HI EXPO
Kernbotschaften und Lösungsvorschläge der Handelsimmobilienwirtschaft für 2026
Kernbotschaften und Lösungsvorschläge der Handelsimmobilienwirtschaft für 2026
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Kernbotschaften und Lösungsvorschläge
der Handelsimmobilienwirtschaft
für 2026
2 HI EXPO EDITORIAL
Mut zur Veränderung und Lösungen für die
urbanen Herausforderungen unserer Zeit
Es ist wieder EXPO-Zeit! Die internationale Münchener Immobilienmesse
EXPO REAL wird auch diesmal wieder nicht
nur Treffpunkt, sondern auch Impulsgeber, Dialogplattform
und Schaufenster für neue Trends und Projekte sein. Für die
Unternehmen und Dienstleister der Handelsimmobilienbranche
rückt dieses Jahr ganz besonders die Zukunft des
Retails und die Ausrichtung der diesbezüglichen Flächen ins
Zentrum des Branchendialogs.
HI HEUTE hat deshalb beschlossen, nicht nur in seinem
Newsletter täglich darüber zu berichten, sondern erstmals
auch in einem eigens dafür konzipierten Digital-Magazin.
Inhaltlich geht es darum, die Unternehmen und Dienstleister
der Handelsimmobilienwirtschaft mit ihren aktuellen Kernbotschaften
für dieses und kommendes Jahr sowie ihren
spannendsten Projekten darzustellen. Das Wichtigste über
die Messe selbst, vor allem die für die Handelsimmobilienbranche
besonders interessanten Vorträge und Podiumsdiskussionen,
gehören für uns natürlich auch dazu.
Mit dem Umzug der Handelskernbereiche und der Grand
Plaza in die neue Halle B3 erlebt die Handelsimmobilienwirtschaft
auf der aktuellen EXPO eine nie dagewesene
Sichtbarkeit. Der Marktplatz Grand Plaza bildet diesmal
und zukünftig das pulsierende Herzstück für Händler, Projektentwickler,
Investoren und Standortvertreter. Es ist der
Ort, an dem die zentralen Botschaften der Fachleute präsentiert
werden: Die Herausforderungen und Chancen aktueller
Konsumtrends, die Potenziale von KI und Digitalisierung
sowie die Strategien für resiliente, multifunktionale Handelsimmobilien.
Das neue Messekonzept bietet Raum für innovative Präsentationen
und intensives Networking. Zahlreiche hausinterne
und offene Events – von der traditionellen Grand Plaza-
Party über exklusive Business-Lunches bis zu interaktiven
Diskussionen – begleiten das Messeprogramm. Branchenführer
wie Schwarz Immobilien Service und die REWE
Group beschreiben die EXPO REAL als ihr wichtigstes Branchentreffen
und begrüßen die Aufwertung der Handelsimmobilien:
Die Grand Plaza wird als europäischer Marktplatz
inszeniert und ist Plattform für Zukunftsfragen wie Standortstrategien,
Flächennutzungen und die Anforderungen an
die Expansion im Handel.
Wichtigste Themen auf den Bühnen sind diesmal die Transformation
von Innenstädten, die Flächenentwicklung, nachhaltige
Handelsarchitektur und flexible Nutzungsmodelle.
Unter den Vortragenden und Diskutanten sind eine Reihe
renommierter Expertinnen und Experten; dazu kommen
Panels zu Expansion, Anmietungen und nachhaltigen Urban
Concepts.
Nicht minder spannend dürfte die Präsentation aktueller
Projekte sein: Von Mixed-Use-Lösungen, neuen Nahversorgungszentren
bis hin zu revitalisierten Stadtquartieren werden
innovative Bauvorhaben und smarte Handelsstandorte
vorgestellt – zumeist im Rahmen von redaktionellen Beiträgen,
die in direkter Kooperation zwischen Unternehmen
und Redaktion entstanden sind. Die exklusive Vorstellung
von neuen Ideen, Wachstumsstrategien und erfolgreichen
Umbauprojekten zeigt, wie flexibel und zukunftsfähig die
Branche derzeit agiert.
Mit über 1.800 Ausstellern und geschätzt rund 50.000 Fachbesuchern
aus mehr als 30 Ländern bietet die EXPO REAL
erneut die größte Bühne für alle wesentlichen Akteure – von
Asset Managern bis Facility Services, von Stadtentwicklern
über Investoren bis hin zu Designern und innovativen
Dienstleistern. Die Messe wird so nicht nur zum Markt für
konkrete Geschäftsabschlüsse, sondern zum lebendigen Labor
für die Handelsimmobilienwirtschaft von morgen.
Bereits heute ist klar: Auf der EXPO REAL 2025 stehen Dialog,
Innovation und Kooperation im Mittelpunkt. Die Branche
zeigt Mut zur Veränderung und liefert Lösungen für die
urbanen Herausforderungen unserer Zeit – und unser Digitalmagazin
will dies eindrucksvoll belegen.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihre
Thorsten Müller
Chefredakteur
Ralf Beckmann
Herausgeber
INHALT
02: Editorial
06 EXPO REAL ist auch ein
bedeutender Schauplatz für
die aktuellen Anliegen der
Handelsimmobilienbranche
Grand Plaza fungiert einmal mehr
als Marktplatz und Bühne
08 Das Programm im Überblick
10 Das Programm im Überblick
12 Einzelhandelsimmobilien:
Schluss mit frustig?
Gastbeitrag von Prof. Dr. Tobias Just,
IREBS Universität Regensburg
14 Attraktivität
der Nahversorgung
weiter steigern
Die aktuellen Bau- und
Serviceprojekte von Discounter
ALDI SÜD
16 „Für uns ist all das
interessant, was uns den
Kundinnnen und
Kunden näher bringt"
Interview mit Jan Riemann,
Immobilienchef von ALDI SÜD
18 ALDI SÜD im erfolgreichen
Spagat zwischen
Attraktivität
und Kosteneffizienz
20 Shopping Center im
Praxistest: Wege zur
Performance-Messung
Gemeinsame Studie von gif und GCSP
wird am zweiten Expo-Tag vorgestellt
22 Nahversorger - wir sprechen
über Lage und Größe
Gastbeitrag von
Dr. Roldand Schmidt-Bleker
(Kanzlei Taylor Wessing)
24 Nachbarschaftlich und
nachhaltig: Flexible I
mmobilienkonzepte
von ALDI Nord
26 BitGalerie macht den
nächsten großen Schritt
Pünktlich zur EXO: Bauantrag für
Stadtloggien eingereicht
28 Das Geheimnis
der funktionierenden
Großfläche
Kauflands Immobilien-Experten
gewähren auf der Expo Real
Praxis Einblicke
30 KI im Property Management:
Noch viel Luft nach oben
Studie von Apleona Real Estate
in Kooperation mit
RUECKERCONSULT
32 Stadt + Handel - Neue Wege.
Klare Pläne.
34 FINDEN STATT SUCHEN
Dialogorientierte
Web-Aufritte mit
KI-Chat-Assistent
SawatzkiMühlenbruch ist Spezialist
für digitale Kommunikationslösungen
36 „Die Einführung von KI muss
pragmatisch und
umsichtig erfolgen
Interview mit Yardi-Regional-Manager
D-A-CH, Dennis Kasch
38 Digitale Lösungen und
ESG im Gebäudebetrieb
Die WISAG ist seit fast 20 Jahren
fester Bestandteil der EXPO REAL
40 Investitionen in
Nahversorgung
und neue Standorte geplant
Netto Marken-Discount auch
diesmal wieder mit eigenem
Messestand vertreten
41 Impresssum
6 HI EXPO
EXPO REAL ist auch ein bedeutender
Schauplatz für die aktuellen Anliegen
der Handelsimmobilienbranche
Grand Plaza fungiert einmal mehr als Marktplatz und Bühne
Die EXPO REAL steht im Zeichen eines klaren Branchenfokus: Handelsimmobilien und
Akteure aus Einzelhandel und Einzelhandelsimmobilien rücken stärker denn je ins Zentrum
des Messegeschehens. Besonders die neue Positionierung der Grand Plaza in Halle
B3 und das darauf abgestimmte Standkonzept bestimmen das Branchenthema vor Ort.
Unter dem Motto „Offen, vernetzt, zukunftsgerichtet“ nutzen zahlreiche Handelsunternehmen
ihre Präsenz, um mit eigenen Ständen, Fachvorträgen, neuen Konzepten und
Partnerschaften auf aktuelle Marktumwälzungen zu reagieren und zugleich innovative
Zukunftsideen zu präsentieren.
Händler, Investoren und Projektentwickler am Puls der
Transformation
Die Grand Plaza fungiert einmal mehr als Marktplatz und
Bühne — mitten im Messegeschehen gelegen, bildet sie
den zentralen Treffpunkt für Händler, Betreiber, Investoren
sowie Projektentwickler von Einzelhandelsimmobilien.
Edeka, REWE, Aldi Süd, Kaufland, Lidl, Netto, Penny, dm,
Rossmann, Fressnapf, Action, toom Baumarkt, aber auch
branchenübergreifend engagierte Unternehmen wie die
Schwarz Gruppe und ECE sowie TREI Real Estate nutzen die
Plattform zum Austausch über neue Standorte, Expansionsstrategien,
Mietstrukturen und Zukunftsthemen wie ESG
und Nachhaltigkeit im Handmade- und Fachmarktsegment.
Zentrale Themen: Wandel des Konsumverhaltens und neue
Nutzungskonzepte
Das Konferenzprogramm der Grand Plaza beleuchtet zukunftsweisende
Themen: Die bekannte Handelsexpertin
Theresa Schleicher spricht in ihrer Keynote zu „Next Level
Retail – Kundenbindung mittels KI“. Diskussionsrunden
fokussieren auf Anforderungen an Expansion, Flächenmanagement
und die Herausforderungen der Anmietung im
gegenwärtigen Retailmarkt.
Die Transformation der Innenstädte und die Zukunft der
Shoppingcenter als strukturprägende Immobilien werden
ebenso debattiert wie innovative Kombinationen von Einzelhandel,
Gastronomie und Freizeitangeboten im urbanen
Kontext.
Marktdynamik, Krisen und Investoreninteressen
Parallel zu Messeaktivitäten stehen die Herausforderungen
im stationären Handel weiter im Mittelpunkt der Diskussionen.
Zahlreiche Handelsketten prüfen ihre Portfolio- und
Expansionsstrategien infolge der pandemiebedingten Einbrüche,
verstärkten Online-Konkurrenz und steigenden
Energiepreise.
Insbesondere Fachmarktzentren, Nahversorgungsimmobilien
und großflächiger Einzelhandel gelten als stabile Asset-
Klassen und profitieren von Investoreninteresse. Gleichzeitig
werden flexible Mietmodelle, Mixed-Use-Konzepte und
die Umnutzung leerstehender Flächen intensiv besprochen.
Experten prognostizieren eine fortschreitende Ausdifferenzierung
und „Kleinteiligkeit“ der Einzelhandelsstandorte
sowie eine differenzierte Entwicklung innerstädtischer und
peripherer Handelsimmobilienformate.
Stimmen der Branche und Ausstellerinitiativen
Führende Handelsunternehmen wie die Schwarz Gruppe
(Lidl, Kaufland) und die REWE Group begrüßen die neue
HI EXPO 7
Foto: Messe München
Die Grand Plaza in Halle B3 fungiert einmal mehr für den Einzelhandel und die Handelsimmobilienwirtschaft als Marktplatz und Bühne. Mitten
im Messegeschehen gelegen, bildet sie den zentralen Treffpunkt für Händler, Betreiber. Investoren sowie Projektentwicklern. Foto: EXPO
Sichtbarkeit des Handels auf der Messe und betonen die
Funktion der Grand Plaza als zentralen Ort des Dialogs und
der Zukunftsdebatte.
Die Aussteller heben den Wert von Netzwerk-Events, neuen
Partnerschaftsmodellen sowie den Wissens- und Transfercharakter
des Branchentreffens hervor. Neben den Branchengrößen
präsentieren auch zahlreiche Dienstleister und
Initiatoren im Rahmen von Foren und Abendveranstaltungen
konkrete Praxislösungen und Innovationsimpulse.
Fazit
Die EXPO REAL 2025 dokumentiert die Neuausrichtung des
Handelsimmobilienmarktes und die Transformation etablierter
Handelsunternehmensstrategien. Während die Messe
zentrale Debattenräume zu Digitalisierung, nachhaltigen
Standortmodellen und neuen Flächennutzungskonzepten
bietet, verdeutlichen die zahlreichen Aktivitäten und Initiativen,
dass die Zukunft von Handel und Handelsimmobilien
nur im Zusammenspiel von Vernetzung, Innovation und
Flexibilität zu gestalten ist.
8 HI EXPO
Das Programm im Überblick
GRAND PLAZA STAGE
- Halle B3, Stand 230
Montag, 6. Oktober:
11 bis 12 Uhr: Innerstädtische Entwicklung. Stadt -
Umbau - Investitionen - Warenhäuser
Moderatorin: Immobilienökonomin (ebs) Alexandra
May,
Teilnehmer: Daniel Freimuth, Geschäftsführer Hanau
Marketing GmbH, Professorin Dr.-Ing. Ute Knippenberger,
Geschäftsführerin SEG Stadtentwicklungsgesellschaft
Wiesbaden mbH, Jens Nußbaum, Geschäftsleitung
Stadt + Handel Dortmund, Christian Sailer,
Geschäftsführer LBBW Immobilien Management Gewerbe
GmbH Stuttgart
13 bis 14 Uhr: Mietmodelle. Mieten, Laufzeiten, Mieten-Index
Moderator: Lars Jähnichen, Geschäftsführer IPH Handelsimmobilien
GmbH
Teilnehmer: Sebastian Beck, Peek & Cloppenburg Düsseldorf,
Susanne Gehle, Kaufland, Birgit Gevert, ECE
Marketplaces, Aniko Korsos, JLL, Christopher Patt, WA-
GENSONNER Rechtsanwälte
15 bis 15 Uhr: Anforderungen in der Expansion und
der Anmietung im Retail - heute und morgen!
Moderatorin: Marie-Noelle Sbresny, Germany Editor
Green Street News London
Teilnehmer: Manuel Behr, Aachener Grundvermögen,
Michaela Liegel, Swarovski (Deutschland) GmbH, Martin
Peiffer, eyes and more GmbH, Katharina Zeiler, Unibail-Rodamco-Westfield
Dienstag, 7. Oktober:
11 bis 12.30 Uhr: Next Level Retail -Kundenbindung
mittels KI
Moderator: Klaus Striebich, Managing Director RaRE
Advise - Retail and Real Estate
Teilnehmer: Markus Buntz, J.Bünting Beteiligungs AG,
Christopher Schardt, Dirk Rossmann GmbH, Theresa
Schleicher, Zukunftsinstitut Berlin
14 bis 15 Uhr: New Kids on the block. Welche neuen
Anbieter und Nachfrager nach Flächen gibt es oder
kommen auf den Markt?
Moderator: Ingmar Behrens, Generalsekretär German
Council of Shopping Places
Teilnehmer: Luise Cen, MINISO, Jørgen Nielsen, Nielsen
Expansion GmbH, Christian Schneider, REWE, Klaus
Striebich, RaRE Advise
15 bis 15.30 Uhr: Benchmarking von Shopping Centern
Moderatorin: Prof. Dr. Verena Rock, Präsidentin der gif
- Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung
e.V.
Technische Hochschule Aschaffenburg Wiesbaden
Teilnehmer: Prof. Dr. Andreas Link, Hochschule Mainz /
imtargis, Harald Ortner, GCSP / HBB, Dr. Stephan Seilheimer
Vorstand, gif, Birgit Wachs, GMA G
16 bis 17 Uhr: Asset Management und Nachhaltigkeit
Moderatorin: Maria Hill, Leiterin Nachhaltigkeit und
Unternehmenskommunikation ECE
Teilnehmer: Dr. Dirk Fittkau,WISAG, Claudia Pahl, HT
Immobilien Management GmbH, Christina Schädler,
Swiss Life Asset, Jan von Mallinckrodt, Union Investment
Mittwoch, 8. Oktober:
11 bis 12 Uhr: Leisure is pleasure - the role of entertainment
in property
Moderator: Jonathan Doughty, Managing Director Viklari
Consulting Limited Brockenhurst Großbritannien
und Nordirland
Teilnehmer: Alex Coffey, Eurofund Group, Dominic Gaynor,
TeamSport E-Karting, Andrew Scholey, Lane7
Group
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Gabriele Friedl
Specialist Retail, BayernLB
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10 HI EXPO
Das Programm im Überblick
Halle B2, Raum B22
Montag, 6. Oktober:
13 bis 14 Uhr: Deutschlands Fachmärkte kommen in
die Jahre - Wie wandelt sich der Markt?
Veranstaltung der IPH Handelsimmobilien GmbH
Teilnehmer: Elisabeth Jander, MEAG MUNICH ERGO,
Stefan Steurer, IPH Handelsimmobilien, Lucas Wilbers,
RWP Redos I & III, Markus Wotruba, BBE Handelsberatung
Halle A2, Stand 450
Montag, 6. Oktober:
17 bis 17.50 Uhr: Aussteller der EXPO REAL 2025 präsentieren
Handelsflächen mit Mehrwert - Investieren
in urbane Nahversorgung
Veranstaltung von ALDI Nord
Moderator: Dennis Willhardt, Manager ALDI Nord
Teilnehmer: Sandra Emmerling, Dr. Lademann & Partner,
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung,
Bauen und Wohnen Senat von Berlin, Mario Halsdorfer,
halsdorfer + ingenieure projekt mbH, Torsten Janke,
ALDI
Halle B3, Stand 530
Mittwoch, 8. Oktober
13.30 bis 14.45 Uhr: Open Wrap Up: Wie war die
EXPO REAL 2025? Was nehme ich mit?
Moderatorin: Immobilienökonomin (ebs) Alexandra
MayTeilnehmer: Ingmar Behrens, GCSP, Prof. Dr. Thomas
Beyerle, BWL / HBC Hochschule Biberach, Jürgen
Michael Schick, IVD / Die Immobilienunternehmer Michael
Schick Immobilien, Klaus Striebich, RaRE Advise,
André Zücker, KGAL Group
Foto: Messe München
Zahlreiche Veranstaltungen werden angeboten.
12 HI EXPO
Einzelhandelsimmobilien:
Schluss mit frustig?
Gastbeitrag von Prof. Dr. Tobias Just,
IREBS Universität Regensburg
Der Einzelhandel hat in den letzten Jahren einen schmerzhaften Strukturwandel
durchlaufen, weil neben strukturelle Belastungsfaktoren wie das
Wachstum des Online-Handels und die Sättigungstendenzen in einigen
Einzelhandelssortimenten Sonderfaktoren wie die Pandemie und der darauf
folgende Anstieg der Inflationsraten im Zuge des Angriffskriegs Russlands
auf die Ukraine.
Diese mehrfache Belastung lässt sich gut mit einem Schaubild
illustrieren. Die Abbildung zeigt die Beziehung zwischen
der Geschäftslage in der Gesamtwirtschaft und den
Einschätzungen, die Immobilienprofessionals zur Lage von
Handelsimmobilien monatlich abgeben: Typischerweise
sollte hier eine positive Beziehung bestehen: Geht es der
Wirtschaft gut, steigen die Einkommen, damit die Konsumausgaben
und folglich auch der Einzelhandelsumsatz. In
einem Aufschwung wäre die Beziehung durch eine positive
Linie durch den Quadranten oben rechts gekennzeichnet, in
einem Abschwung durch eine positiv geneigte Linie im Quadranten
unten links. Denn diese beiden Quadranten zeigen
Phasen eine positive Korrelation der Einschätzungen zur
Gesamtwirtschaft (ifo-Klimaindex) mit der Einschätzung
zur Einzelhandelsimmobilienwelt (bulwiengesa-Index).
Doch dieser idealtypische Pfad wurde 2016 verlassen. Mitten
im Aufschwung verschlechterten sich die Einschätzungen
zum Handel. Dies zeigt eine strukturelle Belastung
an, denn der Handel wurde systematisch schlecht selbst in
Aufschwungjahren bewertet. Die Corona-Pandemie verschärfte
dies. Doch seit Mitte 2024 gibt es zumindest schwache
Erholungsanzeichen. Die Wirtschaft befindet sich zwar
auch 2024 und 2025 in einer Rezessionsphase gemessen am
ifo-Klimaindex, doch der Handel erholt sich allmählich.
Zwar wurde die Wachstumsschwelle noch nicht überschritten,
aber sie ist wieder in Sichtweite. Unsere Interviews im
Rahmen des IREBS German Debt Projects zur gewerblichen
Immobilienfinanzierung unterstützen diese Einschätzung.
Es wird natürlich nicht jede Einzelhandelsimmobilie finanziert,
die Banken müssen vorsichtig sein. Doch mehr Interviewpartner
als in der Vergangenheit zeigten sich vorsichtig
optimistisch zur Einzelhandelsklasse – zumindest relativ zu
den früheren Jahren.
Die Expo Real wird ein weiteres Stimmungsbild erlauben,
ob für 2026 eine Rückkehr in den nordwestlichen Quadranten
möglich ist. Ich werde jedenfalls die Messe nutzen, um
nicht nur mit eigenen Vorträgen meine Einschätzung abzugeben,
sondern in Gesprächen und als Zuhörer den Barometerstand
der Branche zu erfahren. Ich werde alle drei
Tage auf der Messe sein und freue mich insbesondere auf
„unsere“ beiden Empfänge von immoebs am ersten späten
Nachmittag am Stand der BerlinHyp und am zweiten Tag im
Restaurant, wenn IREBS Core zum Get-Together lädt. Dort
trifft man mich garantiert. Und dort kann ich gerne erläutern,
dass unser Intensivstudium der Handelsimmobilienökonomie,
das im April 2026 wieder in Hamburg starten
wird, gerade jetzt ein guter Karriereschritt sein kann, denn
in Phasen labilen Wachstums und unsicherer Zinsentwicklung
ist Asset Management ein sicherer Beschäftigungsund
Verdiensthafen.
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14 HI EXPO
Attraktivität
der Nahversorgung weiter steigern
Die aktuellen Bau- und Serviceprojekte von Discounter ALDI SÜD
ALDI SÜD investiert weiter in die Attraktivität seiner Filialen. Die vor wenigen Jahren eingeschlagene Strategie,
Einzelhandelsstandorte zu Mixed-Use-Immobilien weiterzuentwickeln trägt Früchte. Verteilt über das gesamte Vertriebsgebiet
werden entsprechende Bauten geplant, gebaut und fertiggestellt – von Bergisch Gladbach und Köln über
Frankfurt bis nach Stuttgart und München. Neben der baulichen Aufwertung setzt der Nahversorger auf Zusatzangebote
zur Steigerung der Anziehungskraft seiner Filialen. Die Bandbreite reicht von zusätzlichem Handel, Dienstleistungen
und Gastronomie bis hin zu Serviceangeboten, die vor Ort das Alltagsleben erleichtern.
Feierabendparken
Düsseldorf hat es vorgemacht, nun folgen die Städte Köln, Bonn und Krefeld:
Um die innerstädtische Parksituation insbesondere in den Abendstunden
und nachts zu entspannen, stellt ALDI SÜD an ausgesuchten
Standorten außerhalb der Öffnungszeiten Parkflächen zur Verfügung.
Das „Feierabend-Parken“ ist ein Gemeinschaftsprojekt: ALDI SÜD stellt
die Flächen zur Verfügung, die Kommune schafft die rechtlichen Rahmenbedingungen,
und um den Betrieb kümmern sich unterschiedliche
Dienstleister. Der Nahversorger nutzt das Angebot, um die lokale Relevanz
und Attraktivität seiner Standorte zu steigern.
Mannheim
In Mannheim entwickelt ALDI SÜD eine Mixed-Use-Immobilie, die dringend
benötigten Wohnraum für 200 Studierende bietet. Am Campus der
Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mannheim-Neuostheim
entsteht bis 2027 eine moderne, mehrgeschossige Immobilie, die
eine Filiale von ALDI SÜD mit Wohnraum kombiniert. Die oberen Etagen
des Gebäudes werden in nachhaltiger Holzbauweise gestaltet. Ziel ist es,
eine DGNB-Zertifizierung nach Gold-Standard zu erreichen. In Landau
in der Pfalz und in Tübingen hat ALDI SÜD bereits insgesamt vier Wohnheime
für Studierende fertiggestellt.
Kitas
Zum Start des neuen Kitajahres fehlen vielerorts regelmäßig Plätze und
Räumlichkeiten für die Betreuung. ALDI SÜD greift diese Entwicklung
auf und baut neue Filialen in Kombination mit Zusatznutzungen wie
Wohnungen, Büros, Handelsflächen oder eben Kitas. Inzwischen sind
mehr als 900 Kitaplätze entstanden, befinden sich im Bau oder sind konkret
geplant. Im Raum Stuttgart entstehen aktuell drei neue Kitas mit 290
Betreuungsplätzen in Leutenbach, Steinheim an der Murr und Sachsenheim.
Gerade in verdichteten Regionen funktioniert die Verbindung aus
Einzelhandel und Kita hervorragend – für Städte, Eltern und Träger.
HI EXPO 15
Ludwigshafen-Rheingönheim
In Ludwigshafen-Rheingönheim entwickelt ALDI SÜD ein neues Ortszentrum,
das die Nahversorgung stärkt und dringend benötigten Wohnraum
schafft. Im linken Gebäudeteil − angrenzend an das Gelände eines
Sportvereins − entsteht im Erdgeschoss eine Filiale des Nahversorgers
mit knapp 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche. In den Obergeschossen
sind 40 Wohnungen (zwischen 40 und 100 Quadratmeter) für verschiedene
Generationen vorgesehen. Zudem wird ein zweites Gebäude mit 23
betreuten Wohneinheiten errichtet, ergänzt durch einen Stadtteiltreff
mit einer Bäckerei und einem Café im Erdgeschoss.
Fotos (7): ALDI SÜD
Frankfurt-Sachsenhausen
ALDI SÜD revitalisiert in Frankfurt am Main ein ehemaliges Büro- und
Geschäftshaus. Die Immobilie im Stadtteil Sachsenhausen wurde 1966
errichtet und seit dem Jahr 2000 in den Obergeschossen von der Deutschen
Bahn genutzt. Im Erdgeschoss befand sich seit Anfang der 1970er
Jahre ein Lebensmitteleinzelhändler. Das Objekt in der Oskar-Sommer-
Straße bietet etwa 8.000 qm Mietfläche und liegt auf einem rund 3.500
qm großen Grundstück. Durch die Revitalisierung entstehen vor Ort 83
neue Wohnungen und eine neue ALDI SÜD Filiale. Die Fertigstellung soll
im Herbst 2026 erfolgen.
Kenn
In Kenn bei Trier macht ALDI SÜD mit der Revitalisierung eines ehemaligen
REAL-Standorts Fortschritte. Das Hauptgebäude hat etwa 8.500
Quadratmeter Nutzfläche. Der Parkplatz bietet rund 350 Stellplätze und
einen E-Ladepark mit mindestens acht Ladepunkten. Die Aufträge gingen
vor allem an Unternehmen aus der Region. Neben ALDI SÜD stehen
REWE und dm bereits länger als Ankermieter fest. Hinzu gekommen sind
zuletzt ein Eis-Café sowie ein Tabakhandel. Weitere Flächen im Hauptund
Nebengebäude sind in Abstimmung, darunter Angebote aus den Bereichen
Gastronomie sowie Schönheits- und Gesundheitspflege.
Bergisch Gladbach
In Bergisch Gladbach bei Köln baut ALDI SÜD eine neue Filiale mit Tiefgarage
und Wohnungen on top. Die Filiale verfügt über 1135 Quadratmeter
Verkaufsfläche. Darunter liegt eine Tiefgarage mit 47 Stellplätzen. Obern
drauf kommen außerdem 17 Wohnungen, zwischen 55 und 100 Quadratmeter
groß. Das leerstehende Haus wurde vor Jahrzehnten von Bauern
der Region als Milchsammelstelle genutzt. In Abstimmung mit Stadt und
Gestaltungsbeirat entwickelte ALDI SÜD den Plan, das aus den 1920er-
Jahren stammende Gebäude abzureißen und – zusammen mit den neuen
Gebäudeteilen – als „historisches Zitat“ wieder auferstehen zu lassen.
16 HI EXPO
„Für uns ist all das interessant, was uns
den Kundinnen und Kunden näherbringt“
Interview mit Jan Riemann, Immobilienchef von ALDI SÜD
ALDI SÜD ist auf der EXPO REAL an mehreren Ständen präsent. Das Unternehmen setzt weiter auf die Optimierung
des Filialnetzes. Was hier besonders wichtig ist und wie die Realisierung quantitativ und qualitativ aussieht,
verrät Jan Riemann, der für die Immobilienentwicklung im Hause verantwortlich ist, im Interview mit HI HEUTE-
Chefredakteur Thorsten Müller.
HI HEUTE: Wie hat sich aus Ihrer Sicht das bisherige Geschäftsjahr
gestaltet? Was waren Ihre Schwerpunkte und
spannendsten Projekte
Jan Riemann: Unsere Bauprojekte machen weiter Fortschritte.
Unsere Mixed-Use-Entwicklungen in Nürnberg
und Landau in der Pfalz sind abgeschlossen, in Frankfurt
am Main konnten wir Richtfest feiern. Zeitgleich hat die Revitalisierung
unseres Fachmarktzentrums in Kenn bei Trier
begonnen, und beim Filialbau setzen wir die Tests neuer
Modelle fort. Die Einsparung von Zeit und Ressourcen ist
ein Schwerpunkt – nicht nur beim Neubau, auch bei der Renovierung
von Standorten.
Formate und Kombinationen in Frage als noch vor ca. fünf
Jahren? Was alles ist hier interessant und relevant für Sie?
Jan Riemann: Für uns ist all das interessant, was uns den
Kundinnen und Kunden näherbringt. Einerseits geht es um
die räumliche Dimension. In Städten und Ballungsgebieten
sind wir die Vorratskammer nebenan – immer einfach und
schnell zu erreichen. Nähe meint bei uns aber auch: Kompatibilität
mit Alltagsroutinen. Wer neben dem Einkauf noch
weitere Besorgungen vor Ort erledigen kann, spart Zeit
und Ressourcen. So erleichtern Zusatznutzungen wie Wohnungsbau,
Kitas, Gastronomie oder weiterer den Alltag, und
das steigert ihre Attraktivität nachhaltig.
HI HEUTE: Die Digitalisierung und mit ihr der Einsatz von
KI ist auch in der Lebensmittelbranche deutlich vorangeschritten.
Erzählen Sie uns, auf welchen Feldern dies aktuell
vornehmlich geschieht?
Jan Riemann: Bei der Weiterentwicklung unseres Filialnetzes
helfen uns Digitalisierung und KI-Anwendungen vor allem
in zwei Bereichen. Zum einen geht es um die Vergabe
von Bauleistungen. Dafür nutzen wir bereits seit Jahren eine
Online-Plattform, die uns hilft, Angebote besser zu vergleichen
und herauszufordern. Das Tool hat einen großen Anteil
daran, dass wir den Baukostenindex in den vergangenen
Jahren um etwa fünf Prozent geschlagen haben. Daneben
spielen Digitalisierung und KI bei der Bewertung unserer
bestehenden sowie von potenziellen neuen Filialstandorte
eine zunehmend wichtige Rolle. Entsprechende Tools helfen
uns, unterschiedliche Entwicklungsszenarien zu prüfen
und genauere Voraussagen über die erwartete Entwicklung
lokaler Umfelder zu treffen. Das hilft uns, unser Ziel zu erreichen,
den Kundinnen und Kunden dauerhaft nah zu sein.
Wir verfügen mittlerweile über ein erprobtes Repertoire
vielfältiger Standortkonzepte, um Standorte mit lokaler Relevanz
zu entwickeln. Die Palette reicht vom platzsparenden
Modell für die City über zeitgemäß ausgestattete Freestander
mit Standortpartnern in ländlichen Gebieten bis hin zu
Mixed-Use-Entwicklungen und Fachmarktzentren. Mit diesem
Werkzeugkoffer bauen wir Einzelhandelsimmobilien,
Foto: ALDI SÜD
HI HEUTE: Wenn Sie sich heute für einen neuen Standort
entscheiden, kommen da nicht inzwischen sehr viel mehr
Ressourcen schonen und den Standort für sein Umfeld attraktiver
machen - das ist ein Ziel des Discounters.
HI EXPO 17
die ihr Umfeld zuverlässig versorgen und lokale Infrastruktur
stärken.
HI HEUTE: Immer mehr spielen ESG-Kriterien eine Rolle,
die in der Praxis Umsetzungen nicht selten erschweren
oder zumindest deutlich kostspieliger machen. Wie gehen
Sie damit um?
Jan Riemann: Als international agierender Nahversorger
sind wir in der Verantwortung, sozial, umweltverträglich
sowie klima- und ressourcenschonender zu wirtschaften.
Nachhaltigkeit ist Teil unseres Geschäftsmodells. Das gilt
auch für die Entwicklung und den Betrieb unserer Filialstandorte.
Wir bringen schon eine nachhaltige Grundausstattung
mit, die von nachhaltiger Energienutzung, effizienter
Gebäudetechnik und dem Einsatz umweltschonender
Kältemittel in unseren Filialen bis zum flächendeckenden
Angebot von E-Ladestationen reicht.
Bei der Entwicklung unserer Filialen arbeiten wir eng und
partnerschaftlich mit den jeweiligen Städten und Kommunen
zusammen. Gemeinsam mit ihnen prüfen wir, welche
ergänzenden ESG-relevanten Maßnahmen sinnvoll sein
könnten. Dabei verlieren wir die Wirtschaftlichkeit nicht aus
den Augen. Zusätzliche Investitionen lohnen sich für uns,
wenn wir dadurch Ressourcen schonen und den Standort
für sein Umfeld attraktiver machen.
HI HEUTE: Werden Sie mit Ihrem Schwester-Unternehmen
ALDI-NORD zukünftig noch intensiver zusammenarbeiten?
Jan Riemann: Wir sind mit ALDI Nord familiär verbunden
und arbeiten in vielen Bereichen eng zusammen. Dazu gehören
der Einkauf, das Marketing, die Eigenmarkengestaltung
oder auch die Qualitätssicherung. Auch wenn wir nicht
strukturell verbunden sind, tauschen wir uns in den Bereichen
Real Estate und Filialnetzentwicklung eng mit den Essener
Kollegen aus.
Auf dieser Basis haben wir zuletzt eine gemeinsamen Baubeschreibung
für Filialneubauten entwickelt. Äußerlich
bleibt der Wiedererkennungswert von ALDI Nord und ALDI
SÜD erhalten. Ebenso treten beide Marken mit einem eigenen
Filialkonzept in ihren Vertriebsgebieten auf. Aber für
die Grundkonstruktion gilt künftig ein einheitlicher Baustandard
in Holzrahmenbauweise.
Das bringt uns vielfältige Vorteile. Die Herstellung von Bauprodukten
aus Holz spart Ressourcen und erfordert weit
weniger Energie als die Produktion anderer Baustoffe wie
Mauerziegel, Stahl oder Zement. Vorgefertigte Holzbauteile
vereinfachen zudem die Arbeiten und sparen Zeit in der
Bauphase. Holz ist ein natürlicher Baustoff, der Wärme ausstrahlt.
Es erzeugt ein angenehmes Raumklima und hilft,
Jan Riemann ist seit Jahren für den Immobilienbereich bei ALDI
SÜD verantwortlich.
den Feuchtigkeitsgehalt in der Raumluft zu regulieren.
Auch wenn wir zwei unterschiedliche Unternehmen sind,
setzen wir so gemeinsam ein Zeichen für mehr Effizienz und
Kostenbewusstsein.
HI HEUTE: Welche Erwartungen haben Sie an das kommende
Jahr? Was könnte und sollte sich ändern? Was
stimmt Sie zuversichtlich, um ihre schon jetzt definierten
Ziele erfolgversprechend angehen zu können?
Jan Riemann: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir
unser Filialnetz auf unterschiedlichen Wegen optimieren
können. Unsere Mixed-Use-Strategie trägt erste Früchte.
Wir haben bereits mit unterschiedlichen Partnern mehrere
neue Filialstandorte in attraktiven Lagen eröffnen können.
Weitere, unter anderem neue Projekteideen sind in Vorbereitung
oder bereits im Bau. In Mannheim bauen wir eine
neue Filiale, über der ein Studierendenwohnheim entsteht.
In der Nähe von Stuttgart bauen wir drei Filialen mit Kitas
on top.
Diese Fortschritte zeigen, dass wir auch unter schwierigen
Rahmenbedingungen in der Lage sind, mit guter, vertrauensvoller
Zusammenarbeit neue Handelsstandorte zu entwickeln.
Grund zu Optimismus gibt mir außerdem, dass
auf politischer Ebene Bewegung ins Bauen kommt: Die vom
Bundeskabinett beschlossenen Instrumente zur Planungsbeschleunigung,
der sogenannte Wohnungsbauturbo, sind
aus unserer Sicht vielversprechend. Sie müssen nun in der
kommunalen Praxis Anwendung finden und auf gemischt
genutzte Gebäude ausgeweitet werden − damit mehr solcher
Bauten in unseren Städten entstehen können.
Foto: ALDI SÜD
18 HI EXPO
ALDI SÜD im erfolgreichen Spagat
zwischen Attraktivität und Kosteneffizienz
Im Süden und Westen von Deutschland ist ALDI SÜD allgegenwärtig. Vom Niederrhein bis nach Oberbayern, von
der französischen bis zur tschechischen Grenze betreibt der Nahversorger insgesamt 2000 Filialen. Sie alle sind für
den Großteil der Kundinnen und Kunden innerhalb weniger Minuten erreichbar, und auch aus warenlogistischer
Sicht hat das Filialnetz mittlerweile eine nahezu optimale Auslastung erreicht. Seine Entwicklung geht dennoch weiter:
Doch der Fokus verschiebt sich von der quantitativen auf die qualitative Standortentwicklung.
Manchmal zeigt sich im Kleingedruckten, wie sich die Zeiten
ändern. „Mehr Wohnraum für Studierende und nachhaltige
Stadtentwicklung – ein Gewinn für alle!“, kommentiert ein
Umweltingenieur auf der Plattform LinkedIn einen Beitrag
über den Bau einer neuen ALDI SÜD Filiale. Ein Discounter,
der in die Infrastruktur von Städten investiert und für die
Nachhaltigkeit eines Standortkonzepts gelobt wird? Noch
vor wenigen Jahren war das mindestens ungewöhnlich.
Mittlerweile sind Mixed-Use-Entwicklungen wie die Filiale
mit einem Studierendenwohnheim on top keine Seltenheit
mehr. In Landau in der Pfalz hat ALDI SÜD mittlerweile zwei
solcher Entwicklungen abgeschlossen. Entstanden sind
zwei neue Nahversorgungsstandorte mit Wohnungen für
insgesamt 265 Studierende – energetisch zeitgemäß ausgestattet
mit Pelletheizung, Wärmepumpentechnik und E-Ladestationen.
Solaranlagen erzeugen Strom für Filialen und
Wohnheime.
Landau ist kein Einzelfall. Seit 2024 hat der Discounter ähnliche
Immobilien in Tübingen (Studierendenwohnungen),
Waldbronn (Wohnungen, Handelsflächen), Pforzheim (Seniorenwohnungen,
Kita, Parkdeck) und Nürnberg (Wohnungen,
Tiefgarage) fertiggestellt. Weitere sind im Bau – in
Bergisch Gladbach und an drei Standorten bei Stuttgart.
Die Bauprojekte sind maßgeschneidert. „Wo es wirtschaftliche
und baurechtliche Rahmenbedingungen zulassen,
schauen wir uns genau an, was vor Ort benötigt wird, und
Foto: ALDI SÜD
Wohnungen, Nahversorgung und Tiefgaragen hat der Discounter in Nürnberg fertiggestellt
HI EXPO 19
In Landau in der Pfalz hat ALDI SÜD bereits zwei Nahversorgungsstandorte mit Wohnungen für Studierende.
entwickeln passende Standortkonzepte mit lokal relevanten
Zusatznutzungen“, sagt Jan Riemann, Group Director und
Sprecher von ALDI SÜD Real Estate.
Was dem Discounter die Wohnungen, Kitas, Büros, Gastronomie
oder zusätzlichen Handelsflächen an seinen Standorten
bringen? „Wir suchen die Nähe zu unseren Kundinnen
und Kunden – sowohl räumlich als auch im Hinblick auf ihre
Alltagsroutinen“, so Riemann. „Je attraktiver und nützlicher
ein Standort für alle im Umfeld ist, desto nachhaltiger ist
sein wirtschaftlicher Erfolg.“
Auch das Umfeld ist Teil der Standortkonzepte. So betreibt
ALDI SÜD an seinen Filialen bereits 700 E-Ladestationen mit
insgesamt 1.600 Ladepunkten. Knapp die Hälfte sind hochmoderne
Schnellladestationen mit bis zu 200 kW Nennleistung
– optimal für eine Auffrischung während des Einkaufs.
Der Ausbau des Ladenetzes geht weiter voran.
Für Aufsehen sorgte das Angebot „Feierabendparken“, das
ALDI SÜD in Düsseldorf, Köln, Krefeld und Bonn erprobt. In
Abstimmung mit den Kommunen ermöglicht der Nahversorger
die Nutzung ausgewählter Filialparkplätze außerhalb
der Öffnungszeiten. „Mit dem Feierabend-Parken leisten
wir einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssituation.
Wir entlasten den öffentlichen Raum und reduzieren vor Ort
den Parkdruck“, so Riemann. „Bei positiver Resonanz und
entsprechender Nachfrage prüfen wir die Ausweitung auf
weitere Standorte.“
Die Kooperation mit Dienstleistern und Einzelhändlern ist
eine weitere Strategie, um Standorte weiterzuentwickeln.
Um sie alltagstauglich und damit attraktiver für Kundinnen
und Kunden zu gestalten, entwickelt ALDI SÜD sie nach dem
„One-Stop-Shopping“-Prinzip weiter. Es entstehen zusätzliche
Flächen für ergänzenden Handel oder gastronomische
Angebote wie Bäckerei-Cafés. An über 1.300 Standorten kooperiert
der Nahversorger mit insgesamt rund 400 Partnerunternehmen
– Tendenz steigend.
Auch wenn der Discounter die Attraktivität seiner Standorte
steigert, verliert er seine Kerntugenden nicht aus den
Augen. Nach jahrelangen Tests ist in Duisburg eine Filiale
entstanden, deren Konstruktion oberhalb des Fundaments
vollständig aus Holz besteht. „Entscheidend sind die Wirtschaftlichkeit
und die Skalierbarkeit“, so Riemann. „Unser
Duisburger Neubau ist kein Vorzeigemodell. Die Filiale ist
die erste einer neuen Reihe ökologisch und ökonomisch
nachhaltiger Bauten.“ Währenddessen sucht ALDI SÜD bereits
neue Wege, um bestehende Filialen kosten- und ressourcenschonend
aufzuwerten. In Kaiserslautern hat der
Discounter nun erfolgreich die Renovierung einer Filiale
in Holzbauweise getestet: Während die Dachkonstruktion
durch einen Holzbau ersetzt wird, werden Betonböden und
-Pfeiler weiterverwendet. So senkt die „Renovierung light“
Kosten und CO2-Bilanz.
So bleibt der Discounter sich trotz Zusatzangeboten und
städtebaulichem Engagement treu: Effizienz und Preisbewusstsein
sind weiter Kerntugenden − und der Kosten-Nutzen-Spagat
die Paradedisziplin.
20 HI EXPO
Shopping Center im Praxistest: Neue
Wege zur Performance-Messung
Gemeinsame Studie von gif und GCSP wird am zweiten EXPO-Tag vorgestellt
Wie misst man eigentlich den Erfolg moderner Shopping Center? Mit dieser Frage haben sich gif und der German
Council of Shopping Places (GCSP) beschäftigt – und in einer gemeinsamen Studie ein völlig neues Bewertungsmodell
entwickelt. Der Grund: Klassische Ansätze greifen zu kurz, vergleichen Äpfel mit Birnen und blenden
die Vielschichtigkeit moderner Center aus. Zum einen sind Shopping Places für Investoren, Betreiber, Städte und
Mieter zentrale Handelsplätze. Zum anderen geraten sie durch Online-Shopping, neue Gastronomie-Trends und
veränderte Wünsche der Kundschaft immer stärker unter Druck.
Die beiden Studienpartner gif und GCSP beauftragten nach
intensivem Auswahlprozess Ende Februar die Hochschule
Mainz (HSM)/ imtargis und GMA/ PlaceSense mit der Bearbeitung
des Forschungsprojekts, bestehend aus Grundlagenermittlung,
Modellentwicklung, Datenerhebung mit
Center-Echtdaten von 14 Centern und Empfehlung.
Die Studie, die schon 2024 ins Leben gerufen wurde, hat sich
zum Ziel gesetzt, endlich Klarheit zu schaffen. Das Herzstück:
Ein Scoring-Modell mit sechs Hauptkriterien von
Standort über Markt, Objekt und Frequenz bis zu Ertrag und
Gebäude. Jedes dieser Kriterien wird konkret gewichtet und
weiter unterteilt – statt pauschaler Bewertungen gibt es eine
detaillierte Punkteskala.
So zählt beim Standort beispielsweise nicht nur die Einwohnerzahl,
sondern auch die Qualität des Mikrostandorts anhand
anonymisierter Bewegungsdaten. Im Marktcheck wird
geprüft, wie groß das Einzugsgebiet ist und welchen Anteil
das Center darin überhaupt hat. Auch Vielfalt im Sortiment,
Leerstand, Besucherzufriedenheit und sogar Nachhaltigkeit
finden ihren Platz im Modell.
Bei der Mieterzufriedenheit wurde auf die Center-Befragungen
und die Ergebnisse der Mieterbefragung aus dem
Shopping Center Performance Report 2024 von ecostra zurückgegriffen
und über eine Skala von 0 bis 100 normiert.
Innovativ: Zehn Shopping Center quer durch Deutschland
wurden mit teils sensiblen Echtdaten auf Herz und Nieren
geprüft, darunter namhafte Investoren und Betreiber wie
Deka, Union Investment oder ECE. Die Auswertung sicherten
gif und die Hochschule Mainz als neutrale Instanzen ab.
Rückmeldungen gab es direkt zurück ins Center – Benchmarking
inklusive.
Prof. Dr. Verena Rock: „Diese Studie ist ein Meilenstein für die Messung
von Shopping Center Performance: Transparent, wissenschaftlich
fundiert, ganzheitlich und damit ein wichtiges Signal für alle Stakeholder
dieser Assetklasse.“
Das Fazit: Das neue Bewertungsmodell von gif und GCSP
stellt die Praxis endlich in den Mittelpunkt. Es bringt Transparenz
in eine Branche voller Gegensätze und sorgt dafür,
dass künftig alle mit denselben Maßstäben arbeiten können.
HI EXPO 21
Vertragsunterzeichnung des Forschungsprojekts mit Prof. Dr. Andreas Link (HSM), Ingmar Behrens (GCSP), Dr. Stephan Seilheimer (gif),
Birgit Wachs (GMA) und Prof. Dr. Verena Rock (gif) im März.
Nach dem erfolgreichen Testlauf soll es 2026 in die Fläche
gehen – ein echter Meilenstein für die Handelsimmobilienwirtschaft.
INFO
Eigentümer und Investoren können sich
bereits jetzt unter folgender Adresse für
eine Datenerhebung vormerken lassen:
info@center-performance.de
Die Studie und die Ergebnisse des Praxistests
werden am Dienstag, 7. Oktober, von
15 bis 15.30 Uhr durch gif, GCSP, HS Mainz
und GMA auf der Expo Real, Halle B3
GRAND PLAZA STAGE vorgestellt.
Die gesamte Studie ist darüber hinaus im
gif-Webshop erhältlich. www.gif-ev.com/
onlineshop
Dr. Stephan Seilheimer: „Gemeinsam mit dem GCSP sowie unseren
Partnerverbänden EHI, HDE und ZIA existiert nun erstmals ein
gemeinsam erarbeitetes, wissenschaftlich fundiertes Modell zur ganzheitlichen
Performance-Messung von Shopping Centern, das an 14
Pilot-Center erprobt wurde.“
22 HI EXPO
Nahversorger – wir sprechen
über Lage und Größe
Ein Gastbeitrag von Dr. Roland Schmidt-Bleker
(Kanzlei Taylor Wessing)
Wer heute durch deutsche Städte und Gemeinden geht, merkt schnell: Der klassische
„Nahversorger“ von gestern sieht anders aus als die modernen Lebensmittelmärkte von
heute. Märkte, die in den 1990er Jahren noch mit 600 bis 800 m2 Verkaufsfläche auskamen,
sind längst auf Größenordnungen von 1.000 bis 1.500 m2 angewachsen, teils
auch noch deutlich darüber. Das ist nicht Ausdruck von „Wachstumsfantasie“ der Betreiber,
sondern schlicht eine Konsequenz aus veränderten Rahmenbedingungen: Barrierefreiheit,
erweiterte Sortimente, breitere Gänge, moderne Kassen- und Logistikkonzepte.
Allein die zusätzlichen Anforderungen an Bewegungsflächen summieren sich
regelmäßig auf mehrere hundert Quadratmeter.
Dr. Roland Schmidt-Bleker,
Fachanwalt für Verwaltungsrecht,
ist Partner bei Taylor
Wessing Germany
Größe als Normalität, nicht als Ausnahme
Während in der Bauleitplanung § 11 Abs. 3 BauNVO seit Jahrzehnten
die Schwelle von 800 m2 als „großflächig“ markiert,
ist diese Grenze in der Realität längst überschritten. Rund
80 % der neu gebauten oder modernisierten Märkte liegen
heute oberhalb dieser Marke. Damit werden nahezu alle Projekte
automatisch in die komplexen Prüf- und Steuerungsmechanismen
von BauNVO und Landesentwicklungsplänen
einbezogen – mit dem Ergebnis langwieriger Verfahren und
nicht selten rechtlicher Auseinandersetzungen. Für die Gemeinden
bedeutet das: Sie verlieren an Steuerungsautonomie,
da Genehmigungsentscheidungen regelmäßig auf die
Ebene der Bezirksregierungen oder Landesplanungsebene
gehoben werden.
Lagefragen im Wandel
Mindestens ebenso wichtig wie die Größe ist die Frage nach
der Lage. Traditionell zielte die Regelungslogik des Zentrenschutzes
darauf ab, Einzelhandel mit zentrenrelevanten
Sortimenten im Kern zu bündeln. Nahversorgung sollte
den Innenstädten und Ortszentren vorbehalten bleiben. Die
gesellschaftliche Realität sieht anders aus: Nur ein Bruchteil
der Bevölkerung lebt in diesen zentralen Lagen. Der
überwiegende Teil wohnt in verdichteten Wohnquartieren
außerhalb der Zentren – dort, wo heute zwei Drittel aller
Nahversorgungsmärkte stehen. Moderne Konzepte sind
städtebaulich integriert, aber eben nicht im Zentrum: Sie
grenzen direkt an Wohngebiete, sind fußläufig oder per Rad
erreichbar und tragen damit entscheidend zur alltagsnahen
Versorgung bei.
Rechtlicher Rahmen unter Druck
Diese Entwicklung bringt den bestehenden planungsrechtlichen
Rahmen unter Druck. Die Vermutungsregelung des §
11 Abs. 3 BauNVO, die ab 1.200 m2 Geschossfläche und 800
m2 Verkaufsfläche automatisch raumordnungsrelevante
Auswirkungen annimmt, passt nicht mehr zu den Marktgrößen.
Auch die Landesentwicklungspläne basieren in vielen
Ländern auf einer Logik, die eher den Ausnahmefall als
die Regel beschreibt. Sondergebiete für Lebensmittelmärkte
außerhalb der Zentren sind nur unter engen Bedingungen
zulässig. Die Praxis zeigt: Diese Bedingungen sind nicht
nur schwer zu prüfen, sondern schaffen auch erhebliche
Rechtsunsicherheit und Bürokratie. Gutachten, Nachweise
und lange Abstimmungsprozesse bremsen Gemeinden und
Investoren gleichermaßen.
Was gebraucht wird
Fachlich wie politisch zeichnet sich ein Konsens ab: Wir
brauchen einen realistischeren Ordnungsrahmen. Dazu gehört
erstens eine Anpassung der Größenkategorien an die
heutigen Flächenrealitäten. Märkte mit 1.200 bis 1.500 m2
sollten nicht länger automatisch als „problematisch“ gelten,
sondern als marktüblich. Zweitens braucht es eine Neubewertung
der Lagekriterien: Zentrenschutz bleibt wichtig,
darf aber nicht zur Blockade einer wohnortnahen Versor-
HI EXPO 23
Nahversorger
im Wandel
Foto (links) und Grafik: Taylor Wessing
1990er Jahre <800m 2 Heute: 1.000 - 1.500m 2
Nahversorgung findet heute im Quartier statt – nicht im Zentrum
Was gebraucht wird
Neue
Größenkategorien
Quartiersintegration
Mehr kommunale
Steuerung
Aktuelle
Flächenrealität
regulatorisch abbilden
Wohnortnahe
Versorgung
sicherstellen
Schneller &
rechtssicher
entscheiden
gung führen. Entscheidend ist die städtebauliche Integration
– also die Einbindung in bestehende Quartiere und
die gesicherte Erreichbarkeit für die Bevölkerung. Drittens
sollte die Planungshoheit der Gemeinden gestärkt werden.
Klar definierte, praxistaugliche Kriterien helfen Kommunen,
schneller und rechtssicher zu entscheiden, ohne sich
in kleinteiligen Ausnahmeprüfungen zu verlieren.
Blick nach vorn
Die Diskussion um die Reform von § 11 Abs. 3 BauNVO und
die Anpassung der Landesentwicklungspläne ist kein Selbstzweck.
Es geht um die Frage, wie wir eine flächendeckende,
zeitgemäße Nahversorgung sichern – gerade auch in Zeiten
des demographischen Wandels, steigender Mobilitätskosten
und wachsender Anforderungen an Barrierefreiheit.
Nahversorger sind Infrastruktur. Sie prägen das Leben vor
Ort weit stärker als manche formale Definition von „Großflächigkeit“
vermuten lässt. Wer diese Realität anerkennt,
öffnet den Weg für pragmatischere, schnellere und bürgernähere
Planungsverfahren.
Die Branche, die Kommunen und die Politik stehen hier gemeinsam
in der Verantwortung. Lage und Größe sind keine
Gegensätze, sondern die zwei Seiten derselben Medaille.
Eine moderne Nahversorgung braucht beides – ausreichende
Flächen und die richtige städtebauliche Einbindung. Nur
so bleibt sie das, was sie im Kern ist: Versorgung der Menschen
dort, wo sie leben.
24 HI EXPO
Nachbarschaftlich und nachhaltig:
Flexible Immobilienkonzepte von ALDI Nord
ALDI Nord treibt die Expansion seines Filialnetzes konsequent und mit klarer Strategie weiter voran. Herzstück
sind moderne, standardisierte Stand-Alone-Filialen, die Kundinnen und Kunden ein einfaches und schnelles Einkaufserlebnis
bieten. Wo es der Standort erfordert, setzt ALDI Nord auf maßgeschneiderte Lösungen wie Mixed-
Use-Immobilien. Auf der EXPO Real 2025 präsentiert das Unternehmen aktuelle Projekte und zeigt, wie effiziente
Immobilienkonzepte und nachhaltige Bauweise den Lebensmitteleinzelhandel künftig prägen.
Mit rund 2.200 Filialen verfügt die deutsche ALDI Nord Region
über ein dichtes Filialnetz. Ziel ist es, die Nahversorgung
für alle Menschen zu sichern. Dabei ist es unabhängig
davon, ob sie in der Innenstadt, in Vororten oder im ländlichen
Raum leben. ALDI Nord versteht sich als Grundversorger
und will den Einkauf so einfach wie möglich gestalten:
kurze Wege, übersichtliche Märkte, ein verlässliches Sortiment
sowie beste Qualität zum Original ALDI Preis – entsprechend
dem Credo „Gutes für alle“. Die Expansion folgt
dabei einem klaren Prinzip: Es geht nicht um ein reines
„Mehr“ an Filialen, sondern um ein intelligentes Nachverdichten.
So werden Lücken gezielt geschlossen und die Versorgung
in dynamisch wachsenden Regionen gesichert.
Flexibel im Standard
Die standardisierte Stand-Alone-Filiale ist die Vorzugsvariante
für alle Neubauten. Sie sorgt für eine klare Wiedererkennbarkeit,
effiziente Bauprozesse und eine schnelle
Realisierung von Projekten. Mit rund 1.050 Quadratmetern
Verkaufsfläche bietet sie ausreichend Raum für das rund
Die standardisierten Stand-Alone-Filialen von ALDI Nord lassen sich
für besondere Standortansprüche individualisieren.
1.860 Artikel umfassende Sortiment, von frischem Obst
und Gemüse bis zu Bio- und Convenience-Produkten. Ein
Vorteil der Standardisierung: Planungsprozesse sind verschlankt,
Genehmigungen können schneller eingeholt und
Bauzeiten besser kalkuliert werden. Kommunen und Partner
profitieren von einer verlässlichen Zusammenarbeit –
von der ersten Anfrage bis zur Eröffnung.
Nicht immer ist der Standard eins zu eins umsetzbar. In
hochverdichteten Lagen setzt ALDI Nord daher auf individuelle
Lösungen. Mixed-Use-Konzepte ermöglichen es,
Handelsfläche mit Wohnungen, Büros oder Kindertagesstätten
zu kombinieren. Auf diese Weise werden innerstädtische
Flächen optimal genutzt – mit städtebaulichem Mehrwert.
Das Ergebnis: belebte Quartiere, die Handel, Wohnen und
Arbeiten miteinander verbinden.
Nachhaltig und innovativ
Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Immobilienstrategie.
Über 100 Märkte wurden bereits in Holzrahmenbauweise
realisiert oder befinden sich aktuell im Bau. Der
Einsatz von Holz reduziert den CO2-Fußabdruck erheblich,
da die Fertigung der Holzbauteile weniger Energie benötigt
als die Produktion anderer gängiger Baustoffe. Gleichzeitig
überzeugt die Holzrahmenbauweise durch eine angenehme,
warme Atmosphäre im Markt – ein Plus für Kundinnen,
Kunden und Mitarbeitende.
Auch energetisch setzt ALDI Nord Maßstäbe: Mehr als 800
Photovoltaikanlagen auf den Dächern in Deutschland produzieren
erneuerbare Energie, überschüssiger Strom wird
ins Netz eingespeist. Wärmerückgewinnungsanlagen nutzen
die Abwärme der Kühlung zum Heizen der Filiale. Mehr
als 750 Gebäude sind inzwischen so ausgestattet, dass sie
ganz ohne fossile Energieträger auskommen. Damit leistet
ALDI Nord einen wichtigen Beitrag zu den Klimazielen und
macht seine Filialen fit für die Zukunft.
HI EXPO 25
In hochverdichteten urbanen Lagen setzt ALDI Nord auf Mixed-Use-Konzepte.
Gemeinsamer Baustandard für Deutschland
Ein wichtiger Baustein für Effizienz und Qualität ist die
enge Zusammenarbeit mit ALDI SÜD. Gemeinsam wurde für
Neubauten eine einheitliche Baubeschreibung entwickelt,
die für ALDI Nord gruppenweit und für die Schwester im
Südgebiet gilt. Sie definiert nicht nur die architektonischen
Standards, sondern auch ökologische Anforderungen und
technische Ausstattung.
Die Holzrahmenbauweise ist nicht nur nachhaltig, sondern sorgt auch
für eine angenehme, moderne Atmosphäre in den Filialen.
ALDI Nord auf der EXPO Real
Vom 6. bis 8. Oktober 2025 präsentiert ALDI
Nord auf der EXPO Real in München seine Immobilien-
und Standortstrategie.
Das 20-köpfige Team aus Immobilienexpertinnen
und -experten gibt Einblicke in aktuelle
Projekte und diskutiert Trends der Nahversorgung.
Ein Highlight ist die Podiumsdiskussion am
6. Oktober ab 17 Uhr, die ALDI Nord in Halle
A2 auf der Exhibitor Stage in diesem Jahr
erstmalig ausrichtet. Zum Thema „Handelsflächen
mit Mehrwert – Investieren in urbane
Nahversorgung“ diskutieren Christian
Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen
und Wohnen in Berlin, sowie Sandra Emmerling
von Dr. Lademann & Partner und Mario
Halsdorfer von halsdorfer + ingenieure projekt
GmbH gemeinsam mit Torsten Janke,
Managing Director Real Estate & Expansion
für ALDI Nord in Deutschland.
26 HI EXPO
BitGalerie macht
den nächsten großen Schritt
Pünktlich zur EXPO: Bauantrag für Stadtloggien eingereicht
Der Bauantrag für das zukunftsgerichtete Gebäudeensemble aus Wohn-, Entertainment- und Geschäftshaus (Arbeitstitel:
BitGalerie) ist bei Bürgermeister Joachim Kandels eingereicht. Da die wesentlichen Zukunftsparameter
für den Standort Bitburg weiterhin positive bleiben, arbeiteten Stadt und Investorengemeinschaft Hand in Hand
aktiv weiter an der Innenstadtbelebung Bitburgs.
Foto: FACO Immobilien
Projektentwickler Stefan Kutscheid
Architektur und Nutzungsmischung wurden nach Corona
auf maximale Flexibilität und Fungibilität ausgelegt – ein
Ansatz, der sich an wandelnde Bedürfnisse von Stadtgesellschaft,
Betreibern und Investoren auch in Zukunft anpasst.
Damit zeigt die Konzeption, wie ein zukunftssicherer Nutzungsmix
Sicherheit für die Investments schafft.
„Wir entwickeln Immobilien nicht für Grundrisse, sondern
für Wirkung: mehr Begegnung, mehr Lebensqualität und
messbarer Public Value für Quartier und Stadt,“ sagt Stefan
Kutscheid (FACO Immobilien). „Mit der BitGalerie schaffen
wir einen Ort, der Ökologie, Ökonomie und Soziales verbinden
kann – und Bitburg in der wachsenden Metropolregion
Deutschland–Luxemburg sichtbar stärkt.“ Die abgeschlossenen
Mietverträge bestätigen diese Aussage.
Zentrales Element ist die Symbiose aus Stadtplatz mit wettergeschützten
gastronomischen Stadtbalkonen der BitGalerie
an der nach Südwesten ausgerichteten Fassade. Diese
„Loggien über dem Platz“ ermöglichen ganzjährig niedrigschwellige
Teilhabe – vom Wochenmarkt über Kultur- und
Sportformate bis zu urbanen Open-Air-Events. Das gewünschte
Ergebnis: Piazza-Feeling in geschützten Loggen
für Besucher*innen aller Altersgruppen. Das Geschäftsgebäude
beinhaltet alle für eine Veranstaltung notwendigen
Infrastrukturen und bietet für Veranstalter ein einmaliges
Setting ohne hohe Rüstkosten. Statt Schlange zu stehen am
Street-Food-Imbiss - regionale Produkte und qualitätvoller
gastronomischer Service.
Soziale und sinnliche Urbanität entwickeln und Räume für
mehr Blickkontakte, Begegnungen und Ritualformate im
Alltag, die Innenstadt beleben wird die regionale Attraktivität
von Bitburg und dem Eifelkreis dynamisch beflügeln.
Der scheidende Bürgermeister, Joachim Kandels, hat sich
immer für das Großprojekt eingesetzt. In Bitburg wurde
bereits in der Vergangenheit mit dem erfolgreichen Privat-Public-Partnership-Projekt
der Stadthalle mit Markenerlebniswelt
Bitburger gezeigt, wie gemeinsam vernetztes
Handeln Besonderes auch in Mittelzentren entstehen lassen
kann.
Große komplexe Immobilienvorhaben in die bauliche Umsetzung
zu entwickeln, verlangt von allen Beteiligten großes
Engagement, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Nur so kann
ein gemeinsames Zukunftsbild Realität werden.
Joachim Kandels: „Die BitGalerie ist ein Zukunftsbaukasten
für die Innenstadt: Markthalle, Kino, Fitness, Handel, Stadtbalkone
und Komfort-Wohnen reagieren gemeinsam auf
das, was Menschen heute und morgen brauchen. So wird
aus einem Gebäude ein Impulsgeber – für die Stadt, ihre
Bürgerinnen und Bürger sowie die regionale Wirtschaft.“
Vorbereitende Abrissarbeiten laufen bereits.
28 HI EXPO
Das Geheimnis der
funktionierenden Großfläche
Kauflands Immobilien-Experten gewähren auf der Expo Real Praxis-Einblicke
Wie kann die Großfläche auch weiterhin großartig funktionieren? Was braucht es, damit ein Standort attraktiv und
lebendig wird und dauerhaft bleibt? Kauflands Immobilien-Experten erklären im Rahmen der EXPO das Fundament
des Konzepts und geben dabei vielschichtige Einblicke.
Ein Messe-Highlight im Bereich Handelsimmobilien bildet
die Paneldiskussion „Born in Retail – Leading in Real Estate:
Innovative Immobilienlösungen in herausfordernden
Zeiten“, bei der unter anderem Susanne Gehle, Geschäftsführerin
Immobilien bei Kaufland, gemeinsam mit weiteren
Vertreterinnen und Vertretern aus dem Management der
Unternehmen der Schwarz Gruppe über aktuelle Rahmenbedingungen
und Herausforderungen ihrer Immobilienaktivitäten
spricht. Außerdem ist Susanne Gehle am Montag
von 13 bis 14 Uhr auch auf der Grand Plaza Stage Talkgast
bei „Mieten, Laufzeiten, Mieten-Index - Brauchen wir neue
Miet-/Vertragsmodelle in Zukunft?“
Konkrete Beispiele für abgeschlossenen Rahmenvereinbarungen
und Projekten präsentiert sie darüber hinaus bei
einem weiteren Podium, auf dem sie sich gemeinsam mit
Kolleginnen und Kollegen des Schwesterunternehmens Lidl
dem Thema „Innovativ im Neubau, stark im Bestand – Lidl
und Kaufland als Partner der Zukunft!“ widmet. Für Kaufland
dabei ein zentraler Punkt: Die Angst, in vermeintlich
„verlorene“ Standorte zu investieren, die bei vielen groß
ist. Für Kaufland sind diese Orte jedoch keine verlorenen
Fälle, sondern Orte mit viel Potenzial für einen Neuanfang.
Auch bei der internationalen Podiumsdiskussion „Lebensmittelgeankerte
Immobilien – Wo Wert auf Stabilität trifft“
nimmt Kaufland mit gleich mehreren Experten eine zentrale
Rolle ein, wenn es gemeinsam mit Vertreterinnen und
Vertretern von Greenman und GFORM darum geht, wie eine
starke, kollaborative Partnerschaften zwischen Investoren
und Einzelhändlern in einem dynamischen Markt bestmöglich
gelingen kann. Kauflands Leitgedanke: An das große
Ganze denken und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten
ein stimmiges Gesamtkonzept entwickeln.
Susanne Gehle, Geschäftsführerin Immobilien bei Kaufland,
ist bei mehreren Podiumsdiskussionen der EXPO zu
erleben.
Durch verschiedene Filialtypen mit individuellen Konzepten.
Durch Offenheit für alle Handelslagen, egal ob Innenstadt,
Fachmarktzentrum, Shopping Center oder eigenständiger
Markt. Egal, ob es um ein Grundstück oder eine
Bestandsimmobilie geht, ob Miete oder Kauf. Und letztlich
auch durch die passgenaue Integration von Konzessionären
und Zusatzservices.
Denn: Das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich verändert.
Es geht nicht mehr nur darum, möglichst viel Auswahl
auf einer Fläche zu stellen, sondern auch weitere Bedürfnisse
zu bedienen. Diese Chance nutzt Kaufland mit seinem
Standortkonzept. Ein Teil der Flächen geht immer auch an
Konzessionäre. Also an Fachmärkte, Gastrobetrieb, Bäckereien,
Fleischer, Optiker, Cafés, Zeitschrifthändler, Frisöre
HI EXPO 29
Fotos: Kaufland
In einem riesigen Fachmarktzentrum in Haßloch (Rheinland-Pfalz) eröffnete Kaufland im September eine über 5.000 qm große Filiale.
und andere. Auf rund 1,4 Millionen Quadratmetern werden
rund 12.900 Mietflächen an ca. 5.300 Partner vergeben,
was ein „One-Stop-Shopping“-Erlebnis ermöglicht. Dieses
Konzept integriert regionale Partner für standortindividuelle
Kundenwünsche ebenso wie internationale Marken. An
einem durchschnittlichen deutschen Standort finden sich
acht Konzessionäre auf rund 1.300 Quadratmetern. Kaufland
integriert aber auch ergänzende innovative Ideen und
Trends direkt auf der Fläche. Beispielsweise mit Münzeinzahl-
und Fotoautomaten. Dort, wo sich für Kunden ein
Mehrwert ergibt, wird das Unternehmen aktiv.
Seit vergangenem Jahr bieten Kaufland so an einigen Standorten
auch Mystery-Pack-Automaten an, in denen die Kunden
Retourenpakete erwerben können. An immer mehr
Kaufland-Standorten heißt es seit diesem Sommer: Shoppen
mit Paketgeschäften an der myflexbox verbinden. Die
anbieteroffenen Paketstationen bieten 24/7-Services von
UPS, DPD, GLS und FedEx, wie Abholung, Retoure oder Versand.
Bis Ende 2026 sollen 300 gemeinsame Standorte entstehen.
Die Grundlage, damit bei all dem stets nachhaltig gedacht
und gebaut wird, ist Kauflands Green-Building-Konzept,
das sich durch eine nachhaltige Bauweise und Technik auszeichnet.
Durch die Nutzung regionaler Baumaterialien
werden kurze Transportwege sichergestellt. Und dank Photovoltaikanlagen
und Grünstrom wird in immer mehr Filialen
die Stromversorgung CO2-neutral.
So leistet jeder Standort nicht nur wirtschaftlich einen Beitrag
zur Entwicklung der Region, sondern setzt auch bei den
Themen Umwelt und Energie ein Zeichen. In Testfilialen wie
Tuttlingen prüft Kaufland neue, noch nicht marktetablierte
Technologien und Bauweisen auf Qualität und Wirtschaftlichkeit.
Ziel ist es, Umweltwirkungen wie Flächenversiegelung,
Ressourcenverbrauch und Biodiversitätsverlust zu minimieren.
Da Bauabfälle über die Hälfte des Müllaufkommens
in Deutschland ausmachen, betrachtet das Unternehmen
jedes Bauwerk über den gesamten Lebenszyklus hinweg –
vom Bau bis zum Recycling – und setzen auf umweltschonende
Materialien mit geringem Energie- und Ressourcenverbrauch.
30 HI EXPO
KI im Property Management:
Noch viel Luft nach oben
Studie von Apleona Real Estate in Kooperation mit RUECKERCONSULT
Apleona Real Estate möchte Asset Managern mehr Freiraum für strategische Aufgaben schaffen.
Deshalb treibt das Unternehmen die Digitalisierung konsequent voran – mit dem Ziel, Prozesse zu optimieren und
die Effizienz nachhaltig zu steigern. In diesem Kontext hat Apleona Real Estate gerade die Studie „KI im Property
Management“ veröffentlicht, die in enger Zusammenarbeit mit der Agentur RUECKERCONSULT entstanden ist.
Ziel der Studie ist es, den aktuellen Stand, die Potenziale und die Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in
der Immobilienwirtschaft – insbesondere im Property Management – näher zu beleuchten. Die Ergebnisse basieren
auf einer Umfrage mit unter 100 Teilnehmern sowie ergänzenden Experteninterviews. Sie zeigen deutlich: KI wird
zunehmend als strategisches Instrument erkannt, um Effizienz zu steigern, dem Fachkräftemangel zu begegnen und
neue Services zu entwickeln. Gleichzeitig wird klar: Der Weg zur erfolgreichen Implementierung ist anspruchsvoll
und erfordert Mut, Know-how und Veränderungsbereitschaft.
Zentrale Herausforderungen: Fachkräftemangel, Datenqualität
und Regulierung
Die Branche sieht sich mit drei zentralen Herausforderungen
konfrontiert: 49 Prozent der Befragten nennen den
Fachkräftemangel als größtes Problem, gefolgt von der
mangelhaften Datenlage (47 Prozent) und steigenden regulatorischen
Anforderungen (42 Prozent). Diese Faktoren
sind eng miteinander verknüpft: Ohne qualitativ hochwertige,
strukturierte Daten kann KI nicht effektiv arbeiten, und
ohne ausreichend qualifiziertes Personal lassen sich KI-
Tools nicht implementieren oder betreuen. Die Studie betont,
dass Unternehmen, die ihre Daten professionell und
datenschutzkonform managen, nicht nur effizienter arbeiten,
sondern auch zusätzliche Services wie vorausschauende
Instandhaltung, ESG-Monitoring und transparente Reporting
anbieten können.
Potenziale und Einsatzfelder: Dokumentenmanagement
und Prozessautomatisierung im Fokus
Julia Rahner, Geschäftsführerin Apleona Real Estate: „Auf
dem Weg zu einem funktionierendem digitalen Ökosystem sind
noch beträchtliche Anpassungen notwendig, um signifikante
Effizienzsteigerungen zu ermöglichen.“
Das größte Potenzial für Effizienzgewinne sehen die Befragten
im automatisierten Dokumentenmanagement, gefolgt
von der Workflow- und Aufgabenautomatisierung sowie
Immobilienreportings. Aktuell werden KI-Anwendungen
vor allem zum Auslesen und Analysieren von Dokumenten
eingesetzt, beispielsweise Dienstleistungsverträge oder
Mietverträge. Auch die Optimierung des Energieverbrauchs
und die Reduktion von CO2-Emissionen sind wichtige Einsatzfelder.
Die Finanz- und Bankenbranche, die Automobilindustrie
und die Hotellerie gelten als Vorbilder für den KI-
Einsatz, da sie in der Digitalisierung weiter fortgeschritten
sind.
HI EXPO 31
Fotos: Apleona
Bei der Visualisierung zukunftsweisender Großimmobilien erzielt Künstliche Intelligenz – wie dieses Motiv eindrucksvoll zeigt – äußerst realistische
Ergebnisse.
Herausforderungen: Fachkräftemangel, mangelhafte
Datenqualität und zögerliches Change Management
Trotz des erkannten Potenzials gibt es erhebliche Hürden:
61 Prozent der Befragten sehen den Mangel an Fachkräften
zur Implementierung als größtes Hindernis, gefolgt von
mangelnder Datenqualität und fehlender Offenheit gegenüber
Neuerungen im Unternehmen. Auch die fehlende
Kompatibilität mit bestehenden IT-Systemen und Datenschutzbedenken
spielen eine Rolle. Experten warnen davor,
KI als „Wundermittel“ zu betrachten: Die Erwartungen sind
oft unrealistisch hoch, und die Komplexität der Integration
in bestehende Prozesse wird unterschätzt. Ein erfolgreiches
Change Management, das die Mitarbeiter von Anfang an
einbindet, ist entscheidend, um Ängste vor Jobverlusten abzubauen
und Akzeptanz zu schaffen.
Fazit: Pragmatischer Start und ganzheitliche Strategie
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Digitalisierung
im Property Management nur mässig vorangeschritten ist,
während der Fortschritt bei KI etwas besser bewertet wird.
Der Rat der Experten lautet: „Starten Sie pragmatisch mit
greifbaren Anwendungsfällen – nicht mit der Vision.“ Kleine
Pilotprojekte, wie die automatisierte Rechnungsprüfung
oder Schadensmeldungen, können schnell Erfolge zeigen
und als Türöffner für größere Vorhaben dienen. Langfristig
wird sich die Branche verändern: Unternehmen, die KI in
ein ganzheitliches Leistungsportfolio integrieren, werden
Talente, Marktanteile und wirtschaftlichen Erfolg gewinnen.
„PM und FM werden künftig ohne KI-Anwendungen
undenkbar sein“, prognostiziert Expertin Prof. Dr. Verena
Rock.
32 HI EXPO - ADVERTORIAL
Stadt + Handel
– Neue Wege. Klare Pläne.
Stadt + Handel zählt zu den führenden Büros für Stadt- und Standortentwicklung in
Deutschland und versteht sich als Lösungsanbieter für die Entwicklung von Frequenzstandorten
und urbanen Frequenzräumen. Mit rund 80 interdisziplinär arbeitenden
Kolleginnen und Kollegen begleiten wir Akteure von der ersten Idee bis zur belastbaren
Umsetzung. Unser Anspruch: Übersetzer zwischen den Welten – datenbasiert, umsetzungsorientiert
und zielgerichtet.
Über unsere vier Standorte Dortmund, Hamburg, Karlsruhe
und Leipzig sind wir deutschlandweit präsent,
gleichzeitig regional verankert und bestens vernetzt. Wir
sprechen die „lokale Sprache“ und können so schnell, individuell
und praxisnah agieren. Unter unserem Claim
„Neue Wege. Klare Pläne.“ treten wir als unabhängige Berater
und Übersetzer zwischen kommunalen und privatwirtschaftlichen
Interessen auf – stets mit Blick auf eine
realistische und wirtschaftlich tragfähige Entwicklung.
Stadt + Handel – Full Service für urbane Räume und
Standorte
Auf Seiten der öffentlichen Kunden beraten und entwickeln
wir tragfähige Strategien, um auf Mindernutzungen,
Nutzungsumbrüche und veränderte Ansprüche der
Gesellschaft zu reagieren. Wir erarbeiten individuelle
Leitbilder, Potenzialanalysen sowie integrierte Konzepte
für Zentren und Quartiere – fundiert, beteiligungsorientiert
und umsetzbar. Unser Ziel sind keine Luftschlösser,
sondern Entscheidungsgrundlagen, die ökonomisch, sozial
und ökologisch überzeugen. So profilieren wir Standorte
über klare Maßnahmen und schaffen Planungssicherheit
für die Kommunen und Investoren.
Komplexe Standorte – klare Lösungen
Mit Blick auf die privatwirtschaftlichen Kundengruppen
bietet Stadt + Handel eine zielgerichtete Beratung mit
umfassendem Leistungsspektrum: von Auswirkungsanalysen
über Plausibilitäts-, Potenzial- und Wirtschaftlichkeitsanalysen
bis hin zur Inwertsetzung von
Schlüsselimmobilien. Wir begleiten An- und Verkaufsentscheidungen,
unterstützen beim Abwägen von Bestandsoptimierung
oder Refurbishment-Fragestellungen
und entwickeln Strategien zur Neupositionierung
von Objekten und Standorten.
Ob durch Quick Checks, belastbare Business Cases oder
klare Entwicklungspfade – wir schaffen Investitionssicherheit.
Unsere Expertise reicht von einzelnen Flächen
bis hin zu großformatigen Fachmarkt- und Einkaufszentren.
Stadt + Handel bündelt städtebauliches, absatzwirtschaftliches
und immobilienwirtschaftliches Know-how.
Ergänzt durch die Kooperation mit juristischen Partnern
entstehen maßgeschneiderte, genehmigungsfähige Lösungen,
die komplexe Aufgabenstellungen auf den Punkt
bringen.
Ein Klick. Alle Fakten. Klare Entscheidungen
In Zeiten rasanter Marktveränderungen und wachsender
städtebaulicher Anforderungen wird die Entwicklung
von Standorten immer komplexer. Wer expandieren oder
Bestände modernisieren möchte, steht oft vor der gleichen
Herausforderung: zu viele Vorgaben und zu wenig
Zeit.
Genau hier setzt unsere digitale Plattform SPOT by
Stadt + Handel an.
Die Plattform vereint alle relevanten Informationen –
von stadtentwicklungspolitischen Leitplanken über baurechtliche
Rahmenbedingungen bis hin zu marktwirtschaftlichen
Kennzahlen – in einem einzigen System. So
HI EXPO - ADVERTORIAL 33
können die erfolgversprechendsten Bestands- respektive
Neustandorte im Vorfeld einer konkreten Planung
schnell identifiziert und analysiert werden. Mit SPOT.s+h
ermöglichen wir unseren Kunden eine zielgerichtete und
fokussierte Bewertung von Einzelstandorten,
Städten, Regionen oder der gesamten Bundesrepublik
sowohl aus marktwirtschaftlicher als auch städtebaulicher
Sicht und liefern eine Bewertungsbasis und Entscheidungsgrundlage
zur Entwicklung von Bestandsund
Neustandorten. Statt Zeit mit der mühsamen Suche
und Interpretation von Unterlagen und Daten zu verlieren,
können unsere Kunden alle relevanten Bewertungsaspekte
in einem System abrufen und ihre Energie und
Zeit direkt in die konkrete Umsetzung der Standorte investieren.
Unsere Plattform SPOT.s+h zeigt dabei nicht nur, wo
Chancen liegen, sondern auch, welche Umsetzungsstrategie
für die jeweilige Fläche am erfolgversprechendsten
ist und wo sich ggf. Risiken verbergen. Das verschafft unseren
Nutzern einen klaren Vorsprung – heute und mit
Blick auf die zukünftigen Rahmenbedingungen, etwa die
BauGB-Novelle.
SPOT.s+h unterstützt bei der Expansion und Portfolio
Pflege und liefert auf einen „KLICK“ die wichtigsten
Kennzahlen, planungs- und genehmigungsrechtlichen
Rahmenbedingungen und die passende Umsetzungsstrategie.
Damit schaffen wir Planungs und Entscheidungssicherheit
für unsere Kunden – von der Einzelfläche
bis zum gesamten Portfolio.
Kommen Sie mit uns ins Gespräch. Wir denken Immobilien
und Standortentwicklung ganzheitlich – von der
Standortsuche über die Schaffung von Baurecht bis zur
erfolgreichen Vermietung. Ob für Projektentwickler, betreibende
Unternehmen oder Asset Holder: Wir schaffen
Klare Lösungen für komplexe Standorte.
34 HI EXPO ADVERTORIAL
FINDEN STATT SUCHEN
Dialogorientierte Web-Auftritte
mit KI-Chat-Assistent
SawatzkiMühlenbruch ist Spezialist für digitale Kommunikationslösungen
Stellen Sie sich eine Webseite vor, die selbstständig denkt, antwortet und Ihren Kunden den Weg weist. Sawatzki-
Mühlenbruch verwandelt Ihren Web-Auftritt durch intelligente KI-Chat-Assistenten in einen lebendigen Servicekanal
– interaktiv, intelligent und immer bereit, zu helfen.
Die sprechende Webseite, die immer sofort antwortet
Kay Mühlenbruch und Dieter Sawatzki, die Gründer von SawatzkiMühlenbruch,
zählen zu den digitalen Pionieren im
Ruhrgebiet. Schon früh erkannten sie, dass klassische Webseiten
oft an der Realität der Nutzer vorbeigehen: Besucher
suchen nach schnellen Antworten, Orientierung und Service
– doch finden meist nur statische Inhalte, unübersichtliche
Menüs und veraltete Informationen. Gerade bei Unternehmen
mit umfangreichem Produktportfolio und einer
komplexen Webseiten-Struktur kann Künstliche Intelligenz
das Suchen von Inhalten in ein direktes Finden verwandeln.
Aus dieser Beobachtung heraus entstand die Vision der
sprechenden Webseite: Ziel war es, einen Web-Auftritt zu
schaffen, der informiert und einen echten Dialog mit Kunden
ermöglicht. Durch die Integration von Künstlicher
Intelligenz können Webseiten heute Anfragen in Echtzeit
beantworten, Termine koordinieren und automatisch relevante
Informationen bereitstellen.
So wird Ihre Webseite zum interaktiven Servicekanal
SawatzkiMühlenbruch verwandelt Ihre Unternehmensseite
in einen echten Servicekanal: Der smarte KI-Chat-Assistent
fungiert als Herzstück Ihres neuen Web-Auftritts. Er basiert
auf künstlicher Intelligenz, die Nutzerfragen in Echtzeit versteht
und charmant beantwortet – und das in 28 Sprachen.
Antworten, wenn sie gebraucht werden
„Die Anforderungen an digitale Auftritte wachsen – sie müssen
interaktiv, serviceorientiert und personalisiert sein. Mit
unseren dialogorientierten Webseiten setzen wir genau hier
an. Wir verbinden technische Innovation mit praxisnaher
Umsetzung und schaffen Lösungen, die sowohl für kleine
Handwerksbetriebe als auch für größere Unternehmen
funktionieren.“ fasst Dieter Sawatzki zusammen.
Die Erfahrungen zeigen, dass intelligente, dialogorientierte
Webseiten Prozesse beschleunigen, Ressourcen sparen und
vor allem das Verhältnis zwischen Unternehmen und Kunden
positiv verändern. Kunden fühlen sich verstanden, die
Kommunikation wird unmittelbarer und die Webseite entwickelt
sich von einem statischen Informationsmedium zu
einem lebendigen, digitalen Begegnungsort.
Über SawatzkiMühlenbruch
Die SawatzkiMühlenbruch GmbH ist Spezialist für digitale
Kommunikationslösungen im Handelsimmobilienbereich.
Das Unternehmen begleitet bundesweit zahlreiche Centerund
Quartiersprojekte bei der digitalen Transformation –
strategisch, technologisch und redaktionell. SawatzkiMühlenbruch
setzt gezielt auf Künstliche Intelligenz, um digitale
Services im stationären Handel und in Innenstädten intuitiver,
effizienter und dialogorientierter zu gestalten.
SawatzkiMühlenbruch GmbH
Kunstwerkerstraße 187, 45136 Essen
Telefon: 0201 857 927 0
Telefax: 0201 857 927-37
hallo@schickma.de
www.sawatzki-muehlenbruch.de
DIE CURRYWURST DER
MEISTERKLASSE
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DER ZUKUNFT
Stadionliebe Food Corner
• Hocheffizient & nachhaltig: minimale Fläche, geringer Personalbedarf, maximale Frequenz
• Flexibel in 2 Größen: 8–15 m² (klein) oder 25–30 m² (groß) – passend für jeden Hochfrequenz-Standort
• Die beste Currywurst – jetzt in deiner Stadt: mit Jens Betge, Real Estate Management GmbH als
starkem Standortpartner
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36 HI EXPO
„Die Einführung von KI muss
pragmatisch und umsichtig erfolgen“
Interview mit Yardi-Regional-Manager D-A-CH, Dennis Kasch
Das Softwareunternehmen Yardi ist seit Jahren ein vielbesuchter Aussteller auf der EXPO. Auch diesmal stehen eine
Reihe von Fachleuten bereit, um über die neuesten Entwicklungen im PropTech-Bereich zu informieren. Zur Klientel
gehört auch eine größere Anzahl von Unternehmen der Handelsimmobilienwirtschaft. HI HEUTE-Chefredakteur
Thorsten Müller sprach mit Dennis Kasch, Regional Sales Manager D-A-CH, über die aktuelle Situation im Markt,
Veränderungen, neue Trends und seine Einschätzungen und Erwartungen.
HI HEUTE: Wie stellt Yardi als globales Unternehmen sicher,
dass es starke, dauerhafte Kundenbeziehungen aufbaut
und gleichzeitig eng mit den spezifischen Bedürfnissen
und Prioritäten der lokalen Märkte verbunden bleibt?
Dennis Kasch: Yardi legt großen Wert auf die Erhaltung
starker, bedeutungsvoller Beziehungen zu Kunden in verschiedenen
Regionen. Unser Ansatz: Wir investieren stark
in lokales Engagement durch regionale User Groups. Diese
bieten Kunden eine Plattform, um mehr über unsere
Technologie zu erfahren, Erkenntnisse auszutauschen und
Feedback zu geben. Mithilfe dieser Foren können wir uns
auf die Bedürfnisse der lokalen Märkte einstellen und unsere
Entwicklungsprioritäten entsprechend gestalten.
Neben diesen technologieorientierten Interaktionen engagieren
wir uns für die Unterstützung der Communities,
in denen wir tätig sind. Yardi arbeitet in ganz Europa mit
einer Reihe gemeinnütziger Organisationen zusammen,
darunter Tafeln, Bildungsorganisationen und Gruppen,
die sich für die Bekämpfung von Obdachlosigkeit einsetzen.
Dieses gesellschaftliche Engagement spiegelt unsere
allgemeine Überzeugung hinsichtlich der sozialen Verantwortung
von Unternehmen wider. Zudem stärkt es unsere
Verbindungen zu den Regionen, in denen unsere Teams
und Kunden leben und arbeiten.
Außerdem veranstalten wir Executive Briefings und Events,
wie die jährliche Yardi Advanced Solutions Conference
(YASC) Europe. Diese Veranstaltungen fördern den strategischen
Dialog zwischen unserer Führungsspitze und
unseren Kunden sowie das Networking unter Experten.
Darüber hinaus helfen sie unseren Kunden, ihre Technologieinvestitionen
voll auszuschöpfen und ihr Geschäftswachstum
über die reine Nutzung von Software hinaus voranzutreiben.
HI HEUTE: Angesichts der zunehmenden Verbreitung
von KI in der Geschäftswelt: Wie geht Yardi mit dieser
Technologie im Immobiliensektor um und welche Chancen
oder Herausforderungen sehen Sie bei der Integration
von KI?
Dennis Kasch: Künstliche Intelligenz birgt ein großes Potenzial
für die Immobilienbranche, doch ihre Einführung
muss pragmatisch und umsichtig erfolgen. Zwar herrscht
unter Fachleuten weiterhin eine gewisse Vorsicht, wie eine
aktuelle Umfrage von Yardi zeigt, doch die Begeisterung
für das Potenzial der KI wächst stetig.
Bei Yardi nutzen wir KI, um Immobilienfachleuten greifbare,
praktische Vorteile zu bieten. Dazu zählen die Stärkung
der Mieterbindung, die Steigerung der betrieblichen Effizienz
sowie die Unterstützung datengestützter Entscheidungsprozesse.
Unser KI-Assistent Yardi Virtuoso, der im
vergangenen Jahr als Teil von Voyager 8 eingeführt wurde,
ermöglicht Kunden beispielsweise den schnellen Zugriff
auf wichtige Daten innerhalb ihrer Voyager-Systeme.
Ebenso automatisiert RentCafe Chat IQ die Kommunikation
mit Interessenten und Bewohnern über mehrere Kanäle
hinweg. Dadurch wird das Kundenerlebnis verbessert
und die Mitarbeiter werden entlastet, sodass sie sich auf
wichtigere Aufgaben konzentrieren können.
Es sei jedoch angemerkt, dass KI keine universelle Lösung
ist. Seine Wirksamkeit hängt stark von der Qualität der
zugrunde liegenden Daten sowie von einer durchdachten
Integration in die bestehenden Arbeitsabläufe ab. Wir gehen
davon aus, dass KI innerhalb der nächsten fünf Jahre
vollständig in die Branche integriert sein und sich normalisiert
haben wird. Sie wird Unternehmen dabei unterstützen,
Predictive Analytics und KPIs zu nutzen, um effizienter
zu arbeiten und fundiertere Entscheidungen zu treffen.
HI EXPO 37
Foto: Yardi
Ein wesentlicher Faktor für diesen Aufschwung ist der Anstieg
des Investorenkapitals. So sind die Retail-Investitionen
in Europa seit 2024 um 11 Prozent auf 25,4 Milliarden
Euro gestiegen. Gleichzeitig beschleunigen sich durch das
veränderte Verbraucherverhalten, insbesondere das anhaltende
Wachstum des Online-Shoppings, die Umwandlung
von Einkaufsstraßen in eher erlebnisorientierte und
gemischt genutzte Umgebungen.
Diese Veränderungen bieten Eigentümern, Fondsmanagern
und Immobilienfachleuten neue Chancen, erfordern
aber auch intelligentere Strategien für das Asset Management.
In diesem sich wandelnden Umfeld sind eine bessere
Transparenz des Portfolios und eine datengestützte Entscheidungsfindung
unverzichtbar, um sich zurechtzufinden.
HI HEUTE: Inwiefern hat die Digitalisierung den Immobiliensektor
verändert und wie wird sich Ihrer Meinung
nach die Einführung von Software in der Einzelhandelsbranche
in den kommenden Jahren entwickeln?
Dennis Kasch: Die Digitalisierung ist ein wichtiger Treiber
des Wandels im Immobiliensektor. Um wettbewerbsfähig
zu bleiben, ersetzen über 70 % der Unternehmen ihre
Altsysteme und digitalisieren ihre Kernprozesse. Dieser
Trend ist bei der Einführung von Cloud-basierten Lösungen
besonders ausgeprägt. Sie bieten die für ein effektives
Portfoliomanagement über verschiedene Regionen hinweg
erforderliche Flexibilität, Skalierbarkeit und den Fernzugriff.
Regional Manager D-A-CH Dennis Kasch.
HI HEUTE: Wie würden Sie die aktuelle Lage auf dem
Markt für Einzelhandelsimmobilien beschreiben? Welche
Veränderungen oder Trends haben Sie im Vergleich
zu den Vorjahren beobachtet?
Dennis Kasch: Nach einer Phase des strukturellen Rückgangs
zeigt der Einzelhandelsimmobilienmarkt ermutigende
Anzeichen einer Erholung. Jüngsten Berichten zufolge
kehrt das Vertrauen der Anleger zurück. Dies wird
durch die weit verbreitete Überzeugung gestützt, dass sich
der Markt stabilisiert hat und bereit für eine Neugestaltung
ist.
Der zunehmende regulatorische Druck sowie die steigenden
Anforderungen der Investoren an die ESG-Transparenz
beschleunigen die Einführung von Software zusätzlich.
Tools zur Optimierung der Vermietung, des Property
Managements und der Finanzberichterstattung sind unerlässlich,
um die betriebliche Effizienz zu steigern und
die Einhaltung von Compliance-Vorschriften zu gewährleisten.
Zudem steigt die Nachfrage nach Plattformen, die Daten
abteilungsübergreifend zusammenführen und Silos aufbrechen.
Dadurch werden schnellere und fundiertere Entscheidungen
ermöglicht. Im Einzelhandelssektor gewinnen
integrierte End-to-End-Cloud-Lösungen zunehmend
an Bedeutung. Diese Softwareplattformen erhöhen die
operative Flexibilität, verbessern die Reaktionsfähigkeit
auf Marktveränderungen und helfen dabei, Portfolios in
einer sich wandelnden Einzelhandelslandschaft zukunftssicher
zu gestalten.
38 HI EXPO
Digitale Lösungen
und ESG im Gebäudebetrieb
Die WISAG ist seit Jahren fester Bestandteil der EXPO
Seit vielen Jahren Jahren ist die WISAG Aussteller auf der EXPO REAL und auch 2025 wieder mit einen Stand
(Halle B1,430) vertreten. Schwerpunkte des Immobilienspezialisten in diesem Jahr: digitale Lösungen und ESG im
Gebäudebetrieb. Vom KI-gestützten Chatbot Ellie über Reinigungsrobotik bis hin zu Drohnen in der Sicherheit präsentiert
das Dienstleistungsunternehmen seine smarten Technologien für den Gebäudebetrieb.
Auch bei zwei Podiumsdiskussionen kommen Experten der
WISAG zu den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit
im Facility Management zu Wort.
„Gebäude denkt mit – Wie KI die Frankfurter Immobilienwirtschaft
revolutioniert" - mit Till Eichenauer, Leiter Digitale
Transformation & Innovation WISAG Facility Service
Dienstag, 7. Oktober 2025, 16.45 Uhr am Stand der Metropolarena
Frankfurt in Halle C1,232
Dirk Fittkau hat zum 1. September die Geschäftsführung der
WISAG Facility Management Retail GmbH & Co. KG übernommen.
Damit verantwortet er die Geschäftstätigkeit der
WISAG Facility Service in der Handelsimmobilienbranche.
Dirk Fittkau ist Experte dieser Branche: Seit rund 20 Jahren
ist er dort beruflich verankert. Zuletzt war er Managing Director
und Head of Shopping Center Management Germany
& Netherlands bei der Klépierre Management Deutschland
GmbH.
Foto: WISAG
„Nachhaltigkeit und Asset-Management" - mit Dr. Dirk
Fittkau, Geschäftsführer WISAG Facility Management Retail
- Dienstag, 7. Oktober 2025, um 16 Uhr in Halle B3
60 Jahre WISAG
Im Jahr 1965 legte Claus Wisser – ausgestattet mit Putzeimer,
Schrubber und Schreibmaschine – den Grundstein für die
WISAG. Aus den USA übernahm der damals 23-Jährige die
Idee, dass Unternehmen für bestimmte Aufgaben rund um
den Geschäftsbetrieb kein eigenes Personal mehr brauchen,
sondern diese als Dienstleistung einkaufen können. Damit
prägte er die Facility Management- und Dienstleistungsbranche
in Deutschland. In den folgenden Jahrzehnten entstand
eine inhabergeführte Unternehmensgruppe, die heute
von Michael C. Wisser, dem Sohn des im Oktober 2023
verstorbenen Firmengründers, geführt wird. Die WISAG ist
ca. 60.000 Mitarbeitenden an über 250 Standorten in Europa
rund um Immobilien, Industrie und Flughäfen tätig.
Dr. Dirk Fittkau
Für Immobilien bietet sie seit 1990 alle infrastrukturellen
und technischen Dienstleistungen an. Dazu zählen Facility
Management, Gebäudetechnik, Gebäudereinigung, Sicherheit
& Service, Catering sowie Garten- & Landschaftspflege.
Das Unternehmen entwickelt dabei individuelle Servicepakete
u. a. für Büro-, Logistik-, Retail- oder Wohnimmobilien,
für Data Center oder für das Gesundheitswesen.
HI EXPO 39
Foto: WISAG
Der WISAG-Messestand im letzten Jahr
40 HI EXPO
Investitionen in Nahversorgung
und neue Standorte geplant
Netto Marken-Discount auch diesmal wieder mit eigenem Messestand vertreten
Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland zählt über 33.000 Supermarktstandorte – mehr als 16.000 davon
gehören zu Discountern. Netto Marken-Discount betreibt mit rund 4.400 Filialen mehr als ein Viertel davon und
gehört damit zu den führenden Nahversorgern des Landes. Doch gerade in urbanen Räumen wird es zunehmend
herausfordernd, geeignete Flächen für Standorte zu finden. Auf der EXPO REAL stellt Netto am Stand 420 in Halle
C1 sein Lebensmittel- und Expansionskonzept vor und lädt Entscheidende aus Kommunen, Projektentwicklung und
Immobilienwirtschaft zum Austausch ein. Im Fokus stehen individuelle Standortlösungen, die Vorteile regionaler
Zusammenarbeit und ein modernes Nahversorgungskonzept, das Frische und Vielfalt zu günstigen Preisen vereint.
Foto: FIM Unternehmensgrupe
Netto versteht Nahversorgung als gesellschaftliche Verantwortung.
Ein gut erreichbarer Lebensmittelstandort ist entscheidend
für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung
und soziale Teilhabe. Mit neuen Filialen schafft Netto wohnortnahe
Einkaufsmöglichkeiten, Arbeits- und Ausbildungsplätze
und stärkt die lokale Wirtschaft. Auf der EXPO REAL
zeigt das Unternehmen, wie in Zusammenarbeit mit Städten
und Gemeinden nachhaltigere Standortlösungen entstehen,
die Regionen langfristig stabil und attraktiv machen.
Individuelle Standortkonzepte für jede Region
Netto setzt bei der Expansion auf flexible und zukunftsorientierte
Filialkonzepte, die sich an die Gegebenheiten vor
Ort anpassen lassen. Gesucht werden sowohl Grundstücke
für freistehende Neubauten als auch Flächen für integrierte
City-Filialen. Besonders Mixed-Use-Projekte, die Handelsflächen
mit Wohn- oder Büroeinheiten kombinieren, bie-
Netto-Markt in Dillingen/Saar
ten eine effiziente Flächennutzung und schaffen Synergien
zwischen Nahversorgung und urbanem Leben. Diese Flexibilität
ermöglicht es Netto, auf individuelle Anforderungen
von Kommunen und Projektentwicklern einzugehen. Für
eine freistehende Filiale bevorzugt Netto Grundstücke ab
4.500 m², die Platz für eine Verkaufsfläche von 800 bis 1.200
qm sowie mindestens 60 ebenerdige Parkplätze bieten. In
urbanen Lagen setzt das Unternehmen auf kompakte City-
Konzepte ab 400 m² Verkaufsfläche mit einer zugänglichen
Möglichkeit für die Warenanlieferung. So entsteht eine starke
Infrastruktur mit einer umfassenden Nahversorgung,
von der Städte und Gemeinden profitieren.
Nachhaltigkeit als Leitprinzip beim Filialausbau
Ein zukunftsfähiges Filialnetz bedeutet für Netto: ressourcenschonender
bauen und Betriebsabläufe nachhaltiger gestalten.
Im Jahr 2024 hat das Unternehmen 116 neue Filialen
eröffnet und 443 bestehende Standorte modernisiert. Durch
nachhaltigere Energie-, Klima- und Lichtkonzepte wie optimierte
Gebäudedämmung und moderne LED-Beleuchtung
sowie weitere energieeffizientere Maßnahmen trägt Netto
aktiv zur Senkung des eigenen Gesamtenergieverbrauchs
bei. Das Ziel: Die Filialstandards kontinuierlich weiterentwickeln.
„Wir sehen die Expo Real als wichtige Plattform,
mit Städten, Gemeinden und Immobilienpartnern in den
Dialog zu treten und gemeinsam neue Wege in der Nahversorgung
zu gestalten“, so Christina Stylianou, Leiterin der
Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount.
„Unser Anspruch: Neue Standorte wirtschaftlich sinnvoll
und nachhaltiger zu planen. Mit flexiblen Filialkonzepten
schaffen wir echte Mehrwerte für die Menschen vor Ort.“
IMPRESSUM
HI EXPO
Erstauflage 2025
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TOM-TopsOfthe Month-bündelt die essentiellen
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5. HI-HEUTE hat einen hochkarätig besetzten Beirat
mit erfahrenen Branchenprofis aus den Bereichen
Einzelhandel, Finanzen , Marktforschung und
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7. Außerdem besitzt HI-Heute renommierte
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