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HI SPEZIAL GastroSpaces

Trends an der Schnittstelle zwischen Gastronomie und Immobilien

Trends an der Schnittstelle zwischen Gastronomie und Immobilien

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BERICHTE, INTERVIEWS, EXPERTENBEITRÄGE, BEST PRACTICES UND MEHR

ZUSAMMENGESTELLT VON HI HEUTE & LOTTMANN COMMUNICATIONS

GastroSpaces

Trends an der Schnittstelle zwischen

Gastronomie und Immobilien


2 GASTROSPACES

Zukunft gestalten am

Puls zweier Branchen

Die Synergie zwischen Gastronomie und Immobilien erlebt

derzeit einen bemerkenswerten Wandel und eröffnet

Raum für innovative Konzepte und nachhaltige Entwicklung.

In Zeiten, in denen traditionelle Strukturen im Einzelhandel

und in der Gastronomie unter Druck geraten,

entstehen völlig neue Möglichkeiten, Standorte und Erlebnisse

zu inszenieren.

Mit „GastroSpaces“ beleuchten wir diese dynamische

Schnittstelle, an der digitale Technologien, smarte Konzepte

und zukunftsweisende Standortideen eine neue

Dimension des Gastronomieerlebnisses formen.

Der Wunsch nach Authentizität, Regionalität und Nachhaltigkeit

prägt immer stärker die Erwartungen der Gäste

– und damit auch die Anforderungen an Immobilienentwickler

sowie Gastronomiebetreiber. Wo früher der klassische

Gastrobetrieb als vermeintliches Frequenzwunder

galt, rücken heute flexible, hybride Raumlösungen, Erlebniswelten

und Multi-Use-Konzepte ins Zentrum der

Planung.

Gastronomieflächen sind zum Innovationslabor geworden:

ob als Bühne für regionale Spezialitäten, kreative

Start-ups oder als Plattform für soziale und digitale Vernetzung.

Zudem sind Technologie und Digitalisierung

längst keine Nebenthemen mehr, sondern Treiber der

Branche. Von smarten POS-Systemen und vernetzten

Küchen über IoT-gesteuertes Energiemanagement bis

hin zu digitalen Reservierungs- und Lieferservices – der

Raum wird zum „Smart Space“, der Effizienz, Nachhaltigkeit

und Benutzerfreundlichkeit miteinander verbindet.

Diese Digitalisierung revolutioniert nicht nur Abläufe,

sondern verändert maßgeblich die Erwartungen von

Gästen und Betreibern.

Der gesellschaftliche Wandel macht Gastronomie zu einem

entscheidenden Standortfaktor. Flexible Flächennutzung,

Food-Halls und Pop-up-Konzepte prägen urbane

Quartiere und schaffen lebendige Begegnungsräume,

die weit über das reine Essen hinausgehen. Best Cases

wie das Überseequartier Hamburg oder das Werksviertel

in München zeigen, wie Gastronomie Quartiersentwicklung

mitprägt und urbanen Lebensraum neu definiert –

etwa durch die Kombination von Arbeiten, Wohnen und

Genuss.

In der Stadtentwicklung positioniert sich Gastronomie

zunehmend als Motor urbaner Erneuerung. Projekte

wie „CHEFS in Town – Düsseldorf kocht auf!“ unterstreichen

die Rolle von Gastronomie als Treiber für kulturelle

Vielfalt und wirtschaftliche Impulse. Die enge

Zusammenarbeit zwischen Stadt, Händlern und Gastronomen

schafft multifunktionale „Spaces“, die Stadtteile

lebendig und zukunftsfähig machen.

Natürlich steht die Branche vor Herausforderungen –

insbesondere der Fachkräftemangel und der Wandel im

Arbeitsmarkt verlangen neue Ausbildungswege und innovative

Kooperationen. Zugleich bieten Digitalisierung

und Marketing neue Chancen, die Identität gastronomischer

Konzepte sichtbar und erlebbar zu machen.

„GastroSpaces“ ist mehr als ein Magazin: Es ist ein Kompass

für alle, die sich an der Schnittstelle von Gastronomie

und Immobilien bewegen. Für Visionäre, Macher

und Gestalter, die Räume schaffen wollen, die kulinarische

Erlebniswelten und wirtschaftliche Lebensräume

miteinander verbinden. Erleben Sie mit uns, wie Zukunft

gestaltet wird – in den GastroSpaces von morgen.

Und nun viel Spaß beim Lesen!

Ihre

Thorsten Müller

Chefredakteur

HI HEUTE

Anja Lottmann

Inhaberin

Lottmann communications



4 GASTROSPACES

INHALT

02 Editorial

06 Von Tischen und Trends - Gastronomie

als Motor für lebendige Innenstädte

52 Von Social Media bis Quartiersentwicklung

- wie digitale Food Brands

die urbane Gastronomie prägen

Kikis Kitchen und Beigel

10 Gastronomie als Gamechanger:

Insights aus internationalen Shopping Centern

Interview mit Markus Brugger und Sorin Scurtu (CC Real)

58 Zwischen Dynamik und Stabilität:

Wie sich Gastronomieimmobilien verändern

Interview mit Jens Betge

14 Stadt gestalten, Menschen gewinnen:

Die Rolle der Gastronomie zwischen

Quartiersentwicklung und Fachkräftemangel

Interview mit Homeira Amira (Amira Consulting & Hospitily GmbH)

18 Chefs in Town :

eine Stadt als kulinarische Bühne

Ein Festival, das es so nur in Düsseldorf gibt

24 Kulinarische Impulsefür die Stadt

Interview mit Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller

28 Auf einen Döner mit: Lukas Podolski

Interview mit dem Ex-Fußball-Nationalspieler

60 Warum Gastronomie der

emotionale Anker moderner Quartiere ist

Gastbeitrag von Markus Bauer (Tasteful Hospilaty)

64 Raum auf Zeit mit großer Wirkung für morgen

Im Gespräch mit Marc Uebelherr (Tasteful Hospilaty)

68 Mit Food Garden die Lücke

zum gehobenen Gastronomieerlebnis geschlossen

Acht neune Konzepte im Main Taunus Zentrum

70 Foodtopia sorgt für Vervierfachung

des Umsatzes in der vierten Etage

MyZeil in Frankfurt steigert Besucherzahlen immens

30 Handelsfläche trifft Food Brand

- Mangal Döner bei Kaufland

Interview mit Marco Schepers (Mangal Döner x LP10)

32 Emotion schlägt Regal: Was Handel

und Gasto vom Teleshopping lernen können

Interview mit Axel Schulz

36 Wie Gastronomie Einkaufszentren zu

Lifestyle-Destinationen machen kann

Interview mit Ion Saralegui (EUROFUND)

40 So machen wir aus Leerstand Happening Places

Gastbeitrag von Gregor Wöltje (Bricks and Stories)

44 „Effiizienz auf engstem Raum - wie smarte

Küchentechnik neue Gastroflächen möglich macht“

Interview mit Claus Pedersen (Convotherm)

48 Heartatwork - Gastronomie als Brücke

zwischen Kulturen und Märkten

Gastbeitrag von Will Odwarka (Heartatwork)

50 Deutschlands Shopping-Center-Markt:

Ein Magnet für Internationales Kapital?

Gastbeitrag von Dan Innes (INNESCO)

71 Hätten Sie‘s gewusst? IKEA bereits

sechstgrößte Foodkette der Welt

72 Esskultur im Wandel: Gen Z wird zur Gen Znack

72 L`Osteria übernimmt Mehrheit von Pizza Pilgrims

74 Future Café in Dingolfing:

Technologischer Innovationsmotor

74 Pop-Up-Café von DOUGLAS schafft Erlebnisraum

76 Kommunikation neu gedacht:

Social Media & PR im Shopping Center

Gastbeitrag von Anja Lottmann und Julian Lehmann

78 Gewinner Gastronomie: Wie Food & Beverage das

Playbook deuscher Shopping Center neu schreibt

Gastbeitrag von Jonathan Doughty

80 Robotik und KI in der Gastronomie: Der Schlüssel

für erfolgreiche Handelsimmobilien

Gastbeitrag von Tim Plasse (F&B Heroes)

84 Spitzenkoch eröffnet Restaurant im

Westfield-Hamburg-Überseequartier

85 Impressum


13. – 17.3.

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TRENDS

LAUFEN

LERNEN.


6 GASTROSPACES

Von Tischen und Trends

– Gastronomie als Motor

für lebendige Innenstädte

Impulse für die ökonomische und soziale Vitalität einer Stadt setzen

Gastronomie ist längst mehr als nur ein kulinarisches Angebot – sie ist eine der

wichtigsten Treiber für lebendige Innenstädte. Nach dem Einkaufen ist sie der

zweithäufigste Anlass für einen Innenstadtbesuch. Über die Hälfte aller Einkäufe

wird mit einem Restaurant- oder Cafébesuch verbunden. Eating is the new shopping

– dieser Trend verändert unsere Innenstädte und macht deutlich, warum

Gastronomie in der Stadtentwicklung strategisch gedacht werden muss.

Gastronomie ist dabei nicht nur Frequenzbringer, sondern

auch eine wachsende Branche, die nennenswerte Impulse

für die ökonomische und soziale Vitalität einer Stadt setzen

kann. Umso wichtiger ist es, sich proaktiv mit dem Thema

auseinanderzusetzen und die individuellen Rahmenbedingungen

vor Ort zu berücksichtigen.

Entscheidende Erfolgsfaktoren

Gastronomie ist nicht gleich Gastronomie. Vom Imbiss bis

Fine Dining, vom Foodtruck bis zur Quartiersgastronomie:

Wachstum und Relevanz unterscheiden sich erheblich.

Schnelligkeit, Originalität, Nachhaltigkeit und die richtige

Einbindung ins Stadtgefüge sind heute entscheidende Erfolgsfaktoren.

Gute Beispiele zeigen, wie vielfältig Gastronomie

Innenstädte prägen kann:

Die Stadt Schleiden in NRW verdeutlicht, wie der Marktplatz

durch eine bewusst einheitlich gestaltete Außengastronomie

zum lebendigen Treffpunkt wurde. Mit Unterstützung der

dortigen Wirtschaftsförderung wurden Windschutzwände

als gestalterische Elemente eingeführt, Aufenthaltsqualität

und Stadtbild zugleich aufwertet. In enger Abstimmung mit

den Gastronomen entstand ein harmonisches Gesamtbild –

und das wirkt bis heute: Auch sechs Jahre später überzeugt

der Marktplatz als lebendiger Treffpunkt. In Kaarst und

Garath (NRW) haben temporäre Formate gezeigt, wie viel

Energie in Kulinarik steckt: Sie aktiviert Plätze, bringt Menschen

zusammen und stärkt die Identität von Stadtteilen.

Beim City-Dinner in Kaarst und dem After-Work-Event „So

schmeckt Garath“ wurden sonst wenig genutzte Orte gastronomisch

aktiviert. Gleichzeitig stand hier die kulinarische

Vielfalt im Vordergrund – von den Locals selbst mitgestaltet.

Solche Formate stärken nicht nur die Verweilqualität, sondern

auch Identität und Gemeinschaft im Quartier. Diese

Beispiele zeigen, wie Gastronomie gezielt Aufenthaltsqualität

schaffen und Stadtbilder prägen kann. Gleichzeitig wird

deutlich: Erfolg braucht klare Konzepte und gemeinsame

Strategien.

Proaktive Auseinandersetzung

Nicht überall jedoch entfaltet Gastronomie automatisch ihre

Rolle als Katalysator. Fehlende Konzepte, fragmentierte Flächen

oder wenig profilierte Betriebe können die Entwicklung

eher bremsen als befördern. Hier hilft eine fundierte

Potenzialanalyse, die Klarheit über die individuelle Agenda

vor Ort schafft und den Weg für strategische Entscheidungen

ebnet. Für Kommunen bedeutet das: Gastronomie darf

nicht nur „mitlaufen“, sondern verdient und benötigt proaktive

Auseinandersetzung. Kommunen stehen damit vor drei

Kernfragen:

Welche Konzepte passen in welche Lage? Welche Flächen

sind entscheidend für die Belebung? Welche Instrumente


GASTROSPACES 7

Foto: GfW Schleiden mbH

Einheitlich gestaltete Außengastronomie Schleiden

Foto: Leslie Barabasch

Foto: DieProfifotografen

City Dinner Kaarst

After Work Party „So schmeckt Garath”


8 GASTROSPACES

braucht es, um Betriebe zu halten und neue Formate zu fördern?

Potenzialanalysen, Steuerungskonzepte und Aktivierungsstrategien

auf gesamtinnerstädtischer sowie immobilienbezogener

Ebene sind hier entscheidende Instrumente. Dass

Kommunen auch ganz konkret unterstützen können, zeigt

beispielsweise die Stadt Stolberg: Mit dem Verfügungsfonds

Anmietung wird die Ansiedlung von Neugründungen gefördert.

Aufbauend auf einer strategischen Voruntersuchung

im Zuge eines innerstädtischen Gastronomiekonzepts

spricht die Stadt gezielt Gastronomiebetriebe an – ein Beispiel

für proaktive Ansiedlungspolitik, die Wirkung zeigt.

Zugleich Chance und Herausforderung

Für private Akteure – Eigentümerinnen und Eigentümer,

Investorinnen und Investoren sowie Gastronominnen und

Gastronomen ist Gastronomie zugleich eine Chance als auch

Herausforderung. Wer investieren will, muss den Standort

im Gesamtkontext verstehen: Welche Rolle kann ein Betrieb

im Zusammenspiel von Stadt, Quartier und Nachbarschaft

übernehmen? Welche Frequenzen lassen sich erschließen,

welche Zielgruppen ansprechen? Nur wenn Mikro- und Makroebene

zusammengedacht werden, entstehen tragfähige

und wirtschaftlich erfolgreiche Konzepte.

Vom Street-Food-Festival bis zur Quartiersgastronomie

Am Ende gilt: Die Möglichkeiten sind da – von temporären

Formaten wie Street-Food-Festivals bis hin zu Quartiersgastronomie,

die ganze Stadtteile prägt. Entscheidend ist,

dass Kommunen und private Akteure gemeinsam handeln.

Eine vielfältige, qualitätsvolle Gastronomie macht Innenstädte

attraktiver – und gibt ihnen vor allem das, was sie am

meisten brauchen: Aufenthaltsqualität, Lebensfreude und

Identität. Wer diese Potenziale erkennt und planwirksam

gestaltet, schafft die Grundlage für lebendige Zentren von

morgen.

Charlotte Möller, Gastronomieexpertin bei

Stadt + Handel (Dortmund)

Foto: Mietunterstützung Stadt Stolberg

Werbung Kupferladen, Förderprogramm Mietunterstützung der Stadt Stolberg


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10 GASTROSPACES

Gastronomie als Gamechanger:

Insights aus internationalen

Shopping Centern

Interview mit Markus Brugger und Sorin Scurtu (CC Real Group)

Die CC Real Group, 2006 in Wien gegründet, zählt zu den erfahrenen Entwicklern und

Betreibern von Shopping Centern in Europa. Mit rund 550.000 qm Handelsfläche im

Management konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung, Repositionierung

und aktive Bewirtschaftung von Retail- und Mixed-Use-Destinationen. Das Unternehmen

verwaltet ein Immobilienvermögen von rund 3 Milliarden Euro und beschäftigt

mehr als 200 Mitarbeiter. Zum Portfolio gehören unter anderem die Millennium City in

Wien, das City Center One West und East in Zagreb, sowie das ITIS in Helsinki. Wie CC

Real Group Gastronomie erfolgreich als strategischen Erfolgsfaktor in seinen Shopping

Centern umsetzt, erzählen im folgenden Interview Markus Brugger (Managing Director)

und Sorin Scurtu (Executive Director Leasing).

HI HEUTE: Herr Brugger, welche Bedeutung haben Gastronomie

und insbesondere Food Courts in der CC-Real-

Gesamtstrategie für Shopping Center?

Markus Brugger: Gastronomie ist für uns ein zentrales Element,

um unsere Center als lebendige Bestandteile ihrer

Umgebung zu positionieren. Unser Anspruch ist es, sie zu

echten Destinationen zu entwickeln. Gastronomie schafft

Atmosphäre, steigert Aufenthaltsqualität und Konsum, wirkt

als sozialer Treffpunkt und ist ein schlüssiger Baustein im

Nutzungsmix. Wir kuratieren die Standorte kontextbezogen

– Innenstadt versus Stadtrand – eine Standardlösung gibt es

nicht. Gastronomie verlängert die Verweildauer, stärkt Umsätze

und trägt maßgeblich zur Profilbildung der Häuser bei.

HI HEUTE: Wie ordnen Sie Gastronomie im Verhältnis zu

Retail, Entertainment und Services ein? Gibt es Zielwerte,

wie hoch der Gastronomienanteil in einem erfolgreichen

Center sein sollte?

Sorin Scurtu: Das ist immer standortabhängig, eine feste

Quote gibt es nicht. Entscheidend ist der richtige Mix. Gastronomie

ist Frequenzbringer und Umsatztreiber zugleich.

In innerstädtischen Lagen gelten andere Anforderungen als

in peripheren Standorten, die oft stärker am Wochenende

frequentiert werden. Die Kunden erwarten ein differenziertes,

ganzheitliches Angebot mit Vielfalt, Inszenierungen und

Events.

HI HEUTE: Nach welchen Zielen und Kennzahlen planen

Sie Ihre Gastronomieflächen?

Sorin Scurtu: Zentrale Parameter sind Umsatz und Vielfalt.

Operativ betrachten wir Umsatz pro Quadratmeter, Geschwindigkeit

in der Bedienung – gerade zu Stoßzeiten –,

das Preisniveau im Abgleich mit der Zielgruppe sowie die

Betreiberqualität.

HI HEUTE: Spielen qualitative Faktoren wie Markenimage

oder soziale Begegnungsqualität eine Rolle?

Sorin Scurtu: Unbedingt. Klare Markenführung, Mitarbeiter-

und Kundenbindung und ein stimmiges Erscheinungsbild

sind essenziell. Hinzu kommen sinnvolle digitale

Lösungen wie Self-Order, die Erlebnis und Effizienz gleichermaßen

steigern.

HI HEUTE: Sie sind in Europa in diversen Ländern vertreten,

welche kulturellen und wirtschaftlichen Unterschiede

bei den Anforderungen an die Gastronomie und Food

Courts sehen Sie zum Beispiel in Kroatien, Finnland und

Österreich?


GASTROSPACES 11

Foto: mija _kobal-Edit

In Österreich wünschen die Gäste ein hochwertiges und abwechslungsreiches Gastronomie-Angebot .

Markus Brugger: Die Unterschiede sind erheblich. In Kroatien

verbringen Gäste überdurchschnittlich viel Zeit in Gastronomiebereichen

– Schanigärten und Raucherzonen sind

dort unverzichtbar. In Finnland, etwa im ITIS Helsinki, sind

Raumkomfort, Licht und Großzügigkeit wichtig – bedingt

durch lange Dunkelheit und Kälte. Hier sind unsere Center

zentrale Treffpunkte. Nachhaltigkeit spielt dort eine deutlich

größere Rolle als im Süden.

In Österreich wiederum gehört ein hochwertiges, abwechslungsreiches

Gastroangebot zur Kultur – das spiegelt sich in

den Erwartungen der Gäste.

HI HEUTE: Welchen Einfluss hat der Tourismus auf die

Häuser?

Sorin Scurtu: In touristisch geprägten Märkten steigt die

Nachfrage nach internationalen Marken und vielfältigen

Konzepten. Regionalität bleibt jedoch ein wichtiger Differenzierungsfaktor.

HI HEUTE: Wie passen Sie das Angebot an regionale Vorlieben

und Konsumgewohnheiten an?

Sorin Scurtu: Die Herangehensweise ist sehr ähnlich der

Gestaltung des Branchen- und Mietermixes. Wir betreiben

sehr viel Aufwand, um einerseits unsere Kunden zu verstehen

und andererseits frühzeitig Trends zu erkennen. In

der Regel ist es eine Kombination aus bewährten, zum Teil

internationalen Konzepten, und sogenannten Local Heroes.

Markus Brugger: Da arbeiten wir auch gerne mit lokalen

Szene- und Foodexperten zusammen, denn wir haben den

Anspruch, immer etwas schneller zu sein als der Wettbewerb,

neue Trends zu entdecken. Dabei arbeiten wir auch

gerne mal mit Pop-Up-Konzepten, um neue Angebote zu

testen. Und nicht zu vergessen, regelmäßigen Kundenbefragungen

in den Häusern sind ebenfalls ein wichtiges

Steuerungsinstrument.


12 GASTROSPACES

Fotos: CC Real

Markus Brugger, Managing Director

Sorin Scurtu, Executive Director Leasing

HI HEUTE: Wie ist die Balance zwischen internationale

Marken vs. lokale Anbieter? Wie wichtig sind Innovation

und Nachhaltigkeit?

Sorin Scurtu: Oft braucht es beides: internationale Zugpferde

und lokale Konzepte, die kulturelle Nuancen besser

bedienen. Die Performance derselben Marke kann länderspezifisch

stark variieren. Gleichzeitig gewinnen regionale

Produkte, kurze Lieferketten und Zertifizierungen zunehmend

an Bedeutung. Digitale Innovationen wie Self-Order-

und Bezahllösungen entwickeln sich zu echten Game

Changern.

HI HEUTE: Welche weiteren aktuellen Trends beobachten

Sie und setzen Sie um? – und welche beobachten Sie?

Markus Brugger: Frische, Authentizität und gemeinsames

Erleben sind Schlüsselfaktoren. Erfolgreiche Markthallen-

Konzepte zeigen das deutlich. Regionalität und Individualität

stehen im Vordergrund – statt Einheitsbrei. Convenience

und Take-away bleiben wachstumsstark. Und wie mein

Kollege Sorin Scurtu schon erwähnt hat, ist die kundenfreundliche

(sinnvoll umgesetzte) Digitalisierung ein enormer

Umsatzhebel: Digitale Bestellsysteme führten in einigen

Centern zu Umsatzsteigerungen von bis zu 50 Prozent.

Gerade vor dem Hintergrund des länderübergreifenden

Personalmangels spielen Digitalisierung und KI eine immer

größere Rolle.

HI HEUTE: Wie häufig erneuern Sie das gastronomische

Angebot?

Sorin Scurtu: Starke Leistungsträger bilden eine Basis, die

wir kontinuierlich durch Optimierung und Innovation ergänzen.

Der Prozess ist nie abgeschlossen – Mietvertragslaufzeiten

spielen eine Rolle, aber wir greifen bei Bedarf aktiv

ein. In einem unserer Häuser in Graz, dem Center West,

haben wir beispielsweise mit einem Local Hero einen Problembereich

neu belebt. Sein einzigartiges Konzept, starkes

Design und fairer Preis haben den Standort zu einer echten

Destination gemacht – selbst an Sonntagen, wenn das Center

geschlossen ist.

HI HEUTE: Welche architektonischen und gestalterischen

Faktoren sind entscheidend für hohe Aufenthaltsqualität?

Markus Brugger: Licht, Akustik, Möblierung und Außenflächen

sind wesentliche Elemente. Wichtig ist, dass Gastro-

Bereiche eine eigene Identität entwickeln, gleichzeitig aber

ins Gesamtkonzept integriert sind. Schnelles Take-away


GASTROSPACES 13

und längeres Verweilen müssen räumlich und atmosphärisch

klar getrennt sein. Entertainment- und Gastronomieflächen

werden aufeinander abgestimmt.

HI HEUTE: Vor welchen Herausforderungen stehen Sie

aktuell?

Markus Brugger: Der Fachkräftemangel, Inflation und hohe

Investitionen belasten vor allem das mittlere Segment. Qualität,

Mitarbeiterbindung und Service sind entscheidend.

Digitalisierung hilft, Effizienz- und Servicelücken zu schließen.

Wir unterstützen unsere Partner daher aktiv, insbesondere

beim Markteintritt.

Sorin Scurtu: Preis- und Kostendruck erhöhen die Sensibilität

der Gäste. Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten

Richtung Convenience und Take-away. Kontinuierliche

Optimierung und partnerschaftliche Zusammenarbeit

mit den Betreibern sowie das Hands-On-Management sind

daher unerlässlich.

HI HEUTE: An Sie Beide die Frage, wo sehen Sie das größte

Potenzial für Shopping Center in der Zukunft – und welche

Rolle spielt CC Real dabei?

Markus Brugger: Wir sehen die Zukunft ganz klar in hybriden,

multifunktionalen Destinationen, die weit über klassisches

Shopping hinausgehen. Unsere Center entwickeln

sich zu Orten des Erlebens, Arbeitens und Treffens – mit

Gastronomie, Entertainment, Gesundheit, Services und flexiblen

Flächenkonzepten. Besonders wichtig ist die Integration

von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Regionalität.

Diese Faktoren entscheiden künftig über die Attraktivität

von Handelsimmobilien. CC Real versteht sich hier nicht

nur als Betreiber, sondern als aktiver Gestalter, der Trends

frühzeitig erkennt und in seine Projekte integriert.

Sorin Scurtu: Gleichzeitig glauben wir an das enorme Potenzial

der Gastronomie als Erlebnis- und Umsatztreiber. In

Verbindung mit innovativen digitalen Lösungen – von Self-

Order bis hin zu Flächenmanagement – eröffnen sich ganz

neue Wachstumschancen. Unser Anspruch ist es, Shopping

Center langfristig als lebendige, resiliente Treffpunkte in

ihrer Umgebung zu verankern.

Foto copyright PR

Beim ITIS Helsinki in Finnland wird - bedingt durch lange Dunkelheit und Kälte – großen Wert auf Raumkomfort, Licht und Großzügigkeit gelegt.


14 GASTROSPACES

Stadt gestalten, Menschen gewinnen:

Die Rolle der Gastronomie

zwischen Quartiersentwicklung

und Fachkräftemangel

Ein Gespräch mit Homeira Amiri, CEO Amiri Consulting & Hospility GmbH

Kaum ein Thema bewegt die Hospitality-Branche derzeit so stark wie der akute Personalmangel. Trotz kreativer

Konzepte, digitaler Tools und neuer Formate steht und fällt der Erfolg mit einer zentralen Frage: Wer macht die

Arbeit – und unter welchen Bedingungen?

Es geht jedoch längst nicht nur um einzelne Betriebe. Gastronomie

ist ein integraler Teil des öffentlichen Raums – sie

prägt Stadtbilder, schafft Identität in Quartieren und ist ein

wichtiger Faktor für Aufenthaltsqualität und Immobilienentwicklung.

Wo lebendige Gastlichkeit entsteht, steigen

Standortwert und Lebensqualität. Fehlt sie, entsteht spürbar

ein Nachteil.

Homeira Amiri kennt beide Ebenen: die tägliche Praxis in

Küche, Service und Führung – und die strukturellen Hürden

im System. Als Unternehmerin und Aufsichtsratsvorsitzende

der Denkfabrik Zukunft Gastwelt (DZG) bringt sie

operative Erfahrung und strategischen Weitblick mit. Mit

ihrem Projekt zur Gewinnung internationaler Fachkräfte

entwickelt sie praxisnahe Lösungen – weit über klassische

Vermittlung hinaus.

Homeira Amiri: Gastronomie ist ein zentraler Standortfaktor,

Impulsgeber für Urbanität, Aufenthaltsqualität und

Identität. Sie schafft Orte der Begegnung, des Austauschs

und der Zugehörigkeit – also echte Gemeinschaft. Im Immobilienkontext

ist sie entscheidend für Frequenz, Attraktivität

und nachhaltige Wertschöpfung.

HI HEUTE: Wie verändert sich der Stellenwert gastronomischer

Angebote aus Sicht von Stadtplanern, Investoren

und Eigentümern?

Homeira Amiri: Gastronomie ist kein „nice to have“ mehr,

sondern sie wird als emotionaler Anker und wirtschaftlicher

Motor erkannt. Überall dort, wo sie integriert ist, steigt die

Aufenthaltsqualität. Es entstehen lebendige Orte, die Besucher

binden – eine Win-win-Situation für Betriebe, Mieter,

umliegende Wirtschaftszweige und Standorte.

Im Interview mit HI HEUTE spricht sie über die größten Herausforderungen,

konkrete Lösungsansätze und die Chancen,

die in kultureller Vielfalt liegen. Und sie zeigt, warum

die Zukunft der Gastronomie und die Entwicklung unserer

Städte untrennbar miteinander verbunden sind.

Interview mit Homeira Amiri – über Personal, Perspektiven

und die Zukunft der Gastwelt.

HI HEUTE: Frau Amiri, welche Rolle spielt Gastronomie

heute für Städte, Quartiere – und auch für den Immobilienmarkt?

HI HEUTE: Der Personalmangel ist branchenweit spürbar.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen?

Homeira Amiri: Auf der einen Seite müssen viele Betriebe

Öffnungszeiten reduzieren, da die Schichten nicht abgedeckt

werden können. Auf der anderen Seite wünschen sich

Bewerber schnellere Prozesse, doch die Strukturen sind oft

träge. Es braucht nicht nur mehr Menschen, sondern auch

neue Denkweisen und Mut zur Veränderung.

HI HEUTE: Sie leiten ein Projekt zur Rekrutierung internationaler

Fachkräfte. Was ist der Kern Ihrer Idee?


GASTROSPACES 15

Foto: DZG, Serkis

Homeira Amiri ist seit 1999 in der Hotelindustrie, Gastronomie und Eventbranche zu Hause.

Homeira Amiri: Mit PEOPLE@AGENCY schlagen wir eine

Brücke zwischen internationalem Potenzial und deutschem

Bedarf. Ziel ist eine nachhaltige Integration, mit digitaler

Plattform, Netzwerk und persönlicher Begleitung vom Visum

bis zur Einarbeitung. Begonnen mit Azubis aus Indonesien

und Tunesien, sind wir inzwischen auch in der EU und

auch in weiteren Branchen aktiv, etwa im medizinischen

Bereich.

nicht nur Formulare. Wer willkommen heißt, bekommt dafür

Loyalität, Energie und Engagement zurück.

HI HEUTE: Was braucht es im Betrieb – jenseits von

Sprachkursen?

Homeira Amiri: Strukturierte Prozesse, Geduld und echtes

Interesse. Integration betrifft auch Wohnungssuche, Kultur,

Alltag. Wer das ernst nimmt, gewinnt langfristige, engagierte

Mitarbeitende. Menschlichkeit ist der Schlüssel.

HI HEUTE: Wie groß ist der Aufwand, internationale Fachkräfte

nachhaltig zu integrieren?

Homeira Amiri: Viel zu hoch. Einreisen dauern oft Monate.

Die Bewerber brauchen Unterstützung bei Sprache, Bürokratie

und Alltag. Integration heißt praktische Begleitung,

HI HEUTE: Wo liegen aktuell die größten Hürden – und

was müsste sich politisch ändern?

Homeira Amiri: In Bürokratie, Rechtslage und Mentalität.

Es braucht digitale Verfahren, schnellere Visa, einheitliche

Regeln und ein offenes Mindset. Sprachzertifikate vor dem


16 GASTROSPACES

Visum bremsen. Sprache lässt sich besser im Betrieb lernen.

Wir holen keine Arbeitskräfte – wir holen Menschen.

braucht gemeinsame Verantwortung und Offenheit für neue

Wege.

HI HEUTE: Ist die Branche bereit für mehr Vielfalt und

kulturellen Wandel?

Homeira Amiri: Ja – sie lebt ihn längst. Studien zeigen: In

der speisegeprägten Gastronomie haben rund 50 % der Mitarbeitenden

Migrationshintergrund. Was fehlt, sind politische

Maßnahmen wie schnellere Arbeitserlaubnisse, um das

Potenzial wirklich zu nutzen.

HI HEUTE: Wie sieht das zukunftsfähige Team in der Gastronomie

aus?

Homeira Amiri: Vielfältig, sinnorientiert, menschlich. Es

braucht Vertrauen, digitale Prozesse zur Entlastung, Führung

mit Haltung. Politik muss wirtschaftlich tragfähige

Rahmenbedingungen schaffen – durch Weiterbildungsbudgets,

steuerliche Entlastung und ausgewogene Abgabenund

Lohnstrukturen.

HI HEUTE: In der Denkfabrik Gastwelt arbeiten Sie an Lösungen

für die Branche. Wie wird dort auf das Thema Personal

geschaut?

Homeira Amiri: Ganzheitlich. Nicht nur als Fachkräftemangel,

sondern als Systemfrage. Unsere Branche ist groß, integrativ,

aber kämpft mit Lohnnebenkosten, Bürokratie und

zu wenig politischer Unterstützung. Mit rund 6,1 Millionen

Erwerbstätigen zählt der Dienstleistungssektor Gastwelt

– bestehend aus den Teilbranchen Tourismus, Hospitality,

Foodservice und Freizeitwirtschaft – zu den drei größten

Arbeitgebern Deutschlands. Wir sind Integrationsmotor

und Chancengeber. Das zeigen aktuelle Leistungskennzahlen

der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG). Besonders

eine Zahl sticht dabei heraus: Der Beitrag des Sektors zur

Bruttowertschöpfung ist im Jahr 2024 um über 30 Milliarden

auf 483,7 Milliarden Euro gestiegen, was 11,2 Prozent des gesamten

Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.

HI HEUTE: Wo liegt aktuell der größte Widerspruch zwischen

politischen Zielen und betrieblicher Realität?

Homeira Amiri: In der Diskrepanz zwischen Bedeutung

und Behandlung. Mit knapp 500 Mrd. Euro BIP-Anteil 2024

ist unsere Branche wirtschaftlich stark – politisch aber oft

übersehen. Wir müssen unsere Anliegen gemeinsam und

laut vertreten. Veränderung beginnt nicht nur in der Politik,

sondern auch im Betrieb und in der Branche – an jedem

Tisch, an dem Menschen zusammenkommen.

HI HEUTE: Aber was raten Sie Kolleg:innen, die sagen:

„Ich finde keine Leute mehr“?

Homeira Amiri: Bietet mehr als einen Job. Zeigt Wertschätzung,

vom ersten Tag an. Fragt euch: Wie läuft das Onboarding?

Wie schafft ihr Zugehörigkeit? Die Lösung liegt oft im

Betrieb selbst, nicht nur im Bewerbermarkt. Menschen bleiben,

wenn sie sich willkommen und wahrgenommen fühlen.

HI HEUTE: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was müsste

sich ändern, damit Gastronomie wieder attraktiv wird?

Homeira Amiri: Dass Politik, Branche und Gesellschaft den

wahren Wert der Gastwelt anerkennen. Politik sollte die

Branche als system- und versorgungsrelevant behandeln.

Die Branche selbst braucht von innen heraus noch mehr Zusammenhalt

und gemeinsame Stärke. Und die Gesellschaft

sollte Gastgeber wertschätzen, fair bezahlen und anerkennen,

was Gastronomie leistet: Verbindung, vermittelt Kultur

und steht für Menschlichkeit. Wir sind da – für Begegnung,

für Gemeinschaft, für echte Erlebnisse.

HI HEUTE: Welche Trends sehen Sie für die Arbeitswelt in

den nächsten fünf bis zehn Jahren?

Homeira Amiri: Der Wandel ist tiefgreifend: Flexibilität,

Sinn, Arbeitgeberattraktivität und moderne Arbeitsmodelle

werden zentral. Systemgastronomie nimmt zu, private Betriebe

werden weniger. Die Zukunft gehört jenen, die aktiv

gestalten, Prozesse neu denken und ihre Identität dabei bewahren,

besonders im Mittelstand.

HI HEUTE: Ist die Branche bereit für diese Veränderung?

Homeira Amiri: Sie muss es sein. Der Wandel ist nicht optional.

Wer sich nicht bewegt, verliert den Anschluss. Es

INFOBOX

Homeira Amiri ist CEO der AMIRI CON-

SULTING & HOSPITALITY GmbH und der

PEOPLE@AGENCY GmbH, Hamburg, COO

der Centro Hotel Group, Hambur, Aufsichtsratsvorsitzende

DZG (Denkfabrik

Zukunft der Gastwelt) und Beiratsmitglied

im Institute of Culinary Art (ICA).


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18 GASTROSPACES

Chefs in Town –

eine Stadt als kulinarische Bühne

Das Festival, das es so nur in Düsseldorf gibt

„Chefs in Town“ ist ein innovatives, dezentrales Gastro-Festival in Düsseldorf, das

im September 2024 erstmals über die Bühne ging. Vom 27. bis 29. September 2024

verwandelte sich die Stadt in ein kulinarisches Paradies: Rund 50 Bars, Restaurants

und Hotels beteiligten sich an der Premiere und präsentierten spektakuläre Events –

vom Gourmet-Dinner im Rheinbahnwagen über Barbecue im London-Style bis hin

zu eigens kreierten Menüs in Restaurants und Cafés.

Ziel war es, die vielfältige und kreative Düsseldorfer Gastronomieszene,

aber auch die ganze nationale und internationale

Hospitality Branche, in den Fokus zu rücken. Durch das

„Matching“ nationaler und internationaler Spitzenköche

mit lokalen Akteuren wurde die Vielfalt dieser Branche in

faszinierender Form erlebbar gemacht.

Aber Chefs in Town ist mehr. Die Macher dahinter wollen

die gastgebende Branche, die auch eine wichtige Rolle für

das soziale Leben spielt, in allen Facetten mit Chefs in Town

zum Thema machen. Ob durch politische Diskussionsrunden,

Interaktionen von Stars der Branche mit dem Nachwuchs

und kleinen Kochwettbewerben.

Zu den Trägern und Initiatoren zählen die METRO AG, die

Stadt Düsseldorf, die IHK Düsseldorf, der DEHOGA Nordrhein

sowie zahlreiche Sponsoren, darunter Coca-Cola.

Der renommierte Spitzenkoch Heiko Antoniewicz fungierte

als Schirmherr des Formats und verlieh ihm zusätzliche

Foto: Martin Gentschow

Chefs in Town soll die gastgebende Branche in allen Facetten zum Thema machen.


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Foto: Metro

Dr. Steffen Greubel (Vorsitzender des Vorstands der METRO AG)

Strahlkraft. Zudem wurde die Gastro-Branchenveranstaltung

Rolling Pin Convention als Premiere von Chefs in Town

flankiert. Nach dieser erfolgreichen Erstauflage ging das

Festival 2025 in die zweite Runde. Vom 26. bis 28. September

2025 rückte Düsseldorf erneut in den kulinarischen Fokus.

Erwartet wurden diesmal über 100 teilnehmende Betriebe

– von Imbissständen bis zu Fine-Dining-Lokalen – sowie

eine noch größere Vielfalt an kreativen Events, von hochkarätig

besetzten „Matches” bis zu Stadtteilformaten. Auch

in diesem Jahr blieb die Teilnahme für Gastronomiebetriebe

kostenfrei.

Deutlich wird, wie viel Leidenschaft und Innovationskraft

hinter dem Festival stecken. Mit seinem dezentralen Ansatz,

der die gesamte Stadt zur Bühne macht, nimmt das Event

eine Sonderstellung ein – ein vergleichbares Konzept gibt

es in Deutschland in dieser Größenordnung bislang nicht.

Damit ist Chefs in Town ein einzigartiges Format, das sowohl

für Gäste als auch für die Gastronomiebranche neue

Impulse setzt.

Doch was bedeutet das Festival konkret für die beteiligten

Gastgeber und Gastgeberinnen, Köche und Könninnen und

Partner und Partnerinnen – und wie wird die Zukunft des

Events gesehen? Um das besser zu verstehen, hat HI HEUTE

mit den Initiatoren Dr. Steffen Greubel, Dr. Martin Behle

und Kerstin Rapp-Schwan gesprochen. Sie geben einen

persönlichen Einblick in die Entstehung, die Besonderheiten

und die Vision von Chefs in Town.

HI HEUTE: Herr Dr. Greubel, warum unterstützt Ihr Unternehmen

Metro die Kampagne Chefs in Town – was ist

der konkrete strategische Wert für Ihr Unternehmen?

Dr. Steffen Greubel: Wir als METRO haben Chefs in Town

initiiert, um die Vielfalt und Breite der Gastronomie einfach

einmal sichtbar zu machen. Die Gastronomie ist ein sehr


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wichtiger sozialer Ort und wir hoffen, dass wir für die Branche

hier ein Ausrufezeichen setzen können.

HI HEUTE: Welche Bedeutung haben lokale Gastronominnen

und Gastronomem für die Metro als Partner – und wie

hilft diese Kampagne dabei, diese Partnerschaft zu stärken?

Dr. Steffen Greubel: Die Individualgastronomie ist unsere

Kernzielgruppe. Dieser wollen wir mit Chefs in Town dienen

und zeigen, dass wir uns wirklich als Partner verstehen.

HI HEUTE: Wie wichtig ist für die Metro die öffentliche

Sichtbarkeit von Gastronomie als gesellschaftlicher Motor

– über das rein Wirtschaftliche hinaus?

Dr. Steffen Greubel : Sehr wichtig! Die Gastronomie ist sehr

kleinteilig. Jüngst habe ich in einem Artikel gelesen, dass 87%

aller Betriebe maximal zehn Mitarbeiter haben. Da bedarf es

gemeinsamer Aktionen, die die Sichtbarkeit erhöhen. Dazu

gehört auch, dass wir z.B. auch einen Politik Talk im Rahmen

von Chefs in Town haben, um den Herausforderungen

der Branche Gehör zu verschaffen.

HI HEUTE: Was hat Sie persönlich an der Kampagne überzeugt

– war es eher der wirtschaftliche oder der ideelle Aspekt?

Dr. Steffen Greubel: Nun, Idealismus und Wirtschaftlichkeit

stehen nicht zwangsläufig im Widerspruch. Wir tun das

einerseits aus unserer Begeisterung für die Branche und

Verbundenheit zu unserer Heimatstadt heraus, aber andererseits

sind prosperierende Gastronomien auch ein Garant

dafür, dass wir wirtschaftlich erfolgreich sind.

HI HEUTE: Glauben Sie, dass solche Initiativen auch Einfluss

auf das Image der Metro als Marke und Arbeitgeber

haben können?

Dr. Steffen Greubel: Absolut! Chefs in Town zahlt ganz sicher

auf das Image der METRO und aller Partner und last

but not least der ganzen Branche ein. Wir erleben das ja

selbst im Haus, dass unsere Mitarbeiter sehr stolz sind, dass

wir das machen. Aber eben auch bei den Gastronomen erleben

wir allein schon durch die vielen prominenten Gastköche,

die nach Düsseldorf kommen, eine große Begeisterung

bei den Mitarbeitern.

Foto: Martin Gentschow

Gastronomie als wichtige Branche für die Lebensqualität soll mit Chefs in Town eine Bühne gegeben werden.


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Foto: Metro

Dr. Martin Behle (Chief HoReCa Officer Metro)

HI HEUTE: Herr Dr. Behle, was war der ursprüngliche Impuls

für die Kampagne Chefs in Town – was wollten Sie

sichtbar machen, was bisher vielleicht unterging?

Dr. Martin Behle: Die Gastronomie ist eine so unglaublich

wichtige Branche für die Lebensqualität in Städten und

doch wird sie oft als etwas Selbstverständliches und Beliebiges

wahrgenommen. Dahinter stehen so viele kreative

und leidenschaftliche Menschen, die täglich dazu beitragen,

Gästen ein schönes Umfeld zu schaffen. Also – warum selbigen

nicht mal eine Bühne geben?! Warum nicht mal zeigen,

dass die Berufe in dieser Branche sehr attraktiv sind?! Darum

geht es uns!

HI HEUTE: In einer Zeit, in der viele über Fachkräftemangel

klagen – setzen Sie bewusst auf eine positive Erzählung

über die Gastronomie?

Dr. Martin Behle: Genau! Denn es nervt, dass so oft negativ

und stereotyp darüber be- und gerichtet wird. Es gibt so

viel Positives zu erzählen – das versuchen wir mit Chefs in

Town.

HI HEUTE: Wie definieren Sie den gesellschaftlichen Wert

von Gastronomie jenseits von Essen und Trinken?

Dr. Martin Behle: Die Gastronomie wird in der Soziologie

als 3. Ort bezeichnet. Dem Ort des sozialen Miteinanders.

Wir haben im Lockdown gemerkt, was uns fehlte. Aber wir

neigen dazu, sowas schnell zu verdrängen. Umso wichtiger,

hier mal ein Ausrufezeichen zu setzen.

HI HEUTE: Wie wichtig ist Ihnen, dass eine Marke wie Metro

bei dieser Kampagne dabei ist – und gleichzeitig nicht

die Bühne übernimmt?

Dr. Martin Behle: Immens. Es ist ja wirklich kein Marketing-Stunt.

Wenn ich zurückblicke, wie das entstand, ging es


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Foto: Michael Lübke

Kerstin Rapp-Schwan (Gastronomin und Mitveranstalterin)

ausnahmslos darum, eben dieser Branche und damit unseren

Kernkunden und unserer Heimatstadt etwas zu geben.

Wir wollten einfach nur die Menschen der Gastro feiern und

ihnen Raum zur Kreativität geben. Wir wollen genau das im

Fokus und verstehen uns mit unseren Partnern nur als Helfer

bei einer echt großen Sache.

HI HEUTE: Was wünschen Sie sich langfristig als ideelle

Wirkung dieser Kampagne auf Städte, Nachbarschaften

und das Miteinander?

Dr. Martin Behle: Wertschätzung für die für mich schönste

Branche der Welt.

HI HEUTE: Frau Rapp-Schwan, wie sehen Sie die Rolle

der Gastronominnen und Gastronomen in der Stadtgesellschaft

– warum verdienen sie mehr Sichtbarkeit?

Kerstin Rapp-Schwan: Weil Gastronomie der Kitt der Gesellschaft

ist. Zudem sind wir eine der größten Branchen

mit einem sehr hohen Anteil an Arbeitnehmern und der Gesamtwertschöpfung

im Land. Das wird aufgrund der Kleinteiligkeit

durch mehr als 220.000 Betriebe in Deutschland

oft übersehen.

HI HEUTE: Was unterscheidet Chefs in Town von klassischen

Marketingkampagnen – und was war Ihnen bei der

Konzeption besonders wichtig?

Kerstin Rapp-Schwan: Das wir dabei das Wort „Marketing“

gar nicht im Kopf hatten, sondern einfach mal etwas Besonderes

machen und Menschen eine Freude bereiten wollten.

Dass dies dazu führte, dass es für die Branche auch einen

sensationellen Marketingeffekt hat, ist großartig, war aber

nie so im Fokus. Und genau hier ist der Punkt. Wir haben nie

einen detaillierten Plan gehabt, sondern uns von unserer

eigenen Begeisterung treiben lassen.


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HI HEUTE: Inwiefern ist die Kampagne auch eine kulturelle

Intervention – also mehr als nur Imagearbeit für eine

Branche?

Kerstin Rapp-Schwan: Wir haben mit Chefs in Town Räume

für neue Ideen und Kreativität der Gastronomen geschaffen.

Das geht eindeutig über Imagearbeit hinaus. Ferner haben

wir neben den kulinarischen Formaten auch andere Veranstaltungen,

die die Relevanz erhöhen. Sei es der Politiktalk,

der Kochwettbewerb des DeHoGa, das Panel des Frauennetzwerk

Foodservice oder unsere Sichtbarmachung von

karitativen Programmen, die wir mit unserer Reichweite

vorstellen. Gastronomie verbindet Menschen, so hieß einer

unserer Posts auf Instagram, das sagt alles.

vieles einfach intuitiv. Aber das ist ja manchmal das Beste,

einfach mal machen! In dem Sinne werden wir uns auch in

den kommenden Jahren hier engagieren – zusammen mit

allen Partnern, die dabei geholfen haben, es so umzusetzen.

HI HEUTE: Dr Behle und was war es bei Ihnen?

Dr. Martin Behle: Das WIR-Gefühl. Das fing im Vorfeld

damit an, dass Gastronomen die Veranstaltungen anderer

Kollegen bewarben und endete mit den Worten eines sehr

berühmten Kochs aus Berlin, der sagte, „es wäre ja wie ein

Familientreffen“.

HI HEUTE: Wie erleben Sie die Reaktionen der teilnehmenden

Gastronominnen und Gastronomen – fühlen sie

sich durch die Kampagne tatsächlich „gesehen“?

Kerstin Rapp-Schwan: Der Zuspruch ist gewaltig. Allein in

Zahlen ausgedrückt nehmen weit mehr als 100 Gastronomiebetriebe

in unserer Stadt dieses Jahr teil. Dazu kommen

Starköche aus allen Ecken Deutschlands und aus Europa –

ohne Gage. Das spricht für sich und dafür, dass sie alle Teil

dieser als Bewegung anmutenden Kampagne sein möchten.

Foto: Martin Gentschow

HI HEUTE: Wie verhindern Sie, dass eine solche Kampagne

zu reiner Werbung wird – was ist Ihr Anspruch an Authentizität?

Kerstin Rapp-Schwan: Wir achten sehr genau darauf, dass

alle unterstützenden Partner dies als eine Bewegung verstehen,

die dem Ziel dient, der Gastronomie eine Bühne zu

geben. Und wir sind sehr konsequent darin, diesen Korridor

nicht zu verlassen.

HI HEUTE: Zum Schluss möchten wir Sie fragen, was Ihr

persönliches Highlight bei der ersten Chefs in Town Veranstaltung

war?

Kerstin Rapp-Schwan: Mein Highlight war, dass es viel besser

klappte, als wir es uns je erhofft hätten. Die Stimmung

in der Stadt war großartig und wir bekamen als Team so

viel wundervolles Feedback – das machte die vielen durchgearbeiteten

Wochenenden und die Tage der Erschöpfung

vergessen und hat uns sehr viel Motivation für dieses Jahr

gegeben.

HI HEUTE: Und bei Ihnen Herr Dr. Greubel?

Dr. Steffen Greubel: Mein Highlight war die unglaublich

positive Resonanz aus allen Ecken. Das Echo aus den Betrieben,

aus der Stadt, den Medien und von vielen unserer

Mitarbeiter war einfach überwältigend. Damit konnte niemand

anfangs rechnen, war die Idee doch sehr spontan und

Mit Chefs in Town wurden Räume für meue Ideen geschaffen.


24 GASTROSPACES

Kulinarische Impulse für die Stadt

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller über

die Bedeutung der Gastronomie für die Landeshauptstadt

Die Gastronomie ist weit mehr als ein Ort zum Essen und Trinken – sie ist ein

zentraler Baustein für Lebensqualität, Wirtschaftskraft und internationales

Ansehen. Im Gespräch mit GastroSpaces erklärt der Oberbürgermeister der

Stadt Düsseldorf Dr. Stephan Keller, warum kulinarische Vielfalt für Düsseldorf

so entscheidend ist, welche Impulse das Projekt „Chefs in Town“ setzt und

wie die Stadt Gastronominnen und Gastronome gezielt unterstützt. Dabei wird

deutlich: Gastronomie prägt nicht nur das Image der Landeshauptstadt, sondern

ist auch Motor für Innovation, Nachhaltigkeit und urbane Entwicklung.

HI HEUTE: Dr. Keller, warum ist das Thema Gastronomie

aus Ihrer Sicht ein wichtiger Baustein der Stadtentwicklung

in Düsseldorf?

Dr. Stephan Keller: Eine lebendige Gastronomie ist elementar

für eine florierende Stadt und wirkt sich positiv

auf andere Branchen aus. So profitieren Einzelhandel und

Tourismus durch die Steigerung der Aufenthaltsqualität.

Zudem belebt die Gastronomie Stadtteile, erhöht die Besucherfrequenz,

schafft soziale Verbindungen, stärkt Quartiere

und macht sie lebendig. Die Stadt gewinnt an Identität

und Charakter – Faktoren, die für Düsseldorf als internationale

Metropole und Wirtschaftsstandort zentral sind und

die Landeshauptstadt auch als Arbeitgeberstandort attraktiv

machen.

HI HEUTE: Welche persönliche Motivation haben Sie, das

Projekt „Chefs in Town“ zu unterstützen?

Dr. Stephan Keller: Die Gastro-Events in unserer Stadt,

wie Frankreichfest, Gourmetfestival oder Japantag, besitzen

eine große Strahlkraft, sind aber häufig auf einen Ort

begrenzt. Chefs in Town hingegen verbindet das gesamte

Stadtgebiet und stellt die kulinarische Vielfalt in Innenstadt

und Stadtteilen in den Vordergrund. Gerade diese Verbindung

über Stadtgrenzen hinweg und die Vielfalt der teilnehmenden

Betriebe ist für mich eine besondere Motivation,

das Projekt zu fördern.

HI HEUTE: Wie hoch ist die wirtschaftliche Bedeutung der

Gastronomiebranche für Düsseldorf?

Dr. Stephan Keller: Die Gastronomie ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor

und prägt das Lebensgefühl der Stadt. Über

13.500 Beschäftigte, mehr als 4.000 Ausbildungsplätze und

über 180 Nationalitäten zeigen die Stärke dieser Branche.

Sie trägt wesentlich zum Tourismus bei – 2024 mit über

3,3 Millionen Ankünften und 5,5 Millionen Übernachtungen

– und macht Düsseldorf durch Veranstaltungen wie Gourmet-Festival

oder Japantag auch international sichtbar.

Gastronomie ist Arbeitsplatzmotor und Ausdruck unserer

Offenheit und Lebensqualität.

HI HEUTE: Sehen Sie durch Projekte wie „Chefs in Town“

konkrete Impulse für Innenstadt oder Quartiere?

Dr. Stephan Keller: Indem Restaurants, Cafés und Bars in

den Fokus gerückt werden, erhalten Betriebe zusätzliche

Sichtbarkeit und können neue Gäste gewinnen. Die Gastronomie

wird stärker als Teil des urbanen Erlebnisses wahrgenommen

und setzt Anreize, neue Highlights kennenzulernen.

Damit tragen solche Projekte zur Belebung der

Quartiere bei und steigern gleichzeitig die Attraktivität der

Innenstadt als lebendigen Ort für Bewohner und Besucher.

HI HEUTE: Wie lässt sich der Beitrag der Gastronomie zur

Wertschöpfungskette beziffern?

Dr. Stephan Keller: Exakte Zahlen sind schwer, doch der

Einfluss ist enorm: Gastronomie wirkt als Knotenpunkt

zwischen Arbeitsmarkt, Hotellerie, Tourismus und Einzelhandel.

Vom Bäckereibetrieb bis zum Großhandel profitieren

zahlreiche Dienstleister. Zunehmend wichtig ist auch


GASTROSPACES 25

Foto: Michael Lübke/CDU Düsseldorf

Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der NRW Landeshauptstadt Düsselldorf

die Nachfrage nach Nachhaltigkeit und Regionalität. Gleichzeitig

bringt Gastronomie Frequenz in die Innenstadt und

steigert die Attraktivität des Standorts weit über die Branche

hinaus.

HI HEUTE: Welche Rolle spielt Gastronomie bei der Attraktivität

von Stadtteilen?

Dr. Stephan Keller: Sie ist entscheidend für die Attraktivität

von Quartieren. Vielfalt und Qualität der Angebote fördern

Begegnung, verlängern Aufenthalte und schaffen Atmosphäre.

„Chefs in Town“ kann zudem leerstehende Immobilien

oder brachliegende Flächen aktivieren – wie etwa bei

der Renovierung der Florabars in Düsseldorfer Grünanlagen.

Solche Initiativen zeigen, wie Gastronomie Impulse für

Stadtentwicklung setzt.

HI HEUTE: Wie fördern Sie als Stadt gastronomische Vielfalt?

Dr. Stephan Keller: Wir unterstützen durch Bauleitplanung,

in der Gastronomie fast überall zulässig ist. Außengastro-


26 GASTROSPACES

nomie wurde verstärkt gefördert, u. a. durch Nutzung von

Parkflächen während und nach der Corona-Pandemie.

Unser Ansprechpartner im Wirtschaftsförderungsamt begleitet

Genehmigungen eng und pragmatisch, um Lösungen

zu finden. Diese enge Begleitung trägt dazu bei, Vielfalt und

Qualität der Szene dauerhaft zu sichern.

HI HEUTE: Inwiefern zahlt „Chefs in Town“ auf das Image

Düsseldorfs ein?

Dr. Stephan Keller: Düsseldorf ist seit Jahren als kulinarisch

vielfältige Stadt bekannt – Ausdruck internationaler

Identität als Messestandort, Wirtschaftsmetropole und Einwanderungsstadt.

Chefs in Town schafft Sichtbarkeit für die

Gastronomiebetriebe und fördert das Image Düsseldorfs als

kreatives, modernes und zukunftsgewandtes kulinarisches

Zentrum.

HI HEUTE: Welche Rolle spielt innovative Gastronomie für

den Tourismus?

Dr. Stephan Keller: Immer mehr Städtereisende suchen

nach besonderen kulinarischen Erlebnissen – von Fine Dining

und innovativen Food-Konzepten bis zu Szene-Cafés

und Streetfood. Eine lebendige Gastro-Szene steigert die

Attraktivität einer Destination und fördert Profilbildung im

Wettbewerb. Düsseldorfs Stärke ist die Vielfalt auf engem

Raum, die immer authentisch geblieben ist und so schwer

reproduzierbar ist.

HI HEUTE: Wie unterstützt die Stadt Gastronominnen und

Gastronome in unsicheren Zeiten?

Dr. Stephan Keller: Wir bieten einen festen Ansprechpartner

im Wirtschaftsförderungsamt, fördern Vernetzung und

Fachkräftegewinnung – etwa mit dem Azubi-Event „Taste

up!“. Zudem wurden Genehmigungen für Außenterrassen

vereinfacht. Da die Stadtverwaltung nur bedingt Einzelunternehmen

finanziell fördern kann, habe ich mich persönlich

für die dauerhafte Senkung des Mehrwertsteuersatzes

auf sieben Prozent eingesetzt, die ab 2026 gilt und der Branche

dringend notwendige Entlastung bringt.

HI HEUTE: Welche Maßnahmen wurden im Rahmen von

„Chefs in Town“ mitgetragen?

Dr. Stephan Keller: Zum Auftakt 2024 veranstaltete die

Stadt ein eigenes B2B-Event, bei dem Speaker Einblicke aus

der Branche gaben. In diesem Jahr liegt der Fokus erneut

auf Sichtbarkeit und Nachwuchs, ähnlich wie bei „Taste up!“.

Gemeinsam mit Wirtschaftsdezernent Christian Zaum werde

ich aktiv dabei sein. Zudem unterstützen wir die Organisatoren

bei Genehmigungsfragen.

HI HEUTE: Wo sehen Sie die Düsseldorfer Gastronomie in

fünf bis zehn Jahren?

Dr. Stephan Keller: Sie wird ihre Vielfalt noch stärker als

Markenzeichen ausspielen – von internationaler Spitzenküche

bis Traditionsbetrieben. Nachhaltigkeit wird selbstverständlich

sein: regionale Produkte, klimafreundliche Modelle

und Transparenz bei Herkunft und Tierwohl prägen

die Branche. Digitalisierung verändert Betriebsabläufe, von

smarter Warenwirtschaft bis zu neuen Gästetools. Dank der

internationalen Community bleibt Düsseldorf ein Ort kulinarischer

Trends, an dem neue Konzepte entstehen.

HI HEUTE: Welche langfristigen Effekte erwarten Sie von

„Chefs in Town“?

Dr. Stephan Keller: Das Event hat 2024 einen großartigen

Start hingelegt. Ich wünsche mir, dass es sich etabliert und

neue Trends hervorbringt, die die Innovationskraft sichern.

Düsseldorf kann sich so gastronomisch regelmäßig neu erfinden.

Für die Stadtentwicklung bedeutet das: mehr Sichtbarkeit,

stärkere Bindung von Gästen und Investitionen in

Gastronomie als Zukunftsbranche.

HI HEUTE: Was war Ihr persönliches Highlight beim Projektstart

– und worauf freuen Sie sich?

Dr. Stephan Keller: Die große Bandbreite der teilnehmenden

Gastronominnen und Gastronomen und ihre Offenheit

für Neues. Es war eine spontane Idee, die gezündet hat

und sofort durchgestartet ist – ein Beispiel für die kreative

Energie Düsseldorfs. Besonders freue ich mich, dass wir gemeinsam

mit der METRO AG die Rolling Pin. Convention

von Berlin nach Düsseldorf holen konnten. Dieses Ereignis

stärkt nicht nur die Gastro-Szene, sondern auch Düsseldorfs

Profil als internationale Kulinarik-Metropole.

Die Stadt Düsseldorf unterstützt Gastronominnen und Gastronomen

durch feste Ansprechpartner im Wirtschaftsförderungsamt und fördert

die Vernetzung und die Fachkräftegewinnung.

Foto: CHEFS IN TOWN/METRO AG



28 GASTRPOSPACES

Auf einen Döner

mit: Lukas Podolski

Der Ex-Fußball-Nationalspieler ist seit

einiger Zeit auch erfolgreicher Gastronom

Wohin gehen Sie persönlich

gerne essen,

wenn Sie unterwegs

sind?

Lukas Podolski: Ich

esse ehrlich gesagt

am liebsten

zuhause – mit

meiner Frau und

den Kindern. Aber

klar, manchmal

auch spontan nach

dem Training, vielleicht

sogar im Verein.

Ich mag türkisches und

asiatisches Essen sehr gerne,

da halte ich unterwegs immer die

Augen offen. Wenn es das nicht gibt, finde

ich aber meistens auch was anderes Leckeres.

Welche Veränderungen haben Sie in den letzten Jahren in

den Innenstädten wahrgenommen?

Lukas Podolski: Am besten kenne ich natürlich Köln. Und

da sieht man schon, dass viele alte Restaurants von früher

langsam verschwinden. Das finde ich echt schade. Im Ausland

finde ich, ist vieles lockerer, entspannter. In vielen anderen

Ländern ist zum Beispiel die Lebensqualität einfach

anders. Davon könnten wir uns in Deutschland ruhig was

abschauen.

Welche kulinarischen Trends haben Sie auf Ihren Reisen

entdeckt?

Lukas Podolski: Ich habe ja in Japan, Italien und der Türkei

gelebt – und da kriegt man schon einiges mit. In Japan zum

Beispiel

gibt es

echt verrückte

Sachen,

richtig spannend.

Aber für mich war es

nie nur der eine Trend

– eher so eine bunte Mischung.

Ich habe vieles ausprobiert

und mich immer darauf

eingelassen.

Wenn Sie einen völlig neuen Food-Trend

nach Deutschland bringen könnten – welcher

wäre das?

Lukas Podolski: Schwer zu sagen. Ich habe das

Gefühl, in Deutschland gibt es schon fast alles. Die Vielfalt

ist riesig – und das find ich super. Deutschland ist kulinarisch

längst mehr als nur Bratwurst und Hackbrötchen. Du

kriegst hier Sushi, griechische Küche, italienische Klassiker

– alles dabei.

Welche Bedeutung hat Gastronomie für Ihren Eindruck

von einer Stadt oder einem Viertel?

Lukas Podolski: Für mich ist das mega wichtig. Ich bin offen,

komme überall schnell mit Leuten ins Gespräch – und

finde eigentlich immer meine Stamm-Pizzeria oder den

Lieblingsbäcker. Was zählt: Der Service muss stimmen und

das Essen schmecken. Wenn ich mich wohlfühle, bin ich

auch regelmäßig da.

Das Gespräch führte Andrea Ungereit-Hantl


GASTR0SPACES 29

Foto: Gero Meyerdierks

Wenn das Essen schmeckt und der Service stimmt, kann man Lukas Podolski als regelmäßigen Gast erwarten.


30 GASTROSPACES

Handelsfläche trifft Food Brand

– Mangal Döner bei Kaufland

Interview mit Marco Schepers, General Manager Mangal Döner x LP10

Das Unternehmen Mangal Döner wurde von dem bekannten deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski und

Gastronom Metin Dag im Jahre 2016 gegründet und hat sich seitdem rasant entwickelt. Mittlerweile gibt es bundesweit

48 Filialen. HI HEUTE sprach mit General Manager Marco Schepers.

HI HEUTE: Was war der entscheidende Impuls für die

Partnerschaft zwischen Mangal Döner und Kaufland – und

was macht sie für beide Seiten attraktiv?

Marco Schepers: Wir bringen mit Mangal Döner x LP10 eine

starke Marke mit echter Strahlkraft und bundesweit echten

Wachstumschancen. Ziel ist es, in Deutschland rund

500 Restaurants aufzubauen, von denen ein Großteil in den

kommenden Jahren eröffnet werden soll. Kaufland hat ein

tolles Portfolio an Einzelhandelsimmobilien in Deutschland,

aber auch international. Mangal Döner x LP10 ist die perfekte

Ergänzung dazu. So kamen wir direkt auf eine interessante

Anzahl an neuen Standorten für die Partnerschaft, die in

den nächsten Monaten umgesetzt werden können. Das war

der entscheidende Impuls.

HI HEUTE: Welche Rolle spielen Kaufland-Standorte für

Ihre Expansions- und Markenstrategie? Sehen Sie Unterschiede

zwischen klassischen Innenstadtlagen und Handelsimmobilien

in diesem Kontext?

Marco Schepers: Wir sind in den Innenstädten sehr erfolgreich.

Vor allem Touristen und Nachtschwärmer schätzen

unsere Marke und die Bekanntheit von Lukas Podolski.

Standorte in Handelsimmobilien erfüllen dagegen eine

wichtige Funktion für die Kundschaft in der Nachbarschaft.

Hier geht es um eine einfache Erreichbarkeit sowie gute

Parkmöglichkeiten – vor allem, da viele mit dem Auto kommen.

Oft wird der tägliche oder wöchentliche Einkauf dann

mit einem Genussmoment vor Ort oder zum Mitnehmen für

die Familie verbunden.

Foto: Mangal Döner X Lukas Podolski10

Lukas Podolksi und Meting Dag haben 2016 das Konzept für Mangal Döner entwickelt.


GASTROSPACES 31

HI HEUTE: Inwiefern kann die Präsenz einer starken Food

Brand wie Mangal Döner die Frequenz, Aufenthaltsdauer

und Attraktivität von Handelsstandorten wie Kaufland erhöhen

– und umgekehrt?

Marco Schepers: Unsere Restaurants bieten ein modernes

Wohlfühlambiente mit Sitzplätzen und einem internationalen

Flair. Das erhöht die Attraktivität für bestehende Kundinnen

und Kunden. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung auch,

dass viele unserer Gäste die Erreichbarkeit schätzen, mit

dem Auto zu Mangal kommen zu können. Dadurch entsteht

ein zusätzlicher Zustrom, der auch die Frequenz an den

Handelsstandorten steigert.

Foto: Mangal Döner X Lukas Podolski10

HI HEUTE: Wie verändert sich das Einkaufserlebnis für

Kaufland-Kunden durch die Integration von Mangal Döner

in die Märkte – und welche Zielgruppen möchten Sie

so zusätzlich ansprechen?

Marco Schepers: Durch die Integration von Mangal Döner

erweitert sich das Einkaufserlebnis bei Kaufland um

ein Gastronomieangebot. Kundinnen und Kunden können

ihren Einkauf mit einer Mahlzeit verbinden, was die Aufenthaltsdauer

erhöht und den Markt insgesamt attraktiver

macht. Damit sprechen wir zusätzliche Zielgruppen wie Familien,

junge Menschen und Berufstätige an, die Wert auf

ein schnelles und unkompliziertes Gastronomieangebot

legen.

HI HEUTE: Was bedeutet diese Partnerschaft langfristig

für die Markenpositionierung von Mangal Döner, insbesondere

in Bezug auf Sichtbarkeit, Skalierbarkeit und

Urbanität?

Marco Schepers: Unser Ziel ist es, die führende europäische

Döner-Marke werden. Die Kooperation mit Kaufland

unterstützt uns dabei, die Sichtbarkeit der Marke deutschlandweit

und perspektivisch auch international deutlich zu

erhöhen. So schaffen wir die Grundlage, Mangal Döner in

vielen neuen Märkten zu etablieren und die Marke langfristig

zu skalieren.

HI HEUTE: Sehen Sie das Modell „Gastronomie in Handelsimmobilien“

als zukunftsweisenden Trend – und planen

Sie weitere Kooperationen oder Standortformen in

dieser Richtung?

Marco Schepers: Handelsimmobilien sind ein zentraler Bestandteil

unserer Expansionsstrategie. Gerade in vielen Mittelstädten

besteht der Wunsch, unsere Restaurants bequem

mit dem Auto erreichen und den Besuch bei Mangal mit dem

Einkauf verbinden zu können. Das macht Fachmarktzentren

wie Kaufland für uns zu einem attraktiven Modell, das wir

auch künftig weiter nutzen werden.

Marco Schepers, Generat Manager Mangal Döner

INFOBOX

Mangal Döner X LP10 ist ein 2016 gegründetes Systemgastronomie-Unternehmen

mit Sitz in Köln, wo

2016 auch die erste Filiale eröffnet worden ist. Entwickelt

wurde das Konzept von Fußballweltmeister

Lukas Podolski und Gastronom Metin Dag. Die

Marke steht für authentische Döner aus hochwertigen

Zutaten, frische Salate, eine spezielle Gewürzmischung

und selbstgebackenes Brot aus der eigenen

Backstube.

Derzeit werden 48 Restaurants in mehr als 20 Städten

in Deutschland, Polen und den Niederlanden

betrieben. Weitere Standorte befinden sich im Bau.

Im Fokus stehen urbane Zielgruppen in stark frequentierten

Lagen – etwa in Innenstädten, an

Flughäfen, Bahnhöfen oder Raststätten. Zusätzlich

werden Familien, junge Menschen und Berufstätige

adressiert, die Wert auf schnelle und qualitativ

hochwertige Gastronomie legen. Kernprodukt ist

der klassische Döner, ergänzt durch Varianten mit

frischem, knackigem Salat, spezieller Gewürzmischung

und Brot aus der eigenen Backstube.


32 GASTROSPACES

Emotion schlägt Regal:

Was Handel und Gastro

vom Teleshopping lernen können

Interview mit Axel Schulz über Kochen, Kunden und Kamera

Er zählt zu Deutschlands symapthischsten Boxsportlern, berühmt geworden durch seinen Fight

gegen die internationale Box-Legende George Foreman. Die Rede ist von Axel Schulz. Der Berliner

hat danach in vielen Fernsehshows mitgewirkt. Seit einiger Zeit sieht man ihn vor allem im

Shopping-TV. HI HEUTE traf ihn zum Interview.

HI HEUTE: Herr Schulz, viele kennen Sie aus dem Boxring

– heute stehen Sie in der Küche. Wie kam es dazu?

Axel Schulz: Ich war schon immer ein großer Grill-Fan.

Vor rund 13 Jahren habe ich dann angefangen, meine eigene

Grillsauce zu basteln – einfach, weil ich den Geschmack

einer Grillsauce, die ich den USA entdeckt habe, hier so vermisst

habe. Ich habe also rumprobiert, immer wieder abgeschmeckt

– und irgendwann hat’s gepasst. Meine Freunde,

die ich zum Grillen eingeladen hatte, waren begeistert. Und

so fing alles an. Grillen ist meine zweite große Leidenschaft

– gleich nach dem Boxen.

HI HEUTE: Erinnern Sie sich an Ihren allerersten Auftritt

im Shopping-TV? Wie war das Gefühl, live vor so vielen

Menschen zu präsentieren?

Axel Schulz: Na klar, das vergisst du nicht! Ich habe damals

zuerst eine Probesendung gemacht – ohne laufende Kameras.

Aber trotzdem: Da stehst du plötzlich vor der Kamera

und sollst reden, ohne Publikum. Das ist erstmal total ungewohnt.

Inzwischen macht’s mir riesigen Spaß.

HI HEUTE: Ihre Produkte werden live vorgeführt – wie

wichtig ist Ihnen, dass man gleich sieht, wie man sie zuhause

einsetzen kann?

Axel Schulz: Sehr wichtig! Ich find’s richtig gut, dass man

live sieht, wie was verwendet wird – und was bei den Leuten

gut ankommt. Ich habe ja drei Saucen im Angebot – Original,

Hot & Spicy und Trüffel. Wenn ich die alle in einer Sendung

dabeihabe, ist es spannend zu sehen, welche gerade durch

die Decke geht. Ich fieber‘ da echt mit. Manchmal ist in Sekunden

alles ausverkauft – das ist total verrückt.

HI HEUTE: Was sagen Ihnen Kunden am häufigsten, nachdem

sie Ihre Produkte gekauft haben?

Axel Schulz: Viele sagen gar nichts – die bestellen einfach

wieder! (lacht) Aber die Rückmeldungen, die ich bekomme,

sind immer positiv. Das freut mich total. Es gibt nix Besseres,

als wenn Leute sagen: „Das schmeckt richtig gut!“

HI HEUTE: Kochen Sie privat oft selbst? Wenn ja – eher

schnelle Gerichte oder Genussmenüs?

Axel Schulz: Meistens koche ich selbst. Ich mag das einfach.

Am liebsten grille ich – Schaschlik steht ganz oben auf meiner

Liste. Weil das einer meiner Lieblingsgerichte ist, biete

ich Schaschlik auch im Glas an. Und wenn’s mal kein Grill

ist, dann ist ein klassisches Schnitzel mein Favorit.

HI HEUTE: Was glauben Sie: Warum motiviert Teleshopping

Menschen eher zum Ausprobieren als ein Supermarktregal?

Axel Schulz: Weil du’s erklärt bekommst! Beim Teleshopping

wird gezeigt, wie du’s verwenden kannst. Ich zeige zum

Beispiel, wie meine Trüffelsauce ein einfaches Kartoffelpüree

aufpeppt – das siehst du nicht im Regal. Da steht keiner,

der dir das erklärt. Deshalb habe ich auf meinen Gläsern

auch einen QR-Code, mit dem man sich Rezepte oder Videos

anschauen kann.

HI HEUTE: Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Auftritte

auch dazu beitragen, dass Menschen mehr zuhause kochen?

Axel Schulz: Ehrlich gesagt: eher nicht. Ich glaube, die Leute

greifen immer mehr zu Fertigem. Das ist schade, obwohl ich


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Foto i Schulz GmbH

Axel Schulz kennt man vor allem aus dem Boxring. Heute ist er mit „Axels Genusswelt" als Untermehmer erfolgreich. Seine Produkte werden

live im Shopping-TV präsentiert. Schulz ist überzeugt: Gastronomie und Einzelhandel würde mehr Show gut tun.


34 GASTROSPACES

Foto: iSchulz GmbH

Axel Schulz: Das war tatsächlich mal mein Traum – ein

eigenes Restaurant. Aber ich hätte dann wirklich selbst am

Grill und Herd stehen wollen, nicht nur meinen Namen hergeben.

Und das wäre zeitlich einfach nicht machbar gewesen.

Deshalb hab ich’s bleiben lassen.

HI HEUTE: Worauf können sich die Zuschauer in nächster

Zeit freuen? Gibt es neue Produkte oder Aktionen?

Axel Schulz: Es wird im Oktober zwei neue Produkte geben,

die ich auf QVC präsentieren werde. Was genau das für Neuheiten

sein werden, will ich noch nicht verraten. Lassen Sie

sich überraschen. Aber ich sag’s mal so: Es wird auf jeden

Fall sehr lecker.

HI HEUTE: Was macht Ihnen persönlich mehr Spaß – im

Ring zu kämpfen oder live vor der Kamera zu verkaufen?

Axel Schulz: Ganz klar: Live vor der Kamera zu stehen. Da

kribbelt’s immer noch. Und die Nase bleibt och heile. (lacht)

Mehr als 50 Produkte sind bei "Axels Genusswelt" inzwischen im

Angebot.

Das Gespräch führte Andrea Ungereit-Hantl

selbst ja auch Produkte im Glas anbiete. Aber: Kochen ist für

mich eine schöne Tradition – da kommt man ins Gespräch,

das verbindet. Das sollten wir nicht verlieren.

HI HEUTE: Gibt es eine besondere Geschichte oder Rückmeldung

eines Zuschauers, die Ihnen im Gedächtnis geblieben

ist?

Axel Schulz: Ja, einmal hat mich eine ältere Dame im Supermarkt

angesprochen. Sie sagte, sie kocht eigentlich alles

selbst – nur mein Schaschlik kauft sie im Glas, weil ihr das

einfach besser schmeckt. Das hat mich echt gefreut. Aber

auch sonst: Ich werde oft angesprochen – und wenn jemand

sagt: „Ey Axel, deine Sauce ist der Hammer“, dann geht mir

das runter wie Öl.

HI HEUTE: Was können Gastronomie und Handel aus Ihrer

Sicht vom Teleshopping lernen?

Axel Schulz: Ganz einfach: Mehr zeigen, mehr erklären,

mehr Emotion! Im Teleshopping siehst du alles live, bekommst

es vorgemacht, kannst direkt Fragen stellen – das

fehlt im Laden oder Restaurant oft. Ein bisschen mehr Show

würde dem Ganzen guttun. Und Beratung muss nicht langweilig

sein.

HI HEUTE: Wenn Sie ein Restaurant hätten – würden Sie

auch dort live vor Publikum kochen oder Produkte vorstellen?

INFOBOX

Axel Schulz ist ein ehemaliger Profiboxer

und heutiger Unternehmer. Als Profi

kämpfte er dreimal um Weltmeistertitel,

zuletzt gegen George Foreman 1995, und

schied nach seiner Karriere aus dem Boxsport

aus. In insgesamt 35 Profikämpfen

erzielte er 26 Siege, davon zwölf durch

K.O.

Heute ist Axel Schulz als Unternehmer

erfolgreich: „Axels Genusswelt" ist eine

Produktlinie, die eine breite Palette an Lebensmitteln

und Grillprodukten wie Saucen,

Dips und Snacks wie Schaschlik oder

Currywurst in Gläsern umfasst.


Homeira Amiri

Aufsichtsratsmitglied der DZG,

Hotelière & Unternehmerin

denkfabrik@zukunft-gastwelt.de

Schleppende Konjunktur, explodierende Kosten, Mitarbeitermangel und Sozialbeiträge

von bis zu 50 Prozent: Die wirtschaftlichen Herausforderungen in

Deutschland werden in den kommenden Jahren enorm und sind von keinem

einzelnen Akteur und Unternehmen allein zu bewältigen. Es geht nur gemeinsam.

Damit Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können, sorgen die Denkfabrik

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politische Sichtbarkeit und mehr finanzielle Unterstützung für die

250.000 Unternehmen unserer Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice &

Freizeit) – inklusive Immobilienwirtschaft und Banken.

Nur mit einer modernen, professionellen und unternehmerisch denkenden

Interessenvertretung kann unser Wirtschaftssektor als drittgrößter Arbeitgeber

Deutschlands erfolgreich sein. Dafür steht die Denkfabrik – ein Netzwerk von

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Business Development.

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36 GASTROSPACES

Wie Gastronomie Einkaufszentren zu

Lifestyle-Destinationen machen kann

Interview mit Ion Saralegui, Group CEO EUROFUND

In zahlreichen Shopping Centern der EUROFUND ist ein Drittel der Mieter aus dem Bereich der Gastronomie. Für

CEO Ion Saralegui ist sie die Brücke zwischen Shopping und Entertainment.

HI HEUTE: Herr Saralegui, welche Rolle spielt Gastronomie

heute in Ihrer Gesamtstrategie?

Ion Saralegui: Gastronomie ist für uns kein Nebenangebot,

sondern ein zentraler Treiber. Unsere Food Courts verstehen

wir als Anker, die die Verweildauer verlängern, soziale

Begegnungen schaffen und Shopping Center zu Lifestyle-

Destinationen machen. In vielen unserer Objekte macht

Gastronomie inzwischen bis zu ein Drittel der gesamten

Customer Journey aus – damit ist sie eine strategische Säule

neben Handel und Freizeit.

HI HEUTE: Wie positionieren Sie Gastronomie im Nutzungsmix

eines Centers?

Ion Saralegui: Für uns ist Gastronomie die Brücke zwischen

Shopping und Entertainment. Essen schafft die Pause,

den sozialen Moment und die emotionale Ebene, die das

Gesamterlebnis abrundet. Es geht nicht darum, mit Retail

zu konkurrieren, sondern ihn zu ergänzen und das gesamte

Besuchserlebnis zu steigern.

HI HEUTE: Welche Ziele verfolgen Sie dabei konkret?

Ion Saralegui: Wir wollen die Aufenthaltsdauer verlängern,

Wiederbesuche fördern und die Zufriedenheit insgesamt

steigern. Erfolg messen wir nicht nur an Umsätzen oder

Verweildauer, sondern auch daran, wie Gastronomie Loyalität

erzeugt, Qualitätswahrnehmung beeinflusst und den

Besuch emotional aufwertet.

HI HEUTE: Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen

Märkten?

Ion Saralegui: Absolut. In Südeuropa ist Essen stark sozial

geprägt – man bleibt länger und kommt gern in der Gruppe.

In Deutschland spielen Authentizität, Effizienz und ein

durchdachtes Ambiente eine große Rolle. In Großbritannien

dagegen erwarten die Gäste vor allem Vielfalt, Innovation

und gesündere Speiseoptionen – und das in einem hohen

Tempo. Überall aber ist Gastronomie zu einem kulturellen

und sozialen Anker geworden.

HI HEUTE: Wie passen Sie Ihr Angebot an die lokalen Gegebenheiten

an?

Ion Saralegui: Wir hören genau hin, forschen und testen.

Das bedeutet: internationale Marken kombinieren wir mit

lokalen „Helden“, die für Authentizität und regionale Verbundenheit

sorgen. So reflektieren wir lokale Gewohnheiten

und bieten gleichzeitig globale Konzepte, die zusätzliche

Zielgruppen anziehen.

HI HEUTE: Nach welchen Kriterien wählen Sie Betreiber

aus?

Ion Saralegui: Wir achten auf Qualität und Differenzierung.

Dazu gehören: eine klare Markenidentität, ein bewährtes

operatives Konzept, Innovationskraft und die Bereitschaft,

als langfristiger Partner mit uns zusammenzuarbeiten –

nicht nur als Mieter.

HI HEUTE: Welche Trends sehen Sie derzeit?

Ion Saralegui: Spannend sind Streetfood-inspirierte Formate,

Premium Casual Dining, gesündere „Better-for-you“-

Konzepte, nachhaltige Gastronomie und digitale Lösungen

wie Self-Ordering oder KI-gestützte Personalisierung.

HI HEUTE: Wie halten Sie das Angebot dynamisch?

Ion Saralegui: Wir setzen auf eine flexible Mischung. Neben

etablierten Ankern schaffen wir Platz für saisonale und temporäre

Formate, die für Frische und Experimentierfreude

sorgen. So bleibt das Angebot attraktiv und relevant – und

Gäste kommen immer wieder.

HI HEUTE: Welche Rolle spielt das Design in diesem Zusammenhang?


GASTROSPACES 37

Foto: Credit PR

Für Ion Saralegui, CEO EUROFUND, ist Gastronomie in Shopping Centern die strategische Säule.

Ion Saralegui: Architektur und Innenarchitektur sind entscheidend.

Wir achten auf viel Tageslicht, offene Räume, bequeme

Sitzmöglichkeiten, Begrünung, klare Wegeführungen

und eine Gestaltung, die mit der Identität des Standorts

harmoniert.

HI HEUTE: Was sind die größten Herausforderungen?

Ion Saralegui: Eine ist sicher, die richtige Balance zwischen

globalen Marken und lokaler Identität zu finden. Früher

dominierten internationale Betreiber zu stark. Heute wissen

wir: Authentizität und globale Relevanz müssen Hand

in Hand gehen. Die zweite Herausforderung sind die rasch

wechselnden Kundenerwartungen. Unsere wichtigste Erkenntnis:

Flexibilität und kontinuierliche Innovation müssen

in der DNA jeder gastronomischen Planung verankert

sein.

HI HEUTE: Wo sehen Sie das größte Potenzial für Shopping

Center in der Zukunft – und welche Rolle spielt EU-

ROFUND dabei?

Ion Saralegui: Die Zukunft von Shopping Centern liegt darin,

weit über den Einzelhandel hinauszuwachsen und zu

pulsierenden Treffpunkten ihrer Städte zu werden – Orte,

an denen Menschen gerne Zeit verbringen, weil sie dort

Kultur, Gemeinschaft und Inspiration ebenso finden wie

Einkaufsmöglichkeiten. Es geht nicht um eine schrittweise

Veränderung, sondern um eine vollständige Neudefinition

dieser Assetklasse: weg von transaktionalen Flächen hin zu

lebendigen Ökosystemen, die beeinflussen, wie Menschen

sich begegnen, arbeiten und Freizeit verbringen.

Die Rolle von Eurofund ist es, diese Neudefinition anzuführen.

Wir haben mehrfach unter Beweis gestellt, dass wir


38 GASTRPOSPACES

Fotos (6): credit PR

Internationale Marken kombiniert Eurofund mit lokalen "Helden". So werden lokale Gewohnheiten reflektiert und gleichzeitig zusätzliche Zielgruppen

angesprochen.

unterdurchschnittlich performende Center in erstklassige

Destinationen verwandeln können – und setzen genau diese

Erfahrung nun europaweit ein, um einen neuen Standard

zu etablieren. Unser Ansatz ist konsequent: Gastronomie

als soziales Zentrum, Nachhaltigkeit und Digitalisierung als

nicht verhandelbare Grundprinzipien und die Entwicklung

hin zu Mixed-Use-Konzepten, die langfristige Relevanz sichern.

Wir reagieren nicht nur auf Trends – wir wollen sie mitgestalten.

Indem wir diese Orte neu denken, positioniert sich

Eurofund nicht einfach als Betreiber, sondern als Impulsgeber

für die nächste Generation urbanen Lebens in Europa.



40 GASTROSPACES

So machen wir aus

Leerstand Happening-Places!

Foto: Thomas Dashuber

Gastbeitrag von Gregor Wöltje, Bricks and Stories

Neulich in der Innenstadt (Szenen aus der 1A Lage):

Im menschenleeren Flagship-Store einer globalen Marke

springt ein Verkäufer erschrocken hinter dem riesigen

Verkaufstresen auf, als tatsächlich eine potenzielle Kundin

durch die Tür kommt.

Direkt über dem Ladengeschäft ist gerade eine große

Rechtsanwalts-Kanzlei aus ihren weitläufigen Räumen ausgezogen.

Die Partner haben sich entschieden, mindestens

50 Prozent ihrer Arbeitszeit in Zukunft im Home-Office zu

verbringen.

Das aufwendig gestaltete Co-Working-Büro im Nebengebäude

überlebt nur, weil große Firmen für ihre, im Voraus

gebuchten, Kapazitäten weiterzahlen; ob sie diese nun nutzen

oder nicht. Die sympathischen Freelancer, die die Website

des Co-Workings bevölkern, konnten sich die hohen

Mieten eigentlich noch nie wirklich leisten.

Die 200 klitzekleinen „Smart-Rooms“ des kürzlich eröffneten

Business-Hotels um die Ecke werden heute nicht

mehr gebraucht und deshalb gerade mit großem Aufwand

in Long-Stay-Apartments umgebaut.

Und das Restaurant im Erdgeschoss, das für über zwei Millionen

Euro von einem bekannten Innenarchitekten ausgebaut

wurde, ist geschlossen. Es war ein Jahr lang sehr

angesagt, aber die Mischung aus durchschnittlicher Trattoria-Küche

und schickem Interieur hat sich schnell totgelaufen.

Irgendwann landen Immobilien wie diese dann auf unserem

Tisch. Auf die Fragen „Wie bringen wir wieder Leben

in unsere Immobilie?“ oder „Was machen wir jetzt aus den

Räumen?“ lautet unsere Antwort im Idealfall: „Ein HAPPE-

NING-PLACE!“.

Der Begriff Happening stammt aus der Kunstszene der 60er

Jahre und bezeichnet typischerweise eine temporäre Kunst-

Performance in Interaktion mit dem Publikum. Und genau

darum geht es uns: Wir denken nicht so sehr in Kategorien

wie „Kundschaft“ oder „Verkauf“, sondern in den Kategorien

„Zusammenspiel“ und „Interaktion“.

Denn genau dafür werden wir in Zukunft räumliche Hüllen

außerhalb unserer vier Wände wirklich brauchen: Nicht in

erster Linie zum Shoppen, Essen oder Arbeiten, sondern um

Menschen zu treffen und uns mit ihnen zu verbinden.

„Menschen zu begegnen“ ist das neue Premium in einer zunehmend

digitalisierten Welt.

Aus Gästen werden Mitspieler

Als Orte für diese Begegnungen haben wir multifunktionale

Destinationen in München entwickelt: einen Buchladen

mit veganem Coffee-Shop für Studenten (Lost Weekend),

ein Pop-Up-Hotel mit Box-Club und täglichem Kultur Programm

(The Lovelace), eine Kulturhalle mit umfangreichen

Sport- und Freizeitangebot auf dem Gelände einer alten Betonfabrik

(Sugar Mountain).

Wir bespielen ebenfalls in München die ehemalige Paketposthalle

(„Pineapple-Park“) ebenso wie eine Baugrube, die

wir gemeinsam mit den Architekten von MVRDV in den „Lucky

Star“ verwandeln. Und für die Pinakothek der Moderne

haben wir gerade mit dem „Flux“ einen dritten Ort initiiert,


GASTROSPACES 41

Foto : This Is really Happening Foto : This Is really Happening

Foto: FCBB/Kaufmann

Foto: This Is really Happening

Die ehemalige Paketposthalle in München bietet als Pineapple-Park zahlreiche Möglichkeiten.

der mit seinem Mitmach-Programm und einer charmanten

Gastronomie ganz neue Zielgruppen für das Museum erschließt.

Wir schaffen durch Inhalte, Kommunikation und Gestaltung

einen Rahmen, in dem wir unsere Gäste anregen, selbst

aktiv zu werden. Unsere „HAPPENING-PLACES“ sind ihre

Bühne.

Es ist wie bei einem Song: Wir liefern die Grundmelodie, den

Rhythmus. Unsere Gäste steigen mit ein. Improvisieren mit

uns und anderen Gästen und entwickeln damit das Projekt

immer weiter.

Von der Gewinnmaximierung zur Sinnmaximierung

Damit das Zusammenspiel gelingt, müssen wir die Konsumlogik

umkehren. Von „Wenn Du etwas konsumierst, darfst

Du an diesem tollen Ort sein“ hin zu „Nutze diesen tollen

Ort und wenn Du magst, kannst Du etwas konsumieren und

damit dazu beitragen, dass es diesen Ort weiterhin geben


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Foto : Steve Herud, Thomas Kiewning, Thomas Mandl / Copyright Design: The Lovelace

Im Pop-Up-Hotel „The Lovelace" stand die Tür immer allen offen. Die Gastronomie ist in den „Happening-Places der Kitt, der die verschiedenen

Gäste und Besucher zusammenhält.

wird.“ Von „Welche Nutzung bringt den höchsten Ertrag pro

Quadratmeter?“ hin zu „Welchen sinnvollen Beitrag kann jeder

Quadratmeter leisten?“

Deswegen stand in unserem Pop-Up-Hotel „The Lovelace“

die Tür immer allen offen. Interessierte konnten sich

ohne Konsumzwang in die Lobby setzen oder die Aussicht

von der Dachterrasse genießen. Ein junges Start-up Team

betrieb einen Box-Club mietfrei und in den Sommerferien

übernahmen Kinder aus einem Kinderheim alle Zimmer

umsonst. Querfinanziert wurde das alles durch den Hotelbetrieb

und Veranstaltungen mit Firmenkunden. Diese wiederum

fühlten sich wohl in einem lebendigen, kreativen und

egalitären Umfeld und identifizierten sich mit dem Sinn des

Projekts.

Konzerten, Lesungen, Filmvorführungen, Showrooms,

Temporary Shops, Vorträgen, Diskussionen, Konferenzen,

Meetings und Seminaren. Und natürlich wird hier auch gefeiert:

Parties, Hochzeiten, Geburtstage und Firmenfeste

sind fester Bestandteil unseres Kulturbegriffs.

Pop und Politik, Kunst und Kommerz, Gesellschaft und Individuum.

Das alles kommt in einem HAPPENING-PLACE

zusammen.

Dabei achten wir darauf, dass wir möglichst viele verschiedene

Zielgruppen ansprechen. „Members and Non Members

Only“ ist das Motto. Jenseits von Alters-, Milieu- oder

Einkommensgrenzen verbindet unsere Gäste/Mitspieler/

Partner vor allem das Bewusstsein dafür, dass wir alle etwas

für den Zusammenhalt und das Wohlergehen der Gesellschaft

beitragen können.

Das Programm ist genauso wichtig wie die Räume.

Auch Liebe zu Immobilien geht durch den Magen.

HAPPENING-PLACES leben nicht von Design und Architektur,

sondern von menschlichen Begegnungen und von

Inhalten, die über den reinen Konsum hinausweisen. Deswegen

entwickeln wir für all unsere Projekte ein maßgeschneidertes

Programm aus Ausstellungen, Performances,

Da wo Menschen zusammenkommen, wollen sie gemeinsam

genießen. Die Gastronomie unserer „Happening-Places“ ist

der Kitt, der die verschiedenen Gäste und Besucher zusammenhält.

Die gastronomische Bandbreite ist dabei enorm:

von der Selbstversorgung in unserem sozialen Kinderhotel


GASTROSPACES 43

„Villa K“, dem veganen Coffee-Shop im „Lost Weekend“ über

die Food-Trucks im „Pineapple-Park“ oder „Lucky Star“ bis

hin zu den Hotelbars im „Lovelace“ Hotel und den Pop-Up-

Kooperationen mit Sterne-Restaurants wie dem „Cookies

Cream“ aus Berlin.

Dort wo sich motivierte Menschen treffen und verbinden,

entsteht Leben. Und wo dieses Leben entsteht, entsteht

auch Umsatz. Ein fairer und angemessener Umsatz. Ein Umsatz

mit Sinn. Jenseits der Discount-Preisschlacht und jenseits

der Luxus-Ghettoisierung.

Das Programm lockt die Gäste an, die Inhalte sorgen für die

Aufenthaltsdauer und die Gastronomie emotionalisiert das

gemeinschaftliche Erlebnis. Content und Food gehen Hand

in Hand.

Inhalt schlägt Dekor.

Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Inklusion sind grundlegende

Werte hinter allen Inhalten unserer HAPPENING-

PLACES. Von der Einrichtung über die Veranstaltungen und

Installationen bis zu den Kunstwerken und Büchern in den

Räumen. Nichts ist Zufall, nichts schiere Dekoration. Alles

hat einen Sinn. Alles dient unserem Kulturverständnis. Dabei

ist Kultur mehr als Kunst: wir verbinden soziale, ökologische,

künstlerische und wirtschaftliche Aspekte zu einem

Gesamtkonzept.

Die Gestaltung und Architektur erwachsen aus dem bestehenden

Ort und den jeweiligen Inhalten. Wir stülpen den

Örtlichkeiten nicht unsere Markenidentitäten über, sondern

entwickeln gemeinsam mit Mitstreitern, Künstlern und Gestaltern

aus der Story des Ortes einen eigenen Look. So entstehen

einzigartige Orte statt austauschbarer Franchises.

Change is Good.

Manche unsere Projekte sind zeitlich begrenzte Zwischenoder

Umnutzungen, andere sind langfristig angelegt. So

wird zum Beispiel aus der Zwischennutzung „Sugar Mountain“

demnächst das Viertel „Sugar Valley“.

Allen gemein ist, dass sie auf Wandelbarkeit und Flexibilität

setzen.

Nichts ist hier in Stein gemeißelt. Design und Möblierung

sind beweglich und multifunktional. Wir wollen jederzeit

in der Lage sein, Räume für bestimmte Nutzungen umzufunktionieren.

Eine Hotel-Lobby wird zum Konzertsaal. Ein

Buchladen zum Laufsteg. Eine Gastroküche zur Galerie.

Nur so können wir immer wieder aktuelle Themen in unser

Raum-Programm aufnehmen und neue Anlässe dafür

schaffen, dass unterschiedliche Persönlichkeiten und spannende

Ideen an einem inspirierenden Ort zusammenfinden.

Ein Aufruf zum Schluss:

Millionen von Quadratmetern werden in deutschen Städten

nicht genutzt. Ein Ende dieser Entwicklung ist gar nicht abzusehen.

Im Gegenteil.

Lasst uns jetzt diese Krise nutzen, um mit innovativen Konzepten

Räume für die Öffentlichkeit zurückzugewinnen und

damit wieder wirtschaftlich tragbar zu machen. Lasst uns

Reallabore bauen und gemeinsam testen, welche Nutzungen

langfristig überlebensfähig sind. Die Gastro spielt dabei eine

entscheidende Rolle.

Und lasst uns bei allem die gesellschaftliche Entwicklung im

Blick behalten. Unsere räumlichen Hot-Spots müssen mit

der Attraktivität der digitalen Hot-Spots mithalten können.

Damit wir uns endlich wieder im echten Leben treffen und

nicht im Metaverse.

INFOBOX

Gregor Wöltje (woeltje.eu) ist ausgebildeter

Architekt und hat eine lange Karriere

in der Werbung für große Marken

hinter sich. Als Unternehmer beschäftigt

er sich heute hauptsächlich mit der

kreativen und gesellschaftsrelevanten

Nutzung von Immobilien (this-is-really-happening.org)

und stellt mit seiner

Agentur bricksandstories.com sein

Knowhow im Bereich Konzeption und

Storytelling für ambitionierte Immobilienprojekte

zur Verfügung. Zu seinen aktuellen

Projekten gehören die Zwischennutzungen

„Pineapple Park“ und „Lucky

Star“ in München. Aktuell hat er mit seinem

Partner Roman Diehl unter dem Arbeitstitel

„Mega WG“ ein Konzept für die

kostengünstige Umnutzung von leerstehenden

Büroflächen zu Studentenwohnheimen

entwickelt.


44 GASTROSPACES

„Effizienz auf engstem Raum – wie

smarte Küchentechnik neue

Gastroflächen möglich macht“

Interview mit Claus Pedersen, Geschäftsführer Convotherm

Warum moderne Küchengeräte heute mehr können müssen als nur kochen – und welche Rolle sie bei der Planung

urbaner Gastronomiekonzepte spielen. Hier unser Interview mit Claus Petersen, Geschäftsführer bei Convotherm.

HI HEUTE: Herr Pedersen, Gastronomie findet heute oft

auf minimalem Raum statt – sei es in Pop-ups, Kiosken,

Co-Working-Spaces oder Shopping Malls. Wie verändert

das die Anforderungen an Küchentechnik?

Claus Pedersen: Die Flächen in der Gastronomie werden

immer kleiner – gleichzeitig steigen die Anforderungen an

Qualität, Geschwindigkeit und Energieeffizienz. Küchentechnik

muss daher heute nicht nur kompakt, sondern auch

multifunktional, leicht bedienbar und intelligent steuerbar

sein. Unser Anspruch bei Convotherm ist es, Geräte zu ent-

Foto: Convotherm

Überall, wo Platz Mangelware ist, kann der Concotherm mini pro neue Spielräume schaffen.


GASTROSPACES 45

Foto Convotherm

Claus Pedersen, Geschäftsführer Convotherm, sieht Technik als einen entscheidenden Faktor für gastronomische Konzepte an.

wickeln, die auf engem Raum maximale Leistung bieten, wie

zum Beispiel unser neuer mini pro zeigt.

HI HEUTE: Sie haben im Frühjahr einen neuen Kombidämpfer

auf den Markt gebracht, dem Sie den Beinamen

„King of Compact“ gegeben haben. Für welche Einsatzbereiche

wurde das Gerät entwickelt – und welche Flächen

lassen sich damit neu denken?

Claus Pedersen: Der Convotherm mini pro wurde für all

jene entwickelt, die trotz minimalem Platz höchste Ansprüche

an Produktivität und Qualität haben. Das Gerät eignet

sich damit ideal für Coffee-Shops, Bäckereien, Convenience-Flächen,

Tankstellen, Frontcooking-Stationen und auch

den Filialbetrieb. Kurz: Überall dort, wo Platz Mangelware

ist, aber Leistung und Prozesssicherheit gefragt sind, schafft

er völlig neue Spielräume – auch in Bestandsimmobilien.

HI HEUTE: Welche Rolle spielt die Küchentechnik bei der

Entscheidung, ob ein gastronomisches Konzept in einer

Immobilie überhaupt umsetzbar ist?

Claus Pedersen: Die Technik kann zum entscheidenden

Faktor werden. Sie bestimmt, ob bestimmte Konzepte in

nicht primär für Gastronomie vorgesehenen Räumen realisierbar

sind – etwa in Altbauten, Einkaufszentren oder

Co-Working-Flächen. Faktoren wie Anschlusswerte, Emissionen,

Lärm oder Hygienevorgaben spielen dabei eine

zentrale Rolle. Smarte, kompakte Geräte können hier neue

Möglichkeiten eröffnen, ohne bauliche Eingriffe nötig zu

machen.

HI HEUTE: Gibt es Beispiele, wo moderne Technik wie der

mini pro überhaupt erst ermöglicht, Gastronomie trotz

baulicher Einschränkungen zu integrieren?

Claus Pedersen: Ja, absolut, diese gibt es. Wir sehen das

regelmäßig bei Kunden, deren Betriebe sich in denkmalge-


46 GASTROSPACES

schützten Gebäuden, verwinkelten Altbauten oder in Shop-

In-Shop-Konzepten befinden und die ursprünglich nicht

für Gastronomie vorgesehen waren. Dank moderner Technologien

wie ConvoSense, das Optical Cooking ermöglicht,

oder Press&Go konnten diese gastronomischen Konzepte

trotz herausfordernder baulicher Gegebenheiten und fehlendem

Fachpersonal überhaupt erst eröffnet werden.

HI HEUTE: In vielen Innenstädten oder Shopping Malls

wird Gastronomie heute als „Anker“ gedacht. Was muss

die Technik leisten, um mit dieser strategischen Bedeutung

Schritt zu halten?

Claus Pedersen: Wenn Gastronomie als Frequenzbringer

gedacht ist, muss sie dauerhaft verlässlich funktionieren –

unabhängig vom Personal. Technik muss Prozesse automatisieren,

Betriebskosten senken, flexibel skalierbar sein und

in den Raum passen – optisch und funktional. Deshalb setzen

wir auf Designlösungen, die sich in offene Flächen integrieren

lassen wie z. B. beim mini pro oder auf Technologien

wie ConvoSense, die den Betrieb auch bei hoher Fluktuation

zuverlässig absichern.

Claus Pedersen: Eine gute Planung spart Zeit und Geld. Vom

Konzept über die Umsetzung bis hin zum laufenden Betrieb

sollte alles durchgeplant werden. Neuste Technologien mit

ressourcenschonenden Funktionen bieten neue Möglichkeiten

für Planer und Projektleiter. In enger Zusammenarbeit

und im fachlichen Austausch auf technisch hohem Niveau,

unter anderem durch Schulungen, Seminare, Fachtagungen,

wie etwa unser Fachplanerseminar am 5. November

2025 in Hamburg, aber auch direkt im Zuge von Planungsbesprechungen,

können Hersteller die tägliche Arbeit der

Planer erleichtern und professionell unterstützen. Je früher

wir als Hersteller in die Planung eingebunden werden,

umso besser. Dann können auch individuelle und effiziente

Lösungen im vorgegebenen Zeitrahmen entwickelt, geprüft

und umgesetzt werden. Eine gut geplante Küche spart nicht

nur Fläche und auf lange Sicht Kosten, sondern macht auch

den Betrieb zukunftssicher und nachhaltig.

Das Gespräch führte Andrea Ungereit-Hantl

HI HEUTE: Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit –

etwa beim Energieverbrauch, bei der Wartung oder bei

ESG-Vorgaben für Neubauten?

Claus Pedersen: Nachhaltigkeit ist heute nicht mehr optional,

sondern ein Muss. Moderne intelligente Geräte sparen

Ressourcen, egal ob Wasser, Energie oder Reinigungsmittel.

Die automatische Dosierung der Reinigungsmittel, eine robuste

Bauweise und die damit verbundene lange Lebensdauer

senken Emissionen über den gesamten Produktlebenszyklus.

Gerade bei ESG-orientierten Neubauprojekten

sind solche Kennzahlen ein echter Mehrwert – auch bei der

Finanzierung oder Zertifizierung.

HI HEUTE: Wie wird sich die Rolle der Küchentechnik weiterentwickeln,

wenn Gastroflächen kleiner werden, aber

die Ansprüche steigen?

Claus Pedersen: Küchentechnik wird zur zentralen Schnittstelle

zwischen Raum, Mensch und digitalem Prozess. Sie

muss intelligenter, effizienter und flexibler werden. Die

Automatisierung wird weiter zunehmen, ebenso die Cloud-

Anbindung und Fernwartung. Wir bei Convotherm und

Welbilt verstehen uns als Lösungsanbieter, der die gesamte

Küche denkt – nicht nur als Gerätehersteller. Das wird in

Zukunft noch wichtiger.

HI HEUTE: Was raten Sie Projektentwicklern oder Planern,

wenn es um die frühzeitige Einbindung von Küchentechnik

geht?

INFOBOX

Claus Pedersen ist seit Januar 2024

Geschäftsführer von Convotherm. Er ist

ein absoluter Branchenkenner und verfügt

über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich

Küchengeräte und -ausstattung. Seine

Stationen waren u. a. Cornelius, Hobart

(ITW) und Cornelius (Marmon Foodservice

Technologies). Pedersen kann zudem umfassende

Technologiekenntnisse gepaart

mit einer großen Expertise in den Bereichen

Vertrieb und Marketing vorweisen.

Convotherm entwickelt und produziert

seit 1976 hochwertige Kombidämpfer. Das

Unternehmen bietet intelligente und nachhaltige

Lösungen „Made in Germany“

an, die maximale Benutzer- und Wartungsfreundlichkeit

gewährleisten.


bridor.com


48 GASTROSPACES

Heartatwork – Gastronomie

als Brücke zwischen

Kulturen und Märkten

Grenzen überwinden, Potenziale entdecken,

Menschen verbinden und Gemeinschaft fördern

- Gastbeitrag von Will Odwarka

Gastronomie ist weit mehr als ein wirtschaftliches Betätigungsfeld. Sie ist kultureller

Ausdruck, sozialer Raum und oft der erste Zugang zu Begegnung und Identität – gerade

in Regionen im Wandel. Mit dieser Überzeugung haben wir 2019 Heartatwork

gegründet. Unser Ziel: Brücken bauen zwischen Menschen, Märkten und Mentalitäten.

Unsere über 30-jährige Erfahrung in über 40 Ländern zeigt:

Dort, wo andere wegblicken, entstehen Chancen, die über

Umsatz hinausgehen – hin zu echter Transformation. Gastronomie

ist dafür ein ideales Medium: universell verständlich,

emotional, nahbar und verbindend. Essen schafft Vertrauen

– und Vertrauen ist in neuen Märkten die Grundlage

für alles Weitere.

Neue Märkte denken – konkret handeln

Es gibt kein Schema F – nötig ist tiefes Verständnis für lokale

Kontexte. Unsere Arbeit beginnt oft mit einem Gespräch

oder einer Empfehlung, immer mit echter Neugier und der

Bereitschaft zuzuhören – ohne vorschnelle Urteile. Jedes

Land verdient einen eigenständigen Blick. Unsere Stärke:

Muster erkennen, nicht Modelle kopieren. Wir entwickeln

Programme, die wirtschaftlich, kulturell und konzeptionell

passen.

„Comparison is the thief of joy“ – Theodore Roosevelt

Jeder Auftrag startet mit Status-Analyse: Standortbegehung,

Gespräche mit Konsumenten, Wettbewerbs-, KPI- und Gästeanalyse.

Wir erfassen kulturelle Erwartungen und reale

Bedingungen und berücksichtigen auch Risiken wie Korruption,

Importbeschränkungen, Geldflüsse, Partnerschaften

und politische Stabilität. So entsteht ein vollständiges

Marktbild mit allen relevanten Akteuren.

In unseren Due-Diligence- oder Strategie-Workshops verbinden

wir Markenstrategie und Marktumfeld. Wir beraten

in Positionierung, Rezeptur, Mitarbeiterführung, Markenentwicklung

und Social Media. Nicht jedes Konzept ist

wachstumsfähig, nicht jeder Name eine Marke. Transparenz

ist Pflicht: Wer nicht offen über Schwächen spricht oder

menschenverachtend agiert, ist kein Partner.

Irak – Aufbruch in einen unbekannten Markt

Ein Beispiel ist der Irak: parlamentarische Republik, 44 Mio.

Einwohner, BIP rund 275 Mrd. USD (2023). Oft auf Krisen reduziert,

bietet er viel mehr. Städte wie Bagdad, Erbil oder

Soulemaniya erleben Aufbruch: 70 % der Bevölkerung unter

35, urbane Entwicklungen, neue Malls und steigende Nachfrage

nach moderner Gastronomie. Dienstleistungsstandards

sind im Aufbau – Raum für Qualität und neue Konzepte.

Herausforderungen: zerstörte Infrastruktur, hohe Jugendarbeitslosigkeit,

Korruption, politische Instabilität, Abhängigkeit

vom Öl. Doch moderne Einkaufszentren wie „Mall

of Iraq“, „Jabriya Mall“ oder die Family Malls zeigen Dynamik.

Internationale Marken betreten den Markt vorsichtig,

Chancen erfordern verlässliche Partner, kulturelles Feingefühl

und langfristige Strategien.

Family Mall Soulemaniya

Ziel: ein internationales Gastronomiekonzept für die lokale

Zielgruppe. Auftrag: Marken identifizieren, Machbarkeitsanalyse

mit Umsatzprognosen, Flächenabgleich, Trendbe-


GASTR0SPACES 49

Fotos: credit PR

Heartatwork will Brücken bauen und Gastronomie als Begegnungsraum sehen.

wertung, Foodcourt-Mix aus globalen und lokalen Konzepten.

Wir begleiteten Partnersuche und Aufbau tragfähiger

Strukturen. Chancen für DACH-Partner: Fast Casual, Bäckerei-/Café-Ketten,

Gastronomie-Technologie.

dungsstätten nachdenken – getragen von lokalen und internationalen

Partnern. Wir sind Mittler und Übersetzer – mit

Respekt, Neugier, Erfahrung und der Überzeugung, dass

gutes Essen der Anfang von Verständnis ist.

650 – Organic Restaurant & Café Bagdad

Hier ging es um die Standardisierung und Skalierung eines

erfolgreichen Bio-Gastronomiekonzepts. Wir entwickelten

SOPs, optimierten das Markenerlebnis, erarbeiteten Expansionsstrategie

mit Standortscoring, Investorenvorbereitung

und Lieferkettenoptimierung. Wichtig war auch das Storytelling:

Geschichten über Herkunft, Menschen und Produkte

schaffen Bindung und Differenzierung.

Brücken für beide Seiten

Beide Projekte eröffnen Zugang zu Märkten und Lernfelder.

Wer respektvoll und offen agiert, lernt viel über Innovationskraft,

Anpassung und Mut. Märkte wie der Irak fordern

Klarheit, Struktur und langfristiges Denken – kein Ort für

Experimente, sondern für Engagement.

Vision

Gastronomie ist hier Begegnungsraum, Identitätsstifter und

Motor gesellschaftlichen Wandels. Langfristig wollen wir

vielfältige Gastronomieformen etablieren und über Ausbil-

INFOBOX

Gegründet von Manu und Will Odwarka,

zwei erfahrenen Führungskräften aus

der internationalen Hotellerie, verbindet

Heartatwork über 30 Jahre Erfahrung im

Aufbau, Betrieb und Verkauf von Marken

und Unternehmen. Mit Sitz in Dubai fungieren

die Gründer als Brücke zwischen

Europa, Asien und dem Nahen Osten. Das

Unternehmen steht für nachhaltigen, bedeutungsvollen

Erfolg und Wachstum und

wird von einem kooperativen Team getragen,

das eng zusammenarbeitet, um für

jeden Kunden die bestmöglichen Ergebnisse

zu erzielen.


50 GASTROSPACES

Deutschlands

Shopping-Center-Markt:

Ein Magnet für

internationales Kapital?

Gastbeitrag von Dan Innes, Immobilienexperte

und Gründer von INNESCO, London

Der europäische Markt für Einzelhandelsimmobilien steht laut Analysten an einem

Wendepunkt. Verändertes Konsumentenverhalten, das Wachstum des E-Commerce,

geopolitische Unsicherheiten und steigende ESG-Verpflichtungen zwingen

Eigentümer und Investoren, ihre Strategien neu zu überdenken.

Während die Stimmung in manchen Märkten fragil bleibt,

genießt der deutsche Shopping-Center-Sektor wieder verstärkt

internationale Aufmerksamkeit. Staatsfonds, Private

Equity und institutionelle Plattformen kehren mit Überzeugung

zurück – ermutigt durch die strukturelle Stabilität

und die Chance, durch Repositionierungen Mehrwerte zu

heben.

Strukturelle Stärken: Deutschland als Anker Europas

Deutschland bietet nach wie vor jene makroökonomischen

Fundamentaldaten, die Investoren suchen: wirtschaftliche

Resilienz, hohe Beschäftigung, starke Kaufkraft privater

Haushalte und eine im Vergleich zu stärker zyklischen

südeuropäischen Märkten stabilere Konsumbasis. Hinzu

kommt der Ruf nach rechtlicher und regulatorischer Trans-

Foto: ECE Foto: INNESCO

Einen Besucheranstieg von +17 Prozent verzeichnet das Main-Taunus-Zentrum durch die Eröffnung des neuen Food-Gardens.


GASTROSPACES 51

parenz, der zusätzliches Vertrauen schafft. Das konservative

Finanzierungsumfeld hat extreme Preisschwankungen wie

in anderen europäischen Märkten weitgehend verhindert.

Für internationale Investoren, die Skalierbarkeit und Verlässlichkeit

suchen, nimmt Deutschland die Rolle als Anker-

Markt für Einzelhandelsimmobilien in Europa ein.

– mit Handel, Gastronomie, Freizeit, Gesundheit und sogar

öffentlichen Nutzungen.

Diese Einkommensdiversifizierung, kombiniert mit Flexibilität

für Repositionierungen, entspricht exakt den Anforderungen

von Investoren in einem Marktumfeld, in dem Risikoschutz

und stabile Renditen Vorrang haben.

Vom Sektor zum Asset: Ein neues Investitionsparadigma

Die Zeiten breiter, sektorweiter Investitionswetten sind vorbei.

Wie Kirill Zavodov, Portfoliomanager bei Pimco, jüngst

im Green Street-Magazin erklärte: „Unsicherheit ist nicht

mehr episodisch – sie ist strukturell.“ Das bedeutet: Granulare

Objektauswahl und aktives Management gewinnen

klar an Bedeutung, während steigende Märkte oder Renditekompressionen

allein nicht mehr tragen.

Im Fokus stehen daher Center, die ein realistisches und

greifbares Repositionierungspotenzial bieten – sei es durch

ESG-Investitionen, erlebnisorientierte Konzepte, eine gezieltere

Kundenansprache oder durch die Integration in gemischt

genutzte Quartiere.

Gerade viele in den 1990er- und 2000er-Jahren entwickelte

Center gelten als ideale Kandidaten für Modernisierungen.

Gleichzeitig erscheinen die Renditen im Vergleich zu Logistik-

und Büroimmobilien zunehmend attraktiv, da dort die

Konkurrenz die Erträge gedrückt hat.

Kapital in Aktion: Fallbeispiele

• Rhein-Ruhr-Zentrum, Mülheim: Ebenfalls von Eurofund

gemeinsam mit Signal Capital Partners übernommen. Hier

soll ein „Shopping Resort“-Konzept umgesetzt werden.

• Main-Taunus-Zentrum: Eigentümer Deutsche EuroShop

und ein geschlossener Immobilienfonds investierten rund

28 Mio. Euro in ein neues Outdoor-Holzbau-Gastrocluster

(„Food Garden“), das im April 2025 eröffnet wurde. Seitdem

stieg die Besucherfrequenz bereits um +17 %. Entwicklung,

Vermietung und Betrieb erfolgten durch ECE Marketplaces.

Shopping Center im Vergleich zu anderen Formaten

Warum gewinnen Shopping Center wieder an Bedeutung

gegenüber anderen Einzelhandelsformaten?

• Innenstädte sind kleinteilig und anfällig für Kaufkraftabflüsse

in den Online-Handel.

• Fachmarktzentren konzentrieren sich stark auf Bequemlichkeit

und Discount.

• Shopping Center hingegen bieten Größe, Mieterdiversität

und die Chance, multifunktionale Destinationen zu schaffen

Deutschland im europäischen Vergleich

• UK: Harte Re-Pricings und Restrukturierungen belasten

den Markt.

• Südeuropa: Konsumfreude vorhanden, aber höhere politische

und finanzielle Volatilität.

• Skandinavien: Stabil, aber zu klein für große Kapitalvolumina.

• Deutschland: Vereint Größe, Stabilität und attraktive Einstiegspreise

– und positioniert sich so als idealer Markt für

internationale institutionelle Investoren.

Ausblick: Selektivität und ESG im Fokus

Zukünftig wird Kapital noch selektiver fließen. Erwartet

werden vermehrt Joint Ventures zwischen internationalen

Investoren und lokalen Betreibern, die die Besonderheiten

von Planung, Vermietung und Betrieb kennen.

ESG bleibt entscheidend: Nachhaltige Modernisierungen

sind längst keine reine Imagefrage mehr, sondern ökonomische

Notwendigkeit – sowohl zur Risikominimierung

(Stranded Assets) als auch zur Sicherung von Liquidität beim

Exit.

Center, die sich zu lebendigen, gemischt genutzten Plattformen

transformieren lassen, werden im Fokus internationalen

Interesses stehen. Für statische Objekte hingegen bleibt

das Kapital vorsichtig. Im von struktureller Unsicherheit

geprägten europäischen Markt bleiben deutsche Shoppingcenter

damit ein Magnet: groß, stabil und mit klaren Chancen

für wertschöpfende Strategien.

INFOBOX

Dan Innes ist Gründer und Geschäftsführer von Innesco,

einer international tätigen Marketing- und Kommunikationsberatung

mit Sitz in London, spezialisiert

auf Immobilien und die gebaute Umwelt. In den vergangenen

15 Jahren hat Innesco führende Entwickler,

Investoren und Betreiber – darunter Westfield, Unibail-Rodamco,

Invesco, Landsec, Hines, Eurofund und

Brookfield – bei der Positionierung und Vermarktung

von über 750 Landmark-Projekten weltweit beraten.


52 GASTROSPACES

Von Social Media bis

Quartiersentwicklung

– wie digitale Food Brands

die urbane Gastronomie prägen

Kikis Kitchen und Beigel haben eine starke digitale Community

Food-Brands, die ihre Wurzeln in Social Media haben, gewinnen zunehmend Einfluss auf die urbane

Gastronomie. Was als virales Rezeptvideo oder Lifestyle-Post begann, wächst heute zu Cafés, Stores

und eigenständigen Marken mit klaren Immobilienstrategien.

Foto: Kikis Kitchen

Kiki Aweimer, Gründerin von Kikis Kitchen, betreibt Cafés

im Ruhrgebiet, darunter Bochum und Oberhausen, und begeistert

ihre Community mit handgemachten Desserts und

kreativen Backwaren. Sara Gürel, Mitgründerin von Beigel

in Köln, bietet an ihren beiden Standorten im Belgischen

Viertel und auf der Ehrenstraße innovative Bagels und Matcha-Drinks

an. Beide zeigen, wie aus digitalen Communities

reale Begegnungsorte entstehen – und welche Chancen und

Herausforderungen damit verbunden sind.

Social Media als Motor für Marken

Instagram und TikTok sind längst nicht mehr nur Plattformen

für Likes und Follower – sie sind Trendradar, Feedback-Kanal

und Marketingtool zugleich. Für Gründer:innen

wie Kiki Aweimer und Sara Gürel war Social Media der Ausgangspunkt

ihrer Erfolgsgeschichte.

„Mit der Zeit entstand der Wunsch, dass unsere Community

die Produkte nicht nur online sieht, sondern auch vor

Ort erleben kann“, erklärt Kiki Aweimer. Ihr viraler San Sebastian

Cheesecake, den sie 2019 erstmals in Deutschland

bekannt machte, wurde zum Aushängeschild ihres ersten

Cafés im Ruhr Park Bochum.

Auch Sara Gürel beschreibt, wie Social Media zur kreativen

Inspirationsquelle wurde: „Viele Ideen entstehen aus dem

Alltag, andere aus Trends auf TikTok und Instagram. Aber es

ist uns wichtig, dass wir zu 100 Prozent dahinterstehen. Ein

neues Produkt muss uns persönlich gefallen und schmecken.“

Zwischen Hype und Handwerk

Food-Trends entstehen oft über Nacht – doch nicht jede

Welle trägt. „Viele Trends verschwinden so schnell, wie sie

gekommen sind. Für mich ist wichtig, dass sich etwas echt

anfühlt und zu uns passt“, sagt Kiki Aweimer.

Kikis Kitchen in Oberhausen - die handgemachten Desserts sind

gefragt.

Bei Beigel war die Linie ähnlich klar. „Am Anfang haben wir

uns eher auf klassische Sorten konzentriert, bevor wir uns

auf Social-Media-Trends eingelassen haben“, erklärt Sara

Gürel. Nur ein- bis zweimal habe man kurzfristige Hypes

direkt aufgegriffen – immer mit der Frage: Ist das ein kurz-


GASTROSPACES 53

Foto: Kikis Kitchen

Hamza und Kiki Aweimer von Kikis Kitchen

Foto: Kikis Kitchen

lebiger Hype oder hat es Potenzial, dauerhaft Gäste zu überzeugen?

Beide Beispiele zeigen: Wer eine starke Community aus dem

Digitalen mitbringt, braucht Flächen mit hoher Sichtbarkeit

und klarer Wiedererkennung. Denn Reichweite allein genügt

nicht – erst im Zusammenspiel mit einem passenden

Standort wird daraus ein nachhaltiges Gastronomiekonzept.

Standortwahl: Frequenz und Identität

Spannend wird es, wenn digitale Marken stationär werden.

Hier zeigen sich unterschiedliche Strategien – mit einem

gemeinsamen Nenner: Frequenz ist entscheidend.

„Für uns war von Anfang an klar, dass wir nur in A-Lagen

eröffnen wollen“, so Sara Gürel. Die beiden Beigel-Standorte

– im Belgischen Viertel und auf der Ehrenstraße in Köln

– spiegeln genau diesen Anspruch wider: hip, jung, stark

frequentiert.

Wer bei Kikis Kitchen nicht nur sein Dessert bekommt, sondern auch

noch Kiki sehen darf, muss das seiner Community mitteilen.

Kiki Aweimer wiederum setzte auf die Sogwirkung großer

Shopping-Center. „Die hohe Besucherfrequenz im Ruhr

Park oder im Centro Oberhausen war für uns ausschlaggebend.

Klar, die Mieten sind höher – aber dafür erreichen

wir viele potenzielle Gäste.“ In Oberhausen kombinierte sie


54 GASTROSPACES

Café und Store sogar zu einem Store-in-Coffee-Konzept:

probieren, genießen, einkaufen – alles an einem Ort.

Pop-Up oder Beständigkeit?

Viele Social-Media-Brands testen ihre Ideen zunächst in

Pop-Ups. Nicht so Kiki und Sara. Beide entschieden sich direkt

für feste Locations.

„Wir wollten uns den Traum eines eigenen Cafés erfüllen –

mit klarer Vorstellung davon, wie es aussehen und funktionieren

soll“, sagt Sara Gürel. „Natürlich war das ein Risiko,

aber wir wollten von Anfang an auf Beständigkeit setzen.“

Ähnlich klingt es bei Kiki Aweimer: „Unsere Konzepte erfordern

Investitionen in Technik und Einrichtung, die sich

nur bei langfristigen Mietverträgen lohnen. Wer nachhaltig

wachsen will, braucht Stabilität.“

Herausforderungen beim Schritt ins Physische

So groß die Chancen sind, so fordernd ist der Übergang vom

Digitalen in die Gastronomie. „Die größte Herausforderung

ist die Zeit und der mentale Druck“, betont Sara Gürel.

„Während man online vieles flexibel steuern kann, ist Gastronomie

etwas Physisches – mit echten Orten, Menschen

und Abläufen, die verlässlich funktionieren müssen.“

Kiki Aweimer sieht vor allem den Faktor Team: „Eine funktionierende

Crew ist das Herzstück. Gerade wenn wir bis zu

500 Stück Cheesecake am Tag verkaufen, braucht es eingespielte

Abläufe und motivierte Mitarbeitende.“

Ausblick: Neue Chancen für Quartiere

Mit ihren stationären Konzepten sind beide Unternehmerinnen

längst etabliert. Doch wie geht es weiter? Für Beigel

liegt der Fokus auf Innenstadtlagen. „Konzepte wie Food-

Halls oder Quartiersentwicklungen sind für uns aktuell kein

Thema“, sagt Sara Gürel. „Im Moment sehen wir uns eher auf

stark frequentierten Straßen. Aber wer weiß – die Zukunft

kann immer neue Möglichkeiten mit sich bringen.“

Foto: Beigel

Sara und Dolunay Gürel von Beigel


GASTROSPACES 55

Foto: Beigel

INFOBOX

Kikis Kitchen – Fakten auf einen Blick

Das beliebte Duo – Bagel und Matcha bei Beigel

Kiki Aweimer dagegen denkt stärker über neue Formate

nach. „Wir bekommen viele Anfragen, auch von Quartiersentwicklungen

oder Food-Halls. Wenn das Konzept stimmig

ist und wir dort glaubwürdig auftreten können, ist das für

uns sehr spannend.“

Gründung & Gründer: Kiki Aweimer & Hamza

Aweimer, entstanden aus Social Media

Eröffnung: Erstes Café + Store im August 2022 im

Westfield Ruhr Park Bochum

Standorte: 2 (Bochum & Oberhausen)

Bestseller: San Sebastian Cheesecake mit Kikis

Creams und Iced Matcha Kreationen

Konzept-Highlight: Kombination aus Café & hauseigenem

Produktsortiment, Community-Einbindung

über Social Media

Zielgruppe: Grundsätzlich sind alle willkommen,

Kernzielgruppe Frauen 18-40 Jahre, Food- & Social-Media-affin

Nachhaltigkeit: Recycelbare Materialien, wiederverwendbare

Löffel, lokale Produktion, langlebige

Einrichtung

Team: ca. 120 Mitarbeitende, über 70 % Frauenanteil,

inklusiver Arbeitgeber

Special: Eigenentwickelte Produkte von Kiki, viele

im Store und im Onlineshop erhältlich

Beigel – Fakten auf einen Blick

Fazit: Digitale Marken als urbane Impulsgeber

Marken wie Kiki’s Kitchen und Beigel zeigen, wie eng sich

Social Media und Gastronomie inzwischen verzahnen. Digitale

Communities verwandeln sich in reale Begegnungsräume,

die nicht nur gastronomische Vielfalt bieten, sondern

auch die Attraktivität von Standorten steigern.

Für die Immobilienwirtschaft eröffnen sich damit neue

Chancen: Social-Media-Food-Brands bringen Reichweite,

Aufmerksamkeit und eine treue Community mit – und können

so nicht nur Cafés füllen, sondern ganze Quartiere beleben.

Damit wirken sie als Bindeglied zwischen digitalem

Lifestyle und urbaner Entwicklung. Wer diese Dynamik früh

erkennt und in Standortkonzepte integriert, schafft nicht

nur neue Magneten für Konsument:innen, sondern setzt

auch wichtige Impulse für die Belebung von Innenstädten

und Einkaufszentren.

Von Esra Tugci

Gründung & Gründer: Sara & Dolunay Gürel,

entstanden aus Social Media & familiären Gastro-Wurzeln

Eröffnung: Erstes Café im September 2024, Brüsseler

Straße 44A, Köln (Belgisches Viertel)

Standorte: 2 (Belgisches Viertel & Ehrenstraße,

Köln)

Bestseller: Iced Strawberry Matcha mit Hafermilch;

Bagel „Italian“ & „Signature Bagel“

Konzept-Highlight: Kombination aus

New-York-inspirierten Bagels & innovativen Matcha-Drinks;

hippe A-Lagen, urbanes Community-Feeling

Zielgruppe: Kernzielgruppe 18-35 Jahre, offen für

alle; jung, urban, Social-Media-affin

Nachhaltigkeit: Fokus auf hochwertige & nachhaltige

Produkte; achtsame Standort- und Produktauswahl



DIE CURRYWURST DER

MEISTERKLASSE

DIE CURRYWURSTBUDE

DER ZUKUNFT

Stadionliebe Food Corner

• Hocheffizient & nachhaltig: minimale Fläche, geringer Personalbedarf, maximale Frequenz

• Flexibel in 2 Größen: 8–15 m² (klein) oder 25–30 m² (groß) – passend für jeden Hochfrequenz-Standort

• Die beste Currywurst – jetzt in deiner Stadt: mit Jens Betge, Real Estate Management GmbH als

starkem Standortpartner

• CTA: Jetzt Kontakt aufnehmen mit Christof (christof.opiela@stadion-liebe.com)

STADIONLIEBE VENDING – CURRYWURST RUND UM DIE UHR:

• Perfekt für: Logistikzentren, E-Ladeparks & Tankstellen

• Automatisiert & effizient: kaum Personal, kein Foodwaste

• Schnell & smart: heiße Currywurst in 4 leckeren Sorten in Minuten verfügbar

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INFORMATION:

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58 GASTROSPACES

Zwischen Dynamik und Stabilität:

Wie sich Gastronomie-Immobilien

immer mehr verändern

Interview mit Expansionsberater Jens Betge: Welche Trends den Markt prägen

Die Gastronomie ist ein dynamischer Bestandteil der Immobilienwirtschaft. Geprägt von veränderten Rahmenbedingungen,

neuen Konsumgewohnheiten und innovativen Konzepten stellt sie Eigentümer, Projektentwickler

und Investoren vor besondere Herausforderungen. Im Gespräch mit HI HEUTE erläutert Expansionsberater

Jens Betge, welche Trends derzeit den Markt bestimmen, wie sich Anforderungen an Flächen und Verträge verändern

und welche Rolle Gastronomieprojekte in der Stadtentwicklung der Zukunft spielen werden.

HI HEUTE: Herr Betge, die Gastronomiebranche gilt als

besonders dynamisch – Konzepte kommen und gehen. Wie

verändert das Ihre Arbeit als Immobilienberater?

Jens Betge: Ob die Gastronomiebranche tatsächlich „besonders

dynamisch“ ist, sollte man hinterfragen. Sie spiegelt

aus meiner Sicht vor allem gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

wider, die hier besonders sichtbar werden: Konzepte

verschwinden plötzlich, Ketten ziehen sich zurück.

Einflussfaktoren wie Pandemie, Ukraine-Krieg, steuerliche

Rahmenbedingungen, steigende Zinsen, Fachkräftemangel

und komplexere Genehmigungen haben die Branche stark

verändert.

Für meine Arbeit bedeutet das: Projekte werden intensiver

geprüft. Es gilt, Chancen und Risiken abzuwägen, Investitionen

abzusichern und nachhaltige Vorhaben zu realisieren.

Die Komplexität steigt – zeitlich wie organisatorisch. Eine

wesentliche Aufgabe ist es, unterschiedliche Interessen zu

bündeln. Ich verstehe meinen Job daher in erster Linie als

People Manager.

HI HEUTE: Was beobachten Sie derzeit am Markt – gibt es

bestimmte Trends oder Gastroformen, die vermehrt nach

Flächen suchen?

Jens Betge: Trotz schwieriger Lage gibt es spannende Entwicklungen.

Quick Service Restaurants wachsen stark in den

Metropolen: günstig, schnell, digital-affin. Ghost Kitchens

und virtuelle Restaurants gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

Ein Beispiel ist die Lanch-Gruppe mit „Happy Slice“ und

„Loco Chicken“, die durch Influencer enorme Reichweite

erzielen. Beworben durch Influencer wie Knossi, Trymacs

und Luciano sind diese Formate sehr expansiv unterwegs

und lösen bei jedem Opening einen Hype aus.

Der Trend, Marken über Social Media und Storytelling direkt

an die Zielgruppe zu binden, nimmt zu. Beispiele sind

Glückspilz aus Bielefeld, die über ihre Social Media Kanäle

teilweise über eine Million Klicks pro Beitrag realisieren

und über Storytelling Kultstatus in ihrer Community erreichen.

Cinnamood, Cookie Couture und Goldies sind weitere

gute Beispiele hierfür.

Auch der Burger bleibt Trendgericht – ob Premium, vegan

oder als Fusion. Marken wie Burgermeister, Goldies, Vision

Burger, Five Guys oder Peter Pane zeigen, dass der Burger

längst Lifestyle-Produkt ist. Parallel entstehen im Dönermarkt

neue Franchise-Konzepte wie Mangal Döner, House

of Döner oder Döner Brothers die bundesweit expandieren.

HI HEUTE: Wie reagieren Eigentümer und Projektentwickler

auf diese Dynamik?

Jens Betge: Gastronomieprojekte erfordern hohe Investitionen

in spezifische Infrastruktur. Viele Ketten wollen nicht

mehr selbst investieren und setzen auf Partner mit geringerer

Bonität. Da Banken hohe Eigenkapitalquoten verlangen,

stockt die Expansion oft. Auch ausländische Konzepte

suchen deshalb lokale Partner. Company Stores mit einem

Prove of Concept sind eher selten.

HI HEUTE: Stichwort Mietverträge: Müssen sich auch die

rechtlichen Rahmenbedingungen anpassen?

Jens Betge: Betreiber wünschen sich Flexibilität: Break-Optionen

oder umsatzabhängige Mieten. In der Praxis müssen


GASTROSPACES 59

Foto: Credit PR

Immobilienexperte Jens Betge sieht, dass die Komplexität zeitlich wie organisatorisch steigt.

Verträge aber individuell ausgehandelt werden. Wir bewegen

uns vom klassischen Mieter-Vermieter-Verhältnis hin

zu Partnerschaften, in denen Gastronomen als Frequenzbringer

und Identitätsstifter bewusst eingesetzt werden.

HI HEUTE: Was erwarten Investoren heute von einem Gastro-Mieter

– Stabilität oder Innovationskraft?

Jens Betge: Beides. Stabilität und Bonität sind Grundvoraussetzungen,

da die Investitionen hoch sind. Gleichzeitig

erwarten Investoren Innovationskraft – die nicht immer radikale

Neuheiten bedeuten muss, sondern auch durch kluge

Weiterentwicklungen entstehen kann.

HI HEUTE: Sehen Sie in bestimmten Lagen eine höhere

Bereitschaft für Pop-ups oder befristete Konzepte?

Jens Betge: Pop-ups entstehen meist dort, wo Flächen

schwer dauerhaft zu vermieten sind. Auf Behördenseite ist

das Verständnis noch ausbaufähig.

HI HEUTE: Wie wichtig ist für Projektentwickler heute die

„Story“ eines Gastronomiekonzepts?

Jens Betge: Sehr wichtig. Ein starkes Konzept mit klarer

Zielgruppenansprache kann ein Quartier prägen und weitere

Mieter anziehen. Branding, Community-Aufbau und Erlebniswert

sind heute zentrale Investmentkriterien.

HI HEUTE: Wie sieht das gastronomisch geprägte Immobilienprojekt

der Zukunft aus?

Jens Betge: Flexibel, kuratiert und erlebnisorientiert. Die

Gastronomie wird nicht mehr nur als Mieter gesehen, sondern

als zentraler Baustein für Frequenz, Identität und

Community. Flächen sind hybrid nutzbar – morgens Café,

mittags Lunch-Spot, abends Eventfläche.

Wesentlich sind modulare Technik, wandelbare Räume und

die Verzahnung mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Nachhaltigkeit,

Digitalisierung und Erlebnisqualität werden

Standard. Wer klug plant, schafft nicht nur Quadratmeter,

– sondern Aufenthaltsqualität mit Zukunft.

INFOBOX

Jens Betge Real Estate Management

Erfahrung & Hintergrund:

Studium der Immobilienwirtschaft, 13 Jahre Expansionserfahrung

bei Starbucks & Esprit, seit

2015: Selbstständig als externer Expansionsmanager

Leistungen:

• Beratung rund um das Standortportfolio

• Nachhaltiger Portfolioaufbau

• Restrukturierung bestehender Portfolios


60 GASTROSPACES

Warum Gastronomie der

emotionale Anker

moderner Quartiere ist

The Verse (München) - Gastbeitrag

von Markus Bauer, Tasteful Hospitality

Die Immobilien- und Stadtentwicklung befindet sich inmitten einer Transformation.

Quartiere sind längst mehr als funktionale Hüllen für Büros, Wohnen

und Retail – sie müssen heute Antworten geben auf die Frage nach Gemeinschaft,

Identität und Aufenthaltsqualität.

Dabei nimmt Gastronomie eine Schlüsselrolle ein: Sie ist

nicht nur Versorger, sondern emotionaler Anker, Treffpunkt

und kultureller Übersetzer. Eben ein Kurator für EG-Flächen.

Hospitality als Werttreiber für Immobilien

Ein modernes Stadtquartier definiert sich nicht mehr ausschließlich

über Lage, Architektur und Flächenangebot. Der

wahre Wert entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, wo

Atmosphäre erlebbar wird und wo die Adresse Bedeutung

gewinnt. Gastronomie schafft genau diesen Mehrwert: Sie

gibt Gebäuden Charakter, lädt Nachbarschaften ein und

macht Quartiere zu lebendigen Destinationen.

Entwickler und Investoren haben längst erkannt, dass Gastronomie

keine klassische Mieterstruktur ist. Sie ist strategischer

Bestandteil der Positionierung, beeinflusst die

Vermietungsquote ebenso wie die Wertstabilität – und trägt

entscheidend zur Drittverwertbarkeit von Immobilien bei.

The Verse wird zu einem Prototypen einer neuen Quartiersgeneration.


GASTROSPACES 61

Bei diesem Thema gibt es noch sehr viel Klärungs- und Aufklärungsbedarf,

was Mietpreise und Investitionen anbelangt.

THE VERSE: Ein Beispiel für zukunftsorientierte Quartiersentwicklung

Mit THE VERSE entsteht bis 2027 im Herzen Münchens eines

der spannendsten Stadtquartiere der nächsten Jahre –

entwickelt von ACCUMULATA und Oaktree, entworfen von

Herzog & de Meuron. Mehr als 70.000 m² Nutzfläche, ein

parkähnlicher Innenhof, spektakuläre Dachlandschaften

mit Padel-Court, Fitness- und Eventflächen – und ein kuratiertes

Erdgeschoss, das Gastronomie, Retail, Health und

Lifestyle verbindet.

Tasteful Hospitality wurde als exklusiver Partner für die

Entwicklung und Kuratierung des gesamten F&B- und Hospitality-Konzepts

beauftragt. Unsere Aufgabe: nicht nur

Restaurants und Cafés zu besetzen, sondern das Erdgeschoss

zu einem öffentlichen Wohnzimmer zu machen. Ein

Ort, der für 3.500 Büroangestellte ebenso attraktiv ist wie

für Geschäftsreisende, Konferenzgäste, Nachbarn und ein

urbanes Publikum mit Anspruch an Qualität und Erlebnis.

Die wahre Stärke solcher Konzepte wie THE VERSE liegt in

ihrer Drittverwertbarkeit: Flächen, die nicht ausschließlich

für die Hauptnutzer – etwa Büromieter – gedacht sind, sondern

die sich flexibel für externe Zielgruppen nutzen lassen.

In THE VERSE bedeutet das:

• Konferenz- und Eventflächen, die auch externen Veranstaltern

offenstehen.

• Dachlandschaften, die für Sport und Events Drittumsätze

generieren.

• Hospitality-Angebote, die Nachbarschaften, Geschäftsreisende

und Stadtgesellschaft gleichermaßen ansprechen.

• Concierge Service, wie Reinigung, Paketstationen, Aufbewahrung

in Wärme- und Kühltheken für das Lieferbusiness.

Das wird wichtig werden.

So entsteht ein Quartier, das nicht nur werktags zwischen 9

und 17 Uhr funktioniert, sondern als Destination ganzjährig

und ganztägig belebt ist.

Wir holen die Hotel- und Hospitality Erfahrung in Quartiere.

Der Schlüssel dazu ist die programmatische Durchmischung.

Urbane Räume brauchen ein Zusammenspiel von

Funktionen, die sich gegenseitig verstärken. Ein Fitnessangebot

allein schafft keine Identität – erst in Verbindung

mit Gastronomie, Eventflächen und gemeinschaftlich nutzbaren

Räumen entsteht ein Kreislauf von Frequenz, Aufenthaltsqualität

und Wirtschaftlichkeit.

THE VERSE wird dadurch zum Prototyp einer neuen Quartiersgeneration:

Architektur, Nutzung und Hospitality bilden

eine Einheit, die das Projekt langfristig wertstabil und

zukunftsfähig macht.

Transformation als Haltung

Unsere Projekte – von der traditionsreichen Schreiberei

in München über die Kneipe80 bis hin zum internationalen

Cone Club auf Ibiza und Sardinien – zeigen, wie unterschiedlich

Hospitality wirken kann. Doch allen Konzepten

liegt ein gemeinsames Verständnis zugrunde: Gastronomie

muss Haltung zeigen. Sie muss mutig sein, authentisch, und

gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig.

Die Branche erlebt derzeit einen Paradigmenwechsel. Weg

von austauschbaren Kompromisslösungen, hin zu ganzheitlichen

Konzepten, die Design, Betrieb, Wirtschaftlichkeit

und Markenführung in Balance bringen. Quartiere wie THE

VERSE werden zu Blaupausen dafür, wie Stadtentwicklung

und Hospitality zusammenspielen können – und welche Bedeutung

Gastronomie für die urbane Lebensqualität der Zukunft

hat. Das Thema der Wirtschaftlichkeit funktioniert zunehmend

immer schlechter, trotz Qualität und Top Lagen.

Hier muss ein Umdenken stattfinden!

Warum Gastronomie der emotionale Anker moderner

Quartiere ist

Ohne Gastronomie keine Vermietung – und ohne Vermietung

keine Gastronomie. Diese Wechselwirkung macht Hospitality

zum entscheidenden Faktor in der Immobilienwirtschaft.

Büro- und Handelsflächen lassen sich heute nur

dann erfolgreich vermarkten, wenn sie in ein Quartier eingebettet

sind, das Erlebnisse, Begegnung und Lebensqualität

bietet. Gastronomie ist dafür der zentrale Hebel: Sie gibt

den Adressen Seele, verleiht dem Standort ein Gesicht und

schafft die emotionale Bindung, die für Mieter und Besucher

gleichermaßen entscheidend ist.

Dass dieses Zusammenspiel funktioniert, zeigen zahlreiche

frühere Projekte, die wir begleitet haben:

• Oh Julia in der Münchner Hofstatt – als gastronomischer

Mittelpunkt, der das Quartier belebt und über Jahre hohe

Frequenz gesichert hat.

• OCUI im Oberanger, München – ein innovatives All-Day-

Konzept, das moderne Gastronomie und urbane Nachbarschaft

verbunden hat.

• GAST am Gasteig – als Schnittstelle zwischen Kultur, Veranstaltungen

und Gastronomie, die Besucherströme bindet.

• Oh Julia im Q6 Quartier Mannheim – als Frequenzbringer

in einem Mixed-Use-Konzept, der Handel, Gastronomie

und Freizeit verbindet.

• Oh Julia im Dorotheenquartier Stuttgart – als lebendiger

Treffpunkt in einem der zentralsten neuen Stadtquartiere

Baden-Württembergs.


62 GASTROSPACES

The Verse aus der Vogelperspektive: Hier entsteht bis 2027 ein Stadtquartier im Herzen Münchens,

• Cube Campus in Leverkusen – ein gelungenes Beispiel für

die Integration von Hospitality in ein urbanes Arbeitsumfeld.

Alle diese Projekte belegen: Hospitality ist kein Beiwerk,

sondern die Grundlage dafür, dass Quartiere funktionieren

– ökonomisch, sozial und kulturell.

Fazit

Hospitality definiert urbane Räume neu. Sie ist nicht länger

eine ergänzende Mieterstruktur, sondern der Hebel,

der Immobilienprojekten Seele, Strahlkraft und wirtschaftliche

Nachhaltigkeit gibt. Projekte wie THE VERSE zeigen:

Die Zukunft der Immobilienentwicklung liegt in Konzepten,

die Sport, Events, Gastronomie und Gemeinschaft intelligent

verknüpfen – und so Orte schaffen, die mehr sind als

Flächen. Wir holen die Hotel- und Hospitality Erfahrung in

Quartiere.

Ausblick: Viele neue Kapitel

Für Tasteful Hospitality ist THE VERSE ein Meilenstein –

aber nur eines von vielen Projekten, die vor uns liegen. Die

Nachfrage nach kuratierten Hospitality-Lösungen steigt rapide,

weil Investoren und Entwickler verstehen: Ohne emotionale

Verankerung bleiben Immobilien leere Hüllen.

Wir sind überzeugt: Die spannendsten Kapitel dieser Transformation

beginnen gerade erst. Und wir freuen uns darauf,

sie mitzugestalten – gemeinsam mit starken Partnern,

mutigen Investoren und kreativen Köpfen, die wie wir daran

glauben, dass Gastronomie mehr ist als ein Mietvertrag.

INFOBOX

Über Tasteful Hospitality

Räume für das Wesentliche - Tasteful Hospitality entwickelt

und begleitet gastronomische Konzepte mit

Fokus auf Einfachheit, Menschlichkeit und kreativen

Mut. Das Unternehmen arbeitet mit Start-ups, internationalen

Marken und Immobilienentwicklern

zusammen, um Orte mit Substanz zu schaffen –

authentisch, partnerschaftlich und zukunftsfähig.

Weitere Infos unter www.tasteful-hospitality.de

Über Markus Bauer

Markus Bauer ist ein visionärer Unternehmer mit

über 30 Jahren Erfahrung in Markenarchitektur,

Hospitality und als Gestalter und Kurator von Räumen.

Als CEO von Tasteful Hospitality und Der

Markenstratege kuratiert und entwickelt er innovative

Gastronomie- und Hospitality-Konzepte für

wegweisende Immobilienprojekte. Geprägt durch

seine Zeit bei Käfer in München und internationalen

Großprojekten mit Kofler & Kompanie Berlin

verbindet er kreative Markenführung mit strategischer

Projektentwicklung und schafft Räume,

die wirtschaftlich erfolgreich sind und emotional

berühren. Mit seinem Netzwerk und seiner Expertise

prägt Bauer die Transformation urbaner Quartiere

zu lebendigen, identitätsstiftenden Orten.


ARE YOU

ENOUGH?

Wir sind Loco Chicken – eine Marke von LANCH, dem Berliner FoodTech-

Startup, das seit 2023 Gastronomie, Delivery und Brand Building neu denkt.

Unser Ziel: die spannendsten Food Brands der nächsten Generation überall

erlebbar machen – ob in eigenen Restaurants, über Partnerstores oder

durch mobile Microstores. Unser Wachstum spricht für sich:

• Bereits 500+ Delivery-Partnerstores

• Mehr als 15 Quick Service Restaurants

• Präsenz in über 100 Städten in Deutschland

• Und wir wachsen weiter – rasant!

Für unsere Expansion

suchen wir:

Restaurantflächen von 80–200 m²

Standplätze für unsere mobilen Microstores

in Deutschland und Österreich

Wenn Sie eine Fläche haben, die passt,

lassen Sie uns gemeinsam LOCO werden.

Ansprechpartner:

Matthias Kern

matthias@lanch.com

0175-4172473

Farid Abdul

farid@lanch.com

0152-90035810


64 GASTROSPACES

Raum auf Zeit

mit großer Wirkung für morgen

Wie Marc Uebelherr neuen Schwung in Münchens Gastroräume bringt

Kreativer Kraftakt statt Krisenmodus: Pop-up-Pionier Marc Uebelherr zeigt,

wie man mit wenig Budget, viel Mut und einem starken Netzwerk Gastroflächen

wiederbelebt – und dabei neue Maßstäbe für die Stadt setzt.

Wenn man mit Marc Uebelherr spricht, hat man das Gefühl,

dass er schon drei Konzepte weiterdenkt, während

man selbst noch den Aperitivo vom letzten Pop-up verdaut.

Der Münchner Gastronom gehört seit Jahrzehnten zu den

prägendsten Figuren der Szene – und erfindet gerade angestaubte

Gastroflächen neu.

„Wir stehen für und glauben an Pop-ups! Es geht heute

mehr denn je darum, nicht nur zu reden, sondern zu tun“,

sagt er. Und genau das hat er getan: Innerhalb von nur zwölf

Monaten hat Uebelherr gemeinsam mit seinem jungen Team

rund um Alexander Brenner fünf neue Gastronomiekonzepte

in München eröffnet – mit einem Gesamtinvest von unter

200.000 Euro.

Fünf Konzepte, eine Haltung: mutig, offen, spontan

Die Liste der Pop-up Konzepte liest sich wie ein kreatives

Manifest der neuen Gastronomie: Daily Dosis, Kneipe 80,

Rolands Eck, Social Tagesbar am St. Anna Platz – und seit 1.

August 2025 auch das legendäre Zoozie’z, wiedereröffnet als

Pop-up-Version an seiner alten Wirkungsstätte. Jedes Konzept

hat seinen eigenen Charakter, doch die Grundidee ist

stets dieselbe: Räume auf Zeit schaffen, die Menschen zu-

Fotos: Tasteful Hospility

Daily Dosis Tasteful Hospility ist ein neues Pop-Up-Konzept in München.


GASTROSPACES 65

Foto: Helena Heilig Photography

Der Gastronom Marc Uebelherr hat mit seinem Team innerhalb eines Jahres fünf neue Gastronomie-Konzepte in München eröffnet.

sammenbringen, zum Experimentieren einladen und möglichst

schnell starten.

eröffnete und kostengünstigste Konzept meiner gesamten

Laufbahn“, so Uebelherr.

„Das Prinzip ist immer: Laden übernehmen, schnell konzessionstauglich

machen, sofort eröffnen und im laufenden

Betrieb lernen und anpassen“, erklärt Uebelherr. „Die Konzeption

als Pop-up lässt uns gegenüber der Öffentlichkeit

den Spielraum zu sagen: Wir probieren etwas aus. Wenn wir

Fehler machen, korrigieren wir sie schnell.“

Die Kneipe 80 ist dafür das Paradebeispiel: In nur wenigen

Wochen nach der Schließung des Traditionslokals Tresznjewski

wurde der Raum mit minimalem Budget umgestaltet

– Vintage-Mobiliar aus dem Keller, bunte Farben, ein

DJ-Pult. Das Ergebnis? 1.000 bis 1.500 Gäste pro Wochenende,

660 Hektoliter Bier in den ersten dreieinhalb Monaten

verkauft. „Aus dem Stand das erfolgreichste, am schnellsten

Digital Detox & Day Drinking: Der Reiz des Analogen

Was auffällt: Trotz aller Dynamik setzt Uebelherr bewusst

auf analoge Leichtigkeit –reduzierte Technik, keine Tischreservierungen.

„In diesen komplizierten Zeiten setzen wir

auf die positive Einfachheit der analogen Gastronomie“, sagt

er. Die Gäste danken es ihm: kein Chichi, kein Druck – dafür

gute Musik, ehrliche Preise, echtes Gastgebersein.

In den Räumen des ehemaligen KVR-Steakhouse in Schwabing

lässt er dessen Vorgänger Rolandseck wieder auferstehen.

Seit Mai gibt es im „Rolands Eck – Bier & Grill” bodenständige

deutsch-bayrische Küche vom Grill, Bier und Wein

zu bezahlbaren Preisen sowie Live-Musik und konzentriert

sich damit auf das Wesentliche: beliebte deutsche und bay-


66 GASTROSPACES

rische Klassiker vom Grill, Weine ab 25 Euro sowie Bier vom

Gräflichen Brauhaus Arcobräu aus Moos für 3,90 Euro. Dazu

gibt’s Nachwuchsmusik auf der Terrasse und Tischtennis

für alle. „In Rolands Eck ist jeder willkommen – vom Straßenarbeiter

bis zum Rechtsanwalt“, sagt Uebelherr. „Wir

wollen Orte schaffen, an denen sich Menschen begegnen,

ohne Hemmschwellen.“

Seine Strategie: „In schwierigen Zeiten muss man neue

Wege gehen. Pop-ups, also zunächst auf einen begrenzten

Zeitraum ausgelegte Konzepte, sind eine ideale Möglichkeit

auszuprobieren, was wo funktioniert”, erklärt der Unternehmer.

„Mit Hilfe unseres Young Generation-Netzwerks sind

wir in der Lage, auf freiwerdenden Flächen extrem schnell

und mit vergleichsweise geringem Risiko zeitgemäße Formate

umzusetzen – ohne lange Planung, sondern freestyle

und flexibel.”

Zoozie’z Reloaded: Eine Ikone wird neu erzählt

Ein besonderes Kapitel ist das neueste Pop-up Konzept von

Uebelherr – das Revival des Zoozie’z. Für Uebelherr eine

emotionale Reise: „Das Zoozie’z hat 45 Jahre Historie. Eine

besondere Kneipenkultur ist hier entstanden. Die Leute

strömten abends herein – wir waren das Sprungbrett fürs

P1 oder das Park Café. Jetzt bringen wir die Seele von damals

zurück.“

gehen!“, so Uebelherr. Das ist mehr als ein Spruch – es ist

das Motto eines Gastronomen, der mit Raum auf Zeit die

Münchner Gastroszene für morgen neu denkt.

Pop-Ups als Blaupause für die Zukunft

Was Marc Uebelherr und seine Partner in München vormachen,

könnte auch andernorts Schule machen. In Zeiten, in

denen Innenstädte mit Leerstand kämpfen und klassische

Gastro-Konzepte oft an starren Strukturen oder hohen Kosten

scheitern, bieten temporäre Formate wie Pop-Ups eine

flexible, kreative Lösung. Sie schaffen Begegnungsorte mit

geringem Risiko, beleben brachliegende Flächen und können

schnell auf gesellschaftliche Trends reagieren. „Popups

sind mehr als ein Hype – sie sind ein Werkzeug, um

Stadtentwicklung aktiv mitzugestalten“, sagt Uebelherr. Mit

seinem Ansatz zeigt er, dass aus Raum auf Zeit eine große

Wirkung für morgen entstehen kann – nicht nur in München,

sondern überall dort, wo Menschen Lust auf neue, lebendige

Gastronomie haben.

Von Andrea Ungereit-Hantl

Gemeinsam mit seinem jungen Team hat er das Fugazi zum

Zoozie’z Pop-up transformiert: Pizza bleibt, das Bier wird

billiger, Aperitivo-Bar mit Isarblick kommt. Und alles ist offen:

„Vorerst ist das Ganze eine schöne Idee für den Sommer

– aber wenn’s läuft, machen wir weiter“, sagt er mit einem

Augenzwinkern. Pop-up eben.

Mehr als Konzepte – eine Bewegung

Was Marc Uebelherr gerade mit seinen Partnern wie Alexander

Brenner oder André Germann auf die Beine stellt, ist

mehr als eine Ansammlung erfolgreicher Gastroideen. Es ist

ein Blueprint für die Zukunft: kooperativ, kosteneffizient,

charmant unperfekt – und vor allem menschlich.

„Wir arbeiten heute wieder wie Ende der 90er Jahre: Mit

Hands-on-Mentalität, verständlichen Konzepten, Produkten,

die bei hoher Qualität faire Preise möglich machen, und

jungen, engagierten Partnern statt großem Overhead und

Overload“, erklärt Uebelherr. „Unser Kapital sind die Menschen

– nicht dicke Bankkonten.“

Diese Haltung prägt auch die Social Tagesbar am St.-Anna-

Platz, die im April 2025 eröffnete: Wein, Sandwiches, Gastgeberkultur.

„Gerade in schwierigen Zeiten liegen die Chancen

nicht in schlechter Laune, sondern darin, neue Wege zu

INFOBOX

Marc Uebelherr ist Gastronom aus Leidenschaft.

Als Inhaber, Partner und Berater blickt er auf fast

drei Jahrzehnte Erfahrung in der Gastronomie

zurück. Neben der Entwicklung und Umsetzung

zahlreicher und erfolgreicher Gastro-Konzepte

verfügt der Münchner über ein großes internationales

Netzwerk. Darüber hinaus ist Marc Uebelherr

Vorstand des Gastronomie-Netzwerks

Leaders Club Deutschland AG

Mit ihrem im Sommer 2024 gegründeten gemeinsamen

Unternehmen Tasteful Hospitality

bündeln die beiden erfahrenen Münchener Gastronomen

Marc Uebelherr und Markus Bauer

ihre Kompetenzen, um für die Branche ein Beratungs-

und Dienstleistungsangebot mit Mehrwert

zu schaffen.


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68 GASTROSPACES

Mit Food Garden

die Lücke zum gehobenen

Gastronomieerlebnis geschlossen

Main-Taunus-Zentrum: Acht neue Konzepte sorgen für kulinarische Vielfalt

Im Main-Taunus-Zentrum (MTZ), einem der meistbesuchten Shopping Center Deutschlands, setzt die

ECE Marketplaces mit dem neuen „Food Garden“ einen starken Akzent für die Zukunft: Auf dem Areal

eines ehemaligen Warenhauses entstand ein urban gestaltetes Gastronomie-Areal mit fünf modernen

Restaurantgebäuden, großzügigen Terrassen und begrünten Außenflächen. Hier sorgen acht verschiedene

Konzepte – darunter bekannte Marken wie L’Osteria, Alex und The Ash sowie regionale Anbieter

wie MoschMosch oder Traumkuh – für kulinarische Vielfalt und ein belebtes Ambiente

Mit dem „Food Garden“ erhält das MTZ ein weiteres Alleinstellungsmerkmal

und reagiert auf den Wunsch nach mehr

Aufenthaltsqualität und Erlebnis. Das neue Angebot ergänzt

den bereits attraktiven Mietermix und richtet sich an Besucher,

die ein gehobenes Gastronomieerlebnis suchen – ein

Mangel, der bislang als Schwachpunkt des Centers galt. Bereits

vor der offiziellen Eröffnung stießen die Flächen auf

großes Interesse; die Gastronomie ist komplett vermietet.

Bemerkenswert: Bis zum Baubeginn sorgte ein temporäres

Foodtruck-Konzept auf 1.000 Quadratmetern für Abwechslung.

Die Entwicklung zeigt beispielhaft, wie Shopping Center

frühere Warenhausflächen kreativ und flexibel umgestalten

und damit aktuelle Kundenwünsche und Markttrends

aufgreifen. Das neue Areal ist zudem ein Vorreiterprojekt

für nachhaltiges Bauen – realisiert in ressourcenschonender

Holzbauweise.

Foto ECE

Im Food-Garden sorgen acht neue gastronomische Konziepte für kulinarische Vielfalt und ein belebtes Ambiente.


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MEHR INFOS HIER:


70 GASTROSPACES

Foto ECE

Foto ECE

Foodtopia im MyZeil Frankfurt ist eine bunte Mischung aus Bars, Restaurants und Eventflächen.

Foodtopia sorgt für Vervierfachung

des Umsatzes in der vierten Etage

Besucherzahlen im Obergeschoss dank Gastro-Angebot um 84 % gestiegen

Im Shopping Center MyZeil in Frankfurt hat die ECE im Auftrag des Eigentümers DWS mit „Foodtopia“ ein neuartiges

Gastronomie- und Entertainment-Konzept realisiert. Ziel war es, die bislang wenig frequentierte vierte

Etage zu beleben und einen neuen Anziehungspunkt zu schaffen. Nach rund fünf Jahren ist die Zwischenbilanz

eindrucksvoll: Die Besucherzahlen im Obergeschoss stiegen um 84 Prozent, die Umsätze haben sich fast vervierfacht.

Mittlerweile besuchen 32 Prozent der Center-Gäste auch die obere Etage – doppelt so viele wie zuvor.

Der Schlüssel für diesen Erfolg liegt in der Individualität

des Konzepts: Foodtopia ist kein gewöhnlicher Foodcourt,

sondern bietet eine bunte Mischung aus Bars, Restaurants,

Eventflächen und einer Premium-Kinowelt im modernen

Urban-Gardening-Ambiente. Das Ergebnis: ein echtes Alleinstellungsmerkmal,

das weit über die Frankfurter Innenstadt

hinausstrahlt.

Auch das klassische Handelsangebot profitiert. Laut Umfragen

nutzen 90 Prozent der Shopping-Center-Besucher

die Gastroangebote, drei Viertel sehen darin einen entscheidenden

Mehrwert. Ein intelligentes Besucherleitsystem

sorgt für die reibungslose Verbindung von Einkaufs-,

Gastro- und Erlebniswelten. Die Frequenzen und Umsätze

sind nicht nur im Foodtopia, sondern auch auf den übrigen

Etagen gestiegen.

Insgesamt kann man sagen, dass das gastronomische Angebot

in deutschen Centern deutlich breiter und hochwertiger

geworden ist: Foodcourts und Foodhubs setzen auf Vielfalt

und Atmosphäre, wie etwa FoodSky in Hamburg, Manifesto

Market in Berlin und der neue Food Garden im Main-Taunus-Zentrum.

Casual Dining, Qualität und gesunde Angebote

gewinnen an Relevanz


GASTROSPACES 71

Hätten Sie’s gewusst? IKEA bereits

sechstgrößte Foodkette der Welt

Mit über 400 Standorten weltweit und jährlich mehr als 665 Millionen Gästen hat sich IKEA nicht nur als Einrichtungshaus,

sondern auch als globaler Gastronom etabliert. Laut FastCompany gehört das Unternehmen inzwischen

zu den größten Lebensmittelanbietern außerhalb der USA – als sechstgrößte Food-Kette weltweit. Dabei

ist die Bedeutung von IKEA Food kaum zu unterschätzen: Neun von zehn Kunden kommen beim Besuch eines

Einrichtungshauses mit einem Mitarbeiter aus dem Food-Bereich in Kontakt.

IKEA sieht das gemeinsame Essen als zentrales Element

seiner Markenidentität. Der aktuelle Life at Home Report

des Unternehmens zeigt, dass trotz wachsender finanzieller

Sorgen (36 Prozent der Befragten) das soziale Miteinander

beim Essen als wesentlicher Glücksfaktor gilt. Auch der

„Life in Communities Report“ der Ingka Centres belegt: Für

ein Drittel der Menschen ist gutes Essen ein zentrales Kriterium

für attraktive Treffpunkte.

Damit wird die IKEA-Restaurantfläche zunehmend auch

zum sozialen Raum

Ein Beispiel für das Preisversprechen von IKEA zeigt sich in

der neuen Filiale an der Londoner Oxford Street. Trotz einer

Preissteigerung von 52 Prozent für Fish and Chips in Großbritannien

zwischen 2019 und 2024 bietet IKEA die beliebte

Mahlzeit für lediglich 6,95 Pfund (ca. acht Euro) an – weniger

als die Hälfte des Durchschnittspreises in der Hauptstadt.


72 GASTROSPACES

Symbolbild: AdobeStock / all is well

Die Gen Z ersetzt mindestens einmal pro Woche eine Mahlzeit durch

einen Snack.

Esskultur im Wandel:

Gen Z wird zur Gen Znack

Das zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage zum

Thema „Snacking“ im Auftrag von Burger King Deutschland.

Aus der Gen Z wird also die Gen Znack – jung, spontan und

experimentierfreudig. Für die Gen Znack ist Snacken längst

mehr als eine Zwischenmahlzeit – es ist fester Bestandteil

ihres Alltags. Die Gen Znack verlagert Snacking in neue Lebensbereiche.

Während klassischere Essgewohnheiten oft

an den Tisch gebunden sind, snacken junge Erwachsene viel

flexibler – und die Gen Znack mag‘s besonders gemütlich:

Gut 30 Prozent snacken am liebsten im Bett – ein signifikanter

Unterschied zu allen anderen Altersgruppen. Über

28 Prozent der 18–24-Jährigen geben an, bevorzugt beim

Gaming ihre Snacks zu genießen. Mahlzeiten werden zum

Teil optional, und klassische Essenszeiten verlieren an Bedeutung,

denn fast zwei Drittel (64 Prozent) der 18–24-Jährigen

geben an, mindestens einmal pro Woche eine Mahlzeit

durch einen Snack zu ersetzen. Die junge Generation bevorzugt

flexible, kleine Leckereien statt starrer Hauptmahlzeiten

– das spiegelt ihren mobilen, digitalen Lifestyle wider.

„Diese Zahlen zeigen klar: Die Gen Znack ist nicht nur offen

für Neues – sie macht Snack-Momente zu einem festen

Bestandteil ihres Alltags. Dabei verschmelzen Genuss,

Entertainment, Social Media und der Wunsch nach Individualität

zu einem ganz eigenen Lifestyle“, sagt Yvonne von

Eyb, CMO bei Burger King Deutschland. „Genau hier liegen

große Chancen für Marken: Wer die Gen Znack erreichen

will, muss schnell, kreativ und visuell kommunizieren – und

den Mut haben, mit überraschenden Snack-Kreationen und

neuen Geschmackserlebnissen zu begeistern.“

Langeweile ist der Snack-Killer: 65 Prozent der jungen

Menschen in Deutschland wünschen sich regelmäßig neue

Geschmackserlebnisse. Mehr als jede andere Altersgruppe

lässt sich die Gen Znack auf Social Media für neue Snacks

inspirieren (55 Prozent), klassische Medien wie TV (29 Prozent)

oder Zeitschriften (20 Prozent) sind weniger relevante

Inspirationsquellen. Passend dazu ist die Gen Znack auf der

Suche nach Abwechslung, so sind mehr als 45 Prozent der

18-24-Jährigen ohne neue Impulse und innovative Kombinationen

schnell gelangweilt. Kein Wunder also, dass zwei

Drittel der 18–24-Jährigen zu Snack-Neuheiten greifen, ob

Frittiertes oder Fermentiertes – Hauptsache anders. Somit

wird die Gen Z zum Innovationsmotor am Snackmarkt.

In einer schnelllebigen, digitalen Welt passen sich auch die

Essgewohnheiten an. Vor allem junge Generationen definieren

neu, wie, was und wann sie essen. Mit 79 Prozent unter

den 18- bis 24-Jährigen snackt die Gen Z am häufigsten aller

Altergsgruppen – fast 80 Prozent davon sogar mindestens

einmal täglich oder häufiger.

L‘Osteria übernimmt

Mehrheit von Pizza Pilgrims

Die italienische Markengastronomie L’Osteria hat Mehrheitsanteile

an der britischen Restaurantmarke Pizza Pilgrims

erworben. Mit der Investition in das in London gegründete

Unternehmen legt die FR L’Osteria SE einen wichtigen

Grundstein zum Aufbau einer italienischen Markenwelt und

macht einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung

des Ziels „European Champion in Casual Dining“. Beide

Parteien haben über die finanziellen Details der Transaktion

Stillschweigen vereinbart. L’Osteria und Pizza Pilgrims

bleiben als eigenständige Marken bestehen. Beide werden

parallel international weiterentwickelt und Synergien partnerschaftlich

genutzt.

L’Osteria hat die Mehrheitsanteile der britischne Restaurantmarke

Pizza Pilgrims übernommen.

Foto Adobe Stock


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74 GASTROSPACES

Foto: SAR Group

Pop-Up-Café

von DOUGLAS schafft

Erlebnisraum

In Düsseldorf-Flingern hat ein deutschlandweit einzigartiges

Konzept eröffnet: das DOUGLAS Café an der Ackerstraße.

Der Omnichannel-Anbieter möchte dort einen wandelbaren

Erlebnisraum schaffen, der Markenpräsentationen,

Begegnungen und lokale Kooperationen miteinander verbindet.

Blick in das Future Café in Dingolfing.

Future Café in Dingolfing:

Technologischer

Innovationsmotor

Mit der Eröffnung des Future Cafés präsentiert sich das

bayerische Dingolfing als Standort, an dem technologische

Innovation und wirtschaftliche Dynamik aufeinandertreffen.

Hinter dem Projekt stehen die Firma SAR und das

Tochterunternehmen KNEXT, die mit Robotik und digitaler

Steuerung neue Maßstäbe für die Gastronomie- und Servicelandschaft

setzen möchten.

Das Future Café versteht sich als Schaufenster für die Technik

von morgen. Roboter bereiten Kaffee mit hoherPräzision

zu, smarte Kühlsysteme organisieren Bestände selbstständig,

und mobile Roboter übernehmen Logistik- und Reinigungsaufgaben.

Für Besucherinnen und Besucher bedeutet

das nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern auch einen

Eindruck davon, wie Automatisierung den Alltag nachhaltig

verändern kann

Für die Region Dingolfing heißt das, der Standort wird zum

Vorreiter für Anwendungen, die weit über die Gastronomie

hinausreichen. Die dort entwickelten Technologien sind

übertragbar auf Logistik, Produktion oder Einzelhandel.

Harald Rohrmoser, Geschäftsführer der KNEXT GmbH, betont,

dass die Technologie nicht darauf abzielt, Arbeitsplätze

zu ersetzen, sondern vielmehr, die bestehenden Herausforderungen

zu adressieren und die Servicequalität zu verbessern.

Die Initiatoren sehen das Future Café als Ausgangspunkt für

weitere Entwicklungen. Bereits jetzt gibt es Pläne, ähnliche

Konzepte auch an anderen Standorten umzusetzen.

Das Konzept geht über den klassischen Pop-up-Store hinaus.

Der hybride Raum soll Beauty, Kulinarik und Gemeinschaft

auf neue Weise kombinieren. Monatlich wechselnde

Themenwelten – als Einzel- oder Mehrmarkenpräsentationen

– bieten interaktive und emotionale Erlebnisse. Auch

das übergeordnete Konzept wird regelmäßig angepasst, um

bis Jahresende immer wieder neue Impulse zu setzen.

Mit der Eröffnung möchte DOUGLAS auch die Verbindung

zur Stadt betonen. „In Düsseldorf befindet sich unsere Unternehmenszentrale

– deshalb ist es uns ein Anliegen, Community-nahe

Konzepte hier zu starten und gemeinsam mit

lokalen Partnern neue Erlebnisräume zu schaffen“, so Charlotte

Maria Rizza, Head of Media, PR & Events bei DOUGLAS.

Das DOUGLAS Café in Düsseldorf

Foto: Home Studios



76 GASTROSPACES

Kommunikation

neu gedacht:

Social Media & PR

im Shopping Center

Gastbeitrag von Anja Lottmann

(Lottmann Communications) und

Julian Lehmann (Playground)

Marketing in Shopping Centern befindet sich im Umbruch.

Während früher das Credo lautete „Hauptsache täglich posten,

Hauptsache sichtbar“, zeigt sich heute: Nur strategische, ehrliche

und regionale Kommunikation entfaltet echte Wirkung

Das gilt für Social Media genauso wie für klassische PR-Arbeit.

Gemeinsam bilden sie das Fundament für Reichweite,

Reputation und Resonanz. Merke: Social Media bringt

Reichweite. PR bringt Reputation. Erst zusammen entsteht

echte Relevanz.

Social Media: Weniger Schein, mehr Sein

Vom Post-Druck zur Strategie

Viel Geld und Zeit fließen noch immer in wahllose Posts –

für magere 10 Likes oder 500 Views. Ursache: fehlende Strategie.

Erfolgreiche Social-Media-Kommunikation beginnt

mit den Fragen:

•Wer ist unsere Zielgruppe?

•Welche Geschichten sind für sie relevant?

•Welche Plattform erfüllt welchen Zweck?

Social Media als Begegnungsraum

Shoppingcenter können in Social Media mehr sein als Werbeflächen.

Wer sich als Teil der Stadt versteht, schafft digitale

Orte der Begegnung. Beispiele wie Holle Döner in der

Europapassage zeigen: Authentische Kurzvideos funktionieren

besser als anonyme Werbegrafiken.

Fakt: Video-Content erzielt 2,5 Mal mehr Interaktionen als

statische Posts.

Erfolgsprinzipien im Überblick

1. Frequenztreiber – aber richtig: Plattformen klar differenzieren

(LinkedIn = B2B, TikTok = kreativ, Instagram = emotional).

2. Qualität statt Quantität: Neun durchdachte Posts im Monat

wirken stärker als 30 hastig produzierte.

3. Geschichten statt Rabatte: Menschen, Emotionen und

Center-Momente binden besser als 10 Prozent-Aktionen.

4. Online trifft Offline: Digitale Kampagnen mit realen

Events verknüpfen, etwa bei „Meet the Makers“-Wochen.

PR-Arbeit: Fundament für Glaubwürdigkeit

Mehr als Pressemitteilungen

Während Social Media den schnellen Dialog bietet, schafft

PR zusätzliche Reputation und Glaubwürdigkeit. Studien

zeigen: 84 Prozent der Deutschen vertrauen redaktionellen

Medien stärker als Werbung (Reuters Institute, 2023). Für

Shoppingcenter bedeutet das: Ein gut platzierter Artikel in

der Regionalzeitung kann wertvoller sein als tausend unbeachtete

Posts.

Shopping Center als Teil der Stadtgesellschaft

Ein Center ist Treffpunkt, Arbeitsplatz und öffentlicher

Raum. PR macht diese Rolle sichtbar:


GASTROSPACES 77

• Lokalmedien berichten über Stadtfeste, Nachhaltigkeitsinitiativen

oder besondere Services.

• Human-Interest-Stories – vom Händlerportrait bis zum

Blick hinter die Kulissen – schaffen Nähe.

• Politische Relevanz: PR stärkt das Image als Partner in

Stadtentwicklung und Gesellschaft.

Best Practices: Von Stuttgart bis Mülheim

• Milaneo Stuttgart arbeitet eng mit Kulturinitiativen zusammen

und positioniert sich durch aktive Pressearbeit als

urbaner Akteur – weit über das reine Shopping hinaus.

• Das Rhein-Ruhr-Zentrum Mülheim gilt als Best Case moderner

PR-Arbeit. Hier werden die umfassenden Bau- und

Modernisierungsmaßnahmen kontinuierlich von den Lokalmedien

begleitet, wodurch Transparenz und Vertrauen

in der Bevölkerung entstanden sind. Parallel pflegt das

Management einen engen Kontakt zu den lokalen Behörden,

was die politische und gesellschaftliche Akzeptanz des Projekts

stärkt.

Entscheidend ist zudem die enge Zusammenarbeit zwischen

Betreiber, Eigentümer und Mietern, die mit einer Stimme

nach außen kommunizieren – ein Paradebeispiel für integrierte

Öffentlichkeitsarbeit, die die Reputation des Centers

langfristig sichert.

PR & Social Media: Zwei Seiten einer Medaille

Statt Konkurrenz entsteht durch Verzahnung ein Verstärker-Effekt:

• PR generiert journalistische Glaubwürdigkeit, Social Media

verlängert Themen in den Dialog.

• Social Media liefert Stoff für PR – und umgekehrt.

• Gemeinsam decken sie B2C- (Kunden) und B2B-Zielgruppen

(Mieter, Investoren, Politik) ab.

Best Practices und Erfolgsfaktoren

1. Proaktiv Themen setzen: Jahrespläne für Presse und Social

Media entwickeln – nicht nur auf Neueröffnungen warten.

2. Netzwerke pflegen: Persönliche Kontakte zu Journalisten

und Influencern sind wertvoller als jede Hochglanz-Pressemitteilung.

3. Authentizität bewahren: Klare Fakten und echte Geschichten

wirken mehr als Marketingsprech.

4. Multimedial arbeiten: Texte, Bilder, Videos und O-Töne

parallel denken.

5. Integration sicherstellen: PR und Social Media in jede

Kampagne von Anfang an einplanen.

Fazit: Kommunikation mit Substanz

Die Zukunft des Marketings in Shopping Centern ist regional,

emotional, strategisch und ganzheitlich. Social Media

sorgt für Reichweite, PR für zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Erst zusammen entsteht Resonanz, die Menschen bewegt

und Shopping Center im städtischen Leben verankert.

INFOBOX

Über LOTTMANN Communications

Anja Lottmann ist geschäftsführende Gesellschafterin

von Lottmann Communications,

einer inhabergeführten Kommunikationsagentur

mit Sitz in Düsseldorf. Sie hat einen

starken Fokus im Bereich Real Estate, Investment,

Hospitality, F&B, FMCG, sowie Messen

& Verbände. Das Leistungsspektrum reicht

von klassischer Presse- und Medienarbeit

über interne Kommunikation, Krisenmanagement,

Employer Branding, Online- und

Social-Media-Marketing bis hin zu Reputationsmanagement,

Markenentwicklung und

Nachhaltigkeitskommunikation.

Über Playground

Julian Lehmann ist Geschäftsführer der

Playground-Agentur. Playground ist eine

Kreativagentur für Social Media, Content und

Influencer Marketing mit Sitz in Hamburg. Die

Agentur entwickelt kanalübergreifende Strategien

und Inhalte, die Marken sichtbar und

relevant machen. Dabei verbindet Playground

kreative Ideen mit datenbasiertem Performance-Know-how.

Zu den Kunden zählen

Unternehmen aus Lifestyle, Food und Immobilien.


78 GASTROSPACES

Gewinner Gastronomie:

Wie Food & Beverage das

Playbook deutscher

Shopping Center neu schreibt

Gastbeitrag Jonathan Doughty (internationaler Gastro-Experte)

Wer heute ein erfolgreiches deutsches Shopping Center betritt, spürt sofort:

Gastronomie ist mehr als nur Beiwerk. Aufsteigender Dampf aus

Ramen-Schalen, das rhythmische Klopfen des Baristas, klirrende Gläser

auf sonnigen Terrassen – Food & Beverage ist zur Hauptattraktion

avanciert.

Gastronomie zieht Besucher an, steigert Aufenthaltsqualität

und erhöht Wiederkehrraten. In einem Einzelhandelsmarkt,

der sich nach Jahren der Disruption neu sortiert, ist sie zum

flexibelsten strategischen Werkzeug für Asset- und Center-

Manager geworden: Sie schafft Anziehungskraft, verlängert

Tageszeiten, belebt Flächen und macht sie zu echten Destinationen.

Verweildauer als Umsatztreiber

Gastronomie bindet Besucher – und längere Aufenthaltsdauer

korreliert direkt mit höheren Umsätzen. Rund 50 %

der Konsumenten geben an, mehr Zeit im Center zu verbringen,

wenn sie dort essen oder trinken können. Die Logik

ist einfach: Pause, Erholung, soziale Interaktion – und anschließend

neue Kaufbereitschaft.

Gastronomie als Primärmagnet

Konsumenten wählen Einkaufszentren heute zunehmend

wegen des kulinarischen Angebots – nicht nur wegen Mode

oder Handel. Studien zeigen: Bis zu 90 Prozent der Besucher

nutzen Gastronomie während ihres Aufenthalts, und 70

Prozent erwarten mehr als klassische Systemgastronomie.

Das ist kein Nischenphänomen, sondern die neue Mitte des

Marktes.

Auch europaweit bestätigt sich der Trend: Rund ein Drittel

der Besucher gibt an, ein Center primär wegen des F&B-

Angebots aufzusuchen. Frequenz beginnt heute mit Geschmack.

Vermieter haben reagiert: Während in bestehenden ECE-

Centern Gastronomie im Schnitt sechs Prozent der Flächen

ausmacht, liegt der Anteil in neuen Projekten bereits bei

zehn Prozent. Eine klare strukturelle Verschiebung im Tenant-Mix

– und ein starkes Signal für die Rolle von Food &

Beverage im Place-Making.

Zahlen aus deutschen Centern bestätigen den Effekt. Analysen

an ECE-Standorten zeigen: Über 80 Prozent der Besucher

nutzen gastronomische Angebote. Besonders bemerkenswert:

Die Umsätze im F&B-Segment liegen 2024 bereits

über 30 Prozent höher als 2019. Auch 2025 deutet alles auf

stabile Dynamik hin. Gastronomie absorbiert Volatilität –

und übersetzt sie in Frequenz und Aufenthaltsqualität.

Food als „Reset-Button“ für den Handel

Die Kaffeepause oder das gemeinsame Mittagessen sind

mehr als Convenience – sie sind Teil des Verhaltensdesigns.

Gut geplante Food Courts und Food-Halls führen Besucherströme

zurück in angrenzende Handelsflächen.

Nach dem Zwischenstopp erfolgt eine messbare Reaktivierung

in Kategorien wie Beauty, Accessoires oder Impulsware.

Gastronomie wirkt wie Sauerstoff zwischen Transaktionen.


GASTROSPACES 79

Verlängerte Tageszeiten: Abende & Wochenenden

Während der klassische Handel mittags Spitzenzeiten verzeichnet,

öffnet Gastronomie das Zeitfenster in den Abend

und auf das Wochenende. Casual Dining, Außenterrassen,

Eventküchen oder Kooperationen mit Kinos verwandeln

Einkaufszentren in urbane Treffpunkte mit echter Destination-Qualität.

• Food-Nodes strategisch platzieren: als Re-Entry-Punkte

im Center-Layout.

• Abendmärkte aktivieren: Kino, Show-Kitchen oder Bühnen

als zusätzliche Frequenztreiber.

• Bestände intelligent recyceln: Alte Warenhäuser nicht mit

Monostrukturen füllen, sondern modular durch Gastronomie

und Aufenthaltsflächen revitalisieren.

Best Practices:

Foodtopia, MyZeil Frankfurt

Mit Eventflächen, Außenterrassen, Skyline-Blick und Premiumkino

zeigt Foodtopia, wie Food & Entertainment als

Frequenzanker wirken können. Das Ergebnis: signifikant

höhere Besucherzahlen ab 17 Uhr.

Fazit – der emotionale Kern

Gastronomie funktioniert, weil sie das reale Nutzungsverhalten

adressiert: Konsumenten kaufen nicht nur – sie

treffen sich, verweilen, suchen Erlebnis und Gemeinschaft.

Ein starkes Food-Angebot verwandelt das Center von einer

reinen Transaktionsplattform in eine urbane Bühne. Für die

Immobilienwirtschaft bedeutet das: Mehrwert durch Frequenz,

Aufenthaltsqualität und nachhaltige Revitalisierung.

Food Garden, Main-Taunus-Zentrum

Auf einer ehemaligen Warenhausfläche entstand ein 4.000

m² großes Areal mit fünf Holzbauten, acht Gastronomiekonzepten

und großzügigen Grünflächen. Nachhaltige Materialien,

offene Strukturen und hoher Aufenthaltswert machen

das 2025 eröffnete Projekt zum Leuchtturm für die Revitalisierung

von Bestandsimmobilien.

Relevanz für den deutschen Retail-Immobilienmarkt

1. Doppelte Strategie: Gastronomie ist resistent gegen E-

Commerce-Substitution und stärkt angrenzende Retail-Kategorien.

2. Flexibilität: Höhere F&B-Anteile erweitern die Steuerungsoptionen

im Vermietungsmanagement – von Tageszeitsteuerung

bis hin zu Pop-ups oder saisonalen Konzepten.

3. Community-Bindung: Food schafft emotionale Ankerpunkte

und soziale Routinen – vom Familienessen bis zum

After-Work. So werden Zentren Teil urbaner Alltagskultur.

4. Nachhaltigkeit: Projekte wie der MTZ Food Garden zeigen,

wie ESG-Kriterien durch Architektur und Begrünung

mit wirtschaftlichem Mehrwert verbunden werden können.

Erfolgsfaktoren im Playbook

• Kontraste setzen: Mix aus Quick-Service, Casual Dining,

Dessert- und Kaffeespezialisten.

• Aufenthaltsqualität gestalten: Sitzkomfort, Tageslicht,

Akustik und Ausblicke.

INFOBOX

Jonathan Doughty ist seit fast 50

Jahren in der Gastronomie tätig.

Nach seiner Ausbildung zum

Koch und Foodservice-Manager

sammelte er Erfahrungen bei

Unternehmen wie Whitbread,

Mars und Marriott. 1993 gründete

er das Beratungsunternehmen

Coverpoint, das er 2014 an

JLL verkaufte. Seitdem arbeitet

er für ECE, zunächst als Global

Head of Foodservice, Leisure &

Placemaking und heute als Berater

für Sonderprojekte. Er lebt

mit seiner Familie in England

und hat zudem eine Wohnung in

Hamburg.


80 GASTROSPACES

Robotik und KI in der

Gastronomie: Der Schlüssel

für erfolgreiche

Handelsimmobilien

Gastbeitrag von Tim Plasse, Geschäftsführer F&B Heroes

Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie betreten ein Shopping Center und

werden nicht nur von der üblichen Ansammlung austauschbarer Burger- und

Döner-Konzepte begrüßt, sondern von einem durchdachten gastronomischen

Ökosystem, das sowohl Ihre täglichen Bedürfnisse als auch Ihre Wünsche nach

besonderen Erlebnissen erfüllt. Ein Ort, an dem Robotik und Künstliche Intelligenz

nicht als futuristische Spielerei fungieren, sondern als strategische Werkzeuge

zur Lösung der drängendsten Herausforderungen unserer Branche.

Die Realität sieht anders aus: Leerstände in Innenstädten

und Shoppingcentern nehmen zu, gastronomische Konzepte

scheitern an Personalmangel und Kostenstrukturen, und

Handelsimmobilien kämpfen um Traffic und Relevanz. Doch

in dieser Krise liegt eine beispiellose Chance. Robotik und

KI können das Fundament für ein neues Paradigma schaffen

– eines, das Gastronomie nicht mehr als notwendiges Übel,

sondern als strategischen Ankermieter positioniert. Drei

Entwicklungen werden diese Transformation vorantreiben:

die Etablierung der Alltagsversorgung als neues gastronomisches

Segment, die Neupositionierung von Handelsimmobilien

als Plattformen für erfolgreiche Gastronomiekonzepte

und der intelligente Einsatz von KI für datenbasierte

Portfolioentscheidungen.

These 1: Robotik erschließt das vernachlässigte Segment

der Alltagsversorgung

Die Gastronomiebranche hat sich jahrzehntelang auf ein

Narrativ fokussiert: Wir schaffen Erlebnisse für besondere

Anlässe. Restaurants und Cafés positionieren sich als Destinationen

für Freizeitgestaltung, für den besonderen Moment,

für das außergewöhnliche Erlebnis. Doch während

wir uns auf diese Spitze der Bedürfnispyramide konzentriert

haben, bleibt ein riesiges Marktsegment unbefriedigt:

die tägliche Versorgung.

Menschen essen dreimal täglich – und wenn auch nicht immer

außer Haus, so doch regelmäßig. Doch für diese Alltagsversorgung

fehlen in vielen Handelsimmobilien überzeugende

Angebote. Die vorhandenen Konzepte scheitern

an einem fundamentalen Dilemma: Alltagsversorgung erfordert

attraktive Preise bei gleichbleibend hoher Qualität.

Denn der Gast, der täglich kommt, hat andere Erwartungen

als derjenige, der einen besonderen Abend verbringt. Er will

Funktionalität, Gesundheit und Wert – nicht primär Erlebnis

oder Atmosphäre.

Hier liegt das Problem traditioneller Gastronomie: Die Personalkosten

– oft 30 bis 40 Prozent des Umsatzes – machen

bezahlbare Alltagsversorgung nahezu unmöglich. An der

Miete können Gastronomen in guten Lagen nicht sparen,

an der Warenqualität nur begrenzt, ohne die Akzeptanz zu

verlieren. Der größte Hebel liegt in der Effizienzsteigerung

durch Automatisierung.

Robotik verändert diese Gleichung fundamental. Automatisierte

Systeme können einfache, repetitive Tätigkeiten


GASTROSPACES 81

übernehmen – von der Zubereitung standardisierter Gerichte

bis zur Ausgabe und Reinigung. Plötzlich wird Gastronomie

zu einem skalierbaren Produkt statt einer individuellen

Dienstleistung. Die Kostenbasis sinkt dramatisch,

während die Qualität konstant bleibt.

Ein konkretes Beispiel zeigt das Potenzial: F&B Heroes hat

in Kooperation mit Goodbytz erfolgreich ein Ghostkitchen-

Pilot mit dem Brand „Lady Umami“ gelauncht. Die Kundenzufriedenheit

liegt bei beeindruckenden 9,4 von 10 Punkten

– ein Beweis dafür, dass automatisierte Systeme nicht nur

effizienter, sondern auch qualitativ hochwertig arbeiten

können.

Betrachten wir das Skyline Plaza in Frankfurt: Der Food

Court funktioniert nicht wegen seiner außergewöhnlichen

Konzepte, sondern weil er Alltagsversorgung für die Büroangestellten

der Umgebung bietet. Diese Erkenntnis müssen

wir auf alle Handelsimmobilien übertragen. Doch statt

auf austauschbare Systemgastronomie zu setzen, ermöglicht

Robotik die Entwicklung differenzierter, gesunder und

dennoch bezahlbarer Alltagskonzepte.

Der Effekt auf die Retention ist bemerkenswert: Während

ein Erlebnis-Restaurant vielleicht einmal im Monat besucht

wird, kann Alltagsversorgung täglich oder mehrmals

wöchentlich Traffic generieren. Für Handelsimmobilien

bedeutet das einen kontinuierlichen Besucherstrom statt

seltener Peaks.

These 2: Handelsimmobilien als strategische Plattformen

für Gastronomie

Die traditionelle Denkweise in der Immobilienbranche ist

simpel: Ich vermiete Fläche, der Mieter macht sein Geschäft,

ich kassiere Miete. Dieses transaktionale Modell funktioniert

nicht mehr in einer Welt, in der Erfolg von Komplexität,

Synergien und aktiver Kuratierung abhängt.

Erfolgreiche Handelsimmobilien der Zukunft werden sich

als physische Plattformen verstehen, die erfolgreiche Geschäfte

ermöglichen, statt nur Raum zu vermieten. Gastronomie

spielt dabei eine Schlüsselrolle – nicht als Nebengeschäft,

sondern als strategischer Ankermieter.

Warum ist das so? Gastronomie hat eine einzigartige Eigenschaft:

Sie ist der einfachste Weg für Verbraucher, sich

etwas zu gönnen. Ein Matcha Latte für 6,50 Euro ist emotional

und finanziell zugänglicher als eine Handtasche für

150 Euro. Food & Beverage-Produkte ermöglichen spontane

Foto: goodBytz

Personalkosten sparen dank Effizienzsteigerung durch Automatisierung.


82 GASTROSPACES

Foto: goodBytz

Belohnung und Genuss – ein psychologischer Trigger, der

Traffic in die Immobilie zieht.

Gleichzeitig hat Gastronomie in unserer „Attention Economy“

eine überproportionale öffentliche Wahrnehmung. Ein

neues Restaurant generiert mehr Social Media-Aufmerksamkeit

als ein neuer Elektronikmarkt. Diese Aufmerksamkeit

übertragen erfolgreiche gastronomische Konzepte auf

die gesamte Immobilie.

Doch hier liegt das Paradox: Obwohl Gastronomie flächenanteilsmäßig

meist den geringsten Anteil in Centern ausmacht

und auch den geringsten direkten Revenue generiert,

hat sie die höchste Aufmerksamkeit und den größten Einfluss

auf die Frequentierung. Trotzdem wird sie behandelt

wie ein nachrangiger Mieter, nicht wie ein Ankermieter.

Traditionelle Ankermieter wie Media Markt oder H&M erhalten

massiv subventionierte Konditionen – ausgebaute

Läden, reduzierte Mieten, flexible Laufzeiten. Alles nur für

den Traffic, den sie bringen oder bringen sollten. Warum

behandeln wir Gastronomie nicht genauso? Die Antwort

liegt in der Komplexität gastronomischer Geschäftsmodelle.

Ein Elektronikhandel ist operativ simpel, Gastronomie erfordert

komplexes Know-how und Anforderungen.

Hier kann Robotik die Brücke schlagen. Automatisierte gastronomische

Systeme reduzieren die operative Komplexität

erheblich und hohe technische Anforderungen an das Gebäude.

Plötzlich können auch Handelsimmobilienbetreiber

oder Einzelhändler gastronomische Services anbieten, ohne

tiefes F&B-Know-how aufbauen zu müssen. Die Technologie

macht Gastronomie zu einem Produkt, das ähnlich einfach

zu operieren ist wie Retail.

Diese Vereinfachung eröffnet völlig neue Geschäftsmodelle:

Einzelhändler können ihre Flächen um gastronomische

Services erweitern, Immobilienbetreiber können eigene

F&B-Konzepte entwickeln, und neue Revenue Streams entstehen.

Gleichzeitig können Immobilienbetreiber gastronomische

Konzepte strategischer einsetzen – als Traffic-Generatoren

statt als reine Mieteinnahmequellen.

Die erfolgreiche Handelsimmobilie der Zukunft wird ein

kuratiertes Ökosystem sein, in dem sich Alltagsversorgung

und Erlebnisgastronomie ergänzen, in dem datenbasierte

Entscheidungen über die optimale Mietermischung getroffen

werden und in dem die physische Infrastruktur aktiv

den Erfolg aller Mieter unterstützt.

These 3: KI als strategischer Kompass für datenbasierte

Portfolioentscheidungen

Die Immobilienbranche denkt in Dekaden, während sich

der Markt mittlerweile in Monaten oder sogar Wochen verändert.

Ein Standardmietvertrag läuft zehn Jahre, Gebäude

werden über 30-50 Jahre abgeschrieben, aber Konsumtrends

können sich innerhalb von Saisons komplett umkehren.

Diese Geschwindigkeitsdiskrepanz ist einer der Hauptgründe

für scheiternde Konzepte und leerstehende Flächen.

Die traditionelle Herangehensweise bei der Mieterauswahl

ist oft intuitionsbasiert oder orientiert sich an vermeintlich

bewährten Formeln. Doch was heute funktioniert, kann

morgen schon überholt sein. Wie viele Shoppingcenter sind

gescheitert, weil sie auf die x-te Burger-Kette statt auf das

gesetzt haben, was die lokale Zielgruppe tatsächlich wollte?

Künstliche Intelligenz bietet hier einen fundamentalen Paradigmenwechsel:

von der Annahme zur Analyse, von der

Intuition zu den Daten, von der Reaktion zur Antizipation.

Konkret kann KI in mehreren Bereichen transformative

Wirkung entfalten:

Gleich kann das Essen serviert werden.

Trendanalyse und Nachfrageprognose: KI-Systeme können

riesige Datenmengen aus sozialen Medien, Suchtrends,

Bewertungsplattformen und lokalen Verhaltensmustern

analysieren. Sie erkennen, nach welchen gastronomischen

Angeboten Menschen in der spezifischen Region suchen,

welche Trends aufkommen, und welche abflauen. Statt zu

raten, was funktionieren könnte, können Immobilienbetreiber

datenbasiert entscheiden, welche Konzepte den höchsten

Erfolg versprechen.

Persona-Entwicklung und Zielgruppenanalyse: Wer besucht

überhaupt das Center? Was sind deren Ziele, Gewohnhei-


GASTROSPACES 83

ten, Präferenzen? KI kann aus verschiedenen Datenquellen

detaillierte Personas der tatsächlichen Besucher entwickeln

und deren Bedürfnisse prognostizieren. Es ist nicht eine

Entweder-Oder-Strategie, sondern die Frage: Wie kann ich

die unterschiedlichen Zielgruppen und Consumer Cohorts

mit den entsprechenden Produkten und auf den entsprechenden

Plattformen ansprechen? Es geht darum, die richtige

Aufmerksamkeit zu erzeugen. Braucht diese Zielgruppe

einen teuren Smoothie-Laden oder eher eine erschwingliche

Poke Bowl-Station? Sind Baby Boomer oder Gen Z die

dominante Gruppe, und was bedeutet das für die F&B-Strategie?

Portfolio-Optimierung: Wie bei einem Finanzportfolio

braucht auch ein gastronomisches Portfolio in einer Handelsimmobilie

die richtige Mischung aus stabilen Langzeit-Ankern

und flexiblen Trend-Konzepten. KI kann kontinuierlich

analysieren, welche Angebote ihre Performance

verlieren, welche Lücken im Portfolio entstehen und wann

der optimale Zeitpunkt für Veränderungen gekommen ist.

Predictive Analytics für Erfolg: Welche Faktoren bestimmen

den Erfolg eines gastronomischen Konzepts in einer spezifischen

Immobilie? KI kann aus historischen Daten Erfolgsmuster

erkennen und die Erfolgswahrscheinlichkeit neuer

Konzepte prognostizieren, bevor sie implementiert werden.

Entscheidend ist dabei die Geschwindigkeit: Während traditionelle

Marktanalysen Monate dauern können, liefert KI

kontinuierlich aktuelle Insights. Das ermöglicht es Immobilienbetreibern,

ihr Portfolio aktiv zu managen, statt nur zu

verwalten.

Diese datenbasierte Herangehensweise erfordert jedoch

auch ein Umdenken in der Vertragsgestaltung. Starre

10-Jahres-Verträge passen nicht zu einem dynamischen,

KI-gestützten Portfoliomanagement. Flexiblere Strukturen,

erfolgsbasierte Mieten und kürzere Anpassungszyklen werden

notwendig.

Welche sind nur Lückenfüller? Wo liegen ungenutzte Potenziale

für Alltagsversorgung? Experimentieren Sie mit flexibleren

Vertragsmodellen und investieren Sie in datenbasierte

Entscheidungsprozesse.

Für Gastronomiebetreiber eröffnet sich die Chance, durch

den intelligenten Einsatz von Automatisierung neue Marktsegmente

zu erschließen und skalierbare Geschäftsmodelle

zu entwickeln. Die Zukunft gehört denen, die Technologie

nicht als Kostenfaktor, sondern als Enabler für besseren

Service und effizientere Prozesse verstehen.

Für Projektentwickler und Investoren wird es entscheidend,

die sich wandelnden Anforderungen an gastronomische Infrastruktur

zu verstehen und Immobilien zu schaffen, die sowohl

traditionelle als auch automatisierte Konzepte optimal

unterstützen.

Die Zeiten, in denen Immobilien Jahrzehnte unverändert

funktionieren konnten, sind vorbei. Die Zukunft gehört den

aktiven Managern, den Datenanalysten, den Kuratoren von

Erlebnissen. Robotik und KI sind die Werkzeuge, die diese

Transformation möglich machen.

Die Revolution der Gastronomie in Handelsimmobilien hat

begonnen. Dabei dürfen wir einen entscheidenden Aspekt

nicht vergessen: Gastronomie und Handel sind und bleiben

physische Erlebnisse, in denen der Mensch den Unterschied

macht. Gerade in einer Welt von Bits und Bytes wird das authentische,

sinnliche Erlebnis zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.

Doch es ist wichtig, dass die Welt der „Atoms“ - unsere

physischen Geschäfte und Immobilien - die Transformation

in die Welt der Bytes schafft. Denn dort wird zukünftig

ein Großteil der Wertschöpfung liegen. Robotik und KI sind

nicht der Ersatz für menschliche Interaktion, sondern die

Enabler, die es ermöglichen, diese Interaktion wertvoller

und zielgerichteter zu gestalten.

Die einzige Frage ist: Sind Sie bereit, diese Transformation

mitzugestalten?

Die Zukunft beginnt heute – ein Aufruf zum Handeln

Die Transformation von Handelsimmobilien durch Robotik

und KI ist keine ferne Zukunftsvision – sie beginnt heute.

Während wir diskutieren, setzen innovative Unternehmen

bereits die ersten automatisierten Gastronomiekonzepte

um, entwickeln KI-basierte Marktanalyse-Tools und experimentieren

mit neuen Betreibermodellen.

Die Frage ist nicht, ob diese Entwicklung kommt, sondern

wer sie führt und wer ihr folgt.

Für Handelsimmobilienbetreiber bedeutet das: Beginnen

Sie heute mit der Analyse Ihrer gastronomischen Portfolio-

Performance. Welche Konzepte generieren wirklich Traffic?

INFOBOX

Tim Plasse ist Experte für gastronomische

Konzeptentwicklung und Innovation in

Handelsimmobilien. Als Berater unterstützt

er Immobilienbetreiber und Gastronomiebetriebe

beim Aufbau zukunftsfähiger

F&B-Strategien und Robotic

Gastronomy.


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Spitzenkoch eröffnet Restaurant im

Westfield Hamburg-Überseequartier

Thomas Bühner siedelt sich direkt an der Waterfront an

Der international renommierte Spitzenkoch Thomas Bühner eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier

ein neues gastronomisches Konzept – direkt an der Waterfront mit Blick auf die Elbe. Anders als in

seinen Restaurants in Düsseldorf und Taipeh steht hier nicht das Thema Fine Dining im Fokus, sondern ein

modernes, weltoffenes All-Day-Dining- und Bar-Erlebnis, das auf Zugänglichkeit und Lebensfreude setzt.

Mit diesem Schritt schlägt Bühner bewusst ein neues Kapitel

auf: unkompliziert, inspirierend und mit internationalem

Esprit. Die Eröffnung ist für das erste Halbjahr 2026

geplant. Weitere Details zum Konzept folgen – aber schon

jetzt ist klar: Hamburg darf sich auf eine neue kulinarische

Erzählung freuen.

Die Fläche, auf der sich das neue Restaurant befinden wird,

liegt im Erdgeschoss des Gebäudes Lee und umfasst einen

600 Quadratmeter großen Innenbereich und zwei Außenterrassen

mit insgesamt 120 Quadratmetern. Die Terrassen

sind südlich ausgerichtet und ermöglichen so einen einmaligen

Blick auf die Elbe, den Hafen und das Kreuzfahrtterminal.

Thomas Bühner sagt: „Ich empfinde große Freude

dabei, Menschen gemeinsam an einen Tisch zu bringen und

mit gutem Essen zu berühren – nicht nur zu besonderen

Anlässen, sondern auch im Alltag. Hamburg und das Westfield

Hamburg-Überseequartier bieten dafür nun genau die

richtige Bühne.“

Thomas Bühner zählt seit nunmehr drei Jahrzehnten zu den

prägenden Persönlichkeiten der deutschen Spitzengastronomie.

Internationale Anerkennung erlangte er vor allem

durch seine Zeit als Küchenchef des mit drei Michelin-Sternen

ausgezeichneten Restaurants la vie in Osnabrück. Seit

dessen Schließung bereist er als Gastkoch und Berater die

ganze Welt und eröffnete weitere Restaurants, unter anderem

das LA VIE by thomas bühner in Taipeh, ausgezeichnet

mit einem Michelin-Stern, und das TASTE by Thomas Bühner

in Istanbul.

Foto: Olaf Kitig Design

Sternekoch Thomas Bühner eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier ein Restaurant.


GASTROSPACES 85

IMPRESSUM

GASTROSPACES

Erstauflage 2025

Herausgeber

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in Zusammenarbeit mit

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