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Wagnersche Magazin Herbst 2025

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Wagner’sche

Innsbruck

Bücher Stierle

Salzburg

Stierle Kelten-

Buchhandlung

Hallein

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Stöger —

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Das Magazin unserer unabhängigen Buchhandlungen — 10.2025

#

unab-

hängig

No. 20


Impressum

Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:

Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Medici Buchhandels GmbH,

Museumstraße 4, 6020 Innsbruck

info@wagnersche.at, robert.renk@wagnersche.at — www.wagnersche.at

Redaktion: Robert Renk

Texte: div. (© bei den Autor*innen)

Grafische Ausstattung: himmel, Studio für Design und Kommunikation

Fotografie: © der Abbildungen bei den einzelnen Rechteinhaber*innen

Titelbild: Oyinkan Braithwaite fotografiert von C – Studio Q

Korrekturen: Angelika Moser (www.korrekterweise.at)

Druck: Alpina Druck GmbH, Innsbruck

Fehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. © 10.2025

2 Wagner’sche.


Bücher seit 1639

#Unabhängig

Letztes Jahr konnten wir gemeinsam

mit Ihnen 385 Jahre

Wagner’sche feiern, heuer

gibt es ein weiteres Jubiläum,

denn bereits vor 10 Jahren

begann das Abenteuer

Wagner’sche. Im Jahr 2015

wurde die Wagner’sche wieder

eine selbständige Tiroler

Buchhandlung und für Markus

Hatzer und mich begann

ein Traum, den wir nach

wie vor träumen dürfen. Nie

hätten wir uns gedacht, dass

dieser Traum weiterwächst,

und wir unsere Leidenschaft

für das Thema Buch,

gemeinsam mit allen Kolleg*innen

inzwischen auch in

unseren Buchhandlungen in

Wien, Salzburg und Hallein

ausleben können. Wenn man

für Bücher brennt und man

möglichst viele Menschen

zum Lesen bringen will, gehören

auch Lesungen und

Veranstaltungen zum Repertoire.

Mehr davon in unserem

aktuellen Magazin.

Viel Spaß beim Lesen!

Markus Renk (re.), Markus Hatzer

3

Inhalt

4 Neues aus unseren

Buchhandlungen

Von Tirol über Salzburg bis in das Herz von Wien!

10 Klaus Merz zum 80ger!

3 Tage gefeiert mit feinster Literatur

14 DER Hochstaplerinnenroman!

Aus der Feder der wunderbaren Vea Kaiser – eine Tirolpremiere!

16 Black Print

Ein neues Festival mit Sharon D. Otoo, Nora Osagiobare,

Precious C. Nnebedum & 17 anderen Schwarzen Autor*innen!

20 Sensation aus Nigeria

Die internationale Bestsellerautorin Oyinkan Braithwaite

exklusiv in der Wagner’schen!

22 Flöge, Jesenská und Canetti

Geschrieben von Kris Lauwerys, präsentiert bei Stöger

24 Sterben üben

Katharina Feist-Merhaut präsentiert ihr neues Buch bei Leporello

26 Sven Niklas Thor …

… steckt hinter den erfolgreichen Kinderlesungen in der Kelten-Buchhandlung

30 Musikalische Suche

nach der Liebe

Takis Würger präsentiert seinen Roman Für Polina in Salzburg

32 Liebe statt Hass

Bischof Hermann Glettler kommt mit dem ehemaligen Imam

Abualwafa Mohammed in die Wagner’sche!

34 Lizz Görgl & Martin Leutgeb …

... treffen sich beim Literarischen HausQuartett in der Wagner’schen

36 Mountain Day

Mit Robert Prosser

38 Sommer im Winter

Bei Leporello stellt Lukas Pellmann seinen neuen Roman vor

42 Mit den besten Empfehlungen

44 3×7 Best aber Seller


Ein erlesener

Herbst beginnt

Schon wieder ist seit der Herausgabe des

letzten Magazins #unabhängig ein halbes

Jahr vergangen – wir können es kaum

glauben. Also stellt sich nun die Frage, was

es Neues gibt in der Wagner’schen. Und

tatsächlich ist das einiges. Auf das Offensichtliche

– ganz viele neue Bücher sowie

neue Lesungen – müssen wir nicht hinweisen,

obwohl natürlich sowohl Novitäten als auch

Lesungen jede Aufmerksamkeit, die sie

bekommen, verdient haben. Es gibt aber

weitere erfreuliche Dinge, die an dieser Stelle

hervorgehoben werden können.

Verstärkung unseres Teams

Ganz besonders freut es uns, dass es nach

wie vor auch junge Menschen beruflich

in die Sparte Buchhandel verschlägt – ein

weiteres Zeichen dafür, dass Bücher und der

Buchhandel keineswegs im Rückgang sind.

Seit Anfang August verstärkt unser

Team in der Literaturabteilung die achtzehnjährige

Louisa. Sie ist Expertin in den

Genres New Adult, Fantasy sowie fremdsprachige

Literatur und lässt bereits jetzt

ihr Wissen ins Sortiment und in Beratungen

einfließen.

Frischer Wind im Non-Book

Neben unserem individuell betreuten und

sorgfältig ausgewählten Buchsortiment lebt

die Wagner’sche auch vom Bereich Non-

Book. Sie finden bei uns besondere Karten,

einzigartige Geschenkartikel sowie ausgewählte

Specials, mit denen man wunderbar

anderen eine Freude bereiten kann.

Unser Dominik Renk, der bisher für

das Sortiment im Bereich Manga sowie

Jugendbuch zuständig war, nimmt nun die

neue Herausforderung an, im Non-Book

federführend das Sortiment zu leiten.

„Ein neues Kapitel beginnt – ich freue

mich sehr, die Verantwortung für die

Non-Book-Abteilung zu übernehmen und

mit Leidenschaft weiterzuentwickeln“, so

Dominik Renk über seine neue Aufgabe.

Natürlich werden die erfolgreichen Marken

beibehalten, Sie dürfen sich aber auch

über einige neue Akzente freuen – ein Blick

lohnt sich auf jeden Fall!

Lesungen, Büchertische,

Signieraktionen …

Was wäre eine Herbstsaison in der Wagner’schen

ohne Veranstaltungen und

Signieraktionen? Zwei davon dürfen wir

besonders hervorheben: Momentan bekommen

Sie exklusiv in all unseren Filialen

signierte Ausgaben des neuen Romans

von Vea Kaiser und wir freuen uns auf die

Buchpräsentation am 22.10.!

Außerdem signiert Jan Beck im Jänner

seinen zweiten Dorn bei uns. Auch hier

findet zeitgleich eine Buchpräsentation

statt, der wir schon sehr gespannt entgegenblicken.

Was gibt es sonst noch Neues?

Natürlich ist auch unser Verlag wieder sehr

produktiv. Neben unserem klassischen

„Innsbruck, wie es früher war“-Kalender

gibt es in diesem Jahr auch den bereits im

letzten Jahr sehr erfolgreichen „Tirol wie

es früher war“-Kalender wieder. Zusätzlich

haben wir einen Innsbruck-Kalender mit

aktuellen Fotografien herausgebracht sowie

einen Streifenplaner zum Eintragen.

Unsere Verlagsleiterin Anita hat sich

darüber hinaus in neue Gefilde vorgewagt

und Schildkappen mit Sprüchen, die einen

Lesebezug haben, herstellen lassen, die sich

bereits jetzt großer Beliebtheit erfreuen.

Weitere Projekte folgen – Sie dürfen gespannt

bleiben!

Neues aus Salzburg!

Auch in Salzburg gilt mehr denn je unser

Motto „Alt, aber neu“!

Sowohl bei Stierle in der Kaigasse in

Salzburg als auch in der wunderbaren

Kelten-Buchhandlung in Hallein gibt es

tolle Neuigkeiten und doch bleibt – was

Service & Angebot betrifft – alles beim

Alten!

Bei Stierle, in der wunderfeinen Buchhandlung

am Mozartplatz in Salzburg,

haben wir eine neue Filialleiterin. Der

Fokus bleibt weiterhin auf Literatur, tollen

Kinderbüchern (vor allem Bilderbücher),

schönen Spielen und Geschenken.

Das größte Anliegen der neuen Frontfrau

bei Stierle, Luisa Thies, ist es, dafür

eine Community aufzubauen. Stierle als

Ort des Verweilens, des Wohlfühlens und

des Austausches. Dazu werden am Samstag

Sofa und Kaffeemaschine hervorgeholt,

damit man noch gemütlicher schmökern

kann und auch Begegnungen unter den

Kund*innen möglich sind. Zusätzlich wird

ein Jour fixe eingeführt (welcher Wochentag

wird noch auf Instagram entschieden und

erst im nächsten Newsletter verraten).

Und jeden ersten Wochentag des Monats

gibt’s einen langen Abend in der Buchhandlung

mit wechselndem Programm.

Zum Beispiel Basteln mit alten Büchern,

Büchertausch, Book-Speed-Dating oder

Offline-Lese-Abend. Schauen Sie auf die

Homepage oder – am besten – vorbei!

Ein ambitioniertes Programm der neuen

Chefin, das sich mit dem großartigen Team

von Stierle sicher auch umsetzen lässt! Die

Literaturszene steht hinter ihr, bei den ersten

Lesungen wurden unter anderem schon

Birgit Birnbacher, Karl-Markus und Maresi

Gauß, Mieze Medusa und Katharina

J. Ferner gesichtet.

4

Wagner’sche.


Neuzugang Louisa ist Expertin in den Genres New Adult, Fantasy sowie fremdsprachige Literatur

© Wagner’sche, © fräuleinflora

© Wagner’sche

© Wagner’sche

Unsere Verlagsleiterin Anita und unsere neuen Schildkappen – ein Must-have!

Wagner’sche

Innsbruck

Die neue Frontfrau bei Stierle, Luisa Thies, setzt darauf, Community aufzubauen

Bücher

Stierle

Salzburg


Krimilesung in Hallein

© Leporello

© Stöger–Leporello

© Wagner’sche

Stierle

Kelten- Buchhandlung

Hallein

Das beste Beratungsteam in Döbling

Stöger–

Leporello

Wien

Georg Hader bei Leporello

Leporello

Wien

6

Wagner’sche.


Mord in Hallein …

Auch in Hallein, in einer der renommiertesten

Buchhandlungen des Landes, gibt es

Zuwachs. Jaqueline Brabec verstärkt das

Team rund um Hans Hamedinger und wird

neue Aspekte rund ums Non-Book, aber

auch im Bereich Kinder- und Jugendbuch

setzen!

Und mitten im August wurde es auch

kriminell in der Kelten-Buchhandlung!

Manfred Baumann präsentierte seinen

neuen Krimi Salzburgwut in Hallein.

Es ist schon der 12. Fall rund um den

Hauptkommissar Martin Merana. Im

Sebastiansfriedhof in Salzburg wird der

Franziskanernovize Elias tot aufgefunden.

Kommissar Merana fragt sich: War der

Tote nur zur falschen Zeit am falschen Ort,

als wertvolles Kirchengut gestohlen wurde?

Oder steckt mehr hinter dem Mord?

Die Lesungen von Manfred Baumann

sind immer etwas Besonderes. Durch seine

langjährige Radio- und Bühnenerfahrung

versteht er es, sein Publikum bestens zu

unterhalten. Und durch die wunderbare Beschreibung

der lokalen Orte fühlt man sich,

als wäre man mittendrin im Geschehen. Die

Besucher*innen freuten sich über einen ausgelassenen

Austausch mit dem Autor und

ihre signierten Bücher. Neben seiner Tätigkeit

als Autor ist Manfred Baumann u. a.

auch als Kabarettist mit dem Kultkabarett

unterwegs und sicher nicht das letzte Mal in

der Kelten-Buchhandlung in Hallein!

Die beliebten Lesungen für Kinder (und

Eltern) ab 3 Jahren sind natürlich auch

weiterhin Fixpunkt in Hallein und Umgebung

(siehe Seite 26).

Bücher beim Stephansdom

und in Döbling!

Auch unser Aushängeschild im 1. Bezirk in

Wien läuft weiterhin prächtig. Das hängt

natürlich mit unserem tollen Team dort

zusammen. Kinder- und Schulbuch wurden

ausgebaut und das literarische Alleinstellungsmerkmal

wird in diesem Herbst

mehr als erfüllt. Begonnen hat es schon mit

der Erstpräsentation von Georg Haders

Ein Apfeljahr und andere Versprechen am

Donnerstag, den 25. September! Viele weitere

Leseabende im wunderschönen Ambiente

von Leporello (nahe dem Stephansdom)

erwarten Sie. Schauen Sie mal kurz

auf die Seite 12! Natürlich können Sie

sich mitten im 1. Bezirk in der schönsten

Buchhandlung der Stadt auch einsperren

lassen. Das Projekt „Buchgenuss nach

Ladenschluss“ macht auch und vor allem

in der Buchhandlung Leporello Spaß (ab

4 Personen!). Alles unter www.leporello.at.

Unsere Buchhandlung in Döbling bietet

diesen Service übrigens auch an! Wenn Sie

gerne einmal hemmungslos in einer Buchhandlung

stöbern und sich dabei ganz wie

zu Hause fühlen möchten, ist das jetzt auch

bei Stöger-Leporello möglich: Auch hier

wird unter dem Motto „Buchgenuss nach

Ladenschluss“ die gesamte Buchhandlung

für Sie und Ihre Familie, Ihre Freund*innen

und Kolleg*innen für einen Abend zur Verfügung

gestellt. Was gibt es Gemütlicheres

im Herbst! Für das leibliche Wohl wird mit

einem kleinen Buffet gesorgt. Nähere Informationen

unter www.stoegerbuch.at.

Die Buchhandlung in Döbling ist auf

jeden Fall immer einen Besuch wert, auch

heuer kann man sich auf einen spannenden

Bücherherbst freuen. Gleich zwei internationale

Bestsellerautoren warten im Spätherbst

mit neuen Romanen auf: Die neuen

Bücher von Ken Follett und Dan Brown

werden von vielen Leser*innen schon

sehnsüchtig erwartet. Wir haben wie immer

auch viele persönliche Empfehlungen für

Sie und legen unseren Kund*innen u. a. die

neuen Bücher von Nelio Biedermann, Leon

Engler, Milena Michiko Flaśar, Vea Kaiser,

Dirk Stermann oder Ian McEwan wärmstens

ans Herz.

Die Leseförderung für Kinder ist bei

Stöger immer ein großes Anliegen. Um auch

sozial benachteiligten Kindern den Zugang

zu Büchern zu ermöglichen, haben wir uns

für heuer für die bevorstehende Weihnachtszeit

ein ganz besonderes Projekt ausgedacht:

Im Oktober und November können Sie bei

uns sorgfältig ausgewählte und liebevoll

verpackte Kinderbücher als Buchspende erwerben,

die wir im Dezember an die Volkshilfe

Wien übergeben werden. Dort werden

Sie in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften

an Kinder und Jugendliche verteilt.

Wir glauben fest an die Kraft guter Bücher

und würden uns über Ihre Unterstützung

für diese Aktion sehr freuen!

Wir wünschen Ihnen einen schönen

Bücherherbst und freuen uns auf viele interessante

Gespräche!

„Ein Leben ohne

Bücher ist wie

eine Kindheit

ohne Märchen,

ist wie eine Jugend

ohne Liebe,

ist wie ein Alter

ohne Frieden.“

– Carl Peter Fröhling

Bücher seit 1639

7

Ihr Team der Medici Buchhandlungs GmbH

Helena Töchterle & Robert Renk


NEU: unsere Kalender

für 2026 und ein

edles Postkartenset!

Innsbruck:

Lukas Morscher

Innsbruck, wie es früher war 2026

14-tägiger Kalender

Format: 24 × 32 cm

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Hallein:

Peter Walder-Gottsbacher

Hallein, wie es früher war 2026

14-tägiger Kalender

Format: 24 × 32 cm

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Tirol:

Peter Walder-Gottsbacher

Tirol, wie es früher war 2026

14-tägiger Kalender

Format: 24 × 32 cm

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Wien:

Alexander Fried

Wien, wie es früher war 2026

14-tägiger Kalender

Format: 24 × 32 cm

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Salzburg:

Peter Walder-Gottsbacher

Salzburg, wie es früher war 2026

14-tägiger Kalender

Format: 24 × 32 cm

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Innsbruck modern:

Thomas Holzmann

Innsbruck

14-tägiger Kalender

Format: 24 × 32 cm

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Streifenkalender:

Tobias Reicheneder

Bergstimmung Tirol

Format: 15 × 33 cm

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 14,95

Postkartenset:

Innsbruck, wie es früher war

10 Postkarten für kleine Zeitreisen

in edler Geschenkbox

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Erhältlich ab November 2025


Der erste Fall für die

Innsbruck-Detektive!

Ein Zeltlager auf der Hungerburg? Darauf

hat Leo so gar keine Lust – bis sie mitten

im Wald auf unheimliche Dinge stößt.

Was ist hier, hoch über Innsbruck, wirklich

passiert? Und wer verbirgt sich hinter dem

mysteriösen Kapuzenmann? Zusammen

mit Hannah, David und Felix nimmt sie

die Verfolgung der Totenkopf-Spur auf.

Doch je näher die Innsbruck-Detektive der

Wahrheit kommen, desto gefährlicher wird

es. Immer an ihrer Seite: Farbratte Raffi –

Agentin auf vier Pfoten.

Ein rasanter Kinderkrimi über

Freundschaft, Natur und den Mut, nicht

wegzuschauen. Perfekt für Krimifans

ab neun Jahren, die gern mitraten, mitlachen

– und mit Herz ermitteln.

© Sabrina Kostner

Die Autorin: Sabrina Kostner lebt mit ihrer Familie

in der Nähe von Innsbruck. Die studierte Betriebswirtin

arbeitet seit vielen Jahren als Texterin. Als Autorin

verbindet sie Abenteuerlust mit Herzlichkeit,

Humor und Gespür für das, was Kinder bewegt.

Die Illustratorin: Elisabeth Mayr studierte Kommunikationsdesign

und arbeitete viele Jahre als

Grafikdesignerin für die Volksoper Wien. Heute ist

sie mit ihrem Büro adrett als selbstständige Illustratorin

und Grafikerin in Innsbruck tätig.

© Elisabeth Mayr

Buchtipp:

Sabrina Kostner:

Die Totenkopf-Spur

Einsatz auf der Hungerburg

Illustrationen von Elisabeth Mayr

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung,112 S., € 14,95

Erscheint Ende November

Die Innsbrucker Stadtteile

neu entdecken!

Mit Christoph Kluge unterwegs in Innsbruck:

Von Hötting bis Pradl lädt zu neun

Spaziergängen und einer Radtour durch

die vielfältigen Stadtteile ein. Spannende

Geschichten, verborgene Details und

Wissenswertes zu Gebäuden, Geschichte

und Menschen machen jede Tour zu einer

kleinen Zeitreise. Perfekt für alle, die

Innsbruck zu Fuß erkunden und Neues

entdecken möchten.

Christoph Kluge ist Radfahrer, Läufer, Spaziergänger,

Hobby-Historiker und liebt es, Menschen

mit langatmigen Anekdoten zu drangsalieren.

Almut Kluge hat ihn trotzdem geheiratet. Sie läuft

und spaziert auch sehr gerne, hält ihre Eindrücke

aber lieber fotografisch als textlich fest.

© privat

Buchtipp:

Christoph & Almut Kluge:

Von Hötting bis Pradl –

Innsbruck neu entdecken. In

10 Ausflügen durch die Stadtteile

Fotos von Almut Kluge

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung, 64 S., € 9,95

Erscheint Ende November


Klaus Merz zum 80.

Ein beeindruckendes Zusammentreffen von Autor*innen aus

Österreich, Deutschland und der Schweiz, um einen der großen

Poeten unserer Zeit zu ehren.

Angefangen hat alles bei den HerbstW:OR-

TEN 2023 in der Wagner’schen. Klaus

Merz stellte seinen aktuellen (und vielleicht

letzten) Gedichtband Noch Licht im

Haus (Haymon) vor. Sortimentsleiter der

Wagner’schen und 8ungKultur-Obmann

Robert Renk präsentierte danach die Idee,

mit einem kleinen Schwerpunkt den 80. in

Innsbruck zu feiern. Klaus und Selma Merz

stimmten zu und dann begann die Planung

und alle haben sofort zugesagt: Michael Forcher,

Raoul Schrott, Sabine Gruber,

Melinda Nadj Abonji, Jurczok 1001, Alois

Hotschnig, Klaus Zeyringer, Christoph W.

Bauer, Sepp Mall, Theres Roth-Hunkeler,

Nathalie Schmid, Martina Clavadetscher,

José F.A. Oliver und vor allem Markus

Bundi, der auch die Werkausgabe von Klaus

Merz im Haymon Verlag betreute, die nun

– zu Lebzeiten dieses großartigen Poeten –

beschlossen und in Holz gegossen ist.

Ein kleiner Rückblick auf drei Tage in

Innsbruck mit großartiger Poesie und unvergesslichen

Momenten!

Und allen, die Klaus Merz noch nicht

kennen, sei das nahegelegt, was Karl-

Markus Gauß im Programmheft schreibt:

„Wer von fragiler Gesundheit ist, der

beginne schon im Winter Merz-liches

zu lesen. Das stärkt seine Abwehrkräfte,

schützt vor moralischer Verkühlung,

beugt ästhetischer Abstumpfung vor.

Alle anderen können zu jeder Jahreszeit

mit der Merz-Lektüre beginnen; sofern

sie sich was wert sind, sollen sie aber kein

Jahr auf diese verzichten.“

Klaus

Merz

zum

80.

01.

02.

03.

Okt.

Literarische

Annäherungen

Lesungen

Gespräche

merz_broschuere_80_A5_2.0.indd 1 09.09.25 15:49

Buchtipp:

© Florian Schneider

Klaus Merz:

Von Weitem umzingelt

Haymon, 424 S., € 27,90


Bücher seit 1639

11


Alle Veranstaltungen

im Überblick

Oktober 2025 bis März 2026

Oktober

Dezember

Sa 11.10.25

Sa 11.10.25

Mo 13.10.25

Di 14.10.25

Do 16.10.25

Lesesamstag mit

Michaela Willig

11:00 Uhr, Leporello

Eintritt: frei!

Verlagsfest

20 Jahre Limbus

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: frei!

Lesung Walter Rabl

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: € 9,00/€ 7,00

Vorlesedienstag für Kinder

9:00 Uhr, Leprello

Eintritt: frei!*

Lesung Barbara Smrzka

18:30 Uhr, Leporello

Eintritt: € 7,00

Mi 05.11. 25

Do 06.11. 25

Sa 08.11.25

Do 13.11.25

Di 13.11.25.

Lesung

Oyinkan Braithwaite

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: € 9,00/€ 7,00

Buchclub zu „Noli me

tangere“ von José Rizal

18:30 Uhr, Stierle

Eintritt: frei!

Kinderbuchlesung

10:00 Uhr, Kelten

Eintritt: frei!**

Lesung

Katharina Feist-Merhaut

18:30 Uhr, Leporello

Eintritt: € 7,00

Lesung Theresa Prammer

19:00 Uhr, Stöger

Eintritt: € 7,00

Fr 05.12.25

Di 9.12. 25

Buchclub zu

„Der Report der Magd“

von Margaret Atwood

18.30 Uhr, Stierle

Eintritt: frei!

Literarisches HausQuartett

mit Lizz Görgl, Martin

Leutgeb und Guitar Tandem

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: frei!

Mi 10.12. 25 Mountain Day –

mit Robert Prosser

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: frei!

Fr 12.12.25

Lesung Christine Auer

16:00 Uhr für alle

Menschen ab 4, Leporello

Eintritt: € 3,00

Di 21.10.25

Mi 22.10. 25

Do 23.10.25.

Die Stierle-Mädels

empfehlen …

18:30 Uhr, Stierle

Eintritt: frei!

Lesung Vea Kaiser

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: € 9,00/€ 7,00

Lesung

Evelyn Moser-Gattringer

19:00 Uhr, Stöger

Eintritt: € 7,00

Do 30.10. 25 Black Print –

mit Raphaëlle Red,

Nora Osagiobare,

Precious Ch. Nnebedum

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: frei!

November

Di 04.11.25

Erstpräsentation

Alva Sokopp

18:30 Uhr, Leporello

Eintritt: € 7,00

Do 13.11.25

Fr 14.11.25

Sa 15.11.25

Mi 19.11.25.

Mi 19.11.25.

Sa 22.11. 25

Mo 24.11. 25

Buch Wien: Wagner’sche

mit Markus Köhle, Stierle

mit Milena Michiko Flasar,

Wagner’sche mit Vea Kaiser

Lesung Kris Lauwerys

19:00 Uhr, Stöger

Eintritt: € 7,00

Lesung Takis Würger

19:00 Uhr, Stierle

Eintritt: € 9,00

Lesesamstag

mit Michaela Willig

11:00 Uhr, Leporello

Eintritt: frei!

Lesung mit Bischof

Hermann Glettler &

dem ehemaligen Imam

Abualwafa Mohammed

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: frei!

Jänner

Mi 07.01.26

Do 15.01.26

Mi 21.01.26

Feber

Do 19.02.26

März

Do 26.03.26

Buchclub zu „So tun, als ob

es regnet“ von Iris Wolff

18:30 Uhr, Stierle

Eintritt: frei!

Lesung Lukas Pellmann

18:30 Uhr, Leporello

Eintritt: € 7,00

Lesung Jan Beck

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt: € 9,00/€ 7,00

Lesung Jaqueline Kornmüller

18:30 Uhr, Leporello

Eintritt: € 7,00

Lesung Pamela Rath

18:30 Uhr, Leporello

Eintritt: € 7,00

Wagner’sche Bücher Stierle Stierle Kelten-Buchhandlung

Leporello die Buchhandlung Stöger – Leporello die Buchhandlung Buch Wien

* Jeden Dienstag: 9:00 Uhr, Leporello (Voranmeldung), Eintritt: frei!

** Jeden 1. Samstag im Monat: 10:00 Uhr, Kelten (Voranmeldung), Eintritt: frei!


Kunterbunt ist

das Leben noch schöner

Ein ungewöhnliches und äußerst gelungenes

Buchprojekt hat die Tiroler Sopranistin Maria

Erlacher ins Leben gerufen.

Sie ist Sängerin, Gesangspädagogin und

Mutter von drei Kindern – zwei davon leben

mit einer Behinderung. Diese persönliche Erfahrung

prägt ihr Engagement für gelebte Inklusion

– sowohl privat als auch künstlerisch.

Mit ihrer Familie lebt sie in Tirol und setzt sich

aktiv für eine offene, vielfältige Gesellschaft

ein, in der jeder Mensch seinen Platz findet.

Mehr Infos unter www.mariaerlacher.com.

Und so hat sie eine Kinderbuchreihe

ersonnen, die spannend, inklusiv und

hochmusikalisch ist, die Reihe um Mira,

Tim & Ebby.

Kunterbunt ist das Leben noch schöner! –

diese Reihe macht es erlebbar. Für Familien,

die ihren Kindern spannende Geschichten,

wertvolle Impulse und jede Menge Spaß

schenken möchten, sind Mira, Tim & Ebby

die perfekten Begleiter.

Buchtipps:

Maria Erlacher:

Band 1: Achtung, fertig,

Sommer los!

Band 2: Trallala –

der Frühling ist da

jeweils € 14,90

20 Jahre Limbus Verlag, ein schönes

Jubiläum. Woran erinnerst du dich

besonders gerne?

Bernd Schuchter: 20 Jahre, das sind viele

Gespräche und viele Ideen, darüber, wie

man es machen könnte oder eben nicht.

Das sind Hoffnungen und Enttäuschungen,

Erfolge und Rohrkrepierer, kurz: das

Leben. Highlights gibt es einige, etwa

Walter Kliers Leutnant Pepi, die Bücher von

Hans Platzgumer, die wunderbaren Romane

von Gabriele Weingartner, und natürlich

die Entdeckungen von Autor*innen der

jüngeren Generation wie Lukas Meschik

oder Katharina Ferner. Und natürlich

die Bücher von Daniela Chana, die auf

der Shortlist des Österreichischen Buchpreises

war, die Gedichtbände von Michael

Stavarič, die für die Lyrik-Empfehlungen

nominiert waren … ach, so würde das noch

eine Weile weitergehen.

Der Limbus Verlag wird

mittlerweile sehr stark als

Verlag für zeitgenössische Lyrik

wahrgenommen, wie kam es dazu?

Eher per Zufall, als der heutige Reihen-

Herausgeber Erwin Uhrmann die Idee

hatte, der zeitgenössischen Lyrik eine

größere Plattform zu bieten. Gedichte

waren bei den Verlagen ja eher ein Stiefkind,

das geduldet, aber nicht sonderlich

gefördert wurde. Das haben wir, glaube

ich, ganz gut hinbekommen. Gedichtbände

in schöner Ausstattung, mit individuellem

Buchschmuck, natürlich mit Lesebändchen,

zu einem leistbaren Preis – das ist gut angenommen

worden; mittlerweile sind über

50 Bände in der Reihe erschienen.

Und wir feiern mit einem

Jubiläumsabend! Vorträge von

Verleger Bernd Schuchter und der

Limbus-Herausgeber Alexander

Kluy, Erwin Uhrmann und Georg

Hasibeder stehen ebenso am

Programm wie Lesungen von

Gabriele Weingartner, Siljarosa

Schletterer und Isabella Krainer.

Für besondere Musik sorgt Autor &

Musiker Lukas Meschik.

Veranstaltung:

20 Jahre Limbus Verlag

Sa., 11. Oktober 2025,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

Eintritt: frei!


Buchtipp:

Vea Kaiser:

Fabula Rasa

KiWi, 576 S., € 26,70

Buchpräsentation:

Vea Kaiser liest aus Fabula Rasa

Moderation: Robert Renk

Mi., 22. Oktober 2025,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Innsbruck

Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card

Wer würde nicht

stehlen, lügen

und betrügen,

wenn das Kind es

braucht?

© Ingo Pertramer


Die Königin des

Grand Hotels

Vea Kaiser ist endlich mit neuem Roman zurück.

Fabula Rasa heißt das Wunderding. Robert Renk

hat sich mit ihr unterhalten …

Wagner’sche

Innsbruck

Bücher seit 1639

Robert Renk: Es gibt einige

Parallelen zwischen der Hauptfigur

und der Autorin des Buches. Gerade

in den Stellen, in denen die Autorin

Vea Kaiser in der Strafanstalt in der

Josefstadt Angelika Moser besucht,

werden sie sehr deutlich. Und ich

finde, dass hier der Roman auf eine

sehr schöne Weise auch persönlich

wird. Vor allem, wenn es darum geht,

dass das Leben jeder Frau – egal ob

Autorin oder Hotelmitarbeiterin –

sich massiv verändert, wenn sie ein

Kind bekommt.

Vea Kaiser: Die Veränderung, die Mutterschaft

mit sich bringt, ist ein Hauptthema

dieses Romans. Auf die Idee für die

Geschichte kam ich, nachdem ich in der

Zeitung von einer Betrügerin las, die ihrem

Arbeitgeber, einem sehr berühmten Wiener

Hotel, vier Millionen Euro stahl. Vor

Gericht behauptete sie, das sei aus falsch

verstandener Mutterliebe heraus geschehen,

aber ich verstand sie: Wer würde nicht

stehlen, lügen und betrügen, wenn das Kind

es braucht?

Sind Mütter die besseren

Betrügerinnen?

Ich denke, es ist kein Zufall, dass wir in den

Prozessen rund um Karl-Heinz Grasser

und René Benko so viel von den Müttern

und Schwiegermüttern gelesen haben:

Eine Mutter ist meist der letzte Mensch,

der jemandem zur Seite steht. Überhaupt:

Welche Eltern wollen nicht das Beste für ihr

Kind? Der Roman ist auch eine Geschichte

über die Stärke der Liebe von Eltern zu

Kindern, von den Grenzen, die sie überschreiten

– und von der Frage, wann „das

Beste“ vielleicht sogar zu viel ist.

Zunächst betrügt Angelika Moser,

um das Hotel zu retten. Später, um

sich und ihren Sohn durchzubringen.

15

Dabei verliert sie aus den Augen,

wann es genug ist. Und dennoch habe

ich mich am Ende gefragt: Ist sie

wirklich eine Verbrecherin?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube,

da muss sich jede Leserin und jeder Leser

selbst entscheiden, wie sie oder er die Betrügereien

der Angelika Moser bewertet.

Ich wollte die Geschichte einer Hochstaplerin

erzählen, die sich nimmt, was sie

meint, dass ihr zusteht – auch, weil ihr niemand

hilft. Der Vater ihres Kindes ist zwar

ein grandioser Musiker, aber sonst zu nichts

zu gebrauchen. Familiäre Unterstützung

hat sie auch nicht, verlassen kann sie sich

nur auf sich selbst. Und weil sie nicht untergehen

will, überschreitet sie Grenzen. Ist

dir übrigens einmal aufgefallen, dass es für

das Wort Kavaliersdelikt kein weibliches

Pendant gibt?

Es gibt allgemein viel weniger

Geschichten über Frauen, die etwas

Unerlaubtes tun, als über Männer.

Um das Ungleichgewicht zwischen

den Geschlechtern geht es im

Roman immer wieder, aber auch

um die Gegensätze zwischen arm

und reich, zwischen Opernball und

Würstelstand, zwischen Gemeindebau

und Grand Hotel. Wo fühlt sich

Angelika Moser eigentlich zu Hause?

Wahrscheinlich am meisten, wenn sie

zwischen diesen Welten wandeln kann. Sie,

die Schelmin, muss im Roman lernen, wie

gefährlich es sein kann, wenn die Dinge, die

wir uns wünschen, wirklich eintreten.

Gilt das auch für die Liebe?

Denn die vielen verschiedenen

Liebesgeschichten im Leben einer

Frau fand ich sehr originell erzählt.

Frauen wurden in Romanen jahrhundertelang

entweder als anbetungswürdige

Geliebte oder verschmähte Trauernde

dargestellt, als Hure oder Heilige – an

interessanten und gut geschriebenen Liebesgeschichten

kann man nie genug haben.

Apropos Schreiben: Wann hast du eigentlich

diesen Roman geschrieben? Du hast ja vorhin

erzählt, du hast kurz vor der Geburt deines

Kindes damit begonnen und dann ja noch

kurze Zeit später ein zweites bekommen, oder?

Glücklicherweise sind meine Kinder sehr

gute Schläfer. Das haben sie von meinem

Mann, weil ich wiederum (glücklicherweise)

ungern schlafe und wenig Schlaf brauche.

Zwischen der Geburt meines ersten Sohnes

und dem ersten Geburtstag meines zweiten

habe ich fast jeden Abend, jede Nacht an

diesem Roman gearbeitet, der Kindergarten

war auch eine große Hilfe, wie meine Mutter.

Und tatsächlich: Wenn man drei Jahre

lang auf Serienschauen, Sport und Freundetreffen

verzichtet, dann geht’s. Mir war

diese Geschichte so wichtig, dass ich dafür

gern eine Zeit lang meine Freizeit geopfert

habe. Aber wiederholen muss ich das nicht.

Das heißt, du schreibst noch nicht

am nächsten Roman?

Jetzt lese ich zunächst all die tollen

Bücher, die sich seit Jahren auf meinem

„Zu lesen“-Stapel türmen, und ein paar

Staffeln von Serien, die ich noch schauen

möchte. Aber hauptsächlich werde ich die

kommenden Monate damit beschäftigt

sein, dieses Buch in die Welt zu begleiten.

Ich darf eine ausgiebige Lesereise durch

den deutschsprachigen Raum unternehmen,

und sollte mir wirklich langweilig

werden, schreibe ich dieses Theaterstück,

das ich seit Jahren im Kopf herumtrage.

Aber jetzt gerade genieße ich das Leben

mit der Familie – ohne einen Roman,

der um Aufmerksamkeit giert.

Vea Kaiser wurde 1988 geboren und lebt in Wien, wo

sie Klassische Philologie studierte. 2012 veröffentlichte

sie ihren ersten Roman Blasmusikpop oder Wie

die Wissenschaft in die Berge kam, der Platz 1 der

ORF-Bestenliste erreichte und als bestes deutschsprachiges

Debüt am internationalen Festival du

Premier Roman ausgezeichnet wurde. Makarionissi

oder die Insel der Seligen folgte 2015 und erhielt von

der Stiftung Ravensburger Verlag die Auszeichnung

„bester Familienroman“. 2019 erschien Vea Kaisers

dritter Roman Rückwärtswalzer oder die Manen der

Familie Prischinger, 2024 wurde sie mit dem internationalen

Jonathan-Swift-Preis für satirische und

komische Literatur ausgezeichnet.


Buchtipp:

Sareeta Domingo:

Possibility

Renegade Books, 448 S., € 28,60

Veranstaltung:

Black Print – Festival für

Schwarze Perspektiven

Am 30. Oktober moderiert

Alexandra Antwi-Boasiako die

Lesungen von Raphaëlle Red,

Nora Osagiobare und Precious

Chiebonam Nnebedum.

29.–31. Oktober – Innsbruck

Wagner’sche Buchhandlung

Eintritt: frei!

www.black-print.info

Meine Emotionen

sprechen unterschiedliche

Sprachen.

© smiles fotografi


Black Print

Es gibt ein neues Festival in Tirol!

Vom 29.–31. Oktober kann man 13 Schwarze

Autor*innen in Innsbruck erleben.

Wagner’sche

Innsbruck

Bücher seit 1639

Moderiert wird das Festival von einer absoluten

Ausnahmeerscheinung unter den

Literaturmoderator*innen, die extra aus

Hamburg anreist, um das neue Festival

zu begleiten! Robert Renk interviewt die

wunderbare Alexandra Antwi-Boasiako

Robert Renk: Du bewegst dich

zwischen Tech-Konferenzen,

politischen Panels und

Literaturbühnen – was reizt dich

daran, ständig in neue Diskurse

einzutauchen?

Alexandra Antwi-Boasiako: Es ist mehr als

ein Reiz – die Frage, die mich beschäftigt,

ist: Wie erweitere ich meinen Horizont?

Indem ich mich als Moderatorin so vielen

Themen wie möglich öffne. Als Mensch

neugierig zu bleiben, ist für mich dabei

essenziell, und es ist ein Privileg, zugleich

unterschiedliche Perspektiven und Menschen

kennenzulernen. Es ist ein bisschen

wie Geschenke auspacken – man ist dankbar,

dass man eins bekommt, und neugierig,

herauszufinden, was es ist. Es spielt dabei

keine Rolle, ob einem das Geschenk gefällt

oder nicht, sondern nur die Tatsache zählt,

dass man eins bekommt. Ich glaube, dieses

Bild beschreibt es ganz gut.

Was geht dir durch den Kopf, wenn

du in einem Raum sitzt, in dem fast

ausschließlich Schwarze Autor*innen

gelesen werden?

Das ist eine interessante Frage – Gegenfrage:

Was geht einem durch den Kopf,

wenn man in einem Raum sitzt, in dem fast

ausschließlich weiße Autor*innen gelesen

werden? Ich tauche da in eine Normalität

ein und lasse mich auf die Geschichten

und Perspektiven ein. Reagiere auf

die Geschichten, die besonders mit mir

räsonieren, und höre zu – dem, was mir neu

ist, und dem, was mir vertraut ist: Beides

findet auch in Räumen statt, in denen

mehrheitlich Schwarze Autor*innen ihre

Geschichte teilen.

17

Wie hat dich deine Zeit in England

geprägt – nicht nur sprachlich,

sondern auch im Blick auf Schwarze

schreibende Persönlichkeiten?

Meine Zeit in England war im literarischen

Bezug sehr prägend, weil sie zum einen

Räume öffnete für mein eigenes Selbstverständnis,

aber auch Platz schuf, für viele

andere Geschichten und Menschen, die mir

wichtig wurden. Ich las plötzlich Geschichten,

die die Realität meiner Eltern und

Verwandten und so vieler Menschen, die

sich auf unterschiedlichste Reisen begeben

haben, widerspiegelten. In England griff ich

das erste Mal zufällig nach dem Buch Die

Hälfte der gelben Sonne von Chimamanda

Ngozi Adichie. Ich war fasziniert von

der Sprache (den Codes, die in dem Buch

stattfanden und Parallelen zu meiner

Lebensrealität aufwiesen). Seit jener Zeit

ist viel Bewegung in meine literarische Welt

gekommen und mein literarischer Horizont

hat sich erweitert – vielmehr denke ich

aber, dass sich mein tatsächlicher Horizont

erweitert und mich in vielerlei Hinsicht

Empathie lehrt. (Achtung ich wähle bewusst

die Präsens-Form, weil es ein aktiver,

anhaltender Prozess bei mir ist).

Du wechselst oft zwischen Deutsch,

Englisch – manchmal auch anderen

Sprachen, wie Akan oder Ewe.Was

verändert sich für dich mit jeder

Sprache?

Ja, das stimmt. Vorab möchte ich erwähnen,

dass auch ich mich nicht den allgemeinen

Außeneinflüssen entziehen kann. Der Einzug

der Anglizismen, der in manchen Branchen

sogar als „Professionalitätsmerkmal“

zu gelten scheint (ich habe früher viele Jahre

in der Werbung gearbeitet), hat auch bei

mir Spuren hinterlassen. Aber wenn ich das

heute tue, dann ist das eine Form meines

persönlichen Ausdrucks – meine Emotionen

sprechen unterschiedliche Sprachen.

Und gleichzeitig hat Sprache, ohne zu sehr

in die Tiefe zu gehen, eine gewisse Konnotation

– eine Erwartungshaltung –, auch eine

Wertung, in beide Richtungen. Man stelle

sich vor, mein Sprachzentrum ist ein Haus.

Und ich habe mir über die Jahre die Räume

so eingerichtet, dass ich mich in meiner

Sprache zu Hause fühle und gleichzeitig

auch Menschen zu mir einladen kann und

sie willkommen heiße. Nicht immer findet

Kommunikation in einer sprachlichen

Komfortzone statt, aber manchmal gelingt

es mir dennoch, den Besuch außerhalb

der sprachlichen Komfortzone angenehm

zu gestalten.

Was liest du gerade – und was hat

dich an diesem Buch fasziniert?

Aktuell gibt mir das Buch von Sareeta

Domingo, Possiblity, die leider vor kurzem

sehr plötzlich verstorben ist, große Freude.

Das Buch hat mich im Schaufenster

von Round Table Books inklusive Buchhandlung

im Brixton Village London, die

Bücher für alle Leser*innen anbietet und

unterrepräsentierte Autor*innen feiert,

angelächelt. Es handelt von einer jungen

Frau, die an ihrem 30. Geburtstag im

Krankenhaus liegend erkennt, wie viel Zeit

sie verloren hat, und beschließt, nach einer

Operation ihr Leben voll auszuschöpfen.

Sie schreibt jeden Abend in ihr Tagebuch,

was sie am nächsten Tag sein oder erreichen

will … Und gleichzeitig ist es eine romantische

Liebesgeschichte.

Alexandra Antwi-Boasiako ist eine renommierte

Moderatorin aus Hamburg und leidenschaftliche

Literaturbotschafterin. Sie verkörpert sprachliche

Vielseitigkeit nicht nur durch ihre Multilingualität –

darunter Deutsch, Französisch, Englisch und Twi –,

sondern auch durch ihre bemerkenswerte Fähigkeit,

mühelos zwischen verschiedenen Sprachcodes,

Registern und Sprachen zu navigieren. In Hamburg

als Tochter ghanaischer Eltern geboren, erlangte

sie ihren Master an der University of Warwick in

Creative & Media Enterprises in UK. Seit mehreren

Jahren moderiert sie souverän und charmant renommierte

Literaturfestivals und -formate, in denen sie

Gespräche mit preisgekrönten Autor*innen führt.

Dazu zählen das Aké Arts & Book Festival in Lagos

(Nigeria), Resonanzen — Schwarzes Literaturfestival,

Ruhrfestspiele Recklinghausen und das

Internationale Literaturfestival Berlin. Sie ist für ihre

rhetorische Finesse, ihr angeborenes Improvisationstalent

und ihre bemerkenswerte Vielseitigkeit

bekannt und zeichnet sich als Moderatorin aus,

die jeder Diskussion Tiefe, Vielfalt und Dynamik

verleihen kann.


Black Print – Festival für

Schwarze Perspektiven

29.–31. Oktober 2025

Mi., 29. Okt., 19:00 Uhr

Literaturhaus am

Inn (Josef-Hirn-

Straße 10)

1 Sharon Dodua Otoo

(GB/D): Eröffnungsrede

2 Lesung

Amina Abdulkadir (CH)

3 Lesung

Mirrianne Mahn (D)

Moderation:

Alexandra Antwi-Boasiako (D)

Do., 30. Okt., 19:00 Uhr

Wagner’sche

Buchhandlung

(Museumstraße 4)

1 Lesung Raphaëlle Red (F/D)

2 Lesung Nora Osagiobare

(CH)

3 Abschlussperformance:

Precious Chiebonam

Nnebedum

Moderation:

Alexandra Antwi-Boasiako (D)

Fr., 31. Okt., 19:00 Uhr

Die Bäckerei –

Kulturbackstube

(Dreiheiligenstr. 21a)

1 Okongo-Fresia Osako (A)

2 Melanelle Beryl Hémêfa (D)

3 Amina Abdulkadir (CH)

4 Laurène Southe (A)

5 Anna Chiedza Spörri (CH)

6 Temidayo Akinyele (A)

Moderation:

Alexandra Antwi-Boasiako (D) &

Precious Chiebonam Nnebedum (A)

Selbstverständlich? Manchen Selbstverständlichkeiten

muss man auf die Sprünge helfen.

Sharon Dodua Otoo – © Paulina Hildesheim/laif

Precious Chiebonam Nnebedum – © Ella Boerner

Nora Osagiobare – © smilesfotografi

Raphaëlle Red – © Julia Friedland Alexandra Antwi-Boasiako – © Wanjiku Gitau

In der deutschsprachigen Literaturszene gibt

es viele Schwarze Autor*innen. Bei diversen

Festivals sind sie selten zu erleben. Hier bildet

die Szene nicht die Wirklichkeit ab.

Dieses neues Festival bildet auch nicht

die Wirklichkeit ab. Möchte aber andere

Kolleg*innen dazu ermuntern, ein Auge auf

diese Wirklichkeit zu werfen.

Wir feiern ein Festival mit lauter

Schwarzen Stimmen und wir freuen uns

unsagbar darauf!

black-print.info

18

Wagner’sche.


Was für ein Debüt! Auf den

ersten Seiten schon merkt man

einen ganz eigenständigen

Ton und ist sofort in dem

Dilemma, in dem sich auch

Adikou befindet. Zu Weiß für

die Schwarze Community, vor

allem in ihrem Vaterland Togo,

und zu Schwarz für ihre Heimat

Paris, oder die Uni in den USA.

Entlang der westafrikanischen

Küste und bis in die USA sucht

Adikou nach einem Platz in der

Geschichte – und schafft sich

ein Erbe aus Schlangenhäuten,

Skylines und stickigen Nächten.

Robert Renk

Raphaëlle Red:

Adikou

Rowohlt, 224 S., € 25,70

übersetzt von Patricia Klobusiczky

Ein besonderes Mutter-Tochter-Schicksal

zwischen Kongo

und London erzählt die 1987

selbst im Kongo geborene

Christina Fonthes in ihrem

Debütroman Wohin du auch

gehst. Im Zentrum stehen die

erste Liebe und das Erwachen

der Sexualität und deren brutale

Unterdrückung durch die

Familie – mit katastrophalen

Folgen. Die eine als Teen-Mum

eine Schande für die Familie,

die andere als Lesbiern nicht akzeptiert,

kämpfen beide Frauen

um Freiheit und Autonomie.

Thematisch relevant und leichtfüßig

erzählt. Friederike Gösweiner

Christina Fonthes:

Wohin du auch gehst.

Diogenes, 416 S., € 25,00

übersetzt von Michaela Grabinger

Beim Bachmannpreis hat Nora

Osagiobare mit einem Text über

eine Realityshow begeistert.

Ihr Romandebüt versucht mit

wunderbarem Humor, vielen

Fußnoten (ich liebe Fußnoten)

und einer bezaubernd kaputten

Entourage, nicht nur alle

Hautschattierungen von People

of Colour in einem Buch zu

erfassen, sondern auch gegen

Alltagsrassismus anzuschreiben

– ohne erhobenen Zeigefinger!

Es geht um Affären,

Versicherungspolicen, Gartenzäune

und Shitstorm. Um Migrant*innen

und Goldküstenbewohner*innen

in Zürich und

ist einfach großartig! Robert Renk

Nora Osagiobare:

Daily Soap

Kein und Aber, 288 S., € 25,70

Eigentlich will Issa diese Reise

gar nicht antreten. Schwanger

sitzt sie im Flugzeug nach Douala,

angetrieben von ihrer Mutter,

die bei der bevorstehenden

Geburt um das Leben ihrer

Tochter fürchtet. In Kamerun,

dem Land ihrer Kindheit,

soll sie den heilsamen Weg

der Rituale gehen, unter den

Adleraugen ihrer Omas. Der

Besuch wird für Issa eine Auseinandersetzung

mit der eigenen

Familiengeschichte und der Gewissheit,

dass sowohl Traumata

als auch der unbedingte Liebesund

Lebenswille vererbbar sind.

Robert Renk

Mirrianne Mahn:

Issa

Rowohlt, 304 S., € 15,40

Endlich liegt einer der Romanklassiker

der amerikanischen

Bürgerrechtsbewegung erstmals

auf Deutsch vor – übersetzt

vom wunderbaren Hans-Christian

Oeser. In einem vielschichtigen

literarischen Porträt

schildert John A. Williams

eindrucksvoll die Bedrohung

von Minderheiten in einer

Mehrheitsgesellschaft und wirft

eine eindringliche Perspektive

auf die Spannungen der 1960er

und darüber hinaus. Unter

anderem geht es um den „King

Alfred“-Plan, der im Falle von

Rassenunruhen Minderheiten

beseitigen soll. Historisch,

lebendig, großartig! Robert Renk

John A. Williams:

Ich bin

Reclam, 550 S., € 32,90

Einer der großartigsten Autoren

der Gegenwart hat – nach

James, dem Lieblingsroman

meiner letzten Saison – wieder

einen Roman geschrieben, der

welthaltig auf die Gegenwart

reagiert. In Dr No kommt kein

James Bond vor, aber ein Schurke,

der es allemal mit ihm aufnehmen

könnte. Indem Everett

in diesem satirischen Spionageroman

den Mathematiker und

„Nichtsexperten“ Wala Kitu

zum Berater des Bösewichts, der

das Nichts stehlen will, macht,

entwirft er eine wunderbare

Persiflage auf die Machtbesessenheit

der USA. Robert Renk

Percival Everett:

Dr No

Hanser, 320 S., € 27,80

übersetzt von Nikolaus Stingl

Die Essaysammlung der Nobelpreisträgerin

richtet den Blick

auf die literarische Konstruktion

von Schwarzsein, die in

vielen kanonischen Texten der

Definition bzw. Konstruktion

eines weißen Amerikas dient.

Morrisons Analyse von Rassismus

in der Literatur hat in

Zeiten von Diskriminierung und

gesellschaftlichem Rechtsruck

nichts an Aktualität verloren.

Ein eindringliches Plädoyer,

sich mit der Normativität von

Weißsein kritisch auseinanderzusetzen.

Mit einem Nachwort von

Sharon Dodua Otoo. Angelika Moser

Toni Morrison:

Im Dunkeln spielen

Rowohlt, 144 S., € 15,40,

übersetzt von Barbara von

Bechtolsheim, sprachlich aktualisiert

von Mirjam Nuenning

Eines der grandiosesten Bücher,

die ich in den letzten fünf

Jahren gelesen habe. Sharon

Dodua Otoo verwebt vier

Frauenschicksale durch Raum,

Zeit und Satzbau. Ein Dingwesen

erzählt uns von den vier

Schicksalen auf zwei Kontinenten,

der Geschichte einer Kette

aus Ghana und den Männern,

die dafür sorgen, dass diese

Schicksale selten gut enden! Ein

Sprachfeuerwerk, das einem im

wahren und übertragenen Sinne

in andere Sphären hebt. Schwer

zu empfehlen! Robert Renk

Sharon Dodua Otoo:

Adas Raum

S. Fischer, 320 S., € 15,40


© Studio 24

Das ist natürlich einer

der Reize des Schreibens

von Romanen –

die Freiheit, Dinge zu

erfinden.


Von der Serienmörderin

zum Familienfluch –

ein Weltstar in Innsbruck

Wagner’sche

Innsbruck

Die nigerianische Bestsellerautorin Oyinkan Braithwaite

kommt mit ihrem neuen Roman nach Innsbruck. Ilija Trojanow

wird moderieren und hat zuvor ein paar Fragen …

Bücher seit 1639

Ilija Trojanow: Ihre früheren

Werke, insbesondere My Sister,

the Serial Killer, waren für

ihren schwarzen Humor und

ihre psychologische Komplexität

bekannt. Cursed Daughters scheint

eine Abkehr davon zu sein und sich

stattdessen einem umfassenderen,

generationsübergreifenden Terrain

mit verschiedenen Zeiträumen und

Perspektiven zuzuwenden. Was hat

Sie zu dieser Geschichte inspiriert?

Oyinkan Braithwaite: Ich wollte unbedingt

ein Werk schaffen, das sich von My Sister,

the Serial Killer unterscheidet, daher vielen

Dank für dieses Kompliment! Ich hatte

große Angst davor, als Autorin in eine

Schublade gesteckt zu werden. Ich bin noch

dabei, meinen Stil zu finden, die Themen,

die mich faszinieren, die Techniken, mit

denen ich gerne experimentiere. Was mich

zu dieser Geschichte inspiriert hat: Mir

wurde einmal von einem Paar erzählt,

das seit seiner Kindheit befreundet war

und später eine Liebesbeziehung einging.

Aber die Mutter des Mannes lehnte ihre

Beziehung ab, und ihre Liebesgeschichte

endete traurig. Mich faszinierte am meisten,

dass niemand herausfinden konnte, warum

sie so vehement gegen diese Verbindung

war, und dieses Rätsel blieb mir im Gedächtnis

haften.

Der Fluch der Familie Falodun

erstreckt sich über mehrere

Generationen von Frauen. Hat dies

seinen Ursprung in einer bestimmten

Yoruba-Folklore?

21

Nein, die Geschichte basiert nicht auf einer

bestimmten Folklore. Aber ich habe einige

kulturelle Elemente und Aberglauben eingeflochten,

zum Beispiel den Glauben, der

sich um einen Vogel rankt, der in ein Haus

fliegt. Ich habe auch das Glaubenssystem

des Juju eingeflochten; allerdings weiß ich

so wenig über Juju, dass vieles, was ich in

dieser Hinsicht geschrieben habe, größtenteils

meiner Fantasie entspringt. Das ist

natürlich einer der Reize des Schreibens von

Romanen – die Freiheit, Dinge zu erfinden.

Wasser – insbesondere Schwimmen

und Ertrinken – taucht im gesamten

Roman sowohl als Bedrohung

als auch als Befreiung auf. Was

symbolisiert Wasser in dieser

Geschichte?

Titilope Sonuga hat ein Gedicht namens

Swim (Tell the Water) geschrieben. Es ist so

bezaubernd, dass es mich tief inspiriert hat.

Es hat auch den Teil von mir berührt, der

schon immer das Wasser bezwingen wollte.

Ich habe nie schwimmen gelernt und hatte

schon zu viele Beinahe-Ertrinkungsunfälle,

aber dennoch reizt mich die Vorstellung

von der Verbundenheit und Freiheit, die ein

selbstbewusster Schwimmer empfinden muss.

Die Mutter-Tochter-Beziehung

zwischen Ebun und Eniiyi ist

besonders belastet. Was interessiert

Sie daran, wie Traumata und

Geheimnisse innerhalb von Familien

weitergegeben werden?

Wir erben Traumata, auch wenn diejenigen,

die vor uns kamen, nie die Absicht hatten,

sie weiterzugeben. Irgendwann werden

sie Teil der genetischen Veranlagung der

Familie, prägen alles – die Art und Weise,

wie eine Person kommuniziert, in wessen

Nähe sie sich sicher fühlt, was sie glaubt,

erreichen zu können, wie sie Geld sieht usw.

Und es gibt die Familiengeheimnisse, die

streng gehütet werden. Um anders zu sein,

sich anders zu verhalten, muss man eine

bewusste Entscheidung treffen und dafür

kämpfen. Eniiyi erkennt, dass sie für sich

selbst kämpfen muss.

Oyinkan Braithwaite, 1988 geboren, hat Kreatives

Schreiben und Jura in Kingston studiert, in einem

nigerianischen Verlag und in einer Produktionsfirma

gearbeitet. Heute ist sie als freie Autorin tätig. Sie

ist die Autorin des Bestsellers My Sister, the Serial

Killer, der inzwischen in 30 Sprachen übersetzt und

millionenfach verkauft wurde. Der Roman wurde

vielfach ausgezeichnet und stand 2019 u. a. auf der

Shortlist für den Women’s Prize for Fiction und

der Longlist für den Booker Prize. Braithwaite ist

ebenfalls als Drehbuchautorin tätig, u. a. für die

Filmadaption ihres ersten Romans. Sie lebt in Großbritannien

und Nigeria.

Buchtipp:

Oyinkan Braithwaite:

Der Fluch der Falodun Frauen

Aufbau, 432 S., € 24,70

Buchpräsentation:

Oyinkan Braithwaite liest aus

Der Fluch der Falodun Frauen

Moderation und deutsche

Stimme: Ilija Trojanow

Englisch/Deutsch

Mi., 05. November 2025,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Innsbruck

Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card


Buchtipp:

Kris Lauwerys:

Vom Licht in die Dunkelheit

Residenz, 456 S., € 38,00

Buchpräsentation:

Kris Lauwerys liest aus

Vom Licht in die Dunkelheit

Moderation: Ina Cassik

Mi., 19. November 2025,

19:00 Uhr

Stöger-Leporello –

die Buchhandlung, Wien

Eintritt: € 7,00

Mein halbes Leben

lang schon geistern

Roth, Zweig, Canetti

oder Schnitzler durch

meinen Kopf.

© Gorgy Walid


Das Porträt dreier Frauen

und einer Stadt

Emilie Flöge, Milena Jesenská und Veza Canetti

prägten ihre Zeit. Sie lebten und wirkten im pulsierenden

Wien der Jahre 1900 bis 1938. Diese Stadt

im Spannungsfeld von kultureller und sozialer

Erneuerung und politischem Niedergang fängt

Kris Lauwerys wunderbar ein, findet Ina Cassik.

Stöger–

Leporello

Wien

Bücher seit 1639

Ina Cassik: Gemeinsam mit

Ihrer Partnerin Isabelle Schoepen

übersetzen Sie Literatur ins

Niederländische. Für Ihren

Einsatz für die österreichische

Literatur wurden Sie 2023 mit

dem Österreichischen Staatspreis

für literarische Übersetzung

ausgezeichnet, Ihr Wohnsitz ist in

Wien. Woher kommt Ihr Interesse an

der österreichischen Literatur?

Kris Lauwerys: Das Interesse für die österreichische

Literatur begann früh: Mein

halbes Leben lang schon geistern Roth,

Zweig, Canetti oder Schnitzler durch meinen

Kopf, die Klassiker also, und lebte ich

quasi mental in einem Wiener Kaffeehaus.

Was ich früher nicht wusste (oder sah), war,

dass es viel und viel mehr zu entdecken gibt.

Das hat mich die Arbeit an Vom Licht in die

Dunkelheit gelehrt.

Ihr Buch erschien 2024 auf

Niederländisch. Wie bekannt

sind die drei darin porträtierten

Frauen Emilie Flöge, Milena

Jesenská und Veza Canetti in

den Niederlanden? Wie wurde

das Buch dort aufgenommen?

Mein niederländischer Verleger hat sich

über den Erfolg, sowohl im Verkauf als

auch in der Presse, sehr gefreut. Vor allem,

weil die Namen im niederländischen

Sprachraum nur in geringem Maße bekannt

sind, und wenn, dann nur in Verbindung

mit den berühmten Männern (Klimt,

Kafka und Elias Canetti). Einige Leser

schrieben mir, dass sie froh waren,

23

auch mal über andere als die klassischen

Wien- Themen lesen zu können (Mode etwa,

moderner Tanz, das Rote Wien).

Sie schreiben über drei

außergewöhnliche Frauen

und präsentieren gleichzeitig

eine umfassende Kultur- und

Sozialgeschichte Wiens von 1900

bis 1938. Wie kam es zur Idee,

das Porträt dieser drei Frauen

in die Beschreibung einer ganzen

Epoche einzubetten?

Mein Anliegen war es von Anfang an, die

Epoche aus einem anderen Kamerastandpunkt

zu erzählen, der von Emilie Flöge,

Milena Jesenská und Veza Canetti. Und

dass ich keine klassischen Biografien aneinanderreihen

wollte, sondern ein Wechselspiel

zwischen Leben und Epoche anstreben

musste. Es ging mir nämlich auch immer

um eine vierte Person: die Stadt Wien und

die vielen Entwicklungen, die die Stadt

zwischen 1900 und 1938 erlebte.

Das Kapitel über Emilie Flöge endet

mit dem Tod Gustav Klimts 1918.

Was weiß man über die Jahre

danach bis zu ihrem Ende 1952?

Für Emilie Flöge ging mit Klimt nicht nur

der künstlerische Sparringpartner verloren;

außerdem waren 1918 mittlerweile auch

ihre beiden Schwestern (und Geschäftspartnerinnen

des Modesalons Schwestern

Flöge) verstorben. Für sie begann ein neuer

Lebensabschnitt, den ich dann im Epilog

beschreibe. Dass ich das Flöge-Kapitel mit

dem Jahr 1918 beende, hat aber auch mit

der Komposition des Buches zu tun:

In dem Jahr kommt Milena Jesenská aus

Prag nach Wien.

Milena Jesenská verfasst in Wien für

Prager Zeitungen u. a. Artikel über

das soziale Elend in Wien.

1924 kehrt sie der Stadt den Rücken.

Welche Bedeutung hat Wien

für Milena Jesenská?

Sie hatte ein sehr zwiespältiges Verhältnis

zu Wien. Sie erlebte das Elend der unmittelbaren

Nachkriegszeit in Wien am eigenen

Leibe, inklusive Hunger und Krankheit.

Zugleich ist die Wiener Zeit für sie ein

Sprungbrett: Hier findet sie ihre berufliche

Bestimmung als Journalistin, mit einem

ganz individuellen Sound. Hier fängt sie

an, deutsche und französische Literatur zu

übersetzen – die erste Kafka-Übersetzung

weltweit ist aus ihrer Feder. Es ist eine selbstbewusste

Frau, die nach Prag zurückkehrt.

In seinen autobiografischen

Schriften erwähnt Elias Canetti

die schriftstellerische Tätigkeit

seiner Frau Veza in den 1930ern

mit keinem Wort, obwohl sie bereits

in Zeitungen veröffentlichte, als

er noch unbekannt war. Über die

Gründe dafür wird spekuliert.

Interessant ist, dass Elias Canetti die Arbeiten

seiner Frau, damals in den Dreißigern,

sehr bewunderte. Das geht aus seinen

damaligen Notizen hervor. Mit dem Lob

stand er nicht allein, Veza Canetti wurde

ja recht schnell eine angesehene Autorin,

galt als „brillantes Talent“ (Hilde Spiel).

Es war dann aber ein Germanist, der 1990

Die Gelbe Straße herausbrachte – die Texte

waren nie gebündelt gewesen. Das wirft

die Frage auf: Wieso hat Canetti sich nicht

selber um Vezas Schriften bemüht?

Kris Lauwerys: geboren 1972 in Belgien, übersetzt,

zusammen mit seiner Partnerin Isabelle Schoepen,

seit vielen Jahren Literatur aus dem Deutschen

und Französischen ins Niederländische. Für ihren

Einsatz für die österreichische Literatur wurde ihnen

2023 der Staatspreis für literarische Übersetzung

zuerkannt.


© Lukas Beck

Ich wollte mich

schreibend dem

Sterben nähern.


Unverstellt und

direkt – einmal

Sterben üben bitte

Katharina Feist-Merhaut möchte am Beispiel

ihrer Großmutter Sterben üben und die stellt sich

bereitwillig zur Verfügung. Über diese Erfahrung

sprich Feist-Merhaut mit Dagmar Harbich.

Leporello

Wien

Bücher seit 1639

Dagmar Harbich: Schreibst du lieber

allein oder in der Öffentlichkeit?

Hast du ein „Refugium“?

Katharina Feist-Merhaut: Der Ort ist gar

nicht so wichtig, aber ich habe beim Schreiben

gerne ein paar Dinge um mich. Ein

kleines Ohr aus Ton, meine Notizbücher

und einen Stapel Bücher. Ich schreibe oft

allein, aber am liebsten teile ich den

Schreibtisch mit einem*einer Freund*in.

Zu welcher Tageszeit

schreibst du am liebsten?

Ganz in der Früh, direkt nach dem Aufstehen,

bevor die Sonne da ist und ich

gesprochen habe.

Wie sammelst du deine Ideen

für den Text und die Handlung?

Auf Zettelchen, in einem

Notizbuch, elektronisch?

Zu Beginn sammle ich in Notizbüchern,

wechsle dann im Voranschreiten auf großformatige

Blöcke und Zettel an der Wand.

Wann war der Moment,

an dem du deine Geschichte zu

Papier bringen wolltest?

Ich wollte mich schreibend dem Sterben

nähern. Es gab einige andere Textversuche,

parallel dazu habe ich schon die Sätze meiner

Großmutter gesammelt. Als ich mir die

25

Sätze genauer angeschaut habe und

versucht habe herauszufinden, was mein

Interesse daran ist, habe ich ein Gefühl

dafür bekommen, was für ein Text Sterben

üben sein könnte. Und an dieser Ahnung

habe ich mich dann entlang geschrieben.

Spielen soziale Medien für dich

als Autorin eine Rolle?

Lange Zeit war ich Beobachterin und habe

vor allem Buchempfehlungen auf Instagram

gesammelt. Für die Veröffentlichung

bin ich über meinen Schatten gesprungen

und habe angefangen, selbst zu posten. Und

jetzt bin ich sehr froh darüber, denn es hat

mir schöne Gespräche und Rückmeldungen

zum Buch ermöglicht.

Was möchtest du mit deinem Buch

erreichen? Und welche Leser*innen?

Die Antwort fällt mir nicht leicht. Kurz

nach der Veröffentlichung durfte ich in

einem Seminar an der Komparatistik

lesen und eine Studentin hat zu mir gesagt,

sie habe das Buch ihren Eltern weitergegeben

und danach mit ihnen über das

Kümmern gesprochen. Da war ich kurz

etwas sprachlos.

Unterstützt deine Familie

dein Schreiben?

Ja! Ich habe großes Glück und möchte die

Gelegenheit gleich nutzen, ihnen zu danken:

allen voran meinen großen Müttern!

Christian & Noah. Mama. Papa. Tina.

Geli. Sigi. Kathrin. Julia. Kati. Selma.

Anne. Doris. Luci & Nicole (die bei allen

Lesungen in Wien in der ersten Reihe

sitzen werden).

Buchtipp:

Katharina Feist-Merhaut:

Sterben üben

Otto Müller, 140 S., € 23,00

Buchpräsentation:

Katharina Feist-Merhaut

liest aus Sterben üben

Moderation: Dagmar Harbich

Do., 13. November 2025,

18:30 Uhr

Leporello – die Buchhandlung,

Wien

Eintritt: € 7,00


© Ronny Goetter

Kinder sind ein

radikal ehrliches

Publikum.


Kinder

& Kelten

Die Kelten-Buchhandlung ist weit über Hallein

hinaus für ihre Lesungen für Kinder bekannt.

Schauspieler Sven Niklas Thor im Gespräch mit

Hans Hamedinger

Stierle

Kelten- Buchhandlung

Hallein

Bücher seit 1639

Hans Hamedinger: Woher kommst

du und was hat dich bewogen, in

Salzburg Schauspiel zu studieren?

Sven Niklas Thor: Ich bin gebürtiger

Düsseldorfer. Ich habe in den letzten Jahren

allerdings vor allem in Ostdeutschland,

in Jena, Berlin und Halle gelebt. Dass ich

nun in Salzburg gelandet bin, liegt einfach

daran, dass es hier zuerst mit dem Schauspielstudium

geklappt hat. Da Plätze an

Schauspielschulen stark limitiert sind (zehn

Leute pro Jahrgang), war ich sehr froh,

einen bekommen zu haben.

Wie kam es zu deinem

„Engagement“ in Hallein?

Durch meine Mitstudentin Lena Plochberger,

die letztes Jahr ihren Abschluss

gemacht hat. Sie hat damals bei uns in der

Uni-Signal-Gruppe gefragt, ob jemand für

eine Lesung einspringen kann. Daraufhin

habe ich ihr direkt geschrieben und so kam

ich dann zum ersten Mal nach Hallein.

Eine Lesung vor Kindern ist ja gar

nicht einfach, deshalb sind wir froh,

einen Profi engagiert zu haben.

Ist für dich eine Lesung auch gleich

ein wenig Schauspieltraining?

Auf jeden Fall. Kinder sind ein radikal ehrliches

Publikum. Wenn sie etwas nicht interessiert,

machen sie daraus keinen Hehl. Was

also nicht funktioniert, ist, den Text einfach

nur „runterzulesen“. Wenn es mir gelingt,

den Text so lebendig zu gestalten, dass die

Kinder in die Handlung mit eintauchen,

entsteht eine ganze tolle Konzentration im

Raum. Witzigerweise ist das Prinzip bei

Erwachsenen das gleiche, nur sind die Texte

meist komplizierter.

27

Zur Lesung am Samstagvormittag

kommen Kinder (mit ihren Eltern) im

Alter von drei bis sieben. Wie schaffst

du es, die alle bei Laune zu halten?

Interessanterweise ist die Altersspanne der

Kinder gar nicht das Herausfordernde.

Ältere Kinder stören sich nicht daran, eine

Geschichte für jüngere Kinder zu hören,

und umgekehrt. Auch die Eltern erfreuen

sich immer sehr an den Geschichten.

Spannend wird es dann, wenn ein Kind

in irgendeiner Form die Konzentration

der anderen auf sich zieht, sei es durch

Sprechen, Weinen, Hüpfen etc. Hier bedarf

es besonderen Fingerspitzengefühls. Kann

ich die Konzentration der anderen Kinder

bei mir halten, oder macht es erst dann

Sinn weiterzulesen, wenn es wieder ruhiger

geworden ist? Hier sind die Eltern meine

besten Kollaborateure, da sie die Aufmerksamkeit

der Kinder aktiv auf mich lenken:

„Schau mal da, die kleine Katze.“

Triffst du die Auswahl

des Vorlesebuches selbst?

Ich treffe eine Vorauswahl von etwa vier

Büchern, von denen ich denke, dass sie

zum aktuellen Monat und von der Länge

her passen könnten. Hierbei lasse ich mich

gerne von den Buchhändlerinnen in der Rupertus

Buchhandlung in Salzburg beraten.

Die finale Auswahl trifft dann das Team der

Kelten-Buchhandlung.

Gibt es ein nettes Erlebnis

bei einer Lesung, an das du

dich gern erinnerst?

Jede Lesung hat viele nette Erlebnisse.

Besonders freue ich mich, wenn ich merke,

dass die Kinder mitfiebern und nach der Lesung

über die Figuren im Buch reden. Dann

merke ich, dass etwas hängen geblieben ist.

Auch freue ich mich, wenn Familien Monat

für Monat wieder zur Lesung kommen.

Lieber Sven, wir freuen uns auf

viele weitere Lese-Vormittage in der

Kelten-Buchhandlung!

Sven Thor: geb. in Düsseldorf, ist Schauspieler und

Mediensprecher. Studierte in Halle an der Saale und

Jena, war Sprecherzieher und Workshopleiter am

Deutschen Staatstheater in Temeswar, Rumänien.

Seit 2024 lebt und studiert er in Salzburg und betreut

die monatlichen Lesungen für Kinder in der Kelten-

Buchhandlung Hallein.

Veranstaltung:

Jeden ersten Samstag

im Monat um 10:00 Uhr –

Lesungen für Kinder

ab vier Jahren in der

Kelten-Buchhandlung Hallein,

Eintritt: frei!

Um Anmeldung wird gebeten:

office@keltenbuchhandlung.at


© Nicola Montfort


Die Wagner’sche auf

der Buch Wien

Bei der Buch Wien werden österreichische Buchhandlungen

heuer ins Zentrum gerückt! Die Buchhandelslounge:

lokale Kompetenz im Rampenlicht der Literaturwelt!

Bücher seit 1639

Buchhandlungen sind kulturelle Treffpunkte,

Räume des Austauschs und lebendige Vermittler

zwischen Literatur und Leserschaft.

In einer Zeit, in der der Buchmarkt zunehmend

von Online-Giganten und digitalen

Plattformen geprägt ist, gewinnen persönliche

Beratung, regionale Verankerung und

kuratierte Sortimente wieder an Bedeutung.

Umso spannender ist es, wenn sich Buchhandlungen

aus ganz Österreich nicht nur in

ihrer Heimatstadt, sondern auch auf großen

Buch- und Literaturveranstaltungen wie der

Buch Wien präsentieren.

Die Buchhandelslounge

und eine literarische Tour

zur Buch Wien

Jede Buchhandlung, die sich in der eigens

dafür gestalteten Buchhandelslounge in der

Halle D am Wiener Messegelände präsentiert,

ermöglicht in zahlreichen Gesprächen

mit Autor*innen einen Einblick in die vielfältige

Buchhandelslandschaft Österreichs

– für neugierige Leser*innen, Autor*innen,

Verlage, Blogger*innen und Medienvertreter*innen.

Auch die Wagner’sche Buchhandlung,

Leporello, Stöger und Stierle

sind auf der Buch Wien vertreten. Die Gespräche

mit Vea Kaiser und Markus Köhle

wird Robert Renk (Wagner’sche) führen,

Milena Michiko Flašar wird von Luisa

Thies (Stierle) moderiert. Im Anschluss an

jeden Veranstaltungsslot signieren die Autor*innen

ihre Bücher. Wer aus Tirol oder

Salzburg zur Buch Wien reisen möchte,

kann dafür ein speziell zusammengestelltes

Reiseprogramm nutzen, das die Anfahrt

mit einem Bus, den Übernachtungen, den

Messeeintritt: und ein auf die Leser*innen

29

zugeschnittenes Programm inkl. der

Langen Nacht der Bücher beinhaltet

(www.sabtours.at/reise/literaturreise-zummesse-festival-buch-wien/).

Die Rolle der Buchhandlung

als Kuratorin

Buchhandlungen kennen ihre Kundschaft.

Sie wissen, welche Themen in ihrer Region

besonders relevant sind, welche Autor*innen

gefragt sind und welche Bücher besondere

Aufmerksamkeit verdienen. Diese

kuratorische Kompetenz wird jeden Tag in

Szene gesetzt – mit sorgfältig ausgewählten

Büchern, thematischen Präsentationen,

zahlreichen Leseecken und Buchcafés.

Dabei geht es nicht um Masse, sondern um

Klasse: eine pointierte Auswahl, die zeigt,

wie Buchhandlungen Orientierung bieten in

einem unüberschaubar großen Markt.

Die Buchhandlungen bringen Autor*innen

in die Buchhandelslounge mit, die

sie im Geschäft regelmäßig präsentieren,

oder laden Gäste ein, mit denen sie in

besonderer Weise verbunden sind. Diese

Veranstaltungen sind nicht nur Publikumsmagneten,

sondern unterstreichen auch das

kulturelle Engagement der Buchhandlung.

Sie zeigen: Hier wird Literatur nicht nur

verkauft, sondern gelebt.

Netzwerken mit der Branche

Auch hinter den Kulissen einer Buchmesse

spielt sich viel ab: Buchhandlungen

nutzen die Gelegenheit, um mit Verlagen

ins Gespräch zu kommen, neue Partnerschaften

zu knüpfen und sich über aktuelle

Entwicklungen zu informieren. Messegespräche

können dazu beitragen, Veranstaltungen

zu planen oder neue Vertriebswege

zu erkunden. Für viele unabhängige

Buchhandlungen ist die Buch Wien zudem

ein Ort des kollegialen Austauschs mit

anderen Händler*innen – eine Chance, sich

gegenseitig zu inspirieren und voneinander

zu lernen.

Eine Bühne für

Bücherleidenschaft

Wenn Buchhandlungen sich auf der Buch

Wien präsentieren, dann zeigen sie, was

den stationären Buchhandel ausmacht:

Nähe, Kompetenz, Vielfalt, Engagement.

Sie machen deutlich, dass sie mehr sind

als Verkaufsstellen – nämlich Orte der Begegnung,

des Dialogs und der Inspiration.

In einer digitalen Welt wird dieser persönliche,

lebendige Zugang zu Büchern immer

wertvoller. Die Buch Wien ist dabei nicht

nur Bühne, sondern auch Spiegel: Sie zeigt,

wie vielfältig, lebendig und innovativ die

österreichische Buchhandelslandschaft

ist – und wie wichtig es ist, diese Vielfalt zu

erhalten und zu fördern. Für die Buchhandlungen

ist der Messeauftritt ein Bekenntnis

zum Lesen, zum Dialog und zum

eigenen Selbstverständnis als kulturelle

Akteur*innen.

Veranstaltung:

Buch Wien

12.–16. November 2025

Messe Wien, Halle D

Wagner’sche mit Markus Köhle

Do., 13. November, 16:30 –17:00 Uhr

Stierle mit Milena Michiko Flasar

Fr., 14. November, 15:30 – 16:00 Uhr

Wagner’sche mit Vea Kaiser

Sa., 15. November, 12:00 – 12:30 Uhr

Eintritt: Tagesticket € 21,00


© Philipp Keel

Für mich ist

Liebe das

schönste Thema

überhaupt.


Vom Leben

und Lieben …

Luisa Thies im Gespräch mit Takis Würger

Bücher

Stierle

Salzburg

Bücher seit 1639

Nach den vier vorangegangen, ganz unterschiedlichen

Büchern widmet sich Takis

Würger in seinem neuen Buch Für Polina,

das im Frühjahr im Diogenes Verlag erschien,

der Liebe. Und landet damit einen

Volltreffer: Das Buch war ein absoluter

Verkaufshit, einer der beliebtesten Titel

im Frühjahr und Sommer dieses Jahres

und wurde sogar „Das Lieblingsbuch des

Deutschschweizer Buchhandels“ 2025.

Takis Würger erzählt die Geschichte von

Hannes Prager, der seine Kindheit in einer

alten Villa im Moor verbringt und dieses halb

verfallene Haus schon früh mit zauberhaften

Klavierklängen erfüllt. Durch sein musikalisches

Talent wird die Musik zum Werkzeug

für ihn: Er komponiert eine Melodie für seine

große Liebe Polina, ohne zu wissen, dass,

als sich ihre Wege später trennen werden,

nur diese Melodie als letzte mögliche Verbindung

zueinander bleibt. – „Und so, eher

aus Verlegenheit und Unvermögen seinen aufflackernden

Gefühlen gegenüber, komponierte

Hannes Prager seine erste Klaviersonate.

Diese Melodie, die Polis sein sollte, wurde

ein Teil von ihm.“ Für Polina (S. 64) – Auch

wenn Hannes Leben viele Momente des Verlustes

und des Scheiterns durchschreitet, so

ist dieses Buch doch ein hoffnungsvolles und

wohltuend zu lesen. Nicht nur die sympathisch

verkorksten Charaktere, in die man

sich so gut hineinversetzen kann, sondern

auch der Klang der Musik, der sich durch

dieses Buch zieht, tragen die Lesenden durch

diese Welt des Hoffens. – „Vielleicht ist es

die Hoffnung auf einen Menschen, der uns

versteht. Vielleicht ist es auch eine Hoffnung,

ohne die das Leben unerträglich wäre: dass

am Ende – trotz aller Verletzungen und Fehler

und Irrungen und Missverständnisse und

Dummheiten –, dass am Ende alles gut wird.

Vielleicht ist Liebe nur ein anderes Wort für

Hoffnung.“ Für Polina (S. 289)

31

Luisa Thies: In deinem fünften

Buch schreibst du zum ersten Mal

eine Liebesgeschichte.

Was hat dich dazu bewegt?

Takis Würger: Ich war verliebt, als ich die

Arbeit begonnen habe. Und für mich ist

Liebe das schönste Thema überhaupt.

Du liest ja auch selber gerne

starke Liebesgeschichten, was

macht für dich eine richtig gute

Liebesgeschichte aus?

Vor allem, dass die Menschen mich berühren.

Wie im Distelfink oder Call me by

your name. Ich finde, man muss die Sehnsucht

der Figuren spüren können.

Das Leben deines Hauptprotagonisten

Hannes ist maßgeblich

geprägt von der Musik und ihrer

versöhnenden und heilenden Kraft.

Was bedeutet dir Musik?

Musik ist meine große Inspiration. Kaum

etwas kann mich so schnell in ein Gefühl

versetzen.

Hörst du auch Musik

beim Schreiben?

Nie. Ich brauche beim Schreiben Ruhe.

Kannst du uns ein bisschen

mitnehmen in deinen Schreibprozess?

Ich fürchte, ich schreibe viel weniger

spektakulär als andere. Ich stehe morgens

um sechs Uhr auf, trinke einen schwarzen

Filterkaffee, setze mich an den Küchentisch

und schreibe, bis mir nichts mehr einfällt

oder ich denke, jetzt sollte ich mal lieber

aufs Rennrad steigen. Es ist eine stille, einsame

Arbeit und dafür liebe ich sie.

Deine Bücher sind ja alle sehr

unterschiedlich. Wann ist eine Idee

für dich so bedeutend, dass du sie in

ein Buch verwandeln möchtest?

In meinem Kopf spiele ich täglich Ideen

für Bücher durch. Manche halten einen

Atemzug, manche einen Tag, manche sind

stark genug für ein ganzes Buch. Diese

Ideen müssen etwas haben, von dem ich

denke, es ist ewig für mich.

Und zuletzt: Dürfen wir neugierig

sein und fragen, welche Ideen sich zu

neuen Büchern momentan in deinem

Kopf tummeln?

Ich denke, ich sollte vielleicht etwas über

Schmerzen schreiben. Aber mal sehen,

ob ich das am Ende dieses Atemzugs auch

noch denke.

Takis Würger, geboren 1985, studierte Human,

Social and Political Sciences in Cambridge. Für das

Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete er aus

Afghanistan, Libyen und dem Irak. Seit 2020 ist

er freier Autor. Seine Romane Der Club und Stella

waren Bestseller und sind in viele Sprachen übersetzt.

Takis Würger lebt in Leipzig.

Buchtipp:

Takis Würger:

Für Polina

Diogenes, 304 S., € 27,80

Lesung:

Takis Würger

liest aus Für Polina

Mi., 19. November 2025,

19:00 Uhr

Buchhandlung Stierle, Salzburg

Eintritt: € 9,00


Veranstaltung:

Hermann Glettler

(Bischof von Innsbruck) und

Abualwafa Mohammed

(ehem. Imam und Religionslehrer

in Wien) im

Gespräch mit Silke Meyer

(Universität Innsbruck)

Mo., 24. November 2025,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Innsbruck

Eintritt: frei!

(um Anmeldung wird gebeten:

literatur@wagnersche.at)

Mit unserem Buch

wollen wir Auswege

aus den Spiralen des

Hasses aufzeigen.

© dibk sigl


Zwei Stimmen, ein Weg

Zwei unterschiedliche Lebenswege, ein

gemeinsames Ziel: Precious Chiebonam Nnebedum

im Gespräch mit Bischof Hermann Glettler

Wagner’sche

Innsbruck

Bücher seit 1639

In ihrem Buch zeigen Bischof Hermann

Glettler und Imam Abualwafa Mohammed,

wie Dialog Brücken schlägt und Freiheit

lebendig wird.

Precious Chiebonam Nnebedum:

Im Buch sprechen Sie darüber, dass

unsere Gesellschaft oft dialogunfähig

wirkt. Was macht es Ihrer Ansicht

nach heute so schwer, miteinander

ins Gespräch zu kommen – vor

allem über Themen, bei denen man

unterschiedlicher Meinung ist?

Bischof Hermann Glettler: Wir haben großteils

verlernt, einander zuzuhören. Vermutlich

die größte Herausforderung unserer

nervösen Zeit. Wirklich zuhören, d. h., dem

anderen, seiner Erfahrung in uns Raum und

Stimme zu geben – den erfreulichen Momenten,

die jemand mit uns teilen möchte,

aber auch den vielfältigen Enttäuschungen.

Soziale Aggressionen entstehen, wenn Menschen

permanent das Gefühl haben, dass

sie nicht gehört werden, mit ihren Anliegen

keine Resonanz finden. Und wir haben uns

leider viel zu gut in unseren eigenen Bubbles

eingerichtet – eingebunkert, möchte ich

sagen. Die Algorithmen in den sozialen

Medien verstärken diese Filterblasen. Kein

Wunder, dass die ideologischen Sonderwelten

immer weiter auseinanderdriften. So

entfremden wir uns voneinander und generieren

eine Angst vor echten Begegnungen.

Abualwafa und ich versuchen, all diesen

Tendenzen zum Trotz ein Beispiel zu geben,

dass sehr unterschiedliche Welten einander

begegnen können.

Anlass für das Dialogbuch sind

ja auch die weltweiten Hass- und

Gewaltexzesse, die uns ohnmächtig

zurücklassen. Ist es möglich, diese

Ohnmacht zu überwinden?

Ja, ich denke schon. Wir müssen unsere

Menschlichkeit dagegenhalten und uns

nicht einreden lassen, dass Empathie die

eigentliche Krankheit der Menschheit

sei, wie dies Elon Musk vor einiger Zeit

33

gepostet hat. Tatsächlich braucht es ein

beständiges Training, eine innere Entschlossenheit,

um dem Bösen keinen

weiteren Raum zu öffnen. Mit den täglichen

News sehen wir, dass der Hass in

jeder Hinsicht zerstörerisch wirkt – oft

über Generationen hinweg. Mit unserem

Buch wollen wir Auswege aus den Spiralen

des Hasses aufzeigen. Abualwafa

und ich sprechen nicht zuletzt offen über

die Gewaltpotentiale von Religion und

benennen die Gefahren, die von fanatisierten,

verhetzten Gläubigen ausgehen. Aber

viel stärker sind die spirituellen Quellen

in unseren Glaubenstraditionen, die dem

Frieden dienen – der Achtung der menschlichen

Würde, unabhängig von Geschlecht,

ethnischer Zugehörigkeit oder Religion.

Freundschaften zwischen

Menschen mit völlig verschiedenen

Überzeugungen scheinen immer

seltener zu werden. Wie kann man

solche Freundschaften trotzdem

aufbauen oder bewahren?

Freundschaft entsteht durch Interesse über

den eigenen Tellerrand hinaus. Sie wächst

mit der Aufmerksamkeit, die man einander

schenkt. Der Leipziger Soziologe Hartmut

Rosa hat es so formuliert: Aus dem

Modus der Aggression in den Modus der

Ansprechbarkeit kommen. Freundschaft ist

letztlich ein Geschenk, ein Vertrautwerden

in einer Beziehung. Man muss dafür offen

sein, dann kommt es häufiger vor. (lacht)

Abualwafa und ich kennen uns mittlerweile

seit 15 Jahren, kennengelernt haben wir uns

bei interreligiösen Begegnungen in Graz.

Für uns beide waren Menschen prägend,

die Freude am Leben hatten, gerade weil sie

sich gegen Andersdenkende oder Andersgläubige

nicht abgeschottet haben. Für

mich war es mein Vater, der ein Meister

der unkonventionellen Begegnungen war –

und für Abu war es seine Mutter. Sie war

früh Witwe, hat aber ihr Haus zu einem

Treffpunkt für viele gemacht. Und das

als Frau in einer dominant patriarchalen

Gesellschaft! Wichtig ist, dass man sich

nicht negativ bevormunden lässt – vor

allem nicht von jenen, die mit den vielen

Ängsten unserer Zeit ihre Politik machen.

Ja, Freundschaften über scheinbare ideologische

Barrieren hinweg sind möglich!

Und heilsam für unsere Zeit.

Nach all den Krisen, die die

Gesellschaft und Kirche erlebt haben

– was macht Ihnen persönlich heute

am meisten Hoffnung?

Hoffnung geben mir junge Menschen, die

trotz der vielen apokalyptischen Prognosen

und einer vielfach beschädigten Zuversicht

nicht aufgeben. Sie sind in ihrer Weise innovativ

und besitzen den nötigen solidarischen

Geist, den es für unsere verwundete Welt

braucht. Ich kann ihnen nur ein gutes Maß

an Unzufriedenheit wünschen – damit sie

nicht aufhören, an einer besseren, gewaltärmeren

Zukunft mitzugestalten, wo nicht die

Gier nach immer mehr und ein rücksichtsloses

Recht des Stärkeren gelten. Und es

gibt mir Hoffnung, dass jeder Mensch, der

Gottes Gegenwart in seinem Leben wahrnimmt,

mit dessen Hilfe auch jederzeit neu

beginnen kann. Ein Umdenken ist möglich,

auch wenn unsere Welt in vielen Bereichen

den kritischen Kipp-Punkten dramatisch

nahegekommen ist.

Eine ungekürzte Version des

Gespräches finden Sie auf unserer

Homepage ww.wagnersche.at

Hermann Glettler, geb. 1965, studierte Theologie

und Kunstgeschichte und wurde 1991 zum Priester

geweiht. Seit 2017 ist er Bischof von Innsbruck; er

engagiert sich für zeitgenössische Kunst und erregt

durch seine originellen Aktionen und mitreißenden

Predigten immer wieder große Aufmerksamkeit.

Buchtipp:

Hermann Glettler und

Abualwafa Mohammed:

Nicht den Hass,

die Liebe wählen

Herder, 192 S., € 23,70


Buchtipp:

Lizz Görgl und

Michael von Kunhardt:

Die Magie des Flows

Campus, 224 S., € 28,80

… und ich finde,

Sport und

Musik sind sich

im Grunde sehr

ähnlich.

© Barbara Wirl


Bretter, die die

Welt bedeuten …

Lizz Görgl und ihr neues Buch

Die Magie des Flows

Wagner’sche

Innsbruck

Bücher seit 1639

Beim Literarischen HausQuartett begrüßen

wir heuer zwei tolle Persönlichkeiten, die

beide auf Brettern stehen und damit erfolgreich

waren/sind. Zum einen kommt Schauspieler

und Regisseur Martin Leutgeb und

dann freuen wir uns auf die ehemalige Weltmeisterin

und jetzige Autorin und Musikerin

Lizz Görgl!

Robert Renk: Seit dem Rücktritt

2017 vom aktiven Skisport sieht

man Sie dennoch immer wieder

im Fernsehen oder bei Skirennen,

z. B. in Kitzbühel. Allerdings haben

Sie die Bretter gegen das Mikro

getauscht und treten als Musikerin

auf. Wie kam es dazu?

Lizz Görgl: Tanzen und singen haben mich

schon als Kind begeistert. 2011 habe ich bei

der Eröffnung der Ski-WM in Garmisch/

Partenkirchen vor 3.000 Zuseher*innen

gesungen, am nächsten Tag wurde ich

das erste Mal Weltmeisterin. Ich liebe die

Kunst und kreativ zu sein, und ich finde,

Sport und Musik sind sich im Grunde sehr

ähnlich – es sind Ausdrucksformen, die

jeder Mensch auf der Welt, unabhängig

von Herkunft und Kultur, versteht und die

verbinden.

Ein Mikro haben Sie auch als

Moderatorin und als Keynote-

Speakerin. Was macht Ihnen am

meisten Spaß bei dieser Arbeit?

Zum einen stehe ich gerne auf der

Bühne, das fordert und reizt mich, da habe

ich das Gefühl, es geht um etwas, vielleicht

ähnlich wie früher, wenn ich am Start gestanden

bin, und zum anderen habe ich im

Leben so viel Schönes erfahren, durch

den Weg, den ich gegangen bin, und durch

die Erfahrungen, die ich gemacht habe.

35

Ich glaube, ich habe viel zu erzählen und

kann Menschen vielleicht inspirieren durch

die Art und Weise, wie ich dem Leben begegne.

Sie sind von Innsbruck nach

Niederösterreich und dann nach Wien

gezogen. Fehlt Ihnen dort etwas?

Was waren Ihre Lieblingsplätze

in Innsbruck?

Ich bin nach wie vor sehr gerne in Innsbruck

und ein Teil meiner Familie lebt ja

hier. Ich habe über 20 Jahre meines Lebens

in Tirol gelebt, bin zu 50 % von Mamas

Seite genetisch Tirolerin und habe mich in

den Bergen immer zu Hause gefühlt. Das

wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Wenn ich nach Innsbruck komme, schätze

ich diese schöne, aktive Stadt inmitten

dieser prächtigen Berge. Es gibt viele Plätze,

die ich hier liebe … aber die Luft hier ist

einzigartig!

Sie waren bei Trainern und

Kolleg*innen immer auch als

„Motivationswunder“ bekannt

und haben nun (zusammen mit

Mentaltrainer Michael von

Kunhardt) dazu ein Buch verfasst,

dass den Titel Die Magie des Flows

trägt und soeben beim renommierten

Campus Verlag erschienen ist. Was

dürfen die Leser*innen erwarten?

Neben dem wissenschaftlichen Background

zur Thematik Flow dürfen die

Leser*innen sehr besondere Flow-Momente

aus meinem Leben als Spitzensportlerin

und darüber hinaus erwarten, mit der Brille

von Michael kommentiert und analysiert.

Auch Flow-Momente aus seiner Hockeyspieler-Zeit

und tolle, spannende Interviews

von Expert*innen aus unterschiedlichen

Feldern, wie beispielsweise dem renommierten

Hirnforscher Dr. Bernd Hufnagel, dem

Mentalcoach-Kollegen Harald Pachner

oder dem Ernährungs- und Sportwissenschaftler

Dr. Mag. Mag. Reinest Innerhofer

und der Kommunikationsexpertin, vielfachen

Buchautorin und fünffachen Mutter

Katharina Pommer, MSc, sind dabei, um

nur ein paar zu nennen. Außerdem haben

sehr erfolgreiche Kolleg*innen aus dem

Spitzensport und aus der Kunst ihre Flow-

Erlebnisse mit uns geteilt. Da möchte ich

noch nicht zu viel verraten, aber es war

hochinteressant, mit allen diesen Personen

Interviews zu führen, und ich glaube, das

Buch macht sehr neugierig auf diesen ganz

besonderen Flow-Zustand, den wir hier versuchen,

begreifbar zu machen. Wir denken,

es ist für jede*n etwas dabei, nicht nur für

den High-Performance-Bereich.

Und was liegt bei Lizz Görgl am

Nachtkästchen?

Ein Buch von Seneca.

Vielen Dank fürs Gespräch.

Lizz Görgl: ist eine ehemalige österreichische Skirennläuferin

mit 42 Podestplätzen in allen Weltcup-

Disziplinen. Ihr größter Erfolg war der Doppelweltmeistertitel

2011 im Super-G und in der Abfahrt.

Seit ihrem Rücktritt im Juni 2017 ist die zweifache

Olympiamedaillengewinnerin als Sängerin und Keynote-Speakerin

zu den Themen Potenzialentfaltung,

Motivation und Durchhaltevermögen tätig.

Veranstaltung:

Literarisches HausQuartett

Mit Lizz Görgl und

Martin Leutgeb

Moderation: Robert Renk

& Andrea Wieser

Livemusik von: Guitar Tandem

(Walter Tolloy & Stefan Wolf)

Es werden folgende Bücher

besprochen: Petra Piuk: Hotel

Love (Leykam) und Robert

Prosser: Das geplünderte Nest

(Jung und Jung).

Im Anschluss wird Lizz Görgl

gerne ihre Bücher und CDs

signieren!

Di., 09. Dezember 2025,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Innsbruck

Eintritt: frei!


Veranstaltung:

Mountain Day mit Robert Prosser

Moderation: Martin Fritz & Robert

Renk

Di., 9. Dezember 2025 um

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung, Innsbruck

Eintritt: frei!

Seit Beginn des

Ukraine-Krieges

konnte ich viermal

für Reportagen

in das Land reisen.

© Yannic Steuerer


Zwischen

Bergen & Beirut

Robert Prosser kennt beides gut und kann daher

treffend auf die Fragen von Robert Renk antworten …

Wagner’sche

Innsbruck

Bücher seit 1639

Der Tiroler Ausnahmeautor schreibt immer

im Grenzbereich. Auch in seinem neuen

Roman landen die Leser*innen sowohl in

Beirut als auch in Alpbach. Zwischen seinen

Auftritten am Tiroler Landestheater nimmt

er sich Zeit für den Mountain Day und beantwortet

Fragen von Robert Renk

Robert Renk: In deinem neuen

Roman gehst du in die Fremde,

zum einen geografisch nach Beirut,

zum anderen historisch in deiner

eigenen Heimatgemeinde. Was hat

dich mehr befremdet?

Robert Prosser: Eine sehr gute Frage.

Es ist jeweils ein anderer Zugang zur Befremdlichkeit:

In Bezug auf den Libanon

war es der Versuch, die Distanz zu überwinden,

der Fremde ein wenig Vertrautheit

abzugewinnen. Und bei Tirol ging es

mir darum, in der gewohnten Umgebung

eine Art von Fremde aufzuspüren. Beirut

wollte ich mir erarbeiten, erschließen. Und

Alpbach – das Dorf, das in einer fiktionalisierten

Weise im Roman als Vorlage dient –,

das musste umgekrempelt werden, um abseits

der bekannten Wege und Geschichten

Rätselhaftes und Überraschendes zu finden.

Du hast ausgiebige Recherchereisen

in den Libanon gemacht und auch

schon darüber in deinen Büchern

geschrieben. Was lernen die

Leser*innen nun Neues darüber in

Das geplünderte Nest?

Im Roman finden sich jene Facetten Beiruts,

die mir selbst neu waren. Einer der

mitunter faszinierendsten Aspekte dieser

Stadt ist, dass sie viele Blickwinkel und

Ansätze erlaubt und immer wieder anders

erzählt werden kann. Die Romanhandlung

setzt im Frühjahr 2024 ein – zu einem Zeitpunkt,

zu dem sich Beirut als sehr dunkel

und verlassen zeigte, wortwörtlich: Stromausfälle,

die auffällige Leere einer Stadt,

aus der viele Menschen geflohen sind.

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Die Hisbollah präsentierte sich als Macht

im Hintergrund, doch war zu erahnen, dass

man im Zuge des Gaza-Krieges auf eine

Zäsur zusteuerte. Es war ein Moment in

der jüngeren Vergangenheit, den ich als aufwühlend,

aber auch faszinierend empfand

und im Roman festzuhalten versuchte.

Im neuen Roman spielt auch ein

ukrainischer Kriegsgefangener eine

wichtige Rolle. Du warst nicht nur im

Libanon, sondern auch öfters in der

Ukraine, wärst dort sogar fast

einmal verhaftet worden. Was hat

es damit auf sich und was kannst du

den Leser*innen über die Ukraine

im Kriegszustand erzählen?

Seit Beginn des Ukraine-Krieges konnte

ich viermal für Reportagen in das Land

reisen, auch dank der Unterstützung des

Verlags Meridian Czernowitz, in dem u. a.

Serhij Zhadan veröffentlicht. Ich war in

Charkiw, in Cherson, im westukrainischen

Hinterland, quer durch, oft mit Fokus auf

die ukrainischen Dichter und Dichterinnen,

die weiterhin im Land aushalten. Die

Beinahe-Verhaftung kam einer Unachtsamkeit

meinerseits zuschulden, ich habe

in Saporischschja den Staudamm am

Dniepr fotografiert und wurde der russischen

Spionage verdächtigt. Aber wie es

mir in der Ukraine ergeht, ist im Grunde

nebensächlich, wichtig scheint mir, die

Einzelschicksale der Menschen vor Ort

festzuhalten, zu schildern, was die Invasion

mit einer Gesellschaft macht, und welche

Möglichkeiten der Literatur bleiben, um

darauf zu reagieren.

Dein vorhergehender Roman

Verschwinden in Lawinen (Jung und

Jung 2023) ist zurzeit am Tiroler

Landestheater zu erleben! Wie darf

man sich das vorstellen? Und gibt es

noch Karten?

Dankenswerterweise dürfen Lan Sticker,

mein Kollaborationspartner am Schlagzeug,

und ich im Stück mitwirken, was eine

ganz besondere Erfahrung ist. Gemeinsam

mit der Regisseurin und dem Ensemble

haben wir meine Dramatisierung des Romans

weitergedacht. Im Zusammenwirken

von Schauspiel, Licht, Musik und Bühnenbild

ist daraus ein Kunstwerk entstanden,

das mich selbst ziemlich überrascht, ein

neuer Zugang zur Geschichte im Buch.

Und ja, es gibt Karten, aber nicht mehr

viele, ich freue mich, wenn man die Gelegenheit

noch schnell ergreift!

Robert Prosser, geboren 1983 in Alpbach in Tirol.

Er studierte Komparatistik sowie Kultur- und

Sozialanthropologie in Innsbruck und Wien. Autor

und Performancekünstler. Mitglied der Gruppe Text

ohne Reiter. Für seine Romane hat er zahlreiche

Auszeichnungen erhalten, u. a. den Reinhard-

Priessnitz- Preis 2014. Mit Phantome (2017) stand er

auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Zuletzt

erschienen: Verschwinden in Lawinen (2023) und

Das geplünderte Nest (2025), beide Jung und Jung.

Das Stück zu seinem Roman Verschwinden in

Lawinen wird noch bis 3. Dezember 2025 – mit

ihm und Schlagzeuger Lan Sticker – aufgeführt.

Karten unter: www.landestheater.at

Buchtipp:

Robert Prosser:

Das geplünderte Nest

Jung und Jung, 176 S., € 25,00

Veranstaltung:

Mountain Day mit Robert Prosser

Moderation: Martin Fritz &

Robert Renk

Mi., 10. Dezember 2025, 19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Innsbruck

Eintritt: frei!


Buchtipp:

Lukas Pellmann:

Zwei Tage

im Sommer

Ed. Atelier,

304 S., € 25,00

Wir tun uns oft (zu) leicht

mit der Beurteilung

globaler Entwicklungen

oder Krisen.

© Jorghi Poll


Schreiben ist

immer auch ein

bisschen Therapie

Wie eine Dystopie in dystopischen Zeiten Leser*innen

Kraft geben kann, erzählt Autor Lukas Pellmann

im Gespräch mit Dagmar Harbich.

Leporello

Wien

Bücher seit 1639

Dagmar Harbich: Wie entstand

die Idee, sich einen in der Zukunft

liegenden Krieg zwischen Ungarn

und Österreich als Rahmen

für seinen Roman auszudenken?

Lukas Pellmann: Ich habe mit dem Schreiben

des Textes im Jahr des Beginns des russischen

Angriffskrieges gegen die Ukraine

begonnen. Wie so viele andere auch, war

ich damals erschüttert und ernüchtert darüber,

dass so etwas im Jahr 2022 in Europa

möglich ist. Und natürlich hatte ich auch

Angst. In so einem Moment fange ich zu

schreiben an, das hilft mir ungemein, weil

ich mich dann auf rationale Art und Weise

mit diesem angsteinflößenden Auslöser

beschäftigen muss. Ein Autorenkollege hat

mal gesagt, dass Schreiben für ihn immer

auch ein bisschen Therapie ist, und das

trifft es in diesem Fall wohl ganz gut.

Warum haben Sie sich für

einen fiktiven Krieg als Setting

entschieden? Sie hätten ja auch

die ausreichend dramatische

Gegenwart als Rahmenhandlung

hernehmen können?

Wir tun uns oft (zu) leicht mit der Beurteilung

globaler Entwicklungen oder

Krisen, weil vieles davon weit weg von uns

passiert und wir die Folgen nur indirekt,

durch zum Beispiel höhere Preise oder steigende

Flüchtlingszahlen, spüren. Mich hat

beim Schreiben interessiert, wie es einem

geht, wenn sich das, was nach wie vor in der

Ukraine passiert, vor der eigenen Haustür

ereignet.

39

Es ist aber wohl nicht zu

befürchten, dass Ungarn eines Tages

wirklich Österreich angreift …

Aktuell erscheint das natürlich unvorstellbar.

Aber wenn man sich anschaut, wie

Russland im Fall der Gebiete im Osten der

Ukraine argumentiert und wie Ungarns

Premierminister Viktor Orbán seit Jahren

nationalistische Politik betreibt, Feindbilder

schürt und die ungarische Demokratie

aushöhlt, gibt es da schon Parallelen. Vor

drei Jahren – da lief der russische Überfall

auf die Ukraine bereits seit einem halben

Jahr – zeigte sich Orbán im Rahmen eines

Fußballspiels mit einem Schal, auf dem die

Grenzen Großungarns abgebildet waren.

Und Großungarn bedeutet immer auch:

inklusive Burgenland.

Im Roman wird thematisiert,

dass am Beginn einer zum Krieg

führenden Entwicklung immer

eine aggressive Sprache steht.

Sprachliche Verrohung steht oft am Beginn

einer Spirale, die irgendwann in Gewalt

mündet. Egal ob im erbitterten Streit mit

dem Nachbarn oder zwischen zwei Staaten.

Aber, und das ist mir besonders wichtig,

diese Entwicklung kann durch Wachsamkeit

und Courage unterbrochen werden.

Wenn wir nicht wollen, dass in unserer

Gesellschaft ein immer aggressiveres Klima

herrscht, welches am Ende ja nur wieder

den extremen Stimmungsmacher*innen

nützt, sollten wir alle auf unsere Sprache

achten.

Die reale Welt wirkt aktuell

schon düster genug, warum

haben Sie sich trotzdem für ein

dystopisches Szenario in Ihrem

Roman entschieden?

Die literarische Auseinandersetzung mit

den realen Gefahren unserer Welt kann

nicht nur unsere Resilienz stärken, sondern

auch unser Bewusstsein dafür schärfen,

dass wir unseren gesellschaftlichen Frieden

und unseren Wohlstand verteidigen müssen.

Die Figur des Balázs Varga ist dafür ein

gutes Beispiel: Er hat sich nie für Politik

interessiert. Erst durch den Krieg merkt er,

dass seine gleichgültige Haltung ein Fehler

war. Als er das realisiert, steckt er nicht den

Kopf in den Sand, sondern kämpft für das,

was ihm als richtig erscheint. Die Charaktere

in meinem Roman lehnen sich trotz aller

Gefahren auf und kämpfen, wachsen über

sich hinaus. Die daraus entstehende Kraft

kann den Leser*innen viel Positives mit auf

den Weg geben.

Lukas Pellmann wurde 1979 in Essen geboren und

lebt seit seinem elften Lebensjahr in Wien. Er studierte

Geschichte und Politikwissenschaft und ist

u. a. als Journalist tätig. Seit 2015 betreibt er den

Blog www.pellmanns-buchsalon.at, er hat einen

Roman sowie zuletzt bei Emons eine Krimireihe

über den Neusiedler See veröffentlicht.

Buchpräsentation:

Lukas Pellmann liest aus

Zwei Tage im Sommer

Moderation: Dagmar Harbich

Do., 15. Jänner 2026, 18:30 Uhr

Leporello – die Buchhandlung,

Wien

Eintritt: € 7,00


Ein Dorn im

Auge des Sturms

Jan Beck (der – wir sind ja unter uns – niemand geringerer

als der Innsbrucker Autor Joe Fischler ist) präsentiert seinen

neuen Thriller in der Wagner’schen!

Buchtipp:

Jan Beck:

Dorn. Ruf der Toten

Penguin,

480 S., € 17,50

Buchpräsentation:

© Astrid-Eckert

Nach seinen erfolgreichen Krimiserien bei

Haymon und Kiepenheuer & Witsch hat

sich der Innsbrucker Autor Joe Fischler

ein Pseudonym zugelegt, um noch härteren

Stoff unter die Thriller-Leserschaft

zu bringen. Geschult an Aichner, Gruber

und Fitzek hat er als Jan Beck Thriller

rund um Inga Björk und Christian Brand

(Das Spiel, Die Nacht, Die Spur, Das

Ende) geschrieben. Allesamt landeten sie

auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste. Dorn.

Zimmer 103. Hotel der Angst, der Auftakt

zu Becks neuer Thriller-Reihe um den

Kriminalpsychologen Simon Dorn und

die junge, toughe Ermittlerin Lea Wagner,

mit Schauplätzen in Bad Gastein, Wien

und Hamburg, stürmte ebenso die Bücher-

Charts. Dorn. Zimmer 203. Ruf der Toten

ist der zweite Fall für das ungewöhnliche

Ermittlerpaar.

Simon Dorn, nach dem Tod seiner

bisherigen „Sponsorin“ Karla Hofbauer

finanziell am Abgrund, wird über das

Internet von einer mysteriösen Klientin

kontaktiert. Was als Hilferuf beginnt, entpuppt

sich als Teil eines perfiden Spiels. Als

sie den Kontakt abbricht, bittet Dorn Lea

Wagner, bei der Klientin nach dem Rechten

zu sehen. Doch die Frau ist tot – verdurstet!

Neben der Leiche steht ein Computer, auf

dem eine KI läuft, die im Namen der Toten

mit Dorn kommuniziert hat. Dorn sieht

eine Verbindung zu einem ungelösten Fall,

bei dem ein Täter seine Opfer in seinem Beisein

verdursten ließ. Ist er nun zurück? Und

warum wenden sich die Toten ausgerechnet

an Simon Dorn? Dorn und Wagner müssen

sich auch in diesem Fall zusammenraufen,

wenn sie den Mörder stoppen wollen. Und

erneut erweisen sich ihre unterschiedlichen

Temperamente und Methoden als äußerst

zielführend.

Und wer es nicht zur Lesung schafft, kann

Joe Fischler (aka Jan Beck)

sein persönlich signiertes Buch vorbestellen

liest aus Dorn. Ruf der Toten

unter: literatur@wagnersche.at!

Moderation: Helena Töchterle

Mi., 21. Jänner 2026, 19:30 Uhr

40

Wagner’schen Buchhandlung,

Innsbruck

Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card

Wagner’sche.


Stehenbleiben,

wenn die Welt rast

Julia Pustet gelingt ein pulsierender Text,

der zwischen Härte und Leichtigkeit den exakten

Ton trifft und: süchtig macht.

Alles ganz schlimm ist Drama, Schmerz,

Humor und ein tiefer Blick in die Dynamiken

und Zerwürfnisse unserer Zeit. Mitreißend

und pointiert liefert Julia Pustet die Geschichte

einer Frau, die sich mit der ganzen

Welt konfrontiert – und am Ende nur wieder

bei sich selbst ankommt.

Feminismus, Politisierung,

tiefgehende Freund*innenschaften

und aufschürfende Familienbeziehungen

– alles Themen,

die dein Romandebüt Alles ganz

schlimm behandelt. Wie würdest

du den Inhalt deines Buches in eigenen

Worten beschreiben?

Julia Pustet: Alles ganz schlimm ist

ein Buch über eine Frau Mitte dreißig, die

Sounddesignerin, eigentlich aber klassische

Musikerin ist und so vor sich hinlebt.

Sie pflegt ihre Affären, ihre Beziehungen,

ihre Freund*innenschaften, aber irgendwie

ist immer der Wurm drin, irgendwas

funktioniert immer nicht so ganz richtig.

Es entstehen wiederholt Konflikte, die

sich zum Teil auch ähneln, und alles bleibt

an der Oberfläche, bis ihr eines Tages

ein Text gestohlen wird, den sie nur für

sich selbst geschrieben hat. Der Text, der

nie zur Veröffentlichung gedacht war, ist

nun aber in der Öffentlichkeit und richtet

dort einiges an. Durch das, was ihr von

außen gewissermaßen geschieht, findet die

Figur zu sich selbst, aber auch in ihre Beziehungen

zurück. Am Ende ist es ein Buch,

in dem es ums Sich-in-Beziehung-Setzen,

Freund*innenschaft und Solidarität geht.

© Haymon Verlag/Fotowerk Aichner

Bücher seit 1639

Julia Pustet ist Autorin, Musikerin und immer

Antifaschistin. In den Sozialen Medien schreibt

sie über Intersektionalität, Feminismus und

Antisemitismus in der linken Szene. Nach zahlreichen

Veröffentlichungen, u. a. im Kaput-Magazin,

erschien mit Alles ganz schlimm (September 2025)

das emotionale und starke Romandebüt.

41

Buchtipp:

Julia Pustet:

Alles ganz schlimm

Haymon Verlag

360 S., € 25,90


Bücher

für

Kinder

und

Jugend:

Jung,

aber

oho!

Als eines Tages aus einem

Ei ein geheimnisvolles und

einzigartiges Wesen schlüpft,

ändert sich das Leben des

Waisenmädchens Nelly für

immer. Camou ist halb Fledermaus,

halb Chamäleon, ein

Hauch von Drachen. Er wächst

rasend schnell und Nelly, die

beim legendären Sternenzirkus

Unterschlupf gefunden hat, soll

ihn zur Unterhaltung der feinen

Gesellschaft dressieren. Camou

aber sehnt sich nach Freiheit.

Ein scheinbar unmöglicher

Wunsch. Denn in Rustgate

schweben freie magische Tierwesen

in ständiger Gefahr.

Kira Gembri:

Nelly Emberwing –

Die verbotenen Wesen von Rustgate

Arena, 320 S., € 17,50

Wie können Tiere springen,

schwimmen und fliegen? Wie

greifen, graben und beißen sie?

Dieses Sachbuch vermittelt

faszinierendes Wissen über

zahlreiche Tierarten, von der

Springmaus über das Gürteltier

bis hin zum Blauwal, und

lädt dazu ein, das Wunder der

Knochen und Skelette hautnah

zu entdecken. Du lernst die

verschiedenen Merkmale und

Funktionen von Tierknochen

kennen und wie die Tiere sich so

den unterschiedlichen Umweltbedingungen

anpassen. Eine

einzigartige Reise ins Innere der

Tierwelt!

Howard Jules, Chervelle Fryer:

Bones – Knochen und Skelette in der

Tierwelt

Magellan, 88 S., € 25,70

Ein neuer BilderBuchBanden-

Sammelband für eine neue

Lesegeneration: Die beliebtesten

Held*innen versammeln sich

nun in einem Band! Der Regenbogenfisch,

Kleiner Eisbär,

Heule Eule, Familie Maus oder

Pauli – sie alle zählen zu den

Klassikern im Kinderzimmer.

Zehn bekannte Geschichten,

ungekürzt und in hochwertiger

Ausstattung mit Halbleinen.

Die Coverillustration stammt

wieder aus der Feder des preisgekrönten

Illustrators Torben

Kuhlmann.

Die Lieblinge der BilderBuchBande

Nordsüd Verlag, 256 S., € 26,70

Der Job klang leicht: Die

Schwestern Ruby und Wren

sollten einen Abend lang die

Enkeltöchter der exzentrischen

Mrs Blackgate spielen – während

eines Dinners im legendären

Hegemony Manor. Doch

nun sind sie im Herrenhaus

eingesperrt, ein Geist hat einen

Wettkampf ausgerufen und

außer ihnen sind alle Gäste

Hexen. Um zu überleben,

müssen sie innerhalb von drei

Tagen eine Reihe von Rätseln

lösen. Und Ruby darf auf keinen

Fall Auden vertrauen, dem

Elementarmagier, der sie nicht

aus den Augen lässt.

Sarah Henning:

The Blackgate Invitation

Ravensburger, 512 S., € 19,50

Der wunderschöne Schimmel

Kranich führt ein verwöhntes,

aber langweiliges Leben am

Hof des Grafen – bis zur magischen

Nacht vor seinem dritten

Geburtstag. In dieser Nacht

lernt Kranich den Stalljungen

Johan kennen, der die Sprache

der Tiere versteht und spricht.

Doch noch mehr Wundersames

geschieht: Ein Feenwesen

flattert in Kranichs Stall und

bietet ihm ein Geschenk an, das

sein Leben für immer verändern

würde. Wie wird sich Kranich

entscheiden?

Cornelia Funke, Sara-Christin Richter:

Das Pferd des Grafen

Dressler, 40 S., € 21,60


Kurara hütet ein großes

Geheimnis: Sie kann Papiermagie

wirken, die von der

Königsfamilie verboten wurde.

Als Kuraras bester Freund

in Gefahr gerät, muss sie ihre

verborgenen Kräfte jedoch

trainieren und sich auf eine

gefährliche Reise machen. Das

Abenteuer führt sie an den

königlichen Hof, an dem sie

nicht auffallen darf. Denn seit

die Shikigami, wilde Papiergeister,

das Land heimsuchen,

ist die Prinzessin auf der Suche

nach denen, die die Magie

kontrollieren können. Ihr Leben

ist in Gefahr.

Ann Sei Lin:

Rebel Skies –

Verbotene Papiermagie Bd.1

Ars Edition 353 S., € 18,50

London, 1851. Joshua Jackelby,

ein cleverer Zeitungsjunge,

träumt von einem eigenen

Pferd und einer Zukunft als

königlicher Bote. Als er einen

verletzten Hundewelpen aus der

Themse rettet, ahnt er nicht,

dass dies sein Leben für immer

verändern wird. Zusammen

mit seinen Freunden und seiner

treuen Hündin Hazel stellt

sich Josh den düsteren Schatten

Londons: einer Welt aus

Straßenbanden, Schurken und

verborgenen Geheimnissen.

Mit historischer Stadtkarte und

hochwertiger Ausstattung.

Benedict Mirow:

Joshua Jackelby

Thienemann, 400 S., € 18,50

Mächtige Hexen schützen

England vor den fantastischen

Wesen aus dem Land Faerie.

Doch hüte dich davor, den

Wald zwischen den Reichen zu

betreten. Cassandra Morgan

hat es geahnt: Die Geschichten

in ihren Büchern sind nicht

nur Märchen. Was sie jedoch

nicht wusste: Sie gehört einer

Familie von Hexen an. Mit dem

Umzug nach Hartwood Hall,

in das Haus ihrer Tante, beginnt

für Cassandra ein Leben

voller Magie. Sie findet jedoch

schnell heraus, dass sie das

einzige Verbot, das ihre Tante

ausgesprochen hat, übertreten

muss.

Skye McKenna:

Cassandra Morgan –

Der goldene Schlüssel Bd.1

Ravensburger, 416 S., € 17,50

Das friedliche Leben des

Regenbogenfisches wird mit

einem Mal gefährdet. Er und

sein Schwarm geraten in ein

Schleppnetz, das sich über dem

Meeresboden ausbreitet. Nun

ist es einmal der Regenbogenfisch

selbst, der Hilfe braucht.

Zum Glück halten die Meeresbewohner

zusammen. Eine

spannende Geschichte über ein

relevantes Umweltthema.

Marcus Pfister:

Der Regenbogenfisch in Gefahr

Nordsüd Verlag, 32 S., € 19,50

Der vierzehnjährige Calum ist

ohne Eltern aufgewachsen –

und er spürt, dass er nicht nur

deswegen anders ist als alle

Jugendlichen, die er so kennt.

Sein Leben ändert sich schlagartig,

als er in seiner neuen

Wohngruppe Jasleen, Skye und

Miro begegnet. Als die Jugendlichen

zufällig feststellen, dass

sie rund um die Uhr beobachtet

werden, entdeckt Calum ihr

Geheimnis: Sie alle sind das

Ergebnis eines skrupellosen

wissenschaftlichen Experimentes,

sie sind Hybride aus

Mensch und Tier.

Gina Mayer:

Wilderland – Der Wald

cbj, 240 S., € 16,50

Da müssen alle hin. Mit dem

Auto. Nach Wuppertal. Mama

ist genervt vom Packen, Papa

davon, dass er einen Kratzer ins

Auto gefahren hat. Die Oma

sucht ihr Handy, Luisa hat Hormone,

der Opa will eigentlich

lieber mit dem Zug fahren und

Tiffanys großer Bruder Max?

Nun ja, Max, der sieht irgendwie

gar nicht gut aus. Er war

letzte Nacht auf der Party eines

Freundes. Und jetzt ist Max

ein bisschen grün im Gesicht.

Als Tiffany ihre große Schwester

fragt, woran das liegen

könnte, bekommt sie eine sehr

rätselhafte Antwort: „Kleiner

Feigling.“

Marc-Uwe Kling:

Der Tag, an dem Max

dreimal ins Auto gekotzt hat

Carlsen, 72 S., € 13,40

Als der junge Taschendieb Cor

von der Stadtpolizei geschnappt

und als Arbeitssklave verkauft

wird, befürchtet er das

Schlimmste. Doch sein Käufer

ist ein Magier namens Jonathan

Fossell und unerwartet freundlich.

Er bittet Cor um Hilfe bei

seinen Ermittlungen rund um

einige sonderbare Diebstähle

und Morde und beginnt, ihn

magisch auszubilden. Zunächst

zögert Cor, da die Diebesgilde

Verräter nicht duldet. Aber

auch einige alte Freunde wie das

Mädchen Ro geraten in Gefahr.

Judith Mohr:

Stadt der Magier und Diebe

Carlsen, 416 S., € 16,50

Im Zauberwald – das sind die

Abenteuer des kleinen Ben, seines

treuen vierbeinigen Begleiters

Tyson und der Elfe Ria. Macht

euch auf und entdeckt bei einem

Spaziergang die Geheimnisse, die

Wald und Wiesen bereithalten.

Liebevolle Zeichnungen und

interaktive Elemente, die über

einen QR-Code verfügbar sind,

entführen Groß und Klein in

die wunderbare Welt der Heilpflanzen.

Und weil Entdecken

hungrig macht, gibt es viele leckere

Rezepte zum Nachmachen,

zum Beispiel Brennnesselknödel

oder Holunderblütensirup.

Mit Illustrationen von

Carmen Josefa Lindner.

Angela Eberl:

Im Zauberwald mit Ben, Ria und Tyson.

Verein Geschichten aus dem

Zauberwald, 84 S., € 29,70


Spannend

ohne

Mord

7 × Krimiautor*innen auf

wunderbaren Abwegen

3×7

Best

aber

Seller:

1

2

Das

3

Der

4

Nichts

5

Nur

6

Wackelkontakt

Nach uns der Himmel

Simone Buchholz

Suhrkamp Verlag, € 21,60

schwarze Manuskript

Heinrich Steinfest

Piper Verlag, € 24,70

längste Schlaf

Melanie Raabe

btb Verlag, € 25,70

als Gutes

Stefan Slupetzky

Picus Verlag, € 21,00

Blau

Bernhard Aichner

Haymon Verlag, € 24,00

Wolf Haas

Hanser Verlag, € 26,70

7

Kim

Novak badete nie

im See von Genezareth

Håkan Nesser

btb Verlag, € 14,40

44

Wagner’sche.


Echt

jetzt

…?

7 × Bücher, die wir auf der

Buchpreisliste vermissen

Dunkel,

dunkler,

am dunkelsten

7 × Romane, für die

man Finsternisschutzfaktor

1000 braucht*

1

Schuldhafte Unwissenheit

Karl-Markus Gauß

1

Naokos Lächeln

Haruki Murakami

Czernin Verlag, € 23,00

btb Verlag, € 14,40

2

Hier

treibt mein Kartoffelherz

Anna Weidenholzer

Matthes & Seitz Verlag, € 23,70

2

Klara

und die Sonne

Kazuo Ishiguro

Blessing Verlag, € 17,50

3

Das

geplünderte Nest

Robert Prosser

Jung und Jung Verlag, € 24,00

3

Schilten

Hermann Burger

Nagel & Kimche Verlag, € 16,50

4

Alles

ganz schlimm

Julia Pustet

Haymon Verlag, € 26,90

4

Der

Untergeher

Thomas Bernhard

Suhrkamp Verlag, € 11,30

5

Beau

Rivage: eine Rückkehr

Lydia Mischkulnig

Leykam Verlag, € 25,50

5

Requiem

für Ernst Jandl

Friederike Mayröcker

Suhrkamp Verlag, € 15,40

6

Wenn

du es heimlich machen

willst, musst du die Schafe töten

Anna Maschik

6

Anatomie

einer Nacht

Anna Kim

Suhrkamp Verlag, € 14,40

7

Wild

Luchterhand Verlag, € 24,70

Wuchern

Katharina Köller

Penguin Verlag, € 23,70

7

Wunschloses

Unglück

Peter Handke

Suhrkamp Verlag, € 9,30

*) ausgesucht von Mikael Vogel; Autor und Lyriker Berlin/Innsbruck


Entdecke

die unglaubliche

Vielfalt des

Sauerteigs in

60 Rezepten

Frisches, selbst gebackenes Brot – außen

knusprig, innen weich, voller Geschmack.

Viel besser als alles, was du im Supermarkt

findest. Und das Schönste daran:

Du brauchst weder Profi-Ausstattung noch

jahrelange Erfahrung.

Mit Christina Bauers neuem Buch wird

Backen nicht nur einfacher, sondern auch

nachhaltiger und genussvoller. Denn aus

nur zwei Zutaten – Mehl und Wasser – entsteht

durch natürliche Fermentation ein

Teig voller Leben.

Die beliebte Bäckerin und Bestseller-

Autorin nimmt dir die Angst vor dem Anfang,

erklärt Schritt für Schritt, wie du dein

Anstellgut fütterst, warum Teig Geduld

braucht und wie daraus Brot, Gebäck und

süße Köstlichkeiten werden.

Mit über 60 Rezepten bringt Christina

Sauerteig in deinen Alltag: Vom kräftigen

Roggen- und Dinkelbrot über luftige Pizzateige

und süße Highlights wie Zimtknoten

oder Schokobrötchen bis hin zu cleveren

Ideen zur Resteverwertung ist hier alles

dabei.

© Löwenzahn Verlag/Nadja Hudovernik

Christina Bauer ist Bäuerin, Autorin, Bloggerin,

Mama, Unternehmerin, sie gibt Online-Backkurse

und versetzt ihre Leser*innen und Fans auf allen

Plattformen in Begeisterungsstürme. Ihre unzähligen

Follower*innen wissen: Christinas Rezepte

funktionieren – einfach, unkompliziert und für alle

umsetzbar.

Buchtipp:

Christina Bauer:

Einfach backen mit Sauerteig

Löwenzahn Verlag,

200 S., € 29,90

Was ist Sauerteig eigentlich genau?

Sauerteig entsteht durch natürliche Fermentation von Mehl

und Wasser. Hefen und Milchsäurebakterien verwandeln

einfache Zutaten in aromatischen, luftigen Teig – ein uraltes,

faszinierendes Zusammenspiel der Mikroorganismen


Corporate Identity

Fotografie

Packaging

Ausstellungen

Leitsysteme

Editorial Design

Webdesign

Social Media

www.himmel.co.at

Ausstellung:

Naturparkhaus Kaunergrat, Magie der Vielfalt

(in Zusammenarbeit mit heunddu)

Editorial Design:

aut. architektur und tirol,

Zwischen den Kontinenten

Corporate Identity:

Markenentwicklung,

Pillerseetal Kitzbüheler Alpen

Kampagne:

Österreichisches Kuratorium

Alpine Sicherheit, Riding Safe

Packaging:

Weingut Kornell, Hercules

Fotografie:

WK Tirol, Businessporträt Barbara Thaler


Mit

sachlichen

Empfehlungen:

Shi Heng Yi gehört zu den

bekanntesten Meistern des 21.

Jahrhunderts. Er nimmt uns

mit seinen autobiografisch geprägten

Einsichten mit auf eine

innere Reise. Doch dies ist mehr

als eine Autobiografie: Jedes

Kapitel führt die Leser*innen

über die persönliche Geschichte

hinaus in eine meditative

Innenschau. Zen-buddhistische

Einsichten eröffnen einen Raum

zur Selbstreflexion. Die zeitlosen

Lehren des Zen werden

nicht nur erklärt, sondern in

den Alltag übersetzt.

Shi Heng Yi:

Shaolin Mind

O.W. Barth, 240 S., € 26,80

Von Dezember bis Fasnacht

verwandeln sich die verschneiten

Alpen in eine Bühne

für jahrhundertealte Rituale.

Neben Bekanntem gibt es

geheime Rituale wie die Wilde

Jagd oder das Bärbeletreiben.

Die eindrucksvollen Fotografien

von Bernd Römmelt fangen

diese Traditionen ein und

zeigen den Wandel der Bräuche.

Begleitende Texte erläutern Ursprünge

und Hintergründe und

lassen uns direkt an ihrer Faszination

teilhaben. Ein atemberaubender

Einblick in die

winterliche Magie der Alpen.

Bernd Römmelt:

Maskenzauber und Dämonentanz

Knesebeck, 264 S., € 41,10

Das Gerätewunder Airfyer

erhält jetzt Einzug in die

Familienküche! In dem großen

GU-Familienkochbuch zeigen

wir Ihnen, wie Sie die Vorteile

der Heißluftfritteuse optimal

im Alltag nutzen und so Ihren

täglichen Kochstress reduzieren

können. Von knusprigen Granola

und saftigem Bananenbrot

über Hähnchenschenkeln und

käsigen Aufläufen bis hin zu

gesunden Gemüsegerichten –

unsere Rezepte sind so gestaltet,

dass sie den ganzen

Tag abdecken und dabei vollen

Geschmack garantieren.

Dusy Tanja:

Airfyer for Family

GU, 192 S., € 29,90

Tauchen Sie ein in die faszinierende

Welt der japanischen

Izakayas mit Oishii! von Stefan

Braun – dem idealen Buch für

alle, die die kulinarische Magie

Japans erleben möchten. Dieses

einzigartige Kochbuch bringt

die Atmosphäre traditioneller

japanischer Kneipen direkt zu

Ihnen nach Hause und verbindet

authentische Rezepte mit

beeindruckenden Fotografien.

Das Izakaya-Kochbuch für

authentischen Genuss.

Braun Stefan:

Oishii – Authentisch, gemütlich, bunt –

Japans Izakayas entdecken

GU, 240 S., € 40,90

Versteht Sie ihre Katze? Die

Antwort ist Ja. Ihre Katze spürt

viel mehr, als es zu scheinen vermag.

Dies betrifft das Hören,

Riechen und Sehen. Katzen

sind ausgesprochen gut darin,

etwas oder jemanden wahrzunehmen.

Im beruflichen Alltag

der Autorinnen wird ihr Potenzial

voll ausgeschöpft. In diesem

Buch erfahren Sie ganz genau,

wie diese Art der Katzentherapie

umgesetzt werden kann

– eine aufregende Art, über die

Theorie und Praxis dieser faszinierenden

Tiere zu berichten.

Renate Deimel, Karin Hediger,

Roswitha Zink:

Dr. Katze

Ecowing Verlag, 176 S., € 24,00

Viktoria Fahringer hat das

Kochtalent praktisch im Blut.

Als Kind war sie am „Tiroler

Hof“ in Kufstein. Sie übernahm

mit 20 Jahren das Lokal

und ein Jahr später war dann

auch schon die erste Haube von

Gault & Millau da. Inspiriert

von der Natur in Tirol kocht

sie sehr nachhaltig. Dieses

Buch bietet nicht nur einfache,

regionale Rezepte, sondern auch

modern interpretierte Klassiker.

Genießen Sie köstliche und

außergewöhnliche Rezepte, die

von der jüngsten Haubenköchin

Österreichs stammen.

Viktoria Fahringer:

Meine Tiroler Welt

Brandstätter Verlag, 224 S., € 36,00


Wenn man versucht, die Geschichte

des Nahen Ostens zu

verstehen, ist es, als würde man

die Züge eines Schachspiels

auf vielen Brettern gleichzeitig

verfolgen. Natalie Amiri hat auf

ihren Reisen unter anderem mit

Frauen aus Gaza gesprochen,

mit Angehörigen entführter

Geiseln und den kurdischen

Kämpferinnen in Rojava. Ihr

Buch bietet keine einfachen

Antworten. Aus Geschichten,

die zeigen, wie eng alles miteinander

verknüpft ist – und

dass wir nur verstehen können,

wenn wir die Komplexität aushalten.

Natalie Amiri:

Der Nahost-Komplex

Penguin, 416 S., € 25,70

In diesem Buch dreht sich alles

um starke Frauen. 77 Österreicherinnen

haben Großes

erreicht. Sie sind Vorbilder,

Anführerinnen und folgen ihrer

Passion. Von der Bergsteigerin,

Kaiserin oder der Literatin

Ingeborg Bachmann: Hier sind

alle dabei. Wichtige Frauen, die

ihre Spuren in der Welt hinterlassen

haben, werden in diesem

Buch auf eine spannende Art

und Weise porträtiert. Ein paar

farbenprächtige Illustrationen

erhöhen das Lesevergnügen

zusätzlich.

Nina Pavicits:

We are Austria

Styria Verlag, 192 S., € 28,00

Knödel sind wahre Alleskönner:

ob deftig mit Speck und Käse,

locker-leicht mit Gemüse, fein

gefüllt mit Fleisch oder süß mit

Schokolade und Früchten. In

diesem Buch teilen erfahrene

Bäuerinnen ihre liebsten

Knödelrezepte – authentisch,

bodenständig und gelingsicher.

Entdecken Sie 50 abwechslungsreiche

Rezepte, traditionelle

Klassiker ebenso wie neue,

überraschende Kombinationen.

Mit verständlichen Schritt-für-

Schritt-Anleitungen, Varianten

und Tipps gelingt jedes Rezept

auch zuhause. Für alle, die

Knödel lieben!

Tiroler Bäuerinnen:

Knödelzeit ist Glückszeit

Tyrolia, 152 S., € 25,00

Mit diesem Buch erleben Sie

einen vollkommen neuen Blick

auf die österreichische Geschichte

des 20. Jahrhunderts.

Es schildert nicht nur Österreichs

Geschichte auf dem

Weg zur Neutralität, sondern

es werden auch Zusammenhänge

erklärt. So wird beispielsweise

die Frage beantwortet,

wie die Positionierung der

Alpenrepublik noch heute das

Verhältnis zu Russland prägt.

Über die Ära Kreisky, bis zur

Gegenwart: György Dalos stellt

die wichtigsten Ereignisse von

1945 bis heute in Essays dar.

György Dalos:

Neutralität und Kaiserschmarrn

C. H. Beck, 224 S., € 26,80

Ob Halloween, Weihnachten,

Ostern, Geburtstage oder

Sommerfeste – dieses Buch

bietet die perfekten Backideen

für jeden Anlass! Von frühlingshaften

Tartes über herbstliche

Quiches bis hin zu festlichen

Plätzchen und kleinen Naschereien

finden sich hier kreative

süße und herzhafte Rezepte, die

garantiert gelingen. Fantastische

Fotos machen dieses Buch

zum Augenschmaus, der in

keiner Küche fehlen darf.

Celine Hruschka:

Backen. Feiern. Genießen

Tyrolia, 192 S., € 29,00

Fest steht, dass Videospiele

einen großen Einfluss auf die

durchschnittlich 36-jährigen

Spieler*innen haben, aber

sind sie gut für uns? In diesem

Buch zeigt die österreichische

Informatikerin Johanna Pirker

auf, dass Videospiele tatsächlich

viele positive Effekte haben. Sie

belegt mit wissenschaftlichen

Fakten, dass Videospiele sogar

wichtig für die geistige und

emotionale Entwicklung sind

– sie fördern zum Beispiel das

Sozialverhalten. In diesem Buch

gibt Pirker den negativen Vorurteilen

Kontra.

Johanna Pirker:

The Game is On

Ecowing Verlag, 240 S., € 26,00

Georg Markus ist ein Naturtalent,

wenn es darum geht,

die Geschichte wieder lebendig

werden zu lassen – tauchen Sie

mit ihm in die Vergangenheit

ein. Er beschreibt beispielsweise

den dramatischen Moment, in

dem Kronprinz Rudolf beinahe

Kaiser Franz Joseph erschossen

hätte. Er erweckt die Wiener

Cafés und seine Bewohner, wie

Oskar Werner oder Helmut

Qualtinger, zum Leben. Mit seinen

amüsanten Beschreibungen

schildert der Bestsellerautor

spannende Ereignisse der Wiener

Geschichte.

Georg Markus:

Gar nicht lange her

Amalthea Signum Verlag, 304 S., € 30,00

Es begann alles mit einem

unscheinbaren Restaurant am

Siriuskogl im Salzkammergut.

Nach der Ankunft von Christoph

Held hat sich dieses Lokal

zu einem begehrten Genussort

verwandelt. Wie hat er das

geschafft? Indem er Gegensätze

verbindet: Die scheinbar

einfachen Produkte verwandelt

er in aufregende Rezepte mit

fremden Aromen, jedoch nach

wie vor mit Heimatbezug. Mit

insgesamt 100 Rezepten motiviert

er dazu, wieder Freude

am Kochen zu haben und zu

experimentieren.

Christoph Held:

Held & Herd

Servus Verlag, 256 S., € 40,00


Mit

kriminalistischen

Empfehlungen:

50

Wagner’sche.

Als der weltbekannte Maler

Salvatore Del Vecchio verschwindet

und die einzige Spur

sein letztes, überraschend aufgetauchtes

Gemälde ist, muss

die Wiener Privatdetektivin

Elena Gerink der Fährte in

die Toskana folgen. Dort trifft

sie auf ihren Ex-Mann Peter,

der dort nach einer vermissten

Österreicherin sucht. Schnell

merken die beiden, dass die

Vermisstenfälle zusammenhängen

– und zwar blutig und

brutal. Gemeinsam geraten sie

in ein düsteres Netz aus Kunst,

Rache und lang verdrängten

Geheimnissen.

Andreas Gruber:

Herzgrab

Goldmann, 544 S., € 18,50

Das Straßenmädchen Philomena

verdient sich ihren

Unterhalt als Schuhputzerin

vor Sigmund Freuds Praxis und

gibt oft bessere Ratschläge als

der berühmte Begründer der

Psychoanalyse. Dessen Gespräche

kann sie gelegentlich

mitverfolgen und stößt so auf

manches Geheimnis. Als die

Patientin Sidonie verdächtigt

wird, ihre Erbtante ermordet zu

haben, wird Philomena misstrauisch

und macht sich auf die

Suche nach Geheimnissen.

Anette Roeder:

Frag Philomena Freud

Knesebeck, 272 S., € 18,50

Am 7. November 2003 verschwindet

Julie Novak spurlos

– ihre Familie zerbricht

daran, nur ihr Vater Theo sucht

weiter nach ihr. Zwanzig Jahre

später meldet sich die True-Crime-Podcasterin

Liv mit einer

neuen Spur. Doch Theos fortschreitende

Demenz droht, alles

auszulöschen, bevor die Wahrheit

ans Licht kommt. Was hat

Julies Ex-Freund zu verbergen?

Und was ist grausamer: der

Tod – oder die Ungewissheit

über das Schicksal des eigenen

Kindes?

Romy Hausmann:

Himmelerdenblau

Penguin. 448 S., € 19,50

FBI-Agent Tiberius Granger

hat schon so manches abscheuliche

Verbrechen erlebt. Doch

ein neuer Fall macht ihn nervös.

Es ist nicht nur die makabre

Art und Weise der Tat, es

gibt auch eine beunruhigende

Verbindung zu seiner eigenen

Vergangenheit. Schon bald

scheint es, als ob der Killer den

FBI-Agenten verhöhnt und

jeden, der ihm nahesteht, in

Gefahr bringt. Während sich ein

tödlicher Hurrikan der Küste

von North Carolina nähert,

führt die Suche Tiberius und

sein Team zu einer Insel, die ein

grausiges Geheimnis verbirgt.

Jessica R. Patch:

Garden Girls

Harper Collins, 416 S., € 18,50


Carl Mørck ist raus! Ein Jahr

war er unschuldig im Gefängnis,

danach quittiert er den

Dienst im Sonderdezernat Q.

Als Nachfolgerin taucht die

toughe, geheimnisvolle Helena

Henry aus Lyon bei der

Kopenhagener Polizei auf. Rose

hasst die neue Kollegin vom

ersten Augenblick an, Assad

ist einigermaßen verwirrt von

dieser faszinierenden Frau. Eine

grausame Mordserie beginnt

und das Team muss handeln.

Ausgerechnet Carl liefert die

erste heiße Spur – die führt in

ein Sängerinternat, in dem Entsetzliches

geschehen ist.

Adler Olsen:

Tote Seelen singen nicht

Penguin, 560 S., € 29,80

Sie dachte, ihre größte Angst

ist es, allein zu sein. Bis sie

herausfindet, dass sie es nie war.

Die Strafverteidigerin Sarah

Wolff leidet an Monophobie,

der Angst vor Einsamkeit. Was

sie nicht weiß: Nachdem sie mit

ihrer Tochter an den Stadtrand

Berlins gezogen ist, hat sie einen

unsichtbaren Nachbarn, der sie

keine Sekunde lang allein lassen

wird. Das Unheimliche lauert

im engsten Umfeld. Unruhige

Nächte mit dem neuen Thriller

von Sebastian Fitzek sind

garantiert.

Sebastian Fitzek:

Der Nachbar

Droemer, 368 S., € 26,70

Der dritte Band der Krimiserie

liefert wieder Hochspannung

und ermutigt zum Miträtseln.

Welcher Mörder schickt der

Polizei Leichenteile mit der

Notiz „#BSC6“? Was könnte

das heißen? Er fühlt sich selbstsicher.

Doch können DS Washington

Poe und Tilly Bradshaw

den Fall lösen? Die Opfer

verbindet scheinbar nichts, bis

auf einen gemeinsamen Urlaub.

Ein Krimi, der die Verbrechen

hinterfragen lässt.

M. W. Craven:

Der Kurator

Droemer Verlag, 464 S., € 17,50

Inmitten eines Wintersturms

ist Dr. Hunter im heruntergekommenen

Hillside House

am Fuße der Berge in Cumbria

gestrandet. Die Besitzer

des Hotels sind unfreundlich,

doch er muss hier die Nacht

verbringen. Am nächsten Tag

macht Hunter im Wald eine

grausige Entdeckung: Das

Unwetter hat einen Baum zu

Fall gebracht, in den mächtigen

Wurzeln hängt ein Skelett. Die

Wurzeln sind über die Jahre

in den verwesenden Körper

hineingewachsen. Er versucht,

die Polizei zu alarmieren, doch

das Dorf ist von der Außenwelt

abgeschnitten.

Simon Beckett:

Knochenkälte

Rowohlt, 464 S., € 27,80

Wenn du plötzlich für etwas

Ernsteres ein Alibi brauchst, als

dafür, beim Schulbuffet immer

nur Fertigkuchen abzuliefern

Drillingsmädchen erziehen?

Nicole Makarewicz, selbst

Mutter, hat mit diesem Buch

einen grandiosen Reihenauftakt

geschaffen. Sie spricht nicht

nur Eltern an, die mit ihren

Mit-Eltern noch eine Rechnung

offen haben, sondern alle

modernen selbstbestimmten

Frauen und Mütter, die zwar

nicht immer Kurs, aber den

Kopf über Wasser halten.

Nicole Makarewicz:

Engagier dich oder stirb!

Haymon, 288 S., € 14,95

Robert Langdon, Symbolforscher

aus Harvard, begleitet

seine Freundin Katherine

Solomon nach Prag. Katherine

bereitet die Veröffentlichung

eines Buches vor, das bahnbrechende

Entdeckungen über

die wahre Natur des menschlichen

Bewusstseins offenbart.

Ein brutaler Mord und

Katherines plötzliches Verschwinden

stürzen die Reise

ins Chaos. Langdon sieht sich

fortan einer mächtigen Organisation

gegenüber und wird von

einem unheimlichen Angreifer

verfolgt, der aus Prags ältester

Mythologie entsprungen zu

sein scheint.

Dan Brown:

The Secret of Secrets

Lübbe, 800 S., € 33,90

Für 8 ist jeder Tag gleich. Jeden

Tag lebt sie nach einer strengen

Lehre, die sie auf ein sinnvolles

Leben im Ausland vorbereitet.

Jeden Tag fügt sie sich unter

Tausende andere Mädchen, die

genauso aussehen wie sie. Aber

8 fühlt anders. Sie fühlt sich

besonders, und das ist ein Problem.

Denn jemand zu sein, ist

verboten und kann sie in große

Gefahr bringen. Doch eines

Tages hebt ein anderes Mädchen

den Blick und sieht sie an.

Und für 8 gibt es kein Zurück

mehr. Sie wird fliehen müssen.

Zusammen mit ihr.

Yorick Goldewijk:

1000 und ich

Dragonfly, 160 S., € 16,50

Es ist Frühsommer und

Prüfungszeit in Kymlinge.

Sportlehrer Allan Fremling

beschließt eines Abends, seinem

strengen Ernährungsplan zum

Trotz, eine Pizza nach Hause

zu bestellen. Noch bevor sie

abgekühlt ist, liegt er tot in

seinem eigenen Hausflur.

Inspektor Borgsen, der wegen

seines melancholischen Gemüts

oft Sorgsen genannt wird, soll

sich der Sache annehmen. Als

sich jedoch ein zweiter Mord

ereignet, ist es Zeit für Gunnar

Barbarotti und dessen Frau Eva

Backman, zu übernehmen.

Håkan Nesser:

Eines jungen Mannes Reise in die Nacht

btb, S. 352, € 26,70


Mit

literarischen

Empfehlungen:

„Nur das Wort bleibt uns,

um Frieden zu stiften“ – also

spricht der bulgarisch-österreichische

„Immigranten-

Literat“ Dimitré Dinev, legt

den dritten Roman nach seinem

Erfolgsdebüt Engelszungen vor

und tut es seiner georgischdeutschen

Kollegin Nino Haratischwili

(Das achte Leben)

gleich: ein Tausendseiter über

drei Familienschicksale, über

Generationen und elementare

Kapitel (von Wasser bis Sonne)

beobachtet, süffig berichtet

und opulent geschildert, voller

Leben und Sterben. Lesefutter

vom Feinsten! Bernhard Sandbichler

Dimitré Dinev:

Zeit der Mutigen

Kein & Aber, 1.152 S., € 38,10

Du musst meine Hand fester halten,

Nr. 104 von Susanne Abel

ist ein berührender Roman,

der mit feiner Sprache und viel

psychologischem Gespür das

Ringen um Nähe, Vertrauen

und Verlust verarbeitet. Die

Figuren sind glaubwürdig gezeichnet

und laden zur Identifikation

ein, ohne je ins Sentimentale

abzurutschen. Gerade

die Balance zwischen emotionaler

Intensität und erzählerischer

Klarheit macht das Buch

besonders empfehlenswert. Ein

stilles, kraftvolles Werk, das

lange nachwirkt. Sarah Loretz

Susanne Abel:

Du musst meine Hand fester halten,

Nr. 104

DTV Verlag, 544 S., € 25,70

52

Wagner’sche.

Hier erzählt das Haus, und zwar

in einem so noch nie gehörten

Ton. Es wird ein Erzählpanorama,

das sich über fast

100 Jahre erstreckt, eröffnet

und dann mühelos hin und her

gesprungen. Das Haus ist Zeitraffer,

Geschichtenstraffer und

moralische Instanz. Das Haus

ist, seine vier Wände betreffend,

allwissend und wir erfahren u. a.

Näheres über die einst junge

und jetzt 90-jährige Irma. Ein

eigenwilliges und ein mutiges

Buch mit einem Knalleffekt am

Ende. Goldene Lesestunden im

Blätterwirbel des Bücherherbsts.

Markus Köhle

Henrik Szántó:

Treppe aus Papier

Blessing, 224 S., € 23,00

Ein stiller, eindringlicher

Roman über die unsichtbaren

Erbschaften des Krieges, der

vor allem im heutigen geopolitischen

Klima zum Nachdenken

anregt. Dieser Roman

lotet aus, wie Ängste der Eltern

– das Vorratshorten, der Keller

als Schutzraum – über Jahrzehnte

wirken. Doch Schwenk

rastet nicht in Traurigkeit:

Sprache und Bildkraft lassen

die Figuren lebendig werden,

zeigen Schweigen als Macht.

Ein Roman über Familie, Trauma

und all die Dinge, die wir

nicht sagen – und nie vergessen.

Jenni Zeller

Lina Schwenk:

Blinde Geister

C.H. Beck, 191 S., € 25,70


Eine Familiengeschichte über

vier Generationen von Frauen,

verdichtet auf Existenzielles

wie Geburt, Heirat, Krankheit

und Tod. Die Figuren

möchten das Leben ihrer Vorfahren

überwinden, und doch

wiederholen sich Themen und

Konstellationen schicksalhaft:

ungeliebte Kinder, missgünstige

Geschwister, wortkarge Eheleute.

Ein konzentriertes Stück

Literatur über die Kraft unserer

Ahnen, die in uns weiterlebt,

formal so gewagt wie überzeugend.

Große Empfehlung!

Ina Cassik

Anna Maschik:

Wenn du es heimlich machen willst,

musst du die Schafe töten

Luchterhand, 240 S., € 24,70

In Raphaela Edelbauers

neuestem Roman lernen wir

die geheime Gruppe „Aletheia“

kennen. Diese radikale

Splittergruppe plant aus einem

abbruchreifen besetzten Haus

heraus Aktionen, um die

Menschheit auf den von ihnen

identifizierten Grund allen

Übels aufmerksam zu machen:

die Relativierung der Wahrheit

durch die philosophische Strömung

der Postmoderne. Das

klingt vielleicht erstmal abstrakt

oder sperrig, ist aber wie immer

bei Edelbauer abgefahren spannend,

rasend komisch und unfassbar

blitzgescheit. Martin Fritz

Raphaela Edelbauer:

Die echtere Wirklichkeit

Klett-Cotta, 448 S., € 29,80

Wedding People von Alison

Espach ist ein feinsinniger

Gesellschaftsroman, der den

Mikrokosmos einer Hochzeitsgesellschaft

seziert. Mit

scharfem Blick und leiser Ironie

fängt Espach die Dynamiken

zwischen Gästen, Familien und

Paaren ein. Die Figuren wirken

authentisch, ihre Dialoge

pointiert und oft überraschend

komisch. Hinter der festlichen

Fassade eröffnet sich ein Panorama

menschlicher Sehnsüchte

und Brüche. Ein kluges, elegantes

Buch, das die Leser*innen

lange beschäftigt. Sarah Loretz

Alison Espach:

Wedding People

Bastei Lübbe, 480 S., € 25,70

Alles beginnt mit einer alternativen

Seebestattung und endet

mit sehr erotischem Open-Air-

Sex. Dazwischen wird gedanct,

über Mode philosophiert,

gedatet und die ganze Palette

von Gefühlen aufgefahren und

sehr einfühlsam beschrieben.

Ein Buch zum Rundumwohlfühlen.

Denn es sind gute und

interessante Menschen, die uns

da begegnen. In der Hauptrolle:

der Berliner Boutique-

Betreiber Marian (40+), der

vom Heavy-Urbanity-User

zum ausgeglichen-genügsamen

Quasinormalo transformiert. Es

macht Riesenspaß, ihm dabei

zu folgen. Markus Köhle

Leif Randt:

Let’s talk about feelings

Kiepenheuer & Witsch, 320 S., € 25,70

Die Grundstory von Hundesohn

ist schnell erzählt: Zakariya lebt

in Berlin und vertreibt sich die

Zeit bis zum Wiedersehen mit

Hassan, den er von Besuchen

im türkischen Adana, der Stadt

seines Großvaters, kennt, mit

verschiedenen mehr oder minder

verkorksten Dates. Doch

der Roman ist noch so viel

mehr! Keskinkılıç verwebt in

dieser lyrischen Prosa mühelos

und elegant Themen wie Männlichkeiten,

Mehrsprachigkeit,

Religionen, Rassismus, Dating-

Apps, Familie, Hunde und wie

das alles zusammenhängt.

Martin Fritz

Ozan Zakariya Keskinkılıç:

Hundesohn

Suhrkamp, 219 S., € 25,70

Girls von Kirsty Capes ist ein

eindringlicher Coming-of-Age-

Roman, der mit klarer, emotionaler

Sprache die Erfahrungen

junger Frauen im britischen

Pflege- und Fürsorgesystem

beleuchtet. Capes gelingt es, die

innere Zerrissenheit und Suche

nach Zugehörigkeit eindrucksvoll

zu schildern. Ihre Protagonistin

wirkt unverstellt und

nahbar, wodurch die Geschichte

eine besondere Authentizität

erhält. Ein kraftvolles Debüt,

das gesellschaftliche Fragen

stellt und nachhaltig bewegt.

Sarah Loretz

Kirsty Capes:

Girls

btb Verlag, 544 S., € 26,70

Stermann lässt das vorfaschistische

Italien als groteskes

Spektakel aufleben: In

Fiume wird der verrückteste

Staat der Welt ausgerufen, Futuristen

und Freischärler träumen

von Maschinen, Patriotismus

und einer Republik der

Irren. Zwischen Nudisten und

Axtmördern entfaltet sich eine

satirische Tour de Force über

Macht, Wahnsinn und den

Ursprung des Faschismus. Das

Verrückteste: Die Irren sind

die Vernünftigsten. Und dieser

Roman beruht auf wahren

Begebenheiten. Turbulent, satirisch,

spannend! Jenni Zeller

Dirk Stermann:

Die Republik der Irren

Rowohlt, 304 S., € 26,70

So wie er schreibt, ist Marko

Dinić ein junger Wilder.

Worüber er dennoch als

profunde Recherche und als

Roman schreibt, reiht ihn aber

in die Tradition großer jugoslawischer

Erzählliteratur von

Ivo Andrić über Aleksandar

Tišma zu Drago Jančar ein.

Kaleidoskopartig schildert

der Autor den Untergang des

Judentums in Jugoslawien, acht

Kapitel, vom langen Ende der

Habsburgermonarchie bis zum

Jugoslawienkrieg. Es ist eine

erschütternde und gleichzeitig

herausfordernde Lektüre „Im

Andenken an die Opfer des

Faschismus“. Bernhard Sandbichler

Marko Dinić:

Buch der Gesichter

Zsolnay, 464 S., € 29,80


Martina Clavadetschers

neuer Roman führt in ein

abgeschiedenes Schweizer

Bergdorf und beginnt mit

dem Fund eines Toten im

Eis. Dabei ist dieses Buch viel

mehr als ein Krimi: Mit einem

tiefgründigen Netz aus Erzählsträngen

erkundet die Autorin

Fragen nach Verantwortung

und Verdrängung in Gesellschaft

und Geschichte. Diese

sprachgewaltige, anspruchsvolle

Lektüre mit einem fulminanten

Finale ist perfekt für düstere

Herbstabende!

Lena Flörl

Martina Clavadetscher:

Die Schrecken der anderen

Beck, 333 S., € 26,70

In den Vorgängerromanen

RCE und GRM beschreibt

Sibylle Berg die Abgründe des

Neoliberalismus. In PNR. La

Bella Vita ist die von einigen

Nerds angezettelte Revolution

geglückt und der Kapitalismus

überwunden – er hat einem utopischen

System der Anarchie

Platz gemacht. Wir begleiten die

Erzählerin Don beim Aufbau

einer schönen neuen Welt in

Italien. Es wäre aber nicht Sibylle

Berg, wenn damit alles gut

wäre. Freiheit will erst gelernt

sein und alte Systeme sind nur

schwer zu überkommen.

Veronika Schuchter

Sibylle Berg:

PNR. La Bella Vita

Kiepenheuer & Witsch, 416 S., € 27,80

Als John stirbt, lässt er Hannah

zurück mit seinen Bienen, ihrem

Garten und elf Liebesbriefen, in

denen ein Geheimnis zum Vorschein

kommt. Als ihre Schwestern

ihr zu Hilfe kommen, müssen

sie erst wieder zueinander

finden. Melancholisch und sanft

wird hier von alter und neuer

Liebe, Familiengeheimnissen

und dem Verzeihen erzählt –

alles vor einer wunderbaren

walisischen Naturkulisse.

Lena Obermair

Caryl Lewis:

Wilder Honig

Klett-Cotta, 288 S., € 23,70

In Moscow Mule stolpert man

direkt ins Moskau der Nullerjahre.

Karina studiert zunächst

politischen Journalismus, pendelt

lange, feiert intensiv und

richtet ihren Blick zunehmend

in Richtung Westen. Sie träumt

von Berlin, während sie sich

an den subtilen Zwängen und

der Enge des russischen Alltags

reibt. Rosa erzählt schnell, wortgewaltig

und mit Witz und webt

politische Entwicklungen klug

in die Geschichte einer Jugend

ein. Ein lesenswertes Debüt,

zwischen Alltag, Freund*innenschaft

und dem Drang nach

Freiheit. Celina Moser

Maya Rosa:

Moscow Mule

Penguin, 318 S., € 25,50

Claire Lynch nimmt uns mit

in ein England zwischen 1982

und der Gegenwart, erzählt

eine Geschichte voller Verlust

und Liebe, Trauer und Intimität,

Sorgerecht und Fürsorge.

Dawn verliebt sich in Hazel –

und riskiert damit die Zukunft

ihrer Familie. Wie kann man die

Wunden von damals in einem

veränderten Heute heilen?

Die zarte, poetische Sprache

kontrastiert die unausweichliche

Härte des Geschehenen und

lässt die Lesenden mit einem

zartbitteren Gefühl zwischen

Mitgefühl und Hoffnung zurück.

Lena Obermair

Claire Lynch:

Familiensache

Penguin, 256 S., € 25,70

Die fünfzehnjährige Charlie lebt

mit ihrer Mutter allein, seitdem

ihr Vater sie verlassen hat. Sie

macht sich viele Gedanken,

auch solche, die sie quälen, aber

die sie keinem erzählen kann.

Ihre einzige Freundin hat sich

von ihr abgewendet und so

ist sie allein. Ihre Mutter hat

eine neue Beziehung, was es

auch nicht einfacher macht.

Der neue Mitschüler ist einer,

der mit jedem klarkommt und

auch Außenseiter wie Charlie

miteinbezieht. Dank ihm wird

das Leben besser. Traurig, lustig

und eine großartige Freundschaftsgeschichte.

Andrea Scheiber

Julia Engelmann:

Himmel ohne Ende

Diogenes, 336 S., € 26,70

Stefan Soders neuer Roman

Schorsch liest sich wie ein

Western: ein wortkarger Bauer,

ein Sack voller Schwarzgeld,

eine Gesetzeshüterin, die ihm

gefährlich nah kommt – und

Ganoven aus Rotterdam,

die ihre Beute zurückwollen.

Lawinenhänge ersetzen die

Prärie, Skihotels den Saloon.

Zwischen archaischer Enge und

moderner Gier inszeniert Soder

einen Krimi, der dieses Etikett

nicht braucht, eine Abrechnung

mit Älplerklischees und Bergromantik

– raue, aufregende

Literatur. Joseph Frontull

Stefan Soder:

Schorsch

Braumüller Verlag, 112 S., € 23,00

Vom Mysteriösen im Alltäglichen,

von der Unterwelt ins

Klassenzimmer, von Tod bis

Leben, davor und dazwischen.

Eine verweigerte Sehnsucht?

Ein unbemerkter Fehltritt? Ein

blinder Fleck in der vermeintlichen

Klarheit? Ganz genau

werden sie wohl nie ergründen,

woher es kommt: das Sehnen

und Zehren, das seltsame

Unbehagen, das Schöne wie

das Schreckliche, das ihnen

entgegentritt. Denn Ringende,

Suchende und Fragende sind

sie allesamt, die Figuren in

Georg Haderers Erzählungen.

Markus Renk

Georg Haderer:

Ein Apfeljahr und andere Versprechen

Haymon, 152 S., 24,90


Angela Steidele nimmt uns

Leser*innen mit ins Dunkel: ins

Dunkel des Nationalsozialismus

und gleichzeitig ins Dunkel

des Kinosaals. Im Zentrum des

klugen und amüsanten Romans

stehen Erika Mann und

Greta Garbo, die sich zurückerinnern

an Marlene Dietrich,

die goldene Zeit Hollywoods

der 1930er- und 40er-Jahre, an

ihre weiblichen Liebschaften

und den Widerstand gegen

Hitler. Dabei nimmt Steidele die

Perspektive einer Kamera ein

und macht Ins Dunkel damit zu

einer Liebeserklärung an das

Kino. Veronika Schuchter

Angela Steidele:

Ins Dunkel

Suhrkamp Verlag, 357 S., € 27,80

Isabel Allende, deren Bestseller

in mehr als 40 Sprachen

übersetzt wurden, beschreibt in

Mein Name ist Emilia del Valle

das Leben einer starken und

selbstbewussten junge Frau, die

sich als Schriftstellerin (unter

männlichem Pseudonym) sowie

als Journalistin im beginnenden

chilenischen Bürgerkrieg (1891)

in Männerdomänen durchsetzt

– allen Konventionen zum

Trotz. Die Protagonistin geht

mutig ihren Weg und lässt sich

durch nichts aufhalten. Allende

macht, was sie am besten kann:

den Frauen eine Stimme geben.

Angelika Moser

Isabel Allende:

Mein Name ist Emilia del Valle

Suhrkamp, 359 S., € 29,80

Sybil ist 73 Jahre jung, wusste

schon immer sich durchzusetzen

und schätzte stets ihre

Selbstständigkeit. Seit ihrer Jugend

schreibt sie Briefe, egal ob

an ihre Kinder, Freundinnen,

Verwandten, Persönlichkeiten,

Autoren. Immer gerade, direkt

und unverblümt. Sie erzählt

von ihren Ängsten, Sorgen und

der Angst zu erblinden. Eine

Lebensgeschichte in Briefform,

wunderbar und berührend.

Schade, dass heutzutage die

Korrespondenz mit Briefen

nicht mehr „in“ ist. Ich kann

dieses Buch nur jedem ans Herz

legen. Andrea Scheiber

Virginia Evans:

Die Briefschreiberin

Goldmann, 384 S., € 25,70

Der neue Roman des coolsten

Typen unter der kalifornischen

Sonne ist als Kammerspiel angelegt.

Eine Dreiecksgeschichte

inmitten der Wüste Nevadas.

Terry, Arzt aus L.A., lernt

in einer Bar die hypnotische

Bethany kennen. Aus dem

geplanten Hausverkauf wird

nichts, weil Bethany sich dort

einquartiert. Dann kommt ihr

eifersüchtiger Ex-Freund Jesse

in die Stadt. Er warnt Terry

vor Bethany und dann geraten

die beiden Männer aneinander.

Große Literatur über menschliche

Abgründe!

Robert Renk

T.C. Boyle:

No Way Home

Hanser, 384 S., € 29,80

Eine Meeresarchäologin begibt

sich auf die Suche nach einem

versunkenen Schatz und stößt

dabei auf eine außergewöhnliche

Geschichte: 200 Jahre

zuvor kämpft eine junge Seehexe

darum, ihre Dorfgemeinschaft

zu beschützen. Ist sie

bereit, dafür ihr Leben und ihre

Liebe aufs Spiel zu setzen? Und

reicht ihr magisches Erbe vielleicht

sogar bis in die Gegenwart?

Vor der zauberhaften

Kulisse der Amalfiküste eröffnet

sich eine fesselnde Erzählung

voller Liebe, Abenteuer und

Zauberei. Ein Pageturner zum

Mitfiebern und Träumen!

In diesem Buch beschreibt der

Schauspieler Anthony Hopkins,

wie er auf einem steinigen Weg

schlussendlich Weltruhm erlangte.

Er musste immer wieder

Rückschläge einstecken, doch

der Traum von der Schauspielerei

war immer da. Rollen

wie die des Hannibal Lecter

machten ihn weltberühmt. Die

Brillanz des Schauspielers aus

Wales brachte ihm sogar zwei

Oscars ein. Hopkins spricht in

diesem Buch sehr offen über

seine Erfolge sowie Misserfolge

und bietet den Leser*innen

intime Einblicke in sein Leben.

Helena Töchterle

Holly Brickleys Debütroman

Deep Cuts ist eine atmosphärische

Coming-of-Age Liebesgeschichte

im Kalifornien der

frühen 2000er. Musikfans

kommen bei diesem Roman

auf ihre Kosten, denn Joe und

Percey verbindet eine tiefe

Leidenschaft für Musik, die in

intensiven Songanalysen lebendig

wird. Heißer Tipp: Die vom

Verlag erstellte Spotify-Playlist

vertieft dieses besonders nostalgische

Leseerlebnis! Lena Flörl

Holly Brickley:

Deep Cuts

dtv, 384 S., € 24,70

Von den durchschnittlichen

Verhältnissen, in denen sie aufwächst,

geprägt, hat Cléo nur

ein Ziel: berühmt werden und

es allen heimzahlen. Und an

diesem Ziel hält sie fest, komme,

was da wolle. Aber wie hoch ist

der Preis, den sie dafür bezahlen

muss? Und lohnt es sich? Je weiter

Cléo die Stufen nach oben

erklimmt, desto dünner wird die

Luft, doch ihre Obsession bleibt

ungehemmt. Gerade in Zeiten

von Social Media ist das Thema

Selbstinszenierung präsent

wie nie. Bissig, neurotisch und

durchaus grausam.

Angelika Moser

Melanie Winkler

Sarah Penner:

Die Seehexen von Positano

HarperCollins, S. 384, € 24,70

Anthony Hopkins:

We Did Okay Kid

Goldmann Verlag, 368 S., € 26,8

Maud Ventura:

Der Rache Glanz

Hoffmann und Campe, 448 S., € 25,70


Der Tod ist eine der größten

Fragen des Lebens. Im

Dorotheenstädtischen Friedhof

in Berlin befindet sich das

Café Finito. Dort trifft sich

eine Trauergruppe, deren Teilnehmer

nicht nur unterschiedliche

Lebensgeschichten zu

erzählen haben, sondern jeder

seinen ganz eigenen Abschiedsprozess

durchlaufen muss. Es

geht um Verluste, aber auch um

Begegnungen. Platz für eigene

Gefühle und sowohl Magie als

auch Humor im Umgang mit

einem schmerzhaften Thema

machen das Café Finito zu einer

klaren Leseempfehlung.

Angelika Moser

Sybil Volks:

Café Finito

Bertelsmann, 336 S., € 23,70

Sein einziger öffentlicher Auftritt

fand 1953 auf Long Island

statt – neben einem Gastauftritt

bei den Simpsons. Sein neuer

Roman: ein wilder Ritt von

Milwaukee, 1932 nach Ungarn

und vielleicht nicht mehr

zurück. Ein Privatdetektiv,

eine Käse-Fabrik-Erbin, jede

Menge Nazis, sowjetische Agenten,

britische Gegenspione,

Swing-Musiker und Liebhaber

paranormaler Praktiken. Der

Komplexität seiner Sprache ist

ein Übersetzer nicht gewachsen,

weshalb sich Nikolaus Stingl

und Dirk van Gunsteren daran

gemacht haben, großartig!

Robert Renk

Thomas Pynchon:

Schattennummer

Rowohlt, 400 S., € 27,80

In ihrer kraftvollen Erzählung

gewährt uns Autorin Zhang

Yueran Einsicht in die Welt der

Elitefamilien und den Klassizismus

im modernen China. Als

Kuan Kuans Vater verhaftet

wird und seine prominente Mutter

flieht, wird das Kindermädchen

Yu Ling mit dem Jungen

zurückgelassen. Sie trifft lebensverändernde

Entscheidungen

zwischen Verrat, Freiheit,

Sehnsucht und Pflicht. Im Kern

untersucht das Buch, wie sich

Klassen- und Machtdynamiken

auf Frauen auswirken, die oft an

deren unterem Ende stehen.

Sue Pöllmann

Zhang Yueran:

Schwanentage

Harper Collins, 224 S., € 24,70

Waco, Texas, 1993: der falsche

Ort, zur falschen Zeit. Draußen

lauert der Sheriff, drinnen

singt Lamb seinen Jüngern das

Lied vom Ende der Welt. Dazwischen:

zwei Vierzehnjährige

– Jaye und Roy –, die sich verlieben.

Der Hintergrund wurde

der echten Welt abgetrotzt:

In Waco gingen Anfang der

90er-Jahre tatsächlich eine Endzeitgemeinde

und ihr charismatischer

Prophet im Kugelhagel

unter. Kein Tatsachenbericht.

Ein Roman: voller Staub, Hitze,

Sehnsucht, Fanatismus, Freiheitsversprechen.

Sehr amerikanisch,

sehr gegenwärtig.

Joseph Frontull

Bret Anthony Johnston:

We Burn Daylight

C.H. Beck Verlag, 492 S., € 29,80

Melanies Alltag in Wien ist

eine holprige Angelegenheit:

Ohne Unterhaltsanspruch

plagen sie Geldnöte und ohne

ihr fernes Kind plagt sie die

Sehnsucht. Doch sie ist nicht

allein: Melanie jobbt in einem

feministischen Hotelprojekt, sie

hat wirklich gute Freundinnen

und irgendwann wird ja auch

ihre Tochter von Neuseeland

zurückkehren. Warmherzig

und mutmachend zeigt Mieze

Medusa, dass Zusammenhalt

und Humor mit Geld nicht

zu bezahlen sind – und dass

das Leben ohne falsche Entscheidungen

verdammt langweilig

wäre ... Robert Renk

Mieze Medusa:

Hätte ich es vorher gewusst,

hätte ich es genauso gemacht

Residenz, 256 S., € 27,00

Der stille Freund – das sind

14 Erzählungen, die umtreibt,

was Ferdinand von Schirach

meistens umtreibt: Umstände,

die nur auf den ersten Blick

eindeutig scheinen. Manche

Geschichten sind knapp wie ein

Protokoll, andere ausufernder.

Die Figuren bestehen aus

wenigen Strichen. Einige tragen

das Gewicht der Welt, andere

gewichtige Namen. Zwischen

dem Bedeutenden und dem

Bedeutungsschweren liefert Der

stille Freund Gesprächsstoff für

alle Gelegenheiten.

Joseph Frontull

Ferdinand von Schirach:

Der stille Freund

Luchterhand, 176 S., € 23,70

Katerina Poladjan wurde in

Moskau geboren, wuchs in

Rom und Wien auf und lebt

in Deutschland. Nun führt

sie uns an die bulgarische

Schwarzmeerküste, an der in

den 1950er-Jahren ein Ferienort

namens „Goldstrand“ entsteht.

Dort, auf einer Baustelle, wird

Eli gezeugt. 60 Jahre später ist

er ein erfolgreicher, gefeierter

Filmregisseur. Nun liegt er in

einer baufälligen Villa in Rom

und erzählt von seinem Leben.

Katerina Poladjan fügt Splitter

des alten Europas zu einem

heiter-melancholischen Bild der

Gegenwart. Robert Renk

Katerina Poladjan:

Goldstrand

S. Fischer, 160 S., € 22,70

Wie in vielen Branchen spiel(t)en

auch im Musikbetrieb Frauen

selten die erste Geige. Wenn sie

es tun, steht meist ihr Frau-

Sein im Vordergrund. Vor

allem in der Klassik ist dieser

Missstand eklatant und Stars

à la Taylor Swift können nicht

darüber hinwegtäuschen, dass

hier einiges im Argen liegt.

Cornelia Bartsch, Pionierin

der musikwissenschaftlichen

Geschlechterforschung, setzt

sich in Unerhört mit den gesellschaftlichen

Hintergründen

auseinander, die Frauen zum

Schweigen bringen, und gibt

den Frauen eine Stimme.

Angelika Moser

Cornelia Bartsch:

Unerhört. Die zum Schweigen gebrachten

Frauen der Musikgeschichte

Quadriga, 320 S., € 28,80


Franz Schuhs neue Essays

erinnern im besten Sinne an

Polgar, Tucholsky, Friedell

oder Gauß. Mit einer Brise

Philosophie, garniert mit Gedichten.

Es ist ein Zeitbild und

zugleich eine sehr subjektive

Zeitzeugenschaft. Wunderbar

ausgewogen zwischen Anekdoten

im Plauderton, der natürlich

bei Schuh stilistisch glänzt, und

steilen philosophischen Thesen.

Zwischen dem Blick nach innen

(Krankheit, Tod) und dem nach

außen, bei dem auch Namen

wie Jan Marsalek oder René

Benko auftauchen. Ein großes

Vergnügen! Robert Renk

Franz Schuh:

Steckt den Sand nicht in den Kopf

Zsolnay, 288 S., € 27,80

Das lang erwartete Prequel zum

Bestseller Frei ist endlich da.

Als Lea Ypi im Internet ein ihr

unbekanntes Foto entdeckt,

das ihre Großeltern 1941 beim

Après-Ski in den italienischen

Alpen zeigt, fragt sie sich, was

sie wirklich über ihre Familie

weiß. Fesselnd, empathisch und

in ihrem unnachahmlichen Ton

erzählt Lea Ypi in Aufrecht von

den Wendepunkten eines Lebens

in extremen Zeiten – von

schicksalhaften Begegnungen,

von Liebe und Verrat sowie

von Entscheidungen gegen den

Strom der Geschichte.

Helena Töchterle

Lea Ypi:

Aufrecht

Suhrkamp, 389 S., € 28,80

Ashok Oswald ist zu Reichtum

gekommen. Und zu einem

mysteriösen Manuskript, das

Peter Bischof ihm vor vielen

Jahren anvertraute. Genau das

fordern eines Morgens drei

Fremde äußerst nachdrücklich

von ihm. Oswald sitzt danach

auf seinem Sofa und beschließt,

sein altes Leben aufzugeben;

er macht sich auf die Suche

nach Autor und Manuskript.

In hinreisender Sprache – wie

immer bei Steinfest – erleben

wir danach einen literarischen

Roadtrip durch Wien, Dublin

und die Kunstgeschichte. Ein

abgründiger Roman, in dem

Literatur und Leben sich aufs

Originellste kreuzen. Robert Renk

Heinrich Steinfest:

Das schwarze Manuskript

Piper, 240 S., € 24,70

Gibt es den freien Willen oder

ist er nur ein Mythos? Der

15-jährige István gerät in eine

sexuelle Beziehung mit einer

Frau, die seine Mutter sein

könnte. Sein Leben wird zu

einer Achterbahn. Ein fesselndes

und sensibles Buch über die

Biografie eines Mannes … es

erzählt von Einsamkeit, männlichen

Stereotypen, Liebe, Sex,

Geld und den Dingen, die nicht

gesagt werden können. Fesselnd

und eindringlich bis zur letzten

Seite. Angelika Moser

David Szalay:

Was nicht gesagt werden kann

Claassen Verlag, 384 S., € 26,70

Erfurt 2002 – ein Amoklauf im

Gymnasium. Bis dahin dachte

man, so etwas gibt es bei uns

nicht. Ich war damals selbst

noch Schülerin. Die Ausweichschule

von Kaleb Erdmann

ruft Erinnerungen wach. Trotz

des ernsten Themas gelingt

ihm ein Balanceakt: Neben der

bedrückenden Realität blitzen

schwarzer Humor und absurde

Momente auf. Erdmann

schreibt klar, eindringlich und

überraschend leicht.

Lena Kriphale-Wieck

Kaleb Erdmann:

Die Ausweichschule

park x ullstein, 304 S., € 23,70

Die Männerpartei ist an der

Macht und betoniert das Patriarchat.

Frauenrechte werden

abgeschafft. Die Frau hat

dem Mann zu dienen und ihn

glücklich zu machen. Frauen,

die keinen männlichen Vormund

haben, müssen flüchten

oder werden gejagt. Im Hotel

Love kann man sich seine neue

Traumfrau zusammenbasteln.

Und sich alles wünschen. Auch

Roman möchte dort seine

Traumfrau, seine Ex Julia, neu

erschaffen. Er wünscht sich,

dass sie ihn endlich so liebt wie

er sie. Aber Achtung, manche

Wünsche gehen in Erfüllung!

Famos! Robert Renk

Petra Piuk:

Hotel Love

Leykam, 240 S., € 26,50

Eine herzerwärmende Erzählung

über die Suche nach

Verbundenheit und Wärme, die

berührt und Hoffnung schenkt.

Ein kleiner Hase, verloren in

einem Wald voller Wandel,

sucht nach einem Funken Zuversicht

und etwas Sicherheit.

Mutig begibt er sich auf eine

Reise durch die Jahreszeiten.

In heilsamen Begegnungen mit

der sanften Eule, dem einfühlsamen

Reh und der fröhlichen

Libelle entdeckt er, wie viel

Trost in den kleinen Wundern

der Natur und im achtsamen

Miteinander steckt.

Helena Töchterle

Magdalena Fournillier:

Geliebt – Die Suche des kleinen Hasen

nach Wärme und Halt

GU, 128 S., € 21,90

McEwan entführt uns ins

Jahr 2119, dystopisch aber

nicht unrealistisch. Da ist von

begrenzten Atomschlägen

die Rede, einem Amerika im

Bürgerkrieg und einer Überflutung,

ausgelöst von einer

fehlgeleiteten russischen

Wasserstoffbombe. Großbritannien

ist seitdem eine

Archipel-Republik. Dort sitzt

Thomas Metcalfe und sucht

ein verschollenes Gedicht. Der

Dichter Blundy hat es 2014

seiner Frau Vivien gewidmet

und nur ein einziges Mal vorgetragen.

Bei der Recherche

stößt er auf eine geheime Liebe,

aber auch auf ein Verbrechen …

Robert Renk

Ian McEwan:

Was wir wissen können

Diogenes, 480 S., € 28,00


Stefan

Slupetzky

in Telfs …

Er ist ein Drittel des genialen Trios Lepschi.

Er hat den Lieblingsermittler von Franz

Schuh ersonnen, Zitat: „Ist nun, weil der

Brenner lebt, der Lemming schon tot? (…)

Na ja, ein Erfolg zeitigt Nachfolge, aber im

Fall von Slupetzky bin ich sicher, dieser Erzähler

wird überleben. Bei der Lektüre dachte

ich: Das ist gut, das ist ja wirklich gut!“

Aber er schreibt auch wunderbare

Romane, die zwar kriminell gut sind, doch

ohne Lemming auskommen. Einen davon

hat Stefan Slupetzky wieder am Start:

Nichts wie weg, heißt er!

Vera Baum verliert von einem Tag auf

den anderen ihren Geruchssinn. Blöd als

Zuckerbäckerin. Und dann erwischt sie

auch noch ihren Mann in flagranti mit ihrer

besten Freundin. Zur gleichen Zeit wird

in Finnland der Geldfälscher Onni Vitala

aus der Haft entlassen. Fehlerhafte Blüten

bringen ihn nach Wien. Dort trifft Onni auf

Vera – eine zufällige, aber schicksalhafte Begegnung

für beide …

Und wer schon einmal bei einer

Slupetzky -Lesung war, der weiß: Lachen

garantiert, also Nichts wie hin …

Die Wut,

die bleibt.

Der Bilderbuch-Klassiker

Anna und die Wut von Christine

Nöstlinger über starke Gefühle neu

interpretiert von der renommierten

Bilderbuchillustratorin Anke Kuhl.

Buchtipp:

Christine Nöstlinger:

Anna und die Wut

mit Illustrationen von der

grandiosen Anke Kuhl

FISCHER Sauerländer,

40 S., € 17,50

Buchtipp:

Stefan Slupetzky:

Nichts wie weg

Picus, 248 S., € 25,00

Buchpräsentation:

© Paul Feuersänger

Anna hat ein großes Problem. Sie

wird unheimlich schnell und schrecklich

oft wütend. Viel schneller und

viel stärker als die anderen Kinder.

Und die Wut ist immer riesengroß.

Wenn die Wut über Anna herfällt,

werden ihre Haare zu Igelstacheln,

sie muss heulen, fluchen, beißen und

spucken. Jeder, der nur in ihre Nähe

kommt, bekommt etwas von ihrer

Riesenwut ab. Die anderen Kinder

wollen nicht mehr mit Anna spielen.

Und Anna mag gar nicht mehr aus

ihrem Zimmer kommen. Mama und

Papa und auch Oma versuchen es

mit Tipps, wie Anna die Wut bändigen

kann. Der Wut aus dem Weg

gehen hilft aber ebenso wenig wie

der Versuch, sie runterzuschlucken.

Die Wut ist stärker als Anna. Bis

Opa eine tolle Idee hat und ihr eine

Trommel schenkt. Immer wenn die

Wut kommt, trommelt Anna ganz

laut. Bis sie sie schließlich weggetrommelt

hat.

Der Kinderbuchklassiker unter den

Wutbüchern neu interpretiert von der

renommierten Bilderbuchillustratorin

Anke Kuhl. Für alle Familien mit kleinen

Wüterichen ab 4 Jahren.

Stefan Slupetzkyv liest aus

Nichts wie weg

17. Oktober, 19.30 Uhr in der

Bücherei & Spielothek Telfs

Musikalische Begleitung:

Frajo Köhle

Kulturbeitrag: € 5,00

58

Wagner’sche.


Autor*innen

dieser Ausgabe

Ina Cassik ist Buchhändlerin bei Stöger-Leporello in Wien.

Aus dem einstigen Studentenjob in einer Buchhandlung

wurde der Traumberuf! Leidenschaftliche Vielleserin mit

Schwerpunkt auf Gegenwartsliteratur. Liebt ihren Beruf,

weil er so vielseitig ist wie kein anderer. Lebt mit ihrer

Familie am Stadtrad von Wien.

Lena Flörl hat viele Jahre in der Bibliothek ihres Heimatortes

Wörgl in Tirol gearbeitet und dort ihre Liebe zu leidenschaftlichen

Diskussionen über neue Bücher entdeckt. Sie

liest besonders gern Non-Fiction und findet Klassiker-dieman-gelesen-haben-muss

meist überbewertet. Wenn sie nicht

gerade über Literatur streitet, schreibt, liest und forscht sie

als Mikrobiologin in Zürich.

Martin Fritz, geboren 1982, studierte Vergleichende

Literaturwissenschaft und Deutsche Philologie in Innsbruck,

hört sich in der Freizeit gerne DJ Patex’ Coverversion des

Songs „I Wish I Was Him“ an. Dissertation zu Systemtheorie,

Popkultur und Web 2.0. War Teil der 1. Innsbrucker

Lesebühne „Text ohne Reiter“, ist Teil der Innsbrucker Lesebühne

„FHK5K“, des Performance-Kollektivs „Postmodern

Talking“, des Theatervereins „Triebwerk7“ sowie regionaldelegiert

für die GAV Regionalgruppe Tirol. Ansonsten

das Übliche: Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften

und Anthologien sowie intrinsische süßigkeit (Lyrik, Berger

Verlag 2013) und Die Vorbereitung der Tiere (Prosa, Laurin

Verlag, 2020).

Joseph Frontull, geboren und aufgewachsen mit Blick auf

die Dolomiten und der Autobahn im Ohr, fuhr nie zur See –

aber träumt davon. Gelegenheits- und gelegentlicher

Auftragsschreiber.

Friederike Gösweiner, wurde 1980 in Rum geboren. Sie

studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Innsbruck

und arbeitet seither als Autorin, Lektorin und Rezensentin.

2016 erschien ihr erster Roman Traurige Freiheit, für den

sie den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt

erhielt. 2022 erschien der Roman Regenbogenweiß (beide

Droschl). Heuer erhielt sie gleich drei Preise/Stipendien:

Projektstipendium für Literatur des BmWKMS, Großes

Literaturstipendium des Landes Tirol und das Elias-Canetti-

Stipendium der Stadt Wien.

Hans Hamedinger, Jahrgang 1966, studierte Germanistik

und fand im zweiten Bildungsweg zum Buchhandel. Langjähriger

Buchhändler in Salzburg, seit 2013 in Hallein. In der

Bezirkshauptstadt des Tennengaus freut er sich täglich über

die netten Stadt- und Umlandbewohner, die Kund*innen

oder sogar Freund*innen geworden sind. Seit 2020, mit dem

Verkauf der Buchhandlung an die Medici-Gruppe, hat er

auch viele erfreuliche Kontakte nach Tirol und Wien.

Dagmar Harbich, Buchhändlerin spezialisiert auf Kinderund

Jugendbuch. Seit 2024 Leiterin der Buchhandlung

Leporello im 1. Bezirk.

Matthias Hörmann, geboren 1994, erlernt den Beruf des

Buchhändlers seit 2024 in der Wagner’schen Buchhandlung.

Mag Menschen, die Farbe Rosa und liest sich gern durch

alle Genres.

Markus Köhle, geb. 1975 in Nassereith, Tirol, studierte

Germanistik und Romanistik. Seit 2001 ist er literarisch,

literaturkritisch, literaturwissenschaftlich und auch als

Literaturveranstalter im In- und Ausland aktiv. Seit 2004 lebt

und arbeitet er in Wien. Er ist Sprachinstallateur, Literaturzeitschriftenaktivist

(www.dum.at) und Poetry Slammer der

ersten Stunde.

Lena Kriphale-Wiek, seit 2015 in der Wagner’schen.

Begeistert von jeglicher Form von Druckerschwärze. Ist

endlich wieder in der Literaturabteilung der Wagner’schen

anzutreffen, wo sie E-Reader, Büchergilde, Literaturabos und

einige Wände der Buchhandlung betreut.

Sarah Loretz, Jahrgang 1998, wuchs in einem kleinen Bergdorf

in Vorarlberg auf – dort, wo Kühe muhen und die

Auswahl an Buchhandlungen überschaubar ist. Zum Glück

fand sie früh Zuflucht in Fantasyromanen (ja, Markus Heitz

darf da nicht fehlen). In der Wagner’schen machte sie ihr

Hobby vorübergehend zum Beruf, bevor sie beschloss, auch

noch andere Lebensbereiche auszuprobieren. Das Lesen aber

blieb – und zwar in XXL-Dosis. Genres? Egal. Hauptsache

viele Seiten.

Angelika Moser, 1968 in Innsbruck geboren, hat Übersetzungswissenschaften,

Rechtswissenschaften und

Vergleichende Literaturwissenschaften studiert.

Sie ist als selbstständige Lektorin und Texterin tätig

(www. korrekterweise.at). Korrekt und weise nimmt sie

auch das Wagner’sche Buchmagazin unter ihre Fittiche.

Sie schreibt Kurzgeschichten (Das kleine Grauen,

Allein im Café) oder auch mal etwas Längeres (Beinahe

ein Roman).

Celina Moser studiert Rechtswissenschaften in Innsbruck

und findet ihren Ausgleich auf der Improtheater-Bühne, im

Kosmos des European Forum Alpbach und zwischen (nicht

juristischen) Buchseiten. Ob Erinnerungsliteratur, politische

Bücher oder zeitgenössische Romane, Hauptsache so

fesselnd, dass frau das Handy vergisst und wirklich abtaucht.

Am meisten schätzt sie Texte mit doppeltem Boden, die überraschen

und neue Gedanken anregen.

Precious Chiebonam Nnebedum, geboren und aufgewachsen

zwischen Nigeria und Österreich, wuchs in einem großen

Kreis von Verwandten und Freunden auf, in dem das

Geschichtenerzählen ein wesentlicher Bestandteil ihres

Alltags war. Sie ministrierte in Graz beim späteren Bischof

Hermann Glettler. Mit knapp 18 Jahren stand sie erstmals

auf der Poetry-Slam-Bühne und wurde später 2017 und 2018

zweimal amtierende österreichische U20-Vizemeisterin. Ihre

Gedichte erzählen von den Erfahrungen einer schwarzen

Christin in einem überwiegend weißen Umfeld. Sie werden

auf Englisch, Deutsch und D-Englisch vorgetragen, mit

gelegentlichen musikalischen Elementen in ihrer Muttersprache

Igbo. Sie lebt mit ihrem Mann in London.

Lena Obermair definiert Lesen als politischen Akt und

schmökert in ihrer Freizeit deshalb mit Vorliebe durch Sachbücher

und Belletristik, am liebsten mit feministischem, gesellschaftskritischem

und fantasievollem Einschlag. Wenn sie

nicht liest, streichelt sie Kühe, kocht mit ihrer Freundin oder

arbeitet an sozialökologischen und regenerativen Systemen.

Sue Pöllmann, arbeitet in der Stierle Buchhandlung

in Salzburg.

Markus Renk, seit 38 Jahren in der Buchbranche.

Vom Lehrling über den Vorstand bis zum selbstständigen

Unternehmer. Buchhändler aus Leidenschaft, der sich

mit den Übernahmen der Wagner’schen, Stierle, Kelten-

Buchhandlung, Stöger und Leporello gleich mehrere

Träume verwirklichen konnte.

Robert Renk, Buchhändler und Kulturvermittler,

u. a.Innsbrucker Prosafestival, Lyrikfestival W:ORTE

und stv. Festivalleiter vom Hausacher Leselenz.

Seit 2015 Sortimentsleiter in der Wagner’schen.

Gibt das Magazin #unabhängig heraus.

Bernhard Sandbichler, Germanist und Romanist, Innsbruck.

Andrea Scheiber, seit 1992 in der Wagner’schen Buchhandlung.

Betreut Koch- und Kinderbuch und stecke hinter

den Blind Date’s. Wenn sie nicht gerade liest, ist sie in der

Natur oder beim Handarbeiten zu finden.

Siljarosa Schletterer, Autorin und Lyrikaktivistin.

Wurde von Flüssen und Hunden erzogen und gebe es die

Lyrik nicht, würde sie wohl mehr bellen. Sie erhielt mehrere

Stipendien und Auszeichnungen, u. a. das Große Literaturstipendium

des Landes Tirol. Ist fixes Organisationsmitglied

beim Lyrikfestival W:ORTE. Zuletzt erschien azur ton nähe –

flussdiktate (Limbus 2022) und entschämungen. körperkantate

(Limbus 2025). siljarosaschletterer.com

Veronika Schuchter ist Literaturwissenschaftlerin am

Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck

und freie Literaturkritikerin. Soeben erschien ihr Buch

Ernst Toller/Revolutionär, Schriftsteller, Antifaschist.

Eine Biografie bei Wallstein.

Luisa Thies, 1995 in Hamburg geboren, in Bayern an der

Grenze zu Salzburg aufgewachsen, Matura in Salzburg, bei

München studiert, für die Lehre zur Buchhändlerin wieder in

Salzburg. Dreieinhalb Jahre eine eigene Buchhandlung in der

Salzburger Altstadt geführt und seit Juni 2025 Filialleitung

bei Stierle.

Helena Töchterle, geboren 1995, hat Philosophie studiert.

Leitet seit November 2023 die Wagner’sche Buchhandlung.

Begeisterte Leseratte quer durch alle Genres.

Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, Bulgarien, wuchs in

Deutschland und Nairobi auf. Er studierte Rechtswissenschaften

und Ethnologie in München. Dort gründete er den

Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. 1998 zog

Trojanow nach Mumbai, 2003 nach Kapstadt, heute lebt

er, wenn er nicht reist, in Wien. Seine Romane wie der Der

Weltensammler, Macht und Widerstand und Tausend und ein

Morgen sowie seine Reisereportagen sind gefeierte Bestseller

und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt

erschienen Das Buch der Macht und Ein Glas voller Zeit

(beide 2025).

Melanie Winkler ist im Erzgebirge geboren und aufgewachsen.

Sie schloss ihr Germanistikstudium 2018 in

Leipzig ab und ist seit 2020 Buchhändlerin bei Stöger-

Leporello in Wien.

Jenni Zeller kommt aus Nesselwängle in Tirol, war bis 2021

in der Wagner’schen tätig und tummelt sich seitdem zwischen

Frankreich, der Schweiz und Wien, zwischen Europäischem

Forum Alpbach, Diplomatie und myAbility, zwischen

Mehrsprachigkeit und Büchern verschiedenster Genres –

von soziopolitischer Literatur über Fantasy bis hin zu zeitgenössischen

Romanen.

Bücher seit 1639

59


Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Museumstraße 4

6020 Innsbruck

T. +43 512 59505 0

office@wagnersche.at

www.wagnersche.at

Bücher Stierle Salzburg

Kaigasse 1 / Mozartplatz, 5020 Salzburg, +43 662 840114

office@buecher-stierle.at, www.buecher-stierle.at

Stierle Kelten-Buchhandlung

Sigmund-Thun-Straße 9, 5400 Hallein +43 6245 82761

office@keltenbuchhandlung.at, www.keltenbuchhandlung.at

Leporello die Buchhandlung

Singerstraße 7, 1010 Wien, +43 1 9611500

service@leporello.at

Stöger – Leporello

die Buchhandlung

Obkirchergasse 43, 1190 Wien, +43 1 3203449

office@stoegerbuch.at

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