HERZ & BLUT | Der innere Kreislauf
HERZ & BLUT – Der Stoff des Lebens ist ein Themenmagazin von GUT ZUM HERZ rund um Blut, Gefäße, Kreislauf und Herzgesundheit. Es erklärt Begriffe, Zusammenhänge und Risikofaktoren verständlich und ordnet ein, welche Fragen im Gespräch mit dem Behandlungsteam helfen können. Wichtig: Das Magazin dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie. Inhalte mit kommerziellem Hintergrund werden – sofern vorhanden – transparent gekennzeichnet.
HERZ & BLUT – Der Stoff des Lebens ist ein Themenmagazin von GUT ZUM HERZ rund um Blut, Gefäße, Kreislauf und Herzgesundheit. Es erklärt Begriffe, Zusammenhänge und Risikofaktoren verständlich und ordnet ein, welche Fragen im Gespräch mit dem Behandlungsteam helfen können. Wichtig: Das Magazin dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie. Inhalte mit kommerziellem Hintergrund werden – sofern vorhanden – transparent gekennzeichnet.
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HERZ & BLUT
Ausgabe 2026 | Kostenfrei für unsere Community
Der innere Kreislauf
Patient
Empow
erment
Blut, Gefäße, Kreislauf
und Herzgesundheit
verständlich einordnen
GUT
ZUM
HERZ
EDITORIAL
Guten Tag, liebe
Leserinnen und Leser,
Blut ist weit mehr als eine
rote Flüssigkeit. Es versorgt
unseren Körper, verbindet
Organe, Gewebe und Zellen
miteinander und macht
sichtbar, wie eng Herz, Gefäße
und Kreislauf zusammenarbeiten.
In dieser Ausgabe
von HERZ & BLUT richten
wir den Blick auf den Stoff
des Lebens – und auf das, was
er uns über unsere Herzgesundheit
erzählen kann.
Jeden Tag pumpt unser Herz
etwa 7.000 Liter Blut durch
unseren Körper. Diese beeindruckende
Menge zeigt, wie
unermüdlich dieses System
arbeitet: still, zuverlässig und
meist unbemerkt. Sind wir
uns wirklich bewusst, welches
Wunderwerk da Tag für
Tag in uns wirkt?
In diesem Themenmagazin
nehmen wir Sie mit auf eine
verständliche Reise durch
Blut, Gefäße, Kreislauf und
Herzgesundheit. Wir schauen
nicht nur auf Risiken und
Warnzeichen, sondern vor allem
darauf, wie Zusammenhänge
besser eingeordnet
und Fragen für das Gespräch
mit Ärztinnen und Ärzten
vorbereitet werden können.
Als Herzpatient weiß ich: Die
Diagnose einer Herz-Kreislauf-Erkrankung
kann zunächst
überwältigend sein.
Doch ich habe gelernt: Wissen
kann Orientierung geben.
Je besser wir verstehen, was
in unserem Körper passiert,
desto gezielter können wir
nachfragen, einordnen und
gemeinsam mit dem Behandlungsteam
handeln.
Diese Ausgabe bietet fundierte
Informationen und
alltagsnahe Impulse. Unsere
Beiträge erklären komplexe
Zusammenhänge verständlich.
HerzAktiv zeigt,
wie Bewegung und bewusste
Routinen den Alltag begleiten
können. HerzGesund beleuchtet,
welche Rolle Blutwerte,
Gefäße, Kreislauf und
Ernährung für die Herzgesundheit
spielen können.
Besonders wertvoll sind die
Erfahrungen aus unserer
Community. Menschen teilen,
was sie beschäftigt, was
ihnen geholfen hat und wo
Fragen offenbleiben. Denn
niemand muss diesen Weg allein
gehen. Unser Wegweiser
möchte Orientierung geben –
für medizinische Betreuung,
Austausch, Selbsthilfe und
mehr Sicherheit im Umgang
mit der eigenen Gesundheit.
Herzgesundheit entsteht
nicht durch einen einzelnen
Schritt. Sie entwickelt sich
aus vielen kleinen Entscheidungen,
aus Aufmerksamkeit,
Gesprächen, regelmäßigen
Kontrollen und dem
Wissen, dass man mit seinen
Fragen nicht allein ist.
Lassen Sie uns gemeinsam
genauer hinschauen: auf das
Blut, auf die Gefäße, auf den
Kreislauf – und auf das, was
unser Herz jeden Tag leistet.
Für Sie, für Ihre Familie, für
alle, die Ihnen am Herzen liegen.
Bleiben Sie gut zu Ihrem Herzen.
Herzlichst,
Ihr Matthias Jung
2
GLEICH VORWEG
Ich bin Betroffener, kein Arzt
oder Heilpraktiker, und verfüge
über keine medizinische
Ausbildung. Vor etwa
20 Jahren erlitt ich einen
Herzinfarkt und lebe
seitdem mit einer koronaren
Herzerkrankung.
Im Jahr 2004 wurde bei
mir das „Metabolische
Syndrom“ diagnostiziert.
Seitdem beschäftige
ich mich intensiv mit den
Risikofaktoren, die zu diesem
Krankheitsbild beitragen.
Nach Einschätzung meiner behandelnden
Ärzte kann eine gute
Kontrolle des metabolischen Syndroms
das Risiko für einen weiteren
Herzinfarkt verringern. Zusätzlich wird
von ärztlicher Seite betont, dass die Reduktion
von Stress das allgemeine Wohlbefinden
fördern und sich positiv auf die
Lebensqualität auswirken kann.
Allen, die von diesen Erkrankungen betroffen
sind, sollte bewusst sein, dass eine vollständige
Genesung meist nicht möglich ist. Medikamente
bleiben in der Regel notwendig, und die kontinuierliche
Arbeit an den persönlichen Risikofaktoren
begleitet einen dauerhaft.
Wenn ich hier über medizinische Aspekte schreibe
oder spreche, gebe ich sinngemäß die Aussagen
meiner behandelnden Ärzte wieder. Ich erteile
keine medizinischen Ratschläge und gebe keine
Versprechen hinsichtlich einer Heilung oder Verbesserung
des
Gesundheitszustandes
ab.
Mein Ziel ist es,
meinen persönlichen
Weg zu schildern:
was mir geholfen
hat und was bei mir
weniger wirksam war.
Darüber hinaus stellen wir
Produkte und Dienstleistungen
vor, die den Alltag mit dieser Erkrankung
erleichtern oder angenehmer
gestalten können.
Viele Maßnahmen, die bei bestehenden
Herzerkrankungen angewendet werden, können
nach ärztlicher Erfahrung auch zur Förderung
der Herzgesundheit beitragen. Es handelt sich hierbei
jedoch um individuelle Erfahrungen, die nicht
verallgemeinert werden können und keinesfalls
eine ärztliche Beratung ersetzen.
WICHTIG: GUT ZUM HERZ ist für seine Community
kostenfrei. Zur Finanzierung werden im Magazin
Produkte und Dienstleistungen vorgestellt, die
klar und transparent im blauen Rahmen als »WER-
BUNG« oder »ADVERTORIAL« gekennzeichnet
sind. Unsere eigene Meinung bleibt davon unbeeinflusst.
Ihr Matthias Jung
Bitte lesen Sie unseren Haftungsausschluss mit Klick HIER.
Impressum
»Das Themenmagazin HERZ & BLUT« ist ein Projekt vom JUNG & JUNG Verlag und wird veröffentlicht auf den Portalen von eMagazin.digital
JUNG & JUNG Verlag GbR | Mauerheimstraße 8 | 63811 Stockstadt am Main | Telefon: 0 60 27 – 97 97 60 | Telefax: 0 60 27 – 97 97 -61
E-Mail: office@jungundjungverlag.de | Rechtsform: JUNG & JUNG GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) Umsatzsteuer-ID: DE 322021744
Herausgeber und verantwortlicher Dienstanbieter (§ 5 DDG): Matthias Jung | Mauerheimstraße 8 | 63811 Stockstadt am Main
Verantwortlich im Sinne des § 18 Abs. 2 MStV / Presserecht (V.i.S.d.P.): Matthias Jung | Mauerheimstraße 8 | 63811 Stockstadt am Main
Ideen, Inszenierung, Layout und technische Umsetzung: JUNG & JUNG Verlag | Fotos: Matthias Jung, Tina Jung, 123RF und Envato
Verantwortlich für den Anzeigenteil: Matthias Jung | Mauerheimstraße 8 | 63811 Stockstadt am Main
Erstveröffentlichung am 02. Mai 2026 | Alle Rechte vorbehalten.
3
DIE ÜBERSICHT FÜR DIESES MAGAZIN
08. DER INNERE KREISLAUF
Risiken erkennen und das Herz schützen
16.
IM STROM DES LEBENS
Ein etwas anderer Blick auf dieses Thema
Inhalt
22. DAS EVENT ZU BLUTHOCHDRUCK
8 Tage ...gut zum Herz – mit vielen Informationen
Informationen
02. EDITORIAL
Wir freuen uns, dass Sie uns als
Leserin und als Leser in dieser
Ausgabe besuchen
03. IMPRESSUM
Im Impressum gibt es viele
rechtliche Informationen zu
dieser Ausgabe
03. GLEICH VORWEG
Ich bin Betroffener, kein Arzt oder
Heilpraktiker, warum das von Bedeutung
ist, mehr auf dieser Seite
04. INHALT
Hier gibt es einen schnellen
Überblick über die Inhalte in
dieser Ausgabe
VORSCHAU – SONDERTEIL IM MAGAZIN
Ab
Seite
30
Cholesterin verstehen | Gefäßverengung durch Arteriosklerose
4
Dieses Magazin füllt sich Seite
für Seite – wie ein Tagebuch
32. CHOLESTERIN VERSTEHEN – ARTERIOSKLEROSE VORBEUGEN
Cholesterin und Triglyceride – Blutwerte richtig deuten
38. DIE CHOLESTERIN-LÜGE
Mythen, Fakten und interessante Erkenntnisse
Viel Platz für spannende Geschichten!
5
100
GUT ZUM HER
auf der Fanpage be
Facebook-Gruppe u
WERBUNG
00
Z - Menschen
i Facebook, in der
nd bei Instagram!
HerzGesund | TITELTHEMA Kreislauf - Gesundheit - Leben
Blut
im Fokus
Das Themenmagazin »HERZ & BLUT«
Der innere Kreislauf
von Matthias Jung
Risiken erkennen und das Herz schützen
8
Der rote Strom des
Lebens
Seit dem ersten Herzschlag
der Menschheit fließt es
durch unsere Adern: Das
Blut – jener geheimnisvolle
Lebenssaft, den die Alten
als Sitz der Seele verehrten
und Hippokrates als eines
der vier Körpersäfte beschrieb.
Noch heute trägt es
die Weisheit von Millionen
Jahren Evolution in sich
und erzählt vom ewigen
Kreislauf zwischen Herz
und Lunge. Seine komplexe
Zusammensetzung webt
eine Verbindung zwischen
Sauerstoff und Zelle, ein
stiller Rhythmus aus Plasma
und Erythrozyten, der
uns einlädt, innezuhalten
und die Wunder unseres
Körpers zu erkunden.
Wie Harvey einst erkannte:
„Das Blut ist das Leben
selbst.“
Entdecken und erfahren
Sie mehr in diesem
Themenmagazin
Jeden Tag fließen etwa 7.000
Liter Blut durch unseren
Körper – eine Menge, die einem
mittelgroßen Schwimmbecken
entspricht. Doch was genau
macht unser Blut so besonders?
Warum wird es als „flüssiges
Organ“ bezeichnet, und welche
entscheidende Rolle spielt es für
unsere Herzgesundheit?
In diesem Themenmagazin
nehmen wir das komplexe Zusammenspiel
von Blut, Kreislauf
und Herzgesundheit genauer
unter die Lupe.
Blut ist weit mehr als nur eine
rote Flüssigkeit – es ist unser
wichtigstes Transportsystem,
Kommunikationsnetzwerk und
Schutzschild zugleich.
Mit jedem Herzschlag pumpt
unser etwa faustgroßer Herzmuskel
frisches, sauerstoffreiches
Blut durch ein Netzwerk
aus über 100.000 Kilometern
Blutgefäßen. Das entspricht
zweieinhalb Erdumrundungen!
Die Anatomie unseres
Lebenselixiers
Zusammensetzung: Was
fließt da eigentlich? Unser
Blut besteht zu etwa 55 Prozent
aus Blutplasma – einer gelblichen
Flüssigkeit, die zu 90 Prozent
aus Wasser besteht. Die
restlichen 45 Prozent setzen
sich aus verschiedenen Blutzellen
zusammen:
Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
machen den Hauptanteil
aus. Diese scheibenförmigen
Zellen enthalten das eisenhaltige
Protein Hämoglobin, das dem
Blut seine charakteristische rote
Farbe verleiht und Sauerstoff
bindet. Ein einziger Tropfen Blut
enthält etwa 5 Millionen dieser
winzigen Sauerstofftransporter.
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
sind unsere körpereigene
Polizeitruppe. Sie patrouillieren
durch den Blutkreislauf und bekämpfen
Krankheitserreger,
Fremdkörper und entartete Zel-
9
len. Obwohl sie nur etwa ein Prozent
der Blutzellen ausmachen,
sind sie für unser Überleben unverzichtbar.
Blutplättchen (Thrombozyten)
sind die kleinsten Blutzellen und
fungieren als körpereigenes Reparaturteam.
Sobald ein Blutgefäß
verletzt wird, eilen sie zur Schadensstelle
und bilden einen schützenden
Blutpfropf.
Der Kreislauf: Zwei Systeme,
ein Ziel
Unser Herz-Kreislauf-System arbeitet
mit zwei hintereinander geschalteten
Blutkreisläufen:
Der kleine Lungenkreislauf transportiert
sauerstoffarmes Blut vom
Herzen zur Lunge, wo es Kohlendioxid
abgibt und frischen Sauerstoff
aufnimmt. Das sauerstoffreiche
Blut fließt anschließend
zurück zum Herzen.
Der große Körperkreislauf verteilt
das sauerstoffreiche Blut über die
Hauptschlagader (Aorta) zu allen
Organen und Geweben. Dort
tauschen kleinste Blutgefäße, die
Kapillaren, Sauerstoff und Nährstoffe
gegen Kohlendioxid und
Abfallstoffe aus.
Blutwerte als
Gesundheitsbarometer, die
stillen Warnsignale erkennen
Moderne Blutanalysen können
über hundert verschiedene Parameter
messen und liefern dabei
ein detailliertes Bild unserer Gesundheit.
Besonders für die Herzgesundheit
sind bestimmte Werte
von entscheidender Bedeutung:
Cholesterinwerte geben Aufschluss
über unser Herz-Kreislauf-Risiko.
Während das HDL-
Cholesterin als „gutes“ Cholesterin
Schutzfunktionen übernimmt,
kann erhöhtes LDL-Cholesterin
die Arterien schädigen. Ein LDL-
Wert unter 100 mg/dl gilt als optimal,
bei Herzpatienten werden
sogar Werte unter 55 mg/dl angestrebt.
Triglyzeride sind Blutfette, die bei
erhöhten Werten das Risiko für
Herzinfarkt und Schlaganfall steigern.
Normalwerte liegen unter
150 mg/dl.
Das HbA1c zeigt
den durchschnittlichen
Blutzuckerwert
der letzten
zwei bis drei Monate
an. Werte über
6,5 Prozent weisen
auf Diabetes hin
– einen wichtigen
Risikofaktor für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Entzündungsmarker
wie das
C-reaktive Protein
(CRP) können auf
versteckte Entzündungen
hinweisen,
die das Herz-Kreislauf-System
belasten.
Lipoprotein(a):
Der unterschätzte
Risikofaktor
Ein besonders tückischer
Blutwert
ist das Lipoprotein(a),
kurz Lp(a).
Dieser genetisch bedingte Risikofaktor
wird oft übersehen, kann
aber besonders bei jüngeren Menschen
zu Herzinfarkten führen.
Etwa 20 Prozent der Bevölkerung
haben erhöhte Lp(a)-Werte, ohne
es zu wissen. Im Gegensatz zu anderen
Blutfetten lässt sich Lp(a)
nicht durch Ernährung oder Sport
beeinflussen – es wird hauptsächlich
durch die Gene bestimmt.
Umso wichtiger ist es, den Wert
einmal bestimmen zu lassen, besonders
wenn Herzinfarkte in der
Familie aufgetreten sind.
Risikofaktoren: Was das Blut
belastet, die modifizierbaren
Gefahren
Unser moderner Lebensstil setzt
dem Blut und damit dem gesamten
Herz-Kreislauf-System erheblich
zu. Die gute Nachricht:
Viele Risikofaktoren lassen sich
aktiv beeinflussen: Bewegungsmangel
verschlechtert die Durchblutung
und schwächt das Herz.
10
Bereits 150 Minuten moderate
Bewegung pro Woche können das
Herz-Kreislauf-Risiko um bis zu
30 Prozent senken. Dabei muss
es nicht immer das Fitnessstudio
sein – auch zügiges Spazierengehen,
Gartenarbeit oder Treppensteigen
zählen.
Ungesunde Ernährung belastet
den Stoffwechsel und führt zu
ungünstigen Blutwerten. Eine
mediterrane Ernährung mit viel
Gemüse, Obst, Vollkornprodukten
und gesunden Fetten kann dagegen
Entzündungen reduzieren
und die Gefäße schützen.
Rauchen ist der größte vermeidbare
Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Es verdoppelt
das Risiko für Herzinfarkt und
Schlaganfall. Die gute Nachricht:
Bereits ein Jahr nach dem Rauchstopp
halbiert sich das Herzinfarktrisiko.
Chronischer Stress
setzt Stresshormone frei, die den
Blutdruck erhöhen und Entzündungen
fördern. Entspannungstechniken
wie Meditation, Yoga
oder einfache Atemübungen können
helfen.
Die unterschätzten Gefahren
Luftverschmutzung und Lärm
belasten das Herz-
Kreislauf-System
stärker als lange
gedacht. Bereits ab
55 Dezibel kann
Lärm Stresshormone
freisetzen und
zu Bluthochdruck
führen. Feinstaub
in der Atemluft
kann Entzündungen
in den Blutgefäßen
auslösen.
Extremwetter und
Hitzewellen setzen
dem Kreislauf zu.
Bei Temperaturen
über 30 Grad steigt
die Anzahl der
Herzinfarkte und
Schlaganfälle deutlich
an.
Prävention: Aktiv
für gesunde
Gefäße, die
sieben Säulen der
Herzgesundheit
Verschiedene medizinische Fachgesellschaften
haben sieben
Grundpfeiler für ein gesundes
Herz-Kreislauf-System definiert
und diese wären:
1. Nichtraucher sein oder werden
2. Regelmäßige körperliche
Aktivität (mindestens 150
Minuten/Woche)
3. Gesunde Ernährung mit viel
Gemüse, Obst und Vollkorn
4. Normalgewicht halten (BMI
18,5-25)
5. Blutdruck unter 120/80
mmHg
6. Cholesterin unter 200 mg/dl
Früherkennung rettet Leben
7. Blutzucker im Normalbereich
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
können Risikofaktoren
aufdecken, bevor Symptome auftreten.
Die gesetzlichen Krankenkassen
übernehmen ab 18 Jahren
einmalig und ab 35 Jahren alle drei
Jahre einen Gesundheits-Checkup.
Besonders wichtig sind die Kontrolle
der Blutwerte – idealerweise
einmal jährlich ab dem 40. Lebensjahr,
bei Risikofaktoren auch
früher. Nur wer seine Werte kennt,
kann rechtzeitig gegensteuern.
Moderne Bildgebung kann bereits
frühe Gefäßveränderungen
sichtbar machen, lange bevor
Beschwerden auftreten.
Ultraschalluntersuchungen der
Halsschlagadern oder spezielle
Herz-MRT-Untersuchungen ermöglichen
eine präzise Risikoeinschätzung.
Behandlung: Wenn das Blut
Hilfe braucht, medikamentöse
Therapie
Bei erhöhten Blutwerten stehen
heute hochwirksame Medikamente
zur Verfügung. Statine können
das LDL-Cholesterin um bis zu 50
11
Prozent senken. Neuere Wirkstoffe
wie PCSK9-Hemmer ermöglichen
sogar noch stärkere Senkungen.
Blutdrucksenker verschiedener
Wirkstoffklassen können individuell
angepasst werden. Oft ist
eine Kombination mehrerer Medikamente
nötig, um optimale
Werte zu erreichen.
Lifestyle als Medizin
Ernährungsumstellung kann
ebenso wirksam sein wie Medikamente.
Eine konsequent durchgeführte
mediterrane Diät kann
das Herz-Kreislauf-Risiko um bis
zu 30 Prozent senken. Regelmäßiger
Sport wirkt wie ein natürliches
Medikament: Er senkt Blutdruck
und Cholesterin, verbessert
die Durchblutung und stärkt das
Herz. Bereits 30 Minuten zügiges
Gehen täglich zeigen messbare Effekte.
Die Zukunft der Blutdiagnostik,
personalisierte Medizin
Genetische Tests können individuelle
Risiken aufdecken und
ermöglichen maßgeschneiderte
Präventionsstrategien. Wer beispielsweise
eine genetische Veranlagung
für erhöhtes Lp(a) hat,
kann besonders konsequent andere
Risikofaktoren minimieren.
Künstliche Intelligenz analysiert
bereits heute komplexe Blutwerte
und kann Risikoprofile erstellen,
die dem behandelnden Arzt bei
Therapieentscheidungen helfen.
Neue Biomarker
Forscher identifizieren laufend
neue Blutwerte, die noch frühere
Warnzeichen für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen liefern können.
Mikroproteine und spezielle Entzündungsmarker
könnten die Diagnostik
in Zukunft noch präziser
machen.
Blut als Schlüssel zur
Gesundheit
Unser Blut ist ein faszinierendes
Organ, das weit mehr leistet als
nur Sauerstofftransport. Es ist
Frühwarnsystem, Schutzschild
und Lebenselixier zugleich. Die
moderne Medizin ermöglicht es
uns, aus wenigen Tropfen Blut
präzise Rückschlüsse auf unsere
Gesundheit zu ziehen und Risiken
zu erkennen, bevor sie gefährlich
werden. Die wichtigste Botschaft:
Jeder kann aktiv etwas für
die Gesundheit seines Blutes und
damit seines Herz-Kreislauf-Systems
tun. Regelmäßige Bewegung,
gesunde Ernährung, Rauchverzicht
und Stressbewältigung sind
die wirksamsten Instrumente der
Prävention. Lassen Sie Ihre Blutwerte
regelmäßig kontrollieren –
sie können ein wichtiger Baustein
für Vorsorge und Einordnung
sein. Denn gesunde Gefäße sind
wichtig für die Herzgesundheit
und ein gesundes Herz bedeutet
Lebensqualität bis ins hohe Alter.
Hinweis zum Diagramm: Die
angezeigten Risikoaufschläge
sind relative Faktoren, keine absoluten
Wahrscheinlichkeiten. Sie
basieren auf epidemiologischen
Studien und dienen der Veranschaulichung.
Für individuelle
Risikoabschätzungen nutzen Sie
bitte validierte Risikorechner.
12
Infos und Quellen dieses Beitrags
Blutvolumen und Herzleistung
• Robert Koch-Institut: „Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Grundlagen“ https://www.rki.de/
DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Herz-Kreislauf/herz-kreislauf-erkrankungen.html
Länge des Blutgefäßnetzes
• Main-Kinzig-Kliniken: „Arzt im Dialog: Gefäßerkrankungen
https://www.mkkliniken.de/news/3952/arzt-im-dialog-gefaesserkrankungen
Blutzusammensetzung
• BZgA Blutspende: „Blutbestandteile: Blutzellen und Blutplasma https://www.blutspenden.de/rund-ums-blut/blutbestandteile-blutzellen-und-plasma/
Rote/Weiße Blutkörperchen und Thrombozyten
• Blutspendedienst / Blutspende.de: „Die Blutbestandteile und ihre Funktionen“
https://www.blutspende.de/magazin/von-a-bis-0/die-blutbestandteile-undihre-funktionen
Kleiner und großer Kreislauf
• DocMedicus Gesundheitslexikon: „Kreislaufsystem“ https://www.gesundheits-lexikon.
com/Herz-Kreislauf-Gefaesse/Einleitung/Kreislaufsystem
Wichtige Blutwerte
• Deutsche Herzstiftung: „Blutwerte verstehen“ https://www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck
Lipoprotein(a)
• Herzinfarkt unter 50? Blutfette beachten! Lipoprotein(a) bestimmen!
(Pressebeitrag im Rahmen der Deutschen Herzstiftung) https://lipidhilfe-lpa.
de/herzinfarkt-unter-50-blutfette-beachten-lipoprotein-a-bestimmen-wichert/
Modifizierbare Risikofaktoren
• Herzmedizin (DGK): „Über die Hälfte der Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeidbar“
https://herzmedizin.de/fuer-patienten-und-interessierte/aktuelles/news/herz-kreislauf-erkrankungen-risikofaktoren-haelfte-vermeidbar.html
Prävention & Vorsorge
• Kassenärztliche Bundesvereinigung – „Check-up – Früherkennung von Krankheiten“
https://www.kbv.de/praxis/patientenversorgung/praevention/check-up
Medikamentöse Therapie
• Pocket-Leitlinie: Management der arteriellen Hypertonie (Version 2018)” https://www.
hochdruckliga.de/fileadmin/downloads/mediziner/leitlinien/Pocket-Leitlinie_Hypertonie_2018.pdf
13
Facebook-Grup
Die
GUT ZUM
HER
Die HerzSchlag-Community
als Selbsthilfegruppe
Digitale Gesundheit
Gesundheit
mitges
14
Umfragen, Trends
& Erfahrungsberichte
NichtAlleineSein mit
gemeinsamen Aktivitäten
Fragen &
Z
3500
Mitglieder
pe
partizipativ
talten
Sich sicher fühlen mit
»HERZENSORTE«
MediKlar & Wie sag ich‘s
meinem Arzt?
Antworten Gewinnspiele Regionale Gruppen
15
HerzGesund | Ein etwas anderer Blick auf dieses TITELTHEMA
Im Strom des
Ein besonders tückischer Blutfettbestandteil
ist das Lipoprotein(a),
das ähnlich wie Treib-
Lebens
von Matthias Jung
Wie ein Fluss durch die
Landschaft mäandert,
so fließt unser
Blut durch den Körper – stetig,
kraftvoll und lebensspendend.
Doch ebenso wie die Wasserqualität
eines Flusses über das
Gedeihen seiner Ufer entscheidet,
bestimmt die Zusammensetzung
unseres Blutes maßgeblich
die Gesundheit unseres
Herzens.
Am Ufer eines Flusses zu
stehen und dem Wasser beim
Fließen zuzuschauen, vermittelt
ein Gefühl von Ruhe und
Beständigkeit. Doch hinter dieser
scheinbaren Gelassenheit
verbirgt sich ein komplexes
System aus Strömungen, Nährstoffen
und chemischen Prozessen.
Genauso verhält es sich
mit unserem Blut: Während
es still und unsichtbar durch
unsere Adern fließt, trägt es
eine Fülle von Informationen
über unsere Herzgesundheit in
sich.
Die moderne Medizin hat
gelernt, diesen „roten Fluss“
zu lesen wie ein erfahrener
Hydrologe die Zeichen eines
Gewässers. Verschiedene
Blutparameter erzählen uns
Geschichten über Risiken und
Chancen, über Gesundheit
und Krankheit. Doch nicht alle
diese Geschichten sind gleich
bedeutsam für unser Herz.
Die großen Ströme:
Cholesterinwerte als
Hauptnavigationsroute
Wie die Hauptströmung eines
Flusses den Charakter der
gesamten Wasserlandschaft
prägt, so bestimmen die Cholesterinwerte
in unserem Blut
wesentlich das Risiko für Herzerkrankungen.
Die PURE-Studie,
eine umfassende epidemiologische
Untersuchung mit
über 135.000 Menschen aus
18 Ländern, zeigt die zentrale
Bedeutung der Blutfette auf.
In Industrieländern macht
Non-HDL-Cholesterin 20,7%
aller kardiovaskulären Ereignisse
aus und steht damit an
der Spitze der beeinflussbaren
Risikofaktoren.
LDL-Cholesterin:
Der problematische
Sedimenttransport
LDL-Cholesterin verhält
sich wie Sedimente in einem
Fluss, die sich an ungünstigen
Stellen ablagern können.
Dieses „schlechte“ Cholesterin
sammelt sich in den Wänden
unserer Blutgefäße und führt
zu Verengungen, die den Blutfluss
behindern. Die Präventivkardiologie
hat eine klare
Botschaft: „Je niedriger das
LDL-Cholesterin, desto besser.“
Idealwerte liegen unter 100
mg/dl, bei Hochrisikopatienten
sogar unter 70 mg/dl.
HDL-Cholesterin: Der natürliche
Reinigungsservice
HDL-Cholesterin funktioniert
wie ein natürliches Reinigungssystem,
das schädliche
Ablagerungen aus den Gefäßwänden
transportiert. Epidemiologische
Daten zeigen
eine starke inverse Korrelation
zwischen HDL-Cholesterinkonzentrationen
und der Häufigkeit
koronarer Herzerkrankungen.
Optimale Werte liegen
bei Männern über 35 mg/dl und
bei Frauen über 45 mg/dl.
Lipoprotein(a): Der
unterschätzte Störfaktor
16
17
gut unberechenbare Strömungen
verursachen kann. Werte über
30 mg/dl erhöhen das kardiovaskuläre
Risiko um etwa 20%.
Kardiologen empfehlen, diesen
Wert einmal im Leben messen zu
lassen – am besten vor dem 50.
Lebensjahr.
Der Wasserdruck: Blutdruck als
wichtigster Einzelfaktor
Der Blutdruck entspricht dem
Wasserdruck in einem Flusssystem
– zu hoch, und die Ufer leiden
unter der Belastung. Die PURE-
Studie identifizierte Hypertonie
als den wichtigsten einzelnen
Risikofaktor weltweit und macht
ihn für 22,3% aller kardiovaskulären
Ereignisse verantwortlich.
Ein leicht erhöhter Blutdruck verursacht
zunächst keine Beschwerden,
gilt aber als „Silent Killer“.
Optimal sind Werte unter 120/80
mmHg, während ab 140/90
mmHg das Risiko für Herzerkrankungen
deutlich ansteigt.
Eine wichtige Faustregel: Senkt
man den Blutdruck um 5 mmHg,
reduziert sich die Sterblichkeit
um fünf Prozent.
Kalium: Der natürliche
Druckregler
Kalium wirkt wie ein natürlicher
Druckregler im Blutstrom und
spielt eine wichtige Rolle bei der
Aufrechterhaltung eines normalen
Blutdrucks. Die Weltgesundheitsorganisation
empfiehlt eine
erhöhte Kaliumzufuhr bei Bluthochdruck,
da sich damit sowohl
der systolische als auch der diastolische
Blutdruck senken lässt.
Der Normbereich liegt zwischen
3,6 und 5,0 mmol/l.
Der Zuckergehalt: Blutzucker
als dritter Hauptfaktor
Wie der Nährstoffgehalt eines
Flusses das Leben in ihm beeinflusst,
so wirkt sich der Blutzuckergehalt
auf unsere Herzgesundheit
aus. Diabetes macht laut
PURE-Studie 7,8% aller kardiovaskulären
Ereignisse aus und
lässt Patienten zwei- bis fünfmal
häufiger eine Herzschwäche entwickeln.
Hohe Blutzuckerwerte führen zu
Entzündungen in den Gefäßen,
die beim Abheilen zerstörtes Gewebe
zurücklassen. Die Folge sind
weniger elastische Gefäße mit gestörter
Durchblutung und erhöhter
Neigung zu Verstopfungen.
HbA1c: Das Langzeitgedächtnis
des Blutzuckers
Der HbA1c-Wert funktioniert
wie ein Sedimentkern, der die
Geschichte der letzten zwei bis
drei Monate erzählt. Er gibt den
durchschnittlichen Blutzuckerspiegel
dieser Periode wieder und
sollte bei Diabetikern unter 7%
liegen.
Die Herzstimme: Spezifische
Herzmarker
Bestimmte Blutmarker funktionieren
wie Echolote, die direkt die
Aktivität und den Zustand unseres
Herzens messen.
BNP und NT-proBNP:
Warnsignale aus der Tiefe
Diese natriuretischen Peptide
werden vom Herzmuskel freigesetzt,
wenn er unter Druck steht.
Wie Notsignale aus der Tiefe eines
Gewässers zeigen sie eine Herzbelastung
an. NT-proBNP-Werte
unter 125 pg/ml gelten als unauffällig,
höhere Werte weisen auf
eine mögliche Herzschwäche hin.
Troponin: Der Schadensmelder
Troponin ist hochspezifisch für
Herzmuskelgewebe und zeigt
wie ein präzises Messgerät selbst
kleinste Herzschäden an. Es hat
andere Marker bei der Diagnose
von Herzinfarkten ersetzt.
Die Entzündungszeichen: CRP
als Frühwarnsystem
Hochsensitives C-reaktives
Protein (Hs-CRP) kann wie ein
empfindlicher Sensor selbst
geringste Entzündungszeichen
im Blut erkennen. Langfristig
erhöhte CRP-Werte können auf
ein verstecktes Risiko für kardiovaskuläre
Erkrankungen hinweisen.
Werte unter 3 mg/L gelten als
niedriges Risiko.
Der Sauerstofftransport:
Hämoglobin als Lebensader
Hämoglobin funktioniert wie die
Sauerstoffkapazität eines Gewässers
– entscheidend für alles
Leben darin. Es transportiert lebenswichtigen
Sauerstoff zu allen
Körperzellen und entfernt Kohlendioxid.
Die Normwerte für eine
gesunde Sauerstoffversorgung
liegen bei Männern zwischen 13-
18 g/dl und bei Frauen zwischen
12-16 g/dl.
Die feinen Regulatoren:
Elektrolyte im Gleichgewicht
Elektrolyte wie Kalium und
Magnesium wirken wie feine
Strömungsregulatoren, die das
elektrische System des Herzens
stabilisieren. Während sie für die
Herzfunktion wichtig sind, spielen
sie in der Gesamtbetrachtung
der kardiovaskulären Risikofaktoren
eine eher unterstützende
Rolle.
Die Harmonie im Fluss des
Lebens
Wie ein Fluss ein komplexes
Ökosystem darstellt, bei dem
alle Elemente zusammenwirken
18
müssen, so bildet unser Blut ein
vielschichtiges System von Markern
und Parametern. Die moderne
Herzmedizin hat gelernt, diese
verschiedenen „Strömungen“ zu
lesen und zu verstehen.
Die wichtigsten Navigationsrouten
in diesem System sind
Cholesterinwerte, Blutdruck und
Blutzucker – sie bestimmen zu einem
großen Teil unser kardiovaskuläres
Schicksal. Herzspezifische
Marker und Entzündungszeichen
liefern zusätzliche wertvolle Informationen,
während Parameter
wie Hämoglobin und Elektrolyte
die Grundfunktionen aufrechterhalten.
„Immer am Fluss entlang – Harmonie
zwischen Strömung und
Stille“ – dieser Leitgedanke des
Magazins spiegelt wider, was
auch für unser Blut gilt: Gesundheit
entsteht, wenn alle Komponenten
in harmonischem Gleichgewicht
fließen. Die regelmäßige
Kontrolle dieser Blutwerte und
ihre Optimierung durch gesunde
Lebensführung sind der Schlüssel
dafür, dass der Fluss des Lebens
klar und kraftvoll weiter fließen
kann.
Die Quellen dieses Beitrags
Non-HDL-Cholesterin und kardiovaskuläre Ereignisse
https://www.tctmd.com/news/new-pure-insights-cvd-deaths-dip-rich-nations-amid-risk-factor-surprises
Population Attributable Fraction für Hypertonie in PURE
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/1734702
Zielwerte für LDL-Cholesterin
https://www.ldl-senken.de/fachkreise/ldl-zielwerte
Inverse Korrelation von HDL mit Koronarer Herzkrankheit
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140673619320082
Lipoprotein(a) als Risikofaktor
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7346311/
Metaanalyse zur Blutdrucksenkung um 5 mmHg
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/blutdrucksenker-fuer-alle-125395/
WHO-Empfehlungen zur Kaliumzufuhr
https://iww.de/mr/praevention/ernaehrung-neue-who-empfehlungen-zur-natrium-und-kaliumzufuhr-f64452
Diabetes und kardiovaskuläre Ereignisse in PURE
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8006904/
HbA1c-Zielwert unter 7 %
https://ada.com/de/hemoglobin-levels/
Troponin als Infarktmarker
https://flexikon.doccheck.com/de/Troponin
CRP-Klassifikation nach CDC/AHA
https://gpnotebook.com/de/pages/hamatologie/crp-mit-hoher-empfindlichkeit-und-risiko-fur-herz-kreislauf-erkrankungen-cvd
Hämoglobin-Normwerte
https://www.netdoktor.de/laborwerte/haemoglobin/
Elektrolyte und Herzfunktion
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140673622014416
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19
digital
Die ganze Welt der Magazine auf
eMagazin.digital
WERBUNG
HerzGesund | 8 Tage ...gut zum Herz
Das Event im
Frühling 2026!
Bluthochdruck
Wenn Blutdruck
mehr ist als eine Zahl
ZUHÖREN – VERSTEHEN – NETZWERKEN
von Matthias Jung
In einer Zeit, in der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten
Gesundheitsherausforderungen zählen, braucht es mehr als nur allgemeine
Ratschläge. GUT ZUM HERZ schafft eine einzigartige Plattform,
auf der Betroffene, Experten und Gesundheitsakteure zusammenfinden.
Unser Ziel: Herzgesundheit nicht nur zu verstehen, sondern gemeinsam
zu leben und zu fördern!
22
Die in diesem Beitrag beschriebene Person ist frei erfunden; jede
Ähnlichkeit mit realen Personen ist rein zufällig.
WERBUNG
Das Konzept
„8 Tage ...gut zum Herz“
bietet eine strukturierte
Plattform, um die zentralen
Aspekte von Herzkrankheiten
– von Diagnose
über Therapie bis
Prävention – verständlich
darzustellen und durch
den Austausch zwischen
Betroffenen und Experten
neue Impulse für die
Herzgesundheit zu setzen.
Es kombiniert praktische
Informationen, persönliche
Erfahrungsberichte
und interaktive Formate,
um sowohl das Bewusstsein
zu stärken als auch
konkrete Lösungsansätze
zu entwickeln.
Das Konzept „8 Tage ...gut
zum Herz“ erweitert seinen Fokus
und widmet sich im Frühling
2026 einem Thema, das
viele Menschen betrifft und im
Alltag oft zu wenig Beachtung
findet: dem Bluthochdruck.
Die strukturierte Informationsreihe
beleuchtet zentrale
Aspekte rund um Erkennen und
Einordnen erhöhter Blutdruckwerte.
Im Mittelpunkt stehen
Fragen, die viele Betroffene
kennen: Woran merkt man, dass
etwas nicht stimmt? Wer ist in
der Versorgung wofür zuständig?
Und was hilft dabei, aus
Verunsicherung wieder mehr
Orientierung zu gewinnen?
Die Geschichte von Evi
(fiktives Fallbeispiel)
Mit 56 Jahren führte Evi ein
Leben, das nach außen gut
geordnet wirkte. Arbeit, Familie,
Termine, Verpflichtungen
– vieles lief gleichzeitig, vieles
musste funktionieren. Für die
eigenen Bedürfnisse blieb oft
wenig Raum. In den vergangenen
Monaten hatte sie immer
wieder Momente, die sie zwar
wahrnahm, aber nicht weiter
verfolgte: ein Druck im Kopf
am Morgen, innere Unruhe,
eine ungewohnte Kurzatmigkeit
beim Treppensteigen und
das Gefühl, selbst in ruhigeren
Phasen nicht richtig herunter-
23
zukommen. Für Evi klang das zunächst
nach Stress, Schlafmangel
oder den ganz normalen Anforderungen
eines dichten Alltags.
Der Wendepunkt kam nicht
dramatisch, sondern beiläufig.
Bei einem Arzttermin wurde ihr
Blutdruck gemessen – nicht nur
einmal, sondern wiederholt. Die
Werte lagen höher als erwartet.
Plötzlich bekamen die unscheinbaren
Signale einen Zusammenhang.
Evi fragte sich, ob sie die
Warnzeichen zu lange übergangen
hatte. Gleichzeitig stand
eine andere Frage im Raum: Was
bedeutet ein erhöhter Blutdruck
eigentlich konkret für ihren Alltag,
für ihre Zukunft und für das
eigene Sicherheitsgefühl?
Diese Geschichte ist ein fiktives
Fallbeispiel zur Veranschaulichung
möglicher Verläufe. Beschwerden
und Befunde können
sehr unterschiedlich sein. Bei
gesundheitlichen Fragen oder
auffälligen Werten sollte ärztlicher
Rat eingeholt werden.
Diese Geschichte ist kein
Einzelfall
Bluthochdruck gehört zu den
häufigen gesundheitlichen Themen
unserer Zeit. Gerade weil
erhöhte Werte oft über längere
Zeit keine eindeutig zuzuordnenden
Beschwerden verursachen,
bleibt das Thema im Alltag leicht
unscharf. Umso wichtiger sind
verständliche Informationen,
saubere Einordnung und eine
Begleitung, die nicht erst beginnt,
wenn Folgeprobleme bereits
sichtbar geworden sind.
Ein erhöhter Blutdruck ist mehr
als eine einzelne Zahl. Er kann
ein Hinweis darauf sein, dass das
Herz-Kreislauf-System dauerhaft
stärker belastet ist. Für Betroffene
entstehen daraus häufig medizinische
Fragen und Unsicherheit:
Reicht Beobachten? Muss sofort
gehandelt werden? Welche Rolle
spielen Hausarztpraxis, Facharzt,
Apotheke oder das eigene Verhalten
im Alltag? Genau an dieser
Stelle zeigt sich, wie wichtig eine
strukturierte und verständliche
Orientierung ist.
Mehr als nur
Wissensvermittlung
Hier setzt „8 Tage ...gut zum
Herz“ im Frühling 2026 an. Das
Format möchte Informationen
nicht nur sammeln, sondern in
einen Zusammenhang bringen.
Es schafft einen Rahmen, in dem
Betroffene, Fachleute und Gesundheitsakteure
verschiedene
Perspektiven auf das Thema Bluthochdruck
einbringen können.
So entsteht kein Wettbewerb der
Meinungen, sondern ein geordneter
Blick auf ein häufiges, oft
unterschätztes Gesundheitsthema.
Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis,
dass der Umgang mit
Bluthochdruck kein Einzelthema
für nur eine Berufsgruppe ist.
Gute Begleitung entsteht dort, wo
unterschiedliche Zuständigkeiten
nachvollziehbar werden und Betroffene
besser verstehen, welche
Fragen sie stellen können und
welche nächsten Schritte sinnvoll
sind. Es geht ausdrücklich
nicht um Heilversprechen oder
pauschale Lösungen, sondern um
Information, Einordnung und
Gesprächsanlässe.
An acht Tagen innerhalb von zwei
Wochen werden deshalb acht
verschiedene Gesundheitsakteure
vorgestellt, die in Prävention,
Diagnostik, Verlaufskontrolle und
Versorgung eine Rolle spielen
können. Diese mehrperspektivische
Herangehensweise macht
sichtbar, dass Blutdruck nicht
nur ein Messwert ist, sondern
ein Thema, das viele Bereiche des
Lebens berührt – von der ersten
Aufmerksamkeit für Warnsignale
bis zur langfristigen Begleitung
im Alltag.
Folgen Sie GUT ZUM HERZ auf
Facebook und Instagram für aktuelle
Updates!
8 Tage ...gut zum Herz“ ist
ein Format, das ein Gesundheitsthema
nicht in nur
einem Beitrag behandelt,
sondern in acht aufeinander
abgestimmten Teilen erklärt.
Jeder Tag beleuchtet einen
anderen wichtigen Aspekt,
zum Beispiel Früherkennung,
Therapie, Prävention,
Versorgung oder Forschung.
Dabei kommen unterschiedliche
Perspektiven zusammen:
Betroffene, Fachleute
und weitere Gesundheitsakteure.
Das Format verbindet Magazin,
Podcast, Social Media
und persönliche Erfahrungsberichte.
So entsteht
kein unübersichtlicher Informationsblock,
sondern
eine Reihe, die ein Thema
Schritt für Schritt verständlicher
macht. Für Leserinnen
und Leser heißt das: mehr
Orientierung, mehr Nähe
zum Alltag und ein klarerer
Blick darauf, wer bei einem
Gesundheitsthema welche
Rolle spielt. Gleichzeitig
bleibt das Thema über mehrere
Tage sichtbar und wird
greifbarer.“
24
Die in diesem Beitrag beschriebene Person ist frei erfunden; jede
Ähnlichkeit mit realen Personen ist rein zufällig.
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Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder
Ihren Arzt. Bitte lesen Sie unseren Haftungsausschluss zu diesem Artikel mit Klick HIER.
25
PATIENT EMPOWERMENT
Gute Entscheidungen beginnen damit, medizinische Informationen
zu verstehen – und im Arztgespräch die richtigen Fragen zu stellen.
Unter dem Dach „Patient Empowerment“ finden Sie bei GUT ZUM
HERZ zwei Formate, die Sie dabei unterstützen.
MediKlar
MediKlar macht Medizin verständlich:
Komplexe Themen werden in klarer
Sprache erklärt, ohne unnötigen
Fachjargon. Begriffe, Befunde und
Untersuchungen werden eingeordnet,
typische Zusammenhänge erläutert
und Grenzen von Einzelwerten
sichtbar gemacht. Im Mittelpunkt
stehen Orientierung und Einordnung:
Was heißt das konkret, welche Fragen
entstehen daraus, und welche Punkte
sollten geklärt werden? MediKlar ersetzt
keine ärztliche Beratung, Diagnose
oder Therapieempfehlung. Quellen
und weiterführende Hinweise werden
transparent benannt; Fakten und
Einordnungen sind klar getrennt.
Wie sag ich’s
meinem Arzt?
Anleitungen zur Vorbereitung auf den
Arztbesuch: Anliegen strukturieren,
Symptome verständlich beschreiben
und Fragen priorisieren. Es geht um
allgemeine Orientierung: Welche Angaben
sind oft hilfreich (Beginn, Verlauf,
Auslöser, Begleitbeschwerden),
wie lassen sich Medikamente und Vorerkrankungen
übersichtlich notieren
und Unterlagen geordnet mitnehmen?
Ergänzend gibt es neutrale Formulierungsbeispiele
sowie eine kurze Checkliste,
um am Ende des Gesprächs die
wichtigsten Punkte für sich festzuhalten.
Keine individuelle Beratung, Diagnose
oder Therapieempfehlung; nur
Hilfe zur Vorbereitung.
28
Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder
Ihren Arzt. Bitte lesen Sie unseren Haftungsausschluss zu diesem Artikel mit Klick HIER.
29
30
VORSCHAU
SONDERTEIL
CHOLESTERIN
EDITORIAL | Sonderteil
Unsere Aufgabe als Gesundheitsmagazin
sehen wir darin,
Ihnen fundiertes Wissen
über die Entstehung, Risikofaktoren
und Präventionsmöglichkeiten
der Arteriosklerose
zu vermitteln. Dabei
liegt unser Fokus auf wissenschaftlich
belegten Informationen,
die Ihnen helfen,
gemeinsam mit Ihrem Arzt
oder Ihrer Ärztin die für Sie
passenden Vorsorgemaßnahmen
zu treffen.
Guten Tag, liebe
Leserinnen und Leser,
Cholesterin und Arteriosklerose
– zwei Begriffe, die in
der modernen Gesundheitsvorsorge
eine zentrale Rolle
spielen. In dieser Sonderausgabe
widmen wir uns einem
Thema, das Millionen von
Menschen betrifft, oft aber
erst dann Aufmerksamkeit
erhält, wenn bereits gesundheitliche
Probleme aufgetreten
sind.
Arteriosklerose, umgangssprachlich
als „Arterienverkalkung“
bekannt, entwickelt
sich über Jahre und Jahrzehnte
– meist unbemerkt.
Die Ablagerung von Cholesterin
und anderen Blutfetten
in den Arterienwänden führt
zur Bildung von Plaques, die
den Blutfluss behindern und
im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt
oder Schlaganfall
führen können.
Wichtiger Hinweis: Die in
diesem Magazin enthaltenen
Informationen dienen ausschließlich
der allgemeinen
Information und Aufklärung.
Sie ersetzen keinesfalls eine
individuelle medizinische
Beratung, Diagnose oder Behandlung
durch qualifizierte
Ärztinnen und Ärzte.
Die Vorbeugung von Herz-
Kreislauf-Erkrankungen umfasst
verschiedene Aspekte:
von der Ernährung über Bewegung
bis hin zur regelmäßigen
Kontrolle der Blutwerte.
In den folgenden Artikeln
erfahren Sie, wie Cholesterin
im Körper wirkt, welche Laborwerte
relevant sind und
welche Lebensstiländerungen
sich positiv auswirken
können.
Bei Verdacht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen
oder erhöhte
Cholesterinwerte konsultieren
Sie bitte umgehend
eine Ärztin oder einen Arzt.
Nur durch eine individuelle
Diagnostik können Risiken
richtig eingeschätzt und geeignete
Therapiemaßnahmen
eingeleitet werden.
Wir wünschen Ihnen eine informative
Lektüre und bleiben
Sie gesund!
Herzlichst,
Ihr Matthias Jung
31
Cholesterin verstehen –
Arteriosklerose vorbeugen
von Matthias Jung
Cholesterin und Triglyceride – Blutwerte richtig deuten
W
as passiert wirklich in
unserem Körper, wenn
von erhöhten Cholesterinwerten
die Rede ist? Und
warum ist Cholesterin gleichzeitig
lebenswichtig und potenziell
gefährlich?
Cholesterin gehört zu den am
häufigsten diskutierten Blutwerten
– oft umgeben von Verwirrung
und Halbwissen. Dabei ist es zunächst
einmal ein lebensnotwendiger
Baustein unseres Körpers.
Um die Bedeutung der Laborwerte
zu verstehen, lohnt sich ein Blick
auf die Grundlagen.
Cholesterin: Baustein des
Lebens
Der Körper als Cholesterin-
Produzent: Entgegen weit verbreiteter
Annahmen produziert
unser Körper den größten Teil des
benötigten Cholesterins selbst
– etwa 700 mg täglich werden
in der Leber hergestellt. Weitere
Produktionsstätten sind der
Darm, die Nebennierenrinde und
Fortpflanzungsorgane. Nur etwa
20-25% des Cholesterins stammen
aus der Nahrung.
Diese körpereigene Produktion
ist kein Zufall: Cholesterin erfüllt
lebenswichtige Funktionen. Es
stabilisiert die Zellmembranen,
ist Baustein für Steroidhormone
wie Östrogen und Testosteron,
wird zur Vitamin-D-Synthese
benötigt und ist Grundlage für die
Gallenproduktion.
Das intelligente
Regulationssystem
Der Körper verfügt über ein ausgeklügeltes
Regulationssystem:
Nehmen wir viel Cholesterin
über die Nahrung auf, drosselt
die Leber ihre eigene Produktion.
Bei geringer Zufuhr steigert sie
die Herstellung. Dieses Gleichgewicht
kann jedoch bei dauerhafter
Überlastung aus dem Takt
geraten.
HDL und LDL: Die
Transportsysteme
Warum braucht Cholesterin
Transportmittel? Da Cholesterin
nicht wasserlöslich ist, kann
es nicht frei im Blut zirkulieren.
Es wird deshalb in Lipoproteine
verpackt – Transportvehikel aus
Proteinen und Fetten, die wie
kleine Frachtschiffe durch die
Blutbahn navigieren.
LDL: Der Lieferservice: Low
Density Lipoproteine (LDL) transportieren
Cholesterin von der
Leber zu den Zellen, wo es für
Membranaufbau und Zellfunktionen
benötigt wird. Diese wichtige
Aufgabe macht LDL keineswegs
zum „schlechten“ Cholesterin –
problematisch wird es erst bei
Überangebot.
Steigt der LDL-Spiegel dauerhaft
an, können sich die Lipoproteine
in den Arterienwänden ablagern
und dort oxidieren. Diese oxidierten
LDL-Partikel lösen Entzündungsreaktionen
aus und tragen
zur Plaquebildung bei – dem
Grundstein der Arteriosklerose.
HDL: Der Rücktransporter:
High Density Lipoproteine (HDL)
haben eine gegensätzliche Funktion:
Sie sammeln überschüssiges
Cholesterin aus Geweben
und sogar aus bereits gebildeten
Plaques ein und transportieren es
zurück zur Leber. Dort wird es in
Gallensäuren umgewandelt oder
recycelt.
HDL besitzt zusätzlich antioxidative
und entzündungshemmende
Eigenschaften, die die Gefäßwände
vor Schäden schützen können.
Daher gilt: Je höher der HDL-
Wert, desto besser der Schutz vor
Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Triglyceride: Die vergessenen
Blutfette
Was sind Triglyceride? Während
Cholesterin primär als Bausubstanz
dient, sind Triglyceride
die wichtigsten Energiespeicher
des Körpers. Sie bestehen aus
einem Glycerinmolekül und drei
32
33
Fettsäuren und werden sowohl
über die Nahrung aufgenommen
als auch vom Körper selbst –
hauptsächlich in der Leber – produziert.
Woher kommen erhöhte Triglyceridwerte?
Triglyceride reagieren
besonders sensibel auf die
Ernährung. Schon wenige Stunden
nach einer kohlenhydratoder
fettreichen Mahlzeit können
die Werte deutlich ansteigen.
Deshalb erfolgt die Blutabnahme
zur Bestimmung der Blutfette
stets nüchtern – nach mindestens
achtstündiger Nahrungskarenz.
Dauerhaft erhöhte Triglyceridwerte
können verschiedene
Ursachen haben:
• Übergewicht und metabolisches
Syndrom
• Übermäßiger Alkoholkonsum
• Diabetes mellitus
• Schilddrüsenunterfunktion
• Genetische Faktoren
• Bestimmte Medikamente
Die Verbindung zur Arteriosklerose
Erhöhte Triglyceridwerte – besonders
in Kombination mit hohem
LDL-Cholesterin und niedrigem
HDL-Cholesterin – verstärken das
Arteriosklerose-Risiko erheblich.
Studien zeigen, dass Menschen
mit hohen Triglyceridwerten ein
bis zu viermal erhöhtes Risiko für
Herz-Kreislauf-Ereignisse haben.
Normalwerte und
Risikoeinschätzung
Orientierungswerte für Erwachsene:
• Gesamtcholesterin: unter 200
mg/dl
• LDL-Cholesterin: unter 116
mg/dl (bei gesunden Menschen
ohne Risikofaktoren)
• HDL-Cholesterin: über 40 mg/
dl (Männer), über 45 mg/dl
(Frauen)
• Triglyceride: unter 150 mg/dl
Individuelle Zielsetzung: Diese
Werte sind jedoch nur Richtwerte.
Das individuelle Ziel hängt vom
persönlichen Risikoprofil ab.
Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck
oder bereits bestehenden
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
benötigen oft deutlich
niedrigere LDL-Werte – teilweise
unter 70 mg/dl.
Das Verhältnis macht‘s
Entscheidend ist nicht nur die absolute
Höhe einzelner Werte, sondern
ihr Verhältnis zueinander.
Ein hoher HDL-Wert kann einen
mäßig erhöhten LDL-Wert teilweise
kompensieren. Umgekehrt
wird auch ein normaler LDL-Wert
problematisch, wenn gleichzeitig
HDL sehr niedrig und Triglyceride
stark erhöht sind.
Einflussfaktoren verstehen
Was können wir beeinflussen?
Etwa 70-80% der Cholesterinwerte
sind genetisch bedingt, doch
die verbleibenden 20-30% bieten
durchaus Spielraum für Veränderungen.
Triglyceride lassen
sich oft deutlicher durch Lebensstiländerungen
beeinflussen als
Cholesterinwerte.
Faktoren mit nachgewiesenem
Einfluss auf die Blutfettwerte:
• Körpergewicht und Bauchumfang
• Art und Menge der Fettaufnahme
• Kohlenhydratqualität und
-menge
• Alkoholkonsum
• Körperliche Aktivität
• Stressmanagement
Die Grenzen der
Eigenverantwortung
Bei manchen Menschen bleiben
die Werte trotz optimaler Lebensführung
erhöht. In solchen Fällen
können genetische Faktoren oder
Erkrankungen die Ursache sein,
die eine medikamentöse Behandlung
erforderlich machen.
Die Arteriosklerose entsteht über
Jahre und Jahrzehnte – ein langfristiger
Prozess, der von vielen
Faktoren beeinflusst wird. Das
Verstehen der Blutfettwerte ist
ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge,
aber nur einer
von vielen.
Wichtiger Hinweis: Diese Informationen
dienen der allgemeinen
Aufklärung über Blutfette und
deren Bedeutung. Sie ersetzen
keinesfalls eine individuelle
medizinische Beratung. Bei auffälligen
Laborwerten oder Fragen
zu Ihrer persönlichen Situation
wenden Sie sich bitte an Ihren
Arzt oder Ihre Ärztin. Nur durch
eine umfassende Diagnostik können
Risiken richtig eingeschätzt
und geeignete Maßnahmen eingeleitet
werden. Bei Verdacht auf
Fettstoffwechselstörungen oder
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
konsultieren Sie bitte umgehend
eine Ärztin oder einen Arzt.
Regelmäßige Kontrollen ab dem
35. Lebensjahr werden von medizinischen
Fachgesellschaften
empfohlen.
34
Die Quellen dieses Beitrags
AWMF Leitlinie: Therapie der Dyslipidämien (059-006)
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/059-006.html
ESC/EAS Leitlinie: Management von Dyslipidämien (2019)
https://www.escardio.org/Guidelines/Clinical-Practice-Guidelines/Dyslipidaemias-Management-of
NICE Leitlinie: Lipid management und kardiovaskuläres Risiko (NG238)
https://www.nice.org.uk/guidance/ng238
NHLBI (NIH): High Blood Cholesterol
https://www.nhlbi.nih.gov/health-topics/high-blood-cholesterol
MedlinePlus (NIH): Triglycerides
https://medlineplus.gov/triglycerides.html
NCBI Bookshelf (Endotext): Introduction to Lipids and Lipoproteins
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK305897/
USPSTF: Statins zur Primärprävention
https://www.uspreventiveservicestaskforce.org/uspstf/recommendation/statin-use-in-adults-preventive-medication
WHO: Cardiovascular diseases – Fact sheet
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-
(cvds)
35
WERBUNG
Der Zusammenhang zwischen LDL-Cholesterin
und Arteriosklerose gilt als eindeutig
belegt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts
wurde beobachtet, dass Cholesterin ein zentraler
Bestandteil arteriosklerotischer Plaques
ist. Moderne Studien bestätigen dies. Die bekannte
Framingham-Studie, die seit 1948 tau-
Die Cholesterin
von Matthias Jung
Mythen, Fakten und interessante Erkenntn
Seit Jahren kursieren in Büchern, Internetforen
und sozialen Medien Behauptungen
wie „Cholesterin ist harmlos“, „Statine
machen krank“ oder „die Pharmaindustrie
profitiert von gesunden Menschen“. Unter dem
Schlagwort „Cholesterin-Lüge“ wird eine einfache
Botschaft vermittelt: Wir seien getäuscht
worden, hohe Cholesterinwerte seien ungefährlich
und Medikamente dagegen überflüssig
oder gar schädlich. Doch die wissenschaftliche
Datenlage zeigt ein anderes Bild. Wer
sich auf vermeintlich einfache Erklärungen
verlässt, riskiert, gesundheitliche Gefahren zu
übersehen.
Wie der Mythos entstand
Der Begriff „Cholesterin-Lüge“ geht vor allem
auf das 2002 erschienene Buch des Chirurgen
Prof. Dr. Walter Hartenbach zurück. Seine
These lautete, Cholesterin sei ein Zeichen von
Vitalität und habe mit Herzinfarkt oder Arteriosklerose
nichts zu tun. Diese Vorstellung
fand schnell Anhänger – schließlich klang sie
beruhigend. Man konnte weiter essen wie bisher
und Medikamente in Frage stellen. Doch
wissenschaftlich ließ sich diese Theorie nie
bestätigen. Zahlreiche Studien der letzten
Jahrzehnte haben das Gegenteil gezeigt: Ein
dauerhaft erhöhter LDL-Cholesterinspiegel
gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Was die Forschung belegt
Erhöhtes LDL‐Cholesterin
sei kein Risikofaktor
und habe
nichts mit Arteriosklerose
oder Herzinfarkt
zu tun!
Eine Cholesterinsenkung
verhindere
keine Herzinfarkte
und bringe keinen
klinischen Nutzen!
Nur Übergewichtige
hätten hohe Cholesterinwerte;
Schlanke
seien praktisch
nicht betroffen!
Ge
re
rel
a
Sta
fä
Ch
füh
schw
Muske
träten b
ten Sta
als echt
kung au
ten die
38
isse
-Lüge
sättigte Fettsäun
hätten keinen
evanten Einfluss
uf Herz‐Kreislauf‐Risiken!
tine seien gehrlicher
als
olesterin und
rten häufig zu
eren Schäden!
Cholesterinsenkung
(z. B. mit
Statinen) verursache
Krebs oder
Organversagen!
Pflanzliche „Alternativen“
wie Rotschimmelreis
seien eine
sichere und gleichwertige
Therapie im Vergleich
zu Statinen!
!
Ein hoher HDL‐
Wert schütze automatisch
und könne
nie „zu hoch“ sein!
Nur das Gesamtcholesterin
zähle;
LDL‐Zielwerte und
Risikostratifizierung
seien nebensächlich!
lschmerzen
ei den meistin‐Nutzern
e Nebenwirf
und beleg-
Schädlichkeit!
Cholesterinreiche
Nahrung (z. B. Eier)
bestimme direkt den
Blut‐Cholesterinwert;
Ernährungsumstellung
reiche immer
aus!
Triglyzeride seien
unwichtig und erhöhten
das kardiovaskuläre
Risiko
nicht!
GUT
ZUM
HERZ
sende Menschen über Generationen
begleitet, zeigt: Je höher der
LDL-Spiegel, desto größer das Risiko
für Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Menschen mit genetisch
bedingt sehr niedrigem LDL-
Cholesterin haben ein deutlich
geringeres Erkrankungsrisiko.
Große Metaanalysen, etwa die
der Cholesterol Treatment Trialists’
Collaboration (CTT), belegen,
dass jede Senkung des LDL-
Cholesterins um 1 mmol/l (rund
39 mg/dl) das Risiko für Herz-
Kreislauf-Ereignisse im Mittel
um 20 bis 25 Prozent verringert.
Diese Werte sind Durchschnittsangaben
über viele Studien hinweg
– sie bedeuten nicht, dass
jeder Mensch exakt diesen Nutzen
erfährt. Entscheidend bleibt
immer das individuelle Risiko,
das durch Faktoren wie Bluthochdruck,
Diabetes, Rauchen oder
Bewegungsmangel beeinflusst
wird.
Häufige Mythen im
Faktencheck
Mythos 1: Cholesterinreiche
Ernährung ist die Hauptursache:
Die einfache Gleichung
„mehr Cholesterin im Essen = höherer
Cholesterinspiegel“ stimmt
so nicht. Der Körper produziert
den größten Teil des Cholesterins
selbst und passt diese Menge an
die Ernährung an. Entscheidend
ist weniger das Nahrungscholesterin
als vielmehr die Art der
verzehrten Fette. Eine Cochrane-
Analyse von 2019 zeigte, dass eine
Reduktion gesättigter Fettsäuren
das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
um rund 17 Prozent
senken kann – vor allem, wenn
sie durch mehrfach ungesättigte
Fette ersetzt werden. Pflanzliche
Öle, Nüsse und Fisch wirken sich
daher günstiger aus als Wurst
oder fettes Fleisch.
Mythos 2: Statine sind gefährlicher
als die Erkrankung: Statine
sind die am besten untersuchten
Medikamente zur Cholesterinsenkung.
Die häufigste Nebenwirkung,
Muskelschmerzen, wird
in Studien bei etwa 18 von 100
Behandelten angegeben – aber
auch 17 von 100 Personen, die
ein Placebo erhalten, berichten
von ähnlichen Beschwerden. Der
tatsächliche Unterschied beträgt
also nur etwa 1 Prozentpunkt.
Schwere Muskelschäden treten
extrem selten auf (etwa bei 1 von
10.000 Behandelten). Metaanalysen
mit über 58.000 Patientinnen
und Patienten zeigen: Der Nutzen
überwiegt das Risiko bei weitem,
insbesondere bei Menschen mit
bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Mythos 3: Cholesterinsenker
verhindern keine Herzinfarkte:
Die Datenlage spricht klar dagegen.
Eine moderate LDL-Senkung
um 10 mg/dl kann das Risiko
für Herzinfarkt oder Schlaganfall
im Durchschnitt um etwa 7 Prozent
reduzieren. Bei Hochrisikopatienten
führt eine konsequente
Senkung – in Kombination mit
Lebensstilmaßnahmen – zu deutlich
geringeren Ereignisraten.
Studien wie HPS, 4S, IMPROVE-
IT und neuere Untersuchungen
zu PCSK9-Hemmern belegen
diese Effekte. Es geht dabei nicht
um „Heilung“, sondern um Risikominimierung
über viele Jahre
hinweg.
Warum Fehlinformationen
gefährlich sind
Falsche Behauptungen über Cholesterin
und Statine haben reale
Folgen. In Deutschland werden
weniger als fünf Prozent aller
Patientinnen und Patienten mit
Fettstoffwechselstörungen leitliniengerecht
behandelt. Nur rund
16 Prozent der Hochrisikopatienten
erreichen den empfohlenen
LDL-Zielwert. Menschen, die aufgrund
von Mythen eine Therapie
abbrechen oder ablehnen, setzen
sich einem deutlich höheren Risiko
für Herzinfarkt und Schlaganfall
aus. Studien belegen, dass
schon kurze Therapiepausen
messbare Auswirkungen auf das
Risiko haben können.
Persönliche Perspektive
Auch ich stand einmal vor der
Entscheidung: erhöhte Werte –
ja oder nein zur Therapie? Nach
Rücksprache mit meinem Arzt
entschied ich mich für eine Behandlung.
Die Werte verbesserten
sich, und das Risiko sank. Diese
Erfahrung zeigte mir, wie wichtig
es ist, medizinische Entscheidungen
auf Basis wissenschaftlicher
Evidenz zu treffen – nicht auf
Grundlage populärer Meinungen.
Was wirklich zählt
Die moderne Cholesterin-Therapie
folgt einem individualisierten,
risikoadaptierten Ansatz
unter ärztlicher Begleitung. Cholesterin
hat wichtige physiologische
Funktionen, doch erhöhte
Werte können das Herz-Kreislauf-Risiko
beeinflussen – besonders
im Kontext von Blutdruck,
Blutzucker, Lebensstil und genetischer
Vorbelastung. Eine Behandlung
ist nicht bei jeder kleinen
Erhöhung notwendig.
Das Gesamtrisikoprofil ist entscheidend.
Verschiedene Therapieoptionen
stehen zur Verfügung
und können kombiniert
werden. Besondere Bedeutung
kommt neuen therapeutischen
Ansätzen zu, etwa für Patienten,
die bestimmte Standardtherapien
nicht vertragen. Bei schweren
erblichen Fettstoffwechselstörungen
können spezialisierte
Verfahren zum Einsatz kommen.
40
Die Wahl der geeigneten Therapiestrategie
ist eine individuelle
ärztliche Entscheidung, die auf
dem persönlichen Risikoprofil
und medizinischen Status des Patienten
basiert. Eine regelmäßige
ärztliche Betreuung und Überwachung
ist wesentlich.
Und das sagt die Wissenschaft
Die wissenschaftliche Evidenz ist
eindeutig: Ein dauerhaft erhöhter
LDL-Spiegel fördert die Entstehung
von Arteriosklerose und
erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wer seine
Werte kennt und regelmäßig kontrollieren
lässt, kann rechtzeitig
gegensteuern – durch Lebensstiländerungen
oder, falls erforderlich,
durch medikamentöse Therapie.
Verlässliche Informationen
bieten Institutionen wie die Deutsche
Herzstiftung, die Lipid-Liga
oder das Institut für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
(IQWiG). Sie stellen
evidenzbasierte Fakten bereit –
frei von Mythen und Ideologien.
Am Ende geht es nicht um Meinungen,
sondern um gut belegte
wissenschaftliche Erkenntnisse,
die helfen, Herz und Gefäße gesund
zu erhalten.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag
informiert allgemein über
aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse
und ersetzt keine
ärztliche Beratung. Ob und
welche Behandlung für Sie geeignet
ist, kann nur Ihre Ärztin
oder Ihr Arzt nach individueller
Untersuchung entscheiden.
Setzen Sie Medikamente
niemals eigenmächtig ab. Bei
Fragen zu Ihren Cholesterinwerten
oder Ihrer Therapie
wenden Sie sich bitte an medizinisches
Fachpersonal.
Die Quellen dieses Beitrags
Deutsche Gesellschaft für Lipid-Liga e. V. | „Die Cholesterin-Lüge“ (Sonderdruck,
2022) https://www.lipid-liga.de/wp-content/uploads/2022/03/Sonderdruck_
Cholesterin-Luege.pdf
Deutsche Herzstiftung e. V. | „Was ist an Cholesterin gefährlich?“ (Patienteninformation)
https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/cholesterin/was-ist-cholesterin
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
| „Statine: Wirkung, Nebenwirkungen und Überblick“ https://www.gesundheitsinformation.de/wann-sind-statine-sinnvoll.html
S3-Leitlinie „Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention“,
AWMF-Registernummer 053-024. https://register.awmf.org/de/leitlinien/
detail/053-024
Stiftung Gesundheitswissen |„Erhöhte Cholesterinwerte: Ursachen und Prävention“
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/erhoehte-blutfette/cholesterinwerte
Cochrane Deutschland Hooper L et al. | „Reduktion gesättigter Fettsäuren für
die Verhütung kardiovaskulärer Erkrankungen“ https://www.cochrane.org/
de/evidence/CD011737_effect-cutting-down-saturated-fat-we-eat-our-riskheart-disease
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