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FML 10/2025 Im Gespräch: Deutsche_Meisterschaft der Fahrzeuglackierer

Die „Deutsche Meisterschaft der Fahrzeuglackierer“ ist immer das Highlight für den Nachwuchs unseres Handwerks. Im Gespräch mit Johannes Brandl erläutert er uns, weshalb es für ihn eine besondere Ehre ist, als Jurymitglied an der Deutschen Meisterschaft Ende November 2025 in Hilden teilzunehmen.

Die „Deutsche Meisterschaft der Fahrzeuglackierer“ ist immer das Highlight für den Nachwuchs unseres Handwerks. Im Gespräch mit Johannes Brandl erläutert er uns, weshalb es für ihn eine besondere Ehre ist, als Jurymitglied an der Deutschen Meisterschaft Ende November 2025 in Hilden teilzunehmen.

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B 8503 E

FML

10

Oktober 2025

69. Jahrgang

Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer / Das Lackiererhandwerk

WELT-

NEUHEIT

SCHWERPUNKT

Spot- oder

Smartrepair

INNOVATION

Weltpremiere –

Der 2K-Klarlack-Dispenser

JUBILÄUM

100 Jahre

Lackierpistole


INTERVIEW

Fotos: BFL

Im Gespräch

Deutsche Meisterschaft

der Fahrzeuglackierer 2025

Im Gespräch mit Johannes

Brandl erläutert er uns,

weshalb es für ihn eine besondere

Ehre ist, als Jurymitglied

an der Deutschen

Meisterschaft der Fahrzeuglackierer

Ende November in

Hilden teilzunehmen.

FML: Herr Brandl, Sie haben 2019 die

Deutsche Meisterschaft der Fahrzeuglackierer

in Hilden bei PPG gewonnen.

Welche Erinnerungen haben Sie an

diese Zeit und Ihren Sieg?

Johannes Brandl: Ich habe viele Erinnerungen

an dieses besondere Event.

Zum einen war es natürlich eine große

Ehre, an dem Wettbewerb teilzunehmen.

Zum anderen habe ich viele nette

und hochqualifizierte Kolleginnen

und Kollegen kennenlernen dürfen.

Wir haben uns alle sofort gut verstanden,

sodass eigentlich egal war, wer

am Ende gewinnt. Einfach, weil man

sich für jeden gefreut hätte. Als dann

klar war, dass ich den ersten Platz gemacht

habe, war der Jubel meiner Mitstreiter

das Allerschönste. Aus den

Kontakten von damals ist ein tolles

Netzwerk entstanden, das ich noch

heute, wenn ich mal an meine fachliche

Grenze stoße, zu Rate ziehen

kann. Und es haben sich daraus sogar

Freundschaften entwickelt. Der Sieg

selbst war damit gar nicht das Wichtigste

für mich. Ich habe viel mehr von

den Erfahrungen, die ich sammeln

konnte, und dem Netzwerk aus sehr

guten Fahrzeuglackierern aus ganz

Deutschland profitiert.

16 FML 10/2025


INTERVIEW

MARKT + TREND

FML: Wie ist es Ihnen seitdem ergangen?

Hat Ihnen die Deutsche Meisterschaft

Türen in der Branche geöffnet?

Johannes Brandl: Nach dem Wettbewerb

habe ich mich auf meinen weiteren

beruflichen Werdegang konzentriert.

Ich habe direkt mit der Meisterschule

begonnen und diese dann auch

erfolgreich mit dem Meisterbrief abgeschlossen.

Seitdem leite ich als Geschäftsführer

einen Fahrzeuglackier-Betrieb.

Die Teilnahme an einem Wettbewerb,

wie den Deutschen Meisterschaften, ist

dabei natürlich förderlich. Es werden

pro Jahr nur die 16 Besten aus ganz

Deutschland zum Wettbewerb eingeladen.

Man beweist damit also schon

eine hohe fachliche Kompetenz. Ich

selbst durfte dann auch noch an den

World Skills und EuroSkills teilnehmen.

Durch das Training lernt man nochmal

sehr viel dazu. Und man knüpft Kontakte

zu vielen Personen und Unternehmen

aus der Branche – nicht nur aus

Deutschland, sondern auch aus anderen

Ländern. Mit vielen von ihnen stehe

ich immer noch in gutem Kontakt. Man

tauscht sich über Schwierigkeiten, aber

auch neue Techniken aus.

FML: Sechs Jahre später sind Sie

wieder zurück bei PPG in Hilden,

stehen aber als Jury-Mitglied auf der

anderen Seite. Welche Erwartungen

haben Sie an die Deutsche Meisterschaft

in diesem Jahr?

Johannes Brandl: Es freut mich wirklich

sehr, dass ich auch in diesem Jahr

die Ehre habe, als Jurymitglied dabei

sein zu dürfen. Mein Highlight ist, wie

jedes Jahr, dass ich viele junge Leute

kennenlernen kann, die für unser Fahrzeuglackierer-Handwerk

brennen und

es mit Stolz in ihren Herzen tragen. Das

geht sogar so weit, dass manche Teilnehmer

es nicht nur als Beruf, sondern

auch ein wenig als ihr Hobby ansehen.

In der Wettbe werbs phase freut mich

dann immer am meisten, wenn ich ihnen

dabei zuschauen kann, wie sie ihr

Bestes geben und dann am Schluss

stolz auf ihre Leistungen sind. Der Austausch

im Anschluss ist für mich ebenfalls

wertvoll – man lernt ja bekanntlich

nie aus.

FML: Sie waren ja auch schon im

vergangenen Jahr in der Jury. Wie

schwierig ist es, die Leistungen der

jungen Kolleginnen und Kollegen zu

bewerten?

Johannes Brandl: Das ist tatsächlich

schwieriger als gedacht, denn alle Teilnehmer

beherrschen ihr Handwerk.

Meistens kommt es auf die Feinheiten

an und es entscheiden nur ein paar

Punkte, wer am Ende auf dem Treppchen

steht. Als Jury legen wir sehr viel

Wert auf eine faire Beurteilung und wir

bewerten jede Aufgabe einzeln. Bis

zum Schluss wissen wir selbst nicht,

wer der Gewinner ist. Umso größer ist

dann unsere Freude, wenn wir es zusammen

mit den Teilnehmerinnen und

Teilnehmern in der Siegerehrung erfahren.

FML: Sie waren ja nicht nur Deutscher

Meister, sondern sind auch

noch amtierender Vize-Europameister

der Fahrzeuglackierer. Inwiefern

hilft Ihnen Ihre Wettbewerbserfahrung

bei der Beurteilung der Leistungen

der jungen Menschen?

Johannes Brandl: Durch die World-

Skills und EuroSkills hatte ich das Vergnügen,

jahrelang mit unserem Nationaltrainer

Mariusz Dechnig für internationale

Wettbewerbe trainieren zu kön-

FML 10/2025 17


INTERVIEW

nen. Ich habe also von einem der Besten

lernen dürfen! Durch diese enge Zusammenarbeit

mit Mariusz konnte ich

einiges mitnehmen, was mir heute bei

der Bewertung hilft. Ich habe beispielsweise

gelernt, auf die ganzen Feinheiten

zu schauen, die man normalerweise

nicht beachtet. Die sind aber ausschlaggebend,

um Unterschiede in der Qualität

der Arbeit – und damit auch die Gewinner

– bestimmen zu können.

FML: Wie schätzen Sie das Niveau

der Aufgaben und Teilnehmer im

Vergleich zu Ihren Wettbewerben

ein?

Johannes Brandl: In den vergangenen

Jahren wurden die Aufgaben der Deutschen

Meisterschaft kontinuierlich an

die Anforderungen internationaler

Wettbewerbe angeglichen. Dadurch hat

sich, meiner Meinung nach, auch das

Niveau der Deutschen Meisterschaft erhöht.

Ich beobachte aber auch, dass

sich die Qualifikationen der Teilnehmer

immer weiter verbessern. Das liegt

unter anderem daran, dass unser Handwerk

über die Zeit immer komplexer

geworden ist und uns der Betriebsalltag

und unsere Kunden mehr abverlangen.

Umso wichtiger ist es, dass Betriebe mit

der Zeit gehen und diese neuen Anforderungen

auch in die Ausbildung integrieren.

FML: Warum sind die nationalen und

internationalen Wettbewerbe wichtig

für die Nachwuchsförderung?

Johannes Brandl: Ganz einfach: Warum

ist es wichtig, bei der Formel 1 oder

der Fußball-WM vertreten zu sein? Junge

Menschen brauchen Vorbilder, die

ihrer Leidenschaft nachgehen und stolz

auf das sind, was sie tun. Durch diese

Wettbewerbe bekommt unser Fahrzeuglackierer-Handwerk

eine Plattform und

wir zeigen, dass man erfolgreich sein

kann, wenn man liebt, was man tut. Nur

so kann das Handwerk überleben.

Vielen Dank für das Gespräch Herr

Brandl

18 FML 10/2025

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