Industrieanzeiger 14.2025
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14.10.2025 Ausgabe 14 | 2025 www.industrieanzeiger.de
Interview
Titelthema
Kombiniertes Stanz- und Schersystem
fertigt präzise Bauteile
» Seite 36
Antriebstechnik
Mit modularem Maschinenbau
komplexe Prozesse meistern
» Seite 40
Arbeitsschutz
Spüllösung leistet erste Hilfe
bei Augenverletzungen
» Seite 48
Kärcher-Chef Hartmut Jenner
über die Strategie und
aktuelle Heraus -
forderungen beim
Reinigungsspezialisten
» Seite 22
SPECIAL
Blechexpo
Neuheiten und Trends rund um
Blechbearbeitung und
Fügetechnologie
» Seite 27
Wissen für Entscheider in der Produktion
Unsere Förderanlagen.
Automatisch, innovativ,
wirtschaftlich & leise.
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Logistikpark Staiger profitiert dank
neuer Kommissionieranlage von kurzen
Durchlaufzeiten und hoher Effizienz
Kilometerlange Laufwege für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, lange Durchlaufzeiten und
eine hohe Fehleranfälligkeit: In Unternehmen, die Kundenaufträge erfüllen und versenden,
beansprucht der Lagerungs- und Kommissionierprozess in der Regel die meisten Ressourcen.
In Zeiten des Personalmangels und sich rasch verändernden Märkten ist eine funktionierende
und effiziente Lagerwirtschaft deshalb umso wichtiger, um Eilbestellungen schnell bearbeiten
zu können, Wege zu optimieren und die Bereitstellungszeit von Materialien zu verkürzen.
Mit der Integration einer automatisierten Kommissionieranlage der sauerländischen
HaRo-Gruppe profitiert der Logistikpark Staiger GmbH im baden-württembergischen Wernau
seit Frühjahr 2023 von genau diesen Vorteilen.
Als Unternehmen der AVAG Holding SE, einer der führenden
Automobilhandelsgruppen Europas, hat sich
der Logistikpark Staiger mit seinen rund 70 Mitarbeitern
die Beratung, Auftragsabwicklung und Belieferung von
über 57.000 Ersatzteilen diverser Automotive-Marken zur
Aufgabe gemacht. Eine Größenordnung, von der die europaweit
verteilten Kunden des Unternehmens insbesondere
seit dem Umzug in das neue Logistikzentrum profitieren.
Gleichsam nahm das Unternehmen um Geschäftsführer
Daniel Schier die mit dem Umzug angestrebte Vergrößerung
als Anlass zur Implementierung neuer Lagerbühnen
und einer effizienten Kommissionieranlage. Mit letzterem
Foto: HaRo
Bild: HaRo
Angetriebene
Rollenbahnen auf
mehreren Ebenen
erleichtern die
Kommissioniervorgänge
und reduzieren
die Laufwege.
Ein- und Ausschleusung
an den
Übergabestationen
für einen reibungslosen
Warenfluss
auf der angetriebenen
Förderstrecke.
Anliegen wandte sich der Großhandels-Betrieb im Frühjahr
2022 an die HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH im
nordrhein-westfälischen Rüthen. Die Anforderungen: Durch
den Einbau der Lagerbühnen im Wernauer Objekt sollten
die Lagerflächen verfünffacht werden. Benötigt wurde
also eine Anlage, die Laufwege für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter innerhalb des Lagers weitgehend eliminiert
und die Durchlaufzeiten dank einer vollständigen Automatisierung
um ein Vielfaches verringert. „Als Hersteller von
fördertechnischen Anlagen mit über 60-jähriger Erfahrung
sind wir auf solch individuelle Kundenanfragen spezialisiert“,
betont Geschäftsführer der HaRo-Gruppe, Christoph
Hackländer. Gemeinsam mit seinem Projektteam entwickelte
er für den Logistikpark Staiger zwei Förderanlagen
für den Warenein- und -ausgang, die sich jeweils über drei
Ebenen erstrecken.
HaRo-Konstruktionsleiter Markus Löseke erklärt die
Besonderheiten des Projektes: „Da wir im Logistikpark
Staiger ausschließlich einheitliche Kommissionierkästen
in Form von Mehrwegbehältern mit einem Maximalgewicht
von 35 Kilogramm im Einsatz haben,- und diese eine
Strecke von ca. 52 Metern durchlaufen, wurden angetriebene
Rollenbahnen mit Staufunktion von uns integriert“.
„Unsere Rollenbahnen zeichnen sich nicht nur durch
eine lange Lebensdauer aus, dank ihrer überschaubaren
Investitionskosten profitiert der Logistikpark Staiger auch
von einem hohen Maß an Wirtschaftlichkeit“, ergänzt die
HaRo-Geschäftsleitung.
Damit die Höhendifferenzen zwischen den Regalebenen
ebenfalls vollautomatisiert überwunden werden können,
hat die HaRo-Gruppe in Wernau zusätzlich jeweils einen
Vertikalförderer im Wareneingang und Warenausgang des
neuen Lagers installiert: „Dadurch, dass sich das Lagersystem
bei unserem Kunden über mehrere Ebenen er-
3 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Foto: HaRo
Foto: HaRo
Einfache Überwindung von Höhendifferenzen mittels
Vertikalförderer und angebundener Fördertechnik.
Automatisierte
Übergabepunkte
sichern den
Material fluss.
streckt, werden die Flächen optimal ausgenutzt. Unser Vertikalförderer
knüpft an diesem Potenzial an, indem er die Fördergüter
zuverlässig und effizient auf den jeweiligen Ebenen
verteilt, ohne, dass manuelle Eingriffe notwendig sind“, so
Markus Löseke.
Wie funktioniert der neue Materialfluss im Logistikpark
Staiger nun konkret? Im Wareneingang werden die bereits zur
Lagerung vorbereiteten Kommissionierkästen zunächst manuell
von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Aufgabeplatz
der Rollenbahn aufgegeben. Per Knopfdruck wird der
Zielort auf einer der drei Lagerebenen für das Fördergut ausgewählt,
bevor dieses vollautomatisiert über die angetriebene
Rollenbahn zum Vertikalförderer transportiert wird. Der rund
sieben Meter hohe Senkrechtförderer überführt den Kommissionkasten
sodann auf die vorgesehene Lagerebene. „Angesichts
der enormen Durchlaufmengen im Logistikpark Staiger
ist unser Vertikalförderer auf eine Leistung von 100 Förder -
gütern je Stunde ausgelegt“, erklärt Markus Löseke. Auf der
jeweiligen Zielebene angekommen, werden die Kommissionierkästen
aus dem Vertikalförderer heraus an die angrenzenden
Rollenbahnen übergeben. „Hier haben wir eine weitere
Besonderheit“, weiß Geschäftsführer Christoph Hackländer:
„Sind die Abnahmestellen frei, werden die Mehrwegbehälter
mithilfe eines elektrischen Puschers unmittelbar auf die kurze,
nicht angetriebene Gefällerollenbahn geschoben“. Sollten die
Abnahmestellen belegt sein, erfolgt der Weitertransport über
die parallele Rollenbahnstrecke zu einer der drei übrigen Abnahmepunkte,
die jeweils ebenfalls ausgestattet mit einem
Puscher über die gleiche Funktionsweise verfügen wie die erste
Abnahmestelle. Insgesamt impliziert die Kommissionieranlage
im Wareneingang damit zwölf Abnahmestellen, verteilt auf drei
Ebenen. „Neben dem automatisierten Transport der Behälter
dienen die Rollenbahnen also auch zur Pufferung dieser – vor
allem in Zeiten der Spitzenauslastungen eine nicht mehr wegzudenkende
Funktion für unsere Kunden, die ein hohes Maß
an Flexibilität ermöglicht“, so Löseke.
Rund 2500–3500 Ersatzteile verlassen täglich das Waren -
lager im Logistikpark Staiger. Eine Größenordnung, die einen
effizienten und zuverlässigen Materialfluss im Warenausgang
voraussetzt. Aus diesem Grund verfügt die im Warenausgang
installierte Förderanlage über eine ähnliche Funktionsweise
wie jene im Wareneingang: Zunächst werden die kommissionierten
Kästen manuell von den Mitarbeitenden an den Auf -
gabeplätzen der Rollenbahnen platziert. Die angetriebenen
Förderer ermöglichen auch hier einen völlig automatisierten
Transport bis zum Vertikalförderer. Bevor die Fördergüter die
Höhendifferenz zwischen den Ebenen bewältigen, werden sie
zunächst vereinzelt. Im Warenausgang angekommen, stehen
sodann Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Abnahme der
kommissionierten Waren bereit.
„Dank der Installation der beschriebenen Förderanlagen,
die im Grunde nur aus den drei Hauptkomponenten Rollenbahnen,
Puscher und Vertikalförderer bestehen, kann der
Kommissionierprozess im Logistikpark Staiger nahezu vollständig
automatisiert erfolgen. Dadurch können immense
Laufwege, die ansonsten für die Mitarbeitenden zwischen
den Lagerebenen entstehen würden, deutlich eingekürzt
werden“, erklärt die HaRo-Geschäftsführung über die Vorteile
ihrer Förderanlagen. „Unseren Kunden können wir dank dieses
Systems wiederum rasche Lieferzeiten garantieren“, freut
sich Logistikpark Staiger-Geschäftsführer Daniel Schier über
das neue Warensystem.
Während die beschriebene Fördertechnik inzwischen nunmehr
seit gut zwei Jahren im Einsatz ist, plant der Logistikpark
bereits weiterführende Optimierungen: So soll das ERP-
System des Unternehmens in absehbarer Zeit mit der Fördertechnik
verknüpft werden, sodass auch die Zielorte für die
Kommissionierbehälter nicht mehr manuell von Mitarbeitenden
angewählt werden müssen, sondern mithilfe von QR-
Codes von der Technik identifiziert, automatisch zu ihrem Lagerplatz
befördert und jederzeit nachverfolgt werden können.
Ebenso bieten die HaRo-Förderanlagen, die nach einem bewährten
Baukastensystem konstruiert werden, jederzeit die
Möglichkeit zur Erweiterung und Anbindung an bereits bestehende
Anlagen: „Unsere Förderanlagen sind in der Lage, mit
den Bedürfnissen und Anforderungen unserer Kunden zu
wachsen“, betont Christoph Hackländer.
KONTAKT
HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH
Industriestraße 30, 59602 Rüthen
Telefon +49 (0) 29 52 / 817–0
Telefax +49 (0) 29 52 / 817–30
E-Mail info@haro-gruppe.de
Internet www.haro-gruppe.de
Industrieanzeiger » 14 | 2025 4
» MEINUNG
Stillstand ist keine Option
Ein Fazit zur EMO 2025 in Hannover fällt nicht leicht. Zu vielfältig waren die
Eindrücke, zu unterschiedlich die Gespräche – eine alles übergreifende Bilanz
ist kaum möglich. Deutlich geworden ist jedoch, dass bestimmte Branchen
zunehmend ins Rampenlicht rücken. Neben dem viel diskutierten Aerospace-
&-Defence-Segment waren es auch Felder wie die Medizintechnik, die mit
innovativen Lösungen und klaren Wachstumsambitionen überzeugten.
Bemerkenswert ist zudem der Blick von außen: Aus internationaler Perspektive
wird Deutschland deutlich weniger kritisch beurteilt, als es hierzulande oft
geschieht. Das kam in vielen Gesprächen vor allem mit taiwanesischen Unternehmen
aber auch mit chinesischen zum Ausdruck. Unser Land steht nach wie
vor ganz oben auf der Prioritätenliste vieler internationaler Unternehmen. Die
Logik dahinter ist simpel: Deutschland gilt als der kompetitivste Markt. Frei nach
Frank Sinatra könnte man sagen: Wer es hier schafft, schafft es überall. Diese
Sichtweise lässt sich auch umdrehen – und gewinnt dadurch an positiver Kraft:
Wir haben alles, was es braucht, um weltweit erfolgreich zu sein.
Nachdenklich stimmt allerdings eine Beobachtung: Einige Gesprächspartner
reagierten irritiert, als ich erwähnte, dass ich auch mit Ausstellern aus Taiwan,
Südkorea und China im Gespräch war. Denn Fakt ist: Die Wirtschaftsmacht
China ist Realität – und die Produkte, die ich auf der EMO gesehen habe, verdienen
längst Respekt. Und Unternehmen aus den anderen beiden Ländern sind
ebenfalls höchst innovativ und aktiv. So ist beispielsweise DN Solutions nach der
Akquisition von Heller der drittgrößte Maschinenhersteller der Welt. Daher ist
ein Ignorieren hier mit Sicherheit nicht zielführend. Gefragt ist vielmehr ein
realistischer Blick auf den Markt, auf die Wettbewerber – und auf die Chancen,
die in Zusammenarbeit und Kooperationen liegen.
Gerade in diesen schwierigen Zeiten zeigt sich: Die EMO ist weit mehr als ein
Schaufenster technischer Superlative. Sie weist Wege auf, wie die Industrie
selbst aktiv werden kann – Brücken bauen, Lösungen finden, in Zukunftstechnologien
investieren. „Die Unternehmen müssen jetzt alles daransetzen, ihre
weltweite Aufstellung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, um optimal
vorbereitet zu sein, wenn der Konjunkturmotor wieder anspringt“, mahnte Carl
Martin Welcker, EMO-Generalkommissar, kämpferisch. Damit bleibt die zentrale
Botschaft der Messe: Stillstand ist keine
Option. Wer heute die richtigen Weichen
stellt, wird morgen vorne dabei sein.
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Die Industrie befindet sich im
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 5
» INHALT 14 | 2025 145. JAHRGANG
SPECIAL
Messe Blechexpo
Neuheiten und Trends rund
um Blechbearbeitung und
Fügetechnologie in Stuttgart
» Seite 27
Bild: P.E.Schall
Treffpunkt für Blechbearbeiter: Vom 21. bis 24. Oktober öffnet die
Fachmesse Blechexpo ihre Tore auf dem Stuttgarter Messegelände.
» Seite 27
NEWS & MANAGEMENT
Branchennews
Kritik an Entschärfung des Lieferkettengesetzes 10
Siemens und Trumpf beschließen Partnerschaft 11
Citizen Machinery Europe baut neue Europazentrale 12
Hexagon-Studie zur digitalen Transformation 14
Interview
Jann Fehlauer, Geschäftsführer Dekra Automobil, über die
Zukunftsstrategie des Unternehmens 18
Interview
Stefan Schulze-Hausmann über die 18. Verleihung des
Deutschen Nachhaltigkeitspreises 20
» Interview
Hartmut Jenner, CEO von Kärcher, über
Rahmenbedingungen und Herausforderungen 22
bvik-Ratgeberserie
Die Folgen von schrumpfenden Marketing-Budgets 24
Digitalisierung
KI-Plattform steigert die Effizienz von KMU 26
MESSE BLECHEXPO
» Innovationen für die Blechbearbeitung
Global Player zeigen die Prozesskette der Blechbearbeitung
– kombiniert mit Lösungen aus der Fügetechnik 27
TECHNIK
Energieeffizienz
Mit der richtigen Motoreffizienzklasse den
Energie verbrauch senken 38
» Antriebstechnik
Modularer Maschinenbau angewandt in komplexen
Fertigungsprozessen 40
Hydraulische Miniaturkomponenten
Formula Student: Von 0 auf 100 in 2,4 Sekunden 42
Leitungstechnik
Wie durchdachtes Leitungsdesign Kosten spart und die
Umwelt schont 44
Messe für Arbeitssicherheit
Die Fachmesse für Arbeitsschutz A+A öffnet ihre Tore 46
Arbeitsschutz
Experte für Handschutz und Sicherheitsschuhe präsentiert
auf der Messe A+A seine Innovationen 47
» Erste-Hilfe-Equipment
Eine Augenspüllösung leistet bei chemischen
Augenverletzungen im Arbeitsumfeld schnelle Hilfe 48
Arbeitskleidung
Professionell reparierte Workwear ermöglicht mehr
Nachhaltigkeit im Betrieb 50
Reinigung von Werkstücken
Textiler Rundum-Service sorgt für eine grüne Bilanz 52
Zutrittskontrolle
Digitale Zutrittskontrollsysteme schützen Unternehmen
vor hybriden Bedrohungslagen 54
Gleitlagerpaarungen
Aluminiumbronzen bewähren sich als belastbare
Gleitlagerwerkstoffe ohne Bleigehalt – ein Überblick 56
Schweissen & Schneiden 2025
37.000 Gäste nutzten den außerplanmäßigen Treff,
94 % wollen 2029 wieder dabei sein 59
Oberflächentechnik
Die Kunst, filigran gelochte Bleche präzise zu lackieren 60
RURBRIKEN
Editorial 05
Augenblicke der Technik 08
Produkte 64
Impressum 66
Vorschau 67
Tacheles 68
Sichere Lösungen
für extreme
Bedingungen
Bild: Cederroth Erste Hilfe
Bei chemischen Augenverletzungen im Arbeitsumfeld leistet eine griffbereite
Augenspüllösung erste Hilfe und verhindert schwere Gesundheitsschäden.
» Seite 48
Bild: Kärcher
» ZUM TITELBILD
Höhere Produktivität und mehr Flexibilität in der Blechbearbeitung:
Das kombinierte Stanz- und Schersystem Shear Brilliance
von Prima Power eignet sich für die schnelle und wirtschaftliche
Bearbeitung großer quadratischer Teile und Paneele.
Mehr dazu ab Seite 34.
Bild: Prima Power
Hartmut Jenner, CEO
von Kärcher, über
Rahmenbedingungen
und Herausforderungen
beim Reinigungsspezialisten
aus
Winnenden.
» Seite 22
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8 Industrieanzeiger » 14 | 2025
» Augenblicke
der Technik
Ein sattes Orange: In dieser Farbe treten die Industrieroboter von
Kuka auf. Auch das Unternehmenslogo, das auf den weißen
Cobots des Roboterherstellers zu sehen ist, nutzt den markanten
Farbton, der auch als „Kuka Industrial Orange“ bezeichnet wird und
im weltweit einheitlichen Farbensystem die Nummer „2009“ trägt.
Die Farbe dient dabei nicht nur der Identifikation des Herstellers,
sondern erhöht auch die Sichtbarkeit und Sicherheit der Roboter
im industriellen Umfeld.
Die Kuka Group ist ein international tätiger Automatisierungskonzern
mit Hauptsitz in Augsburg und mehr als 125 Jahren
Unternehmenshistorie. Im Produktportfolio von Kuka befinden sich
neben den bereits genannten Robotertypen auch autonome mobile
Roboter (AMR), Steuerungen, Software und cloudbasierte Digital-
Services sowie vollvernetzte Produktionsanlagen. Das Schweizer
Unternehmen Swisslog, das Intralogistikprozesse automatisiert, ist
ebenfalls Teil der Kuka Group, wie auch die Software-Spezialisten
Visual Components, Device Insight und Mosaixx. Bild: Kuka
Industrieanzeiger » 14 | 2025 9
» NACHRICHTEN
Industrieverbände sehen keine spürbare Entlastung durch das Lieferkettengesetz
Kritik an Entschärfung wächst
Die Bundesregierung plant Erleichterungen beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.
Doch aus Sicht von VDMA und ZVEI reicht der aktuelle Entwurf nicht aus, um die Bürokratielast
der Industrie wirksam zu verringern. Die zentralen Kritikpunkte im Überblick.
Bild: Wolfilser/stock.adobe.com
Die Bundesregierung plant Erleichterungen beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.
Doch aus Sicht von VDMA und ZVEI reicht der aktuelle Entwurf nicht aus.
Mit der Streichung der Berichtspflichten im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
(LkSG) will
die Bundesregierung die Bürokratie für Unternehmen
verringern. Die entscheidenden Industrieverbände
VDMA und ZVEI zeigen sich jedoch enttäuscht. „Die
Entlastung reicht nicht aus, um die ächzende Bürokratielast
der Unternehmen wirksam zu verringern“,
kritisiert Wolfgang Weber, Geschäftsführer des ZVEI,
den aktuellen Gesetzentwurf. Aus Sicht des Verbandes
sei das Vorhaben kein wirklicher Aufbruch,
sondern eine verpasste Chance: „Dem Vorschlag fehlt
jede Signalwirkung. Dafür hätte man das Gesetz
wirklich abschaffen müssen.“
Obwohl das LkSG formell erst ab einer Unternehmensgröße
von 1.000 Mitarbeitern greift, sind laut
einer aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen
Wirtschaft (IW) fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen
betroffen. Der Grund: Auch kleinere Firmen
müssen indirekt Daten erfassen und vorhalten, um
ihren Verpflichtungen gegenüber größeren Geschäftspartnern
nachzukommen. Damit bleibt der bürokratische
Aufwand in der Breite der Industrie bestehen.
Der ZVEI fordert die Bundesregierung auf, sich auf
europäischer Ebene klar zu positionieren und einer
weiteren Verschärfung durch die geplante EU-Lieferkettenrichtlinie
(CSDDD) entschieden entgegenzutreten.
Mindestens solle die Sorgfaltspflicht auf
direkte Zulieferer (Tier 1) beschränkt werden. Die
EU-weit angestrebte Omnibus-Regulierung wird von
beiden Verbänden als Ansatz für eine Vereinfachung
und Harmonisierung der Nachhaltigkeitsgesetzgebung
gesehen. Entscheidend sei jedoch, dass der
bürokratische Aufwand für Unternehmen tatsächlich
dauerhaft sinkt.
Der Maschinen- und Anlagenbau sieht die geplanten
Änderungen kritisch. Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer
des VDMA, betont: „Im Koalitionsvertrag
wurde die Abschaffung des gesamten Lieferkettengesetzes
(LkSG) angekündigt. Der vorliegende
Referentenentwurf kommt dem nicht nach, sondern
schwächt das Gesetz lediglich in Teilbereichen ab.
Das hilft den Unternehmen nicht weiter, weil es die
Bürokratie nicht wirklich reduziert.“
Brodtmann verweist darauf, dass wesentliche Zusagen
aus dem Koalitionsvertrag, wie die Einschränkung
von Sanktionen, im Entwurf nicht umgesetzt werden.
„Die Bundesregierung steht bei der Wirtschaft im
Wort, keine faulen Kompromisse zu schließen, sondern
mit einer Reform des Lieferkettengesetzes für
ernsthafte Entlastung zu sorgen“, so Brodtmann.
Aus Sicht der Industrieverbände verfehlt der Gesetzentwurf
das Ziel, die Belastung für die Unternehmen
spürbar zu senken. Die Forderung nach einer praxisnahen,
rechtssicheren und an den Bedürfnissen der
Betriebe orientierten Reform bleibt bestehen. Die
Bundesregierung stehe in der Verantwortung, auf
europäischer Ebene klare Leitlinien für einen nachhaltigen
und zugleich umsetzbaren Bürokratieabbau
zu schaffen.
Quellen:
https://www.vdma.eu/viewer/-/v2article/render/147651143
https://www.zvei.org/presse-medien/pressebereich/lieferketten
gesetz-zvei-fordert-mehr-mut-und-wirksame-entlastung
10 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Siemens und Trumpf geben Partnerschaft bekannt
Digitale Fertigung und Einbindung von KI beschleunigen
Siemens und Trumpf haben eine
Partnerschaft bekannt gegeben,
die die industrielle Produktion
durch fortschrittliche digitale
Fertigungslösungen verbessern
soll. Ziel der Zusammenarbeit
ist, das Xcelerator-Portfolio von
Siemens mit der Maschinenbau-
und Softwarekompetenz
von Trumpf zu kombinieren.
Die Partnerschaft befasst sich
mit einer kritischen und drängenden
Herausforderung in der
modernen Fertigung: die mangelnde
Integration von Informationstechnologie
(IT) und Operational-Technology-
Systemen (OT), die in der Vergangenheit
die Effizienz und Innovation in der
Produktion gebremst haben. Durch die
Verbindung des Xcelerator-Portfolios aus
Bild: Siemens
dem Hause Siemens mit der Fertigungsexzellenz
von Trumpf hilft die
Zusammenarbeit dabei, diese Lücke mit
umfassenden Lösungen zu schließen.
Beide Unternehmen arbeiten an offenen
und interoperablen IT-Schnittstellen, die
Siemens und Trumpf wollen die
digitale Fertigung und Einbindung
von KI beschleunigen.
dazu beitragen sollen, die KI-
Bereitschaft für Motion Control
Anwendungen voranzutreiben.
„Eine echte Transformation in
einer Fabrik beginnt, wenn die
Maschinen in der Fertigung
über ein gemeinsames digitales
Rückgrat miteinander verbunden
sind – damit Daten nahtlos
fließen, Entscheidungen schneller
getroffen werden und die Produktion
auf sich ändernde Bedingungen reagiert“,
erklärt Cedrik Neike, Mitglied des
Vorstands der Siemens AG und CEO
Siemens Digital Industries.
Die Kommunikation mit PFERD TOOLS
auf Augenhöhe sowie die hohe
Qualität der Werkzeuge
überzeugen mich Tag für Tag.
Udo Weber
Ansprechpartner für Qualtät und EHS
bei SIEMENS ENERGY
pferd.com
Industrieanzeiger » 14 | 2025 11
» NACHRICHTEN
Spatenstichbei Citizen Machinery Europe
Neue Europazentrale in Ostfildern
Citizen Machinery Europe (CME) beginnt
mit dem Bau ihrer neuen Europazentrale
im Gewerbegebiet Scharnhausen-West in
Ostfildern. Das Unternehmen, spezialisiert
auf CNC-Drehtechnologie, plant dort
einen modernen Vertriebs- und Produktionsstandort.
Auf etwa 8.000 m 2 werden
Büro-, Schulungs- und Ausstellungs -
flächen entstehen, ferner ein Technologiekompetenzzentrum
mit Montagehalle
sowie Werkstatt- und Lagerbereiche. Der
Umzug vom bisherigen Standort in Esslingen
ist für Ende 2026 vorgesehen.
CME ist Teil der Citizen Watch Co., Ltd.
und Anbieter von Drehmaschinen der
Marken Cincom und Miyano für ver -
schiedene Branchen, darunter Medizin,
Elektronik, Feinmechanik, Maschinenbau,
Luft- und Raumfahrt sowie Fahrzeugbau.
Im Bereich Langdrehautomaten ist das
Unternehmen Weltmarktführer. Zu den
Innovationen zählen die patentierte LFV-
Zerspanungstechnologie, automatische
Werkzeugwechsler, Automatisierungs -
lösungen und Dreh-Laser-Hybridsysteme.
Seit über 30 Jahren ist CME in Esslingen
Veronika Neumeister, Administration
CME; Markus Reißig, Geschäftsführer
CME; Christof Bolay, Oberbürgermeister
Ostfildern; Heiko Bar, Architekt Vollack;
Andreas Scheithauer, Prokurist und
Kaufm. Leiter CME; Addlen Trabelsi,
Prokurist und Vertriebsleiter Europa
CME (v.l.n.r.)
ansässig und betreut von dort Vertrieb
und Service für verschiedene Märkte in
Europa. Die Maschinen werden kundenspezifisch
angepasst, beispielsweise
durch Automatisierungslösungen und
Softwareanpassungen. Aufgrund gestiegener
Anforderungen hinsichtlich Kapazität
und Nachhaltigkeit wurde der Standortwechsel
beschlossen. Das bisherige
Gelände in Esslingen entsprach nicht
mehr den logistischen und baulichen
Anforderungen, insbesondere für größere
und schwerere Maschinentypen.
Für den Neubau arbeitet CME mit der
Vollack Gruppe (Generalplanung und Bau)
und Thost Projektmanagement (Projektmanagement
und Nachhaltigkeitsberatung)
zusammen. Der Standort in Ost -
fildern bei Stuttgart entspricht den
Anforderungen an Nachhaltigkeit und
Effizienz und bietet eine identitätsstarke
Architektur, die Elemente der Citizen
Corporate Identity aufgreift. Die neuen
Büro- und Verwaltungsbereiche werden
auf einer Ebene angeordnet, offene Bürostrukturen
sollen die interne Kommuni -
kation optimieren. Ein öffentlich zugäng -
licher Ausstellungs- und Versuchsraum
sowie ein Technologiekompetenzzentrum
ergänzen die Anlage.
Das architektonische Konzept zitiert
Elemente aus dem Uhrenbau, dem traditionellen
Geschäftsfeld des Mutterkonzerns.
Nachhaltige Energieversorgung
wird durch ein Nahwärmenetz, Wärmepumpen
und Photovoltaikflächen sichergestellt.
Teilbegrünte Fassaden sind ebenfalls
Teil des Konzepts.
Bild: Citizen Machinery Europe
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Blechbearbeitung
Höhere Produktivität und Qualität bei niedrigeren Durchlaufzeiten
Das neue kombinierte Stanz- und Schersystem
Shear Brilliance von Prima Power
ist die ideale Lösung für die Herstellung
großer quadratischer Teile und Paneele.
Die Konstruktion basiert auf den neuesten
Verbundwerkstoffen, servoelektrischen
Antrieben und Linearführungen, um wirklich
beeindruckende Leistungen zu erzielen,
die sich in der höchsten Produktivität
am Markt für eine vielseitige und flexible
Fertigung niederschlägt. Die Vorteile der
servoelektrischen Technologie sind der
geringe Energieverbrauch und der niedrige
Wartungsbedarf sowie die hohe Genauigkeit
und Vielseitigkeit. Die Modularität
ermöglicht eine schnelle, hochpräzise
Fertigung von Bauteilen in einem voll-
automatischen Prozess, der durch das integrierte
Stanz-Scher-Konzept Einsparungen
von 10 % bis 20 % beim Rohmaterialverbrauch
ermöglicht.
Shear Brilliance punktet durch:
• extrem schnell mit Hubgeschwindigkeiten
bis zu 1.300-mal/min
• großer Arbeitsbereich von 4.300 x
1.565 mm
• Positioniergeschwindigkeit bis zu
210 m/min
• Stanzkraft 300 kN (30 t)
• hohe Werkzeugkapazität
• geringer Energiebedarf
• Stanzen und Scheren ohne
Neupositionierung
• kein Restgitter, weniger Stanzschrott
ger 14 | 2025
Titelthema
Kombiniertes Stanz- und Schersystem
fertigt präzise Bauteile
» Seite 36
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Neuheiten und Trends rund um
Blechbearbeitung und
Fügetechnologie
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bei Augenverletzungen
» Seite 48
Wissen für Entscheider in der Produktion
14.10.2025 Ausgabe 14 | 2025 www.industrieanzeiger.de
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Kärcher-Chef Hartmut Jenner
über die Strategie und
aktuelle Heraus -
forderungen beim
Reinigungsspezialisten
» Seite 22
Bild: Primapower
12 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Datenaustausch für KI-Anwendungen in der Fertigung
Siemens vereinbart Datenallianz
Siemens hat heute gemeinsam mit führenden Werkzeugmaschinenherstellern
– darunter Chiron, Grob, Heller, Renishaw und
Trumpf – sowie dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH
Aachen und der Voith Group eine Allianz unterzeichnet, die den
systematischen Austausch von Engineering-, Fertigungs- und
Maschinendaten für die Entwicklung generativer KI-Anwendungen
im industriellen Umfeld vorsieht. „Gemeinsam mit Kunden
und Partnern machen wir heute einen bedeutenden Schritt, um
industrielle KI zu skalieren“, sagt Roland Busch, Vorstandsvorsitzender
der Siemens AG.
Die Allianz zielt darauf ab,
die Effizienz und Innova -
tionszyklen in der Fertigungsindustrie
durch den
Einsatz von KI-Technologien
deutlich zu steigern.
Ein denkbarer Anwendungsfall
im Bereich der
Werkzeugmaschine ist die
automatisierte Erstellung
eines Teileprogramms für
Werkzeugmaschinen. Auf
diese Weise lassen sich
Teileprogramme schneller
erstellen, während die Fehlerquote
bei der Code-
Erstellung sinkt. Programmierer
werden zudem von
Basisaufgaben entlastet und
können komplexere Herausforderungen
angehen.
Die Partnerschaft umfasst
den Austausch anonymisierter
Maschinendaten unter
strenger Einhaltung von
Datenschutz- und Sicherheitsstandards.
Diese Daten
werden etwa zur Entwicklung
und zum Training von
KI-Modellen verwendet, die
auf die Anforderungen der
industriellen Fertigung zugeschnitten
sind.
Die Allianz plant weitere
Unternehmen zu gewinnen,
auch außerhalb der Werkzeugmaschinenbranche,
damit industrielle KI branchenübergreifend
genutzt
werden kann.
Ein denkbarer Anwendungsfall im Bereich der Werkzeugmaschine ist die
automatisierte Erstellung eines Teileprogramms für Werkzeugmaschinen.
Mink Cross-Cleaning-System
für effektive Querreinigung!
Das System entfernt lose Partikel sicher und effizient von Produktoberflächen.
Dank des modularen Aufbaus und der austauschbaren
Riemenbürsten kann es an jede Anwendung angepasst werden
und sorgt bei geringem Anpressdruck für gründliche Sauberkeit.
Es ist ideal für die vielseitige Oberflächenreinigung in der Holzbeund
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 13
» NACHRICHTEN
Autodesk University 2025
KI-Werkzeuge beschleunigen Entwicklung
Die Autodesk University, die jährliche
„Design and Make“-Konferenz von Autodesk
fand letzten Monat in Nashville
statt. Fachleute aus den Bereichen
Design, Ingenieurwesen, Konstruktion
und kreative Branchen kamen in diesem
Jahr zusammen, um sich auszutauschen,
voneinander zu lernen und unter anderem
über die Zukunft des Entwerfens und Fertigens
zu diskutieren. Gerade für Teilnehmer
aus dem D&M-Sektor bietete die
Veranstaltung zahlreiche Highlights und
Einblicke.
Autodesk stellte KI-Funktionen vor, die
den gesamten Produktentwicklungsprozess
neu definieren. Im Fokus standen vor
allem drei Innovationen: generativ KIgestützte,
editierbare BREP-Geometrie in
Fusion, ein agentenbasierter Assistent
sowie eine erweiterte Zusammenarbeit
mit Microsoft für kontextuelle Visualisierung
und nahtlosen Export in Microsoft
Andrew Anagnost, Präsident
und CEO von Autodesk, bei
der Eröffnung der Autodesk
University am 16. September
2025 in Nashville.
365. Gemeinsam reduzieren diese Neuerungen
den Routineaufwand, beschleunigen
Iterationen und verbinden Design und
Kreativität direkt mit produktionsreifen
Ergebnissen.
KI und die Art, wie Produkte entworfen,
konstruiert und hergestellt werden, verändert
sich schneller als erwartet. Dieser
Paradigmenwechsel bietet die Gelegenheit,
Kapazitäten freizusetzen, Kreativität
zu steigern und Produktivität zu verbessern.
Hinzu kommt: Angesichts eines
kritischen Mangels an Fachkräften wird
KI unverzichtbar, da sie es ermöglicht, mit
weniger Ressourcen mehr zu erreichen.
Autodesk implementiert in Fusion eine
neue Form generativer Modellierung:
Editierbare Boundary Representation
(BREP)-Geometrie, angetrieben von
firmeneigenen Basis-Modellen für die
Fertigung. Ein einziger Befehl erzeugt
hoch detaillierte Geometrien, die als vollständig
editierbares CAD-Modell ausgegeben
werden. Das verkürzt den Weg von
der Idee zur konstruktionsreifen Datei
erheblich, da Designer ohne umständliche
Konvertierungen oder manuelle Nach -
arbeit unmittelbar weiterarbeiten, parametrisch
anpassen und Fertigungsaspekte
berücksichtigen können. Mit dem neuen
Autodesk Assistant führt Autodesk einen
kontextsensitiven, agentenbasierten KI-
Partner ein, der nahtlos in Produkte wie
Fusion und Vault integriert ist.
Bild: Alexander Gölz / Konradin Industrie
Studie zeigt Stolpersteine auf
Digitale Transformation in der Industrie oft holpriger als erwartet
Bild: Gorodenkoff/stock.adobe.com
Die digitale Transformation verspricht
zahlreiche Vorteile und Chancen – der
Weg dorthin ist jedoch oft herausfordernd.
Das zeigt die aktuelle Studie „Data
Connectivity & Visibility“ des schwedischen
Konzerns Hexagon, für die weltweit
400 Führungskräfte von großen Unternehmen
aus unterschiedlichen Branchen
befragt wurden, vom Pharma- über den
Energie- bis zum Chemie- und Lebensmittelsektor.
Die Umfrage hat ermittelt,
Für das Gelingen
der digitalen
Transformation
brauchen Unternehmen
eine ausgereifte
Methodik
und im besten Fall
einen Partner,
der sie begleitet.
was typische Stolpersteine sind und wie
man sie geschickt umgehen kann. Weltweit
setzen Konzerne mit weit verzweigtem
Standortnetz auf digitale Innovation
und Transformation. Ziele sind meist
geringere Kosten, höhere Effizienz, größere
Robustheit, einfache Skalierung und
mehr Nachhaltigkeit. Erreicht werden
kann dies durch maximale Transparenz
über alle Daten, visuell gut aufbereitet
und qualitativ so hochwertig, dass damit
Automatisierung möglich ist. Doch dieses
Ideal stimmt mit der Realität nur selten
überein. Die Studie zeigt, welche Hindernisse
besonders häufig vorkommen: 70 %
der Befragten bestätigen, dass Projekt-
Milestones bei der Umstellung nicht
erreicht werden, kaum weniger (68 %)
müssen erkennen, dass einige Teilbereiche
sich nicht wie gewünscht skalieren
lassen.
Ungeplante Produktionsausfälle (65 %)
und Budget-Überschreitungen (64 %)
wirken sich ebenfalls oft immens auf
die Transformationsbemühungen aus. Die
Gründe für die Schwierigkeiten sind vielfältig.
Den größten Impact haben laut
Studie Aspekte wie fehlendes Know-how,
zu geringe Fertigkeiten (66 %) und zu
viele manuelle Prozesse (64 %). Fast
ebenso häufig werden unzureichende
oder ver altete Informationen, fehlende
System integration und -vernetzung sowie
überholte Infrastrukturen genannt.
14 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Energiewende
IG Metall und VDMA fordern politischen Kurswechsel
Das aktuelle Monitoring der Energiewende
durch das BMWE sowie eine ergänzende
Studie von VDMA Power Systems, IG
Metall und Prognos verdeutlichen: Eine
erfolgreiche Transformation des Energiesystems
erfordert mehr als Kostenoptimierung.
Planungssicherheit, heimische
Wertschöpfung und technologische Souveränität
sind für den Industriestandort
Deutschland entscheidend.
Mit der Vorlage des Energiewende-Monitorings
durch das Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie (BMWE) wird die
Grundlage für die künftige Energiepolitik
gelegt. Ergänzend liefert eine von VDMA
Power Systems und IG Metall bei Prognos
in Auftrag gegebene Kurzstudie industriepolitische
Perspektiven. Ziel ist es, die Bedeutung
resilienter Wertschöpfungsketten
im Kontext der Energiewende stärker zu
betonen.
Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer
des VDMA, sieht in den
Ergebnissen des Monitorings wenig Überraschendes:
„Das Monitoring zeigt, was
alle wussten. Die Energiewende kann und
muss effizienter werden.“ Eine klare strategische
Ausrichtung fehlt jedoch weiterhin.
Weder der Bericht noch die zehn
Bild: miss irine/stock.adobe.com (generiert mit KI)
Schlüsselmaßnahmen des Ministeriums
ergeben aus Sicht Rauens ein zukunftsfestes
Konzept: „Aus Monitoring und Aussagen
der Ministerin (Katherina Reiche
Bundesministerin für Wirtschaft und
Energie, Anm. d. Red.) entsteht das Bild,
dass allein die Kostenfrage nun in den Fokus
rückt und es damit in den 30er Jahren
zum dauernden Nacharbeiten kommen
wird.“ Der Blick dürfe sich nicht allein
auf kurzfristige Kostenaspekte verengen.
Transformationstechnologien und Investitionen
in heimische Wertschöpfung müssen
stärker berücksichtigt werden, um
die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dr.
Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer
Planungssicherheit,
heimische Wertschöpfung
und
technologische
Souveränität sind
hinsichtlich der
Energieversorgung
für den Industriestandort
Deutschland
entscheidend.
VDMA Power Systems, betont: „Investitionen
in die Energieinfrastruktur sind
nicht nur Ausgaben, sondern zugleich
Wertschöpfungsimpulse für die deutsche
Volkswirtschaft. Sie schaffen Nachfrage
nach Komponenten, sichern Beschäftigung
und generieren Steueraufkommen.“
Die volkswirtschaftliche Bedeutung gehe
damit weit über kurzfristige Kostenbetrachtungen
hinaus. Ziel müsse es sein,
Ausbauziele für Erneuerbare Energien und
Infrastruktur kontinuierlich zu verfolgen,
um nachhaltige Beschäftigung und industrielle
Wertschöpfung auch künftig zu
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» NACHRICHTEN
Trendreport Manufacturing
KI und Agilität bestimmen Wettbewerbsfähigkeit
Bild: Xometry
Die Zukunft der Fertigung ist kundenorientiert.
KI und Agilität stehen ganz oben auf der
Liste der Trends, die die Wettbewerbsfähigkeit
im Jahr 2026 bestimmen werden.
Zu diesem Ergebnis kommt das USamerikanische
Unternehmen Xometry in
seinem ersten globalen Manufacturing-
Outlook-Bericht, der wichtige Trends und
Strategien für Hersteller beleuchtet.
Vier Trends, die die globale Fertigung im
Jahr 2026 prägen werden, haben die
Autoren des Berichts identifiziert:
• KI als Wettbewerbsnotwendigkeit
82 % der Führungskräfte betrachten KI
als zentralen Wachstumstreiber und
fast die Hälfte berichtet bereits von
einem signifikanten ROI. KI hat sich zu
einem geschäftskritischen Tool für die
Fertigung entwickelt.
• Agilität als neue Währung
74 % der Führungskräfte verlagern
Betriebsabläufe ins Ausland oder
planen dies. Dies unterstreicht die
Notwendigkeit zuverlässiger digitaler
Workflows. Am erfolgreichsten werden
diejenigen sein, die proaktiv schnelle,
zuverlässige und anpassungsfähige
Systeme entwickeln.
• Steigende Kundenerwartungen
54 % der Führungskräfte nennen
höhere Qualitätsansprüche; schnellere
Lieferung und mehr Transparenz sind
weitere markante Veränderungen bei
den Kundenanforderungen. Als Reaktion
darauf verfolgen Hersteller marktorientierte
Preisstrategien und gehen
strategische Partnerschaften ein, die
über traditionelle Kosten-, Qualitätsund
Geschwindigkeitsaspekte hinausgehen.
• Beschaffung für Stabilität
76 % planen Preiserhöhungen im Jahr
2026. Um wettbewerbsfähig zu
bleiben, überdenken Hersteller ihre
Preismodelle und Lieferketten. Als
Reaktion darauf zeichnet sich ein
deutlicher Wandel ab, hin zu markt -
orientierten Preisen. Anstelle starrer
Formeln setzen viele Unternehmen auf
neue Strategien, darunter strategische
Partnerschaften und die Diversifizierung
der Lieferanten über unterschiedliche
Regionen hinweg.
Relaunch
Emil Müller tritt jetzt unter der Marke EMG auf
Emil Müller tritt ab sofort weltweit unter
der Marke EMG – The Saltcore Experts
auf. Mit dem Relaunch positioniert sich
die 100-prozentige Tochter von Ceramtec
als internationale Expertenmarke für
Salzkerne. Sie will damit ein klares Zeichen
für Innovation, globale Präsenz und
eigenständige Markenidentität setzen.
EMG steht seit mehr als vier Jahrzehnten
für Kompetenz in der Herstellung von
Salzkernen – mit Produktionsstätten in
Deutschland, Polen, Brasilien, Mexiko und
Indien. Mehr als 20 Mio. gefertigte Kerne
pro Jahr unterstreichen die technologische
Führungsrolle bei komplexen, kundenspezifischen
Anwendungen.
„Mit dem Relaunch schärft die Marke
EMG ihren Fokus: Wir entwickeln und
fertigen Salzkernlösungen für anspruchsvolle
Anwendungen – nicht nur in der
Automobilindustrie, sondern auch in den
Bild: Ceramtec
EMG entwickelt und fertigt Salzkernlösungen für
anspruchsvolle Anwendungen.
Märkten Sanitärtechnik, Elektrowerkzeuge
und Maschinenbau“, so Christopher
Suff, Geschäftsführer von EMG. „Das
erweiterte Produktportfolio macht uns
zum kompetenten Partner für zahlreiche
Branchen.“ Der neue Markenauftritt umfasst
ein konsistentes Corporate Design
inklusive neuem Logo und überarbeiteter
Website. Damit tritt das Unternehmen
nun weltweit einheitlich auf. „Das schafft
Wiedererkennbarkeit, Vertrauen und Nähe
zu unseren Kunden und Partnern“, unterstreicht
Suff.
Als „EMG by Ceramtec“ agiert das Unternehmen
eigenständig im Markt – mit
einem klar differenzierten Geschäfts -
modell innerhalb der Ceramtec-Gruppe.
Zum ersten Mal ist der neue Markenauftritt
auf der Euroguss Mexico 2025 vom
15. bis 17. Oktober zu erleben, wo das
Unternehmen seine kundenspezifischen
Lösungen für Salzkerne präsentieren wird.
Darüber hinaus ist EMG auch im Januar
auf der Euroguss 2026 in Nürnberg vertreten.
16 Industrieanzeiger » 14 | 2025
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 17
MANAGEMENT » Interview
Jann Fehlauer, Geschäftsführer Dekra Automobil, im Gespräch
„Für die Akzeptanz von
neuen Technologien“
Die Dekra Automobil GmbH feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Geschäftsführer
Jann Fehlauer spricht im Interview über prägende Meilensteine, aktuelle Herausforderungen
und die Zukunftsstrategie des Unternehmens – von alternativen Antrieben über künstliche
Intelligenz bis hin zur Wasserstoffwirtschaft.
» Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger
Herr Fehlauer, Dekra feiert in diesem
Jahr 100-jähriges Bestehen. Was
bedeutet dieses Jubiläum für Sie
persönlich – und wie feiert das Unternehmen
dieses besondere Ereignis?
Dekra hat konzernweit dieses Jubiläum an
vielen Standorten in der ganzen Welt
gefeiert, sowohl mit dem Team als auch
mit Kundinnen und Kunden,
Geschäftspartnern sowie Gästen
aus Politik und Gesellschaft. Es
macht mich stolz, in einem
Unternehmen zu arbeiten, das
auf eine so lange Geschichte
zurückblickt und es immer wieder
geschafft hat, sich an neue technische
und gesellschaftliche Entwicklungen
anzupassen. Wir schauen in unserem
Jubiläumsjahr also nicht nur zurück,
sondern auch zuversichtlich nach vorne.
Wenn Sie auf die Unternehmens -
geschichte zurückblicken: Welche Meilensteine
waren für Dekra Automobil
besonders prägend?
Als 1951 die Hauptuntersuchung für
Fahrzeuge in der Bundesrepublik gesetzlich
vorgeschrieben wurde, prägte Dekra
deren Umsetzung entscheidend mit –
zunächst mit der Prüfung von Mitgliederfahrzeugen,
ab 1961 dann als amtlich
anerkannte Überwachungsorganisation
für alle Fahrzeuge. Auch die Gründung
der Dekra Unfallforschung war ein
wichtiger Meilenstein. Nach der Wiedervereinigung
baute die Dekra Automobil
GmbH in den neuen Bundesländern ein
umfassendes Prüfnetz auf; das war eine
besondere Zeit des Aufbruchs. Ab Mitte
der 2000er-Jahre erweiterte Dekra in
Deutschland im Zuge der Liberalisierung
des Industrie-Prüfmarktes die Kompetenzen
systematisch auf industrielle
Anlagen, Infrastruktur sowie Arbeits-,
Umwelt und Gesundheitsschutz. Jetzt
» Themen wie klimafreundliche
Energien und Nachhaltigkeit werden
nur angenommen, wenn sie
wirtschaftlich und sicher sind. «
kommen neue Herausforderungen mit
Themen wie alternativen Energien und
Antrieben, Software und KI hinzu: Dekra
ist mit seinen Services seit 100 Jahren am
Puls der Zeit.
Die Automobilbranche steht vor tiefgreifenden
Umbrüchen: Elektromobilität,
automatisiertes Fahren, Software -
integration. Wie positioniert sich Dekra
in diesem Wandel, speziell im Bereich
technischer Prüf- und Dienstleistungen?
Dekra betreibt am Lausitzring in Brandenburg
mit dem Dekra Technology Center
heute Europas größtes, herstellerunabhängiges
Testzentrum für automatisiertes
und vernetztes Fahren. Diesen Herbst
haben wir an diesem Standort unser
neues, wegweisendes Batterie Test Center
eröffnet: Wir prüfen dort Batterien und
Batteriemodule für Elektrofahrzeuge und
andere Anwendungen. Dekra investiert
also gezielt, um der Entwicklung immer
einen Schritt voraus zu sein und den
Kunden ein breites Serviceportfolio in
diesem Bereich bieten zu können. Dekra
ist Deutschlands größte Prüforganisation
und das größte Unternehmen der Branche
weltweit, wenn es um automobile
Prüfungen geht – im vergan -
genen Jahr haben wir rund 32
Millionen Fahrzeugprüfungen in
24 Ländern durchgeführt.
Wie beeinflusst die derzeitige
wirtschaftliche Lage – speziell
Unsicherheiten in der Industrie
und rückläufige Investitionen – Ihr
Geschäft? Spüren Sie eine Zurückhaltung
bei Ihren Kunden?
Als Prüforganisation erleben wir grundsätzlich
wirtschaftliche und konjunkturelle
Entwicklungen mit einem gewissen
Zeitversatz und in abgeschwächter Form
– vor allem beim öffentlich mandatierten
Geschäft. Aber eine Zurückhaltung ist in
diesem Jahr auf Auftraggeberseite auf
dem deutschen Markt spürbar, vor allem,
was neue Projekte angeht. Wir sind aber
zuversichtlich, weil unsere Dienstleistungen
auch in Zukunft wichtig sein werden
– sie werden sogar eher noch wichtiger.
Gerade auch in der technischen Prüfung
herrscht Fachkräftemangel. Wie begegnet
Dekra dieser Herausforderung,
speziell bei der Gewinnung und Bindung
von qualifizierten Mitarbeitenden?
18 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Die Dekra Automobil GmbH unternimmt
alles, um Fachkräfte zu rekrutieren, selbst
auszubilden und zu halten. Im Sachverständigenwesen
dauert es zuweilen
mehrere Jahre, bis die erforderlichen
formalen Qualifikationen aufgebaut sind,
die für bestimmte Anerkennungen und
Tätigkeiten vorgeschrieben sind. Das
erfordert eine enge Bindung der Mitarbeiter
ans Unternehmen. Was uns besonders
macht: Die Dekra Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sorgen im jeweiligen technischen
Fach mit ihrer Arbeit für mehr
Sicherheit und Nachhaltigkeit in ganz
vielen Bereichen des Lebens. Das ist eine
spannende und sehr wichtige Aufgabe.
Jann Fehlauer ist seit
2018 Geschäftsführer
der Dekra Automobil
GmbH. In der
Geschäftsführung ist
er verantwortlich für
den Bereich Dienst -
leistung / Technik.
Die Digitalisierung ist auch bei Prüfdienstleistern
ein zentrales Thema. Wo
stehen Sie aktuell in Bezug auf digitale
Prozesse und datenbasierte Dienstleistungen
– und was ist Ihre Vision für die
nächsten Jahre?
Wo digitale Services und Prozesse unseren
Kunden einen Mehrwert oder mehr
Sicherheit bringen, werden wir diese
Services auch entwickeln. Dekra hat
diesen Sommer beispielsweise die Mehrheit
an der Spearhead AG aus der Schweiz
übernommen. Das Unternehmen ist
Vorreiter für digitale und datenbasierte
Lösungen im Schadenmanagement. Auch
in der Unfallanalytik oder der Anlagen -
sicherheit werden beispielsweise digitale
und datenbasierte Prozesse immer wichtiger.
Wir stellen uns darauf ein.
Bild: Dekra
Mit welchen strategischen Schwerpunkten
wollen Sie das Unternehmen in den
kommenden Jahren weiterentwickeln?
Gibt es neue Geschäftsfelder, in die Sie
verstärkt investieren wollen?
Strategisch wichtig für den gesamten
Dekra Konzern sind die genannten
Themen wie alternative Antriebe sowie
digitale Dienste und KI-Anwendungen.
Wir bei der Dekra Automobil GmbH in
Deutschland investieren seit vielen Jahren
auch gezielt in Branchen außerhalb des
Automobilsektors; also zum Beispiel in
unseren Industrie-Bereich. Dort gibt es
noch erhebliche Potenziale. Gerade
Themen wie klimafreundliche Energien
und Nachhaltigkeit werden gesellschaftlich
und von der Industrie nur angenommen
werden, wenn sie wirtschaftlich
und sicher sind. Wir als Prüfdienstleister
sorgen für die Akzeptanz dieser neuen
Technologien. Für die Wasserstoff -
wirtschaft beispielsweise haben wir in
Deutschland mittlerweile ein Dienst -
leistungspaket über die komplette Wertschöpfungskette:
von der Windenergieanlage
über den Elektrolyseur und den
Wasserstofftransport via Pipeline und
Straße bis hin zur Wasserstofftankstelle.
Die Transformation betrifft auch Prüfverfahren
und gesetzliche Rahmen -
bedingungen. Wie bringt sich Dekra hier
aktiv in die Regulierung und Standar -
disierung ein?
Dekra ist Mitglied in einschlägigen
Arbeitskreisen, technischen Gremien und
Branchenverbänden. Die gemeinsame
Entwicklung von Sicherheitsstandards und
Prüfverfahren gehört schon immer zu
den Aufgaben von Marktteilnehmern der
Prüf- und Zertifizierungsbranche. Herausfordernd
wird diese Aufgabe neuerdings
durch die schnellen Entwicklungszyklen
bei den digital- und KI-getriebenen
Themen. Hier besteht die Herausforderung
darin, gesetzliche und regulatorische
Maßnahmen zu antizipieren, um dann
vorbereitet zu sein, wenn die neue
Regulierung tatsächlich in Kraft tritt.
Was wünschen Sie sich für die nächsten
100 Jahre Dekra – und welchen Beitrag
möchten Sie persönlich dazu leisten?
Für die nächsten 100 Jahre wünsche ich
Dekra, dass wir unseren starken automobilen
Ursprung nutzen, unseren Industrieprüfbereich
in Deutschland weiter
ausbauen und auch in neuen, zukunftsweisenden
Bereichen Maßstäbe setzen –
wie schon angesprochen, beispielsweise
bei KI, digitaler Sicherheit und Nachhaltigkeit.
In meinem Verantwortungsbereich
liegen unsere technischen Dienstleistungen
in den Bereichen Automobil
und Industrie. Diese wollen wir konsequent
weiterentwickeln – und gleich -
zeitig die Brücke schlagen zu neuen
Geschäfts feldern, in denen Vertrauen,
technologische Expertise und unser
Grundauftrag – „Sicherheit“ – genauso
relevant sind wie bei der klassischen
Fahrzeugprüfung. Nur wenn wir offen
bleiben für den Wandel, so wie wir das
seit 100 Jahren sind, können wir unseren
gesellschaftlichen Beitrag auch in der
nächsten Ära leisten.
Industrieanzeiger » 14 | 2025 19
MANAGEMENT » Interview
Stefan Schulze-Hausmann über die 18. Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises
„Nachhaltigkeit darf kein
Zusatzthema bleiben“
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) geht in seine 18. Runde – mit neuem
Wettbewerbsprozess, interaktiveren Formaten und einem stärkeren Fokus auf Austausch.
Initiator Stefan Schulze-Hausmann erklärt im Interview, warum Nachhaltigkeit für
Unternehmen längst mehr ist als ein Imagefaktor, wie Industrie und Mittelstand den
Wandel prägen und wo er die größten Hebel für echte Transformation sieht.
» Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger
Herr Schulze-Hausmann, der Deutsche
Nachhaltigkeitspreis geht in seine 18.
Ausgabe – was ist in diesem Jahr neu?
Welche inhaltlichen oder konzeptionellen
Weiterentwicklungen haben Sie vorgenommen?
Zunächst haben wir den Wettbewerbsprozess
im DNP Unternehmen überarbeitet
und weiterentwickelt – und damit
auch auf Anregungen des letzten Jahres
reagiert. Das heißt: Mehr Transparenz,
dokumentierte Jury-Entscheidungen sowie
eine protokollarische Begleitung
durch Expert:innen des renommierten
Centre for Sustainability Management an
der Leuphana-Universität Lüneburg. Vor
allem den #DNP25 gestalten wir in diesem
Jahr neu. Der Kongress wird stärker,
interaktiver: Die bewährten Formate bleiben
– große Sessions, Deep Dives, Abendveranstaltungen.
Aber wir rücken den
Austausch, das Networking und die Diskussion
konkreter Best Practices deutlich
stärker in den Mittelpunkt. Neu ist dabei
das Format der „Master Classes“, in denen
Preisträger der vergangenen Jahre ihre
Erfahrungen weitergeben.
Worin liegt der besondere Anspruch des
Deutschen Nachhaltigkeitspreises? Was
unterscheidet den Preis von anderen
Auszeichnungen?
Unabhängige Untersuchungen, etwa Studien
der Universität Hohenheim, zeigen
seit vielen Jahren, dass der DNP zu den
anerkanntesten und glaubwürdigsten
Auszeichnungen im Bereich Nachhaltig-
Bild: Frank Fendler
Stefan Schulze-Hausmann hat 2008 den Deutschen
Nachhaltigkeitspreis ins Leben gerufen.
keit gehört. Über 18 Jahre hinweg hat er
sich Schritt für Schritt als Plattform und
Impulsgeber etabliert.
Wichtiger denn je ist uns, dass die Teilnehmenden
wirklich profitieren: fachlich
durch Inhalte, praktisch durch Know-how
und sichtbar durch öffentliche Wirkung.
Es geht nicht allein um Auszeichnung,
sondern um Mehrwert für die Arbeit der
Unternehmen und Organisationen.
Der DNP versteht sich als gemeinsames
Projekt von Wirtschaft, Wissenschaft,
Politik und Zivilgesellschaft. Wir wollen
konkrete Lösungen sichtbar machen,
Erfahrungen teilen und den Austausch
fördern – sodass die Besten nicht nur
gewürdigt werden, sondern auch andere
voranbringen. Gerade in Zeiten großer
Umbrüche wollen wir helfen, Orientierung
zu geben, Mut zu machen und Kurs
zu halten.
Die Zahl und Qualität der Einreichungen
gelten seit Jahren als Gradmesser für
den Nachhaltigkeitswillen in Deutschland.
Wie sieht es in diesem Jahr aus,
können Sie bereits Tendenzen benennen?
Die Qualität der Einreichungen steigt seit
Jahren kontinuierlich. Das ist ein Spiegel
dafür, dass sich in vielen Unternehmen
wirklich etwas bewegt. Aber klar ist auch:
Von einem echten Mainstream sind wir
noch weit entfernt. Bei der Quantität
sehen wir, dass viele Unternehmen gerade
stark mit anderen Themen beschäftigt
sind. Es gibt eine gewisse Transformationsmüdigkeit.
Verschobene regulatorische
Anforderungen werden zuweilen als
Atempause verstanden, in der man andere
Themen in den Fokus nimmt. Interessant
ist, dass wir beim Unternehmenspreis
selbst dennoch sogar eine stärkere Mitwirkung
erlebt haben.
Wie stark sind produzierende Unternehmen
und der industrielle Mittelstand
beim DNP 2025 vertreten? Sehen Sie
hier besondere Entwicklungen?
Traditionell stellen produzierende Unternehmen
und der industrielle Mittelstand
einen Schwerpunkt im Wettbewerb dar.
Das zeigt sich auch in diesem Jahr. Die
Bandbreite ist groß: Unter den Nominierten
2025 finden sich innovative mittelständische
Betriebe ebenso wie heraus-
20 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Bild: Christian Köster
Die feierliche Preisverleihung
findet in diesem Jahr am
5.12. im Maritim Hotel in
Düsseldorf statt.
fordernde Transformationsunternehmen
und große Konzerne, die sich im Umbruch
befinden. Dieses Spektrum macht deutlich,
wie stark gerade die Industrie den
Wandel mitprägt – von den flexiblen
KMUs bis hin zu den Schwergewichten,
die ihre Strukturen neu ausrichten.
Viele Unternehmen berichten von steigenden
regulatorischen Anforderungen,
aber auch von wachsendem Bewusstsein.
Wie steht es Ihrer Einschätzung
nach aktuell um die reale Nachhaltigkeitsperformance
deutscher Unternehmen?
Die nachhaltige Transformation muss aus
den Unternehmen selbst heraus getrieben
werden. Aber klar ist auch: Damit sie
wirklich wirkt, braucht es übergreifende
Rahmenbedingungen und Strukturen. Der
komplexe Regulierungsapparat macht es
den Unternehmen dabei nicht leichter.
Viele sehen ein vernünftiges, maßvolles
Regelwerk aber zugleich als Chance und
als Voraussetzung, um robuste Strategien
zu entwickeln, neue Konzepte auf den
Weg zu bringen und Veränderungen abzusichern.
Am Ende geht es für Unternehmen immer
um eine sehr anspruchsvolle Balance zwischen
verschiedenen Zielen. Sie brauchen
Geschäftsmodelle, die zukunftsorientiert
und krisenfest sind. Und klar: Man kann
ein Unternehmen nicht wie eine NGO
allein an Nachhaltigkeitszielen ausrichten.
Die Kunst liegt darin, Zielkonflikte
Schritt für Schritt zu entschärfen – und
vielleicht sogar dahin zu kommen, dass
sich wirtschaftliche und nachhaltige Ziele
ergänzen. Viele der DNP-Sieger der letzten
Jahre zeigen genau das: dass Innovationen
beides können – nachhaltig sein
und zugleich geschäftlich tragfähig.
Technologie, Geschäftsmodell, Unternehmenskultur
oder politische Rahmen -
bedingungen – in welchem Bereich
sehen Sie derzeit den größten Hebel für
nachhaltige Transformation?
Den größten Hebel sehe ich nicht in
einem einzelnen Feld, sondern in der Verbindung
von Technologie, Geschäfts -
modell, Kultur und Rahmenbedingungen.
Sie greifen ineinander: Ohne tragfähige
Geschäftsmodelle nützt die beste Technologie
wenig. Ohne Unternehmenskultur
lässt sich keine Strategie umsetzen. Und
ohne politische Leitplanken fehlt die
Richtung. Transformation gelingt nur dort,
wo diese Faktoren zusammenspielen.
Genau da entsteht die größte Wirkung.
Inwiefern spielen Medienpartnerschaften
– wie die mit dem Industrieanzeiger
– eine Rolle für die Reichweite und
Relevanz des Preises? Und welche Rolle
spielt Sichtbarkeit allgemein in Ihrer
Arbeit?
Medienpartnerschaften wie die mit dem
Industrieanzeiger sind für uns enorm
wichtig. Ihre kritisch-konstruktive Begleitung
und Unterstützung kann man gar
nicht hoch genug bewerten. Ein Kernziel
des DNP ist es ja, unseren Siegern und
Finalisten eine große Bühne zu geben und
ihre Arbeit sichtbar zu machen. Das
würdigt nicht nur, sondern inspiriert auch
andere, diesem Beispiel zu folgen. Genau
dafür brauchen wir starke Medienpartner.
Gerade die branchenorientierten Publikationen
haben dabei ein besonderes Gewicht,
weil sie in ihren Industrien eine
hohe Glaubwürdigkeit genießen und so
die Reichweite und Relevanz des Preises
noch einmal deutlich verstärken.
Wenn Sie nun an die kommenden Jahre
denken – was wünschen Sie sich für den
Deutschen Nachhaltigkeitspreis, aber
auch für die Rolle von Nachhaltigkeit in
der deutschen Wirtschaft ganz allgemein?
Für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis
wünsche ich mir, dass er auch in Zukunft
ein Ort bleibt, an dem Unternehmen nicht
nur ausgezeichnet werden, sondern vor
allem neue Impulse, Sichtbarkeit und
Rückenwind für ihre Arbeit bekommen.
Und für die deutsche Wirtschaft insgesamt
wäre zu wünschen, dass Nachhaltigkeit
nicht mehr als Zusatz oder
Sonderthema behandelt wird, sondern
Schritt für Schritt zum selbstverständlichen
Kern jedes Geschäftsmodells wird.
Denn genau dort liegen die größten
Chancen für Wettbewerbsfähigkeit und
Zukunftsfähigkeit.
Industrieanzeiger » 14 | 2025 21
MANAGEMENT » Interview
Hartmut Jenner, CEO von Kärcher, über Rahmenbedingungen und Herausforderungen
„Produktivität ist der Schlüssel
zum Überleben“
Kärcher-Chef Hartmut Jenner sieht die deutsche Industrie in einer herausfordernden Phase.
Hohe Kosten, starre Strukturen und fehlende Reformen gefährden aus seiner Sicht die
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Im Interview erklärt er, warum 2025 das schwierigste
Jahr der aktuellen Dekade ist, welche Rolle künstliche Intelligenz bei der Produktivitäts -
steigerung spielt und weshalb er trotz aller Krisen optimistisch bleibt.
» Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger
Herr Jenner, wie geht es Kärcher in diesen
turbulenten Zeiten?
Wir können uns den Rahmenbedingungen
nicht entziehen, behaupten uns aber insgesamt
gut. Für dieses Jahr planen wir
Wachstum, und es sieht so aus, als würden
wir dieses Ziel auch erreichen.
Rückenwind sieht allerdings anders aus.
Vor allem im B2B-Bereich herrscht große
Unsicherheit, die Investitionstätigkeit ist
verhalten. Hinzu kommen geopolitische
Krisen und die angespannte Lage in den
USA. Bereits 2020 habe ich vorausgesagt,
dass auf zehn sehr gute Jahre zehn
Hartmut Jenner, Vorsitzender
des Vorstands der
Alfred Kärcher SE & Co.
KG, feierte am 1. Januar
2025 ein besonderes
Jubiläum. Er steuert
seit 25 Jahren das
Familienunternehmen
und ist seit 34 Jahren
für Kärcher tätig.
Bild: Kärcher
schwierige folgen werden. Das Jahr 2025
dürfte dabei das schwierigste werden, bevor
wir 2026 wieder eine leichte Erholung
sehen werden. Unser Vorteil ist, dass wir
in den Boomjahren keine überbordenden
Kapazitäten aufgebaut haben. Andere
Unternehmen müssen jetzt korrigieren –
wir nicht.
Wie beurteilen Sie den Wirtschaftsstandort
Deutschland?
Deutschland hatte schon vor der Corona-
Krise Wettbewerbsprobleme, die sich
massiv verschärft haben. Konsumgüter
hierzulande herzustellen, ist im globalen
Wettbewerb grenzwertig. Wir haben hohe
Lohnnebenkosten von über 20 Prozent,
einen überregulierten Arbeitsmarkt und
ein Steuer- und Bürokratieumfeld, das
Investitionen unattraktiv macht. Vieles ist
schlicht antiquiert, man denke nur daran,
dass man für ein Nummernschild immer
noch zum Landratsamt muss. Deutschland
lebt von Exporten, da wir über keine
eigenen Rohstoffe verfügen. Dafür
braucht es Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.
Doch jährlich fließen netto rund
100 Milliarden Euro an Investitionen aus
dem Land ab. Auch die hohen Energiepreise
belasten uns massiv. Wenn die
Wirtschaft ihren Stellenwert verliert,
riskieren wir unseren Wohlstand.
Wo muss angesetzt werden, um die
Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen?
Wir brauchen einen Befreiungsschlag:
Weniger Partikularinteressen, mehr Konsens
und den Mut zur Veränderung. Der
Arbeitsmarkt ist zu starr. Ein Beispiel: In
der Schweiz kann man über 55-Jährige
problemlos einstellen, weil man ihnen
auch wieder kündigen kann. Bei uns ist
das fast unmöglich. Auch saisonale Produktion
ist in Deutschland kaum noch
darstellbar. Solche Rahmenbedingungen
treiben Unternehmen ins Ausland.
Wie wirken sich Zölle und Protektionismus
auf Ihre globalen Strukturen aus?
Wir sind breit aufgestellt, aber ganz
schützen kann man sich nie. In den USA
22 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Bild: Kärcher
Blick in die Fertigung: Als Erweiterung im Portfolio der autonomen Bodenreinigungsmaschinen wurde 2025 die Kira B 200 eingeführt.
haben wir ein Werk und eines in Mexiko,
das ausschließlich für den US-Markt produziert.
Dennoch müssen Produkte aus
Europa importiert werden, die zum aktuellen
Stand mit 15 % Zoll belegt werden.
Das verteuert unsere Geräte deutlich. Am
Ende schadet das meiner Meinung nach
vor allem den Amerikanern selbst, weil es
zu importierter Inflation führt.
Enttäuschend ist, dass die EU
hier kein besseres Verhandlungsergebnis
erzielt hat. Es
fehlt an Verhandlungstaktik
und Durchsetzungskraft.
Kärcher ist in 85 Ländern mit
eigenen Strukturen vertreten. Was
macht Ihre Internationalisierungsstrategie
erfolgreich?
Reinigung ist ein lokales Geschäft. Was
als „sauber“ gilt, ist kulturell geprägt. In
arabischen Ländern wird beispielsweise
viel häufiger gereinigt als in Europa und
in Afrika sind die Böden so beschaffen,
dass nur Heißwasser hilft. Deshalb brauchen
wir Präsenz vor Ort. Hinzu kommt:
Im B2B-Geschäft sind Service und Ersatzteile
entscheidend. Solche Strukturen
aufzubauen ist zwar aufwendig, stellt
aber einen klaren Wettbewerbsvorteil dar.
Deutschland gilt als Land mit Fachkräftemangel.
Wie sieht es bei Kärcher aus?
Wir haben keinen Fachkräftemangel. Das
liegt an unserer starken Ausbildungstradition:
Wir waren bereits 1978 Vorreiter
mit einem BA-Studium, das heute als
DHBW bekannt ist. Zudem haben wir früh
moderne Ausbildungswege, etwa für IT-
» Wir brauchen einen Befreiungsschlag:
Weniger Partikularinteressen,
mehr Konsens und den Mut zur
Veränderung. «
Kaufleute, eingeführt. Eine erfolgreiche
Employer-Branding-Kampagne hat uns
zusätzlich gestärkt. Wir gelten als verlässlicher
Arbeitgeber, bauen Kapazitäten
nicht übermäßig auf und bieten Sicherheit.
Außerdem arbeiten unsere Entwicklungsteams
international vernetzt. Für
spezielle IT-Profile haben wir das Tochterunternehmen
Zoi gegründet, das mit
einer ganz eigenen Kultur agiert und so
Talente bindet.
Was sind aus Ihrer Sicht die größten
Chancen für die deutsche Industrie?
Die Steigerung der Produktivität durch
Innovation und KI. Wir müssen die Rahmenbedingungen
verbessern, etwa flexiblere
Arbeitszeitmodelle ermöglichen, und
unbequeme Wahrheiten akzeptieren –
zum Beispiel, dass wir länger arbeiten
müssen. Ich bin aber optimistisch, denn
auch die junge Generation ist leistungsfähig
und bringt neue Ideen ein.
Entscheidend ist, sie anders zu
führen und Sinn zu stiften.
Und welchen Ratschlag würden
Sie anderen mittelständischen
Unternehmen geben?
Ganz klar: Produktivität, Produktivität,
Produktivität. KI ist dafür der
größte Hebel. Wir nutzen beispielsweise
Notebook LM, das den Ausfall von Bau -
teilen mit einer Wahrscheinlichkeit von
97 Prozent vorhersagt. Solche Technologien
sind ein Quantensprung. Wichtig ist,
sich darauf einzulassen, statt sofort
Datenschutz- oder Fehlerdiskussionen zu
führen. Zudem müssen Unternehmen in
der Gesellschaft wieder präsenter und
lauter werden. Der Wohlstand in
Deutschland basiert einzig und allein auf
der Wirtschaft – diese Rolle muss klarer
anerkannt werden.
Industrieanzeiger » 14 | 2025 23
» MANAGEMENT
Schrumpfende Etats bei steigenden Kosten
Marketing-Budgets unter
wachsendem Druck
Die Budgetstudie 2025 des bvik zeigt: Erstmals seit fünf Jahren schrumpfen die Marketing-Etats der
Industrie unternehmen wieder. Steigende Kosten, neue Prioritäten und wachsender Effizienzdruck
verändern die Prioritäten – mit Folgen für die Zusammenarbeit im Team und mit externen Dienstleistern.
» Tanja Auernhamer, Leitung Verbandskommunikation & Pressesprecherin des bvik
Seit mehr als zehn Jahren liefert die
jährliche Budgetstudie des bvik ein
Stimmungsbarometer für das Industrie-
Marketing. Marketingetats schwanken in
Abhängigkeit von Konjunktur und wirtschaftlicher
Unsicherheit. Auf Phasen des
Wachstums – etwa 2015 bis 2017 mit
Steigerungen von bis zu 28 % – folgten
abrupte Einschnitte, wie 2018 mit einem
Rückgang um 37 %.
Auch die Corona-Pandemie markierte
eine Zäsur: Budgets gerieten unter Druck,
Messen fielen aus, gleichzeitig mussten
Unternehmen rasch in digitale Infrastruktur
investieren. Zwar erholten sich die
Etats ab 2021 schrittweise, doch das Vorkrisenniveau
wurde nicht vollständig
erreicht. Bis 2024 hielt sich eine gewisse
Studie zum Download
Die Studie „B2B-Marketing-Budgets
2025” liefert wertvolle Benchmarks
für die Marketingplanung 2026.
Bestellung & Download:
bvik.org/bvik-studieb2b-marketing-budgets-2025-ergebnisse/
Bild: bvik
2025 sind die
Marketingbudgets
im Durchschnitt
um
3,1 % gesunken.
Während die Etats schrumpfen, wird jeder Euro
weniger wert.
Stabilität, jedoch ohne echte Entlastung –
massiv steigende Kosten für Energie,
Personal und Dienstleistungen gepaart
mit einer hohen Dynamik der technologischen
Veränderungen schränkten die
Handlungsspielräume ein.
Externe Kosten steigen
Bild: bvik
2025 werden die Daumenschrauben
erneut angelegt: Erstmals seit fünf Jahren
sinken die Marketingbudgets im Schnitt
um 3,1 %. Parallel dazu berichten 87 %
der befragten Unternehmen über externe
Preissteigerungen von durchschnittlich
17 %. Während also die Etats schrumpfen,
wird jeder Euro weniger wert. Effizienz
und strategische Priorisierung
rücken folglich stärker in den Fokus. Nur
27 % der Befragten erwarten in den kommenden
drei Jahren steigende Budgets
für externe Beauftragungen. Auch für die
Dienstleister stehen harte Zeiten bevor.
Messen behaupten sich
Trotz der finanziellen Engpässe zeigt sich
nach wie vor ein stabiles Bild bei der Mittelverteilung:
Messen, Kundenevents und
externe Veranstaltungen beanspruchen
nach wie vor knapp 40 % der Budgets.
Der persönliche und vertrauensbildende
Austausch bleibt im Investitionsgüter -
geschäft unverzichtbar.
Das sind die Top-Themen 2025
Leadgenerierung bleibt die Kernaufgabe,
um den Vertrieb mit qualifizierten Kontakten
zu versorgen.
Unternehmens-Websites gelten klar als
digitale Anlaufstelle Nummer eins und
werden intensiv optimiert.
Bild: kemaltaner / stock.adobe.com
24 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Reine Utopie
In der wissenschaftlichen
Fachdebatte wird gefordert,
in Krisenzeiten gezielt
in Markensichtbarkeit
zu investieren. Dann bestehen
die größten Chancen,
sich die Gunst der
Kunden erfolgreich gegenüber
Marktbegleitern zu
sichern. Die Realität sieht
jedoch anders aus: Steigt
die Unsicherheit, wird der
Rotstift an Marketing- und
Kommunikationsetats angesetzt.
Marketing Automation gewinnt weiter
an Bedeutung – nicht nur bei Großunternehmen,
sondern vermehrt auch bei KMU.
Marke und Positionierung stehen erstmals
unter den Top 3 der Budgetrelevanz.
Die bvik-Studien zeigen seit einigen
Jahren, dass Unternehmen Aufgaben wie
Online-Marketing, Data Analytics und
auch Marketing Controlling verstärkt ins
eigene Haus ziehen. Durch die zunehmende
Einbindung von KI-Tools zur Con-
tent-Produktion, Prozessoptimierung
und Kostenreduktion
steigt der Druck
auf externe Dienstleister
weiter, ihren Beitrag zur
Wertschöpfung im Unternehmen
zu belegen.
und Handlungsspielraum. Besonders in
Zeiten von Technologiewandel und Un -
sicherheit sollten KMU das Marketing als
strategischen Partner für Vertrieb, HR und
Produktentwicklung stärken.
Qualität vor Quantität
Wer in Mitarbeiter-Know-how, Datenqualität,
digitale Infrastruktur und Markenführung
investiert, verschafft sich
nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Entscheidend
ist dabei, die Aktivitäten entlang
der eigenen Wachstumslogik kon -
sequent zu priorisieren. Das erneute
Schrumpfen der B2B-Marketing-Budgets
2025 macht deutlich: Das industrielle
Marketing steht vor einer Nagelprobe. In
den kommenden Jahren wird sich zeigen,
welche Unternehmen den Wandel aktiv
und erfolgreich für ihre Positionierung
nutzen – und welche im Sparmodus verharren
und auf dem Abstellgleis landen.
Rollenverständnis
Die Budget-Kürzungen sind
symptomatisch für den
Missstand, dass das Marketing
in vielen Unternehmen
noch nicht strategisch
auf C-Level-Ebene
verankert ist. Die Abteilungen
arbeiten meist operativ
getrennt in Marketing,
Kommunikation, HR und
Vertrieb. Ziele und Budgets
werden daher nicht global
gemessen. Marketingleiter,
die ihren Beitrag zu Umsatz
und Geschäftsentwicklung
nicht transparent
machen, verlieren Budgets
Ja! Beschaffung
von Technik vereinfacht.
Mit Conrad.
Passende E-Procurement Lösungen
conrad.de/ja-momente
Alle Teile des Erfolgs
Industrieanzeiger » 14 | 2025 25
» TECHNIK
KI-gestützten Plattformen automatisieren betriebliche Routinen
Was der Mittelstand von
Schaeffler lernen kann
Digitalisierung betrifft nicht nur Großkonzerne. Auch der Mittelstand muss Prozesse
modernisieren, um Mitarbeiter zu entlasten und Kundenerwartungen zu erfüllen.
Der Automobilzulieferer Schaeffler zeigt, wie sich mit KI-Plattformen wie Service
Now Effizienz steigern und Zukunftsfähigkeit sichern lässt.
» Hanna Kamijo, Senior Director General Business Germany bei Service Now
Bild: tadamichi/stock.adobe.com
Plattformlösungen ermöglichen es, alle zentralen Unternehmensprozesse zu digitalisieren –
von internen IT-Services bis hin zur Kundeninteraktion.
Laut KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand
2024 setzen rund 35 % der Mittelständler Digitalprojekte
um, doch vielen fehlt eine klare digitale
Strategie. Zentrale Hemmnisse sind Fachkräftemangel,
begrenzte Finanzierung, fehlende Priorisierung,
unzureichende Infrastruktur und Datenschutzbedenken.
Kleine IT-Abteilungen mit Insellösungen stoßen
zudem bei Wachstum schnell an ihre Grenzen. Das
Beispiel des Automobilzulieferers Schaeffler zeigt,
wie solche Hürden überwunden werden können:
Durch die Einführung der Service Now Plattform
wurden Unternehmensbereiche vernetzt, Silos aufgebrochen
und zentrale Prozesse automatisiert –
Strategien, die auch für KMU übertragbar sind.
Der internationale Wettbewerb zeigt klar: Wer
langfristig bestehen will, muss effizient und digital
gut aufgestellt sein. Besonders durch den Einsatz von
KI-basierten Automatisierungslösungen erschließen
Unternehmen neue Effizienzpotenziale und heben
ihre Prozessqualität auf ein neues Niveau. Schaeffler
automatisierte mit Service Now seine globalen
Shared Services und etablierte ein zentrales Serviceportal.
Prozesse verkürzten sich von mehreren Tagen
auf unter vier Stunden, über 75 % der manuellen
Bestellbestätigungen wurden automatisiert, und die
Employee Experience verbesserte sich deutlich. Plattformlösungen
digitalisieren zentrale Unternehmensprozesse
– von IT-Services bis zur Kundeninteraktion
– und schaffen eine zentrale Verbindung zu allen
Aufzeichnungssystemen. Dank No-Code- und Low-
Code-Ansätzen lassen sich diese Lösungen auch
ohne große IT-Teams implementieren. Automatisierung
reduziert Routinetätigkeiten, schafft Zeit für
wertschöpfende Aufgaben und steigert sowohl
Zufriedenheit als auch Produktivität der Mitarbeiter.
Gleichzeitig erhöht sie die Agilität und verschafft
Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil.
Das sollten externe Partner bieten
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Wahl des richtigen
Partners. Gerade weil viele mittelständische Betriebe
keine eigenen Innovationsabteilungen unterhalten,
ist externe Expertise essenziell. Der ideale Technologiepartner
sollte:
• eine skalierbare, mehrsprachige Plattform bieten,
• Branchentrends aktiv mitdenken,
• langfristig begleiten statt punktuell beraten,
• eine integrierte Lösung liefern, die Prozesse vereinfacht.
Darüber hinaus sollte die gewählte Lösung nicht nur
aktuelle Herausforderungen adressieren, sondern
auch zukünftiges Wachstum unterstützen. Gerade KI
entfaltet ihr volles Potenzial oft erst im Zusammenspiel
mit strategischer Skalierung. So wird die Digitalisierung
vom kurzfristigen Projekt zum nachhaltigen
Erfolgsfaktor.
26 Industrieanzeiger » 14 | 2025
SPECIAL
» Blechexpo
Die Fachmesse Blechexpo öffnet vom 21. bis 24. Oktober ihre Tore
auf dem Stuttgarter Messegelände. Gemeinsam mit der parallel
stattfindenden Schweisstec bildet sie die gesamte Prozesskette der
Blechbearbeitung und der damit verbundenen Fügetechnik ab.
Vier Tage für Netzwerk,
Innovationen und Karriere
» Seite 28
Smart-Factory-Lösungen
für Blechbearbeiter
» Seite 30
Saubere Schnitte mit KI
» Seite 32
Smarte Blechbearbeitung
» Seite 33
Neue Produkte und Trends
» Seite 34
Intelligent automatisiert
und digitalisiert
» Seite 35
Bild: P.E. Schall
Shear Brilliance bringt
Blechteile präzise in Form
» Seite 36
An allen vier Messetagen gibt es auf der Messe Blechexpo in Stuttgart viel Technik zu bestaunen
– wie beispielsweise das roboter-automatisierte Schweißen.
Industrieanzeiger » 14 | 2025 27
SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO
Neuheiten und Trends rund um Blechbearbeitung und Fügetechnologie
Blechexpo: Vier Tage für Netzwerk,
Innovationen und Karriere
Vom 21. bis 24. Oktober treffen sich die Best Player der Blechbearbeitung und Fügetechnologie
zur Blechexpo/Schweisstec in Stuttgart. Das Herbstevent wird mit neun Hallen voller
Innovationen, neuen Technologien, einem attraktiven Rahmenprogramm sowie mit dem
Karriere-Freitag einmal mehr einen Meilenstein in der Branche setzen.
» Susanne Schwab, Redakteurin Industrieanzeiger
Die Blechexpo 2025
bringt Fachleute aus
aller Welt zur Leit -
messe für Blechbearbeitung
in Stuttgart
zusammen.
Bild: P.E. Schall
Mehr als tausend Aussteller haben bereits ihren
festen Platz. Die Blechexpo/Schweisstec 2025
wird wieder an ihre gewohnten Erfolge anknüpfen
und mit ihrer hohen Internationalität ihren bedeutenden
globalen Stellenwert beweisen“, ist sich Projektleiter
Georg Knauer vom Messeveranstalter P. E.
Schall sicher. Mit dem Messe-Duo Blechexpo und
Schweisstec – der 17. Internationalen Fachmesse für
Blechbearbeitung und der 10. Internationalen Fachmesse
für Fügetechnologie – präsentiert sich die
Branche erneut als Innovationsmotor für zukünftige
Fertigungsprozesse.
In neun voll belegten Hallen des Messegeländes
geht es an den vier Tagen nur um Blechbearbeitung
und Fügetechnologie. Die Themen reichen von der
thermischen und mechanischen Blechbe- und Verarbeitung
samt Anlagenperipherie über Steuerungen
und Software bis zu Lösungen für Handling, Zuführung
und Qualitätssicherung. „Den Unternehmen
geht es in erster Linie um die Steigerung ihrer Effi-
28 Industrieanzeiger » 14 | 2025
zienz“, betont Knauer. „Ein hoher Kostendruck und
der anhaltende Fachkräftemangel treiben die weitere
Automatisierung voran. Neben der Blechbearbeitung
an sich wird auch die Einbindung der Peripherie immer
wichtiger.“ Deshalb zeigen die Aussteller auch
Zu- und Abführsysteme, Cobots sowie Lösungen für
die Qualitätssicherung als Teil ihrer Exponate.
Neben den vielen Innovationen geben die Aussteller
von Blechexpo und Schweisstec, die aus der ganzen
Welt anreisen, einen praxisnahen Überblick über
technologische Entwicklungen. Zur besseren Orientierung
ist die Hallenstruktur thematisch klar gegliedert:
In den Hallen 1, 3, 5 und 7 dominieren Blech-,
Rohr- und Profilbearbeitung. Die Hallen 4 und 6 widmen
sich der Stanztechnologie. Halle 8 rückt Pressen-
und Umformtechnologien in den Fokus, Halle 9
Trenn-, Füge- und Verbindungstechnologien. Halle
10 behandelt Stahl-, Metallservice und Oberflächentechnik.
„Diese klare Themenstruktur hat sich bewährt
und bringt einen klaren Nutzen für alle Beteiligten“,
so Knauer. „Fachbesucher erhalten auf diese
Weise für ihre jeweiligen Themen ein umfassendes
Bild, können vergleichen und abwägen.“
Werkzeugbau im Rampenlicht:
VDWF-Initiative auf der Blechexpo
Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem
Werkzeugbau, der als Rückgrat der industriellen Serienfertigung
gilt – und oft im Verborgenen bleibt.
„Werkzeuge sind die unsichtbaren Helden der Industrie.
Ohne den Werkzeug- und Formenbau wäre die
serielle Produktion vieler Güter gar nicht möglich“,
heißt es aus dem VDWF, der mit der Kampagne „ohne
Werkzeugbau kein Produkt – think global, source local!“
den Mehrwert und die Innovationskraft der
Branche sichtbar machen möchte. Ziel ist es, Auftraggeber,
Politik und Öffentlichkeit für die Schlüsselrolle
der Werkzeugmacher zu sensibilisieren und
zugleich auf die „Total Cost of Ownership“ – die Gesamtbetriebskosten
eines Werkzeugs – aufmerksam
zu machen.
Auf der Blechexpo 2025 ist der Verband der Deutschen
Werkzeug- und Formenbauer erneut mit einem
großen Gemeinschaftsstand in Halle 4 am Stand
4430 präsent. Fachbesucher erhalten hier Einblicke
in die Kompetenzen deutscher Werkzeugmacher, die
mit Innovationskraft, Erfahrung und Präzision die
Basis für Branchen wie Automotive, Medizintechnik
oder Elektronik schaffen. Die Initiative liefert Argumente
für eine zukunftsfähige Beschaffung und unterstreicht,
wie essenziell Werkzeugbau für die gesamte
Wertschöpfungskette ist.
Über alle vier Messetage bildet ein tägliches Vortragsforum
eine geeignete Plattform für den unmittelbaren
Wissenstransfer und das persönliche Networking.
Um Einblicke, Kontakte und berufliche Zukunftschancen
geht es besonders am 24. Oktober,
dem Karriere-Freitag. Unter dem Motto „Shape your
dreams, metal your future“ lädt die Messe Schüler,
Studenten, Lehrkräfte und Berufseinsteiger zu geführten
Touren und direkten Kontakten mit Unternehmen
ein.
„Unser Ziel ist es, junge Menschen für eine Karriere
in der Blechverarbeitungsbranche zu begeistern und
ihnen die Vielseitigkeit sowie die spannenden Perspektiven
dieses Bereichs aufzuzeigen“, sagt Bettina
Schall, Geschäftsführerin des Veranstalters Schall
Messen. Der kostenfreie Zugang für den Branchennachwuchs
und die geführten Touren geben jungen
Talenten einen umfassenden Einblick in die Branche
und die Perspektiven, die sie bietet. Arbeitgeber wiederum
zeigen, wie sie mit Automatisierung, KI und
nachhaltigen Konzepten zukunftsfähige Arbeitswelten
schaffen.
Auch den Start-ups bietet die Blechexpo eine
Plattform auf dem Branchentreffpunkt. Die Teilnahmevoraussetzung
für die Start-up-Area ist simpel:
Die ausgestellten Produkte müssen lediglich einen
Bezug zu Blechbearbeitung und Fügetechnologie
aufweisen. Ebenfalls Teil des Rahmenprogramms ist
der Best-Award, der in den Kategorien Blech-, Rohrund
Profilbearbeitung, Pressen und Umformtechnologien,
Stanztechnologien, Trenn-, Füge- und Verbindungstechnologien
sowie Stahl-, Metallservice und
Oberflächentechnik vergeben wird. Ausgezeichnet
werden Lösungen, die „neue Maßstäbe hinsichtlich
Fortschritt, Wandel und Zukunft aufzeigen“.
Die Messen im Überblick
Die 17. Blechexpo, Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung
findet gemeinsam mit der 10. Schweisstec, Internationale
Fachmesse für Fügetechnologie, statt.
Messe Blechexpo: Deckt alle Bereiche der industriellen Blech-,
Rohr- und Profilbearbeitung sowie der Fügetechnologie ab.
Messe Schweisstec: Thematisiert alle Aspekte der Füge-,
Verbindungs- und Schweißtechnik im industriellen Umfeld.
Wann: 21. bis 24. Oktober 2025, täglich ab 9 Uhr
Wo: Landesmesse Stuttgart
Veranstalter: P. E. Schall, Frickenhausen
Zu den Webseiten:
www.blechexpo-messe.de
www.schweisstec-messe.de
Industrieanzeiger » 14 | 2025 29
SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO
Salvagnini auf der Blechexpo: Produktion, die mitdenkt
Flexible Smart-Factory-Lösungen
für die Blechbearbeitung
Mit dem Messeauftritt auf der Blechexpo (Halle 1, Stand 1607) unterstreicht Salvagnini seinen
Anspruch, die Blechbearbeitung der Zukunft intelligenter, flexibler und nachhaltiger zu
gestalten. Die vorgestellten Lösungen setzen Maßstäbe für eine vernetzte und ressourcenschonende
Produktion und machen deutlich: Die smarte Fabrik ist längst keine Vision mehr.
Im Flexible Smart Job Shop (FSJ) arbeiten einzelne Maschinen eigenständig oder im Verbund,
gesteuert von Software, KI, Robotik und automatisierter Logistik.
len und Laserschneiden in einem System.
Mit intelligentem Mehrfachpressen-
Stanzkopf, Hybridantrieben und automatisierten
Be-/Entladevorrichtungen wie
AFD, TM und SPP15 werden Durchlaufzeiten
und manuelle Eingriffe deutlich reduziert.
Die Integration komplexer Bearbeitungsschritte
in einer einzigen Anlage
sorgt für höchste Präzision und niedrigen
Energieverbrauch.
Intelligente Robotik trifft
Biegezentrum
Der P-Robot kombiniert das Biegezentrum
mit einem flexiblen Roboter und ermöglicht
so autonome oder kooperative
Fertigungsstrategien. Ob Kit-, Chargenoder
Einzelteilproduktion – P-Robot ist
einfach programmierbar, steigert die Prozessautonomie
und reduziert Leerlaufzeiten.
Neuheiten wie die automatische Vor-
Mit einem klaren Bekenntnis zu Flexibilität
und Nachhaltigkeit kommt
Salvagnini auf die Blechexpo: Gezeigt
werden Lösungen, die Produktivität steigern,
Qualität sichern und den
Verbrauch von Ressourcen minimieren
sollen – alles mit
Blick auf die Herausforderungen
moderner Blechbearbeitung
und den Bedarf an
maßgeschneiderten Produkten
und kleineren Losgrößen.
Herzstück des Messeauftritts
ist der „Flexible Smart Job Shop“
(FSJ), ein modulares, skalierbares
Produktionsökosystem. Hier arbeiten
Stand-Alone-Maschinen entweder einzeln
oder im kooperativen Verbund – gesteuert
durch Software, KI, maschinelles
Sehen und Robotik. Die Lösung integriert
Stanz-Laser-Kombimaschine S1, das automatisierte
Biegezentrum P-Robot mit
RVS-Vision-System sowie die Abkantpresse
B3.AU-TO.
Ein intelligentes, von der OPS-Software
gesteuertes Zwischenlager (Smart Warehouse)
und ein autonomer mobiler Roboter
(AMR) sorgen für reibungslosen Materialfluss
und unterstützen Just-in-Time-
Strategien. Das Ziel: Maximale Flexibilität
bei unterschiedlichsten Produktionsanforderungen,
vom Einzelstück bis zur Serienproduktion.
Dank durchgängiger Digitalisierung
und Automatisierung werden
Prozesse effizient, transparent und zuverlässig
abgebildet – ein klarer Vorteil in
Zeiten von Arbeitskräftemangel und steigenden
Individualisierungswünschen.
Die Stanz-Laser-Kombimaschine S1
vereint Stanzen, Umformen, Gewinderolrichtungswechsel
und die intuitive Bedienoberfläche
sorgen für zusätzlichen
Bedienkomfort. Die Move-Software übernimmt
das automatische Erstellen von
Robotertrajektorien, sodass der Bediener
ohne tiefergehende Programmierkenntnisse
agieren kann.
Mit dem RVS-System (Robot Vision
System) bringt Salvagnini maschinelles
Sehen ins Biegezentrum: Ein patentiertes
3D-Erkennungssystem erleichtert Handling,
Teileerkennung und Programmierung
– ein echter Beitrag zur weiteren Automatisierung
und Qualitätssicherung.
Neben der Live-Demonstration der
smarten Produktionslinie zeigt Salvagnini
auf der Messe praxisnahe Fallstudien, die
die flexible und effiziente Umformung
unterschiedlicher Losgrößen illustrieren –
auch für Branchen, die bislang andere
Fertigungstechnologien bevorzugten. (su)
Bild: Salvagnini
30 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Si-Akademie
für Sicherheit und Gesundheit
Umformung
Schmierstofflösungen für die nachhaltige
Blechbearbeitung
Bild: Zeller+Gmelin
Der Schmierstoffspezialist Zeller+Gmelin
(Halle 8, Stand 8407) zeigt auf der Messe,
wie moderne Schmierstoffkonzepte die
gesamte Prozesskette der Blechumformung
effizienter und nachhaltiger gestalten.
Im Fokus stehen die vielseitigen Multidraw-Umformmedien,
die nicht nur für
die Automobilindustrie, sondern auch für
Branchen wie Medizintechnik, Weißwaren,
Verpackung oder Verteidigung maßgeschneiderte
Lösungen bieten – von der
Walzwerksbeölung bis hin zu Reinigung
und Korrosionsschutz.
Mit Produkten wie Multidraw PL 61 SE,
einem modernen Prelube für feuerverzinkte
Oberflächen, und optimal abgestimmten
Wasch- und Spotlubricants
sorgt Zeller+Gmelin für Prozesssicherheit,
hohe Oberflächengüten und lange Werkzeugstandzeiten.
Auch schmierstoffarme
Anwendungen werden mit Multidraw
Drylube E 1 abgedeckt, das als „semi-dry“
Film hohe Umformgrade ermöglicht. Die
individuellen Lösungen werden für unterschiedlichste
Anforderungen entwickelt
und vereinen so Ressourcenschonung und
Effizienz.
Online-Seminar
Ergonomie-Coach
Verwaltung
Dieses Seminar vermittelt
• umfassendes Ergonomie-
• Know-how
Spanntechnik
Elektropermanentes Magnetspannsystem
für verschiedene Werkzeuggrößen
• Argumentationshilfen für eine
gelungene Kommunikation
Nächster Termin:
11.-12.11.2025
Kursgebühr 940,– € netto pro Person
Bild: Roemheld
Messepremiere am Stand von Roemheld
(Halle 8, Stand 8505) feiert mit
R-MAG-M das erste eigene Magnetspannsystem
des Anbieters für die Blechumformung.
Es bietet eine Spannkraftanzeige
sowie auswechselbare Magnetpole.
Das neue elektropermanente Magnetspannsystem
spannt Werkzeuge unterschiedlicher
Größen und Geometrien vollautomatisch
und verzugsfrei in Sekunden
und soll auch bei Stromausfall einen sicheren
Halt garantieren. Neu ist eine integrierte
Spannkraftanzeige für mehr
Prozesssicherheit. Verschiedene Sensoren
wie Temperaturfühler, Positionsschalter
und Flux-Messsensoren überprüfen das
System während der Produktion. Diese
Kontrollfunktionen und hohe Haltekräfte
sorgen für eine sichere Werkzeugspannung.
Die auswechselbaren Magnetpole
ermöglichen eine vereinfachte Wartung
und reduzieren Ausfallzeiten auf ein Minimum,
da sich defekte Pole vor Ort austauschen
lassen. Ein 8-Zoll-Farbdisplay
und ein integriertes Fernwartungsmodul
runden das neue R-MAG-M ab.
Anmeldung und weitere Informationen:
Si-Akademie für Sicherheit und Gesundheit
Martina Langenstück
Phone +49 711 7594-4607
In Kooperation mit:
Jetzt
anmelden!
www.si-akademie.de
Industrieanzeiger » 14 | 2025 31
si-akademie@konradin.de
SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO
Bessere Schnittkanten beim Blechschneiden
KI für präzise Maschinenparameter
Gemeinsam mit einem industriellen Partner arbeitet das Fraunhofer IPA im Lab
„Flexible Blechfertigung“ an KI-basierten Lösungen für den direkten Einsatz in der
dortigen Produktion. Nun hat dem Team eine Lösung gefunden, um die Maschinen -
parameter für das laserbasierte Schneiden von Blechen automatisiert zu optimieren.
Die Qualität verbessert
sich in jedem Schritt.
Mit den Standardparametern
(unten) entsteht
ein sehr großer
Grat, dieser reduziert
sich schrittweise und
erreicht nach fünf
Iterationen eine ideale
Qualität.
Bild: Trumpf
Um eine hohe Produktqualität und Effizienz
in der Fertigung zu gewährleisten,
müssen Produktionsmaschinen
optimal eingestellt sein. Besonders bei
Materialschwankungen oder speziellen
Materialgüten ist das richtige Justieren
entscheidend – oft geschieht dies bislang
manuell und ist von der Erfahrung einzelner
Fachkräfte abhängig. Dieses Vorgehen
ist zeitaufwendig, lässt Potenzial für Fehler
und Ineffizienzen und erhöht die Produktionskosten.
Ein Forschungsteam des Fraunhofer IPA
(Halle 1, Stand 1808-1) haben gemeinsam
mit dem industriellen Partner Trumpf
(Halle 1, Stand 1404) nun einen entscheidenden
Fortschritt erzielt: Mithilfe Künstlicher
Intelligenz (KI) lassen sich Maschinenparameter
automatisiert optimieren.
Während bisher ein aufwendiger, iterativer
Prozess nötig war, verkürzt der Einsatz
maschineller Optimierungsalgorithmen
diesen deutlich.
Durch sogenanntes Transfer Learning
nutzt der entwickelte Algorithmus vorhandene
Maschinendaten und objektivierte
Qualitätsparameter, um bereits erlerntes
Wissen auf neue Aufgaben zu
übertragen. Laut Philipp Wagner, wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Fraunhofer
IPA, schlägt der Algorithmus auf dieser
Basis schnell neue, verbesserte Parameterkonfigurationen
vor, was die Produktqualität
gegenüber manueller Einstellung
deutlich steigert.
Weniger Ausschuss mit Laser
Die Vorteile wurden praxisnah bei Trumpf
erprobt – beim Laserschneiden von Blechen
auf einer Laserflachbettmaschine.
Hier konnten die Maschinenparameter
automatisiert und mit minimalem Aufwand
optimiert werden. Das Ergebnis:
bessere Schnittkanten, weniger Ausschuss
und niedrigere Produktionskosten,
selbst bei abweichenden Materialgüten.
Zudem vereinfacht sich die Bedienung –
ein wichtiger Schritt in Richtung mehr
Nachhaltigkeit und Effizienz. Philipp Leube
von Trumpf ergänzt: „Durch unser neues
Produkt kann die Optimierung direkt
am Kundenteil erfolgen – Testteile sind
künftig nicht mehr nötig.“
KI in der Bildverarbeitung
Ein weiteres Plus: Die Qualität der
Schnittkanten lässt sich nun automatisiert
und objektiv beurteilen. Grundlage
hierfür sind schnelle Bildaufnahmen, die
von der KI ausgewertet werden. Auch
Prüfkriterien aus der DIN EN ISO 9013
können integriert werden.
Die entwickelte Lösung ist nicht nur auf
das Laserschneiden begrenzt, sondern
eignet sich perspektivisch auch für andere
Produktionsprozesse mit hohem Variantenreichtum
– etwa beim Spritzgießen,
in der Kabelbaummontage oder bei der
Batteriezellenfertigung. (su)
32 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Industrie
Technologiemix für die
smarte Blechbearbeitung
Gemeinsam mit Partner Accurl präsentiert Microstep Europa
auf der Blechexpo leistungsstarke Lösungen, darunter zwei
Laserschneidanlagen zur Blech- und zur Rohrbearbeitung
sowie eine Abkantpresse der Euromaster-Baureihe.
Die Blechexpo bietet uns die perfekte
Plattform, um unsere Lösungen in
den Bereichen Schneiden, Biegen, Entgraten,
Automation und Digitalisierung einem
internationalen Publikum zu präsentieren.
Mit unserem breiten Technologiemix
können wir passgenaue Lösungen für
unterschiedlichste Kundenanforderungen
bieten“, erklärt Johannes Ried, Geschäftsführer
der Microstep Europa GmbH. Im
Mittelpunkt der Gemeinschaftsstände
7200 und 7301 in Halle 7 stehen Entwicklungen,
die auf die wachsenden Anforderungen
der Industrie in den Bereichen
Qualität und Automatisierung ausgerichtet
sind.
Präsentiert wird unter anderem die Euromaster-Abkantpresse,
die sich durch ihre
Wirtschaftlichkeit und Flexibilität auszeichnet.
Das System bietet hohe Präzision
und Bedienerfreundlichkeit und verfügt
neben der Basis-Version über zahlreiche
Optionen. Ergänzt wird das Messeportfolio
durch den kompakten Faserlaser
MSE CubeFL zur Blechbearbeitung, der
bei minimalem Platzbedarf eine hohe Effizienz
und erstklassige Schneidqualität
gewährleistet. Außerdem außerdem wird
mit dem MSE TubeFL eine hochpräzise Laserschneidanlage
für die 2D- und 3D-Bearbeitung
von Rohren, Profilen und Trägern
gezeigt. Mit seinem hohen Automationsgrad
soll dieses System eine besonders
schnelle und prozesssichere Fertigung
ermöglichen. Komplettiert werden
die Exponate durch die MSE Easy: Eine
kompakte Anlage zum Schleifen, Kantenverrunden
und Oberflächenfinish – die
ideale Ergänzung für Laserschneidanlagen
zur qualitativ hochwertigen Nachbearbeitung.
Ein besonderes Augenmerk von Microstep
liegt auf der Zukunftsfähigkeit der
präsentierten Technologien. Sowohl der
Faserlaser MSE CubeFL als auch die Abkantpresse
Euromaster sind für die Nutzung
von Industry Fusion vorbereitet. Diese
herstellerübergreifende Open-Source-
Vernetzungslösung bietet laut Anbieter
eine vollständige Transparenz über alle
integrierten Maschinen und Anlagen und
soll zudem eine noch effizientere und automatisiertere
Produktion in der Smart
Factory ermöglichen. (su)
Das
Kompetenz-
Netzwerk
der Industrie
16 Medienmarken für alle
wichtigen Branchen der Industrie
Information, Inspiration und
Vernetzung für Fach- und
Führungskräfte in der Industrie
Praxiswissen über alle Kanäle:
Fachzeitschriften, Websites, Events,
Newsletter, Whitepaper, Webinare
Die Faserlaserschneidanlage
MSE CubeFL
eignet sich für hochwertiges
2D-Laserschneiden
auf
kleinstem Raum.
Bild: Microstep
Die passenden Medien für
Sie und Ihre Branche:
konradin.de/industrie
media.industrie.de
Industrieanzeiger » 14 | 2025 33
SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO
Automatisierte Kompletbearbeitung
5-Seiten-Profilbearbeitung auf ganzer Länge
Mit der neuen Baureihe PFZ
Ultimate erweitert Röder
Maschinenbau (Halle 7,
Stand 7225) sein Portfolio
um ein CNC-Profilbearbeitungszentrum,
das konsequent
auf die steigenden
Anforderungen in der Profilund
Plattenbearbeitung zugeschnitten
ist. Aufbauend
auf der bewährten PFZ-Serie
bietet die PFZ Ultimate
erweiterte Bearbeitungsoptionen,
mehr Automatisierung und größere
Flexibilität bei Langteilen und Platten.
Ein zentrales Merkmal ist der speziell auf
die Kundenanforderungen angepasste
Winkelkopf WK360. Er wird über die vierte
Achse in die Bearbeitung eingebunden
und ermöglicht die vollständige 5-Seiten-
Bearbeitung von Werkstücken und Profilen
bis zu 12 m Länge – ohne zeitaufwendiges
Umspannen. Die stufenlose
Schwenkbarkeit um 360 Grad sorgt dabei
für einen flexiblen Zugriff auf alle rele-
Bild: Röder Maschinenbau
vanten Profilseiten. Der Winkelkopf erledigt
nicht nur Fräs- und Bohrvorgänge,
sondern wechselt seine Werkzeuge automatisch
aus dessen 10-Platz-Magazin. So
können verschiedene Bearbeitungsschritte
in einem Durchgang kombiniert werden.
Die PFZ Ultimate ist darauf ausgelegt,
unterschiedliche Werkstücke sicher
und effizient zu fixieren – druckregelbare,
gesteuerte Schraubstöcke passen sich dabei
flexibel an verschiedene Bearbeitungsszenarien
an. Zudem ist ein Pendelbetrieb
möglich: Während
auf der einen Seite bestückt
wird, läuft auf der anderen
Seite bereits die Bearbeitung.
Das reduziert Stillstandzeiten
und steigert
den Durchsatz. Ein optional
integrierbares Sägeaggregat
macht die Anlage zu einer
kombinierten Säge-Bohr-
Fräs-Lösung. Gerade bei
langen Profilen entsteht so
eine durchgängige Bearbeitungslinie,
die Zuschnitt und Bohr-Fräsvorgänge
in einem Ablauf verbindet.
Neben der Profilbearbeitung deckt die
PFZ Ultimate auch Platten und komplexe
Sonderprofile ab. Dafür wurde der Arbeitsraum
gezielt vergrößert: Der Bearbeitungsbereich
der Y-Achse reicht bis
800 mm und der Z-Achse bis 550 mm. Die
PFZ Ultimate ist in verschiedenen Baugrößen
verfügbar: PFZ 4000, 6000, 8000,
12000 sowie in Sondermaßen nach Kundenwunsch.
Stanztechnik
Neue Steuerungs- und Paketierlösungen für effizientere Stanzprozesse
Bild: Bruderer
Bruderer (Halle 6, Stand 6309) präsentiert
mit der B3-Maschinensteuerung und der
Stanzpaketiersteuerung BSP zwei Innovationen
für die Stanztechnik. Die neu ent-
wickelte B3-Steuerung überzeugt durch
ihre intuitive Bedienoberfläche, die individuell
konfigurierbar ist, sowie durch
rollenbasierte Zugriffsrechte und einen
großzügigen 21-Zoll-Touchscreen, der
den Zugriff auf sämtliche Funktionen des
Stanzautomaten und angeschlossener Peripheriegeräte
ermöglicht. Der modulare
Aufbau macht die Steuerung flexibel einsetzbar,
sowohl bei einfachen als auch bei
komplexen Stanzprozessen. Mit dem neuen
Parametriersystem lassen sich Werkzeuge,
Schieber und Drehstationen erstmals
per Knopfdruck automatisch einlernen
und überwachen. Ein zentrales Bedienfenster
und eine Hüllkurvenüberwachung
sorgen für eine schnelle Fehlererkennung.
In Kombination mit der BSP-
Stanzpaketiersteuerung, die als integrierte
Option oder Stand-alone-Lösung erhältlich
ist, bietet das Schweizer Unternehmen
zudem eine kontinuierliche
Banddickenmessung zur Steigerung der
Prozesssicherheit. Dank OPC-UA-Schnittstellen
ist die Einbindung in moderne Produktionsumgebungen
möglich.
Die neue Stanzpaketiersteuerung BSP ist
eine effiziente Lösung für den wachsenden
Markt der Fertigung von Elektromotor-
und Transformatoren-Komponenten.
Das System basiert auf der B3-Technologie
und ermöglicht komplexe Paketierstrategien
bei einfacher Bedienung.
Die BSP unterstützt hochpräzise Paketierstrategien
mit bis zu acht parallel verfügbaren
Programmkanälen. Wiederverwendbare
Blechformen, Diagnose- und
Statistikfunktionen sowie der Export relevanter
Prozessdaten erleichtern die Optimierung
im Sinne von Industrie 4.0.
34 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Bild: Bystronic
Blechbearbeitung
Intelligent automatisiert und digitalisiert
Neue Features beim Biegen, Laserautomation,
Biegeautomation, End-to-end-
Software und ein neues Kundenportal
sind die Highlights am Messestand von
Bystronic (Halle 3, Stand 3306). Den aktuellen
Herausforderungen in der Blechbearbeitung
begegnet das Unternehmen
unter dem Motto „Solutions as unique as
your business“ mit Technologien für mehr
Effizienz, Qualität und Flexibilität.
Ein Schwerpunkt des Messeauftritts liegt
auf der Automatisierung und Digitalisierung
von Produktionsprozessen. Mit Lösungen
wie der Bycut 3015 (Bild) in Kombination
mit dem Belade- und Entladesystem
Bytrans Extended ermöglicht
Bystronic eine kontinuierliche und prozesssichere
Fertigung. Die integrierte Automation
reduziert Nachbearbeitungsauf-
wand und Prozesskosten, verbessert die
Qualität der Werkstücke und steigert die
Wettbewerbsfähigkeit der Anwender.
Auch im Bereich Rohrbearbeitung setzt
Bystronic Maßstäbe: Die Bytube Star 130
verarbeitet unterschiedlichste Rohr- und
Profilgeometrien – von kleinen bis großen
Durchmessern sowie von dünn- bis dickwandigen
Materialien. Kunden profitieren
dabei von hoher Flexibilität und überzeugender
Schnittqualität in einer einzigen
Maschine.
Beim Thema Biegen zeigt das Unternehmen
eine breite Palette an Lösungen –
von der vollautomatischen Bycell Bend
Star M über die universelle Xpert Pro mit
Control Pack bis hin zur vielseitigen Mobile
Bending Cell. Diese Systeme sorgen
für präzise Biegeergebnisse, ob mobil für
wechselnde Einsatzorte oder als fest installierte,
autonome Zelle für die Serienproduktion.
Ergänzt werden die Hardwarelösungen
durch die Bysoft Suite, eine leistungsstarke
End-to-End-Software, mit der Unternehmen
ihre gesamten Prozesse digital
abbilden – von der Angebotserstellung
über die Fertigungsplanung bis hin zur
Auslieferung der fertigen Produkte. So
lassen sich Abläufe nicht nur effizienter,
sondern auch transparent und nachvollziehbar
gestalten. Abgerundet wird das
Angebot durch das neue Kundenportal
myBystronic, einen zentralen, digitalen
Service-Hub für sämtliche Anliegen rund
um die Bystronic-Produkte. Kunden haben
damit jederzeit Zugriff auf Support,
Ersatzteile und Serviceleistungen.
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 35
SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO
Shear Brilliance für die Blechbearbeitung
Fertigung auf
höchstem Niveau
Bild: Prima Power
Zwischen Ernte und Getreideverarbeitung liegt die faszinierende Welt der
Aufbereitungstechnologie. Ein weltweit anerkannter Technologieführer auf diesem
Gebiet ist die Petkus Technologie GmbH im Thüringischen Wutha-Farnroda. Um die
unglaubliche Vielzahl der Bauteile effizient zu bearbeiten, setzt das Unternehmen
auf mittlerweile drei kombinierte Stanz-/Schermaschinen von Prima Power.
Das kombinierte Stanzund
Schersystem Shear
Brilliance von Prima
Power eignet sich für
die schnelle und wirtschaftliche
Bearbeitung
großer quadratischer
Teile und Paneele.
» Katharina Kandel, Marketing Communications Specialist bei Prima Power
Jährlich werden weltweit circa 300
Millionen Tonnen Mehle für die tägliche
Back- und Teigwarenproduktion in
Tausenden von Mühlen produziert; davon
etwa 7 Mio. Tonnen in fast 300 Mühlen
verschiedener Größen in Deutschland.
Diese Grundlagen einer gesunden, ausgewogenen
und abwechslungsreichen Ernährung
müssen sorgfältig und technisch
präzise aufbereitet, verarbeitet und gehandhabt
werden.
Mit dieser Technologie beschäftigt sich
Petkus seit nunmehr fast 175 Jahren. Der
Gründer Christian Friedrich Röber startete
1852 in seiner Schmiedewerkstatt und
produzierte dort bereits Kornsiebe. Seine
Söhne Carl und Rudolf, die das Unternehmen
1883 übernahmen, spezialisierten
sich auf den Bau von Saatgutreinigungsmaschinen
und erhielten zahlreiche Patente,
die sich zum Teil auch heute noch
in den Schlüsseltechnologien wiederfinden.
1910 lassen sich die Brüder den Namen
Petkus schützen und der Petkus Reiniger
wird zur Legende.
Heute ist Petkus ein weltweit tätiges
Unternehmen mit über 350 Mitarbeitern,
mit mehreren Produktionsstandorten und
mehr als zwanzig Vertriebs-; Service- und
Engineering Zentren. In den vergangenen
40 Jahren wurden mehr als 200.000
Reinigungsmaschinen und über 2.000
Saatgutaufbereitungsmaschinen installiert.
Petkus konzipiert maßgeschneiderte
Technologielösungen „rund ums Korn“
und bietet dafür eine breite Produktpalette
an. Die Auswahl und Kombinierbarkeit
an einzelnen Produkten ist groß: alle Produkte,
wie Reiniger, Sortierer, Trockner,
Fördertechnik, Beizer, Siloanlagen werden
nach unterschiedlichen Kapazitäten und
hinsichtlich ihres spezifischen Gebrauchs
oder des Grades des Kundennutzens unterschieden.
Intelligente Fertigungsstrategie
als Schlüssel zum Erfolg
Bei allen diesen Produkten liegt der Fokus
auf einer hohen Produktqualität und
technologisch einwandfrei funktionierenden
Lösungen. Petkus steht heute für eine
Gruppe von Technologie-, Innovation-,
Engineering- und Service-Unternehmen.
Diese Gruppe spiegelt die Kernkompetenzen
wider und gewährleistet, dass individuelle,
kundenspezifische und ganzheitliche
Lösung optimal erarbeitet und entwickelt
werden: von der Investitionsplanung,
der Technologie-Konzept Entwicklung,
der Lieferung bis zur schlüsselfertigen
Inbetriebnahme mit Schulung.
Die unglaubliche Vielzahl an Produkten
stellt Produktionsleiter Manfred Glock
und sein Team vor große Herausforderungen.
Um die hohen Qualitätsansprüche zu
erfüllen, setzt das Unternehmen auf eine
hohe Fertigungstiefe. Nahezu alle wesentlichen
Komponenten werden inhouse
produziert. Da alle Anlagen und Systeme
kundenindividuell konzipiert werden, unterscheiden
sie sich in ihren Dimensionen
und Auslegungen und sind meist Einzelfertigungen.
Die Gestelle, Gehäuse, Siebkästen,
Absaugungen und andere Komponenten
variieren trotz Modulbauweise
ständig in Größe und Form. Losgrößen
von vier bis zehn Stück werden schon als
Serien bezeichnet. Bei einem Produktionsvolumen
von 4.000 Tonnen Blech pro
Jahr ist dies nur mit flexiblen, einfach zu
programmierenden und bedienenden Maschinen
zu bewältigen. Verarbeitet werden
überwiegend verzinkte Bleche, Aluminium
und Edelstahl bis 6 mm Dicke.
36 Industrieanzeiger » 14 | 2025
MESSE BLECHEXPO « SONDERTEIL
Bild: Prima Power
Da Petkus seine Komponenten zur schnelleren
Mon- und Demontage nicht verschweißt,
sondern verschraubt, müssen in
den Blechen Prägungen und Durchzüge
angebracht werden. 2008 hat Petkus dafür
die erste Maschine von Prima Power
angeschafft, die bis letztes Jahr dreischichtig
rund um die Uhr gelaufen ist
und nun an einen anderen Standort verlagert
wurde. Am Standort Wutha Farnroda
setzt das Unternehmen jetzt zwei kom -
binierte Stanz-/Schermaschinen Shear
Brilliance der neuesten Generation ein.
Diese ermöglichen eine äußerst wirtschaftliche
und schnelle Produktion, insbesondere
von rechteckigen Teilen, die
zuerst gestanzt und dann im selben automatisierten
Prozess mit der integrierten
Rechtwinkelschere ausgeschnitten werden.
Dabei ist die rechtwinklige Schermaschine
von Prima Power extrem schnell im
Betrieb. Stanzen und Scheren, selbst
komplexer Konturen erfolgen in einem
Hub mit 30 Tonnen Kraft. Die programmierbare
Scherhöhe und die automatische
Hubtiefeneinstellung optimieren das
Scheren. Die Schergeschwindigkeit wird
automatisch in Kombination mit den
Steffen Gebhardt schätzt die einfache Programmierung
und Bedienung der Shear Brilliance.
Bild: Petkus
Seit 1852 bietet Petkus Technologie innovative Technologien zur Saatgutaufbereitung und Getreideverarbeitung
Schermodus auf die maximale Geschwindigkeit
eingestellt. Da Lieferzeiten und
Preise auch in diesem Bereich eine große
Rolle spielen war es das Ziel von Petkus,
den Arbeitsaufwand zu minimieren, den
Durchsatz zu maximieren und zugleich
die Oberflächengüte zu erhöhen. Die beiden
servoelektrischen Stanz-/ Schersysteme
Shear Brilliance von Prima Power leisten
hier einen wertvollen Beitrag.
Voll flexibel und automatisiert
Ausgangspunkt ist das Turmlager mit 20
Palettenplätzen, das die Verarbeitung von
Bauteilen aus einer Vielzahl von Materialien
und Materialstärken, die programmgesteuert
gewechselt werden können, ermöglicht.
Die Bleche werden in die
Stanz-/Scherzelle übergeben. Die Maschine
ist mit einem Revolver mit 24 Werkzeugstationen
ausgestattet. Diese Kapazität
reicht aus, um Langläufer am
Wochenende unbemannt produzieren zu
können. „Damit hat unsere neue Shear
Brilliance den Anteil der unbemannten
Produktion signifikant erhöht, und das bei
minimalem Ausschuss“, so Manfred Glock.
Weitere Vorzüge sind der integrierte
Reststreifenzerkleinerer und die Möglich-
keit der Parametrisierung in der Steuerung.
Elemente, die sich nur in ihren
Abmessungen unterscheiden, ansonsten
aber gleich sind, können durch das Verändern
weniger Parameter erstellt und müssen
nicht aufwendig programmiert werden.
Die Bedienfreundlichkeit und Effizienz
sind die herausragenden Eigenschaften
der Maschine. Sie basiert auf
einer Konstruktion aus neuen Verbundwerkstoffen,
servoelektrischen Antrieben
und Linearführungen. Die Vorteile der
modernen Servotechnologie sind der geringe
Energieverbrauch sowie der niedrige
Wartungsbedarf. Mit diesen Maschinen
kann Petkus mehr Teile bei gleichem
Stromverbrauch produzieren. Da beide
über nahezu identische Steuerungen verfügen,
können die Mitarbeiter problemlos
zwischen den Maschinen wechseln, was
für eine höhere Flexibilität in der Personalplanung
sorgt. Aufgrund der positiven
Erfahrungen sind Manfred Glock und sein
Team von Prima Power überzeugt und
bereit mit diesen Maschinen neue
Herausforderungen anzunehmen.
Auf der Messe Blechexpo zeigt Prima Power seine
Fertigungskompetenz in Halle 3, Stand 3201
Industrieanzeiger » 14 | 2025 37
Bild: Lenze
Mit dem Motor Drive System von Lenze können Unternehmen ihre Prozessketten
effizienter gestalten und somit erhebliche Einsparungen erzielen.
Mit Antriebssystemen Energieverbrauch senken und Prozesse zukunftssicher gestalten
Weniger Energiebedarf –
mehr Leistung in der Praxis
Die Anforderungen an Energieeffizienz steigen kontinuierlich. Gesetzliche Vorgaben, ESG-Ziele
und wirtschaftlicher Druck zwingen Unternehmen dazu, ihre Produktionsprozesse nachhaltiger
zu gestalten. Besonders in der Antriebstechnik bieten höhere Effizienzklassen wie IE5/IE6 ein
enormes Potenzial zur Reduktion von Energieverbrauch und CO 2 -Emissionen. Sie ermöglichen eine
Senkung der Betriebskosten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von Klimazielen.
» Peter Sürig, Senior Vice President Electromechanics bei Lenze
Moderne Antriebssysteme in den Klassen IE5/IE6
basieren auf einer durchdachten Kombination
aus Synchronmotor, Getriebe und Frequenzumrichter.
So wie Lenzes Motor Drive System IE5/IE6, bestehend
aus dem Motor m550, den Getrieben g500 und den
Frequenzumrichtern i500 und i650 motec. Die Komponenten
sind optimal aufeinander abgestimmt und
ermöglichen eine Reduktion der Motorverluste um
bis zu 60 %. Die hohe Effizienz zeigt sich insbesondere
im Teillastbetrieb, der in vielen Anwendungen
den Großteil der Betriebszeit ausmacht. Durch die
Betrachtung des gesamten Antriebsstrangs gemäß
EN 50598–2 wird eine nachhaltige Senkung des
Energiebedarfs und der CO 2 -Emissionen erreicht.
Die Integration effizienter Einzelkomponenten in ein
abgestimmtes Gesamtsystem ist dabei entscheidend
für die tatsächliche Wirkung im Betrieb.
Neben der Energieeffizienz überzeugt das Motor
Drive System durch seine kompakte Bauweise. Die
Motoren sind gleich groß oder kleiner als vergleichbare
IE3-Motoren und lassen sich problemlos in bestehende
Anlagen integrieren.
Kompaktheit und Performance
Die hohe Leistungsfähigkeit zeigt sich unter anderem
in einem Überlastmoment von 300 %. Damit eignen
sich das Motor Drive Systeme besonders für Anwendungen
mit dynamischen Anforderungen, etwa in der
Fördertechnik an Flughäfen oder in der Getränkeindustrie.
Die Fähigkeit, aus dem Stillstand unter Volllast
zu starten, ermöglicht eine kleinere und effizientere
Auslegung der Antriebstechnik und reduziert
gleichzeitig den Platzbedarf in Maschinen und
Anlagen.
38 Industrieanzeiger » 14 | 2025
TECHNIK «
Die Handhabung des Motor Drive Systems ist auf
maximale Benutzerfreundlichkeit ausgelegt. Die
Motordaten lassen sich mit nur einem Parameter am
Umrichter einstellen. Der Verzicht auf Geber reduziert
den Verdrahtungsaufwand und minimiert Fehlerquellen.
Die sensorlose Regelung mittels SLSM-
Algorithmus ermöglicht eine exakte Positionierung
ohne Feedbacksystem. Dies steigert die Robustheit
und vereinfacht die Inbetriebnahme erheblich. Die
reduzierte Komplexität führt zu kürzeren Installationszeiten
und geringeren Servicekosten. Auch die
Wartung wird durch den Wegfall zusätzlicher Komponenten
vereinfacht, was die Betriebssicherheit
erhöht.
Rückspeisefähigkeit und
Energieaustausch
Ein weiterer Effizienzgewinn ergibt sich durch die
Rückspeisefähigkeit dezentraler Umrichter. Bremsenergie
wird ins Netz zurückgeführt, wodurch der
Einsatz von Bremswiderständen entfällt. Auch
Schaltschrankinverter können über den DC-Verbund
überschüssige Energie austauschen und anderen
Achsen zur Verfügung stellen. Diese intelligente
Energienutzung trägt zur weiteren Optimierung des
Gesamtwirkungsgrads bei.
Die Fähigkeit zur Energierückgewinnung ist besonders
in Anwendungen mit häufigen Bremsvorgängen
von Vorteil und unterstützt die Umsetzung nach -
haltiger Produktionskonzepte.
Digitale Unterstützung durch
Systemtools
Für die exakte Dimensionierung der Antriebslösungen
stehen digitale Planungstools zur Verfügung. Sie
führen Anwender durch alle Planungsphasen – von
Einzelachsanwendungen bis hin zu komplexen
Maschinenlösungen. Die Tools bieten Transparenz
über den Energieverbrauch und helfen, Überdimensionierung
zu vermeiden. Die intuitive Bedienung
ermöglicht auch weniger erfahrenen Nutzern eine
präzise Auslegung ihrer Systeme. Darüber hinaus
lassen sich SPS-Templates generieren und digitale
Services wie CAD-Daten und Produktdokumentationen
direkt integrieren. Dies unterstützt die gesamte
Engineering-Chain und beschleunigt die Projektumsetzung.
In der Intralogistik, der Lebensmittelverarbeitung,
der Textil- und Verpackungstechnik sowie in der
Materialverarbeitung eröffnen Systeme wie das Motor
Drive System neue Möglichkeiten. Besonders in
Bereichen mit langen Förderstrecken, wie Flughäfen
oder Logistikzentren, lassen sich durch den Einsatz
hocheffizienter Systeme erhebliche Einsparungen
Energieeffiziente Antriebstechnik der Klassen IE5/IE6 reduziert Verluste, senkt Betriebskosten
und erleichtert die Integration in bestehende Anlagen.
erzielen. Öffentliche Förderprogramme für grüne
Technologien unterstützen die Investition zusätzlich.
Auch in der Getränkeindustrie, wo hohe Dynamik und
kompakte Bauformen gefragt sind, bieten IE5/IE6-
Systeme klare Vorteile. Die universelle Einsetzbarkeit
macht sie zu einer zukunftssicheren Lösung für unterschiedlichste
Branchen.
Zukunftssicherheit durch
Standardisierung
Die internationale Normierung der Effizienzklasse
IE5 schafft eine verlässliche Vergleichsbasis für Anwender.
Systeme, die darüber hinausgehen, wie IE6,
basieren auf denselben Berechnungsgrundlagen und
bieten typischerweise rund 20 % höhere Effizienz.
Die Orientierung an Normen wie EN 50598–2 und
IEC 61800–9 fördert die Transparenz und erleichtert
die Auswahl geeigneter Lösungen.
Unternehmen, die frühzeitig auf diese Standards
setzen, sichern sich langfristige Vorteile in der Umsetzung
ihrer Klimastrategien. Die Kombination aus
normgerechter Technik und praktischer Systemintegration
bildet die Grundlage für nachhaltige industrielle
Innovation.
IE5/IE6 markiert den nächsten logischen Schritt in
der Entwicklung energieeffizienter Antriebstechnik.
Die Kombination aus technischer Innovation, digitaler
Unterstützung und systemischer Betrachtung
macht diese Systeme zu einem zukunftssicheren
Baustein für nachhaltige Produktionsprozesse. Unternehmen
profitieren von reduzierten Betriebskosten,
hoher Zuverlässigkeit und einer vereinfachten
Integration in bestehende Anlagen. Die breite Anwendbarkeit,
die einfache Handhabung und die hohe
Effizienz machen IE5/IE6 zu einem zentralen Element
moderner Automatisierungslösungen und zu einem
wichtigen Beitrag zur industriellen Energiewende.
Bild: Lenze
Industrieanzeiger » 14 | 2025 39
» TECHNIK
Modularer Maschinenbau für komplexe Fertigungsprozesse
Sondermaschinen mit 93 Achsen
Die Durrer Spezialmaschinen AG aus dem schweizerischen Immensee entwickelt unterschiedlichste
Sondermaschinen. Dass dabei insbesondere ein umfassendes Motion-Control-Know-how zum Tragen
kommt, lässt eine neue Produktionsanlage für Fotokalender erkennen: Auf 15,5 m Anlagenlänge
bzw. in zwei großen Schaltschränken verteilen sich Servomotoren und Servoverstärker von
Beckhoff für über 90 dynamisch angesteuerte Achsen.
» Stefan Ziegler, Editorial Management PR, Beckhoff Automation
Die 15,5 m lange Gesamtanlage besteht
aus der Maschine Fourcut zum Abzählen
und Zuschneiden der Signaturbogen in
einzelne Nutzen sowie aus der Wiro 500
für das Binden der Kalender.
Bild: Beckhoff
Die zweiteilige Anlage Fourcut/Wiro
500 automatisiert die bislang häufig
noch manuellen Verarbeitungsschritte
zwischen dem Drucken und der Verpackungs-
bzw. Logistiklinie. Dabei arbeitet
sie hochflexibel und kann Produkte in
vielfältigen Papierformaten und -qualitäten
sowohl aus dem Digital- wie auch aus
dem Offsetdruck verarbeiten. Zudem können
direkt ab Palette oder Zusammentragmaschine
neben Wandkalendern
auch Tischstehkalender produziert werden.
Möglich ist dies nur durch einen
hohen Automatisierungsgrad, der für kurze
Einstell- und Umrüstzeiten, für eine
zuverlässige Anlagenbedienung mit nur
ein bis zwei Personen sowie den hohen
Ausstoß von 1.600 bis 1.800 Kalendern
pro Stunde sorgt.
Die Anlage besteht aus einer Fourcut
zum Abzählen und Schneiden der Signaturbogen
in einzelne Nutzen sowie der
vollautomatischen Verarbeitungslinie
Wiro 500 für das Bohren und die Ring -
bindung bzw. das Stapeln und Sortieren
für nachfolgende Verpackungs- und
Logistikschritte. Die Wiro 500 wurde speziell
für die Konfektionierung von Foto -
kalendern konzipiert und insbesondere
auch, um der wachsenden Nachfrage
nach Losgröße-1-Fertigung, individualisierten
Kleinmengen und speziellen Produktdesigns
nachzukommen.
Komplexe Bewegungen
Insgesamt 93 Achsen – realisiert über
Servoverstärker AX5000 und Servomotoren
AM8000 – übernehmen die komplexen
Prozessabläufe. Zudem ist eine Zusammentragmaschine
über digitale I/Os
sowie ein SCARA-Roboter via Profinet
integriert. Hinzu kommen zahlreiche
Prüf- und Überwachungsfunktionen zur
Sicherstellung einer hohen Produktquali-
tät, um z. B. Abweichungen im Druckbild
von unterschiedlichen Druckmaschinen
auszugleichen. Gesteuert wird all das mit
PC-based Control von Beckhoff, bei dem
– so Patrick Suter, CTO von Durrer – das
breite und fein skalierbare Produktport -
folio gerade für einen Sondermaschinenbauer
besondere Vorteile bietet: „Außerdem
ist die PC-basierte Steuerungstechnik
optimal geeignet, um die benötigte
Drittsoftware, zum Beispiel für den Roboter,
einen QR-Codeleser oder die Prüf -
kamera, auf einem Rechner zu installieren.
Auf die Beckhoff Antriebstechnik setzen
wir schon seit elf Jahren konsequent,
weil sie sich als homogenes und sehr gut
abgestimmtes System von SPS, Motion
und Safety erwiesen hat.“
Konkrete Kostenvorteile ergebe die One
Cable Technology (OCT) der Beckhoff
Antriebstechnik, durch weniger Kabeldurchführungen
und kleinere Schlepp -
40 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Bild: Beckhoff
ketten, also insgesamt weniger Material
und Montagezeit. Ganz im Sinn des modularen
Maschinenbaus setzt Durrer bei
der Fourcut/Wiro 500 mehrere Beckhoff
Rechner zur Steuerung ein, die über das
EAP-Protokoll miteinander kommunizieren.
Ausgewählt wurden hierfür die laut
Patrick Suter vor allem aufgrund der optimal
skalierbaren Rechenleistung, der
kompakten Bauform und der zahlreichen
Kommunikationsschnittstellen sehr gut
geeigneten Ultra-Kompakt-Industrie-PCs:
je ein C6030 für die Fourcut und die Wiro
500 sowie je ein C6015 für ein optionales
Übergabemodul und die OPC-UA-Kommunikation
zum übergeordneten Kundensystem.
Zu den Erfahrungen mit den Kommunikationsfähigkeiten
im Rahmen von PCbased
Control erläutert Patrick Suter:
„EtherCAT ermöglicht uns mit seiner Topologiefreiheit
eine einfache und perfekt
auf die Maschinen zugeschnittene Feldbusarchitektur.
Um die Verdrahtung zu
vereinfachen, werden über 98 % der
Die Projektbeteiligten
vor der FOURCUT
(v.l.n.r.): Nicola
Ritzmann, Leiter
Mechanische Entwicklung,
und CTO
Patrick Suter (beide
Durrer) sowie Markus
Wagner, Vertrieb bei
Beckhoff Schweiz.
Signale mit EtherCAT-Box-Modulen der
EP-Serie – 62 in der Fourcut und 52 in der
Wiro 500 – direkt an der Maschine aufgenommen.
Daher ist solch ein performanter
und robuster Feldbus zwingend notwendig.
Zudem gibt es durch die weite
Verbreitung von EtherCat zahlreiche
Drittkomponenten, z. B. EtherCat-fähige
Drehgeber, die sich direkt ins Netzwerk
einbinden lassen. Und auch das EAP-Protokoll
hat sich als schnelle, einfache und
zuverlässige Lösung für die Steuerungzu-Steuerung-Kommunikation
bewährt.“
Einen weiteren Kommunikationsaspekt
beschreibt Patrick Suter: „Die umfassende
und zuverlässige Datenerfassung bildet
die Grundlage, um ein echtes Predictive
Maintenance zu realisieren. Es lassen sich
etwaige Fehler nicht nur schnell lokalisieren
und beheben, sondern über Daten -
auswertungen auch die Einflüsse unterschiedlicher
Fehler auf die Dauer eines
Maschinenstillstands beurteilen. Dies
bietet viel Potenzial für Prozessoptimierungen.“
Neben der technischen Leistungsfähigkeit
von PC-based Control sind aus Sicht
von Nicola Ritzmann, Leiter Mechanische
Entwicklung bei Durrer, aber noch weitere
Aspekte von Bedeutung: „Die Steuerungsund
Antriebstechnik von Beckhoff bietet
eine hohe Qualität und führt somit auch
nur sehr selten zu Anlagenstillständen.
Und selbst wenn, erhalten wir sehr
schnell und kompetent Hilfe von Beckhoff
Schweiz und auch aus der Zentrale in
Verl. Dies gilt nicht nur mit Blick auf
Bild: Beckhoff
Gerade bei Anlagen mit sehr vielen Bewegungsachsen
kommen die Bauraumvorteile der Servoverstärker
AX5000 in Verbindung mit der One
Cable Technology (OCT) besonders zum Tragen.
einen reibungslosen Anlagenbetrieb, sondern
auch bereits in der Projektierungsphase.“
Dass diese Unterstützung aber gar
nicht so häufig erforderlich sein dürfte,
zeigt sich daran, dass Durrer jüngst zum
Beckhoff Solution Provider ernannt wurde
und dementsprechend mit seinem umfassenden
Know-how auch andere Anwender
von PC-based Control unterstützt.
Thomapren®-EPDM/PP-
Schläuche – FDA konform
www.rct-online.de
Elastischer Pumpen-, Pharma- und
Förderschlauch für höchste Ansprüche
• High-Tech-Elastomer EPDM/PP: Temperaturbeständig
bis +135 °C, UV-beständig, chemikalienresistent,
niedrige Gaspermeabilität
• Für Schlauchquetschventile und Peristaltikpumpen: Bis zu
30 mal höhere Standzeiten gegenüber anderen Schläuchen
• Biokompatibel und sterilisierbar: Zulassungen nach FDA,
USP Class VI, ISO 10993, EU 2003/11/EG
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 41
» TECHNIK
Formula Student nutzt hydraulische Hochleistungskomponenten im Leichtbau
Von 0 auf 100 in 2,4 Sekunden
Energieeffizienz und hoher Anwendungskomfort werden als Maximen in einer Vielzahl von
Anwendungen verfolgt. Leichtbau-Konstruktionen oder Miniaturisierung der Systeme sind
Ansätze, um diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Miniaturkomponenten von
Lee helfen dabei, gewichts- oder bauraumoptimierte Systeme zu realisieren – beispielsweise
im Rennsport bei der Formula Student.
» Peter Becker, Becker Storytelling
Lee-Ventile sind in einem im SLM-Verfahren gedruckten Ventilblock aus Aluminium
integriert.
Ventile, Drosseln, Blenden, Siebe und Pumpen
kommen in anspruchsvollen Anwendungen zum
Einsatz, in denen es auf Gewichtsersparnis ankommt
oder dort, wo Bauraum ein rares Gut ist. Lee Hydraulische
Miniaturkomponenten steht seit fast 50 Jahren
für Fluid-Control-Komponenten in Miniatur- und
Leichtbauweise. Typische Anwendungen der Miniaturkomponenten
finden sich in der Luft- und Raumfahrt,
der Medizin- und Analysetechnik sowie dem
Fahrzeug- und Maschinenbau – somit in Applika -
tionen, in denen es einerseits auf jedes Gramm ankommt,
um beispielsweise Treibstoff einzusparen, oder
andererseits maximale Zuverlässigkeit gefordert ist.
Bild: Lee Hydraulische Miniaturkomponenten
Mit eigenentwickelten Spezialmaschinen zur Herstellung
von Kleinstbauteilen stellt Lee marktfüh -
rende Qualität und Präzision sicher. Alle Produkte
werden 100 Prozent qualitäts- und funktionsgeprüft.
Somit können Maschinen- und Gerätehersteller
sicher sein, zuverlässige und performante Miniaturkomponenten
für ihre Leichtbauanwendungen und
miniaturisierten Systeme zu nutzen.
Eine Anwendung, die nochmals ganz besonders
hohe Ansprüche in Sachen Leichtbau stellt, ist die
Formula Student. Die Formula Student ist der größte
internationale Ingenieurswettbewerb für Studierende.
In diesem Wettstreit konstruieren und fertigen
die Studierenden in Teamarbeit einen einsitzigen
Formelrennwagen, mit welchem auf Rennstrecken in
der ganzen Welt an Events teilgenommen werden
kann.
Die Formula Student bietet drei Klassen: Verbrenner,
elektrisch und autonom fahrend. Im Jahr 2024
hatten sich mehr als 80 Teams angemeldet. Sie
wurden von einer Jury aus Experten der Motorsport-,
Automobil- und Zulieferindustrie in unterschiedlichen
Disziplinen bewertet. Bei der Formula Student
geht es jedoch nicht nur um Rennzeiten und die Leistungsfähigkeit
der Boliden, sondern um den ganzheitlichen
Blick auf die Anforderungen in der Fahrzeugindustrie.
So müssen die Teams unter anderem
das konstruktive Design, eine Kostenanalyse sowie
einen Vermarktungsplan vorstellen. Die Fahreigenschaften
der Rennwagen werden in unterschiedlichen
Disziplinen getestet – von Beschleunigungstest
bis zum autonomen Bewältigen einer Rennstrecke.
Hydraulische Miniaturkomponenten
im elektrischen Rennwagen
Das Team Elbflorace der TU Dresden ist seit rund 20
Jahren Teil des Wettbewerbs und konnte in dieser
Zeit eine Vielzahl an Podiumsplätzen bei unterschiedlichen
Events für sich verbuchen. 2024 ging
Elbflorace mit dem elektrischen Fahrzeug Daisi E an
42 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Bild: Lee Hydraulische Miniaturkomponenten
Die Ventile von Lee
kommen im Formula-
Students-Rennwagen
der TU Dresden im
aktiven Fahrwerk
sowie im Notbrems -
system zum Einsatz.
den Start. Es liefert eine Leistung von 4 x 35 kW bei
einem Gewicht von lediglich 185 kg. Damit kommt es
auf eine Beschleunigung von 0–100 km/h in unter
2,4 Sek. Am Fahrzeug arbeitet ein fast 70-köpfiges
Team aus Ingenieuren aus unterschiedlichen Fachrichtungen:
von Maschinenbau-Studierenden, Elektrotechnikern
bis hin zu Wirtschaftswissenschaftlern
und Informatikern.
Um diese Kraft und Beschleunigung auf die Straße
zu bekommen, braucht es vor allem leistungsstarke
und dennoch leichte Komponenten wie von Lee.
Dennis Seifert, Head of Powertrain bei Elbflorace,
erklärt: „Lee steht mit seinen Miniaturkomponenten
für Performance und Zuverlässigkeit. Die Ventile sind
extrem kompakt und leicht, was uns im Design der
Subsysteme neue Möglichkeiten eröffnet. Das zeigt
sich auch im Bremssystem unseres Fahrzeugs.“ Denn
im Notbremssystem des autonom fahrenden Systems
von DaisiE regulieren Lee-Komponenten den hydraulischen
Druck. Das autonome System ist fester
Bestandteil der Formula-Student-Prüfungen. Neben
Dynamikprüfungen mit Fahrern müssen die Boliden
auch autonom agieren können. Bei diesen Tests müssen
die Fahrzeuge mit Kegeln abgesteckte Strecken
abfahren, ohne mit diesen zu kollidieren. Hierzu
kommen komplexe KI-Algorithmen und verschiedene
Sensorsysteme zum Einsatz.
Die Magnetventile von Lee sind in einen im SLM-
Verfahren gedruckten Ventilblock aus Aluminium in
das autonom agierende Notbremssystem integriert.
Damit gehört das System zu den leichtesten Varianten
der Formula-Student-Serie. Das ist kein Zufall,
haben doch viele der Rennsport-Komponenten von
Lee bietet Miniaturkomponenten für eine Vielzahl von Leichtbau-Anwendungen.
Lee ihren Ursprung in der Luft- und Raumfahrt, wie
Jürgen Prochno, Geschäftsführer bei Lee, betont:
„Die Anforderungen im Rennsport ähneln sehr stark
denen im Flugzeug oder in Raketen. In diesen
Anwendungen kommt es auf jedes Gramm an, die
auftretenden Kräfte sind enorm. Dazu kommen
enorm hohe Drücke. Wir bieten hierfür leckagefreie
Hochleistungskomponenten im Kleinstformat.“
Beispielsweise finden sich im Lee-Portfolio
Edelstahl-Rückschlagventile für Systemdrücke bis
1.000 bar, die gleichzeitig kürzer als 2,5 cm auf -
bauen. Wie alle Lee-Komponenten sind auch diese
Ventile 100 % funktionsgeprüft und somit maximal
zuverlässig. (sc)
Bild: Lee Hydraulische Miniaturkomponenten
Industrieanzeiger » 14 | 2025 43
» TECHNIK
Wie bewegte Leitungen zur grünen Transformation der Industrie beitragen
Mit Leitungen zu mehr Nachhaltigkeit
Wie kann der Wandel zu einer nachhaltigen Industrie so gestaltet werden, dass Ökologie und
Ökonomie kein Gegensatz sind, sondern sich ergänzen? Hier lohnt sich ein näherer Blick auf
die in der Produktion eingesetzten Komponenten und deren Integration in die Betriebsabläufe.
So können ein durchdachtes Design und clevere Ideen dabei helfen, Kosten zu sparen und
gleichzeitig die Umwelt zu schonen.
Bild: Igus
Im 5.500 m 2 großen Testlabor werden alle Chainflex-Leitungen dauergetestet. Die Ergebnisse fließen in die Online-Lebensdauerberechnung ein.
Das Management von Kabeln und Leitungen
wird in der Industrie-4.0-Ära
zu einer Herausforderung. Im Zuge der
Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen
und Anlagen müssen sich Betreiber
längst nicht mehr nur um klassische
Energieleitungen kümmern, sondern auch
um eine Vielzahl von Datenleitungen für
Sensoren und Vision-Systeme. „Leitungen
spielen eine immer wichtigere Rolle, sie
sind inzwischen zu einer Art Nervensystem
von Maschinen und Anlagen geworden,
dessen Ausfallsicherheit und Nachhaltigkeit
mehr denn je über die Produktivität
und den ökologischen Fußabdruck
von Industrieunternehmen entscheidet“,
sagt Rainer Rössel, Geschäftsbereichsleiter
Chainflex-Leitungen bei Igus. „Wir optimieren
die Produktion, die Logistik und
den Betrieb rund um unsere Leitungen
daher so, dass sie in allen drei Bereichen
nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen.“
Zum Einsatz kommen die Leitungen vor
allem in Energieketten in bewegten, industriellen
Anwendungen– unter anderem
in Kranen, Werkzeugmaschinen und
Hochregallagern. Das Sortiment umfasst
inzwischen mehr als 1.350 verschiedene
Leitungstypen, darunter Steuer-, Motor-,
Servo-, Roboter-, Bus-, Daten- und Lichtwellenleiter
sowie Speziallösungen.
Langlebigkeit statt geplanter
Obsoleszenz
Ein Hauptaspekt der Nachhaltigkeit von
Chainflex-Leitungen ist ihre Lebensdauer
in der Bewegung. Der zugrundeliegende
Gedanke von Igus ist einfach und das
Gegenteil von geplanter Obsoleszenz: Je
länger und zuverlässiger eine Leitung in
einer bewegten Anwendung funktioniert,
desto stärker trägt sie zur Wirtschaftlichkeit
und gleichzeitig zum Umweltschutz
bei. Denn weltweit fallen immer wieder
Leitungen aus, die zwar zu 95 % recycelt
werden – vor allem das Kupfer. Doch ne-
ben dem Metall entstehen auch große
Mengen an Abfällen, die beim Kabelrecycling
anfallen. Mischmaterialien wie
Kunststoffe, Additive, Folien und Vliese
landen dann häufig auf Deponien oder in
Verbrennungsanlagen, was zusätzliche
Umweltbelastungen verursacht. Hinzu
kommt: „Jedes Mal, wenn eine Leitung
defekt ist, muss Ersatz produziert werden
– mit entsprechender CO 2 -Belastung in
der gesamten Fertigungs- und Transportkette“,
gibt Rössel zu bedenken. Je
länger ein Produkt halte, desto größer sei
im Umkehrschluss die CO 2 -Einsparung.
„Daher arbeiten wir kontinuierlich daran,
unsere Leitungen zu verbessern und auf
unterschiedlichste industrielle Anwendungen
abzustimmen.“ Der Ansatz von
Chainflex berücksichtigt diese Vielfalt
und trägt durch spezifische Konstruktionsmerkmale
zu einer besonders langen
Haltbarkeit und damit einem nachhaltigen
Einsatz bei. Hierzu zählen beispiels-
44 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Bild: Igus
Weniger Verpackungsaufwand und mehr Platzersparnis:
Mit dem Chainflex Case S ist Ordnung
halten selbst in den kleinsten Lagern möglich.
weise die Bündelverseilung bei Steuerleitungen
mit mehr als zwölf Adern, der
zwickelfüllend extrudierte Außenmantel
sowie der spezielle Schirmaufbau, bei
dem der Flechtwinkel exakt auf den
Biegeradius abgestimmt ist.
Um die Leitungen noch präziser auf
spezifische Anforderungen abzustimmen,
bietet der Hersteller einen Online-
Lebensdauerrechner an. Diese Weiterentwicklung
ermöglicht es dem Anwender,
eine geeignete und nachhaltige Leitung
für seine individuelle Anwendung noch
genauer zu berechnen – sowohl in Bezug
auf Wirtschaftlichkeit als auch Umweltfreundlichkeit.
Die Leitungen werden
nicht nur theoretisch entworfen, sondern
auch umfassend in einem Testlabor
geprüft.
Kunden können in diesem Tool die
Parameter ihrer Anwendung wie Beschleunigung,
Verfahrweg, Temperatur
und weitere mechanische Kriterien angeben
und so die passende Leitungstype und
die entsprechende Lebensdauer in der
spezifischen Kundenanwendung herausfinden.
„Entscheiden sich Anwender für
ungeeignete Leitungen, resultiert daraus
eine kürzere Lebensdauer. Das wiederum
führt zu einem schnelleren Wechsel und
verursacht unnötige Kosten und Müll. Mit
dem Lebensdauerrechner und der optimalen
Leitung können Kunden hingegen ein
Maximum aus ihrer Investition heraus -
holen und gleichzeitig die Umwelt schonen.“
Die Empfehlung über das Online-
Tool funktioniert so zuverlässig, dass Igus
diese dann entsprechend auch schriftlich
mit vier Jahren und der entsprechend im
Lebensdauerrechner kalkulierten Zyklenzahl
garantiert. Dieses Versprechen hat
sich das Unternehmen sogar von einer
unabhängigen Prüfstelle validieren
lassen.
Passgenaue Leitungslängen
Die Leitungen lassen sich metergenau auf
die gewünschte Länge zuzuschneiden und
das ohne zusätzliche Kosten. „Stünden
nur Standardlängen zur Verfügung, müssten
sich viele Kunden für Leitungen entscheiden,
die eigentlich zu lang sind.
Durch den exakten Zuschnitt können wir
Ressourcen effizienter nutzen, das Transportvolumen
reduzieren, Abfallmengen
verringern und somit die Ökobilanz von
Maschinen und Anlagen verbessern.“ Der
Hersteller liefert bereits ab einem Meter
Leitungslänge, es gibt keine Mindestabnahme
oder Mindermengen-Zuschläge.
Um die Nachhaltigkeit weiter zu stärken,
wurde darüber hinaus die sogenannte
Chainflex-Restebörse ins Leben gerufen.
Kunden haben hier die Möglichkeit, Reststücke
von Leitungen mit 50 % Rabatt
auf den Listenpreis zu erwerben.
Verpackungsmaterial gespart
Das kölner Unternehmen ist zudem darum
bemüht, den Transport und die Lagerung
von Leitungen nachhaltiger zu gestalten.
Hier kommt das sogenannte „Chainflex
Case“ ins Spiel. Dabei handelt es sich um
Gehäuse aus Karton, das den umweltfreundlichen
Versand von Leitungstrommeln
ermöglicht. „Dank der neuartigen
Lösung können wir auf Schutzfolien und
anderen Verpackungsmüll verzichten, der
beim klassischen Versand auf Paletten
anfällt“, erklärt Rössel. Der Versand sei
zudem deutlich günstiger. Durch den Umstieg
von einer Spedition auf einen Paketdienst
lassen sich bis zu 84 % Kosten sparen.
Vor Ort können Anwender den speziellen
Karton darüber hinaus als Lager
und Transportsystem einsetzen. „Durch
die Stapelfähigkeit bieten wir die Möglichkeit,
flexible Lagerstätten zu errichten,
ohne in eine teure Infrastruktur mit
Regalen investieren zu müssen.“ Die Leitungen
lassen sich direkt aus dem Karton
abtrommeln. Ist das Case leer, können
Unternehmen eine neue Rolle mit bis
zu 200 m Leitung bestellen und in den
speziellen Karton einsetzen. (hw)
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 45
» TECHNIK
Leistungsschau für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin öffnet ihre Pforten
Innovationen rund um das Thema
Gesundheitsschutz bei der Arbeit
Vom 4. bis 7. November findet in Düsseldorf erneut die Fachmesse A+A statt. Im Mittelpunkt
stehen Lösungen, die die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit schützen und fördern.
Die diesjährige Messe hat dabei die Schwerpunkte Digitalisierung, Nachhaltigkeit, psychisches
Wohlbefinden und Exoskelette, die bei Rahmenveranstaltungen genauer beleuchtet werden.
Auch der Bereich Persönliche
Schutzausrüstung ist ein Schwerpunkt
der Fachmesse A+A in Düsseldorf.
Bild: Constanze Tillmann
Unter dem Leitthema „Der Mensch
zählt“ wird Düsseldorf im November
erneut zum Treffpunkt der internationalen
Fachcommunity der Bereiche Arbeitssicherheit
und Arbeitsmedizin. Über 2.200
Ausstellende, eine Mischung aus Marktführern
und Neuausstellenden, kommen
in diesem Jahr zur Fachmesse A+A am
Rhein. Die Besucher erwartet dabei ein
umfassender Überblick über aktuelle
Entwicklungen und Trends – speziell die
Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung
und New Work, also Flexibilität und Autonomie
des Arbeitnehmers bei der Arbeit,
stehen im Fokus. Zahlreiche Veranstaltungen
laden zum fachlichen Austausch
und Networking ein, wie etwa ein
Kongress, der praxisorientiertes Knowhow
mit neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen zusammenführt.
Die A+A präsentiert in den Messehallen
innovative Technologien und Produkte
wie Exoskelette, Virtual-Reality-Anwendungen
in der Arbeitssicherheit, Drohnenlösungen
für den Katastrophenschutz
sowie auch KI-gestützte Gefährdungsanalysen
und ergonomische New Work
Konzepte. Zu sehen sind Produkte und
Entwicklungen im Bereich Persönliche
Schutzausrüstung (PSA), die Sicherheit,
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
miteinander verbinden. Die Sparte Corporate
Wear und Workwear, die auf der
diesjährigen Messe eine wichtige Rolle
spielt, bietet weitere Highlights.
Die Anforderungen an moderne Berufsbekleidung
verändern sich derzeit rasant:
Nachhaltige Materialien, smarte Textilien
mit integrierten Sensoren, individuelle
Designs sowie genderneutrale, komforta-
ble Schnitte sind gefragt. Die Leistungsschau
in Düsseldorf zeigt, was möglich ist
– sowohl an den Messeständen als auch
inszeniert auf der Fashion Show Bühne.
Hier erleben Besucher live, wie sich Funktionalität,
Sicherheit und modernes
Design ergänzen.
Der A+A Kongress 2025 präsentiert sich
mit frischen Formaten, die aktuelle Trends
aufgreifen und praxisnah gestalten. Im
Mittelpunkt stehen Themen wie der
Klimawandel und seine Auswirkungen,
die Förderung von Gesundheit und
psychischem Wohlbefinden in der
Arbeitswelt sowie wirksame Präventionsstrategien
– insbesondere für kleine und
mittlere Unternehmen. Auch die Rolle der
Digitalisierung und KI im modernen
Arbeitsschutz wird intensiv beleuchtet.
Ergänzend dazu bietet die Konferenz
Wearracon Europe mit ihrem Themenschwerpunkt
tragbare Robotik eine
thematische Vertiefung und erweitert das
Kongressangebot um zukunftsweisende
Perspektiven im Bereich Exoskelette für
den beruflichen Einsatz. Die Konferenz
wird vom Fraunhofer IPA und dem IFF der
Universität Stuttgart in Zusammenarbeit
mit der US-amerikanischen Wearable
Robotics Association ausgerichtet.
Beim BMWK Young Innovators Stand
können Start-ups ihre Lösungen für
Arbeitsschutz, Ergonomie und Prävention
zur Schau stellen – finanziell gefördert
durch das BMWK, dem Bundesministerium
für Wirtschaft und Klimaschutz. (dak)
46 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Teststationen laden auf der Messe A+A zum Ausprobieren ein
Schutz für Hand und Fuß
Der schwedische Experte für Handschutz und Sicherheitsschuhe Ejendals präsentiert auf der
Messe A+A in Düsseldorf Innovationen aus seinem Produktportfolio. In Halle 13, Stand D28
können die Besucher an Teststationen praxisnah und interaktiv erleben, wie sich Hände und
Füße im Arbeitsalltag effektiv schützen lassen.
» Regina Iglauer-Sander, M.A., Inhaberin Coaching & Communication und Medienbeauftragte für DACH bei Ejendals
Bild: Ejendals
Ejendals präsentiert auf der Messe die neue Oil
Grip Technologie, die den Handschutz verbessert.
Ejendals rückt bei der A+A die Themen
moderne Prävention und Produkt -
sicherheit in den Mittelpunkt seines
Messeauftritts. Das Unternehmen, das die
Marken Tegera für Handschutz und Jalas
für Schuhe führt, tritt auf einer eigenen
Showfläche in den Dialog mit den Besuchern.
Test stationen wird es hier geben,
Expertenvorträge im Stundentakt und
Produkt-Innovationen – ein Format, das
Wissen und Praxis miteinander verbindet.
Die Teststationen bieten Live-Checks
moderner, innovativer Schutztechnologien
und geben Einblicke in die neuesten
Materialien und Verfahren.
Im Stundenrhythmus werden vom 4. bis
6.11. die branchenspezifischen Kurzvorträge
gestreamt und live gezeigt – unter
anderem zu Schnittschutz, der neuen Oil
Grip-Technologie sowie zu hochwertigen
Lederqualitäten und fortschrittlicher Isolation.
Das Team demonstriert anschaulich,
welche Vorteile die aktuellen Materialentwicklungen
speziell für risikoreiche
Arbeitsbereiche bieten. Nicht nur am
Screen, sondern direkt an der Teststation
erleben Besucher praxisnahe Prüfmethoden:
• Beim Oil Grip Test wird an metallischen
Kegeln getestet, wie lange Montagehandschuhe
im Vergleich zum Oil Grip-
Modell den glitschigen, öligen Metallkegel
sicher halten. Branchen, die auf
sicheren Griff selbst unter schwierigen
Bedingungen angewiesen sind, erhalten
mit der neuen OGT-Beschichtung
mehr Griffigkeit und Rutschsicherheit.
• Der Tegera 8846 Schnittfestigkeitstest
veranschaulicht die CRF Omni-
Faser-Qualitäten von Ejendals:
Besucher prüfen selbst, wie sich Fasertechnologien
gegen scharfe Klingen
behaupten und dabei hohen Komfort
bieten.
• Verschiedene Lederqualitäten nach
LWG-Standard können verglichen
werden – nachhaltige, belastbare und
ergonomisch optimierte Materialien,
wie sie etwa in Sicherheitsschuhen von
Jalas eingesetzt werden.
• Der Poron-Bowlingball-Test demonstriert
die Stoßdämpfung von Poron:
Eine Bowlingkugel fällt aus 40 cm
Höhe auf eine Tablet-Oberfläche, die
durch Poron geschützt ist – kein
Schaden, maximale Sicherheit.
Auch bei weiteren Highlights wie Micro -
than/Macrothan-Reißfestigkeit, oder dem
Cleanroom Grip Test an trockenen Kegeln
rückt Ejendals die Materialinnovation ins
Zentrum und zeigt, wie sich Schutz und
Tragekomfort nicht ausschließen, sondern
verstärken. Zwischen den Vorträgen steht
das Kompetenz-Team des Unternehmens
persönlich für Fragen bereit und begleitet
die Besucher durch die Teststationen. Alle
Demonstrationen und Impulsvorträge
werden zudem auf Social Media verbreitet,
sodass das Event weit über den
Messestand hinaus strahlt.
Das erklärte Ziel des schwedischen
Unternehmens ist: Null Verletzungen an
Händen und Füßen. Die Fachmesse A+A
ist die Bühne, auf der eine sichere
Arbeitswelt von morgen erlebbar wird,
und Ejendals lädt mit interaktiven Formaten
dazu ein, die eigene Sicherheit zur
Chefsache zu machen – direkt auszuprobieren
und kritisch zu hinterfragen.
Praxis, Expertenwissen und Innovation
sind am Messestand der Schlüssel für
diese Möglichkeit.
Industrieanzeiger » 14 | 2025 47
» TECHNIK
Spüllösung leistet Erste Hilfe bei Augenverletzungen
Warum jede Sekunde zählt
In industriellen Umgebungen hat Arbeitsschutz höchste Priorität, auch was die Augen angeht.
Chemikalienspritzer können bei diesem besonders schutzlosen Körperteil binnen Sekunden
schwere Schäden anrichten. Eine Spüllösung des Erste-Hilfe-Spezialisten Cederroth leistet im
Ernstfall essenzielle Dienste - genau dann, wenn jede Sekunde zählt.
» Andrea Ottosson, International & Digital Communications Manager, Orkla Wound Care
Die Spüllösung von
Cederroth bietet bei
Augenverletzungen im
Arbeitsumfeld eine
schnelle und wirksame
erste Hilfe.
Bild: Cederroth Erste Hilfe
Die meisten chemischen Augenverletzungen
werden durch alkalische
Substanzen wie Natronlauge, Zement
oder Ammoniak verursacht, doch auch
Säuren wie Schwefelsäure oder Salzsäure
können bleibende Schäden hervorrufen.
Chemische Augenverletzungen können
das biologische Gewebe des Auges ganz
oder teilweise zerstören. „Das Wichtigste,
wenn eine ätzende Substanz ins Auge
gelangt, ist, sofort mit dem Spülen zu beginnen“,
sagt Anders Behndig, Professor
am Universitätsklinikum Umeå in Schweden.
„Es ist eine Frage von Sekunden nach
Eintritt der Augenverletzung, und es ist
wichtig, über einen längeren Zeitraum
weiter zu spülen. Dies ist entscheidend
dafür, ob das Auge und das Sehvermögen
erhalten werden können.“ Die schlimmsten
Verletzungen entstünden bei Unfällen
mit alkalischen Substanzen, da diese tief
eindrängen und die Stammzellen des Auges
schädigen könnten, sodass die Hornhaut
trüb und undurchsichtig würde. Sie
könnten auch die Bindehaut des Auges
schädigen, sodass sie mit dem Augenlid
zusammenwachsen würde. „Dies kann
nicht repariert werden, nicht einmal
durch eine Transplantation“, erklärt Professor
Behndig.
Da das Ausmaß der Schäden von der
Art der Chemikalie und der Dauer des
Kontakts abhängt, ist nicht nur sofortiges,
sondern auch fortgesetztes Spülen ent-
scheidend. Der Wissenschaftler rät:
„Wenn man das Auge schnell zu spülen
beginnt und über einen längeren Zeitraum
spült, vorzugsweise 15 Minuten
oder länger, hat der Körper eine größere
Chance, die Verletzung zu heilen. Je
länger, desto besser. Wenn Sie eine ernsthafte
Verletzung vermuten, sollten Sie so
lange spülen, bis Sie unter ärztlicher
Versorgung sind.“ Außerdem sei es
wichtig, mit einem großzügigen, gleichmäßigen
Fluss zu spülen, um die Konzentration
der ätzenden Substanz schnell zu
verringern und sie mechanisch aus dem
Auge zu entfernen.
Das menschliche Auge hat einen neutralen
pH-Wert von 7,4. Schon kleine
48 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Entstehen Augenverletzungen durch
Chemikalien, muss das Auge sofort
und bis zum Eintreffen des
Not arztes gespült werden.
Abweichungen
können Reizungen verursachen,
während pH-Werte
unter 4 oder über 10 innerhalb von
Sek. zu ernsthaften Verletzungen
führen können. Staub, Schmutz und
Metallspäne sollten ebenfalls sofort
ausgespült werden, um Komplikationen
zu vermeiden. Schnelles und gründliches
Spülen ist daher ein zentraler Bestandteil
der betrieblichen Erste Hilfe.
Die Vorteile von gepufferten
Augenspüllösungen
Cederroth, der schwedische Spezialist für
Erste- Hilfe-Systeme, hat die Augenspüllösung
Eye Wash entwickelt, um eine
rasche und wirksame erste Hilfsmaßnahme
bei chemischen Augenverletzungen zu
ermöglichen. Die Spüllösung mit ihrem
intuitiven Design ist Borat-gepuffert, was
bedeutet, dass sie nicht nur schädliche
und gefährliche Substanzen mechanisch
ausspült, sondern auch dazu beiträgt, den
natürlichen pH-Wert des Auges schneller
und effektiver wiederherzustellen als
Standard-NaCl- Lösungen oder Wasser.
Für Betriebe, die mit Zement, Beton oder
auch Kalk arbeiten, ist die phosphatfreie
Formel von Cederroth besonders nützlich,
da sie das Risiko schädlicher chemischer
Reaktionen mit Calcium vermeidet.
Schnelle Hilfe
Bild: Cederroth Erste Hilfe
Da es bei einem Unfall auf jede Sekunde
ankommt, sind die Eye Wash-Flaschen für
eine schnelle und intuitive Anwendung
konzipiert. Sie öffnen sich automatisch,
wenn sie aus der Wandhalterung gedreht
werden, und die integrierte Augenschale
leitet einen großzügigen Spülfluss direkt
ins Auge. Jede Flasche liefert etwa 1,5
min Spülung und hat eine Haltbarkeit von
4,5 Jahren.
Die Eye Wash-Produktreihe des Herstellers
umfasst mehrere Ausfertigungen
und Zubehörteile, sodass die Reihe an
unterschiedliche betriebliche Arbeits -
umgebungen angepasst werden kann. Eye
Wash-Stationen und Wandhalterungen
können in der Nähe von Gefahrenbereichen
installiert werden, sodass die
Spüllösung jederzeit griffbereit ist. Bei
schweren Verletzungen können mehrere
Flaschen nacheinander verwendet oder
auch zur weiteren Spülung auf dem Weg
zur medizinischen Versorgung mitgenommen
werden. Alle Eye Wash-Produkte von
Cederroth erfüllen die Anforderungen der
EU-Norm für Notfall-Augenspüllösungen.
Auf der Messe A+A ist Cederroth Erste Hilfe in
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14 | 2025 49
» TECHNIK
Professionell reparierte Workwear ermöglicht mehr Nachhaltigkeit
In fähige Hände abgegeben
Berufskleidung soll so lange wie möglich halten. Doch wer möchte nach der Arbeit
noch Knöpfe annähen oder Risse in der Hose reparieren? Lösungen bieten textile
Mietdienstleister, die diese Aufgabe übernehmen. Ein Blick in die Praxis dieser
Serviceleistung und den Nutzen für die Profis und die Umwelt.
sehr reparaturfreundliche Nähtechnik“
erläutert Thomas Krause. „So werden
manuelle Arbeiten schnell und einfach
durchgeführt. Das funktioniert dann auch
bei eher komplizierten Angelegenheiten
wie dem Reißverschluss.“
Bild: DBL
Kleidung als schnelllebiges Wegwerfprodukt
ist heute ein Auslaufmodell.
Gerade hochwertige und aufwändig produzierte
Arbeitskleidung sollte so lange
wie möglich im Einsatz sein und gut
gepflegt werden. Doch auch wenn
qualitativ hervorragend verarbeitete Berufskleidung
für enorme Beanspruchung
konzipiert wurde, geht im produktiven
Arbeitsalltag von Handwerkern und
Industriearbeitern unter mechanischen
Einwirkungen schon mal etwas kaputt:
Nähte reißen, Reißverschlüsse haken oder
aber Knöpfe lösen sich. Da ein vorschnelles
Entsorgen keine gute Option ist, bietet
sich die Kunst des Reparieren als probate
Alternative an.
Was genau darunter zu verstehen ist,
kann der textile Mietdienstleister DBL –
Deutsche Berufskleider-Leasing erklären.
„Tatsächlich sind es oft ausgerissene
Bild: DBL
Die DBL bietet mietbare
Workwear an, Funktionstextilien
und auch
normierte Schutzkleidung.
Der Mietservice der
DBL umfasst fachgerechte
Reparatur und
Qualitätskontrollen.
So kann die Kleidung
lange genutzt und
die Umwelt entlastet
werden.
Taschen, besonders beanspruchte Kniepartien,
deren Stoff trotz Verstärkung
Verschleißspuren aufzeigt oder ein Reißverschluss,
der hakt“, so Thomas Krause
von der DBL. Zum Geschäftsmodell des
textilen Anbieters – ein Zusammenschluss
von mittelständischen Familienunternehmen
an 23 deutschlandweit gut verteilten
Standorten mit kurzen Wegen – gehört
nicht nur die individuelle Ausstattung
diverser Branchen mit hochwertiger
Berufskleidung, sondern auch deren fachgerechte
Pflege und Reparatur für einen
langfristigen Einsatz. Dies ist im Sinne des
nachhaltigen Mietkonzeptes. Für den DBL
Experten ist dabei das Thema Reparaturfreundlichkeit
der Berufskleidung eine
Voraussetzung. „Es beginnt schon in der
Produktion der hochwertigen Berufs -
kleidung. Die Konfektionäre mit denen wir
arbeiten, verwenden beispielsweise eine
Blick in die Produktion
Einer der Konfektionäre, mit denen die
DBL seit vielen Jahren kooperiert, ist
Teamdress Stein Deutschland, ein Unternehmen
aus Hamburg. Worauf wird dort
schon bei der Produktion Wert gelegt?
„Zunächst verwenden wir ausschließlich
Materialien und Zutaten, die vorab im
Textilservice getestet wurden“, erklärt
Corinna Horndahl, Geschäftsführung
Leitung Produktmanagement beim Konfektionär
Teamdress. „Bei der Auswahl
achten wir auf hohe Qualität, also Langlebigkeit.
Damit vermeiden wir einen
frühzeitigen Austausch.“ Hier nennt sie
konkrete Beispiele: „So wird etwa der
Frontreißverschluss bei Jacken reparaturfreundlich
eingesetzt. Diese Verarbeitung
ist oft teurer als herkömmliche Verarbeitungen,
macht den Austausch im Textilservice
aber leichter und somit auf lange
Sicht gesehen günstiger.“
Weitere Beispiele lassen sich nennen:
Auch Reflexstreifen werden bei der Produktion
so angebracht, dass die Stellen
für den Austausch gut zugänglich sind.
Und Knietaschen fasst man meist nicht
mit in die Seiten- und Schrittnähte,
sodass sie für die Reparatur später leicht
abzutrennen sind. Die Originalzutaten
sind insbesondere bei der Reparatur von
Persönlicher Schutz kleidung (PSA) entscheidend.
„Originalmaterialien können
bei Teamdress bezogen werden“, erklärt
Corinna Horndahl. (dak)
50 Industrieanzeiger » 14 | 2025
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Die Produktion in eigenen, LEED-zertifizierten
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Blåkläder entwickelt Arbeitskleidung, die Funktionalität, Sicherheit und
Nachhaltigkeit vereint. Mit eigener Produktion, klaren Werten und einem
breiten Sortiment für zahlreiche Branchen entstehen Produkte, die nicht
nur zuverlässig schützen, sondern auch angenehm zu tragen sind.
Seit über 60 Jahren entwickelt Blåkläder Workwear
für Profis, die sich auf Qualität verlassen müssen.
Ein zentrales Element dabei: die vollständige Kontrolle
über die Produktionskette. Entwicklung und Fertigung
erfolgen in eigenen Werken, die nach internationalen
Standards zertifiziert sind. Ergänzt wird dies
durch langjährige Partnerschaften mit wenigen, ausgewählten
Lieferanten – so lassen sich Qualität und
faire Bedingungen dauerhaft absichern.
Die Kleidungsstücke sind langlebig und für die jeweiligen
Anforderungen in vielfältigen Einsatzfeldern,
ob Handwerk, Industrie und Bau oder Logistik,
konzipiert. Im Mittelpunkt stehen Materialien, die extremen
Belastungen standhalten, ergonomische
Schnitte, sowie clevere Details, die den Arbeitsalltag
erleichtern.
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 51
» TECHNIK
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Die Reinigung von Werkstücken ist essenziell, um Qualität, Funktion und Weiterverarbeitung
sicherzustellen. Effizient durchgeführt, spart dies Arbeitszeit und steigert die Wirtschaft -
lichkeit in der Produktion. Mit Putztüchern, Ölauffangmatten und Teilereinigern bietet der
Rundum-Service-Textildienstleister Mewa zentrale Bausteine für eine nachhaltige Sauberkeit.
» Torsten Stock, Leitung Verbands- und Netzwerkmanagement, Mewa
Wie mühsam es war, nach dem
Putzen der Metalloberflächen noch
die Flusen abzuzupfen, daran kann sich
Cristina Quaresma gut erinnern. Die Produktionsmitarbeiterin
der Fahrradsparte
von Rodi Industries war daher „absolut
begeistert“, als im Unternehmen das
Putztuch-System von Mewa eingeführt
wurde. „Die alten Stoffreste machten
ständig Probleme, weil sie fusselten oder
viel zu groß waren. Dabei sind gute Putztücher
ganz wichtig für uns. Die Felgen
müssen während des gesamten Produktionsprozesses
– vom Walzen über die
Lackierung bis zur Verpackung – gründlich
von Schmutz, Fett und Öl befreit
werden. Das geht mit den Mewa-Putz -
tüchern ausgezeichnet“, so Quaresma.
Seit 2020 nutzt Rodi Cycling den Rundum-Service
von Mewa. Das Ergebnis sind
saubere Fahrradfelgen während der
gesamten Produktion und jährlich drei
Tonnen kontaminierter Abfall weniger.
Die Putztücher – hergestellt in der
eigenen Weberei – bietet der Textildienstleister
Mewa im Mehrwegsystem an:
Verschmutzte Tücher werden regelmäßig
abgeholt, gewaschen, einer mehrstufigen
Qualitätskontrolle unterzogen und wieder
angeliefert. Bis zu 50 Mal kann ein Putztuch
wiederverwendet werden. Das spart
nicht nur Ressourcen, sondern auch
Kosten – insbesondere im Vergleich zu
Einweglösungen, die als gefährlicher
Abfall teuer entsorgt werden müssen.
Der Transport der schmutzigen Textiltücher
erfolgt entsprechend der Gefahrstoffverordnung
im eigens dafür entwickelten
Safety Container Sacon. Ein weiteres
Plus für mehr Nachhaltigkeit: Die
beim Waschprozess aus den Tüchern
Die Putztücher von Mewa holt der Textildienstleister auf Wunsch wieder ab, wäscht sie und bringt sie
gereinigt zum Arbeitsort zurück.
gewonnenen Altöle werden von Mewa
für den Energiebedarf der Trockner und
Waschstraßen genutzt. Über 200.000
Unternehmen in Industrie, Handwerk und
Gewerbe versorgt der Textildienstleister
mittlerweile europaweit mit Putztüchern.
„Der Rundum-Service gibt uns die
Möglichkeit, unseren Abfall noch mehr zu
reduzieren und so einen weiteren Beitrag
zum Umweltschutz zu leisten“, erklärt Rui
Mendes, Geschäftsleiter von Rodi Cycling.
Abfallvermeidung als Resultat
Das kontinuierliche Bemühen um Nachhaltigkeit,
unter anderem durch Abfallvermeidung
und die Förderung der
Kreislaufwirtschaft, ist auch ein Anliegen
der Mark Metallwarenfabrik. Das Unternehmen
mit Sitz in Oberösterreich ist seit
25 Jahren Mewa Kunde und weltweit
führend in der Metallformtechnik, mit
Schwerpunkt Tiefziehen und Montage
von Metallteilen. „Für die Reinigung von
Maschinen und Werkzeugen brauchen wir
eine hohe Saugkraft. Das bieten die Putztücher“,
berichtet Irmgard Gansterer, die
bei der Mark Gruppe für das Office
Management verantwortlich ist.
Mark nutzt den Rundum-Service von
Mewa außerdem auch für die Ölauffangmatten
in der Produktion, die Stoffhandtuchrollen
an den Waschplätzen und
nicht zuletzt für die Ausstattung mit
Arbeitskleidung. Die Ölauffangmatten
werden wie die Putztücher nach ihrem
Gebrauch in einem Container gesammelt
und gemäß dem vereinbarten Turnus
abgeholt und sauber retourniert.
Bild: Mewa
52 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Ölauffangmatten sind eine wichtige
Maßnahme im technischen und organisatorischen
Umweltschutz sowie für die
Arbeitsstätten- und Betriebssicherheit.
Denn austretende Flüssigkeiten verschmutzen
nicht nur den Arbeitsplatz, sie
bedeuten auch Rutsch gefahr. Die Matten
nehmen dabei Motor- und Getriebeöl,
Lösungsmittel oder Schmierstoffe umgehend
auf und binden. Präventiv eingesetzt,
können sie auf diese Weise den
Einsatz von Ölbindemittel und Granulat
ersparen.
Die Matten werden in drei Größen
angeboten: Bis zu drei l Flüssigkeit kann
die Größe 60x90 cm aufnehmen, bei
den XXL-Formaten sind es etwa zehn l.
Ein Spezial-Vlies im Inneren der Matte
verteilt die Flüssigkeit gleichmäßig, die
Oberfläche bleibt nahezu trocken. Ein
einfacher Schritt zu mehr Sicherheit und
Sauberkeit in Werkstätten und Betrieben.
Bild: Mewa
Durch das Mehrwegangebot des Herstellers lässt
sich betrieblicher Abfall reduzieren und mehr
Nachhaltigkeit erzielen.
Hartnäckige Überreste von Fett und Öl
oder auch Werkstücke mit komplexen
Geo metrien erfordern den Einsatz von
Teilereinigern. Mewa bietet hier Pinselwaschtische
und Hochdruck-Teilereiniger
an, jeweils in verschiedenen Größen. Neu
auf dem Markt ist der vollautomatische
Teilereiniger Eco Matic. Im Gegensatz zu
herkömmlichen Kaltreinigern arbeiten die
Geräte des Herstellers nicht mit chemischen
Lösungsmitteln, die oft flüchtige
organische Verbindungen (VOCs) ent -
halten, sondern mit einer wäss rigen
Reinigungslösung. Sie basiert auf einer
Kombination aus Entfettungsmitteln und
natürlichen Mikroorganismen. Fette und
Öle werden biologisch abgebaut, wodurch
das Liquid im Vergleich zu chemischen
Lösemitteln auch deutlich länger ein -
gesetzt werden kann. Allerdings können
VOCs in hoher Konzentration gesundheitsgefährdend
sein und die Brandgefahr
verstärken. Unternehmen sind laut EU
deshalb angehalten, den Einsatz VOChaltiger
Substanzen zu beschränken. Das
Teilereinigungssystem von Mewa ist eine
EU-richtlinienkonforme Alternative.
Auf der Messe A+A ist Mewa in Halle 15, Stand
C46 vertreten.
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Bild: Kötter Services
Ein integrativer
Sicherheitsansatz zum
Schutz des Produktionsstandortes
schließt
Maßnahmen wie die
Videoüber wachung
mit ein.
Zutrittskontrolle schützt Unternehmen auch vor hybriden Bedrohungslagen
Schutz durch vernetzte
Sicherheitsstrategien
Um sich gegen Einbruch, Sabotage und digital gesteuerte Angriffe zu wehren, greifen
Unternehmen immer häufiger zu vernetzten Strategien. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die
Zutrittskontrolle ein. Sie schützt nicht nur physische Bereiche, sondern kann – in Kombination
mit weiteren Sicherheitslösungen – auch wirkungsvoll auf hybride Bedrohungslagen reagieren.
» Jörg Marmann, Geschäftsführender Direktor, Kötter Sicherheitssysteme
Digitale Zutrittskontrollsysteme lösen
die klassische Schließtechnik seit
Jahren immer mehr ab. Statt starrer
mechanischer Schließanlagen erlauben
moderne, durchdachte Lösungen eine
flexible, personenbezogene Steuerung
von Zugangsrechten – zeitlich begrenzt,
bereichsbezogen und bei Bedarf jederzeit
anpassbar. Zugangsträger wie Karten,
Transponder, Smart phones oder auch biometrische
Identifikationsverfahren lassen
sich bei Verlust unmittelbar deaktivieren,
ohne dass physische Komponenten
ausgetauscht werden müssen. Ergänzt
wird diese Funktionalität durch zentrale
Verwaltungssoftware, mit deren Hilfe
Unternehmen alle Zutrittsrechte, Nutzergruppen
und Ereignisse detailliert steuern
und dokumentieren können.
Zutrittskontrolle ist heute weit mehr
als Türmanagement. In integrierten
Sicherheitskonzepten übernimmt sie
zentrale Schnittstellenfunktionen: Sie
wird verbunden mit Videoüberwachung,
Einbruchmeldetechnik und Brandmeldesystemen,
lässt sich in Zeiterfassungs -
systeme und betriebliche Anwendungen
wie etwa Maschinenfreigaben einbinden
und liefert wertvolle Daten für die
Nachvollziehbarkeit sicherheitsrelevanter
Vorgänge. Wird das System zusätzlich an
eine zertifizierte Notruf- und Service -
leitstelle angebunden, lassen sich Tür -
öffnungen aus der Ferne vornehmen,
Alarme verifizieren und Reaktionen in
Echtzeit koordinieren. Dieser integrative
Sicherheitsansatz ist essenziell für das in
vielen Branchen notwendige 360°-Sicher-
heitsverständnis. Hybride Bedrohungen –
das heißt kombinierte physische und digitale
Angriffe – nehmen stetig zu. Ein Einbruch
kann gezielt mit einem Cyberangriff
auf Netzwerke verbunden werden.
Laut Bitkom beläuft sich der jährliche
Schaden durch wirtschaftskriminelle
Handlungen wie Spionage oder Sabotage
in Deutschland inzwischen auf 267 Mrd.
Euro. Besonders gefährdet sind dabei
KMU, die häufig nicht über ausreichend
vernetzte Sicherheitsstrukturen verfügen.
Planung, Prüfung und Pflege
Ein nachhaltiges Sicherheitskonzept beginnt
mit einer fundierten Analyse.
Schwachstellen in der bestehenden
Infrastruktur werden identifiziert, darauf
Maßnahmen priorisiert und ein maß -
54 Industrieanzeiger » 14 | 2025
TECHNIK «
Bild: Kötter Services
geschneidertes Konzept entwickelt. Die
Zutrittskontrolle übernimmt in diesem
Kontext eine doppelte Rolle: Sie schützt
vor unberechtigtem Zugang und stellt
zugleich Informationen für das IT-Risikomanagement
und die Ereignisdokumen -
tation bereit. So liefern die Protokolle
der Zutrittskontrolle etwa Hinweise auf
ungewöhnliche Zutrittszeiten, fehlgeschlagene
Anmeldeversuche oder auch
Unstimmigkeiten zwischen physischer
Präsenz und IT-Logins – wertvolle Datenpunkte,
um Risiken ganzheitlich zu
bewerten. Gemeinsam mit Schranken,
Zaundetektoren, Radaren, Videoanalytik
und auch Bewegungsmeldern bildet sie
zudem eine wichtige Komponente des
Perimeterschutzes – das heißt der ersten
Verteidigungslinie rund um das
Unternehmens gelände.
Ein funktionierendes Zutrittskontrollsystem
muss jedoch kontinuierlich
überprüft, gewartet und angepasst
werden. Hier kommen die Technical
Facility Services ins Spiel: Sie stellen
sicher, dass alle sicherheitsrelevanten
Anlagen – wie Türsysteme, Fluchtwege,
Brandschutz anlagen oder etwa Zutrittsterminals
– technisch einwandfrei und
normgerecht funktionieren. Regelmäßig
Zertifizierte Notruf- und Service leitstellen können aus der Ferne Türöffnungen veranlassen, Alarme
verifizieren und Reaktionen in Echtzeit koordinieren.
durchgeführte Inspektionen, Wartungen
und Funktionsprüfungen gewährleisten
die Betriebs sicherheit. Sie sichern ab, dass
die gesetzlichen Vorgaben eingehalten
wurden und sie garantieren die langfristige
Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit
der sicherheitstechnischen Infrastruktur.
Modulare Sicherheitsplattform
Für den Schutz eines Produktionsstand -
ortes, etwa eines Unternehmens der
sogenannten Kritischen Infrastruktur,
erweist sich eine modulare Sicherheitsplattform
als zukunftsfähige Lösung. Sie
integriert Zutrittskontrolle, Videoüber -
wachung und Einbruchmeldetechnik, aber
auch physische Absicherungen wie
Drehkreuze und Schleusen. Durch rollenbasierte
Rechteverwaltung, automatisiertes
Kamera- Tracking und einheitliches
Alarming lassen sich sicherheitsrelevante
Vorgänge in Echtzeit steuern. Die zentrale
Plattformstruktur ermöglicht eine standortübergreifende
Steuerung, schafft
Transparenz und unterstützt Erweiterungen.
Automatisierte Workflows erhöhen
die Reaktions geschwindigkeit, während
klar definierte Zugriffsrechte Compliance
und Audit fähigkeit sichern. Dank ihrer
offenen Architektur bleibt die Lösung
ausbaubar – etwa um Besuchermanagement,
Kenn zeichenerkennung oder auch
Zeiterfassung. So kann ein Sicherheitskonzept
umgesetzt werden, das Technik,
Organisation und Betrieb verbindet und
höchste Anforderungen an Sicherheit,
Compliance und Effizienz erfüllt.
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 55
» TECHNIK
Stahl und Blei-freie Aluminiumbronze sind vielseitige Gleitpaarungen
Gleitlager: Aluminiumbronze
als Hidden Champion
Da bleihaltige Legierungen in der Kritik stehen, wird Aluminiumbronze immer
attraktiver für Gleitpaarungen. Albromet liefert die belastbaren Gleitwerkstoffe
in Form von Halbzeug wie auch Fertigteilen und leistet Beratung. Hier eine
Einführung in Grundlagen, Eigenschaften und Vorteile.
» Astrid Vosberg, Produktmanagerin bei Albromet
Solche Führungen aus
Albromet A200 werden
nach Zeichnung individuell
erstellt.
Bild: Albromet
Reibung ist Segen und Fluch zugleich – sie sorgt
einerseits für den nötigen Halt zwischen zwei
Kontaktflächen, ist andererseits aber auch verantwortlich
für Verschleiß, Energieverluste und Temperaturentwicklung
in Maschinen. In der Technik ist es
daher entscheidend, Werkstoffpaarungen gezielt
auszuwählen, um die Gleitreibung in einem gewünschten
Bereich zu halten.
Gleitpaarungen – also sich gegeneinander bewegende
Werkstoffkontakte ohne Wälzkörper – finden
sich in zahlreichen Anwendungen des Maschinenund
Anlagenbaus, zum Beispiel in Gelenken, Gleit -
lagern, Führungen aber auch Pumpenteilen. Die richtige
Wahl der Werkstoffpaarung beeinflusst maßgeblich
die Lebensdauer, die Wärmeentwicklung und
die Resistenz gegenüber Verschleiß oder Fressen,
aber auch die benötigte Kraft zum Gleiten.
Generell wirken Kräfte und Umweltbedingungen
auf Gleitpaarungen, die zu unterschiedlichen Formen
von Verschleiß führen können:
• Adhäsiver Verschleiß
(Neigung zum Verbinden gleichartiger Materialien,
Fressen, Kaltverschweißen)
• Abrasiver Verschleiß (Mikroschneiden durch raue
Gegenflächen oder kleinere Partikel)
• Oberflächenermüdung (durch dynamische oder
statische Belastung an der Festigkeitsgrenze)
• Korrosionsverschleiß (durch Kontakt mit korrosiven
Medien)
• Reibungsbedingte Erwärmung
Wird keine geeignete Materialkombination gewählt,
kann es zu Materialverlust, Ausfall durch Blockieren
oder Überhitzung kommen. Vor allem Paarungen aus
gleichartigen Materialien, zum Beispiel gleiche
Metalle, neigen unter Last und in direktem Kontakt
zu Fressen und Kaltverschweißung. Solche Paarungen
sind meist nur dann betriebssicher, wenn eine
konstante Schmierung sichergestellt oder eine
gezielte Oberflächenbeschichtung erfolgt ist.
Kupferlegierungen wie Bronzen, Messing und
Aluminiumbronzen (wie Albromet A220Ni) zählen zu
Gleitwerkstoffen, die im Maschinenbau am häufigsten
als Reibpartner zu Stahl eingesetzt werden.
Werkstoff
Zinnbronzen (CuSn)
Bleibronzen (CuPb)
Messing (CuZn)
Aluminiumbronze (CuAl)
Berylliumbronze (CuBe)
Eigenschaften
Gute Verschleißfestigkeit,
gute Dämpfung
Gute Notlaufeigenschaften,
weniger tragfähig
Kostengünstig, begrenzte
mechanische Belastbarkeit
Hohe mechanische Belastbarkeit,
geringe Fressneigung, sehr gute
Korrosionsbeständigkeit
Sehr hohe Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit,
für Hochleistungsanwendungen
Kupferlegierungen wie Bronzen, Messing und Aluminium -
bronzen zählen zu den am häufigsten eingesetzten Gleitwerkstoffen
im Maschinenbau als Reibpartner zu Stahl.
Quelle: Albromet
56 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Viele der in der Tabelle genannten Gleitlagerwerkstoffe
enthalten Blei in Gehalten über 0,1 %, um die
Notlaufeigenschaften zu verbessern, den Verschleiß
zu reduzieren und das Einlaufverhalten zu optimieren.
Allerdings steht der Einsatz bleihaltiger Legierungen
zunehmend in der Kritik, da Blei ein giftiges
Schwermetall ist, das sowohl für die Umwelt als auch
für die menschliche Gesundheit schädlich wirkt.
Insbesondere bei Anwendungen mit direktem
Kontakt zu Trinkwasser, Lebensmitteln oder in offenen
Schmierkreisläufen besteht die Gefahr, dass Blei -
partikel oder -ionen freigesetzt werden.
Verschärfte gesetzliche Vorgaben – etwa durch die
europäische REACH-Verordnung, die Trinkwasser -
verordnung oder RoHS – setzen enge Grenzwerte
und fördern den Umstieg auf Blei-freie Alternativen.
Dadurch lassen sich Umweltbelastungen minimieren,
Recyclingprozesse vereinfachen und die Arbeits -
sicherheit erhöhen, ohne die Funktionsfähigkeit
moderner Gleitlager zu beeinträchtigen.
Albromet hat sich auf den Vertrieb von Hart -
bronzen und hochfesten Kupferlegierungen
spezialisiert und löst damit besondere Anforderungen
an Gleit- und Führungselemente im Maschinenbau.
Alle Legierungen aus dem Produktportfolio sind
bleifrei oder haben einen Bleigehalt unter 0,1 %. Das
Unternehmen bietet Halbzeuge ab Lager in verschiedensten
Formen und Abmessungen zugeschnitten
auf jede gewünschte Abmessung. Aber auch fertige
Bauteile, wie Gleitlager, Führungen und Gleitplatten
werden nach Kundenzeichnungen aus allen Legierungen
gefertigt.
Die vielseitigen Vorteile von Aluminiumbronzen
auf einen Blick:
• Hohe Festigkeit und Härte
• Sehr gutes Gleitverhalten
• Gute Notlaufeigenschaften
• Geringe Tendenz zum Fressen gegenüber Stahl
und Edelstahl
• Sehr gute Korrosions- und Meerwasser be -
ständigkeit
• Hitzebeständigkeit bis circa 300 °C
Die Werkstoffkombination Aluminiumbronze
(CuAl10Fe5Ni5 oder ähnliche Legierungen) gegen
Stahl (wie C45 oder gehärteter Wälzlagerstahl
100Cr6) hat sich in zahlreichen industriellen Anwendungen
bewährt – insbesondere dort, wo hohe
mechanische Belastungen, Korrosionsanforderungen
und Verschleißfestigkeit gefragt sind. Doch warum
funktioniert diese Paarung so gut? Dafür gibt es eine
ganze Reihe von Gründen, hier aufgezählt:
Bild: nordroden / stock.adobe.com
Auch in anspruchsvollen
Wälzlagern kommt
Aluminiumbronze zum
Einsatz – gepaart mit
gehärtetem Stahl.
Gleitplatten wie
hier beispielsweise
aus Albromet A200
fertigt Albromet in
Stückzahl 1 oder
auch in größeren
Serien.
Bild: Albromet
Industrieanzeiger » 14 | 2025 57
» TECHNIK
Unterschiedliche Härten: Aluminiumbronze
ist weicher als
Komponente A
gehärteter Stahl und auch noch Edelstahl, Stahl
etwas weicher als Edelstahl. In
Edelstahl, Stahl
dieser Reibpaarung nutzt sich der
weichere Werkstoff (also hier die Edelstahl, Stahl
Aluminiumbronze) ab und schont
Edelstahl, Stahl
damit das Stahlgegenstück. Diese
gezielte „Opferstrategie“ verlängert
die Lebensdauer des Stahls
Gehärteter Stahl
und erhält die Funktion der Baugruppe.
Aus diesem Grund wählt
man für das einfachere Bauteil
beziehungsweise das Teil, dass man leicht austauschen
kann, den weicheren Werkstoff.
Geringe Kaltverschweißungsneigung: Bei ähnlichen
Werkstoffen (wie Stahl gegen Stahl) können
unter Druck und Reibung die Bauteile förmlich
zusammenkleben – Neigung zur Kaltverschweißung.
Bei der Paarung Aluminiumbronze gegen Stahl senkt
die unterschiedliche chemische Zusammensetzung
die Tendenz zur adhäsiven Reibung.
Reibungskoeffizient μ unter Kontrolle: Je nach
Oberflächenrauheit und Schmierung liegt der Gleit -
reibungskoeffizient μ dieser Paarung typischerweise
zwischen 0,15 und 0,25 im geschmierten Zustand
– ein günstiger Bereich für viele technische Anwendungen.
Ohne Schmierung steigt der Reibwert, bleibt
aber oft noch im beherrschbaren Bereich (circa
0,4 – 0,6), was der Paarung eine gewisse Notlauf -
eigenschaft zuschreibt.
Korrosions- und Temperaturbeständigkeit. Aluminiumbronze
bietet eine exzellente Korrosionsbeständigkeit
– ein klarer Vorteil gegenüber anderen
Kupferlegierungen und Stählen. Erst bei erhöhten
Temperaturen über 300 °C, verschlechtert sich das
Reibungsverhalten. Auch in Wasser ist die Aluminiumbronze
stabil und neigt nicht zum Entzinken, wie
das bei Messing der Fall sein kann.
Verträglichkeit mit Schmierstoffen sowie Eignung
für Trockenlauf: Aluminiumbronze ist mit vielen handelsüblichen
Schmierstoffen sehr gut verträglich.
Durch seinen geringen Reibwert in der Paarung mit
Stahl hat es auch gute Notlaufeigenschaften, wenn
die Schmierung kurzzeitig ausbleibt oder eine Erwärmung
stattfindet.
Auch in Wälzlagern kann man mitunter Alumi -
niumbronze in besonders anspruchsvollen Anwendungen
finden. Beispiel sind Seewasserpumpen,
Maschinenlager mit hoher Drehzahl oder Lager in der
Lebensmittel- und Chemieindustrie, wo Korrosion
kritisch ist. Hier ist sie dann Reibpartner für die gehärteten
Stahlkugeln oder Walzen als Material für
den Lagerkäfig oder den Anlaufring in Hybridlagern.
Komponente B
Aluminiumbronze
Zinnbronze
Kunststoffe
(z,.B. PEEK, PTFE)
Edelstahl, Stahl
Aluminiumbronze
Typische Werkstoffpaarungen in der Praxis.
Bewertung
Sehr gute Gleitpaarung, geringe
Fressneigung, hohe Belastungen möglich
Gut bei moderaten Belastungen
Für trockenlaufende, niedrigere
Belastungen
Nur bedingt geeignet – Risiko von Fressen,
Beschichtung oder dauerhafte Schmierung
notwendig
Hochbelastbar, gute Lebensdauer
Fazit: Für langlebige, verschleißarme Gleitpaarungen
ist die richtige Kombination von Werkstoffen
entscheidend. Während gleichartige Metalle problematisch
sein können, bieten Kupferlegierungen –
insbesondere Aluminiumbronzen – eine bewährte
Lösung als Gegengleitpartner zu Stahl oder Edelstahl.
Ihre guten tribologischen Eigenschaften, kombiniert
mit hoher Korrosions- und Temperaturbeständigkeit,
machen sie zu einer universell einsetzbaren Werkstoffgruppe
in anspruchsvollen Anwendungen.
Und durch ihre chemische Zusammensetzung ist
eine Zertifizierung für den Einsatz im direkten
Kontakt mit Lebensmitteln ab einem pH-Wert
größer 4,5 vorhanden. Damit können die Aluminiumbronzen
auch in Lebensmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen
problemlos eingesetzt werden.
Gleichzeitig sind sie frei von Blei und anderen
Stoffen der SVHC-Liste und damit RoHS- und
REACH-konform.
Auch bei Biegedornen, die zum Dornbiegen von Edelstahl -
rohren eingesetzt werden, ist Albromet A300 als harte Aluminiumbronze
der Werkstoff der Wahl.
Quelle: Albromet
Bild: Albromet
58 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Messe Essen: Anteil der Entscheider lag bei 80 %
Schweissen & Schneiden 2025 kam
„zum richtigen Zeitpunkt“
Die Messe Essen und Mitveranstalter DVS bewerteten die außerplanmäßige 20. Schweissen &
Schneiden als vollen Erfolg: Über 37.000 Gäste aus 100 Ländern besuchten die Fachschau, 65 %
der 800 Aussteller haben für 2029 bereits wieder gebucht. Interessant: Zu den Top Ten der
ausländischen Besuchernationen zählten vorwiegend europäische, aber auch Brasilien und Japan.
Als zentrales Merkmal der Schweissen
& Schneiden hob die Messe Essen
den hohen Anteil an Entscheidern hervor:
80 % der Besucher seien mit Einkaufsund
Beschaffungskompetenzen gekommen.
Die Aussteller berichteten von
konkreter Investitionsbereitschaft: Rund
ein Drittel tätigte Bestellungen für durchschnittlich
840.000 Euro und kündigte
weitere an. Zu den Besuchern zählten
Vertreter großer Automobilhersteller, des
Schiffbaus, der Energiewirtschaft, des
Baugewerbes und der Rüstungsindustrie,
heißt es vonseiten der Messe.
Dr. Roland Boecking, Hauptgeschäftsführer
des DVS – Deutscher Verband für
Schweißen und verwandte Verfahren e. V.,
betont: „Die Schweissen & Schneiden 2025
kam zum richtigen Zeitpunkt, um der Branche
neue Impulse zu verleihen.“ Fachleute
der ganzen Welt hätten sie als Plattform
für Innovationen genutzt. Dr. Boecking
weiter: „Ob Digitalisierung, Nachhaltigkeit
oder Fachkräftemangel: Als wichtigster
internationaler Branchentreff hat die
Messe Lösungen geliefert.“
Die Hallen spiegelten Zukunftsthemen
wider: Kollaborierende und vollautomatisierte
Roboter waren überall zu sehen.
Wurde vor zwanzig Jahren noch überlegt,
ob Roboter überhaupt nutzbringend
schweißen können, sind sie nun im Trend.
Aber nicht nur sie. Vernetzte und nachhaltige
Produktion, KI-gestützte Prozesse
sowie Fachkräfte- und Nachwuchsförderung
standen im Zentrum des Interesses.
Auch CO 2 -Einsparung und Arbeitssicherheit
wurden thematisiert.
Querschnittsthemen waren Digitalisierung
und Automatisierung in Essen. Sie
Auch die Förderung des Nachwuchses ist zentral auf der Schweissen & Schneiden. Dazu dienten unter
anderem nationale und internationale Fachschweißer-Wettbewerbe.
prägten nahezu alle Produkt bereiche. Im
neuen „Future Hub“ tauschten sich internationale
Branchenvertreter über Chancen
und Herausforderungen aus. Die
hochkarätig besetzten Paneldiskussionen
und Vorträge zu Künstlicher Intelligenz
und Automatisierung hebt die Messveranstalterin
als Highlights hervor.
Premiere feierte der IF Digital Award in
Kooperation mit der IndustryFusion Foundation
(IFF) und dem DVS – wir berichteten
im Vorfeld. Über die Messe-App wählte
das Fachpublikum seine Favoriten. Die
Sieger: Gold ging an das dänische Unternehmen
Swantec mit einer Industriesoftware,
die Punktschweißprozesse optimiert.
Silber gewann Fronius mit einem
Simulator für komplexe Schweißprozesse.
Und den IF Digital Award in Bronze erhielt
Novoflow mit dem weltweit kompaktesten,
luftgekühlten Laserreinigungsgerät.
Fester Messe-Bestandteil blieb die
Nachwuchsförderung wie durch den
DVS-Wett bewerb „Jugend schweißt“. Für
Furore sorgte die International Welding
Competition mit einer Premiere: Erstmals
nahm aus Indien ein reines Frauenteam
teil und setzte ein Zeichen für die Zukunft
der Branche. Bei den Einzelwettkämpfen
gingen zweimal Gold an die Schweiz und
je einmal nach Bosnien-Herzegowina und
Deutschland – beim Team-Wett bewerb
sahnten wieder die Schweizer ab.
Die 21. Schweissen & Schneiden findet
vom 17. bis 21. September 2029 statt.
94 % der Besucher wollten in vier Jahren
erneut dabei sein bei der Weltleitmesse,
teilten die Essener mit. (os)
Bild: Messe Essen
Industrieanzeiger » 14 | 2025 59
» TECHNIK
Oberflächentechnik: Beschichtung perforierter Metallteile erfordert Knowhow
Die Kunst, filigran gelochte Bleche
präzise zu lackieren
Die industrielle Beschichtung gelochter Metallteile zählt zu den anspruchsvollsten Disziplinen der
industriellen Oberflächentechnik. Besonders dann, wenn es sich um hochfunktionale Lüftungsgitter
handelt, die in Fahrzeugen unterschiedlichster Art zum Einsatz kommen. Die filigran gelochten Bleche
regulieren den Luftstrom und schützen gleichzeitig Motoren zuverlässig vor Schmutz und Insekten.
» Jan Hiltermann, Kaufmännischer Leiter bei Graepel,
Die Reinigung, Vorbereitung sowie die
Beschichtung gelochter Bleche erfordert
spezielles Knowhow und Vorgehen.
Bild: Graepel
Trotz ihrer scheinbar einfachen Geometrie
sind die Anforderungen an die
Lüftungsgitter in Fahrzeugen hoch: Sie
müssen langlebig, optisch ansprechend
und funktional sein. Das macht die Beschichtung
zu einem besonders anspruchsvollen
Prozess. Scharfe Kanten an
jedem einzelnen Loch, Umformungen und
enge Prägungen führen dazu, dass Lacke
ungleichmäßig fließen. Gleichzeitig sollen
eine gleichmäßige Schichtdicke und vollständiger
Korrosionsschutz erreicht werden.
Das niedersächsische Familienunternehmen
Graepel hat sich dieser Herausforderung
mit Konsequenz gestellt. Seit
2013 betreibt der Spezialist für gelochte
Bleche ein eigenes Werk für Oberflächentechnik
am Hauptsitz in Löningen. Was
als Versuch begann, entwickelte sich zu
einem strategischen Erfolgsmodell. Heute
ist das Werk nicht nur ein Kompetenzzentrum
für die Beschichtung eigener Produkte,
sondern zunehmend ein gefragter
Dienstleister für externe Kunden.
Das Lochblech ist ein sehr spezielles
Produkt. Das Familienunternehmen Graepel
steht seit 1889 für hochwertige Komponenten
aus gelochtem und umgeformtem
Blech. Die Entscheidung, die Oberflächenveredelung
im eigenen Haus durchzuführen,
war dafür ein Meilenstein. Sie
ermöglicht dem Spezialisten, die gesamte
Wertschöpfungskette inhouse abzubilden,
vom Einkauf des Rohmaterials über den
Werkzeug- und Prototypenbau bis zum
Serienprodukt einschließlich Oberflä-
chenveredelung. Diese Tiefe erlaubt eine
präzise Abstimmung aller Prozessschritte
und schafft die Grundlage für höchste
Qualität und Ressourceneffizienz.
Im Zentrum der Beschichtung steht die
Kombination aus Kathodischer Tauchlackierung
(KTL) und Pulverbeschichtung.
Beide Verfahren wurden so weiterentwickelt,
dass sie selbst bei extremen Stanzgraten
zuverlässig funktionieren. Denn
Lacke neigen dazu, sich von diesen scharfen
Kanten zurückzuziehen, was zu dünnen
Schichten und damit zu Korrosionsanfälligkeit
führen kann. Graepel begegnet
diesem Effekt mit eigens entwickelten
Lackrezepturen und Applikationsparametern,
die eine gleichmäßige Schichtdicke
auch auf schwierigen Geometrien ermöglichen.
Saubere Beschichtung – und
auch die Optik im Blick
Der gesamte Prozess ist hochautomatisiert.
Zunächst durchlaufen die Bauteile
eine mehrstufige Reinigung mit vier Entfettungsbecken.
Die besondere Herausforderung
liegt dabei in der vollständigen
Entfernung von Rückständen aus den
zahlreichen Lochungen. Anschließend
folgt eine Nanokonversionsschicht als
umweltfreundliche Alternative zur klassischen
Zinkphosphatierung.
Die KTL-Beschichtung selbst erfolgt
unter präzisen gesteuerten Bedingungen,
60 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Bild: Graepel
Bild: Graepel
Für die Teile, bei denen neben dem Korrosionsschutz auch die Optik eine
Rolle spielt, steht die Pulverbeschichtung bereit.
Selbst bei den Aufhängungen, mit denen die zu lackierenden Teile befördert
und in die Becken getaucht werden, denkt Graepel an die Nachhaltigkeit.
bevor die Teile in einem energieoptimierten
Ofen eingebrannt werden. Graepels
Ingenieure haben dabei die Aufheiz- und
Halteprofile optimiert, um Energie einzusparen
und die Beschichtungsqualität zu
maximieren. Für die Bauteile, bei denen
neben dem Korrosionsschutz auch die Optik
eine Rolle spielt, schließt sich nun die
Pulverbeschichtung an. Das Pulver wird
elektrostatisch aufgeladen und haftet an
den geerdeten Bauteilen. Überschüssiges
Pulver wird abgesaugt, recycelt und dem
Kreislauf wieder zugeführt.
Ein besonderes Augenmerk liegt bei
Graepel auf der Nachhaltigkeit. So wurde
eine Membranfiltrationsanlage installiert,
die Reinigungsmedien nahezu vollständig
wiederaufbereitet. Schwebende Partikel
und Fette werden herausgefiltert, während
die gereinigte Chemie und das Wasser
zurück in die Becken fließen. Damit
konnte der Wasserverbrauch im Vergleich
zu herkömmlichen Verfahren um rund
50 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig
wurde die Konzentration schädlicher
Stoffe im Abwasser deutlich gesenkt, und
dank seltenerer Wechselzyklen bleibt der
Produktionsfluss stabil. Weiterhin wird
durch das Recycling des Pulvers für die
Beschichtung über 90 % des Materials
erneut eingesetzt. Auch die Trägertraversen,
auf denen die Bauteile durch die Anlage
geführt werden, sind so konzipiert,
dass sie möglichst wenig Beschichtungsmaterial
aufnehmen. Das spart Energie im
Einbrennprozess und bei der Reinigung
und reduziert den Materialeinsatz.
Langlebigkeit und Leistung
im Härtetest
Die Qualität der Beschichtung wird regelmäßig
im hauseigenen Labor überprüft.
Der Salzsprühnebeltest und der Korrosionswechseltest
simulieren extreme Korrosionsbedingungen
und zeigen, wie
widerstandsfähig die Beschichtungen
sind. Besonders das hauseigene Produkt
„Duravent“ überzeugt: Es besteht den
1.000-Stunden-Test ohne sichtbare Abnutzung
und bietet rund 7 % mehr Luftdurchlass
als Produkte des Wettbewerbs.
Bei gleichbleibender Strukturfestigkeit
trägt es so zur verbesserten Motorkühlung
und reduziertem Kraftstoffverbrauch
bei. Dauerhafte Ästhetik und Funktionalität
machen das Gitter zu einem besonders
langlebigen Bauteil. Bestätigt wurde
das durch das Testlabor Tritec, wo Duravent
geprüft wurde.
Graepel zeigt, wie industrielle Eigenfertigung
wirtschaftlich, technologisch und
ökologisch sinnvoll umgesetzt werden
kann. Die hohe Fertigungstiefe ermöglicht
die ständige Abstimmung zwischen Entwicklern
und Lacktechnikern sowie eine
Schnelligkeit, Präzision und Qualität, die
im Markt selten ist. Prozessänderungen,
neue Lackrezepturen oder spezielle Applikationsverfahren
lassen sich ohne Reibungsverluste
einführen.
Die Kombination aus jahrzehntelanger
Erfahrung, innovativer Technik und dem
Bekenntnis zur Nachhaltigkeit macht das
Unternehmen zu einem Best-Practice-
Beispiel für moderne Oberflächentechnik.
Zukünftig soll der Anteil externer
Beschichtungsaufträge weiter steigen.
Ein neues Werk mit Fokus auf erneuerbare
Energien und CO 2 -Reduktion ist bereits in
Planung – ein klares Bekenntnis zu nachhaltigem
Wachstum.
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 61
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62 Industrieanzeiger » 14 | 2025
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 63
» PRODUKTE
Augmented Reality
Fünf neue Features für präziseres Model-Tracking
Mit Vision Lib 4.0 hat das Unternehmen
Visometry die neueste Version seiner
Tracking-Bibliothek für Enterprise-Augmented-Reality-Anwendungen
ausgerollt
und um fünf Funktionen erweitert: So
verbessert die neue Funktion „Stationäres
Objekt“ die Tracking-Stabilität, besonders
bei großen Bauteilen. Durch die engere
Verzahnung von SLAM-basierter Kameraposition
und modellbasiertem Tracking
bleibt die Nachverfolgung auch dann zuverlässig,
wenn nur kleine Modellbereiche
sichtbar sind.
Bild: Visometry
Zweitens können Entwickler
Tracking Anchors jetzt direkt
aus dem Unity-Kontextmenü
als vordefinierte Prefabs exportieren. Das
vereinfacht damit das Einrichten, Ver -
walten und Wiederverwenden Tracking-
Setups erheblich.
Drittens lassen sich benutzerdefinierte
Tracking-Parameter in Unity intuitiver
festlegen, was den Entwicklungsprozess
beschleunigt und Fehlerrisiken reduziert.
Die vierte Neuerung ist eine verbesserte
Validierung von Parametern: Falsche
Typen werden nicht mehr automatisch
konvertiert, wodurch unerwartetes Verhalten
vermieden und Debugging erleichtert
wird. Fünftens bietet Vision Lib 4.0
optimierte Benutzeroberflächen und APIs.
Einheitlichere Strukturen und Funktionen
machen das SDK übersichtlicher, nutzerfreundlicher
und gewährleisten die Arbeit
mit der aktuellen, unterstützten Vision
Lib-Version.
DC-Motoren
Vielseitig konfigurierbare Kraftpakete
Bild: Faulhaber
Faulhaber erweitert sein Produktportfolio um mehrere neue DC-Kleinstmotoren: Die
leistungsstarken GXR-Modelle 1437 mit Kupfer-Graphit-Kommutierung sowie die
edelmetallkommutierten SXR-Motoren in den Größen 1424 und 1437. Mit 14 mm
Durchmesser sind die Motoren auf das modulare Baukastensystem des Anbieters abgestimmt
und kombinierbar mit Planetengetrieben sowie magnetischem Encoder.
Die RoHS-konformen GXR- und SXR-Motoren zeichnen sich durch eine robuste Bauweise,
langlebige hexagonale Wicklung, hohe Leistungsdichte, flexible Spannungsvarianten
und vielfältige Anschlussoptionen aus. Modifikationen an Front- und Rückwelle
sowie optimierte Rotorwuchtung sind ebenfalls möglich. Die Motoren eignen sich für
High-End-Optical-Systems, Teleskope, Mikroskope sowie medizinische Anwendungen
wie chirurgische Roboter oder Infusionspumpen.
Autonome mobile Roboter
Mit KI-gestützter Navigation durchs Warenlager
Swisslog erweitert sein Portfolio um die
Intramove-Serie: Drei autoonome mobile
Roboter (AMR), die speziell für den flexiblen
Horizontaltransport in dynamischen
Lagerumgebungen entwickelt wurden.
Der kompakte Intramove AMR 600 transportiert
Lasten bis 600 kg, der Intramove
AMR 1500 eignet sich als Palettentransporter
für bis zu 1500 kg, während das
Schwerlastmodell Intramove AMR 3000
mit omnidirektionalem Antrieb Lasten bis
3000 kg bewältigt. Alle Roboter verfügen
über vollständig integrierte Hebemechanismen,
die Waren schonend und ohne
Beschädigungen transportieren. Die AMR
sind schnell zu implementieren und flexibel
im Betrieb. Routen und Lieferpunkte
lassen sich einfach anpassen.
Über die standardisierte VDA-5050-Kommunikationsschnittstelle
sind die mobilen
Roboter mit einer KI-basierten Flottenmanager-Software
verbunden, die die
Roboterflotte in Echtzeit koordiniert. Sie
optimiert Routen und weist Transportaufträge
basierend auf Prioritäten, Roboterverfügbarkeit
und Batteriestatus selbstständig
zu.
Externe Systeme wie Türen, Aufzüge oder
auch variable Hindernisse kommunizieren
über Standardprotokolle (MQTT, Modbus,
Bild: Swisslog
OPC UA) mit der Software. Die AMR
nutzen zudem SLAM-Navigation (Simultaneous
Localization and Mapping) mit
zwei Laserscannern und KI-Algorithmen
zur eigenständigen Routenberechnung.
64 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Flurförderzeuge
Elektro-Gegengewichtsstapler ergänzen A Serie
Hyster hat seine A-Serie um neue Elektromodelle
erweitert. Die Elektro-Gegengewichtsstapler
J2.2–3.5 A sind mit einer
Auswahl an Blei-Säure-, Lithium-Ionenoder
TPPL-Batterien (Thin Plate Pure
Lead) erhältlich. Die Stapler eignen sich
für Lasten von bis zu 3,5 t.
Unternehmen können ihre Betriebskosten
niedrig halten, indem sie einen Antriebsmotor
wählen, der den Anforderungen der
jeweiligen Anwendung am besten entspricht.
Ein optionales, erweitertes
Motorpaket verwaltet
den Ladebedarf, kann die Laufzeit
verlängern und hilft dabei,
Batterien bei Anwendungen mit höherer
Leistungsanforderung und geringem
Energieverbrauch effizient einzusetzen.
Die Elektrostapler sind gemäß Schutzart
IP67 vor Staub und Wasser geschützt.
Damit eignen sie sich für den Einsatz in
vielen Schwerlastanwendungen, zum Bei-
Bild: Hyster
spiel in der Papier-, Chemie-, Metall- oder
Holzindustrie, selbst bei widrigen Witterungsbedingungen
und in rauen Umgebungen.
Die Wartungsfreundlichkeit trägt
ebenfalls zu einem vereinfachten Service
bei und hilft so, Ausfallzeiten in rauen
Umgebungen weiter zu reduzieren.
Energieführungsketten aus Stahl
Langlebig und wartungsfrei
Bild: Tsubaki Kabelschlepp
Die Energieführungsketten der Serie S/SX von Tsubaki Kabelschlepp bestehen aus verzinktem Stahl
oder – für besonders aggressive Umgebungen – aus Edelstahl. In Kombination mit stabilen Aluminium-Stegvarianten
bieten sie eine robuste, wartungsfreie Lösung für härteste Einsätze, zum
Beispiel in Walzwerken, Offshore-Plattformen, Bohranlagen oder der chemischen Industrie.
Dank der hohen Festigkeit des Werkstoffs ermöglichen Stahlketten kompakte Bauformen mit
deutlich größeren freitragenden Längen und Zuladungen von mehreren hundert Kilogramm pro
Meter. Zudem sind sie temperaturbeständig: Verzinkte Varianten halten bis zu 400 °C, Edelstahlketten
sogar bis 1.000 °C aus. Damit eignen sie sich für Industrieöfen, Gießereien, galvanische
Betriebe oder Kraftwerke. UV- und seewasserbeständige Modelle runden das Portfolio für
Offshore-Anwendungen ab.
Die Serie ist wartungsfrei, benötigt kein Öl und keine Justierung. Ein offenes Anschlagsystem mit
selbstreinigendem Effekt verhindert Schmutzanhaftungen und reduziert Ausfälle. Zudem sind die
Ketten nahezu vollständig recycelbar. Mit einem breiten Größen- und Variantenangebot lassen sie
sich flexibel an spezifische Einsatzbedingungen anpassen.
Arbeitskleidung
Aus verstärkter Baumwolle in attraktiver Farbstellung
Die Workwear-Serie Activiq Cotton Plus
von Kübler hat einen hohen Baumwoll -
anteil. Nun hat das Unternehmen diese
Linie um eine siebte Farbstellung erweitert:
Die Damen- und Herrenmodelle gibt
es ab sofort in Schwarz als Grundfarbe
und Mittelrot als Kontrastfarbe. Diese
stark kontrastreiche Kombination erzeugt
einen dynamischen Look bei den Textilien
und soll für eine starke Außenwirkung
sorgen.
Durch den Einsatz von verstärkter Baumwolle
(65 % Baumwolle, 35 % Polyester)
ist diese Modellreihe hautfreundlich und
atmungsaktiv und erweist sich
außerdem als sehr robust und
pflegeleicht. Mehrere durchdachte
ergonomische Features sowie
ein vielseitiges Taschenrepertoire
kennzeichnen die Kollektion.
Mit ihrer Modellvielfalt, der
großen Farbauswahl und
einem breiten Größenspiegel
bedient Kübler Activiq sowohl die Erwartungen
unterschiedlicher Branchen als
auch individuelle Ansprüche der Träger.
Die Jacken und Westen sind dabei in den
Größen XS bis 4XL lieferbar, die
Herrenhosen in 40 bis 66, 90 bis 118
und 25 bis 31, die Damenhosen in 34 bis
54 und die Shorts in den Größen 40 bis
66.
Bild: Kübler
Industrieanzeiger » 14 | 2025 65
IMPRESSUM
» PRODUKTE
Betriebsbedarf
Intuitiv bedienbare Taschenlampen
erscheint dienstags ISSN 0019–9036
Organ des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung e.V.
(WSM), Düsseldorf, Hagen. Die Mitglieder des Verbandes erhalten
den Industrieanzeiger im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Zusammenarbeit
im Fachbereich der Gießereitechnik mit der Zentrale für
Gussverwendung, Düsseldorf.
Herausgeberin: Katja Kohlhammer
Verlag: Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,
Ernst-Mey-Straße 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany
Geschäftsführer: Peter Dilger
Verlagsleiter: Peter Dilger
Chefredaktion:
B. A. Alexander Gölz (ag), Phone +49 711 7594–438,
Ernst-Mey-Straße 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany
Redaktion:
M. A. David Kuhlmann (dak), Phone +49 711 7594–456;
Frederick Rindle (fr), Phone +49 711 7594–539;
M. A. Nico Schröder (sc), Phone +49 170 6401879;
Susanne Schwab (su), Phone +49 711 7594–444;
Dipl.-Ing. Olaf Stauß (os), Phone +49 711 7594–495;
B. A. Hagen Wagner (hw), Phone +49 711 7594–391
Ständige freie Mitarbeiter:
Dipl.-Ing. Volker Albrecht (va), Ulrike Dautzenberg (ud),
Michael Grupp (mg), Sabine Koll (sk), Markus Strehlitz (ms)
Redaktionsassistenz: Daniela Engel, Phone +49 711 7594–452,
Fax –1452, E-Mail: daniela.engel@konradin.de
Layout: Jonas Groshaupt, Michael Kienzle, Ana Turina
Mit der Neuauflage der
Taschenlampen P-Serie
besinnt sich Ledlenser
auf seine Wurzeln und
führt zugleich neue
Standards in Leistung, Bedienbarkeit und
Nachhaltigkeit ein.
Die auf der Conrad Sourcing Platfrom erhältliche
Serie umfasst zwölf Modelle,
von Schlüsselleuchte über kompakte
Stift- und Taschenlampen bis hin zum
professionellen Suchscheinwerfer.
Durch den Einsatz von recyceltem Material
bei der neuen P-Serie wird der
Rohstoffbedarf erheblich reduziert: Die
Aluminiumkomponenten bestehen aus
mindestens 75 % recyceltem Material.
Dadurch wird der Energieverbrauch um
bis zu 95 % gesenkt und die CO 2 -Emissio-
nen reduzieren
sich um
rund 96,4 %
pro Tonne. Ergänzt wird
dies durch recyclingfähige Verpackungen.
Alle Modelle sind mit dem Advanced
Focus System ausgestattet, das den
schnellen Wechsel von Nah- zu Fernlicht
ermöglicht. Modelle wie die P7R oder die
P21R kombinieren extreme Leuchtkraft
mit intuitiver Bedienung. Der neu entwickelte
Mode Select Ring erlaubt den
unkomplizierten Wechsel zwischen Lichtmodi,
das Aktivieren der Transportsperre
und den Zugriff auf den USB-C-Port auch
im Dunkeln oder mit Handschuhen. Für
großflächige Einsätze bietet die P21R zusätzlich
den One-Touch Focus, der den
Lichtkegel einhändig und nahtlos anpasst.
Bild: Ledlenser
Gesamtanzeigenleiter:
Verantwortlich für den Anzeigenteil:
Joachim Linckh, Phone +49 711 7594–565, Fax –1565
Auftragsmanagement:
Stefanie Teichmann, Phone +49 711 7594–323, Fax –1323
Leserservice Industrieanzeiger:
Postfach 810580, 70522 Stuttgart, Phone +49 711 82651-254,
Fax +49 711 82651-399, E-Mail: leserservice@konradin.de
Erscheinungsweise: dienstags (15 x jährlich)
Bezugspreis: Inland jährlich 210,00 € inkl. Versandkosten und
MwSt; Ausland 210,00 € inkl. Versandkosten. Einzelpreis 14,10 €
(inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten).
Bestellungen erbitten wir an den Verlag. Sofern die Lieferung nicht
für einen bestimmten Zeitraum ausdrücklich bestellt war, läuft das
Abonnement bis auf Widerruf. Bezugszeit: Das Abonnement kann
erstmals vier Wochen zum Ende des ersten Bezugsjahres gekündigt
werden. Nach Ablauf des ersten Jahres gilt eine Kündigungsfrist
von jeweils vier Wochen zum Quartalsende.
Bei Nichterscheinen aus technischen Gründen oder höherer Gewalt
entsteht kein Anspruch auf Ersatz.
Auslandsvertretungen:
Großbritannien/Irland: Jens Smith Partnership, The Court,
Long Sutton, GB-Hook, Hampshire RG 29 1TA, Phone 01256
862589, Fax 01256 862182, E-Mail: jsp@trademedia.info;
USA: D.A. Fox Advertising Sales, Inc. Detlef Fox, 5 Penn Plaza,
19th Floor, New York, NY 10001, Phone +1 212 8963881,
Fax +1 212 6293988, detleffox@comcast.net
Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH, Leibnizstraße 5,
97204 Höchberg, Printed in Germany
© 2025 by Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,
Leinfelden-Echterdingen
Einfacherer IT-Betrieb
Dell startet Automatisierungsplattform
Die im Mai vorgestellte Dell Automation
Platform ist ab sofort verfügbar. Mit ihr
lassen sich Private-Cloud-, Edge- und KI-
Umgebungen zentralisiert und automatisiert
bereitstellen und verwalten. Die
Plattform kombiniert Zero-Touch-Onboarding,
zentrales Inventory Management
und Dell AIOps mit Automatisierung auf
allen Ebenen des IT-Stacks. Ein Katalog
validierter Blueprints, gestützt durch die
globale Lieferkette, sorgt für konsistente
Deployments und reibungslose Updates.
Das Lifecycle Management umfasst
native ITSM-Integration sowie erweiterte
Storage-Funktionen, etwa
automatisierte Updates für
Dell Power-Store OS. Der
Betrieb ist On-Premises
oder als SaaS möglich.
Die Lösung ist bereits in Dell
Private Cloud und auch in
Dell Native-Edge integriert,
eine Anbindung an Dell AI
Solutions folgt in Kürze.
Unternehmen können so
Private-Cloud-Stacks mit
bis zu 90 % weniger Schritten als bei
manuellen Prozessen bereitstellen und
innerhalb von 2,5 h einen einsatzbereiten
Cluster aufbauen. Native-Edge ermöglicht
die sichere Orchestrierung und das
Management verteilter Infrastrukturen –
von Edge über Rechenzentren bis Cloud.
Mit den Dell AI Solutions lassen sich KI-
Umgebungen schneller einführen, inklusive
Katalog für LLM Inferencing, RAG AI
und Partner-Software. Die Automation
Platform liefert dafür vorkonfigurierte,
validierte Lösungen, abgestimmt auf bestehende
Systeme.
Bild: Looker_Studio/stock.adobe.com
66 Industrieanzeiger » 14 | 2025
VORSCHAU «
Bild: Mesago Messe Frankfurt / Arturo Rivas Gonzalez
MESSE SPS
Die SPS 2025 beleuchtet
die neusten
Entwicklungen in
der Automatisierung:
KI-gestützte
Systeme, durchgängige
Digitalisierung
und flexible Produktionskonzepte
prägen die Messe. Im Fokus stehen
zudem Innovationen für mehr Energieeffizienz
und Nachhaltigkeit, Fortschritte bei
Kommunikationsstandards sowie Themen wie
Cyber sicherheit und die Einbindung von Cloudund
Edge-Technologien.
Der Industrieanzeiger 15/2025 erscheint am 11.11.2025
INTERVIEW
Nicola Leibinger-Kammüller, Vorstandsvorsitzende des
Maschinenbauers und Familienunternehmens Trumpf,
spricht im exklusiven Interview (und erstmalig in einem
Fachmagazin) über die aktuelle Lage, Sparmaßnahmen
und die schwierige Entscheidung, die Trumpf-Technologien
künftig auch der Rüstungs industrie zur Verfügung
zu stellen.
3D-DRUCK
Additive Fertigung hat sich von der reinen Prototypentechnologie
zum festen Bestandteil industrieller Produktion
entwickelt. Immer mehr Unternehmen setzen 3D-Druck
für Serienfertigung, Ersatzteile oder hoch komplexe Bauteile
ein. Neue Materialien, verbesserte Maschinen und die
Integration in digitale Prozessketten treiben den Trend
weiter voran. Unser Special zeigt, welche Chancen und
Entwicklungen aktuell besonders spannend sind.
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Zutrittskontrolle
Niedrigsturz-Tor mildert Polygoneffekt
Bei Niedrigsturz-Sektionaltoren tritt oft
der sogenannte Polygoneffekt auf: Die
Torsegmente krümmen sich unterschiedlich,
wodurch das Tor unrhythmisch und
langsam öffnet. Das führt zu Zeitverlust,
Lärm und starkem Verschleiß. Mit dem
Efa SST N Premium hat Efaflex eine
Lösung entwickelt, die diesen Effekt deutlich
reduziert. Dank einer patentierten
Konstruktion mit zwei Führungslinien
verteilen sich die Laufrollen gleichmäßig,
sodass das Tor nahezu nahtlos
durch die Kurve gleitet.
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von bis zu 2,0 m/s – doppelt
so schnell wie herkömmliche
Rolltore – und spart damit
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was den
Betrieb angenehmer und
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Verschleiß und ermöglicht bis zu
400.000 Lastwechsel pro Jahr. Mit einem
U-Wert von 1,6 W/m²K bietet das Tor
zudem eine hohe Energieeffizienz. Unter
anderem weniger Wartung und seltenere
Reparaturen sind die Folge.
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Industrieanzeiger » 14 | 2025 67
» Tacheles
User Experience
Usability scheitert nicht an Technik,
sondern an Ausreden
Wer Usability für ein Extra hält, hat den
zukunftsfähigen Maschinenbau nicht
verstanden. Der deutsche Maschinenbau
ist fraglos Weltspitze in Technik.
Ingenieurskunst, Präzision, Leistungs -
fähigkeit – hier liegt seine Stärke.
Doch jede Stärke
trägt auch ihre
Schwäche in
sich: wie die
große Gefahr,
im Komplexen
stecken zu bleiben.
Die Realität
zahlreicher Fabrikhallen
sieht doch so aus:
Hoch entwickelte Maschinen,
aber Bedienoberflächen, die
wie Relikte aus den 90ern
wirken. Mit langen Einarbeitungszeiten,
Fehlerquellen und
Un sicherheit. Gerade im Fachkräftemangel
wird das zum
echten Risiko. Wer junge
Menschen gewinnen will, darf
ihnen keine Technik vorsetzen,
die komplizierter ist als etwa ihr Smartphone.
Der Wendepunkt
Usability bedeutet weniger Bedienfehler, höhere
Sicherheit, schnellere Einarbeitung – in Minuten
statt Tagen. Genau das macht den Unterschied, ob
Fachkräfte bleiben oder wieder gehen. Usability
endet nicht am Bildschirm. Sie betrifft die gesamte
Maschine – von der klaren Montage über den schnellen
Servicezugang bis hin zur sicheren Wartung.
Jeder Kontaktpunkt zählt. Wenn schon die Inbetriebnahme
zur Geduldsprobe wird oder den Service
Monteuren Rätsel aufgibt, verliert das Unternehmen
Vertrauen und Zeit. Usability heißt deshalb: Hardware,
Software und Service als ein Ganzes gestalten,
das Menschen unterstützt, statt sie zu überfordern.
Denn nur so entsteht ein tatsächlicher Mehrwert, der
den Markt gewinnt.
Eine aktuelle VDMA-Kurzstudie zeigt: 90% der
Maschinenbauer sehen bessere Usability als entscheidenden
Hebel. Doch im Alltag fehlt oft Budget,
Bild: Andre Bakker
Fachwissen oder auch Management-
Rückendeckung. Hand aufs Herz: Das
sind keine Gründe, sondern Ausreden –
und sie kosten Marktanteile.
Usability ist für den Erfolg einer
Maschine so elementar wie
ein zentrales Bauteil. Kein
Ingenieur käme auf die Idee,
eine Achse oder ein Lager
weg zu lassen, nur weil das
Budget eng ist. Warum
also sparen bei einem
Faktor, der über Effizienz,
Sicherheit und Markt -
anteile entscheidet?
Die eigentliche Herausforderung
liegt woanders:
Mut aufzubringen, Maschinen
so zu gestalten, dass sie die
Menschen nicht überfordern,
sondern vielmehr begeistern
– genau darin liegt
der Unterschied zwischen
Durchschnitt und Spitzenposition.
Die Aufgabe
Die Technologien liegen längst bereit: KI-Assistenzsysteme,
virtuelle Wartung, adaptive HMIs. Doch
Technik allein reicht nicht. Entscheidend ist nicht die
Maschine selbst, sondern der Mensch, der sie bedienen
will. Die Aufgabe lautet deshalb: Komplexität
bändigen, Klarheit schaffen, Begeisterung wecken.
Der Kunde erwartet Technik, die sich intuitiv und
sofort erschließt.
Ganz klar: Usability ist kein Extra. Sie ist der Multiplikator
von Effizienz. Sie entscheidet über Markt -
anteile, über den Zugang zu jungen Talenten und
letztlich über die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie.
Ohne Usability bleibt der Maschinenbau Zuschauer
im globalen Wett bewerb statt Gewinner. Wer heute
handelt, sichert Zukunft und Vorsprung. Beispiel
Elektromobilität: Vor fast 20 Jahren war ihr Potenzial
sichtbar, doch lange unterschätzt. Heute ist sie existenziell.
Und genau diese Dynamik droht auch im
Maschinenbau, wenn wir Usability und strategisches
Design vernachlässigen.
Jürgen R. Schmid ist Gründer von Design
Tech und Jürgen Schmid Maschinendesign
in Ammerbuch bei Tübingen.
68 Industrieanzeiger » 14 | 2025
Industrie
Das Kompetenznetzwerk der Industrie
Einladung
Bild: CHIRON Group
5. November 2025
09:00 bis 17:00 Uhr
CHIRON Group, Tuttlingen
Führende Experten
präsentieren Highlights aus
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70 Industrieanzeiger » 14 | 2025
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