10.10.2025 Aufrufe

Industrieanzeiger 14.2025

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

14.10.2025 Ausgabe 14 | 2025 www.industrieanzeiger.de

Interview

Titelthema

Kombiniertes Stanz- und Schersystem

fertigt präzise Bauteile

» Seite 36

Antriebstechnik

Mit modularem Maschinenbau

komplexe Prozesse meistern

» Seite 40

Arbeitsschutz

Spüllösung leistet erste Hilfe

bei Augenverletzungen

» Seite 48

Kärcher-Chef Hartmut Jenner

über die Strategie und

aktuelle Heraus -

forderungen beim

Reinigungsspezialisten

» Seite 22

SPECIAL

Blechexpo

Neuheiten und Trends rund um

Blechbearbeitung und

Fügetechnologie

» Seite 27

Wissen für Entscheider in der Produktion


Unsere Förderanlagen.

Automatisch, innovativ,

wirtschaftlich & leise.

Log iMAT 2026

Messe Stuttgart

24. - 26.03.2026

Halle 3 - Stand D03


ANZEIGE

Logistikpark Staiger profitiert dank

neuer Kommissionieranlage von kurzen

Durchlaufzeiten und hoher Effizienz

Kilometerlange Laufwege für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, lange Durchlaufzeiten und

eine hohe Fehleranfälligkeit: In Unternehmen, die Kundenaufträge erfüllen und versenden,

beansprucht der Lagerungs- und Kommissionierprozess in der Regel die meisten Ressourcen.

In Zeiten des Personalmangels und sich rasch verändernden Märkten ist eine funktionierende

und effiziente Lagerwirtschaft deshalb umso wichtiger, um Eilbestellungen schnell bearbeiten

zu können, Wege zu optimieren und die Bereitstellungszeit von Materialien zu verkürzen.

Mit der Integration einer automatisierten Kommissionieranlage der sauerländischen

HaRo-Gruppe profitiert der Logistikpark Staiger GmbH im baden-württembergischen Wernau

seit Frühjahr 2023 von genau diesen Vorteilen.

Als Unternehmen der AVAG Holding SE, einer der führenden

Automobilhandelsgruppen Europas, hat sich

der Logistikpark Staiger mit seinen rund 70 Mitarbeitern

die Beratung, Auftragsabwicklung und Belieferung von

über 57.000 Ersatzteilen diverser Automotive-Marken zur

Aufgabe gemacht. Eine Größenordnung, von der die europaweit

verteilten Kunden des Unternehmens insbesondere

seit dem Umzug in das neue Logistikzentrum profitieren.

Gleichsam nahm das Unternehmen um Geschäftsführer

Daniel Schier die mit dem Umzug angestrebte Vergrößerung

als Anlass zur Implementierung neuer Lagerbühnen

und einer effizienten Kommissionieranlage. Mit letzterem

Foto: HaRo

Bild: HaRo

Angetriebene

Rollenbahnen auf

mehreren Ebenen

erleichtern die

Kommissioniervorgänge

und reduzieren

die Laufwege.

Ein- und Ausschleusung

an den

Übergabestationen

für einen reibungslosen

Warenfluss

auf der angetriebenen

Förderstrecke.

Anliegen wandte sich der Großhandels-Betrieb im Frühjahr

2022 an die HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH im

nordrhein-westfälischen Rüthen. Die Anforderungen: Durch

den Einbau der Lagerbühnen im Wernauer Objekt sollten

die Lagerflächen verfünffacht werden. Benötigt wurde

also eine Anlage, die Laufwege für Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter innerhalb des Lagers weitgehend eliminiert

und die Durchlaufzeiten dank einer vollständigen Automatisierung

um ein Vielfaches verringert. „Als Hersteller von

fördertechnischen Anlagen mit über 60-jähriger Erfahrung

sind wir auf solch individuelle Kundenanfragen spezialisiert“,

betont Geschäftsführer der HaRo-Gruppe, Christoph

Hackländer. Gemeinsam mit seinem Projektteam entwickelte

er für den Logistikpark Staiger zwei Förderanlagen

für den Warenein- und -ausgang, die sich jeweils über drei

Ebenen erstrecken.

HaRo-Konstruktionsleiter Markus Löseke erklärt die

Besonderheiten des Projektes: „Da wir im Logistikpark

Staiger ausschließlich einheitliche Kommissionierkästen

in Form von Mehrwegbehältern mit einem Maximalgewicht

von 35 Kilogramm im Einsatz haben,- und diese eine

Strecke von ca. 52 Metern durchlaufen, wurden angetriebene

Rollenbahnen mit Staufunktion von uns integriert“.

„Unsere Rollenbahnen zeichnen sich nicht nur durch

eine lange Lebensdauer aus, dank ihrer überschaubaren

Investitionskosten profitiert der Logistikpark Staiger auch

von einem hohen Maß an Wirtschaftlichkeit“, ergänzt die

HaRo-Geschäftsleitung.

Damit die Höhendifferenzen zwischen den Regalebenen

ebenfalls vollautomatisiert überwunden werden können,

hat die HaRo-Gruppe in Wernau zusätzlich jeweils einen

Vertikalförderer im Wareneingang und Warenausgang des

neuen Lagers installiert: „Dadurch, dass sich das Lagersystem

bei unserem Kunden über mehrere Ebenen er-

3 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Foto: HaRo

Foto: HaRo

Einfache Überwindung von Höhendifferenzen mittels

Vertikalförderer und angebundener Fördertechnik.

Automatisierte

Übergabepunkte

sichern den

Material fluss.

streckt, werden die Flächen optimal ausgenutzt. Unser Vertikalförderer

knüpft an diesem Potenzial an, indem er die Fördergüter

zuverlässig und effizient auf den jeweiligen Ebenen

verteilt, ohne, dass manuelle Eingriffe notwendig sind“, so

Markus Löseke.

Wie funktioniert der neue Materialfluss im Logistikpark

Staiger nun konkret? Im Wareneingang werden die bereits zur

Lagerung vorbereiteten Kommissionierkästen zunächst manuell

von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Aufgabeplatz

der Rollenbahn aufgegeben. Per Knopfdruck wird der

Zielort auf einer der drei Lagerebenen für das Fördergut ausgewählt,

bevor dieses vollautomatisiert über die angetriebene

Rollenbahn zum Vertikalförderer transportiert wird. Der rund

sieben Meter hohe Senkrechtförderer überführt den Kommissionkasten

sodann auf die vorgesehene Lagerebene. „Angesichts

der enormen Durchlaufmengen im Logistikpark Staiger

ist unser Vertikalförderer auf eine Leistung von 100 Förder -

gütern je Stunde ausgelegt“, erklärt Markus Löseke. Auf der

jeweiligen Zielebene angekommen, werden die Kommissionierkästen

aus dem Vertikalförderer heraus an die angrenzenden

Rollenbahnen übergeben. „Hier haben wir eine weitere

Besonderheit“, weiß Geschäftsführer Christoph Hackländer:

„Sind die Abnahmestellen frei, werden die Mehrwegbehälter

mithilfe eines elektrischen Puschers unmittelbar auf die kurze,

nicht angetriebene Gefällerollenbahn geschoben“. Sollten die

Abnahmestellen belegt sein, erfolgt der Weitertransport über

die parallele Rollenbahnstrecke zu einer der drei übrigen Abnahmepunkte,

die jeweils ebenfalls ausgestattet mit einem

Puscher über die gleiche Funktionsweise verfügen wie die erste

Abnahmestelle. Insgesamt impliziert die Kommissionieranlage

im Wareneingang damit zwölf Abnahmestellen, verteilt auf drei

Ebenen. „Neben dem automatisierten Transport der Behälter

dienen die Rollenbahnen also auch zur Pufferung dieser – vor

allem in Zeiten der Spitzenauslastungen eine nicht mehr wegzudenkende

Funktion für unsere Kunden, die ein hohes Maß

an Flexibilität ermöglicht“, so Löseke.

Rund 2500–3500 Ersatzteile verlassen täglich das Waren -

lager im Logistikpark Staiger. Eine Größenordnung, die einen

effizienten und zuverlässigen Materialfluss im Warenausgang

voraussetzt. Aus diesem Grund verfügt die im Warenausgang

installierte Förderanlage über eine ähnliche Funktionsweise

wie jene im Wareneingang: Zunächst werden die kommissionierten

Kästen manuell von den Mitarbeitenden an den Auf -

gabeplätzen der Rollenbahnen platziert. Die angetriebenen

Förderer ermöglichen auch hier einen völlig automatisierten

Transport bis zum Vertikalförderer. Bevor die Fördergüter die

Höhendifferenz zwischen den Ebenen bewältigen, werden sie

zunächst vereinzelt. Im Warenausgang angekommen, stehen

sodann Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Abnahme der

kommissionierten Waren bereit.

„Dank der Installation der beschriebenen Förderanlagen,

die im Grunde nur aus den drei Hauptkomponenten Rollenbahnen,

Puscher und Vertikalförderer bestehen, kann der

Kommissionierprozess im Logistikpark Staiger nahezu vollständig

automatisiert erfolgen. Dadurch können immense

Laufwege, die ansonsten für die Mitarbeitenden zwischen

den Lagerebenen entstehen würden, deutlich eingekürzt

werden“, erklärt die HaRo-Geschäftsführung über die Vorteile

ihrer Förderanlagen. „Unseren Kunden können wir dank dieses

Systems wiederum rasche Lieferzeiten garantieren“, freut

sich Logistikpark Staiger-Geschäftsführer Daniel Schier über

das neue Warensystem.

Während die beschriebene Fördertechnik inzwischen nunmehr

seit gut zwei Jahren im Einsatz ist, plant der Logistikpark

bereits weiterführende Optimierungen: So soll das ERP-

System des Unternehmens in absehbarer Zeit mit der Fördertechnik

verknüpft werden, sodass auch die Zielorte für die

Kommissionierbehälter nicht mehr manuell von Mitarbeitenden

angewählt werden müssen, sondern mithilfe von QR-

Codes von der Technik identifiziert, automatisch zu ihrem Lagerplatz

befördert und jederzeit nachverfolgt werden können.

Ebenso bieten die HaRo-Förderanlagen, die nach einem bewährten

Baukastensystem konstruiert werden, jederzeit die

Möglichkeit zur Erweiterung und Anbindung an bereits bestehende

Anlagen: „Unsere Förderanlagen sind in der Lage, mit

den Bedürfnissen und Anforderungen unserer Kunden zu

wachsen“, betont Christoph Hackländer.

KONTAKT

HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH

Industriestraße 30, 59602 Rüthen

Telefon +49 (0) 29 52 / 817–0

Telefax +49 (0) 29 52 / 817–30

E-Mail info@haro-gruppe.de

Internet www.haro-gruppe.de

Industrieanzeiger » 14 | 2025 4


» MEINUNG

Stillstand ist keine Option

Ein Fazit zur EMO 2025 in Hannover fällt nicht leicht. Zu vielfältig waren die

Eindrücke, zu unterschiedlich die Gespräche – eine alles übergreifende Bilanz

ist kaum möglich. Deutlich geworden ist jedoch, dass bestimmte Branchen

zunehmend ins Rampenlicht rücken. Neben dem viel diskutierten Aerospace-

&-Defence-Segment waren es auch Felder wie die Medizintechnik, die mit

innovativen Lösungen und klaren Wachstumsambitionen überzeugten.

Bemerkenswert ist zudem der Blick von außen: Aus internationaler Perspektive

wird Deutschland deutlich weniger kritisch beurteilt, als es hierzulande oft

geschieht. Das kam in vielen Gesprächen vor allem mit taiwanesischen Unternehmen

aber auch mit chinesischen zum Ausdruck. Unser Land steht nach wie

vor ganz oben auf der Prioritätenliste vieler internationaler Unternehmen. Die

Logik dahinter ist simpel: Deutschland gilt als der kompetitivste Markt. Frei nach

Frank Sinatra könnte man sagen: Wer es hier schafft, schafft es überall. Diese

Sichtweise lässt sich auch umdrehen – und gewinnt dadurch an positiver Kraft:

Wir haben alles, was es braucht, um weltweit erfolgreich zu sein.

Nachdenklich stimmt allerdings eine Beobachtung: Einige Gesprächspartner

reagierten irritiert, als ich erwähnte, dass ich auch mit Ausstellern aus Taiwan,

Südkorea und China im Gespräch war. Denn Fakt ist: Die Wirtschaftsmacht

China ist Realität – und die Produkte, die ich auf der EMO gesehen habe, verdienen

längst Respekt. Und Unternehmen aus den anderen beiden Ländern sind

ebenfalls höchst innovativ und aktiv. So ist beispielsweise DN Solutions nach der

Akquisition von Heller der drittgrößte Maschinenhersteller der Welt. Daher ist

ein Ignorieren hier mit Sicherheit nicht zielführend. Gefragt ist vielmehr ein

realistischer Blick auf den Markt, auf die Wettbewerber – und auf die Chancen,

die in Zusammenarbeit und Kooperationen liegen.

Gerade in diesen schwierigen Zeiten zeigt sich: Die EMO ist weit mehr als ein

Schaufenster technischer Superlative. Sie weist Wege auf, wie die Industrie

selbst aktiv werden kann – Brücken bauen, Lösungen finden, in Zukunftstechnologien

investieren. „Die Unternehmen müssen jetzt alles daransetzen, ihre

weltweite Aufstellung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, um optimal

vorbereitet zu sein, wenn der Konjunkturmotor wieder anspringt“, mahnte Carl

Martin Welcker, EMO-Generalkommissar, kämpferisch. Damit bleibt die zentrale

Botschaft der Messe: Stillstand ist keine

Option. Wer heute die richtigen Weichen

stellt, wird morgen vorne dabei sein.

Safety

und

Security?

Aber

sicher.

Keine Safety ohne Security!

Die Industrie befindet sich im

Wandel. Neben Safety als

funktionale Sicherheit für Mensch

und Maschine ist Industrial

Security zum Schutz vor Cyberangriffen

oder Manipulation

unverzichtbar. Mitarbeiter sollen

sicher arbeiten können – und die

Produktivität von Maschinen und

Anlagen muss gewährleistet

bleiben. Deshalb denken wir bei

Pilz ganzheitlich, von der Beratung

bis zum Produkt. Für eine

sichere Automation Ihrer Produktions-

und Industrieanlagen.

Jetzt mehr erfahren!

Alexander Gölz

Chefredakteur Industrieanzeiger

alexander.goelz@konradin.de

Pilz GmbH & Co. KG

Tel.: 0711 3409-0, info@pilz.de, www.pilz.de

Folgen Sie uns auch auf LinkedIn:

Industrieanzeiger » 14 | 2025 5


» INHALT 14 | 2025 145. JAHRGANG

SPECIAL

Messe Blechexpo

Neuheiten und Trends rund

um Blechbearbeitung und

Fügetechnologie in Stuttgart

» Seite 27

Bild: P.E.Schall

Treffpunkt für Blechbearbeiter: Vom 21. bis 24. Oktober öffnet die

Fachmesse Blechexpo ihre Tore auf dem Stuttgarter Messegelände.

» Seite 27

NEWS & MANAGEMENT

Branchennews

Kritik an Entschärfung des Lieferkettengesetzes 10

Siemens und Trumpf beschließen Partnerschaft 11

Citizen Machinery Europe baut neue Europazentrale 12

Hexagon-Studie zur digitalen Transformation 14

Interview

Jann Fehlauer, Geschäftsführer Dekra Automobil, über die

Zukunftsstrategie des Unternehmens 18

Interview

Stefan Schulze-Hausmann über die 18. Verleihung des

Deutschen Nachhaltigkeitspreises 20

» Interview

Hartmut Jenner, CEO von Kärcher, über

Rahmenbedingungen und Herausforderungen 22

bvik-Ratgeberserie

Die Folgen von schrumpfenden Marketing-Budgets 24

Digitalisierung

KI-Plattform steigert die Effizienz von KMU 26

MESSE BLECHEXPO

» Innovationen für die Blechbearbeitung

Global Player zeigen die Prozesskette der Blechbearbeitung

– kombiniert mit Lösungen aus der Fügetechnik 27

TECHNIK

Energieeffizienz

Mit der richtigen Motoreffizienzklasse den

Energie verbrauch senken 38

» Antriebstechnik

Modularer Maschinenbau angewandt in komplexen

Fertigungsprozessen 40

Hydraulische Miniaturkomponenten

Formula Student: Von 0 auf 100 in 2,4 Sekunden 42

Leitungstechnik

Wie durchdachtes Leitungsdesign Kosten spart und die

Umwelt schont 44

Messe für Arbeitssicherheit

Die Fachmesse für Arbeitsschutz A+A öffnet ihre Tore 46

Arbeitsschutz

Experte für Handschutz und Sicherheitsschuhe präsentiert

auf der Messe A+A seine Innovationen 47

» Erste-Hilfe-Equipment

Eine Augenspüllösung leistet bei chemischen

Augenverletzungen im Arbeitsumfeld schnelle Hilfe 48

Arbeitskleidung

Professionell reparierte Workwear ermöglicht mehr

Nachhaltigkeit im Betrieb 50

Reinigung von Werkstücken

Textiler Rundum-Service sorgt für eine grüne Bilanz 52

Zutrittskontrolle

Digitale Zutrittskontrollsysteme schützen Unternehmen

vor hybriden Bedrohungslagen 54

Gleitlagerpaarungen

Aluminiumbronzen bewähren sich als belastbare

Gleitlagerwerkstoffe ohne Bleigehalt – ein Überblick 56

Schweissen & Schneiden 2025

37.000 Gäste nutzten den außerplanmäßigen Treff,

94 % wollen 2029 wieder dabei sein 59

Oberflächentechnik

Die Kunst, filigran gelochte Bleche präzise zu lackieren 60

RURBRIKEN

Editorial 05

Augenblicke der Technik 08

Produkte 64

Impressum 66

Vorschau 67

Tacheles 68


Sichere Lösungen

für extreme

Bedingungen

Bild: Cederroth Erste Hilfe

Bei chemischen Augenverletzungen im Arbeitsumfeld leistet eine griffbereite

Augenspüllösung erste Hilfe und verhindert schwere Gesundheitsschäden.

» Seite 48

Bild: Kärcher

» ZUM TITELBILD

Höhere Produktivität und mehr Flexibilität in der Blechbearbeitung:

Das kombinierte Stanz- und Schersystem Shear Brilliance

von Prima Power eignet sich für die schnelle und wirtschaftliche

Bearbeitung großer quadratischer Teile und Paneele.

Mehr dazu ab Seite 34.

Bild: Prima Power

Hartmut Jenner, CEO

von Kärcher, über

Rahmenbedingungen

und Herausforderungen

beim Reinigungsspezialisten

aus

Winnenden.

» Seite 22

Für Ihre anspruchsvollen Dichtungsund

Führungs aufgaben bieten wir

Ihnen individuelle Lösungsvielfalt für

die Fluidtechnik

• aus Polytetraflon®-PTFE und hochleistungsfähigen

therm oplastischen

Kunststoffen

• mit eigener Werkstoff- und

Produkt entwicklung

• in GMP-zertifizierter Qualität

• Zulassungen für nahezu alle

Industriebereiche (z. B. FDA, KTW,

Atex, Norsok, TA-Luft …)

Besuchen Sie uns!

DIAM, Bochum

12.-13. Nov. 2025

Stand A24

www.ek-kt.de/fluidtechnik

fluid-tech.ekt@elringklinger.com

Fon +49 7142 583-704

Folgen Sie uns auch auf LinkedIn:


8 Industrieanzeiger » 14 | 2025


» Augenblicke

der Technik

Ein sattes Orange: In dieser Farbe treten die Industrieroboter von

Kuka auf. Auch das Unternehmenslogo, das auf den weißen

Cobots des Roboterherstellers zu sehen ist, nutzt den markanten

Farbton, der auch als „Kuka Industrial Orange“ bezeichnet wird und

im weltweit einheitlichen Farbensystem die Nummer „2009“ trägt.

Die Farbe dient dabei nicht nur der Identifikation des Herstellers,

sondern erhöht auch die Sichtbarkeit und Sicherheit der Roboter

im industriellen Umfeld.

Die Kuka Group ist ein international tätiger Automatisierungskonzern

mit Hauptsitz in Augsburg und mehr als 125 Jahren

Unternehmenshistorie. Im Produktportfolio von Kuka befinden sich

neben den bereits genannten Robotertypen auch autonome mobile

Roboter (AMR), Steuerungen, Software und cloudbasierte Digital-

Services sowie vollvernetzte Produktionsanlagen. Das Schweizer

Unternehmen Swisslog, das Intralogistikprozesse automatisiert, ist

ebenfalls Teil der Kuka Group, wie auch die Software-Spezialisten

Visual Components, Device Insight und Mosaixx. Bild: Kuka

Industrieanzeiger » 14 | 2025 9


» NACHRICHTEN

Industrieverbände sehen keine spürbare Entlastung durch das Lieferkettengesetz

Kritik an Entschärfung wächst

Die Bundesregierung plant Erleichterungen beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.

Doch aus Sicht von VDMA und ZVEI reicht der aktuelle Entwurf nicht aus, um die Bürokratielast

der Industrie wirksam zu verringern. Die zentralen Kritikpunkte im Überblick.

Bild: Wolfilser/stock.adobe.com

Die Bundesregierung plant Erleichterungen beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.

Doch aus Sicht von VDMA und ZVEI reicht der aktuelle Entwurf nicht aus.

Mit der Streichung der Berichtspflichten im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

(LkSG) will

die Bundesregierung die Bürokratie für Unternehmen

verringern. Die entscheidenden Industrieverbände

VDMA und ZVEI zeigen sich jedoch enttäuscht. „Die

Entlastung reicht nicht aus, um die ächzende Bürokratielast

der Unternehmen wirksam zu verringern“,

kritisiert Wolfgang Weber, Geschäftsführer des ZVEI,

den aktuellen Gesetzentwurf. Aus Sicht des Verbandes

sei das Vorhaben kein wirklicher Aufbruch,

sondern eine verpasste Chance: „Dem Vorschlag fehlt

jede Signalwirkung. Dafür hätte man das Gesetz

wirklich abschaffen müssen.“

Obwohl das LkSG formell erst ab einer Unternehmensgröße

von 1.000 Mitarbeitern greift, sind laut

einer aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen

Wirtschaft (IW) fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen

betroffen. Der Grund: Auch kleinere Firmen

müssen indirekt Daten erfassen und vorhalten, um

ihren Verpflichtungen gegenüber größeren Geschäftspartnern

nachzukommen. Damit bleibt der bürokratische

Aufwand in der Breite der Industrie bestehen.

Der ZVEI fordert die Bundesregierung auf, sich auf

europäischer Ebene klar zu positionieren und einer

weiteren Verschärfung durch die geplante EU-Lieferkettenrichtlinie

(CSDDD) entschieden entgegenzutreten.

Mindestens solle die Sorgfaltspflicht auf

direkte Zulieferer (Tier 1) beschränkt werden. Die

EU-weit angestrebte Omnibus-Regulierung wird von

beiden Verbänden als Ansatz für eine Vereinfachung

und Harmonisierung der Nachhaltigkeitsgesetzgebung

gesehen. Entscheidend sei jedoch, dass der

bürokratische Aufwand für Unternehmen tatsächlich

dauerhaft sinkt.

Der Maschinen- und Anlagenbau sieht die geplanten

Änderungen kritisch. Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer

des VDMA, betont: „Im Koalitionsvertrag

wurde die Abschaffung des gesamten Lieferkettengesetzes

(LkSG) angekündigt. Der vorliegende

Referentenentwurf kommt dem nicht nach, sondern

schwächt das Gesetz lediglich in Teilbereichen ab.

Das hilft den Unternehmen nicht weiter, weil es die

Bürokratie nicht wirklich reduziert.“

Brodtmann verweist darauf, dass wesentliche Zusagen

aus dem Koalitionsvertrag, wie die Einschränkung

von Sanktionen, im Entwurf nicht umgesetzt werden.

„Die Bundesregierung steht bei der Wirtschaft im

Wort, keine faulen Kompromisse zu schließen, sondern

mit einer Reform des Lieferkettengesetzes für

ernsthafte Entlastung zu sorgen“, so Brodtmann.

Aus Sicht der Industrieverbände verfehlt der Gesetzentwurf

das Ziel, die Belastung für die Unternehmen

spürbar zu senken. Die Forderung nach einer praxisnahen,

rechtssicheren und an den Bedürfnissen der

Betriebe orientierten Reform bleibt bestehen. Die

Bundesregierung stehe in der Verantwortung, auf

europäischer Ebene klare Leitlinien für einen nachhaltigen

und zugleich umsetzbaren Bürokratieabbau

zu schaffen.

Quellen:

https://www.vdma.eu/viewer/-/v2article/render/147651143

https://www.zvei.org/presse-medien/pressebereich/lieferketten

gesetz-zvei-fordert-mehr-mut-und-wirksame-entlastung

10 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Siemens und Trumpf geben Partnerschaft bekannt

Digitale Fertigung und Einbindung von KI beschleunigen

Siemens und Trumpf haben eine

Partnerschaft bekannt gegeben,

die die industrielle Produktion

durch fortschrittliche digitale

Fertigungslösungen verbessern

soll. Ziel der Zusammenarbeit

ist, das Xcelerator-Portfolio von

Siemens mit der Maschinenbau-

und Softwarekompetenz

von Trumpf zu kombinieren.

Die Partnerschaft befasst sich

mit einer kritischen und drängenden

Herausforderung in der

modernen Fertigung: die mangelnde

Integration von Informationstechnologie

(IT) und Operational-Technology-

Systemen (OT), die in der Vergangenheit

die Effizienz und Innovation in der

Produktion gebremst haben. Durch die

Verbindung des Xcelerator-Portfolios aus

Bild: Siemens

dem Hause Siemens mit der Fertigungsexzellenz

von Trumpf hilft die

Zusammenarbeit dabei, diese Lücke mit

umfassenden Lösungen zu schließen.

Beide Unternehmen arbeiten an offenen

und interoperablen IT-Schnittstellen, die

Siemens und Trumpf wollen die

digitale Fertigung und Einbindung

von KI beschleunigen.

dazu beitragen sollen, die KI-

Bereitschaft für Motion Control

Anwendungen voranzutreiben.

„Eine echte Transformation in

einer Fabrik beginnt, wenn die

Maschinen in der Fertigung

über ein gemeinsames digitales

Rückgrat miteinander verbunden

sind – damit Daten nahtlos

fließen, Entscheidungen schneller

getroffen werden und die Produktion

auf sich ändernde Bedingungen reagiert“,

erklärt Cedrik Neike, Mitglied des

Vorstands der Siemens AG und CEO

Siemens Digital Industries.

Die Kommunikation mit PFERD TOOLS

auf Augenhöhe sowie die hohe

Qualität der Werkzeuge

überzeugen mich Tag für Tag.

Udo Weber

Ansprechpartner für Qualtät und EHS

bei SIEMENS ENERGY

pferd.com

Industrieanzeiger » 14 | 2025 11


» NACHRICHTEN

Spatenstichbei Citizen Machinery Europe

Neue Europazentrale in Ostfildern

Citizen Machinery Europe (CME) beginnt

mit dem Bau ihrer neuen Europazentrale

im Gewerbegebiet Scharnhausen-West in

Ostfildern. Das Unternehmen, spezialisiert

auf CNC-Drehtechnologie, plant dort

einen modernen Vertriebs- und Produktionsstandort.

Auf etwa 8.000 m 2 werden

Büro-, Schulungs- und Ausstellungs -

flächen entstehen, ferner ein Technologiekompetenzzentrum

mit Montagehalle

sowie Werkstatt- und Lagerbereiche. Der

Umzug vom bisherigen Standort in Esslingen

ist für Ende 2026 vorgesehen.

CME ist Teil der Citizen Watch Co., Ltd.

und Anbieter von Drehmaschinen der

Marken Cincom und Miyano für ver -

schiedene Branchen, darunter Medizin,

Elektronik, Feinmechanik, Maschinenbau,

Luft- und Raumfahrt sowie Fahrzeugbau.

Im Bereich Langdrehautomaten ist das

Unternehmen Weltmarktführer. Zu den

Innovationen zählen die patentierte LFV-

Zerspanungstechnologie, automatische

Werkzeugwechsler, Automatisierungs -

lösungen und Dreh-Laser-Hybridsysteme.

Seit über 30 Jahren ist CME in Esslingen

Veronika Neumeister, Administration

CME; Markus Reißig, Geschäftsführer

CME; Christof Bolay, Oberbürgermeister

Ostfildern; Heiko Bar, Architekt Vollack;

Andreas Scheithauer, Prokurist und

Kaufm. Leiter CME; Addlen Trabelsi,

Prokurist und Vertriebsleiter Europa

CME (v.l.n.r.)

ansässig und betreut von dort Vertrieb

und Service für verschiedene Märkte in

Europa. Die Maschinen werden kundenspezifisch

angepasst, beispielsweise

durch Automatisierungslösungen und

Softwareanpassungen. Aufgrund gestiegener

Anforderungen hinsichtlich Kapazität

und Nachhaltigkeit wurde der Standortwechsel

beschlossen. Das bisherige

Gelände in Esslingen entsprach nicht

mehr den logistischen und baulichen

Anforderungen, insbesondere für größere

und schwerere Maschinentypen.

Für den Neubau arbeitet CME mit der

Vollack Gruppe (Generalplanung und Bau)

und Thost Projektmanagement (Projektmanagement

und Nachhaltigkeitsberatung)

zusammen. Der Standort in Ost -

fildern bei Stuttgart entspricht den

Anforderungen an Nachhaltigkeit und

Effizienz und bietet eine identitätsstarke

Architektur, die Elemente der Citizen

Corporate Identity aufgreift. Die neuen

Büro- und Verwaltungsbereiche werden

auf einer Ebene angeordnet, offene Bürostrukturen

sollen die interne Kommuni -

kation optimieren. Ein öffentlich zugäng -

licher Ausstellungs- und Versuchsraum

sowie ein Technologiekompetenzzentrum

ergänzen die Anlage.

Das architektonische Konzept zitiert

Elemente aus dem Uhrenbau, dem traditionellen

Geschäftsfeld des Mutterkonzerns.

Nachhaltige Energieversorgung

wird durch ein Nahwärmenetz, Wärmepumpen

und Photovoltaikflächen sichergestellt.

Teilbegrünte Fassaden sind ebenfalls

Teil des Konzepts.

Bild: Citizen Machinery Europe

Anzeige

Blechbearbeitung

Höhere Produktivität und Qualität bei niedrigeren Durchlaufzeiten

Das neue kombinierte Stanz- und Schersystem

Shear Brilliance von Prima Power

ist die ideale Lösung für die Herstellung

großer quadratischer Teile und Paneele.

Die Konstruktion basiert auf den neuesten

Verbundwerkstoffen, servoelektrischen

Antrieben und Linearführungen, um wirklich

beeindruckende Leistungen zu erzielen,

die sich in der höchsten Produktivität

am Markt für eine vielseitige und flexible

Fertigung niederschlägt. Die Vorteile der

servoelektrischen Technologie sind der

geringe Energieverbrauch und der niedrige

Wartungsbedarf sowie die hohe Genauigkeit

und Vielseitigkeit. Die Modularität

ermöglicht eine schnelle, hochpräzise

Fertigung von Bauteilen in einem voll-

automatischen Prozess, der durch das integrierte

Stanz-Scher-Konzept Einsparungen

von 10 % bis 20 % beim Rohmaterialverbrauch

ermöglicht.

Shear Brilliance punktet durch:

• extrem schnell mit Hubgeschwindigkeiten

bis zu 1.300-mal/min

• großer Arbeitsbereich von 4.300 x

1.565 mm

• Positioniergeschwindigkeit bis zu

210 m/min

• Stanzkraft 300 kN (30 t)

• hohe Werkzeugkapazität

• geringer Energiebedarf

• Stanzen und Scheren ohne

Neupositionierung

• kein Restgitter, weniger Stanzschrott

ger 14 | 2025

Titelthema

Kombiniertes Stanz- und Schersystem

fertigt präzise Bauteile

» Seite 36

SPECIAL

Blechexpo

Neuheiten und Trends rund um

Blechbearbeitung und

Fügetechnologie

» Seite 27

Antriebstechnik

Mit modularem Maschinenbau

komplexe Prozesse meistern

» Seite 40

Arbeitsschutz

Spüllösung leistet erste Hilfe

bei Augenverletzungen

» Seite 48

Wissen für Entscheider in der Produktion

14.10.2025 Ausgabe 14 | 2025 www.industrieanzeiger.de

Interview

Kärcher-Chef Hartmut Jenner

über die Strategie und

aktuelle Heraus -

forderungen beim

Reinigungsspezialisten

» Seite 22

Bild: Primapower

12 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Datenaustausch für KI-Anwendungen in der Fertigung

Siemens vereinbart Datenallianz

Siemens hat heute gemeinsam mit führenden Werkzeugmaschinenherstellern

– darunter Chiron, Grob, Heller, Renishaw und

Trumpf – sowie dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH

Aachen und der Voith Group eine Allianz unterzeichnet, die den

systematischen Austausch von Engineering-, Fertigungs- und

Maschinendaten für die Entwicklung generativer KI-Anwendungen

im industriellen Umfeld vorsieht. „Gemeinsam mit Kunden

und Partnern machen wir heute einen bedeutenden Schritt, um

industrielle KI zu skalieren“, sagt Roland Busch, Vorstandsvorsitzender

der Siemens AG.

Die Allianz zielt darauf ab,

die Effizienz und Innova -

tionszyklen in der Fertigungsindustrie

durch den

Einsatz von KI-Technologien

deutlich zu steigern.

Ein denkbarer Anwendungsfall

im Bereich der

Werkzeugmaschine ist die

automatisierte Erstellung

eines Teileprogramms für

Werkzeugmaschinen. Auf

diese Weise lassen sich

Teileprogramme schneller

erstellen, während die Fehlerquote

bei der Code-

Erstellung sinkt. Programmierer

werden zudem von

Basisaufgaben entlastet und

können komplexere Herausforderungen

angehen.

Die Partnerschaft umfasst

den Austausch anonymisierter

Maschinendaten unter

strenger Einhaltung von

Datenschutz- und Sicherheitsstandards.

Diese Daten

werden etwa zur Entwicklung

und zum Training von

KI-Modellen verwendet, die

auf die Anforderungen der

industriellen Fertigung zugeschnitten

sind.

Die Allianz plant weitere

Unternehmen zu gewinnen,

auch außerhalb der Werkzeugmaschinenbranche,

damit industrielle KI branchenübergreifend

genutzt

werden kann.

Ein denkbarer Anwendungsfall im Bereich der Werkzeugmaschine ist die

automatisierte Erstellung eines Teileprogramms für Werkzeugmaschinen.

Mink Cross-Cleaning-System

für effektive Querreinigung!

Das System entfernt lose Partikel sicher und effizient von Produktoberflächen.

Dank des modularen Aufbaus und der austauschbaren

Riemenbürsten kann es an jede Anwendung angepasst werden

und sorgt bei geringem Anpressdruck für gründliche Sauberkeit.

Es ist ideal für die vielseitige Oberflächenreinigung in der Holzbeund

-verarbeitung.

ZUM PRODUKT

Bild: Siemens

August Mink GmbH & Co. KG

Wilhelm-Zwick-Straße 13 • 73035 Göppingen

+49 7161 4031-0 · info@mink-buersten.de · mink-buersten.com

Industrieanzeiger » 14 | 2025 13


» NACHRICHTEN

Autodesk University 2025

KI-Werkzeuge beschleunigen Entwicklung

Die Autodesk University, die jährliche

„Design and Make“-Konferenz von Autodesk

fand letzten Monat in Nashville

statt. Fachleute aus den Bereichen

Design, Ingenieurwesen, Konstruktion

und kreative Branchen kamen in diesem

Jahr zusammen, um sich auszutauschen,

voneinander zu lernen und unter anderem

über die Zukunft des Entwerfens und Fertigens

zu diskutieren. Gerade für Teilnehmer

aus dem D&M-Sektor bietete die

Veranstaltung zahlreiche Highlights und

Einblicke.

Autodesk stellte KI-Funktionen vor, die

den gesamten Produktentwicklungsprozess

neu definieren. Im Fokus standen vor

allem drei Innovationen: generativ KIgestützte,

editierbare BREP-Geometrie in

Fusion, ein agentenbasierter Assistent

sowie eine erweiterte Zusammenarbeit

mit Microsoft für kontextuelle Visualisierung

und nahtlosen Export in Microsoft

Andrew Anagnost, Präsident

und CEO von Autodesk, bei

der Eröffnung der Autodesk

University am 16. September

2025 in Nashville.

365. Gemeinsam reduzieren diese Neuerungen

den Routineaufwand, beschleunigen

Iterationen und verbinden Design und

Kreativität direkt mit produktionsreifen

Ergebnissen.

KI und die Art, wie Produkte entworfen,

konstruiert und hergestellt werden, verändert

sich schneller als erwartet. Dieser

Paradigmenwechsel bietet die Gelegenheit,

Kapazitäten freizusetzen, Kreativität

zu steigern und Produktivität zu verbessern.

Hinzu kommt: Angesichts eines

kritischen Mangels an Fachkräften wird

KI unverzichtbar, da sie es ermöglicht, mit

weniger Ressourcen mehr zu erreichen.

Autodesk implementiert in Fusion eine

neue Form generativer Modellierung:

Editierbare Boundary Representation

(BREP)-Geometrie, angetrieben von

firmeneigenen Basis-Modellen für die

Fertigung. Ein einziger Befehl erzeugt

hoch detaillierte Geometrien, die als vollständig

editierbares CAD-Modell ausgegeben

werden. Das verkürzt den Weg von

der Idee zur konstruktionsreifen Datei

erheblich, da Designer ohne umständliche

Konvertierungen oder manuelle Nach -

arbeit unmittelbar weiterarbeiten, parametrisch

anpassen und Fertigungsaspekte

berücksichtigen können. Mit dem neuen

Autodesk Assistant führt Autodesk einen

kontextsensitiven, agentenbasierten KI-

Partner ein, der nahtlos in Produkte wie

Fusion und Vault integriert ist.

Bild: Alexander Gölz / Konradin Industrie

Studie zeigt Stolpersteine auf

Digitale Transformation in der Industrie oft holpriger als erwartet

Bild: Gorodenkoff/stock.adobe.com

Die digitale Transformation verspricht

zahlreiche Vorteile und Chancen – der

Weg dorthin ist jedoch oft herausfordernd.

Das zeigt die aktuelle Studie „Data

Connectivity & Visibility“ des schwedischen

Konzerns Hexagon, für die weltweit

400 Führungskräfte von großen Unternehmen

aus unterschiedlichen Branchen

befragt wurden, vom Pharma- über den

Energie- bis zum Chemie- und Lebensmittelsektor.

Die Umfrage hat ermittelt,

Für das Gelingen

der digitalen

Transformation

brauchen Unternehmen

eine ausgereifte

Methodik

und im besten Fall

einen Partner,

der sie begleitet.

was typische Stolpersteine sind und wie

man sie geschickt umgehen kann. Weltweit

setzen Konzerne mit weit verzweigtem

Standortnetz auf digitale Innovation

und Transformation. Ziele sind meist

geringere Kosten, höhere Effizienz, größere

Robustheit, einfache Skalierung und

mehr Nachhaltigkeit. Erreicht werden

kann dies durch maximale Transparenz

über alle Daten, visuell gut aufbereitet

und qualitativ so hochwertig, dass damit

Automatisierung möglich ist. Doch dieses

Ideal stimmt mit der Realität nur selten

überein. Die Studie zeigt, welche Hindernisse

besonders häufig vorkommen: 70 %

der Befragten bestätigen, dass Projekt-

Milestones bei der Umstellung nicht

erreicht werden, kaum weniger (68 %)

müssen erkennen, dass einige Teilbereiche

sich nicht wie gewünscht skalieren

lassen.

Ungeplante Produktionsausfälle (65 %)

und Budget-Überschreitungen (64 %)

wirken sich ebenfalls oft immens auf

die Transformationsbemühungen aus. Die

Gründe für die Schwierigkeiten sind vielfältig.

Den größten Impact haben laut

Studie Aspekte wie fehlendes Know-how,

zu geringe Fertigkeiten (66 %) und zu

viele manuelle Prozesse (64 %). Fast

ebenso häufig werden unzureichende

oder ver altete Informationen, fehlende

System integration und -vernetzung sowie

überholte Infrastrukturen genannt.

14 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Energiewende

IG Metall und VDMA fordern politischen Kurswechsel

Das aktuelle Monitoring der Energiewende

durch das BMWE sowie eine ergänzende

Studie von VDMA Power Systems, IG

Metall und Prognos verdeutlichen: Eine

erfolgreiche Transformation des Energiesystems

erfordert mehr als Kostenoptimierung.

Planungssicherheit, heimische

Wertschöpfung und technologische Souveränität

sind für den Industriestandort

Deutschland entscheidend.

Mit der Vorlage des Energiewende-Monitorings

durch das Bundesministerium für

Wirtschaft und Energie (BMWE) wird die

Grundlage für die künftige Energiepolitik

gelegt. Ergänzend liefert eine von VDMA

Power Systems und IG Metall bei Prognos

in Auftrag gegebene Kurzstudie industriepolitische

Perspektiven. Ziel ist es, die Bedeutung

resilienter Wertschöpfungsketten

im Kontext der Energiewende stärker zu

betonen.

Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer

des VDMA, sieht in den

Ergebnissen des Monitorings wenig Überraschendes:

„Das Monitoring zeigt, was

alle wussten. Die Energiewende kann und

muss effizienter werden.“ Eine klare strategische

Ausrichtung fehlt jedoch weiterhin.

Weder der Bericht noch die zehn

Bild: miss irine/stock.adobe.com (generiert mit KI)

Schlüsselmaßnahmen des Ministeriums

ergeben aus Sicht Rauens ein zukunftsfestes

Konzept: „Aus Monitoring und Aussagen

der Ministerin (Katherina Reiche

Bundesministerin für Wirtschaft und

Energie, Anm. d. Red.) entsteht das Bild,

dass allein die Kostenfrage nun in den Fokus

rückt und es damit in den 30er Jahren

zum dauernden Nacharbeiten kommen

wird.“ Der Blick dürfe sich nicht allein

auf kurzfristige Kostenaspekte verengen.

Transformationstechnologien und Investitionen

in heimische Wertschöpfung müssen

stärker berücksichtigt werden, um

die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dr.

Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer

Planungssicherheit,

heimische Wertschöpfung

und

technologische

Souveränität sind

hinsichtlich der

Energieversorgung

für den Industriestandort

Deutschland

entscheidend.

VDMA Power Systems, betont: „Investitionen

in die Energieinfrastruktur sind

nicht nur Ausgaben, sondern zugleich

Wertschöpfungsimpulse für die deutsche

Volkswirtschaft. Sie schaffen Nachfrage

nach Komponenten, sichern Beschäftigung

und generieren Steueraufkommen.“

Die volkswirtschaftliche Bedeutung gehe

damit weit über kurzfristige Kostenbetrachtungen

hinaus. Ziel müsse es sein,

Ausbauziele für Erneuerbare Energien und

Infrastruktur kontinuierlich zu verfolgen,

um nachhaltige Beschäftigung und industrielle

Wertschöpfung auch künftig zu

gewährleisten.

MiniBendCenter 2

Ihr einzigartiges vollautomatisches

Biegezentrum für kleine Biegeteile

Kleinstgrößen ab 50 x 40 mm

Teile einfach einwerfen, Roboter übernimmt

Sekundenschnelles Scannen der unsortierten Platinen

Einzigartige, intuitive Programmiersoftware

Automatisches Rüsten

Hochpräzise Servoelektrik

RAS-online.de

Besuchen Sie uns

21.10. - 24.10.2025

Halle 1 | Stand 1604

Visit us

Industrieanzeiger » 14 | 2025 15

22.10. - 25.10.2024

BIEGEN SCHNEIDEN FORMEN Booth 11-B154 SOFTWARE


» NACHRICHTEN

Trendreport Manufacturing

KI und Agilität bestimmen Wettbewerbsfähigkeit

Bild: Xometry

Die Zukunft der Fertigung ist kundenorientiert.

KI und Agilität stehen ganz oben auf der

Liste der Trends, die die Wettbewerbsfähigkeit

im Jahr 2026 bestimmen werden.

Zu diesem Ergebnis kommt das USamerikanische

Unternehmen Xometry in

seinem ersten globalen Manufacturing-

Outlook-Bericht, der wichtige Trends und

Strategien für Hersteller beleuchtet.

Vier Trends, die die globale Fertigung im

Jahr 2026 prägen werden, haben die

Autoren des Berichts identifiziert:

• KI als Wettbewerbsnotwendigkeit

82 % der Führungskräfte betrachten KI

als zentralen Wachstumstreiber und

fast die Hälfte berichtet bereits von

einem signifikanten ROI. KI hat sich zu

einem geschäftskritischen Tool für die

Fertigung entwickelt.

• Agilität als neue Währung

74 % der Führungskräfte verlagern

Betriebsabläufe ins Ausland oder

planen dies. Dies unterstreicht die

Notwendigkeit zuverlässiger digitaler

Workflows. Am erfolgreichsten werden

diejenigen sein, die proaktiv schnelle,

zuverlässige und anpassungsfähige

Systeme entwickeln.

• Steigende Kundenerwartungen

54 % der Führungskräfte nennen

höhere Qualitätsansprüche; schnellere

Lieferung und mehr Transparenz sind

weitere markante Veränderungen bei

den Kundenanforderungen. Als Reaktion

darauf verfolgen Hersteller marktorientierte

Preisstrategien und gehen

strategische Partnerschaften ein, die

über traditionelle Kosten-, Qualitätsund

Geschwindigkeitsaspekte hinausgehen.

• Beschaffung für Stabilität

76 % planen Preiserhöhungen im Jahr

2026. Um wettbewerbsfähig zu

bleiben, überdenken Hersteller ihre

Preismodelle und Lieferketten. Als

Reaktion darauf zeichnet sich ein

deutlicher Wandel ab, hin zu markt -

orientierten Preisen. Anstelle starrer

Formeln setzen viele Unternehmen auf

neue Strategien, darunter strategische

Partnerschaften und die Diversifizierung

der Lieferanten über unterschiedliche

Regionen hinweg.

Relaunch

Emil Müller tritt jetzt unter der Marke EMG auf

Emil Müller tritt ab sofort weltweit unter

der Marke EMG – The Saltcore Experts

auf. Mit dem Relaunch positioniert sich

die 100-prozentige Tochter von Ceramtec

als internationale Expertenmarke für

Salzkerne. Sie will damit ein klares Zeichen

für Innovation, globale Präsenz und

eigenständige Markenidentität setzen.

EMG steht seit mehr als vier Jahrzehnten

für Kompetenz in der Herstellung von

Salzkernen – mit Produktionsstätten in

Deutschland, Polen, Brasilien, Mexiko und

Indien. Mehr als 20 Mio. gefertigte Kerne

pro Jahr unterstreichen die technologische

Führungsrolle bei komplexen, kundenspezifischen

Anwendungen.

„Mit dem Relaunch schärft die Marke

EMG ihren Fokus: Wir entwickeln und

fertigen Salzkernlösungen für anspruchsvolle

Anwendungen – nicht nur in der

Automobilindustrie, sondern auch in den

Bild: Ceramtec

EMG entwickelt und fertigt Salzkernlösungen für

anspruchsvolle Anwendungen.

Märkten Sanitärtechnik, Elektrowerkzeuge

und Maschinenbau“, so Christopher

Suff, Geschäftsführer von EMG. „Das

erweiterte Produktportfolio macht uns

zum kompetenten Partner für zahlreiche

Branchen.“ Der neue Markenauftritt umfasst

ein konsistentes Corporate Design

inklusive neuem Logo und überarbeiteter

Website. Damit tritt das Unternehmen

nun weltweit einheitlich auf. „Das schafft

Wiedererkennbarkeit, Vertrauen und Nähe

zu unseren Kunden und Partnern“, unterstreicht

Suff.

Als „EMG by Ceramtec“ agiert das Unternehmen

eigenständig im Markt – mit

einem klar differenzierten Geschäfts -

modell innerhalb der Ceramtec-Gruppe.

Zum ersten Mal ist der neue Markenauftritt

auf der Euroguss Mexico 2025 vom

15. bis 17. Oktober zu erleben, wo das

Unternehmen seine kundenspezifischen

Lösungen für Salzkerne präsentieren wird.

Darüber hinaus ist EMG auch im Januar

auf der Euroguss 2026 in Nürnberg vertreten.

16 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Your best choice.

Solutions

as unique as

your business

Die blechbearbeitende Industrie ist unser Zuhause.

Ihr gehört unsere Leidenschaft. Und Ihnen!

Deshalb sind unsere Produkte smart, automatisiert und

präzise. Denn es geht um mehr: um Vertrauen, Partnerschaft

und eine gemeinsame, erfolgreiche Zukunft.

Besuchen Sie uns auf unserem Stand:

Blechexpo Stuttgart, Deutschland

21 bis 24 Oktober 2025

Halle 3, Stand 3306

bystronic.com

Industrieanzeiger » 14 | 2025 17


MANAGEMENT » Interview

Jann Fehlauer, Geschäftsführer Dekra Automobil, im Gespräch

„Für die Akzeptanz von

neuen Technologien“

Die Dekra Automobil GmbH feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Geschäftsführer

Jann Fehlauer spricht im Interview über prägende Meilensteine, aktuelle Herausforderungen

und die Zukunftsstrategie des Unternehmens – von alternativen Antrieben über künstliche

Intelligenz bis hin zur Wasserstoffwirtschaft.

» Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger

Herr Fehlauer, Dekra feiert in diesem

Jahr 100-jähriges Bestehen. Was

bedeutet dieses Jubiläum für Sie

persönlich – und wie feiert das Unternehmen

dieses besondere Ereignis?

Dekra hat konzernweit dieses Jubiläum an

vielen Standorten in der ganzen Welt

gefeiert, sowohl mit dem Team als auch

mit Kundinnen und Kunden,

Geschäftspartnern sowie Gästen

aus Politik und Gesellschaft. Es

macht mich stolz, in einem

Unternehmen zu arbeiten, das

auf eine so lange Geschichte

zurückblickt und es immer wieder

geschafft hat, sich an neue technische

und gesellschaftliche Entwicklungen

anzupassen. Wir schauen in unserem

Jubiläumsjahr also nicht nur zurück,

sondern auch zuversichtlich nach vorne.

Wenn Sie auf die Unternehmens -

geschichte zurückblicken: Welche Meilensteine

waren für Dekra Automobil

besonders prägend?

Als 1951 die Hauptuntersuchung für

Fahrzeuge in der Bundesrepublik gesetzlich

vorgeschrieben wurde, prägte Dekra

deren Umsetzung entscheidend mit –

zunächst mit der Prüfung von Mitgliederfahrzeugen,

ab 1961 dann als amtlich

anerkannte Überwachungsorganisation

für alle Fahrzeuge. Auch die Gründung

der Dekra Unfallforschung war ein

wichtiger Meilenstein. Nach der Wiedervereinigung

baute die Dekra Automobil

GmbH in den neuen Bundesländern ein

umfassendes Prüfnetz auf; das war eine

besondere Zeit des Aufbruchs. Ab Mitte

der 2000er-Jahre erweiterte Dekra in

Deutschland im Zuge der Liberalisierung

des Industrie-Prüfmarktes die Kompetenzen

systematisch auf industrielle

Anlagen, Infrastruktur sowie Arbeits-,

Umwelt und Gesundheitsschutz. Jetzt

» Themen wie klimafreundliche

Energien und Nachhaltigkeit werden

nur angenommen, wenn sie

wirtschaftlich und sicher sind. «

kommen neue Herausforderungen mit

Themen wie alternativen Energien und

Antrieben, Software und KI hinzu: Dekra

ist mit seinen Services seit 100 Jahren am

Puls der Zeit.

Die Automobilbranche steht vor tiefgreifenden

Umbrüchen: Elektromobilität,

automatisiertes Fahren, Software -

integration. Wie positioniert sich Dekra

in diesem Wandel, speziell im Bereich

technischer Prüf- und Dienstleistungen?

Dekra betreibt am Lausitzring in Brandenburg

mit dem Dekra Technology Center

heute Europas größtes, herstellerunabhängiges

Testzentrum für automatisiertes

und vernetztes Fahren. Diesen Herbst

haben wir an diesem Standort unser

neues, wegweisendes Batterie Test Center

eröffnet: Wir prüfen dort Batterien und

Batteriemodule für Elektrofahrzeuge und

andere Anwendungen. Dekra investiert

also gezielt, um der Entwicklung immer

einen Schritt voraus zu sein und den

Kunden ein breites Serviceportfolio in

diesem Bereich bieten zu können. Dekra

ist Deutschlands größte Prüforganisation

und das größte Unternehmen der Branche

weltweit, wenn es um automobile

Prüfungen geht – im vergan -

genen Jahr haben wir rund 32

Millionen Fahrzeugprüfungen in

24 Ländern durchgeführt.

Wie beeinflusst die derzeitige

wirtschaftliche Lage – speziell

Unsicherheiten in der Industrie

und rückläufige Investitionen – Ihr

Geschäft? Spüren Sie eine Zurückhaltung

bei Ihren Kunden?

Als Prüforganisation erleben wir grundsätzlich

wirtschaftliche und konjunkturelle

Entwicklungen mit einem gewissen

Zeitversatz und in abgeschwächter Form

– vor allem beim öffentlich mandatierten

Geschäft. Aber eine Zurückhaltung ist in

diesem Jahr auf Auftraggeberseite auf

dem deutschen Markt spürbar, vor allem,

was neue Projekte angeht. Wir sind aber

zuversichtlich, weil unsere Dienstleistungen

auch in Zukunft wichtig sein werden

– sie werden sogar eher noch wichtiger.

Gerade auch in der technischen Prüfung

herrscht Fachkräftemangel. Wie begegnet

Dekra dieser Herausforderung,

speziell bei der Gewinnung und Bindung

von qualifizierten Mitarbeitenden?

18 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Die Dekra Automobil GmbH unternimmt

alles, um Fachkräfte zu rekrutieren, selbst

auszubilden und zu halten. Im Sachverständigenwesen

dauert es zuweilen

mehrere Jahre, bis die erforderlichen

formalen Qualifikationen aufgebaut sind,

die für bestimmte Anerkennungen und

Tätigkeiten vorgeschrieben sind. Das

erfordert eine enge Bindung der Mitarbeiter

ans Unternehmen. Was uns besonders

macht: Die Dekra Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter sorgen im jeweiligen technischen

Fach mit ihrer Arbeit für mehr

Sicherheit und Nachhaltigkeit in ganz

vielen Bereichen des Lebens. Das ist eine

spannende und sehr wichtige Aufgabe.

Jann Fehlauer ist seit

2018 Geschäftsführer

der Dekra Automobil

GmbH. In der

Geschäftsführung ist

er verantwortlich für

den Bereich Dienst -

leistung / Technik.

Die Digitalisierung ist auch bei Prüfdienstleistern

ein zentrales Thema. Wo

stehen Sie aktuell in Bezug auf digitale

Prozesse und datenbasierte Dienstleistungen

– und was ist Ihre Vision für die

nächsten Jahre?

Wo digitale Services und Prozesse unseren

Kunden einen Mehrwert oder mehr

Sicherheit bringen, werden wir diese

Services auch entwickeln. Dekra hat

diesen Sommer beispielsweise die Mehrheit

an der Spearhead AG aus der Schweiz

übernommen. Das Unternehmen ist

Vorreiter für digitale und datenbasierte

Lösungen im Schadenmanagement. Auch

in der Unfallanalytik oder der Anlagen -

sicherheit werden beispielsweise digitale

und datenbasierte Prozesse immer wichtiger.

Wir stellen uns darauf ein.

Bild: Dekra

Mit welchen strategischen Schwerpunkten

wollen Sie das Unternehmen in den

kommenden Jahren weiterentwickeln?

Gibt es neue Geschäftsfelder, in die Sie

verstärkt investieren wollen?

Strategisch wichtig für den gesamten

Dekra Konzern sind die genannten

Themen wie alternative Antriebe sowie

digitale Dienste und KI-Anwendungen.

Wir bei der Dekra Automobil GmbH in

Deutschland investieren seit vielen Jahren

auch gezielt in Branchen außerhalb des

Automobilsektors; also zum Beispiel in

unseren Industrie-Bereich. Dort gibt es

noch erhebliche Potenziale. Gerade

Themen wie klimafreundliche Energien

und Nachhaltigkeit werden gesellschaftlich

und von der Industrie nur angenommen

werden, wenn sie wirtschaftlich

und sicher sind. Wir als Prüfdienstleister

sorgen für die Akzeptanz dieser neuen

Technologien. Für die Wasserstoff -

wirtschaft beispielsweise haben wir in

Deutschland mittlerweile ein Dienst -

leistungspaket über die komplette Wertschöpfungskette:

von der Windenergieanlage

über den Elektrolyseur und den

Wasserstofftransport via Pipeline und

Straße bis hin zur Wasserstofftankstelle.

Die Transformation betrifft auch Prüfverfahren

und gesetzliche Rahmen -

bedingungen. Wie bringt sich Dekra hier

aktiv in die Regulierung und Standar -

disierung ein?

Dekra ist Mitglied in einschlägigen

Arbeitskreisen, technischen Gremien und

Branchenverbänden. Die gemeinsame

Entwicklung von Sicherheitsstandards und

Prüfverfahren gehört schon immer zu

den Aufgaben von Marktteilnehmern der

Prüf- und Zertifizierungsbranche. Herausfordernd

wird diese Aufgabe neuerdings

durch die schnellen Entwicklungszyklen

bei den digital- und KI-getriebenen

Themen. Hier besteht die Herausforderung

darin, gesetzliche und regulatorische

Maßnahmen zu antizipieren, um dann

vorbereitet zu sein, wenn die neue

Regulierung tatsächlich in Kraft tritt.

Was wünschen Sie sich für die nächsten

100 Jahre Dekra – und welchen Beitrag

möchten Sie persönlich dazu leisten?

Für die nächsten 100 Jahre wünsche ich

Dekra, dass wir unseren starken automobilen

Ursprung nutzen, unseren Industrieprüfbereich

in Deutschland weiter

ausbauen und auch in neuen, zukunftsweisenden

Bereichen Maßstäbe setzen –

wie schon angesprochen, beispielsweise

bei KI, digitaler Sicherheit und Nachhaltigkeit.

In meinem Verantwortungsbereich

liegen unsere technischen Dienstleistungen

in den Bereichen Automobil

und Industrie. Diese wollen wir konsequent

weiterentwickeln – und gleich -

zeitig die Brücke schlagen zu neuen

Geschäfts feldern, in denen Vertrauen,

technologische Expertise und unser

Grundauftrag – „Sicherheit“ – genauso

relevant sind wie bei der klassischen

Fahrzeugprüfung. Nur wenn wir offen

bleiben für den Wandel, so wie wir das

seit 100 Jahren sind, können wir unseren

gesellschaftlichen Beitrag auch in der

nächsten Ära leisten.

Industrieanzeiger » 14 | 2025 19


MANAGEMENT » Interview

Stefan Schulze-Hausmann über die 18. Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises

„Nachhaltigkeit darf kein

Zusatzthema bleiben“

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) geht in seine 18. Runde – mit neuem

Wettbewerbsprozess, interaktiveren Formaten und einem stärkeren Fokus auf Austausch.

Initiator Stefan Schulze-Hausmann erklärt im Interview, warum Nachhaltigkeit für

Unternehmen längst mehr ist als ein Imagefaktor, wie Industrie und Mittelstand den

Wandel prägen und wo er die größten Hebel für echte Transformation sieht.

» Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger

Herr Schulze-Hausmann, der Deutsche

Nachhaltigkeitspreis geht in seine 18.

Ausgabe – was ist in diesem Jahr neu?

Welche inhaltlichen oder konzeptionellen

Weiterentwicklungen haben Sie vorgenommen?

Zunächst haben wir den Wettbewerbsprozess

im DNP Unternehmen überarbeitet

und weiterentwickelt – und damit

auch auf Anregungen des letzten Jahres

reagiert. Das heißt: Mehr Transparenz,

dokumentierte Jury-Entscheidungen sowie

eine protokollarische Begleitung

durch Expert:innen des renommierten

Centre for Sustainability Management an

der Leuphana-Universität Lüneburg. Vor

allem den #DNP25 gestalten wir in diesem

Jahr neu. Der Kongress wird stärker,

interaktiver: Die bewährten Formate bleiben

– große Sessions, Deep Dives, Abendveranstaltungen.

Aber wir rücken den

Austausch, das Networking und die Diskussion

konkreter Best Practices deutlich

stärker in den Mittelpunkt. Neu ist dabei

das Format der „Master Classes“, in denen

Preisträger der vergangenen Jahre ihre

Erfahrungen weitergeben.

Worin liegt der besondere Anspruch des

Deutschen Nachhaltigkeitspreises? Was

unterscheidet den Preis von anderen

Auszeichnungen?

Unabhängige Untersuchungen, etwa Studien

der Universität Hohenheim, zeigen

seit vielen Jahren, dass der DNP zu den

anerkanntesten und glaubwürdigsten

Auszeichnungen im Bereich Nachhaltig-

Bild: Frank Fendler

Stefan Schulze-Hausmann hat 2008 den Deutschen

Nachhaltigkeitspreis ins Leben gerufen.

keit gehört. Über 18 Jahre hinweg hat er

sich Schritt für Schritt als Plattform und

Impulsgeber etabliert.

Wichtiger denn je ist uns, dass die Teilnehmenden

wirklich profitieren: fachlich

durch Inhalte, praktisch durch Know-how

und sichtbar durch öffentliche Wirkung.

Es geht nicht allein um Auszeichnung,

sondern um Mehrwert für die Arbeit der

Unternehmen und Organisationen.

Der DNP versteht sich als gemeinsames

Projekt von Wirtschaft, Wissenschaft,

Politik und Zivilgesellschaft. Wir wollen

konkrete Lösungen sichtbar machen,

Erfahrungen teilen und den Austausch

fördern – sodass die Besten nicht nur

gewürdigt werden, sondern auch andere

voranbringen. Gerade in Zeiten großer

Umbrüche wollen wir helfen, Orientierung

zu geben, Mut zu machen und Kurs

zu halten.

Die Zahl und Qualität der Einreichungen

gelten seit Jahren als Gradmesser für

den Nachhaltigkeitswillen in Deutschland.

Wie sieht es in diesem Jahr aus,

können Sie bereits Tendenzen benennen?

Die Qualität der Einreichungen steigt seit

Jahren kontinuierlich. Das ist ein Spiegel

dafür, dass sich in vielen Unternehmen

wirklich etwas bewegt. Aber klar ist auch:

Von einem echten Mainstream sind wir

noch weit entfernt. Bei der Quantität

sehen wir, dass viele Unternehmen gerade

stark mit anderen Themen beschäftigt

sind. Es gibt eine gewisse Transformationsmüdigkeit.

Verschobene regulatorische

Anforderungen werden zuweilen als

Atempause verstanden, in der man andere

Themen in den Fokus nimmt. Interessant

ist, dass wir beim Unternehmenspreis

selbst dennoch sogar eine stärkere Mitwirkung

erlebt haben.

Wie stark sind produzierende Unternehmen

und der industrielle Mittelstand

beim DNP 2025 vertreten? Sehen Sie

hier besondere Entwicklungen?

Traditionell stellen produzierende Unternehmen

und der industrielle Mittelstand

einen Schwerpunkt im Wettbewerb dar.

Das zeigt sich auch in diesem Jahr. Die

Bandbreite ist groß: Unter den Nominierten

2025 finden sich innovative mittelständische

Betriebe ebenso wie heraus-

20 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Bild: Christian Köster

Die feierliche Preisverleihung

findet in diesem Jahr am

5.12. im Maritim Hotel in

Düsseldorf statt.

fordernde Transformationsunternehmen

und große Konzerne, die sich im Umbruch

befinden. Dieses Spektrum macht deutlich,

wie stark gerade die Industrie den

Wandel mitprägt – von den flexiblen

KMUs bis hin zu den Schwergewichten,

die ihre Strukturen neu ausrichten.

Viele Unternehmen berichten von steigenden

regulatorischen Anforderungen,

aber auch von wachsendem Bewusstsein.

Wie steht es Ihrer Einschätzung

nach aktuell um die reale Nachhaltigkeitsperformance

deutscher Unternehmen?

Die nachhaltige Transformation muss aus

den Unternehmen selbst heraus getrieben

werden. Aber klar ist auch: Damit sie

wirklich wirkt, braucht es übergreifende

Rahmenbedingungen und Strukturen. Der

komplexe Regulierungsapparat macht es

den Unternehmen dabei nicht leichter.

Viele sehen ein vernünftiges, maßvolles

Regelwerk aber zugleich als Chance und

als Voraussetzung, um robuste Strategien

zu entwickeln, neue Konzepte auf den

Weg zu bringen und Veränderungen abzusichern.

Am Ende geht es für Unternehmen immer

um eine sehr anspruchsvolle Balance zwischen

verschiedenen Zielen. Sie brauchen

Geschäftsmodelle, die zukunftsorientiert

und krisenfest sind. Und klar: Man kann

ein Unternehmen nicht wie eine NGO

allein an Nachhaltigkeitszielen ausrichten.

Die Kunst liegt darin, Zielkonflikte

Schritt für Schritt zu entschärfen – und

vielleicht sogar dahin zu kommen, dass

sich wirtschaftliche und nachhaltige Ziele

ergänzen. Viele der DNP-Sieger der letzten

Jahre zeigen genau das: dass Innovationen

beides können – nachhaltig sein

und zugleich geschäftlich tragfähig.

Technologie, Geschäftsmodell, Unternehmenskultur

oder politische Rahmen -

bedingungen – in welchem Bereich

sehen Sie derzeit den größten Hebel für

nachhaltige Transformation?

Den größten Hebel sehe ich nicht in

einem einzelnen Feld, sondern in der Verbindung

von Technologie, Geschäfts -

modell, Kultur und Rahmenbedingungen.

Sie greifen ineinander: Ohne tragfähige

Geschäftsmodelle nützt die beste Technologie

wenig. Ohne Unternehmenskultur

lässt sich keine Strategie umsetzen. Und

ohne politische Leitplanken fehlt die

Richtung. Transformation gelingt nur dort,

wo diese Faktoren zusammenspielen.

Genau da entsteht die größte Wirkung.

Inwiefern spielen Medienpartnerschaften

– wie die mit dem Industrieanzeiger

– eine Rolle für die Reichweite und

Relevanz des Preises? Und welche Rolle

spielt Sichtbarkeit allgemein in Ihrer

Arbeit?

Medienpartnerschaften wie die mit dem

Industrieanzeiger sind für uns enorm

wichtig. Ihre kritisch-konstruktive Begleitung

und Unterstützung kann man gar

nicht hoch genug bewerten. Ein Kernziel

des DNP ist es ja, unseren Siegern und

Finalisten eine große Bühne zu geben und

ihre Arbeit sichtbar zu machen. Das

würdigt nicht nur, sondern inspiriert auch

andere, diesem Beispiel zu folgen. Genau

dafür brauchen wir starke Medienpartner.

Gerade die branchenorientierten Publikationen

haben dabei ein besonderes Gewicht,

weil sie in ihren Industrien eine

hohe Glaubwürdigkeit genießen und so

die Reichweite und Relevanz des Preises

noch einmal deutlich verstärken.

Wenn Sie nun an die kommenden Jahre

denken – was wünschen Sie sich für den

Deutschen Nachhaltigkeitspreis, aber

auch für die Rolle von Nachhaltigkeit in

der deutschen Wirtschaft ganz allgemein?

Für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

wünsche ich mir, dass er auch in Zukunft

ein Ort bleibt, an dem Unternehmen nicht

nur ausgezeichnet werden, sondern vor

allem neue Impulse, Sichtbarkeit und

Rückenwind für ihre Arbeit bekommen.

Und für die deutsche Wirtschaft insgesamt

wäre zu wünschen, dass Nachhaltigkeit

nicht mehr als Zusatz oder

Sonderthema behandelt wird, sondern

Schritt für Schritt zum selbstverständlichen

Kern jedes Geschäftsmodells wird.

Denn genau dort liegen die größten

Chancen für Wettbewerbsfähigkeit und

Zukunftsfähigkeit.

Industrieanzeiger » 14 | 2025 21


MANAGEMENT » Interview

Hartmut Jenner, CEO von Kärcher, über Rahmenbedingungen und Herausforderungen

„Produktivität ist der Schlüssel

zum Überleben“

Kärcher-Chef Hartmut Jenner sieht die deutsche Industrie in einer herausfordernden Phase.

Hohe Kosten, starre Strukturen und fehlende Reformen gefährden aus seiner Sicht die

Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Im Interview erklärt er, warum 2025 das schwierigste

Jahr der aktuellen Dekade ist, welche Rolle künstliche Intelligenz bei der Produktivitäts -

steigerung spielt und weshalb er trotz aller Krisen optimistisch bleibt.

» Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger

Herr Jenner, wie geht es Kärcher in diesen

turbulenten Zeiten?

Wir können uns den Rahmenbedingungen

nicht entziehen, behaupten uns aber insgesamt

gut. Für dieses Jahr planen wir

Wachstum, und es sieht so aus, als würden

wir dieses Ziel auch erreichen.

Rückenwind sieht allerdings anders aus.

Vor allem im B2B-Bereich herrscht große

Unsicherheit, die Investitionstätigkeit ist

verhalten. Hinzu kommen geopolitische

Krisen und die angespannte Lage in den

USA. Bereits 2020 habe ich vorausgesagt,

dass auf zehn sehr gute Jahre zehn

Hartmut Jenner, Vorsitzender

des Vorstands der

Alfred Kärcher SE & Co.

KG, feierte am 1. Januar

2025 ein besonderes

Jubiläum. Er steuert

seit 25 Jahren das

Familienunternehmen

und ist seit 34 Jahren

für Kärcher tätig.

Bild: Kärcher

schwierige folgen werden. Das Jahr 2025

dürfte dabei das schwierigste werden, bevor

wir 2026 wieder eine leichte Erholung

sehen werden. Unser Vorteil ist, dass wir

in den Boomjahren keine überbordenden

Kapazitäten aufgebaut haben. Andere

Unternehmen müssen jetzt korrigieren –

wir nicht.

Wie beurteilen Sie den Wirtschaftsstandort

Deutschland?

Deutschland hatte schon vor der Corona-

Krise Wettbewerbsprobleme, die sich

massiv verschärft haben. Konsumgüter

hierzulande herzustellen, ist im globalen

Wettbewerb grenzwertig. Wir haben hohe

Lohnnebenkosten von über 20 Prozent,

einen überregulierten Arbeitsmarkt und

ein Steuer- und Bürokratieumfeld, das

Investitionen unattraktiv macht. Vieles ist

schlicht antiquiert, man denke nur daran,

dass man für ein Nummernschild immer

noch zum Landratsamt muss. Deutschland

lebt von Exporten, da wir über keine

eigenen Rohstoffe verfügen. Dafür

braucht es Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Doch jährlich fließen netto rund

100 Milliarden Euro an Investitionen aus

dem Land ab. Auch die hohen Energiepreise

belasten uns massiv. Wenn die

Wirtschaft ihren Stellenwert verliert,

riskieren wir unseren Wohlstand.

Wo muss angesetzt werden, um die

Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen?

Wir brauchen einen Befreiungsschlag:

Weniger Partikularinteressen, mehr Konsens

und den Mut zur Veränderung. Der

Arbeitsmarkt ist zu starr. Ein Beispiel: In

der Schweiz kann man über 55-Jährige

problemlos einstellen, weil man ihnen

auch wieder kündigen kann. Bei uns ist

das fast unmöglich. Auch saisonale Produktion

ist in Deutschland kaum noch

darstellbar. Solche Rahmenbedingungen

treiben Unternehmen ins Ausland.

Wie wirken sich Zölle und Protektionismus

auf Ihre globalen Strukturen aus?

Wir sind breit aufgestellt, aber ganz

schützen kann man sich nie. In den USA

22 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Bild: Kärcher

Blick in die Fertigung: Als Erweiterung im Portfolio der autonomen Bodenreinigungsmaschinen wurde 2025 die Kira B 200 eingeführt.

haben wir ein Werk und eines in Mexiko,

das ausschließlich für den US-Markt produziert.

Dennoch müssen Produkte aus

Europa importiert werden, die zum aktuellen

Stand mit 15 % Zoll belegt werden.

Das verteuert unsere Geräte deutlich. Am

Ende schadet das meiner Meinung nach

vor allem den Amerikanern selbst, weil es

zu importierter Inflation führt.

Enttäuschend ist, dass die EU

hier kein besseres Verhandlungsergebnis

erzielt hat. Es

fehlt an Verhandlungstaktik

und Durchsetzungskraft.

Kärcher ist in 85 Ländern mit

eigenen Strukturen vertreten. Was

macht Ihre Internationalisierungsstrategie

erfolgreich?

Reinigung ist ein lokales Geschäft. Was

als „sauber“ gilt, ist kulturell geprägt. In

arabischen Ländern wird beispielsweise

viel häufiger gereinigt als in Europa und

in Afrika sind die Böden so beschaffen,

dass nur Heißwasser hilft. Deshalb brauchen

wir Präsenz vor Ort. Hinzu kommt:

Im B2B-Geschäft sind Service und Ersatzteile

entscheidend. Solche Strukturen

aufzubauen ist zwar aufwendig, stellt

aber einen klaren Wettbewerbsvorteil dar.

Deutschland gilt als Land mit Fachkräftemangel.

Wie sieht es bei Kärcher aus?

Wir haben keinen Fachkräftemangel. Das

liegt an unserer starken Ausbildungstradition:

Wir waren bereits 1978 Vorreiter

mit einem BA-Studium, das heute als

DHBW bekannt ist. Zudem haben wir früh

moderne Ausbildungswege, etwa für IT-

» Wir brauchen einen Befreiungsschlag:

Weniger Partikularinteressen,

mehr Konsens und den Mut zur

Veränderung. «

Kaufleute, eingeführt. Eine erfolgreiche

Employer-Branding-Kampagne hat uns

zusätzlich gestärkt. Wir gelten als verlässlicher

Arbeitgeber, bauen Kapazitäten

nicht übermäßig auf und bieten Sicherheit.

Außerdem arbeiten unsere Entwicklungsteams

international vernetzt. Für

spezielle IT-Profile haben wir das Tochterunternehmen

Zoi gegründet, das mit

einer ganz eigenen Kultur agiert und so

Talente bindet.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten

Chancen für die deutsche Industrie?

Die Steigerung der Produktivität durch

Innovation und KI. Wir müssen die Rahmenbedingungen

verbessern, etwa flexiblere

Arbeitszeitmodelle ermöglichen, und

unbequeme Wahrheiten akzeptieren –

zum Beispiel, dass wir länger arbeiten

müssen. Ich bin aber optimistisch, denn

auch die junge Generation ist leistungsfähig

und bringt neue Ideen ein.

Entscheidend ist, sie anders zu

führen und Sinn zu stiften.

Und welchen Ratschlag würden

Sie anderen mittelständischen

Unternehmen geben?

Ganz klar: Produktivität, Produktivität,

Produktivität. KI ist dafür der

größte Hebel. Wir nutzen beispielsweise

Notebook LM, das den Ausfall von Bau -

teilen mit einer Wahrscheinlichkeit von

97 Prozent vorhersagt. Solche Technologien

sind ein Quantensprung. Wichtig ist,

sich darauf einzulassen, statt sofort

Datenschutz- oder Fehlerdiskussionen zu

führen. Zudem müssen Unternehmen in

der Gesellschaft wieder präsenter und

lauter werden. Der Wohlstand in

Deutschland basiert einzig und allein auf

der Wirtschaft – diese Rolle muss klarer

anerkannt werden.

Industrieanzeiger » 14 | 2025 23


» MANAGEMENT

Schrumpfende Etats bei steigenden Kosten

Marketing-Budgets unter

wachsendem Druck

Die Budgetstudie 2025 des bvik zeigt: Erstmals seit fünf Jahren schrumpfen die Marketing-Etats der

Industrie unternehmen wieder. Steigende Kosten, neue Prioritäten und wachsender Effizienzdruck

verändern die Prioritäten – mit Folgen für die Zusammenarbeit im Team und mit externen Dienstleistern.

» Tanja Auernhamer, Leitung Verbandskommunikation & Pressesprecherin des bvik

Seit mehr als zehn Jahren liefert die

jährliche Budgetstudie des bvik ein

Stimmungsbarometer für das Industrie-

Marketing. Marketingetats schwanken in

Abhängigkeit von Konjunktur und wirtschaftlicher

Unsicherheit. Auf Phasen des

Wachstums – etwa 2015 bis 2017 mit

Steigerungen von bis zu 28 % – folgten

abrupte Einschnitte, wie 2018 mit einem

Rückgang um 37 %.

Auch die Corona-Pandemie markierte

eine Zäsur: Budgets gerieten unter Druck,

Messen fielen aus, gleichzeitig mussten

Unternehmen rasch in digitale Infrastruktur

investieren. Zwar erholten sich die

Etats ab 2021 schrittweise, doch das Vorkrisenniveau

wurde nicht vollständig

erreicht. Bis 2024 hielt sich eine gewisse

Studie zum Download

Die Studie „B2B-Marketing-Budgets

2025” liefert wertvolle Benchmarks

für die Marketingplanung 2026.

Bestellung & Download:

bvik.org/bvik-studieb2b-marketing-budgets-2025-ergebnisse/

Bild: bvik

2025 sind die

Marketingbudgets

im Durchschnitt

um

3,1 % gesunken.

Während die Etats schrumpfen, wird jeder Euro

weniger wert.

Stabilität, jedoch ohne echte Entlastung –

massiv steigende Kosten für Energie,

Personal und Dienstleistungen gepaart

mit einer hohen Dynamik der technologischen

Veränderungen schränkten die

Handlungsspielräume ein.

Externe Kosten steigen

Bild: bvik

2025 werden die Daumenschrauben

erneut angelegt: Erstmals seit fünf Jahren

sinken die Marketingbudgets im Schnitt

um 3,1 %. Parallel dazu berichten 87 %

der befragten Unternehmen über externe

Preissteigerungen von durchschnittlich

17 %. Während also die Etats schrumpfen,

wird jeder Euro weniger wert. Effizienz

und strategische Priorisierung

rücken folglich stärker in den Fokus. Nur

27 % der Befragten erwarten in den kommenden

drei Jahren steigende Budgets

für externe Beauftragungen. Auch für die

Dienstleister stehen harte Zeiten bevor.

Messen behaupten sich

Trotz der finanziellen Engpässe zeigt sich

nach wie vor ein stabiles Bild bei der Mittelverteilung:

Messen, Kundenevents und

externe Veranstaltungen beanspruchen

nach wie vor knapp 40 % der Budgets.

Der persönliche und vertrauensbildende

Austausch bleibt im Investitionsgüter -

geschäft unverzichtbar.

Das sind die Top-Themen 2025

Leadgenerierung bleibt die Kernaufgabe,

um den Vertrieb mit qualifizierten Kontakten

zu versorgen.

Unternehmens-Websites gelten klar als

digitale Anlaufstelle Nummer eins und

werden intensiv optimiert.

Bild: kemaltaner / stock.adobe.com

24 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Reine Utopie

In der wissenschaftlichen

Fachdebatte wird gefordert,

in Krisenzeiten gezielt

in Markensichtbarkeit

zu investieren. Dann bestehen

die größten Chancen,

sich die Gunst der

Kunden erfolgreich gegenüber

Marktbegleitern zu

sichern. Die Realität sieht

jedoch anders aus: Steigt

die Unsicherheit, wird der

Rotstift an Marketing- und

Kommunikationsetats angesetzt.

Marketing Automation gewinnt weiter

an Bedeutung – nicht nur bei Großunternehmen,

sondern vermehrt auch bei KMU.

Marke und Positionierung stehen erstmals

unter den Top 3 der Budgetrelevanz.

Die bvik-Studien zeigen seit einigen

Jahren, dass Unternehmen Aufgaben wie

Online-Marketing, Data Analytics und

auch Marketing Controlling verstärkt ins

eigene Haus ziehen. Durch die zunehmende

Einbindung von KI-Tools zur Con-

tent-Produktion, Prozessoptimierung

und Kostenreduktion

steigt der Druck

auf externe Dienstleister

weiter, ihren Beitrag zur

Wertschöpfung im Unternehmen

zu belegen.

und Handlungsspielraum. Besonders in

Zeiten von Technologiewandel und Un -

sicherheit sollten KMU das Marketing als

strategischen Partner für Vertrieb, HR und

Produktentwicklung stärken.

Qualität vor Quantität

Wer in Mitarbeiter-Know-how, Datenqualität,

digitale Infrastruktur und Markenführung

investiert, verschafft sich

nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Entscheidend

ist dabei, die Aktivitäten entlang

der eigenen Wachstumslogik kon -

sequent zu priorisieren. Das erneute

Schrumpfen der B2B-Marketing-Budgets

2025 macht deutlich: Das industrielle

Marketing steht vor einer Nagelprobe. In

den kommenden Jahren wird sich zeigen,

welche Unternehmen den Wandel aktiv

und erfolgreich für ihre Positionierung

nutzen – und welche im Sparmodus verharren

und auf dem Abstellgleis landen.

Rollenverständnis

Die Budget-Kürzungen sind

symptomatisch für den

Missstand, dass das Marketing

in vielen Unternehmen

noch nicht strategisch

auf C-Level-Ebene

verankert ist. Die Abteilungen

arbeiten meist operativ

getrennt in Marketing,

Kommunikation, HR und

Vertrieb. Ziele und Budgets

werden daher nicht global

gemessen. Marketingleiter,

die ihren Beitrag zu Umsatz

und Geschäftsentwicklung

nicht transparent

machen, verlieren Budgets

Ja! Beschaffung

von Technik vereinfacht.

Mit Conrad.

Passende E-Procurement Lösungen

conrad.de/ja-momente

Alle Teile des Erfolgs

Industrieanzeiger » 14 | 2025 25


» TECHNIK

KI-gestützten Plattformen automatisieren betriebliche Routinen

Was der Mittelstand von

Schaeffler lernen kann

Digitalisierung betrifft nicht nur Großkonzerne. Auch der Mittelstand muss Prozesse

modernisieren, um Mitarbeiter zu entlasten und Kundenerwartungen zu erfüllen.

Der Automobilzulieferer Schaeffler zeigt, wie sich mit KI-Plattformen wie Service

Now Effizienz steigern und Zukunftsfähigkeit sichern lässt.

» Hanna Kamijo, Senior Director General Business Germany bei Service Now

Bild: tadamichi/stock.adobe.com

Plattformlösungen ermöglichen es, alle zentralen Unternehmensprozesse zu digitalisieren –

von internen IT-Services bis hin zur Kundeninteraktion.

Laut KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand

2024 setzen rund 35 % der Mittelständler Digitalprojekte

um, doch vielen fehlt eine klare digitale

Strategie. Zentrale Hemmnisse sind Fachkräftemangel,

begrenzte Finanzierung, fehlende Priorisierung,

unzureichende Infrastruktur und Datenschutzbedenken.

Kleine IT-Abteilungen mit Insellösungen stoßen

zudem bei Wachstum schnell an ihre Grenzen. Das

Beispiel des Automobilzulieferers Schaeffler zeigt,

wie solche Hürden überwunden werden können:

Durch die Einführung der Service Now Plattform

wurden Unternehmensbereiche vernetzt, Silos aufgebrochen

und zentrale Prozesse automatisiert –

Strategien, die auch für KMU übertragbar sind.

Der internationale Wettbewerb zeigt klar: Wer

langfristig bestehen will, muss effizient und digital

gut aufgestellt sein. Besonders durch den Einsatz von

KI-basierten Automatisierungslösungen erschließen

Unternehmen neue Effizienzpotenziale und heben

ihre Prozessqualität auf ein neues Niveau. Schaeffler

automatisierte mit Service Now seine globalen

Shared Services und etablierte ein zentrales Serviceportal.

Prozesse verkürzten sich von mehreren Tagen

auf unter vier Stunden, über 75 % der manuellen

Bestellbestätigungen wurden automatisiert, und die

Employee Experience verbesserte sich deutlich. Plattformlösungen

digitalisieren zentrale Unternehmensprozesse

– von IT-Services bis zur Kundeninteraktion

– und schaffen eine zentrale Verbindung zu allen

Aufzeichnungssystemen. Dank No-Code- und Low-

Code-Ansätzen lassen sich diese Lösungen auch

ohne große IT-Teams implementieren. Automatisierung

reduziert Routinetätigkeiten, schafft Zeit für

wertschöpfende Aufgaben und steigert sowohl

Zufriedenheit als auch Produktivität der Mitarbeiter.

Gleichzeitig erhöht sie die Agilität und verschafft

Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil.

Das sollten externe Partner bieten

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Wahl des richtigen

Partners. Gerade weil viele mittelständische Betriebe

keine eigenen Innovationsabteilungen unterhalten,

ist externe Expertise essenziell. Der ideale Technologiepartner

sollte:

• eine skalierbare, mehrsprachige Plattform bieten,

• Branchentrends aktiv mitdenken,

• langfristig begleiten statt punktuell beraten,

• eine integrierte Lösung liefern, die Prozesse vereinfacht.

Darüber hinaus sollte die gewählte Lösung nicht nur

aktuelle Herausforderungen adressieren, sondern

auch zukünftiges Wachstum unterstützen. Gerade KI

entfaltet ihr volles Potenzial oft erst im Zusammenspiel

mit strategischer Skalierung. So wird die Digitalisierung

vom kurzfristigen Projekt zum nachhaltigen

Erfolgsfaktor.

26 Industrieanzeiger » 14 | 2025


SPECIAL

» Blechexpo

Die Fachmesse Blechexpo öffnet vom 21. bis 24. Oktober ihre Tore

auf dem Stuttgarter Messegelände. Gemeinsam mit der parallel

stattfindenden Schweisstec bildet sie die gesamte Prozesskette der

Blechbearbeitung und der damit verbundenen Fügetechnik ab.

Vier Tage für Netzwerk,

Innovationen und Karriere

» Seite 28

Smart-Factory-Lösungen

für Blechbearbeiter

» Seite 30

Saubere Schnitte mit KI

» Seite 32

Smarte Blechbearbeitung

» Seite 33

Neue Produkte und Trends

» Seite 34

Intelligent automatisiert

und digitalisiert

» Seite 35

Bild: P.E. Schall

Shear Brilliance bringt

Blechteile präzise in Form

» Seite 36

An allen vier Messetagen gibt es auf der Messe Blechexpo in Stuttgart viel Technik zu bestaunen

– wie beispielsweise das roboter-automatisierte Schweißen.

Industrieanzeiger » 14 | 2025 27


SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO

Neuheiten und Trends rund um Blechbearbeitung und Fügetechnologie

Blechexpo: Vier Tage für Netzwerk,

Innovationen und Karriere

Vom 21. bis 24. Oktober treffen sich die Best Player der Blechbearbeitung und Fügetechnologie

zur Blechexpo/Schweisstec in Stuttgart. Das Herbstevent wird mit neun Hallen voller

Innovationen, neuen Technologien, einem attraktiven Rahmenprogramm sowie mit dem

Karriere-Freitag einmal mehr einen Meilenstein in der Branche setzen.

» Susanne Schwab, Redakteurin Industrieanzeiger

Die Blechexpo 2025

bringt Fachleute aus

aller Welt zur Leit -

messe für Blechbearbeitung

in Stuttgart

zusammen.

Bild: P.E. Schall

Mehr als tausend Aussteller haben bereits ihren

festen Platz. Die Blechexpo/Schweisstec 2025

wird wieder an ihre gewohnten Erfolge anknüpfen

und mit ihrer hohen Internationalität ihren bedeutenden

globalen Stellenwert beweisen“, ist sich Projektleiter

Georg Knauer vom Messeveranstalter P. E.

Schall sicher. Mit dem Messe-Duo Blechexpo und

Schweisstec – der 17. Internationalen Fachmesse für

Blechbearbeitung und der 10. Internationalen Fachmesse

für Fügetechnologie – präsentiert sich die

Branche erneut als Innovationsmotor für zukünftige

Fertigungsprozesse.

In neun voll belegten Hallen des Messegeländes

geht es an den vier Tagen nur um Blechbearbeitung

und Fügetechnologie. Die Themen reichen von der

thermischen und mechanischen Blechbe- und Verarbeitung

samt Anlagenperipherie über Steuerungen

und Software bis zu Lösungen für Handling, Zuführung

und Qualitätssicherung. „Den Unternehmen

geht es in erster Linie um die Steigerung ihrer Effi-

28 Industrieanzeiger » 14 | 2025


zienz“, betont Knauer. „Ein hoher Kostendruck und

der anhaltende Fachkräftemangel treiben die weitere

Automatisierung voran. Neben der Blechbearbeitung

an sich wird auch die Einbindung der Peripherie immer

wichtiger.“ Deshalb zeigen die Aussteller auch

Zu- und Abführsysteme, Cobots sowie Lösungen für

die Qualitätssicherung als Teil ihrer Exponate.

Neben den vielen Innovationen geben die Aussteller

von Blechexpo und Schweisstec, die aus der ganzen

Welt anreisen, einen praxisnahen Überblick über

technologische Entwicklungen. Zur besseren Orientierung

ist die Hallenstruktur thematisch klar gegliedert:

In den Hallen 1, 3, 5 und 7 dominieren Blech-,

Rohr- und Profilbearbeitung. Die Hallen 4 und 6 widmen

sich der Stanztechnologie. Halle 8 rückt Pressen-

und Umformtechnologien in den Fokus, Halle 9

Trenn-, Füge- und Verbindungstechnologien. Halle

10 behandelt Stahl-, Metallservice und Oberflächentechnik.

„Diese klare Themenstruktur hat sich bewährt

und bringt einen klaren Nutzen für alle Beteiligten“,

so Knauer. „Fachbesucher erhalten auf diese

Weise für ihre jeweiligen Themen ein umfassendes

Bild, können vergleichen und abwägen.“

Werkzeugbau im Rampenlicht:

VDWF-Initiative auf der Blechexpo

Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem

Werkzeugbau, der als Rückgrat der industriellen Serienfertigung

gilt – und oft im Verborgenen bleibt.

„Werkzeuge sind die unsichtbaren Helden der Industrie.

Ohne den Werkzeug- und Formenbau wäre die

serielle Produktion vieler Güter gar nicht möglich“,

heißt es aus dem VDWF, der mit der Kampagne „ohne

Werkzeugbau kein Produkt – think global, source local!“

den Mehrwert und die Innovationskraft der

Branche sichtbar machen möchte. Ziel ist es, Auftraggeber,

Politik und Öffentlichkeit für die Schlüsselrolle

der Werkzeugmacher zu sensibilisieren und

zugleich auf die „Total Cost of Ownership“ – die Gesamtbetriebskosten

eines Werkzeugs – aufmerksam

zu machen.

Auf der Blechexpo 2025 ist der Verband der Deutschen

Werkzeug- und Formenbauer erneut mit einem

großen Gemeinschaftsstand in Halle 4 am Stand

4430 präsent. Fachbesucher erhalten hier Einblicke

in die Kompetenzen deutscher Werkzeugmacher, die

mit Innovationskraft, Erfahrung und Präzision die

Basis für Branchen wie Automotive, Medizintechnik

oder Elektronik schaffen. Die Initiative liefert Argumente

für eine zukunftsfähige Beschaffung und unterstreicht,

wie essenziell Werkzeugbau für die gesamte

Wertschöpfungskette ist.

Über alle vier Messetage bildet ein tägliches Vortragsforum

eine geeignete Plattform für den unmittelbaren

Wissenstransfer und das persönliche Networking.

Um Einblicke, Kontakte und berufliche Zukunftschancen

geht es besonders am 24. Oktober,

dem Karriere-Freitag. Unter dem Motto „Shape your

dreams, metal your future“ lädt die Messe Schüler,

Studenten, Lehrkräfte und Berufseinsteiger zu geführten

Touren und direkten Kontakten mit Unternehmen

ein.

„Unser Ziel ist es, junge Menschen für eine Karriere

in der Blechverarbeitungsbranche zu begeistern und

ihnen die Vielseitigkeit sowie die spannenden Perspektiven

dieses Bereichs aufzuzeigen“, sagt Bettina

Schall, Geschäftsführerin des Veranstalters Schall

Messen. Der kostenfreie Zugang für den Branchennachwuchs

und die geführten Touren geben jungen

Talenten einen umfassenden Einblick in die Branche

und die Perspektiven, die sie bietet. Arbeitgeber wiederum

zeigen, wie sie mit Automatisierung, KI und

nachhaltigen Konzepten zukunftsfähige Arbeitswelten

schaffen.

Auch den Start-ups bietet die Blechexpo eine

Plattform auf dem Branchentreffpunkt. Die Teilnahmevoraussetzung

für die Start-up-Area ist simpel:

Die ausgestellten Produkte müssen lediglich einen

Bezug zu Blechbearbeitung und Fügetechnologie

aufweisen. Ebenfalls Teil des Rahmenprogramms ist

der Best-Award, der in den Kategorien Blech-, Rohrund

Profilbearbeitung, Pressen und Umformtechnologien,

Stanztechnologien, Trenn-, Füge- und Verbindungstechnologien

sowie Stahl-, Metallservice und

Oberflächentechnik vergeben wird. Ausgezeichnet

werden Lösungen, die „neue Maßstäbe hinsichtlich

Fortschritt, Wandel und Zukunft aufzeigen“.

Die Messen im Überblick

Die 17. Blechexpo, Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung

findet gemeinsam mit der 10. Schweisstec, Internationale

Fachmesse für Fügetechnologie, statt.

Messe Blechexpo: Deckt alle Bereiche der industriellen Blech-,

Rohr- und Profilbearbeitung sowie der Fügetechnologie ab.

Messe Schweisstec: Thematisiert alle Aspekte der Füge-,

Verbindungs- und Schweißtechnik im industriellen Umfeld.

Wann: 21. bis 24. Oktober 2025, täglich ab 9 Uhr

Wo: Landesmesse Stuttgart

Veranstalter: P. E. Schall, Frickenhausen

Zu den Webseiten:

www.blechexpo-messe.de

www.schweisstec-messe.de

Industrieanzeiger » 14 | 2025 29


SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO

Salvagnini auf der Blechexpo: Produktion, die mitdenkt

Flexible Smart-Factory-Lösungen

für die Blechbearbeitung

Mit dem Messeauftritt auf der Blechexpo (Halle 1, Stand 1607) unterstreicht Salvagnini seinen

Anspruch, die Blechbearbeitung der Zukunft intelligenter, flexibler und nachhaltiger zu

gestalten. Die vorgestellten Lösungen setzen Maßstäbe für eine vernetzte und ressourcenschonende

Produktion und machen deutlich: Die smarte Fabrik ist längst keine Vision mehr.

Im Flexible Smart Job Shop (FSJ) arbeiten einzelne Maschinen eigenständig oder im Verbund,

gesteuert von Software, KI, Robotik und automatisierter Logistik.

len und Laserschneiden in einem System.

Mit intelligentem Mehrfachpressen-

Stanzkopf, Hybridantrieben und automatisierten

Be-/Entladevorrichtungen wie

AFD, TM und SPP15 werden Durchlaufzeiten

und manuelle Eingriffe deutlich reduziert.

Die Integration komplexer Bearbeitungsschritte

in einer einzigen Anlage

sorgt für höchste Präzision und niedrigen

Energieverbrauch.

Intelligente Robotik trifft

Biegezentrum

Der P-Robot kombiniert das Biegezentrum

mit einem flexiblen Roboter und ermöglicht

so autonome oder kooperative

Fertigungsstrategien. Ob Kit-, Chargenoder

Einzelteilproduktion – P-Robot ist

einfach programmierbar, steigert die Prozessautonomie

und reduziert Leerlaufzeiten.

Neuheiten wie die automatische Vor-

Mit einem klaren Bekenntnis zu Flexibilität

und Nachhaltigkeit kommt

Salvagnini auf die Blechexpo: Gezeigt

werden Lösungen, die Produktivität steigern,

Qualität sichern und den

Verbrauch von Ressourcen minimieren

sollen – alles mit

Blick auf die Herausforderungen

moderner Blechbearbeitung

und den Bedarf an

maßgeschneiderten Produkten

und kleineren Losgrößen.

Herzstück des Messeauftritts

ist der „Flexible Smart Job Shop“

(FSJ), ein modulares, skalierbares

Produktionsökosystem. Hier arbeiten

Stand-Alone-Maschinen entweder einzeln

oder im kooperativen Verbund – gesteuert

durch Software, KI, maschinelles

Sehen und Robotik. Die Lösung integriert

Stanz-Laser-Kombimaschine S1, das automatisierte

Biegezentrum P-Robot mit

RVS-Vision-System sowie die Abkantpresse

B3.AU-TO.

Ein intelligentes, von der OPS-Software

gesteuertes Zwischenlager (Smart Warehouse)

und ein autonomer mobiler Roboter

(AMR) sorgen für reibungslosen Materialfluss

und unterstützen Just-in-Time-

Strategien. Das Ziel: Maximale Flexibilität

bei unterschiedlichsten Produktionsanforderungen,

vom Einzelstück bis zur Serienproduktion.

Dank durchgängiger Digitalisierung

und Automatisierung werden

Prozesse effizient, transparent und zuverlässig

abgebildet – ein klarer Vorteil in

Zeiten von Arbeitskräftemangel und steigenden

Individualisierungswünschen.

Die Stanz-Laser-Kombimaschine S1

vereint Stanzen, Umformen, Gewinderolrichtungswechsel

und die intuitive Bedienoberfläche

sorgen für zusätzlichen

Bedienkomfort. Die Move-Software übernimmt

das automatische Erstellen von

Robotertrajektorien, sodass der Bediener

ohne tiefergehende Programmierkenntnisse

agieren kann.

Mit dem RVS-System (Robot Vision

System) bringt Salvagnini maschinelles

Sehen ins Biegezentrum: Ein patentiertes

3D-Erkennungssystem erleichtert Handling,

Teileerkennung und Programmierung

– ein echter Beitrag zur weiteren Automatisierung

und Qualitätssicherung.

Neben der Live-Demonstration der

smarten Produktionslinie zeigt Salvagnini

auf der Messe praxisnahe Fallstudien, die

die flexible und effiziente Umformung

unterschiedlicher Losgrößen illustrieren –

auch für Branchen, die bislang andere

Fertigungstechnologien bevorzugten. (su)

Bild: Salvagnini

30 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Si-Akademie

für Sicherheit und Gesundheit

Umformung

Schmierstofflösungen für die nachhaltige

Blechbearbeitung

Bild: Zeller+Gmelin

Der Schmierstoffspezialist Zeller+Gmelin

(Halle 8, Stand 8407) zeigt auf der Messe,

wie moderne Schmierstoffkonzepte die

gesamte Prozesskette der Blechumformung

effizienter und nachhaltiger gestalten.

Im Fokus stehen die vielseitigen Multidraw-Umformmedien,

die nicht nur für

die Automobilindustrie, sondern auch für

Branchen wie Medizintechnik, Weißwaren,

Verpackung oder Verteidigung maßgeschneiderte

Lösungen bieten – von der

Walzwerksbeölung bis hin zu Reinigung

und Korrosionsschutz.

Mit Produkten wie Multidraw PL 61 SE,

einem modernen Prelube für feuerverzinkte

Oberflächen, und optimal abgestimmten

Wasch- und Spotlubricants

sorgt Zeller+Gmelin für Prozesssicherheit,

hohe Oberflächengüten und lange Werkzeugstandzeiten.

Auch schmierstoffarme

Anwendungen werden mit Multidraw

Drylube E 1 abgedeckt, das als „semi-dry“

Film hohe Umformgrade ermöglicht. Die

individuellen Lösungen werden für unterschiedlichste

Anforderungen entwickelt

und vereinen so Ressourcenschonung und

Effizienz.

Online-Seminar

Ergonomie-Coach

Verwaltung

Dieses Seminar vermittelt

• umfassendes Ergonomie-

• Know-how

Spanntechnik

Elektropermanentes Magnetspannsystem

für verschiedene Werkzeuggrößen

• Argumentationshilfen für eine

gelungene Kommunikation

Nächster Termin:

11.-12.11.2025

Kursgebühr 940,– € netto pro Person

Bild: Roemheld

Messepremiere am Stand von Roemheld

(Halle 8, Stand 8505) feiert mit

R-MAG-M das erste eigene Magnetspannsystem

des Anbieters für die Blechumformung.

Es bietet eine Spannkraftanzeige

sowie auswechselbare Magnetpole.

Das neue elektropermanente Magnetspannsystem

spannt Werkzeuge unterschiedlicher

Größen und Geometrien vollautomatisch

und verzugsfrei in Sekunden

und soll auch bei Stromausfall einen sicheren

Halt garantieren. Neu ist eine integrierte

Spannkraftanzeige für mehr

Prozesssicherheit. Verschiedene Sensoren

wie Temperaturfühler, Positionsschalter

und Flux-Messsensoren überprüfen das

System während der Produktion. Diese

Kontrollfunktionen und hohe Haltekräfte

sorgen für eine sichere Werkzeugspannung.

Die auswechselbaren Magnetpole

ermöglichen eine vereinfachte Wartung

und reduzieren Ausfallzeiten auf ein Minimum,

da sich defekte Pole vor Ort austauschen

lassen. Ein 8-Zoll-Farbdisplay

und ein integriertes Fernwartungsmodul

runden das neue R-MAG-M ab.

Anmeldung und weitere Informationen:

Si-Akademie für Sicherheit und Gesundheit

Martina Langenstück

Phone +49 711 7594-4607

In Kooperation mit:

Jetzt

anmelden!

www.si-akademie.de

Industrieanzeiger » 14 | 2025 31

si-akademie@konradin.de


SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO

Bessere Schnittkanten beim Blechschneiden

KI für präzise Maschinenparameter

Gemeinsam mit einem industriellen Partner arbeitet das Fraunhofer IPA im Lab

„Flexible Blechfertigung“ an KI-basierten Lösungen für den direkten Einsatz in der

dortigen Produktion. Nun hat dem Team eine Lösung gefunden, um die Maschinen -

parameter für das laserbasierte Schneiden von Blechen automatisiert zu optimieren.

Die Qualität verbessert

sich in jedem Schritt.

Mit den Standardparametern

(unten) entsteht

ein sehr großer

Grat, dieser reduziert

sich schrittweise und

erreicht nach fünf

Iterationen eine ideale

Qualität.

Bild: Trumpf

Um eine hohe Produktqualität und Effizienz

in der Fertigung zu gewährleisten,

müssen Produktionsmaschinen

optimal eingestellt sein. Besonders bei

Materialschwankungen oder speziellen

Materialgüten ist das richtige Justieren

entscheidend – oft geschieht dies bislang

manuell und ist von der Erfahrung einzelner

Fachkräfte abhängig. Dieses Vorgehen

ist zeitaufwendig, lässt Potenzial für Fehler

und Ineffizienzen und erhöht die Produktionskosten.

Ein Forschungsteam des Fraunhofer IPA

(Halle 1, Stand 1808-1) haben gemeinsam

mit dem industriellen Partner Trumpf

(Halle 1, Stand 1404) nun einen entscheidenden

Fortschritt erzielt: Mithilfe Künstlicher

Intelligenz (KI) lassen sich Maschinenparameter

automatisiert optimieren.

Während bisher ein aufwendiger, iterativer

Prozess nötig war, verkürzt der Einsatz

maschineller Optimierungsalgorithmen

diesen deutlich.

Durch sogenanntes Transfer Learning

nutzt der entwickelte Algorithmus vorhandene

Maschinendaten und objektivierte

Qualitätsparameter, um bereits erlerntes

Wissen auf neue Aufgaben zu

übertragen. Laut Philipp Wagner, wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Fraunhofer

IPA, schlägt der Algorithmus auf dieser

Basis schnell neue, verbesserte Parameterkonfigurationen

vor, was die Produktqualität

gegenüber manueller Einstellung

deutlich steigert.

Weniger Ausschuss mit Laser

Die Vorteile wurden praxisnah bei Trumpf

erprobt – beim Laserschneiden von Blechen

auf einer Laserflachbettmaschine.

Hier konnten die Maschinenparameter

automatisiert und mit minimalem Aufwand

optimiert werden. Das Ergebnis:

bessere Schnittkanten, weniger Ausschuss

und niedrigere Produktionskosten,

selbst bei abweichenden Materialgüten.

Zudem vereinfacht sich die Bedienung –

ein wichtiger Schritt in Richtung mehr

Nachhaltigkeit und Effizienz. Philipp Leube

von Trumpf ergänzt: „Durch unser neues

Produkt kann die Optimierung direkt

am Kundenteil erfolgen – Testteile sind

künftig nicht mehr nötig.“

KI in der Bildverarbeitung

Ein weiteres Plus: Die Qualität der

Schnittkanten lässt sich nun automatisiert

und objektiv beurteilen. Grundlage

hierfür sind schnelle Bildaufnahmen, die

von der KI ausgewertet werden. Auch

Prüfkriterien aus der DIN EN ISO 9013

können integriert werden.

Die entwickelte Lösung ist nicht nur auf

das Laserschneiden begrenzt, sondern

eignet sich perspektivisch auch für andere

Produktionsprozesse mit hohem Variantenreichtum

– etwa beim Spritzgießen,

in der Kabelbaummontage oder bei der

Batteriezellenfertigung. (su)

32 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Industrie

Technologiemix für die

smarte Blechbearbeitung

Gemeinsam mit Partner Accurl präsentiert Microstep Europa

auf der Blechexpo leistungsstarke Lösungen, darunter zwei

Laserschneidanlagen zur Blech- und zur Rohrbearbeitung

sowie eine Abkantpresse der Euromaster-Baureihe.

Die Blechexpo bietet uns die perfekte

Plattform, um unsere Lösungen in

den Bereichen Schneiden, Biegen, Entgraten,

Automation und Digitalisierung einem

internationalen Publikum zu präsentieren.

Mit unserem breiten Technologiemix

können wir passgenaue Lösungen für

unterschiedlichste Kundenanforderungen

bieten“, erklärt Johannes Ried, Geschäftsführer

der Microstep Europa GmbH. Im

Mittelpunkt der Gemeinschaftsstände

7200 und 7301 in Halle 7 stehen Entwicklungen,

die auf die wachsenden Anforderungen

der Industrie in den Bereichen

Qualität und Automatisierung ausgerichtet

sind.

Präsentiert wird unter anderem die Euromaster-Abkantpresse,

die sich durch ihre

Wirtschaftlichkeit und Flexibilität auszeichnet.

Das System bietet hohe Präzision

und Bedienerfreundlichkeit und verfügt

neben der Basis-Version über zahlreiche

Optionen. Ergänzt wird das Messeportfolio

durch den kompakten Faserlaser

MSE CubeFL zur Blechbearbeitung, der

bei minimalem Platzbedarf eine hohe Effizienz

und erstklassige Schneidqualität

gewährleistet. Außerdem außerdem wird

mit dem MSE TubeFL eine hochpräzise Laserschneidanlage

für die 2D- und 3D-Bearbeitung

von Rohren, Profilen und Trägern

gezeigt. Mit seinem hohen Automationsgrad

soll dieses System eine besonders

schnelle und prozesssichere Fertigung

ermöglichen. Komplettiert werden

die Exponate durch die MSE Easy: Eine

kompakte Anlage zum Schleifen, Kantenverrunden

und Oberflächenfinish – die

ideale Ergänzung für Laserschneidanlagen

zur qualitativ hochwertigen Nachbearbeitung.

Ein besonderes Augenmerk von Microstep

liegt auf der Zukunftsfähigkeit der

präsentierten Technologien. Sowohl der

Faserlaser MSE CubeFL als auch die Abkantpresse

Euromaster sind für die Nutzung

von Industry Fusion vorbereitet. Diese

herstellerübergreifende Open-Source-

Vernetzungslösung bietet laut Anbieter

eine vollständige Transparenz über alle

integrierten Maschinen und Anlagen und

soll zudem eine noch effizientere und automatisiertere

Produktion in der Smart

Factory ermöglichen. (su)

Das

Kompetenz-

Netzwerk

der Industrie

16 Medienmarken für alle

wichtigen Branchen der Industrie

Information, Inspiration und

Vernetzung für Fach- und

Führungskräfte in der Industrie

Praxiswissen über alle Kanäle:

Fachzeitschriften, Websites, Events,

Newsletter, Whitepaper, Webinare

Die Faserlaserschneidanlage

MSE CubeFL

eignet sich für hochwertiges

2D-Laserschneiden

auf

kleinstem Raum.

Bild: Microstep

Die passenden Medien für

Sie und Ihre Branche:

konradin.de/industrie

media.industrie.de

Industrieanzeiger » 14 | 2025 33


SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO

Automatisierte Kompletbearbeitung

5-Seiten-Profilbearbeitung auf ganzer Länge

Mit der neuen Baureihe PFZ

Ultimate erweitert Röder

Maschinenbau (Halle 7,

Stand 7225) sein Portfolio

um ein CNC-Profilbearbeitungszentrum,

das konsequent

auf die steigenden

Anforderungen in der Profilund

Plattenbearbeitung zugeschnitten

ist. Aufbauend

auf der bewährten PFZ-Serie

bietet die PFZ Ultimate

erweiterte Bearbeitungsoptionen,

mehr Automatisierung und größere

Flexibilität bei Langteilen und Platten.

Ein zentrales Merkmal ist der speziell auf

die Kundenanforderungen angepasste

Winkelkopf WK360. Er wird über die vierte

Achse in die Bearbeitung eingebunden

und ermöglicht die vollständige 5-Seiten-

Bearbeitung von Werkstücken und Profilen

bis zu 12 m Länge – ohne zeitaufwendiges

Umspannen. Die stufenlose

Schwenkbarkeit um 360 Grad sorgt dabei

für einen flexiblen Zugriff auf alle rele-

Bild: Röder Maschinenbau

vanten Profilseiten. Der Winkelkopf erledigt

nicht nur Fräs- und Bohrvorgänge,

sondern wechselt seine Werkzeuge automatisch

aus dessen 10-Platz-Magazin. So

können verschiedene Bearbeitungsschritte

in einem Durchgang kombiniert werden.

Die PFZ Ultimate ist darauf ausgelegt,

unterschiedliche Werkstücke sicher

und effizient zu fixieren – druckregelbare,

gesteuerte Schraubstöcke passen sich dabei

flexibel an verschiedene Bearbeitungsszenarien

an. Zudem ist ein Pendelbetrieb

möglich: Während

auf der einen Seite bestückt

wird, läuft auf der anderen

Seite bereits die Bearbeitung.

Das reduziert Stillstandzeiten

und steigert

den Durchsatz. Ein optional

integrierbares Sägeaggregat

macht die Anlage zu einer

kombinierten Säge-Bohr-

Fräs-Lösung. Gerade bei

langen Profilen entsteht so

eine durchgängige Bearbeitungslinie,

die Zuschnitt und Bohr-Fräsvorgänge

in einem Ablauf verbindet.

Neben der Profilbearbeitung deckt die

PFZ Ultimate auch Platten und komplexe

Sonderprofile ab. Dafür wurde der Arbeitsraum

gezielt vergrößert: Der Bearbeitungsbereich

der Y-Achse reicht bis

800 mm und der Z-Achse bis 550 mm. Die

PFZ Ultimate ist in verschiedenen Baugrößen

verfügbar: PFZ 4000, 6000, 8000,

12000 sowie in Sondermaßen nach Kundenwunsch.

Stanztechnik

Neue Steuerungs- und Paketierlösungen für effizientere Stanzprozesse

Bild: Bruderer

Bruderer (Halle 6, Stand 6309) präsentiert

mit der B3-Maschinensteuerung und der

Stanzpaketiersteuerung BSP zwei Innovationen

für die Stanztechnik. Die neu ent-

wickelte B3-Steuerung überzeugt durch

ihre intuitive Bedienoberfläche, die individuell

konfigurierbar ist, sowie durch

rollenbasierte Zugriffsrechte und einen

großzügigen 21-Zoll-Touchscreen, der

den Zugriff auf sämtliche Funktionen des

Stanzautomaten und angeschlossener Peripheriegeräte

ermöglicht. Der modulare

Aufbau macht die Steuerung flexibel einsetzbar,

sowohl bei einfachen als auch bei

komplexen Stanzprozessen. Mit dem neuen

Parametriersystem lassen sich Werkzeuge,

Schieber und Drehstationen erstmals

per Knopfdruck automatisch einlernen

und überwachen. Ein zentrales Bedienfenster

und eine Hüllkurvenüberwachung

sorgen für eine schnelle Fehlererkennung.

In Kombination mit der BSP-

Stanzpaketiersteuerung, die als integrierte

Option oder Stand-alone-Lösung erhältlich

ist, bietet das Schweizer Unternehmen

zudem eine kontinuierliche

Banddickenmessung zur Steigerung der

Prozesssicherheit. Dank OPC-UA-Schnittstellen

ist die Einbindung in moderne Produktionsumgebungen

möglich.

Die neue Stanzpaketiersteuerung BSP ist

eine effiziente Lösung für den wachsenden

Markt der Fertigung von Elektromotor-

und Transformatoren-Komponenten.

Das System basiert auf der B3-Technologie

und ermöglicht komplexe Paketierstrategien

bei einfacher Bedienung.

Die BSP unterstützt hochpräzise Paketierstrategien

mit bis zu acht parallel verfügbaren

Programmkanälen. Wiederverwendbare

Blechformen, Diagnose- und

Statistikfunktionen sowie der Export relevanter

Prozessdaten erleichtern die Optimierung

im Sinne von Industrie 4.0.

34 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Bild: Bystronic

Blechbearbeitung

Intelligent automatisiert und digitalisiert

Neue Features beim Biegen, Laserautomation,

Biegeautomation, End-to-end-

Software und ein neues Kundenportal

sind die Highlights am Messestand von

Bystronic (Halle 3, Stand 3306). Den aktuellen

Herausforderungen in der Blechbearbeitung

begegnet das Unternehmen

unter dem Motto „Solutions as unique as

your business“ mit Technologien für mehr

Effizienz, Qualität und Flexibilität.

Ein Schwerpunkt des Messeauftritts liegt

auf der Automatisierung und Digitalisierung

von Produktionsprozessen. Mit Lösungen

wie der Bycut 3015 (Bild) in Kombination

mit dem Belade- und Entladesystem

Bytrans Extended ermöglicht

Bystronic eine kontinuierliche und prozesssichere

Fertigung. Die integrierte Automation

reduziert Nachbearbeitungsauf-

wand und Prozesskosten, verbessert die

Qualität der Werkstücke und steigert die

Wettbewerbsfähigkeit der Anwender.

Auch im Bereich Rohrbearbeitung setzt

Bystronic Maßstäbe: Die Bytube Star 130

verarbeitet unterschiedlichste Rohr- und

Profilgeometrien – von kleinen bis großen

Durchmessern sowie von dünn- bis dickwandigen

Materialien. Kunden profitieren

dabei von hoher Flexibilität und überzeugender

Schnittqualität in einer einzigen

Maschine.

Beim Thema Biegen zeigt das Unternehmen

eine breite Palette an Lösungen –

von der vollautomatischen Bycell Bend

Star M über die universelle Xpert Pro mit

Control Pack bis hin zur vielseitigen Mobile

Bending Cell. Diese Systeme sorgen

für präzise Biegeergebnisse, ob mobil für

wechselnde Einsatzorte oder als fest installierte,

autonome Zelle für die Serienproduktion.

Ergänzt werden die Hardwarelösungen

durch die Bysoft Suite, eine leistungsstarke

End-to-End-Software, mit der Unternehmen

ihre gesamten Prozesse digital

abbilden – von der Angebotserstellung

über die Fertigungsplanung bis hin zur

Auslieferung der fertigen Produkte. So

lassen sich Abläufe nicht nur effizienter,

sondern auch transparent und nachvollziehbar

gestalten. Abgerundet wird das

Angebot durch das neue Kundenportal

myBystronic, einen zentralen, digitalen

Service-Hub für sämtliche Anliegen rund

um die Bystronic-Produkte. Kunden haben

damit jederzeit Zugriff auf Support,

Ersatzteile und Serviceleistungen.

PRODUKTION.

INNOVATION.

ZUKUNFT.

www.nortec-hamburg.de/ticket-sichern

Ticketcode einlösen

und kostenfreies

Ticket sichern!

NORTEC26IA

Industrieanzeiger » 14 | 2025 35


SONDERTEIL » MESSE BLECHEXPO

Shear Brilliance für die Blechbearbeitung

Fertigung auf

höchstem Niveau

Bild: Prima Power

Zwischen Ernte und Getreideverarbeitung liegt die faszinierende Welt der

Aufbereitungstechnologie. Ein weltweit anerkannter Technologieführer auf diesem

Gebiet ist die Petkus Technologie GmbH im Thüringischen Wutha-Farnroda. Um die

unglaubliche Vielzahl der Bauteile effizient zu bearbeiten, setzt das Unternehmen

auf mittlerweile drei kombinierte Stanz-/Schermaschinen von Prima Power.

Das kombinierte Stanzund

Schersystem Shear

Brilliance von Prima

Power eignet sich für

die schnelle und wirtschaftliche

Bearbeitung

großer quadratischer

Teile und Paneele.

» Katharina Kandel, Marketing Communications Specialist bei Prima Power

Jährlich werden weltweit circa 300

Millionen Tonnen Mehle für die tägliche

Back- und Teigwarenproduktion in

Tausenden von Mühlen produziert; davon

etwa 7 Mio. Tonnen in fast 300 Mühlen

verschiedener Größen in Deutschland.

Diese Grundlagen einer gesunden, ausgewogenen

und abwechslungsreichen Ernährung

müssen sorgfältig und technisch

präzise aufbereitet, verarbeitet und gehandhabt

werden.

Mit dieser Technologie beschäftigt sich

Petkus seit nunmehr fast 175 Jahren. Der

Gründer Christian Friedrich Röber startete

1852 in seiner Schmiedewerkstatt und

produzierte dort bereits Kornsiebe. Seine

Söhne Carl und Rudolf, die das Unternehmen

1883 übernahmen, spezialisierten

sich auf den Bau von Saatgutreinigungsmaschinen

und erhielten zahlreiche Patente,

die sich zum Teil auch heute noch

in den Schlüsseltechnologien wiederfinden.

1910 lassen sich die Brüder den Namen

Petkus schützen und der Petkus Reiniger

wird zur Legende.

Heute ist Petkus ein weltweit tätiges

Unternehmen mit über 350 Mitarbeitern,

mit mehreren Produktionsstandorten und

mehr als zwanzig Vertriebs-; Service- und

Engineering Zentren. In den vergangenen

40 Jahren wurden mehr als 200.000

Reinigungsmaschinen und über 2.000

Saatgutaufbereitungsmaschinen installiert.

Petkus konzipiert maßgeschneiderte

Technologielösungen „rund ums Korn“

und bietet dafür eine breite Produktpalette

an. Die Auswahl und Kombinierbarkeit

an einzelnen Produkten ist groß: alle Produkte,

wie Reiniger, Sortierer, Trockner,

Fördertechnik, Beizer, Siloanlagen werden

nach unterschiedlichen Kapazitäten und

hinsichtlich ihres spezifischen Gebrauchs

oder des Grades des Kundennutzens unterschieden.

Intelligente Fertigungsstrategie

als Schlüssel zum Erfolg

Bei allen diesen Produkten liegt der Fokus

auf einer hohen Produktqualität und

technologisch einwandfrei funktionierenden

Lösungen. Petkus steht heute für eine

Gruppe von Technologie-, Innovation-,

Engineering- und Service-Unternehmen.

Diese Gruppe spiegelt die Kernkompetenzen

wider und gewährleistet, dass individuelle,

kundenspezifische und ganzheitliche

Lösung optimal erarbeitet und entwickelt

werden: von der Investitionsplanung,

der Technologie-Konzept Entwicklung,

der Lieferung bis zur schlüsselfertigen

Inbetriebnahme mit Schulung.

Die unglaubliche Vielzahl an Produkten

stellt Produktionsleiter Manfred Glock

und sein Team vor große Herausforderungen.

Um die hohen Qualitätsansprüche zu

erfüllen, setzt das Unternehmen auf eine

hohe Fertigungstiefe. Nahezu alle wesentlichen

Komponenten werden inhouse

produziert. Da alle Anlagen und Systeme

kundenindividuell konzipiert werden, unterscheiden

sie sich in ihren Dimensionen

und Auslegungen und sind meist Einzelfertigungen.

Die Gestelle, Gehäuse, Siebkästen,

Absaugungen und andere Komponenten

variieren trotz Modulbauweise

ständig in Größe und Form. Losgrößen

von vier bis zehn Stück werden schon als

Serien bezeichnet. Bei einem Produktionsvolumen

von 4.000 Tonnen Blech pro

Jahr ist dies nur mit flexiblen, einfach zu

programmierenden und bedienenden Maschinen

zu bewältigen. Verarbeitet werden

überwiegend verzinkte Bleche, Aluminium

und Edelstahl bis 6 mm Dicke.

36 Industrieanzeiger » 14 | 2025


MESSE BLECHEXPO « SONDERTEIL

Bild: Prima Power

Da Petkus seine Komponenten zur schnelleren

Mon- und Demontage nicht verschweißt,

sondern verschraubt, müssen in

den Blechen Prägungen und Durchzüge

angebracht werden. 2008 hat Petkus dafür

die erste Maschine von Prima Power

angeschafft, die bis letztes Jahr dreischichtig

rund um die Uhr gelaufen ist

und nun an einen anderen Standort verlagert

wurde. Am Standort Wutha Farnroda

setzt das Unternehmen jetzt zwei kom -

binierte Stanz-/Schermaschinen Shear

Brilliance der neuesten Generation ein.

Diese ermöglichen eine äußerst wirtschaftliche

und schnelle Produktion, insbesondere

von rechteckigen Teilen, die

zuerst gestanzt und dann im selben automatisierten

Prozess mit der integrierten

Rechtwinkelschere ausgeschnitten werden.

Dabei ist die rechtwinklige Schermaschine

von Prima Power extrem schnell im

Betrieb. Stanzen und Scheren, selbst

komplexer Konturen erfolgen in einem

Hub mit 30 Tonnen Kraft. Die programmierbare

Scherhöhe und die automatische

Hubtiefeneinstellung optimieren das

Scheren. Die Schergeschwindigkeit wird

automatisch in Kombination mit den

Steffen Gebhardt schätzt die einfache Programmierung

und Bedienung der Shear Brilliance.

Bild: Petkus

Seit 1852 bietet Petkus Technologie innovative Technologien zur Saatgutaufbereitung und Getreideverarbeitung

Schermodus auf die maximale Geschwindigkeit

eingestellt. Da Lieferzeiten und

Preise auch in diesem Bereich eine große

Rolle spielen war es das Ziel von Petkus,

den Arbeitsaufwand zu minimieren, den

Durchsatz zu maximieren und zugleich

die Oberflächengüte zu erhöhen. Die beiden

servoelektrischen Stanz-/ Schersysteme

Shear Brilliance von Prima Power leisten

hier einen wertvollen Beitrag.

Voll flexibel und automatisiert

Ausgangspunkt ist das Turmlager mit 20

Palettenplätzen, das die Verarbeitung von

Bauteilen aus einer Vielzahl von Materialien

und Materialstärken, die programmgesteuert

gewechselt werden können, ermöglicht.

Die Bleche werden in die

Stanz-/Scherzelle übergeben. Die Maschine

ist mit einem Revolver mit 24 Werkzeugstationen

ausgestattet. Diese Kapazität

reicht aus, um Langläufer am

Wochenende unbemannt produzieren zu

können. „Damit hat unsere neue Shear

Brilliance den Anteil der unbemannten

Produktion signifikant erhöht, und das bei

minimalem Ausschuss“, so Manfred Glock.

Weitere Vorzüge sind der integrierte

Reststreifenzerkleinerer und die Möglich-

keit der Parametrisierung in der Steuerung.

Elemente, die sich nur in ihren

Abmessungen unterscheiden, ansonsten

aber gleich sind, können durch das Verändern

weniger Parameter erstellt und müssen

nicht aufwendig programmiert werden.

Die Bedienfreundlichkeit und Effizienz

sind die herausragenden Eigenschaften

der Maschine. Sie basiert auf

einer Konstruktion aus neuen Verbundwerkstoffen,

servoelektrischen Antrieben

und Linearführungen. Die Vorteile der

modernen Servotechnologie sind der geringe

Energieverbrauch sowie der niedrige

Wartungsbedarf. Mit diesen Maschinen

kann Petkus mehr Teile bei gleichem

Stromverbrauch produzieren. Da beide

über nahezu identische Steuerungen verfügen,

können die Mitarbeiter problemlos

zwischen den Maschinen wechseln, was

für eine höhere Flexibilität in der Personalplanung

sorgt. Aufgrund der positiven

Erfahrungen sind Manfred Glock und sein

Team von Prima Power überzeugt und

bereit mit diesen Maschinen neue

Herausforderungen anzunehmen.

Auf der Messe Blechexpo zeigt Prima Power seine

Fertigungskompetenz in Halle 3, Stand 3201

Industrieanzeiger » 14 | 2025 37


Bild: Lenze

Mit dem Motor Drive System von Lenze können Unternehmen ihre Prozessketten

effizienter gestalten und somit erhebliche Einsparungen erzielen.

Mit Antriebssystemen Energieverbrauch senken und Prozesse zukunftssicher gestalten

Weniger Energiebedarf –

mehr Leistung in der Praxis

Die Anforderungen an Energieeffizienz steigen kontinuierlich. Gesetzliche Vorgaben, ESG-Ziele

und wirtschaftlicher Druck zwingen Unternehmen dazu, ihre Produktionsprozesse nachhaltiger

zu gestalten. Besonders in der Antriebstechnik bieten höhere Effizienzklassen wie IE5/IE6 ein

enormes Potenzial zur Reduktion von Energieverbrauch und CO 2 -Emissionen. Sie ermöglichen eine

Senkung der Betriebskosten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von Klimazielen.

» Peter Sürig, Senior Vice President Electromechanics bei Lenze

Moderne Antriebssysteme in den Klassen IE5/IE6

basieren auf einer durchdachten Kombination

aus Synchronmotor, Getriebe und Frequenzumrichter.

So wie Lenzes Motor Drive System IE5/IE6, bestehend

aus dem Motor m550, den Getrieben g500 und den

Frequenzumrichtern i500 und i650 motec. Die Komponenten

sind optimal aufeinander abgestimmt und

ermöglichen eine Reduktion der Motorverluste um

bis zu 60 %. Die hohe Effizienz zeigt sich insbesondere

im Teillastbetrieb, der in vielen Anwendungen

den Großteil der Betriebszeit ausmacht. Durch die

Betrachtung des gesamten Antriebsstrangs gemäß

EN 50598–2 wird eine nachhaltige Senkung des

Energiebedarfs und der CO 2 -Emissionen erreicht.

Die Integration effizienter Einzelkomponenten in ein

abgestimmtes Gesamtsystem ist dabei entscheidend

für die tatsächliche Wirkung im Betrieb.

Neben der Energieeffizienz überzeugt das Motor

Drive System durch seine kompakte Bauweise. Die

Motoren sind gleich groß oder kleiner als vergleichbare

IE3-Motoren und lassen sich problemlos in bestehende

Anlagen integrieren.

Kompaktheit und Performance

Die hohe Leistungsfähigkeit zeigt sich unter anderem

in einem Überlastmoment von 300 %. Damit eignen

sich das Motor Drive Systeme besonders für Anwendungen

mit dynamischen Anforderungen, etwa in der

Fördertechnik an Flughäfen oder in der Getränkeindustrie.

Die Fähigkeit, aus dem Stillstand unter Volllast

zu starten, ermöglicht eine kleinere und effizientere

Auslegung der Antriebstechnik und reduziert

gleichzeitig den Platzbedarf in Maschinen und

Anlagen.

38 Industrieanzeiger » 14 | 2025


TECHNIK «

Die Handhabung des Motor Drive Systems ist auf

maximale Benutzerfreundlichkeit ausgelegt. Die

Motordaten lassen sich mit nur einem Parameter am

Umrichter einstellen. Der Verzicht auf Geber reduziert

den Verdrahtungsaufwand und minimiert Fehlerquellen.

Die sensorlose Regelung mittels SLSM-

Algorithmus ermöglicht eine exakte Positionierung

ohne Feedbacksystem. Dies steigert die Robustheit

und vereinfacht die Inbetriebnahme erheblich. Die

reduzierte Komplexität führt zu kürzeren Installationszeiten

und geringeren Servicekosten. Auch die

Wartung wird durch den Wegfall zusätzlicher Komponenten

vereinfacht, was die Betriebssicherheit

erhöht.

Rückspeisefähigkeit und

Energieaustausch

Ein weiterer Effizienzgewinn ergibt sich durch die

Rückspeisefähigkeit dezentraler Umrichter. Bremsenergie

wird ins Netz zurückgeführt, wodurch der

Einsatz von Bremswiderständen entfällt. Auch

Schaltschrankinverter können über den DC-Verbund

überschüssige Energie austauschen und anderen

Achsen zur Verfügung stellen. Diese intelligente

Energienutzung trägt zur weiteren Optimierung des

Gesamtwirkungsgrads bei.

Die Fähigkeit zur Energierückgewinnung ist besonders

in Anwendungen mit häufigen Bremsvorgängen

von Vorteil und unterstützt die Umsetzung nach -

haltiger Produktionskonzepte.

Digitale Unterstützung durch

Systemtools

Für die exakte Dimensionierung der Antriebslösungen

stehen digitale Planungstools zur Verfügung. Sie

führen Anwender durch alle Planungsphasen – von

Einzelachsanwendungen bis hin zu komplexen

Maschinenlösungen. Die Tools bieten Transparenz

über den Energieverbrauch und helfen, Überdimensionierung

zu vermeiden. Die intuitive Bedienung

ermöglicht auch weniger erfahrenen Nutzern eine

präzise Auslegung ihrer Systeme. Darüber hinaus

lassen sich SPS-Templates generieren und digitale

Services wie CAD-Daten und Produktdokumentationen

direkt integrieren. Dies unterstützt die gesamte

Engineering-Chain und beschleunigt die Projektumsetzung.

In der Intralogistik, der Lebensmittelverarbeitung,

der Textil- und Verpackungstechnik sowie in der

Materialverarbeitung eröffnen Systeme wie das Motor

Drive System neue Möglichkeiten. Besonders in

Bereichen mit langen Förderstrecken, wie Flughäfen

oder Logistikzentren, lassen sich durch den Einsatz

hocheffizienter Systeme erhebliche Einsparungen

Energieeffiziente Antriebstechnik der Klassen IE5/IE6 reduziert Verluste, senkt Betriebskosten

und erleichtert die Integration in bestehende Anlagen.

erzielen. Öffentliche Förderprogramme für grüne

Technologien unterstützen die Investition zusätzlich.

Auch in der Getränkeindustrie, wo hohe Dynamik und

kompakte Bauformen gefragt sind, bieten IE5/IE6-

Systeme klare Vorteile. Die universelle Einsetzbarkeit

macht sie zu einer zukunftssicheren Lösung für unterschiedlichste

Branchen.

Zukunftssicherheit durch

Standardisierung

Die internationale Normierung der Effizienzklasse

IE5 schafft eine verlässliche Vergleichsbasis für Anwender.

Systeme, die darüber hinausgehen, wie IE6,

basieren auf denselben Berechnungsgrundlagen und

bieten typischerweise rund 20 % höhere Effizienz.

Die Orientierung an Normen wie EN 50598–2 und

IEC 61800–9 fördert die Transparenz und erleichtert

die Auswahl geeigneter Lösungen.

Unternehmen, die frühzeitig auf diese Standards

setzen, sichern sich langfristige Vorteile in der Umsetzung

ihrer Klimastrategien. Die Kombination aus

normgerechter Technik und praktischer Systemintegration

bildet die Grundlage für nachhaltige industrielle

Innovation.

IE5/IE6 markiert den nächsten logischen Schritt in

der Entwicklung energieeffizienter Antriebstechnik.

Die Kombination aus technischer Innovation, digitaler

Unterstützung und systemischer Betrachtung

macht diese Systeme zu einem zukunftssicheren

Baustein für nachhaltige Produktionsprozesse. Unternehmen

profitieren von reduzierten Betriebskosten,

hoher Zuverlässigkeit und einer vereinfachten

Integration in bestehende Anlagen. Die breite Anwendbarkeit,

die einfache Handhabung und die hohe

Effizienz machen IE5/IE6 zu einem zentralen Element

moderner Automatisierungslösungen und zu einem

wichtigen Beitrag zur industriellen Energiewende.

Bild: Lenze

Industrieanzeiger » 14 | 2025 39


» TECHNIK

Modularer Maschinenbau für komplexe Fertigungsprozesse

Sondermaschinen mit 93 Achsen

Die Durrer Spezialmaschinen AG aus dem schweizerischen Immensee entwickelt unterschiedlichste

Sondermaschinen. Dass dabei insbesondere ein umfassendes Motion-Control-Know-how zum Tragen

kommt, lässt eine neue Produktionsanlage für Fotokalender erkennen: Auf 15,5 m Anlagenlänge

bzw. in zwei großen Schaltschränken verteilen sich Servomotoren und Servoverstärker von

Beckhoff für über 90 dynamisch angesteuerte Achsen.

» Stefan Ziegler, Editorial Management PR, Beckhoff Automation

Die 15,5 m lange Gesamtanlage besteht

aus der Maschine Fourcut zum Abzählen

und Zuschneiden der Signaturbogen in

einzelne Nutzen sowie aus der Wiro 500

für das Binden der Kalender.

Bild: Beckhoff

Die zweiteilige Anlage Fourcut/Wiro

500 automatisiert die bislang häufig

noch manuellen Verarbeitungsschritte

zwischen dem Drucken und der Verpackungs-

bzw. Logistiklinie. Dabei arbeitet

sie hochflexibel und kann Produkte in

vielfältigen Papierformaten und -qualitäten

sowohl aus dem Digital- wie auch aus

dem Offsetdruck verarbeiten. Zudem können

direkt ab Palette oder Zusammentragmaschine

neben Wandkalendern

auch Tischstehkalender produziert werden.

Möglich ist dies nur durch einen

hohen Automatisierungsgrad, der für kurze

Einstell- und Umrüstzeiten, für eine

zuverlässige Anlagenbedienung mit nur

ein bis zwei Personen sowie den hohen

Ausstoß von 1.600 bis 1.800 Kalendern

pro Stunde sorgt.

Die Anlage besteht aus einer Fourcut

zum Abzählen und Schneiden der Signaturbogen

in einzelne Nutzen sowie der

vollautomatischen Verarbeitungslinie

Wiro 500 für das Bohren und die Ring -

bindung bzw. das Stapeln und Sortieren

für nachfolgende Verpackungs- und

Logistikschritte. Die Wiro 500 wurde speziell

für die Konfektionierung von Foto -

kalendern konzipiert und insbesondere

auch, um der wachsenden Nachfrage

nach Losgröße-1-Fertigung, individualisierten

Kleinmengen und speziellen Produktdesigns

nachzukommen.

Komplexe Bewegungen

Insgesamt 93 Achsen – realisiert über

Servoverstärker AX5000 und Servomotoren

AM8000 – übernehmen die komplexen

Prozessabläufe. Zudem ist eine Zusammentragmaschine

über digitale I/Os

sowie ein SCARA-Roboter via Profinet

integriert. Hinzu kommen zahlreiche

Prüf- und Überwachungsfunktionen zur

Sicherstellung einer hohen Produktquali-

tät, um z. B. Abweichungen im Druckbild

von unterschiedlichen Druckmaschinen

auszugleichen. Gesteuert wird all das mit

PC-based Control von Beckhoff, bei dem

– so Patrick Suter, CTO von Durrer – das

breite und fein skalierbare Produktport -

folio gerade für einen Sondermaschinenbauer

besondere Vorteile bietet: „Außerdem

ist die PC-basierte Steuerungstechnik

optimal geeignet, um die benötigte

Drittsoftware, zum Beispiel für den Roboter,

einen QR-Codeleser oder die Prüf -

kamera, auf einem Rechner zu installieren.

Auf die Beckhoff Antriebstechnik setzen

wir schon seit elf Jahren konsequent,

weil sie sich als homogenes und sehr gut

abgestimmtes System von SPS, Motion

und Safety erwiesen hat.“

Konkrete Kostenvorteile ergebe die One

Cable Technology (OCT) der Beckhoff

Antriebstechnik, durch weniger Kabeldurchführungen

und kleinere Schlepp -

40 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Bild: Beckhoff

ketten, also insgesamt weniger Material

und Montagezeit. Ganz im Sinn des modularen

Maschinenbaus setzt Durrer bei

der Fourcut/Wiro 500 mehrere Beckhoff

Rechner zur Steuerung ein, die über das

EAP-Protokoll miteinander kommunizieren.

Ausgewählt wurden hierfür die laut

Patrick Suter vor allem aufgrund der optimal

skalierbaren Rechenleistung, der

kompakten Bauform und der zahlreichen

Kommunikationsschnittstellen sehr gut

geeigneten Ultra-Kompakt-Industrie-PCs:

je ein C6030 für die Fourcut und die Wiro

500 sowie je ein C6015 für ein optionales

Übergabemodul und die OPC-UA-Kommunikation

zum übergeordneten Kundensystem.

Zu den Erfahrungen mit den Kommunikationsfähigkeiten

im Rahmen von PCbased

Control erläutert Patrick Suter:

„EtherCAT ermöglicht uns mit seiner Topologiefreiheit

eine einfache und perfekt

auf die Maschinen zugeschnittene Feldbusarchitektur.

Um die Verdrahtung zu

vereinfachen, werden über 98 % der

Die Projektbeteiligten

vor der FOURCUT

(v.l.n.r.): Nicola

Ritzmann, Leiter

Mechanische Entwicklung,

und CTO

Patrick Suter (beide

Durrer) sowie Markus

Wagner, Vertrieb bei

Beckhoff Schweiz.

Signale mit EtherCAT-Box-Modulen der

EP-Serie – 62 in der Fourcut und 52 in der

Wiro 500 – direkt an der Maschine aufgenommen.

Daher ist solch ein performanter

und robuster Feldbus zwingend notwendig.

Zudem gibt es durch die weite

Verbreitung von EtherCat zahlreiche

Drittkomponenten, z. B. EtherCat-fähige

Drehgeber, die sich direkt ins Netzwerk

einbinden lassen. Und auch das EAP-Protokoll

hat sich als schnelle, einfache und

zuverlässige Lösung für die Steuerungzu-Steuerung-Kommunikation

bewährt.“

Einen weiteren Kommunikationsaspekt

beschreibt Patrick Suter: „Die umfassende

und zuverlässige Datenerfassung bildet

die Grundlage, um ein echtes Predictive

Maintenance zu realisieren. Es lassen sich

etwaige Fehler nicht nur schnell lokalisieren

und beheben, sondern über Daten -

auswertungen auch die Einflüsse unterschiedlicher

Fehler auf die Dauer eines

Maschinenstillstands beurteilen. Dies

bietet viel Potenzial für Prozessoptimierungen.“

Neben der technischen Leistungsfähigkeit

von PC-based Control sind aus Sicht

von Nicola Ritzmann, Leiter Mechanische

Entwicklung bei Durrer, aber noch weitere

Aspekte von Bedeutung: „Die Steuerungsund

Antriebstechnik von Beckhoff bietet

eine hohe Qualität und führt somit auch

nur sehr selten zu Anlagenstillständen.

Und selbst wenn, erhalten wir sehr

schnell und kompetent Hilfe von Beckhoff

Schweiz und auch aus der Zentrale in

Verl. Dies gilt nicht nur mit Blick auf

Bild: Beckhoff

Gerade bei Anlagen mit sehr vielen Bewegungsachsen

kommen die Bauraumvorteile der Servoverstärker

AX5000 in Verbindung mit der One

Cable Technology (OCT) besonders zum Tragen.

einen reibungslosen Anlagenbetrieb, sondern

auch bereits in der Projektierungsphase.“

Dass diese Unterstützung aber gar

nicht so häufig erforderlich sein dürfte,

zeigt sich daran, dass Durrer jüngst zum

Beckhoff Solution Provider ernannt wurde

und dementsprechend mit seinem umfassenden

Know-how auch andere Anwender

von PC-based Control unterstützt.

Thomapren®-EPDM/PP-

Schläuche – FDA konform

www.rct-online.de

Elastischer Pumpen-, Pharma- und

Förderschlauch für höchste Ansprüche

• High-Tech-Elastomer EPDM/PP: Temperaturbeständig

bis +135 °C, UV-beständig, chemikalienresistent,

niedrige Gaspermeabilität

• Für Schlauchquetschventile und Peristaltikpumpen: Bis zu

30 mal höhere Standzeiten gegenüber anderen Schläuchen

• Biokompatibel und sterilisierbar: Zulassungen nach FDA,

USP Class VI, ISO 10993, EU 2003/11/EG

Reichelt

Chemietechnik

GmbH + Co.

Englerstraße 18

D-69126 Heidelberg

Tel. 0 62 21 31 25-0

Fax 0 62 21 31 25-10

rct@rct-online.de

Industrieanzeiger » 14 | 2025 41


» TECHNIK

Formula Student nutzt hydraulische Hochleistungskomponenten im Leichtbau

Von 0 auf 100 in 2,4 Sekunden

Energieeffizienz und hoher Anwendungskomfort werden als Maximen in einer Vielzahl von

Anwendungen verfolgt. Leichtbau-Konstruktionen oder Miniaturisierung der Systeme sind

Ansätze, um diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Miniaturkomponenten von

Lee helfen dabei, gewichts- oder bauraumoptimierte Systeme zu realisieren – beispielsweise

im Rennsport bei der Formula Student.

» Peter Becker, Becker Storytelling

Lee-Ventile sind in einem im SLM-Verfahren gedruckten Ventilblock aus Aluminium

integriert.

Ventile, Drosseln, Blenden, Siebe und Pumpen

kommen in anspruchsvollen Anwendungen zum

Einsatz, in denen es auf Gewichtsersparnis ankommt

oder dort, wo Bauraum ein rares Gut ist. Lee Hydraulische

Miniaturkomponenten steht seit fast 50 Jahren

für Fluid-Control-Komponenten in Miniatur- und

Leichtbauweise. Typische Anwendungen der Miniaturkomponenten

finden sich in der Luft- und Raumfahrt,

der Medizin- und Analysetechnik sowie dem

Fahrzeug- und Maschinenbau – somit in Applika -

tionen, in denen es einerseits auf jedes Gramm ankommt,

um beispielsweise Treibstoff einzusparen, oder

andererseits maximale Zuverlässigkeit gefordert ist.

Bild: Lee Hydraulische Miniaturkomponenten

Mit eigenentwickelten Spezialmaschinen zur Herstellung

von Kleinstbauteilen stellt Lee marktfüh -

rende Qualität und Präzision sicher. Alle Produkte

werden 100 Prozent qualitäts- und funktionsgeprüft.

Somit können Maschinen- und Gerätehersteller

sicher sein, zuverlässige und performante Miniaturkomponenten

für ihre Leichtbauanwendungen und

miniaturisierten Systeme zu nutzen.

Eine Anwendung, die nochmals ganz besonders

hohe Ansprüche in Sachen Leichtbau stellt, ist die

Formula Student. Die Formula Student ist der größte

internationale Ingenieurswettbewerb für Studierende.

In diesem Wettstreit konstruieren und fertigen

die Studierenden in Teamarbeit einen einsitzigen

Formelrennwagen, mit welchem auf Rennstrecken in

der ganzen Welt an Events teilgenommen werden

kann.

Die Formula Student bietet drei Klassen: Verbrenner,

elektrisch und autonom fahrend. Im Jahr 2024

hatten sich mehr als 80 Teams angemeldet. Sie

wurden von einer Jury aus Experten der Motorsport-,

Automobil- und Zulieferindustrie in unterschiedlichen

Disziplinen bewertet. Bei der Formula Student

geht es jedoch nicht nur um Rennzeiten und die Leistungsfähigkeit

der Boliden, sondern um den ganzheitlichen

Blick auf die Anforderungen in der Fahrzeugindustrie.

So müssen die Teams unter anderem

das konstruktive Design, eine Kostenanalyse sowie

einen Vermarktungsplan vorstellen. Die Fahreigenschaften

der Rennwagen werden in unterschiedlichen

Disziplinen getestet – von Beschleunigungstest

bis zum autonomen Bewältigen einer Rennstrecke.

Hydraulische Miniaturkomponenten

im elektrischen Rennwagen

Das Team Elbflorace der TU Dresden ist seit rund 20

Jahren Teil des Wettbewerbs und konnte in dieser

Zeit eine Vielzahl an Podiumsplätzen bei unterschiedlichen

Events für sich verbuchen. 2024 ging

Elbflorace mit dem elektrischen Fahrzeug Daisi E an

42 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Bild: Lee Hydraulische Miniaturkomponenten

Die Ventile von Lee

kommen im Formula-

Students-Rennwagen

der TU Dresden im

aktiven Fahrwerk

sowie im Notbrems -

system zum Einsatz.

den Start. Es liefert eine Leistung von 4 x 35 kW bei

einem Gewicht von lediglich 185 kg. Damit kommt es

auf eine Beschleunigung von 0–100 km/h in unter

2,4 Sek. Am Fahrzeug arbeitet ein fast 70-köpfiges

Team aus Ingenieuren aus unterschiedlichen Fachrichtungen:

von Maschinenbau-Studierenden, Elektrotechnikern

bis hin zu Wirtschaftswissenschaftlern

und Informatikern.

Um diese Kraft und Beschleunigung auf die Straße

zu bekommen, braucht es vor allem leistungsstarke

und dennoch leichte Komponenten wie von Lee.

Dennis Seifert, Head of Powertrain bei Elbflorace,

erklärt: „Lee steht mit seinen Miniaturkomponenten

für Performance und Zuverlässigkeit. Die Ventile sind

extrem kompakt und leicht, was uns im Design der

Subsysteme neue Möglichkeiten eröffnet. Das zeigt

sich auch im Bremssystem unseres Fahrzeugs.“ Denn

im Notbremssystem des autonom fahrenden Systems

von DaisiE regulieren Lee-Komponenten den hydraulischen

Druck. Das autonome System ist fester

Bestandteil der Formula-Student-Prüfungen. Neben

Dynamikprüfungen mit Fahrern müssen die Boliden

auch autonom agieren können. Bei diesen Tests müssen

die Fahrzeuge mit Kegeln abgesteckte Strecken

abfahren, ohne mit diesen zu kollidieren. Hierzu

kommen komplexe KI-Algorithmen und verschiedene

Sensorsysteme zum Einsatz.

Die Magnetventile von Lee sind in einen im SLM-

Verfahren gedruckten Ventilblock aus Aluminium in

das autonom agierende Notbremssystem integriert.

Damit gehört das System zu den leichtesten Varianten

der Formula-Student-Serie. Das ist kein Zufall,

haben doch viele der Rennsport-Komponenten von

Lee bietet Miniaturkomponenten für eine Vielzahl von Leichtbau-Anwendungen.

Lee ihren Ursprung in der Luft- und Raumfahrt, wie

Jürgen Prochno, Geschäftsführer bei Lee, betont:

„Die Anforderungen im Rennsport ähneln sehr stark

denen im Flugzeug oder in Raketen. In diesen

Anwendungen kommt es auf jedes Gramm an, die

auftretenden Kräfte sind enorm. Dazu kommen

enorm hohe Drücke. Wir bieten hierfür leckagefreie

Hochleistungskomponenten im Kleinstformat.“

Beispielsweise finden sich im Lee-Portfolio

Edelstahl-Rückschlagventile für Systemdrücke bis

1.000 bar, die gleichzeitig kürzer als 2,5 cm auf -

bauen. Wie alle Lee-Komponenten sind auch diese

Ventile 100 % funktionsgeprüft und somit maximal

zuverlässig. (sc)

Bild: Lee Hydraulische Miniaturkomponenten

Industrieanzeiger » 14 | 2025 43


» TECHNIK

Wie bewegte Leitungen zur grünen Transformation der Industrie beitragen

Mit Leitungen zu mehr Nachhaltigkeit

Wie kann der Wandel zu einer nachhaltigen Industrie so gestaltet werden, dass Ökologie und

Ökonomie kein Gegensatz sind, sondern sich ergänzen? Hier lohnt sich ein näherer Blick auf

die in der Produktion eingesetzten Komponenten und deren Integration in die Betriebsabläufe.

So können ein durchdachtes Design und clevere Ideen dabei helfen, Kosten zu sparen und

gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Bild: Igus

Im 5.500 m 2 großen Testlabor werden alle Chainflex-Leitungen dauergetestet. Die Ergebnisse fließen in die Online-Lebensdauerberechnung ein.

Das Management von Kabeln und Leitungen

wird in der Industrie-4.0-Ära

zu einer Herausforderung. Im Zuge der

Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen

und Anlagen müssen sich Betreiber

längst nicht mehr nur um klassische

Energieleitungen kümmern, sondern auch

um eine Vielzahl von Datenleitungen für

Sensoren und Vision-Systeme. „Leitungen

spielen eine immer wichtigere Rolle, sie

sind inzwischen zu einer Art Nervensystem

von Maschinen und Anlagen geworden,

dessen Ausfallsicherheit und Nachhaltigkeit

mehr denn je über die Produktivität

und den ökologischen Fußabdruck

von Industrieunternehmen entscheidet“,

sagt Rainer Rössel, Geschäftsbereichsleiter

Chainflex-Leitungen bei Igus. „Wir optimieren

die Produktion, die Logistik und

den Betrieb rund um unsere Leitungen

daher so, dass sie in allen drei Bereichen

nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen.“

Zum Einsatz kommen die Leitungen vor

allem in Energieketten in bewegten, industriellen

Anwendungen– unter anderem

in Kranen, Werkzeugmaschinen und

Hochregallagern. Das Sortiment umfasst

inzwischen mehr als 1.350 verschiedene

Leitungstypen, darunter Steuer-, Motor-,

Servo-, Roboter-, Bus-, Daten- und Lichtwellenleiter

sowie Speziallösungen.

Langlebigkeit statt geplanter

Obsoleszenz

Ein Hauptaspekt der Nachhaltigkeit von

Chainflex-Leitungen ist ihre Lebensdauer

in der Bewegung. Der zugrundeliegende

Gedanke von Igus ist einfach und das

Gegenteil von geplanter Obsoleszenz: Je

länger und zuverlässiger eine Leitung in

einer bewegten Anwendung funktioniert,

desto stärker trägt sie zur Wirtschaftlichkeit

und gleichzeitig zum Umweltschutz

bei. Denn weltweit fallen immer wieder

Leitungen aus, die zwar zu 95 % recycelt

werden – vor allem das Kupfer. Doch ne-

ben dem Metall entstehen auch große

Mengen an Abfällen, die beim Kabelrecycling

anfallen. Mischmaterialien wie

Kunststoffe, Additive, Folien und Vliese

landen dann häufig auf Deponien oder in

Verbrennungsanlagen, was zusätzliche

Umweltbelastungen verursacht. Hinzu

kommt: „Jedes Mal, wenn eine Leitung

defekt ist, muss Ersatz produziert werden

– mit entsprechender CO 2 -Belastung in

der gesamten Fertigungs- und Transportkette“,

gibt Rössel zu bedenken. Je

länger ein Produkt halte, desto größer sei

im Umkehrschluss die CO 2 -Einsparung.

„Daher arbeiten wir kontinuierlich daran,

unsere Leitungen zu verbessern und auf

unterschiedlichste industrielle Anwendungen

abzustimmen.“ Der Ansatz von

Chainflex berücksichtigt diese Vielfalt

und trägt durch spezifische Konstruktionsmerkmale

zu einer besonders langen

Haltbarkeit und damit einem nachhaltigen

Einsatz bei. Hierzu zählen beispiels-

44 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Bild: Igus

Weniger Verpackungsaufwand und mehr Platzersparnis:

Mit dem Chainflex Case S ist Ordnung

halten selbst in den kleinsten Lagern möglich.

weise die Bündelverseilung bei Steuerleitungen

mit mehr als zwölf Adern, der

zwickelfüllend extrudierte Außenmantel

sowie der spezielle Schirmaufbau, bei

dem der Flechtwinkel exakt auf den

Biegeradius abgestimmt ist.

Um die Leitungen noch präziser auf

spezifische Anforderungen abzustimmen,

bietet der Hersteller einen Online-

Lebensdauerrechner an. Diese Weiterentwicklung

ermöglicht es dem Anwender,

eine geeignete und nachhaltige Leitung

für seine individuelle Anwendung noch

genauer zu berechnen – sowohl in Bezug

auf Wirtschaftlichkeit als auch Umweltfreundlichkeit.

Die Leitungen werden

nicht nur theoretisch entworfen, sondern

auch umfassend in einem Testlabor

geprüft.

Kunden können in diesem Tool die

Parameter ihrer Anwendung wie Beschleunigung,

Verfahrweg, Temperatur

und weitere mechanische Kriterien angeben

und so die passende Leitungstype und

die entsprechende Lebensdauer in der

spezifischen Kundenanwendung herausfinden.

„Entscheiden sich Anwender für

ungeeignete Leitungen, resultiert daraus

eine kürzere Lebensdauer. Das wiederum

führt zu einem schnelleren Wechsel und

verursacht unnötige Kosten und Müll. Mit

dem Lebensdauerrechner und der optimalen

Leitung können Kunden hingegen ein

Maximum aus ihrer Investition heraus -

holen und gleichzeitig die Umwelt schonen.“

Die Empfehlung über das Online-

Tool funktioniert so zuverlässig, dass Igus

diese dann entsprechend auch schriftlich

mit vier Jahren und der entsprechend im

Lebensdauerrechner kalkulierten Zyklenzahl

garantiert. Dieses Versprechen hat

sich das Unternehmen sogar von einer

unabhängigen Prüfstelle validieren

lassen.

Passgenaue Leitungslängen

Die Leitungen lassen sich metergenau auf

die gewünschte Länge zuzuschneiden und

das ohne zusätzliche Kosten. „Stünden

nur Standardlängen zur Verfügung, müssten

sich viele Kunden für Leitungen entscheiden,

die eigentlich zu lang sind.

Durch den exakten Zuschnitt können wir

Ressourcen effizienter nutzen, das Transportvolumen

reduzieren, Abfallmengen

verringern und somit die Ökobilanz von

Maschinen und Anlagen verbessern.“ Der

Hersteller liefert bereits ab einem Meter

Leitungslänge, es gibt keine Mindestabnahme

oder Mindermengen-Zuschläge.

Um die Nachhaltigkeit weiter zu stärken,

wurde darüber hinaus die sogenannte

Chainflex-Restebörse ins Leben gerufen.

Kunden haben hier die Möglichkeit, Reststücke

von Leitungen mit 50 % Rabatt

auf den Listenpreis zu erwerben.

Verpackungsmaterial gespart

Das kölner Unternehmen ist zudem darum

bemüht, den Transport und die Lagerung

von Leitungen nachhaltiger zu gestalten.

Hier kommt das sogenannte „Chainflex

Case“ ins Spiel. Dabei handelt es sich um

Gehäuse aus Karton, das den umweltfreundlichen

Versand von Leitungstrommeln

ermöglicht. „Dank der neuartigen

Lösung können wir auf Schutzfolien und

anderen Verpackungsmüll verzichten, der

beim klassischen Versand auf Paletten

anfällt“, erklärt Rössel. Der Versand sei

zudem deutlich günstiger. Durch den Umstieg

von einer Spedition auf einen Paketdienst

lassen sich bis zu 84 % Kosten sparen.

Vor Ort können Anwender den speziellen

Karton darüber hinaus als Lager

und Transportsystem einsetzen. „Durch

die Stapelfähigkeit bieten wir die Möglichkeit,

flexible Lagerstätten zu errichten,

ohne in eine teure Infrastruktur mit

Regalen investieren zu müssen.“ Die Leitungen

lassen sich direkt aus dem Karton

abtrommeln. Ist das Case leer, können

Unternehmen eine neue Rolle mit bis

zu 200 m Leitung bestellen und in den

speziellen Karton einsetzen. (hw)

SPS in Nürnberg

25. - 27. November 2025

Halle 3 Stand 468

Hochpräzise,

kompakt

und effizient

Bestens geeignet, wenn exakte

Bewegungskontrolle und hohe

Drehmomentübertragung auf

kleinstem Bauraum erforderlich

sind, wie z. B. in der Robotik.

Dank ihrer einzigartigen Verzahnungstechnologie

bieten

maxon Wellgetriebe einen hohen

Wirkungsgrad und eine gute

Rückdrehbarkeit.

Mehr Informationen unter:

www.maxongroup.de

Precision Drive Systems

Industrieanzeiger » 14 | 2025 45


» TECHNIK

Leistungsschau für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin öffnet ihre Pforten

Innovationen rund um das Thema

Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Vom 4. bis 7. November findet in Düsseldorf erneut die Fachmesse A+A statt. Im Mittelpunkt

stehen Lösungen, die die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit schützen und fördern.

Die diesjährige Messe hat dabei die Schwerpunkte Digitalisierung, Nachhaltigkeit, psychisches

Wohlbefinden und Exoskelette, die bei Rahmenveranstaltungen genauer beleuchtet werden.

Auch der Bereich Persönliche

Schutzausrüstung ist ein Schwerpunkt

der Fachmesse A+A in Düsseldorf.

Bild: Constanze Tillmann

Unter dem Leitthema „Der Mensch

zählt“ wird Düsseldorf im November

erneut zum Treffpunkt der internationalen

Fachcommunity der Bereiche Arbeitssicherheit

und Arbeitsmedizin. Über 2.200

Ausstellende, eine Mischung aus Marktführern

und Neuausstellenden, kommen

in diesem Jahr zur Fachmesse A+A am

Rhein. Die Besucher erwartet dabei ein

umfassender Überblick über aktuelle

Entwicklungen und Trends – speziell die

Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung

und New Work, also Flexibilität und Autonomie

des Arbeitnehmers bei der Arbeit,

stehen im Fokus. Zahlreiche Veranstaltungen

laden zum fachlichen Austausch

und Networking ein, wie etwa ein

Kongress, der praxisorientiertes Knowhow

mit neuesten wissenschaftlichen

Erkenntnissen zusammenführt.

Die A+A präsentiert in den Messehallen

innovative Technologien und Produkte

wie Exoskelette, Virtual-Reality-Anwendungen

in der Arbeitssicherheit, Drohnenlösungen

für den Katastrophenschutz

sowie auch KI-gestützte Gefährdungsanalysen

und ergonomische New Work

Konzepte. Zu sehen sind Produkte und

Entwicklungen im Bereich Persönliche

Schutzausrüstung (PSA), die Sicherheit,

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

miteinander verbinden. Die Sparte Corporate

Wear und Workwear, die auf der

diesjährigen Messe eine wichtige Rolle

spielt, bietet weitere Highlights.

Die Anforderungen an moderne Berufsbekleidung

verändern sich derzeit rasant:

Nachhaltige Materialien, smarte Textilien

mit integrierten Sensoren, individuelle

Designs sowie genderneutrale, komforta-

ble Schnitte sind gefragt. Die Leistungsschau

in Düsseldorf zeigt, was möglich ist

– sowohl an den Messeständen als auch

inszeniert auf der Fashion Show Bühne.

Hier erleben Besucher live, wie sich Funktionalität,

Sicherheit und modernes

Design ergänzen.

Der A+A Kongress 2025 präsentiert sich

mit frischen Formaten, die aktuelle Trends

aufgreifen und praxisnah gestalten. Im

Mittelpunkt stehen Themen wie der

Klimawandel und seine Auswirkungen,

die Förderung von Gesundheit und

psychischem Wohlbefinden in der

Arbeitswelt sowie wirksame Präventionsstrategien

– insbesondere für kleine und

mittlere Unternehmen. Auch die Rolle der

Digitalisierung und KI im modernen

Arbeitsschutz wird intensiv beleuchtet.

Ergänzend dazu bietet die Konferenz

Wearracon Europe mit ihrem Themenschwerpunkt

tragbare Robotik eine

thematische Vertiefung und erweitert das

Kongressangebot um zukunftsweisende

Perspektiven im Bereich Exoskelette für

den beruflichen Einsatz. Die Konferenz

wird vom Fraunhofer IPA und dem IFF der

Universität Stuttgart in Zusammenarbeit

mit der US-amerikanischen Wearable

Robotics Association ausgerichtet.

Beim BMWK Young Innovators Stand

können Start-ups ihre Lösungen für

Arbeitsschutz, Ergonomie und Prävention

zur Schau stellen – finanziell gefördert

durch das BMWK, dem Bundesministerium

für Wirtschaft und Klimaschutz. (dak)

46 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Teststationen laden auf der Messe A+A zum Ausprobieren ein

Schutz für Hand und Fuß

Der schwedische Experte für Handschutz und Sicherheitsschuhe Ejendals präsentiert auf der

Messe A+A in Düsseldorf Innovationen aus seinem Produktportfolio. In Halle 13, Stand D28

können die Besucher an Teststationen praxisnah und interaktiv erleben, wie sich Hände und

Füße im Arbeitsalltag effektiv schützen lassen.

» Regina Iglauer-Sander, M.A., Inhaberin Coaching & Communication und Medienbeauftragte für DACH bei Ejendals

Bild: Ejendals

Ejendals präsentiert auf der Messe die neue Oil

Grip Technologie, die den Handschutz verbessert.

Ejendals rückt bei der A+A die Themen

moderne Prävention und Produkt -

sicherheit in den Mittelpunkt seines

Messeauftritts. Das Unternehmen, das die

Marken Tegera für Handschutz und Jalas

für Schuhe führt, tritt auf einer eigenen

Showfläche in den Dialog mit den Besuchern.

Test stationen wird es hier geben,

Expertenvorträge im Stundentakt und

Produkt-Innovationen – ein Format, das

Wissen und Praxis miteinander verbindet.

Die Teststationen bieten Live-Checks

moderner, innovativer Schutztechnologien

und geben Einblicke in die neuesten

Materialien und Verfahren.

Im Stundenrhythmus werden vom 4. bis

6.11. die branchenspezifischen Kurzvorträge

gestreamt und live gezeigt – unter

anderem zu Schnittschutz, der neuen Oil

Grip-Technologie sowie zu hochwertigen

Lederqualitäten und fortschrittlicher Isolation.

Das Team demonstriert anschaulich,

welche Vorteile die aktuellen Materialentwicklungen

speziell für risikoreiche

Arbeitsbereiche bieten. Nicht nur am

Screen, sondern direkt an der Teststation

erleben Besucher praxisnahe Prüfmethoden:

• Beim Oil Grip Test wird an metallischen

Kegeln getestet, wie lange Montagehandschuhe

im Vergleich zum Oil Grip-

Modell den glitschigen, öligen Metallkegel

sicher halten. Branchen, die auf

sicheren Griff selbst unter schwierigen

Bedingungen angewiesen sind, erhalten

mit der neuen OGT-Beschichtung

mehr Griffigkeit und Rutschsicherheit.

• Der Tegera 8846 Schnittfestigkeitstest

veranschaulicht die CRF Omni-

Faser-Qualitäten von Ejendals:

Besucher prüfen selbst, wie sich Fasertechnologien

gegen scharfe Klingen

behaupten und dabei hohen Komfort

bieten.

• Verschiedene Lederqualitäten nach

LWG-Standard können verglichen

werden – nachhaltige, belastbare und

ergonomisch optimierte Materialien,

wie sie etwa in Sicherheitsschuhen von

Jalas eingesetzt werden.

• Der Poron-Bowlingball-Test demonstriert

die Stoßdämpfung von Poron:

Eine Bowlingkugel fällt aus 40 cm

Höhe auf eine Tablet-Oberfläche, die

durch Poron geschützt ist – kein

Schaden, maximale Sicherheit.

Auch bei weiteren Highlights wie Micro -

than/Macrothan-Reißfestigkeit, oder dem

Cleanroom Grip Test an trockenen Kegeln

rückt Ejendals die Materialinnovation ins

Zentrum und zeigt, wie sich Schutz und

Tragekomfort nicht ausschließen, sondern

verstärken. Zwischen den Vorträgen steht

das Kompetenz-Team des Unternehmens

persönlich für Fragen bereit und begleitet

die Besucher durch die Teststationen. Alle

Demonstrationen und Impulsvorträge

werden zudem auf Social Media verbreitet,

sodass das Event weit über den

Messestand hinaus strahlt.

Das erklärte Ziel des schwedischen

Unternehmens ist: Null Verletzungen an

Händen und Füßen. Die Fachmesse A+A

ist die Bühne, auf der eine sichere

Arbeitswelt von morgen erlebbar wird,

und Ejendals lädt mit interaktiven Formaten

dazu ein, die eigene Sicherheit zur

Chefsache zu machen – direkt auszuprobieren

und kritisch zu hinterfragen.

Praxis, Expertenwissen und Innovation

sind am Messestand der Schlüssel für

diese Möglichkeit.

Industrieanzeiger » 14 | 2025 47


» TECHNIK

Spüllösung leistet Erste Hilfe bei Augenverletzungen

Warum jede Sekunde zählt

In industriellen Umgebungen hat Arbeitsschutz höchste Priorität, auch was die Augen angeht.

Chemikalienspritzer können bei diesem besonders schutzlosen Körperteil binnen Sekunden

schwere Schäden anrichten. Eine Spüllösung des Erste-Hilfe-Spezialisten Cederroth leistet im

Ernstfall essenzielle Dienste - genau dann, wenn jede Sekunde zählt.

» Andrea Ottosson, International & Digital Communications Manager, Orkla Wound Care

Die Spüllösung von

Cederroth bietet bei

Augenverletzungen im

Arbeitsumfeld eine

schnelle und wirksame

erste Hilfe.

Bild: Cederroth Erste Hilfe

Die meisten chemischen Augenverletzungen

werden durch alkalische

Substanzen wie Natronlauge, Zement

oder Ammoniak verursacht, doch auch

Säuren wie Schwefelsäure oder Salzsäure

können bleibende Schäden hervorrufen.

Chemische Augenverletzungen können

das biologische Gewebe des Auges ganz

oder teilweise zerstören. „Das Wichtigste,

wenn eine ätzende Substanz ins Auge

gelangt, ist, sofort mit dem Spülen zu beginnen“,

sagt Anders Behndig, Professor

am Universitätsklinikum Umeå in Schweden.

„Es ist eine Frage von Sekunden nach

Eintritt der Augenverletzung, und es ist

wichtig, über einen längeren Zeitraum

weiter zu spülen. Dies ist entscheidend

dafür, ob das Auge und das Sehvermögen

erhalten werden können.“ Die schlimmsten

Verletzungen entstünden bei Unfällen

mit alkalischen Substanzen, da diese tief

eindrängen und die Stammzellen des Auges

schädigen könnten, sodass die Hornhaut

trüb und undurchsichtig würde. Sie

könnten auch die Bindehaut des Auges

schädigen, sodass sie mit dem Augenlid

zusammenwachsen würde. „Dies kann

nicht repariert werden, nicht einmal

durch eine Transplantation“, erklärt Professor

Behndig.

Da das Ausmaß der Schäden von der

Art der Chemikalie und der Dauer des

Kontakts abhängt, ist nicht nur sofortiges,

sondern auch fortgesetztes Spülen ent-

scheidend. Der Wissenschaftler rät:

„Wenn man das Auge schnell zu spülen

beginnt und über einen längeren Zeitraum

spült, vorzugsweise 15 Minuten

oder länger, hat der Körper eine größere

Chance, die Verletzung zu heilen. Je

länger, desto besser. Wenn Sie eine ernsthafte

Verletzung vermuten, sollten Sie so

lange spülen, bis Sie unter ärztlicher

Versorgung sind.“ Außerdem sei es

wichtig, mit einem großzügigen, gleichmäßigen

Fluss zu spülen, um die Konzentration

der ätzenden Substanz schnell zu

verringern und sie mechanisch aus dem

Auge zu entfernen.

Das menschliche Auge hat einen neutralen

pH-Wert von 7,4. Schon kleine

48 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Entstehen Augenverletzungen durch

Chemikalien, muss das Auge sofort

und bis zum Eintreffen des

Not arztes gespült werden.

Abweichungen

können Reizungen verursachen,

während pH-Werte

unter 4 oder über 10 innerhalb von

Sek. zu ernsthaften Verletzungen

führen können. Staub, Schmutz und

Metallspäne sollten ebenfalls sofort

ausgespült werden, um Komplikationen

zu vermeiden. Schnelles und gründliches

Spülen ist daher ein zentraler Bestandteil

der betrieblichen Erste Hilfe.

Die Vorteile von gepufferten

Augenspüllösungen

Cederroth, der schwedische Spezialist für

Erste- Hilfe-Systeme, hat die Augenspüllösung

Eye Wash entwickelt, um eine

rasche und wirksame erste Hilfsmaßnahme

bei chemischen Augenverletzungen zu

ermöglichen. Die Spüllösung mit ihrem

intuitiven Design ist Borat-gepuffert, was

bedeutet, dass sie nicht nur schädliche

und gefährliche Substanzen mechanisch

ausspült, sondern auch dazu beiträgt, den

natürlichen pH-Wert des Auges schneller

und effektiver wiederherzustellen als

Standard-NaCl- Lösungen oder Wasser.

Für Betriebe, die mit Zement, Beton oder

auch Kalk arbeiten, ist die phosphatfreie

Formel von Cederroth besonders nützlich,

da sie das Risiko schädlicher chemischer

Reaktionen mit Calcium vermeidet.

Schnelle Hilfe

Bild: Cederroth Erste Hilfe

Da es bei einem Unfall auf jede Sekunde

ankommt, sind die Eye Wash-Flaschen für

eine schnelle und intuitive Anwendung

konzipiert. Sie öffnen sich automatisch,

wenn sie aus der Wandhalterung gedreht

werden, und die integrierte Augenschale

leitet einen großzügigen Spülfluss direkt

ins Auge. Jede Flasche liefert etwa 1,5

min Spülung und hat eine Haltbarkeit von

4,5 Jahren.

Die Eye Wash-Produktreihe des Herstellers

umfasst mehrere Ausfertigungen

und Zubehörteile, sodass die Reihe an

unterschiedliche betriebliche Arbeits -

umgebungen angepasst werden kann. Eye

Wash-Stationen und Wandhalterungen

können in der Nähe von Gefahrenbereichen

installiert werden, sodass die

Spüllösung jederzeit griffbereit ist. Bei

schweren Verletzungen können mehrere

Flaschen nacheinander verwendet oder

auch zur weiteren Spülung auf dem Weg

zur medizinischen Versorgung mitgenommen

werden. Alle Eye Wash-Produkte von

Cederroth erfüllen die Anforderungen der

EU-Norm für Notfall-Augenspüllösungen.

Auf der Messe A+A ist Cederroth Erste Hilfe in

Halle 5 an Stand G16 vertreten.

BARTH Hubtische – Ihre Lösung

für ergonomisches Arbeiten!

Ob bestücken, transportieren

oder in optimaler Höhe

montieren – wir erleichtern

Ihren Arbeitsalltag.

barth-maschinenbau.de Industrieanzeiger | » barth-shop.de

14 | 2025 49


» TECHNIK

Professionell reparierte Workwear ermöglicht mehr Nachhaltigkeit

In fähige Hände abgegeben

Berufskleidung soll so lange wie möglich halten. Doch wer möchte nach der Arbeit

noch Knöpfe annähen oder Risse in der Hose reparieren? Lösungen bieten textile

Mietdienstleister, die diese Aufgabe übernehmen. Ein Blick in die Praxis dieser

Serviceleistung und den Nutzen für die Profis und die Umwelt.

sehr reparaturfreundliche Nähtechnik“

erläutert Thomas Krause. „So werden

manuelle Arbeiten schnell und einfach

durchgeführt. Das funktioniert dann auch

bei eher komplizierten Angelegenheiten

wie dem Reißverschluss.“

Bild: DBL

Kleidung als schnelllebiges Wegwerfprodukt

ist heute ein Auslaufmodell.

Gerade hochwertige und aufwändig produzierte

Arbeitskleidung sollte so lange

wie möglich im Einsatz sein und gut

gepflegt werden. Doch auch wenn

qualitativ hervorragend verarbeitete Berufskleidung

für enorme Beanspruchung

konzipiert wurde, geht im produktiven

Arbeitsalltag von Handwerkern und

Industriearbeitern unter mechanischen

Einwirkungen schon mal etwas kaputt:

Nähte reißen, Reißverschlüsse haken oder

aber Knöpfe lösen sich. Da ein vorschnelles

Entsorgen keine gute Option ist, bietet

sich die Kunst des Reparieren als probate

Alternative an.

Was genau darunter zu verstehen ist,

kann der textile Mietdienstleister DBL –

Deutsche Berufskleider-Leasing erklären.

„Tatsächlich sind es oft ausgerissene

Bild: DBL

Die DBL bietet mietbare

Workwear an, Funktionstextilien

und auch

normierte Schutzkleidung.

Der Mietservice der

DBL umfasst fachgerechte

Reparatur und

Qualitätskontrollen.

So kann die Kleidung

lange genutzt und

die Umwelt entlastet

werden.

Taschen, besonders beanspruchte Kniepartien,

deren Stoff trotz Verstärkung

Verschleißspuren aufzeigt oder ein Reißverschluss,

der hakt“, so Thomas Krause

von der DBL. Zum Geschäftsmodell des

textilen Anbieters – ein Zusammenschluss

von mittelständischen Familienunternehmen

an 23 deutschlandweit gut verteilten

Standorten mit kurzen Wegen – gehört

nicht nur die individuelle Ausstattung

diverser Branchen mit hochwertiger

Berufskleidung, sondern auch deren fachgerechte

Pflege und Reparatur für einen

langfristigen Einsatz. Dies ist im Sinne des

nachhaltigen Mietkonzeptes. Für den DBL

Experten ist dabei das Thema Reparaturfreundlichkeit

der Berufskleidung eine

Voraussetzung. „Es beginnt schon in der

Produktion der hochwertigen Berufs -

kleidung. Die Konfektionäre mit denen wir

arbeiten, verwenden beispielsweise eine

Blick in die Produktion

Einer der Konfektionäre, mit denen die

DBL seit vielen Jahren kooperiert, ist

Teamdress Stein Deutschland, ein Unternehmen

aus Hamburg. Worauf wird dort

schon bei der Produktion Wert gelegt?

„Zunächst verwenden wir ausschließlich

Materialien und Zutaten, die vorab im

Textilservice getestet wurden“, erklärt

Corinna Horndahl, Geschäftsführung

Leitung Produktmanagement beim Konfektionär

Teamdress. „Bei der Auswahl

achten wir auf hohe Qualität, also Langlebigkeit.

Damit vermeiden wir einen

frühzeitigen Austausch.“ Hier nennt sie

konkrete Beispiele: „So wird etwa der

Frontreißverschluss bei Jacken reparaturfreundlich

eingesetzt. Diese Verarbeitung

ist oft teurer als herkömmliche Verarbeitungen,

macht den Austausch im Textilservice

aber leichter und somit auf lange

Sicht gesehen günstiger.“

Weitere Beispiele lassen sich nennen:

Auch Reflexstreifen werden bei der Produktion

so angebracht, dass die Stellen

für den Austausch gut zugänglich sind.

Und Knietaschen fasst man meist nicht

mit in die Seiten- und Schrittnähte,

sodass sie für die Reparatur später leicht

abzutrennen sind. Die Originalzutaten

sind insbesondere bei der Reparatur von

Persönlicher Schutz kleidung (PSA) entscheidend.

„Originalmaterialien können

bei Teamdress bezogen werden“, erklärt

Corinna Horndahl. (dak)

50 Industrieanzeiger » 14 | 2025


ANZEIGE

Besuchen Sie Blåkläder

in Halle 14, Stand B60.

Foto: Blåkäder

Blåkläder Arbeitskleidung bietet Sicherheit und Komfort für Profis in jeder Umgebung.

Die Produktion in eigenen, LEED-zertifizierten

Fabriken sichert Nachhaltigkeit und Qualität.

Foto: Blåkäder

Arbeitskleidung für Profis

Blåkläder entwickelt Arbeitskleidung, die Funktionalität, Sicherheit und

Nachhaltigkeit vereint. Mit eigener Produktion, klaren Werten und einem

breiten Sortiment für zahlreiche Branchen entstehen Produkte, die nicht

nur zuverlässig schützen, sondern auch angenehm zu tragen sind.

Seit über 60 Jahren entwickelt Blåkläder Workwear

für Profis, die sich auf Qualität verlassen müssen.

Ein zentrales Element dabei: die vollständige Kontrolle

über die Produktionskette. Entwicklung und Fertigung

erfolgen in eigenen Werken, die nach internationalen

Standards zertifiziert sind. Ergänzt wird dies

durch langjährige Partnerschaften mit wenigen, ausgewählten

Lieferanten – so lassen sich Qualität und

faire Bedingungen dauerhaft absichern.

Die Kleidungsstücke sind langlebig und für die jeweiligen

Anforderungen in vielfältigen Einsatzfeldern,

ob Handwerk, Industrie und Bau oder Logistik,

konzipiert. Im Mittelpunkt stehen Materialien, die extremen

Belastungen standhalten, ergonomische

Schnitte, sowie clevere Details, die den Arbeitsalltag

erleichtern.

Auf der A+A Messe in Düsseldorf, der weltweit führenden

Fachmesse für Sicherheit und Gesundheit bei

der Arbeit, zeigt Blåkläder vom 04. bis 07. November,

wie moderne Workwear den Unterschied macht. Besucherinnen

und Besucher erwartet ein breites Portfolio

an Neuheiten und bewährten Klassikern, die in

puncto Komfort, Schutz und Design überzeugen.

Besuchen Sie uns in Halle 14, Stand B60.

KONTAKT

Blåkäder Deutschland GmbH

Papiermühlenweg 74

40882 Ratingen

Telefon: +49 (0)2102 4827940

E-Mail: kundendienst@blaklader.com

www.blaklader.com

Industrieanzeiger » 14 | 2025 51


» TECHNIK

Textiler Rundum-Service sorgt für eine grüne Bilanz

Putztücher im Kreislaufsystem

Die Reinigung von Werkstücken ist essenziell, um Qualität, Funktion und Weiterverarbeitung

sicherzustellen. Effizient durchgeführt, spart dies Arbeitszeit und steigert die Wirtschaft -

lichkeit in der Produktion. Mit Putztüchern, Ölauffangmatten und Teilereinigern bietet der

Rundum-Service-Textildienstleister Mewa zentrale Bausteine für eine nachhaltige Sauberkeit.

» Torsten Stock, Leitung Verbands- und Netzwerkmanagement, Mewa

Wie mühsam es war, nach dem

Putzen der Metalloberflächen noch

die Flusen abzuzupfen, daran kann sich

Cristina Quaresma gut erinnern. Die Produktionsmitarbeiterin

der Fahrradsparte

von Rodi Industries war daher „absolut

begeistert“, als im Unternehmen das

Putztuch-System von Mewa eingeführt

wurde. „Die alten Stoffreste machten

ständig Probleme, weil sie fusselten oder

viel zu groß waren. Dabei sind gute Putztücher

ganz wichtig für uns. Die Felgen

müssen während des gesamten Produktionsprozesses

– vom Walzen über die

Lackierung bis zur Verpackung – gründlich

von Schmutz, Fett und Öl befreit

werden. Das geht mit den Mewa-Putz -

tüchern ausgezeichnet“, so Quaresma.

Seit 2020 nutzt Rodi Cycling den Rundum-Service

von Mewa. Das Ergebnis sind

saubere Fahrradfelgen während der

gesamten Produktion und jährlich drei

Tonnen kontaminierter Abfall weniger.

Die Putztücher – hergestellt in der

eigenen Weberei – bietet der Textildienstleister

Mewa im Mehrwegsystem an:

Verschmutzte Tücher werden regelmäßig

abgeholt, gewaschen, einer mehrstufigen

Qualitätskontrolle unterzogen und wieder

angeliefert. Bis zu 50 Mal kann ein Putztuch

wiederverwendet werden. Das spart

nicht nur Ressourcen, sondern auch

Kosten – insbesondere im Vergleich zu

Einweglösungen, die als gefährlicher

Abfall teuer entsorgt werden müssen.

Der Transport der schmutzigen Textiltücher

erfolgt entsprechend der Gefahrstoffverordnung

im eigens dafür entwickelten

Safety Container Sacon. Ein weiteres

Plus für mehr Nachhaltigkeit: Die

beim Waschprozess aus den Tüchern

Die Putztücher von Mewa holt der Textildienstleister auf Wunsch wieder ab, wäscht sie und bringt sie

gereinigt zum Arbeitsort zurück.

gewonnenen Altöle werden von Mewa

für den Energiebedarf der Trockner und

Waschstraßen genutzt. Über 200.000

Unternehmen in Industrie, Handwerk und

Gewerbe versorgt der Textildienstleister

mittlerweile europaweit mit Putztüchern.

„Der Rundum-Service gibt uns die

Möglichkeit, unseren Abfall noch mehr zu

reduzieren und so einen weiteren Beitrag

zum Umweltschutz zu leisten“, erklärt Rui

Mendes, Geschäftsleiter von Rodi Cycling.

Abfallvermeidung als Resultat

Das kontinuierliche Bemühen um Nachhaltigkeit,

unter anderem durch Abfallvermeidung

und die Förderung der

Kreislaufwirtschaft, ist auch ein Anliegen

der Mark Metallwarenfabrik. Das Unternehmen

mit Sitz in Oberösterreich ist seit

25 Jahren Mewa Kunde und weltweit

führend in der Metallformtechnik, mit

Schwerpunkt Tiefziehen und Montage

von Metallteilen. „Für die Reinigung von

Maschinen und Werkzeugen brauchen wir

eine hohe Saugkraft. Das bieten die Putztücher“,

berichtet Irmgard Gansterer, die

bei der Mark Gruppe für das Office

Management verantwortlich ist.

Mark nutzt den Rundum-Service von

Mewa außerdem auch für die Ölauffangmatten

in der Produktion, die Stoffhandtuchrollen

an den Waschplätzen und

nicht zuletzt für die Ausstattung mit

Arbeitskleidung. Die Ölauffangmatten

werden wie die Putztücher nach ihrem

Gebrauch in einem Container gesammelt

und gemäß dem vereinbarten Turnus

abgeholt und sauber retourniert.

Bild: Mewa

52 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Ölauffangmatten sind eine wichtige

Maßnahme im technischen und organisatorischen

Umweltschutz sowie für die

Arbeitsstätten- und Betriebssicherheit.

Denn austretende Flüssigkeiten verschmutzen

nicht nur den Arbeitsplatz, sie

bedeuten auch Rutsch gefahr. Die Matten

nehmen dabei Motor- und Getriebeöl,

Lösungsmittel oder Schmierstoffe umgehend

auf und binden. Präventiv eingesetzt,

können sie auf diese Weise den

Einsatz von Ölbindemittel und Granulat

ersparen.

Die Matten werden in drei Größen

angeboten: Bis zu drei l Flüssigkeit kann

die Größe 60x90 cm aufnehmen, bei

den XXL-Formaten sind es etwa zehn l.

Ein Spezial-Vlies im Inneren der Matte

verteilt die Flüssigkeit gleichmäßig, die

Oberfläche bleibt nahezu trocken. Ein

einfacher Schritt zu mehr Sicherheit und

Sauberkeit in Werkstätten und Betrieben.

Bild: Mewa

Durch das Mehrwegangebot des Herstellers lässt

sich betrieblicher Abfall reduzieren und mehr

Nachhaltigkeit erzielen.

Hartnäckige Überreste von Fett und Öl

oder auch Werkstücke mit komplexen

Geo metrien erfordern den Einsatz von

Teilereinigern. Mewa bietet hier Pinselwaschtische

und Hochdruck-Teilereiniger

an, jeweils in verschiedenen Größen. Neu

auf dem Markt ist der vollautomatische

Teilereiniger Eco Matic. Im Gegensatz zu

herkömmlichen Kaltreinigern arbeiten die

Geräte des Herstellers nicht mit chemischen

Lösungsmitteln, die oft flüchtige

organische Verbindungen (VOCs) ent -

halten, sondern mit einer wäss rigen

Reinigungslösung. Sie basiert auf einer

Kombination aus Entfettungsmitteln und

natürlichen Mikroorganismen. Fette und

Öle werden biologisch abgebaut, wodurch

das Liquid im Vergleich zu chemischen

Lösemitteln auch deutlich länger ein -

gesetzt werden kann. Allerdings können

VOCs in hoher Konzentration gesundheitsgefährdend

sein und die Brandgefahr

verstärken. Unternehmen sind laut EU

deshalb angehalten, den Einsatz VOChaltiger

Substanzen zu beschränken. Das

Teilereinigungssystem von Mewa ist eine

EU-richtlinienkonforme Alternative.

Auf der Messe A+A ist Mewa in Halle 15, Stand

C46 vertreten.

STRAUSS Workwear

jetzt mieten.

Noch mehr Auswahl – die DBL erweitert ihr Angebot

an ausgewählten STRAUSS Artikeln im

komfortablen Mietservice. Ausstatten, holen,

waschen, reparieren, bringen – alles inklusive.

Fragen Sie gleich Ihr individuelles Angebot an:

>> dbl.de/strauss-mieten

DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH

tel: +49 800 310 311 0 | info@dbl.de Industrieanzeiger » 14 | 2025 53


Bild: Kötter Services

Ein integrativer

Sicherheitsansatz zum

Schutz des Produktionsstandortes

schließt

Maßnahmen wie die

Videoüber wachung

mit ein.

Zutrittskontrolle schützt Unternehmen auch vor hybriden Bedrohungslagen

Schutz durch vernetzte

Sicherheitsstrategien

Um sich gegen Einbruch, Sabotage und digital gesteuerte Angriffe zu wehren, greifen

Unternehmen immer häufiger zu vernetzten Strategien. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die

Zutrittskontrolle ein. Sie schützt nicht nur physische Bereiche, sondern kann – in Kombination

mit weiteren Sicherheitslösungen – auch wirkungsvoll auf hybride Bedrohungslagen reagieren.

» Jörg Marmann, Geschäftsführender Direktor, Kötter Sicherheitssysteme

Digitale Zutrittskontrollsysteme lösen

die klassische Schließtechnik seit

Jahren immer mehr ab. Statt starrer

mechanischer Schließanlagen erlauben

moderne, durchdachte Lösungen eine

flexible, personenbezogene Steuerung

von Zugangsrechten – zeitlich begrenzt,

bereichsbezogen und bei Bedarf jederzeit

anpassbar. Zugangsträger wie Karten,

Transponder, Smart phones oder auch biometrische

Identifikationsverfahren lassen

sich bei Verlust unmittelbar deaktivieren,

ohne dass physische Komponenten

ausgetauscht werden müssen. Ergänzt

wird diese Funktionalität durch zentrale

Verwaltungssoftware, mit deren Hilfe

Unternehmen alle Zutrittsrechte, Nutzergruppen

und Ereignisse detailliert steuern

und dokumentieren können.

Zutrittskontrolle ist heute weit mehr

als Türmanagement. In integrierten

Sicherheitskonzepten übernimmt sie

zentrale Schnittstellenfunktionen: Sie

wird verbunden mit Videoüberwachung,

Einbruchmeldetechnik und Brandmeldesystemen,

lässt sich in Zeiterfassungs -

systeme und betriebliche Anwendungen

wie etwa Maschinenfreigaben einbinden

und liefert wertvolle Daten für die

Nachvollziehbarkeit sicherheitsrelevanter

Vorgänge. Wird das System zusätzlich an

eine zertifizierte Notruf- und Service -

leitstelle angebunden, lassen sich Tür -

öffnungen aus der Ferne vornehmen,

Alarme verifizieren und Reaktionen in

Echtzeit koordinieren. Dieser integrative

Sicherheitsansatz ist essenziell für das in

vielen Branchen notwendige 360°-Sicher-

heitsverständnis. Hybride Bedrohungen –

das heißt kombinierte physische und digitale

Angriffe – nehmen stetig zu. Ein Einbruch

kann gezielt mit einem Cyberangriff

auf Netzwerke verbunden werden.

Laut Bitkom beläuft sich der jährliche

Schaden durch wirtschaftskriminelle

Handlungen wie Spionage oder Sabotage

in Deutschland inzwischen auf 267 Mrd.

Euro. Besonders gefährdet sind dabei

KMU, die häufig nicht über ausreichend

vernetzte Sicherheitsstrukturen verfügen.

Planung, Prüfung und Pflege

Ein nachhaltiges Sicherheitskonzept beginnt

mit einer fundierten Analyse.

Schwachstellen in der bestehenden

Infrastruktur werden identifiziert, darauf

Maßnahmen priorisiert und ein maß -

54 Industrieanzeiger » 14 | 2025


TECHNIK «

Bild: Kötter Services

geschneidertes Konzept entwickelt. Die

Zutrittskontrolle übernimmt in diesem

Kontext eine doppelte Rolle: Sie schützt

vor unberechtigtem Zugang und stellt

zugleich Informationen für das IT-Risikomanagement

und die Ereignisdokumen -

tation bereit. So liefern die Protokolle

der Zutrittskontrolle etwa Hinweise auf

ungewöhnliche Zutrittszeiten, fehlgeschlagene

Anmeldeversuche oder auch

Unstimmigkeiten zwischen physischer

Präsenz und IT-Logins – wertvolle Datenpunkte,

um Risiken ganzheitlich zu

bewerten. Gemeinsam mit Schranken,

Zaundetektoren, Radaren, Videoanalytik

und auch Bewegungsmeldern bildet sie

zudem eine wichtige Komponente des

Perimeterschutzes – das heißt der ersten

Verteidigungslinie rund um das

Unternehmens gelände.

Ein funktionierendes Zutrittskontrollsystem

muss jedoch kontinuierlich

überprüft, gewartet und angepasst

werden. Hier kommen die Technical

Facility Services ins Spiel: Sie stellen

sicher, dass alle sicherheitsrelevanten

Anlagen – wie Türsysteme, Fluchtwege,

Brandschutz anlagen oder etwa Zutrittsterminals

– technisch einwandfrei und

normgerecht funktionieren. Regelmäßig

Zertifizierte Notruf- und Service leitstellen können aus der Ferne Türöffnungen veranlassen, Alarme

verifizieren und Reaktionen in Echtzeit koordinieren.

durchgeführte Inspektionen, Wartungen

und Funktionsprüfungen gewährleisten

die Betriebs sicherheit. Sie sichern ab, dass

die gesetzlichen Vorgaben eingehalten

wurden und sie garantieren die langfristige

Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit

der sicherheitstechnischen Infrastruktur.

Modulare Sicherheitsplattform

Für den Schutz eines Produktionsstand -

ortes, etwa eines Unternehmens der

sogenannten Kritischen Infrastruktur,

erweist sich eine modulare Sicherheitsplattform

als zukunftsfähige Lösung. Sie

integriert Zutrittskontrolle, Videoüber -

wachung und Einbruchmeldetechnik, aber

auch physische Absicherungen wie

Drehkreuze und Schleusen. Durch rollenbasierte

Rechteverwaltung, automatisiertes

Kamera- Tracking und einheitliches

Alarming lassen sich sicherheitsrelevante

Vorgänge in Echtzeit steuern. Die zentrale

Plattformstruktur ermöglicht eine standortübergreifende

Steuerung, schafft

Transparenz und unterstützt Erweiterungen.

Automatisierte Workflows erhöhen

die Reaktions geschwindigkeit, während

klar definierte Zugriffsrechte Compliance

und Audit fähigkeit sichern. Dank ihrer

offenen Architektur bleibt die Lösung

ausbaubar – etwa um Besuchermanagement,

Kenn zeichenerkennung oder auch

Zeiterfassung. So kann ein Sicherheitskonzept

umgesetzt werden, das Technik,

Organisation und Betrieb verbindet und

höchste Anforderungen an Sicherheit,

Compliance und Effizienz erfüllt.

GLÜCK

„Man muss Glück teilen,

um es zu multiplizieren.“

Marie von Ebner-Eschenbach

2019/1

Oberflächentechnik und mehr...

● Biegsame Wellen

und Antriebe

● Schleif-u. Poliermaschinen

● Kundenspezifische

Sonder- und Einzelanfertigungen

● Mikromotoren

● Reparaturservice

Halle 9

Stand 9103

21.-24.10.

2025

sos-kinderdoerfer.de

haspa GmbH

Saegmuehlstrasse 39 | D - 74930 Ittlingen

Fon +49 (0) 7266 9148-0 | info@haspa-gmbh.de | www.haspa-gmbh.de

Industrieanzeiger » 14 | 2025 55


» TECHNIK

Stahl und Blei-freie Aluminiumbronze sind vielseitige Gleitpaarungen

Gleitlager: Aluminiumbronze

als Hidden Champion

Da bleihaltige Legierungen in der Kritik stehen, wird Aluminiumbronze immer

attraktiver für Gleitpaarungen. Albromet liefert die belastbaren Gleitwerkstoffe

in Form von Halbzeug wie auch Fertigteilen und leistet Beratung. Hier eine

Einführung in Grundlagen, Eigenschaften und Vorteile.

» Astrid Vosberg, Produktmanagerin bei Albromet

Solche Führungen aus

Albromet A200 werden

nach Zeichnung individuell

erstellt.

Bild: Albromet

Reibung ist Segen und Fluch zugleich – sie sorgt

einerseits für den nötigen Halt zwischen zwei

Kontaktflächen, ist andererseits aber auch verantwortlich

für Verschleiß, Energieverluste und Temperaturentwicklung

in Maschinen. In der Technik ist es

daher entscheidend, Werkstoffpaarungen gezielt

auszuwählen, um die Gleitreibung in einem gewünschten

Bereich zu halten.

Gleitpaarungen – also sich gegeneinander bewegende

Werkstoffkontakte ohne Wälzkörper – finden

sich in zahlreichen Anwendungen des Maschinenund

Anlagenbaus, zum Beispiel in Gelenken, Gleit -

lagern, Führungen aber auch Pumpenteilen. Die richtige

Wahl der Werkstoffpaarung beeinflusst maßgeblich

die Lebensdauer, die Wärmeentwicklung und

die Resistenz gegenüber Verschleiß oder Fressen,

aber auch die benötigte Kraft zum Gleiten.

Generell wirken Kräfte und Umweltbedingungen

auf Gleitpaarungen, die zu unterschiedlichen Formen

von Verschleiß führen können:

• Adhäsiver Verschleiß

(Neigung zum Verbinden gleichartiger Materialien,

Fressen, Kaltverschweißen)

• Abrasiver Verschleiß (Mikroschneiden durch raue

Gegenflächen oder kleinere Partikel)

• Oberflächenermüdung (durch dynamische oder

statische Belastung an der Festigkeitsgrenze)

• Korrosionsverschleiß (durch Kontakt mit korrosiven

Medien)

• Reibungsbedingte Erwärmung

Wird keine geeignete Materialkombination gewählt,

kann es zu Materialverlust, Ausfall durch Blockieren

oder Überhitzung kommen. Vor allem Paarungen aus

gleichartigen Materialien, zum Beispiel gleiche

Metalle, neigen unter Last und in direktem Kontakt

zu Fressen und Kaltverschweißung. Solche Paarungen

sind meist nur dann betriebssicher, wenn eine

konstante Schmierung sichergestellt oder eine

gezielte Oberflächenbeschichtung erfolgt ist.

Kupferlegierungen wie Bronzen, Messing und

Aluminiumbronzen (wie Albromet A220Ni) zählen zu

Gleitwerkstoffen, die im Maschinenbau am häufigsten

als Reibpartner zu Stahl eingesetzt werden.

Werkstoff

Zinnbronzen (CuSn)

Bleibronzen (CuPb)

Messing (CuZn)

Aluminiumbronze (CuAl)

Berylliumbronze (CuBe)

Eigenschaften

Gute Verschleißfestigkeit,

gute Dämpfung

Gute Notlaufeigenschaften,

weniger tragfähig

Kostengünstig, begrenzte

mechanische Belastbarkeit

Hohe mechanische Belastbarkeit,

geringe Fressneigung, sehr gute

Korrosionsbeständigkeit

Sehr hohe Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit,

für Hochleistungsanwendungen

Kupferlegierungen wie Bronzen, Messing und Aluminium -

bronzen zählen zu den am häufigsten eingesetzten Gleitwerkstoffen

im Maschinenbau als Reibpartner zu Stahl.

Quelle: Albromet

56 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Viele der in der Tabelle genannten Gleitlagerwerkstoffe

enthalten Blei in Gehalten über 0,1 %, um die

Notlaufeigenschaften zu verbessern, den Verschleiß

zu reduzieren und das Einlaufverhalten zu optimieren.

Allerdings steht der Einsatz bleihaltiger Legierungen

zunehmend in der Kritik, da Blei ein giftiges

Schwermetall ist, das sowohl für die Umwelt als auch

für die menschliche Gesundheit schädlich wirkt.

Insbesondere bei Anwendungen mit direktem

Kontakt zu Trinkwasser, Lebensmitteln oder in offenen

Schmierkreisläufen besteht die Gefahr, dass Blei -

partikel oder -ionen freigesetzt werden.

Verschärfte gesetzliche Vorgaben – etwa durch die

europäische REACH-Verordnung, die Trinkwasser -

verordnung oder RoHS – setzen enge Grenzwerte

und fördern den Umstieg auf Blei-freie Alternativen.

Dadurch lassen sich Umweltbelastungen minimieren,

Recyclingprozesse vereinfachen und die Arbeits -

sicherheit erhöhen, ohne die Funktionsfähigkeit

moderner Gleitlager zu beeinträchtigen.

Albromet hat sich auf den Vertrieb von Hart -

bronzen und hochfesten Kupferlegierungen

spezialisiert und löst damit besondere Anforderungen

an Gleit- und Führungselemente im Maschinenbau.

Alle Legierungen aus dem Produktportfolio sind

bleifrei oder haben einen Bleigehalt unter 0,1 %. Das

Unternehmen bietet Halbzeuge ab Lager in verschiedensten

Formen und Abmessungen zugeschnitten

auf jede gewünschte Abmessung. Aber auch fertige

Bauteile, wie Gleitlager, Führungen und Gleitplatten

werden nach Kundenzeichnungen aus allen Legierungen

gefertigt.

Die vielseitigen Vorteile von Aluminiumbronzen

auf einen Blick:

• Hohe Festigkeit und Härte

• Sehr gutes Gleitverhalten

• Gute Notlaufeigenschaften

• Geringe Tendenz zum Fressen gegenüber Stahl

und Edelstahl

• Sehr gute Korrosions- und Meerwasser be -

ständigkeit

• Hitzebeständigkeit bis circa 300 °C

Die Werkstoffkombination Aluminiumbronze

(CuAl10Fe5Ni5 oder ähnliche Legierungen) gegen

Stahl (wie C45 oder gehärteter Wälzlagerstahl

100Cr6) hat sich in zahlreichen industriellen Anwendungen

bewährt – insbesondere dort, wo hohe

mechanische Belastungen, Korrosionsanforderungen

und Verschleißfestigkeit gefragt sind. Doch warum

funktioniert diese Paarung so gut? Dafür gibt es eine

ganze Reihe von Gründen, hier aufgezählt:

Bild: nordroden / stock.adobe.com

Auch in anspruchsvollen

Wälzlagern kommt

Aluminiumbronze zum

Einsatz – gepaart mit

gehärtetem Stahl.

Gleitplatten wie

hier beispielsweise

aus Albromet A200

fertigt Albromet in

Stückzahl 1 oder

auch in größeren

Serien.

Bild: Albromet

Industrieanzeiger » 14 | 2025 57


» TECHNIK

Unterschiedliche Härten: Aluminiumbronze

ist weicher als

Komponente A

gehärteter Stahl und auch noch Edelstahl, Stahl

etwas weicher als Edelstahl. In

Edelstahl, Stahl

dieser Reibpaarung nutzt sich der

weichere Werkstoff (also hier die Edelstahl, Stahl

Aluminiumbronze) ab und schont

Edelstahl, Stahl

damit das Stahlgegenstück. Diese

gezielte „Opferstrategie“ verlängert

die Lebensdauer des Stahls

Gehärteter Stahl

und erhält die Funktion der Baugruppe.

Aus diesem Grund wählt

man für das einfachere Bauteil

beziehungsweise das Teil, dass man leicht austauschen

kann, den weicheren Werkstoff.

Geringe Kaltverschweißungsneigung: Bei ähnlichen

Werkstoffen (wie Stahl gegen Stahl) können

unter Druck und Reibung die Bauteile förmlich

zusammenkleben – Neigung zur Kaltverschweißung.

Bei der Paarung Aluminiumbronze gegen Stahl senkt

die unterschiedliche chemische Zusammensetzung

die Tendenz zur adhäsiven Reibung.

Reibungskoeffizient μ unter Kontrolle: Je nach

Oberflächenrauheit und Schmierung liegt der Gleit -

reibungskoeffizient μ dieser Paarung typischerweise

zwischen 0,15 und 0,25 im geschmierten Zustand

– ein günstiger Bereich für viele technische Anwendungen.

Ohne Schmierung steigt der Reibwert, bleibt

aber oft noch im beherrschbaren Bereich (circa

0,4 – 0,6), was der Paarung eine gewisse Notlauf -

eigenschaft zuschreibt.

Korrosions- und Temperaturbeständigkeit. Aluminiumbronze

bietet eine exzellente Korrosionsbeständigkeit

– ein klarer Vorteil gegenüber anderen

Kupferlegierungen und Stählen. Erst bei erhöhten

Temperaturen über 300 °C, verschlechtert sich das

Reibungsverhalten. Auch in Wasser ist die Aluminiumbronze

stabil und neigt nicht zum Entzinken, wie

das bei Messing der Fall sein kann.

Verträglichkeit mit Schmierstoffen sowie Eignung

für Trockenlauf: Aluminiumbronze ist mit vielen handelsüblichen

Schmierstoffen sehr gut verträglich.

Durch seinen geringen Reibwert in der Paarung mit

Stahl hat es auch gute Notlaufeigenschaften, wenn

die Schmierung kurzzeitig ausbleibt oder eine Erwärmung

stattfindet.

Auch in Wälzlagern kann man mitunter Alumi -

niumbronze in besonders anspruchsvollen Anwendungen

finden. Beispiel sind Seewasserpumpen,

Maschinenlager mit hoher Drehzahl oder Lager in der

Lebensmittel- und Chemieindustrie, wo Korrosion

kritisch ist. Hier ist sie dann Reibpartner für die gehärteten

Stahlkugeln oder Walzen als Material für

den Lagerkäfig oder den Anlaufring in Hybridlagern.

Komponente B

Aluminiumbronze

Zinnbronze

Kunststoffe

(z,.B. PEEK, PTFE)

Edelstahl, Stahl

Aluminiumbronze

Typische Werkstoffpaarungen in der Praxis.

Bewertung

Sehr gute Gleitpaarung, geringe

Fressneigung, hohe Belastungen möglich

Gut bei moderaten Belastungen

Für trockenlaufende, niedrigere

Belastungen

Nur bedingt geeignet – Risiko von Fressen,

Beschichtung oder dauerhafte Schmierung

notwendig

Hochbelastbar, gute Lebensdauer

Fazit: Für langlebige, verschleißarme Gleitpaarungen

ist die richtige Kombination von Werkstoffen

entscheidend. Während gleichartige Metalle problematisch

sein können, bieten Kupferlegierungen –

insbesondere Aluminiumbronzen – eine bewährte

Lösung als Gegengleitpartner zu Stahl oder Edelstahl.

Ihre guten tribologischen Eigenschaften, kombiniert

mit hoher Korrosions- und Temperaturbeständigkeit,

machen sie zu einer universell einsetzbaren Werkstoffgruppe

in anspruchsvollen Anwendungen.

Und durch ihre chemische Zusammensetzung ist

eine Zertifizierung für den Einsatz im direkten

Kontakt mit Lebensmitteln ab einem pH-Wert

größer 4,5 vorhanden. Damit können die Aluminiumbronzen

auch in Lebensmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen

problemlos eingesetzt werden.

Gleichzeitig sind sie frei von Blei und anderen

Stoffen der SVHC-Liste und damit RoHS- und

REACH-konform.

Auch bei Biegedornen, die zum Dornbiegen von Edelstahl -

rohren eingesetzt werden, ist Albromet A300 als harte Aluminiumbronze

der Werkstoff der Wahl.

Quelle: Albromet

Bild: Albromet

58 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Messe Essen: Anteil der Entscheider lag bei 80 %

Schweissen & Schneiden 2025 kam

„zum richtigen Zeitpunkt“

Die Messe Essen und Mitveranstalter DVS bewerteten die außerplanmäßige 20. Schweissen &

Schneiden als vollen Erfolg: Über 37.000 Gäste aus 100 Ländern besuchten die Fachschau, 65 %

der 800 Aussteller haben für 2029 bereits wieder gebucht. Interessant: Zu den Top Ten der

ausländischen Besuchernationen zählten vorwiegend europäische, aber auch Brasilien und Japan.

Als zentrales Merkmal der Schweissen

& Schneiden hob die Messe Essen

den hohen Anteil an Entscheidern hervor:

80 % der Besucher seien mit Einkaufsund

Beschaffungskompetenzen gekommen.

Die Aussteller berichteten von

konkreter Investitionsbereitschaft: Rund

ein Drittel tätigte Bestellungen für durchschnittlich

840.000 Euro und kündigte

weitere an. Zu den Besuchern zählten

Vertreter großer Automobilhersteller, des

Schiffbaus, der Energiewirtschaft, des

Baugewerbes und der Rüstungsindustrie,

heißt es vonseiten der Messe.

Dr. Roland Boecking, Hauptgeschäftsführer

des DVS – Deutscher Verband für

Schweißen und verwandte Verfahren e. V.,

betont: „Die Schweissen & Schneiden 2025

kam zum richtigen Zeitpunkt, um der Branche

neue Impulse zu verleihen.“ Fachleute

der ganzen Welt hätten sie als Plattform

für Innovationen genutzt. Dr. Boecking

weiter: „Ob Digitalisierung, Nachhaltigkeit

oder Fachkräftemangel: Als wichtigster

internationaler Branchentreff hat die

Messe Lösungen geliefert.“

Die Hallen spiegelten Zukunftsthemen

wider: Kollaborierende und vollautomatisierte

Roboter waren überall zu sehen.

Wurde vor zwanzig Jahren noch überlegt,

ob Roboter überhaupt nutzbringend

schweißen können, sind sie nun im Trend.

Aber nicht nur sie. Vernetzte und nachhaltige

Produktion, KI-gestützte Prozesse

sowie Fachkräfte- und Nachwuchsförderung

standen im Zentrum des Interesses.

Auch CO 2 -Einsparung und Arbeitssicherheit

wurden thematisiert.

Querschnittsthemen waren Digitalisierung

und Automatisierung in Essen. Sie

Auch die Förderung des Nachwuchses ist zentral auf der Schweissen & Schneiden. Dazu dienten unter

anderem nationale und internationale Fachschweißer-Wettbewerbe.

prägten nahezu alle Produkt bereiche. Im

neuen „Future Hub“ tauschten sich internationale

Branchenvertreter über Chancen

und Herausforderungen aus. Die

hochkarätig besetzten Paneldiskussionen

und Vorträge zu Künstlicher Intelligenz

und Automatisierung hebt die Messveranstalterin

als Highlights hervor.

Premiere feierte der IF Digital Award in

Kooperation mit der IndustryFusion Foundation

(IFF) und dem DVS – wir berichteten

im Vorfeld. Über die Messe-App wählte

das Fachpublikum seine Favoriten. Die

Sieger: Gold ging an das dänische Unternehmen

Swantec mit einer Industriesoftware,

die Punktschweißprozesse optimiert.

Silber gewann Fronius mit einem

Simulator für komplexe Schweißprozesse.

Und den IF Digital Award in Bronze erhielt

Novoflow mit dem weltweit kompaktesten,

luftgekühlten Laserreinigungsgerät.

Fester Messe-Bestandteil blieb die

Nachwuchsförderung wie durch den

DVS-Wett bewerb „Jugend schweißt“. Für

Furore sorgte die International Welding

Competition mit einer Premiere: Erstmals

nahm aus Indien ein reines Frauenteam

teil und setzte ein Zeichen für die Zukunft

der Branche. Bei den Einzelwettkämpfen

gingen zweimal Gold an die Schweiz und

je einmal nach Bosnien-Herzegowina und

Deutschland – beim Team-Wett bewerb

sahnten wieder die Schweizer ab.

Die 21. Schweissen & Schneiden findet

vom 17. bis 21. September 2029 statt.

94 % der Besucher wollten in vier Jahren

erneut dabei sein bei der Weltleitmesse,

teilten die Essener mit. (os)

Bild: Messe Essen

Industrieanzeiger » 14 | 2025 59


» TECHNIK

Oberflächentechnik: Beschichtung perforierter Metallteile erfordert Knowhow

Die Kunst, filigran gelochte Bleche

präzise zu lackieren

Die industrielle Beschichtung gelochter Metallteile zählt zu den anspruchsvollsten Disziplinen der

industriellen Oberflächentechnik. Besonders dann, wenn es sich um hochfunktionale Lüftungsgitter

handelt, die in Fahrzeugen unterschiedlichster Art zum Einsatz kommen. Die filigran gelochten Bleche

regulieren den Luftstrom und schützen gleichzeitig Motoren zuverlässig vor Schmutz und Insekten.

» Jan Hiltermann, Kaufmännischer Leiter bei Graepel,

Die Reinigung, Vorbereitung sowie die

Beschichtung gelochter Bleche erfordert

spezielles Knowhow und Vorgehen.

Bild: Graepel

Trotz ihrer scheinbar einfachen Geometrie

sind die Anforderungen an die

Lüftungsgitter in Fahrzeugen hoch: Sie

müssen langlebig, optisch ansprechend

und funktional sein. Das macht die Beschichtung

zu einem besonders anspruchsvollen

Prozess. Scharfe Kanten an

jedem einzelnen Loch, Umformungen und

enge Prägungen führen dazu, dass Lacke

ungleichmäßig fließen. Gleichzeitig sollen

eine gleichmäßige Schichtdicke und vollständiger

Korrosionsschutz erreicht werden.

Das niedersächsische Familienunternehmen

Graepel hat sich dieser Herausforderung

mit Konsequenz gestellt. Seit

2013 betreibt der Spezialist für gelochte

Bleche ein eigenes Werk für Oberflächentechnik

am Hauptsitz in Löningen. Was

als Versuch begann, entwickelte sich zu

einem strategischen Erfolgsmodell. Heute

ist das Werk nicht nur ein Kompetenzzentrum

für die Beschichtung eigener Produkte,

sondern zunehmend ein gefragter

Dienstleister für externe Kunden.

Das Lochblech ist ein sehr spezielles

Produkt. Das Familienunternehmen Graepel

steht seit 1889 für hochwertige Komponenten

aus gelochtem und umgeformtem

Blech. Die Entscheidung, die Oberflächenveredelung

im eigenen Haus durchzuführen,

war dafür ein Meilenstein. Sie

ermöglicht dem Spezialisten, die gesamte

Wertschöpfungskette inhouse abzubilden,

vom Einkauf des Rohmaterials über den

Werkzeug- und Prototypenbau bis zum

Serienprodukt einschließlich Oberflä-

chenveredelung. Diese Tiefe erlaubt eine

präzise Abstimmung aller Prozessschritte

und schafft die Grundlage für höchste

Qualität und Ressourceneffizienz.

Im Zentrum der Beschichtung steht die

Kombination aus Kathodischer Tauchlackierung

(KTL) und Pulverbeschichtung.

Beide Verfahren wurden so weiterentwickelt,

dass sie selbst bei extremen Stanzgraten

zuverlässig funktionieren. Denn

Lacke neigen dazu, sich von diesen scharfen

Kanten zurückzuziehen, was zu dünnen

Schichten und damit zu Korrosionsanfälligkeit

führen kann. Graepel begegnet

diesem Effekt mit eigens entwickelten

Lackrezepturen und Applikationsparametern,

die eine gleichmäßige Schichtdicke

auch auf schwierigen Geometrien ermöglichen.

Saubere Beschichtung – und

auch die Optik im Blick

Der gesamte Prozess ist hochautomatisiert.

Zunächst durchlaufen die Bauteile

eine mehrstufige Reinigung mit vier Entfettungsbecken.

Die besondere Herausforderung

liegt dabei in der vollständigen

Entfernung von Rückständen aus den

zahlreichen Lochungen. Anschließend

folgt eine Nanokonversionsschicht als

umweltfreundliche Alternative zur klassischen

Zinkphosphatierung.

Die KTL-Beschichtung selbst erfolgt

unter präzisen gesteuerten Bedingungen,

60 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Bild: Graepel

Bild: Graepel

Für die Teile, bei denen neben dem Korrosionsschutz auch die Optik eine

Rolle spielt, steht die Pulverbeschichtung bereit.

Selbst bei den Aufhängungen, mit denen die zu lackierenden Teile befördert

und in die Becken getaucht werden, denkt Graepel an die Nachhaltigkeit.

bevor die Teile in einem energieoptimierten

Ofen eingebrannt werden. Graepels

Ingenieure haben dabei die Aufheiz- und

Halteprofile optimiert, um Energie einzusparen

und die Beschichtungsqualität zu

maximieren. Für die Bauteile, bei denen

neben dem Korrosionsschutz auch die Optik

eine Rolle spielt, schließt sich nun die

Pulverbeschichtung an. Das Pulver wird

elektrostatisch aufgeladen und haftet an

den geerdeten Bauteilen. Überschüssiges

Pulver wird abgesaugt, recycelt und dem

Kreislauf wieder zugeführt.

Ein besonderes Augenmerk liegt bei

Graepel auf der Nachhaltigkeit. So wurde

eine Membranfiltrationsanlage installiert,

die Reinigungsmedien nahezu vollständig

wiederaufbereitet. Schwebende Partikel

und Fette werden herausgefiltert, während

die gereinigte Chemie und das Wasser

zurück in die Becken fließen. Damit

konnte der Wasserverbrauch im Vergleich

zu herkömmlichen Verfahren um rund

50 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig

wurde die Konzentration schädlicher

Stoffe im Abwasser deutlich gesenkt, und

dank seltenerer Wechselzyklen bleibt der

Produktionsfluss stabil. Weiterhin wird

durch das Recycling des Pulvers für die

Beschichtung über 90 % des Materials

erneut eingesetzt. Auch die Trägertraversen,

auf denen die Bauteile durch die Anlage

geführt werden, sind so konzipiert,

dass sie möglichst wenig Beschichtungsmaterial

aufnehmen. Das spart Energie im

Einbrennprozess und bei der Reinigung

und reduziert den Materialeinsatz.

Langlebigkeit und Leistung

im Härtetest

Die Qualität der Beschichtung wird regelmäßig

im hauseigenen Labor überprüft.

Der Salzsprühnebeltest und der Korrosionswechseltest

simulieren extreme Korrosionsbedingungen

und zeigen, wie

widerstandsfähig die Beschichtungen

sind. Besonders das hauseigene Produkt

„Duravent“ überzeugt: Es besteht den

1.000-Stunden-Test ohne sichtbare Abnutzung

und bietet rund 7 % mehr Luftdurchlass

als Produkte des Wettbewerbs.

Bei gleichbleibender Strukturfestigkeit

trägt es so zur verbesserten Motorkühlung

und reduziertem Kraftstoffverbrauch

bei. Dauerhafte Ästhetik und Funktionalität

machen das Gitter zu einem besonders

langlebigen Bauteil. Bestätigt wurde

das durch das Testlabor Tritec, wo Duravent

geprüft wurde.

Graepel zeigt, wie industrielle Eigenfertigung

wirtschaftlich, technologisch und

ökologisch sinnvoll umgesetzt werden

kann. Die hohe Fertigungstiefe ermöglicht

die ständige Abstimmung zwischen Entwicklern

und Lacktechnikern sowie eine

Schnelligkeit, Präzision und Qualität, die

im Markt selten ist. Prozessänderungen,

neue Lackrezepturen oder spezielle Applikationsverfahren

lassen sich ohne Reibungsverluste

einführen.

Die Kombination aus jahrzehntelanger

Erfahrung, innovativer Technik und dem

Bekenntnis zur Nachhaltigkeit macht das

Unternehmen zu einem Best-Practice-

Beispiel für moderne Oberflächentechnik.

Zukünftig soll der Anteil externer

Beschichtungsaufträge weiter steigen.

Ein neues Werk mit Fokus auf erneuerbare

Energien und CO 2 -Reduktion ist bereits in

Planung – ein klares Bekenntnis zu nachhaltigem

Wachstum.

Individuelle Faltenbälge, Abdeckungen, Unfallschutz

ANZEIGE

Höhl & Westhoff GmbH

Tradition - Qualität - Sicherheit

Schutz für Mensch und Maschine

KONTAKT

Foto: Höhl & Westhoff

Faltenbälge

Gleitbahnschützer

Kastenbälge

Jalousien

Gummiformteile

Rollbandabdeckungen

Spiralfedern

Schürzen

Kompensatoren

Manschetten

Heidestr. 64

42349 Wuppertal

Telefon: +49 (0) 202 / 8 45 82

Fax: +49 (0) 202 / 8 28 85

Mail: info@faltenbalg.net

www.faltenbalg.net

Industrieanzeiger » 14 | 2025 61


Wir

präsentieren

Ihnen

PARTNER der

Industrie

DAS

FIRMENVERZEICHNIS

industrie.de/firmenverzeichnis

Produkt-Visitenkarten helfen schnell,

passende Produkte/Lösungen oder

Informationen zu Unternehmen

in der jeweiligen Branche zu finden.

62 Industrieanzeiger » 14 | 2025


PARTNER DER INDUSTRIE

CNC-LASERSCHNEIDEN

C-TEILE-MANAGEMENT

C-TEILE-MANAGEMENT

Schages GmbH & Co.KG

www.schages.de

Punktgenau

Als mehrfach zertifizierter CNC-Laser-Blechbearbeiter

bieten wir:

• Rohrlaserschneiden bis 12 m Länge

• Blechzuschnitte von Mini bis XXL

• CNC-Abkanten bis 4 m/320 t

• Großserien, Einzelteile, Prototypen

• Vorlagen-Vermessung | Datenübernahme

Wir verarbeiten Edelstahl rostfrei bis 50 mm | Stahl

und Alu bis 30 mm | Kupfer und Messing bis 18 mm

Zertifizierungen: ISO 9001 und ISO 14001, Werkseigene

PK nach EN 1090, Mat.-Kennz. nach RL 2014/68/EU

Ferdinand Gross GmbH

www.schrauben-gross.de

Ferdinand Gross ist Spezialist für Verbindungstechnik

und C-Teile-Management und bietet Kunden und

Partnern aus der Industrie maßgeschneiderte Dienstleistungen.

Unser Sortiment reicht von Verbindungselementen

über Werkzeuge bis zu Sonder anfertigungen.

Wir sorgen für schnellste Verfügbarkeit von über

107 000 Artikeln. Im Bereich C-Teile-Management

bietet Ferdinand Gross kunden spezifische Lösungen

zur Senkung Ihrer Beschaffungs kosten um bis zu 70 %.

Keller & Kalmbach GmbH

www.keller-kalmbach.de

Ist Ihr C-Teile-Management fit für die Zukunft?

Wir überzeugen Sie mit großem technischen

Know-how bei Verbindungselementen und

bieten Ihnen eine Produktpalette rund um

C-Teile, die kaum Wünsche offen lässt.

Wir stehen für höchste Versorgungssicherheit

und entwickeln kundenindividuelle und maßgeschneiderte

Logistikkonzepte für Produktion

und MRO. Sorgen Sie mit dem passenden C-Teile-

Konzept für effiziente Beschaffungsprozesse und

Abläufe in Ihrem Unternehmen. Diskutieren Sie

mit unseren Experten, wie Sie Ihre Wertschöpfung

steigern können.

C-TEILE-MANAGEMENT

C-TEILE-MANAGEMENT

C-TEILE MANAGEMENT

Lederer GmbH

www.c-teile-management.info

Wenn es um C-Teile-Management geht, Kanban, Konsignation

& Co., ist Lederer Ihr Partner: Norm- und Standardteile,

Sonder- und Zeichnungsteile, Verbindungselemente

u.v.m. auf Basis aller logistischen Lösungen

und Systeme (eBusiness, RFID, Ein- und Mehr-Behälter-

Kanban etc.). Lederer übernimmt für Sie die Lieferantensuche,

Bestellung und Beschaffung, Bevorratung

und Bereitstellung, Lagerbewirtschaftung und Qualitäts

sicherung, Systempflege und Prozessverbesserung.

– Verbindungselemente

– Norm- und Standardartikel

– Sonder- und Zeichnungsteile

– C-Teile-Management

F. REYHER Nchfg. GmbH & Co. KG

www.reyher.de

Vielfältige E-Business-Lösungen, flexible Kanban-

Versorgungssysteme, Konfektionierungen nach individuellem

Bedarf, Bausätze und Sonderteile – wenn es

um Verbindungselemente und Befestigungstechnik

geht, ist REYHER Ihr kompetenter Partner. Zuverlässige

Produktqualität sowie ausgeprägte technische Kompetenz

haben bei uns eine lange Unternehmenstradition.

In unserem hochmodernen Logistikzentrum halten

wir über 130.000 Artikel im Lager bereit. Und mit einer

Lieferverfügbarkeit von über 99 Prozent sorgen wir

weltweit für Planungssicherheit bei unseren Kunden

aus Industrie und Handel.

OTTO ROTH GmbH & Co KG

www.ottoroth.de

OTTO ROTH ist sowohl traditionsreiches Handelshaus

für mechanische Verbindungselemente als

auch zertifizierter Hersteller hochpräziser Drehund

Feinbearbeitungsteile.

Das Portfolio von OTTO ROTH umfasst:

- Großhandel mit Verbindungselementen

- Komplettlösungen für Zeichnungsteile

- C-Teile-Management

- Fertigung von Präzisionsdrehteilen

Mit einem umfassenden Sortiment von 100.000

ständig verfügbaren Artikeln, Niederlassungen

in ganz Deutschland sowie einem eigenen Fertigungsstandort

ist OTTO ROTH für sämtliche Anforderungen

rund um die Verbindungstechnik der

ideale Partner.

FERTIGUNGSSOFTWARE

KOMPONENTEN + SYSTEME

VERBINDUNGSTECHNIK

MasterControl Global Ltd.

www.mastercontrol.com

MasterControl ist die einzige Lösung, die speziell für

Hersteller in den Life Sciences entwickelt wurde. Sie

vereint moderne Qualitäts- und Fertigungsstandards

sowie Anlagenexzellenz auf einer einzigen, vernetzten

Plattform – ausgestattet mit branchenführender

KI, prädiktiver Business Intelligence und

wegweisender Effizienz und Automatisierung.

RCT® Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

www.rct-online.de

Reichelt Chemietechnik steht für das Prinzip

„Angebot und Vertrieb der kleinen Quantität“ gepaart

mit einer viele Bereiche umfassenden Produktvielfalt

und einem hohen technischen Beratungsservice.

Das Angebot von Reichelt Chemietechnik umfasst

ca. 80 000 Artikel, die aus den Bereichen Schlauchtechnik,

Verbindungselemente, Durchflusstechnik,

Labor technik, Halbzeuge, Befestigungselemente,

Filtration und Antriebstechnik stammen.

Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

Englerstraße 18, 69126 Heidelberg

Tel. 0 62 21/3 12 50, info@rct-online.de

Albert Pasvahl GmbH & Co.

www.pasvahl.de

Als Schraubenspezialist mit über 90 Jahren Erfahrung

stehen wir für Qualität und Zuverlässigkeit.

MILLIONS OF SCREWS IN STOCK

• Passschrauben

• Vierkantschrauben

• Verschlussschrauben

• Flachkopfschrauben

• Schrauben mit Zapfen/Spitze

• Rändelschrauben

• Messingschrauben

• Sonderanfertigungen nach Vorgaben

Industrieanzeiger » 14 | 2025 63


» PRODUKTE

Augmented Reality

Fünf neue Features für präziseres Model-Tracking

Mit Vision Lib 4.0 hat das Unternehmen

Visometry die neueste Version seiner

Tracking-Bibliothek für Enterprise-Augmented-Reality-Anwendungen

ausgerollt

und um fünf Funktionen erweitert: So

verbessert die neue Funktion „Stationäres

Objekt“ die Tracking-Stabilität, besonders

bei großen Bauteilen. Durch die engere

Verzahnung von SLAM-basierter Kameraposition

und modellbasiertem Tracking

bleibt die Nachverfolgung auch dann zuverlässig,

wenn nur kleine Modellbereiche

sichtbar sind.

Bild: Visometry

Zweitens können Entwickler

Tracking Anchors jetzt direkt

aus dem Unity-Kontextmenü

als vordefinierte Prefabs exportieren. Das

vereinfacht damit das Einrichten, Ver -

walten und Wiederverwenden Tracking-

Setups erheblich.

Drittens lassen sich benutzerdefinierte

Tracking-Parameter in Unity intuitiver

festlegen, was den Entwicklungsprozess

beschleunigt und Fehlerrisiken reduziert.

Die vierte Neuerung ist eine verbesserte

Validierung von Parametern: Falsche

Typen werden nicht mehr automatisch

konvertiert, wodurch unerwartetes Verhalten

vermieden und Debugging erleichtert

wird. Fünftens bietet Vision Lib 4.0

optimierte Benutzeroberflächen und APIs.

Einheitlichere Strukturen und Funktionen

machen das SDK übersichtlicher, nutzerfreundlicher

und gewährleisten die Arbeit

mit der aktuellen, unterstützten Vision

Lib-Version.

DC-Motoren

Vielseitig konfigurierbare Kraftpakete

Bild: Faulhaber

Faulhaber erweitert sein Produktportfolio um mehrere neue DC-Kleinstmotoren: Die

leistungsstarken GXR-Modelle 1437 mit Kupfer-Graphit-Kommutierung sowie die

edelmetallkommutierten SXR-Motoren in den Größen 1424 und 1437. Mit 14 mm

Durchmesser sind die Motoren auf das modulare Baukastensystem des Anbieters abgestimmt

und kombinierbar mit Planetengetrieben sowie magnetischem Encoder.

Die RoHS-konformen GXR- und SXR-Motoren zeichnen sich durch eine robuste Bauweise,

langlebige hexagonale Wicklung, hohe Leistungsdichte, flexible Spannungsvarianten

und vielfältige Anschlussoptionen aus. Modifikationen an Front- und Rückwelle

sowie optimierte Rotorwuchtung sind ebenfalls möglich. Die Motoren eignen sich für

High-End-Optical-Systems, Teleskope, Mikroskope sowie medizinische Anwendungen

wie chirurgische Roboter oder Infusionspumpen.

Autonome mobile Roboter

Mit KI-gestützter Navigation durchs Warenlager

Swisslog erweitert sein Portfolio um die

Intramove-Serie: Drei autoonome mobile

Roboter (AMR), die speziell für den flexiblen

Horizontaltransport in dynamischen

Lagerumgebungen entwickelt wurden.

Der kompakte Intramove AMR 600 transportiert

Lasten bis 600 kg, der Intramove

AMR 1500 eignet sich als Palettentransporter

für bis zu 1500 kg, während das

Schwerlastmodell Intramove AMR 3000

mit omnidirektionalem Antrieb Lasten bis

3000 kg bewältigt. Alle Roboter verfügen

über vollständig integrierte Hebemechanismen,

die Waren schonend und ohne

Beschädigungen transportieren. Die AMR

sind schnell zu implementieren und flexibel

im Betrieb. Routen und Lieferpunkte

lassen sich einfach anpassen.

Über die standardisierte VDA-5050-Kommunikationsschnittstelle

sind die mobilen

Roboter mit einer KI-basierten Flottenmanager-Software

verbunden, die die

Roboterflotte in Echtzeit koordiniert. Sie

optimiert Routen und weist Transportaufträge

basierend auf Prioritäten, Roboterverfügbarkeit

und Batteriestatus selbstständig

zu.

Externe Systeme wie Türen, Aufzüge oder

auch variable Hindernisse kommunizieren

über Standardprotokolle (MQTT, Modbus,

Bild: Swisslog

OPC UA) mit der Software. Die AMR

nutzen zudem SLAM-Navigation (Simultaneous

Localization and Mapping) mit

zwei Laserscannern und KI-Algorithmen

zur eigenständigen Routenberechnung.

64 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Flurförderzeuge

Elektro-Gegengewichtsstapler ergänzen A Serie

Hyster hat seine A-Serie um neue Elektromodelle

erweitert. Die Elektro-Gegengewichtsstapler

J2.2–3.5 A sind mit einer

Auswahl an Blei-Säure-, Lithium-Ionenoder

TPPL-Batterien (Thin Plate Pure

Lead) erhältlich. Die Stapler eignen sich

für Lasten von bis zu 3,5 t.

Unternehmen können ihre Betriebskosten

niedrig halten, indem sie einen Antriebsmotor

wählen, der den Anforderungen der

jeweiligen Anwendung am besten entspricht.

Ein optionales, erweitertes

Motorpaket verwaltet

den Ladebedarf, kann die Laufzeit

verlängern und hilft dabei,

Batterien bei Anwendungen mit höherer

Leistungsanforderung und geringem

Energieverbrauch effizient einzusetzen.

Die Elektrostapler sind gemäß Schutzart

IP67 vor Staub und Wasser geschützt.

Damit eignen sie sich für den Einsatz in

vielen Schwerlastanwendungen, zum Bei-

Bild: Hyster

spiel in der Papier-, Chemie-, Metall- oder

Holzindustrie, selbst bei widrigen Witterungsbedingungen

und in rauen Umgebungen.

Die Wartungsfreundlichkeit trägt

ebenfalls zu einem vereinfachten Service

bei und hilft so, Ausfallzeiten in rauen

Umgebungen weiter zu reduzieren.

Energieführungsketten aus Stahl

Langlebig und wartungsfrei

Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Die Energieführungsketten der Serie S/SX von Tsubaki Kabelschlepp bestehen aus verzinktem Stahl

oder – für besonders aggressive Umgebungen – aus Edelstahl. In Kombination mit stabilen Aluminium-Stegvarianten

bieten sie eine robuste, wartungsfreie Lösung für härteste Einsätze, zum

Beispiel in Walzwerken, Offshore-Plattformen, Bohranlagen oder der chemischen Industrie.

Dank der hohen Festigkeit des Werkstoffs ermöglichen Stahlketten kompakte Bauformen mit

deutlich größeren freitragenden Längen und Zuladungen von mehreren hundert Kilogramm pro

Meter. Zudem sind sie temperaturbeständig: Verzinkte Varianten halten bis zu 400 °C, Edelstahlketten

sogar bis 1.000 °C aus. Damit eignen sie sich für Industrieöfen, Gießereien, galvanische

Betriebe oder Kraftwerke. UV- und seewasserbeständige Modelle runden das Portfolio für

Offshore-Anwendungen ab.

Die Serie ist wartungsfrei, benötigt kein Öl und keine Justierung. Ein offenes Anschlagsystem mit

selbstreinigendem Effekt verhindert Schmutzanhaftungen und reduziert Ausfälle. Zudem sind die

Ketten nahezu vollständig recycelbar. Mit einem breiten Größen- und Variantenangebot lassen sie

sich flexibel an spezifische Einsatzbedingungen anpassen.

Arbeitskleidung

Aus verstärkter Baumwolle in attraktiver Farbstellung

Die Workwear-Serie Activiq Cotton Plus

von Kübler hat einen hohen Baumwoll -

anteil. Nun hat das Unternehmen diese

Linie um eine siebte Farbstellung erweitert:

Die Damen- und Herrenmodelle gibt

es ab sofort in Schwarz als Grundfarbe

und Mittelrot als Kontrastfarbe. Diese

stark kontrastreiche Kombination erzeugt

einen dynamischen Look bei den Textilien

und soll für eine starke Außenwirkung

sorgen.

Durch den Einsatz von verstärkter Baumwolle

(65 % Baumwolle, 35 % Polyester)

ist diese Modellreihe hautfreundlich und

atmungsaktiv und erweist sich

außerdem als sehr robust und

pflegeleicht. Mehrere durchdachte

ergonomische Features sowie

ein vielseitiges Taschenrepertoire

kennzeichnen die Kollektion.

Mit ihrer Modellvielfalt, der

großen Farbauswahl und

einem breiten Größenspiegel

bedient Kübler Activiq sowohl die Erwartungen

unterschiedlicher Branchen als

auch individuelle Ansprüche der Träger.

Die Jacken und Westen sind dabei in den

Größen XS bis 4XL lieferbar, die

Herrenhosen in 40 bis 66, 90 bis 118

und 25 bis 31, die Damenhosen in 34 bis

54 und die Shorts in den Größen 40 bis

66.

Bild: Kübler

Industrieanzeiger » 14 | 2025 65


IMPRESSUM

» PRODUKTE

Betriebsbedarf

Intuitiv bedienbare Taschenlampen

erscheint dienstags ISSN 0019–9036

Organ des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung e.V.

(WSM), Düsseldorf, Hagen. Die Mitglieder des Verbandes erhalten

den Industrieanzeiger im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Zusammenarbeit

im Fachbereich der Gießereitechnik mit der Zentrale für

Gussverwendung, Düsseldorf.

Herausgeberin: Katja Kohlhammer

Verlag: Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,

Ernst-Mey-Straße 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany

Geschäftsführer: Peter Dilger

Verlagsleiter: Peter Dilger

Chefredaktion:

B. A. Alexander Gölz (ag), Phone +49 711 7594–438,

Ernst-Mey-Straße 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany

Redaktion:

M. A. David Kuhlmann (dak), Phone +49 711 7594–456;

Frederick Rindle (fr), Phone +49 711 7594–539;

M. A. Nico Schröder (sc), Phone +49 170 6401879;

Susanne Schwab (su), Phone +49 711 7594–444;

Dipl.-Ing. Olaf Stauß (os), Phone +49 711 7594–495;

B. A. Hagen Wagner (hw), Phone +49 711 7594–391

Ständige freie Mitarbeiter:

Dipl.-Ing. Volker Albrecht (va), Ulrike Dautzenberg (ud),

Michael Grupp (mg), Sabine Koll (sk), Markus Strehlitz (ms)

Redaktionsassistenz: Daniela Engel, Phone +49 711 7594–452,

Fax –1452, E-Mail: daniela.engel@konradin.de

Layout: Jonas Groshaupt, Michael Kienzle, Ana Turina

Mit der Neuauflage der

Taschenlampen P-Serie

besinnt sich Ledlenser

auf seine Wurzeln und

führt zugleich neue

Standards in Leistung, Bedienbarkeit und

Nachhaltigkeit ein.

Die auf der Conrad Sourcing Platfrom erhältliche

Serie umfasst zwölf Modelle,

von Schlüsselleuchte über kompakte

Stift- und Taschenlampen bis hin zum

professionellen Suchscheinwerfer.

Durch den Einsatz von recyceltem Material

bei der neuen P-Serie wird der

Rohstoffbedarf erheblich reduziert: Die

Aluminiumkomponenten bestehen aus

mindestens 75 % recyceltem Material.

Dadurch wird der Energieverbrauch um

bis zu 95 % gesenkt und die CO 2 -Emissio-

nen reduzieren

sich um

rund 96,4 %

pro Tonne. Ergänzt wird

dies durch recyclingfähige Verpackungen.

Alle Modelle sind mit dem Advanced

Focus System ausgestattet, das den

schnellen Wechsel von Nah- zu Fernlicht

ermöglicht. Modelle wie die P7R oder die

P21R kombinieren extreme Leuchtkraft

mit intuitiver Bedienung. Der neu entwickelte

Mode Select Ring erlaubt den

unkomplizierten Wechsel zwischen Lichtmodi,

das Aktivieren der Transportsperre

und den Zugriff auf den USB-C-Port auch

im Dunkeln oder mit Handschuhen. Für

großflächige Einsätze bietet die P21R zusätzlich

den One-Touch Focus, der den

Lichtkegel einhändig und nahtlos anpasst.

Bild: Ledlenser

Gesamtanzeigenleiter:

Verantwortlich für den Anzeigenteil:

Joachim Linckh, Phone +49 711 7594–565, Fax –1565

Auftragsmanagement:

Stefanie Teichmann, Phone +49 711 7594–323, Fax –1323

Leserservice Industrieanzeiger:

Postfach 810580, 70522 Stuttgart, Phone +49 711 82651-254,

Fax +49 711 82651-399, E-Mail: leserservice@konradin.de

Erscheinungsweise: dienstags (15 x jährlich)

Bezugspreis: Inland jährlich 210,00 € inkl. Versandkosten und

MwSt; Ausland 210,00 € inkl. Versandkosten. Einzelpreis 14,10 €

(inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten).

Bestellungen erbitten wir an den Verlag. Sofern die Lieferung nicht

für einen bestimmten Zeitraum ausdrücklich bestellt war, läuft das

Abonnement bis auf Widerruf. Bezugszeit: Das Abonnement kann

erstmals vier Wochen zum Ende des ersten Bezugsjahres gekündigt

werden. Nach Ablauf des ersten Jahres gilt eine Kündigungsfrist

von jeweils vier Wochen zum Quartalsende.

Bei Nichterscheinen aus technischen Gründen oder höherer Gewalt

entsteht kein Anspruch auf Ersatz.

Auslandsvertretungen:

Großbritannien/Irland: Jens Smith Partnership, The Court,

Long Sutton, GB-Hook, Hampshire RG 29 1TA, Phone 01256

862589, Fax 01256 862182, E-Mail: jsp@trademedia.info;

USA: D.A. Fox Advertising Sales, Inc. Detlef Fox, 5 Penn Plaza,

19th Floor, New York, NY 10001, Phone +1 212 8963881,

Fax +1 212 6293988, detleffox@comcast.net

Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH, Leibnizstraße 5,

97204 Höchberg, Printed in Germany

© 2025 by Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,

Leinfelden-Echterdingen

Einfacherer IT-Betrieb

Dell startet Automatisierungsplattform

Die im Mai vorgestellte Dell Automation

Platform ist ab sofort verfügbar. Mit ihr

lassen sich Private-Cloud-, Edge- und KI-

Umgebungen zentralisiert und automatisiert

bereitstellen und verwalten. Die

Plattform kombiniert Zero-Touch-Onboarding,

zentrales Inventory Management

und Dell AIOps mit Automatisierung auf

allen Ebenen des IT-Stacks. Ein Katalog

validierter Blueprints, gestützt durch die

globale Lieferkette, sorgt für konsistente

Deployments und reibungslose Updates.

Das Lifecycle Management umfasst

native ITSM-Integration sowie erweiterte

Storage-Funktionen, etwa

automatisierte Updates für

Dell Power-Store OS. Der

Betrieb ist On-Premises

oder als SaaS möglich.

Die Lösung ist bereits in Dell

Private Cloud und auch in

Dell Native-Edge integriert,

eine Anbindung an Dell AI

Solutions folgt in Kürze.

Unternehmen können so

Private-Cloud-Stacks mit

bis zu 90 % weniger Schritten als bei

manuellen Prozessen bereitstellen und

innerhalb von 2,5 h einen einsatzbereiten

Cluster aufbauen. Native-Edge ermöglicht

die sichere Orchestrierung und das

Management verteilter Infrastrukturen –

von Edge über Rechenzentren bis Cloud.

Mit den Dell AI Solutions lassen sich KI-

Umgebungen schneller einführen, inklusive

Katalog für LLM Inferencing, RAG AI

und Partner-Software. Die Automation

Platform liefert dafür vorkonfigurierte,

validierte Lösungen, abgestimmt auf bestehende

Systeme.

Bild: Looker_Studio/stock.adobe.com

66 Industrieanzeiger » 14 | 2025


VORSCHAU «

Bild: Mesago Messe Frankfurt / Arturo Rivas Gonzalez

MESSE SPS

Die SPS 2025 beleuchtet

die neusten

Entwicklungen in

der Automatisierung:

KI-gestützte

Systeme, durchgängige

Digitalisierung

und flexible Produktionskonzepte

prägen die Messe. Im Fokus stehen

zudem Innovationen für mehr Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit, Fortschritte bei

Kommunikationsstandards sowie Themen wie

Cyber sicherheit und die Einbindung von Cloudund

Edge-Technologien.

Der Industrieanzeiger 15/2025 erscheint am 11.11.2025

INTERVIEW

Nicola Leibinger-Kammüller, Vorstandsvorsitzende des

Maschinenbauers und Familienunternehmens Trumpf,

spricht im exklusiven Interview (und erstmalig in einem

Fachmagazin) über die aktuelle Lage, Sparmaßnahmen

und die schwierige Entscheidung, die Trumpf-Technologien

künftig auch der Rüstungs industrie zur Verfügung

zu stellen.

3D-DRUCK

Additive Fertigung hat sich von der reinen Prototypentechnologie

zum festen Bestandteil industrieller Produktion

entwickelt. Immer mehr Unternehmen setzen 3D-Druck

für Serienfertigung, Ersatzteile oder hoch komplexe Bauteile

ein. Neue Materialien, verbesserte Maschinen und die

Integration in digitale Prozessketten treiben den Trend

weiter voran. Unser Special zeigt, welche Chancen und

Entwicklungen aktuell besonders spannend sind.

Anzeige

Bild: Efaflex

Zutrittskontrolle

Niedrigsturz-Tor mildert Polygoneffekt

Bei Niedrigsturz-Sektionaltoren tritt oft

der sogenannte Polygoneffekt auf: Die

Torsegmente krümmen sich unterschiedlich,

wodurch das Tor unrhythmisch und

langsam öffnet. Das führt zu Zeitverlust,

Lärm und starkem Verschleiß. Mit dem

Efa SST N Premium hat Efaflex eine

Lösung entwickelt, die diesen Effekt deutlich

reduziert. Dank einer patentierten

Konstruktion mit zwei Führungslinien

verteilen sich die Laufrollen gleichmäßig,

sodass das Tor nahezu nahtlos

durch die Kurve gleitet.

Das Schnelllauftor erreicht

Öffnungsgeschwindigkeiten

von bis zu 2,0 m/s – doppelt

so schnell wie herkömmliche

Rolltore – und spart damit

im Alltag Zeit und Kosten.

Gleichzeitig sinkt die Geräuschentwicklung,

was den

Betrieb angenehmer und

effizienter macht.

Die geringere Belastung reduziert den

Verschleiß und ermöglicht bis zu

400.000 Lastwechsel pro Jahr. Mit einem

U-Wert von 1,6 W/m²K bietet das Tor

zudem eine hohe Energieeffizienz. Unter

anderem weniger Wartung und seltenere

Reparaturen sind die Folge.

Durch seine kompakte Bauweise stellt das

Efa SST N Premium auch bei beengten

Platzverhältnissen die maximale Durchfahrtshöhe

sicher.

Die TOP-ADRESSE

für Ankauf & Verkauf von

DECKEL MAHO GILDEMEISTER

HERMLE

MIKRON

www.Beschle-Werkzeugmaschinen.de

E-Mail: info@beschle-gmbh.de

Telefon (0 77 74) 13 54.

Konkrete Antworten auf

komplexe Fragestellungen

finden Sie in den

Whitepapern des

Industrieanzeiger!

Kompaktes Fachwissen ganz

einfach downloaden!

https://industrieanzeiger.industrie.

de/whitepaper/

Industrieanzeiger » 14 | 2025 67


» Tacheles

User Experience

Usability scheitert nicht an Technik,

sondern an Ausreden

Wer Usability für ein Extra hält, hat den

zukunftsfähigen Maschinenbau nicht

verstanden. Der deutsche Maschinenbau

ist fraglos Weltspitze in Technik.

Ingenieurskunst, Präzision, Leistungs -

fähigkeit – hier liegt seine Stärke.

Doch jede Stärke

trägt auch ihre

Schwäche in

sich: wie die

große Gefahr,

im Komplexen

stecken zu bleiben.

Die Realität

zahlreicher Fabrikhallen

sieht doch so aus:

Hoch entwickelte Maschinen,

aber Bedienoberflächen, die

wie Relikte aus den 90ern

wirken. Mit langen Einarbeitungszeiten,

Fehlerquellen und

Un sicherheit. Gerade im Fachkräftemangel

wird das zum

echten Risiko. Wer junge

Menschen gewinnen will, darf

ihnen keine Technik vorsetzen,

die komplizierter ist als etwa ihr Smartphone.

Der Wendepunkt

Usability bedeutet weniger Bedienfehler, höhere

Sicherheit, schnellere Einarbeitung – in Minuten

statt Tagen. Genau das macht den Unterschied, ob

Fachkräfte bleiben oder wieder gehen. Usability

endet nicht am Bildschirm. Sie betrifft die gesamte

Maschine – von der klaren Montage über den schnellen

Servicezugang bis hin zur sicheren Wartung.

Jeder Kontaktpunkt zählt. Wenn schon die Inbetriebnahme

zur Geduldsprobe wird oder den Service

Monteuren Rätsel aufgibt, verliert das Unternehmen

Vertrauen und Zeit. Usability heißt deshalb: Hardware,

Software und Service als ein Ganzes gestalten,

das Menschen unterstützt, statt sie zu überfordern.

Denn nur so entsteht ein tatsächlicher Mehrwert, der

den Markt gewinnt.

Eine aktuelle VDMA-Kurzstudie zeigt: 90% der

Maschinenbauer sehen bessere Usability als entscheidenden

Hebel. Doch im Alltag fehlt oft Budget,

Bild: Andre Bakker

Fachwissen oder auch Management-

Rückendeckung. Hand aufs Herz: Das

sind keine Gründe, sondern Ausreden –

und sie kosten Marktanteile.

Usability ist für den Erfolg einer

Maschine so elementar wie

ein zentrales Bauteil. Kein

Ingenieur käme auf die Idee,

eine Achse oder ein Lager

weg zu lassen, nur weil das

Budget eng ist. Warum

also sparen bei einem

Faktor, der über Effizienz,

Sicherheit und Markt -

anteile entscheidet?

Die eigentliche Herausforderung

liegt woanders:

Mut aufzubringen, Maschinen

so zu gestalten, dass sie die

Menschen nicht überfordern,

sondern vielmehr begeistern

– genau darin liegt

der Unterschied zwischen

Durchschnitt und Spitzenposition.

Die Aufgabe

Die Technologien liegen längst bereit: KI-Assistenzsysteme,

virtuelle Wartung, adaptive HMIs. Doch

Technik allein reicht nicht. Entscheidend ist nicht die

Maschine selbst, sondern der Mensch, der sie bedienen

will. Die Aufgabe lautet deshalb: Komplexität

bändigen, Klarheit schaffen, Begeisterung wecken.

Der Kunde erwartet Technik, die sich intuitiv und

sofort erschließt.

Ganz klar: Usability ist kein Extra. Sie ist der Multiplikator

von Effizienz. Sie entscheidet über Markt -

anteile, über den Zugang zu jungen Talenten und

letztlich über die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie.

Ohne Usability bleibt der Maschinenbau Zuschauer

im globalen Wett bewerb statt Gewinner. Wer heute

handelt, sichert Zukunft und Vorsprung. Beispiel

Elektromobilität: Vor fast 20 Jahren war ihr Potenzial

sichtbar, doch lange unterschätzt. Heute ist sie existenziell.

Und genau diese Dynamik droht auch im

Maschinenbau, wenn wir Usability und strategisches

Design vernachlässigen.

Jürgen R. Schmid ist Gründer von Design

Tech und Jürgen Schmid Maschinendesign

in Ammerbuch bei Tübingen.

68 Industrieanzeiger » 14 | 2025


Industrie

Das Kompetenznetzwerk der Industrie

Einladung

Bild: CHIRON Group

5. November 2025

09:00 bis 17:00 Uhr

CHIRON Group, Tuttlingen

Führende Experten

präsentieren Highlights aus

der medizintechnischen

Fertigung

Jetzt

anmelden!

Freuen Sie sich auf:

• Attraktive Keynote und

spannende Anwenderstory

• Praxisnahe Vorträge

• Informative Begleitausstellung

• Geführter Betriebsrundgang

durch das Medical Center

bei CHIRON

• Networking auf Augenhöhe

Eine Anmeldung ist ab sofort

möglich:

mav.industrie.de/

medizintechnischeskolloquium-2025/

Mit dem Code

KV_MEDKOLL_2025 nehmen

Leser des Industrieanzeigers

kostenfrei an der Veranstaltung

Industrieanzeiger » teil!

14 | 2025 69


Your Global Automation Partner

Halle 7, Stand 250

Flexibel, skalierbar,

hoch verfügbar!

Digitale Förderstrecken mit Block-I/O-

Steuerungsmodulen und weiteren

dezentralen IP67-Komponenten reduzieren

Datenverkehr, Zykluszeiten und

Ausfallrisiko – modular und effizient.

70 Industrieanzeiger » 14 | 2025

MEHR ERFAHREN

www.turck.de/dcl

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!