HI SPEZIAL GastroSpaces
Trends an der Schnittstelle zwischen Gastronomie und Immobilien
Trends an der Schnittstelle zwischen Gastronomie und Immobilien
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BERICHTE, INTERVIEWS, EXPERTENBEITRÄGE, BEST PRACTICES UND MEHR
ZUSAMMENGESTELLT VON HI HEUTE & LOTTMANN COMMUNICATIONS
GastroSpaces
Trends an der Schnittstelle zwischen
Gastronomie und Immobilien
2 GASTROSPACES
Zukunft gestalten am
Puls zweier Branchen
Die Synergie zwischen Gastronomie und Immobilien erlebt
derzeit einen bemerkenswerten Wandel und eröffnet
Raum für innovative Konzepte und nachhaltige Entwicklung.
In Zeiten, in denen traditionelle Strukturen im Einzelhandel
und in der Gastronomie unter Druck geraten,
entstehen völlig neue Möglichkeiten, Standorte und Erlebnisse
zu inszenieren.
Mit „GastroSpaces“ beleuchten wir diese dynamische
Schnittstelle, an der digitale Technologien, smarte Konzepte
und zukunftsweisende Standortideen eine neue
Dimension des Gastronomieerlebnisses formen.
Der Wunsch nach Authentizität, Regionalität und Nachhaltigkeit
prägt immer stärker die Erwartungen der Gäste
– und damit auch die Anforderungen an Immobilienentwickler
sowie Gastronomiebetreiber. Wo früher der klassische
Gastrobetrieb als vermeintliches Frequenzwunder
galt, rücken heute flexible, hybride Raumlösungen, Erlebniswelten
und Multi-Use-Konzepte ins Zentrum der
Planung.
Gastronomieflächen sind zum Innovationslabor geworden:
ob als Bühne für regionale Spezialitäten, kreative
Start-ups oder als Plattform für soziale und digitale Vernetzung.
Zudem sind Technologie und Digitalisierung
längst keine Nebenthemen mehr, sondern Treiber der
Branche. Von smarten POS-Systemen und vernetzten
Küchen über IoT-gesteuertes Energiemanagement bis
hin zu digitalen Reservierungs- und Lieferservices – der
Raum wird zum „Smart Space“, der Effizienz, Nachhaltigkeit
und Benutzerfreundlichkeit miteinander verbindet.
Diese Digitalisierung revolutioniert nicht nur Abläufe,
sondern verändert maßgeblich die Erwartungen von
Gästen und Betreibern.
Der gesellschaftliche Wandel macht Gastronomie zu einem
entscheidenden Standortfaktor. Flexible Flächennutzung,
Food-Halls und Pop-up-Konzepte prägen urbane
Quartiere und schaffen lebendige Begegnungsräume,
die weit über das reine Essen hinausgehen. Best Cases
wie das Überseequartier Hamburg oder das Werksviertel
in München zeigen, wie Gastronomie Quartiersentwicklung
mitprägt und urbanen Lebensraum neu definiert –
etwa durch die Kombination von Arbeiten, Wohnen und
Genuss.
In der Stadtentwicklung positioniert sich Gastronomie
zunehmend als Motor urbaner Erneuerung. Projekte
wie „CHEFS in Town – Düsseldorf kocht auf!“ unterstreichen
die Rolle von Gastronomie als Treiber für kulturelle
Vielfalt und wirtschaftliche Impulse. Die enge
Zusammenarbeit zwischen Stadt, Händlern und Gastronomen
schafft multifunktionale „Spaces“, die Stadtteile
lebendig und zukunftsfähig machen.
Natürlich steht die Branche vor Herausforderungen –
insbesondere der Fachkräftemangel und der Wandel im
Arbeitsmarkt verlangen neue Ausbildungswege und innovative
Kooperationen. Zugleich bieten Digitalisierung
und Marketing neue Chancen, die Identität gastronomischer
Konzepte sichtbar und erlebbar zu machen.
„GastroSpaces“ ist mehr als ein Magazin: Es ist ein Kompass
für alle, die sich an der Schnittstelle von Gastronomie
und Immobilien bewegen. Für Visionäre, Macher
und Gestalter, die Räume schaffen wollen, die kulinarische
Erlebniswelten und wirtschaftliche Lebensräume
miteinander verbinden. Erleben Sie mit uns, wie Zukunft
gestaltet wird – in den GastroSpaces von morgen.
Und nun viel Spaß beim Lesen!
Ihre
Thorsten Müller
Chefredakteur
HI HEUTE
Anja Lottmann
Inhaberin
Lottmann communications
4 GASTROSPACES
INHALT
02 Editorial
06 Von Tischen und Trends - Gastronomie
als Motor für lebendige Innenstädte
52 Von Social Media bis Quartiersentwicklung
- wie digitale Food Brands
die urbane Gastronomie prägen
Kikis Kitchen und Beigel
10 Gastronomie als Gamechanger:
Insights aus internationalen Shopping Centern
Interview mit Markus Brugger und Sorin Scurtu (CC Real)
58 Zwischen Dynamik und Stabilität:
Wie sich Gastronomieimmobilien verändern
Interview mit Jens Betge
14 Stadt gestalten, Menschen gewinnen:
Die Rolle der Gastronomie zwischen
Quartiersentwicklung und Fachkräftemangel
Interview mit Homeira Amira (Amira Consulting & Hospitily GmbH)
18 Chefs in Town :
eine Stadt als kulinarische Bühne
Ein Festival, das es so nur in Düsseldorf gibt
24 Kulinarische Impulsefür die Stadt
Interview mit Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
28 Auf einen Döner mit: Lukas Podolski
Interview mit dem Ex-Fußball-Nationalspieler
60 Warum Gastronomie der
emotionale Anker moderner Quartiere ist
Gastbeitrag von Markus Bauer (Tasteful Hospilaty)
64 Raum auf Zeit mit großer Wirkung für morgen
Im Gespräch mit Marc Uebelherr (Tasteful Hospilaty)
68 Mit Food Garden die Lücke
zum gehobenen Gastronomieerlebnis geschlossen
Acht neune Konzepte im Main Taunus Zentrum
70 Foodtopia sorgt für Vervierfachung
des Umsatzes in der vierten Etage
MyZeil in Frankfurt steigert Besucherzahlen immens
30 Handelsfläche trifft Food Brand
- Mangal Döner bei Kaufland
Interview mit Marco Schepers (Mangal Döner x LP10)
32 Emotion schlägt Regal: Was Handel
und Gasto vom Teleshopping lernen können
Interview mit Axel Schulz
36 Wie Gastronomie Einkaufszentren zu
Lifestyle-Destinationen machen kann
Interview mit Ion Saralegui (EUROFUND)
40 So machen wir aus Leerstand Happening Places
Gastbeitrag von Gregor Wöltje (Bricks and Stories)
44 „Effiizienz auf engstem Raum - wie smarte
Küchentechnik neue Gastroflächen möglich macht“
Interview mit Claus Pedersen (Convotherm)
48 Heartatwork - Gastronomie als Brücke
zwischen Kulturen und Märkten
Gastbeitrag von Will Odwarka (Heartatwork)
50 Deutschlands Shopping-Center-Markt:
Ein Magnet für Internationales Kapital?
Gastbeitrag von Dan Innes (INNESCO)
71 Hätten Sie‘s gewusst? IKEA bereits
sechstgrößte Foodkette der Welt
72 Esskultur im Wandel: Gen Z wird zur Gen Znack
72 L`Osteria übernimmt Mehrheit von Pizza Pilgrims
74 Future Café in Dingolfing:
Technologischer Innovationsmotor
74 Pop-Up-Café von DOUGLAS schafft Erlebnisraum
76 Kommunikation neu gedacht:
Social Media & PR im Shopping Center
Gastbeitrag von Anja Lottmann und Julian Lehmann
78 Gewinner Gastronomie: Wie Food & Beverage das
Playbook deuscher Shopping Center neu schreibt
Gastbeitrag von Jonathan Doughty
80 Robotik und KI in der Gastronomie: Der Schlüssel
für erfolgreiche Handelsimmobilien
Gastbeitrag von Tim Plasse (F&B Heroes)
84 Spitzenkoch eröffnet Restaurant im
Westfield-Hamburg-Überseequartier
85 Impressum
13. – 17.3.
2026
Save
the Date!
WO
internorga.com
TRENDS
LAUFEN
LERNEN.
6 GASTROSPACES
Von Tischen und Trends
– Gastronomie als Motor
für lebendige Innenstädte
Impulse für die ökonomische und soziale Vitalität einer Stadt setzen
Gastronomie ist längst mehr als nur ein kulinarisches Angebot – sie ist eine der
wichtigsten Treiber für lebendige Innenstädte. Nach dem Einkaufen ist sie der
zweithäufigste Anlass für einen Innenstadtbesuch. Über die Hälfte aller Einkäufe
wird mit einem Restaurant- oder Cafébesuch verbunden. Eating is the new shopping
– dieser Trend verändert unsere Innenstädte und macht deutlich, warum
Gastronomie in der Stadtentwicklung strategisch gedacht werden muss.
Gastronomie ist dabei nicht nur Frequenzbringer, sondern
auch eine wachsende Branche, die nennenswerte Impulse
für die ökonomische und soziale Vitalität einer Stadt setzen
kann. Umso wichtiger ist es, sich proaktiv mit dem Thema
auseinanderzusetzen und die individuellen Rahmenbedingungen
vor Ort zu berücksichtigen.
Entscheidende Erfolgsfaktoren
Gastronomie ist nicht gleich Gastronomie. Vom Imbiss bis
Fine Dining, vom Foodtruck bis zur Quartiersgastronomie:
Wachstum und Relevanz unterscheiden sich erheblich.
Schnelligkeit, Originalität, Nachhaltigkeit und die richtige
Einbindung ins Stadtgefüge sind heute entscheidende Erfolgsfaktoren.
Gute Beispiele zeigen, wie vielfältig Gastronomie
Innenstädte prägen kann:
Die Stadt Schleiden in NRW verdeutlicht, wie der Marktplatz
durch eine bewusst einheitlich gestaltete Außengastronomie
zum lebendigen Treffpunkt wurde. Mit Unterstützung der
dortigen Wirtschaftsförderung wurden Windschutzwände
als gestalterische Elemente eingeführt, Aufenthaltsqualität
und Stadtbild zugleich aufwertet. In enger Abstimmung mit
den Gastronomen entstand ein harmonisches Gesamtbild –
und das wirkt bis heute: Auch sechs Jahre später überzeugt
der Marktplatz als lebendiger Treffpunkt. In Kaarst und
Garath (NRW) haben temporäre Formate gezeigt, wie viel
Energie in Kulinarik steckt: Sie aktiviert Plätze, bringt Menschen
zusammen und stärkt die Identität von Stadtteilen.
Beim City-Dinner in Kaarst und dem After-Work-Event „So
schmeckt Garath“ wurden sonst wenig genutzte Orte gastronomisch
aktiviert. Gleichzeitig stand hier die kulinarische
Vielfalt im Vordergrund – von den Locals selbst mitgestaltet.
Solche Formate stärken nicht nur die Verweilqualität, sondern
auch Identität und Gemeinschaft im Quartier. Diese
Beispiele zeigen, wie Gastronomie gezielt Aufenthaltsqualität
schaffen und Stadtbilder prägen kann. Gleichzeitig wird
deutlich: Erfolg braucht klare Konzepte und gemeinsame
Strategien.
Proaktive Auseinandersetzung
Nicht überall jedoch entfaltet Gastronomie automatisch ihre
Rolle als Katalysator. Fehlende Konzepte, fragmentierte Flächen
oder wenig profilierte Betriebe können die Entwicklung
eher bremsen als befördern. Hier hilft eine fundierte
Potenzialanalyse, die Klarheit über die individuelle Agenda
vor Ort schafft und den Weg für strategische Entscheidungen
ebnet. Für Kommunen bedeutet das: Gastronomie darf
nicht nur „mitlaufen“, sondern verdient und benötigt proaktive
Auseinandersetzung. Kommunen stehen damit vor drei
Kernfragen:
Welche Konzepte passen in welche Lage? Welche Flächen
sind entscheidend für die Belebung? Welche Instrumente
GASTROSPACES 7
Foto: GfW Schleiden mbH
Einheitlich gestaltete Außengastronomie Schleiden
Foto: Leslie Barabasch
Foto: DieProfifotografen
City Dinner Kaarst
After Work Party „So schmeckt Garath”
8 GASTROSPACES
braucht es, um Betriebe zu halten und neue Formate zu fördern?
„
Potenzialanalysen, Steuerungskonzepte und Aktivierungsstrategien
auf gesamtinnerstädtischer sowie immobilienbezogener
Ebene sind hier entscheidende Instrumente. Dass
Kommunen auch ganz konkret unterstützen können, zeigt
beispielsweise die Stadt Stolberg: Mit dem Verfügungsfonds
Anmietung wird die Ansiedlung von Neugründungen gefördert.
Aufbauend auf einer strategischen Voruntersuchung
im Zuge eines innerstädtischen Gastronomiekonzepts
spricht die Stadt gezielt Gastronomiebetriebe an – ein Beispiel
für proaktive Ansiedlungspolitik, die Wirkung zeigt.
Zugleich Chance und Herausforderung
Für private Akteure – Eigentümerinnen und Eigentümer,
Investorinnen und Investoren sowie Gastronominnen und
Gastronomen ist Gastronomie zugleich eine Chance als auch
Herausforderung. Wer investieren will, muss den Standort
im Gesamtkontext verstehen: Welche Rolle kann ein Betrieb
im Zusammenspiel von Stadt, Quartier und Nachbarschaft
übernehmen? Welche Frequenzen lassen sich erschließen,
welche Zielgruppen ansprechen? Nur wenn Mikro- und Makroebene
zusammengedacht werden, entstehen tragfähige
und wirtschaftlich erfolgreiche Konzepte.
Vom Street-Food-Festival bis zur Quartiersgastronomie
Am Ende gilt: Die Möglichkeiten sind da – von temporären
Formaten wie Street-Food-Festivals bis hin zu Quartiersgastronomie,
die ganze Stadtteile prägt. Entscheidend ist,
dass Kommunen und private Akteure gemeinsam handeln.
Eine vielfältige, qualitätsvolle Gastronomie macht Innenstädte
attraktiver – und gibt ihnen vor allem das, was sie am
meisten brauchen: Aufenthaltsqualität, Lebensfreude und
Identität. Wer diese Potenziale erkennt und planwirksam
gestaltet, schafft die Grundlage für lebendige Zentren von
morgen.
Charlotte Möller, Gastronomieexpertin bei
Stadt + Handel (Dortmund)
Foto: Mietunterstützung Stadt Stolberg
Werbung Kupferladen, Förderprogramm Mietunterstützung der Stadt Stolberg
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10 GASTROSPACES
Gastronomie als Gamechanger:
Insights aus internationalen
Shopping Centern
Interview mit Markus Brugger und Sorin Scurtu (CC Real Group)
Die CC Real Group, 2006 in Wien gegründet, zählt zu den erfahrenen Entwicklern und
Betreibern von Shopping Centern in Europa. Mit rund 550.000 qm Handelsfläche im
Management konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung, Repositionierung
und aktive Bewirtschaftung von Retail- und Mixed-Use-Destinationen. Das Unternehmen
verwaltet ein Immobilienvermögen von rund 3 Milliarden Euro und beschäftigt
mehr als 200 Mitarbeiter. Zum Portfolio gehören unter anderem die Millennium City in
Wien, das City Center One West und East in Zagreb, sowie das ITIS in Helsinki. Wie CC
Real Group Gastronomie erfolgreich als strategischen Erfolgsfaktor in seinen Shopping
Centern umsetzt, erzählen im folgenden Interview Markus Brugger (Managing Director)
und Sorin Scurtu (Executive Director Leasing).
HI HEUTE: Herr Brugger, welche Bedeutung haben Gastronomie
und insbesondere Food Courts in der CC-Real-
Gesamtstrategie für Shopping Center?
Markus Brugger: Gastronomie ist für uns ein zentrales Element,
um unsere Center als lebendige Bestandteile ihrer
Umgebung zu positionieren. Unser Anspruch ist es, sie zu
echten Destinationen zu entwickeln. Gastronomie schafft
Atmosphäre, steigert Aufenthaltsqualität und Konsum, wirkt
als sozialer Treffpunkt und ist ein schlüssiger Baustein im
Nutzungsmix. Wir kuratieren die Standorte kontextbezogen
– Innenstadt versus Stadtrand – eine Standardlösung gibt es
nicht. Gastronomie verlängert die Verweildauer, stärkt Umsätze
und trägt maßgeblich zur Profilbildung der Häuser bei.
HI HEUTE: Wie ordnen Sie Gastronomie im Verhältnis zu
Retail, Entertainment und Services ein? Gibt es Zielwerte,
wie hoch der Gastronomienanteil in einem erfolgreichen
Center sein sollte?
Sorin Scurtu: Das ist immer standortabhängig, eine feste
Quote gibt es nicht. Entscheidend ist der richtige Mix. Gastronomie
ist Frequenzbringer und Umsatztreiber zugleich.
In innerstädtischen Lagen gelten andere Anforderungen als
in peripheren Standorten, die oft stärker am Wochenende
frequentiert werden. Die Kunden erwarten ein differenziertes,
ganzheitliches Angebot mit Vielfalt, Inszenierungen und
Events.
HI HEUTE: Nach welchen Zielen und Kennzahlen planen
Sie Ihre Gastronomieflächen?
Sorin Scurtu: Zentrale Parameter sind Umsatz und Vielfalt.
Operativ betrachten wir Umsatz pro Quadratmeter, Geschwindigkeit
in der Bedienung – gerade zu Stoßzeiten –,
das Preisniveau im Abgleich mit der Zielgruppe sowie die
Betreiberqualität.
HI HEUTE: Spielen qualitative Faktoren wie Markenimage
oder soziale Begegnungsqualität eine Rolle?
Sorin Scurtu: Unbedingt. Klare Markenführung, Mitarbeiter-
und Kundenbindung und ein stimmiges Erscheinungsbild
sind essenziell. Hinzu kommen sinnvolle digitale
Lösungen wie Self-Order, die Erlebnis und Effizienz gleichermaßen
steigern.
HI HEUTE: Sie sind in Europa in diversen Ländern vertreten,
welche kulturellen und wirtschaftlichen Unterschiede
bei den Anforderungen an die Gastronomie und Food
Courts sehen Sie zum Beispiel in Kroatien, Finnland und
Österreich?
GASTROSPACES 11
Foto: mija _kobal-Edit
In Österreich wünschen die Gäste ein hochwertiges und abwechslungsreiches Gastronomie-Angebot .
Markus Brugger: Die Unterschiede sind erheblich. In Kroatien
verbringen Gäste überdurchschnittlich viel Zeit in Gastronomiebereichen
– Schanigärten und Raucherzonen sind
dort unverzichtbar. In Finnland, etwa im ITIS Helsinki, sind
Raumkomfort, Licht und Großzügigkeit wichtig – bedingt
durch lange Dunkelheit und Kälte. Hier sind unsere Center
zentrale Treffpunkte. Nachhaltigkeit spielt dort eine deutlich
größere Rolle als im Süden.
In Österreich wiederum gehört ein hochwertiges, abwechslungsreiches
Gastroangebot zur Kultur – das spiegelt sich in
den Erwartungen der Gäste.
HI HEUTE: Welchen Einfluss hat der Tourismus auf die
Häuser?
Sorin Scurtu: In touristisch geprägten Märkten steigt die
Nachfrage nach internationalen Marken und vielfältigen
Konzepten. Regionalität bleibt jedoch ein wichtiger Differenzierungsfaktor.
HI HEUTE: Wie passen Sie das Angebot an regionale Vorlieben
und Konsumgewohnheiten an?
Sorin Scurtu: Die Herangehensweise ist sehr ähnlich der
Gestaltung des Branchen- und Mietermixes. Wir betreiben
sehr viel Aufwand, um einerseits unsere Kunden zu verstehen
und andererseits frühzeitig Trends zu erkennen. In
der Regel ist es eine Kombination aus bewährten, zum Teil
internationalen Konzepten, und sogenannten Local Heroes.
Markus Brugger: Da arbeiten wir auch gerne mit lokalen
Szene- und Foodexperten zusammen, denn wir haben den
Anspruch, immer etwas schneller zu sein als der Wettbewerb,
neue Trends zu entdecken. Dabei arbeiten wir auch
gerne mal mit Pop-Up-Konzepten, um neue Angebote zu
testen. Und nicht zu vergessen, regelmäßigen Kundenbefragungen
in den Häusern sind ebenfalls ein wichtiges
Steuerungsinstrument.
12 GASTROSPACES
Fotos: CC Real
Markus Brugger, Managing Director
Sorin Scurtu, Executive Director Leasing
HI HEUTE: Wie ist die Balance zwischen internationale
Marken vs. lokale Anbieter? Wie wichtig sind Innovation
und Nachhaltigkeit?
Sorin Scurtu: Oft braucht es beides: internationale Zugpferde
und lokale Konzepte, die kulturelle Nuancen besser
bedienen. Die Performance derselben Marke kann länderspezifisch
stark variieren. Gleichzeitig gewinnen regionale
Produkte, kurze Lieferketten und Zertifizierungen zunehmend
an Bedeutung. Digitale Innovationen wie Self-Order-
und Bezahllösungen entwickeln sich zu echten Game
Changern.
HI HEUTE: Welche weiteren aktuellen Trends beobachten
Sie und setzen Sie um? – und welche beobachten Sie?
Markus Brugger: Frische, Authentizität und gemeinsames
Erleben sind Schlüsselfaktoren. Erfolgreiche Markthallen-
Konzepte zeigen das deutlich. Regionalität und Individualität
stehen im Vordergrund – statt Einheitsbrei. Convenience
und Take-away bleiben wachstumsstark. Und wie mein
Kollege Sorin Scurtu schon erwähnt hat, ist die kundenfreundliche
(sinnvoll umgesetzte) Digitalisierung ein enormer
Umsatzhebel: Digitale Bestellsysteme führten in einigen
Centern zu Umsatzsteigerungen von bis zu 50 Prozent.
Gerade vor dem Hintergrund des länderübergreifenden
Personalmangels spielen Digitalisierung und KI eine immer
größere Rolle.
HI HEUTE: Wie häufig erneuern Sie das gastronomische
Angebot?
Sorin Scurtu: Starke Leistungsträger bilden eine Basis, die
wir kontinuierlich durch Optimierung und Innovation ergänzen.
Der Prozess ist nie abgeschlossen – Mietvertragslaufzeiten
spielen eine Rolle, aber wir greifen bei Bedarf aktiv
ein. In einem unserer Häuser in Graz, dem Center West,
haben wir beispielsweise mit einem Local Hero einen Problembereich
neu belebt. Sein einzigartiges Konzept, starkes
Design und fairer Preis haben den Standort zu einer echten
Destination gemacht – selbst an Sonntagen, wenn das Center
geschlossen ist.
HI HEUTE: Welche architektonischen und gestalterischen
Faktoren sind entscheidend für hohe Aufenthaltsqualität?
Markus Brugger: Licht, Akustik, Möblierung und Außenflächen
sind wesentliche Elemente. Wichtig ist, dass Gastro-
Bereiche eine eigene Identität entwickeln, gleichzeitig aber
ins Gesamtkonzept integriert sind. Schnelles Take-away
GASTROSPACES 13
und längeres Verweilen müssen räumlich und atmosphärisch
klar getrennt sein. Entertainment- und Gastronomieflächen
werden aufeinander abgestimmt.
HI HEUTE: Vor welchen Herausforderungen stehen Sie
aktuell?
Markus Brugger: Der Fachkräftemangel, Inflation und hohe
Investitionen belasten vor allem das mittlere Segment. Qualität,
Mitarbeiterbindung und Service sind entscheidend.
Digitalisierung hilft, Effizienz- und Servicelücken zu schließen.
Wir unterstützen unsere Partner daher aktiv, insbesondere
beim Markteintritt.
Sorin Scurtu: Preis- und Kostendruck erhöhen die Sensibilität
der Gäste. Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten
Richtung Convenience und Take-away. Kontinuierliche
Optimierung und partnerschaftliche Zusammenarbeit
mit den Betreibern sowie das Hands-On-Management sind
daher unerlässlich.
HI HEUTE: An Sie Beide die Frage, wo sehen Sie das größte
Potenzial für Shopping Center in der Zukunft – und welche
Rolle spielt CC Real dabei?
Markus Brugger: Wir sehen die Zukunft ganz klar in hybriden,
multifunktionalen Destinationen, die weit über klassisches
Shopping hinausgehen. Unsere Center entwickeln
sich zu Orten des Erlebens, Arbeitens und Treffens – mit
Gastronomie, Entertainment, Gesundheit, Services und flexiblen
Flächenkonzepten. Besonders wichtig ist die Integration
von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Regionalität.
Diese Faktoren entscheiden künftig über die Attraktivität
von Handelsimmobilien. CC Real versteht sich hier nicht
nur als Betreiber, sondern als aktiver Gestalter, der Trends
frühzeitig erkennt und in seine Projekte integriert.
Sorin Scurtu: Gleichzeitig glauben wir an das enorme Potenzial
der Gastronomie als Erlebnis- und Umsatztreiber. In
Verbindung mit innovativen digitalen Lösungen – von Self-
Order bis hin zu Flächenmanagement – eröffnen sich ganz
neue Wachstumschancen. Unser Anspruch ist es, Shopping
Center langfristig als lebendige, resiliente Treffpunkte in
ihrer Umgebung zu verankern.
Foto copyright PR
Beim ITIS Helsinki in Finnland wird - bedingt durch lange Dunkelheit und Kälte – großen Wert auf Raumkomfort, Licht und Großzügigkeit gelegt.
14 GASTROSPACES
Stadt gestalten, Menschen gewinnen:
Die Rolle der Gastronomie
zwischen Quartiersentwicklung
und Fachkräftemangel
Ein Gespräch mit Homeira Amiri, CEO Amiri Consulting & Hospility GmbH
Kaum ein Thema bewegt die Hospitality-Branche derzeit so stark wie der akute Personalmangel. Trotz kreativer
Konzepte, digitaler Tools und neuer Formate steht und fällt der Erfolg mit einer zentralen Frage: Wer macht die
Arbeit – und unter welchen Bedingungen?
Es geht jedoch längst nicht nur um einzelne Betriebe. Gastronomie
ist ein integraler Teil des öffentlichen Raums – sie
prägt Stadtbilder, schafft Identität in Quartieren und ist ein
wichtiger Faktor für Aufenthaltsqualität und Immobilienentwicklung.
Wo lebendige Gastlichkeit entsteht, steigen
Standortwert und Lebensqualität. Fehlt sie, entsteht spürbar
ein Nachteil.
Homeira Amiri kennt beide Ebenen: die tägliche Praxis in
Küche, Service und Führung – und die strukturellen Hürden
im System. Als Unternehmerin und Aufsichtsratsvorsitzende
der Denkfabrik Zukunft Gastwelt (DZG) bringt sie
operative Erfahrung und strategischen Weitblick mit. Mit
ihrem Projekt zur Gewinnung internationaler Fachkräfte
entwickelt sie praxisnahe Lösungen – weit über klassische
Vermittlung hinaus.
Homeira Amiri: Gastronomie ist ein zentraler Standortfaktor,
Impulsgeber für Urbanität, Aufenthaltsqualität und
Identität. Sie schafft Orte der Begegnung, des Austauschs
und der Zugehörigkeit – also echte Gemeinschaft. Im Immobilienkontext
ist sie entscheidend für Frequenz, Attraktivität
und nachhaltige Wertschöpfung.
HI HEUTE: Wie verändert sich der Stellenwert gastronomischer
Angebote aus Sicht von Stadtplanern, Investoren
und Eigentümern?
Homeira Amiri: Gastronomie ist kein „nice to have“ mehr,
sondern sie wird als emotionaler Anker und wirtschaftlicher
Motor erkannt. Überall dort, wo sie integriert ist, steigt die
Aufenthaltsqualität. Es entstehen lebendige Orte, die Besucher
binden – eine Win-win-Situation für Betriebe, Mieter,
umliegende Wirtschaftszweige und Standorte.
Im Interview mit HI HEUTE spricht sie über die größten Herausforderungen,
konkrete Lösungsansätze und die Chancen,
die in kultureller Vielfalt liegen. Und sie zeigt, warum
die Zukunft der Gastronomie und die Entwicklung unserer
Städte untrennbar miteinander verbunden sind.
Interview mit Homeira Amiri – über Personal, Perspektiven
und die Zukunft der Gastwelt.
HI HEUTE: Frau Amiri, welche Rolle spielt Gastronomie
heute für Städte, Quartiere – und auch für den Immobilienmarkt?
HI HEUTE: Der Personalmangel ist branchenweit spürbar.
Was sind aktuell die größten Herausforderungen?
Homeira Amiri: Auf der einen Seite müssen viele Betriebe
Öffnungszeiten reduzieren, da die Schichten nicht abgedeckt
werden können. Auf der anderen Seite wünschen sich
Bewerber schnellere Prozesse, doch die Strukturen sind oft
träge. Es braucht nicht nur mehr Menschen, sondern auch
neue Denkweisen und Mut zur Veränderung.
HI HEUTE: Sie leiten ein Projekt zur Rekrutierung internationaler
Fachkräfte. Was ist der Kern Ihrer Idee?
GASTROSPACES 15
Foto: DZG, Serkis
Homeira Amiri ist seit 1999 in der Hotelindustrie, Gastronomie und Eventbranche zu Hause.
Homeira Amiri: Mit PEOPLE@AGENCY schlagen wir eine
Brücke zwischen internationalem Potenzial und deutschem
Bedarf. Ziel ist eine nachhaltige Integration, mit digitaler
Plattform, Netzwerk und persönlicher Begleitung vom Visum
bis zur Einarbeitung. Begonnen mit Azubis aus Indonesien
und Tunesien, sind wir inzwischen auch in der EU und
auch in weiteren Branchen aktiv, etwa im medizinischen
Bereich.
nicht nur Formulare. Wer willkommen heißt, bekommt dafür
Loyalität, Energie und Engagement zurück.
HI HEUTE: Was braucht es im Betrieb – jenseits von
Sprachkursen?
Homeira Amiri: Strukturierte Prozesse, Geduld und echtes
Interesse. Integration betrifft auch Wohnungssuche, Kultur,
Alltag. Wer das ernst nimmt, gewinnt langfristige, engagierte
Mitarbeitende. Menschlichkeit ist der Schlüssel.
HI HEUTE: Wie groß ist der Aufwand, internationale Fachkräfte
nachhaltig zu integrieren?
Homeira Amiri: Viel zu hoch. Einreisen dauern oft Monate.
Die Bewerber brauchen Unterstützung bei Sprache, Bürokratie
und Alltag. Integration heißt praktische Begleitung,
HI HEUTE: Wo liegen aktuell die größten Hürden – und
was müsste sich politisch ändern?
Homeira Amiri: In Bürokratie, Rechtslage und Mentalität.
Es braucht digitale Verfahren, schnellere Visa, einheitliche
Regeln und ein offenes Mindset. Sprachzertifikate vor dem
16 GASTROSPACES
Visum bremsen. Sprache lässt sich besser im Betrieb lernen.
Wir holen keine Arbeitskräfte – wir holen Menschen.
braucht gemeinsame Verantwortung und Offenheit für neue
Wege.
HI HEUTE: Ist die Branche bereit für mehr Vielfalt und
kulturellen Wandel?
Homeira Amiri: Ja – sie lebt ihn längst. Studien zeigen: In
der speisegeprägten Gastronomie haben rund 50 % der Mitarbeitenden
Migrationshintergrund. Was fehlt, sind politische
Maßnahmen wie schnellere Arbeitserlaubnisse, um das
Potenzial wirklich zu nutzen.
HI HEUTE: Wie sieht das zukunftsfähige Team in der Gastronomie
aus?
Homeira Amiri: Vielfältig, sinnorientiert, menschlich. Es
braucht Vertrauen, digitale Prozesse zur Entlastung, Führung
mit Haltung. Politik muss wirtschaftlich tragfähige
Rahmenbedingungen schaffen – durch Weiterbildungsbudgets,
steuerliche Entlastung und ausgewogene Abgabenund
Lohnstrukturen.
HI HEUTE: In der Denkfabrik Gastwelt arbeiten Sie an Lösungen
für die Branche. Wie wird dort auf das Thema Personal
geschaut?
Homeira Amiri: Ganzheitlich. Nicht nur als Fachkräftemangel,
sondern als Systemfrage. Unsere Branche ist groß, integrativ,
aber kämpft mit Lohnnebenkosten, Bürokratie und
zu wenig politischer Unterstützung. Mit rund 6,1 Millionen
Erwerbstätigen zählt der Dienstleistungssektor Gastwelt
– bestehend aus den Teilbranchen Tourismus, Hospitality,
Foodservice und Freizeitwirtschaft – zu den drei größten
Arbeitgebern Deutschlands. Wir sind Integrationsmotor
und Chancengeber. Das zeigen aktuelle Leistungskennzahlen
der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG). Besonders
eine Zahl sticht dabei heraus: Der Beitrag des Sektors zur
Bruttowertschöpfung ist im Jahr 2024 um über 30 Milliarden
auf 483,7 Milliarden Euro gestiegen, was 11,2 Prozent des gesamten
Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.
HI HEUTE: Wo liegt aktuell der größte Widerspruch zwischen
politischen Zielen und betrieblicher Realität?
Homeira Amiri: In der Diskrepanz zwischen Bedeutung
und Behandlung. Mit knapp 500 Mrd. Euro BIP-Anteil 2024
ist unsere Branche wirtschaftlich stark – politisch aber oft
übersehen. Wir müssen unsere Anliegen gemeinsam und
laut vertreten. Veränderung beginnt nicht nur in der Politik,
sondern auch im Betrieb und in der Branche – an jedem
Tisch, an dem Menschen zusammenkommen.
HI HEUTE: Aber was raten Sie Kolleg:innen, die sagen:
„Ich finde keine Leute mehr“?
Homeira Amiri: Bietet mehr als einen Job. Zeigt Wertschätzung,
vom ersten Tag an. Fragt euch: Wie läuft das Onboarding?
Wie schafft ihr Zugehörigkeit? Die Lösung liegt oft im
Betrieb selbst, nicht nur im Bewerbermarkt. Menschen bleiben,
wenn sie sich willkommen und wahrgenommen fühlen.
HI HEUTE: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was müsste
sich ändern, damit Gastronomie wieder attraktiv wird?
Homeira Amiri: Dass Politik, Branche und Gesellschaft den
wahren Wert der Gastwelt anerkennen. Politik sollte die
Branche als system- und versorgungsrelevant behandeln.
Die Branche selbst braucht von innen heraus noch mehr Zusammenhalt
und gemeinsame Stärke. Und die Gesellschaft
sollte Gastgeber wertschätzen, fair bezahlen und anerkennen,
was Gastronomie leistet: Verbindung, vermittelt Kultur
und steht für Menschlichkeit. Wir sind da – für Begegnung,
für Gemeinschaft, für echte Erlebnisse.
HI HEUTE: Welche Trends sehen Sie für die Arbeitswelt in
den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Homeira Amiri: Der Wandel ist tiefgreifend: Flexibilität,
Sinn, Arbeitgeberattraktivität und moderne Arbeitsmodelle
werden zentral. Systemgastronomie nimmt zu, private Betriebe
werden weniger. Die Zukunft gehört jenen, die aktiv
gestalten, Prozesse neu denken und ihre Identität dabei bewahren,
besonders im Mittelstand.
HI HEUTE: Ist die Branche bereit für diese Veränderung?
Homeira Amiri: Sie muss es sein. Der Wandel ist nicht optional.
Wer sich nicht bewegt, verliert den Anschluss. Es
INFOBOX
Homeira Amiri ist CEO der AMIRI CON-
SULTING & HOSPITALITY GmbH und der
PEOPLE@AGENCY GmbH, Hamburg, COO
der Centro Hotel Group, Hambur, Aufsichtsratsvorsitzende
DZG (Denkfabrik
Zukunft der Gastwelt) und Beiratsmitglied
im Institute of Culinary Art (ICA).
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18 GASTROSPACES
Chefs in Town –
eine Stadt als kulinarische Bühne
Das Festival, das es so nur in Düsseldorf gibt
„Chefs in Town“ ist ein innovatives, dezentrales Gastro-Festival in Düsseldorf, das
im September 2024 erstmals über die Bühne ging. Vom 27. bis 29. September 2024
verwandelte sich die Stadt in ein kulinarisches Paradies: Rund 50 Bars, Restaurants
und Hotels beteiligten sich an der Premiere und präsentierten spektakuläre Events –
vom Gourmet-Dinner im Rheinbahnwagen über Barbecue im London-Style bis hin
zu eigens kreierten Menüs in Restaurants und Cafés.
Ziel war es, die vielfältige und kreative Düsseldorfer Gastronomieszene,
aber auch die ganze nationale und internationale
Hospitality Branche, in den Fokus zu rücken. Durch das
„Matching“ nationaler und internationaler Spitzenköche
mit lokalen Akteuren wurde die Vielfalt dieser Branche in
faszinierender Form erlebbar gemacht.
Aber Chefs in Town ist mehr. Die Macher dahinter wollen
die gastgebende Branche, die auch eine wichtige Rolle für
das soziale Leben spielt, in allen Facetten mit Chefs in Town
zum Thema machen. Ob durch politische Diskussionsrunden,
Interaktionen von Stars der Branche mit dem Nachwuchs
und kleinen Kochwettbewerben.
Zu den Trägern und Initiatoren zählen die METRO AG, die
Stadt Düsseldorf, die IHK Düsseldorf, der DEHOGA Nordrhein
sowie zahlreiche Sponsoren, darunter Coca-Cola.
Der renommierte Spitzenkoch Heiko Antoniewicz fungierte
als Schirmherr des Formats und verlieh ihm zusätzliche
Foto: Martin Gentschow
Chefs in Town soll die gastgebende Branche in allen Facetten zum Thema machen.
GASTR0SPACES 19
Foto: Metro
Dr. Steffen Greubel (Vorsitzender des Vorstands der METRO AG)
Strahlkraft. Zudem wurde die Gastro-Branchenveranstaltung
Rolling Pin Convention als Premiere von Chefs in Town
flankiert. Nach dieser erfolgreichen Erstauflage ging das
Festival 2025 in die zweite Runde. Vom 26. bis 28. September
2025 rückte Düsseldorf erneut in den kulinarischen Fokus.
Erwartet wurden diesmal über 100 teilnehmende Betriebe
– von Imbissständen bis zu Fine-Dining-Lokalen – sowie
eine noch größere Vielfalt an kreativen Events, von hochkarätig
besetzten „Matches” bis zu Stadtteilformaten. Auch
in diesem Jahr blieb die Teilnahme für Gastronomiebetriebe
kostenfrei.
Deutlich wird, wie viel Leidenschaft und Innovationskraft
hinter dem Festival stecken. Mit seinem dezentralen Ansatz,
der die gesamte Stadt zur Bühne macht, nimmt das Event
eine Sonderstellung ein – ein vergleichbares Konzept gibt
es in Deutschland in dieser Größenordnung bislang nicht.
Damit ist Chefs in Town ein einzigartiges Format, das sowohl
für Gäste als auch für die Gastronomiebranche neue
Impulse setzt.
Doch was bedeutet das Festival konkret für die beteiligten
Gastgeber und Gastgeberinnen, Köche und Könninnen und
Partner und Partnerinnen – und wie wird die Zukunft des
Events gesehen? Um das besser zu verstehen, hat HI HEUTE
mit den Initiatoren Dr. Steffen Greubel, Dr. Martin Behle
und Kerstin Rapp-Schwan gesprochen. Sie geben einen
persönlichen Einblick in die Entstehung, die Besonderheiten
und die Vision von Chefs in Town.
HI HEUTE: Herr Dr. Greubel, warum unterstützt Ihr Unternehmen
Metro die Kampagne Chefs in Town – was ist
der konkrete strategische Wert für Ihr Unternehmen?
Dr. Steffen Greubel: Wir als METRO haben Chefs in Town
initiiert, um die Vielfalt und Breite der Gastronomie einfach
einmal sichtbar zu machen. Die Gastronomie ist ein sehr
20 GASTROSPACES
wichtiger sozialer Ort und wir hoffen, dass wir für die Branche
hier ein Ausrufezeichen setzen können.
HI HEUTE: Welche Bedeutung haben lokale Gastronominnen
und Gastronomem für die Metro als Partner – und wie
hilft diese Kampagne dabei, diese Partnerschaft zu stärken?
Dr. Steffen Greubel: Die Individualgastronomie ist unsere
Kernzielgruppe. Dieser wollen wir mit Chefs in Town dienen
und zeigen, dass wir uns wirklich als Partner verstehen.
HI HEUTE: Wie wichtig ist für die Metro die öffentliche
Sichtbarkeit von Gastronomie als gesellschaftlicher Motor
– über das rein Wirtschaftliche hinaus?
Dr. Steffen Greubel : Sehr wichtig! Die Gastronomie ist sehr
kleinteilig. Jüngst habe ich in einem Artikel gelesen, dass 87%
aller Betriebe maximal zehn Mitarbeiter haben. Da bedarf es
gemeinsamer Aktionen, die die Sichtbarkeit erhöhen. Dazu
gehört auch, dass wir z.B. auch einen Politik Talk im Rahmen
von Chefs in Town haben, um den Herausforderungen
der Branche Gehör zu verschaffen.
HI HEUTE: Was hat Sie persönlich an der Kampagne überzeugt
– war es eher der wirtschaftliche oder der ideelle Aspekt?
Dr. Steffen Greubel: Nun, Idealismus und Wirtschaftlichkeit
stehen nicht zwangsläufig im Widerspruch. Wir tun das
einerseits aus unserer Begeisterung für die Branche und
Verbundenheit zu unserer Heimatstadt heraus, aber andererseits
sind prosperierende Gastronomien auch ein Garant
dafür, dass wir wirtschaftlich erfolgreich sind.
HI HEUTE: Glauben Sie, dass solche Initiativen auch Einfluss
auf das Image der Metro als Marke und Arbeitgeber
haben können?
Dr. Steffen Greubel: Absolut! Chefs in Town zahlt ganz sicher
auf das Image der METRO und aller Partner und last
but not least der ganzen Branche ein. Wir erleben das ja
selbst im Haus, dass unsere Mitarbeiter sehr stolz sind, dass
wir das machen. Aber eben auch bei den Gastronomen erleben
wir allein schon durch die vielen prominenten Gastköche,
die nach Düsseldorf kommen, eine große Begeisterung
bei den Mitarbeitern.
Foto: Martin Gentschow
Gastronomie als wichtige Branche für die Lebensqualität soll mit Chefs in Town eine Bühne gegeben werden.
GASTROSPACES 21
Foto: Metro
Dr. Martin Behle (Chief HoReCa Officer Metro)
HI HEUTE: Herr Dr. Behle, was war der ursprüngliche Impuls
für die Kampagne Chefs in Town – was wollten Sie
sichtbar machen, was bisher vielleicht unterging?
Dr. Martin Behle: Die Gastronomie ist eine so unglaublich
wichtige Branche für die Lebensqualität in Städten und
doch wird sie oft als etwas Selbstverständliches und Beliebiges
wahrgenommen. Dahinter stehen so viele kreative
und leidenschaftliche Menschen, die täglich dazu beitragen,
Gästen ein schönes Umfeld zu schaffen. Also – warum selbigen
nicht mal eine Bühne geben?! Warum nicht mal zeigen,
dass die Berufe in dieser Branche sehr attraktiv sind?! Darum
geht es uns!
HI HEUTE: In einer Zeit, in der viele über Fachkräftemangel
klagen – setzen Sie bewusst auf eine positive Erzählung
über die Gastronomie?
Dr. Martin Behle: Genau! Denn es nervt, dass so oft negativ
und stereotyp darüber be- und gerichtet wird. Es gibt so
viel Positives zu erzählen – das versuchen wir mit Chefs in
Town.
HI HEUTE: Wie definieren Sie den gesellschaftlichen Wert
von Gastronomie jenseits von Essen und Trinken?
Dr. Martin Behle: Die Gastronomie wird in der Soziologie
als 3. Ort bezeichnet. Dem Ort des sozialen Miteinanders.
Wir haben im Lockdown gemerkt, was uns fehlte. Aber wir
neigen dazu, sowas schnell zu verdrängen. Umso wichtiger,
hier mal ein Ausrufezeichen zu setzen.
HI HEUTE: Wie wichtig ist Ihnen, dass eine Marke wie Metro
bei dieser Kampagne dabei ist – und gleichzeitig nicht
die Bühne übernimmt?
Dr. Martin Behle: Immens. Es ist ja wirklich kein Marketing-Stunt.
Wenn ich zurückblicke, wie das entstand, ging es
22 GASTROSPACES
Foto: Michael Lübke
Kerstin Rapp-Schwan (Gastronomin und Mitveranstalterin)
ausnahmslos darum, eben dieser Branche und damit unseren
Kernkunden und unserer Heimatstadt etwas zu geben.
Wir wollten einfach nur die Menschen der Gastro feiern und
ihnen Raum zur Kreativität geben. Wir wollen genau das im
Fokus und verstehen uns mit unseren Partnern nur als Helfer
bei einer echt großen Sache.
HI HEUTE: Was wünschen Sie sich langfristig als ideelle
Wirkung dieser Kampagne auf Städte, Nachbarschaften
und das Miteinander?
Dr. Martin Behle: Wertschätzung für die für mich schönste
Branche der Welt.
HI HEUTE: Frau Rapp-Schwan, wie sehen Sie die Rolle
der Gastronominnen und Gastronomen in der Stadtgesellschaft
– warum verdienen sie mehr Sichtbarkeit?
Kerstin Rapp-Schwan: Weil Gastronomie der Kitt der Gesellschaft
ist. Zudem sind wir eine der größten Branchen
mit einem sehr hohen Anteil an Arbeitnehmern und der Gesamtwertschöpfung
im Land. Das wird aufgrund der Kleinteiligkeit
durch mehr als 220.000 Betriebe in Deutschland
oft übersehen.
HI HEUTE: Was unterscheidet Chefs in Town von klassischen
Marketingkampagnen – und was war Ihnen bei der
Konzeption besonders wichtig?
Kerstin Rapp-Schwan: Das wir dabei das Wort „Marketing“
gar nicht im Kopf hatten, sondern einfach mal etwas Besonderes
machen und Menschen eine Freude bereiten wollten.
Dass dies dazu führte, dass es für die Branche auch einen
sensationellen Marketingeffekt hat, ist großartig, war aber
nie so im Fokus. Und genau hier ist der Punkt. Wir haben nie
einen detaillierten Plan gehabt, sondern uns von unserer
eigenen Begeisterung treiben lassen.
GASTROSPACES 23
HI HEUTE: Inwiefern ist die Kampagne auch eine kulturelle
Intervention – also mehr als nur Imagearbeit für eine
Branche?
Kerstin Rapp-Schwan: Wir haben mit Chefs in Town Räume
für neue Ideen und Kreativität der Gastronomen geschaffen.
Das geht eindeutig über Imagearbeit hinaus. Ferner haben
wir neben den kulinarischen Formaten auch andere Veranstaltungen,
die die Relevanz erhöhen. Sei es der Politiktalk,
der Kochwettbewerb des DeHoGa, das Panel des Frauennetzwerk
Foodservice oder unsere Sichtbarmachung von
karitativen Programmen, die wir mit unserer Reichweite
vorstellen. Gastronomie verbindet Menschen, so hieß einer
unserer Posts auf Instagram, das sagt alles.
vieles einfach intuitiv. Aber das ist ja manchmal das Beste,
einfach mal machen! In dem Sinne werden wir uns auch in
den kommenden Jahren hier engagieren – zusammen mit
allen Partnern, die dabei geholfen haben, es so umzusetzen.
HI HEUTE: Dr Behle und was war es bei Ihnen?
Dr. Martin Behle: Das WIR-Gefühl. Das fing im Vorfeld
damit an, dass Gastronomen die Veranstaltungen anderer
Kollegen bewarben und endete mit den Worten eines sehr
berühmten Kochs aus Berlin, der sagte, „es wäre ja wie ein
Familientreffen“.
HI HEUTE: Wie erleben Sie die Reaktionen der teilnehmenden
Gastronominnen und Gastronomen – fühlen sie
sich durch die Kampagne tatsächlich „gesehen“?
Kerstin Rapp-Schwan: Der Zuspruch ist gewaltig. Allein in
Zahlen ausgedrückt nehmen weit mehr als 100 Gastronomiebetriebe
in unserer Stadt dieses Jahr teil. Dazu kommen
Starköche aus allen Ecken Deutschlands und aus Europa –
ohne Gage. Das spricht für sich und dafür, dass sie alle Teil
dieser als Bewegung anmutenden Kampagne sein möchten.
Foto: Martin Gentschow
HI HEUTE: Wie verhindern Sie, dass eine solche Kampagne
zu reiner Werbung wird – was ist Ihr Anspruch an Authentizität?
Kerstin Rapp-Schwan: Wir achten sehr genau darauf, dass
alle unterstützenden Partner dies als eine Bewegung verstehen,
die dem Ziel dient, der Gastronomie eine Bühne zu
geben. Und wir sind sehr konsequent darin, diesen Korridor
nicht zu verlassen.
HI HEUTE: Zum Schluss möchten wir Sie fragen, was Ihr
persönliches Highlight bei der ersten Chefs in Town Veranstaltung
war?
Kerstin Rapp-Schwan: Mein Highlight war, dass es viel besser
klappte, als wir es uns je erhofft hätten. Die Stimmung
in der Stadt war großartig und wir bekamen als Team so
viel wundervolles Feedback – das machte die vielen durchgearbeiteten
Wochenenden und die Tage der Erschöpfung
vergessen und hat uns sehr viel Motivation für dieses Jahr
gegeben.
HI HEUTE: Und bei Ihnen Herr Dr. Greubel?
Dr. Steffen Greubel: Mein Highlight war die unglaublich
positive Resonanz aus allen Ecken. Das Echo aus den Betrieben,
aus der Stadt, den Medien und von vielen unserer
Mitarbeiter war einfach überwältigend. Damit konnte niemand
anfangs rechnen, war die Idee doch sehr spontan und
Mit Chefs in Town wurden Räume für meue Ideen geschaffen.
24 GASTROSPACES
Kulinarische Impulse für die Stadt
Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller über
die Bedeutung der Gastronomie für die Landeshauptstadt
Die Gastronomie ist weit mehr als ein Ort zum Essen und Trinken – sie ist ein
zentraler Baustein für Lebensqualität, Wirtschaftskraft und internationales
Ansehen. Im Gespräch mit GastroSpaces erklärt der Oberbürgermeister der
Stadt Düsseldorf Dr. Stephan Keller, warum kulinarische Vielfalt für Düsseldorf
so entscheidend ist, welche Impulse das Projekt „Chefs in Town“ setzt und
wie die Stadt Gastronominnen und Gastronome gezielt unterstützt. Dabei wird
deutlich: Gastronomie prägt nicht nur das Image der Landeshauptstadt, sondern
ist auch Motor für Innovation, Nachhaltigkeit und urbane Entwicklung.
HI HEUTE: Dr. Keller, warum ist das Thema Gastronomie
aus Ihrer Sicht ein wichtiger Baustein der Stadtentwicklung
in Düsseldorf?
Dr. Stephan Keller: Eine lebendige Gastronomie ist elementar
für eine florierende Stadt und wirkt sich positiv
auf andere Branchen aus. So profitieren Einzelhandel und
Tourismus durch die Steigerung der Aufenthaltsqualität.
Zudem belebt die Gastronomie Stadtteile, erhöht die Besucherfrequenz,
schafft soziale Verbindungen, stärkt Quartiere
und macht sie lebendig. Die Stadt gewinnt an Identität
und Charakter – Faktoren, die für Düsseldorf als internationale
Metropole und Wirtschaftsstandort zentral sind und
die Landeshauptstadt auch als Arbeitgeberstandort attraktiv
machen.
HI HEUTE: Welche persönliche Motivation haben Sie, das
Projekt „Chefs in Town“ zu unterstützen?
Dr. Stephan Keller: Die Gastro-Events in unserer Stadt,
wie Frankreichfest, Gourmetfestival oder Japantag, besitzen
eine große Strahlkraft, sind aber häufig auf einen Ort
begrenzt. Chefs in Town hingegen verbindet das gesamte
Stadtgebiet und stellt die kulinarische Vielfalt in Innenstadt
und Stadtteilen in den Vordergrund. Gerade diese Verbindung
über Stadtgrenzen hinweg und die Vielfalt der teilnehmenden
Betriebe ist für mich eine besondere Motivation,
das Projekt zu fördern.
HI HEUTE: Wie hoch ist die wirtschaftliche Bedeutung der
Gastronomiebranche für Düsseldorf?
Dr. Stephan Keller: Die Gastronomie ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor
und prägt das Lebensgefühl der Stadt. Über
13.500 Beschäftigte, mehr als 4.000 Ausbildungsplätze und
über 180 Nationalitäten zeigen die Stärke dieser Branche.
Sie trägt wesentlich zum Tourismus bei – 2024 mit über
3,3 Millionen Ankünften und 5,5 Millionen Übernachtungen
– und macht Düsseldorf durch Veranstaltungen wie Gourmet-Festival
oder Japantag auch international sichtbar.
Gastronomie ist Arbeitsplatzmotor und Ausdruck unserer
Offenheit und Lebensqualität.
HI HEUTE: Sehen Sie durch Projekte wie „Chefs in Town“
konkrete Impulse für Innenstadt oder Quartiere?
Dr. Stephan Keller: Indem Restaurants, Cafés und Bars in
den Fokus gerückt werden, erhalten Betriebe zusätzliche
Sichtbarkeit und können neue Gäste gewinnen. Die Gastronomie
wird stärker als Teil des urbanen Erlebnisses wahrgenommen
und setzt Anreize, neue Highlights kennenzulernen.
Damit tragen solche Projekte zur Belebung der
Quartiere bei und steigern gleichzeitig die Attraktivität der
Innenstadt als lebendigen Ort für Bewohner und Besucher.
HI HEUTE: Wie lässt sich der Beitrag der Gastronomie zur
Wertschöpfungskette beziffern?
Dr. Stephan Keller: Exakte Zahlen sind schwer, doch der
Einfluss ist enorm: Gastronomie wirkt als Knotenpunkt
zwischen Arbeitsmarkt, Hotellerie, Tourismus und Einzelhandel.
Vom Bäckereibetrieb bis zum Großhandel profitieren
zahlreiche Dienstleister. Zunehmend wichtig ist auch
GASTROSPACES 25
Foto: Michael Lübke/CDU Düsseldorf
Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der NRW Landeshauptstadt Düsselldorf
die Nachfrage nach Nachhaltigkeit und Regionalität. Gleichzeitig
bringt Gastronomie Frequenz in die Innenstadt und
steigert die Attraktivität des Standorts weit über die Branche
hinaus.
HI HEUTE: Welche Rolle spielt Gastronomie bei der Attraktivität
von Stadtteilen?
Dr. Stephan Keller: Sie ist entscheidend für die Attraktivität
von Quartieren. Vielfalt und Qualität der Angebote fördern
Begegnung, verlängern Aufenthalte und schaffen Atmosphäre.
„Chefs in Town“ kann zudem leerstehende Immobilien
oder brachliegende Flächen aktivieren – wie etwa bei
der Renovierung der Florabars in Düsseldorfer Grünanlagen.
Solche Initiativen zeigen, wie Gastronomie Impulse für
Stadtentwicklung setzt.
HI HEUTE: Wie fördern Sie als Stadt gastronomische Vielfalt?
Dr. Stephan Keller: Wir unterstützen durch Bauleitplanung,
in der Gastronomie fast überall zulässig ist. Außengastro-
26 GASTROSPACES
nomie wurde verstärkt gefördert, u. a. durch Nutzung von
Parkflächen während und nach der Corona-Pandemie.
Unser Ansprechpartner im Wirtschaftsförderungsamt begleitet
Genehmigungen eng und pragmatisch, um Lösungen
zu finden. Diese enge Begleitung trägt dazu bei, Vielfalt und
Qualität der Szene dauerhaft zu sichern.
HI HEUTE: Inwiefern zahlt „Chefs in Town“ auf das Image
Düsseldorfs ein?
Dr. Stephan Keller: Düsseldorf ist seit Jahren als kulinarisch
vielfältige Stadt bekannt – Ausdruck internationaler
Identität als Messestandort, Wirtschaftsmetropole und Einwanderungsstadt.
Chefs in Town schafft Sichtbarkeit für die
Gastronomiebetriebe und fördert das Image Düsseldorfs als
kreatives, modernes und zukunftsgewandtes kulinarisches
Zentrum.
HI HEUTE: Welche Rolle spielt innovative Gastronomie für
den Tourismus?
Dr. Stephan Keller: Immer mehr Städtereisende suchen
nach besonderen kulinarischen Erlebnissen – von Fine Dining
und innovativen Food-Konzepten bis zu Szene-Cafés
und Streetfood. Eine lebendige Gastro-Szene steigert die
Attraktivität einer Destination und fördert Profilbildung im
Wettbewerb. Düsseldorfs Stärke ist die Vielfalt auf engem
Raum, die immer authentisch geblieben ist und so schwer
reproduzierbar ist.
HI HEUTE: Wie unterstützt die Stadt Gastronominnen und
Gastronome in unsicheren Zeiten?
Dr. Stephan Keller: Wir bieten einen festen Ansprechpartner
im Wirtschaftsförderungsamt, fördern Vernetzung und
Fachkräftegewinnung – etwa mit dem Azubi-Event „Taste
up!“. Zudem wurden Genehmigungen für Außenterrassen
vereinfacht. Da die Stadtverwaltung nur bedingt Einzelunternehmen
finanziell fördern kann, habe ich mich persönlich
für die dauerhafte Senkung des Mehrwertsteuersatzes
auf sieben Prozent eingesetzt, die ab 2026 gilt und der Branche
dringend notwendige Entlastung bringt.
HI HEUTE: Welche Maßnahmen wurden im Rahmen von
„Chefs in Town“ mitgetragen?
Dr. Stephan Keller: Zum Auftakt 2024 veranstaltete die
Stadt ein eigenes B2B-Event, bei dem Speaker Einblicke aus
der Branche gaben. In diesem Jahr liegt der Fokus erneut
auf Sichtbarkeit und Nachwuchs, ähnlich wie bei „Taste up!“.
Gemeinsam mit Wirtschaftsdezernent Christian Zaum werde
ich aktiv dabei sein. Zudem unterstützen wir die Organisatoren
bei Genehmigungsfragen.
HI HEUTE: Wo sehen Sie die Düsseldorfer Gastronomie in
fünf bis zehn Jahren?
Dr. Stephan Keller: Sie wird ihre Vielfalt noch stärker als
Markenzeichen ausspielen – von internationaler Spitzenküche
bis Traditionsbetrieben. Nachhaltigkeit wird selbstverständlich
sein: regionale Produkte, klimafreundliche Modelle
und Transparenz bei Herkunft und Tierwohl prägen
die Branche. Digitalisierung verändert Betriebsabläufe, von
smarter Warenwirtschaft bis zu neuen Gästetools. Dank der
internationalen Community bleibt Düsseldorf ein Ort kulinarischer
Trends, an dem neue Konzepte entstehen.
HI HEUTE: Welche langfristigen Effekte erwarten Sie von
„Chefs in Town“?
Dr. Stephan Keller: Das Event hat 2024 einen großartigen
Start hingelegt. Ich wünsche mir, dass es sich etabliert und
neue Trends hervorbringt, die die Innovationskraft sichern.
Düsseldorf kann sich so gastronomisch regelmäßig neu erfinden.
Für die Stadtentwicklung bedeutet das: mehr Sichtbarkeit,
stärkere Bindung von Gästen und Investitionen in
Gastronomie als Zukunftsbranche.
HI HEUTE: Was war Ihr persönliches Highlight beim Projektstart
– und worauf freuen Sie sich?
Dr. Stephan Keller: Die große Bandbreite der teilnehmenden
Gastronominnen und Gastronomen und ihre Offenheit
für Neues. Es war eine spontane Idee, die gezündet hat
und sofort durchgestartet ist – ein Beispiel für die kreative
Energie Düsseldorfs. Besonders freue ich mich, dass wir gemeinsam
mit der METRO AG die Rolling Pin. Convention
von Berlin nach Düsseldorf holen konnten. Dieses Ereignis
stärkt nicht nur die Gastro-Szene, sondern auch Düsseldorfs
Profil als internationale Kulinarik-Metropole.
Die Stadt Düsseldorf unterstützt Gastronominnen und Gastronomen
durch feste Ansprechpartner im Wirtschaftsförderungsamt und fördert
die Vernetzung und die Fachkräftegewinnung.
Foto: CHEFS IN TOWN/METRO AG
28 GASTRPOSPACES
Auf einen Döner
mit: Lukas Podolski
Der Ex-Fußball-Nationalspieler ist seit
einiger Zeit auch erfolgreicher Gastronom
Wohin gehen Sie persönlich
gerne essen,
wenn Sie unterwegs
sind?
Lukas Podolski: Ich
esse ehrlich gesagt
am liebsten
zuhause – mit
meiner Frau und
den Kindern. Aber
klar, manchmal
auch spontan nach
dem Training, vielleicht
sogar im Verein.
Ich mag türkisches und
asiatisches Essen sehr gerne,
da halte ich unterwegs immer die
Augen offen. Wenn es das nicht gibt, finde
ich aber meistens auch was anderes Leckeres.
Welche Veränderungen haben Sie in den letzten Jahren in
den Innenstädten wahrgenommen?
Lukas Podolski: Am besten kenne ich natürlich Köln. Und
da sieht man schon, dass viele alte Restaurants von früher
langsam verschwinden. Das finde ich echt schade. Im Ausland
finde ich, ist vieles lockerer, entspannter. In vielen anderen
Ländern ist zum Beispiel die Lebensqualität einfach
anders. Davon könnten wir uns in Deutschland ruhig was
abschauen.
Welche kulinarischen Trends haben Sie auf Ihren Reisen
entdeckt?
Lukas Podolski: Ich habe ja in Japan, Italien und der Türkei
gelebt – und da kriegt man schon einiges mit. In Japan zum
Beispiel
gibt es
echt verrückte
Sachen,
richtig spannend.
Aber für mich war es
nie nur der eine Trend
– eher so eine bunte Mischung.
Ich habe vieles ausprobiert
und mich immer darauf
eingelassen.
Wenn Sie einen völlig neuen Food-Trend
nach Deutschland bringen könnten – welcher
wäre das?
Lukas Podolski: Schwer zu sagen. Ich habe das
Gefühl, in Deutschland gibt es schon fast alles. Die Vielfalt
ist riesig – und das find ich super. Deutschland ist kulinarisch
längst mehr als nur Bratwurst und Hackbrötchen. Du
kriegst hier Sushi, griechische Küche, italienische Klassiker
– alles dabei.
Welche Bedeutung hat Gastronomie für Ihren Eindruck
von einer Stadt oder einem Viertel?
Lukas Podolski: Für mich ist das mega wichtig. Ich bin offen,
komme überall schnell mit Leuten ins Gespräch – und
finde eigentlich immer meine Stamm-Pizzeria oder den
Lieblingsbäcker. Was zählt: Der Service muss stimmen und
das Essen schmecken. Wenn ich mich wohlfühle, bin ich
auch regelmäßig da.
Das Gespräch führte Andrea Ungereit-Hantl
GASTR0SPACES 29
Foto: Gero Meyerdierks
Wenn das Essen schmeckt und der Service stimmt, kann man Lukas Podolski als regelmäßigen Gast erwarten.
30 GASTROSPACES
Handelsfläche trifft Food Brand
– Mangal Döner bei Kaufland
Interview mit Marco Schepers, General Manager Mangal Döner x LP10
Das Unternehmen Mangal Döner wurde von dem bekannten deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski und
Gastronom Metin Dag im Jahre 2016 gegründet und hat sich seitdem rasant entwickelt. Mittlerweile gibt es bundesweit
48 Filialen. HI HEUTE sprach mit General Manager Marco Schepers.
HI HEUTE: Was war der entscheidende Impuls für die
Partnerschaft zwischen Mangal Döner und Kaufland – und
was macht sie für beide Seiten attraktiv?
Marco Schepers: Wir bringen mit Mangal Döner x LP10 eine
starke Marke mit echter Strahlkraft und bundesweit echten
Wachstumschancen. Ziel ist es, in Deutschland rund
500 Restaurants aufzubauen, von denen ein Großteil in den
kommenden Jahren eröffnet werden soll. Kaufland hat ein
tolles Portfolio an Einzelhandelsimmobilien in Deutschland,
aber auch international. Mangal Döner x LP10 ist die perfekte
Ergänzung dazu. So kamen wir direkt auf eine interessante
Anzahl an neuen Standorten für die Partnerschaft, die in
den nächsten Monaten umgesetzt werden können. Das war
der entscheidende Impuls.
HI HEUTE: Welche Rolle spielen Kaufland-Standorte für
Ihre Expansions- und Markenstrategie? Sehen Sie Unterschiede
zwischen klassischen Innenstadtlagen und Handelsimmobilien
in diesem Kontext?
Marco Schepers: Wir sind in den Innenstädten sehr erfolgreich.
Vor allem Touristen und Nachtschwärmer schätzen
unsere Marke und die Bekanntheit von Lukas Podolski.
Standorte in Handelsimmobilien erfüllen dagegen eine
wichtige Funktion für die Kundschaft in der Nachbarschaft.
Hier geht es um eine einfache Erreichbarkeit sowie gute
Parkmöglichkeiten – vor allem, da viele mit dem Auto kommen.
Oft wird der tägliche oder wöchentliche Einkauf dann
mit einem Genussmoment vor Ort oder zum Mitnehmen für
die Familie verbunden.
Foto: Mangal Döner X Lukas Podolski10
Lukas Podolksi und Meting Dag haben 2016 das Konzept für Mangal Döner entwickelt.
GASTROSPACES 31
HI HEUTE: Inwiefern kann die Präsenz einer starken Food
Brand wie Mangal Döner die Frequenz, Aufenthaltsdauer
und Attraktivität von Handelsstandorten wie Kaufland erhöhen
– und umgekehrt?
Marco Schepers: Unsere Restaurants bieten ein modernes
Wohlfühlambiente mit Sitzplätzen und einem internationalen
Flair. Das erhöht die Attraktivität für bestehende Kundinnen
und Kunden. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung auch,
dass viele unserer Gäste die Erreichbarkeit schätzen, mit
dem Auto zu Mangal kommen zu können. Dadurch entsteht
ein zusätzlicher Zustrom, der auch die Frequenz an den
Handelsstandorten steigert.
Foto: Mangal Döner X Lukas Podolski10
HI HEUTE: Wie verändert sich das Einkaufserlebnis für
Kaufland-Kunden durch die Integration von Mangal Döner
in die Märkte – und welche Zielgruppen möchten Sie
so zusätzlich ansprechen?
Marco Schepers: Durch die Integration von Mangal Döner
erweitert sich das Einkaufserlebnis bei Kaufland um
ein Gastronomieangebot. Kundinnen und Kunden können
ihren Einkauf mit einer Mahlzeit verbinden, was die Aufenthaltsdauer
erhöht und den Markt insgesamt attraktiver
macht. Damit sprechen wir zusätzliche Zielgruppen wie Familien,
junge Menschen und Berufstätige an, die Wert auf
ein schnelles und unkompliziertes Gastronomieangebot
legen.
HI HEUTE: Was bedeutet diese Partnerschaft langfristig
für die Markenpositionierung von Mangal Döner, insbesondere
in Bezug auf Sichtbarkeit, Skalierbarkeit und
Urbanität?
Marco Schepers: Unser Ziel ist es, die führende europäische
Döner-Marke werden. Die Kooperation mit Kaufland
unterstützt uns dabei, die Sichtbarkeit der Marke deutschlandweit
und perspektivisch auch international deutlich zu
erhöhen. So schaffen wir die Grundlage, Mangal Döner in
vielen neuen Märkten zu etablieren und die Marke langfristig
zu skalieren.
HI HEUTE: Sehen Sie das Modell „Gastronomie in Handelsimmobilien“
als zukunftsweisenden Trend – und planen
Sie weitere Kooperationen oder Standortformen in
dieser Richtung?
Marco Schepers: Handelsimmobilien sind ein zentraler Bestandteil
unserer Expansionsstrategie. Gerade in vielen Mittelstädten
besteht der Wunsch, unsere Restaurants bequem
mit dem Auto erreichen und den Besuch bei Mangal mit dem
Einkauf verbinden zu können. Das macht Fachmarktzentren
wie Kaufland für uns zu einem attraktiven Modell, das wir
auch künftig weiter nutzen werden.
Marco Schepers, Generat Manager Mangal Döner
INFOBOX
Mangal Döner X LP10 ist ein 2016 gegründetes Systemgastronomie-Unternehmen
mit Sitz in Köln, wo
2016 auch die erste Filiale eröffnet worden ist. Entwickelt
wurde das Konzept von Fußballweltmeister
Lukas Podolski und Gastronom Metin Dag. Die
Marke steht für authentische Döner aus hochwertigen
Zutaten, frische Salate, eine spezielle Gewürzmischung
und selbstgebackenes Brot aus der eigenen
Backstube.
Derzeit werden 48 Restaurants in mehr als 20 Städten
in Deutschland, Polen und den Niederlanden
betrieben. Weitere Standorte befinden sich im Bau.
Im Fokus stehen urbane Zielgruppen in stark frequentierten
Lagen – etwa in Innenstädten, an
Flughäfen, Bahnhöfen oder Raststätten. Zusätzlich
werden Familien, junge Menschen und Berufstätige
adressiert, die Wert auf schnelle und qualitativ
hochwertige Gastronomie legen. Kernprodukt ist
der klassische Döner, ergänzt durch Varianten mit
frischem, knackigem Salat, spezieller Gewürzmischung
und Brot aus der eigenen Backstube.
32 GASTROSPACES
Emotion schlägt Regal:
Was Handel und Gastro
vom Teleshopping lernen können
Interview mit Axel Schulz über Kochen, Kunden und Kamera
Er zählt zu Deutschlands symapthischsten Boxsportlern, berühmt geworden durch seinen Fight
gegen die internationale Box-Legende George Foreman. Die Rede ist von Axel Schulz. Der Berliner
hat danach in vielen Fernsehshows mitgewirkt. Seit einiger Zeit sieht man ihn vor allem im
Shopping-TV. HI HEUTE traf ihn zum Interview.
HI HEUTE: Herr Schulz, viele kennen Sie aus dem Boxring
– heute stehen Sie in der Küche. Wie kam es dazu?
Axel Schulz: Ich war schon immer ein großer Grill-Fan.
Vor rund 13 Jahren habe ich dann angefangen, meine eigene
Grillsauce zu basteln – einfach, weil ich den Geschmack
einer Grillsauce, die ich den USA entdeckt habe, hier so vermisst
habe. Ich habe also rumprobiert, immer wieder abgeschmeckt
– und irgendwann hat’s gepasst. Meine Freunde,
die ich zum Grillen eingeladen hatte, waren begeistert. Und
so fing alles an. Grillen ist meine zweite große Leidenschaft
– gleich nach dem Boxen.
HI HEUTE: Erinnern Sie sich an Ihren allerersten Auftritt
im Shopping-TV? Wie war das Gefühl, live vor so vielen
Menschen zu präsentieren?
Axel Schulz: Na klar, das vergisst du nicht! Ich habe damals
zuerst eine Probesendung gemacht – ohne laufende Kameras.
Aber trotzdem: Da stehst du plötzlich vor der Kamera
und sollst reden, ohne Publikum. Das ist erstmal total ungewohnt.
Inzwischen macht’s mir riesigen Spaß.
HI HEUTE: Ihre Produkte werden live vorgeführt – wie
wichtig ist Ihnen, dass man gleich sieht, wie man sie zuhause
einsetzen kann?
Axel Schulz: Sehr wichtig! Ich find’s richtig gut, dass man
live sieht, wie was verwendet wird – und was bei den Leuten
gut ankommt. Ich habe ja drei Saucen im Angebot – Original,
Hot & Spicy und Trüffel. Wenn ich die alle in einer Sendung
dabeihabe, ist es spannend zu sehen, welche gerade durch
die Decke geht. Ich fieber‘ da echt mit. Manchmal ist in Sekunden
alles ausverkauft – das ist total verrückt.
HI HEUTE: Was sagen Ihnen Kunden am häufigsten, nachdem
sie Ihre Produkte gekauft haben?
Axel Schulz: Viele sagen gar nichts – die bestellen einfach
wieder! (lacht) Aber die Rückmeldungen, die ich bekomme,
sind immer positiv. Das freut mich total. Es gibt nix Besseres,
als wenn Leute sagen: „Das schmeckt richtig gut!“
HI HEUTE: Kochen Sie privat oft selbst? Wenn ja – eher
schnelle Gerichte oder Genussmenüs?
Axel Schulz: Meistens koche ich selbst. Ich mag das einfach.
Am liebsten grille ich – Schaschlik steht ganz oben auf meiner
Liste. Weil das einer meiner Lieblingsgerichte ist, biete
ich Schaschlik auch im Glas an. Und wenn’s mal kein Grill
ist, dann ist ein klassisches Schnitzel mein Favorit.
HI HEUTE: Was glauben Sie: Warum motiviert Teleshopping
Menschen eher zum Ausprobieren als ein Supermarktregal?
Axel Schulz: Weil du’s erklärt bekommst! Beim Teleshopping
wird gezeigt, wie du’s verwenden kannst. Ich zeige zum
Beispiel, wie meine Trüffelsauce ein einfaches Kartoffelpüree
aufpeppt – das siehst du nicht im Regal. Da steht keiner,
der dir das erklärt. Deshalb habe ich auf meinen Gläsern
auch einen QR-Code, mit dem man sich Rezepte oder Videos
anschauen kann.
HI HEUTE: Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Auftritte
auch dazu beitragen, dass Menschen mehr zuhause kochen?
Axel Schulz: Ehrlich gesagt: eher nicht. Ich glaube, die Leute
greifen immer mehr zu Fertigem. Das ist schade, obwohl ich
GASTROSPACES 33
Foto i Schulz GmbH
Axel Schulz kennt man vor allem aus dem Boxring. Heute ist er mit „Axels Genusswelt" als Untermehmer erfolgreich. Seine Produkte werden
live im Shopping-TV präsentiert. Schulz ist überzeugt: Gastronomie und Einzelhandel würde mehr Show gut tun.
34 GASTROSPACES
Foto: iSchulz GmbH
Axel Schulz: Das war tatsächlich mal mein Traum – ein
eigenes Restaurant. Aber ich hätte dann wirklich selbst am
Grill und Herd stehen wollen, nicht nur meinen Namen hergeben.
Und das wäre zeitlich einfach nicht machbar gewesen.
Deshalb hab ich’s bleiben lassen.
HI HEUTE: Worauf können sich die Zuschauer in nächster
Zeit freuen? Gibt es neue Produkte oder Aktionen?
Axel Schulz: Es wird im Oktober zwei neue Produkte geben,
die ich auf QVC präsentieren werde. Was genau das für Neuheiten
sein werden, will ich noch nicht verraten. Lassen Sie
sich überraschen. Aber ich sag’s mal so: Es wird auf jeden
Fall sehr lecker.
HI HEUTE: Was macht Ihnen persönlich mehr Spaß – im
Ring zu kämpfen oder live vor der Kamera zu verkaufen?
Axel Schulz: Ganz klar: Live vor der Kamera zu stehen. Da
kribbelt’s immer noch. Und die Nase bleibt och heile. (lacht)
Mehr als 50 Produkte sind bei "Axels Genusswelt" inzwischen im
Angebot.
Das Gespräch führte Andrea Ungereit-Hantl
selbst ja auch Produkte im Glas anbiete. Aber: Kochen ist für
mich eine schöne Tradition – da kommt man ins Gespräch,
das verbindet. Das sollten wir nicht verlieren.
HI HEUTE: Gibt es eine besondere Geschichte oder Rückmeldung
eines Zuschauers, die Ihnen im Gedächtnis geblieben
ist?
Axel Schulz: Ja, einmal hat mich eine ältere Dame im Supermarkt
angesprochen. Sie sagte, sie kocht eigentlich alles
selbst – nur mein Schaschlik kauft sie im Glas, weil ihr das
einfach besser schmeckt. Das hat mich echt gefreut. Aber
auch sonst: Ich werde oft angesprochen – und wenn jemand
sagt: „Ey Axel, deine Sauce ist der Hammer“, dann geht mir
das runter wie Öl.
HI HEUTE: Was können Gastronomie und Handel aus Ihrer
Sicht vom Teleshopping lernen?
Axel Schulz: Ganz einfach: Mehr zeigen, mehr erklären,
mehr Emotion! Im Teleshopping siehst du alles live, bekommst
es vorgemacht, kannst direkt Fragen stellen – das
fehlt im Laden oder Restaurant oft. Ein bisschen mehr Show
würde dem Ganzen guttun. Und Beratung muss nicht langweilig
sein.
HI HEUTE: Wenn Sie ein Restaurant hätten – würden Sie
auch dort live vor Publikum kochen oder Produkte vorstellen?
INFOBOX
Axel Schulz ist ein ehemaliger Profiboxer
und heutiger Unternehmer. Als Profi
kämpfte er dreimal um Weltmeistertitel,
zuletzt gegen George Foreman 1995, und
schied nach seiner Karriere aus dem Boxsport
aus. In insgesamt 35 Profikämpfen
erzielte er 26 Siege, davon zwölf durch
K.O.
Heute ist Axel Schulz als Unternehmer
erfolgreich: „Axels Genusswelt" ist eine
Produktlinie, die eine breite Palette an Lebensmitteln
und Grillprodukten wie Saucen,
Dips und Snacks wie Schaschlik oder
Currywurst in Gläsern umfasst.
Homeira Amiri
Aufsichtsratsmitglied der DZG,
Hotelière & Unternehmerin
denkfabrik@zukunft-gastwelt.de
Schleppende Konjunktur, explodierende Kosten, Mitarbeitermangel und Sozialbeiträge
von bis zu 50 Prozent: Die wirtschaftlichen Herausforderungen in
Deutschland werden in den kommenden Jahren enorm und sind von keinem
einzelnen Akteur und Unternehmen allein zu bewältigen. Es geht nur gemeinsam.
Damit Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können, sorgen die Denkfabrik
Zukunft der Gastwelt (DZG) und ihre Politikprofis in Berlin für bessere Standortbedingungen,
politische Sichtbarkeit und mehr finanzielle Unterstützung für die
250.000 Unternehmen unserer Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice &
Freizeit) – inklusive Immobilienwirtschaft und Banken.
Nur mit einer modernen, professionellen und unternehmerisch denkenden
Interessenvertretung kann unser Wirtschaftssektor als drittgrößter Arbeitgeber
Deutschlands erfolgreich sein. Dafür steht die Denkfabrik – ein Netzwerk von
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36 GASTROSPACES
Wie Gastronomie Einkaufszentren zu
Lifestyle-Destinationen machen kann
Interview mit Ion Saralegui, Group CEO EUROFUND
In zahlreichen Shopping Centern der EUROFUND ist ein Drittel der Mieter aus dem Bereich der Gastronomie. Für
CEO Ion Saralegui ist sie die Brücke zwischen Shopping und Entertainment.
HI HEUTE: Herr Saralegui, welche Rolle spielt Gastronomie
heute in Ihrer Gesamtstrategie?
Ion Saralegui: Gastronomie ist für uns kein Nebenangebot,
sondern ein zentraler Treiber. Unsere Food Courts verstehen
wir als Anker, die die Verweildauer verlängern, soziale
Begegnungen schaffen und Shopping Center zu Lifestyle-
Destinationen machen. In vielen unserer Objekte macht
Gastronomie inzwischen bis zu ein Drittel der gesamten
Customer Journey aus – damit ist sie eine strategische Säule
neben Handel und Freizeit.
HI HEUTE: Wie positionieren Sie Gastronomie im Nutzungsmix
eines Centers?
Ion Saralegui: Für uns ist Gastronomie die Brücke zwischen
Shopping und Entertainment. Essen schafft die Pause,
den sozialen Moment und die emotionale Ebene, die das
Gesamterlebnis abrundet. Es geht nicht darum, mit Retail
zu konkurrieren, sondern ihn zu ergänzen und das gesamte
Besuchserlebnis zu steigern.
HI HEUTE: Welche Ziele verfolgen Sie dabei konkret?
Ion Saralegui: Wir wollen die Aufenthaltsdauer verlängern,
Wiederbesuche fördern und die Zufriedenheit insgesamt
steigern. Erfolg messen wir nicht nur an Umsätzen oder
Verweildauer, sondern auch daran, wie Gastronomie Loyalität
erzeugt, Qualitätswahrnehmung beeinflusst und den
Besuch emotional aufwertet.
HI HEUTE: Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen
Märkten?
Ion Saralegui: Absolut. In Südeuropa ist Essen stark sozial
geprägt – man bleibt länger und kommt gern in der Gruppe.
In Deutschland spielen Authentizität, Effizienz und ein
durchdachtes Ambiente eine große Rolle. In Großbritannien
dagegen erwarten die Gäste vor allem Vielfalt, Innovation
und gesündere Speiseoptionen – und das in einem hohen
Tempo. Überall aber ist Gastronomie zu einem kulturellen
und sozialen Anker geworden.
HI HEUTE: Wie passen Sie Ihr Angebot an die lokalen Gegebenheiten
an?
Ion Saralegui: Wir hören genau hin, forschen und testen.
Das bedeutet: internationale Marken kombinieren wir mit
lokalen „Helden“, die für Authentizität und regionale Verbundenheit
sorgen. So reflektieren wir lokale Gewohnheiten
und bieten gleichzeitig globale Konzepte, die zusätzliche
Zielgruppen anziehen.
HI HEUTE: Nach welchen Kriterien wählen Sie Betreiber
aus?
Ion Saralegui: Wir achten auf Qualität und Differenzierung.
Dazu gehören: eine klare Markenidentität, ein bewährtes
operatives Konzept, Innovationskraft und die Bereitschaft,
als langfristiger Partner mit uns zusammenzuarbeiten –
nicht nur als Mieter.
HI HEUTE: Welche Trends sehen Sie derzeit?
Ion Saralegui: Spannend sind Streetfood-inspirierte Formate,
Premium Casual Dining, gesündere „Better-for-you“-
Konzepte, nachhaltige Gastronomie und digitale Lösungen
wie Self-Ordering oder KI-gestützte Personalisierung.
HI HEUTE: Wie halten Sie das Angebot dynamisch?
Ion Saralegui: Wir setzen auf eine flexible Mischung. Neben
etablierten Ankern schaffen wir Platz für saisonale und temporäre
Formate, die für Frische und Experimentierfreude
sorgen. So bleibt das Angebot attraktiv und relevant – und
Gäste kommen immer wieder.
HI HEUTE: Welche Rolle spielt das Design in diesem Zusammenhang?
GASTROSPACES 37
Foto: Credit PR
Für Ion Saralegui, CEO EUROFUND, ist Gastronomie in Shopping Centern die strategische Säule.
Ion Saralegui: Architektur und Innenarchitektur sind entscheidend.
Wir achten auf viel Tageslicht, offene Räume, bequeme
Sitzmöglichkeiten, Begrünung, klare Wegeführungen
und eine Gestaltung, die mit der Identität des Standorts
harmoniert.
HI HEUTE: Was sind die größten Herausforderungen?
Ion Saralegui: Eine ist sicher, die richtige Balance zwischen
globalen Marken und lokaler Identität zu finden. Früher
dominierten internationale Betreiber zu stark. Heute wissen
wir: Authentizität und globale Relevanz müssen Hand
in Hand gehen. Die zweite Herausforderung sind die rasch
wechselnden Kundenerwartungen. Unsere wichtigste Erkenntnis:
Flexibilität und kontinuierliche Innovation müssen
in der DNA jeder gastronomischen Planung verankert
sein.
HI HEUTE: Wo sehen Sie das größte Potenzial für Shopping
Center in der Zukunft – und welche Rolle spielt EU-
ROFUND dabei?
Ion Saralegui: Die Zukunft von Shopping Centern liegt darin,
weit über den Einzelhandel hinauszuwachsen und zu
pulsierenden Treffpunkten ihrer Städte zu werden – Orte,
an denen Menschen gerne Zeit verbringen, weil sie dort
Kultur, Gemeinschaft und Inspiration ebenso finden wie
Einkaufsmöglichkeiten. Es geht nicht um eine schrittweise
Veränderung, sondern um eine vollständige Neudefinition
dieser Assetklasse: weg von transaktionalen Flächen hin zu
lebendigen Ökosystemen, die beeinflussen, wie Menschen
sich begegnen, arbeiten und Freizeit verbringen.
Die Rolle von Eurofund ist es, diese Neudefinition anzuführen.
Wir haben mehrfach unter Beweis gestellt, dass wir
38 GASTRPOSPACES
Fotos (6): credit PR
Internationale Marken kombiniert Eurofund mit lokalen "Helden". So werden lokale Gewohnheiten reflektiert und gleichzeitig zusätzliche Zielgruppen
angesprochen.
unterdurchschnittlich performende Center in erstklassige
Destinationen verwandeln können – und setzen genau diese
Erfahrung nun europaweit ein, um einen neuen Standard
zu etablieren. Unser Ansatz ist konsequent: Gastronomie
als soziales Zentrum, Nachhaltigkeit und Digitalisierung als
nicht verhandelbare Grundprinzipien und die Entwicklung
hin zu Mixed-Use-Konzepten, die langfristige Relevanz sichern.
Wir reagieren nicht nur auf Trends – wir wollen sie mitgestalten.
Indem wir diese Orte neu denken, positioniert sich
Eurofund nicht einfach als Betreiber, sondern als Impulsgeber
für die nächste Generation urbanen Lebens in Europa.
40 GASTROSPACES
So machen wir aus
Leerstand Happening-Places!
Foto: Thomas Dashuber
Gastbeitrag von Gregor Wöltje, Bricks and Stories
Neulich in der Innenstadt (Szenen aus der 1A Lage):
Im menschenleeren Flagship-Store einer globalen Marke
springt ein Verkäufer erschrocken hinter dem riesigen
Verkaufstresen auf, als tatsächlich eine potenzielle Kundin
durch die Tür kommt.
Direkt über dem Ladengeschäft ist gerade eine große
Rechtsanwalts-Kanzlei aus ihren weitläufigen Räumen ausgezogen.
Die Partner haben sich entschieden, mindestens
50 Prozent ihrer Arbeitszeit in Zukunft im Home-Office zu
verbringen.
Das aufwendig gestaltete Co-Working-Büro im Nebengebäude
überlebt nur, weil große Firmen für ihre, im Voraus
gebuchten, Kapazitäten weiterzahlen; ob sie diese nun nutzen
oder nicht. Die sympathischen Freelancer, die die Website
des Co-Workings bevölkern, konnten sich die hohen
Mieten eigentlich noch nie wirklich leisten.
Die 200 klitzekleinen „Smart-Rooms“ des kürzlich eröffneten
Business-Hotels um die Ecke werden heute nicht
mehr gebraucht und deshalb gerade mit großem Aufwand
in Long-Stay-Apartments umgebaut.
Und das Restaurant im Erdgeschoss, das für über zwei Millionen
Euro von einem bekannten Innenarchitekten ausgebaut
wurde, ist geschlossen. Es war ein Jahr lang sehr
angesagt, aber die Mischung aus durchschnittlicher Trattoria-Küche
und schickem Interieur hat sich schnell totgelaufen.
Irgendwann landen Immobilien wie diese dann auf unserem
Tisch. Auf die Fragen „Wie bringen wir wieder Leben
in unsere Immobilie?“ oder „Was machen wir jetzt aus den
Räumen?“ lautet unsere Antwort im Idealfall: „Ein HAPPE-
NING-PLACE!“.
Der Begriff Happening stammt aus der Kunstszene der 60er
Jahre und bezeichnet typischerweise eine temporäre Kunst-
Performance in Interaktion mit dem Publikum. Und genau
darum geht es uns: Wir denken nicht so sehr in Kategorien
wie „Kundschaft“ oder „Verkauf“, sondern in den Kategorien
„Zusammenspiel“ und „Interaktion“.
Denn genau dafür werden wir in Zukunft räumliche Hüllen
außerhalb unserer vier Wände wirklich brauchen: Nicht in
erster Linie zum Shoppen, Essen oder Arbeiten, sondern um
Menschen zu treffen und uns mit ihnen zu verbinden.
„Menschen zu begegnen“ ist das neue Premium in einer zunehmend
digitalisierten Welt.
Aus Gästen werden Mitspieler
Als Orte für diese Begegnungen haben wir multifunktionale
Destinationen in München entwickelt: einen Buchladen
mit veganem Coffee-Shop für Studenten (Lost Weekend),
ein Pop-Up-Hotel mit Box-Club und täglichem Kultur Programm
(The Lovelace), eine Kulturhalle mit umfangreichen
Sport- und Freizeitangebot auf dem Gelände einer alten Betonfabrik
(Sugar Mountain).
Wir bespielen ebenfalls in München die ehemalige Paketposthalle
(„Pineapple-Park“) ebenso wie eine Baugrube, die
wir gemeinsam mit den Architekten von MVRDV in den „Lucky
Star“ verwandeln. Und für die Pinakothek der Moderne
haben wir gerade mit dem „Flux“ einen dritten Ort initiiert,
GASTROSPACES 41
Foto : This Is really Happening Foto : This Is really Happening
Foto: FCBB/Kaufmann
Foto: This Is really Happening
Die ehemalige Paketposthalle in München bietet als Pineapple-Park zahlreiche Möglichkeiten.
der mit seinem Mitmach-Programm und einer charmanten
Gastronomie ganz neue Zielgruppen für das Museum erschließt.
Wir schaffen durch Inhalte, Kommunikation und Gestaltung
einen Rahmen, in dem wir unsere Gäste anregen, selbst
aktiv zu werden. Unsere „HAPPENING-PLACES“ sind ihre
Bühne.
Es ist wie bei einem Song: Wir liefern die Grundmelodie, den
Rhythmus. Unsere Gäste steigen mit ein. Improvisieren mit
uns und anderen Gästen und entwickeln damit das Projekt
immer weiter.
Von der Gewinnmaximierung zur Sinnmaximierung
Damit das Zusammenspiel gelingt, müssen wir die Konsumlogik
umkehren. Von „Wenn Du etwas konsumierst, darfst
Du an diesem tollen Ort sein“ hin zu „Nutze diesen tollen
Ort und wenn Du magst, kannst Du etwas konsumieren und
damit dazu beitragen, dass es diesen Ort weiterhin geben
42 GASTROSPACES
Foto : Steve Herud, Thomas Kiewning, Thomas Mandl / Copyright Design: The Lovelace
Im Pop-Up-Hotel „The Lovelace" stand die Tür immer allen offen. Die Gastronomie ist in den „Happening-Places der Kitt, der die verschiedenen
Gäste und Besucher zusammenhält.
wird.“ Von „Welche Nutzung bringt den höchsten Ertrag pro
Quadratmeter?“ hin zu „Welchen sinnvollen Beitrag kann jeder
Quadratmeter leisten?“
Deswegen stand in unserem Pop-Up-Hotel „The Lovelace“
die Tür immer allen offen. Interessierte konnten sich
ohne Konsumzwang in die Lobby setzen oder die Aussicht
von der Dachterrasse genießen. Ein junges Start-up Team
betrieb einen Box-Club mietfrei und in den Sommerferien
übernahmen Kinder aus einem Kinderheim alle Zimmer
umsonst. Querfinanziert wurde das alles durch den Hotelbetrieb
und Veranstaltungen mit Firmenkunden. Diese wiederum
fühlten sich wohl in einem lebendigen, kreativen und
egalitären Umfeld und identifizierten sich mit dem Sinn des
Projekts.
Konzerten, Lesungen, Filmvorführungen, Showrooms,
Temporary Shops, Vorträgen, Diskussionen, Konferenzen,
Meetings und Seminaren. Und natürlich wird hier auch gefeiert:
Parties, Hochzeiten, Geburtstage und Firmenfeste
sind fester Bestandteil unseres Kulturbegriffs.
Pop und Politik, Kunst und Kommerz, Gesellschaft und Individuum.
Das alles kommt in einem HAPPENING-PLACE
zusammen.
Dabei achten wir darauf, dass wir möglichst viele verschiedene
Zielgruppen ansprechen. „Members and Non Members
Only“ ist das Motto. Jenseits von Alters-, Milieu- oder
Einkommensgrenzen verbindet unsere Gäste/Mitspieler/
Partner vor allem das Bewusstsein dafür, dass wir alle etwas
für den Zusammenhalt und das Wohlergehen der Gesellschaft
beitragen können.
Das Programm ist genauso wichtig wie die Räume.
Auch Liebe zu Immobilien geht durch den Magen.
HAPPENING-PLACES leben nicht von Design und Architektur,
sondern von menschlichen Begegnungen und von
Inhalten, die über den reinen Konsum hinausweisen. Deswegen
entwickeln wir für all unsere Projekte ein maßgeschneidertes
Programm aus Ausstellungen, Performances,
Da wo Menschen zusammenkommen, wollen sie gemeinsam
genießen. Die Gastronomie unserer „Happening-Places“ ist
der Kitt, der die verschiedenen Gäste und Besucher zusammenhält.
Die gastronomische Bandbreite ist dabei enorm:
von der Selbstversorgung in unserem sozialen Kinderhotel
GASTROSPACES 43
„Villa K“, dem veganen Coffee-Shop im „Lost Weekend“ über
die Food-Trucks im „Pineapple-Park“ oder „Lucky Star“ bis
hin zu den Hotelbars im „Lovelace“ Hotel und den Pop-Up-
Kooperationen mit Sterne-Restaurants wie dem „Cookies
Cream“ aus Berlin.
Dort wo sich motivierte Menschen treffen und verbinden,
entsteht Leben. Und wo dieses Leben entsteht, entsteht
auch Umsatz. Ein fairer und angemessener Umsatz. Ein Umsatz
mit Sinn. Jenseits der Discount-Preisschlacht und jenseits
der Luxus-Ghettoisierung.
Das Programm lockt die Gäste an, die Inhalte sorgen für die
Aufenthaltsdauer und die Gastronomie emotionalisiert das
gemeinschaftliche Erlebnis. Content und Food gehen Hand
in Hand.
Inhalt schlägt Dekor.
Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Inklusion sind grundlegende
Werte hinter allen Inhalten unserer HAPPENING-
PLACES. Von der Einrichtung über die Veranstaltungen und
Installationen bis zu den Kunstwerken und Büchern in den
Räumen. Nichts ist Zufall, nichts schiere Dekoration. Alles
hat einen Sinn. Alles dient unserem Kulturverständnis. Dabei
ist Kultur mehr als Kunst: wir verbinden soziale, ökologische,
künstlerische und wirtschaftliche Aspekte zu einem
Gesamtkonzept.
Die Gestaltung und Architektur erwachsen aus dem bestehenden
Ort und den jeweiligen Inhalten. Wir stülpen den
Örtlichkeiten nicht unsere Markenidentitäten über, sondern
entwickeln gemeinsam mit Mitstreitern, Künstlern und Gestaltern
aus der Story des Ortes einen eigenen Look. So entstehen
einzigartige Orte statt austauschbarer Franchises.
Change is Good.
Manche unsere Projekte sind zeitlich begrenzte Zwischenoder
Umnutzungen, andere sind langfristig angelegt. So
wird zum Beispiel aus der Zwischennutzung „Sugar Mountain“
demnächst das Viertel „Sugar Valley“.
Allen gemein ist, dass sie auf Wandelbarkeit und Flexibilität
setzen.
Nichts ist hier in Stein gemeißelt. Design und Möblierung
sind beweglich und multifunktional. Wir wollen jederzeit
in der Lage sein, Räume für bestimmte Nutzungen umzufunktionieren.
Eine Hotel-Lobby wird zum Konzertsaal. Ein
Buchladen zum Laufsteg. Eine Gastroküche zur Galerie.
Nur so können wir immer wieder aktuelle Themen in unser
Raum-Programm aufnehmen und neue Anlässe dafür
schaffen, dass unterschiedliche Persönlichkeiten und spannende
Ideen an einem inspirierenden Ort zusammenfinden.
Ein Aufruf zum Schluss:
Millionen von Quadratmetern werden in deutschen Städten
nicht genutzt. Ein Ende dieser Entwicklung ist gar nicht abzusehen.
Im Gegenteil.
Lasst uns jetzt diese Krise nutzen, um mit innovativen Konzepten
Räume für die Öffentlichkeit zurückzugewinnen und
damit wieder wirtschaftlich tragbar zu machen. Lasst uns
Reallabore bauen und gemeinsam testen, welche Nutzungen
langfristig überlebensfähig sind. Die Gastro spielt dabei eine
entscheidende Rolle.
Und lasst uns bei allem die gesellschaftliche Entwicklung im
Blick behalten. Unsere räumlichen Hot-Spots müssen mit
der Attraktivität der digitalen Hot-Spots mithalten können.
Damit wir uns endlich wieder im echten Leben treffen und
nicht im Metaverse.
INFOBOX
Gregor Wöltje (woeltje.eu) ist ausgebildeter
Architekt und hat eine lange Karriere
in der Werbung für große Marken
hinter sich. Als Unternehmer beschäftigt
er sich heute hauptsächlich mit der
kreativen und gesellschaftsrelevanten
Nutzung von Immobilien (this-is-really-happening.org)
und stellt mit seiner
Agentur bricksandstories.com sein
Knowhow im Bereich Konzeption und
Storytelling für ambitionierte Immobilienprojekte
zur Verfügung. Zu seinen aktuellen
Projekten gehören die Zwischennutzungen
„Pineapple Park“ und „Lucky
Star“ in München. Aktuell hat er mit seinem
Partner Roman Diehl unter dem Arbeitstitel
„Mega WG“ ein Konzept für die
kostengünstige Umnutzung von leerstehenden
Büroflächen zu Studentenwohnheimen
entwickelt.
44 GASTROSPACES
„Effizienz auf engstem Raum – wie
smarte Küchentechnik neue
Gastroflächen möglich macht“
Interview mit Claus Pedersen, Geschäftsführer Convotherm
Warum moderne Küchengeräte heute mehr können müssen als nur kochen – und welche Rolle sie bei der Planung
urbaner Gastronomiekonzepte spielen. Hier unser Interview mit Claus Petersen, Geschäftsführer bei Convotherm.
HI HEUTE: Herr Pedersen, Gastronomie findet heute oft
auf minimalem Raum statt – sei es in Pop-ups, Kiosken,
Co-Working-Spaces oder Shopping Malls. Wie verändert
das die Anforderungen an Küchentechnik?
Claus Pedersen: Die Flächen in der Gastronomie werden
immer kleiner – gleichzeitig steigen die Anforderungen an
Qualität, Geschwindigkeit und Energieeffizienz. Küchentechnik
muss daher heute nicht nur kompakt, sondern auch
multifunktional, leicht bedienbar und intelligent steuerbar
sein. Unser Anspruch bei Convotherm ist es, Geräte zu ent-
Foto: Convotherm
Überall, wo Platz Mangelware ist, kann der Concotherm mini pro neue Spielräume schaffen.
GASTROSPACES 45
Foto Convotherm
Claus Pedersen, Geschäftsführer Convotherm, sieht Technik als einen entscheidenden Faktor für gastronomische Konzepte an.
wickeln, die auf engem Raum maximale Leistung bieten, wie
zum Beispiel unser neuer mini pro zeigt.
HI HEUTE: Sie haben im Frühjahr einen neuen Kombidämpfer
auf den Markt gebracht, dem Sie den Beinamen
„King of Compact“ gegeben haben. Für welche Einsatzbereiche
wurde das Gerät entwickelt – und welche Flächen
lassen sich damit neu denken?
Claus Pedersen: Der Convotherm mini pro wurde für all
jene entwickelt, die trotz minimalem Platz höchste Ansprüche
an Produktivität und Qualität haben. Das Gerät eignet
sich damit ideal für Coffee-Shops, Bäckereien, Convenience-Flächen,
Tankstellen, Frontcooking-Stationen und auch
den Filialbetrieb. Kurz: Überall dort, wo Platz Mangelware
ist, aber Leistung und Prozesssicherheit gefragt sind, schafft
er völlig neue Spielräume – auch in Bestandsimmobilien.
HI HEUTE: Welche Rolle spielt die Küchentechnik bei der
Entscheidung, ob ein gastronomisches Konzept in einer
Immobilie überhaupt umsetzbar ist?
Claus Pedersen: Die Technik kann zum entscheidenden
Faktor werden. Sie bestimmt, ob bestimmte Konzepte in
nicht primär für Gastronomie vorgesehenen Räumen realisierbar
sind – etwa in Altbauten, Einkaufszentren oder
Co-Working-Flächen. Faktoren wie Anschlusswerte, Emissionen,
Lärm oder Hygienevorgaben spielen dabei eine
zentrale Rolle. Smarte, kompakte Geräte können hier neue
Möglichkeiten eröffnen, ohne bauliche Eingriffe nötig zu
machen.
HI HEUTE: Gibt es Beispiele, wo moderne Technik wie der
mini pro überhaupt erst ermöglicht, Gastronomie trotz
baulicher Einschränkungen zu integrieren?
Claus Pedersen: Ja, absolut, diese gibt es. Wir sehen das
regelmäßig bei Kunden, deren Betriebe sich in denkmalge-
46 GASTROSPACES
schützten Gebäuden, verwinkelten Altbauten oder in Shop-
In-Shop-Konzepten befinden und die ursprünglich nicht
für Gastronomie vorgesehen waren. Dank moderner Technologien
wie ConvoSense, das Optical Cooking ermöglicht,
oder Press&Go konnten diese gastronomischen Konzepte
trotz herausfordernder baulicher Gegebenheiten und fehlendem
Fachpersonal überhaupt erst eröffnet werden.
HI HEUTE: In vielen Innenstädten oder Shopping Malls
wird Gastronomie heute als „Anker“ gedacht. Was muss
die Technik leisten, um mit dieser strategischen Bedeutung
Schritt zu halten?
Claus Pedersen: Wenn Gastronomie als Frequenzbringer
gedacht ist, muss sie dauerhaft verlässlich funktionieren –
unabhängig vom Personal. Technik muss Prozesse automatisieren,
Betriebskosten senken, flexibel skalierbar sein und
in den Raum passen – optisch und funktional. Deshalb setzen
wir auf Designlösungen, die sich in offene Flächen integrieren
lassen wie z. B. beim mini pro oder auf Technologien
wie ConvoSense, die den Betrieb auch bei hoher Fluktuation
zuverlässig absichern.
Claus Pedersen: Eine gute Planung spart Zeit und Geld. Vom
Konzept über die Umsetzung bis hin zum laufenden Betrieb
sollte alles durchgeplant werden. Neuste Technologien mit
ressourcenschonenden Funktionen bieten neue Möglichkeiten
für Planer und Projektleiter. In enger Zusammenarbeit
und im fachlichen Austausch auf technisch hohem Niveau,
unter anderem durch Schulungen, Seminare, Fachtagungen,
wie etwa unser Fachplanerseminar am 5. November
2025 in Hamburg, aber auch direkt im Zuge von Planungsbesprechungen,
können Hersteller die tägliche Arbeit der
Planer erleichtern und professionell unterstützen. Je früher
wir als Hersteller in die Planung eingebunden werden,
umso besser. Dann können auch individuelle und effiziente
Lösungen im vorgegebenen Zeitrahmen entwickelt, geprüft
und umgesetzt werden. Eine gut geplante Küche spart nicht
nur Fläche und auf lange Sicht Kosten, sondern macht auch
den Betrieb zukunftssicher und nachhaltig.
Das Gespräch führte Andrea Ungereit-Hantl
HI HEUTE: Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit –
etwa beim Energieverbrauch, bei der Wartung oder bei
ESG-Vorgaben für Neubauten?
Claus Pedersen: Nachhaltigkeit ist heute nicht mehr optional,
sondern ein Muss. Moderne intelligente Geräte sparen
Ressourcen, egal ob Wasser, Energie oder Reinigungsmittel.
Die automatische Dosierung der Reinigungsmittel, eine robuste
Bauweise und die damit verbundene lange Lebensdauer
senken Emissionen über den gesamten Produktlebenszyklus.
Gerade bei ESG-orientierten Neubauprojekten
sind solche Kennzahlen ein echter Mehrwert – auch bei der
Finanzierung oder Zertifizierung.
HI HEUTE: Wie wird sich die Rolle der Küchentechnik weiterentwickeln,
wenn Gastroflächen kleiner werden, aber
die Ansprüche steigen?
Claus Pedersen: Küchentechnik wird zur zentralen Schnittstelle
zwischen Raum, Mensch und digitalem Prozess. Sie
muss intelligenter, effizienter und flexibler werden. Die
Automatisierung wird weiter zunehmen, ebenso die Cloud-
Anbindung und Fernwartung. Wir bei Convotherm und
Welbilt verstehen uns als Lösungsanbieter, der die gesamte
Küche denkt – nicht nur als Gerätehersteller. Das wird in
Zukunft noch wichtiger.
HI HEUTE: Was raten Sie Projektentwicklern oder Planern,
wenn es um die frühzeitige Einbindung von Küchentechnik
geht?
INFOBOX
Claus Pedersen ist seit Januar 2024
Geschäftsführer von Convotherm. Er ist
ein absoluter Branchenkenner und verfügt
über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich
Küchengeräte und -ausstattung. Seine
Stationen waren u. a. Cornelius, Hobart
(ITW) und Cornelius (Marmon Foodservice
Technologies). Pedersen kann zudem umfassende
Technologiekenntnisse gepaart
mit einer großen Expertise in den Bereichen
Vertrieb und Marketing vorweisen.
Convotherm entwickelt und produziert
seit 1976 hochwertige Kombidämpfer. Das
Unternehmen bietet intelligente und nachhaltige
Lösungen „Made in Germany“
an, die maximale Benutzer- und Wartungsfreundlichkeit
gewährleisten.
bridor.com
48 GASTROSPACES
Heartatwork – Gastronomie
als Brücke zwischen
Kulturen und Märkten
Grenzen überwinden, Potenziale entdecken,
Menschen verbinden und Gemeinschaft fördern
- Gastbeitrag von Will Odwarka
Gastronomie ist weit mehr als ein wirtschaftliches Betätigungsfeld. Sie ist kultureller
Ausdruck, sozialer Raum und oft der erste Zugang zu Begegnung und Identität – gerade
in Regionen im Wandel. Mit dieser Überzeugung haben wir 2019 Heartatwork
gegründet. Unser Ziel: Brücken bauen zwischen Menschen, Märkten und Mentalitäten.
Unsere über 30-jährige Erfahrung in über 40 Ländern zeigt:
Dort, wo andere wegblicken, entstehen Chancen, die über
Umsatz hinausgehen – hin zu echter Transformation. Gastronomie
ist dafür ein ideales Medium: universell verständlich,
emotional, nahbar und verbindend. Essen schafft Vertrauen
– und Vertrauen ist in neuen Märkten die Grundlage
für alles Weitere.
Neue Märkte denken – konkret handeln
Es gibt kein Schema F – nötig ist tiefes Verständnis für lokale
Kontexte. Unsere Arbeit beginnt oft mit einem Gespräch
oder einer Empfehlung, immer mit echter Neugier und der
Bereitschaft zuzuhören – ohne vorschnelle Urteile. Jedes
Land verdient einen eigenständigen Blick. Unsere Stärke:
Muster erkennen, nicht Modelle kopieren. Wir entwickeln
Programme, die wirtschaftlich, kulturell und konzeptionell
passen.
„Comparison is the thief of joy“ – Theodore Roosevelt
Jeder Auftrag startet mit Status-Analyse: Standortbegehung,
Gespräche mit Konsumenten, Wettbewerbs-, KPI- und Gästeanalyse.
Wir erfassen kulturelle Erwartungen und reale
Bedingungen und berücksichtigen auch Risiken wie Korruption,
Importbeschränkungen, Geldflüsse, Partnerschaften
und politische Stabilität. So entsteht ein vollständiges
Marktbild mit allen relevanten Akteuren.
In unseren Due-Diligence- oder Strategie-Workshops verbinden
wir Markenstrategie und Marktumfeld. Wir beraten
in Positionierung, Rezeptur, Mitarbeiterführung, Markenentwicklung
und Social Media. Nicht jedes Konzept ist
wachstumsfähig, nicht jeder Name eine Marke. Transparenz
ist Pflicht: Wer nicht offen über Schwächen spricht oder
menschenverachtend agiert, ist kein Partner.
Irak – Aufbruch in einen unbekannten Markt
Ein Beispiel ist der Irak: parlamentarische Republik, 44 Mio.
Einwohner, BIP rund 275 Mrd. USD (2023). Oft auf Krisen reduziert,
bietet er viel mehr. Städte wie Bagdad, Erbil oder
Soulemaniya erleben Aufbruch: 70 % der Bevölkerung unter
35, urbane Entwicklungen, neue Malls und steigende Nachfrage
nach moderner Gastronomie. Dienstleistungsstandards
sind im Aufbau – Raum für Qualität und neue Konzepte.
Herausforderungen: zerstörte Infrastruktur, hohe Jugendarbeitslosigkeit,
Korruption, politische Instabilität, Abhängigkeit
vom Öl. Doch moderne Einkaufszentren wie „Mall
of Iraq“, „Jabriya Mall“ oder die Family Malls zeigen Dynamik.
Internationale Marken betreten den Markt vorsichtig,
Chancen erfordern verlässliche Partner, kulturelles Feingefühl
und langfristige Strategien.
Family Mall Soulemaniya
Ziel: ein internationales Gastronomiekonzept für die lokale
Zielgruppe. Auftrag: Marken identifizieren, Machbarkeitsanalyse
mit Umsatzprognosen, Flächenabgleich, Trendbe-
GASTR0SPACES 49
Fotos: credit PR
Heartatwork will Brücken bauen und Gastronomie als Begegnungsraum sehen.
wertung, Foodcourt-Mix aus globalen und lokalen Konzepten.
Wir begleiteten Partnersuche und Aufbau tragfähiger
Strukturen. Chancen für DACH-Partner: Fast Casual, Bäckerei-/Café-Ketten,
Gastronomie-Technologie.
dungsstätten nachdenken – getragen von lokalen und internationalen
Partnern. Wir sind Mittler und Übersetzer – mit
Respekt, Neugier, Erfahrung und der Überzeugung, dass
gutes Essen der Anfang von Verständnis ist.
650 – Organic Restaurant & Café Bagdad
Hier ging es um die Standardisierung und Skalierung eines
erfolgreichen Bio-Gastronomiekonzepts. Wir entwickelten
SOPs, optimierten das Markenerlebnis, erarbeiteten Expansionsstrategie
mit Standortscoring, Investorenvorbereitung
und Lieferkettenoptimierung. Wichtig war auch das Storytelling:
Geschichten über Herkunft, Menschen und Produkte
schaffen Bindung und Differenzierung.
Brücken für beide Seiten
Beide Projekte eröffnen Zugang zu Märkten und Lernfelder.
Wer respektvoll und offen agiert, lernt viel über Innovationskraft,
Anpassung und Mut. Märkte wie der Irak fordern
Klarheit, Struktur und langfristiges Denken – kein Ort für
Experimente, sondern für Engagement.
Vision
Gastronomie ist hier Begegnungsraum, Identitätsstifter und
Motor gesellschaftlichen Wandels. Langfristig wollen wir
vielfältige Gastronomieformen etablieren und über Ausbil-
INFOBOX
Gegründet von Manu und Will Odwarka,
zwei erfahrenen Führungskräften aus
der internationalen Hotellerie, verbindet
Heartatwork über 30 Jahre Erfahrung im
Aufbau, Betrieb und Verkauf von Marken
und Unternehmen. Mit Sitz in Dubai fungieren
die Gründer als Brücke zwischen
Europa, Asien und dem Nahen Osten. Das
Unternehmen steht für nachhaltigen, bedeutungsvollen
Erfolg und Wachstum und
wird von einem kooperativen Team getragen,
das eng zusammenarbeitet, um für
jeden Kunden die bestmöglichen Ergebnisse
zu erzielen.
50 GASTROSPACES
Deutschlands
Shopping-Center-Markt:
Ein Magnet für
internationales Kapital?
Gastbeitrag von Dan Innes, Immobilienexperte
und Gründer von INNESCO, London
Der europäische Markt für Einzelhandelsimmobilien steht laut Analysten an einem
Wendepunkt. Verändertes Konsumentenverhalten, das Wachstum des E-Commerce,
geopolitische Unsicherheiten und steigende ESG-Verpflichtungen zwingen
Eigentümer und Investoren, ihre Strategien neu zu überdenken.
Während die Stimmung in manchen Märkten fragil bleibt,
genießt der deutsche Shopping-Center-Sektor wieder verstärkt
internationale Aufmerksamkeit. Staatsfonds, Private
Equity und institutionelle Plattformen kehren mit Überzeugung
zurück – ermutigt durch die strukturelle Stabilität
und die Chance, durch Repositionierungen Mehrwerte zu
heben.
Strukturelle Stärken: Deutschland als Anker Europas
Deutschland bietet nach wie vor jene makroökonomischen
Fundamentaldaten, die Investoren suchen: wirtschaftliche
Resilienz, hohe Beschäftigung, starke Kaufkraft privater
Haushalte und eine im Vergleich zu stärker zyklischen
südeuropäischen Märkten stabilere Konsumbasis. Hinzu
kommt der Ruf nach rechtlicher und regulatorischer Trans-
Foto: ECE Foto: INNESCO
Einen Besucheranstieg von +17 Prozent verzeichnet das Main-Taunus-Zentrum durch die Eröffnung des neuen Food-Gardens.
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parenz, der zusätzliches Vertrauen schafft. Das konservative
Finanzierungsumfeld hat extreme Preisschwankungen wie
in anderen europäischen Märkten weitgehend verhindert.
Für internationale Investoren, die Skalierbarkeit und Verlässlichkeit
suchen, nimmt Deutschland die Rolle als Anker-
Markt für Einzelhandelsimmobilien in Europa ein.
– mit Handel, Gastronomie, Freizeit, Gesundheit und sogar
öffentlichen Nutzungen.
Diese Einkommensdiversifizierung, kombiniert mit Flexibilität
für Repositionierungen, entspricht exakt den Anforderungen
von Investoren in einem Marktumfeld, in dem Risikoschutz
und stabile Renditen Vorrang haben.
Vom Sektor zum Asset: Ein neues Investitionsparadigma
Die Zeiten breiter, sektorweiter Investitionswetten sind vorbei.
Wie Kirill Zavodov, Portfoliomanager bei Pimco, jüngst
im Green Street-Magazin erklärte: „Unsicherheit ist nicht
mehr episodisch – sie ist strukturell.“ Das bedeutet: Granulare
Objektauswahl und aktives Management gewinnen
klar an Bedeutung, während steigende Märkte oder Renditekompressionen
allein nicht mehr tragen.
Im Fokus stehen daher Center, die ein realistisches und
greifbares Repositionierungspotenzial bieten – sei es durch
ESG-Investitionen, erlebnisorientierte Konzepte, eine gezieltere
Kundenansprache oder durch die Integration in gemischt
genutzte Quartiere.
Gerade viele in den 1990er- und 2000er-Jahren entwickelte
Center gelten als ideale Kandidaten für Modernisierungen.
Gleichzeitig erscheinen die Renditen im Vergleich zu Logistik-
und Büroimmobilien zunehmend attraktiv, da dort die
Konkurrenz die Erträge gedrückt hat.
Kapital in Aktion: Fallbeispiele
• Rhein-Ruhr-Zentrum, Mülheim: Ebenfalls von Eurofund
gemeinsam mit Signal Capital Partners übernommen. Hier
soll ein „Shopping Resort“-Konzept umgesetzt werden.
• Main-Taunus-Zentrum: Eigentümer Deutsche EuroShop
und ein geschlossener Immobilienfonds investierten rund
28 Mio. Euro in ein neues Outdoor-Holzbau-Gastrocluster
(„Food Garden“), das im April 2025 eröffnet wurde. Seitdem
stieg die Besucherfrequenz bereits um +17 %. Entwicklung,
Vermietung und Betrieb erfolgten durch ECE Marketplaces.
Shopping Center im Vergleich zu anderen Formaten
Warum gewinnen Shopping Center wieder an Bedeutung
gegenüber anderen Einzelhandelsformaten?
• Innenstädte sind kleinteilig und anfällig für Kaufkraftabflüsse
in den Online-Handel.
• Fachmarktzentren konzentrieren sich stark auf Bequemlichkeit
und Discount.
• Shopping Center hingegen bieten Größe, Mieterdiversität
und die Chance, multifunktionale Destinationen zu schaffen
Deutschland im europäischen Vergleich
• UK: Harte Re-Pricings und Restrukturierungen belasten
den Markt.
• Südeuropa: Konsumfreude vorhanden, aber höhere politische
und finanzielle Volatilität.
• Skandinavien: Stabil, aber zu klein für große Kapitalvolumina.
• Deutschland: Vereint Größe, Stabilität und attraktive Einstiegspreise
– und positioniert sich so als idealer Markt für
internationale institutionelle Investoren.
Ausblick: Selektivität und ESG im Fokus
Zukünftig wird Kapital noch selektiver fließen. Erwartet
werden vermehrt Joint Ventures zwischen internationalen
Investoren und lokalen Betreibern, die die Besonderheiten
von Planung, Vermietung und Betrieb kennen.
ESG bleibt entscheidend: Nachhaltige Modernisierungen
sind längst keine reine Imagefrage mehr, sondern ökonomische
Notwendigkeit – sowohl zur Risikominimierung
(Stranded Assets) als auch zur Sicherung von Liquidität beim
Exit.
Center, die sich zu lebendigen, gemischt genutzten Plattformen
transformieren lassen, werden im Fokus internationalen
Interesses stehen. Für statische Objekte hingegen bleibt
das Kapital vorsichtig. Im von struktureller Unsicherheit
geprägten europäischen Markt bleiben deutsche Shoppingcenter
damit ein Magnet: groß, stabil und mit klaren Chancen
für wertschöpfende Strategien.
INFOBOX
Dan Innes ist Gründer und Geschäftsführer von Innesco,
einer international tätigen Marketing- und Kommunikationsberatung
mit Sitz in London, spezialisiert
auf Immobilien und die gebaute Umwelt. In den vergangenen
15 Jahren hat Innesco führende Entwickler,
Investoren und Betreiber – darunter Westfield, Unibail-Rodamco,
Invesco, Landsec, Hines, Eurofund und
Brookfield – bei der Positionierung und Vermarktung
von über 750 Landmark-Projekten weltweit beraten.
52 GASTROSPACES
Von Social Media bis
Quartiersentwicklung
– wie digitale Food Brands
die urbane Gastronomie prägen
Kikis Kitchen und Beigel haben eine starke digitale Community
Food-Brands, die ihre Wurzeln in Social Media haben, gewinnen zunehmend Einfluss auf die urbane
Gastronomie. Was als virales Rezeptvideo oder Lifestyle-Post begann, wächst heute zu Cafés, Stores
und eigenständigen Marken mit klaren Immobilienstrategien.
Foto: Kikis Kitchen
Kiki Aweimer, Gründerin von Kikis Kitchen, betreibt Cafés
im Ruhrgebiet, darunter Bochum und Oberhausen, und begeistert
ihre Community mit handgemachten Desserts und
kreativen Backwaren. Sara Gürel, Mitgründerin von Beigel
in Köln, bietet an ihren beiden Standorten im Belgischen
Viertel und auf der Ehrenstraße innovative Bagels und Matcha-Drinks
an. Beide zeigen, wie aus digitalen Communities
reale Begegnungsorte entstehen – und welche Chancen und
Herausforderungen damit verbunden sind.
Social Media als Motor für Marken
Instagram und TikTok sind längst nicht mehr nur Plattformen
für Likes und Follower – sie sind Trendradar, Feedback-Kanal
und Marketingtool zugleich. Für Gründer:innen
wie Kiki Aweimer und Sara Gürel war Social Media der Ausgangspunkt
ihrer Erfolgsgeschichte.
„Mit der Zeit entstand der Wunsch, dass unsere Community
die Produkte nicht nur online sieht, sondern auch vor
Ort erleben kann“, erklärt Kiki Aweimer. Ihr viraler San Sebastian
Cheesecake, den sie 2019 erstmals in Deutschland
bekannt machte, wurde zum Aushängeschild ihres ersten
Cafés im Ruhr Park Bochum.
Auch Sara Gürel beschreibt, wie Social Media zur kreativen
Inspirationsquelle wurde: „Viele Ideen entstehen aus dem
Alltag, andere aus Trends auf TikTok und Instagram. Aber es
ist uns wichtig, dass wir zu 100 Prozent dahinterstehen. Ein
neues Produkt muss uns persönlich gefallen und schmecken.“
Zwischen Hype und Handwerk
Food-Trends entstehen oft über Nacht – doch nicht jede
Welle trägt. „Viele Trends verschwinden so schnell, wie sie
gekommen sind. Für mich ist wichtig, dass sich etwas echt
anfühlt und zu uns passt“, sagt Kiki Aweimer.
Kikis Kitchen in Oberhausen - die handgemachten Desserts sind
gefragt.
Bei Beigel war die Linie ähnlich klar. „Am Anfang haben wir
uns eher auf klassische Sorten konzentriert, bevor wir uns
auf Social-Media-Trends eingelassen haben“, erklärt Sara
Gürel. Nur ein- bis zweimal habe man kurzfristige Hypes
direkt aufgegriffen – immer mit der Frage: Ist das ein kurz-
GASTROSPACES 53
Foto: Kikis Kitchen
Hamza und Kiki Aweimer von Kikis Kitchen
Foto: Kikis Kitchen
lebiger Hype oder hat es Potenzial, dauerhaft Gäste zu überzeugen?
Beide Beispiele zeigen: Wer eine starke Community aus dem
Digitalen mitbringt, braucht Flächen mit hoher Sichtbarkeit
und klarer Wiedererkennung. Denn Reichweite allein genügt
nicht – erst im Zusammenspiel mit einem passenden
Standort wird daraus ein nachhaltiges Gastronomiekonzept.
Standortwahl: Frequenz und Identität
Spannend wird es, wenn digitale Marken stationär werden.
Hier zeigen sich unterschiedliche Strategien – mit einem
gemeinsamen Nenner: Frequenz ist entscheidend.
„Für uns war von Anfang an klar, dass wir nur in A-Lagen
eröffnen wollen“, so Sara Gürel. Die beiden Beigel-Standorte
– im Belgischen Viertel und auf der Ehrenstraße in Köln
– spiegeln genau diesen Anspruch wider: hip, jung, stark
frequentiert.
Wer bei Kikis Kitchen nicht nur sein Dessert bekommt, sondern auch
noch Kiki sehen darf, muss das seiner Community mitteilen.
Kiki Aweimer wiederum setzte auf die Sogwirkung großer
Shopping-Center. „Die hohe Besucherfrequenz im Ruhr
Park oder im Centro Oberhausen war für uns ausschlaggebend.
Klar, die Mieten sind höher – aber dafür erreichen
wir viele potenzielle Gäste.“ In Oberhausen kombinierte sie
54 GASTROSPACES
Café und Store sogar zu einem Store-in-Coffee-Konzept:
probieren, genießen, einkaufen – alles an einem Ort.
Pop-Up oder Beständigkeit?
Viele Social-Media-Brands testen ihre Ideen zunächst in
Pop-Ups. Nicht so Kiki und Sara. Beide entschieden sich direkt
für feste Locations.
„Wir wollten uns den Traum eines eigenen Cafés erfüllen –
mit klarer Vorstellung davon, wie es aussehen und funktionieren
soll“, sagt Sara Gürel. „Natürlich war das ein Risiko,
aber wir wollten von Anfang an auf Beständigkeit setzen.“
Ähnlich klingt es bei Kiki Aweimer: „Unsere Konzepte erfordern
Investitionen in Technik und Einrichtung, die sich
nur bei langfristigen Mietverträgen lohnen. Wer nachhaltig
wachsen will, braucht Stabilität.“
Herausforderungen beim Schritt ins Physische
So groß die Chancen sind, so fordernd ist der Übergang vom
Digitalen in die Gastronomie. „Die größte Herausforderung
ist die Zeit und der mentale Druck“, betont Sara Gürel.
„Während man online vieles flexibel steuern kann, ist Gastronomie
etwas Physisches – mit echten Orten, Menschen
und Abläufen, die verlässlich funktionieren müssen.“
Kiki Aweimer sieht vor allem den Faktor Team: „Eine funktionierende
Crew ist das Herzstück. Gerade wenn wir bis zu
500 Stück Cheesecake am Tag verkaufen, braucht es eingespielte
Abläufe und motivierte Mitarbeitende.“
Ausblick: Neue Chancen für Quartiere
Mit ihren stationären Konzepten sind beide Unternehmerinnen
längst etabliert. Doch wie geht es weiter? Für Beigel
liegt der Fokus auf Innenstadtlagen. „Konzepte wie Food-
Halls oder Quartiersentwicklungen sind für uns aktuell kein
Thema“, sagt Sara Gürel. „Im Moment sehen wir uns eher auf
stark frequentierten Straßen. Aber wer weiß – die Zukunft
kann immer neue Möglichkeiten mit sich bringen.“
Foto: Beigel
Sara und Dolunay Gürel von Beigel
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Foto: Beigel
INFOBOX
Kikis Kitchen – Fakten auf einen Blick
Das beliebte Duo – Bagel und Matcha bei Beigel
Kiki Aweimer dagegen denkt stärker über neue Formate
nach. „Wir bekommen viele Anfragen, auch von Quartiersentwicklungen
oder Food-Halls. Wenn das Konzept stimmig
ist und wir dort glaubwürdig auftreten können, ist das für
uns sehr spannend.“
Gründung & Gründer: Kiki Aweimer & Hamza
Aweimer, entstanden aus Social Media
Eröffnung: Erstes Café + Store im August 2022 im
Westfield Ruhr Park Bochum
Standorte: 2 (Bochum & Oberhausen)
Bestseller: San Sebastian Cheesecake mit Kikis
Creams und Iced Matcha Kreationen
Konzept-Highlight: Kombination aus Café & hauseigenem
Produktsortiment, Community-Einbindung
über Social Media
Zielgruppe: Grundsätzlich sind alle willkommen,
Kernzielgruppe Frauen 18-40 Jahre, Food- & Social-Media-affin
Nachhaltigkeit: Recycelbare Materialien, wiederverwendbare
Löffel, lokale Produktion, langlebige
Einrichtung
Team: ca. 120 Mitarbeitende, über 70 % Frauenanteil,
inklusiver Arbeitgeber
Special: Eigenentwickelte Produkte von Kiki, viele
im Store und im Onlineshop erhältlich
Beigel – Fakten auf einen Blick
Fazit: Digitale Marken als urbane Impulsgeber
Marken wie Kiki’s Kitchen und Beigel zeigen, wie eng sich
Social Media und Gastronomie inzwischen verzahnen. Digitale
Communities verwandeln sich in reale Begegnungsräume,
die nicht nur gastronomische Vielfalt bieten, sondern
auch die Attraktivität von Standorten steigern.
Für die Immobilienwirtschaft eröffnen sich damit neue
Chancen: Social-Media-Food-Brands bringen Reichweite,
Aufmerksamkeit und eine treue Community mit – und können
so nicht nur Cafés füllen, sondern ganze Quartiere beleben.
Damit wirken sie als Bindeglied zwischen digitalem
Lifestyle und urbaner Entwicklung. Wer diese Dynamik früh
erkennt und in Standortkonzepte integriert, schafft nicht
nur neue Magneten für Konsument:innen, sondern setzt
auch wichtige Impulse für die Belebung von Innenstädten
und Einkaufszentren.
Von Esra Tugci
Gründung & Gründer: Sara & Dolunay Gürel,
entstanden aus Social Media & familiären Gastro-Wurzeln
Eröffnung: Erstes Café im September 2024, Brüsseler
Straße 44A, Köln (Belgisches Viertel)
Standorte: 2 (Belgisches Viertel & Ehrenstraße,
Köln)
Bestseller: Iced Strawberry Matcha mit Hafermilch;
Bagel „Italian“ & „Signature Bagel“
Konzept-Highlight: Kombination aus
New-York-inspirierten Bagels & innovativen Matcha-Drinks;
hippe A-Lagen, urbanes Community-Feeling
Zielgruppe: Kernzielgruppe 18-35 Jahre, offen für
alle; jung, urban, Social-Media-affin
Nachhaltigkeit: Fokus auf hochwertige & nachhaltige
Produkte; achtsame Standort- und Produktauswahl
DIE CURRYWURST DER
MEISTERKLASSE
DIE CURRYWURSTBUDE
DER ZUKUNFT
Stadionliebe Food Corner
• Hocheffizient & nachhaltig: minimale Fläche, geringer Personalbedarf, maximale Frequenz
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starkem Standortpartner
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58 GASTROSPACES
Zwischen Dynamik und Stabilität:
Wie sich Gastronomie-Immobilien
immer mehr verändern
Interview mit Expansionsberater Jens Betge: Welche Trends den Markt prägen
Die Gastronomie ist ein dynamischer Bestandteil der Immobilienwirtschaft. Geprägt von veränderten Rahmenbedingungen,
neuen Konsumgewohnheiten und innovativen Konzepten stellt sie Eigentümer, Projektentwickler
und Investoren vor besondere Herausforderungen. Im Gespräch mit HI HEUTE erläutert Expansionsberater
Jens Betge, welche Trends derzeit den Markt bestimmen, wie sich Anforderungen an Flächen und Verträge verändern
und welche Rolle Gastronomieprojekte in der Stadtentwicklung der Zukunft spielen werden.
HI HEUTE: Herr Betge, die Gastronomiebranche gilt als
besonders dynamisch – Konzepte kommen und gehen. Wie
verändert das Ihre Arbeit als Immobilienberater?
Jens Betge: Ob die Gastronomiebranche tatsächlich „besonders
dynamisch“ ist, sollte man hinterfragen. Sie spiegelt
aus meiner Sicht vor allem gesamtwirtschaftliche Entwicklungen
wider, die hier besonders sichtbar werden: Konzepte
verschwinden plötzlich, Ketten ziehen sich zurück.
Einflussfaktoren wie Pandemie, Ukraine-Krieg, steuerliche
Rahmenbedingungen, steigende Zinsen, Fachkräftemangel
und komplexere Genehmigungen haben die Branche stark
verändert.
Für meine Arbeit bedeutet das: Projekte werden intensiver
geprüft. Es gilt, Chancen und Risiken abzuwägen, Investitionen
abzusichern und nachhaltige Vorhaben zu realisieren.
Die Komplexität steigt – zeitlich wie organisatorisch. Eine
wesentliche Aufgabe ist es, unterschiedliche Interessen zu
bündeln. Ich verstehe meinen Job daher in erster Linie als
People Manager.
HI HEUTE: Was beobachten Sie derzeit am Markt – gibt es
bestimmte Trends oder Gastroformen, die vermehrt nach
Flächen suchen?
Jens Betge: Trotz schwieriger Lage gibt es spannende Entwicklungen.
Quick Service Restaurants wachsen stark in den
Metropolen: günstig, schnell, digital-affin. Ghost Kitchens
und virtuelle Restaurants gewinnen ebenfalls an Bedeutung.
Ein Beispiel ist die Lanch-Gruppe mit „Happy Slice“ und
„Loco Chicken“, die durch Influencer enorme Reichweite
erzielen. Beworben durch Influencer wie Knossi, Trymacs
und Luciano sind diese Formate sehr expansiv unterwegs
und lösen bei jedem Opening einen Hype aus.
Der Trend, Marken über Social Media und Storytelling direkt
an die Zielgruppe zu binden, nimmt zu. Beispiele sind
Glückspilz aus Bielefeld, die über ihre Social Media Kanäle
teilweise über eine Million Klicks pro Beitrag realisieren
und über Storytelling Kultstatus in ihrer Community erreichen.
Cinnamood, Cookie Couture und Goldies sind weitere
gute Beispiele hierfür.
Auch der Burger bleibt Trendgericht – ob Premium, vegan
oder als Fusion. Marken wie Burgermeister, Goldies, Vision
Burger, Five Guys oder Peter Pane zeigen, dass der Burger
längst Lifestyle-Produkt ist. Parallel entstehen im Dönermarkt
neue Franchise-Konzepte wie Mangal Döner, House
of Döner oder Döner Brothers die bundesweit expandieren.
HI HEUTE: Wie reagieren Eigentümer und Projektentwickler
auf diese Dynamik?
Jens Betge: Gastronomieprojekte erfordern hohe Investitionen
in spezifische Infrastruktur. Viele Ketten wollen nicht
mehr selbst investieren und setzen auf Partner mit geringerer
Bonität. Da Banken hohe Eigenkapitalquoten verlangen,
stockt die Expansion oft. Auch ausländische Konzepte
suchen deshalb lokale Partner. Company Stores mit einem
Prove of Concept sind eher selten.
HI HEUTE: Stichwort Mietverträge: Müssen sich auch die
rechtlichen Rahmenbedingungen anpassen?
Jens Betge: Betreiber wünschen sich Flexibilität: Break-Optionen
oder umsatzabhängige Mieten. In der Praxis müssen
GASTROSPACES 59
Foto: Credit PR
Immobilienexperte Jens Betge sieht, dass die Komplexität zeitlich wie organisatorisch steigt.
Verträge aber individuell ausgehandelt werden. Wir bewegen
uns vom klassischen Mieter-Vermieter-Verhältnis hin
zu Partnerschaften, in denen Gastronomen als Frequenzbringer
und Identitätsstifter bewusst eingesetzt werden.
HI HEUTE: Was erwarten Investoren heute von einem Gastro-Mieter
– Stabilität oder Innovationskraft?
Jens Betge: Beides. Stabilität und Bonität sind Grundvoraussetzungen,
da die Investitionen hoch sind. Gleichzeitig
erwarten Investoren Innovationskraft – die nicht immer radikale
Neuheiten bedeuten muss, sondern auch durch kluge
Weiterentwicklungen entstehen kann.
HI HEUTE: Sehen Sie in bestimmten Lagen eine höhere
Bereitschaft für Pop-ups oder befristete Konzepte?
Jens Betge: Pop-ups entstehen meist dort, wo Flächen
schwer dauerhaft zu vermieten sind. Auf Behördenseite ist
das Verständnis noch ausbaufähig.
HI HEUTE: Wie wichtig ist für Projektentwickler heute die
„Story“ eines Gastronomiekonzepts?
Jens Betge: Sehr wichtig. Ein starkes Konzept mit klarer
Zielgruppenansprache kann ein Quartier prägen und weitere
Mieter anziehen. Branding, Community-Aufbau und Erlebniswert
sind heute zentrale Investmentkriterien.
HI HEUTE: Wie sieht das gastronomisch geprägte Immobilienprojekt
der Zukunft aus?
Jens Betge: Flexibel, kuratiert und erlebnisorientiert. Die
Gastronomie wird nicht mehr nur als Mieter gesehen, sondern
als zentraler Baustein für Frequenz, Identität und
Community. Flächen sind hybrid nutzbar – morgens Café,
mittags Lunch-Spot, abends Eventfläche.
Wesentlich sind modulare Technik, wandelbare Räume und
die Verzahnung mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Nachhaltigkeit,
Digitalisierung und Erlebnisqualität werden
Standard. Wer klug plant, schafft nicht nur Quadratmeter,
– sondern Aufenthaltsqualität mit Zukunft.
INFOBOX
Jens Betge Real Estate Management
Erfahrung & Hintergrund:
Studium der Immobilienwirtschaft, 13 Jahre Expansionserfahrung
bei Starbucks & Esprit, seit
2015: Selbstständig als externer Expansionsmanager
Leistungen:
• Beratung rund um das Standortportfolio
• Nachhaltiger Portfolioaufbau
• Restrukturierung bestehender Portfolios
60 GASTROSPACES
Warum Gastronomie der
emotionale Anker
moderner Quartiere ist
The Verse (München) - Gastbeitrag
von Markus Bauer, Tasteful Hospitality
Die Immobilien- und Stadtentwicklung befindet sich inmitten einer Transformation.
Quartiere sind längst mehr als funktionale Hüllen für Büros, Wohnen
und Retail – sie müssen heute Antworten geben auf die Frage nach Gemeinschaft,
Identität und Aufenthaltsqualität.
Dabei nimmt Gastronomie eine Schlüsselrolle ein: Sie ist
nicht nur Versorger, sondern emotionaler Anker, Treffpunkt
und kultureller Übersetzer. Eben ein Kurator für EG-Flächen.
Hospitality als Werttreiber für Immobilien
Ein modernes Stadtquartier definiert sich nicht mehr ausschließlich
über Lage, Architektur und Flächenangebot. Der
wahre Wert entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, wo
Atmosphäre erlebbar wird und wo die Adresse Bedeutung
gewinnt. Gastronomie schafft genau diesen Mehrwert: Sie
gibt Gebäuden Charakter, lädt Nachbarschaften ein und
macht Quartiere zu lebendigen Destinationen.
Entwickler und Investoren haben längst erkannt, dass Gastronomie
keine klassische Mieterstruktur ist. Sie ist strategischer
Bestandteil der Positionierung, beeinflusst die
Vermietungsquote ebenso wie die Wertstabilität – und trägt
entscheidend zur Drittverwertbarkeit von Immobilien bei.
The Verse wird zu einem Prototypen einer neuen Quartiersgeneration.
GASTROSPACES 61
Bei diesem Thema gibt es noch sehr viel Klärungs- und Aufklärungsbedarf,
was Mietpreise und Investitionen anbelangt.
THE VERSE: Ein Beispiel für zukunftsorientierte Quartiersentwicklung
Mit THE VERSE entsteht bis 2027 im Herzen Münchens eines
der spannendsten Stadtquartiere der nächsten Jahre –
entwickelt von ACCUMULATA und Oaktree, entworfen von
Herzog & de Meuron. Mehr als 70.000 m² Nutzfläche, ein
parkähnlicher Innenhof, spektakuläre Dachlandschaften
mit Padel-Court, Fitness- und Eventflächen – und ein kuratiertes
Erdgeschoss, das Gastronomie, Retail, Health und
Lifestyle verbindet.
Tasteful Hospitality wurde als exklusiver Partner für die
Entwicklung und Kuratierung des gesamten F&B- und Hospitality-Konzepts
beauftragt. Unsere Aufgabe: nicht nur
Restaurants und Cafés zu besetzen, sondern das Erdgeschoss
zu einem öffentlichen Wohnzimmer zu machen. Ein
Ort, der für 3.500 Büroangestellte ebenso attraktiv ist wie
für Geschäftsreisende, Konferenzgäste, Nachbarn und ein
urbanes Publikum mit Anspruch an Qualität und Erlebnis.
Die wahre Stärke solcher Konzepte wie THE VERSE liegt in
ihrer Drittverwertbarkeit: Flächen, die nicht ausschließlich
für die Hauptnutzer – etwa Büromieter – gedacht sind, sondern
die sich flexibel für externe Zielgruppen nutzen lassen.
In THE VERSE bedeutet das:
• Konferenz- und Eventflächen, die auch externen Veranstaltern
offenstehen.
• Dachlandschaften, die für Sport und Events Drittumsätze
generieren.
• Hospitality-Angebote, die Nachbarschaften, Geschäftsreisende
und Stadtgesellschaft gleichermaßen ansprechen.
• Concierge Service, wie Reinigung, Paketstationen, Aufbewahrung
in Wärme- und Kühltheken für das Lieferbusiness.
Das wird wichtig werden.
So entsteht ein Quartier, das nicht nur werktags zwischen 9
und 17 Uhr funktioniert, sondern als Destination ganzjährig
und ganztägig belebt ist.
Wir holen die Hotel- und Hospitality Erfahrung in Quartiere.
Der Schlüssel dazu ist die programmatische Durchmischung.
Urbane Räume brauchen ein Zusammenspiel von
Funktionen, die sich gegenseitig verstärken. Ein Fitnessangebot
allein schafft keine Identität – erst in Verbindung
mit Gastronomie, Eventflächen und gemeinschaftlich nutzbaren
Räumen entsteht ein Kreislauf von Frequenz, Aufenthaltsqualität
und Wirtschaftlichkeit.
THE VERSE wird dadurch zum Prototyp einer neuen Quartiersgeneration:
Architektur, Nutzung und Hospitality bilden
eine Einheit, die das Projekt langfristig wertstabil und
zukunftsfähig macht.
Transformation als Haltung
Unsere Projekte – von der traditionsreichen Schreiberei
in München über die Kneipe80 bis hin zum internationalen
Cone Club auf Ibiza und Sardinien – zeigen, wie unterschiedlich
Hospitality wirken kann. Doch allen Konzepten
liegt ein gemeinsames Verständnis zugrunde: Gastronomie
muss Haltung zeigen. Sie muss mutig sein, authentisch, und
gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig.
Die Branche erlebt derzeit einen Paradigmenwechsel. Weg
von austauschbaren Kompromisslösungen, hin zu ganzheitlichen
Konzepten, die Design, Betrieb, Wirtschaftlichkeit
und Markenführung in Balance bringen. Quartiere wie THE
VERSE werden zu Blaupausen dafür, wie Stadtentwicklung
und Hospitality zusammenspielen können – und welche Bedeutung
Gastronomie für die urbane Lebensqualität der Zukunft
hat. Das Thema der Wirtschaftlichkeit funktioniert zunehmend
immer schlechter, trotz Qualität und Top Lagen.
Hier muss ein Umdenken stattfinden!
Warum Gastronomie der emotionale Anker moderner
Quartiere ist
Ohne Gastronomie keine Vermietung – und ohne Vermietung
keine Gastronomie. Diese Wechselwirkung macht Hospitality
zum entscheidenden Faktor in der Immobilienwirtschaft.
Büro- und Handelsflächen lassen sich heute nur
dann erfolgreich vermarkten, wenn sie in ein Quartier eingebettet
sind, das Erlebnisse, Begegnung und Lebensqualität
bietet. Gastronomie ist dafür der zentrale Hebel: Sie gibt
den Adressen Seele, verleiht dem Standort ein Gesicht und
schafft die emotionale Bindung, die für Mieter und Besucher
gleichermaßen entscheidend ist.
Dass dieses Zusammenspiel funktioniert, zeigen zahlreiche
frühere Projekte, die wir begleitet haben:
• Oh Julia in der Münchner Hofstatt – als gastronomischer
Mittelpunkt, der das Quartier belebt und über Jahre hohe
Frequenz gesichert hat.
• OCUI im Oberanger, München – ein innovatives All-Day-
Konzept, das moderne Gastronomie und urbane Nachbarschaft
verbunden hat.
• GAST am Gasteig – als Schnittstelle zwischen Kultur, Veranstaltungen
und Gastronomie, die Besucherströme bindet.
• Oh Julia im Q6 Quartier Mannheim – als Frequenzbringer
in einem Mixed-Use-Konzept, der Handel, Gastronomie
und Freizeit verbindet.
• Oh Julia im Dorotheenquartier Stuttgart – als lebendiger
Treffpunkt in einem der zentralsten neuen Stadtquartiere
Baden-Württembergs.
62 GASTROSPACES
The Verse aus der Vogelperspektive: Hier entsteht bis 2027 ein Stadtquartier im Herzen Münchens,
• Cube Campus in Leverkusen – ein gelungenes Beispiel für
die Integration von Hospitality in ein urbanes Arbeitsumfeld.
Alle diese Projekte belegen: Hospitality ist kein Beiwerk,
sondern die Grundlage dafür, dass Quartiere funktionieren
– ökonomisch, sozial und kulturell.
Fazit
Hospitality definiert urbane Räume neu. Sie ist nicht länger
eine ergänzende Mieterstruktur, sondern der Hebel,
der Immobilienprojekten Seele, Strahlkraft und wirtschaftliche
Nachhaltigkeit gibt. Projekte wie THE VERSE zeigen:
Die Zukunft der Immobilienentwicklung liegt in Konzepten,
die Sport, Events, Gastronomie und Gemeinschaft intelligent
verknüpfen – und so Orte schaffen, die mehr sind als
Flächen. Wir holen die Hotel- und Hospitality Erfahrung in
Quartiere.
Ausblick: Viele neue Kapitel
Für Tasteful Hospitality ist THE VERSE ein Meilenstein –
aber nur eines von vielen Projekten, die vor uns liegen. Die
Nachfrage nach kuratierten Hospitality-Lösungen steigt rapide,
weil Investoren und Entwickler verstehen: Ohne emotionale
Verankerung bleiben Immobilien leere Hüllen.
Wir sind überzeugt: Die spannendsten Kapitel dieser Transformation
beginnen gerade erst. Und wir freuen uns darauf,
sie mitzugestalten – gemeinsam mit starken Partnern,
mutigen Investoren und kreativen Köpfen, die wie wir daran
glauben, dass Gastronomie mehr ist als ein Mietvertrag.
INFOBOX
Über Tasteful Hospitality
Räume für das Wesentliche - Tasteful Hospitality entwickelt
und begleitet gastronomische Konzepte mit
Fokus auf Einfachheit, Menschlichkeit und kreativen
Mut. Das Unternehmen arbeitet mit Start-ups, internationalen
Marken und Immobilienentwicklern
zusammen, um Orte mit Substanz zu schaffen –
authentisch, partnerschaftlich und zukunftsfähig.
Weitere Infos unter www.tasteful-hospitality.de
Über Markus Bauer
Markus Bauer ist ein visionärer Unternehmer mit
über 30 Jahren Erfahrung in Markenarchitektur,
Hospitality und als Gestalter und Kurator von Räumen.
Als CEO von Tasteful Hospitality und Der
Markenstratege kuratiert und entwickelt er innovative
Gastronomie- und Hospitality-Konzepte für
wegweisende Immobilienprojekte. Geprägt durch
seine Zeit bei Käfer in München und internationalen
Großprojekten mit Kofler & Kompanie Berlin
verbindet er kreative Markenführung mit strategischer
Projektentwicklung und schafft Räume,
die wirtschaftlich erfolgreich sind und emotional
berühren. Mit seinem Netzwerk und seiner Expertise
prägt Bauer die Transformation urbaner Quartiere
zu lebendigen, identitätsstiftenden Orten.
ARE YOU
ENOUGH?
Wir sind Loco Chicken – eine Marke von LANCH, dem Berliner FoodTech-
Startup, das seit 2023 Gastronomie, Delivery und Brand Building neu denkt.
Unser Ziel: die spannendsten Food Brands der nächsten Generation überall
erlebbar machen – ob in eigenen Restaurants, über Partnerstores oder
durch mobile Microstores. Unser Wachstum spricht für sich:
• Bereits 500+ Delivery-Partnerstores
• Mehr als 15 Quick Service Restaurants
• Präsenz in über 100 Städten in Deutschland
• Und wir wachsen weiter – rasant!
Für unsere Expansion
suchen wir:
Restaurantflächen von 80–200 m²
Standplätze für unsere mobilen Microstores
in Deutschland und Österreich
Wenn Sie eine Fläche haben, die passt,
lassen Sie uns gemeinsam LOCO werden.
Ansprechpartner:
Matthias Kern
matthias@lanch.com
0175-4172473
Farid Abdul
farid@lanch.com
0152-90035810
64 GASTROSPACES
Raum auf Zeit
mit großer Wirkung für morgen
Wie Marc Uebelherr neuen Schwung in Münchens Gastroräume bringt
Kreativer Kraftakt statt Krisenmodus: Pop-up-Pionier Marc Uebelherr zeigt,
wie man mit wenig Budget, viel Mut und einem starken Netzwerk Gastroflächen
wiederbelebt – und dabei neue Maßstäbe für die Stadt setzt.
Wenn man mit Marc Uebelherr spricht, hat man das Gefühl,
dass er schon drei Konzepte weiterdenkt, während
man selbst noch den Aperitivo vom letzten Pop-up verdaut.
Der Münchner Gastronom gehört seit Jahrzehnten zu den
prägendsten Figuren der Szene – und erfindet gerade angestaubte
Gastroflächen neu.
„Wir stehen für und glauben an Pop-ups! Es geht heute
mehr denn je darum, nicht nur zu reden, sondern zu tun“,
sagt er. Und genau das hat er getan: Innerhalb von nur zwölf
Monaten hat Uebelherr gemeinsam mit seinem jungen Team
rund um Alexander Brenner fünf neue Gastronomiekonzepte
in München eröffnet – mit einem Gesamtinvest von unter
200.000 Euro.
Fünf Konzepte, eine Haltung: mutig, offen, spontan
Die Liste der Pop-up Konzepte liest sich wie ein kreatives
Manifest der neuen Gastronomie: Daily Dosis, Kneipe 80,
Rolands Eck, Social Tagesbar am St. Anna Platz – und seit 1.
August 2025 auch das legendäre Zoozie’z, wiedereröffnet als
Pop-up-Version an seiner alten Wirkungsstätte. Jedes Konzept
hat seinen eigenen Charakter, doch die Grundidee ist
stets dieselbe: Räume auf Zeit schaffen, die Menschen zu-
Fotos: Tasteful Hospility
Daily Dosis Tasteful Hospility ist ein neues Pop-Up-Konzept in München.
GASTROSPACES 65
Foto: Helena Heilig Photography
Der Gastronom Marc Uebelherr hat mit seinem Team innerhalb eines Jahres fünf neue Gastronomie-Konzepte in München eröffnet.
sammenbringen, zum Experimentieren einladen und möglichst
schnell starten.
eröffnete und kostengünstigste Konzept meiner gesamten
Laufbahn“, so Uebelherr.
„Das Prinzip ist immer: Laden übernehmen, schnell konzessionstauglich
machen, sofort eröffnen und im laufenden
Betrieb lernen und anpassen“, erklärt Uebelherr. „Die Konzeption
als Pop-up lässt uns gegenüber der Öffentlichkeit
den Spielraum zu sagen: Wir probieren etwas aus. Wenn wir
Fehler machen, korrigieren wir sie schnell.“
Die Kneipe 80 ist dafür das Paradebeispiel: In nur wenigen
Wochen nach der Schließung des Traditionslokals Tresznjewski
wurde der Raum mit minimalem Budget umgestaltet
– Vintage-Mobiliar aus dem Keller, bunte Farben, ein
DJ-Pult. Das Ergebnis? 1.000 bis 1.500 Gäste pro Wochenende,
660 Hektoliter Bier in den ersten dreieinhalb Monaten
verkauft. „Aus dem Stand das erfolgreichste, am schnellsten
Digital Detox & Day Drinking: Der Reiz des Analogen
Was auffällt: Trotz aller Dynamik setzt Uebelherr bewusst
auf analoge Leichtigkeit –reduzierte Technik, keine Tischreservierungen.
„In diesen komplizierten Zeiten setzen wir
auf die positive Einfachheit der analogen Gastronomie“, sagt
er. Die Gäste danken es ihm: kein Chichi, kein Druck – dafür
gute Musik, ehrliche Preise, echtes Gastgebersein.
In den Räumen des ehemaligen KVR-Steakhouse in Schwabing
lässt er dessen Vorgänger Rolandseck wieder auferstehen.
Seit Mai gibt es im „Rolands Eck – Bier & Grill” bodenständige
deutsch-bayrische Küche vom Grill, Bier und Wein
zu bezahlbaren Preisen sowie Live-Musik und konzentriert
sich damit auf das Wesentliche: beliebte deutsche und bay-
66 GASTROSPACES
rische Klassiker vom Grill, Weine ab 25 Euro sowie Bier vom
Gräflichen Brauhaus Arcobräu aus Moos für 3,90 Euro. Dazu
gibt’s Nachwuchsmusik auf der Terrasse und Tischtennis
für alle. „In Rolands Eck ist jeder willkommen – vom Straßenarbeiter
bis zum Rechtsanwalt“, sagt Uebelherr. „Wir
wollen Orte schaffen, an denen sich Menschen begegnen,
ohne Hemmschwellen.“
Seine Strategie: „In schwierigen Zeiten muss man neue
Wege gehen. Pop-ups, also zunächst auf einen begrenzten
Zeitraum ausgelegte Konzepte, sind eine ideale Möglichkeit
auszuprobieren, was wo funktioniert”, erklärt der Unternehmer.
„Mit Hilfe unseres Young Generation-Netzwerks sind
wir in der Lage, auf freiwerdenden Flächen extrem schnell
und mit vergleichsweise geringem Risiko zeitgemäße Formate
umzusetzen – ohne lange Planung, sondern freestyle
und flexibel.”
Zoozie’z Reloaded: Eine Ikone wird neu erzählt
Ein besonderes Kapitel ist das neueste Pop-up Konzept von
Uebelherr – das Revival des Zoozie’z. Für Uebelherr eine
emotionale Reise: „Das Zoozie’z hat 45 Jahre Historie. Eine
besondere Kneipenkultur ist hier entstanden. Die Leute
strömten abends herein – wir waren das Sprungbrett fürs
P1 oder das Park Café. Jetzt bringen wir die Seele von damals
zurück.“
gehen!“, so Uebelherr. Das ist mehr als ein Spruch – es ist
das Motto eines Gastronomen, der mit Raum auf Zeit die
Münchner Gastroszene für morgen neu denkt.
Pop-Ups als Blaupause für die Zukunft
Was Marc Uebelherr und seine Partner in München vormachen,
könnte auch andernorts Schule machen. In Zeiten, in
denen Innenstädte mit Leerstand kämpfen und klassische
Gastro-Konzepte oft an starren Strukturen oder hohen Kosten
scheitern, bieten temporäre Formate wie Pop-Ups eine
flexible, kreative Lösung. Sie schaffen Begegnungsorte mit
geringem Risiko, beleben brachliegende Flächen und können
schnell auf gesellschaftliche Trends reagieren. „Popups
sind mehr als ein Hype – sie sind ein Werkzeug, um
Stadtentwicklung aktiv mitzugestalten“, sagt Uebelherr. Mit
seinem Ansatz zeigt er, dass aus Raum auf Zeit eine große
Wirkung für morgen entstehen kann – nicht nur in München,
sondern überall dort, wo Menschen Lust auf neue, lebendige
Gastronomie haben.
Von Andrea Ungereit-Hantl
Gemeinsam mit seinem jungen Team hat er das Fugazi zum
Zoozie’z Pop-up transformiert: Pizza bleibt, das Bier wird
billiger, Aperitivo-Bar mit Isarblick kommt. Und alles ist offen:
„Vorerst ist das Ganze eine schöne Idee für den Sommer
– aber wenn’s läuft, machen wir weiter“, sagt er mit einem
Augenzwinkern. Pop-up eben.
Mehr als Konzepte – eine Bewegung
Was Marc Uebelherr gerade mit seinen Partnern wie Alexander
Brenner oder André Germann auf die Beine stellt, ist
mehr als eine Ansammlung erfolgreicher Gastroideen. Es ist
ein Blueprint für die Zukunft: kooperativ, kosteneffizient,
charmant unperfekt – und vor allem menschlich.
„Wir arbeiten heute wieder wie Ende der 90er Jahre: Mit
Hands-on-Mentalität, verständlichen Konzepten, Produkten,
die bei hoher Qualität faire Preise möglich machen, und
jungen, engagierten Partnern statt großem Overhead und
Overload“, erklärt Uebelherr. „Unser Kapital sind die Menschen
– nicht dicke Bankkonten.“
Diese Haltung prägt auch die Social Tagesbar am St.-Anna-
Platz, die im April 2025 eröffnete: Wein, Sandwiches, Gastgeberkultur.
„Gerade in schwierigen Zeiten liegen die Chancen
nicht in schlechter Laune, sondern darin, neue Wege zu
INFOBOX
Marc Uebelherr ist Gastronom aus Leidenschaft.
Als Inhaber, Partner und Berater blickt er auf fast
drei Jahrzehnte Erfahrung in der Gastronomie
zurück. Neben der Entwicklung und Umsetzung
zahlreicher und erfolgreicher Gastro-Konzepte
verfügt der Münchner über ein großes internationales
Netzwerk. Darüber hinaus ist Marc Uebelherr
Vorstand des Gastronomie-Netzwerks
Leaders Club Deutschland AG
Mit ihrem im Sommer 2024 gegründeten gemeinsamen
Unternehmen Tasteful Hospitality
bündeln die beiden erfahrenen Münchener Gastronomen
Marc Uebelherr und Markus Bauer
ihre Kompetenzen, um für die Branche ein Beratungs-
und Dienstleistungsangebot mit Mehrwert
zu schaffen.
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THEO liegt mitten in Husum, der sympathischen Hafenstadt an der
Westküste – 35 Shops und 650 Parkplätze – vis á vis CJ Schmidt.
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HUSUM NORDSEE
68 GASTROSPACES
Mit Food Garden
die Lücke zum gehobenen
Gastronomieerlebnis geschlossen
Main-Taunus-Zentrum: Acht neue Konzepte sorgen für kulinarische Vielfalt
Im Main-Taunus-Zentrum (MTZ), einem der meistbesuchten Shopping Center Deutschlands, setzt die
ECE Marketplaces mit dem neuen „Food Garden“ einen starken Akzent für die Zukunft: Auf dem Areal
eines ehemaligen Warenhauses entstand ein urban gestaltetes Gastronomie-Areal mit fünf modernen
Restaurantgebäuden, großzügigen Terrassen und begrünten Außenflächen. Hier sorgen acht verschiedene
Konzepte – darunter bekannte Marken wie L’Osteria, Alex und The Ash sowie regionale Anbieter
wie MoschMosch oder Traumkuh – für kulinarische Vielfalt und ein belebtes Ambiente
Mit dem „Food Garden“ erhält das MTZ ein weiteres Alleinstellungsmerkmal
und reagiert auf den Wunsch nach mehr
Aufenthaltsqualität und Erlebnis. Das neue Angebot ergänzt
den bereits attraktiven Mietermix und richtet sich an Besucher,
die ein gehobenes Gastronomieerlebnis suchen – ein
Mangel, der bislang als Schwachpunkt des Centers galt. Bereits
vor der offiziellen Eröffnung stießen die Flächen auf
großes Interesse; die Gastronomie ist komplett vermietet.
Bemerkenswert: Bis zum Baubeginn sorgte ein temporäres
Foodtruck-Konzept auf 1.000 Quadratmetern für Abwechslung.
Die Entwicklung zeigt beispielhaft, wie Shopping Center
frühere Warenhausflächen kreativ und flexibel umgestalten
und damit aktuelle Kundenwünsche und Markttrends
aufgreifen. Das neue Areal ist zudem ein Vorreiterprojekt
für nachhaltiges Bauen – realisiert in ressourcenschonender
Holzbauweise.
Foto ECE
Im Food-Garden sorgen acht neue gastronomische Konziepte für kulinarische Vielfalt und ein belebtes Ambiente.
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FÜR STARKE STANDORTE
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70 GASTROSPACES
Foto ECE
Foto ECE
Foodtopia im MyZeil Frankfurt ist eine bunte Mischung aus Bars, Restaurants und Eventflächen.
Foodtopia sorgt für Vervierfachung
des Umsatzes in der vierten Etage
Besucherzahlen im Obergeschoss dank Gastro-Angebot um 84 % gestiegen
Im Shopping Center MyZeil in Frankfurt hat die ECE im Auftrag des Eigentümers DWS mit „Foodtopia“ ein neuartiges
Gastronomie- und Entertainment-Konzept realisiert. Ziel war es, die bislang wenig frequentierte vierte
Etage zu beleben und einen neuen Anziehungspunkt zu schaffen. Nach rund fünf Jahren ist die Zwischenbilanz
eindrucksvoll: Die Besucherzahlen im Obergeschoss stiegen um 84 Prozent, die Umsätze haben sich fast vervierfacht.
Mittlerweile besuchen 32 Prozent der Center-Gäste auch die obere Etage – doppelt so viele wie zuvor.
Der Schlüssel für diesen Erfolg liegt in der Individualität
des Konzepts: Foodtopia ist kein gewöhnlicher Foodcourt,
sondern bietet eine bunte Mischung aus Bars, Restaurants,
Eventflächen und einer Premium-Kinowelt im modernen
Urban-Gardening-Ambiente. Das Ergebnis: ein echtes Alleinstellungsmerkmal,
das weit über die Frankfurter Innenstadt
hinausstrahlt.
Auch das klassische Handelsangebot profitiert. Laut Umfragen
nutzen 90 Prozent der Shopping-Center-Besucher
die Gastroangebote, drei Viertel sehen darin einen entscheidenden
Mehrwert. Ein intelligentes Besucherleitsystem
sorgt für die reibungslose Verbindung von Einkaufs-,
Gastro- und Erlebniswelten. Die Frequenzen und Umsätze
sind nicht nur im Foodtopia, sondern auch auf den übrigen
Etagen gestiegen.
Insgesamt kann man sagen, dass das gastronomische Angebot
in deutschen Centern deutlich breiter und hochwertiger
geworden ist: Foodcourts und Foodhubs setzen auf Vielfalt
und Atmosphäre, wie etwa FoodSky in Hamburg, Manifesto
Market in Berlin und der neue Food Garden im Main-Taunus-Zentrum.
Casual Dining, Qualität und gesunde Angebote
gewinnen an Relevanz
GASTROSPACES 71
Hätten Sie’s gewusst? IKEA bereits
sechstgrößte Foodkette der Welt
Mit über 400 Standorten weltweit und jährlich mehr als 665 Millionen Gästen hat sich IKEA nicht nur als Einrichtungshaus,
sondern auch als globaler Gastronom etabliert. Laut FastCompany gehört das Unternehmen inzwischen
zu den größten Lebensmittelanbietern außerhalb der USA – als sechstgrößte Food-Kette weltweit. Dabei
ist die Bedeutung von IKEA Food kaum zu unterschätzen: Neun von zehn Kunden kommen beim Besuch eines
Einrichtungshauses mit einem Mitarbeiter aus dem Food-Bereich in Kontakt.
IKEA sieht das gemeinsame Essen als zentrales Element
seiner Markenidentität. Der aktuelle Life at Home Report
des Unternehmens zeigt, dass trotz wachsender finanzieller
Sorgen (36 Prozent der Befragten) das soziale Miteinander
beim Essen als wesentlicher Glücksfaktor gilt. Auch der
„Life in Communities Report“ der Ingka Centres belegt: Für
ein Drittel der Menschen ist gutes Essen ein zentrales Kriterium
für attraktive Treffpunkte.
Damit wird die IKEA-Restaurantfläche zunehmend auch
zum sozialen Raum
Ein Beispiel für das Preisversprechen von IKEA zeigt sich in
der neuen Filiale an der Londoner Oxford Street. Trotz einer
Preissteigerung von 52 Prozent für Fish and Chips in Großbritannien
zwischen 2019 und 2024 bietet IKEA die beliebte
Mahlzeit für lediglich 6,95 Pfund (ca. acht Euro) an – weniger
als die Hälfte des Durchschnittspreises in der Hauptstadt.
72 GASTROSPACES
Symbolbild: AdobeStock / all is well
Die Gen Z ersetzt mindestens einmal pro Woche eine Mahlzeit durch
einen Snack.
Esskultur im Wandel:
Gen Z wird zur Gen Znack
Das zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage zum
Thema „Snacking“ im Auftrag von Burger King Deutschland.
Aus der Gen Z wird also die Gen Znack – jung, spontan und
experimentierfreudig. Für die Gen Znack ist Snacken längst
mehr als eine Zwischenmahlzeit – es ist fester Bestandteil
ihres Alltags. Die Gen Znack verlagert Snacking in neue Lebensbereiche.
Während klassischere Essgewohnheiten oft
an den Tisch gebunden sind, snacken junge Erwachsene viel
flexibler – und die Gen Znack mag‘s besonders gemütlich:
Gut 30 Prozent snacken am liebsten im Bett – ein signifikanter
Unterschied zu allen anderen Altersgruppen. Über
28 Prozent der 18–24-Jährigen geben an, bevorzugt beim
Gaming ihre Snacks zu genießen. Mahlzeiten werden zum
Teil optional, und klassische Essenszeiten verlieren an Bedeutung,
denn fast zwei Drittel (64 Prozent) der 18–24-Jährigen
geben an, mindestens einmal pro Woche eine Mahlzeit
durch einen Snack zu ersetzen. Die junge Generation bevorzugt
flexible, kleine Leckereien statt starrer Hauptmahlzeiten
– das spiegelt ihren mobilen, digitalen Lifestyle wider.
„Diese Zahlen zeigen klar: Die Gen Znack ist nicht nur offen
für Neues – sie macht Snack-Momente zu einem festen
Bestandteil ihres Alltags. Dabei verschmelzen Genuss,
Entertainment, Social Media und der Wunsch nach Individualität
zu einem ganz eigenen Lifestyle“, sagt Yvonne von
Eyb, CMO bei Burger King Deutschland. „Genau hier liegen
große Chancen für Marken: Wer die Gen Znack erreichen
will, muss schnell, kreativ und visuell kommunizieren – und
den Mut haben, mit überraschenden Snack-Kreationen und
neuen Geschmackserlebnissen zu begeistern.“
Langeweile ist der Snack-Killer: 65 Prozent der jungen
Menschen in Deutschland wünschen sich regelmäßig neue
Geschmackserlebnisse. Mehr als jede andere Altersgruppe
lässt sich die Gen Znack auf Social Media für neue Snacks
inspirieren (55 Prozent), klassische Medien wie TV (29 Prozent)
oder Zeitschriften (20 Prozent) sind weniger relevante
Inspirationsquellen. Passend dazu ist die Gen Znack auf der
Suche nach Abwechslung, so sind mehr als 45 Prozent der
18-24-Jährigen ohne neue Impulse und innovative Kombinationen
schnell gelangweilt. Kein Wunder also, dass zwei
Drittel der 18–24-Jährigen zu Snack-Neuheiten greifen, ob
Frittiertes oder Fermentiertes – Hauptsache anders. Somit
wird die Gen Z zum Innovationsmotor am Snackmarkt.
In einer schnelllebigen, digitalen Welt passen sich auch die
Essgewohnheiten an. Vor allem junge Generationen definieren
neu, wie, was und wann sie essen. Mit 79 Prozent unter
den 18- bis 24-Jährigen snackt die Gen Z am häufigsten aller
Altergsgruppen – fast 80 Prozent davon sogar mindestens
einmal täglich oder häufiger.
L‘Osteria übernimmt
Mehrheit von Pizza Pilgrims
Die italienische Markengastronomie L’Osteria hat Mehrheitsanteile
an der britischen Restaurantmarke Pizza Pilgrims
erworben. Mit der Investition in das in London gegründete
Unternehmen legt die FR L’Osteria SE einen wichtigen
Grundstein zum Aufbau einer italienischen Markenwelt und
macht einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung
des Ziels „European Champion in Casual Dining“. Beide
Parteien haben über die finanziellen Details der Transaktion
Stillschweigen vereinbart. L’Osteria und Pizza Pilgrims
bleiben als eigenständige Marken bestehen. Beide werden
parallel international weiterentwickelt und Synergien partnerschaftlich
genutzt.
L’Osteria hat die Mehrheitsanteile der britischne Restaurantmarke
Pizza Pilgrims übernommen.
Foto Adobe Stock
mini pro Kombidämpfer
Der kleinste und smarteste Kombidämpfer der Welt.
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platzsparend
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ASolid-to-Liquid Reinigungssystem
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A Optimierter Energie- und
Wasserverbrauch
74 GASTROSPACES
Foto: SAR Group
Pop-Up-Café
von DOUGLAS schafft
Erlebnisraum
In Düsseldorf-Flingern hat ein deutschlandweit einzigartiges
Konzept eröffnet: das DOUGLAS Café an der Ackerstraße.
Der Omnichannel-Anbieter möchte dort einen wandelbaren
Erlebnisraum schaffen, der Markenpräsentationen,
Begegnungen und lokale Kooperationen miteinander verbindet.
Blick in das Future Café in Dingolfing.
Future Café in Dingolfing:
Technologischer
Innovationsmotor
Mit der Eröffnung des Future Cafés präsentiert sich das
bayerische Dingolfing als Standort, an dem technologische
Innovation und wirtschaftliche Dynamik aufeinandertreffen.
Hinter dem Projekt stehen die Firma SAR und das
Tochterunternehmen KNEXT, die mit Robotik und digitaler
Steuerung neue Maßstäbe für die Gastronomie- und Servicelandschaft
setzen möchten.
Das Future Café versteht sich als Schaufenster für die Technik
von morgen. Roboter bereiten Kaffee mit hoherPräzision
zu, smarte Kühlsysteme organisieren Bestände selbstständig,
und mobile Roboter übernehmen Logistik- und Reinigungsaufgaben.
Für Besucherinnen und Besucher bedeutet
das nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern auch einen
Eindruck davon, wie Automatisierung den Alltag nachhaltig
verändern kann
Für die Region Dingolfing heißt das, der Standort wird zum
Vorreiter für Anwendungen, die weit über die Gastronomie
hinausreichen. Die dort entwickelten Technologien sind
übertragbar auf Logistik, Produktion oder Einzelhandel.
Harald Rohrmoser, Geschäftsführer der KNEXT GmbH, betont,
dass die Technologie nicht darauf abzielt, Arbeitsplätze
zu ersetzen, sondern vielmehr, die bestehenden Herausforderungen
zu adressieren und die Servicequalität zu verbessern.
Die Initiatoren sehen das Future Café als Ausgangspunkt für
weitere Entwicklungen. Bereits jetzt gibt es Pläne, ähnliche
Konzepte auch an anderen Standorten umzusetzen.
Das Konzept geht über den klassischen Pop-up-Store hinaus.
Der hybride Raum soll Beauty, Kulinarik und Gemeinschaft
auf neue Weise kombinieren. Monatlich wechselnde
Themenwelten – als Einzel- oder Mehrmarkenpräsentationen
– bieten interaktive und emotionale Erlebnisse. Auch
das übergeordnete Konzept wird regelmäßig angepasst, um
bis Jahresende immer wieder neue Impulse zu setzen.
Mit der Eröffnung möchte DOUGLAS auch die Verbindung
zur Stadt betonen. „In Düsseldorf befindet sich unsere Unternehmenszentrale
– deshalb ist es uns ein Anliegen, Community-nahe
Konzepte hier zu starten und gemeinsam mit
lokalen Partnern neue Erlebnisräume zu schaffen“, so Charlotte
Maria Rizza, Head of Media, PR & Events bei DOUGLAS.
Das DOUGLAS Café in Düsseldorf
Foto: Home Studios
76 GASTROSPACES
Kommunikation
neu gedacht:
Social Media & PR
im Shopping Center
Gastbeitrag von Anja Lottmann
(Lottmann Communications) und
Julian Lehmann (Playground)
Marketing in Shopping Centern befindet sich im Umbruch.
Während früher das Credo lautete „Hauptsache täglich posten,
Hauptsache sichtbar“, zeigt sich heute: Nur strategische, ehrliche
und regionale Kommunikation entfaltet echte Wirkung
Das gilt für Social Media genauso wie für klassische PR-Arbeit.
Gemeinsam bilden sie das Fundament für Reichweite,
Reputation und Resonanz. Merke: Social Media bringt
Reichweite. PR bringt Reputation. Erst zusammen entsteht
echte Relevanz.
Social Media: Weniger Schein, mehr Sein
Vom Post-Druck zur Strategie
Viel Geld und Zeit fließen noch immer in wahllose Posts –
für magere 10 Likes oder 500 Views. Ursache: fehlende Strategie.
Erfolgreiche Social-Media-Kommunikation beginnt
mit den Fragen:
•Wer ist unsere Zielgruppe?
•Welche Geschichten sind für sie relevant?
•Welche Plattform erfüllt welchen Zweck?
Social Media als Begegnungsraum
Shoppingcenter können in Social Media mehr sein als Werbeflächen.
Wer sich als Teil der Stadt versteht, schafft digitale
Orte der Begegnung. Beispiele wie Holle Döner in der
Europapassage zeigen: Authentische Kurzvideos funktionieren
besser als anonyme Werbegrafiken.
Fakt: Video-Content erzielt 2,5 Mal mehr Interaktionen als
statische Posts.
Erfolgsprinzipien im Überblick
1. Frequenztreiber – aber richtig: Plattformen klar differenzieren
(LinkedIn = B2B, TikTok = kreativ, Instagram = emotional).
2. Qualität statt Quantität: Neun durchdachte Posts im Monat
wirken stärker als 30 hastig produzierte.
3. Geschichten statt Rabatte: Menschen, Emotionen und
Center-Momente binden besser als 10 Prozent-Aktionen.
4. Online trifft Offline: Digitale Kampagnen mit realen
Events verknüpfen, etwa bei „Meet the Makers“-Wochen.
PR-Arbeit: Fundament für Glaubwürdigkeit
Mehr als Pressemitteilungen
Während Social Media den schnellen Dialog bietet, schafft
PR zusätzliche Reputation und Glaubwürdigkeit. Studien
zeigen: 84 Prozent der Deutschen vertrauen redaktionellen
Medien stärker als Werbung (Reuters Institute, 2023). Für
Shoppingcenter bedeutet das: Ein gut platzierter Artikel in
der Regionalzeitung kann wertvoller sein als tausend unbeachtete
Posts.
Shopping Center als Teil der Stadtgesellschaft
Ein Center ist Treffpunkt, Arbeitsplatz und öffentlicher
Raum. PR macht diese Rolle sichtbar:
GASTROSPACES 77
• Lokalmedien berichten über Stadtfeste, Nachhaltigkeitsinitiativen
oder besondere Services.
• Human-Interest-Stories – vom Händlerportrait bis zum
Blick hinter die Kulissen – schaffen Nähe.
• Politische Relevanz: PR stärkt das Image als Partner in
Stadtentwicklung und Gesellschaft.
Best Practices: Von Stuttgart bis Mülheim
• Milaneo Stuttgart arbeitet eng mit Kulturinitiativen zusammen
und positioniert sich durch aktive Pressearbeit als
urbaner Akteur – weit über das reine Shopping hinaus.
• Das Rhein-Ruhr-Zentrum Mülheim gilt als Best Case moderner
PR-Arbeit. Hier werden die umfassenden Bau- und
Modernisierungsmaßnahmen kontinuierlich von den Lokalmedien
begleitet, wodurch Transparenz und Vertrauen
in der Bevölkerung entstanden sind. Parallel pflegt das
Management einen engen Kontakt zu den lokalen Behörden,
was die politische und gesellschaftliche Akzeptanz des Projekts
stärkt.
Entscheidend ist zudem die enge Zusammenarbeit zwischen
Betreiber, Eigentümer und Mietern, die mit einer Stimme
nach außen kommunizieren – ein Paradebeispiel für integrierte
Öffentlichkeitsarbeit, die die Reputation des Centers
langfristig sichert.
PR & Social Media: Zwei Seiten einer Medaille
Statt Konkurrenz entsteht durch Verzahnung ein Verstärker-Effekt:
• PR generiert journalistische Glaubwürdigkeit, Social Media
verlängert Themen in den Dialog.
• Social Media liefert Stoff für PR – und umgekehrt.
• Gemeinsam decken sie B2C- (Kunden) und B2B-Zielgruppen
(Mieter, Investoren, Politik) ab.
Best Practices und Erfolgsfaktoren
1. Proaktiv Themen setzen: Jahrespläne für Presse und Social
Media entwickeln – nicht nur auf Neueröffnungen warten.
2. Netzwerke pflegen: Persönliche Kontakte zu Journalisten
und Influencern sind wertvoller als jede Hochglanz-Pressemitteilung.
3. Authentizität bewahren: Klare Fakten und echte Geschichten
wirken mehr als Marketingsprech.
4. Multimedial arbeiten: Texte, Bilder, Videos und O-Töne
parallel denken.
5. Integration sicherstellen: PR und Social Media in jede
Kampagne von Anfang an einplanen.
Fazit: Kommunikation mit Substanz
Die Zukunft des Marketings in Shopping Centern ist regional,
emotional, strategisch und ganzheitlich. Social Media
sorgt für Reichweite, PR für zusätzliche Glaubwürdigkeit.
Erst zusammen entsteht Resonanz, die Menschen bewegt
und Shopping Center im städtischen Leben verankert.
INFOBOX
Über LOTTMANN Communications
Anja Lottmann ist geschäftsführende Gesellschafterin
von Lottmann Communications,
einer inhabergeführten Kommunikationsagentur
mit Sitz in Düsseldorf. Sie hat einen
starken Fokus im Bereich Real Estate, Investment,
Hospitality, F&B, FMCG, sowie Messen
& Verbände. Das Leistungsspektrum reicht
von klassischer Presse- und Medienarbeit
über interne Kommunikation, Krisenmanagement,
Employer Branding, Online- und
Social-Media-Marketing bis hin zu Reputationsmanagement,
Markenentwicklung und
Nachhaltigkeitskommunikation.
Über Playground
Julian Lehmann ist Geschäftsführer der
Playground-Agentur. Playground ist eine
Kreativagentur für Social Media, Content und
Influencer Marketing mit Sitz in Hamburg. Die
Agentur entwickelt kanalübergreifende Strategien
und Inhalte, die Marken sichtbar und
relevant machen. Dabei verbindet Playground
kreative Ideen mit datenbasiertem Performance-Know-how.
Zu den Kunden zählen
Unternehmen aus Lifestyle, Food und Immobilien.
78 GASTROSPACES
Gewinner Gastronomie:
Wie Food & Beverage das
Playbook deutscher
Shopping Center neu schreibt
Gastbeitrag Jonathan Doughty (internationaler Gastro-Experte)
Wer heute ein erfolgreiches deutsches Shopping Center betritt, spürt sofort:
Gastronomie ist mehr als nur Beiwerk. Aufsteigender Dampf aus
Ramen-Schalen, das rhythmische Klopfen des Baristas, klirrende Gläser
auf sonnigen Terrassen – Food & Beverage ist zur Hauptattraktion
avanciert.
Gastronomie zieht Besucher an, steigert Aufenthaltsqualität
und erhöht Wiederkehrraten. In einem Einzelhandelsmarkt,
der sich nach Jahren der Disruption neu sortiert, ist sie zum
flexibelsten strategischen Werkzeug für Asset- und Center-
Manager geworden: Sie schafft Anziehungskraft, verlängert
Tageszeiten, belebt Flächen und macht sie zu echten Destinationen.
Verweildauer als Umsatztreiber
Gastronomie bindet Besucher – und längere Aufenthaltsdauer
korreliert direkt mit höheren Umsätzen. Rund 50 %
der Konsumenten geben an, mehr Zeit im Center zu verbringen,
wenn sie dort essen oder trinken können. Die Logik
ist einfach: Pause, Erholung, soziale Interaktion – und anschließend
neue Kaufbereitschaft.
Gastronomie als Primärmagnet
Konsumenten wählen Einkaufszentren heute zunehmend
wegen des kulinarischen Angebots – nicht nur wegen Mode
oder Handel. Studien zeigen: Bis zu 90 Prozent der Besucher
nutzen Gastronomie während ihres Aufenthalts, und 70
Prozent erwarten mehr als klassische Systemgastronomie.
Das ist kein Nischenphänomen, sondern die neue Mitte des
Marktes.
Auch europaweit bestätigt sich der Trend: Rund ein Drittel
der Besucher gibt an, ein Center primär wegen des F&B-
Angebots aufzusuchen. Frequenz beginnt heute mit Geschmack.
Vermieter haben reagiert: Während in bestehenden ECE-
Centern Gastronomie im Schnitt sechs Prozent der Flächen
ausmacht, liegt der Anteil in neuen Projekten bereits bei
zehn Prozent. Eine klare strukturelle Verschiebung im Tenant-Mix
– und ein starkes Signal für die Rolle von Food &
Beverage im Place-Making.
Zahlen aus deutschen Centern bestätigen den Effekt. Analysen
an ECE-Standorten zeigen: Über 80 Prozent der Besucher
nutzen gastronomische Angebote. Besonders bemerkenswert:
Die Umsätze im F&B-Segment liegen 2024 bereits
über 30 Prozent höher als 2019. Auch 2025 deutet alles auf
stabile Dynamik hin. Gastronomie absorbiert Volatilität –
und übersetzt sie in Frequenz und Aufenthaltsqualität.
Food als „Reset-Button“ für den Handel
Die Kaffeepause oder das gemeinsame Mittagessen sind
mehr als Convenience – sie sind Teil des Verhaltensdesigns.
Gut geplante Food Courts und Food-Halls führen Besucherströme
zurück in angrenzende Handelsflächen.
Nach dem Zwischenstopp erfolgt eine messbare Reaktivierung
in Kategorien wie Beauty, Accessoires oder Impulsware.
Gastronomie wirkt wie Sauerstoff zwischen Transaktionen.
GASTROSPACES 79
Verlängerte Tageszeiten: Abende & Wochenenden
Während der klassische Handel mittags Spitzenzeiten verzeichnet,
öffnet Gastronomie das Zeitfenster in den Abend
und auf das Wochenende. Casual Dining, Außenterrassen,
Eventküchen oder Kooperationen mit Kinos verwandeln
Einkaufszentren in urbane Treffpunkte mit echter Destination-Qualität.
• Food-Nodes strategisch platzieren: als Re-Entry-Punkte
im Center-Layout.
• Abendmärkte aktivieren: Kino, Show-Kitchen oder Bühnen
als zusätzliche Frequenztreiber.
• Bestände intelligent recyceln: Alte Warenhäuser nicht mit
Monostrukturen füllen, sondern modular durch Gastronomie
und Aufenthaltsflächen revitalisieren.
Best Practices:
Foodtopia, MyZeil Frankfurt
Mit Eventflächen, Außenterrassen, Skyline-Blick und Premiumkino
zeigt Foodtopia, wie Food & Entertainment als
Frequenzanker wirken können. Das Ergebnis: signifikant
höhere Besucherzahlen ab 17 Uhr.
Fazit – der emotionale Kern
Gastronomie funktioniert, weil sie das reale Nutzungsverhalten
adressiert: Konsumenten kaufen nicht nur – sie
treffen sich, verweilen, suchen Erlebnis und Gemeinschaft.
Ein starkes Food-Angebot verwandelt das Center von einer
reinen Transaktionsplattform in eine urbane Bühne. Für die
Immobilienwirtschaft bedeutet das: Mehrwert durch Frequenz,
Aufenthaltsqualität und nachhaltige Revitalisierung.
Food Garden, Main-Taunus-Zentrum
Auf einer ehemaligen Warenhausfläche entstand ein 4.000
m² großes Areal mit fünf Holzbauten, acht Gastronomiekonzepten
und großzügigen Grünflächen. Nachhaltige Materialien,
offene Strukturen und hoher Aufenthaltswert machen
das 2025 eröffnete Projekt zum Leuchtturm für die Revitalisierung
von Bestandsimmobilien.
Relevanz für den deutschen Retail-Immobilienmarkt
1. Doppelte Strategie: Gastronomie ist resistent gegen E-
Commerce-Substitution und stärkt angrenzende Retail-Kategorien.
2. Flexibilität: Höhere F&B-Anteile erweitern die Steuerungsoptionen
im Vermietungsmanagement – von Tageszeitsteuerung
bis hin zu Pop-ups oder saisonalen Konzepten.
3. Community-Bindung: Food schafft emotionale Ankerpunkte
und soziale Routinen – vom Familienessen bis zum
After-Work. So werden Zentren Teil urbaner Alltagskultur.
4. Nachhaltigkeit: Projekte wie der MTZ Food Garden zeigen,
wie ESG-Kriterien durch Architektur und Begrünung
mit wirtschaftlichem Mehrwert verbunden werden können.
Erfolgsfaktoren im Playbook
• Kontraste setzen: Mix aus Quick-Service, Casual Dining,
Dessert- und Kaffeespezialisten.
• Aufenthaltsqualität gestalten: Sitzkomfort, Tageslicht,
Akustik und Ausblicke.
INFOBOX
Jonathan Doughty ist seit fast 50
Jahren in der Gastronomie tätig.
Nach seiner Ausbildung zum
Koch und Foodservice-Manager
sammelte er Erfahrungen bei
Unternehmen wie Whitbread,
Mars und Marriott. 1993 gründete
er das Beratungsunternehmen
Coverpoint, das er 2014 an
JLL verkaufte. Seitdem arbeitet
er für ECE, zunächst als Global
Head of Foodservice, Leisure &
Placemaking und heute als Berater
für Sonderprojekte. Er lebt
mit seiner Familie in England
und hat zudem eine Wohnung in
Hamburg.
80 GASTROSPACES
Robotik und KI in der
Gastronomie: Der Schlüssel
für erfolgreiche
Handelsimmobilien
Gastbeitrag von Tim Plasse, Geschäftsführer F&B Heroes
Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie betreten ein Shopping Center und
werden nicht nur von der üblichen Ansammlung austauschbarer Burger- und
Döner-Konzepte begrüßt, sondern von einem durchdachten gastronomischen
Ökosystem, das sowohl Ihre täglichen Bedürfnisse als auch Ihre Wünsche nach
besonderen Erlebnissen erfüllt. Ein Ort, an dem Robotik und Künstliche Intelligenz
nicht als futuristische Spielerei fungieren, sondern als strategische Werkzeuge
zur Lösung der drängendsten Herausforderungen unserer Branche.
Die Realität sieht anders aus: Leerstände in Innenstädten
und Shoppingcentern nehmen zu, gastronomische Konzepte
scheitern an Personalmangel und Kostenstrukturen, und
Handelsimmobilien kämpfen um Traffic und Relevanz. Doch
in dieser Krise liegt eine beispiellose Chance. Robotik und
KI können das Fundament für ein neues Paradigma schaffen
– eines, das Gastronomie nicht mehr als notwendiges Übel,
sondern als strategischen Ankermieter positioniert. Drei
Entwicklungen werden diese Transformation vorantreiben:
die Etablierung der Alltagsversorgung als neues gastronomisches
Segment, die Neupositionierung von Handelsimmobilien
als Plattformen für erfolgreiche Gastronomiekonzepte
und der intelligente Einsatz von KI für datenbasierte
Portfolioentscheidungen.
These 1: Robotik erschließt das vernachlässigte Segment
der Alltagsversorgung
Die Gastronomiebranche hat sich jahrzehntelang auf ein
Narrativ fokussiert: Wir schaffen Erlebnisse für besondere
Anlässe. Restaurants und Cafés positionieren sich als Destinationen
für Freizeitgestaltung, für den besonderen Moment,
für das außergewöhnliche Erlebnis. Doch während
wir uns auf diese Spitze der Bedürfnispyramide konzentriert
haben, bleibt ein riesiges Marktsegment unbefriedigt:
die tägliche Versorgung.
Menschen essen dreimal täglich – und wenn auch nicht immer
außer Haus, so doch regelmäßig. Doch für diese Alltagsversorgung
fehlen in vielen Handelsimmobilien überzeugende
Angebote. Die vorhandenen Konzepte scheitern
an einem fundamentalen Dilemma: Alltagsversorgung erfordert
attraktive Preise bei gleichbleibend hoher Qualität.
Denn der Gast, der täglich kommt, hat andere Erwartungen
als derjenige, der einen besonderen Abend verbringt. Er will
Funktionalität, Gesundheit und Wert – nicht primär Erlebnis
oder Atmosphäre.
Hier liegt das Problem traditioneller Gastronomie: Die Personalkosten
– oft 30 bis 40 Prozent des Umsatzes – machen
bezahlbare Alltagsversorgung nahezu unmöglich. An der
Miete können Gastronomen in guten Lagen nicht sparen,
an der Warenqualität nur begrenzt, ohne die Akzeptanz zu
verlieren. Der größte Hebel liegt in der Effizienzsteigerung
durch Automatisierung.
Robotik verändert diese Gleichung fundamental. Automatisierte
Systeme können einfache, repetitive Tätigkeiten
GASTROSPACES 81
übernehmen – von der Zubereitung standardisierter Gerichte
bis zur Ausgabe und Reinigung. Plötzlich wird Gastronomie
zu einem skalierbaren Produkt statt einer individuellen
Dienstleistung. Die Kostenbasis sinkt dramatisch,
während die Qualität konstant bleibt.
Ein konkretes Beispiel zeigt das Potenzial: F&B Heroes hat
in Kooperation mit Goodbytz erfolgreich ein Ghostkitchen-
Pilot mit dem Brand „Lady Umami“ gelauncht. Die Kundenzufriedenheit
liegt bei beeindruckenden 9,4 von 10 Punkten
– ein Beweis dafür, dass automatisierte Systeme nicht nur
effizienter, sondern auch qualitativ hochwertig arbeiten
können.
Betrachten wir das Skyline Plaza in Frankfurt: Der Food
Court funktioniert nicht wegen seiner außergewöhnlichen
Konzepte, sondern weil er Alltagsversorgung für die Büroangestellten
der Umgebung bietet. Diese Erkenntnis müssen
wir auf alle Handelsimmobilien übertragen. Doch statt
auf austauschbare Systemgastronomie zu setzen, ermöglicht
Robotik die Entwicklung differenzierter, gesunder und
dennoch bezahlbarer Alltagskonzepte.
Der Effekt auf die Retention ist bemerkenswert: Während
ein Erlebnis-Restaurant vielleicht einmal im Monat besucht
wird, kann Alltagsversorgung täglich oder mehrmals
wöchentlich Traffic generieren. Für Handelsimmobilien
bedeutet das einen kontinuierlichen Besucherstrom statt
seltener Peaks.
These 2: Handelsimmobilien als strategische Plattformen
für Gastronomie
Die traditionelle Denkweise in der Immobilienbranche ist
simpel: Ich vermiete Fläche, der Mieter macht sein Geschäft,
ich kassiere Miete. Dieses transaktionale Modell funktioniert
nicht mehr in einer Welt, in der Erfolg von Komplexität,
Synergien und aktiver Kuratierung abhängt.
Erfolgreiche Handelsimmobilien der Zukunft werden sich
als physische Plattformen verstehen, die erfolgreiche Geschäfte
ermöglichen, statt nur Raum zu vermieten. Gastronomie
spielt dabei eine Schlüsselrolle – nicht als Nebengeschäft,
sondern als strategischer Ankermieter.
Warum ist das so? Gastronomie hat eine einzigartige Eigenschaft:
Sie ist der einfachste Weg für Verbraucher, sich
etwas zu gönnen. Ein Matcha Latte für 6,50 Euro ist emotional
und finanziell zugänglicher als eine Handtasche für
150 Euro. Food & Beverage-Produkte ermöglichen spontane
Foto: goodBytz
Personalkosten sparen dank Effizienzsteigerung durch Automatisierung.
82 GASTROSPACES
Foto: goodBytz
Belohnung und Genuss – ein psychologischer Trigger, der
Traffic in die Immobilie zieht.
Gleichzeitig hat Gastronomie in unserer „Attention Economy“
eine überproportionale öffentliche Wahrnehmung. Ein
neues Restaurant generiert mehr Social Media-Aufmerksamkeit
als ein neuer Elektronikmarkt. Diese Aufmerksamkeit
übertragen erfolgreiche gastronomische Konzepte auf
die gesamte Immobilie.
Doch hier liegt das Paradox: Obwohl Gastronomie flächenanteilsmäßig
meist den geringsten Anteil in Centern ausmacht
und auch den geringsten direkten Revenue generiert,
hat sie die höchste Aufmerksamkeit und den größten Einfluss
auf die Frequentierung. Trotzdem wird sie behandelt
wie ein nachrangiger Mieter, nicht wie ein Ankermieter.
Traditionelle Ankermieter wie Media Markt oder H&M erhalten
massiv subventionierte Konditionen – ausgebaute
Läden, reduzierte Mieten, flexible Laufzeiten. Alles nur für
den Traffic, den sie bringen oder bringen sollten. Warum
behandeln wir Gastronomie nicht genauso? Die Antwort
liegt in der Komplexität gastronomischer Geschäftsmodelle.
Ein Elektronikhandel ist operativ simpel, Gastronomie erfordert
komplexes Know-how und Anforderungen.
Hier kann Robotik die Brücke schlagen. Automatisierte gastronomische
Systeme reduzieren die operative Komplexität
erheblich und hohe technische Anforderungen an das Gebäude.
Plötzlich können auch Handelsimmobilienbetreiber
oder Einzelhändler gastronomische Services anbieten, ohne
tiefes F&B-Know-how aufbauen zu müssen. Die Technologie
macht Gastronomie zu einem Produkt, das ähnlich einfach
zu operieren ist wie Retail.
Diese Vereinfachung eröffnet völlig neue Geschäftsmodelle:
Einzelhändler können ihre Flächen um gastronomische
Services erweitern, Immobilienbetreiber können eigene
F&B-Konzepte entwickeln, und neue Revenue Streams entstehen.
Gleichzeitig können Immobilienbetreiber gastronomische
Konzepte strategischer einsetzen – als Traffic-Generatoren
statt als reine Mieteinnahmequellen.
Die erfolgreiche Handelsimmobilie der Zukunft wird ein
kuratiertes Ökosystem sein, in dem sich Alltagsversorgung
und Erlebnisgastronomie ergänzen, in dem datenbasierte
Entscheidungen über die optimale Mietermischung getroffen
werden und in dem die physische Infrastruktur aktiv
den Erfolg aller Mieter unterstützt.
These 3: KI als strategischer Kompass für datenbasierte
Portfolioentscheidungen
Die Immobilienbranche denkt in Dekaden, während sich
der Markt mittlerweile in Monaten oder sogar Wochen verändert.
Ein Standardmietvertrag läuft zehn Jahre, Gebäude
werden über 30-50 Jahre abgeschrieben, aber Konsumtrends
können sich innerhalb von Saisons komplett umkehren.
Diese Geschwindigkeitsdiskrepanz ist einer der Hauptgründe
für scheiternde Konzepte und leerstehende Flächen.
Die traditionelle Herangehensweise bei der Mieterauswahl
ist oft intuitionsbasiert oder orientiert sich an vermeintlich
bewährten Formeln. Doch was heute funktioniert, kann
morgen schon überholt sein. Wie viele Shoppingcenter sind
gescheitert, weil sie auf die x-te Burger-Kette statt auf das
gesetzt haben, was die lokale Zielgruppe tatsächlich wollte?
Künstliche Intelligenz bietet hier einen fundamentalen Paradigmenwechsel:
von der Annahme zur Analyse, von der
Intuition zu den Daten, von der Reaktion zur Antizipation.
Konkret kann KI in mehreren Bereichen transformative
Wirkung entfalten:
Gleich kann das Essen serviert werden.
Trendanalyse und Nachfrageprognose: KI-Systeme können
riesige Datenmengen aus sozialen Medien, Suchtrends,
Bewertungsplattformen und lokalen Verhaltensmustern
analysieren. Sie erkennen, nach welchen gastronomischen
Angeboten Menschen in der spezifischen Region suchen,
welche Trends aufkommen, und welche abflauen. Statt zu
raten, was funktionieren könnte, können Immobilienbetreiber
datenbasiert entscheiden, welche Konzepte den höchsten
Erfolg versprechen.
Persona-Entwicklung und Zielgruppenanalyse: Wer besucht
überhaupt das Center? Was sind deren Ziele, Gewohnhei-
GASTROSPACES 83
ten, Präferenzen? KI kann aus verschiedenen Datenquellen
detaillierte Personas der tatsächlichen Besucher entwickeln
und deren Bedürfnisse prognostizieren. Es ist nicht eine
Entweder-Oder-Strategie, sondern die Frage: Wie kann ich
die unterschiedlichen Zielgruppen und Consumer Cohorts
mit den entsprechenden Produkten und auf den entsprechenden
Plattformen ansprechen? Es geht darum, die richtige
Aufmerksamkeit zu erzeugen. Braucht diese Zielgruppe
einen teuren Smoothie-Laden oder eher eine erschwingliche
Poke Bowl-Station? Sind Baby Boomer oder Gen Z die
dominante Gruppe, und was bedeutet das für die F&B-Strategie?
Portfolio-Optimierung: Wie bei einem Finanzportfolio
braucht auch ein gastronomisches Portfolio in einer Handelsimmobilie
die richtige Mischung aus stabilen Langzeit-Ankern
und flexiblen Trend-Konzepten. KI kann kontinuierlich
analysieren, welche Angebote ihre Performance
verlieren, welche Lücken im Portfolio entstehen und wann
der optimale Zeitpunkt für Veränderungen gekommen ist.
Predictive Analytics für Erfolg: Welche Faktoren bestimmen
den Erfolg eines gastronomischen Konzepts in einer spezifischen
Immobilie? KI kann aus historischen Daten Erfolgsmuster
erkennen und die Erfolgswahrscheinlichkeit neuer
Konzepte prognostizieren, bevor sie implementiert werden.
Entscheidend ist dabei die Geschwindigkeit: Während traditionelle
Marktanalysen Monate dauern können, liefert KI
kontinuierlich aktuelle Insights. Das ermöglicht es Immobilienbetreibern,
ihr Portfolio aktiv zu managen, statt nur zu
verwalten.
Diese datenbasierte Herangehensweise erfordert jedoch
auch ein Umdenken in der Vertragsgestaltung. Starre
10-Jahres-Verträge passen nicht zu einem dynamischen,
KI-gestützten Portfoliomanagement. Flexiblere Strukturen,
erfolgsbasierte Mieten und kürzere Anpassungszyklen werden
notwendig.
Welche sind nur Lückenfüller? Wo liegen ungenutzte Potenziale
für Alltagsversorgung? Experimentieren Sie mit flexibleren
Vertragsmodellen und investieren Sie in datenbasierte
Entscheidungsprozesse.
Für Gastronomiebetreiber eröffnet sich die Chance, durch
den intelligenten Einsatz von Automatisierung neue Marktsegmente
zu erschließen und skalierbare Geschäftsmodelle
zu entwickeln. Die Zukunft gehört denen, die Technologie
nicht als Kostenfaktor, sondern als Enabler für besseren
Service und effizientere Prozesse verstehen.
Für Projektentwickler und Investoren wird es entscheidend,
die sich wandelnden Anforderungen an gastronomische Infrastruktur
zu verstehen und Immobilien zu schaffen, die sowohl
traditionelle als auch automatisierte Konzepte optimal
unterstützen.
Die Zeiten, in denen Immobilien Jahrzehnte unverändert
funktionieren konnten, sind vorbei. Die Zukunft gehört den
aktiven Managern, den Datenanalysten, den Kuratoren von
Erlebnissen. Robotik und KI sind die Werkzeuge, die diese
Transformation möglich machen.
Die Revolution der Gastronomie in Handelsimmobilien hat
begonnen. Dabei dürfen wir einen entscheidenden Aspekt
nicht vergessen: Gastronomie und Handel sind und bleiben
physische Erlebnisse, in denen der Mensch den Unterschied
macht. Gerade in einer Welt von Bits und Bytes wird das authentische,
sinnliche Erlebnis zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.
Doch es ist wichtig, dass die Welt der „Atoms“ - unsere
physischen Geschäfte und Immobilien - die Transformation
in die Welt der Bytes schafft. Denn dort wird zukünftig
ein Großteil der Wertschöpfung liegen. Robotik und KI sind
nicht der Ersatz für menschliche Interaktion, sondern die
Enabler, die es ermöglichen, diese Interaktion wertvoller
und zielgerichteter zu gestalten.
Die einzige Frage ist: Sind Sie bereit, diese Transformation
mitzugestalten?
Die Zukunft beginnt heute – ein Aufruf zum Handeln
Die Transformation von Handelsimmobilien durch Robotik
und KI ist keine ferne Zukunftsvision – sie beginnt heute.
Während wir diskutieren, setzen innovative Unternehmen
bereits die ersten automatisierten Gastronomiekonzepte
um, entwickeln KI-basierte Marktanalyse-Tools und experimentieren
mit neuen Betreibermodellen.
Die Frage ist nicht, ob diese Entwicklung kommt, sondern
wer sie führt und wer ihr folgt.
Für Handelsimmobilienbetreiber bedeutet das: Beginnen
Sie heute mit der Analyse Ihrer gastronomischen Portfolio-
Performance. Welche Konzepte generieren wirklich Traffic?
INFOBOX
Tim Plasse ist Experte für gastronomische
Konzeptentwicklung und Innovation in
Handelsimmobilien. Als Berater unterstützt
er Immobilienbetreiber und Gastronomiebetriebe
beim Aufbau zukunftsfähiger
F&B-Strategien und Robotic
Gastronomy.
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Spitzenkoch eröffnet Restaurant im
Westfield Hamburg-Überseequartier
Thomas Bühner siedelt sich direkt an der Waterfront an
Der international renommierte Spitzenkoch Thomas Bühner eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier
ein neues gastronomisches Konzept – direkt an der Waterfront mit Blick auf die Elbe. Anders als in
seinen Restaurants in Düsseldorf und Taipeh steht hier nicht das Thema Fine Dining im Fokus, sondern ein
modernes, weltoffenes All-Day-Dining- und Bar-Erlebnis, das auf Zugänglichkeit und Lebensfreude setzt.
Mit diesem Schritt schlägt Bühner bewusst ein neues Kapitel
auf: unkompliziert, inspirierend und mit internationalem
Esprit. Die Eröffnung ist für das erste Halbjahr 2026
geplant. Weitere Details zum Konzept folgen – aber schon
jetzt ist klar: Hamburg darf sich auf eine neue kulinarische
Erzählung freuen.
Die Fläche, auf der sich das neue Restaurant befinden wird,
liegt im Erdgeschoss des Gebäudes Lee und umfasst einen
600 Quadratmeter großen Innenbereich und zwei Außenterrassen
mit insgesamt 120 Quadratmetern. Die Terrassen
sind südlich ausgerichtet und ermöglichen so einen einmaligen
Blick auf die Elbe, den Hafen und das Kreuzfahrtterminal.
Thomas Bühner sagt: „Ich empfinde große Freude
dabei, Menschen gemeinsam an einen Tisch zu bringen und
mit gutem Essen zu berühren – nicht nur zu besonderen
Anlässen, sondern auch im Alltag. Hamburg und das Westfield
Hamburg-Überseequartier bieten dafür nun genau die
richtige Bühne.“
Thomas Bühner zählt seit nunmehr drei Jahrzehnten zu den
prägenden Persönlichkeiten der deutschen Spitzengastronomie.
Internationale Anerkennung erlangte er vor allem
durch seine Zeit als Küchenchef des mit drei Michelin-Sternen
ausgezeichneten Restaurants la vie in Osnabrück. Seit
dessen Schließung bereist er als Gastkoch und Berater die
ganze Welt und eröffnete weitere Restaurants, unter anderem
das LA VIE by thomas bühner in Taipeh, ausgezeichnet
mit einem Michelin-Stern, und das TASTE by Thomas Bühner
in Istanbul.
Foto: Olaf Kitig Design
Sternekoch Thomas Bühner eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier ein Restaurant.
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