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moneyeditorial

HANS-PETER SIEBENHAAR

Mitglied der Chefredaktion

FOCUS MONEY

Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

EDITORIAL

Auf dem Weg zur

Tech-Autokratie

der zeitweise reichste Mensch der Welt, Larry Ellison, greift nach dem Hollywood-

Studio Warner Bros. Discovery („Batman““). Der Familie des Oracle-Gründers gehört

bereits die traditionsreiche Filmfabrik Paramount Skydance („Mission Impossible“).

Zeitgleich versucht sein Freund, US-Präsident Donald Trump, mit

einer zum Glück nicht angenommenen Milliardenklage die börsennotierte Zeitungsikone

„New York Times“ niederzuringen. Parallel plant seine Regierung,

dass Kriegsberichte von Journalisten nur noch mit der Genehmigung des Pentagons

veröffentlicht werden dürfen. Als Begründung dient der angebliche Schutz

der nationalen Sicherheit. Außerdem sollen ausländische Korrespondenten nur

maximal 240 Tage im Land arbeiten dürfen. Für chinesische Journalisten soll das

Arbeitsvisum sogar auf nur 90 Tage begrenzt werden.

Das Unvorstellbare ist zur Trivialität mutiert. Jeden Tag bewegen sich die

Vereinigten Staaten als einstiger Hort der Medienfreiheit mehr in Richtung zur

Tech-Autokratie. Trump ist dabei ein williges Werkzeug der Tech-Riesen von

der Westküste. Schließlich haben Sie mit ihrem Geld und ihrer Macht den

rechtspopulistischen Präsidenten erst erschaffen. Die bittere Wahrheit: Neben

der demokratischen Opposition sind die unabhängigen Medien in den USA die

einzigen verbliebenen Kritiker des Tech-Oligopols. Doch ihr Einfluss schwindet

auf ein für die Demokratie gefährliches Niveau. Trump hat das Fernsehen

domestiziert. In vorauseilendem Gehorsam feuern die Sender Trump-kritische

Moderatoren. Paramount stellt die Late-Night-Show von Stephen Colbert ein.

Und Jimmy Fallon vom Comcast-Sender NBC soll ebenfalls auf der Abschussliste

stehen. Disney ließ Jimmy Kimmel pausieren. Erst nach massiven Protesten

durfte der TV-Star am vergangenen Dienstag wieder moderieren.

Die Medienbranche steht vor einem Paradigmenwechsel. Mit der künstlichen

Intelligenz schaffen Alphabet, Meta, Microsoft, Apple und andere Akteure längst

ihre eigene Wahrheit - außerhalb jeder Kontrolle. Über ihre sozialen Netzwerke

und Dienste – von X, Facebook, Whatsapp, Youtube oder Instagram – beeinflussen

Sie die öffentliche Meinung. Auf die uneingeschränkte Unterstützung von

Trump dürfen die Tech-Giganten dabei zählen, schließlich profitiert er davon.

Eigentlich ist die Freiheit der Medien im ersten Verfassungszusatz der amerikanischen

Verfassung verankert. Doch das Grundrecht einer funktionierenden

Demokratie wird immer mehr ausgehöhlt und schrittweise zerstört. Wir

in Europa müssen in dieser Situation unsere auch bitteren Lehren ziehen. Nicht

nur China ist ein wirtschaftlicher Konkurrent und systemischer Rivale, sondern

auch zunehmend die USA unter Trump und seinen Tech-Förderern.

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FOCUS MONEY 40/2025

focusbriefing.de 3


moneyinhalt

26. SEPTEMBER 2025 www.focusplus.de

12

Zehn Prozent, aber sicher

Schuldenexzesse in den USA und Europa,

Provokationen aus Russland: Alles kein

Grund zur Sorge, wenn das Depot auf

einem sicheren Fundament steht! Welche

Bonds, Dividendenwerte, Dauerläufer und

ETFs dort rein müssen

moneykompakt

6 Sondervermögen: Milliarden Euro

sollen in Infrastruktur fließen, die

Realität könnte anders aussehen

7 Das kaufe ich jetzt: Carrier ist

derzeit günstig zu haben

7 Chart der Woche: Die Schweiz ist

die innovativste Volkswirtschaft

7 Hit & Shit: D-Wave Quantum mit

Rally, Enapter auf dem Trockenen

8 Zinsradar: Was Geld bringt

8 Porsche: Das Luxus-Image ist

angeschlagen, gravierende

Probleme häufen sich

9 Kommentar: Welch diffizilen

Balanceakt die Fed meistern muss

9 Gitarren: Die Instrumente entwickeln

sich zu renditestarken

Sammlerobjekten

10 Börsentag: Was am 18. Oktober

die Finanzmesse in Berlin bietet

58

Bohren für den

Nachschub

Die EU will mehr Gas und Öl in

den USA kaufen, um einen

Zollkrieg zu verhindern.

Welche US-Produzenten und

-Exporteure von der steigenden

Nachfrage profitieren

10 THG-Quoten: Für Treibhausgasminderungsquoten

(THG) steigen

die Fixprämien

10 BYD: Warren Buffett steigt aus

– der Aktienkurs bricht ein

11 Freihandelsabkommen: Was der

Europa-Indonesien-Deal bringt

11 Immobilien: Eine Analyse der

UBS zeigt, in welchen Städten

Blasen drohen

106 Andis Börsenbarometer: Was der

Gini-Koeffizient Anlegern verrät

106 Das Geld-Gespräch: Tim

Schröder, BVS-Geschäftsführer

moneytitel

12 Anlagestrategie: Das beste

Fundament für Ihr Depot

14 Aktien: Warum diese fünf

Dauerläufer und Dividendenstars

unverzichtbar sind

18 Anleihen: Wie Anleger die

Schuldenorgien der Staaten für

sich nutzen können

22 Aktienanleihen: Hochprozenter

mit Sicherheitsnetz

26 Interview: Jürgen Michels, Chefvolkswirt

der Bayerischen Landesbank,

erwartet Rückschläge

30 ETFs: Mit speziellen Fonds gibt es

jeden Monat Cash aufs Konto

moneymarkets

32 Interview: DHL-Chef Tobias Meyer

über US-Zölle, politische Sorgen

und Gutes für seine Aktionäre

36 Longevity: Wie Anleger beim

Zukunftsthema Langlebigkeit am

besten mitverdienen können

39 Kolumne: Tilmann Galler zum

Triumph der Optimisten

40 Währungsrisiko: Schutzmaßnahmen

gegen den Dollarverfall

4 Titel: Adobe Stock Inhalt: Adobe Stock (2), Bloomberg Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 40/2025


52

Neue Ära für KI

Chinas Internetgiganten wollen

bei der künstlichen Intelligenz

(KI) die Führung übernehmen.

Dafür investieren sie massiv in

eigene Algorithmen, KI-Chips

und Infrastruktur

44 Basler: Der Spezialist für Digitalkameras

schafft den Turnaround

46 Economist: China entledigt sich

des Dollars – und stärkt den Yuan

50 Chartsignal: Intakter Aufwärtstrend

beim Euro

50 Wette der Woche: Nvidia zieht

Samsung mit nach oben

51 Musterdepots: Neuer Rekordstand

52 KI-Wettkampf: Wie China den

US-Konzernen den Rang abläuft

55 Strabag: Der Baukonzern ist ein

Profiteur der Modernisierung

56 Energieinfrastruktur: Zwei Fonds

für elektrisierende Zeiten

58 US-Gas- und Ölexporteure:

Anleger können am Nachfrageschub

aus Europa mitverdienen

62 Italien: Aktien und Bonds werden

vom Problemfall zum Überflieger

moneydigital

66 Mission Money: Tilmann Galler

sagt, wie Anleger jetzt Kurs halten

66 Alpha Cap Report: Warum ohne

Aktien das Risiko steigt

66 Money talks: Miriam Wohlfarth zur

Gründerszene in Deutschland

67 Trends: Statistiken und Watchlists

dswanlegerschutz

70 Studie: Deutsche Unternehmen

mit Russland-Geschäft

71 Ceconomy: Angebot zur Unzeit

32

„Der Trend geht

zum Online-Handel“

moneysteuern&recht

68 Aktenzeichen: Zinsen für Sparer,

wenn Immobilieneigner streiten

moneyservice

72 Private Krankenversicherung:

Die besten Policen mit besonders

leistungsstarken Tarifen

76 Beratungsqualität: Die besten

Fachleute für Finanzfragen

82 Lebensversicherer: Unternehmen

mit der höchsten Substanzkraft

moneyanalyse

86 Marktüberblick

88 Deutsche Aktien

96 Internationale Aktien

102 ETFs

103 Zertifikate

104 Fonds

105 Kryptowährungen

moneyrubriken

3 Editorial

85 Leserbriefe –

Impressum

105 Termine

Unternehmensregister

Alibaba 54

Alphabet15

Apple 96

Avio51

Baidu 54

Basler44

Baywa 95

BYD 10

Carrier Global 7

Ceconomy71

Cheniere Energy 60

Chevron61

Commerzbank94

DHL 32

Duke Energy57

D-Wave Quantum 7

Eli Lilly 37

Enapter 7

Essilorluxottica38

Exxonmobil61

Grenke 93

Hinge Health 38

Hochtief15

Intesa Sanpaolo 63

JD.com 71

Kenvue 99

Kering100

Krones 90

Leonardo 63

Mastercard 15

Merck KGaA 92

Meta Platforms 98

Monster Beverage16

Norma 91

Occidental Petroleum 60

Odfjell17

Ørsted101

Pfizer 97

Porsche8

Samsung 50

Seagate51

Strabag 55

Svenska Handelsbanken17

Tencent 53

Tui 88

Venture Global 59

Volkswagen8

Wallenius Wilhelmsen 17

TOBIAS MEYER,

VORSTANDSVORSITZENDER

DER DHL GROUP

FOCUS MONEY 40/2025

Fotos: Adobe Stock, A. Kuelken/DHL 5


moneykompakt

MARODE BRÜCKE:

Deutschland steht unter

Sanierungsdruck

Mehr Geld investieren

Das Institut der deutschen Wirtschaft veranschlagt

600 Milliarden Euro für eine zukunftsfähige

Wirtschaft

Bildung 42

Fernstraßen 39

Wohnungsbau 37

ÖPNV 28

Klimaanpassung 13

Quelle: Bloomberg

Zustand der Autobahnbrücken

in Deutschland Anteile in Prozent

unzureichend 2,0

unbefriedigend

10,5 7,3

adäquat

34,3

177

200

Kosten für die

Erneuerung der

Infrastruktur

bis 2034, in Mrd. Euro

Erste Risse erkennbar

Der Zustand der Autobahnbrücken ist derzeit

noch zufriedenstellend. Doch auch an ihnen

nagt der Zahn der Zeit

Quelle: Bloomberg

43,3

2,6

sehr gut

gut

Energieversorgung

kommunale

Infrastruktur

Schienenausbau 60

zufriedenstellend

SONDERVERMÖGEN

Bürokratie als Gefahr

In den kommenden Jahren fließen Milliarden in

den Infrastruktursektor. Das ist der Plan, doch die

Wirklichkeit könnte anders aussehen

Am 18. September verabschiedete der Bundestag das Sondervermögen

in Höhe von 500 Milliarden Euro. Mit dem Geld wollen die Verantwortlichen

Schulen und Kitas sanieren, Bahnstrecken und Straßen bauen

und Forschung sowie Digitalisierung vorantreiben. Direkt nach der

Parlamentsdebatte meldeten sich erste Kritiker.

Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg warnt in einem Bericht:

Deutschlands Infrastrukturboom droht mangels klarer Pläne zu scheitern.

Bloomberg zitiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands

der Deutschen Bauindustrie: „Das Sondervermögen ist bislang

nur eine politische Absichtserklärung. Konkrete Projekte fehlen, ebenso

wie verlässliche Investitionspipelines.“ Der Entwurf skizziert lediglich das

Ziel, die Infrastruktur zu stärken und wirtschaftliches Wachstum zu fördern.

Deutschland steht unter Druck. Spätestens seit dem Einsturz von

Teilen der Carolabrücke in Dresden im September des vergangenen Jahres

sind die Schwächen in der Infrastruktur erkennbar. Das Bundesministerium

für Verkehr veröffentlichte 2023 Daten zum Zustand der Autobahnbrücken.

Demnach befinden sich weniger als zehn Prozent in einem

guten oder sehr guten Zustand, während mehr als zwölf Prozent als „unbefriedigend“

oder „unzureichend“ gelten. Laut Bloomberg stammt mehr

als die Hälfte der deutschen Autobahnbrücken aus der Zeit vor 1985.

Nicht nur, dass die Regierung offenbar Haushaltslöcher mit dem Sondervermögen

stopfen will, anstatt zu investieren. Vielmehr kommen die

Milliarden nicht schnell genug an den richtigen Stellen an, weil bürokratische

Hürden die Maßnahmen deutlich verzögern. Der Zentralverband

des Deutschen Baugewerbes rechnet vor: Beim Bau einer Fernstraße beanspruchen

Planung und Genehmigung etwa 85 Prozent der gesamten

Zeit. Würde man diesen Anteil auf die Finanzplanung übertragen, droht

die Gefahr, dass von den 500 Milliarden Euro nur rund 75 Milliarden

Euro effektiv investiert werden. Der Rest droht zu versickern. DR

6 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


DAS KAUFE ICH JETZT

ANDREAS KÖRNER,

Chefstratege Alpha

Cap Report und

Ex-Wertpapierhändler

Mehr

Aktien-Tipps

von Andreas

Körner gibt

es auch in

seinem

Börsenbrief.

Den finden

Sie unter

folgendem

QR-Code

Carrier: Günstig abstauben

Im Bereich Klima- und Lüftungstechnik

sowie bei Wärmepumpen ist das

US-Unternehmen Weltmarktführer.

Durch die Übernahme der deutschen

Viessmann im vergangenen

Jahr hat man die Position nochmals

ausgebaut. Auch sind die Produkte

im Zuge des Klimawandels und der

Energiewende prinzipiell gefragt.

Allerdings gibt es auch hier Dellen

– und die aktuelle ist besonders ausgeprägt.

Das gilt sowohl für den Aktienkurs

(Chart) als auch für das operative

Geschäft. Hier kamen zu den

Integrationskosten für Viessmann

noch mehrere Faktoren hinzu. So

schwächelte das wichtige US-Geschäft

aufgrund gestiegener Zinsen

und weniger Transaktionen im Immobilienbereich.

Auch leerten die Vertragspartner

aus Sorge um die Konjunktur

lieber die Lager als neu zu

ordern. Insgesamt dürfte der Umsatz

im dritten Quartal um rund ein Drittel

sinken, was etwa 500 Millionen Dollar

(424 Millionen Euro) entspricht.

Das Management hat angekündigt,

sämtliche Belastungen in dieses

Jahr zu packen, um 2026 wieder

gestärkt durchzustarten.

Die Analysten trauen der Firma

das mehrheitlich zu und sehen auf

Zwölfmonatssicht bis zu 47 Prozent

Potenzial. Ein Grund für den Optimismus

ist das stark wachsende Geschäft

mit Rechenzentren (ISIN:

US14448C1045, 2026er-KGV: 21,4).

Carrier Global

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2021 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

In Fällen, in denen der Autor selbst in die hier vorgestellten Anlageinstrumente investiert, erfolgt das frühestens zwei Wochen nach Publikation

70

60

50

40

30

20

D-WAVE QUANTUM

Unglaubliche Kursrally

Bei Firmen, die in anspruchsvollen und

wenig erschlossenen Zukunftsfeldern wie

der Quantentechnologie operieren, wechseln

sich die freudige Erwartung hoher Gewinne

und die Sorge vor einem Flop oft ab.

Im November 2024 war beim US-Branchenpionier

D-Wave Quantum noch Skepsis

angesagt, und die Aktie notierte bei umgerechnet

knapp 80 Eurocent. Unter

heftigsten Schwankungen ging es seitdem

um sagenhafte 2500 Prozent nach oben,

allein 40 Prozent davon in der vergangenen

Woche – und das ganz ohne unternehmensspezifische

Meldungen. Die Kurse

hätten ein Flaggenmuster verlassen,

worauf oft explosive Gewinne folgen, so

Erklärung der Großbank HSBC.

HIT

SHIT

CHART DER WOCHE

Erfindungsreiche

Schweizer

Zum achten Mal in Serie ist die

Schweiz laut dem Global

Innovation Index 2025 die

innovativste Volkswirtschaft. Auf

den Plätzen folgen wie auch

letztes Jahr Schweden und die

USA. Als Neueinstieg in die Top

Ten präsentiert sich China auf

Platz 10. Für Deutschland bitter,

da dadurch unser Land nur noch

auf Platz 11 rangiert. Auch

Großbritannien, Finnland, die

Niederlande und Dänemark als

europäische Länder liegen noch

vor Deutschland. Mit Südkorea

und Singapur ist Asien bei den

innovativsten Ländern vertreten.

Quelle: World Intellectual Property Organization

Top- 15 der innovativsten Länder 2025

Global-Innovation-Index in Punkten

Schweiz 66,0

Schweden 62,6

USA 61,7

Südkorea 60,0

Singapur 59,9

Großbritannien

59,1

Finnland 57,7

Niederlande 57,0

Dänemark 56,9

China 56,6

Deutschland 55,5

Japan 53,6

Frankreich 53,4

Israel 52,3

Hongkong 51,5

ENAPTER

Prognose brutal gesenkt

Bei vielen Wasserstoff-Aktien herrscht

statt Euphorie mittlerweile Tristesse. Die

Kurse zahlreicher Werte aus dem Sektor

erodieren seit geraumer Zeit. Bei Enapter

etwa, einem Hersteller von Elektrolyseuren

für grünen Wasserstoff aus der Nähe

von Hamburg, beträgt das Dreijahresminus

knapp 90 Prozent. Allein vergangene

Woche ging es um rund 20 Prozent

nach unten. Die AG hat ihre Jahresprognose

kassiert und erwartet nun für 2025

einen Umsatz zwischen 20 und 22 Millionen

Euro statt bisher 39 bis 42 Millionen

Euro. Der operative Gewinn sollte zuvor

zwischen minus zwei und null Euro liegen,

jetzt soll es ein Verlust von neun bis zehn

Millionen Euro werden.

FOCUS MONEY 40/2025

7


moneykompakt

ZiNSRADAR

Tagesgeld

Anlagebetrag 10.000 Euro

Zinsen

Anbieterauswahl * in % p.a. Ertrag **

Raisin 1 2,85 71,42

Garanti Bank International 1 2,75 68,75

Suresse Direkt Bank 1 2,60 65,14

ING 1 2,50 62,50

Santander 1 2,30 57,61

Volkswagen Bank 1 2,30 57,61

1822 Direkt 1 2,25 56,25

Renault Bank direkt 1 2,00 50,08

wiLLBe 1,90 47,50

Ayvens Bank 1,80 45,07

Yapi Kredi 1,80 45,00

Bank11 1 1,75 43,75

Comdirect-Bank 1 1,50 37,50

DenizBank 1,50 37,50

IKB Deutsche Industriebank 1,50 37,50

AKF Bank 1,40 35,04

Merkur Privatbank 1,30 32,50

Oyak Anker Bank 1,00 25,00

* ohne Banken von Zinsportalen, keine Kombiprodukte

** in Euro nach 3 Monaten, unter Berücksichtigung verschieden häufiger Zinstermine und

des niedrigeren Anschluss-Zinses nach Wegfall des Neukunden-Zinses

1

für Neukunden

Trend beim Tagesgeld:

leicht fallend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 22.09.2025

Festgeld

Anlagebetrag 25.000 Euro

Konditionen in % p.a., Laufzeit 12 Monate

Anbieterauswahl * Zinsen Ertrag **

Rediem Capital 2,55 637,50

CA Auto Bank 2,45 612,50

Klarna Bank 2,38 595,00

Oyak Anker Bank 2,30 575,00

Volkswagen Bank 2,30 575,00

Isbank 2,25 562,50

Bank11 2,20 550,00

Stellantis Direktbank 2,20 550,00

DHB Bank 2,15 537,50

Garanti Bank International 2,15 537,50

Suresse Direkt Bank 2,05 512,50

wiLLBe 2,05 512,50

AKF Bank 2,00 500,00

Creditplus Bank 1,95 487,50

Targobank 1,90 475,00

Ayvens Bank 1,80 450,00

ING 1,75 437,50

Sparda-Bank Nürnberg 1,50 375,00

*ohne Zinsportale

**in Euro am Ende der Laufzeit

Trend beim Festgeld: gleichbleibend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 22.09.2025

PORSCHE

TRÜBE AUSSICHTEN: Porsche

verspricht nur noch eine Umsatzrendite

von maximal drei Prozent

Luxus-Image beschädigt

Einst wollte die VW-Marke Vorreiter bei E-Autos sein – nun

zweifeln Investoren. Warum es eine neue Gewinnwarnung gibt

Weiterer Rückschlag. Auf der IAA Mobility

in München präsentierte sich die

deutsche Autoindustrie noch als Hoffnungsträger.

Überall war zu hören: „Die

Deutschen schlagen zurück.“ Teilweise

trifft das zu, doch der Übergang zur

Elektromobilität stockt weiterhin an

zahlreichen Ecken. So musste Porsche

seine Gewinnprognose nach Belastungen

von drei Milliarden Euro abermals

nach unten korrigieren. Das Luxusunternehmen

hat damit bereits zum vierten

Mal in diesem Jahr seine Prognose

gesenkt.

Auf Wochensicht verlor die Porsche-

Aktie, die erst seit 2022 an der Börse ist,

rund sechs Prozent an Wert. Innerhalb

von sechs Monaten summiert sich das

Minus sogar auf gut 20 Prozent. Wegen

der schwachen Kursentwicklung steigt

das Unternehmen nun aus dem Dax ab

und wird künftig im MDax notiert sein.

Auch die Muttergesellschaft Volkswagen,

bei der Oliver Blume ebenfalls CEO

ist, verzeichnete zuletzt deutliche Einbußen:

Die Aktie der Wolfsburger Autoschmiede

gab in der vergangenen Woche

zeitweise um acht Prozent nach.

Der Hauptgrund für den Rückschlag

bei Porsche ist Abkehr von der Strategie,

bis 2030 zu 80 Prozent elektrisch angetriebene

Fahrzeuge zu produzieren. Die

Verschiebung des Ziels nach hinten kostet

Porsche 1,8 Milliarden Euro. So wird

eine ursprünglich ausschließlich elektrisch

geplante SUV-Baureihe nun zunächst

auch mit Verbrennungs- und

Hybridantrieben erscheinen. Die Probleme

sind vielfältig: Zusätzlich belasten

auch die neuen Zölle aus den USA sowie

der massive Absatzrückgang in China.

Die Strategiepanne führt schließlich

zu miserablen Zahlen: Für 2025 prognostiziert

Porsche eine operative Umsatzrendite

von maximal zwei bis drei

Prozent. Luxusmargen sehen anders

aus. Zuvor lag die Spanne bei fünf bis

sieben Prozent. Auch die Muttergesellschaft

Volkswagen senkte ihre Prognose

für die operative Umsatzrendite in

diesem Jahr auf zwei bis drei Prozent.

Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern

dürfte Blume erheblich unter

Druck geraten. Wie der Nachrichtendienst

Bloomberg berichtete, läuft die

Suche nach einem neuen Vorstandschef

bereits seit vergangenem Monat. Bis es

jedoch zu einem Chefwechsel kommt,

könnte es noch dauern.

Die Nachricht drückte auch auf die

Kurse anderer deutscher Autohersteller.

Mercedes-Benz verlor 2,8 Prozent,

BMW-Aktien büßte 2,2 Prozent ein.

Doch Porsche leidet am stärksten unter

dem Übergang zur Elektromobilität.

Noch vor wenigen Jahren wollte der

Sportwagenbauer Vorreiter auf diesem

Gebiet sein. Ob Porsche bei der nächsten

IAA die Investoren wieder überzeugen

kann, bleibt offen. Klar ist jedoch:

Kursverluste eröffnen auch stets Chancen

für den Einstieg.

ZB

8 Foto: Bloomberg

FOCUS MONEY 40/2025


KOMMENTAR

Diffiziler

Balanceakt

der Fed

HANS-PETER

SIEBENHAAR,

MITGLIED DER CHEF-

REDAKTION

FOCUS MONEY

Während Donald Trump in Schloss

Windsor mit König Charles III. tafelte,

verkündete Jerome Powell seine Entscheidung,

die US-Zinsen um 25 Basispunkte

zu senken. Das Votum der

Federal Reserve (Fed), den Zinssatz

auf 4,0 Prozent zu senken, kam nicht

überraschend. Die Börse hatte die

erste Leitzinssenkung der Fed seit

Dezember 2024 bereits eingepreist.

Auch dass es eine Gegenstimme des

Trump-Getreuen, Stephen Miran, im

Offenmarktausschuss (FOMC) gab,

entsprach ebenfalls den Erwartungen.

Miran war erst kurz vor der Zinsentscheidung

zum Gouverneur der US-

Zentralbank ernannt worden.

Mit der Zinswende ist der Fed ein

diffiziler Balanceakt gelungen. Einerseits

muss sie die Beschäftigung fördern

und im Gegenzug die hohe

Inflation bekämpfen. Mit ihrer Entscheidung,

die Zinsen nicht, wie von

Trump gefordert, um 50 Basispunkte

zu senken, betont die US-Notenbank

ihre Unabhängigkeit. Im Mai 2028

endet die Amtszeit von Powell als

Fed-Chef. In einer beispiellosen Art

und Weise versucht Trump, die Fed

unter seinen Einfluss zu bringen.

Bislang ist dieser Versuch – einschließlich

der Entlassung der Gouverneurin

Lisa Cook – zum Glück

nicht gelungen. Stattdessen stimmte

Cook wie weitere FOMC-

Mitglieder für eine Zinssenkung

von nur 25

Basispunkten.

Die Fed hat die

Zinswende nur nach

ökonomischen Gesichtspunkten

eingeleitet. Das ist

wichtig und richtig. Gleichzeitig lässt

sie keinen Zweifel daran, noch in diesem

Jahr den Leitzins um zusätzlich

50 Basispunkte zu senken, sollte sich

die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter

verschlechtern. Viele Investoren

gehen davon aus, dass weitere Zinssenkungen

unumgänglich werden.

Das Bankhaus Hauck Aufhäuser

Lampe erwartet, dass bis Ende des

ersten Quartals 2026 die Spanne des

Leitzinses zwischen 3,00 und 3,25

Prozent liegen wird. Der Fed bereitet

der Arbeitsmarkt größere Sorgen als

die von der chaotischen Zollpolitik

beförderte Inflation.

Trump wird den politischen Druck

nicht verringern. Er will das Board of

Governors mit linientreuen Notenbankern

besetzen und Powell durch

einen loyalen Nachfolger ersetzen.

Doch noch verteidigt die weltweit

wichtigste Notenbank ihre Unabhängigkeit

mit beachtlichem Erfolg. Nicht

der einzelne Zinsschritt ist die gute

Nachricht, sondern die Abwehr auf

die Autonomie der Fed. Und Powell

zeigt sich kämpferisch. Er ließ bei seinem

Auftritt keine Zweifel daran,

dass die Fed auch in Zukunft auf der

Grundlage von Daten über den Leitzins

entscheiden wird. Und die

Trump-treuen Gouverneure Christopher

Waller und Michelle Bowman,

die als Nachfolger von Powell gehandelt

werden, folgten in der Abstimmung

dem Fed-Chef und seiner vorsichtigen,

schrittweisen Zinswende.

Eine gute Nachricht in ansonsten

wenig berechenbaren Zeiten.

GITARREN

Klingende

Renditequelle

Haben Sie eine Gitarre zu Hause? Vielleicht

sogar eine sehr alte? Dann besitzen

Sie möglicherweise ein lukratives Investment,

ohne es zu wissen. Dabei muss es

nicht einmal die Gitarre eines Weltstars

wie Bob Dylan sein. Wer etwa (rein zufällig)

eine Gibson Explorer von 1958 sein Eigen

nennt, hat eine E-Gitarre, die damals für

umgerechnet 213 Euro zu haben war und

heute durchschnittlich 350000 Euro wert ist.

Das entspricht einer jährlichen Rendite von

rund 11,7 Prozent. Aber auch die Akustikgitarre

Martin D-28 von 1931 wird mittlerweile

für 160000 Euro gehandelt. Einst kostete

sie 86 Euro. Rendite (p. a.): 8,3 Prozent.

Sogenannte Vintage-Gitarren sind als alternative

Investments – neben Kunst, Whisky

und Oldtimern – immer gefragter und steigen

deshalb seit Jahren im Wert. Das zeigt

eine Untersuchung von „The Fellowship of

Acoustics“, einem der führenden Gitarrenfachgeschäfte

Europas mit Hauptsitz in den

Niederlanden. „Eine Vintage-Gitarre ist vor

allem eine Investition in Charakter und

Klang. Hinter jedem Kratzer steckt eine echte

Geschichte, und das macht

sie einzigartig und bei Liebhabern

wie Investoren sehr

begehrt“, sagt Geschäftsinhaber

Coen Bults.

Wer jetzt auf den Geschmack

gekommen ist,

muss aber nicht gleich ein

Vermögen investieren: Jüngere

Vintage-Modelle sind bereits

für einige Tausend Euro zu haben.

Auch sie könnten mit der

Zeit erheblich im Wert steigen,

so Bults. Informationen

zur Untersuchung

von „The Fellowship of

Acoustics“ und zu ausgewählten

Gitarrenmodellen

gibt es unter

www.tfoa.eu/de. SR

STARKER CHARAKTER:

Fed-Chef Jerome Powell

verteidigt erfolgreich die

Unabhängigkeit der amerikanischen

Notenbank

FENDER-ELECTRIC 12

STRING (1965): Die

legendäre Gitarre von Bob

Dylan wurde 2019 für gut

187 000 US-Dollar versteigert

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: Bloomberg Foto: Heritage Auctions 9


moneykompakt

THG-QUOTEN

Prämien steigen

Es geht voran. Nach einem Tief im Herbst

2024 ziehen die THG-Prämien wieder an. Eigentümer

rein batteriebetriebener Autos erzielen

für die CO 2

-Einsparungen ihres Stromers

aktuell für das Kalenderjahr 2025 fixe

THG-Prämien bis zu 115 Euro (s. Tabelle).

Hintergrund für den Anstieg der Prämien

ist die, von der Bundesregierung für 2025

von 9,35 auf 10,6 Prozent erhöhte, gesetzliche

Treibhausgasminderungsquote, kurz

THG-Quote. Damit werden Mineralölgesellschaften,

die hierzulande klimaschädliche

Kraftstoffe in den Verkehr bringen, per Vorschrift

gezwungen, ihre Emissionen dieses

Jahr um 10,6 Prozent zu reduzieren.

Um die Quoten zu erreichen, kaufen die

Mineralölkonzerne Verschmutzungszertifikate

von THG-Händlern am Markt, welche

für die Zertifikate wiederum Geld vom Umweltbundesamt

(UBA) kassieren. Die THG-

Prämie ist somit ein Teil des Erlöses, den

THG-Händler durch den Verkauf der Emissionszertifikate

beim UBA erzielen.

2026 könnte die THG-Prämie für E-Mobilisten

sogar deutlich höher als 2025 ausfallen.

Warum? Am 19. Juni 2025 hat das Bun-

desministerium für Umwelt, Klimaschutz,

Naturschutz und nukleare Sicherheit

(BMUKN) einen Referentenentwurf zur Novellierung

der THG-Quoten ins Rennen geschickt.

Ziel ist es, die Dekarbonisierung des

Verkehrssektors in Deutschland konsequenter

voranzutreiben. Dem BMUKN-Entwurf

zufolge soll kommendes Jahr die THG-Quote

auf zwölf Prozent steigen – und peu à peu

bis zum Jahr 2040 sogar auf 53 Prozent anwachsen.

Auch sollen künftig nicht nur Mineralölgesellschaften

für den Verkauf von

Otto- und Dieselkraftstoffen feste Emissionsquoten

erfüllen, sondern auch Unternehmen,

die Erdgas in Umlauf bringen.

Wird der Entwurf des BMUKN 2026 zum

Gesetz – wovon Insider ausgehen – müssten

Mineralölkonzerne und Gashändler vermehrt

Emissionszertifikate zur Einhaltung

der höheren THG-Quote von Händlern kaufen

– und damit die THG-Prämien steigen.

Darum rät FOCUS MONEY den Eigentümern

reiner E-Autos, nicht voreilig schon

jetzt den THG-Händlern im Internet ihre

THG-Quote für 2025 zusammen mit der

Prämie für 2026 – Fairenergy etwa lockt gerade

für 2026 mit 120 Euro Prämie – zu verkaufen

– und besonnen erst im Laufe des Kalenderjahres

2026 zuzuschlagen.

Auch die Fachleute von Verivox gehen davon

aus, dass die Erlöse von THG-Prämien in

Die höchsten Fixprämien 2025

THG-Händler

Fixprämie

in Euro

Auszahlung binnen

Knauber 115,00 4 bis 6 Wochen

Energy Market Solutions 88,00 5 bis 8 Monaten

E.on

75,00 5 bis 8 Monaten

den kommenden Jahren evident nach oben

zeigen. Zumal die EU die Bundesregierung

zwingt, CO 2

-Emissionen konsequent und

schnell abzubauen. Zudem seien technologische

Fortschritte bei Herstellern von E-

Fahrzeugen und insbesondere der Batterietechnologie

zu erwarten, so Verivox. Was zu

einer höheren Bewertung der CO 2

-Einsparungen

führen und so die Preisentwicklung

der THG-Quoten positiv beeinflussen dürfte.

Die THG-Prämie fürs Kalenderjahr 2025

muss bis spätestens 31. Oktober beantragt

werden. Denn THG-Händler können ihre

Anträge nur bis zum 15. November des jeweiligen

Jahres beim UBA einreichen. Auch

brauchen die Händler Zeit, um die Prämie

den E-Mobileigentümern zu überweisen.

Knauber räumt sich vier bis sechs Wochen,

Energy Market fünf bis acht Wochen ein.

Das Beste zum Schluss: Die THG-Prämie

ist steuerfrei. Sie fließt neben E-Pkws auch

für E-Motorräder und E-Lkw. TS

Quelle:www.verivox.de; Stand: 23.09.2025

BÖRSENTAG

Finanzmesse in Berlin

Der Börsentag bietet bei kostenfreiem

Eintritt Informationen rund um die

Themen Geldanlage, Börse und Finanzen.

Egal, ob Börseneinsteiger, erfahrene

Investoren oder Trader – hier

ist für jeden Wissensstand etwas dabei.

Referenten wie Dr. Jens Ehrhardt,

Robert Halver u. v. a. sprechen über

Aktien, Anleihen, Fonds, Rohstoffe sowie

Derivate, Kryptowährungen und

Trading. In der Blogger-Lounge, stehen

Influencer und Blogger für Gespräche

zur Verfügung.

Börsentag Berlin

Samstag, 18. Oktober 2025

9:30 Uhr – 16.30 Uhr, Ludwig Erhard Haus

Anmeldung, Vortragsprogramm

und Anfahrt unter: www.boersentag-berlin.de

BYD

Buffett steigt komplett aus

Warren Buffett hat nach 17 Jahren seine

Beteiligung am chinesischen Elektroautohersteller

BYD vollständig beendet.

Laut CNBC geht dies aus

einem Bericht einer Berkshire-Hathaway-Tochter

hervor, welche die Anteile

bislang hielt. Der Verkauf liegt

offenbar schon einige Zeit zurück,

doch erst jetzt wurde publik, dass die

Beteiligung Ende März mit null bilanziert

wurde. Buffetts Investment gilt

als eine seiner erfolgreichsten Wetten

in Asien: Aus der damaligen Milliardeninvestition

dürfte ein enormes

Plus geworden sein. An der Börse

sorgte die Nachricht allerdings für

Verunsicherung. Die BYD-Aktie verlor

in Hongkong über drei Prozent.

Der Markt für E-Autos in China steht

derzeit massiv unter Druck: Überkapazitäten

und Preiskämpfe setzen

die Branche stark unter Stress. Seit

ihrem Rekordhoch im Mai büßte die

Aktie fast 30 Prozent ein. MK

Rally vorerst zu Ende

BYD

Aktienkurs in Euro

2023 2024 2025

Quelle: Bloomberg

16

14

12

10

8

6

10 FOCUS MONEY 40/2025


POLITIKER HATARTO, SEFCOVIC (R.): Zölle fast komplett abgeschafft

FREIHANDELSABKOMMEN

Indonesien unterschreibt

Eine schwere Geburt war das Freihandelsabkommen zwischen

der Europäischen Union (EU) und Indonesien. Fast zehn

Jahre hatten die Verhandlungen zwischen Brüssel und Jakarta

gedauert. In dieser Woche unterzeichnete der slowakische

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic (r.) und der indonesische

Wirtschaftsminister Airlangga Hartarto (l.) endlich das Freihandelsabkommen

auf der indonesischen Ferieninsel Bali. Beide

Seiten unterschrieben ebenfalls ein Wirtschafts- und

Investitionsschutzabkommen. Zölle sind mit der Vereinbarung

fast komplett abgeschafft.

Die Europäer haben es den Indonesiern lange mit ihren einseitigen

Nachhaltigkeitsforderungen schwer gemacht. Doch

der Zollkrieg von Trump gegen Europa hat die Kompromissfähigkeit

auf beiden Seiten gefördert. Das Freihandelsabkommen

mit dem südostasiatischen Land ist ein strategischer Sieg

für die EU. Schließlich zählt Indonesien 282 Millionen Einwohner

und ist das viertgrößte Land der Welt. „Wir stehen vereint

für einen offenen, regelbasierten und für beide Seiten vorteilhaften

internationalen Handel“, sagte Sefcovic nach der Unterzeichnung.

Der indonesische Wirtschaftsminister Hartarto

sprach von einem „wichtigen Meilenstein“.

Die praktischen Vorteile für die EU liegen auf der Hand. Mit

dem Deal erhalten die Europäer einen verlässlichen Zugang

zu kritischen Rohstoffen für die Rüstungs- und Stahlindustrie

sowie Elektromobilität. Indonesien verfügt über die weltgrößten

Nickel-Vorkommen. Es besitzt rund ein Fünftel der globalen

Reserven. Auch an Kupfer und Zinn ist der Inselstaat reich.

Zudem ist Indonesien aufgrund seiner Größe ein wichtiger Absatzmarkt

für die Maschinen- und Autobauer, aber auch Agrarexporteure.

In Indonesien sind heute schon mehr als 300 deutsche

Unternehmen aktiv.

Angesichts der geopolitischen Herausforderungen durch die

USA, China und Russland versucht die EU nach jahrelangen

Zögern, möglichst viele Freihandelsabkommen zu schließen.

Über viele Jahre hatten etliche EU-Länder unter Führung Frankreichs

beispielsweise ein Abkommen mit den südamerikanischen

Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und

Paraguay) verhindert. Erst im Dezember 2024 wurde nach 25

Jahren das Mercosur-Abkommen unterzeichnet. Die Ratifizierung

durch den Rat und das Europaparlament steht wie im Fall

des Freihandelsabkommens mit Indonesien noch aus. HPS

UBS-ANALYSE

Zürich droht eine

Immobilienblase

Die Schweizer Großbank UBS hat im „Global Real Estate

Bubble Index“ untersucht, welche Städte weltweit

besonders von überhöhten Immobilienpreisen betroffen

sind. In Deutschland gelten Frankfurt und München

als moderat gefährdet. Die Preise haben sich stabilisiert

– München stieg im Ranking vom 17. auf den

13. Platz, Frankfurt blieb unverändert (11. Platz).

Weltweit zeigen besonders Miami, Tokio und Zürich

ein hohes Risiko für eine Immobilienblase, weil die Preise

dort deutlich von den realen Werten abweichen. In

vielen anderen Städten ist die Gefahr dagegen gesunken.

Frankfurt und München liegen nach UBS-Einschätzung

im mittleren Bereich, während Paris, Mailand und São

Paulo am unteren Ende des Rankings stehen. Typische

Anzeichen für eine Blase sind Kaufpreise, die schneller

steigen als Mieten oder Einkommen.

Die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt hat

sich damit seit 2022 deutlich entspannt. Damals galten

Frankfurt und München noch als besonders gefährdet.

Höhere Kreditzinsen drückten die Kaufpreise seitdem

nach unten, inflationsbereinigt liegen diese rund 20 Prozent

unter den bisherigen Höchstständen.

Trotz weiterhin hoher Preise ist die Nachfrage nach

Wohnraum in beiden Städten hoch, während das Angebot

knapp bleibt. Experten der UBS gehen davon aus,

dass das mittelfristig zu einem moderaten Preis- und

Mietwachstum führen könnte. Auch Einkommen entwickeln

sich positiv, was München und Frankfurt für

Käufer und Investoren attraktiv macht.

Das Risiko einer Immobilienblase bewertet die UBS

anhand verschiedener Kriterien, dazu zählen Preis-,

Einkommens- und Preis-Miet-Verhältnis sowie die Hypothekenquote,

Bautätigkeit und Preisunterschiede

zwischen Stadt und Land. Spitzenwerte in diesen Bereichen

haben in der Vergangenheit schon frühzeitig auf

Immobilienblasen hingewiesen, etwa in den USA oder

Spanien.

SOS

Miami 1,73 hohes Risiko

Tokyo 1,59

Los Angeles 1,11 erhöhtes Risiko

Genf 1,05

Frankfurt a. M. 0,76

moderates Risiko

München 0,64

Singapur 0,55

London 0,34 geringes Risiko einer

New York 0,26 Risiko Immobilienpreisblase

UBS-Real-Estate-Bubble-

Paris 0,25

Index 2025, in Punkten

Quelle: Bloomberg

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: EC/J. Jacquemart 11


moneytitel

ANLAGESTRATEGIE

Hohe Bewertungen am US-Markt,

Schuldenexzesse in Washington

und Europa, Provokationen aus

Russland: Kein Grund zur Sorge,

wenn das Depot auf einem

sicheren Fundament steht.

FOCUS MONEY zeigt, was

rein muss

von JULIA GROSS

PRO

12 Illustration: Adobe Stock

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


Erst Polen, dann Estland, jetzt Dänemark: Grenzverletzungen

durch russische Drohnen und

Kampfjets versetzen Europa in Sorge. Wie reagieren

auf die Provokationen aus Moskau? Die Börse

interessierts bislang nicht – abgesehen davon,

dass die Kurse von Rüstungsaktien weiter in luftige

Höhen vorstoßen.

Genau da sind auch die Bewertungen von US-Aktien angekommen:

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des breiten S&P-

500-Index kratzt an der Marke von 30, das ist mehr als ein

Fünftel über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Die Börse interessierts bislang nicht. Gleichzeitig scheinen

immer mehr Staaten beim Schuldenmachen keine Grenzen

mehr zu kennen. Die USA stehen mit aktuell rund 37 Billionen

Dollar weltweit am tiefsten in der Kreide. In Frankreich

ist erneut eine Regierung am Sparen gescheitert, das Haus-

ZENT, ABER

SICHER

Seite

Inhalt

14 Dauerläufer und Dividendenstars

Warum diese Aktien für Ihr Depot

unverzichtbar sind

18 Zins-Chancen am Rentenmarkt

Frankreichs Haushaltskrise sorgt für

Unruhe. Anleihe-Investoren können

das ausnutzen. So gehts

22 Hochprozenter mit Sicherheitsnetz

Aktienanleihen bieten fette Kupons und

einen Schutz für die Erträge

26 „Es wird zwangsläufig zu Rückschlägen

am Gesamtmarkt kommen“

Jürgen Michels, Chefvolkswirt der

Bayerischen Landesbank, im Interview

30 Jeden Monat Cash

Spezielle ETFs schütten jeden

Monat Bares aus – auch wenn

die Börse seitwärts läuft

haltsdefizit von 5,8 Prozent der Grande Nation ist das größte

der EU. Und Deutschland schafft erst ein riesiges Sondervermögen,

um dann damit Haushaltslöcher zu stopfen,

anstatt zu investieren. Die Börse, Sie wissen es, interessierts

bislang nicht.

Dabei ist klar, dass in dieser Situation bereits ein kleiner

Anlass den Auslöser für einen großen Kursrutsch an den

Märkten bilden kann. Rücksetzer und Schwächephasen sind

normal, aber für Anlegerinnen und Anleger deswegen nicht

minder schmerzhaft. Ein sicheres Fundament im Depot, mit

Investments, die verlässlich und konstant Rendite liefern, ist

deshalb Pflicht. Ein solcher Schutzschild minimiert Stress

und Verluste, er hilft, langfristige finanzielle Ziele zu erreichen.

FOCUS MONEY schlägt Ihnen in dieser Ausgabe verschiedene

Bausteine dafür vor: Dauerläufer-Aktien und Dividendenstars,

Aktienanleihen, Bonds und sogenannte

Income-ETFs. Das Beste: Mehr als mit Tages- und Festgeld

lässt sich damit allemal herausholen. Das durchschnittliche

Renditepotenzial der von der Redaktion analysierten Aktien,

Anleihen und Zertifikate liegt bei zehn Prozent.

FOCUS MONEY 40/2025

Composing: FOCUS MONEY 13


moneytitel

SCHUTZ VOR DEM

ABSTURZ: Verluste

begrenzen, den langfristigen

Börsenerfolg sichern

AKTIEN

Stabile Verhältnisse

Dauerläufer wie Mastercard oder Monster Beverage verzeichnen seit Jahren steigende Kurse.

Dividendenstars bieten mitunter zweistellige Renditen. Für ein Depot sind sie unverzichtbar

Minimierung des Kapitalverlusts

Sicherheit beim Investieren bedeutet, das Risiko von

Kapitalverlusten gering zu halten.

Stabile Renditen anstreben

Anleger sollten stabile und verlässliche Renditen anstreben.

Übertriebene Gier schadet.

Langfristige Ziele erreichen

Sicherheit beim Investieren hilft Anlegern, ihre langfristigen

finanziellen Ziele sicher zu verfolgen.

Reduzierung finanzieller Sorgen

Sichere Anlagen tragen dazu bei, finanzielle Sorgen

und Unsicherheiten der Anleger zu verringern. Unsichere

und gestresste Anleger neigen zu Fehlern.

von DIRK REICHMANN

Viele Anleger erkennen erst, wie ernst die Börse es

meint, wenn Kursverluste das Depot hart treffen. Wer

alles auf eine Karte setzt, geht ein hohes Risiko ein.

Vorsichtige Investoren dagegen streuen ihr Kapital, nutzen

Stoppkurse und investieren nur einen Teil ihres Vermögens.

Sicherheit (siehe Leiste links) bleibt an der Börse das A und O.

Auch wenn diese Strategie wenig spektakulär erscheint, sorgt

sie meist für mehr Stabilität als hektische Börsenmanöver.

Die Börse ist ein Marathon

Dauerläufer-Aktien bieten Anlegern Verlässlichkeit und

Widerstandskraft. Diese Wertpapiere haben zahlreiche Krisen

überstanden und lassen sich von kurzfristigen Schwankungen

kaum beeindrucken. Ihre Kurse steigen über die Jah-

14

Illustration: Adobe Stock

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


re hinweg stetig an. Die DZ Bank beschreibt die Suche nach

solchen stabilen Aktien mit geringen Rücksetzern als zentrale

Herausforderung. Dauerläufer überzeugen durch stetiges

Kurs- und Gewinnwachstum, starke Marktpositionen

und krisenfeste Geschäftsmodelle.

Ein Beispiel aus Deutschland ist Hochtief (ISIN

DE0006070006). Seit Juli 2022 stieg die Aktie um rund 420

Prozent. Doch auch solche Unternehmen sind nicht frei von

Risiken: Von 2017 bis 2022 verlor das Papier zeitweise fast

drei Viertel seines Wertes. Nach dieser Belastungsprobe zählt

Hochtief für FOCUS MONEY nicht mehr zu den Dauerläufern.

Auch Alphabet (ISIN US02079K3059), die Muttergesellschaft

von Google, konnte den Kriterien nicht standhalten.

Zwischen Oktober und Dezember 2021 fiel der Kurs um

40 Prozent.

In den USA fand FOCUS MONEY zwei geeignete Dauerläufer:

Monster Beverage und Mastercard. Mastercard (siehe

Kasten rechts) zählt weltweit zu den wichtigsten Zahlungsdienstleistern

und Kreditkartenanbietern. Seit 2015 stieg der

Kurs um fast 600 Prozent – das entspricht einer durchschnittlichen

Jahresrendite von 17,6 Prozent. Nur wenige

Aktien können da mithalten. Abgesehen von einer kleinen

Delle 2020 wuchs der Umsatz des Unternehmens Jahr für

Jahr. Das Renditedreieck unten zeigt für Mastercard nur

2022 bei ein- und zweijähriger Haltedauer leichte Verluste;

der höchste Verlust lag bei lediglich 3,23 Prozent.

Auch Monster Beverage (siehe Kasten Seite 16 links) hat sich

als Dauerläufer etabliert: Zwischen 2015 und 2025 legte die

Aktie um knapp 260 Prozent zu, was einer jährlichen Rendite

von über elf Prozent entspricht. Lediglich 2024 zeigte das Renditedreieck

bei zweijähriger Haltedauer ein Minus von 8,77

Prozent – ansonsten überzeugte die Aktie mit Stabilität.

Dividenden: Das Salz in der Suppe

Dauerläufer und Schwergewichte wie Mastercard oder

Monster Beverage sind meist die größten Positionen in ei-

Mastercard

Für die verwöhnten Aktionäre von Mastercard war 2022 kein

gutes Jahr. Sowohl Investoren, die die Aktie ein Jahr hielten, als

auch diejenigen, die zwei Jahre dabei waren, mussten leichte

Verluste hinnehmen

Einstiegszeitpunkt

Kaufkurs =

Jahres-

Schlusskurs

2019 $ 298,59

2020 $ 356,94 19,54 %

2021 $ 359,32 0,67 % 20,34 %

2022 $ 347,73 –3,23 % – 2,58 % 16,46 %

2023 $ 426,51 22,66 % 18,70 % 19,49 % 42,84 %

2024 $ 526,57 23,46 % 51,43 % 46,55 % 47,52 % 76,35 %

2025 $ 586,05 11,30 % 37,41 % 68,54 % 63,10 % 64,19 % 96,27 %

Durchschnitt 12,40 % 25,06 % 37,76 % 51,15 % 70,27 % 96,27 %

Minimum – 3,23 % – 2,58 % 16,46 % 42,84 % 64,19 % 96,27 %

Maximum 23,46 % 51,43 % 68,54 % 63,10 % 76,35 % 96,27 %

Haltedauer 1 Jahre 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 6 Jahre

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen

MASTERCARD

Hervorragend gelaufen

Das Unternehmen: Mastercard erleichtert Zahlungen

mit Kredit- und Prepaidkarten. Das Unternehmen

gehört weltweit zu den führenden Plattformen

für bargeldlose Transaktionen.

Die Zahlen: Mastercard erzielt Umsätze durch Gebühren

von Banken und Händlern, die das globale

Netzwerk und die Zahlungsabwicklung nutzen.

Darüber hinaus generiert das Unternehmen Einnahmen

mit Zusatzservices wie Datenverarbeitung

und Digital Security. Die Geschäfte laufen hervorragend:

2015 erzielte Mastercard 9,67 Milliarden

US-Dollar Umsatz, im letzten Jahr lag der Wert bereits

über 28 Milliarden Dollar. Analysten erwarten,

dass der Umsatz bis 2027 auf über 40 Milliarden

Dollar steigen wird. Nur im Coronajahr 2020 verringerte

sich der Umsatz kurzfristig.

Die Vision: Laut einer Umfrage von Verivox zahlen

nur noch etwa ein Drittel der Deutschen Beträge

bis 20 Euro in bar. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

Risiken wie die Konkurrenz durch neue Online-Zahlungsdienste

bleiben jedoch bestehen.

Wer investieren möchte, kann einen Stoppkurs bei

435 Euro setzen, um Verluste im Fall eines Kursrückgangs

zu begrenzen.

Langfristiger Anstieg

Mastercard

Monatsschlusskurse in US-Dollar

200-Tage-Linie

Umsatz in Milliarden US-Dollar,

ab 2025 Prognose

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 2027

600

400

200

WKN/ISIN

A0F602/US57636Q1040

Börsenwert 444,6 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 36,1/30,9

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,5/0,6 %

Kursziel/Stoppkurs 550,00/435,00 €

Risiko* ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 11 %

Quelle: Bloomberg * abhängig von der 1-Jahres-Volatilität e = erwartet

0

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30

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FOCUS MONEY 40/2025 Composing: FOCUS MONEY

15


moneytitel

MONSTER BEVERAGE

Beeindruckend stabil

Das Unternehmen: Monster Beverage ist vor allem

für seine Energydrinks bekannt. Das bekannteste

Produkt im Portfolio ist der Energydrink „Monster

Energy“, der 2002 eingeführt wurde. Damals lag

der Aktienkurs von Monster Beverage bei lediglich

0,05 US-Dollar. Mit dem Start von „Monster Energy“

begann der Siegeszug des US-amerikanischen

Getränkeherstellers. Inzwischen liegt der Aktienkurs

bei rund 497 Dollar.

Die Zahlen: Monster Beverage betreibt ein relativ

konjunkturunabhängiges Geschäftsmodell. Das

Renditedreieck (siehe unten rechts) verdeutlicht

dies: Nur 2024 verzeichnete die Aktie mit einem

Jahresverlust von 8,77 Prozent auf Dollarbasis einen

Rückgang. Die beeindruckende Stabilität spiegelt

sich auch im Umsatz wider. Im Geschäftsjahr

2014 erzielte das Unternehmen 2,465 Milliarden

US-Dollar, im letzten Geschäftsjahr waren es 7,493

Milliarden US-Dollar. Das Wachstum verlief kontinuierlich

und ohne Schwäche.

Die Vision: Analysten erwarten langfristig jährliche

Umsatzzuwächse von sechs bis zehn Prozent. Anleger

können zur Verlustbegrenzung einen Stoppkurs

bei 47,00 Euro setzen.

Starker Anstieg

Monster Beverage

Monatsschlusskurse in US-Dollar

Widerstand, jetzt Unterstützung

200-Tage-Linie

Umsatz in Milliarden US-Dollar,

ab 2025 Prognose

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 2027

WKN/ISIN

A14U5Z/US61174X1090

Börsenwert 53,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 34,0/30,3

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 65,00/47,00 €

Risiko* ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 19 %

Quelle: Bloomberg + abhängig von der 1-Jahres-Volatilität e = erwartet

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nem ausgewogenen Depot. Viele Anleger setzen aber zusätzlich

auf Dividenden, um ein passives Einkommen zu erzielen.

Regelmäßige Ausschüttungen bringen verlässlich Geld

aufs Konto, das entweder konsumiert oder für neue Investments

genutzt werden kann. Wer Dividenden konsequent reinvestiert,

profitiert langfristig – vorausgesetzt, das Unternehmen

zahlt regelmäßig und der Aktienkurs bleibt stabil.

Unsere drei Beispiele (siehe Kästen Seite 17) sind daher vor

allem für erfahrene Anleger geeignet, die die Dividendenpolitik

der Unternehmen aktiv verfolgen. Treten Unsicherheiten

auf, sollten sie auch zum Verkauf bereit sein. Wer in

Auslandsaktien investiert, muss zudem auf Wechselkursschwankungen

achten. Diese beeinflussen nicht nur den

Kurs, sondern auch den Betrag, der bei den Dividendenzahlungen

auf dem Konto landet.

Ein Beispiel, wie stark der Effekt sein kann, zeigt die Svenska

Handelsbanken (siehe Kasten Seite 17 Mitte). Seit Ende

2019 stieg der Kurs auf Eurobasis um 17 Prozent – nicht spektakulär.

Wer Dividenden jedoch reinvestierte, erzielte einen

Buchgewinn von 77 Prozent. Wallenius (siehe rechts unten)

bietet mit einer erwarteten Dividendenrendite im zweistelligen

Bereich attraktive Aussichten. Odfjell (siehe rechts

oben) liegt im Schnitt bei rund acht Prozent. Werden die ausgeschütteten

Gewinne wieder angelegt, kann die Gesamtrendite

deutlich steigen.

Fazit

Sichere Aktien bieten Anlegern Stabilität. Diese Stabilität

finden Anleger bei sturmerprobten Werten wie Mastercard

und Monster Beverage. Sie zeigen auch bei konjunkturellen

Dellen häufig Widerstandskraft.

Aber auch durch die Anwendung von Strategien lässt sich

ein Depot stabilisieren. Beispielsweise wenn Dividenden reinvestiert

werden. Und wenn es einmal nicht so läuft wie geplant,

denken Anleger auch über den Verkauf nach.

Monster Beverage

Der Aktienkurs von Monster Beverage hat fast eine blütenreine

Weste. Lediglich im Jahr 2024 mussten Anleger, die am letzten

Handelstag des Jahres 2023 gekauft haben, einen Verlust hinnehmen

Einstiegszeitpunkt

Kaufkurs =

Jahresschlusskurs

2019 $ 31,78 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

2020 $ 46,24 45,52 % 0,0 0,0 0,0

2021 $ 48,02 3,85 % 51,13 % 0,0 0,0 0,0

2022 $ 50,77 5,72 % 9,79 % 59,76 % 0,0

2023 $ 57,61 13,48 % 19,97 % 24,59 % 81,31 % 0,0

2024 $ 52,56 – 8,77 % 3,54 % 9,45 % 13,67 % 65,41 %

2025 $ 66,16 25,88 % 14,84 % 30,33 % 37,78 % 43,08 % 108,21 %

Durchschnitt 14,28 % 19,85 % 31,03 % 44,25 % 54,25 % 108,21 %

Minimum – 8,77 % 3,54 % 9,45 % 13,67 % 43,08 % 108,21 %

Maximum 45,52 % 51,13 % 59,76 % 81,31 % 65,41 % 108,21 %

Haltedauer 1 Jahre 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 6 Jahre

FOCUS MONEY 40/2025

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen


ODFJELL

Reinvestion treibt die Rendite

Odfjell betreibt eine Flotte von Chemikalientankern, die den Großteil des

Umsatzes erwirtschaften. Das Unternehmen zahlt eine großzügige Dividende

an seine Aktionäre. Die Strategie der Reinvestition der Dividenden in weitere

Aktien machte sich bezahlt: Laut Berechnungen der US-Nachrichtenagentur

Bloomberg lag der Gesamtertrag seit Anfang 2020 ohne

Reinvestition bei 279 Prozent, mit Reinvestition wären es 483 Prozent gewesen.

Wie viele Reedereien erlebte auch Odfjell seit 2020 eine Delle und der

Umsatz stagnierte. Analysten erwarten jedoch, dass der Umsatz im Geschäftsjahr

2026 ähnlich hoch liegen wird, wie 2020, während der Gewinn

je Aktie Fortschritte macht und der freie Cashflow von 2021 bis 2024 um 170

Prozent stieg. Die Analysten sind zuversichtlich. Fünf Experten raten zum

Kauf, niemand zum Verkauf. Den Stoppkurs zur Verlustbegrenzung können

Anleger bei 9,40 Euro setzen.

Odfjell

Kurs der Odfjell-Aktie in Euro

inkl. reinvestierter Dividende

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN

873204/NO0003399909

Börsenwert 0,8 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 6,9/6,7

Dividendenrendite für 2025e/26e 7,6/8,2 %

Kursziel/Stoppkurs 14,40/9,40€

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 28 %

Quelle: Bloomberg

20

15

10

5

0

e = erwartet

SVENSKA HANDELSBANKEN

Auf eine hohe Dividende setzen

Das Geschäftsmodell der Svenska Handelsbanken (SHB) basiert auf einer

dezentralen Organisationsstruktur: Die Bank ist in verschiedene regionale Einheiten

gegliedert.

Die Dividende je Aktie steigt seit Jahren kontinuierlich. Das macht sich bemerkbar.

Anleger, die die Dividenden seit 2020 zum Kauf neuer Aktien genutzt

haben, erzielten eine Rendite von mehr als 70 Prozent. Ohne diese Reinvestition

stieg der Wert der SHB-Aktien um 17 Prozent. Abgesehen von der

hohen Dividendenrendite hat die Bank wenig zu bieten. Die meisten Analysten

halten sich denn auch bedeckt, nur zwei Experten raten zum Kauf. Zwölf

Analysten empfehlen, die Aktie zu verkaufen. Ein Grund dafür ist die unterdurchschnittliche

Wertentwicklung der Aktie. Anleger setzen mit der SHB-Aktie

auf eine hohe Dividendenrendite, die weiterhin fließen sollte. Den Stoppkurs

zur Verlustbegrenzung können Anleger bei 9,20 Euro setzen.

Svenska Handelbanken

Kurs der Svenska-

Handelbanken-Aktie in Euro

inkl. reinvestierter Dividende

6

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A14S60/SE0007100599

Börsenwert 21,9 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,4/10,8

Dividendenrendite für 2025e/26e 10,1/8,5 %

Kursziel*/Stoppkurs 13,20/9,20 €

Risiko** ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 11 %

Quelle: Bloomberg * höchstes Kursziel der Analysten

** abhängig von der 1-Jahres-Volatilität

16

14

12

10

8

e = erwartet

WALLENIUS

Gespaltene Analysten

Die norwegische Reederei Wallenius Wilhelmsen transportiert Autos, Lkws

und Baumaschinen per Seefracht. Ein weiteres Geschäftsfeld ist der Landtransport.

Das Unternehmen bietet seinen Aktionären eine Dividendenrendite

im zweistelligen Bereich. Es wird allerdings erwartet, dass diese in den kommenden

Jahren sinkt (siehe Tabelle rechts).

Der Umsatz stagniert seit dem Geschäftsjahr 2022. Analysten erwarten, dass

der Umsatz im Geschäftsjahr 2026 eine ähnliche Größenordnung wie 2022

erreicht. Auch der Gewinn je Aktie dürfte über diesen Zeitraum stagnieren. Er

bleibt allerdings positiv. Immerhin legte der Aktienkurs seit Anfang 2020 um

192 Prozent zu, inklusive der reinvestierten Dividenden wären es sogar 398

Prozent gewesen. Die Analysten sind gespalten. Zwei raten zum Kauf, zwei

zum Verkauf der Aktie. Anleger können den Stoppkurs zur Verlustbegrenzung

bei 5,40 Euro setzen.

FOCUS MONEY 40/2025

Wallenius Wilhelmsen

Kurs der Wallenius-Aktie in Euro

inkl. reinvestierter Dividende

0

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A1C0ZS/NO0010571680

Börsenwert 3,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 4,3/5,7

Dividendenrendite für 2025e/26e 18,9/11,8 %

Kursziel*/Stoppkurs 9,65/5,40 €

Risiko** ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 22 %

Quelle: Bloomberg * höchstes Kursziel der Analysten

** abhängig von der 1-Jahres-Volatilität

12

8

4

e = erwartet

17


moneytitel

GEKIPPT: Mit der Bonität Frankreichs geht es nach unten

ANLEIHEN

Turbulente Zeiten

Frankreich und Deutschland machen das Schuldenfass auf. Auch die USA stecken tief in der

Kreide. Die Märkte befürchten höhere Inflation und steigende Zinsen. Wie sich das nutzen lässt

Renditemuster Staatsbonds

Die höchsten Zinserträge in den Industrieländern

werfen britische Gilts ab. Generell zeigt der Trend

vor allem bei längerer Laufzeit eher nach oben

Rendite drei- und zehnjähriger Staatsanleihen

in Prozent nach Laufzeit

USA 3,56

3 Jahre

4,13

10 Jahre

Großbritannien 3,97

4,71

Deutschland 2,07

2,74

Frankreich 2,31

3,55

Italien 2,37

3,56

Quelle: Bloomberg, Stand 22.09.2025

von BERND JOHANN

Bei der Grande Nation dürfte das nicht so gut angekommen

sein: Die Ratingagentur Fitch stufte

Mitte September die Bonität Frankreichs als

Schuldner von der guten Note AA- auf ein befriedigendes

A+ zurück. Als Gründe nannte Fitch zunehmende

Staatsverschuldung sowie Unfähigkeit zu einer substanziellen

Haushaltskonsolidierung. Die Bestbewertung

von AAA hatte La France bereits 2012 verloren.

Eine niedrigere Bonität geht gewöhnlich einher mit höheren

Kosten für die Kreditaufnahme, sprich, die Märkte

verlangen höhere Zinsen.

Investoren nahmen den Reputationsverlust indes zunächst

recht gelassen, wie überhaupt die Rentenmärkte

es über die Ferienwochen eher locker angehen ließen.

18 Illustrationen: Adobe Stock (2)

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 40/2025


Beobachter sehen darin aber nur die Ruhe vor dem Sturm.

Ihre Befürchtung: Die Mischung aus steigender Staatsverschuldung

nicht nur in Frankreich, die Neuordnung von Lieferketten

infolge der Geopolitik sowie die Auswirkungen der

Trump-Zölle führt letztlich zu höherer Inflation und als Folge

auch zu wieder ansteigenden Zinsen. Das würde vor allem

bei länger laufenden Anleihen Kursverluste bedeuten.

Einen Kontrapunkt setzte zunächst die Fed. Die US-Notenbank

senkte vergangene Woche erstmals seit 2024 ihren

Leitzins. Bei der EZB waren es 2025 bereits vier Ermäßigungen.

Allerdings tangiert dies am Markt eher die kurzfristigen

Sätze bis vielleicht zwei Jahre. Die längerfristigen werden dagegen

weit stärker von den Inflationserwartungen und der

Kapitalnachfrage bestimmt. Für Anleger sei es daher an der

Zeit, sehr selektiv und vorsichtig zu agieren, mahnt Robert

Lind, Chefökonom des US-Investmenthauses Capital Group.

Dan Ivascyn, Anlagechef bei der Allianz-Tochter Pimco,

schließt gar zwischenzeitliche Turbulenzen an den Anleihe-

märkten nicht aus. Diese Schwankungen böten aktiven Managern

aber die Chance, schöne Mehrerträge zu erzielen. FO-

CUS MONEY nennt gut benotete Fonds unterschiedlicher

Ausrichtung, welche die Zinslandschaft aktiv angehen mit

guten Chancen, selbst aus „Turbulenzen“ Nutzen zu ziehen.

Volatilität schafft Möglichkeiten. An den Märkten kommen

Staatsanleihen wegen der öffentlichen Verschuldung

zunehmend ins Gerede. In Frankreich erreicht diese inzwischen

117 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Bei der

Staatsverschuldung gehöre die Grande Nation fraglos zu den

ganz Großen, stichelt Florian Gröschl, Miteigentümer der

Wiener Absolute Return Consulting. In den USA sind es gar

125 Prozent, in Italien 138 Prozent bei indes sinkendem

Trend. In Deutschland, zuletzt noch bei mäßigen 63 Prozent

Schulden zum BIP, dürfe die Quote mit den Mega-Kreditprogrammen

mittelfristig auf mehr als 80 Prozent streben.

„Die staatlichen Schuldenexzesse, teilweise auch als Sondervermögen

getarnt, nehmen immer krassere Formen

VONTOBEL CREDIT OPPORTUNITIES

Rundum-Sorglos-Paket

Die gesamte Palette an Zinsanlagen beackert dieser Fonds, sowohl was

Emittenten, Laufzeiten als auch Bonitäten betrifft. Hinzu kommen Derivate vor

allem zur Absicherung. Erklärtes Ziel des Schweizer Investmenthauses: „Von

günstigen Marktentwicklungen profitieren und die Verwundbarkeit des Fonds

bei ungünstigen Märkten tief halten“. Das gelang mit einer im Branchenvergleich

sehr stetigen und attraktiven Wertentwicklung bisher bestens.

Momentan setzt der Fonds weltweit breit gestreut vor allem auf Firmenbonds.

Staatliche und staatsnahe Papiere kamen zuletzt auf gut zehn Prozent am Vermögen,

voran kurzlaufende US-Treasuries. Per Saldo weist das Depot eine effektive

Laufzeit von knapp drei Jahren auf, bei einer durchschnittlichen Rendite

bis Verfall von rund fünf Prozent. Neben diesem Dollar-Ursprungsfonds

bietet Vontobel eine ganze Reihe von Tranchen, darunter jüngere, Euro-gesicherte,

ausschüttend (WKN A40U0W) und thesaurierend (WKN A3C8Y7).

Vontobel Credit Opportunities

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2021

2021 22 23 24 2025

+60

+40

+20

0

–20

WKN/ISIN (thesaur.,USD) A2JLSA/LU1242417589

Fondsvolumen

1,27 Mrd. USD

Ausgabeaufschlag/lfd. Kosten bis 5,0/0,48 %

Wertentwicklung (€) 1/3/5 Jahre 8,6/50,2/78,3 %

Volatilität 1/3 Jahre p.a. 9,4/7,4 %

Auflagedatum 30.06.2015

Quelle: Bloomberg

LF SUSTAINABLE YIELD OPPORTUNITIES

Chancensucher mit Öko-Touch

Opportunitäten und Sondersituationen, sowohl bei Unternehmens- wie auch

Staatsanleihen hat dieser bei Universal Investment aufgelegte Fonds im Blick.

Gemanagt wird über das Hamburger Finanzhaus Laiqon. Bei der Anleihen-

Auswahl bilden die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) eines der

Kriterien. Zudem kann der Fonds auch Derivate aktiv einsetzen.

Mit diesem Ansatz schlug er sich bisher recht erfolgreich mit einer durchschnittlichen

Jahresrendite von gut sechs Prozent seit Auflage. Aktuell dominieren

Unternehmensanleihen das Portfolio eindeutig, gestreut über alle Laufzeiten

bei einer gewichteten Durchschnittsdauer von allerdings nur knapp vier

Jahren. Der Schwerpunkt liegt dabei klar bei renditeträchtigeren Titeln unterhalb

Investmentgrade. Das Risiko reduziert das Management durch sehr breite

Streuung bei eindeutiger Dominanz von Euro-Anlagen. Der Fonds schüttet

aus, zuletzt 1,67 Euro oder damals 3,7 Prozent im Mai 2025.

FOCUS MONEY 40/2025

LF Sustainable Yield Opportunities

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2021

2021 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

+10

+5

0

–5

–10

WKN/ISIN (aussch., Euro) A2PB6F/DE000A2PB6F

Fondsvolumen 286 Mio. €

Ausgabeaufschlag/lfd. Kosten bis 3,0/1,20 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 6,0/21,3/20,3 %

Volatilität 1/3 Jahre p.a. 2,5/4,0 %

Auflagedatum 1.04.2019

19


moneytitel

an“, wundert sich Peter Huber vom Bad Homburger Taunus

Trust. Dabei hatten die Väter des Euro, wegen historischer

Erfahrungen und um die Werthaltigkeit der neuen Währung

zu sichern, im Maastricht-Vertrag eine öffentliche Schuldenobergrenze

von 60 Prozent des BIP festgeschrieben.

Anker Zentralbanken. „Hundert ist das neue sechzig“, lästert

jetzt Hans-Jörg Naumer, Direktor bei der Allianz-Tochter

AGI. Kein Wunder, dass es vor diesem Hintergrund zu Bonitätsabstufungen

bei Staatsanleihen kommt - geht es nach

Marktspekulationen perspektivisch auch bei den noch mit

Bestnote AAA bedachten Bundesanleihen. Anlegern, die

dennoch über Fonds bei Staatspapieren dabei sein wollen,

bieten etwa der Warburg Global Fixed Income Fonds (WKN

978473) oder mit einem Schwerpunkt in Staatsanleihen der

Bayerninvest Renten Europa (WKN A2PSYA) aktiv gemanagte

Alternativen. Denn es gibt recht verlässliche Ausputzer.

Sollten steigende Zinsen Haushalte und Finanzierung

mancher Staaten in Probleme stürzen, dürften die Zentral-

banken wie in den 2010er-Jahren nicht untätig bleiben. „Die

Notenbanken sind mittelfristig zu allen Schandtaten bereit,

um das System am Laufen zu halten“, vermutet Thomas Romig,

Geschäftsführer beim Vermögensverwalter Assenagon.

Tendenziell geht die Marktmeinung aber eher zu stabilen

Unternehmensanleihen. Für sie sprächen Fundamentaldaten

und technische Faktoren, so die Capital Group Kreditkennzahlen

und Verschuldungsgrade befänden sich auf gesundem

Level. Hinzu kommt ein attraktives Renditeniveau.

Bei Staatsbonds gibt es übrigens nicht nur schlechte Nachrichten.

Ausgerechnet der in der Finanzkrise geschmähte Club

Med punktet hier: Standard & Poor’s stufte jetzt die Bonität

Portugals von A auf A+ hoch, wegen des soliden Haushaltskurses

und Staatsverschuldung auf festem Abwärtspfad. Den

beschritt auch das frühere Problemkind Griechenland dank

Reformen, Steuersenkungen und als Folge starkem Wirtschaftswachstum.

Inzwischen häufte es sogar Haushaltsreserven

von 40 Milliarden Euro oder 15 Prozent des BIP an.

BLACKROCK FI CREDIT STRATEGIES

Ausgewogen und flexibel

Schwerpunkt Nicht-Staatsanleihen in Euro von Emittenten weltweit - für die

Manager des US-Investmentriesen Blackrock heißt das bei diesem Fonds vor

allem Festverzinsliche von Unternehmen und supranationalen Adressen. Allein

Firmenbonds machen derzeit 83 Prozent des zuletzt 234 Titel umfassenden

Depots aus. Staatsanleihen sind möglich, aktuell im Fonds aber kaum zu

finden. Bei den Fristen liegt der Schwerpunkt klar auf kurzen und mittleren

Laufzeiten bis maximal sieben Jahren sowie bei den Bonitätsnoten auf BBB

und BB. Der Fonds will so erhöhte Renditen (im Schnitt derzeit 4,8 Prozent)

abgreifen, bei gleichzeitig verminderter Reaktion auf Zinsänderungen.

Eine möglichst gute Rendite bei Blick auf ein sukzessives Kapitalwachstum

steht denn auch im Visier des Managements. Dazu kann es in begrenztem

Umfang ebenfalls Derivate einsetzen. Bei dem Fonds gibt es zudem einen Part

mit Ausschüttung (WKN A2PF5L), zuletzt Ende Mai 3,32 Euro je Anteil.

Blackrock ESG FI Credit Strategies

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2021

2021 22 23 24 2025

+5

0

–5

–10

WKN/ISIN (thesaur., Euro) A2PF5F/LU1965316372

Fondsvolumen 415 Mio. €

Ausgabeaufschlag/lfd. Kosten bis 5,0/1,30 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 5,6/18,4/11,2 %

Volatilität 1/3 Jahre p.a. 2,0/2,4 %

Auflagedatum 11.06.2019

Quelle: Bloomberg

HANSA DEFENSIVE

Risiko? Nein danke

Rentenfonds mit Stabilitätsanspruch nennt die Investmenttochter des Versicherungskonzerns

Signal Iduna diesen Pool. Zu diesem Zweck investiert er

in kürzere Laufzeiten mit einer Begrenzung der durchschnittlichen Dauer auf

maximal 18 Monate. Damit greift er vor allem die sich bietenden Zinserträge

am Markt ab. Vorteil: Der Fonds ist recht kursresistent bei Zinsänderungen.

Nachteil: geldmarktnahe Zinsen sind gewöhnlich niedriger als die längerfristigen.

Die Fondsrendite soll jedoch deutlich oberhalb der Euro-Geldmarktsätze

liegen, so der Anspruch. Aktuell spielen dem Pool die höheren Kupons in

die Hände. Er würde profitieren, sollten die Zinsen in Zukunft weiter steigen.

Im Depot liegen derzeit Anleihen von Emittenten aus einer Vielzahl von Ländern

(voran USA, Deutschland) mit bis zu vier Jahren Laufzeit bei Schwerpunkt

ein bis zwei Jahre. 2025 brachte dieser Mix bis August einen Ertrag von 2,3

Prozent. Der Fonds schüttete im März 1,55 Euro je Anteil (3,1 Prozent) aus.

Hansa defensive

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2021

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN (aussch., Euro) 976621/DE0009766212

Fondsvolumen 50 Mio. €

Ausgabeaufschlag/lfd. Kosten 0,50/0,41 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 3,7/11,8/10,4 %

Volatilität 1/3 Jahre p.a. 0,3/0,6 %

Auflagedatum 2.11.1994

Quelle: Bloomberg

+8

+4

0

–4

20 FOCUS MONEY 40/2025


EINZELANLEIHEN

Renditen

in Bewegung

Das Schuldendesaster Frankreichs

wirkt sich zunehmend aus. So nahm die

Stiftung Warentest französische Banken

in Mithaftung und deren Angebote aus

ihren Zinsvergleichen heraus. Auch die

Renditen der Staatsanleihen zeigen neuen

Auftrieb. Der Frankreich-Bond mit Fälligkeit

Mai 2030 zum Beispiel (WKN

A1ZHSU) wirft inzwischen mit 2,7 Prozent

eine ähnliche Jahresrendite ab wie die

im Juni 2030 fällige Anleihe der lange

geschmähten Griechen mit der WKN

A28YNH. Dabei lag die Verzinsung fünfjähriger

griechischer Staatspapiere vor

drei Jahren noch um vier Prozent, die der

französischen bei 1,5 Prozent. Die Rendite

vergleichbarer deutscher Bundesanleihen

schaukelte sich seit Mai leicht

von zwei auf 2,3 Prozent hoch.

Vorteil Firmenbonds. Damit schrumpfte

der Abstand zu guten Firmenanleihen.

Diese besitzen indes immer noch einen

Zinsbonus. Von den zuletzt reger gehandelten

Titeln wirft zum Beispiel die Anleihe

von Eon Finance, Kupon 3,0 Prozent

Liquide Firmenbonds

Emittent WKN Volumen

Mio. Euro

und Laufzeit 3.09.31 (WKN A4EGDC) rund

drei Prozent Rendite ab, der RWE-Bond

mit 2,75 Prozent Kupon, Fälligkeit

24.05.30 (WKN A30VJF) 2,8 Prozent. Tendenziell

zu bevorzugen dürften derzeit

kürzere Laufzeiten sein. Bei längeren besteht

die Gefahr spürbarer temporärer

Kursverluste, sollten die Zinsen steigen.

Die Tabelle listet kürzere laufende Titel als

Geldparkplatz für zwei oder drei Jahre.

Laufzeit Kupon in % Kurs in % Rendite

p.a. % bis

Fälligkeit

Rating

Schaeffler A2YB7B 650 26.03.27 2,875 100,10 2,8 BBB-

Porsche SE A351SW 500 27.09.27 4,125 102,65 2,8 kein Rating

Dt. Pfandbriefbank A38261 500 27.11.27 4,0 101,90 3,1 BBB-

Fraport A3E5F0 800 31.03.28 1,875 98,00 2,7 kein Rating

Continental A351PU 750 01.06.28 4,0 103,10 2,8 BBB

Quelle: Bloomberg

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FOCUS MONEY 40/2025

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Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 21


moneytitel

AKTIENANLEIHEN

Hochprozentiges fürs Depot

Satte Kupons einstreichen und gleichzeitig die Erträge mit einem großzügigen Sicherheitsnetz

schützen? Mit diesen Aktienanleihen werden Anleger zu erfolgreichen Zinsjägern

Aktienanleihen mit Puffer

Aktienanleihen mit niedrigem Basispreis oder mit

Barriere? Beide Varianten bieten ein Sicherheitsnetz,

unterscheiden sich jedoch in ihrer Funktionsweise

Auszahlungsprofil einer Aktienanleihe

Basiswert ohne Dividende

Basispreis 100 %,

Barriere 70 % Kupon 10 %

Kursentwicklung des Basiswerts in %

30

10

Basispreis 80 %, Kupon 5 % –10

–40 –20 0 20 40

Quelle: eigene Darstellung

–30

–50

Ertrag des Zertifikats in %

von SASCHA ROSE

Die Freude über die gestiegenen Zinsen währte nicht lange.

Laut dem Verbraucherportal biallo.de konnten Anleger

mit sicherem Tages- und Festgeld bereits Ende

2024 im Durchschnitt nicht mehr genug verdienen, um einen

Kaufkraftverlust ihres Vermögens durch steigende Preise zu

verhindern. Derzeit bieten nur sehr wenige Banken noch Zinsen

an, die über der Inflationsrate liegen. Diese lag in Deutschland

zuletzt bei 2,2 Prozent. Aktienanleihen bieten hier eine

clevere Alternative – inklusive Sicherheitsnetz.

„Aktienanleihen sind eine spannende Renditequelle fürs Depot

und eignen sich für Anleger, die innerhalb einer definierten

Risikospanne von erhöhten Zinsen profitieren wollen“,

sagt Samir Zakaria, Leiter Wealth Management Region Mitte

beim Vermögensverwalter Hansen

& Heinrich. Für Mirko Hajek,

geschäftsführender Gesellschafter

der Rheinische Portfolio Management

GmbH, können Aktienanlei-

EXKLUSIVE ZINSEN:

Aktienanleihen bieten satte

Kupons, die sogar zweistellig

ausfallen können

22 Fotos: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 40/2025


hen zudem „besonders in Seitwärtsmärkten oder leicht fallenden

Phasen eine lukrative Ergänzung im Depot sein.“

Ohne Wenn und Aber. Aktienanleihen werden von Banken

emittiert. Sie haben eine feste Laufzeit und beziehen sich – wie

der Name vermuten lässt – auf Aktien (manchmal dienen aber

auch Indizes als Basiswert). Der angegebene Zinskupon wird

in der Regel am Laufzeitende ausgezahlt. Das Wichtigste jedoch

ist: Die Zinsen gibt es ohne Wenn und Aber. Nur im Falle

einer Pleite des Emittenten können sie ausfallen. Dividenden

erhalten Käufer von Aktienanleihen hingegen nicht.

Aktuell sind mit Aktienanleihen problemlos Zinsen von

sechs, sieben und mehr Prozent pro Jahr möglich. Vor allem

Papiere auf schwankungsfreudige (volatile) Aktien bieten

nicht selten sogar zweistellige Zinsen. „Die Kupons sind aber

kein Geschenk, sondern der Preis für ein konkretes Risiko“, erklärt

Portfoliomanager Hajek. Bei Aktienanleihen zeigt sich

dieses konkret in der Art der Tilgung am Laufzeitende. Von ihr

hängt es ab, ob Anleger mit ihren Zinserträgen unterm Strich

einen Gewinn oder einen Verlust machen.

Liegt der Basiswert am Laufzeitende bzw. dem Bewertungstag,

auf oder über dem Basispreis (s. Glossar rechts), ist alles

in Ordnung. In diesem Fall gibt es den Nennwert in bar zurück

und Anleger erzielen die maximal mögliche Rendite. Andernfalls

liefert der Emittent gemäß Bezugsverhältnis eine bestimmte

Anzahl an Aktien. Das Problem: Der Wert des Aktienpakets

liegt unter dem Nennwert. Übersteigt das Minus den

Zinsertrag, entstehen Buchverluste. „Idealerweise investieren

Anleger also in Aktienanleihen, deren Basiswert sie sich

auch als Einzelaktie kaufen würden“, betont Zakaria.

Weniger Risiko. Vorsichtige Naturen sollten zudem klassische

Aktienanleihen meiden. Denn dort entspricht der Basispreis

dem Kurs der Aktie zu Beginn der Laufzeit. Es kommt

also bereits zur Aktienlieferung, wenn die Aktie nur leicht gefallen

ist. Mehr Sicherheit bieten Aktienanleihen mit einem

niedrigeren Basispreis oder solche mit einer zusätzlichen Barriere.

Das Risiko einer Aktienlieferung ist dort deutlich niedriger.

Trotzdem bieten auch diese Aktienanleihen üppige Zinskupons,

wie die Produktbeispiele in der Tabelle unten zeigen.

Auf der nächsten Seite erfahren Anleger dann, wie die Sicherheitspuffer

in der Praxis funktionieren – und was es sonst

noch beim Kauf von Aktienanleihen zu beachten gilt.

GLOSSAR

Wichtige Kennzahlen

■ Barriere: Kursschwelle, die unterhalb des Basispreises

liegt. Sie kann kontinuierlich beobachtet werden

oder nur am Laufzeitende relevant sein.

■ Basispreis: Kursniveau, das entscheidet, wie die

Aktienanleihe getilgt wird. Er entspricht in der Regel

dem Startkurs des Basiswerts, kann aber auch darunter

(oder sogar darüber) liegen.

■ Bewertungstag: Datum, an dem der Emittent den

Schlusskurs des Basiswerts mit dem Basispreis oder

der (endfälligen) Barriere vergleicht.

■ Bezugsverhältnis: Anzahl der Aktien, die Anleger

bei einer physischen Lieferung des Basiswerts erhalten.

Formel: Nennwert geteilt durch den Basispreis.

Bruchteile werden immer in bar ausgezahlt.

■ Zinskupon: Prozentsatz, zu dem der Nennwert der

Aktienanleihe verzinst wird. Er wird pro Jahr (p. a.) angegeben.

Das heißt: Bei unter einem Jahr Laufzeit ist

die Gesamtverzinsung niedriger, umgekehrt höher.

■ Kurs: Aktienanleihen notieren in Prozent des Nennwerts.

Bei einem Kurs von 101 Prozent und 1000 Euro

Nennwert beträgt der Preis also 1010 Euro, bei 99 Prozent

sind es 990 Euro.

■ Stückzinsen: Zinsanspruch, der seit Beginn der

Laufzeit entstanden ist. Stückzinsen werden getrennt

vom Kurs der Aktienanleihe ausgewiesen.

■ Kaufpreis Betrag, der sich aus dem Kurs der Aktienanleihe

plus den Stückzinsen ergibt. Übrigens: Verkäufer

bekommen die Stückzinsen gutgeschrieben.

■ Rendite: Ergibt sich aus dem Zinskupon, der Laufzeit

und dem Kaufpreis. Beispiel: Fünf Prozent Zinsen

(p. a.) ergeben bei einem Kurs von 99,5 Prozent und einem

Jahr Laufzeit eine Rendite von 5,53 Prozent.

Attraktive Zinsen zu kalkulierbarem Risiko

Aktienanleihen mit einem niedrigen Basispreis oder einer Barriere verringern das Risiko einer Aktienlieferung. Dadurch steigt die

Chance auf die maximale Rendite. Tipp: Bei Papieren mit endfälliger Barriere wird die Kursschwelle nur am Ende „scharf“ geschaltet

Basiswert Typ WKN/ISIN Emittent Zinskupon

(p.a.)

Bewertungstag

Basispreis Barriere 1) Sicherheitsspuffer

2)

Bezugsverhältnis

Kaufpreis 3)

Max. Rendite

gesamt p. a.

1

2

Commerzbank Basispreis <100 DE000HT8CL47 HSBC 7,25 % 16.10.26 20,00 € – 37,13 % 50,000 997,42 € 8,2 % 7,7 %

Hochtief Basispreis <100 DE000DU2TDL7 DZ Bank 5,80 % 18.09.26 180,00 € – 21,60 % 5,556 1001,35 € 6,1 % 6,1 %

Siemens Energy Basispreis <100 DE000UG85Q73 Unicredit 9,30 % 20.11.26 70,00 € – 26,56 % 14,286 1015,53 € 11,0 % 9,4 %

Bayer Barriere, endfällig DE000HT708E1 HSBC 11,00 % 18.08.26 27,67 € 22,14 € 19,30 % 36,140 985,84 € 12,6 % 13,7 %

Bechtle Barriere, endfällig DE000HV4YXB7 Unicredit 7,50 % 26.08.26 38,82 € 29,12 € 23,26 % 25,760 984,19 € 9,2 % 9,9 %

Renault Barriere, endfällig DE000VH1HY81 Vontobel 8,50 % 18.09.26 33,24 € 26,59 € 24,54 % 30,084 997,39 € 9,4 % 9,3 %

Stand: 22.09.25; Nennwert: jeweils 1000 Euro, 1) endfällig, 2) bezogen auf den Baispreis oder die Barriere, 3) inklusive Stückzinsen

Quellen: Emittenten, Onvista.de

FOCUS MONEY 40/2025

23


moneytitel

1

AKTIENANLEIHE AUF COMMERZBANK

Tiefer Basispreis als Sicherheitspuffer

Der Basiswert: Die Aktie der Commerzbank ist aufgrund verbesserter Renditeaussichten

und der Übernahme-Offerte der Unicredit zuletzt stark gestiegen.

Die jüngste Korrektur überrascht daher nicht. Auch viele Analysten haben die

Aktie inzwischen auf „Neutral“ herabgestuft mit einem durchschnittlichen Kursziel

von 32 Euro. Das höchste liegt bei 36 Euro, das niedrigste bei 21 Euro.

Die Aktienanleihe: Gut 13 Monate Laufzeit, ein Zinskupon von 7,25 Prozent

(p. a.) und ein Basispreis von gerade einmal 20 Euro – das sind die Merkmale

der kürzlich von der HSBC emittierten Aktienanleihe auf die Commerzbank. Der

Nennwert beträgt (typische) 1000 Euro, das Bezugsverhältnis beträgt glatt 50

Aktien. Kaufpreis inklusive Stückzinsen: knapp unter 1000 Euro.

Die Chancen: Liegt der Schlusskurs der Commerzbank-Aktie am Bewertungstag,

dem 16. Oktober 2026, auf oder über dem Basispreis, gibt es 1000 Euro in bar zurück.

Hinzu kommen insgesamt 79,65 Euro Zinsen. Unterm Strich erzielen Anleger

somit eine Rendite von 8,2 Prozent (7,7 Prozent p. a.). Das ist einiges mehr als die

erwartete Dividendenrendite der Aktie von 2,9 Prozent. Der Sicherheitspuffer von

mehr als 37 Prozent macht die Zins-Rendite zudem sehr wahrscheinlich.

Das Risiko: Bei Commerzbank-Kursen unter 20 Euro liefert die HSBC die 50 Aktien

des Bankhauses. Das führt zwar zu Verlusten. Diese fallen jedoch dank des

niedrigen Basispreises (erst unter 20 Euro sind die Aktien weniger wert als 1000

Euro) und der Zinsen aber sehr viel geringer aus als bei der Commerzbank-Aktie.

Beruhigender Abstand

Die Aktienanleihe läuft auch bei einer Übernahme

der Commerzbank durch die Unicredit

weiter. Im Fall eines Delistings würde der

Abfindungspreis am Bewertungstag gelten

Commerzbank

Aktienkurs in Euro

Basispreis

2021 22 23 24 2025

Schlusskurs

am 16.10.26

Aktie

Wertentwicklung

(inkl. Dividende)

Tilgung der

Aktienanleihe

Kurs der Aktie bei Auswertung: 31,50 Euro, Rendite vor Steuern und Gebühren

Aktienanleihe

30

20

10

Rendite der

Aktienanleihe

45,00 € 45,9 % 1000,00 € 8,2 %

40,00 € 30,0 % 1000,00 € 8,2 %

35,00 € 14,1 % 1000,00 € 8,2 %

30,00 € –1,7% 1000,00 € 8,2 %

25,00 € –17,6% 1000,00 € 8,2 %

20,00 € –33,5% 1000,00 € 8,2 %

15,00 € –49,4% 50,00 Aktien –16,8%

0

Quelle: Bloomberg

2

AKTIENANLEIHE PROTECT AUF BECHTLE

Barriere schützt am Laufzeitende

Der Basiswert: Bechtle steht bei der Schweizer Großbank UBS derzeit auf der

„Top 20“-Liste für besonders überzeugende Anlageideen im Bereich der kleinen

bis mittelgroßen Unternehmen. Für die Deutsche Bank steht der IT-Dienstleister

vor allem im Geschäft mit der öffentlichen Hand vor einem Aufschwung. Klar aber

ist: Die Rechnung geht nur auf, wenn die hiesige Wirtschaft tatsächlich anzieht.

Die Aktienanleihe: Die Unicredit hat ihre Aktienanleihe Protect mit einem Zinskupon

in Höhe von 7,5 Prozent und einer endfälligen Barriere ausgestattet. Letztere

liegt bei 29,12 Euro und damit knapp unter dem Tief von Anfang Januar dieses

Jahres. Die Laufzeit beträgt genau ein Jahr und der Nennwert 1000 Euro. Das

angegebene Bezugsverhältnis von 25,76 ergibt sich aus dem Nennwert geteilt

durch den Basispreis von 38,82 Euro. Der Schein kostete zuletzt knapp 985 Euro.

Die Chancen: Bei der Aktienanleihe Protect reicht es am Bewertungstag, dem

26. August 2026, dass die Bechtle-Aktie auf oder über der Barriere schließt,

damit Anleger – neben den 75 Euro Zinsen – auch die 1000 Euro Nennwert

bekommen. Nach Adam Riese bietet die Aktienanleihe Protect somit eine maximale

Rendite von 9,2 Prozent. Aufs Jahr gerechnet sind das 9,9 Prozent.

Das Risiko: Notiert die Bechtle-Aktie am Bewertungstag unter der Barriere, kommt

es trotz der Zinszahlung zu spürbaren Verlusten. Grund: Der Wert der gelieferten

25,76 Bechtle-Aktien (Bruchteile in bar) würde selbst bei einem Kurs von 29,11 Euro

nur rund 750 Euro betragen. Das Minus ist allerdings niedriger als bei der Aktie.

Sinnvolle Kursschwelle

Die Bechtle-Aktie versucht, einen Boden zu

finden und bekommt von den meisten Analysten

eine Kaufempfehlung. Ein Rückschlag

Richtung 30 Euro ist aber auch möglich

Bechtle

Aktienkurs in Euro

endfällige Barriere

2018 19 20 21 22 23 24 2025

Schlusskurs

am 26.08.26

Aktie

Wertentwicklung

(inkl. Dividende)

Tilgung der

Aktienanleihe

Kurs der Aktie bei Auswertung: 31,50 Euro, Rendite vor Steuern und Gebühren

Aktienanleihe

60

50

40

30

20

Rendite der

Aktienanleihe

45,00 € 20,3 % 1000,00 € 9,2 %

42,00 € 12,4 % 1000,00 € 9,2 %

39,00 € 4,5 % 1000,00 € 9,2 %

36,00 € –3,4% 1000,00 € 9,2 %

33,00 € –11,3% 1000,00 € 9,2 %

30,00 € –19,2% 1000,00 € 9,2 %

27,00 € –27,1% 25,76 Aktien –21,7%

Quelle: Bloomberg

24 FOCUS MONEY 40/2025


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moneytitel

INTERVIEW

Zollerhöhungen

werden sich in

steigende

Inflationsraten

niederschlagen“

Vita

Jürgen Michels

seit zwölf Jahren arbeitet der promovierte

Ökonom als Chefvolkswirt der

Bayerischen Landesbank in München

von 2002 bis 2013 war er Managing

Director der Citigroup in London, zuletzt

als Chefvolkswirt für den Euroraum

AMERIKANISCHE NOTEN-

BANKER UNTER DRUCK:

Noch hat die Federal Reserve

(Fed) in Washington D. C.

unabhängig entschieden

von 1997 bis 2002 arbeitete der aus der

Eifel stammende Volkswirt für die damalige

Privatbank Sal. Oppenheim in Köln

26 Fotos: Adobe Stock (2), T. Hase/BayernLB

FOCUS MONEY 40/2025


von HANS-PETER SIEBENHAAR

Jürgen Michels, Chefökonom der

Bayerischen Landesbank, prognostiziert:

Der Plan von Trump, mit niedrigen

Zinsen das Schuldenproblem der USA

zu lösen, wird nicht aufgehen

Die amerikanische Notenbank Fed hat den Leitzins um 25 Basispunkte

gesenkt. Wir beurteilen Sie die jüngste Zinsentscheidung der Fed

vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftslage und der geopolitischen

Risiken?

Jürgen Michels: Die Fed hat unabhängig agiert. Das Votum

ist nicht überraschend. Fed-Chef Jerome Powell hat den Zinsschritt

bereits auf dem Treffen der Notenbanker in Jackson

Hole angekündigt. Die Fed hat keine Richtungsänderung

vollzogen, sondern eine logische Entscheidung auf der

Grundlage des schwachen Arbeitsmarktes in den USA getroffen.

Rechnen Sie mit weiteren Zinsschritten in den nächsten zwölf

Monaten?

Michels: Wir gehen von weiteren Zinsschritten aus. Bereits

im Oktober könnte die Fed den Leitzins um weitere 25 Basispunkte

senken, wenn der amerikanische Arbeitsmarkt weiterhin

schwach bleibt. Die Kernfrage ist, wird der Inflationsdruck

steigen?

Ihre Antwort?

Michels: Es wird noch einige Zeit dauern, aber wir erwarten,

dass die Zollerhöhungen sich in steigenden Inflationsraten

niederschlagen werden und die Gefahr besteht, dass

sich dieser Trend fortsetzt. Daher dürfte die Fed ihren eher

restriktiven Kurs während der Amtszeit von Powell in seiner

bis Ende Mai beibehalten und die Zinsen nicht weiter senken.

Erst nach dem Machtwechsel wird sich die Fed in eine neue

Richtung bewegen.

Welche geopolitischen Auswirkungen wird diese Fed-Zinssenkung

auf den europäischen und deutschen Markt?

Michels: Die Reaktion ist ruhig. Von entscheidender Bedeutung

wird sein, ob die Fed im nächsten Jahr ihre Unabhängigkeit

verliert und wir politisch dominierte Entscheidungen

aus Washington sehen werden. Das hätte massive

Auswirkungen auf den Rentenmarkt. Momentan gehen die

langfristigen Zinsen nach unten. Sollte es jedoch zu höheren

Inflationsraten kommen, werden die Märkte mit Blick

auf die stark steigende Staatsverschuldung der USA sehr

nervös werden. Wir gehen dann in diesem Umfeld davon

aus, dass die USA eine deutlich steilere Zinskurve bekommen

werden und die Renditen in den USA nochmals ansteigen.

Das hätte Auswirkungen auf Europa und Deutschland.

Denn der Dollar würde sich zum Euro deutlich

abschwächen.

Die Entscheidung, die Zinsen nur um 0,25 Prozent zu senken, erfolgte

nur mit einer Gegenstimme. Trump konnte sich mit seiner Forderung

nach einer Zinssenkung um 0,5 Prozent nicht durchsetzen. Ist

das ein Punktsieg für Notenbank-Chef Powell?

Michels: Die Fed hat sich nicht beirren lassen. Ihre Zinsentscheidung

erfolgte auf der Grundlage von Daten. Das ist richtig

und gut in diesem hochnervösen Umfeld. Doch der Druck

auf die Fed wird nicht nachlassen. Das Ziel des US-Präsidenten

ist es, die Notenbank mit Loyalisten zu bestücken. Die

Denke Trumps ist ganz einfach: Nur mit sehr niedrigen Zinsen

kann ich mein Schuldenproblem lösen. Das wird aber so

nicht funktionieren. Wenn ich mich auf der Staatsschuldenseite

immer kurzfristiger finanziere, wird es am langen Ende

immer noch ein großer Hebel sein. Ich kann nicht alles auf

einjährige Bonds geben, die vielleicht dann auch noch von

irgendwelchen Stablecoin-Ausgebern gekauft werden. Das

Spiel wird nicht aufgehen. Der noch schläfrige Rentenmarkt

wird darauf reagieren. Und das hat große Auswirkungen auf

die Märkte.

Wenn die Trumpisten nächstes Jahr die Macht in der Fed übernehmen

sollten, welche Auswirkungen wird das auf die Europäische

Zentralbank (EZB) haben?

Michels: Auch in der Europäischen Währungsunion haben

wir ein Staatsschuldenproblem, das wir lösen müssen. Die

stark gestiegenen Schulden Frankreichs und den entsprechenden

hohen Zinssatz auf Staatspapiere erhöhen den

Druck.

Wie kann das Schuldenproblem im Euroraum gelöst werden?

Michels: In Frankreich werden Stimmen lauter, die Schulden

der Nationalstaaten zu vergemeinschaften. Daneben

gibt es noch die Möglichkeit, dass die EZB im großen Stil französische

Staatspapiere kauft. Doch dafür sehe ich derzeit keinen

Spielraum in Frankfurt. Nur im Falle einer Eskalation,

also einer erneuten Finanzkrise, dürfte die EZB eingreifen.

Aber auch abgesehen von der Situation in Frankreich befindet

sich die EZB in einer Zwickmühle. Die lockere US-Geldpolitik

führt zu einem schwachen Dollar und zu einer Aufwertung

des Euros, was inflationsmindernd ist. Gleichzeitig

sehen wir eine große fiskalische Lockerung, wie im Fall von

Deutschland. Das dürfte die Inflation fördern.

Was heißt diese Zwickmühle für die Zinspolitik der EZB?

Michels: Der EZB wird dieses und nächstes Jahr eine pas-

FOCUS MONEY 40/2025

27


moneytitel

sive Rolle einnehmen. Erst einmal wird bei den Zinsen nichts

passieren. Erst ab Ende 2026 erwarten wir eine leichte Zinserhöhung.

Wie gefährlich wird in diesem Szenario dann die wachsende Staatsverschuldung

im Euroraum?

Michels: Seit dem Ende der Coronakrise und dem Beginn

des Ukraine-Krieges steigen die Schulden der EU-Staaten

und des Privatsektors. Das wird unweigerlich zu einem gewaltigen

Problem in der Zukunft. Wir sollten daher dringend

unsere Anstrengungen verstärken, einen Plan zur Rückzahlung

der Verbindlichkeiten zu entwickeln. Ansonsten steigen

die Risikoprämien weiter – verbunden mit dem Risiko

schwerwiegender Verwerfungen auf den Märkten.

Wenn man den Goldpreis als Barometer der Angst nimmt, ist die Verunsicherung

bei den Anlegern derzeit sehr groß. Dennoch läuft der

Dax, Euro Stoxx oder Dow Jones gut. Wie erklären Sie diesen – womöglich

scheinbaren – Widerspruch?

Michels: Trotz des Zollchaos sind die Märkte bislang relativ

gut durchgekommen. Die Unternehmensgewinne, gerade

in den USA, haben noch keine großen Einbrüche gezeigt.

Es lohnt sich, seine Cash-Position in dieser unberechenbaren

Zeit zu erhöhen. Denn Vorhersagen für Renten- oder Aktienmärkte

sind extrem schwierig. Wir können Höchststände

nicht nur bei Gold, sondern auch in anderen risikoreichen

Assetklassen sehen. Davon sollten sich Anleger nicht blenden

lassen. Es kann sehr schnell zu Rückschlägen im Korridor

von zehn bis 20 Prozent kommen.

Sollten in dieser risikoreichen Zeit Anleger daher nicht mehr blind

auf Indizes setzen, sondern vielmehr eine gezielte Anlage in die besten

Aktien und Anleihen treffen?

Michels: Auf breite Indizes zu setzen, ist sehr bequem. Ich

brauche mir erst einmal keine weiteren Gedanken machen,

wenn der gesamte Markt gut läuft. Doch angesichts der geopolitischen

und technologischen Herausforderungen ist der

Erfolg dieser Strategie zunehmend gefährdet. Es wird

zwangsläufig zu Rückschlägen kommen, die den Gesamtmarkt

betreffen und die Indizes wie Blei nach unten ziehen.

Deshalb sind gezielte Investments über alle Assetklassen das

Gebot der Stunde. In dieser Zeit muss jeder Anleger noch intensiver

prüfen, in welchen Assets er sein Geld steckt. Investieren

macht angesichts der Risiken mehr Arbeit denn je.

Die Bedeutung der Geopolitik für die Märkte wird unterschätzt. Bislang

haben wir nur kleine, kurzfristige Huster mitbekommen.“

Jürgen Michels, Chefvolkswirt BayernLB

Die institutionellen Investoren, aber auch die privaten Anleger

verfügen über eine große Krisenresistenz. Als nach dem

Liberation Day Anfang April die Kurse in den Keller gerauscht

sind, haben alle wieder gekauft.

Was treibt den Optimismus der Anleger an?

Michels: Die künstliche Intelligenz (KI) sorgt für einen Sonderhype.

Doch bei technologischen Innovationswellen gibt es ein Auf und ein

Ab…

Michels: ...richtig, es ist kein linearer Verlauf. Wir kommen

jetzt in eine Phase, in der es abwärtsgehen wird. Die KI-Begeisterung

sorgt für eine Überhitzung der Märkte. Eine Abkühlung

ist früher oder später daher unausweichlich. Größere

Rückschläge auf den Aktienmärkten werden daher

wahrscheinlicher. Viele Investoren ignorieren schlechte

Nachrichten. Uns droht eine sehr ungesunde Marktsituation.

Die Gefahren für Anleger wachsen in der Phase der Übertreibungen.

Wie sollten Anleger reagieren? Sollten Sie ihre Investments in Aktien,

Anleihen und Metallen noch breiter streuen?

Michels: Die beste Sache ist, das Pulver trocken zu halten.

Sollte man auf Staatspapiere grundlegend verzichten?

Michels: Staatsanleihen mit drei Prozent Verzinsung bei

guter Bonität einzelner Staaten machen als Beimischung gerade

für konservative Anleger durchaus Sinn. Man soll sich

aber bewusst sein, dass wir hier auch Schwankungen erleben

können.

Einzelne chinesische Aktien zeigten zuletzt eine tolle Performance.

Lohnt sich China für mutige Anleger?

Michels: Ich rate im Fall Chinas zur Vorsicht. Über allen Investments

steht die große geopolitische Frage. Wie wird der

globale Machtkampf zwischen China und USA weitergehen?

In dieser Situation kann es zu unerwarteten Restriktionen

auf den Finanzmärkten kommen.

Spielen Sie auf die Suspendierung ausländischer Anleger an der Moskauer

Börse seit dem brutalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine

an?

Michels: Die Aussetzung des Aktienhandels oder einzelner

Aktien ist eine Möglichkeit von Restriktionen. Diese Risiken

dürfen im Fall von China nicht außer Acht gelassen werden.

Überschätzen wir die Folgen der geopolitischen Auseinandersetzungen

für die Märkte? Politische Börsen haben kurze Beine, heißt eine

28 FOCUS MONEY 40/2025


ZURÜCKHALTUNG GEBOTEN:

BayernLB-Chefvolkswirt Jürgen

Michels (r.) mahnt im Gespräch

mit Hans-Peter Siebenhaar in

München zur Vorsicht bei

Investments im chinesischen

Aktienmarkt

alte und bewährte Weisheit.

Michels: Im Gegenteil. Die Bedeutung der Geopolitik für die

Märkte wird unterschätzt. Bislang haben wir nur kleine,

kurzfristige Huster mitbekommen. Die Märkte haben die Risiken

weitgehend ignoriert und sich nach Rückschlägen in

brenzligen Situationen schnell erholt. Die derzeitigen Risiken

sind bislang nicht richtig eingepreist. Wir verfügen zudem

über schlechte Instrumentarien, um uns vor geopolitischen

Risiken abzusichern. Dabei geht es nicht nur um

kriegerische Auseinandersetzungen, sondern um weitere

handelspolitische Einschränkungen. Das Ende des Freihandels

wird sich in den Unternehmensergebnissen niederschlagen.

Nur die Schnelligkeit und die Wucht sind offen.

Werden die Risiken weniger werden, wenn Donald Trump seine zweite

Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika beendigt

hat?

Michels: Es wird auch nach Trumps Ausscheiden keinen

Weg zur früheren Normalität geben. Die Auseinandersetzung

der USA mit China hat bereits während der Amtszeit

von Barack Obama begonnen. Der geopolitische Konflikt

wird daher weitergehen. Wie Mario Draghi gesagt hat, die

weltweiten Regeln haben sich verändert. Wir als Europäer

können daher nicht mehr nach den alten Regeln spielen, son-

dern müssen uns anpassen. Dies ist notwendig, um unsere

eigenen Werte und Interessen zu verteidigen.

Würde es zu einer Wehrhaftigkeit einer Europäischen Union gehören,

die Staatsschulden der Länder der Europäischen Währungsunion zu

vergemeinschaften?

Michels: Wir bewegen uns auf die Vergemeinschaftung der

Staatsschulden im Euroraum zu. Frankreich wird irgendwann

Deutschland den Vorschlag machen: atomarer Schutz

für die Verteidigung gegen die Vergemeinschaftung der

Schuldenberge. Wenn wir in dieser geopolitischen Situation

Europa vertiefen wollen, werden wir Tabus aufbrechen und

nationale Souveränität an europäische Institutionen übertragen

müssen. Dies muss begleitet werden von Reformen

der EU-Institutionen.

Gestatten Sie bitte noch eine persönliche Frage. Wie legen Sie Ihr

Geld an?

Michels: Im Mittelpunkt steht eine gute Balance mit einer

sehr breiten Diversifikation über unterschiedliche Assetklassen.

Ich bin weiterhin stark engagiert im Aktienmarkt engagiert.

Zudem versuche ich, auch über Venture Capital in sehr

neue Technologien zu investieren. Daneben bin ich auch in

festverzinslichen Wertpapieren und in Bitcoin investiert.

Dollar vs. Euro

Das wachsende Schuldenproblem der USA hat

Folgen für den Dollar. Der Euro gewinnt gegenüber

dem Greenback an Stärke

Preis für 1 Euro in US-Dollar

1,20

1,05

1,00

0,95

2017 18 19 20 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

1,15

1,10

US-Zinsen im Abwärtstrend

Die Bayerische Landesbank geht von weiteren Zinsschritten

aus. Bereits im Oktober könnte die Fed den

Leitzins um weitere 25 Basispunkte senken

Letzinsen in den USA und der Euro-Zone

in Prozent

US-Fed-Leitzins

EZB-Leitzins

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

5

4

3

2

1

0

–1

FOCUS MONEY 40/2025

29


moneytitel

INCOME-ETFS

Jeden Monat

Bares aufs Konto

FOCUS MONEY zeigt, wie Anleger mit speziellen

Strategie-ETFs regelmäßig hohe Ausschüttungen

kassieren – selbst wenn die Börse nur seitwärts läuft

von MATTHIAS DWORAK

Wer sich ein passives Einkommen aufbauen möchte,

braucht oft mehr Geduld als ein Oktoberfest-Besucher

auf der Suche nach einem freien Tisch im Bierzelt am

Samstagabend. Denn so attraktiv klassische Dividenden-ETFs

klingen – die tatsächliche Ausbeute ist meist mager. Beim Dax

liegt die Dividendenrendite beispielsweise bei rund drei Prozent.

Nach Steuern und Inflation bleibt kaum etwas übrig. In den USA

sieht es noch trüber aus: Im S&P 500 kommen die Unternehmen

im Schnitt nur auf 1,5 Prozent Dividendenrendite. Und selbst bei

den Kursgewinnen könnte Börsianern 2026 eine Ernüchterung

drohen: Viele Analysten erwarten deutlich geringere Aktienrenditen.

Doch Anleger, die auf regelmäßige Einnahmen abzielen,

müssen nicht auf dem Trockenen sitzen. FOCUS MONEY zeigt,

mit welchen ETFs sich das Konto fast wie von selbst füllt.

Smarter Baustein. Denn hier kommen sogenannte Income-

ETFs ins Spiel. Mit klassischen Dividenden-ETFs haben sie, bis

auf den Namen, nur am Rande zu tun. Diese ETFs kombinieren

Aktieninvestments mit einer sogenannten „Covered-Call-Writing-Strategie“.

Das Prinzip ist einfach: Der ETF kauft Aktien

aus einem Index – etwa dem Dax oder dem MSCI World – und

verkauft gleichzeitig Kaufoptionen (Calls) auf genau diese Werte.

Die vereinnahmten Optionsprämien fließen als zusätzliche

Ausschüttungen an die Anleger. Ausschüttungsrenditen von

zehn Prozent oder mehr sind keine Seltenheit. Und selbst, wenn

die Märkte seitwärts laufen oder leicht fallen, gibt es dank der

Prämien regelmäßige Erträge. Ein Haken bleibt allerdings:

Durch die eingesetzte Options-Strategie können zwar die

Schwankungen des Portfolios gedämpft werden, Kursverluste

sind aber dennoch möglich. Zudem sind die Gewinnchancen

im Vergleich zu einem klassischen Indexfonds

klar begrenzt.

Covered-Call-ETFs sind also vor allem für Anleger

sinnvoll, die ein planbares, regelmäßiges Einkommen

erzielen wollen und dafür auf das ganz große Aufwärtspotenzial

verzichten. Gerade in stagnierenden Börsenphasen

können Income-ETFs so für ein nettes Einkommens-Plus

sorgen – fast so wie ein

Maßkrug, der sich nach jedem Schluck

wieder von allein füllt.

PASSIVES EINKOM-

MEN: Mit den richtigen

Strategie-ETFs von

hohen Ausschüttungen

profitieren

30 Fotos: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 40/2025


JPM GLOBAL EQUITY PREMIUM INCOME ACTIVE ETF

Aktien-Strategie fürs Weltdepot

Regelmäßige Ausschüttungen erzielen. Der 2023 aufgelegte J.P.-Morgan-ETF

investiert in ein aktiv verwaltetes globales Aktienportfolio, das sich am MSCI

World Index orientiert. Zu den größten Positionen zählen aktuell Southern Company,

Microsoft und die Deutsche Telekom. Soweit so unspektakulär. Nach Berechnungen

von J.P. Morgan soll das Portfolio insgesamt ein bis zwei Prozent

Dividendenrendite pro Jahr erwirtschaften. Doch das Fondsmanagement peilt

sieben bis neun Prozent Ausschüttungsrendite an. Woher kommt der Rest? Die

Strategen von J.P. Morgan haben den Aktien-Teil des ETFs dafür mit einer Covered-Call-Strategie

kombiniert. Monatlich verkauft der Fonds durch das Aktienportfolio

gedeckte Call-Optionen auf den S&P 500 und den MSCI EAFE Index

(MSCI World ohne USA und Kanada). Die so erzielten Prämien fließen direkt

an die Anleger und sorgen für regelmäßige Ausschüttungen. Aktuell liegt die

annualisierte Ausschüttungsrendite bei immerhin 8,5 Prozent.

JPM Global Eq. Premium Income Active ETF

Kurs des JPM-Global-

ETFs in Euro

26

2024

2025

22

JAN

JAN

OKT

WKN/ISIN

A3EHRE/IE0003UVYC20

Fondsvolumen 1,4 Mrd. €

laufende Kosten 0,35 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 1,0/–/– %

Volatilität 1/3 Jahre p.a. 10,8/– %

Ertragsverwendung

ausschüttend

Quelle: JustETF

25

24

23

JPMORGAN NASDAQ EQUITY PREMIUM INCOME ACTIVE ETF

Mehr Wumms mit Tech

Den gleichen Ansatz mit US-Werten. Ein weiterer dezidierter Income-ETF

aus dem Hause J.P. Morgen wendet dieselbe Doppel-Strategie auf ein US-Aktienportfolio

auf Basis des Nasdaq-100-Index an, der erst seit Ende Oktober

2024 am Markt ist. Im Portfolio des Indexfonds befinden sich – wenig überraschend

– vor allem die Aktien der Magnificent Seven sowie Netflix und Broadcom.

Durch die Kombination mit der Covered-Call-Strategie will der ETF neben

den regelmäßigen Erträgen auch die Volatilität des Aktienportfolios in

Grenzen halten. Nach Angaben von J.P. Morgan richtet sich der ETF insbesondere

an Anleger, die ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen regelmäßigen

Erträgen und den Aussichten auf Kursgewinne anstreben. Zum Stichtag, dem

12.09.2025 liegt die annualisierte Ausschüttungsrendite des ETF bei stattlichen

8,8 Prozent. Übrigens: Von dem ETF gibt es auch eine sehr kleine thesaurierende

Tranche (Volumen: 13 Millionen Euro, ISIN: IE000N6I8IU2).

JPM Nasdaq Eq. Prem. Income Active ETF

22

Kurs des JPM-

Nasdaq-ETFs

2024 2025

seit Auflage in Euro 20

NOV JAN

SEP

WKN/ISIN

A40FFF/IE000U9J8HX9

Fondsvolumen 1,8 Mrd. €

laufende Kosten 0,35 %

Wertentwicklung 1/3/6 Monate 3,4/8,3/6,8 %

Volatilität 1/3 Jahre p.a. –/– %

Ertragsverwendung

ausschüttend

Quelle: JustETF

26

24

GLOBAL X S&P 500 COVERED CALL ETF

Beliebte Options-Strategie

Kleinerer ETF mit großer Wirkung. Der Global X ETF setzt auf die synthetische

Nachbildung des CBOE S&P 500 Buywrite Index. Der Index der Optionsbörse

in Chicago, der als die Benchmark für Covered-Call-Optionsstrategien

gilt, zeigt die hypothetische Wertentwicklung einer Strategie, bei der ein Anleger

ein Portfolio aus S&P 500-Aktien kauft und gleichzeitig gedeckte Call-

Optionen auf den S&P 500 verkauft. Der ETF versucht, die Performance des

Index durch Swaps möglichst exakt nachzubilden. Die Rendite der ebenfalls

monatlichen Ausschüttungen liegt aktuell bei satten 11,5 Prozent. Dafür verzichten

Anleger zum Teil auf potenzielle Kursgewinne. Denn auch wenn der

S&P 500 stärker steigt, sind diese auf 15 Prozent pro Jahr gedeckelt. Einen

Schutz vor Kursverlusten gibt es auch bei diesem Covered-Call-ETF übrigens

nicht. Lediglich die Rendite der Optionsprämien kann als gewisser Sicherheitspuffer

fürs Depot fungieren.

FOCUS MONEY 40/2025

Global X S&P 500 Covered Call ETF

Kurs des Global-X-

ETFs in Euro

2024

2025

12

JAN

JAN

OKT

WKN/ISIN

A3DC8Q/IE0002L5QB31

Fondsvolumen 95 Mio. €

laufende Kosten 0,45 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 2,7/–/– %

Volatilität 1/3 Jahre p.a. 14,8/– %

Ertragsverwendung

ausschüttend

Quelle: JustETF

15

14

13

31


moneymarkets

INTERVIEW

„Der Trend

geht zum

Online-Handel“

Die frühere Deutsche Post ist der globalste

Konzern im Dax. DHL-Chef Tobias Meyer

über US-Zölle, die Sorgen vor der AfD und

erfreuliche Aussichten für seine Aktionäre

von GEORG MECK

und THOMAS SCHMIDTUTZ

Vita

Tobias Meyer

ist seit Mai 2023 Vorstandsvorsitzender der

DHL Group, bis Juli 2023 noch Deutsche Post

DHL. Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur,

Jahrgang 1975, ist seit 2013 im Konzern. Davor

machte er bei der Unternehmensberatung

McKinsey Karriere. Zu seinen Kunden gehörte

auch die Deutsche Post, die er bei der Integration

des im Jahr 2000 erworbenenen Express-Dienstleisters

DHL beriet. Meyer ist regelmäßig auch selbst

als Paketzusteller im Einsatz

32 Foto: J. Wagner/DHL

FOCUS MONEY 40/2025


DHL EXPRESS:

Die weltweit 295

Flugzeuge der

gelben Flotte

steuern 2300 Ziele

an – pro Tag

Herr Meyer, US-Präsident Trump überzieht als Handelskrieger die

Welt mit Strafzöllen, kommt die Globalisierung an ihr Ende?

Tobias Meyer: Nein. Der internationale Warenaustausch

floriert weiter. Die US-Importe entsprechen ungefähr einem

Sechstel des gesamten Welthandels. Natürlich sind die USA

die größte Volkswirtschaft der Welt und der wichtigste Handelspartner

Europas und auch Deutschlands, aber der Rest

der Welt treibt eben auch eifrig Handel, zusammengenommen

in weit größerem Ausmaß.

Dann glauben Sie den Prognosen der Welthandelsorganisation WTO,

dass der Welthandel bis zum Jahr 2040 um 37 Prozent steigt?

Meyer: Ja. Ein Argument dafür ist die Rolle Chinas, dessen

Anteil am Welthandel in den vergangenen Jahren stark gewachsen

ist, übrigens auch in diesem Jahr. Und China wächst

weiter. Das spiegelt sich in der aktuellen WTO-Prognose wider.

DHL, die ehemalige Deutsche Post, ist heute in 220 Ländern unterwegs.

Verraten Sie uns: Wie geht es der Weltwirtschaft aktuell?

Meyer: Der Befund ist gemischt. Der Handel wird im Moment

ganz erheblich von China getrieben, auch wenn es dort national

in einigen Sektoren Herausforderungen gibt, denken Sie

an den Immobilienmarkt. Aber Chinas Außenhandel wächst,

vor allem im Mittleren Osten, Lateinamerika und innerhalb

von Asien. Das hilft auch uns. In Europa sehen wir dagegen

eine ausgeprägte Schwäche, vor allem in Deutschland.

Hierzulande kommt die Konjunktur nicht in Schwung?

Meyer: Es sieht leider noch nicht danach aus. Zudem verliert

Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit, die Gründe dafür

sind viel beschrieben: von ausufernder Bürokratie bis zu

den hohen Energiepreisen. Das macht es deutschen Unternehmen

schwer auf dem Weltmarkt, entsprechend gedämpft

ist der Export.

Dabei hatte Bundeskanzler Friedrich Merz für den Sommer die Stimmungswende

versprochen. Spüren Sie nichts davon?

Meyer: Doch. Eine positivere Stimmung sehe ich schon.

Ob das reicht, damit sich die Zahlen bessern, muss man abwarten.

Von der ökonomischen Flaute und sonstigen Problemen profitiert die

AfD, die in Umfragen zur CDU als beliebtester Partei aufgeschlossen

hat. Wie ist die Wahrnehmung draußen in der Welt: Wird die AfD zum

Makel für den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Meyer: Im internationalen Handel sind viele Partner mit

der Entwicklung in Deutschland nicht so vertraut, genauso

wenig wie viele deutsche Unternehmen die politischen Strömungen

in den USA, China oder anderswo akribisch verfolgen.

Aber grundsätzlich können wir schon erkennen, dass es

eine gewisse Besorgnis im Ausland über ein Erstarken am

rechten Rand hierzulande gibt. Politische Stabilität ist und

bleibt für den Investitionsstandort Deutschland ein wichtiger

Faktor.

Das heißt: Die CDU muss auf die Zähne beißen und mit der SPD weiter

regieren? Eine Tolerierung durch die Rechtspopulisten ist keine

Option?

Meyer: Ich glaube, dass wir mit der aktuellen Regierungskonstellation

so gut bedient sind, wie es unter den Mehrheitsverhältnissen

eben geht.

Der Kanzler hat einen „Herbst der Reformen“ angekündigt. Wenn

Sie sich drei Dinge wünschen dürften - was wäre das?

Meyer: Weniger Bürokratie, Konsens bei den überfälligen

Sozialreformen und einen vernünftigen Haushalt.

Weniger Bürokratie steht in jedem Wünsch-Dir-was auf Rang eins.

Aber was konkret schwebt Ihnen bei Sozialreformen vor?

Meyer: Wir müssen uns endlich mit dem Thema Renten

beschäftigen und vor allem beherzigen, dass wir mit dem

auskommen, was wir auch erwirtschaften. Der Staat kann

sich nicht in immer noch mehr Schulden flüchten. Es ist allen

bewusst, dass das aktuelle System so nicht mehr finanzierbar

ist, zumal ein breiter politischer Konsens besteht,

dass wir mehr für die Verteidigung ausgeben müssen. Wir

haben uns mit dem sogenannten Sondervermögen zusätzliche

Freiräume geschaffen. Aber das ist kein Dauerzustand.

Wir brauchen mittelfristig endlich solide Staatshaushalte,

die nicht auf permanent weiter steigenden

Schulden beruhen.

Zur Sicherung der Rente müssen wir länger arbeiten, wenn die Lebenserwartung

steigt, darüber sind sich die Ökonomen einig. Sie

auch?

Meyer: Darüber wird immer viel diskutiert, das ist aber

nur ein Instrument, um die Rentenkasse zu entlasten. Es

kommt auf viele verschiedene Bausteine an. Denken wir

beispielsweise an mehr qualifizierte Migration in den Arbeitsmarkt

oder höhere Beschäftigungsquoten von Frauen.

Das hilft alles, um die Sozialversicherungssysteme langfristig

finanzierbar zu halten. Wichtig ist, dass wir diese Themen

jetzt endlich anpacken – auch im Sinne unserer Kinder

und Enkel.

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: DHL 33


moneymarkets

Sie sind im Nebenjob Vorsitzender der „Transatlantic Business Initiative“.

Wie groß ist unter den Unternehmern der Verdruss über

Trumps Handelspolitik?

Meyer: Wir führen ausgiebige Gespräche mit US-Unternehmen

und Verbänden, um die amerikanische Position zu verstehen.

Klar ist: Die Ziele der derzeitigen US-Administration

sind in sich nicht immer widerspruchsfrei.

Konkret?

Meyer: Man will mehr Arbeitsplätze in die USA holen, das

Handelsdefizit ausgleichen und die Inflation gering halten.

Die hohen Zölle auf Stahl und Aluminium beispielsweise helfen

aber in Teilen nicht, diese Ziele zu erreichen. Sie verteuern

die Produktion in den USA teilweise ganz erheblich – mit

entsprechenden Folgen für die Inflation, aber auch die Wettbewerbsfähigkeit

der Exporte.

Beim Protektionismus zahlen am Ende alle drauf, lehrt die Handelstheorie.

Wen trifft es diesmal am stärksten: die amerikanischen

Konsumenten über höhere Preise oder die Exporteure über sinkende

Absätze?

Meyer: Wir erleben gerade eine Phase großer Unsicherheit.

Viele ausländische Unternehmen warten bei ihren Preis- und

Investitionsentscheidungen daher lieber erst mal ab, bis die

Situation wieder klarer wird. Wenn Sie ein Stahlwerk bauen,

gehen sechs oder sieben Jahre ins Land, bis die erste Bramme

produziert wird. Wenn die Zölle dann noch bestehen, verdienen

sie mit dem Stahlwerk in den USA gutes Geld. Wenn

nicht, war das womöglich eine teure Fehlinvestition.

Für das laufende Jahr peilt DHL einen operativen Gewinn von sechs

Milliarden Euro an, nach dem ersten Halbjahr ist die Hälfte aber nicht

erreicht. Steht das Ziel trotzdem?

Meyer: Ja. Grundsätzlich ist unser Geschäft in der zweiten

Jahreshälfte stärker, schon allein wegen Weihnachten. Dies

war auch in den Vorjahren so.

Bis 2030 soll der Umsatz gegenüber 2023 um die Hälfte steigen, auf

dann 120 Milliarden Euro – eine kühne Prognose, die von Analysten

angezweifelt wird.

Meyer: Die 120 Milliarden entsprechen einer durchschnittlichen

Wachstumsrate von 6 Prozent pro Jahr gegenüber dem

Basisjahr 2023. Das ist nicht utopisch. Richtig ist aber auch:

Als wir das Ziel formuliert haben, haben wir nicht mit einem

so starken Gegenwind gerechnet. Die Konjunktur in Europa

und in Deutschland ist deutlich schwächer als Volkswirte

prognostiziert haben und die US-Handelspolitik hat gerade

in diesem Jahr sicherlich erheblich negative Auswirkungen

auf die Weltwirtschaft.

Können Sie diese Effekte ausgleichen?

Meyer: Da sind wir zuversichtlich. Wir haben mehrere

wachstumsstarke Sektoren wie Logistik im Gesundheitswesen

in den Fokus gerückt sowie 20 Schwellenländer, darunter

Indien, Südostasien oder Mexiko. Dort wollen wir expandieren

und das tun wir auch.

Auf Jahressicht ist der Kurs der DHL-Aktie praktisch unverändert, der

Dax hat gut 25 Prozent zugelegt. Auf Drei-Jahressicht reicht es bei

DHL nur für 19 Prozent – während der Leitindex 88 Prozent geschafft

hat. Betrübliche Zahlen für Investoren.

Meyer: Natürlich sind wir mit der Kursentwicklung nicht

zufrieden, aber Sie müssen das im Kontext sehen. In der Corona-Pandemie

verzeichnete die gesamte Logistik-Industrie

einen Boom, das holte die Branche hinterher ein. Und

was den Dax betrifft, natürlich ist das eine relevante Messlatte.

Noch relevanter aber ist für uns der Vergleich mit den

wichtigsten Wettbewerbern. Und da haben wir uns auf Jahressicht

am besten gehalten. Wenn Sie bei der langfristigen

Betrachtung noch unsere starke Dividende einbeziehen,

stehen wir gegenüber den Wettbewerbern noch einmal

deutlich besser da.

Die Dividende ist tatsächlich ein wichtiges Argument für die DHL-Aktie.

Sie haben dreimal hintereinander 1,85 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Gilt das Gesetz der Serie auch für 2025?

Meyer: Das entscheiden die Gremien zu gegebener

Zeit. Wir haben in der Vergangenheit aber mehrfach gesagt,

dass uns Dividenden-Kontinuität sehr wichtig ist. Dazu stehen

wir.

Sorge um Welthandel

Bei DHL greift das Sparprogramm. Vor

allem im Express-Geschäft lief es zuletzt

rund. Aber die US-Zollpolitik belastet.

Bei Investoren wächst die Vorsicht

WKN/ISIN 555200/DE0005552004

Börsenwert 41,9 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 12,6/11,5

Dividendenrendite für 2025e/26e 5,0/5,1 %

Kursziel/Stoppkurs 43,00/32,60 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 14,5 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

DHL Group

Kurs der DHL-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2016 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

50

40

30

20

34

Foto: DOF/Alamy Stock Photo

FOCUS MONEY 40/2025


DHL GLOBAL: Der Logistiker transportiert

praktisch alles – von simplen Briefen über

Rotorblätter von Windturbinen bis zu

Schimpansendamen und dem London

Philharmonic Orchestra

Der DHL-Vorstand hat Mitglieder aus sechs verschiedenen Nationen

und ist damit so international wie kein anderer Dax-Konzern. Hilft

das dem Geschäft?

Meyer: Ja. Eine so breite Aufstellung ist extrem bereichernd,

schon wegen unterschiedlicher Lebenserfahrungen und

Marktkenntnisse.

Diversität erhöht die Rendite, behauptet die Wissenschaft. Stimmt

das in der Praxis?

Meyer: Ich sehe zumindest keinen Grund, warum es hinderlich

sein sollte. Und ich kann Ihnen trotz der unterschiedlichen

Nationalitäten im Vorstand versichern: Wir fühlen

uns alle sehr gelb.

Ihre Kunden sind nicht durchgängig glücklich, die Beschwerden über

verspätete oder falsch abgegebene Lieferungen erreichten im ersten

Halbjahr ein Rekordniveau: Rächt es sich da, dass Sie 8000 Stellen

in Deutschland abbauen?

Meyer: Wir liegen gerade in der Paketzustellung in praktisch

allen gängigen Marktvergleichen regelmäßig vor unserem

Wettbewerb. Und was die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur

angeht: Wir haben durch das neue Postgesetz

mehr Zeit für die Briefzustellung. Das ist nicht allen Kunden

bewusst und das erhöht natürlich die Zahlen.

Wollen Sie die Daten kleinreden?

Meyer: Keinesfalls. Selbstverständlich passieren Fehler,

aber wir versuchen, immer besser zu werden, auch über

Schulungen. Ich bin selbst regelmäßig als Zusteller im Einsatz

und weiß, mit welchen Widrigkeiten unsere Kolleginnen

und Kollegen vor Ort zu kämpfen haben.

Was meinen Sie?

Meyer: Es gibt Klingeln, die nicht funktionieren oder kaum

zu finden sind, oder Briefkästen, die nicht lesbar beschriftet

sind. Gerade in den Großstädten ist das Umfeld für die Zustellung

nicht einfacher geworden. Gemessen an diesen Widrigkeiten,

schlagen wir uns sehr gut.

Sie haben voriges Jahr in der Hochsaison zu Weihnachten und Neujahr

einen Extrazuschlag verlangt. Wird der dieses Jahr auch fällig?

Meyer: Ja. Wir haben in den Monaten November und Dezember,

vor allem in der Black Week und Cyber Week, wegen

deutlich steigender Sendungszahlen erheblich höhere Kosten,

etwa für zusätzliches Personal oder das Handling. Daher

passen wir die Preise für diesen Zeitraum an – ähnlich

wie viele Wettbewerber.

Mit wie viel Aufschlag müssen wir rechnen?

Meyer: Hierüber haben wir die Geschäftskunden im Detail

informiert. Für Privatkunden gibt es keinen Saisonaufschlag.

Wie viel zusätzliches Personal brauchen Sie für die Hochsaison?

Meyer: Die Planung sind noch nicht ganz abgeschlossen.

Aber wir dürften am Ende in der Größenordnung der vergangenen

Jahre liegen.

Im vergangenen Jahr waren es rund 10 000. Finden sie auf die Schnelle

so viele arbeitswillige Menschen?

Meyer: Da sind wir sehr zuversichtlich, zumal wir in diesem

Jahr deutlich mehr Bewerbungen haben als in den vergangenen

Jahren, womöglich auch wegen der etwas schwächeren

Lage am Arbeitsmarkt.

Die Deutschen bestellen immer mehr Pakete, der Branchenverband

BPEX rechnet mit einem Plus von 25 Prozent bis 2030. Ist das realistisch?

Meyer: Absolut. Wir sehen in Märkten wie Tiernahrung,

verschreibungspflichtige Medikamente und anderen Sektoren

eine klare Trendwende weg vom stationären Handel hin

zur Online-Bestellung. Das wird so weitergehen.

Brauchen Sie dann auch entsprechend mehr Personal?

Meyer: Nicht zwingend. Wir gehen eher davon aus, dass es

zu Verschiebungen aus dem schrumpfenden Briefgeschäft

hin zum Paketdienst kommt.

Für die Innenstädte heißt das: immer mehr DHL-Transporter und immer

weniger Geschäfte. Werden die Fußgängerzonen veröden?

Meyer: Nein, es wird weiterhin Geschäfte in den Innenstädten

geben, auch wenn sicher ist: Der Online-Handel

wächst weiter. Im Moment liegt der Anteil deutlich unter

20 Prozent. Da bleibt noch erheblicher Raum für den stationären

Handel.

FOCUS MONEY 40/2025

35


moneymarkets

SENIORIN: Ernährung,

Vitamine, Medikamente – es

gibt viele Faktoren, die zu

einem langen, gesunden

Leben beitragen

LONGEVITY

Jungbrunnen gesucht

Länger gesund und fit bleiben, Krankheiten besser behandeln – wie Anleger beim

Zukunftsthema Langlebigkeit am besten mitverdienen können

Langsam nach oben

Während der breite Gesundheitssektor in den letzten

zwei Jahren eine mittelprächtige Performance

hinlegte, hat der Solactive-Longevity-Index eine

moderate Aufwärtsbewegung eingeschlagen

Solactive-Longevity-Index

in Punkten

Quelle: Bloomberg

2023 2024 2025

1900

1700

1500

1300

von STEFAN RIEDEL

Eine experimentelle Pille, die mit kaputten Proteinen in

den menschlichen Zellen aufräumt und die menschliche

Lebensspanne um zehn weitere gesunde Jahre verlängern

soll. Richtig loslegen mit seinen ersten klinischen

Studien will Retro Biosciences noch in diesem Jahr. Das 2021

gegründete Start-up hat sich mit seiner Forschung zum Ziel

gesetzt, den Alterungsprozess umzukehren.

Finanziell unterstützt wird Retro Biosciences von Sam

Altman, dem Konzernlenker von OpenAI. Der Überflieger

aus dem Silicon Valley steht damit in einer Reihe von

namhaften Tech-Investoren, die mit eigenen Firmen und

Stiftung Geld in Longevity-Themen stecken, also die Forschung

zum längeren Leben und an altersbedingten Erkrankungen.

Amazon-Gründer Jeff Bezos mit seinem Langlebigkeits-Start-up

Altos Labs zählt dazu, Paypal und

36 Fotos: Adobe Stock (2), iStock (2)

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 40/2025


Meta-Finanzierer Peter Thiel mit einer eigenen Venture-Capital-Gesellschaft

oder die Ellison Medical Foundation von

Oracle-Gründer Larry Ellison.

Mehr als Medizin. Die Verlängerung der Lebensspanne ist

noch weitgehend eine Domäne der Grundlagenforschung, in

die Milliardengelder fließen. Zugleich beschränkt sich das

menschliche Streben nach einem langen und gesunden Leben

aber nicht auf den medizinischen Fortschritt. Lifestyle,

Freizeit, Konsum und finanzielle Vorsorge für das Alter sind

weitere Bereiche, die im weiteren Sinne dem Zukunftsmarkt

Longevity zuzuordnen sind. „Longevity ist weit mehr als ein

aktueller Börsentrend, sondern ein Zukunftsmarkt, der in

verschiedenen Branchen für Stockpicker eine Vielzahl von

spannenden Unternehmen bietet“, meint Alexander Funk,

Geschäftsführer bei der Fondsboutique Rezoom Capital.

Das Universum für Anleger ist vielfältig. Nahrungsergänzungsmittel

sollen helfen, die Funktionen der menschlichen

Zellen zu verbessern und damit Alterungsprozesse zu verzögern.

Tracking-Apps ermöglichen mit ihren Echtzeit-Daten

den dauerhaften Überblick über den eigenen Gesundheitszustand.

Dazu verbessern immer mehr Lifestyle-Elemente

in der Freizeitgestaltung wie Fitnessstudios und Wellness-

Urlaube das individuelle Wohlbefinden.

Türöffner Diagnostika. In der Medizin sind für Anleger vor

allem die Bereiche der Präventionsmedizin spannend.

„Durch die Fortschritte in der Diagnostik und der Digitalisierung

erweitert sich der Fokus in Forschung und Entwicklung

immer mehr von der Krankheitsheilung in Richtung Präventivmedizin“,

meint Kai Brüning, Senior Portfolio Manager

bei Apo Asset Management. „Für die Menschen bedeutet das

mehr Lebensqualität, für die Investoren ein sich stetig vergrößerndes

Universum an Investment-Möglichkeiten.“ Als

Bereiche, die hier besonders stark wachsen, sieht Brüning

Unternehmen, die Biomarker entwickeln, und Medizintechnikunternehmen,

die bei neuen Technologien für die bildgebende

Diagnostik ganz vorn mitspielen.

Spezifische Biomarker ermöglichen eine immer präzisere

Identifikation und Klassifizierung von Krankheitsbildern.

„Mittel- bis langfristig wird hier die Krebsmedizin den Weg

gehen, wie sie die Behandlung von Aids in den letzten zwei

Jahrzehnten eingeschlagen hat“, ist Apo-Experte Brüning

überzeugt. Erfolgsentscheidend für den kommerziellen

Durchbruch sei die Skalierbarkeit und die einfache Handhabung

der Geräte in Arztpraxen, auch durch immer kleinere

Geräteformate. Interessant für Brüning sind hier international

erfolgreiche Laborketten wie Eurofins.

Fokus Volkskrankheiten. Ein zweites großes Themenfeld

der Longevity-Medizin sind chronische Erkrankungen wie

Diabetes. Novo Nordisk und Eli Lilly haben es hier geschafft,

ihre Milliardenumsätze mit neuen Diabetesmitteln in Krankheitsfelder

wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

zu erweitern. Die Euphorie bei den Abnehmspritzen katapultierte

die Aktienkurse nach oben, ehe sie mit den

übertriebenen Erwartungen und Bewertungen abstürzten.

Was dabei übersehen wird: Der Kampf gegen Fettleibigkeit

und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleibt global ein heißes

Thema. Beide Pharmakonzerne haben sich darauf eingestellt,

indem sie ihre Produktionsinfrastruktur global massiv ausgebaut

haben.

Grégoire Biollaz, Investment Manager bei von Pictet Asset

Management, ist deshalb überzeugt, dass Novo Nordisk und

Eli Lilly ihr Duopol behaupten werden: „Beide Konzerne haben

in klinischen Studien gezeigt, dass ihre Arzneimittel aus

der Klasse der GLP-1-Analoga die Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

senken. Zugleich haben sie eine positive

Wirkung bei MASH, einer schweren Form von Lebererkrankungen,

aber auch bei Kniearthrose und Schlafapnoe gezeigt.“

Alles Erkrankungen also, die verstärkt im fortgeschrittenen

Alter auftreten und abgesehen von den

gesundheitlichen Belastungen auch zu erheblichen Einschränkungen

bei der Lebensqualität führen.

Gentherapien sind ein weiterer Bereich, der bei altersbedingten

Erkrankungen eine immer wichtigere Rolle spielt.

Twist Bioscience entwickelt synthetische DNA, die bei neuen

Therapien angewendet wird. Crispr Therapeutics wiederum

ist eine Biotechfirma, die führend in der Genomedi-

ELI LILLY

Kampf dem Übergewicht

Pharma-Überflieger. Günstig ist die Aktie des US-Pharmakonzerns nicht. Im

Gegenzug ist Eli Lilly einer der wachstumsstärksten Vertreter seiner Branche.

Zwei Drittel der Erlöse erzielt Lilly mit Arzneien gegen Stoffwechselerkrankungen,

darunter die Megaseller Mounjaro und Zepbound gegen Diabetes und

Fettleibigkeit. Weitere 20 Prozent steuern Krebsmedikamente bei. Nach dem

Umsatz- und Gewinnsprung in diesem Jahr wird Eli Lilly auch in den kommenden

zwei Jahren beim Gewinn um jeweils 20 Prozent wachsen. Vor diesem

Hintergrund bietet der aktuelle Kursrücksetzer eine gute Einstiegschance. Die

auf verschiedene Krankheitsfelder diversifizierte Medikamenten-Pipeline bietet

auch ein ausgewogeneres Chance-Risiko-Profil als Novo Nordisk. Der dänische

Pharmakonzern ist nach dem Kursverfall der letzten 15 Monate mit einem

2026er-KGV von 15 deutlich niedriger bewertet. In Ausgabe 36/2025

hatte FOCUS MONEY zu ersten spekulativen Positionen bei Novo geraten.

FOCUS MONEY 40/2025

Eli Lilly

Kurs der Eli-Lilly-Aktie in Euro

700

500

300

200-Tage-Linie

100

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

858560/US5324571083

Börsenwert

607,5 Mrd. Euro

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 39,2/35,3

Dividendenrendite für 2025e/26e 1,4/1,6 %

Kursziel/Stoppkurs

850,00/525,00 Euro

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 34 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

37


moneymarkets

tierung ist, mit der in Zukunft altersbedingte Erkrankungen

behandelt werden können. Der volatile Kursverlauf, einschließlich

der Kurseinbrüche nach enttäuschenden klinischen

Daten und Quartalsergebnissen, zeigt den hochspekulativen

Charakter solcher Investments.

Medizintechnik-Geräte gegen akute und chronische Erkrankungen

und Lifestyle- und Fitnessanbieter, die die sportliche

Betätigung als Vorbeugung gegen altersbedingte Krankheiten

adressieren, sind ebenfalls Profiteure des

Longevity-Trends. Hersteller von Monitoring-Apps wie Apple

und Garmin haben eine weitere lukrative Marktnische erschlossen.

Und nicht zuletzt zählen die Hersteller von Hörgeräten,

Linsen und Brillen zu den Nutznießern des globalen

demografischen Trends mit immer mehr älteren Menschen.

Ein ETF, zwei Fonds. Mit thematischen ETFs und ausgewählten

Fonds können Anleger Rendite und Risiko über die

verschiedenen Bereiche von Longevity streuen. Der im September

2016 aufgelegte und in US-Dollar notierende Isha-

res Ageing Population UCITS ETF (IE00BYZK4669) deckt

eine Vielzahl von Sektoren ab. Mit jeweils mehr als 40 Prozent

sind die beiden Themenbereiche Gesundheitsvorsorge

und Finanzdienstleistungen in etwa gleich hoch gewichtet.

Ganz auf die Gesundheitsbranche zugeschnitten ist der seit

Oktober 2024 notierende Swisscanto Equity Fund Sustainable

Healthy Longevity (LU2851595129). Das Fondsportfolio

ist geografisch breit gestreut und umfasst alle Segmente von

den Medikamentenentwicklern über Medizintechnikunternehmen

und Klinikdienstleister bis zu Krankenversicherern.

Ebenfalls neu auf dem Markt ist der Onemarkets Fidelity Longevity

& Leisure Fund (LU3046598747), der im Mai dieses Jahres

aufgelegt wurde. Hier ist das Investment-Universum über

unterschiedlichste Branchen gestreut. Zu den fünf größten

Positionen zählen Apple, der Chiphersteller AMD und der Labordienstleister

Idexx. Bis zu 100 Titel aus dem Large-Cap-

Universum soll das Fondsportfolio umfassen, in dem auch

Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt werden.

ESSILORLUXOTTICA

Alles fürs Auge

Französischer Generalist. Der weltweit größte Linsenhersteller adressiert mit

Gesundheit und Lifestyle zwei Zukunftsmärkte des Longevity-Trends. Zugleich

positioniert sich der Konzern im Brillengeschäft erfolgreich mit neuen Produkten

wie Brillen, die kompatibel mit Anwendungen in der künstlichen Intelligenz

sind. Für Essilorluxottica spricht, dass sich das Geschäft auch in Zeiten von

steigenden Importzöllen in den USA bewährt, wo der Konzern rund 40 Prozent

seiner Erlöse einfährt. Dort haben sich im ersten Halbjahr die Verkäufe

der Smartbrille Ray-Ban Meta mehr als verdreifacht. Die KI-Brille Oakley Meta

soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Im ersten Halbjahr steigerte

Essilorluxottica den Umsatz um 7,3 Prozent auf 14 Milliarden Euro, während

sich der Gewinn um zwei Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro verbesserte. Dieses

Wachstumstempo soll sich beschleunigen: Bis 2026 erwarten Branchenexperten

ein jährliches Gewinnwachstum im unteren zweistelligen Bereich.

Essilorluxottica

Kurs der Essilorluxottica-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

250

200

150

100

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

863195/FR0000121667

Börsenwert

126,5 Mrd. Euro

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 39,1/35,2

Dividendenrendite für 2025e/26e 1,4/1,6 %

Kursziel/Stoppkurs 325,00/235,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 19 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

HINGE HEALTH

Digitaler Gesundheitscoach

Spannender Newcomer. Die Digitalisierung der Medizin spielt eine Schlüsselrolle

bei der Verbesserung der physischen Verfassung bis ins hohe Alter.

Hinge Health aus den USA könnte mit seinen digitalen Bewegungstherapien

der klassischen Physiotherapie Konkurrenz machen. Das Unternehmen entwickelt

mithilfe von KI individuelle Pläne für Gesundheitscoaching und Bewegungstherapien

für Personen, die an Muskel- und Gelenkschmerzen leiden.

Weil die Programme unter anderem per App über Krankenkassen und Arbeitgeber

angeboten werden, sind sie für die Nutzer meist kostenlos. Seit dem

IPO im Mai ging es mit der Aktie um mehr als 50 Prozent nach oben. Analysten

erwarten für 2025 einen Umsatz von rund 550 Millionen US-Dollar. In den

zwei darauffolgenden Jahren sollen die Erlöse dann im Schnitt um 20 Prozent

wachsen. 2026 sollte Hinge Health 2026 schwarze Zahlen schreiben. Bislang

ist die Aktie nur an der New Yorker Börse handelbar.

38

Hinge Health

Kurs der Hinge-Aktie in US-Dollar

60

50

40

Börsengang

30

MAI JUN JUL AUG SEP

WKN/ISIN

A412WK/US4333131039

Börsenwert

3,8 Mrd. USD

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./325,0

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0%

Kursziel/Stoppkurs

78,00/43,00 USD

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 37 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

FOCUS MONEY 40/2025


STANDPUNKT

Der Triumph der Optimisten

Branchen-KGVs im MSCI World

Technologie, Medien, Telekommunikation

defensive Branchen

60

40

20

Quelle: Bloomberg, MSCI, J.P. Morgan

Asset Management. *Zyklische Werte =

Energie, Rohstoffe, Industrie, Finanzwesen,

zyklischer Konsum, Immobilien;

defensive Werte = Versorger, Gesundheitswesen,

nicht-zyklischer Konsum.

Stand: 2.09.2025

zyklische Branchen

1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025

0

TILMANN GALLER ist globaler Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt

Nach dem Zoll-Schock im April beginnen die

Aktienmärkte, eine Erholung der Wirtschaft

einzupreisen

Die Märkte haben sich schneller als je zuvor von den starken

Rückgängen und der extremen Volatilität erholt, die auf die massiven

US-Strafzollankündigungen am 2. April folgten. Geschürt

wurde dieser schnelle Umschwung der Marktstimmung durch

eine Reihe von Handelsabkommen und die Verabschiedung von

Steuersenkungen in den USA in Kombination mit beruhigenden

Gewinnnachrichten. Dies festigte die Zuversicht der Aktienanleger.

Es hat sich wieder einmal gezeigt: Solange die Ertragslage

der Unternehmen stabil ist, fallen die Rückgänge an den Aktienmärkten

zumeist begrenzt und kurzfristig aus.

Der Pferdefuß dieser positiven Entwicklung ist jedoch ein erhöhtes

Bewertungsniveau globaler Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis

(KGV) von 20,4. Im historischen Vergleich befinden wir uns

damit im obersten Dezil der Bewertungsspanne der letzten 35 Jahre.

Ist das Wertsteigerungspotenzial der Aktien ausgeschöpft?

Der Blick in den Rückspiegel gibt hier ein paar beruhigende

Anhaltspunkte. Wer in den letzten 35 Jahren Aktien auf diesem

Bewertungsniveau oder höher gekauft hat, konnte in 47 Prozent

der Fälle in den folgenden zwölf Monaten Kursgewinne erzielen.

Trotz hoher Bewertungen ist es also keinesfalls festgeschrieben,

dass Anlegerinnen und Anleger, die heute kaufen, zwangsläufig

Verluste machen. Denn hohe Bewertungen werden beispielsweise

durch ein hohes Gewinnwachstum kompensiert. Hier sieht die

globale Lage gar nicht so schlecht aus. So werden die Steuergeschenke

des One Big Beautiful Bill Act wahrscheinlich zu einigen

Gewinnsteigerungen in den USA führen. Das Vertrauen in den

dominierenden US-Technologiesektor ist durch die exzellenten

Quartalsberichte zurückgekehrt, die signalisieren, dass der Investitionsboom

der künstlichen Intelligenz immer noch floriert.

In Europa übt der starke Euro zwar Druck auf die Gewinne aus,

doch eine aktivere Fiskalpolitik verspricht hier neue Wachstumsimpulse.

Der europäische Finanzsektor hat weiterhin das Potenzial,

ein wichtiger Werttreiber zu sein, da die steilere Zinsstruktur-

kurve das Zinseinkommen stützt und die Bilanzen saniert wurden.

In Japan nimmt der politische Druck auf die Unternehmensführung

zu, stärker auf die Interessen ihrer Aktionäre zu achten.

Die Ergebnisse dieser Politik sieht man bereits in der positiven

Dynamik bei Aktienrückkäufen und Dividendenerhöhungen.

Letztes Jahr haben wir erste Anzeichen für ein ähnliches Verhalten

in China gesehen, und jetzt ist Korea der jüngste Markt,

der diesem Trend folgt. Insgesamt sehen wir in diesem Jahr

weltweit ein Gewinnwachstum von fünf Prozent und die Chance

auf ein knapp zweistelliges Gewinnwachstum in 2026. Das

ist für Aktienanleger ein günstiges Umfeld.

An diesem Punkt ist unsere größte Sorge, dass die Märkte in

Schwierigkeiten geraten, wenn die politischen Risiken wieder in

den Fokus rücken. Die wahren Auswirkungen der Zölle auf Wirtschaft

und Gewinne sind nach wie vor unklar. Nur die Aktienmärkte

scheinen ihr Urteil schon gefällt zu haben, dass die Effekte

moderat sind und wir vor einer Wiederbeschleunigung der

Konjunktur stehen. Das ist gut an der relativen Wertentwicklung

und steigender Bewertung zyklischer Branchen im Vergleich zu

defensiven Branchen zu beobachten. Ein KGV von über 20x von

zyklischen Aktien war allerdings in der Vergangenheit nur dann

unproblematisch, wenn es anschließend zu einem kräftigen Gewinnanstieg

bei den Unternehmen kam. Bei diesen Bewertungen

gibt es nicht mehr viel Spielraum für Enttäuschungen.

Technologieaktien führen in diesem Kontext ein Eigenleben.

Die Bewertung ist hoch, aber noch nicht auf dem Niveau der

2000er-Blase, wobei die Unternehmen heute deutlich ertragsstärker

sind als damals. Dennoch ist auf diesem Niveau Selektivität

ratsam. Nicht jeder Technologie-Gigant wird zukünftig dem Wachstumsversprechen

seiner hohen Bewertung gerecht werden.

Der Optimismus ist somit nicht unbegründet an die Märkte zurückgekehrt.

Dennoch bleibt es aus Portfolioperspektive wichtig,

die Chancen des Wachstums und Bewertungsrisiken abzuwägen.

Für eine Aktien-Untergewichtung scheint es aufgrund der positiven

Gewinnwachstumsaussichten noch zu früh. Aber eine globale

Ausrichtung und eine höhere Gewichtung von günstigeren defensiveren

Aktien können helfen, die Bewertungsrisiken im

Portfolio zu reduzieren.

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: J.P. Morgan Asset Management 39


moneymarkets

WÄHRUNGSRISIKO

WERTVERFALL: Die

Schwäche des Dollars zum

Euro wird für Anleger zum

Problem

Schicksalsjahr für den Dollar

2025 könnte ein Wendejahr für den

US-Dollar werden. Erstmals seit drei

Jahren notiert der Dollar-Index unter

100 Punkten. Währungsverluste

belasten US-lastige Portfolios. Zeit

für Schutzmaßnahmen?

40

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


von PHILIPP EMANUEL EISEL

Das Jahr 2025 könnte für den US-Dollar als Schicksalsjahr

in die Geschichte eingehen. Erstmals seit drei Jahren

notiert der US-Dollar Index deutlich unter 100

Punkten, womit die US-Währung ihren über ein Jahrzehnt

laufenden Aufwärtstrend nachhaltig zu beenden scheint (siehe

Grafik S. 43). Wer einen großen Teil seines Portfolios in

Aktien oder Anleihen aus den USA anlegt, bekommt die

Schwächephase am eigenen Leib zu spüren. Ein Grund, sich

etwas näher mit der Rolle des US-Dollars zu befassen. Welche

Erkenntnisse liefern vergangene Zyklen, welches Szenario

ist für die US-Währung am wahrscheinlichsten und wie

kann man sich gegen weitere Dollarschwäche schützen? Der

Reihe nach.

Seit Jahrzehnten folgt die US-Währung einem erkennbaren

Muster. Nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems – als

der Dollar noch an Gold gekoppelt war und andere Währungen

feste Wechselkurse zum Dollar hatten – durchlief der

Dollar etwa alle zehn bis 15 Jahre ausgedehnte Zyklen der

Auf- und Abwertung. Der bis vor Kurzem noch aktuelle Aufschwung

des Dollars begann im Jahr 2011 und erreichte

2024 seinen vorläufigen Höhepunkt. Seither bröckelt die

Dollarstärke kontinuierlich. Betrachtet man die Historie,

sind Korrekturen von 30 bis 40 Prozent am Ende eines größeren

Währungszyklus durchaus normal – Dimensionen, die

lange irrelevant schienen. Wer denkt schon über Währungsrisiken

nach, wenn sich der US-Dollar im Depot über zehn

Jahre positiv auf die Rendite ausgewirkt hat? Doch zurück

zur aktuellen Gemengelage an den Märkten. Was die heutige

Phase von früheren Wendepunkten am Währungsmarkt

unterscheidet, ist ein politischer Faktor: Erstmals seit acht

Jahrzehnten versucht ein US-Präsident aktiv, die eigene

Währung zu schwächen.

Diese Politikwende markiert einen fundamentalen Bruch

mit der amerikanischen Nachkriegsstrategie. Während frühere

Regierungen die Dollarstärke als Instrument amerikanischer

Hegemonie betrachteten, schwankt der amtierende US-

Präsident Trump zwischen den Positionen: Im Juli erklärte er

zunächst, ein „kluger Präsident“ würde „niemals den Dollar

fallen lassen“, nur um eine Woche später zu verkünden, ein

„schwacher Dollar bringe verdammt viel mehr Geld ein“ als ein

starker. Diese bewusste Abkehr von der traditionellen Politik

eines starken Dollars dürfte weitreichende Folgen haben.

Nicht mehr im Interesse der US-Regierung. Hinter den Kulissen

arbeitet die Trump-Administration an einer systematischen

Neuordnung des globalen Währungssystems. Denn

inzwischen bedroht ein zu starker Dollar die wirtschaftliche

Stabilität und strategische Sicherheit der USA. Die teure amerikanische

Währung lässt die Wettbewerbsfähigkeit von US-

Exporten schrumpfen und verstärkt das Handelsdefizit seit

Jahren. Gleichzeitig schwächt der starke Dollar die heimische

Industriebasis so dramatisch, dass die Vereinigten Staaten

nicht mehr in der Lage sind, ihre Verteidigung aus eigener

Kraft zu stemmen – ein kritischer Schwachpunkt, der bereits

im Ukraine-Konflikt sichtbar wurde.

Die fiskalische Realität verschärft diese Problematik zusätzlich:

Ausländische Investoren müssen ihre über 13 Billionen

US-Dollar schweren Schulden bedienen und sehen sich

gezwungen, US-Staatsanleihen zu verkaufen, sobald der Dollar

weiter anzieht. Dies führt zu steigenden Anleihezinsen genau

zu dem Zeitpunkt, da die USA bereits Schwierigkeiten

haben, neue Schulden durch Anleihen am Markt zu platzieren.

Der starke Dollar ist somit vom vermeintlichen Vorteil

zur existenziellen Bedrohung für die amerikanische Wirtschafts-

und Verteidigungsfähigkeit geworden.

XTRACKERS BLOOMBERG COMMODITY ETF

Rohstoffe ohne das Dollar-Risiko

Der Xtrackers Bloomberg Commodity ex-Agriculture & Livestock ETF EUR Hedged

ermöglicht einen breit diversifizierten Zugang zu den Rohstoffmärkten. Der

vom ETF nachgebildete Index umfasst einen Korb aus 13 verschiedenen Rohstoffen,

darunter Gold (15 Prozent), Silber (12 Prozent), Kupfer (12 Prozent). Um

die Wertentwicklung des Rohstoffindex nachzubilden, geht der ETF ein Swap-

Geschäft ein. Das dadurch entstehende Kontrahentenrisiko wird durch verschiedene

Mechanismen, unter anderem durch das Hinterlegen von Sicherheiten

und einen regelmäßigen Swap-Reset, möglichst gering gehalten. Während die

ETF-Variante seit Jahresbeginn ein Minus von -3,4 Prozent aufweist (Stand:

18.09.2025), liegt der währungsgesicherte ETF mit +8,1 Prozent deutlich besser.

Wer aufgrund inflationärer Entwicklung oder als allgemein unterstützende Diversifikation

fürs eigene Portfolio nicht auf Rohstoffe verzichten möchte, kann

dieses Produkt als Alternative in Betracht ziehen.

FOCUS MONEY 40/2025

Xtrackers BB Commodity ETF EUR Hedged

ETF-Kurs in Euro

30

25

20

15

10

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN (thes., Euro) DBX1LC/LU0292106167

Fondsvolumen

98 Mio. EUR

laufende Kosten

0,39 % p.a.

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 8,5/1,3/73,6 %

Replikationsmethode:

synthetisch

Gewinnverwendung:

thesaurierend

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

41


moneymarkets

Dem möchte die Trump-Administration entgegenwirken.

Der sogenannte „Mar-a-Lago-Akkord“ – benannt nach einem

Anwesen Trumps in Florida – umfasst mehrere radikale Maßnahmen

zur gezielten Dollar-Schwächung. Darunter aktive

Interventionen am Devisenmarkt, um die als manipulativ

eingestuften Währungspolitiken anderer Länder zu kontern.

Länder mit dauerhaften Handelsüberschüssen sollen mit

Strafzöllen belegt werden, während Verbündete gedrängt

werden, ihre in US-Staatsanleihen geparkten Währungsreserven

gegen hundertjährige Staatsanleihen ohne Zinserträge

zu tauschen – eine Art „Sicherheitsgebühr“ für den amerikanischen

Schutzschirm.

Herausforderung für die Fed. Jedoch bringt diese Strategie

die US-Notenbank in eine prekäre Lage. Die protektionistische

Zollpolitik wirkt inhärent inflationär, da sie Importkosten

direkt in die Verbraucherpreise überträgt.

Gleichzeitig würde ein Entgegenwirken durch höhere Zinsen

die Wirtschaft schwächen und Arbeitsplätze gefährden.

Die Federal Reserve Bank (Fed) steht damit vor einem

scheinbar unlösbaren Dilemma ihres Doppelmandats: Während

niedrigere Zinsen zur Stützung des Arbeitsmarkts erforderlich

wären, könnte dies die zollbedingte Inflation weiter

anheizen. Erschwerend kommt hinzu, dass Trump

massiven politischen Druck auf die Fed ausübt, die Zinsen

um mehrere Prozentpunkte zu senken – ein Schritt, der die

Dollar-Schwächung beschleunigen, aber die Inflationsrisiken

dramatisch verstärken würde. Die Notenbank wird somit

zur entscheidenden Stütze des Mar-a-Lago-Plans, muss

aber gleichzeitig verhindern, dass die wirtschaftlichen Verwerfungen

außer Kontrolle geraten.

Ein weiterer Faktor könnte ein Friedensabkommen für die

Ukraine werden. Der Wiederaufbau des Landes erfordert laut

Weltbank knapp 500 Milliarden US-Dollar – Mittel, die europäische

Investoren aus ihren US-Anlagen abziehen müssten.

Zusätzlich dürften erhöhte Verteidigungsausgaben zur

Beschwichtigung der Trump-Administration weitere Kapi-

talrückflüsse nach Europa auslösen. Ebenfalls zuungunsten

der US-Währung. Fundamental deuten damit mehrere Faktoren

auf eine anhaltende Schwäche der US-Währung hin.

Ein renommiertes Researchhaus mit Fokus auf makroökonomische

Entwicklungen, MI2 Partners, sieht eine „faire Bewertung“

für das Währungspaar EUR/USD bei 1,50 – deutlich

über dem aktuellen Niveau um 1,18. Die Investmentbank

J.P. Morgan prognostiziert eine Abwertung des US-Dollars

auf 1,22 bis März 2026.

Handlungsoptionen für Anleger. Wer ein Portfolio mit hohem

Anteil an US-Dollar Vermögenswerten führt, muss sich

zwangsläufig mit den Folgen einer möglicherweise umfassenden

Neubewertung des US-Dollars auseinandersetzen.

Glücklicherweise bietet die heutige Produktlandschaft diverse

Möglichkeiten, das eigene Portfolio gegen Währungsverluste

abzusichern. Wer beispielsweise eine für sich bewährte

ETF-Strategie weiterführen möchte, kann für die

gängigsten Märkte auf ETF-Alternativen mit Währungsabsicherung

zurückgreifen. Allerdings sollten dabei verschiedene

Faktoren berücksichtigt werden, damit der Wunsch

nach Absicherung nicht zu einem unerwünschten ökonomischen

Nachteil führt.

Währungsgesicherte ETFs weisen in der Regel höhere Verwaltungskosten

auf. Grund dafür ist unter anderem der erhöhte

Aufwand für das Fondsmanagement, die Absicherungsgeschäfte

im Fonds umzusetzen. Dabei wird das

Währungsrisiko über verschiedene Termingeschäfte minimiert,

die regelmäßig erneuert werden müssen. Die Kosten

für diese Absicherung lassen sich nur bedingt prognostizieren,

da sie an den Zinsunterschied zwischen den beiden Währungsräumen

des entsprechenden Währungspaares geknüpft

sind. Wenn beispielsweise das Zinsniveau in den USA

bei vier Prozent liegt und in der Eurozone bei zwei Prozent,

dann liegen die Kosten für die Währungsabsicherung bei

etwa zwei Prozent pro Jahr. Entsprechend künftiger zinspolitischer

Entscheidungen kann sich dieser Wert über die Zeit

ISHARES CORE MSCI WORLD UCITS ETF EUR HEDGED (DIST)

Globale Aktien mit Währungsabsicherung

Der Ishares Core MSCI World UCITS ETF EUR Hedged bildet die größten börsennotierten

Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Die mit Abstand größte

Region des MSCI World Index sind die USA mit 72,1 Prozent. Die zweitgrößte

Region, Japan, macht lediglich 5,5 Prozent des Index aus. Für Anleger aus

dem Euroraum ergeben sich mit einer Investition in diesen Weltindex signifikante

Währungsrisiken. In einer Welt globaler Großkonzerne, die ihre Produkte

und Dienstleistungen weltweit absetzen, scheint es keine ratsame Strategie,

Währungsrisiken am Aktienmarkt langfristig und permanent abzusichern.

Doch das heutige Umfeld bietet mit den USA als Hauptakteur an den Märkten

eine Sondersituation. Ein US-Klumpenrisiko, das Portfolios anfällig für eine

ausgeprägte Dollarschwäche macht. Während ein Welt-ETF ohne Währungsabsicherung

seit Jahresbeginn von +3,2 aufweist, kommt der hier aufgeführte

ETF auf eine Rendite von +12,9 Prozent.

42

Ishares Core MSCI World ETF

ETF-Kurs in Euro

9

8

7

6

5

4

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN (thesaur., Euro) A2PKSQ/IE00BKBF6H24

Fondsvolumen 1,33 Mrd. €

laufende Kosten

0,30 % p.a

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 16,0/62,2/85,0 %

Replikationsmethode:

physisch

Gewinnverwendung:

ausschüttend

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

FOCUS MONEY 40/2025


Nach Aufschwung kommt Abschwung

Über zehn Jahre lang folgte der US-Dollar einem

strukturellen Aufwärtstrend. Mittelfristige Schwankungen

von über 30 Prozent sind dabei eher die

Regel als die Ausnahme

US-Dollar-Index

in Punkten

110

100

Zinspolitik bestimmt Absicherungskosten

Der Unterschied im Zinsniveau bestimmt die Kosten

für die Absicherung des US-Dollar-Währungsrisikos.

Stärkere Zinssenkungen in den USA könnten die

Absicherungskosten weiter sinken lassen

Zinsniveau und Absicherungskosten

in Prozent, bis Ende 2025

USA 3,6

2005 2010 2015 2020 2025

Quelle: Bloomberg

90

80

70

Euro-Zone 1,9

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen

implizite Kosten

für Währungsabsicherung

1,7 43

verändern, ebenso wie die Kosten für die Währungsabsicherung

eines ETFs. Das von der EZB angekündigte Ende der hiesigen

Zinssenkungen spricht für einen Rückgang der Absicherungskosten,

die angesichts aktueller Markterwartungen

unter zwei Prozent bleiben könnten (siehe Grafik oben

rechts).

Steuern berücksichtigen. Wer das Risiko ausgeprägter

Währungsverluste für seine US-Dollar-Vermögenswerte über

einen währungsgesicherten ETF verringern möchte, sollte

berücksichtigen, dass, wenn dafür ein bestehender ETF ohne

Währungsabsicherung verkauft werden muss, Steuern auf

angelaufene Kursgewinne anfallen können. Vor allem bei einem

langen Anlagehorizont kann die dadurch entstehende

Belastung so hoch ausfallen, dass ein Wechsel nicht mehr

lohnend wäre.

Zusammengefasst sprechen historische Währungszyklen

eine klare Sprache. Während einschneidende Korrekturen

von über 30 Prozent durchaus üblich sind, neigt sich der seit

2011 laufende Dollar-Aufwärtstrend dem Ende entgegen.

Dazu verfolgt erstmals seit Jahrzehnten eine US-Administration

aktiv die Schwächung der eigenen Währung. Unterstützt

durch strukturelle Ungleichgewichte und geopolitische

Entwicklungen, deutet vieles auf eine anhaltende

Schwächephase der US-Währung hin. Für Portfolios mit hohem

US-Dollar Anteil ergibt sich dadurch ein ernst zu nehmender

Risikofaktor. Um diesen zu mitigieren, können währungsgesicherte

ETFs als Alternative zu herkömmlichen

Produkten in Erwägung gezogen werden. Allerdings nicht,

ohne die damit einhergehenden Kosten und möglicherweise

auftretende Steuereffekte zu berücksichtigen.

INVESCO S&P 500 EUR HEDGED UCITS ETF

US-Markt mit Hedge

Der Invesco S&P 500 EUR Hedged UCITS ETF bildet die nach Marktkapitalisierung

500 größten US-Unternehmen ab. Das Produkt kann in Portfolios eingesetzt

werden, in denen das Gewicht von US-Aktien individuell festgelegt wird.

Anstatt die Aktien wie bei einem physischen ETF direkt zu kaufen, geht dieser

ETF dabei ein Tauschgeschäft – auch Swap genannt – ein. Der Swap-Partner

liefert dem ETF die Rendite des Index, abzüglich einer kleinen Gebühr. Das theoretische

Ausfallrisiko des Swap-Partners soll durch das Hinterlegen von Sicherheiten

minimiert werden. Historisch konnten synthetische ETFs, die den

S&P 500 nachbilden, besser abschneiden als physische ETFs. Dazu ist das

Fondsvermögen des ETFs währungsgesichert in Euro, sodass man die lokale

Marktentwicklung der USA abzüglich der Produktkosten und der im Fonds anfallenden

Kosten für die Währungsabsicherung erhalten kann. Im Falle einer

Aufwertung des US-Dollars würde der ETF davon nicht profitieren können.

Invesco S&P 500 Euro Hedged ETF

ETF-Kurs in Euro

10

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN (thesaur., Euro) A12DYR/IE00BRKWGL70

Fondsvolumen 2,49 Mrd. €

laufende Kosten 0,05 % p.a.

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 15,3/63,6/91,8 %

Replikationsmethode

synthetisch

Gewinnverwendung

thesaurierend

Quelle: Bloomberg

50

40

30

20

e = erwartet

FOCUS MONEY 40/2025


moneymarkets

KFZ-PRODUKTION:

Maschinen können mit

Baslers Kameras „sehen“

BASLER

Wieder im Bilde

In den vergangenen beiden Jahren schrieb Basler rote Zahlen. Im laufenden Geschäftsjahr sollte

unter dem Strich wieder ein Gewinn stehen. Die Börse feiert den Turnaround

von THOMAS SCHUMM

Was für ein strammes Momentum: Notierte die Aktie

von Basler zu Jahresanfang noch bei rund sechs

Euro, sind es inzwischen knapp 19 Euro. Rund verdreifacht

in gut acht Monaten – das freut das Anlegerherz.

Was ist passiert? Das Unternehmen hat harte Verlustjahre

hinter sich. In diesem Jahr könnte der Turnaround gelingen.

Basler ist Spezialist für Industrie-Kameras (B2B) und die

entsprechenden Lösungen (Software) zur Bildverarbeitung.

Die Produkte und Services kommen vor allem in den Bereichen

Industrie, Medizin und Verkehr zum Einsatz. Eigentlich

sollte das ein boomendes Geschäft sein, denn durch Robotik

und Automation müssen Maschinen oder ganze

Fertigungsstraßen „sehen“ können, um Produkte zu erfassen,

zu bearbeiten oder deren Qualität zu kontrollieren.

Aber die Investitionen in neue Fabriken waren in den

zurückliegenden Jahren gedämpft. Erreichte Basler 2022

noch einen Umsatz von 272,2 Millionen Euro, schrumpften

die Erlöse 2023 auf 203,1 Millionen Euro und 2024 auf 183,7

Millionen Euro. Allein im vergangenen Jahr verlor Basler somit

rund ein Viertel seines Umsatzes. Dabei hatte 2024 mit

steigenden Auftrags eingängen begonnen, doch im dritten

Quartal bröckelten die Bestellungen spürbar ab.

44

Foto: Basler

FOCUS MONEY 40/2025


Das Management reagierte konsequent: Die Prognose

wurde angepasst und ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet.

Schon 2023 war für Basler ein Verlustjahr, der Handlungsdruck

war entsprechend hoch: Lag der Vorsteuer-Gewinn

(Ebt) 2022 noch bei 28,3 Millionen Euro und einer

Ebt-Marge von ordentlichen 10,4 Prozent, summierte sich

2023 vor Steuern unter dem Strich ein Verlust von 20,2 Millionen

Euro. Immerhin: Im zurückliegenden Geschäftsjahr

reduzierte sich dieser, trotz weiter rückläufiger Umsätze, auf

12,0 Millionen Euro; ein Einmalaufwand durch das Kostensenkungsprogramm

in Höhe von 6,2 Millionen Euro ist da

schon mit eingerechnet. Auch erfreulich: Zum Ende des Jahres

zog das Geschäft bei Basler wieder an. Insgesamt stiegen

die Auftragseingänge 2024 um 15 Prozent auf 192,4 Millionen

Euro. Dieser Trend setzte sich in den ersten beiden

Quartalen des laufenden Geschäftsjahres fort.

Erfolg im Ausland. Die Märkte für Bildverarbeitungskomponenten

entwickelten sich außerhalb Europas positiv, und

Basler gelang es dank globaler Präsenz, Großprojekte in China

und den USA zu gewinnen. Damit konnte das flaue Geschäft

in Deutschland ausgeglichen werden. Insgesamt kletterten

die Bestellungen in den ersten drei Monaten um 18 Prozent

und der Umsatz um 37 Prozent. Wirkung zeigten die Kostensenkungsmaßnahmen:

Das Vorsteuer-Ergebnis verbesserte

sich im Jahresvergleich von minus 3,6 auf plus 6,0 Millionen

Euro. In den ersten sechs Monaten zeigte sich sogar eine nochmals

höhere Dynamik bei Basler, wodurch der Konzern die

Branche überflügelte. Der Auftragseingang legte im ersten

Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 113,3

Millionen Euro und der Umsatz um 20 Prozent auf 111,7 Millionen

Euro zu. Satt war das Plus beim Vorsteuer-Gewinn auf

7,1 Millionen, nach einem Verlust von 2,3 Millionen Euro. Die

Vorsteuerrendite erreicht so schöne 7,0 Prozent.

Der operative Cashflow kam auf 8,7 Millionen, nach 3,8

Millionen Euro im Vorjahr und der freie Cashflow auf 3,2 Millionen

Euro, nach minus 2,1 Millionen Euro. Mit Blick auf

eine mögliche Dividendenausschüttung für das Jahr 2025 ist

das nicht unerheblich. Für das Geschäftsjahr 2024 hatte der

Vorstand „zur Schonung der Liquidität und zur Wiederher-

stellung der Widerstandsfähigkeit des Unternehmens“ beschlossen,

keine Dividende zu zahlen. Für 2025 könnte wieder

eine Mini-Dividende möglich sein (nächste

Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2026).

Bessere Prognose trotz Konjunkturschwäche. Für den

Rest des Jahres geht der Basler-Vorstand allgemein von eher

schwierigen Marktbedingungen aus. Konjunkturelle Schwächen

durch (bislang) ausbleibende Strukturreformen in

Deutschland und andauernde Handelskonflikte (US-Zölle)

global führen zu einer tendenziell zurückhaltenden Investitionsneigung.

Hinzu kommt die Abwertung des Dollars und

des japanischen Yen gegenüber dem Euro, was tendenziell

den Umsatz belasten kann.

Im Gegensatz dazu steht die Prognoseanhebung von Basler

Anfang August. Offenbar vertraut der Vorstand auf die eigene

Stärke und die gute internationale Positionierung.

Nicht zuletzt dürften auch die robusten Ergebnisse und insbesondere

die Auftragseingänge im ersten und vor allem

zweiten Quartal für Zuversicht im Management gesorgt haben.

Basler geht nun von einem Konzernumsatz zwischen

202 und 215 Millionen Euro bei einer Vorsteuerrendite von

zwei bis sechs Prozent aus. Das ist erheblich mehr, als zuvor

in Aussicht gestellt wurde. Da erwartete Basler für 2025 eine

Erlösspanne zwischen 186 und 198 Millionen und eine Vorsteuer-Marge

von null bis fünf Prozent.

Unter dem Strich dürfte bei Basler in diesem Jahr auch wieder

ein Nettogewinn stehen. Mit einem verbesserten Investitionsklima

in den kommenden Jahren, ausgelöst durch den

Bau neuer oder effizienter Fabriken mit einem höheren Grad

an Automation und Robotik, sollte das Nettoergebnis von

Basler weiter steigen und so die Bewertungsrelationen nach

unten bringen, was letztlich Kurssteigerungspotenzial bedeutet,

auch wenn jüngst die Börse schon etwas vorgefeiert

hat – der Turnaround bei Basler hat erst begonnen. Üblicherweise

folgen mit der Erholung der Kurse und Ergebnisse auch

höhere Analystenschätzungen. Ein (kleines) Manko ist bei

der Basler-Aktie der recht geringe Streubesitz mit 28 Prozent.

Anleger sollten deswegen bei dem nach wie vor spekulativen

Wert limitiert ordern.

Gelungene Wende

Nach rund dreijähriger Talfahrt ist charttechnisch

der Turnaround bei der Basler gelungen.

Jüngst wurde auch der Abwärtstrend

überwunden. Die nächste charttechnische

Hürde liegt bei gut 22 Euro

WKN/ISIN

510200/DE0005102008

Börsenwert 565 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 94,0/47,0

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,2/0,5 %

Kursziel/Stoppkurs

22,00/15,50 Euro

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 18 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

Basler

Kurs der Basler-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2021 22 23 24 2025

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20

10

0

FOCUS MONEY 40/2025

45


moneymarkets

Das Beste für

FOCUS-MONEY-Leser

Der 1843 gegründete „The

Economist“ mit dem Leitmotto

„Den globalen Fortschritt

inspirieren“ gilt heute

als eine der führenden Wirtschaftszeitschriften

der

Welt. Er betont seine Unabhängigkeit

und Objektivität;

mit Büros in 14 Ländern

weltweit ist er für seine tiefen

Analysen der globalen

Wirtschaft und Politik

bekannt. In einer Kooperation

macht FOCUS MONEY

seinen Lesern in der Regel

wöchentlich einen ausge

wählten Artikel aus „The

Economist“ zugänglich.

DUELL DER WÄHRUNGEN: Der chinesische Yuan fordert den amerikanischen Dollar heraus

WÄHRUNGEN

Vom Greenback zum Redback

China entledigt

sich des Dollars,

und zwar schnell.

Offizielle Stellen

sind der Ansicht,

dass der Yuan

endlich erwachsen

geworden ist

Chinas Führungskräfte wittern eine einmalige Chance.

Die erratische Handelspolitik von US-Präsident Donald

Trump, die klaffenden Haushaltsdefizite und die

Drohungen gegen die Unabhängigkeit der amerikanischen

Zentralbank könnten den Dollar ernsthaft beschädigen. Seit

Januar ist der Dollar auf handelsgewichteter Basis um sieben

Prozent eingebrochen und legte seinen schlechtesten Jahresbeginn

seit 1973 hin. Im Gegensatz dazu hat Chinas streng

kontrollierte Währung, der Yuan, seinen höchsten Stand seit

der Wiederwahl von Donald Trump im November erreicht.

Ausländische Investoren stehen Schlange. Und zahlreiche

Regierungen lassen sich auf der Suche nach Dollar-Alternativen

ebenfalls nicht lange bitten.

Solch ein starkes Interesse ist nichts Neues. Ebenso wenig

wie der Wunsch Chinas, den Yuan international zu machen.

Der erste derartige Vorstoß des Landes begann 2009 mit der

Lockerung einiger Kapitalverkehrskontrollen. Das endete im

Jahr 2015 mit einer schmerzhaften Börsenflaute und einer

Währungsabwertung, die zu einem Kapitalabfluss aus dem

Land führten. Eine scharfe Regulierung von Kapitalanlagen

beendete dann den beginnenden Anstieg des Yuan. Diesmal

wollen die Behörden sicherstellen, dass die Fortschritte von

Dauer sind und sie die Kapitalströme besser kontrollieren

können.

Die chinesische Führung ist überzeugt, dass ein weltweit

akzeptierter Yuan ihre Exporteure vor den Schwankungen

des Dollarwertes schützen und die drohenden amerikani-

46

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


schließlich Finanzströme) erfolgen in Yuan, gegenüber

weniger als ein Prozent im Jahr 2010.

Nach Ansicht von Dinny McMahon von Trivium China,

einem in Peking ansässigen Beratungsunternehmen,

wollen die politischen Entscheidungsträger letztlich einen

stabilen Yuan-Umlauf in und aus China schaffen.

Dies dürfte den Einsatz von Offshore-Yuan fördern und

den Zugang von Ausländern zu dieser Währung erleichtern.

Im Mai forderten die Regulierungsbehörden die

Großbanken auf, nicht weniger als 40 Prozent der Kredite

zur Handelserleichterung in Yuan zu vergeben.

Lockmittel für den Yuan. Um den Umlauf zu erhöhen,

wollen die Behörden die Handelspartner dazu bringen,

Chinas Währung als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Ein

wichtiges Lockmittel ist das Angebot von Yuan-Verbindlichkeiten.

Eine im Mai veröffentlichte Studie von Ökonomen

der Federal Reserve ergab, dass chinesische Banken

nach der Verhängung von Sanktionen gegen

Russland im Jahr 2022 fast ihre gesamte Neukreditvergabe

im Ausland von Dollar auf Yuan umstellten (zuvor

wurden nur 15 Prozent der Kredite in Yuan vergeben),

wodurch sich der Bestand an ausstehenden Yuan-Schulden

verdreifachte.

Die Regierung verfolgt die gleiche Strategie mit ihrer

eigenen Bilanz. Seit Beginn seiner Internationalisierungsbemühungen

hat China Swap-Kredite in Höhe von

4,5 Billionen Yuan (630 Milliarden Dollar) an 32 Zentralbanken

vergeben und damit ein globales finanzielles

Sicherheitsnetz geschaffen, das mit dem des IWF vergleichbar

ist. Nur ein Bruchteil dieser Kreditlinien wurde

tatsächlich in Anspruch genommen. Die Idee ist, den

Zugang der Länder zum Yuan in einer Krise zu garantieren

und ihnen das Vertrauen zu geben, Kredite in dieser

Währung aufzunehmen und zu kaufen.

Parallel zu all diesen Entwicklungen hat China auch

sein eigenes Finanzsystem in Ordnung gebracht. Dank

einer Vielzahl von Maßnahmen kann es jetzt ohne Kontakt

zum Dollarsystem mit anderen Transaktionen

durchführen. Dazu gehören der digitale Yuan und dischen

Finanzsanktionen abmildern können. Einige

Beamte hoffen, dass ausländische Unternehmen und Investoren

über die strenge Kontrolle des Staates hinwegsehen

und sie vielleicht sogar als Vorteil betrachten werden.

In den vergangenen Jahren haben sie

überraschende Gewinne erzielt. Der Anteil des Yuan an

Außenständen und Auslandskrediten hat zugenommen,

und dementsprechend wurde eine beeindruckende Finanzinfrastruktur

aufgebaut, die nicht auf dem Dollar

basiert. Die Behörden scheinen jedoch zu erkennen,

dass Ausländer nun größere Anreize brauchen, um den

Yuan zu nutzen und in Yuan-Anlagen zu investieren.

Was hat China also bisher erreicht? Dem Yuan fehlt es

in jeder Hinsicht an Ansehen. Obwohl fast ein Fünftel

der weltweiten Wirtschaftstätigkeit auf China entfällt,

wird seine Währung wertmäßig nur für vier Prozent der

internationalen Zahlungen verwendet (gegenüber 50

Prozent für den Dollar). Yuan-Aktiva machen nur zwei

Prozent der weltweiten Währungsreserven der Zentralbanken

aus (gegenüber 58 Prozent bei Dollar-Aktiva).

Ein großer Teil dieses Missverhältnisses ist auf Chinas

Kontrollen ins Land und aus dem Land fließenden Geldströmen

zurückzuführen. Viele Ökonomen sind der Meinung,

dass eine Internationalisierung des Yuan unmöglich

ist, solange diese in Kraft bleiben.

Zur Vorherrschaft dauert es lange. Doch selbst nachdem

Amerika zur größten Volkswirtschaft der Welt geworden

war, dauerte es noch Jahrzehnte, bis der Dollar

seine Vorherrschaft erlangte. Gemessen an diesem Zeitrahmen

macht China erstaunlich schnelle Fortschritte.

Sein bescheidener Anteil am internationalen Zahlungsverkehr

hat sich seit 2022 verdoppelt. Das ist vor allem

den Veränderungen im eigenen Land zu verdanken. Die

Erhöhung des Anteils des Yuan am eigenen Handel von

China war ein wichtiger Schritt. Über 30 Prozent des

chinesischen Waren- und Dienstleistungsverkehrs werden

heute in der eigenen Währung abgewickelt (gegenüber

14 Prozent im Jahr 2019). Über 50 Prozent seiner

gesamten grenzüberschreitenden Einnahmen (ein-

Chinas Währung gewinnt an Stärke

Der Greenback hat seit dem Ausbruch des

russischen Angriffskrieges auf die Ukraine

gegenüber Chinas streng kontrollierter

Währung, dem Yuan, abgewertet. Bei

ausländischen Investoren gewinnt der

Yuan weiter an Ansehen

Preis für 1 US-Dollar in Yuan

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

7,20

7,00

6,80

6,60

6,40

6,20

FOCUS MONEY 40/2025

47


moneymarkets

D

z

b

T

gitale Zahlungen außerhalb des Bankensektors. Am

wichtigsten ist die Erfindung des Cips, das Ähnlichkeiten

mit Swift, dem westlichen Banknachrichtensystem, aufweist.

Da chinesische Banken Transaktionen außerhalb

von Swift durchführen können und dies auch tun, wird

die Rolle des Yuan im internationalen Zahlungsverkehr

wahrscheinlich unterschätzt, meint Josh Lipsky vom Atlantic

Council, einem amerikanischen Thinktank.

Cips-Netzwerk auf dem Vormarsch. Weltweit haben

sich mehr als 1700 Banken dem Cips angeschlossen, ein

Drittel mehr als vor dem Krieg in der Ukraine. Das Transaktionsvolumen

stieg im Jahr 2024 schneller als je zuvor,

nämlich um 43 Prozent auf 175 Billionen Yuan (24 Billionen

US-Dollar). In 33 Märkten wurden Clearing-Banken

für die Abwicklung von Yuan-Zahlungen eingerichtet,

die fast alle von chinesischen Instituten betrieben

werden. Einige traten in diesem Jahr bei, darunter Banken

in der Türkei und auf Mauritius. China arbeitet seit

Juni mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen,

um das Cips-Netzwerk auf Nordafrika und den Nahen

Osten auszuweiten.

Im vergangenen Jahr sollen mehrere Milliarden Dollar

über ein Digitalwährungsnetzwerk namens mBridge abgewickelt

worden sein, das China zusammen mit anderen

Zentralbanken aufgebaut hat. Ein amerikanischer

Amtsträger sagte im Januar, dass diese Zahlungen zwar

wirtschaftlich noch unbedeutend seien, aber „bereits die

Schwelle von geopolitischer Bedeutung überschritten“

hätten. Die chinesischen Regulierungsbehörden haben

die Banken angewiesen, mBridge verstärkt zu nutzen.

Der Reiz liegt auf der Hand. Im August nutzte ein Unternehmen

in Xinjiang, einer Region, in der Unternehmen

wegen des Einsatzes von Zwangsarbeitern sanktioniert

sind, mBridge, um seine ausländischen Aktionäre zu bezahlen.

Was kommt als Nächstes? Chinas Regierung, die sich

in kritischen Bereichen, für die sie Unabhängigkeit anstrebt,

nach innen gewandt hat, muss den Zugang von

Ausländern zu ihren Finanzmärkten erweitern. Die Zahl

der Finanzkontrakte, die Ausländern für den Handel auf

den Inlandsmärkten offen stehen, hat sich in diesem Jahr

mehr als verdoppelt; die Quoten für inländische Investoren

im Ausland wurden ausgeweitet.

Vertrauen in Dollar schwindet. Die kommenden Monate

könnten sich als entscheidend erweisen. Das schwindende

Vertrauen in den Dollar und ein günstiges makroökonomisches

Umfeld dürften Chinas Bemühungen

unterstützen. Der Aufschwung an den Aktienmärkten

hat Ausländern einen finanziellen Anreiz gegeben, Yuan-

Anlagen zu halten. Zinssenkungen und Deflation haben

die Kreditkosten auf dem Offshore-Markt auf unter zwei

Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 2013

gedrückt. Unternehmen, auch ausländische, sind auf dem

besten Weg, in diesem Jahr eine Rekordsumme an sogenannten

„Dim Sum“-Yuan-Anleihen auszugeben.

Der nächste sichere Schritt Chinas ist die Öffnung seiner

Onshore-Kapitalmärkte für seine Freunde. Im Juli

emittierte Ungarn rund fünf Milliarden Yuan in sogenannten

„Panda-Anleihen“, der bisher größten staatlichen

Einzelemission. Am 8. September berichtete die „Financial

Times“, dass russische Energieunternehmen

grünes Licht für die Ausgabe von auf Yuan lautenden Papieren

erhalten haben. Kenia könnte seine Dollar-Schulden

gegenüber China bald in Yuan umtauschen. Unterdessen

denkt Brasilien über eine Neuemission nach, und

pakistanische Amtsträger waren in Peking, um potenzielle

Gläubiger zu überzeugen. Trotz des Hypes gehen die

Behörden von einer langfristigen Perspektive aus. In einer

Rede im Juni erklärte Chinas Zentralbankgouverneur

Pan Gongsheng, dass das globale Finanzsystem „multipolar“

werde und dass der Dollar in Zukunft gezwungen

sein werde, mit anderen Währungen, wie dem Yuan, zu

konkurrieren. China hofft, dass ein solcher Wettbewerb

bedeutet, dass das Land weniger tun muss, um seine Dollarabhängigkeit

zu verringern, und es der Liberalisierung

der Kapitalströme und des Wechselkurses widerstehen

kann. Der Yuan könnte sich zu einer globalen Währung

mit chinesischen Merkmalen entwickeln.

China stellt von Dollar auf Yuan um

Eine im Mai veröffentlichte Studie von Ökonomen

der Federal Reserve (Fed) ergab, dass chinesische

Banken nach der Verhängung von Sanktionen

gegen Russland im Jahr 2022 fast ihre gesamte

Neukreditvergabe im Ausland von Dollar auf Yuan

umstellten. Dadurch hat sich der Bestand an

ausstehenden Yuan-Schulden verdreifacht

Chinesische Yuan-Auslandskredite

Anteil an den gesamten Krediten, in Prozent

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

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DIE GROSSE

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AUSGABE

18./19.10.2025

welt.de/asterix

FOCUS MONEY 40/2025

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: xxx/FOCUS MONEY 49


moneymarkets

Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen.

Führende Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Gregor Bauer, Vermögensberater, www.drbauer-consult.de,

und Vorstandsvorsitzender der VTAD e. V.

Quelle: Bloomberg

CHARTSIGNAL DER WOCHE

Intakter Aufwärtstrend beim Euro

Nach dem Rücksetzer Anfang August gewinnt der Euro gegenüber

dem US-Dollar zwar wieder an Wert, kämpft jedoch mit einem neuen

Widerstand. Ein Ausbruch nach oben wäre ein bullisches Signal

Preis für 1 Euro in US-Dollar

2024

SEP

O

200-Tage-Linie

Widerstandszone

Unterstützungen

2025

N D JAN F M A M J J A S

Aufwärtstrend

V-Formation

OKT

1,20

1,16

1,12

1,08

1,04

1,00

Seit Mitte Januar verläuft der Euro gegenüber dem US-

Dollar in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Schwächephasen

wurden immer wieder schnell ausgebügelt. Die

letzte stärkere Korrekturbewegung fand Anfang August

statt, als der Euro aus dem Bereich von 1,180 Dollar bis in

die Region von 1,140 Dollar abtauchte. Eine charttechnische

V-Formation leitete jedoch sofort die untere Umkehr

ein. In der Folge gewann der Euro erneut an Stärke und

markierte bei 1,192 US-Dollar ein neues Zwischenhoch. Dadurch

bildete sich der erste Widerstandsbereich aus, von

dem aus die europäische Gemeinschaftswährung wieder

nach unten abprallte.

Der Aufwärtstrend nach der August-Korrektur ist jedoch

nach wie vor intakt. Anleger warten daher auf den Ausbruch

des Euro über den Widerstandsbereich und steigen

ab etwa 1,195 US-Dollar mit einer (gehebelten) Long-Position

ein. Der Eingangstopp sollte hierbei unterhalb des ersten

Widerstandsbereichs bei 1,175 Dollar platziert werden.

Begründung: Wird die in diesem Bereich verlaufende Aufwärtstrendlinie

nach unten durchbrochen, muss mit einem

weiteren Abwärtsimpuls gerechnet werden. Die nächste

Unterstützung läge dann im Bereich um 1,158 US-Dollar.

Aktuelle Kursdaten finden Sie in der App unseres Partners

WETTE

DER WOCHE

SAMSUNG

Nvidia zieht den Kurs

von HANS-PETER SIEBENHAAR

Auf dem Weg nach oben

Samsung Electronics

Kurs der GDR-Aktie in Euro

2022 2023 2024 2025

1400

1200

1000

800

Quelle: Bloomberg

DIE FÄHIGKEIT ZUM LEIDEN mussten

die Aktionäre von Samsung

(ISIN: US7960508882) mitbringen.

Seit dem Sommer des vergangenen

Jahres musste der koreanische

Elektronik-Riese aus selbst verschuldeten

Gründen einen herben Kurseinbruch

nehmen. Nun ist das Comeback

in vollem Gang. Die Aktie von

Samsung ist auf dem Weg zu alten

Höhen und darüber hinaus. Die

jüngste Nachricht aus Seoul: Samsung

hat nach eineinhalb Jahren

harter Arbeit und Rückschlägen die

Qualifizierungstests von Nvidia für

seinen 12-Stack-HBM3E-Chip bestanden

und einen Auftrag von mindestens

10 000 Wafer erhalten. Diese

Nachricht katapultiert den

Anteilsschein steil nach oben. Der

jüngste Kursanstieg muss noch lange

nicht das Ende der Rally sein. In

der Branche gilt es als ausgemacht,

dass Samsung in den nächsten Monaten

auch die HBM4-Qualifizierung

von KI-Chip-Giganten Nvidia und

entsprechende Aufträge erhalten

wird. Samsung baut bereits im großen

Stil Kapazitäten für die erwarteten

Bestellungen auf.

Analysten sind daher euphorisch.

Von 41 Marktexperten empfehlen 34

den Kauf der Aktie. Die restlichen

sieben plädieren für Halten. Eine

Verkaufsempfehlung gibt es nicht.

Die Marktmeinung ist wenig überraschend.

Denn im Vergleich zu US-

Tech-Werten ist der Anteilsschein

von Samsung vergleichsweise preiswert.

Optimisten prognostizieren angesichts

der Unterbewertung ein

Kurspotenzial von über 30 Prozent.

Nicht nur für kurzfristige, sondern

auch für langfristig orientierte Anleger

bleibt der Tech-Champion aus

Asien ein spannendes Investment.

50 FOCUS MONEY 40/2025


MUSTERDEPOT

Nebenwerte

ziehen an

Jaensch verkauft Bayer und

kauft dafür Seagate; Hölzle-

Depot mit neuem Rekordstand

Bayer besitzt nach wie vor eine gute Chance,

wieder zu einem High-Performer zu werden.

Da sich unter anderem durch die veränderte

Geldpolitik in den USA ein neuer Schub bei

Hightech-Werten anbahnt, werde ich den

Dax-Wert zunächst gegen den Speicherlösungshersteller

Seagate austauschen“, sagt

Hartmut Jaensch von prediqma. Als einer der

dominierenden Weltmarktführer für Festplattenlaufwerke

bildet das US-Unternehmen

(ISIN: IE00BKVD2N49) die entscheidende

Grundlage für die wachsenden Anforderungen

von Cloud-Computing, künstlicher Intelligenz

und Big Data. „In diesen Bereichen

wird eine riesige Speicherkapazität benötigt”,

so der Stratege. Jaensch ordert 55 Seagate-

Aktien mit einem Limit von 221,50 Euro (gültig

bis zum 29.09.2025). Im Gegenzug veräußert

er die gesamte Bayer-Position bestens.

Weiter zulegen konnte in der Berichtswoche

das Depot von Manuel Hölzle. Bergauf

ging es vor allem bei Avio. Der italienische Raketenhersteller

will mit frischem Eigenkapital

die Expansion seiner Satellitenstartaktivitäten

vorantreiben und so ein durchschnittliches

jährliches Umsatzwachstum

von zehn Prozent sowie eine Steigerung des

Kerngewinns um 15 Prozent erreichen. SR

Anzahl/nominal

des Wertpapiers

ISIN

aufgenommen

Ausgabe

Kaufkurs

in Euro

Kaufsumme

in Euro

Limits Euro

je Stück/

Anzahl

Kurs am

23.09.25

in Euro

Kurswert

am

23.09.25

Kursveränderung

in %

DEPOT 1

HARTMUT JAENSCH,

prediqma – Institut

für Börsenstrategie

150 Erste Group Bank AT0000652011 5/25 60,18 9027,00 – 82,65 12397,50 37,3

95 Heidelberg Materials DE0006047004 diverse 126,81 12046,50 – 196,15 18634,25 54,7

450 Wacker Neuson DE000WACK012 12/25 17,26 7767,00 – 23,80 10710,00 37,9

200 Société Générale FR0000130809 13/25 42,09 8418,00 – 57,08 11416,00 35,6

5000 Heidelberger Druck DE0007314007 25/25 1,41 7070,00 – 2,07 10350,00 46,4

700 Babcock Intern. GB0009697037 25/25 12,51 8757,00 – 13,39 9373,00 7,0

Guthaben: 4593,05 € 950 Deutz DE0006305006 25/25 7,71 7324,50 – 9,50 9025,00 23,2

Depotwert: 117236,75 € 800 Basler DE0005102008 30/25 13,22 10576,00 – 18,58 14864,00 40,5

Gesamtwert*: 121829,80 € 400 Bayer DE000BAY0017 33/25 28,21 11282,00 V: o.L./400 26,98 10792,00 –4,3

Depotveränderung:21,8 % 100 Bilfinger DE0005909006 34/25 94,35 9435,00 – 96,75 9675,00 2,5

DEPOT 2

MANUEL HÖLZLE,

GBC AG

75 Alzchem 7) 11) DE000A2YNT30 5/25 63,80 4785,00 – 139,80 10485,00 119,1

240 Cembre 7) 11) IT0001128047 diverse 41,61 9986,00 – 53,80 12912,00 29,3

2350 Guillemot 7) 11) FR0000066722 diverse 5,79 13604,00 – 5,36 12596,00 –7,4

500 Lottomatica 7) 11) IT0005541336 diverse 12,95 6477,24 – 23,12 11560,00 78,5

800 M1 Kliniken AG 5) 11) DE000A0STSQ8 diverse 14,98 11981,80 V: 12,40/800 14,10 11280,00 –5,9

900 Stinag Stuttgart Invest 5) 11) DE0007318008 diverse 12,82 11535,00 – 14,10 12690,00 10,0

Guthaben:6 108,85 € 400 Avio 7) 11) IT0005119810 diverse 18,53 7 412,00 – 47,90 19 160,00 158,5

Depotwert: 125 478,00 € 140 Vossloh 7) 11) DE0007667107 diverse 78,64 11 010,00 – 93,40 13 076,00 18,8

Gesamtwert*: 131 586,85 € 4 500 Verve Group 5a) 7) 11) SE0018538068 diverse 2,80 12 609,00 – 2,35 10 575,00 –16,1

Depotveränderung:31,6 % 400 Kontron 7) 11) AT0000A0E9W5 diverse 25,07 10 026,00 – 27,86 11 144,00 11,2

DEPOT 3

NICOLE SPERCH,

Impact Asset

Management

GmbH

170 3i Group GB00B1YW4409 5/25 42,60 7242,00 – 45,20 7684,00 6,1

15 ASML Holding NL0010273215 5/25 711,70 10675,50 – 814,70 12220,50 14,5

100 BMW DE0005190003 5/25 76,22 7622,00 – 82,86 8286,00 8,7

3 Hermes International FR0000052292 5/25 2347,00 7041,00 – 2153,00 6459,00 –8,3

110 Holcim CH0012214059 5/25 45,77 5034,70 – 73,18 8049,80 59,9

130 Novo Nordisk DK0062498333 5/25 82,76 10758,80 – 51,54 6700,20 –37,7

Guthaben:10 982,63 € 240 Relx GB00B2B0DG97 5/25 44,86 10 766,40 – 39,88 9 571,20 –11,1

Depotwert: 92 361,30 € 600 ING Groep NL0011821202 diverse 17,26 10 353,60 – 21,79 13 074,00 26,3

Gesamtwert*: 103 684,93 € 190 Prosus NL0013654783 14/25 43,37 8 239,35 – 57,14 10 856,60 31,8

Depotveränderung:3,7 % 80 Vinci FR0000125486 30/25 127,00 10 160,00 – 118,25 9 460,00 –6,9

*Startkapital am 13.01.25 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss

Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner

Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden

FOCUS MONEY 40/2025

51


moneymarkets

CHINAS GROSSKON-

ZERNE: Beim Thema

künstliche Intelligenz holt

das Land massiv auf

CHINA VS. USA

Eine neue Ära des KI-Wettkampfs

China will bei der künstlichen Intelligenz (KI) die Führung übernehmen. Dafür investieren Tech-

Giganten wie Alibaba und Huawei Milliarden in eigene Algorithmen, KI-Chips und Infrastruktur

von ZOE BRUNNER

Klar die Nase vorn

2024 flossen in den USA 109,1 Milliarden US-Dollar

in private KI-Investitionen – fast das Zwölffache Chinas

und das 24-Fache des Vereinigten Königreichs

Investitionen in KI weltweit

in Milliarden US-Dollar

China

USA

Euro-Zone

2013 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 2025

Quelle: Bloomberg

100

80

60

40

20

0

Einen Sieger im Handelsstreit gibt es bekanntlich nicht.

Vielmehr verschärft sich der Wettlauf immer weiter. Nun

macht Nvidia am Montag von sich reden: Der Chipriese

will bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren,

um gemeinsam Rechenzentren mit zehn Gigawatt Leistung

aufzubauen. Diese sollen mit Nvidia-Chips ausgestattet werden

und in der zweiten Jahreshälfte 2026 zum Einsatz kommen.

Nvidia-Chef Jensen Huang spricht vom „nächsten großen

Sprung nach vorn“.

Zwei US-KI-Schwergewichte schmieden also eine strategische

Allianz. China verfolgt seine eigene Strategie – mit

ebenso ambitionierten Plänen. Leitmotiv Nummer eins

bleibt im Reich der Mitte die Autarkie. Ziel: eigene Algorithmen

entwickeln, im Land produzieren und massiv in die

Chip-Infrastruktur investieren. Laut Nachrichtendienst

Bloomberg verdoppelten die führenden chinesischen Internetfirmen

ihre KI-Investitionen innerhalb von nur zwei Jahren

und werden 2025 rund 32 Milliarden US-Dollar ausgeben.

Der Hang Seng Tech Index, der die größten in Hongkong

52

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


gelisteten Technologieunternehmen abbildet, schloss auf

dem höchsten Stand seit November 2021. Auch der MSCI

Asia Pacific Index, der die Entwicklung von Large- und Mid-

Cap-Aktien Region Asien-Pazifik widerspiegelt, kletterte auf

ein Allzeithoch und liegt damit vor dem S&P 500 und dem

Stoxx Europe 600. Von Blasenangst ist kaum mehr die Rede.

FOCUS MONEY hat analysiert, welche drei Aktien am meisten

von der Investitionsoffensive profitieren.

Zwischen den Fronten. Die USA und China spielen den

Ball unentwegt hin und her. Unternehmen geraten dabei zunehmend

ins Kreuzfeuer – allen voran der US-Chipdesigner

Nvidia. So hat die chinesische Internetaufsicht heimische Firmen

angewiesen, keine RTX Pro 6000D-Chips von Nvidia zu

testen oder zu bestellen. „Wir können nur einem Markt dienen,

wenn uns das Land auch zulässt“, erklärte Nvidia-Chef Jensen

Huang gegenüber CNBC und betonte, dass es sich hierbei

um geopolitische Konflikte handelt, die sich nicht kurzfristig

lösen lassen. „Ich bin enttäuscht über das, was ich sehe, aber

zwischen China und den USA gibt es größere Agenden, die geklärt

werden müssen. Und ich habe die Geduld dafür.“

Bereits Ende 2023 schränkten die USA den Verkauf von

Nvidia-Chips ein. Betroffen waren die speziell für China entwickelten

abgespeckten H800 und A800-Chips, die bisher

als Schlupflösung galten. Washington hatte schon zuvor die

leistungsstärkeren Varianten H100 und A100 blockiert. Regulatorische

Maßnahmen belasten meist den Nvidia-Kurs –

so auch in diesem Fall.

Im Gegensatz zu China hat die US-Regierung im Juli dieses

Jahres wieder Bereitschaft signalisiert, ihre Haltung zu lockern.

Nach monatelangen Exportbeschränkungen durfte

Nvidia seine speziell für China entwickelten H20-KI-Chips erneut

in der Volksrepublik verkaufen. „Anfang des Jahres sah

es noch so aus, als könnte die US-Regierung Länderkontingente

einführen, die festlegen, wie viele KI-Chips jedes Land

kaufen darf. Inzwischen hat sie jedoch eine Kehrtwende gemacht“,

erklärt Wendy Chang, Analystin am Mercator Institute

for China Studies, gegenüber FOCUS MONEY.

Drei-Jahres-Plan. Mit Deepseek, einem KI-Startup, das

Open-Source-Modelle anbietet, leitete China eine Wende ein.

Die Produktionskosten lagen weit unter denen von ChatGPT.

Francis Tan, Chefstratege bei CA Indosuez Wealth Asset Management,

sagte zu Bloomberg, es werde noch mehr solche

„Deepseek-Momente“ geben. Doch nicht nur Start-ups treiben

die Entwicklung voran, auch etablierte Großkonzerne

investieren in visionäre Chipprojekte.

So präsentierte der Anbieter von Kommunikationstechnologie

Huawei erstmals einen dreijährigen Fahrplan für seine

Chipentwicklung. Diese KI-Chips sollen langfristig die Nvidia-Beschleuniger

ersetzen. Die E-Commerce-Plattform Alibaba

investiert in den nächsten drei Jahren 53,5 Milliarden

US-Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Peking unterstützt

diesen Kurs. Die Behörden raten chinesischen Firmen

vom Einsatz von Nvidia-Produkten wie dem H20 oder

RTX Pro 6000D ab.

TENCENT

Neues Personal, starke Bilanz

Milliardeninvestitionen. Tencent, gegründet 1998 von Ma Huateng in Shenzhen,

ist eines der größten Technologieunternehmen Chinas. Der Konzern zählt

zu den weltweit führenden Firmen in den Bereichen Internet, Gaming und digitale

Dienstleistungen. Das Unternehmen ist vor allem für seine sozialen Netzwerke

und Kommunikationsplattformen bekannt, darunter Wechat, die Super-

App für Messaging, Social Media, Bezahlsysteme und Mini-Programme, sowie

QQ, eine ältere Messaging-Plattform. Darüber hinaus ist Tencent der weltweit

größte Gaming-Publisher.

Das 2016 gegründete Tencent AI Lab konzentriert sich auf Machine Learning,

Computer Vision, Natural Language Processing (NLP), Sprachverarbeitung

und autonome Systeme. Im Bereich NLP entwickelt Tencent eigene

Sprachmodelle und Chatbots, die unter anderem in WeChat Mini-Programmen,

Übersetzungsdiensten und Kundensupportsystemen genutzt werden. Kurz

gesagt: KI durchdringt nahezu alle Geschäftsbereiche des Unternehmens.

Um seine KI-Offensive weiter zu verstärken, hat Tencent die Investitionen

im Jahresvergleich auf 2,28 Milliarden Euro verdoppelt. Auch personell rüstet

sich das Unternehmen: Mit Yao Shunyu wurde ein renommierter KI-Forscher

von OpenAI abgeworben, der künftig an der Integration von KI in Tencents

Dienste arbeiten soll.

Am 13. August 2025 veröffentlichte Tencent seine Quartalsbilanz zum 30. Juni

2025. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 0,85 Dollar und übertraf die 0,71 Dollar des

Vorjahresquartals. Auch der Umsatz kletterte auf 25,51 Milliarden Dollar und legte

damit um 14,66 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu.

FOCUS MONEY 40/2025

Bald Börsenrekord?

Ihre KI-Strategie kommt an: Die Aktie legt zu

und kratzt am Allzeithoch. Jetzt könnte Tencent

richtig durchstarten. Alleine in drei Monaten

legte die Aktie um 26 Prozent zu

Tencent Holding

Kurs der Tencent-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

20

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A1138D/KYG875721634

Börsenwert 639,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 25,2/21,6

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,8/0,9 %

Kursziel/Stoppkurs 75,00/56,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 7 %

Quelle: Bloomberg

70

60

50

40

30

e = erwartet

53


ALIBABA

Das Comeback von Ma

Wieder im Spiel. Der Mitgründer Jack Ma, der Ende 2020 plötzlich aus der

Öffentlichkeit verschwand, feiert ein überraschendes Comeback bei Alibaba.

Damals hatte er chinesische Banken als „Pfandhäuser“ kritisiert, woraufhin die

Regulierungsbehörden den Börsengang der Alibaba-Tochter Ant Group blockierte.

Auch in der Folgezeit ging die Regierung gegen Milliardäre und deren

Vermögen vor, wovon Ma betroffen war. Im Februar schüttelte er dann die

Hand von Präsident Xi Jinping – ein Schritt, der signalisierte, dass es wieder

eine Annäherung gibt. Zwar bekleidet er derzeit kein offizielles Amt, doch er

ist auf Alibabas Campus wieder mehrfach gesichtet worden und bringt sich

Berichten zufolge aktiv in die Geschäfte ein.

Seine Rückkehr ist besonders bedeutsam, da er einerseits die künstliche Intelligenz

(KI) zu einem zentralen Thema macht – ein strategisches Ziel, das derzeit

auch für Xi von Bedeutung ist. Andererseits verleiht er dem Unternehmen

eine Durchschlagskraft sowie neuen Schwung, der sich offenbar positiv auf

den Spirit innerhalb der Firma auswirken. Diese ist bitter nötig, weil die E-Commerce-Konkurrenz

mit JD.com und Meituan so groß ist.

Wie auch Baidu (siehe unten) gibt der Konzern derzeit Wandelanleihen aus,

um Milliarden für KI-Vorhaben zu sammeln. Alibaba investiert in den nächsten

drei Jahren laut Bloomberg 53,5 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner KI-

Infrastruktur. Außerdem gewann das Unternehmen Unicom als Kunden für ihre

KI-Chips. Diese sollen künftig in Unicoms neuem Rechenzentrum im Nordwesten

Chinas eingesetzt werden. Wachstumsmotor war aber auch ihre Cloud-

Sparte, die im Jahresvergleich um 26 Prozent zulegen konnte.

Im Anlegerfokus

Dieses Jahr ist Alibabas Jahr. In den vergangenen

sechs Monaten ist die Aktie um etwa

14 Prozent gestiegen. Wird sie schon bald ihr

Allzeithoch von 262 Euro erreichen?

Alibaba Holdings

200-Tage-Linie

Kurs der Alibaba-Aktie in Euro

180

140

100

60

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A117ME/US01609W1027

Börsenwert 311,2 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 19,9/22,3

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,6 %/k. A.

Kursziel/Stoppkurs 157,00/120,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 12 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

BAIDU

Das chinesische Google

KI-Neuling. Ist Baidu das nächste große Ding? In China kennt die Plattform jeder.

Sie bietet eine Vielzahl von Diensten an, darunter Websuche, Bild- und

Videosuche, Nachrichten, Karten und die Frage-Antwort-Plattform Baidu Zhidao.

Als führende Suchmaschine des Landes dominiert Baidu den chinesischen

Markt; Google hingegen ist aufgrund der Internetzensur blockiert. Ähnlich

wie Google generiert Baidu den Großteil seines Umsatzes durch

Online-Werbung – wobei dieser Markt derzeit auch schwächelt. Dafür investiert

das Unternehmen stark in künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen

sowie Sprach- und Bilderkennung.

Mitte September stieg die Aktie zeitweise um 18 Prozent, nachdem Analysten

und Bankenhäuser das Potenzial von Baidus Chip-Venture hervorgehoben

hatten. Der Konzern ist mit der staatlichen China Merchants Group eine

Partnerschaft eingegangen. Ihr wichtigstes Produkt ist der Chatbot Ernie Bot,

der nun mit einem internen Prozessor trainiert wird. Arete Research Services

LLP hob seine Empfehlung für Baidus American Depositary Receipts von „Verkaufen“

auf „Kaufen“ an. Analysten von Finanzhäusern wie Citigroup und Goldman

Sachs Group veröffentlichten positive Einschätzungen zu dem Unternehmen.

Währenddessen erhöhte Jefferies das Kursziel für Baidu sogar deutlich

von 108 auf 157 US-Dollar und bekräftigte das Rating „Buy“.

Doch die Offensive geht noch weiter: Baidu plant für seine KI-Sparte die

Ausgabe einer Offshore-Anleihe im Wert von 56 Millionen US-Dollar, die 2029

fällig wird. Bislang nutzte das Unternehmen die KI-Chips von Nvidia. „Made in

China“ steht für aber an oberster Stelle.

Erst der Anfang

Einen großen Kurssprung gab es bereits,

doch das schließt weitere nicht aus. Die Investitionen

nehmen jetzt Fahrt auf, sichtbare

Ergebnisse werden jedoch erst erwartet

Baidu

Kurs der Baidu-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

250

200

150

100

50

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A0F5DE/US0567521085

Börsenwert 32,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 17,8/16,2

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 123,00/100,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 5 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

54 FOCUS MONEY 40/2025


moneymarkets

MARODE STRASSEN

UND BRÜCKEN: Die

Auftragsbücher des

Baukonzerns Strabag

sind randvoll

STRABAG

Profiteur der

Modernisierung

Mit dem Aufstieg in den

österreichischen Leitindex ATX wird der

Expansionskurs des Baukonzerns nach

einem tragischen CEO-Wechsel belohnt

von HANS-PETER SIEBENHAAR

Infrastrukturprojekte zahlen sich aus

Innerhalb eines Jahres hat sich der Kurs der Strabag

SE fast verdoppelt. Dank voller Auftragsbücher gibt

es Strabag für den ATX-Konzern noch Luft nach oben

Kurs der Strabag-Aktie in Euro

30

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A0M23V/ AT000000STR1

Börsenwert 9,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 12,6/12,1

Dividendenrendite für 2025e/26e 3,2/3,3 %

Kursziel/Stoppkurs 93,00/40,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 21 %

Quelle: Bloomberg

80

70

60

50

40

e = erwartet

Bei unserem letzten Gespräch in der Wiener Unternehmenszentrale

war Klemens Haselsteiner voller Zuversicht, Österreichs

größten Baukonzern wachstumsstarker, digitaler

und nachhaltiger zu machen. Dazu sollte es nicht mehr

kommen. Der Sohn des Unternehmensgründers Hans Peter Haselsteiner

verstarb vollkommen unerwartet im Januar. Der langjährige

Strabag-Manager Stefan Kratochwill musste die Nachfolge

antreten. Er erweist sich als würdiger Nachfolger an der

Spitze des Branchenprimus.

Kratochwills erste Halbjahresbilanz glänzt. Der Gewinn vor

Zinsen und Steuern (Ebit) schnellte um 58 Prozent auf 129 Millionen

Euro hoch. Die Bauleistung wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

um sieben Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Der

Auftragsbestand legt um 13 Prozent auf 28,4 Milliarden zu. „Unsere

Erfolge in strategischen Zukunftsfeldern und unsere Expansion

nach Australien schlagen sich in neuen Rekorden bei Leistung

und Auftragsbestand nieder“, sagt CEO Kratochwill. Die

Strabag SE ist ein Profiteur der Modernisierung. Länder wie

Deutschland mit einer desolaten Infrastruktur sorgen für volle

Auftragsbücher. Die internationale Expansion lohnt sich. Erstmals

wurde auch die australische Georgiou Group konsolidiert.

Die überdurchschnittliche Performance des Bauunternehmens

mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa wurde nun von

der Wiener Börse belohnt. Zusammen mit dem Wettbewerber

Porr steigt Strabag in den österreichischen Leitindex ATX auf.

Für defensive Anleger lohnt sich der Einstieg. Denn das Bauunternehmen

baut seine starke Position bei Infrastrukturprojekten

aus. Zuletzt erhielt es den Zuschlag für den Eisenbahnknotenpunkt

Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen für

268 Millionen Euro. Mit seinem profitablen Wachstumskurs

überzeugt der neue CEO Kratochwill auch Analysten. Zwei der

vier Marktbeobachter empfehlen die Strabag-Aktie zum Kauf.

Eine Verkaufsempfehlung gibt es nicht.

Die Aktie der Strabag hatte sich in den vergangenen zwölf Monaten

nahezu verdoppelt. Gerade in volatilen Zeiten ist die Dividendenpolitik

ein Pluspunkt. Der Wiener Bauriese zahlt seit fast

zwei Jahrzehnten ununterbrochen Dividenden. Mit ihrer klaren

Unternehmensstrategie, der Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette

und den noch nicht vollständig gehobenen Potenzialen

der Digitalisierung ist die Strabag gut für die Zukunft

positioniert. Das größte Risiko ist die konjunkturelle

Situation. Denn sowohl Österreich als auch Deutschland befinden

sich im dritten Jahr der Rezession.

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: Strabag 55


moneymarkets

ÜBERLANDLEITUNGEN

IN ARIZONA: US-Stromnachfrage

nimmt erstmals

seit 25 Jahren zu

ENERGIEINFRASTRUKTUR

Elektrisierende Zeiten

Das Umfeld für Unternehmen im Bereich Energieinfrastruktur ist so gut wie seit Jahrzehnten

nicht mehr. Was dahintersteckt, wie Anleger sich positionieren

von JULIA GROSS

Stromnetzbetreiber? Kältetechnikhersteller? Schaltelementproduzenten

für Stromverteiler? Jahrzehntelang

galten solche Unternehmen als stockkonservative Investments.

Stabile, aber kaum wachsende Geschäfte, wenig

Dynamik. Kurz: solide, aber unsexy.

Das hat sich gewaltig geändert. Aufgrund von drei sich

überlagernden globalen Trends stehen Konzerne, die Energieinfrastruktur

aufbauen, bereithalten und effizienter machen,

plötzlich vor einem so nie da gewesenen Wachstumsschub.

„Geschwindigkeit und Umfang dieser Entwicklung

sind beispiellos“, sagt Xavier Chollet, Fondsmanager des Pictet

Clean Energy Transition. Investoren bietet das einmalige

Rendite-Chancen. Mit der charmanten Besonderheit, dass typische

Eigenschaften der Unternehmen wie Substanzstärke,

Risikoaversion und hohe Ausschüttungen erhalten bleiben.

„Die Geschäftsmodelle im Bereich der börsennotierten Infrastruktur

sind wahrscheinlich die besten, die wir seit den Anfängen

dieser Anlageklasse vor rund 20 Jahren gesehen haben“,

ist Rebecca Sherlock, Portfoliomanagerin im Global

Listed Infrastructure Team von First Sentier Investors überzeugt.

Ein Grund mehr für Anleger, sich per Fonds, ETF oder

Einzeltiteln in dem Bereich zu positionieren.

Stromfressende Chips. Treiber Nummer eins ist natürlich

die rasante Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz.

„Neue Rechenzentren, wie sie gerade gebaut werden und in

den kommenden zwei bis drei Jahren in Betrieb gehen, enthalten

eine Million KI-Prozessoren“, erklärt Chollet. „Um die

zu betreiben, braucht es eine Leistung von etwas mehr als

56

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


ein Gigawatt, allein für die Chips. Das entspricht

der Leistung von einem mittelgroßen

Atomkraftwerk.“ Genau das, so Chollet,

sei der Flaschenhals – denn im Rennen

um Marktanteile entstehen gerade Dutzende

der stromfressenden KI-Farmen. In den

USA rechnet die Branche zum ersten Mal

seit über 25 Jahren mit einer Zunahme der

Stromnachfrage. Schon 2030 sollen die KI-

Rechenzentren zehn bis zwölf Prozent des

gesamten Stroms verschlingen. Deshalb

haben die großen „Hyperscaler“ Microsoft,

Alphabet und Co. bereits Verträge mit Versorgern

abgeschlossen. Die positive Entwicklung

von Aktien wie Constellation

Energy oder Duke Energy seit Anfang 2024

gründet sich auf genau solche bereits bestehenden

Vereinbarungen – nicht auf Spekulationen

darüber, was noch kommen könnte.

Trotzdem sind viele US-Versorger noch

günstig bewertet: Duke Energy beispielsweise

hat ein 2026er-Kurs-Gewinn-Verhältnis

von 17,9, deutlich unter dem Fünf-Jahres-Durchschnittswert

von 30,3.

Solar und Wind bleiben attraktiv. Es ist jedoch nicht nur

KI, die für eine höhere Stromnachfrage sorgt. „Zwei weitere

Faktoren sind die zunehmende Elektrifizierung bei industriellen

Prozessen und der Mobilität sowie das Bestreben, Produktion

wieder aus Niedriglohnländern zurückzuholen“, erklärt

Pictet-Fondsmanager Chollet. Um den Bedarf zu

decken, wendet sich die Branche zunächst den „niedrig hängenden

Früchten“ zu – Lösungen, die möglichst schnell und

möglichst kostengünstig zu realisieren sind. Hier liegen erneuerbare

Energien ganz vorn, weshalb Experten trotz der

gegenläufigen politischen Stimmung vor allem in den USA

nicht davon ausgehen, dass hier ein Ende des Wachstums be-

Allein um ein neues

KI-Rechenzentrum zu

betreiben, braucht es

die Leistung von

einem mittelgroßen

Atomkraftwerk“

Xavier Chollet

Pictet

vorsteht. In den USA lassen sich Solar- und

Windkraftwerke innerhalb von ein bis zwei

Jahren realisieren, die Baukosten pro Megawattstunde

liegen unter denen von Gasoder

Atomkraftwerken, deren Bau erheblich

länger dauert.

Atomkraft mit Einschränkungen. „Auch

das Wiederhochfahren von stillgelegten

Nuklearreaktoren ist attraktiv“, sagt Rebecca

Sherlock. „In den kommenden vier

bis sechs Jahren werden auch viele neue

Gaskraftwerke in Betrieb gehen.“

Versorger, die jedoch aktuell eine Investitionsentscheidung

zwischen Gas und Solar

oder Wind fällen müssen, finden bei den

Erneuerbaren die attraktiveren Konditionen

vor. Denn die Kosten für Gasturbinen

haben sich gegenüber der Zeit vor dem Ukraine-Krieg

mehr als verdoppelt, die Lieferzeit

liegen inzwischen bei vier bis sechs

Jahren.

Alphabet und Amazon haben außerdem

Kooperationen mit Entwicklern neuartiger Atomreaktoren,

sogenannter Small Modular Reactors (SMR), geschlossen. Ob

und wann sich solche Klein-AKWs realisieren lassen, steht

aber noch in den Sternen.

Anleger können mit Fonds und ETFs in den Sektor investieren

und dabei gemäß ihren persönlichen Präferenzen Akzente

setzen. So entschärfen „klassische“ Infrastruktursektoren

wie Autobahn- oder Flughafenbetreiber und

Eisenbahngesellschaften im First Sentier Global Listed Infrastructure

die Schwankungsintensität (Drei-Jahres-Volatilität:

10,7 Prozent). Der Pictet Clean Energy Transition entwickelt

sich dafür kurzfristig dynamischer – und ist,

beispielsweise durch Investments in Hersteller energiesparender

Chips – näher am KI-Thema dran.

First Sentier Glob. Listed Infrastr. VI EUR

First Sentier Investors

Kurs des Sentier-Fonds in Euro

14

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A2AD1B/IE00BYSJV039

Fondsvolumen 627 Mio. €

Ertragsverwendung

thesaurierend

Jährl. Kosten 1,06 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahr 2,1/4,6/47,0 %

Auflagedatum 22.02.2016

18

17

16

15

Pictet Clean Energy Transition P EUR

Pictet Clean Energy Transition

Kurs des Pictet-Fonds in Euro

110

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A0MQNA/LU0280435388

Fondsvolumen 2,86 Mrd. €

Ertragsverwendung

thesaurierend

Jährl. Kosten 2,07 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahr 8,1/25,8/65,8 %

Auflagedatum 14.05.2007

Quelle: Bloomberg, Fondsweb.com e = erwartet Quelle: Bloomberg, Fondsweb.com e = erwartet

160

150

140

130

120

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: Pictet Group 57


moneymarkets

GAS-SPEICHERTANKS:

Schon heute sind die USA

der weltgrößte Exporteur

von LNG

USA

Nachfrageschub aus Europa

Die EU will mehr Gas und Öl in den USA kaufen, um einen Zollkrieg zu verhindern. Die

entsprechende Vereinbarung ist zwar völlig unrealistisch. Die Nachfrage wird jedoch steigen

von LUDWIG BÖHM

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen

Kommission, hat mit US-Präsident Donald Trump

vereinbart, in den kommenden drei Jahren Energieprodukte

im Wert von insgesamt 750 Milliarden US-Dollar

zu kaufen, also im Durchschnitt für 250 Milliarden US-Dollar

pro Jahr. Dabei geht es in erster Linie um Flüssiggas (LNG)

und Öl. Das wird jedoch nicht funktionieren. Im vergangenen

Jahr importierte die EU fossile Brennstoffe aus den USA

im Wert von gerade einmal 76 Milliarden Dollar. Hinzu kamen

noch einige Brennstäbe für Kernkraftwerke.

Bislang kauft die EU weltweit pro Jahr LNG im Wert von

50 Milliarden Dollar. Diese Zahlen zeigen, dass der Import

amerikanischer Energieprodukte in einem Umfang von 250

Milliarden Dollar pro Jahr deutlich an der Realität vorbeigeht.

Europa wüsste gar nicht, was es mit solchen Mengen

an Flüssiggas und Öl anfangen sollte.

Außerdem kaufen nicht die EU, sondern private Firmen

LNG und Öl in den USA. Die EU-Kommission kann beispielsweise

RWE nicht vorschreiben, von wo der Versorger seine

Energierohstoffe beziehen soll. Zudem darf bezweifelt werden,

dass die amerikanischen Gas- und Ölproduzenten überhaupt

in der Lage wären, solche Mengen zu liefern. Erschwerend

kommt hinzu, dass auch Südkorea mit den USA

vereinbart hat, amerikanische Energierohstoffe im Wert von

immerhin 100 Milliarden Dollar pro Jahr zu beziehen.

Mehr LNG und Öl. Dennoch ist damit zu rechnen, dass die

EU künftig mehr fossile Energierohstoffe aus den USA importiert

als bisher. Ein Teil von Trumps Verhandlungsstrategie

besteht darin, die Ziellatte möglichst hoch zu hängen, um

maximalen Druck auszuüben. Bisher ist die EU vor den USA

jedenfalls ziemlich kläglich eingeknickt. Und tatsächlich besteht

Potenzial. So importiert Europa noch immer Gas und

58

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


Öl aus Russland im Wert von knapp 20 Milliarden Dollar per

annum und finanziert damit auch den Krieg der Russen gegen

die Ukraine. Zumindest diese Menge ließe sich durch

amerikanisches Flüssiggas ersetzen. Das würde die Nachfrage

um mehr als ein Viertel erhöhen.

Nach einem Gespräch mit Trump hat von der Leyen nun

angekündigt, die Importe aus Russland schneller als bislang

geplant einzustellen. Im vergangenen Jahr stammte noch

fast ein Fünftel des von der EU importierten Gases aus Russland.

Ursprünglich war geplant, dass damit im Jahr 2028

Schluss sein soll. Die Öleinfuhren sollten ein Jahr früher beendet

werden. Jetzt soll es schneller gehen. Die Importe russischen

LNGs sollen jetzt schon Anfang 2027 enden.

Außerdem wollen europäische Staaten wie Deutschland

im großen Stil neue Gaskraftwerke bauen. Sie sollen beim

weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien die Grundlastfähigkeit

gewährleisten. Dabei geht es darum, dass 24/7 ausreichend

Strom bereitsteht. Kritisch sind vor allem sogenannte

Dunkelflauten, also Zeiten, in denen weder die Sonne

scheint noch Wind weht.

Drill, Baby, drill. Bislang springen dann häufig Kohlekraftwerke

ein. Doch diese sollen in den nächsten Jahren vom

Netz genommen werden. Moderne Gaskraftwerke emittieren

deutlich weniger CO₂ und lassen sich perspektivisch auch

mit grünem Wasserstoff betreiben. Ein höherer Gasbedarf ist

in Europa also absehbar.

Gleichzeitig strebt Trump eine Energie-Dominanz der USA

an. Die Welt soll von amerikanischen Energieprodukten ab-

hängig werden, die sich auch als politisches Druckmittel einsetzen

lassen. Bereits im Wahlkampf hat Trump die amerikanischen

Gas- und Ölproduzenten dazu aufgefordert, ihre

Produktion hochzufahren.

Die USA sind bereits heute der weltweit größte LNG-Exporteur.

Dennoch besteht noch Potenzial, die Produktion von

Gas und Öl zu steigern, um eine wachsende Nachfrage aus

dem Ausland zu bedienen. Ein Mittel dazu ist die Deregulierung.

Trump hat bereits Exportrestriktionen für LNG abgeschafft

und will die Dauer von Genehmigungsverfahren für

Ölplattformen von bisher zwei Jahren auf zwei Wochen verkürzen.

Außerdem planen die USA den Bau zahlreicher neuer

Kernkraftwerke. Diese sollen den enormen Stromverbrauch

der KI-Rechenzentren decken. Dadurch könnten Gas- und

Ölkapazitäten für den Export frei werden.

Die amerikanischen Gas- und Ölexporteure verzeichneten

zuletzt zum Teil enorme Umsatz- und Gewinnsteigerungen.

Zusätzliche Unterstützung erhalten sie durch die Abwertung

des US-Dollars, der seit Anfang des Jahres

gegenüber dem Euro bereits 13 Prozent an Wert verloren

hat. Mitte September fiel der Greenback dank der Zinssenkungsfantasie

in den USA auf den niedrigsten Stand seit vier

Jahren. Dadurch steigen bei der Währungsumrechnung in

Dollar die im Ausland erzielten Gewinne. Anleger sollten allerdings

auch den Ölpreis auf dem Radar haben. Dieser notiert

spürbar tiefer als vor einem Jahr, was die Gewinne der

Ölförderer belastet.

VENTURE GLOBAL

Misslungenes Börsendebut

Der amerikanische LNG-Spezialist ist erst am 24. Januar dieses Jahres an die

Börse gegangen. Der Ausgabepreis der Aktie belief sich damals auf 25 Dollar.

Damit kam der Konzern auf eine Bewertung von rund 58 Milliarden Dollar.

Ursprünglich war ein deutlich höherer Ausgabekurs geplant. Seit dem IPO ist

der Aktienkurs allerdings um mehr als 45 Prozent gefallen. Ein Grund hierfür

sind Rechtsstreitigkeiten.

Jetzt hat Venture Global allerdings einen wichtigen Rechtsstreit gewonnen. Der

britische Konzern Shell warf den Amerikanern vor, LNG auf dem Spotmarkt zu

höheren Preisen zu verkaufen, anstatt die vertraglich vereinbarten Lieferungen

auszuführen. Venture Global wies die Vorwürfe zurück und bekam nun recht.

Alles aus einer Hand. Das Unternehmen gilt als kostengünstiger Anbieter

von Flüssiggas. Sein Geschäftsmodell umfasst die gesamte Wertschöpfungskette

von der Produktion über den Transport und die Verschiffung bis hin zur

Regasifizierung. Darüber hinaus arbeitet Venture Global an der Abscheidung

und Speicherung von Kohlenstoff, um sein Umweltprofil zu verbessern. Mit

den 2022 beziehungsweise 2024 in Betrieb genommenen Förderanlagen Calcasieu

Pass und Plaquemines LNG schlägt sich die Expansion des Konzerns

nun in den Ergebnissen nieder.

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 180 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar.

Der Nettogewinn erhöhte sich hingegen „nur” um 21 Prozent auf 386 Millionen

Dollar. Ein weiteres Wachstum ist absehbar. Von den 36 Verflüssigungsanlagen

für Plaquemines sind acht noch nicht in Betrieb. Zudem arbeitet Venture Global

an einer dritten Förderanlage, die 2027 in Produktion gehen soll.

FOCUS MONEY 40/2025

Tiefpunkt durchschritten

Nachdem Trump am 8. April das erste Mal

Einfuhrzölle verhängt hat, markierte die Aktie

kurz danach ihr bisheriges Tief. Achtung: Der

Handel ist in Deutschland recht dünn

Venture Global

Kurs der Venture-Global-Aktie

seit Börsengang in Euro

5

JAN F M A M J J A SEP

WKN/ISIN

A40ZNX/US92333F1012

Börsenwert 27,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 14,5/11,4

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,4/0,5 %

Kursziel/Stoppkurs 14,00/10,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 23 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

20

15

10

e = erwartet

59


moneymarkets

CHENIERE ENERGY

Nummer eins in den USA

Cheniere begann 1996 zunächst als Explorer, der nach Öl- und Gaslagerstätten

suchte. Mit dem Bau der Sabine-Pass-LNG-Anlage begann das Unternehmen,

in die USA importiertes Flüssiggas zu speichern, zu regasifizieren und

in das amerikanische Gasnetz einzuspeisen. Später wurde die Anlage so weiterentwickelt,

dass sie auch Erdgas verflüssigen kann. Heute bezeichnet sich

das Unternehmen selbst als LNG-Pionier und ist der größte Produzent von

Flüssiggas in den USA. Allerdings fördert das Unternehmen selbst kein Erdgas,

sondern kauft dieses ein.

Sabine Pass wird ständig erweitert und ausgebaut. Außerdem betreibt Cheniere

mit Corpus Christi eine zweite riesige Verflüssigungsanlage sowie Pipelines.

Das Hauptquartier ist in der Öl-Metropole Houston angesiedelt.

Gewinn wächst rasant. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um 43 Prozent

auf mehr als 4,6 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn erhöhte sich sogar um

85 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Die Ergebnisse lagen deutlich über den

Erwartungen. Ein Teil der Gewinnsteigerung stammte allerdings aus der Neubewertung

von Derivaten. Der operative Gewinn stieg weniger stark. Beim Ergebnis

vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verzeichnete Cheniere

ein Plus von sieben Prozent. Dieses Ergebnis resultierte nicht aus einem

Mengenwachstum, sondern aus höheren Margen. Im zweiten Quartal kaufte

das Unternehmen für rund 306 Millionen Dollar 1,4 Millionen eigene Aktien.

Hochgerechnet auf das Gesamtjahr entspricht dies etwa 2,4 Prozent des Börsenwerts.

Zusätzlich wurde eine Quartalsdividende von 0,50 Dollar pro Aktie

ausgeschüttet, was sich auf weitere 111 Millionen Dollar summierte.

Impuls fehlt

Zum Jahreswechsel ist die Aktie in eine Seitwärtsbewegung

übergegangen. Auf die

Halbjahresergebnisse hat sie nicht reagiert.

Die Bewertung spricht für höhere Kurse

Cheniere Energy

Kurs der Cheniere-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

200

150

100

50

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

580884/US16411R2085

Börsenwert 43,3 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/25e 16,4/15,5

Dividendenrendite für 2024e/25e 0,9/1,0 %

Kursziel/Stoppkurs 240,00/170,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 22 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

e = erwartet

OCCIDENTAL PETROLEUM

Ein Buffett-Wert

Die Investorenlegende Warren Buffett ist in Occidental Petroleum investiert.

An der Börse kommt das einem Ritterschlag gleich. Auf den amerikanischen

Öl- und Gasproduzenten entfielen zuletzt 4,3 Prozent des Portfolios seiner Beteiligungsgesellschaft

Berkshire Hathaway.

Occidental ist unter anderem im Permian-Becken in den USA aktiv, wo große

Mengen an Öl und Gas lagern. Das circa 400 Kilometer breite und 480 Kilometer

lange Sedimentbecken liegt in Texas und New Mexico. Außerdem

beutet das Unternehmen Lagerstätten in den Rocky Mountains aus. Darüber

hinaus ist Occidental der viertgrößte Produzent im Tiefwasserbereich des

Golfs von Mexiko. Das Unternehmen produziert auch in Oman, den Vereinigten

Arabischen Emiraten und Algerien fossile Energierohstoffe. Schließlich ist

Occidental mit 24,5 Prozent am Dolphin-Gasprojekt in Katar beteiligt.

Verkauf von Randaktivitäten. Zwischen April und Juli hat sich Occidental

von vier Produktionsstätten getrennt, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Der

Verkaufserlös in Höhe von insgesamt 950 Millionen Dollar ist für den Schuldenabbau

eingeplant. Seit Jahresbeginn hat das Unternehmen bereits Verbindlichkeiten

in Höhe von drei Milliarden Dollar getilgt. Seit Juni 2024 zahlte

Occidental sogar 7,5 Milliarden Dollar Schulden zurück. Dadurch sinken die

jährlichen Zinskosten um 410 Millionen Dollar. Dennoch ging im ersten Halbjahr

der Nettogewinn von 1,7 auf knapp 1,1 Milliarden Dollar zurück. Occidental

erklärte dies mit niedrigeren Rohstoffpreisen. Öl der Sorte WTI hat sich auf

Sicht von einem Jahr um rund zwölf Prozent verbilligt. Das konnten höhere

Fördermengen und geringere Pachtzahlungen nicht ausgleichen.

60

Zahlen kommen gut an

Die Anleger haben bei den Halbjahresergebnissen

wohl mit noch größeren Enttäuschungen

gerechnet. Seit deren Veröffentlichung

am 6. August legte die Aktie spürbar zu

Occidental Petroleum

Kurs der Occidental-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

20

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

851921/US6745991058

Börsenwert 38,6 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 21,2/18,8

Dividendenrendite für 2025e/26e 2,0/2,1 %

Kursziel/Stoppkurs 50,00/35,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 27 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

60

40

e = erwartet

FOCUS MONEY 40/2025


CHEVRON

Grünes Licht für Übernahme

Auch Chevron zählt zu den Buffett-Werten. Der Öl- und Gasproduzent kommt

sogar auf einen Anteil von 6,8 Prozent am Portfolio von Berkshire Hathaway.

Erst im Juli gewann Chevron einen wichtigen Rechtsstreit. Dabei ging es um

das Ölfeld Stabroek vor der Küste von Guyana, wo mehr als elf Milliarden

Barrel Öl lagern. An dem Vorkommen ist das Energieunternehmen Hess mit

30 Prozent beteiligt. Exxon hält einen Anteil von 45 Prozent und der chinesische

Ölkonzern CNOOC 25 Prozent. Chevron hat Hess für 53 Milliarden

Dollar übernommen. Exxon und CNOOC hatten eigenen Angaben zufolge

ein Vorkaufsrecht für die Hess-Anteile an Stabroek. In einem Schiedsverfahren

entschied die Internationale Handelskammer (ICC) nun zugunsten von

Chevron. Damit war der Weg frei für die Übernahme von Hess und somit

auch für den Einstieg bei Stabroek.

Besser als erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug im zweiten Quartal

1,77 Dollar. Zwar lag dieser Wert 0,78 Dollar unter dem des Vorjahreszeitraums,

er übertraf jedoch die Markterwartungen. Das vergleichsweise gute Ergebnis

ist vor allem auf eine rekordhohe Produktion zurückzuführen. Dagegen belasteten

der schwache Ölpreis sowie negative Währungs- und Bewertungseffekte

von Hess den Gewinn. Chevron nutzt – wie auch Exxon – seine Expertise im Bereich

der Bohrtechnologie, um sein Geschäftsmodell zu erweitern. Der Konzern

hat ein 50 000 Hektar großes Gebiet in Texas und Arkansas gekauft, in dem große

Mengen Lithium lagern. Dieses will Chevron mithilfe der Direct Lithium Extraction

(DLE)-Technologie aus unterirdischen Salzlaken gewinnen.

Reichlich Geld für Aktionäre

In Q2 hat Chevron 5,5 Milliarden Dollar ausgeschüttet.

Zum 13. Mal zahlte der Konzern

mehr als fünf Milliarden Dollar an Aktionäre

Chevron

Kurs der Chevron-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

180

160

140

120

100

80

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

852552/US1667641005

Börsenwert 272,3 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 21,3/17,4

Dividendenrendite für 2025e/26e 4,3/4,5 %

Kursziel/Stoppkurs 160,00/110,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 21 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

e = erwartet

EXXON MOBIL

Analystenschätzungen getoppt

Auch der mit Abstand größte amerikanische Öl- und Gasproduzent will Lithium

fördern. Dazu erwarb Exxon Ende 2023 ein 48,5 Hektar großes Vorkommen

in Arkansas und setzt ebenfalls auf die DLE-Technologie. Bis 2030 soll

so viel Lithium aus Solevorkommen gewonnen werden, dass damit jährlich

eine Million Batterien für E-Autos produziert werden können. Seit Anfang des

Jahres hat Exxon zudem die Genehmigung, in Deutschland nach Lithium zu

suchen. Das Kerngeschäft bleibt vorerst jedoch die Produktion von Öl und Gas

sowie deren Weiterverarbeitung. Auch Exxon hat bessere Ergebnisse als vom

Markt erwartet vorgelegt. Von April bis Juni verdiente der Konzern 1,64 Dollar

je Aktie. Die Prognose lag 0,08 Dollar tiefer. Der Umsatz legte sogar leicht auf

81,5 Milliarden Dollar zu. Exxon hat in Q2 so viel Öl und Gas gefördert wie noch

nie in einem zweiten Quartal.

Warmer Geldregen. Exxon möchte seine Anleger ebenfalls mit hohen Ausschüttungen

bei der Stange halten. Im Gesamtjahr sollen sich die Dividenden

und Aktienrückkäufe auf 20 Milliarden Dollar summieren. Im ersten Halbjahr

beliefen sich die Ausschüttungen bereits auf 9,2 Milliarden Dollar. Davon entfielen

4,3 Milliarden Dollar auf Dividenden.

Der Konzern konzentriert sich zunehmend auf besonders renditestarke Vorkommen.

Aus diesen stammen mittlerweile mehr als die Hälfte der gesamten

Öl- und Gasproduktion. Der Anteil soll bis 2030 auf mehr als 60 Prozent steigen.

Damit kann Exxon auch bei einem niedrigeren Ölpreis gutes Geld verdienen.

Gleichzeitig läuft ein umfangreiches Sparprogramm. Der Konzern hat allein

in den ersten sechs Monaten die Kosten um 1,4 Milliarden Dollar gesenkt.

FOCUS MONEY 40/2025

Volatile Seitwärtsbewegung

Seit drei Jahren entwickelt sich die Aktie

stark schwankend seitwärts. Derzeit sieht es

nach einer guten Einstiegsgelegenheit aus.

Die KGV-Bewertung ist günstig

Exxon Mobil

200-Tage-Linie

Kurs der Exxon-Aktie in Euro

50

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

852549/US30231G1022

Börsenwert 409,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 16,9/14,6

Dividendenrendite für 2025e/26e 3,5/3,6 %

Kursziel/Stoppkurs 120,00/80,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 25 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

110

90

70

e = erwartet

61


moneymarkets

HUBSCHRAUBER VON

LEONARDO: Auch der italienische

Konzern profitierte

stark von der Rüstungsrally

ITALIEN

Vom Problemfall zum Überflieger

Das Bel Paese bietet nicht nur Kultur und schöne Strände. Es ist seit Jahren auch bei Anlegern

sehr beliebt. Das betrifft nicht nur Aktien, sondern auch Anleihen

von GERHARD BLÄSKE

Italien ist nicht nur bei Kultur-, Natur- und Badetouristen

beliebt. Auch bei Anlegern ist das Bel Paese längst viel mehr

als ein Geheimtipp. Das gilt nicht nur für die Mailänder Börse,

die, auch getrieben durch diverse Übernahmeschlachten

im Bankensektor und Rüstungswerte, in diesem Jahr fast alle

anderen Börsenindizes klar auf die Plätze verweist. Staatsanleihen

werfen ebenfalls attraktive Renditen ab: Bei der

jüngsten Finanzierungsrunde im September etwa für dreijährige

Anleihen im Volumen von 3,25 Milliarden Euro wurde

ein Zinssatz von 2,35 Prozent gezahlt. Die Nachfrage

übertraf das Angebot um das 1,6-Fache. Bei den siebenjährigen

Anleihen mit einer Verzinsung von vier Prozent übertraf

die Nachfrage das Angebot von 1,5 Milliarden Euro sogar

um das 1,8-Fache. Und auch die Papiere mit sehr

kurzfristigen Laufzeiten über wenige Monate verkauften sich

bestens.

Der Meloni-Faktor. Was den mit Ausfuhren von 625 Milliarden

Euro zweitgrößten Exporteur der Eurozone in den Augen

vieler Investoren trotz Krisen, Kriegen und US-Strafzöllen

etwa im Vergleich zu Frankreich so attraktiv macht, ist

die seit Jahren ungewohnt stabile Regierung. Regierungschefin

Giorgia Meloni hat eine klare Mehrheit hinter sich. Ihre

Beliebtheit ist ungebrochen und angesichts einer zerstrittenen

Opposition spricht derzeit viel dafür, dass sie 2027 wiedergewählt

wird.

Rom hat die Verschuldung seit dem Coronakrisenjahr

2020 zeitweise um 20 Prozentpunkte auf 135 Prozent reduziert.

Inzwischen steigen die Schulden aber wieder und wer-

62

Foto: Leonardo

FOCUS MONEY 40/2025


den in diesem Jahr um die 137 Prozent des Bruttoinlandsprodukts

erreichen. Trotz einer im zweiten Quartal gegenüber

Vorjahr um 0,2 Prozent geschrumpften Wirtschaft betreibt

Meloni jedoch eine vergleichsweise solide Haushaltspolitik.

Das hält das Budgetdefizit einigermaßen unter Kontrolle: In

diesem Jahr dürfte es bei 3,3 Prozent liegen, könnte aber

auch unter drei Prozent fallen. Das ist deutlich besser als

Frankreich, das ein Defizit von über fünf Prozent aufweist

und von einer Regierungskrise zur nächsten schlittert.

Zinsabstand geschrumpft. Bei zehnjährigen Staatsanleihen

refinanziert sich der italienische Staat inzwischen mit

knapp unter 3,5 Prozent auf dem Niveau des französischen.

Vor 13 Jahren gab es da noch einen Zinsabstand von 428 Basispunkten.

Selbst gegenüber Deutschland ist der Zinsabstand

(Spread) bei zehnjähriger Laufzeit mittlerweile zeitweise

auf knapp unter 80 Basispunkte zurückgegangen.

Allerdings: Italien zahlt höhere Zinsen als Griechenland, obwohl

das Land davon profitiert, dass die Europäische Zentralbank

(EZB) versprochen hat, bei Bedarf italienische Staatspapiere

zu kaufen, um die Kurse zu stützen und Renditen zu

drücken. Die Ratingagentur Fitch hat Italien auf BBB (Ausblick

positiv) angehoben. Frankreich ist von AA- auf A+ zurückgestuft

worden.

Trotzdem ist die Lage beileibe nicht perfekt. Im Fall Italiens

fällt unter den Tisch, dass die demografische Situation mit

nur 1,2 Kindern pro gebärfähiger Frau dramatisch und die

prozentuale Verschuldung nach wie vor deutlich höher ist als

in Frankreich. Es ist nicht auszuschließen, dass Rom Athen

in den nächsten Jahren als höchst verschuldetes Land der EU

ablösen wird. Bei Investoren aus dem Ausland oder Unternehmensneugründungen

hinkt Italien anderen Ländern weit

hinterher. Und die Produktivität stagniert seit 20 Jahren.

Investoren sind gegenüber Italien dennoch vergleichsweise

günstig gestimmt. Der Aktienindex FTSE MIB, der die 40 größten

Werte abbildet, schnitt in den vergangenen Jahren fast immer

besser ab als andere Indizes: Das gilt auch für dieses Jahr.

Mit einem Plus von fast 24 Prozent seit Jahresanfang steht das

Mailänder Börsenbarometer ganz weit vorn im internationa-

len Vergleich. Anders als der Dax beinhaltet der Mailänder Index

die Dividenden nicht. Das macht das Plus noch beeindruckender.

Der FTSE MIB steht für eine Kapitalisierung von 846,5

Milliarden Euro, fast 90 Prozent der Gesamtkapitalisierung des

Börsenplatzes von 993 Milliarden Euro.

Finanzwerte gehören zu den großen Gewinnern des Mailänder

Aktienmarktes, allen voran die HVB-Mutter Unicredit, die

nennenswerte Anteile an der Commerzbank und der Versicherung

Generali erwarb und zeitweise die BPM übernehmen

wollte. Sie kommt auf ein Plus von über 65 Prozent seit Jahresanfang

und ist mit einer Kapitalisierung von rund 100 Milliarden

Euro mittlerweile der teuerste Wert im Mailänder Börsenindex.

Die Intesa Sanpaolo erreicht mit einem Plus von 40

Prozent einen Börsenwert von fast 97 Milliarden Euro. Beide

zusammen repräsentieren annähernd ein Viertel der FTSE-

MIB-Kapitalisierung. Ähnlich hohe bzw. höhere Kurssteigerungen

verzeichneten die Versicherung Unipol, die Mediobanca,

BPER, die Volksbank von Sondrio, die BPM, Mediolanum

und die mehrheitlich staatliche Post. Mehrere dieser Institute

waren in Übernahmekämpfe verwickelt. Sie profitierten jedoch

auch von ihrer sehr positiven Geschäftsentwicklung: Die

Gewinne explodierten geradezu. Insgesamt kamen die Banken

des Landes 2024 auf Gesamt-Nettogewinne von mehr als 46

Milliarden Euro. Die Anleger wurden mit üppigen Dividenden

und Aktienrückkäufen belohnt.

Profiteur der Rüstungsrally. Noch positiver entwickelten

sich Rüstungswerte wie Leonardo (plus 93 Prozent), Fincantieri

(plus 288 Prozent) oder Iveco mit der Tochter Iveco Defence

Vehicles (plus 96 Prozent). Im Fall von Iveco hatte das

auch mit den Verkaufsgerüchten zu tun, die sich im August

bestätigten: Der bisherige Großaktionär Exor verkaufte seine

Anteile an die indische Tata. Allgemein profitiert der Sektor

von den stark steigenden Rüstungsausgaben in Europa

und engeren Kooperationen. Das trifft etwa auf Leonardo zu,

die zusammen mit Rheinmetall Panzer sowie mit Mitsubishi

und Bae Systems Kampfflugzeuge bauen wollen, oder Fincantieri,

die eng mit Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS)

und anderen Partnern zusammenarbeiten.

Die Nachbarn hinter sich gelassen

Der 40 Werte umfassende italienische Leitindex

FTSE MIB hat sowohl den französischen CAC 40 als

auch den Dax überholt. Dabei enthält er, anders als

der Dax, keine Dividenden

FTSE MIB Index

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2021

CAC 40

Dax-Performance-Index

2021 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

+80

+60

+40

+20

0

–20

Niedrigster Stand seit vier Jahren

Der Renditeabstand (Spread) zwischen zehnjährigen

italienischen Bonds und Bundesanleihen hat sich

seit 2022 deutlich eingeengt und inzwischen den

niedrigsten Stand seit vier Jahren erreicht

Spread italienischer zu deutschen Staatsanleihen

zwischen zehnjährigen Staatsanleihen,

in Basispunkten

2021 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

250

200

150

100

50

FOCUS MONEY 40/2025

63


moneymarkets

D

z

b

T

Sonderentwicklungen kamen etwa Telecom Italia (TIM) mit

einem Anstieg von 83 Prozent zugute. TIM stabilisierte nach

vielen Verlustjahren das Geschäft und verkaufte die Festnetzsparte.

Ferrari dagegen gab nach den von manchen Analysten

als enttäuschend betrachteten Halbjahreszahlen seit Ende Juli

nach und verzeichnet seit Jahresbeginn ein kleines Minus von

etwa zwei Prozent. Zu den größten Verlierern in Mailand gehörten

im bisherigen Jahresverlauf der Autoproduzent Stellantis

(minus 34 Prozent), der tiefrote Zahlen schreibt, und die

Hörgerätekette Amplifon (minus 40 Prozent).

Günstige Bewertung. Beobachter sehen trotz der US-Strafzölle

und des schwachen Dollars, die die Margen drücken

dürften, keine Anzeichen für ein Abflauen der insgesamt positiven

Entwicklung am Mailänder Aktienmarkt. Die Halbjahresergebnisse

der Unternehmen waren sehr solide, insbesondere

die der Finanzwerte. Um tendenziell rückläufige

Zinsüberschüsse aufzufangen, setzten viele Institute auf den

Ausbau ihrer Versicherungsgeschäfte und des Wealth Managements.

Außerdem reduzieren sie Kosten und treiben die

Digitalisierung ihrer Angebote voran. Durchaus mit Erfolg.

Die hohen Gewinne wecken jedoch Begehrlichkeiten in der

Politik, die sich zuletzt auch massiv in Bankenübernahmen

eingemischt hat. Bestrebungen der Regierung, die Banken

für die Finanzierung von Steuersenkungen mit Sonderabgaben

zur Kasse zu bitten, ließen die Bankenkurse zuletzt etwas

zurückgehen. Die Perspektiven für Rüstungswerte und

Versorger sind dagegen weiterhin positiv. Denn die Rüstungsetats

in Italien und Europa sollen stark ausgeweitet werden.

Angesichts eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von

etwa zehn sei der Markt für Einsteiger immer noch attraktiv,

heißt es bei vielen Analysten im Hinblick auf den Mailänder

Aktienmarkt.

Weg von der Börse. Allerdings verliert die Borsa Italiana

seit einigen Jahren große Werte über Delistings: Viele, wie

etwa die Holding Exor oder CNH Industria, sind heute in den

Niederlanden notiert. Andere, wie die Banken Creval, Carige

und Ubi Banca sind übernommen worden. Aus ähnlichen

Gründen werden demnächst Iveco, der Vermögensverwalter

Anima oder die Volksbank von Sondrio vom Kurszettel genommen.

Im bisherigen Jahresverlauf hat es bisher 14 neue

Notierungen gegeben, überwiegend im Small-Cap-Segment

der Börse. Dem gegenüber standen 27 Delistings.

Es gibt auch Alternativen zum Aktienmarkt. Neben den

bereits genannten Staatstiteln setzt Giorgio Bensa vom italienischen

Vermögensverwalter Ersel AM vor allem auf Unternehmensanleihen

mit guten Ratings. Sie sind in manchen

Fällen mindestens ebenso aktiv wie die entsprechenden Aktien.

Beispiel Ferrari: Die zum 21. Mai 2030 fällige Anleihe

(WKN: A3LYYT) weist eine Rendite von 3,014 Prozent auf.

Sie hat einen Kupon von 3,625 Prozent. Der aktuelle Kurs

liegt bei 102,64 Prozent. Der Sportwagenbauer gilt als solide

und weist solide Wachstumszahlen sowie attraktive Kennzahlen

aus. Für etwas risikofreudigere Anleger eignet sich

die Telecom-Italia-Finance-Anleihe (WKN: 724183). Das

Unternehmen stabilisiert sich allmählich und hat mit der

mehrheitlich staatlichen Post (Poste Italiane) einen neuen,

stabilen Aktionär. Das Papier mit Fälligkeit zum 24. Januar

2033 hat einen Kupon von 7,75 Prozent und kommt auf eine

Rendite von 4,116 Prozent. Der aktuelle Kurs steht bei

122,76 Prozent.

INTESA SANPAOLO

Eine sichere Bank

Analysten sehen für Intesa Sanpaolo noch Potenzial

und heben die starke Position in der Vermögensverwaltung

und bei Versicherungen hervor, die den

Wert Intesa als San relativ Paolo widerstandsfähig erscheinen lassen

Kurs der Intesa-Aktie in Euro

1

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

850605/IT0000072618

Börsenwert 97,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,0/9,2

Dividendenrendite für 2025e/26e 7,0/7,6 %

Kursziel/Stoppkurs 6,12/4,65 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 13 %

5

4

3

2

LEONARDO

Günstiger als Rheinmetall

Analysten sehen die Perspektiven für den Rüstungskonzern

positiv und erwarten nach der Anhebung

der Unternehmensprognosen einen deutlichen

Gewinnanstieg

Leonardo

Kurs der Leonardo-Aktie in Euro

0

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A0ETQX/IT0003856405

Börsenwert 28,5 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 26,2/23,8

Dividendenrendite für 2025e/26e 1,1/1,3 %

Kursziel/Stoppkurs 54,00/41,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 5 %

Quelle: Bloomberg e = erwartet Quelle: Bloomberg e = erwartet

50

40

30

20

10

64

FOCUS MONEY 40/2025


ieser Text

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abrufen. * Zum Ortstarif, Mobilfunknetze können abweichen. Verantwortlicher und Kontakt: BurdaVerlag Consumer Sales & Services GmbH, Hauptstr. 130, 77652 Offenburg für die BurdaVerlag Publishing GmbH,

in FOCUS gemeinsamer MONEY Verantwortlichkeit 40/2025mit mehreren Verlagen von Hubert Fotos: Burda xxxxxxxxxxx/FOCUS Media (siehe www.burda.com/de/gvv). MONEY Informationen zum Datenschutz Composing: können Sie FOCUS unserer MONEY Impressum-Seite entnehmen. 65


moneydigital

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Hier lesen Sie, welche Inhalte Sie auf

unseren digitalen Kanälen erwarten

ANDREAS KÖRNER

CHEFSTRATEGE ALPHA CAP REPORT

UND EX-WERTPAPIERHÄNDLER

Alpha Cap Report

IHR BÖRSENBRIEF FÜR NEBENWERTE

Wie Anleger jetzt Kurs halten

Die Kapitalmärkte stehen vor spannenden

Monaten: mehr Klarheit in der Politik,

aber auch neue Unsicherheiten

durch Zölle, Inflation und geopolitische

Spannungen. In der aktuellen Folge von

Mission Money spricht Kapitalmarktstratege

Tilmann Galler von J.P. Morgan Asset

Management über die entscheidenden

Trends, die Anleger jetzt im Blick

behalten sollten. Welche Regionen und

Sektoren bieten aktuell die besten

Chancen? Wie wirken sich US-Zölle und

Zinspolitik tatsächlich auf die Märkte

aus? Ein tiefgehender Rundumschlag

für alle, die ihre Investments strategisch

ausrichten wollen.

Dieses Interview und weitere spannende

Gespräche mit Deutschlands Top-Experten

für Wirtschaft und Finanzen finden Sie auf

dem Youtube-Kanal Mission Money

youtube.com/missionmoney

Ohne Aktien steigt das Risiko

Wenn bei den Renditen für Anleihen

von relativ soliden Schuldnern bei einer

überschaubaren Laufzeit drei oder vier

Prozent drin sind wie derzeit, liegt es

nahe zu fragen, ob diese Zinspapiere

nicht langsam zur echten Konkurrenz

für Aktien werden und den Aufschwung

gefährden können. Besonders, da der

Boom schon überdurchschnittlich lange

währt. Genau diese Frage stellt sich

auch Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse

bei der Baader Bank aus

Unterschleißheim bei München. „Theoretisch

müssten daher zunächst Zinspapiere

in Amerika zu einer immer größeren

Konkurrenz für Aktien werden.

Doch auch in Europa gibt es für zehnjährige

französische oder italienische

Staatspapiere etwa 3,5 und für deutsche

immerhin 2,7 Prozent. Mit diesen Renditen

und angesichts überbewerteter

Aktien im Rücken müssten sie jetzt doch

ihren Status als sicherer Hafen besonders

ausspielen können“, so der Routinier.

Das machen sie aber nicht. Denn

wie Halver weiter argumentiert, sei die

Inflation nach wie vor hoch, sodass im

Endeffekt kaum etwas oder nichts übrig

bleibt. Auch die ausufernde Staatsverschuldung

(und die vieler Firmen) sowie

drohende Rating-Herabstufungen sprächen

nicht für Zinspapiere. Zudem würden

wichtige Finanziers westlicher

Staaten wie China und Japan ihre Engagements

zurückfahren. „Ohne Aktien

fahren Anleger ein höheres Risiko“, so

der Experte. Denn Aktien böten als

Sachwerte im inflationären Umfeld (das

viele verschuldete Staaten wie etwa

Frankreich oder die USA nur allzu gern

in Kauf nehmen) einen Schutz. Besonders,

wenn die Firmen dahinter Preissetzungsmacht

besitzen. Aber war da

nicht noch die hohe Bewertung? Ja –

aber die Unternehmen verdienen mehrheitlich

auch sehr gut. Der Tech-Boom

beflügelt auch den Gesamtmarkt.

Dienstleistungen, Fertigung und Infrastruktur,

also die virtuelle und physische

Welt, werden eine Symbiose bilden.

Und die Dynamik hat laut Morgan Stanley

erst begonnen.

Im Börsenbrief Alpha Cap Report erhalten

Sie von Chef-Stratege Andreas Körner alle

zwei Wochen spannende Tipps und

Analysen aus dem Anlageuniversum

internationale Nebenwerte

Trotz Hürden durchstarten

Gründen ist harte Arbeit. „Man muss sehr

stark an das glauben, was man tut“, weiß Miriam

Wohlfarth. Heike Bangert spricht mit der

Gründerin und Co-CEO von Banxware in der

100. Folge des Podcasts FOCUS MONEY

talks über die Gründerszene in Deutschland.

Dort kann sich das Blatt schnell wenden.

„2021 hatten wir 14 Millionen eingesammelt,

2022 lief plötzlich alles gegen uns“, erzählt

Miriam. 150 Investorengespräche endeten

mit dem immer gleichen Satz: „Wir sprechen

gerne wieder mit euch, wenn Ihr

die Krise überlebt.“ Das haben sie.

Hört gerne rein in die Motivations-

Folge mit Miriam Wohlfarth.

66 FOCUS MONEY 40/2025


Spannende Trends

von

Mehr spannende Statistiken und

Analysen finden Sie in der App

unseres Partners Finanzen100

FOCUS MONEY

& Finanzen100

Vor allem eine neue Analysteneinschätzung

zum Wasserstoff-Spezialisten

Plug Power trieb vergangene

Woche die Anleger um. Die Botschaft:

Die gigantischen Investitionen

des Unternehmens scheinen

doch nicht ins Leere gelaufen zu

sein. Die Aktie landet prompt auch

auf der Kaufliste der Finanzen100

Community. Zudem präsentieren wir

Ihnen eine ausgewählte Watchlist.

Top-Trades

KäufeVerkäufe

Plug Power

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

81 %19 %

BYD

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

59 %41 %

Nvidia

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

70 %30 %

Apple

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

64 %36 %

Amazon

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

85 %15 %

Top Aktien nach Aufrufen

Unternehmen WKN Performance

der letzten

Woche

1 Plug Power A1JA81 73,2 %

2 Nvidia 918422 1,2 %

3 Rheinmetall 703000 –2,7 %

4 Tesla A1CX3T 3,8 %

5 BYD A0M4W9 –3,1 %

Stark diskutierte Aktien

Unternehmen WKN Performance

der letzten

Woche

1 Vistra A2DJE5 –2,3 %

2 Tui TUAG50 2,4 %

3 Oersted A0NBLH –40,6 %

4 Plug Power A1JA81 73,2 %

5 Deutsche Bank 514000 –1,2 %

Top deutsche Aktien

nach Performance

Unternehmen WKN Verschuldungsgrad

1 Rheinmetall 703000 290,6 %

2 Thyssenkrupp 750000 263,7 %

3 Alzchem Group A2YNT3 243,5 %

4 Friedrich Vorwerk A255F1 230,5 %

5 Hensoldt HAG000 223,2 %

Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100

LISA OSADA

FINFLUENCERIN

Watchlist

der Woche

Die Watchlist von Finvestorin

Lisa Osada von „Aktiengram“

finden Sie in der App unseres

Partners Finanzen100.

Watchlist Japan

Unternehmen WKN Hinzugefügt am Performance

seit Hinzufügen

1 Itochu 855471 14.07.2025 11,7 %

2 Fanuc 863731 09.03.2025 –7,4 %

3 Daiichi Sankyo A0F57T 09.02.2025 –19,8 %

4 Sony 853687 26.10.2024 58,0 %

5 Nintendo 864009 26.10.2024 50,6 %

Quelle: Finanzen100

FOCUS MONEY 40/2025 Foto: LIOSphotos Illustration: Adobe Stock

67


moneysteuern&rec

WOHNUNGEN: Nicht nur

zwischen Vermietern und

Mietern gibt es oft Ärger,

sondern auch zwischen

Eigentümern untereinander

BANKRECHT

Mehr Geld für

Prämiensparer

Mit dem BGH-Urteil sind die Zinsansprüche

von Sparern im Vergleich

zur Vorinstanz in vielen Fällen

spürbar gestiegen“, kommentiert

Sebastian Reiling vom Verbraucherzentrale

Bundesverband das jüngste

BGH-Urteil zum Prämiensparen

(Az. XI ZR 29/24). „Oft geht es um

vierstellige Beträge.“ Profitieren

können nur Kunden, deren Ansprüche

nicht verjährt sind und die sich

der Musterklage gegen die Sparkasse

Nürnberg angeschlossen hatten.

Jahrelang haben Prämiensparer

von Sparkassen zu wenig Zinsen erhalten.

Verträge ohne Laufzeitvereinbarung

dürfen nach 15 Jahren gekündigt

werden, sofern die höchste

Prämienstufe erreicht wurde. Klargestellt

hat der BGH aber, dass bei

Verträgen mit 99 Jahren Laufzeit

eine Kündigung für diesen Zeitraum

ausgeschlossen ist. Betroffene können

sich darauf berufen, dass diese

Verträge weitergeführt werden.WM

IMMOBILIENRECHT

Wenn Eigentümer streiten

Meist geht es darum, wer was darf und wer dafür bezahlen muss

– neue Urteile zu Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG).

ES KANN DER FRÖMMSTE nicht in

Frieden bleiben, wenn es dem bösen

Nachbar nicht gefällt“, heißt es schon in

Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell.

Sind sie dann auch noch rechtlich und

finanziell aneinander gekettet, ist Streit

oft programmiert. Dann können immer

wieder nur noch Gerichtsurteile für

Ruhe sorgen.

So auch in zwei Fällen, bei denen es

um die Beauftragung von Rechtsanwälten

ging: WEGs müssen davor keine Alternativangebote

anderer Kanzleien

einholen, entschied der BGH (Az. V ZR

76/24). „Dies gilt auch dann, wenn der

Abschluss einer Honorarvereinbarung

beabsichtigt ist. Entsprechendes gilt bei

der Beauftragung von Gutachtern“,

steht im Urteil. Wegen Baumängeln am

Gemeinschaftseigentum und drohender

Verjährung hatte die Verwaltung Gutachter

und Anwalt ohne vorherigen

WEG-Beschluss beauftragt. Die Eigentümerversammlung

genehmigte dies

nachträglich. Alles rechtens, so der

BGH, da die Maßnahme selbst ordnungsgemäßer

Verwaltung entspreche.

Im anderen Fall scheiterte dagegen

ein Eigentümer damit, seine außergerichtlichen

Anwaltskosten von der WEG

zu erhalten, da die Inanspruchnahme

eines Anwalts aus der Ex-ante-Sicht erforderlich

und zweckmäßig sein muss

(AG Neuss, Az. 82 C 2493/23). Auch

wenn der Kläger dem Grunde nach einen

Schadensersatzanspruch hatte,

fehlte es beim konkreten Anliegen an

der Zweckmäßigkeit, weil er nicht davon

ausgehen konnte, dass das Anwaltsschreiben

eine Meinungsänderung bewirken

würden. Denn: „Letztlich setzt

das WEG jedoch im Kern auf den nachträglichen

Rechtsschutz gegen fehlerhafte

Beschlüsse und nicht auf eine Vorab-Korrektur

möglicherweise zu

fassender Beschlüsse“, so das AG Neuss.

Den anschließenden Prozess in der Sache

gewann der Kläger.

WM

68 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


ht

Aktenzeichen

KREUZFAHRTSCHIFF:

Allzu lauter Motorenlärm

kann ein Reisemangel sein

REISERECHT

(Alb-)Traum

Kreuzfahrt

WENN JEMAND EINE REISE TUT, so

kann er was verzählen“, beginnt ein bekanntes

Gedicht von Matthias Claudius.

Doch manchmal verschlägt es einem

auch die Sprache. So wie einem Ehepaar,

das eine elftägige Kreuzfahrt in einer

Kabine der Kategorie „Superior“ gebucht

hatte. Die rund um die Uhr laufenden

Schiffsgeneratoren sowie die bei

Fahrt arbeitenden Schiffsmotoren seien

aber so laut gewesen, dass in der Kabine

ein normales Gespräch ohne Anschreien

gar nicht möglich gewesen und an

Schlaf, selbst mit Ohropax, nicht zu

denken gewesen sei. Sie verlangten daher

eine Reisepreisrückerstattung in

Höhe von 20 Prozent.

Das AG Berlin-Schöneberg entschied

nach Anhörung mehrerer Zeugen, dass

die ständig laufenden Generatoren ein

normales Betriebsgeräusch des Schiffes

BANKRECHT

darstellen. Doch das Hinzutreten des

Geräuschs der Schiffsmotoren hätte in

der nahe gelegenen Kabine „zu einer

nicht hinnehmbaren Lärmbelästigung“

geführt (Az. 2 C 128/20). An Reisetagen

auf Fahrt, an denen dadurch nur die Ruhepausen

am Tage entsprechend gestört

wurden, hält das Gericht eine Minderung

von zehn Prozent, an Fahrttagen

mit gestörter Nachtruhe von 20 Prozent

für angemessen. Insofern liege ein Reisemangel

samt anteiliger Rückerstattung

des Tagesreisepreises vor.

Wie immer im Reiserecht müssen Urlauber

einen Mangel unverzüglich anzeigen,

damit der Reiseveranstalter diesen

eventuell noch beseitigen kann.

Auch das Ehepaar auf Kreuzfahrt hatte

sich sofort mehrfach beschwert, der Reiseleiter

vor Ort hatte aber keine Abhilfe

schaffen können.

WM

Neue Überprüfung bei Überweisungen

Ab dem 9. Oktober 2025 müssen alle Kreditinstitute überprüfen, ob bei

Überweisungen der angegebene Name des Empfängers mit dem zur IBAN

hinterlegten übereinstimmt. Die Überprüfung ist nur für Überweisungen

von Girokonto zu Girokonto vorgeschrieben, bei anderen Kontoarten wie

Spar- oder Darlehenskonten sowie bei Lastschriften aber nicht. Das gilt

fürs Online-Banking, aber auch für papierhafte Überweisungen, sofern

der Kunde diese persönlich in der Filiale abgibt. Laut Finanzaufsicht Bafin

gibt es beim Online-Banking drei Auswirkungen für Kunden: Alles

stimmt, dann können sie die Zahlung autorisieren. Geringfügige Abweichungen

werden benannt und sie können mögliche Fehler korrigieren. Bei

abweichenden Angaben werden sie informiert sowie auf das Risiko hingewiesen

und können den Vorgang abbrechen oder korrigieren. WM

NEUE URTEILE

Betrugsverluste nicht absetzbar.

Opfer eines Trickbetrugs können die

Vermögensverluste nicht als außergewöhnliche

Belastung bei der Steuer

absetzen. Jedenfalls dann nicht,

wenn sie zumutbare Handlungsalternativen

zur Zahlung gehabt hätten

(FG Münster, Az. 1 K 360/25 E).

Erbe konkret benennen. Eine testamentarische

Verfügung, wonach

Erbe derjenige sein soll, der bis zum

Tod des (behinderten) Sohnes mit

diesem „besonders gut konnte“, ist

zu unpräzise und deshalb unwirksam

(OLG Karlsruhe, Az. 14 W 36/24).

Eine Bearbeitung, nur eine Gebühr.

Erteilt das Finanzamt gegenüber

mehreren Antragstellern eine einheitliche

inhaltsgleiche verbindliche

Auskunft, kann es für diese Bearbeitung

auch nur eine Gebühr erheben

(BFH, Az. IV R 6/23).

Umzugskosten nicht anerkannt. Ein

Umzug, der dazu dient, wegen des

größeren Raumangebots erstmals

ein häusliches Arbeitszimmer einzurichten,

ist nicht beruflich veranlasst

und daher auch nicht als Werbungskosten

von der Steuer absetzbar. (FG

Münster, Az. 14 K 2124/21 E).

Unzuverlässigkeit der Bahn einplanen.

Wer einen Rail&Fly-Gutschein für

die Fahrt zum Flughafen nutzt, muss

wegen der bekannten Unpünktlichkeit

der Deutschen Bahn einen großzügigen

Verspätungspuffer einkalkulieren

(LG Koblenz, Az. 16 O 43/24).

Bundesgerichtshof (BGH); Bundesfinanzhof (BFH);

Oberlandesgericht (OLG); Landgericht (LG); Finanzgericht (FG);

Amtsgericht (AG); Aktenzeichen (Az.)

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: Adobe Stock 69


dswanlegerschutz

RISKANT Nicht

alle deutschen

Firmen verzichten

auf Geschäfte mit

Russland

HANDEL

Geschäft in Russland:

Gewiss kein business as usual

Das KSE-Institut in der ukrainischen Hauptstadt Kiew listet deutsche Unternehmen auf, die sich noch

nicht aus Putins Reich verabschiedet haben. Darunter sind Metro, Symrise, Dräger und Ottobock

Donald Trump hat den Nato-Staaten seine Bereitschaft

zu deutlichen Sanktionen gegen Russland signalisiert

- vielleicht. Dies jedoch unter der Bedingung, dass die

Nato-Mitglieder sämtlich darauf verzichten, weiterhin Öl

von Russland zu beziehen. Fakt ist, dass viele Staaten weiterhin

Öl - und auch Gas - aus Russland erwerben. Auch

Deutschland dürfte einen nicht nur geringen Teil seines

LNG-Gases, wenn auch nicht unmittelbar, so doch indirekt,

aus Russland erhalten.

Damit aber nicht genug: Viele Unternehmen betreiben

nach wie vor Geschäfte in und mit Russland. Die Liste ist erschreckend

lang ... und sie wirft Fragen auf. Auf der Plattform

www.leave-russia.org werden mehrere Tausend Unternehmen

aufgeführt und dargestellt, ob diese Russland den

Rücken gekehrt haben oder eben nicht. Darunter auch viele

deutsche (Vorzeige)Unternehmen.

Die Seite wird von dem KSE-Institute betrieben, ein Thinktank

der Kyiv School of Economics. Auf den ersten Blick mag

das verdächtig wirken, auf den zweiten und mit etwas Re-

cherche erkennt man, dass es sich dabei um ein international

anerkanntes Institut handelt. Vor dem Hintergrund der

aktuellen Forderung von Donald Trump dürfte der Druck auf

die Unternehmen deutlich steigen, die sich bisher nicht aus

Russland verabschiedet haben.

Auch Anleger sollten genau hinschauen, wenn sich „ihr“

Unternehmen auf der Liste befindet. Neben der Metro, Symrise

oder Dräger findet sich auch Ottobock auf der Liste wieder

- Letztere wollen zeitnah einen IPO wagen. Natürlich ist

es schwierig nachzuvollziehen, ob das alles so korrekt ist, wie

es dort auf der Seite des KSE-Institute dargestellt wird. Auf

jeden Fall aber wirft es Fragen auf und erfordert sehr klare

Antworten von den Unternehmen, wenn sie auf der Seite des

KSE Institute aufgeführt werden.

Das gilt umso mehr, als dort auch zahlreiche Unternehmen

genannt werden, die ihre Aktivitäten in Russland längst

beendet oder pausiert haben. Darunter befinden sich zum

Beispiel die Dax-Konzerne Allianz, Siemens, Deutsche Telekom

oder Bayer.

70 Illustration: FOCUS MONEY/KI

FOCUS MONEY 40/2025


Ceconomy: Delistingangebot kommt für freie Aktionäre zur Unzeit

Nun ist es wohl so weit, das nächste deutsche

Unternehmen wird geschluckt. Das

Übernahmeangebot des chinesischen

Tech-Unternehmens JD.com für die Ceconomy

AG in Höhe von 4,60 scheint aus

Sicht der Deutschen Schutzvereinigung für

Wertpapierbesitz e.V. (DSW) prinzipiell akzeptabel.

„Schaut man sich den Kursverlauf

seit Jahresbeginn an, erscheint das Angebot

auf den ersten Blick recht gut. Allerdings

ist das auch eine Frage der Perspektive.

Das Angebot ist für Aktionäre, die

bereits vor längerer Zeit beim Mutterkonzern

von Mediamarkt und Saturn eingestiegen

sind, jedoch weniger attraktiv. Unklar

bleibt, inwieweit die Offerte die künftige

Entwicklung und mögliche Synergien angemessen

widerspiegelt“, sagt Christiane

Hölz, Geschäftsführerin der DSW. Hier sind

die Erwartungen an die Zukunft besser, als

es das Angebot derzeit widerspiegelt.

„So ist die Ceconomy aus Sicht der DSW

wirtschaftlich auf einem guten Weg, hat seine

Aktionäre wieder stärker mitgenommen

und deutlich an Glaubwürdigkeit gewonnen.

Sollte es nach einem erfolgreichen

Angebot zu einem Delisting kommen,

könnten private Anleger von weiteren

Wertsteigerungen kaum noch profitieren –

zugleich nähmen Liquidität und Transparenz

am Kapitalmarkt deutlich ab“, so Hölz.

„Mit Blick auf das im Referentenentwurf

vorliegende Standortfördergesetz, das für

Delistings wieder ein Spruchverfahren vorsieht,

betrachten wir es zudem äußerst kritisch,

dass hier ein Großinvestor noch kurz

vor Toresschluss Fakten schaffen möchte.“

Zukünftig wird es möglich sein, ein

Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit

von Delistingangeboten

durchzuführen. Die DSW hatte 2002 ein

derartiges Verfahren zur Überprüfung der

Angebotshöhe im Falle der Macrotron AG

erstritten. Mit der Frosta-Entscheidung im

Jahre 2013 hatte der BGH der Überprüfbarkeit

von derartigen Angeboten eine Absage

erteilt. Nunmehr steuert der Gesetzgeber

endlich nach.

Unternehmen im Dialog

Nur wer ein offenes Ohr für seine Aktionäre hat, wird sie dauerhaft als Shareholder gewinnen können.

Auf dieser Seite präsentieren sich daher regelmäßig die Investor-Relations-Ansprechpartner börsennotierter

Unternehmen. Fragen zum Geschäftsmodell, zu den Aussichten, der Kurs- oder Dividendenentwicklung?

Einfach anrufen oder E-Mail schicken! Ein Service der DSW.

Oliver Larmann

Senior Investor Relations Manager

Universitätsstraße 133

44803 Bochum

Tel.: +49 (0) 234 / 314-1609

Fax: +49 (0) 234 / 314-2995

Mobil: +49 (0) 152 / 01615121

E-Mail: investorrelations@vonovia.de

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Hier könnte auch

Ihr IR-Kontakt

stehen

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moneyservice

PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG

Individuelle

Top-Versorgung

Die Gesundheitskosten

explodieren. Das wird für

gesetzlich wie privat Versicherte

zum echten Problem. Doch

Privatpatienten können sich

immerhin dauerhaft auf das

abgesicherte Schutzpaket

verlassen. Besonders

leistungsstarke Tarife sind

daher gefragt. Die besten

Policen im Check

Heft

SERIE

40 Top-Schutz

Die besten Tarife mit besonders

großem Leistungsumfang

41 Ausgewogene Tarife

Die Sieger beim bezahlbaren

Schutz für höhere Leistungen

42 Klassik-Schutz

Gut und günstig – die besten

Angebote für Kostenbewusste

43 Gesundheitsservices

Wer mit speziellen Programmen

die Gesundheit fördert

44 Beamtentarife

Top-Angebote für beihilfeberechtigte

Staatsdiener

von WERNER MÜLLER

BEIM ZAHNARZT:

Leistungsstarke Top-Tarife

sollten mindestens

85 Prozent der Kosten für

Zahnersatz übernehmen

72 Illustration: iStock

FOCUS MONEY 40/2025


Das deutsche Gesundheitssystem ächzt unter gestiegenen

und weiter zulegenden Kosten. Das

gilt für gesetzliche (GKV) wie private (PKV) Krankenversicherer

gleichermaßen. So stiegen nach

vorläufigen Zahlen des PKV-Verbands im ersten

Halbjahr 2025 die Ausgaben in der ambulanten

Versorgung weiter um 7,5 Prozent und im zahnmedizinischen

Bereich um 6,82 Prozent. Schon im vergangenen Jahr waren

etwa die Kosten für allgemeine Krankenhausleistungen um

über zehn Prozent, diejenigen für Arzneimittel fast in gleichem

Umfang geklettert. „Und dieser Trend setzt sich 2025 kaum

vermindert fort“, sagt Holger Eich, Geschäftsführer und Chef-

Mathematiker des PKV-Verbands. Auch in der GKV legten laut

Halbjahresbericht die Leistungsausgaben 2025 bereits wieder

um acht Prozent zu, die Verwaltungskosten um 5,2 Prozent.

Verlässliche Leistungen. Aber während für Privatpatienten

der einmal abgeschlossene Leistungsumfang auch in Zukunft

vertraglich gesichert ist, stehen für Kassenpatienten womöglich

bald mal wieder Leistungskürzungen an. Darüber haben

führende Politiker und Experten bereits laut nachgedacht.

Denn „die gesetzliche Krankenversicherung steht finanziell

massiv unter Druck“, sagt Bundesgesundheitsministerin Nina

Warken. Viele Kassen mussten daher ihren Beitrag schon

unterjährig erneut erhöhen. „Der durchschnittlich von den

Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz entsprach Ende

Juni 2,92 Prozent und lag damit deutlich oberhalb des Ende

Oktober 2024 für das Jahr 2025 bekannt gegebenen durchschnittlichen

Zusatzbeitragssatzes von 2,5 Prozent“, heißt es

im GKV-Halbjahresbericht. Auch deshalb hat der GKV-Spitzenverband

nun sogar beschlossen, den Bund auf zehn Milliarden

Euro gegen die Unterfinanzierung der GKV zu verklagen.

Unterdessen hat Ministerin Warken eine GKV-Expertenkommission

eingesetzt, die Maßnahmen zur kurzfristigen Beitragsstabilisierung

sowie strukturelle Reformen vorschlagen

soll. Bei den Leitfragen dafür ist unter anderem zu lesen: „Wie

lässt sich Eigenverantwortung (auch mit Blick auf Zuzahlungen

und Leistungsumfang) unter Berücksichtigung des Solidarprinzips

und der Bedarfsgerechtigkeit fördern?“ Heißt im

Klartext: Da sind sie wieder, die möglichen Leistungskürzungen.

Immerhin: Anders als oft bei früheren Reformprojekten

soll von der Kommission „die Dualität des bestehenden Systems

von GKV und PKV im Grundsatz respektiert werden“,

steht im Arbeitsauftrag.

Doch auch für die PKV haben die massiv steigenden Leistungsausgaben

Folgen: „Erste Signale aus der Branche deuten

darauf hin, dass es deswegen zu Beginn 2026 erneut deutliche

Beitragserhöhungen geben wird“, sagt Chef-Mathematiker

Eich vom PKV-Verband. „Es ist zu befürchten, dass davon wieder

ein Großteil der Privatversicherten betroffen ist.“

Bessere Versorgung. Ein Faktor für den Kostenanstieg ist

dabei „der medizinische Fortschritt, der die Versorgung unserer

Versicherten kontinuierlich verbessert, aber eben mit höheren

Kosten verbunden ist“, so Eich. Dennoch: Gerade diese

meist umfangreichere medizinische Versorgung, der größere

und dauerhaft gesicherte Leistungsumfang, aber auch die individuelle

Zusammenstellung des gewünschten Gesundheitsschutzes

überzeugen viele Bundesbürger von der PKV. Daher

wechseln auch dieses Jahr wieder deutlich mehr Menschen

vom gesetzlichen ins private System als umgekehrt (s. Tabelle

unten links). Nach Jahren der Stagnation freut sich der Verband

sogar in absoluten Zahlen über mehr PKV-Vollversicherte.

Dabei darf gar nicht jeder Interessent seinen gesamten Gesundheitsschutz

der PKV anvertrauen (s. Tabelle unten rechts).

Denn gut verdienende Angestellte müssen ein hohes Mindesteinkommen

nachweisen, um überhaupt einen Wechsel in Betracht

ziehen zu können. Diese Versicherungspflichtgrenze

steigt jährlich an. Auch für 2026 wird die Hürde wieder deutlich

erhöht. Einziger Lichtblick für Privatpatienten dabei: Da

auch die Beitragsbemessungsgrenze für Kassenpatienten steigt,

erhalten PKV-Versicherte ebenfalls höhere Maximalzuschüsse

vom Arbeitgeber. Wie viel genau, ist noch unklar, da dies auch

vom durchschnittlichen Zusatzbeitrag der GKV abhängt.

Wer aber wechseln kann, schaut sich in aller Regel zunächst

die besonders hochwertigen Leistungstarife an. Daher beginnt

der alljährliche PKV-Check von FOCUS MONEY und Franke und

Bornberg erneut mit dem Top-Schutz (s. folgende Seiten).

Quelle: PKV-Verband

Die PKV auf einen Blick

Nicht jeder Bundesbürger darf sich privat

krankenversichern (s. r.). Dennoch sind auch

2024 wieder mehr Menschen von der GKV

in die PKV gewechselt als umgekehrt – per

saldo 78 300. Netto stieg auch die Anzahl

der PKV-Vollversicherten um 32 900 Personen.

Die finanziellen Rück lagen für PKV-

Kunden wuchsen auf 343 Milliarden Euro.

Versicherte mit Krankenvollversicherung 8,74 Mio.

Saldo der Systemwechsel: mehr von GKV in PKV 78 300

Zusatzversicherungen

31,30 Mio.

Beitragseinnahmen

50,72 Mrd. Euro

ausgezahlte Versicherungsleistungen 39,39 Mrd. Euro

Alterungsrückstellungen 343,09 Mrd. Euro

Wichtige Grenzwerte 2025 und 2026

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können stets in die PKV,

aber wechselwillige Arbeitnehmer müssen dafür einen Mindestverdienst

(Versicherungspflichtgrenze) nachweisen.

2025 2026 (Entwurf)

Monat Jahr Monat Jahr

PKV

Versicherungspflichtgrenze 6150,00 73800,00 6450,00 77400,00

für PKV-Versicherte seit 31.12.2002 5512,50 66150,00 5812,50 69750,00

Höchstzuschuss Arbeitgeber zur PKV 471,32 5655,83 ? ?

GKV

Beitragsbemessungsgrenze in der GKV 5512,50 66150,00 5812,50 69750,00

allgemeiner Beitragssatz der GKV 14,6 % 14,6 % 14,6 % 14,6 %

durchschnittlicher Zusatzbeitrag der GKV 2,5 % 2,5 % ? ?

Quellen: BMAS; Angaben in Euro, Beitragssätze in Prozent

FOCUS MONEY 40/2025

73


moneyservice

GROSSER PKV-TEST

Ausgezeichneter

Top-Schutz

Der mehrteilige PKV-Test

von FOCUS MONEY und

der Ratingagentur Franke

und Bornberg (FB) startet

mit dem leistungsstarken

Top-Schutz. Wie auch in

allen anderen Serienteilen

werden die drei Teilbereiche

Leistungsqualität, Beitragshöhe

und Bonität des

Anbieters genau analysiert

und bewertet. Je Gesellschaft

wird die Tarifkombination

mit der besten

Gesamtnote aufgeführt.

Beim Top-Schutz auf ein großes Leistungspaket achten

Noten Leistungsrating

Rating Urteil

Noten

FFF+ Hervorragend = 0,5

FFF Sehr Gut = 0,6 bis 1,5

FF+ Gut = 1,6 bis 2,5

FF Befriedigend = 2,6 bis 3,5

F+ Ausreichend = 3,6 bis 4,5

F Mangelhaft = 4,6 bis 5,5

F– Ungenügend = 5,6 bis 6,0

Das PKV-Rating von FB schafft ein objektives Bild der Leistungsqualität der Angebote. Denn der

PKV-Markt mit seiner Vielzahl von Tarifen und Tarifkombinationen ist für Kunden kaum noch zu

durchschauen. Für Privatpatienten ist aber gerade die Leistungsbeurteilung elementar, gilt doch

das einmal gewählte Absicherungspaket über die gesamte Vertragslaufzeit. Da sollte der gewählte

Tarif auch dem Absicherungswunsch entsprechen. Vor allem beim Top-Schutz wünschen

Versicherte ein umfangreiches Leistungspaket, sodass es auf den Check des Kleingedruckten

besonders ankommt. Dabei bewertet FB grundsätzlich nur solche Leistungen, auf die der Versicherte

einen verbindlichen Anspruch hat. Da naturgemäß manche Leistungen häufiger anfallen

als andere, werden die einzelnen Tarifb edingungen je nach Bedeutung gewichtet.

Franke und Bornberg hat bei seinem PKV-Rating für die höheren FB-Noten „FFF+“, „FFF“ und

„FF+“ dabei stets gewisse Mindeststandards definiert. Bezüglich unserer gemeinsamen PKV-Serie

müssen die Tarife für die Kategorie Top-Schutz dabei folgende Mindestanforderungen erfüllen:

Einbettzimmer im Krankenhaus, freie Arztwahl und die

Zahnersatzkosten werden zu mindestens 85 Prozent erstattet.

Haben mehrere Tarife die gleiche

Note, wurde derjenige mit der günstigeren

Prämie herangezogen. Das

FB-Ergebnis umfasst dabei konkrete

Schulnoten, die deshalb innerhalb einer

Ratingnote durchaus variieren

können (s. Tabelle). Diese Note fließt

wegen ihrer besonderen Bedeutung

beim Top-Schutz zu 50 Prozent in die

Gesamtbewertung ein.

BESTE

KRANKEN-

VERSICHERUNG

Top-Schutz

Top-Tarife mit besonders leistungsstarkem Gesundheitsschutz

Gesellschaft Tarife FB-Rating Monatsbeitrag

AN-Beitrag Selbstbehalt 2) AN-Beitrag

inkl. SB

Finanzstärke (von) Bewertung 1)

Allianz

Mein Gesundheitsschutz Best 100 (GSB70,

GSUB90, GSUB100, GSZ90), PVN

FFF+ 829,79 414,90 0 414,90 AA (S&P, Fitch) Hervorragend

Arag MedBest, PVN FFF 621,50 310,75 600 360,75 AA+ (DFSI) Hervorragend

Bayerische GesundheitVario, VARIO AmbulantPlus, VARIO FFF+ 705,32 352,66

Beamten KlinikPlus, VARIO ZahnPlus, PVN

20%, max. 400 369,33 AA– (Fitch) Hervorragend

Continentale PREMIUM, SP1, PVN FFF 659,31 329,65 500 371,32 AA+ (DFSI) Hervorragend

Debeka N, NC, PVN FFF 774,78 387,39 10%, max. 500 408,22 A++ (Assekurata, U) Hervorragend

Hallesche NK.select XL Bonus, URZ, PVN FFF+ 760,93 380,46 0 380,46 AA– (Assekurata, B) Hervorragend

HanseMerkur AZP, EGO2, PS3, PSV, PVN FFF 702,71 351,36 0 351,36 AA+ (DFSI) Hervorragend

Süddeutsche AM12, S1, Z9, PPV FFF+ 788,54 394,27 20%, max. 480 414,27 AA (DFSI) Hervorragend

UKV

GesundheitVario, VARIO ZahnPlus, VARIO

AmbulantPlus, VARIO KlinikPlus, PVN

FFF+ 705,32 352,66 20%, max. 400 369,33 AA– (Fitch) Hervorragend

Axa GesundExtra, Prem Zahn-U, PVN FFF+ 777,25 388,63 450 426,13 AA (Fitch) Sehr Gut

Gothaer MediCompact Premium, PVN FF+ 715,69 357,85 480 397,85 A (S&P) Sehr Gut

LKH GesundheitsUpgrade Premium, PVN FFF+ 808,08 404,04 500 445,71 A+ (DFSI) Sehr Gut

Nürnberger MAX6+, PVN FFF 735,12 367,56 600 417,56 A (Fitch) Sehr Gut

Signal Iduna EXKLUSIV-SI 1, PVN FFF+ 854,69 427,35 500 469,02 AA+ (DFSI) Sehr Gut

Württembergische Ambulant Premium (A1_480), Z1, S1, PVN FFF 812,37 406,19 480 446,19 AA+ (DFSI) Sehr Gut

DKV PMN 1, PVN FFF+ 962,53 481,27 300 506,27 AA (Fitch) Gut

Barmenia einsA expert+, PVN FFF+ 1010,26 506,11 330 533,61 AA+ (DFSI) Befriedigend

Inter QualiMed Premium (QMP 600 U), PVN FF 737,50 368,75 600 418,75 AA (DFSI) Befriedigend

Stand: September 2025; in Euro; Unisex-Tarife; Eintrittsalter 35 Jahre; Beiträge inkl. gesetzlichen Zuschlags und Pflegepflicht; Kategorie Top-Schutz; Noten s. Kästen;

1)

Gewichtung: FB-Rating 50 %, Beitrag 40 %, Finanzstärke 10 %; 2) fester jährlicher Selbstbehalt (SB) zu 1/12 auf den monatlichen Arbeitnehmer (AN)-Beitrag addiert, bei prozentualem jährlichem SB erfolgt die Addition mit dem halben SB

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

74

FOCUS MONEY 40/2025


KRANKENWAGEN: Bei der stationären Versorgung gibt es deutliche

Unterschiede. Gut, wer ein großes Leistungspaket abgesichert hat

Stabil kalkulierte Beiträge wichtig

Für die Bewertung der Beitragshöhe der Tarifkombination

werden die monatlich zu zahlenden Prämien für

35-jährige Interessenten herangezogen. Sämtliche

Beitragsangaben beziehen sich auf die Krankenvollversicherung,

inklusive gesetzlichen Zuschlags und

Pflegepflichtversicherung. Bewertet wird dabei stets

der Beitrag, den ein Arbeitnehmer tatsächlich aus der

eigenen Tasche zahlen muss. Denn grundsätzlich

übernimmt bei Angestellten wie in der GKV auch in der

PKV der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags. Insofern

wird für die Angabe des Arbeitnehmeranteils der Monatsbeitrag

einfach halbiert. Allerdings muss sich der

Arbeitgeber nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze

hälftig beteiligen, 2025 schießt er maximal 471,32

Euro (plus eine maximale Beteiligung von 99,23 Euro

an der Pflegepflichtversicherung) monatlich zu.

Hinzu kommen aber noch eventuell im Tarif vereinbarte

jährliche Selbstbehalte (hier: maximal 600 Euro).

Diese muss der Versicherte in der Regel ja auch

Notenskala für die

Beiträge

Beiträge

Noten

bis 360 Euro 1

bis 380 Euro 1,5

bis 400 Euro 2

bis 420 Euro 2,5

bis 440 Euro 3

bis 460 Euro 3,5

bis 480 Euro 4

bis 500 Euro 4,5

bis 520 Euro 5

bis 540 Euro 5,5

über 540 Euro 6

zahlen. Feste Selbstbehalte

werden dabei auf Monatsbasis

umgerechnet und auf den reinen

Zahlbeitrag aufgeschlagen.

Bei prozentualen Selbstbehalten

hingegen wird der

Maximalbetrag nur hälftig zum

Beitrag hinzugerechnet. Die so

insgesamt für den Kunden ermittelte

Beitragshöhe wird in

Schulnoten übersetzt (s. Tabelle)

und trägt zur Gesamtbewertung

40 Prozent bei. Für Freiberufler

und Selbstständige,

die ja den vollen Beitrag aus eigener

Tasche zahlen müssen,

sähe das Ergebnis daher in aller

Regel nicht anders aus.

Nachgewiesene Bonität von Vorteil

Auch bei PKV-Policen ist die Finanzstärke des Anbieters wichtig,

schließlich bindet sich der Kunde in der Regel lebenslang an

seine PKV-Gesellschaft. Je stärker deren Finanzkraft ist, desto

besser für die langfristige Beitragsstabilität. Denn wer seine

Finanzen und das Geschäftsmodell im Griff hat, der muss die

Beiträge in der Regel seltener erhöhen. Die Finanzstärke- Ratings

renommierter Agenturen geben Auskunft über die Bonität, wobei

sich Vorgehensweise und Ratingsystematik oft erheblich unterscheiden.

Daher werden die Bewertungen mit vergleichbarer

Aussage in gleiche Schulnoten umgerechnet (s. u.). Haben PKV-

Gesellschaften mehrere Beurteilungen, gilt jeweils das beste Rating.

Von wem dieses stammt, ist in der Tabelle angegeben. Die

Bonitätsnote macht 10 Prozent der Gesamtbewertung aus.

Noten Finanzstärke-Urteile

S&P Fitch Moody’s A.M. Best Assekurata,

Bonität (B)

Was die Top-Tarife ausmacht

Die besten PKV-Policen für den Top-Schutz ergeben sich wegen

der besonderen Bedeutung des Leistungsumfangs in dieser Kategorie

zu 50 Prozent aus den Leistungsbewertungen durch Franke

und Bornberg. Hinzu kommen 40 Prozent aus den vom Versicherten

im Beispielfall für den Gesundheitsschutz zu zahlenden

Beiträgen sowie 10 Prozent aus der Kapitalstärke des PKV-Unternehmens.

Die jeweils in Schulnoten umgerechneten Einzelbewertungen

werden nach dieser prozentualen Aufteilung zu einer

Gesamtnote zusammengefasst. Beträgt diese auf zwei Nachkommastellen

gerundete Gesamtnote zwischen

1,00 und 1,49, dann wird dem

PKV-Tarif für den Top-Schutz das Prädikat

„Hervorragend“ verliehen, für

eine Gesamtnote zwischen 1,50 und

1,99 gibt es die Bewertung „Sehr Gut“

und so fort (s. Tabelle). Je Bewertungsstufe

sind die Gesellschaften dann mit

ihrem Top-Tarif in alphabetischer Reihenfolge

aufgeführt.

Assekurata, DFSI,

Unternehmensrating

(U)

Unternehmensqualität

Note

AAA AAA Aaa A++ AAA

AA+ AA+ Aa1 AA+

AA AA Aa2 A+ AA A++ AAA 1

AA– AA– Aa3 AA– AA+ 1,25

A+ A+ A1 A A+ A+ 1,75

A A A2 A AA 2

A– A– A3 A– A– A A+ 2,25

BBB+ BBB+ Baa1 B++ BBB+ A– A 2,75

BBB BBB Baa2 BBB B+ BBB+ 3

Quellen: Standard & Poor’s, Fitch Ratings, Moody’s, A.M. Best, Assekurata, DFSI, eigene Berechnungen

GESAMTNOTE

Gesamtbewertung

Gesamtnote

Bewertung

1,00 bis 1,49 = Hervorragend

1,50 bis 1,99 = Sehr Gut

2,00 bis 2,49 = Gut

2,50 bis 2,99 = Befriedigend

3,00 bis 3,49 = Ausreichend

FOCUS MONEY 40/2025

Illustration: iStock 75


moneyservice

STUDIE

Hier gibt’s die beste

Beratung

Geldanlagen, Immobilien, Versicherungen – um in kniffligen Finanzfragen die richtigen

Entscheidungen treffen zu können, benötigen viele Kunden den Rat von Fachleuten.

Welche Unternehmen aus Sicht der Verbraucher die höchste Beratungsqualität bieten

von THORSTEN JACOBS

Julian Nagelsmann, Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft,

hat es nicht leicht. Vor allem dann

nicht, wenn es nicht rundläuft. Denn neben der Boulevardpresse

gibt es zig Millionen weitere „Bundestrainer“, die

viel besser wissen (wollen), was zu tun ist.

Deutlich spärlicher gesät sind die Experten, wenn es um

Fragen zu Versicherungen, Finanzen und Immobilien oder

um juristische Sachverhalte geht. Kein Wunder. Denn für Absicherung

der Familie, für die passende Altersvorsorge oder

beim Kauf eines Eigenheims braucht es in der Regel den Rat

von ausgebildeten Experten. Der Haken: Nicht immer bietet

eine solche Beratung genau das, was Kunden erwarten. Denn

dafür müssen die Berater vieles mitbringen und leisten. Das

fängt an bei der Fachkompetenz. Darüber hinaus erwarten

76 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


Kunden, dass die Berater nicht nur mit der eigenen Leistungsund

Produktpalette wohlvertraut sind, sondern auch aktuelle

und zu erwartende Marktentwicklungen im Blick haben

und danach handeln. Und zu guter Letzt sollten sie sich stets

an den Wünschen und Umständen der Kunden orientieren

und ein Angebot nach Maß schneidern. Zugegeben, das ist

viel verlangt. Doch nur wenn alles passt, gehen die Kunden

am Ende zufrieden nach Hause – und werden das positive

Erlebnis bei erstbester Gelegenheit auch im Familien-, Freundes-

oder Kollegenkreis teilen.

Beratungsqualität im Check. Doch welche Unternehmen

geben in Sachen Kundenberatung eine besonders gute Figur

ab? Dieser Frage ging das Kölner Analyseinstitut Service-

Value im Auftrag von FOCUS MONEY erstmals nach. In dieser

neuen Studie wurden Verbraucher nach ihrer Erfahrung

mit verschiedenen Kundenberatungsangeboten gefragt. Der

Fokus lag auf Branchen rund um den Finanzdienstleistungssektor.

Darüber hinaus wurden aber auch Anbieter aus Bereichen

wie Immobilien, Recht oder Telekommunikation

bewertet. Die Anzahl der in den einzelnen Branchen untersuchten

Anbieter variierte von einstelligen Zahlen in jüngeren

Branchen wie Nachhaltigkeitsbanken und Immobilienteilverkauf

bis hin zu knapp einhundert Anbietern bei den

Regionalbanken.

Die Kundenurteile zu den einzelnen Unternehmen sind

freilich subjektiv – sie basieren auf persönlichen Erfahrungen.

Erfasst und ausgewertet wurden in dieser Untersuchung

aber mehr als 50 000 Kundenbewertungen. So ergab sich am

Ende ein doch sehr ausgewogenes Bild davon, welche Anbieter

in ihrer Branche für eine Top-Beratung stehen.

TEAMLEISTUNG:

Eine hohe

Beratungsqualität

sollte Teil der

Unternehmensphilosophie

sein

HÖCHSTE

BERATUNGS-

QUALITÄT

AUSWERTUNG 2025

Von Kunden – für Kunden:

wie Beratungsqualität

messbar gemacht wird

Im Auftrag von FOCUS MONEY hat das

Analysehaus ServiceValue die Beratungsqualität

von Unternehmen in Deutschland

untersucht. Dafür haben die Experten im

Rahmen eines Online-Panels rund 54 000

Verbraucherurteile eingeholt und wissenschaftlich

ausgewertet. Auf den Prüfstand

kamen in dieser Studie 485 Anbieter aus

19 Branchen.

Die Frage lautete: „Inwieweit stimmen

Sie aus Ihrer persönlichen Erfahrung als

Kunde/Kundin beziehungsweise als Interessent/Interessentin

zu, dass folgende

Anbieter/Unternehmen hinsichtlich ihrer

Produkte/Dienstleistungen transparent,

kompetent und lösungsorientiert beraten?“

Dabei sollten die Studienteilnehmer

die Beratung zu Produkten und Dienstleistungen

über verschiedene Kanäle wie

persönliche Gespräche, Telefon, E-Mail

oder Chat berücksichtigen.

Bewertet wurde mittels einer Antwortskala

von 1 („stimme voll und ganz zu“) bis

5 („stimme nicht zu“). Anhand aller Bewertungen

wurde für jedes Unternehmen ein

ungewichteter Mittelwert gebildet. Anbieter

mit überdurchschnittlich guter Bewertung

innerhalb ihrer Branche wurden mit

„Hohe Beratungsqualität“ ausgezeichnet.

Im Verhältnis dazu wiederum überdurchschnittlich

bewertete Anbieter erhielten

das Prädikat „Höchste Beratungsqualität“.

Der Anbieter mit dem besten Mittelwert

innerhalb einer Branche bekam darüber

hinaus den Zusatz „Nr. 1“.

FOCUS MONEY 40/2025

77


moneyservice

STÜTZE:

Kompetente

Beratung

schafft ein

positives

Erlebnis

Bei diesen Dienstleistern erleben Kunden die beste Beratung

HÖCHSTE

BERATUNGS-

QUALITÄT

Deutschlands Top-Berater

Persönliche Termine, Telefonkontakte, E-Mails, Chats – Kunden und Interessenten

haben bewertet, bei welchen Anbietern sie die beste Beratungsqualität erlebt haben

Die beste Leistung aller Branchen lieferten die Bausparkassen ab. Hier ging der Spitzenplatz an

den Anbieter Deutsche Bausparkasse Badenia. Der Anbieter erhielt nicht nur die Auszeichnung

„Höchste Beratungsqualität“, sondern zusätzlich noch das Prädikat „Nr. 1“. Ebenfalls überzeugen

konnten die Branchen Direktversicherer und Versicherer mit ihren jeweiligen „Nr. 1“-Anbietern

CosmosDirekt und Allianz. Die besten Unternehmensmittelwerte erzielen in dieser Studie Sparda-

Bank West bei den regionalen Banken sowie die Helmsauer Gruppe in der Branche Versicherungsmakler.

Ebenfalls ganz vorn mit dabei im Ranking sind weitere regionale Banken wie die Kreissparkasse Heidenheim

und die Sparkasse Düren, der Versicherungsmakler MRH Trowe, der Immobilienmakler VON POLL IMMOBILIEN oder der

Telekommunikationsanbieter 1&1. Insgesamt wurden 485 Unternehmen aus 19 Branchen untersucht. Davon glänzten

am Ende gut 250 Anbieter mit einer überdurchschnittlich guten Beratungsleistung.

Unternehmen/Anbieter

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

BANKEN (BUNDESWEIT)

apoBank (Deutsche Apotheker- und Ärztebank) 2,59 Nr. 1

TARGOBANK 2,61 Höchste

Creditplus Bank 2,63 Höchste

BBBank 2,63 Höchste

Deutsche Bank 2,66 Hohe

HypoVereinsbank 2,67 Hohe

Commerzbank 2,69 Hohe

BANKEN (REGIONAL)

Sparda-Bank West 2,43 Nr. 1

Kreissparkasse Heidenheim 2,44 Höchste

Sparkasse Düren 2,44 Höchste

Sparkasse Siegen 2,45 Höchste

Förde Sparkasse 2,45 Höchste

Sparkasse Chemnitz 2,46 Höchste

Hamburger Sparkasse (Haspa) 2,46 Höchste

Volksbank Alzey-Worms 2,47 Höchste

Berliner Volksbank 2,48 Höchste

Stadtsparkasse Mönchengladbach 2,48 Höchste

NATIONAL-BANK 2,48 Höchste

Unternehmen/Anbieter

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

Volksbank – Die Gestalterbank 2,48 Höchste

Nord-Ostsee Sparkasse 2,48 Höchste

Sparkasse Pforzheim Calw 2,49 Höchste

Bank 1 Saar 2,49 Höchste

Sparkasse Marburg-Biedenkopf 2,50 Höchste

Ostsächsische Sparkasse Dresden 2,50 Höchste

Kreissparkasse Böblingen 2,51 Höchste

Volksbank Darmstadt Mainz 2,51 Höchste

Sparda-Bank Baden-Württemberg 2,52 Höchste

Sparkasse Duisburg 2,54 Höchste

Volksbank Stuttgart 2,54 Höchste

Volksbank Kurpfalz 2,55 Höchste

Sparkasse Leipzig 2,55 Höchste

Rheinhessen Sparkasse 2,55 Höchste

OLB (Oldenburgische Landesbank) 2,56 Höchste

Sparda-Bank Hessen 2,57 Höchste

Mittelbrandenburgische Sparkasse 2,58 Hohe

Frankfurter Sparkasse 2,58 Hohe

Berliner Sparkasse 2,59 Hohe

Sparkasse Vest Recklinghausen 2,59 Hohe

78 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


HÖCHSTE

BERATUNGS-

QUALITÄT

Unternehmen/Anbieter

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

Kreissparkasse Köln 2,60 Hohe

LIGA Bank 2,60 Hohe

Kreissparkasse Heilbronn 2,62 Hohe

Sparda-Bank Augsburg 2,62 Hohe

meine Volksbank Raiffeisenbank (Rosenheim) 2,63 Hohe

Volksbank Karlsruhe 2,64 Hohe

Frankfurter Volksbank Rhein/Main 2,64 Hohe

Sparda-Bank Nürnberg 2,65 Hohe

Volksbank Gronau-Ahaus 2,66 Hohe

Nassauische Sparkasse (Naspa) 2,66 Hohe

Sparkasse Hannover 2,67 Hohe

Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) 2,67 Hohe

Volksbank Kraichgau 2,67 Hohe

Volksbank pur 2,67 Hohe

Stadtsparkasse Lengerich 2,68 Hohe

Kreissparkasse Ravensburg 2,68 Hohe

MEINE BANK – Raiffeisenbank im Hochtaunus 2,68 Hohe

Sparkasse Karlsruhe 2,69 Hohe

Sparkasse KölnBonn 2,69 Hohe

Sparkasse Aachen 2,70 Hohe

Wiesbadener Volksbank 2,70 Hohe

Sparkasse Schwarzwald-Baar 2,70 Hohe

Sparda-Bank Hannover 2,71 Hohe

Taunus Sparkasse 2,71 Hohe

BAUFINANZIERER (VERMITTLER)

Creditfair 2,49 Nr. 1

Hüttig & Rompf 2,50 Höchste

DTW Immobilienfinanzierung 2,51 Höchste

BAUFI DIREKT 2,52 Höchste

creditweb 2,54 Höchste

Dr. Klein 2,55 Höchste

Wüstenrot Baufinanzierung 2,56 Höchste

KVB-Finanz 2,56 Höchste

Enderlein Baufinanzierungen 2,56 Höchste

ZUGEWANDT:

Gute Berater

sind immer auch

aufmerksame

Zuhörer

Unternehmen/Anbieter

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

Interhyp 2,60 Hohe

PlanetHome Finanzierung 2,63 Hohe

Baufi24 2,64 Hohe

Schwäbisch Hall Baufinanzierung 2,69 Hohe

BAUSPARKASSEN

Deutsche Bausparkasse Badenia 2,47 Nr. 1

BKM – Bausparkasse Mainz 2,48 Höchste

LBS NordOst 2,50 Höchste

Wüstenrot Bausparkasse 2,51 Höchste

LBS NordWest 2,55 Hohe

Bausparkasse Schwäbisch Hall 2,56 Hohe

BHW Bausparkasse 2,57 Hohe

LBS Hessen-Thüringen 2,59 Hohe

DIREKTBANKEN

Openbank 2,49 Nr. 1

1822direkt 2,52 Höchste

norisbank 2,54 Höchste

comdirect 2,57 Höchste

Deutsche Skatbank 2,57 Höchste

Consorsbank 2,58 Höchste

DKB – Deutsche Kreditbank 2,60 Hohe

ING 2,61 Hohe

Advanzia Bank 2,66 Hohe

SWK Bank 2,66 Hohe

DIREKTVERSICHERER

CosmosDirekt 2,45 Nr. 1

Sparkassen DirektVersicherung 2,47 Höchste

DA direkt 2,49 Höchste

GVV Direkt 2,50 Höchste

DFV Deutsche Familienversicherung 2,50 Höchste

Allianz Direct 2,53 Hohe

HUK24 2,57 Hohe

Hannoversche 2,61 Hohe

EDELMETALLHÄNDLER

anlage-in-gold.de (Noble Metal Factory) 2,45 Nr. 1

aureus-golddepot.de 2,48 Höchste

goldsilbershop.de 2,50 Höchste

stollberg-edelmetalle.de 2,51 Höchste

shop.degussa-goldhandel.de 2,52 Höchste

feingoldhandel.de 2,55 Höchste

kettner-edelmetalle.de 2,57 Höchste

emk.com 2,61 Hohe

geiger-edelmetalle.de 2,65 Hohe

granvalora.de 2,66 Hohe

edelmetall-handel.de 2,70 Hohe

muenzkontor.de 2,71 Hohe

metallorum.de 2,72 Hohe

heraeus-gold.de 2,73 Hohe

btn-muenzen.de 2,76 Hohe

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: Adobe Stock 79


moneyservice

Unternehmen/Anbieter

HÖCHSTE

BERATUNGS-

QUALITÄT

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

FINANZVERTRIEBE

OVB 2,46 Nr. 1

TELIS FINANZ 2,48 Höchste

tecis 2,48 Höchste

finanzprofi AG 2,49 Höchste

MLP 2,50 Höchste

GLOBAL-FINANZ 2,52 Höchste

Swiss Life Select 2,53 Höchste

FORMAXX 2,56 Höchste

Königswege 2,60 Hohe

Postbank Finanzberatung 2,63 Hohe

A.S.I. Wirtschaftsberatung 2,67 Hohe

FP Finanzpartner 2,70 Hohe

Deutsche Vermögensberatung (DVAG) 2,71 Hohe

IMMOBILIENMAKLER

VON POLL IMMOBILIEN 2,44 Nr. 1

Sparkassen-Finanzgruppe 2,45 Höchste

Tentschert Immobilien 2,47 Höchste

GARANT Immobilien 2,49 Höchste

Wüstenrot Immobilien 2,51 Höchste

Dr. OEBELS + partner 2,51 Höchste

KAMPMEYER Immobilien 2,52 Höchste

IMMOPARTNER Stefan Sagraloff 2,53 Höchste

HOMEDAY 2,54 Höchste

Deutsche Bank Immobilien 2,54 Höchste

Aigner Immobilien 2,56 Höchste

FALC Immobilien 2,59 Hohe

HORN IMMOBILIEN 2,61 Hohe

Laufenberg Immobilien 2,61 Hohe

Nowak Immobilien (Berchtesgaden) 2,62 Hohe

Engel & Völkers 2,62 Hohe

BÖCKER-Wohnimmobilien 2,63 Hohe

Aurentum Immobilien 2,64 Hohe

Haferkamp Immobilien 2,67 Hohe

IM GESPRÄCH: Für steuerliche oder juristische

Fragen braucht es oft kompetente Experten

Unternehmen/Anbieter

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

McMakler 2,70 Hohe

Gärtner Immobilien 2,71 Hohe

IMMOBILIENTEILVERKAUF

Deutsche Teilkauf 2,52 Nr. 1

Hausanker 2,58 Höchste

HausVorteil 2,65 Hohe

Engel & Völkers LiquidHome 2,68 Hohe

wertfaktor 2,73 Hohe

IMMOBILIENVERRENTUNG

Immotax Leibrentenbörse 2,53 Nr. 1

vobahome 2,56 Höchste

VMT Immofinanz 2,57 Höchste

Meine Wohnrente 2,60 Hohe

DEGIV 2,65 Hohe

Wüstenrot Immobilienverrentung 2,70 Hohe

LOHNSTEUERHILFEVEREINE

Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) 2,49 Nr. 1

LBV Hamm 2,52 Höchste

Lohnsteuerhilfe Baden-Württemberg (LohiBW) 2,53 Höchste

Aktuell Lohnsteuerhilfeverein 2,53 Höchste

Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) 2,55 Höchste

HILO 2,56 Höchste

Lohnsteuerhilfe Fuldatal (LhF) 2,58 Höchste

Interessengemeinschaft der Lohnsteuerzahler (IDL) 2,61 Hohe

Lohnsteuerberatungsverbund 2,62 Hohe

ADL Allgemeiner Deutscher Lohnsteuerhilfeverein 2,73 Hohe

Interessengemeinschaft der Lohnsteuerzahler

Nordrhein Westfalen (IDL NRW)

2,74 Hohe

NACHHALTIGKEITSBANKEN

GLS Bank 2,54 Nr. 1

Bank für Kirche und Diakonie – KD-Bank 2,60 Hohe

Pax-Bank für Kirche und Caritas 2,63 Hohe

PERSONALDIENSTLEISTER

Personalhaus 2,45 Nr. 1

DEKRA Arbeit 2,47 Höchste

Pacura med 2,48 Höchste

iperdi 2,50 Höchste

ZAG 2,51 Höchste

Manpower 2,53 Höchste

Hofmann Personal 2,54 Höchste

Orizon 2,56 Höchste

office people 2,56 Höchste

tempton 2,57 Höchste

meteor Personaldienste 2,58 Höchste

ACTIEF Personalmanagement 2,58 Höchste

Trenkwalder 2,59 Hohe

pluss 2,60 Hohe

Randstad 2,61 Hohe

Robert Half 2,62 Hohe

80 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


HÖCHSTE

BERATUNGS-

QUALITÄT

MULTICHANNEL:

Kunden nutzen

Beratungsangebote

auf unterschiedlichen

Kanälen

Unternehmen/Anbieter

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

START NRW 2,66 Hohe

Unique 2,66 Hohe

ABAX Personaldienstleistungen 2,67 Hohe

persona service 2,69 Hohe

Piening Personal 2,70 Hohe

DREMO Personaldienstleistung 2,72 Hohe

PRIVATBANKEN

DONNER & REUSCHEL 2,46 Nr. 1

Hauck Aufhäuser Lampe 2,47 Höchste

Bankhaus Max Flessa 2,48 Höchste

M.M.Warburg & CO 2,49 Höchste

Berenberg Bank 2,50 Höchste

Sutor Bank 2,51 Höchste

UBS 2,56 Hohe

Fürst Fugger Privatbank 2,57 Hohe

MERKUR PRIVATBANK 2,62 Hohe

Julius Bär 2,70 Hohe

Merck Finck 2,70 Hohe

RECHTSBERATUNG

Recht 24/7 2,55 Nr. 1

123recht.de 2,59 Höchste

yourxpert.de 2,60 Höchste

advocado 2,63 Höchste

anwalt.de 2,73 Hohe

justanswer.de 2,81 Hohe

TELEKOMMUNIKATION

1&1 2,44 Nr. 1

EWE TEL 2,51 Höchste

O2 (Telefónica Deutschland) 2,65 Hohe

Deutsche Telekom 2,68 Hohe

amiva 2,68 Hohe

Vodafone 2,70 Hohe

freenet 2,71 Hohe

VERSICHERER

Allianz 2,45 Nr. 1

Unternehmen/Anbieter

Mittelwert/

Score

Beratungsqualität

(Prädikat)

LVM Versicherung 2,49 Höchste

Debeka 2,50 Höchste

PROVINZIAL 2,52 Höchste

Generali 2,52 Höchste

ADAC Versicherungen 2,52 Höchste

Württembergische 2,53 Höchste

HDI 2,54 Höchste

ERGO 2,54 Höchste

SV SparkassenVersicherung 2,55 Höchste

HUK-COBURG 2,55 Höchste

WWK 2,55 Höchste

Die Stuttgarter 2,55 Höchste

Mannheimer Versicherung 2,56 Höchste

ARAG 2,57 Hohe

R+V 2,60 Hohe

Barmenia 2,61 Hohe

SIGNAL IDUNA 2,62 Hohe

DEVK 2,62 Hohe

Öffentliche Oldenburg 2,62 Hohe

Alte Leipziger-Hallesche 2,64 Hohe

RheinLand Versicherungen 2,65 Hohe

Deutsche Ärzteversicherung 2,67 Hohe

VERSICHERUNGSMAKLER

Helmsauer Gruppe 2,43 Nr. 1

MRH Trowe 2,44 Höchste

GLOBAL GRUPPE 2,46 Höchste

Dittmeier Versicherungsmakler 2,48 Höchste

Rettig & Partner 2,50 Höchste

FVB 2,52 Höchste

Lurz & Hölscher 2,62 Hohe

FidesSecur 2,66 Hohe

LEUE & NILL 2,67 Hohe

Securess 2,69 Hohe

ARTUS GRUPPE 2,72 Hohe

ZVO Versicherungsmakler 2,77 Hohe

Mittelwerte gerundet; Quelle: ServiceValue

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: Adobe Stock 81


moneyservice

STUDIE

In der

richtigen

Balance

von THORSTEN JACOBS

AUF NUMMER SICHER:

Seit mehr als 20 Jahren untersucht

FOCUS MONEY die Lebensversicherer

in Deutschland im Hinblick auf ihre

Substanzkraft

HÖCHSTE

SUBSTANZ-

KRAFT

Im Test: Die 30 größten

Lebensversicherer

Deutschlands

82

FOCUS MONEY 40/2025


METHODIK

Altersvorsorgesparer fragen sich: Welcher

Lebensversicherer erwirtschaftet

künftig noch die nötigen Gewinne, damit

er seine Garantieversprechen erfüllen

kann? Indiz ist die Substanzkraftquote.

Die Kennzahl errechnet sich aus der

Addition von Eigenkapital, freier Rückstellung

für Beitragsrückerstattung

(freie RfB) und Schlussüberschussanteilfonds

(SÜAF). Diese Summe wird durch

die Deckungsrückstellung (eingezahlte

und verzinste Kundengelder) geteilt –

siehe Formel unten rechts.

Eigenkapital

Eine Lebensversicherung muss risikogerecht

mit Eigenkapital unterlegt werden.

Die Anforderungen werden durch

das europäische Aufsichtsrecht Solvency

II noch erhöht: Je größer die Eigenkapitalquote,

desto sicherer ist das Geld

der Kunden. Ist das Eigenkapital hoch,

können Versicherer mögliche Verluste

an den Kapitalmärkten gut auffangen

und frisches Geld bereitstellen.

RfB-Quote

Nicht alle Gewinnanteile, die einem

Kunden zustehen, werden vom Lebensversicherer

sofort gutgeschrieben. Der

größte Teil der Überschüsse geht in die

Rückstellung für Beitragsrückerstattung.

Sie werden erst mit zeitlicher Verzögerung

verbindlich gutgeschrieben. Durch

die zeitliche Verlagerung der Gutschrift

lassen sich Schwankungen der Überschussergebnisse

ausgleichen. Das gelingt

besonders gut, wenn die freien Mittel

in diesem Topf sehr hoch sind.

SÜAF

Der Schlussüberschussanteilfonds ist

Teil der RfB. Der SÜAF zählt in der Systematik

zur gebundenen RfB. Versicherungsnehmer

haben allerdings auf die

während der Vertragslaufzeit angesammelten

Mittel häufig nur eine Anwartschaft,

jedoch keinen Anspruch. Aus

Sicht der Lebensversicherer sind daher

auch große Teile des im SÜAF gebundenen

Kapitals als Sicherheitsmittel zu

werten.

Lebensversicherungen spielen beim Aufbau der

privaten Altersvorsorge in Deutschland eine

Schlüsselrolle. Eine bewährte Kennzahl – die

Substanzkraftquote – verrät, welchen Anbietern

Anleger vertrauen können

Beim Thema Versicherungen haben die Deutschen nun wirklich

die Qual der Wahl. Egal ob Haftpflicht, Hausrat, Unfall

oder Leben – Dutzende Assekuranzen bieten eine Fülle von

Produkten an, die sich obendrein in Preis, Leistung und in der Ausgestaltung

unterscheiden. Den passenden Versicherer mit dem

maßgeschneiderten Angebot zu finden, kann – ohne eigenes Knowhow,

ohne eingehende Analyse oder ohne qualitativ hochwertige

Beratung – schnell zur Herkulesaufgabe werden.

Einen besonderen Fall stellt die Lebensversicherung dar. Als private

Form der Altersvorsorge ist sie, nach der gesetzlichen Rentenversicherung

und der betrieblichen Altersvorsorge, die dritte große

Säule im System der Alterssicherung. Ende 2024 lag der

Vertragsbestand – inklusive Pensionskassen und -fonds – bei über

84 Millionen Stück – das entspricht in etwa der Einwohnerzahl

Deutschlands. Die Zahl ist stattlich – und unterstreicht die Bedeutung

der Lebensversicherung.

Langfristige Verpflichtungen. Wichtig für Kunden ist aber nicht

nur, dass die Police den persönlichen Anforderungen entspricht.

Der Versicherer sollte auch finanziell gut aufgestellt sein, um

seinen Verpflichtungen nachkommen zu können. Beim Abschluss

einer Auslandskrankenversicherung würde vermutlich kein

Auf solidem Fundament

Die Substanzkraftquote gibt Aufschluss über die

Risikotragfähigkeit der einzelnen Lebensversicherer.

Ergo, Hannoversche und LPV Leben führen das Feld an.

Substanzkraftquoten

in Prozent

Ergo Vorsorge 16,67

Hannoversche 12,25

LPV Leben 10,72

LV 1871 10,47

WWK 9,96

Stuttgarter 9,53

Provinzial Hannover 9,34

Baloise 8,98

Debeka 8,58

neue leben 8,57

Quelle: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 40/2025

Foto: Adobe Stock 83


moneyservice

JUNGE FAMILIE:

Die Substanzkraftquote der

Lebensversicherer gibt

Aufschluss über die

Risikotragfähigkeit

Mensch die Solvenz seiner Versicherung infrage oder auf den

Prüfstand stellen – bei einer Lebensversicherung kann das

durchaus Sinn machen. Es ist nämlich noch gar nicht so lange

her, dass die Finanzaufsichtsbehörde BaFin jeden vierten Lebensversicherer

wegen auffälliger Solvenzquoten an die kurze

Leine nehmen musste. Die Solvenzquote gibt an, ob ein Versicherer

auch in modellhaften Extremszenarien genügend

Eigenmittel hat, um seinen Verpflichtungen gegenüber den

Versicherten nachzukommen.

Nach schwierigen Jahren mit Corona-Pandemie, Inflationsschub

und schwacher Konjunktur konnte sich die Branche

2024 immerhin wieder behaupten. Nach Zahlen des Gesamtverbands

der Versicherer (GDV) erzielten Lebensversicherungen,

Pensionskassen und -fonds im letzten Jahr einen Zuwachs

der Beitragseinnahmen von fast drei Prozent auf 94,6 Milliarden

Euro. Der Einmalbeitrag erhöhte sich um knapp zehn Prozent

auf 28,3 Milliarden, die laufenden Beiträge blieben mit

66,3 Milliarden nahezu unverändert. „Rückläufige Inflationsraten,

die aktuelle Zinsentwicklung und steigende Löhne kurbeln

die Nachfrage an“, konstatiert Moritz Schumann, stellvertretender

Hauptgeschäftsführer des GDV. Lebensversicherer

stünden für Stabilität und Sicherheit, auch in unsicheren Zeiten.

2024 stiegen die ausgezahlten Leistungen um knapp drei

Prozent auf fast 102 Milliarden Euro. Rechnerisch wurden

damit Tag für Tag rund 279 Millionen Euro an die Kundinnen

und Kunden ausgezahlt. Gerade in Zeiten des demografischen

Wandels sei es wichtiger denn je, dass Lebensversicherer verlässliche

Partner für eine sichere und renditestarke Altersvorsorge

seien, so Schumann.

Im Stresstest. Das ist grundsätzlich richtig. Dennoch ist

Lebensversicherer nicht gleich Lebensversicherer. Für Sparer,

die sich um ihre Altersvorsorge Gedanken machen, geht es daher

auch um die Frage, welche Anbieter gut dastehen und langfristig

ein starker Partner sind. Eine bewährte Orientierungshilfe

bietet hier die Substanzkraftquote (s. Kasten „Methodik“).

Seit 2003 untersucht FOCUS MONEY mit dieser Kennzahl die

Stressresistenz der 30 größten Lebensversicherer in Deutschland

– so auch 2025. Welche Anbieter hinsichtlich Quote und

Nettoverzinsung in diesem Jahr in den Top Ten landen konnten,

zeigen die nachstehenden Tabellen.

Nettoverzinsung: überzeugende Leistung

Die Anlagestrategen einiger Lebensversicherer konnten in

den letzten Jahren auch in einem rauen Marktumfeld

überzeugen. Zwischen 2020 und 2024 erzielten WWK, Swiss

Life und LV1871 im Schnitt die höchste Nettoverzinsung.

Substanzkraft: hohe Risikotragfähigkeit

Eine hohe Substanzkraftquote ist ein verlässliches Indiz für

die Risikotragfähigkeit eines Lebensversicherers. Für Kunden

sind die finanziellen Sicherheitspuffer der Gesellschaften

eine gute Orientierung.

Gesellschaft

Nettoverzinsung in Prozent

2020 2021 2022 2023 2024 Ø 2020–

2024

Gesellschaft

Freie-RfB-

Quote

EK-Quote

SÜAF-

Quote

Substanzkraftquote

WWK 3,60 4,28 3,60 3,00 3,65 3,63

Swiss Life 3,70 4,60 3,60 2,90 2,50 3,46

LV1871 3,00 4,00 3,00 3,00 3,20 3,24

AXA 2,58 4,10 2,58 2,50 2,00 2,75

Continentale 2,88 3,20 2,88 2,20 2,40 2,71

Allianz 2,00 3,70 2,08 2,60 2,90 2,66

Stuttgarter 2,39 3,80 2,39 2,20 2,40 2,64

Zurich 2,40 3,80 2,40 1,80 2,00 2,48

Gothaer 2,15 3,50 2,15 2,50 2,10 2,48

neue leben 2,14 3,90 2,14 2,20 2,00 2,47

Quellen: Geschäftsberichte, eigene Berechnungen

ERGO Vorsorge 9,61 % 3,06 % 4,00 % 16,67 %

Hannoversche 5,97 % 5,95 % 0,34 % 12,25 %

LPV Leben 4,56 % 5,47 % 0,68 % 10,72 %

LV1871 4,51 % 3,03 % 2,93 % 10,47 %

WWK 3,57 % 5,89 % 0,49 % 9,96 %

Stuttgarter 2,39 % 3,77 % 3,37 % 9,53 %

Provinzial Hannover 1,72 % 4,08 % 3,54 % 9,34 %

Baloise 5,10 % 2,13 % 1,76 % 8,98 %

Debeka 5,20 % 1,93 % 1,45 % 8,58 %

neue leben 5,56 % 1,67 % 1,35 % 8,57 %

Quellen: Geschäftsberichte, eigene Berechnungen

84

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


moneyleserbriefe

DIE DROGEN DER POLITIK

(39/25) Editorial

FOCUS MONEY 40/2025

Liebe Leserin, lieber Leser

Schreiben Sie Ihre Meinung zu den

Themen in diesem Heft – bitte

unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse:

Redaktion FOCUS MONEY

Arabellastraße 23, 81925 München

oder E-Mail: leserservice@focus-money.de

oder Fax: 0 89/92 50-3610

(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)

Statt tiefgreifende Kürzungen von Subventionen zu

beschließen, beschließen CSU und CDU neue Subventionen

für Gaststätten und Bauern. Obendrauf setzt sie

die für alle Fachleute obsolete Mütterrente. Wenn das

kein Reformeifer ist!

Dr. Klaus Müller

Es ist immer das Gleiche: Die Politik

denkt nur bis zur nächsten

Wahl. Jede Entscheidung wird von

Wählerstimmen bestimmt – kostet

sie Stimmen oder bringt sie welche?

Die Blockade der Regierung

kommt von der SPD. Merz kann

sich mit seinen Sparvorschlägen

nicht durchsetzen. Bärbel Bas

führt das Sozialministerium genauso

katastrophal wie Heil und Nahles

mit der Rente ab 63. Die CSU

setzt ihre Mütterrente durch, will

die Mehrwertsteuer für die Gastronomie

senken und den Agrardiesel

subventionieren – unnötige

Wahlgeschenke. Keiner will die

Koalition platzen lassen.

Manfred Sachsenmaier

SERVICE-NUMMERN

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Auch ich bin der Meinung, dass

die Regierung ihre Glaubwürdigkeit

derzeit verspielt. Während die

CDU ihre Positionen zu leichtfertig

aufgibt, was viele Ihrer Wähler enttäuscht,

meint die SPD als 20-Prozent-Partei

sie müsse weiterhin

den sozialen Ton angeben. Das

Ganze finanziert mit Milliarden und

Abermilliarden auf Pump, während

in der freien Wirtschaft die Insolvenzen

neue Rekorde anstreben.

Aktuell könnte man die Regierung

wohl eher als Wahlhelfer von AfD

und Linken bezeichnen. Das dicke

Ende ist für die meisten klar denkenden

Menschen wohl absehbar.

Patrick Funke

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moneyanalyse

Dax

Kein Schock, trotz Porsche-Chaos

Trotz der spürbaren Rückschläge bei VW und Porsche präsentierte sich der deutsche Aktienmarkt insgesamt widerstandsfähig. In

den vergangenen Tagen kam es sowohl zu Aufwärts- als auch zu Abwärtsbewegungen, sodass sich bislang kein eindeutiger Trend

abzeichnet. Anleger bleiben daher vorsichtig.

DAX-PERFORMANCE-INDEX IN PUNKTEN

Quelle: Bloomberg

3 Jahre 1 Woche

24 000

23 700

22 000

23 600

20 000

23 500

18 000

16 000

23 400

200-Tage-Linie

14 000

12 000

23 300

23 200

2022 2023 2024 2025

16.9. 23.9.

TOPS

SAP SE +7,61 %

Adidas +5,83 %

Infineon Techn. +5,79 %

FLOPS

Continental –20,75%

Porsche Hldg. SE –7,86%

Volkswagen Vz –6,93%

DAX 23 675 Pkt. +1,48 %

Dow Jones 46 652 Pkt. +1,95 %

Nasdaq-100 24 706 Pkt. +1,78 %

Bovespa 145 214 Pkt. +0,89 %

86 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


S&P 500

Sonnige Aussichten

Der S&P 500 ist mit einem Plus in die neue Woche gestartet. Ausschlaggebend waren die Signale der US-Notenbank, die weitere Zinssenkungen

in Aussicht gestellt hat. Trotz einzelner Belastungen überwiegt derzeit die positive Stimmung an den US-Märkten. Lediglich

die enorme Verteuerung der Visagebühren für internationale Fachkräfte spiegelte sich in einer zurückhaltenden Kauflaune wider.

S&P-500-KURSINDEX IN PUNKTEN

3 Jahre 1 Woche

6500

6000

5500

6680

6660

6640

TOPS

Teradyne +21,34 %

Synopsys +21,06 %

Intel +19,08 %

Quelle: Bloomberg

5000

6620

4500

200-Tage-Linie

6600

4000

3500

6580

6560

2022 2023 2024 2025 16.9. 23.9.

FLOPS

Builders Firstsource –13,14%

Factset Research –12,83%

Darden Restaurants –12,81%

Edelmetall-Hausse

Nach der Zinssenkung der amerikanischen

Notenbank erreichte der Goldpreis

ein neues Rekordhoch. Der Euro

zeigt sich stabil, Bitcoin schwankt nach

Rücksetzern.

Gold (Unze) 3 778 US-$ +3,66 %

Bitcoin 112 879 US-$ –3,81 %

Öl (Brent) 67,34 US-$ –1,68 %

Euro 1,1786 US-$ –0,02 %

Umlaufrendite 2,64 % +0,05

US-Anleihen 4,14 % +0,11

Shanghai Comp. 3 822 Pkt. –1,04 %

Nikkei 225 45 494 Pkt. +1,32 %

Wochenveränderung von Dienstag, 16. September 2025, Handelsschluss,

bis Dienstag, 23. September 2025, 15:50 Uhr. Nikkei-

Index = © Nihon Keizai Shimbun.

Quelle:

FOCUS MONEY 40/2025

87


moneyanalyse Deutsche Aktien

TUI

Weniger ist trotzdem mehr

Die Hitzewellen in wichtigen Teilen Europas machten dem Reisekonzern zu schaffen.

Bei Pauschalreisen sank die Zahl der Reisenden diesen Sommer um zwei Prozent.

Im wichtigsten Markt Deutschland verringerten sich die Buchungen sogar

um fünf Prozent. Dafür gaben die Urlauber wie schon im Vorjahr erneut mehr Geld

pro Buchung aus, womit die Umsatz- und Ergebnisziele von Tui nicht gefährdet

sind. Lichtblick: Für den Winter liegen die Buchungen über Vorjahresniveau.

TUI

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

12

10

8

6

4

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000TUAG505 Empfohlen am 24.04.2025 Empfehlungs-Kurs 6,60 € Kurs aktuell 8,19 € +/– in % +24,1 Neuer Stopp 7,00 € Kursziel 10,50 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

DAX

Adidas A1EWWW 186,00 4,3 –21,5 263,8 / 160,75 213,27 5,2 11,9 7,54 10,79 17,2 1,6 2,3 07.05. 237,35 13 8 0

Airbus SE 938914 195,08 –0,6 26,3 198,34 / 124,74 167,38 6,6 20,5 6,54 7,88 24,8 1,4 1,6 201,75 10 5 0

Allianz SE 840400 349,30 –1,7 18,0 380,3 / 281,8 339,19 2,2 — 27,71 30,62 11,4 4,8 5,2 07.05. 363,11 3 10 0

BASF SE BASF11 42,93 –2,4 1,1 55,06 / 37,40 44,86 1,1 7,3 2,60 3,20 13,4 5,2 5,5 50,07 8 5 0

Bayer BAY001 27,48 –0,1 42,3 31,03 / 18,38 24,10 0,8 4,5 4,65 4,77 5,8 0,4 1,9 24.04. 28,53 4 12 0

Beiersdorf 520000 89,44 –5,5 –27,9 137,7 / 88,46 116,58 2,3 15,9 4,46 4,83 18,5 1,1 1,2 123,21 7 7 1

BMW St. 519000 83,90 0,4 6,2 91,72 / 62,96 79,96 0,5 3,2 10,84 11,75 7,1 4,8 5,2 13.05. 88,87 7 8 0

Brenntag SE A1DAHH 51,14 1,2 –11,6 68,72 / 49,71 58,19 1,6 9,9 3,79 4,45 11,5 3,9 4,2 62,83 3 7 1

Commerzbank CBK100 31,14 –6,0 98,0 38,40 / 13,90 24,94 1,1 — 2,56 2,99 10,4 2,9 3,9 20.05. 32,15 1 8 2

Continental 543900 56,76 –21,8 –12,4 78,68 / 54,14 70,55 0,8 4,2 8,30 9,71 5,8 4,4 6,1 29.04. 74,93 4 8 0

Daimler Truck Hldg. DTR0CK 38,09 0,5 3,4 45,33 / 30,78 39,05 1,3 9,6 3,79 4,82 7,9 4,3 5,5 44,39 5 4 1

Deutsche Bank 514000 31,03 –2,8 86,5 32,21 / 15,08 23,49 0,9 — 2,87 3,25 9,6 3,2 3,6 28.05. 28,23 2 6 1

Deutsche Börse 581005 222,50 –6,7 ±0,0 294,3 / 206,0 256,88 3,5 18,3 11,09 11,81 18,8 1,9 2,0 270,50 2 11 0

Deutsche Telekom 555750 28,34 –5,0 –1,9 35,91 / 26,14 31,69 2,2 4,3 1,98 2,23 12,7 3,6 4,1 01.04. 37,58 11 3 0

DHL Group 555200 37,72 –1,6 11,0 44,27 / 30,96 38,10 1,8 7,1 2,99 3,29 11,5 4,9 5,1 05.05. 43,24 4 10 1

E.ON SE ENAG99 15,75 –0,3 40,0 16,55 / 10,44 14,06 2,1 6,4 1,14 1,06 14,8 3,6 3,8 23.04. 16,89 6 9 0

Fresenius M. C. 578580 43,87 4,3 –0,7 54,02 / 35,00 45,59 0,8 5,4 3,68 4,18 10,5 3,2 3,7 50,03 4 7 3

Fresenius SE 578560 47,20 0,7 40,7 48,07 / 31,60 40,67 1,3 11,0 3,31 3,66 12,9 2,2 2,4 49,97 7 3 0

GEA Group 660200 63,80 ±0,0 33,4 66,80 / 43,02 56,73 4,0 15,7 2,92 3,27 19,5 2,1 2,4 60,29 2 9 0

Hannover Rück SE 840221 246,40 –0,6 2,1 292,6 / 235,9 262,98 2,4 — 20,81 22,23 11,1 3,9 4,2 06.05. 284,53 5 4 0

Heidelberg Materials 604700 198,25 –3,1 66,2 212,2 / 95,50 170,23 1,8 11,5 12,46 14,10 14,1 1,8 2,0 13.05. 200,62 5 6 2

Henkel Vz. 604843 68,98 –6,0 –18,6 88,50 / 65,54 74,51 1,3 9,3 5,43 5,72 12,0 3,1 3,2 27.04. 81,80 3 10 1

Infineon Techn. 623100 34,09 4,4 8,6 39,43 / 23,17 33,88 2,5 14,0 1,48 1,89 18,0 1,0 1,1 42,81 16 2 0

Mercedes Benz Grp. 710000 51,65 0,6 –4,0 63,17 / 45,60 53,95 0,5 2,7 5,85 6,82 7,6 4,7 5,8 60,15 6 7 1

Merck 659990 110,45 3,5 –21,1 168,25 / 100,7 123,22 1,5 10,8 8,37 8,90 12,4 2,1 2,2 147,53 10 3 1

MTU Aero Engines A0D9PT 367,70 2,0 14,2 395,8 / 249,6 342,70 4,8 22,0 17,08 18,31 20,1 0,8 1,1 387,12 5 9 2

Münchener Rück 843002 520,00 –1,8 6,8 615,8 / 457,0 550,77 2,0 — 47,11 49,40 10,5 4,2 4,4 29.04. 555,68 0 8 1

Porsche Hldg. SE PAH003 33,18 –8,5 –8,7 42,62 / 30,46 35,93 0,2 12,0 11,52 14,31 2,3 7,0 7,4 41,34 1 6 1

Qiagen A40ZZU 38,90 1,3 –12,2 47,36 / 34,24 40,27 2,6 16,0 2,01 2,17 17,9 0,0 0,0 44,08 4 9 0

Rheinmetall 703000 1914,50 –1,8 211,5 1983 / 463,8 1376,73 16,8 45,7 28,95 43,79 43,7 0,6 0,9 2129,00 7 2 0

RWE 703712 36,48 0,9 26,5 37,78 / 27,76 32,86 0,8 6,5 2,08 2,50 14,6 3,3 3,5 30.04. 43,26 11 1 0

SAP SE 716460 227,00 5,8 –3,9 283,5 / 198,0 250,59 5,8 29,0 6,08 7,15 31,7 1,1 1,2 05.05. 291,91 16 2 1

Scout24 SE A12DM8 104,60 –5,8 22,9 122,8 / 76,75 104,77 5,1 28,2 3,32 3,87 27,1 1,4 1,6 123,07 5 4 1

Siemens 723610 229,55 –0,3 21,7 244,85 / 162,38 214,84 3,1 16,4 10,95 11,60 19,8 2,3 2,5 244,94 10 5 0

Siemens Energy ENER6Y 97,48 1,8 93,5 104,85 / 32,16 73,30 7,7 18,0 1,46 2,96 32,9 0,5 1,1 91,85 10 5 2

Siemens Healthineers SHL100 47,18 –1,3 –7,9 58,48 / 41,21 49,32 2,8 16,2 2,40 2,55 18,5 2,2 2,5 59,86 11 2 0

Symrise SYM999 75,94 –4,0 –26,0 125,0 / 75,20 94,24 2,5 13,7 3,75 4,17 18,2 1,7 1,8 107,55 10 4 1

Volkswagen Vz 766403 92,98 –8,3 4,4 114,2 / 78,86 95,39 0,2 1,7 17,26 22,61 4,1 5,7 7,5 113,80 7 10 0

88 FOCUS MONEY 40/2025


So lesen Sie die Aktientabelle

1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert

der 200 letzten Handelstage. Schneidet

der Aktienkurs diese Durchschnittslinie von

unten nach oben und gibt damit ein technisches

Kaufsignal, erscheint das aktuelle Niveau

der 200-Tage-Linie in einem grünen

Viereck. Schneidet der Aktienkurs die Linie

von oben nach unten und erzeugt damit ein

technisches Verkaufssignal, steht der aktuelle

Stand der 200-Tage-Linie in einem roten

Rechteck.

2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Buchwerts für das angegebene Kalenderjahr/

Geschäftsjahr.

3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Netto-Cashflows für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

4/5 Gewinn je Aktie: Von den beim Finanzdienst

S&P Global erfassten Analysten im Durchschnitt

(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie

des angegebenen Geschäftsjahres. In der

Regel handelt es sich dabei um das Kalenderjahr.

Gebrochene Geschäftsjahre werden gemäß

dem Abschluß dem jeweiligen Kalenderjahr

zugeordnet.

6 KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der

Gewinnschätzungen für das angegebene

Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

7 Dividendenrendite in %: Dividen denrendite

auf Basis der für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr

prognostizierten Dividende,

die in der Regel im Folgejahr ausgezahlt

wird.

8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung,

soweit bereits angekündigt.

9 Kursziel: Durchschnittliches Kursziel der

Analysten, die laut Finanzdienst S&P Global

die Aktie beur teilen.

10 Analystenempfehlung: 10/10/1 (diese Ziffern

dienen hier nur als Beispiel): Zahl der Analysten,

die laut Erfassung des Finanzdienstes

S&P Global zum Kaufen/Halten/Verkaufen

der Aktie raten.

Quelle:

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Vonovia SE A1ML7J 26,27 –1,1 –10,4 33,93 / 24,03 28,24 0,9 12,0 1,84 1,91 13,7 4,8 5,0 35,08 10 4 1

Zalando SE ZAL111 26,45 2,4 –18,3 40,08 / 22,52 30,43 2,4 10,3 1,20 1,48 17,8 0,0 0,0 36,49 15 4 1

MDAX

Aixtron SE A0WMPJ 15,29 23,8 0,5 16,72 / 8,45 13,30 1,9 10,1 0,73 0,83 18,4 1,2 1,6 13.05. 16,01 4 8 0

Aroundtown A2DW8Z 3,17 –4,8 8,5 3,52 / 2,15 2,87 0,4 4,0 0,26 0,26 12,2 3,8 4,7 3,16 2 7 2

Aurubis 676650 98,30 –1,0 28,2 100,8 / 60,65 84,75 0,9 4,7 6,28 6,32 15,6 1,5 1,4 12.02. 82,25 1 3 1

Auto1 Group SE A2LQ88 28,28 2,2 81,3 30,16 / 8,48 22,49 8,7 82,3 0,42 0,64 43,9 0,0 0,0 29,35 5 4 0

Bechtle 515870 38,60 4,8 24,1 42,10 / 28,74 36,22 2,4 15,9 1,82 2,10 18,4 1,9 1,9 17.06. 42,17 4 3 0

Bilfinger SE 590900 97,40 2,1 110,6 98,00 / 41,80 71,78 2,6 10,9 5,42 6,34 15,4 2,8 3,2 20.05. 101,33 2 1 0

Carl Zeiss Meditec 531370 46,06 7,4 1,2 72,20 / 40,52 53,70 1,9 13,5 1,77 2,12 21,8 1,4 1,7 53,59 4 8 0

CTS Eventim 547030 82,80 –5,1 1,4 114,1 / 76,85 97,22 6,4 20,9 3,23 3,74 22,2 2,0 2,2 106,75 6 2 0

Delivery Hero SE A2E4K4 26,15 –1,1 –3,6 42,05 / 19,70 25,61 3,1 26,2 0,57 1,51 17,3 0,0 0,0 33,79 5 7 0

Deutsche Lufthansa 823212 7,44 ±0,0 20,4 8,39 / 5,52 6,94 0,7 2,3 1,12 1,35 5,5 4,1 4,7 12.05. 7,72 3 10 1

Deutsche Wohnen SE A0HN5C 21,20 –1,4 –8,0 26,35 / 18,94 22,61 0,6 12,0 — — — 5,8 5,8 29,00 1 0 1

DWS Group DWS100 53,35 1,3 34,0 55,35 / 35,40 48,14 1,4 10,6 4,39 4,52 11,8 5,2 5,5 03.06. 54,19 3 7 0

Evonik Industries EVNK01 15,58 –2,7 –6,9 22,39 / 15,34 18,30 0,8 5,3 1,37 1,56 10,0 7,5 7,6 03.06. 20,34 3 5 1

Fielmann Grp. 577220 52,40 –3,1 26,6 58,80 / 38,25 49,05 4,3 12,3 2,43 2,70 19,4 2,6 2,9 09.07. 61,57 2 3 0

flatexDegiro FTG111 27,88 1,4 88,7 28,96 / 12,39 22,11 3,4 16,8 1,32 1,49 18,7 0,2 0,2 28,45 5 4 0

Fraport 577330 73,95 –1,2 26,4 78,75 / 46,82 61,65 1,3 7,3 4,34 4,23 17,5 0,0 2,1 71,92 3 8 2

freenet A0Z2ZZ 27,14 –3,1 –1,5 37,56 / 26,00 30,23 2,2 7,6 2,38 2,35 11,5 7,7 7,9 32,98 5 4 2

Fuchs SE Vz. A3E5D6 39,24 –0,6 –5,8 51,15 / 37,76 43,87 2,5 17,0 2,30 2,54 15,4 3,1 3,2 06.05. 49,18 6 1 0

Gerresheimer A0LD6E 43,06 –0,1 –39,4 99,25 / 40,88 59,34 0,9 4,9 4,01 5,20 8,3 1,6 2,5 65,56 5 6 0

Hella A13SX2 81,50 0,2 –8,2 94,40 / 77,70 87,13 2,7 13,5 2,78 3,30 24,7 1,2 1,1 70,00 0 2 0

HelloFresh SE A16140 7,41 –7,8 –37,0 13,92 / 6,90 9,70 1,5 4,7 0,52 0,89 8,3 0,0 0,0 10,76 5 8 0

Hensoldt HAG000 97,45 1,7 182,5 108,9 / 27,28 70,78 11,7 42,3 1,72 2,19 44,5 0,6 0,8 96,77 3 6 2

Hochtief 607000 229,80 –3,6 77,2 239,8 / 107,8 168,28 12,0 15,3 9,44 11,02 20,8 2,6 3,1 174,65 1 6 0

Hugo Boss A1PHFF 41,28 –0,3 –7,8 48,09 / 30,86 40,71 1,8 4,4 3,33 3,73 11,1 3,3 3,6 43,73 1 8 0

Ionos Group SE A3E00M 41,40 3,1 89,5 43,25 / 20,85 31,90 15,5 17,1 1,70 2,13 19,5 0,0 0,0 42,30 5 3 0

Jungheinrich 621993 30,64 0,1 19,4 42,84 / 23,26 31,55 1,3 10,4 2,27 2,96 10,4 1,5 2,6 40,78 8 2 0

K+S KSAG88 11,79 5,1 12,7 17,07 / 10,29 13,46 0,4 3,7 –4,97 0,52 22,7 0,9 0,9 12.05. 13,66 4 4 4

Kion Group KGX888 59,65 3,8 87,2 60,05 / 28,00 43,45 1,3 11,2 3,22 4,18 14,3 0,8 1,9 58,75 8 4 1

Knorr-Bremse KBX100 81,85 –4,9 16,3 96,40 / 67,45 82,81 3,9 13,1 3,97 4,72 17,3 2,2 2,7 88,93 4 7 0

Krones 633500 123,20 –8,7 2,7 145,8 / 100,2 130,96 1,8 10,9 9,88 11,07 11,1 2,4 2,7 09.06. 158,10 7 2 0

Lanxess 547040 24,74 5,5 4,9 33,93 / 20,42 25,97 0,5 5,6 1,78 1,83 13,5 0,4 1,0 26,40 3 6 2

LEG Immobilien SE LEG111 66,80 –1,4 –18,3 97,52 / 62,40 73,66 0,6 — 5,72 5,80 11,5 4,4 4,6 87,94 7 4 1

Nemetschek SE 645290 109,50 3,3 17,0 138,5 / 88,05 115,11 12,6 41,0 1,98 2,43 45,1 0,6 0,7 124,97 4 8 0

Nordex SE A0D655 21,14 4,4 87,6 23,44 / 10,48 16,37 4,3 14,1 0,68 1,04 20,3 0,4 0,8 23,25 10 1 0

Porsche PAG911 41,53 –6,2 –28,9 75,00 / 39,58 49,18 1,7 6,7 1,69 2,64 15,7 2,9 3,3 46,82 3 11 3

FOCUS MONEY 40/2025

89


moneyanalyse Deutsche Aktien

KRONES

Abwärts nach Analystentreffen

Unternehmen veranstalten Kapitalmarkttage, bei denen sie sich Investoren und Analysten

präsentieren, auch, um ihren Aktienkurs zu unterstützen. Beim Hersteller von

Getränkeabfüllanlagen aus der Nähe von Regensburg ist das nicht gelungen (siehe

Chart). Krones hat auf der Veranstaltung zwar die mittelfristigen Ziele bis 2028 bekräftigt,

aber gewarnt, dass der Umsatz im kommenden Jahr nur leicht zulegen werde,

falls die Auftragseingänge nicht anziehen. Fazit: mit Stoppkurs dabeibleiben.

Krones

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

140

120

100

80

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0006335003 Empfohlen am 12.03.2025 Empfehlungs-Kurs 130,00 € Kurs aktuell 123,50 € +/– in % –5,0 Neuer Stopp 110,00 € Kursziel 160,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

MDAX

Puma SE 696960 21,83 12,6 –50,8 47,93 / 17,05 26,16 1,3 — –2,35 1,15 19,0 0,9 1,3 23,82 6 12 0

Rational 701080 658,00 –0,5 –20,1 938,5 / 615,5 755,96 8,0 28,3 21,94 23,64 27,8 2,3 2,5 29.04. 744,93 2 7 0

Redcare Pharmacy A2AR94 77,15 1,0 –41,4 171,4 / 69,65 111,94 3,1 21,7 –1,29 0,52 147,6 0,0 0,0 153,75 5 1 1

Renk Group RENK73 73,07 0,9 298,5 85,96 / 17,71 50,05 14,4 38,0 1,43 1,88 38,8 0,8 1,1 71,38 5 5 0

RTL Group 861149 35,35 –5,9 32,4 38,90 / 23,65 32,81 1,2 10,6 3,58 2,75 12,8 20,3 7,4 37,15 0 6 0

Sartorius Vz. 716563 208,00 5,1 –3,3 292,0 / 166,05 218,76 4,9 20,8 4,85 5,98 34,8 0,3 0,4 259,05 11 3 1

Ströer SE 749399 37,50 –5,9 –18,6 59,30 / 37,45 50,11 4,3 13,9 3,06 3,71 10,1 6,1 6,9 65,37 7 3 0

TAG Immobilien 830350 14,41 –2,9 0,3 17,27 / 11,53 14,11 0,7 14,9 0,89 0,97 14,8 2,9 3,9 18,18 6 2 0

Talanx TLX100 112,40 0,1 36,8 126,2 / 70,10 100,86 2,2 — 9,34 9,58 11,7 3,0 3,3 07.05. 105,40 1 2 2

TeamViewer SE A2YN90 8,85 0,6 –7,3 13,64 / 8,19 10,65 6,6 6,2 1,11 1,20 7,4 0,0 0,0 15,16 5 7 0

thyssenkrupp 750000 11,68 6,5 197,8 11,95 / 3,09 8,15 0,7 4,1 0,45 0,86 13,6 1,3 1,4 30.01. 9,73 3 3 1

Traton SE TRAT0N 30,14 –1,6 7,8 38,45 / 25,12 30,37 0,8 5,7 3,65 5,28 5,7 3,9 5,6 34,01 4 8 1

TUI TUAG50 8,21 2,2 –1,7 9,30 / 5,36 7,53 2,9 3,3 1,25 1,37 6,0 3,1 3,3 10,81 5 4 0

United Internet 508903 27,20 –1,7 73,6 28,46 / 14,58 21,02 1,0 6,7 1,42 1,92 14,2 1,8 2,5 29,34 6 4 0

Wacker Chemie WCH888 65,50 2,9 –6,5 97,04 / 56,40 67,53 0,7 6,4 0,96 3,71 17,6 0,7 3,0 71,64 4 6 1

SDAX

1&1 554550 20,15 –3,1 59,9 21,20 / 11,10 16,00 0,6 8,3 0,91 1,14 17,7 0,2 0,2 21,12 4 5 0

adesso SE A0Z23Q 101,20 1,6 15,0 110,0 / 62,20 90,26 2,5 — 4,05 5,79 17,5 0,8 0,8 127,83 3 2 0

Adtran Networks SE 510300 21,40 0,9 7,2 21,50 / 19,20 20,42 3,0 — –0,05 0,18 118,9 — — — 0 0 1

Alzchem Group A2YNT3 140,40 –2,2 146,3 166,6 / 43,20 109,06 5,7 7,3 5,90 6,91 20,3 1,4 1,6 154,24 3 1 0

Amadeus Fire 509310 51,40 –6,2 –32,5 93,90 / 50,20 73,98 2,0 32,7 2,04 4,44 11,6 1,8 5,4 96,00 2 0 0

Atoss Software SE 510440 103,60 4,6 –9,3 147,6 / 97,70 122,29 18,0 38,1 2,77 3,21 32,3 1,9 2,2 137,63 5 3 0

Befesa A2H5Z1 28,28 4,0 36,2 29,70 / 17,71 25,10 1,3 5,4 2,24 2,69 10,5 3,5 4,2 36,94 7 2 0

Borussia Dortmund 549309 3,61 ±0,0 14,8 4,14 / 2,78 3,45 1,1 5,2 0,15 0,15 24,0 1,9 1,9 24.11. 5,18 4 0 0

Cancom SE 541910 24,80 6,2 6,7 31,65 / 20,30 25,59 1,4 9,2 1,00 1,49 16,7 4,1 4,1 27,56 3 4 0

Ceconomy 725750 4,37 –1,1 65,9 4,54 / 2,37 3,41 3,3 19,9 0,37 0,51 8,5 1,8 2,4 4,33 1 2 2

Cewe Stiftung 540390 97,50 –1,7 –5,7 108,8 / 92,30 99,44 1,5 — 8,90 9,36 10,4 3,1 3,4 03.06. 139,00 6 0 0

Dermapharm Hldg. SE A2GS5D 32,20 –1,4 –17,2 42,50 / 30,15 36,64 2,5 9,7 2,29 2,54 12,7 3,1 3,4 47,00 2 2 0

Deutsche Beteilig. A1TNUT 23,00 –1,3 ±0,0 27,95 / 21,35 24,73 0,6 — 1,49 2,40 9,6 4,4 4,5 02.06. 40,17 7 0 0

Deutsche EuroShop 748020 18,38 –0,8 –0,6 23,65 / 16,34 18,95 0,7 — 2,00 2,00 9,2 5,5 5,9 20,98 0 2 0

Deutz 630500 9,54 –2,7 136,3 9,95 / 3,64 6,69 1,5 — 0,49 0,89 10,8 1,9 3,1 13.05. 10,85 4 0 0

Douglas BEAU1Y 12,02 –1,2 –40,6 21,34 / 8,97 13,58 — — — — — — — — 0 0 0

Drägerwerk Vz 555063 64,50 –2,7 38,7 73,10 / 42,20 61,33 0,8 6,9 6,06 7,27 8,9 2,9 3,2 08.05. 76,60 2 3 0

Dt. Pfandbriefbank 801900 5,04 –1,8 5,3 6,29 / 4,56 5,38 0,2 — –1,01 0,94 5,4 4,2 8,3 6,50 1 3 0

Dürr 556520 20,35 3,5 –5,1 26,68 / 17,32 22,47 1,2 4,7 1,83 2,40 8,5 4,0 4,7 22.05. 30,88 4 3 0

Eckert & Ziegler SE 565970 18,09 4,7 22,0 23,25 / 12,27 19,00 3,3 33,5 0,81 0,84 21,5 0,9 1,0 22,85 2 0 0

Elmos Semicond. SE 567710 84,20 8,9 23,8 98,50 / 47,10 74,11 2,3 12,9 5,30 6,39 13,2 1,4 1,7 20.05. 97,17 3 3 0

Energiekontor 531350 45,60 5,9 –7,2 60,90 / 37,20 46,00 2,7 6,2 4,02 5,43 8,4 2,5 2,7 111,00 1 0 0

90 FOCUS MONEY 40/2025


NORMA

Wassersparte erfolgreich verkauft

Der Hersteller von Verbindungstechnik hat sein Geschäft für Wassermanagement an

die US-Firma Advanced Drainage Systems (ADS) abgegeben. Der Wert des Deals

betrug umgerechnet rund 850 Millionen Euro – etwas mehr als erwartet. Nach Steuern

und Transaktionskosten sollen Norma netto rund 620 bis 640 Millionen Euro zukommen.

300 Millionen Euro davon fließen in die Schuldentilgung und 70 Millionen

Euro in geplante Zukäufe. Der Rest soll an die Aktionäre gehen.

Norma Group

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

25

20

15

10

5

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000A1H8BV3 Empfohlen am 22.08.2025 Empfehlungs-Kurs 16,40 € Kurs aktuell 16,80 € +/– in % +2,4 Neuer Stopp 14,50 € Kursziel 21,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Evotec SE 566480 6,19 4,0 –24,5 10,62 / 5,06 7,17 1,3 30,9 –0,48 –0,17 — 0,0 0,0 9,45 3 2 0

Formycon A1EWVY 23,65 9,7 –55,5 64,40 / 19,18 32,22 1,0 — –2,22 –1,18 — 0,0 0,0 43,63 3 1 0

Fr. Vorwerk Grp. SE A255F1 78,80 11,3 193,5 89,60 / 23,00 54,48 6,2 30,3 2,99 3,54 22,3 0,8 0,8 68,24 2 0 3

GFT Technologies SE 580060 18,32 9,3 –17,1 27,00 / 16,16 21,39 1,6 63,2 1,48 1,80 10,2 2,6 2,9 25.06. 29,60 4 0 0

Grand City Prop. A1JXCV 10,90 –0,7 –7,2 13,35 / 9,04 10,82 0,4 6,3 1,10 1,05 10,4 6,5 5,9 13,01 3 5 0

Grenke A161N3 17,40 7,7 12,8 27,65 / 11,94 15,77 0,6 — 1,50 2,09 8,3 2,2 3,0 22,68 3 1 0

Hamborner Reit A3H233 5,54 –3,0 –12,1 6,73 / 5,47 6,12 0,9 9,6 0,11 0,14 39,6 7,3 7,3 03.06. 8,43 5 0 0

Heidelberger Druck. 731400 2,12 11,0 130,9 2,81 / 0,87 1,40 1,0 17,6 0,22 0,29 7,4 0,0 0,0 2,55 1 0 0

Hornbach Hldg. 608340 102,80 1,0 41,6 108,4 / 69,80 91,21 0,7 12,1 10,00 10,53 9,8 2,4 2,6 110,50 3 2 0

Hypoport SE 549336 141,20 0,7 –16,0 305,0 / 132,4 183,99 2,5 17,6 3,38 5,59 25,3 0,0 0,0 261,60 3 1 0

Indus Holding 620010 22,00 –0,7 8,4 28,35 / 19,46 22,57 0,8 10,4 2,88 3,25 6,8 4,7 5,5 32,20 2 1 0

Jenoptik A2NB60 17,65 7,1 –21,3 29,20 / 14,36 19,77 1,0 7,4 1,35 1,69 10,4 2,1 2,3 24,94 5 2 0

Jost Werke SE JST400 49,95 2,4 9,8 57,30 / 40,00 49,81 1,8 16,0 5,74 6,99 7,1 2,6 4,0 68,40 5 0 0

Klöckner & Co. SE KC0100 5,54 ±0,0 24,8 8,18 / 4,32 6,08 0,3 — 0,09 0,58 9,5 1,8 2,7 20.05. 8,35 3 1 0

Kontron A0X9EJ 28,26 12,3 45,2 29,00 / 15,15 22,88 2,4 10,2 2,10 2,07 13,7 3,0 2,9 31,47 5 0 0

KSB SE Vz 629203 900,00 1,1 50,0 974,0 / 576,0 773,74 1,3 — 85,42 93,51 9,6 3,2 3,9 07.05. 1077,67 3 0 0

KWS Saat SE 707400 63,80 –1,5 8,5 67,50 / 50,30 59,15 1,3 15,0 5,84 5,98 10,7 1,8 2,1 79,67 1 0 0

LPKF Laser & Electr. SE 645000 7,03 –0,3 –21,3 9,84 / 6,79 8,40 2,0 — –0,04 0,36 19,7 0,0 0,0 04.06. 11,00 3 0 0

MBB SE A0ETBQ 167,60 1,8 67,8 178,0 / 95,00 137,47 1,1 — 8,81 9,25 18,1 0,7 0,9 215,83 2 1 0

MLP SE 656990 7,35 3,2 19,9 9,12 / 5,55 7,51 1,3 — 0,65 0,73 10,0 5,3 6,0 11,27 2 0 0

Mutares A2NB65 29,50 –5,6 22,9 49,20 / 18,64 30,33 1,5 — 4,79 4,02 7,3 7,2 7,6 42,88 3 0 0

Nagarro A3H220 51,55 4,6 –34,9 102,8 / 48,26 67,78 2,8 12,6 4,18 5,44 9,5 1,3 1,7 84,00 2 1 0

Norma Group SE A1H8BV 16,12 –4,5 7,9 18,90 / 9,07 14,50 0,7 8,6 1,17 1,60 10,1 2,7 3,2 21.05. 18,70 3 2 1

Patrizia SE PAT1AG 7,20 –1,4 –8,9 9,20 / 6,15 7,69 0,6 14,5 0,25 0,30 24,0 5,0 5,1 10.06. 9,36 3 1 0

PNE A0JBPG 13,06 –5,9 17,9 15,80 / 10,34 13,82 4,8 18,9 0,18 0,30 43,1 0,4 0,4 19,67 1 0 0

ProCredit Hldg. 622340 9,38 0,6 21,5 11,45 / 7,42 9,31 0,5 — 1,67 2,16 4,4 5,8 7,3 16,00 1 0 0

ProSiebenSat.1 SE PSM777 5,78 –8,4 16,6 8,53 / 4,50 6,48 0,9 4,7 0,87 0,85 6,8 0,9 0,8 7,51 0 7 0

PVA TePla 746100 27,22 –1,3 110,4 31,00 / 10,58 17,73 3,5 39,8 0,81 1,07 25,4 0,0 0,0 27,46 5 2 0

SAF Holland SE SAFH00 15,30 –1,0 3,5 18,70 / 12,50 16,12 1,3 3,7 2,11 2,49 6,2 5,0 5,8 21,52 4 1 0

Salzgitter 620200 23,96 4,5 51,3 29,72 / 12,96 21,11 0,3 4,8 –1,68 2,14 11,2 0,8 1,1 03.06. 23,11 1 4 2

Schaeffler SHA010 5,95 8,2 40,3 6,13 / 3,15 4,49 1,4 4,2 0,42 0,69 8,6 4,5 5,2 5,78 5 5 0

Schott Pharma A3ENQ5 21,65 ±0,0 –14,0 32,74 / 18,50 24,72 3,6 14,8 1,02 1,19 18,2 0,7 0,9 30,00 7 2 0

Secunet Security 727650 208,50 5,3 79,1 246,0 / 89,00 180,96 8,0 36,4 5,00 5,66 36,9 1,3 1,5 207,25 2 2 0

SFC Energy 756857 17,26 –0,5 0,3 28,35 / 14,84 19,70 2,1 34,7 0,35 0,61 28,4 0,0 0,0 22,50 3 2 0

Siltronic WAF300 45,70 26,2 –1,7 70,50 / 31,70 40,96 0,7 7,2 –2,92 –1,42 — 0,3 0,8 45,89 2 6 0

Sixt SE St. 723132 86,05 0,3 9,5 98,70 / 62,50 82,68 1,8 89,7 6,81 7,94 10,8 4,1 4,8 105,63 6 1 0

SMA Solar Techn. A0DJ6J 20,82 –0,5 53,5 24,88 / 10,94 18,15 1,6 4,8 –3,66 1,01 20,7 0,0 0,0 17,60 0 5 0

Springer Nature SPG100 22,75 0,7 –16,4 28,30 / 15,96 21,74 2,2 9,5 1,74 1,68 13,5 3,8 3,7 28,01 3 0 0

FOCUS MONEY 40/2025

91


moneyanalyse Deutsche Aktien

MERCK KGAA

Kooperation mit Siemens

Nach dem jüngsten Zulassungserfolg der Pharmasparte kommen jetzt Neuigkeiten

aus dem Lifescience-Geschäft. Hier vertieft Merck die Zusammenarbeit mit Siemens,

um KI-gestützte Tools und Schnittstellen zur Vereinfachung von Forschungsprozessen

zu entwickeln. Durch digitale Workflows soll die Medikamentenentwicklung beschleunigt

werden. Bei der Aktie sieht es nach Bodenbildung aus. Charttechnisch

gibt es um 111 und 114 Euro Widerstandszonen, die es zu überwinden gilt.

Merck KGaA

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

200

180

160

140

120

100

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0006599905 Empfohlen am 5.09.2025 Empfehlungs-Kurs 109,55 € Kurs aktuell 110,70 € +/– in % +1,0 Stopp 99,00 € Kursziel 167,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

SDAX

Stabilus SE STAB1L 25,30 3,1 –16,4 39,20 / 17,48 26,80 0,9 6,8 2,48 3,10 8,2 3,7 4,3 04.02. 36,50 4 1 0

Sto SE 727413 120,60 –0,7 12,7 151,8 / 101,0 121,20 — — 6,36 7,94 15,2 2,9 3,3 145,00 1 0 0

Stratec STRA55 30,60 11,3 2,7 44,65 / 21,00 27,75 1,5 16,1 1,48 1,91 16,1 2,2 2,5 36,58 3 2 0

Südzucker 729700 9,47 –3,3 –8,8 12,04 / 9,31 10,77 0,6 6,4 0,16 1,43 6,6 2,1 4,4 10,70 0 4 0

Suss MicroTec SE A1K023 31,76 13,1 –34,7 71,40 / 24,00 38,05 1,9 24,3 2,59 2,48 12,8 1,2 1,4 44,91 3 4 0

thyssenkr. nucera NCA000 10,70 9,7 0,9 11,87 / 6,86 9,49 1,8 — 0,09 0,23 46,5 0,0 0,0 11,61 4 1 3

Verve Group SE A3D3A1 2,31 10,9 –26,5 4,18 / 1,75 3,01 1,0 4,6 0,21 0,31 7,4 0,0 0,0 6,43 3 0 0

Vossloh 766710 93,20 3,8 116,5 95,10 / 40,35 67,94 2,2 19,7 3,63 4,42 21,1 1,2 1,5 91,36 5 2 0

Wacker Neuson SE WACK01 23,60 –2,1 61,2 26,00 / 12,34 20,81 1,0 — 1,37 2,12 11,1 3,0 4,4 13.05. 26,33 2 1 0

Wüstenr. & Württ. 805100 13,36 –1,2 14,8 15,40 / 11,38 13,36 — — 2,07 2,68 5,0 4,9 5,6 21,00 1 0 0

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

123Fahrschule SE A2P4HL 3,68 2,8 53,3 4,36 / 1,92 3,10 2,1 — –0,22 0,02 184,0 — — 7,05 1 0 0

2G Energy A0HL8N 32,75 –0,5 43,6 39,40 / 19,56 29,23 3,5 — 1,46 1,84 17,8 0,7 0,9 36,66 2 2 0

3U Holding 516790 1,49 –2,9 –2,7 1,74 / 1,32 1,55 — — –0,16 –0,01 — 0,0 0,0 2,43 2 0 0

7C Solarparken A11QW6 1,66 –1,9 –8,0 2,30 / 1,65 1,91 0,6 — 0,11 0,14 11,9 6,6 6,6 — 0 0 0

A.H.T. Syngas Tech. A12AGY 4,72 –14,2 –63,4 17,50 / 3,84 6,84 — — — — — — — — 0 0 0

A.S. Création A1TNNN 7,45 –2,6 18,3 7,90 / 5,05 6,68 — — 0,35 0,99 7,5 1,3 5,4 14,00 1 0 0

ABO Wind 576002 35,10 –2,8 –0,3 49,60 / 32,20 38,31 1,3 — 3,56 4,42 7,9 1,8 2,0 107,17 2 0 0

About You Hldg. SE A3CNK4 6,68 0,1 3,2 6,88 / 2,84 6,62 8,8 24,7 0,21 0,34 19,6 0,0 0,0 6,50 0 3 1

Accentro Real Estate A0KFKB 0,10 –2,9 –58,2 0,54 / 0,00 0,18 — — –0,44 — — 0,0 — — 0 0 0

ad pepper media Int. 940883 3,20 –3,0 68,4 3,92 / 1,30 2,65 2,9 — 0,09 0,13 24,6 — — 5,00 0 0 0

All for One Group SE 511000 44,10 –2,9 –21,5 65,00 / 43,70 53,33 1,9 — 2,98 5,12 8,6 4,3 4,3 17.03. 78,85 2 0 0

Allane SE A0DPRE 10,50 –3,7 14,1 11,40 / 6,90 9,94 1,0 — 0,32 0,50 21,0 0,0 0,0 — 0 0 0

Allgeier A2GS63 18,15 2,8 22,2 22,40 / 13,90 17,91 1,2 — 1,09 1,19 15,2 3,1 3,7 23,25 3 1 0

Altech Advanced A31C3Y 1,33 –7,6 –59,0 4,42 / 1,23 2,17 — — — — — — — — 0 0 0

AT&S 922230 21,70 6,9 88,0 22,85 / 10,51 15,66 0,9 13,1 –2,47 0,25 86,8 0,0 0,8 16,30 1 1 2

Aumann A2DAM0 12,64 14,1 20,4 14,00 / 9,36 11,62 0,9 — 0,89 1,24 10,2 1,6 2,0 13,30 0 2 0

B+S Banksysteme 126215 2,10 8,2 6,1 3,18 / 1,61 1,87 — — 0,17 0,20 10,5 0,0 3,3 4,50 0 0 0

Basler 510200 18,62 3,8 212,9 18,84 / 5,10 10,06 4,5 — 0,26 0,45 41,1 0,1 0,5 18,48 4 0 0

Bastei Lübbe A1X3YY 9,18 –8,2 2,6 11,40 / 8,25 10,06 1,6 — 0,75 0,89 10,3 3,9 4,5 13,27 3 0 0

BayWa vNA 519406 8,19 –5,6 –23,5 14,20 / 6,99 9,05 0,7 — –9,68 –0,53 — 0,0 0,0 — 0 0 0

BB Biotech N A0NFN3 39,30 4,9 5,5 43,60 / 26,50 35,20 0,7 — 10,51 5,25 7,5 5,6 5,7 57,63 0 0 0

Berentzen Group 520160 3,87 –3,5 1,3 4,87 / 3,63 4,16 — — 0,27 0,46 8,4 3,6 5,9 9,00 1 0 0

Bertrandt 523280 17,90 –0,1 –3,2 27,60 / 15,75 20,69 0,5 12,2 –2,75 2,73 6,6 1,4 5,7 22,00 1 3 0

bet-at-home.com A0DNAY 2,61 –1,5 6,1 3,22 / 1,98 2,67 — — 0,36 0,59 4,4 — — 5,50 1 0 0

Bike24 Holding A3CQ7F 2,99 –1,6 171,8 3,21 / 0,96 1,99 1,1 — –0,13 0,04 74,8 0,0 0,0 3,55 2 0 0

Biofrontera A4BGGM 2,61 –1,1 24,9 3,19 / 2,01 2,38 — — — — — — — — 0 0 0

Bio-Gate konv. BGAG98 0,90 ±0,0 21,6 1,20 / 0,53 0,82 — — — — — — — — 0 0 0

92 FOCUS MONEY 40/2025


GRENKE

Kurssprung dank Hochstufung

Die Aktie von Grenke konnte zuletzt weiter zulegen, wodurch sich das Chartbild des

Leasing-Anbieters weiter verbesserte. Grund für den jüngsten Kurssprung war eine

Hochstufung durch Oddo BHF. Laut der Investmentbank dürfte eine höhere Effizienz

ab 2026 die Gewinndynamik ankurbeln. Und: Das Unternehmen stehe an einem

Wendepunkt, der zu einem wieder besseren operativen Abschneiden im nächsten

Jahr führen werde. Zudem sind die Finanzen solide und die Kosten verbessern sich.

Grenke

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

30

25

20

15

10

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000A161N30 Empfohlen am 10.05.2023 Empfehlungs-Kurs 30,00 € Kurs aktuell 17,46 € +/– in % –41,3 Neuer Stopp 14,00 € Kursziel 23,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

BioNTech A2PSR2 84,25 2,7 –22,5 124,6 / 71,00 97,12 1,1 — –4,05 –3,69 — 0,0 0,0 116,09 13 6 0

Bitcoin Group A1TNV9 38,42 –1,8 –24,7 71,40 / 24,50 42,78 — — — — — — — — 0 0 0

Blue Cap A0JM2M 19,00 –5,0 22,6 21,00 / 15,10 17,37 0,7 — 14,33 0,80 23,8 7,9 3,4 30,40 2 0 0

Brain Biotech 520394 2,17 –1,8 –37,8 4,40 / 1,81 2,45 4,4 — –0,34 –0,24 — 0,0 0,0 5,58 3 1 0

Branicks Group A1X3XX 2,05 –2,8 –7,7 2,66 / 1,59 2,05 0,2 7,3 –0,04 0,13 15,4 0,5 3,8 4,29 2 0 1

Brockhaus Technolog. A2GSU4 9,48 0,2 –59,5 28,20 / 9,10 17,14 0,4 6,9 0,01 2,34 4,1 0,0 3,5 34,75 4 0 0

Cenit 540710 7,62 5,5 5,8 11,60 / 6,80 7,92 1,3 — –0,44 0,62 12,2 0,6 4,4 14,30 4 0 0

Cherry SE A3CRRN 0,55 –13,5 –53,9 1,69 / 0,48 0,83 0,2 — –0,28 –0,21 — — — 1,00 0 1 0

Cliq Digital A35JS4 2,34 –15,7 –52,2 7,12 / 2,29 4,80 0,2 — –0,61 –0,15 — 1,1 1,1 3,41 0 2 0

Corestate Capital A141J3 0,31 9,1 –22,6 0,43 / 0,22 0,31 — — — — — — — — 0 0 0

Covestro 606214 55,24 –5,1 –1,6 60,76 / 53,66 58,69 1,6 13,8 –1,28 0,95 58,3 0,0 0,2 15.04. 61,31 0 7 1

CureVac A2P71U 4,54 –0,3 53,2 4,95 / 2,15 3,76 1,2 — –0,66 –0,45 — 0,0 0,0 4,60 1 5 0

cyan A2E4SV 2,26 ±0,0 –13,1 3,34 / 2,02 2,58 1,7 45,2 –0,06 –0,01 — 0,0 0,0 4,08 1 0 0

Daldrup & Söhne 783057 11,65 1,3 28,3 14,35 / 7,50 10,75 2,6 — 0,71 1,24 9,4 1,3 1,3 18,07 1 0 0

Data Modul 549890 22,60 1,8 –15,0 29,80 / 20,80 23,83 0,5 — 0,04 1,08 20,9 0,5 0,5 47,00 1 0 0

Datagroup SE A0JC8S 62,00 2,8 33,8 62,00 / 35,20 51,96 2,9 — 3,25 3,96 15,7 2,1 2,4 69,50 2 2 0

Delignit A0MZ4B 2,20 –1,8 –0,9 2,82 / 1,96 2,37 0,6 — 0,13 0,28 7,9 1,8 2,3 6,00 1 0 0

Delticom 514680 2,13 –4,5 3,4 2,70 / 1,92 2,23 0,6 — 0,27 0,37 5,8 6,3 8,5 4,45 2 0 0

Demire Real Estate A0XFSF 0,56 –6,7 –24,8 1,15 / 0,56 0,68 0,2 — 0,06 –0,17 — — — 1,20 1 0 0

Deutsche Rohstoff A0XYG7 39,60 –0,4 24,5 43,20 / 28,95 36,94 0,8 7,6 5,02 5,62 7,0 5,1 5,1 54,00 0 0 0

Dr. Hönle 515710 8,54 3,1 12,7 13,10 / 6,52 8,92 0,7 — –0,19 0,34 25,1 0,0 0,6 17,33 3 0 0

Dt. Grundstücksaukt. 553340 7,10 4,4 –10,7 9,45 / 6,25 7,36 — — 0,31 0,68 10,4 — — 12,85 1 0 0

Dt. Konsum REIT A14KRD 1,95 7,4 –44,6 5,00 / 1,82 2,73 0,2 3,4 — — — 0,0 0,0 4,40 1 1 0

ecotel communication 585434 12,90 –3,7 –3,4 14,10 / 10,50 12,97 1,8 8,7 — — — 3,9 7,0 34,30 1 0 0

Edag Engineering Grp. A143NB 6,72 ±0,0 –2,9 9,18 / 4,80 6,39 1,9 — –1,11 0,50 13,5 1,5 5,7 8,00 0 3 0

Einhell Germany A40ESU 76,60 –3,4 26,2 81,40 / 53,50 69,43 1,8 — 6,61 7,15 10,7 2,1 2,2 97,50 2 0 0

ElringKlinger 785602 4,63 1,2 11,2 5,24 / 3,80 4,50 0,5 — 0,32 0,68 6,8 3,2 4,3 12.05. 6,00 1 1 0

Enapter A255G0 1,85 –18,0 –52,4 4,39 / 1,75 3,02 0,9 — –0,44 –0,13 — 0,0 0,0 6,13 0 0 0

EnviTec Biogas A0MVLS 19,10 2,4 –33,9 38,60 / 17,75 27,16 — — — — — — — — 0 0 0

Epigenomics konv. A37FT4 0,89 2,5 –20,4 2,30 / 0,50 0,99 — — — — — — — — 0 0 0

Ernst Russ A16107 6,72 –1,2 17,5 8,12 / 5,00 6,30 1,0 5,3 1,58 1,17 5,7 4,0 4,5 10,33 2 0 0

Eurokai 570653 43,00 –6,1 30,3 47,00 / 29,00 37,66 — — — 3,28 13,1 3,0 3,0 — 0 0 0

Exasol A0LR9G 3,14 –6,5 38,9 3,63 / 1,62 2,96 10,5 — 0,09 0,18 17,9 0,0 0,0 5,10 2 0 0

Fabasoft 922985 15,40 –1,9 –7,8 19,05 / 13,70 16,59 4,4 — 0,81 0,95 16,2 1,0 1,6 30,00 1 0 0

FamiCord A0BL84 5,80 –12,8 45,0 7,65 / 3,64 4,43 — — 0,04 0,13 44,6 — — 7,50 0 1 0

Fortec Elektronik 577410 14,50 2,5 –20,3 20,00 / 14,05 16,02 — — 0,39 0,93 15,6 5,9 5,9 11.02. 20,00 1 0 0

Francotyp-Postalia FPH900 3,00 ±0,0 38,9 3,11 / 1,97 2,46 — — — — — — — — 0 0 0

Frequentis A2PHG5 57,00 –5,9 112,7 69,80 / 22,80 42,34 3,8 34,1 2,04 2,30 24,7 0,6 0,7 57,99 2 2 0

FOCUS MONEY 40/2025

93


moneyanalyse Deutsche Aktien

COMMERZBANK

Reichlich Gegenwind

Die zweitgrößte Privatbank Deutschlands macht mitten im Übernahmepoker mit der

Unicredit weiter Schlagzeilen: Zunächst wurde bekannt, dass Vorstandschefin Bettina

Orlopp bereits im Juli Anleihen des Instituts verkauft hat. Dann belastet eine Studie

von Keefe, Bruyette & Woods den Aktienkurs. Das Analysehaus hatte die Commerzbank

mit einem Kursziel von „Market Perform“ auf „Underperform“ abgestuft.

Tipp: Wer eine Alternative zur Aktie sucht, greift zu einer Aktienanleihe (s. Seite 22).

Commerzbank

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

35

30

25

20

15

10

5

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000CBK1001 Empfohlen am 4.07.2025 Empfehlungs-Kurs 28,09 € Kurs aktuell 31,29 € +/– in % +11,4 Neuer Stopp 26,00 € Kursziel 32,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

Friwo 620110 6,75 –2,9 –70,1 24,40 / 6,05 10,62 — — — — — — — — 0 0 0

Frosta 606900 102,50 14,4 66,7 108,0 / 57,50 84,10 — — 6,89 7,54 13,6 2,5 2,7 100,00 1 1 0

Gesco A1K020 15,55 0,6 17,4 18,50 / 12,95 15,67 0,6 — 1,32 1,84 8,4 1,8 2,4 25,38 2 0 0

Global Fashion Grp. A2PLUG 0,34 5,0 53,2 0,40 / 0,20 0,29 0,8 — –0,26 –0,19 — 0,0 0,0 0,62 1 1 0

Grammer 589540 6,30 3,3 31,8 8,95 / 4,54 6,38 0,3 — 1,50 2,41 2,6 0,0 0,0 — 0 0 0

H+R A2E4T7 4,87 –0,8 49,4 5,02 / 3,22 4,30 0,4 — 0,08 0,23 21,2 2,1 2,1 5,00 0 0 0

Hamburger Hafen A0S848 20,90 –0,5 18,2 21,20 / 15,90 18,60 2,0 — 0,82 — — 2,4 — — 0 0 0

Hapag-Lloyd HLAG47 115,40 –3,4 –25,0 172,0 / 111,3 138,02 1,1 6,3 4,53 3,69 31,3 2,0 1,9 108,45 0 4 4

Hawesko Holding SE 604270 22,30 1,4 –12,5 28,00 / 21,30 24,01 1,7 — 1,39 1,70 13,1 5,8 6,7 26,00 0 1 0

Heidelberg Pharma A11QVV 3,55 1,7 53,0 5,40 / 2,11 3,22 — — –0,71 –0,62 — 0,0 0,0 10,70 1 0 0

Heliad 121806 14,60 2,1 47,5 15,60 / 8,85 13,02 1,5 24,3 0,60 0,60 24,3 0,0 0,0 24,20 2 0 0

Hermle Vz. 605283 157,50 2,6 –3,1 203,0 / 151,5 171,26 — — — — — — — 01.07. — 0 0 0

HMS Bergbau 606110 44,80 ±0,0 51,4 78,00 / 25,40 36,70 3,5 17,1 3,34 2,91 15,4 2,4 2,6 41,00 0 0 0

HomeToGo SE A2QM3K 1,70 –2,9 –14,8 2,37 / 1,28 1,75 0,9 25,5 –0,11 0,00 — 0,0 0,0 4,15 2 0 0

IBU tec A0XYHT 10,35 –2,4 57,3 11,90 / 5,38 7,29 — — –0,69 –0,65 — — — 7,60 0 1 0

Identive Group A11404 3,04 0,5 –12,6 4,01 / 2,55 3,08 — — –0,69 –0,67 — — — 4,53 3 0 0

init innovation SE 575980 52,00 9,2 46,1 53,00 / 34,00 39,80 3,5 — 2,14 2,80 18,6 1,7 1,9 59,25 2 0 0

Instone Real Estate A2NBX8 8,60 –6,2 2,9 9,90 / 7,10 8,70 0,7 — 0,73 0,96 8,9 2,9 3,3 11,58 2 2 0

IVU Traffic Techn. 744850 20,80 0,5 42,0 22,20 / 12,60 17,92 — — — — — — — — 0 0 0

JDC Group A0B9N3 32,00 10,3 44,1 32,00 / 18,10 23,72 — — 0,70 1,08 29,6 — — 35,84 1 0 0

Knaus Tabbert A2YN50 17,26 –2,5 45,8 32,35 / 11,34 14,19 1,7 — 0,80 1,80 9,6 0,0 1,4 20,00 1 3 0

Koenig & Bauer 719350 14,08 5,5 –5,9 17,62 / 7,14 14,65 0,7 — 0,93 2,20 6,4 1,8 3,2 18,38 3 0 0

KPS A1A6V4 0,65 1,9 –14,9 1,05 / 0,55 0,76 0,6 — –0,25 –0,21 — 0,0 2,3 1,01 1 2 0

Laiqon A12UP2 4,33 –5,9 –13,4 5,68 / 3,42 4,30 1,4 — –0,34 –0,16 — 0,0 0,5 10,57 1 0 0

Leifheit 646450 15,10 –1,0 –2,9 22,30 / 14,80 17,13 1,6 14,5 0,66 1,04 14,6 6,6 7,2 22,17 2 0 0

Logwin A2DR54 254,00 ±0,0 7,6 270,0 / 224,0 239,90 1,8 — 21,14 19,82 12,8 5,0 5,0 261,00 0 1 0

Masterflex SE 549293 12,80 –4,8 40,4 15,10 / 8,08 10,99 — — 0,93 1,12 11,5 2,3 2,7 19,10 1 0 0

MAX Automation SE A2DA58 5,78 0,3 –3,0 6,20 / 4,92 5,78 1,2 — –0,08 0,10 60,8 0,3 0,6 6,10 1 1 0

MediClin 659510 2,96 0,7 31,0 3,18 / 2,20 2,83 0,6 — 0,65 0,46 6,4 1,4 1,4 4,90 1 0 0

Medigene A40ESG 0,07 –5,7 –93,5 2,20 / 0,06 0,61 — — –0,62 –0,51 — — — — 0 0 0

Medios A1MMCC 13,80 –5,3 3,9 16,34 / 10,32 12,61 0,6 6,2 1,03 1,33 10,3 0,0 0,0 22,75 4 0 0

Mensch & Maschine 658080 47,10 2,4 –11,0 58,20 / 26,85 51,96 8,0 19,8 2,02 2,39 19,7 4,4 5,0 65,00 5 0 0

Mister Spex SE A3CSAE 1,58 –8,7 –0,3 2,37 / 1,12 1,59 1,0 — –0,62 –0,47 — — — 4,18 2 1 0

MPC Capital A1TNWJ 4,89 –2,6 –5,0 6,40 / 4,23 5,06 1,2 — 0,59 0,62 8,0 5,8 5,9 7,73 3 0 0

Mühlbauer 662720 42,40 1,0 8,7 46,40 / 34,00 41,69 — — — — — — — — 0 0 0

MVV Energie A0H52F 30,20 ±0,0 –1,9 33,00 / 28,60 30,36 — — — — — — — 13.03. — 0 0 0

Nabaltec A0KPPR 13,75 5,0 –0,7 17,65 / 12,45 14,51 0,8 — 1,14 1,31 10,5 2,1 2,2 16,75 1 0 0

Nexus 522090 70,90 0,4 3,2 72,50 / 48,05 69,71 — — — — — — — — 0 0 0

94 FOCUS MONEY 40/2025


BAYWA

Trump gefährdet Sanierung

Der Kampf der amerikanischen Regierung gegen erneuerbare Energie droht die Sanierung

des bayerischen Agrarkonzerns Baywa in Gefahr zu bringen. Die Wind- und

Solartochter Baywa r.e. wird künftig weniger staatliche Förderung in den Vereinigten

Staaten erhalten. Die Trump-Pläne werfen so die Umsatz- und Gewinnerwartungen

über den Haufen und erschweren einen Verkauf der US-Tochter. Angesichts der immer

neuen Hiobsbotschaften bleibt die Aktie der Baywa ein spekulatives Papier.

Baywa

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

40

30

20

10

0

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005194062 Empfohlen am 16.10.2024 Empfehlungs-Kurs 16,00 € Kurs aktuell 8,62 € +/– in % -46,1 Neuer Stopp 7,00 € Kursziel 12,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

NFON A0N4N5 6,05 –6,2 23,0 8,00 / 4,66 6,29 1,9 12,6 0,19 0,32 18,9 0,0 0,4 9,90 3 0 1

Noratis A2E4MK 0,81 –16,1 –47,7 2,09 / 0,53 1,11 — — –0,66 –0,10 — 0,0 0,0 — 0 0 1

Northern Data A0SMU8 19,06 3,6 –56,2 52,10 / 16,71 29,51 1,4 — –2,21 –0,82 — 0,0 0,0 34,00 4 0 0

Nynomic A0MSN1 10,25 –1,4 –40,1 24,00 / 10,15 14,45 — — 0,13 0,89 11,5 — — 21,25 2 0 0

OHB SE 593612 66,40 1,8 38,3 84,40 / 43,50 65,73 2,3 — 3,74 4,54 14,6 1,5 1,9 — 0 0 0

Ökoworld 540868 27,10 –1,8 –3,2 35,10 / 25,00 29,41 — — 2,61 2,52 10,8 6,8 6,5 41,22 1 0 0

OVB Holding 628656 19,90 –0,5 –0,5 23,00 / 18,80 21,13 2,7 — 0,76 1,17 17,0 4,4 5,3 24,00 0 1 0

Pfeiffer Vacuum 691660 154,60 –0,1 0,9 162,6 / 151,0 155,63 — — 6,80 6,85 22,6 — — 140,00 0 0 1

Pfisterer SE PFSE21 70,10 12,3 — 70,70 / 27,00 49,48 — — — — — — — — 0 0 0

Pro DV A4096T 2,64 0,8 11,9 2,88 / 1,66 2,51 — — 0,08 0,14 18,9 0,0 1,5 5,20 0 0 0

PSI Software SE A0Z1JH 27,90 2,2 34,1 32,00 / 20,20 26,72 4,4 — 0,16 0,79 35,4 0,0 1,0 36,87 4 0 0

q.beyond 513700 0,83 –3,5 20,3 0,99 / 0,67 0,81 1,0 — 0,01 0,03 24,9 0,0 2,4 1,30 3 0 0

R. Stahl A1PHBB 17,00 4,9 4,9 20,20 / 15,50 17,55 1,5 — –0,03 1,41 12,1 2,9 5,9 24,50 1 0 0

Rhön-Klinikum 704230 11,40 –0,9 –17,4 15,90 / 11,20 13,08 0,6 — 0,63 0,76 15,0 1,9 2,0 14,25 1 1 0

Ringmetall A3E5E5 2,90 –1,4 –11,9 3,83 / 2,76 3,19 — — — — — 3,4 3,4 5,20 0 1 0

Schloß Wachenheim 722900 14,50 –0,7 0,7 16,50 / 13,30 14,33 0,5 6,7 1,28 1,46 10,0 4,1 4,3 20,68 1 0 0

Serviceware SE A2G8X3 17,25 –5,0 50,0 20,40 / 11,30 15,09 3,8 — 0,09 0,45 38,3 — — 26,25 2 0 0

SMT Scharf A3DRAE 7,45 9,6 3,5 9,10 / 6,10 6,94 0,5 — –0,10 0,31 24,2 0,6 1,7 10,50 1 0 0

SNP Schneider-Neu. SE 720370 73,00 –0,5 19,7 74,00 / 48,70 68,27 3,3 — 2,76 3,27 22,3 0,0 0,0 61,00 0 1 0

Steico SE A0LR93 23,90 –0,8 31,2 28,80 / 17,10 22,43 0,9 25,7 1,29 1,63 14,6 1,4 1,6 28,00 1 2 0

STS Group A1TNU6 4,06 2,5 6,3 4,98 / 2,68 3,41 — — — — — 1,0 1,0 11,60 0 1 0

Surteco Group SE 517690 13,05 0,4 –31,7 22,40 / 12,40 16,67 0,5 2,2 1,19 2,13 6,1 1,6 4,8 19.06. 25,95 1 0 0

Syzygy 510480 1,92 –0,3 –26,9 3,16 / 1,91 2,40 0,9 — — — — 6,5 8,6 4,48 2 0 0

Takkt 744600 4,93 –3,5 –36,4 10,54 / 4,53 6,99 0,6 70,4 –0,09 0,39 12,5 11,2 11,2 7,77 1 1 0

technotrans SE A0XYGA 27,30 5,0 44,1 28,60 / 13,75 20,36 1,8 — 1,67 2,04 13,4 3,1 3,7 29.05. 27,00 3 0 0

The Platform Group A2QEFA 9,28 –2,5 23,4 12,70 / 7,04 9,15 1,1 3,3 1,79 1,81 5,1 0,0 0,0 18,42 5 0 0

tonies SE A3CM2W 7,50 2,3 2,2 8,18 / 4,79 6,27 2,4 57,7 0,18 0,35 21,7 0,0 0,0 11,03 5 0 0

Umweltbank 557080 4,06 –7,1 –30,7 6,11 / 3,90 5,06 0,6 — 0,17 0,38 10,6 1,2 3,0 8,93 3 0 0

Uniper SE UNSE02 34,30 –4,6 –12,1 55,50 / 33,85 40,12 — — 1,10 1,36 25,3 0,0 0,0 33,75 0 0 1

Uzin Utz 755150 73,50 –1,3 53,8 77,00 / 45,60 59,39 1,2 — 5,53 6,10 12,1 2,7 2,9 84,50 2 0 0

Veganz Group A3E5ED 13,20 –4,0 165,1 20,30 / 4,51 11,10 — — –1,65 –0,09 — — — 21,50 1 0 0

Verbio SE A0JL9W 11,06 –1,3 –7,1 18,71 / 7,37 10,29 0,8 — –0,41 0,43 25,5 1,8 1,8 05.12. 14,18 3 2 0

VIB Vermögen A2YPDD 8,90 3,0 –9,9 12,88 / 6,92 8,18 0,3 — 1,90 2,14 4,2 0,0 0,0 11,50 0 0 0

Villeroy & Boch 765723 16,50 –1,8 8,9 18,45 / 14,45 16,62 1,2 — 0,48 1,28 12,9 5,5 5,8 34,50 1 0 0

WashTec 750750 38,70 1,8 –3,3 44,20 / 36,00 39,48 5,8 15,5 2,53 2,89 13,4 6,3 6,6 53,75 2 0 0

Westwing Group SE A2N4H0 11,70 1,3 56,0 13,20 / 6,70 8,54 4,0 21,7 0,50 0,88 13,3 — — 17,00 2 0 0

YOC 593273 13,15 –12,9 –11,7 18,50 / 13,05 15,55 3,9 — 1,06 1,42 9,3 0,0 0,0 24,00 2 0 0

Zeal Network SE ZEAL24 48,10 5,3 –3,8 50,00 / 35,50 45,32 4,5 24,2 1,59 1,91 25,2 2,7 3,0 64,33 5 0 0

FOCUS MONEY 40/2025

95


moneyanalyse Internationale Aktien

APPLE

Neue Chip-Ära beginnt

In den vergangenen Monaten hat die Apple-Aktie eher ein schwaches Bild abgegeben.

Doch inzwischen gibt es wieder deutliche Lichtblicke. Mit dem neuen Iphone

Air, dem KI-getriebenen A19 Pro, dem selbst entwickelten N1 Wireless-Chip und

dem C1X-Modem stellt der Tech-Gigant Apple die Weichen für eine Zukunft ohne

Broadcom und Qualcomm. Damit sichert sich das Unternehmen eine neue Chip-

Souveränität, die die gesamte Branche aufrütteln dürfte. Kaufen!

Apple

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

240

200

160

120

Quelle: Bloomberg

ISIN US0378331005 Empfohlen am 7.05.2025 Empfehlungs-Kurs 173,90 € Kurs aktuell 215,85 € +/– in % +24,1 Neuer Stopp 185,00 € Kursziel 240,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

EURO STOXX 50 / STOXX 50

AB Inbev A2ASUV / BE0974293251 49,97 –0,6 3,5 63,00 / 45,00 54,68 1,4 8,8 3,18 3,53 14,2 2,1 2,4 66,82 14 4 0

ABB N 919730 / CH0012221716 61,28 1,0 16,7 61,58 / 39,85 52,93 8,3 26,9 2,22 2,40 25,5 1,5 1,5 54,13 5 11 1

Adyen A2JNF4 / NL0012969182 1386,80 2,5 –2,7 1861 / 1163 1521,91 8,3 30,2 33,92 42,12 32,9 0,0 0,0 1810,98 16 6 1

Ahold Delhaize A2ANT0 / NL0011794037 33,76 –1,6 7,7 38,08 / 29,99 34,60 2,0 5,2 2,62 2,74 12,3 3,5 3,7 36,29 5 7 1

Air Liquide 850133 / FR0000120073 175,64 –0,9 13,0 186,96 / 153,68 174,01 3,6 15,4 6,58 7,48 23,5 2,0 2,2 197,00 11 2 1

Argenx A11602 / NL0010832176 622,80 –4,1 3,7 662,8 / 448,4 558,83 6,8 32,0 13,45 21,36 29,2 0,0 0,0 716,52 7 3 0

ASML Hold. A1J4U4 / NL0010273215 825,30 12,1 21,9 825,3 / 515,5 665,33 17,5 32,1 23,92 25,42 32,5 0,9 1,0 765,26 22 12 1

AstraZeneca 886455 / GB0009895292 130,15 –1,6 2,5 147,55 / 113,25 130,15 5,2 14,5 7,75 8,85 14,7 2,1 2,2 156,45 15 2 0

AXA 855705 / FR0000120628 40,18 –0,5 17,5 43,55 / 31,78 39,34 1,8 — 3,97 4,12 9,7 5,7 6,2 44,64 8 3 0

Banco Santander 858872 / ES0113900J37 8,61 –0,1 95,6 8,75 / 4,28 6,51 1,2 — 0,87 0,92 9,4 2,6 2,8 8,20 10 4 0

BBVA 875773 / ES0113211835 16,19 –0,9 74,0 16,63 / 8,78 12,82 1,5 — 1,77 1,86 8,7 5,0 5,3 16,40 7 4 1

BNP Paribas 887771 / FR0000131104 79,19 –1,6 33,8 84,45 / 54,79 73,33 0,8 — 10,15 11,28 7,0 6,4 7,1 91,85 9 4 0

BP PLC 850517 / GB0007980591 4,92 1,1 5,9 5,69 / 3,80 4,75 1,5 3,8 0,38 0,42 11,8 5,7 5,9 5,12 4 13 0

Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804 45,10 –5,1 29,2 51,00 / 31,54 40,49 1,8 18,1 3,88 4,15 10,9 6,2 6,4 48,90 6 3 1

Danone 851194 / FR0000120644 72,66 –2,6 12,1 76,28 / 61,90 70,28 2,5 13,8 3,79 4,04 18,0 3,1 3,2 76,01 5 11 0

Diageo 851247 / GB0002374006 20,70 –5,9 –32,1 32,19 / 20,50 25,01 5,0 12,4 1,36 1,44 14,4 4,2 4,3 26,70 11 7 1

Enel 928624 / IT0003128367 7,88 –0,6 14,0 8,28 / 6,54 7,49 2,2 5,1 0,68 0,70 11,2 6,1 6,3 8,50 11 8 0

Eni 897791 / IT0003132476 14,67 –1,4 12,4 15,37 / 11,08 13,83 0,9 3,8 1,44 1,49 9,8 7,1 7,4 15,35 6 13 0

EssilorLuxottica 863195 / FR0000121667 272,70 1,6 16,2 298,5 / 204,1 255,53 3,0 23,6 7,07 7,86 34,7 1,4 1,6 277,61 6 7 1

Ferrari A2ACKK / NL0011585146 414,00 2,0 –0,1 495,0 / 358,4 416,59 18,1 32,8 8,84 10,20 40,6 0,7 0,8 443,87 4 5 1

GSK PLC A3DMB5 / GB00BN7SWP63 17,31 1,8 5,5 18,86 / 14,68 16,83 4,2 9,4 1,86 2,07 8,4 4,2 4,4 18,92 5 11 2

Hermes Intern. 886670 / FR0000052292 2157,00 1,8 –6,9 2963 / 1973 2378,54 11,9 44,9 43,24 49,52 43,6 0,9 1,1 2437,71 7 8 1

HSBC Hold. 923893 / GB0005405286 12,00 1,5 27,0 12,00 / 7,96 10,41 1,4 — 1,18 1,22 9,8 4,8 5,1 11,07 5 11 0

Iberdrola A0M46B / ES0144580Y14 15,67 –0,8 20,9 16,80 / 12,59 14,91 1,8 8,3 0,93 0,96 16,3 4,3 4,5 16,14 5 13 1

Inditex A11873 / ES0148396007 44,78 –3,6 –10,2 56,08 / 40,93 46,98 6,9 16,0 1,94 2,11 21,2 3,9 4,2 50,56 11 8 0

ING Groep A2ANV3 / NL0011821202 22,00 0,1 45,5 22,00 / 14,20 18,11 1,3 — 1,97 2,29 9,6 4,6 5,2 22,20 5 6 0

Intesa Sanpaolo 850605 / IT0000072618 5,44 –3,2 40,3 5,68 / 3,55 4,74 1,6 — 0,54 0,58 9,3 7,0 7,6 5,93 9 1 0

L’Oréal 853888 / FR0000120321 364,00 –6,1 6,3 411,1 / 317,1 364,75 5,5 22,9 12,82 13,74 26,5 2,0 2,1 387,03 6 13 2

London St. Exch. A0JEJF / GB00B0SWJX34 95,00 –5,0 –30,1 146,0 / 92,50 129,54 1,9 12,2 4,58 5,09 18,7 1,7 1,9 142,53 10 0 0

LVMH 853292 / FR0000121014 528,10 4,7 –16,6 757,5 / 437,0 554,49 3,7 14,1 21,59 24,05 22,0 2,3 2,5 555,06 9 11 1

National Grid A2DQWX / GB00BDR05C01 11,90 –2,5 4,4 13,30 / 10,90 12,07 1,3 7,0 0,88 0,98 12,1 4,6 4,7 13,50 7 4 0

Nestlé N A0Q4DC / CH0038863350 76,84 –0,2 –4,1 98,13 / 74,79 86,02 4,9 13,7 4,67 4,90 15,7 4,3 4,4 92,08 6 12 1

Nordea Bank A2N6F4 / FI4000297767 13,90 1,5 32,6 14,00 / 9,99 12,26 1,5 — 1,38 1,39 10,0 6,9 7,0 14,31 4 1 0

Novartis N 904278 / CH0012005267 104,54 0,1 10,2 111,93 / 86,77 101,53 5,4 12,4 7,57 7,91 13,2 3,2 3,4 105,30 2 10 3

Novo-Nordisk B A3EU6F / DK0062498333 50,95 6,7 –39,1 115,52 / 38,57 65,86 8,8 16,1 3,27 3,52 14,5 3,2 3,5 59,50 9 8 1

Prosus A2PRDK / NL0013654783 56,89 2,9 47,7 57,35 / 33,10 44,62 2,8 75,4 3,31 3,87 14,7 0,3 0,3 60,82 10 3 0

Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 39,68 –0,3 –8,4 49,68 / 38,66 45,12 22,8 23,6 1,47 1,61 24,6 1,9 2,1 50,68 6 2 0

Richemont A1W5CV / CH0210483332 163,91 0,4 11,1 200,66 / 124,0 161,48 4,1 19,6 6,09 6,97 23,5 2,0 2,3 176,52 9 11 0

96 FOCUS MONEY 40/2025


PFIZER

Wieder im Abnehm-Rennen

Nachdem zwei eigene Kandidaten floppten, kauft der amerikanische Pharmakonzern

Pfizer nun einen Entwickler von Medikamenten gegen Fettleibigkeit: Metsera. Für die

Chance auf Anteile an diesem hochattraktiven Markt legt Pfizer 4,9 Milliarden US-

Dollar auf den Tisch. Plus weitere 2,4 Milliarden Dollar, wenn bestimmte Meilensteine

erreicht werden. Metsera hat vier Adipositas-Präparate in der Entwicklung. Trotz

günstiger Bewertung ist die Börse von Pfizers Strategie bisher nicht überzeugt.

Pfizer

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

45

40

35

30

25

20

15

Quelle: Bloomberg

ISIN US7170811035 Empfohlen am 16.10.2024 Empfehlungs-Kurs 27,24 € Kurs aktuell 24,22 € +/– in % -11,1 Neuer Stopp 20,00 € Kursziel 30,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Rio Tinto 852147 / GB0007188757 54,04 0,4 –4,8 65,33 / 46,81 54,87 1,7 6,9 5,07 5,26 10,3 5,4 5,6 59,78 6 8 0

Roche Hold. GS 855167 / CH0012032048 285,24 2,4 4,3 335,74 / 248,11 287,89 5,6 11,6 21,33 22,17 12,9 3,7 3,8 318,36 5 5 4

Rolls-Royce Group A1H81L / GB00B63H8491 13,54 –0,3 96,5 13,68 / 6,16 9,82 514,8 — 26,5 0,33 0,37 36,4 0,7 0,9 13,08 10 4 1

Safran 924781 / FR0000073272 294,60 2,1 40,3 296,0 / 193,15 253,52 9,1 23,6 8,29 10,48 28,1 1,1 1,4 311,43 9 5 0

Sanofi S.A. 920657 / FR0000120578 79,57 –0,2 –15,0 110,02 / 76,92 92,02 1,2 8,3 7,82 8,54 9,3 5,1 5,4 108,31 13 3 0

Schneider Electr. 860180 / FR0000121972 232,35 –0,6 –3,3 273,05 / 175,32 228,21 4,2 24,5 9,08 10,18 22,8 1,8 2,0 253,96 13 6 0

Shell A3C99G / GB00BP6MXD84 30,45 –0,1 2,1 34,26 / 26,00 30,76 1,2 5,1 2,68 2,95 10,3 4,0 4,2 34,90 7 5 0

St. Gobain 872087 / FR0000125007 94,04 –1,5 9,3 106,45 / 74,14 94,56 1,8 9,9 6,62 7,16 13,1 2,4 2,7 107,71 6 5 0

TotalEnergies 850727 / FR0000120271 52,32 –0,5 –0,6 63,50 / 47,97 54,18 1,2 5,3 5,88 6,15 8,5 6,2 6,6 63,12 12 3 0

UBS Group N A12DFH / CH0244767585 36,03 1,7 21,5 36,13 / 22,10 30,79 1,4 — 1,93 2,66 13,5 2,4 2,6 34,72 4 6 1

UniCredit A2DJV6 / IT0005239360 64,58 –4,5 67,1 69,92 / 35,65 53,76 1,5 — 6,61 7,14 9,0 5,0 5,6 69,48 6 6 0

Unilever PLC A0JNE2 / GB00B10RZP78 51,28 –3,2 –7,0 58,88 / 50,96 54,13 5,9 14,8 3,00 3,15 16,3 3,5 3,7 57,99 9 3 2

Vinci 867475 / FR0000125486 117,50 –2,1 18,1 130,0 / 96,96 116,88 2,0 7,5 8,49 9,72 12,1 4,1 4,6 137,44 12 1 1

Wolters Kluwer A0J2R1 / NL0000395903 113,95 2,2 –29,6 182,7 / 104,05 146,73 24,0 16,6 5,29 5,79 19,7 2,2 2,3 151,08 4 6 0

Zurich Insur. Grp N 579919 / CH0011075394 600,86 –1,4 4,2 668,91 / 533,03 608,73 3,6 — 39,08 41,43 14,5 5,2 5,6 585,68 1 7 3

DOW JONES

3M 851745 / US88579Y1010 130,14 –1,9 5,4 149,38 / 103,0 131,79 18,7 23,3 6,71 7,25 17,9 1,9 2,0 137,52 9 3 1

Amazon.com 906866 / US0231351067 188,90 –4,2 –11,0 233,7 / 141,0 193,87 6,3 16,7 5,65 6,45 29,3 0,0 0,0 224,73 48 4 0

American Express 850226 / US0258161092 289,90 4,6 0,4 313,75 / 195,58 268,67 7,3 — 13,02 14,69 19,7 1,0 1,1 275,43 7 16 2

Amgen 867900 / US0311621009 241,10 3,1 –3,5 307,05 / 230,0 259,08 19,6 14,4 17,89 18,34 13,1 3,4 3,6 264,40 10 15 2

Apple Inc. 865985 / US0378331005 216,95 8,2 –10,3 248,7 / 152,08 199,73 60,2 31,4 6,27 6,80 31,9 0,4 0,4 204,86 23 15 1

Boeing 850471 / US0970231058 183,90 0,4 9,5 209,0 / 115,8 174,12 — — –2,17 3,04 60,5 0,0 0,0 215,37 17 6 0

Caterpillar 850598 / US1491231015 399,00 7,8 14,0 401,5 / 238,5 333,84 11,4 24,0 15,22 17,96 22,2 1,3 1,3 387,18 12 10 1

Chevron Corp. 852552 / US1667641005 132,48 –0,9 –4,1 160,04 / 117,04 135,82 1,9 8,5 6,68 8,06 16,4 4,4 4,6 143,84 9 10 1

Cisco Systems 878841 / US17275R1023 57,85 2,3 1,7 64,34 / 44,00 57,00 5,8 17,0 3,22 3,43 16,8 2,4 2,4 64,60 10 11 0

Coca-Cola 850663 / US1912161007 56,17 –0,3 –6,1 69,00 / 55,83 61,65 10,4 47,8 2,53 2,73 20,6 3,1 3,2 66,56 14 3 0

Disney Co. 855686 / US2546871060 95,40 –3,1 –10,1 112,52 / 71,97 99,12 1,8 15,5 4,98 5,50 17,3 0,9 1,0 113,09 20 6 1

Goldman Sachs 920332 / US38141G1040 679,70 1,3 23,5 685,8 / 385,05 570,14 2,3 — 39,30 44,04 15,4 1,7 2,0 606,35 6 13 2

Home Depot 866953 / US4370761029 351,15 –1,7 –7,0 411,4 / 295,0 345,43 32,0 20,8 12,75 13,84 25,4 2,2 2,3 372,09 21 11 0

Honeywell 870153 / US4385161066 176,14 –2,0 –20,2 229,6 / 161,0 196,60 7,6 18,9 8,98 9,66 18,2 2,2 2,4 214,75 12 11 0

IBM 851399 / US4592001014 230,65 5,9 7,9 255,1 / 182,68 226,86 8,2 16,9 9,47 10,14 22,8 2,5 2,5 238,76 7 10 2

Johnson & Johnson 853260 / US4781601046 149,54 –0,8 7,5 161,6 / 129,0 142,89 5,2 12,9 9,21 9,65 15,5 2,9 3,0 151,06 8 14 0

JP Morgan Chase 850628 / US46625H1005 265,10 1,0 15,5 268,9 / 179,7 239,70 2,5 — 16,50 17,55 15,1 1,9 2,0 260,65 9 8 2

McDonald’s 856958 / US5801351017 257,20 ±0,0 –8,3 300,25 / 242,25 272,82 — 20,3 10,48 11,34 22,7 2,4 2,5 282,69 14 16 2

Merck & Co. A0YD8Q / US58933Y1055 68,40 –1,0 –28,3 103,6 / 65,50 77,90 3,6 7,9 7,58 8,15 8,4 4,0 4,2 86,70 12 13 0

Microsoft 870747 / US5949181045 435,90 –0,5 6,7 490,1 / 311,55 404,23 11,2 29,3 11,39 13,18 33,1 0,6 0,7 522,76 43 1 0

Nike 866993 / US6541061031 60,29 –2,5 –16,9 81,39 / 46,00 63,23 8,3 30,9 1,40 2,11 28,6 2,4 2,4 68,29 16 15 1

Nvidia 918422 / US67066G1040 152,94 1,6 18,1 160,58 / 75,29 127,16 29,6 41,4 3,82 5,38 28,4 0,0 0,0 179,91 48 4 1

FOCUS MONEY 40/2025

97


moneyanalyse Internationale Aktien

META PLATFORMS

KI-gestützte US-Behörden

Mit ihren Kontaktportalen Instagram, WhatsApp und dem Facebook Messenger hat

die Social-Media-Plattform Meta weltweit Maßstäbe gesetzt. Das tut sie nun auch mit

Meta AI (Llama 4). Dabei handelt es sich um eine KI, die Informationen sammelt und

verarbeitet, um auf dieser Grundlage Erkenntnisse zu generieren und Entscheidungen

zu treffen. Jetzt hat Meta die Zulassung der US-Behörden erhalten, sodass diese

das Open-Source-Modell Llama künftig bald nutzen dürfen. Die Aktie bleibt ein Kauf.

Meta Platforms

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

700

500

300

100

Quelle: Bloomberg

ISIN US30303M1027 Empfohlen am 30.05.2025 Empfehlungs-Kurs 565,65 € Kurs aktuell 650,70 € +/– in % +15,0 Neuer Stopp 555,00 € Kursziel 735,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

DOW JONES

Procter & Gamble 852062 / US7427181091 129,04 –3,3 –20,6 171,4 / 129,04 146,91 6,9 19,9 5,75 5,94 21,7 2,6 2,8 145,20 10 9 0

Salesforce Inc. A0B87V / US79466L3024 211,75 3,2 –34,4 359,3 / 195,98 256,26 3,8 16,9 9,63 10,78 19,6 0,7 0,7 284,11 35 11 0

Sherwin Williams 856050 / US8243481061 292,35 –3,7 –11,5 384,85 / 278,95 316,14 19,7 28,3 9,61 10,83 27,0 0,9 1,0 322,18 12 11 1

Travelers Comp. A0MLX4 / US89417E1091 233,10 –2,1 1,4 254,2 / 204,7 232,01 1,9 — 18,81 21,73 10,7 1,6 1,7 246,82 7 12 0

UnitedHealth 869561 / US91324P1021 290,60 –2,0 –40,4 589,7 / 204,9 369,85 3,1 16,4 13,79 15,35 18,9 2,6 2,8 287,22 13 6 2

Verizon 868402 / US92343V1044 36,60 –1,8 –4,2 43,64 / 35,02 38,29 1,7 4,9 3,99 4,11 8,9 6,3 6,4 41,27 7 14 0

VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 292,10 1,5 –4,1 349,2 / 240,2 308,21 17,7 27,6 9,71 10,90 26,8 0,7 0,8 331,47 23 8 0

Walmart Inc. 860853 / US9311421039 86,37 –1,8 –1,3 101,14 / 70,35 86,38 8,4 22,4 2,21 2,50 34,6 0,9 1,0 95,78 31 1 1

USA WEITERE

Abbott Lab 850103 / US0028241000 115,48 1,6 5,0 133,78 / 100,48 115,67 4,7 20,9 4,37 4,81 24,0 1,8 1,9 121,16 14 7 0

Adobe 871981 / US00724F1012 310,10 5,4 –27,6 526,4 / 284,9 359,96 12,8 16,2 17,63 19,79 15,7 0,0 0,0 387,26 20 11 3

AirBnB A2QG35 / US0090661010 105,84 1,6 –15,8 155,0 / 90,55 117,37 9,0 17,0 3,58 4,14 25,5 0,0 0,0 116,95 11 25 5

Alphabet Inc. A A14Y6F / US02079K3059 213,90 0,9 17,2 217,0 / 123,06 165,82 7,5 19,8 8,44 9,04 23,7 0,3 0,4 198,84 41 11 0

Altria Group 200417 / US02209S1033 54,07 –2,2 7,8 58,56 / 45,11 52,47 — 11,7 4,62 4,75 11,4 6,5 6,8 53,38 4 9 1

American Water A0NJ38 / US0304201033 113,95 –2,1 –4,8 138,5 / 113,95 123,67 2,4 12,4 4,85 5,18 22,0 2,4 2,6 119,79 3 6 1

AT&T A0HL9Z / US00206R1023 24,50 –3,1 12,2 26,57 / 19,20 23,99 1,9 5,4 1,74 1,88 13,0 3,9 3,9 26,03 12 6 1

Bank of America 858388 / US0605051046 43,98 1,9 3,6 47,05 / 29,70 40,57 1,4 — 3,12 3,62 12,2 2,1 2,3 45,72 14 3 0

Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 420,95 1,2 –3,2 498,7 / 393,05 440,96 1,5 — 17,34 18,42 22,8 0,0 0,0 442,29 2 2 0

Biogen Inc. 789617 / US09062X1037 118,95 –3,0 –17,3 176,7 / 99,82 121,97 1,1 5,8 13,38 13,42 8,9 0,0 0,0 144,34 12 18 0

Citigroup A1H92V / US1729674242 88,06 3,7 29,8 88,16 / 49,50 71,91 0,9 — 6,51 8,31 10,6 2,2 2,4 87,98 10 6 0

Coinbase Global A2QP7J / US19260Q1076 282,80 2,5 13,1 381,15 / 123,58 246,27 7,0 — 6,69 6,82 41,4 0,0 0,0 314,18 12 15 3

Colgate-Palmolive 850667 / US1941621039 67,53 –3,1 –23,0 93,51 / 67,29 80,34 93,0 — 18,0 3,13 3,35 20,2 2,6 2,7 80,84 8 7 1

Comcast A 157484 / US20030N1019 26,36 –4,4 –26,9 42,13 / 26,36 31,59 1,2 3,6 3,65 3,83 6,9 4,2 4,5 33,68 12 15 1

eBay 916529 / US2786421030 76,61 –0,8 27,6 86,36 / 49,65 66,55 8,5 20,7 4,60 5,04 15,2 1,3 1,3 74,77 5 20 2

Eli Lilly 858560 / US5324571083 637,70 0,3 –14,7 888,8 / 537,4 707,60 25,4 42,4 19,39 25,80 24,7 0,8 0,9 750,70 15 9 0

ExxonMobil 852549 / US30231G1022 95,20 ±0,0 –7,0 117,76 / 87,73 98,61 1,8 8,8 5,67 6,35 15,0 3,6 3,7 105,94 7 12 0

GE Aerospace A3CSML / US3696043013 257,50 7,5 59,0 258,0 / 131,0 200,54 16,8 41,3 5,01 5,93 43,4 0,5 0,6 254,96 12 1 0

Gilead Sciences 885823 / US3755581036 94,83 –2,2 5,6 111,04 / 73,77 95,65 6,3 12,5 6,88 7,30 13,0 2,9 3,0 106,28 16 8 0

Intel 855681 / US4581401001 25,31 20,2 31,8 28,15 / 16,00 19,71 1,3 13,4 0,10 0,54 46,5 0,0 0,0 20,90 3 35 3

Kroger Co. 851544 / US5010441013 54,42 –5,9 –8,2 64,57 / 49,43 60,00 5,4 6,4 4,07 4,47 12,2 2,1 2,2 64,75 11 14 0

Lockheed Martin 894648 / US5398301094 408,20 1,7 –12,9 572,9 / 350,0 416,63 22,8 14,6 18,61 24,55 16,6 2,8 2,9 407,10 4 12 1

LYFT A2PE38 / US55087P1049 19,00 17,2 52,1 20,39 / 8,19 12,86 13,0 8,7 1,03 1,19 16,0 0,0 0,0 15,65 10 27 1

MasterCard A0F602 / US57636Q1040 497,05 ±0,0 –2,4 555,6 / 405,0 499,73 58,3 35,6 13,88 16,12 30,8 0,5 0,6 548,46 21 9 0

Medtronic PLC A14M2J / IE00BTN1Y115 80,74 1,6 4,5 90,89 / 68,50 79,27 2,5 13,6 4,78 5,15 15,7 3,0 3,1 83,73 12 15 1

Meta Platforms A1JWVX / US30303M1027 645,20 –0,8 13,6 707,6 / 415,0 598,30 8,3 17,7 23,74 25,37 25,4 0,3 0,3 735,33 48 8 0

Moderna A2N9D9 / US60770K1079 22,49 12,1 –41,3 61,04 / 19,85 27,96 1,3 — –8,22 –6,39 — 0,0 0,0 37,56 4 15 1

Mondelez Intern. A1J4U0 / US6092071058 53,30 1,9 –8,4 66,70 / 51,28 57,50 3,2 17,0 2,57 2,82 18,9 3,1 3,3 63,10 13 7 0

Netflix 552484 / US64110L1061 1042,80 2,1 20,6 1139,6 / 629,3 973,82 18,6 55,2 22,35 27,52 37,9 0,0 0,0 1150,55 24 14 2

98 FOCUS MONEY 40/2025


KENVUE

Trump warnt vor Paracetamol

US-Präsident Trump behauptet, dass die Einnahme des Schmerzmittels Paracetamol

in der Schwangerschaft Autismus beim Baby verursachen könne. Dafür gibt es keine

Beweise. Für Kenvue, den Hersteller der bekanntesten Paracetamol-Präparate („Tylenol“)

in den USA, sind die Trumps Warnungen trotzdem keine gute Nachricht. FOCUS

MONEY war schon 2024 beim Umtauschangebot der Kenvue-Mutter Johnson &

Johnson nicht von der Aktie überzeugt – allerdings aus wirtschaftlichen Gründen.

Kenvue

Aktienkurs in Euro

Börsengang

2023 2024 2025

24

22

20

18

16

14

Quelle: Bloomberg

ISIN US49177J1025 Empfohlen am 16.08.2024 Empfehlungs-Kurs 19,16 € Kurs aktuell 17,53 € +/– in % -8,5 Neuer Stopp 15,00 € Kursziel –

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Newmont Corp. 853823 / US6516391066 72,90 7,9 102,1 72,90 / 35,38 48,13 2,8 10,8 4,69 4,73 15,4 1,2 1,2 67,33 9 6 1

Occidental Petrol. 851921 / US6745991058 39,11 1,0 –16,6 52,02 / 31,41 41,05 1,6 4,3 2,01 2,38 16,5 2,0 2,1 43,07 3 17 2

Oracle 871460 / US68389X1054 268,00 4,6 66,2 294,4 / 106,3 170,32 25,5 36,3 5,77 6,83 39,2 0,6 0,6 283,11 22 12 0

Palantir Technol. A2QA4J / US69608A1088 157,00 8,2 112,5 162,1 / 32,34 105,27 64,1 262,8 0,55 0,72 218,5 0,0 0,0 128,82 3 17 2

PayPal A14R7U / US70450Y1038 58,16 1,8 –29,4 90,66 / 49,16 66,67 3,1 9,0 4,43 4,89 11,9 0,0 0,0 70,16 13 21 2

Pepsico 851995 / US7134481081 119,80 ±0,0 –18,3 163,5 / 109,0 129,06 9,5 14,9 6,81 7,21 16,6 4,0 4,2 130,39 4 15 2

Pfizer 852009 / US7170811035 20,46 0,6 –19,7 27,72 / 18,77 22,41 1,5 8,3 2,63 2,68 7,6 7,1 7,2 24,50 7 14 1

Philip Morris A0NDBJ / US7181721090 137,90 –1,1 17,9 160,84 / 107,24 141,55 — 22,3 6,39 7,12 19,4 3,4 3,6 161,46 8 4 0

QUALCOMM Inc. 883121 / US7475251036 142,44 4,8 –5,1 174,98 / 105,16 140,64 6,7 12,9 10,10 10,26 13,9 2,1 2,1 151,27 12 18 1

Snap A2DLMS / US83304A1060 7,10 12,0 –32,3 12,58 / 6,00 8,34 6,4 25,1 0,22 0,32 22,4 0,0 0,0 7,86 6 31 2

Starbucks Corp. 884437 / US8552441094 72,06 1,8 –18,4 111,62 / 67,22 84,35 — 22,6 1,86 2,29 31,5 2,9 3,0 83,82 12 15 3

Tesla A1CX3T / US88160R1014 370,00 6,3 –8,7 465,25 / 189,44 300,74 18,2 116,9 1,44 2,06 179,5 0,0 0,0 281,48 15 17 6

Texas Instruments 852654 / US8825081040 151,80 1,5 –16,9 206,8 / 124,88 168,87 10,0 24,1 4,81 5,74 26,4 3,1 3,2 174,26 13 19 2

T-Mobile US A1T7LU / US8725901040 200,30 –2,4 –6,8 264,95 / 178,92 218,61 4,5 9,7 9,34 11,18 17,9 1,5 1,7 231,16 11 11 1

UPS 929198 / US9113121068 71,38 –0,4 –41,2 131,5 / 70,16 95,14 4,7 9,3 5,53 6,14 11,6 7,8 7,8 86,87 13 15 1

SCHWEIZ

Adecco Group N 922031 / CH0012138605 23,02 –4,4 –3,8 31,80 / 21,05 25,42 1,1 8,0 2,19 2,71 8,5 4,5 5,3 28,58 4 5 1

Alcon N A2PDXE / CH0432492467 65,41 –1,4 –20,5 93,08 / 65,09 79,51 1,7 18,0 2,60 2,95 22,2 0,4 0,5 86,28 16 7 0

Amrize N A414LY / CH1430134226 43,04 –7,8 — 49,22 / 37,66 43,67 — — — — — — — — 0 0 0

Clariant NA 895929 / CH0012142631 8,19 –6,3 –24,1 13,89 / 7,17 9,93 1,1 7,0 0,79 0,95 8,6 5,7 5,9 11,90 4 8 0

Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 629,11 –1,0 14,3 699,51 / 520,51 613,32 13,7 23,2 19,88 21,50 29,3 2,2 2,3 589,13 4 3 4

Georg Fischer NA A3DHG1 / CH1169151003 68,21 –1,2 –7,1 79,39 / 53,50 70,41 17,1 10,2 2,87 3,38 20,2 2,2 2,2 85,92 5 0 0

Givaudan 938427 / CH0010645932 3514,65 –3,2 –17,2 5017,9 / 3498,6 4092,36 6,1 20,9 136,14 142,33 24,7 2,2 2,3 4425,70 6 8 1

Holcim N 869898 / CH0012214059 72,95 –1,0 34,6 75,34 / 46,84 61,49 2,4 12,9 3,61 3,93 18,6 2,6 2,8 73,14 6 9 0

Kühne + Nagel N A0JLZL / CH0025238863 168,40 –5,5 –24,3 255,49 / 164,23 202,16 6,3 11,0 9,46 9,74 17,3 4,5 4,5 188,72 0 10 3

Lindt & Sprüngli PS 870503 / CH0010570767 13224,1 –2,8 22,7 14701 / 10437 12635 5,7 29,6 332,63 358,26 36,9 1,3 1,4 12291,86 0 3 0

Logitech NA A0J3YT / CH0025751329 95,26 2,3 18,7 101,53 / 58,40 82,47 7,1 22,1 4,37 4,64 20,5 1,3 1,3 93,16 4 3 0

SGS NA A3D68K / CH1256740924 87,71 –2,6 –9,8 105,99 / 76,09 91,69 14,0 12,2 4,02 4,51 19,4 3,9 4,0 100,91 5 7 1

Sonova NA 893484 / CH0012549785 246,29 –1,6 –22,3 360,77 / 230,14 280,74 4,9 16,0 11,50 12,69 19,4 2,0 2,1 277,79 4 7 3

Swatch Inh. 865126 / CH0012255151 168,56 4,6 –4,5 204,46 / 128,71 160,94 0,7 18,9 1,96 5,01 33,7 2,4 2,8 141,82 3 6 5

Swiss Re NA A1H81M / CH0126881561 151,12 –0,7 7,7 167,76 / 115,5 151,78 2,1 — 13,36 13,80 10,9 4,5 4,9 149,90 4 8 1

VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 375,32 13,3 2,3 469,8 / 253,03 343,60 13,0 36,7 8,70 10,31 36,4 2,0 2,3 350,31 5 9 0

ÖSTERREICH

Andritz 632305 / AT0000730007 60,95 0,2 26,2 67,85 / 43,00 57,85 2,5 8,8 5,00 5,82 10,5 4,4 4,8 70,86 5 0 0

BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 113,40 0,7 41,0 117,1 / 65,10 99,32 2,1 — 10,60 12,14 9,3 5,4 6,2 127,31 4 2 0

CPI Europe A2JN9W / AT0000A21KS2 18,02 –2,7 21,6 21,55 / 14,72 17,25 — — — — — — — 17,00 0 0 0

Erste Group Bank 909943 / AT0000652011 82,45 0,4 40,3 88,65 / 47,30 69,52 1,4 — 7,39 8,92 9,2 0,9 4,4 82,63 7 4 0

Flughafen Wien A2AMK9 / AT00000VIE62 52,00 –1,5 –2,3 55,60 / 46,30 53,08 2,7 — 2,64 2,55 20,4 3,2 3,2 58,73 0 2 0

FOCUS MONEY 40/2025

99


moneyanalyse Internationale Aktien

KERING

Neubesetzung bei Gucci

Der Luxuskonzern Kering stellt die Führung seiner Kernmarke Gucci neu auf. Wie

das Unternehmen mitteilte, übernimmt Francesca Bellettini die Leitung. Sie folgt

damit auf Stefano Cantino, der die Position lediglich neun Monate innehatte. Es

handelt sich um die erste größere Personalentscheidung unter dem neuen Kering-

Chef Luca de Meo. Nach Jahren starken Wachstums vor der Pandemie musste die

Marke zuletzt deutliche Rückgänge bei den Umsätzen hinnehmen.

Kering

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

500

400

300

200

100

Quelle: Bloomberg

ISIN FR0000121485 Empfohlen am 8.05.2024 Empfehlungs-Kurs 326,80 € Kurs aktuell 270,90 € +/– in % -17,1 Neuer Stopp 250,00 € Kursziel 330,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

ÖSTERREICH

Lenzing 852927 / AT0000644505 26,60 –0,2 –7,5 35,30 / 21,80 26,85 0,8 2,8 –1,39 –0,35 — 0,0 1,9 28,60 0 3 1

Mayr-Melnhof 890447 / AT0000938204 76,80 –3,8 –1,5 91,20 / 66,40 76,91 0,7 13,0 11,25 8,12 9,5 4,4 3,3 93,90 0 2 0

OMV 874341 / AT0000743059 45,10 –2,0 21,3 49,02 / 36,14 43,92 0,8 3,1 5,09 5,72 7,9 10,0 9,7 49,48 7 5 0

Palfinger 919964 / AT0000758305 35,80 –0,4 86,5 39,75 / 18,76 29,56 1,5 5,5 2,93 3,55 10,1 2,6 3,1 43,98 4 1 0

Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 28,58 –3,4 45,9 31,80 / 16,47 24,77 0,5 — 3,82 5,15 5,6 5,2 5,7 26,88 6 1 0

SBO 907391 / AT0000946652 25,95 –0,6 –12,8 37,10 / 25,85 31,18 0,8 5,8 2,62 3,30 7,9 6,4 6,9 39,78 4 0 0

Telekom Austria 588811 / AT0000720008 9,41 –3,1 23,3 10,16 / 7,41 8,88 1,2 3,3 1,00 1,05 8,9 4,7 5,0 10,17 1 5 0

Verbund 877738 / AT0000746409 61,00 0,3 –11,8 78,50 / 58,80 67,12 1,9 9,3 4,28 3,34 18,3 3,5 2,8 63,91 0 6 4

Voestalpine 897200 / AT0000937503 29,02 2,5 60,2 29,52 / 16,81 22,97 0,7 3,8 2,22 3,03 9,6 2,3 3,1 29,57 3 6 0

Wienerberger 852894 / AT0000831706 29,06 2,0 9,6 36,84 / 24,38 30,33 1,1 13,8 2,16 2,83 10,3 3,3 3,7 37,12 2 2 0

WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN

Accor 860206 / FR0000120404 41,10 –0,3 –11,7 50,98 / 36,16 45,22 2,0 11,6 2,16 2,56 16,1 3,2 3,6 52,55 10 3 0

Agnico-Eagle Mines 860325 / CA0084741085 137,70 6,2 83,2 142,0 / 70,00 100,85 3,4 14,5 6,12 6,43 21,4 0,9 0,9 126,83 10 3 1

Akzo Nobel A2PB32 / NL0013267909 61,12 –1,1 6,9 64,40 / 49,30 58,17 2,2 10,9 4,13 4,54 13,5 3,3 3,4 69,50 8 6 0

Alibaba A117ME / US01609W1027 139,80 4,3 73,0 142,0 / 78,40 105,43 2,5 17,3 6,68 8,66 16,1 0,6 0,7 141,95 32 3 0

Anglo American PLC A41BF3 / GB00BTK05J60 29,00 –1,7 –9,2 35,06 / 22,44 28,87 2,0 8,5 0,71 1,34 21,6 0,8 1,8 27,64 4 9 0

ANZ Group Holdings A3D4V6 / AU000000ANZ3 18,52 –0,1 9,3 19,78 / 14,22 17,09 1,4 — 1,21 1,28 14,4 4,8 4,8 17,42 1 8 1

ArcelorMittal A2DRTZ / LU1598757687 30,16 2,0 36,3 31,87 / 20,50 26,53 0,5 5,6 3,25 3,99 7,6 1,6 1,7 30,76 6 6 0

BAE Systems 866131 / GB0002634946 22,47 –4,2 62,5 24,19 / 13,51 19,36 4,7 28,1 0,86 0,96 23,4 1,8 2,0 23,93 11 4 1

Baidu Inc. A0F5DE / US0567521085 109,80 12,5 33,4 119,6 / 66,20 81,47 1,1 10,7 6,64 7,40 14,8 0,0 0,0 98,82 18 12 0

Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 2,61 42,9 68,2 2,71 / 0,90 1,42 1,6 — –0,29 –0,24 — 0,0 0,0 1,00 2 9 4

Bank of China A0M4WZ / CNE1000001Z5 0,47 –3,7 –5,6 0,57 / 0,41 0,50 0,5 — 0,09 0,09 5,4 5,7 5,9 0,57 10 3 0

Barclays 850403 / GB0031348658 4,45 –0,6 39,9 4,48 / 2,57 3,75 0,8 — 0,48 0,59 7,6 2,3 2,6 4,71 6 3 0

Barrick Gold A417GQ / CA06849F1080 30,43 23,4 102,6 30,51 / 14,60 18,12 2,3 9,8 1,73 2,20 13,8 1,5 1,3 25,40 9 8 0

BHP Group 850524 / AU000000BHP4 22,44 –1,6 –4,7 28,50 / 18,30 22,67 2,8 7,6 1,71 1,68 13,4 3,8 4,1 24,06 2 10 0

BYD CO A0M4W9 / CNE100000296 11,57 –2,1 5,1 17,69 / 9,58 13,49 3,8 6,4 0,54 0,70 16,6 1,3 2,0 14,85 19 2 1

Capgemini 869858 / FR0000125338 122,15 0,2 –21,8 199,45 / 117,6 144,65 1,8 8,8 11,59 12,42 9,8 2,8 2,9 174,14 9 2 0

China Life A0M4XJ / CNE1000002L3 2,29 –6,6 28,8 2,74 / 1,44 1,96 1,0 — 0,35 0,31 7,3 3,6 3,8 2,70 8 4 1

CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 5,51 –2,9 8,0 6,18 / 4,49 5,22 0,4 3,5 0,62 0,67 8,2 4,8 5,0 6,68 5 0 0

CSL 890952 / AU000000CSL8 110,52 –4,0 –33,7 185,74 / 109,32 143,64 3,3 19,5 5,51 6,12 18,0 2,2 2,4 158,41 9 4 0

Engie A0ER6Q / FR0010208488 18,18 –1,4 19,7 20,02 / 14,62 17,76 1,3 4,2 1,94 1,83 9,9 7,4 7,3 21,26 10 3 0

Equinor ASA 675213 / NO0010096985 21,00 0,6 –5,6 25,44 / 19,26 22,03 1,6 3,2 2,42 2,53 8,3 6,1 6,4 21,54 4 9 7

Ericsson B 850001 / SE0000108656 7,08 4,6 –9,9 8,51 / 6,00 7,28 2,6 9,9 0,56 0,54 13,2 3,8 4,0 7,09 3 8 3

Eurofins Scientific A2QJCT / FR0014000MR3 62,42 –1,6 28,4 69,20 / 44,29 55,44 2,2 9,6 3,71 4,12 15,2 1,0 1,1 64,36 3 8 1

Franco-Nevada A0M8PX / CA3518581051 183,15 7,7 61,4 183,35 / 105,4 140,85 5,9 29,7 4,27 4,89 37,5 0,7 0,7 175,26 7 6 0

Galp Energia A0LB24 / PTGAL0AM0009 15,64 –2,6 –6,2 17,30 / 12,65 15,51 2,4 8,0 1,22 1,28 12,3 4,1 4,2 18,93 11 7 0

Generali 850312 / IT0000062072 33,01 –0,3 20,7 35,05 / 25,05 31,48 1,6 — 2,79 3,03 10,9 4,8 5,2 33,16 3 5 1

Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 3,70 5,2 –13,1 5,23 / 2,57 3,65 1,4 7,9 0,15 0,28 13,2 2,3 3,0 4,22 9 2 0

100 FOCUS MONEY 40/2025


ØRSTED

Schlappe für Trumps Luftnummer

Der dänische Energiekonzern Ørsted hat im Streit um einen nahezu fertigen Offshore-Windpark

vor Rhode Island einen juristischen Sieg errungen: Ein Bundesrichter in

Washington hob den von der US-Regierung verhängten Baustopp für das Projekt

„Revolution Wind“ auf. Was für Präsident Donald Trump, der Windkraft als „teuren

Witz“ bezeichnet, ein Rückschlag ist, feiern die Börsen: Die Aktie von Ørsted legte

kräftig zu und konnte sich damit vom Absturz im August erholen. Titel beobachten!

Orsted

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

50

40

30

20

10

Quelle: Bloomberg

ISIN DK0060094928 Empfohlen am 29.08.2025 Empfehlungs-Kurs 40,00 € Kurs aktuell 15,83 € +/– in % – 60,4 Neuer Stopp 14,00 € Kursziel 21,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Heineken A0CA0G / NL0000009165 64,74 –2,4 –5,9 82,70 / 63,60 73,23 1,8 8,1 4,78 5,18 12,5 3,0 3,1 88,16 11 5 0

Hennes & Mauritz 872318 / SE0000106270 14,03 5,1 8,7 16,13 / 11,13 12,68 5,6 12,4 0,61 0,70 20,0 4,5 4,8 12,07 0 12 6

Honda Motor 853226 / JP3854600008 9,78 3,6 4,5 9,93 / 7,43 8,89 0,5 4,3 0,83 — 1,08 — 9,1 — 4,3 4,6 9,91 5 8 0

ICBC A0M4YB / CNE1000003G1 0,62 –6,7 –1,8 0,71 / 0,52 0,64 0,5 — 0,12 0,12 5,1 6,0 6,1 0,77 12 1 0

Just Eat Takeaway A2ASAC / NL0012015705 20,24 0,2 49,5 20,24 / 10,44 17,90 0,9 18,9 –0,43 0,14 142,0 0,0 0,0 20,66 1 15 0

Kering 851223 / FR0000121485 274,10 7,2 15,3 282,85 / 153,54 215,56 2,2 10,8 5,84 7,99 34,3 1,2 1,5 212,87 3 13 1

Kone Corp. A0ET4X / FI0009013403 56,32 –1,8 19,5 58,22 / 45,11 52,75 9,8 19,8 2,06 2,26 25,0 3,3 3,5 55,31 5 8 2

Linde PLC A3D7VW / IE000S9YS762 403,80 –0,8 ±0,0 449,8 / 360,0 411,89 5,7 21,3 13,96 15,29 26,4 1,3 1,4 435,53 15 5 1

MTN Group 897024 / ZAE000042164 6,40 –3,0 37,9 8,50 / 4,04 5,96 1,6 3,4 0,59 0,74 8,7 2,9 3,4 8,15 5 2 1

Naspers A3EJLA / ZAE000325783 292,00 1,4 35,2 300,0 / 184,0 244,05 2,2 50,9 21,23 25,11 11,6 0,3 0,4 337,33 5 1 0

NEL A0B733 / NO0010081235 0,20 10,9 –14,0 0,44 / 0,17 0,21 0,9 — –0,03 –0,02 — 0,0 0,0 0,20 0 7 7

Nintendo 864009 / JP3756600007 73,38 –9,0 29,6 85,00 / 45,50 69,86 5,2 19,5 1,85 — 2,51 — 29,2 — 1,3 1,7 79,01 13 11 1

Nokia 870737 / FI0009000681 4,07 5,7 –5,3 5,00 / 3,48 4,35 1,1 11,4 0,27 0,33 12,3 3,4 3,7 4,45 6 7 2

Orange 906849 / FR0000133308 13,76 –0,7 42,9 14,57 / 9,33 12,18 1,2 4,2 0,85 1,24 11,1 5,6 5,7 14,99 10 6 0

Panasonic Hold. 853666 / JP3866800000 9,30 4,3 –5,5 12,07 / 7,41 9,68 0,8 5,4 0,75 — 1,12 — 8,3 — 3,0 3,5 11,69 10 2 0

Pernod Ricard 853373 / FR0000120693 87,94 –3,2 –19,3 139,85 / 84,56 97,27 1,4 10,4 7,05 6,49 13,5 5,1 5,3 108,61 6 10 1

Philips Elec. 940602 / NL0000009538 23,56 –1,7 –3,8 30,10 / 19,22 23,06 1,8 18,0 1,43 1,59 14,9 3,6 3,6 26,82 4 8 0

Prudential 852069 / GB0007099541 11,80 –0,8 55,3 12,10 / 7,10 9,70 1,9 — 0,87 1,00 11,8 1,9 2,1 13,52 7 0 0

Reliance Ind GDR 884241 / US7594701077 52,80 –0,8 –2,9 64,40 / 47,80 55,37 2,0 — 2,49 2,98 17,7 0,3 0,4 68,18 4 0 0

Samsung El. St.GDR 896360 / US7960508882 1295,00 10,7 47,5 1295 / 804,0 952,12 1,2 — 62,96 81,40 15,9 1,7 2,1 1277,46 3 2 0

Sibanye-Stillwater A2PWVQ / ZAE000259701 2,20 19,9 165,1 2,20 / 0,73 1,27 2,6 7,3 0,24 0,25 8,9 3,0 4,3 1,64 1 3 2

Softbank 891624 / JP3436100006 105,00 0,4 85,8 106,28 / 35,09 60,57 2,2 22,3 2,51 — 2,63 — 39,9 — 0,2 0,2 84,05 10 4 0

Sony 853687 / JP3435000009 25,01 1,1 23,2 25,66 / 15,97 22,16 3,1 14,8 1,04 — 1,16 — 21,6 — 0,6 0,6 27,05 17 4 0

Stellantis A2QL01 / NL00150001Q9 8,42 3,8 –32,7 14,63 / 7,32 9,97 0,3 4,5 0,81 1,87 4,5 1,5 5,8 9,33 2 16 2

Taiwan Semicond. 909800 / US8740391003 237,00 6,8 22,3 241,0 / 116,2 185,78 8,1 20,0 8,31 9,58 24,7 1,2 1,4 236,70 10 1 0

Telefónica 850775 / ES0178430E18 4,38 –3,7 11,1 4,89 / 3,75 4,36 1,3 2,6 0,25 0,34 12,8 6,9 6,9 4,42 2 14 3

Telia Comp. 938475 / SE0000667925 3,18 –3,2 19,8 3,48 / 2,57 3,09 2,6 5,2 0,18 0,20 16,3 5,8 6,0 3,28 4 10 0

Tencent A1138D / KYG875721634 69,10 –2,5 34,2 72,00 / 45,71 57,46 4,5 18,9 3,27 3,71 18,6 0,8 0,9 75,46 40 2 1

Tomra Systems A3DHA0 / NO0012470089 12,98 1,2 3,1 16,36 / 10,85 13,27 6,1 18,5 0,35 0,57 22,9 1,6 2,5 14,85 2 2 1

Toyota 853510 / JP3633400001 16,96 1,0 –11,2 19,55 / 14,00 16,52 1,0 6,9 1,48 — 1,75 — 9,7 — 3,2 3,6 18,13 10 4 0

Ubisoft Entert. 901581 / FR0000054470 9,87 15,1 –23,2 15,23 / 8,03 10,54 0,7 2,4 –0,32 1,03 9,6 0,0 0,0 12,49 2 10 1

Umicore A2H5A3 / BE0974320526 13,68 3,7 37,4 15,76 / 7,37 10,93 1,5 5,9 1,23 1,31 10,4 3,7 3,9 14,02 2 9 1

Vestas Wind Sys. A3CMNS / DK0061539921 15,87 2,4 18,9 21,06 / 10,93 14,20 3,9 9,5 0,72 1,03 15,4 1,1 1,7 18,84 11 8 1

Vodafone A1XA83 / GB00BH4HKS39 0,97 –4,4 19,1 1,04 / 0,73 0,88 0,4 2,8 0,09 0,10 9,7 4,8 4,9 0,99 4 8 2

Volvo B 855689 / SE0000115446 25,28 0,8 8,8 30,71 / 19,42 25,39 3,0 11,6 1,83 2,11 12,0 6,0 6,7 27,15 5 5 1

Wheaton Prec. Met. A2DRBP / CA9628791027 92,48 1,6 68,8 93,04 / 53,68 72,11 6,0 31,3 2,08 2,15 43,1 0,6 0,7 92,48 9 2 0

Woodside Petroleum A3DNGW / AU0000224040 12,94 –6,0 –9,8 16,74 / 10,26 13,68 0,8 4,2 1,00 0,68 19,1 6,2 4,1 15,20 2 9 0

Zijin Mining A0M4ZR / CNE100000502 3,20 –1,8 76,8 3,35 / 1,51 2,12 4,0 10,4 0,21 0,23 13,6 2,0 2,3 3,17 11 0 0

FOCUS MONEY 40/2025

101


moneyanalyse ETFs

L&G S&P 100 ETF

Top-100-Aktien der USA

Den US-Aktienindex S&P 500 und den Dow Jones mit seinen 30 Titeln kennen

alle Anleger. Mit dem neuen ETF auf den S&P 100 bietet der ETF-Anbieter L&G

nun auch eine Alternative dazwischen. Der Index umfasst die 100 größten börsennotierten

Unternehmen in den USA, die etwa zwei Drittel des S&P 500 ausmachen.

Die Wertentwicklung des S&P 100 wird physisch nachgebildet, inklusive

reinvestierter (Netto-)Dividenden. Der ETF ist seit dem 18. September handelbar.

S&P 100 Net-Total-Return-Index

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2016

+300

+200

+100

S&P 500 NTR

0

2016 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

ISIN IE000MU0FDZ8 Anbieter L&G Referenz-Index S&P 100 Index NTR Währung US-Dollar Ertragsverwendung thesaurierend Nachbildungsart physisch Kosten p. a. 0,15 %

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

LÄNDER

iShares Core DAX 593393 0,16 T 196,10 24,7 23,6 12,7

Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 221,85 24,9 23,8 12,8

Deka DAX ETFL06 0,15 A 88,69 24,6 23,6 12,7

iShares TecDAX 593397 0,51 T 32,09 10,0 10,2 2,9

Amundi TecDAX ETF ETF908 0,40 A 26,28 10,4 10,4 3,1

Deka MDAX LYX0R1 0,20 A 145,62 16,0 10,0 2,2

Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 50,19 16,1 9,9 2,1

Xtrackers ATX DBX0KJ 0,31 T 94,69 33,6 24,2 21,5

Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,31 A 133,12 4,7 8,1 7,4

Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 107,52 11,7 15,8 16,4

iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 606,70 11,7 15,7 16,4

Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 512,30 18,1 22,2 17,8

Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,07 T 167,15 12,3 16,0 16,1

Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,32 T 309,60 5,9 7,7 11,4

UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,10 A 38,00 9,9 15,7 16,7

UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 213,70 4,1 13,5 13,2

Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,10 A 45,91 10,8 14,2 14,4

iShares FTSE 100 (Acc) A0YEDM 0,07 T 211,50 10,7 14,4 14,4

Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 80,21 8,1 14,0 13,4

Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 139,38 10,2 15,4 14,0

Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,10 A 27,02 11,3 13,0 8,5

iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,12 T 57,01 10,9 12,3 8,4

Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,15 A 36,82 10,5 12,4 8,6

Amundi Japan TOPIX II A0ESMK 0,38 A 178,64 10,8 12,4 8,2

Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 17,83 42,7 9,2 –0,8

Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 15,69 37,5 3,4 3,3

iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 4,69 33,3 –0,3 0,4

Amundi MSCI India II LYX0BA 0,85 T 27,13 –17,9 2,6 12,2

REGIONEN

Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,12 T 117,45 11,9 15,2 14,6

Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,22 A 136,74 12,4 14,6 13,6

SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,12 T 237,25 12,7 14,7 13,7

iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 7,53 8,7 9,8 11,4

UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 155,16 4,5 13,6 12,2

Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 139,86 14,6 21,0 14,4

iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,10 A 55,20 14,9 21,1 14,6

iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 55,15 10,7 15,7 12,1

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,12 A 58,65 17,2 19,7 13,4

Amundi MSCI EMU Small Cap ESG LYX0W3 0,40 A 391,05 15,0 14,3 10,2

Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 100,62 10,6 15,6 12,4

iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 34,63 10,5 15,6 12,4

Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,32 T 65,94 10,1 13,6 9,1

iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 9,32 9,4 15,9 11,9

iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 68,64 –3,0 10,4 8,0

Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 43,32 17,2 10,8 6,2

Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 61,61 16,4 10,1 6,9

iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 T 36,81 15,0 10,1 7,8

iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 7,77 12,3 5,4 6,6

Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 16,55 13,9 5,4 12,7

THEMEN

iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 13,60 14,3 15,6 11,1

iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 94,86 17,9 21,2 17,3

iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 7,51 2,1 –13,2 –1,1

iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 10,06 13,7 15,9 6,5

VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 71,58 73,4 41,9 15,4

Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 44,67 –14,1 0,3 5,6

iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 6,94 –4,0 0,8 –0,8

Amundi MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 938,00 22,1 27,1 20,3

iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 34,80 22,9 29,7 23,6

Amundi MSCI New Ene. ESG Screened LYX0CB 0,60 A 29,83 9,5 –8,5 –1,6

VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 66,81 58,0 35,7 16,3

Amundi MSCI Water ESG Screened LYX0CA 0,60 A 67,95 2,3 11,2 10,9

BNP P. EASY ECPI Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 19,41 1,7 11,3 12,0

BNP P. EASY Low Carb. 100 Europe A2DPX9 0,30 T 257,35 –0,1 11,2 8,2

VanEck Defense UCITS ETF A A3D9M1 0,55 T 53,15 70,6 — —

STRATEGIEN

iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 32,12 13,9 10,9 13,6

SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 64,96 –5,2 1,7 10,9

SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 26,34 10,6 18,1 10,1

Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 41,47 0 5,4 7,5

iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,30 T 81,30 13,9 16,8 12,8

iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,30 T 46,37 15,6 14,2 15,1

VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 52,61 –3,0 6,4 9,6

Frankfurter ETF - Modern Value FRA3TF 0,54 T 158,90 15,1 — —

Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 316,95 8,7 9,0 7,2

102 FOCUS MONEY 40/2025


Zertifikate

PARTIZIPATIONSZERTIFIKAT AUF DEN NASDAQ-100

Währungsgesichert investieren

Der Nasdaq-100-Index hat in diesem Jahr um 17 Prozent auf Dollarbasis zugelegt.

Deutsche Anleger haben jedoch kaum drei Prozent verdient. Die Abwertung des

Dollars gegenüber dem Euro schadet heimischen Investoren. Mit einem Quanto können

Anleger diesem Problem entkommen. Das währungsgesicherte Partizipationszertifikat

auf den Nasdaq-100 hat in den vergangenen sechs Monaten 25 Prozent

zugelegt. Anleger sollten das Emittentenrisiko beachten.

Nasdaq-100

Kursindex in Tsd. Punkten

200-Tage-Linie

2020 21 22 23 24 2025

20

15

10

5

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000HU0DKH4 Emittent Unicredit Laufzeit endlos Kurs aktuell 223,19 € 1-Jahres-Performance 23,38 % Stoppkurs 195,00 €

Stand: 19.09.2025

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

THEMENZERTIFIKATE

3D Printing (UBS) UBS13D 86,14 0,1 1,0 20,9 Open End

5G Technology (VON) VA9H37 185,77 6,1 5,1 11,8 Open End

Aqua Index (VON) VF55L2 192,67 5,2 3,5 –2,1 Open End

Artificial Intelligence (VON) VL3SJB 441,07 9,8 10,3 21,8 Open End

Battery Energy Storage (VON) VL53BE 129,94 34,1 21,2 5,6 Open End

Bauwirtschaft Basket (RBI) RCB9FM 20,26 5,7 1,9 17,7 Open End

Belt and Road (VON) VF5Y6S 128,91 19,5 18,9 39,2 Open End

Best Age (HVB) HV3AGE 29,48 10,3 3,5 7,4 Open End

Bitcoin (VON) VQ63TC 790,57 1,9 16,6 58,3 Open End

Blockchain Technology (VON) VL9NBT 244,10 9,7 13,4 25,3 Open End

BRIC E-Commerce (HVB) HR0KPX 27,32 13,2 15,2 26,8 Open End

China Dragons 7 (SOG) SY59KE 16,58 10,5 –9,2 44,7 Open End

China Internet (VON) VP6CJ5 98,12 15,0 2,6 44,3 Open End

Circular World (VON) VE85VQ 165,42 5,4 4,6 –0,4 Open End

Cyber Security (VON) VS5ZCS 476,82 –1,2 2,9 20,5 Open End

Deutscher Maschinenbau (HVB) HV3DMB 24,76 4,5 9,0 16,6 Open End

Digital Marketplaces (VON) VN19ER 309,15 2,1 0,1 19,9 Open End

EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 48,55 0,5 18,0 –0,7 Open End

Erix (SOG) SG1ERX 112,50 3,9 10,6 –16,9 Open End

ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 89,01 0,7 –3,2 –8,1 Open End

Ethereum (DZ) DW541J 26,70 65,7 81,6 — Open End

Gene Therapy (VON) VA3BPR 90,76 2,6 –7,1 –24,0 Open End

German Mergers & Acquisi. (HVB) HU5JPC 39,08 2,4 5,8 6,8 Open End

Global Family Owned Co. (UBS) UBS1FA 163,78 –0,2 –0,6 0,4 Open End

Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 200,53 26,3 23,2 27,5 Open End

Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 272,07 10,6 21,7 33,8 Open End

Green Invest (ERG) EB013Z 17,13 2,2 2,2 2,5 Open End

Home Office Technology (VON) VP796R 166,41 7,1 10,8 21,1 Open End

Impact for Good (VON) VA9QNW 151,39 0,2 –0,6 –1,7 Open End

Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 310,14 10,5 8,5 13,4 Open End

Innovative Technologies (UBS) UBS1RU 290,06 17,5 24,4 27,9 Open End

Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 273,11 11,3 8,2 38,9 Open End

NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 527,86 8,8 –0,5 1,1 Open End

Robotics and Drones (UBS) UBS0RD 298,64 18,5 27,5 43,9 Open End

SGI Inflation Proxy (SOG) SN2F89 11,21 7,6 4,6 8,0 Open End

Smart Farming (VON) VA8HXD 124,46 –3,2 –4,1 –3,8 Open End

Smart Grid (VON) VT0DSG 414,50 11,9 13,5 20,8 Open End

Smart Mobility (SOG) SH9YES 74,30 41,0 40,7 — Open End

Social Media Titans (VON) VZ6ASM 363,66 19,2 32,0 59,0 Open End

Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 36,39 0,8 4,8 21,7 Open End

Uranium Mining (SOG) SH02Q8 14,20 33,6 70,5 28,6 Open End

STRATEGIEZERTIFIKATE

CROCI Euro (DB) DB091Z 365,33 –2,1 1,0 6,2 Open End

CROCI Germany (DB) DB0WKS 330,97 –0,8 2,2 9,5 Open End

DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 66,68 0,8 9,5 19,7 Open End

DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 167,26 –0,3 9,9 41,3 Open End

DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 82,92 –5,2 –1,9 4,4 Open End

DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 129,04 2,6 6,2 24,7 Open End

Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 119,74 0,4 1,0 3,1 Open End

Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 226,58 4,8 16,2 39,0 Open End

Europ. Buyback (SG) A12V1Y 28,50 5,2 15,2 25,0 Open End

Europ. High Div. Low Vola. (VON) VZ7HDL 142,60 –2,4 –2,7 –1,2 Open End

European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 1886,76 –0,4 –2,5 –0,1 Open End

Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 283,59 9,8 29,0 73,6 Open End

Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 465,26 1,6 –0,9 4,4 Open End

RADA Strategy Dax (UBS) UB0C7S 197,18 0,0 –5,8 4,1 Open End

RADA Strategy E. Stoxx 50 (UBS) UB0C7T 166,36 0,0 –5,7 1,3 Open End

Value Investoren (UBS) UBS1SV 463,20 6,6 4,7 15,0 Open End

REGIONENZERTIFIKATE

Baix (HVB) HVB4BY 132,30 –1,7 1,7 17,4 Open End

CECExt (RBI) RCB3R3 18,16 5,9 8,9 35,7 Open End

Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 134,09 2,2 –1,8 –4,0 Open End

ROHSTOFFZERTIFIKATE

Bloomberg Commodity (RBI) RCB9UP 8,66 –1,8 –10,6 –1,1 Open End

Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 105,39 1,8 –2,0 3,0 Open End

Brent Oil (SOG) CU0L1S 79,59 –1,7 –12,4 –8,5 Open End

CO2-Emissionsrechte (SOG) SH755G 85,26 8,3 13,0 16,2 Open End

Gold Quanto (DB) DB0SEX 313,24 15,6 26,9 49,7 Open End

Kupfer Comex (RBI) RC0EPT 3,19 –9,6 –22,2 –3,6 Open End

Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 36,92 –6,0 –16,7 –6,2 Open End

Silber Quanto (HVB) HV2XAG 34,67 29,8 38,1 58,7 Open End

EMITTENTEN: BNP BNP Paribas

DB Deutsche Bank

DZ Bank

ERG Erste Group

GS Goldman Sachs

HVB HypoVereinsbank

LEO Leonteq

MS Morgan Stanley

RBI Raiffeisen Bank International

SOG Société Générale

UBS UBS

VON Vontobel

FOCUS MONEY 40/2025

103


moneyanalyse Top-Fonds

Die besten Aktienfonds

Der FPM Stockpicker Germany All Cap C setzt auf deutsche Small- und Mid-Caps, der ASVK Substanz & Wachstum bietet globale

Flexibilität und aktive Renditechancen, und der Abaris Technology Opportunities A USD fokussiert sich auf Technologieunternehmen

Starke Performance

Der FPM Funds Stockpicker Germany All Cap C hat sich in den letzten zwölf Monaten mit einer Rendite von 37,3 Prozent

überdurchschnittlich entwickelt. Im Vergleich zur Kategorie „Deutschland Small/Mid-Cap Equity“ liegt der Fonds im oberen

Quartil. Seit seiner Auflage am 29. Januar 2001 verfolgt der Fonds einen Value-Ansatz.

Aktien Deutschland ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

FPM Funds – Stockpicker Germany All Cap

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

TOPS

FPM Stockpicker Germany All Cap C LU0124167924 37,3

MEAG ProInvest A DE0009754119 35,7

MPPM Deutschland R LU0993962298 32,9

550

500

FLOPS

Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland A LU0360172109 – 11,9

Werte&Sicherheit Deutsche Aktien Plus P DE000A3CT6N7 – 5,6

CSR Aktien Deutschland Plus R DE000A2P37R0 – 2,7

450

400

23.9.24 1.1.2025

23.9.

Flexibler Mischfonds auf der Überholspur

Der ASVK Substanz & Wachstum Fonds wird von Alexander Strässer geleitet, der seit der Auflage im Jahr 2007 für das Management

verantwortlich ist. Mindestens 25 Prozent des Fondsvermögens werden in Kapitalbeteiligungen wie Aktien und Aktienfonds

investiert. Die laufenden Kosten liegen im oberen Bereich, was bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollte.

Mischfonds ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

ASVK Substanz & Wachstum UI

TOPS

ASVK Substanz & Wachstum DE000A0M13W2 59,7

M&W Capital LU0126525004 52,6

Globale Trends innovativ R DE000A3CNGU6 37,3

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

90

80

70

FLOPS

Pardus Global UI DE000A2JF7R6 – 9,2

PP Global Balanced Thes AT0000A0M5C5 – 7,8

boerse.de-Weltfonds TM LU1839896005 – 7,6

50

23.9.24 1.1.2025 23.9.

60

US-Konzerne sorgen für Kursanstieg

Der Fonds hat sein Domizil in Luxemburg, investiert in US-Dollar und thesauriert die Erträge. In den letzten zwölf Monaten erzielte

er eine Rendite von 148,7 Prozent. Thematisch liegt der Fokus auf Technologieunternehmen, ergänzt durch zyklische

Konsumgüter, Kommunikationsdienste, Industrie- und Basismaterialien. Geografisch stehen die USA im Vordergrund.

TOPS

FLOPS

Aktien Tech ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

Abaris Technology Opportunities A $ LU1683490418 148,7

BIT Gl Technology Leaders R - I DE000A2N8127 85,1

Superfund Black Blockchain EUR LI1231315725 80,6

JPM Europe Dyn Technologies A dist € LU0104030142 1,6

UBS (L) AI and Robotics Eq B $ LU1330433571 3,0

AXA WF Robotech A Cap € LU1536921650 3,4

Abaris Technology Opportunities

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

100

80

60

40

23.9.24 1.1.2025 23.9.

Daten: FVBS professional; Charts Bloomberg

104 FOCUS MONEY 40/2025


Kryptowährungen / Kalender

Beim Krypto-Update arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit Coinshares zusammen, einem weltweit führenden

Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Jede Woche stellen Experten des Research-Teams wichtige

Entwicklungen auf dem Kryptomarkt vor. Diese Woche: Luke Nolan, Senior Research Associate bei Coinshares

Eine gute Kaufgelegenheit

Am 22. September erlebten die Kryptomärkte einen der turbulentesten

Handelstage in der jüngeren Vergangenheit: Innerhalb von 24 Stunden wurden

Krypto-Positionen im Wert von mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar zwangsweise

liquidiert. Solche Ereignisse treten dann auf, wenn Anleger mit Hebel

wetten und die Kurse gegen sie laufen. Dann sind die Börsen irgendwann

gezwungen sind, Positionen zu verkaufen, um die Schulden zu decken.

Besonders stark betroffen war diesmal die zweitgrößte Kryptowährung

Ether (Ethereum) mit der größten Ein-Tages-Liquidation seit dem Jahr

2021. Insgesamt handelte es sich außerdem um den größten Ausverkauf

seit fast zwei Jahren, was ein Hinweis auf überfüllte und stark gehebelte

Positionen ist. Von „überfüllt“ spricht man, wenn sich übermäßig viel

Kapital auf dieselben Trades konzentriert, wodurch die Positionen anfällig

für plötzliche Kursumkehrungen werden.

Historisch betrachtet bereiten solche Marktbereinigungen jedoch oft

den Boden für eine stabilere Kursrally. Denn durch den Abbau der zahlreichen

Hebelpositionen rücken die Fundamentaldaten wieder stärker

in den Fokus. Zwar bleibt der Ausblick unsicher, doch in der Vergangenheit

boten vergleichbare Ereignisse häufig die Gelegenheit, Positionen

zu attraktiveren Niveaus neu aufzubauen.

Massive Zwangsliquidierungen

Gesamte Liquidationen aller Krypto-Assets

Anzahl in Milliarden

pro Tag

Short-Liquidationen

Long-Liquidationen

2023 2024 2025

Top-5 Kryptowährungen

1)

Marktkapital.

in Mrd. Euro

1,0

0

–1,0

–2,0

Wertentwicklung 2)

1 Monat 3 Monate 1 Jahr

1 Bitcoin 1910 –1,7% 7,5 % 77,6 %

2 Ethereum 431 –12,1% 73,0 % 58,4 %

3 XRP 146 –5,2% 30,7 % 385,8 %

4 Solana 101 5,0 % 53,9 % 49,2 %

5 Tron 27 –6,8% 24,7 % 124,3 %

Stand: 23.09.25; 1) ohne Stable-, Meme- und Exchange-Coins, 2) auf Euro-Basis

Quelle: Coinshares

Quelle: Coinshares

Ausblick: Die zwei Top-Termine der nächsten Woche

29.09.2025 MESSE IAC 30.09.2025 ARBEITSMARKT

Großes Raumfahrttreffen

Heute startet im australischen Sydney das

weltweit wichtigste Treffen der Raumfahrtszene

– der Jahreskongress der International Astronautical

Federation (IAF beziehungsweise

IAC). Dieser dauert bis zum 3. Oktober. Dort treffen

sowohl staatliche Akteure, etwa von der USamerikanischen

Nasa, wie auch Vertreter aus

der Industrie zusammen. Die Veranstaltung findet

bereits seit 1950 statt. In diesem Jahr liegt

der thematische Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit

bei Missionen im All (offizielles Motto: „Sustainable

Space: Resilient Earth“). Angesichts der

zunehmenden Kommerzialisierung des Sektors

könnte dieser Gesichtspunkt zukünftig eine

wichtigere Rolle spielen. Gut möglich, dass das

Branchentreffen auch Aktien des Segments

neuen Schub verleiht.

Zahlen für den September

An diesem Tag veröffentlicht die Bundesagentur

für Arbeit mit Sitz in Nürnberg ihren

Arbeitsmarktbericht für den Monat September.

Börsianer achten genau auf Daten zur Entwicklung

der Jobsituation, da sie Rückschlüsse

auf die allgemeine konjunkturelle Lage und

die Ausgabeneigung der Konsumenten zulassen.

Aber auch der Einfluss des Arbeitsmarkts

in der größten Volkswirtschaft der Eurozone

auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank

ist ein Grund für Investoren, dort besonders

genau hinzusehen.

Im August war die Zahl der Arbeitslosen aufgrund

von Saisoneffekten auf 3,025 Millionen

angestiegen, während die saisonbereinigte

Arbeitslosigkeit leicht gesunken war. Die

Arbeitslosenquote betrug 6,4 Prozent.

Jobvermittler:

Die Bundesagentur für

Arbeit veröffentlicht ihre

Septemberzahlen

Was noch passiert: +++ Der US-Logistiker Fedex lädt zur jährlichen Hauptversammlung +++ Die Betreibergesellschaft

der gleichnamigen Baumarktkette Hornbach Holding veröffentlicht Zahlen zum zweiten Quartal

+++ Levi Straus, legendärer Jeanshersteller aus San Francisco, berichtet über das dritte Jahresviertel +++

FOCUS MONEY 40/2025

Fotos: Adobe Stock 105


moneyinside

ANDREAS KÖRNER,

Chefstratege Alpha Cap Report

und Ex-Wertpapierhändler

D

z

b

T

ANDIS BÖRSEN-BAROMETER

Was der Gini-Koeffizient Anlegern verrät

Viele dürften den Gini-Koeffizienten,

benannt nach dem italienischen Statistiker

Corrado Gini (1884 bis 1965), aus der

Gesellschaftsforschung kennen. Dort gibt

er die Gleich- beziehungsweise Ungleichverteilung

von Vermögen wider. Der Koeffizient

kann Werte zwischen null und

eins annehmen, wobei null einer vollständigen

Gleichverteilung und ein Wert von

eins einer kompletten Konzentration bei

einem Mitglied der Gruppe entspricht.

Der Gini-Koeffizient kann aber auch die

Konzentration von Aktien in einem Index

angeben. HQ Trust, das Family-Office der

Industriellenfamilie Harald Quandt, hat

dazu die elf Sektoren, in die der Indexanbieter

MSCI das Aktienuniversum traditionell

unterteilt, anhand der Sektorindizes

untersucht. Hier würde ein Wert von null

bedeuten, dass alle Titel exakt gleich gewichtet

sind. Bei einem Koeffizienten von

eins würde eine einzige Aktie den gesamten

Index bestimmen. Um die aktuellen

Stände des Gini-Werts einordnen zu können,

wurden sie mit jenen seit 1998 verglichen.

Die zentralen Aussagen der Studie:

Der Gini-Koeffizient über alle Sektoren ist

in den USA mit aktuell 0,69 sehr nah an

seinem Hoch aus dem Jahr 2000 – rund

um die Dotcom-Bubble. In Europa hingegen

befinde sich das Maß der Ungleichheit

mit 0,58 im historischen Vergleich

eher im niedrigen Bereich. Am geringsten

war es mit 0,54 Anfang 2021. In den

USA würden nur drei der elf Sektoren

eine höhere Konzentration aufweisen als

der Gesamtindex: Technologie, Kommunikation

und zyklischer Konsum, was daran

liege, dass in diesen drei Sektoren

die Magnificent Seven enthalten sind. Besonders

niedrig ist der Gini-Koeffizient

aktuell und historisch bei den Materialien,

den Immobilien-AGs und den Versorgern.

Ebenfalls bemerkenswert: In Europa ist

derzeit kein einziger Sektor so konzentriert

wie der MSCI USA. Relativ hoch sei

der Gini-Koeffizient in Europa in den Sektoren

Gesundheit, Tech und Energie.

Sehr niedrig in der Immobilienbranche.

Das Fazit von HQ: Ein niedriger Gini-

Koeffizient ist nicht automatisch besser

als ein hoher Wert: Er kann etwa darauf

hindeuten, dass der Sektor keine dominierenden

Marktführer hat. Und: Anleger

sollten die Konzentration innerhalb

eines Sektors daher im Kontext ihres gesamten

Portfolios betrachten.

DAS GELD-GESPRÄCH

„Familiengründung war mein

bestes Investment“

von RUBEN GIULIANO

Geld ist für Sie…

Ein Mittel zum Zweck. Es gibt Sicherheit

und eröffnet Möglichkeiten, aber es ist

nie das Ziel an sich. Viel wichtiger ist,

was man damit bewirken kann.

Was war Ihr letzter Fehlkauf?

Ein Fahrrad ohne Gangschaltung. Ich

dachte, es wäre praktisch und unkompliziert,

aber im Alltag hat sich schnell

gezeigt, dass mir die Flexibilität fehlt.

Und was Ihr bestes Investment?

Die Entscheidung, eine Familie

zu gründen, hat mein Leben auf

TIM SCHRÖDER,

Geschäftsführer des

Bundesverbands

öffentlich bestellter

und vereidigter sowie

qualifizierter Sachverständiger

(BVS)

schönste Weise bereichert.

Was kann man mit Geld nicht kaufen?

Gesundheit, echte Freundschaften und

Zeit mit den Menschen, die einem am

Herzen liegen.

Was ist für Sie Geiz?

An der falschen Stelle zu sparen – vor

allem bei Freunden und Familie. Großzügigkeit

zeigt Wertschätzung und

Verbundenheit, und gerade im engsten

Kreis sollte man nicht kleinlich sein.

Welchen Spartipp sollte jeder kennen?

Zum Beispiel das Licht auszuschalten,

wenn man einen Raum verlässt. Solche

einfachen Maßnahmen sparen nicht nur

Geld, sondern schonen auch die Umwelt.

Was ist für Sie Verschwendung?

Achtlos mit Zeit und Geld umzugehen.

106 Foto: J.A. Wolff

FOCUS MONEY 40/2025


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moneyrating-spezial

BESPRECHUNG: Vor

einem gesundheitsbedingten

Jobverlust ist niemand

gefeit – da balanciert jeder

nah am Abgrund

BERUFSUNFÄHIGKEIT

Das unterschätzte Risiko

Bezüglich der Gefahren eines krankheitsbedingten Jobverlusts klaffen Wahrnehmung und

Realität weit auseinander. Zudem ist vielen Menschen der finanzielle Wert ihrer Arbeitskraft

gar nicht bewusst. Doch mit den besten Berufsunfähigkeitspolicen sind Sie gut geschützt

von WERNER MÜLLER

2 Titel: Adobe Stock

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


Die angeblich ach so risikoscheuen Deutschen scheinen

ab und an doch mal ganz gern mit dem Feuer zu spielen

– ob bewusst oder unbewusst. Anders ist kaum zu

erklären, wie und womit sie ihren persönlichen Absicherungsbedarf

gestalten. Denn so mancher hat weitgehend

überflüssige Policen wie für Reisegepäck, Brillen, Tickets,

Elektronik, Handy, Autoinsassen oder die Hochzeit in seinem

Versicherungsportfolio. Auch eine private Unfallversicherung,

die immerhin mehr als jeder Dritte abgeschlossen hat,

mag zwar in Einzelfällen sinnvoll sein – aber erst, wenn andere

existenziellere Risiken abgesichert sind. Dazu zählt vor

allem die Absicherung der eigenen Arbeitskraft, die selbst

eher versicherungskritisch eingestellte Verbraucherschützer

als enorm wichtig erachten.

Verzerrte Wahrnehmung. Doch gerade in puncto Risikobewusstsein

scheint es bei den Bundesbürgern zu hapern. So

zeigt eine Yougov-Umfrage im Auftrag von Swiss Life gleich

ein ganzes Bündel an falschen Einschätzungen: 70 Prozent

der Befragten glauben etwa, ihrem Beruf gesund bis zum Renteneintritt

nachgehen zu können. Tatsächlich aber wird jeder

vierte Berufstätige im Lauf seines Arbeitslebens mindestens

einmal berufsunfähig (BU). Sei es dauerhaft oder

zumindest temporär, weil beispielsweise Krebserkrankungen

oder ein Burn-out die Ausübung des Jobs unmöglich machen.

Auch dabei sieht die Realität ganz anders aus als von den

meisten gedacht: Fast die Hälfte der Befragten hat Angst, an

Krebs zu erkranken, aber nur neun Prozent befürchten eine

Depression. Die Realität zeigt jedoch, dass erheblich mehr

Beschäftigte wegen psychischer Probleme ihren Beruf an den

Nagel hängen müssen als wegen Krebsneubildungen (s. Grafik

Mitte). Und die Bürger liegen sogar bei den besonders gefährdeten

Risikogruppen oft daneben. Richtig ist zwar, dass

es bei körperlichen Tätigkeiten häufiger zum BU-Fall kommt,

aber auch Bürojobs im kaufmännischen oder akademischen

Bereich sind keinesfalls so gefahrlos wie gedacht. Schließlich

können Burn-out, Rückenleiden, Herzanfall & Co. alle Menschen

treffen – jederzeit und überall.

Schutz für die Realität. Und wenn es so weit kommt, hat

das in aller Regel auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen.

Fällt nämlich das regelmäßige Einkommen weg,

dürften nur die wenigsten dies aus anderen Quellen kompensieren

können. Daher ist die finanzielle Absicherung für den

Ernstfall so wichtig. Zielgenau schützt da vor allem eine separate

BU-Police, die dann eine vereinbarte monatliche BU-

Rente auszahlt. Denn: „Die BU-Versicherung versichert den

konkret ausgeübten Beruf und nicht nur die allgemeine

Erwerbsfähigkeit“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer

des Analysehauses Franke und Bornberg.

Die dafür fälligen Beiträge richten sich nach der Höhe der

versicherten BU-Summe, der Laufzeit der Police sowie dem

Alter, Beruf und Gesundheitszustand der Versicherten. Deshalb

sollte sich jeder und jede frühzeitig darum kümmern.

Denn für Jüngere ist der BU-Schutz nicht nur günstiger zu

haben, sie trifft auch eine höhere Wahrscheinlichkeit für den

Ernstfall. Grund: Sie haben noch ein langes Arbeitsleben

vor sich, in dem viel passieren kann. Welche Policen sich

bestens für welche Berufsgruppen eignen, lesen Sie auf den

folgenden Seiten.

FOCUS MONEY 40/2025

Geringe Verbreitung

Nur etwa jeder fünfte Bundesbürger hat zu seiner

Arbeitskraftsicherung eine BU-Police abgeschlossen.

Dabei sind die Risiken eines Jobverlusts für jeden

hoch und die finanziellen Auswirkungen erheblich

Haben Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

in Prozent der Befragten

Ja 21,3

Nein, überlege, eine

abzuschließen 5,3

Nein, möchte aktuell

keine abschließen 36,9

weiß nicht,

keine Angabe 16,5

Quellen: LV 1871, Civey

Vielfältige Ursachen

Zahlreiche Gründe führen dazu, dass Menschen

krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. Besonders

oft liegt das am labilen Nervenkostüm. Aber

nur zu 7,4 Prozent an Unfällen und Verletzungen

Ursachen für Berufsunfähigkeit

Anteile 2025 in Prozent

Sonstige

Krankheiten des

Nervensystems

Krankheiten des

Kreislaufsystems

Unfälle und

Verletzungen

bösartige Neubildungen

(Krebs)

Quelle: Franke und Bornberg 2025

6,3

6,6

7,4

13,4

17,8

29,2

19,4

psychische Krankheiten u.

Verhaltensstörungen

Krankheiten des

Muskel-Skelett-Systems

und Bindegewebes

Längere Bearbeitung

Vom Eingang eines BU-Leistungsantrags bis zur Entscheidung

vergehen knapp sechs Monate. Nur bei

Krebsneubildungen fällt diese deutlich schneller.

Anerkennungen erfolgen früher als Ablehnungen

Zeit bis Leistungsregulierung nach Erkrankungen

Mittelwerte in Tagen

psychische Krankheiten/

Verhaltensstörungen

Verletzungen/Unfälle

Muskel-Skelett-System,

Bindegewebe

Nervensystem

Anerkennung Ablehnungen

Kreislaufsystem

Quelle: Franke und Bornberg 2025

Krebs

0 40 80 120 160

3


moneyrating-spezial

BEWERTUNG

Was den besten BU-Schutz auszeichnet

Gemeinsam mit den Experten der Ratingagentur Franke

und Bornberg (FB) hat FOCUS MONEY wieder die besten Policen

der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ermittelt. Die

ausgezeichneten Angebote müssen dabei eine nachgewiesene

Bonität, faire Versicherungsbedingungen und eine

gute Beitragskalkulation bieten. Die Einzelkategorien werden

jeweils mit Schulnoten bewertet und zu einer Gesamtnote

zusammengefasst. Dafür zählt die Finanzstärke des

Anbieters (s. rechts) zu 20 Prozent, das FB-Rating des Kleingedruckten

(s. unten) zu 40 Prozent und die Beitragshöhen

(s. rechts unten) ebenfalls zu 40 Prozent. Dargestellt sind in

den Tabellen nur die Gesellschaften, die eine „hervorragende“

oder eine „sehr gute“ Bewertung erreichen (s. Gesamtnoten)

– pro Notenstufe in alphabetischer Reihenfolge.

Separat abgebildet werden dabei sechs verschiedene

Musterberufe, unterteilt

in Serviceversicherer

mit größerem persönlichem

Beratungsangebot

und in die nur

online abschließbaren

Direkttarife.

GESAMTNOTEN

Gesamtnote

Bewertung

1,00 bis 1,49 Hervorragend

1,50 bis 1,99 Sehr Gut

Faire Vertragsbedingungen gestaltet

FB-Tarifrating

FB-Rating

Stabilitätsrating

Rating

Schulnote

FFF+ 0,5

FFF 0,6 bis 1,5

FF+ 1,6 bis 2,5

FF 2,6 bis 3,5

F+ 3,6 bis 4,5

F 4,6 bis 5,5

F– 6,0

Schulnote

FFF+ 1

mmm+ 1,5

mmm 2

mm 2,5

m 3

m– 4

Für die Bewertung der konkreten Versicherungsbedingungen

je Tarif prüfen die Versicherungsexperten

von Franke und Bornberg

(FB) genau, ob die Regeln des Kleingedruckten

transparent, flexibel und kundenfreundlich

gestaltet sind. Denn nur allzu oft finden sich

die Fallstricke einer Police im schwer durchschaubaren

Dickicht der Klauseln. Deshalb

konzentrieren sich die FB-Prüfer ausschließlich

auf das Bedingungswerk sowie die Vertragsunterlagen.

Denn nur auf deren Basis

kann der Kunde im Zweifel auch einen berechtigten

Anspruch durchsetzen.

Die Prüfergebnisse fassen die FB-Analysten

in einem eigenen Tarifrating zusammen. Es

besteht aus einer zentralen Aussage, die in

unterschiedlichen Ratingklassen ausgedrückt

wird – von „FFF+“ für hervorragende Bedingungen,

„FFF“ für sehr gute, „FF+“ für gute

und so weiter bis zum Schlusslicht „F–“, das

ungenügende Vertragsbedingungen kennzeichnet.

Dabei vergibt FB für jeden geprüften

Tarif auch konkrete Schulnoten, die aus

der FB-Analyse so in die Gesamtnote für den

Leistungsteil übernommen werden. Es kann

daher also auch innerhalb einer Ratingklasse

zu unterschiedlichen Benotungen kommen (s.

Tabelle links oben).

Daneben gibt es ein gesondertes BU-Unternehmensrating,

bei dem die teilnehmenden

Versicherer bereit sind, sich einer intensiven

Prüfung ihres gesamten Umgangs mit dem Risiko

Berufsunfähigkeit zu stellen. Dieses hohe

Maß an Transparenz zeigen nur wenige Gesellschaften,

die dafür im FFF-Schema ein BU-Rating

erhalten. Nicht ganz so hochwertig ist die

größtenteils auf öffentlich zugänglichen Daten

beruhende BU-Stabilität des map-reports, der

ein mmm-Schema verwendet. Die so kombinierten

BU-Stabilitätsnoten werden in entsprechende

Schulnoten überführt und bewertet

(s. Tabelle links unten und Kasten rechts). Zwei

Ausnahmen: Canada Life ist der einzige Versicherer,

dessen Bruttotarife gleich den Nettotarifen

sind. Er nimmt also das Risiko möglicher

Fehlkalkulationen auf die eigene Kappe. Daher

ist die Bewertung der BU-Stabilität entbehrlich,

denn der Kunde muss keine Beitragserhöhungen

befürchten. Und Die Bayerische hat derzeit

kein Stabilitätsrating.

4 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 40/2025


DURCHBLICK: Nur wer alle

wichtigen Parameter kennt,

kann schlechten von gutem

BU-Schutz unterscheiden

Gute Bonität nachgewiesen

Die Finanzstärke der Versicherer sollten Kunden nicht aus dem Auge verlieren und bereits

vor Vertragsschluss als ein wichtiges Entscheidungskriterium miteinbeziehen. Denn

Versicherte müssen sich darauf verlassen, dass die gewählte Gesellschaft über die gesamte

Vertragslaufzeit finanziell solide aufgestellt ist, die zugesagten Leistungen auch

dauerhaft erfüllen kann sowie in der Lage ist, die zu zahlenden Beiträge möglichst gering

und stabil zu halten (s. auch Kästen unten). Das können aber nur Anbieter gewährleisten,

die ihre eigenen Finanzen gut im Griff haben.

Geprüft und bewertet wird das von verschiedenen renommierten Ratingagenturen.

Da sich die Bonitätsurteile der Analysehäuser jedoch sowohl bei den Prüfkriterien als

auch bei der verwendeten Notenskala teils deutlich unterscheiden, werden die konkreten

Finanzstärke-Aussagen

in Schulnoten

übersetzt (s. rechts). Es

zählt jeweils das beste

Urteil. Von wem dieses

stammt, ist in den Tabellen

angegeben. Die

zwei Ratings von Assekurata

werden dort

durch den Zusatz „B“

(Bonität) und „U“ (Unternehmensrating)

kenntlich gemacht.

Noten Finanzstärke-Urteile

S&P Fitch Moody’s A.M. Best Assekurata,

Bonität

Quellen: Standard & Poor’s, Fitch Ratings, Moody’s, A.M. Best, Assekurata, DFSI

Assekurata,

Unternehmensrating

DFSI,

Unternehmensqualität

Note

AAA AAA Aaa A++ AAA

AA+ AA+ Aa1 AA+

AA AA Aa2 A+ AA A++ AAA 1

AA– AA– Aa3 AA– AA+ 1,25

A+ A+ A1 A A+ A+ 1,75

A A A2 A AA 2

A– A– A3 A– A– A A+ 2,25

BBB+ BBB+ Baa1 B++ BBB+ A– A 2,75

Beiträge bezahlbar kalkuliert

Die Beiträge für den BU-Schutz werden in unserem Test

anhand von sechs verschiedenen Musterfällen ermittelt

(s. Tabelle). So können möglichst viele Kunden eine erste

Orientierung bei der für sie passenden BU-Absicherung erhalten.

Dabei sollen die konkreten Berufe in der Regel eine

ganze Gruppe von Beschäftigtenverhältnissen repräsentieren,

damit auch Interessenten anderer, ähnlich gelagerter

Jobs grundsätzlich einen finanziellen Anhaltspunkt

für ihren BU-Schutz haben: also

Bankangestellte die Angestellten, Vertriebsleiter

die leitenden Angestellten, Ingenieure

die Akademiker, Rechtsanwälte die Freiberufler,

Malermeister die Selbstständigen und

Tischler die Handwerker.

Die konkrete Bewertung der Beitragsgestaltung

je Musterfall ist in den Tabellen unten

zu finden. Für die gesamte Beitragsnote

Bruttobeitrag Nettobeitrag

bis 190 = 1 bis 140 = 1

bis 210 = 1,5 bis 155 = 1,5

bis 230 = 2 bis 170 = 2

Bruttobeitrag Nettobeitrag

bis 60 = 1 bis 35 = 1

bis 70 = 1,5 bis 40 = 1,5

bis 80 = 2 bis 45 = 2

Musterfälle

Bruttobeitrag Nettobeitrag

bis 80= 1 bis 65 = 1

bis 90 = 1,5 bis 70 = 1,5

bis 100 = 2 bis 75 = 2

zählt dabei die maximale Bruttoprämie zu 30 Prozent, die

tatsächlich zu zahlende Nettoprämie zu 50 Prozent und

die Beitragsstabilität (s. Kasten links) zu 20 Prozent. Grund:

Der Nettobeitrag ist wichtiger, denn dieser wird Monat für

Monat aus dem Geldbeutel des Versicherten fällig. Hat sich

der Anbieter jedoch verkalkuliert, etwa bei der Schadenserwartung

oder seinen eingepreisten Kapitalerträgen, kann

er die verlangten Nettobeiträge sogar bis maximal zum

ausgewiesenen Bruttobeitrag anheben.

Beruf Alter Vertragsende mit monatliche BU

Bankangestellter 30 Jahre 67 Jahren 1500 Euro

Vertriebsleiter 45 Jahre 67 Jahren 2500 Euro

Maschinenbauing. 30 Jahre 67 Jahren 1500 Euro

Rechtsanwalt 33 Jahre 67 Jahren 2100 Euro

Malermeister 35 Jahre 65 Jahren 2000 Euro

Tischler 30 Jahre 65 Jahren 1500 Euro

Bruttobeitrag Nettobeitrag

bis 190 = 1 bis 150 = 1

bis 210 = 1,5 bis 165 = 1,5

bis 230 = 2 bis 180 = 2

Bankangestellter

Bruttobeitrag

Vertriebsleiter Ingenieur Rechtsanwalt Malermeister Tischler

Nettobeitrag

bis 70 = 1 bis 55 = 1

bis 80 = 1,5 bis 60 = 1,5

bis 90 = 2

usw.

bis 65 = 2

usw.

Bruttobeitrag Nettobeitrag

bis 170 = 1 bis 115 = 1

bis 180 = 1,5 bis 125 = 1,5

bis 190 = 2 bis 135 = 2

FOCUS MONEY 40/2025

5


moneyrating-spezial

Bankangestellter

Gesellschaft Tarif Finanzstärke (von) FB-

Rating

Stand: Juli 2025; in Euro; Musterfälle, Noten, Gewichtung s. S. 4/5

BU-

Stabilität

Bewertung

Serviceversicherer

Axa/DBV SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF+ mm 95,08 63,94 Hervorragend

Baloise BUVersicherung | Baustein ArbeitsunfähigkeitsSchutz A+ (S&P) FFF+ mmm 82,58 61,93 Hervorragend

Canada Life SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit (SBU) AA (S&P, Fitch) FFF – 51,28 51,28 Hervorragend

Dialog SBU-professional | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (Fitch) FFF+ mmm 78,04 52,29 Hervorragend

Ergo Vorsorge ERGO BU Premium AA (Fitch) FFF+ FFF+ 109,02 71,95 Hervorragend

HDI SBU EGO Top | Baustein Leistung bei Krankschreibung A+ (A.M. Best) FFF+ FFF+ 87,74 65,80 Hervorragend

Signal Iduna SI WorkLife EXKLUSIV-PLUS | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF+ mm 86,81 56,43 Hervorragend

Stuttgarter BUV-PLUS premium A (Assekurata, B) FFF+ mmm 91,24 63,87 Hervorragend

Versorgungswerk Presse BerufsunfähigkeitsPolice Premium Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 102,51 71,76 Hervorragend

Volkswohl Bund SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A (Fitch) FFF+ mmm 85,79 58,34 Hervorragend

Zurich SBU | Baustein Leistung bei Arbeitsunfähigkeit A+ (A.M. Best) FFF+ mmm 84,24 63,18 Hervorragend

Allianz BerufsunfähigkeitsPolice Premium AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 104,59 80,53 Sehr Gut

Alte Leipziger SBU – SecurAL | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA– (Assekurata, B) FFF+ mmm 96,36 75,16 Sehr Gut

Condor SBU comfort | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF mmm 100,30 70,21 Sehr Gut

Continentale PremiumBU | Baustein Plus-Paket AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 122,70 73,62 Sehr Gut

Die Bayerische SBU PROTECT | Baustein AU-Schutz AA+ (DFSI) FFF – 94,78 60,19 Sehr Gut

Gothaer SBU Premium mit AU A (S&P) FFF+ mmm 91,00 67,30 Sehr Gut

InterRisk SBU XL Vienna: A+ (S&P) FFF mmm 94,67 71,00 Sehr Gut

LV 1871 Golden BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 109,49 72,26 Sehr Gut

Nürnberger BU4Future Komfort mit AU A (Fitch) FFF+ FFF+ 122,90 82,41 Sehr Gut

VPV BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF mm 97,08 68,96 Sehr Gut

Württembergische SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (DFSI) FFF mmm 92,11 66,74 Sehr Gut

Direkttarife

Cosmos

BU | Baustein Premium-Schutz | Baustein

Assistance | Baustein AU-Schutz

A+ (Fitch) FFF mmm 103,16 77,37 Sehr Gut

Tischler

Gesellschaft Tarif Finanzstärke (von) FB-

Rating

Stand: Juli 2025; in Euro; Musterfälle, Noten, Gewichtung s. S. 4/5

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

BU-

Stabilität

Bruttobeitrag

Nettobeitrag

Bruttobeitrag

Nettobeitrag

Bewertung

Serviceversicherer

Axa/DBV SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF+ mm 172,14 119,21 Hervorragend

Baloise BUVersicherung | Baustein ArbeitsunfähigkeitsSchutz A+ (S&P) FFF+ mmm 173,42 130,06 Hervorragend

ChemieRente/KlinikRente/

MetallRente

BU plus (24 Monate) Swiss Life: A+ (S&P) FFF mmm 191,65 122,66 Hervorragend

Continentale PremiumBU | Plus-Paket AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 212,14 127,29 Hervorragend

Dialog SBU-professional | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (Fitch) FFF+ mmm 195,84 131,21 Hervorragend

Ergo Vorsorge ERGO BU Premium AA (Fitch) FFF+ FFF+ 197,46 130,32 Hervorragend

Hannoversche SBU Premium-Plus A++ (Assekurata, U) FFF+ mmm 158,70 119,02 Hervorragend

HDI SBU EGO Top | Baustein Leistung bei Krankschreibung A+ (A.M. Best) FFF+ FFF+ 190,51 142,88 Hervorragend

LV 1871 Golden BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 197,55 130,38 Hervorragend

Münchener Verein SBU Tarif 56 | Baustein AU AA (DFSI) FFF+ mmm 171,18 119,82 Hervorragend

Signal Iduna SI WorkLife EXKLUSIV-PLUS | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF+ mm 173,88 113,02 Hervorragend

Stuttgarter BUV-PLUS premium A (Assekurata, B) FFF+ mmm 184,87 129,41 Hervorragend

Volkswohl Bund SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A (Fitch) FFF+ mmm 177,79 120,90 Hervorragend

Zurich SBU | Baustein Leistung bei Arbeitsunfähigkeit A+ (A.M. Best) FFF+ mmm 187,86 140,89 Hervorragend

Allianz BerufsunfähigkeitsPolice Premium AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 230,26 177,30 Sehr Gut

Alte Leipziger SBU – SecurAL | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA– (Assekurata, B) FFF+ mmm 202,54 157,98 Sehr Gut

Condor SBU comfort | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF mmm 226,06 158,25 Sehr Gut

Die Bayerische SBU PROTECT | Baustein AU-Schutz AA+ (DFSI) FFF – 226,94 144,11 Sehr Gut

Nürnberger BU4Future Komfort mit AU A (Fitch) FFF+ FFF+ 243,32 163,09 Sehr Gut

Swiss Life SBU | Baustein plus (24 Monate) A+ (S&P) FFF mmm 195,54 125,15 Sehr Gut

Universa Premium SBU AA (DFSI) FFF m 157,74 115,15 Sehr Gut

Versorgungswerk Presse BerufsunfähigkeitsPolice Premium Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 225,65 157,95 Sehr Gut

VPV BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF mm 216,89 153,70 Sehr Gut

Württembergische SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (DFSI) FFF mmm 204,01 147,31 Sehr Gut

Direkttarife

Cosmos

BU | Baustein Premium-Schutz | Baustein Assistance |

Baustein AU-Schutz

A+ (Fitch) FFF mmm 213,35 160,02 Sehr Gut

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

BESTE

BU-RENTE

Angestellte

BESTE

BU-RENTE

Handwerker

6 FOCUS MONEY 40/2025


Maschinenbauingenieur

Gesellschaft Tarif Finanzstärke (von) FB-

Rating

BU-

Stabilität

Bewertung

Serviceversicherer

Allianz BerufsunfähigkeitsPolice Premium AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 62,30 47,97 Hervorragend

Baloise BUVersicherung | Baustein ArbeitsunfähigkeitsSchutz A+ (S&P) FFF+ mmm 53,45 40,09 Hervorragend

ChemieRente/KlinikRente/

MetallRente

BU plus (24 Monate) Swiss Life: A+ (S&P) FFF mmm 54,58 34,93 Hervorragend

Condor SBU comfort | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF mmm 72,10 50,47 Hervorragend

Continentale PremiumBU | Plus-Paket AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 81,29 48,77 Hervorragend

Dialog SBU-professional | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (Fitch) FFF+ mmm 64,15 42,99 Hervorragend

Gothaer SBU Premium mit AU A (S&P) FFF+ mmm 61,50 45,50 Hervorragend

HDI SBU EGO Top | Baustein Leistung bei Krankschreibung A+ (A.M. Best) FFF+ FFF+ 59,63 44,72 Hervorragend

LV 1871 Golden BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 64,85 42,80 Hervorragend

Münchener Verein SBU Tarif 56 | Baustein AU AA (DFSI) FFF+ mmm 63,00 44,10 Hervorragend

Stuttgarter BUV-PLUS premium A (Assekurata, B) FFF+ mmm 68,94 48,26 Hervorragend

Swiss Life SBU | Baustein plus (24 Monate) A+ (S&P) FFF mmm 56,02 35,85 Hervorragend

Versorgungswerk Presse BerufsunfähigkeitsPolice Premium Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 61,07 42,75 Hervorragend

Volkswohl Bund SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A (Fitch) FFF+ mmm 55,81 37,95 Hervorragend

Zurich SBU | Baustein Leistung bei Arbeitsunfähigkeit A+ (A.M. Best) FFF+ mmm 67,78 50,83 Hervorragend

Alte Leipziger SBU – SecurAL | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA– (Assekurata, B) FFF+ mmm 74,00 57,72 Sehr Gut

Axa/DBV SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF+ mm 87,06 58,55 Sehr Gut

Canada Life SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit (SBU) AA (S&P, Fitch) FFF – 51,28 51,28 Sehr Gut

Die Bayerische SBU PROTECT | Baustein AU-Schutz AA+ (DFSI) FFF – 77,27 49,07 Sehr Gut

Ergo Vorsorge ERGO BU Premium AA (Fitch) FFF+ FFF+ 105,05 69,33 Sehr Gut

Hannoversche SBU Premium-Plus A++ (Assekurata, U) FFF+ mmm 87,86 65,89 Sehr Gut

HanseMerkur Profi Care | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (DFSI) FF+ mmm 59,09 45,50 Sehr Gut

InterRisk SBU XL Vienna: A+ (S&P) FFF mmm 77,85 58,39 Sehr Gut

Nürnberger BU4Future Komfort mit AU A (FITCH) FFF+ FFF+ 85,82 57,57 Sehr Gut

Signal Iduna SI WorkLife EXKLUSIV-PLUS | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF+ mm 86,81 56,43 Sehr Gut

Universa Premium SBU AA (DFSI) FFF m 57,48 41,96 Sehr Gut

VPV BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF mm 77,70 55,25 Sehr Gut

Direkttarife

Cosmos

Stand: Juli 2025; in Euro; Musterfälle, Noten, Gewichtung s. S. 4/5

BU | Baustein Premium-Schutz | Baustein Assistance |

Baustein AU-Schutz

A+ (Fitch) FFF mmm 77,41 58,06 Sehr Gut

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

BESTE

BU-RENTE

Akademiker

Malermeister

Gesellschaft Tarif Finanzstärke (von) FB-

Rating

Stand: Juli 2025; in Euro; Musterfälle, Noten, Gewichtung s. S. 4/5

BU-

Stabilität

Bruttobeitrag

Nettobeitrag

Bruttobeitrag

Nettobeitrag

Bewertung

Serviceversicherer

Alte Leipziger SBU – SecurAL | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA– (Assekurata, B) FFF+ mmm 169,80 132,44 Hervorragend

Canada Life SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit (SBU) AA (S&P, Fitch) FFF – 153,65 153,65 Hervorragend

Hannoversche SBU Premium-Plus A++ (Assekurata, U) FFF+ mmm 255,99 191,99 Hervorragend

HDI SBU EGO Top | Baustein Leistung bei Krankschreibung A+ (A.M. Best) FFF+ FFF+ 239,41 179,56 Hervorragend

LV 1871 Golden BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 251,18 165,78 Hervorragend

Stuttgarter BUV-PLUS premium A (Assekurata, B) FFF+ mmm 221,15 154,80 Hervorragend

Versorgungswerk Presse BerufsunfähigkeitsPolice Premium Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 277,13 193,99 Hervorragend

Allianz BerufsunfähigkeitsPolice Premium AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 282,77 217,73 Sehr Gut

Axa/DBV SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF+ mm 274,73 188,88 Sehr Gut

Baloise BUVersicherung | Baustein ArbeitsunfähigkeitsSchutz A+ (S&P) FFF+ mmm 275,56 206,67 Sehr Gut

ChemieRente/KlinikRente/

MetallRente

BU plus (24 Monate) Swiss Life: A+ (S&P) FFF mmm 287,28 183,86 Sehr Gut

Condor SBU comfort | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF mmm 271,09 189,77 Sehr Gut

Continentale PremiumBU | Plus-Paket AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 351,42 210,85 Sehr Gut

Dialog SBU-professional | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (Fitch) FFF+ mmm 288,48 193,27 Sehr Gut

Ergo Vorsorge ERGO BU Premium AA (Fitch) FFF+ FFF+ 310,10 204,67 Sehr Gut

Gothaer SBU Premium mit AU A (S&P) FFF+ mmm 270,90 200,50 Sehr Gut

InterRisk SBU XL Vienna: A+ (S&P) FFF mmm 250,24 187,68 Sehr Gut

Münchener Verein SBU Tarif 56 | Baustein AU AA (DFSI) FFF+ mmm 276,15 193,30 Sehr Gut

Swiss Life SBU | Baustein plus (24 Monate) A+ (S&P) FFF mmm 292,87 187,44 Sehr Gut

Volkswohl Bund SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A (Fitch) FFF+ mmm 268,58 182,63 Sehr Gut

Direkttarife

Cosmos

BU | Baustein Premium-Schutz | Baustein Assistance |

Baustein AU-Schutz

A+ (Fitch) FFF mmm 260,16 195,11 Sehr Gut

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

BESTE

BU-RENTE

Selbstständige

FOCUS MONEY 40/2025

7


moneyrating-spezial

Rechtsanwalt

Gesellschaft Tarif Finanzstärke (von) FB-

Rating

BU-

Stabilität

Bewertung

Serviceversicherer

Allianz BerufsunfähigkeitsPolice Premium AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 103,25 79,50 Hervorragend

Baloise BUVersicherung | Baustein ArbeitsunfähigkeitsSchutz A+ (S&P) FFF+ mmm 83,39 62,54 Hervorragend

Canada Life SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit (SBU) AA (S&P, Fitch) FFF – 64,48 64,48 Hervorragend

ChemieRente/KlinikRente/

MetallRente

BU plus (24 Monate) Swiss Life: A+ (S&P) FFF mmm 99,23 63,51 Hervorragend

Condor SBU comfort | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF mmm 104,39 73,08 Hervorragend

Dialog SBU-professional | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (Fitch) FFF+ mmm 95,47 63,96 Hervorragend

Ergo Vorsorge ERGO BU Premium AA (Fitch) FFF+ FFF+ 120,79 79,72 Hervorragend

Gothaer SBU Premium mit AU A (S&P) FFF+ mmm 89,90 66,50 Hervorragend

Hannoversche SBU Premium-Plus A++ (Assekurata, U) FFF+ mmm 91,55 68,66 Hervorragend

HDI SBU EGO Top | Baustein Leistung bei Krankschreibung A+ (A.M. Best) FFF+ FFF+ 82,94 62,20 Hervorragend

InterRisk SBU XL Vienna: A+ (S&P) FFF mmm 92,06 69,04 Hervorragend

LV 1871 Golden BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 114,81 75,77 Hervorragend

Nürnberger BU4Future Komfort mit AU A (Fitch) FFF+ FFF+ 110,49 74,10 Hervorragend

Stuttgarter BUV-PLUS premium A (Assekurata, B) FFF+ mmm 102,59 71,81 Hervorragend

Swiss Life SBU | Baustein plus (24 Monate) A+ (S&P) FFF mmm 101,46 64,93 Hervorragend

Versorgungswerk Presse BerufsunfähigkeitsPolice Premium Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 101,19 70,83 Hervorragend

Volkswohl Bund SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A (Fitch) FFF+ mmm 92,66 63,01 Hervorragend

Alte Leipziger SBU – SecurAL | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA– (Assekurata, B) FFF+ mmm 107,93 84,18 Sehr Gut

Axa/DBV SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF+ mm 126,64 85,17 Sehr Gut

Continentale PremiumBU | Plus-Paket AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 133,61 80,16 Sehr Gut

Die Bayerische SBU PROTECT | Baustein AU-Schutz AA+ (DFSI) FFF – 114,25 69,69 Sehr Gut

HanseMerkur Profi Care | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (DFSI) FF+ mmm 98,88 76,14 Sehr Gut

Signal Iduna SI WorkLife EXKLUSIV-PLUS | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF+ mm 115,06 74,79 Sehr Gut

Universa Premium SBU AA (DFSI) FFF m 84,66 61,80 Sehr Gut

Zurich SBU | Baustein Leistung bei Arbeitsunfähigkeit A+ (A.M. Best) FFF+ mmm 122,53 91,90 Sehr Gut

Direkttarife

Cosmos

Stand: Juli 2025; in Euro; Musterfälle, Noten, Gewichtung s. S. 4/5

BU | Baustein Premium-Schutz | Baustein Assistance |

Baustein AU-Schutz

A+ (Fitch) FFF mmm 116,71 87,55 Sehr Gut

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärkeratings, eigene Berechnungen

BESTE

BU-RENTE

Freiberufler

Vertriebsleiter

Gesellschaft Tarif Finanzstärke (von) FB-

Rating

Stand: Juli 2025; in Euro; Musterfälle, Noten, Gewichtung s. S. 4/5

BU-

Stabilität

Bruttobeitrag

Nettobeitrag

Bruttobeitrag

Nettobeitrag

Bewertung

Serviceversicherer

Allianz BerufsunfähigkeitsPolice Premium AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 229,68 176,85 Hervorragend

Gothaer SBU Premium mit AU A (S&P) FFF+ mmm 222,10 164,40 Hervorragend

HDI SBU EGO Top | Baustein Leistung bei Krankschreibung A+ (A.M. Best) FFF+ FFF+ 202,50 151,87 Hervorragend

LV 1871 Golden BU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA+ (DFSI) FFF+ mmm+ 258,99 170,93 Hervorragend

Stuttgarter BUV-PLUS premium A (Assekurata, B) FFF+ mmm 223,44 156,41 Hervorragend

Versorgungswerk Presse BerufsunfähigkeitsPolice Premium Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ mmm+ 225,13 157,59 Hervorragend

Volkswohl Bund SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit A (Fitch) FFF+ mmm 228,53 155,40 Hervorragend

Zurich SBU | Baustein Leistung bei Arbeitsunfähigkeit A+ (A.M. Best) FFF+ mmm 185,23 138,92 Hervorragend

Axa/DBV SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF+ mm 324,10 222,82 Sehr Gut

Baloise BUVersicherung | Baustein ArbeitsunfähigkeitsSchutz A+ (S&P) FFF+ mmm 237,60 178,20 Sehr Gut

ChemieRente/KlinikRente/

MetallRente

BU plus (24 Monate) Swiss Life: A+ (S&P) FFF mmm 298,28 190,90 Sehr Gut

Condor SBU comfort | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (Fitch) FFF mmm 268,62 188,04 Sehr Gut

Dialog SBU-professional | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (Fitch) FFF+ mmm 310,05 207,73 Sehr Gut

Ergo Vorsorge ERGO BU Premium AA (Fitch) FFF+ FFF+ 317,66 209,66 Sehr Gut

Hannoversche SBU Premium-Plus A++ (Assekurata, U) FFF+ mmm 268,81 201,61 Sehr Gut

InterRisk SBU XL Vienna: A+ (S&P) FFF mmm 250,79 188,09 Sehr Gut

Signal Iduna SI WorkLife EXKLUSIV-PLUS | Baustein Arbeitsunfähigkeit A+ (DFSI) FFF+ mm 264,15 171,70 Sehr Gut

Swiss Life SBU | Baustein plus (24 Monate) A+ (S&P) FFF mmm 304,03 194,58 Sehr Gut

Württembergische SBU | Baustein Arbeitsunfähigkeit AA (DFSI) FFF mmm 271,84 196,14 Sehr Gut

Direkttarife

Cosmos

BU | Baustein Premium-Schutz | Baustein Assistance |

Baustein AU-Schutz

A+ (Fitch) FFF mmm 273,44 205,10 Sehr Gut

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

BESTE

BU-RENTE

Leitende Angestellte

8 FOCUS MONEY 40/2025

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