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ZKZ 4937

www.moebelkultur.de

NEWS. INSIGHTS. TRENDS.

7| 2025

SONDER-

AUSGABE

UNTERNEHMEN

2025

RMW

Von Wohnen zum

Einrichtungssystem –

mit klarem Nachfolge-Setup

WAS MORGEN ZÄHLT

STRATEGIEN, NACHFOLGE UND HALTUNG IM MITTELSTAND

KÜCHENATLAS

Brücke zum Handel: Klicks,

Leads und Insights von B2C

ROUND TABLE

Schnittstellengipfel: China

– Risiken und Chancen

MÖBELMEYER

Tradition trifft Leistung:

Fläche stark, Service präsent


INHALT

Sonderausgabe Unternehmen

MOTOR MITTELSTAND NUTZEN 18

Gastbeitrag von Dr. Henning Bergmann

20

STARKE UMSÄTZE

Im Team von Möbelmeyer

herrscht gute Laune. Ein Blick

auf die Umsatzzahlen sorgt für

Freude im Familienunternehmen

aus Hankensbüttel.

Unternehmen & Stretegien

MIT 250 JAHREN VOLL AUF ZACK 20

Möbelmeyer in 9. Generation

INNOVATIVES MIX & MATCH 23

3C Gruppe zeigt Flexibilität

VISION UND VERANTWORTUNG 24

Frank Oehmke über Interlübke

„EINE IDEALE FÜGUNG“ 26

RMW startet mit nächster Generation

NEUE GESICHTER IM HANDEL 30

Drei Junggründerinnen übernehmen

VOM HÄNDLER ZUM HERSTELLER 34

Neue Outdoorküchenschmiede in NRW

OPTIMISTISCH BLEIBEN 38

Frank Haubold zur EMMK-Messe

VOM START-UP ZUR MARKE 42

Olavson im Fachhandel stark

Impulse für morgen

SCHNITTSTELLENGIPFEL 2025 44

China vor der Haustür

SMART RETAIL 52

„Screen Fatigue“ pusht Offline-Käufe

30

FRISCHE IDEEN

Klar strukturiert,

kundennah, markenbewusst

– und mutig:

Junge Unternehmerinnen

beleben den

Küchenhandel.

58

PERSÖNLICH

VERMARKTET

Für Unternehmer ist

Social Media zum unverzichtbaren

Marketingkanal

geworden.

Auf Instagram & Co.

zeigen sie (auch ihr

eigenes) Gesicht.

4

KUNST UND KULTUR IM HANDEL 56

Kreativ Frequenz erzeugen

(DAS EIGENE) GESICHT ZEIGEN 58

Mehr Authentizität im Netz

STAR-KAMPAGNE MIT BRAD PITT 62

Lebensgefühl auf Knopfdruck

Kooperationen & Wirkung

ZWISCHEN B2B UND B2C 64

„Küchenatlas“ stärkt sein Portfolio

MODE MEETS MÖBEL 68

Kreative Kooperationen im Möbelhandel

NORDIC DESIGN 72

Frisch vom Fjord in den Handel

In jeder Ausgabe

Foto des Monats 6

Aktuell8

Leute14

Karriere74

Möfa76

Impressum81

Inspiration82

Karriere74

7/2025


18

INNERE STÄRKE

Dr. Henning Bergmann hat klare

Empfehlungen an den Mittelstand,

um in der zunehmend angespannten

Situation zu bestehen.

44

CHINA VOR DER TÜR

Beim Schnittstellengipfel haben Expert:innen intensiv über die

Beziehungen Deutschlands zur Handelsmacht aus Asien diskutiert.

72

SKANDINAVISCHE

EXPANSIONSPLÄNE

Mit vereinten Kräften wollen

fünf Hersteller aus Norwegen

den deutschen Premium- und

Objektmarkt erobern.

POSITIVE AUSSICHTEN

Wohin geht die Reise? Was brauchen

mittelständische Unternehmen (wie RMW,

Titelmotiv), um die aktuellen Herausforderungen

am Markt zu meistern? Strategien,

Konzepte, Nachfolgelösungen und

Haltung – „möbel kultur“ zeigt, was für

ein erfolgreiches Morgen zählt.


UNTERNEHMEN & STRATEGIEN

RMW: NÄCHSTE GENERATION IN DEN STARTLÖCHERN

EINE GERADEZU

IDEALE FÜGUNG

Es ist keine Selbstverständlichkeit, wenn die Nachfolge in einem Unternehmen in der Familie

möglich ist. Bei Rudolf Eikenkötter und seinen Söhnen André, Martin und Thomas läuft der

Übergang harmonisch, weil sich alle drei sehr gut in ihren Fähigkeiten ergänzen.

MK Im Jahr 2023 hatte RMW 20-jähriges

Jubiläum. Da drängt sich einem

natürlich die Frage auf, wie die

Situation damals war, als Sie die

Firma gegründet haben?

RUDOLF EIKENKÖTTER (RE) Ulrich Thiele und

ich hatten 2003, als wir die Rietberger

Möbelwerke gegründet haben, ein klares

Ziel vor Augen: Wir wollten leistungsfähige

und variantenreiche Systemmöbel produzieren

und diese breit am Markt etablieren.

Fotos: RMW

Die Zeiten waren damals auch nicht

gerade einfach, und der Markt war

schon gut besetzt. Was war der

Antrieb für Sie, trotzdem bei Wohnmöbeln

einzusteigen?

RE Stimmt, der Markt für Systemmöbel war

bereits gut besetzt, allerdings mehr in der

oberen Mitte bis zum gehobenen Preisbereich.

So war für uns von vornherein klar,

dass wir uns sowohl mit einem breiten als

auch tiefen Sortiment auf die Mitte des

Marktes konzentrieren wollten, ohne uns

auf eine geschmackliche Richtung festzulegen.

Und das gab es so am Markt noch

nicht. Unser Vorteil war sicherlich, dass wir

einen bedeutenden Sparringspartner an

unserer Seite hatten und bis heute haben,

und das ist Musterring.

Das liegt inzwischen 22 Jahre zurück.

Wie steht RMW aktuell da?

RE RMW hat sich längst vom reinen Wohnzum

Einrichtungssystemanbieter gewandelt.

Und so sind wir heute – außer für

Küche und Bad – der Problemlöser in allen

Einrichtungsfragen. Diese Entscheidung

haben wir bereits 2008/2009 getroffen,

seitdem konsequent verfolgt, und sie hat

sich auch als richtig erwiesen.

„Wir wollen RMW dahin entwickeln, dass es das Aushängeschild des modernen

Wohnens wird“, betonen Rudolf, Martin, Thomas und André Eikenkötter (v.l.).

26

7/2025


Dennoch stand der Kastenmöbelbereich

in den letzten Jahren stark unter

Druck, wozu auch das Einkaufsverhalten

beiträgt, dass die Endkund:innen

kleinere Kombinationen kaufen.

RE Der durchschnittliche Kommissionswert

hat sich bei uns im Grunde genommen

nicht verändert, er ist sogar eher noch

gestiegen. Denn unser Fokus liegt nicht

mehr nur auf dem Bereich Wohnen – wir

beschäftigen uns zunehmend in der Planung

mit der ganzen Wohnung.

Gleichwohl ist 2025 sicherlich auch

für Sie ein herausforderndes Jahr. Wie

ist es bisher gelaufen?

RE Es ist auch für uns anspruchsvoll. Wir

haben allerdings in den letzten Jahren

einige sehr interessante Dinge entwickelt

und sind in Kombination mit einem

erfreulichen Platzierungsgeschäft gut

durchs erste Halbjahr gekommen.

Mit „Comfort Close“ haben Sie eine

Innovation auf den Markt gebracht,

die Kastenmöbel völlig neu denkt.

Wie ist das Produkt bisher im Handel

angekommen?

THOMAS EIKENKÖTTER (TE) Es ist tatsächlich

eine Innovation – sowohl für den Markt

als auch für unser gesamtes Team – und

damit eine riesige Herausforderung. Doch

weil wir so ein gutes Team sind, haben wir

den Entwicklungsprozess in einer für die

Komplexität kurzen Zeit bewältigt, konnten

kurzfristig ein fertiges Produkt präsentieren

und entsprechend auch schnelle

Platzierungserfolge verzeichnen.

Wieviel Potenzial hat das Programm

Ihrer Meinung nach?

TE Da ist die Reise noch ganz am Anfang.

Allein die Planungstiefe begeistert mich

selbst immer wieder. Wo ich vielleicht mit

anderen Programmen an Grenzen stoßen

würde, kann ich mit „Comfort Close“

noch mal eine Schippe drauflegen und

wirklich ganz intensiv auf die Bedürfnisse

der Kunden eingehen.

Das bedeutet aber auch, dass das

System anspruchsvoll in der Beratung

ist.

TE Es ist logisch und schlau aufgebaut.

Es bedarf im Vorfeld einer Schulung,

doch dann kann das System problemlos

geplant werden. Ohnehin ist es immer

unser Ansporn, unsere Planungssysteme

von vornherein so zu gestalten, dass sie

handhabbar für den Verkauf sind.

RE Man darf dabei auch nicht vergessen,

dass wir ein Team von elf Außendienstlern

haben, die vom 1. Januar bis 31. Dezember

in Sachen RMW unterwegs sind, die

Händler betreuen und die Verkäufer vor

Ort schulen. Das ist im Grunde genommen

das A und O.

„Comfort Close“ steht symbolisch

dafür, dass jetzt die jüngere Generation

ins Unternehmen kommt. Was ist

denn für die Zukunft geplant bezüglich

des Generationenwechsels?

RE Angefangen hat der Prozess 2019, als

André ins Unternehmen gekommen ist.

Er hat gleich verantwortungsvolle Projekte

übernommen und konnte sich so

ins Unternehmen einarbeiten.

ANDRÉ EIKENKÖTTER (AE) Ich bin damals

direkt aus dem Master heraus bei RMW

eingestiegen, nachdem ich in vielen unterschiedlichen

Unternehmen diverser Branchen

Praktika absolviert hatte.

RE Dann ging dieses zarte Pflänzchen

„Generationswechsel“ weiter, als im Jahr

2023 Thomas hinzugekommen ist und in

diesem Jahr auch Martin. Jetzt nimmt das

Thema Nachfolge Fahrt auf. Und das fühlt

sich gut und genau richtig an.

Wollten Sie drei denn schon von

Anfang an in die Möbelbranche oder

überhaupt ins Unternehmen?

AE In die Möbelbranche zu gehen, war ein

Zusammenspiel aus vielen Punkten. Vom

Thema „Holz und Möbel“ brauchte man

uns oder mich nicht groß zu überzeugen.

Denn unser Opa war schon Schreiner und

hatte eine kleine private Werkstatt mit einigen

Maschinen, mit denen er uns sehr früh

mit der Materie in Kontakt gebracht hat.

Das Material Holz ist spannend, und Möbel

haben noch einmal einen ganz besonderen

Charme – es ist einfach ein schönes

ästhetisches Produkt. Und insofern lag

es schon nahe, bei RMW mitzumachen.

Obwohl der Einstieg direkt nach dem Studium

erst einmal nicht geplant war. Ausschlaggebend

war für mich dann die Tatsache,

dass ich direkt Herausforderungen

annehmen konnte, nämlich die ERP-Landschaft

komplett neu mitzugestalten. Das

war zugegebenermaßen ein großes Projekt,

aber ich hatte sofort die Möglichkeit, mich

zu beweisen. Ganz nebenbei konnte ich

das Unternehmen noch mal bis ins letzte

Detail kennenlernen.

RE (SCHMUNZELT) Im Grunde konnte ich

ihn mit dem Projekt ködern. Er hatte ein

Angebot einer namhaften Unternehmensberatung,

aber klar war eins, der Zeitpunkt

des Einstiegs bei RMW hätte sich dann

ziemlich weit nach hinten verschoben,

und das Kennenlernen eines Unternehmens

braucht einfach Zeit.

(an Thomas Eikenkötter)

Wie lief das bei Ihnen?

TE Dass ich Innenarchitektur studieren

wollte, war bei mir schon relativ früh

klar. Als es dann im Studium konkret um

Möbel ging, habe ich gemerkt, dass mich

das Thema reizt und ich meinen Schwerpunkt

darauf legen möchte. Ich hatte das

große Glück, Mentoren an der Uni zu finden,

die es mir ermöglicht haben, relativ

früh den Fokus auf Möbel und zum Schluss

sogar auf Systemmöbel zu lenken.

Während ich meine Masterarbeit

schrieb, kam mein Vater auf mich zu

und fragte mich, ob ich nebenbei nicht

„Comfort Close“ entwickeln könnte. Und

so kam der Stein ins Rollen. Als dann alle

Prüfungen vorbei waren, stand für mich

auch relativ schnell fest, dass ich das Projekt

weiter begleiten möchte – vor Ort in

Rietberg.

(an Rudolf Eikenkötter)

Sie sind ganz schön clever...

RE (lacht) Ich glaube, dass die beiden sich

mit ihren jeweiligen Projekten auch den

Respekt des Teams erarbeiten konnten. Das

ist wichtig. Auch der Eintritt von Martin

im August dieses Jahres ist für das Unternehmen

ein großer Schritt, denn der

Bereich Vertrieb ist bis heute eines meiner

Kerngebiete.

(an Martin Eikenkötter)

Wie war der Eintritt für Sie in das

Familienunternehmen?

MARTIN EIKENKÖTTER (ME) Der Eintritt war

eine bewusste und eigenständige Entscheidung

von mir. Seitens der Familie wurde

uns immer offengelassen und transparent

vermittelt, dass die Chance zwar besteht,

im Unternehmen mitzuarbeiten, dieser

Weg aber keinesfalls in Stein gemeißelt ist.

Ich wollte die Leidenschaft der Möbelbranche,

mit der wir schon als Kinder in

Berührung gekommen sind, erst selbst

erleben, eigene Erfahrungen sammeln und

mich dann erst festlegen, wo ich langfristig

arbeiten möchte.

Und so habe ich meine ersten Erfahrungen

in der Branche bei der 3C Gruppe

gesammelt. 2020 durfte ich dort als

Trainee starten, parallel meinen Master

absolvieren und meine Abschlussarbeit

dem Objektbereich widmen. Aus der

Theorie wurde gelebte Praxis: der Aufbau

des Objektbereichs mit spannenden

Projekten, intensiver persönlicher

27


UNTERNEHMEN & STRATEGIEN

NACHFOLGE: JUNGE UNTERNEHMERINNEN ÜBERNEHMEN

MIT FRISCHEN IDEEN IN

DIE KÜCHENZUKUNFT

Bewährtes bewahren, den Auftritt modernisieren, Prozesse digital denken: Elena Eckert,

Sarah Ritterbusch und Roxane Engel stehen für eine neue Generation im Küchenhandel.

Ihr Weg: klar strukturiert, kundennah, markenbewusst – und mutig.

Ein stark geschrumpfter Wohnungsneubau,

gestiegene Bauund

Finanzierungskosten,

zurückhaltende Kunden: Die

Küchenbranche befindet sich in

einer anspruchsvollen Phase. Doch Herausforderungen

bedeuten auch Bewegung.

Wer den Markt beobachtet, wird schnell

erkennen, dass gerade jetzt neue Konzepte,

mehr Serviceorientierung und mutige

Unternehmerpersönlichkeiten gefragt sind.

Drei junge Frauen beweisen, dass es sich

lohnt, Verantwortung zu übernehmen und

die Küchenbranche mit Mut, Leidenschaft

und klugen Ideen neu zu denken.

„Ich will zeigen, dass

Kompetenz nichts mit

Alter zu tun hat“

Elena Eckert

Im „musterhaus küchen“-Studio Eckert

in Cham steht die Übernahme eines traditionsreichen

Familienunternehmens

im Fokus. Vor 25 Jahren von Alois Eckert

gegründet, war die Küchenwelt für Elena

und Laura Eckert seit Kindertagen präsent.

„Wir sind quasi im Küchenstudio aufgewachsen

und haben viel von unserem

Vater mitbekommen“, erzählt

Elena Ecket, die demnächst als

Nachfolgerin im Familienunternehmen

antritt.

Die 28-Jährige stieg

2017 direkt nach der Ausbildung

ins Unternehmen

ein und wuchs Schritt

für Schritt in ihre Rolle

hinein. Seit 2022 trägt sie

die Hauptverantwortung.

Unterstützung erhält sie

Elena Eckert (l.) mit ihrer Schwester Laura, Familie und Team (u.):

Nachfolge im Schulterschluss – klarer Kurs, modernisierter Auftritt.

Fotos: Privat

30

7/2025


zugute. Darüber hinaus gestaltete die

36-Jährige die strategische Entwicklung

aktiv mit.

von ihrer Schwester, die organisatorische

Aufgaben übernimmt und dort mit anpackt,

„wo es brennt“. Elena Eckert hat nie daran

gezweifelt, das Familienunternehmen weiterzuführen.

„Mir war es aber wichtig, den

Weg in die Nachfolge bewusst zu gehen“,

betont sie. Deshalb entschied sie sich nach

der Schule zunächst für eine externe Ausbildung,

später folgten eine Kompaktausbildung

zur Küchenplanerin und die Weiterbildung

„Zertifizierte Führungskraft in

Handel und Handwerk“, ein Angebot, das

die MHK Group speziell auf die Bedürfnisse

ihrer Jungunternehmer:innen zugeschnitten

hat. Schritt für Schritt wuchs sie so in

die neue Rolle hinein. Groß umkrempeln

will sie im Unternehmen nichts. Bewährtes

soll bleiben, Modernes hinzukommen.

„Mein Vater hat den Betrieb immer technisch

auf dem neuesten Stand gehalten.

Was ich aber modernisieren möchte, ist

unseren Auftritt nach außen.“ Dazu gehören

Social Media, digitale Planungstools

und ein direkter Draht zu den Kund:innen.

Auch im Führungsstil zeigt sich der

Generationenwechsel: „Mein Vater entscheidet

viel intuitiv, ich gehe strukturierter

vor. Und ich lege viel Wert auf schnelle

Kommunikation – auf Instagram oder per

Nachricht, weil Kund:innen das heute

erwarten.“ Als junge Frau in einer eher

traditionell geprägten Branche sieht sie

keine Hürde, sondern Potenzial: „Frauen

bringen oft eine andere Sichtweise mit,

manchmal auch mehr Sensibilität – das

schätzen viele Kunden und Kundinnen.

Und wir sind oft offener bei Themen wie

Digitalisierung oder Marketing.“

Moderner Studiolook, klare Linien, starke Inszenierung –

so positioniert Elena Eckert ihr Küchenstudio.

QUEREINSTIEG MIT PLAN

Nachfolge bedeutet aber nicht immer, den

elterlichen Betrieb weiterzuführen. Manchmal

beginnt der Weg auch außerhalb der

eigenen Branche, mit neuen Perspektiven

und frischen Ideen. So wie bei Sarah Ritterbusch,

die den Sprung aus einer ganz

anderen Welt in die Küchenbranche wagte.

„Aus Neugier wurde

Leidenschaft – und ich

wollte von Anfang an

meinen eigenen Stil

einbringen“

Sarah Ritterbusch

Die gelernte Kauffrau für Tourismus und

Freizeit war zunächst für die amerikanische

Hotelkette Marriott tätig. Nach sieben

Jahren in der internationalen Hotellerie

wechselte sie ins niedersächsische Alfeld

und fand hier durch einen administrativen

Einstieg ihren Weg in die Küchenwelt.

„Der Job wurde schnell zu einer Leidenschaft“,

erinnert sich Sarah Ritterbusch,

„und schließlich zu meiner Lebensaufgabe.“

Kontinuierlich arbeitete sie sich

ein. Sie führte Gespräche mit Lieferanten

und übernahm Personalverantwortung

für zeitweise mehr als 45 Mitarbeitende.

Wie Elena Eckert kam auch ihr dabei das

MHK Weiterbildungsangebot „Zertifizierte

Führungskraft in Handel und Handwerk“

AM ANFANG STAND DER UMBAU

Vor zwei Jahren fiel dann erstmals das Wort

„Studioübernahme“. Mit der Eröffnung

ihres musterhaus küchen Studios „Küchenliebe

am Deister“ in Barsinghausen wurde

aus der Idee am 7. August 2025 Realität. „Es

gibt Tage, die vergisst man nie. Und dazu

zählt definitiv meine Studioeröffnung“,

so Ritterbusch. Ihr Standort hat Tradition.

Über viele Jahre hinweg wurde er erfolgreich

von Familie Neumann geführt. Vor

fünf Jahren übernahm Bernd Noack, der

bereits drei „musterhaus küchen“-Studios

führte, das Geschäft und verwandelte die

Ausstellung mit dem MHK Ladenbauprogramm

Initiative Zukunft in eine moderne

Erlebniswelt. An diese Historie knüpft nun

Sarah Ritterbusch, die seit 2020 Prokuristin

bei Noack und bereits damals am Studioumbau

maßgeblich beteiligt war, an.

Am Anfang ihrer Selbstständigkeit stand

erneut ein kompletter Ausstellungsumbau.

Vier Wochen dauerte die Modernisierung,

mit der Sarah Ritterbusch dem

Studio ihre Handschrift verlieh. Großen

Wert legte die Jungunternehmerin dabei

auf eine offene Gestaltung, die nicht nur

das Thema Küche und Wohnen, sondern

auch die Individualität in den Fokus rückt.

„Es gibt nur wenige Branchen, in denen

das Produkt immer wieder aufs Neue so

individuell gestaltet werden kann. Genau

das soll unsere Ausstellung widerspiegeln.“

Eine Idee, die bereits während der Umbauphase

für regen Zulauf und Umsatz sorgte.

„Im September werden die ersten Küchen

ausgeliefert und montiert“, freut sich

Ritterbusch über den gelungenen Start.

„Ich darf jetzt meinen

eigenen Weg gehen: mit

Rückhalt im Hintergrund

und Freiraum nach vorn“

Roxane Engel

Noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn steht

Roxane Engel. Wie Elena Eckert ist sie quasi

im Küchenstudio aufgewachsen. Und auch

für sie war der Weg eigentlich von Anfang

an klar: „Küchen haben mich immer fasziniert.“

Ihre Eltern führen in Chemnitz

seit 26 Jahren einen Küchenfachmarkt des

MHK Franchisesystems „REDDY Küchen“.

Der Vorteil als Nachfolgerin: ein erprobtes

Konzept, eine starke Marke und Struktu-

31


IMPULSE FÜR MORGEN

Starke Diskussionsrunde:

Beim 7. Schnittstellengipfel

sprachen die Expert:innen

über die weitreichenden

Folgen von Chinas Aufstieg.

SCHNITTSTELLENGIPFEL 2025

WIE CHINA AN DIE

HAUSTÜR KLOPFT

China ist auf dem Weg, wirtschaftlich und machtpolitisch zur führenden Nation der Welt aufzusteigen.

Die Beziehungen zu Deutschland sind heute komplex, die Rollen haben sich gewandelt. Im Rahmen

des 7. Schnittstellengipfels – einer Co-Produktion vom Hermes Einrichtungs Service und „möbel

kultur“ – haben sich sechs Expert:innen intensiv mit der Handelsmacht China auseinandergesetzt.

Ihre Erkenntnisse werfen neue, aufrüttelnde Perspektiven auf die Zukunft der Branche.

44

7/2025


MK China hat sich in den vergangenen

zehn Jahren enorm entwickelt.

Kommt die Bevölkerung da überhaupt

noch mit?

MOONIE ZHU (MZ): Die Entwicklung ging

wirklich rasant nach vorne. Sicherlich gibt

es Probleme wie die Überalterung, wirtschaftliche

Herausforderungen wie die

aktuelle Immobilienkrise und die Urbanisierung

– mit einem städtischen Anteil von

inzwischen 65 Prozent. Das stellt das Land

vor große Aufgaben, aber insgesamt hat die

wirtschaftliche und technologische Entwicklung

eher noch an Dynamik gewonnen.

Ich selbst bin vor fast 20 Jahren nach

Deutschland gekommen, weil ich damals

in einem Land leben wollte, in dem die

Zukunft stattfindet. Das hat sich mittlerweile

total verkehrt und ich habe oft das

Gefühl, dass ich etwas verpasse, weil ich

nicht in China lebe.

DIE JUNGE GENERATION UND

IHR NATIONALSTOLZ

Wie ticken denn die jungen

Chines:innen?

MZ: Auffällig ist ein ausgeprägter Nationalstolz,

den wir in unserer Generation

so nicht kannten. Das hat Auswirkungen

auf die gesamte Industrie. Die jungen

Chines:innen wollen längst nicht mehr

ausschließlich ausländische Waren und

Marken – sie sind stolz auf die Erfolge und

die Erzeugnisse der heimischen Wirtschaft.

Wir merken deshalb auch, dass es für deutsche

Marken in China immer schwieriger

wird. Es ist kein Selbstläufer mehr wie

noch vor einigen Jahren. Hinzu kommen

die hohen Ansprüche an die Digitalität von

Produkten – aus konservativer deutscher

Sicht sind die chinesischen Autos wohl

eher fahrende Handys. Da kommen VW

und andere Autobauer, für die China ein

essenzieller Absatzmarkt ist, gerade nicht

mehr mit.

ALESSANDRO RABE (AR): Ich war als Jugendlicher

erstmals in China, seit 2012 regelmäßig

drei- bis fünfmal pro Jahr geschäftlich

dort. Auch ich erlebe, dass sich die

Perspektiven stark verändert haben. Früher

blickten die Menschen in China zu

Deutschland auf. Das hat sich gewandelt.

Hochgeschwindigkeitszüge, eine 24/7-Infrastruktur,

riesige Produktionskapazitäten

– das beeindruckt nun uns Deutsche, wenn

wir in China unterwegs sind. Gleichzeitig

berichten unsere Lieferanten, dass man es

sich trotz Aufhebung der Ein-Kind-Politik

kaum leisten kann, weitere Kinder zu

bekommen. Die Ausbildungskosten sind

enorm hoch, der Konkurrenzdruck auf

dem Arbeitsmarkt ist zermürbend.

ALICIA HENNIG (AH): 2005 war ich das erste

Mal dort – es war Liebe auf den ersten

Blick. Deutschland fand ich langweilig,

CARSTEN

MEINDERS

Geschäftsführer,

Hermes Einrichtungs Service

GmbH & Co. KG, Löhne

Carsten Meinders ist ein

erfahrener Logistikexperte, der

seit über zwei Jahrzehnten in

leitender Funktion bei Hermes

tätig ist. Seit 2011 gehört er zur

Geschäftsführung der Hermes

Einrichtungs Service GmbH &

Co. KG und verantwortet zentrale

Unternehmensbereiche wie Vertrieb,

Marketing, Kundenservice

sowie HUB & Transport. Frühere

Stationen führten ihn unter

anderem zu Mercedes-Benz,

Danzas und Nedlloyd.

Fotos: Christoph Niemann für „möbel kultur“

Carsten Meinders, Geschäftsführer Hermes

Einrichtungs Service, lenkte den Blick auf

globale Lieferketten. Sascha Tapken (l.)

moderierte den Schnittstellengipfel.

45


IMPULSE FÜR MORGEN

DIGITALE TRANSFORMATION

MIT SMART RETAIL DIE

FLÄCHENLEISTUNG

OPTIMIEREN

Die Kundenfrequenz in den Einrichtungshäusern sinkt seit Jahren – und doch erleben wir

aktuell eine spannende Gegenbewegung: Nach der digitalen Übersättigung, der sogenannten

Screen Fatigue, suchen viele Menschen wieder bewusst das physische Einkaufserlebnis.

Showroom als Erlebnisraum: Inspiration, Beratung und

klare Wege zum Abschluss – vor Ort mit Online verzahnt.

Foto: shutterstock.com / goodluz

52

7/2025


Trigger im richtigen Moment: Terminangebote,

Event-Einladungen und Follow-ups kanalübergreifend.

Foto: shutterstock.com / Supamotionstock.com

In einer Zeit, in der Plattform-Ökosysteme

wie Temu oder Amazon den

Zugang zum Kund:innen dominieren

und die Kosten für Neukundengewinnung

steigen, wird der stationäre

Handel zum strategischen Ankerpunkt. Die

Gewinner sind jene Händler, die ihre Stores

nicht isoliert betreiben, sondern konsequent

mit digitalen Kanälen verknüpfen.

Statt mit Rabattaktionen oder Flächenreduktionen

zu reagieren, verfolgen erfolgreiche

Unternehmen eine andere Strategie.

Sie positionieren ihre Flächen als Orte der

Inspiration, Beratung und echten Begegnung

– und verwandeln so den digitalen

Überdruss in Begeisterung für reale Interaktion.

Sie setzen dabei bewusst auf eine

bessere Vernetzung der Kanäle mit dem

Ziel, die Flächenproduktivität systematisch

zu steigern, kurz gesagt: Smart Retail.

ERLEBNIS PRO QUADRATMETER

MAXIMIEREN

Smart Retail bedeutet mehr als nur

zusätzlich einen Webshop zu betreiben

oder auf Plattformen zu verkaufen. Es

geht um die intelligente Verschmelzung

von Online-Daten und Store-Insights zu

einer ganzheitlichen Kundensicht. Während

klassische Kennzahlen wie Umsatz

pro Quadratmeter an ihre Grenzen stoßen,

etabliert sich „Erlebnis pro Quadratmeter“

als neue Messgröße. Diese berücksichtigt

nicht nur den direkten Verkauf,

sondern auch die Inspirationskraft der

Fläche für spätere Online-Käufe oder

Weiterempfehlungen.

Möbelhändler, die Online- und Offline-

Daten konsequent verknüpfen, steigern

den Anteil ihrer wertvollsten Kundengruppe:

die Omnichannel-Kunden. Diese

verfügen nachweislich über den höchsten

Kundenwert, da sie beide Welten nutzen,

z.B. online recherchieren, offline erleben

und flexibel kaufen. Doch wie begeistere

ich diese Kunden?

SECHS DIMENSIONEN FÜR

NACHHALTIGEN ERFOLG

Die Transformation zu Smart Retail und

mehr Omnichannel-Exzellenz erfolgt entlang

sechs strategischer Dimensionen:

1 DATENINTEGRATION

Statt isolierter Systeme schaffen erfolgreiche

Möbelhändler eine einheitliche Daten basis.

Kundenkarten-Daten, Online-Verhalten,

Bon-Analysen und Store-Frequenzen

fließen in ein zentrales CRM-System. So

entsteht erstmals eine 360-Grad-Sicht

auf jeden Kunden – vom ersten Website-Besuch

bis zum Möbelkauf und der

Nachbetreuung.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor liegt

darin, nicht nur Datenquellen zusammenzuführen,

sondern diese auch fortlaufend

zu bereinigen, zu veredeln und in verwertbare

Insights zu übersetzen. Nur so kann

ein konsistentes und aktuelles Kundenbild

entstehen, das sowohl automatisierte Prozesse

als auch individuelle Kundeninteraktionen

auf ein neues Niveau hebt.

2 TECHNOLOGIE

Die technische Infrastruktur muss im

Idealbild Echtzeit-Synchronisation ermöglichen.

Verfügbarkeiten, Preise und Kundenprofile

sind in allen Kanälen identisch.

Moderne API-Strukturen verbinden POS-

Systeme, E-Commerce-Plattformen und

mobile Apps nahtlos miteinander.

53


KOOPERATIONEN & WIRKUNG

IMPULSGEBER

ANDERE BLICKWINKEL,

NEUARTIGE PRODUKTE

Spannende Kooperationen mit Designern sorgen für frischen Wind in Unternehmen. Wie die

Zusammenarbeit mit Kreativen das eigene Portfolio bereichern, die Marke nach vorn bringen

und auch dem Handel Anregungen geben kann, erzählen ausgewählte Akteure aus der Branche.

Dass unabhängige Designer:innen

für Unternehmen Möbelstücke

entwerfen ist nicht

neu – besonders in global

agierenden Häusern.

In Zeiten, in denen es viel um

Individualität geht, steht Autorendesign

jedoch besonders

hoch im Kurs. Wer Stücke

präsentiert, die direkt mit

dem Namen einer Kreativen

oder eines Kreativen

beworben werden können,

setzt auf eine gleichsam

künstlerische wie persönliche

Handschrift, statt auf Entwürfe,

die aus einer anonymen Entwicklungsabteilung

stammen.

„Es war einmal mehr die Modebranche,

die in dieser Hinsicht Impulse auch in der

Möbel- und Textilbranche geliefert hat“,

sagt Christoph Häußler, CEO der oberfränkischen

Textilmanufaktur Rohleder.

Erst vor Kurzem war er auf der Maison &

Objet in Paris, um die neue Home Collection

vorzustellen – auf einem Stand

im „German Pavilion“, der vom Bundeswirtschaftsministerium

unterstützt wurde.

„Unsere Home Collection mit Accessoires

und Kleinmöbeln existiert seit 2018,

damals entstand sie in Zusammenarbeit

mit dem Berliner Künstler Olaf Hajek.“

Weil es Zeit gewesen sei, dem Projekt

einen neuen „Push“ zu geben, habe er die

Kooperation mit der New Yorker Künstlerin

Lori Weitzner initiiert, deren Textilexpertise

er schon in seiner Zeit bei Sahco

schätzen gelernt habe.

„Die Ideen aus ihrer Feder stehen für

feminines Design und subtile Farben“, sagt

Christoph Häußler, der mit Lori Weitzner

Foto: Rohleder

Für eine neue Home Collection hat die New Yorker

Designerin Lori Weitzner mit der Textil manufaktur

Rohleder zusammengearbeitet.

68

7/2025


„Flowers“ heißt das Stoffmuster,

das der Designer Arthur Arbesser

für Wittmann entworfen hat,

und das im Hotel Altstadt Vienna

inszeniert wurde.

einen kreativen Gegenpart vorfand, der die

vielen Möglichkeiten, die die hauseigene

Weberei bietet, optimal ausschöpfen

konnte.

SICHTBARKEIT DURCH AKTIVITÄT

Die Ziele dieser Zusammenarbeit sind

klar: „Wir versprechen uns positive Effekte

in der Kommunikations- bzw. PR-Arbeit

sowie eine Erweiterung der Zielgruppe

und mehr Internationalität“, so der Rohleder-Geschäftsführer.

So seien etwa

große Events im KaDeWe in Berlin sowie

bei Oberpollinger in München geplant.

„Gerade in diesen Zeiten, in denen wir

es im deutschsprachigen Raum mit rückläufigen

Märkten zu tun haben, muss man

nicht nur durch Produkte und Service,

sondern auch durch Aktivität auffallen.

Das ist eindeutig eine Chance, sich gegen

den negativen Trend zu stemmen und sich

von anderen abzuheben.“

Einmal mehr gehe es um

Story telling. Ein Aspekt, der

auch den Vertriebspartnern

zugute kommt. „Die Händler:innen

nehmen die

Kollektion begeistert auf,

da auch sie bemüht sein

müssen, die Endkund:innen

immer wieder aufs

Neue zu inspirieren.“ Bei

Rohleder wolle man künftig

alle zwei bis drei Jahre neue Persönlichkeiten

gewinnen.

HOTEL ALS DESIGN-BÜHNE

Ein Traditionsunternehmen, das bereits

seit den späten 50er-Jahren mit international

renommierten Designer:innen zusammenarbeitet,

ist Wittmann aus Österreich.

Das erste von einem Architekten entworfene

Möbelstück aus der Polstermöbelmanufaktur

war „Constanze“ – ein Sofa,

das noch heute Bestandteil der Kollektion

ist. „Internationale Kooperationen bringen

neue Perspektiven und kreative Impulse

nach Etsdorf am Kamp“, sagt Alice Wittmann,

Head of Product and Design. „Dieses

Zusammenspiel aus Handwerk und

Inspiration spiegelt sich unmittelbar in

den Möbeln wider und wird von Handel

wie Endkund:innen gleichermaßen

geschätzt.“ Dabei setze man auf langfristige

Partnerschaften wie mit Paolo Piva

oder Jaime Hayon.

Eine weitere Art der Synergie erlaubt es

Wittmann, seinen Produkten und Designer:innen

eine außergewöhnliche Bühne

zu bieten: Erst vor Kurzem präsentierte

man Entwürfe des Modedesigners Arthur

Arbesser, darunter der farbenfrohe Stoff

„Flowers“, welcher das Wittmann-Bett

„Spring“ sowie eine

Sitzbank ziert. Und

dies nicht in einem

Showroom, sondern im

Hotel Altstadt Vienna, dessen

Zimmer seit Anbeginn von Designer:innen,

Architekt:innen und Künstler:innen

gestaltet werden. In diesem

Jahr reiht sich Arbesser ein in die Riege

bekannter Gestalter wie Matteo Thun.

Seine Stücke werden in zwei Zimmern

eines Hauses inszeniert, das spielerisch ein

klassisches Hotel mit dem Charme einer

Altbauwohnung und dem Anspruch einer

Galerie verbindet. „Das Hotel schafft ein

individuelles und inspirierendes Umfeld,

in dem unsere Möbel perfekt zur Geltung

kommen“, sagt Alice Wittmann. Neben

den Arbesser-Neuheiten finden sich in den

Zimmern 14 und 30 auch Wittmann-Klassiker

wie der „Kubus“-Fauteuil und der

„Fledermaus“-Stuhl von Josef Hoffmann.

VISIONEN VORANTREIBEN

Es gibt Namen, die einem häufiger begegnen,

wenn es um Kooperationen geht.

Einer davon ist Sebastian Herkner, der

auf dem Fuorisalone 2025 zusammen mit

Wittmann das Sofa „Beletage“ vorstellte.

Der vielbeschäftigte Kreative gehört auch

zu denen, die für die Marke Dedon tätig

sind. „Vor mehr als zehn Jahren erkannte

Dedon in dem jungen, aufstrebenden

Designer eine Ausdruckskraft, die perfekt

zu unserer ästhetischen Philospohie passt“,

sagt Nicola Rapetti, Leiter Forschung und

Entwicklung. Sein Unternehmen, das für

seine Outdoor-Möbel mit charakteristischer

Faser bekannt ist, arbeite bereits

seit Gründung vor mehr als 35 Jahren mit

wechselnden Partnern zusammen. „Dabei

ist das Ziel nicht nur, ein schönes Design

zu schaffen, sondern auch ein kommerziell

erfolgreiches Produkt.“

Besonders gut habe das in der Vergangenheit

etwa mit dem US-Designer

Richard Frinier und seiner „Daydream“-

Kollektion funktioniert. Für immer ausgefeiltere

Flechttechniken, die zum Markenzeichen

von Dedon wurden, stünden

Kooperationen mit Namen wie Jean-Marie

Massaud oder Philippe Starck. Die „Suche

nach einem einzigartigen Stil“ verkörpere

die Zeit danach, als man unter jungen

Designer:innen – darunter Barber &

Osgerby oder eben Herkner – nach innovativen

Ausdrucksweisen gesucht habe.

„Viele unserer Designer-Partner:innen

arbeiten seit Jahren, sogar Jahrzehnten mit

uns zusammen“, sagt Rapetti. „Sebastian

ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie

solche Partnerschaften im Laufe der Zeit

gedeihen können.“ Kreativität und

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Foto: Wittmann


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