolfsburg, haben sich diese Unwerk

zur Aufgabe gemacht, Standortmar-

genauso langfristig wie viele Unter-

Bereits von Anfang an hat sich das Netz-

in der zweiten Generation. Sie denken

ternehmen zum Beispiel gemeinsam als keting zu betreiben und junge Menschen nehmenseigentümer aus der Region:

Harzpool vom 29. bis zum 31. Oktober in die Region zu holen. Gelingt das? Das Unternehmen muss auch in 20, 30

präsentiert. Und MEKOM unterstützt Die komplizierte Mitarbeiterrekrutierung

ist ein Nachteil des Standorts den engagierten Mitarbeitern und den

oder 40 Jahren noch da sein. Zwischen

diese Clusterbildung.

Sie haben die Rolle von MEKOM in Bezug Osterode. Ich bin damit nicht nur Eigentümern der regionalen Traditionsunternehmen

gibt es einen unheimlichen

auf die Vernetzung der regionalen Unternehmen

angesprochen. Kann der Verein, sondern auch als Geschäftsführer der Zusammenhalt, aus dem eine hohe Leis-

als MEKOM-Vorstandsvorsitzender,

der seit Anfang dieses Jahres ohne einen Eckold GmbH & Co. KG selbst konfrontiert.

Wir müssen jungen Menschen diese Leistungsfähigkeit aber auch nach

tungsfähigkeit erwächst. Wir müssen

hauptamtlichen Geschäftsführer auskommen

muss, diese Rolle noch ausfüllen? Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen,

um sie in die Region zu holen. schlecht reden. Der Landkreis Osterode

außen tragen. Wir dürfen nicht alles

Auf jeden Fall. Wir haben die Aufgaben

des Geschäftsführers unter den Zusätzlich müssen wir aufpassen, dass ist besser als seine Selbstdarstellung und

Vorstandsmitgliedern verteilt. Jeder uns die Ortsansässigen nicht weglaufen. sein Ruf. Wir haben wirtschaftlich einiges

zu bieten

trägt seinen Part dazu bei, dass unser Und da ist nicht nur das MEKOM-

Netzwerk funktioniert. Auch ich habe Netzwerk gefragt. Jeder muss selber Vielen Dank für das Gespräch.

über MEKOM Unternehmer und Unternehmen

kennen gelernt und konnte Wie gut hier die Unterstützung vor Zur Person

ausbilden, um eine Chance zu haben.

Kontakte knüpfen. Wie gut wir unsere allem der Berufsbildenden Schulen ist, Der promovierte Ingenieur Rainer Beyer (52)

Aufgaben wahrnehmen, zeigen die zeigt der Ausbildungsgang zum Mechatroniker,

den wir gemeinsam geschaffen & Co. KG mit Sitz in St. Andreasberg. Seit 2006

ist seit 1991 Geschäftsführer der Eckold GmbH

steigenden Mitgliederzahlen. Und außerdem

sind wir, meines Wissens nach, haben. Zusätzliche Karrierechancen

ist er im MEKOM Regionalmanagement Osterode

am Harz e.V. Vorsitzender des Vorstandes, in

das einzige Regionalmanagement, das und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen

wir mit der Samstagsakademie. Ge-

dem er gemeinsam mit Landrat Bernhard Reuter,

die Förderzeit durch die EU und das

Land Niedersachsen überlebt hat und meinsam mit der Kreisvolkshochschule Lars Obermann (geschäftsführender Gesellschafter

der Obermann Unternehmensgruppe)

sich selbst finanziert. Unser heterogenes bieten wir so die Möglichkeit für Fachund

Sven Vogt (Geschäftsführer KKT Frölich

Netzwerk lebt durch das Engagement und Führungskräfte, sich außerhalb der

GmbH) sitzt.

der Mitglieder, viele bringen sich gut Arbeitszeit intensiv und effektiv weiter-

42

04/2008

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unternehmen

highlights

Der Wohlfühler

W

1 | 2005 Bodo Rengshausen,

Geschäftsführer der Vereta GmbH

HIGH

LIGHTS

20 Jahre faktor – 20 Jahre Wirtschaftsgeschichte Südniedersachsen. Von bahnbrechenden

Erfindungen bei Ottobock über milliardenschwere Zukäufe und den DAX-Aufstieg von

Sartorius bis hin zu Jubiläen, neuen Forschungszentren, wegweisenden Dachmarken und

mutigen Investitionen: Die Region rund um Göttingen hat seit 2005 eine eindrucksvolle

Entwicklung genommen – faktor war immer dabei! Unser Rückblick mit einigen Heftausschnitten

zeigt die bedeutendsten Momente, die Unternehmen, Beschäftigung und Image der

Region geprägt haben. Eine Chronik voller Wendepunkte, die beweist, dass Südniedersachsen

ein ideenreicher Motor für Innovation und Wachstum ist.

1 | 2006 Thorsten Hickmann,

Firmenchef Eisenhuth

Ein

Stück

Harz

D

2007

Von der besten Seite

and auf die Hemdtasche: Karl-Wilhelm

Vordemfelde trägt auch schon

H

mal feinen Zwirn von der Konkurrenz.

„Aber höchstens im privaten Kreis und

Im Herbst 2007 wird die

Westumgehung von Northeim

eingeweiht. Dieses Infrastrukturprojekt

verbessert die Verkehrsanbindung

der Stadt, trägt zur

Entlastung des innerstädtischen

Verkehrs bei und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit

der Unternehmen

in der Region.

„Industrie ist nicht alles“

„Wir haben ein Imageproblem

1 | 2008 Katja Thiele-Hann, Kreishandwerksmeisterin

2 | 2008

Karl-Wilhelm

Vordemfelde,

Geschäftsführer

Wilvorst

3 | 2008

Wolfgang Hermann,

geschäfts führender

Gesellschafter der

Hermann GmbH

„Wir dürfen nicht alles schlecht reden“

2008

highlights

Das Klinikum in Göttingen

wird technisch erweitert, neue

OP- und Bildgebungskapazitäten

entstehen. Die Maßnahme

stärkt die Gesundheitsinfrastruktur,

löst Bau- und Zulieferaufträge

aus und festigt den Sektor

als wichtigen Arbeitgeber und

Innovationspartner der Region.

Mit dem mikroprozessorgesteuerten Kniegelenk

C-Leg 2006 ® eroberte Ottobock seit den 2005 späten

Im Rahmen des seit 2001 stattfindenden Innovationspreises

des Landkreises Göttingen entsteht

1990er-Jahren den Weltmarkt. 2005 startet der

die Idee zum Mobilitätstalk, die die 2004 gegründete

SüdniedersachsenStiftung maßgeblich

Konzern ein Joint Venture mit dem FoamPartner

Converting Center in Duderstadt, das die neue

vorantreibt. Nach dem ersten MobilitätsTalk in

„Smart Factory“ in Betrieb nimmt. Diese Erweiterung

ermöglichte eine ganzheitliche vertikale

(2008), Braunschweig (2009) und Hannover

4 | 2008 Rainer Beyer,

Göttingen (2006) wird das Format auf Wolfsburg

Wertschöpfungskette von der Schaumstoffproduktion

bis hin zu maßgefertigten Präzisionstätstalks

in Niedersachsen statt.

MEKOM-Vorstandsvorsitzender

(2011) ausgeweitet. Bis 2018 finden 58 Mobilibauteilen.

66 3 |2025 3 |2025 84

64 Highlights aus 20 Jahren faktor

20 Jahre heißt auch 80 faktor-Ausgaben mit spannenden Geschichten über besondere

Menschen und außergewöhnliche Unternehmen. Highlights aus den Ausgaben der letzten

beiden Jahrzehnte.

94 Top-Unternehmen der Region

Die Wirtschaft macht die Region

stark. Ein ausführlicher Blick auf die

Unternehmen, die das Wirtschaftsleben

der Region prägen. Südniedersachsen ist

stark aufgestellt und kann optimistisch

nach vorne blicken …

198 Der Magier

149 Persönlichkeiten, die der Region ihren Stempel aufgedrückt haben

20 Köpfe hat die Redaktion ausgewählt, und es ist nicht leicht gefallen, aus der langen

Liste besonderer Entscheider der Region nur 20 auszuwählen. Doch die Liste kann

sich sehen lassen: Karl-Heinz Rehkopfs Wirken erzählen wir ausführlich, 19 weitere

Persönlichkeiten würdigen wir im Kurzporträt.

Thimon von Berlepsch sorgte mal wieder

für Magie. Diesmal bei der faktor-Reise

nach Berlin: Der Magier fasziniert bereits

durch seine bloße Anwesenheit – umso

mitreißender, wie er die Menschen mit

seinen Darbietungen verzaubert.

3 |2025 7



aktuelles

Lichterlauf erhält den Litfin-Initiativpreis

Wenn es in Göttingen ein Projekt gibt, das sportliche Begeisterung mit echter

Herzenswärme verbindet, dann ist es der Lichterlauf. Seit 2017 lockt er jedes

Jahr hunderte Menschen an den Kiessee. Alles begann mit zwei Menschen, die

ihre Idee in die Tat umsetzen wollten: Steffen Baumbach aus Göttingen und

Thomas Fritzsch, ursprünglich aus Bodenfelde. Für ihre Initiative wurden sie mit

dem mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis der Litfin-Stiftung ausgezeichnet.

Für Fritzsch hatte die Sache einen sehr persönlichen Ursprung: Sein Sohn erkrankte

2013 an Krebs, und die Hilfe im Elternhaus beeindruckte ihn nachhaltig.

Nach diesem Schicksalsschlag war es ihm wichtig, etwas zurückzugeben.

Gemeinsam mit Steffen Baumbach, dessen Nichte schwer an Krebs erkrankte,

rief er die Initiative ‚Jedes Training zählt’ (siehe faktor 2/2020) ins Leben. Dabei

geht es für Sportler darum, bei jedem Training einen Kleinbetrag in ein Sparschwein

zu werfen und den Erlös zu spenden. Schließlich entstand die Idee des

Lichterlaufs. Baumbach wurde zum Motor, der das Projekt auch organisatorisch

vorantrieb und zu einem festen Termin im Göttinger Kalender machte.

Der Erlös von ‚Jedes Training zählt‘ fließt jährlich an den Verein Elternhilfe

für das krebskranke Kind Göttingen und unterstützt Familien in schwierigsten

Lebenssituationen. Ein leuchtendes Beispiel, wie aus persönlichem Schicksal und

ehrenamtlicher Tatkraft etwas Dauerhaftes für die ganze Region entsteht.

Updates aus der Sportwelt

Jennifer Crowder:

Neustart in Italien

Im Sommer 2024 berichtete unser

Autor Matthias Brunnert ausführlich

über die Basketballkarriere

der damaligen BG-Spielerin Jennifer

Crowder. Kurz nach seinem

Beitrag wagte die jetzt 29-Jährige

einen mutigen Schritt: Sie schloss

sich nach der Sommerpause 2024

dem italienischen Erstligateam

ASD Basket Costa an – ein Schritt,

der deutlich macht: Sie will nicht

nur spielen, sondern sich auch

weiterentwickeln. Noch wichtiger:

Bei der Basketball-EM 2025

führte sie Deutschland ins Viertelfinale,

trotz starker Gegner. Bei

den nächsten Turniere möchte sie

noch weiter nach vorne. Crowder

verbindet Erfahrung, Leidenschaft

und die Bereitschaft, Grenzen neu

zu stecken – sowohl für sich selbst

als auch für ihr Team.

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Steffen Baumbach wurde mit dem

Litfin-Initiativpreis ausgezeichnet.

Der Kampf gegen die Grenzen

Fritz Geers aus Clausthal-Zellerfeld

hat schon Erfahrungen

im Race Across America gesammelt:

2023 finishte er als

jüngster Deutscher dieses ultralange

5.000-Kilometer-Rennen.

In der Ausgabe 1/2025

schrieb unser Autor Rupert

Fabig, dass Geers erneut starten

wird. Inzwischen wissen

wir: Das Rennen endete vorzeitig.

Geers gab auf – nach

über 1.000 Meilen brutaler

Strapazen. Vermutlich war es

ein Infekt, der Geers zur Aufgabe

zwang, doch seine Ambitionen

bleiben ungebrochen,

dazu sagt er: „Ich hoffe,

dass es am Ende eine Erfolgsgeschichte

wird.“

Fritz Geers hat das Ziel nicht erreicht.

FOTO: BARTH FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

8 3 |2025



faktor-Workshop

KI als Chance für

den Mittelstand

Rückblick auf einen inspirierenden faktor-Workshop

aktuelles

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Katharina Stapel und faktor-Herausgeber Marco Böhme begrüßten die Zuhörer des KI-Workshops.

Die Teilnehmer waren von den Vorträgen und dem Netzwerken begeistert.

„Ohne KI sichtbar sein? Bald unmöglich.“

– Mit dieser klaren Botschaft startete

Katharina Stapel ihren Impuls beim

faktor-Workshop bei Struckmeier in Göttingen.

Schon nach wenigen Minuten war

spürbar: Hier geht es nicht um Zukunftsmusik,

sondern um Fragen, die jedes Unternehmen

heute betreffen.

Was die Teilnehmer besonders bewegte:

KI ist kein Spielzeug, sondern ein Werkzeug.

Sie kann Prozesse entlasten und so

wertvolle Zeit für das Wesentliche schaffen.

Und gleichzeitig gilt: Wer seine Leistungen

nicht so präsentiert, dass auch Algorithmen

sie finden, könnte morgen

schon unsichtbar sein. Die Stärke der Ver-

anstaltung lag darin, dass Katharina

Stapel Hype und Realität trennte und Zukunftstrends

auf den Punkt brachte –

verständlich, praxisnah und mit sofort

umsetzbaren Tipps. Das machte den

Workshop nicht nur lehrreich, sondern für

viele auch zu einem echten Aha-Erlebnis.

Genauso wichtig war aber der Rahmen:

Austausch auf Augenhöhe, inspirierende

Gespräche und das Gefühl, gemeinsam an

den Herausforderungen der Zukunft zu

wachsen. Genau das ist es, was die

faktor-Veranstaltungen ausmacht – ein

Netzwerk, in dem Wissen, Menschen und

Ideen zusammenfinden und Neues

entsteht.

Partner für IT-Sicherheit

SerNet und faktor sind seit der

ersten Ausgabe eng miteinander

verbunden.

Ob Ich-AG, Kanzlei oder Konzern – ob im

Büro, in der Produktion oder im Homeoffice:

Drahtlose Netzwerke sind unverzichtbar.

Doch gerade weil sie selbstverständlich

geworden sind, werden ihre Risiken oft unterschätzt.

Das SerNet Forum macht sichtbar,

wie leicht Angriffe heute gelingen und

welche Maßnahmen wirklich schützen.

Am Mittwoch, 1. Oktober 2025, dreht sich

im Medienhaus Göttingen alles um ein Thema,

das Organisationen jeder Größe betrifft:

WLAN-Sicherheit. Benjamin Körnig,

WLAN-Experte bei SerNet, zeigt in seinem

Vortrag ,Sicher funken – sicher funktionieren:

WLAN richtig aufsetzen‘, wie sich moderne

WLAN-Architekturen sicher gestalten

lassen. Ein weiterer Höhepunkt des Abends:

Live-Hacking zum Mitverfolgen mit realistischen

Angriffsszenarien und Methoden, wie

sich die mit gezielten Maßnahmen verhindern

lassen. Zudem spricht Johannes Loxen

über sichere WLANs in verlässlichen IT-

Infrastrukturen.

SerNet und faktor verbindet eine lange

Geschichte, die bis zur ersten Ausgabe vor

20 Jahren zurückreicht. Seit vielen Jahren

sind wir Kunde der IT-Dienstleisterin, einige

Zeit waren wir sogar Untermieter im Medienhaus.

Heute ist SerNet-Geschäftsführerin

Reinhild Jung Mitglied im faktor-Club.

3 |2025 9



aktuelles

Menschen, mit denen man sich vielleicht

erst online über LinkedIn oder andere

Netzwerke verbunden hat, sitzen beim

faktor-Club-Frühstück plötzlich neben einem

am Tisch. Genau das macht die besondere

Stärke des Clubs aus: echte Begegnungen

schaffen, die weit über digitale Kontakte

hinausgehen. Das Motto Vernetzen. Inspirieren.

Wirken. wird so jedes Mal mit

Leben gefüllt.

Kürzlich traf sich die netzwerkbegeisterte

Runde bei System-Büro Struckmeier in Göttingen.

Das Unternehmen zeigte, wie moderne

Arbeitswelten gestaltet werden können.

Geschäftsführer Jens Barwinske inspirierte

mit seinem Impuls ‚New Work beginnt beim

Frühstück‘ und machte deutlich, dass innoƒaktor-Club

Online und Offline –

einfach miteinander verbinden!

vative Bürolösungen heute viel mehr sind als

Möbel – sie sind Bausteine für Zusammenarbeit,

Kreativität und Wohlbefinden am

Arbeitsplatz.

Was die Clubtreffen besonders macht, ist

der Rahmen: Entscheider aus Südniedersachsen

kommen persönlich zusammen, tauschen

sich aus, hören spannende Impulse und

knüpfen Kontakte auf Augenhöhe. Der

faktor-Club ist seit vielen Jahren Plattform

für Menschen, die sich in der Region engagieren

und gemeinsam Neues anstoßen wollen.

Ein herzliches Dankeschön an Struckmeier

für die Gastfreundschaft und an alle,

die dabei waren – wieder ein starkes Beispiel

dafür, wie Vernetzung regionale

Kräfte bündelt.

Technik – Mensch – Raum: Jens Barwinske erklärt,

worauf es ankommt.

Sie möchten dabei sein?

Hier gelangen Sie zum

faktor-Club – oder schreiben

Sie direkt an:

Marco Böhme

herausgeber@faktor-magazin.de

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

ƒaktor-Mittagsclub im Kredo Göttingen

Haltung zeigen

Kommunikation beginnt nicht mit Worten, sondern mit Haltung.

Diese Erfahrung machten die Teilnehmer des faktor-Mittagsclubs

am 27. August im Kredo Göttingen, wo Coach Lars Wätzold

(Foto) eindrucksvoll zeigte, wie sehr schon kleine Veränderungen

wirken. Ob beim Betreten eines Raumes, in der Körpersprache

während eines Gesprächs oder in der inneren Einstellung, die

nach außen sichtbar wird – die innere Haltung entscheidet, ob

Menschen uns zuhören oder ihren Blick abwenden.

Die Übungseinheiten brachten Aha-Momente: Haltung ist kein

Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Damit wurde deutlich,

dass Kommunikation immer ganzheitlich gedacht werden

muss – und dass Authentizität und Präsenz für Führungskräfte

ebenso wichtig sind wie für alle, die andere Menschen überzeugen

wollen.

Wie immer im faktor-Club war der Rahmen mehr als nur ein

Vortrag. Es ging um echten Austausch mit Entscheidern aus der

Region, um Inspiration, Gespräche auf Augenhöhe und die Möglichkeit,

wertvolle Kontakte zu knüpfen.

10 3 |2025



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PROFIL

Neuer Anfang

nach langjähriger

Chefarzttätigkeit

Bernd Schindler eröffnet Sprechstunde

im MEC Göttingen.

Wenn ein Arzt nach Jahrzehnten voller

Verantwortung, zahllosen Patientenbegegnungen

und intensiven Klinikjahren

in den Ruhestand geht, ist dies ein tiefer

persönlicher Einschnitt. Für Dr. Bernd Schindler,

langjähriger Ober­ und Chefarzt für Angiologie

am Evangelischen Krankenhaus Göttingen­

Weende und am Standort Neu­Maria hilf, war

dieser Schritt im Sommer 2024 von Dankbarkeit,

aber auch von Nachdenklichkeit begleitet.

„Die berufliche Tätigkeit fehlte mir“,

gesteht er offen. Schnell war ihm klar: Ganz

ohne seine medizinische Arbeit will und kann

er nicht leben. Nun hat er im MEC Göttingen

eine eigene Sprechstunde eingerichtet.

DIE MOTIVATION zu dieser neuen Tätigkeit

resultiert aus dem Wunsch, die Medizin wieder

so zu praktizieren, wie sie ihm am Herzen

liegt: mit Ruhe, Präzision und echter Zuwendung.

Anders als im Klinikalltag nimmt er sich

für jeden Patienten ausreichend Zeit, häufig

auch mehr als eine halbe Stunde. „Ich möchte,

dass meine Patientinnen und Patienten

verstehen, was wir besprechen“, erklärt er.

DIE SCHWERPUNKTE seiner Arbeit sind breit

gefächert, umfassen neben der Allgemeinen

Inneren Medizin aber vor allem die Gefäßdiagnostik

und ­therapie: von Ultraschalluntersuchungen

der Bauchschlagader, Halsgefäße

und Beinvenen über die Abklärung von Durchblutungsstörungen

bis hin zur Betreuung bei

Lip­ und Lymphödemen. Gerade der Einsatz

modernster Ultraschalltechnik ermöglicht

eine besonders schonende und präzise Diagnostik.

Bei Bedarf vermittelt er dank der

Kooperation mit spezialisierten Praxen weiterführende

Untersuchungen im Haus – vom

MRT bis zu anderen bildgebenden Verfahren.

Dabei bringt Schindler nicht nur seine langjährige

klinische Expertise ein, sondern auch

die Erfahrung eines Mediziners, der schon

früh Pionierarbeit leistete. Zu Beginn seiner

Karriere war er einer von nur drei Angiologen

in ganz Niedersachsen. Bis heute empfindet

er die Gefäßmedizin als unterbesetzten, aber

immens wichtigen Fachbereich der Inneren

Medizin. „Die Angiologie ist ein junger Bereich,

doch sie betrifft ein zentrales Thema:

die Gesundheit unserer Gefäße.“

EIN WEITERER BAUSTEIN seines Angebots

ist die enge Zusammenarbeit mit seiner

Frau Gudrun. Schon in der Zeit seiner Chefarztsprechstunde

unterstützte sie bei der Ernährungsberatung.

Als ehemalige Lehrerin bringt

sie nicht nur Fachwissen, sondern auch pädagogisches

Geschick mit. Gemeinsam setzen beide

auf Ernährung und Bewegung als Schlüssel für

Prävention – besonders im Hinblick auf weitverbreitete

Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck

oder erhöhte Blutfettwerte. „Der Kern für

die Gesundheit ist Wissen“, betont Schindler.

Wer versteht, wie Ernährung wirkt, kann aktiv

gegensteuern, bevor Krankheiten entstehen.

Mit seinem neuen Angebot ist Bernd Schindler

täglich telefonisch erreichbar, im MEC Göttingen

bietet er eine Sprechstunde an – in einer

Atmosphäre, die mehr Ruhe und persönliches

Miteinander erlaubt als der Klinikbetrieb. Für

ihn ist es ein Stück erfüllte Kontinuität: Auch

im Ruhestand Arzt zu sein, das ist für ihn weniger

eine Aufgabe als vielmehr eine innere

Haltung. „Ich möchte meinen Patientinnen

und Patienten helfen, besser zu verstehen

und besser zu leben.“

TEXT STEFAN LIEBIG

FOTO ALCIRO THEODORO DA SILVA

Medizinisches Experten Centrum

MEC Göttingen

Dr. Bernd Schindler

Bahnhofsallee 1d

37081 Göttingen

Tel. 0551 82074276



aktuelles

Unser Team aus Sicht des Comic-Zeichners

Maxim Seehagen erstellt Cartoons

der faktor-Mitarbeiter

Lassen Sie sich überraschen von den Ideen, die

Comic-Zeichner Maxim Seehagen hatte, als er die

faktor-Mitarbeiter gezeichnet hat …

Mit unserem Jubiläum werden wir beim

faktor zu Comicfiguren! Maxim Seehagen,

über den wir in der Dezemberausgabe 2024

berichteten, ist ein 1999 in Bad Gandersheim

geborener Comiczeichner und Autor. Der

junge, aber in der Szene bereits profilierte

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Einbecker veröffentlichte bereits im Alter

von elf Jahren erste eigene Comics und vertrieb

sie auf Messen und im Netz. Heute findet

er mit seinen Cartoons und Comicfiguren

auf Instagram ein Publikum von fast

30.000 Menschen – er verbindet dabei persönlichen

Humor mit feiner Beobachtung.

Es ist nicht zu hoch gegriffen, ihn als Hoffnungsträger

zu bezeichnen.

Seine bekannteste Figur, Herrmann, ein liebenswerter,

tollpatschiger Alltagsheld, begleitete

ihn über viele Jahre, ehe er ihn bewusst

in den ‚Ruhestand‘ schickte. Als Reaktion

auf die Corona-Pandemie entstand

sein neuer Charakter, der schlecht gelaunte

Hamster, ein satirischer Spiegel damaliger

Einkaufs-Hamsterei. Parallel zu seiner

künstlerischen Tätigkeit arbeitet Maxim

Seehagen als Digitalisierungsspezialist

beim Landkreis Northeim. Bereits während

der Pandemie setzte er in der Öffentlichkeitsarbeit

seine Comic-Kunst ein – etwa

zur Visualisierung beim Impfzentrum. Seine

Werke werden zudem in Ausstellungen

gezeigt (z. B. Kassel ‚Caricatura-Galerie‘)

und er kooperiert mit anderen prominenten

Comic-Künstlern wie Ruthe und Sauer.

Maxim Seehagen steht für zeitgemäßen, regional

verankerten Humor mit künstlerischer

Leichtigkeit. Und vielleicht werden ja

genau diese Zeichnungen (ab Seite 30) zu

seinem großen Durchbruch …

Niddal Salah-Eldin beim Event ‚Change by Women‘

Führungsrollen

Am 15. November 2025 wird die Göttingerin Niddal Salah-Eldin

(Foto) die zentrale Stimme beim Event ‚Change by Women‘ in der

Alten Mensa. Die Medienmanagerin, die als Vorständin bei Axel

Springer internationale Verantwortung trug, spricht in ihrer Keynote

über Sichtbarkeit, Female Leadership und die Chancen, mit Haltung

und Mut Veränderungen voranzutreiben. Salah-Eldin tritt dafür ein,

dass Frauen in Führungsrollen nicht nur Strukturen hinterfragen,

sondern aktiv gestalten müssen.

Schon im Frühjahr hatte die faktor-Redaktion erkannt, welche Strahlkraft

ihre Biografie und ihre Gedanken haben: In der Ausgabe 2/2025

widmete Anja Danisewitsch ihr die Titelstory. Dort wurde ausführlich

beschrieben, wie Salah-Eldin von Khartum über Göttingen bis in die

Chefetagen Berlins ihren Weg ging und welche Überzeugungen sie leiten.

Auf faktor-Empfehlung ist sie nun wichtiger Teil des ‚Change by Women‘-Events

– ergänzt durch Panels und Workshops zu Barrieren, Karrierewegen,

Führungsstilen und digitaler Sichtbarkeit. Zu den Referentinnen

gehören auch Astrid Böttger und Martina Städler-Schumann.

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Info und Anmeldung:

www.alumni-goettingen.de/termine/change-by-women

12 3 |2025



Damit unsere Kinder

cool bleiben können.

Wir bringen die Zukunft zum

Leuchten.

Für uns ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein Herzensthema. Es ist

zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Ob es um Geldanlagen oder

die Finanzierung von energieeffizientem Bauen geht: Wir kümmern

uns. Mehr Infos erhalten Sie unter spk-goettingen.de

Weil’s um mehr als Geld geht.



mensch

14 3 |2025



mensch

Vom Magazin

zur

Business-Plattform

20 Jahre faktor: ein Gespräch mit Herausgeber Marco Böhme über die

Kraft des Storytellings, die Magie der Begegnung und die Zukunft als

Business-Plattform.

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Vor 20 Jahren erschien die erste Ausgabe von faktor –

damals ein mutiges Projekt, heute eine feste Größe

in der regionalen Medienlandschaft. Aus dem Wirtschaftsmagazin

ist längst eine Business-Plattform

geworden, die Unternehmer in Südniedersachsen

inspiriert, vernetzt und regional sichtbarer und bekannter

macht. Zum Jubiläum spricht Herausgeber

Marco Böhme über die Anfänge, den neuen faktor-

Club und seine Vision für die kommenden Jahre.

Marco, vor 20 Jahren habt ihr faktor gegründet.

Mit welchem Anspruch seid ihr damals gestartet?

2005 gab es in Südniedersachsen kein hochwertiges

Wirtschaftsmagazin, das die Menschen hinter den Unternehmen

in den Mittelpunkt stellte. Genau das wollten

wir ändern: faktor sollte Geschichten erzählen – von

Unter nehmern, Führungskräften und Gründern, die mit

Leidenschaft und Mut etwas bewegen. Es ging uns nie

nur um Zahlen und Fakten, sondern immer um die Menschen

dahinter.

Wie hat sich faktor seitdem entwickelt?

Aus dem Magazin ist Schritt für Schritt eine Plattform

geworden. Anfangs war faktor ausschließlich Print.

Doch schnell haben wir gemerkt: Unternehmen brauchen

mehr – kontinuierliche Sichtbarkeit, Dialog und

Begegnung. Deshalb kamen Online- und Social­ Media-

Kanäle dazu, unser Newsletter, der Podcast ,on fire‘ und

inzwischen auch eigene Videoformate. Damit können

wir Geschichten nicht nur erzählen, sondern über viele

Kanäle erlebbar machen. Unternehmen, die mit uns arbeiten,

profitieren heute davon, dass wir Print, Digital,

Audio und Bewegtbild kombinieren – und so Reichweite

und Wirkung deutlich verstärken.

Du sprichst die Veranstaltungen an. Welche Rolle spielen

diese für faktor?

Eine sehr große. Begegnungen sind oft noch wertvoller

als ein guter Artikel. Bei unserer faktor-Business-Lounge

oder beim Mittagsclub entstehen Kontakte und Kooperationen,

die man sonst so nicht knüpfen würde. Viele

sagen uns: „Euer Netzwerk ist euer größter Schatz.“

Und genau das wollen wir mit dem faktor-Club nun

konsequent ausbauen.

Der faktor-Club ist also die nächste Entwicklungsstufe?

Absolut. Der Club bündelt alle Stärken von faktor:

Sichtbarkeit in unseren Medien, persönliche Begegnungen

auf hochwertigen Events und Zugang zu einem exklusiven

Netzwerk. Wer Mitglied ist, positioniert sich als

Macher in der Region, profitiert von gezielten Kontakten

und bekommt gleichzeitig Impulse von außen.

Ihr habt den Weg zum faktor-Club gemeinsam mit

dem Strategie-Experten Gerdum Enders gestaltet.

Was war seine Rolle?

Die Zusammenarbeit mit Gerdum Enders war für uns ein

entscheidender Schritt. Er hat uns dabei unterstützt, den

Kern von faktor neu zu definieren und die Transformation

bewusst zu gestalten – von einem klassischen

Medienprodukt hin zu einer Plattform und Community.

Der faktor-Club ist dabei nicht nur ein neues Angebot, ‣

3 |2025 15



mensch

sondern sozusagen der regionale Katalysator: ein Ort,

an dem Unternehmer zusammenkommen, Ideen entstehen

und die Region spürbar in Bewegung gerät.

Im Zuge dieser Transformation habt ihr auch

den faktor-Code entwickelt. Was steckt dahinter?

Der faktor-Code ist unser Kompass im Alltag. Er hilft

uns, unsere Aktivitäten konsequent mit unseren Werten

und Zielen abzugleichen. Wir haben für uns drei Werte

definiert: inspirierend, persönlich, wertig. Das bedeutet,

wir wollen Menschen und Unternehmen inspirieren, wir

arbeiten in allen Formaten nahbar und auf Augenhöhe,

und wir legen Wert auf höchste Qualität – in Inhalten, in

Veranstaltungen und in der Zusammenarbeit. Das zeigt

sich nicht nur bei großen Projekten, sondern auch in kleinen

Details. Ein Beispiel: Selbst, wenn wir eine Geburtstagskarte

für unsere Kunden gestalten, fragen wir uns: Ist

sie inspirierend, drückt sie persönliche Wertschätzung

aus, ist sie hochwertig gestaltet? So stellen wir sicher, dass

unser Anspruch überall spürbar wird.

Du wirst oft als Netzwerker bezeichnet. Wie siehst du

selbst deine Rolle?

Ich verstehe mich tatsächlich als Brückenbauer. Mir

macht es Freude, spannende Persönlichkeiten zusammenzubringen,

die sich vielleicht ohne faktor nie begegnet

wären. Oft entsteht daraus etwas ganz Neues – sei es

eine Kooperation, eine Idee oder einfach gegenseitige

Inspiration. Ich glaube an die Magie der Begegnung, und

genau das ist auch das Motto dieser Jubiläumsausgabe

und unserer großen Feier am 26. September.

Warum ist es gerade für Unternehmen in Südniedersachsen

wichtig, regional sichtbarer zu werden?

Unsere Region hat enormes Potenzial: spannende Hidden

Champions, kreative Start-ups, engagierte Mittelständler.

Aber zu oft schauen wir nach Hannover, Hamburg

oder Berlin, wenn es um Aufmerksamkeit geht.

Dabei beginnt nachhaltiger Erfolg hier vor Ort. Wer sich

in Südniedersachsen als Marke etabliert, gewinnt Kunden,

Talente und ein starkes Netzwerk, das trägt.

Was unterscheidet den faktor-Club von anderen

Business-Netzwerken?

Qualität vor Quantität. Uns geht es nicht um möglichst

viele Mitglieder, sondern um die richtigen. Wir schaffen

eine Kultur des Vertrauens, der Inspiration und der Kooperation.

Hier geht es nicht ums Visitenkarten-Sammeln,

sondern darum, echte Beziehungen aufzubauen.

Und wohin geht die Reise in den nächsten 20 Jahren?

Wir sehen ganz klar: Die Kraft des Storytellings ist nicht

nur für uns, sondern auch für unsere Kunden entscheidend.

Wer heute wahrgenommen werden will – ob als

Unternehmen, Arbeitgeber oder Marke – muss gute Geschichten

erzählen. Deshalb erweitern wir unser Portfolio

und unterstützen unsere Partner zunehmend in allen

Bereichen der Kommunikation: von Content für Social

Media über Employer Branding bis hin zu kompletten

Kommunikationsstrategien.

WELCHE ROLLE SPIELEN DABEI MODERNE FORMATE?

Eine sehr große. Mit unserem Podcast ,on fire‘ und neuen

Video-Angeboten können wir Geschichten multimedial

erzählen – und diese Kompetenzen bieten wir künftig

auch gezielt als Service für unsere Kunden an. Damit

schaffen wir zusätzliche Reichweite und ganz neue Möglichkeiten,

Inhalte erlebbar zu machen.

Wo siehst du faktor in Zukunft?

Noch stärker als Komplettdienstleister – als Business-Plattform

mit der DNA von faktor. Unsere besondere

Stärke ist, dass wir beides verbinden: journalistisches

Storytelling mit strategischem Kommunikations­

Know-how. Damit können wir Unternehmen in Südniedersachsen

ganzheitlich begleiten – von der Idee bis

zur Umsetzung, über alle Kanäle hinweg. So wollen wir

auch in den kommenden 20 Jahren Impulse setzen und

die regionale Wirtschaft nachhaltig stärken.

Vielen Dank fürs Gespräch!

ZUR PERSON

Marco Böhme ist Medienunternehmer und Netzwerker, der leidenschaftlich

gern spannende Menschen zusammenbringt.

Der gebürtige Kasseläner, Jahrgang 1974, lebt seit 1994 in Göttingen

und reist gern nach nah und fern, um sich inspirieren zu lassen.

Er studierte an der Georg-August-Universität und in den USA

und weiß, wie wichtig es ist, Gewohntes aufzugeben und mutig

Veränderungen anzugehen. Diese Erfahrungen teilt Marco Böhme

seit vielen Jahren in seinen Vorträgen an der Privaten Hochschule

Göttingen (PFH), um vor allem junge Menschen zu ermutigen,

Unternehmer zu werden.

Der 50-Jährige ist ,frisch‘ verheiratet und lebt mit seiner zweiten

Frau und den drei Kindern in einer lebendigen Patchworkfamilie.

Ausgleich zu Familie und Job findet er beim Fußballspielen mit den

Alten Herren beim SC Weende und beim Laufen um den Kiessee.

KONTAKT

Tel. 0551 3098390,

boehme@faktor-magazin.de

oder vereinbaren Sie einen

Termin mit Marco Böhme ‣

16 3 |2025



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mensch

SEBASTIAN MAURITZ ist einer

der vier Gründungsherausgeber

des faktor-Magazins.

Doch schon vor der Gründung

hatte er die Göttinger Medienlandschaft

aufgewirbelt und frische

Impulse gesetzt. Die Medienzeiten

sind indes vorbei;

aus dem agilen Verleger von

damals ist ein Resilienz-Trainer

aus Berufung geworden.

18 3 |2025



mensch

Ein spannendes

Jahrzehnt

TEXT MARGARETA VOGEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Eigentlich wollte Sebastian Mauritz mal Lehrer werden

und studierte entsprechend auf Lehramt in Göttingen.

„Aber ich hatte schon damals ein großes Interesse daran,

wie Menschen denken und funktionieren. Ich hatte auch

schon immer ein gutes Gefühl für Ästhetik und Stimmigkeit“,

erzählt Mauritz. Beides wurde für seine späteren

beruflichen Aktivitäten prägend.

SCHON WÄHREND DES STUDIUMS stieg Mauritz in

die Fotografie und den Journalismus ein, indem er unter

anderem für die HNA, Welt am Sonntag, Bild und dpa

tätig wurde. Er hat sich viel selbst beigebracht und einiges

von Kollegen gelernt. Sein Interesse an Psychologie

und Marketing führte ihn zusätzlich zur Weiterbildung

als Marketingfachwirt. Schließlich gründete er sein erstes

eigenes Unternehmen für Fotodienstleistungen. Mauritz

war des nachts viel auf Partys unterwegs, um die

berühmten People-Fotos zu machen. So arbeitete er

dann auch irgendwann für das Magazin Trends+Fun.

Und weil Mauritz niemand ist, der einfach nur abarbeitet,

sondern jemand, der eigene Ideen entwickelt,

„sagte mein damaliger Chef den berühmten Satz zu mir:

‚Wenn du alles besser weißt, dann mach doch dein eigenes

Stadtmagazin.‘ Ich fand, das war eine gute Idee, und

ich glaube, er hat den Satz später ein wenig bereut.“

2001 ging es dann mit dem Stadtmagazin37 los und

zehn Ausgaben jährlich, gegründet von Sebastian Mauritz

zusammen mit Florian Grewe. Mauritz und Grewe

waren umtriebig in der Göttinger Unternehmensszene.

Außer dem Stadtmagazin hatten sie noch eine Werbeagentur,

gaben für kurze Zeit das Event-Heftchen Diggla

heraus, gründeten mit goettingeneins.de eine regionale

Onlinecommunity, die mit zeitweise über 40.000 aktiven

Usern zu einer der größten regionalen Plattformen

Deutschlands zählte – bis StudiVZ und später Facebook

den Markt übernahmen.

Später stieß dann als Anzeigenleiter auch noch Horst

Wolf vom RegJo-Magazin dazu, über den wiederum der

Kontakt zu Marco Böhme bestand, der beim RegJo die

Redaktion leitete. Aus den gemeinsamen Treffen entwickelte

sich die Idee, ein eigenes Wirtschaftsmagazin zu

machen. So wurde 2005 das faktor-Magazin aus der Taufe

gehoben, mit viel Support vom Stadtmagazin-Team.

Marco Böhme wurde dann nach einigen gemeinsamen

Jahren alleiniger Inhaber und Herausgeber.

DAS STADTMAGAZIN37 gibt es heute nicht mehr. Die

Rechte wurden 2013 an das Göttinger Tageblatt beziehungsweise

die Verlagsgesellschaft Madsack übergeben.

In der Folge lösten Mauritz und Grewe auch ihre

gemeinsame Agentur und den Verlag auf und gingen

getrennte Wege. Was aus der Verlagstätigkeit von Mauritz

und Grewe aber noch geblieben ist, ist der faktor, dessen

Keimzelle in den Redaktionsräumen des Stadtmagazins

in der Friedrichstraße liegt.

„Es waren über zehn wirklich interessante und lehrreiche

Jahre in der Medienlandschaft“, sagt Mauritz rückblickend.

Aber es ist eben auch ein Abschnitt, der vorbei

ist. „Das liegt nicht daran, dass ich nichts mehr damit zu

tun haben will, sondern daran, dass wenn ich etwas

mache, ich das zu 100 Prozent mache. Und das ist meine

Beschäftigung als Trainer rund um das Thema Resilienz

geworden.“ Dennoch ist da weiterhin eine stete Freude

über das faktor-Baby und wie gut es herangewachsen ist.

„Ich freue mich über jede neue Ausgabe, die ich nach wie

vor mit Interesse lese.“ ƒ

3 |2025 19



mensch

Florian Grewe war einer der

vier Gründungsherausgeber des

faktor-Magazins und Gründer

des Stadtmagazin37 und der

Agentur Mauritz & Grewe. Der

Mann, der lieber hinter den

Kulissen arbeitet, ist der Kommunikationsarbeit

bis heute

treu geblieben und blickt gerne

auf die Zeit nach der Jahrtausendwende

zurück.

20 3 |2025



mensch

„Das war eine

sehr spannende und

lehrreiche Zeit“

TEXT MARGARETA VOGEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

„Die Gründerthematik hat sich eigentlich aus dem Studium

heraus ergeben, durch die Freundschaft zu Sebastian

Mauritz“, beschreibt Florian Grewe, wie es damals

losging mit der Selbstständigkeit. Der angehende Politikwissenschaftler

war gemeinsam mit Sebastian Mauritz

viel im Göttinger Nachtleben unterwegs: Als Barkeeper

auf der legendären Cocktailparty im Göttinger Monro‘s

Park und als freier Fotograf für Medien- und Eventfotografie.

Über eine langjährige studienbegleitende Mitarbeit

in der PR-Agentur des damaligen deutschen

PR-Papstes Moritz Hunzinger entwickelte Grewe seine

Organisations- und Kommunikationstalente. Die Zusammenarbeit

mit Mauritz in Göttingen nahm kurz

nach der Jahrtausendwende zunehmend Fahrt auf, und

es entwickelte sich die Idee zur Gründung eines Stadtmagazins

und einer Ausweitung der Fototätigkeit auf eine

Full-Service-Marketingagentur.

DIE ERSTE REDAKTION befand sich in der Wohnung

von Mauritz, später wurden dann Räume im Souterrain

der Friedrichstraße 1 angemietet. Dort entstanden noch

weitere Projekte, unter anderem ein Online-Community-

Portal, und hier wurde auch das faktor-Magazin geboren.

Weitere Initiativen bestehen teilweise bis heute weiter,

wie die Bio-Brotbox-Aktion für ein gesundes Schulfrühstück,

aber auch Messeformate zu den Themen Gesundheit

und Entscheider, um regional Akteure und Unternehmer

zusammenzubringen. „Das war eine sehr

spannende und lehrreiche Zeit“, so Grewe. „Ich denke,

wir haben gemeinsam die Medienlandschaft in Südniedersachsen

bereichert. Insbesondere mit dem faktor, den

Marco Böhme mit seinem Spirit und seinen Qualitätsvorstellungen

maßgeblich vorangetrieben hat.“

Es ging von Anfang an nicht nur darum, ein hochwertiges

Magazin zu schaffen, sondern auch eines, das den

Netzwerkgedanken, der in der Region Göttingen spürbar

aufblühte, hochzuhalten und zu fördern. „Wir waren

viel unterwegs, hatten zahlreiche Unternehmer kontakte

und wurden regelmäßig darauf angesprochen, ob wir

nicht jemanden kennen würden, der Lösungen für Fragestellungen

anderer Unternehmer hatte“, erinnert sich

Grewe. „Ein Thema, das der faktor bis heute weiterlebt

und mit zahlreichen spannenden Formaten und Partnern

konsequent ausgebaut hat.“

DER VERÄNDERUNGSPROZESS zog sich für Florian

Grewe dann über einen längeren Zeitraum hin. Die

Finanzierung des Stadtmagazin37 wurde schwieriger,

der faktor wurde eigenständig unter der alleinigen Inhaberschaft

von Marco Böhme. Sebastian Mauritz „fand

sein Lebensthema im Coaching, sodass ich mir auch die

Frage gestellt habe, was ich eigentlich langfristig machen

möchte“. Am Ende spielte der Zufall über persönliche

Kontakte eine Rolle. Das Stadtmagazin wurde verkauft,

Werbeagentur und Verlag Mauritz und Grewe wurden

aufgelöst und Florian Grewe wechselte in die Wirtschaft

als Unternehmenssprecher: Zunächst bei der Krankenhausgruppe

Vinzenz-Verbund Hildesheim, später in der

Mediaberatung beim Göttinger Tageblatt und dann als

Zentralbereichsleiter Marketing bei der zufall logistics

group. Ende 2021 wechselte Grewe als Leiter Unternehmenskommunikation

und Entwicklung an die St. Martini-

Gruppe in Duderstadt, die ein Krankenhaus, mehrere

Altenpflegeheime, ambulante Hospiz- und Palliativdienste

sowie MVZ-Praxen betreibt.

„Ich durfte in dieser Zeit der Selbstständigkeit Erfahrungen

sammeln, die mich in letzter Konsequenz da

hingebracht haben, wo ich heute bin“, sagt Grewe.

„Deswegen kann ich jedem empfehlen, sich Gleichgesinnte

zu suchen, dem eigenen Bauchgefühl zu folgen

und sich auf das zu konzentrieren, was man wirklich

gerne tut – auch wenn Wege sich dann einmal in unterschiedliche

Richtungen entwickeln. Wichtig war in unserem

Gründerteam die Kombination unterschiedlicher

Talente, die sich damals perfekt ergänzt haben. Bis heute

bin ich dankbar für die gemeinsame Zeit und bleibe

meinen ehemaligen Geschäftspartnern in großer Wertschätzung

verbunden.“ ƒ

3 |2025 21



mensch

HORST WOLF war als Mitgründer

von faktor von Anfang

an dabei und hat die Entwicklung

lange mit vorangetrieben.

Als Anzeigenleiter war er auf

regionalen Veranstaltungen

unübersehbar präsent und gewann

unzählige Partner und

Anzeigenkunden.

22 3 |2025



mensch

Der große

Netzwerker

TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

„Marco und ich sind damals bei jeder Veranstaltung in

der Region gewesen“, sagt Horst Wolf in Erinnerung an

die Anfangszeit von faktor. „Es hat nicht lange gedauert,

bis es hieß ‚Da sind wieder die Zwei von faktor‘.“ Das

habe sich für ihn wie eine Bestätigung angefühlt, dass sie

gemeinsam einen guten Job gemacht hätten: „Wir wurden

wahrgenommen.“ Dazu hat sicherlich nicht nur die

Menge der Veranstaltungen beigetragen, sondern auch

die Größe von Wolf – der 2,09 Meter große Ex-Basketballer

ragt in der Regel aus der Masse heraus. Horst

Wolf als Anzeigenleiter und Marco Böhme als Herausgeber

waren damals die faktor-Gesichter in der Öffentlichkeit,

„eine Rolle, bei der uns Sebastian Mauritz hin

und wieder unterstützt hat“. Florian Grewe, der Vierte

im Kreis der Mitgründer, agierte als der Mann für die

Organisation und Prozesse eher hinter den Kulissen.

NACH DEN BLEIBENDEN ERINNERUNGEN an seine

faktor-Zeit gefragt, überlegt Horst Wolf kurz. Gerne erinnere

er sich an den ersten Termin bei einem potenziellen

Partner. „Rainer Hald, damals Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse Göttingen, wollte von uns genau wissen,

warum Göttingen und die Region ein weiteres Wirtschaftsmagazin

bräuchten“, berichtet Wolf. „Es gäbe ja

schließlich schon eines.“ Gemeinsam hätten Marco Böhme

und er dem kritischen Sparkassen-Chef den faktor-

Ansatz erklärt – ein Magazin mit Fokus auf die Erfolgsgeschichten

der Region, für jede Ausgabe ein verlässlicher

Termin für das Erscheinen und vor allem: Der Aufbau

einer Plattform für die aktive Vernetzung der Akteure

in der Region. „Wir müssen ihn überzeugt haben, er

rief kurz nach dem Termin an, und die Sparkasse wurde

Partner der ersten Stunde“, sagt Horst Wolf. Solche Erfolge

hätten aus seiner Sicht die Aufbruchstimmung und

den Glauben daran bestärkt, etwas Sinnvolles mit Perspektive

aufzubauen. Da sei es verschmerzbar gewesen,

im ersten faktor-Büro an einem Tisch mit einer Tür als

Tischplatte und Sägeböcken als Unterkonstruktion zu

sitzen.

RÜCKBLICKEND DENKE ER gerne an die vielen Begegnungen

mit interessanten, spannenden Menschen, gerade

auch bei der faktor-Business-Lounge, so Horst Wolf.

„Ottmar Hitzfeld hat mich damals schon begeistert, als

wir ihn in Hannover am Flughafen abgeholt haben.“

Der Erfolgstrainer sei ihm als nahbarer, freundlicher

Mensch in Erinnerung, der schon auf der Fahrt mitreißend

von seinem Leben erzählt habe. „Er hat damals

auf der Rückfahrt sein Handy im Auto vergessen, das

haben wir ihm per Post hinterhergeschickt.“ Ein gelungenes

Beispiel für die Vernetzung regionaler Akteure bei

der Business Lounge fällt Wolf auch sofort ein. „Wir haben

Detlef Hofmann, damals Prokurist bei der Zufall

Logistics Group, und Heiko Keilholz, ehemals geschäftsführender

Gesellschafter des HKS Sicherheitsservice, zusammengebracht.

Sie kannten sich vorher noch nicht.“

Zu seinen bleibenden Erinnerungen gehöre auch der

Tag, an dem er Marco Böhme mitgeteilt habe, dass er sich

beruflich verändern und die Pro Basketball Göttingen

GmbH im Bereich Sponsoring hauptberuflich unterstützen

wolle – eine Aufgabe, die er bis heute wahrnimmt.

„Das Gespräch mit Marco war eines der schwersten, die

ich je geführt habe“, sagt er. „Da er wusste, was mir der

Sport und die BG Göttingen bedeuten, hatte er Verständnis.“

Nicht zuletzt deshalb seien die beiden auch heute

noch in Kontakt, gingen gemeinsam Mittagessen, wenn es

die Terminkalender zuließen. „Wir tauschen uns regelmäßig

aus, und ich verfolge die Entwicklung von faktor

immer weiter.“ Bis heute profitiere er als Netzwerker von

der Arbeit und den zahlreichen Veranstaltungsbesuchen

in der faktor-Anfangszeit, ist Wolf überzeugt. „Wir haben

damals dafür gesorgt, dass uns alle kennen.“ ƒ

3 |2025 23



wissen

Wir werfen einen Blick in die erste

Ausgabe – so ging es los vor 20 Jahren

im Herbst 2005.

24 3 |2025



wissen

ƒaktor 01

Herbst 2005

3 |2025 25



wissen

Von Anfang an ist uns das

hochwertige Layout wichtig,

sodass die Bilder und Texte

wirken können.

,IM AUFBRUCH‘ hieß bei der faktor-Premiere die Titelgeschichte – im Fokus

unserer Recherchen war damals das neu gegründete Verpackungscluster Südniedersachsen.

Das Cover mit dem Ei nahm sowohl das Thema Verpackungen auf

als auch unsere ,Geburt‘ als Magazin.

Weitere Themen waren das China-Geschäft regionaler Firmen und familienfreundliche

Unternehmen – die Illustrierung mit der Kinderzeichnung kam übrigens

von der Tochter unserer Grafikerin Verena Reimann. ‣

26 3 |2025



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,DER WOHLFÜHLER‘ porträtierte den Einbecker Unternehmer

Bodo Rengshausen, der uns beeindruckte mit seinem Erfindergeist

und dem Mut, anders zu denken.

FÜR DIE ERSTE AUSGABE durften wir Ministerpräsident Christian

Wulff interviewen. „Mein Platz ist hier“, sagte er über seine

bundespolitischen Ambitionen und meinte damit Hannover.

Wulff wurde 2010 Bundespräsident.

GRENZEN SIND DA, um sie zu übertreten. Das haben wir regelmäßig

getan. So haben wir den neuen Chefdirigenten des Göttinger

Symphonieorchesters, Christoph-Mathias Mueller, vorab

in Berlin besucht und somit in der Region vorgestellt. In den

folgenden Jahren berichteten wir immer wieder über Mueller

und das GSO – der Schweizer schaffte es mit seinem Taktstock

zum Thema Führung sogar aufs faktor-Cover.

Außerdem stellten wir das Bioenergiedorf Jühnde vor und interviewten

Literaturherbst-Macher Christoph Reisner, der leider

2014 verstorben ist. ƒ

28 3 |2025



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Das Team

-Magazin

Wer macht eigentlich den faktor? Wir stellen Ihnen im

Heft frühere Mitarbeiter, aber auch die aktuellen vor.

Denn Sie sollen ja schließlich wissen, mit wem Sie es

zu tun haben, wenn Sie bei uns anrufen, an unseren

Events teilnehmen oder gar einen unserer Mitarbeiter

zum Interview erwarten …

ILLUSTRATION MAXIM SEEHAGEN FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Marco Böhme

Gastgeber & geschäftsführender Gesellschafter

Ich bin seit 2005 der Herausgeber des faktor-Magazins

und Gastgeber des faktor-Clubs. Eigentlich bin ich aber

vor allem Netzwerker und mein wichtigster Job ist es,

mit wichtigen Menschen Mittagessen zu gehen...

Vorher habe ich mein Abi 1994 in Kassel gemacht und

dann in Göttingen studiert, um Journalist zu werden.

Nach zwei Auslandssemestern im Staat New York habe

ich ein Praktikum beim damaligen Regional-Journal für

Südniedersachsen, RegJo, absolviert und wurde dort im

Frühjahr 1999 Chefredakteur. Nach fünfeinhalb Jahren

verließ ich RegJo und baute mit den Partnern Horst Wolf,

Sebastian Mauritz und Florian Grewe den faktor auf.

Ich bin stolz, dass es faktor seit 20 Jahren erfolgreich

am Markt gibt und wir uns immer weiter zur faktor-Plattform

entwickeln, wo neben dem Printmagazin unsere

Events genauso wichtig werden wie digitale Angebote.

30 3 |2025



Christiane Wiese-Brahimi

Service & Sekretariat

mensch

Ich bin die Clubmanagerin und seit November 2023 beim faktor glücklich.

Ich kümmere mich um die Organisation und Verwaltung im Büro. Besonders

spannend finde ich die Planung und Organisation unserer faktor-Business-Lounge.

Das ist immer wieder ein Highlight für mich!

Kurz gesagt, bin ich die Managerin, die gemeinsam mit unserem großartigen

Team dafür sorgt, dass wir weiterhin viel Freude an unseren Veranstaltungen,

dem faktor-Club und natürlich unserem Magazin haben werden.

Lange vor meiner Zeit beim faktor habe ich eine Ausbildung zur Verkäuferin

gemacht und später zur Handelsfachkraft im Bereich Internet- und Online-Tourismus

umgeschult. In verschiedenen Firmen und Branchen habe ich

all meine Erfahrungen und Kenntnisse gesammelt, die ich hier beim faktor gut

einsetzen kann.

Anastasia Riesling

Studentische Hilfskraft

Stefan Liebig

Ich bin der Neue und der Alte in einer Person – und bald auch schon wieder nicht mehr

im Redaktionsteam. Wie das?

Nun ja, ich bin neu als Interimsredakteur, schreibe aber seit 2006 für den faktor. Außerdem

ist es – vorerst – die einzige Ausgabe, die ich leite, denn im Oktober übernimmt ja

Markus Riese die Chefredaktion. Unfassbar, dass es sich dabei um eine so dicke und spannende

Jubiläumsausgabe handelt! Für mich auch eine erinnerungsreiche Reise durch meine

vielen faktor-Termine, wie zum Beispiel den bei der Benary Samenzucht – für den Beitrag

erhielt ich einen Alexanderpreis ...

Ich habe Göttingen und die Region als Student, als Minicarfahrer, als Journalist und als

Mitinhaber der Agentur PROFILGebeR sowie regionaler Bildbandautor kennen- und liebengelernt.

Bevor ich aus Bad Laasphe in der westfälischen Provinz an die Leine gezogen

bin, habe ich eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Irgendwie fügt sich

dies alles auf erstaunliche Art und Weise zusammen, wie eine komplizierte Schachposition

– was mir als passioniertem Schachspieler und Schachjournalist besonders gut gefällt.

Ob Vorbereitung der Mailings, die Organisation der monatlich stattfindenden

Webinare oder die Einstellung von Digitalprofilen auf unserer Webseite – im

Backoffice versuche ich, zum Erfolg des faktor-Teams beizutragen.

Die tolle Arbeitsatmosphäre von faktor kann ich schon seit Januar 2024 miterleben

und konnte so bereits an vielen interessanten Formaten, wie der faktor-Business-Lounge

oder auch an Team-Weiterbildungen teilnehmen. Und nebenbei

studiere ich im Bachelorstudiengang ‚Modernes China‘ an der Georg-August-Universität

in Göttingen. Auch wenn ich beim faktor kein Chinesisch sprechen

kann, bietet mir die Arbeit hier doch viele spannende Möglichkeiten, wie

zum Beispiel die Arbeit mit vielen verschiedenen Computerprogrammen oder

das Ausprobieren von KI-Lösungen zur Bildbearbeitung.

Ich freue mich auf die kommende Zeit hier beim faktor und wünsche alles

Gute zum Jubiläum!

3 |2025 31



mensch

Thorsten Sawada

Vertriebsinnendienst

Meine Mission bin ich im Juli 2024 angetreten:

Als weiteres, freundliches Gesicht im faktor-Team, das per E-Mail, Telefon

oder manchmal auch per Rauchzeichen versucht, die Kunden glücklich zu

machen. Mein Ziel ist es, den Arbeitsalltag so reibungslos wie möglich zu

gestalten und dabei stets freundlich und hilfsbereit zu sein, selbst wenn die

Welt in Deadlines und To-do-Listen versinkt. Dabei versuche ich, immer den

Überblick zu behalten, selbst wenn die E-Mails in meinem Posteingang eine

eigene kleine Welt bilden.

Was meinen Werdegang angeht: Ich habe 1988 mein Abitur gemacht, weil

ich dachte, damit die Welt erobern zu können. Nach der Bundeswehr folgte

eine Ausbildung zum Industriekaufmann – um die Grundlagen der Geschäftswelt

zu beherrschen. Ein Studium der Betriebswirtschaftslehre schloss

ich erfolgreich ab, um die großen Zusammenhänge zu verstehen – oder zumindest

so zu tun, als ob. Und natürlich bringe ich meine langjährige Berufserfahrung

mit. Die macht mich zum unbestrittenen Profi – oder lässt

mich wenigstens gelegentlich so aussehen, als hätte ich alles im Griff.

Kurz gesagt: Ich bin der Player im Hintergrund, der versucht, mit allen

anderen Team-Mitgliedern zusammen dafür zu sorgen, dass wir weiterhin

viel Freude mit zukünftigen faktor-Magazinen haben werden.

Anke Steines

Layout

Ich bin Anke und war zwischen Hamburg, Münster, dem Bauhaus in Dessau und

Göttingen unterwegs: Vom Agenturleben in Hamburg hat es mich als Diplom-

Designerin und Master of Arts and Integrated Design nach Göttingen verschlagen.

Seit Anfang 2025 bin ich mit im Magazingeschäft, um meine Leidenschaft

für Menschen und Design beim faktor einzubringen. Ich liebe den Austausch auf

Augenhöhe, denn Respekt ist für mich die Basis für echte kreative Energie.

Ich glaube nicht daran, alles neu zu erfinden, sondern Bestehendes in die Jetztzeit

zu übersetzen. Dabei schaue ich auf Ikonen wie Eike König, Vivienne Westwood,

zum Bauhaus, zur Mode und zum Möbeldesign und zu anderen Magazinen

– das sind für mich echte Inspirationen.

Meine Accessoires? Menschen, Magazine, Möbel – alles, was schön ist. Denn

wer sich mit Schönem umgibt, schafft automatisch das Schöne.

Kurz gesagt: Ich sehe mich als die kreative Seele, mit einem Lächeln und einem

Blick für das Besondere.

32 3 |2025



mensch

TOBIAS KINTZEL über seine Beziehung zum Entscheidermagazin: „Mit faktor verbindet mich seit der

zweiten Ausgabe eine nun zwanzigjährige, intensive On/Off-Beziehung. Über weite Strecken habe ich

die Entwicklung des Magazins als freier Redakteur und zeitweise Redaktionsleiter begleitet. Das Besondere

war und ist für mich die Chance, spannende Menschen zu treffen, mich mit ihnen zu unterhalten

und ihre Geschichten so aufschreiben zu können, wie ich sie wahrnehme. faktor hat mir die

Augen für die vielen Unternehmen in der Region geöffnet, die in ihrer Nische zu den Marktführern

gehören – manche sogar weltweit. Hoffentlich erzählt faktor ihre Erfolgsgeschichten noch lange.“

ANJA DANISEWITSCH schreibt seit 2017 für das faktor-Magazin. Was sie sowohl als Redakteurin

für uns als auch als freiberuflicher Story-Coach immer wieder antreibt, ist: echte, emotionale Geschichten

von Unternehmern aufzuspüren, die andere inspirieren. Ihre journalistischen Texte für

den faktor wurden dafür zweimal mit dem Göttinger Alexanderpreis ausgezeichnet. Als Story-

Coach liebt sie es, mit Soloselbstständigen deren Brand-Story auf sehr intuitive Weise zu entwickeln.

2024 ist Anja der Liebe wegen nach Düsseldorf gezogen, doch Göttingen ist und bleibt im Herzen

ihre Heimat.

SVEN GRÜNEWALD schreibt seit 2017 für den faktor. Als ehemaliger Chefredakteur des RegJo-Magazins

und Ressortleiter Regionale Wirtschaft beim Göttinger Tageblatt kennt er den faktor auch

schon eine sehr lange Zeit von außen. „faktor war früher die Konkurrenz, aber eine, die stark in der

regionalen Wirtschaft vernetzt und verwurzelt war und von der man sich auch etwas abschauen

konnte.“ Sven schreibt natürlich über wirtschaftliche Themen, aber sein besonderes Interesse gilt

wissenschaftlichen und Bildungsthemen sowie der Suche nach dem Haar in der Suppe – Dingen, die

nicht rund laufen und die man besser machen kann.

CAROLIN KÖPP ist in Osterode geboren und in Herzberg aufgewachsen. Somit ist sie fest in der

Region verankert. Als Werbeagenturinhaberin schreibt die ausgebildete Printmediengestalterin,

freie Journalistin, Autorin mehrerer großer Bildbände über die Region Südniedersachsen und Chefredakteurin

eines Seniorenmagazins in Diepholz seit mehr als zehn Jahren für das faktor-Magazin

über regionale und medizinische Themen – sie sagt: „Ich liebe es, die Geschichten, die Menschen

mir über sich oder ihre Projekte erzählen, aus meiner Sicht zu schreiben. Für faktor nutze ich diese

Vorliebe gerne, um die menschliche Seite hinter dem Business zu zeigen.“

MATTHIAS BRUNNERT sagt, warum er gerne für faktor schreibt: „Hohes Tempo bestimmte meine

berufliche journalistische Tätigkeit. Motto: Jetzt passiert – schon berichtet. Als Mitarbeiter zahlreicher

Zeitungen und Rundfunkanstalten, später als Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur

fürs südliche Niedersachsen war Schnelligkeit wesentlich. Vor drei Jahren hat Marco Böhme mich

gefragt, ob ich für faktor arbeiten wolle. Sehr gerne. So kann ich als Ruheständler auf andere Art

berichten – mehr Zeit für Recherche und reichlich Platz zum Schreiben – ungewohnt, aber reizvoll.

Denn ich lerne dabei interessante Menschen, Unternehmen, Einrichtungen und Projekte kennen.“

RUPERT FABIG stellt klar: „Den faktor finde ich – verzeihen Sie den Ausdruck – zum Kotzen! Okay,

fand ich, für einen Abend. Der Außenreporter-Einsatz bei Harzdrenalin, bei dem ich von einer Hängebrücke

per Pendelsprung herabstürzen musste, wirkte nach. Eine ganz gute Überleitung zum

Magazin, denn die Artikel darin verfangen. Im Notfall mich persönlich, wenn ich mal wieder im

Göttinger Sternelokal vorkosten darf, mir in einem Barbershop in der hessischen Provinz die Nasenhaare

wachsen lasse oder Extremsportler treffe, die Nordamerika ostwärts durchqueren. Langweilig

ist jedenfalls anders.

P.S. Kann ich die Rechnung für die Reinigung der bespuckten Hotelbar noch einreichen?“

Norman Lippert ist freiberuflicher Archivar und Historiker. In Berlin geboren und aufgewachsen, zog

es ihn nach einem Bachelorstudium der Anglistik/Amerikanistik und Geschichte von Greifswald nach

Göttingen. Hier beendete er 2012 sein Masterstudium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und

gründete 2013 sein Büro für historische Dienstleistungen Histofaktur. Sein Spezialgebiet ist die Wirtschaftsgeschichte

Göttingens, über die er in zahlreichen faktor-Artikeln, Büchern, Stadtführungen und

Vorträgen analysiert. Für seine faktor-Beiträge zur südniedersächsischen Tuchindustrie, über Göttinger

Uhren und die hiesige Erfindung des Papierrecyclings erhielt er jeweils den Alexanderpreis.

Unsere freien Mitarbeiter

3 |2025 33



arkaden

Arkaden

am

Gericht

Das Büro- und Geschäftshaus Arkaden am

Gericht prägt seit dem Jahr 2003 in zentraler

Lage das Gesicht Göttingens. An der Berliner

Straße ist es vielen mittelständischen

Unternehmen, darunter auch dem faktor, eine

Heimat und zugleich Orientierungspunkt für

Einheimische und Besucher der Stadt.

TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Früher befand sich zwischen Amtsgericht,

Finanzamt und Hauptbahnhof an der Berliner

Straße ein Parkplatz, der abends bei

Nachtschwärmern ebenso gefragt war wie

tagsüber bei Menschen, die zum Einkaufen in

die Stadt wollten. Dazu konnte man an dieser zentralen

Stelle der Stadt seine Briefe direkt aus dem Auto in einen

Drive-through-Postkasten einwerfen.

Seit dem Jahr 2003 prägen die Arkaden am Gericht,

ein Büro- und Geschäftshaus mit mehr als 2.000

Quadrat metern Bürofläche, das Gesicht der Stadt an der

Kreuzung Berliner Straße und Godehardstraße. „Ich

wollte bei der Umsetzung der Arkaden am Gericht von

Anfang an architektonische Qualität und zeitlose Wertigkeit

mit dem städtischen Kontext verbinden“, sagt ‣

34 3 |2025



arkaden

3 |2025 35



arkaden

Klaus Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der

CUBUS GmbH & Co. KG, der das Gebäude konzipierte

und baute. Übrigens hat Klaus Schneider auch den

Namen des Gebäudes ersonnen. Jedes Bauvorhaben brauche

einen passenden Namen, ist er überzeugt. „Ein Name

stiftet Identifikation, bietet Orientierung. Aus meiner

Sicht sollte er positiv besetzt, zurückhaltend und dennoch

eingängig sein“, erklärt er. „Eben so wie Arkaden

am Gericht .“

MIT DER HELLEN STEINFASSADE und der etwas zurückgesetzten

oberen Etage, die das Gebäude leichter

und weniger massig wirken lässt, verbindet sich das

Gebäude mit seiner markanten Architektur mit der

direkten Umgebung. Auf besondere Weise verbindet es

sich auch mit der Geschichte der Stadt Göttingen: Der

tor artige Durchgang zwischen den beiden Gebäudeteilen

ist dem Reitstalltor nachempfunden, das als einziges

Überbleibsel des barocken Universitätsreitstalls 1974

am Campus der Universität aufgestellt wurde.

HEUTE SIND UNTER ANDEREM die Anwaltskanzleien

Mügge, Dr. Pitschel & Partner und SBZW Dr. Bodenburg,

Zilian, Werk oder auch die Entscheider Medien

GmbH in dem Büro- und Geschäftshaus zu finden –

genau wie die CUBUS-Firmenzentrale. „Für uns sind die

Arkaden am Gericht nicht nur geschäftliche Heimat,

sondern auch Musterhaus“, sagt Klaus Schneider. Im

Gebäude könnten sein Sohn und er potenziellen Kunden

neuer Projekte alles zeigen: zum Beispiel den Granit, die

Edelstahlgeländer, die Ausführung der Terrassen und der

Aufzüge. „Wir setzen das in unseren Bauvorhaben genau

so um. Hier können wir Kunden die spätere Ausführung

schon lange zeigen, bevor wir mit der Umsetzung beginnen“,

sagt Schneider. „Aber ganz unabhängig davon

fühlen wir uns hier einfach wohl.“

Das gilt auch für den faktor-Herausgeber Marco

Böhme, der vor allem die gute Lage betont. „Sowohl

der Bahnhof als auch die Innenstadt sind für Meetings,

die Mittagspause oder einen schnellen Snack zwischendurch

in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar“, sagt er.

„Außerdem kann ich jedem einfach erklären, wo wir zu

finden sind.“ ƒ

36 3 |2025



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PROFIL

NACHHALTIGKEIT ALS MASSSTAB

Die CUBUS Firmen setzen auf Energieeffizienz

und umweltbewusste Konzepte, von

Wärmepumpentechnologie über Photovoltaik

bis hin zur Umsetzung nachhaltiger Energiestandards.

„Dabei entstehen nicht nur

funk tionale Gebäude, sondern lebenswerte

Räume mit architektonischem Anspruch“,

sagt Claus- Henrik Schneider. Ein eindrucksvolles

Beispiel dafür ist das „Plateau-Grün“,

in der Bettina-von-Arnim-Straße, das mit

135 Wohneinheiten zu den größten Passivhausprojekten

in Niedersachsen gehört. Zu

den kürzlich abgeschlossenen Projekten zählen

die „Gründerzeit-Wohnungen“ mit 43 Eigentumswohnungen

im KfW-40Plus-Standard

sowie die benachbarten „Gründerzeit-Villen“

mit 47 Einheiten im KfW-55-Standard in Weende.

Beide Bauvorhaben verbinden klassische

Architektur mit moderner Energietechnik.

CUBUS GmbH & Co. KG und

CUBUS Immobilien GmbH –

nachhaltige Baukultur in Göttingen

Die CUBUS GmbH & Co. KG und

die eigenständige Schwesterfirma

CUBUS Immobilien GmbH zählen

zu den prägenden Bauträgern

in Göttingen. Seit 1995 verfolgt Klaus Schneider

mit der CUBUS GmbH & Co. KG das Ziel,

zukunftsweisendes, hochwertiges und nachhaltiges

Bauen umzusetzen. Heute führt sein

Sohn Claus-Henrik Schneider diese Familientradition

fort. „Wir haben mit unserer Philosophie

im Lauf der Jahre rund 500 Eigentumswohnungen

in Göttingen realisiert und einen

bedeutenden Beitrag zur Wohnraumgestaltung

in der Stadt geleistet“, sagt Klaus Schneider.

Für die Schneiders sind Immobi lien ein

persönliches Geschäft, das auf Vertrauen

basiert. „Wir haben die Beziehungen zu unseren

Kunden – unser Netzwerk – über viele

Jahre aufgebaut“, beschreibt Claus-Henrik

Schneider. „Wir setzen auf den persönlichen

Kontakt, sprechen unseren Kundenstamm bei

neuen Projekten immer zuerst an.“ Nicht zuletzt

wird durch die direkte Ansprache und die

frühzeitige Abstimmung auch die Individualisierung

in den Objekten möglich.

Die Firmenzentrale befindet sich in den Arkaden

am Gericht an der Berliner Straße. Das

Büro- und Geschäftshaus mit der zentralen Lage

zwischen Amtsgericht, Finanzamt und Hauptbahnhof

wurde von Klaus Schneider konzipiert

und gebaut. Das Gebäude mit der markanten

Architektur ist ein Fixpunkt bei der Orien tierung

in der Stadt. Es unterstreicht zudem den

CUBUS-Anspruch, architektonische Qualität

mit dem städtischen Kontext zu verbinden.

NEUES BAUVORHABEN:

„STADTGARTEN – GEISMAR“

Mit dem „Stadtgarten – Geismar“ steht ein

neues CUBUS-Projekt in den Startlöchern. In

bevorzugter Lage werden dort 51 barrierearme

Eigentumswohnungen in zwei Gebäuden

reali siert. Umgesetzt werden soll das Bauvorhaben

mit durchdachter, familienfreundlicher

und nachhaltiger Architektur im Effizienzhaus-55-Standard

(EH55). Jede Wohnung verfügt

über großzügige Balkone, Dachterrassen oder

Terrassenflächen. Aufzüge, Tiefgarage, Fahrradstellplätze

und Infrastruktur für E-Mobi lität

runden das Konzept ab. Namensgeber für dieses

innovative Neubauvorhaben ist der traditionelle

Garten mit etwa 700 Quadratmetern,

der zur gemeinschaftlichen Nutzung allen

Bewohnern zur Verfügung steht und mit der

Dach- und Fassadenbegrünung den ökologischen

Gedanken vollendet. Der Baustart ist im

dritten Quartal 2025.

info@cubus-immobilien.de

Tel. 0551 32214



mensch

Entscheider

des Entscheider-Magazins

Sehen Sie hier, wer über die Jahre bis zur Jubiläumsausgabe für die Inhalte der

faktor-Ausgaben gesorgt hat:

Zunächst war Marco Böhme für die

redaktionelle Leitung des faktor zuständig.

Von Ausgabe 1 im Frühjahr

2005 bis zum fünfjährigen Jubiläum

nahm der Herausgeber diese Doppelrolle

wahr. Wenn auch nur kurz

folgte ihm dann für zwei Ausgaben

Belinda Helm (heute Duvinage). Sie

brachte in kurzer Zeit frische Ideen

ein und denkt noch immer gerne an

ihre ‚Short Story‘, wie sie es nennt,

beim faktor und sagt rückblickend:

Tobias Kintzel ein. Er organisierte

von Dezember 2005 bis Ende 2009

die Heftinhalte (siehe Vorstellung der

freien Mitarbeiter auf Seite 33).

In den Jahren 2011 und 2012 war

Claudia Krell Redaktionsleiterin.

Auch sie schätzt die journalistische

Freiheit und Vielfalt des Magazins.

„Ein Herausgeber und Gründer, der

eine Vision hatte und mir sein Vertrauen

geschenkt hat. Ich denke an

Mut, Weitsicht, Vision und Qualität.“

Sie hat ihren Weg gemacht, volontierte

bei einer Tageszeitung und

arbeitet inzwischen als Journalistin

in München. Dankbar spricht sie

über die Erfahrungen, die sie beim

faktor sammeln durfte: „Ein Ort, an

dem ich mich journalistisch und kreativ

ausprobieren durfte. Ein Produkt,

das mir gezeigt hat, was Unternehmertum

eigentlich bedeutet: Sich

zu trauen, Visionen zu entwickeln,

einfach mal zu machen und dranzubleiben.

Danke dafür.“

Immer wenn es in diesen ersten

Jahren eng am Mann war, sprang

„faktor ist für mich bis heute wie

der Blick durch ein Kaleidoskop:

mal leuchtend, mal überraschend,

mal ganz neu zusammengesetzt“,

sagt sie, die inzwischen im Marketing

bei SerNet arbeitet. Noch heute

sieht sie in jeder Ausgabe, wie bunt

und vielgestaltig Südniedersachsen

ist und schätzt die Menschen, die

Einfallsreichtum beweisen, ungewöhnliche

Wege gehen, deren Geschichten

entdeckt und erzählt werden

möchten. „Diese Erfahrung hat

mich geprägt: Sie hat mir gezeigt,

wie wichtig es ist, die Vielfalt sichtbar

zu machen – und sie hat meinen

Wunsch bestärkt, der Region verbunden

zu bleiben, auch wenn ich

inzwischen in Berlin lebe.“

Zum Teil arbeitete Claudia Krell

schon mit Elena Schrader zusammen,

die im März 2013 als Chefredakteurin

eine neue Ära einleitete:

Sie war insgesamt zehn Jahre im

Amt und entwickelte das Hauptheft

weiter, brachte Ideen in die neuen

Sonderhefte ein und war beim Aufbruch

in die digitale faktor-Welt

aktiv mit dabei.

Im Herbst 2023 übernahm dann

Christian Vogelbein den Staffelstab

und fungierte bis Juli 2025

als Redaktionsleiter. Auf ihn folgt

nun für diese Jubiläumsausgabe

Stefan Liebig (siehe Teamvorstellung

ab Seite 30). Klar ist aber,

dass der ‚Neue‘ schon mit den

Hufen scharrt und mit Markus

Riese sicher der multimediale Weg

des faktor erfolgreich fortgeschrieben

wird. ƒ

38 3 |2025



happy

birthday,

faktor!

20 Jahre

Geschichten,

die inspirieren

Ein runder Geburtstag für ein echtes Original: Seit 20 Jahren steht

das faktor Magazin für anspruchsvollen Wirtschaftsjournalismus mit

Herz und Haltung – aus und für Göttingen. Ob mutige Gründungsstory,

kluger Blick hinter die Kulissen oder feines Gespür für das, was

die Region bewegt: faktor bringt Menschen, Ideen und Unternehmen

zusammen. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch – und danke!

Wir begleiten den faktor seit unserer Gründung als Partner. Was uns

verbindet, sind gemeinsame Werte. Ein menschlicher Blick auf die

Wirtschaft, Freude an Veränderungen und der feste Glaube daran,

dass starke Netzwerke unsere Region voranbringen.

Liebes faktor Team, zum 20. Jubiläum wünschen wir euch weiterhin

Neugier, Inspiration und viele gute Geschichten für die nächsten

Jahrzehnte!

www.arineo.com



mensch

40 3 |2025



mensch

Influencerin

der ersten Stunde

Die Göttingerin Luana Theodoro da Silva hat als Influencerin der

ersten Stunde das Bild von diesem Beruf stark mitgeprägt. Mit faktor

verbindet sie weit mehr als ihr Vater Alciro Theodoro da Silva, der sie

als Fotograf auf das Cover gebracht hat.

TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

„Veröffentlichungen, wie auch im faktor, haben mehr

und mehr dazu beigetragen, dass Menschen meinen Weg

ernst nahmen, die ihn vorher belächelt haben“, sagt

Luana Theodoro da Silva rückblickend auf den Tag, an

dem die faktor-Ausgabe mit dem Artikel über ihren Aufstieg

und Erfolg in der Social-Media-Welt erschien. Das

Titelbild hatte damals ihr Vater Alciro aufgenommen, der

als Fotograf seit der ersten Ausgabe das Auge des Magazins

ist. Die ausführliche Story und das Coverbild waren

nicht nur für Luana ein Wow-Effekt. „Zweifel haben sich

nach und nach aufgelöst, nachdem anfangs nicht klar war,

ob mein Weg der richtige ist und die Arbeit mit Social

Media wirklich eine berufliche Basis für die Zukunft ist.

Niemand wusste damals, ob und wie das funktioniert.“

Ihr späterer Impulsvortrag beim faktor-Mittagsclub habe

die Akzeptanz zu Hause und in der regionalen Wirtschaft

zusätzlich verstärkt, erinnert sie sich.

RÜCKBLICK: Als Luana begann, Modebilder auf der

Social-Media-Plattform Instagram hochzuladen, gab es

weder den Begriff Influencer noch das entsprechende

Geschäftsmodell dahinter. „Ich habe einfach angefangen,

ohne Plan, habe das eher wie ein Spiel gesehen“,

erklärt sie ihre Anfänge. Vor dem Hintergrund ihres

Marketingstudiums an der PFH Private Hochschule

Göttingen habe sie aber schon früh einen analytischen

Blick entwickelt und darauf geschaut, was funktioniert

und was nicht. Auch ohne Plan muss sie schon in der Anfangszeit

vieles richtig gemacht haben: Die Follower zahlen

stiegen schnell auf 100.000, erste Unternehmen stellten

Produkte zur Verfügung, die in den Bildern Verwendung

finden sollten. Bis zu 20.000 Likes und 100 bis 1.000

Kommentare erreichte sie in der folgenden Blütezeit pro

Post. „Meine Followerzahlen bei Instagram sind bis heute

stabil bei über 560.000.“ Recht früh hatte sie zudem einen

eigenen Webshop mit Mode aufgebaut, betrieb einen

eigenen Blog, „selbst gebastelt, nicht professionell aufgesetzt“.

„DASS ES FÜR MICH RICHTIG IST, einfach zu machen,

Dinge zu starten, ohne sie vorher schon bis ins Detail zu

planen, habe ich in zahlreichen Praktika für mich erkannt“,

sagt die Vorreiterin der neuen Branche. „Ich

habe dabei vor allem auch gelernt, was ich nicht will,

was nicht zu mir passt.“ Das erste Praktikum hatte sie in

der faktor-Redaktion absolviert, viele weitere – auch

während des Studiums an der PFH – sollten folgen. „Das

möchte ich meinen Töchtern und allen jungen Menschen

weitergeben. Sie sollen so viele Praktika wie möglich machen

und verschiedene Jobs ausprobieren.“ ‣

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DAS ENTSCHEIDER-MAGAZIN FÜR DIE REGION GÖTTINGEN

Für sie sei es wichtig, sich mit Menschen zu umgeben,

die eigene Ideen einbringen, den Drang haben, selbst

Dinge aufzubauen. „Es ist inspirierend, wenn jemand einen

anderen Blick auf Themen hat.“ So sei es ihr auch

bei der Begegnung mit ihren drei Co-Gründern von

Lookfamed gegangen, die ebenfalls Studenten an der

PFH waren. „Wir haben uns sehr gut ergänzt. Ich war

früh im Social-Media-Geschäft dabei, konnte es aber

nicht skalieren. Die drei waren professioneller, sehr

organisiert.“ Nur gemeinsam hätten sie die Firma für

Social-Media-Management und Content Creation in

Göttingen aufbauen können. „Marco hat mit faktor da

eine ganz ähnliche Idee“, sagt sie über Marco Böhme,

den Gründer und Herausgeber des regionalen Wirtschaftsmagazins:

„Menschen zusammenbringen, gemeinsam

wachsen. Das ist mir sehr sympathisch.“

erfolgsgeschichte Luana da Silva teilt mit über 500.000 Menschen ihr Leben im Netz und macht daraus ein lukratives Business 118

HEUTE IST LUANA THEODORO DA SILVA nicht mehr

Teil von Lookfamed, ihre Anteile hat sie vor dem Umzug

in die italienische Schweiz verkauft. Nachdem sie dort

mit ihrer Familie neue Wurzeln geschlagen hat, sei sie

nun wieder bereit, etwas Neues zu starten. „Es darf auch

für die Zukunft gerne Content Creation und das Teilen

auf Social Media sein. Mit dem starken Fokus auf Videos

kann man einfacher und schneller Persönlichkeit

zeigen – wenn man sich traut.“ Auch heute sei, wie zu

ihrer Anfangszeit, die Praxis für den Erfolg wichtiger als

die Theorie. „Ich habe damals im Studium eine Hausarbeit

zum Thema Social Media nicht bestanden, meinem

Berufsweg stand das nicht im Weg“, sagt sie lachend

zum Abschuss des Interviews. ƒ

42 3 |2025



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„Diskretion ist entscheidend“

Torsten Berghaus, vormals selbst Unternehmer in Göttingen, begleitet heute

andere Mittelständler bei ihrem Unternehmensverkauf. Im Interview spricht er

über die Sinnhaftigkeit einer professionellen Begleitung, die Komplexität der

Abläufe und warum Diskretion dabei so wichtig ist.

PROFIL

Wo und warum kommt NOMAS für

Unternehmer ins Spiel?

Inzwischen finden 36 Prozent der mittelständischen

Unternehmer keinen Nachfolger aus der

Familie oder der Mitarbeiterschaft. Da bleibt

dann nur ein Verkauf. Ein Management-Buyout

oder eine familiäre Nachfolge können sehr gut

vom Steuerberater oder Anwalt begleitet werden.

Aber ein externer Verkauf ist eine ganz andere

Angelegenheit und da gilt es erst einmal

den richtigen Berater zu finden.

Wie finden Sie die richtigen Käufer?

Die NOMAS verfügt über ein breites Netzwerk

von Investoren, von denen wir wissen,

was sie suchen und dass sie seriös sind. Aber

darauf beschränken wir die Suche nicht, sondern

nutzen auch unsere Datenbanken, um

mögliche Kandidaten zu identifizieren.

Was für Fallstricke gibt es beim

Unternehmensverkauf?

Da sitzen auf der Käuferseite transaktionserfahrene

Profis. Unsere Mandanten verkaufen

in der Regel das erste und einzige Mal in

ihrem Leben ihre Firma, das braucht Beratung,

Struktur und Begleitung. Die NOMAS hat inzwischen

über 150 Unternehmensverkäufe begleitet.

Alle Partner bei NOMAS waren selbst

Geschäftsführer, daher reden wir auf Augenhöhe

mit unseren Mandanten, aber auch mit

der Investorenseite. Da wir auf Erfolgshonorarbasis

arbeiten, schauen wir uns aber auch genau

an, welche Mandate wir annehmen – wir

müssen selbst überzeugt sein, dass ein Unternehmen

erfolgreich und nach den Vorstellungen

des Unternehmers zu verkaufen ist.

Können Sie einmal den Ablauf eines professionell

begleiteten Verkaufsprozesses skizzieren?

Zunächst erstellen wir ein Info-Memorandum

mit allen zentralen Informationen zum Unternehmen.

Daraus entsteht dann ein kurzer

Teaser für potenzielle Interessenten, der anonymisiert

die Eckdaten enthält, damit gehen

wir in die Ansprache potenzieller Investoren.

Nach einer Vertraulichkeitserklärung erhalten

Interessenten das Info-Memorandum

mit der Aufforderung, ein unverbindliches

Preisangebot zu machen. So erhalten wir ein

Bild, was das Unternehmen am Markt wert

ist. Gemeinsam mit dem Mandanten überlegen

wir dann, mit wem wir uns ein gutes

Ergebnis vorstellen können und nehmen die

Verhandlungen auf.

Wie geht es dann weiter?

Meist kristallisiert sich ein Investor heraus,

mit dem man dann die finalen Schritte gehen

will: Buchprüfung und Vertragsverhandlungen.

Daraus resultieren dann sehr umfangreiche

Verträge mit zahlreichen Garantien. Der

Vertragsvorschlag des Käufers wird von uns

dann genau geprüft, und dafür ziehen wir wiederum

hochspezialisierte Anwälte aus unserem

Netzwerk hinzu.

Inwiefern spielt das Zwischenmenschliche

dabei eine Rolle?

Jemand veräußert sein Lebenswerk, das ist

keine Kleinigkeit, es geht viel ums Herzblut;

das ragt tief ins Private hinein. Im Zuge eines

Verkaufsprozesses, der ein bis anderthalb

Jahre dauern kann, erfahren Sie manchmal

mehr über einen Unternehmer, als die eigene

Familie weiß. Deswegen ist auch die Diskretion

so entscheidend. Streckenweise ist

das schon ein emotionales Geschäft, und es

entsteht ein sehr enges Vertrauensverhältnis.

Aber das macht auch den Reiz aus.

ZUR PERSON

Torsten Berghaus, Jahrgang 1968, studierte

in Gießen und Würzburg Jura.

Anschließend war er kurz als Anwalt

tätig, bevor er als geschäftsführender

Gesellschafter in das Göttinger Unternehmen

Paul Koch einstieg. Vor drei

Jahren hat er sein Unternehmen mit

Unterstützung der NOMAS Corporate

Finance GmbH verkauft; inzwischen ist

er selbst als Partner in der NOMAS für

den Raum Norddeutschland tätig. Das

Unternehmen mit Hauptsitz in München

ist spezialisiert auf die Begleitung

und Umsetzung von Merger und Acquisitions

im Mittelstand.

Torsten Berghaus

NOMAS Corporate Finance

Wiesenstraße 1

37073 Göttingen

Widenmayerstraße 10

80538 München

Tel. 0171 4942795

torsten.berghaus@nomas-cf.com

www.nomas-cf.com



mensch

44 3 |2025



mensch

Früher ƒaktor,

heute Sportschau

TEXT MATTHIAS BRUNNERT FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Der ehemalige Göttinger Sportstudent Alexander Schlüter

spricht über sich und seine Karriere.

Als Sportjournalist ist Alexander Schlüter auf einer Stufe der Karriereleiter angelangt, die nur wenige erklimmen: Der

40-Jährige ist ab dieser Saison Moderator der ARD-Sportschau. Die wohl bekannteste Sportsendung im deutschen

Fernsehen genießt ein hohes Renommee. In der vergangenen Saison erreichte sie durchschnittlich 3,6 Millionen

Zuschauer. Die Sportschau am Samstag ist damit – auch im Vergleich zu den Liveübertragungen von Sky und DAZN

– die mit Abstand populärste Sendung zur Fußball-Bundesliga.

Herr Schlüter, erinnern Sie sich noch an ihre Zeit

in Göttingen?

Natürlich, und zwar sehr gerne. Ich habe dort von 2005

bis 2011 Sportwissenschaften studiert und das Sportjournalismus-Studium

abgeschlossen.

Sie haben damals für den faktor gearbeitet. Wie war das?

Neben dem klassischen Redaktionsjob für das Magazin

durfte ich die damalige Golf-Ausgabe managen. Dafür

habe ich die Golfclubs in Südniedersachsen und Nordhessen

getestet. Dieses Projekt hat einen riesigen Spaß

gemacht. Und es war total lehrreich für alles, was dann

später gekommen ist. Damals habe ich von Marco Böhme

viel gelernt. Der faktor ist ein gut gemachtes Magazin,

für das ich sehr gerne gearbeitet habe.

Wie hat Ihnen Göttingen damals gefallen?

Eigentlich hatte ich Göttingen als Studienort gewählt,

weil ich einen relativ kurzen Weg nach Bahrdorf haben

wollte, um weiter in meiner Fußballmannschaft spielen

zu können. Aber es war dann so, dass ich mich in Göttingen

schnell sehr wohl gefühlt habe. Ich habe die Stadt

geliebt. Und ich habe weiterhin Freunde dort, die ich hin

und wieder besuche.

Gab es auch etwas, das Ihnen nicht so gefallen hat?

Ich war oft etwas unglücklich, wenn ich Besuch hatte

von Leuten, die Göttingen nicht kannten. Ich hatte ihnen

vorgeschwärmt, wie unglaublich wohl ich mich dort

fühlte. Doch der Besuch konnte meine Schwärmerei oft

nicht so nachvollziehen, weil sie nichts Sensationelles in

der Stadt entdecken konnten. Heute weiß ich, dass man

eine Weile braucht, um herauszufinden, wie gut man in

Göttingen leben kann.

War das Studium der Sportwissenschaften eine gute

Vorbereitung für die Arbeit als TV-Moderator?

Ich habe ohne konkretes Berufsziel angefangen zu studieren,

dann aber bald gemerkt, dass Journalismus etwas

für mich ist. Die Arbeit bei faktor und vorher schon

beim Göttinger Tageblatt hat dazu ganz sicher beigetragen.

Ich habe auch immer wieder Vorlesungen und Seminare

in anderen Bereichen der Uni besucht, die mich

journalistisch vorangebracht haben. Was ich jetzt beruflich

mache, nämlich vor Publikum zu präsentieren, das

habe ich vorher im Seminarraum gemacht – nicht nur im

Sport, auch in den Fächern Politikwissenschaften sowie

Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die ich ebenfalls studiert

habe. Das alles hat mir geholfen und mich geprägt. ‣

3 |2025 45



mensch

Konkret: Hilft das Studium jetzt im Beruf?

Ja, sicher, aber mir hilft auch, dass ich viele Sportarten

selbst aktiv ausgeübt habe: Fußball, Basketball, Handball,

Tischtennis, Beachvolleyball, einmal im Jahr Triathlon.

Das alles zusammen ist ein Vorteil, wenn ich mit Sportlerinnen

und Sportlern spreche. Ich habe zwar keine fachliche

Augenhöhe, aber doch eine gewisse fachliche Basis.

Keine Augenhöhe? Sie sind 1,96 Meter groß.

Hilft das nicht bei Interviews?

Gute Frage. Fakt ist, dass ich oft Experten an meiner

Seite hatte, die ebenfalls groß sind, zum Beispiel Peer

Mertesacker, Sandro Wagner, Michael Ballack oder

Christoph Kramer. Wenn es in Interviewsituationen ein

totales Mismatch gibt, was die Körpergröße angeht, ist

das vielleicht auf Dauer nicht immer ganz einfach. Ein

Nachteil war meine Körpergröße wohl eher nicht.

War es ihr berufliches Lebensziel, einmal Sportschau-

Moderator zu werden?

Sportschau-Moderator war jetzt kein konkretes Ziel.

Aber die Aufgabe ist schon wirklich etwas ganz Besonderes

– speziell für mich. Schon als Jugendlicher beim

Kicken auf dem Bolzplatz habe ich Spaß daran gehabt,

Aktionen so zu kommentieren, als ginge ein WM-Finale

in die entscheidende Phase. Ich war dann Gerd Rubenbauer

(ehemaliger ARD-Sportreporter) und nicht Alex

Schlüter.

Und später?

Als ich vor 14 Jahren in den Beruf eingestiegen bin, hatte

ich nicht unbedingt das Ziel, einmal die ARD-Sportschau

zu moderieren. Trotzdem: Für mich ist es ein großes

Glück, dass ich diesen Job jetzt machen darf. Es gibt

für einen Sportmoderator nichts Reizvolleres. ƒ

ZUR PERSON

Alexander Schlüter wurde 1985 in Göttingen geboren und wuchs in Bahrdorf/Kreis

Helmstedt auf. Schon in der Jugend spielte er Fußball, Basketball, Handball, Tennis und

Golf. Nach dem Abitur zog es ihn zurück in seine Geburtsstadt, wo er an der Georg-

August-Universität Sportwissenschaften studierte und dies mit einem Magister-Examen

abschloss. In dieser Zeit sammelte er beim faktor erste journalistische Erfahrungen.

Seine professionelle Karriere als Sportjournalist startete Schlüter bei einem privaten

Hörfunksender in Leipzig. Dort konnte er erstmals Fußballspiele live kommentieren

und moderieren. Es folgten Stationen bei Sport1 und Opta Sports, wo er Fußballstatistiken

erstellte. Für die Sportnachrichten-Website Spox.com kommentierte Schlüter Fußball-

und Basketballspiele. 2016 wechselte er zum frisch gegründeten Streamingdienst

DAZN. Dort berichtete er über Fußball auf nationaler und internationaler Ebene sowie

den Profibasketball der NBA. 2024 wechselte Schlüter zum Streamingdienst Prime Video.

Dort war er als Moderator unter anderem für die Fußball-Champions league und

das Tennisturnier in Wimbledon zuständig.

Seinen jetzigen Wechsel ins ARD-Sportschauteam kommentierte ARD-Sportkoordinator

Axel Balkausky so: „Wir freuen uns sehr, in Alex Schlüter einen sympathischen, eloquenten

und vielseitigen Moderator gefunden zu haben, der mit all seiner Erfahrung

und Kreativität eine großartige Verstärkung für unser Sportschau-Team sein wird.“

Alex Schlüter lebt mit seiner Ehefrau in Hamburg.

info@alexschlueter.com | www.alexschlueter.com

46 3 |2025



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2025



mensch

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mensch

MARKUS RIESE –

Heimkehr, Vielfalt und

neue Kapitel

Von Schülerzeitung über Briefmarkenzeitschrift bis Wirtschaftsmagazin –

Markus Riese erlebt im Journalismus und drum herum so ziemlich alles, was

zwischen Lokalredaktion, Fachpresse und Bühnenlicht passt. Im Oktober

beginnt für den gebürtigen Alfelder ein neues Kapitel: Als Chefredakteur des

faktor-Magazins will er die Wirtschaft der Region nicht nur abbilden, sondern

auch erlebbar machen. Und das durchaus auch mit neuen Ideen und Formaten.

TEXT STEFAN LIEBIG FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Es gibt Menschen, die fest in einer Region verwurzelt

sind – und trotzdem ständig in Bewegung. Markus Riese

gehört zu ihnen. Geboren 1980 in Alfeld, wollte er schon

als Schüler nicht nur wissen, was passiert – er wollte es

aufschreiben. Seine ersten Texte landeten in der Schülerzeitung,

gefolgt von Beiträgen für die Jugendpresse und

ein Schülerradio. „In dir muss brennen, was du in anderen

entzünden willst“, sagt er heute, und dieser Satz beschreibt

nicht nur seine journalistische Haltung, sondern

auch seine Lebensphilosophie. Endgültig zum Lodern

kam das journalistische Feuer in ihm, als er 14 Jahre alt

war: „Ich hatte einen Leserbeitrag – eine Computerspielrezension

– an ein wichtiges Fachmagazin geschickt, und

nach einigen Monaten schon die Hoffnung auf eine Veröffentlichung

aufgegeben. Dann blätterte ich nichtsahnend

die neueste Ausgabe am Zeitungsstand in einem

Einbecker Supermarkt durch und war elektrisiert: Mein

Beitrag war dort abgedruckt! Und nicht nur das – es

stand daneben, es handele sich um einen bahnbrechenden

Lesertest!“ Kein Wunder, dass ihn dies motivierte …

VOM VOLONTARIAT ZU DEN GROSSEN THEMEN

Nach der Schule suchte und nutzte er folgerichtig seine

Chance und es kam direkt der Sprung ins Berufsleben:

Ein Volontariat bei der Alfelder Zeitung, für die er schon

länger schrieb und die damals wie heute das Herzstück

lokaler Berichterstattung in seiner Heimat war. Hier

lernte Riese das Handwerk – vom Feuerwehrbericht bis

zum Bürgermeisterinterview. „Die Nähe zu den Menschen,

die direkte Rückmeldung – das hat mich geprägt“,

erinnert er sich.

Doch der Blick ging bald über Alfeld hinaus. 2003

wechselte er in einen Göttinger Fachverlag, wo er zunächst

als Redakteur und später als Chefredakteur des

Briefmarken Spiegels arbeitete. Ein Themenfeld, das auf

den ersten Blick exotisch wirkt, ihn aber faszinierte:

„Beim Fachmagazin konnte ich tiefer in Spezialthemen

eintauchen – das war eine ganz andere Form von Journalismus.“

Die Arbeit war international vernetzt, präzise,

manchmal fast detektivisch, wenn es um die Recherche

seltener Sammlerstücke ging. ‣

3 |2025 49



mensch

ZURÜCK INS LOKALE –

UND MITTEN INS GESCHEHEN

Nach einigen Jahren zog es ihn aber doch wieder stärker

in die lokale Medienlandschaft. Er wechselte zum

Wochenblatt Blick, übernahm dort die Chefredaktion

und später auch vielfältige Leitungsaufgaben beim Göttinger

Tageblatt. Es ergaben sich auch immer wieder

Chancen, abseits des Hauptaufgabenbereichs, die er gerne

ergriff: „Ich moderierte Events wie das Gänselieselfest

und betreute zum Beispiel die Leserreisen des Blick

– das waren tolle Erlebnisse, auf die ich noch heute gelegentlich

angesprochen werde.“

2021 wechselte er dennoch zurück in den vertrauten

Newsroom der Alfelder Zeitung. Die Rückkehr war für

ihn nicht nur ein beruflicher Schritt, sondern ein persönlicher:

„Ich bin sehr dankbar für die vergangenen vier

Jahre und will sie keinesfalls missen. Alfeld wird immer

meine Heimat bleiben, und die AZ immer meine Heimatzeitung.“

Und das, obwohl er mit seiner Frau und

Tochter in Friedland lebt und dort inzwischen fest verankert

und zu Hause ist.

Während der Zeit beim Göttinger Tageblatt und später

bei der Alfelder Zeitung prägte er nicht nur die

Tagesberichterstattung, sondern setzte auch Akzente mit

Hintergrundstorys und historischen Reportagen – Texte,

die bereits zweimal mit dem Alexanderpreis ausgezeichnet

wurden, weil sie lokale Geschichten in größere historische

Zusammenhänge stellten.

BÜHNE, MUSIK, MIKROFON

Wer Markus Riese nur als Schreiber kennt, verpasst aber

tatsächlich die halbe Geschichte: Zwischen 2006 und

2011 stand er als Keyboarder und Background-Sänger

der bekannten Göttinger Rockband Feltmann auf der

Bühne und für zwei CD-Aufnahmen im Studio. Eine

Musikkarriere kam aber nicht infrage: „Ich bin stolz,

auch mal beim Open Flair in Eschwege gespielt zu haben.

Aber es war vor allem deshalb gut, weil es ohne den

Druck, damit Geld verdienen zu müssen, stattfand.“

Später sang er in Gospelchören und weiteren Bands, moderierte

immer mehr öffentliche Veranstaltungen und

lieh als Sprecher und Hörspielautor Figuren seine Stimme.

So engagierte er sich auch für eine Göttinger Jugendkrimi-Serie

– eine Erfahrung, die ihn, wie er sagt, „gelehrt

hat, mit Stimme und Timing genauso zu arbeiten

wie mit Text und Bild im Journalismus“.

EIN NEUES KAPITEL –

WIRTSCHAFT, NETZWERKE, ZUKUNFT

Aktuell steht der nächste große Schritt in seinem Berufsleben

an: Markus Riese wechselt als Chefredakteur zum

faktor. Das Magazin hat sich als Plattform für regionale

Wirtschaft, Innovation und Netzwerke etabliert. Riese

hat es stets im Blick gehabt und immer wieder begegnete

er auf Presseterminen auch den faktor-Mitarbeitern:

„Ich habe es immer gerne gelesen – denn ich liebe gut

ZUR PERSON

1980 in Alfeld geboren, hat Markus Riese seine journalistische

Laufbahn mit einem Volontariat bei der

Alfelder Zeitung begonnen und war anschließend

auch als Jungredakteur dort tätig. Es folgten unter

anderem Stationen als Chefredakteur des Briefmarken

Spiegels, in der Anzeigenblatt- und Sonderthemenredaktion

des Göttinger Tageblatts sowie ab

2021 als Redaktionsleiter der Alfelder Zeitung. Neben

dem Journalismus ist er vielseitig engagiert –

als Musiker, Moderator sowie Hörspielautor und

-sprecher. Für seine Arbeit wurde er 2022 und 2024

mit dem Alexanderpreis ausgezeichnet. Ab 1. Oktober

2025 übernimmt er die Chefredaktion des faktor.

aufgemachte Beiträge.“ Er möchte seine Leitungsposition

nutzen, um gemeinsam mit dem faktor-Team noch

näher an die Menschen und Unternehmen zu rücken:

„Ich freue mich auf die spannende Kombination aus

Magazin, Netzwerkveranstaltungen und Social Media.“

Rieses Vision ist klar: Reportagen, die nicht nur informieren,

sondern auch inspirieren. Interviews, die Entscheider

und Macher erlebbar machen. Netzwerke, die

Brücken zwischen Branchen schlagen. Dabei will er

Wirtschaft nicht als abstrakte Zahlenspielerei verstehen,

sondern als Teil des gesellschaftlichen Lebens. „Am Ende

geht es um Menschen, die Ideen haben, Risiken eingehen

und unsere Region prägen“, betont er und fährt fort:

„Für mich ist es eine Verpflichtung, für ein absolut etabliertes

Magazin zu arbeiten, das stolz auf seine Geschichte

sein kann.“

BLICK NACH VORN

Privat bleibt Riese Friedland und Alfeld verbunden, auch

wenn sein beruflicher Mittelpunkt künftig stärker in

Göttingen liegt. Er sieht den Wechsel nicht als Abschied,

sondern als Erweiterung seines Radius: „Ich nehme meine

Erfahrungen aus der Lokal- und Fachpresse mit und

möchte sie verbinden – für ein Magazin, das unsere Region

wirtschaftlich, aber auch menschlich abbildet.“

Mit dieser Haltung beginnt er ein neues und „hoffentlich

langes“ Kapitel – und beweist einmal mehr, dass

Verwurzelung und Aufbruch keine Gegensätze sein

müssen, sondern ein Antrieb, immer wieder einen Schritt

weiterzugehen. Er weiß auch schon genau, was er in

fünf Jahren erleben will: „Dann feiern wir das Jubiläum

25 Jahre faktor mindestens so groß, wie jetzt den

20. Geburtstag und blicken auf die stetige Weiterentwicklung

der kommenden Jahre zurück.“ ƒ

50 3 |2025



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STRESSMANAGEMENT UND BURN-OUT

Besonders Menschen in verantwortungsvollen

Positionen geraten unter Druck – Terminstress,

Verantwortung, permanente

Erreichbarkeit. „Hier setzen wir an. Wir regulieren

den Stress so, dass Leistungsfähigkeit

und Lebensfreude erhalten bleiben.“ Zu den

Alarmzeichen gehören Abgeschlagenheit,

emotionale Erschöpfung, verminderte Belastbarkeit,

Schlaf- und Konzentrationsprobleme

oder auch Herzrhythmusstörungen. „Unser

Körper kann lange kompensieren, aber irgendwann

gibt er das klare Signal, dass etwas

nicht stimmt“, erklärt Dr. Ströhlein. Für ein individuelles

Behandlungskonzept klärt er Stoffwechsel-

und Hormonstörungen, chronische

Entzündungen oder Mangelerscheinungen

und bezieht psychische Komponenten ein. In

der Therapie können Heilpflanzen, Akupunktur,

Körper- und Qi-Übungen, aber auch moderne

Verfahren, wie die Sauerstoffhöhentherapie

oder Infusionen zum Einsatz kommen.

PROFIL

Das Beste aus drei

medizinischen Welten

Auf dem Weg zu einer effektiven, schonenden und natürlichen Therapie gegen

chronische Schmerzen, Allergien sowie Stresserkrankungen setzt Dr. Ströhlein

auf eine Kombination aus konventioneller Medizin, Chinesischer Medizin und

westlichen Naturheilverfahren.

Die Schwerpunkte der Arztpraxis für

Chinesiche Medizin (TCM) und westliche

Naturheilverfahren von Dr. Arne

Ströhlein sind Schmerztherapie, die Hilfe bei

Erschöpfungszuständen und Burn-Out sowie

die Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten.

Als medizinsicher Leiter hat Dr.

Ströhlein, ergänzend zum westlichen Medizinstudium,

eine Zusatzausbildung in Chinesischer

Medizin nach internationalem Standard

und eine 18-jährige therapeutische Erfahrung

in diesem Umfeld.

Alle Bemühungen der Praxis zielen darauf

ab, die effektivste, natürlichste und schonendste

Therapie für individuelle Beschwerden

zu finden. Im Mittelpunkt stehen die Leistungsfähigkeit

und Gesundheit des Menschen

– körperlich, mental und emotional. Deshalb

nimmt sich Dr. Arne Ströhlein, gemeinsam

mit seiner Frau und dem Team, Zeit für eine

ausführliche Erstanamnese. „Ich möchte herausfinden,

was wirklich los ist. Zuallererst bin

ich wie ein Detektiv und Ursachenforscher

unterwegs, später dann als Brückenbauer auf

dem Weg zur Therapie“, sagt Dr. Ströhlein. Die

Diagnostik beinhaltet dabei westliche und östliche

funktionelle Medizinsysteme, außerdem

werden alle notwendigen klinischen Untersuchungen

durchgeführt. „Ich will Krankheiten

nicht verwalten, sondern heilen“, sagt er. „Dazu

brauche ich ein Gesamtbild aus den subjektiven

Befindlichkeiten meiner Patienten und Befunden

aus einer umfangreichen Diagnostik.“

Erfolge hat das Praxisteam in der Linderung

von Erschöpfung, chronischer Schmerzen, Allergien

und Stress. „Wir verhindern, dass akute

Probleme chronisch werden und langfristig die

Leistungsfähigkeit einschränken.“

SCHMERZTHERAPIE

Gerade für Menschen, die im Beruf 100 Prozent

geben müssen, ist Schmerzfreiheit ein

entscheidender Faktor. Umfassende Erfahrungen

hat das Praxisteam mit Kopfschmerzen

(auch Migräne und Clusterkopfschmerz),

Rücken-, Muskel- und Arthroseschmerzen,

Schmerzen nach Bandscheibenvorfall, ‚Hexenschuss‘,

aber auch Menstruationsbeschwerden,

Bauchschmerzen aller Art, sowie

Nervenschmerzen.

„Wir kombinieren in unserer Privat- und

Selbstzahlerpraxis Schulmedizin, TCM und

Naturheilkunde zu einem integrativen Konzept,

das Leistungsfähigkeit und Lebensqualität

zurückbringt“, sagt Dr. Ströhlein zusammenfassend.

„Wir wollen Beschwerden

lindern oder ganz abstellen, Menschen wieder

in Balance bringen sowie ihr Wohlbefinden

und ihre Leistungsfähigkeit sichern.“

Arztpraxis für Chinesiche Medizin (TCM)

Dr. Arne Ströhlein

Bürgerstraße 46, 37073 Göttingen

Tel. 0551 703770

info@dr-stroehlein.de

dr-stroehlein.de



jubiläum

„Am Anfang war

das Widderhorn“ –

oder warum begehen

wir Jubiläen?

Ob Ereignis, Ort, Person oder Institution, sobald sich eine runde Jahreszahl ankündigt,

ist eine Jubiläumsfeier nicht weit. Jubiläen können gleichermaßen Anlass

sein, fröhlich zurückzublicken und zu feiern, aber auch kritisch zu erinnern und

zu mahnen. Sie sind Chance und Risiko zugleich. Vielfach sind sie ein Ausdruck

besonderen Erfolgs, spricht doch insbesondere die unternehmenshistorische Wissenschaft

von der „Unwahrscheinlichkeit“ des Jubiläums. Warum feiern wir also

Jubiläen und warum insbesondere durch 25 teilbare Jahreszahlen?

TEXT NORMAN LIPPERT BILDQUELLE STADTARCHIV GÖTTINGEN

Im Göttinger Stadtarchiv ist ein unterhaltsamer

Schriftwechsel von einem Pferdegeschäft, der hiesigen

IHK und dem damaligen Amt für Wirtschaftsförderung

aus dem April 1956 überliefert. Darin

beschwerte sich der Inhaber des Pferdegeschäfts, dass

ihm die IHK nicht zum 80. Firmengeburtstag gratuliert

hätte. Die lapidare Antwort der IHK lautete sodann, dass

sie lediglich zu durch 25 teilbaren Jahreszahlen gratuliert,

„weil das sonst Überhand nehmen würde!“ Ganz von der

Hand zu weisen ist dieser bürokratisch motivierte Einwand

sicher nicht. Doch wo liegen die Ursprünge des Jubiläums

und was haben Widderhörner damit zu tun?

Im 12. Jahrhundert begann die römisch-katholische

Kirche, den Ablasshandel mit den 50. Jahrestagen von

Heiligsprechungen kirchlicher Würdenträger zu verbinden.

Für das Jahr 1300 rief Papst Bonifatius VIII. erstmals

ein sogenanntes Heiliges Jahr aus, welches den

Gläubigen im Gegenzug für eine Pilgerreise nach Rom

einen vollständigen Ablass ihrer Sünden versprach.

Obwohl sich die katholische Kirche dafür auf eine vermeintlich

christliche Konvention berief, ging die Praxis

eines solchen Jubeljahres tatsächlich auf eine hebräische

Tradition und damit die eingangs erwähnten „Widderhörner“

zurück.

Schon das Wort Jubiläum lässt auf die jüdische Tradition

des alle 50 Jahre wiederkehrenden Schuldenerlasses

schließen, kombiniert er doch das hebräische „jobel“

mit dem lateinischen „jubilum“. Im Alten Testament beschrieben,

basierte der Brauch auf dem alle sieben Jahre

begangenen Sabbatjahr, woran sich nach sieben Zyklen

das 50. Jubeljahr anschloss. Das Wort „jobel“ geht auf

den Widder beziehungsweise die Widderhörner zurück.

52 3 |2025



jubiläum

Das zeitgenössische

Stammbuchkupfer zeigt den

Wilhelmsplatz im Jahr 1837

mit Aula und Denkmal.

Aus diesen wurde das Blasinstrument „Schofar“ gebaut,

welches zu Beginn des Jubeljahres geblasen werden sollte.

Seinen Höhepunkt erreichte der Ablasshandel im späten

15. Jahrhundert. Sollte sich das Heilige Jahr zunächst

alle 100 Jahre wiederholen, waren es bald 50, zwischenzeitlich

sogar 33 und ab 1475 schließlich alle 25 Jahre.

Damit wurde eine bis heute nachwirkende Tradition begründet,

auf der auch die späteren bürgerlichen oder

evangelischen Jubiläen aufbauten.

Dabei ist vor allem der jubiläumsbasierte, päpstliche

Ablasshandel, welcher Martin Luther 1517 seine 95

Thesen formulieren und damit die Reformation einleiten

ließ. Während die Protestanten jedoch den Ablasshandel

ablehnten, erkannten sie die identitätsstiftenden Elemente

von Jubiläen. Im frühen 17. Jahrhundert begann die

evangelische Kirche damit, ihre konstitutiven Ereignisse

ausgehend vom 1617 gefeierten 100. Jahrestag der

„Thesenanschläge“ identitätsstiftend aufzuladen und als

Jubiläen zu begehen.

Zunächst waren es jedoch die in protestantischen Territorien

gelegenen Universitäten, welche eine Jubiläumskultur

abseits des päpstlichen Ablasshandels etablierten.

Die Universität Erfurt verwies in ihren Matrikeln des

Sommersemesters 1492 noch eher unterschwellig auf

den 100. Jahrestag ihrer Eröffnung. Im späten 16. Jahrhundert

wurde das päpstliche Jubiläumsmonopol gänzlich

gebrochen, als die Universitäten begannen, ihre 100.

beziehungsweise 200. Geburtstage mit geradezu opulenten

Jubiläumsfeiern zu begehen.

EXKURS: UNIVERSITÄTSJUBILÄEN IN GÖTTINGEN

Als sich 1787 die feierliche Eröffnung der Georgia Augusta

zum 50. Mal wiederholte, mussten sich die Professoren

schon etwas Besonderes einfallen lassen, wenn

sie aus den damals üblichen Jubiläumsreigen hervorstechen

wollten. Dem aufklärerischen Ideal nacheifernd

und sich des damit deutschlandweit hervorgerufenen

Echos gänzlich bewusst, wurde die erst 17-jährige Dorothea

Schlözer anlässlich des Universitätsjubiläums

als erste Frau in Deutschland zum Doktor der Philosophie

promoviert.

Der 100. Geburtstag der Georgia Augusta brachte

mit dem König, der Stadt und der Universität gleich

drei Akteure zusammen: Während die universitären

Honoratioren die schon damals klassischen Jubiläumsformate

Feier und Festschrift organisierten, stiftete König

Wilhelm IV. der Georgia Augusta eine Aula, wofür

sich die Stadt wiederum beim König mit einem Denkmal

auf dem im gleichen Jahr nach ihm umbenannten

Wilhelmsplatz bedankte.

NEBEN DEN KIRCHEN UND UNIVERSITÄTEN traten

1640 erstmals bürgerliche Jubiläumsorganisatoren in

Erscheinung als Leipziger Buchdrucker den 200. Jahrestag

der Gutenberg’schen Erfindung feierlich begingen.

Über die gelehrten Gesellschaften des späten 18. Jahrhunderts

und die Herausbildung eines breit gefächerten

Vereinswesens im 19. Jahrhundert entstand daraus eine

bis heute wirkende bürgerliche Jubiläumskultur. ‣

3 |2025 53



jubiläum

Das Deutsche Kaiserreich war 1871 kaum ausgerufen,

da mehrten sich die bürgerlichen und evangelischen

Stimmen, die einen jährlichen Nationalfeiertag verlangten.

Doch eine einheitliche und gesamtdeutsche Jubiläumskultur

sollte es unter Kaiser Wilhelm I. nicht geben.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung innerhalb des

Kaiserreichs etablierte sich allerdings eine unternehmerische

Jubiläumskultur. Diese erreichte 1912 ihren Höhepunkt,

als die Friedrich Krupp AG unvorstellbare 30

Millionen Mark für ihre Jubiläumsfeier zum 100. Firmengeburtstag

ausgab, immerhin fast zehn Prozent des

damaligen Jahresumsatzes. Die Jubiläumsaktivitäten ‣

umfassten unter anderem die Einrichtung eines Firmenarchivs,

eine mehr als 400-seitige Festschrift und Feierlichkeiten,

die sich über eine Woche hinzogen, zu denen

alle rund 71.000 Mitarbeiter und sogar Kaiser Wilhelm

II. mit seiner Entourage eingeladen waren.

Im gleichen Jahr feierte die Wollwarenfabrik Hermann

Levin ihren 75. Geburtstag, dem mit etwa 670

Mitarbeitern damals größten Arbeitgeber in Göttingen.

Die Feier musste zwar ohne kaiserlichen Besuch auskommen,

doch die rund 100-seitige Jubiläumschronik

findet sich heute im Stadtarchiv. Sie gilt bisher als älteste

überlieferte Firmenchronik Göttingens.

Dass es bis dahin ein weiter Weg war, zeigen die Annoncenteile

der Göttinger Adressbücher des 19. Jahrhunderts:

Teilweise wurden die Anzeigen über Jahrzehnte

hinweg auf den Firmennamen und das Geschäftsfeld

reduziert. Obwohl sich illustrative Elemente nach und

nach durchsetzten, dienten sie überwiegend dazu, die angebotenen

Produkte oder gewonnenen Auszeichnungen

zu skizzieren. Zwar wurde hier und da ein Gründungsjahr

erwähnt, doch selbst zu runden Geburtstagen blieben

Jubiläen gänzlich unberücksichtigt. Stattdessen wurde

auf Adjektive gesetzt, um die Unternehmen als erste,

beste oder führend in Göttingen zu beschreiben und damit

Vertrauen zu stiften.

DASS SICH JUBILÄEN bis heute allseits großer Aufmerksamkeit

und Beliebtheit erfreuen, ist sicherlich darauf

zurückzuführen, dass sie grundlegend etwas Besonderes

sind.

Nicht ohne Grund geht die wissenschaftliche Unternehmensgeschichte

von der „Unwahrscheinlichkeit“ des

Jubiläums aus. Diese Annahme lässt sich einerseits historisch

begründen. Gab es doch zu jeder Zeit gesellschaftliche

und wirtschaftliche Herausforderungen oder gar kriegerische

Auseinandersetzungen, in denen sich ein langjährig

existierendes Unternehmen bewähren, sich oder seine ‣

Nur aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein,

dass das „Älteste Luxus-Fuhrwesen am Platze“ mit dieser

Anzeige im Jahr 1911 seinen 75. Geburtstag feierte.

54 3 |2025



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jubiläum

Dienstleistungen dem Markt anpassen oder die Nachfolge

regeln musste. Diese Annahme lässt sich zugleich statistisch

begründen. Wird doch die Hälfte aller neu gegründeten

Unternehmen nach nur drei Jahren bereits wieder geschlossen.

Allerdings gibt es hierbei eine gewisse Bandbreite,

denn Gründungen im künstlerischen oder kulturellen

Bereich schließen häufig schon nach zwei Jahren,

während sie etwa im Gesundheits- und Sozialwesen im

Mittel fünf Jahre existieren.

Die kurze Halbwertzeit mag auf Gemeinden oder

Städte weniger zutreffen, denn selbst wenn sie eingemeindet

werden, kommt die nächste runde Jahreszahl

quasi von ganz allein. Doch ohne motivierte Mitarbeiter

oder engagierte Heimatpfleger beziehungsweise einen

lokalen Geschichtsverein, wird es häufig schwerfallen,

etwa eine ansehnliche Ausstellung oder Chronik zum Jubiläum

zu erstellen. Vereine stehen bezüglich möglicher

Jubiläumsaktivitäten vor ähnlichen Herausforderungen,

sind jedoch zusätzlich darauf angewiesen, regelmäßig

neue Mitglieder zu rekrutieren.

Ob Gemeinde, Stadt oder Staat, ob Unternehmen, Verband oder

Verein – damals wie heute werden Jubiläen aus unterschiedlichen

Gründen und mit verschiedenen Zielen begangen. Jubiläen

bieten eine Gelegenheit, in die Vergangenheit und gelegentlich

auch in die Zukunft zu blicken. Jubiläen können Identifikation

und Vertrauen stiften oder lediglich einen feierlichen Anlass

bieten.

56 3 |2025



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GOLDBECK setzt Maßstäbe:

THW-Neubauten in serieller Bauweise bundesweit umgesetzt

PROFIL

Mit dem Spatenstich in Eschwege startet eines

von mehreren bundesweit relevanten Bauprojekten:

GOLDBECK realisiert für das Technische

Hilfswerk (THW) moderne Unterkünfte

in serieller, systematisierter Bauweise. Die

Neubauten sind Teil des THW-Bauprogramms

2020–2030, das bundesweit bis zu 200 Liegenschaften

schafft, um Ehrenamt und Bevölkerungsschutz

nachhaltig zu stärken.

NACH EINER EUROPAWEITEN Ausschreibung

erhielt GOLDBECK den Zuschlag für 60

THW-Neubauten. Der Standort in Eschwege

umfasst ein 650 Quadratmeter großes Unterkunftsgebäude

sowie zwei Fahrzeughallen mit

16 Stellplätzen auf 10.800 Quadratmetern Baugrundstück.

Es entstehen moderne Räume für

Ausbildung, Einsätze und Technik, die den aktuellen

Anforderungen an Funktionalität, Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit entsprechen.

„UNSERE MODULARE BAUWEISE bringt

Tempo, Effizienz und Nachhaltigkeit in Einklang

und schafft funktionale Räume, die dem

Ehrenamt sichtbare Wertschätzung verleihen“,

betont Torsten Schwedhelm, Verkaufsingenieur

bei GOLDBECK Kassel. Der Vorteil der Bauweise

zeigt sich deutlich in der Bauzeit. Der Einzug

in die neue Unterkunft des Ortsverband

Eschwege wird bereits in weniger als einem

Jahr stattfinden können.

NACHHALTIGKEIT STEHT GANZ VORN

Nachhaltigkeit ist zentrales Element: Wärmepumpen,

Photovoltaikanlagen und barrierefreie

Planung sorgen für Energieeffizienz und

Autarkie – entscheidend für den Bevölkerungsschutz

in Krisenzeiten.

VERANTWORTUNG

ÜBER DEN BAU HINAUS

GOLDBECK begleitet den gesamten Lebenszyklus

der Gebäude. Mit dem plus5 Kundenservice

bleibt das Unternehmen in den

ersten fünf Nutzungsjahren an der Seite der

Bauherrin, während die GOLDBECK Facility

Services das technische Gebäudemanagement

übernehmen.

MIT DIESEM ANSATZ setzt GOLDBECK Maßstäbe

für den öffentlichen Bau. Das Bauprogramm

reagiert auf steigende Anforderungen

an den Bevölkerungsschutz und zeigt, wie modulare

Bauprozesse, Nachhaltigkeit und Wertschätzung

für ehrenamtliches Engagement

zusammenwirken.

GOLDBECK Nord GmbH

Leuschnerstraße 79b,

34134 Kassel

Torsten Schwedhelm

Torsten.schwedhelm@goldbeck.de

Tel. 0173 5220444



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Persönlich bleibt unschlagbar

Die Allianz-Generalvertretung von Carsten Schäfer und Michael Hübener hat

einen Schwerpunkt und große Expertise im Geschäft mit Firmen. Man versteht

sich als Partner in einer persönlichen Kundenbeziehung auf Augenhöhe.

Seit 65 Jahren steht der Name Schäfer bei der

Allianz in Göttingen für vertrauensvolle Kundenberatung.

Carsten Schäfer hat die traditionsreiche

Generalvertretung 2001 von seinem

Vater Christian Schäfer übernommen; seit

2020 ist der langjährige Mitarbeiter Michael

Hübener als Partner tätig. Was damals in

Wirtschaftswunderzeiten in Friedland begann,

ist heute Südniedersachsens größte Allianz-

Sozietät mit Kunden, die teils schon in der

dritten Generation betreut werden.

„PERSÖNLICHER KONTAKT zu den Kunden.

Das zeichnet uns aus“, bringt es Carsten

Schäfer auf den Punkt. In einem Markt mit

Konkurrenz durch Online-Direktversicherer

ist das Beratergespräch nicht verschwunden,

im Gegenteil. „Wir erleben, dass sich Kunden

online gut informieren und dann zu einem

persönlichen Berater gehen.“

Den Unterschied merke man schnell im Schadensfall.

„Dann hängt man beim Direktversicherer

in der Warteschleife und muss sich anschließend

um alles selbst kümmern“, sagt Schäfer.

„Bei uns rufen die Kunden an, schildern ihren

Fall und wir kümmern uns um eine Lösung:

Handwerker, die Schadensanzeige, bei Bedarf

auch um einen Sachverständigen. Das ist ein

vollumfänglicher Service, den wir durch unser

großes Netzwerk sehr gut mit regionalen Partnern

liefern.“ Durch die vertrauensvolle Beziehung

sind auch kurzfristige Lösungen umsetzbar.

Viele Schäden bis zu einer Höhe von 7.000

Euro können durch die SCHÄFER & HÜBENER

OHG unkompliziert direkt reguliert werden.

„Wir setzen auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit“,

so Hübener. „Gerade mit der

Mittelstandsexpertise, die Carsten Schäfer

mitbringt, ist das ein konzeptionelles Arbeiten

auf Augenhöhe. Man versteht den Kunden

mit seinen innerbetrieblichen Sorgen

aus eigener Erfahrung und kann ihm so mit

einem großen Vertrauen das Thema Versicherungen

abnehmen.“

Zwischen Hübener und Schäfer hat sich eine

gute Arbeitsteilung entwickelt. Carsten Schäfer

war selbst 18 Jahre im Vorstand eines mittelständischen

Unternehmens tätig und kennt

daher die Probleme und Bedarfe von Mittelständlern

aus eigener Anschauung. Insofern

konzentriert er sich insbesondere auf das

Firmengeschäft, auf den Sach- und Haftpflichtsowie

den Kfz-Bereich. Michael Hübener ist

auf die Themen betriebliche Altersvorsorge

und Baufinanzierung fokussiert. Selbstverständlich

werden auch die Privatkunden umfassend

beraten und betreut. Persönlich und

auch digital!

DOCH DIE GUTE BETREUUNG fängt nicht

erst im Schadensfall an, sondern deutlich

früher. „Die erste Frage ist immer: Was braucht

der Kunde wirklich?“, betont Carsten Schäfer.

Was sind Notwendigkeiten, um als Firma

rechtssicher zu arbeiten; welche Bereiche der

betrieblichen Vorsorge steigern die Attraktivität

als verantwortungsbewusster Arbeitgeber;

wo liegt die Balance zwischen Kosten

und Nutzen? „Das ist unsere Verantwortung,

die wir für den Kunden haben“, so Hübener.

„Wir müssen darauf hinweisen, wo Risiken in

einem Unternehmen sind. Denn wenn ein

nicht abgesicherter Schaden dazu führt, dass

das Unternehmen gar nicht mehr auf die

Beine kommt, ist das katastrophal.“

PROFIL

MICHAEL HÜBENER (Jahrgang 1981)

kam 2002 in die Schäfer-Generalvertretung

und bildete sich zum Versicherungsfachwirt

(Marketing und Vertrieb) sowie Firmenspezialist

der Allianz weiter. Seit 2020 ist

er Partner in der Sozietät SCHÄFER &

HÜBENER OHG als Experte für betriebliche

Altersversorgung (IHK) und zertifizierter

Vertriebspartner der Versorgungswerk der

Presse GmbH.

CARSTEN SCHÄFER (Jahrgang 1970)

absolvierte eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann

und arbeitete für die Allianz

in Hildesheim und Hannover. Dann studierte

er BWL mit Abschluss Diplom-Kaufmann

und sammelte Erfahrungen bei der Hauptverwaltung

in München. 2001 übernahm er

die Allianz-Generalvertretung seines Vaters.

Zudem saß er 18 Jahre im Vorstand eines

mittelständischen Unternehmens.

Zertifizierte Firmen-Fachagentur

bAV-Spezialisten u. a. Metall-Rente |

Klinik-Rente | Presse-Versorgungswerk

Generalvertretung

SCHÄFER & HÜBENER OHG

Obere Karspüle 36, 37073 Göttingen

Tel. | WhatsApp 0551 307230

schaefer.huebener@allianz.de

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3 // Get dependencies:

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4 // composer require VierCom/JobOffer

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6 require(‘./vendor/autoload.php‘);

7

8 use VierCom\HumanPotential\Developer;

9 use VierCom\HumanPotential\Company;

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11 $we = new Company(“4Com“);

12 $ourJobOffer = $we->need(“PHP Developer“);

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14 $you = new Developer(“John Doe“); // Put your name here.

15 $yourApplication = $you->createApplicationFor($ourJobOffer);

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erfolgsgeschichte Luana da Silva teilt mit über 500.000 Menschen ihr Leben im Netz und macht daraus ein lukratives Business 118

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Der Rebell CEO Kornelius Thimm besinnt sich auf Wurzeln und Werte und bewegt das Familienunternehmen aus Northeim 68

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in speziellen Quartalsberichten und Überschussrechnungen zusammen.

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der verschiedensten Fachrichtungen und Praxen unterschiedlichster

Größenordnungen und Organisationsformen.

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Die 79 Cover, die vor dieser Ausgabe erschienen sind, sehen Sie

hier. Eine wirklich bunte und abwechslungsreiche Sammlung ...

Nachdem wir lange Zeit auf rein thematisch gestaltete Titelseiten gesetzt haben,

kamen immer mehr auch die wichtigen Personen unserer Region auf die erste Seite.

Wir wissen, dass es die besonderen Menschen sind, die unsere Region so einzigartig

machen. Dies möchten wir mit dem prominenten Platz auf dem Cover unterstreichen.

60 3 |2025



25 Jahre in Beverungen

Büro 2000 feierte Jubiläum

Beverungen (redb) - Der

Büroausstatter „ Büro

2000“ ist nun schon seit

25 Jahren am Ortseingang

Beverungen in der

Blankenauer Straße 23

ansässig und konnte sich

einen treuen Kundenkreis

im weiten Umkreis Beverungens

aufbauen. Zum

25-jährigen Jubiläum lud

das Team am 04.07.25

Kunden, Lieferanten und

Hersteller zu einer gemeinsamen

Feierstunde

ein. Dem Prokuristen Numan

Kangalli und dem

Team war es ein Anliegen,

für Treue und gute

Zusammenarbeit einfach

mal Danke zu sagen und

gemeinsam zu feiern.

Das Team (v. l.) Bianca Freter, Patrick Kohlandt, Daniela Wenzel, Prokurist Numan Kangalli, Maik Schröder,

Vor 25 Jahren, im April

Caroline Glusa, Daniel Siewert, Pia Schneider und Jürgen Henkelmann.

Foto: Barbara Siebrecht

1999, gründete Gerhard

Lück mit seiner Frau An- schaffen. Ziel ist eine pro- Moderne, technische Aus- auch weitergeben. Im schäft weiterhin viel Erdie

drea das Fachgeschäft, duktive und angenehme stattung, wie Hochleis- Austausch mit unseren folg und der Belegschaft

das vom Büromaterial bis Arbeitsumgebung. tungs-Druck- sowie Ko- Kunden und Lieferanten „ Alles Gute“ .

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technik alles liefern kann. samte Büroausstattung Präsentationstechnik und besser.“

Co. KG ist in der Blanke-

Seit 2013 ist das Fachge- vertrauensvoll in

an die Arbeitsweise des Zum Jubiläum war auch nauer Str. 23 in Beverun-

schäft unter der Führung Hände des Teams legen, Kunden angepasste Soft-Bürgermeister Hubertus gen wochentags von 8 bis

von Herrn Numan Kan- aber auch wer beispiel- warelösungen für die Grimm eingeladen und 17 Uhr persönlich, telefound

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Der Chancengeber

Rainer Giese lässt sich stets von seiner Maxime leiten: Leistung führt zu Erfolg. Erfolg eröffnet Chancen. Und Chancen führen zu Verantwortung.

Er ist Versicherungsmakler, Sponsor von Herzensprojekten und ein Mensch mit unerschütterlichen

Werten. Als Rainer Giese sich vor 20 Jahren mit dem VersicherungsKontor Osterode selbstständig

gemacht hat, wusste er genau, was er wollte: Unabhängigkeit im Business und die Freiheit,

gemeinnützig zu helfen.

Es ist ein heißer Spätsommertag. Das

Fenster steht weit offen. Rainer Giese

begrüßt uns mit einer offenen, einladenden

Geste in seinem Büro am Osteroder

Kornmarkt. Die große Standuhr an der Wand

schlägt laut zur vollen Stunde. Sie ist ein altes

Erbstück und hat ihre eigene Geschichte.

Damit passt sie sehr gut zu Giese, der selbst

ein begnadeter Storyteller ist. Ob er von seiner

Ehe mit Grit erzählt – einer Liebesgeschichte,

die vor 26 Jahren in einem Toyota Starlet in

Südafrika ihren Anfang nahm und zugleich

der Beginn einer Liebesgeschichte zu südafrikanischen

Weinen ist. Oder ob er voller Begeisterung

von seinem neuesten Sponsorenprojekt

spricht. Oder von seinem Werdegang

als Versicherungsmakler, den er vor 20 Jahren

begann. Damals als „junger Wilder“, der etwas

verändern wollte.

GEMEINSCHAFT. FÜRSORGE. UND WERTE

schützen. Sowohl die Sachwerte eines Unternehmens

zu schützen als auch das höchste

Gut des Menschen, seine körperliche und seelische

Gesundheit, das ist es, was den 55-Jährigen

bis heute antreibt. Und das mit Erfolg. Als

unabhängiger und freier Versicherungsmakler

findet er Versicherungslösungen, die sich an

der Einzigartigkeit jedes einzelnen Unternehmens

ausrichten. Ob Mittelstand, globale

Industrieunternehmen, Freiberufler oder seit

einigen Jahren auch Fußballvereine der Bun-



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PROFIL

» Wenn ich ein neues Projekt angehe, kümmere ich

mich darum mit Herzblut und Engagement. «

desliga. „Das Mandat für Werder Bremen und

Holstein Kiel bekam ich über persönliche Kontakte

und weil mir langjährige Kunden vertrauen“,

erzählt Giese.

Sich nicht mit einem Status Quo zufrieden

zu geben, war auch der Grund, warum der

damals 20-Jährige Rainer Giese einen Monat

vor der Grenzöffnung aus der damaligen DDR

flüchtete. Politisch unbequem und als Mitglied

der Neuapostolischen Kirche wurde es

ihm versagt, in seinem Geburtsland zu studieren.

Er fand seine neue Heimat in Osterode

am Harz, arbeitete 15 Jahre als Versicherungsvertreter

für die Colonia (später AXA) und die

Allianz, bis er den Schritt in die Selbstständigkeit

wagte. „Ich wollte mit Unternehmen und

Unternehmern zusammenarbeiten und mehr

Gestaltungsfreiheit haben. Eine Versicherung

ist so viel mehr, als einfach Policen zu verkaufen“,

sagt Giese. Es geht um persönliches

Vertrauen, um Loyalität und Verlässlichkeit.

Damals wie heute ist er begeisterter Anhänger

des Grundgedankens von Versicherungen:

eine Gemeinschaft bilden, die zusammen für

Risiken einsteht und so den Schaden für den

Einzelnen minimiert.

„Wenn ich ein neues Projekt angehe, kümmere

ich mich darum mit Herzblut und Engagement.

Anders geht es für mich gar nicht“,

sagt Giese. Dabei lässt er sich stets von seiner

Maxime leiten: Leistung führt zu Erfolg. Erfolg

eröffnet Chancen. Und Chancen führen zu

Verantwortung. Aus dieser Motivation heraus

entstanden in der Vergangenheit unter anderem

soziale Projekte wie die 2010 von ihm

mit initiierte KinderSportStiftung am Harz e.V.

und der seit Jahren weit über die Grenzen von

Osterode bekannte OHA-City-BeachCup – ein

Volleyballturnier, bei dem der Kornmarkt mit

unzähligen Lkw-Ladungen Sand für drei Tage

zum Strand wird. Das VersicherungsKontor

Osterode ist einer der beiden Hauptsponsoren.

Der Erlös dieser Veranstaltung geht wiederum

an die KinderSportStiftung, die vielen

Kindern in der Region den Zugang zu ihrem

Lieblingssport erst ermöglicht.

DASS VERSICHERUNGSSCHUTZ weit über

die Absicherung von Risiken hinausgehen

kann, zeigt sich auch in der Zusammenarbeit

des VersicherungsKontor Osterode mit dem

Bremer Startup ‚drvn‘. Ein Unternehmen,

das betriebliches Gesundheitsmanagement

vollumfänglich aus einer Hand anbietet und

durch die internen Vernetzungen von einem

Medical Hub, Prävention, Physiotherapie,

Osteopathie und beispielsweise Ernährungsberatung

weit über einen allgemeinen Gesundheitsplan

hinausdenkt. Ihr Ziel: ‚gesunde

Menschen gesund erhalten‘. Aus tiefster

Überzeugung für diesen medizinischen Ansatz

begleitet Rainer Giese das Unternehmen

mit individuellem Versicherungsschutz und

fachlichmentorenhaftem Austausch, der weit

über ein konventionelles Mandat hinausgeht.

Unkonventionell ist auch die Idee der

Gründerin von ‚drvn‘, Melanie Stade, die die

Frauen-Fußballmannschaft von Werder Bremen

auf eine ganz neue Weise medizinisch

betreuen möchte. „Gesund erhalten, anstatt

zu heilen“ ist auch hier der Motivator. So soll

der weibliche Zyklus und die daraus folgende

natürlich schwankende Leistungsfähigkeit

der Spielerinnen in den Spielplan einbezogen

werden – um nur ein Beispiel der

vollumfänglichen Prävention zu nennen. Als

langjähriger Werder-Fan zögerte Giese nicht

einen Moment, dieses innovative Projekt

finanziell zu unterstützen. „Ich hoffe sehr“,

sagt Giese, „dass die Frauenmannschaft von

Werder Bremen nicht die einzigen, sondern

‚lediglich‘ die ersten, mutigen Vorreiterinnen

sind für einen Spitzensport, der Leistung

und Gesundheit in Balance bringt und spannenderweise

dadurch beide verbessert.“

GEFRAGT, was für ihn Erfolg bedeutet, weiß

Rainer Giese sofort eine Antwort: „Unabhängigkeit.

Und damit meine ich echte Unabhängigkeit

in zwei Richtungen. Zum einen

haben wir in 20 Jahren erreicht, uns die Versicherer,

mit denen wir arbeiten, aussuchen zu

können, und zum anderen arbeiten wir mit

Mandanten zusammen, die zu uns passen

und unsere Werte teilen.“ Und so trägt jedes

Mandat das Potenzial in sich, Triebfeder für

die Förderung neuer Projekte zu sein, die

Chancen eröffnen.

VersicherungsKontor Osterode

Rainer Giese

Kornmarkt 2

37520 Osterode am Harz

Tel. 05522 8687980

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highlights

HIGH

LIGHTS

20 Jahre faktor – 20 Jahre Wirtschaftsgeschichte Südniedersachsens. Von bahnbrechenden

Erfindungen bei Ottobock über milliardenschwere Zukäufe und den DAX-Aufstieg von

Sartorius bis hin zu Jubiläen, neuen Forschungszentren, wegweisenden Dachmarken und

mutigen Investitionen: Die Region rund um Göttingen hat seit 2005 eine eindrucksvolle

Entwicklung genommen – faktor war immer dabei! Unser Rückblick in die Ausgaben zeigt

die bedeutendsten Momente, die Unternehmen, Beschäftigung und Image der Region geprägt

haben. Eine Chronik voller Wendepunkte, die beweist, dass Südniedersachsen ein ideenreicher

Motor für Innovation und Wachstum ist.

wirtschaft

Der Wohlfühler

Mit Erfindergeist und Mut zum Querdenken beschreitet der Einbecker

Unternehmer Bodo Rengshausen neue Wege in der Sensortechnologie.

Text: SIMONE AHRBERG Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

wirtschaft

wirtschaft

Ein

Stück

Harz

Bei Eisenhuth in Lerbach werden Innovationen groß

geschrieben – und mit zahlreichen Preisen belohnt.

W

ir haben eine ganz neue Herangehensweise

an die Sensorik entnehmen

mit der Entwicklung des weltweit

So gelang Rengshausens jungem Unterwickelt,

so dass jetzt Probleme ersten Sensors zur Messung der gefühlten

lösbar sind, die vorher nicht gelöst werden Temperatur ein besonderer Erfolg. Während

Heizung und Klimaanlage nur die

konnten“, erklärt Bodo Rengshausen, Geschäftsführer

der Vereta GmbH in Einbeck. Temperatur selbst berücksichtigen, misst

Bodo Rengshausen, sein Bruder Detlef und der patentierte Vereta-Sensor auch Faktoren

ihr Partner Manfred Lemke haben im Juni wie Windgeschwindigkeit, Strömung und

2002 die Vereta GmbH gegründet, der aktuell

sieben Mitarbeiter angehören. Mit der energiebewusste, an der Wohlfühltempera-

Luftfeuchtigkeit und ermöglicht so eine

Thermosensorik beschäftigen sie sich seit tur des Menschen ausgerichtete Klimatisierung.

Belohnt wurde

1991. Damals nutzten sie

ihre Kenntnisse zur Herstellung

von Wiederbefül-

Jahr 2004 mit der

„Wenn man nicht fleißig ist, diese Innovation im

muss man erfinderisch sein.“

lungsanlagen. Die Erfahrungen

aus dieser Zeit und

Hermes Award, den

Nominierung für den

verschiedene Patente auf dem Gebiet der internationalen Technologiepreis der Hannover

Messe. Vereta erreichte unter mehr

Sensorik bilden heute die Basis von Vereta.

Der aus dem Münsterland stammende als 100 Unternehmen den 5. Rang.

Bodo Rengshausen studierte in Marburg, Für Bodo Rengshausen ist die Auszeichnung

ein Beweis dafür, dass sich unkonven-

Nairobi und Göttingen Ethnologie. Wie gelangt

jemand wie er zur Mikrosystemtechnik?

„Es hat mich immer schon gereizt, als näckig sein und darf sich nicht entmutigen

tionelles Denken auszahlt. „Man muss hart-

Außenstehender Dinge auf eine neue Art lassen. Man braucht Spaß an der Arbeit und

und Weise anzupacken“, erklärt der 45-Jährige

seine Lust, vorgegebene Pfade zu ver-

kann“ – das sind die Voraussetzungen

Unabhängigkeit, damit man kreativ sein

lassen. Die Ethnologie hat sein Denken erfolgreichen Unternehmertums für den Vater

zweier erwachsener Söhne.

maßgeblich geprägt. Sie habe ihn gelehrt,

dass es ganz verschiedene Lebensentwürfe Bereits in der Schul- und Studienzeit

gebe und man Probleme nie nur auf eine Art machte sich sein Erfindergeist bemerkbar.

lösen könne.

Rengshausen restaurierte und verkaufte

Autos, war Busunternehmer, handelte mit

Werkzeugen und Kerzen. Mit 22 Jahren

gründete er seine erste Firma: die Tapir

Wachswaren GmbH, die bis heute erfolgreich

ökologische Lederpflegemittel herstellt.

Trotz all dieser Aktivitäten – Bodo Rengshausen

bezeichnet sich nicht als fleißig.

„Aber wenn man nicht fleißig ist, muss man

erfinderisch sein“, sagt er. Es sei das Zusammenspiel

aus Sich-treiben-Lassen, Möglichkeiten

erkennen und nutzen und natürlich

auch ökonomischem Zwang, das ihn

zum Unternehmer mache. Und eines hat für

ihn immer schon festgestanden: „Meine Arbeitskraft

verkaufen wollte ich nie“, erinnert

er sich. So hat Bodo Rengshausen in

seinem Leben nur kurz nicht auf eigene

Rechnung gearbeitet: drei Wochen als Eisverkäufer

und als Aushilfe in einem Metallunternehmen

– hier hat er ganze zwei Tage

durchgehalten.

Die Vereta GmbH in Einbeck wurde 2002 gegründet.

Sie entwickelt und produziert Sensorelemente

und -systeme zur Klimaregelung und

zur Prozessüberwachung in der Industrie. Für

den ersten Sensor zur Messung der gefühlten

Temperatur wurde Vereta beim Hermes Award

2004 als Top-5-Technologie nominiert.

Text: CHRISTIAN MÜHLHAUSEN Foto: INGO BULLA

D

en gläsernen Firmenpalast und die futuristische Büroeinrichtung

sucht man bei der Firma Eisenhuth vergeblich. Eher ist

es der Charme der sechziger Jahre, den das Betriebsgelände im kleinen

Örtchen Lerbach bei Osterode umweht. Früher wurden hier Bohnenschnippelmaschinen

für den Handbetrieb und Fleischwölfe aus Guss

produziert. Hier im beengten Tal, wo man einst aus den Harzbergen

Erze förderte, an steilen Hangwiesen Futter fürs Vieh gewann und mit

Waldarbeit und Köhlerei sein Einkommen erzielte, hat die Bescheidenheit

eine lange Tradition. Auch Firmenchef Thorsten Hickmann sowie

der gesamte Betrieb Eisenhuth, der Kunststoff- und Gummikomponenten

sowie Spezialwerkzeuge für die Automobilindustrie fertigt,

sind ausgesprochen uneitel.

1 | 2005 Bodo Rengshausen,

Geschäftsführer der Vereta GmbH

1 | 2006 Thorsten Hickmann,

Firmenchef Eisenhuth

Mit dem mikroprozessorgesteuerten Kniegelenk

C-Leg 2006 ® eroberte Ottobock seit den 2005 späten

1990er-Jahren den Weltmarkt. 2005 startet der

Konzern ein Joint Venture mit dem FoamPartner

Converting Center in Duderstadt, das die neue

„Smart Factory“ in Betrieb nimmt. Diese Erweiterung

ermöglichte eine ganzheitliche vertikale

Wertschöpfungskette von der Schaumstoffproduktion

bis hin zu maßgefertigten Präzisionsbauteilen.

Im Rahmen des seit 2001 stattfindenden Innovationspreises

des Landkreises Göttingen entsteht

die Idee zum Mobilitätstalk, die die 2004 gegründete

SüdniedersachsenStiftung maßgeblich

vorantreibt. Nach dem ersten MobilitätsTalk in

Göttingen (2006) wird das Format auf Wolfsburg

(2008), Braunschweig (2009) und Hannover

(2011) ausgeweitet. Bis 2018 finden 58 Mobilitätstalks

in Niedersachsen statt.

64 3 |2025



28

52

02/2008

NORTHEIM

Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: SEBASTIAN MAURITZ

03/2008

UNTERNEHMEN

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Einbeck

Moringen

Hardegsen

Northeim

I NTERVIEW

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NORTHEIM

03/2008 53

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42

04/2008

OSTERODE

Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Osterode_Intv4_korr.lay..indd 2 28.11.2008 15:19:04

Osterode

Bad Lauterberg

Bad Sachsa

OSTERODE

Der promovierte Ingenieur Rainer Beyer (52)

ist seit 1991 Geschäftsführer der Eckold GmbH

& Co. KG mit Sitz in St. Andreasberg. Seit 2006

ist er im MEKOM Regionalmanagement Osterode

am Harz e.V. Vorsitzender des Vorstandes, in

dem er gemeinsam mit Landrat Bernhard Reuter,

Lars Obermann (geschäftsführender Gesellschafter

der Obermann Unternehmensgruppe)

und Sven Vogt (Geschäftsführer KKT Frölich

GmbH) sitzt.

Osterode_Intv4_korr.lay..indd 3 28.11.2008 15:19:10

04/2008

43

highlights

mensch

mensch

I NTERVIEW

2007

Im Herbst 2007 wird die

Westumgehung von Northeim

eingeweiht. Dieses Infrastrukturprojekt

verbessert die Verkehrsanbindung

der Stadt, trägt zur

Entlastung des innerstädtischen

Verkehrs bei und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit

der Unternehmen

in der Region.

„Wir haben ein Imageproblem

Die neue Kreishandwerksmeisterin Katja Thiele-Hann über das unterschätzte

Handwerk, mangelnde Qualität und Ausbildung als Verpflichtung

Interview: MARCO BÖHME, CLAUDIA KLAFT Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Zu hohe Preise, mangelhafte Arbeit – grundsätzlich nur sein Gewerk ausüben, Dass das Handwerk in seiner Bedeutung

nicht wahrgenommen wird, liegt

so lauten häufig Vorwürfe. Hat das Handwerk

hierzulande ein Imageproblem? men darf. Doch immer mehr Gewerke an unserer Bescheidenheit. Handwerker

aber keine anderen Tätigkeiten überneh-

Insgesamt ist die handwerkliche Leistung schließen sich zusammen und bieten dem handeln eigenverantwortlich und reden

teuer, dennoch hat sie ihren Wert. Auf Kunden „Alles aus einer Hand“.

nicht über ihre Sorgen. Sie weinen nicht

einen Großteil der Kalkulation hat der Das Thema Qualitätssicherung gewinnt darüber, wie schwer sie es haben. Im

Handwerker keinen Einfluss, zum Beispiel

auf die Lohnnebenkosten. Die Stun-

davon überzeugt, dass ein Gewerbe werker keine politischen Forderungen.

immer mehr an Bedeutung. Ich bin Gegensatz zur Industrie stellen Handdensätze,

die genommen werden müssen, nur dauerhaft bestehen kann, wenn die Wir haben keine Lobby!

reichen gerade aus, um am Markt bestehen

zu können.

wie die Friseurinnung vor, die ein Güte-

der Metropolregion sind 34 Prozent aller

Qualität stimmt. Das machen Gewerke Das Handwerk ist ein großer Ausbilder. In

Ein Problem ist das Ost-West-Gefälle. siegel haben. Wir werden in uns gehen, Auszubildenden im Handwerk tätig. Wie

Einem Bäckerkollegen wurde in Thüringen

beim Bau einer Produktion 30 Pro-

müssen wir uns verbessern.

Es gibt keine Zukunftsfähigkeit ohne

was die Qualitätssicherung angeht. Dort wichtig ist das Thema?

zent als Subvention geschenkt. Das ist Wie die Ergebnisse einer Studie der Ausbildung. Wer nicht ausbildet,

eine große Wettbewerbsverzerrung. Metropolregion Hannover-Braunschweig- wird nicht marktfähig bleiben. Mein

Für die Preise können die Handwerker also Göttingen zeigen, gehören hier rund 30 Anspruch ist, dass wir auch die starken

nichts, können Sie was für ihren schlechten

Ruf?

Ist das Handwerk unterschätzt?

bis bekommen. Selbstverständlich stellen

Prozent aller Unternehmen zum Handwerk. Jugendlichen, also die Talente, als Azu-

Wir haben ein Imageproblem. Handwerk

ist aber mehr als das, was die Verschätzt!

Von 420.000 Beschäftigten in Mix muss stimmen.

Auf jeden Fall ist das Handwerk unter-

wir auch Benachteiligte ein, aber der

braucher wahrnehmen. Wir müssen das Niedersachsen sind 80.000 in Handwerksunternehmen

tätig. Gemeinsam mit Geselle bleiben, man kann die Meister-

Wir müssen aufpassen, dass wir nicht

Leistungsspektrum des Handwerks

daher bekannter machen.

nichts anderes finden.

nur diejenigen bekommen, die

„Ausbildung muss als Investition und nicht

Ich bin beeindruckt über die

Und die Jugendlichen müssen

Kompetenz und die Angebotsvielfalt

unserer Betriebe. Wir

Karriere machen. Man muss nicht

als Belastung verstanden werden.“ wissen: Sie können im Handwerk

müssen die Leistungen transparenter

machen und diese Informationen nach deren Familienangehörigen sind somit prüfung machen, sich fortbilden und

außen kommunizieren.

circa zwei Millionen Menschen in Niedersachsen

vom Handwerk abhängig. oder einen bestehenden übernehmen.

später einen eigenen Betrieb gründen

Zum schlechten Ruf des Handwerks gehört

auch der Vorwurf, mangelhaft zu arbeiten. Das Handwerk ist für die Beschäftigung Sie haben bereits mehrere Auszeichnungen

Gerade Hausbauer können Geschichten erzählen,

wie Handwerker nicht ausreichend noch mehr.

Wie wichtig ist Ihnen als Unternehmerin

sehr wichtig und für die Ausbildung für Ihr Ausbildungsengagement bekommen.

mitdenken oder sogar pfuschen.

Wieso wird dann die Bedeutung des Handwerks

trotz dieser beeindruckenden Zahlen Ausbilden ist Chefsache! Es ist Aufgabe

das Thema persönlich?

Das kommt vor. Ein Problem in

Deutschland ist, dass hierzulande jeder unterschätzt?

des Inhabers, sich persönlich darum

28 70

02/2007 01/2008

01/2008

71

1 | 2008 Katja Thiele-Hann, Kreishandwerksmeisterin

wirtschaft

Von der besten Seite

Das Unternehmen WILVORST ist deutscher Marktführer für festliche Herrenmode, produziert

am Stammsitz in Northeim und sieht seine Zukunft weiter in Deutschland. Ein Porträt.

Text: BERTI KOLBOW Fotografie: PETER HELLER

H

and auf die Hemdtasche: Karl-Wilhelm

Vordemfelde trägt auch schon

mal feinen Zwirn von der Konkurrenz.

„Aber höchstens im privaten Kreis und

um die Produkte der Mitbewerber mit

den eigenen Kollektionen zu vergleichen“,

sagt der geschäftsführende Gesellschafter

von Herrenmodehersteller WILVORST

aus Northeim, der nur ausnahmsweise

italienische Sakkos statt maßgefertigte

Garderobe aus dem eigenen Hause an sich

heran lässt.

Der Chef, der das Unternehmen in

dritter Generation führt, geht mit gutem

Beispiel voran. Neben seiner Überzeugung

vertraut er aber auf weitere Aushängeschilder:

Die großen Orchester dieser

Welt, von den Berliner Philharmonikern

bis zum Griechischen Staatsorchester, tragen

Anzüge von WILVORST. Für den

König des Pazifik-Inselstaates Tonga fertigten

die Northeimer einen Frack. Auch

Marius Müller-Westernhagen und Stefan

Raab hat der Modespezialist schon

einmal ausgestattet. In nahezu keinem

Geschäft, das hierzulande festliche Bekleidung

anbietet, fehlt WILVORST-Mode.

Häufig bieten auch Brautmodengeschäfte

und Herrenausstatter Produkte der Northeimer

an. Die Wahrscheinlichkeit, dass

bei so mancher der bundesweit jährlich

200.000 festlichen Hochzeiten der Bräutigam

WILVORST-Zwirn trägt, ist recht

hoch.

Ob Frack, Smoking oder andere Anzüge

für feierliche Anlässe: Der Mittel-

großen Wert bei – ebenso wie der eigenen

der 55-jährige Familienunternehmer noch

ständler ist eigenen Angaben nach mit Tradition.

einem Anteil von 50 Prozent Marktführer

für festliche Herrenmode in Deutschland, Sein Großonkel, Wilhelm Vordemfelde,

gründete das Unternehmen 1916 in

exportiert zudem in rund 35 Länder von

Westeuropa über Russland bis zur arabischen

Halbinsel und setzte damit 2007 WILVORST die Anfangsbuchstaben des

Stettin und wählte für den Firmentitel

rund 22 Millionen Euro um – sechs Prozent

mehr als im Vorjahr. Angaben zur standortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg

eigenen Namens sowie des Gründungs-

Rentabilität bleiben Betriebsgeheimnis. wurde WILVORST in Northeim wieder

„Wir sind ertrags- und finanzstark“, sagt aufgebaut und fertigt dort seit 1946. Das

Vordemfelde. Konjunkturschwankungen so genannte Wirtschaftswunder bescherte

beeindrucken das Unternehmen kaum. dem Unternehmen prächtige Zeiten. Neben

der „Fresswelle“ rollte die „Beklei-

„Geheiratet wird fast immer“, sagt Karl-

Wilhelm Vordemfelde. Nur bei extremen dungswelle“ – die Nachkriegsgeneration

Krisen droht ein Einbruch, wie etwa beim wollte wieder schick aussehen. Der Neffe

Beginn des Irakkrieges 2003. „Da wurden des Firmengründers, Friedrich-Wilhelm

monatelang alle Bälle abgesagt.“

Vordemfelde, baute WILVORST zu einem

Der Hersteller spricht weder eine „Geizist-geil“-Kundschaft

noch eine Luxus-Kli-

Abkürzung ist Branchen-Chinesisch und

führenden „Haka“-Unternehmen aus. Die

entel an, in der „gehobenen Mittelklasse“ steht für „Herren-Anzüge/Knaben-Anzüge“,

inklusive der Herstellung von Män-

sieht sich WILVORST positioniert. Ab

350 Euro ist ein zweiteiliger Anzug oder teln, Krawatten, Gürteln und anderen

Smoking zu haben. Dass sich diese Art Accessoires.

von Konsumgütern noch rentabel innerhalb

hiesiger Landesgrenzen produzieren getragen wurden und die deutsche Beklei-

Als immer mehr Jeans statt Anzüge

lassen, beweist der Hersteller als einer dungsindustrie zudem den Kostendruck

der letzten deutschen Marktteilnehmer. In aus den Billiglohnländern spürte, begann

der bundesweit größten Anzugfertigung WILVORST das Sortiment schrittweise

überhaupt werden am Stammsitz pro Tag auszudünnen und sich auf festliche Herrenmode

zu spezialisieren – was sich bis

rund 200 Sakkos und Hosen sowie 80

Westen gefertigt. Werten wie Qualitätsarbeit

und Heimatverbundenheit misst noch übernahm Karl-Wilhelm

heute als lukrative Nische erweist. Den-

Vor-

Zur Person

Der 55-jährige Karl-Wilhelm Vordemfelde kennt sich mit Paragraphen ebenso

gut aus wie mit edlem Zwirn. Der gebürtige Northeimer studierte Jura in

Marburg und Freiburg im Breisgau, entschied sich über einen Umweg dann

aber doch für die Bekleidungsbranche. 1982 stieg Vordemfelde zunächst als

Exportleiter bei WILVORST ein. Kurz darauf wurde er Geschäftsführer des

Northeimer Anzugherstellers, der heute immer noch buchstäblich ein Familienunternehmen

ist. Seine Frau ist für das Stoffdesign zuständig, zwei seiner

drei Töchter modeln gelegentlich bei Brautfotoaufnahmen. In seiner Freizeit

spielt der Unternehmer Jazzpiano und Golf. Zudem bekleidet er Ehrenämter

bei der Industrie- und Handelskammer.

2 | 2008

Karl-Wilhelm

Vordemfelde,

Geschäftsführer

Wilvorst

2008

Das Klinikum in Göttingen

wird technisch erweitert, neue

OP- und Bildgebungskapazitäten

entstehen. Die Maßnahme

stärkt die Gesundheitsinfrastruktur,

löst Bau- und Zulieferaufträge

aus und festigt den Sektor

als wichtigen Arbeitgeber und

Innovationspartner der Region.

wirtschaft

„Industrie ist nicht alles“

Unternehmer Wolfgang Hermann über den Mittelstand als Seele

der Wirtschaft und die Stärken von Northeim

Herr Hermann, was macht den Wirtschaftsstandort

Northeim interessant?

Schauen Sie, zunächst haben wir eine

sehr gute Verkehrsinfrastruktur. Northeim

liegt direkt an der A7, als große

Magistrale eine der wichtigen Verkehrswege

und Nord-Süd-Verbindungen

überhaupt. Dazu kommt die Bahnstrecke

mit dem gemeinsamen ICE-Bahnhof Göttingen.

Die Entfernungen zu den Flughäfen

in Hannover und Paderborn sind

schnell zu überwinden. Was wollen wir

mehr? Davon profitieren wir alle, egal ob

Northeimer oder Göttinger. Außerdem

denke ich an die traditionsreiche Georg-

August-Universität, die zu den wenigen

Exzellenzuniversitäten in Deutschland

zählt. Nimmt man noch die TU Clausthal

hinzu, gibt es zwei hochinteressante

Universitäten in der Region, die den

unternehmerischen Wissensdurst stillen

können. Das ist auch für Northeim ein

wirklicher Standortvorteil, der, so denke

ich, nicht optimal genutzt wird.

Wie kann das verbessert werden?

Wir haben in Northeim und im Landkreis

einen sehr innovativen Mittelstand.

Doch bisher nimmt er die Chance kaum

wahr, sich seine Innovationen durch die

Universität Göttingen oder auch die TU

Clausthal absichern zu lassen. Vielfach

fehlt die entsprechende Vernetzung. Da

sind, meiner Meinung nach, sowohl der

Mittelstand als auch die Hochschulen

gefragt. Die Inhaber kleinerer Betriebe

haben sehr oft Berührungsängste, die

es abzulegen gilt. Und die Universitäten

müssen lernen, die Sprache der kleinen

Unternehmen zu sprechen, um dann auf

Die mittelständischen Unternehmen

LANDKREIS in Northeim NORTHEIM sind die

Seele der Wirtschaft.

Sie haben den innovativen Mittelstand angesprochen.

In welchen Bereichen sehen

Sie Northeim besonders gut auf gestellt?

Da fällt mir als gutes Beispiel die Verpackungsindustrie

ein. In Northeim und

im Landkreis gibt es einige mittelständische

Firmen, die Qualität auf zum

Teil internationalem Niveau abliefern.

Dazu gehören unter anderem die Firma

Thimm, die Rockenfeller Papiersackfabrik

oder die Firma ETT Verpackungstechnik

in Fredelsloh.

Sehen Sie es als Nachteil für den Standort

Northeim, dass die große Industrie fehlt?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin froh,

dass viele erkannt haben, dass Industrie

nicht alles ist. Sichere Arbeitsplätze

gibt es vor allem bei den personen- und

inhabergeführten Mittelständlern. Da

zählt die persönliche Ebene noch. Als

die wirklichen Unternehmer übernehmen

diese Mittelständler Verantwortung für

ihre Mitarbeiter und das Unternehmen,

wirtschaft

sie zu zugehen. In den meisten Fällen tragen das finanzielle Risiko auf ihren

haben die Professoren nur die Großindustrie

im Visier. Da würde ich mir mer Unternehmer gut, viele sind sehr er-

Schultern. Und das machen die Northei-

wünschen, dass sie in ihrem Hinterkopf folgreich. 75 Prozent aller Arbeitnehmer

eine kleine Fabrik- oder Dienstleistungshalle

einrichten und dabei die „Kleinen“ weniger als 200 Mitarbeitern beschäftigt,

in der Region sind in Unternehmen mit

mit einbeziehen. Wenn sich die Unis und und dieser Mittelstand bildet 85 Prozent

der Mittelstand bewegen, entstehen die der Auszubildenden in der Region aus.

Netzwerke, die nötig sind.

Das ist die Seele der Wirtschaft.

Ist der Standort Northeim benachteiligt im

Vergleich mit dem regionalen Oberzentrum

Göttingen?

Das denke ich nicht. Northeim ist mindestens

genauso wichtig wie Göttingen.

Mit Blick auf die seit Jahren geringere

Arbeitslosenquote sehe ich Northeim

sogar eher im Vorteil. Der Kleine kann

im Schatten des Großen ebenfalls groß

werden. Erfolgreiche Unternehmen in

kleineren Städten belegen diese These.

Immer wieder werden Stimmen laut, die

behaupten, es gäbe wechselseitige Vorbehalte

der Göttinger und der Northeimer

Unternehmer. Haben Sie, der in beiden

Landkreisen tätig ist, diese Erfahrung auch

gemacht?

Wenn überhaupt, sind das Einzelfälle.

Die Mehrheit der Unternehmer hat

doch nur das Interesse, ihre Waren und

Dienstleistungen – egal, ob in Northeim

oder in Göttingen – gut zu präsentieren

und zu auskömmlichen Preisen zu verkaufen.

Jeder braucht doch den Anderen.

Ich denke, man sollte nicht zu viel

reden und diskutieren, sondern machen.

Lamentieren bringt uns nicht voran.

Vielen Dank für das Gespräch.

3 | 2008

Wolfgang Hermann,

geschäfts führender

Gesellschafter der

Hermann GmbH

wirtschaft

wirtschaft

Wolfgang Hermann (64) ist geschäftsführender

Gesellschafter der Hermann GmbH.

Zur Gruppe gehören 13 eigene Autohäuser

der Marken Renault/Dacia, Nissan, Peugeot

und Ford mit insgesamt über 200 Mitarbeitern,

darunter fast 40 Auszubildende.

Die Hermann GmbH hat Standorte in Northeim,

Einbeck, Göttingen, Goslar, Alfeld,

Höxter und Mühlhausen. Hermann war von

März 2003 bis Januar 2008 für die FDP

Mitglied des Niedersächsischen Landtags.

„Wir dürfen nicht alles schlecht reden“

Rainer Beyer, Unternehmer und MEKOM-Vorstandsvorsitzender, über

den Standort Osterode und Nachwuchssorgen

LANDKREIS

OSTERODE

„Der Landkreis Osterode ist besser als seine

Selbstdarstellung und sein Ruf.“

4 | 2008 Rainer Beyer,

MEKOM-Vorstandsvorsitzender

Herr Beyer, als Vorstandsvorsitzender des hohe Industriedichte. Es gibt hier viele Umkreis von 100 Kilometern ist mit der

An welche Kooperationen denken Sie ein. Etwas mehr könnte es natürlich

MEKOM Regionalmanagement Osterode Unternehmen, die international oder TU Clausthal sowie den Universitäten in

konkret?

immer sein.

am Harz e.V. haben Sie einen guten Überblick

über die Wirtschaft des Landkreises. Lage im Zentrum Europas ist da sicherschweig

beachtlich. Weitere Stärken der

Zusammenschluss regionaler Auto-

im MEKOM-Vorstand zu haben?

sogar weltweit erfolgreich sind. Unsere Göttingen und Hannover sowie Braun-

Richtungweisend ist der Harzpool, ein Ist es ein Vorteil, Landrat Bernhard Reuter

Wo sehen Sie die Stärken des Standortes? lich ein Vorteil. Und das, was Wolfgang regionalen Wirtschaft sind ihre sehr

mobilzulieferer, in dem die FRÖTEK- Davon bin ich überzeugt. Landrat Reuter

ist wirtschaftsnah und sehr aktiv.

Auffällig für den Wirtschaftsstandort Herrmann für den Landkreis Northeim gut funktionierende Vernetzung, zu der

Kunststofftechnik GmbH, die KKT

Osterode ist zum Beispiel die im Vergleich

zum Land Niedersachsen recht für uns: Die Hochschullandschaft im und zielorientierte Kooperationen.

Coatings GmbH, die Gruppe HEAT direkten Draht zur Politik. Außerdem

anführt (siehe faktor 3/2008), gilt auch MEKOM einen wichtigen Teil beisteuert,

Frölich GmbH, die Zuelch Industrial Wir haben als Unternehmer so einen

GmbH und die Wilhelm Eisenhuth werden so unsere Arbeit und die Unternehmen

durch die öffentliche Verwal-

GmbH KG ihre Kräfte bündeln und mit

geballter Kompetenz am Markt auftreten.

Auf der IZB, der Internationalen Vorhaben unterstützt.

tung sehr gut in der Umsetzung neuer

Zuliefererbörse für die Automobilindustrie

in Wolfsburg, haben sich diese Unwerk

zur Aufgabe gemacht, Standortmar-

Bereits von Anfang an hat sich das Netzternehmen

zum Beispiel gemeinsam als keting zu betreiben und junge Menschen

Harzpool vom 29. bis zum 31. Oktober in die Region zu holen. Gelingt das?

präsentiert. Und MEKOM unterstützt Die komplizierte Mitarbeiterrekrutierung

ist ein Nachteil des Standorts

diese Clusterbildung.

Sie haben die Rolle von MEKOM in Bezug Osterode. Ich bin damit nicht nur

auf die Vernetzung der regionalen Unternehmen

angesprochen. Kann der Verein, sondern auch als Geschäftsführer der

als MEKOM-Vorstandsvorsitzender,

der seit Anfang dieses Jahres ohne einen Eckold GmbH & Co. KG selbst konfrontiert.

Wir müssen jungen Menschen

hauptamtlichen Geschäftsführer auskommen

muss, diese Rolle noch ausfüllen? Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen,

um sie in die Region zu holen.

Auf jeden Fall. Wir haben die Aufgaben

des Geschäftsführers unter den Zusätzlich müssen wir aufpassen, dass

Vorstandsmitgliedern verteilt. Jeder uns die Ortsansässigen nicht weglaufen.

trägt seinen Part dazu bei, dass unser Und da ist nicht nur das MEKOM-

Netzwerk funktioniert. Auch ich habe Netzwerk gefragt. Jeder muss selber

über MEKOM Unternehmer und Unternehmen

kennen gelernt und konnte Wie gut hier die Unterstützung vor

ausbilden, um eine Chance zu haben.

Kontakte knüpfen. Wie gut wir unsere allem der Berufsbildenden Schulen ist,

Aufgaben wahrnehmen, zeigen die zeigt der Ausbildungsgang zum Mechatroniker,

den wir gemeinsam geschaffen

steigenden Mitgliederzahlen. Und außerdem

sind wir, meines Wissens nach, haben. Zusätzliche Karrierechancen

das einzige Regionalmanagement, das und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen

wir mit der Samstagsakademie. Ge-

die Förderzeit durch die EU und das

Land Niedersachsen überlebt hat und meinsam mit der Kreisvolkshochschule

sich selbst finanziert. Unser heterogenes bieten wir so die Möglichkeit für Fach-

Netzwerk lebt durch das Engagement und Führungskräfte, sich außerhalb der

der Mitglieder, viele bringen sich gut Arbeitszeit intensiv und effektiv weiterzubilden.

Als Geschäftsführer der Firma

Eckold kann ich sagen, dass wir die

Kosten dafür tragen und die Mitarbeiter

einen Teil ihrer Freizeit investieren.

Die Mitarbeiter sind übrigens ganz klar

ein weiterer Standortvorteil – zumindest

für die Firma Eckold.

Wie meinen Sie das?

Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital.

Sie sind die Know-how-Träger und

unheimlich loyal. Einige sind 25 oder

sogar 40 Jahre bei uns, manche schon

in der zweiten Generation. Sie denken

genauso langfristig wie viele Unternehmenseigentümer

aus der Region:

Das Unternehmen muss auch in 20, 30

oder 40 Jahren noch da sein. Zwischen

den engagierten Mitarbeitern und den

Eigentümern der regionalen Traditionsunternehmen

gibt es einen unheimlichen

Zusammenhalt, aus dem eine hohe Leistungsfähigkeit

erwächst. Wir müssen

diese Leistungsfähigkeit aber auch nach

außen tragen. Wir dürfen nicht alles

schlecht reden. Der Landkreis Osterode

ist besser als seine Selbstdarstellung und

sein Ruf. Wir haben wirtschaftlich einiges

zu bieten

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person

3 |2025 65



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gastronomie

Begeistert: Gerd-Hinrich und Rita Döscher hat es im Restaurant planea gefallen – sie kommen bald wieder.

02/2010

07.06.2010 22:37:29 Uhr

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Text: Claudia KlafT

fotografie: alCiro Theodoro da Silva

wirtschaft

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01/2008 03/2009

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gastronomie

02/2010

jubiläen

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07.06.2010 22:37:30 Uhr

03.09.2009 17:52:04 Uhr

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Zuversicht: Frank-Walter Eisenacher sieht sein Unternehmen – dank „guter handwerklicher Wurstmacherkunst“– gut aufgestellt.

jubiläen

03/2009

37

03.09.2009 17:52:06 Uhr

highlights

wirtschaft

Feiertage

2009

Zahlreiche Unternehmen der Region feiern in diesem Jahr

Geburtstage und Jubiläen – faktor gratuliert.

Text: SebaSTian GünTher

In der Finanzkrise stabilisiert

ContiTech sein Werk in

Northeim durch Anpassungen

und Investitionen. Kurzarbeit,

Umschichtungen und gezielte

Modernisierung erhalten die

Produktion und binden Fachkräfte

an die Region – ein Stabilitätsanker

in schwierigen Zeiten.

F

irmenjubiläen und -geburtstage bieten Unternehmen in

schöner Regelmäßigkeit die Gelegenheit, auf die eigene Historie

zurückzublicken und bei Partys und Feiern den Mitarbeitern und

den treuen Kunden zu danken. In Göttingen und dem Umland

feiern in diesem Jahr diverse Firmen einen runden Geburtstag oder

ein Jubiläum. faktor schaut mit den Jubilaren in die Vergangenheit

und wagt einen Blick in die Zukunft.

Mit Abstand das älteste der befragten Unternehmen ist

die Hahnemühle FineArt GmbH aus Relliehausen. Der

Spezialist für Künstlerpapiere begeht in diesem Jahr sein

Foto: Da Silva

3 | 2009 Frank-Walter Eisenacher,

Inhaber Börner-Eisenacher

leben

SERIE

leben

SERIE

Autotest

Der

Detailverliebte

Der Familienunternehmer Tillmann Miritz war

begeistert vom Porsche Panamera.

Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

M

it dem Porsche Panamera 4S ist der 1724 Meter

lange Heidkopftunnel auf der A 38 zwischen

Göttingen und Halle eine Herausforderung für mich:

Obwohl der 4,8-Liter-V8-Motor mit 400 PS meinen

Gasfuß wie von Geisterhand mitsamt dem Pedal Richtung

Bodenblech zu ziehen scheint, bleibe ich stark, denn

es sind nur 80 km/h erlaubt. Zurück im Tageslicht, direkt

nach der Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung,

kann ich nicht mehr widerstehen. Der Panamera

reagiert beinahe freudig auf das durchgetretene Gaspedal,

beschleunigt unglaublich schnell auf deutlich über

200 km/h. Die zwei Tonnen Leergewicht merkt man

dem Fahrzeug nicht an. Mit dem, im 4S serienmäßigen,

Porsche-Doppelkupplungsgetriebe und dem Traction

Management bringt es die Kraft souverän auf die Straße.

Doch die Freude dauert nur wenige Augenblicke, dann

bringt mich der Fotograf mit einem breiten Grinsen wieder

auf den Teppich zurück: „Ich unterbreche nur ungern,

aber wenn wir zu Herrn Miritz wollen, hätten wir

schon in Friedland abfahren sollen.“ Er hat Recht und

ich drehe kurz vor Heiligenstadt um. Wieder ein kurzes

Glücksgefühl, wieder Heidkopftunnel und am Ende sind

wir nur wenige Minuten zu spät in Kirchgandern bei

Miritz Citrus Ingredients (MCI) und Tillmann Miritz.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Miritz Citrus

Ingredients GmbH hat Verständnis für den unnötigen

Abstecher. „Der Porsche ist ein super Auto mit einer

„Unverkennbar“: Tillmann Miritz hat den neuen Porsche Panamera getestet und bereits bestellt.

108

03/2009

03/2009

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108-110_Autotest_korr.indd 2 04.09.2009 10:50:26

3 | 2009 Tillmann Miritz, Geschäftsführer MCI – Miritz Citrus

108-110_Autotest_korr.indd 3 04.09.2009 10:50:34

leben

leben

Gegensätze

ziehen sich an

Modern und bewährt – Gerd-Hinrich Döscher auf spannender

Entdeckungsreise im neuen Restaurant planea.

2 | 2010 Gerd-Hinrich Döscher,

Inhaber von König

E

s ist das Konzept des Fine-Dining-Restaurants, Gegensätze zu vereinen. Und so treffen

wir in dem jungen Restaurant, das wenige Tage zuvor, Ende Mai, eröffnet wurde,

einen Unternehmer der „alten Schule“ zum Testessen: Gerd-Hinrich Döscher, Inhaber und

Geschäftsführer der König GmbH & Co. KG. Seit 37 Jahren führt er das Unternehmen mit

den Geschäftsbereichen Produkte und Personaldienstleistungen in Moringen sehr erfolgreich.

Doch nicht nur beruflich hat er Erfahrung, sondern auch, was das gute Essen angeht.

Deswegen sind wir besonders gespannt auf seine Einschätzung des planea.

Wir sind um 18 Uhr verabredet und erfahren gleich zu Beginn von ihm, dass er normalerweise

nicht so früh das Büro verlässt. Das Handy ist sicherheitshalber noch auf

Empfang. Doch wir tauchen ein in die Atmosphäre des Restaurants und beginnen mit

einem Prosecco zum Aperitif. Und so wie dieser perlt auch die Anstrengung des Tages von

Döscher ab.

Das Restaurant beeindruckt ihn mit seiner klaren Linie. Egal wo man sitzt, schaut man

auf die Historische Sternwarte – entweder auf das große Bild des Göttinger Künstlers

Andreas Lemberg, das sich harmonisch ins Interieur fügt, oder durch die Fensterfront auf

das reale Gebäude gegenüber im Park. Döscher findet bereits zu Anfang die Einrichtung

für Göttingen einmalig.

Nicht nur diese ist komplett auf die planea-Farben grau, pink und mokkafarben abgestimmt

– ganz im Corporate Identity, das von der Göttinger Agentur blaueQuelle konzipiert

wurde –, sondern auch die Kleidung des Servicepersonals, das uns in diesem Moment

die Speisekarte reicht. Nein, es ist kein Heft, sondern es sind zwei Seiten, eingefasst in

eine Acrylhülle, die den Eindruck einer leicht gefalteten Karte vermittelt. Und es ist auch

keine gewohnte Aufteilung „Vorspeise, Hauptgang, Dessert“, sondern eine übersichtliche

Anzahl Speisen wird nur durch die Aufzählung der enthaltenen Komponenten beschrieben.

Wie die Zutaten zubereitet und angerichtet sind, bleibt ein Geheimnis, das man

2010

Das Biotech-Cluster Göttingen

wächst: Sartorius, UMG und Startups

kooperieren eng, unterstützt

von Max-Planck-Instituten. Neue

Labore und Ausgründungen

entstehen, wodurch Wissenschaft

und Wirtschaft stärker verzahnt und

qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen

werden.

66 3 |2025



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37

unternehmen

highlights

4 | 2010 Remo Viani, Inhaber Antonio Viani Importe

wirtschaft

GENUSS

wirtschaft

GENUSS

Produkte

mit Geschichte

Ein Stück Italien in Göttingen: Die Viani Importe GmbH hat in der Innenstadt

ein italienisches Lebensmittelgeschäft und eine Bäckerei eröffnet.

Text: BELINDA HELM Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

ute Lebensmittel aus Italien, als Imbiss angeboten. „Ich selbst habe

das ist die Leidenschaft von mich in Ligurien auf die Suche nach dem

G Remo Viani. „Aber eigentlich Originalrezept gemacht und viel experimentiert,

bis das Ergebnis gestimmt hat.“

ist es noch viel mehr“, findet der Geschäftsführer

der Viani Importe GmbH Und erst als Vater Antonio Viani, der aus

aus Göttingen. „Es ist ein Lebensgefühl.“

wie zu Hause“, sei er mit dem Ergebnis

Ligurien stammt, sagte: „Das schmeckt

Der Großhändler und Importeur von zufrieden gewesen, erzählt Remo Viani.

Feinkost aus dem Mittelmeerraum hat

in der Göttinger Innenstadt ein Ladengeschäft

mit angeschlossener Bäckerei Bäckerei ist ihr gläserner Baustil. „Die

Eine weitere Besonderheit der kleinen

eröffnet, das genau dieses Lebensgefühl Kunden sollen genau verfolgen können,

vermitteln will: einen sogenannten Alimentari

und ein Panificio. Während im reitet wird, sie sehen, welches Mehl und

wie die Focaccia in der Backstube zube-

Alimentari auf knapp 70 Quadratmetern

über 400 Produkte aus Italien, von es Viani aber nicht darum, sich als hoch-

welches Öl wir verwenden.“ Dabei geht

erlesenen Olivenölen

preisiges Feinkostgeschäft

zu präsentie-

über selbstgemachte

Pesti, Soßen und

ren. „Wir möchten

„Wir möchten zeigen,

dass wir unser Konzept

frische Käse- und

zugänglich sein für

Fleischwaren bis hin

leben.“

alle, die unsere Leidenschaft

teilen, und

zu italienischen Weinen

von kleinen Winzern, zu finden sind, endlich zeigen, dass wir unser Konzept

wird im Panificio vor allem die ligurische auch leben.“ Und diese Philosophie setzt

Spezialität Focaccia Genovese, eine italienische

Brotart aus Hefeteig, in allen „Bei uns arbeiten zum Beispiel nur Men-

Viani in allen Bereichen konsequent um:

erdenklichen Varianten hergestellt und schen, die Lebensmittel lieben“, er-

Remo Viani: Der 42-Jährige achtet

auf hochwertige Produkte und kennt

die Geschichten dahinter.

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04/2010

04/2010

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2011

Die Landesförderung unterstützt den Ausbau

des „Measurement Valley“-Netzwerks

rund um Göttingen mit Unterstützung

von Sartorius, Mahr, Universität und IHK.

Ziel: Stärkung der Messtechnikbranche

durch mehr Kooperation, Sichtbarkeit

und Fachkräftesicherung – ein regionaler

Innovationsmotor.

wirtschaft

Jubiläum

Fit ins Jubiläumsjahr

Mahr wird 150 Jahre alt und sieht sich für die Zukunft gut gerüstet.

Text: CHRISTIAN MÜHLHAUSEN Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA

er Jubilar präsentiert sich prächtig

D im Jahr seines 150. Geburtstages:

Die Göttinger Mahr-Gruppe, Spezialist

für Fertigungsmesstechnologie, kann sich

derzeit über mangelnde Arbeit nicht beklagen

und wird in diesem Jahr wohl

ein Rekordergebnis einfahren: „Wir sind

nicht unzufrieden und v-förmig aus der

Krise gekommen“, sagt Stephan Gais, ge-

Hintergrund

Die Mahr-Gruppe ist mit 1.500 Mitarbeitern

das weltweit größte Familienunternehmen

der Messtechnikbranche. Ulrich Kaspar,

der zuvor am Standort Esslingen der

Mahr-Gruppe wirkte, ist der erste Holding-

Geschäftsführer, der nicht aus der Familie

stammt. Eine Bürde sieht er darin nicht:

„Wir müssen alle unseren Job ordentlich

machen, um das Unternehmen nach vorne

zu bringen. Ob ich dabei auch Gesellschafter

bin oder nicht, ist für mich nicht entscheidend.”

Stephan Gais kann diesem zudem auch

etwas Gutes abgewinnen: „Ich bin schon

als Kind mit meinem Großvater hier durch

die Fabrik gegangen.” Wer mit dem Unternehmen

von Kindesbeinen an verbunden

sei, Weichenstellungen erlebt und gute

wie schlechte Zeiten durchgestanden habe,

schaue mit einem anderen Auge auf die

Dinge. Als Familiengeschäftsführer habe

man deshalb bei Entscheidungen wohl öfter

einen „emotionalen Ansatz”, was manchmal

hinderlich sein könne. Gais stellt gemeinsam

mit sieben weiteren Gesellschaftern, die

alle außerhalb von Mahr arbeiten, die fünfte

Generation des traditionsreichen Familienunternehmens.

schäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender

der Geschäftsführung. Übersetzt

aus dem Schwäbischen seiner Heimat ins

Hochdeutsche heißt das: ein Umsatzplus

von 40 Prozent, bei den Auftragseingängen

sogar plus 45 Prozent gegenüber dem

Vorjahr. Und auch das konnte sich mit

stolzen 35 Prozent Umsatzplus durchaus

sehen lassen: Mit weltweit 1.500 Mitarbeitern

wurden 150 Millionen Euro

Umsatz erzielt.

Allerdings: Vorletztes Jahr sah die Welt

noch ganz anders aus. 2009 musste das

nach eigenen Angaben älteste Messtechnikunternehmen

der Welt – Gais ist ein

Vertreter der fünften Generation – tüchtig

Federn lassen: Mit der weltweiten Krise

und dem massiven Einbruch der Konsum-

und Investitionsgüterbranche brach

auch das Geschäft bei Mahr ein. Mit einbrechenden

Umsätzen fuhren die Unternehmen

die Investitionen herunter, Mahr

traf es durch die große Abhängigkeit

von der Automobilindustrie besonders

heftig. Rund 60 Prozent des Umsatzes

kommen aus der Automobilindustrie und

deren Zulieferern. „Von heute auf morgen

stand das Telefon praktisch still“,

beschreibt Gais die Situation auf dem

Höhepunkt der Krise.

Mahr reagierte mit Kurzarbeit und

nutzte die Fluktuation, betriebsbedingte

Kündigungen gab es hingegen nicht:

„Das war für uns keine Lösung, wir

wollten unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

– so gut es geht – an Bord

halten. Denn wir wollten personell auf

den nächsten Aufschwung vorbereitet

sein. Und wir sind froh, dass wir es so

gemacht haben“, erklärt Gais. Denn, so

war klar, in Zeiten voller Auftragsbücher

wird jede Hand gebraucht, und Fachleute

sind knapp. Ein Glücksfall, dass

die Bundesregierung die Möglichkeit zur

Kurzarbeit auf 24 Monate ausweitete.

Mit deren Auslaufen ging es 2010 fast

nahtlos in den Aufschwung über – und

mit fast unveränderter Personalstärke.

„Wir sehen unsere Verantwortung für die

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, das ist

für uns auch eine gesellschaftliche Verantwortung“,

sagt Gais. Ob in oder nach der

Krise: „Wir wollen unsere Mitarbeiter behalten

und tun so einiges, um die besten

Köpfe zu bekommen.“ Dazu tragen bei

Mahr unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle

sowie ein Kindergarten und eine

-krippe auf dem Betriebsgelände bei, die

z.T. gemeinsam mit den Kooperationspartnern

Sycor und Sartorius betrieben

werden. Göttingen als junge, attraktive

Stadt mit glänzendem Kulturangebot trage

ein Übriges dazu bei.

Kooperationen mit zahlreichen Ausbildungseinrichtungen,

etwa den Hochschulen

HAWK in Göttingen sowie denen

in Ilmenau, Clausthal, Darmstadt und

Oldenburg, sollen beim Kampf um die

Köpfe ebenso dienlich sein wie die anerkannt

sehr qualifizierte Ausbildung:

Die Auszubildenden von Mahr gehören

jährlich zu den Landesbesten ihrer Zunft.

Gepaart mit den Vorzügen eines Familienunternehmens,

bei dem man auch

Durchblick: Ulrich Kaspar und Stephan Gais (r.) führen das älteste Messtechnikunternehmen der Welt in ein erfolgreiches Jubiläumsjahr.

direkt mit dem Geschäftsführer sprechen ganzen Welt zeitgleich und gleichermaßen Zahl der Menschen auf unserem Planeten

könne, so Gais, mache es das am Schluss getroffen seien, das habe es noch nicht nimmt weiter rasant zu. Mobilität, Kommunikation

und Medizin sind die großen

aus, um Mahr als attraktiven Arbeitgeber gegeben: „Europa, USA, China – überall

war auf einmal Ruhe“, sagt Kaspar. Themen der Zukunft.“ Und zur Herstel-

zu wählen.

Doch wie sicher ist der Arbeitsplatz „Wir werden uns aber wohl auf kürzere lung der Produkte aus diesen Bereichen

dieser jungen Leute, wie nachhaltig ist Intervalle und stärkere Amplituden von biete Mahr die dafür geeignete Messtechnik

an – auch, weil die Produkte künftig

dieser Aufschwung, ist er vielleicht nur

ein Strohfeuer? „Nein, das sicher nicht“,

immer kleiner und präziser werden. Ob

sagt Geschäftsführer Ulrich Kaspar. Alle Mahr hat sich konsequent Automotor, Speicherchip oder OP-Sonde:

Signale, alle Konjunkturdaten stünden auf die globalisierte Welt Überall kommt es auf den tausendstel

derzeit auf grün. Man glaube nicht, dass ausgerichtet.

Millimeter an.

man demnächst noch einmal in solch

Mit der richtigen Produktpalette am

einem Ausmaß wie 2009 betroffen sei.

Markt zu sein, ist ein wichtiger Baustein

Ein zyklisches Geschäft, bei dem es mal starken und schwachen Phasen einstellen der Mahr-Strategie. Ein anderer ist die

auf, mal ab gehe, sei in der Branche müssen“, ergänzt Gais. Allen Phasen zum konsequente Ausrichtung auf die globalisierte

Welt: „In Asien und den USA sind

normal. Dass aber nahezu von heute Trotz – für die längerfristige Entwicklung

auf morgen sämtliche Märkte auf der sei man durchaus positiv gestimmt. „Die wir mittlerweile ähnlich gut aufgestellt

wirtschaft

Unternehmer

wirtschaft

Unternehmer

2 | 2011 Ulrich Kaspar und

Stephan Gais (r.),

Geschäftsführer Mahr

Richtiger Riecher

Vom Seemann zum Feinkosthändler – wie Antonio Viani in Göttingen seine Liebe fand.

Text: Marco BöhMe

Fotografie: alciro Theodoro da Silva

36

Gutes Gespür: Antonio Viani startete seinen Lebensmittelhandel mit Trüffeln.

03/2011

D

as Handelsschiff „Maria Teresa“ segelt Ende des 18. Jahrhunderts durch die Straße

von Messina ins Ligurische Meer. Eigner des Handelsschiffes ist Antonio Vianis

Urgroßvater. Gemeinsam mit seinem Sohn kauft er Getreide in Griechenland, verschifft

es nach Pietra Ligure und mahlt es dort in der familieneigenen Mühle. Das Mehl wird an

die Bäckereien der Umgebung verkauft. Auch der zweite Urgroßvater von Antonio Viani

handelt mit Lebensmitteln. Er importiert Hülsenfrüchte, getrocknete Früchte und diverse

Lebensmittel. Antonios Vater führt die beiden Geschäfte zusammen, indem er eine kleine

Fabrik eröffnet, die Trockenfrüchte und -gemüse produziert. „Handeln steckt mir im

Blut“, erzählt Antonio Viani heute. Schon als Kind habe er alles Mögliche verkauft. „Ich

fing mit Wurmsteinen fürs Angeln an“, erinnert sich der 74-Jährige heute. Das Erste, was

er in Göttingen vor genau 50 Jahren verkauft, sind Olivetti-Büromaschinen, deren Vertretung

er gerade übernommen hat, nachdem sein Verkaufstalent schon kurz zuvor bei seiner

Ausbildung als Büromaschinenverkäufer in Hannover aufgefallen ist.

03/2011

37

3 | 2011

Antonio Viani,

Gründer Antonio

Viani Importe

68 3 |2025



i nterview

IntervI ew Claudia Klaft

22 02 | 2012

FotograFIe a l C iro t heodoro da silva

i nterview

02 | 2012 23

Alles im Griff: Hanns-Eckard Zülch achtet auf Ordnung und Sauberkeit in seinem Betrieb.

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TEXT YANNICK LOWIN FOTOS ALCIRO THEODORO DA SILVA

PORTRÄT

03 | 2012 93

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highlights

titel

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mensch

Fest in Männerhand

faktor befragte Vater und Sohn zu ihrem Selbstverständnis als männliche

Familienunternehmer.

Alles im Lack

faktor verbrachte einen Tag mit Hanns-Eckard Zülch, Inhaber und

Geschäftsführender Gesellschafter der Zuelch Industrial Coatings GmbH,

Volker Bartz (heute 77 Jahre) übernahm Aber Ihre Frau, Herr Volker Bartz, hat auch Aber das Strategische, das Visionäre, das

schon im Unternehmen mitgearbeitet?

ist mein Part.

1962 die Betriebsleitung und 1975 die Gesamtgeschäftsführung

von seinem Schwie-

V: Sie war in der Buchhaltung tätig. Aber

sie hat auch gleichzeitig die Rolle der Wieweit hat das Familienunternehmen auch

gervater Werner Hilliges im Unternehmen Mutter – die ja heute leider verpönt ist – Ihr Leben geprägt?

Krone-Gips Hilliges Gipswerk in Osterode ausgefüllt. Ihr zur Seite stand die Schwiegermutter,

die auf die beiden Kinder auf­

mich ist die Firma mein Leben. Wir woh­

V: Das lässt sich nicht trennen, denn für

am Harz. 1992 übergab er die operative

passen konnte. Für mich war es selbstverständlich,

dass meine Frau mitgearbeitet auch am Wochenende – hier, um nach dem

nen nebenan, und so war ich jeden Tag –

Geschäftsführung an seinen Sohn Rüdiger

Bartz (49 Jahre). In gespannter Erwartungshaltung

sitzen sie uns gegenüber und stellen – im Gegensatz zu heute – recht einfach zu tun. Und ganz ehrlich, so war ich auch

hat, und ich muss sagen, dass es damals Rechten zu sehen. Irgendetwas war immer

für die Frau war, Arbeit und Familie zu ausgelastet genug, um mich nicht um den

gleich zu Beginn klar: „Unser oberster Boss

vereinbaren.

Haushalt oder die Kinder kümmern zu

ist eine Frau.“

müssen. Ich habe nie Babys gewickelt oder

faktor: Herr Volker Bartz, Ihre Frau ist die Herr Rüdiger Bartz, wie haben Sie die Rolle gefüttert – das war eindeutig Sache der

Erbin und Hauptgesellschafterin des Unternehmens.

Dennoch hat sie aber nicht die Unter-

R: Für mich war es selbstverständlich, dass Denkweise zum Glück gewandelt, und das

Ihrer Mutter erlebt?

Frau. Mittlerweile hat sich die allgemeine

nehmensleitung. Warum?

sie auch arbeiten ging. Und zum Mittagessen

waren wir ja auch alle wieder am R: Ich sehe die Firma zwar auch als den

finde ich gut.

Volker: Weil es 1962 nicht üblich war, dass

eine Frau ein Unternehmen führt. Sie war Tisch versammelt. Aber ich erinnere mich, Dreh­ und Angelpunkt meines Lebens,

auch von ihrer kaufmännischen Ausbildung

nicht vorbereitet, in die Fußstapfen essen verliefen.

des Rückzugs, um mich um meine Fami­

dass viele Mittagessen wie ein Geschäfts­

aber ich nehme mir bewusst auch Zeiten

ihres Vaters zu treten. Dazu kam, dass

lie zu kümmern. Das ist aber auch nur

man für das Gipswerk, das von Maschinen

geprägt ist, eine Ahnung haben muss, Frau in die operative Geschäftsführung einge-

Organisationsgrad des Betriebes geändert

Heißt das, Herr Volker Bartz, Sie haben Ihre möglich, weil sich die Struktur und der

sonst wird das nichts. Ich denke, dass bunden?

haben. Viele Dinge laufen heute wie von

Männer dazu einen leichteren Zugang V: Nein, das nicht wirklich. Natürlich selbst, bedingt durch die Projektarbeit, die

haben.

habe ich ihr vieles erzählt und mitgeteilt. im Hintergrund das Geschehen steuert.

Rüdiger: Ja, das ist auch in meiner Generation

noch so. Wir sind neben der Fir­

allein getroffen, denn ihr fehlte natürlich mich um Kleinkinder zu kümmern, denn

Aber die Entscheidungen, die habe ich Allerdings hatte ich noch nie Gelegenheit,

ma aufgewachsen, aber während meine der gesamte Überblick.

die Tochter meiner zweiten Frau war

Schwester nie ein Interesse daran hatte,

schon zwölf Jahre alt, als wir uns kennenlernten.

Aber das hole ich jetzt nach, denn

war es für mich schon als Kind der reinste Und wie läuft das heute bei Ihnen, Herr Rüdiger

Bartz? Ihre Frau arbeitet ja auch im Un-

nun haben wir eine Enkeltochter – für

Abenteuerspielplatz. So viele große Maschinen,

dunkle Backsteintunnel, riesige ternehmen.

mich ist es quasi ein Neustart.

Lastwagen – ein wahrer Kindertraum für R: Ja, sie ist bei uns im Unternehmen im

mich. Und meine Spielfreunde waren oft technischen Einkauf und Datenmanagement

tätig, und ich kann mich mit ihr men – wie sieht es bei Ihnen mit dem Frauen-

Sie sind ein technisch orientiertes Unterneh-

Kinder von Arbeitern. So bin ich quasi in

das Unternehmen reingewachsen.

sehr gut über operative Dinge unterhalten. anteil und der Familienfreundlichkeit aus?

Vater und Sohn: Rüdiger (l.) und Volker Bartz haben unterschiedliche Führungsstile, sind sich im Großen und Ganzen aber doch sehr ähnlich.

R: Wir haben zwölf Frauen im kaufmännischen

Bereich, aber ich bin stolz sagen zu gen bestimmt.

schen viel mobiler, es gibt sehr viele Pend­

und die Auslastung der Produktionsanla­

nächste Generation. Heute sind die Men­

können, dass wir für einen Teil auch individuelle

Arbeitszeiten anbieten, damit sie Hat sich das Rollenbild in den vergangenen jedoch feststelle, ist, dass dies auch Stress

ler – gerade hier in der Region. Was ich

Beruf und Familie vereinbaren können. Im Jahrzehnten für Sie geändert?

verursacht, denn viele Väter nehmen nach

technischen Teil sind allerdings nur Männer

beschäftigt. Einmal hatten wir eine Frau immer gearbeitet haben und es hinnen

langen Heimweg in Kauf und müssen,

R: Da sowohl meine Mutter als auch meine einem anstrengenden Arbeitstag noch ei­

Bewerberin, aber das hat nicht gepasst. bekommen haben, Beruf und Familie zu Zuhause angekommen, sofort für die Familie

da sein. Das geht nicht immer gut.

V: Und leider ist es so, dass wir in diesem vereinbaren, ist dies für mich der Maßstab.

Bereich auch keine Wunsch­Arbeitszeiten V: Ich habe die Schwierigkeit, es Rollenveränderung

zu nennen. Ich würde sagen, Sie sagen, die Familie spielt – auch für Väter –

anbieten können. Ein Mitarbeiter fragte

an, ob er von 8 bis 12 Uhr arbeiten kann. der Rahmen hat sich geöffnet, erweitert. eine immer größere Rolle?

Aber wie soll das gehen? Wir sind ein Die Vielfalt von nur Mutter bis nur Karrierefrau

hat sich vergrößert. Sicher gibt es des Mannes den Lebensmittelpunkt, das

V: Eindeutig. Früher bestimmte die Arbeit

Drei­Schicht­Betrieb, die Maschinenlaufzeiten

sind ab 6.30 Uhr morgens – da sind noch das klassische Rollenbild, aber man hieß aber auch, dass die Loyalität zum

wir nicht flexibel.

hört nicht mehr so viel davon.

Unternehmen größer war. In den letzten

R: Wir konnten seiner Bitte nicht nachkommen.

So gut wie die Einführung der Rollenbild, sondern die Gesellschaft ins­

Firma mehr zu leisten. Private Interessen

R: Ich würde sagen, dass sich nicht das Jahren nimmt die Bereitschaft ab, für die

Elternzeit und die Reduktion der Arbeitszeit

gemeint sind, für uns kleine gewerb­

mehr der Lebensmittelpunkt der gesam­

das merken wir schon.

gesamt gewandelt hat. Der Beruf ist nicht rücken immer stärker in den Vordergrund,

liche Unternehmen ist das ein Problem. ten Familie. Früher hat man gesagt: Hier R: Es fehlen Leute, die sich beruflich

Denn unser Geschäft ist durch den Lauf arbeitest du, hier baust du, das ist für die engagieren und Verantwortung über­

der amüsante Einblicke in Harzer Farb- und Lackwelten gewährte.

D

ie Szene beim Hinausgehen aus

dem weiß-gelben Gebäudekomplex seiner

Firma im Osteroder Ortsteil Lerbach ist typisch

für Hanns-Eckard Zülch. Gerade als er

uns verabschieden will, sieht er einen Bagger

und zwei Bauarbeiter, die seit einigen Tagen

direkt an der Straße vor dem Farben- und

Lackproduzenten eine neue Bushaltestelle

errichten. Zülch grüßt die beiden Männer

freundlich, während diese über Pflasterarbeiten

beratschlagen, macht einen lockeren

Spruch: „Na, das ist ja fast wie Puzzeln“, lächelt

und geht dann zielstrebig auf den gelb

lackierten Bagger zu. Dann deutet der Mann,

dem zu seinen weißen Haaren und der randlosen

Brille nur noch ein Kittel fehlt, um als

Chemie-Professor durchzugehen, auf den

gelben Lack des metallenen Führerhauses,

streicht über die glatte Oberfläche und wiederholt

die gleiche Prozedur bei der grauen,

aufgerauten Beschichtung der darunter

liegenden Kunststoffverkleidung. Dabei

erklärt er, warum die eine glatt ist, die andere

rau ist und welche Anforderungen hier

an Lack und Beschichtung gestellt werden:

„Schlagfest und beständig müssen sie sein.“

Der 62-Jährige, der den Familienbetrieb in

dritter Generation führt, lebt seine Arbeit.

Die beginnt für ihn meistens um 8 Uhr morgens

auf dem gleichen Wege wie für einen

Großteil seiner 33 Mitarbeiter – vorbei an

der digitalen Stempeluhr rein in die Produktionshalle.

Auf diese Weise komme er mit

seinen Mitarbeitern ins Gespräch: „Wenn

jemand eine Frage oder eine Idee hat bzw.

Kritik loswerden will, weiß er, dass er sich

an mich wenden kann.“ Den Umweg in sein

Büro nimmt Hanns-E. Zülch aber auch noch

aus einem anderen Grund in Kauf: „Wenn

das Finanzamt wissen will, ‚wo waren Sie

am 25.03.2004?‘, dann kann ich sagen, in

der Firma oder eben nicht.“

Ärger mit Behörden hatte er gerade erst

genug, wie wir am Nachmittag im Gespräch

mit ihm erfahren. Am gläsernen Konferenztisch

seines lichtdurchfluteten Büros

berichtet der Geschäftsführer bei Kaffee

und Keksen zusammen mit Sven Schünemann,

seinem kaufmännischen Leiter, von

der unendlichen Geschichte rund um den

Bau der neuen Lagerhalle direkt neben

2 | 2012 Rüdiger (l.) und Volker Bartz,

Krone-Gips Hilliges Gipswerk

3 | 2012 Hanns-Eckard Zülch (†),

Inhaber Zuelch Industrial Coatings

2012 2013

Die Einbecker Brauerei investiert in moderne Abfülltechnik und

stärkt Marke sowie Produktionskapazität. Die Investition verbindet

Tradition und Wettbewerbsfähigkeit, sichert Arbeitsplätze und fördert

regionales Marketing und Tourismus.

In Osterode und Umgebung beschleunigt der Ausbau von Wind- und

Solar projekten die Energiewende vor Ort. Bürgerenergie, Projektierer und

Stadt werke schaffen neue Dienstleistungen, Wartungsaufträge und lokale

Wertschöpfung in der Erneuerbaren-Branche.

unternehmen

MARKE

Von großem Format:

Verleger Gerhard Steidl

ist detailverliebt.

„Der

Kapitän “

Auf Tauchstation mit Gerhard Steidl

TEXT STEFAN LIEBIG

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Edle Stoffe: Der Modemacher aus Northeim bietet hochwertige Produkte für alle Anlässe.

„Freitag, 15 Uhr: Steidl Verlag“

steht in meinem Kalender.

Dank eines früheren Termins

ahne ich jedoch, dass dies wahrscheinlich

nur ein Richtwert

für den Zeitpunkt unseres Gespräches

sein wird. Und so ist

es dann auch: Die Tür zum Design-Studio

öffnet sich. Grafiker,

Layouter und Künstler sitzen

vor den großen Monitoren, die

sich fast berühren. Sie arbeiten

fiebrig an ihren Entwürfen. Der

Mann im legendären, wehenden,

weißen Kittel flitzt an uns vorbei.

Er kommt aus seinem angrenzenden

türlosen Büro: Im

Slalom durch unzählige, meterhohe

Papier- und Bücherberge,

die teils am Tisch, teils am Fußboden

ihren Ursprung haben.

Manche sehen aus, als wüchsen

sie bereits seit Jahren der Decke

entgegen – ein Wunder der

Statik. Aus dem Augenwinkel

muss er den Fotografen und

mich allerdings gesehen haben,

denn er macht auf dem Absatz

kehrt und entgegnet uns knapp:

„Warten Sie bitte, ich muss noch

kurz etwas mit meinen Mitarbeitern

klären.“ Zeit für uns,

die Omnipräsenz von Gerhard

Steidl zu erleben. Er bespricht

sich mit seinem Team, hetzt von

Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz,

gibt kurz aber präzise bilinguale

Anweisungen – mal deutsch,

mal englisch. Ein internationaler

Hauch weht durch die Luft.

Hinter uns höre ich Französisch.

Zwei junge Männer unterhalten

sich über ihr aktuelles Projekt.

Ihr Gespräch scheint ehrfürchtig

zu stocken, als sie die Stimmung

im Raum fühlen. Zugleich umschwirren

uns Anweisungen zu

Schriftgrößen und Bildformaten

scheinbar ziellos. Doch sie kommen

offenbar stets bei ihrem

Adressaten vor einem der vielen

Bildschirme auf der anderen Seite

des schlauchförmigen Raumes

an. In einem Bienenstock könnte

kaum mehr Betriebsamkeit herrschen.

15.15 Uhr: „Zeig den beiden

doch schon mal das Verlagshaus“,

murmelt der Verleger

01 | 2013 39

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1 | 2013 Gerhard Steidl, Steidl Verlag Göttingen

3 |2025 69



urz nach der Wende absolviert Sven

TEXT S TEFAN LIEBIG F O T OGRAFIE S WEN PFÖ RTNER

030-032_Titel_Vogt_RZ.indd 1 17.03.2014 15:24:59 030-032_Titel_Vogt_RZ.indd 2 17.03.2014 15:25:03

AUTOTEST

TEXT TOBIAS KINTZEL

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

118 04 | 2014

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AUTOTEST

04 | 2014 119

118-120_Autotest_RZ.indd 2 03.12.14 17:47

PORTRÄT

TEXT FRANK BERTRAM FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA I FRANK BERTRAM

86 02 | 2014

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038-044_SchierkerFeuerstein_RZ.indd 1 03.12.14 22:12

PORTRÄT

086-090_Ein-Tag-mit_RZ.indd 2 22.06.14 01:10

038-044_SchierkerFeuerstein_RZ.indd 7 03.12.14 22:12

highlights

titel

NEUE HEIMAT

Unternehmer Sven Vogt kam als ,Fremder‘ nach Osterode

und fühlt sich heute dort so richtig heimisch.

K

so der bis dahin bereits viel herumgekommene

Diplomkaufmann.

Vogt sein Abitur im sachsen-anhaltinischen

Kleinstädtchen Genthin. „Wir waren damals

ziemlich orientierungslos – fühlten uns Die ersten Jahre pendelt er noch zwischen

wie in einem luftleeren Raum. Die meisten

studierten BWL, Medizin oder Jura – Maja wohnt, und Lerbach. Anfangs be-

Berlin und später Hannover, wo seine Frau

dies verhieß damals die besten Berufsaussichten“,

erinnert sich der Unternehmer, der zungen wie Ober- und Unterdorf oder dass

fremdet ihn der kleine Harzort. „Abgren-

sich für eine Kombination aus Wirtschafts- in jedem Ort ein anderes Platt gesprochen

und Rechtsstudium in der Bundeshauptstadt

entscheidet. Schnell fasst er danach schon gewöhnungsbedürftig gewesen. Doch

wird“, das sei für den heute 41-Jährigen

Fuß bei großen Unternehmen. Wohin es nach und nach lernt er die Menschen und

ihn einmal verschlagen wird, weiß er noch ihre Mentalität zu schätzen. Und als die Familie

größer wird, ist das Vertrauen in eine

nicht. Der Begriff Heimat spielt für ihn zu

dieser Zeit noch keine große Rolle.

Zukunft in der Region so groß, dass das

Im Dienste von Audi und BMW arbeitet junge Ehepaar ein Haus in Osterode kauft.

er in Berlin, Würzburg und Brüssel, von Natürlich ist beiden bewusst, dass Osterode

wo aus er Produktionsstrukturen und Lieferantenprozesse

bei den Zulieferern der schaftsschwache Kommunen unter dem de-

mehr noch als viele andere kleine und wirt-

Großkonzerne restrukturiert. Durch diese mografischen Wandel leidet. Die Menschen

Tätigkeit lernt er die Lerbacher Firma Frölich

kennen. Als sich im Jahre

werden älter, und die Jungen wandern ab,

1999 die Gelegenheit bietet, „Als Unternehmer und Familienvater

als geschäftsführender Gesellschafter

in das Unterneh-

fühle ich eine Verpflichtung, mich für die

men einzusteigen, das unter Stärkung der Region einzusetzen.“

anderem Kunststoffteile für

Feuerwehrmasken und Kfz-Schaltsysteme um ihr berufliches Glück in den Ballungsräumen

und Industriestandorten zu suchen.

herstellt, zögert er nicht. „Einen Betrieb zu

leiten und mit den Mitarbeitern die Zukunft Dennoch fassen die Vogts den Entschluss,

zu gestalten in einem Umfeld, in dem ich sich hier dauerhaft niederzulassen und Wurzeln

zu schlagen. Inzwischen wohnen die

mich wohl und zu Hause fühlen kann – ein

Lebenstraum ging für mich in Erfüllung“, Vogts mit ihren zwei und fünf Jahre alten

30 01 | 2014

1 | 2014 Sven Vogt,

geschäftsführender

Gesellschafter von

KKT Frölich

leben

leben

mensch

mensch

Der

Enthusiast

Im Leben von Wolfgang Brunk spielen

Automobile beruflich und privat eine

leidenschaftliche Rolle. Für faktor

testet er den Porsche Cayman GTS.

W

olfgang Brunk nähert sich dem Porsche

Cayman GTS anders, als andere es tun würden:

Er lässt nicht das ganze Fahrzeug auf sich

wirken, sondern geht zunächst zielstrebig zur

markanten Front des Mittelmotor-Sportwagens

und schaut sich dessen Scheinwerfer an. Dieses

Interesse ist berufsbedingt: Der 62-Jährige ist

Gründer und Geschäftsführer der VisiCon Automatisierungstechnik

GmbH in Rittmarshausen.

VisiCon entwickelt, produziert und vermarktet

unter anderem Anlagen und Komponenten für

die Einstellung von Scheinwerfern in der Automobilproduktion

und in der Zulieferindustrie.

Mit über 500 weltweit installierten Anlagen sind

die Südniedersachsen Weltmarktführer für automatische

Scheinwerfer-Einstellsysteme.

Nach kurzem Überlegen ist sich Wolfgang

Brunk sicher, dass auch die Scheinwerfer des

Cayman GTS mit einem System seiner Firma

eingestellt worden sein müssen. Vor dem Einsteigen

wirft der studierte Physiker dann doch

noch einen Blick auf das Exterieur des Porsche

und findet, dass „er schon super aussieht mit

der konsequenten Linienführung und den gelungenen

Details“. Kaum hat er im Auto Platz

genommen, kommentiert er: „Erstaunlich viel

Platz, und bequem ist der Sitz auch.“ Wenige

Augenblicke später bewegt er den Cayman GTS

auf der Landstraße, konzentriert geht er zu

Eine Klasse für sich:

Oldtimer-Liebhaber

Wolfgang Brunk hat sich in

die gelungenen Details des

neuen Porsche verliebt.

Augen auf, Handel!

Der genaue, geschärfte Blick auf die Region liegt ihm nicht nur aus beruflichen Gründen am Herzen:

Augenoptikermeister Christoph Bajohr engagiert sich seit über 20 Jahren im Vorstand der Einbecker Einzelhändlervereinigung

und kennt die Probleme der Kaufleute in der Bier­ und Fachwerkstadt.

D

er Tag beginnt in der Marktstraße.

So sehr das Optik-Unternehmen in den vergangenen

30 Jahren auch in Südniedersachsen

gewachsen ist: Christoph Bajohr startet

seinen Arbeitstag gegen 8.30 Uhr meist noch

immer im Stammgeschäft in der Einbecker

Fußgängerzone, in bester Innenstadtlage.

Dort, wo alles im Oktober 1982 angefangen

hat. „Hier ist mein Büro“, sagt der Augenoptikermeister,

nachdem er die Stufen

ins erste Stockwerk des Fachwerkhauses

vorangegangen ist. Am Glasschreibtisch mit

Blick auf die Fußgängerzone endet häufig

der terminvolle Tag, in der Regel nach zehn

Stunden.

Typische, regelmäßig verlaufende Arbeitstage

gibt es für Christoph Bajohr nicht. Zu

vielfältig sind die Aufgaben. Nach der Post

kümmert er sich heute zunächst kurz um

weitere Schreibtischarbeit, führt ein paar

Gespräche mit seinen Mitarbeitern, entscheidet

Fragen der Betriebsführung. „Für

die Brillenberatung habe ich selbst leider nur

noch wenig Zeit“, bedauert der 59-Jährige.

Aber wenn es der Stammkunde wünscht, ist

der Meister natürlich zur Stelle.

Doch jetzt wartet schon der erste Termin

des Tages. Bis zum Büro von Frank

Hagemann, dem Geschäftsführer der Einbeck

Marketing GmbH, sind es nur wenige

Schritte über die Marktstraße. Eine Besprechung,

die Christoph Bajohr als Vorsitzender

des Vereins ‚Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft‘

führt: Seit über 20 Jahren

engagiert sich der Unternehmer bereits im

Vorstand der Werbegemeinschaft, der Einzelhändlervereinigung

in der Bier- und Fach-

Zur Person

Christoph Bajohr kam am 3. Februar

werkstadt. Eine neue Wirtschaftsbroschüre

1955 in Braunschweig zur Welt. Aufgewachsen

ist er in Einbeck, wo sein

soll aufgelegt werden, die den Standort Einbeck

optimal vermarkten kann. Erste Entwürfe

von Einbecks attraktiven Seiten liegen

Vater Inhaber der Rats-Apotheke war.

Nach der Schulzeit auf dem heimischen

in Hagemanns Büro im Eicke’schen Haus

Goethe-Gymnasium machte Bajohr in

auf dem Tisch. In dem wohl schönsten, 400

Bad Sachsa seinen Fachhochschulabschluss,

lernte dann das Augenoptiker-

Jahre alten Fachwerkgebäude in der Innenstadt

hat die Marketing GmbH ihre Büros,

Handwerk in Hamburg. Dort leitete er

hier sind auch Tourist-Information und Kulturring

zu finden.

auch eine erste Filiale, bevor er 1980

an der Fachhochschule Köln seinen

Augenoptikermeister machte. 1982

Vor rund vier Jahren wurde die Gesellschaft

für Wirtschaftsförderung, Stadt-

eröffnete Christoph Bajohr das erste

eigene Optik-Geschäft in Einbeck. Heute

marketing, Ver anstaltungs- und Tourismusservice

gegründet, die GmbH bündelt

beschäftigt er in Südniedersachsen,

teilweise gemeinsam mit seinem Geschäftspartner

Ewald Micheletti, an

seitdem alle Innenstadtaktivitäten in Einbeck,

organisiert beispielsweise Veranstaltungen

wie das seit 40 Jahren bekannte

zwölf Betriebsstätten über 110 Mitarbeiter.

Bajohr ist verheiratet und Vater

Eulenfest oder den Weihnachtsmarkt.

einer erwachsenen Tochter. Auch Ehefrau

Kerstin ist Augenoptikermeisterin

Mehrheitsgesellschafterin ist die Stadt Einbeck

mit 51 Prozent, die übrigen Anteile

und im Unternehmen tätig.

haben zunächst die selbständigen Vereine

Werbegemeinschaft und Initiative Einbeck

gehalten, seit wenigen Wochen der fusionierte

neue Verein ,Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft‘.

Die Einbeck Marketing GmbH habe Die Stadt im Fokus: Seit über 20 Jahren

die Werbegemeinschaft von ehrenamtlich

engagiert sich Christoph Bajohr als Vorsitzender

des Vereins ‚Einbeck Marketing

zu erledigender, organisatorischer Arbeit

entlastet – bis hin zu den Veranstaltungsabrechnungen,

erzählt Christoph Bajohr.

Seiten Einbecks sichtbar zu

InitiativGemeinschaft‘, um die attraktiven

machen.

4 | 2014 Wolfgang Brunk, VisiCon-Gründer

2 | 2014 Christoph Bajohr, Inhaber Bajohr

2014

Das 1. Göttinger Messtechniksymposium

wird von Mahr, als Mitglied

des Vereins Measurement Valley,

mitorganisiert. Das Symposium

beschäftigt sich am 17. Juli 2014 mit

den Themen Prozessoptimierung und

Prozesskontrolle.

unternehmen

MARKE

„ Delikat

und herzhaft fein

schmeckt

der Schierker Feuerstein“

Eine Marke ist stärker als die Wirren

der deutschen Geschichte.

TEXT STEFAN LIEBIG

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Marke mit Tradition: Britta und Walter Möller führen in vierter Generation die Geschäfte des Schierker Feuersteins.

4 | 2014 Britta und

Walter Möller,

Inhaber Schierker

Feuerstein

38 04 | 2014

mit Lieferanten und Partnerfirmen aus ein wachsames Auge auf die stark schwankenden

Kräuterpreise und die komplizierten nationalen Markt. „Wir möchten in anderen

rung ihres Markenproduktes auf dem inter-

der Region zusammen“, sagt Britta Möller.

„Dass wir mit solchen Auszeichnungen Bestimmungen, die das Zollwesen mit sich Ländern Fuß fassen. Ein schwieriges, aber

belohnt werden, spornt uns natürlich an.“ bringt. Denn diesem Recht unterliegen alle vielversprechendes Projekt. Schierker Feuerstein

soll auch im Ausland eine Marke wer-

Ebenso motivierend hätten die unverhofften Produzenten von alkoholischen Getränken.

Vorträge eines prominenten Schierker-Fans

den“, skizziert Walter Möller die Pläne für

gewirkt. „Wir haben durch Zufall erfahren,

dass Fußballprofitrainer Mirko Slomka Seit 2007 führen Britta und Walter reichen Harzer Kräutergetränks.

die Zukunft des traditions- und geschichts-

über die gedanklichen Verbindungen von Möllers nun gemeinsam den Betrieb. Sie haben

das Zepter vom damals bereits schwer

prägnanten Begriffen mit Persönlichkeiten

und Orten referierte. Mehrmals führte er erkrankten und im Jahr 2013 verstorbenen Kontakt

dabei an, dass ihn der Begriff Harz immer Dieter Geyer übernommen. In den Jahren Schierker Feuerstein GmbH & Co. KG

an Schierker Feuerstein denken lasse“, ergänzt

ihr Mann erfreut über diese Marke-

schon sorgfältig vorbereitet worden. Britta Tel. 05524 92660 und Brockenstraße 3, 38879 Schierke

zuvor war diese Unternehmensnachfolge Schierker-Feuerstein-Platz 1-5, 37431 Bad Lauterberg,

ting-Unterstützung.

Möller hofft, auch den nächsten Generationenwechsel

innerhalb der Familie vollziehen www.schierker-feuerstein.de

am Brocken, Tel. 039455 372

So ein Standing erlangt man natürlich

nur, wenn eine stets gleichbleibend hohe zu können. Die beiden Söhne sind inzwischen

15 und 17 Jahre alt und haben den

Qualität garantiert ist. Möllers geben dieses

Versprechen, weil sie auf ein gut einge-

Betrieb bereits durch Praktika kennenge-

Verlosung

Übrigens: faktor verlost 3 x

spieltes 28-köpfiges Team setzen können. lernt. „Es ist schön, das Interesse der beiden

1 Geschenkkorb mit tollen

Vom Ansetzen der Kräuter über die Abmischung

in den großen jeweils 5.000 Liter der Betrieb in Familienhand bliebe. Aber Schierker Feuerstein. E-Mail

zu sehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Produkten rund um den

fassenden Edelstahltanks bis hin zur Abfüllung

des 35-prozentigen Getränkes mit-

Entscheidung für mich getroffen“, sagt die

wir drängen sie zu nichts. Auch ich habe die mit dem Stichwort ‚Feuerstein‘

bis zum 31. Januar 2015 an

redaktion@faktor-magazin.

hilfe modernster Maschinen, greift hier ein Mutter. Viel wichtiger als die noch in ferner

de. Weitere Infos unter www.

Zahnrad in das andere. Als kaufmännische Zukunft liegende Weitergabe des Dirigentenstabes

sei ihnen im Moment die Etablie-

oder direkt über den QR-Code

faktor-magazin.de/feuerstein

Leiterin des Betriebes hat Britta Möller stets

44 04 | 2014

70 3 |2025



Herzlichen Glückwunsch

zum 20-jährigen Bestehen

wünscht die ZUFALL logistics group!

Wir freuen uns auf viele weitere

faktor-Ausgaben mit spannenden und

hintergründigen Geschichten über‚

Menschen, Wirtschaft und Umwelt

in unserer Heimatregion.

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unternehmen

highlights

leben

Zwischen den Stühlen

Vom Bauhaus bis zur Gegenwart – Axel Bruchhäuser,

Vordenker, Inhaber und Gestalter der Möbelmanufaktur Tecta

in Lauenförde erzählt die Geschichte hinter den Werken.

leben

4 | 2016 Axel Bruchhäuser,

Inhaber Möbelmanufaktur

Tecta

TEXT STEFANIE WASKE FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

2015

Der Harz erlebt einen Aufschwung im

Tourismus: Hotels, Freizeitinfrastruktur

und Angebote wachsen. Diese Entwicklung

diversifiziert die regionale

Ökonomie, sichert Beschäftigung im

Gast gewerbe und stärkt kleine Handwerks-

und Dienstleistungsbetriebe.

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aktuell

aktuell

2 | 2017 Stefan Hell,

Nobelpreisträger

Greif nach den Sternen!

Nobelpreisträger Stefan Hell spricht im Interview und auf der 25. faktor-Business-Lounge

am 14. September 2017 über Chancen und Gefahren, die der renommierteste Forschungspreis

der Welt mit sich bringt.

INTERVIEW MARCO BÖHME FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

2016

Der SüdniedersachsenInnovationsCampus

(SNIC) wird ins Leben gerufen. Er ist

ein regionaler Innovationsverbund zur

Förderung der Zusammenarbeit zwischen

Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen

in Südniedersachsen. Ziel ist es, die

Innovationskraft der Region zu stärken,

Gründungen zu unterstützen und den

Technologietransfer zu intensivieren.

18 02| 2017

02| 2017 19

wissen

wissen

3 | 2017

Gerhard-Jürgen

Hogrefe,

Hogrefe-Verlag

Erstrahlt im neuen Licht

Gerhard-Jürgen Hogrefe führt durch 70 Jahre Verlagsgeschichte – und zeigt,

wie man Altes bewahrt und dabei den Blick in die Zukunft richtet.

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE PETER HELLER

64 03| 2017

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72 3 |2025



unternehmen

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highlights

unternehmen

34 03| 2017

Passend aufgestellt: Gemeinsam haben die drei Geschäftsführer Gregor Sperfeld, Volker

Hornberg und Eckart Pottebaum (v.l.) in der tedox-Verwaltung in Harste alles im Griff.

03| 2017 35

3 | 2017

Gregor Sperfeld,

Volker Homberg

und Eckart

Pottebaum,

tedox-Geschäftsführung

mensch

mensch

2017

Die angepeilten Investitionen in Höhe von

100 Millionen Euro des 2015 aufgelegten Südniedersachsenprogramms

werden übertroffen:

Land, Kommunen und Partner bündeln Fördermittel

für Infrastruktur, Bildung und Wirtschaftsförderung.

Das strategische Programm soll den

Strukturwandel managen und die Wettbewerbsfähigkeit

langfristig sichern.

1|2018 Georg Rosentreter,

Hotelier Freigeist Hotels

Getriebener

Geist

faktor hat sich einen Tag lang an die Fersen von Georg Rosentreter geheftet und war fasziniert,

mit welcher Rastlosigkeit der Hotelier seine Projekte umsetzt.

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

72 01 | 2018

01 | 2018 73

Viele Orte, viele Perspektiven: Von Einbeck bis Göttingen hat Rosentreter bereits seine persönliche Handschrift in der Region hinterlassen.

unternehmen

unternehmen

2018

Der SüdniedersachsenInnovations­

Campus (SNIC) schafft 2018 einen

Life Science Accelerator. Er unterstützt

Start-ups mit Coaching, Infrastruktur und

Kapital – ein Meilenstein für Gründung

und Innovation in Göttingen.

24 03| 2018

Im Blütenrausch: Auch Klaudia Benary-Redlefsen und ihr Mann Matthias Redlefsen haben das Produkt der Familie ins Herz geschlossen.

03| 2018 25

3 | 2018 Klaudia Benary-Redlefsen,

Geschäftsführerin Benary mit

ihrem Mann Matthias Redlefsen

3 |2025 73



highlights

mensch

mensch

Mit den

Händen sehen

Früh erblindet hat sich der Physiotherapeut Rainer Junge

allen Widrigkeiten zum Trotz den Ruf einer bundesweit

anerkannten Koryphäe erworben und mit seinem Rehazentrum

stets die Trends am Markt erkannt und umgesetzt.

TEXT SVEN GRÜNEWALD

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Was sich Rainer Junge aufgebaut hat, ist

beachtlich. Von einer Ein-Mann-Praxis

zum 160-Mitarbeiter-Unternehmen –

unter Bedingungen, die sein Leben

schon mit 17 Jahren drastisch veränderten,

als er durch einen schweren Autounfall erblindete.

Heute ist der Physiotherapeut in Göttingen

eine fest etablierte Instanz – und das an mittlerweile drei

Standorten in der Stadt. Im großen Rehazentrum am

Sprangerweg, in der Physiotherapie-Praxis am Waldweg

sowie im Athleticum im Basketballzentrum am Schützenplatz

dreht sich alles um ambulante Rehabilitation in

der Orthopädie und Kardiologie, um Gesundheitssport

und -training, Leistungsdiagnostik und -steigerung, Prävention

und betriebliches Gesundheitsmanagement –

unter anderem. Das Team um Junge bildet den medizinischen

Betreuerstab der Damen- und der Herrenmannschaft

der BG Göttingen, betreut ebenso die deutsche

paralympische Skinationalmannschaft und zahlreiche

98 03| 2018

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3 | 2018 Rainer Junge, Rehazentrum Junge

stark durch krisen

stark durch krisen

Leben voller

Gegensätze

Mit 27 Jahren gründete Stephan Ferneding seine erste Firma. Mit 44 ging er in die Insolvenz

und kaufte nur kurze Zeit später sein eigenes Unternehmen zurück, um es erfolgreich weiterzuführen.

Sein Leben ist eine Erfolgsgeschichte voller Höhen und Tiefen –

aber noch mehr eine Hommage an die Wertschätzung für das Leben an sich.

TEXT ELENA SCHRADER & ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

LESEZEIT: 6 MINUTEN

Jakarta 1994: Ein 29-jähriger Jurastudent aus

Göttingen büffelt sich durch Berge von Akten –

und das mitten in Asien, mitten in der Hauptstadt

Indonesiens, in einer kleinen Wellblechhütte. In

einer Ecke steht ein Wassereimer: sein Badezimmer.

„Wenn man kein Geld hat, geht man dahin, wo

man auch mit wenig auskommt“, erzählt Stephan

Ferneding heute, während er lässig im lichtdurchfluteten

Besprechungsraum seines High-End-Technologie-

Unternehmens Accurion in Göttingen sitzt. Für sein

Referendariat wählt er damals ganz bewusst keine gemütliche

Kanzlei irgendwo in Deutschland – er will

wissen, wie deutsche Firmengründungen im Ausland

funktionieren. Und nachdem er sein erstes Referen -

dariat bereits in der Karibik absolviert hatte, zog es ihn

nun in ein armes Land, um die Gegensätze zu erfahren.

Als Student hatte und brauchte er in dieser Zeit auch

nicht viel. „Andere wohnten dort auch in Wellblechhütten.

Warum soll ich es also nicht ebenso?“ Für

Ferneding ist es lediglich ein Beweis dafür, was der

Mensch so alles durchstehen kann – und dass auftretende

Widrigkeiten auf dem Weg zu einem Ziel stark

machen. Selbst die Ratten, mit denen er oft nachts sein

Bett teilte, sind inzwischen eine erzählenswerte

Anekdote.

STEPHAN FERNEDING IST EIN REISENDER durch die

Kulturen der Welt – und das sein Leben lang. So mutet es

zumindest an, wenn der inzwischen 55-Jährige von seinem

Weg zum erfolgreichen Gesellschafter erzählt. Es ist

eine Reise mit Höhen und Tiefen – und alles nimmt

Ferneding mit gleichem Interesse wahr, um daraus zu lernen.

„Man muss sich selbst mit seinen Fehlern akzeptieren

und nur aufpassen, dass man sie nicht zu oft wiederholt“,

sagt er mit einem zufriedenen Lächeln.

Zusammen mit einem alten Schulfreund, dem Physiker

Dirk Hönig, und drei weiteren Kommilitonen gründete er

1991 – noch während des Studiums – sein eigenes Unternehmen

für Oberflächenmesstechnik: Nanofilm. Die Idee

dazu entstand aus der Entwicklung eines wissenschaftlichen

Messgerätes am Göttinger Max-Planck-Institut für

biophysikalische Chemie. Es schien einen Markt dafür zu

geben, und so legten die fünf Studenten ganz unbedarft los.

Nanofilm entwickelte sich über die Jahre immer weiter,

wuchs und fing an, Gewinne abzuwerfen. Zunächst war

man noch darauf angewiesen, die benötigten schwingungsdämpfenden

Werkbänke extern zuzukaufen. Fünf Jahre

später entschlossen sich die Jung unternehmer, das Tochterunternehmen

Halcyonics zu gründen, das diese Produkte

selbst fertigt. Genau die richtige Entscheidung, wie sich

einige Zeit später noch herausstellen sollte.

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2 | 2020 Stephan Ferneding, Geschäftsführender Gesellschafter Accurion GmbH

Die Energieagentur Region Göttingen feiert

2019 ihren zehnten Geburtstag. Seit einem Jahrzehnt 2020

setzt sie sich für Energiesparen und -effizienz in

Unternehmen und Privathaushalten ein und ist

mit ihren Informationsständen in der gesamten

Region präsent.

Die Corona-Pandemie trifft Kultur, Veranstaltungen

und Gastgewerbe hart. Unterstützungsprogramme

und digitale Transformationsprojekte

retten zahlreiche Betriebe. Zugleich werden

Resilienz und Digitalisierung zu zentralen wirtschaftspolitischen

Themen.

74 3 |2025



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unternehmen

highlights

1 | 2022 Gerald Donner, CEO Aberrior

unternehmen

unternehmen

Zusammen mit Nobelpreisträger Stefan Hell

und einer Gruppe mutiger Forscher startete

Gerald Donner (Foto) vor rund zehn Jahren

die Erfolgsgeschichte von Abberior.

Fragt man Gerald Donnert, Mitgründer

und heutiger Geschäftsführer als Donnert einst bei Professor Hell promovierte. Nach

KENNENGELERNT HATTEN SICH DIE BEIDEN Physiker,

von Abberior Instruments, nach der seinem Studium in Bayreuth war Donnert bei Recherchen

Grundlage des Erfolgs des Göttinger auf die Arbeit der Abteilung von Hell am Max-Planck-

Unternehmens, sagt er nach kurzem Institut für biophysikalische Chemie aufmerksam geworden.

„Ich wollte Teil dieser Forschungsgruppe wer-

Überdenken mit einem Lächeln im

Gesicht: „Die Voraussetzungen waren

schon sehr speziell ...“ Und er-

Donnert heute mit einem amüsierten Blick und schaut

den, die an den Grenzen der Physik rüttelte“, erzählt

zählt alsdann eine beeindruckende dabei versonnen in die Ferne. Nach der Promotion arbeitete

er zunächst bei dem Beratungsunternehmen

Geschichte, die von Überzeugung und unternehmerischem

Mut handelt – und von einem technologischen McKinsey und trieb dort strategische Projekte im Bereich

der damals disruptiven LED-Technologie voran.

Riesen vorsprung. Denn vor rund 20 Jahren gelang dem

Göttinger Professor und Physiker Stefan Hell – zusammen

mit Donnert die treibende Kraft hinter Abberior – „Als dann vor etwa zehn Jahren auch in der Lasertech-

Der Kontakt mit Stefan Hell riss nie ab.

der Beweis, dass sich die Auflösungsgrenze im Fluoreszenzmikroskop

tatsächlich durchbrechen lässt. Dabei ein Trigger für uns beide: Die Zeit war reif, die Technolonologie

bedeutende Durchbrüche erzielt wurden, war das

handelt es sich um die am weitesten verbreitete Form der gie zu kommerzialisieren“, sagt Donnert rückblickend.

Licht mikroskopie, für die 250 lange Jahre die Maxime Und so hätte man gemeinsam entschieden: „Komm, wir

galt, dass nur Objekte im Bereich von etwa 250 Nanometern

auflösbar waren. Mit ihrer bahnbrechenden Ent-

Sie trommelten in Göttingen ein Team zusammen und

machen das jetzt!“

deckung machten Hell und seine Mitstreiter in der ersten gründeten im Jahr 2012 die Abberior Instruments GmbH

Dekade dieses Jahrhunderts Auflösungen im 20- bis 30- – zwei Jahre, bevor Hell gemeinsam mit Eric Betzig und

Nanometerbereich möglich – und legten somit die Basis William E. Moerner den Nobelpreis für die Entwicklung

für den Erfolg von Abberior.

superauflösender Fluoreszenzmikroskopie erhielt.

28 1 |2022

1 |2022 29

mensch

mensch

2021

Viel diskutiert, lange geplant und

am 5. Juli 2021 an den Start gegangen:

Das Kunsthaus in der Göttinger

Innenstadt als wahr gewordene

Vision des Verlegers Gerhard

Steidl. Auch nach der Eröffnung

verschwanden die Kritikerstimmen

nicht, und es wird weiter über Finanzierung,

Zielgruppe, Besucherzahlen

etc. gestritten.

1 | 2022

Ines Dietze (r.),

Vorstandsvorsitzende der

Sparkasse Göttingen

Die Überzeugungstäterin

Ines Dietze ist seit Januar Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Göttingen und damit

die erste Frau an der Spitze der ältesten öffentlich-rechtlichen Sparkasse Deutschlands.

Mit faktor sprach die 55-Jährige darüber, was sie in ihrem täglichen Leben antreibt,

wie Fehler zum Erfolg führen und warum ein Schritt zurück ihrer Karriere erst den

richtigen Schwung gegeben hat.

unternehmen

unternehmen

mensch

mensch

Bei der Herstellung vieler, scheinbar simpler

Produkte, die täglich durch unsere

Hände gehen, sind viele Schritte notwendig.

Bei einigen – eher unerwarteten

– hat ein Unternehmen aus Südniedersachsen

seine Finger im Spiel: Wenn

es zum Beispiel um Tomatenmark, Papier,

Kaffeepulver, das Feierabendbier oder das Salz in der

Suppe geht, werden in der Produktion Maschinen von

Piller Blowers & Compressors genutzt. Aber auch im

Reinigungsprozess unseres Abwassers kommen sie zum

Einsatz. Kurz gesagt: Die Hochleistungsgebläse und

Kompressoren aus Moringen werden in verschiedenen

Branchen gebraucht, wenn es darum geht, feste und flüssige

Stoffe zu trennen oder zu trocknen – also zum

Beispiel Milch in Milchpulver verwandelt wird. Dabei

gilt es, den im Herstellungsprozess genutzten heißen

Dampf rückzugewinnen, mit den Gebläsen und Kompressoren

zu verdichten, wieder auf eine höhere Temperatur

zu bringen und ihn letztlich erneut im Prozess verfügbar

zu machen. „Wir fertigen keine Standardprodukte,

sondern Einzelstücke, die speziell in die Produktionsanlagen

unserer Kunden eingepasst werden“, erklärt

Christoph Böhnisch die Erfolgsformel des Unternehmens,

das er seit drei Jahren zusammen mit Stephan

Merkel führt. Mit dieser Technologie wurde Piller zum

Marktführer – weltweit. Rund um den Globus gibt es

kaum ein Land, das noch nicht beliefert wurde. Die

Exportquote liegt bei mehr als 85 Prozent.

SEINE MASCHINEN HAT PILLER über Jahre hinweg stetig

verbessert: Bemerkbar macht sich das in einer deutlichen

Steigerung der Energieeffizienz, bei gleichzeitig

minimierter Abnutzung des Materials. Was zunächst für

Laien wenig spannend klingt, entpuppt sich als Technologie

mit spektakulären Effekten für die Kunden: Die

Maschinen von Piller sorgen für stabile Bedingungen im

Produktionsprozess und damit eine gleichbleibende Qualität

bei den Endprodukten. Aber vor allem reduzieren sie

den Energieeinsatz im Produk tionsprozess zum Teil drastisch.

Ist Piller gleich Piller?

Die Piller Blowers & Compressors GmbH aus Moringen

und die Piller Group GmbH in Osterode haben gemeinsame

Wurzeln, sind heute aber voneinander unabhängige

Unternehmen. Hervorgegangen sind sie aus einer

Maschinenfabrik, die 1909 von Anton Piller gegründet

wurde. Während sich das Werk in Osterode auf Elektromotoren

und Generatoren spezialisierte, wurde die

Fertigung der Ventilatoren nach Moringen verlegt.

Nach dem Verkauf der Firma an den Konzern RWE

entstanden aus den Geschäfts bereichen zwei eigenständige

Unternehmen – in Moringen die Piller

Industrieventilatoren GmbH.

Im Jahr 2001 erwarben Bernd Klostermann und

Nils Englund als gemeinsame Gesellschafter die

Ventilatorensparte von RWE – und machten sie zu

einem Global Player im Bereich Hochleistungsgebläse

und Kompressoren. 2013 wurde das Unternehmen in

Piller Blowers & Compressors GmbH umbenannt.

Seit drei Jahren leiten die heutigen Geschäftsführer

Christoph Böhnisch (l.) und Stephan Merkel (r.) die

Geschicke des Unternehmens, das inzwischen

vollständig im Besitz der Familie Klostermann ist.

Geht nicht,

gibt’s nicht.

Birgitt Witter-Wirsam hat alle Hindernisse aus dem Weg

geräumt und mit HolzLand Hasselbach ein Traditionsunternehmen

neu erfunden. Mit faktor sprach die 66-Jährige darüber, wie sie

das Lebenswerk ihres Vaters für den Neustart vernichtete,

sich nach 17 Jahren ihr Traumauto leistete und nun den Betrieb

voller Zuversicht an die fünfte Generation übergibt.

TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

2 | 2022 Christoph Bönisch und Stephan Merkel,

Piller Blowers & Compressors GmbH

2 | 2022 Birgitt Witter-Wirsam,

Holzland Hasselbach

76 3 |2025



highlights

unternehmen

unternehmen

LESEZEIT: 10 MINUTEN

Hinter dem Bahnhof von Gittelde im

Harzvorland, da wo man sich kaum

je durch Zufall hinverirrt, hat eine

besondere unternehmerische Perle

Südniedersachsens ihren Sitz: die

Alfred Galke GmbH. Dem Endverbraucher

ist Galke kein Begriff, dafür stolpern unzählige

Unternehmen, Apotheken und selbst Forschungseinrichtungen,

national wie international, früher oder später

über diesen Namen – wenn sie für die verschiedensten

Verwendungszwecke Kräuter benötigen. Denn das über

100-jährige Familienunternehmen ist in Europa der

Kräuterhändler mit dem größten Sortiment, der nicht

nur aus aller Welt seine pflanzlichen Rohstoffe bezieht,

sondern sie auch in alle Welt exportiert – die Exportquote

liegt bei 45 Prozent.

Von außen sieht das Betriebsgelände unscheinbar aus,

niedrige Gebäude, dahinter eine Halle, hinter der aber

noch eine und noch eine folgt. Dass hier allerdings etwas

anders ist als in gewöhnlichen Betriebsstätten, merkt

man sofort beim Betreten, denn statt nach Metall- und

Öl gerüchen oder Büroatmosphäre mit sterilen Fluren

duftet es wie in einem Teeladen: nach Fenchel, Zitrus

oder Pfefferminz und nach Pflanzen, die man überhaupt

nicht zuordnen kann. Ein Fest für die Nase.

1.600 VERSCHIEDENE SORTEN hat man bei Galke vorrätig

– 600 in Bio-, 1.000 in konventioneller Qualität,

vorwiegend Kräuter, aber auch Gewürze. „Wir versuchen,

alles da zu haben, was es gibt, auch die seltenen Kräuter“,

erklärt Hartmut Galke, Geschäftsführer des Traditionsbetriebs

in dritter Generation. Die Besonderheit des

Kräutergeschäfts ist, dass man nur einmal die Chance

hat, die Waren zu kaufen – nach der Ernte. Insofern

kommt dem Lager eine überragende Bedeutung zu, denn

der Bedarf eines Jahres muss vorrätig sein. 27.000 Quadratmeter

ist es groß, teilweise ist die Ware mehrere

Meter hoch gestapelt, alphabetisch sortiert.

Deswegen wird ein Besuch bei Galke schnell zu einer

kleinen Wandertour, will man die ganzen Lager in Augenschein

nehmen. Deswegen flitzen auch die Mit arbeiter der

Kommissionierung mit Tretrollern durch die Hallen, um

die Distanzen zu überbrücken, wenn etwa eine neue Bestellung

an Birkenblättern versandfertig gemacht werden

muss. Galke ist kein Massenversender, sondern hat sich

auf eher kleinere Tranchen spezialisiert, selbst kleinste

Mengen ab 100 Gramm sind bestellbar.

So breit wie das Sortiment an Gewürzen, Arzneikräutern,

Tees oder Färbemitteln, an Harzen und Aromen ist,

so breit ist auch die Kundenlandschaft: Lebensmittelund

Futtermittelhersteller, die daraus zum Beispiel Gesundheitstees

– auch für Pferde – herstellen, die chemische

und pharmazeutische Industrie, aber auch der kleine

Einzelhandel wie die Apotheke, die noch ihre eigenen

Salben anmischt, oder der Tee- und Kräuterhandel sowie

Reformhäuser. Selbst Spirituosenhersteller greifen auf

die Kräuterauswahl zurück. Und ein besonders faszinierender

Abnehmer sind Zoos, die bestimmte Kräuter als

Futterzusatz für Flamingos benötigen, damit diese ihre

rosa Farbe behalten.

Und so finden sich Galke-Rohstoffe wie Seifenkraut in

Spülmitteln, Rote Beete als Färbemittel in Bio-Kreide,

und in Gesundheitstees landen Löwenzahn und Brennnesseln,

die niemand im Garten haben will, man in Gittelde

aber in großen Mengen benötigt.

DIE ANFÄNGE DES UNTERNEHMENS gehen auf Alfred

Galke zurück, der 1920 in Schlesien einen Kräuterhandel

gründete und vor dem Zweiten Weltkrieg bereits

ganz Westeuropa mit Früchtetees beliefert hatte. Doch

mit dem Kriegs ende kam die Flucht und der Verlust der

alten Produk tionsstätte. Galke landete in der Nähe von

Hannover und schaute sich dort gleich nach Möglichkeiten

um, den Handel neu aufzubauen. Fündig wurde er in

Gittelde, wo ein ehemaliger holzverarbeitender Betrieb,

der über den nötigen Gleisanschluss verfügte, zum Verkauf

stand. Das und die Nähe zum Harz und damit zu

den dortigen Kräutersammlern und pflanzlichen Rohstoffen

gaben den Ausschlag, im Norden zu bleiben. „Das ist

untypisch für unsere Branche“, erklärt Sophie Galke,

Hartmuts Tochter und vierte Generation, die das Unternehmen

in die Zukunft führen soll. Seit fünf Jahren unterstützt

sie ihren Vater bereits als Prokuristin, kümmert

sich um Personalangelegen heiten, Betriebsorganisation

und Umstrukturierungen. „Unsere Konkurrenten sitzen

entweder an den Überseehäfen in Hamburg und Bremen

oder in Süddeutschland, wo viele Kräuter angebaut werden.“

Interessanterweise ist der Kräuterhandel in Europa

in deutscher Hand. „Wir kennen uns alle untereinander,

jeder hat so seine Spezialisierung gefunden, und wir

helfen uns auch gegenseitig mal aus, wenn dem Kollegen

ein Rohstoff fehlt.“

Sophies Urgroßvater machte noch persönlich seine

Runden im Harz und kaufte die kleinen Tranchen auf,

die Kräutersammler auf ihren Dachböden getrocknet

hatten. Einer der wichtigen Spezialartikel damals war der

Fingerhut, der in Herzpräparaten verwendet wurde.

Traditionsbewusst Mit Prokuristin Sophie Galke ist die vierte Familiengeneration in das Unternehmen eingetreten.

26 3 |2022

3 |2022 27

3 | 2022 Sophie Galke, Prokuristin in vierter Familiengeneration, Alfred Galke

1 4| 2022 Kornelius Thimm, CEO der THIMM-Gruppe

mensch

mensch

Der Rebell

2022

Kornelius Thimm zog von Northeim in die Welt hinaus und kam mit frischen Ideen zurück.

Damit will der Enkel des Gründers, der seit dem Sommer als CEO die THIMM-Gruppe

mit rund 2.500 Mitarbeitern führt, viel bewegen und verändern.

Dabei besinnt sich der 45-Jährige zugleich auf die Wurzeln des Familienunternehmens:

„Werte sind mehr als das, was man mal so an die Wand schreibt.“

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

68 4 |2022

4 |2022 69

Pilotprojekte zu Smart Farming im Landkreis

Northeim bringen Sensorik, Drohnen

und KI in die Landwirtschaft. Digitalisierung

optimiert Ressourceneinsatz, steigert

Produktivität und eröffnet neue Dienstleistungsmärkte

für Landtechnik und IT.

3 |2025 77



68 1 |2023

TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

1 |2023 69

highlights

unternehmen

unternehmen

Schwein gehabt

Benjamin Krieft ist neuer geschäftsführender Gesellschafter des größten Göttinger

Wurstherstellers: Börner-Eisenacher. Der 43-Jährige berichtet, wie er es als Außenstehender

schaffte, den traditionsreichen Familienbetrieb zu übernehmen, und wie er mit seinen Plänen

die Stellung unter den Top 3 der Biowurst-Produzenten in Deutschland ausbauen will.

TEXT TOBIAS KINZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

20 1 |2023

1 |2023 21

1 | 2023 Benjamin Krieft,

geschäftsführender

Gesellschafter von

Börner Eisenacher

unternehmen

unernehmen

Die Wissbegierige

Gabi Diedrich ist als kaufmännische Leiterin der Zimmerei Diedrich in Rüdershausen und

umtriebige Netzwerkerin immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Besonders im Blick

hat sie dabei die Themen Nachhaltigkeit und Gemeinwohlökonomie.

1 | 2023 Gabi Diedrich, Zimmerei Diedrich

2 | 2023 Dieter Simon und Christoph Schüller,

Geschäftsführer Auer Lighting

2023

Die 2021 erfolgte Gründung der „Life

Science Valley GmbH“ in Göttingen vernetzt

Biotech-Firmen, Forschung und Investoren.

Im Februar 2023 wurde der Life

Science Valley Wachstumsfonds aufgelegt.

Er ist mit zunächst 12 Millionen Euro

Risikokapital für Start-ups ausgestattet.

2 | 2023 Peter Müller-Kronberg,

Zufall

78 3 |2025



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unternehmen

highlights

3 | 2023 Alexandra Gatzemeyer,

Vorstand Sartorius AG

4 | 2023 Ramin Yahyapour,

Geschäftsführer GWDG

2024

Im Dezember 2024 fällt eine wichtige Entscheidung

für Südniedersachsen: Die im Jahr 2004

gegründete WRG Region Göttingen GmbH wird

zum 1. Januar 2025 zur WRGN Wirtschaftsförderung

Region Göttingen Northeim GmbH. Unter

dem Leitgedanken „Gemeinsam sind wir stärker“

geht mit dieser Umfirmierung eine Erweiterung

des Wirkungsbereichs auf den Landkreis Northeim

einher.

mensch

Die

Kirsche

auf der Torte

mensch

1 | 2024

Filip Dames,

Cherry Ventures

Der gebürtige Göttinger Filip Dames investiert mit ,Cherry Ventures‘ in ein Versprechen:

dass ein frisch gegründetes Unternehmen irgendwann nicht nur erfolgreich, sondern das

nächste große Ding sein könnte. Bei bekannten Marken wie Flixbus oder Auto1 hatten er

und sein Team schon den richtigen Riecher. faktor trifft den 40-Jährigen in seinem

Berliner Büro. Wir reden über Weltreisen mit dem Göttinger Knabenchor, über den

Börsengang mit Zalando und die Bedeutung des Teams für den Erfolg.

20 1 |2024

1 |2024 21

80 3 |2025



34 1 |2024

1 |2024 35

70 1 |2024

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

1|2024 71

highlights

unternehmen

mensch

unternehmen mensch

unternehmen

unternehmen

Das ,Gehirn‘ der Container-Biogasanlage ist in etwa so

groß wie eine moderne Heizungsanlage.

Mit Risiken und

Nebenwirkungen

Der Apotheker Hermann Rohlfs übernahm vor über 25 Jahren die Rats-Apotheke in

Uslar. Die allein war ihm aber schnell zu langweilig. Heute beschäftigt er mehr als 1.000

Menschen an Standorten bundesweit und schuf in Namibia mehrere Naturschutzgebiete. Mit

faktor spricht der Unternehmer zum ersten Mal öffentlich über den Spaß am Streit mit großen

Gegnern und der Sehnsucht nach einer heilenden Welt.

Die Gründer Waldemar Ganagin und Paul Bauer (r.) haben FlexBio gut am Markt etabliert und feiern in diesem Jahr den zehnten Geburtstag.

Bei unserem Interview mit Marc Kerger,

dem neuen Vorstand der Einbecker

Brauhaus AG, für die

faktor-Winterausgabe haben wir eine

Führung durch die Brauerei erhalten

und stießen dabei neugierig auf große

blaue Container. Das seien Biogasanlagen

von FlexBio, wurde uns stolz erklärt. Darin werden

Abwässer gereinigt und wertvolles Biogas gewonnen.

Dem wollten wir auf den Grund gehen und haben

das Unternehmen am Ortseingang der Bierstadt besucht.

Das alles war nur möglich, weil die Gründer in der Pandemie

unkonventionell gehandelt haben.

Corona war für die meisten Menschen auf der Welt

eine riesige Herausforderung. Für Paul Bauer und Waldemar

Ganagin stand gar ihr Lebenswerk auf dem Spiel.

Die heutigen Geschäftsführer von FlexBio durften aufgrund

der Kontaktsperre von einem Tag auf den anderen

nicht zurück in ihre Büros. Sie taten es trotzdem und

retteten Forschungsergebnisse und wertvolle Biomassen.

Die Forscher experimentierten mit einem hochkomplexen

System aus Bakterien und Software, welches sie heute

kompakt verbauen. Das Ziel: Aus Abwasser, das beispielsweise

in Brauereien, Schlachtbetrieben, der Landwirtschaft

oder bei der Saftherstellung anfällt, gewin-

1 | 2024 Hermann Rohlfs,

Rats-Apotheke

1 | 2024 Waldemar Ganagin und Paul Bauer,

Flexbio

unternehmen

unternehmen

Die

Mensch

Marke

Rene

Schmock

Rene Schmock ist gelernter

Berufskraftfahrer. Mit seinem

Handy erreicht der 32-jährige

Göttinger inzwischen jeden Tag

Millionen Menschen. Influencer?

Content-Creator? Unternehmer!

Wir haben mit Rene Schmock über

Hass auf Social Media gesprochen und

welche Opfer er für seinen Erfolg bringt.

Erzählt hat er uns auch, wie er die

Kontrolle über das Produkt ,Rene Schmock‘

behält und wer ihn so richtig enttäuscht hat.

96 1 |2024

1 |2024 97

1 | 2024 Rene Schmock, Influencer und Unternehmer

unternehmen

unternehmen

Head of

Fruchtwein

Alexandra Demuth übernimmt in vierter Generation und als erste Frau

die Geschäftsführung der traditionsreichen Katlenburger Kellerei. Die

38-Jährige hat sich gegen das Agenturleben in Hamburg oder New York

und für mutige Ideen in der Provinz entschieden. Auch weil die Familie

sie überzeugte. Heute beflügelt sogar ihre sechsjährige Tochter das Unternehmen

mit eigenen Rezepten.

48 2 |2024

2 |2024 49

2 | 2024 Alexandra Demuth,

Katlenburger Kellerei

3 |2025 81



112 3 |2024

ANDREAS RUHSTRAT

ANDREAS RUHSTRAT

3|2024 4|2023 113 29

24 4 |2024

4 |2024 25

highlights

mensch

mensch

Dr. Clemens Ritter von Kempski ist Arzt, Betriebswirt

und Hotelier. Im Südharz fühlt er sich

zu Hause und betreibt dort zwei besondere

Hotels. Als Arzt rettete er einst Menschenleben

in Südafrika und notärztlich unter anderem auf

deutschen Landstraßen. Seine Leidenschaft für

Natur und Porzellan treibt ihn an, den Tourismus

in der ländlichen Region von Sachsen-Anhalt

zu entwickeln. Im Gespräch stellt sich heraus:

Seine neuen Ziele sind mehr als nur ambitioniert,

angetrieben von Werten und Menschen.

Die eigene

Geschichte

schreiben

2 | 2024

Dr. Clemens Ritter von Kempinski,

Arzt und Hotelier

80 2 |2024

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN

R

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

itter von Kempski nimmt uns gedanklich mit

in ein Krankenhaus in Kapstadt, Südafrika. In

der Notaufnahme steht ein junger Mann, ein

Verband um die Brust und ein feuchter Fleck

auf der Hose – und wird plötzlich nervös. „In der Notfallmedizin

geht es sehr schnell um Leben und Tod und

Sie müssen in wenigen Minuten entscheiden“, beschreibt

der Mediziner die Situa tion. Aus wenigen Informationen

formt er sich ein Bild, eine Meinung und dann eine Entscheidung.

Nach einem winzigen Stich ins Herz droht der

junge Mann zu sterben. Diagnose Herzbeuteltamponade.

Das Ärzteteam öffnet ihm den Brustkorb, entlastet mit einem

weiteren Schnitt den Herzbeutel und rettet ihm –vorerst

– das Leben. „Sonst hätte sich das pumpende Herz

selbst abgedrückt.“ Schnelle Entscheidungen und klare

Kommunikation – das liebt Kempski an der Notfallmedizin.

Jahrzehnte nach diesen Fällen und einigen Umwegen

ist der 61-jährige Unternehmer im Südharz angekommen

und will nicht weniger als ein Hotelkonzept erschaffen,

2 |2024 81

unternehmen

unternehmen

3 | 2024 Georgia Näder,

Inhaberin Ottobock

Das

Herz

von

Ottobock

Georgia Näder trägt

nicht nur den Nachnamen

ihres Vaters

Hans Georg, sondern

auch das Familienunternehmen

im Herzen

und in der Seele. Seit

zwei Jahren übernimmt

sie Verantwortung für

den Konzern in Frankreich.

faktor besucht

die 27­Jährige bei den

Paralympischen Spielen

in Paris. Dort zeigt sie

uns die Zukunft von

Ottobock.

20 3 |2024

3 |2024 21

unternehmen

mensch

mensch

Der Geschäftsführender Gesellschafter Andreas Ruhstrat vor dem Gründer-Gebäude an der

Lange-Geismar-Straße 72 in Göttingen.

DIE VERLÄNGERTE WERKBANK In den folgenden Jahrzehnten erlebte

Die Ruhstrat-Gruppe in Bovenden hat das Unternehmen ein starkes Wachstum.

1920 wurde die Elektroschalt-

eine Geschichte, die bis ins Jahr 1888

zurückreicht, als die Gebrüder Adolf werke AG gegründet, die sich auf die

und Ernst Ruhstrat in der Lange-Geismar-Straße

74 in Göttingen eine kleine spezialisierte und während des Ersten

Herstellung elektrischer Apparate

technische Werkstatt gründeten – das und Zweiten Weltkriegs wich tige Produkte

wie Notbeleuchtungen und

Gründungshaus befindet sich noch

immer im Besitz der Familie von militärische Ausstattungen lieferte.

Inhaber Andreas Ruhstrat.

Die Ruhstrat-Gruppe diversifi zierte

Es war eine der für die Zeit typischen ihr Produktangebot und erweiterte

Gründungen im Orbit der Universität, ihre Märkte, wobei der Export bereits

die für die naturwissenschaftliche Forschung

immer wieder neue Gerät-

kanten Teil des Umsatzes ausmachte.

in den 1930er- Jahren einen signifischaften

brauchte, Ruhstrat war eine Ein entscheidender Wendepunkt in

dieser ,verlängerten Werkbänke‘. der Unternehmensgeschichte war

In den ersten Jahren konzentrierten 1956, als die Brüder Ernst-August und

sich die Gebrüder auf die Installation Adolf Ruhstrat das Unternehmen in

elektrischer Systeme, darunter Telefone,

elektrische Haus-Telegraphen und Adolf Ruhstrat gründete den Göttinger

zwei unabhängige Firmen aufteilten.

Alarmanlagen. Ihre Innovationskraft Zweig, der sich auf Haus- und Versorgungstechnik

spezialisierte, Ernst-

zeigte sich 1894, als sie in Zusammenarbeit

mit der Universität Göttingen August übernahm die Ruhstrat

den ersten regulierbaren Schiebe- GmbH, die sich auf elektrische Widerstände,

Transformatoren und Hoch-

regler entwickelten und 1896 den

ersten widerstandsbeheizten Hochtemperaturofen.

in Bovenden

temperaturöfen konzentrierte und sich

ansiedelte.

» Früher gab es die

Glühbirne, heute ist es

das Smart Home. In der

Industrie ist die Entwicklung

entsprechend. «

In einer der Werkshallen läuft die Fertigung von Kunststoff- und Messingteilen für die Verbindungstechnik.

„INZWISCHEN STEHEN WIR SEHR GUT DA“, so Ruhstrat. lung entsprechend.“ Das zeigt sich auch an der Zunahme

von Forschungsprojekten, die Ruhstrat gemeinsam

65 Mitarbeiter beschäftigt die Ruhstrat-Gruppe derzeit,

der Jahresumsatz liegt bei rund 16 Mio. Euro. Der Rückkauf

ermöglichte auch eine interne Umstrukturierung Gerade in den vergangenen zwei Jahren geht es

mit verschiedenen Hochschulen durchgeführt hat.

und die Aufteilung des Unternehmens in die beiden separaten

GmbHs RSV und RPT, die jeweils ganz andere die Auslastung bestehender Netze zu erhöhen und den

vermehrt darum, durch neue komplexe Technologien

Kunden- und Vertriebsstrukturen haben. „Dadurch hat Puffer in den Netzen zu verringern, um die Schwankungen

im Gefolge der Energiewende besser

insbesondere der Geschäftsbereich der Transformatoren

die notwendige Dynamik bekommen und konnte in den kompensieren zu können und so die Versorgungssicherheit

zu erhöhen.

letzten beiden Jahren den Umsatz verdoppeln.“

Große Umwälzungen in der traditionell eher konservativen

Energietechnik kamen und kommen auch Mikroprozessorsteuerung möglich sind. Die alte

Dafür braucht es schnelle Regelvorgänge, die nur durch

durch die Digitalisierung der Elektronik. „Das hat das Mechanik hat zunehmend ausgedient. Ruhstrat bewegt

Unternehmen in den letzten 20 Jahren stark transformiert“,

meint Andreas Ruhstrat. „Integrierte Softgen

mit, ist sich Andreas Ruhstrat sicher. Das allerdings

sich dabei ganz vorne an der Spitze dieser Neuentwicklunware-

und Hardwareentwicklung sind die zentralen hat auch schon Tradition. Bereits in den 1990er-Jahren

Themen für uns. Diese komplexen Lösungen entwickeln

wir selbst. Früher gab es die Glühbirne, heute mikropro zessorgesteuertes Gerät vor. „Das war damals

stellte Ruhstrat auf der Hannover Messe ein erstes

ist es das Smart Home. In der Industrie ist die Entwick-

schon seiner Zeit voraus.“ ƒ

Er nennt sich selbst „einfach nur der Paul“, doch hinter der bescheidenen Fassade

steckt ein Architekt großer Pläne: Paul Sinizin, Geschäftsführer der Kassel Huskies

und Bikeleasing in Uslar, baut Arenen und Unternehmen mit derselben Hingabe,

mit der er Gurken in seinem Garten pflegt. Eine Geschichte zwischen lauter

Öffentlichkeit und der leisen Sehnsucht nach einem Leben ohne Rampenlicht.

Kassel,

Kufen,

Kapital

3 | 2024 Andreas Ruhstrat,

Geschäftsführender Gesellschafter Ruhstrat-Gruppe

4 | 2024 Paul Sinizin,

Geschäftsführer Kassel Huskies, Bikeleasing-Service

82 3 |2025



84 2 |2025

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN FOTOGRAFIE FLORIAN SPIEKER

2 |2025 85

highlights

1| 2025

Fabian Helbing und

Franz Bayer,

Gründer Paceheads

unternehmen

unternehmen

Pedale

für alle

Wie zwei junge Unternehmer aus

Göttingen mit ,Paceheads‘ die

Menschen leichter aufs Fahrrad

bringen.

Wer mit Ambitionen aufs Rad steigt, muss tief in die

Tasche greifen. Die Gründer von ,Paceheads‘, Fabian

Helbing (l.) und Franz Bayer, wollen mit ihrer Freude

am Radsport so viele Menschen wie möglich anstecken.

Das Unternehmen verleiht Fahrräder und

diverses Zubehör. Mit Filialen in Göttingen und

Hamburg setzen sie auf Events und Gemeinschaft.

Dabei wollten beide ursprünglich etwas ganz

anderes.

82 1 |2025

1 |2025 83

wissen

wissen

» Ich hatte eine tiefe Sehnsucht nach

irgendeiner Art von Normalität, nach

Zugehörigkeit und Anerkennung. «

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE KATJA HENTSCHEL

Wenn Niddal Salah-Eldin Göttingen besucht,

führt sie ihr Weg an die Groner Landstraße

9. Dann macht sie ein Foto mit ihrem iPhone,

Erinnerungen steigen hoch. An das Jahr

1989 und eine junge Frau aus dem Sudan, die mit einem

Promotionsstipendium in Deutschland ankommt. Ihre

vierjährige Tochter, der dreijährige Sohn und ihr Mann

sind noch in ihrem Heimatland und sollen bald nachkommen.

Das kleine Mädchen ist die heute 40-Jährige

Niddal. Ihre Mutter steht zunächst allein mit wenigen

Taschen und ein paar Brocken Deutsch im Gepäck vor

ihrem neuen Zuhause. Die Groner Landstraße Nummer

neun. Ein Ort, der heute berühmt-berüchtigt ist und

Sinnbild für die Ärmsten der Ärmsten in unserer Gesellschaft.

Damals, so sollte man wohl dazu bemerken, lebten

dort ein paar Studierende, zumindest zur Überbrückung.

„Dieses Haus ist für mich ein Erinnerungsturm“,

sagt Niddal Salah-Eldin, „an die damals Vierjährige, und

daran, wie wir angefangen haben, wo ich hergekommen

bin und was möglich ist.“

ZWISCHEN DAMALS UND HEUTE liegt ein beeindruckender

Karriereweg in der Medienbranche: Nach einem

ausgezeichneten Abschluss am Hainberg-Gymnasium

studiert Salah-Eldin Publizistik, Politikwissenschaft und

Journalismus in Mainz und Washington D.C. Begleitend

absolviert sie Praktika bei den Vereinten Nationen, beim

ZDF, RTL New York, Phönix Digital, beim ‚Spiegel‘ und

24 2 |2025

arbeitet bei CNN in Berlin und in Washington D.C. als

News Assistent, wo sie in den digitalen Medien die Amtseinführung

von Barack Obama begleitet hat. 2014 geht

sie zu Axel Springer und gehört als Online-Redakteurin

zum Social-Media-Gründungsteam der ‚Welt‘. Bereits ein

Jahr später, mit 30 Jahren, übernimmt sie dort die Ressortleitung

und ist damit die erste Frau, die von Stefan

Aust (damaliger Chefredakteur der ‚Welt‘) in eine solche

Position befördert wird. 2017 steigt sie zum ,Director ‣

Niddal Salah-Eldin war die jüngste Vorständin in der Geschichte des Axel-Springer-Konzerns. Dort modernisierte sie die Bereiche

People & Culture und richtete das Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft mit künstlicher Intelligenz aus.

2 |2025 25

2 | 2025

Niddal Salah-Eldin,

Ex-Vorständin

Axel-Springer-Konzern

2025

Tolle Zahlen: Im August 2025 meldete Ottobock

für das erste Halbjahr 2025 Umsätze von 801

Millionen Euro (plus 5 Prozent gegenüber dem

ersten Vorjahreshalbjahr). Diese operative Stärke

wird von Experten als Rückenwind für einen vom

Unternehmen angepeilten Börsengang genannt.

Parallel meldet Sartorius am Standort Göttingen

steigende Umsätze und Margen im ersten

Halbjahr 2025 und bestätigt den Jahresausblick –

beides vielversprechende Zeichen für die Region.

unternehmen

Auch für

Fleischfans

Auf einem alten Hof in Wachenhausen entwickeln Anja und Roy

Walowsky vegane Brat- und Currywürste mit handwerklicher

Präzision, internationaler Erfahrung und persönlichem Einsatz.

Mit GöVegan schaffen sie es in große Supermärkte und die

Göttinger Uni-Mensa. Nun wollen sie regionale Erzeuger dazu

inspirieren, mitzumachen.

unternehmen

2 | 2025 Anja und Roy Walowsky,

Gründer GöVegan

3 |2025 83



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Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Jubiläum!

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Das Porsche Zentrum Göttingen gratuliert dem

faktor-Magazin herzlich zum 20. Jubiläum.

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20 Jahre Erfolgsgeschichten

aus der Region.

Sartorius gratuliert.



20 Jahre faktor charity

ZEIT FÜR EIN GROSSES

Dankeschön!

Seit zwei Jahrzehnten verbinden wir Menschen, erzählen Geschichten

und stärken unser Miteinander in der Region. Zum Jubiläum wollten

wir nicht nur feiern, sondern auch Gutes tun: Fünf Prozent unseres

Anzeigenumsatzes und mindestens 5.000 Euro sollen an Projekte wie

die Sternenlichter, das Hospiz an der Lutter, die Kindersportstiftung

am Harz, an Changemaker und UMG add on gehen.

Dank unseres starken Netzwerks haben wir dieses Ziel erreicht –

gemeinsam mit Ihnen. Jede Unterstützung macht unsere Region ein

Stück heller. Dafür sagen wir von Herzen: DANKE!

3 |2025 85



20 Jahre faktor charity

Das Kinder- und Jugendhospiz Sternenlichter bietet seit seiner Eröffnung im April 2025 Orte für Geborgenheit und Mitmenschlichkeit.

Sternenlichter lassen

Kinder und ihre Familien

strahlen TEXT STEFAN LIEBIG

Seit April 2025 ist das Kinder- und Jugendhospiz

Sternenlichter geöffnet – ein liebevoller Rückzugsort

voller Wärme, Geborgenheit und echter Lebensfreude

in schweren Zeiten.

Seit April 2025 ist es Realität: Das Kinder- und

Jugendhospiz ‚Sternenlichter‘ in Göttingen hat seine

Türen geöffnet – und bereits in den ersten Monaten

wurde deutlich, wie groß der Bedarf und wie wertvoll

dieser Ort ist. Mitten im Grünen, im Helves anger, ist

ein lebendiger Raum entstanden, der unheilbar erkrankten

Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien

Ruhe, Kraft und Geborgenheit schenkt.

WAS VOR JAHREN als mutige Idee begann, ist heute ein

Ort des Miteinanders geworden. Die ersten Familien

sind bereits da oder dagewesen und froh über das Angebot.

Das Team ist mit großem Engagement gestartet –

und die Atmosphäre ist von Wärme und Wertschätzung

86 3 |2025



20 Jahre faktor charity

geprägt. „Wir möchten den Kindern und allen Zugehörigen

eine Oase bieten, in der sie sich wohlfühlen, in die

sie gerne wiederkommen und wo sie einfach mal an

etwas anderes als Krankheit und Tod denken können –

einen Platz zum Umarmen!“, beschreibt Nicole Zimmer,

Geschäftsführerin der Sternenlichter gGmbH und Oberin

der DRK-Schwesternschaft Georgia Augusta, die Idee

hinter dem Projekt.

Die ersten Rückmeldungen der Gäste zeigen, dass das

Konzept aufgeht. „Es ist schön, dass wir als Familie mal

wieder zusammen zur Ruhe kommen. Hier können wir

einfach wir selbst sein“, sagt eine Mutter, deren Tochter

seit mehreren Jahren schwer erkrankt ist. Und auch das

Team spürt die besondere Stimmung. „Wir sind jeden

Tag dafür dankbar, dass wir hier arbeiten dürfen“, so

eine Mitarbeiterin aus dem Pflegebereich.

DER START VERLIEF ERFOLGREICH – auch dank der

überwältigenden Unterstützung aus der Region. Unternehmen,

Privatpersonen und Stiftungen sowie der aktuell

etwa 200 Mitglieder starke Förderverein tragen das Projekt

mit Spenden. Ohne diesen Rückhalt wäre der Bau

und der laufende Betrieb in dieser Qualität nicht möglich

gewesen. Auch wenn die Herausforderungen groß bleiben

– etwa bei der langfristigen Finanzierung und Fachkräftegewinnung

– überwiegt die Freude über das Erreichte.

STERNENLICHTER ist inzwischen mehr als eine Einrichtung

– es ist ein Ort, an dem Leben spürbar wird. Ein

Haus voller Herzenswärme, an dem kleine und große

Menschen nicht nur versorgt, sondern gesehen werden.

Ein Ort des Austauschs und des Miteinanders – ein Ort

zum Wiederkommen.

DAS HAUS BIETET PLATZ für bis zu zwölf Kinder mit

der schwerwiegenden Diagnose einer lebensverkürzenden,

unheilbaren Krankheit und ihre Familien. Es ist eines

von nur 20 dieser Art im ganzen Bundesgebiet – drei

davon allein in Niedersachsen. Neben den individuell

eingerichteten Kinderzimmern gibt es auch acht Elternappartements,

Therapieräume, eine Turnhalle, ein Therapiebad,

einen Rückzugsraum für Trauerarbeit und ein

großes lichtdurchflutetes Begegnungszentrum sowie ein

etwa 60 Mitarbeiter zählendes, qualifiziertes, multiprofessionelles

Team, in dem unter anderem Pflegefachkräfte

und sozialpädagogische Kollegen arbeiten. Ein

großer Garten mit Spielgeräten und Rückzugsnischen

soll das Konzept künftig abrunden, doch um das Außengelände

zu erschließen werden noch Spenden benötigt.

Das Herz des Hauses schlägt in der offenen, familiären

Atmosphäre, in der das Leben – bei aller Schwere – im

Mittelpunkt steht.

SPENDENKONTO

Kinder- und Jugendhospiz

Sternenlichter gGmbH

IBAN: DE05 2605 0001 0056 0819 95

SWIFT/BIC: NOLADE21GOE

Sparkasse Göttingen

Stichwort: faktor-Jubiläum

KONTAKT

Kinder- und Jugendhospiz

Sternenlichter gGmbH

Helvesanger 10, 37081 Göttingen

Tel. 0551 49 56 660

info@sternenlichter-goettingen.de

www.sternenlichter-goettingen.de

3 |2025 87



20 Jahre faktor charity

Ort der Menschlichkeit:

Das Hospiz an der Lutter

Mitten in Göttingen liegt ein Ort, an dem Leben bis

zuletzt in Würde und Wärme geführt werden darf:

das Hospiz an der Lutter. Hier geht es nicht um das

Sterben im klassischen Sinne – sondern um das Leben,

das Dasein, das Begleiten.

TEXT STEFAN LIEBIG

„Wir sind für unsere Gäste da und bleiben bei ihnen“, lautet

ein Leitsatz, der im Hospiz an der Lutter nicht nur auf Papier

steht, sondern gelebt wird. Ein Anruf – das ist oft der

erste Kontakt zum Hospiz. Eine Stimme voller Sorge oder

Angst meldet sich. Und schon beginnt der Weg, der für viele

Menschen nicht nur mit Abschied, sondern auch mit neuer

Hoffnung verbunden ist. Denn das Hospiz an der Lutter bietet

mehr als nur Pflege. Es bietet menschliche Nähe, ein offenes

Ohr, eine ruhige Hand – sowohl im ambulanten als auch

im stationären Bereich. Menschen, die mit der Diagnose

‚unheilbar krank‘ konfrontiert sind, finden hier eine verlässliche

Stütze.

DAS STATIONÄRE HOSPIZ ist eine Herberge im besten Sinne.

Gäste – so nennt man hier die Patienten – leben in

freundlich eingerichteten Einzelzimmern mit viel Holz,

Pflanzen und warmen Farben. Eine Wohnküche lädt zum

Austausch ein, ein Garten mit Seerosenteich, riesiger Rotbuche

und Pavillon bietet Rückzug und Frieden. „Es gibt keine

festen Weckzeiten oder Pflichtroutinen. Jeder lebt hier so,

wie es ihm guttut“, erklärt Geschäftsführer Daniel de Vasconcelos.

Angehörige sind stets willkommen, können übernachten,

mitessen oder sich einfach dazugesellen. Diese offene

Haltung prägt die gesamte Einrichtung – bis hin zu gemeinsamen

Konzerten oder Gottesdiensten, die seit einiger

Zeit auch direkt in die Zimmer übertragen werden.

Der Garten ist ein besonderer Schatz. Wer nicht mehr laufen

kann, wird samt Bett hinausgefahren. Hier wird nicht nur Erholung

geboten – hier darf auch aktiv mitgearbeitet werden,

wenn gewünscht. Helfende Hände aus der Region, zum Beispiel

vom Rotary-Club, unterstützen beim Pflegen und Verschönern

der Anlage. Es ist diese Mischung aus Struktur und

Freiheit, Fürsorge und Mitgefühl, die das Hospiz ausmacht.

KONTAKT

Stationäres Hospiz

Tel. (0551) 27072610

stationaeres-hospiz@hospiz-goettingen.de

Ambulantes Hospiz

Tel. (0551) 27072620

ambulantes-hospiz@hospiz-goettingen.de

88 3 |2025



20 Jahre faktor charity

Das Ambulante Team des Hospizes hilft auch bei den Betroffenen

zuhause.

Hand in Hand lautet das Motto im Göttinger Hospiz an der Lutter.

DIE ARBEIT ruht auf vielen Schultern: 43 hauptamtliche

Fachkräfte sind rund um die Uhr im Einsatz, unterstützt

von rund 100 ehrenamtlich Engagierten. Letztere absolvieren

eine intensive Ausbildung mit 100 Unterrichtsstunden

– ein Zeichen für den hohen Anspruch an Qualität

und Empathie. „Hier geht es immer um Existenzielles.

Zusammen zu leiden, zu lachen und sich zu ärgern ist psychisch

sehr beanspruchend. Daher müssen alle im Team

bestmöglich ausgebildet sein“, betont de Vasconcelos.

WICHTIG IST ihm darüber hinaus, dass die Menschen

auch außerhalb des Hospizes über die letzten Stationen

des Lebens ins Gespräch kommen. Gemeinsam mit dem

Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen hat

das Hospiz daher das Projekt ‚Haltestelle‘ in die Wege geleitet.

Bewusst außerhalb von Klinikum und Hospiz können

sich Betroffene und Angehörige in den Räumen des

Forums Kirche und Diakonie in der Neustadt 20 (Tel.

38905221) austauschen. Zudem findet vom 5. bis 12.

Oktober in der Torhausgalerie am Stadtfriedhof die ‚Woche

der Würde in Göttingen – Würde macht menschlich‘

statt. Information zu beidem gibt es auf der Hospiz-Homepage

unter Aktuelles – inklusive Flyerdownloads.

SPENDENKONTO

Sparkasse Göttingen

IBAN: DE43 2605 0001 0056 0881 98

BIC: NOLADE21GOE

Stichwort: faktor-Jubiläum

Neben dem stationären Angebot betreut das ambulante

Hospiz auch Menschen zu Hause oder im Pflegeheim –

durch Gespräche, Vorlesen, Spaziergänge oder einfaches

Dasein. So werden Patienten und Angehörige gleichermaßen

entlastet. Alles geschieht ehrenamtlich und kostenfrei

– getragen von einem Verein, der jährlich auch

auf rund 300.000 Euro Spenden angewiesen ist. Der

große Rückhalt in der Region zeigt: Diese Arbeit wird

gesehen und geschätzt.

3 |2025 89



20 Jahre faktor charity

Vor Freude strahlende Kinderaugen

Gemeinsame Sporterlebnisse machen glücklich! Zu dieser Erkenntnis gekommen,

haben sich zwei Freunde zusammengetan, um Kindern und Jugendlichen mehr

glückliche Stunden zu schenken.

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TEXT CAROLIN KÖPP

Jedes Kind, das es sich wünscht, soll die Möglichkeit

bekommen, Sport zu treiben“, formuliert Rainer

Giese das Ziel. Gemeinsam mit dem Osteroder Geschäftsmann

Sven Vogt hatte er vor 15 Jahren die Idee,

ein soziales Projekt – also einen ‚Guten Zweck‘ – persönlich

umsetzen zu wollen. Sie fragten sich, wie wohl

der Sport in der Region, insbesondere für die Kinder und

Jugendlichen, aufgestellt ist. Schnell wird klar, dass es

sogar in Schulen und Kindergärten oft an den nötigen

Finanzmitteln fehlt, um allen Kindern zu ermöglichen,

sich sportlich zu betätigen. Also gründeten die Beiden

2010 die KinderSportStiftung am Harz e.V.

ERSTE SPENDENWILLIGE sind, dank hervorragender

Kontakte zu Unternehmen der Region und dem wirklich

überzeugenden Ziel, Kinderaugen durch Sport zum

Strahlen zu bringen, schnell gefunden. Finanzieller Support

oder Sachspenden werden eingeworben. Öffentliche

Einrichtungen, Vereine oder Schulen und auch Familien,

die es sich nicht leisten können, Sportmittel, Hilfsmittel

oder Trainerstunden zu bezahlen, sollen damit

unterstützt werden. Besonderes Augenmerk wird dabei

auf die Integrierung von Kindern und Jugendlichen mit

körperlichen Beeinträchtigungen gelegt.

„Wir organisieren und unterstützen alles, was mit

unserer Satzung in Einklang ist“, sagt Rainer Giese,

Gründer der KinderSportStiftung am Harz e.V."

Inzwischen geht das Engagement der Stiftung weit über

die Grenzen Osterodes hinaus. In den Landkreisen Goslar,

Northeim und dem gesamten Landkreis Göttingen

gibt es bereits Kinder und Jugendliche, die dank des Fördervereins

mit viel Spaß Sport betreiben können. Im Jahr

2025 unterstützten beispielsweise etwa 60 spendenfreudige

Unternehmen den 16. OHA-City-Beach-Cup. Drei

Tage lang traten Beachvolleyballteams aus ganz Norddeutschland

und der Region in der Osteroder Innenstadt

gegeneinander an. Wie bei einigen anderen Veranstaltungen

der Stiftung, durften bei dieser Gelegenheit viele

Kinder an einem Mini-Cup teilnehmen. Dieses Mal waren

es Kindergartengruppen aus der Region, die auf den

Profifeldern gegeneinander antraten. Die Begeisterung

war riesig und wer weiß, vielleicht war dort schon ein

zukünftiges Bundesligatalent dabei?!

PROFISPORTLER VON MORGEN BRAUCHEN RAUM

UND FINANZIELLE SICHERHEIT

Was die beiden Vereinsgründer anfangs gehofft hatten,

ist inzwischen Wahrheit geworden: Die zu den aufstrebenden

Sportlern der Deutschen Billard-Union zählende

Vivien Heine aus Herzberg ist, dank der Unterstützung

der KinderSportStiftung am Harz e.V., mittlerweile

im Profisport angekommen. Und sie ist und bleibt

nicht die Einzige, die in der Umsetzung ihres Traumes

unterstützt wird.

AUCH IM NICHTPROFESSIONELLEN RAHMEN kann

der Förderverein Erfolge vorweisen: 2022 – nach der

Coronapause – ermöglichte das Osteroder Bewegungs-

Camp im Jahnstadion 500 Kindern ab drei Jahren, wieder

gemeinsam zu sporteln. Zwei Jahre später waren

bereits 826 Kinder dabei. Die Kinder und Jugendlichen

absolvieren dabei voller Eifer einen 10-Stationen-Parcours.

Für jeden ausgefüllten ‚Parcours-Pass‘ erhielt die

Schule des Kindes einen Euro. Der Einsatz lohnt sich

also für alle Beteiligten.

SPENDENKONTO

Sparkasse Osterode

IBAN: DE85 2635 1015 0215 0878 42,

BIC: NOLADE21HZB

Stichwort: faktor-Jubiläum

KONTAKT

Kindersportstiftung am Harz e. V.

Kornmarkt 2, 37520 Osterode am Harz

Tel. 05522 8687980

Mail: rainer@kindersportstiftung.com

3 |2025 91



20 Jahre faktor charity

Wie Kinder Unternehmertum

lernen können – PFH Göttingen

startet Nachwuchsprogramm

‚CHANGEMAKER’

Schon in der Grundschule sollten Kinder motiviert werden, unternehmerisch zu denken.

Das meint Bernhard H. Vollmar. Der Wirtschaftsprofessor von der Privaten Hochschule

Göttingen (PFH) treibt deshalb das Projekt ‚Changemaker’ voran.

TEXT MATTHIAS BRUNNERT

„Ich freue mich sehr auf den Aktivurlaub“, sagt Bernhard

H. Vollmar. Doch nach Klettern oder Radfahren,

wovon der 53-Jährige Natursportler träumt, sieht es an

diesem Hochsommertag in seinem Arbeitszimmer an der

Privaten Hochschule Göttingen (PFH) noch nicht aus.

Im Gegenteil: Überall stapeln sich Akten, Bücher,

Broschüren und Notizen. Er müsse noch viel erledigen,

bevor er sich für einige Zeit vom Schreibtisch verabschieden

könne, sagt Vollmar.

ZU DEN AUFGABEN, die dem Wissenschaftler besonders

wichtig sind, gehört die Vorbereitung des Projekts

‚Change maker’. Das Ziel: „Wir wollen Mädchen und

Jungen schon in der Grundschule dazu motivieren, unternehmerisches

Denken und Handeln zu trainieren.“ Das

sei etwas, „das hierzulande bisher viel zu kurz kommt.“

FÜR ABHILFE soll ein Programm sorgen, das von der

Wirtschafts-Uni (WU) Wien entwickelt wurde und in

Österreich bereits in vielen Grundschulen genutzt werde,

sagt Vollmar. Die PFH sei jetzt der erste internationale

Partner des Projekts. Dessen Ziel: Kinder sollen zu jungen

Unternehmern werden. Hilfe erhalten sie dabei von

Studierenden und Lehrkräften der PFH.

„Was die Kinder im Rahmen des Projekts herstellen und

später zum Beispiel auf einem Schulbasar zum Kauf anbieten,

wollen wir mit ihnen zusammen entwickeln“, so

Vollmar. Der Start sei für Anfang 2026 geplant. „Wir

wollen zunächst bis zu 20 Grundschulen in der Stadt

Göttingen als Partner gewinnen.“

ZUM AUFTAKT des auf mehrere Jahre angelegten Programms

möchte die PFH ein Theaterprojekt auf die

Bühne bringen – „als Motivation für die Kinder“, berichtet

Vollmar. In dem Stück mit dem Titel ‚Die Idee’,

das vom Metropol-Theater Vechta konzipiert wurde,

werde auf altersangemessene Weise gezeigt, wie Kinder

mit kreativen Ideen und viel Schwung den von der Pleite

bedrohten Imbiss der Eltern retten. Dabei werde das

Thema ‚Entrepreneurship Education’ für Schüler greifund

erlebbar, sagt Vollmar.

DASS DIE PFH sich nach zahlreichen Projekten mit

Jugendlichen jetzt auch an Kinder im Grundschulalter

wende, habe einen wissenschaftlich fundierten Hintergrund,

erläutert der Professor, denn in der Forschung zur

Entrepreneur-Education herrsche die Meinung: ‚Je früher,

desto besser.’

92 3 |2025



20 Jahre faktor charity

Spielerisch erkunden Kinder und Jugendliche im Nachwuchsprogramm

‚Changemaker’, was es ausmacht, unternehmerisch

zu denken.

Bernhard H. Vollmar möchte mit seinem Programm Kinder und Jugendliche auf das Unternehmertum

neugierig machen.

BEI DEM ANGEBOT für Grundschüler stehe die Frage im

Mittelpunkt: „Was können wir entwickeln und anbieten,

das dann auch gekauft wird?“ Weitere Fragen, auf die die

Kinder im Rahmen der Projekte Antworten finden sollen:

Wer könnte mein Kunde sein? Wie erstelle ich etwas

Nachhaltiges? Wie gehe ich mit Geld um?

„Durch unser Angebot sollen die Kinder jedenfalls angeregt

werden, Projekte zu entwickeln und umzusetzen.

Idealerweise können sie die Produkte anschließend auf

einem selbst organisierten Markt oder Basar verkaufen“,

so der Wissenschaftler und ist überzeugt: „Die dazu erforderliche

Gestaltungskompetenz kann man fördern –

und zwar je früher, desto besser.“

Das Theaterstück ‚Die Idee’, so die Hoffnung, werde im

Vorfeld des Projektes viele Jungen und Mädchen motivieren,

anschließend dem Beispiel der Protagonisten zu folgen

und selbst – wenn zunächst auch auf spielerische

Weise – unternehmerisch tätig zu werden.

SPENDENKONTO

Ideenbeweger e. V. (gemeinnützig)

am ZE Zentrum für Entrepreneurship

PFH Private Hochschule Göttingen

Weender Landstr. 3–7, 37073 Göttingen

Volksbank Kassel Göttingen e. G.

IBAN: DE70 5209 0000 0111 888 000

BIC: GENODE51KS1

Stichwort: faktor-Jubiläum

KONTAKT

Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar

Geschäftsführender Direktor ZE Zentrum für

Entrepreneurship, PFH Private Hochschule Göttingen

0551 54700 117

vollmar@pfh.de

www.ze-pfh.de

www.ze-pfh.de/ideenbeweger-e-v

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top-unternehmen

Sartorius AG (Göttingen) — Sartorius ist ein weltweit führender Anbieter von Labor- und Bioprozess-Technologie mit Hauptsitz in

Göttingen und Niederlassungen in über 60 Ländern. Der Konzern beschäftigt rund 13.500 Mitarbeitende und erzielte zuletzt einen

Umsatz von 3,4 Milliarden Euro (Stand 2024) und verbindet hochspezialisierte Produktion mit intensiver Kooperation zur akademischen

Forschung am Göttinger Wissenschaftsstandort. Von September 2021 bis September 2025 war Sartorius im DAX vertreten.

Das Unternehmen wurde 1870 gegründet. www.sartorius.com

94 3 |2025



top-unternehmen

Starke Arbeitgeber, starke Marken:

Vom Weltmarktführer

bis zum Familienbetrieb

Die Wirtschaft in Göttingen, Northeim, Holzminden und den Nachbarregionen

ist geprägt von einer bemerkenswerten Vielfalt: Traditionsreiche

Mittelständler stehen neben innovativen Hidden Champions und etablierten

Weltmarktführern – Hightechunternehmen mit Börsennotierung neben

Manufakturen. Die folgende Übersicht bietet einen kompakten Einblick in

wichtige und interessante Unternehmen in Südniedersachsen.

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

3 |2025 95



top-unternehmen

Symrise AG (Holzminden) — Symrise, globaler Hersteller von

Duft-, Geschmacks- und Wirkstofflösungen mit Hauptsitz in

Holzminden, beschäftigt weltweit über 12.000 Menschen und erzielte

2024 einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro. Das börsennotierte

Unternehmen Symrise entstand 2003 durch die Fusion

von Dragoco und Haarmann & Reimer. www.symrise.com

Ottobock (Duderstadt) — Ottobock, 1919 gegründet und weltweit

bekannt für Prothetik und Mobilitätslösungen, hat seinen Sitz in

Duderstadt nahe Göttingen und beschäftigt 9.100 Mitarbeitende

weltweit. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden

Euro (2024) ist ein wichtiger lokaler Arbeitgeber und mit seinen

45 internationalen Standorten ein globaler Technologiepartner

im Gesundheitssektor. www.ottobock.com

96 3 |2025



top-unternehmen

KWS SAAT (Einbeck) — KWS, mit Hauptsitz in Einbeck, ist eines der weltweit führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen mit etwa 5.000 Mitarbeitenden

weltweit und einem Umsatz in Höhe von 1,7 Milliarden Euro (2024). KWS betreibt am Einbecker Standort umfangreiche Zucht-,

Versuchs- und Ausbildungsprogramme, die die Stadt als Agrarforschungs- und Produktionsstandort stärken. www.kws.com

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top-unternehmen

Universitätsmedizin Göttingen (UMG) — Die UMG ist größter Gesundheits-

und Forschungsakteur in Südniedersachsen und beschäftigt rund

9.700 Mitarbeitende. Die UMG betreibt Kliniken (1.600 stationäre und

teilstationäre Betten), Forschungslabore und hat viele Verknüpfungen zu

regionalen Partnern. Sie ist damit ein zentraler Arbeitgeber und Innovationsmotor

für die Region. Derzeit wird modernisiert: Bis 2030 fließen 1,1

Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Landes Niedersachsen in

die Baumaßnahmen. www.umg.eu

98 3 |2025



top-unternehmen

Thimm Group (Northeim) — Die Thimm Verpackungsgruppe mit Sitz in Northeim

ist ein bedeutender Mittelständler im Bereich Kartonagen, Verpackungslogistik und

Fulfillment. 2.550 Mitarbeitende an elf Standorten in Deutschland, Polen, Rumänien

und Tschechien sowie kontinuierliche Innovationsinvestitionen und Ausbildungsinitiativen

machen das Unternehmen mit 539 Millionen Euro Umsatz zu einem der

prägenden Arbeitgeber im Landkreis. www.thimm.com

3 |2025 99







top-unternehmen

Refratechnik (Göttingen) — Die Refratechnik-Gruppe,

deren Cement-Kompetenzzentrum

in Göttingen verortet ist, ist ein weltweit tätiger Hersteller

feuerfester Werkstoffe. Die Gruppe beschäftigt

rund 2.100 Beschäftigte und hat historische Wurzeln in

Vogelbeck bei Northeim. Neben acht Standorten in Deutschland

ist die Gruppe auch an weiteren 21 Standorten in Europa,

Asien, Australien, Nord- und Südamerika vertreten. www.refra.com

102 3 |2025



top-unternehmen

ContiTech (Northeim) — Continental entwickelt

wegweisende Technologien und Dienste

für die nachhaltige und vernetzte Mobilität

der Menschen und ihrer Güter. Das 1871 gegründete

Technologieunternehmen bietet sichere,

effiziente, intelligente und erschwingliche

Lösungen für Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr

und Transport. Continental erzielte 2024

einen Umsatz von 39,7 Milliarden Euro und

beschäftigt aktuell rund 190.000 Mitarbeiter

in 55 Ländern. www.continental.com

Stiebel Eltron (Holzminden) —

Seit 1924 hat Stiebel Eltron mehr

als 1.700 Patente und eingetragene

Designs angemeldet. Das seit 1924

bestehende Unternehmen entwickelt

Lösungen für Warmwassergeräte,

Wärmepumpen, Lüftungsanlagen

und Raumheizgeräte. Inzwischen

arbeiten weltweit rund 5.000

Mitarbeiter für Stiebel Eltron. 941

Millionen Euro Jahresumsatz – davon

etwa die Hälfte im Ausland –

verbuchte das Unternehmen im Jubiläumsjahr

2024.

www.stiebel-eltron.de

3 |2025 103



top-unternehmen

Einbecker Brauhaus AG (Einbeck) — Die Einbecker Brauhaus AG ist eine traditionsreiche regional verankerte Brauerei

mit Sitz in Einbeck. 125 Mitarbeiter und 15 Auszubildende verleihen dem Unternehmen ein starkes regionales Profil mit

Strahlkraft weit über die Grenzen Südniedersachsens hinaus. Im letzten Jahr machte das Unternehmen einen Umsatz

von fast 38 Millionen Euro mit einem Absatz von 421.872 Hektolitern. www.einbecker.de

104 3 |2025



top-unternehmen

Hahnemühle FineArt (Dassel) — Die Hahnemühle FineArt

mit Sitz Relliehausen bei bei Dassel ist ein traditionsreicher

Hersteller hochwertiger Künstler- und Spezialpapiere.

Die Anfänge des Unternehmens reichen bis ins

Jahr 1584. Heute arbeiten dort über 200 Beschäftigte.

Globale Nischenführerschaft bei Fine-Art-Inkjet- und

Filterpapieren sichert die Geschäftsbasis.

www.hahnemuehle.com

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top-unternehmen

Heller-Leder (Hehlen) — Seit 1920 fertigt Heller-Leder in Hehlen exklusive Leder-Qualitäten

für Polstermöbel, hochwertige Büroausstattungen und Fahrzeuge. Das Unternehmen ist in

vierter Generation familiengeführt und sieht sich als Pionier in nachhaltiger Lederverarbeitung.

Mit rund 290 Mitarbeitern erzielte Leder-Heller zuletzt einen Jahresumsatz von circa 53,6

Millionen Euro. www.heller-leder.com

106 3 |2025



top-unternehmen

Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG (Fürstenberg) —

Gegründet am 11. Januar 1747, ist Fürstenberg eine der ältesten

noch existierenden Porzellanmanufakturen Deutschlands und beschäftigt

etwa 80 Mitarbeiter. Die Manufaktur gilt als Premiumanbieter

für gehobene Tischkultur und Design-Porzellan ‚Made in

Germany‘. Trotz historisch dauerhaft belegter hoher Qualität

schreibt das Unternehmen seit Jahren Verluste (circa 10,25 Millionen

Euro von 2022 bis 2024). Dennoch hält das Land Niedersachsen

an seiner Beteiligung fest und betont die Bedeutung als

Arbeitgeber und Kulturgut. Das blaue „F“ mit Krone ist das unverkennbare

Markenzeichen. www.fuerstenberg-porzellan.com

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› Exklusive Events mit hochkarätigen Speakern

› Inspirierende Impulse für deinen Business Austausch

mit Unternehmern und Entscheidern

› Regionale Bekanntheit und Sichtbarkeit steigern

Regional bekannter werden in Südniedersachsen.



Business-Austausch mit...

„Wir sind Mitglied im faktor-Club, um unsere regionale Präsenz zu stärken. Der Club bietet uns wertvolle Möglichkeiten zur

Sichtbarkeit – sei es im faktor-Magazin, auf exklusiven Veranstaltungen oder digitalen Plattformen. Der branchenübergreifende

Dialog schafft kreative Synergien, die unser Unternehmen voranbringen.“

Olaf Feuerstein, Geschäftsführender Gesellschafter, Hotel Freizeit In GmbH

„Der faktor-Club bietet in wunderbarem Ambiente eine Möglichkeit, regional interessante Persönlichkeiten kennen zu lernen

und mit ihnen in einen Austausch zu treten. Gleichzeitig werden Erfahrungen geteilt und die kurzen, aber prägnanten Vorträge

zu Themen oder Innnovationen aus der Region bereichern diese Zeit in außergewöhnlichem Maße.“

Steve Wery, Geschäftsführender Gesellschafter, Autohaus Becker-Tiemann Leinetal

„Durch die regelmäßigen Veranstaltungen des faktor-Clubs konnte ich in den letzten Jahren einige Impulse mitnehmen, die

mich unternehmerisch vorangebracht haben. Für mich ist der faktor-Club eines der wichtigsten Business-Netzwerke – immer

auf Augenhöhe und wertschätzend.“

Sascha Riedeberger, Geschäftsführer, PMG Verpackung und Logistik GmbH

„Ich bin Mitglied im faktor-Club, um spannende Gespräche zu führen, Erfahrungen auszutauschen und natürlich auch um

neue Kontakte zu gewinnen, mir ist der Austausch mit Menschen wichtig, die ähnliche Interessen und Ziele haben..."

Stefan Henkel, Geschäftsführer für individuelle Küchengestaltung, Küchen Henkel

Werden Sie jetzt Mitglied



partner

Was verbindet Sie mit faktor?

„Ohne Marko Weinrich würde es den faktor nicht so gegeben,

wie er heute ist. In einer Phase, in der ich Zweifel

hatte und meine Rolle bei faktor als angestellter Projektleiter

gesehen habe, hat er mir klar gemacht: ,Herr

Böhme, das sind doch Ihre Kontakte – Ihnen müssen

Anteile an der Firma gehören.‘ Danke, Marko, für diesen

Rat. Vor 20 Jahren starteten wir zu viert, seit 2011

bin ich alleiniger Inhaber.“

Herausgeber Marco Böhme über die Rolle von Marko Weinrich,

früher Sycor, heute Geschäftsführer Arineo.

6-GANG-MENÜ FÜR 2 ZU GEWINNEN

Gemeinsam mit Spitzenkoch Johannes Steingrüber vom ,Harzfenster‘ in Seesen verlosen wir

zum großen faktor-Jubiläum einen Gutschein für zwei Personen für ein 6-Gang-Menü im Wert

von 246 Euro.

Schon mit 21 Jahren war Johannes Steingrüber einer der jüngsten Küchenchefs in Deutschland.

Der heute 29-Jährige hat nach Stationen unter anderem in Braunschweig, Regensburg und dem

Bayerischen Wald sein eigenes Restaurant in Seesen eröffnet und das angeschlossene Hotel modernisiert.

„Ich möchte, dass die Leute nicht nur satt, sondern auch glücklich und inspiriert nach Hause gehen“,

sagt er. „Sie sollen das Gefühl haben, etwas Besonderes erlebt zu haben.“ Das erzählte er im

Interview in der faktor-Herbstausgabe 2024 vor einem Jahr.

Wer etwas Besonderes erleben will, schickt bis zum 30. November 2025 eine E-Mail mit dem

Betreff ‚Verlosung' an: herausgeber@faktor-magazin.de – viel Erfolg!

110 3 |2025



partner

UWE FISCHER

Diagnostisches Brustzentrum/Praxis für moderne Schnittbilddiagnostik

20 Jahre faktor in Südniedersachsen – eine Erfolgsgeschichte für sich.

Ob Magazin, Azubi, digital oder Spezial. Immer aktuell, zugewandt und

professionell. Seit 20 Jahren die Plattform, um sichtbar zu machen und

redaktionell über Innovationen zu informieren.

Dafür allerbesten Dank und herzlichen Glückwunsch!

CARSTEN LOHRENGEL

Audi Zentrum Göttingen

Lieber Marco, mit faktor und Dir als Person verbindet mich, sich gegenseitig

zu unterstützen, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam

neue Chancen zu entdecken. Das schafft Vertrauen, eröffnet Kooperationen

und stärkt das unternehmerische Wachstum durch persönliche Verbindungen

und echten Austausch.

Welchen Impuls konnten Sie

in dieser Ausgabe gewinnen?

STEVEN HARTMANN UND MARKUS LIESE

Lichtblick Sonnenschutzsysteme

faktor ist für uns eine wertvolle Netzwerkplattform in der Region und das

passende Umfeld, um die Lichtblick Sonnenschutzsysteme GmbH als

innovatives Unternehmen zu präsentieren. Wir schätzen das Magazin als

hochwertiges Medium und starke Werbeplattform, die Unternehmern aus

der Region eine gemeinsame Bühne bietet. Genau dieser Mix aus regionaler

Verbundenheit, professioneller Präsentation und inspirierendem

Austausch verbindet uns mit faktor.

3 |2025 111



partner

INES DIETZE

Sparkasse Göttingen

Vor 20 Jahren stellte Marco Böhme das Projekt faktor-das Entscheider-Magazin vor. Beeindruckt

von seiner Entschlossenheit, seinem unternehmerischen Mut und der inhaltlichen

Ausrichtung des Wirtschaftsmagazins waren wir Partner der ersten Stunde. Seitdem berichtet

das faktor-Magazin in seinen sehr hochwertigen Printausgaben über regionale Wirtschaft

und Erfolgsgeschichten. Es gibt Impulse und bietet Raum für Begegnungen. Im Fokus der

Berichterstattung steht dabei stets der Mensch. Damit übernimmt das faktor-Magazin, so

wie wir als regionale Sparkasse Göttingen, Verantwortung für die Region. Für die Zukunft

wünsche ich dem faktor-Magazin, dass es auch weiterhin als verlässlicher Partner unserer

Wirtschaftsregion zur Seite steht und für guten Dialog zwischen allen Bürger:innen, Institutionen,

Wissenschaft, Politik und Wirtschaft einsteht. Herzlichen Glückwunsch!

RAINER GIESE

VersicherungsKontor Osterode

faktor ist für mich seit vielen Jahren DAS Wirtschaftsmagazin für die Entscheider in unserer

Region. Besonders beeindruckend für mich sind immer wieder die Erfolgsgeschichten über die

Menschen selbst, die hinter den Unternehmen stehen und diese prägen und gestalten – die

Marco Böhme mit seinem Team erzählt.

Im besonderen Maße wertvoll für mich ist auch der sehr persönliche Austausch mit den Unternehmerpersönlichkeiten,

die faktor in ganz verschiedenen Formaten immer wieder an tollen

Locations live vor Ort zusammenbringt.

Wir sind seit vielen Jahren stolzer faktor-Partner und Mitglied im Mittagsclub. Wir freuen uns

zusammen auf die nächsten 20 gemeinsamen Jahre – mit meinem Freund Marco Böhme!

INES BERKE UND MARK BERKE

Kassebeer

Mit faktor verbindet uns eine freundschaftliche Partnerschaft, die von Persönlichkeit

und Inspiration geprägt ist. Du schaffst Räume, in denen Menschen sich

begegnen, Netzwerke wachsen und Horizonte erweitert werden. Und das gern

auch bei gutem Essen und besonderen Veranstaltungen. Für uns ist faktor mehr

als ein Magazin: Es ist ein Netzwerk, das uns immer wieder motiviert, über den

Tellerrand hinauszuschauen.

112 3 |2025



ECHT.

EINMALIG.

Meinander für die Region.



partner

LARS OBERMANN

Obermann Logistik

faktor ist einer der großen Meinungsbildner unserer Region.

Ihr erzählt von vielen tollen Unternehmen und deren Ideen, berichtet von

den großen kulturellen Ereignissen und beleuchtet somit, was unsere Region

so lebens- und liebenswert macht. Darüber hinaus bist Du ein großer Netzwerker,

der durch verschiedene Formate viele unterschiedliche Personen zusammenbringt.

Dies hat meinen Horizont gerade im Bereich der Start-Ups

deutlich erweitert, und ich habe Personen kennenlernen dürfen, von denen ich

wahrscheinlich sonst nie etwas gehört hätte.

Ich wünsche Dir persönlich und faktor weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Auf die nächsten 20 Jahre!!

FRIEDEMANN BAUM

Diagnostisches Brustzentrum/Praxis für moderne Schnittbilddiagnostik

Herzlichen Glückwunsch zu eurem 20-jährigen Jubiläum.

Schon seit 20 Jahren sind wir jetzt als Partner mit dem faktor verbunden.

Ein wichtiger Grund hierfür besteht für uns in der Möglichkeit,

über den faktor unsere Kunden erreichen und informieren zu

können.Darüber hinaus sind die oft informativen und gelegentlich

sehr berührenden faktor-Lounges wie auch Artikel in Eurem Magazin

zu erwähnen. Euch und Dir alles Gute für die nächsten 25 Jahre!

JENS BARWINSKE

System-Büro Struckmeier

Unsere Gemeinsamkeiten sind die langjährige Verbindung, die

Freude am Netzwerken und die Neugier an Themen, die über

den Tellerrand hinausgehen. An faktor schätze ich die freundschaftlich-niveauvolle

Atmosphäre bei allen Veranstaltungen.

Welche Persönlichkeit aus dieser

Ausgabe möchten Sie kennenlernen?

114 3 |2025



SAVE.THE.DATE

unternehmen

MENSCH RAUM TECHNIK

Wir denken Büro neu.

New Work erleben –

entdecke die Transformation

moderner Arbeitswelten auf

der Struckmeier-Hausmesse

Do. 30.10.25

Mensch

Im Mittelpunkt steht der Mensch – mit seinen Bedürfnissen, Aufgaben

und Potenzialen. Struckmeier denkt Ergonomie, Gesundheit

und Arbeitsprozesse ganzheitlich. Vom perfekt abgestimmten

Bürostuhl bis zur Begleitung von Change-Prozessen – Ziel ist

eine Umgebung, die das Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellt.

Raum

Räume sind keine Kulisse – sie sind Bühne, Rückzugsort und

Möglichkeitsraum zugleich. Struckmeier gestaltet Arbeitsumgebungen,

die inspirieren, strukturieren und verbinden. Vom fokussierten

Einzelarbeitsplatz bis zum Work-Café – der modernen

Feuerstelle der Unternehmenswelt – entstehen Orte, die Identität

stiften und Zusammenarbeit lebendig machen.

Technik

Bei Struckmeier ist die Technik nicht isoliert gedacht, sondern

ein kluger Begleiter. Sie wird dort eingesetzt, wo der unternehmerische

Alltag erleichtert, Prozesse unterstützt und neue Freiräume

geschaffen werden – sei es durch digitale Arbeitsplatzbuchung

oder smarte Möbel. Immer mit dem Ziel: Technik, die sich dem

Menschen anpasst – nicht umgekehrt.

MEHR INFORMATIONEN

UND ANMELDUNG

BÜROEINRICHTUNG RAUMENTWICKLUNG BÜROBEDARF

System-Büro Struckmeier GmbH · Karl-Arnold-Straße 4 · 37079 Göttingen

0551 50669-0 www.struckmeier.de



faktorAZUBI

AZUBIS

für regionale

Unternehmen

Mehr als ein Magazin

www.mehralseinmagazin.de 11. Jahrgang Heft 21 Herbst/Winter 2025 3 Euro

Seit über zehn Jahren engagiert sich der

faktorAZUBI für Ausbildung in der Region.

Das Erfolgsmodell bekommt bald ein digitales

Update, um Jugendliche noch besser bei der

Ausbildungsplatzsuche zu unterstützen und

regionalen Unternehmen zu mehr Sichtbarkeit

zu verhelfen.

Das faktor-Magazin hat sich der regionalen

Vernetzung verschrieben. Und genau das ist

auch der Kerngedanke bei der Gründung

des Sonderheftes faktorAZUBI gewesen.

„Aufmerksam auf das Thema geworden sind wir durch

die Kontakte zu regionalen Unternehmern“, sagt faktor-

Herausgeber Marco Böhme, „weil es immer schwieriger

wurde, Azubis zu finden.“ Deswegen sollte der faktor­

AZUBI der jungen Zielgruppe helfen, gute regionale Betriebe

und interessante Ausbildungsgänge zu finden, und

gleichzeitig Unternehmen ein Forum bieten, sich zu präsentieren.

Denn ein Überblick über die regionale Vielfalt

an Unternehmen, groß wie klein, und die noch größere

Vielfalt an Ausbildungsgängen ist schwer zu finden. „Erfolgsgeschichten

sind für uns, wenn sich tatsächlich

Jugendliche durch uns angeregt bei regionalen Betrieben

beworben haben“, so Böhme.

VIELE DIESER GESCHICHTEN hat der faktor aufgegriffen.

Wie Ausbildungssuche erfolgreich geht und was einen

dann erwartet, das erzählen inzwischen Dutzende

individuelle Berichte. Ein Beispiel ist Jonas Werner, der

Papiertechnologie bei der Smurfit Kappa Herzberg Solid

Board GmbH lernt, ein anderes ist Isabelle Rau, die nach

ihrem Studium noch eine Ausbildung zur Garten- und

Landschaftsbauerin beim Rosdorfer Unternehmen Bandelow

+ Uhlendorff gemacht hat und sich damit in einem

stark männerdominierten Bereich bewegt. Erfahrungen,

Tipps, Verdienstmöglichkeiten, Stolpersteine,

Zukunftsperspektiven, all das wird in persönlichen Er-

10 Test

Wo soll meine

Reise hingehen?

10 Test Ausbildung 10 Test

10 Test

10 Test

Berufe

Wo soll meine Wo soll meine Wo soll meine Wo soll meine

Reise hingehen? Richtig Reise bewerben! hingehen? Wo Reise du Geld hingehen? verdienen Reise kannst! hingehen?

fahrungen sichtbar und bildet inzwischen online eine

umfangreiche Datenbank für Interessierte.

Diese Texte sind nicht aus einem Ratgeber abgeschrieben,

sondern immer über echte regionale Azubis verfasst.

„Menschen, die man aus dem Sport, der Schule,

dem Bekanntenkreis kennen könnte – nicht anonym und

abstrakt“, so Böhme. „Menschen wie du und ich. Das ist

die Stärke vom faktorAZUBI.“

OBWOHL DIE JUGENDLICHE ZIELGRUPPE volldigital

unterwegs ist, kommt der faktorAZUBI als gedruckte

Ausgabe bei ihnen an – physisch und interessenstechnisch.

„Wir verteilen den faktorAZUBI zweimal im Jahr an über

60 Schulen in Südniedersachsen mit einer Auflage von

7.500 Exemplaren pro Ausgabe. Lehrer nehmen ihn dann

auch mit in den Unterricht“, so Marco Böhme. „Was wir

widergespiegelt bekommen, ist, dass sich die Jugendlichen

tatsächlich zu Hause mit dem Heft auf das Sofa setzen

und sich mit dem Thema auseinandersetzen.“

Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch das Jobmatching,

also erst einmal herauszufinden, welcher Job eigentlich

zu einer Person passt. Bislang geschieht das über einen

umfangreichen Fragebogen im Heft. Um das noch besser

zu machen, „arbeiten wir an einer Digitallösung“, sagt

Böhme. „Wir haben derzeit ein Entwicklungsprojekt

laufen, in dem wir die Jugendlichen mittels KI-Unterstützung

an die Hand nehmen und bei der Auseinandersetzung

mit ihren Stärken und Schwächen und damit

letztlich der Jobfindung unterstützen wollen.“ Aber das

ergänzend Gute daran wird sein, dass das System dann

auch gleich regionale Unternehmen vorschlägt, bei denen

eine solche Ausbildung möglich ist. Spätestens im

Frühjahr 2026 soll es damit losgehen. ƒ

116 3 |2025



Wir Kolleginnen und Kollegen aus den TAB-Unternehmerboards

gratulieren dir, lieber Marco und

deinem ganzen Team zu dieser tollen Leistung und

wünschen 20 weitere erfolgreiche Jahre.

Wir freuen uns auf den Austausch mit dir.

Heiko Schanze - Sollingglas GmbH

Alexander Pape - 1komma5 Grad, Göttingen GmbH

Dr. Arne Ströhlein - Praxis für Chinesische Medizin

Thosrten Hickmann - Whitecell Eisenhuth GmbH

Jochen Heynold - Möbelhaus Bäucke KG

Johann Hildebrand - Kohlenberg Software GmbH

Ingo Stephan - 1komma5 Grad, Göttingen GmbH

Hans-Jürgen Mix - Knobloch & Knebel

Dr. Dirk Hönig - Lightsource GmbH

Tim Opitz - Opitz PackagingSystems GmbH

Matthias Walter - TAB-Südniedersachsen

Oliver Bornemann - TAB-Südniedersachsen

Gabi Diedrich

Erhard Diedrich GmbH - Zimmerei

Thilo Diedrich

Erhard Diedrich GmbH - Zimmerei

Marco Böhme - faktor

Carsten Stock - Stock Baustoffhandel

TAB Südniedersachsen, Oliver Bornemann obornemann@thealternativeboard.biz, Matthias Walter mwalter@thealternativeboard.biz



PROFIL

ANZEIGE

360°-Patientenversorgung: Rolf Jarasch (Foto, l.), Director Ottobock Care, und André Weimer, Geschäftsführer Rehazentrum Junge GmbH, in der großen Therapiehalle

im Erdgeschoss des Versorgungs- und Therapiezentrums im Sartorius Quartier.

Kooperative Neuro-Reha

setzt Maßstäbe

Das Sartorius Quartier entwickelt sich zu einer Vorzeigeadresse, in der Ausbildung

und orthopädietechnische Patientenversorgung ineinandergreifen: Das Ottobock

Care Kompetenz-Zentrum und das Rehazentrum Junge machen vor, wie Synergien

bei der Rehabilitation von neurologischen/neuroorthopädischen Krankheitsbildern

schaffbar sind.



ANZEIGE

Das Sartorius-Quartier war von Beginn

an etwas Besonderes: Eine

Hochschule für angewandte Wissenschaft

kooperiert mit einer

Universitätsmedizin, um die Ausbildung im

Gesundheitsbereich auf ein neues Level zu

heben. In diesem Sinne haben sich um den

Ausbildungsbereich auch Medizintechnikunternehmen

und -dienstleister angesiedelt. Das

Ottobock Care Kompetenz-Zentrum und das

Rehazentrum Junge machen seit zweieinhalb

Jahren mit ihrer Kooperation im Bereich der

neurologischen Rehabilitation vor, wie für den

Patienten ein Mehrwert entstehen kann – und

eine Kompetenz, die Patienten aus aller Welt

anzieht.

Die Kontakte zwischen Ottobock und dem

Rehazentrum Junge reichen weit zurück, über

25 Jahre, daher existiert ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis.

„Deswegen ist mir gleich das

Rehazentrum Junge eingefallen, als mir Hans

Georg Näder den Auftrag gab, hier im Sartorius

Quartier Musik reinzubringen – ein Zentrum

mit dreimal so viel Platz wie vorher, in dem wir

etwas Innovatives, Neues machen“, so Rolf Jarasch,

Director der Ottobock Care. Aus den Gesprächen,

die bereits 2018 begannen, entstand

ein gemeinsames Konzept, in das auch die

bereits zuvor konzipierte ambulante neurologische

Rehabilitation integriert werden konnte.

Auch der optische Auftritt war neu und wurde

zur Blaupause für andere Ottobock-Standorte

weltweit. „Wir haben viele neue Ideen eingebracht,

manche waren mutig, manche wurden

heiß diskutiert. Aber wir haben viel gelernt

in den letzten fünf Jahren.“ Seit der Eröffnung

des neuen Standorts 2023 ist Ottobock hier um

rund 40 Prozent gewachsen, im Rehazentrum

hat sich die Mitarbeiterzahl verdoppelt.

Das Rehazentrum Junge mit seinen inzwischen

drei Standorten in Göttingen war eines der

ersten Zentren, die in Deutschland eine ambulante

Reha angeboten haben. Was damals mit

klassischer orthopädischer Reha begann, wurde

nach und nach erweitert um kardiologisch-/

angiologische, beruflich-orientierte Reha, Long

Covid Reha und nun neurologische Reha.

Jüngst hat sich das Rehazentrum auch auf die

ambulante Hand-Rehabilitation spezialisiert.

Die neurologische Reha ist ein spezialisierter

medizinischer Fachbereich, der sich auf die

Behandlung von Patienten nach Erkrankungen

oder Verletzungen des Gehirns, des Nervensystems

oder des Rückenmarks konzentriert.

EIN GUTES BEISPIEL, wie Junge und Ottobock

im Alltag kooperieren, ist ein Schlaganfallpatient.

Patienten nach Schlaganfall haben

häufig noch Teillähmungen, die beispielsweise

eine Hilfsmittelversorgung und Begleitung benötigen.

„Zum umfangreichen Behandlungsprogramm

der ambulanten neurologischen

Reha gehören auch ergotherapeutische Behandlungen

inklusive Hilfsmittelberatung. Es

ist unglaublich praktisch, wenn wir im selben

Gebäude zwei Etagen tiefer auf die Expertise

der darauf spezialisierten Ottobock-Mitarbeiter

zurückgreifen können“, so André Weimer,

Geschäftsführer des Rehazentrums Junge.

„Unsere Therapeuten nutzen unter anderem

auch die Therapiehalle und Gehschule von

Ottobock, wenn nötig.“

Blick auf die Dachterrasse im 3. OG: Sie lädt zur

verdienten Erholungspause hoch über dem Zentrum

des Quartiers ein.

Erfolgreiche Therapie und Schulung

mit motorisiertem Exoskelett bei einem

querschnittsgelähmten Patienten

IM SARTORIUS QUARTIER sitzen beide Unternehmen

im selben Gebäude – in den unteren

dreieinhalb Stockwerken Ottobock, die

oberen anderthalb werden vom Rehazentrum

belegt. Beide haben separate Eingänge, doch

die Durchgänge sind immer offen. „Wir wollten

ein kooperatives Miteinander und Räumlichkeiten

gemeinsam nutzen“, so Jarasch. Daher

gibt es gemeinsame Zentralräume, große

offene Lounges, die für die Pause oder auch

Gespräche und selbst die Arbeit mit Patienten

genutzt werden – und eben den unkomplizierten

Austausch. „Die Kultur, die wir hier etabliert

haben, ist in beiden Firmen sehr ähnlich, wir

setzen auf ein hohes Maß an Eigenverantwortung

und Motivation. Wer damit gut umgehen

kann ist bei uns genau richtig. Das wird sehr

gut gelebt und eben auch über die Firmengrenzen

hinaus“, so Rolf Jarasch.

DOCH DER ANSPRUCH der Kooperationspartner

geht über die gute Patientenversorgung

im konkreten Fall hinaus. „Für uns

wird das Thema Wissensführerschaft immer

wichtiger“, betont Rolf Jarasch. Der digitale

Versorgungsprozess beginnt dabei schon mit

Aufklärungsarbeit vor dem ersten Kontakt mit

den Patienten; anschließend folgen eine klar

strukturierte Untersuchung sowie die individuelle

Beratung und Konfiguration, um mit den

Patienten die bestmögliche Lösung zu erarbeiten.

„Wir setzen aber auch neue Technologien

und Messverfahren ein, um ein optimales Versorgungsergebnis

zu erzielen und wertvolle

Zeit zu sparen.“ Beispielsweise ist die frühzeitige

Erkennung von angeborener Wirbelsäulenverkrümmung

entscheidend für den Behandlungserfolg.

Das in der Ottobock-Gruppe

entwickelte Symbrace macht die maximale Korrektur

sichtbar. „Wir digitalisieren das Ergebnis

und entwickeln im Expertenteam, das an unterschiedlichen

Standorten sitzt, das optimale

Hilfsmittel bei optimalem Zeitmanagement.“

„Daher ist Wissenstransfer auch so ungemein

wichtig“, ergänzt Weimer. „Und das

nicht nur für die Patienten, sondern auch für

deren Angehörige, die ja in gewisser Weise

mit betroffen sind.“ Im Rehazentrum Junge

legt man daher einen sehr großen Wert auf

Aufklärung. „Wir wollen die Patienten zu ihren

eigenen Experten machen, damit sie selbstbestimmt

weiter an sich arbeiten können, auch ‣

PROFIL



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PROFIL

um Folgeschäden zu vermeiden, wenn Rehamaßnahme

und Nachsorge beendet sind.“

ZWEIEINHALB JAHRE im Sartorius-Quartier

sind noch keine lange Zeit, dennoch hat sich

die Kooperation in der Neuro-Reha schon einiges

an Meriten verdient. „Ein wichtiger Faktor

ist das Vertrauen der Ärzte, das wir uns erworben

haben“, so Jarasch. „Wir haben noch nie

so viele Ärzte und Therapeutenfortbildungen

gehabt wie im letzten Jahr.“ Auch werden gemeinsam

Lösungsansätze gesucht, „auf Augenhöhe“.

Vom reinen Leistungserbringer ging

die Entwicklung hin zum kooperativen Partner

der Medizin; die Zeiten, in denen man nur ein

Rezept einlöste, sind lange vorbei.

„Es geht für uns auch darum, wie wir uns in

Forschung und Lehre einbringen können“, sagt

André Weimer. Das sind gemeinsame Projekte,

aber auch die Betreuung von Praktika oder

Abschlussarbeiten für Studenten aus verschiedenen

Studiengängen. Das macht Ottobock

genauso. „Es ist eine enge Verzahnung mit verschiedenen

Studiengängen entstanden“, sagt

Rolf Jarasch. So profitieren alle davon – die Unternehmen,

die auf diese Art Nachwuchskräfte

gewinnen, und die Studenten, die wichtige Praxiserfahrung

auf hohem Niveau bekommen. Für

diesen Fachbereich ist es nicht so einfach, geeignete

Fachkräfte zu gewinnen, betont André

Weimer, aber gerade die Zusammenarbeit mit

Ottobock hat eine Kombination geschaffen, die

es in der fachlichen Breite nur selten gibt und

das macht den Standort sehr attraktiv.

ABER AUCH BEIM PATIENTEN kommt das

an. Von einer Vertrauen schaffenden Atmosphäre

spricht Jarasch, die für die Patienten

aus aller Welt hier entstanden ist. „Nationale

oder internationale Patienten, die vor ihrem

Termin anreisen oder während ihrer Therapie

vor Ort sein müssen, können auch direkt im

Quartier wohnen. Die sehen dann die unterschiedlichen

Institutionen aus Therapie

und Hochschulen nebeneinander, das weckt

ein großes Vertrauen.“ Das ist das Feedback

zahlreicher Besucher. Dazu trägt auch bei,

dass sich das Geschäft mit der Orthopädietechnik

deutlich gewandelt hat: vom staubig-schmutzigen

Werkstattimage zu einem

privaten, warmen Rahmen, der sich in der

Einrichtung widerspiegelt. Die ist auf viele

Bedürfnisse ausgerichtet und verfügt im Bereich

für die internationalen Kunden selbst

über Gebetsteppiche und Markierungen, die

nach Mekka zeigen.

„Wir sind in einer sehr hohen Geschwindigkeit

gestartet, um das Angebot der ambulanten

Neuro-Reha und der Neuroprothetik

sowie den ganzen Bereich Nachsorge zu

etablieren“, sagt André Weimer. „Aber die

Entwicklung geht weiter.“ Im Rehazentrum

beispielsweise wird derzeit am Aufbau von digital

unterstützten, auch hybriden Reha-Angeboten

in der Nachsorge gearbeitet, damit Patienten

mit einer weiten Anreise oder solche

mit knappen zeitlichen Ressourcen die Therapieangebote

wahrnehmen, obwohl sie ggf.

nicht vor Ort sein können. Quantitativ soll die

Zahl der Reha-Therapieplätze von 20 auf bis

zu 30 steigen. „Darüber hinaus sind wir Pilot

für Projekte zu Neuentwicklungen und Verbesserungen

in der Therapie, konkret etwa ein

System zur Unterstützung der Gangschule

mit externen kognitiven Reizen am Laufband

(GaitBetter-System), das auf dem europäischen

Markt eingeführt werden soll.“

OTTOBOCK BLEIBT natürlich ebenfalls nicht

stehen. „Eines unserer Zukunftsprojekte ist

die vollständige Digitalisierung der Patientenführung.

Da werden wir Ende des Jahres

ankommen“, sagt Rolf Jarasch. Aber auch

die Wissensführerschaft soll ausgebaut werden

und das im Bereich der Versorgungstechnologien

mit dem Rehazentrum Junge

zusammen. „Doch eines der wichtigsten

Projekte ist die Kinderfrüherkennung.“ Zähne

etwa werden bei Kindern schon genau

angeschaut, „aber skelettale Fehlentwicklungen

frühzeitig zu erkennen, da sind wir noch

nicht gut genug“. Deswegen arbeitet Ottobock

gemeinsam mit der Politik und den

Kostenträgern daran, die Aufmerksamkeit

für das Thema zu erhöhen.

Was hier am Gesundheitscampus passiert,

hat Ottobock und dem Rehazentrum Junge

bereits einiges an überregionaler Aufmerksamkeit

eingebracht. Immer wieder kommen

Interessierte hierher, um von den gemachten

Erfahrungen zu lernen. „Nicht nur aus diesem

Grund“, so Weimer: „Was wir hier gestartet

haben, war eine exzellente Idee.“

Mobil nach Amputation mit Hilfe der Experten von OttoBock und Rehazentrum Junge

Rehazentrum Junge im Sartorius Quartier

Annastraße 33

37075 Göttingen

Tel. 0551 3838 57 40

reha-annastrasse@rehazentrumjunge.de

info@rehazentrumjunge.de



mensch

Ich bin

eigentlich

ein Räuber!

Im Gespräch erklärt der faktor-Fotograf der ersten Stunde,

was seine Arbeit so besonders macht und warum er es liebt,

die Region in Bildern darzustellen.

TEXT STEFAN LIEBIG FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

3 |2025 121



mensch

Dank seines Auges für das große Ganze und

die kleinen Details kennen faktor-Leser ihre

Region. Er verkörpert ein wichtiges Element

der faktor-Erfolgsgeschichte: Denn das Entscheidermagazin

ist neben interessanten Texten vor allem

für seine erstklassigen Fotos bekannt. Auf diesen

Bildern zeigt der außergewöhnliche Fotograf, der seit der

ersten Ausgabe nicht aus dem Redaktionsteam wegzudenken

ist, immer wieder Aspekte von Menschen, Veranstaltungen,

Unternehmen und Produktionsstätten, die

den meisten anderen wohl entgangen wären.

ALCIRO THEODORO DA SILVA will die Menschen kennenlernen,

die er fotografiert oder deren Arbeit er ablichtet.

Was er nicht so schätzt: selbst im Zentrum des

Interesses zu stehen. So kostet es einige Überzeugungskraft,

ihn zu diesem Beitrag zu überreden. Doch die ganze

Redaktion lässt nicht locker: Ciro – wie er überall genannt

wird – gehört einfach ins Jubiläumsheft! Der Autor

dieses Beitrags blickt dabei zudem darauf zurück, dass

Ciro zu seinen ersten Bekanntschaften in Göttingen gehört:

Gemeinsam kickte man Mitte der 1990er-Jahre auf

dem ‚Iffel‘-Fußballplatz und hatte über die Jahrzehnte

immer wieder Kontakt. Es entstand eine Freundschaft,

und ungezählte Beiträge wurden gemeinsam umgesetzt.

Was allerdings im Rahmen dieses Interviews zur Sprache

kam, ließ die Kinnlade des Interviewers das ein oder

andere Mal ungläubig herunterklappen. Wenn es auch

nicht zum Fokus dieses Gesprächs gehört, so sei das, was

er in mehreren Stunden so fesselnd erzählt hat, hier doch

kurz angerissen: Der seit Jahrzehnten in Deutschland lebende

Brasilianer aus Braganca Paulista im Bundesstaat

Sao Paolo lernte Europa nach seinem betriebswirtschaftlichen

Universitätsabschluss in den späten 1970er-Jahren

als Tramper kennen und seine mitreißenden Reiseetappen

könnten problemlos gleich mehrere Reisebücher füllen.

DER DAMALS 22-JÄHRIGE wollte Europa kennenlernen

und reiste zunächst nach England, da der Musiker die

britische Rockmusik, das europäische Kino und die

Kunst sehr viel mehr schätzte als die US-amerikanische,

zu denen es viele seiner Landsleute zog. Und es war eine

gute Entscheidung. Zusammen mit einem guten brasilianischen

Freund flog er nach London. Zu ihm hat er noch

heute regelmäßigen Kontakt, und bei der Reise mit ihm

lernte er damals auch seine Frau Christina kennen. Sie

und ihr Studienplatz in Göttingen sind die Hauptgründe

dafür, dass er noch heute hier lebt und fotografiert.

Aber das Thema hier soll natürlich Ciros Arbeit für den

faktor sein ...

Was macht die zwei Jahrzehnte aus, die du für faktor

fotografierst?

Improvisation! Meistens kenne ich die Menschen und

Orte nicht, die ich fotografieren soll – nichts ist vorhersagbar.

Daher ist es dann oft spannender als vorher gedacht

und es kommt trotz Vorausplanung viel auf Improvisation

an.

„Es ist wie Kochen ohne Rezept“

Worauf kommt es vor Ort an?

Ich habe kein System, aber ich muss Entscheidungen

treffen. Es ist wie Kochen ohne Rezept. Die Zutaten sind

Personen, Räumlichkeiten, Hintergründe, Licht, Wetter.

Darauf kommt es bei einem guten Foto an. Manchmal

kommt auch noch Zeitdruck hinzu – das hilft nicht, aber

ich muss damit leben. Ich muss schnelle Entscheidungen

treffen und umsetzen, was ich in dieser Situation für

richtig halte: welche Einstellung und Klick …

Das Resultat soll ein gutes Bild sein – welche Rolle

spielt der Kontext des Beitrags?

Interpretation und Freiheit: Bei Redaktionsbeiträgen habe

ich mehr Freiheit bei der Umsetzung, kann meine Interpretation

einbringen. Anders als wenn ich ein Foto machen

soll, bei dem die Aussage von vornherein festgelegt

ist. Gleich ist aber: Es soll ein gutes Foto sein. Also muss

ich die Gegebenheiten berücksichtigen und Störfaktoren

ausblenden. Die Situation wird immer entscheidend sein.

Was können das für Störfaktoren sein?

Ein zu kleiner Raum, schlechtes Licht, unpassendes Wetter

… All das, was nicht zur Aussagekraft des Bildes beiträgt.

Es geht darum, etwas ‚dazwischen‘ zu finden, was

mich fesselt – was mich lenkt. Denn das Wesentliche eines

Motives ist oft klein, und einen Meter daneben kann

es schon langweilig sein.

… und wie ist das mit Personen, denen du beim Fototermin

häufig erstmals begegnest?

Oft ist der Kontakt nur kurz. Menschenkenntnis ist dabei

sehr wichtig: Ich möchte die Persönlichkeit erfassen.

Aber ich würde nie behaupten, dass ich darin ein Meister

bin. Es sind meine persönlichen Eindrücke dieser ‣

122 3 |2025



mensch

Person in dieser sehr kurzen Zeit, die wir teilen. Ich beurteile

daher die Fotos oft anders als andere Betrachter

oder die fotografierten Personen selbst.

„Ich breche nie ein Gespräch

wegen Zeitmangels ab“

Worauf achtest du besonders?

Die Ausstrahlung ist wichtig – du kannst nur fotografieren,

was dir die Person vor der Kamera gibt. Ich will den

individuellen Charakter im richtigen Moment einfangen.

Wenn ich meine, ihn entdeckt zu haben, lege ich

mich auf die Lauer. Ich bin eigentlich ein Räuber!

Was unterscheidet deine Fotos von denen der anderen

Fotografen, die sicher auch einen solchen individuellen

Anspruch haben?

Jeder interpretiert den Moment anders, und oft macht der

Unterschied von einer Tausendstelsekunde schon einen

wichtigen Unterschied für das Foto. Hinzu kommt, dass

jeder Fotograf nach seiner Vorstellung belichtet. Meine

Fotos sind streng genommen zu 95 Prozent falsch belichtet

– zumindest, wenn man das mit den automatisch berechneten

Kamerawerten vergleicht. Aber das ist dann

eben die individuelle Handschrift von jedem.

Mimik und Gestik spielen eine wichtige Rolle. Wir waren

bei vielen gemeinsamen faktor-Terminen und ich

war nicht selten überrascht, wie viel Zeit du dir für ein

Porträtfoto nimmst. Was passiert da?

Viele behaupten, sie mögen es nicht, fotografiert zu werden.

Aber niemand ärgert sich, meine ich, über ein gutes

Foto von sich. Wie gesagt, die Personen geben mir das

Bild – ich mache nur Klick. Das kann aber manchmal ein

bisschen dauern. Nicht selten stehen die Fotografierten

unter Zeitdruck. Ein schönes Gespräch oder ein lockerer

Spruch kann helfen, die Situation aufzulockern. Ich breche

übrigens so gut wie nie ein Gespräch wegen Zeitmangels

ab. Ich will einfach ein gutes Foto! So kommt

das Besondere an einer Person zum Vorschein.

Mitunter stehst du aber selbst unter Zeitdruck!

Ja, in der Redaktion sind nicht immer alle begeistert,

wenn ich kurz vor Redaktionsschluss immer noch kein

Bild habe, weil ich auf das passende Wetter für eine

Außen aufnahme warte – dank meiner brasilianischen

Mentalität lasse ich mich aber nicht hetzen! (lacht)

Hast du Lieblingsfotos – sowohl von dir gemachte als

auch von bekannten Kollegen?

Klar, sowohl von mir als auch von Kollegen, berühmte

oder weniger berühmte, die deswegen auch nicht schlechter

sind. Ich freue mich über die gute Arbeit vieler Fotografen

und habe auch eine große Anzahl von Büchern, die

ich immer wieder anschaue und die mich inspirieren –

und was Fotos von mir angeht: Ich freue mich immer,

wenn mir ein Bild gelingt, das mir selbst gefällt.

„Ich denke in Fotografie“

Wie bist du überhaupt an die Fotografie gekommen,

und was fasziniert dich nach so vielen Jahren immer

noch daran?

Wir haben in Brasilien als Kinder auf der Straße Fußball

gespielt. Der Vater eines Kindes war Foto graf und hatte ein

Fotogeschäft in dieser Straße. Ab und zu durften wir in

die Dunkelkammer gehen und mit Filmen und Entwicklungsdosen

spielen – nichts Ernstes. Ich habe erst in Europa

angefangen, zu fotografieren. Ich wollte immer Zeichnen,

bekam aber keinen Kreis hin. Die Foto grafie erlaubt mir,

Bilder zu malen, ohne dass ich merke, dass ich nicht malen

kann. Und dann habe ich noch gemerkt, wie viel Spaß

es mir macht, die Gefühle der Menschen auf diese Weise

zu erleben und festzuhalten. Ich denke in Fotografie!

Lieber Ciro, wir danken dir für deine tollen Fotos und

dass du dich zu diesem Gespräch hast überreden lassen!

3 |2025 123



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PROFIL

Teilnehmende des Mentor Match Programms:

Unternehmerische Expertise trifft auf Start-up-Innovation.

Mit ‚Mentor Match’

Synergien schaffen

Vernetzung von etablierten Unternehmen und

Start-ups in der Region Göttingen für interdisziplinären

Austausch und nachhaltige Innovation

Das Programm Mentor Match,

ins Leben gerufen von der IHK

Hannover Geschäftsstelle Göttingen

und der Göttinger Life Science Factory,

verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Etablierte

Unternehmerinnen und Unternehmer aus der

Region mit wis senschaftlichen Start-up-Gründungsteams

zu vernetzen. Beide Organisationen

verfügen über gezielte Netzwerke und

Kontakte, sei es im Bereich Start-up oder

Unternehmen, und die Synergieeffekte sind

beinahe offensichtlich. Start-ups profitieren

von den etablierten Unternehmen durch

Wissenstransfer in Berei chen wie Prozessoptimierung,

Skalierung, Branding und HR.

Gleichzeitig erhalten die Unternehmer Einblicke

in neuartige Innovatio nen, Methodiken

und Technologien, die von Start-ups erforscht

und angewandt werden. Der interdisziplinäre

Austausch und die branchenübergreifende

Vernetzung sind gewollt und bieten einen

hohen Mehrwert.

Ein Beispiel ist das Start-up GliTTher und das

regionale Unternehmen Sabeu. GliTTher widmet

sich der Entwicklung einer patientenbezogenen

Methode zur Bekämpfung von

Krebszellen und Tumoren. Ihre Vision, neuartige

Lösungen für die personalisierte Krebstherapie

bereitzustellen, trifft auf ein breites

Spektrum an Branchenkenntnissen der Sabeu

GmbH, einem Anbieter von Filtermembranen

und Kunststoffkomponenten, die unter anderem

im Bereich der Lebenswissenschaften

Anwendung finden. „Die Überschneidungen

in den Fachgebieten sowie die klar definierten

Bedarfe beider Unternehmen boten eine ideale

Grundlage für dieses gezielte Mentoring“,

erklärt Irina Reimer, Venture Managerin der

Life Science Factory.

„Dieses erste Mentoring-Gespräch markierte

den Beginn einer vielversprechenden Initiative,

die darauf abzielt, Wissen zu teilen, Potenziale

zu erschließen und Brücken zwischen Start-ups

und etablierten Unternehmen zu schlagen“,

sagt Christian Grascha, Stellvertretender

Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover und

Leiter der Geschäftsstelle Göttingen.

Ein Jahr nach der Pilotphase soll das Programm

nun einer breiteren Zielgruppe geöffnet

werden, und eine Netzwerkveranstaltung

ist für den 1. Oktober 2025 in den

Event-Räumlichkeiten der Life Science Factory

geplant. „Wir freuen uns auf weitere Matches

und bereichernde Dialoge, die das Mentor

Match Programm in den kommenden Monaten

prägen werden“, betonen beide Seiten.

Mit diesem Auftakt sind die Initiatoren zuversichtlich,

einen wichtigen Beitrag zur Förderung

von Innovation und Zusammenarbeit in

der Region zu leisten.

DAS KONZEPT des Programms basiert auf

einem gezielten Matching, bei dem jeweils ein

Mentor mit einem Start-up ausgewählt und

zusammengeführt wird, um einen langfristigen

Austausch zu ermöglichen und diesen

genau auf die Bedarfe und jeweiligen Expertisen

anzupassen. Vor einem Jahr startete das

Programm als Pilotprojekt mit einer Kick-off-

Veranstaltung in der Life Science Factory, die

von über 60 Teilnehmenden gut besucht wurde.

Seitdem sind langfristige Mentoren-Beziehungen

zwischen Unternehmen und Startups

entstanden. Die Gespräche reichen von

strategischen über rechtliche Themen bis hin

zu operativen Prozessdiskussionen.

Erstes ‚Match’ zwischen Start-up und

Mentor, v. l. n. r.: Virginie Clément-Schatlo

(Start-up GliTTher), Dennis Benkmann

(Geschäftsführer Sabeu), Adrian Mundt

(IHK Geschäftsstelle Göttingen)

Christian Grascha

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

Leiter der Geschäftsstelle Göttingen

Beauftragter digitale Transformation /

Chancen für Politik & Unternehmen

Industrie- und Handelskammer

Hannover

Geschäftsstelle Göttingen

christian.grascha@hannover.ihk.de



@GWG

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Das erste Expeditionsteam

im Basiscamp

PROFIL

LIGA nachhaltige Betriebe

Anfang Juni startete das neue südniedersächsische Unternehmensnetzwerk

für nachhaltiges Wirtschaften.

Anfang Juni begann mit dem ersten

Basiscamp für fünf Unternehmen aus

Südniedersachsen die Expedition in

eine nachhaltige Zukunft. An drei Tagen konnten

die Teilnehmenden in Workshops, Übungen

und Vorträgen ihr Fachwissen erweitern

und Werkzeuge an die Hand bekommen, um

ihr Unternehmen nachhaltig und zukunftssicher

aufzustellen. Das erste Expeditionsteam

bilden die Zimmerei Diedrich, BG Göttingen,

Streichardt & Wedekind (SWA), Hotel Freizeit

In und der Hogrefe Verlag.

Die Bandbreite der Themen, die durch Fachexperten

vermittelt wurden, reichte von der

Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie

und eines Nachhaltigkeitsberichts über Energiemanagement

und Energieeffizienz im Gebäude

und Prozessen bis zur Analyse der eigenen

Lieferketten, der Beschaffungsprozesse

und dem betrieblichen Mobilitätsmanagement.

MIT DIESEM RÜSTZEUG starten die Unternehmen

nun in das Unternehmensnetzwerk

der Liga nachhaltige Betriebe, können auf

Netzwerkveranstaltungen ihre Erfahrungen

mit anderen Mitgliedern teilen und auf Fachveranstaltungen

ihre Kompetenzen ausbauen.

Zusätzlich wird durch eine Baum-Patenschaft

über fünf Bäume pro Teilnehmer

17.500 Kilogramm CO₂ in saubere Luft umgewandelt

und die nachhaltige Aufforstung im

Nationalpark Harz unterstützt. So bleibt die

Artenvielfalt auch für kommende Generationen

erhalten.

Anfang November haben die nächsten südniedersächsischen

Betriebe die Möglichkeit

beim Basiscamp in die Liga zu starten.

Alle Informationen zur Liga findet ihr auf:

www.liga-nachhaltige-betriebe.de.

„Mit unserer Mitgliedschaft bekennen wir uns

noch deutlicher zu unserer Verantwortung für

eine nachhaltige Zukunft – ökologisch, sozial

und ökonomisch. Das Label der Liga ist für uns

dabei nicht nur ein Zeichen unseres Engagements,

sondern auch ein Ansporn, unseren Weg

konsequent weiterzugehen – für eine lebenswerte

Zukunft und eine nachhaltige Verlagswelt.“ –

Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG

Nils Andreae

Projektleiter Liga nachhaltige Betriebe

Unternehmensservice und Nachhaltigkeit

Tel. 0551 547 43-219

nils.andreae@gwg-online.de

@GWG

GWG Gesellschaft für

Wirtschaftsförderung und

Stadtentwicklung Göttingen mbH

Bahnhofsallee 1b

37081 Göttingen

www.liga-nachhaltige-betriebe.de



top-events

Höhepunkte

faktor lässt besondere Ereignisse in der Region

mit ausgewählten Impressionen Revue passieren.

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

126 3 |2025



top-events

Der KWP oder der Kaiser-Wilhelm-Park in Göttingen steht über die Region hinaus

für atmosphärische Open-Air-Konzerte. Bereits 1990 fanden hier Events statt, die

von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen anlockten. Hier zu sehen ist der Münster-Tatort-Pathologe

Jan Josef Liefers beim Auftritt 2006 zu sehen. Auch Manfred

Mann´s Earth Band, Fisher Z und viele andere Stars waren hier schon zu Gast.

3 |2025 127



top-events

Nacht des Wissens: Alle zwei Jahre öffnen Universität und Max-Planck-Institute in Göttingen

ihre Türen, um Forschung für alle erlebbar zu machen. Mitmachstationen, Live-Experimente

und Kinderprogramme machen Wissenschaft greifbar und am Ende geht man schlauer ins Bett

– oder direkt zur After-Science-Party. 25.000 Besucher im Jahr 2025 sprechen für sich ...

128 3 |2025



top-events

3 |2025 129



top-events

Literaturherbst: Seit seiner Gründung 1992 hat sich der Göttinger Literaturherbst

zu einem der führenden deutschen Literaturfestivals entwickelt, das

jedes Jahr über 20.000 Besucher anzieht. Die Lesungen finden an besonderen

Orten wie der Paulinerkirche oder dem Deutschen Theater statt, und

neben Bestseller-Autoren, wie hier Frank Schätzing in der Lokhalle, treten

auch internationale Literaturnobelpreisträger oder literarisch aktive Stars

aus der Musikszene auf.

130 3 |2025



top-events

Feuerwerk der Turnkust

Stellen Sie sich vor: Akrobaten fliegen durch

die Luft, während unten ein DJ auflegt – das

ist das Feuerwerk der Turnkunst. Fitnessstudio

danach? Überflüssig, weil man schon

beim Zuschauen ins Schwitzen kommt.

3 |2025 131



top-events

Jazzfestival – Göttingen swingt: Das traditionsreiche Festival bringt

seit fast fünf Jahrzehnten große Namen wie Nils Landgren, Brad

Mehldau, Klaus Doldinger oder – wie hier beim Auftritt 2023 zu sehen

– Marilyn Mazur auf die Bühne. Spielstätten sind neben der Lokhalle

auch kleinere Clubs, wodurch eine Mischung aus Großevent

und intimer Clubatmosphäre entsteht.

132 3 |2025



top-events

3 |2025 133



top-events

Die Anfänge der Gandersheimer Domfestspiele reichen bis in die 1950er-Jahre zurück. Die kreativ inszenierten Aufführungen finden alljährlich

von Mitte Juni bis Mitte August im größten Freilichttheater Niedersachsens statt und gehören zu den traditionsreichsten Festspielen Deutschlands.

Über 55.000 Zuschauer besuchen sie alljährlich. Hier zu sehen ist eine Szene aus ‚Der Name der Rose‘ (2022).

134 3 |2025



Unsere Energie für ein

gutes Miteinander

Begegnung braucht mehr als einen Ort – Begegnung braucht echte Wärme und

gute Energie!

Als Stadtwerke Göttingen setzen wir uns für

Lebensqualität in unserer Stadt ein – mit zuverlässiger

Strom- und Wärmeversorgung, sauberem Trinkwasser

und einem wachsenden Netz an Ladesäulen.

Unsere Leistungen schaffen die Basis für ein gutes

Miteinander – beim Stadtteilfest, bei der Arbeit,

zuhause oder am Marktstand. Wir sind ganz nah

und ganz da – als verlässlicher Partner im Alltag.

Zudem engagieren wir uns für Kultur, Bildung,

Vereine und den Zusammenhalt vor Ort.

Bis 2030 investieren wir über 130 Millionen Euro

in moderne Infrastruktur und smarte Lösungen.

Denn was Göttingen ausmacht, sind seine

Menschen. Und wir wollen, dass sie sich hier wohlfühlen

– heute und in Zukunft.

Alle Infos unter:

stadtwerke-goettingen.de

Vorfahrt für

unsere Nachfahren!

Nachhaltige Mobilität

für Göttingen.

nebenraum.io



top-events

Seit 1955 zieht die alle fünf Jahre

stattfindende documenta über eine Million

Besucher nach Kassel. Gezeigt wird internationale

Gegenwartskunst an ungewöhnlichen Orten.

136 3 |2025



top-events

3 |2025 137



top-events

Tour d’Energie: Wenn fast 5.000 Menschen gleichzeitig

in die Pedale treten, dann ist Göttingen für einen

Tag Radfahrermetropole. Bereits 19 Auflagen

sprechen da für sich. Ob 45 oder 100 Kilometer –

jede Strecke bringt Herausforderungen, Glücksgefühle

und gemeinsame Momente. Start ist morgens

in Göttingen, dann geht es durch die Stadt ins Umland

begleitet von Jubel und Musik. Für viele ist das

nicht nur ein normales Jedermannrennen, sondern

Sporterlebnis pur: Hier zählt neben dem Wettbewerb

auch Gemeinschaft, Sport und Freude an der

Leistung.

138 3 |2025



top-events

3 |2025 139



top-events

Das Straßentheaterfestival in

Holzminden begeistert die Besucher

seit 1990. Walking Acts

ziehen die Massen regelmäßig

in ihren Bann und beeindrucken

mit ihren Inszenierungen

in der Innenstadt.

140 3 |2025



Andere denken nach,

WIR DENKEN VOR!

Risikomanagement aus der Region – für die Region.

INDUSTRIE & GEWERBE

• Versicherungen für produzierendes Gewerbe,

Großhandel und Logistik

• Gewerbliche Versicherungen für Handel

und Handwerk

• Cyberversicherung, D&O-Versicherung

• Strafrechtsschutz

ENERGIE & ZUKUNFT

• Europaweite Photovoltaikabsicherungen

• Windparkabsicherungen

MITARBEITER & BENEFITS

• Experten für

betriebliche Krankenversicherung (bKV)

• Betriebliche Altersversorgung (bAV)

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Bezirksdirektion seit 1930

am Theaterplatz 6

Göttingen

Fon: 0551-58360

www.waterkamp.gothaer.de

Persönliche Betreuung und Schadenabwicklung

mit eigener Regulierungsvollmacht



PROFIL

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Jubiläumsfeier der Gesundheitsregion

mit Preisverleihung

Doppeltes Jubiläum bei der Gesundheitsregion

Göttingen/Südniedersachsen: 15 Jahre

Vereinsgründung und zehn Jahre als niedersächsische

Gesundheitsregion waren Gründe

für Gäste und Kooperationspartner sich Ende

August in der Alten Mensa zur Jubiläumsfeier

einzufinden. Minister Dr. Andreas Philippi hob

in seinem Grußwort die Bedeutung der Gesundheitsregionen

hervor und betonte die Relevanz

der geförderten Projekte in Südniedersachsen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der

Gesundheitspreis Südniedersachsen durch

Landrat Marcel Riethig, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel

und Sozialdezernentin Anja Krause

verliehen. Schwerpunkthema für die Bewerbungen

war Gesundheit in Verbindung mit Nachhaltigkeit

und Resilienz. Preisträger sind die Männerrunde

des AWO Bürgertreffs, Duderstadt,

Das ZE Zentrum für

Entrepreneurship ist

seit dem Jahr 2010 für

die Gründungs- und

Innovationsförderung

der PFH Private Hochschule

Göttingen

verantwortlich. Die

vielfältige Arbeit steht

seither unter dem

Motto „Ideen und damit

Vertrauen in Bewegung

zu versetzen“ für

die „Third Mission“ der Hochschule, nämlich

unternehmerisches Denken und Handeln als

Zukunftskompetenz zu vermitteln und zu fördern.

Begründet und geleitet von Prof. Dr. Bernhard

H. Vollmar hat sich das ZE als Nachwuchsspezialist

bundesweit etabliert. Sie gehört zu

den Top 3-Adressen im nationalen Ranking des

Gründungsradars und ist niedersachsenweit

das Projekt „Gesund unterwegs – Nachhaltige

Mobilität im ländlichen Raum“ des Vereins Gemeinsam

für Spanbeck e.V. und drei Projekte

der Barmenia Gothaer Versicherung: Waldolympiade,

die Schulranzensammlung und eine

Baumpflanzaktion. Den Sonderpreis für CorporateVolunteering

ging an das Projekt #GoSenior.

Gesundheitsregion Göttingen/

Südniedersachsen

Bahnhofsallee 1B, 37081 Göttingen

Tel. 0551 54743292

www.gesundheitsregiongoettingen.de

15 Jahre ZE: Entrepreneurship im Zentrum

führend. Der eigene Entrepreneurship Education-Ansatz

setzt wichtige regionale Impulse im

Bereich der Frühsensibilisierung und -qualifizierung

in der Schule, der Start-up-Beratung und

in der Netzwerkarbeit im Rahmen gemeinsamer

Förderprojekte mit anderen Hochschulen, wie

SNIC, GOeFuture etc. Seit Anfang 2025 gibt es

unter Regie des ZE das PFH Forum Innovation

& Nachhaltigkeit als Innovationsschaufenster in

der Innenstadt.

PFH Private Hochschule Göttingen

ZE Zentrum für Entrepreneurship

Weender Landstraße 3-7, 37073 Göttingen

Tel. 0551 54700117

www.ze-pfh.de



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Jubiläen unserer

Region im Jahr 2025

PROFIL

faktor feiert sein 20-jähriges Bestehen und freut sich gemeinsam

mit den unten aufgelisteten Jubilaren der Region auf

viele weitere gemeinsame Jubiläumsfeiern und eine andauernd

gute Zusammenarbeit im südniedersächsischen und darüber

hinausgehenden Netzwerk:

Wir gratulieren

herzlich zu

20 Jahren .

Jens Düwel und Team,

Geschäftsführer, GWG mbH

10 JAHRE

Jan Hinrichs, LegendenWerk Auto.

Mobile. Kultur., Nesselröden

15 JAHRE

Gesundheitsregion Göttingen/

Südniedersachsen e.V., Göttingen

GoePaTec GmbH, Göttingen

ZE Zentrum für Entrepreneurship

der PFH, Göttingen

Bullerjahn, GustoDeluxe GmbH,

Göttingen

PMT – Volker Pauling Projekte -

Management, Training, Göttingen

20 JAHRE

Versicherungskontor, Osterode

Vital Spa, Freizeit In GmbH, Göttingen

25 JAHRE

Digitalagentur alto.de

New Media GmbH, Einbeck

30 JAHRE

Müller Personal und Organisationsentwicklung,

Kassel

Dino GmbH, Göttingen

35 JAHRE

VisiCon Automatisierungstechnik

GmbH, Gleichen

GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

und Stadtentwicklung

Göttingen mbH

100 JAHRE

Willi Kreykenbohm Spedition

GmbH, Holzminden

Horst Medecke GmbH, Northeim

140 JAHRE

Carl Hasselbach GmbH & Co. KG,

Rosdorf

Wir

gratulieren!

www.gwg-online.de



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PROFIL

Marktführer in der Online-Nische,

digitaler Vorreiter im Handwerk

Ob im 55-jährigen Malerbetrieb Victor Stahl oder im vielfach ausgezeichneten Online-Shop MEINEWAND für hochwertige

Farben und Tapeten: Sebastian Stahl und sein Team setzen voll auf umfassenden Service für Kunden. Dafür treiben

sie die kontinuierliche Weiterentwicklung mit zielführender Digitalisierung voran.

TEXT TOBIAS KINTZEL

Fragt man die Google-KI, was das Besondere

am deutschen Handwerk

sei, fällt die Antwort sehr vage aus:

„Das Handwerk baut auf jahrhundertelang

weitergegebenem Wissen und Können

auf und verbindet traditionelle Techniken mit

modernen Technologien.“ Im Gespräch mit

Sebastian Stahl, der den 1970 gegründeten

Malerbetrieb Victor Stahl in Rüdershausen

und zudem den vielfach ausgezeichneten

Online-Store MEINEWAND für hochwertige

Tapeten und Farben führt, füllen sich diese allgemein

gehaltenen Aussagen mit Inhalt – und

sie bewahrheiten sich.

„Mit unserem Familienunternehmen sind wir

seit 55 Jahren in Südniedersachsen, Thüringen

und Nordhessen für Privat- und Gewerbekunden

aktiv“, sagt Sebastian Stahl, der die Victor

Stahl GmbH gemeinsam mit Enrico Kaufhold

in zweiter Generation führt. 50 Mitarbeiter

übernehmen heute sämtliche Maler- und Tapezierarbeiten,

Trockenbau, Bodenbelags- und

Parkettarbeiten. Wir haben uns über die Jahre

zu einem kompletten Ausbaubetrieb weiterentwickelt“,

erklärt Stahl. Fliesenarbeiten gehören

inzwischen genauso zum Portfolio wie die Sanierung

von Brand- und Wasserschäden, inklusive

Bautrocknung und vorheriger Leckage-Ortung.

In diesem Bereich bekam die Firma vor

Kurzem einen eher ungewöhnlichen Auftrag:

„Wir haben im Freibad Hundeshagen nach einem

Leck gesucht“, sagt Sebastian Stahl. „Dort

gab es über einen längeren Zeitraum einen

massiven Wasserverlust von etwa 90.000 Litern

pro Tag.“ Ein spezialisiertes Team aus einem

Taucher, einem Leckage-Orter und einem

Projektleiter konnte die problematische Stelle

an nur einem Tag genau lokalisieren und machte

damit die Reparatur und den weiteren Betrieb

des Freibades möglich.

Doch nicht nur die Fähigkeit, solche nicht

alltäglichen Aufträge zu erfüllen, unterscheidet

Victor Stahl von anderen Malerbetrieben.



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PROFIL

Tapete der belgischen Luxusmarke Arte

»...,dass das gesamte Team

offen für Innovationen und

die Weiterentwicklung

von Prozessen sei...«

„Wir wickeln alle großen und kleinen Projekte

ganzheitlich ab, unsere Kunden bekommen

alles aus einer Hand“, sagt Sebastian Stahl. In

der Region steht dafür ein Netzwerk aus langjährigen

Partnern zur Verfügung. „Wir koordinieren

alle beteiligten Gewerke.“

DIGITALISIERUNG MACHT DEN

UNTERSCHIED

Für die Projekt-Koordination nutzt der Handwerksbetrieb

das webbasierte Projektmanagement-Tool

Trello, das die Organisation von

Aufgaben und Projekten durch eine intuitive

visuelle Nutzeroberfläche und anpassbare Prozesse

vereinfacht. Mit einem auf Kärtchen basierenden

System können Arbeitsabläufe über

Checklisten, Fälligkeitsdaten und angehängte

Zusatzinformationen bearbeitet werden.

„Wir haben das zunächst für uns intern

eingeführt und über Tablets auch einen mobilen

Zugriff eingerichtet“, beschreibt Sebastian

Stahl. „So können Mitarbeiter zum Beispiel

noch auf der Baustelle ein sogenanntes

Ticket, also eine Aufgabe, mit einer Bestellung

an den Innendienst senden oder selbst

neue entgegennehmen.“ Das spare Zeit und

verbessere unter dem Strich den Service für

die Kunden, so Stahl. Dass heute auch Subunternehmer

auf Initiative seiner Projektleiter

an das Ticket-System angeschlossen sind, war

zunächst am Chef vorbeigegangen. „Ich habe

das erst mitbekommen, als der Heizungsbauer,

der bei mit zu Hause etwas repariert hat,

davon berichtete, dass er von uns ein Ticket

über Trello für die Aufgabe bekommen hat“,

sagt Stahl mit einem Lächeln.

Er sei froh, dass das gesamte Team offen

für Innovationen und die Weiterentwicklung

von Prozessen sei – auch durch zielführende

Digitalisierung. „Das trägt nicht nur mein

Co-Geschäftsführer Enrico Kaufhold mit. Alle

steuern Ideen bei.“ Um diesen aktiven Beitrag

der Mitarbeiter zu erhalten, sei es aus seiner

Erfahrung wichtig, alle Ideen zu diskutieren

und, wenn möglich, auch umzusetzen. „So

entsteht das Vertrauen, dass Engagement

Wertschätzung bekommt“, sagt Sebastian

Stahl. Digitalisiert hat das Unternehmen auch

den Aufbau und die Weitergabe von Knowhow:

Stahl und seine Mitarbeiter nutzen dafür

Confluence, eine webbasierte Lösung für

Wissensmanagement- und Kollaboration. „Wir

haben zuerst alle Prozesse dokumentiert. So

konnten wir Redundanzen erkennen und eliminieren“,

beschreibt er. Das mache Sinn, bevor

weitere digitale Lösungen eingeführt würden.

„Heute finden Mitarbeiter dort Beschreibungen

von internen Arbeitsprozessen, Sicherheitsinformationen

oder auch Verarbeitungsschritte

und -hinweise für Materialien.“ Auch die ‣



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PROFIL

Sebastian Stahl, Geschäftsführer der

Victor Stahl GmbH und Inhaber von

meinewand.com, vor einer Tapete des

jungen Londoner Designer-Tapetenlabels

House of Hackney

Wissensdatenbank ist mobil erreichbar. „So

können Fragestellungen auf der Baustelle

direkt geklärt werden, und die Arbeit kann

schnell weitergehen.“ Auch erstmals auftretende

Probleme können so für die spätere

Klärung festgehalten werden. „Wir bearbeiten

das im Nachgang, bauen eventuell nötiges

Wissen auf und überführen das sofort in einen

für alle zugänglichen Beitrag in der Datenbank“,

beschreibt Sebastian Stahl den Prozess

der kontinuierlichen Verbesserung.

MEINEWAND –

MARKTFÜHRER IN DER NISCHE

Auch beim Online-Shop für hochwertige

Farben und Tapeten, MEINEWAND, einem

Schwester-Unternehmen der Rüdershäuser

Victor Stahl GmbH, steht der bestmögliche

Service für Kunden im Vordergrund.

„Mit über 50.000 Produkten haben wir

einen der umfangreichsten, mehrsprachigen

Online-Shops für Wandgestaltung in Europa,

in Deutschland sind wir Marktführer“, erklärt

Sebastian Stahl stolz. Das Angebot umfasst

Tapeten und Wandbilder führender internationaler

Hersteller genauso wie die Kollektionen

kleiner, innovativer Designlabels. „Wir haben

unter anderem englische, französische und

skandinavische Hersteller im Programm.“

Edle Putze und Qualitätsfarben mit besonders

guten Verarbeitungseigenschaften und

außergewöhnlichen Farbton-Paletten sowie

passendes Zubehör für Wand-Projekte runden

das Angebot ab.

Dass dieses Angebot gut ankommt, beweist

ein Blick auf die Zahlen und die vielen

Auszeichnungen: 100.000 Zugriffe im Monat

verzeichnet der Webshop und dazu ein „kontinuierlich

zweistelliges Wachstum pro Jahr“.

Zu den vielfachen Auszeichnungen gehören

die Nennung unter den Trendshops 2025 von

COMPUTER BILD und Statista und die Bewertung

von Focus Money als Top-Online-Shop

im Bereich Tapeten.

Sebastian Stahl und Robin Kreide, Leiter

Online-Marketing bei MEINEWAND, sind

überzeugt, dass neben dem umfangreichen,

hochwertigen Sortiment vor allem der Service

für die Kunden zum anhaltenden Erfolg

ihres Online-Shops beiträgt. „Wir bieten regelmäßig

Blogbeiträge mit der Vorstellung

von Trends, Tipps für die Kombination von

Tapeten und Farben oder auch Interviews mit

Designern“, sagt Robin Kreide. Diese und andere

Informationen werden wöchentlich an

30.000 Newsletter-Abonnenten verbreitet.

Kunden, die noch konkretere Tipps haben

wollen, können Zoom-Calls mit Kai Bergen,

Raumausstattermeister und Leitung der Interior-Design-Beratung

des Webshops, buchen.

„Er sieht sich live die Räume der Kunden an

und kann direkt in die individuelle Beratung

einsteigen“, erklärt Kreide.

UM PROZESSE rund um den Webshop und

den Service weiterzuentwickeln, setzen Stahl

und das 15-köpfige Team von MEINEWAND

auch auf Künstliche Intelligenz. „Die Übersetzungen

unserer 50.000 Artikel im Shop übernimmt

KI“, sagt Sebastian Stahl. Mittlerweile

seien die Ergebnisse so weit vorangeschritten,

dass die anfangs notwendigen Mutter-



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Robin Kreide, Leitung Digitales Marketing bei meinewand.com

(l.), und Kai Bergen, Raumausstattermeister,

Leitung Interior-Design-Beratung bei meinewand.

com und der Victor Stahl GmbH, vor der ikonischen

Midcentury-Tapete Woods von Cole & Son

PROFIL

Tapete der schwedischen Marke Studio Lisa Bengtsson

sprachler zur Kontrolle nicht mehr gebraucht

würden. Auch im direkten Kontakt mit den

Kunden spielt KI eine Rolle: Der rund um die

Uhr erreichbare Chatbot Wanda beantwortet

Kundenfragen. Wanda erklärt zum Beispiel,

wie mit einfachen Mitteln Lücken zwischen

Tapetenbahnen geschlossen werden können

oder welche der Marken im Shop für großflächige

Motive bekannt sind. Für die Beantwortung

der Fragen greift die KI auf eine Wissensdatenbank

zu, in der Stahl, Kreide und die

Mitarbeiter das geballte Wissen in Beiträgen

gesammelt haben und die regelmäßig mit

neuen Informationen aktualisiert wird. „Kommen

Fragen auf, zu denen keine Antwort vorhanden

ist, bauen wir das Know-how auf und

schreiben entsprechende Beiträge, die wir als

Blog veröffentlichen und in der Datenbank für

Wanda hinterlegen“, erklärt Sebastian Stahl.

So wollen er und sein MEINEWAND-Team

dazu beitragen, dass der Webshop noch erfolgreicher

wird und sich immer mehr Menschen

Anregungen für die Gestaltung ihrer Wände holen.

„Deutschland ist bei der Wandgestaltung

noch ein Entwicklungsland, andere sind da in

der Farb- und Musterwahl deutlich weiter und

mutiger. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.“

Victor Stahl Malermeister GmbH

MEINEWAND

Hopfenhof 7

37434 Rüdershausen

Tel. 05529/919970

www.victor-stahl.de

www.meinewand.com



unternehmen

Erleben, was bleibt –

im weltweit ersten RoLigio® Hotel.

Ankommen, durchatmen, loslassen – im RoLigio® & Wellness

Resort Romantischer Winkel, Ihrem Wellness-Refugium im

Herzen des Harzes. Zentral gelegen und dennoch fernab

vom Trubel, erleben Sie hier einen Rückzugsort, der Körper,

Geist, Seele und Verstand berührt.

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Bad Sachsa / Harz



mensch

20 prägende

PERSÖNLICHKEITEN

Südniedersachsen lebt von den Ideen besonderer Persönlichkeiten.

Wir stellen auf den folgenden Seiten Menschen vor, deren

Wege die des faktor immer wieder gekreuzt haben. Natürlich

gab es weit mehr Persönlichkeiten, die unserer Region ihren

Stempel aufgedrückt haben, und so kann diese Auswahl nur

exemplarisch für die Top-Entscheider Südniedersachsens stehen.

Wir beginnen mit einem ausführlichen Porträt eines Menschen,

der nicht müde wird, sich für seine Ideen und seine Heimat einzusetzen.

Im Anschluss an diese eindrucksvolle Story würdigen

wir kurz und bündig 19 weitere außergewöhnlich engagierte

Menschen, denen wir in den vergangenen beiden Jahrzehnten

immer wieder begegnet sind und über die wir viele spannende

Erfolgsgeschichten erzählt haben – fotografiert von Alciro

Theodoro da Silva.

3 |2025 149



mensch

150 3 |2025



mensch

Der alte Mann

UND DAS DORF

Karl-Heinz Rehkopf blickt auf ein Lebenswerk zurück. Mit Tedox

und dem PS.Speicher hat er die Region nachhaltig geprägt und

verändert. Bei all dem Trubel um seine Person und trotz bald 90

Lebensjahren im Köfferchen steckt in ihm immer noch viel von

dem aufgeweckten Jungen, der vom Dorf kam und dies nie ganz

abstreifen will.

3 |2025 151



mensch

» Erfolg – unbehindert

von Fachwissen«

TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE MARCO BÜHL

Wenn Karl-Heinz Rehkopf durch die Hallen seines

Lebenswerks schreitet, dann tut er das

nicht wie ein Museumsdirektor, sondern bewegt

sich wie ein Kind im Spielzeugladen. Da glänzen

seine Augen bei einer alten NSU Quickly, da streicht er

zärtlich über die Haube eines Hanomag, woanders

bleibt er stehen, um einem Besucher eine Anekdote über

seine erste Victoria, Baujahr 1938, zu erzählen. Die

durfte er auf einer Fahrradausfahrt der Schulklasse benutzen,

weil er angeblich kein Fahrrad besaß und ihm

angeblich auch niemand eins leihen konnte, weil er in

Wahrheit die Klassenkameraden die Harz-Berge hochziehen

wollte. Rehkopf ist kein Verwalter von Geschichte

– er ist ihr leidenschaftlicher Erzähler. Und das Museum,

das seinen Geist bewahrt, ist weit mehr als eine

Sammlung von Motorrädern, Autos und Kuriositäten.

Es ist eine Hommage an ein gelebtes Leben.

Geboren 1936 in Fredelsloh, keine 20 Kilometer von

Einbeck, hätte das Leben von Karl-Heinz Rehkopf auch

einen ganz anderen Verlauf nehmen können, weil er

durch einen Zufall in Niedersachsen und nicht in

Hasselfelde/Harz in der späteren DDR, aufwuchs.

Die Nachkriegsjahre waren hart, das Wirtschaftswunder

noch ein ferner Traum. Und Luxus bestand allenfalls

mal aus einem Paar neuer Schuhe. Doch Rehkopf, der

Sohn des Leiters einer kleinen Molkerei, entwickelte

früh einen unstillbaren Hunger nach Bewegung, nach

Mechanik, nach technischen Tüfteleien.

SEIN ERSTES MOTORISIERTES GEFÄHRT war eine gebrauchte

100-Kubik-Victoria, die er sich in den

1950er-Jahren mit viel Sparsamkeit und Jobben, beispielsweise

am Fredelsloher Töpferei-Brennofen, erarbeitete.

Dass aus diesem jugendlichen Traum einmal

eine der größten privaten Fahrzeugsammlungen und das

größte Oldtimer-Museum Europas entstehen würde –

daran war damals absolut nicht zu denken. ‣

152 3 |2025



mensch

Wenn Karl-Heinz Rehkopf anfängt zu reden, dann reiht sich Anekdote an Anekdote: Bald 90 Jahre Lebensgeschichte bieten einen reichen Quell für Amüsantes.

3 |2025 153



mensch

Einer von Rehkopfs neuesten Streichen:

die etwas andere Visitenkarte, gedruckt

auf das Modell eines alten VW Bulli.

SEIN BERUFLICHER WEG war dabei so bodenständig

wie sein Wesen. Rehkopf ist kein Mann des Glamours,

sondern der Heimat und des Machens, der Gelegenheiten

genutzt hat, wo immer sie sich ihm geboten haben – oder

er hat sie einfach selbst geschaffen. Seine Karriere als

Selbstständiger begann 1961 in Elliehausen mit der

Übernahme eines Tante-Emma-Ladens – ohne kaufmännische

Ausbildung. Es ging darum, seine junge Familie

zu ernähren und sein begonnenes BWL-Studium fortsetzen

zu können. 1972 gründete er gemeinsam mit einem

Freund und mit seiner Familie die Teppich-Domäne

Harste, mitten auf dem Land in einem alten verlassenen

Gutshof, ohne eine Ahnung von der Branche zu haben.

Aus der Gründung wuchs eine Handelskette mit heute

3.000 Beschäftigten und mehr als 120 Filialen, die unter

dem Namen Tedox-Renovierungs-Discounter deutschlandweit

bekannt ist. Weil ihn anfangs deutsche Zulieferer

auf Druck von großen Mitbewerbern vom Markt

verdrängen wollten, kaufte er einen Hubschrauber, natürlich

gebraucht, um damit im europäischen Ausland

Waren einzukaufen. Und weil er diesen nach Ende der

Blockade für den Einkauf nicht mehr benötigte, gründete

er dafür einen Hubschrauber-Rettungsdienst, ohne

Erfahrung in der Luftfahrt- oder Rettungsbranche zu

haben. „Erfolg durch keine Ahnung und unbehindert

von Fachwissen“, nennt Rehkopf das schmunzelnd.

ABER REHKOPF NUTZTE SEINEN SINN für das, was

Menschen wirklich brauchen – und wie man es ihnen bezahlbar

anbietet. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten:

Tedox expandierte, wurde zum Inbegriff für günstige

Wohnraumausstattung und machte Rehkopf zu einem

erfolgreichen Unternehmer. Doch Reichtum war nie seine

Motivation – es war immer das ‚Machen‘, das ihn antrieb.

Während andere in der zweiten Lebenshälfte ihre

Yachten polieren oder Golf spielen, begann Rehkopf mit

Herzblut, Oldtimer zu sammeln. Alte Motorräder, Autos,

Fahrräder, Traktoren, zunächst aus nostalgischer Liebe,

später mit visionärem Weitblick. Die Sammlung wuchs,

platzte bald aus allen Nähten. Rehkopf dachte groß: Ein

Museum musste her, um die Öffentlichkeit daran teilhaben

zu lassen. Keine edlen Ausstellungsräume, sondern

Orte der Begegnung, des Staunens, der lebendigen

Geschichte, in einfach hergerichteten Lagern und Hallen.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau, einer diplomierten

Kunsthistorikerin, plante er in Einbeck den PS.Speicher,

der 2014 eröffnete. Der PS.Speicher ist ein Erlebnismuseum

für Mobilitätsgeschichte in einem liebevoll sanierten

ehemaligen Kornspeicher, das inzwischen auf

25.000 Quadratmeter an sechs über die Stadt verteilten

Standorten angewachsen ist. Die gemeinnützige Stiftung

PS.Speicher, die die Rehkopfs zur Trägerschaft ins Leben

rief, soll das Projekt langfristig sichern. Rund 40 Millionen

Euro hat Rehkopf der Stiftung bisher vermacht und

unterstützt sie auch weiterhin.

„Ich wollte etwas von meinem Erfolg an die Öffentlichkeit

zurückgeben“, sagt er bescheiden – ein Satz, der bei

anderen wie PR klingt, bei ihm aber ehrlich wirkt. Denn

der PS.Speicher ist nicht nur ein Museum, sondern ein

Bildungshaus, ein Erlebniszentrum, ein Ort für kleine und

große Träume auf Rädern. Und Rehkopf ist dort nicht

einfach der Gründer, er ist immer noch das schlagende

Herz, ein Spiritus Rector, der sich für eine Presse-Geschichte

in zeitgenössische Garderobe wirft und die Benz Victoria,

Baujahr 1894 und damit das älteste in Deutschland

zugelassene, TÜV-geprüfte Automobil, fährt – wenn auch

nur bei Tageslicht, weil die kerzenbetriebenen Scheinwerfer

nicht durch die Zulassung gekommen sind.

DABEI BLIEB ER IMMER DER MANN mit dem leicht

verschmitzten Lächeln. Der Erfolg hat ihn nie eitel gemacht.

Wer ihn kennt, weiß: Rehkopf trägt lieber Cordhosen

als einen Maßanzug und fährt einen gebrauchten

Mittelklassewagen.

Natürlich ist sein Lebenswerk inzwischen auch politisch

und kulturell anerkannt. Der PS.Speicher wurde

vielfach ausgezeichnet, Rehkopf selbst erhielt zahlreiche

Ehren – unter anderem das Bundesverdienstkreuz, das

Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen und, als erster

Träger überhaupt, die Ehrenbürgerschaft in Form des

Ehrenringes der Stadt Einbeck, der offenbar extra für ihn

geschaffen wurde. Doch viel wichtiger sind ihm die

Kinder, die mit leuchtenden Augen durch die Ausstellung

laufen – und die alten Männer, die sich wieder wie 18 ‣

154 3 |2025



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wissen

fühlen, die Motorradgruppe aus Schweinfurt, „deren

Leithammel vorneweg geht und im Eingangsbereich angesichts

der Flut von Motorrad-Oldtimern ein total begeistertes

‚Ach du Scheiße!‘ ausruft“, wie Rehkopf genüsslich

erzählt. Sein angesammeltes PS-Blech verschafft anderen

ein spannendes, außergewöhnliches Erlebnis.

WAS WIRD VON IHM BLEIBEN? Was macht man, wenn

man sein Lebenswerk mit einem Ausrufezeichen versehen

hat? „Ich werde mich irgendwann pensionieren“, sagt

der bald 90-Jährige alle Jahre wieder. „Eigentlich wollte

ich das ja erst im Alter.“ Im Klartext: Er macht einfach

weiter. Hat er eine Woche keine neuen Ideen, macht sich

seine Frau Sorgen um ihn.

Der Karl-Heinz, er ist ein Hans Dampf in allen Gassen,

scheint es. So hat er sich nebenbei auch dem Erhalt von

Baudenkmälern verschrieben, etwa einer fast verfallenen

Burg in Westfalen. Für seine Oldtimer-Sammlung saniert

er Einbecker Industrie-Brachen und engagiert sich für

die Belebung der Leerstände in der Innenstadt, indem er

die ‚Initiative Sch(l)aufenster‘ (wie er sie nannte) ins Leben

rief, um die vielen leeren Schaufenster von Schulen,

Vereinen und anderen Initiativen dekorieren zu lassen.

Sein neuester Einfall: seine etwas andere Visitenkarte,

die auf das Dach eines winzigen Spielzeug-VW-Bullis

aus den 1960er-Jahren mit Flower-Power-Dekor an den

Seiten gedruckt wurde. Nimmt zwar zunächst etwas

mehr Platz in der Jackentasche ein, aber landet nicht im

Mülleimer, sondern auf einem Schreibtisch. „Manchmal

muss man halt kreativ sein, wenn man Gutes oder Originelles

tun will“, ist Rehkopfs Fazit.

2.600 EXPONATE HAT DER PS.SPEICHER an seinen

Standorten im Stadtgebiet, zuletzt ist eine exklusive

‚Schatzkammer‘ mit Luxuswagen der Dreißigerjahre hinzugekommen,

in die aus Sicherheitsgründen immer jeweils

nur eine begrenzte Zahl an Besuchern hineindarf.

„Alle Ausstellungsstücke waren vorher jahrelang an verschiedenen

Orten versteckt. Aber warum die Freude darüber

nicht mit der Öffentlichkeit teilen und stattdessen

bis nach meinem Tod zu warten?“, sagt Rehkopf und

ärgert sich gleichzeitig über diese Mentalität vieler Deutscher.

„Die Engländer, die Amerikaner, die können sich

mit Ihnen freuen – oftmals aber nicht die Deutschen, die

werden oft als ein Volk von Neidhammeln bezeichnet.“

Eine traurige Erfahrung sei das, die auch er immer wieder

gemacht habe. Nicht zuletzt, als ihm im Vertrauen

ein Mitglied des Stadtrates sagte: „Glauben Sie mal

nicht, dass sich alle darüber freuen, was Ihnen alles möglich

ist und was Sie hier machen!“

Obwohl der PS.Speicher im vergangenen Jahr mit

100.000 Besuchern einen neuen Rekord aufgestellt hat:

In trockenen Tüchern ist das Mammut-Projekt leider immer

noch nicht, denn die Besuchereinnahmen sind noch

nicht kostendeckend. „Dass es selbst jetzt nach zehn

Jahren noch meine massive Unterstützung braucht, hätte

ich nicht vermutet“, so Rehkopf. „Ich habe auch nicht

vermutet, dass die große Begeisterung für den PS.Speicher

zu 99 Prozent von Privatpersonen kommt. Die

Unternehmer applaudieren auch, aber heimlich unter

dem Tisch, um nicht auf Unterstützung angesprochen zu

werden. Und auch das Land denkt schon seit über zwei

Jahren über unseren Unterstützungsantrag nach.“ Zusätzlich

macht sich das Fehlen von Hotelkapazitäten bemerkbar,

sodass Rehkopf sich freut, dass wenigstens

zwei Hotels vor der Umwandlung in Privatwohnungen

bewahrt werden konnten.

NATÜRLICH IST REHKOPF nicht mehr täglich im Museum,

hat den Vorsitz des Stiftungsrats wie auch den Vorsitz

des Beirates von Tedox inzwischen in jüngere Hände

gelegt. Doch sein Einfluss ist noch überall spürbar. Er ist

zwar in persona seltener, aber immer noch präsent. Wer

ihn trifft, spürt schnell: Dieser Mann ist mit sich im Reinen.

Er hat viel gegeben, viel erreicht – und ist doch geblieben,

was er immer war: „Ich bin der Junge vom Dorf.

Und ich bin normal geblieben.“ Seinen langsamen Rückzug

und dass er inzwischen einmal jährlich zur Kur fährt,

nimmt er wie so vieles andere mit Humor und Gelassenheit.

„Ich sage oft zu meinen Leuten: Wenn ich mal sterbe,

merkt das keiner. Alles ist bestens organisiert.“

VIELLEICHT IST GENAU DAS REHKOPFS GRÖSSTER VERDIENST: dass er

daran erinnert, wie wichtig es ist, neugierig zu bleiben. Zu sammeln, nicht

aus Gier, sondern aus Liebe. Zu bewahren, nicht aus Nostalgie, sondern aus

Verantwortung. Und zu teilen – weil Erinnerungen nur dann lebendig bleiben,

wenn man sie erzählt. Und erzählen kann er: vom Baum über das Hölzchen

zum Stöckchen bis hin zum Sägemehl. Bei Rehkopf ist kein Platz für

Langeweile, und er hat immer eine Anekdote parat. ƒ

156 3 |2025



wissen

3 |2025 139



mensch

„Die Unabhängigkeit der KWS zu wahren und unsere familiengeprägten Werte zu leben, sind und bleiben die Leitplanken des Unternehmens“,

sagt FELIX BÜCHTING, der das Unternehmen in siebter Generation leitet. Als Vorstandssprecher bei KWS nennt er sich

selbst „Verwalter“ des langen Firmenerbes. Er ist verantwortlich für den Forschungsbereich und die strategische Ausrichtung eines der

großen Saatgutunternehmen Deutschlands. Unter der Leitung von Büchting investiert KWS gezielt in die Ausbildung junger Talente

– von großen Ausbildungsjahrgängen in Einbeck bis zu internationalen Programmen wie der ,Breeders’ Academy‘ oder der ,Data

Science Academy‘. Mit modernen Forschungs- und Versuchsanlagen stärkt Büchting zugleich Einbeck als führenden Standort für

Pflanzenzüchtung und Agrarforschung.

158 3 |2025



mensch

„Geschichte bewahren – Heimat erleben“ – CARL GRAF VON HARDENBERG ist Unternehmer und Verwalter des traditionsreichen

Hardenberg-Landsitzes in Nörten-Hardenberg. Als Vertreter der Familie verbindet er die Führung der Marke ‚Hardenberg-Wilthen‘

mit regionaler Kultur- und Tourismusförderung. Der gräfliche Landsitz mit seiner historischen Burgruine

sowie dem herrlichen Park dient als Veranstaltungs- und Erholungsraum für die gesamte Region. Das jährliche Burgturnier

– ein internationales Reitsportevent, das 2023 letztmals stattfand – gehörte zu den sportlichen Höhepunkten Südniedersachsens.

Carl Graf von Hardenberg sorgt zudem für touristische Angebote, unterstützt kulturelle Veranstaltungen im Park und

schafft Arbeitsplätze in Brennerei und Gastronomie. Mit seinen exklusiven Freigeist-Hotels setzt er neue Maßstäbe auch in

diesem Bereich. Mit seinem Wirken etablierte er regionale Identität und den Hardenberg als Begegnungsort.

3 |2025 159



mensch

Seit Gründung der SüdniedersachsenStiftung engagiert

sich ULRICH HERFURTH als Stellvertretender Vorsitzender

des Stiftungsrats, da er die Stiftung als „eine außergewöhnliche

Plattform zur Entwicklung unserer Region“

sieht. Zudem setzt sich der Anwalt für das Unternehmertum

ein: Für die Familienunternehmer engagiert

er sich als Landesvorstand und bundesweit im Digitalisierungsrecht,

für die IHK im Mittelstandsauschuss der

DIHK. Besonders am Herzen liegt ihm das Thema Bildung

in Form des Programmes business4school, von internationalen

Studienangeboten der juristischen Fakultät

und des Projektes Goe Future. An Göttingen und der

Region schätzt Herfurth vor allem das außerordentliche

Potenzial an Wissen, das er noch lange nicht ausgeschöpft

sieht. Im Ausland hört er oft: ,Göttingen is the

German Oxford.‘ Vor allem aber macht für ihn das geistige

und menschliche Klima Stadt und Region wirklich

lebenswert: „Niveau und Überschaubarkeit sind eine

schöne Kombination.“

FOTO: PRIVAT

Von der Unternehmerin zur Netzwerkerin: ANKE

HOEFER-DEITERS ist eine profilierte Netzwerk- und

Wirtschaftsakteurin in der Region Alfeld/Leinebergland.

Beruflich kommt sie aus dem Vertrieb. Bei der

Alfelder Firma Top-Label führte sie die Geschäfte des

Etikettenproduzenten, als sie parallel dazu beim Industrieverein

Alfeld-Region (IVA) als Vorstandsvorsitzende

ihre Leidenschaft für Networking entdeckte.

In dieser Rolle organisiert sie Ausbildungsoffensiven,

bündelt Angebote für Fachkräftegewinnung und moderiert

den Austausch zwischen kleinen und mittleren

Unternehmen, Schulen und kommunalen Stellen. Ihr

besonderes Talent ist die Vermittlung konkreter, praxisnaher

Kooperationsprojekte: Firmenerkundungen

für Schüler, Mentoring-Programme und Dialogformate

zur Standortentwicklung. Dadurch stärkt sie

Ausbildungswege und die regionale Wirtschaftskraft.

„Netzwerk schafft Chancen – vor Ort handeln, statt

nur zu reden“, umschreibt sie ihren Ansatz prägnant.

160 3 |2025



mensch

FOTO: PRIVAT

„In 30 Jahren Selbstständigkeit war es

für mich das Wichtigste, rund 500 Arbeitsplätze

zu schaffen und das Vertrauen

von mehr als 1.500 Auftraggebern

im In- und Ausland zu gewinnen“,

beschreibt HEIKO STUARTH KEILHOLZ,

Gründer und ehemaliger Geschäftsführer

der HKS Gruppe, seine größten Erfolge.

Unter seiner Führung entwickelte

sich die HKS-Unternehmensgruppe

zu einem bedeutenden Arbeitgeber in

der Region. Parallel engagierte sich

Keilholz in zahlreichen Ehrenämtern –

vom Stadt- und Ortsrat Hardegsen

über Ausschüsse der IHK und den

Arbeitgeberverband bis zum Verein

Cyber-Sicherheit Niedersachsen.

Besonders wichtig war ihm bis zum

Ruhestand die Arbeit im Stiftungsrat

der SüdniedersachsenStiftung

sowie im Förderverein des Palliativzentrums

Göttingen. So steht Keilholz

nicht nur als Unternehmer für

die Weiterentwicklung der Region,

sondern auch als Gestalter des gesellschaftlichen

Miteinanders.

3 |2025 161



mensch

JOACHIM KREUZBURG formte Sartorius

über zwei Jahrzehnte als Vorstandsvorsitzender.

2005 trat er sein Amt an,

das er in diesem Sommer abgab. Er

machte das Göttinger Unternehmen zu

einem international sichtbaren Anbieter

für die Biotech- und Pharmaindustrie,

das sogar von September 2021 bis September

2025 im DAX gelistet wurde.

Unter seiner Leitung wuchs Sartorius

nicht nur personell und technologisch,

auch der Umsatz versiebenfachte sich

etwa. Kreuzburg fungierte darüber

hinaus auch als Brückenbauer zwischen

Unternehmen, regionalen Forschungseinrichtungen

und politischem

Umfeld. Die dauerhafte Stärkung

des Biowissenschafts-Clusters

ist zum großen Teil sein Verdienst.

Außerdem engagierte er sich stark

im kulturellen Bereich wie etwa

beim KunstQuartier, dem Literaturherbst

und im Sport für den Basketballbundesligisten

BG Göttingen.

162 3 |2025



mensch

CARSTEN KRÖGER hat das traditionsreiche Modehaus Rudolphi als Inhaber und Geschäftsführer neu positioniert: Moderner Umbau,

zeitgemäße Sortimentsdiversifikation und kreative Innenstadtkonzepte machten das Haus zur regionalen Einkaufsadresse. Sein Einsatz

für Bad Lauterberg reicht über das Unternehmen hinaus: Kröger engagiert sich aktiv für Stadtentwicklung, Innenstadtbelebung und Beschäftigung

vor Ort. Die Modernisierung des Hauses zeigt, wie lokaler Einzelhandel mit Mut zu Investitionen Zukunftsfähigkeit sichern

kann. Mitarbeiterführung und regionale Identifikation sind dabei zentrale Elemente seines Managements.

3 |2025 163



mensch

„You start first, and then you optimize and optimize

and optimize“, sagt Ottobock-Inhaber HANS GEORG

NÄDER. Es passt perfekt zu ihm, der sein Unternehmen

und die Region Südniedersachsen als Mäzen, Honorarprofessor

und Netzwerker stets auf neue Stufen heben

will. Er machte Ottobock zu einem globalen Medizintechnik-Player

und engagiert sich intensiv in der regionalen

Bildungs- und Forschungslandschaft. Für die Region

bedeutet das direkte Investitionen, Stiftungsförderung

und Sichtbarkeit. Davon profitierten bereits viele

Projekte, wie etwa die SüdniedersachsenStiftung, diverse

gastronomische Betriebe im Eichsfeld sowie die Neugestaltung

des Duderstädter Bahnhofs. Sein Einfluss reicht

bis Göttingen, wo er zum Beispiel das KunstQuartier

und die Modernisierung des Bahnhofs seit Jahren wesentlich

unterstützt. Hans Georg Näder ist ein außergewöhnlicher

Macher, der Unternehmertum und lokale

Verwurzelung vereint.

164 3 |2025



mensch

„Nur mit sicheren Arbeitsplätzen

hat unsere Region eine gute Zukunft

vor sich“, sagt LARS OBERMANN.

Er führt seit 1992 das Familienunternehmen

Obermann Logistik

Gruppe in Osterode in der vierten

Generation. Sein zentrales Anliegen:

sichere Arbeitsplätze und eine

starke regionale Wirtschaft. Über das

eigene Unternehmen hinaus engagiert

er sich seit mehr als 20 Jahren

im Vorstand des Mekom Regionalmanagements,

seit zehn Jahren als

dessen Vorsitzender. Zudem bringt er

seine Erfahrung als langjähriger Vorstand

der SüdniedersachsensStiftung

ein. „Netzwerken hilft allen – den

Unternehmen und der Region“, betont

Obermann, der überzeugt ist,

dass eine attraktive Region Menschen

anzieht – und damit auch die

Fachkräfte von morgen.

3 |2025 165



mensch

In Berlin schätzte man ihn als Mitglied in der Fußballmannschaft

,FC Bundestag‘. Persönlich galt THOMAS

OPPERMANN als bodenständig, streitbar und vernetzt

– Eigenschaften, die ihm halfen, regionale Interessen in

Berlin zu vertreten. Sein Tod am 25. Oktober 2020

überraschte alle. Von 2005 bis 2020 vertrat er Göttingen

als Bundestagsabgeordneter. Während dieser Zeit

war er zeitweise SPD-Fraktionsvorsitzender und zuletzt

Vizepräsident des Bundestages. In seinen vielen politischen

Rollen vergaß der Sozialdemokrat nie, den Regionalbezug

mit Leben zu füllen: Er besetzte zahlreiche

Kuratoriums- und Stiftungsämter (z. B. Max-Planck-Institute,

Händel-Festspiele, Universitätsgremien). Dies

führte zur Stärkung Göttingens in den Bereichen Wissenschaft

und Kultur. Lokal und weit darüber hinaus

wurde der Jurist als Türöffner und verlässlicher Ansprechpartner

geschätzt. Sein Engagement in Göttingen

und vor allem fürs Forum Wissen wird gewürdigt. So

entsteht dort derzeit das Thomas-Oppermann-Kulturforum.

166 3 |2025



mensch

MARTIN RUDOLPH war lange Leiter der IHK-Geschäftsstelle

Göttingen und galt als zentrale Figur für regionale Wirtschaftsvertretung,

Standortmarketing und Vernetzung von

Handel, Industrie und Hochschulen. Unter seiner Leitung

wurden regionale Initiativen, Fachkräftemaßnahmen und

Veranstaltungen unterstützt; er war zudem in zahlreichen

Gremien und Netzwerken präsent. Sein Beitrag zur Region

liegt in stabiler Interessenvertretung, der Organisation von

Netzwerkformaten und der Förderung lokaler Unternehmerstrukturen.

Sein Wirken brachte Anerkennung (z.B. den Silbernen

Löffel der Göttinger Kaufmannsgilde im Jahr 2023)

und half, lokale Wirtschaftsfragen sichtbar zu machen. Wie

einige hiesige Entscheider ist Rudolph ein gebürtiger Nordhesse,

der hier Beachtliches bewegt hat und sich immer neue

Ziele setzte: Im Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters

im Jahr 2014 von Göttingen erreichte er allerdings lediglich

den zweiten Platz. Stets konnte man sich auf sein Wort

verlassen, und so bringt er das faktor-Motto auf den Punkt:

„Regionale Netzwerke sind die Basis für Zukunftsfähigkeit.“

3 |2025 167



mensch

ANDREA RUHSTRAT realisierte im Familienbetrieb

ihre Vision von moderner Gebäudetechnik. Ruhstrat

gelang es, Technikkompetenz in der Region zu

halten und auszubauen. Sie führte über fünf Jahrzehnte

das traditionsreiche Göttinger Handwerksund

Technikunternehmen Ruhstrat Haus- und Versorgungstechnik.

Die Unternehmerin engagierte

sich in Stadt- und Wissenschaftsprojekten wie beispielsweise

im Förderkreis Forum Wissen sowie in

Kultur- und Bildungsprojekten. So brachte sie Universität

und Stadt näher zusammen. Ruhstrat agierte

über Jahrzehnte praxisnah, kulturinteressiert und

machte sich stets für die Sichtbarkeit Göttingens

stark und hat sich mit jetzt über 80 Jahren ihren

Ruhestand, in den sie Ende der 2010er-Jahre überging,

redlich verdient.

Menschen, auf die man sich verlassen kann,

sind das A und O in der Wirtschaft. In

MATTHIAS SCHLIEP hat die Thimm-Gruppe

in Northeim einen solchen. Schliep, der Ehemann

der Enkelin von Unternehmensgründer

Felix Thimm, prägte das Unternehmen mehr

als zwei Jahrzehnte als Vorsitzender der Geschäftsführung.

Als im Familienunternehmen

klar wurde, dass der Generationswechsel zu

Cornelius Thimm, Sohn von Klaus Thimm,

gescheitert war, sprang Schliep wieder ein und

hat seitdem die Zügel erneut in der Hand. Sein

Name steht bei Thimm für den strategischen

Wandel zu einem europaweit tätigen Verpackungs-

und Displayanbieter. Mehrere nationale

und internationale Branchenpreise belegen

seine Erfolge eindrucksvoll. Zudem stellt

Schliep die Weichen, um die Bedeutung des

Standortes Northeim innerhalb der

Thimm-Gruppe weiter zu stärken.

168 3 |2025



mensch

Sie ist das Gesicht des Netzwerks und hält

die Fäden zusammen: Die heutige Geschäftsführerin

CLAUDIA TREPTE ist seit

1999 Netzwerkmanagerin des Vereins

Measurement Valley, in dem mehr als 40

regionale Unternehmen und Einrichtungen

wie Mahr, Lambrecht oder das DLR aus

dem Bereich Messtechnik zusammengeschlossen

sind. „Im Measurement Valley

bringe ich (nicht nur) die Mitglieder des

Netzwerks zusammen“, sagt sie über ihren

Job, der schnell zur Passion geworden ist.

Warum sie das schon seit so vielen Jahren

und immer noch mit Begeisterung tut?

„Weil es Spaß macht. Denn alle, die das

Netzwerk nutzen, haben etwas davon“, erklärt

sie es kurz und bündig.

3 |2025 169



mensch

Es gibt Menschen, die große Lücken hinterlassen, wenn sie nicht mehr da sind: RALF SCHWAGER ist so ein Mensch. Der Unternehmer an

den Schalthebeln des über die Stadtgrenzen hinaus geschätzten Kaufhaus Schwager in Holzminden prägte Jahrzehnte den Einzelhandel.

Unter seiner Leitung wuchs das Unternehmen, bot Ausbildungsplätze und trug erheblich zur Innenstadtbelebung bei. Sein Engagement

wurde regional vielfach gewürdigt. Schwagers Stärke lag in persönlicher Kundenorientierung und in der Pflege lokaler Strukturen. Nach

seinem Tod am 24. Mai 2022 würdigten viele persönliche Wegbegleiter und Vertreter öffentlicher Institutionen seinen unbestritten großen

Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität der Umgebung. Ralf Schwager hat eine große Lücke hinterlassen.

170 3 |2025



mensch

DETLEV SEIDEL ist Geschäftsführer der Piller

Group in Osterode am Harz – und seit über 25

Jahren fest mit der Region Göttingen verbunden.

Schon seine Eltern studierten hier. Sie gingen dann

nach Bielefeld, wo Detlev Seidel aufwuchs. Nach

einigen Stationen kam auch er in die Leinestadt

und wurde mit seiner Familie hier heimisch. „Mir

liegt viel am Wohlergehen dieser Region“, sagt Seidel,

der als Geschäftsführer vor allem Verantwortung

für sichere, attraktive Arbeitsplätze vor Ort

übernimmt. Deshalb engagiert er sich weit über

das Tagesgeschäft hinaus: als Vorsitzender der Bezirksgruppe

Süd von Niedersachsenmetall, im

IHK-Wirtschaftsausschuss oder im Stiftungsrat

der SüdniedersachsenStiftung. Für Seidel steht fest:

„Ein starkes Unternehmen braucht eine starke Region

– und umgekehrt. Ich möchte, dass Piller auch

in 20 Jahren erfolgreich ist.“

DINAH STOLLWERCK-BAUER ist Volljuristin, Betriebswirtin

und lebt seit ihrem Studium in Göttingen.

Sie war von 2006 bis 2014 hauptamtliche Bürgermeisterin

des Fleckens Adelebsen und arbeitete seit

2014 als Rechtsanwältin in Göttingen. Im September

2019 übernahm sie das Amt der Landesbeauftragten

für regionale Landesentwicklung Leine-Weser mit Sitz

in Hildesheim. In dieser Funktion förderte sie strukturstärkende

Projekte, wie die Eröffnung des Grünen

Labors in Hameln (2022) oder städtebauliche Projekte

wie die Förderung der Holzmindener Innenstadt.

Die geborene Kölnerin ist zur überzeugten Südniedersächsin

geworden und seit 2023 die Hauptgeschäftsführerin

des Arbeitgeberverband Mitte (AGV Mitte).

Ihr weit über ihren Beruf hinausragendes Engagement

erklärt sie wie folgt: „Ich tue dies, da ich davon überzeugt

bin, dass eine Gesellschaft sich nur dann weiterentwickeln

kann, wenn man selbst seinen Teil dazu

beiträgt und Impulse gibt, Verantwortung übernimmt

und damit einen Beitrag zum Gemeinwohl leistet. Und

ganz nebenbei macht es einfach auch Spaß.“

3 |2025 169 171



mensch

Als unsichtbarer Helfer, Menschenfreund

und Marxist wurde HELMUT WAGNER im

faktor 1/2018 charakterisiert. Er ist

Facharzt, Unternehmer und Gründer der

amedes-Gruppe – einem der führenden medizinischen

Dienstleister im deutschen und

europäischen Gesundheitswesen. 1987

gründete er sein erstes Labor. Dies entwickelte

er zur Zentrale seines wachsenden

Netzwerks weiter. Heute ist amedes ein interdisziplinär

arbeitender Gesundheitskonzern

mit über 100 Standorten, rund 600

Fachärzten und etwa 5.000 Beschäftigten.

Sein unternehmerisches Handeln versteht

er zugleich als sozialen und spirituellen

Auftrag: „Nachhaltige Arbeitsplatzsicherung

ist für mich Teil eines christlich geprägten

Schöpfungsauftrags – mit Verantwortung

für Mensch und Gesellschaft.“

Und so folgte er mit ‚amedes NewHome‘

dem Motto ,Zurück zu den Wurzeln‘: Er

nutzte eine leerstehende Immobilie auf der

Göttinger Siekhöhe, um zukunftsfähige Arbeitsplätze

in der Region zu schaffen und

die Amedes-Zentrale mit rund 700 Arbeitsplätzen

in Göttingen fest zu verankern.

„Als Unternehmer sollte man der Gesellschaft

auch etwas zurückgeben – nicht nur immer

kritisieren und sich mit mangelnder Zeit herausreden“,

sagt BIRGITT WITTER-WIRSAM.

Für sie ist das Engagement für Südniedersachsen

eine Herzensangelegenheit. Sie ist nicht

nur Geschäftsführende Gesellschafterin von

Holzland Hasselbach, sondern engagiert sich

auch im Arbeitgeberverband Mitte seit über

zwölf Jahren als Präsidentin. Doch damit endet

ihr Einsatz nicht: Im Stiftungsrat der SüdniedersachsenStiftung,

im Universitätsbund

und in weiteren regionalen Initiativen setzt sie

sich für die Stärkung Südniedersachsens als

Wirtschafts- und Lebensraum ein. Ehrenamtliches

Engagement bietet nicht nur die Möglichkeit,

etwas zu bewegen, sondern auch wertvolle

Impulse für das eigene Unternehmen: „Auch

wir Unternehmer brauchen Input von außen,

Austausch, Netzwerke, Gremienarbeit und

Ideengeber.“

172 3 |2025



Netzwerken für die Region

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Jubiläum!

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Ein Jubiläum

ist ein Zeichen von

Vertrauen und Kontinuität.

Eine gute Gelegenheit,

auf das Erreichte zurückzublicken

und sich neue Ziele

für die Zukunft zu setzen.

Lars Obermann

Vorstandsvorsitzender

Zwei Mal im Jahr erscheint das Magazin

für die Vorabschlussklassen in Südniedersachsen.

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next generation

mensch

174 3 |2025



next generation

9 KÖPFE,

9 Wegbereiter

In Südniedersachsen gibt es viele Entscheider und Entrepreneure,

die das Gesicht der Region nachhaltig prägen und von

denen in Zukunft noch einiges zu erwarten sein wird. Zu viele,

um jedem einzelnen gerecht zu werden. Deshalb haben wir

uns exemplarisch neun Persönlichkeiten herausgepickt und

stellen sie vor.

TEXT SVEN GRÜNEWALD

VIRGINIE CLEMENT-SCHATLO, SAMMY MAHDI, GLITTHER

Dr. Virginie Clement-Schatlo und Dr. Sammy Mahdi haben das

Startup Glitther ins Leben gerufen, das einen neuen Behandlungsansatz

für Glioblastome entwickelt hat. Glioblastome zählen zu

den aggressivsten Krebsarten des Gehirns, von der weltweit etwa

300.000 Menschen jährlich betroffen sind. Der Behandlungsansatz

ist auf ein Individuum abgestimmt und zielt auf die Ursache

des Wiederauftretens der Krankheit: therapieresistente Glioma-

Initiating Cells. Glitther hat es damit in das Finale des niedersächsischen

DurchSTARTer-Preises 2025 geschafft.

AMY JEDLICKA, MOLLY SUH

Das Göttinger Startup Molly Suh wurde von Amy Jedlicka, geb.

Peters, 2021 gegründet. Es fing mit der harmlosen Frage danach

an, woraus handelsübliche Kerzen bestehen. Daraus entstand ein

Unternehmen, das hochwertige Duftkerzen aus wiederverwendeten

Pflanzenölen und damit ökologisch unbedenklich produziert

und auch in der Investoren-Sendung „Höhle des Löwen“ überzeugen

konnte. Auch darüber hinaus ist Amy Jedlicka inzwischen als

Beraterin tätig – ein junges Gesicht, das die Region bewegt.

CLAUDIO GARCIA, MIGUEL BRAVO, DIGITY

Das Göttinger Startup Digity, gegründet von Claudio Garcia, Viola

Bartels (beide Foto) sowie Tobias Hettenhausen und Miguel Bravo,

entwickelt innovative orthopädische Lösungen für den Arbeitsschutz.

Ihr erstes Produkt, ein Hand-Finger-Exoskelett, schützt bei

mechanischen Arbeiten Finger vor unmittelbaren Verletzungen

und auch vor Überbeanspruchung. Damit hat sich ein weites Feld

für weitere Anwendungen von Exoskeletten in verschiedenen Arbeitsfeldern

aufgetan, etwa indem durch Sensorsteuerung eine bessere

Arbeitsperformance möglich wird oder im Bereich der Unfallrehabilitation

die Regeneration sowie die körperliche Leistung

mechanisch unterstützt werden.

PROF. WOLFRAM-HUBERTUS ZIMMERMANN, HERZPFLASTER

Prof. Wolfram-Hubertus Zimmermann ist Direktor des Instituts

für Pharmakologie und Toxikologie an der Universitätsmedizin

Göttingen. In jahrzehntelanger Forschung entwickelte er das sogenannte

„Herzpflaster“ – ein Pflaster aus Stammzellen zur Reparatur

geschädigten Herzgewebes bei Menschen mit Herzschwäche.

Erstmals zeigten Patienten einen anhaltenden Wiederaufbau von

Herzmuskelgewebe und damit steigender Leistungsfähigkeit. Diese

wegweisende Innovation hat enormes Potenzial: Allein in

Deutschland leiden etwa 200.000 Menschen an Herzschwäche.

MARC KERGER, EINBECKER BRAUHAUS

Marc Kerger ist seit 2023 Vorstandsvorsitzender der Einbecker

Brauhaus AG, will das Traditionshaus aus der Biermarktkrise führen

und damit als Identifikationsmarke der Region stärken. Er

bringt langjährige internationale Erfahrungen mit und war zuvor

in verschiedenen Führungspositionen tätig – zuletzt bei der Hardenberg-Wilthen

AG in Nörten-Hardenberg. In Einbeck will er die

Brauerei zum breit aufgestellten Getränkehersteller weiterentwickeln.

Kerger setzt auf moderne Markenführung, die Stärkung der

regionalen Verankerung und eine höhere nationale wie internationale

Sichtbarkeit, unter anderem mit Kronkorken mit sofortigem

Erkennungswert.

PATRICK CRAMER, MPG-PRÄSIDENT

Er bringt Göttingen in der Wissenschaft wieder auf die Landkarte:

Prof. Patrick Cramer ist seit 2023 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Zuvor war er Direktor am Max-Planck-Institut für

Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen, dem größten

MPI Deutschlands. Der Chemiker hat eine ganze Reihe von Preisen

gewonnen und sich wissenschaftlich insbesondere mit der Entschlüsselung

der Gentranskription profiliert. Cramer steht in der

Reihe vieler ehemaliger MPG-Präsidenten, die zuvor in Göttingen

tätig waren. Auch die MPG selbst wurde 1948 in Göttingen gegründet.

3 |2025 175



next generation

CHRISTIAN GRASCHA, IHK GÖTTINGEN

Christian Grascha ist seit 2023 stellvertretender Hauptgeschäftsführer

der IHK Hannover und Leiter ihres Standorts

Göttingen. Der gebürtige Einbecker war von 2008 bis 2022

FDP-Landtagsabgeordneter in Niedersachsen und in verschiedensten

kommunalen Ämtern tätig. Er profilierte sich dort besonders

in den Bereichen Finanzen, Wirtschaft und Mittelstand.

Grascha gilt als ‚Hans Dampf in allen Gassen‘, der aktuell stark

das Thema Digitalisierung pusht, um die Unternehmen der Region

zukunftssicher zu machen, und der vielleicht auch politisch

noch einiges erreichen kann.

KONSTANTIN KUHLE, FDP

Konstantin Kuhle gehört zu den prägenden politischen Gestalten

der Region: von 2014 bis 2018 als Bundesvorsitzender der Jungen

Liberalen, von 2017 bis 2025 als Bundestagsabgeordneter

der FDP und seit 2023 als Vorsitzender der FDP Niedersachsen.

Im Wahlkreis Göttingen-Osterode kandidierte er für den Bundestag.

Kuhle kann etwas bewegen: Er brachte beispielsweise in der

FDP den erfolgreichen Antrag auf Legalisierung von Cannabis ein

und wird sich sicherlich wieder tatkräftig für die Region einsetzen,

wenn es in Berlin erneut mit einem Mandat klappen sollte.

CLAUDIA WEITEMEYER, SÜDNIEDERSACHSENSTIFTUNG

Claudia Weitemeyer hat mit Beginn 2025 den hauptamtlichen

Vorstandsvorsitz der Südniedersachsenstiftung übernommen.

Zuletzt war sie Pressesprecherin der Stadtwerke Göttingen AG

und blickt auf eine Reihe von Stationen in der Unternehmenskommunikation

und aktives ehrenamtliches Engagement in der

Region zurück. Als erste hauptamtliche Leiterin will sie die Stiftung

deutlich voranbringen durch eine noch stärkere Verzahnung

der regionalen Akteure.



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IDEEN, MIT

SENKRECHTSTARTER-

POTENZIAL

Beim Gründungswettbewerb ‚Lift-Off‘ der Universität

Göttingen präsentierten findige Teams ihre innovativen

Geschäftsideen – mit viel Begeisterung, starkem Netzwerk

und ausgezeichneten Zukunftsplänen. faktor präsentiert

die Gründer als Medienpartner von Anfang an.

TEXT STEFAN LIEBIG

178 3|2025



unternehmen

Mitreißende Ideen, große Visionen und ein voller Saal: Die Universität

Göttingen hat im Rahmen des Gründungswettbewerbs ‚Lift-

Off‘ zehn Teams für ihre innovativen und zukunftsweisenden

Geschäftsideen ausgezeichnet. In der Alten Mensa präsentierten

die ausgewählten Studierenden- und Forschungsteams ihre Konzepte vor mehr

als 200 Gästen – ein Höhepunkt für das Gründungsökosystem Südniedersachsens.

„Wir freuen uns sehr über die stetig wachsende Anzahl von Projekten und

wissenschaftlichen Ausgründungen“, sagte Bernhard Brümmer, Vizepräsident für

Forschung und Nachhaltigkeit der Universität Göttingen, der die Teams als Laudator

verkündete.

KONTAKT

JASMIN DÜWELL

Georg-August-Universität Göttingen

Abteilung Forschung und Transfer

Transfer & Startup Hub Universität Göttingen

Geismar Landstraße 11

37083 Göttingen

Tel. 0551 3921731

jasmin.duewell@uni-goettingen.de

https://www.uni-goettingen.de/de/655032.html

Die Jury zeichnete Sieger in fünf Kategorien aus – Gründungspotenziale, Wissenschaft,

Life Science, Zukunftsfähige Landnutzung und Social Entrepreneurship.

Zusätzlich vergab das Publikum je einen Preis in den beiden Hauptkategorien.

In der Kategorie Gründungspotenziale überzeugte das Team ‚Complego‘ doppelt:

Jury- und Publikumspreis gingen an die smarte Softwarelösung, mit der

Wartungen und Reparaturen in KMU effizient digital dokumentiert werden können.

Platz zwei ging an ‚SmarterMelody‘, ein Projekt, das Lernen durch eingängige

Lernsongs vereinfacht.

Im Bereich Wissenschaft gewann das Team ‚BubbleFilter‘, das mit einem patentierten

Verfahren zur Membranreinigung neue Maßstäbe in der Wasseraufbereitung

setzt. Den Publikumspreis holte sich ‚ArtifiCell‘ – ein Team, das mit 3D-Miniaturgeweben

neue Testmöglichkeiten für Medikamente entwickelt. Es wurde

zudem mit dem Sonderpreis ‚Life Science‘ der Life Science Factory ausgezeichnet.

In der Kategorie ‚Zukunftsfähige Landnutzung‘ überzeugte das afrikanische Projekt

‚SPIDA‘, das eine digitale Plattform für effizientere landwirtschaftliche Planung

anbietet. In der Kategorie ‚Social Entrepreneurship‘ wurde das Projekt

‚FactCheck‘ prämiert – ein unabhängiges Onlineportal zur Überprüfung politischer

Aussagen.

„Der Enthusiasmus und die Begeisterung, die die unterschiedlichen Teams in ihren

Pitches gezeigt haben, lassen uns auf viele weitere Aktivitäten im Transferund

Gründungsbereich hoffen“, betonte Bernhard Brümmer. Auch Florian Pahlke

vom Transfer & Startup Hub freute sich: „Dass der Wettbewerb Jahr für Jahr

wächst, zeigt das große Potenzial unserer Region.“

Insgesamt 66 Teams hatten sich beim faktor als Medienpartner der ersten Stunde

unterstützten Wettstreit beworben. Die Preisgelder und Sachpreise im Gesamtwert

von 43.500 Euro wurden von 16 Sponsoren bereitgestellt – darunter SerNet,

die Sparkasse Göttingen und die Life Science Factory als Hauptförderer. Der

Wettbewerb ist ein starkes Zeichen für die lebendige Gründungskultur an der

Universität Göttingen. ƒ

SONDER-

PREISE

LIFE SCIENCE (4.000 Euro Preisgeld,

2.000 Euro Coachingmittel) und Publikumspreis

Wissenschaft (2.000 Euro):

ArtifiCell Humanes 3D-Miniaturgewebe

ZUKUNFTSFÄHIGE LANDNUTZUNG:

SPIDA (3.000 Euro Preisgeld)

Digitale Landwirtschaftsplattform für

Afrika

SOCIAL ENTREPRENEURSHIP:

FACTCHECK (3.000 Euro Preisgeld)

Onlineportal zur Widerlegung von

Falschinformationen

3|2025 179



unternehmen

KATEGORIE GRÜNDUNGSPOTENZIAL

DIE PREISTRÄGER

1. PLATZ COMPLEGO

(5.000 Euro Preisgeld, 2.500 Euro Coachingmittel)

und Publikumspreis (2.000 Euro Preisgeld):

„Wir digitalisieren die Wartung von KMU mit smarter Software, einfacher Bedienung

und fairen Preisen. So bringen wir Ordnung ins Chaos – für weniger Papierkram,

mehr Effizienz und eine sorgenfreie Instandhaltung“, skizzieren Julius

Bremer und Peter Naumann ihr erfolgreiches Projekt. Complego digitalisiert die

Instandhaltung von Klein- und Mittelständlern mit einem einfachen, aber effektiven

System: NFC-Tags (kleine für bestimmte Aktionen programmierte Chips) an

Wartungspunkten ermöglichen es, Inspektionen, Wartungen und Reparaturen

direkt vor Ort zu dokumentieren. Mitarbeiter scannen die Tags mit der mobilen

App und erhalten sofort alle relevanten Informationen zur Maschine – von Checklisten

bis zur Wartungshistorie. Sobald eine Aufgabe erledigt ist, wird sie mit einem

erneuten Scan als abgeschlossen markiert. Die Desktop-Anwendung sorgt

für eine automatische Arbeitsverteilung: Wartungsaufgaben werden nach Dringlichkeit

und Zuständigkeit den richtigen Personen zugewiesen. Das reduziert Stillstände

und stellt sicher, dass keine Arbeiten vergessen werden. Vorgesetzte behalten

über ein Dashboard jederzeit den Überblick über offene, laufende und abgeschlossene

Aufgaben – transparent, revisionssicher und ohne Papierchaos. Complego

macht Instandhaltung planbar, effizient und einfach – genau so, wie es

KMUs brauchen. Diese Idee entstand in der Praxis und wurde in einem Seminar

der Georg-August-Universität Göttingen weiterentwickelt.

Prof. Dr. Bernhard Brümmer (links) und Jutta Steinke

(Bürgermeisterin Stadt Göttingen, rechts) übergaben den ersten

Preis für Gründungspotenziale an das Complego-Team in

Person von Peter Naumann und Julius Bremer.

info@complego.de | www.complego.de

2. PLATZ SMARTERMELODY

(3.000 Euro Preisgeld)

Anna Seidel bekam den zweiten Preis für Gründungspotenziale

von Prof. Dr. Bernhard Brümmer

und Jutta Steinke.

Lernen durch Songs für eine effiziente und unterhaltsame Wissensvermittlung hat sich Anna

Seidel auf die Fahnen geschrieben: „Mit SmarterMelody möchte ich moderne KI und Musik

sinnvoll nutzen und verbinden, um Bildung nachhaltig und motivierend zu vermitteln und

die Freude am Lernen für alle zu verstärken.“ Die Idee von SmarterMelody ist es, die Bildung,

vor allem für Schüler, Studierende und Auszubildende, durch KI-gestützte Lernsongs zu verbessern.

Lerninhalte zu verschiedenen Themen wie Biologie, Erdkunde und Geschichte werden

durch einprägsame Lernlieder anschaulich und motivierend vermittelt. So wird eine

einzig artige Lernmethode geschaffen, KONTAKT die sowohl unterhaltsam als auch effektiv ist. Für kleinere

Kinder sind Lernlieder bereits lea-deutsch@gmx.de

bekannter, allerdings ist es erst durch den Einsatz von KI

möglich, breite Themen tiefgehender abzudecken und so auch Lernsongs für Schüler und

Auszubildende zu erstellen. Die Verbindung von Musik und Wissen ermöglicht es Lernenden,

Informationen nachhaltig zu speichern und jederzeit darauf zuzugreifen. Das Alleinstellungsmerkmal

von SmarterMelody liegt in der musikbasierten Lernmethode, die das Lernen

nicht nur motivierender gestaltet, sondern auch die Aufnahmefähigkeit und das Gedächtnis

nachhaltig fördert. Mit einem Abo-Modell erhält man Zugang zu bestimmten Themen oder

zu allen Lernsongs in der SmarterMelody App und auf der Website.

info@smartermelody.de | www.smartermelody.de

180 3|2025



KATEGORIE WISSENSCHAFT

unternehmen

1. PLATZ BUBBLEFILTER

(5.000 Euro Preisgeld, 2.500 Euro Coachingmittel)

Chemikalienfreie Filtermembranreinigung durch oszillierende

Blasen ist das Spezialgebiet von BubbleFilter. Die

„Innovative Membranreinigungstechnologie für eine effizientere,

umweltschonende und qualitativ hochwertige

Wasseraufbereitung“ erschien der Jury preiswürdig. Die

Idee dahinter: Der BubbleFilter steht für eine innovative

Lösung zur Aufbereitung von Wasser und anderen Flüssigkeiten.

„Unser patentiertes Ultraschall-Luft-Rückspulverfahren

bietet eine chemikalienfreie In-situ-Reinigung getauchter

Membranen“, erklärt Sonja Lauterborn. Die Idee,

die sie gemeinsam mit Max Koch und Ardit Jashanica zum

prämierten Projekt entwickelte, basiert auf der gezielten

Kombination von ultraschallinduzierter Kavitation und

Gasblasenüberströmung, wodurch die Membranen effizient

gereinigt werden, ohne den Betrieb der Filtrationsanlage

zu unterbrechen. Den Kundennutzen erklärt Koch:

„Teure Entsorgungskosten für Reinigungschemikalien werden

obsolet. Die In-situ-Reinigung getauchter Membranen

minimiert Ausfallzeiten und teure Entsorgung der Chemikalien.

Zudem steigt die Membranlebensdauer.“ Ein weiterer

Kundennutzen ist die höhere Qualität der filtrierten

Flüssigkeit. Jashanica erklärt das Alleinstellungsmerkmal:

„Dies ist die einzigartige, patentierte Technologie, die eine

Prof. Dr. Bernhard Brümmer (Vizepräsident für Forschung und Nachhaltigkeit Universität

Göttingen, links), Dr. Ariane Neumann (Leiterin Abteilung Forschung und

Transfer Universität Göttingen, rechts) verliehen dem BubbleFilter-Team den ersten

Preis in der Kategorie Wissenschaft.

effektive, automatisierte und ressourcenschonende Membranreinigung ermöglicht.

Membranverfahren mit chemischer oder mechanischer Reinigung erzielen

deutlich schlechtere Ergebnisse.“

max.koch@phys.uni-goettingen.de

2. PLATZ SMARTMEMBRANE

(3.000 Euro Preisgeld)

Dr. Victor Krajka (Mitte) erhielt den zweiten Preis

der Wissenschaftskategorie von Prof. Dr. Bernhard

Brümmer und Dr. Ariane Neumann.

Die präklinische Arzneimittelforschung setzt zunehmend auf mikrophysiologische

In-vitro-Testsysteme statt auf Tierversuche. Doch aktuelle Organ-on-

Chip(OOC)-Technologien stoßen an ihre Grenzen, besonders bei der empfindlichen

Erkennung von Veränderungen im Gewebe. Hier setzt SmartMembrane an:

Das von Victor Krajka, Bo Tang, Andreas Dietzel und Stephan Reichel entwickelte

System integriert Elektroden auf poröse Membranen und ermöglicht eine kontinuierliche

Echtzeit-Überwachung – ein Durchbruch gegenüber herkömmlichen

Methoden wie dem transepithelialen Widerstand (TEER). SmartMembrane erkennt

sofort komplexe elektronische Fingerabdrücke des Gewebes und wertet sie

per KI aus. Wirkstoffeinflüsse auf das Gewebe werden in Echtzeit erkannt, wodurch

das mikroskopische Monitoring entfällt. Zudem können Berichte über den

KI-Agenten erstellt werden. Durch die Kombination von Sensorik, KI und Automatisierung

steigert SmartMembrane die Effizienz der Medikamentenentwicklung.

Dies verspricht erhebliche Kosteneinsparungen und kürzere Projektlaufzeiten –

ein bedeutender Fortschritt für Auftragsforschungsinstitute und die aufkommenden

Validierungen für die personalisierte Medizin.

v.krajka@tu-bs.de

3|2025 181



erfolgsgeschichten

Erfolgsgeschichten

vernetzt

Seit zwei Jahrzehnten bringt faktor spannende Menschen zusammen

und schafft so Raum für echte Begegnungen. Daraus entstehen neue

Ideen, Jobs und sogar Kundenbeziehungen. Auf den folgenden Seiten

stellen wir ein paar dieser Erfolgsgeschichten vor, bei denen sich

Menschen über faktor kennengelernt haben und von dieser Zusammenarbeit

profitieren.

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

182 3 |2025



erfolgsgeschichten

Mitarbeiter

gefunden

„Ich bin Jens’ Nachfolger“, sagte Alexander ,Alex‘ Adler (Foto, l.)

bei seiner Vorstellungsrunde im faktor-Club im Kredo am Göttinger

Kiessee – und brachte damit die Zuhörer zum Schmunzeln.

Gemeint war nicht etwa ein neuer Posten im Unternehmen, sondern

der Handballverein MTV Geismar. Dort hat Adler die linke

Rückraum-Position übernommen – genau die Stelle, die zuvor Jens

Barwinske besetzt hatte.

Aus dieser sportlichen Verbindung entstand schnell mehr. Nach

ein paar gemeinsamen Gesprächen stand fest: „Wir machen was

zusammen.“ Und es dauerte nicht lange, bis aus Worten Taten

wurden. Seit dem 1. Februar 2025 arbeitet Alex Adler bei Struckmeier

als Referent für Marketing & HR – und das ganz eng an der

Seite von Jens Barwinske.

3 |2025 183



erfolgsgeschichten

184 3 |2025



erfolgsgeschichten

Laden

vermittelt

Zur

Podcast-Episode

mit RIØT

Vor einigen Jahren erfuhr Marco Böhme, dass

in Volpriehausen skandinavische Design-Gebrauchtmöbel

vertrieben werden. Bedeutung

bekam diese Information erst, als er 2022 mit

seiner heutigen Frau und den drei Kindern zusammenzog

und Möbel suchte. Der Weg führte

die Patchworkfamilie in die ehemalige Munitionsfabrik,

wo Marius Jacobi und Sascha

Heise (Foto, r.) alte Stücke aufbereiten und

verkaufen. Schnell verliebten sich die Böhmes

in ein Cor-Sofa aus den 60ern samt Stehlampe

– ein Kauf, der dem Wohnzimmer bis heute

besonderen Charme verleiht.

Beeindruckt von den beiden Krankenpflegern,

für die das Geschäft nur ein Nebenjob ist,

entstand der Artikel ,Krawall in Volpriehausen‘

im faktor-Magazin, ergänzt durch einen Auftritt

im faktor-Mittagsclub und im faktor-Podcast

onfire.

Als Böhme im Herbst 2024 von den Pop-up-

Plänen der Riøt-Furniture-Macher hörte, vermittelte

er den Kontakt nach Göttingen. Zwei

Monate lang betrieben Jacobi und Heise dort

einen Laden in bester Innenstadtlage. Das

Weihnachtsgeschäft brachte ihnen Sichtbarkeit,

Umsatz – und ein NDR-Team, das sie für eine

halbstündige Nordreportage begleitete. Nun

überlegen die beiden, aus ihrem Nebenjob mehr

zu machen ...

FOTO: BÜHL

FOTO: NDR

FOTO: BÜHL

3 |2025 185



erfolgsgeschichten

Kunden

gewonnen

Als faktor im Herbst 2022 über Lukas Bank (Foto, r.) und

seine Eventkitchen in Göttingen berichtete, ahnte der Spitzenkoch

nicht, welche Türen sich dadurch öffnen würden.

Die Familie Schrader-Gerdes von der Unternehmensgruppe

Heat in Herzberg stieß auf den Artikel, wurde neugierig

und recherchierte. Schließlich luden Horst Gerdes (Mitte)

und sein Sohn Timo Schrader-Gerdes den Koch ein – und

waren begeistert. Seitdem ist Lukas Bank Stammkoch der

Familie, privat wie geschäftlich.

Erst bei einem gemeinsamen Dinner erfuhr Bank, wie der

Kontakt überhaupt zustande gekommen war: durch den Artikel

im faktor. Für ihn ein besonderer Moment – und der

Beginn einer engen Partnerschaft.

Auch faktor selbst hat inzwischen mit ihm zusammengearbeitet:

Beim ersten faktor-Weinclub mit Rainer Giese vom

WeinKontor Osterode kochte Lukas Bank für Top-Entscheider

der Region – unter den Gästen: Horst Gerdes.

186 3 |2025



Hotel & Spa Suiten FreiWerk

Thyrahöhe 24 I 06536 Südharz / OT Stolberg

Anfragen unter:

Tel: +49 (0) 34654 808 1457

Mail: reservierung@hotel-freiwerk.de

Weitere Informationen:

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Ausstattung

7 großzügige Private Spa Suiten

Wohnbereich mit großzügigem Sofa-Liegebereich & Arbeitsbereich

Kleine Servicenische mit Kaffeemaschine & Teeausstattung, Minibar

Loggia zum Tal und Waldblick

Exklusiver Schlafbereich mit Balkon zum Tal

Spa-Badezimmer mit:

Design-Badewanne und großer Regendusche

Gewärmtem Sitzbereich

Dampfsauna, Infrarotsauna, Finnische Sauna

Nicht einsehbare Loggia mit Jacuzzi, mit Blick in den Wald

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Freuen Sie sich auf ein Wellness-Erlebnis der Extraklasse: Mit den sieben

neuen Private Spa Suiten im Hotel & Spa Suiten FreiWerk genießen Sie

exklusive Momente der Ruhe – ganz für sich allein. Jede einzelne unserer

Private Spa Suiten im Harz ist zweigeschossig, hat eine Wohnfläche von

rund 100m², eine eigene finnische Sauna und Dampfsauna mit einem harmonischen

Lichtspiel sowie einen privaten Jacuzzi auf dem Balkon, mit Blick

in den Wald. Die Spa Suiten sind zudem mit ausgewählten Kunstwerken der

Staatlichen Porzellan-Manufaktur MEISSEN ausgestattet.



erfolgsgeschichten

Autos

gekauft

Der Bauunternehmer Nick Huntgeburth

nutzte ein Mittagessen im faktor-Club, um

mit Steve Wery von BMW und Tim Meise

von Glinicke, beide ebenfalls Club-Mitglieder,

ins Gespräch zu kommen. Wenige Unterhaltungen

und einige Probefahrten später

stand das Ergebnis fest: Nick Huntgeburth

erweiterte seinen Fuhrpark in Obernjesa um

zwei elegante Neuzugänge – für die Fahrten

zu den Baustellen und für seine Frau Marie,

die damit unter anderem die vier Kinder

chauffiert.

188 3 |2025



HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

zu 20 Jahren faktor

Ihr Blick für die Region, unser Engagement

für die Zukunft – gemeinsam gestalten wir

Gesundheit, Innovation und Fortschritt.

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PROFIL

Aber bitte mit Sekt:

Artur Römmich feiert 20-jähriges Jubiläum

Was 2005 mit der Firma ‚AR-Parkett der Parkettspezialist Artur Römmich‘ als Fachbetrieb für Parkettarbeiten

begann, umfasst heute fünf Unternehmen. Im Gespräch blickt Inhaber Artur Römmich auf den Weg

zurück, redet über die Pläne der nächsten zehn Jahre und verrät, ob er noch selbst manchmal Hand anlegt.

Das Leitungsteam der Römmich-Gruppe (v.l.): Eugen Salzmann, Irina Römmich und Artur Römmich im Parkettum-Showroom.

TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE ARTUR RÖMMICH

Wie sind Sie zum Holz gekommen?

Dazu gibt es tatsächlich eine Geschichte.

Als ich nach Deutschland gekommen bin,

hat damals ein Onkel von mir bei Bosch in

Göttingen gearbeitet. Der hat meinem Vater

nahegelegt, dass ich dort eine Ausbildung

zum Betriebselektriker machen sollte. Doch

das habe ich abgelehnt. Die Enttäuschung meines

Vaters, das Angebot von seinem Bruder

nicht anzunehmen, war riesig. So musste ich

die Suche nach einem Beruf in meine eigenen

Hände nehmen. An der BBS 2 gab es einen Tag

der offenen Tür. Ich habe mir dort verschiedene

Gewerke angeschaut und bin beim Holz

stehengeblieben. Strom hat mich nie gereizt,

aber Holz ist ein Werkstoff, den ich verstehe.

Anschließend habe ich bei Tischlerei Welling in

Göttingen meine Ausbildung gemacht.

Was hat den Impuls gegeben, 2005 ein

eigenes Unternehmen zu gründen?

Ich habe von 1994 bis 2002 als Parkettleger

gearbeitet. Ich habe mit der Zeit gemerkt,

dass ich mich als Arbeitnehmer nicht wohlfühle.

2002 kam unsere Tochter Vivien zur

Welt, und nach einvernehmlicher Entscheidung

bin ich für drei Jahre in Elternzeit gegangen.

Ich habe in der Zeit alles Mögliche

ausprobiert und durchgespielt, von Flohmarktverkäufen

bis zur Börsenspielerei, aber

im Endeffekt bin ich zur Erkenntnis gekommen,

dass ich eben doch Handwerker bin

und auch gerne für mich selbst arbeiten

würde. Hinzu kam, dass mir die vollständige

Abschaffung der Meisterpflicht 2004 für

den Beruf Parkettleger die Entscheidung zur

Selbständigkeit erleichtert hat.

In den Anfängen war das ein echtes

Garagenunternehmen, oder?

Sprichwörtlich. Ich bin alleine in der Garage

und dem Keller unseres Wohnhauses

in Adelebsen gestartet. Das hat sich auch

sehr schnell gut entwickelt, so dass ich bald

meine ersten Mitarbeiter eingestellt habe.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass der erhöhte

Lieferverkehr in einem reinen Wohngebiet

nicht geht. So sind wir 2007 dann nach

Göttingen gekommen und haben uns bei der

Firma Planbau in der Martin-Luther-Straße

eingemietet. Auf meinen Visitenkarten stand

damals noch ‚AR-Parkett der Parkettspezialist,

Artur Römmich‘. Daraus ist dann 2009

die Marke parkettum und 2011 die Umfirmierung

in Parkettum Römmich GmbH entstanden.

2015 sind wir aus den Räumlichkeiten in



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der Martin-Luther-Straße herausgewachsen

und nach Weende in den Wagenstieg 12 in

deutlich größere Ausstellungs-, Büro- sowie

Lagerräume gezogen, wo wir uns sehr

wohlfühlen. Parkett ist immer noch der Kern

unseres Geschäfts, aber dadurch, dass wir

inzwischen weitere Unternehmen haben, arbeiten

wir gerade an einem neuen Markenauftritt,

der den Namen Römmich stärker in

den Vordergrund stellen soll.

Was ist denn noch hinzugekommen?

Alles startete im Jahr 2021 mit der Idee, ein

Mehrfamilienhaus zu bauen – so entstand

die Römmich Bau GmbH. Um dieses Vorhaben

auf stabile Beine zu stellen, gründeten

wir zunächst die Römmich Holding GmbH,

die als Muttergesellschaft eine starke finanzielle

und organisatorische Basis für unsere

Unternehmen schaffen sollte. Mit ihr entstanden

zudem noch die Römmich Immobilien

GmbH und Römmich Ferienimmobilien

GmbH – ein Netzwerk, das Handwerk, Bau

und Immobilien vereint. Die Römmich Bau

GmbH hat in den letzten vier Jahren einige

sehr spannende und interessante Altbausanierung

realisiert. Mit einem durchdachten

Sanierungskonzept verwandelten wir sogar

ein in die Jahre gekommenes Gebäude aus

dem Jahr 1931 in ein hochmodernes Energie-

EffizienzHaus 40. Heute können wir uns mit

Stolz ‚Spezialist für Altbausanierung‘ nennen.

Das Baugeschäft ist ziemlich schwierig

geworden. Wie haben Sie das erlebt?

Bis 2022 waren es – mit Ausnahme von 2015

und 2016, als wir innerhalb Göttingens an

unseren jetzigen Standort umgezogen sind

– wirklich goldene Jahre. Wir haben noch bis

Anfang dieses Jahres einige Großprojekte

mit Parkett und Holzterrassen ausgestattet,

aber die kurzfristige Aussicht auf Großprojekte

ist aktuell nicht gegeben. Jetzt ist die

Branche in einer Krise, weil zu wenig gebaut

wird. Die Kreditzinsen sind stark gestiegen,

kein Wirtschaftswachstum in Aussicht, und

die außenpolitische Situation schafft Unsicherheit,

deswegen sind die Leute vorsichtiger

mit Investitionen. Der Bereich der Altbausanierungen

ist aber nach wie vor aktuell.

Was würden Sie sagen, zeichnet Sie aus?

Zuverlässigkeit und Qualität unserer Dienstleistungen

– egal ob neuer Parkettboden,

neue Holzterrasse, Renovierung eines alten

Holzbodens oder die gesamte Sanierung,

Modernisierung oder Umbau einer Immobilie

– ich stehe mit meinem Namen gerade

für alles, was wir tun. Außerdem spielen

Nachhaltigkeit und Innovative Systeme eine

riesige Rolle in der Realisierung unserer Projekte.

Bei Holzterrassen bieten wir beispielsweise

das innovative Grad-Aluminium-System

als Unterkonstruktion für schraubenlose

Verlegung an; wir nutzen nachhaltige und

modifizierte Hölzer wie Accoya, Kebony,

Bambus oder Thermohölzer mit Garantien

gegen Fäulnis von 15 bis zu 50 Jahren.

Jetzt steht der neue Markenauftritt an – wohin

wollen Sie das Unternehmen entwickeln?

Parkettum Römmich steht gut auf den Beinen,

aber die Römmich Bau wollen wir gezielt

als Altbausanierer und Modernisierer

bekannter machen. Meine Frau Irina und ich

wollen das Unternehmen im kommenden

Jahrzehnt so aufstellen, dass wir es gut an

unsere Nachfolger übergeben können.

Also zeichnet sich schon eine

Unternehmensnachfolge ab?

Wir haben uns keine Frist gesetzt und als

Selbstständiger hört man ohnehin nie wirklich

auf zu arbeiten. Es wird auf jeden Fall ein

langsamer Rückzug mit mehr Freiräumen für

Freizeit werden. Ich bin jetzt 52 und will in den

nächsten Jahren noch richtig Gas geben. Mein

Schwager, Eugen Salzmann, der meine rechte

Hand ist und den ganzen Kundenbereich

sowie die meisten Aufträge abwickelt, könnte

irgendwann parkettum Römmich führen. Die

Römmich-Gruppe soll von der Familie geführt

werden.

Fahren Sie eigentlich selbst noch manchmal

raus und verlegen eigenhändig Holz?

Sehr, sehr selten; wenn ein spannender Auftrag

kommt oder Unterstützung benötigt

wird, dann packe ich auch noch selbst mit

an. Manchmal würde ich liebend gerne Holzterrassen

bauen, aber ich komme einfach

nicht dazu. Vielleicht in ein paar Jahren,

wenn wir die Führung abgeben. Das würde

mir super gefallen, mal wieder ein aufwendiges

Muster-Parkett zu verlegen oder eine

anspruchsvolle Holzterrasse mit Stufen und

Bänken zu bauen.

ARTUR RÖMMICH, geboren 1973,

stammt ursprünglich aus Tadschikistan.

1989 kam er mit seinen Eltern

nach Deutschland und machte in

Göttingen eine Ausbildung zum

Tischler. Nach mehreren Jahren

Berufstätigkeit, erst als Tischler und

später überwiegend als Parkettleger,

machte er sich 2005 mit einem eigenen,

auf Parkett spezialisierten Handwerksbetrieb

selbstständig. Inzwischen

umfasst die Römmich-Gruppe

noch drei weitere Unternehmen.

parkettum Römmich GmbH

Römmich Bau GmbH

Wagenstieg 12

37077 Göttingen

Tel.: 0551 3070240

info@parkettum.de, info@roemmich-bau.de

www.parkettum.de, www.roemmich-bau.de

PROFIL



faktor-club

Erfolgsgeschichten

richtig erzählen

Der faktor hat sich in den 20 Jahren seit Gründung vom reinen Printmagazin

gewandelt – hin zu einem Netzwerker, zum Impulsgeber, zu einer Business-Plattform.

Und damit soll es weitergehen: Die faktor-Zukunftsstrategie stellt das

Miteinander noch stärker in den Vordergrund.

192 3 |2025



faktor-club

TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Der faktor ist nie stehengeblieben und war nie

nur ein reines Magazin mit hübschen Bildern.

Im Gegenteil: Netzwerken, zum Austausch,

zum Inspirieren, für das Geschäftemachen,

das war dem faktor von Anfang an in die Wiege

gelegt worden. Schon 2005, gleich nach der Erstausgabe,

waren die faktor-Herausgeber Marco Böhme, Florian

Grewe, Sebastian Mauritz und Horst Wolf auf einer

Visitenkartenparty in Osterode. „Das war ein damals

typisches Unternehmertreffen in einem echt langweiligen

Restaurant mit belegten Brötchen“, erzählt Marco

Böhme. „Die Idee war gut, aber die Umsetzung mau.“

,Wir können das besser‘ war die Lösung, die auch schon

für die faktor-Gründung Pate stand und damit war die

faktor-Business-Lounge geboren.

Bei der Business-Plattform faktor geht es immer darum, die

richtigen Menschen zusammenzubringen.

DIE PREMIERE fand im Graf Isang am Seeburger See

statt – gemeinsam mit Betreiberin Antje Näder, der damaligen

Frau von Ottobock-Inhaber Hans Georg

Näder, und Bernd Fritz-Kolle. Der Coach aus Göttingen

leitete den Abend mit einem kreativen Aufwärmspielchen

ein, zu dem sich jeder bewegen musste und so das

Kennenlernen leicht fiel. Zum Abschluss wurde ein wertvoller

Füllfederhalter verlost, den Detlef Hofmann, später

Prokurist beim Logistiker Zufall, gewann. „Er hat

mir bei seinem Eintritt in den Ruhestand erzählt, dass er

damit alle wichtigen Verträge unterzeichnet hat“ – auch

20 Jahre später ist Marco Böhme die Episode noch präsent,

die zeigt, was faktor schon damals wichtig war,

wichtiger wurde und noch immer wichtig ist: der persönliche

Umgang.

„Daraus haben wir den Ansatz weiterentwickelt,

spannende Menschen zusammenzubringen“, so Böhme.

„Ich habe das Privileg, permanent Persönlichkeiten kennenzulernen.

Und wenn ich jemanden interessant finde

und denke, dass die Person uns bereichert, lade ich sie

einfach ein.“ Das ist der Kerngedanke geworden, der

den faktor-Club auszeichnet. Der besteht aus den festen

Mitgliedern und regelmäßigen Sondergästen.

So sind über die Jahre verschiedene Netzwerk-Formate

entstanden, die im Schwerpunkt natürlich in Göttingen,

aber oft auch in der Region Südniedersachsen stattfinden

und das zu drei verschiedenen Tageszeiten, um

jedem ein Mitmachen nach eigener Präferenz und Terminplan

zu ermöglichen: einmal monatlich das

faktor-Frühstück, zehnmal im Jahr der faktor-Mittagsclub

und zwei- bis dreimal im Jahr die faktor-Business-Lounge

als Abendveranstaltung. Gemeinsam ist ‣

3 |2025 193



faktor-club

allen drei Formaten, das über die Location, das Essen

und den Vortrag die richtigen Menschen zusammengebracht

werden. Betonung liegt auf den richtigen.

MARCO BÖHMES LIEBLINGSBEISPIEL ist das von Daniel

de Vasconcelos, dem Geschäftsführer des Göttinger

Hospiz an der Lutter, der beim Mittagessen einmal neben

Loreen Krech von Krech Zaunsysteme aus Northeim

saß und ins Reden kam. Denn beim Hospiz gibt es

zwischen Waldweg und Humboldtallee einen Schleichweg,

der bei Google Earth als Durchgang angezeigt

wird. Doch das stört die Patienten, die im Freien entspannen.

Also musste ein Zaun her. „Drei Woche später

stand der Zaun“, erzählt de Vasconcelos. „Das zeigt,

was faktor kann. Ich saß nicht dabei und habe vermittelt,

sondern die faktor-Magie der Begegnung entsteht

dadurch, dass wir einen guten Rahmen setzen und die

richtigen Menschen zusammenbringen. Ich würde nie

jeman-den in den faktor-Club aufnehmen, der nicht in

die Gruppe passt“, erzählt Böhme.

Das Magazin ist eine großartige Visitenkarte, die sich

der faktor in 20 Jahren erarbeitet hat, um andere Teilnehmer

des Wirtschaftslebens zu inspirieren. Aber

faktor ist inzwischen eben noch viel mehr.

MIT DER ENTWICKLUNG einer Zukunftsstrategie hat

sich das faktor-Team systematisch beschäftigt. Unter Begleitung

des Kasseler Strategieberaters Gerdum Enders

ist so eine Roadmap entstanden, die nicht nur die

faktor-DNA herausgearbeitet hat, sondern auch aufzeigt,

wo die Reise hingehen soll. Die faktor-DNA ist ein

Dreiklang aus: wertig, persönlich, inspirierend. „Mit

diesen Werten und Zielen gleichen wir im Alltag unsere

Aktivitäten ab“, so Herausgeber Marco Böhme. „Das

können auch ganz kleine Sachen sein: Die Ideen zum

Jubiläumsfeier-Programm wurden beispielsweise immer

damit abgeglichen, ob sie wertig, persönlich und inspirierend

sind.“

Im Zentrum steht Storytelling –

so wie hier im faktor-Video:

194 3 |2025



› MEHR ALS EIN MAGAZIN

faktor-club

UND DIE STRATEGISCHE VISION IST, sich vom

faktor-Magazin zum faktor-Club zu entwickeln, der ein

Katalysator für Business-Begegnungen werden soll. Das

Interesse an einer Mitgliedschaft im faktor-Club wächst:

Aktuell sind es rund 30 Mitglieder, Ende 2025 sollen es

50 sein, und ein Jahr später soll sich die Zahl noch einmal

verdoppelt haben.

„Ich will noch stärker Menschen zusammenbringen

und Themen setzen“, sagt Böhme. Am Ende kann

faktor so etwas wie eine Business-Plattform werden,

die auf ganz unterschiedliche Art die Kunden begleitet.

Schon seit Jahren werden Mitarbeiterzeitschriften, Sonderdrucke

oder Anzeigen für Kunden produziert. „Meine

Vision ist, dass wir im Kern Storytelling anbieten.

Jeder hat spannende Geschichten zu erzählen – für

Kunden, für Mitarbeiter. Sie müssen nur die passende

Zielgruppe auf dem richtigen Kanal erreichen“, so

Böhme. Print, digital, Podcast, Videoportraits; was heute

das Tiktok-Video für Azubis ist, wird morgen auf

einem anderen Kanal laufen. „Das ist unsere Kompetenz:

Erfolgsgeschichten entdecken, entwickeln und

richtig erzählen.“ ƒ

Zukunftsstrategie

Vom faktor Magazin zum faktor Club

Nordstern

faktor Club

› MEHR ALS EIN MAGAZIN

Regionaler Katalysator

Markenführung

Die neue Perspektive:

Marken sind Zeichensysteme.

Der Code wird durch Bilder, Infografiken und Sprache zeichenhaft

übersetzt. Durch diese Zeichen schaffen wir die Markenbedeutung:

wertig, inspirierend, persönlich.

Deshalb müssen sowohl Glückwunsch-Karten, Räume

als auch die neuen Clubformate wertige, inspirierende,

persönliche Zeichen senden. Die Zielgruppen decodieren

diese Zeichen. Aus ihrer Wahrnehmung

konstruieren sie ihre Wirklichkeit.

Daraus entsteht dann unser transformiertes

faktor Club-Image.

vielfätig

innovativ gemeinsam

modern

mutig

innovativ

inspirierend

› MEHR ALS EIN MAGAZIN

familiär

fair

fair

wertig

menschlich

persönlich

lebendig

nahbar

Mission: Benchmarks checken

Welche Formate bieten mediale Wettbewerber?

Was können wir von Brand Eins, The Pioneer, Impulse,... lernen?

> Integration in das faktor System

Zukunftsstrategie

Fokus

2025

KLÄREN

Das große Ganze

- Space Clearing

- Markencode

- Vision als Story

- Vision als Bild

- Neue Arbeitsweisen:

Fokus = Wozu & Tomatoe

- Leitfragen für dieses Jahr:

Wie geht es einfacher?

Wie geht es schneller?

Wie geht es besser?

- Neu codierte Räume

Fokus

2026

AKTIVIEREN

Erfolgstraining

- Empathischer Vertrieb

- Neue Club-Formate

- Routinen und Workhacks

-

-

-

Fokus

2027

VERSTÄRKEN

Tuning

- System optimieren

- Netzwerk aufbohren

-

-

-

Vision

Feinstoff schafft Grobstoff.

Was beinhaltet die faktor Vision im Detail?

Es ist wichtig, die Vision schriftlich und in ganzen Sätzen festzuhalten.

Das regt die Vorstellungskraft an. Eure Verschriftlichung sollte 1-2 Seiten lang sein.

Tipp 1: Lest eure Visionen noch mehrmals durch und schärft sie

Schicht für Schicht. Überlegt auch, was sich in Eurem Aufgabenfeld verändert hat.

Und wo der Nutzen für die Kunden liegt. Bitte keine diffusen Bilder und abstrakten

Formulierungen, sondern Zahlen, Daten, Fakten und Beispiele, wie es in Zukunft läuft.

Diese geschärften Zielbildstories könnt Ihr dann zu Eurem finalen Visionstext

als geschlossenes Gesamtsystem verdichten.

Tipp 2: Bringt die Vision in Euer Bild.

echt

anspruchsvoll

professionell

Der CODE = Unsere Prüfregel

Der Code ist Anspruch und Versprechen.

Er ist die Prüfregel zum Zeichensenden.

Alles was zukünftig gesendet wird muss inspirierend, persönlich, wertig sein.

Vom Magazin, über die Website, hin zum Roll-Up, bis zu den Vorträgen.

GERDUMENDERS ®

Unternehmenscodes

Unscharfe Systeme verbrauchen viel Energie. Klares Mindset: Fokussiert in die Club-Zukunft

18.2.2025

Fokus-Workshop

CODE LAB Kassel

Prof. Dr. Gerdum Enders

faktor entwickelt sich vom Magazin zur Business-Plattform in Südniedersachsen.

3 |2025 195



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› MEHR ALS EIN MAGAZIN

33 gute Gründe für

1) faktor ist das einzige Wirtschaftsmagazin der Gesamtregion Südniedersachsen.

2) Der Verlag ist seit 2005 ein fairer, geschätzter und angesehener Partner.

3) Im faktor werden die wichtigsten Menschen, Unternehmen und Ideen

der Region Göttingen vorgestellt.

4) Auf das faktor-Cover kommen die Top-Entscheider mit ihren Erfolgs geschichten.

5) Wir konzentrieren uns bei der Berichterstattung ausschließlich auf positive

Entwicklungen und die vorhandenen Potenziale. Wir machen Mut!

6) faktor ist das einzige regionale Magazin, das Online wichtige Nachrichten

aus der Wirtschaft liefert.

GOLDBECK verlässlicher Partner

und bester Arbeitgeber

Als ein solides und starkes Unternehmen, welches immer schon nachhaltig wirtschaftet und

vorausschauend agiert, wurde nun GOLDBECK zum zweiten Mal in Folge als

,Top nationaler Arbeitgeber 2021‘ auf Platz 1 in der Baubranche gewählt.

„GOLDBECK greift auf die

Kreativität und Erfahrung von

über 1.200 eigenen Architekten

zurück und kann somit

auch individuellen

Kundenwünschen und

-ansprüchen gerecht werden.“

Einfahrt zum neuen

Parkhaus am Finanzamt in Gö tingen

Erweiterung des Portfolios

Menschen bezahlbaren und lebenswerten

Raum zum Wohnen geben – eine Forderung,

die in der politischen Deba te parteiübergreifend

immer lauter vorgetragen wird. Ein Anliegen,

mit dem sich auch GODLBECK beschäftigt

hat. Eine entsprechende Lösung wurde

gefunden, die insbesondere für den sozialen

Wohnungsbau kostengünstiges Bauen und

kurze Bauzeiten mit einer ansprechenden Architektur

und hoher Qualität in Einklang bringt.

„GOLDBECK greift auf die Kreativität und

Erfahrung von über 1.200 eigenen Architekten

zurück und kann somit auch individuellen Kundenwünschen

und -ansprüchen gerecht werden“,

sagt Steffen zur Linde, Niederlassungsleiter

über das neue Produkt ,Wohnen‘.

Der serie le Wohnungsbau von GOLDBECK

basiert auf industriell vorgefertigten Systemelementen

aus Stahl und Beton, die bei Qualität

und Bauprozessen auch Maßstäbe für

den klassischen Wohnungsbau setzen. Von

der förderfähigen Standardvariante bis zur individue

len Lösun gibt es zahlreiche Umsetzungsmöglichkeiten.

Diese stehen natürlich

auch bei den Aussta tungsdetails offen. So

treffen lichtdurchflutete Räume auf a traktive

und strapazierfähige Materialien.

Effektiver Scha lschutz und eine umfangreiche

Elektro- und Medienaussta tung gehören

wie eine Fußbodenheizung und eine integrierte

Lüftungstechnik zum Standard.

Das durchdachte Planungsprinzip, die bereits

berücksichtigte Förderfähigkeit sowie die

systematisierte Bauweise ermöglichen schnelle

Genehmigungsverfahren und eine zeit nahe

Projektrealisierung. So schafft GOLDBECK

Wohnraum in Serie, der zugleich wirtschaftlich

und wohnlich ist. Mit diesem zukunftsweisenden

Wohngebäudekonzept ist GOLDBECK Rahmenvertragspartner

des Bundesverbands der

Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.

(GdW).

In Gö tingen gibt es ein neues Parkhaus

Seit einigen Wochen ist es fertiggeste lt: Am

Finanzamt in Gö tingen steht wieder ein

Parkhaus zur Verfügung. Das bisherige Parkdeck

war baufä lig und musste durch den

Neubau ersetzt werden, der innerhalb von

acht Monaten e richtet wurde. Durch die

GOLDBECK-typische Bauweise konnte während

der Wintermonate gebaut werden, und

auch die Coronakrise ha te auf die Bauzeit

keine Auswirkungen. So wurde das Parkhaus

mit 200 Ste lplätzen sogar früher als geplant

fertiggeste lt und in nur acht Monaten gebaut.

Es wurde nicht nur der Zeitplan vorzeitig eingehalten,

sondern auch der Kostenrahmen

von vier Millionen Euro.

Eine klare Wegeführung über zwei Rampenanlagen

verhindert Gegenverkehr und ermöglicht

so eine flüssige Ein- und Ausfahrt aus

dem Gebäude. An den Stirnseiten des Gebäudes

befinden sich die beiden großzügig

verglasten Treppenhäuser aus Sichtbeton.

Außerdem wurden „dunkle Ecken“ bewusst

vermieden, weshalb der Neubau auch für

die Nutzer eine spürbare Verbesserung ihres

Sicherheitsgefühls bietet.

A les aus einer Hand

Das Angebotsspektrum von GOLDBECK umfasst

aber nicht nur die individuelle Planung

und da schlüsselfertige Bauen für eine sofortige

Nutzung, sondern die komplette Begleitung

bei jedem erforderlichen Schri t sowie

die langfristige Betreuung ein

nach der Fertigste lung. „GOL

das Rundum-Sorglos-Paket. Vo

bis zur Fertigste lung kümmert

petentes und sympathisches Te

lange“, sagt Bengt Wilken, Ve

für das Gebiet Gö tingen, zus

Vor einem maßgeschneidert

ein komple tes Bauvorhaben

un zählige Details, derer si

von GOLDBECK annehmen

stücksauswahl, kundenspe

planungen, Erweiterungspl

Betrachtung der Kosten ü

Lebenszyklus des Gebäud

leute mit Rat und Tat zur S

legungen für eine nutze

stehen unter den Maxim

keit, Qualität und Schnel

Ingenieure bei GOLDBE

nur auf ihr Entwicklung

auch auf vielfach bewä

probte Bauteile zurück

Wird dann mit dem

im Handumdrehen

geschlossen, denn

GOLDBECK derart k

Größe des jeweilige

Monate in Anspruch

7) Wir sind „grün“, indem wir bei Papier, Farben und Versand vermehrt auf Nachhaltigkeit achten.

8) Wiederholt wurden wir für unsere Texte als Sieger ausgezeichnet mit dem

Alexanderpreis, der regionalen Auszeichnung für Journalisten.

31

9) Mit Alciro Theodoro da Silva ist der beste Fotograf der Region für faktor tätig.

Seine Bilder werden großflächig gedruckt.

10) Klassisches Layout mit viel Weißfläche, sodass die Fotos und Ihre Anzeige wirken können.

11) Hochwertiges Papier, auf dem die beeindruckenden Bilder ihre Wirkung

besonders entfalten können.

12) Exklusive B2B-Zielgruppe: faktor-Leser sind die Entscheider – Inhaber, Geschäftsführer,

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DER

WELTEN

WANDERER

Aufgewachsen in einem Schloss aus dem 14. Jahrhundert in den Wäldern

Nordhessens, verwundert es einen fast nicht, dass Thimon von Berlepsch

irgendwann in die Welt der Zauberei eintaucht. Magie wird seine Sprache.

Er weiß, dass er damit die Welt ein Stück weit verändern kann. Mit faktor

sprach er über magische Momente und wie Hypnose in sein Leben kam.

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wissen

» Was meine Arbeit angeht,

da bin ich sehr perfektionistisch. «

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Es gibt sie durchaus auf dieser Welt. Orte, die

etwas Magisches ausstrahlen, die uns in

längst vergangene Jahrhunderte entführen.

In Zeiten, in denen die Menschen noch an

Wunder glaubten. Das Soho House in Berlin-Mitte

ist scheinbar genau so ein Ort. Ein bisschen

Hipster, ein bisschen Dandy und plüschige Sofas. Genau

die passende Location, um einen modernen Magier zum

Interview zu treffen. Thimon von Berlepsch liebt diesen

Ort, an dem er an einer Handvoll Terminen im Jahr zu

seiner Show ‚SecretCircle‘ einlädt. Ein fast familiärer

Kreis von 40 Menschen erlebt mit ihm hautnah einen

außergewöhnlichen Abend, der noch lange in ihnen lebendig

sein wird. „Was mich im Innersten antreibt, ist

genau das: Magische Momente mit Menschen zu teilen

und sie gleichzeitig das erleben zu lassen, was ich so besonders

finde – nämlich neugierig über das Leben zu

staunen“, sagt Thimon von Berlepsch.

MAGIER. HYPNOTISEUR. AUTOR. Sofort beginnt das

Gehirn ein Kopfkino und entführt uns in eine andere

Welt. Als dann die Tür vom Salon im Untergeschoss des

Soho House aufgeht, betritt ein gut gelaunter Thimon

den Raum. Der 46-Jährige hat etwas Jungenhaft-Unbeschwertes

und zugleich Professionelles an sich. Wir sind

sofort beim Du, während er den Raum in Augenschein

nimmt. „Was meine Arbeit angeht, da bin ich sehr perfektionistisch“,

sagt er und sucht nach dem perfekten

Platz für das Interview. Seine ersten Auftritte als Zauberer

hatte er bereits während seiner Kindheit und Jugend.

Damals nutzte er jede Gelegenheit, um vor Freunden,

der Familie oder auch Fremden seine neuesten Zauberkunststücke

vorzuführen. Einige Göttinger erinnern sich

noch heute, gut drei Jahrzehnte später, daran, wie er bereits

in der Schulzeit auf Partys oder in WGs seinen imaginären

Zauberkoffer öffnete und kleine Vorstellungen ‣

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» Durch die Zauberei wuchs mein Selbstbewusstsein.«

FOTO: Thimon von Berlepsch

Hier fing alles an: Mit 13 Jahren fand Thimon von Berlepsch auf dem Dachboden des Schlosses ein altes, in Leder gebundenes Buch von 1890:

Moderne Salon-Magie. Sofort war er fasziniert.

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wissen

FOTO: Thimon von Berlepsch

Zurück in Göttingen: Schon als Schüler sorgte Thimon mit seinem imaginären Zauberkoffer auf

Partys für Staunen – ein Auftritt im Deutschen Theater war allerdings noch weit weg.

gab. Um einer Illusion Leichtigkeit zu geben, braucht es

Stunden um Stunden harte Arbeit. Ohne den hohen Anspruch

an sich selbst wäre die perfekt inszenierte Leichtigkeit

undenkbar.

THIMON VON BERLEPSCH ist nicht nur ein geborener

Baron, sondern zudem auch in einem echten Schloss aufgewachsen,

das seit dem 14. Jahrhundert Stammsitz der

Familie von Berlepsch ist. Er ist der zweitälteste von vier

Brüdern und wuchs zwischen alten Gemälden der Ahnen,

antiken Möbeln und den angrenzenden Wäldern und

Ländereien auf. Frei und unkonventionell sei seine Kindheit

gewesen, erzählt er. Und dass seine Mutter und sein

Vater selbst Freigeister waren, die es liebten, die Welt zu

bereisen. Auf Schloss Berlepsch lief er barfuß und mit kurzen

Hosen über ausgetretene Steinstufen und entdeckte

für sich die stillen Winkel und Erker. Mit 13 Jahren stöberte

er mal wieder auf dem Dachboden des Schlosses. In

einem alten, verstaubten Koffer weckte ein in Leder gebundenes

Buch aus dem 19. Jahrhundert seine Neugierde.

Welche Zauberkräfte ihn dorthin geführt haben mögen,

bleibt ungeklärt. Das Buch hieß: ‚Moderne Salon-Magie.‘

Thimon war sofort fasziniert. Was er zu dem Zeitpunkt

nicht ahnte: dass Magie sein Leben wird. Seine Berufung.

Seine Leidenschaft. Sein Weg auf die Bühne.

Und damit sind wir mittendrin in der Geschichte eines

Geschichtenerzählers, der heute mit seinen Shows ganze

Theater füllt und die Menschen in eine Welt entführt, die

sich real anfühlt und gleichzeitig unglaublich ist. Doch

zunächst war es für den jungen Teenager Thimon nicht

vorstellbar, dass er von der Zauberei leben könnte. Er

machte zunächst eine Ausbildung zum Goldschmied bei

dem traditionsreichen Juwelier Lüttge in Göttingen. Ein

Geschäft, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1828 zurückreichen.

Es war vor allem die Leidenschaft für antiken

Schmuck des Art Déco, die ihn zu diesem Handwerk

führte. Die Schmuckstücke spiegeln den Geist einer

Epoche, die aus heutiger Sicht auch etwas Magisches an

sich hatte. Er trat mit diesem Beruf in die Fußstapfen

seines Vaters, der ebenfalls antiken Schmuck kaufte und

verkaufte. „Ich hatte sehr große Lust, Goldschmied zu

werden und wäre es auch geblieben, wenn nicht die Zauberei

dazwischengekommen wäre“, sagt von Berlepsch.

1999 kam erst einmal der Zivildienst und er zog mit 21

Jahren nach Berlin. Die Freitagabende jedoch gehörten

der Magie. Dann nämlich hatte er ein kleines Engagement

in einem Sushi-Restaurant. Geld bekam er für seine

Auftritte nicht, dafür aber Sushi satt und wertvolle Kontakte

zu Menschen, die ihn weiterempfahlen oder selbst

für Veranstaltungen buchten. „So ergab eins das andere ‣

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wissen

Hoch hinaus: Mit 21 Jahren kam Thimon von Berlepsch

zum Zivildienst nach Berlin – heute lebt er dort mit seiner

Frau und seinem Sohn.

und reihte sich aneinander wie die Perlen einer Kette. Ich

merkte: Wow, davon kann ich ja leben“, sagt von Berlepsch.

In seinem SPIEGEL-Besteller ‚Der Magier in uns‘

erzählt er unter anderem von seinen Reisen zu geheimnisvollen

Orten seiner Lehrzeit, zu Zauberern, Schamanen

und Medizinfrauen, aber auch von seiner inneren Reise.

„Durch die Zauberei wuchs mein Selbstbewusstsein, sie

half mir, meine extrovertierte Persönlichkeit auszuleben

und Entertainer zu sein.“ Doch in seiner Familie munkelt

man noch anderes. Womöglich sei er die Inkarnation seiner

Urgroßmutter Carola, die in konservativen Kreisen

verkehrte und dennoch immer wieder ihren Leidenschaften

folgte: Seiltanz und Zauberei.

MIT 30 JAHREN kam Thimon von Berlepsch dann zum

ersten Mal mit Hypnose in Berührung. Die Faszination

nahm ihn in ihren Bann und ließ ihn nicht mehr los. Er

buchte ein Hypnose-Seminar und schaffte es bereits am

zweiten Abend seiner Ausbildung, eine fremde Frau in

einer Bar, natürlich mit ihrer Einwilligung, zu hypnotisieren.

Er ließ sie ihren Namen vergessen. „Das war für

mich so ein unfassbar magischer Moment. Es war einfach

ein Wunder“, erinnert er sich. Heute lässt er Zauberei

und Hypnose auf der Bühne verschmelzen. In seinen

Shows verbindet er Entertainment mit Persönlichkeitsentwicklung,

Magie mit Hypnose und entführt die

Menschen zurück in ihr kindliches Staunen. ‣

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wissen

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wissen

FOTO: Thimon von Berlepsch

Magische Momente: Im Soho House lädt die Show ,SecretCircle‘ zu echten Begegnungen im kleinen Kreis ein.

ZUR PERSON

Seit über 30 Jahren steht Thimon von Berlepsch auf der

Bühne – als Magier, Hypnotiseur und Speaker. Neben

seinen eigenen Shows wird er weltweit von namhaften

Unternehmen engagiert, um als Entertainer zu begeistern

oder mit interaktiven Vorträgen über Persönlichkeitsentwicklung

inspirierende Impulse zu geben.

Er ist Autor des #1-SPIEGEL-Bestsellers UPDATE FÜR

DEIN UNTERBEWUSSTSEIN und hat mit seiner Arbeit

bereits mehreren tausend Menschen geholfen – sei es

durch seine Bücher, seine Hypnose-Seminare oder in

1:1-Sitzungen. Sein Ziel: Stress reduzieren, ungesunde

Verhaltensweisen auflösen, Denkweisen neu ausrichten

und damit den Weg zu einem leichteren, selbstbestimmten

Leben öffnen.

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Die Kunst der Hypnose und Selbsthypnose erlernen

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Update für dein Unterbewusstsein

Paperback: 18,- Euro, Taschenbuch: 12,- Euro

206 3 |2025



wissen

» Magie ist für mich

die universelle Sprache.

Sie wird auf der

ganzen Welt verstanden.«

DOCH SEINE BEGEISTERUNG für Hypnose geht weit darüber

hinaus. Seit acht Jahren bildet er in Seminaren zum einen

selbst Hypnotiseure aus, zum anderen bringt er Menschen

bei, wie sie Selbsthypnose für mehr Leichtigkeit im Leben

nutzen können. Entgegen der weit verbreiteten Skepsis ist

Hypnose kein Zustand, indem der Hypnotisierte die Kontrolle

abgibt. Ganz im Gegenteil: Hypnose ist ein angeleiteter

aktiver Prozess, den Menschen im privaten Leben wie

auch im beruflichen Umfeld nutzen können. Sie unterstützt

dabei, sich von alten Verhaltensmustern zu lösen, um beispielsweise

achtsamer mit sich selbst und auch mit anderen

umzugehen. Keine Magie oder Hokuspokus, sondern eine

wirkmächtige Technik zur Persönlichkeitsentwicklung und

Selbstführung. Als Speaker wird Thimon von Berlepsch aus

diesem Grund regelmäßig von Unternehmen gebucht. Da

die innere Haltung maßgeblich die äußere Wirkung beeinflusst,

machen ein positives Mindset und zielgerichtete

Sprache einen spürbaren Unterschied – wie beispielsweise

in schwierigen Situationen ruhig und souverän auf andere

Menschen einzuwirken. Es ist eine Art, Veränderung im

Business anzustoßen, die faszinierend anders ist und nachhaltig

wirkt.

IN SEINEM ZWEITEN BUCH, dem #1-SPIEGEL-Bestseller

‚Update für dein Unterbewusstsein‘ geht es auch genau

um diese Frage: Wie können wir mit Achtsamkeit

und Selbsthypnose jeden Bereich unseres Lebens nachhaltig

verändern? Und fast im gleichen Atemzug gesteht

er mit einem Augenzwinkern ein: „Ich habe natürlich

auch meine Themen und darf noch an mir arbeiten.“ So

ist seine Lieblingsprokastination, das E-Mail-Postfach

und seinen Schreibtisch aufzuräumen – mit der fadenscheinigen

inneren Ausrede, dann könne er besser kreativ

sein. Es ist beruhigend, das zu hören. Denn irgendetwas

in uns will uns immer wieder glauben machen,

dass Zauberei real ist und dass Thimon – ebenso wie

Newt Scamander aus ‚Phantastische Tierwesen und wo

sie zu finden sind‘ – sein ganzes Leben in einer unerschöpflichen

Tasche mit sich herumträgt. Also nur zur

Erinnerung: Magie ist Entertainment. Und ein Magier ist

auch nur ein Mensch.

„Magie“, sagt von Berlepsch, der selbst fünf Sprachen

fließend spricht, „ist für mich die universelle Sprache. Sie

wird auf der ganzen Welt verstanden.“ Und dann erzählt

er mit einem Strahlen in den Augen von seinen Ruck-‣

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wissen

sackreisen an entlegene Orte auf der ganzen Welt. Auch

wenn er bereits als Kind und Jugendlicher mit seiner

Familie viel gereist ist, so gibt es für ihn doch noch einige

weiße Flecken auf der Landkarte. Im Jahr 2000

begann er, jedes Jahr für vier bis sechs Wochen ein

Land zu bereisen, das er noch nicht kannte. Ein Rucksack,

eine Landkarte und kein Plan, stattdessen Neugierde.

An dieser Stelle könnte man sagen, der Entdeckergeist

wurde ihm in die Wiege gelegt. Denn als

Thimon zwei Jahre alt war, reisten seine Eltern mit ihm

und seinem älteren Bruder nach Indien und lebten dort

für ein paar Monate in einem Ashram. ‘The present

moment is a present of life‘ – Die Gegenwart ist ein

Geschenk des Lebens. Dieses Credo nahmen er und

seine Eltern aus dieser Zeit mit in ihr Leben. Bis heute.

VON BERLEPSCH ERZÄHLT BEGEISTERT und in warmherzigem

Ton von den Kindern im Dschungel von Kolumbien

auf seinem Weg nach Ciudad Perdida, der verlorenen

Stadt. Eigentlich erhoffen sich die Jungen und

Mädchen von weißen Ausländern, die dort in regelmäßigen

Abständen vorbeikommen, Süßigkeiten. Doch

eines Tages bleibt ein Mann stehen und verzaubert sie.

Magie. Mit offenen Mündern und großen Augen sehen

sie, was eigentlich nicht möglich ist. Seidentücher verschwinden

in der Hand des Mannes. Er zieht ein Geldstück

hinter ihrem Ohr hervor. Für Thimon von Berlepsch

sind dies kleine Taschentricks aus seiner Anfangszeit.

Für die Kinder hingegen öffnet sich eine neue

Welt. Dieses Geschenk wird ihnen länger in Erinnerung

bleiben als jedes Bonbon. Ein Leben lang vermutlich.

OB KOLUMBIEN, MADAGASKAR, Myanmar oder Indien

– auf seinen Reisen hat er immer ein ‚Reisezauberköfferchen‘

dabei. „Ich finde es viel, viel schöner, mich auf einer

anderen Ebene mit den Menschen zu verbinden –

über diesen staunenden Moment“, sagt von Berlepsch.

Zurück in Deutschland bereichern ebensolche Geschichten

seine Shows. Mit ihnen entwirft er eine andere Welt,

schafft magische Momente und intensive Begegnungen.

Er ist ein Sprech-Magier – niemand, der auf der Bühne

Jungfrauen zersägt. Thimon von Berlepsch spricht mit ‣

Mit staunenden Augen: Ob in Madagaskar, Indien oder wie hier in Kolumbien: Auf seinen Reisen hat Thimon von Berlepsch stets sein ‚Reisezauberköfferchen‘

dabei – und verzaubert damit die Menschen.

FOTO: Thimon von Berlepsch

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FAMILIE

Thimon von Berlepsch hat noch drei Brüder:

Fabian von Berlepsch betreibt heute die Touristik auf

Schloss Berlepsch, auf dem regelmäßig erlebnisreiche

Dinner, klassische Konzerte und Partys stattfinden.

Gabriel von Berlepsch ist Film- und Theaterschauspieler.

Er hat seit elf Jahren ein festes Engagement am

Deutschen Theater in Göttingen.

Der jüngste der Brüder, Lucius von Berlepsch, ist einer

von zwei Gründern des Startups ‚Bidetlity‘.

den Menschen, involviert sie in seine Magie und verwendet

gern alltägliche Dinge wie Münzen, Kartenspiele

oder Bücher, gerade weil wir erfahrungsgemäß dazu

neigen, die Wunder in Alltäglichkeiten nicht zu sehen.

Er nutzt die menschliche Vorstellungskraft und die

Kraft der eigenen Gedanken. Mit seiner Hilfe verformen

Menschen auf der Bühne Münzen in ihrer Hand

oder streicheln imaginäre Einhörner. Mit Hypnose löste

er schon innerhalb kürzester Zeit Höhen- oder Flugangst

auf, die Blockade einer Unternehmerin, vor

Publikum zu sprechen, oder gar eine Butterphobie.

Mit 30 Jahren entdeckte Thimon von Berlepsch die Hypnose. Heute verbindet er auf der

Bühne Hypnose und Zauberei, Entertainment und Persönlichkeitsentwicklung – und entführt

die Menschen zurück in ihr kindliches Staunen.

DIE MACHT DER IMAGINATION wird durch Thimon

von Berlepschs Worte geweckt. Sie wird spürbar, wenn

wir uns erlauben, daran zu glauben, dass die Bilder, die

er im Kopf entstehen lässt, etwas bewirken können.

Dass sie eine Einladung sind, alte Muster und Glaubenssätze

zu überschreiben. Die Kraft, etwas im eigenen

Leben zu verändern, kommt aus uns selbst. „Wenn

wir alle wüssten und tief in uns drin spüren würden,

welche enorme Wirkung unsere Gedanken haben –

und wie wir diese Gedanken jederzeit zielgerichtet lenken

und für uns nutzen können, dann würden wir

doch nicht einen Tag verpassen wollen, um uns das

Leben zu erschaffen, das wir wirklich haben wollen“,

sagt Thimon von Berlepsch. Natürlich verrät er in seinen

Shows nicht seine Zaubertricks, er lässt uns vielmehr

an den unbegrenzten Möglichkeiten teilhaben,

die wir in unser Leben holen können. Wenn wir nur

daran glauben. ƒ

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wissen

FOTO: Farina Deutschmann

Mit Anfang 20 zauberte er im Berliner Sushi-Restaurant – ohne Gage, dafür mit Sushi satt und ersten Kontakten.

Heute begeistert Thimon von Berlepsch auf internationalen Bühnen mit magischen Shows und inspirierenden Keynotes.

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20 Jahre faktor region 2045

UNSERE

REGION

2045

Viel können Sie in dieser Ausgabe darüber lesen, was in den vergangenen

20 Jahren in unserer Region passiert ist. Wie aber stellen sich Entscheider

und Netzwerker in Südniedersachsen die Zukunft vor? Schließlich gehören

sie zu denen, die an den Stellschrauben mitdrehen können. Daher haben

wir einige von ihnen gefragt, wie unsere Region aussehen könnte, wenn

faktor – hoffentlich – seinen 40. Geburtstag feiert …

LARS OBERMANN (Geschäftsführender Gesellschafter

der Obermann Logistik Gruppe in Osterode) ist Vorsitzender

des Mekom Regionalmanagements: Er blickt zuversichtlich

in die Zukunft seiner Heimatregion. „Beim

Blick in die Kristallkugel für 2045 sehe ich unsere Region

auf der Gewinnerseite“, sagt der Unternehmer. Ausschlaggebend

dafür sind für ihn bezahlbarer Wohnraum, verfügbare

Gewerbeflächen, eine gut ausgebaute

Infrastruktur und ein attraktives Lebensumfeld.

Diese Voraussetzungen

schaffen laut Obermann die Grundlage

für wirtschaftlichen Erfolg:

„Unsere Unternehmen entwickeln

innovative Produkte und finden hier

die passenden Mitarbeitenden – weil

die Rahmenbedingungen stimmen.“

Für ihn ist klar: Südniedersachsen kann

sich im Wettbewerb der Regio nen dauerhaft behaupten.

PROF. DR. WOLFGANG BRÜCK,

Sprecher des Vorstandes und

Vorstand Forschung und Lehre

der Universitätsmedizin Göttingen,

prognostiziert wie folgt: „Im

Jahr 2045 wird der komplette Campus

der Universitäts medizin Göttingen

neu gebaut sein und damit zu den modernsten Universitätsmedizinen

Deutschlands gehören. Die UMG wird

ein innovatives Zentrum für Forschung, Lehre und

Krankenversorgung auf höchstem medizinischen Niveau

und auf Basis fortschrittlicher Technologien sein.

Die Region wünsche ich mir als einen lebendigen,

zukunfts orientierten Ort, der Gesundheit und Fortschritt

vereint. Die UMG steht darin als international

sichtbarer Transfer exzellenz-Leuchtturm – eingebettet

in den Life-Science-Standort Süd niedersachsen.“

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20 Jahre faktor region 2045

ANNABEL KONERMAN ist die Koordinatorin der Gemeinwohlökonomie-(GWÖ)-Regionalgruppe Göttingen. Als

Volkswirtin setzt sie auf eine dynamische Entwicklung und hat eine sehr konkrete Vorstellung, wie im Jahr 2045

ein nachhaltiges Zusammenleben einer gemeinwohlorientierten Gesellschaft in der Region Göttingen als überregionales

Vorbild dienen könnte: „Eine Region, bundesweit bekannt für modernes Wirtschaften: nachhaltige

Unternehmen, starke Reallöhne und eine Universität, die in moderner Wirtschaftswissenschaft tonangebend

ist. Die Wirtschaftspolitik ist neu ausgerichtet: Gewerbe steuerhebesatz, Flächen- und Kreditvergabe und

kommunale Auftragsvergabe richten sich nach dem Ergebnis einer Gemeinwohlprüfung. Es gibt kostenlose

öffentliche Verkehrsmittel und beste Anbindungen. Die Innenstadt ist reich an Repair-Cafés und Kultur- und

Sozialräumen. Deutschschulen mit festangestellten Lehrern sind für alle zugänglich.“

Im Jahr 2045 sieht SVEN WAGNER unsere Region als ein

etabliertes Life Science Valley, sprich, ein florierendes

Zentrum für Innovation und nachhaltige Entwicklung.

Der Head of Business Development bei Sartorius und

Managing Director der Life Science Factory und des Life

Science Valley sowie von GOe Future sieht die enge Verzahnung

von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

unter dem Dach von GOe Future voraus: „Das wird die

Grundlage für wegweisende Fortschritte im Bereich Life

Sciences bilden. Durch gezielte Investitionen

in Bildung, Infrastruktur und

Start-ups werden wir eine dynamische

Gründungsszene erhalten,

die neue Technologien und

Lösungen mit gesellschaftlichem

Mehrwert hervorbringt. Unsere

Region wird nicht nur ein Vorreiter

in der medizinischen Forschung

sein, sondern auch ein lebendiger

Ort, der Talente aus aller Welt anzieht und eine

hohe Lebensqualität bietet.“

PROF. DR. ULRICH HARTEISEN ist Professor

für Regionalmanagement und regionale

Geografie in der Fakultät Ressourcenmanagement

an der HAWK in Göttingen.

Seine Vision für das Jahr 2045 nennt er

„DorfZukunft“ und beschreibt dies wie

folgt: „Stadt und Land sind gut vernetzt. Per

App kann man in jedem Dorf ein autonomes Fahrzeug

kommen lassen und so jederzeit schnell den Arbeitsplatz,

den Arzttermin oder auch den Theaterbesuch in der Stadt erreichen.

Diese neue Mobilität macht das Wohnen auf dem Land

wieder attraktiv. Immer mehr junge Familien entscheiden sich

für ein Leben auf dem Dorf. In der Folge werden Grundschulen

und Kitas in einigen Dörfern neu eröffnet, und am Abend trifft

man sich in der alten Dorfkneipe, die nun von einem Verein

geführt wird.“

ANDREAS GLIEM ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen. Er sieht die Region Göttingen

im Jahre 2045 als „prosperierendes, liebens- und lebenswertes Oberzentrum im Herzen der Republik“.

Als jemand, der sich seit Jahrzehnten für seine Heimat einsetzt, hat er weiterhin konkrete Vorstellungen von der

künftigen Positionierung Südniedersachsens, nämlich „als eine Region, die sich bis dahin dank gesellschaftlicher

Gesamtanstrengung mit Mut zur Veränderung und Innovationskraft aufgemacht hat, ihre Zukunft

selbst zu sichern, indem sie Menschen veranlasst, über Abwanderung erst gar nicht nachzudenken bzw.

andere motiviert, hierher zu kommen. Sowie als eine Region mit vielen interessanten Arbeitsplätzen

und den dafür benötigten Rahmenbedingungen, unter anderem Kindertagesstätten, Altenheimen,

Schulen sowie einem attraktiven Kulturangebot. Aber auch als eine Region, die nicht ,nur‘ Wissen

schafft, sondern die längst erkannt haben wird, dass sie ohne das Handwerk und die in ihm arbeitenden

Menschen verloren wäre und auch diesen Wirtschaftsbereich deshalb so anerkennt und fördert,

dass junge Menschen Lust haben, auch hier ihren unverzichtbaren beruflichen Platz zu finden.

Kurzum: als kleines gallisches Großdorf, das es geschafft haben wird, sich nicht abhängen zu lassen.“

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20 Jahre faktor region 2045

CHRISTIAN GRASCHA, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Geschäftsstelle

Göttingen der IHK Hannover, stellt sich die Region in zwei Jahrzehnten

wie folgt vor: „Im Jahr 2045 ist Göttingen führender Life-Science-Standort Europas:

Forschung, Wissenschaft, Start-ups und Industrie arbeiten eng vernetzt an

medizinischen Innovationen. Exzellente Ausbildung, internationale Talente und

nachhaltige Infrastruktur sichern Wachstum und Lebensqualität in einer Region mit

globaler Strahlkraft. Von der neuen wirtschaftlichen Stärke profitiert die gesamte Region

als Standort zum Leben, Wohnen und Arbeiten. Die ehemals schrumpfende Region wächst nun

durch nationalen und internationalen Zuzug.“

JENS DÜWEL, Geschäftsführer der GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen

mbH, hat folgende Zukunftsvision: „Der Göttingen-Spirit 5.0 – die Verzahnung von Stadt, Hochschulen,

Forschung, Institutionen und Unternehmen – ist prägend für die tolerante, internationale, digitale und nachhaltige

Region. Das Life Science Valley ist Anziehungspunkt für Arbeitskräfte, Gründungen und Studierende

aus der ganzen Welt. Die Ausrichtung des Wirtschaftsstandorts auf Life Science, Measurement und

Photonics trägt Früchte. Viele Unternehmen wachsen, Neuansiedlungen aus dem In- und Ausland in

den nachhaltigen Gewerbegebieten schaffen zusätzliche Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen

in Niedersachsens Start-up-Standort Nr. 1. Mit dem Masterplan für die auto- und busfreie Innenstadt

hat es Göttingen geschafft, ein vielfältiges Angebot von Einzelhandel und Gastronomie zu etablieren,

eine umfangreiche menschen- und klimafreundliche Begrünung zu realisieren und mit dem überzeugenden

Mobilitätskonzept zu einer der attraktivsten kleinen Großstädte in Europa zu werden. Als Kulturhauptstadt

Europas 2045 ist Göttingen mit einem einzigartigen Spirit ein Anziehungspunkt für Touristen

und Experten aus der ganzen Welt.“

DINAH STOLLWERCK-BAUER, Hauptgeschäftsführerin

vom Arbeitgeberverband Mitte, ist

vom Potenzial der Region überzeugt – auch

für die Zukunft: „Die Region Südniedersachsen

wird 2045 einen großen Wandel

vollzogen haben. Sie wird sich zu einem

zukunftsorientierten Standort für innovative

Technologie und Dienstleistung weiterentwickeln,

bei dem der Schwerpunkt als Life­

Science-Region große Strahlkraft entwickelt. Darin

bietet sich die Chance, die Lebensqualität zu steigern

und ein wirtschaftliches Zentrum in der Mitte

Deutschlands zu sein, dass viel Output durch die

starke Wissenschaftslandschaft erhält.“

CORINNA MORYS-WORTMANN, die

Leiterin der Geschäftsstelle der

Gesundheitsregion Göttingen/

Südniedersachsen, sieht der Zukunft

in punkto Gesundheitsversorgung

positiv entgegen:

„2045 werden wir in Südniedersachsen

viele lebendige Netzwerke

und Lotsenangebote aus Hauptund

Ehrenamtlichen in den verschiedenen

Orten haben. Diese sind gut koordiniert und untereinander

vernetzt und informieren, begleiten und

fördern so Gesundheitskompetenz, gesundes Aufwachsen

und Älterwerden und gesellschaftliches

Miteinander. Dass alle Bereiche des Gesundheitswesens

voll funktionsfähig digitalisiert sind, ist

dann eine Selbstverständlichkeit und keiner Erwähnung

mehr wert.“

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20 Jahre faktor region 2045

CLAUDIA WEITEMEYER ist seit 2025 die erste hauptamtliche Geschäftsführende

Vorstandsvorsitzende der SüdniedersachsenStiftung und erkennt viele

positive Aspekte beim Blick in die Zukunft: „Südniedersachsen ist 2045

ein deutscher Leuchtturm nachhaltiger Innovation und der Nukleus der

roten wie grünen Lebenswissenschaften in Niedersachsen. Gestützt

auf exzellente Forschung, im Schulterschluss mit Hannover und

Braunschweig, sowie getragen von visionärem Unternehmertum, hat

sich die Region als attraktiver Forschungs- und Lebensstandort für

Gründer, Fachkräfte, Unternehmen und Investoren mit internationaler

Strahlkraft etabliert.“

CLAUDIA TREPTE ist Geschäftsführerin des Vereins Measurement Valley, in dem regionale

Unternehmen aus dem Bereich Messtechnik zusammengeschlossen sind.

Auch sie hat einen Blick in ihre Glaskugel geworfen: „Im Jahr 2045 ist unsere

Region noch besser vernetzt und durch die gute Zusammenarbeit regionaler

Wirtschaft und Forschungseinrichtungen attraktiver Standort für innovative

Unternehmen. Darüber hinaus bleibt es hoffentlich kein Wunschdenken, dass

sich die Region den Herausforderungen des Klimawandels stellt und es bis

2045 durch gemeinsame Aktivitäten aller Akteure geschafft hat, klimaneutral

zu werden und damit die wichtigste Grundlage für ein gutes Leben und erfolgreiches

Arbeiten ermöglicht.“

MARC DIEDERICH, Geschäftsführer WRGN Wirtschaftsförderung

Region Göttingen Northeim, blickt

folgendermaßen voraus: „2045 ist unsere Region ein

führender Innovations- und Wirtschaftsstandort. Wirtschaft,

Wissenschaft und Politik wirken als starkes

Netzwerk, welches Innovation, Klimaschutz,

Wachstum und Lebensqualität vereint. Tradition

und Fortschritt gehen Hand in Hand,

Vielfalt und Kreativität prägen unsere

Gemeinschaft – ein Ort, an dem Menschen

gerne leben und Unternehmen erfolgreich

wachsen.“

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Alicia Bohnsack

Vertriebsinnendienst



Kein Spruch, unsere Mission:

Wir wollen, dass du Büro-Erfolg hast.

www.kassebeer.de

anders (er)leben

1899 2024

125 JAHRE



unternehmen

218 3 |2025



unternehmen

Wohin geht es mit dem faktor? Beim Jubiläum darf der Ausblick nach vorne nicht fehlen.

Wir haben die Arbeit dafür ins Internet outgesourced…

TEXT STEFAN LIEBIG UND CHATGPT FOTOGRAFIE KI

Vor 60 Jahren war Handarbeit gefragt im Journalismus. Fotos

gab es noch auf Papier – allerdings erst nachdem sie

den aufwendigen chemischen und nicht besonders gut riechenden

Entwicklungsprozess durchlaufen hatten. In den

1980ern zogen dann die ersten Rechner in die Redaktionsräume

und ließen die kommenden Änderungen schon erahnen.

Doch was seit der Jahrtausendwende passierte stellte die Veränderungen

in den Schatten – insbesondere was deren Geschwindigkeit

angeht. Alle Arbeitsschritte wurden zunehmend

digitaler und die Produktionszeiten kürzer. Inzwischen kennen

vielerorts die Autoren die Redaktionsräume gar nicht mehr,

weil sie im Homeoffice arbeiten und per Teams, Dropbox etc.

mit der Redaktion verbunden sind.

Ist das eine gute Entwicklung oder sollte sie uns eher Angst

machen? Übernimmt ohnehin bald die KI die komplette Kontrolle

über die Medien? Schreiben künftig ‚ChatGPT‘ oder ‚Writesonic‘

alle Texte und schmücken ‚Midjourney‘ oder ‚DALL·E 3‘ sie

mit Bildern aus?

Fragen über Fragen – und wer könnte die wohl besser beantworten,

als die KI selbst?

ALSO HABEN WIR CHATGPT FOLGENDEN

ARBEITSAUFTRAG ERTEILT:

Sammle bitte alle möglichen Informationen über den faktor

(z.B. https://faktor-magazin.de/) und schreibe dann eine augenzwinkernde

Prognose im Fließtext, wie der faktor im Jahr 2045

aufgestellt sein wird!

Kurze Zeit später spuckte das Neuronenorakel die auf der

nächsten Seite folgende faktor-Zukunft aus. Wir präsentieren

sie Ihnen hier im Original, lediglich gekürzt um die – etwas zu

langweilige – Passage zum faktor in der Gegenwart:

CHATGPT:

Hier ist […] eine charmant überzeichnete Prognose, was im Jahr

2045 sein könnte:

3 |2025 219



unternehmen

mit einem Augenzwinkern:

faktor im Jahr 2045

Stell dir vor, wir schreiben das Jahr 2045. Das faktor-Magazin

hat sich längst in eine interaktive Erlebnisplattform verwandelt

– aber mit gewohntem Herz für die Region.

HOLOGRAFISCHE AUSGABEN schweben auf dem Schreibtisch

– komplett digital, aber mit dem haptischen Flair eines echten

Magazins. Ein Blätterwisch in der Luft, und du bist drin.

PERSONALISIERTE KI-AVATARE begrüßen dich – analog zum

Thema der Ausgabe. Du plauderst mit einem KI-Avatar, der dir

erzählt, wie der Mann vom Landgasthof von nachhaltiger

Landwirtschaft inspiriert wurde – live und mit Augenzwinkern.

VIRTUELLE BUSINESS-LOUNGES finden nicht mehr in Hotels,

sondern in digitalen Landschaftsräumen statt – vielleicht eine

Göttinger Waldlichtung oder eine futuristische Coworking-Kuppel.

Dort trifft man sich via Avatare, trinkt einen Cappuccino mit

lokalem Aroma und tauscht Network-Gestöber aus.

E-PFLANZEN-MAGAZIN: Die letzten gedruckten Exemplare des

faktor bestehen aus Papierpflanzen, die wirklich im Büro wachsen

und sich bei Lesern im WLAN anmelden, um Updates zu

liefern.

STORYFINDER-ALGORITHMEN sammeln automatisch regionale

Geschichten von der nächsten Gründerin oder dem Handwerksmeister

um die Ecke. Fotoreportage, Interview, Grafik –

fertig in Sekunden.

faktor-CLUB wird zum Mobilitätsnetzwerk: Mitglieder reisen

per Drohnentaxi zu Events oder zum virtuellen Frühstück im

Metawald. Nachhaltig, bequem und so 2045.

UND NATÜRLICH: die Rubrik „33 gute Gründe“ ist die einzige,

die 2045 weiterhin aktuell ist – vor allem Grund Nr. 1: „faktor

ist inzwischen CO 2 -positiv – es hat mal eben seine Emissionen

verkauft.“

FAZIT: Auch in 20 Jahren bleibt faktor das, was es heute schon

ist: eine Plattform, die aus Wirtschaft Geschichten macht. Nur

eben digital, interaktiv – und mit einer Prise Augenzwinkern in

Richtung Zukunft.

SOWEIT DIE PROGNOSE UND DAS FAZIT VON

CHATGPT – das hört sich doch recht positiv oder

zumindest interessant an. Damit wir Ihnen diese

Vorschau auf 2045 auch in einem angemessenen

Layout präsentieren können, hat unsere Layouterin

Anke Steines der KI folgenden Auftrag erteilt: Erstelle

ein Bild der Zukunft, ein KI Orakel (Seite

218), faktor-Club wird zum Mobilitätsnetzwerk:

Mitglieder reisen per Drohnentaxi zu Events oder

zum virtuellen Frühstück im Metawald. Nachhaltig,

bequem und so 2045 (links) an Adobe Firefly erteilt

– und sie sehen, was daraus geworden ist …

Wir vom faktor wünschen Ihnen auf jeden Fall eine

gute Reise ins Jahr 2045 und hoffen, Sie sind unserem

Magazin auch dann noch gewogen – wie immer

es dann auch daher kommen wird …

220 3 |2025



LEBENSRÄUME FÜR SENIOREN

20 Jahre Faktor. Über 60 Jahre Stiemerling.

Gemeinsam stehen wir für Nähe, Vertrauen und Lebensqualität.

Das Jubiläum des Faktor Verlags

zeigt, wie wertvoll Beständigkeit

ist. Seit über 60 Jahren gestalten

auch wir bei Stiemerling in fünf

Senioren-Residenzen Lebensräume

voller Vertrauen, Geborgenheit

und Würde.

Was uns mit Faktor verbindet?

Die Nähe zu den Menschen unserer

Region – und die gemeinsame

Verantwortung, ihre Geschichten

und Lebenswege zu begleiten.

Wir gratulieren dem Faktor zum Jubiläum ...

und in 10 Jahren feiern wir gemeinsam die 100!

SENIOREN-RESIDENZEN

AMBULANTE PFLEGE

TAGESPFLEGE

SENIOREN-WOHNUNGEN

KURZZEITPFLEGE

Wir beraten Sie gerne

persönlich – und freuen

uns auf das Gespräch

mit Ihnen.

STIEMERLING SENIOREN-RESIDENZEN: HATTORF AM HARZ NORTHEIM HERZBERG GOMMERN KÖNIGSLUTTER

WWW.STIEMERLING.INFO



impressum

Herausgeber

faktor – das Entscheider- Magazin für die Region Göttingen

Entscheider Medien GmbH

Berliner Straße 10

37073 Göttingen

Tel. 0551 3098390

Fax 0551 30983911

info@faktor-magazin.de

www.mehralseinmagazin.de

Herausgeber

Marco Böhme (V.i.S.d.P.)

(boehme@faktor-magazin.de)

Redaktionsleitung

Stefan Liebig

Autoren

Matthias Brunnert, Anja Danisewitsch, Rupert Fabig,

Sven Grünewald, Tobias Kintzel, Carolin Köpp, Stefan Liebig,

Norman Lippert, Margareta Vogel

Art-Direction & Grafik

Anke Steines

Fotografie

Alciro Theodoro da Silva, Marco Bühl

Lektorat

CoLibris – Lektoratsbüro Dr. Barbara Welzel

Vertrieb

Thorsten Sawada

Marketing

Christiane Wiese-Brahimi, Anastasia Riesling (Assistenz)

Geschäftsführender Gesellschafter

Marco Böhme

Auflage

11.000

Druckerei

Schleunungdruck GmbH

Redaktions- und Anzeigenschluss der nächsten Ausgabe

ist der 14. November 2025.

Wenn Sie den faktor zukünftig nicht mehr kostenfrei erhalten

möchten, nehmen wir Sie aus dem Verteiler, und Sie bekommen

keine Exemplare mehr. Schicken Sie uns dazu bitte eine Mail an:

info@faktor-magazin.de

Redaktionsbeirat

Jens Barwinske, Dr. Friedemann Baum, Mark Berke, Ines Berke,

Ines Dietze, Prof. Dr. Uwe Fischer, Jan Förster, Rainer Giese, Fritz

Güntzler, Jürgen Jenauer, JUDr. Hans-Hermann Lampe, Markus

Liese, Carsten Lohrengel, Lars Obermann, Thomas Richter,

Mark C. Schneider, Prof. Dr. Matthias Schumann, Claudia Trepte,

Prof. Dr. Winfried Weber, Dr. Marko Weinrich

Wir übernehmen für unverlangt eingesendete Texte, Fotos etc. keine Haftung.

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht die Meinung des Herausgebers

wieder. Von faktor gestaltete Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt.

Eine anderweitige Verwendung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des

Herausgebers möglich. Ein Nachdruck der im faktor veröffentlichten

Beiträge ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers möglich.

Bei allen Gewinnspielen ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Redaktioneller Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir auf unserer Plattform

die männliche Form (generisches Maskulinum), z.B. ,der Journalist‘.

Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleich behandlung.

Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.

faktor-Partner

Audi Zentrum

Göttingen

Netzwerkpartner

InnovationsCluster

it GÖTTINGEN

www.hsp-steuer.de/goettingen

1

Seite 1 von

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SEIT 20 JAHREN DER

ENTSCHEIDENDE

FAKTOR FÜR

QUALITÄT UND

VERTRAUEN.

20 Jahre

voller

Impulse!

WIR GRATULIEREN

HERZLICH ZUM

JUBILÄUM UND

WÜNSCHEN ALLES GUTE!

Happy 20, Faktor Göttingen! Wir gratulieren dem

Magazin und Marco Böhme herzlich zum Jubiläum

- und nutzen die Gelegenheit, um zu sagen: Wir

sind ein Jahr jünger. Noch!

Als Einrichtungspartner danken wir für die tolle

Zusammenarbeit – und wünschen weiterhin viel

Erfolg und Freude.

www.opitz-ps.de

j d F ù

www.prooffice.de



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TOP Arbeitgeber

Südniedersachsen

In Südniedersachsen engagieren sich zahlreiche Unternehmen

dafür, als attraktive Arbeitgeber sichtbar zu

werden. Das Netzwerk TOP Arbeitgeber Südniedersachsen

(TOPAS) unterstützt sie dabei – mit Weiterbildung,

Austausch und innovativen Ansätzen im Arbeitgebermarketing.

In der kommenden Ausgabe von faktor stellen wir die

zertifizierten TOPAS-Unternehmen vor. Zudem zeigen

wir, welche Unternehmen in der Region neue Maßstäbe

in Mitarbeiterorientierung setzen und wie sie Fachkräfte

gewinnen und binden. So entsteht ein Bild von Südniedersachsen

als Region, in der berufliche Perspektiven

und Lebensqualität eng zusammengehören.

DIE NÄCHSTE

AUSGABE

ERSCHEINT

AM 17.12.25

Top-Gesundheit

In Südniedersachsen sorgt eine breite medizinische Infrastruktur für eine

umfassende Versorgung – von der Allgemeinmedizin über spezialisierte

Fachbereiche bis hin zu modernen Kliniken und Gesundheitsdienstleistern.

In der nächsten Ausgabe stellt faktor die Top-Gesundheitsanbieter der Region

vor und gibt Einblicke in ihre Arbeit, ihre Schwerpunkte und ihren

Beitrag zur Gesundheitsversorgung.

Lesen Sie dazu und zu weiteren Themen in der

nächsten faktor-Ausgabe.

Wenn Sie regional bekannter werden möchten, um Kunden und Mitarbeiter zu gewinnen, melden Sie

sich gern bei uns. Redaktions- und Anzeigenschluss: 14.11.25



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