20 Jahre faktor Jubiläum Herbst 2025
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www.faktor-erfolgsgeschichten.de 20 Jahre | Jubiläum Herbst 2025 8 Euro
› MEHR ALS EIN MAGAZIN
› DAS MAGAZIN FÜR ERFOLGSGESCHICHTEN
Magie der Begegnung
Herausgeber Marco Böhme versteht sich
als ,Brückenbauer‘ und bringt im faktor-Club
gern spannende Persönlichkeiten aus
Südniedersachsen zusammen.
20 Jahre -
wir gratulieren!
Audi Zentrum
Göttingen
www.hsp-steuer.de/goettingen
1
Seite 1 von
Beratung Entwicklung Verpackung
MEKOM
Regionalmanagement
Osterode am Harz e.V.
„Wir machen es einfach!“
Jubiläum mit Wirkung
Gemeinsam
für Südniedersachsen
Wir glauben
an die Kraft starker
Verbindungen
Wir gratulieren faktor herzlich zum 20-jährigen Jubiläum
und unterstützen die großartige Spendenaktion. Wir sind
überzeugt: Gemeinsames Engagement vor Ort stärkt die
Region und jeden Einzelnen.
Als innovative Steuerberatungskanzlei aus Göttingen
freuen wir uns auf viele weitere gemeinsame Jahre mit
Herz, Stärke und Partnerschaft.
hsp-steuer.de/goettingen
60 x 240 mm
editorial
„Wir sind Papst“, Angela Merkel wird Kanzlerin – und ich? Vor 20
Jahren war ich völlig platt. Die erste Schlussproduktion hatte mich
geschafft: Herausgeber, Chefredakteur und Autor zugleich. Wochen
zuvor Pfeiffersches Drüsenfieber, ständig müde. Auf dem Weg zur
Druckerei nach Hameln Bauchschmerzen. Mit meinem Mitherausgeber
Horst Wolf witzelte ich: „Dann bringe ich eben das faktor-Baby
zur Welt.“ Heute ist dieses Baby 20 Jahre alt.
Aus einem vierteljährlich erscheinenden Magazin ist eine Business-
Plattform geworden – mit Veranstaltungen, Podcasts und dem
faktor-Club. faktor ist längst mehr als ein Magazin.
Auch mein Leben steckt in diesen 20 Jahren: geheiratet, Vater
geworden, geschieden, vor wenigen Wochen erneut geheiratet. Jetzt
lebe ich mit einer Patchworkfamilie zu fünft. Ein wilder Ritt.
Als Unternehmer habe ich Fehler gemacht, Projekte an die Wand
gefahren, Geld verbrannt – und doch immer meinen Traum gelebt.
Heute sehe ich mich weniger als Herausgeber, sondern als Gastgeber.
Ich durfte unzählige spannende Menschen kennenlernen,
über sie schreiben, sie auf Bühnen begrüßen oder im Podcast interviewen.
Dieses Netzwerk ist mein größter Gewinn. Und diese
Jubiläumsausgabe – die umfangreichste aller Zeiten – ist ein Dank
an alle, die faktor möglich gemacht haben.
Und nun? Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre. Auf Veränderung,
auf Entwicklung. Ich bin neugierig, wie KI unser Leben und
Arbeiten prägen wird. faktor wird sich weiter als Business-Plattform
entwickeln. Und ich habe richtig Lust darauf.
Darum meine Einladung: Kommen Sie dazu – und erleben Sie mit
uns die Magie der Begegnung.
SAVE.THE.DATE
MENSCH RAUM TECHNIK
HAUSMESSE
30.10.2025
... lausche Impulsvorträgen
... intensives netzwerken
... erlebe NewWork
... teste aktuelle
Medientechnik
Unsere Ausstellung
entwickelt sich weiter –
erlebe den Auftakt live!
MEHR INFOR-
MATIONEN UND
ANMELDUNG
JAHRE
P
Direkt
Wir denken Büro neu.
an unserem Ausstellungszentrum stehen
ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.
COVER: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Ihr Marco Böhme
Herausgeber
boehme@faktor-magazin.de
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3 |2025 3
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29.08.25 13:25
blick hinter die kulissen
Erfahren Sie HIER, wie diese Ausgabe
entstanden ist und was wir dabei so erlebt haben.
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Das Cover entstand parallel über mehrere Tage in der
Schlussproduktion. Nachdem aus der Redaktion der Vorschlag
kam, Herausgeber Marco Böhme auf der Titelseite zu
zeigen, gab es zwei Shootings: das eine in Berlin mit Thimon
von Berlepsch im Soho Club auf dem Sofa und das andere
beim Mittagessen im faktor-Club am Tisch im Restaurant
Kredo, das es schließlich geworden ist.
› DAS ENTSCHEIDER-MAGAZIN FÜR DIE REGION GÖTTINGEN 20 Jahre | Jubiläum Heft 3 Herbst 2025
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Magie der Begenung
Herausgeber Marco Böhme versteht sich
als ,Brückenbauer‘ und bringt im faktor-Club
gern spannende Persönlichkeiten aus
Südniedersachsen zusammen.
Jubiläum mit Wirkung
Gemeinsam
für Südniedersachsen
Wir glauben
an die Kraft starker
Verbindungen
Wir gratulieren faktor herzlich zum 20-jährigen Jubiläum
und unterstützen die großartige Spendenaktion. Wir sind
überzeugt: Gemeinsames Engagement vor Ort stärkt die
Region und jeden Einzelnen.
Als innovative Steuerberatungskanzlei aus Göttingen
freuen wir uns auf viele weitere gemeinsame Jahre mit
Herz, Stärke und Partnerschaft.
Zum wiederholten Mal
durften wir Karl-Heinz
Rehkopf treffen und über
sein Lebenswerk tedox und
PS.Speicher sprechen. Der
88-Jährige überraschte uns
mit seiner Umtriebigkeit
und wieviele Ideen er noch
umsetzt, wo andere längst
den Ruhestand genießen.
Nicht so Rehkopf. Zum Gespräch
am PS.Speicher in
Einbeck überreichte er uns
seine neue Visitenkarte. Ein
Spielzeug-VW-Bulli mit Flower-Power-Dekor
und seinen
Kontaktdaten – angefertigt
entsprechend seiner
Idee und seinen Vorstellungen. „Er nimmt zwar zunächst etwas mehr
Platz in der Jackentasche ein, aber landet nicht im Mülleimer, sondern
hsp-steuer.de/goettingen auf dem Schreibtisch“, erklärte er augenzwinkernd. Bei uns hat das
zumindest funktioniert – so hat der Bulli einen Platz im faktor gefunden.
Was faktor seit 20 Jahren vor allem auch ausmacht,
ist es, Südniedersachsen zu verlassen und dahin zu reisen,
wo die Erfolgsgeschichten mit regionalem Bezug
stattfinden. So waren wir bereits zur Olivenölernte in
Italien, zum Business-Trip in Indien, und zuletzt haben
wir Ottobock-Chefin Georgia Näder während
der Paralympics in Paris besucht.
Für diese Jubiläumsausgabe und unsere große Feier
am 26. September 2025 waren wir im August einen
ganzen Tag lang in Berlin und haben Thimon von Berlepsch
besucht. Fotograf Alciro ,Ciro‘ Theodoro da
Silva und Herausgeber Marco Böhme nahmen den
ICE um 7.06 Uhr, während Autorin Anja Danisewitsch
aus ihrer neuen Heimat Düsseldorf angereist
war. Zusammen trafen wir den Magier im ,Red
Room‘ des schicken Soho Clubs, wo er mit seiner
Show regelmäßig Menschen verzaubert. Thimon von
Berlepsch, der sich im Interview dann selbst als „perfektionistisch“
bezeichnet, suchte mit uns nach dem
perfekten Platz fürs Fotoshooting. Zahlreiche Aufnahmen
später hatte Ciro den Magier überzeugt –
eine Auswahl finden Sie ab Seite 198 in unserer magischen
Erfolgsgeschichte ,Der Weltenwanderer‘.
4 3 |2025
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Gefäßerkrankung, Osteoporose oder Frühzeichen einer möglichen dementiellen
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service
3 Editorial
9 faktor-Netzwerk
IT-Workshop, Mittags- und
Frühstücksclub mit tollen
Netzwerkkontakten
24 Blick in die erste Ausgabe
faktor wird 20 Jahre alt.
So fing es an ...
222 Impressum
mensch
48 Markus Riese im Porträt
Der neue faktor-Chefredakteur
ab Oktober 2025
85 Charity
Nicht nur wir sollten feiern zum
Jubiläum – auch die, die täglich
Gutes tun. faktor spendet zu seinem
Geburtstag an fünf Organisationen
121 „Eigentlich bin ich ein Räuber!“
Die Redaktion hat ihn überredet
zum Interview: Alciro Theodoro da
Silva steckt hinter so vielen Fotos
des faktor-Magazins
174 Next Generation
Beim Jubiläum sollte man nicht
nur zurückschauen: Es gibt so viele
Menschen, die die nächsten Jahre in
der Region mitprägen können ...
unternehmen
34 Arkaden am Gericht
Wo faktor zu Hause ist, sind
auch viele weitere spannende
Unternehmen zu finden
142 Weitere Jubiläen
Nicht nur faktor feiert in diesen
Tagen: Sehen Sie, wo noch
Firmenjubiläen begangen werden
178 Lift-Off
Innovative Start-Ups erhalten
Preise für ihre Geschäftsideen
218 faktor-Redaktion 2045
Die KI weiß es natürlich schon:
So sieht die faktor-Redaktion in
20 Jahren aus!
leben
110 Was ist faktor?
Ein Dank an Weggefährten und die
eine oder andere Anekdote aus der
Geschichte des Magazins
126 Zwei Jahrzehnte Events im Bild
Es ist ganz schön was los in der Region.
Der faktor ist selbstverständlich immer
vor Ort, um tolle Fotos zu liefern!
30 Wer macht eigentlich den faktor?
Das Team – früher und heute. Wir zeigen
die Macher der ersten Stunde, die
Strippenzieher in der Redaktionsleitung
und einige der aktuellen und ehemaligen
Mitarbeiter.
6 3 |2025
BEL.LAY_Unternehmensporträt 13.09.2005 23:51 Uhr Seite 1
wirtschaft UNTERNEHMEN
Mit Erfindergeist und Mut zum Querdenken beschreitet der Einbecker
Unternehmer Bodo Rengshausen neue Wege in der Sensortechnologie.
Text: SIMONE AHRBERG Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
ir haben eine ganz neue Herangehensweise
an die Sensorik entnehmen
mit der Entwicklung des weltweit Werkzeugen und Kerzen. Mit 22 Jahren
So gelang Rengshausens jungem Unter-
Autos, war Busunternehmer, handelte mit
wickelt, so dass jetzt Probleme ersten Sensors zur Messung der gefühlten gründete er seine erste Firma: die Tapir
lösbar sind, die vorher nicht gelöst werden Temperatur ein besonderer Erfolg. Während
Heizung und Klimaanlage nur die reich ökologische Lederpflegemittel her-
Wachswaren GmbH, die bis heute erfolg-
konnten“, erklärt Bodo Rengshausen, Geschäftsführer
der Vereta GmbH in Einbeck. Temperatur selbst berücksichtigen, misst stellt.
Bodo Rengshausen, sein Bruder Detlef und der patentierte Vereta-Sensor auch Faktoren Trotz all dieser Aktivitäten – Bodo Rengshausen
bezeichnet sich nicht als fleißig.
ihr Partner Manfred Lemke haben im Juni wie Windgeschwindigkeit, Strömung und
2002 die Vereta GmbH gegründet, der aktuell
sieben Mitarbeiter angehören. Mit der energiebewusste, an der Wohlfühltempera-
erfinderisch sein“, sagt er. Es sei das Zu-
Luftfeuchtigkeit und ermöglicht so eine „Aber wenn man nicht fleißig ist, muss man
Thermosensorik beschäftigen sie sich seit tur des Menschen ausgerichtete Klimatisierung.
Belohnt wurde lichkeiten erkennen und nutzen und natürsammenspiel
aus Sich-treiben-Lassen, Mög-
1991. Damals nutzten sie
ihre Kenntnisse zur Herstellung
von Wiederbefül-
Jahr 2004 mit der zum Unternehmer mache. Und eines hat für
„Wenn man nicht fleißig ist, diese Innovation im lich auch ökonomischem Zwang, das ihn
muss man erfinderisch sein.“
lungsanlagen. Die Erfahrungen
aus dieser Zeit und
Hermes Award, den beitskraft verkaufen wollte ich nie“, er-
Nominierung für den ihn immer schon festgestanden: „Meine Ar-
verschiedene Patente auf dem Gebiet der internationalen Technologiepreis der Hannover
Messe. Vereta erreichte unter mehr seinem Leben nur kurz nicht auf eigene
innert er sich. So hat Bodo Rengshausen in
Sensorik bilden heute die Basis von Vereta.
Der aus dem Münsterland stammende als 100 Unternehmen den 5. Rang.
Rechnung gearbeitet: drei Wochen als Eisverkäufer
und als Aushilfe in einem Metall-
Bodo Rengshausen studierte in Marburg, Für Bodo Rengshausen ist die Auszeichnung
ein Beweis dafür, dass sich unkonvenunternehmen
– hier hat er ganze zwei Tage
Nairobi und Göttingen Ethnologie. Wie gelangt
jemand wie er zur Mikrosystemtechnik?
„Es hat mich immer schon gereizt, als näckig sein und darf sich nicht entmutigen
tionelles Denken auszahlt. „Man muss hart-
durchgehalten.
Außenstehender Dinge auf eine neue Art lassen. Man braucht Spaß an der Arbeit und Die Vereta GmbH in Einbeck wurde 2002 gegründet.
Sie entwickelt und produziert Sensor-
und Weise anzupacken“, erklärt der 45-Jährige
seine Lust, vorgegebene Pfade zu ver-
kann“ – das sind die Voraussetzungen elemente und -systeme zur Klimaregelung und
Unabhängigkeit, damit man kreativ sein
lassen. Die Ethnologie hat sein Denken erfolgreichen Unternehmertums für den Vater
zweier erwachsener Söhne.
den ersten Sensor zur Messung der gefühlten
zur Prozessüberwachung in der Industrie. Für
maßgeblich geprägt. Sie habe ihn gelehrt,
dass es ganz verschiedene Lebensentwürfe Bereits in der Schul- und Studienzeit Temperatur wurde Vereta beim Hermes Award
gebe und man Probleme nie nur auf eine Art machte sich sein Erfindergeist bemerkbar. 2004 als Top-5-Technologie nominiert.
lösen könne.
Rengshausen restaurierte und verkaufte
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01/2005
BEL.LAY_Unternehmensporträt 13.09.2005 23:51 Uhr Seite 2
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wirtschaft
01/2006
36-38_Innovationspreis_BEL.indd 1
UNTERNEHMEN
22.02.2006 23:10:40 Uhr
36-38_Innovationspreis_BEL.indd 2
wirtschaft UNTERNEHMEN
Bei Eisenhuth in Lerbach werden Innovationen groß
geschrieben – und mit zahlreichen Preisen belohnt.
Text: CHRISTIAN MÜHLHAUSEN Foto: INGO BULLA
en gläsernen Firmenpalast und die futuristische Büroeinrichtung
sucht man bei der Firma Eisenhuth vergeblich. Eher ist
es der Charme der sechziger Jahre, den das Betriebsgelände im kleinen
Örtchen Lerbach bei Osterode umweht. Früher wurden hier Bohnenschnippelmaschinen
für den Handbetrieb und Fleischwölfe aus Guss
produziert. Hier im beengten Tal, wo man einst aus den Harzbergen
Erze förderte, an steilen Hangwiesen Futter fürs Vieh gewann und mit
Waldarbeit und Köhlerei sein Einkommen erzielte, hat die Bescheidenheit
eine lange Tradition. Auch Firmenchef Thorsten Hickmann sowie
der gesamte Betrieb Eisenhuth, der Kunststoff- und Gummikomponenten
sowie Spezialwerkzeuge für die Automobilindustrie fertigt,
sind ausgesprochen uneitel.
01/2006 37
22.02.2006 23:11:23 Uhr
wirtschaft UNTERNEHMEN
Das Unternehmen WILVORST ist deutscher Marktführer für festliche Herrenmode, produziert
am Stammsitz in Northeim und sieht seine Zukunft weiter in Deutschland. Ein Porträt.
Text: BERTI KOLBOW Fotografie: PETER HELLER
Ob Frack, Smoking oder andere Anzüge
für feierliche Anlässe: Der Mittel-
großen Wert bei – ebenso wie der eigenen
der 55-jährige Familienunternehmer noch
ständler ist eigenen Angaben nach mit Tradition.
einem Anteil von 50 Prozent Marktführer
um die Produkte der Mitbewerber mit für festliche Herrenmode in Deutschland, Sein Großonkel, Wilhelm Vordemfelde,
gründete das Unternehmen 1916 in
den eigenen Kollektionen zu vergleichen“, exportiert zudem in rund 35 Länder von
sagt der geschäftsführende Gesellschafter Westeuropa über Russland bis zur arabischen
Halbinsel und setzte damit 2007 WILVORST die Anfangsbuchstaben des
Stettin und wählte für den Firmentitel
von Herrenmodehersteller WILVORST
aus Northeim, der nur ausnahmsweise
italienische Sakkos statt maßgefertigte zent mehr als im Vorjahr. Angaben zur standortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg
rund 22 Millionen Euro um – sechs Pro-
eigenen Namens sowie des Gründungs-
Garderobe aus dem eigenen Hause an sich Rentabilität bleiben Betriebsgeheimnis. wurde WILVORST in Northeim wieder
heran lässt.
„Wir sind ertrags- und finanzstark“, sagt aufgebaut und fertigt dort seit 1946. Das
Der Chef, der das Unternehmen in Vordemfelde. Konjunkturschwankungen so genannte Wirtschaftswunder bescherte
dritter Generation führt, geht mit gutem beeindrucken das Unternehmen kaum. dem Unternehmen prächtige Zeiten. Neben
der „Fresswelle“ rollte die „Beklei-
Beispiel voran. Neben seiner Überzeugung „Geheiratet wird fast immer“, sagt Karlvertraut
er aber auf weitere Aushängeschilder:
Die großen Orchester dieser Krisen droht ein Einbruch, wie etwa beim wollte wieder schick aussehen. Der Neffe
Wilhelm Vordemfelde. Nur bei extremen dungswelle“ – die Nachkriegsgeneration
Welt, von den Berliner Philharmonikern Beginn des Irakkrieges 2003. „Da wurden des Firmengründers, Friedrich-Wilhelm
bis zum Griechischen Staatsorchester, tragen
Anzüge von WILVORST. Für den Der Hersteller spricht weder eine „Geiz-
führenden „Haka“-Unternehmen aus. Die
monatelang alle Bälle abgesagt.“
Vordemfelde, baute WILVORST zu einem
König des Pazifik-Inselstaates Tonga fertigten
die Northeimer einen Frack. Auch entel an, in der „gehobenen Mittelklasse“ steht für „Herren-Anzüge/Knaben-Anzüist-geil“-Kundschaft
noch eine Luxus-Kli-
Abkürzung ist Branchen-Chinesisch und
Marius Müller-Westernhagen und Stefan
Raab hat der Modespezialist schon 350 Euro ist ein zweiteiliger Anzug oder teln, Krawatten, Gürteln und anderen
sieht sich WILVORST positioniert. Ab ge“, inklusive der Herstellung von Män-
einmal ausgestattet. In nahezu keinem Smoking zu haben. Dass sich diese Art Accessoires.
Geschäft, das hierzulande festliche Bekleidung
anbietet, fehlt WILVORST-Mode. halb hiesiger Landesgrenzen produzieren getragen wurden und die deutsche Beklei-
von Konsumgütern noch rentabel inner-
Als immer mehr Jeans statt Anzüge
Häufig bieten auch Brautmodengeschäfte lassen, beweist der Hersteller als einer dungsindustrie zudem den Kostendruck
und Herrenausstatter Produkte der Northeimer
an. Die Wahrscheinlichkeit, dass der bundesweit größten Anzugfertigung WILVORST das Sortiment schrittweise
der letzten deutschen Marktteilnehmer. In aus den Billiglohnländern spürte, begann
bei so mancher der bundesweit jährlich überhaupt werden am Stammsitz pro Tag auszudünnen und sich auf festliche Herrenmode
zu spezialisieren – was sich bis
200.000 festlichen Hochzeiten der Bräutigam
WILVORST-Zwirn trägt, ist recht Westen gefertigt. Werten wie Qualitäts-
heute als lukrative Nische erweist. Den-
hoch.
noch übernahm Karl-Wilhelm
rund 200 Sakkos und Hosen sowie 80
Vor-
wirtschaft NORTHEIM
Unternehmer Wolfgang Hermann über den Mittelstand als Seele
der Wirtschaft und die Stärken von Northeim
Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: SEBASTIAN MAURITZ
mensch I NTERVIEW
Die neue Kreishandwerksmeisterin Katja Thiele-Hann über das unterschätzte
Handwerk, mangelnde Qualität und Ausbildung als Verpflichtung
Interview: MARCO BÖHME, CLAUDIA KLAFT Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Zu hohe Preise, mangelhafte Arbeit –
so lauten häufig Vorwürfe. Hat das Handwerk
hierzulande ein Imageproblem?
Insgesamt ist die handwerkliche Leistung
teuer, dennoch hat sie ihren Wert. Auf
einen Großteil der Kalkulation hat der
Handwerker keinen Einfluss, zum Beispiel
auf die Lohnnebenkosten. Die Stundensätze,
die genommen werden müssen,
reichen gerade aus, um am Markt bestehen
zu können.
Ein Problem ist das Ost-West-Gefälle.
Einem Bäckerkollegen wurde in Thüringen
beim Bau einer Produktion 30 Prozent
als Subvention geschenkt. Das ist
eine große Wettbewerbsverzerrung.
Für die Preise können die Handwerker also
nichts, können Sie was für ihren schlechten
Ruf?
Wir haben ein Imageproblem. Handwerk
ist aber mehr als das, was die Verbraucher
wahrnehmen. Wir müssen das
Leistungsspektrum des Handwerks
daher bekannter machen.
Ich bin beeindruckt über die
Kompetenz und die Angebotsvielfalt
unserer Betriebe. Wir
müssen die Leistungen transparenter
machen und diese Informationen nach
außen kommunizieren.
Zum schlechten Ruf des Handwerks gehört
auch der Vorwurf, mangelhaft zu arbeiten.
Gerade Hausbauer können Geschichten erzählen,
wie Handwerker nicht ausreichend
mitdenken oder sogar pfuschen.
Das kommt vor. Ein Problem in
Deutschland ist, dass hierzulande jeder
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02/2007 01/2008
Zur Person
Der 55-jährige Karl-Wilhelm Vordemfelde kennt sich mit Paragraphen ebenso
gut aus wie mit edlem Zwirn. Der gebürtige Northeimer studierte Jura in
Marburg und Freiburg im Breisgau, entschied sich über einen Umweg dann
aber doch für die Bekleidungsbranche. 1982 stieg Vordemfelde zunächst als
Exportleiter bei WILVORST ein. Kurz darauf wurde er Geschäftsführer des
Northeimer Anzugherstellers, der heute immer noch buchstäblich ein Familienunternehmen
ist. Seine Frau ist für das Stoffdesign zuständig, zwei seiner
drei Töchter modeln gelegentlich bei Brautfotoaufnahmen. In seiner Freizeit
spielt der Unternehmer Jazzpiano und Golf. Zudem bekleidet er Ehrenämter
bei der Industrie- und Handelskammer.
arbeit und Heimatverbundenheit misst
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wirtschaft NORTHEIM
Herr Hermann, was macht den Wirtschaftsstandort
Northeim interessant?
haben die Professoren nur die Groß-
Schultern. Und das machen die Northei-
sie zu zugehen. In den meisten Fällen tragen das finanzielle Risiko auf ihren
Schauen Sie, zunächst haben wir eine industrie im Visier. Da würde ich mir mer Unternehmer gut, viele sind sehr erfolgreich.
75 Prozent aller Arbeitnehmer
sehr gute Verkehrsinfrastruktur. Northeim
liegt direkt an der A7, als große eine kleine Fabrik- oder Dienstleistungs-
in der Region sind in Unternehmen mit
wünschen, dass sie in ihrem Hinterkopf
Magistrale eine der wichtigen Verkehrswege
und Nord-Süd-Verbindungen mit einbeziehen. Wenn sich die Unis und und dieser Mittelstand bildet 85 Prozent
halle einrichten und dabei die „Kleinen“ weniger als 200 Mitarbeitern beschäftigt,
überhaupt. Dazu kommt die Bahnstrecke der Mittelstand bewegen, entstehen die der Auszubildenden in der Region aus.
mit dem gemeinsamen ICE-Bahnhof Göttingen.
Die Entfernungen zu den Flug-
Netzwerke, die nötig sind.
Das ist die Seele der Wirtschaft.
häfen in Hannover und Paderborn sind
Ist der Standort Northeim benachteiligt im
schnell zu überwinden. Was wollen wir Die mittelständischen Einbeck Unternehmen
LANDKREIS in Northeim NORTHEIM sind die Göttingen?
Vergleich mit dem regionalen Oberzentrum
mehr? Davon profitieren wir alle, egal ob
Northeimer oder Göttinger. Außerdem
Das denke ich nicht. Northeim ist mindestens
genauso wichtig wie Göttingen.
Seele der Wirtschaft.
Moringen
denke ich an die traditionsreiche Georg-
Northeim
August-Universität, die zu den wenigen
Hardegsen
Mit Blick auf die seit Jahren geringere
Exzellenzuniversitäten in Deutschland Sie haben den innovativen Mittelstand angesprochen.
In welchen Bereichen sehen sogar eher im Vorteil. Der Kleine kann
Arbeitslosenquote sehe ich Northeim
zählt. Nimmt man noch die TU Clausthal
hinzu, gibt es zwei hochinteressante Sie Northeim besonders gut auf gestellt? im Schatten des Großen ebenfalls groß
Universitäten in der Region, die den Da fällt mir als gutes Beispiel die Verpackungsindustrie
ein. In Northeim und kleineren Städten belegen diese These.
werden. Erfolgreiche Unternehmen in
unternehmerischen Wissensdurst stillen
können. Das ist auch für Northeim ein im Landkreis gibt es einige mittelständische
Firmen, die Qualität auf zum Immer wieder werden Stimmen laut, die
wirklicher Standortvorteil, der, so denke
ich, nicht optimal genutzt wird.
Teil internationalem Niveau abliefern. behaupten, es gäbe wechselseitige Vorbehalte
der Göttinger und der Northeimer
Dazu gehören unter anderem die Firma
Wie kann das verbessert werden?
Thimm, die Rockenfeller Papiersackfabrik
oder die Firma ETT Verpackungs-
Landkreisen tätig ist, diese Erfahrung auch
Unternehmer. Haben Sie, der in beiden
Wir haben in Northeim und im Landkreis
einen sehr innovativen Mittelstand. technik in Fredelsloh.
gemacht?
Doch bisher nimmt er die Chance kaum
Wenn überhaupt, sind das Einzelfälle.
wahr, sich seine Innovationen durch die Sehen Sie es als Nachteil für den Standort Die Mehrheit der Unternehmer hat
Universität Göttingen oder auch die TU Northeim, dass die große Industrie fehlt? doch nur das Interesse, ihre Waren und
Clausthal absichern zu lassen. Vielfach Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin froh, Dienstleistungen – egal, ob in Northeim
fehlt die entsprechende Vernetzung. Da dass viele erkannt haben, dass Industrie
nicht alles ist. Sichere Arbeitsplätze und zu auskömmlichen Preisen zu ver-
oder in Göttingen – gut zu präsentieren
sind, meiner Meinung nach, sowohl der
Mittelstand als auch die Hochschulen gibt es vor allem bei den personen- und kaufen. Jeder braucht doch den Anderen.
gefragt. Die Inhaber kleinerer Betriebe inhabergeführten Mittelständlern. Da Ich denke, man sollte nicht zu viel
haben sehr oft Berührungsängste, die zählt die persönliche Ebene noch. Als reden und diskutieren, sondern machen.
es abzulegen gilt. Und die Universitäten die wirklichen Unternehmer übernehmen Lamentieren bringt uns nicht voran.
müssen lernen, die Sprache der kleinen
Unternehmen zu sprechen, um dann auf
Vielen Dank für das Gespräch.
diese Mittelständler Verantwortung für
ihre Mitarbeiter und das Unternehmen,
Wolfgang Hermann (64) ist geschäftsführender
Gesellschafter der Hermann GmbH.
Zur Gruppe gehören 13 eigene Autohäuser
der Marken Renault/Dacia, Nissan, Peugeot
und Ford mit insgesamt über 200 Mitarbeitern,
darunter fast 40 Auszubildende.
Die Hermann GmbH hat Standorte in Northeim,
Einbeck, Göttingen, Goslar, Alfeld,
Höxter und Mühlhausen. Hermann war von
März 2003 bis Januar 2008 für die FDP
Mitglied des Niedersächsischen Landtags.
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grundsätzlich nur sein Gewerk ausüben,
aber keine anderen Tätigkeiten übernehmen
darf. Doch immer mehr Gewerke
schließen sich zusammen und bieten dem
Kunden „Alles aus einer Hand“.
Das Thema Qualitätssicherung gewinnt
immer mehr an Bedeutung. Ich bin
davon überzeugt, dass ein Gewerbe
nur dauerhaft bestehen kann, wenn die
Qualität stimmt. Das machen Gewerke
wie die Friseurinnung vor, die ein Gütesiegel
haben. Wir werden in uns gehen,
was die Qualitätssicherung angeht. Dort
müssen wir uns verbessern.
Wie die Ergebnisse einer Studie der
Metropolregion Hannover-Braunschweig-
Göttingen zeigen, gehören hier rund 30
Prozent aller Unternehmen zum Handwerk.
Ist das Handwerk unterschätzt?
Auf jeden Fall ist das Handwerk unterschätzt!
Von 420.000 Beschäftigten in
Niedersachsen sind 80.000 in Hand-
„Ausbildung muss als Investition und nicht
als Belastung verstanden werden.“
werksunternehmen tätig. Gemeinsam mit
deren Familienangehörigen sind somit
circa zwei Millionen Menschen in Niedersachsen
vom Handwerk abhängig.
Das Handwerk ist für die Beschäftigung
sehr wichtig und für die Ausbildung
noch mehr.
Wieso wird dann die Bedeutung des Handwerks
trotz dieser beeindruckenden Zahlen
unterschätzt?
Dass das Handwerk in seiner Bedeutung
nicht wahrgenommen wird, liegt
an unserer Bescheidenheit. Handwerker
handeln eigenverantwortlich und reden
nicht über ihre Sorgen. Sie weinen nicht
darüber, wie schwer sie es haben. Im
Gegensatz zur Industrie stellen Handwerker
keine politischen Forderungen.
Wir haben keine Lobby!
Das Handwerk ist ein großer Ausbilder. In
der Metropolregion sind 34 Prozent aller
Auszubildenden im Handwerk tätig. Wie
wichtig ist das Thema?
Es gibt keine Zukunftsfähigkeit ohne
Ausbildung. Wer nicht ausbildet,
wird nicht marktfähig bleiben. Mein
Anspruch ist, dass wir auch die starken
Jugendlichen, also die Talente, als Azubis
bekommen. Selbstverständlich stellen
wir auch Benachteiligte ein, aber der
Mix muss stimmen.
Wir müssen aufpassen, dass wir nicht
nur diejenigen bekommen, die
nichts anderes finden.
Und die Jugendlichen müssen
wissen: Sie können im Handwerk
Karriere machen. Man muss nicht
Geselle bleiben, man kann die Meisterprüfung
machen, sich fortbilden und
später einen eigenen Betrieb gründen
oder einen bestehenden übernehmen.
Sie haben bereits mehrere Auszeichnungen
für Ihr Ausbildungsengagement bekommen.
Wie wichtig ist Ihnen als Unternehmerin
das Thema persönlich?
Ausbilden ist Chefsache! Es ist Aufgabe
des Inhabers, sich persönlich darum
wirtschaft OSTERODE
Rainer Beyer, Unternehmer und MEKOM-Vorstandsvorsitzender, über
den Standort Osterode und Nachwuchssorgen
Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Herr Beyer, als Vorstandsvorsitzender des hohe Industriedichte. Es gibt hier viele Umkreis von 100 Kilometern ist mit der
MEKOM Regionalmanagement Osterode Unternehmen, die international oder TU Clausthal sowie den Universitäten in
am Harz e.V. haben Sie einen guten Überblick
über die Wirtschaft des Landkreises. Lage im Zentrum Europas ist da sicherschweig
beachtlich. Weitere Stärken der
sogar weltweit erfolgreich sind. Unsere Göttingen und Hannover sowie Braun-
Wo sehen Sie die Stärken des Standortes? lich ein Vorteil. Und das, was Wolfgang regionalen Wirtschaft sind ihre sehr
Auffällig für den Wirtschaftsstandort Herrmann für den Landkreis Northeim gut funktionierende Vernetzung, zu der
Osterode ist zum Beispiel die im Vergleich
zum Land Niedersachsen recht für uns: Die Hochschullandschaft im und zielorientierte
anführt (siehe faktor 3/2008), gilt auch MEKOM einen wichtigen Teil beisteuert,
Kooperationen.
mensch I NTERVIEW
01/2008
71
wirtschaft OSTERODE
„Der Landkreis Osterode ist besser als seine
Osterode
Selbstdarstellung und sein Ruf.“
LANDKREIS
OSTERODE
Bad Lauterberg
Bad Sachsa
An welche Kooperationen denken Sie ein. Etwas mehr könnte es natürlich zubilden. Als Geschäftsführer der Firma
konkret?
immer sein.
Eckold kann ich sagen, dass wir die
Richtungweisend ist der Harzpool, ein Ist es ein Vorteil, Landrat Bernhard Reuter Kosten dafür tragen und die Mitarbeiter
Zusammenschluss regionaler Automobilzulieferer,
in dem die FRÖTEK- Davon bin ich überzeugt. Landrat Reu-
Die Mitarbeiter sind übrigens ganz klar
im MEKOM-Vorstand zu haben?
einen Teil ihrer Freizeit investieren.
Kunststofftechnik GmbH, die KKT ter ist wirtschaftsnah und sehr aktiv. ein weiterer Standortvorteil – zumindest
Frölich GmbH, die Zuelch Industrial Wir haben als Unternehmer so einen für die Firma Eckold.
Coatings GmbH, die Gruppe HEAT direkten Draht zur Politik. Außerdem Wie meinen Sie das?
GmbH und die Wilhelm Eisenhuth werden so unsere Arbeit und die Unternehmen
durch die öffentliche Verwal-
Sie sind die Know-how-Träger und
Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital.
GmbH KG ihre Kräfte bündeln und mit
geballter Kompetenz am Markt auftreten.
Auf der IZB, der Internationalen Vorhaben unterstützt.
sogar 40 Jahre bei uns, manche schon
tung sehr gut in der Umsetzung neuer unheimlich loyal. Einige sind 25 oder
Zuliefererbörse für die Automobilindustrie
in Wolfsburg, haben sich diese Unwerk
zur Aufgabe gemacht, Standortmar-
genauso langfristig wie viele Unter-
Bereits von Anfang an hat sich das Netz-
in der zweiten Generation. Sie denken
ternehmen zum Beispiel gemeinsam als keting zu betreiben und junge Menschen nehmenseigentümer aus der Region:
Harzpool vom 29. bis zum 31. Oktober in die Region zu holen. Gelingt das? Das Unternehmen muss auch in 20, 30
präsentiert. Und MEKOM unterstützt Die komplizierte Mitarbeiterrekrutierung
ist ein Nachteil des Standorts den engagierten Mitarbeitern und den
oder 40 Jahren noch da sein. Zwischen
diese Clusterbildung.
Sie haben die Rolle von MEKOM in Bezug Osterode. Ich bin damit nicht nur Eigentümern der regionalen Traditionsunternehmen
gibt es einen unheimlichen
auf die Vernetzung der regionalen Unternehmen
angesprochen. Kann der Verein, sondern auch als Geschäftsführer der Zusammenhalt, aus dem eine hohe Leis-
als MEKOM-Vorstandsvorsitzender,
der seit Anfang dieses Jahres ohne einen Eckold GmbH & Co. KG selbst konfrontiert.
Wir müssen jungen Menschen diese Leistungsfähigkeit aber auch nach
tungsfähigkeit erwächst. Wir müssen
hauptamtlichen Geschäftsführer auskommen
muss, diese Rolle noch ausfüllen? Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen,
um sie in die Region zu holen. schlecht reden. Der Landkreis Osterode
außen tragen. Wir dürfen nicht alles
Auf jeden Fall. Wir haben die Aufgaben
des Geschäftsführers unter den Zusätzlich müssen wir aufpassen, dass ist besser als seine Selbstdarstellung und
Vorstandsmitgliedern verteilt. Jeder uns die Ortsansässigen nicht weglaufen. sein Ruf. Wir haben wirtschaftlich einiges
zu bieten
trägt seinen Part dazu bei, dass unser Und da ist nicht nur das MEKOM-
Netzwerk funktioniert. Auch ich habe Netzwerk gefragt. Jeder muss selber Vielen Dank für das Gespräch.
über MEKOM Unternehmer und Unternehmen
kennen gelernt und konnte Wie gut hier die Unterstützung vor Zur Person
ausbilden, um eine Chance zu haben.
Kontakte knüpfen. Wie gut wir unsere allem der Berufsbildenden Schulen ist, Der promovierte Ingenieur Rainer Beyer (52)
Aufgaben wahrnehmen, zeigen die zeigt der Ausbildungsgang zum Mechatroniker,
den wir gemeinsam geschaffen & Co. KG mit Sitz in St. Andreasberg. Seit 2006
ist seit 1991 Geschäftsführer der Eckold GmbH
steigenden Mitgliederzahlen. Und außerdem
sind wir, meines Wissens nach, haben. Zusätzliche Karrierechancen
ist er im MEKOM Regionalmanagement Osterode
am Harz e.V. Vorsitzender des Vorstandes, in
das einzige Regionalmanagement, das und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen
wir mit der Samstagsakademie. Ge-
dem er gemeinsam mit Landrat Bernhard Reuter,
die Förderzeit durch die EU und das
Land Niedersachsen überlebt hat und meinsam mit der Kreisvolkshochschule Lars Obermann (geschäftsführender Gesellschafter
der Obermann Unternehmensgruppe)
sich selbst finanziert. Unser heterogenes bieten wir so die Möglichkeit für Fachund
Sven Vogt (Geschäftsführer KKT Frölich
Netzwerk lebt durch das Engagement und Führungskräfte, sich außerhalb der
GmbH) sitzt.
der Mitglieder, viele bringen sich gut Arbeitszeit intensiv und effektiv weiter-
42
04/2008
04/2008 43
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unternehmen
highlights
Der Wohlfühler
”
W
1 | 2005 Bodo Rengshausen,
Geschäftsführer der Vereta GmbH
HIGH
LIGHTS
20 Jahre faktor – 20 Jahre Wirtschaftsgeschichte Südniedersachsen. Von bahnbrechenden
Erfindungen bei Ottobock über milliardenschwere Zukäufe und den DAX-Aufstieg von
Sartorius bis hin zu Jubiläen, neuen Forschungszentren, wegweisenden Dachmarken und
mutigen Investitionen: Die Region rund um Göttingen hat seit 2005 eine eindrucksvolle
Entwicklung genommen – faktor war immer dabei! Unser Rückblick mit einigen Heftausschnitten
zeigt die bedeutendsten Momente, die Unternehmen, Beschäftigung und Image der
Region geprägt haben. Eine Chronik voller Wendepunkte, die beweist, dass Südniedersachsen
ein ideenreicher Motor für Innovation und Wachstum ist.
1 | 2006 Thorsten Hickmann,
Firmenchef Eisenhuth
Ein
Stück
Harz
D
2007
Von der besten Seite
and auf die Hemdtasche: Karl-Wilhelm
Vordemfelde trägt auch schon
H
mal feinen Zwirn von der Konkurrenz.
„Aber höchstens im privaten Kreis und
Im Herbst 2007 wird die
Westumgehung von Northeim
eingeweiht. Dieses Infrastrukturprojekt
verbessert die Verkehrsanbindung
der Stadt, trägt zur
Entlastung des innerstädtischen
Verkehrs bei und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen
in der Region.
„Industrie ist nicht alles“
„Wir haben ein Imageproblem
„
1 | 2008 Katja Thiele-Hann, Kreishandwerksmeisterin
2 | 2008
Karl-Wilhelm
Vordemfelde,
Geschäftsführer
Wilvorst
3 | 2008
Wolfgang Hermann,
geschäfts führender
Gesellschafter der
Hermann GmbH
„Wir dürfen nicht alles schlecht reden“
2008
highlights
Das Klinikum in Göttingen
wird technisch erweitert, neue
OP- und Bildgebungskapazitäten
entstehen. Die Maßnahme
stärkt die Gesundheitsinfrastruktur,
löst Bau- und Zulieferaufträge
aus und festigt den Sektor
als wichtigen Arbeitgeber und
Innovationspartner der Region.
Mit dem mikroprozessorgesteuerten Kniegelenk
C-Leg 2006 ® eroberte Ottobock seit den 2005 späten
Im Rahmen des seit 2001 stattfindenden Innovationspreises
des Landkreises Göttingen entsteht
1990er-Jahren den Weltmarkt. 2005 startet der
die Idee zum Mobilitätstalk, die die 2004 gegründete
SüdniedersachsenStiftung maßgeblich
Konzern ein Joint Venture mit dem FoamPartner
Converting Center in Duderstadt, das die neue
vorantreibt. Nach dem ersten MobilitätsTalk in
„Smart Factory“ in Betrieb nimmt. Diese Erweiterung
ermöglichte eine ganzheitliche vertikale
(2008), Braunschweig (2009) und Hannover
4 | 2008 Rainer Beyer,
Göttingen (2006) wird das Format auf Wolfsburg
Wertschöpfungskette von der Schaumstoffproduktion
bis hin zu maßgefertigten Präzisionstätstalks
in Niedersachsen statt.
MEKOM-Vorstandsvorsitzender
(2011) ausgeweitet. Bis 2018 finden 58 Mobilibauteilen.
66 3 |2025 3 |2025 84
64 Highlights aus 20 Jahren faktor
20 Jahre heißt auch 80 faktor-Ausgaben mit spannenden Geschichten über besondere
Menschen und außergewöhnliche Unternehmen. Highlights aus den Ausgaben der letzten
beiden Jahrzehnte.
94 Top-Unternehmen der Region
Die Wirtschaft macht die Region
stark. Ein ausführlicher Blick auf die
Unternehmen, die das Wirtschaftsleben
der Region prägen. Südniedersachsen ist
stark aufgestellt und kann optimistisch
nach vorne blicken …
198 Der Magier
149 Persönlichkeiten, die der Region ihren Stempel aufgedrückt haben
20 Köpfe hat die Redaktion ausgewählt, und es ist nicht leicht gefallen, aus der langen
Liste besonderer Entscheider der Region nur 20 auszuwählen. Doch die Liste kann
sich sehen lassen: Karl-Heinz Rehkopfs Wirken erzählen wir ausführlich, 19 weitere
Persönlichkeiten würdigen wir im Kurzporträt.
Thimon von Berlepsch sorgte mal wieder
für Magie. Diesmal bei der faktor-Reise
nach Berlin: Der Magier fasziniert bereits
durch seine bloße Anwesenheit – umso
mitreißender, wie er die Menschen mit
seinen Darbietungen verzaubert.
3 |2025 7
aktuelles
Lichterlauf erhält den Litfin-Initiativpreis
Wenn es in Göttingen ein Projekt gibt, das sportliche Begeisterung mit echter
Herzenswärme verbindet, dann ist es der Lichterlauf. Seit 2017 lockt er jedes
Jahr hunderte Menschen an den Kiessee. Alles begann mit zwei Menschen, die
ihre Idee in die Tat umsetzen wollten: Steffen Baumbach aus Göttingen und
Thomas Fritzsch, ursprünglich aus Bodenfelde. Für ihre Initiative wurden sie mit
dem mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis der Litfin-Stiftung ausgezeichnet.
Für Fritzsch hatte die Sache einen sehr persönlichen Ursprung: Sein Sohn erkrankte
2013 an Krebs, und die Hilfe im Elternhaus beeindruckte ihn nachhaltig.
Nach diesem Schicksalsschlag war es ihm wichtig, etwas zurückzugeben.
Gemeinsam mit Steffen Baumbach, dessen Nichte schwer an Krebs erkrankte,
rief er die Initiative ‚Jedes Training zählt’ (siehe faktor 2/2020) ins Leben. Dabei
geht es für Sportler darum, bei jedem Training einen Kleinbetrag in ein Sparschwein
zu werfen und den Erlös zu spenden. Schließlich entstand die Idee des
Lichterlaufs. Baumbach wurde zum Motor, der das Projekt auch organisatorisch
vorantrieb und zu einem festen Termin im Göttinger Kalender machte.
Der Erlös von ‚Jedes Training zählt‘ fließt jährlich an den Verein Elternhilfe
für das krebskranke Kind Göttingen und unterstützt Familien in schwierigsten
Lebenssituationen. Ein leuchtendes Beispiel, wie aus persönlichem Schicksal und
ehrenamtlicher Tatkraft etwas Dauerhaftes für die ganze Region entsteht.
Updates aus der Sportwelt
Jennifer Crowder:
Neustart in Italien
Im Sommer 2024 berichtete unser
Autor Matthias Brunnert ausführlich
über die Basketballkarriere
der damaligen BG-Spielerin Jennifer
Crowder. Kurz nach seinem
Beitrag wagte die jetzt 29-Jährige
einen mutigen Schritt: Sie schloss
sich nach der Sommerpause 2024
dem italienischen Erstligateam
ASD Basket Costa an – ein Schritt,
der deutlich macht: Sie will nicht
nur spielen, sondern sich auch
weiterentwickeln. Noch wichtiger:
Bei der Basketball-EM 2025
führte sie Deutschland ins Viertelfinale,
trotz starker Gegner. Bei
den nächsten Turniere möchte sie
noch weiter nach vorne. Crowder
verbindet Erfahrung, Leidenschaft
und die Bereitschaft, Grenzen neu
zu stecken – sowohl für sich selbst
als auch für ihr Team.
FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Steffen Baumbach wurde mit dem
Litfin-Initiativpreis ausgezeichnet.
Der Kampf gegen die Grenzen
Fritz Geers aus Clausthal-Zellerfeld
hat schon Erfahrungen
im Race Across America gesammelt:
2023 finishte er als
jüngster Deutscher dieses ultralange
5.000-Kilometer-Rennen.
In der Ausgabe 1/2025
schrieb unser Autor Rupert
Fabig, dass Geers erneut starten
wird. Inzwischen wissen
wir: Das Rennen endete vorzeitig.
Geers gab auf – nach
über 1.000 Meilen brutaler
Strapazen. Vermutlich war es
ein Infekt, der Geers zur Aufgabe
zwang, doch seine Ambitionen
bleiben ungebrochen,
dazu sagt er: „Ich hoffe,
dass es am Ende eine Erfolgsgeschichte
wird.“
Fritz Geers hat das Ziel nicht erreicht.
FOTO: BARTH FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA
8 3 |2025
faktor-Workshop
KI als Chance für
den Mittelstand
Rückblick auf einen inspirierenden faktor-Workshop
aktuelles
FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Katharina Stapel und faktor-Herausgeber Marco Böhme begrüßten die Zuhörer des KI-Workshops.
Die Teilnehmer waren von den Vorträgen und dem Netzwerken begeistert.
„Ohne KI sichtbar sein? Bald unmöglich.“
– Mit dieser klaren Botschaft startete
Katharina Stapel ihren Impuls beim
faktor-Workshop bei Struckmeier in Göttingen.
Schon nach wenigen Minuten war
spürbar: Hier geht es nicht um Zukunftsmusik,
sondern um Fragen, die jedes Unternehmen
heute betreffen.
Was die Teilnehmer besonders bewegte:
KI ist kein Spielzeug, sondern ein Werkzeug.
Sie kann Prozesse entlasten und so
wertvolle Zeit für das Wesentliche schaffen.
Und gleichzeitig gilt: Wer seine Leistungen
nicht so präsentiert, dass auch Algorithmen
sie finden, könnte morgen
schon unsichtbar sein. Die Stärke der Ver-
anstaltung lag darin, dass Katharina
Stapel Hype und Realität trennte und Zukunftstrends
auf den Punkt brachte –
verständlich, praxisnah und mit sofort
umsetzbaren Tipps. Das machte den
Workshop nicht nur lehrreich, sondern für
viele auch zu einem echten Aha-Erlebnis.
Genauso wichtig war aber der Rahmen:
Austausch auf Augenhöhe, inspirierende
Gespräche und das Gefühl, gemeinsam an
den Herausforderungen der Zukunft zu
wachsen. Genau das ist es, was die
faktor-Veranstaltungen ausmacht – ein
Netzwerk, in dem Wissen, Menschen und
Ideen zusammenfinden und Neues
entsteht.
Partner für IT-Sicherheit
SerNet und faktor sind seit der
ersten Ausgabe eng miteinander
verbunden.
Ob Ich-AG, Kanzlei oder Konzern – ob im
Büro, in der Produktion oder im Homeoffice:
Drahtlose Netzwerke sind unverzichtbar.
Doch gerade weil sie selbstverständlich
geworden sind, werden ihre Risiken oft unterschätzt.
Das SerNet Forum macht sichtbar,
wie leicht Angriffe heute gelingen und
welche Maßnahmen wirklich schützen.
Am Mittwoch, 1. Oktober 2025, dreht sich
im Medienhaus Göttingen alles um ein Thema,
das Organisationen jeder Größe betrifft:
WLAN-Sicherheit. Benjamin Körnig,
WLAN-Experte bei SerNet, zeigt in seinem
Vortrag ,Sicher funken – sicher funktionieren:
WLAN richtig aufsetzen‘, wie sich moderne
WLAN-Architekturen sicher gestalten
lassen. Ein weiterer Höhepunkt des Abends:
Live-Hacking zum Mitverfolgen mit realistischen
Angriffsszenarien und Methoden, wie
sich die mit gezielten Maßnahmen verhindern
lassen. Zudem spricht Johannes Loxen
über sichere WLANs in verlässlichen IT-
Infrastrukturen.
SerNet und faktor verbindet eine lange
Geschichte, die bis zur ersten Ausgabe vor
20 Jahren zurückreicht. Seit vielen Jahren
sind wir Kunde der IT-Dienstleisterin, einige
Zeit waren wir sogar Untermieter im Medienhaus.
Heute ist SerNet-Geschäftsführerin
Reinhild Jung Mitglied im faktor-Club.
3 |2025 9
aktuelles
Menschen, mit denen man sich vielleicht
erst online über LinkedIn oder andere
Netzwerke verbunden hat, sitzen beim
faktor-Club-Frühstück plötzlich neben einem
am Tisch. Genau das macht die besondere
Stärke des Clubs aus: echte Begegnungen
schaffen, die weit über digitale Kontakte
hinausgehen. Das Motto Vernetzen. Inspirieren.
Wirken. wird so jedes Mal mit
Leben gefüllt.
Kürzlich traf sich die netzwerkbegeisterte
Runde bei System-Büro Struckmeier in Göttingen.
Das Unternehmen zeigte, wie moderne
Arbeitswelten gestaltet werden können.
Geschäftsführer Jens Barwinske inspirierte
mit seinem Impuls ‚New Work beginnt beim
Frühstück‘ und machte deutlich, dass innoƒaktor-Club
Online und Offline –
einfach miteinander verbinden!
vative Bürolösungen heute viel mehr sind als
Möbel – sie sind Bausteine für Zusammenarbeit,
Kreativität und Wohlbefinden am
Arbeitsplatz.
Was die Clubtreffen besonders macht, ist
der Rahmen: Entscheider aus Südniedersachsen
kommen persönlich zusammen, tauschen
sich aus, hören spannende Impulse und
knüpfen Kontakte auf Augenhöhe. Der
faktor-Club ist seit vielen Jahren Plattform
für Menschen, die sich in der Region engagieren
und gemeinsam Neues anstoßen wollen.
Ein herzliches Dankeschön an Struckmeier
für die Gastfreundschaft und an alle,
die dabei waren – wieder ein starkes Beispiel
dafür, wie Vernetzung regionale
Kräfte bündelt.
Technik – Mensch – Raum: Jens Barwinske erklärt,
worauf es ankommt.
Sie möchten dabei sein?
Hier gelangen Sie zum
faktor-Club – oder schreiben
Sie direkt an:
Marco Böhme
herausgeber@faktor-magazin.de
FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA
FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA
ƒaktor-Mittagsclub im Kredo Göttingen
Haltung zeigen
Kommunikation beginnt nicht mit Worten, sondern mit Haltung.
Diese Erfahrung machten die Teilnehmer des faktor-Mittagsclubs
am 27. August im Kredo Göttingen, wo Coach Lars Wätzold
(Foto) eindrucksvoll zeigte, wie sehr schon kleine Veränderungen
wirken. Ob beim Betreten eines Raumes, in der Körpersprache
während eines Gesprächs oder in der inneren Einstellung, die
nach außen sichtbar wird – die innere Haltung entscheidet, ob
Menschen uns zuhören oder ihren Blick abwenden.
Die Übungseinheiten brachten Aha-Momente: Haltung ist kein
Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Damit wurde deutlich,
dass Kommunikation immer ganzheitlich gedacht werden
muss – und dass Authentizität und Präsenz für Führungskräfte
ebenso wichtig sind wie für alle, die andere Menschen überzeugen
wollen.
Wie immer im faktor-Club war der Rahmen mehr als nur ein
Vortrag. Es ging um echten Austausch mit Entscheidern aus der
Region, um Inspiration, Gespräche auf Augenhöhe und die Möglichkeit,
wertvolle Kontakte zu knüpfen.
10 3 |2025
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PROFIL
Neuer Anfang
nach langjähriger
Chefarzttätigkeit
Bernd Schindler eröffnet Sprechstunde
im MEC Göttingen.
Wenn ein Arzt nach Jahrzehnten voller
Verantwortung, zahllosen Patientenbegegnungen
und intensiven Klinikjahren
in den Ruhestand geht, ist dies ein tiefer
persönlicher Einschnitt. Für Dr. Bernd Schindler,
langjähriger Ober und Chefarzt für Angiologie
am Evangelischen Krankenhaus Göttingen
Weende und am Standort NeuMaria hilf, war
dieser Schritt im Sommer 2024 von Dankbarkeit,
aber auch von Nachdenklichkeit begleitet.
„Die berufliche Tätigkeit fehlte mir“,
gesteht er offen. Schnell war ihm klar: Ganz
ohne seine medizinische Arbeit will und kann
er nicht leben. Nun hat er im MEC Göttingen
eine eigene Sprechstunde eingerichtet.
DIE MOTIVATION zu dieser neuen Tätigkeit
resultiert aus dem Wunsch, die Medizin wieder
so zu praktizieren, wie sie ihm am Herzen
liegt: mit Ruhe, Präzision und echter Zuwendung.
Anders als im Klinikalltag nimmt er sich
für jeden Patienten ausreichend Zeit, häufig
auch mehr als eine halbe Stunde. „Ich möchte,
dass meine Patientinnen und Patienten
verstehen, was wir besprechen“, erklärt er.
DIE SCHWERPUNKTE seiner Arbeit sind breit
gefächert, umfassen neben der Allgemeinen
Inneren Medizin aber vor allem die Gefäßdiagnostik
und therapie: von Ultraschalluntersuchungen
der Bauchschlagader, Halsgefäße
und Beinvenen über die Abklärung von Durchblutungsstörungen
bis hin zur Betreuung bei
Lip und Lymphödemen. Gerade der Einsatz
modernster Ultraschalltechnik ermöglicht
eine besonders schonende und präzise Diagnostik.
Bei Bedarf vermittelt er dank der
Kooperation mit spezialisierten Praxen weiterführende
Untersuchungen im Haus – vom
MRT bis zu anderen bildgebenden Verfahren.
Dabei bringt Schindler nicht nur seine langjährige
klinische Expertise ein, sondern auch
die Erfahrung eines Mediziners, der schon
früh Pionierarbeit leistete. Zu Beginn seiner
Karriere war er einer von nur drei Angiologen
in ganz Niedersachsen. Bis heute empfindet
er die Gefäßmedizin als unterbesetzten, aber
immens wichtigen Fachbereich der Inneren
Medizin. „Die Angiologie ist ein junger Bereich,
doch sie betrifft ein zentrales Thema:
die Gesundheit unserer Gefäße.“
EIN WEITERER BAUSTEIN seines Angebots
ist die enge Zusammenarbeit mit seiner
Frau Gudrun. Schon in der Zeit seiner Chefarztsprechstunde
unterstützte sie bei der Ernährungsberatung.
Als ehemalige Lehrerin bringt
sie nicht nur Fachwissen, sondern auch pädagogisches
Geschick mit. Gemeinsam setzen beide
auf Ernährung und Bewegung als Schlüssel für
Prävention – besonders im Hinblick auf weitverbreitete
Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck
oder erhöhte Blutfettwerte. „Der Kern für
die Gesundheit ist Wissen“, betont Schindler.
Wer versteht, wie Ernährung wirkt, kann aktiv
gegensteuern, bevor Krankheiten entstehen.
Mit seinem neuen Angebot ist Bernd Schindler
täglich telefonisch erreichbar, im MEC Göttingen
bietet er eine Sprechstunde an – in einer
Atmosphäre, die mehr Ruhe und persönliches
Miteinander erlaubt als der Klinikbetrieb. Für
ihn ist es ein Stück erfüllte Kontinuität: Auch
im Ruhestand Arzt zu sein, das ist für ihn weniger
eine Aufgabe als vielmehr eine innere
Haltung. „Ich möchte meinen Patientinnen
und Patienten helfen, besser zu verstehen
und besser zu leben.“
TEXT STEFAN LIEBIG
FOTO ALCIRO THEODORO DA SILVA
Medizinisches Experten Centrum
MEC Göttingen
Dr. Bernd Schindler
Bahnhofsallee 1d
37081 Göttingen
Tel. 0551 82074276
aktuelles
Unser Team aus Sicht des Comic-Zeichners
Maxim Seehagen erstellt Cartoons
der faktor-Mitarbeiter
Lassen Sie sich überraschen von den Ideen, die
Comic-Zeichner Maxim Seehagen hatte, als er die
faktor-Mitarbeiter gezeichnet hat …
Mit unserem Jubiläum werden wir beim
faktor zu Comicfiguren! Maxim Seehagen,
über den wir in der Dezemberausgabe 2024
berichteten, ist ein 1999 in Bad Gandersheim
geborener Comiczeichner und Autor. Der
junge, aber in der Szene bereits profilierte
FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Einbecker veröffentlichte bereits im Alter
von elf Jahren erste eigene Comics und vertrieb
sie auf Messen und im Netz. Heute findet
er mit seinen Cartoons und Comicfiguren
auf Instagram ein Publikum von fast
30.000 Menschen – er verbindet dabei persönlichen
Humor mit feiner Beobachtung.
Es ist nicht zu hoch gegriffen, ihn als Hoffnungsträger
zu bezeichnen.
Seine bekannteste Figur, Herrmann, ein liebenswerter,
tollpatschiger Alltagsheld, begleitete
ihn über viele Jahre, ehe er ihn bewusst
in den ‚Ruhestand‘ schickte. Als Reaktion
auf die Corona-Pandemie entstand
sein neuer Charakter, der schlecht gelaunte
Hamster, ein satirischer Spiegel damaliger
Einkaufs-Hamsterei. Parallel zu seiner
künstlerischen Tätigkeit arbeitet Maxim
Seehagen als Digitalisierungsspezialist
beim Landkreis Northeim. Bereits während
der Pandemie setzte er in der Öffentlichkeitsarbeit
seine Comic-Kunst ein – etwa
zur Visualisierung beim Impfzentrum. Seine
Werke werden zudem in Ausstellungen
gezeigt (z. B. Kassel ‚Caricatura-Galerie‘)
und er kooperiert mit anderen prominenten
Comic-Künstlern wie Ruthe und Sauer.
Maxim Seehagen steht für zeitgemäßen, regional
verankerten Humor mit künstlerischer
Leichtigkeit. Und vielleicht werden ja
genau diese Zeichnungen (ab Seite 30) zu
seinem großen Durchbruch …
Niddal Salah-Eldin beim Event ‚Change by Women‘
Führungsrollen
Am 15. November 2025 wird die Göttingerin Niddal Salah-Eldin
(Foto) die zentrale Stimme beim Event ‚Change by Women‘ in der
Alten Mensa. Die Medienmanagerin, die als Vorständin bei Axel
Springer internationale Verantwortung trug, spricht in ihrer Keynote
über Sichtbarkeit, Female Leadership und die Chancen, mit Haltung
und Mut Veränderungen voranzutreiben. Salah-Eldin tritt dafür ein,
dass Frauen in Führungsrollen nicht nur Strukturen hinterfragen,
sondern aktiv gestalten müssen.
Schon im Frühjahr hatte die faktor-Redaktion erkannt, welche Strahlkraft
ihre Biografie und ihre Gedanken haben: In der Ausgabe 2/2025
widmete Anja Danisewitsch ihr die Titelstory. Dort wurde ausführlich
beschrieben, wie Salah-Eldin von Khartum über Göttingen bis in die
Chefetagen Berlins ihren Weg ging und welche Überzeugungen sie leiten.
Auf faktor-Empfehlung ist sie nun wichtiger Teil des ‚Change by Women‘-Events
– ergänzt durch Panels und Workshops zu Barrieren, Karrierewegen,
Führungsstilen und digitaler Sichtbarkeit. Zu den Referentinnen
gehören auch Astrid Böttger und Martina Städler-Schumann.
FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Info und Anmeldung:
www.alumni-goettingen.de/termine/change-by-women
12 3 |2025
Damit unsere Kinder
cool bleiben können.
Wir bringen die Zukunft zum
Leuchten.
Für uns ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein Herzensthema. Es ist
zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Ob es um Geldanlagen oder
die Finanzierung von energieeffizientem Bauen geht: Wir kümmern
uns. Mehr Infos erhalten Sie unter spk-goettingen.de
Weil’s um mehr als Geld geht.
mensch
14 3 |2025
mensch
Vom Magazin
zur
Business-Plattform
20 Jahre faktor: ein Gespräch mit Herausgeber Marco Böhme über die
Kraft des Storytellings, die Magie der Begegnung und die Zukunft als
Business-Plattform.
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Vor 20 Jahren erschien die erste Ausgabe von faktor –
damals ein mutiges Projekt, heute eine feste Größe
in der regionalen Medienlandschaft. Aus dem Wirtschaftsmagazin
ist längst eine Business-Plattform
geworden, die Unternehmer in Südniedersachsen
inspiriert, vernetzt und regional sichtbarer und bekannter
macht. Zum Jubiläum spricht Herausgeber
Marco Böhme über die Anfänge, den neuen faktor-
Club und seine Vision für die kommenden Jahre.
Marco, vor 20 Jahren habt ihr faktor gegründet.
Mit welchem Anspruch seid ihr damals gestartet?
2005 gab es in Südniedersachsen kein hochwertiges
Wirtschaftsmagazin, das die Menschen hinter den Unternehmen
in den Mittelpunkt stellte. Genau das wollten
wir ändern: faktor sollte Geschichten erzählen – von
Unter nehmern, Führungskräften und Gründern, die mit
Leidenschaft und Mut etwas bewegen. Es ging uns nie
nur um Zahlen und Fakten, sondern immer um die Menschen
dahinter.
Wie hat sich faktor seitdem entwickelt?
Aus dem Magazin ist Schritt für Schritt eine Plattform
geworden. Anfangs war faktor ausschließlich Print.
Doch schnell haben wir gemerkt: Unternehmen brauchen
mehr – kontinuierliche Sichtbarkeit, Dialog und
Begegnung. Deshalb kamen Online- und Social Media-
Kanäle dazu, unser Newsletter, der Podcast ,on fire‘ und
inzwischen auch eigene Videoformate. Damit können
wir Geschichten nicht nur erzählen, sondern über viele
Kanäle erlebbar machen. Unternehmen, die mit uns arbeiten,
profitieren heute davon, dass wir Print, Digital,
Audio und Bewegtbild kombinieren – und so Reichweite
und Wirkung deutlich verstärken.
Du sprichst die Veranstaltungen an. Welche Rolle spielen
diese für faktor?
Eine sehr große. Begegnungen sind oft noch wertvoller
als ein guter Artikel. Bei unserer faktor-Business-Lounge
oder beim Mittagsclub entstehen Kontakte und Kooperationen,
die man sonst so nicht knüpfen würde. Viele
sagen uns: „Euer Netzwerk ist euer größter Schatz.“
Und genau das wollen wir mit dem faktor-Club nun
konsequent ausbauen.
Der faktor-Club ist also die nächste Entwicklungsstufe?
Absolut. Der Club bündelt alle Stärken von faktor:
Sichtbarkeit in unseren Medien, persönliche Begegnungen
auf hochwertigen Events und Zugang zu einem exklusiven
Netzwerk. Wer Mitglied ist, positioniert sich als
Macher in der Region, profitiert von gezielten Kontakten
und bekommt gleichzeitig Impulse von außen.
Ihr habt den Weg zum faktor-Club gemeinsam mit
dem Strategie-Experten Gerdum Enders gestaltet.
Was war seine Rolle?
Die Zusammenarbeit mit Gerdum Enders war für uns ein
entscheidender Schritt. Er hat uns dabei unterstützt, den
Kern von faktor neu zu definieren und die Transformation
bewusst zu gestalten – von einem klassischen
Medienprodukt hin zu einer Plattform und Community.
Der faktor-Club ist dabei nicht nur ein neues Angebot, ‣
3 |2025 15
mensch
sondern sozusagen der regionale Katalysator: ein Ort,
an dem Unternehmer zusammenkommen, Ideen entstehen
und die Region spürbar in Bewegung gerät.
Im Zuge dieser Transformation habt ihr auch
den faktor-Code entwickelt. Was steckt dahinter?
Der faktor-Code ist unser Kompass im Alltag. Er hilft
uns, unsere Aktivitäten konsequent mit unseren Werten
und Zielen abzugleichen. Wir haben für uns drei Werte
definiert: inspirierend, persönlich, wertig. Das bedeutet,
wir wollen Menschen und Unternehmen inspirieren, wir
arbeiten in allen Formaten nahbar und auf Augenhöhe,
und wir legen Wert auf höchste Qualität – in Inhalten, in
Veranstaltungen und in der Zusammenarbeit. Das zeigt
sich nicht nur bei großen Projekten, sondern auch in kleinen
Details. Ein Beispiel: Selbst, wenn wir eine Geburtstagskarte
für unsere Kunden gestalten, fragen wir uns: Ist
sie inspirierend, drückt sie persönliche Wertschätzung
aus, ist sie hochwertig gestaltet? So stellen wir sicher, dass
unser Anspruch überall spürbar wird.
Du wirst oft als Netzwerker bezeichnet. Wie siehst du
selbst deine Rolle?
Ich verstehe mich tatsächlich als Brückenbauer. Mir
macht es Freude, spannende Persönlichkeiten zusammenzubringen,
die sich vielleicht ohne faktor nie begegnet
wären. Oft entsteht daraus etwas ganz Neues – sei es
eine Kooperation, eine Idee oder einfach gegenseitige
Inspiration. Ich glaube an die Magie der Begegnung, und
genau das ist auch das Motto dieser Jubiläumsausgabe
und unserer großen Feier am 26. September.
Warum ist es gerade für Unternehmen in Südniedersachsen
wichtig, regional sichtbarer zu werden?
Unsere Region hat enormes Potenzial: spannende Hidden
Champions, kreative Start-ups, engagierte Mittelständler.
Aber zu oft schauen wir nach Hannover, Hamburg
oder Berlin, wenn es um Aufmerksamkeit geht.
Dabei beginnt nachhaltiger Erfolg hier vor Ort. Wer sich
in Südniedersachsen als Marke etabliert, gewinnt Kunden,
Talente und ein starkes Netzwerk, das trägt.
Was unterscheidet den faktor-Club von anderen
Business-Netzwerken?
Qualität vor Quantität. Uns geht es nicht um möglichst
viele Mitglieder, sondern um die richtigen. Wir schaffen
eine Kultur des Vertrauens, der Inspiration und der Kooperation.
Hier geht es nicht ums Visitenkarten-Sammeln,
sondern darum, echte Beziehungen aufzubauen.
Und wohin geht die Reise in den nächsten 20 Jahren?
Wir sehen ganz klar: Die Kraft des Storytellings ist nicht
nur für uns, sondern auch für unsere Kunden entscheidend.
Wer heute wahrgenommen werden will – ob als
Unternehmen, Arbeitgeber oder Marke – muss gute Geschichten
erzählen. Deshalb erweitern wir unser Portfolio
und unterstützen unsere Partner zunehmend in allen
Bereichen der Kommunikation: von Content für Social
Media über Employer Branding bis hin zu kompletten
Kommunikationsstrategien.
WELCHE ROLLE SPIELEN DABEI MODERNE FORMATE?
Eine sehr große. Mit unserem Podcast ,on fire‘ und neuen
Video-Angeboten können wir Geschichten multimedial
erzählen – und diese Kompetenzen bieten wir künftig
auch gezielt als Service für unsere Kunden an. Damit
schaffen wir zusätzliche Reichweite und ganz neue Möglichkeiten,
Inhalte erlebbar zu machen.
Wo siehst du faktor in Zukunft?
Noch stärker als Komplettdienstleister – als Business-Plattform
mit der DNA von faktor. Unsere besondere
Stärke ist, dass wir beides verbinden: journalistisches
Storytelling mit strategischem Kommunikations
Know-how. Damit können wir Unternehmen in Südniedersachsen
ganzheitlich begleiten – von der Idee bis
zur Umsetzung, über alle Kanäle hinweg. So wollen wir
auch in den kommenden 20 Jahren Impulse setzen und
die regionale Wirtschaft nachhaltig stärken.
Vielen Dank fürs Gespräch!
ZUR PERSON
Marco Böhme ist Medienunternehmer und Netzwerker, der leidenschaftlich
gern spannende Menschen zusammenbringt.
Der gebürtige Kasseläner, Jahrgang 1974, lebt seit 1994 in Göttingen
und reist gern nach nah und fern, um sich inspirieren zu lassen.
Er studierte an der Georg-August-Universität und in den USA
und weiß, wie wichtig es ist, Gewohntes aufzugeben und mutig
Veränderungen anzugehen. Diese Erfahrungen teilt Marco Böhme
seit vielen Jahren in seinen Vorträgen an der Privaten Hochschule
Göttingen (PFH), um vor allem junge Menschen zu ermutigen,
Unternehmer zu werden.
Der 50-Jährige ist ,frisch‘ verheiratet und lebt mit seiner zweiten
Frau und den drei Kindern in einer lebendigen Patchworkfamilie.
Ausgleich zu Familie und Job findet er beim Fußballspielen mit den
Alten Herren beim SC Weende und beim Laufen um den Kiessee.
KONTAKT
Tel. 0551 3098390,
boehme@faktor-magazin.de
oder vereinbaren Sie einen
Termin mit Marco Böhme ‣
16 3 |2025
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mensch
SEBASTIAN MAURITZ ist einer
der vier Gründungsherausgeber
des faktor-Magazins.
Doch schon vor der Gründung
hatte er die Göttinger Medienlandschaft
aufgewirbelt und frische
Impulse gesetzt. Die Medienzeiten
sind indes vorbei;
aus dem agilen Verleger von
damals ist ein Resilienz-Trainer
aus Berufung geworden.
18 3 |2025
mensch
Ein spannendes
Jahrzehnt
TEXT MARGARETA VOGEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Eigentlich wollte Sebastian Mauritz mal Lehrer werden
und studierte entsprechend auf Lehramt in Göttingen.
„Aber ich hatte schon damals ein großes Interesse daran,
wie Menschen denken und funktionieren. Ich hatte auch
schon immer ein gutes Gefühl für Ästhetik und Stimmigkeit“,
erzählt Mauritz. Beides wurde für seine späteren
beruflichen Aktivitäten prägend.
SCHON WÄHREND DES STUDIUMS stieg Mauritz in
die Fotografie und den Journalismus ein, indem er unter
anderem für die HNA, Welt am Sonntag, Bild und dpa
tätig wurde. Er hat sich viel selbst beigebracht und einiges
von Kollegen gelernt. Sein Interesse an Psychologie
und Marketing führte ihn zusätzlich zur Weiterbildung
als Marketingfachwirt. Schließlich gründete er sein erstes
eigenes Unternehmen für Fotodienstleistungen. Mauritz
war des nachts viel auf Partys unterwegs, um die
berühmten People-Fotos zu machen. So arbeitete er
dann auch irgendwann für das Magazin Trends+Fun.
Und weil Mauritz niemand ist, der einfach nur abarbeitet,
sondern jemand, der eigene Ideen entwickelt,
„sagte mein damaliger Chef den berühmten Satz zu mir:
‚Wenn du alles besser weißt, dann mach doch dein eigenes
Stadtmagazin.‘ Ich fand, das war eine gute Idee, und
ich glaube, er hat den Satz später ein wenig bereut.“
2001 ging es dann mit dem Stadtmagazin37 los und
zehn Ausgaben jährlich, gegründet von Sebastian Mauritz
zusammen mit Florian Grewe. Mauritz und Grewe
waren umtriebig in der Göttinger Unternehmensszene.
Außer dem Stadtmagazin hatten sie noch eine Werbeagentur,
gaben für kurze Zeit das Event-Heftchen Diggla
heraus, gründeten mit goettingeneins.de eine regionale
Onlinecommunity, die mit zeitweise über 40.000 aktiven
Usern zu einer der größten regionalen Plattformen
Deutschlands zählte – bis StudiVZ und später Facebook
den Markt übernahmen.
Später stieß dann als Anzeigenleiter auch noch Horst
Wolf vom RegJo-Magazin dazu, über den wiederum der
Kontakt zu Marco Böhme bestand, der beim RegJo die
Redaktion leitete. Aus den gemeinsamen Treffen entwickelte
sich die Idee, ein eigenes Wirtschaftsmagazin zu
machen. So wurde 2005 das faktor-Magazin aus der Taufe
gehoben, mit viel Support vom Stadtmagazin-Team.
Marco Böhme wurde dann nach einigen gemeinsamen
Jahren alleiniger Inhaber und Herausgeber.
DAS STADTMAGAZIN37 gibt es heute nicht mehr. Die
Rechte wurden 2013 an das Göttinger Tageblatt beziehungsweise
die Verlagsgesellschaft Madsack übergeben.
In der Folge lösten Mauritz und Grewe auch ihre
gemeinsame Agentur und den Verlag auf und gingen
getrennte Wege. Was aus der Verlagstätigkeit von Mauritz
und Grewe aber noch geblieben ist, ist der faktor, dessen
Keimzelle in den Redaktionsräumen des Stadtmagazins
in der Friedrichstraße liegt.
„Es waren über zehn wirklich interessante und lehrreiche
Jahre in der Medienlandschaft“, sagt Mauritz rückblickend.
Aber es ist eben auch ein Abschnitt, der vorbei
ist. „Das liegt nicht daran, dass ich nichts mehr damit zu
tun haben will, sondern daran, dass wenn ich etwas
mache, ich das zu 100 Prozent mache. Und das ist meine
Beschäftigung als Trainer rund um das Thema Resilienz
geworden.“ Dennoch ist da weiterhin eine stete Freude
über das faktor-Baby und wie gut es herangewachsen ist.
„Ich freue mich über jede neue Ausgabe, die ich nach wie
vor mit Interesse lese.“ ƒ
3 |2025 19
mensch
Florian Grewe war einer der
vier Gründungsherausgeber des
faktor-Magazins und Gründer
des Stadtmagazin37 und der
Agentur Mauritz & Grewe. Der
Mann, der lieber hinter den
Kulissen arbeitet, ist der Kommunikationsarbeit
bis heute
treu geblieben und blickt gerne
auf die Zeit nach der Jahrtausendwende
zurück.
20 3 |2025
mensch
„Das war eine
sehr spannende und
lehrreiche Zeit“
TEXT MARGARETA VOGEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
„Die Gründerthematik hat sich eigentlich aus dem Studium
heraus ergeben, durch die Freundschaft zu Sebastian
Mauritz“, beschreibt Florian Grewe, wie es damals
losging mit der Selbstständigkeit. Der angehende Politikwissenschaftler
war gemeinsam mit Sebastian Mauritz
viel im Göttinger Nachtleben unterwegs: Als Barkeeper
auf der legendären Cocktailparty im Göttinger Monro‘s
Park und als freier Fotograf für Medien- und Eventfotografie.
Über eine langjährige studienbegleitende Mitarbeit
in der PR-Agentur des damaligen deutschen
PR-Papstes Moritz Hunzinger entwickelte Grewe seine
Organisations- und Kommunikationstalente. Die Zusammenarbeit
mit Mauritz in Göttingen nahm kurz
nach der Jahrtausendwende zunehmend Fahrt auf, und
es entwickelte sich die Idee zur Gründung eines Stadtmagazins
und einer Ausweitung der Fototätigkeit auf eine
Full-Service-Marketingagentur.
DIE ERSTE REDAKTION befand sich in der Wohnung
von Mauritz, später wurden dann Räume im Souterrain
der Friedrichstraße 1 angemietet. Dort entstanden noch
weitere Projekte, unter anderem ein Online-Community-
Portal, und hier wurde auch das faktor-Magazin geboren.
Weitere Initiativen bestehen teilweise bis heute weiter,
wie die Bio-Brotbox-Aktion für ein gesundes Schulfrühstück,
aber auch Messeformate zu den Themen Gesundheit
und Entscheider, um regional Akteure und Unternehmer
zusammenzubringen. „Das war eine sehr
spannende und lehrreiche Zeit“, so Grewe. „Ich denke,
wir haben gemeinsam die Medienlandschaft in Südniedersachsen
bereichert. Insbesondere mit dem faktor, den
Marco Böhme mit seinem Spirit und seinen Qualitätsvorstellungen
maßgeblich vorangetrieben hat.“
Es ging von Anfang an nicht nur darum, ein hochwertiges
Magazin zu schaffen, sondern auch eines, das den
Netzwerkgedanken, der in der Region Göttingen spürbar
aufblühte, hochzuhalten und zu fördern. „Wir waren
viel unterwegs, hatten zahlreiche Unternehmer kontakte
und wurden regelmäßig darauf angesprochen, ob wir
nicht jemanden kennen würden, der Lösungen für Fragestellungen
anderer Unternehmer hatte“, erinnert sich
Grewe. „Ein Thema, das der faktor bis heute weiterlebt
und mit zahlreichen spannenden Formaten und Partnern
konsequent ausgebaut hat.“
DER VERÄNDERUNGSPROZESS zog sich für Florian
Grewe dann über einen längeren Zeitraum hin. Die
Finanzierung des Stadtmagazin37 wurde schwieriger,
der faktor wurde eigenständig unter der alleinigen Inhaberschaft
von Marco Böhme. Sebastian Mauritz „fand
sein Lebensthema im Coaching, sodass ich mir auch die
Frage gestellt habe, was ich eigentlich langfristig machen
möchte“. Am Ende spielte der Zufall über persönliche
Kontakte eine Rolle. Das Stadtmagazin wurde verkauft,
Werbeagentur und Verlag Mauritz und Grewe wurden
aufgelöst und Florian Grewe wechselte in die Wirtschaft
als Unternehmenssprecher: Zunächst bei der Krankenhausgruppe
Vinzenz-Verbund Hildesheim, später in der
Mediaberatung beim Göttinger Tageblatt und dann als
Zentralbereichsleiter Marketing bei der zufall logistics
group. Ende 2021 wechselte Grewe als Leiter Unternehmenskommunikation
und Entwicklung an die St. Martini-
Gruppe in Duderstadt, die ein Krankenhaus, mehrere
Altenpflegeheime, ambulante Hospiz- und Palliativdienste
sowie MVZ-Praxen betreibt.
„Ich durfte in dieser Zeit der Selbstständigkeit Erfahrungen
sammeln, die mich in letzter Konsequenz da
hingebracht haben, wo ich heute bin“, sagt Grewe.
„Deswegen kann ich jedem empfehlen, sich Gleichgesinnte
zu suchen, dem eigenen Bauchgefühl zu folgen
und sich auf das zu konzentrieren, was man wirklich
gerne tut – auch wenn Wege sich dann einmal in unterschiedliche
Richtungen entwickeln. Wichtig war in unserem
Gründerteam die Kombination unterschiedlicher
Talente, die sich damals perfekt ergänzt haben. Bis heute
bin ich dankbar für die gemeinsame Zeit und bleibe
meinen ehemaligen Geschäftspartnern in großer Wertschätzung
verbunden.“ ƒ
3 |2025 21
mensch
HORST WOLF war als Mitgründer
von faktor von Anfang
an dabei und hat die Entwicklung
lange mit vorangetrieben.
Als Anzeigenleiter war er auf
regionalen Veranstaltungen
unübersehbar präsent und gewann
unzählige Partner und
Anzeigenkunden.
22 3 |2025
mensch
Der große
Netzwerker
TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
„Marco und ich sind damals bei jeder Veranstaltung in
der Region gewesen“, sagt Horst Wolf in Erinnerung an
die Anfangszeit von faktor. „Es hat nicht lange gedauert,
bis es hieß ‚Da sind wieder die Zwei von faktor‘.“ Das
habe sich für ihn wie eine Bestätigung angefühlt, dass sie
gemeinsam einen guten Job gemacht hätten: „Wir wurden
wahrgenommen.“ Dazu hat sicherlich nicht nur die
Menge der Veranstaltungen beigetragen, sondern auch
die Größe von Wolf – der 2,09 Meter große Ex-Basketballer
ragt in der Regel aus der Masse heraus. Horst
Wolf als Anzeigenleiter und Marco Böhme als Herausgeber
waren damals die faktor-Gesichter in der Öffentlichkeit,
„eine Rolle, bei der uns Sebastian Mauritz hin
und wieder unterstützt hat“. Florian Grewe, der Vierte
im Kreis der Mitgründer, agierte als der Mann für die
Organisation und Prozesse eher hinter den Kulissen.
NACH DEN BLEIBENDEN ERINNERUNGEN an seine
faktor-Zeit gefragt, überlegt Horst Wolf kurz. Gerne erinnere
er sich an den ersten Termin bei einem potenziellen
Partner. „Rainer Hald, damals Vorstandsvorsitzender
der Sparkasse Göttingen, wollte von uns genau wissen,
warum Göttingen und die Region ein weiteres Wirtschaftsmagazin
bräuchten“, berichtet Wolf. „Es gäbe ja
schließlich schon eines.“ Gemeinsam hätten Marco Böhme
und er dem kritischen Sparkassen-Chef den faktor-
Ansatz erklärt – ein Magazin mit Fokus auf die Erfolgsgeschichten
der Region, für jede Ausgabe ein verlässlicher
Termin für das Erscheinen und vor allem: Der Aufbau
einer Plattform für die aktive Vernetzung der Akteure
in der Region. „Wir müssen ihn überzeugt haben, er
rief kurz nach dem Termin an, und die Sparkasse wurde
Partner der ersten Stunde“, sagt Horst Wolf. Solche Erfolge
hätten aus seiner Sicht die Aufbruchstimmung und
den Glauben daran bestärkt, etwas Sinnvolles mit Perspektive
aufzubauen. Da sei es verschmerzbar gewesen,
im ersten faktor-Büro an einem Tisch mit einer Tür als
Tischplatte und Sägeböcken als Unterkonstruktion zu
sitzen.
RÜCKBLICKEND DENKE ER gerne an die vielen Begegnungen
mit interessanten, spannenden Menschen, gerade
auch bei der faktor-Business-Lounge, so Horst Wolf.
„Ottmar Hitzfeld hat mich damals schon begeistert, als
wir ihn in Hannover am Flughafen abgeholt haben.“
Der Erfolgstrainer sei ihm als nahbarer, freundlicher
Mensch in Erinnerung, der schon auf der Fahrt mitreißend
von seinem Leben erzählt habe. „Er hat damals
auf der Rückfahrt sein Handy im Auto vergessen, das
haben wir ihm per Post hinterhergeschickt.“ Ein gelungenes
Beispiel für die Vernetzung regionaler Akteure bei
der Business Lounge fällt Wolf auch sofort ein. „Wir haben
Detlef Hofmann, damals Prokurist bei der Zufall
Logistics Group, und Heiko Keilholz, ehemals geschäftsführender
Gesellschafter des HKS Sicherheitsservice, zusammengebracht.
Sie kannten sich vorher noch nicht.“
Zu seinen bleibenden Erinnerungen gehöre auch der
Tag, an dem er Marco Böhme mitgeteilt habe, dass er sich
beruflich verändern und die Pro Basketball Göttingen
GmbH im Bereich Sponsoring hauptberuflich unterstützen
wolle – eine Aufgabe, die er bis heute wahrnimmt.
„Das Gespräch mit Marco war eines der schwersten, die
ich je geführt habe“, sagt er. „Da er wusste, was mir der
Sport und die BG Göttingen bedeuten, hatte er Verständnis.“
Nicht zuletzt deshalb seien die beiden auch heute
noch in Kontakt, gingen gemeinsam Mittagessen, wenn es
die Terminkalender zuließen. „Wir tauschen uns regelmäßig
aus, und ich verfolge die Entwicklung von faktor
immer weiter.“ Bis heute profitiere er als Netzwerker von
der Arbeit und den zahlreichen Veranstaltungsbesuchen
in der faktor-Anfangszeit, ist Wolf überzeugt. „Wir haben
damals dafür gesorgt, dass uns alle kennen.“ ƒ
3 |2025 23
wissen
Wir werfen einen Blick in die erste
Ausgabe – so ging es los vor 20 Jahren
im Herbst 2005.
24 3 |2025
wissen
ƒaktor 01
Herbst 2005
3 |2025 25
wissen
Von Anfang an ist uns das
hochwertige Layout wichtig,
sodass die Bilder und Texte
wirken können.
,IM AUFBRUCH‘ hieß bei der faktor-Premiere die Titelgeschichte – im Fokus
unserer Recherchen war damals das neu gegründete Verpackungscluster Südniedersachsen.
Das Cover mit dem Ei nahm sowohl das Thema Verpackungen auf
als auch unsere ,Geburt‘ als Magazin.
Weitere Themen waren das China-Geschäft regionaler Firmen und familienfreundliche
Unternehmen – die Illustrierung mit der Kinderzeichnung kam übrigens
von der Tochter unserer Grafikerin Verena Reimann. ‣
26 3 |2025
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,DER WOHLFÜHLER‘ porträtierte den Einbecker Unternehmer
Bodo Rengshausen, der uns beeindruckte mit seinem Erfindergeist
und dem Mut, anders zu denken.
FÜR DIE ERSTE AUSGABE durften wir Ministerpräsident Christian
Wulff interviewen. „Mein Platz ist hier“, sagte er über seine
bundespolitischen Ambitionen und meinte damit Hannover.
Wulff wurde 2010 Bundespräsident.
GRENZEN SIND DA, um sie zu übertreten. Das haben wir regelmäßig
getan. So haben wir den neuen Chefdirigenten des Göttinger
Symphonieorchesters, Christoph-Mathias Mueller, vorab
in Berlin besucht und somit in der Region vorgestellt. In den
folgenden Jahren berichteten wir immer wieder über Mueller
und das GSO – der Schweizer schaffte es mit seinem Taktstock
zum Thema Führung sogar aufs faktor-Cover.
Außerdem stellten wir das Bioenergiedorf Jühnde vor und interviewten
Literaturherbst-Macher Christoph Reisner, der leider
2014 verstorben ist. ƒ
28 3 |2025
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Das Team
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Wer macht eigentlich den faktor? Wir stellen Ihnen im
Heft frühere Mitarbeiter, aber auch die aktuellen vor.
Denn Sie sollen ja schließlich wissen, mit wem Sie es
zu tun haben, wenn Sie bei uns anrufen, an unseren
Events teilnehmen oder gar einen unserer Mitarbeiter
zum Interview erwarten …
ILLUSTRATION MAXIM SEEHAGEN FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Marco Böhme
Gastgeber & geschäftsführender Gesellschafter
Ich bin seit 2005 der Herausgeber des faktor-Magazins
und Gastgeber des faktor-Clubs. Eigentlich bin ich aber
vor allem Netzwerker und mein wichtigster Job ist es,
mit wichtigen Menschen Mittagessen zu gehen...
Vorher habe ich mein Abi 1994 in Kassel gemacht und
dann in Göttingen studiert, um Journalist zu werden.
Nach zwei Auslandssemestern im Staat New York habe
ich ein Praktikum beim damaligen Regional-Journal für
Südniedersachsen, RegJo, absolviert und wurde dort im
Frühjahr 1999 Chefredakteur. Nach fünfeinhalb Jahren
verließ ich RegJo und baute mit den Partnern Horst Wolf,
Sebastian Mauritz und Florian Grewe den faktor auf.
Ich bin stolz, dass es faktor seit 20 Jahren erfolgreich
am Markt gibt und wir uns immer weiter zur faktor-Plattform
entwickeln, wo neben dem Printmagazin unsere
Events genauso wichtig werden wie digitale Angebote.
30 3 |2025
Christiane Wiese-Brahimi
Service & Sekretariat
mensch
Ich bin die Clubmanagerin und seit November 2023 beim faktor glücklich.
Ich kümmere mich um die Organisation und Verwaltung im Büro. Besonders
spannend finde ich die Planung und Organisation unserer faktor-Business-Lounge.
Das ist immer wieder ein Highlight für mich!
Kurz gesagt, bin ich die Managerin, die gemeinsam mit unserem großartigen
Team dafür sorgt, dass wir weiterhin viel Freude an unseren Veranstaltungen,
dem faktor-Club und natürlich unserem Magazin haben werden.
Lange vor meiner Zeit beim faktor habe ich eine Ausbildung zur Verkäuferin
gemacht und später zur Handelsfachkraft im Bereich Internet- und Online-Tourismus
umgeschult. In verschiedenen Firmen und Branchen habe ich
all meine Erfahrungen und Kenntnisse gesammelt, die ich hier beim faktor gut
einsetzen kann.
Anastasia Riesling
Studentische Hilfskraft
Stefan Liebig
Ich bin der Neue und der Alte in einer Person – und bald auch schon wieder nicht mehr
im Redaktionsteam. Wie das?
Nun ja, ich bin neu als Interimsredakteur, schreibe aber seit 2006 für den faktor. Außerdem
ist es – vorerst – die einzige Ausgabe, die ich leite, denn im Oktober übernimmt ja
Markus Riese die Chefredaktion. Unfassbar, dass es sich dabei um eine so dicke und spannende
Jubiläumsausgabe handelt! Für mich auch eine erinnerungsreiche Reise durch meine
vielen faktor-Termine, wie zum Beispiel den bei der Benary Samenzucht – für den Beitrag
erhielt ich einen Alexanderpreis ...
Ich habe Göttingen und die Region als Student, als Minicarfahrer, als Journalist und als
Mitinhaber der Agentur PROFILGebeR sowie regionaler Bildbandautor kennen- und liebengelernt.
Bevor ich aus Bad Laasphe in der westfälischen Provinz an die Leine gezogen
bin, habe ich eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Irgendwie fügt sich
dies alles auf erstaunliche Art und Weise zusammen, wie eine komplizierte Schachposition
– was mir als passioniertem Schachspieler und Schachjournalist besonders gut gefällt.
Ob Vorbereitung der Mailings, die Organisation der monatlich stattfindenden
Webinare oder die Einstellung von Digitalprofilen auf unserer Webseite – im
Backoffice versuche ich, zum Erfolg des faktor-Teams beizutragen.
Die tolle Arbeitsatmosphäre von faktor kann ich schon seit Januar 2024 miterleben
und konnte so bereits an vielen interessanten Formaten, wie der faktor-Business-Lounge
oder auch an Team-Weiterbildungen teilnehmen. Und nebenbei
studiere ich im Bachelorstudiengang ‚Modernes China‘ an der Georg-August-Universität
in Göttingen. Auch wenn ich beim faktor kein Chinesisch sprechen
kann, bietet mir die Arbeit hier doch viele spannende Möglichkeiten, wie
zum Beispiel die Arbeit mit vielen verschiedenen Computerprogrammen oder
das Ausprobieren von KI-Lösungen zur Bildbearbeitung.
Ich freue mich auf die kommende Zeit hier beim faktor und wünsche alles
Gute zum Jubiläum!
3 |2025 31
mensch
Thorsten Sawada
Vertriebsinnendienst
Meine Mission bin ich im Juli 2024 angetreten:
Als weiteres, freundliches Gesicht im faktor-Team, das per E-Mail, Telefon
oder manchmal auch per Rauchzeichen versucht, die Kunden glücklich zu
machen. Mein Ziel ist es, den Arbeitsalltag so reibungslos wie möglich zu
gestalten und dabei stets freundlich und hilfsbereit zu sein, selbst wenn die
Welt in Deadlines und To-do-Listen versinkt. Dabei versuche ich, immer den
Überblick zu behalten, selbst wenn die E-Mails in meinem Posteingang eine
eigene kleine Welt bilden.
Was meinen Werdegang angeht: Ich habe 1988 mein Abitur gemacht, weil
ich dachte, damit die Welt erobern zu können. Nach der Bundeswehr folgte
eine Ausbildung zum Industriekaufmann – um die Grundlagen der Geschäftswelt
zu beherrschen. Ein Studium der Betriebswirtschaftslehre schloss
ich erfolgreich ab, um die großen Zusammenhänge zu verstehen – oder zumindest
so zu tun, als ob. Und natürlich bringe ich meine langjährige Berufserfahrung
mit. Die macht mich zum unbestrittenen Profi – oder lässt
mich wenigstens gelegentlich so aussehen, als hätte ich alles im Griff.
Kurz gesagt: Ich bin der Player im Hintergrund, der versucht, mit allen
anderen Team-Mitgliedern zusammen dafür zu sorgen, dass wir weiterhin
viel Freude mit zukünftigen faktor-Magazinen haben werden.
Anke Steines
Layout
Ich bin Anke und war zwischen Hamburg, Münster, dem Bauhaus in Dessau und
Göttingen unterwegs: Vom Agenturleben in Hamburg hat es mich als Diplom-
Designerin und Master of Arts and Integrated Design nach Göttingen verschlagen.
Seit Anfang 2025 bin ich mit im Magazingeschäft, um meine Leidenschaft
für Menschen und Design beim faktor einzubringen. Ich liebe den Austausch auf
Augenhöhe, denn Respekt ist für mich die Basis für echte kreative Energie.
Ich glaube nicht daran, alles neu zu erfinden, sondern Bestehendes in die Jetztzeit
zu übersetzen. Dabei schaue ich auf Ikonen wie Eike König, Vivienne Westwood,
zum Bauhaus, zur Mode und zum Möbeldesign und zu anderen Magazinen
– das sind für mich echte Inspirationen.
Meine Accessoires? Menschen, Magazine, Möbel – alles, was schön ist. Denn
wer sich mit Schönem umgibt, schafft automatisch das Schöne.
Kurz gesagt: Ich sehe mich als die kreative Seele, mit einem Lächeln und einem
Blick für das Besondere.
32 3 |2025
mensch
TOBIAS KINTZEL über seine Beziehung zum Entscheidermagazin: „Mit faktor verbindet mich seit der
zweiten Ausgabe eine nun zwanzigjährige, intensive On/Off-Beziehung. Über weite Strecken habe ich
die Entwicklung des Magazins als freier Redakteur und zeitweise Redaktionsleiter begleitet. Das Besondere
war und ist für mich die Chance, spannende Menschen zu treffen, mich mit ihnen zu unterhalten
und ihre Geschichten so aufschreiben zu können, wie ich sie wahrnehme. faktor hat mir die
Augen für die vielen Unternehmen in der Region geöffnet, die in ihrer Nische zu den Marktführern
gehören – manche sogar weltweit. Hoffentlich erzählt faktor ihre Erfolgsgeschichten noch lange.“
ANJA DANISEWITSCH schreibt seit 2017 für das faktor-Magazin. Was sie sowohl als Redakteurin
für uns als auch als freiberuflicher Story-Coach immer wieder antreibt, ist: echte, emotionale Geschichten
von Unternehmern aufzuspüren, die andere inspirieren. Ihre journalistischen Texte für
den faktor wurden dafür zweimal mit dem Göttinger Alexanderpreis ausgezeichnet. Als Story-
Coach liebt sie es, mit Soloselbstständigen deren Brand-Story auf sehr intuitive Weise zu entwickeln.
2024 ist Anja der Liebe wegen nach Düsseldorf gezogen, doch Göttingen ist und bleibt im Herzen
ihre Heimat.
SVEN GRÜNEWALD schreibt seit 2017 für den faktor. Als ehemaliger Chefredakteur des RegJo-Magazins
und Ressortleiter Regionale Wirtschaft beim Göttinger Tageblatt kennt er den faktor auch
schon eine sehr lange Zeit von außen. „faktor war früher die Konkurrenz, aber eine, die stark in der
regionalen Wirtschaft vernetzt und verwurzelt war und von der man sich auch etwas abschauen
konnte.“ Sven schreibt natürlich über wirtschaftliche Themen, aber sein besonderes Interesse gilt
wissenschaftlichen und Bildungsthemen sowie der Suche nach dem Haar in der Suppe – Dingen, die
nicht rund laufen und die man besser machen kann.
CAROLIN KÖPP ist in Osterode geboren und in Herzberg aufgewachsen. Somit ist sie fest in der
Region verankert. Als Werbeagenturinhaberin schreibt die ausgebildete Printmediengestalterin,
freie Journalistin, Autorin mehrerer großer Bildbände über die Region Südniedersachsen und Chefredakteurin
eines Seniorenmagazins in Diepholz seit mehr als zehn Jahren für das faktor-Magazin
über regionale und medizinische Themen – sie sagt: „Ich liebe es, die Geschichten, die Menschen
mir über sich oder ihre Projekte erzählen, aus meiner Sicht zu schreiben. Für faktor nutze ich diese
Vorliebe gerne, um die menschliche Seite hinter dem Business zu zeigen.“
MATTHIAS BRUNNERT sagt, warum er gerne für faktor schreibt: „Hohes Tempo bestimmte meine
berufliche journalistische Tätigkeit. Motto: Jetzt passiert – schon berichtet. Als Mitarbeiter zahlreicher
Zeitungen und Rundfunkanstalten, später als Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur
fürs südliche Niedersachsen war Schnelligkeit wesentlich. Vor drei Jahren hat Marco Böhme mich
gefragt, ob ich für faktor arbeiten wolle. Sehr gerne. So kann ich als Ruheständler auf andere Art
berichten – mehr Zeit für Recherche und reichlich Platz zum Schreiben – ungewohnt, aber reizvoll.
Denn ich lerne dabei interessante Menschen, Unternehmen, Einrichtungen und Projekte kennen.“
RUPERT FABIG stellt klar: „Den faktor finde ich – verzeihen Sie den Ausdruck – zum Kotzen! Okay,
fand ich, für einen Abend. Der Außenreporter-Einsatz bei Harzdrenalin, bei dem ich von einer Hängebrücke
per Pendelsprung herabstürzen musste, wirkte nach. Eine ganz gute Überleitung zum
Magazin, denn die Artikel darin verfangen. Im Notfall mich persönlich, wenn ich mal wieder im
Göttinger Sternelokal vorkosten darf, mir in einem Barbershop in der hessischen Provinz die Nasenhaare
wachsen lasse oder Extremsportler treffe, die Nordamerika ostwärts durchqueren. Langweilig
ist jedenfalls anders.
P.S. Kann ich die Rechnung für die Reinigung der bespuckten Hotelbar noch einreichen?“
Norman Lippert ist freiberuflicher Archivar und Historiker. In Berlin geboren und aufgewachsen, zog
es ihn nach einem Bachelorstudium der Anglistik/Amerikanistik und Geschichte von Greifswald nach
Göttingen. Hier beendete er 2012 sein Masterstudium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und
gründete 2013 sein Büro für historische Dienstleistungen Histofaktur. Sein Spezialgebiet ist die Wirtschaftsgeschichte
Göttingens, über die er in zahlreichen faktor-Artikeln, Büchern, Stadtführungen und
Vorträgen analysiert. Für seine faktor-Beiträge zur südniedersächsischen Tuchindustrie, über Göttinger
Uhren und die hiesige Erfindung des Papierrecyclings erhielt er jeweils den Alexanderpreis.
Unsere freien Mitarbeiter
3 |2025 33
arkaden
Arkaden
am
Gericht
Das Büro- und Geschäftshaus Arkaden am
Gericht prägt seit dem Jahr 2003 in zentraler
Lage das Gesicht Göttingens. An der Berliner
Straße ist es vielen mittelständischen
Unternehmen, darunter auch dem faktor, eine
Heimat und zugleich Orientierungspunkt für
Einheimische und Besucher der Stadt.
TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Früher befand sich zwischen Amtsgericht,
Finanzamt und Hauptbahnhof an der Berliner
Straße ein Parkplatz, der abends bei
Nachtschwärmern ebenso gefragt war wie
tagsüber bei Menschen, die zum Einkaufen in
die Stadt wollten. Dazu konnte man an dieser zentralen
Stelle der Stadt seine Briefe direkt aus dem Auto in einen
Drive-through-Postkasten einwerfen.
Seit dem Jahr 2003 prägen die Arkaden am Gericht,
ein Büro- und Geschäftshaus mit mehr als 2.000
Quadrat metern Bürofläche, das Gesicht der Stadt an der
Kreuzung Berliner Straße und Godehardstraße. „Ich
wollte bei der Umsetzung der Arkaden am Gericht von
Anfang an architektonische Qualität und zeitlose Wertigkeit
mit dem städtischen Kontext verbinden“, sagt ‣
34 3 |2025
arkaden
3 |2025 35
arkaden
Klaus Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der
CUBUS GmbH & Co. KG, der das Gebäude konzipierte
und baute. Übrigens hat Klaus Schneider auch den
Namen des Gebäudes ersonnen. Jedes Bauvorhaben brauche
einen passenden Namen, ist er überzeugt. „Ein Name
stiftet Identifikation, bietet Orientierung. Aus meiner
Sicht sollte er positiv besetzt, zurückhaltend und dennoch
eingängig sein“, erklärt er. „Eben so wie Arkaden
am Gericht .“
MIT DER HELLEN STEINFASSADE und der etwas zurückgesetzten
oberen Etage, die das Gebäude leichter
und weniger massig wirken lässt, verbindet sich das
Gebäude mit seiner markanten Architektur mit der
direkten Umgebung. Auf besondere Weise verbindet es
sich auch mit der Geschichte der Stadt Göttingen: Der
tor artige Durchgang zwischen den beiden Gebäudeteilen
ist dem Reitstalltor nachempfunden, das als einziges
Überbleibsel des barocken Universitätsreitstalls 1974
am Campus der Universität aufgestellt wurde.
HEUTE SIND UNTER ANDEREM die Anwaltskanzleien
Mügge, Dr. Pitschel & Partner und SBZW Dr. Bodenburg,
Zilian, Werk oder auch die Entscheider Medien
GmbH in dem Büro- und Geschäftshaus zu finden –
genau wie die CUBUS-Firmenzentrale. „Für uns sind die
Arkaden am Gericht nicht nur geschäftliche Heimat,
sondern auch Musterhaus“, sagt Klaus Schneider. Im
Gebäude könnten sein Sohn und er potenziellen Kunden
neuer Projekte alles zeigen: zum Beispiel den Granit, die
Edelstahlgeländer, die Ausführung der Terrassen und der
Aufzüge. „Wir setzen das in unseren Bauvorhaben genau
so um. Hier können wir Kunden die spätere Ausführung
schon lange zeigen, bevor wir mit der Umsetzung beginnen“,
sagt Schneider. „Aber ganz unabhängig davon
fühlen wir uns hier einfach wohl.“
Das gilt auch für den faktor-Herausgeber Marco
Böhme, der vor allem die gute Lage betont. „Sowohl
der Bahnhof als auch die Innenstadt sind für Meetings,
die Mittagspause oder einen schnellen Snack zwischendurch
in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar“, sagt er.
„Außerdem kann ich jedem einfach erklären, wo wir zu
finden sind.“ ƒ
36 3 |2025
ANZEIGE
PROFIL
NACHHALTIGKEIT ALS MASSSTAB
Die CUBUS Firmen setzen auf Energieeffizienz
und umweltbewusste Konzepte, von
Wärmepumpentechnologie über Photovoltaik
bis hin zur Umsetzung nachhaltiger Energiestandards.
„Dabei entstehen nicht nur
funk tionale Gebäude, sondern lebenswerte
Räume mit architektonischem Anspruch“,
sagt Claus- Henrik Schneider. Ein eindrucksvolles
Beispiel dafür ist das „Plateau-Grün“,
in der Bettina-von-Arnim-Straße, das mit
135 Wohneinheiten zu den größten Passivhausprojekten
in Niedersachsen gehört. Zu
den kürzlich abgeschlossenen Projekten zählen
die „Gründerzeit-Wohnungen“ mit 43 Eigentumswohnungen
im KfW-40Plus-Standard
sowie die benachbarten „Gründerzeit-Villen“
mit 47 Einheiten im KfW-55-Standard in Weende.
Beide Bauvorhaben verbinden klassische
Architektur mit moderner Energietechnik.
CUBUS GmbH & Co. KG und
CUBUS Immobilien GmbH –
nachhaltige Baukultur in Göttingen
Die CUBUS GmbH & Co. KG und
die eigenständige Schwesterfirma
CUBUS Immobilien GmbH zählen
zu den prägenden Bauträgern
in Göttingen. Seit 1995 verfolgt Klaus Schneider
mit der CUBUS GmbH & Co. KG das Ziel,
zukunftsweisendes, hochwertiges und nachhaltiges
Bauen umzusetzen. Heute führt sein
Sohn Claus-Henrik Schneider diese Familientradition
fort. „Wir haben mit unserer Philosophie
im Lauf der Jahre rund 500 Eigentumswohnungen
in Göttingen realisiert und einen
bedeutenden Beitrag zur Wohnraumgestaltung
in der Stadt geleistet“, sagt Klaus Schneider.
Für die Schneiders sind Immobi lien ein
persönliches Geschäft, das auf Vertrauen
basiert. „Wir haben die Beziehungen zu unseren
Kunden – unser Netzwerk – über viele
Jahre aufgebaut“, beschreibt Claus-Henrik
Schneider. „Wir setzen auf den persönlichen
Kontakt, sprechen unseren Kundenstamm bei
neuen Projekten immer zuerst an.“ Nicht zuletzt
wird durch die direkte Ansprache und die
frühzeitige Abstimmung auch die Individualisierung
in den Objekten möglich.
Die Firmenzentrale befindet sich in den Arkaden
am Gericht an der Berliner Straße. Das
Büro- und Geschäftshaus mit der zentralen Lage
zwischen Amtsgericht, Finanzamt und Hauptbahnhof
wurde von Klaus Schneider konzipiert
und gebaut. Das Gebäude mit der markanten
Architektur ist ein Fixpunkt bei der Orien tierung
in der Stadt. Es unterstreicht zudem den
CUBUS-Anspruch, architektonische Qualität
mit dem städtischen Kontext zu verbinden.
NEUES BAUVORHABEN:
„STADTGARTEN – GEISMAR“
Mit dem „Stadtgarten – Geismar“ steht ein
neues CUBUS-Projekt in den Startlöchern. In
bevorzugter Lage werden dort 51 barrierearme
Eigentumswohnungen in zwei Gebäuden
reali siert. Umgesetzt werden soll das Bauvorhaben
mit durchdachter, familienfreundlicher
und nachhaltiger Architektur im Effizienzhaus-55-Standard
(EH55). Jede Wohnung verfügt
über großzügige Balkone, Dachterrassen oder
Terrassenflächen. Aufzüge, Tiefgarage, Fahrradstellplätze
und Infrastruktur für E-Mobi lität
runden das Konzept ab. Namensgeber für dieses
innovative Neubauvorhaben ist der traditionelle
Garten mit etwa 700 Quadratmetern,
der zur gemeinschaftlichen Nutzung allen
Bewohnern zur Verfügung steht und mit der
Dach- und Fassadenbegrünung den ökologischen
Gedanken vollendet. Der Baustart ist im
dritten Quartal 2025.
info@cubus-immobilien.de
Tel. 0551 32214
mensch
Entscheider
des Entscheider-Magazins
Sehen Sie hier, wer über die Jahre bis zur Jubiläumsausgabe für die Inhalte der
faktor-Ausgaben gesorgt hat:
Zunächst war Marco Böhme für die
redaktionelle Leitung des faktor zuständig.
Von Ausgabe 1 im Frühjahr
2005 bis zum fünfjährigen Jubiläum
nahm der Herausgeber diese Doppelrolle
wahr. Wenn auch nur kurz
folgte ihm dann für zwei Ausgaben
Belinda Helm (heute Duvinage). Sie
brachte in kurzer Zeit frische Ideen
ein und denkt noch immer gerne an
ihre ‚Short Story‘, wie sie es nennt,
beim faktor und sagt rückblickend:
Tobias Kintzel ein. Er organisierte
von Dezember 2005 bis Ende 2009
die Heftinhalte (siehe Vorstellung der
freien Mitarbeiter auf Seite 33).
In den Jahren 2011 und 2012 war
Claudia Krell Redaktionsleiterin.
Auch sie schätzt die journalistische
Freiheit und Vielfalt des Magazins.
„Ein Herausgeber und Gründer, der
eine Vision hatte und mir sein Vertrauen
geschenkt hat. Ich denke an
Mut, Weitsicht, Vision und Qualität.“
Sie hat ihren Weg gemacht, volontierte
bei einer Tageszeitung und
arbeitet inzwischen als Journalistin
in München. Dankbar spricht sie
über die Erfahrungen, die sie beim
faktor sammeln durfte: „Ein Ort, an
dem ich mich journalistisch und kreativ
ausprobieren durfte. Ein Produkt,
das mir gezeigt hat, was Unternehmertum
eigentlich bedeutet: Sich
zu trauen, Visionen zu entwickeln,
einfach mal zu machen und dranzubleiben.
Danke dafür.“
Immer wenn es in diesen ersten
Jahren eng am Mann war, sprang
„faktor ist für mich bis heute wie
der Blick durch ein Kaleidoskop:
mal leuchtend, mal überraschend,
mal ganz neu zusammengesetzt“,
sagt sie, die inzwischen im Marketing
bei SerNet arbeitet. Noch heute
sieht sie in jeder Ausgabe, wie bunt
und vielgestaltig Südniedersachsen
ist und schätzt die Menschen, die
Einfallsreichtum beweisen, ungewöhnliche
Wege gehen, deren Geschichten
entdeckt und erzählt werden
möchten. „Diese Erfahrung hat
mich geprägt: Sie hat mir gezeigt,
wie wichtig es ist, die Vielfalt sichtbar
zu machen – und sie hat meinen
Wunsch bestärkt, der Region verbunden
zu bleiben, auch wenn ich
inzwischen in Berlin lebe.“
Zum Teil arbeitete Claudia Krell
schon mit Elena Schrader zusammen,
die im März 2013 als Chefredakteurin
eine neue Ära einleitete:
Sie war insgesamt zehn Jahre im
Amt und entwickelte das Hauptheft
weiter, brachte Ideen in die neuen
Sonderhefte ein und war beim Aufbruch
in die digitale faktor-Welt
aktiv mit dabei.
Im Herbst 2023 übernahm dann
Christian Vogelbein den Staffelstab
und fungierte bis Juli 2025
als Redaktionsleiter. Auf ihn folgt
nun für diese Jubiläumsausgabe
Stefan Liebig (siehe Teamvorstellung
ab Seite 30). Klar ist aber,
dass der ‚Neue‘ schon mit den
Hufen scharrt und mit Markus
Riese sicher der multimediale Weg
des faktor erfolgreich fortgeschrieben
wird. ƒ
38 3 |2025
happy
birthday,
faktor!
20 Jahre
Geschichten,
die inspirieren
Ein runder Geburtstag für ein echtes Original: Seit 20 Jahren steht
das faktor Magazin für anspruchsvollen Wirtschaftsjournalismus mit
Herz und Haltung – aus und für Göttingen. Ob mutige Gründungsstory,
kluger Blick hinter die Kulissen oder feines Gespür für das, was
die Region bewegt: faktor bringt Menschen, Ideen und Unternehmen
zusammen. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch – und danke!
Wir begleiten den faktor seit unserer Gründung als Partner. Was uns
verbindet, sind gemeinsame Werte. Ein menschlicher Blick auf die
Wirtschaft, Freude an Veränderungen und der feste Glaube daran,
dass starke Netzwerke unsere Region voranbringen.
Liebes faktor Team, zum 20. Jubiläum wünschen wir euch weiterhin
Neugier, Inspiration und viele gute Geschichten für die nächsten
Jahrzehnte!
www.arineo.com
mensch
40 3 |2025
mensch
Influencerin
der ersten Stunde
Die Göttingerin Luana Theodoro da Silva hat als Influencerin der
ersten Stunde das Bild von diesem Beruf stark mitgeprägt. Mit faktor
verbindet sie weit mehr als ihr Vater Alciro Theodoro da Silva, der sie
als Fotograf auf das Cover gebracht hat.
TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
„Veröffentlichungen, wie auch im faktor, haben mehr
und mehr dazu beigetragen, dass Menschen meinen Weg
ernst nahmen, die ihn vorher belächelt haben“, sagt
Luana Theodoro da Silva rückblickend auf den Tag, an
dem die faktor-Ausgabe mit dem Artikel über ihren Aufstieg
und Erfolg in der Social-Media-Welt erschien. Das
Titelbild hatte damals ihr Vater Alciro aufgenommen, der
als Fotograf seit der ersten Ausgabe das Auge des Magazins
ist. Die ausführliche Story und das Coverbild waren
nicht nur für Luana ein Wow-Effekt. „Zweifel haben sich
nach und nach aufgelöst, nachdem anfangs nicht klar war,
ob mein Weg der richtige ist und die Arbeit mit Social
Media wirklich eine berufliche Basis für die Zukunft ist.
Niemand wusste damals, ob und wie das funktioniert.“
Ihr späterer Impulsvortrag beim faktor-Mittagsclub habe
die Akzeptanz zu Hause und in der regionalen Wirtschaft
zusätzlich verstärkt, erinnert sie sich.
RÜCKBLICK: Als Luana begann, Modebilder auf der
Social-Media-Plattform Instagram hochzuladen, gab es
weder den Begriff Influencer noch das entsprechende
Geschäftsmodell dahinter. „Ich habe einfach angefangen,
ohne Plan, habe das eher wie ein Spiel gesehen“,
erklärt sie ihre Anfänge. Vor dem Hintergrund ihres
Marketingstudiums an der PFH Private Hochschule
Göttingen habe sie aber schon früh einen analytischen
Blick entwickelt und darauf geschaut, was funktioniert
und was nicht. Auch ohne Plan muss sie schon in der Anfangszeit
vieles richtig gemacht haben: Die Follower zahlen
stiegen schnell auf 100.000, erste Unternehmen stellten
Produkte zur Verfügung, die in den Bildern Verwendung
finden sollten. Bis zu 20.000 Likes und 100 bis 1.000
Kommentare erreichte sie in der folgenden Blütezeit pro
Post. „Meine Followerzahlen bei Instagram sind bis heute
stabil bei über 560.000.“ Recht früh hatte sie zudem einen
eigenen Webshop mit Mode aufgebaut, betrieb einen
eigenen Blog, „selbst gebastelt, nicht professionell aufgesetzt“.
„DASS ES FÜR MICH RICHTIG IST, einfach zu machen,
Dinge zu starten, ohne sie vorher schon bis ins Detail zu
planen, habe ich in zahlreichen Praktika für mich erkannt“,
sagt die Vorreiterin der neuen Branche. „Ich
habe dabei vor allem auch gelernt, was ich nicht will,
was nicht zu mir passt.“ Das erste Praktikum hatte sie in
der faktor-Redaktion absolviert, viele weitere – auch
während des Studiums an der PFH – sollten folgen. „Das
möchte ich meinen Töchtern und allen jungen Menschen
weitergeben. Sie sollen so viele Praktika wie möglich machen
und verschiedene Jobs ausprobieren.“ ‣
3 |2025 41
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DAS ENTSCHEIDER-MAGAZIN FÜR DIE REGION GÖTTINGEN
Für sie sei es wichtig, sich mit Menschen zu umgeben,
die eigene Ideen einbringen, den Drang haben, selbst
Dinge aufzubauen. „Es ist inspirierend, wenn jemand einen
anderen Blick auf Themen hat.“ So sei es ihr auch
bei der Begegnung mit ihren drei Co-Gründern von
Lookfamed gegangen, die ebenfalls Studenten an der
PFH waren. „Wir haben uns sehr gut ergänzt. Ich war
früh im Social-Media-Geschäft dabei, konnte es aber
nicht skalieren. Die drei waren professioneller, sehr
organisiert.“ Nur gemeinsam hätten sie die Firma für
Social-Media-Management und Content Creation in
Göttingen aufbauen können. „Marco hat mit faktor da
eine ganz ähnliche Idee“, sagt sie über Marco Böhme,
den Gründer und Herausgeber des regionalen Wirtschaftsmagazins:
„Menschen zusammenbringen, gemeinsam
wachsen. Das ist mir sehr sympathisch.“
erfolgsgeschichte Luana da Silva teilt mit über 500.000 Menschen ihr Leben im Netz und macht daraus ein lukratives Business 118
HEUTE IST LUANA THEODORO DA SILVA nicht mehr
Teil von Lookfamed, ihre Anteile hat sie vor dem Umzug
in die italienische Schweiz verkauft. Nachdem sie dort
mit ihrer Familie neue Wurzeln geschlagen hat, sei sie
nun wieder bereit, etwas Neues zu starten. „Es darf auch
für die Zukunft gerne Content Creation und das Teilen
auf Social Media sein. Mit dem starken Fokus auf Videos
kann man einfacher und schneller Persönlichkeit
zeigen – wenn man sich traut.“ Auch heute sei, wie zu
ihrer Anfangszeit, die Praxis für den Erfolg wichtiger als
die Theorie. „Ich habe damals im Studium eine Hausarbeit
zum Thema Social Media nicht bestanden, meinem
Berufsweg stand das nicht im Weg“, sagt sie lachend
zum Abschuss des Interviews. ƒ
42 3 |2025
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„Diskretion ist entscheidend“
Torsten Berghaus, vormals selbst Unternehmer in Göttingen, begleitet heute
andere Mittelständler bei ihrem Unternehmensverkauf. Im Interview spricht er
über die Sinnhaftigkeit einer professionellen Begleitung, die Komplexität der
Abläufe und warum Diskretion dabei so wichtig ist.
PROFIL
Wo und warum kommt NOMAS für
Unternehmer ins Spiel?
Inzwischen finden 36 Prozent der mittelständischen
Unternehmer keinen Nachfolger aus der
Familie oder der Mitarbeiterschaft. Da bleibt
dann nur ein Verkauf. Ein Management-Buyout
oder eine familiäre Nachfolge können sehr gut
vom Steuerberater oder Anwalt begleitet werden.
Aber ein externer Verkauf ist eine ganz andere
Angelegenheit und da gilt es erst einmal
den richtigen Berater zu finden.
Wie finden Sie die richtigen Käufer?
Die NOMAS verfügt über ein breites Netzwerk
von Investoren, von denen wir wissen,
was sie suchen und dass sie seriös sind. Aber
darauf beschränken wir die Suche nicht, sondern
nutzen auch unsere Datenbanken, um
mögliche Kandidaten zu identifizieren.
Was für Fallstricke gibt es beim
Unternehmensverkauf?
Da sitzen auf der Käuferseite transaktionserfahrene
Profis. Unsere Mandanten verkaufen
in der Regel das erste und einzige Mal in
ihrem Leben ihre Firma, das braucht Beratung,
Struktur und Begleitung. Die NOMAS hat inzwischen
über 150 Unternehmensverkäufe begleitet.
Alle Partner bei NOMAS waren selbst
Geschäftsführer, daher reden wir auf Augenhöhe
mit unseren Mandanten, aber auch mit
der Investorenseite. Da wir auf Erfolgshonorarbasis
arbeiten, schauen wir uns aber auch genau
an, welche Mandate wir annehmen – wir
müssen selbst überzeugt sein, dass ein Unternehmen
erfolgreich und nach den Vorstellungen
des Unternehmers zu verkaufen ist.
Können Sie einmal den Ablauf eines professionell
begleiteten Verkaufsprozesses skizzieren?
Zunächst erstellen wir ein Info-Memorandum
mit allen zentralen Informationen zum Unternehmen.
Daraus entsteht dann ein kurzer
Teaser für potenzielle Interessenten, der anonymisiert
die Eckdaten enthält, damit gehen
wir in die Ansprache potenzieller Investoren.
Nach einer Vertraulichkeitserklärung erhalten
Interessenten das Info-Memorandum
mit der Aufforderung, ein unverbindliches
Preisangebot zu machen. So erhalten wir ein
Bild, was das Unternehmen am Markt wert
ist. Gemeinsam mit dem Mandanten überlegen
wir dann, mit wem wir uns ein gutes
Ergebnis vorstellen können und nehmen die
Verhandlungen auf.
Wie geht es dann weiter?
Meist kristallisiert sich ein Investor heraus,
mit dem man dann die finalen Schritte gehen
will: Buchprüfung und Vertragsverhandlungen.
Daraus resultieren dann sehr umfangreiche
Verträge mit zahlreichen Garantien. Der
Vertragsvorschlag des Käufers wird von uns
dann genau geprüft, und dafür ziehen wir wiederum
hochspezialisierte Anwälte aus unserem
Netzwerk hinzu.
Inwiefern spielt das Zwischenmenschliche
dabei eine Rolle?
Jemand veräußert sein Lebenswerk, das ist
keine Kleinigkeit, es geht viel ums Herzblut;
das ragt tief ins Private hinein. Im Zuge eines
Verkaufsprozesses, der ein bis anderthalb
Jahre dauern kann, erfahren Sie manchmal
mehr über einen Unternehmer, als die eigene
Familie weiß. Deswegen ist auch die Diskretion
so entscheidend. Streckenweise ist
das schon ein emotionales Geschäft, und es
entsteht ein sehr enges Vertrauensverhältnis.
Aber das macht auch den Reiz aus.
ZUR PERSON
Torsten Berghaus, Jahrgang 1968, studierte
in Gießen und Würzburg Jura.
Anschließend war er kurz als Anwalt
tätig, bevor er als geschäftsführender
Gesellschafter in das Göttinger Unternehmen
Paul Koch einstieg. Vor drei
Jahren hat er sein Unternehmen mit
Unterstützung der NOMAS Corporate
Finance GmbH verkauft; inzwischen ist
er selbst als Partner in der NOMAS für
den Raum Norddeutschland tätig. Das
Unternehmen mit Hauptsitz in München
ist spezialisiert auf die Begleitung
und Umsetzung von Merger und Acquisitions
im Mittelstand.
Torsten Berghaus
NOMAS Corporate Finance
Wiesenstraße 1
37073 Göttingen
Widenmayerstraße 10
80538 München
Tel. 0171 4942795
torsten.berghaus@nomas-cf.com
www.nomas-cf.com
mensch
44 3 |2025
mensch
Früher ƒaktor,
heute Sportschau
TEXT MATTHIAS BRUNNERT FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Der ehemalige Göttinger Sportstudent Alexander Schlüter
spricht über sich und seine Karriere.
Als Sportjournalist ist Alexander Schlüter auf einer Stufe der Karriereleiter angelangt, die nur wenige erklimmen: Der
40-Jährige ist ab dieser Saison Moderator der ARD-Sportschau. Die wohl bekannteste Sportsendung im deutschen
Fernsehen genießt ein hohes Renommee. In der vergangenen Saison erreichte sie durchschnittlich 3,6 Millionen
Zuschauer. Die Sportschau am Samstag ist damit – auch im Vergleich zu den Liveübertragungen von Sky und DAZN
– die mit Abstand populärste Sendung zur Fußball-Bundesliga.
Herr Schlüter, erinnern Sie sich noch an ihre Zeit
in Göttingen?
Natürlich, und zwar sehr gerne. Ich habe dort von 2005
bis 2011 Sportwissenschaften studiert und das Sportjournalismus-Studium
abgeschlossen.
Sie haben damals für den faktor gearbeitet. Wie war das?
Neben dem klassischen Redaktionsjob für das Magazin
durfte ich die damalige Golf-Ausgabe managen. Dafür
habe ich die Golfclubs in Südniedersachsen und Nordhessen
getestet. Dieses Projekt hat einen riesigen Spaß
gemacht. Und es war total lehrreich für alles, was dann
später gekommen ist. Damals habe ich von Marco Böhme
viel gelernt. Der faktor ist ein gut gemachtes Magazin,
für das ich sehr gerne gearbeitet habe.
Wie hat Ihnen Göttingen damals gefallen?
Eigentlich hatte ich Göttingen als Studienort gewählt,
weil ich einen relativ kurzen Weg nach Bahrdorf haben
wollte, um weiter in meiner Fußballmannschaft spielen
zu können. Aber es war dann so, dass ich mich in Göttingen
schnell sehr wohl gefühlt habe. Ich habe die Stadt
geliebt. Und ich habe weiterhin Freunde dort, die ich hin
und wieder besuche.
Gab es auch etwas, das Ihnen nicht so gefallen hat?
Ich war oft etwas unglücklich, wenn ich Besuch hatte
von Leuten, die Göttingen nicht kannten. Ich hatte ihnen
vorgeschwärmt, wie unglaublich wohl ich mich dort
fühlte. Doch der Besuch konnte meine Schwärmerei oft
nicht so nachvollziehen, weil sie nichts Sensationelles in
der Stadt entdecken konnten. Heute weiß ich, dass man
eine Weile braucht, um herauszufinden, wie gut man in
Göttingen leben kann.
War das Studium der Sportwissenschaften eine gute
Vorbereitung für die Arbeit als TV-Moderator?
Ich habe ohne konkretes Berufsziel angefangen zu studieren,
dann aber bald gemerkt, dass Journalismus etwas
für mich ist. Die Arbeit bei faktor und vorher schon
beim Göttinger Tageblatt hat dazu ganz sicher beigetragen.
Ich habe auch immer wieder Vorlesungen und Seminare
in anderen Bereichen der Uni besucht, die mich
journalistisch vorangebracht haben. Was ich jetzt beruflich
mache, nämlich vor Publikum zu präsentieren, das
habe ich vorher im Seminarraum gemacht – nicht nur im
Sport, auch in den Fächern Politikwissenschaften sowie
Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die ich ebenfalls studiert
habe. Das alles hat mir geholfen und mich geprägt. ‣
3 |2025 45
mensch
Konkret: Hilft das Studium jetzt im Beruf?
Ja, sicher, aber mir hilft auch, dass ich viele Sportarten
selbst aktiv ausgeübt habe: Fußball, Basketball, Handball,
Tischtennis, Beachvolleyball, einmal im Jahr Triathlon.
Das alles zusammen ist ein Vorteil, wenn ich mit Sportlerinnen
und Sportlern spreche. Ich habe zwar keine fachliche
Augenhöhe, aber doch eine gewisse fachliche Basis.
Keine Augenhöhe? Sie sind 1,96 Meter groß.
Hilft das nicht bei Interviews?
Gute Frage. Fakt ist, dass ich oft Experten an meiner
Seite hatte, die ebenfalls groß sind, zum Beispiel Peer
Mertesacker, Sandro Wagner, Michael Ballack oder
Christoph Kramer. Wenn es in Interviewsituationen ein
totales Mismatch gibt, was die Körpergröße angeht, ist
das vielleicht auf Dauer nicht immer ganz einfach. Ein
Nachteil war meine Körpergröße wohl eher nicht.
War es ihr berufliches Lebensziel, einmal Sportschau-
Moderator zu werden?
Sportschau-Moderator war jetzt kein konkretes Ziel.
Aber die Aufgabe ist schon wirklich etwas ganz Besonderes
– speziell für mich. Schon als Jugendlicher beim
Kicken auf dem Bolzplatz habe ich Spaß daran gehabt,
Aktionen so zu kommentieren, als ginge ein WM-Finale
in die entscheidende Phase. Ich war dann Gerd Rubenbauer
(ehemaliger ARD-Sportreporter) und nicht Alex
Schlüter.
Und später?
Als ich vor 14 Jahren in den Beruf eingestiegen bin, hatte
ich nicht unbedingt das Ziel, einmal die ARD-Sportschau
zu moderieren. Trotzdem: Für mich ist es ein großes
Glück, dass ich diesen Job jetzt machen darf. Es gibt
für einen Sportmoderator nichts Reizvolleres. ƒ
ZUR PERSON
Alexander Schlüter wurde 1985 in Göttingen geboren und wuchs in Bahrdorf/Kreis
Helmstedt auf. Schon in der Jugend spielte er Fußball, Basketball, Handball, Tennis und
Golf. Nach dem Abitur zog es ihn zurück in seine Geburtsstadt, wo er an der Georg-
August-Universität Sportwissenschaften studierte und dies mit einem Magister-Examen
abschloss. In dieser Zeit sammelte er beim faktor erste journalistische Erfahrungen.
Seine professionelle Karriere als Sportjournalist startete Schlüter bei einem privaten
Hörfunksender in Leipzig. Dort konnte er erstmals Fußballspiele live kommentieren
und moderieren. Es folgten Stationen bei Sport1 und Opta Sports, wo er Fußballstatistiken
erstellte. Für die Sportnachrichten-Website Spox.com kommentierte Schlüter Fußball-
und Basketballspiele. 2016 wechselte er zum frisch gegründeten Streamingdienst
DAZN. Dort berichtete er über Fußball auf nationaler und internationaler Ebene sowie
den Profibasketball der NBA. 2024 wechselte Schlüter zum Streamingdienst Prime Video.
Dort war er als Moderator unter anderem für die Fußball-Champions league und
das Tennisturnier in Wimbledon zuständig.
Seinen jetzigen Wechsel ins ARD-Sportschauteam kommentierte ARD-Sportkoordinator
Axel Balkausky so: „Wir freuen uns sehr, in Alex Schlüter einen sympathischen, eloquenten
und vielseitigen Moderator gefunden zu haben, der mit all seiner Erfahrung
und Kreativität eine großartige Verstärkung für unser Sportschau-Team sein wird.“
Alex Schlüter lebt mit seiner Ehefrau in Hamburg.
info@alexschlueter.com | www.alexschlueter.com
46 3 |2025
WÜRDE KENNT
KEINEN FEIERABEND
Unternehmer*innen übernehmen Verantwortung –
auch über ihr Unternehmen hinaus.
Im Hospiz an der Lutter schaffen wir einen Ort der Menschlichkeit – wo Würde nicht
endet, sondern weiterlebt. Unser Freundeskreis ermöglicht dies durch private Initiative,
mit Weitblick und Herz.
Würde
geht uns alle an –
sie beginnt mit
deiner Freundschaft.
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20. NOVEMBER
2025
mensch
48 3 |2025
mensch
MARKUS RIESE –
Heimkehr, Vielfalt und
neue Kapitel
Von Schülerzeitung über Briefmarkenzeitschrift bis Wirtschaftsmagazin –
Markus Riese erlebt im Journalismus und drum herum so ziemlich alles, was
zwischen Lokalredaktion, Fachpresse und Bühnenlicht passt. Im Oktober
beginnt für den gebürtigen Alfelder ein neues Kapitel: Als Chefredakteur des
faktor-Magazins will er die Wirtschaft der Region nicht nur abbilden, sondern
auch erlebbar machen. Und das durchaus auch mit neuen Ideen und Formaten.
TEXT STEFAN LIEBIG FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Es gibt Menschen, die fest in einer Region verwurzelt
sind – und trotzdem ständig in Bewegung. Markus Riese
gehört zu ihnen. Geboren 1980 in Alfeld, wollte er schon
als Schüler nicht nur wissen, was passiert – er wollte es
aufschreiben. Seine ersten Texte landeten in der Schülerzeitung,
gefolgt von Beiträgen für die Jugendpresse und
ein Schülerradio. „In dir muss brennen, was du in anderen
entzünden willst“, sagt er heute, und dieser Satz beschreibt
nicht nur seine journalistische Haltung, sondern
auch seine Lebensphilosophie. Endgültig zum Lodern
kam das journalistische Feuer in ihm, als er 14 Jahre alt
war: „Ich hatte einen Leserbeitrag – eine Computerspielrezension
– an ein wichtiges Fachmagazin geschickt, und
nach einigen Monaten schon die Hoffnung auf eine Veröffentlichung
aufgegeben. Dann blätterte ich nichtsahnend
die neueste Ausgabe am Zeitungsstand in einem
Einbecker Supermarkt durch und war elektrisiert: Mein
Beitrag war dort abgedruckt! Und nicht nur das – es
stand daneben, es handele sich um einen bahnbrechenden
Lesertest!“ Kein Wunder, dass ihn dies motivierte …
VOM VOLONTARIAT ZU DEN GROSSEN THEMEN
Nach der Schule suchte und nutzte er folgerichtig seine
Chance und es kam direkt der Sprung ins Berufsleben:
Ein Volontariat bei der Alfelder Zeitung, für die er schon
länger schrieb und die damals wie heute das Herzstück
lokaler Berichterstattung in seiner Heimat war. Hier
lernte Riese das Handwerk – vom Feuerwehrbericht bis
zum Bürgermeisterinterview. „Die Nähe zu den Menschen,
die direkte Rückmeldung – das hat mich geprägt“,
erinnert er sich.
Doch der Blick ging bald über Alfeld hinaus. 2003
wechselte er in einen Göttinger Fachverlag, wo er zunächst
als Redakteur und später als Chefredakteur des
Briefmarken Spiegels arbeitete. Ein Themenfeld, das auf
den ersten Blick exotisch wirkt, ihn aber faszinierte:
„Beim Fachmagazin konnte ich tiefer in Spezialthemen
eintauchen – das war eine ganz andere Form von Journalismus.“
Die Arbeit war international vernetzt, präzise,
manchmal fast detektivisch, wenn es um die Recherche
seltener Sammlerstücke ging. ‣
3 |2025 49
mensch
ZURÜCK INS LOKALE –
UND MITTEN INS GESCHEHEN
Nach einigen Jahren zog es ihn aber doch wieder stärker
in die lokale Medienlandschaft. Er wechselte zum
Wochenblatt Blick, übernahm dort die Chefredaktion
und später auch vielfältige Leitungsaufgaben beim Göttinger
Tageblatt. Es ergaben sich auch immer wieder
Chancen, abseits des Hauptaufgabenbereichs, die er gerne
ergriff: „Ich moderierte Events wie das Gänselieselfest
und betreute zum Beispiel die Leserreisen des Blick
– das waren tolle Erlebnisse, auf die ich noch heute gelegentlich
angesprochen werde.“
2021 wechselte er dennoch zurück in den vertrauten
Newsroom der Alfelder Zeitung. Die Rückkehr war für
ihn nicht nur ein beruflicher Schritt, sondern ein persönlicher:
„Ich bin sehr dankbar für die vergangenen vier
Jahre und will sie keinesfalls missen. Alfeld wird immer
meine Heimat bleiben, und die AZ immer meine Heimatzeitung.“
Und das, obwohl er mit seiner Frau und
Tochter in Friedland lebt und dort inzwischen fest verankert
und zu Hause ist.
Während der Zeit beim Göttinger Tageblatt und später
bei der Alfelder Zeitung prägte er nicht nur die
Tagesberichterstattung, sondern setzte auch Akzente mit
Hintergrundstorys und historischen Reportagen – Texte,
die bereits zweimal mit dem Alexanderpreis ausgezeichnet
wurden, weil sie lokale Geschichten in größere historische
Zusammenhänge stellten.
BÜHNE, MUSIK, MIKROFON
Wer Markus Riese nur als Schreiber kennt, verpasst aber
tatsächlich die halbe Geschichte: Zwischen 2006 und
2011 stand er als Keyboarder und Background-Sänger
der bekannten Göttinger Rockband Feltmann auf der
Bühne und für zwei CD-Aufnahmen im Studio. Eine
Musikkarriere kam aber nicht infrage: „Ich bin stolz,
auch mal beim Open Flair in Eschwege gespielt zu haben.
Aber es war vor allem deshalb gut, weil es ohne den
Druck, damit Geld verdienen zu müssen, stattfand.“
Später sang er in Gospelchören und weiteren Bands, moderierte
immer mehr öffentliche Veranstaltungen und
lieh als Sprecher und Hörspielautor Figuren seine Stimme.
So engagierte er sich auch für eine Göttinger Jugendkrimi-Serie
– eine Erfahrung, die ihn, wie er sagt, „gelehrt
hat, mit Stimme und Timing genauso zu arbeiten
wie mit Text und Bild im Journalismus“.
EIN NEUES KAPITEL –
WIRTSCHAFT, NETZWERKE, ZUKUNFT
Aktuell steht der nächste große Schritt in seinem Berufsleben
an: Markus Riese wechselt als Chefredakteur zum
faktor. Das Magazin hat sich als Plattform für regionale
Wirtschaft, Innovation und Netzwerke etabliert. Riese
hat es stets im Blick gehabt und immer wieder begegnete
er auf Presseterminen auch den faktor-Mitarbeitern:
„Ich habe es immer gerne gelesen – denn ich liebe gut
ZUR PERSON
1980 in Alfeld geboren, hat Markus Riese seine journalistische
Laufbahn mit einem Volontariat bei der
Alfelder Zeitung begonnen und war anschließend
auch als Jungredakteur dort tätig. Es folgten unter
anderem Stationen als Chefredakteur des Briefmarken
Spiegels, in der Anzeigenblatt- und Sonderthemenredaktion
des Göttinger Tageblatts sowie ab
2021 als Redaktionsleiter der Alfelder Zeitung. Neben
dem Journalismus ist er vielseitig engagiert –
als Musiker, Moderator sowie Hörspielautor und
-sprecher. Für seine Arbeit wurde er 2022 und 2024
mit dem Alexanderpreis ausgezeichnet. Ab 1. Oktober
2025 übernimmt er die Chefredaktion des faktor.
aufgemachte Beiträge.“ Er möchte seine Leitungsposition
nutzen, um gemeinsam mit dem faktor-Team noch
näher an die Menschen und Unternehmen zu rücken:
„Ich freue mich auf die spannende Kombination aus
Magazin, Netzwerkveranstaltungen und Social Media.“
Rieses Vision ist klar: Reportagen, die nicht nur informieren,
sondern auch inspirieren. Interviews, die Entscheider
und Macher erlebbar machen. Netzwerke, die
Brücken zwischen Branchen schlagen. Dabei will er
Wirtschaft nicht als abstrakte Zahlenspielerei verstehen,
sondern als Teil des gesellschaftlichen Lebens. „Am Ende
geht es um Menschen, die Ideen haben, Risiken eingehen
und unsere Region prägen“, betont er und fährt fort:
„Für mich ist es eine Verpflichtung, für ein absolut etabliertes
Magazin zu arbeiten, das stolz auf seine Geschichte
sein kann.“
BLICK NACH VORN
Privat bleibt Riese Friedland und Alfeld verbunden, auch
wenn sein beruflicher Mittelpunkt künftig stärker in
Göttingen liegt. Er sieht den Wechsel nicht als Abschied,
sondern als Erweiterung seines Radius: „Ich nehme meine
Erfahrungen aus der Lokal- und Fachpresse mit und
möchte sie verbinden – für ein Magazin, das unsere Region
wirtschaftlich, aber auch menschlich abbildet.“
Mit dieser Haltung beginnt er ein neues und „hoffentlich
langes“ Kapitel – und beweist einmal mehr, dass
Verwurzelung und Aufbruch keine Gegensätze sein
müssen, sondern ein Antrieb, immer wieder einen Schritt
weiterzugehen. Er weiß auch schon genau, was er in
fünf Jahren erleben will: „Dann feiern wir das Jubiläum
25 Jahre faktor mindestens so groß, wie jetzt den
20. Geburtstag und blicken auf die stetige Weiterentwicklung
der kommenden Jahre zurück.“ ƒ
50 3 |2025
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STRESSMANAGEMENT UND BURN-OUT
Besonders Menschen in verantwortungsvollen
Positionen geraten unter Druck – Terminstress,
Verantwortung, permanente
Erreichbarkeit. „Hier setzen wir an. Wir regulieren
den Stress so, dass Leistungsfähigkeit
und Lebensfreude erhalten bleiben.“ Zu den
Alarmzeichen gehören Abgeschlagenheit,
emotionale Erschöpfung, verminderte Belastbarkeit,
Schlaf- und Konzentrationsprobleme
oder auch Herzrhythmusstörungen. „Unser
Körper kann lange kompensieren, aber irgendwann
gibt er das klare Signal, dass etwas
nicht stimmt“, erklärt Dr. Ströhlein. Für ein individuelles
Behandlungskonzept klärt er Stoffwechsel-
und Hormonstörungen, chronische
Entzündungen oder Mangelerscheinungen
und bezieht psychische Komponenten ein. In
der Therapie können Heilpflanzen, Akupunktur,
Körper- und Qi-Übungen, aber auch moderne
Verfahren, wie die Sauerstoffhöhentherapie
oder Infusionen zum Einsatz kommen.
PROFIL
Das Beste aus drei
medizinischen Welten
Auf dem Weg zu einer effektiven, schonenden und natürlichen Therapie gegen
chronische Schmerzen, Allergien sowie Stresserkrankungen setzt Dr. Ströhlein
auf eine Kombination aus konventioneller Medizin, Chinesischer Medizin und
westlichen Naturheilverfahren.
Die Schwerpunkte der Arztpraxis für
Chinesiche Medizin (TCM) und westliche
Naturheilverfahren von Dr. Arne
Ströhlein sind Schmerztherapie, die Hilfe bei
Erschöpfungszuständen und Burn-Out sowie
die Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten.
Als medizinsicher Leiter hat Dr.
Ströhlein, ergänzend zum westlichen Medizinstudium,
eine Zusatzausbildung in Chinesischer
Medizin nach internationalem Standard
und eine 18-jährige therapeutische Erfahrung
in diesem Umfeld.
Alle Bemühungen der Praxis zielen darauf
ab, die effektivste, natürlichste und schonendste
Therapie für individuelle Beschwerden
zu finden. Im Mittelpunkt stehen die Leistungsfähigkeit
und Gesundheit des Menschen
– körperlich, mental und emotional. Deshalb
nimmt sich Dr. Arne Ströhlein, gemeinsam
mit seiner Frau und dem Team, Zeit für eine
ausführliche Erstanamnese. „Ich möchte herausfinden,
was wirklich los ist. Zuallererst bin
ich wie ein Detektiv und Ursachenforscher
unterwegs, später dann als Brückenbauer auf
dem Weg zur Therapie“, sagt Dr. Ströhlein. Die
Diagnostik beinhaltet dabei westliche und östliche
funktionelle Medizinsysteme, außerdem
werden alle notwendigen klinischen Untersuchungen
durchgeführt. „Ich will Krankheiten
nicht verwalten, sondern heilen“, sagt er. „Dazu
brauche ich ein Gesamtbild aus den subjektiven
Befindlichkeiten meiner Patienten und Befunden
aus einer umfangreichen Diagnostik.“
Erfolge hat das Praxisteam in der Linderung
von Erschöpfung, chronischer Schmerzen, Allergien
und Stress. „Wir verhindern, dass akute
Probleme chronisch werden und langfristig die
Leistungsfähigkeit einschränken.“
SCHMERZTHERAPIE
Gerade für Menschen, die im Beruf 100 Prozent
geben müssen, ist Schmerzfreiheit ein
entscheidender Faktor. Umfassende Erfahrungen
hat das Praxisteam mit Kopfschmerzen
(auch Migräne und Clusterkopfschmerz),
Rücken-, Muskel- und Arthroseschmerzen,
Schmerzen nach Bandscheibenvorfall, ‚Hexenschuss‘,
aber auch Menstruationsbeschwerden,
Bauchschmerzen aller Art, sowie
Nervenschmerzen.
„Wir kombinieren in unserer Privat- und
Selbstzahlerpraxis Schulmedizin, TCM und
Naturheilkunde zu einem integrativen Konzept,
das Leistungsfähigkeit und Lebensqualität
zurückbringt“, sagt Dr. Ströhlein zusammenfassend.
„Wir wollen Beschwerden
lindern oder ganz abstellen, Menschen wieder
in Balance bringen sowie ihr Wohlbefinden
und ihre Leistungsfähigkeit sichern.“
Arztpraxis für Chinesiche Medizin (TCM)
Dr. Arne Ströhlein
Bürgerstraße 46, 37073 Göttingen
Tel. 0551 703770
info@dr-stroehlein.de
dr-stroehlein.de
jubiläum
„Am Anfang war
das Widderhorn“ –
oder warum begehen
wir Jubiläen?
Ob Ereignis, Ort, Person oder Institution, sobald sich eine runde Jahreszahl ankündigt,
ist eine Jubiläumsfeier nicht weit. Jubiläen können gleichermaßen Anlass
sein, fröhlich zurückzublicken und zu feiern, aber auch kritisch zu erinnern und
zu mahnen. Sie sind Chance und Risiko zugleich. Vielfach sind sie ein Ausdruck
besonderen Erfolgs, spricht doch insbesondere die unternehmenshistorische Wissenschaft
von der „Unwahrscheinlichkeit“ des Jubiläums. Warum feiern wir also
Jubiläen und warum insbesondere durch 25 teilbare Jahreszahlen?
TEXT NORMAN LIPPERT BILDQUELLE STADTARCHIV GÖTTINGEN
Im Göttinger Stadtarchiv ist ein unterhaltsamer
Schriftwechsel von einem Pferdegeschäft, der hiesigen
IHK und dem damaligen Amt für Wirtschaftsförderung
aus dem April 1956 überliefert. Darin
beschwerte sich der Inhaber des Pferdegeschäfts, dass
ihm die IHK nicht zum 80. Firmengeburtstag gratuliert
hätte. Die lapidare Antwort der IHK lautete sodann, dass
sie lediglich zu durch 25 teilbaren Jahreszahlen gratuliert,
„weil das sonst Überhand nehmen würde!“ Ganz von der
Hand zu weisen ist dieser bürokratisch motivierte Einwand
sicher nicht. Doch wo liegen die Ursprünge des Jubiläums
und was haben Widderhörner damit zu tun?
Im 12. Jahrhundert begann die römisch-katholische
Kirche, den Ablasshandel mit den 50. Jahrestagen von
Heiligsprechungen kirchlicher Würdenträger zu verbinden.
Für das Jahr 1300 rief Papst Bonifatius VIII. erstmals
ein sogenanntes Heiliges Jahr aus, welches den
Gläubigen im Gegenzug für eine Pilgerreise nach Rom
einen vollständigen Ablass ihrer Sünden versprach.
Obwohl sich die katholische Kirche dafür auf eine vermeintlich
christliche Konvention berief, ging die Praxis
eines solchen Jubeljahres tatsächlich auf eine hebräische
Tradition und damit die eingangs erwähnten „Widderhörner“
zurück.
Schon das Wort Jubiläum lässt auf die jüdische Tradition
des alle 50 Jahre wiederkehrenden Schuldenerlasses
schließen, kombiniert er doch das hebräische „jobel“
mit dem lateinischen „jubilum“. Im Alten Testament beschrieben,
basierte der Brauch auf dem alle sieben Jahre
begangenen Sabbatjahr, woran sich nach sieben Zyklen
das 50. Jubeljahr anschloss. Das Wort „jobel“ geht auf
den Widder beziehungsweise die Widderhörner zurück.
52 3 |2025
jubiläum
Das zeitgenössische
Stammbuchkupfer zeigt den
Wilhelmsplatz im Jahr 1837
mit Aula und Denkmal.
Aus diesen wurde das Blasinstrument „Schofar“ gebaut,
welches zu Beginn des Jubeljahres geblasen werden sollte.
Seinen Höhepunkt erreichte der Ablasshandel im späten
15. Jahrhundert. Sollte sich das Heilige Jahr zunächst
alle 100 Jahre wiederholen, waren es bald 50, zwischenzeitlich
sogar 33 und ab 1475 schließlich alle 25 Jahre.
Damit wurde eine bis heute nachwirkende Tradition begründet,
auf der auch die späteren bürgerlichen oder
evangelischen Jubiläen aufbauten.
Dabei ist vor allem der jubiläumsbasierte, päpstliche
Ablasshandel, welcher Martin Luther 1517 seine 95
Thesen formulieren und damit die Reformation einleiten
ließ. Während die Protestanten jedoch den Ablasshandel
ablehnten, erkannten sie die identitätsstiftenden Elemente
von Jubiläen. Im frühen 17. Jahrhundert begann die
evangelische Kirche damit, ihre konstitutiven Ereignisse
ausgehend vom 1617 gefeierten 100. Jahrestag der
„Thesenanschläge“ identitätsstiftend aufzuladen und als
Jubiläen zu begehen.
Zunächst waren es jedoch die in protestantischen Territorien
gelegenen Universitäten, welche eine Jubiläumskultur
abseits des päpstlichen Ablasshandels etablierten.
Die Universität Erfurt verwies in ihren Matrikeln des
Sommersemesters 1492 noch eher unterschwellig auf
den 100. Jahrestag ihrer Eröffnung. Im späten 16. Jahrhundert
wurde das päpstliche Jubiläumsmonopol gänzlich
gebrochen, als die Universitäten begannen, ihre 100.
beziehungsweise 200. Geburtstage mit geradezu opulenten
Jubiläumsfeiern zu begehen.
EXKURS: UNIVERSITÄTSJUBILÄEN IN GÖTTINGEN
Als sich 1787 die feierliche Eröffnung der Georgia Augusta
zum 50. Mal wiederholte, mussten sich die Professoren
schon etwas Besonderes einfallen lassen, wenn
sie aus den damals üblichen Jubiläumsreigen hervorstechen
wollten. Dem aufklärerischen Ideal nacheifernd
und sich des damit deutschlandweit hervorgerufenen
Echos gänzlich bewusst, wurde die erst 17-jährige Dorothea
Schlözer anlässlich des Universitätsjubiläums
als erste Frau in Deutschland zum Doktor der Philosophie
promoviert.
Der 100. Geburtstag der Georgia Augusta brachte
mit dem König, der Stadt und der Universität gleich
drei Akteure zusammen: Während die universitären
Honoratioren die schon damals klassischen Jubiläumsformate
Feier und Festschrift organisierten, stiftete König
Wilhelm IV. der Georgia Augusta eine Aula, wofür
sich die Stadt wiederum beim König mit einem Denkmal
auf dem im gleichen Jahr nach ihm umbenannten
Wilhelmsplatz bedankte.
NEBEN DEN KIRCHEN UND UNIVERSITÄTEN traten
1640 erstmals bürgerliche Jubiläumsorganisatoren in
Erscheinung als Leipziger Buchdrucker den 200. Jahrestag
der Gutenberg’schen Erfindung feierlich begingen.
Über die gelehrten Gesellschaften des späten 18. Jahrhunderts
und die Herausbildung eines breit gefächerten
Vereinswesens im 19. Jahrhundert entstand daraus eine
bis heute wirkende bürgerliche Jubiläumskultur. ‣
3 |2025 53
jubiläum
Das Deutsche Kaiserreich war 1871 kaum ausgerufen,
da mehrten sich die bürgerlichen und evangelischen
Stimmen, die einen jährlichen Nationalfeiertag verlangten.
Doch eine einheitliche und gesamtdeutsche Jubiläumskultur
sollte es unter Kaiser Wilhelm I. nicht geben.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung innerhalb des
Kaiserreichs etablierte sich allerdings eine unternehmerische
Jubiläumskultur. Diese erreichte 1912 ihren Höhepunkt,
als die Friedrich Krupp AG unvorstellbare 30
Millionen Mark für ihre Jubiläumsfeier zum 100. Firmengeburtstag
ausgab, immerhin fast zehn Prozent des
damaligen Jahresumsatzes. Die Jubiläumsaktivitäten ‣
umfassten unter anderem die Einrichtung eines Firmenarchivs,
eine mehr als 400-seitige Festschrift und Feierlichkeiten,
die sich über eine Woche hinzogen, zu denen
alle rund 71.000 Mitarbeiter und sogar Kaiser Wilhelm
II. mit seiner Entourage eingeladen waren.
Im gleichen Jahr feierte die Wollwarenfabrik Hermann
Levin ihren 75. Geburtstag, dem mit etwa 670
Mitarbeitern damals größten Arbeitgeber in Göttingen.
Die Feier musste zwar ohne kaiserlichen Besuch auskommen,
doch die rund 100-seitige Jubiläumschronik
findet sich heute im Stadtarchiv. Sie gilt bisher als älteste
überlieferte Firmenchronik Göttingens.
Dass es bis dahin ein weiter Weg war, zeigen die Annoncenteile
der Göttinger Adressbücher des 19. Jahrhunderts:
Teilweise wurden die Anzeigen über Jahrzehnte
hinweg auf den Firmennamen und das Geschäftsfeld
reduziert. Obwohl sich illustrative Elemente nach und
nach durchsetzten, dienten sie überwiegend dazu, die angebotenen
Produkte oder gewonnenen Auszeichnungen
zu skizzieren. Zwar wurde hier und da ein Gründungsjahr
erwähnt, doch selbst zu runden Geburtstagen blieben
Jubiläen gänzlich unberücksichtigt. Stattdessen wurde
auf Adjektive gesetzt, um die Unternehmen als erste,
beste oder führend in Göttingen zu beschreiben und damit
Vertrauen zu stiften.
DASS SICH JUBILÄEN bis heute allseits großer Aufmerksamkeit
und Beliebtheit erfreuen, ist sicherlich darauf
zurückzuführen, dass sie grundlegend etwas Besonderes
sind.
Nicht ohne Grund geht die wissenschaftliche Unternehmensgeschichte
von der „Unwahrscheinlichkeit“ des
Jubiläums aus. Diese Annahme lässt sich einerseits historisch
begründen. Gab es doch zu jeder Zeit gesellschaftliche
und wirtschaftliche Herausforderungen oder gar kriegerische
Auseinandersetzungen, in denen sich ein langjährig
existierendes Unternehmen bewähren, sich oder seine ‣
Nur aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein,
dass das „Älteste Luxus-Fuhrwesen am Platze“ mit dieser
Anzeige im Jahr 1911 seinen 75. Geburtstag feierte.
54 3 |2025
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jubiläum
Dienstleistungen dem Markt anpassen oder die Nachfolge
regeln musste. Diese Annahme lässt sich zugleich statistisch
begründen. Wird doch die Hälfte aller neu gegründeten
Unternehmen nach nur drei Jahren bereits wieder geschlossen.
Allerdings gibt es hierbei eine gewisse Bandbreite,
denn Gründungen im künstlerischen oder kulturellen
Bereich schließen häufig schon nach zwei Jahren,
während sie etwa im Gesundheits- und Sozialwesen im
Mittel fünf Jahre existieren.
Die kurze Halbwertzeit mag auf Gemeinden oder
Städte weniger zutreffen, denn selbst wenn sie eingemeindet
werden, kommt die nächste runde Jahreszahl
quasi von ganz allein. Doch ohne motivierte Mitarbeiter
oder engagierte Heimatpfleger beziehungsweise einen
lokalen Geschichtsverein, wird es häufig schwerfallen,
etwa eine ansehnliche Ausstellung oder Chronik zum Jubiläum
zu erstellen. Vereine stehen bezüglich möglicher
Jubiläumsaktivitäten vor ähnlichen Herausforderungen,
sind jedoch zusätzlich darauf angewiesen, regelmäßig
neue Mitglieder zu rekrutieren.
Ob Gemeinde, Stadt oder Staat, ob Unternehmen, Verband oder
Verein – damals wie heute werden Jubiläen aus unterschiedlichen
Gründen und mit verschiedenen Zielen begangen. Jubiläen
bieten eine Gelegenheit, in die Vergangenheit und gelegentlich
auch in die Zukunft zu blicken. Jubiläen können Identifikation
und Vertrauen stiften oder lediglich einen feierlichen Anlass
bieten.
56 3 |2025
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GOLDBECK setzt Maßstäbe:
THW-Neubauten in serieller Bauweise bundesweit umgesetzt
PROFIL
Mit dem Spatenstich in Eschwege startet eines
von mehreren bundesweit relevanten Bauprojekten:
GOLDBECK realisiert für das Technische
Hilfswerk (THW) moderne Unterkünfte
in serieller, systematisierter Bauweise. Die
Neubauten sind Teil des THW-Bauprogramms
2020–2030, das bundesweit bis zu 200 Liegenschaften
schafft, um Ehrenamt und Bevölkerungsschutz
nachhaltig zu stärken.
NACH EINER EUROPAWEITEN Ausschreibung
erhielt GOLDBECK den Zuschlag für 60
THW-Neubauten. Der Standort in Eschwege
umfasst ein 650 Quadratmeter großes Unterkunftsgebäude
sowie zwei Fahrzeughallen mit
16 Stellplätzen auf 10.800 Quadratmetern Baugrundstück.
Es entstehen moderne Räume für
Ausbildung, Einsätze und Technik, die den aktuellen
Anforderungen an Funktionalität, Energieeffizienz
und Nachhaltigkeit entsprechen.
„UNSERE MODULARE BAUWEISE bringt
Tempo, Effizienz und Nachhaltigkeit in Einklang
und schafft funktionale Räume, die dem
Ehrenamt sichtbare Wertschätzung verleihen“,
betont Torsten Schwedhelm, Verkaufsingenieur
bei GOLDBECK Kassel. Der Vorteil der Bauweise
zeigt sich deutlich in der Bauzeit. Der Einzug
in die neue Unterkunft des Ortsverband
Eschwege wird bereits in weniger als einem
Jahr stattfinden können.
NACHHALTIGKEIT STEHT GANZ VORN
Nachhaltigkeit ist zentrales Element: Wärmepumpen,
Photovoltaikanlagen und barrierefreie
Planung sorgen für Energieeffizienz und
Autarkie – entscheidend für den Bevölkerungsschutz
in Krisenzeiten.
VERANTWORTUNG
ÜBER DEN BAU HINAUS
GOLDBECK begleitet den gesamten Lebenszyklus
der Gebäude. Mit dem plus5 Kundenservice
bleibt das Unternehmen in den
ersten fünf Nutzungsjahren an der Seite der
Bauherrin, während die GOLDBECK Facility
Services das technische Gebäudemanagement
übernehmen.
MIT DIESEM ANSATZ setzt GOLDBECK Maßstäbe
für den öffentlichen Bau. Das Bauprogramm
reagiert auf steigende Anforderungen
an den Bevölkerungsschutz und zeigt, wie modulare
Bauprozesse, Nachhaltigkeit und Wertschätzung
für ehrenamtliches Engagement
zusammenwirken.
GOLDBECK Nord GmbH
Leuschnerstraße 79b,
34134 Kassel
Torsten Schwedhelm
Torsten.schwedhelm@goldbeck.de
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Persönlich bleibt unschlagbar
Die Allianz-Generalvertretung von Carsten Schäfer und Michael Hübener hat
einen Schwerpunkt und große Expertise im Geschäft mit Firmen. Man versteht
sich als Partner in einer persönlichen Kundenbeziehung auf Augenhöhe.
Seit 65 Jahren steht der Name Schäfer bei der
Allianz in Göttingen für vertrauensvolle Kundenberatung.
Carsten Schäfer hat die traditionsreiche
Generalvertretung 2001 von seinem
Vater Christian Schäfer übernommen; seit
2020 ist der langjährige Mitarbeiter Michael
Hübener als Partner tätig. Was damals in
Wirtschaftswunderzeiten in Friedland begann,
ist heute Südniedersachsens größte Allianz-
Sozietät mit Kunden, die teils schon in der
dritten Generation betreut werden.
„PERSÖNLICHER KONTAKT zu den Kunden.
Das zeichnet uns aus“, bringt es Carsten
Schäfer auf den Punkt. In einem Markt mit
Konkurrenz durch Online-Direktversicherer
ist das Beratergespräch nicht verschwunden,
im Gegenteil. „Wir erleben, dass sich Kunden
online gut informieren und dann zu einem
persönlichen Berater gehen.“
Den Unterschied merke man schnell im Schadensfall.
„Dann hängt man beim Direktversicherer
in der Warteschleife und muss sich anschließend
um alles selbst kümmern“, sagt Schäfer.
„Bei uns rufen die Kunden an, schildern ihren
Fall und wir kümmern uns um eine Lösung:
Handwerker, die Schadensanzeige, bei Bedarf
auch um einen Sachverständigen. Das ist ein
vollumfänglicher Service, den wir durch unser
großes Netzwerk sehr gut mit regionalen Partnern
liefern.“ Durch die vertrauensvolle Beziehung
sind auch kurzfristige Lösungen umsetzbar.
Viele Schäden bis zu einer Höhe von 7.000
Euro können durch die SCHÄFER & HÜBENER
OHG unkompliziert direkt reguliert werden.
„Wir setzen auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit“,
so Hübener. „Gerade mit der
Mittelstandsexpertise, die Carsten Schäfer
mitbringt, ist das ein konzeptionelles Arbeiten
auf Augenhöhe. Man versteht den Kunden
mit seinen innerbetrieblichen Sorgen
aus eigener Erfahrung und kann ihm so mit
einem großen Vertrauen das Thema Versicherungen
abnehmen.“
Zwischen Hübener und Schäfer hat sich eine
gute Arbeitsteilung entwickelt. Carsten Schäfer
war selbst 18 Jahre im Vorstand eines mittelständischen
Unternehmens tätig und kennt
daher die Probleme und Bedarfe von Mittelständlern
aus eigener Anschauung. Insofern
konzentriert er sich insbesondere auf das
Firmengeschäft, auf den Sach- und Haftpflichtsowie
den Kfz-Bereich. Michael Hübener ist
auf die Themen betriebliche Altersvorsorge
und Baufinanzierung fokussiert. Selbstverständlich
werden auch die Privatkunden umfassend
beraten und betreut. Persönlich und
auch digital!
DOCH DIE GUTE BETREUUNG fängt nicht
erst im Schadensfall an, sondern deutlich
früher. „Die erste Frage ist immer: Was braucht
der Kunde wirklich?“, betont Carsten Schäfer.
Was sind Notwendigkeiten, um als Firma
rechtssicher zu arbeiten; welche Bereiche der
betrieblichen Vorsorge steigern die Attraktivität
als verantwortungsbewusster Arbeitgeber;
wo liegt die Balance zwischen Kosten
und Nutzen? „Das ist unsere Verantwortung,
die wir für den Kunden haben“, so Hübener.
„Wir müssen darauf hinweisen, wo Risiken in
einem Unternehmen sind. Denn wenn ein
nicht abgesicherter Schaden dazu führt, dass
das Unternehmen gar nicht mehr auf die
Beine kommt, ist das katastrophal.“
PROFIL
MICHAEL HÜBENER (Jahrgang 1981)
kam 2002 in die Schäfer-Generalvertretung
und bildete sich zum Versicherungsfachwirt
(Marketing und Vertrieb) sowie Firmenspezialist
der Allianz weiter. Seit 2020 ist
er Partner in der Sozietät SCHÄFER &
HÜBENER OHG als Experte für betriebliche
Altersversorgung (IHK) und zertifizierter
Vertriebspartner der Versorgungswerk der
Presse GmbH.
CARSTEN SCHÄFER (Jahrgang 1970)
absolvierte eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann
und arbeitete für die Allianz
in Hildesheim und Hannover. Dann studierte
er BWL mit Abschluss Diplom-Kaufmann
und sammelte Erfahrungen bei der Hauptverwaltung
in München. 2001 übernahm er
die Allianz-Generalvertretung seines Vaters.
Zudem saß er 18 Jahre im Vorstand eines
mittelständischen Unternehmens.
Zertifizierte Firmen-Fachagentur
bAV-Spezialisten u. a. Metall-Rente |
Klinik-Rente | Presse-Versorgungswerk
Generalvertretung
SCHÄFER & HÜBENER OHG
Obere Karspüle 36, 37073 Göttingen
Tel. | WhatsApp 0551 307230
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2
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4 // composer require VierCom/JobOffer
5
6 require(‘./vendor/autoload.php‘);
7
8 use VierCom\HumanPotential\Developer;
9 use VierCom\HumanPotential\Company;
10
11 $we = new Company(“4Com“);
12 $ourJobOffer = $we->need(“PHP Developer“);
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14 $you = new Developer(“John Doe“); // Put your name here.
15 $yourApplication = $you->createApplicationFor($ourJobOffer);
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20 Jahre faktor – das sind sage und schreibe 80 Ausgaben.
Die 79 Cover, die vor dieser Ausgabe erschienen sind, sehen Sie
hier. Eine wirklich bunte und abwechslungsreiche Sammlung ...
Nachdem wir lange Zeit auf rein thematisch gestaltete Titelseiten gesetzt haben,
kamen immer mehr auch die wichtigen Personen unserer Region auf die erste Seite.
Wir wissen, dass es die besonderen Menschen sind, die unsere Region so einzigartig
machen. Dies möchten wir mit dem prominenten Platz auf dem Cover unterstreichen.
60 3 |2025
25 Jahre in Beverungen
Büro 2000 feierte Jubiläum
Beverungen (redb) - Der
Büroausstatter „ Büro
2000“ ist nun schon seit
25 Jahren am Ortseingang
Beverungen in der
Blankenauer Straße 23
ansässig und konnte sich
einen treuen Kundenkreis
im weiten Umkreis Beverungens
aufbauen. Zum
25-jährigen Jubiläum lud
das Team am 04.07.25
Kunden, Lieferanten und
Hersteller zu einer gemeinsamen
Feierstunde
ein. Dem Prokuristen Numan
Kangalli und dem
Team war es ein Anliegen,
für Treue und gute
Zusammenarbeit einfach
mal Danke zu sagen und
gemeinsam zu feiern.
Das Team (v. l.) Bianca Freter, Patrick Kohlandt, Daniela Wenzel, Prokurist Numan Kangalli, Maik Schröder,
Vor 25 Jahren, im April
Caroline Glusa, Daniel Siewert, Pia Schneider und Jürgen Henkelmann.
Foto: Barbara Siebrecht
1999, gründete Gerhard
Lück mit seiner Frau An- schaffen. Ziel ist eine pro- Moderne, technische Aus- auch weitergeben. Im schäft weiterhin viel Erdie
drea das Fachgeschäft, duktive und angenehme stattung, wie Hochleis- Austausch mit unseren folg und der Belegschaft
das vom Büromaterial bis Arbeitsumgebung. tungs-Druck- sowie Ko- Kunden und Lieferanten „ Alles Gute“ .
zu Büromöbeln und Büro- Kunden dürfen ihre ge- piersysteme, modernste werden wir täglich noch Die Büro 2000 GmbH &
technik alles liefern kann. samte Büroausstattung Präsentationstechnik und besser.“
Co. KG ist in der Blanke-
Seit 2013 ist das Fachge- vertrauensvoll in
an die Arbeitsweise des Zum Jubiläum war auch nauer Str. 23 in Beverun-
schäft unter der Führung Hände des Teams legen, Kunden angepasste Soft-Bürgermeister Hubertus gen wochentags von 8 bis
von Herrn Numan Kan- aber auch wer beispiel- warelösungen für die Grimm eingeladen und 17 Uhr persönlich, telefound
galli Partner der König weise Büromaterial oder Drucksysteme werden überbrachte die Grüße nisch und per E-Mail für
Gruppe geworden und einen ergonomischen Bü- vom einfachen Tischgerät der Stadtverwaltung und Sie da.
profitiert vom Netzwerk rodrehstuhl sucht, wird bis zur größten Leistungs- der Bürger und Bürge- Auch über den Onlineder
bundesweit tätigen bei Büro 2000 kompetent klasse angeboten
rinnen Beverungens. Er Shop kann aus einem
Partner. beraten und freundlich eingerichtet. schätzt das Team von Pool von mehr als 20.000
So sind wir heute im Be- bedient. Beim Jubiläum sagte Büro 2000 als einen Bevon
Artikeln ausgewählt und
reich Technik der dritt- Ein schlüssiges Konzept Herr Jürgen Henkelmann trieb mit Fachkompetenz, eine Bestellung aufgegrößte
Lieferant
für die Einrichtung des „ Unsere Stärke und unser der auch an der Digitali- geben werden. Für eine
Canon, sowie der zweit- Büros mit hochwertigen Erfolg ist unsere Fach- sierung der Stadtverwal- prompte Bearbeitung
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reich von digitalen Tafeln. terialien ist die Basis für Ausbildungsbetrieb in terhin berät. Herr Grimm steht das Team von Büro
Getreu dem Motto „ Das das Team von Büro 2000. Verkauf und Technik wünschte dem Fachgeideal
2000 ein.
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Rainer Giese lässt sich stets von seiner Maxime leiten: Leistung führt zu Erfolg. Erfolg eröffnet Chancen. Und Chancen führen zu Verantwortung.
Er ist Versicherungsmakler, Sponsor von Herzensprojekten und ein Mensch mit unerschütterlichen
Werten. Als Rainer Giese sich vor 20 Jahren mit dem VersicherungsKontor Osterode selbstständig
gemacht hat, wusste er genau, was er wollte: Unabhängigkeit im Business und die Freiheit,
gemeinnützig zu helfen.
Es ist ein heißer Spätsommertag. Das
Fenster steht weit offen. Rainer Giese
begrüßt uns mit einer offenen, einladenden
Geste in seinem Büro am Osteroder
Kornmarkt. Die große Standuhr an der Wand
schlägt laut zur vollen Stunde. Sie ist ein altes
Erbstück und hat ihre eigene Geschichte.
Damit passt sie sehr gut zu Giese, der selbst
ein begnadeter Storyteller ist. Ob er von seiner
Ehe mit Grit erzählt – einer Liebesgeschichte,
die vor 26 Jahren in einem Toyota Starlet in
Südafrika ihren Anfang nahm und zugleich
der Beginn einer Liebesgeschichte zu südafrikanischen
Weinen ist. Oder ob er voller Begeisterung
von seinem neuesten Sponsorenprojekt
spricht. Oder von seinem Werdegang
als Versicherungsmakler, den er vor 20 Jahren
begann. Damals als „junger Wilder“, der etwas
verändern wollte.
GEMEINSCHAFT. FÜRSORGE. UND WERTE
schützen. Sowohl die Sachwerte eines Unternehmens
zu schützen als auch das höchste
Gut des Menschen, seine körperliche und seelische
Gesundheit, das ist es, was den 55-Jährigen
bis heute antreibt. Und das mit Erfolg. Als
unabhängiger und freier Versicherungsmakler
findet er Versicherungslösungen, die sich an
der Einzigartigkeit jedes einzelnen Unternehmens
ausrichten. Ob Mittelstand, globale
Industrieunternehmen, Freiberufler oder seit
einigen Jahren auch Fußballvereine der Bun-
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PROFIL
» Wenn ich ein neues Projekt angehe, kümmere ich
mich darum mit Herzblut und Engagement. «
desliga. „Das Mandat für Werder Bremen und
Holstein Kiel bekam ich über persönliche Kontakte
und weil mir langjährige Kunden vertrauen“,
erzählt Giese.
Sich nicht mit einem Status Quo zufrieden
zu geben, war auch der Grund, warum der
damals 20-Jährige Rainer Giese einen Monat
vor der Grenzöffnung aus der damaligen DDR
flüchtete. Politisch unbequem und als Mitglied
der Neuapostolischen Kirche wurde es
ihm versagt, in seinem Geburtsland zu studieren.
Er fand seine neue Heimat in Osterode
am Harz, arbeitete 15 Jahre als Versicherungsvertreter
für die Colonia (später AXA) und die
Allianz, bis er den Schritt in die Selbstständigkeit
wagte. „Ich wollte mit Unternehmen und
Unternehmern zusammenarbeiten und mehr
Gestaltungsfreiheit haben. Eine Versicherung
ist so viel mehr, als einfach Policen zu verkaufen“,
sagt Giese. Es geht um persönliches
Vertrauen, um Loyalität und Verlässlichkeit.
Damals wie heute ist er begeisterter Anhänger
des Grundgedankens von Versicherungen:
eine Gemeinschaft bilden, die zusammen für
Risiken einsteht und so den Schaden für den
Einzelnen minimiert.
„Wenn ich ein neues Projekt angehe, kümmere
ich mich darum mit Herzblut und Engagement.
Anders geht es für mich gar nicht“,
sagt Giese. Dabei lässt er sich stets von seiner
Maxime leiten: Leistung führt zu Erfolg. Erfolg
eröffnet Chancen. Und Chancen führen zu
Verantwortung. Aus dieser Motivation heraus
entstanden in der Vergangenheit unter anderem
soziale Projekte wie die 2010 von ihm
mit initiierte KinderSportStiftung am Harz e.V.
und der seit Jahren weit über die Grenzen von
Osterode bekannte OHA-City-BeachCup – ein
Volleyballturnier, bei dem der Kornmarkt mit
unzähligen Lkw-Ladungen Sand für drei Tage
zum Strand wird. Das VersicherungsKontor
Osterode ist einer der beiden Hauptsponsoren.
Der Erlös dieser Veranstaltung geht wiederum
an die KinderSportStiftung, die vielen
Kindern in der Region den Zugang zu ihrem
Lieblingssport erst ermöglicht.
DASS VERSICHERUNGSSCHUTZ weit über
die Absicherung von Risiken hinausgehen
kann, zeigt sich auch in der Zusammenarbeit
des VersicherungsKontor Osterode mit dem
Bremer Startup ‚drvn‘. Ein Unternehmen,
das betriebliches Gesundheitsmanagement
vollumfänglich aus einer Hand anbietet und
durch die internen Vernetzungen von einem
Medical Hub, Prävention, Physiotherapie,
Osteopathie und beispielsweise Ernährungsberatung
weit über einen allgemeinen Gesundheitsplan
hinausdenkt. Ihr Ziel: ‚gesunde
Menschen gesund erhalten‘. Aus tiefster
Überzeugung für diesen medizinischen Ansatz
begleitet Rainer Giese das Unternehmen
mit individuellem Versicherungsschutz und
fachlichmentorenhaftem Austausch, der weit
über ein konventionelles Mandat hinausgeht.
Unkonventionell ist auch die Idee der
Gründerin von ‚drvn‘, Melanie Stade, die die
Frauen-Fußballmannschaft von Werder Bremen
auf eine ganz neue Weise medizinisch
betreuen möchte. „Gesund erhalten, anstatt
zu heilen“ ist auch hier der Motivator. So soll
der weibliche Zyklus und die daraus folgende
natürlich schwankende Leistungsfähigkeit
der Spielerinnen in den Spielplan einbezogen
werden – um nur ein Beispiel der
vollumfänglichen Prävention zu nennen. Als
langjähriger Werder-Fan zögerte Giese nicht
einen Moment, dieses innovative Projekt
finanziell zu unterstützen. „Ich hoffe sehr“,
sagt Giese, „dass die Frauenmannschaft von
Werder Bremen nicht die einzigen, sondern
‚lediglich‘ die ersten, mutigen Vorreiterinnen
sind für einen Spitzensport, der Leistung
und Gesundheit in Balance bringt und spannenderweise
dadurch beide verbessert.“
GEFRAGT, was für ihn Erfolg bedeutet, weiß
Rainer Giese sofort eine Antwort: „Unabhängigkeit.
Und damit meine ich echte Unabhängigkeit
in zwei Richtungen. Zum einen
haben wir in 20 Jahren erreicht, uns die Versicherer,
mit denen wir arbeiten, aussuchen zu
können, und zum anderen arbeiten wir mit
Mandanten zusammen, die zu uns passen
und unsere Werte teilen.“ Und so trägt jedes
Mandat das Potenzial in sich, Triebfeder für
die Förderung neuer Projekte zu sein, die
Chancen eröffnen.
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highlights
HIGH
LIGHTS
20 Jahre faktor – 20 Jahre Wirtschaftsgeschichte Südniedersachsens. Von bahnbrechenden
Erfindungen bei Ottobock über milliardenschwere Zukäufe und den DAX-Aufstieg von
Sartorius bis hin zu Jubiläen, neuen Forschungszentren, wegweisenden Dachmarken und
mutigen Investitionen: Die Region rund um Göttingen hat seit 2005 eine eindrucksvolle
Entwicklung genommen – faktor war immer dabei! Unser Rückblick in die Ausgaben zeigt
die bedeutendsten Momente, die Unternehmen, Beschäftigung und Image der Region geprägt
haben. Eine Chronik voller Wendepunkte, die beweist, dass Südniedersachsen ein ideenreicher
Motor für Innovation und Wachstum ist.
wirtschaft
Der Wohlfühler
Mit Erfindergeist und Mut zum Querdenken beschreitet der Einbecker
Unternehmer Bodo Rengshausen neue Wege in der Sensortechnologie.
Text: SIMONE AHRBERG Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
wirtschaft
wirtschaft
Ein
Stück
Harz
Bei Eisenhuth in Lerbach werden Innovationen groß
geschrieben – und mit zahlreichen Preisen belohnt.
”
W
ir haben eine ganz neue Herangehensweise
an die Sensorik entnehmen
mit der Entwicklung des weltweit
So gelang Rengshausens jungem Unterwickelt,
so dass jetzt Probleme ersten Sensors zur Messung der gefühlten
lösbar sind, die vorher nicht gelöst werden Temperatur ein besonderer Erfolg. Während
Heizung und Klimaanlage nur die
konnten“, erklärt Bodo Rengshausen, Geschäftsführer
der Vereta GmbH in Einbeck. Temperatur selbst berücksichtigen, misst
Bodo Rengshausen, sein Bruder Detlef und der patentierte Vereta-Sensor auch Faktoren
ihr Partner Manfred Lemke haben im Juni wie Windgeschwindigkeit, Strömung und
2002 die Vereta GmbH gegründet, der aktuell
sieben Mitarbeiter angehören. Mit der energiebewusste, an der Wohlfühltempera-
Luftfeuchtigkeit und ermöglicht so eine
Thermosensorik beschäftigen sie sich seit tur des Menschen ausgerichtete Klimatisierung.
Belohnt wurde
1991. Damals nutzten sie
ihre Kenntnisse zur Herstellung
von Wiederbefül-
Jahr 2004 mit der
„Wenn man nicht fleißig ist, diese Innovation im
muss man erfinderisch sein.“
lungsanlagen. Die Erfahrungen
aus dieser Zeit und
Hermes Award, den
Nominierung für den
verschiedene Patente auf dem Gebiet der internationalen Technologiepreis der Hannover
Messe. Vereta erreichte unter mehr
Sensorik bilden heute die Basis von Vereta.
Der aus dem Münsterland stammende als 100 Unternehmen den 5. Rang.
Bodo Rengshausen studierte in Marburg, Für Bodo Rengshausen ist die Auszeichnung
ein Beweis dafür, dass sich unkonven-
Nairobi und Göttingen Ethnologie. Wie gelangt
jemand wie er zur Mikrosystemtechnik?
„Es hat mich immer schon gereizt, als näckig sein und darf sich nicht entmutigen
tionelles Denken auszahlt. „Man muss hart-
Außenstehender Dinge auf eine neue Art lassen. Man braucht Spaß an der Arbeit und
und Weise anzupacken“, erklärt der 45-Jährige
seine Lust, vorgegebene Pfade zu ver-
kann“ – das sind die Voraussetzungen
Unabhängigkeit, damit man kreativ sein
lassen. Die Ethnologie hat sein Denken erfolgreichen Unternehmertums für den Vater
zweier erwachsener Söhne.
maßgeblich geprägt. Sie habe ihn gelehrt,
dass es ganz verschiedene Lebensentwürfe Bereits in der Schul- und Studienzeit
gebe und man Probleme nie nur auf eine Art machte sich sein Erfindergeist bemerkbar.
lösen könne.
Rengshausen restaurierte und verkaufte
Autos, war Busunternehmer, handelte mit
Werkzeugen und Kerzen. Mit 22 Jahren
gründete er seine erste Firma: die Tapir
Wachswaren GmbH, die bis heute erfolgreich
ökologische Lederpflegemittel herstellt.
Trotz all dieser Aktivitäten – Bodo Rengshausen
bezeichnet sich nicht als fleißig.
„Aber wenn man nicht fleißig ist, muss man
erfinderisch sein“, sagt er. Es sei das Zusammenspiel
aus Sich-treiben-Lassen, Möglichkeiten
erkennen und nutzen und natürlich
auch ökonomischem Zwang, das ihn
zum Unternehmer mache. Und eines hat für
ihn immer schon festgestanden: „Meine Arbeitskraft
verkaufen wollte ich nie“, erinnert
er sich. So hat Bodo Rengshausen in
seinem Leben nur kurz nicht auf eigene
Rechnung gearbeitet: drei Wochen als Eisverkäufer
und als Aushilfe in einem Metallunternehmen
– hier hat er ganze zwei Tage
durchgehalten.
Die Vereta GmbH in Einbeck wurde 2002 gegründet.
Sie entwickelt und produziert Sensorelemente
und -systeme zur Klimaregelung und
zur Prozessüberwachung in der Industrie. Für
den ersten Sensor zur Messung der gefühlten
Temperatur wurde Vereta beim Hermes Award
2004 als Top-5-Technologie nominiert.
Text: CHRISTIAN MÜHLHAUSEN Foto: INGO BULLA
D
en gläsernen Firmenpalast und die futuristische Büroeinrichtung
sucht man bei der Firma Eisenhuth vergeblich. Eher ist
es der Charme der sechziger Jahre, den das Betriebsgelände im kleinen
Örtchen Lerbach bei Osterode umweht. Früher wurden hier Bohnenschnippelmaschinen
für den Handbetrieb und Fleischwölfe aus Guss
produziert. Hier im beengten Tal, wo man einst aus den Harzbergen
Erze förderte, an steilen Hangwiesen Futter fürs Vieh gewann und mit
Waldarbeit und Köhlerei sein Einkommen erzielte, hat die Bescheidenheit
eine lange Tradition. Auch Firmenchef Thorsten Hickmann sowie
der gesamte Betrieb Eisenhuth, der Kunststoff- und Gummikomponenten
sowie Spezialwerkzeuge für die Automobilindustrie fertigt,
sind ausgesprochen uneitel.
1 | 2005 Bodo Rengshausen,
Geschäftsführer der Vereta GmbH
1 | 2006 Thorsten Hickmann,
Firmenchef Eisenhuth
Mit dem mikroprozessorgesteuerten Kniegelenk
C-Leg 2006 ® eroberte Ottobock seit den 2005 späten
1990er-Jahren den Weltmarkt. 2005 startet der
Konzern ein Joint Venture mit dem FoamPartner
Converting Center in Duderstadt, das die neue
„Smart Factory“ in Betrieb nimmt. Diese Erweiterung
ermöglichte eine ganzheitliche vertikale
Wertschöpfungskette von der Schaumstoffproduktion
bis hin zu maßgefertigten Präzisionsbauteilen.
Im Rahmen des seit 2001 stattfindenden Innovationspreises
des Landkreises Göttingen entsteht
die Idee zum Mobilitätstalk, die die 2004 gegründete
SüdniedersachsenStiftung maßgeblich
vorantreibt. Nach dem ersten MobilitätsTalk in
Göttingen (2006) wird das Format auf Wolfsburg
(2008), Braunschweig (2009) und Hannover
(2011) ausgeweitet. Bis 2018 finden 58 Mobilitätstalks
in Niedersachsen statt.
64 3 |2025
28
52
02/2008
NORTHEIM
Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: SEBASTIAN MAURITZ
03/2008
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04/2008
OSTERODE
Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
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Osterode
Bad Lauterberg
Bad Sachsa
OSTERODE
Der promovierte Ingenieur Rainer Beyer (52)
ist seit 1991 Geschäftsführer der Eckold GmbH
& Co. KG mit Sitz in St. Andreasberg. Seit 2006
ist er im MEKOM Regionalmanagement Osterode
am Harz e.V. Vorsitzender des Vorstandes, in
dem er gemeinsam mit Landrat Bernhard Reuter,
Lars Obermann (geschäftsführender Gesellschafter
der Obermann Unternehmensgruppe)
und Sven Vogt (Geschäftsführer KKT Frölich
GmbH) sitzt.
Osterode_Intv4_korr.lay..indd 3 28.11.2008 15:19:10
04/2008
43
highlights
mensch
mensch
I NTERVIEW
2007
Im Herbst 2007 wird die
Westumgehung von Northeim
eingeweiht. Dieses Infrastrukturprojekt
verbessert die Verkehrsanbindung
der Stadt, trägt zur
Entlastung des innerstädtischen
Verkehrs bei und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen
in der Region.
„Wir haben ein Imageproblem
Die neue Kreishandwerksmeisterin Katja Thiele-Hann über das unterschätzte
Handwerk, mangelnde Qualität und Ausbildung als Verpflichtung
Interview: MARCO BÖHME, CLAUDIA KLAFT Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
Zu hohe Preise, mangelhafte Arbeit – grundsätzlich nur sein Gewerk ausüben, Dass das Handwerk in seiner Bedeutung
nicht wahrgenommen wird, liegt
so lauten häufig Vorwürfe. Hat das Handwerk
hierzulande ein Imageproblem? men darf. Doch immer mehr Gewerke an unserer Bescheidenheit. Handwerker
aber keine anderen Tätigkeiten überneh-
Insgesamt ist die handwerkliche Leistung schließen sich zusammen und bieten dem handeln eigenverantwortlich und reden
teuer, dennoch hat sie ihren Wert. Auf Kunden „Alles aus einer Hand“.
nicht über ihre Sorgen. Sie weinen nicht
einen Großteil der Kalkulation hat der Das Thema Qualitätssicherung gewinnt darüber, wie schwer sie es haben. Im
Handwerker keinen Einfluss, zum Beispiel
auf die Lohnnebenkosten. Die Stun-
davon überzeugt, dass ein Gewerbe werker keine politischen Forderungen.
immer mehr an Bedeutung. Ich bin Gegensatz zur Industrie stellen Handdensätze,
die genommen werden müssen, nur dauerhaft bestehen kann, wenn die Wir haben keine Lobby!
reichen gerade aus, um am Markt bestehen
zu können.
wie die Friseurinnung vor, die ein Güte-
der Metropolregion sind 34 Prozent aller
Qualität stimmt. Das machen Gewerke Das Handwerk ist ein großer Ausbilder. In
Ein Problem ist das Ost-West-Gefälle. siegel haben. Wir werden in uns gehen, Auszubildenden im Handwerk tätig. Wie
Einem Bäckerkollegen wurde in Thüringen
beim Bau einer Produktion 30 Pro-
müssen wir uns verbessern.
Es gibt keine Zukunftsfähigkeit ohne
was die Qualitätssicherung angeht. Dort wichtig ist das Thema?
zent als Subvention geschenkt. Das ist Wie die Ergebnisse einer Studie der Ausbildung. Wer nicht ausbildet,
eine große Wettbewerbsverzerrung. Metropolregion Hannover-Braunschweig- wird nicht marktfähig bleiben. Mein
Für die Preise können die Handwerker also Göttingen zeigen, gehören hier rund 30 Anspruch ist, dass wir auch die starken
nichts, können Sie was für ihren schlechten
Ruf?
Ist das Handwerk unterschätzt?
bis bekommen. Selbstverständlich stellen
Prozent aller Unternehmen zum Handwerk. Jugendlichen, also die Talente, als Azu-
Wir haben ein Imageproblem. Handwerk
ist aber mehr als das, was die Verschätzt!
Von 420.000 Beschäftigten in Mix muss stimmen.
Auf jeden Fall ist das Handwerk unter-
wir auch Benachteiligte ein, aber der
braucher wahrnehmen. Wir müssen das Niedersachsen sind 80.000 in Handwerksunternehmen
tätig. Gemeinsam mit Geselle bleiben, man kann die Meister-
Wir müssen aufpassen, dass wir nicht
Leistungsspektrum des Handwerks
daher bekannter machen.
nichts anderes finden.
nur diejenigen bekommen, die
„Ausbildung muss als Investition und nicht
Ich bin beeindruckt über die
Und die Jugendlichen müssen
Kompetenz und die Angebotsvielfalt
unserer Betriebe. Wir
Karriere machen. Man muss nicht
als Belastung verstanden werden.“ wissen: Sie können im Handwerk
müssen die Leistungen transparenter
machen und diese Informationen nach deren Familienangehörigen sind somit prüfung machen, sich fortbilden und
außen kommunizieren.
circa zwei Millionen Menschen in Niedersachsen
vom Handwerk abhängig. oder einen bestehenden übernehmen.
später einen eigenen Betrieb gründen
Zum schlechten Ruf des Handwerks gehört
auch der Vorwurf, mangelhaft zu arbeiten. Das Handwerk ist für die Beschäftigung Sie haben bereits mehrere Auszeichnungen
Gerade Hausbauer können Geschichten erzählen,
wie Handwerker nicht ausreichend noch mehr.
Wie wichtig ist Ihnen als Unternehmerin
sehr wichtig und für die Ausbildung für Ihr Ausbildungsengagement bekommen.
mitdenken oder sogar pfuschen.
Wieso wird dann die Bedeutung des Handwerks
trotz dieser beeindruckenden Zahlen Ausbilden ist Chefsache! Es ist Aufgabe
das Thema persönlich?
Das kommt vor. Ein Problem in
Deutschland ist, dass hierzulande jeder unterschätzt?
des Inhabers, sich persönlich darum
„
28 70
02/2007 01/2008
01/2008
71
1 | 2008 Katja Thiele-Hann, Kreishandwerksmeisterin
wirtschaft
Von der besten Seite
Das Unternehmen WILVORST ist deutscher Marktführer für festliche Herrenmode, produziert
am Stammsitz in Northeim und sieht seine Zukunft weiter in Deutschland. Ein Porträt.
Text: BERTI KOLBOW Fotografie: PETER HELLER
H
and auf die Hemdtasche: Karl-Wilhelm
Vordemfelde trägt auch schon
mal feinen Zwirn von der Konkurrenz.
„Aber höchstens im privaten Kreis und
um die Produkte der Mitbewerber mit
den eigenen Kollektionen zu vergleichen“,
sagt der geschäftsführende Gesellschafter
von Herrenmodehersteller WILVORST
aus Northeim, der nur ausnahmsweise
italienische Sakkos statt maßgefertigte
Garderobe aus dem eigenen Hause an sich
heran lässt.
Der Chef, der das Unternehmen in
dritter Generation führt, geht mit gutem
Beispiel voran. Neben seiner Überzeugung
vertraut er aber auf weitere Aushängeschilder:
Die großen Orchester dieser
Welt, von den Berliner Philharmonikern
bis zum Griechischen Staatsorchester, tragen
Anzüge von WILVORST. Für den
König des Pazifik-Inselstaates Tonga fertigten
die Northeimer einen Frack. Auch
Marius Müller-Westernhagen und Stefan
Raab hat der Modespezialist schon
einmal ausgestattet. In nahezu keinem
Geschäft, das hierzulande festliche Bekleidung
anbietet, fehlt WILVORST-Mode.
Häufig bieten auch Brautmodengeschäfte
und Herrenausstatter Produkte der Northeimer
an. Die Wahrscheinlichkeit, dass
bei so mancher der bundesweit jährlich
200.000 festlichen Hochzeiten der Bräutigam
WILVORST-Zwirn trägt, ist recht
hoch.
Ob Frack, Smoking oder andere Anzüge
für feierliche Anlässe: Der Mittel-
großen Wert bei – ebenso wie der eigenen
der 55-jährige Familienunternehmer noch
ständler ist eigenen Angaben nach mit Tradition.
einem Anteil von 50 Prozent Marktführer
für festliche Herrenmode in Deutschland, Sein Großonkel, Wilhelm Vordemfelde,
gründete das Unternehmen 1916 in
exportiert zudem in rund 35 Länder von
Westeuropa über Russland bis zur arabischen
Halbinsel und setzte damit 2007 WILVORST die Anfangsbuchstaben des
Stettin und wählte für den Firmentitel
rund 22 Millionen Euro um – sechs Prozent
mehr als im Vorjahr. Angaben zur standortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg
eigenen Namens sowie des Gründungs-
Rentabilität bleiben Betriebsgeheimnis. wurde WILVORST in Northeim wieder
„Wir sind ertrags- und finanzstark“, sagt aufgebaut und fertigt dort seit 1946. Das
Vordemfelde. Konjunkturschwankungen so genannte Wirtschaftswunder bescherte
beeindrucken das Unternehmen kaum. dem Unternehmen prächtige Zeiten. Neben
der „Fresswelle“ rollte die „Beklei-
„Geheiratet wird fast immer“, sagt Karl-
Wilhelm Vordemfelde. Nur bei extremen dungswelle“ – die Nachkriegsgeneration
Krisen droht ein Einbruch, wie etwa beim wollte wieder schick aussehen. Der Neffe
Beginn des Irakkrieges 2003. „Da wurden des Firmengründers, Friedrich-Wilhelm
monatelang alle Bälle abgesagt.“
Vordemfelde, baute WILVORST zu einem
Der Hersteller spricht weder eine „Geizist-geil“-Kundschaft
noch eine Luxus-Kli-
Abkürzung ist Branchen-Chinesisch und
führenden „Haka“-Unternehmen aus. Die
entel an, in der „gehobenen Mittelklasse“ steht für „Herren-Anzüge/Knaben-Anzüge“,
inklusive der Herstellung von Män-
sieht sich WILVORST positioniert. Ab
350 Euro ist ein zweiteiliger Anzug oder teln, Krawatten, Gürteln und anderen
Smoking zu haben. Dass sich diese Art Accessoires.
von Konsumgütern noch rentabel innerhalb
hiesiger Landesgrenzen produzieren getragen wurden und die deutsche Beklei-
Als immer mehr Jeans statt Anzüge
lassen, beweist der Hersteller als einer dungsindustrie zudem den Kostendruck
der letzten deutschen Marktteilnehmer. In aus den Billiglohnländern spürte, begann
der bundesweit größten Anzugfertigung WILVORST das Sortiment schrittweise
überhaupt werden am Stammsitz pro Tag auszudünnen und sich auf festliche Herrenmode
zu spezialisieren – was sich bis
rund 200 Sakkos und Hosen sowie 80
Westen gefertigt. Werten wie Qualitätsarbeit
und Heimatverbundenheit misst noch übernahm Karl-Wilhelm
heute als lukrative Nische erweist. Den-
Vor-
Zur Person
Der 55-jährige Karl-Wilhelm Vordemfelde kennt sich mit Paragraphen ebenso
gut aus wie mit edlem Zwirn. Der gebürtige Northeimer studierte Jura in
Marburg und Freiburg im Breisgau, entschied sich über einen Umweg dann
aber doch für die Bekleidungsbranche. 1982 stieg Vordemfelde zunächst als
Exportleiter bei WILVORST ein. Kurz darauf wurde er Geschäftsführer des
Northeimer Anzugherstellers, der heute immer noch buchstäblich ein Familienunternehmen
ist. Seine Frau ist für das Stoffdesign zuständig, zwei seiner
drei Töchter modeln gelegentlich bei Brautfotoaufnahmen. In seiner Freizeit
spielt der Unternehmer Jazzpiano und Golf. Zudem bekleidet er Ehrenämter
bei der Industrie- und Handelskammer.
2 | 2008
Karl-Wilhelm
Vordemfelde,
Geschäftsführer
Wilvorst
2008
Das Klinikum in Göttingen
wird technisch erweitert, neue
OP- und Bildgebungskapazitäten
entstehen. Die Maßnahme
stärkt die Gesundheitsinfrastruktur,
löst Bau- und Zulieferaufträge
aus und festigt den Sektor
als wichtigen Arbeitgeber und
Innovationspartner der Region.
wirtschaft
„Industrie ist nicht alles“
Unternehmer Wolfgang Hermann über den Mittelstand als Seele
der Wirtschaft und die Stärken von Northeim
Herr Hermann, was macht den Wirtschaftsstandort
Northeim interessant?
Schauen Sie, zunächst haben wir eine
sehr gute Verkehrsinfrastruktur. Northeim
liegt direkt an der A7, als große
Magistrale eine der wichtigen Verkehrswege
und Nord-Süd-Verbindungen
überhaupt. Dazu kommt die Bahnstrecke
mit dem gemeinsamen ICE-Bahnhof Göttingen.
Die Entfernungen zu den Flughäfen
in Hannover und Paderborn sind
schnell zu überwinden. Was wollen wir
mehr? Davon profitieren wir alle, egal ob
Northeimer oder Göttinger. Außerdem
denke ich an die traditionsreiche Georg-
August-Universität, die zu den wenigen
Exzellenzuniversitäten in Deutschland
zählt. Nimmt man noch die TU Clausthal
hinzu, gibt es zwei hochinteressante
Universitäten in der Region, die den
unternehmerischen Wissensdurst stillen
können. Das ist auch für Northeim ein
wirklicher Standortvorteil, der, so denke
ich, nicht optimal genutzt wird.
Wie kann das verbessert werden?
Wir haben in Northeim und im Landkreis
einen sehr innovativen Mittelstand.
Doch bisher nimmt er die Chance kaum
wahr, sich seine Innovationen durch die
Universität Göttingen oder auch die TU
Clausthal absichern zu lassen. Vielfach
fehlt die entsprechende Vernetzung. Da
sind, meiner Meinung nach, sowohl der
Mittelstand als auch die Hochschulen
gefragt. Die Inhaber kleinerer Betriebe
haben sehr oft Berührungsängste, die
es abzulegen gilt. Und die Universitäten
müssen lernen, die Sprache der kleinen
Unternehmen zu sprechen, um dann auf
Die mittelständischen Unternehmen
LANDKREIS in Northeim NORTHEIM sind die
Seele der Wirtschaft.
Sie haben den innovativen Mittelstand angesprochen.
In welchen Bereichen sehen
Sie Northeim besonders gut auf gestellt?
Da fällt mir als gutes Beispiel die Verpackungsindustrie
ein. In Northeim und
im Landkreis gibt es einige mittelständische
Firmen, die Qualität auf zum
Teil internationalem Niveau abliefern.
Dazu gehören unter anderem die Firma
Thimm, die Rockenfeller Papiersackfabrik
oder die Firma ETT Verpackungstechnik
in Fredelsloh.
Sehen Sie es als Nachteil für den Standort
Northeim, dass die große Industrie fehlt?
Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin froh,
dass viele erkannt haben, dass Industrie
nicht alles ist. Sichere Arbeitsplätze
gibt es vor allem bei den personen- und
inhabergeführten Mittelständlern. Da
zählt die persönliche Ebene noch. Als
die wirklichen Unternehmer übernehmen
diese Mittelständler Verantwortung für
ihre Mitarbeiter und das Unternehmen,
wirtschaft
sie zu zugehen. In den meisten Fällen tragen das finanzielle Risiko auf ihren
haben die Professoren nur die Großindustrie
im Visier. Da würde ich mir mer Unternehmer gut, viele sind sehr er-
Schultern. Und das machen die Northei-
wünschen, dass sie in ihrem Hinterkopf folgreich. 75 Prozent aller Arbeitnehmer
eine kleine Fabrik- oder Dienstleistungshalle
einrichten und dabei die „Kleinen“ weniger als 200 Mitarbeitern beschäftigt,
in der Region sind in Unternehmen mit
mit einbeziehen. Wenn sich die Unis und und dieser Mittelstand bildet 85 Prozent
der Mittelstand bewegen, entstehen die der Auszubildenden in der Region aus.
Netzwerke, die nötig sind.
Das ist die Seele der Wirtschaft.
Ist der Standort Northeim benachteiligt im
Vergleich mit dem regionalen Oberzentrum
Göttingen?
Das denke ich nicht. Northeim ist mindestens
genauso wichtig wie Göttingen.
Mit Blick auf die seit Jahren geringere
Arbeitslosenquote sehe ich Northeim
sogar eher im Vorteil. Der Kleine kann
im Schatten des Großen ebenfalls groß
werden. Erfolgreiche Unternehmen in
kleineren Städten belegen diese These.
Immer wieder werden Stimmen laut, die
behaupten, es gäbe wechselseitige Vorbehalte
der Göttinger und der Northeimer
Unternehmer. Haben Sie, der in beiden
Landkreisen tätig ist, diese Erfahrung auch
gemacht?
Wenn überhaupt, sind das Einzelfälle.
Die Mehrheit der Unternehmer hat
doch nur das Interesse, ihre Waren und
Dienstleistungen – egal, ob in Northeim
oder in Göttingen – gut zu präsentieren
und zu auskömmlichen Preisen zu verkaufen.
Jeder braucht doch den Anderen.
Ich denke, man sollte nicht zu viel
reden und diskutieren, sondern machen.
Lamentieren bringt uns nicht voran.
Vielen Dank für das Gespräch.
3 | 2008
Wolfgang Hermann,
geschäfts führender
Gesellschafter der
Hermann GmbH
wirtschaft
wirtschaft
Wolfgang Hermann (64) ist geschäftsführender
Gesellschafter der Hermann GmbH.
Zur Gruppe gehören 13 eigene Autohäuser
der Marken Renault/Dacia, Nissan, Peugeot
und Ford mit insgesamt über 200 Mitarbeitern,
darunter fast 40 Auszubildende.
Die Hermann GmbH hat Standorte in Northeim,
Einbeck, Göttingen, Goslar, Alfeld,
Höxter und Mühlhausen. Hermann war von
März 2003 bis Januar 2008 für die FDP
Mitglied des Niedersächsischen Landtags.
„Wir dürfen nicht alles schlecht reden“
Rainer Beyer, Unternehmer und MEKOM-Vorstandsvorsitzender, über
den Standort Osterode und Nachwuchssorgen
LANDKREIS
OSTERODE
„Der Landkreis Osterode ist besser als seine
Selbstdarstellung und sein Ruf.“
4 | 2008 Rainer Beyer,
MEKOM-Vorstandsvorsitzender
Herr Beyer, als Vorstandsvorsitzender des hohe Industriedichte. Es gibt hier viele Umkreis von 100 Kilometern ist mit der
An welche Kooperationen denken Sie ein. Etwas mehr könnte es natürlich
MEKOM Regionalmanagement Osterode Unternehmen, die international oder TU Clausthal sowie den Universitäten in
konkret?
immer sein.
am Harz e.V. haben Sie einen guten Überblick
über die Wirtschaft des Landkreises. Lage im Zentrum Europas ist da sicherschweig
beachtlich. Weitere Stärken der
Zusammenschluss regionaler Auto-
im MEKOM-Vorstand zu haben?
sogar weltweit erfolgreich sind. Unsere Göttingen und Hannover sowie Braun-
Richtungweisend ist der Harzpool, ein Ist es ein Vorteil, Landrat Bernhard Reuter
Wo sehen Sie die Stärken des Standortes? lich ein Vorteil. Und das, was Wolfgang regionalen Wirtschaft sind ihre sehr
mobilzulieferer, in dem die FRÖTEK- Davon bin ich überzeugt. Landrat Reuter
ist wirtschaftsnah und sehr aktiv.
Auffällig für den Wirtschaftsstandort Herrmann für den Landkreis Northeim gut funktionierende Vernetzung, zu der
Kunststofftechnik GmbH, die KKT
Osterode ist zum Beispiel die im Vergleich
zum Land Niedersachsen recht für uns: Die Hochschullandschaft im und zielorientierte Kooperationen.
Coatings GmbH, die Gruppe HEAT direkten Draht zur Politik. Außerdem
anführt (siehe faktor 3/2008), gilt auch MEKOM einen wichtigen Teil beisteuert,
Frölich GmbH, die Zuelch Industrial Wir haben als Unternehmer so einen
GmbH und die Wilhelm Eisenhuth werden so unsere Arbeit und die Unternehmen
durch die öffentliche Verwal-
GmbH KG ihre Kräfte bündeln und mit
geballter Kompetenz am Markt auftreten.
Auf der IZB, der Internationalen Vorhaben unterstützt.
tung sehr gut in der Umsetzung neuer
Zuliefererbörse für die Automobilindustrie
in Wolfsburg, haben sich diese Unwerk
zur Aufgabe gemacht, Standortmar-
Bereits von Anfang an hat sich das Netzternehmen
zum Beispiel gemeinsam als keting zu betreiben und junge Menschen
Harzpool vom 29. bis zum 31. Oktober in die Region zu holen. Gelingt das?
präsentiert. Und MEKOM unterstützt Die komplizierte Mitarbeiterrekrutierung
ist ein Nachteil des Standorts
diese Clusterbildung.
Sie haben die Rolle von MEKOM in Bezug Osterode. Ich bin damit nicht nur
auf die Vernetzung der regionalen Unternehmen
angesprochen. Kann der Verein, sondern auch als Geschäftsführer der
als MEKOM-Vorstandsvorsitzender,
der seit Anfang dieses Jahres ohne einen Eckold GmbH & Co. KG selbst konfrontiert.
Wir müssen jungen Menschen
hauptamtlichen Geschäftsführer auskommen
muss, diese Rolle noch ausfüllen? Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen,
um sie in die Region zu holen.
Auf jeden Fall. Wir haben die Aufgaben
des Geschäftsführers unter den Zusätzlich müssen wir aufpassen, dass
Vorstandsmitgliedern verteilt. Jeder uns die Ortsansässigen nicht weglaufen.
trägt seinen Part dazu bei, dass unser Und da ist nicht nur das MEKOM-
Netzwerk funktioniert. Auch ich habe Netzwerk gefragt. Jeder muss selber
über MEKOM Unternehmer und Unternehmen
kennen gelernt und konnte Wie gut hier die Unterstützung vor
ausbilden, um eine Chance zu haben.
Kontakte knüpfen. Wie gut wir unsere allem der Berufsbildenden Schulen ist,
Aufgaben wahrnehmen, zeigen die zeigt der Ausbildungsgang zum Mechatroniker,
den wir gemeinsam geschaffen
steigenden Mitgliederzahlen. Und außerdem
sind wir, meines Wissens nach, haben. Zusätzliche Karrierechancen
das einzige Regionalmanagement, das und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen
wir mit der Samstagsakademie. Ge-
die Förderzeit durch die EU und das
Land Niedersachsen überlebt hat und meinsam mit der Kreisvolkshochschule
sich selbst finanziert. Unser heterogenes bieten wir so die Möglichkeit für Fach-
Netzwerk lebt durch das Engagement und Führungskräfte, sich außerhalb der
der Mitglieder, viele bringen sich gut Arbeitszeit intensiv und effektiv weiterzubilden.
Als Geschäftsführer der Firma
Eckold kann ich sagen, dass wir die
Kosten dafür tragen und die Mitarbeiter
einen Teil ihrer Freizeit investieren.
Die Mitarbeiter sind übrigens ganz klar
ein weiterer Standortvorteil – zumindest
für die Firma Eckold.
Wie meinen Sie das?
Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital.
Sie sind die Know-how-Träger und
unheimlich loyal. Einige sind 25 oder
sogar 40 Jahre bei uns, manche schon
in der zweiten Generation. Sie denken
genauso langfristig wie viele Unternehmenseigentümer
aus der Region:
Das Unternehmen muss auch in 20, 30
oder 40 Jahren noch da sein. Zwischen
den engagierten Mitarbeitern und den
Eigentümern der regionalen Traditionsunternehmen
gibt es einen unheimlichen
Zusammenhalt, aus dem eine hohe Leistungsfähigkeit
erwächst. Wir müssen
diese Leistungsfähigkeit aber auch nach
außen tragen. Wir dürfen nicht alles
schlecht reden. Der Landkreis Osterode
ist besser als seine Selbstdarstellung und
sein Ruf. Wir haben wirtschaftlich einiges
zu bieten
Vielen Dank für das Gespräch.
Zur Person
3 |2025 65
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gastronomie
Begeistert: Gerd-Hinrich und Rita Döscher hat es im Restaurant planea gefallen – sie kommen bald wieder.
02/2010
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Text: Claudia KlafT
fotografie: alCiro Theodoro da Silva
wirtschaft
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gastronomie
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jubiläen
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Zuversicht: Frank-Walter Eisenacher sieht sein Unternehmen – dank „guter handwerklicher Wurstmacherkunst“– gut aufgestellt.
jubiläen
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03.09.2009 17:52:06 Uhr
highlights
wirtschaft
Feiertage
2009
Zahlreiche Unternehmen der Region feiern in diesem Jahr
Geburtstage und Jubiläen – faktor gratuliert.
Text: SebaSTian GünTher
In der Finanzkrise stabilisiert
ContiTech sein Werk in
Northeim durch Anpassungen
und Investitionen. Kurzarbeit,
Umschichtungen und gezielte
Modernisierung erhalten die
Produktion und binden Fachkräfte
an die Region – ein Stabilitätsanker
in schwierigen Zeiten.
F
irmenjubiläen und -geburtstage bieten Unternehmen in
schöner Regelmäßigkeit die Gelegenheit, auf die eigene Historie
zurückzublicken und bei Partys und Feiern den Mitarbeitern und
den treuen Kunden zu danken. In Göttingen und dem Umland
feiern in diesem Jahr diverse Firmen einen runden Geburtstag oder
ein Jubiläum. faktor schaut mit den Jubilaren in die Vergangenheit
und wagt einen Blick in die Zukunft.
Mit Abstand das älteste der befragten Unternehmen ist
die Hahnemühle FineArt GmbH aus Relliehausen. Der
Spezialist für Künstlerpapiere begeht in diesem Jahr sein
Foto: Da Silva
3 | 2009 Frank-Walter Eisenacher,
Inhaber Börner-Eisenacher
leben
SERIE
leben
SERIE
Autotest
Der
Detailverliebte
Der Familienunternehmer Tillmann Miritz war
begeistert vom Porsche Panamera.
Text: TOBIAS KINTZEL Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
M
it dem Porsche Panamera 4S ist der 1724 Meter
lange Heidkopftunnel auf der A 38 zwischen
Göttingen und Halle eine Herausforderung für mich:
Obwohl der 4,8-Liter-V8-Motor mit 400 PS meinen
Gasfuß wie von Geisterhand mitsamt dem Pedal Richtung
Bodenblech zu ziehen scheint, bleibe ich stark, denn
es sind nur 80 km/h erlaubt. Zurück im Tageslicht, direkt
nach der Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung,
kann ich nicht mehr widerstehen. Der Panamera
reagiert beinahe freudig auf das durchgetretene Gaspedal,
beschleunigt unglaublich schnell auf deutlich über
200 km/h. Die zwei Tonnen Leergewicht merkt man
dem Fahrzeug nicht an. Mit dem, im 4S serienmäßigen,
Porsche-Doppelkupplungsgetriebe und dem Traction
Management bringt es die Kraft souverän auf die Straße.
Doch die Freude dauert nur wenige Augenblicke, dann
bringt mich der Fotograf mit einem breiten Grinsen wieder
auf den Teppich zurück: „Ich unterbreche nur ungern,
aber wenn wir zu Herrn Miritz wollen, hätten wir
schon in Friedland abfahren sollen.“ Er hat Recht und
ich drehe kurz vor Heiligenstadt um. Wieder ein kurzes
Glücksgefühl, wieder Heidkopftunnel und am Ende sind
wir nur wenige Minuten zu spät in Kirchgandern bei
Miritz Citrus Ingredients (MCI) und Tillmann Miritz.
Der geschäftsführende Gesellschafter der Miritz Citrus
Ingredients GmbH hat Verständnis für den unnötigen
Abstecher. „Der Porsche ist ein super Auto mit einer
„Unverkennbar“: Tillmann Miritz hat den neuen Porsche Panamera getestet und bereits bestellt.
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3 | 2009 Tillmann Miritz, Geschäftsführer MCI – Miritz Citrus
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leben
leben
Gegensätze
ziehen sich an
Modern und bewährt – Gerd-Hinrich Döscher auf spannender
Entdeckungsreise im neuen Restaurant planea.
2 | 2010 Gerd-Hinrich Döscher,
Inhaber von König
E
s ist das Konzept des Fine-Dining-Restaurants, Gegensätze zu vereinen. Und so treffen
wir in dem jungen Restaurant, das wenige Tage zuvor, Ende Mai, eröffnet wurde,
einen Unternehmer der „alten Schule“ zum Testessen: Gerd-Hinrich Döscher, Inhaber und
Geschäftsführer der König GmbH & Co. KG. Seit 37 Jahren führt er das Unternehmen mit
den Geschäftsbereichen Produkte und Personaldienstleistungen in Moringen sehr erfolgreich.
Doch nicht nur beruflich hat er Erfahrung, sondern auch, was das gute Essen angeht.
Deswegen sind wir besonders gespannt auf seine Einschätzung des planea.
Wir sind um 18 Uhr verabredet und erfahren gleich zu Beginn von ihm, dass er normalerweise
nicht so früh das Büro verlässt. Das Handy ist sicherheitshalber noch auf
Empfang. Doch wir tauchen ein in die Atmosphäre des Restaurants und beginnen mit
einem Prosecco zum Aperitif. Und so wie dieser perlt auch die Anstrengung des Tages von
Döscher ab.
Das Restaurant beeindruckt ihn mit seiner klaren Linie. Egal wo man sitzt, schaut man
auf die Historische Sternwarte – entweder auf das große Bild des Göttinger Künstlers
Andreas Lemberg, das sich harmonisch ins Interieur fügt, oder durch die Fensterfront auf
das reale Gebäude gegenüber im Park. Döscher findet bereits zu Anfang die Einrichtung
für Göttingen einmalig.
Nicht nur diese ist komplett auf die planea-Farben grau, pink und mokkafarben abgestimmt
– ganz im Corporate Identity, das von der Göttinger Agentur blaueQuelle konzipiert
wurde –, sondern auch die Kleidung des Servicepersonals, das uns in diesem Moment
die Speisekarte reicht. Nein, es ist kein Heft, sondern es sind zwei Seiten, eingefasst in
eine Acrylhülle, die den Eindruck einer leicht gefalteten Karte vermittelt. Und es ist auch
keine gewohnte Aufteilung „Vorspeise, Hauptgang, Dessert“, sondern eine übersichtliche
Anzahl Speisen wird nur durch die Aufzählung der enthaltenen Komponenten beschrieben.
Wie die Zutaten zubereitet und angerichtet sind, bleibt ein Geheimnis, das man
2010
Das Biotech-Cluster Göttingen
wächst: Sartorius, UMG und Startups
kooperieren eng, unterstützt
von Max-Planck-Instituten. Neue
Labore und Ausgründungen
entstehen, wodurch Wissenschaft
und Wirtschaft stärker verzahnt und
qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen
werden.
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unternehmen
highlights
4 | 2010 Remo Viani, Inhaber Antonio Viani Importe
wirtschaft
GENUSS
wirtschaft
GENUSS
Produkte
mit Geschichte
Ein Stück Italien in Göttingen: Die Viani Importe GmbH hat in der Innenstadt
ein italienisches Lebensmittelgeschäft und eine Bäckerei eröffnet.
Text: BELINDA HELM Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
ute Lebensmittel aus Italien, als Imbiss angeboten. „Ich selbst habe
das ist die Leidenschaft von mich in Ligurien auf die Suche nach dem
G Remo Viani. „Aber eigentlich Originalrezept gemacht und viel experimentiert,
bis das Ergebnis gestimmt hat.“
ist es noch viel mehr“, findet der Geschäftsführer
der Viani Importe GmbH Und erst als Vater Antonio Viani, der aus
aus Göttingen. „Es ist ein Lebensgefühl.“
wie zu Hause“, sei er mit dem Ergebnis
Ligurien stammt, sagte: „Das schmeckt
Der Großhändler und Importeur von zufrieden gewesen, erzählt Remo Viani.
Feinkost aus dem Mittelmeerraum hat
in der Göttinger Innenstadt ein Ladengeschäft
mit angeschlossener Bäckerei Bäckerei ist ihr gläserner Baustil. „Die
Eine weitere Besonderheit der kleinen
eröffnet, das genau dieses Lebensgefühl Kunden sollen genau verfolgen können,
vermitteln will: einen sogenannten Alimentari
und ein Panificio. Während im reitet wird, sie sehen, welches Mehl und
wie die Focaccia in der Backstube zube-
Alimentari auf knapp 70 Quadratmetern
über 400 Produkte aus Italien, von es Viani aber nicht darum, sich als hoch-
welches Öl wir verwenden.“ Dabei geht
erlesenen Olivenölen
preisiges Feinkostgeschäft
zu präsentie-
über selbstgemachte
Pesti, Soßen und
ren. „Wir möchten
„Wir möchten zeigen,
dass wir unser Konzept
frische Käse- und
zugänglich sein für
Fleischwaren bis hin
leben.“
alle, die unsere Leidenschaft
teilen, und
zu italienischen Weinen
von kleinen Winzern, zu finden sind, endlich zeigen, dass wir unser Konzept
wird im Panificio vor allem die ligurische auch leben.“ Und diese Philosophie setzt
Spezialität Focaccia Genovese, eine italienische
Brotart aus Hefeteig, in allen „Bei uns arbeiten zum Beispiel nur Men-
Viani in allen Bereichen konsequent um:
erdenklichen Varianten hergestellt und schen, die Lebensmittel lieben“, er-
Remo Viani: Der 42-Jährige achtet
auf hochwertige Produkte und kennt
die Geschichten dahinter.
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2011
Die Landesförderung unterstützt den Ausbau
des „Measurement Valley“-Netzwerks
rund um Göttingen mit Unterstützung
von Sartorius, Mahr, Universität und IHK.
Ziel: Stärkung der Messtechnikbranche
durch mehr Kooperation, Sichtbarkeit
und Fachkräftesicherung – ein regionaler
Innovationsmotor.
wirtschaft
Jubiläum
Fit ins Jubiläumsjahr
Mahr wird 150 Jahre alt und sieht sich für die Zukunft gut gerüstet.
Text: CHRISTIAN MÜHLHAUSEN Fotografie: ALCIRO THEODORO DA SILVA
er Jubilar präsentiert sich prächtig
D im Jahr seines 150. Geburtstages:
Die Göttinger Mahr-Gruppe, Spezialist
für Fertigungsmesstechnologie, kann sich
derzeit über mangelnde Arbeit nicht beklagen
und wird in diesem Jahr wohl
ein Rekordergebnis einfahren: „Wir sind
nicht unzufrieden und v-förmig aus der
Krise gekommen“, sagt Stephan Gais, ge-
Hintergrund
Die Mahr-Gruppe ist mit 1.500 Mitarbeitern
das weltweit größte Familienunternehmen
der Messtechnikbranche. Ulrich Kaspar,
der zuvor am Standort Esslingen der
Mahr-Gruppe wirkte, ist der erste Holding-
Geschäftsführer, der nicht aus der Familie
stammt. Eine Bürde sieht er darin nicht:
„Wir müssen alle unseren Job ordentlich
machen, um das Unternehmen nach vorne
zu bringen. Ob ich dabei auch Gesellschafter
bin oder nicht, ist für mich nicht entscheidend.”
Stephan Gais kann diesem zudem auch
etwas Gutes abgewinnen: „Ich bin schon
als Kind mit meinem Großvater hier durch
die Fabrik gegangen.” Wer mit dem Unternehmen
von Kindesbeinen an verbunden
sei, Weichenstellungen erlebt und gute
wie schlechte Zeiten durchgestanden habe,
schaue mit einem anderen Auge auf die
Dinge. Als Familiengeschäftsführer habe
man deshalb bei Entscheidungen wohl öfter
einen „emotionalen Ansatz”, was manchmal
hinderlich sein könne. Gais stellt gemeinsam
mit sieben weiteren Gesellschaftern, die
alle außerhalb von Mahr arbeiten, die fünfte
Generation des traditionsreichen Familienunternehmens.
schäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender
der Geschäftsführung. Übersetzt
aus dem Schwäbischen seiner Heimat ins
Hochdeutsche heißt das: ein Umsatzplus
von 40 Prozent, bei den Auftragseingängen
sogar plus 45 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Und auch das konnte sich mit
stolzen 35 Prozent Umsatzplus durchaus
sehen lassen: Mit weltweit 1.500 Mitarbeitern
wurden 150 Millionen Euro
Umsatz erzielt.
Allerdings: Vorletztes Jahr sah die Welt
noch ganz anders aus. 2009 musste das
nach eigenen Angaben älteste Messtechnikunternehmen
der Welt – Gais ist ein
Vertreter der fünften Generation – tüchtig
Federn lassen: Mit der weltweiten Krise
und dem massiven Einbruch der Konsum-
und Investitionsgüterbranche brach
auch das Geschäft bei Mahr ein. Mit einbrechenden
Umsätzen fuhren die Unternehmen
die Investitionen herunter, Mahr
traf es durch die große Abhängigkeit
von der Automobilindustrie besonders
heftig. Rund 60 Prozent des Umsatzes
kommen aus der Automobilindustrie und
deren Zulieferern. „Von heute auf morgen
stand das Telefon praktisch still“,
beschreibt Gais die Situation auf dem
Höhepunkt der Krise.
Mahr reagierte mit Kurzarbeit und
nutzte die Fluktuation, betriebsbedingte
Kündigungen gab es hingegen nicht:
„Das war für uns keine Lösung, wir
wollten unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
– so gut es geht – an Bord
halten. Denn wir wollten personell auf
den nächsten Aufschwung vorbereitet
sein. Und wir sind froh, dass wir es so
gemacht haben“, erklärt Gais. Denn, so
war klar, in Zeiten voller Auftragsbücher
wird jede Hand gebraucht, und Fachleute
sind knapp. Ein Glücksfall, dass
die Bundesregierung die Möglichkeit zur
Kurzarbeit auf 24 Monate ausweitete.
Mit deren Auslaufen ging es 2010 fast
nahtlos in den Aufschwung über – und
mit fast unveränderter Personalstärke.
„Wir sehen unsere Verantwortung für die
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, das ist
für uns auch eine gesellschaftliche Verantwortung“,
sagt Gais. Ob in oder nach der
Krise: „Wir wollen unsere Mitarbeiter behalten
und tun so einiges, um die besten
Köpfe zu bekommen.“ Dazu tragen bei
Mahr unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle
sowie ein Kindergarten und eine
-krippe auf dem Betriebsgelände bei, die
z.T. gemeinsam mit den Kooperationspartnern
Sycor und Sartorius betrieben
werden. Göttingen als junge, attraktive
Stadt mit glänzendem Kulturangebot trage
ein Übriges dazu bei.
Kooperationen mit zahlreichen Ausbildungseinrichtungen,
etwa den Hochschulen
HAWK in Göttingen sowie denen
in Ilmenau, Clausthal, Darmstadt und
Oldenburg, sollen beim Kampf um die
Köpfe ebenso dienlich sein wie die anerkannt
sehr qualifizierte Ausbildung:
Die Auszubildenden von Mahr gehören
jährlich zu den Landesbesten ihrer Zunft.
Gepaart mit den Vorzügen eines Familienunternehmens,
bei dem man auch
Durchblick: Ulrich Kaspar und Stephan Gais (r.) führen das älteste Messtechnikunternehmen der Welt in ein erfolgreiches Jubiläumsjahr.
direkt mit dem Geschäftsführer sprechen ganzen Welt zeitgleich und gleichermaßen Zahl der Menschen auf unserem Planeten
könne, so Gais, mache es das am Schluss getroffen seien, das habe es noch nicht nimmt weiter rasant zu. Mobilität, Kommunikation
und Medizin sind die großen
aus, um Mahr als attraktiven Arbeitgeber gegeben: „Europa, USA, China – überall
war auf einmal Ruhe“, sagt Kaspar. Themen der Zukunft.“ Und zur Herstel-
zu wählen.
Doch wie sicher ist der Arbeitsplatz „Wir werden uns aber wohl auf kürzere lung der Produkte aus diesen Bereichen
dieser jungen Leute, wie nachhaltig ist Intervalle und stärkere Amplituden von biete Mahr die dafür geeignete Messtechnik
an – auch, weil die Produkte künftig
dieser Aufschwung, ist er vielleicht nur
ein Strohfeuer? „Nein, das sicher nicht“,
immer kleiner und präziser werden. Ob
sagt Geschäftsführer Ulrich Kaspar. Alle Mahr hat sich konsequent Automotor, Speicherchip oder OP-Sonde:
Signale, alle Konjunkturdaten stünden auf die globalisierte Welt Überall kommt es auf den tausendstel
derzeit auf grün. Man glaube nicht, dass ausgerichtet.
Millimeter an.
man demnächst noch einmal in solch
Mit der richtigen Produktpalette am
einem Ausmaß wie 2009 betroffen sei.
Markt zu sein, ist ein wichtiger Baustein
Ein zyklisches Geschäft, bei dem es mal starken und schwachen Phasen einstellen der Mahr-Strategie. Ein anderer ist die
auf, mal ab gehe, sei in der Branche müssen“, ergänzt Gais. Allen Phasen zum konsequente Ausrichtung auf die globalisierte
Welt: „In Asien und den USA sind
normal. Dass aber nahezu von heute Trotz – für die längerfristige Entwicklung
auf morgen sämtliche Märkte auf der sei man durchaus positiv gestimmt. „Die wir mittlerweile ähnlich gut aufgestellt
wirtschaft
Unternehmer
wirtschaft
Unternehmer
2 | 2011 Ulrich Kaspar und
Stephan Gais (r.),
Geschäftsführer Mahr
Richtiger Riecher
Vom Seemann zum Feinkosthändler – wie Antonio Viani in Göttingen seine Liebe fand.
Text: Marco BöhMe
Fotografie: alciro Theodoro da Silva
36
Gutes Gespür: Antonio Viani startete seinen Lebensmittelhandel mit Trüffeln.
03/2011
D
as Handelsschiff „Maria Teresa“ segelt Ende des 18. Jahrhunderts durch die Straße
von Messina ins Ligurische Meer. Eigner des Handelsschiffes ist Antonio Vianis
Urgroßvater. Gemeinsam mit seinem Sohn kauft er Getreide in Griechenland, verschifft
es nach Pietra Ligure und mahlt es dort in der familieneigenen Mühle. Das Mehl wird an
die Bäckereien der Umgebung verkauft. Auch der zweite Urgroßvater von Antonio Viani
handelt mit Lebensmitteln. Er importiert Hülsenfrüchte, getrocknete Früchte und diverse
Lebensmittel. Antonios Vater führt die beiden Geschäfte zusammen, indem er eine kleine
Fabrik eröffnet, die Trockenfrüchte und -gemüse produziert. „Handeln steckt mir im
Blut“, erzählt Antonio Viani heute. Schon als Kind habe er alles Mögliche verkauft. „Ich
fing mit Wurmsteinen fürs Angeln an“, erinnert sich der 74-Jährige heute. Das Erste, was
er in Göttingen vor genau 50 Jahren verkauft, sind Olivetti-Büromaschinen, deren Vertretung
er gerade übernommen hat, nachdem sein Verkaufstalent schon kurz zuvor bei seiner
Ausbildung als Büromaschinenverkäufer in Hannover aufgefallen ist.
03/2011
37
3 | 2011
Antonio Viani,
Gründer Antonio
Viani Importe
68 3 |2025
i nterview
IntervI ew Claudia Klaft
22 02 | 2012
FotograFIe a l C iro t heodoro da silva
i nterview
02 | 2012 23
Alles im Griff: Hanns-Eckard Zülch achtet auf Ordnung und Sauberkeit in seinem Betrieb.
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TEXT YANNICK LOWIN FOTOS ALCIRO THEODORO DA SILVA
PORTRÄT
03 | 2012 93
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highlights
titel
titel
mensch
Fest in Männerhand
faktor befragte Vater und Sohn zu ihrem Selbstverständnis als männliche
Familienunternehmer.
Alles im Lack
faktor verbrachte einen Tag mit Hanns-Eckard Zülch, Inhaber und
Geschäftsführender Gesellschafter der Zuelch Industrial Coatings GmbH,
Volker Bartz (heute 77 Jahre) übernahm Aber Ihre Frau, Herr Volker Bartz, hat auch Aber das Strategische, das Visionäre, das
schon im Unternehmen mitgearbeitet?
ist mein Part.
1962 die Betriebsleitung und 1975 die Gesamtgeschäftsführung
von seinem Schwie-
V: Sie war in der Buchhaltung tätig. Aber
sie hat auch gleichzeitig die Rolle der Wieweit hat das Familienunternehmen auch
gervater Werner Hilliges im Unternehmen Mutter – die ja heute leider verpönt ist – Ihr Leben geprägt?
Krone-Gips Hilliges Gipswerk in Osterode ausgefüllt. Ihr zur Seite stand die Schwiegermutter,
die auf die beiden Kinder auf
mich ist die Firma mein Leben. Wir woh
V: Das lässt sich nicht trennen, denn für
am Harz. 1992 übergab er die operative
passen konnte. Für mich war es selbstverständlich,
dass meine Frau mitgearbeitet auch am Wochenende – hier, um nach dem
nen nebenan, und so war ich jeden Tag –
Geschäftsführung an seinen Sohn Rüdiger
Bartz (49 Jahre). In gespannter Erwartungshaltung
sitzen sie uns gegenüber und stellen – im Gegensatz zu heute – recht einfach zu tun. Und ganz ehrlich, so war ich auch
hat, und ich muss sagen, dass es damals Rechten zu sehen. Irgendetwas war immer
für die Frau war, Arbeit und Familie zu ausgelastet genug, um mich nicht um den
gleich zu Beginn klar: „Unser oberster Boss
vereinbaren.
Haushalt oder die Kinder kümmern zu
ist eine Frau.“
müssen. Ich habe nie Babys gewickelt oder
faktor: Herr Volker Bartz, Ihre Frau ist die Herr Rüdiger Bartz, wie haben Sie die Rolle gefüttert – das war eindeutig Sache der
Erbin und Hauptgesellschafterin des Unternehmens.
Dennoch hat sie aber nicht die Unter-
R: Für mich war es selbstverständlich, dass Denkweise zum Glück gewandelt, und das
Ihrer Mutter erlebt?
Frau. Mittlerweile hat sich die allgemeine
nehmensleitung. Warum?
sie auch arbeiten ging. Und zum Mittagessen
waren wir ja auch alle wieder am R: Ich sehe die Firma zwar auch als den
finde ich gut.
Volker: Weil es 1962 nicht üblich war, dass
eine Frau ein Unternehmen führt. Sie war Tisch versammelt. Aber ich erinnere mich, Dreh und Angelpunkt meines Lebens,
auch von ihrer kaufmännischen Ausbildung
nicht vorbereitet, in die Fußstapfen essen verliefen.
des Rückzugs, um mich um meine Fami
dass viele Mittagessen wie ein Geschäfts
aber ich nehme mir bewusst auch Zeiten
ihres Vaters zu treten. Dazu kam, dass
lie zu kümmern. Das ist aber auch nur
man für das Gipswerk, das von Maschinen
geprägt ist, eine Ahnung haben muss, Frau in die operative Geschäftsführung einge-
Organisationsgrad des Betriebes geändert
Heißt das, Herr Volker Bartz, Sie haben Ihre möglich, weil sich die Struktur und der
sonst wird das nichts. Ich denke, dass bunden?
haben. Viele Dinge laufen heute wie von
Männer dazu einen leichteren Zugang V: Nein, das nicht wirklich. Natürlich selbst, bedingt durch die Projektarbeit, die
haben.
habe ich ihr vieles erzählt und mitgeteilt. im Hintergrund das Geschehen steuert.
Rüdiger: Ja, das ist auch in meiner Generation
noch so. Wir sind neben der Fir
allein getroffen, denn ihr fehlte natürlich mich um Kleinkinder zu kümmern, denn
Aber die Entscheidungen, die habe ich Allerdings hatte ich noch nie Gelegenheit,
ma aufgewachsen, aber während meine der gesamte Überblick.
die Tochter meiner zweiten Frau war
Schwester nie ein Interesse daran hatte,
schon zwölf Jahre alt, als wir uns kennenlernten.
Aber das hole ich jetzt nach, denn
war es für mich schon als Kind der reinste Und wie läuft das heute bei Ihnen, Herr Rüdiger
Bartz? Ihre Frau arbeitet ja auch im Un-
nun haben wir eine Enkeltochter – für
Abenteuerspielplatz. So viele große Maschinen,
dunkle Backsteintunnel, riesige ternehmen.
mich ist es quasi ein Neustart.
Lastwagen – ein wahrer Kindertraum für R: Ja, sie ist bei uns im Unternehmen im
mich. Und meine Spielfreunde waren oft technischen Einkauf und Datenmanagement
tätig, und ich kann mich mit ihr men – wie sieht es bei Ihnen mit dem Frauen-
Sie sind ein technisch orientiertes Unterneh-
Kinder von Arbeitern. So bin ich quasi in
das Unternehmen reingewachsen.
sehr gut über operative Dinge unterhalten. anteil und der Familienfreundlichkeit aus?
Vater und Sohn: Rüdiger (l.) und Volker Bartz haben unterschiedliche Führungsstile, sind sich im Großen und Ganzen aber doch sehr ähnlich.
R: Wir haben zwölf Frauen im kaufmännischen
Bereich, aber ich bin stolz sagen zu gen bestimmt.
schen viel mobiler, es gibt sehr viele Pend
und die Auslastung der Produktionsanla
nächste Generation. Heute sind die Men
können, dass wir für einen Teil auch individuelle
Arbeitszeiten anbieten, damit sie Hat sich das Rollenbild in den vergangenen jedoch feststelle, ist, dass dies auch Stress
ler – gerade hier in der Region. Was ich
Beruf und Familie vereinbaren können. Im Jahrzehnten für Sie geändert?
verursacht, denn viele Väter nehmen nach
technischen Teil sind allerdings nur Männer
beschäftigt. Einmal hatten wir eine Frau immer gearbeitet haben und es hinnen
langen Heimweg in Kauf und müssen,
R: Da sowohl meine Mutter als auch meine einem anstrengenden Arbeitstag noch ei
Bewerberin, aber das hat nicht gepasst. bekommen haben, Beruf und Familie zu Zuhause angekommen, sofort für die Familie
da sein. Das geht nicht immer gut.
V: Und leider ist es so, dass wir in diesem vereinbaren, ist dies für mich der Maßstab.
Bereich auch keine WunschArbeitszeiten V: Ich habe die Schwierigkeit, es Rollenveränderung
zu nennen. Ich würde sagen, Sie sagen, die Familie spielt – auch für Väter –
anbieten können. Ein Mitarbeiter fragte
an, ob er von 8 bis 12 Uhr arbeiten kann. der Rahmen hat sich geöffnet, erweitert. eine immer größere Rolle?
Aber wie soll das gehen? Wir sind ein Die Vielfalt von nur Mutter bis nur Karrierefrau
hat sich vergrößert. Sicher gibt es des Mannes den Lebensmittelpunkt, das
V: Eindeutig. Früher bestimmte die Arbeit
DreiSchichtBetrieb, die Maschinenlaufzeiten
sind ab 6.30 Uhr morgens – da sind noch das klassische Rollenbild, aber man hieß aber auch, dass die Loyalität zum
wir nicht flexibel.
hört nicht mehr so viel davon.
Unternehmen größer war. In den letzten
R: Wir konnten seiner Bitte nicht nachkommen.
So gut wie die Einführung der Rollenbild, sondern die Gesellschaft ins
Firma mehr zu leisten. Private Interessen
R: Ich würde sagen, dass sich nicht das Jahren nimmt die Bereitschaft ab, für die
Elternzeit und die Reduktion der Arbeitszeit
gemeint sind, für uns kleine gewerb
mehr der Lebensmittelpunkt der gesam
das merken wir schon.
gesamt gewandelt hat. Der Beruf ist nicht rücken immer stärker in den Vordergrund,
liche Unternehmen ist das ein Problem. ten Familie. Früher hat man gesagt: Hier R: Es fehlen Leute, die sich beruflich
Denn unser Geschäft ist durch den Lauf arbeitest du, hier baust du, das ist für die engagieren und Verantwortung über
der amüsante Einblicke in Harzer Farb- und Lackwelten gewährte.
D
ie Szene beim Hinausgehen aus
dem weiß-gelben Gebäudekomplex seiner
Firma im Osteroder Ortsteil Lerbach ist typisch
für Hanns-Eckard Zülch. Gerade als er
uns verabschieden will, sieht er einen Bagger
und zwei Bauarbeiter, die seit einigen Tagen
direkt an der Straße vor dem Farben- und
Lackproduzenten eine neue Bushaltestelle
errichten. Zülch grüßt die beiden Männer
freundlich, während diese über Pflasterarbeiten
beratschlagen, macht einen lockeren
Spruch: „Na, das ist ja fast wie Puzzeln“, lächelt
und geht dann zielstrebig auf den gelb
lackierten Bagger zu. Dann deutet der Mann,
dem zu seinen weißen Haaren und der randlosen
Brille nur noch ein Kittel fehlt, um als
Chemie-Professor durchzugehen, auf den
gelben Lack des metallenen Führerhauses,
streicht über die glatte Oberfläche und wiederholt
die gleiche Prozedur bei der grauen,
aufgerauten Beschichtung der darunter
liegenden Kunststoffverkleidung. Dabei
erklärt er, warum die eine glatt ist, die andere
rau ist und welche Anforderungen hier
an Lack und Beschichtung gestellt werden:
„Schlagfest und beständig müssen sie sein.“
Der 62-Jährige, der den Familienbetrieb in
dritter Generation führt, lebt seine Arbeit.
Die beginnt für ihn meistens um 8 Uhr morgens
auf dem gleichen Wege wie für einen
Großteil seiner 33 Mitarbeiter – vorbei an
der digitalen Stempeluhr rein in die Produktionshalle.
Auf diese Weise komme er mit
seinen Mitarbeitern ins Gespräch: „Wenn
jemand eine Frage oder eine Idee hat bzw.
Kritik loswerden will, weiß er, dass er sich
an mich wenden kann.“ Den Umweg in sein
Büro nimmt Hanns-E. Zülch aber auch noch
aus einem anderen Grund in Kauf: „Wenn
das Finanzamt wissen will, ‚wo waren Sie
am 25.03.2004?‘, dann kann ich sagen, in
der Firma oder eben nicht.“
Ärger mit Behörden hatte er gerade erst
genug, wie wir am Nachmittag im Gespräch
mit ihm erfahren. Am gläsernen Konferenztisch
seines lichtdurchfluteten Büros
berichtet der Geschäftsführer bei Kaffee
und Keksen zusammen mit Sven Schünemann,
seinem kaufmännischen Leiter, von
der unendlichen Geschichte rund um den
Bau der neuen Lagerhalle direkt neben
2 | 2012 Rüdiger (l.) und Volker Bartz,
Krone-Gips Hilliges Gipswerk
3 | 2012 Hanns-Eckard Zülch (†),
Inhaber Zuelch Industrial Coatings
2012 2013
Die Einbecker Brauerei investiert in moderne Abfülltechnik und
stärkt Marke sowie Produktionskapazität. Die Investition verbindet
Tradition und Wettbewerbsfähigkeit, sichert Arbeitsplätze und fördert
regionales Marketing und Tourismus.
In Osterode und Umgebung beschleunigt der Ausbau von Wind- und
Solar projekten die Energiewende vor Ort. Bürgerenergie, Projektierer und
Stadt werke schaffen neue Dienstleistungen, Wartungsaufträge und lokale
Wertschöpfung in der Erneuerbaren-Branche.
unternehmen
MARKE
Von großem Format:
Verleger Gerhard Steidl
ist detailverliebt.
„Der
Kapitän “
Auf Tauchstation mit Gerhard Steidl
TEXT STEFAN LIEBIG
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Edle Stoffe: Der Modemacher aus Northeim bietet hochwertige Produkte für alle Anlässe.
„Freitag, 15 Uhr: Steidl Verlag“
steht in meinem Kalender.
Dank eines früheren Termins
ahne ich jedoch, dass dies wahrscheinlich
nur ein Richtwert
für den Zeitpunkt unseres Gespräches
sein wird. Und so ist
es dann auch: Die Tür zum Design-Studio
öffnet sich. Grafiker,
Layouter und Künstler sitzen
vor den großen Monitoren, die
sich fast berühren. Sie arbeiten
fiebrig an ihren Entwürfen. Der
Mann im legendären, wehenden,
weißen Kittel flitzt an uns vorbei.
Er kommt aus seinem angrenzenden
türlosen Büro: Im
Slalom durch unzählige, meterhohe
Papier- und Bücherberge,
die teils am Tisch, teils am Fußboden
ihren Ursprung haben.
Manche sehen aus, als wüchsen
sie bereits seit Jahren der Decke
entgegen – ein Wunder der
Statik. Aus dem Augenwinkel
muss er den Fotografen und
mich allerdings gesehen haben,
denn er macht auf dem Absatz
kehrt und entgegnet uns knapp:
„Warten Sie bitte, ich muss noch
kurz etwas mit meinen Mitarbeitern
klären.“ Zeit für uns,
die Omnipräsenz von Gerhard
Steidl zu erleben. Er bespricht
sich mit seinem Team, hetzt von
Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz,
gibt kurz aber präzise bilinguale
Anweisungen – mal deutsch,
mal englisch. Ein internationaler
Hauch weht durch die Luft.
Hinter uns höre ich Französisch.
Zwei junge Männer unterhalten
sich über ihr aktuelles Projekt.
Ihr Gespräch scheint ehrfürchtig
zu stocken, als sie die Stimmung
im Raum fühlen. Zugleich umschwirren
uns Anweisungen zu
Schriftgrößen und Bildformaten
scheinbar ziellos. Doch sie kommen
offenbar stets bei ihrem
Adressaten vor einem der vielen
Bildschirme auf der anderen Seite
des schlauchförmigen Raumes
an. In einem Bienenstock könnte
kaum mehr Betriebsamkeit herrschen.
15.15 Uhr: „Zeig den beiden
doch schon mal das Verlagshaus“,
murmelt der Verleger
01 | 2013 39
038-044_Steidl_RZ.indd 1 15.03.2013 13:00:37
038-044_Steidl_RZ.indd 2 15.03.2013 13:00:38
1 | 2013 Gerhard Steidl, Steidl Verlag Göttingen
3 |2025 69
urz nach der Wende absolviert Sven
TEXT S TEFAN LIEBIG F O T OGRAFIE S WEN PFÖ RTNER
030-032_Titel_Vogt_RZ.indd 1 17.03.2014 15:24:59 030-032_Titel_Vogt_RZ.indd 2 17.03.2014 15:25:03
AUTOTEST
TEXT TOBIAS KINTZEL
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
118 04 | 2014
118-120_Autotest_RZ.indd 1 03.12.14 17:47
AUTOTEST
04 | 2014 119
118-120_Autotest_RZ.indd 2 03.12.14 17:47
PORTRÄT
TEXT FRANK BERTRAM FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA I FRANK BERTRAM
86 02 | 2014
086-090_Ein-Tag-mit_RZ.indd 1 22.06.14 01:10
038-044_SchierkerFeuerstein_RZ.indd 1 03.12.14 22:12
PORTRÄT
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highlights
titel
NEUE HEIMAT
Unternehmer Sven Vogt kam als ,Fremder‘ nach Osterode
und fühlt sich heute dort so richtig heimisch.
K
so der bis dahin bereits viel herumgekommene
Diplomkaufmann.
Vogt sein Abitur im sachsen-anhaltinischen
Kleinstädtchen Genthin. „Wir waren damals
ziemlich orientierungslos – fühlten uns Die ersten Jahre pendelt er noch zwischen
wie in einem luftleeren Raum. Die meisten
studierten BWL, Medizin oder Jura – Maja wohnt, und Lerbach. Anfangs be-
Berlin und später Hannover, wo seine Frau
dies verhieß damals die besten Berufsaussichten“,
erinnert sich der Unternehmer, der zungen wie Ober- und Unterdorf oder dass
fremdet ihn der kleine Harzort. „Abgren-
sich für eine Kombination aus Wirtschafts- in jedem Ort ein anderes Platt gesprochen
und Rechtsstudium in der Bundeshauptstadt
entscheidet. Schnell fasst er danach schon gewöhnungsbedürftig gewesen. Doch
wird“, das sei für den heute 41-Jährigen
Fuß bei großen Unternehmen. Wohin es nach und nach lernt er die Menschen und
ihn einmal verschlagen wird, weiß er noch ihre Mentalität zu schätzen. Und als die Familie
größer wird, ist das Vertrauen in eine
nicht. Der Begriff Heimat spielt für ihn zu
dieser Zeit noch keine große Rolle.
Zukunft in der Region so groß, dass das
Im Dienste von Audi und BMW arbeitet junge Ehepaar ein Haus in Osterode kauft.
er in Berlin, Würzburg und Brüssel, von Natürlich ist beiden bewusst, dass Osterode
wo aus er Produktionsstrukturen und Lieferantenprozesse
bei den Zulieferern der schaftsschwache Kommunen unter dem de-
mehr noch als viele andere kleine und wirt-
Großkonzerne restrukturiert. Durch diese mografischen Wandel leidet. Die Menschen
Tätigkeit lernt er die Lerbacher Firma Frölich
kennen. Als sich im Jahre
werden älter, und die Jungen wandern ab,
1999 die Gelegenheit bietet, „Als Unternehmer und Familienvater
als geschäftsführender Gesellschafter
in das Unterneh-
fühle ich eine Verpflichtung, mich für die
men einzusteigen, das unter Stärkung der Region einzusetzen.“
anderem Kunststoffteile für
Feuerwehrmasken und Kfz-Schaltsysteme um ihr berufliches Glück in den Ballungsräumen
und Industriestandorten zu suchen.
herstellt, zögert er nicht. „Einen Betrieb zu
leiten und mit den Mitarbeitern die Zukunft Dennoch fassen die Vogts den Entschluss,
zu gestalten in einem Umfeld, in dem ich sich hier dauerhaft niederzulassen und Wurzeln
zu schlagen. Inzwischen wohnen die
mich wohl und zu Hause fühlen kann – ein
Lebenstraum ging für mich in Erfüllung“, Vogts mit ihren zwei und fünf Jahre alten
30 01 | 2014
1 | 2014 Sven Vogt,
geschäftsführender
Gesellschafter von
KKT Frölich
leben
leben
mensch
mensch
Der
Enthusiast
Im Leben von Wolfgang Brunk spielen
Automobile beruflich und privat eine
leidenschaftliche Rolle. Für faktor
testet er den Porsche Cayman GTS.
W
olfgang Brunk nähert sich dem Porsche
Cayman GTS anders, als andere es tun würden:
Er lässt nicht das ganze Fahrzeug auf sich
wirken, sondern geht zunächst zielstrebig zur
markanten Front des Mittelmotor-Sportwagens
und schaut sich dessen Scheinwerfer an. Dieses
Interesse ist berufsbedingt: Der 62-Jährige ist
Gründer und Geschäftsführer der VisiCon Automatisierungstechnik
GmbH in Rittmarshausen.
VisiCon entwickelt, produziert und vermarktet
unter anderem Anlagen und Komponenten für
die Einstellung von Scheinwerfern in der Automobilproduktion
und in der Zulieferindustrie.
Mit über 500 weltweit installierten Anlagen sind
die Südniedersachsen Weltmarktführer für automatische
Scheinwerfer-Einstellsysteme.
Nach kurzem Überlegen ist sich Wolfgang
Brunk sicher, dass auch die Scheinwerfer des
Cayman GTS mit einem System seiner Firma
eingestellt worden sein müssen. Vor dem Einsteigen
wirft der studierte Physiker dann doch
noch einen Blick auf das Exterieur des Porsche
und findet, dass „er schon super aussieht mit
der konsequenten Linienführung und den gelungenen
Details“. Kaum hat er im Auto Platz
genommen, kommentiert er: „Erstaunlich viel
Platz, und bequem ist der Sitz auch.“ Wenige
Augenblicke später bewegt er den Cayman GTS
auf der Landstraße, konzentriert geht er zu
Eine Klasse für sich:
Oldtimer-Liebhaber
Wolfgang Brunk hat sich in
die gelungenen Details des
neuen Porsche verliebt.
Augen auf, Handel!
Der genaue, geschärfte Blick auf die Region liegt ihm nicht nur aus beruflichen Gründen am Herzen:
Augenoptikermeister Christoph Bajohr engagiert sich seit über 20 Jahren im Vorstand der Einbecker Einzelhändlervereinigung
und kennt die Probleme der Kaufleute in der Bier und Fachwerkstadt.
D
er Tag beginnt in der Marktstraße.
So sehr das Optik-Unternehmen in den vergangenen
30 Jahren auch in Südniedersachsen
gewachsen ist: Christoph Bajohr startet
seinen Arbeitstag gegen 8.30 Uhr meist noch
immer im Stammgeschäft in der Einbecker
Fußgängerzone, in bester Innenstadtlage.
Dort, wo alles im Oktober 1982 angefangen
hat. „Hier ist mein Büro“, sagt der Augenoptikermeister,
nachdem er die Stufen
ins erste Stockwerk des Fachwerkhauses
vorangegangen ist. Am Glasschreibtisch mit
Blick auf die Fußgängerzone endet häufig
der terminvolle Tag, in der Regel nach zehn
Stunden.
Typische, regelmäßig verlaufende Arbeitstage
gibt es für Christoph Bajohr nicht. Zu
vielfältig sind die Aufgaben. Nach der Post
kümmert er sich heute zunächst kurz um
weitere Schreibtischarbeit, führt ein paar
Gespräche mit seinen Mitarbeitern, entscheidet
Fragen der Betriebsführung. „Für
die Brillenberatung habe ich selbst leider nur
noch wenig Zeit“, bedauert der 59-Jährige.
Aber wenn es der Stammkunde wünscht, ist
der Meister natürlich zur Stelle.
Doch jetzt wartet schon der erste Termin
des Tages. Bis zum Büro von Frank
Hagemann, dem Geschäftsführer der Einbeck
Marketing GmbH, sind es nur wenige
Schritte über die Marktstraße. Eine Besprechung,
die Christoph Bajohr als Vorsitzender
des Vereins ‚Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft‘
führt: Seit über 20 Jahren
engagiert sich der Unternehmer bereits im
Vorstand der Werbegemeinschaft, der Einzelhändlervereinigung
in der Bier- und Fach-
Zur Person
Christoph Bajohr kam am 3. Februar
werkstadt. Eine neue Wirtschaftsbroschüre
1955 in Braunschweig zur Welt. Aufgewachsen
ist er in Einbeck, wo sein
soll aufgelegt werden, die den Standort Einbeck
optimal vermarkten kann. Erste Entwürfe
von Einbecks attraktiven Seiten liegen
Vater Inhaber der Rats-Apotheke war.
Nach der Schulzeit auf dem heimischen
in Hagemanns Büro im Eicke’schen Haus
Goethe-Gymnasium machte Bajohr in
auf dem Tisch. In dem wohl schönsten, 400
Bad Sachsa seinen Fachhochschulabschluss,
lernte dann das Augenoptiker-
Jahre alten Fachwerkgebäude in der Innenstadt
hat die Marketing GmbH ihre Büros,
Handwerk in Hamburg. Dort leitete er
hier sind auch Tourist-Information und Kulturring
zu finden.
auch eine erste Filiale, bevor er 1980
an der Fachhochschule Köln seinen
Augenoptikermeister machte. 1982
Vor rund vier Jahren wurde die Gesellschaft
für Wirtschaftsförderung, Stadt-
eröffnete Christoph Bajohr das erste
eigene Optik-Geschäft in Einbeck. Heute
marketing, Ver anstaltungs- und Tourismusservice
gegründet, die GmbH bündelt
beschäftigt er in Südniedersachsen,
teilweise gemeinsam mit seinem Geschäftspartner
Ewald Micheletti, an
seitdem alle Innenstadtaktivitäten in Einbeck,
organisiert beispielsweise Veranstaltungen
wie das seit 40 Jahren bekannte
zwölf Betriebsstätten über 110 Mitarbeiter.
Bajohr ist verheiratet und Vater
Eulenfest oder den Weihnachtsmarkt.
einer erwachsenen Tochter. Auch Ehefrau
Kerstin ist Augenoptikermeisterin
Mehrheitsgesellschafterin ist die Stadt Einbeck
mit 51 Prozent, die übrigen Anteile
und im Unternehmen tätig.
haben zunächst die selbständigen Vereine
Werbegemeinschaft und Initiative Einbeck
gehalten, seit wenigen Wochen der fusionierte
neue Verein ,Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft‘.
Die Einbeck Marketing GmbH habe Die Stadt im Fokus: Seit über 20 Jahren
die Werbegemeinschaft von ehrenamtlich
engagiert sich Christoph Bajohr als Vorsitzender
des Vereins ‚Einbeck Marketing
zu erledigender, organisatorischer Arbeit
entlastet – bis hin zu den Veranstaltungsabrechnungen,
erzählt Christoph Bajohr.
Seiten Einbecks sichtbar zu
InitiativGemeinschaft‘, um die attraktiven
machen.
4 | 2014 Wolfgang Brunk, VisiCon-Gründer
2 | 2014 Christoph Bajohr, Inhaber Bajohr
2014
Das 1. Göttinger Messtechniksymposium
wird von Mahr, als Mitglied
des Vereins Measurement Valley,
mitorganisiert. Das Symposium
beschäftigt sich am 17. Juli 2014 mit
den Themen Prozessoptimierung und
Prozesskontrolle.
unternehmen
MARKE
„ Delikat
und herzhaft fein
schmeckt
der Schierker Feuerstein“
Eine Marke ist stärker als die Wirren
der deutschen Geschichte.
TEXT STEFAN LIEBIG
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Marke mit Tradition: Britta und Walter Möller führen in vierter Generation die Geschäfte des Schierker Feuersteins.
4 | 2014 Britta und
Walter Möller,
Inhaber Schierker
Feuerstein
38 04 | 2014
mit Lieferanten und Partnerfirmen aus ein wachsames Auge auf die stark schwankenden
Kräuterpreise und die komplizierten nationalen Markt. „Wir möchten in anderen
rung ihres Markenproduktes auf dem inter-
der Region zusammen“, sagt Britta Möller.
„Dass wir mit solchen Auszeichnungen Bestimmungen, die das Zollwesen mit sich Ländern Fuß fassen. Ein schwieriges, aber
belohnt werden, spornt uns natürlich an.“ bringt. Denn diesem Recht unterliegen alle vielversprechendes Projekt. Schierker Feuerstein
soll auch im Ausland eine Marke wer-
Ebenso motivierend hätten die unverhofften Produzenten von alkoholischen Getränken.
Vorträge eines prominenten Schierker-Fans
den“, skizziert Walter Möller die Pläne für
gewirkt. „Wir haben durch Zufall erfahren,
dass Fußballprofitrainer Mirko Slomka Seit 2007 führen Britta und Walter reichen Harzer Kräutergetränks.
die Zukunft des traditions- und geschichts-
über die gedanklichen Verbindungen von Möllers nun gemeinsam den Betrieb. Sie haben
das Zepter vom damals bereits schwer
prägnanten Begriffen mit Persönlichkeiten
und Orten referierte. Mehrmals führte er erkrankten und im Jahr 2013 verstorbenen Kontakt
dabei an, dass ihn der Begriff Harz immer Dieter Geyer übernommen. In den Jahren Schierker Feuerstein GmbH & Co. KG
an Schierker Feuerstein denken lasse“, ergänzt
ihr Mann erfreut über diese Marke-
schon sorgfältig vorbereitet worden. Britta Tel. 05524 92660 und Brockenstraße 3, 38879 Schierke
zuvor war diese Unternehmensnachfolge Schierker-Feuerstein-Platz 1-5, 37431 Bad Lauterberg,
ting-Unterstützung.
Möller hofft, auch den nächsten Generationenwechsel
innerhalb der Familie vollziehen www.schierker-feuerstein.de
am Brocken, Tel. 039455 372
So ein Standing erlangt man natürlich
nur, wenn eine stets gleichbleibend hohe zu können. Die beiden Söhne sind inzwischen
15 und 17 Jahre alt und haben den
Qualität garantiert ist. Möllers geben dieses
Versprechen, weil sie auf ein gut einge-
Betrieb bereits durch Praktika kennenge-
Verlosung
Übrigens: faktor verlost 3 x
spieltes 28-köpfiges Team setzen können. lernt. „Es ist schön, das Interesse der beiden
1 Geschenkkorb mit tollen
Vom Ansetzen der Kräuter über die Abmischung
in den großen jeweils 5.000 Liter der Betrieb in Familienhand bliebe. Aber Schierker Feuerstein. E-Mail
zu sehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Produkten rund um den
fassenden Edelstahltanks bis hin zur Abfüllung
des 35-prozentigen Getränkes mit-
Entscheidung für mich getroffen“, sagt die
wir drängen sie zu nichts. Auch ich habe die mit dem Stichwort ‚Feuerstein‘
bis zum 31. Januar 2015 an
redaktion@faktor-magazin.
hilfe modernster Maschinen, greift hier ein Mutter. Viel wichtiger als die noch in ferner
de. Weitere Infos unter www.
Zahnrad in das andere. Als kaufmännische Zukunft liegende Weitergabe des Dirigentenstabes
sei ihnen im Moment die Etablie-
oder direkt über den QR-Code
faktor-magazin.de/feuerstein
Leiterin des Betriebes hat Britta Möller stets
44 04 | 2014
70 3 |2025
Herzlichen Glückwunsch
zum 20-jährigen Bestehen
wünscht die ZUFALL logistics group!
Wir freuen uns auf viele weitere
faktor-Ausgaben mit spannenden und
hintergründigen Geschichten über‚
Menschen, Wirtschaft und Umwelt
in unserer Heimatregion.
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124 04| 2016
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unternehmen
highlights
leben
Zwischen den Stühlen
Vom Bauhaus bis zur Gegenwart – Axel Bruchhäuser,
Vordenker, Inhaber und Gestalter der Möbelmanufaktur Tecta
in Lauenförde erzählt die Geschichte hinter den Werken.
leben
4 | 2016 Axel Bruchhäuser,
Inhaber Möbelmanufaktur
Tecta
TEXT STEFANIE WASKE FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
2015
Der Harz erlebt einen Aufschwung im
Tourismus: Hotels, Freizeitinfrastruktur
und Angebote wachsen. Diese Entwicklung
diversifiziert die regionale
Ökonomie, sichert Beschäftigung im
Gast gewerbe und stärkt kleine Handwerks-
und Dienstleistungsbetriebe.
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aktuell
aktuell
2 | 2017 Stefan Hell,
Nobelpreisträger
Greif nach den Sternen!
Nobelpreisträger Stefan Hell spricht im Interview und auf der 25. faktor-Business-Lounge
am 14. September 2017 über Chancen und Gefahren, die der renommierteste Forschungspreis
der Welt mit sich bringt.
INTERVIEW MARCO BÖHME FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
2016
Der SüdniedersachsenInnovationsCampus
(SNIC) wird ins Leben gerufen. Er ist
ein regionaler Innovationsverbund zur
Förderung der Zusammenarbeit zwischen
Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen
in Südniedersachsen. Ziel ist es, die
Innovationskraft der Region zu stärken,
Gründungen zu unterstützen und den
Technologietransfer zu intensivieren.
18 02| 2017
02| 2017 19
wissen
wissen
3 | 2017
Gerhard-Jürgen
Hogrefe,
Hogrefe-Verlag
Erstrahlt im neuen Licht
Gerhard-Jürgen Hogrefe führt durch 70 Jahre Verlagsgeschichte – und zeigt,
wie man Altes bewahrt und dabei den Blick in die Zukunft richtet.
TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE PETER HELLER
64 03| 2017
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72 3 |2025
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highlights
unternehmen
34 03| 2017
Passend aufgestellt: Gemeinsam haben die drei Geschäftsführer Gregor Sperfeld, Volker
Hornberg und Eckart Pottebaum (v.l.) in der tedox-Verwaltung in Harste alles im Griff.
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3 | 2017
Gregor Sperfeld,
Volker Homberg
und Eckart
Pottebaum,
tedox-Geschäftsführung
mensch
mensch
2017
Die angepeilten Investitionen in Höhe von
100 Millionen Euro des 2015 aufgelegten Südniedersachsenprogramms
werden übertroffen:
Land, Kommunen und Partner bündeln Fördermittel
für Infrastruktur, Bildung und Wirtschaftsförderung.
Das strategische Programm soll den
Strukturwandel managen und die Wettbewerbsfähigkeit
langfristig sichern.
1|2018 Georg Rosentreter,
Hotelier Freigeist Hotels
Getriebener
Geist
faktor hat sich einen Tag lang an die Fersen von Georg Rosentreter geheftet und war fasziniert,
mit welcher Rastlosigkeit der Hotelier seine Projekte umsetzt.
TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
72 01 | 2018
01 | 2018 73
Viele Orte, viele Perspektiven: Von Einbeck bis Göttingen hat Rosentreter bereits seine persönliche Handschrift in der Region hinterlassen.
unternehmen
unternehmen
2018
Der SüdniedersachsenInnovations
Campus (SNIC) schafft 2018 einen
Life Science Accelerator. Er unterstützt
Start-ups mit Coaching, Infrastruktur und
Kapital – ein Meilenstein für Gründung
und Innovation in Göttingen.
24 03| 2018
Im Blütenrausch: Auch Klaudia Benary-Redlefsen und ihr Mann Matthias Redlefsen haben das Produkt der Familie ins Herz geschlossen.
03| 2018 25
3 | 2018 Klaudia Benary-Redlefsen,
Geschäftsführerin Benary mit
ihrem Mann Matthias Redlefsen
3 |2025 73
highlights
mensch
mensch
Mit den
Händen sehen
Früh erblindet hat sich der Physiotherapeut Rainer Junge
allen Widrigkeiten zum Trotz den Ruf einer bundesweit
anerkannten Koryphäe erworben und mit seinem Rehazentrum
stets die Trends am Markt erkannt und umgesetzt.
TEXT SVEN GRÜNEWALD
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Was sich Rainer Junge aufgebaut hat, ist
beachtlich. Von einer Ein-Mann-Praxis
zum 160-Mitarbeiter-Unternehmen –
unter Bedingungen, die sein Leben
schon mit 17 Jahren drastisch veränderten,
als er durch einen schweren Autounfall erblindete.
Heute ist der Physiotherapeut in Göttingen
eine fest etablierte Instanz – und das an mittlerweile drei
Standorten in der Stadt. Im großen Rehazentrum am
Sprangerweg, in der Physiotherapie-Praxis am Waldweg
sowie im Athleticum im Basketballzentrum am Schützenplatz
dreht sich alles um ambulante Rehabilitation in
der Orthopädie und Kardiologie, um Gesundheitssport
und -training, Leistungsdiagnostik und -steigerung, Prävention
und betriebliches Gesundheitsmanagement –
unter anderem. Das Team um Junge bildet den medizinischen
Betreuerstab der Damen- und der Herrenmannschaft
der BG Göttingen, betreut ebenso die deutsche
paralympische Skinationalmannschaft und zahlreiche
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3 | 2018 Rainer Junge, Rehazentrum Junge
stark durch krisen
stark durch krisen
Leben voller
Gegensätze
Mit 27 Jahren gründete Stephan Ferneding seine erste Firma. Mit 44 ging er in die Insolvenz
und kaufte nur kurze Zeit später sein eigenes Unternehmen zurück, um es erfolgreich weiterzuführen.
Sein Leben ist eine Erfolgsgeschichte voller Höhen und Tiefen –
aber noch mehr eine Hommage an die Wertschätzung für das Leben an sich.
TEXT ELENA SCHRADER & ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
LESEZEIT: 6 MINUTEN
Jakarta 1994: Ein 29-jähriger Jurastudent aus
Göttingen büffelt sich durch Berge von Akten –
und das mitten in Asien, mitten in der Hauptstadt
Indonesiens, in einer kleinen Wellblechhütte. In
einer Ecke steht ein Wassereimer: sein Badezimmer.
„Wenn man kein Geld hat, geht man dahin, wo
man auch mit wenig auskommt“, erzählt Stephan
Ferneding heute, während er lässig im lichtdurchfluteten
Besprechungsraum seines High-End-Technologie-
Unternehmens Accurion in Göttingen sitzt. Für sein
Referendariat wählt er damals ganz bewusst keine gemütliche
Kanzlei irgendwo in Deutschland – er will
wissen, wie deutsche Firmengründungen im Ausland
funktionieren. Und nachdem er sein erstes Referen -
dariat bereits in der Karibik absolviert hatte, zog es ihn
nun in ein armes Land, um die Gegensätze zu erfahren.
Als Student hatte und brauchte er in dieser Zeit auch
nicht viel. „Andere wohnten dort auch in Wellblechhütten.
Warum soll ich es also nicht ebenso?“ Für
Ferneding ist es lediglich ein Beweis dafür, was der
Mensch so alles durchstehen kann – und dass auftretende
Widrigkeiten auf dem Weg zu einem Ziel stark
machen. Selbst die Ratten, mit denen er oft nachts sein
Bett teilte, sind inzwischen eine erzählenswerte
Anekdote.
STEPHAN FERNEDING IST EIN REISENDER durch die
Kulturen der Welt – und das sein Leben lang. So mutet es
zumindest an, wenn der inzwischen 55-Jährige von seinem
Weg zum erfolgreichen Gesellschafter erzählt. Es ist
eine Reise mit Höhen und Tiefen – und alles nimmt
Ferneding mit gleichem Interesse wahr, um daraus zu lernen.
„Man muss sich selbst mit seinen Fehlern akzeptieren
und nur aufpassen, dass man sie nicht zu oft wiederholt“,
sagt er mit einem zufriedenen Lächeln.
Zusammen mit einem alten Schulfreund, dem Physiker
Dirk Hönig, und drei weiteren Kommilitonen gründete er
1991 – noch während des Studiums – sein eigenes Unternehmen
für Oberflächenmesstechnik: Nanofilm. Die Idee
dazu entstand aus der Entwicklung eines wissenschaftlichen
Messgerätes am Göttinger Max-Planck-Institut für
biophysikalische Chemie. Es schien einen Markt dafür zu
geben, und so legten die fünf Studenten ganz unbedarft los.
Nanofilm entwickelte sich über die Jahre immer weiter,
wuchs und fing an, Gewinne abzuwerfen. Zunächst war
man noch darauf angewiesen, die benötigten schwingungsdämpfenden
Werkbänke extern zuzukaufen. Fünf Jahre
später entschlossen sich die Jung unternehmer, das Tochterunternehmen
Halcyonics zu gründen, das diese Produkte
selbst fertigt. Genau die richtige Entscheidung, wie sich
einige Zeit später noch herausstellen sollte.
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2 | 2020 Stephan Ferneding, Geschäftsführender Gesellschafter Accurion GmbH
Die Energieagentur Region Göttingen feiert
2019 ihren zehnten Geburtstag. Seit einem Jahrzehnt 2020
setzt sie sich für Energiesparen und -effizienz in
Unternehmen und Privathaushalten ein und ist
mit ihren Informationsständen in der gesamten
Region präsent.
Die Corona-Pandemie trifft Kultur, Veranstaltungen
und Gastgewerbe hart. Unterstützungsprogramme
und digitale Transformationsprojekte
retten zahlreiche Betriebe. Zugleich werden
Resilienz und Digitalisierung zu zentralen wirtschaftspolitischen
Themen.
74 3 |2025
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Der beliebte Klassiker Cola+Orange, die spritzige
Cola mit Koffeinkick oder die fruchtige
Orange – jede Sorte steht für ehrliche Erfrischung,
nicht zu süß und mit Charakter. Produziert
wird natürlich in Einbeck – regional,
nachhaltig und mit viel Erfahrung.
DER NAME „HANSE“ erinnert an die Geschichte
der Brauerei und der Hansestadt:
Schon vor Jahrhunderten wurden von hier
aus Getränke in alle Welt gehandelt. Heute
bedeutet Hanse Brause: Bewusst genießen
und wissen, woher das Getränk kommt.
TRADITION TRIFFT AUF MODERNEN
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die gut in der Hand liegt und richtig
was hermacht. Hanse Brause ist mehr als
Limo: Sie ist ein Stück Heimatgeschichte
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highlights
1 | 2022 Gerald Donner, CEO Aberrior
unternehmen
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Zusammen mit Nobelpreisträger Stefan Hell
und einer Gruppe mutiger Forscher startete
Gerald Donner (Foto) vor rund zehn Jahren
die Erfolgsgeschichte von Abberior.
Fragt man Gerald Donnert, Mitgründer
und heutiger Geschäftsführer als Donnert einst bei Professor Hell promovierte. Nach
KENNENGELERNT HATTEN SICH DIE BEIDEN Physiker,
von Abberior Instruments, nach der seinem Studium in Bayreuth war Donnert bei Recherchen
Grundlage des Erfolgs des Göttinger auf die Arbeit der Abteilung von Hell am Max-Planck-
Unternehmens, sagt er nach kurzem Institut für biophysikalische Chemie aufmerksam geworden.
„Ich wollte Teil dieser Forschungsgruppe wer-
Überdenken mit einem Lächeln im
Gesicht: „Die Voraussetzungen waren
schon sehr speziell ...“ Und er-
Donnert heute mit einem amüsierten Blick und schaut
den, die an den Grenzen der Physik rüttelte“, erzählt
zählt alsdann eine beeindruckende dabei versonnen in die Ferne. Nach der Promotion arbeitete
er zunächst bei dem Beratungsunternehmen
Geschichte, die von Überzeugung und unternehmerischem
Mut handelt – und von einem technologischen McKinsey und trieb dort strategische Projekte im Bereich
der damals disruptiven LED-Technologie voran.
Riesen vorsprung. Denn vor rund 20 Jahren gelang dem
Göttinger Professor und Physiker Stefan Hell – zusammen
mit Donnert die treibende Kraft hinter Abberior – „Als dann vor etwa zehn Jahren auch in der Lasertech-
Der Kontakt mit Stefan Hell riss nie ab.
der Beweis, dass sich die Auflösungsgrenze im Fluoreszenzmikroskop
tatsächlich durchbrechen lässt. Dabei ein Trigger für uns beide: Die Zeit war reif, die Technolonologie
bedeutende Durchbrüche erzielt wurden, war das
handelt es sich um die am weitesten verbreitete Form der gie zu kommerzialisieren“, sagt Donnert rückblickend.
Licht mikroskopie, für die 250 lange Jahre die Maxime Und so hätte man gemeinsam entschieden: „Komm, wir
galt, dass nur Objekte im Bereich von etwa 250 Nanometern
auflösbar waren. Mit ihrer bahnbrechenden Ent-
Sie trommelten in Göttingen ein Team zusammen und
machen das jetzt!“
deckung machten Hell und seine Mitstreiter in der ersten gründeten im Jahr 2012 die Abberior Instruments GmbH
Dekade dieses Jahrhunderts Auflösungen im 20- bis 30- – zwei Jahre, bevor Hell gemeinsam mit Eric Betzig und
Nanometerbereich möglich – und legten somit die Basis William E. Moerner den Nobelpreis für die Entwicklung
für den Erfolg von Abberior.
superauflösender Fluoreszenzmikroskopie erhielt.
28 1 |2022
1 |2022 29
mensch
mensch
2021
Viel diskutiert, lange geplant und
am 5. Juli 2021 an den Start gegangen:
Das Kunsthaus in der Göttinger
Innenstadt als wahr gewordene
Vision des Verlegers Gerhard
Steidl. Auch nach der Eröffnung
verschwanden die Kritikerstimmen
nicht, und es wird weiter über Finanzierung,
Zielgruppe, Besucherzahlen
etc. gestritten.
1 | 2022
Ines Dietze (r.),
Vorstandsvorsitzende der
Sparkasse Göttingen
Die Überzeugungstäterin
Ines Dietze ist seit Januar Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Göttingen und damit
die erste Frau an der Spitze der ältesten öffentlich-rechtlichen Sparkasse Deutschlands.
Mit faktor sprach die 55-Jährige darüber, was sie in ihrem täglichen Leben antreibt,
wie Fehler zum Erfolg führen und warum ein Schritt zurück ihrer Karriere erst den
richtigen Schwung gegeben hat.
unternehmen
unternehmen
mensch
mensch
Bei der Herstellung vieler, scheinbar simpler
Produkte, die täglich durch unsere
Hände gehen, sind viele Schritte notwendig.
Bei einigen – eher unerwarteten
– hat ein Unternehmen aus Südniedersachsen
seine Finger im Spiel: Wenn
es zum Beispiel um Tomatenmark, Papier,
Kaffeepulver, das Feierabendbier oder das Salz in der
Suppe geht, werden in der Produktion Maschinen von
Piller Blowers & Compressors genutzt. Aber auch im
Reinigungsprozess unseres Abwassers kommen sie zum
Einsatz. Kurz gesagt: Die Hochleistungsgebläse und
Kompressoren aus Moringen werden in verschiedenen
Branchen gebraucht, wenn es darum geht, feste und flüssige
Stoffe zu trennen oder zu trocknen – also zum
Beispiel Milch in Milchpulver verwandelt wird. Dabei
gilt es, den im Herstellungsprozess genutzten heißen
Dampf rückzugewinnen, mit den Gebläsen und Kompressoren
zu verdichten, wieder auf eine höhere Temperatur
zu bringen und ihn letztlich erneut im Prozess verfügbar
zu machen. „Wir fertigen keine Standardprodukte,
sondern Einzelstücke, die speziell in die Produktionsanlagen
unserer Kunden eingepasst werden“, erklärt
Christoph Böhnisch die Erfolgsformel des Unternehmens,
das er seit drei Jahren zusammen mit Stephan
Merkel führt. Mit dieser Technologie wurde Piller zum
Marktführer – weltweit. Rund um den Globus gibt es
kaum ein Land, das noch nicht beliefert wurde. Die
Exportquote liegt bei mehr als 85 Prozent.
SEINE MASCHINEN HAT PILLER über Jahre hinweg stetig
verbessert: Bemerkbar macht sich das in einer deutlichen
Steigerung der Energieeffizienz, bei gleichzeitig
minimierter Abnutzung des Materials. Was zunächst für
Laien wenig spannend klingt, entpuppt sich als Technologie
mit spektakulären Effekten für die Kunden: Die
Maschinen von Piller sorgen für stabile Bedingungen im
Produktionsprozess und damit eine gleichbleibende Qualität
bei den Endprodukten. Aber vor allem reduzieren sie
den Energieeinsatz im Produk tionsprozess zum Teil drastisch.
Ist Piller gleich Piller?
Die Piller Blowers & Compressors GmbH aus Moringen
und die Piller Group GmbH in Osterode haben gemeinsame
Wurzeln, sind heute aber voneinander unabhängige
Unternehmen. Hervorgegangen sind sie aus einer
Maschinenfabrik, die 1909 von Anton Piller gegründet
wurde. Während sich das Werk in Osterode auf Elektromotoren
und Generatoren spezialisierte, wurde die
Fertigung der Ventilatoren nach Moringen verlegt.
Nach dem Verkauf der Firma an den Konzern RWE
entstanden aus den Geschäfts bereichen zwei eigenständige
Unternehmen – in Moringen die Piller
Industrieventilatoren GmbH.
Im Jahr 2001 erwarben Bernd Klostermann und
Nils Englund als gemeinsame Gesellschafter die
Ventilatorensparte von RWE – und machten sie zu
einem Global Player im Bereich Hochleistungsgebläse
und Kompressoren. 2013 wurde das Unternehmen in
Piller Blowers & Compressors GmbH umbenannt.
Seit drei Jahren leiten die heutigen Geschäftsführer
Christoph Böhnisch (l.) und Stephan Merkel (r.) die
Geschicke des Unternehmens, das inzwischen
vollständig im Besitz der Familie Klostermann ist.
Geht nicht,
gibt’s nicht.
Birgitt Witter-Wirsam hat alle Hindernisse aus dem Weg
geräumt und mit HolzLand Hasselbach ein Traditionsunternehmen
neu erfunden. Mit faktor sprach die 66-Jährige darüber, wie sie
das Lebenswerk ihres Vaters für den Neustart vernichtete,
sich nach 17 Jahren ihr Traumauto leistete und nun den Betrieb
voller Zuversicht an die fünfte Generation übergibt.
TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
2 | 2022 Christoph Bönisch und Stephan Merkel,
Piller Blowers & Compressors GmbH
2 | 2022 Birgitt Witter-Wirsam,
Holzland Hasselbach
76 3 |2025
highlights
unternehmen
unternehmen
LESEZEIT: 10 MINUTEN
Hinter dem Bahnhof von Gittelde im
Harzvorland, da wo man sich kaum
je durch Zufall hinverirrt, hat eine
besondere unternehmerische Perle
Südniedersachsens ihren Sitz: die
Alfred Galke GmbH. Dem Endverbraucher
ist Galke kein Begriff, dafür stolpern unzählige
Unternehmen, Apotheken und selbst Forschungseinrichtungen,
national wie international, früher oder später
über diesen Namen – wenn sie für die verschiedensten
Verwendungszwecke Kräuter benötigen. Denn das über
100-jährige Familienunternehmen ist in Europa der
Kräuterhändler mit dem größten Sortiment, der nicht
nur aus aller Welt seine pflanzlichen Rohstoffe bezieht,
sondern sie auch in alle Welt exportiert – die Exportquote
liegt bei 45 Prozent.
Von außen sieht das Betriebsgelände unscheinbar aus,
niedrige Gebäude, dahinter eine Halle, hinter der aber
noch eine und noch eine folgt. Dass hier allerdings etwas
anders ist als in gewöhnlichen Betriebsstätten, merkt
man sofort beim Betreten, denn statt nach Metall- und
Öl gerüchen oder Büroatmosphäre mit sterilen Fluren
duftet es wie in einem Teeladen: nach Fenchel, Zitrus
oder Pfefferminz und nach Pflanzen, die man überhaupt
nicht zuordnen kann. Ein Fest für die Nase.
1.600 VERSCHIEDENE SORTEN hat man bei Galke vorrätig
– 600 in Bio-, 1.000 in konventioneller Qualität,
vorwiegend Kräuter, aber auch Gewürze. „Wir versuchen,
alles da zu haben, was es gibt, auch die seltenen Kräuter“,
erklärt Hartmut Galke, Geschäftsführer des Traditionsbetriebs
in dritter Generation. Die Besonderheit des
Kräutergeschäfts ist, dass man nur einmal die Chance
hat, die Waren zu kaufen – nach der Ernte. Insofern
kommt dem Lager eine überragende Bedeutung zu, denn
der Bedarf eines Jahres muss vorrätig sein. 27.000 Quadratmeter
ist es groß, teilweise ist die Ware mehrere
Meter hoch gestapelt, alphabetisch sortiert.
Deswegen wird ein Besuch bei Galke schnell zu einer
kleinen Wandertour, will man die ganzen Lager in Augenschein
nehmen. Deswegen flitzen auch die Mit arbeiter der
Kommissionierung mit Tretrollern durch die Hallen, um
die Distanzen zu überbrücken, wenn etwa eine neue Bestellung
an Birkenblättern versandfertig gemacht werden
muss. Galke ist kein Massenversender, sondern hat sich
auf eher kleinere Tranchen spezialisiert, selbst kleinste
Mengen ab 100 Gramm sind bestellbar.
So breit wie das Sortiment an Gewürzen, Arzneikräutern,
Tees oder Färbemitteln, an Harzen und Aromen ist,
so breit ist auch die Kundenlandschaft: Lebensmittelund
Futtermittelhersteller, die daraus zum Beispiel Gesundheitstees
– auch für Pferde – herstellen, die chemische
und pharmazeutische Industrie, aber auch der kleine
Einzelhandel wie die Apotheke, die noch ihre eigenen
Salben anmischt, oder der Tee- und Kräuterhandel sowie
Reformhäuser. Selbst Spirituosenhersteller greifen auf
die Kräuterauswahl zurück. Und ein besonders faszinierender
Abnehmer sind Zoos, die bestimmte Kräuter als
Futterzusatz für Flamingos benötigen, damit diese ihre
rosa Farbe behalten.
Und so finden sich Galke-Rohstoffe wie Seifenkraut in
Spülmitteln, Rote Beete als Färbemittel in Bio-Kreide,
und in Gesundheitstees landen Löwenzahn und Brennnesseln,
die niemand im Garten haben will, man in Gittelde
aber in großen Mengen benötigt.
DIE ANFÄNGE DES UNTERNEHMENS gehen auf Alfred
Galke zurück, der 1920 in Schlesien einen Kräuterhandel
gründete und vor dem Zweiten Weltkrieg bereits
ganz Westeuropa mit Früchtetees beliefert hatte. Doch
mit dem Kriegs ende kam die Flucht und der Verlust der
alten Produk tionsstätte. Galke landete in der Nähe von
Hannover und schaute sich dort gleich nach Möglichkeiten
um, den Handel neu aufzubauen. Fündig wurde er in
Gittelde, wo ein ehemaliger holzverarbeitender Betrieb,
der über den nötigen Gleisanschluss verfügte, zum Verkauf
stand. Das und die Nähe zum Harz und damit zu
den dortigen Kräutersammlern und pflanzlichen Rohstoffen
gaben den Ausschlag, im Norden zu bleiben. „Das ist
untypisch für unsere Branche“, erklärt Sophie Galke,
Hartmuts Tochter und vierte Generation, die das Unternehmen
in die Zukunft führen soll. Seit fünf Jahren unterstützt
sie ihren Vater bereits als Prokuristin, kümmert
sich um Personalangelegen heiten, Betriebsorganisation
und Umstrukturierungen. „Unsere Konkurrenten sitzen
entweder an den Überseehäfen in Hamburg und Bremen
oder in Süddeutschland, wo viele Kräuter angebaut werden.“
Interessanterweise ist der Kräuterhandel in Europa
in deutscher Hand. „Wir kennen uns alle untereinander,
jeder hat so seine Spezialisierung gefunden, und wir
helfen uns auch gegenseitig mal aus, wenn dem Kollegen
ein Rohstoff fehlt.“
Sophies Urgroßvater machte noch persönlich seine
Runden im Harz und kaufte die kleinen Tranchen auf,
die Kräutersammler auf ihren Dachböden getrocknet
hatten. Einer der wichtigen Spezialartikel damals war der
Fingerhut, der in Herzpräparaten verwendet wurde.
Traditionsbewusst Mit Prokuristin Sophie Galke ist die vierte Familiengeneration in das Unternehmen eingetreten.
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3 | 2022 Sophie Galke, Prokuristin in vierter Familiengeneration, Alfred Galke
1 4| 2022 Kornelius Thimm, CEO der THIMM-Gruppe
mensch
mensch
Der Rebell
2022
Kornelius Thimm zog von Northeim in die Welt hinaus und kam mit frischen Ideen zurück.
Damit will der Enkel des Gründers, der seit dem Sommer als CEO die THIMM-Gruppe
mit rund 2.500 Mitarbeitern führt, viel bewegen und verändern.
Dabei besinnt sich der 45-Jährige zugleich auf die Wurzeln des Familienunternehmens:
„Werte sind mehr als das, was man mal so an die Wand schreibt.“
TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
68 4 |2022
4 |2022 69
Pilotprojekte zu Smart Farming im Landkreis
Northeim bringen Sensorik, Drohnen
und KI in die Landwirtschaft. Digitalisierung
optimiert Ressourceneinsatz, steigert
Produktivität und eröffnet neue Dienstleistungsmärkte
für Landtechnik und IT.
3 |2025 77
68 1 |2023
TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
1 |2023 69
highlights
unternehmen
unternehmen
Schwein gehabt
Benjamin Krieft ist neuer geschäftsführender Gesellschafter des größten Göttinger
Wurstherstellers: Börner-Eisenacher. Der 43-Jährige berichtet, wie er es als Außenstehender
schaffte, den traditionsreichen Familienbetrieb zu übernehmen, und wie er mit seinen Plänen
die Stellung unter den Top 3 der Biowurst-Produzenten in Deutschland ausbauen will.
TEXT TOBIAS KINZEL FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
20 1 |2023
1 |2023 21
1 | 2023 Benjamin Krieft,
geschäftsführender
Gesellschafter von
Börner Eisenacher
unternehmen
unernehmen
Die Wissbegierige
Gabi Diedrich ist als kaufmännische Leiterin der Zimmerei Diedrich in Rüdershausen und
umtriebige Netzwerkerin immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Besonders im Blick
hat sie dabei die Themen Nachhaltigkeit und Gemeinwohlökonomie.
1 | 2023 Gabi Diedrich, Zimmerei Diedrich
2 | 2023 Dieter Simon und Christoph Schüller,
Geschäftsführer Auer Lighting
2023
Die 2021 erfolgte Gründung der „Life
Science Valley GmbH“ in Göttingen vernetzt
Biotech-Firmen, Forschung und Investoren.
Im Februar 2023 wurde der Life
Science Valley Wachstumsfonds aufgelegt.
Er ist mit zunächst 12 Millionen Euro
Risikokapital für Start-ups ausgestattet.
2 | 2023 Peter Müller-Kronberg,
Zufall
78 3 |2025
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unternehmen
highlights
3 | 2023 Alexandra Gatzemeyer,
Vorstand Sartorius AG
4 | 2023 Ramin Yahyapour,
Geschäftsführer GWDG
2024
Im Dezember 2024 fällt eine wichtige Entscheidung
für Südniedersachsen: Die im Jahr 2004
gegründete WRG Region Göttingen GmbH wird
zum 1. Januar 2025 zur WRGN Wirtschaftsförderung
Region Göttingen Northeim GmbH. Unter
dem Leitgedanken „Gemeinsam sind wir stärker“
geht mit dieser Umfirmierung eine Erweiterung
des Wirkungsbereichs auf den Landkreis Northeim
einher.
mensch
Die
Kirsche
auf der Torte
mensch
1 | 2024
Filip Dames,
Cherry Ventures
Der gebürtige Göttinger Filip Dames investiert mit ,Cherry Ventures‘ in ein Versprechen:
dass ein frisch gegründetes Unternehmen irgendwann nicht nur erfolgreich, sondern das
nächste große Ding sein könnte. Bei bekannten Marken wie Flixbus oder Auto1 hatten er
und sein Team schon den richtigen Riecher. faktor trifft den 40-Jährigen in seinem
Berliner Büro. Wir reden über Weltreisen mit dem Göttinger Knabenchor, über den
Börsengang mit Zalando und die Bedeutung des Teams für den Erfolg.
20 1 |2024
1 |2024 21
80 3 |2025
34 1 |2024
1 |2024 35
70 1 |2024
TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
1|2024 71
highlights
unternehmen
mensch
unternehmen mensch
unternehmen
unternehmen
Das ,Gehirn‘ der Container-Biogasanlage ist in etwa so
groß wie eine moderne Heizungsanlage.
Mit Risiken und
Nebenwirkungen
Der Apotheker Hermann Rohlfs übernahm vor über 25 Jahren die Rats-Apotheke in
Uslar. Die allein war ihm aber schnell zu langweilig. Heute beschäftigt er mehr als 1.000
Menschen an Standorten bundesweit und schuf in Namibia mehrere Naturschutzgebiete. Mit
faktor spricht der Unternehmer zum ersten Mal öffentlich über den Spaß am Streit mit großen
Gegnern und der Sehnsucht nach einer heilenden Welt.
Die Gründer Waldemar Ganagin und Paul Bauer (r.) haben FlexBio gut am Markt etabliert und feiern in diesem Jahr den zehnten Geburtstag.
Bei unserem Interview mit Marc Kerger,
dem neuen Vorstand der Einbecker
Brauhaus AG, für die
faktor-Winterausgabe haben wir eine
Führung durch die Brauerei erhalten
und stießen dabei neugierig auf große
blaue Container. Das seien Biogasanlagen
von FlexBio, wurde uns stolz erklärt. Darin werden
Abwässer gereinigt und wertvolles Biogas gewonnen.
Dem wollten wir auf den Grund gehen und haben
das Unternehmen am Ortseingang der Bierstadt besucht.
Das alles war nur möglich, weil die Gründer in der Pandemie
unkonventionell gehandelt haben.
Corona war für die meisten Menschen auf der Welt
eine riesige Herausforderung. Für Paul Bauer und Waldemar
Ganagin stand gar ihr Lebenswerk auf dem Spiel.
Die heutigen Geschäftsführer von FlexBio durften aufgrund
der Kontaktsperre von einem Tag auf den anderen
nicht zurück in ihre Büros. Sie taten es trotzdem und
retteten Forschungsergebnisse und wertvolle Biomassen.
Die Forscher experimentierten mit einem hochkomplexen
System aus Bakterien und Software, welches sie heute
kompakt verbauen. Das Ziel: Aus Abwasser, das beispielsweise
in Brauereien, Schlachtbetrieben, der Landwirtschaft
oder bei der Saftherstellung anfällt, gewin-
1 | 2024 Hermann Rohlfs,
Rats-Apotheke
1 | 2024 Waldemar Ganagin und Paul Bauer,
Flexbio
unternehmen
unternehmen
Die
Mensch
Marke
Rene
Schmock
Rene Schmock ist gelernter
Berufskraftfahrer. Mit seinem
Handy erreicht der 32-jährige
Göttinger inzwischen jeden Tag
Millionen Menschen. Influencer?
Content-Creator? Unternehmer!
Wir haben mit Rene Schmock über
Hass auf Social Media gesprochen und
welche Opfer er für seinen Erfolg bringt.
Erzählt hat er uns auch, wie er die
Kontrolle über das Produkt ,Rene Schmock‘
behält und wer ihn so richtig enttäuscht hat.
96 1 |2024
1 |2024 97
1 | 2024 Rene Schmock, Influencer und Unternehmer
unternehmen
unternehmen
Head of
Fruchtwein
Alexandra Demuth übernimmt in vierter Generation und als erste Frau
die Geschäftsführung der traditionsreichen Katlenburger Kellerei. Die
38-Jährige hat sich gegen das Agenturleben in Hamburg oder New York
und für mutige Ideen in der Provinz entschieden. Auch weil die Familie
sie überzeugte. Heute beflügelt sogar ihre sechsjährige Tochter das Unternehmen
mit eigenen Rezepten.
48 2 |2024
2 |2024 49
2 | 2024 Alexandra Demuth,
Katlenburger Kellerei
3 |2025 81
112 3 |2024
ANDREAS RUHSTRAT
ANDREAS RUHSTRAT
3|2024 4|2023 113 29
24 4 |2024
4 |2024 25
highlights
mensch
mensch
Dr. Clemens Ritter von Kempski ist Arzt, Betriebswirt
und Hotelier. Im Südharz fühlt er sich
zu Hause und betreibt dort zwei besondere
Hotels. Als Arzt rettete er einst Menschenleben
in Südafrika und notärztlich unter anderem auf
deutschen Landstraßen. Seine Leidenschaft für
Natur und Porzellan treibt ihn an, den Tourismus
in der ländlichen Region von Sachsen-Anhalt
zu entwickeln. Im Gespräch stellt sich heraus:
Seine neuen Ziele sind mehr als nur ambitioniert,
angetrieben von Werten und Menschen.
Die eigene
Geschichte
schreiben
2 | 2024
Dr. Clemens Ritter von Kempinski,
Arzt und Hotelier
80 2 |2024
TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN
R
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
itter von Kempski nimmt uns gedanklich mit
in ein Krankenhaus in Kapstadt, Südafrika. In
der Notaufnahme steht ein junger Mann, ein
Verband um die Brust und ein feuchter Fleck
auf der Hose – und wird plötzlich nervös. „In der Notfallmedizin
geht es sehr schnell um Leben und Tod und
Sie müssen in wenigen Minuten entscheiden“, beschreibt
der Mediziner die Situa tion. Aus wenigen Informationen
formt er sich ein Bild, eine Meinung und dann eine Entscheidung.
Nach einem winzigen Stich ins Herz droht der
junge Mann zu sterben. Diagnose Herzbeuteltamponade.
Das Ärzteteam öffnet ihm den Brustkorb, entlastet mit einem
weiteren Schnitt den Herzbeutel und rettet ihm –vorerst
– das Leben. „Sonst hätte sich das pumpende Herz
selbst abgedrückt.“ Schnelle Entscheidungen und klare
Kommunikation – das liebt Kempski an der Notfallmedizin.
Jahrzehnte nach diesen Fällen und einigen Umwegen
ist der 61-jährige Unternehmer im Südharz angekommen
und will nicht weniger als ein Hotelkonzept erschaffen,
2 |2024 81
unternehmen
unternehmen
3 | 2024 Georgia Näder,
Inhaberin Ottobock
Das
Herz
von
Ottobock
Georgia Näder trägt
nicht nur den Nachnamen
ihres Vaters
Hans Georg, sondern
auch das Familienunternehmen
im Herzen
und in der Seele. Seit
zwei Jahren übernimmt
sie Verantwortung für
den Konzern in Frankreich.
faktor besucht
die 27Jährige bei den
Paralympischen Spielen
in Paris. Dort zeigt sie
uns die Zukunft von
Ottobock.
20 3 |2024
3 |2024 21
unternehmen
mensch
mensch
Der Geschäftsführender Gesellschafter Andreas Ruhstrat vor dem Gründer-Gebäude an der
Lange-Geismar-Straße 72 in Göttingen.
DIE VERLÄNGERTE WERKBANK In den folgenden Jahrzehnten erlebte
Die Ruhstrat-Gruppe in Bovenden hat das Unternehmen ein starkes Wachstum.
1920 wurde die Elektroschalt-
eine Geschichte, die bis ins Jahr 1888
zurückreicht, als die Gebrüder Adolf werke AG gegründet, die sich auf die
und Ernst Ruhstrat in der Lange-Geismar-Straße
74 in Göttingen eine kleine spezialisierte und während des Ersten
Herstellung elektrischer Apparate
technische Werkstatt gründeten – das und Zweiten Weltkriegs wich tige Produkte
wie Notbeleuchtungen und
Gründungshaus befindet sich noch
immer im Besitz der Familie von militärische Ausstattungen lieferte.
Inhaber Andreas Ruhstrat.
Die Ruhstrat-Gruppe diversifi zierte
Es war eine der für die Zeit typischen ihr Produktangebot und erweiterte
Gründungen im Orbit der Universität, ihre Märkte, wobei der Export bereits
die für die naturwissenschaftliche Forschung
immer wieder neue Gerät-
kanten Teil des Umsatzes ausmachte.
in den 1930er- Jahren einen signifischaften
brauchte, Ruhstrat war eine Ein entscheidender Wendepunkt in
dieser ,verlängerten Werkbänke‘. der Unternehmensgeschichte war
In den ersten Jahren konzentrierten 1956, als die Brüder Ernst-August und
sich die Gebrüder auf die Installation Adolf Ruhstrat das Unternehmen in
elektrischer Systeme, darunter Telefone,
elektrische Haus-Telegraphen und Adolf Ruhstrat gründete den Göttinger
zwei unabhängige Firmen aufteilten.
Alarmanlagen. Ihre Innovationskraft Zweig, der sich auf Haus- und Versorgungstechnik
spezialisierte, Ernst-
zeigte sich 1894, als sie in Zusammenarbeit
mit der Universität Göttingen August übernahm die Ruhstrat
den ersten regulierbaren Schiebe- GmbH, die sich auf elektrische Widerstände,
Transformatoren und Hoch-
regler entwickelten und 1896 den
ersten widerstandsbeheizten Hochtemperaturofen.
in Bovenden
temperaturöfen konzentrierte und sich
ansiedelte.
» Früher gab es die
Glühbirne, heute ist es
das Smart Home. In der
Industrie ist die Entwicklung
entsprechend. «
In einer der Werkshallen läuft die Fertigung von Kunststoff- und Messingteilen für die Verbindungstechnik.
„INZWISCHEN STEHEN WIR SEHR GUT DA“, so Ruhstrat. lung entsprechend.“ Das zeigt sich auch an der Zunahme
von Forschungsprojekten, die Ruhstrat gemeinsam
65 Mitarbeiter beschäftigt die Ruhstrat-Gruppe derzeit,
der Jahresumsatz liegt bei rund 16 Mio. Euro. Der Rückkauf
ermöglichte auch eine interne Umstrukturierung Gerade in den vergangenen zwei Jahren geht es
mit verschiedenen Hochschulen durchgeführt hat.
und die Aufteilung des Unternehmens in die beiden separaten
GmbHs RSV und RPT, die jeweils ganz andere die Auslastung bestehender Netze zu erhöhen und den
vermehrt darum, durch neue komplexe Technologien
Kunden- und Vertriebsstrukturen haben. „Dadurch hat Puffer in den Netzen zu verringern, um die Schwankungen
im Gefolge der Energiewende besser
insbesondere der Geschäftsbereich der Transformatoren
die notwendige Dynamik bekommen und konnte in den kompensieren zu können und so die Versorgungssicherheit
zu erhöhen.
letzten beiden Jahren den Umsatz verdoppeln.“
Große Umwälzungen in der traditionell eher konservativen
Energietechnik kamen und kommen auch Mikroprozessorsteuerung möglich sind. Die alte
Dafür braucht es schnelle Regelvorgänge, die nur durch
durch die Digitalisierung der Elektronik. „Das hat das Mechanik hat zunehmend ausgedient. Ruhstrat bewegt
Unternehmen in den letzten 20 Jahren stark transformiert“,
meint Andreas Ruhstrat. „Integrierte Softgen
mit, ist sich Andreas Ruhstrat sicher. Das allerdings
sich dabei ganz vorne an der Spitze dieser Neuentwicklunware-
und Hardwareentwicklung sind die zentralen hat auch schon Tradition. Bereits in den 1990er-Jahren
Themen für uns. Diese komplexen Lösungen entwickeln
wir selbst. Früher gab es die Glühbirne, heute mikropro zessorgesteuertes Gerät vor. „Das war damals
stellte Ruhstrat auf der Hannover Messe ein erstes
ist es das Smart Home. In der Industrie ist die Entwick-
schon seiner Zeit voraus.“ ƒ
Er nennt sich selbst „einfach nur der Paul“, doch hinter der bescheidenen Fassade
steckt ein Architekt großer Pläne: Paul Sinizin, Geschäftsführer der Kassel Huskies
und Bikeleasing in Uslar, baut Arenen und Unternehmen mit derselben Hingabe,
mit der er Gurken in seinem Garten pflegt. Eine Geschichte zwischen lauter
Öffentlichkeit und der leisen Sehnsucht nach einem Leben ohne Rampenlicht.
Kassel,
Kufen,
Kapital
3 | 2024 Andreas Ruhstrat,
Geschäftsführender Gesellschafter Ruhstrat-Gruppe
4 | 2024 Paul Sinizin,
Geschäftsführer Kassel Huskies, Bikeleasing-Service
82 3 |2025
84 2 |2025
TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN FOTOGRAFIE FLORIAN SPIEKER
2 |2025 85
highlights
1| 2025
Fabian Helbing und
Franz Bayer,
Gründer Paceheads
unternehmen
unternehmen
Pedale
für alle
Wie zwei junge Unternehmer aus
Göttingen mit ,Paceheads‘ die
Menschen leichter aufs Fahrrad
bringen.
Wer mit Ambitionen aufs Rad steigt, muss tief in die
Tasche greifen. Die Gründer von ,Paceheads‘, Fabian
Helbing (l.) und Franz Bayer, wollen mit ihrer Freude
am Radsport so viele Menschen wie möglich anstecken.
Das Unternehmen verleiht Fahrräder und
diverses Zubehör. Mit Filialen in Göttingen und
Hamburg setzen sie auf Events und Gemeinschaft.
Dabei wollten beide ursprünglich etwas ganz
anderes.
82 1 |2025
1 |2025 83
wissen
wissen
» Ich hatte eine tiefe Sehnsucht nach
irgendeiner Art von Normalität, nach
Zugehörigkeit und Anerkennung. «
TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE KATJA HENTSCHEL
Wenn Niddal Salah-Eldin Göttingen besucht,
führt sie ihr Weg an die Groner Landstraße
9. Dann macht sie ein Foto mit ihrem iPhone,
Erinnerungen steigen hoch. An das Jahr
1989 und eine junge Frau aus dem Sudan, die mit einem
Promotionsstipendium in Deutschland ankommt. Ihre
vierjährige Tochter, der dreijährige Sohn und ihr Mann
sind noch in ihrem Heimatland und sollen bald nachkommen.
Das kleine Mädchen ist die heute 40-Jährige
Niddal. Ihre Mutter steht zunächst allein mit wenigen
Taschen und ein paar Brocken Deutsch im Gepäck vor
ihrem neuen Zuhause. Die Groner Landstraße Nummer
neun. Ein Ort, der heute berühmt-berüchtigt ist und
Sinnbild für die Ärmsten der Ärmsten in unserer Gesellschaft.
Damals, so sollte man wohl dazu bemerken, lebten
dort ein paar Studierende, zumindest zur Überbrückung.
„Dieses Haus ist für mich ein Erinnerungsturm“,
sagt Niddal Salah-Eldin, „an die damals Vierjährige, und
daran, wie wir angefangen haben, wo ich hergekommen
bin und was möglich ist.“
ZWISCHEN DAMALS UND HEUTE liegt ein beeindruckender
Karriereweg in der Medienbranche: Nach einem
ausgezeichneten Abschluss am Hainberg-Gymnasium
studiert Salah-Eldin Publizistik, Politikwissenschaft und
Journalismus in Mainz und Washington D.C. Begleitend
absolviert sie Praktika bei den Vereinten Nationen, beim
ZDF, RTL New York, Phönix Digital, beim ‚Spiegel‘ und
24 2 |2025
arbeitet bei CNN in Berlin und in Washington D.C. als
News Assistent, wo sie in den digitalen Medien die Amtseinführung
von Barack Obama begleitet hat. 2014 geht
sie zu Axel Springer und gehört als Online-Redakteurin
zum Social-Media-Gründungsteam der ‚Welt‘. Bereits ein
Jahr später, mit 30 Jahren, übernimmt sie dort die Ressortleitung
und ist damit die erste Frau, die von Stefan
Aust (damaliger Chefredakteur der ‚Welt‘) in eine solche
Position befördert wird. 2017 steigt sie zum ,Director ‣
Niddal Salah-Eldin war die jüngste Vorständin in der Geschichte des Axel-Springer-Konzerns. Dort modernisierte sie die Bereiche
People & Culture und richtete das Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft mit künstlicher Intelligenz aus.
2 |2025 25
2 | 2025
Niddal Salah-Eldin,
Ex-Vorständin
Axel-Springer-Konzern
2025
Tolle Zahlen: Im August 2025 meldete Ottobock
für das erste Halbjahr 2025 Umsätze von 801
Millionen Euro (plus 5 Prozent gegenüber dem
ersten Vorjahreshalbjahr). Diese operative Stärke
wird von Experten als Rückenwind für einen vom
Unternehmen angepeilten Börsengang genannt.
Parallel meldet Sartorius am Standort Göttingen
steigende Umsätze und Margen im ersten
Halbjahr 2025 und bestätigt den Jahresausblick –
beides vielversprechende Zeichen für die Region.
unternehmen
Auch für
Fleischfans
Auf einem alten Hof in Wachenhausen entwickeln Anja und Roy
Walowsky vegane Brat- und Currywürste mit handwerklicher
Präzision, internationaler Erfahrung und persönlichem Einsatz.
Mit GöVegan schaffen sie es in große Supermärkte und die
Göttinger Uni-Mensa. Nun wollen sie regionale Erzeuger dazu
inspirieren, mitzumachen.
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2 | 2025 Anja und Roy Walowsky,
Gründer GöVegan
3 |2025 83
NEUBAU •
SANIERUNG •
PLANUNG •
UMBAU •
Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Jubiläum!
HOCH- UND TIEFBAU • IMMOBILIEN
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Zum Geburtstag ein Ständchen.
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Das Porsche Zentrum Göttingen gratuliert dem
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20 Jahre Erfolgsgeschichten
aus der Region.
Sartorius gratuliert.
20 Jahre faktor charity
ZEIT FÜR EIN GROSSES
Dankeschön!
Seit zwei Jahrzehnten verbinden wir Menschen, erzählen Geschichten
und stärken unser Miteinander in der Region. Zum Jubiläum wollten
wir nicht nur feiern, sondern auch Gutes tun: Fünf Prozent unseres
Anzeigenumsatzes und mindestens 5.000 Euro sollen an Projekte wie
die Sternenlichter, das Hospiz an der Lutter, die Kindersportstiftung
am Harz, an Changemaker und UMG add on gehen.
Dank unseres starken Netzwerks haben wir dieses Ziel erreicht –
gemeinsam mit Ihnen. Jede Unterstützung macht unsere Region ein
Stück heller. Dafür sagen wir von Herzen: DANKE!
3 |2025 85
20 Jahre faktor charity
Das Kinder- und Jugendhospiz Sternenlichter bietet seit seiner Eröffnung im April 2025 Orte für Geborgenheit und Mitmenschlichkeit.
Sternenlichter lassen
Kinder und ihre Familien
strahlen TEXT STEFAN LIEBIG
Seit April 2025 ist das Kinder- und Jugendhospiz
Sternenlichter geöffnet – ein liebevoller Rückzugsort
voller Wärme, Geborgenheit und echter Lebensfreude
in schweren Zeiten.
Seit April 2025 ist es Realität: Das Kinder- und
Jugendhospiz ‚Sternenlichter‘ in Göttingen hat seine
Türen geöffnet – und bereits in den ersten Monaten
wurde deutlich, wie groß der Bedarf und wie wertvoll
dieser Ort ist. Mitten im Grünen, im Helves anger, ist
ein lebendiger Raum entstanden, der unheilbar erkrankten
Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien
Ruhe, Kraft und Geborgenheit schenkt.
WAS VOR JAHREN als mutige Idee begann, ist heute ein
Ort des Miteinanders geworden. Die ersten Familien
sind bereits da oder dagewesen und froh über das Angebot.
Das Team ist mit großem Engagement gestartet –
und die Atmosphäre ist von Wärme und Wertschätzung
86 3 |2025
20 Jahre faktor charity
geprägt. „Wir möchten den Kindern und allen Zugehörigen
eine Oase bieten, in der sie sich wohlfühlen, in die
sie gerne wiederkommen und wo sie einfach mal an
etwas anderes als Krankheit und Tod denken können –
einen Platz zum Umarmen!“, beschreibt Nicole Zimmer,
Geschäftsführerin der Sternenlichter gGmbH und Oberin
der DRK-Schwesternschaft Georgia Augusta, die Idee
hinter dem Projekt.
Die ersten Rückmeldungen der Gäste zeigen, dass das
Konzept aufgeht. „Es ist schön, dass wir als Familie mal
wieder zusammen zur Ruhe kommen. Hier können wir
einfach wir selbst sein“, sagt eine Mutter, deren Tochter
seit mehreren Jahren schwer erkrankt ist. Und auch das
Team spürt die besondere Stimmung. „Wir sind jeden
Tag dafür dankbar, dass wir hier arbeiten dürfen“, so
eine Mitarbeiterin aus dem Pflegebereich.
DER START VERLIEF ERFOLGREICH – auch dank der
überwältigenden Unterstützung aus der Region. Unternehmen,
Privatpersonen und Stiftungen sowie der aktuell
etwa 200 Mitglieder starke Förderverein tragen das Projekt
mit Spenden. Ohne diesen Rückhalt wäre der Bau
und der laufende Betrieb in dieser Qualität nicht möglich
gewesen. Auch wenn die Herausforderungen groß bleiben
– etwa bei der langfristigen Finanzierung und Fachkräftegewinnung
– überwiegt die Freude über das Erreichte.
STERNENLICHTER ist inzwischen mehr als eine Einrichtung
– es ist ein Ort, an dem Leben spürbar wird. Ein
Haus voller Herzenswärme, an dem kleine und große
Menschen nicht nur versorgt, sondern gesehen werden.
Ein Ort des Austauschs und des Miteinanders – ein Ort
zum Wiederkommen.
DAS HAUS BIETET PLATZ für bis zu zwölf Kinder mit
der schwerwiegenden Diagnose einer lebensverkürzenden,
unheilbaren Krankheit und ihre Familien. Es ist eines
von nur 20 dieser Art im ganzen Bundesgebiet – drei
davon allein in Niedersachsen. Neben den individuell
eingerichteten Kinderzimmern gibt es auch acht Elternappartements,
Therapieräume, eine Turnhalle, ein Therapiebad,
einen Rückzugsraum für Trauerarbeit und ein
großes lichtdurchflutetes Begegnungszentrum sowie ein
etwa 60 Mitarbeiter zählendes, qualifiziertes, multiprofessionelles
Team, in dem unter anderem Pflegefachkräfte
und sozialpädagogische Kollegen arbeiten. Ein
großer Garten mit Spielgeräten und Rückzugsnischen
soll das Konzept künftig abrunden, doch um das Außengelände
zu erschließen werden noch Spenden benötigt.
Das Herz des Hauses schlägt in der offenen, familiären
Atmosphäre, in der das Leben – bei aller Schwere – im
Mittelpunkt steht.
SPENDENKONTO
Kinder- und Jugendhospiz
Sternenlichter gGmbH
IBAN: DE05 2605 0001 0056 0819 95
SWIFT/BIC: NOLADE21GOE
Sparkasse Göttingen
Stichwort: faktor-Jubiläum
KONTAKT
Kinder- und Jugendhospiz
Sternenlichter gGmbH
Helvesanger 10, 37081 Göttingen
Tel. 0551 49 56 660
info@sternenlichter-goettingen.de
www.sternenlichter-goettingen.de
3 |2025 87
20 Jahre faktor charity
Ort der Menschlichkeit:
Das Hospiz an der Lutter
Mitten in Göttingen liegt ein Ort, an dem Leben bis
zuletzt in Würde und Wärme geführt werden darf:
das Hospiz an der Lutter. Hier geht es nicht um das
Sterben im klassischen Sinne – sondern um das Leben,
das Dasein, das Begleiten.
TEXT STEFAN LIEBIG
„Wir sind für unsere Gäste da und bleiben bei ihnen“, lautet
ein Leitsatz, der im Hospiz an der Lutter nicht nur auf Papier
steht, sondern gelebt wird. Ein Anruf – das ist oft der
erste Kontakt zum Hospiz. Eine Stimme voller Sorge oder
Angst meldet sich. Und schon beginnt der Weg, der für viele
Menschen nicht nur mit Abschied, sondern auch mit neuer
Hoffnung verbunden ist. Denn das Hospiz an der Lutter bietet
mehr als nur Pflege. Es bietet menschliche Nähe, ein offenes
Ohr, eine ruhige Hand – sowohl im ambulanten als auch
im stationären Bereich. Menschen, die mit der Diagnose
‚unheilbar krank‘ konfrontiert sind, finden hier eine verlässliche
Stütze.
DAS STATIONÄRE HOSPIZ ist eine Herberge im besten Sinne.
Gäste – so nennt man hier die Patienten – leben in
freundlich eingerichteten Einzelzimmern mit viel Holz,
Pflanzen und warmen Farben. Eine Wohnküche lädt zum
Austausch ein, ein Garten mit Seerosenteich, riesiger Rotbuche
und Pavillon bietet Rückzug und Frieden. „Es gibt keine
festen Weckzeiten oder Pflichtroutinen. Jeder lebt hier so,
wie es ihm guttut“, erklärt Geschäftsführer Daniel de Vasconcelos.
Angehörige sind stets willkommen, können übernachten,
mitessen oder sich einfach dazugesellen. Diese offene
Haltung prägt die gesamte Einrichtung – bis hin zu gemeinsamen
Konzerten oder Gottesdiensten, die seit einiger
Zeit auch direkt in die Zimmer übertragen werden.
Der Garten ist ein besonderer Schatz. Wer nicht mehr laufen
kann, wird samt Bett hinausgefahren. Hier wird nicht nur Erholung
geboten – hier darf auch aktiv mitgearbeitet werden,
wenn gewünscht. Helfende Hände aus der Region, zum Beispiel
vom Rotary-Club, unterstützen beim Pflegen und Verschönern
der Anlage. Es ist diese Mischung aus Struktur und
Freiheit, Fürsorge und Mitgefühl, die das Hospiz ausmacht.
KONTAKT
Stationäres Hospiz
Tel. (0551) 27072610
stationaeres-hospiz@hospiz-goettingen.de
Ambulantes Hospiz
Tel. (0551) 27072620
ambulantes-hospiz@hospiz-goettingen.de
88 3 |2025
20 Jahre faktor charity
Das Ambulante Team des Hospizes hilft auch bei den Betroffenen
zuhause.
Hand in Hand lautet das Motto im Göttinger Hospiz an der Lutter.
DIE ARBEIT ruht auf vielen Schultern: 43 hauptamtliche
Fachkräfte sind rund um die Uhr im Einsatz, unterstützt
von rund 100 ehrenamtlich Engagierten. Letztere absolvieren
eine intensive Ausbildung mit 100 Unterrichtsstunden
– ein Zeichen für den hohen Anspruch an Qualität
und Empathie. „Hier geht es immer um Existenzielles.
Zusammen zu leiden, zu lachen und sich zu ärgern ist psychisch
sehr beanspruchend. Daher müssen alle im Team
bestmöglich ausgebildet sein“, betont de Vasconcelos.
WICHTIG IST ihm darüber hinaus, dass die Menschen
auch außerhalb des Hospizes über die letzten Stationen
des Lebens ins Gespräch kommen. Gemeinsam mit dem
Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen hat
das Hospiz daher das Projekt ‚Haltestelle‘ in die Wege geleitet.
Bewusst außerhalb von Klinikum und Hospiz können
sich Betroffene und Angehörige in den Räumen des
Forums Kirche und Diakonie in der Neustadt 20 (Tel.
38905221) austauschen. Zudem findet vom 5. bis 12.
Oktober in der Torhausgalerie am Stadtfriedhof die ‚Woche
der Würde in Göttingen – Würde macht menschlich‘
statt. Information zu beidem gibt es auf der Hospiz-Homepage
unter Aktuelles – inklusive Flyerdownloads.
SPENDENKONTO
Sparkasse Göttingen
IBAN: DE43 2605 0001 0056 0881 98
BIC: NOLADE21GOE
Stichwort: faktor-Jubiläum
Neben dem stationären Angebot betreut das ambulante
Hospiz auch Menschen zu Hause oder im Pflegeheim –
durch Gespräche, Vorlesen, Spaziergänge oder einfaches
Dasein. So werden Patienten und Angehörige gleichermaßen
entlastet. Alles geschieht ehrenamtlich und kostenfrei
– getragen von einem Verein, der jährlich auch
auf rund 300.000 Euro Spenden angewiesen ist. Der
große Rückhalt in der Region zeigt: Diese Arbeit wird
gesehen und geschätzt.
3 |2025 89
20 Jahre faktor charity
Vor Freude strahlende Kinderaugen
Gemeinsame Sporterlebnisse machen glücklich! Zu dieser Erkenntnis gekommen,
haben sich zwei Freunde zusammengetan, um Kindern und Jugendlichen mehr
glückliche Stunden zu schenken.
90 3 |2025
TEXT CAROLIN KÖPP
Jedes Kind, das es sich wünscht, soll die Möglichkeit
bekommen, Sport zu treiben“, formuliert Rainer
Giese das Ziel. Gemeinsam mit dem Osteroder Geschäftsmann
Sven Vogt hatte er vor 15 Jahren die Idee,
ein soziales Projekt – also einen ‚Guten Zweck‘ – persönlich
umsetzen zu wollen. Sie fragten sich, wie wohl
der Sport in der Region, insbesondere für die Kinder und
Jugendlichen, aufgestellt ist. Schnell wird klar, dass es
sogar in Schulen und Kindergärten oft an den nötigen
Finanzmitteln fehlt, um allen Kindern zu ermöglichen,
sich sportlich zu betätigen. Also gründeten die Beiden
2010 die KinderSportStiftung am Harz e.V.
ERSTE SPENDENWILLIGE sind, dank hervorragender
Kontakte zu Unternehmen der Region und dem wirklich
überzeugenden Ziel, Kinderaugen durch Sport zum
Strahlen zu bringen, schnell gefunden. Finanzieller Support
oder Sachspenden werden eingeworben. Öffentliche
Einrichtungen, Vereine oder Schulen und auch Familien,
die es sich nicht leisten können, Sportmittel, Hilfsmittel
oder Trainerstunden zu bezahlen, sollen damit
unterstützt werden. Besonderes Augenmerk wird dabei
auf die Integrierung von Kindern und Jugendlichen mit
körperlichen Beeinträchtigungen gelegt.
„Wir organisieren und unterstützen alles, was mit
unserer Satzung in Einklang ist“, sagt Rainer Giese,
Gründer der KinderSportStiftung am Harz e.V."
Inzwischen geht das Engagement der Stiftung weit über
die Grenzen Osterodes hinaus. In den Landkreisen Goslar,
Northeim und dem gesamten Landkreis Göttingen
gibt es bereits Kinder und Jugendliche, die dank des Fördervereins
mit viel Spaß Sport betreiben können. Im Jahr
2025 unterstützten beispielsweise etwa 60 spendenfreudige
Unternehmen den 16. OHA-City-Beach-Cup. Drei
Tage lang traten Beachvolleyballteams aus ganz Norddeutschland
und der Region in der Osteroder Innenstadt
gegeneinander an. Wie bei einigen anderen Veranstaltungen
der Stiftung, durften bei dieser Gelegenheit viele
Kinder an einem Mini-Cup teilnehmen. Dieses Mal waren
es Kindergartengruppen aus der Region, die auf den
Profifeldern gegeneinander antraten. Die Begeisterung
war riesig und wer weiß, vielleicht war dort schon ein
zukünftiges Bundesligatalent dabei?!
PROFISPORTLER VON MORGEN BRAUCHEN RAUM
UND FINANZIELLE SICHERHEIT
Was die beiden Vereinsgründer anfangs gehofft hatten,
ist inzwischen Wahrheit geworden: Die zu den aufstrebenden
Sportlern der Deutschen Billard-Union zählende
Vivien Heine aus Herzberg ist, dank der Unterstützung
der KinderSportStiftung am Harz e.V., mittlerweile
im Profisport angekommen. Und sie ist und bleibt
nicht die Einzige, die in der Umsetzung ihres Traumes
unterstützt wird.
AUCH IM NICHTPROFESSIONELLEN RAHMEN kann
der Förderverein Erfolge vorweisen: 2022 – nach der
Coronapause – ermöglichte das Osteroder Bewegungs-
Camp im Jahnstadion 500 Kindern ab drei Jahren, wieder
gemeinsam zu sporteln. Zwei Jahre später waren
bereits 826 Kinder dabei. Die Kinder und Jugendlichen
absolvieren dabei voller Eifer einen 10-Stationen-Parcours.
Für jeden ausgefüllten ‚Parcours-Pass‘ erhielt die
Schule des Kindes einen Euro. Der Einsatz lohnt sich
also für alle Beteiligten.
SPENDENKONTO
Sparkasse Osterode
IBAN: DE85 2635 1015 0215 0878 42,
BIC: NOLADE21HZB
Stichwort: faktor-Jubiläum
KONTAKT
Kindersportstiftung am Harz e. V.
Kornmarkt 2, 37520 Osterode am Harz
Tel. 05522 8687980
Mail: rainer@kindersportstiftung.com
3 |2025 91
20 Jahre faktor charity
Wie Kinder Unternehmertum
lernen können – PFH Göttingen
startet Nachwuchsprogramm
‚CHANGEMAKER’
Schon in der Grundschule sollten Kinder motiviert werden, unternehmerisch zu denken.
Das meint Bernhard H. Vollmar. Der Wirtschaftsprofessor von der Privaten Hochschule
Göttingen (PFH) treibt deshalb das Projekt ‚Changemaker’ voran.
TEXT MATTHIAS BRUNNERT
„Ich freue mich sehr auf den Aktivurlaub“, sagt Bernhard
H. Vollmar. Doch nach Klettern oder Radfahren,
wovon der 53-Jährige Natursportler träumt, sieht es an
diesem Hochsommertag in seinem Arbeitszimmer an der
Privaten Hochschule Göttingen (PFH) noch nicht aus.
Im Gegenteil: Überall stapeln sich Akten, Bücher,
Broschüren und Notizen. Er müsse noch viel erledigen,
bevor er sich für einige Zeit vom Schreibtisch verabschieden
könne, sagt Vollmar.
ZU DEN AUFGABEN, die dem Wissenschaftler besonders
wichtig sind, gehört die Vorbereitung des Projekts
‚Change maker’. Das Ziel: „Wir wollen Mädchen und
Jungen schon in der Grundschule dazu motivieren, unternehmerisches
Denken und Handeln zu trainieren.“ Das
sei etwas, „das hierzulande bisher viel zu kurz kommt.“
FÜR ABHILFE soll ein Programm sorgen, das von der
Wirtschafts-Uni (WU) Wien entwickelt wurde und in
Österreich bereits in vielen Grundschulen genutzt werde,
sagt Vollmar. Die PFH sei jetzt der erste internationale
Partner des Projekts. Dessen Ziel: Kinder sollen zu jungen
Unternehmern werden. Hilfe erhalten sie dabei von
Studierenden und Lehrkräften der PFH.
„Was die Kinder im Rahmen des Projekts herstellen und
später zum Beispiel auf einem Schulbasar zum Kauf anbieten,
wollen wir mit ihnen zusammen entwickeln“, so
Vollmar. Der Start sei für Anfang 2026 geplant. „Wir
wollen zunächst bis zu 20 Grundschulen in der Stadt
Göttingen als Partner gewinnen.“
ZUM AUFTAKT des auf mehrere Jahre angelegten Programms
möchte die PFH ein Theaterprojekt auf die
Bühne bringen – „als Motivation für die Kinder“, berichtet
Vollmar. In dem Stück mit dem Titel ‚Die Idee’,
das vom Metropol-Theater Vechta konzipiert wurde,
werde auf altersangemessene Weise gezeigt, wie Kinder
mit kreativen Ideen und viel Schwung den von der Pleite
bedrohten Imbiss der Eltern retten. Dabei werde das
Thema ‚Entrepreneurship Education’ für Schüler greifund
erlebbar, sagt Vollmar.
DASS DIE PFH sich nach zahlreichen Projekten mit
Jugendlichen jetzt auch an Kinder im Grundschulalter
wende, habe einen wissenschaftlich fundierten Hintergrund,
erläutert der Professor, denn in der Forschung zur
Entrepreneur-Education herrsche die Meinung: ‚Je früher,
desto besser.’
92 3 |2025
20 Jahre faktor charity
Spielerisch erkunden Kinder und Jugendliche im Nachwuchsprogramm
‚Changemaker’, was es ausmacht, unternehmerisch
zu denken.
Bernhard H. Vollmar möchte mit seinem Programm Kinder und Jugendliche auf das Unternehmertum
neugierig machen.
BEI DEM ANGEBOT für Grundschüler stehe die Frage im
Mittelpunkt: „Was können wir entwickeln und anbieten,
das dann auch gekauft wird?“ Weitere Fragen, auf die die
Kinder im Rahmen der Projekte Antworten finden sollen:
Wer könnte mein Kunde sein? Wie erstelle ich etwas
Nachhaltiges? Wie gehe ich mit Geld um?
„Durch unser Angebot sollen die Kinder jedenfalls angeregt
werden, Projekte zu entwickeln und umzusetzen.
Idealerweise können sie die Produkte anschließend auf
einem selbst organisierten Markt oder Basar verkaufen“,
so der Wissenschaftler und ist überzeugt: „Die dazu erforderliche
Gestaltungskompetenz kann man fördern –
und zwar je früher, desto besser.“
Das Theaterstück ‚Die Idee’, so die Hoffnung, werde im
Vorfeld des Projektes viele Jungen und Mädchen motivieren,
anschließend dem Beispiel der Protagonisten zu folgen
und selbst – wenn zunächst auch auf spielerische
Weise – unternehmerisch tätig zu werden.
SPENDENKONTO
Ideenbeweger e. V. (gemeinnützig)
am ZE Zentrum für Entrepreneurship
PFH Private Hochschule Göttingen
Weender Landstr. 3–7, 37073 Göttingen
Volksbank Kassel Göttingen e. G.
IBAN: DE70 5209 0000 0111 888 000
BIC: GENODE51KS1
Stichwort: faktor-Jubiläum
KONTAKT
Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar
Geschäftsführender Direktor ZE Zentrum für
Entrepreneurship, PFH Private Hochschule Göttingen
0551 54700 117
vollmar@pfh.de
www.ze-pfh.de
www.ze-pfh.de/ideenbeweger-e-v
3 |2025 93
top-unternehmen
Sartorius AG (Göttingen) — Sartorius ist ein weltweit führender Anbieter von Labor- und Bioprozess-Technologie mit Hauptsitz in
Göttingen und Niederlassungen in über 60 Ländern. Der Konzern beschäftigt rund 13.500 Mitarbeitende und erzielte zuletzt einen
Umsatz von 3,4 Milliarden Euro (Stand 2024) und verbindet hochspezialisierte Produktion mit intensiver Kooperation zur akademischen
Forschung am Göttinger Wissenschaftsstandort. Von September 2021 bis September 2025 war Sartorius im DAX vertreten.
Das Unternehmen wurde 1870 gegründet. www.sartorius.com
94 3 |2025
top-unternehmen
Starke Arbeitgeber, starke Marken:
Vom Weltmarktführer
bis zum Familienbetrieb
Die Wirtschaft in Göttingen, Northeim, Holzminden und den Nachbarregionen
ist geprägt von einer bemerkenswerten Vielfalt: Traditionsreiche
Mittelständler stehen neben innovativen Hidden Champions und etablierten
Weltmarktführern – Hightechunternehmen mit Börsennotierung neben
Manufakturen. Die folgende Übersicht bietet einen kompakten Einblick in
wichtige und interessante Unternehmen in Südniedersachsen.
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
3 |2025 95
top-unternehmen
Symrise AG (Holzminden) — Symrise, globaler Hersteller von
Duft-, Geschmacks- und Wirkstofflösungen mit Hauptsitz in
Holzminden, beschäftigt weltweit über 12.000 Menschen und erzielte
2024 einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro. Das börsennotierte
Unternehmen Symrise entstand 2003 durch die Fusion
von Dragoco und Haarmann & Reimer. www.symrise.com
Ottobock (Duderstadt) — Ottobock, 1919 gegründet und weltweit
bekannt für Prothetik und Mobilitätslösungen, hat seinen Sitz in
Duderstadt nahe Göttingen und beschäftigt 9.100 Mitarbeitende
weltweit. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden
Euro (2024) ist ein wichtiger lokaler Arbeitgeber und mit seinen
45 internationalen Standorten ein globaler Technologiepartner
im Gesundheitssektor. www.ottobock.com
96 3 |2025
top-unternehmen
KWS SAAT (Einbeck) — KWS, mit Hauptsitz in Einbeck, ist eines der weltweit führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen mit etwa 5.000 Mitarbeitenden
weltweit und einem Umsatz in Höhe von 1,7 Milliarden Euro (2024). KWS betreibt am Einbecker Standort umfangreiche Zucht-,
Versuchs- und Ausbildungsprogramme, die die Stadt als Agrarforschungs- und Produktionsstandort stärken. www.kws.com
3 |2025 97
top-unternehmen
Universitätsmedizin Göttingen (UMG) — Die UMG ist größter Gesundheits-
und Forschungsakteur in Südniedersachsen und beschäftigt rund
9.700 Mitarbeitende. Die UMG betreibt Kliniken (1.600 stationäre und
teilstationäre Betten), Forschungslabore und hat viele Verknüpfungen zu
regionalen Partnern. Sie ist damit ein zentraler Arbeitgeber und Innovationsmotor
für die Region. Derzeit wird modernisiert: Bis 2030 fließen 1,1
Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Landes Niedersachsen in
die Baumaßnahmen. www.umg.eu
98 3 |2025
top-unternehmen
Thimm Group (Northeim) — Die Thimm Verpackungsgruppe mit Sitz in Northeim
ist ein bedeutender Mittelständler im Bereich Kartonagen, Verpackungslogistik und
Fulfillment. 2.550 Mitarbeitende an elf Standorten in Deutschland, Polen, Rumänien
und Tschechien sowie kontinuierliche Innovationsinvestitionen und Ausbildungsinitiativen
machen das Unternehmen mit 539 Millionen Euro Umsatz zu einem der
prägenden Arbeitgeber im Landkreis. www.thimm.com
3 |2025 99
top-unternehmen
Refratechnik (Göttingen) — Die Refratechnik-Gruppe,
deren Cement-Kompetenzzentrum
in Göttingen verortet ist, ist ein weltweit tätiger Hersteller
feuerfester Werkstoffe. Die Gruppe beschäftigt
rund 2.100 Beschäftigte und hat historische Wurzeln in
Vogelbeck bei Northeim. Neben acht Standorten in Deutschland
ist die Gruppe auch an weiteren 21 Standorten in Europa,
Asien, Australien, Nord- und Südamerika vertreten. www.refra.com
102 3 |2025
top-unternehmen
ContiTech (Northeim) — Continental entwickelt
wegweisende Technologien und Dienste
für die nachhaltige und vernetzte Mobilität
der Menschen und ihrer Güter. Das 1871 gegründete
Technologieunternehmen bietet sichere,
effiziente, intelligente und erschwingliche
Lösungen für Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr
und Transport. Continental erzielte 2024
einen Umsatz von 39,7 Milliarden Euro und
beschäftigt aktuell rund 190.000 Mitarbeiter
in 55 Ländern. www.continental.com
Stiebel Eltron (Holzminden) —
Seit 1924 hat Stiebel Eltron mehr
als 1.700 Patente und eingetragene
Designs angemeldet. Das seit 1924
bestehende Unternehmen entwickelt
Lösungen für Warmwassergeräte,
Wärmepumpen, Lüftungsanlagen
und Raumheizgeräte. Inzwischen
arbeiten weltweit rund 5.000
Mitarbeiter für Stiebel Eltron. 941
Millionen Euro Jahresumsatz – davon
etwa die Hälfte im Ausland –
verbuchte das Unternehmen im Jubiläumsjahr
2024.
www.stiebel-eltron.de
3 |2025 103
top-unternehmen
Einbecker Brauhaus AG (Einbeck) — Die Einbecker Brauhaus AG ist eine traditionsreiche regional verankerte Brauerei
mit Sitz in Einbeck. 125 Mitarbeiter und 15 Auszubildende verleihen dem Unternehmen ein starkes regionales Profil mit
Strahlkraft weit über die Grenzen Südniedersachsens hinaus. Im letzten Jahr machte das Unternehmen einen Umsatz
von fast 38 Millionen Euro mit einem Absatz von 421.872 Hektolitern. www.einbecker.de
104 3 |2025
top-unternehmen
Hahnemühle FineArt (Dassel) — Die Hahnemühle FineArt
mit Sitz Relliehausen bei bei Dassel ist ein traditionsreicher
Hersteller hochwertiger Künstler- und Spezialpapiere.
Die Anfänge des Unternehmens reichen bis ins
Jahr 1584. Heute arbeiten dort über 200 Beschäftigte.
Globale Nischenführerschaft bei Fine-Art-Inkjet- und
Filterpapieren sichert die Geschäftsbasis.
www.hahnemuehle.com
3 |2025 105
top-unternehmen
Heller-Leder (Hehlen) — Seit 1920 fertigt Heller-Leder in Hehlen exklusive Leder-Qualitäten
für Polstermöbel, hochwertige Büroausstattungen und Fahrzeuge. Das Unternehmen ist in
vierter Generation familiengeführt und sieht sich als Pionier in nachhaltiger Lederverarbeitung.
Mit rund 290 Mitarbeitern erzielte Leder-Heller zuletzt einen Jahresumsatz von circa 53,6
Millionen Euro. www.heller-leder.com
106 3 |2025
top-unternehmen
Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG (Fürstenberg) —
Gegründet am 11. Januar 1747, ist Fürstenberg eine der ältesten
noch existierenden Porzellanmanufakturen Deutschlands und beschäftigt
etwa 80 Mitarbeiter. Die Manufaktur gilt als Premiumanbieter
für gehobene Tischkultur und Design-Porzellan ‚Made in
Germany‘. Trotz historisch dauerhaft belegter hoher Qualität
schreibt das Unternehmen seit Jahren Verluste (circa 10,25 Millionen
Euro von 2022 bis 2024). Dennoch hält das Land Niedersachsen
an seiner Beteiligung fest und betont die Bedeutung als
Arbeitgeber und Kulturgut. Das blaue „F“ mit Krone ist das unverkennbare
Markenzeichen. www.fuerstenberg-porzellan.com
3 |2025 107
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mit Unternehmern und Entscheidern
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Regional bekannter werden in Südniedersachsen.
Business-Austausch mit...
„Wir sind Mitglied im faktor-Club, um unsere regionale Präsenz zu stärken. Der Club bietet uns wertvolle Möglichkeiten zur
Sichtbarkeit – sei es im faktor-Magazin, auf exklusiven Veranstaltungen oder digitalen Plattformen. Der branchenübergreifende
Dialog schafft kreative Synergien, die unser Unternehmen voranbringen.“
Olaf Feuerstein, Geschäftsführender Gesellschafter, Hotel Freizeit In GmbH
„Der faktor-Club bietet in wunderbarem Ambiente eine Möglichkeit, regional interessante Persönlichkeiten kennen zu lernen
und mit ihnen in einen Austausch zu treten. Gleichzeitig werden Erfahrungen geteilt und die kurzen, aber prägnanten Vorträge
zu Themen oder Innnovationen aus der Region bereichern diese Zeit in außergewöhnlichem Maße.“
Steve Wery, Geschäftsführender Gesellschafter, Autohaus Becker-Tiemann Leinetal
„Durch die regelmäßigen Veranstaltungen des faktor-Clubs konnte ich in den letzten Jahren einige Impulse mitnehmen, die
mich unternehmerisch vorangebracht haben. Für mich ist der faktor-Club eines der wichtigsten Business-Netzwerke – immer
auf Augenhöhe und wertschätzend.“
Sascha Riedeberger, Geschäftsführer, PMG Verpackung und Logistik GmbH
„Ich bin Mitglied im faktor-Club, um spannende Gespräche zu führen, Erfahrungen auszutauschen und natürlich auch um
neue Kontakte zu gewinnen, mir ist der Austausch mit Menschen wichtig, die ähnliche Interessen und Ziele haben..."
Stefan Henkel, Geschäftsführer für individuelle Küchengestaltung, Küchen Henkel
Werden Sie jetzt Mitglied
partner
Was verbindet Sie mit faktor?
„Ohne Marko Weinrich würde es den faktor nicht so gegeben,
wie er heute ist. In einer Phase, in der ich Zweifel
hatte und meine Rolle bei faktor als angestellter Projektleiter
gesehen habe, hat er mir klar gemacht: ,Herr
Böhme, das sind doch Ihre Kontakte – Ihnen müssen
Anteile an der Firma gehören.‘ Danke, Marko, für diesen
Rat. Vor 20 Jahren starteten wir zu viert, seit 2011
bin ich alleiniger Inhaber.“
Herausgeber Marco Böhme über die Rolle von Marko Weinrich,
früher Sycor, heute Geschäftsführer Arineo.
6-GANG-MENÜ FÜR 2 ZU GEWINNEN
Gemeinsam mit Spitzenkoch Johannes Steingrüber vom ,Harzfenster‘ in Seesen verlosen wir
zum großen faktor-Jubiläum einen Gutschein für zwei Personen für ein 6-Gang-Menü im Wert
von 246 Euro.
Schon mit 21 Jahren war Johannes Steingrüber einer der jüngsten Küchenchefs in Deutschland.
Der heute 29-Jährige hat nach Stationen unter anderem in Braunschweig, Regensburg und dem
Bayerischen Wald sein eigenes Restaurant in Seesen eröffnet und das angeschlossene Hotel modernisiert.
„Ich möchte, dass die Leute nicht nur satt, sondern auch glücklich und inspiriert nach Hause gehen“,
sagt er. „Sie sollen das Gefühl haben, etwas Besonderes erlebt zu haben.“ Das erzählte er im
Interview in der faktor-Herbstausgabe 2024 vor einem Jahr.
Wer etwas Besonderes erleben will, schickt bis zum 30. November 2025 eine E-Mail mit dem
Betreff ‚Verlosung' an: herausgeber@faktor-magazin.de – viel Erfolg!
110 3 |2025
partner
UWE FISCHER
Diagnostisches Brustzentrum/Praxis für moderne Schnittbilddiagnostik
20 Jahre faktor in Südniedersachsen – eine Erfolgsgeschichte für sich.
Ob Magazin, Azubi, digital oder Spezial. Immer aktuell, zugewandt und
professionell. Seit 20 Jahren die Plattform, um sichtbar zu machen und
redaktionell über Innovationen zu informieren.
Dafür allerbesten Dank und herzlichen Glückwunsch!
CARSTEN LOHRENGEL
Audi Zentrum Göttingen
Lieber Marco, mit faktor und Dir als Person verbindet mich, sich gegenseitig
zu unterstützen, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam
neue Chancen zu entdecken. Das schafft Vertrauen, eröffnet Kooperationen
und stärkt das unternehmerische Wachstum durch persönliche Verbindungen
und echten Austausch.
Welchen Impuls konnten Sie
in dieser Ausgabe gewinnen?
STEVEN HARTMANN UND MARKUS LIESE
Lichtblick Sonnenschutzsysteme
faktor ist für uns eine wertvolle Netzwerkplattform in der Region und das
passende Umfeld, um die Lichtblick Sonnenschutzsysteme GmbH als
innovatives Unternehmen zu präsentieren. Wir schätzen das Magazin als
hochwertiges Medium und starke Werbeplattform, die Unternehmern aus
der Region eine gemeinsame Bühne bietet. Genau dieser Mix aus regionaler
Verbundenheit, professioneller Präsentation und inspirierendem
Austausch verbindet uns mit faktor.
3 |2025 111
partner
INES DIETZE
Sparkasse Göttingen
Vor 20 Jahren stellte Marco Böhme das Projekt faktor-das Entscheider-Magazin vor. Beeindruckt
von seiner Entschlossenheit, seinem unternehmerischen Mut und der inhaltlichen
Ausrichtung des Wirtschaftsmagazins waren wir Partner der ersten Stunde. Seitdem berichtet
das faktor-Magazin in seinen sehr hochwertigen Printausgaben über regionale Wirtschaft
und Erfolgsgeschichten. Es gibt Impulse und bietet Raum für Begegnungen. Im Fokus der
Berichterstattung steht dabei stets der Mensch. Damit übernimmt das faktor-Magazin, so
wie wir als regionale Sparkasse Göttingen, Verantwortung für die Region. Für die Zukunft
wünsche ich dem faktor-Magazin, dass es auch weiterhin als verlässlicher Partner unserer
Wirtschaftsregion zur Seite steht und für guten Dialog zwischen allen Bürger:innen, Institutionen,
Wissenschaft, Politik und Wirtschaft einsteht. Herzlichen Glückwunsch!
RAINER GIESE
VersicherungsKontor Osterode
faktor ist für mich seit vielen Jahren DAS Wirtschaftsmagazin für die Entscheider in unserer
Region. Besonders beeindruckend für mich sind immer wieder die Erfolgsgeschichten über die
Menschen selbst, die hinter den Unternehmen stehen und diese prägen und gestalten – die
Marco Böhme mit seinem Team erzählt.
Im besonderen Maße wertvoll für mich ist auch der sehr persönliche Austausch mit den Unternehmerpersönlichkeiten,
die faktor in ganz verschiedenen Formaten immer wieder an tollen
Locations live vor Ort zusammenbringt.
Wir sind seit vielen Jahren stolzer faktor-Partner und Mitglied im Mittagsclub. Wir freuen uns
zusammen auf die nächsten 20 gemeinsamen Jahre – mit meinem Freund Marco Böhme!
INES BERKE UND MARK BERKE
Kassebeer
Mit faktor verbindet uns eine freundschaftliche Partnerschaft, die von Persönlichkeit
und Inspiration geprägt ist. Du schaffst Räume, in denen Menschen sich
begegnen, Netzwerke wachsen und Horizonte erweitert werden. Und das gern
auch bei gutem Essen und besonderen Veranstaltungen. Für uns ist faktor mehr
als ein Magazin: Es ist ein Netzwerk, das uns immer wieder motiviert, über den
Tellerrand hinauszuschauen.
112 3 |2025
ECHT.
EINMALIG.
Meinander für die Region.
partner
LARS OBERMANN
Obermann Logistik
faktor ist einer der großen Meinungsbildner unserer Region.
Ihr erzählt von vielen tollen Unternehmen und deren Ideen, berichtet von
den großen kulturellen Ereignissen und beleuchtet somit, was unsere Region
so lebens- und liebenswert macht. Darüber hinaus bist Du ein großer Netzwerker,
der durch verschiedene Formate viele unterschiedliche Personen zusammenbringt.
Dies hat meinen Horizont gerade im Bereich der Start-Ups
deutlich erweitert, und ich habe Personen kennenlernen dürfen, von denen ich
wahrscheinlich sonst nie etwas gehört hätte.
Ich wünsche Dir persönlich und faktor weiterhin viel Erfolg und alles Gute.
Auf die nächsten 20 Jahre!!
FRIEDEMANN BAUM
Diagnostisches Brustzentrum/Praxis für moderne Schnittbilddiagnostik
Herzlichen Glückwunsch zu eurem 20-jährigen Jubiläum.
Schon seit 20 Jahren sind wir jetzt als Partner mit dem faktor verbunden.
Ein wichtiger Grund hierfür besteht für uns in der Möglichkeit,
über den faktor unsere Kunden erreichen und informieren zu
können.Darüber hinaus sind die oft informativen und gelegentlich
sehr berührenden faktor-Lounges wie auch Artikel in Eurem Magazin
zu erwähnen. Euch und Dir alles Gute für die nächsten 25 Jahre!
JENS BARWINSKE
System-Büro Struckmeier
Unsere Gemeinsamkeiten sind die langjährige Verbindung, die
Freude am Netzwerken und die Neugier an Themen, die über
den Tellerrand hinausgehen. An faktor schätze ich die freundschaftlich-niveauvolle
Atmosphäre bei allen Veranstaltungen.
Welche Persönlichkeit aus dieser
Ausgabe möchten Sie kennenlernen?
114 3 |2025
SAVE.THE.DATE
unternehmen
MENSCH RAUM TECHNIK
Wir denken Büro neu.
New Work erleben –
entdecke die Transformation
moderner Arbeitswelten auf
der Struckmeier-Hausmesse
Do. 30.10.25
Mensch
Im Mittelpunkt steht der Mensch – mit seinen Bedürfnissen, Aufgaben
und Potenzialen. Struckmeier denkt Ergonomie, Gesundheit
und Arbeitsprozesse ganzheitlich. Vom perfekt abgestimmten
Bürostuhl bis zur Begleitung von Change-Prozessen – Ziel ist
eine Umgebung, die das Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellt.
Raum
Räume sind keine Kulisse – sie sind Bühne, Rückzugsort und
Möglichkeitsraum zugleich. Struckmeier gestaltet Arbeitsumgebungen,
die inspirieren, strukturieren und verbinden. Vom fokussierten
Einzelarbeitsplatz bis zum Work-Café – der modernen
Feuerstelle der Unternehmenswelt – entstehen Orte, die Identität
stiften und Zusammenarbeit lebendig machen.
Technik
Bei Struckmeier ist die Technik nicht isoliert gedacht, sondern
ein kluger Begleiter. Sie wird dort eingesetzt, wo der unternehmerische
Alltag erleichtert, Prozesse unterstützt und neue Freiräume
geschaffen werden – sei es durch digitale Arbeitsplatzbuchung
oder smarte Möbel. Immer mit dem Ziel: Technik, die sich dem
Menschen anpasst – nicht umgekehrt.
MEHR INFORMATIONEN
UND ANMELDUNG
BÜROEINRICHTUNG RAUMENTWICKLUNG BÜROBEDARF
System-Büro Struckmeier GmbH · Karl-Arnold-Straße 4 · 37079 Göttingen
0551 50669-0 www.struckmeier.de
faktorAZUBI
AZUBIS
für regionale
Unternehmen
Mehr als ein Magazin
www.mehralseinmagazin.de 11. Jahrgang Heft 21 Herbst/Winter 2025 3 Euro
Seit über zehn Jahren engagiert sich der
faktorAZUBI für Ausbildung in der Region.
Das Erfolgsmodell bekommt bald ein digitales
Update, um Jugendliche noch besser bei der
Ausbildungsplatzsuche zu unterstützen und
regionalen Unternehmen zu mehr Sichtbarkeit
zu verhelfen.
Das faktor-Magazin hat sich der regionalen
Vernetzung verschrieben. Und genau das ist
auch der Kerngedanke bei der Gründung
des Sonderheftes faktorAZUBI gewesen.
„Aufmerksam auf das Thema geworden sind wir durch
die Kontakte zu regionalen Unternehmern“, sagt faktor-
Herausgeber Marco Böhme, „weil es immer schwieriger
wurde, Azubis zu finden.“ Deswegen sollte der faktor
AZUBI der jungen Zielgruppe helfen, gute regionale Betriebe
und interessante Ausbildungsgänge zu finden, und
gleichzeitig Unternehmen ein Forum bieten, sich zu präsentieren.
Denn ein Überblick über die regionale Vielfalt
an Unternehmen, groß wie klein, und die noch größere
Vielfalt an Ausbildungsgängen ist schwer zu finden. „Erfolgsgeschichten
sind für uns, wenn sich tatsächlich
Jugendliche durch uns angeregt bei regionalen Betrieben
beworben haben“, so Böhme.
VIELE DIESER GESCHICHTEN hat der faktor aufgegriffen.
Wie Ausbildungssuche erfolgreich geht und was einen
dann erwartet, das erzählen inzwischen Dutzende
individuelle Berichte. Ein Beispiel ist Jonas Werner, der
Papiertechnologie bei der Smurfit Kappa Herzberg Solid
Board GmbH lernt, ein anderes ist Isabelle Rau, die nach
ihrem Studium noch eine Ausbildung zur Garten- und
Landschaftsbauerin beim Rosdorfer Unternehmen Bandelow
+ Uhlendorff gemacht hat und sich damit in einem
stark männerdominierten Bereich bewegt. Erfahrungen,
Tipps, Verdienstmöglichkeiten, Stolpersteine,
Zukunftsperspektiven, all das wird in persönlichen Er-
10 Test
Wo soll meine
Reise hingehen?
10 Test Ausbildung 10 Test
10 Test
10 Test
Berufe
Wo soll meine Wo soll meine Wo soll meine Wo soll meine
Reise hingehen? Richtig Reise bewerben! hingehen? Wo Reise du Geld hingehen? verdienen Reise kannst! hingehen?
fahrungen sichtbar und bildet inzwischen online eine
umfangreiche Datenbank für Interessierte.
Diese Texte sind nicht aus einem Ratgeber abgeschrieben,
sondern immer über echte regionale Azubis verfasst.
„Menschen, die man aus dem Sport, der Schule,
dem Bekanntenkreis kennen könnte – nicht anonym und
abstrakt“, so Böhme. „Menschen wie du und ich. Das ist
die Stärke vom faktorAZUBI.“
OBWOHL DIE JUGENDLICHE ZIELGRUPPE volldigital
unterwegs ist, kommt der faktorAZUBI als gedruckte
Ausgabe bei ihnen an – physisch und interessenstechnisch.
„Wir verteilen den faktorAZUBI zweimal im Jahr an über
60 Schulen in Südniedersachsen mit einer Auflage von
7.500 Exemplaren pro Ausgabe. Lehrer nehmen ihn dann
auch mit in den Unterricht“, so Marco Böhme. „Was wir
widergespiegelt bekommen, ist, dass sich die Jugendlichen
tatsächlich zu Hause mit dem Heft auf das Sofa setzen
und sich mit dem Thema auseinandersetzen.“
Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch das Jobmatching,
also erst einmal herauszufinden, welcher Job eigentlich
zu einer Person passt. Bislang geschieht das über einen
umfangreichen Fragebogen im Heft. Um das noch besser
zu machen, „arbeiten wir an einer Digitallösung“, sagt
Böhme. „Wir haben derzeit ein Entwicklungsprojekt
laufen, in dem wir die Jugendlichen mittels KI-Unterstützung
an die Hand nehmen und bei der Auseinandersetzung
mit ihren Stärken und Schwächen und damit
letztlich der Jobfindung unterstützen wollen.“ Aber das
ergänzend Gute daran wird sein, dass das System dann
auch gleich regionale Unternehmen vorschlägt, bei denen
eine solche Ausbildung möglich ist. Spätestens im
Frühjahr 2026 soll es damit losgehen. ƒ
116 3 |2025
Wir Kolleginnen und Kollegen aus den TAB-Unternehmerboards
gratulieren dir, lieber Marco und
deinem ganzen Team zu dieser tollen Leistung und
wünschen 20 weitere erfolgreiche Jahre.
Wir freuen uns auf den Austausch mit dir.
Heiko Schanze - Sollingglas GmbH
Alexander Pape - 1komma5 Grad, Göttingen GmbH
Dr. Arne Ströhlein - Praxis für Chinesische Medizin
Thosrten Hickmann - Whitecell Eisenhuth GmbH
Jochen Heynold - Möbelhaus Bäucke KG
Johann Hildebrand - Kohlenberg Software GmbH
Ingo Stephan - 1komma5 Grad, Göttingen GmbH
Hans-Jürgen Mix - Knobloch & Knebel
Dr. Dirk Hönig - Lightsource GmbH
Tim Opitz - Opitz PackagingSystems GmbH
Matthias Walter - TAB-Südniedersachsen
Oliver Bornemann - TAB-Südniedersachsen
Gabi Diedrich
Erhard Diedrich GmbH - Zimmerei
Thilo Diedrich
Erhard Diedrich GmbH - Zimmerei
Marco Böhme - faktor
Carsten Stock - Stock Baustoffhandel
TAB Südniedersachsen, Oliver Bornemann obornemann@thealternativeboard.biz, Matthias Walter mwalter@thealternativeboard.biz
PROFIL
ANZEIGE
360°-Patientenversorgung: Rolf Jarasch (Foto, l.), Director Ottobock Care, und André Weimer, Geschäftsführer Rehazentrum Junge GmbH, in der großen Therapiehalle
im Erdgeschoss des Versorgungs- und Therapiezentrums im Sartorius Quartier.
Kooperative Neuro-Reha
setzt Maßstäbe
Das Sartorius Quartier entwickelt sich zu einer Vorzeigeadresse, in der Ausbildung
und orthopädietechnische Patientenversorgung ineinandergreifen: Das Ottobock
Care Kompetenz-Zentrum und das Rehazentrum Junge machen vor, wie Synergien
bei der Rehabilitation von neurologischen/neuroorthopädischen Krankheitsbildern
schaffbar sind.
ANZEIGE
Das Sartorius-Quartier war von Beginn
an etwas Besonderes: Eine
Hochschule für angewandte Wissenschaft
kooperiert mit einer
Universitätsmedizin, um die Ausbildung im
Gesundheitsbereich auf ein neues Level zu
heben. In diesem Sinne haben sich um den
Ausbildungsbereich auch Medizintechnikunternehmen
und -dienstleister angesiedelt. Das
Ottobock Care Kompetenz-Zentrum und das
Rehazentrum Junge machen seit zweieinhalb
Jahren mit ihrer Kooperation im Bereich der
neurologischen Rehabilitation vor, wie für den
Patienten ein Mehrwert entstehen kann – und
eine Kompetenz, die Patienten aus aller Welt
anzieht.
Die Kontakte zwischen Ottobock und dem
Rehazentrum Junge reichen weit zurück, über
25 Jahre, daher existiert ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis.
„Deswegen ist mir gleich das
Rehazentrum Junge eingefallen, als mir Hans
Georg Näder den Auftrag gab, hier im Sartorius
Quartier Musik reinzubringen – ein Zentrum
mit dreimal so viel Platz wie vorher, in dem wir
etwas Innovatives, Neues machen“, so Rolf Jarasch,
Director der Ottobock Care. Aus den Gesprächen,
die bereits 2018 begannen, entstand
ein gemeinsames Konzept, in das auch die
bereits zuvor konzipierte ambulante neurologische
Rehabilitation integriert werden konnte.
Auch der optische Auftritt war neu und wurde
zur Blaupause für andere Ottobock-Standorte
weltweit. „Wir haben viele neue Ideen eingebracht,
manche waren mutig, manche wurden
heiß diskutiert. Aber wir haben viel gelernt
in den letzten fünf Jahren.“ Seit der Eröffnung
des neuen Standorts 2023 ist Ottobock hier um
rund 40 Prozent gewachsen, im Rehazentrum
hat sich die Mitarbeiterzahl verdoppelt.
Das Rehazentrum Junge mit seinen inzwischen
drei Standorten in Göttingen war eines der
ersten Zentren, die in Deutschland eine ambulante
Reha angeboten haben. Was damals mit
klassischer orthopädischer Reha begann, wurde
nach und nach erweitert um kardiologisch-/
angiologische, beruflich-orientierte Reha, Long
Covid Reha und nun neurologische Reha.
Jüngst hat sich das Rehazentrum auch auf die
ambulante Hand-Rehabilitation spezialisiert.
Die neurologische Reha ist ein spezialisierter
medizinischer Fachbereich, der sich auf die
Behandlung von Patienten nach Erkrankungen
oder Verletzungen des Gehirns, des Nervensystems
oder des Rückenmarks konzentriert.
EIN GUTES BEISPIEL, wie Junge und Ottobock
im Alltag kooperieren, ist ein Schlaganfallpatient.
Patienten nach Schlaganfall haben
häufig noch Teillähmungen, die beispielsweise
eine Hilfsmittelversorgung und Begleitung benötigen.
„Zum umfangreichen Behandlungsprogramm
der ambulanten neurologischen
Reha gehören auch ergotherapeutische Behandlungen
inklusive Hilfsmittelberatung. Es
ist unglaublich praktisch, wenn wir im selben
Gebäude zwei Etagen tiefer auf die Expertise
der darauf spezialisierten Ottobock-Mitarbeiter
zurückgreifen können“, so André Weimer,
Geschäftsführer des Rehazentrums Junge.
„Unsere Therapeuten nutzen unter anderem
auch die Therapiehalle und Gehschule von
Ottobock, wenn nötig.“
Blick auf die Dachterrasse im 3. OG: Sie lädt zur
verdienten Erholungspause hoch über dem Zentrum
des Quartiers ein.
Erfolgreiche Therapie und Schulung
mit motorisiertem Exoskelett bei einem
querschnittsgelähmten Patienten
IM SARTORIUS QUARTIER sitzen beide Unternehmen
im selben Gebäude – in den unteren
dreieinhalb Stockwerken Ottobock, die
oberen anderthalb werden vom Rehazentrum
belegt. Beide haben separate Eingänge, doch
die Durchgänge sind immer offen. „Wir wollten
ein kooperatives Miteinander und Räumlichkeiten
gemeinsam nutzen“, so Jarasch. Daher
gibt es gemeinsame Zentralräume, große
offene Lounges, die für die Pause oder auch
Gespräche und selbst die Arbeit mit Patienten
genutzt werden – und eben den unkomplizierten
Austausch. „Die Kultur, die wir hier etabliert
haben, ist in beiden Firmen sehr ähnlich, wir
setzen auf ein hohes Maß an Eigenverantwortung
und Motivation. Wer damit gut umgehen
kann ist bei uns genau richtig. Das wird sehr
gut gelebt und eben auch über die Firmengrenzen
hinaus“, so Rolf Jarasch.
DOCH DER ANSPRUCH der Kooperationspartner
geht über die gute Patientenversorgung
im konkreten Fall hinaus. „Für uns
wird das Thema Wissensführerschaft immer
wichtiger“, betont Rolf Jarasch. Der digitale
Versorgungsprozess beginnt dabei schon mit
Aufklärungsarbeit vor dem ersten Kontakt mit
den Patienten; anschließend folgen eine klar
strukturierte Untersuchung sowie die individuelle
Beratung und Konfiguration, um mit den
Patienten die bestmögliche Lösung zu erarbeiten.
„Wir setzen aber auch neue Technologien
und Messverfahren ein, um ein optimales Versorgungsergebnis
zu erzielen und wertvolle
Zeit zu sparen.“ Beispielsweise ist die frühzeitige
Erkennung von angeborener Wirbelsäulenverkrümmung
entscheidend für den Behandlungserfolg.
Das in der Ottobock-Gruppe
entwickelte Symbrace macht die maximale Korrektur
sichtbar. „Wir digitalisieren das Ergebnis
und entwickeln im Expertenteam, das an unterschiedlichen
Standorten sitzt, das optimale
Hilfsmittel bei optimalem Zeitmanagement.“
„Daher ist Wissenstransfer auch so ungemein
wichtig“, ergänzt Weimer. „Und das
nicht nur für die Patienten, sondern auch für
deren Angehörige, die ja in gewisser Weise
mit betroffen sind.“ Im Rehazentrum Junge
legt man daher einen sehr großen Wert auf
Aufklärung. „Wir wollen die Patienten zu ihren
eigenen Experten machen, damit sie selbstbestimmt
weiter an sich arbeiten können, auch ‣
PROFIL
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PROFIL
um Folgeschäden zu vermeiden, wenn Rehamaßnahme
und Nachsorge beendet sind.“
ZWEIEINHALB JAHRE im Sartorius-Quartier
sind noch keine lange Zeit, dennoch hat sich
die Kooperation in der Neuro-Reha schon einiges
an Meriten verdient. „Ein wichtiger Faktor
ist das Vertrauen der Ärzte, das wir uns erworben
haben“, so Jarasch. „Wir haben noch nie
so viele Ärzte und Therapeutenfortbildungen
gehabt wie im letzten Jahr.“ Auch werden gemeinsam
Lösungsansätze gesucht, „auf Augenhöhe“.
Vom reinen Leistungserbringer ging
die Entwicklung hin zum kooperativen Partner
der Medizin; die Zeiten, in denen man nur ein
Rezept einlöste, sind lange vorbei.
„Es geht für uns auch darum, wie wir uns in
Forschung und Lehre einbringen können“, sagt
André Weimer. Das sind gemeinsame Projekte,
aber auch die Betreuung von Praktika oder
Abschlussarbeiten für Studenten aus verschiedenen
Studiengängen. Das macht Ottobock
genauso. „Es ist eine enge Verzahnung mit verschiedenen
Studiengängen entstanden“, sagt
Rolf Jarasch. So profitieren alle davon – die Unternehmen,
die auf diese Art Nachwuchskräfte
gewinnen, und die Studenten, die wichtige Praxiserfahrung
auf hohem Niveau bekommen. Für
diesen Fachbereich ist es nicht so einfach, geeignete
Fachkräfte zu gewinnen, betont André
Weimer, aber gerade die Zusammenarbeit mit
Ottobock hat eine Kombination geschaffen, die
es in der fachlichen Breite nur selten gibt und
das macht den Standort sehr attraktiv.
ABER AUCH BEIM PATIENTEN kommt das
an. Von einer Vertrauen schaffenden Atmosphäre
spricht Jarasch, die für die Patienten
aus aller Welt hier entstanden ist. „Nationale
oder internationale Patienten, die vor ihrem
Termin anreisen oder während ihrer Therapie
vor Ort sein müssen, können auch direkt im
Quartier wohnen. Die sehen dann die unterschiedlichen
Institutionen aus Therapie
und Hochschulen nebeneinander, das weckt
ein großes Vertrauen.“ Das ist das Feedback
zahlreicher Besucher. Dazu trägt auch bei,
dass sich das Geschäft mit der Orthopädietechnik
deutlich gewandelt hat: vom staubig-schmutzigen
Werkstattimage zu einem
privaten, warmen Rahmen, der sich in der
Einrichtung widerspiegelt. Die ist auf viele
Bedürfnisse ausgerichtet und verfügt im Bereich
für die internationalen Kunden selbst
über Gebetsteppiche und Markierungen, die
nach Mekka zeigen.
„Wir sind in einer sehr hohen Geschwindigkeit
gestartet, um das Angebot der ambulanten
Neuro-Reha und der Neuroprothetik
sowie den ganzen Bereich Nachsorge zu
etablieren“, sagt André Weimer. „Aber die
Entwicklung geht weiter.“ Im Rehazentrum
beispielsweise wird derzeit am Aufbau von digital
unterstützten, auch hybriden Reha-Angeboten
in der Nachsorge gearbeitet, damit Patienten
mit einer weiten Anreise oder solche
mit knappen zeitlichen Ressourcen die Therapieangebote
wahrnehmen, obwohl sie ggf.
nicht vor Ort sein können. Quantitativ soll die
Zahl der Reha-Therapieplätze von 20 auf bis
zu 30 steigen. „Darüber hinaus sind wir Pilot
für Projekte zu Neuentwicklungen und Verbesserungen
in der Therapie, konkret etwa ein
System zur Unterstützung der Gangschule
mit externen kognitiven Reizen am Laufband
(GaitBetter-System), das auf dem europäischen
Markt eingeführt werden soll.“
OTTOBOCK BLEIBT natürlich ebenfalls nicht
stehen. „Eines unserer Zukunftsprojekte ist
die vollständige Digitalisierung der Patientenführung.
Da werden wir Ende des Jahres
ankommen“, sagt Rolf Jarasch. Aber auch
die Wissensführerschaft soll ausgebaut werden
und das im Bereich der Versorgungstechnologien
mit dem Rehazentrum Junge
zusammen. „Doch eines der wichtigsten
Projekte ist die Kinderfrüherkennung.“ Zähne
etwa werden bei Kindern schon genau
angeschaut, „aber skelettale Fehlentwicklungen
frühzeitig zu erkennen, da sind wir noch
nicht gut genug“. Deswegen arbeitet Ottobock
gemeinsam mit der Politik und den
Kostenträgern daran, die Aufmerksamkeit
für das Thema zu erhöhen.
Was hier am Gesundheitscampus passiert,
hat Ottobock und dem Rehazentrum Junge
bereits einiges an überregionaler Aufmerksamkeit
eingebracht. Immer wieder kommen
Interessierte hierher, um von den gemachten
Erfahrungen zu lernen. „Nicht nur aus diesem
Grund“, so Weimer: „Was wir hier gestartet
haben, war eine exzellente Idee.“
Mobil nach Amputation mit Hilfe der Experten von OttoBock und Rehazentrum Junge
Rehazentrum Junge im Sartorius Quartier
Annastraße 33
37075 Göttingen
Tel. 0551 3838 57 40
reha-annastrasse@rehazentrumjunge.de
info@rehazentrumjunge.de
mensch
Ich bin
eigentlich
ein Räuber!
Im Gespräch erklärt der faktor-Fotograf der ersten Stunde,
was seine Arbeit so besonders macht und warum er es liebt,
die Region in Bildern darzustellen.
TEXT STEFAN LIEBIG FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
3 |2025 121
mensch
Dank seines Auges für das große Ganze und
die kleinen Details kennen faktor-Leser ihre
Region. Er verkörpert ein wichtiges Element
der faktor-Erfolgsgeschichte: Denn das Entscheidermagazin
ist neben interessanten Texten vor allem
für seine erstklassigen Fotos bekannt. Auf diesen
Bildern zeigt der außergewöhnliche Fotograf, der seit der
ersten Ausgabe nicht aus dem Redaktionsteam wegzudenken
ist, immer wieder Aspekte von Menschen, Veranstaltungen,
Unternehmen und Produktionsstätten, die
den meisten anderen wohl entgangen wären.
ALCIRO THEODORO DA SILVA will die Menschen kennenlernen,
die er fotografiert oder deren Arbeit er ablichtet.
Was er nicht so schätzt: selbst im Zentrum des
Interesses zu stehen. So kostet es einige Überzeugungskraft,
ihn zu diesem Beitrag zu überreden. Doch die ganze
Redaktion lässt nicht locker: Ciro – wie er überall genannt
wird – gehört einfach ins Jubiläumsheft! Der Autor
dieses Beitrags blickt dabei zudem darauf zurück, dass
Ciro zu seinen ersten Bekanntschaften in Göttingen gehört:
Gemeinsam kickte man Mitte der 1990er-Jahre auf
dem ‚Iffel‘-Fußballplatz und hatte über die Jahrzehnte
immer wieder Kontakt. Es entstand eine Freundschaft,
und ungezählte Beiträge wurden gemeinsam umgesetzt.
Was allerdings im Rahmen dieses Interviews zur Sprache
kam, ließ die Kinnlade des Interviewers das ein oder
andere Mal ungläubig herunterklappen. Wenn es auch
nicht zum Fokus dieses Gesprächs gehört, so sei das, was
er in mehreren Stunden so fesselnd erzählt hat, hier doch
kurz angerissen: Der seit Jahrzehnten in Deutschland lebende
Brasilianer aus Braganca Paulista im Bundesstaat
Sao Paolo lernte Europa nach seinem betriebswirtschaftlichen
Universitätsabschluss in den späten 1970er-Jahren
als Tramper kennen und seine mitreißenden Reiseetappen
könnten problemlos gleich mehrere Reisebücher füllen.
DER DAMALS 22-JÄHRIGE wollte Europa kennenlernen
und reiste zunächst nach England, da der Musiker die
britische Rockmusik, das europäische Kino und die
Kunst sehr viel mehr schätzte als die US-amerikanische,
zu denen es viele seiner Landsleute zog. Und es war eine
gute Entscheidung. Zusammen mit einem guten brasilianischen
Freund flog er nach London. Zu ihm hat er noch
heute regelmäßigen Kontakt, und bei der Reise mit ihm
lernte er damals auch seine Frau Christina kennen. Sie
und ihr Studienplatz in Göttingen sind die Hauptgründe
dafür, dass er noch heute hier lebt und fotografiert.
Aber das Thema hier soll natürlich Ciros Arbeit für den
faktor sein ...
Was macht die zwei Jahrzehnte aus, die du für faktor
fotografierst?
Improvisation! Meistens kenne ich die Menschen und
Orte nicht, die ich fotografieren soll – nichts ist vorhersagbar.
Daher ist es dann oft spannender als vorher gedacht
und es kommt trotz Vorausplanung viel auf Improvisation
an.
„Es ist wie Kochen ohne Rezept“
Worauf kommt es vor Ort an?
Ich habe kein System, aber ich muss Entscheidungen
treffen. Es ist wie Kochen ohne Rezept. Die Zutaten sind
Personen, Räumlichkeiten, Hintergründe, Licht, Wetter.
Darauf kommt es bei einem guten Foto an. Manchmal
kommt auch noch Zeitdruck hinzu – das hilft nicht, aber
ich muss damit leben. Ich muss schnelle Entscheidungen
treffen und umsetzen, was ich in dieser Situation für
richtig halte: welche Einstellung und Klick …
Das Resultat soll ein gutes Bild sein – welche Rolle
spielt der Kontext des Beitrags?
Interpretation und Freiheit: Bei Redaktionsbeiträgen habe
ich mehr Freiheit bei der Umsetzung, kann meine Interpretation
einbringen. Anders als wenn ich ein Foto machen
soll, bei dem die Aussage von vornherein festgelegt
ist. Gleich ist aber: Es soll ein gutes Foto sein. Also muss
ich die Gegebenheiten berücksichtigen und Störfaktoren
ausblenden. Die Situation wird immer entscheidend sein.
Was können das für Störfaktoren sein?
Ein zu kleiner Raum, schlechtes Licht, unpassendes Wetter
… All das, was nicht zur Aussagekraft des Bildes beiträgt.
Es geht darum, etwas ‚dazwischen‘ zu finden, was
mich fesselt – was mich lenkt. Denn das Wesentliche eines
Motives ist oft klein, und einen Meter daneben kann
es schon langweilig sein.
… und wie ist das mit Personen, denen du beim Fototermin
häufig erstmals begegnest?
Oft ist der Kontakt nur kurz. Menschenkenntnis ist dabei
sehr wichtig: Ich möchte die Persönlichkeit erfassen.
Aber ich würde nie behaupten, dass ich darin ein Meister
bin. Es sind meine persönlichen Eindrücke dieser ‣
122 3 |2025
mensch
Person in dieser sehr kurzen Zeit, die wir teilen. Ich beurteile
daher die Fotos oft anders als andere Betrachter
oder die fotografierten Personen selbst.
„Ich breche nie ein Gespräch
wegen Zeitmangels ab“
Worauf achtest du besonders?
Die Ausstrahlung ist wichtig – du kannst nur fotografieren,
was dir die Person vor der Kamera gibt. Ich will den
individuellen Charakter im richtigen Moment einfangen.
Wenn ich meine, ihn entdeckt zu haben, lege ich
mich auf die Lauer. Ich bin eigentlich ein Räuber!
Was unterscheidet deine Fotos von denen der anderen
Fotografen, die sicher auch einen solchen individuellen
Anspruch haben?
Jeder interpretiert den Moment anders, und oft macht der
Unterschied von einer Tausendstelsekunde schon einen
wichtigen Unterschied für das Foto. Hinzu kommt, dass
jeder Fotograf nach seiner Vorstellung belichtet. Meine
Fotos sind streng genommen zu 95 Prozent falsch belichtet
– zumindest, wenn man das mit den automatisch berechneten
Kamerawerten vergleicht. Aber das ist dann
eben die individuelle Handschrift von jedem.
Mimik und Gestik spielen eine wichtige Rolle. Wir waren
bei vielen gemeinsamen faktor-Terminen und ich
war nicht selten überrascht, wie viel Zeit du dir für ein
Porträtfoto nimmst. Was passiert da?
Viele behaupten, sie mögen es nicht, fotografiert zu werden.
Aber niemand ärgert sich, meine ich, über ein gutes
Foto von sich. Wie gesagt, die Personen geben mir das
Bild – ich mache nur Klick. Das kann aber manchmal ein
bisschen dauern. Nicht selten stehen die Fotografierten
unter Zeitdruck. Ein schönes Gespräch oder ein lockerer
Spruch kann helfen, die Situation aufzulockern. Ich breche
übrigens so gut wie nie ein Gespräch wegen Zeitmangels
ab. Ich will einfach ein gutes Foto! So kommt
das Besondere an einer Person zum Vorschein.
Mitunter stehst du aber selbst unter Zeitdruck!
Ja, in der Redaktion sind nicht immer alle begeistert,
wenn ich kurz vor Redaktionsschluss immer noch kein
Bild habe, weil ich auf das passende Wetter für eine
Außen aufnahme warte – dank meiner brasilianischen
Mentalität lasse ich mich aber nicht hetzen! (lacht)
Hast du Lieblingsfotos – sowohl von dir gemachte als
auch von bekannten Kollegen?
Klar, sowohl von mir als auch von Kollegen, berühmte
oder weniger berühmte, die deswegen auch nicht schlechter
sind. Ich freue mich über die gute Arbeit vieler Fotografen
und habe auch eine große Anzahl von Büchern, die
ich immer wieder anschaue und die mich inspirieren –
und was Fotos von mir angeht: Ich freue mich immer,
wenn mir ein Bild gelingt, das mir selbst gefällt.
„Ich denke in Fotografie“
Wie bist du überhaupt an die Fotografie gekommen,
und was fasziniert dich nach so vielen Jahren immer
noch daran?
Wir haben in Brasilien als Kinder auf der Straße Fußball
gespielt. Der Vater eines Kindes war Foto graf und hatte ein
Fotogeschäft in dieser Straße. Ab und zu durften wir in
die Dunkelkammer gehen und mit Filmen und Entwicklungsdosen
spielen – nichts Ernstes. Ich habe erst in Europa
angefangen, zu fotografieren. Ich wollte immer Zeichnen,
bekam aber keinen Kreis hin. Die Foto grafie erlaubt mir,
Bilder zu malen, ohne dass ich merke, dass ich nicht malen
kann. Und dann habe ich noch gemerkt, wie viel Spaß
es mir macht, die Gefühle der Menschen auf diese Weise
zu erleben und festzuhalten. Ich denke in Fotografie!
Lieber Ciro, wir danken dir für deine tollen Fotos und
dass du dich zu diesem Gespräch hast überreden lassen!
3 |2025 123
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PROFIL
Teilnehmende des Mentor Match Programms:
Unternehmerische Expertise trifft auf Start-up-Innovation.
Mit ‚Mentor Match’
Synergien schaffen
Vernetzung von etablierten Unternehmen und
Start-ups in der Region Göttingen für interdisziplinären
Austausch und nachhaltige Innovation
Das Programm Mentor Match,
ins Leben gerufen von der IHK
Hannover Geschäftsstelle Göttingen
und der Göttinger Life Science Factory,
verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Etablierte
Unternehmerinnen und Unternehmer aus der
Region mit wis senschaftlichen Start-up-Gründungsteams
zu vernetzen. Beide Organisationen
verfügen über gezielte Netzwerke und
Kontakte, sei es im Bereich Start-up oder
Unternehmen, und die Synergieeffekte sind
beinahe offensichtlich. Start-ups profitieren
von den etablierten Unternehmen durch
Wissenstransfer in Berei chen wie Prozessoptimierung,
Skalierung, Branding und HR.
Gleichzeitig erhalten die Unternehmer Einblicke
in neuartige Innovatio nen, Methodiken
und Technologien, die von Start-ups erforscht
und angewandt werden. Der interdisziplinäre
Austausch und die branchenübergreifende
Vernetzung sind gewollt und bieten einen
hohen Mehrwert.
Ein Beispiel ist das Start-up GliTTher und das
regionale Unternehmen Sabeu. GliTTher widmet
sich der Entwicklung einer patientenbezogenen
Methode zur Bekämpfung von
Krebszellen und Tumoren. Ihre Vision, neuartige
Lösungen für die personalisierte Krebstherapie
bereitzustellen, trifft auf ein breites
Spektrum an Branchenkenntnissen der Sabeu
GmbH, einem Anbieter von Filtermembranen
und Kunststoffkomponenten, die unter anderem
im Bereich der Lebenswissenschaften
Anwendung finden. „Die Überschneidungen
in den Fachgebieten sowie die klar definierten
Bedarfe beider Unternehmen boten eine ideale
Grundlage für dieses gezielte Mentoring“,
erklärt Irina Reimer, Venture Managerin der
Life Science Factory.
„Dieses erste Mentoring-Gespräch markierte
den Beginn einer vielversprechenden Initiative,
die darauf abzielt, Wissen zu teilen, Potenziale
zu erschließen und Brücken zwischen Start-ups
und etablierten Unternehmen zu schlagen“,
sagt Christian Grascha, Stellvertretender
Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover und
Leiter der Geschäftsstelle Göttingen.
Ein Jahr nach der Pilotphase soll das Programm
nun einer breiteren Zielgruppe geöffnet
werden, und eine Netzwerkveranstaltung
ist für den 1. Oktober 2025 in den
Event-Räumlichkeiten der Life Science Factory
geplant. „Wir freuen uns auf weitere Matches
und bereichernde Dialoge, die das Mentor
Match Programm in den kommenden Monaten
prägen werden“, betonen beide Seiten.
Mit diesem Auftakt sind die Initiatoren zuversichtlich,
einen wichtigen Beitrag zur Förderung
von Innovation und Zusammenarbeit in
der Region zu leisten.
DAS KONZEPT des Programms basiert auf
einem gezielten Matching, bei dem jeweils ein
Mentor mit einem Start-up ausgewählt und
zusammengeführt wird, um einen langfristigen
Austausch zu ermöglichen und diesen
genau auf die Bedarfe und jeweiligen Expertisen
anzupassen. Vor einem Jahr startete das
Programm als Pilotprojekt mit einer Kick-off-
Veranstaltung in der Life Science Factory, die
von über 60 Teilnehmenden gut besucht wurde.
Seitdem sind langfristige Mentoren-Beziehungen
zwischen Unternehmen und Startups
entstanden. Die Gespräche reichen von
strategischen über rechtliche Themen bis hin
zu operativen Prozessdiskussionen.
Erstes ‚Match’ zwischen Start-up und
Mentor, v. l. n. r.: Virginie Clément-Schatlo
(Start-up GliTTher), Dennis Benkmann
(Geschäftsführer Sabeu), Adrian Mundt
(IHK Geschäftsstelle Göttingen)
Christian Grascha
Stellvertretender Hauptgeschäftsführer
Leiter der Geschäftsstelle Göttingen
Beauftragter digitale Transformation /
Chancen für Politik & Unternehmen
Industrie- und Handelskammer
Hannover
Geschäftsstelle Göttingen
christian.grascha@hannover.ihk.de
@GWG
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Das erste Expeditionsteam
im Basiscamp
PROFIL
LIGA nachhaltige Betriebe
Anfang Juni startete das neue südniedersächsische Unternehmensnetzwerk
für nachhaltiges Wirtschaften.
Anfang Juni begann mit dem ersten
Basiscamp für fünf Unternehmen aus
Südniedersachsen die Expedition in
eine nachhaltige Zukunft. An drei Tagen konnten
die Teilnehmenden in Workshops, Übungen
und Vorträgen ihr Fachwissen erweitern
und Werkzeuge an die Hand bekommen, um
ihr Unternehmen nachhaltig und zukunftssicher
aufzustellen. Das erste Expeditionsteam
bilden die Zimmerei Diedrich, BG Göttingen,
Streichardt & Wedekind (SWA), Hotel Freizeit
In und der Hogrefe Verlag.
Die Bandbreite der Themen, die durch Fachexperten
vermittelt wurden, reichte von der
Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie
und eines Nachhaltigkeitsberichts über Energiemanagement
und Energieeffizienz im Gebäude
und Prozessen bis zur Analyse der eigenen
Lieferketten, der Beschaffungsprozesse
und dem betrieblichen Mobilitätsmanagement.
MIT DIESEM RÜSTZEUG starten die Unternehmen
nun in das Unternehmensnetzwerk
der Liga nachhaltige Betriebe, können auf
Netzwerkveranstaltungen ihre Erfahrungen
mit anderen Mitgliedern teilen und auf Fachveranstaltungen
ihre Kompetenzen ausbauen.
Zusätzlich wird durch eine Baum-Patenschaft
über fünf Bäume pro Teilnehmer
17.500 Kilogramm CO₂ in saubere Luft umgewandelt
und die nachhaltige Aufforstung im
Nationalpark Harz unterstützt. So bleibt die
Artenvielfalt auch für kommende Generationen
erhalten.
Anfang November haben die nächsten südniedersächsischen
Betriebe die Möglichkeit
beim Basiscamp in die Liga zu starten.
Alle Informationen zur Liga findet ihr auf:
www.liga-nachhaltige-betriebe.de.
„Mit unserer Mitgliedschaft bekennen wir uns
noch deutlicher zu unserer Verantwortung für
eine nachhaltige Zukunft – ökologisch, sozial
und ökonomisch. Das Label der Liga ist für uns
dabei nicht nur ein Zeichen unseres Engagements,
sondern auch ein Ansporn, unseren Weg
konsequent weiterzugehen – für eine lebenswerte
Zukunft und eine nachhaltige Verlagswelt.“ –
Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG
Nils Andreae
Projektleiter Liga nachhaltige Betriebe
Unternehmensservice und Nachhaltigkeit
Tel. 0551 547 43-219
nils.andreae@gwg-online.de
@GWG
GWG Gesellschaft für
Wirtschaftsförderung und
Stadtentwicklung Göttingen mbH
Bahnhofsallee 1b
37081 Göttingen
www.liga-nachhaltige-betriebe.de
top-events
Höhepunkte
faktor lässt besondere Ereignisse in der Region
mit ausgewählten Impressionen Revue passieren.
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
126 3 |2025
top-events
Der KWP oder der Kaiser-Wilhelm-Park in Göttingen steht über die Region hinaus
für atmosphärische Open-Air-Konzerte. Bereits 1990 fanden hier Events statt, die
von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen anlockten. Hier zu sehen ist der Münster-Tatort-Pathologe
Jan Josef Liefers beim Auftritt 2006 zu sehen. Auch Manfred
Mann´s Earth Band, Fisher Z und viele andere Stars waren hier schon zu Gast.
3 |2025 127
top-events
Nacht des Wissens: Alle zwei Jahre öffnen Universität und Max-Planck-Institute in Göttingen
ihre Türen, um Forschung für alle erlebbar zu machen. Mitmachstationen, Live-Experimente
und Kinderprogramme machen Wissenschaft greifbar und am Ende geht man schlauer ins Bett
– oder direkt zur After-Science-Party. 25.000 Besucher im Jahr 2025 sprechen für sich ...
128 3 |2025
top-events
3 |2025 129
top-events
Literaturherbst: Seit seiner Gründung 1992 hat sich der Göttinger Literaturherbst
zu einem der führenden deutschen Literaturfestivals entwickelt, das
jedes Jahr über 20.000 Besucher anzieht. Die Lesungen finden an besonderen
Orten wie der Paulinerkirche oder dem Deutschen Theater statt, und
neben Bestseller-Autoren, wie hier Frank Schätzing in der Lokhalle, treten
auch internationale Literaturnobelpreisträger oder literarisch aktive Stars
aus der Musikszene auf.
130 3 |2025
top-events
Feuerwerk der Turnkust
Stellen Sie sich vor: Akrobaten fliegen durch
die Luft, während unten ein DJ auflegt – das
ist das Feuerwerk der Turnkunst. Fitnessstudio
danach? Überflüssig, weil man schon
beim Zuschauen ins Schwitzen kommt.
3 |2025 131
top-events
Jazzfestival – Göttingen swingt: Das traditionsreiche Festival bringt
seit fast fünf Jahrzehnten große Namen wie Nils Landgren, Brad
Mehldau, Klaus Doldinger oder – wie hier beim Auftritt 2023 zu sehen
– Marilyn Mazur auf die Bühne. Spielstätten sind neben der Lokhalle
auch kleinere Clubs, wodurch eine Mischung aus Großevent
und intimer Clubatmosphäre entsteht.
132 3 |2025
top-events
3 |2025 133
top-events
Die Anfänge der Gandersheimer Domfestspiele reichen bis in die 1950er-Jahre zurück. Die kreativ inszenierten Aufführungen finden alljährlich
von Mitte Juni bis Mitte August im größten Freilichttheater Niedersachsens statt und gehören zu den traditionsreichsten Festspielen Deutschlands.
Über 55.000 Zuschauer besuchen sie alljährlich. Hier zu sehen ist eine Szene aus ‚Der Name der Rose‘ (2022).
134 3 |2025
Unsere Energie für ein
gutes Miteinander
Begegnung braucht mehr als einen Ort – Begegnung braucht echte Wärme und
gute Energie!
Als Stadtwerke Göttingen setzen wir uns für
Lebensqualität in unserer Stadt ein – mit zuverlässiger
Strom- und Wärmeversorgung, sauberem Trinkwasser
und einem wachsenden Netz an Ladesäulen.
Unsere Leistungen schaffen die Basis für ein gutes
Miteinander – beim Stadtteilfest, bei der Arbeit,
zuhause oder am Marktstand. Wir sind ganz nah
und ganz da – als verlässlicher Partner im Alltag.
Zudem engagieren wir uns für Kultur, Bildung,
Vereine und den Zusammenhalt vor Ort.
Bis 2030 investieren wir über 130 Millionen Euro
in moderne Infrastruktur und smarte Lösungen.
Denn was Göttingen ausmacht, sind seine
Menschen. Und wir wollen, dass sie sich hier wohlfühlen
– heute und in Zukunft.
Alle Infos unter:
stadtwerke-goettingen.de
Vorfahrt für
unsere Nachfahren!
Nachhaltige Mobilität
für Göttingen.
nebenraum.io
top-events
Seit 1955 zieht die alle fünf Jahre
stattfindende documenta über eine Million
Besucher nach Kassel. Gezeigt wird internationale
Gegenwartskunst an ungewöhnlichen Orten.
136 3 |2025
top-events
3 |2025 137
top-events
Tour d’Energie: Wenn fast 5.000 Menschen gleichzeitig
in die Pedale treten, dann ist Göttingen für einen
Tag Radfahrermetropole. Bereits 19 Auflagen
sprechen da für sich. Ob 45 oder 100 Kilometer –
jede Strecke bringt Herausforderungen, Glücksgefühle
und gemeinsame Momente. Start ist morgens
in Göttingen, dann geht es durch die Stadt ins Umland
begleitet von Jubel und Musik. Für viele ist das
nicht nur ein normales Jedermannrennen, sondern
Sporterlebnis pur: Hier zählt neben dem Wettbewerb
auch Gemeinschaft, Sport und Freude an der
Leistung.
138 3 |2025
top-events
3 |2025 139
top-events
Das Straßentheaterfestival in
Holzminden begeistert die Besucher
seit 1990. Walking Acts
ziehen die Massen regelmäßig
in ihren Bann und beeindrucken
mit ihren Inszenierungen
in der Innenstadt.
140 3 |2025
Andere denken nach,
WIR DENKEN VOR!
Risikomanagement aus der Region – für die Region.
INDUSTRIE & GEWERBE
• Versicherungen für produzierendes Gewerbe,
Großhandel und Logistik
• Gewerbliche Versicherungen für Handel
und Handwerk
• Cyberversicherung, D&O-Versicherung
• Strafrechtsschutz
ENERGIE & ZUKUNFT
• Europaweite Photovoltaikabsicherungen
• Windparkabsicherungen
MITARBEITER & BENEFITS
• Experten für
betriebliche Krankenversicherung (bKV)
• Betriebliche Altersversorgung (bAV)
PRIVATE RISIKEN & FINANZEN
• Private Risiken
• Bankenunabhängige Geldanlage / Tagesgeld
Bezirksdirektion seit 1930
am Theaterplatz 6
Göttingen
Fon: 0551-58360
www.waterkamp.gothaer.de
Persönliche Betreuung und Schadenabwicklung
mit eigener Regulierungsvollmacht
PROFIL
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Jubiläumsfeier der Gesundheitsregion
mit Preisverleihung
Doppeltes Jubiläum bei der Gesundheitsregion
Göttingen/Südniedersachsen: 15 Jahre
Vereinsgründung und zehn Jahre als niedersächsische
Gesundheitsregion waren Gründe
für Gäste und Kooperationspartner sich Ende
August in der Alten Mensa zur Jubiläumsfeier
einzufinden. Minister Dr. Andreas Philippi hob
in seinem Grußwort die Bedeutung der Gesundheitsregionen
hervor und betonte die Relevanz
der geförderten Projekte in Südniedersachsen.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der
Gesundheitspreis Südniedersachsen durch
Landrat Marcel Riethig, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel
und Sozialdezernentin Anja Krause
verliehen. Schwerpunkthema für die Bewerbungen
war Gesundheit in Verbindung mit Nachhaltigkeit
und Resilienz. Preisträger sind die Männerrunde
des AWO Bürgertreffs, Duderstadt,
Das ZE Zentrum für
Entrepreneurship ist
seit dem Jahr 2010 für
die Gründungs- und
Innovationsförderung
der PFH Private Hochschule
Göttingen
verantwortlich. Die
vielfältige Arbeit steht
seither unter dem
Motto „Ideen und damit
Vertrauen in Bewegung
zu versetzen“ für
die „Third Mission“ der Hochschule, nämlich
unternehmerisches Denken und Handeln als
Zukunftskompetenz zu vermitteln und zu fördern.
Begründet und geleitet von Prof. Dr. Bernhard
H. Vollmar hat sich das ZE als Nachwuchsspezialist
bundesweit etabliert. Sie gehört zu
den Top 3-Adressen im nationalen Ranking des
Gründungsradars und ist niedersachsenweit
das Projekt „Gesund unterwegs – Nachhaltige
Mobilität im ländlichen Raum“ des Vereins Gemeinsam
für Spanbeck e.V. und drei Projekte
der Barmenia Gothaer Versicherung: Waldolympiade,
die Schulranzensammlung und eine
Baumpflanzaktion. Den Sonderpreis für CorporateVolunteering
ging an das Projekt #GoSenior.
Gesundheitsregion Göttingen/
Südniedersachsen
Bahnhofsallee 1B, 37081 Göttingen
Tel. 0551 54743292
www.gesundheitsregiongoettingen.de
15 Jahre ZE: Entrepreneurship im Zentrum
führend. Der eigene Entrepreneurship Education-Ansatz
setzt wichtige regionale Impulse im
Bereich der Frühsensibilisierung und -qualifizierung
in der Schule, der Start-up-Beratung und
in der Netzwerkarbeit im Rahmen gemeinsamer
Förderprojekte mit anderen Hochschulen, wie
SNIC, GOeFuture etc. Seit Anfang 2025 gibt es
unter Regie des ZE das PFH Forum Innovation
& Nachhaltigkeit als Innovationsschaufenster in
der Innenstadt.
PFH Private Hochschule Göttingen
ZE Zentrum für Entrepreneurship
Weender Landstraße 3-7, 37073 Göttingen
Tel. 0551 54700117
www.ze-pfh.de
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Jubiläen unserer
Region im Jahr 2025
PROFIL
faktor feiert sein 20-jähriges Bestehen und freut sich gemeinsam
mit den unten aufgelisteten Jubilaren der Region auf
viele weitere gemeinsame Jubiläumsfeiern und eine andauernd
gute Zusammenarbeit im südniedersächsischen und darüber
hinausgehenden Netzwerk:
Wir gratulieren
herzlich zu
20 Jahren .
Jens Düwel und Team,
Geschäftsführer, GWG mbH
10 JAHRE
Jan Hinrichs, LegendenWerk Auto.
Mobile. Kultur., Nesselröden
15 JAHRE
Gesundheitsregion Göttingen/
Südniedersachsen e.V., Göttingen
GoePaTec GmbH, Göttingen
ZE Zentrum für Entrepreneurship
der PFH, Göttingen
Bullerjahn, GustoDeluxe GmbH,
Göttingen
PMT – Volker Pauling Projekte -
Management, Training, Göttingen
20 JAHRE
Versicherungskontor, Osterode
Vital Spa, Freizeit In GmbH, Göttingen
25 JAHRE
Digitalagentur alto.de
New Media GmbH, Einbeck
30 JAHRE
Müller Personal und Organisationsentwicklung,
Kassel
Dino GmbH, Göttingen
35 JAHRE
VisiCon Automatisierungstechnik
GmbH, Gleichen
GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung
und Stadtentwicklung
Göttingen mbH
100 JAHRE
Willi Kreykenbohm Spedition
GmbH, Holzminden
Horst Medecke GmbH, Northeim
140 JAHRE
Carl Hasselbach GmbH & Co. KG,
Rosdorf
Wir
gratulieren!
www.gwg-online.de
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PROFIL
Marktführer in der Online-Nische,
digitaler Vorreiter im Handwerk
Ob im 55-jährigen Malerbetrieb Victor Stahl oder im vielfach ausgezeichneten Online-Shop MEINEWAND für hochwertige
Farben und Tapeten: Sebastian Stahl und sein Team setzen voll auf umfassenden Service für Kunden. Dafür treiben
sie die kontinuierliche Weiterentwicklung mit zielführender Digitalisierung voran.
TEXT TOBIAS KINTZEL
Fragt man die Google-KI, was das Besondere
am deutschen Handwerk
sei, fällt die Antwort sehr vage aus:
„Das Handwerk baut auf jahrhundertelang
weitergegebenem Wissen und Können
auf und verbindet traditionelle Techniken mit
modernen Technologien.“ Im Gespräch mit
Sebastian Stahl, der den 1970 gegründeten
Malerbetrieb Victor Stahl in Rüdershausen
und zudem den vielfach ausgezeichneten
Online-Store MEINEWAND für hochwertige
Tapeten und Farben führt, füllen sich diese allgemein
gehaltenen Aussagen mit Inhalt – und
sie bewahrheiten sich.
„Mit unserem Familienunternehmen sind wir
seit 55 Jahren in Südniedersachsen, Thüringen
und Nordhessen für Privat- und Gewerbekunden
aktiv“, sagt Sebastian Stahl, der die Victor
Stahl GmbH gemeinsam mit Enrico Kaufhold
in zweiter Generation führt. 50 Mitarbeiter
übernehmen heute sämtliche Maler- und Tapezierarbeiten,
Trockenbau, Bodenbelags- und
Parkettarbeiten. Wir haben uns über die Jahre
zu einem kompletten Ausbaubetrieb weiterentwickelt“,
erklärt Stahl. Fliesenarbeiten gehören
inzwischen genauso zum Portfolio wie die Sanierung
von Brand- und Wasserschäden, inklusive
Bautrocknung und vorheriger Leckage-Ortung.
In diesem Bereich bekam die Firma vor
Kurzem einen eher ungewöhnlichen Auftrag:
„Wir haben im Freibad Hundeshagen nach einem
Leck gesucht“, sagt Sebastian Stahl. „Dort
gab es über einen längeren Zeitraum einen
massiven Wasserverlust von etwa 90.000 Litern
pro Tag.“ Ein spezialisiertes Team aus einem
Taucher, einem Leckage-Orter und einem
Projektleiter konnte die problematische Stelle
an nur einem Tag genau lokalisieren und machte
damit die Reparatur und den weiteren Betrieb
des Freibades möglich.
Doch nicht nur die Fähigkeit, solche nicht
alltäglichen Aufträge zu erfüllen, unterscheidet
Victor Stahl von anderen Malerbetrieben.
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PROFIL
Tapete der belgischen Luxusmarke Arte
»...,dass das gesamte Team
offen für Innovationen und
die Weiterentwicklung
von Prozessen sei...«
„Wir wickeln alle großen und kleinen Projekte
ganzheitlich ab, unsere Kunden bekommen
alles aus einer Hand“, sagt Sebastian Stahl. In
der Region steht dafür ein Netzwerk aus langjährigen
Partnern zur Verfügung. „Wir koordinieren
alle beteiligten Gewerke.“
DIGITALISIERUNG MACHT DEN
UNTERSCHIED
Für die Projekt-Koordination nutzt der Handwerksbetrieb
das webbasierte Projektmanagement-Tool
Trello, das die Organisation von
Aufgaben und Projekten durch eine intuitive
visuelle Nutzeroberfläche und anpassbare Prozesse
vereinfacht. Mit einem auf Kärtchen basierenden
System können Arbeitsabläufe über
Checklisten, Fälligkeitsdaten und angehängte
Zusatzinformationen bearbeitet werden.
„Wir haben das zunächst für uns intern
eingeführt und über Tablets auch einen mobilen
Zugriff eingerichtet“, beschreibt Sebastian
Stahl. „So können Mitarbeiter zum Beispiel
noch auf der Baustelle ein sogenanntes
Ticket, also eine Aufgabe, mit einer Bestellung
an den Innendienst senden oder selbst
neue entgegennehmen.“ Das spare Zeit und
verbessere unter dem Strich den Service für
die Kunden, so Stahl. Dass heute auch Subunternehmer
auf Initiative seiner Projektleiter
an das Ticket-System angeschlossen sind, war
zunächst am Chef vorbeigegangen. „Ich habe
das erst mitbekommen, als der Heizungsbauer,
der bei mit zu Hause etwas repariert hat,
davon berichtete, dass er von uns ein Ticket
über Trello für die Aufgabe bekommen hat“,
sagt Stahl mit einem Lächeln.
Er sei froh, dass das gesamte Team offen
für Innovationen und die Weiterentwicklung
von Prozessen sei – auch durch zielführende
Digitalisierung. „Das trägt nicht nur mein
Co-Geschäftsführer Enrico Kaufhold mit. Alle
steuern Ideen bei.“ Um diesen aktiven Beitrag
der Mitarbeiter zu erhalten, sei es aus seiner
Erfahrung wichtig, alle Ideen zu diskutieren
und, wenn möglich, auch umzusetzen. „So
entsteht das Vertrauen, dass Engagement
Wertschätzung bekommt“, sagt Sebastian
Stahl. Digitalisiert hat das Unternehmen auch
den Aufbau und die Weitergabe von Knowhow:
Stahl und seine Mitarbeiter nutzen dafür
Confluence, eine webbasierte Lösung für
Wissensmanagement- und Kollaboration. „Wir
haben zuerst alle Prozesse dokumentiert. So
konnten wir Redundanzen erkennen und eliminieren“,
beschreibt er. Das mache Sinn, bevor
weitere digitale Lösungen eingeführt würden.
„Heute finden Mitarbeiter dort Beschreibungen
von internen Arbeitsprozessen, Sicherheitsinformationen
oder auch Verarbeitungsschritte
und -hinweise für Materialien.“ Auch die ‣
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PROFIL
Sebastian Stahl, Geschäftsführer der
Victor Stahl GmbH und Inhaber von
meinewand.com, vor einer Tapete des
jungen Londoner Designer-Tapetenlabels
House of Hackney
Wissensdatenbank ist mobil erreichbar. „So
können Fragestellungen auf der Baustelle
direkt geklärt werden, und die Arbeit kann
schnell weitergehen.“ Auch erstmals auftretende
Probleme können so für die spätere
Klärung festgehalten werden. „Wir bearbeiten
das im Nachgang, bauen eventuell nötiges
Wissen auf und überführen das sofort in einen
für alle zugänglichen Beitrag in der Datenbank“,
beschreibt Sebastian Stahl den Prozess
der kontinuierlichen Verbesserung.
MEINEWAND –
MARKTFÜHRER IN DER NISCHE
Auch beim Online-Shop für hochwertige
Farben und Tapeten, MEINEWAND, einem
Schwester-Unternehmen der Rüdershäuser
Victor Stahl GmbH, steht der bestmögliche
Service für Kunden im Vordergrund.
„Mit über 50.000 Produkten haben wir
einen der umfangreichsten, mehrsprachigen
Online-Shops für Wandgestaltung in Europa,
in Deutschland sind wir Marktführer“, erklärt
Sebastian Stahl stolz. Das Angebot umfasst
Tapeten und Wandbilder führender internationaler
Hersteller genauso wie die Kollektionen
kleiner, innovativer Designlabels. „Wir haben
unter anderem englische, französische und
skandinavische Hersteller im Programm.“
Edle Putze und Qualitätsfarben mit besonders
guten Verarbeitungseigenschaften und
außergewöhnlichen Farbton-Paletten sowie
passendes Zubehör für Wand-Projekte runden
das Angebot ab.
Dass dieses Angebot gut ankommt, beweist
ein Blick auf die Zahlen und die vielen
Auszeichnungen: 100.000 Zugriffe im Monat
verzeichnet der Webshop und dazu ein „kontinuierlich
zweistelliges Wachstum pro Jahr“.
Zu den vielfachen Auszeichnungen gehören
die Nennung unter den Trendshops 2025 von
COMPUTER BILD und Statista und die Bewertung
von Focus Money als Top-Online-Shop
im Bereich Tapeten.
Sebastian Stahl und Robin Kreide, Leiter
Online-Marketing bei MEINEWAND, sind
überzeugt, dass neben dem umfangreichen,
hochwertigen Sortiment vor allem der Service
für die Kunden zum anhaltenden Erfolg
ihres Online-Shops beiträgt. „Wir bieten regelmäßig
Blogbeiträge mit der Vorstellung
von Trends, Tipps für die Kombination von
Tapeten und Farben oder auch Interviews mit
Designern“, sagt Robin Kreide. Diese und andere
Informationen werden wöchentlich an
30.000 Newsletter-Abonnenten verbreitet.
Kunden, die noch konkretere Tipps haben
wollen, können Zoom-Calls mit Kai Bergen,
Raumausstattermeister und Leitung der Interior-Design-Beratung
des Webshops, buchen.
„Er sieht sich live die Räume der Kunden an
und kann direkt in die individuelle Beratung
einsteigen“, erklärt Kreide.
UM PROZESSE rund um den Webshop und
den Service weiterzuentwickeln, setzen Stahl
und das 15-köpfige Team von MEINEWAND
auch auf Künstliche Intelligenz. „Die Übersetzungen
unserer 50.000 Artikel im Shop übernimmt
KI“, sagt Sebastian Stahl. Mittlerweile
seien die Ergebnisse so weit vorangeschritten,
dass die anfangs notwendigen Mutter-
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Robin Kreide, Leitung Digitales Marketing bei meinewand.com
(l.), und Kai Bergen, Raumausstattermeister,
Leitung Interior-Design-Beratung bei meinewand.
com und der Victor Stahl GmbH, vor der ikonischen
Midcentury-Tapete Woods von Cole & Son
PROFIL
Tapete der schwedischen Marke Studio Lisa Bengtsson
sprachler zur Kontrolle nicht mehr gebraucht
würden. Auch im direkten Kontakt mit den
Kunden spielt KI eine Rolle: Der rund um die
Uhr erreichbare Chatbot Wanda beantwortet
Kundenfragen. Wanda erklärt zum Beispiel,
wie mit einfachen Mitteln Lücken zwischen
Tapetenbahnen geschlossen werden können
oder welche der Marken im Shop für großflächige
Motive bekannt sind. Für die Beantwortung
der Fragen greift die KI auf eine Wissensdatenbank
zu, in der Stahl, Kreide und die
Mitarbeiter das geballte Wissen in Beiträgen
gesammelt haben und die regelmäßig mit
neuen Informationen aktualisiert wird. „Kommen
Fragen auf, zu denen keine Antwort vorhanden
ist, bauen wir das Know-how auf und
schreiben entsprechende Beiträge, die wir als
Blog veröffentlichen und in der Datenbank für
Wanda hinterlegen“, erklärt Sebastian Stahl.
So wollen er und sein MEINEWAND-Team
dazu beitragen, dass der Webshop noch erfolgreicher
wird und sich immer mehr Menschen
Anregungen für die Gestaltung ihrer Wände holen.
„Deutschland ist bei der Wandgestaltung
noch ein Entwicklungsland, andere sind da in
der Farb- und Musterwahl deutlich weiter und
mutiger. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.“
Victor Stahl Malermeister GmbH
MEINEWAND
Hopfenhof 7
37434 Rüdershausen
Tel. 05529/919970
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Bad Sachsa / Harz
mensch
20 prägende
PERSÖNLICHKEITEN
Südniedersachsen lebt von den Ideen besonderer Persönlichkeiten.
Wir stellen auf den folgenden Seiten Menschen vor, deren
Wege die des faktor immer wieder gekreuzt haben. Natürlich
gab es weit mehr Persönlichkeiten, die unserer Region ihren
Stempel aufgedrückt haben, und so kann diese Auswahl nur
exemplarisch für die Top-Entscheider Südniedersachsens stehen.
Wir beginnen mit einem ausführlichen Porträt eines Menschen,
der nicht müde wird, sich für seine Ideen und seine Heimat einzusetzen.
Im Anschluss an diese eindrucksvolle Story würdigen
wir kurz und bündig 19 weitere außergewöhnlich engagierte
Menschen, denen wir in den vergangenen beiden Jahrzehnten
immer wieder begegnet sind und über die wir viele spannende
Erfolgsgeschichten erzählt haben – fotografiert von Alciro
Theodoro da Silva.
3 |2025 149
mensch
150 3 |2025
mensch
Der alte Mann
UND DAS DORF
Karl-Heinz Rehkopf blickt auf ein Lebenswerk zurück. Mit Tedox
und dem PS.Speicher hat er die Region nachhaltig geprägt und
verändert. Bei all dem Trubel um seine Person und trotz bald 90
Lebensjahren im Köfferchen steckt in ihm immer noch viel von
dem aufgeweckten Jungen, der vom Dorf kam und dies nie ganz
abstreifen will.
3 |2025 151
mensch
» Erfolg – unbehindert
von Fachwissen«
TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE MARCO BÜHL
Wenn Karl-Heinz Rehkopf durch die Hallen seines
Lebenswerks schreitet, dann tut er das
nicht wie ein Museumsdirektor, sondern bewegt
sich wie ein Kind im Spielzeugladen. Da glänzen
seine Augen bei einer alten NSU Quickly, da streicht er
zärtlich über die Haube eines Hanomag, woanders
bleibt er stehen, um einem Besucher eine Anekdote über
seine erste Victoria, Baujahr 1938, zu erzählen. Die
durfte er auf einer Fahrradausfahrt der Schulklasse benutzen,
weil er angeblich kein Fahrrad besaß und ihm
angeblich auch niemand eins leihen konnte, weil er in
Wahrheit die Klassenkameraden die Harz-Berge hochziehen
wollte. Rehkopf ist kein Verwalter von Geschichte
– er ist ihr leidenschaftlicher Erzähler. Und das Museum,
das seinen Geist bewahrt, ist weit mehr als eine
Sammlung von Motorrädern, Autos und Kuriositäten.
Es ist eine Hommage an ein gelebtes Leben.
Geboren 1936 in Fredelsloh, keine 20 Kilometer von
Einbeck, hätte das Leben von Karl-Heinz Rehkopf auch
einen ganz anderen Verlauf nehmen können, weil er
durch einen Zufall in Niedersachsen und nicht in
Hasselfelde/Harz in der späteren DDR, aufwuchs.
Die Nachkriegsjahre waren hart, das Wirtschaftswunder
noch ein ferner Traum. Und Luxus bestand allenfalls
mal aus einem Paar neuer Schuhe. Doch Rehkopf, der
Sohn des Leiters einer kleinen Molkerei, entwickelte
früh einen unstillbaren Hunger nach Bewegung, nach
Mechanik, nach technischen Tüfteleien.
SEIN ERSTES MOTORISIERTES GEFÄHRT war eine gebrauchte
100-Kubik-Victoria, die er sich in den
1950er-Jahren mit viel Sparsamkeit und Jobben, beispielsweise
am Fredelsloher Töpferei-Brennofen, erarbeitete.
Dass aus diesem jugendlichen Traum einmal
eine der größten privaten Fahrzeugsammlungen und das
größte Oldtimer-Museum Europas entstehen würde –
daran war damals absolut nicht zu denken. ‣
152 3 |2025
mensch
Wenn Karl-Heinz Rehkopf anfängt zu reden, dann reiht sich Anekdote an Anekdote: Bald 90 Jahre Lebensgeschichte bieten einen reichen Quell für Amüsantes.
3 |2025 153
mensch
Einer von Rehkopfs neuesten Streichen:
die etwas andere Visitenkarte, gedruckt
auf das Modell eines alten VW Bulli.
SEIN BERUFLICHER WEG war dabei so bodenständig
wie sein Wesen. Rehkopf ist kein Mann des Glamours,
sondern der Heimat und des Machens, der Gelegenheiten
genutzt hat, wo immer sie sich ihm geboten haben – oder
er hat sie einfach selbst geschaffen. Seine Karriere als
Selbstständiger begann 1961 in Elliehausen mit der
Übernahme eines Tante-Emma-Ladens – ohne kaufmännische
Ausbildung. Es ging darum, seine junge Familie
zu ernähren und sein begonnenes BWL-Studium fortsetzen
zu können. 1972 gründete er gemeinsam mit einem
Freund und mit seiner Familie die Teppich-Domäne
Harste, mitten auf dem Land in einem alten verlassenen
Gutshof, ohne eine Ahnung von der Branche zu haben.
Aus der Gründung wuchs eine Handelskette mit heute
3.000 Beschäftigten und mehr als 120 Filialen, die unter
dem Namen Tedox-Renovierungs-Discounter deutschlandweit
bekannt ist. Weil ihn anfangs deutsche Zulieferer
auf Druck von großen Mitbewerbern vom Markt
verdrängen wollten, kaufte er einen Hubschrauber, natürlich
gebraucht, um damit im europäischen Ausland
Waren einzukaufen. Und weil er diesen nach Ende der
Blockade für den Einkauf nicht mehr benötigte, gründete
er dafür einen Hubschrauber-Rettungsdienst, ohne
Erfahrung in der Luftfahrt- oder Rettungsbranche zu
haben. „Erfolg durch keine Ahnung und unbehindert
von Fachwissen“, nennt Rehkopf das schmunzelnd.
ABER REHKOPF NUTZTE SEINEN SINN für das, was
Menschen wirklich brauchen – und wie man es ihnen bezahlbar
anbietet. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten:
Tedox expandierte, wurde zum Inbegriff für günstige
Wohnraumausstattung und machte Rehkopf zu einem
erfolgreichen Unternehmer. Doch Reichtum war nie seine
Motivation – es war immer das ‚Machen‘, das ihn antrieb.
Während andere in der zweiten Lebenshälfte ihre
Yachten polieren oder Golf spielen, begann Rehkopf mit
Herzblut, Oldtimer zu sammeln. Alte Motorräder, Autos,
Fahrräder, Traktoren, zunächst aus nostalgischer Liebe,
später mit visionärem Weitblick. Die Sammlung wuchs,
platzte bald aus allen Nähten. Rehkopf dachte groß: Ein
Museum musste her, um die Öffentlichkeit daran teilhaben
zu lassen. Keine edlen Ausstellungsräume, sondern
Orte der Begegnung, des Staunens, der lebendigen
Geschichte, in einfach hergerichteten Lagern und Hallen.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau, einer diplomierten
Kunsthistorikerin, plante er in Einbeck den PS.Speicher,
der 2014 eröffnete. Der PS.Speicher ist ein Erlebnismuseum
für Mobilitätsgeschichte in einem liebevoll sanierten
ehemaligen Kornspeicher, das inzwischen auf
25.000 Quadratmeter an sechs über die Stadt verteilten
Standorten angewachsen ist. Die gemeinnützige Stiftung
PS.Speicher, die die Rehkopfs zur Trägerschaft ins Leben
rief, soll das Projekt langfristig sichern. Rund 40 Millionen
Euro hat Rehkopf der Stiftung bisher vermacht und
unterstützt sie auch weiterhin.
„Ich wollte etwas von meinem Erfolg an die Öffentlichkeit
zurückgeben“, sagt er bescheiden – ein Satz, der bei
anderen wie PR klingt, bei ihm aber ehrlich wirkt. Denn
der PS.Speicher ist nicht nur ein Museum, sondern ein
Bildungshaus, ein Erlebniszentrum, ein Ort für kleine und
große Träume auf Rädern. Und Rehkopf ist dort nicht
einfach der Gründer, er ist immer noch das schlagende
Herz, ein Spiritus Rector, der sich für eine Presse-Geschichte
in zeitgenössische Garderobe wirft und die Benz Victoria,
Baujahr 1894 und damit das älteste in Deutschland
zugelassene, TÜV-geprüfte Automobil, fährt – wenn auch
nur bei Tageslicht, weil die kerzenbetriebenen Scheinwerfer
nicht durch die Zulassung gekommen sind.
DABEI BLIEB ER IMMER DER MANN mit dem leicht
verschmitzten Lächeln. Der Erfolg hat ihn nie eitel gemacht.
Wer ihn kennt, weiß: Rehkopf trägt lieber Cordhosen
als einen Maßanzug und fährt einen gebrauchten
Mittelklassewagen.
Natürlich ist sein Lebenswerk inzwischen auch politisch
und kulturell anerkannt. Der PS.Speicher wurde
vielfach ausgezeichnet, Rehkopf selbst erhielt zahlreiche
Ehren – unter anderem das Bundesverdienstkreuz, das
Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen und, als erster
Träger überhaupt, die Ehrenbürgerschaft in Form des
Ehrenringes der Stadt Einbeck, der offenbar extra für ihn
geschaffen wurde. Doch viel wichtiger sind ihm die
Kinder, die mit leuchtenden Augen durch die Ausstellung
laufen – und die alten Männer, die sich wieder wie 18 ‣
154 3 |2025
EMBRACE THE IMPOSSIBLE
Dunkel, dramatisch und atemberaubend dynamisch:
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wissen
fühlen, die Motorradgruppe aus Schweinfurt, „deren
Leithammel vorneweg geht und im Eingangsbereich angesichts
der Flut von Motorrad-Oldtimern ein total begeistertes
‚Ach du Scheiße!‘ ausruft“, wie Rehkopf genüsslich
erzählt. Sein angesammeltes PS-Blech verschafft anderen
ein spannendes, außergewöhnliches Erlebnis.
WAS WIRD VON IHM BLEIBEN? Was macht man, wenn
man sein Lebenswerk mit einem Ausrufezeichen versehen
hat? „Ich werde mich irgendwann pensionieren“, sagt
der bald 90-Jährige alle Jahre wieder. „Eigentlich wollte
ich das ja erst im Alter.“ Im Klartext: Er macht einfach
weiter. Hat er eine Woche keine neuen Ideen, macht sich
seine Frau Sorgen um ihn.
Der Karl-Heinz, er ist ein Hans Dampf in allen Gassen,
scheint es. So hat er sich nebenbei auch dem Erhalt von
Baudenkmälern verschrieben, etwa einer fast verfallenen
Burg in Westfalen. Für seine Oldtimer-Sammlung saniert
er Einbecker Industrie-Brachen und engagiert sich für
die Belebung der Leerstände in der Innenstadt, indem er
die ‚Initiative Sch(l)aufenster‘ (wie er sie nannte) ins Leben
rief, um die vielen leeren Schaufenster von Schulen,
Vereinen und anderen Initiativen dekorieren zu lassen.
Sein neuester Einfall: seine etwas andere Visitenkarte,
die auf das Dach eines winzigen Spielzeug-VW-Bullis
aus den 1960er-Jahren mit Flower-Power-Dekor an den
Seiten gedruckt wurde. Nimmt zwar zunächst etwas
mehr Platz in der Jackentasche ein, aber landet nicht im
Mülleimer, sondern auf einem Schreibtisch. „Manchmal
muss man halt kreativ sein, wenn man Gutes oder Originelles
tun will“, ist Rehkopfs Fazit.
2.600 EXPONATE HAT DER PS.SPEICHER an seinen
Standorten im Stadtgebiet, zuletzt ist eine exklusive
‚Schatzkammer‘ mit Luxuswagen der Dreißigerjahre hinzugekommen,
in die aus Sicherheitsgründen immer jeweils
nur eine begrenzte Zahl an Besuchern hineindarf.
„Alle Ausstellungsstücke waren vorher jahrelang an verschiedenen
Orten versteckt. Aber warum die Freude darüber
nicht mit der Öffentlichkeit teilen und stattdessen
bis nach meinem Tod zu warten?“, sagt Rehkopf und
ärgert sich gleichzeitig über diese Mentalität vieler Deutscher.
„Die Engländer, die Amerikaner, die können sich
mit Ihnen freuen – oftmals aber nicht die Deutschen, die
werden oft als ein Volk von Neidhammeln bezeichnet.“
Eine traurige Erfahrung sei das, die auch er immer wieder
gemacht habe. Nicht zuletzt, als ihm im Vertrauen
ein Mitglied des Stadtrates sagte: „Glauben Sie mal
nicht, dass sich alle darüber freuen, was Ihnen alles möglich
ist und was Sie hier machen!“
Obwohl der PS.Speicher im vergangenen Jahr mit
100.000 Besuchern einen neuen Rekord aufgestellt hat:
In trockenen Tüchern ist das Mammut-Projekt leider immer
noch nicht, denn die Besuchereinnahmen sind noch
nicht kostendeckend. „Dass es selbst jetzt nach zehn
Jahren noch meine massive Unterstützung braucht, hätte
ich nicht vermutet“, so Rehkopf. „Ich habe auch nicht
vermutet, dass die große Begeisterung für den PS.Speicher
zu 99 Prozent von Privatpersonen kommt. Die
Unternehmer applaudieren auch, aber heimlich unter
dem Tisch, um nicht auf Unterstützung angesprochen zu
werden. Und auch das Land denkt schon seit über zwei
Jahren über unseren Unterstützungsantrag nach.“ Zusätzlich
macht sich das Fehlen von Hotelkapazitäten bemerkbar,
sodass Rehkopf sich freut, dass wenigstens
zwei Hotels vor der Umwandlung in Privatwohnungen
bewahrt werden konnten.
NATÜRLICH IST REHKOPF nicht mehr täglich im Museum,
hat den Vorsitz des Stiftungsrats wie auch den Vorsitz
des Beirates von Tedox inzwischen in jüngere Hände
gelegt. Doch sein Einfluss ist noch überall spürbar. Er ist
zwar in persona seltener, aber immer noch präsent. Wer
ihn trifft, spürt schnell: Dieser Mann ist mit sich im Reinen.
Er hat viel gegeben, viel erreicht – und ist doch geblieben,
was er immer war: „Ich bin der Junge vom Dorf.
Und ich bin normal geblieben.“ Seinen langsamen Rückzug
und dass er inzwischen einmal jährlich zur Kur fährt,
nimmt er wie so vieles andere mit Humor und Gelassenheit.
„Ich sage oft zu meinen Leuten: Wenn ich mal sterbe,
merkt das keiner. Alles ist bestens organisiert.“
VIELLEICHT IST GENAU DAS REHKOPFS GRÖSSTER VERDIENST: dass er
daran erinnert, wie wichtig es ist, neugierig zu bleiben. Zu sammeln, nicht
aus Gier, sondern aus Liebe. Zu bewahren, nicht aus Nostalgie, sondern aus
Verantwortung. Und zu teilen – weil Erinnerungen nur dann lebendig bleiben,
wenn man sie erzählt. Und erzählen kann er: vom Baum über das Hölzchen
zum Stöckchen bis hin zum Sägemehl. Bei Rehkopf ist kein Platz für
Langeweile, und er hat immer eine Anekdote parat. ƒ
156 3 |2025
wissen
3 |2025 139
mensch
„Die Unabhängigkeit der KWS zu wahren und unsere familiengeprägten Werte zu leben, sind und bleiben die Leitplanken des Unternehmens“,
sagt FELIX BÜCHTING, der das Unternehmen in siebter Generation leitet. Als Vorstandssprecher bei KWS nennt er sich
selbst „Verwalter“ des langen Firmenerbes. Er ist verantwortlich für den Forschungsbereich und die strategische Ausrichtung eines der
großen Saatgutunternehmen Deutschlands. Unter der Leitung von Büchting investiert KWS gezielt in die Ausbildung junger Talente
– von großen Ausbildungsjahrgängen in Einbeck bis zu internationalen Programmen wie der ,Breeders’ Academy‘ oder der ,Data
Science Academy‘. Mit modernen Forschungs- und Versuchsanlagen stärkt Büchting zugleich Einbeck als führenden Standort für
Pflanzenzüchtung und Agrarforschung.
158 3 |2025
mensch
„Geschichte bewahren – Heimat erleben“ – CARL GRAF VON HARDENBERG ist Unternehmer und Verwalter des traditionsreichen
Hardenberg-Landsitzes in Nörten-Hardenberg. Als Vertreter der Familie verbindet er die Führung der Marke ‚Hardenberg-Wilthen‘
mit regionaler Kultur- und Tourismusförderung. Der gräfliche Landsitz mit seiner historischen Burgruine
sowie dem herrlichen Park dient als Veranstaltungs- und Erholungsraum für die gesamte Region. Das jährliche Burgturnier
– ein internationales Reitsportevent, das 2023 letztmals stattfand – gehörte zu den sportlichen Höhepunkten Südniedersachsens.
Carl Graf von Hardenberg sorgt zudem für touristische Angebote, unterstützt kulturelle Veranstaltungen im Park und
schafft Arbeitsplätze in Brennerei und Gastronomie. Mit seinen exklusiven Freigeist-Hotels setzt er neue Maßstäbe auch in
diesem Bereich. Mit seinem Wirken etablierte er regionale Identität und den Hardenberg als Begegnungsort.
3 |2025 159
mensch
Seit Gründung der SüdniedersachsenStiftung engagiert
sich ULRICH HERFURTH als Stellvertretender Vorsitzender
des Stiftungsrats, da er die Stiftung als „eine außergewöhnliche
Plattform zur Entwicklung unserer Region“
sieht. Zudem setzt sich der Anwalt für das Unternehmertum
ein: Für die Familienunternehmer engagiert
er sich als Landesvorstand und bundesweit im Digitalisierungsrecht,
für die IHK im Mittelstandsauschuss der
DIHK. Besonders am Herzen liegt ihm das Thema Bildung
in Form des Programmes business4school, von internationalen
Studienangeboten der juristischen Fakultät
und des Projektes Goe Future. An Göttingen und der
Region schätzt Herfurth vor allem das außerordentliche
Potenzial an Wissen, das er noch lange nicht ausgeschöpft
sieht. Im Ausland hört er oft: ,Göttingen is the
German Oxford.‘ Vor allem aber macht für ihn das geistige
und menschliche Klima Stadt und Region wirklich
lebenswert: „Niveau und Überschaubarkeit sind eine
schöne Kombination.“
FOTO: PRIVAT
Von der Unternehmerin zur Netzwerkerin: ANKE
HOEFER-DEITERS ist eine profilierte Netzwerk- und
Wirtschaftsakteurin in der Region Alfeld/Leinebergland.
Beruflich kommt sie aus dem Vertrieb. Bei der
Alfelder Firma Top-Label führte sie die Geschäfte des
Etikettenproduzenten, als sie parallel dazu beim Industrieverein
Alfeld-Region (IVA) als Vorstandsvorsitzende
ihre Leidenschaft für Networking entdeckte.
In dieser Rolle organisiert sie Ausbildungsoffensiven,
bündelt Angebote für Fachkräftegewinnung und moderiert
den Austausch zwischen kleinen und mittleren
Unternehmen, Schulen und kommunalen Stellen. Ihr
besonderes Talent ist die Vermittlung konkreter, praxisnaher
Kooperationsprojekte: Firmenerkundungen
für Schüler, Mentoring-Programme und Dialogformate
zur Standortentwicklung. Dadurch stärkt sie
Ausbildungswege und die regionale Wirtschaftskraft.
„Netzwerk schafft Chancen – vor Ort handeln, statt
nur zu reden“, umschreibt sie ihren Ansatz prägnant.
160 3 |2025
mensch
FOTO: PRIVAT
„In 30 Jahren Selbstständigkeit war es
für mich das Wichtigste, rund 500 Arbeitsplätze
zu schaffen und das Vertrauen
von mehr als 1.500 Auftraggebern
im In- und Ausland zu gewinnen“,
beschreibt HEIKO STUARTH KEILHOLZ,
Gründer und ehemaliger Geschäftsführer
der HKS Gruppe, seine größten Erfolge.
Unter seiner Führung entwickelte
sich die HKS-Unternehmensgruppe
zu einem bedeutenden Arbeitgeber in
der Region. Parallel engagierte sich
Keilholz in zahlreichen Ehrenämtern –
vom Stadt- und Ortsrat Hardegsen
über Ausschüsse der IHK und den
Arbeitgeberverband bis zum Verein
Cyber-Sicherheit Niedersachsen.
Besonders wichtig war ihm bis zum
Ruhestand die Arbeit im Stiftungsrat
der SüdniedersachsenStiftung
sowie im Förderverein des Palliativzentrums
Göttingen. So steht Keilholz
nicht nur als Unternehmer für
die Weiterentwicklung der Region,
sondern auch als Gestalter des gesellschaftlichen
Miteinanders.
3 |2025 161
mensch
JOACHIM KREUZBURG formte Sartorius
über zwei Jahrzehnte als Vorstandsvorsitzender.
2005 trat er sein Amt an,
das er in diesem Sommer abgab. Er
machte das Göttinger Unternehmen zu
einem international sichtbaren Anbieter
für die Biotech- und Pharmaindustrie,
das sogar von September 2021 bis September
2025 im DAX gelistet wurde.
Unter seiner Leitung wuchs Sartorius
nicht nur personell und technologisch,
auch der Umsatz versiebenfachte sich
etwa. Kreuzburg fungierte darüber
hinaus auch als Brückenbauer zwischen
Unternehmen, regionalen Forschungseinrichtungen
und politischem
Umfeld. Die dauerhafte Stärkung
des Biowissenschafts-Clusters
ist zum großen Teil sein Verdienst.
Außerdem engagierte er sich stark
im kulturellen Bereich wie etwa
beim KunstQuartier, dem Literaturherbst
und im Sport für den Basketballbundesligisten
BG Göttingen.
162 3 |2025
mensch
CARSTEN KRÖGER hat das traditionsreiche Modehaus Rudolphi als Inhaber und Geschäftsführer neu positioniert: Moderner Umbau,
zeitgemäße Sortimentsdiversifikation und kreative Innenstadtkonzepte machten das Haus zur regionalen Einkaufsadresse. Sein Einsatz
für Bad Lauterberg reicht über das Unternehmen hinaus: Kröger engagiert sich aktiv für Stadtentwicklung, Innenstadtbelebung und Beschäftigung
vor Ort. Die Modernisierung des Hauses zeigt, wie lokaler Einzelhandel mit Mut zu Investitionen Zukunftsfähigkeit sichern
kann. Mitarbeiterführung und regionale Identifikation sind dabei zentrale Elemente seines Managements.
3 |2025 163
mensch
„You start first, and then you optimize and optimize
and optimize“, sagt Ottobock-Inhaber HANS GEORG
NÄDER. Es passt perfekt zu ihm, der sein Unternehmen
und die Region Südniedersachsen als Mäzen, Honorarprofessor
und Netzwerker stets auf neue Stufen heben
will. Er machte Ottobock zu einem globalen Medizintechnik-Player
und engagiert sich intensiv in der regionalen
Bildungs- und Forschungslandschaft. Für die Region
bedeutet das direkte Investitionen, Stiftungsförderung
und Sichtbarkeit. Davon profitierten bereits viele
Projekte, wie etwa die SüdniedersachsenStiftung, diverse
gastronomische Betriebe im Eichsfeld sowie die Neugestaltung
des Duderstädter Bahnhofs. Sein Einfluss reicht
bis Göttingen, wo er zum Beispiel das KunstQuartier
und die Modernisierung des Bahnhofs seit Jahren wesentlich
unterstützt. Hans Georg Näder ist ein außergewöhnlicher
Macher, der Unternehmertum und lokale
Verwurzelung vereint.
164 3 |2025
mensch
„Nur mit sicheren Arbeitsplätzen
hat unsere Region eine gute Zukunft
vor sich“, sagt LARS OBERMANN.
Er führt seit 1992 das Familienunternehmen
Obermann Logistik
Gruppe in Osterode in der vierten
Generation. Sein zentrales Anliegen:
sichere Arbeitsplätze und eine
starke regionale Wirtschaft. Über das
eigene Unternehmen hinaus engagiert
er sich seit mehr als 20 Jahren
im Vorstand des Mekom Regionalmanagements,
seit zehn Jahren als
dessen Vorsitzender. Zudem bringt er
seine Erfahrung als langjähriger Vorstand
der SüdniedersachsensStiftung
ein. „Netzwerken hilft allen – den
Unternehmen und der Region“, betont
Obermann, der überzeugt ist,
dass eine attraktive Region Menschen
anzieht – und damit auch die
Fachkräfte von morgen.
3 |2025 165
mensch
In Berlin schätzte man ihn als Mitglied in der Fußballmannschaft
,FC Bundestag‘. Persönlich galt THOMAS
OPPERMANN als bodenständig, streitbar und vernetzt
– Eigenschaften, die ihm halfen, regionale Interessen in
Berlin zu vertreten. Sein Tod am 25. Oktober 2020
überraschte alle. Von 2005 bis 2020 vertrat er Göttingen
als Bundestagsabgeordneter. Während dieser Zeit
war er zeitweise SPD-Fraktionsvorsitzender und zuletzt
Vizepräsident des Bundestages. In seinen vielen politischen
Rollen vergaß der Sozialdemokrat nie, den Regionalbezug
mit Leben zu füllen: Er besetzte zahlreiche
Kuratoriums- und Stiftungsämter (z. B. Max-Planck-Institute,
Händel-Festspiele, Universitätsgremien). Dies
führte zur Stärkung Göttingens in den Bereichen Wissenschaft
und Kultur. Lokal und weit darüber hinaus
wurde der Jurist als Türöffner und verlässlicher Ansprechpartner
geschätzt. Sein Engagement in Göttingen
und vor allem fürs Forum Wissen wird gewürdigt. So
entsteht dort derzeit das Thomas-Oppermann-Kulturforum.
166 3 |2025
mensch
MARTIN RUDOLPH war lange Leiter der IHK-Geschäftsstelle
Göttingen und galt als zentrale Figur für regionale Wirtschaftsvertretung,
Standortmarketing und Vernetzung von
Handel, Industrie und Hochschulen. Unter seiner Leitung
wurden regionale Initiativen, Fachkräftemaßnahmen und
Veranstaltungen unterstützt; er war zudem in zahlreichen
Gremien und Netzwerken präsent. Sein Beitrag zur Region
liegt in stabiler Interessenvertretung, der Organisation von
Netzwerkformaten und der Förderung lokaler Unternehmerstrukturen.
Sein Wirken brachte Anerkennung (z.B. den Silbernen
Löffel der Göttinger Kaufmannsgilde im Jahr 2023)
und half, lokale Wirtschaftsfragen sichtbar zu machen. Wie
einige hiesige Entscheider ist Rudolph ein gebürtiger Nordhesse,
der hier Beachtliches bewegt hat und sich immer neue
Ziele setzte: Im Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters
im Jahr 2014 von Göttingen erreichte er allerdings lediglich
den zweiten Platz. Stets konnte man sich auf sein Wort
verlassen, und so bringt er das faktor-Motto auf den Punkt:
„Regionale Netzwerke sind die Basis für Zukunftsfähigkeit.“
3 |2025 167
mensch
ANDREA RUHSTRAT realisierte im Familienbetrieb
ihre Vision von moderner Gebäudetechnik. Ruhstrat
gelang es, Technikkompetenz in der Region zu
halten und auszubauen. Sie führte über fünf Jahrzehnte
das traditionsreiche Göttinger Handwerksund
Technikunternehmen Ruhstrat Haus- und Versorgungstechnik.
Die Unternehmerin engagierte
sich in Stadt- und Wissenschaftsprojekten wie beispielsweise
im Förderkreis Forum Wissen sowie in
Kultur- und Bildungsprojekten. So brachte sie Universität
und Stadt näher zusammen. Ruhstrat agierte
über Jahrzehnte praxisnah, kulturinteressiert und
machte sich stets für die Sichtbarkeit Göttingens
stark und hat sich mit jetzt über 80 Jahren ihren
Ruhestand, in den sie Ende der 2010er-Jahre überging,
redlich verdient.
Menschen, auf die man sich verlassen kann,
sind das A und O in der Wirtschaft. In
MATTHIAS SCHLIEP hat die Thimm-Gruppe
in Northeim einen solchen. Schliep, der Ehemann
der Enkelin von Unternehmensgründer
Felix Thimm, prägte das Unternehmen mehr
als zwei Jahrzehnte als Vorsitzender der Geschäftsführung.
Als im Familienunternehmen
klar wurde, dass der Generationswechsel zu
Cornelius Thimm, Sohn von Klaus Thimm,
gescheitert war, sprang Schliep wieder ein und
hat seitdem die Zügel erneut in der Hand. Sein
Name steht bei Thimm für den strategischen
Wandel zu einem europaweit tätigen Verpackungs-
und Displayanbieter. Mehrere nationale
und internationale Branchenpreise belegen
seine Erfolge eindrucksvoll. Zudem stellt
Schliep die Weichen, um die Bedeutung des
Standortes Northeim innerhalb der
Thimm-Gruppe weiter zu stärken.
168 3 |2025
mensch
Sie ist das Gesicht des Netzwerks und hält
die Fäden zusammen: Die heutige Geschäftsführerin
CLAUDIA TREPTE ist seit
1999 Netzwerkmanagerin des Vereins
Measurement Valley, in dem mehr als 40
regionale Unternehmen und Einrichtungen
wie Mahr, Lambrecht oder das DLR aus
dem Bereich Messtechnik zusammengeschlossen
sind. „Im Measurement Valley
bringe ich (nicht nur) die Mitglieder des
Netzwerks zusammen“, sagt sie über ihren
Job, der schnell zur Passion geworden ist.
Warum sie das schon seit so vielen Jahren
und immer noch mit Begeisterung tut?
„Weil es Spaß macht. Denn alle, die das
Netzwerk nutzen, haben etwas davon“, erklärt
sie es kurz und bündig.
3 |2025 169
mensch
Es gibt Menschen, die große Lücken hinterlassen, wenn sie nicht mehr da sind: RALF SCHWAGER ist so ein Mensch. Der Unternehmer an
den Schalthebeln des über die Stadtgrenzen hinaus geschätzten Kaufhaus Schwager in Holzminden prägte Jahrzehnte den Einzelhandel.
Unter seiner Leitung wuchs das Unternehmen, bot Ausbildungsplätze und trug erheblich zur Innenstadtbelebung bei. Sein Engagement
wurde regional vielfach gewürdigt. Schwagers Stärke lag in persönlicher Kundenorientierung und in der Pflege lokaler Strukturen. Nach
seinem Tod am 24. Mai 2022 würdigten viele persönliche Wegbegleiter und Vertreter öffentlicher Institutionen seinen unbestritten großen
Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität der Umgebung. Ralf Schwager hat eine große Lücke hinterlassen.
170 3 |2025
mensch
DETLEV SEIDEL ist Geschäftsführer der Piller
Group in Osterode am Harz – und seit über 25
Jahren fest mit der Region Göttingen verbunden.
Schon seine Eltern studierten hier. Sie gingen dann
nach Bielefeld, wo Detlev Seidel aufwuchs. Nach
einigen Stationen kam auch er in die Leinestadt
und wurde mit seiner Familie hier heimisch. „Mir
liegt viel am Wohlergehen dieser Region“, sagt Seidel,
der als Geschäftsführer vor allem Verantwortung
für sichere, attraktive Arbeitsplätze vor Ort
übernimmt. Deshalb engagiert er sich weit über
das Tagesgeschäft hinaus: als Vorsitzender der Bezirksgruppe
Süd von Niedersachsenmetall, im
IHK-Wirtschaftsausschuss oder im Stiftungsrat
der SüdniedersachsenStiftung. Für Seidel steht fest:
„Ein starkes Unternehmen braucht eine starke Region
– und umgekehrt. Ich möchte, dass Piller auch
in 20 Jahren erfolgreich ist.“
DINAH STOLLWERCK-BAUER ist Volljuristin, Betriebswirtin
und lebt seit ihrem Studium in Göttingen.
Sie war von 2006 bis 2014 hauptamtliche Bürgermeisterin
des Fleckens Adelebsen und arbeitete seit
2014 als Rechtsanwältin in Göttingen. Im September
2019 übernahm sie das Amt der Landesbeauftragten
für regionale Landesentwicklung Leine-Weser mit Sitz
in Hildesheim. In dieser Funktion förderte sie strukturstärkende
Projekte, wie die Eröffnung des Grünen
Labors in Hameln (2022) oder städtebauliche Projekte
wie die Förderung der Holzmindener Innenstadt.
Die geborene Kölnerin ist zur überzeugten Südniedersächsin
geworden und seit 2023 die Hauptgeschäftsführerin
des Arbeitgeberverband Mitte (AGV Mitte).
Ihr weit über ihren Beruf hinausragendes Engagement
erklärt sie wie folgt: „Ich tue dies, da ich davon überzeugt
bin, dass eine Gesellschaft sich nur dann weiterentwickeln
kann, wenn man selbst seinen Teil dazu
beiträgt und Impulse gibt, Verantwortung übernimmt
und damit einen Beitrag zum Gemeinwohl leistet. Und
ganz nebenbei macht es einfach auch Spaß.“
3 |2025 169 171
mensch
Als unsichtbarer Helfer, Menschenfreund
und Marxist wurde HELMUT WAGNER im
faktor 1/2018 charakterisiert. Er ist
Facharzt, Unternehmer und Gründer der
amedes-Gruppe – einem der führenden medizinischen
Dienstleister im deutschen und
europäischen Gesundheitswesen. 1987
gründete er sein erstes Labor. Dies entwickelte
er zur Zentrale seines wachsenden
Netzwerks weiter. Heute ist amedes ein interdisziplinär
arbeitender Gesundheitskonzern
mit über 100 Standorten, rund 600
Fachärzten und etwa 5.000 Beschäftigten.
Sein unternehmerisches Handeln versteht
er zugleich als sozialen und spirituellen
Auftrag: „Nachhaltige Arbeitsplatzsicherung
ist für mich Teil eines christlich geprägten
Schöpfungsauftrags – mit Verantwortung
für Mensch und Gesellschaft.“
Und so folgte er mit ‚amedes NewHome‘
dem Motto ,Zurück zu den Wurzeln‘: Er
nutzte eine leerstehende Immobilie auf der
Göttinger Siekhöhe, um zukunftsfähige Arbeitsplätze
in der Region zu schaffen und
die Amedes-Zentrale mit rund 700 Arbeitsplätzen
in Göttingen fest zu verankern.
„Als Unternehmer sollte man der Gesellschaft
auch etwas zurückgeben – nicht nur immer
kritisieren und sich mit mangelnder Zeit herausreden“,
sagt BIRGITT WITTER-WIRSAM.
Für sie ist das Engagement für Südniedersachsen
eine Herzensangelegenheit. Sie ist nicht
nur Geschäftsführende Gesellschafterin von
Holzland Hasselbach, sondern engagiert sich
auch im Arbeitgeberverband Mitte seit über
zwölf Jahren als Präsidentin. Doch damit endet
ihr Einsatz nicht: Im Stiftungsrat der SüdniedersachsenStiftung,
im Universitätsbund
und in weiteren regionalen Initiativen setzt sie
sich für die Stärkung Südniedersachsens als
Wirtschafts- und Lebensraum ein. Ehrenamtliches
Engagement bietet nicht nur die Möglichkeit,
etwas zu bewegen, sondern auch wertvolle
Impulse für das eigene Unternehmen: „Auch
wir Unternehmer brauchen Input von außen,
Austausch, Netzwerke, Gremienarbeit und
Ideengeber.“
172 3 |2025
Netzwerken für die Region
Herzlichen
Glückwunsch
zum 20-jährigen
Jubiläum!
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von morgen mit den Arbeitgebern
der Region zusammen.
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Ein Jubiläum
ist ein Zeichen von
Vertrauen und Kontinuität.
Eine gute Gelegenheit,
auf das Erreichte zurückzublicken
und sich neue Ziele
für die Zukunft zu setzen.
Lars Obermann
Vorstandsvorsitzender
Zwei Mal im Jahr erscheint das Magazin
für die Vorabschlussklassen in Südniedersachsen.
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next generation
mensch
174 3 |2025
next generation
9 KÖPFE,
9 Wegbereiter
In Südniedersachsen gibt es viele Entscheider und Entrepreneure,
die das Gesicht der Region nachhaltig prägen und von
denen in Zukunft noch einiges zu erwarten sein wird. Zu viele,
um jedem einzelnen gerecht zu werden. Deshalb haben wir
uns exemplarisch neun Persönlichkeiten herausgepickt und
stellen sie vor.
TEXT SVEN GRÜNEWALD
VIRGINIE CLEMENT-SCHATLO, SAMMY MAHDI, GLITTHER
Dr. Virginie Clement-Schatlo und Dr. Sammy Mahdi haben das
Startup Glitther ins Leben gerufen, das einen neuen Behandlungsansatz
für Glioblastome entwickelt hat. Glioblastome zählen zu
den aggressivsten Krebsarten des Gehirns, von der weltweit etwa
300.000 Menschen jährlich betroffen sind. Der Behandlungsansatz
ist auf ein Individuum abgestimmt und zielt auf die Ursache
des Wiederauftretens der Krankheit: therapieresistente Glioma-
Initiating Cells. Glitther hat es damit in das Finale des niedersächsischen
DurchSTARTer-Preises 2025 geschafft.
AMY JEDLICKA, MOLLY SUH
Das Göttinger Startup Molly Suh wurde von Amy Jedlicka, geb.
Peters, 2021 gegründet. Es fing mit der harmlosen Frage danach
an, woraus handelsübliche Kerzen bestehen. Daraus entstand ein
Unternehmen, das hochwertige Duftkerzen aus wiederverwendeten
Pflanzenölen und damit ökologisch unbedenklich produziert
und auch in der Investoren-Sendung „Höhle des Löwen“ überzeugen
konnte. Auch darüber hinaus ist Amy Jedlicka inzwischen als
Beraterin tätig – ein junges Gesicht, das die Region bewegt.
CLAUDIO GARCIA, MIGUEL BRAVO, DIGITY
Das Göttinger Startup Digity, gegründet von Claudio Garcia, Viola
Bartels (beide Foto) sowie Tobias Hettenhausen und Miguel Bravo,
entwickelt innovative orthopädische Lösungen für den Arbeitsschutz.
Ihr erstes Produkt, ein Hand-Finger-Exoskelett, schützt bei
mechanischen Arbeiten Finger vor unmittelbaren Verletzungen
und auch vor Überbeanspruchung. Damit hat sich ein weites Feld
für weitere Anwendungen von Exoskeletten in verschiedenen Arbeitsfeldern
aufgetan, etwa indem durch Sensorsteuerung eine bessere
Arbeitsperformance möglich wird oder im Bereich der Unfallrehabilitation
die Regeneration sowie die körperliche Leistung
mechanisch unterstützt werden.
PROF. WOLFRAM-HUBERTUS ZIMMERMANN, HERZPFLASTER
Prof. Wolfram-Hubertus Zimmermann ist Direktor des Instituts
für Pharmakologie und Toxikologie an der Universitätsmedizin
Göttingen. In jahrzehntelanger Forschung entwickelte er das sogenannte
„Herzpflaster“ – ein Pflaster aus Stammzellen zur Reparatur
geschädigten Herzgewebes bei Menschen mit Herzschwäche.
Erstmals zeigten Patienten einen anhaltenden Wiederaufbau von
Herzmuskelgewebe und damit steigender Leistungsfähigkeit. Diese
wegweisende Innovation hat enormes Potenzial: Allein in
Deutschland leiden etwa 200.000 Menschen an Herzschwäche.
MARC KERGER, EINBECKER BRAUHAUS
Marc Kerger ist seit 2023 Vorstandsvorsitzender der Einbecker
Brauhaus AG, will das Traditionshaus aus der Biermarktkrise führen
und damit als Identifikationsmarke der Region stärken. Er
bringt langjährige internationale Erfahrungen mit und war zuvor
in verschiedenen Führungspositionen tätig – zuletzt bei der Hardenberg-Wilthen
AG in Nörten-Hardenberg. In Einbeck will er die
Brauerei zum breit aufgestellten Getränkehersteller weiterentwickeln.
Kerger setzt auf moderne Markenführung, die Stärkung der
regionalen Verankerung und eine höhere nationale wie internationale
Sichtbarkeit, unter anderem mit Kronkorken mit sofortigem
Erkennungswert.
PATRICK CRAMER, MPG-PRÄSIDENT
Er bringt Göttingen in der Wissenschaft wieder auf die Landkarte:
Prof. Patrick Cramer ist seit 2023 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.
Zuvor war er Direktor am Max-Planck-Institut für
Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen, dem größten
MPI Deutschlands. Der Chemiker hat eine ganze Reihe von Preisen
gewonnen und sich wissenschaftlich insbesondere mit der Entschlüsselung
der Gentranskription profiliert. Cramer steht in der
Reihe vieler ehemaliger MPG-Präsidenten, die zuvor in Göttingen
tätig waren. Auch die MPG selbst wurde 1948 in Göttingen gegründet.
3 |2025 175
next generation
CHRISTIAN GRASCHA, IHK GÖTTINGEN
Christian Grascha ist seit 2023 stellvertretender Hauptgeschäftsführer
der IHK Hannover und Leiter ihres Standorts
Göttingen. Der gebürtige Einbecker war von 2008 bis 2022
FDP-Landtagsabgeordneter in Niedersachsen und in verschiedensten
kommunalen Ämtern tätig. Er profilierte sich dort besonders
in den Bereichen Finanzen, Wirtschaft und Mittelstand.
Grascha gilt als ‚Hans Dampf in allen Gassen‘, der aktuell stark
das Thema Digitalisierung pusht, um die Unternehmen der Region
zukunftssicher zu machen, und der vielleicht auch politisch
noch einiges erreichen kann.
KONSTANTIN KUHLE, FDP
Konstantin Kuhle gehört zu den prägenden politischen Gestalten
der Region: von 2014 bis 2018 als Bundesvorsitzender der Jungen
Liberalen, von 2017 bis 2025 als Bundestagsabgeordneter
der FDP und seit 2023 als Vorsitzender der FDP Niedersachsen.
Im Wahlkreis Göttingen-Osterode kandidierte er für den Bundestag.
Kuhle kann etwas bewegen: Er brachte beispielsweise in der
FDP den erfolgreichen Antrag auf Legalisierung von Cannabis ein
und wird sich sicherlich wieder tatkräftig für die Region einsetzen,
wenn es in Berlin erneut mit einem Mandat klappen sollte.
CLAUDIA WEITEMEYER, SÜDNIEDERSACHSENSTIFTUNG
Claudia Weitemeyer hat mit Beginn 2025 den hauptamtlichen
Vorstandsvorsitz der Südniedersachsenstiftung übernommen.
Zuletzt war sie Pressesprecherin der Stadtwerke Göttingen AG
und blickt auf eine Reihe von Stationen in der Unternehmenskommunikation
und aktives ehrenamtliches Engagement in der
Region zurück. Als erste hauptamtliche Leiterin will sie die Stiftung
deutlich voranbringen durch eine noch stärkere Verzahnung
der regionalen Akteure.
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IDEEN, MIT
SENKRECHTSTARTER-
POTENZIAL
Beim Gründungswettbewerb ‚Lift-Off‘ der Universität
Göttingen präsentierten findige Teams ihre innovativen
Geschäftsideen – mit viel Begeisterung, starkem Netzwerk
und ausgezeichneten Zukunftsplänen. faktor präsentiert
die Gründer als Medienpartner von Anfang an.
TEXT STEFAN LIEBIG
178 3|2025
unternehmen
Mitreißende Ideen, große Visionen und ein voller Saal: Die Universität
Göttingen hat im Rahmen des Gründungswettbewerbs ‚Lift-
Off‘ zehn Teams für ihre innovativen und zukunftsweisenden
Geschäftsideen ausgezeichnet. In der Alten Mensa präsentierten
die ausgewählten Studierenden- und Forschungsteams ihre Konzepte vor mehr
als 200 Gästen – ein Höhepunkt für das Gründungsökosystem Südniedersachsens.
„Wir freuen uns sehr über die stetig wachsende Anzahl von Projekten und
wissenschaftlichen Ausgründungen“, sagte Bernhard Brümmer, Vizepräsident für
Forschung und Nachhaltigkeit der Universität Göttingen, der die Teams als Laudator
verkündete.
KONTAKT
JASMIN DÜWELL
Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung Forschung und Transfer
Transfer & Startup Hub Universität Göttingen
Geismar Landstraße 11
37083 Göttingen
Tel. 0551 3921731
jasmin.duewell@uni-goettingen.de
https://www.uni-goettingen.de/de/655032.html
Die Jury zeichnete Sieger in fünf Kategorien aus – Gründungspotenziale, Wissenschaft,
Life Science, Zukunftsfähige Landnutzung und Social Entrepreneurship.
Zusätzlich vergab das Publikum je einen Preis in den beiden Hauptkategorien.
In der Kategorie Gründungspotenziale überzeugte das Team ‚Complego‘ doppelt:
Jury- und Publikumspreis gingen an die smarte Softwarelösung, mit der
Wartungen und Reparaturen in KMU effizient digital dokumentiert werden können.
Platz zwei ging an ‚SmarterMelody‘, ein Projekt, das Lernen durch eingängige
Lernsongs vereinfacht.
Im Bereich Wissenschaft gewann das Team ‚BubbleFilter‘, das mit einem patentierten
Verfahren zur Membranreinigung neue Maßstäbe in der Wasseraufbereitung
setzt. Den Publikumspreis holte sich ‚ArtifiCell‘ – ein Team, das mit 3D-Miniaturgeweben
neue Testmöglichkeiten für Medikamente entwickelt. Es wurde
zudem mit dem Sonderpreis ‚Life Science‘ der Life Science Factory ausgezeichnet.
In der Kategorie ‚Zukunftsfähige Landnutzung‘ überzeugte das afrikanische Projekt
‚SPIDA‘, das eine digitale Plattform für effizientere landwirtschaftliche Planung
anbietet. In der Kategorie ‚Social Entrepreneurship‘ wurde das Projekt
‚FactCheck‘ prämiert – ein unabhängiges Onlineportal zur Überprüfung politischer
Aussagen.
„Der Enthusiasmus und die Begeisterung, die die unterschiedlichen Teams in ihren
Pitches gezeigt haben, lassen uns auf viele weitere Aktivitäten im Transferund
Gründungsbereich hoffen“, betonte Bernhard Brümmer. Auch Florian Pahlke
vom Transfer & Startup Hub freute sich: „Dass der Wettbewerb Jahr für Jahr
wächst, zeigt das große Potenzial unserer Region.“
Insgesamt 66 Teams hatten sich beim faktor als Medienpartner der ersten Stunde
unterstützten Wettstreit beworben. Die Preisgelder und Sachpreise im Gesamtwert
von 43.500 Euro wurden von 16 Sponsoren bereitgestellt – darunter SerNet,
die Sparkasse Göttingen und die Life Science Factory als Hauptförderer. Der
Wettbewerb ist ein starkes Zeichen für die lebendige Gründungskultur an der
Universität Göttingen. ƒ
SONDER-
PREISE
LIFE SCIENCE (4.000 Euro Preisgeld,
2.000 Euro Coachingmittel) und Publikumspreis
Wissenschaft (2.000 Euro):
ArtifiCell Humanes 3D-Miniaturgewebe
ZUKUNFTSFÄHIGE LANDNUTZUNG:
SPIDA (3.000 Euro Preisgeld)
Digitale Landwirtschaftsplattform für
Afrika
SOCIAL ENTREPRENEURSHIP:
FACTCHECK (3.000 Euro Preisgeld)
Onlineportal zur Widerlegung von
Falschinformationen
3|2025 179
unternehmen
KATEGORIE GRÜNDUNGSPOTENZIAL
DIE PREISTRÄGER
1. PLATZ COMPLEGO
(5.000 Euro Preisgeld, 2.500 Euro Coachingmittel)
und Publikumspreis (2.000 Euro Preisgeld):
„Wir digitalisieren die Wartung von KMU mit smarter Software, einfacher Bedienung
und fairen Preisen. So bringen wir Ordnung ins Chaos – für weniger Papierkram,
mehr Effizienz und eine sorgenfreie Instandhaltung“, skizzieren Julius
Bremer und Peter Naumann ihr erfolgreiches Projekt. Complego digitalisiert die
Instandhaltung von Klein- und Mittelständlern mit einem einfachen, aber effektiven
System: NFC-Tags (kleine für bestimmte Aktionen programmierte Chips) an
Wartungspunkten ermöglichen es, Inspektionen, Wartungen und Reparaturen
direkt vor Ort zu dokumentieren. Mitarbeiter scannen die Tags mit der mobilen
App und erhalten sofort alle relevanten Informationen zur Maschine – von Checklisten
bis zur Wartungshistorie. Sobald eine Aufgabe erledigt ist, wird sie mit einem
erneuten Scan als abgeschlossen markiert. Die Desktop-Anwendung sorgt
für eine automatische Arbeitsverteilung: Wartungsaufgaben werden nach Dringlichkeit
und Zuständigkeit den richtigen Personen zugewiesen. Das reduziert Stillstände
und stellt sicher, dass keine Arbeiten vergessen werden. Vorgesetzte behalten
über ein Dashboard jederzeit den Überblick über offene, laufende und abgeschlossene
Aufgaben – transparent, revisionssicher und ohne Papierchaos. Complego
macht Instandhaltung planbar, effizient und einfach – genau so, wie es
KMUs brauchen. Diese Idee entstand in der Praxis und wurde in einem Seminar
der Georg-August-Universität Göttingen weiterentwickelt.
Prof. Dr. Bernhard Brümmer (links) und Jutta Steinke
(Bürgermeisterin Stadt Göttingen, rechts) übergaben den ersten
Preis für Gründungspotenziale an das Complego-Team in
Person von Peter Naumann und Julius Bremer.
info@complego.de | www.complego.de
2. PLATZ SMARTERMELODY
(3.000 Euro Preisgeld)
Anna Seidel bekam den zweiten Preis für Gründungspotenziale
von Prof. Dr. Bernhard Brümmer
und Jutta Steinke.
Lernen durch Songs für eine effiziente und unterhaltsame Wissensvermittlung hat sich Anna
Seidel auf die Fahnen geschrieben: „Mit SmarterMelody möchte ich moderne KI und Musik
sinnvoll nutzen und verbinden, um Bildung nachhaltig und motivierend zu vermitteln und
die Freude am Lernen für alle zu verstärken.“ Die Idee von SmarterMelody ist es, die Bildung,
vor allem für Schüler, Studierende und Auszubildende, durch KI-gestützte Lernsongs zu verbessern.
Lerninhalte zu verschiedenen Themen wie Biologie, Erdkunde und Geschichte werden
durch einprägsame Lernlieder anschaulich und motivierend vermittelt. So wird eine
einzig artige Lernmethode geschaffen, KONTAKT die sowohl unterhaltsam als auch effektiv ist. Für kleinere
Kinder sind Lernlieder bereits lea-deutsch@gmx.de
bekannter, allerdings ist es erst durch den Einsatz von KI
möglich, breite Themen tiefgehender abzudecken und so auch Lernsongs für Schüler und
Auszubildende zu erstellen. Die Verbindung von Musik und Wissen ermöglicht es Lernenden,
Informationen nachhaltig zu speichern und jederzeit darauf zuzugreifen. Das Alleinstellungsmerkmal
von SmarterMelody liegt in der musikbasierten Lernmethode, die das Lernen
nicht nur motivierender gestaltet, sondern auch die Aufnahmefähigkeit und das Gedächtnis
nachhaltig fördert. Mit einem Abo-Modell erhält man Zugang zu bestimmten Themen oder
zu allen Lernsongs in der SmarterMelody App und auf der Website.
info@smartermelody.de | www.smartermelody.de
180 3|2025
KATEGORIE WISSENSCHAFT
unternehmen
1. PLATZ BUBBLEFILTER
(5.000 Euro Preisgeld, 2.500 Euro Coachingmittel)
Chemikalienfreie Filtermembranreinigung durch oszillierende
Blasen ist das Spezialgebiet von BubbleFilter. Die
„Innovative Membranreinigungstechnologie für eine effizientere,
umweltschonende und qualitativ hochwertige
Wasseraufbereitung“ erschien der Jury preiswürdig. Die
Idee dahinter: Der BubbleFilter steht für eine innovative
Lösung zur Aufbereitung von Wasser und anderen Flüssigkeiten.
„Unser patentiertes Ultraschall-Luft-Rückspulverfahren
bietet eine chemikalienfreie In-situ-Reinigung getauchter
Membranen“, erklärt Sonja Lauterborn. Die Idee,
die sie gemeinsam mit Max Koch und Ardit Jashanica zum
prämierten Projekt entwickelte, basiert auf der gezielten
Kombination von ultraschallinduzierter Kavitation und
Gasblasenüberströmung, wodurch die Membranen effizient
gereinigt werden, ohne den Betrieb der Filtrationsanlage
zu unterbrechen. Den Kundennutzen erklärt Koch:
„Teure Entsorgungskosten für Reinigungschemikalien werden
obsolet. Die In-situ-Reinigung getauchter Membranen
minimiert Ausfallzeiten und teure Entsorgung der Chemikalien.
Zudem steigt die Membranlebensdauer.“ Ein weiterer
Kundennutzen ist die höhere Qualität der filtrierten
Flüssigkeit. Jashanica erklärt das Alleinstellungsmerkmal:
„Dies ist die einzigartige, patentierte Technologie, die eine
Prof. Dr. Bernhard Brümmer (Vizepräsident für Forschung und Nachhaltigkeit Universität
Göttingen, links), Dr. Ariane Neumann (Leiterin Abteilung Forschung und
Transfer Universität Göttingen, rechts) verliehen dem BubbleFilter-Team den ersten
Preis in der Kategorie Wissenschaft.
effektive, automatisierte und ressourcenschonende Membranreinigung ermöglicht.
Membranverfahren mit chemischer oder mechanischer Reinigung erzielen
deutlich schlechtere Ergebnisse.“
max.koch@phys.uni-goettingen.de
2. PLATZ SMARTMEMBRANE
(3.000 Euro Preisgeld)
Dr. Victor Krajka (Mitte) erhielt den zweiten Preis
der Wissenschaftskategorie von Prof. Dr. Bernhard
Brümmer und Dr. Ariane Neumann.
Die präklinische Arzneimittelforschung setzt zunehmend auf mikrophysiologische
In-vitro-Testsysteme statt auf Tierversuche. Doch aktuelle Organ-on-
Chip(OOC)-Technologien stoßen an ihre Grenzen, besonders bei der empfindlichen
Erkennung von Veränderungen im Gewebe. Hier setzt SmartMembrane an:
Das von Victor Krajka, Bo Tang, Andreas Dietzel und Stephan Reichel entwickelte
System integriert Elektroden auf poröse Membranen und ermöglicht eine kontinuierliche
Echtzeit-Überwachung – ein Durchbruch gegenüber herkömmlichen
Methoden wie dem transepithelialen Widerstand (TEER). SmartMembrane erkennt
sofort komplexe elektronische Fingerabdrücke des Gewebes und wertet sie
per KI aus. Wirkstoffeinflüsse auf das Gewebe werden in Echtzeit erkannt, wodurch
das mikroskopische Monitoring entfällt. Zudem können Berichte über den
KI-Agenten erstellt werden. Durch die Kombination von Sensorik, KI und Automatisierung
steigert SmartMembrane die Effizienz der Medikamentenentwicklung.
Dies verspricht erhebliche Kosteneinsparungen und kürzere Projektlaufzeiten –
ein bedeutender Fortschritt für Auftragsforschungsinstitute und die aufkommenden
Validierungen für die personalisierte Medizin.
v.krajka@tu-bs.de
3|2025 181
erfolgsgeschichten
Erfolgsgeschichten
vernetzt
Seit zwei Jahrzehnten bringt faktor spannende Menschen zusammen
und schafft so Raum für echte Begegnungen. Daraus entstehen neue
Ideen, Jobs und sogar Kundenbeziehungen. Auf den folgenden Seiten
stellen wir ein paar dieser Erfolgsgeschichten vor, bei denen sich
Menschen über faktor kennengelernt haben und von dieser Zusammenarbeit
profitieren.
FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
182 3 |2025
erfolgsgeschichten
Mitarbeiter
gefunden
„Ich bin Jens’ Nachfolger“, sagte Alexander ,Alex‘ Adler (Foto, l.)
bei seiner Vorstellungsrunde im faktor-Club im Kredo am Göttinger
Kiessee – und brachte damit die Zuhörer zum Schmunzeln.
Gemeint war nicht etwa ein neuer Posten im Unternehmen, sondern
der Handballverein MTV Geismar. Dort hat Adler die linke
Rückraum-Position übernommen – genau die Stelle, die zuvor Jens
Barwinske besetzt hatte.
Aus dieser sportlichen Verbindung entstand schnell mehr. Nach
ein paar gemeinsamen Gesprächen stand fest: „Wir machen was
zusammen.“ Und es dauerte nicht lange, bis aus Worten Taten
wurden. Seit dem 1. Februar 2025 arbeitet Alex Adler bei Struckmeier
als Referent für Marketing & HR – und das ganz eng an der
Seite von Jens Barwinske.
3 |2025 183
erfolgsgeschichten
184 3 |2025
erfolgsgeschichten
Laden
vermittelt
Zur
Podcast-Episode
mit RIØT
Vor einigen Jahren erfuhr Marco Böhme, dass
in Volpriehausen skandinavische Design-Gebrauchtmöbel
vertrieben werden. Bedeutung
bekam diese Information erst, als er 2022 mit
seiner heutigen Frau und den drei Kindern zusammenzog
und Möbel suchte. Der Weg führte
die Patchworkfamilie in die ehemalige Munitionsfabrik,
wo Marius Jacobi und Sascha
Heise (Foto, r.) alte Stücke aufbereiten und
verkaufen. Schnell verliebten sich die Böhmes
in ein Cor-Sofa aus den 60ern samt Stehlampe
– ein Kauf, der dem Wohnzimmer bis heute
besonderen Charme verleiht.
Beeindruckt von den beiden Krankenpflegern,
für die das Geschäft nur ein Nebenjob ist,
entstand der Artikel ,Krawall in Volpriehausen‘
im faktor-Magazin, ergänzt durch einen Auftritt
im faktor-Mittagsclub und im faktor-Podcast
onfire.
Als Böhme im Herbst 2024 von den Pop-up-
Plänen der Riøt-Furniture-Macher hörte, vermittelte
er den Kontakt nach Göttingen. Zwei
Monate lang betrieben Jacobi und Heise dort
einen Laden in bester Innenstadtlage. Das
Weihnachtsgeschäft brachte ihnen Sichtbarkeit,
Umsatz – und ein NDR-Team, das sie für eine
halbstündige Nordreportage begleitete. Nun
überlegen die beiden, aus ihrem Nebenjob mehr
zu machen ...
FOTO: BÜHL
FOTO: NDR
FOTO: BÜHL
3 |2025 185
erfolgsgeschichten
Kunden
gewonnen
Als faktor im Herbst 2022 über Lukas Bank (Foto, r.) und
seine Eventkitchen in Göttingen berichtete, ahnte der Spitzenkoch
nicht, welche Türen sich dadurch öffnen würden.
Die Familie Schrader-Gerdes von der Unternehmensgruppe
Heat in Herzberg stieß auf den Artikel, wurde neugierig
und recherchierte. Schließlich luden Horst Gerdes (Mitte)
und sein Sohn Timo Schrader-Gerdes den Koch ein – und
waren begeistert. Seitdem ist Lukas Bank Stammkoch der
Familie, privat wie geschäftlich.
Erst bei einem gemeinsamen Dinner erfuhr Bank, wie der
Kontakt überhaupt zustande gekommen war: durch den Artikel
im faktor. Für ihn ein besonderer Moment – und der
Beginn einer engen Partnerschaft.
Auch faktor selbst hat inzwischen mit ihm zusammengearbeitet:
Beim ersten faktor-Weinclub mit Rainer Giese vom
WeinKontor Osterode kochte Lukas Bank für Top-Entscheider
der Region – unter den Gästen: Horst Gerdes.
186 3 |2025
Hotel & Spa Suiten FreiWerk
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Design-Badewanne und großer Regendusche
Gewärmtem Sitzbereich
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Freuen Sie sich auf ein Wellness-Erlebnis der Extraklasse: Mit den sieben
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exklusive Momente der Ruhe – ganz für sich allein. Jede einzelne unserer
Private Spa Suiten im Harz ist zweigeschossig, hat eine Wohnfläche von
rund 100m², eine eigene finnische Sauna und Dampfsauna mit einem harmonischen
Lichtspiel sowie einen privaten Jacuzzi auf dem Balkon, mit Blick
in den Wald. Die Spa Suiten sind zudem mit ausgewählten Kunstwerken der
Staatlichen Porzellan-Manufaktur MEISSEN ausgestattet.
erfolgsgeschichten
Autos
gekauft
Der Bauunternehmer Nick Huntgeburth
nutzte ein Mittagessen im faktor-Club, um
mit Steve Wery von BMW und Tim Meise
von Glinicke, beide ebenfalls Club-Mitglieder,
ins Gespräch zu kommen. Wenige Unterhaltungen
und einige Probefahrten später
stand das Ergebnis fest: Nick Huntgeburth
erweiterte seinen Fuhrpark in Obernjesa um
zwei elegante Neuzugänge – für die Fahrten
zu den Baustellen und für seine Frau Marie,
die damit unter anderem die vier Kinder
chauffiert.
188 3 |2025
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
zu 20 Jahren faktor
Ihr Blick für die Region, unser Engagement
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PROFIL
Aber bitte mit Sekt:
Artur Römmich feiert 20-jähriges Jubiläum
Was 2005 mit der Firma ‚AR-Parkett der Parkettspezialist Artur Römmich‘ als Fachbetrieb für Parkettarbeiten
begann, umfasst heute fünf Unternehmen. Im Gespräch blickt Inhaber Artur Römmich auf den Weg
zurück, redet über die Pläne der nächsten zehn Jahre und verrät, ob er noch selbst manchmal Hand anlegt.
Das Leitungsteam der Römmich-Gruppe (v.l.): Eugen Salzmann, Irina Römmich und Artur Römmich im Parkettum-Showroom.
TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE ARTUR RÖMMICH
Wie sind Sie zum Holz gekommen?
Dazu gibt es tatsächlich eine Geschichte.
Als ich nach Deutschland gekommen bin,
hat damals ein Onkel von mir bei Bosch in
Göttingen gearbeitet. Der hat meinem Vater
nahegelegt, dass ich dort eine Ausbildung
zum Betriebselektriker machen sollte. Doch
das habe ich abgelehnt. Die Enttäuschung meines
Vaters, das Angebot von seinem Bruder
nicht anzunehmen, war riesig. So musste ich
die Suche nach einem Beruf in meine eigenen
Hände nehmen. An der BBS 2 gab es einen Tag
der offenen Tür. Ich habe mir dort verschiedene
Gewerke angeschaut und bin beim Holz
stehengeblieben. Strom hat mich nie gereizt,
aber Holz ist ein Werkstoff, den ich verstehe.
Anschließend habe ich bei Tischlerei Welling in
Göttingen meine Ausbildung gemacht.
Was hat den Impuls gegeben, 2005 ein
eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich habe von 1994 bis 2002 als Parkettleger
gearbeitet. Ich habe mit der Zeit gemerkt,
dass ich mich als Arbeitnehmer nicht wohlfühle.
2002 kam unsere Tochter Vivien zur
Welt, und nach einvernehmlicher Entscheidung
bin ich für drei Jahre in Elternzeit gegangen.
Ich habe in der Zeit alles Mögliche
ausprobiert und durchgespielt, von Flohmarktverkäufen
bis zur Börsenspielerei, aber
im Endeffekt bin ich zur Erkenntnis gekommen,
dass ich eben doch Handwerker bin
und auch gerne für mich selbst arbeiten
würde. Hinzu kam, dass mir die vollständige
Abschaffung der Meisterpflicht 2004 für
den Beruf Parkettleger die Entscheidung zur
Selbständigkeit erleichtert hat.
In den Anfängen war das ein echtes
Garagenunternehmen, oder?
Sprichwörtlich. Ich bin alleine in der Garage
und dem Keller unseres Wohnhauses
in Adelebsen gestartet. Das hat sich auch
sehr schnell gut entwickelt, so dass ich bald
meine ersten Mitarbeiter eingestellt habe.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass der erhöhte
Lieferverkehr in einem reinen Wohngebiet
nicht geht. So sind wir 2007 dann nach
Göttingen gekommen und haben uns bei der
Firma Planbau in der Martin-Luther-Straße
eingemietet. Auf meinen Visitenkarten stand
damals noch ‚AR-Parkett der Parkettspezialist,
Artur Römmich‘. Daraus ist dann 2009
die Marke parkettum und 2011 die Umfirmierung
in Parkettum Römmich GmbH entstanden.
2015 sind wir aus den Räumlichkeiten in
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der Martin-Luther-Straße herausgewachsen
und nach Weende in den Wagenstieg 12 in
deutlich größere Ausstellungs-, Büro- sowie
Lagerräume gezogen, wo wir uns sehr
wohlfühlen. Parkett ist immer noch der Kern
unseres Geschäfts, aber dadurch, dass wir
inzwischen weitere Unternehmen haben, arbeiten
wir gerade an einem neuen Markenauftritt,
der den Namen Römmich stärker in
den Vordergrund stellen soll.
Was ist denn noch hinzugekommen?
Alles startete im Jahr 2021 mit der Idee, ein
Mehrfamilienhaus zu bauen – so entstand
die Römmich Bau GmbH. Um dieses Vorhaben
auf stabile Beine zu stellen, gründeten
wir zunächst die Römmich Holding GmbH,
die als Muttergesellschaft eine starke finanzielle
und organisatorische Basis für unsere
Unternehmen schaffen sollte. Mit ihr entstanden
zudem noch die Römmich Immobilien
GmbH und Römmich Ferienimmobilien
GmbH – ein Netzwerk, das Handwerk, Bau
und Immobilien vereint. Die Römmich Bau
GmbH hat in den letzten vier Jahren einige
sehr spannende und interessante Altbausanierung
realisiert. Mit einem durchdachten
Sanierungskonzept verwandelten wir sogar
ein in die Jahre gekommenes Gebäude aus
dem Jahr 1931 in ein hochmodernes Energie-
EffizienzHaus 40. Heute können wir uns mit
Stolz ‚Spezialist für Altbausanierung‘ nennen.
Das Baugeschäft ist ziemlich schwierig
geworden. Wie haben Sie das erlebt?
Bis 2022 waren es – mit Ausnahme von 2015
und 2016, als wir innerhalb Göttingens an
unseren jetzigen Standort umgezogen sind
– wirklich goldene Jahre. Wir haben noch bis
Anfang dieses Jahres einige Großprojekte
mit Parkett und Holzterrassen ausgestattet,
aber die kurzfristige Aussicht auf Großprojekte
ist aktuell nicht gegeben. Jetzt ist die
Branche in einer Krise, weil zu wenig gebaut
wird. Die Kreditzinsen sind stark gestiegen,
kein Wirtschaftswachstum in Aussicht, und
die außenpolitische Situation schafft Unsicherheit,
deswegen sind die Leute vorsichtiger
mit Investitionen. Der Bereich der Altbausanierungen
ist aber nach wie vor aktuell.
Was würden Sie sagen, zeichnet Sie aus?
Zuverlässigkeit und Qualität unserer Dienstleistungen
– egal ob neuer Parkettboden,
neue Holzterrasse, Renovierung eines alten
Holzbodens oder die gesamte Sanierung,
Modernisierung oder Umbau einer Immobilie
– ich stehe mit meinem Namen gerade
für alles, was wir tun. Außerdem spielen
Nachhaltigkeit und Innovative Systeme eine
riesige Rolle in der Realisierung unserer Projekte.
Bei Holzterrassen bieten wir beispielsweise
das innovative Grad-Aluminium-System
als Unterkonstruktion für schraubenlose
Verlegung an; wir nutzen nachhaltige und
modifizierte Hölzer wie Accoya, Kebony,
Bambus oder Thermohölzer mit Garantien
gegen Fäulnis von 15 bis zu 50 Jahren.
Jetzt steht der neue Markenauftritt an – wohin
wollen Sie das Unternehmen entwickeln?
Parkettum Römmich steht gut auf den Beinen,
aber die Römmich Bau wollen wir gezielt
als Altbausanierer und Modernisierer
bekannter machen. Meine Frau Irina und ich
wollen das Unternehmen im kommenden
Jahrzehnt so aufstellen, dass wir es gut an
unsere Nachfolger übergeben können.
Also zeichnet sich schon eine
Unternehmensnachfolge ab?
Wir haben uns keine Frist gesetzt und als
Selbstständiger hört man ohnehin nie wirklich
auf zu arbeiten. Es wird auf jeden Fall ein
langsamer Rückzug mit mehr Freiräumen für
Freizeit werden. Ich bin jetzt 52 und will in den
nächsten Jahren noch richtig Gas geben. Mein
Schwager, Eugen Salzmann, der meine rechte
Hand ist und den ganzen Kundenbereich
sowie die meisten Aufträge abwickelt, könnte
irgendwann parkettum Römmich führen. Die
Römmich-Gruppe soll von der Familie geführt
werden.
Fahren Sie eigentlich selbst noch manchmal
raus und verlegen eigenhändig Holz?
Sehr, sehr selten; wenn ein spannender Auftrag
kommt oder Unterstützung benötigt
wird, dann packe ich auch noch selbst mit
an. Manchmal würde ich liebend gerne Holzterrassen
bauen, aber ich komme einfach
nicht dazu. Vielleicht in ein paar Jahren,
wenn wir die Führung abgeben. Das würde
mir super gefallen, mal wieder ein aufwendiges
Muster-Parkett zu verlegen oder eine
anspruchsvolle Holzterrasse mit Stufen und
Bänken zu bauen.
ARTUR RÖMMICH, geboren 1973,
stammt ursprünglich aus Tadschikistan.
1989 kam er mit seinen Eltern
nach Deutschland und machte in
Göttingen eine Ausbildung zum
Tischler. Nach mehreren Jahren
Berufstätigkeit, erst als Tischler und
später überwiegend als Parkettleger,
machte er sich 2005 mit einem eigenen,
auf Parkett spezialisierten Handwerksbetrieb
selbstständig. Inzwischen
umfasst die Römmich-Gruppe
noch drei weitere Unternehmen.
parkettum Römmich GmbH
Römmich Bau GmbH
Wagenstieg 12
37077 Göttingen
Tel.: 0551 3070240
info@parkettum.de, info@roemmich-bau.de
www.parkettum.de, www.roemmich-bau.de
PROFIL
faktor-club
Erfolgsgeschichten
richtig erzählen
Der faktor hat sich in den 20 Jahren seit Gründung vom reinen Printmagazin
gewandelt – hin zu einem Netzwerker, zum Impulsgeber, zu einer Business-Plattform.
Und damit soll es weitergehen: Die faktor-Zukunftsstrategie stellt das
Miteinander noch stärker in den Vordergrund.
192 3 |2025
faktor-club
TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Der faktor ist nie stehengeblieben und war nie
nur ein reines Magazin mit hübschen Bildern.
Im Gegenteil: Netzwerken, zum Austausch,
zum Inspirieren, für das Geschäftemachen,
das war dem faktor von Anfang an in die Wiege
gelegt worden. Schon 2005, gleich nach der Erstausgabe,
waren die faktor-Herausgeber Marco Böhme, Florian
Grewe, Sebastian Mauritz und Horst Wolf auf einer
Visitenkartenparty in Osterode. „Das war ein damals
typisches Unternehmertreffen in einem echt langweiligen
Restaurant mit belegten Brötchen“, erzählt Marco
Böhme. „Die Idee war gut, aber die Umsetzung mau.“
,Wir können das besser‘ war die Lösung, die auch schon
für die faktor-Gründung Pate stand und damit war die
faktor-Business-Lounge geboren.
Bei der Business-Plattform faktor geht es immer darum, die
richtigen Menschen zusammenzubringen.
DIE PREMIERE fand im Graf Isang am Seeburger See
statt – gemeinsam mit Betreiberin Antje Näder, der damaligen
Frau von Ottobock-Inhaber Hans Georg
Näder, und Bernd Fritz-Kolle. Der Coach aus Göttingen
leitete den Abend mit einem kreativen Aufwärmspielchen
ein, zu dem sich jeder bewegen musste und so das
Kennenlernen leicht fiel. Zum Abschluss wurde ein wertvoller
Füllfederhalter verlost, den Detlef Hofmann, später
Prokurist beim Logistiker Zufall, gewann. „Er hat
mir bei seinem Eintritt in den Ruhestand erzählt, dass er
damit alle wichtigen Verträge unterzeichnet hat“ – auch
20 Jahre später ist Marco Böhme die Episode noch präsent,
die zeigt, was faktor schon damals wichtig war,
wichtiger wurde und noch immer wichtig ist: der persönliche
Umgang.
„Daraus haben wir den Ansatz weiterentwickelt,
spannende Menschen zusammenzubringen“, so Böhme.
„Ich habe das Privileg, permanent Persönlichkeiten kennenzulernen.
Und wenn ich jemanden interessant finde
und denke, dass die Person uns bereichert, lade ich sie
einfach ein.“ Das ist der Kerngedanke geworden, der
den faktor-Club auszeichnet. Der besteht aus den festen
Mitgliedern und regelmäßigen Sondergästen.
So sind über die Jahre verschiedene Netzwerk-Formate
entstanden, die im Schwerpunkt natürlich in Göttingen,
aber oft auch in der Region Südniedersachsen stattfinden
und das zu drei verschiedenen Tageszeiten, um
jedem ein Mitmachen nach eigener Präferenz und Terminplan
zu ermöglichen: einmal monatlich das
faktor-Frühstück, zehnmal im Jahr der faktor-Mittagsclub
und zwei- bis dreimal im Jahr die faktor-Business-Lounge
als Abendveranstaltung. Gemeinsam ist ‣
3 |2025 193
faktor-club
allen drei Formaten, das über die Location, das Essen
und den Vortrag die richtigen Menschen zusammengebracht
werden. Betonung liegt auf den richtigen.
MARCO BÖHMES LIEBLINGSBEISPIEL ist das von Daniel
de Vasconcelos, dem Geschäftsführer des Göttinger
Hospiz an der Lutter, der beim Mittagessen einmal neben
Loreen Krech von Krech Zaunsysteme aus Northeim
saß und ins Reden kam. Denn beim Hospiz gibt es
zwischen Waldweg und Humboldtallee einen Schleichweg,
der bei Google Earth als Durchgang angezeigt
wird. Doch das stört die Patienten, die im Freien entspannen.
Also musste ein Zaun her. „Drei Woche später
stand der Zaun“, erzählt de Vasconcelos. „Das zeigt,
was faktor kann. Ich saß nicht dabei und habe vermittelt,
sondern die faktor-Magie der Begegnung entsteht
dadurch, dass wir einen guten Rahmen setzen und die
richtigen Menschen zusammenbringen. Ich würde nie
jeman-den in den faktor-Club aufnehmen, der nicht in
die Gruppe passt“, erzählt Böhme.
Das Magazin ist eine großartige Visitenkarte, die sich
der faktor in 20 Jahren erarbeitet hat, um andere Teilnehmer
des Wirtschaftslebens zu inspirieren. Aber
faktor ist inzwischen eben noch viel mehr.
MIT DER ENTWICKLUNG einer Zukunftsstrategie hat
sich das faktor-Team systematisch beschäftigt. Unter Begleitung
des Kasseler Strategieberaters Gerdum Enders
ist so eine Roadmap entstanden, die nicht nur die
faktor-DNA herausgearbeitet hat, sondern auch aufzeigt,
wo die Reise hingehen soll. Die faktor-DNA ist ein
Dreiklang aus: wertig, persönlich, inspirierend. „Mit
diesen Werten und Zielen gleichen wir im Alltag unsere
Aktivitäten ab“, so Herausgeber Marco Böhme. „Das
können auch ganz kleine Sachen sein: Die Ideen zum
Jubiläumsfeier-Programm wurden beispielsweise immer
damit abgeglichen, ob sie wertig, persönlich und inspirierend
sind.“
Im Zentrum steht Storytelling –
so wie hier im faktor-Video:
194 3 |2025
› MEHR ALS EIN MAGAZIN
faktor-club
UND DIE STRATEGISCHE VISION IST, sich vom
faktor-Magazin zum faktor-Club zu entwickeln, der ein
Katalysator für Business-Begegnungen werden soll. Das
Interesse an einer Mitgliedschaft im faktor-Club wächst:
Aktuell sind es rund 30 Mitglieder, Ende 2025 sollen es
50 sein, und ein Jahr später soll sich die Zahl noch einmal
verdoppelt haben.
„Ich will noch stärker Menschen zusammenbringen
und Themen setzen“, sagt Böhme. Am Ende kann
faktor so etwas wie eine Business-Plattform werden,
die auf ganz unterschiedliche Art die Kunden begleitet.
Schon seit Jahren werden Mitarbeiterzeitschriften, Sonderdrucke
oder Anzeigen für Kunden produziert. „Meine
Vision ist, dass wir im Kern Storytelling anbieten.
Jeder hat spannende Geschichten zu erzählen – für
Kunden, für Mitarbeiter. Sie müssen nur die passende
Zielgruppe auf dem richtigen Kanal erreichen“, so
Böhme. Print, digital, Podcast, Videoportraits; was heute
das Tiktok-Video für Azubis ist, wird morgen auf
einem anderen Kanal laufen. „Das ist unsere Kompetenz:
Erfolgsgeschichten entdecken, entwickeln und
richtig erzählen.“ ƒ
Zukunftsstrategie
Vom faktor Magazin zum faktor Club
Nordstern
faktor Club
› MEHR ALS EIN MAGAZIN
Regionaler Katalysator
Markenführung
Die neue Perspektive:
Marken sind Zeichensysteme.
Der Code wird durch Bilder, Infografiken und Sprache zeichenhaft
übersetzt. Durch diese Zeichen schaffen wir die Markenbedeutung:
wertig, inspirierend, persönlich.
Deshalb müssen sowohl Glückwunsch-Karten, Räume
als auch die neuen Clubformate wertige, inspirierende,
persönliche Zeichen senden. Die Zielgruppen decodieren
diese Zeichen. Aus ihrer Wahrnehmung
konstruieren sie ihre Wirklichkeit.
Daraus entsteht dann unser transformiertes
faktor Club-Image.
vielfätig
innovativ gemeinsam
modern
mutig
innovativ
inspirierend
› MEHR ALS EIN MAGAZIN
familiär
fair
fair
wertig
menschlich
persönlich
lebendig
nahbar
Mission: Benchmarks checken
Welche Formate bieten mediale Wettbewerber?
Was können wir von Brand Eins, The Pioneer, Impulse,... lernen?
> Integration in das faktor System
Zukunftsstrategie
Fokus
2025
KLÄREN
Das große Ganze
- Space Clearing
- Markencode
- Vision als Story
- Vision als Bild
- Neue Arbeitsweisen:
Fokus = Wozu & Tomatoe
- Leitfragen für dieses Jahr:
Wie geht es einfacher?
Wie geht es schneller?
Wie geht es besser?
- Neu codierte Räume
Fokus
2026
AKTIVIEREN
Erfolgstraining
- Empathischer Vertrieb
- Neue Club-Formate
- Routinen und Workhacks
-
-
-
Fokus
2027
VERSTÄRKEN
Tuning
- System optimieren
- Netzwerk aufbohren
-
-
-
Vision
Feinstoff schafft Grobstoff.
Was beinhaltet die faktor Vision im Detail?
Es ist wichtig, die Vision schriftlich und in ganzen Sätzen festzuhalten.
Das regt die Vorstellungskraft an. Eure Verschriftlichung sollte 1-2 Seiten lang sein.
Tipp 1: Lest eure Visionen noch mehrmals durch und schärft sie
Schicht für Schicht. Überlegt auch, was sich in Eurem Aufgabenfeld verändert hat.
Und wo der Nutzen für die Kunden liegt. Bitte keine diffusen Bilder und abstrakten
Formulierungen, sondern Zahlen, Daten, Fakten und Beispiele, wie es in Zukunft läuft.
Diese geschärften Zielbildstories könnt Ihr dann zu Eurem finalen Visionstext
als geschlossenes Gesamtsystem verdichten.
Tipp 2: Bringt die Vision in Euer Bild.
echt
anspruchsvoll
professionell
Der CODE = Unsere Prüfregel
Der Code ist Anspruch und Versprechen.
Er ist die Prüfregel zum Zeichensenden.
Alles was zukünftig gesendet wird muss inspirierend, persönlich, wertig sein.
Vom Magazin, über die Website, hin zum Roll-Up, bis zu den Vorträgen.
GERDUMENDERS ®
Unternehmenscodes
Unscharfe Systeme verbrauchen viel Energie. Klares Mindset: Fokussiert in die Club-Zukunft
18.2.2025
Fokus-Workshop
CODE LAB Kassel
Prof. Dr. Gerdum Enders
faktor entwickelt sich vom Magazin zur Business-Plattform in Südniedersachsen.
3 |2025 195
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› MEHR ALS EIN MAGAZIN
33 gute Gründe für
1) faktor ist das einzige Wirtschaftsmagazin der Gesamtregion Südniedersachsen.
2) Der Verlag ist seit 2005 ein fairer, geschätzter und angesehener Partner.
3) Im faktor werden die wichtigsten Menschen, Unternehmen und Ideen
der Region Göttingen vorgestellt.
4) Auf das faktor-Cover kommen die Top-Entscheider mit ihren Erfolgs geschichten.
5) Wir konzentrieren uns bei der Berichterstattung ausschließlich auf positive
Entwicklungen und die vorhandenen Potenziale. Wir machen Mut!
6) faktor ist das einzige regionale Magazin, das Online wichtige Nachrichten
aus der Wirtschaft liefert.
GOLDBECK verlässlicher Partner
und bester Arbeitgeber
Als ein solides und starkes Unternehmen, welches immer schon nachhaltig wirtschaftet und
vorausschauend agiert, wurde nun GOLDBECK zum zweiten Mal in Folge als
,Top nationaler Arbeitgeber 2021‘ auf Platz 1 in der Baubranche gewählt.
„GOLDBECK greift auf die
Kreativität und Erfahrung von
über 1.200 eigenen Architekten
zurück und kann somit
auch individuellen
Kundenwünschen und
-ansprüchen gerecht werden.“
Einfahrt zum neuen
Parkhaus am Finanzamt in Gö tingen
Erweiterung des Portfolios
Menschen bezahlbaren und lebenswerten
Raum zum Wohnen geben – eine Forderung,
die in der politischen Deba te parteiübergreifend
immer lauter vorgetragen wird. Ein Anliegen,
mit dem sich auch GODLBECK beschäftigt
hat. Eine entsprechende Lösung wurde
gefunden, die insbesondere für den sozialen
Wohnungsbau kostengünstiges Bauen und
kurze Bauzeiten mit einer ansprechenden Architektur
und hoher Qualität in Einklang bringt.
„GOLDBECK greift auf die Kreativität und
Erfahrung von über 1.200 eigenen Architekten
zurück und kann somit auch individuellen Kundenwünschen
und -ansprüchen gerecht werden“,
sagt Steffen zur Linde, Niederlassungsleiter
über das neue Produkt ,Wohnen‘.
Der serie le Wohnungsbau von GOLDBECK
basiert auf industriell vorgefertigten Systemelementen
aus Stahl und Beton, die bei Qualität
und Bauprozessen auch Maßstäbe für
den klassischen Wohnungsbau setzen. Von
der förderfähigen Standardvariante bis zur individue
len Lösun gibt es zahlreiche Umsetzungsmöglichkeiten.
Diese stehen natürlich
auch bei den Aussta tungsdetails offen. So
treffen lichtdurchflutete Räume auf a traktive
und strapazierfähige Materialien.
Effektiver Scha lschutz und eine umfangreiche
Elektro- und Medienaussta tung gehören
wie eine Fußbodenheizung und eine integrierte
Lüftungstechnik zum Standard.
Das durchdachte Planungsprinzip, die bereits
berücksichtigte Förderfähigkeit sowie die
systematisierte Bauweise ermöglichen schnelle
Genehmigungsverfahren und eine zeit nahe
Projektrealisierung. So schafft GOLDBECK
Wohnraum in Serie, der zugleich wirtschaftlich
und wohnlich ist. Mit diesem zukunftsweisenden
Wohngebäudekonzept ist GOLDBECK Rahmenvertragspartner
des Bundesverbands der
Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.
(GdW).
In Gö tingen gibt es ein neues Parkhaus
Seit einigen Wochen ist es fertiggeste lt: Am
Finanzamt in Gö tingen steht wieder ein
Parkhaus zur Verfügung. Das bisherige Parkdeck
war baufä lig und musste durch den
Neubau ersetzt werden, der innerhalb von
acht Monaten e richtet wurde. Durch die
GOLDBECK-typische Bauweise konnte während
der Wintermonate gebaut werden, und
auch die Coronakrise ha te auf die Bauzeit
keine Auswirkungen. So wurde das Parkhaus
mit 200 Ste lplätzen sogar früher als geplant
fertiggeste lt und in nur acht Monaten gebaut.
Es wurde nicht nur der Zeitplan vorzeitig eingehalten,
sondern auch der Kostenrahmen
von vier Millionen Euro.
Eine klare Wegeführung über zwei Rampenanlagen
verhindert Gegenverkehr und ermöglicht
so eine flüssige Ein- und Ausfahrt aus
dem Gebäude. An den Stirnseiten des Gebäudes
befinden sich die beiden großzügig
verglasten Treppenhäuser aus Sichtbeton.
Außerdem wurden „dunkle Ecken“ bewusst
vermieden, weshalb der Neubau auch für
die Nutzer eine spürbare Verbesserung ihres
Sicherheitsgefühls bietet.
A les aus einer Hand
Das Angebotsspektrum von GOLDBECK umfasst
aber nicht nur die individuelle Planung
und da schlüsselfertige Bauen für eine sofortige
Nutzung, sondern die komplette Begleitung
bei jedem erforderlichen Schri t sowie
die langfristige Betreuung ein
nach der Fertigste lung. „GOL
das Rundum-Sorglos-Paket. Vo
bis zur Fertigste lung kümmert
petentes und sympathisches Te
lange“, sagt Bengt Wilken, Ve
für das Gebiet Gö tingen, zus
Vor einem maßgeschneidert
ein komple tes Bauvorhaben
un zählige Details, derer si
von GOLDBECK annehmen
stücksauswahl, kundenspe
planungen, Erweiterungspl
Betrachtung der Kosten ü
Lebenszyklus des Gebäud
leute mit Rat und Tat zur S
legungen für eine nutze
stehen unter den Maxim
keit, Qualität und Schnel
Ingenieure bei GOLDBE
nur auf ihr Entwicklung
auch auf vielfach bewä
probte Bauteile zurück
Wird dann mit dem
im Handumdrehen
geschlossen, denn
GOLDBECK derart k
Größe des jeweilige
Monate in Anspruch
7) Wir sind „grün“, indem wir bei Papier, Farben und Versand vermehrt auf Nachhaltigkeit achten.
8) Wiederholt wurden wir für unsere Texte als Sieger ausgezeichnet mit dem
Alexanderpreis, der regionalen Auszeichnung für Journalisten.
31
9) Mit Alciro Theodoro da Silva ist der beste Fotograf der Region für faktor tätig.
Seine Bilder werden großflächig gedruckt.
10) Klassisches Layout mit viel Weißfläche, sodass die Fotos und Ihre Anzeige wirken können.
11) Hochwertiges Papier, auf dem die beeindruckenden Bilder ihre Wirkung
besonders entfalten können.
12) Exklusive B2B-Zielgruppe: faktor-Leser sind die Entscheider – Inhaber, Geschäftsführer,
leitende Angestellte, Selbstständige und Freiberufler.
13) Lukrative B2C-Zielgruppe: faktor-Leser gehören zu den
Besserverdienern.
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15) und versendet über 8.000 Magazine per Postversand
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DER
WELTEN
WANDERER
Aufgewachsen in einem Schloss aus dem 14. Jahrhundert in den Wäldern
Nordhessens, verwundert es einen fast nicht, dass Thimon von Berlepsch
irgendwann in die Welt der Zauberei eintaucht. Magie wird seine Sprache.
Er weiß, dass er damit die Welt ein Stück weit verändern kann. Mit faktor
sprach er über magische Momente und wie Hypnose in sein Leben kam.
198 3 |2025
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» Was meine Arbeit angeht,
da bin ich sehr perfektionistisch. «
TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA
Es gibt sie durchaus auf dieser Welt. Orte, die
etwas Magisches ausstrahlen, die uns in
längst vergangene Jahrhunderte entführen.
In Zeiten, in denen die Menschen noch an
Wunder glaubten. Das Soho House in Berlin-Mitte
ist scheinbar genau so ein Ort. Ein bisschen
Hipster, ein bisschen Dandy und plüschige Sofas. Genau
die passende Location, um einen modernen Magier zum
Interview zu treffen. Thimon von Berlepsch liebt diesen
Ort, an dem er an einer Handvoll Terminen im Jahr zu
seiner Show ‚SecretCircle‘ einlädt. Ein fast familiärer
Kreis von 40 Menschen erlebt mit ihm hautnah einen
außergewöhnlichen Abend, der noch lange in ihnen lebendig
sein wird. „Was mich im Innersten antreibt, ist
genau das: Magische Momente mit Menschen zu teilen
und sie gleichzeitig das erleben zu lassen, was ich so besonders
finde – nämlich neugierig über das Leben zu
staunen“, sagt Thimon von Berlepsch.
MAGIER. HYPNOTISEUR. AUTOR. Sofort beginnt das
Gehirn ein Kopfkino und entführt uns in eine andere
Welt. Als dann die Tür vom Salon im Untergeschoss des
Soho House aufgeht, betritt ein gut gelaunter Thimon
den Raum. Der 46-Jährige hat etwas Jungenhaft-Unbeschwertes
und zugleich Professionelles an sich. Wir sind
sofort beim Du, während er den Raum in Augenschein
nimmt. „Was meine Arbeit angeht, da bin ich sehr perfektionistisch“,
sagt er und sucht nach dem perfekten
Platz für das Interview. Seine ersten Auftritte als Zauberer
hatte er bereits während seiner Kindheit und Jugend.
Damals nutzte er jede Gelegenheit, um vor Freunden,
der Familie oder auch Fremden seine neuesten Zauberkunststücke
vorzuführen. Einige Göttinger erinnern sich
noch heute, gut drei Jahrzehnte später, daran, wie er bereits
in der Schulzeit auf Partys oder in WGs seinen imaginären
Zauberkoffer öffnete und kleine Vorstellungen ‣
200 3 |2025
wissen
3 |2025 201
wissen
» Durch die Zauberei wuchs mein Selbstbewusstsein.«
FOTO: Thimon von Berlepsch
Hier fing alles an: Mit 13 Jahren fand Thimon von Berlepsch auf dem Dachboden des Schlosses ein altes, in Leder gebundenes Buch von 1890:
Moderne Salon-Magie. Sofort war er fasziniert.
202 3 |2025
wissen
FOTO: Thimon von Berlepsch
Zurück in Göttingen: Schon als Schüler sorgte Thimon mit seinem imaginären Zauberkoffer auf
Partys für Staunen – ein Auftritt im Deutschen Theater war allerdings noch weit weg.
gab. Um einer Illusion Leichtigkeit zu geben, braucht es
Stunden um Stunden harte Arbeit. Ohne den hohen Anspruch
an sich selbst wäre die perfekt inszenierte Leichtigkeit
undenkbar.
THIMON VON BERLEPSCH ist nicht nur ein geborener
Baron, sondern zudem auch in einem echten Schloss aufgewachsen,
das seit dem 14. Jahrhundert Stammsitz der
Familie von Berlepsch ist. Er ist der zweitälteste von vier
Brüdern und wuchs zwischen alten Gemälden der Ahnen,
antiken Möbeln und den angrenzenden Wäldern und
Ländereien auf. Frei und unkonventionell sei seine Kindheit
gewesen, erzählt er. Und dass seine Mutter und sein
Vater selbst Freigeister waren, die es liebten, die Welt zu
bereisen. Auf Schloss Berlepsch lief er barfuß und mit kurzen
Hosen über ausgetretene Steinstufen und entdeckte
für sich die stillen Winkel und Erker. Mit 13 Jahren stöberte
er mal wieder auf dem Dachboden des Schlosses. In
einem alten, verstaubten Koffer weckte ein in Leder gebundenes
Buch aus dem 19. Jahrhundert seine Neugierde.
Welche Zauberkräfte ihn dorthin geführt haben mögen,
bleibt ungeklärt. Das Buch hieß: ‚Moderne Salon-Magie.‘
Thimon war sofort fasziniert. Was er zu dem Zeitpunkt
nicht ahnte: dass Magie sein Leben wird. Seine Berufung.
Seine Leidenschaft. Sein Weg auf die Bühne.
Und damit sind wir mittendrin in der Geschichte eines
Geschichtenerzählers, der heute mit seinen Shows ganze
Theater füllt und die Menschen in eine Welt entführt, die
sich real anfühlt und gleichzeitig unglaublich ist. Doch
zunächst war es für den jungen Teenager Thimon nicht
vorstellbar, dass er von der Zauberei leben könnte. Er
machte zunächst eine Ausbildung zum Goldschmied bei
dem traditionsreichen Juwelier Lüttge in Göttingen. Ein
Geschäft, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1828 zurückreichen.
Es war vor allem die Leidenschaft für antiken
Schmuck des Art Déco, die ihn zu diesem Handwerk
führte. Die Schmuckstücke spiegeln den Geist einer
Epoche, die aus heutiger Sicht auch etwas Magisches an
sich hatte. Er trat mit diesem Beruf in die Fußstapfen
seines Vaters, der ebenfalls antiken Schmuck kaufte und
verkaufte. „Ich hatte sehr große Lust, Goldschmied zu
werden und wäre es auch geblieben, wenn nicht die Zauberei
dazwischengekommen wäre“, sagt von Berlepsch.
1999 kam erst einmal der Zivildienst und er zog mit 21
Jahren nach Berlin. Die Freitagabende jedoch gehörten
der Magie. Dann nämlich hatte er ein kleines Engagement
in einem Sushi-Restaurant. Geld bekam er für seine
Auftritte nicht, dafür aber Sushi satt und wertvolle Kontakte
zu Menschen, die ihn weiterempfahlen oder selbst
für Veranstaltungen buchten. „So ergab eins das andere ‣
3 |2025 203
wissen
Hoch hinaus: Mit 21 Jahren kam Thimon von Berlepsch
zum Zivildienst nach Berlin – heute lebt er dort mit seiner
Frau und seinem Sohn.
und reihte sich aneinander wie die Perlen einer Kette. Ich
merkte: Wow, davon kann ich ja leben“, sagt von Berlepsch.
In seinem SPIEGEL-Besteller ‚Der Magier in uns‘
erzählt er unter anderem von seinen Reisen zu geheimnisvollen
Orten seiner Lehrzeit, zu Zauberern, Schamanen
und Medizinfrauen, aber auch von seiner inneren Reise.
„Durch die Zauberei wuchs mein Selbstbewusstsein, sie
half mir, meine extrovertierte Persönlichkeit auszuleben
und Entertainer zu sein.“ Doch in seiner Familie munkelt
man noch anderes. Womöglich sei er die Inkarnation seiner
Urgroßmutter Carola, die in konservativen Kreisen
verkehrte und dennoch immer wieder ihren Leidenschaften
folgte: Seiltanz und Zauberei.
MIT 30 JAHREN kam Thimon von Berlepsch dann zum
ersten Mal mit Hypnose in Berührung. Die Faszination
nahm ihn in ihren Bann und ließ ihn nicht mehr los. Er
buchte ein Hypnose-Seminar und schaffte es bereits am
zweiten Abend seiner Ausbildung, eine fremde Frau in
einer Bar, natürlich mit ihrer Einwilligung, zu hypnotisieren.
Er ließ sie ihren Namen vergessen. „Das war für
mich so ein unfassbar magischer Moment. Es war einfach
ein Wunder“, erinnert er sich. Heute lässt er Zauberei
und Hypnose auf der Bühne verschmelzen. In seinen
Shows verbindet er Entertainment mit Persönlichkeitsentwicklung,
Magie mit Hypnose und entführt die
Menschen zurück in ihr kindliches Staunen. ‣
204 3 |2025
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FOTO: Thimon von Berlepsch
Magische Momente: Im Soho House lädt die Show ,SecretCircle‘ zu echten Begegnungen im kleinen Kreis ein.
ZUR PERSON
Seit über 30 Jahren steht Thimon von Berlepsch auf der
Bühne – als Magier, Hypnotiseur und Speaker. Neben
seinen eigenen Shows wird er weltweit von namhaften
Unternehmen engagiert, um als Entertainer zu begeistern
oder mit interaktiven Vorträgen über Persönlichkeitsentwicklung
inspirierende Impulse zu geben.
Er ist Autor des #1-SPIEGEL-Bestsellers UPDATE FÜR
DEIN UNTERBEWUSSTSEIN und hat mit seiner Arbeit
bereits mehreren tausend Menschen geholfen – sei es
durch seine Bücher, seine Hypnose-Seminare oder in
1:1-Sitzungen. Sein Ziel: Stress reduzieren, ungesunde
Verhaltensweisen auflösen, Denkweisen neu ausrichten
und damit den Weg zu einem leichteren, selbstbestimmten
Leben öffnen.
Rum que res nimuscium ut harum dolorerat optat officit
resto blautempor asi re sundessequi venimusapit am re
comnita nonsequiasit eati dus ipsapero velit, aliam doluptio
officimus pernat omnitatum res conse nullendae
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Die Kunst der Hypnose und Selbsthypnose erlernen
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Den Magier und seine Show live in Berlin erleben
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Update für dein Unterbewusstsein
Paperback: 18,- Euro, Taschenbuch: 12,- Euro
206 3 |2025
wissen
» Magie ist für mich
die universelle Sprache.
Sie wird auf der
ganzen Welt verstanden.«
DOCH SEINE BEGEISTERUNG für Hypnose geht weit darüber
hinaus. Seit acht Jahren bildet er in Seminaren zum einen
selbst Hypnotiseure aus, zum anderen bringt er Menschen
bei, wie sie Selbsthypnose für mehr Leichtigkeit im Leben
nutzen können. Entgegen der weit verbreiteten Skepsis ist
Hypnose kein Zustand, indem der Hypnotisierte die Kontrolle
abgibt. Ganz im Gegenteil: Hypnose ist ein angeleiteter
aktiver Prozess, den Menschen im privaten Leben wie
auch im beruflichen Umfeld nutzen können. Sie unterstützt
dabei, sich von alten Verhaltensmustern zu lösen, um beispielsweise
achtsamer mit sich selbst und auch mit anderen
umzugehen. Keine Magie oder Hokuspokus, sondern eine
wirkmächtige Technik zur Persönlichkeitsentwicklung und
Selbstführung. Als Speaker wird Thimon von Berlepsch aus
diesem Grund regelmäßig von Unternehmen gebucht. Da
die innere Haltung maßgeblich die äußere Wirkung beeinflusst,
machen ein positives Mindset und zielgerichtete
Sprache einen spürbaren Unterschied – wie beispielsweise
in schwierigen Situationen ruhig und souverän auf andere
Menschen einzuwirken. Es ist eine Art, Veränderung im
Business anzustoßen, die faszinierend anders ist und nachhaltig
wirkt.
IN SEINEM ZWEITEN BUCH, dem #1-SPIEGEL-Bestseller
‚Update für dein Unterbewusstsein‘ geht es auch genau
um diese Frage: Wie können wir mit Achtsamkeit
und Selbsthypnose jeden Bereich unseres Lebens nachhaltig
verändern? Und fast im gleichen Atemzug gesteht
er mit einem Augenzwinkern ein: „Ich habe natürlich
auch meine Themen und darf noch an mir arbeiten.“ So
ist seine Lieblingsprokastination, das E-Mail-Postfach
und seinen Schreibtisch aufzuräumen – mit der fadenscheinigen
inneren Ausrede, dann könne er besser kreativ
sein. Es ist beruhigend, das zu hören. Denn irgendetwas
in uns will uns immer wieder glauben machen,
dass Zauberei real ist und dass Thimon – ebenso wie
Newt Scamander aus ‚Phantastische Tierwesen und wo
sie zu finden sind‘ – sein ganzes Leben in einer unerschöpflichen
Tasche mit sich herumträgt. Also nur zur
Erinnerung: Magie ist Entertainment. Und ein Magier ist
auch nur ein Mensch.
„Magie“, sagt von Berlepsch, der selbst fünf Sprachen
fließend spricht, „ist für mich die universelle Sprache. Sie
wird auf der ganzen Welt verstanden.“ Und dann erzählt
er mit einem Strahlen in den Augen von seinen Ruck-‣
3 |2025 207
wissen
sackreisen an entlegene Orte auf der ganzen Welt. Auch
wenn er bereits als Kind und Jugendlicher mit seiner
Familie viel gereist ist, so gibt es für ihn doch noch einige
weiße Flecken auf der Landkarte. Im Jahr 2000
begann er, jedes Jahr für vier bis sechs Wochen ein
Land zu bereisen, das er noch nicht kannte. Ein Rucksack,
eine Landkarte und kein Plan, stattdessen Neugierde.
An dieser Stelle könnte man sagen, der Entdeckergeist
wurde ihm in die Wiege gelegt. Denn als
Thimon zwei Jahre alt war, reisten seine Eltern mit ihm
und seinem älteren Bruder nach Indien und lebten dort
für ein paar Monate in einem Ashram. ‘The present
moment is a present of life‘ – Die Gegenwart ist ein
Geschenk des Lebens. Dieses Credo nahmen er und
seine Eltern aus dieser Zeit mit in ihr Leben. Bis heute.
VON BERLEPSCH ERZÄHLT BEGEISTERT und in warmherzigem
Ton von den Kindern im Dschungel von Kolumbien
auf seinem Weg nach Ciudad Perdida, der verlorenen
Stadt. Eigentlich erhoffen sich die Jungen und
Mädchen von weißen Ausländern, die dort in regelmäßigen
Abständen vorbeikommen, Süßigkeiten. Doch
eines Tages bleibt ein Mann stehen und verzaubert sie.
Magie. Mit offenen Mündern und großen Augen sehen
sie, was eigentlich nicht möglich ist. Seidentücher verschwinden
in der Hand des Mannes. Er zieht ein Geldstück
hinter ihrem Ohr hervor. Für Thimon von Berlepsch
sind dies kleine Taschentricks aus seiner Anfangszeit.
Für die Kinder hingegen öffnet sich eine neue
Welt. Dieses Geschenk wird ihnen länger in Erinnerung
bleiben als jedes Bonbon. Ein Leben lang vermutlich.
OB KOLUMBIEN, MADAGASKAR, Myanmar oder Indien
– auf seinen Reisen hat er immer ein ‚Reisezauberköfferchen‘
dabei. „Ich finde es viel, viel schöner, mich auf einer
anderen Ebene mit den Menschen zu verbinden –
über diesen staunenden Moment“, sagt von Berlepsch.
Zurück in Deutschland bereichern ebensolche Geschichten
seine Shows. Mit ihnen entwirft er eine andere Welt,
schafft magische Momente und intensive Begegnungen.
Er ist ein Sprech-Magier – niemand, der auf der Bühne
Jungfrauen zersägt. Thimon von Berlepsch spricht mit ‣
Mit staunenden Augen: Ob in Madagaskar, Indien oder wie hier in Kolumbien: Auf seinen Reisen hat Thimon von Berlepsch stets sein ‚Reisezauberköfferchen‘
dabei – und verzaubert damit die Menschen.
FOTO: Thimon von Berlepsch
208 3 |2025
1 |2025 37
wissen
FAMILIE
Thimon von Berlepsch hat noch drei Brüder:
Fabian von Berlepsch betreibt heute die Touristik auf
Schloss Berlepsch, auf dem regelmäßig erlebnisreiche
Dinner, klassische Konzerte und Partys stattfinden.
Gabriel von Berlepsch ist Film- und Theaterschauspieler.
Er hat seit elf Jahren ein festes Engagement am
Deutschen Theater in Göttingen.
Der jüngste der Brüder, Lucius von Berlepsch, ist einer
von zwei Gründern des Startups ‚Bidetlity‘.
den Menschen, involviert sie in seine Magie und verwendet
gern alltägliche Dinge wie Münzen, Kartenspiele
oder Bücher, gerade weil wir erfahrungsgemäß dazu
neigen, die Wunder in Alltäglichkeiten nicht zu sehen.
Er nutzt die menschliche Vorstellungskraft und die
Kraft der eigenen Gedanken. Mit seiner Hilfe verformen
Menschen auf der Bühne Münzen in ihrer Hand
oder streicheln imaginäre Einhörner. Mit Hypnose löste
er schon innerhalb kürzester Zeit Höhen- oder Flugangst
auf, die Blockade einer Unternehmerin, vor
Publikum zu sprechen, oder gar eine Butterphobie.
Mit 30 Jahren entdeckte Thimon von Berlepsch die Hypnose. Heute verbindet er auf der
Bühne Hypnose und Zauberei, Entertainment und Persönlichkeitsentwicklung – und entführt
die Menschen zurück in ihr kindliches Staunen.
DIE MACHT DER IMAGINATION wird durch Thimon
von Berlepschs Worte geweckt. Sie wird spürbar, wenn
wir uns erlauben, daran zu glauben, dass die Bilder, die
er im Kopf entstehen lässt, etwas bewirken können.
Dass sie eine Einladung sind, alte Muster und Glaubenssätze
zu überschreiben. Die Kraft, etwas im eigenen
Leben zu verändern, kommt aus uns selbst. „Wenn
wir alle wüssten und tief in uns drin spüren würden,
welche enorme Wirkung unsere Gedanken haben –
und wie wir diese Gedanken jederzeit zielgerichtet lenken
und für uns nutzen können, dann würden wir
doch nicht einen Tag verpassen wollen, um uns das
Leben zu erschaffen, das wir wirklich haben wollen“,
sagt Thimon von Berlepsch. Natürlich verrät er in seinen
Shows nicht seine Zaubertricks, er lässt uns vielmehr
an den unbegrenzten Möglichkeiten teilhaben,
die wir in unser Leben holen können. Wenn wir nur
daran glauben. ƒ
210 3 |2025
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FOTO: Farina Deutschmann
Mit Anfang 20 zauberte er im Berliner Sushi-Restaurant – ohne Gage, dafür mit Sushi satt und ersten Kontakten.
Heute begeistert Thimon von Berlepsch auf internationalen Bühnen mit magischen Shows und inspirierenden Keynotes.
3 |2025 211
20 Jahre faktor region 2045
UNSERE
REGION
2045
Viel können Sie in dieser Ausgabe darüber lesen, was in den vergangenen
20 Jahren in unserer Region passiert ist. Wie aber stellen sich Entscheider
und Netzwerker in Südniedersachsen die Zukunft vor? Schließlich gehören
sie zu denen, die an den Stellschrauben mitdrehen können. Daher haben
wir einige von ihnen gefragt, wie unsere Region aussehen könnte, wenn
faktor – hoffentlich – seinen 40. Geburtstag feiert …
LARS OBERMANN (Geschäftsführender Gesellschafter
der Obermann Logistik Gruppe in Osterode) ist Vorsitzender
des Mekom Regionalmanagements: Er blickt zuversichtlich
in die Zukunft seiner Heimatregion. „Beim
Blick in die Kristallkugel für 2045 sehe ich unsere Region
auf der Gewinnerseite“, sagt der Unternehmer. Ausschlaggebend
dafür sind für ihn bezahlbarer Wohnraum, verfügbare
Gewerbeflächen, eine gut ausgebaute
Infrastruktur und ein attraktives Lebensumfeld.
Diese Voraussetzungen
schaffen laut Obermann die Grundlage
für wirtschaftlichen Erfolg:
„Unsere Unternehmen entwickeln
innovative Produkte und finden hier
die passenden Mitarbeitenden – weil
die Rahmenbedingungen stimmen.“
Für ihn ist klar: Südniedersachsen kann
sich im Wettbewerb der Regio nen dauerhaft behaupten.
PROF. DR. WOLFGANG BRÜCK,
Sprecher des Vorstandes und
Vorstand Forschung und Lehre
der Universitätsmedizin Göttingen,
prognostiziert wie folgt: „Im
Jahr 2045 wird der komplette Campus
der Universitäts medizin Göttingen
neu gebaut sein und damit zu den modernsten Universitätsmedizinen
Deutschlands gehören. Die UMG wird
ein innovatives Zentrum für Forschung, Lehre und
Krankenversorgung auf höchstem medizinischen Niveau
und auf Basis fortschrittlicher Technologien sein.
Die Region wünsche ich mir als einen lebendigen,
zukunfts orientierten Ort, der Gesundheit und Fortschritt
vereint. Die UMG steht darin als international
sichtbarer Transfer exzellenz-Leuchtturm – eingebettet
in den Life-Science-Standort Süd niedersachsen.“
212 3 |2025
20 Jahre faktor region 2045
ANNABEL KONERMAN ist die Koordinatorin der Gemeinwohlökonomie-(GWÖ)-Regionalgruppe Göttingen. Als
Volkswirtin setzt sie auf eine dynamische Entwicklung und hat eine sehr konkrete Vorstellung, wie im Jahr 2045
ein nachhaltiges Zusammenleben einer gemeinwohlorientierten Gesellschaft in der Region Göttingen als überregionales
Vorbild dienen könnte: „Eine Region, bundesweit bekannt für modernes Wirtschaften: nachhaltige
Unternehmen, starke Reallöhne und eine Universität, die in moderner Wirtschaftswissenschaft tonangebend
ist. Die Wirtschaftspolitik ist neu ausgerichtet: Gewerbe steuerhebesatz, Flächen- und Kreditvergabe und
kommunale Auftragsvergabe richten sich nach dem Ergebnis einer Gemeinwohlprüfung. Es gibt kostenlose
öffentliche Verkehrsmittel und beste Anbindungen. Die Innenstadt ist reich an Repair-Cafés und Kultur- und
Sozialräumen. Deutschschulen mit festangestellten Lehrern sind für alle zugänglich.“
Im Jahr 2045 sieht SVEN WAGNER unsere Region als ein
etabliertes Life Science Valley, sprich, ein florierendes
Zentrum für Innovation und nachhaltige Entwicklung.
Der Head of Business Development bei Sartorius und
Managing Director der Life Science Factory und des Life
Science Valley sowie von GOe Future sieht die enge Verzahnung
von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
unter dem Dach von GOe Future voraus: „Das wird die
Grundlage für wegweisende Fortschritte im Bereich Life
Sciences bilden. Durch gezielte Investitionen
in Bildung, Infrastruktur und
Start-ups werden wir eine dynamische
Gründungsszene erhalten,
die neue Technologien und
Lösungen mit gesellschaftlichem
Mehrwert hervorbringt. Unsere
Region wird nicht nur ein Vorreiter
in der medizinischen Forschung
sein, sondern auch ein lebendiger
Ort, der Talente aus aller Welt anzieht und eine
hohe Lebensqualität bietet.“
PROF. DR. ULRICH HARTEISEN ist Professor
für Regionalmanagement und regionale
Geografie in der Fakultät Ressourcenmanagement
an der HAWK in Göttingen.
Seine Vision für das Jahr 2045 nennt er
„DorfZukunft“ und beschreibt dies wie
folgt: „Stadt und Land sind gut vernetzt. Per
App kann man in jedem Dorf ein autonomes Fahrzeug
kommen lassen und so jederzeit schnell den Arbeitsplatz,
den Arzttermin oder auch den Theaterbesuch in der Stadt erreichen.
Diese neue Mobilität macht das Wohnen auf dem Land
wieder attraktiv. Immer mehr junge Familien entscheiden sich
für ein Leben auf dem Dorf. In der Folge werden Grundschulen
und Kitas in einigen Dörfern neu eröffnet, und am Abend trifft
man sich in der alten Dorfkneipe, die nun von einem Verein
geführt wird.“
ANDREAS GLIEM ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen. Er sieht die Region Göttingen
im Jahre 2045 als „prosperierendes, liebens- und lebenswertes Oberzentrum im Herzen der Republik“.
Als jemand, der sich seit Jahrzehnten für seine Heimat einsetzt, hat er weiterhin konkrete Vorstellungen von der
künftigen Positionierung Südniedersachsens, nämlich „als eine Region, die sich bis dahin dank gesellschaftlicher
Gesamtanstrengung mit Mut zur Veränderung und Innovationskraft aufgemacht hat, ihre Zukunft
selbst zu sichern, indem sie Menschen veranlasst, über Abwanderung erst gar nicht nachzudenken bzw.
andere motiviert, hierher zu kommen. Sowie als eine Region mit vielen interessanten Arbeitsplätzen
und den dafür benötigten Rahmenbedingungen, unter anderem Kindertagesstätten, Altenheimen,
Schulen sowie einem attraktiven Kulturangebot. Aber auch als eine Region, die nicht ,nur‘ Wissen
schafft, sondern die längst erkannt haben wird, dass sie ohne das Handwerk und die in ihm arbeitenden
Menschen verloren wäre und auch diesen Wirtschaftsbereich deshalb so anerkennt und fördert,
dass junge Menschen Lust haben, auch hier ihren unverzichtbaren beruflichen Platz zu finden.
Kurzum: als kleines gallisches Großdorf, das es geschafft haben wird, sich nicht abhängen zu lassen.“
3 |2025 213
20 Jahre faktor region 2045
CHRISTIAN GRASCHA, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Geschäftsstelle
Göttingen der IHK Hannover, stellt sich die Region in zwei Jahrzehnten
wie folgt vor: „Im Jahr 2045 ist Göttingen führender Life-Science-Standort Europas:
Forschung, Wissenschaft, Start-ups und Industrie arbeiten eng vernetzt an
medizinischen Innovationen. Exzellente Ausbildung, internationale Talente und
nachhaltige Infrastruktur sichern Wachstum und Lebensqualität in einer Region mit
globaler Strahlkraft. Von der neuen wirtschaftlichen Stärke profitiert die gesamte Region
als Standort zum Leben, Wohnen und Arbeiten. Die ehemals schrumpfende Region wächst nun
durch nationalen und internationalen Zuzug.“
JENS DÜWEL, Geschäftsführer der GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen
mbH, hat folgende Zukunftsvision: „Der Göttingen-Spirit 5.0 – die Verzahnung von Stadt, Hochschulen,
Forschung, Institutionen und Unternehmen – ist prägend für die tolerante, internationale, digitale und nachhaltige
Region. Das Life Science Valley ist Anziehungspunkt für Arbeitskräfte, Gründungen und Studierende
aus der ganzen Welt. Die Ausrichtung des Wirtschaftsstandorts auf Life Science, Measurement und
Photonics trägt Früchte. Viele Unternehmen wachsen, Neuansiedlungen aus dem In- und Ausland in
den nachhaltigen Gewerbegebieten schaffen zusätzliche Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen
in Niedersachsens Start-up-Standort Nr. 1. Mit dem Masterplan für die auto- und busfreie Innenstadt
hat es Göttingen geschafft, ein vielfältiges Angebot von Einzelhandel und Gastronomie zu etablieren,
eine umfangreiche menschen- und klimafreundliche Begrünung zu realisieren und mit dem überzeugenden
Mobilitätskonzept zu einer der attraktivsten kleinen Großstädte in Europa zu werden. Als Kulturhauptstadt
Europas 2045 ist Göttingen mit einem einzigartigen Spirit ein Anziehungspunkt für Touristen
und Experten aus der ganzen Welt.“
DINAH STOLLWERCK-BAUER, Hauptgeschäftsführerin
vom Arbeitgeberverband Mitte, ist
vom Potenzial der Region überzeugt – auch
für die Zukunft: „Die Region Südniedersachsen
wird 2045 einen großen Wandel
vollzogen haben. Sie wird sich zu einem
zukunftsorientierten Standort für innovative
Technologie und Dienstleistung weiterentwickeln,
bei dem der Schwerpunkt als Life
Science-Region große Strahlkraft entwickelt. Darin
bietet sich die Chance, die Lebensqualität zu steigern
und ein wirtschaftliches Zentrum in der Mitte
Deutschlands zu sein, dass viel Output durch die
starke Wissenschaftslandschaft erhält.“
CORINNA MORYS-WORTMANN, die
Leiterin der Geschäftsstelle der
Gesundheitsregion Göttingen/
Südniedersachsen, sieht der Zukunft
in punkto Gesundheitsversorgung
positiv entgegen:
„2045 werden wir in Südniedersachsen
viele lebendige Netzwerke
und Lotsenangebote aus Hauptund
Ehrenamtlichen in den verschiedenen
Orten haben. Diese sind gut koordiniert und untereinander
vernetzt und informieren, begleiten und
fördern so Gesundheitskompetenz, gesundes Aufwachsen
und Älterwerden und gesellschaftliches
Miteinander. Dass alle Bereiche des Gesundheitswesens
voll funktionsfähig digitalisiert sind, ist
dann eine Selbstverständlichkeit und keiner Erwähnung
mehr wert.“
214 3 |2025
20 Jahre faktor region 2045
CLAUDIA WEITEMEYER ist seit 2025 die erste hauptamtliche Geschäftsführende
Vorstandsvorsitzende der SüdniedersachsenStiftung und erkennt viele
positive Aspekte beim Blick in die Zukunft: „Südniedersachsen ist 2045
ein deutscher Leuchtturm nachhaltiger Innovation und der Nukleus der
roten wie grünen Lebenswissenschaften in Niedersachsen. Gestützt
auf exzellente Forschung, im Schulterschluss mit Hannover und
Braunschweig, sowie getragen von visionärem Unternehmertum, hat
sich die Region als attraktiver Forschungs- und Lebensstandort für
Gründer, Fachkräfte, Unternehmen und Investoren mit internationaler
Strahlkraft etabliert.“
CLAUDIA TREPTE ist Geschäftsführerin des Vereins Measurement Valley, in dem regionale
Unternehmen aus dem Bereich Messtechnik zusammengeschlossen sind.
Auch sie hat einen Blick in ihre Glaskugel geworfen: „Im Jahr 2045 ist unsere
Region noch besser vernetzt und durch die gute Zusammenarbeit regionaler
Wirtschaft und Forschungseinrichtungen attraktiver Standort für innovative
Unternehmen. Darüber hinaus bleibt es hoffentlich kein Wunschdenken, dass
sich die Region den Herausforderungen des Klimawandels stellt und es bis
2045 durch gemeinsame Aktivitäten aller Akteure geschafft hat, klimaneutral
zu werden und damit die wichtigste Grundlage für ein gutes Leben und erfolgreiches
Arbeiten ermöglicht.“
MARC DIEDERICH, Geschäftsführer WRGN Wirtschaftsförderung
Region Göttingen Northeim, blickt
folgendermaßen voraus: „2045 ist unsere Region ein
führender Innovations- und Wirtschaftsstandort. Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik wirken als starkes
Netzwerk, welches Innovation, Klimaschutz,
Wachstum und Lebensqualität vereint. Tradition
und Fortschritt gehen Hand in Hand,
Vielfalt und Kreativität prägen unsere
Gemeinschaft – ein Ort, an dem Menschen
gerne leben und Unternehmen erfolgreich
wachsen.“
3 |2025 215
Stark in Südniedersachsen
• Druck & Workflow
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218 3 |2025
unternehmen
Wohin geht es mit dem faktor? Beim Jubiläum darf der Ausblick nach vorne nicht fehlen.
Wir haben die Arbeit dafür ins Internet outgesourced…
TEXT STEFAN LIEBIG UND CHATGPT FOTOGRAFIE KI
Vor 60 Jahren war Handarbeit gefragt im Journalismus. Fotos
gab es noch auf Papier – allerdings erst nachdem sie
den aufwendigen chemischen und nicht besonders gut riechenden
Entwicklungsprozess durchlaufen hatten. In den
1980ern zogen dann die ersten Rechner in die Redaktionsräume
und ließen die kommenden Änderungen schon erahnen.
Doch was seit der Jahrtausendwende passierte stellte die Veränderungen
in den Schatten – insbesondere was deren Geschwindigkeit
angeht. Alle Arbeitsschritte wurden zunehmend
digitaler und die Produktionszeiten kürzer. Inzwischen kennen
vielerorts die Autoren die Redaktionsräume gar nicht mehr,
weil sie im Homeoffice arbeiten und per Teams, Dropbox etc.
mit der Redaktion verbunden sind.
Ist das eine gute Entwicklung oder sollte sie uns eher Angst
machen? Übernimmt ohnehin bald die KI die komplette Kontrolle
über die Medien? Schreiben künftig ‚ChatGPT‘ oder ‚Writesonic‘
alle Texte und schmücken ‚Midjourney‘ oder ‚DALL·E 3‘ sie
mit Bildern aus?
Fragen über Fragen – und wer könnte die wohl besser beantworten,
als die KI selbst?
ALSO HABEN WIR CHATGPT FOLGENDEN
ARBEITSAUFTRAG ERTEILT:
Sammle bitte alle möglichen Informationen über den faktor
(z.B. https://faktor-magazin.de/) und schreibe dann eine augenzwinkernde
Prognose im Fließtext, wie der faktor im Jahr 2045
aufgestellt sein wird!
Kurze Zeit später spuckte das Neuronenorakel die auf der
nächsten Seite folgende faktor-Zukunft aus. Wir präsentieren
sie Ihnen hier im Original, lediglich gekürzt um die – etwas zu
langweilige – Passage zum faktor in der Gegenwart:
CHATGPT:
Hier ist […] eine charmant überzeichnete Prognose, was im Jahr
2045 sein könnte:
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unternehmen
mit einem Augenzwinkern:
faktor im Jahr 2045
Stell dir vor, wir schreiben das Jahr 2045. Das faktor-Magazin
hat sich längst in eine interaktive Erlebnisplattform verwandelt
– aber mit gewohntem Herz für die Region.
HOLOGRAFISCHE AUSGABEN schweben auf dem Schreibtisch
– komplett digital, aber mit dem haptischen Flair eines echten
Magazins. Ein Blätterwisch in der Luft, und du bist drin.
PERSONALISIERTE KI-AVATARE begrüßen dich – analog zum
Thema der Ausgabe. Du plauderst mit einem KI-Avatar, der dir
erzählt, wie der Mann vom Landgasthof von nachhaltiger
Landwirtschaft inspiriert wurde – live und mit Augenzwinkern.
VIRTUELLE BUSINESS-LOUNGES finden nicht mehr in Hotels,
sondern in digitalen Landschaftsräumen statt – vielleicht eine
Göttinger Waldlichtung oder eine futuristische Coworking-Kuppel.
Dort trifft man sich via Avatare, trinkt einen Cappuccino mit
lokalem Aroma und tauscht Network-Gestöber aus.
E-PFLANZEN-MAGAZIN: Die letzten gedruckten Exemplare des
faktor bestehen aus Papierpflanzen, die wirklich im Büro wachsen
und sich bei Lesern im WLAN anmelden, um Updates zu
liefern.
STORYFINDER-ALGORITHMEN sammeln automatisch regionale
Geschichten von der nächsten Gründerin oder dem Handwerksmeister
um die Ecke. Fotoreportage, Interview, Grafik –
fertig in Sekunden.
faktor-CLUB wird zum Mobilitätsnetzwerk: Mitglieder reisen
per Drohnentaxi zu Events oder zum virtuellen Frühstück im
Metawald. Nachhaltig, bequem und so 2045.
UND NATÜRLICH: die Rubrik „33 gute Gründe“ ist die einzige,
die 2045 weiterhin aktuell ist – vor allem Grund Nr. 1: „faktor
ist inzwischen CO 2 -positiv – es hat mal eben seine Emissionen
verkauft.“
FAZIT: Auch in 20 Jahren bleibt faktor das, was es heute schon
ist: eine Plattform, die aus Wirtschaft Geschichten macht. Nur
eben digital, interaktiv – und mit einer Prise Augenzwinkern in
Richtung Zukunft.
SOWEIT DIE PROGNOSE UND DAS FAZIT VON
CHATGPT – das hört sich doch recht positiv oder
zumindest interessant an. Damit wir Ihnen diese
Vorschau auf 2045 auch in einem angemessenen
Layout präsentieren können, hat unsere Layouterin
Anke Steines der KI folgenden Auftrag erteilt: Erstelle
ein Bild der Zukunft, ein KI Orakel (Seite
218), faktor-Club wird zum Mobilitätsnetzwerk:
Mitglieder reisen per Drohnentaxi zu Events oder
zum virtuellen Frühstück im Metawald. Nachhaltig,
bequem und so 2045 (links) an Adobe Firefly erteilt
– und sie sehen, was daraus geworden ist …
Wir vom faktor wünschen Ihnen auf jeden Fall eine
gute Reise ins Jahr 2045 und hoffen, Sie sind unserem
Magazin auch dann noch gewogen – wie immer
es dann auch daher kommen wird …
220 3 |2025
LEBENSRÄUME FÜR SENIOREN
20 Jahre Faktor. Über 60 Jahre Stiemerling.
Gemeinsam stehen wir für Nähe, Vertrauen und Lebensqualität.
Das Jubiläum des Faktor Verlags
zeigt, wie wertvoll Beständigkeit
ist. Seit über 60 Jahren gestalten
auch wir bei Stiemerling in fünf
Senioren-Residenzen Lebensräume
voller Vertrauen, Geborgenheit
und Würde.
Was uns mit Faktor verbindet?
Die Nähe zu den Menschen unserer
Region – und die gemeinsame
Verantwortung, ihre Geschichten
und Lebenswege zu begleiten.
Wir gratulieren dem Faktor zum Jubiläum ...
und in 10 Jahren feiern wir gemeinsam die 100!
SENIOREN-RESIDENZEN
AMBULANTE PFLEGE
TAGESPFLEGE
SENIOREN-WOHNUNGEN
KURZZEITPFLEGE
Wir beraten Sie gerne
persönlich – und freuen
uns auf das Gespräch
mit Ihnen.
STIEMERLING SENIOREN-RESIDENZEN: HATTORF AM HARZ NORTHEIM HERZBERG GOMMERN KÖNIGSLUTTER
WWW.STIEMERLING.INFO
impressum
Herausgeber
faktor – das Entscheider- Magazin für die Region Göttingen
Entscheider Medien GmbH
Berliner Straße 10
37073 Göttingen
Tel. 0551 3098390
Fax 0551 30983911
info@faktor-magazin.de
www.mehralseinmagazin.de
Herausgeber
Marco Böhme (V.i.S.d.P.)
(boehme@faktor-magazin.de)
Redaktionsleitung
Stefan Liebig
Autoren
Matthias Brunnert, Anja Danisewitsch, Rupert Fabig,
Sven Grünewald, Tobias Kintzel, Carolin Köpp, Stefan Liebig,
Norman Lippert, Margareta Vogel
Art-Direction & Grafik
Anke Steines
Fotografie
Alciro Theodoro da Silva, Marco Bühl
Lektorat
CoLibris – Lektoratsbüro Dr. Barbara Welzel
Vertrieb
Thorsten Sawada
Marketing
Christiane Wiese-Brahimi, Anastasia Riesling (Assistenz)
Geschäftsführender Gesellschafter
Marco Böhme
Auflage
11.000
Druckerei
Schleunungdruck GmbH
Redaktions- und Anzeigenschluss der nächsten Ausgabe
ist der 14. November 2025.
Wenn Sie den faktor zukünftig nicht mehr kostenfrei erhalten
möchten, nehmen wir Sie aus dem Verteiler, und Sie bekommen
keine Exemplare mehr. Schicken Sie uns dazu bitte eine Mail an:
info@faktor-magazin.de
Redaktionsbeirat
Jens Barwinske, Dr. Friedemann Baum, Mark Berke, Ines Berke,
Ines Dietze, Prof. Dr. Uwe Fischer, Jan Förster, Rainer Giese, Fritz
Güntzler, Jürgen Jenauer, JUDr. Hans-Hermann Lampe, Markus
Liese, Carsten Lohrengel, Lars Obermann, Thomas Richter,
Mark C. Schneider, Prof. Dr. Matthias Schumann, Claudia Trepte,
Prof. Dr. Winfried Weber, Dr. Marko Weinrich
Wir übernehmen für unverlangt eingesendete Texte, Fotos etc. keine Haftung.
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht die Meinung des Herausgebers
wieder. Von faktor gestaltete Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt.
Eine anderweitige Verwendung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des
Herausgebers möglich. Ein Nachdruck der im faktor veröffentlichten
Beiträge ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers möglich.
Bei allen Gewinnspielen ist der Rechtsweg ausgeschlossen.
Redaktioneller Hinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir auf unserer Plattform
die männliche Form (generisches Maskulinum), z.B. ,der Journalist‘.
Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleich behandlung.
Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.
faktor-Partner
Audi Zentrum
Göttingen
Netzwerkpartner
InnovationsCluster
it GÖTTINGEN
www.hsp-steuer.de/goettingen
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Seite 1 von
222 3|2025
SEIT 20 JAHREN DER
ENTSCHEIDENDE
FAKTOR FÜR
QUALITÄT UND
VERTRAUEN.
20 Jahre
voller
Impulse!
WIR GRATULIEREN
HERZLICH ZUM
JUBILÄUM UND
WÜNSCHEN ALLES GUTE!
Happy 20, Faktor Göttingen! Wir gratulieren dem
Magazin und Marco Böhme herzlich zum Jubiläum
- und nutzen die Gelegenheit, um zu sagen: Wir
sind ein Jahr jünger. Noch!
Als Einrichtungspartner danken wir für die tolle
Zusammenarbeit – und wünschen weiterhin viel
Erfolg und Freude.
www.opitz-ps.de
j d F ù
www.prooffice.de
-Club
print > events > digital
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Marco Böhme
Geschäftsführender Gesellschafter
Tel. 0551 30 98 39-0
boehme@faktor-magazin.de
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TOP Arbeitgeber
Südniedersachsen
In Südniedersachsen engagieren sich zahlreiche Unternehmen
dafür, als attraktive Arbeitgeber sichtbar zu
werden. Das Netzwerk TOP Arbeitgeber Südniedersachsen
(TOPAS) unterstützt sie dabei – mit Weiterbildung,
Austausch und innovativen Ansätzen im Arbeitgebermarketing.
In der kommenden Ausgabe von faktor stellen wir die
zertifizierten TOPAS-Unternehmen vor. Zudem zeigen
wir, welche Unternehmen in der Region neue Maßstäbe
in Mitarbeiterorientierung setzen und wie sie Fachkräfte
gewinnen und binden. So entsteht ein Bild von Südniedersachsen
als Region, in der berufliche Perspektiven
und Lebensqualität eng zusammengehören.
DIE NÄCHSTE
AUSGABE
ERSCHEINT
AM 17.12.25
Top-Gesundheit
In Südniedersachsen sorgt eine breite medizinische Infrastruktur für eine
umfassende Versorgung – von der Allgemeinmedizin über spezialisierte
Fachbereiche bis hin zu modernen Kliniken und Gesundheitsdienstleistern.
In der nächsten Ausgabe stellt faktor die Top-Gesundheitsanbieter der Region
vor und gibt Einblicke in ihre Arbeit, ihre Schwerpunkte und ihren
Beitrag zur Gesundheitsversorgung.
Lesen Sie dazu und zu weiteren Themen in der
nächsten faktor-Ausgabe.
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sich gern bei uns. Redaktions- und Anzeigenschluss: 14.11.25
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