Wagnersche Magazin Herbst 2025
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Wagner’sche
Innsbruck
Bücher Stierle
Salzburg
Stierle Kelten-
Buchhandlung
Hallein
Leporello die
Buchhandlung
Wien
Stöger —
Leporello die
Buchhandlung
Wien
Das Magazin unserer unabhängigen Buchhandlungen — 10.2025
#
unab-
hängig
No. 20
Impressum
Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:
Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Medici Buchhandels GmbH,
Museumstraße 4, 6020 Innsbruck
info@wagnersche.at, robert.renk@wagnersche.at — www.wagnersche.at
Redaktion: Robert Renk
Texte: div. (© bei den Autor*innen)
Grafische Ausstattung: himmel, Studio für Design und Kommunikation
Fotografie: © der Abbildungen bei den einzelnen Rechteinhaber*innen
Titelbild: Oyinkan Braithwaite fotografiert von C – Studio Q
Korrekturen: Angelika Moser (www.korrekterweise.at)
Druck: Alpina Druck GmbH, Innsbruck
Fehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. © 10.2025
2 Wagner’sche.
Bücher seit 1639
#Unabhängig
Letztes Jahr konnten wir gemeinsam
mit Ihnen 385 Jahre
Wagner’sche feiern, heuer
gibt es ein weiteres Jubiläum,
denn bereits vor 10 Jahren
begann das Abenteuer
Wagner’sche. Im Jahr 2015
wurde die Wagner’sche wieder
eine selbständige Tiroler
Buchhandlung und für Markus
Hatzer und mich begann
ein Traum, den wir nach
wie vor träumen dürfen. Nie
hätten wir uns gedacht, dass
dieser Traum weiterwächst,
und wir unsere Leidenschaft
für das Thema Buch,
gemeinsam mit allen Kolleg*innen
inzwischen auch in
unseren Buchhandlungen in
Wien, Salzburg und Hallein
ausleben können. Wenn man
für Bücher brennt und man
möglichst viele Menschen
zum Lesen bringen will, gehören
auch Lesungen und
Veranstaltungen zum Repertoire.
Mehr davon in unserem
aktuellen Magazin.
Viel Spaß beim Lesen!
Markus Renk (re.), Markus Hatzer
3
Inhalt
4 Neues aus unseren
Buchhandlungen
Von Tirol über Salzburg bis in das Herz von Wien!
10 Klaus Merz zum 80ger!
3 Tage gefeiert mit feinster Literatur
14 DER Hochstaplerinnenroman!
Aus der Feder der wunderbaren Vea Kaiser – eine Tirolpremiere!
16 Black Print
Ein neues Festival mit Sharon D. Otoo, Nora Osagiobare,
Precious C. Nnebedum & 17 anderen Schwarzen Autor*innen!
20 Sensation aus Nigeria
Die internationale Bestsellerautorin Oyinkan Braithwaite
exklusiv in der Wagner’schen!
22 Flöge, Jesenská und Canetti
Geschrieben von Kris Lauwerys, präsentiert bei Stöger
24 Sterben üben
Katharina Feist-Merhaut präsentiert ihr neues Buch bei Leporello
26 Sven Niklas Thor …
… steckt hinter den erfolgreichen Kinderlesungen in der Kelten-Buchhandlung
30 Musikalische Suche
nach der Liebe
Takis Würger präsentiert seinen Roman Für Polina in Salzburg
32 Liebe statt Hass
Bischof Hermann Glettler kommt mit dem ehemaligen Imam
Abualwafa Mohammed in die Wagner’sche!
34 Lizz Görgl & Martin Leutgeb …
... treffen sich beim Literarischen HausQuartett in der Wagner’schen
36 Mountain Day
Mit Robert Prosser
38 Sommer im Winter
Bei Leporello stellt Lukas Pellmann seinen neuen Roman vor
42 Mit den besten Empfehlungen
44 3×7 Best aber Seller
Ein erlesener
Herbst beginnt
Schon wieder ist seit der Herausgabe des
letzten Magazins #unabhängig ein halbes
Jahr vergangen – wir können es kaum
glauben. Also stellt sich nun die Frage, was
es Neues gibt in der Wagner’schen. Und
tatsächlich ist das einiges. Auf das Offensichtliche
– ganz viele neue Bücher sowie
neue Lesungen – müssen wir nicht hinweisen,
obwohl natürlich sowohl Novitäten als auch
Lesungen jede Aufmerksamkeit, die sie
bekommen, verdient haben. Es gibt aber
weitere erfreuliche Dinge, die an dieser Stelle
hervorgehoben werden können.
Verstärkung unseres Teams
Ganz besonders freut es uns, dass es nach
wie vor auch junge Menschen beruflich
in die Sparte Buchhandel verschlägt – ein
weiteres Zeichen dafür, dass Bücher und der
Buchhandel keineswegs im Rückgang sind.
Seit Anfang August verstärkt unser
Team in der Literaturabteilung die achtzehnjährige
Louisa. Sie ist Expertin in den
Genres New Adult, Fantasy sowie fremdsprachige
Literatur und lässt bereits jetzt
ihr Wissen ins Sortiment und in Beratungen
einfließen.
Frischer Wind im Non-Book
Neben unserem individuell betreuten und
sorgfältig ausgewählten Buchsortiment lebt
die Wagner’sche auch vom Bereich Non-
Book. Sie finden bei uns besondere Karten,
einzigartige Geschenkartikel sowie ausgewählte
Specials, mit denen man wunderbar
anderen eine Freude bereiten kann.
Unser Dominik Renk, der bisher für
das Sortiment im Bereich Manga sowie
Jugendbuch zuständig war, nimmt nun die
neue Herausforderung an, im Non-Book
federführend das Sortiment zu leiten.
„Ein neues Kapitel beginnt – ich freue
mich sehr, die Verantwortung für die
Non-Book-Abteilung zu übernehmen und
mit Leidenschaft weiterzuentwickeln“, so
Dominik Renk über seine neue Aufgabe.
Natürlich werden die erfolgreichen Marken
beibehalten, Sie dürfen sich aber auch
über einige neue Akzente freuen – ein Blick
lohnt sich auf jeden Fall!
Lesungen, Büchertische,
Signieraktionen …
Was wäre eine Herbstsaison in der Wagner’schen
ohne Veranstaltungen und
Signieraktionen? Zwei davon dürfen wir
besonders hervorheben: Momentan bekommen
Sie exklusiv in all unseren Filialen
signierte Ausgaben des neuen Romans
von Vea Kaiser und wir freuen uns auf die
Buchpräsentation am 22.10.!
Außerdem signiert Jan Beck im Jänner
seinen zweiten Dorn bei uns. Auch hier
findet zeitgleich eine Buchpräsentation
statt, der wir schon sehr gespannt entgegenblicken.
Was gibt es sonst noch Neues?
Natürlich ist auch unser Verlag wieder sehr
produktiv. Neben unserem klassischen
„Innsbruck, wie es früher war“-Kalender
gibt es in diesem Jahr auch den bereits im
letzten Jahr sehr erfolgreichen „Tirol wie
es früher war“-Kalender wieder. Zusätzlich
haben wir einen Innsbruck-Kalender mit
aktuellen Fotografien herausgebracht sowie
einen Streifenplaner zum Eintragen.
Unsere Verlagsleiterin Anita hat sich
darüber hinaus in neue Gefilde vorgewagt
und Schildkappen mit Sprüchen, die einen
Lesebezug haben, herstellen lassen, die sich
bereits jetzt großer Beliebtheit erfreuen.
Weitere Projekte folgen – Sie dürfen gespannt
bleiben!
Neues aus Salzburg!
Auch in Salzburg gilt mehr denn je unser
Motto „Alt, aber neu“!
Sowohl bei Stierle in der Kaigasse in
Salzburg als auch in der wunderbaren
Kelten-Buchhandlung in Hallein gibt es
tolle Neuigkeiten und doch bleibt – was
Service & Angebot betrifft – alles beim
Alten!
Bei Stierle, in der wunderfeinen Buchhandlung
am Mozartplatz in Salzburg,
haben wir eine neue Filialleiterin. Der
Fokus bleibt weiterhin auf Literatur, tollen
Kinderbüchern (vor allem Bilderbücher),
schönen Spielen und Geschenken.
Das größte Anliegen der neuen Frontfrau
bei Stierle, Luisa Thies, ist es, dafür
eine Community aufzubauen. Stierle als
Ort des Verweilens, des Wohlfühlens und
des Austausches. Dazu werden am Samstag
Sofa und Kaffeemaschine hervorgeholt,
damit man noch gemütlicher schmökern
kann und auch Begegnungen unter den
Kund*innen möglich sind. Zusätzlich wird
ein Jour fixe eingeführt (welcher Wochentag
wird noch auf Instagram entschieden und
erst im nächsten Newsletter verraten).
Und jeden ersten Wochentag des Monats
gibt’s einen langen Abend in der Buchhandlung
mit wechselndem Programm.
Zum Beispiel Basteln mit alten Büchern,
Büchertausch, Book-Speed-Dating oder
Offline-Lese-Abend. Schauen Sie auf die
Homepage oder – am besten – vorbei!
Ein ambitioniertes Programm der neuen
Chefin, das sich mit dem großartigen Team
von Stierle sicher auch umsetzen lässt! Die
Literaturszene steht hinter ihr, bei den ersten
Lesungen wurden unter anderem schon
Birgit Birnbacher, Karl-Markus und Maresi
Gauß, Mieze Medusa und Katharina
J. Ferner gesichtet.
4
Wagner’sche.
Neuzugang Louisa ist Expertin in den Genres New Adult, Fantasy sowie fremdsprachige Literatur
© Wagner’sche, © fräuleinflora
© Wagner’sche
© Wagner’sche
Unsere Verlagsleiterin Anita und unsere neuen Schildkappen – ein Must-have!
Wagner’sche
Innsbruck
Die neue Frontfrau bei Stierle, Luisa Thies, setzt darauf, Community aufzubauen
Bücher
Stierle
Salzburg
Krimilesung in Hallein
© Leporello
© Stöger–Leporello
© Wagner’sche
Stierle
Kelten- Buchhandlung
Hallein
Das beste Beratungsteam in Döbling
Stöger–
Leporello
Wien
Georg Hader bei Leporello
Leporello
Wien
6
Wagner’sche.
Mord in Hallein …
Auch in Hallein, in einer der renommiertesten
Buchhandlungen des Landes, gibt es
Zuwachs. Jaqueline Brabec verstärkt das
Team rund um Hans Hamedinger und wird
neue Aspekte rund ums Non-Book, aber
auch im Bereich Kinder- und Jugendbuch
setzen!
Und mitten im August wurde es auch
kriminell in der Kelten-Buchhandlung!
Manfred Baumann präsentierte seinen
neuen Krimi Salzburgwut in Hallein.
Es ist schon der 12. Fall rund um den
Hauptkommissar Martin Merana. Im
Sebastiansfriedhof in Salzburg wird der
Franziskanernovize Elias tot aufgefunden.
Kommissar Merana fragt sich: War der
Tote nur zur falschen Zeit am falschen Ort,
als wertvolles Kirchengut gestohlen wurde?
Oder steckt mehr hinter dem Mord?
Die Lesungen von Manfred Baumann
sind immer etwas Besonderes. Durch seine
langjährige Radio- und Bühnenerfahrung
versteht er es, sein Publikum bestens zu
unterhalten. Und durch die wunderbare Beschreibung
der lokalen Orte fühlt man sich,
als wäre man mittendrin im Geschehen. Die
Besucher*innen freuten sich über einen ausgelassenen
Austausch mit dem Autor und
ihre signierten Bücher. Neben seiner Tätigkeit
als Autor ist Manfred Baumann u. a.
auch als Kabarettist mit dem Kultkabarett
unterwegs und sicher nicht das letzte Mal in
der Kelten-Buchhandlung in Hallein!
Die beliebten Lesungen für Kinder (und
Eltern) ab 3 Jahren sind natürlich auch
weiterhin Fixpunkt in Hallein und Umgebung
(siehe Seite 26).
Bücher beim Stephansdom
und in Döbling!
Auch unser Aushängeschild im 1. Bezirk in
Wien läuft weiterhin prächtig. Das hängt
natürlich mit unserem tollen Team dort
zusammen. Kinder- und Schulbuch wurden
ausgebaut und das literarische Alleinstellungsmerkmal
wird in diesem Herbst
mehr als erfüllt. Begonnen hat es schon mit
der Erstpräsentation von Georg Haders
Ein Apfeljahr und andere Versprechen am
Donnerstag, den 25. September! Viele weitere
Leseabende im wunderschönen Ambiente
von Leporello (nahe dem Stephansdom)
erwarten Sie. Schauen Sie mal kurz
auf die Seite 12! Natürlich können Sie
sich mitten im 1. Bezirk in der schönsten
Buchhandlung der Stadt auch einsperren
lassen. Das Projekt „Buchgenuss nach
Ladenschluss“ macht auch und vor allem
in der Buchhandlung Leporello Spaß (ab
4 Personen!). Alles unter www.leporello.at.
Unsere Buchhandlung in Döbling bietet
diesen Service übrigens auch an! Wenn Sie
gerne einmal hemmungslos in einer Buchhandlung
stöbern und sich dabei ganz wie
zu Hause fühlen möchten, ist das jetzt auch
bei Stöger-Leporello möglich: Auch hier
wird unter dem Motto „Buchgenuss nach
Ladenschluss“ die gesamte Buchhandlung
für Sie und Ihre Familie, Ihre Freund*innen
und Kolleg*innen für einen Abend zur Verfügung
gestellt. Was gibt es Gemütlicheres
im Herbst! Für das leibliche Wohl wird mit
einem kleinen Buffet gesorgt. Nähere Informationen
unter www.stoegerbuch.at.
Die Buchhandlung in Döbling ist auf
jeden Fall immer einen Besuch wert, auch
heuer kann man sich auf einen spannenden
Bücherherbst freuen. Gleich zwei internationale
Bestsellerautoren warten im Spätherbst
mit neuen Romanen auf: Die neuen
Bücher von Ken Follett und Dan Brown
werden von vielen Leser*innen schon
sehnsüchtig erwartet. Wir haben wie immer
auch viele persönliche Empfehlungen für
Sie und legen unseren Kund*innen u. a. die
neuen Bücher von Nelio Biedermann, Leon
Engler, Milena Michiko Flaśar, Vea Kaiser,
Dirk Stermann oder Ian McEwan wärmstens
ans Herz.
Die Leseförderung für Kinder ist bei
Stöger immer ein großes Anliegen. Um auch
sozial benachteiligten Kindern den Zugang
zu Büchern zu ermöglichen, haben wir uns
für heuer für die bevorstehende Weihnachtszeit
ein ganz besonderes Projekt ausgedacht:
Im Oktober und November können Sie bei
uns sorgfältig ausgewählte und liebevoll
verpackte Kinderbücher als Buchspende erwerben,
die wir im Dezember an die Volkshilfe
Wien übergeben werden. Dort werden
Sie in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften
an Kinder und Jugendliche verteilt.
Wir glauben fest an die Kraft guter Bücher
und würden uns über Ihre Unterstützung
für diese Aktion sehr freuen!
Wir wünschen Ihnen einen schönen
Bücherherbst und freuen uns auf viele interessante
Gespräche!
„Ein Leben ohne
Bücher ist wie
eine Kindheit
ohne Märchen,
ist wie eine Jugend
ohne Liebe,
ist wie ein Alter
ohne Frieden.“
– Carl Peter Fröhling
Bücher seit 1639
7
Ihr Team der Medici Buchhandlungs GmbH
Helena Töchterle & Robert Renk
NEU: unsere Kalender
für 2026 und ein
edles Postkartenset!
Innsbruck:
Lukas Morscher
Innsbruck, wie es früher war 2026
14-tägiger Kalender
Format: 24 × 32 cm
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 19,95
Hallein:
Peter Walder-Gottsbacher
Hallein, wie es früher war 2026
14-tägiger Kalender
Format: 24 × 32 cm
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 19,95
Tirol:
Peter Walder-Gottsbacher
Tirol, wie es früher war 2026
14-tägiger Kalender
Format: 24 × 32 cm
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 19,95
Wien:
Alexander Fried
Wien, wie es früher war 2026
14-tägiger Kalender
Format: 24 × 32 cm
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 19,95
Salzburg:
Peter Walder-Gottsbacher
Salzburg, wie es früher war 2026
14-tägiger Kalender
Format: 24 × 32 cm
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 19,95
Innsbruck modern:
Thomas Holzmann
Innsbruck
14-tägiger Kalender
Format: 24 × 32 cm
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 19,95
Streifenkalender:
Tobias Reicheneder
Bergstimmung Tirol
Format: 15 × 33 cm
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 14,95
Postkartenset:
Innsbruck, wie es früher war
10 Postkarten für kleine Zeitreisen
in edler Geschenkbox
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, € 19,95
Erhältlich ab November 2025
Der erste Fall für die
Innsbruck-Detektive!
Ein Zeltlager auf der Hungerburg? Darauf
hat Leo so gar keine Lust – bis sie mitten
im Wald auf unheimliche Dinge stößt.
Was ist hier, hoch über Innsbruck, wirklich
passiert? Und wer verbirgt sich hinter dem
mysteriösen Kapuzenmann? Zusammen
mit Hannah, David und Felix nimmt sie
die Verfolgung der Totenkopf-Spur auf.
Doch je näher die Innsbruck-Detektive der
Wahrheit kommen, desto gefährlicher wird
es. Immer an ihrer Seite: Farbratte Raffi –
Agentin auf vier Pfoten.
Ein rasanter Kinderkrimi über
Freundschaft, Natur und den Mut, nicht
wegzuschauen. Perfekt für Krimifans
ab neun Jahren, die gern mitraten, mitlachen
– und mit Herz ermitteln.
© Sabrina Kostner
Die Autorin: Sabrina Kostner lebt mit ihrer Familie
in der Nähe von Innsbruck. Die studierte Betriebswirtin
arbeitet seit vielen Jahren als Texterin. Als Autorin
verbindet sie Abenteuerlust mit Herzlichkeit,
Humor und Gespür für das, was Kinder bewegt.
Die Illustratorin: Elisabeth Mayr studierte Kommunikationsdesign
und arbeitete viele Jahre als
Grafikdesignerin für die Volksoper Wien. Heute ist
sie mit ihrem Büro adrett als selbstständige Illustratorin
und Grafikerin in Innsbruck tätig.
© Elisabeth Mayr
Buchtipp:
Sabrina Kostner:
Die Totenkopf-Spur
Einsatz auf der Hungerburg
Illustrationen von Elisabeth Mayr
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung,112 S., € 14,95
Erscheint Ende November
Die Innsbrucker Stadtteile
neu entdecken!
Mit Christoph Kluge unterwegs in Innsbruck:
Von Hötting bis Pradl lädt zu neun
Spaziergängen und einer Radtour durch
die vielfältigen Stadtteile ein. Spannende
Geschichten, verborgene Details und
Wissenswertes zu Gebäuden, Geschichte
und Menschen machen jede Tour zu einer
kleinen Zeitreise. Perfekt für alle, die
Innsbruck zu Fuß erkunden und Neues
entdecken möchten.
Christoph Kluge ist Radfahrer, Läufer, Spaziergänger,
Hobby-Historiker und liebt es, Menschen
mit langatmigen Anekdoten zu drangsalieren.
Almut Kluge hat ihn trotzdem geheiratet. Sie läuft
und spaziert auch sehr gerne, hält ihre Eindrücke
aber lieber fotografisch als textlich fest.
© privat
Buchtipp:
Christoph & Almut Kluge:
Von Hötting bis Pradl –
Innsbruck neu entdecken. In
10 Ausflügen durch die Stadtteile
Fotos von Almut Kluge
Verlag der Wagner’schen
Buchhandlung, 64 S., € 9,95
Erscheint Ende November
Klaus Merz zum 80.
Ein beeindruckendes Zusammentreffen von Autor*innen aus
Österreich, Deutschland und der Schweiz, um einen der großen
Poeten unserer Zeit zu ehren.
Angefangen hat alles bei den HerbstW:OR-
TEN 2023 in der Wagner’schen. Klaus
Merz stellte seinen aktuellen (und vielleicht
letzten) Gedichtband Noch Licht im
Haus (Haymon) vor. Sortimentsleiter der
Wagner’schen und 8ungKultur-Obmann
Robert Renk präsentierte danach die Idee,
mit einem kleinen Schwerpunkt den 80. in
Innsbruck zu feiern. Klaus und Selma Merz
stimmten zu und dann begann die Planung
und alle haben sofort zugesagt: Michael Forcher,
Raoul Schrott, Sabine Gruber,
Melinda Nadj Abonji, Jurczok 1001, Alois
Hotschnig, Klaus Zeyringer, Christoph W.
Bauer, Sepp Mall, Theres Roth-Hunkeler,
Nathalie Schmid, Martina Clavadetscher,
José F.A. Oliver und vor allem Markus
Bundi, der auch die Werkausgabe von Klaus
Merz im Haymon Verlag betreute, die nun
– zu Lebzeiten dieses großartigen Poeten –
beschlossen und in Holz gegossen ist.
Ein kleiner Rückblick auf drei Tage in
Innsbruck mit großartiger Poesie und unvergesslichen
Momenten!
Und allen, die Klaus Merz noch nicht
kennen, sei das nahegelegt, was Karl-
Markus Gauß im Programmheft schreibt:
„Wer von fragiler Gesundheit ist, der
beginne schon im Winter Merz-liches
zu lesen. Das stärkt seine Abwehrkräfte,
schützt vor moralischer Verkühlung,
beugt ästhetischer Abstumpfung vor.
Alle anderen können zu jeder Jahreszeit
mit der Merz-Lektüre beginnen; sofern
sie sich was wert sind, sollen sie aber kein
Jahr auf diese verzichten.“
Klaus
Merz
zum
80.
01.
02.
03.
Okt.
Literarische
Annäherungen
Lesungen
Gespräche
merz_broschuere_80_A5_2.0.indd 1 09.09.25 15:49
Buchtipp:
© Florian Schneider
Klaus Merz:
Von Weitem umzingelt
Haymon, 424 S., € 27,90
Bücher seit 1639
11
Alle Veranstaltungen
im Überblick
Oktober 2025 bis März 2026
Oktober
Dezember
Sa 11.10.25
Sa 11.10.25
Mo 13.10.25
Di 14.10.25
Do 16.10.25
Lesesamstag mit
Michaela Willig
11:00 Uhr, Leporello
Eintritt: frei!
Verlagsfest
20 Jahre Limbus
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: frei!
Lesung Walter Rabl
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: € 9,00/€ 7,00
Vorlesedienstag für Kinder
9:00 Uhr, Leprello
Eintritt: frei!*
Lesung Barbara Smrzka
18:30 Uhr, Leporello
Eintritt: € 7,00
Mi 05.11. 25
Do 06.11. 25
Sa 08.11.25
Do 13.11.25
Di 13.11.25.
Lesung
Oyinkan Braithwaite
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: € 9,00/€ 7,00
Buchclub zu „Noli me
tangere“ von José Rizal
18:30 Uhr, Stierle
Eintritt: frei!
Kinderbuchlesung
10:00 Uhr, Kelten
Eintritt: frei!**
Lesung
Katharina Feist-Merhaut
18:30 Uhr, Leporello
Eintritt: € 7,00
Lesung Theresa Prammer
19:00 Uhr, Stöger
Eintritt: € 7,00
Fr 05.12.25
Di 9.12. 25
Buchclub zu
„Der Report der Magd“
von Margaret Atwood
18.30 Uhr, Stierle
Eintritt: frei!
Literarisches HausQuartett
mit Lizz Görgl, Martin
Leutgeb und Guitar Tandem
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: frei!
Mi 10.12. 25 Mountain Day –
mit Robert Prosser
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: frei!
Fr 12.12.25
Lesung Christine Auer
16:00 Uhr für alle
Menschen ab 4, Leporello
Eintritt: € 3,00
Di 21.10.25
Mi 22.10. 25
Do 23.10.25.
Die Stierle-Mädels
empfehlen …
18:30 Uhr, Stierle
Eintritt: frei!
Lesung Vea Kaiser
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: € 9,00/€ 7,00
Lesung
Evelyn Moser-Gattringer
19:00 Uhr, Stöger
Eintritt: € 7,00
Do 30.10. 25 Black Print –
mit Raphaëlle Red,
Nora Osagiobare,
Precious Ch. Nnebedum
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: frei!
November
Di 04.11.25
Erstpräsentation
Alva Sokopp
18:30 Uhr, Leporello
Eintritt: € 7,00
Do 13.11.25
Fr 14.11.25
Sa 15.11.25
Mi 19.11.25.
Mi 19.11.25.
Sa 22.11. 25
Mo 24.11. 25
Buch Wien: Wagner’sche
mit Markus Köhle, Stierle
mit Milena Michiko Flasar,
Wagner’sche mit Vea Kaiser
Lesung Kris Lauwerys
19:00 Uhr, Stöger
Eintritt: € 7,00
Lesung Takis Würger
19:00 Uhr, Stierle
Eintritt: € 9,00
Lesesamstag
mit Michaela Willig
11:00 Uhr, Leporello
Eintritt: frei!
Lesung mit Bischof
Hermann Glettler &
dem ehemaligen Imam
Abualwafa Mohammed
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: frei!
Jänner
Mi 07.01.26
Do 15.01.26
Mi 21.01.26
Feber
Do 19.02.26
März
Do 26.03.26
Buchclub zu „So tun, als ob
es regnet“ von Iris Wolff
18:30 Uhr, Stierle
Eintritt: frei!
Lesung Lukas Pellmann
18:30 Uhr, Leporello
Eintritt: € 7,00
Lesung Jan Beck
19:30 Uhr, Wagner’sche
Eintritt: € 9,00/€ 7,00
Lesung Jaqueline Kornmüller
18:30 Uhr, Leporello
Eintritt: € 7,00
Lesung Pamela Rath
18:30 Uhr, Leporello
Eintritt: € 7,00
Wagner’sche Bücher Stierle Stierle Kelten-Buchhandlung
Leporello die Buchhandlung Stöger – Leporello die Buchhandlung Buch Wien
* Jeden Dienstag: 9:00 Uhr, Leporello (Voranmeldung), Eintritt: frei!
** Jeden 1. Samstag im Monat: 10:00 Uhr, Kelten (Voranmeldung), Eintritt: frei!
Kunterbunt ist
das Leben noch schöner
Ein ungewöhnliches und äußerst gelungenes
Buchprojekt hat die Tiroler Sopranistin Maria
Erlacher ins Leben gerufen.
Sie ist Sängerin, Gesangspädagogin und
Mutter von drei Kindern – zwei davon leben
mit einer Behinderung. Diese persönliche Erfahrung
prägt ihr Engagement für gelebte Inklusion
– sowohl privat als auch künstlerisch.
Mit ihrer Familie lebt sie in Tirol und setzt sich
aktiv für eine offene, vielfältige Gesellschaft
ein, in der jeder Mensch seinen Platz findet.
Mehr Infos unter www.mariaerlacher.com.
Und so hat sie eine Kinderbuchreihe
ersonnen, die spannend, inklusiv und
hochmusikalisch ist, die Reihe um Mira,
Tim & Ebby.
Kunterbunt ist das Leben noch schöner! –
diese Reihe macht es erlebbar. Für Familien,
die ihren Kindern spannende Geschichten,
wertvolle Impulse und jede Menge Spaß
schenken möchten, sind Mira, Tim & Ebby
die perfekten Begleiter.
Buchtipps:
Maria Erlacher:
Band 1: Achtung, fertig,
Sommer los!
Band 2: Trallala –
der Frühling ist da
jeweils € 14,90
20 Jahre Limbus Verlag, ein schönes
Jubiläum. Woran erinnerst du dich
besonders gerne?
Bernd Schuchter: 20 Jahre, das sind viele
Gespräche und viele Ideen, darüber, wie
man es machen könnte oder eben nicht.
Das sind Hoffnungen und Enttäuschungen,
Erfolge und Rohrkrepierer, kurz: das
Leben. Highlights gibt es einige, etwa
Walter Kliers Leutnant Pepi, die Bücher von
Hans Platzgumer, die wunderbaren Romane
von Gabriele Weingartner, und natürlich
die Entdeckungen von Autor*innen der
jüngeren Generation wie Lukas Meschik
oder Katharina Ferner. Und natürlich
die Bücher von Daniela Chana, die auf
der Shortlist des Österreichischen Buchpreises
war, die Gedichtbände von Michael
Stavarič, die für die Lyrik-Empfehlungen
nominiert waren … ach, so würde das noch
eine Weile weitergehen.
Der Limbus Verlag wird
mittlerweile sehr stark als
Verlag für zeitgenössische Lyrik
wahrgenommen, wie kam es dazu?
Eher per Zufall, als der heutige Reihen-
Herausgeber Erwin Uhrmann die Idee
hatte, der zeitgenössischen Lyrik eine
größere Plattform zu bieten. Gedichte
waren bei den Verlagen ja eher ein Stiefkind,
das geduldet, aber nicht sonderlich
gefördert wurde. Das haben wir, glaube
ich, ganz gut hinbekommen. Gedichtbände
in schöner Ausstattung, mit individuellem
Buchschmuck, natürlich mit Lesebändchen,
zu einem leistbaren Preis – das ist gut angenommen
worden; mittlerweile sind über
50 Bände in der Reihe erschienen.
Und wir feiern mit einem
Jubiläumsabend! Vorträge von
Verleger Bernd Schuchter und der
Limbus-Herausgeber Alexander
Kluy, Erwin Uhrmann und Georg
Hasibeder stehen ebenso am
Programm wie Lesungen von
Gabriele Weingartner, Siljarosa
Schletterer und Isabella Krainer.
Für besondere Musik sorgt Autor &
Musiker Lukas Meschik.
Veranstaltung:
20 Jahre Limbus Verlag
Sa., 11. Oktober 2025,
19:30 Uhr
Wagner’sche Buchhandlung
Eintritt: frei!
Buchtipp:
Vea Kaiser:
Fabula Rasa
KiWi, 576 S., € 26,70
Buchpräsentation:
Vea Kaiser liest aus Fabula Rasa
Moderation: Robert Renk
Mi., 22. Oktober 2025,
19:30 Uhr
Wagner’sche Buchhandlung,
Innsbruck
Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit
Wagner- oder Ö1-Card
Wer würde nicht
stehlen, lügen
und betrügen,
wenn das Kind es
braucht?
© Ingo Pertramer
Die Königin des
Grand Hotels
Vea Kaiser ist endlich mit neuem Roman zurück.
Fabula Rasa heißt das Wunderding. Robert Renk
hat sich mit ihr unterhalten …
Wagner’sche
Innsbruck
Bücher seit 1639
Robert Renk: Es gibt einige
Parallelen zwischen der Hauptfigur
und der Autorin des Buches. Gerade
in den Stellen, in denen die Autorin
Vea Kaiser in der Strafanstalt in der
Josefstadt Angelika Moser besucht,
werden sie sehr deutlich. Und ich
finde, dass hier der Roman auf eine
sehr schöne Weise auch persönlich
wird. Vor allem, wenn es darum geht,
dass das Leben jeder Frau – egal ob
Autorin oder Hotelmitarbeiterin –
sich massiv verändert, wenn sie ein
Kind bekommt.
Vea Kaiser: Die Veränderung, die Mutterschaft
mit sich bringt, ist ein Hauptthema
dieses Romans. Auf die Idee für die
Geschichte kam ich, nachdem ich in der
Zeitung von einer Betrügerin las, die ihrem
Arbeitgeber, einem sehr berühmten Wiener
Hotel, vier Millionen Euro stahl. Vor
Gericht behauptete sie, das sei aus falsch
verstandener Mutterliebe heraus geschehen,
aber ich verstand sie: Wer würde nicht
stehlen, lügen und betrügen, wenn das Kind
es braucht?
Sind Mütter die besseren
Betrügerinnen?
Ich denke, es ist kein Zufall, dass wir in den
Prozessen rund um Karl-Heinz Grasser
und René Benko so viel von den Müttern
und Schwiegermüttern gelesen haben:
Eine Mutter ist meist der letzte Mensch,
der jemandem zur Seite steht. Überhaupt:
Welche Eltern wollen nicht das Beste für ihr
Kind? Der Roman ist auch eine Geschichte
über die Stärke der Liebe von Eltern zu
Kindern, von den Grenzen, die sie überschreiten
– und von der Frage, wann „das
Beste“ vielleicht sogar zu viel ist.
Zunächst betrügt Angelika Moser,
um das Hotel zu retten. Später, um
sich und ihren Sohn durchzubringen.
15
Dabei verliert sie aus den Augen,
wann es genug ist. Und dennoch habe
ich mich am Ende gefragt: Ist sie
wirklich eine Verbrecherin?
Das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube,
da muss sich jede Leserin und jeder Leser
selbst entscheiden, wie sie oder er die Betrügereien
der Angelika Moser bewertet.
Ich wollte die Geschichte einer Hochstaplerin
erzählen, die sich nimmt, was sie
meint, dass ihr zusteht – auch, weil ihr niemand
hilft. Der Vater ihres Kindes ist zwar
ein grandioser Musiker, aber sonst zu nichts
zu gebrauchen. Familiäre Unterstützung
hat sie auch nicht, verlassen kann sie sich
nur auf sich selbst. Und weil sie nicht untergehen
will, überschreitet sie Grenzen. Ist
dir übrigens einmal aufgefallen, dass es für
das Wort Kavaliersdelikt kein weibliches
Pendant gibt?
Es gibt allgemein viel weniger
Geschichten über Frauen, die etwas
Unerlaubtes tun, als über Männer.
Um das Ungleichgewicht zwischen
den Geschlechtern geht es im
Roman immer wieder, aber auch
um die Gegensätze zwischen arm
und reich, zwischen Opernball und
Würstelstand, zwischen Gemeindebau
und Grand Hotel. Wo fühlt sich
Angelika Moser eigentlich zu Hause?
Wahrscheinlich am meisten, wenn sie
zwischen diesen Welten wandeln kann. Sie,
die Schelmin, muss im Roman lernen, wie
gefährlich es sein kann, wenn die Dinge, die
wir uns wünschen, wirklich eintreten.
Gilt das auch für die Liebe?
Denn die vielen verschiedenen
Liebesgeschichten im Leben einer
Frau fand ich sehr originell erzählt.
Frauen wurden in Romanen jahrhundertelang
entweder als anbetungswürdige
Geliebte oder verschmähte Trauernde
dargestellt, als Hure oder Heilige – an
interessanten und gut geschriebenen Liebesgeschichten
kann man nie genug haben.
Apropos Schreiben: Wann hast du eigentlich
diesen Roman geschrieben? Du hast ja vorhin
erzählt, du hast kurz vor der Geburt deines
Kindes damit begonnen und dann ja noch
kurze Zeit später ein zweites bekommen, oder?
Glücklicherweise sind meine Kinder sehr
gute Schläfer. Das haben sie von meinem
Mann, weil ich wiederum (glücklicherweise)
ungern schlafe und wenig Schlaf brauche.
Zwischen der Geburt meines ersten Sohnes
und dem ersten Geburtstag meines zweiten
habe ich fast jeden Abend, jede Nacht an
diesem Roman gearbeitet, der Kindergarten
war auch eine große Hilfe, wie meine Mutter.
Und tatsächlich: Wenn man drei Jahre
lang auf Serienschauen, Sport und Freundetreffen
verzichtet, dann geht’s. Mir war
diese Geschichte so wichtig, dass ich dafür
gern eine Zeit lang meine Freizeit geopfert
habe. Aber wiederholen muss ich das nicht.
Das heißt, du schreibst noch nicht
am nächsten Roman?
Jetzt lese ich zunächst all die tollen
Bücher, die sich seit Jahren auf meinem
„Zu lesen“-Stapel türmen, und ein paar
Staffeln von Serien, die ich noch schauen
möchte. Aber hauptsächlich werde ich die
kommenden Monate damit beschäftigt
sein, dieses Buch in die Welt zu begleiten.
Ich darf eine ausgiebige Lesereise durch
den deutschsprachigen Raum unternehmen,
und sollte mir wirklich langweilig
werden, schreibe ich dieses Theaterstück,
das ich seit Jahren im Kopf herumtrage.
Aber jetzt gerade genieße ich das Leben
mit der Familie – ohne einen Roman,
der um Aufmerksamkeit giert.
Vea Kaiser wurde 1988 geboren und lebt in Wien, wo
sie Klassische Philologie studierte. 2012 veröffentlichte
sie ihren ersten Roman Blasmusikpop oder Wie
die Wissenschaft in die Berge kam, der Platz 1 der
ORF-Bestenliste erreichte und als bestes deutschsprachiges
Debüt am internationalen Festival du
Premier Roman ausgezeichnet wurde. Makarionissi
oder die Insel der Seligen folgte 2015 und erhielt von
der Stiftung Ravensburger Verlag die Auszeichnung
„bester Familienroman“. 2019 erschien Vea Kaisers
dritter Roman Rückwärtswalzer oder die Manen der
Familie Prischinger, 2024 wurde sie mit dem internationalen
Jonathan-Swift-Preis für satirische und
komische Literatur ausgezeichnet.
Buchtipp:
Sareeta Domingo:
Possibility
Renegade Books, 448 S., € 28,60
Veranstaltung:
Black Print – Festival für
Schwarze Perspektiven
Am 30. Oktober moderiert
Alexandra Antwi-Boasiako die
Lesungen von Raphaëlle Red,
Nora Osagiobare und Precious
Chiebonam Nnebedum.
29.–31. Oktober – Innsbruck
Wagner’sche Buchhandlung
Eintritt: frei!
www.black-print.info
Meine Emotionen
sprechen unterschiedliche
Sprachen.
© smiles fotografi
Black Print
Es gibt ein neues Festival in Tirol!
Vom 29.–31. Oktober kann man 13 Schwarze
Autor*innen in Innsbruck erleben.
Wagner’sche
Innsbruck
Bücher seit 1639
Moderiert wird das Festival von einer absoluten
Ausnahmeerscheinung unter den
Literaturmoderator*innen, die extra aus
Hamburg anreist, um das neue Festival
zu begleiten! Robert Renk interviewt die
wunderbare Alexandra Antwi-Boasiako
Robert Renk: Du bewegst dich
zwischen Tech-Konferenzen,
politischen Panels und
Literaturbühnen – was reizt dich
daran, ständig in neue Diskurse
einzutauchen?
Alexandra Antwi-Boasiako: Es ist mehr als
ein Reiz – die Frage, die mich beschäftigt,
ist: Wie erweitere ich meinen Horizont?
Indem ich mich als Moderatorin so vielen
Themen wie möglich öffne. Als Mensch
neugierig zu bleiben, ist für mich dabei
essenziell, und es ist ein Privileg, zugleich
unterschiedliche Perspektiven und Menschen
kennenzulernen. Es ist ein bisschen
wie Geschenke auspacken – man ist dankbar,
dass man eins bekommt, und neugierig,
herauszufinden, was es ist. Es spielt dabei
keine Rolle, ob einem das Geschenk gefällt
oder nicht, sondern nur die Tatsache zählt,
dass man eins bekommt. Ich glaube, dieses
Bild beschreibt es ganz gut.
Was geht dir durch den Kopf, wenn
du in einem Raum sitzt, in dem fast
ausschließlich Schwarze Autor*innen
gelesen werden?
Das ist eine interessante Frage – Gegenfrage:
Was geht einem durch den Kopf,
wenn man in einem Raum sitzt, in dem fast
ausschließlich weiße Autor*innen gelesen
werden? Ich tauche da in eine Normalität
ein und lasse mich auf die Geschichten
und Perspektiven ein. Reagiere auf
die Geschichten, die besonders mit mir
räsonieren, und höre zu – dem, was mir neu
ist, und dem, was mir vertraut ist: Beides
findet auch in Räumen statt, in denen
mehrheitlich Schwarze Autor*innen ihre
Geschichte teilen.
17
Wie hat dich deine Zeit in England
geprägt – nicht nur sprachlich,
sondern auch im Blick auf Schwarze
schreibende Persönlichkeiten?
Meine Zeit in England war im literarischen
Bezug sehr prägend, weil sie zum einen
Räume öffnete für mein eigenes Selbstverständnis,
aber auch Platz schuf, für viele
andere Geschichten und Menschen, die mir
wichtig wurden. Ich las plötzlich Geschichten,
die die Realität meiner Eltern und
Verwandten und so vieler Menschen, die
sich auf unterschiedlichste Reisen begeben
haben, widerspiegelten. In England griff ich
das erste Mal zufällig nach dem Buch Die
Hälfte der gelben Sonne von Chimamanda
Ngozi Adichie. Ich war fasziniert von
der Sprache (den Codes, die in dem Buch
stattfanden und Parallelen zu meiner
Lebensrealität aufwiesen). Seit jener Zeit
ist viel Bewegung in meine literarische Welt
gekommen und mein literarischer Horizont
hat sich erweitert – vielmehr denke ich
aber, dass sich mein tatsächlicher Horizont
erweitert und mich in vielerlei Hinsicht
Empathie lehrt. (Achtung ich wähle bewusst
die Präsens-Form, weil es ein aktiver,
anhaltender Prozess bei mir ist).
Du wechselst oft zwischen Deutsch,
Englisch – manchmal auch anderen
Sprachen, wie Akan oder Ewe.Was
verändert sich für dich mit jeder
Sprache?
Ja, das stimmt. Vorab möchte ich erwähnen,
dass auch ich mich nicht den allgemeinen
Außeneinflüssen entziehen kann. Der Einzug
der Anglizismen, der in manchen Branchen
sogar als „Professionalitätsmerkmal“
zu gelten scheint (ich habe früher viele Jahre
in der Werbung gearbeitet), hat auch bei
mir Spuren hinterlassen. Aber wenn ich das
heute tue, dann ist das eine Form meines
persönlichen Ausdrucks – meine Emotionen
sprechen unterschiedliche Sprachen.
Und gleichzeitig hat Sprache, ohne zu sehr
in die Tiefe zu gehen, eine gewisse Konnotation
– eine Erwartungshaltung –, auch eine
Wertung, in beide Richtungen. Man stelle
sich vor, mein Sprachzentrum ist ein Haus.
Und ich habe mir über die Jahre die Räume
so eingerichtet, dass ich mich in meiner
Sprache zu Hause fühle und gleichzeitig
auch Menschen zu mir einladen kann und
sie willkommen heiße. Nicht immer findet
Kommunikation in einer sprachlichen
Komfortzone statt, aber manchmal gelingt
es mir dennoch, den Besuch außerhalb
der sprachlichen Komfortzone angenehm
zu gestalten.
Was liest du gerade – und was hat
dich an diesem Buch fasziniert?
Aktuell gibt mir das Buch von Sareeta
Domingo, Possiblity, die leider vor kurzem
sehr plötzlich verstorben ist, große Freude.
Das Buch hat mich im Schaufenster
von Round Table Books inklusive Buchhandlung
im Brixton Village London, die
Bücher für alle Leser*innen anbietet und
unterrepräsentierte Autor*innen feiert,
angelächelt. Es handelt von einer jungen
Frau, die an ihrem 30. Geburtstag im
Krankenhaus liegend erkennt, wie viel Zeit
sie verloren hat, und beschließt, nach einer
Operation ihr Leben voll auszuschöpfen.
Sie schreibt jeden Abend in ihr Tagebuch,
was sie am nächsten Tag sein oder erreichen
will … Und gleichzeitig ist es eine romantische
Liebesgeschichte.
Alexandra Antwi-Boasiako ist eine renommierte
Moderatorin aus Hamburg und leidenschaftliche
Literaturbotschafterin. Sie verkörpert sprachliche
Vielseitigkeit nicht nur durch ihre Multilingualität –
darunter Deutsch, Französisch, Englisch und Twi –,
sondern auch durch ihre bemerkenswerte Fähigkeit,
mühelos zwischen verschiedenen Sprachcodes,
Registern und Sprachen zu navigieren. In Hamburg
als Tochter ghanaischer Eltern geboren, erlangte
sie ihren Master an der University of Warwick in
Creative & Media Enterprises in UK. Seit mehreren
Jahren moderiert sie souverän und charmant renommierte
Literaturfestivals und -formate, in denen sie
Gespräche mit preisgekrönten Autor*innen führt.
Dazu zählen das Aké Arts & Book Festival in Lagos
(Nigeria), Resonanzen — Schwarzes Literaturfestival,
Ruhrfestspiele Recklinghausen und das
Internationale Literaturfestival Berlin. Sie ist für ihre
rhetorische Finesse, ihr angeborenes Improvisationstalent
und ihre bemerkenswerte Vielseitigkeit
bekannt und zeichnet sich als Moderatorin aus,
die jeder Diskussion Tiefe, Vielfalt und Dynamik
verleihen kann.
Black Print – Festival für
Schwarze Perspektiven
29.–31. Oktober 2025
Mi., 29. Okt., 19:00 Uhr
Literaturhaus am
Inn (Josef-Hirn-
Straße 10)
1 Sharon Dodua Otoo
(GB/D): Eröffnungsrede
2 Lesung
Amina Abdulkadir (CH)
3 Lesung
Mirrianne Mahn (D)
Moderation:
Alexandra Antwi-Boasiako (D)
Do., 30. Okt., 19:00 Uhr
Wagner’sche
Buchhandlung
(Museumstraße 4)
1 Lesung Raphaëlle Red (F/D)
2 Lesung Nora Osagiobare
(CH)
3 Abschlussperformance:
Precious Chiebonam
Nnebedum
Moderation:
Alexandra Antwi-Boasiako (D)
Fr., 31. Okt., 19:00 Uhr
Die Bäckerei –
Kulturbackstube
(Dreiheiligenstr. 21a)
1 Okongo-Fresia Osako (A)
2 Melanelle Beryl Hémêfa (D)
3 Amina Abdulkadir (CH)
4 Laurène Southe (A)
5 Anna Chiedza Spörri (CH)
6 Temidayo Akinyele (A)
Moderation:
Alexandra Antwi-Boasiako (D) &
Precious Chiebonam Nnebedum (A)
Selbstverständlich? Manchen Selbstverständlichkeiten
muss man auf die Sprünge helfen.
Sharon Dodua Otoo – © Paulina Hildesheim/laif
Precious Chiebonam Nnebedum – © Ella Boerner
Nora Osagiobare – © smilesfotografi
Raphaëlle Red – © Julia Friedland Alexandra Antwi-Boasiako – © Wanjiku Gitau
In der deutschsprachigen Literaturszene gibt
es viele Schwarze Autor*innen. Bei diversen
Festivals sind sie selten zu erleben. Hier bildet
die Szene nicht die Wirklichkeit ab.
Dieses neues Festival bildet auch nicht
die Wirklichkeit ab. Möchte aber andere
Kolleg*innen dazu ermuntern, ein Auge auf
diese Wirklichkeit zu werfen.
Wir feiern ein Festival mit lauter
Schwarzen Stimmen und wir freuen uns
unsagbar darauf!
black-print.info
18
Wagner’sche.
Was für ein Debüt! Auf den
ersten Seiten schon merkt man
einen ganz eigenständigen
Ton und ist sofort in dem
Dilemma, in dem sich auch
Adikou befindet. Zu Weiß für
die Schwarze Community, vor
allem in ihrem Vaterland Togo,
und zu Schwarz für ihre Heimat
Paris, oder die Uni in den USA.
Entlang der westafrikanischen
Küste und bis in die USA sucht
Adikou nach einem Platz in der
Geschichte – und schafft sich
ein Erbe aus Schlangenhäuten,
Skylines und stickigen Nächten.
Robert Renk
Raphaëlle Red:
Adikou
Rowohlt, 224 S., € 25,70
übersetzt von Patricia Klobusiczky
Ein besonderes Mutter-Tochter-Schicksal
zwischen Kongo
und London erzählt die 1987
selbst im Kongo geborene
Christina Fonthes in ihrem
Debütroman Wohin du auch
gehst. Im Zentrum stehen die
erste Liebe und das Erwachen
der Sexualität und deren brutale
Unterdrückung durch die
Familie – mit katastrophalen
Folgen. Die eine als Teen-Mum
eine Schande für die Familie,
die andere als Lesbiern nicht akzeptiert,
kämpfen beide Frauen
um Freiheit und Autonomie.
Thematisch relevant und leichtfüßig
erzählt. Friederike Gösweiner
Christina Fonthes:
Wohin du auch gehst.
Diogenes, 416 S., € 25,00
übersetzt von Michaela Grabinger
Beim Bachmannpreis hat Nora
Osagiobare mit einem Text über
eine Realityshow begeistert.
Ihr Romandebüt versucht mit
wunderbarem Humor, vielen
Fußnoten (ich liebe Fußnoten)
und einer bezaubernd kaputten
Entourage, nicht nur alle
Hautschattierungen von People
of Colour in einem Buch zu
erfassen, sondern auch gegen
Alltagsrassismus anzuschreiben
– ohne erhobenen Zeigefinger!
Es geht um Affären,
Versicherungspolicen, Gartenzäune
und Shitstorm. Um Migrant*innen
und Goldküstenbewohner*innen
in Zürich und
ist einfach großartig! Robert Renk
Nora Osagiobare:
Daily Soap
Kein und Aber, 288 S., € 25,70
Eigentlich will Issa diese Reise
gar nicht antreten. Schwanger
sitzt sie im Flugzeug nach Douala,
angetrieben von ihrer Mutter,
die bei der bevorstehenden
Geburt um das Leben ihrer
Tochter fürchtet. In Kamerun,
dem Land ihrer Kindheit,
soll sie den heilsamen Weg
der Rituale gehen, unter den
Adleraugen ihrer Omas. Der
Besuch wird für Issa eine Auseinandersetzung
mit der eigenen
Familiengeschichte und der Gewissheit,
dass sowohl Traumata
als auch der unbedingte Liebesund
Lebenswille vererbbar sind.
Robert Renk
Mirrianne Mahn:
Issa
Rowohlt, 304 S., € 15,40
Endlich liegt einer der Romanklassiker
der amerikanischen
Bürgerrechtsbewegung erstmals
auf Deutsch vor – übersetzt
vom wunderbaren Hans-Christian
Oeser. In einem vielschichtigen
literarischen Porträt
schildert John A. Williams
eindrucksvoll die Bedrohung
von Minderheiten in einer
Mehrheitsgesellschaft und wirft
eine eindringliche Perspektive
auf die Spannungen der 1960er
und darüber hinaus. Unter
anderem geht es um den „King
Alfred“-Plan, der im Falle von
Rassenunruhen Minderheiten
beseitigen soll. Historisch,
lebendig, großartig! Robert Renk
John A. Williams:
Ich bin
Reclam, 550 S., € 32,90
Einer der großartigsten Autoren
der Gegenwart hat – nach
James, dem Lieblingsroman
meiner letzten Saison – wieder
einen Roman geschrieben, der
welthaltig auf die Gegenwart
reagiert. In Dr No kommt kein
James Bond vor, aber ein Schurke,
der es allemal mit ihm aufnehmen
könnte. Indem Everett
in diesem satirischen Spionageroman
den Mathematiker und
„Nichtsexperten“ Wala Kitu
zum Berater des Bösewichts, der
das Nichts stehlen will, macht,
entwirft er eine wunderbare
Persiflage auf die Machtbesessenheit
der USA. Robert Renk
Percival Everett:
Dr No
Hanser, 320 S., € 27,80
übersetzt von Nikolaus Stingl
Die Essaysammlung der Nobelpreisträgerin
richtet den Blick
auf die literarische Konstruktion
von Schwarzsein, die in
vielen kanonischen Texten der
Definition bzw. Konstruktion
eines weißen Amerikas dient.
Morrisons Analyse von Rassismus
in der Literatur hat in
Zeiten von Diskriminierung und
gesellschaftlichem Rechtsruck
nichts an Aktualität verloren.
Ein eindringliches Plädoyer,
sich mit der Normativität von
Weißsein kritisch auseinanderzusetzen.
Mit einem Nachwort von
Sharon Dodua Otoo. Angelika Moser
Toni Morrison:
Im Dunkeln spielen
Rowohlt, 144 S., € 15,40,
übersetzt von Barbara von
Bechtolsheim, sprachlich aktualisiert
von Mirjam Nuenning
Eines der grandiosesten Bücher,
die ich in den letzten fünf
Jahren gelesen habe. Sharon
Dodua Otoo verwebt vier
Frauenschicksale durch Raum,
Zeit und Satzbau. Ein Dingwesen
erzählt uns von den vier
Schicksalen auf zwei Kontinenten,
der Geschichte einer Kette
aus Ghana und den Männern,
die dafür sorgen, dass diese
Schicksale selten gut enden! Ein
Sprachfeuerwerk, das einem im
wahren und übertragenen Sinne
in andere Sphären hebt. Schwer
zu empfehlen! Robert Renk
Sharon Dodua Otoo:
Adas Raum
S. Fischer, 320 S., € 15,40
© Studio 24
Das ist natürlich einer
der Reize des Schreibens
von Romanen –
die Freiheit, Dinge zu
erfinden.
Von der Serienmörderin
zum Familienfluch –
ein Weltstar in Innsbruck
Wagner’sche
Innsbruck
Die nigerianische Bestsellerautorin Oyinkan Braithwaite
kommt mit ihrem neuen Roman nach Innsbruck. Ilija Trojanow
wird moderieren und hat zuvor ein paar Fragen …
Bücher seit 1639
Ilija Trojanow: Ihre früheren
Werke, insbesondere My Sister,
the Serial Killer, waren für
ihren schwarzen Humor und
ihre psychologische Komplexität
bekannt. Cursed Daughters scheint
eine Abkehr davon zu sein und sich
stattdessen einem umfassenderen,
generationsübergreifenden Terrain
mit verschiedenen Zeiträumen und
Perspektiven zuzuwenden. Was hat
Sie zu dieser Geschichte inspiriert?
Oyinkan Braithwaite: Ich wollte unbedingt
ein Werk schaffen, das sich von My Sister,
the Serial Killer unterscheidet, daher vielen
Dank für dieses Kompliment! Ich hatte
große Angst davor, als Autorin in eine
Schublade gesteckt zu werden. Ich bin noch
dabei, meinen Stil zu finden, die Themen,
die mich faszinieren, die Techniken, mit
denen ich gerne experimentiere. Was mich
zu dieser Geschichte inspiriert hat: Mir
wurde einmal von einem Paar erzählt,
das seit seiner Kindheit befreundet war
und später eine Liebesbeziehung einging.
Aber die Mutter des Mannes lehnte ihre
Beziehung ab, und ihre Liebesgeschichte
endete traurig. Mich faszinierte am meisten,
dass niemand herausfinden konnte, warum
sie so vehement gegen diese Verbindung
war, und dieses Rätsel blieb mir im Gedächtnis
haften.
Der Fluch der Familie Falodun
erstreckt sich über mehrere
Generationen von Frauen. Hat dies
seinen Ursprung in einer bestimmten
Yoruba-Folklore?
21
Nein, die Geschichte basiert nicht auf einer
bestimmten Folklore. Aber ich habe einige
kulturelle Elemente und Aberglauben eingeflochten,
zum Beispiel den Glauben, der
sich um einen Vogel rankt, der in ein Haus
fliegt. Ich habe auch das Glaubenssystem
des Juju eingeflochten; allerdings weiß ich
so wenig über Juju, dass vieles, was ich in
dieser Hinsicht geschrieben habe, größtenteils
meiner Fantasie entspringt. Das ist
natürlich einer der Reize des Schreibens von
Romanen – die Freiheit, Dinge zu erfinden.
Wasser – insbesondere Schwimmen
und Ertrinken – taucht im gesamten
Roman sowohl als Bedrohung
als auch als Befreiung auf. Was
symbolisiert Wasser in dieser
Geschichte?
Titilope Sonuga hat ein Gedicht namens
Swim (Tell the Water) geschrieben. Es ist so
bezaubernd, dass es mich tief inspiriert hat.
Es hat auch den Teil von mir berührt, der
schon immer das Wasser bezwingen wollte.
Ich habe nie schwimmen gelernt und hatte
schon zu viele Beinahe-Ertrinkungsunfälle,
aber dennoch reizt mich die Vorstellung
von der Verbundenheit und Freiheit, die ein
selbstbewusster Schwimmer empfinden muss.
Die Mutter-Tochter-Beziehung
zwischen Ebun und Eniiyi ist
besonders belastet. Was interessiert
Sie daran, wie Traumata und
Geheimnisse innerhalb von Familien
weitergegeben werden?
Wir erben Traumata, auch wenn diejenigen,
die vor uns kamen, nie die Absicht hatten,
sie weiterzugeben. Irgendwann werden
sie Teil der genetischen Veranlagung der
Familie, prägen alles – die Art und Weise,
wie eine Person kommuniziert, in wessen
Nähe sie sich sicher fühlt, was sie glaubt,
erreichen zu können, wie sie Geld sieht usw.
Und es gibt die Familiengeheimnisse, die
streng gehütet werden. Um anders zu sein,
sich anders zu verhalten, muss man eine
bewusste Entscheidung treffen und dafür
kämpfen. Eniiyi erkennt, dass sie für sich
selbst kämpfen muss.
Oyinkan Braithwaite, 1988 geboren, hat Kreatives
Schreiben und Jura in Kingston studiert, in einem
nigerianischen Verlag und in einer Produktionsfirma
gearbeitet. Heute ist sie als freie Autorin tätig. Sie
ist die Autorin des Bestsellers My Sister, the Serial
Killer, der inzwischen in 30 Sprachen übersetzt und
millionenfach verkauft wurde. Der Roman wurde
vielfach ausgezeichnet und stand 2019 u. a. auf der
Shortlist für den Women’s Prize for Fiction und
der Longlist für den Booker Prize. Braithwaite ist
ebenfalls als Drehbuchautorin tätig, u. a. für die
Filmadaption ihres ersten Romans. Sie lebt in Großbritannien
und Nigeria.
Buchtipp:
Oyinkan Braithwaite:
Der Fluch der Falodun Frauen
Aufbau, 432 S., € 24,70
Buchpräsentation:
Oyinkan Braithwaite liest aus
Der Fluch der Falodun Frauen
Moderation und deutsche
Stimme: Ilija Trojanow
Englisch/Deutsch
Mi., 05. November 2025,
19:30 Uhr
Wagner’sche Buchhandlung,
Innsbruck
Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit
Wagner- oder Ö1-Card
Buchtipp:
Kris Lauwerys:
Vom Licht in die Dunkelheit
Residenz, 456 S., € 38,00
Buchpräsentation:
Kris Lauwerys liest aus
Vom Licht in die Dunkelheit
Moderation: Ina Cassik
Mi., 19. November 2025,
19:00 Uhr
Stöger-Leporello –
die Buchhandlung, Wien
Eintritt: € 7,00
Mein halbes Leben
lang schon geistern
Roth, Zweig, Canetti
oder Schnitzler durch
meinen Kopf.
© Gorgy Walid
Das Porträt dreier Frauen
und einer Stadt
Emilie Flöge, Milena Jesenská und Veza Canetti
prägten ihre Zeit. Sie lebten und wirkten im pulsierenden
Wien der Jahre 1900 bis 1938. Diese Stadt
im Spannungsfeld von kultureller und sozialer
Erneuerung und politischem Niedergang fängt
Kris Lauwerys wunderbar ein, findet Ina Cassik.
Stöger–
Leporello
Wien
Bücher seit 1639
Ina Cassik: Gemeinsam mit
Ihrer Partnerin Isabelle Schoepen
übersetzen Sie Literatur ins
Niederländische. Für Ihren
Einsatz für die österreichische
Literatur wurden Sie 2023 mit
dem Österreichischen Staatspreis
für literarische Übersetzung
ausgezeichnet, Ihr Wohnsitz ist in
Wien. Woher kommt Ihr Interesse an
der österreichischen Literatur?
Kris Lauwerys: Das Interesse für die österreichische
Literatur begann früh: Mein
halbes Leben lang schon geistern Roth,
Zweig, Canetti oder Schnitzler durch meinen
Kopf, die Klassiker also, und lebte ich
quasi mental in einem Wiener Kaffeehaus.
Was ich früher nicht wusste (oder sah), war,
dass es viel und viel mehr zu entdecken gibt.
Das hat mich die Arbeit an Vom Licht in die
Dunkelheit gelehrt.
Ihr Buch erschien 2024 auf
Niederländisch. Wie bekannt
sind die drei darin porträtierten
Frauen Emilie Flöge, Milena
Jesenská und Veza Canetti in
den Niederlanden? Wie wurde
das Buch dort aufgenommen?
Mein niederländischer Verleger hat sich
über den Erfolg, sowohl im Verkauf als
auch in der Presse, sehr gefreut. Vor allem,
weil die Namen im niederländischen
Sprachraum nur in geringem Maße bekannt
sind, und wenn, dann nur in Verbindung
mit den berühmten Männern (Klimt,
Kafka und Elias Canetti). Einige Leser
schrieben mir, dass sie froh waren,
23
auch mal über andere als die klassischen
Wien- Themen lesen zu können (Mode etwa,
moderner Tanz, das Rote Wien).
Sie schreiben über drei
außergewöhnliche Frauen
und präsentieren gleichzeitig
eine umfassende Kultur- und
Sozialgeschichte Wiens von 1900
bis 1938. Wie kam es zur Idee,
das Porträt dieser drei Frauen
in die Beschreibung einer ganzen
Epoche einzubetten?
Mein Anliegen war es von Anfang an, die
Epoche aus einem anderen Kamerastandpunkt
zu erzählen, der von Emilie Flöge,
Milena Jesenská und Veza Canetti. Und
dass ich keine klassischen Biografien aneinanderreihen
wollte, sondern ein Wechselspiel
zwischen Leben und Epoche anstreben
musste. Es ging mir nämlich auch immer
um eine vierte Person: die Stadt Wien und
die vielen Entwicklungen, die die Stadt
zwischen 1900 und 1938 erlebte.
Das Kapitel über Emilie Flöge endet
mit dem Tod Gustav Klimts 1918.
Was weiß man über die Jahre
danach bis zu ihrem Ende 1952?
Für Emilie Flöge ging mit Klimt nicht nur
der künstlerische Sparringpartner verloren;
außerdem waren 1918 mittlerweile auch
ihre beiden Schwestern (und Geschäftspartnerinnen
des Modesalons Schwestern
Flöge) verstorben. Für sie begann ein neuer
Lebensabschnitt, den ich dann im Epilog
beschreibe. Dass ich das Flöge-Kapitel mit
dem Jahr 1918 beende, hat aber auch mit
der Komposition des Buches zu tun:
In dem Jahr kommt Milena Jesenská aus
Prag nach Wien.
Milena Jesenská verfasst in Wien für
Prager Zeitungen u. a. Artikel über
das soziale Elend in Wien.
1924 kehrt sie der Stadt den Rücken.
Welche Bedeutung hat Wien
für Milena Jesenská?
Sie hatte ein sehr zwiespältiges Verhältnis
zu Wien. Sie erlebte das Elend der unmittelbaren
Nachkriegszeit in Wien am eigenen
Leibe, inklusive Hunger und Krankheit.
Zugleich ist die Wiener Zeit für sie ein
Sprungbrett: Hier findet sie ihre berufliche
Bestimmung als Journalistin, mit einem
ganz individuellen Sound. Hier fängt sie
an, deutsche und französische Literatur zu
übersetzen – die erste Kafka-Übersetzung
weltweit ist aus ihrer Feder. Es ist eine selbstbewusste
Frau, die nach Prag zurückkehrt.
In seinen autobiografischen
Schriften erwähnt Elias Canetti
die schriftstellerische Tätigkeit
seiner Frau Veza in den 1930ern
mit keinem Wort, obwohl sie bereits
in Zeitungen veröffentlichte, als
er noch unbekannt war. Über die
Gründe dafür wird spekuliert.
Interessant ist, dass Elias Canetti die Arbeiten
seiner Frau, damals in den Dreißigern,
sehr bewunderte. Das geht aus seinen
damaligen Notizen hervor. Mit dem Lob
stand er nicht allein, Veza Canetti wurde
ja recht schnell eine angesehene Autorin,
galt als „brillantes Talent“ (Hilde Spiel).
Es war dann aber ein Germanist, der 1990
Die Gelbe Straße herausbrachte – die Texte
waren nie gebündelt gewesen. Das wirft
die Frage auf: Wieso hat Canetti sich nicht
selber um Vezas Schriften bemüht?
Kris Lauwerys: geboren 1972 in Belgien, übersetzt,
zusammen mit seiner Partnerin Isabelle Schoepen,
seit vielen Jahren Literatur aus dem Deutschen
und Französischen ins Niederländische. Für ihren
Einsatz für die österreichische Literatur wurde ihnen
2023 der Staatspreis für literarische Übersetzung
zuerkannt.
© Lukas Beck
Ich wollte mich
schreibend dem
Sterben nähern.
Unverstellt und
direkt – einmal
Sterben üben bitte
Katharina Feist-Merhaut möchte am Beispiel
ihrer Großmutter Sterben üben und die stellt sich
bereitwillig zur Verfügung. Über diese Erfahrung
sprich Feist-Merhaut mit Dagmar Harbich.
Leporello
Wien
Bücher seit 1639
Dagmar Harbich: Schreibst du lieber
allein oder in der Öffentlichkeit?
Hast du ein „Refugium“?
Katharina Feist-Merhaut: Der Ort ist gar
nicht so wichtig, aber ich habe beim Schreiben
gerne ein paar Dinge um mich. Ein
kleines Ohr aus Ton, meine Notizbücher
und einen Stapel Bücher. Ich schreibe oft
allein, aber am liebsten teile ich den
Schreibtisch mit einem*einer Freund*in.
Zu welcher Tageszeit
schreibst du am liebsten?
Ganz in der Früh, direkt nach dem Aufstehen,
bevor die Sonne da ist und ich
gesprochen habe.
Wie sammelst du deine Ideen
für den Text und die Handlung?
Auf Zettelchen, in einem
Notizbuch, elektronisch?
Zu Beginn sammle ich in Notizbüchern,
wechsle dann im Voranschreiten auf großformatige
Blöcke und Zettel an der Wand.
Wann war der Moment,
an dem du deine Geschichte zu
Papier bringen wolltest?
Ich wollte mich schreibend dem Sterben
nähern. Es gab einige andere Textversuche,
parallel dazu habe ich schon die Sätze meiner
Großmutter gesammelt. Als ich mir die
25
Sätze genauer angeschaut habe und
versucht habe herauszufinden, was mein
Interesse daran ist, habe ich ein Gefühl
dafür bekommen, was für ein Text Sterben
üben sein könnte. Und an dieser Ahnung
habe ich mich dann entlang geschrieben.
Spielen soziale Medien für dich
als Autorin eine Rolle?
Lange Zeit war ich Beobachterin und habe
vor allem Buchempfehlungen auf Instagram
gesammelt. Für die Veröffentlichung
bin ich über meinen Schatten gesprungen
und habe angefangen, selbst zu posten. Und
jetzt bin ich sehr froh darüber, denn es hat
mir schöne Gespräche und Rückmeldungen
zum Buch ermöglicht.
Was möchtest du mit deinem Buch
erreichen? Und welche Leser*innen?
Die Antwort fällt mir nicht leicht. Kurz
nach der Veröffentlichung durfte ich in
einem Seminar an der Komparatistik
lesen und eine Studentin hat zu mir gesagt,
sie habe das Buch ihren Eltern weitergegeben
und danach mit ihnen über das
Kümmern gesprochen. Da war ich kurz
etwas sprachlos.
Unterstützt deine Familie
dein Schreiben?
Ja! Ich habe großes Glück und möchte die
Gelegenheit gleich nutzen, ihnen zu danken:
allen voran meinen großen Müttern!
Christian & Noah. Mama. Papa. Tina.
Geli. Sigi. Kathrin. Julia. Kati. Selma.
Anne. Doris. Luci & Nicole (die bei allen
Lesungen in Wien in der ersten Reihe
sitzen werden).
Buchtipp:
Katharina Feist-Merhaut:
Sterben üben
Otto Müller, 140 S., € 23,00
Buchpräsentation:
Katharina Feist-Merhaut
liest aus Sterben üben
Moderation: Dagmar Harbich
Do., 13. November 2025,
18:30 Uhr
Leporello – die Buchhandlung,
Wien
Eintritt: € 7,00
© Ronny Goetter
Kinder sind ein
radikal ehrliches
Publikum.
Kinder
& Kelten
Die Kelten-Buchhandlung ist weit über Hallein
hinaus für ihre Lesungen für Kinder bekannt.
Schauspieler Sven Niklas Thor im Gespräch mit
Hans Hamedinger
Stierle
Kelten- Buchhandlung
Hallein
Bücher seit 1639
Hans Hamedinger: Woher kommst
du und was hat dich bewogen, in
Salzburg Schauspiel zu studieren?
Sven Niklas Thor: Ich bin gebürtiger
Düsseldorfer. Ich habe in den letzten Jahren
allerdings vor allem in Ostdeutschland,
in Jena, Berlin und Halle gelebt. Dass ich
nun in Salzburg gelandet bin, liegt einfach
daran, dass es hier zuerst mit dem Schauspielstudium
geklappt hat. Da Plätze an
Schauspielschulen stark limitiert sind (zehn
Leute pro Jahrgang), war ich sehr froh,
einen bekommen zu haben.
Wie kam es zu deinem
„Engagement“ in Hallein?
Durch meine Mitstudentin Lena Plochberger,
die letztes Jahr ihren Abschluss
gemacht hat. Sie hat damals bei uns in der
Uni-Signal-Gruppe gefragt, ob jemand für
eine Lesung einspringen kann. Daraufhin
habe ich ihr direkt geschrieben und so kam
ich dann zum ersten Mal nach Hallein.
Eine Lesung vor Kindern ist ja gar
nicht einfach, deshalb sind wir froh,
einen Profi engagiert zu haben.
Ist für dich eine Lesung auch gleich
ein wenig Schauspieltraining?
Auf jeden Fall. Kinder sind ein radikal ehrliches
Publikum. Wenn sie etwas nicht interessiert,
machen sie daraus keinen Hehl. Was
also nicht funktioniert, ist, den Text einfach
nur „runterzulesen“. Wenn es mir gelingt,
den Text so lebendig zu gestalten, dass die
Kinder in die Handlung mit eintauchen,
entsteht eine ganze tolle Konzentration im
Raum. Witzigerweise ist das Prinzip bei
Erwachsenen das gleiche, nur sind die Texte
meist komplizierter.
27
Zur Lesung am Samstagvormittag
kommen Kinder (mit ihren Eltern) im
Alter von drei bis sieben. Wie schaffst
du es, die alle bei Laune zu halten?
Interessanterweise ist die Altersspanne der
Kinder gar nicht das Herausfordernde.
Ältere Kinder stören sich nicht daran, eine
Geschichte für jüngere Kinder zu hören,
und umgekehrt. Auch die Eltern erfreuen
sich immer sehr an den Geschichten.
Spannend wird es dann, wenn ein Kind
in irgendeiner Form die Konzentration
der anderen auf sich zieht, sei es durch
Sprechen, Weinen, Hüpfen etc. Hier bedarf
es besonderen Fingerspitzengefühls. Kann
ich die Konzentration der anderen Kinder
bei mir halten, oder macht es erst dann
Sinn weiterzulesen, wenn es wieder ruhiger
geworden ist? Hier sind die Eltern meine
besten Kollaborateure, da sie die Aufmerksamkeit
der Kinder aktiv auf mich lenken:
„Schau mal da, die kleine Katze.“
Triffst du die Auswahl
des Vorlesebuches selbst?
Ich treffe eine Vorauswahl von etwa vier
Büchern, von denen ich denke, dass sie
zum aktuellen Monat und von der Länge
her passen könnten. Hierbei lasse ich mich
gerne von den Buchhändlerinnen in der Rupertus
Buchhandlung in Salzburg beraten.
Die finale Auswahl trifft dann das Team der
Kelten-Buchhandlung.
Gibt es ein nettes Erlebnis
bei einer Lesung, an das du
dich gern erinnerst?
Jede Lesung hat viele nette Erlebnisse.
Besonders freue ich mich, wenn ich merke,
dass die Kinder mitfiebern und nach der Lesung
über die Figuren im Buch reden. Dann
merke ich, dass etwas hängen geblieben ist.
Auch freue ich mich, wenn Familien Monat
für Monat wieder zur Lesung kommen.
Lieber Sven, wir freuen uns auf
viele weitere Lese-Vormittage in der
Kelten-Buchhandlung!
Sven Thor: geb. in Düsseldorf, ist Schauspieler und
Mediensprecher. Studierte in Halle an der Saale und
Jena, war Sprecherzieher und Workshopleiter am
Deutschen Staatstheater in Temeswar, Rumänien.
Seit 2024 lebt und studiert er in Salzburg und betreut
die monatlichen Lesungen für Kinder in der Kelten-
Buchhandlung Hallein.
Veranstaltung:
Jeden ersten Samstag
im Monat um 10:00 Uhr –
Lesungen für Kinder
ab vier Jahren in der
Kelten-Buchhandlung Hallein,
Eintritt: frei!
Um Anmeldung wird gebeten:
office@keltenbuchhandlung.at
© Nicola Montfort
Die Wagner’sche auf
der Buch Wien
Bei der Buch Wien werden österreichische Buchhandlungen
heuer ins Zentrum gerückt! Die Buchhandelslounge:
lokale Kompetenz im Rampenlicht der Literaturwelt!
Bücher seit 1639
Buchhandlungen sind kulturelle Treffpunkte,
Räume des Austauschs und lebendige Vermittler
zwischen Literatur und Leserschaft.
In einer Zeit, in der der Buchmarkt zunehmend
von Online-Giganten und digitalen
Plattformen geprägt ist, gewinnen persönliche
Beratung, regionale Verankerung und
kuratierte Sortimente wieder an Bedeutung.
Umso spannender ist es, wenn sich Buchhandlungen
aus ganz Österreich nicht nur in
ihrer Heimatstadt, sondern auch auf großen
Buch- und Literaturveranstaltungen wie der
Buch Wien präsentieren.
Die Buchhandelslounge
und eine literarische Tour
zur Buch Wien
Jede Buchhandlung, die sich in der eigens
dafür gestalteten Buchhandelslounge in der
Halle D am Wiener Messegelände präsentiert,
ermöglicht in zahlreichen Gesprächen
mit Autor*innen einen Einblick in die vielfältige
Buchhandelslandschaft Österreichs
– für neugierige Leser*innen, Autor*innen,
Verlage, Blogger*innen und Medienvertreter*innen.
Auch die Wagner’sche Buchhandlung,
Leporello, Stöger und Stierle
sind auf der Buch Wien vertreten. Die Gespräche
mit Vea Kaiser und Markus Köhle
wird Robert Renk (Wagner’sche) führen,
Milena Michiko Flašar wird von Luisa
Thies (Stierle) moderiert. Im Anschluss an
jeden Veranstaltungsslot signieren die Autor*innen
ihre Bücher. Wer aus Tirol oder
Salzburg zur Buch Wien reisen möchte,
kann dafür ein speziell zusammengestelltes
Reiseprogramm nutzen, das die Anfahrt
mit einem Bus, den Übernachtungen, den
Messeeintritt: und ein auf die Leser*innen
29
zugeschnittenes Programm inkl. der
Langen Nacht der Bücher beinhaltet
(www.sabtours.at/reise/literaturreise-zummesse-festival-buch-wien/).
Die Rolle der Buchhandlung
als Kuratorin
Buchhandlungen kennen ihre Kundschaft.
Sie wissen, welche Themen in ihrer Region
besonders relevant sind, welche Autor*innen
gefragt sind und welche Bücher besondere
Aufmerksamkeit verdienen. Diese
kuratorische Kompetenz wird jeden Tag in
Szene gesetzt – mit sorgfältig ausgewählten
Büchern, thematischen Präsentationen,
zahlreichen Leseecken und Buchcafés.
Dabei geht es nicht um Masse, sondern um
Klasse: eine pointierte Auswahl, die zeigt,
wie Buchhandlungen Orientierung bieten in
einem unüberschaubar großen Markt.
Die Buchhandlungen bringen Autor*innen
in die Buchhandelslounge mit, die
sie im Geschäft regelmäßig präsentieren,
oder laden Gäste ein, mit denen sie in
besonderer Weise verbunden sind. Diese
Veranstaltungen sind nicht nur Publikumsmagneten,
sondern unterstreichen auch das
kulturelle Engagement der Buchhandlung.
Sie zeigen: Hier wird Literatur nicht nur
verkauft, sondern gelebt.
Netzwerken mit der Branche
Auch hinter den Kulissen einer Buchmesse
spielt sich viel ab: Buchhandlungen
nutzen die Gelegenheit, um mit Verlagen
ins Gespräch zu kommen, neue Partnerschaften
zu knüpfen und sich über aktuelle
Entwicklungen zu informieren. Messegespräche
können dazu beitragen, Veranstaltungen
zu planen oder neue Vertriebswege
zu erkunden. Für viele unabhängige
Buchhandlungen ist die Buch Wien zudem
ein Ort des kollegialen Austauschs mit
anderen Händler*innen – eine Chance, sich
gegenseitig zu inspirieren und voneinander
zu lernen.
Eine Bühne für
Bücherleidenschaft
Wenn Buchhandlungen sich auf der Buch
Wien präsentieren, dann zeigen sie, was
den stationären Buchhandel ausmacht:
Nähe, Kompetenz, Vielfalt, Engagement.
Sie machen deutlich, dass sie mehr sind
als Verkaufsstellen – nämlich Orte der Begegnung,
des Dialogs und der Inspiration.
In einer digitalen Welt wird dieser persönliche,
lebendige Zugang zu Büchern immer
wertvoller. Die Buch Wien ist dabei nicht
nur Bühne, sondern auch Spiegel: Sie zeigt,
wie vielfältig, lebendig und innovativ die
österreichische Buchhandelslandschaft
ist – und wie wichtig es ist, diese Vielfalt zu
erhalten und zu fördern. Für die Buchhandlungen
ist der Messeauftritt ein Bekenntnis
zum Lesen, zum Dialog und zum
eigenen Selbstverständnis als kulturelle
Akteur*innen.
Veranstaltung:
Buch Wien
12.–16. November 2025
Messe Wien, Halle D
Wagner’sche mit Markus Köhle
Do., 13. November, 16:30 –17:00 Uhr
Stierle mit Milena Michiko Flasar
Fr., 14. November, 15:30 – 16:00 Uhr
Wagner’sche mit Vea Kaiser
Sa., 15. November, 12:00 – 12:30 Uhr
Eintritt: Tagesticket € 21,00
© Philipp Keel
Für mich ist
Liebe das
schönste Thema
überhaupt.
Vom Leben
und Lieben …
Luisa Thies im Gespräch mit Takis Würger
Bücher
Stierle
Salzburg
Bücher seit 1639
Nach den vier vorangegangen, ganz unterschiedlichen
Büchern widmet sich Takis
Würger in seinem neuen Buch Für Polina,
das im Frühjahr im Diogenes Verlag erschien,
der Liebe. Und landet damit einen
Volltreffer: Das Buch war ein absoluter
Verkaufshit, einer der beliebtesten Titel
im Frühjahr und Sommer dieses Jahres
und wurde sogar „Das Lieblingsbuch des
Deutschschweizer Buchhandels“ 2025.
Takis Würger erzählt die Geschichte von
Hannes Prager, der seine Kindheit in einer
alten Villa im Moor verbringt und dieses halb
verfallene Haus schon früh mit zauberhaften
Klavierklängen erfüllt. Durch sein musikalisches
Talent wird die Musik zum Werkzeug
für ihn: Er komponiert eine Melodie für seine
große Liebe Polina, ohne zu wissen, dass,
als sich ihre Wege später trennen werden,
nur diese Melodie als letzte mögliche Verbindung
zueinander bleibt. – „Und so, eher
aus Verlegenheit und Unvermögen seinen aufflackernden
Gefühlen gegenüber, komponierte
Hannes Prager seine erste Klaviersonate.
Diese Melodie, die Polis sein sollte, wurde
ein Teil von ihm.“ Für Polina (S. 64) – Auch
wenn Hannes Leben viele Momente des Verlustes
und des Scheiterns durchschreitet, so
ist dieses Buch doch ein hoffnungsvolles und
wohltuend zu lesen. Nicht nur die sympathisch
verkorksten Charaktere, in die man
sich so gut hineinversetzen kann, sondern
auch der Klang der Musik, der sich durch
dieses Buch zieht, tragen die Lesenden durch
diese Welt des Hoffens. – „Vielleicht ist es
die Hoffnung auf einen Menschen, der uns
versteht. Vielleicht ist es auch eine Hoffnung,
ohne die das Leben unerträglich wäre: dass
am Ende – trotz aller Verletzungen und Fehler
und Irrungen und Missverständnisse und
Dummheiten –, dass am Ende alles gut wird.
Vielleicht ist Liebe nur ein anderes Wort für
Hoffnung.“ Für Polina (S. 289)
31
Luisa Thies: In deinem fünften
Buch schreibst du zum ersten Mal
eine Liebesgeschichte.
Was hat dich dazu bewegt?
Takis Würger: Ich war verliebt, als ich die
Arbeit begonnen habe. Und für mich ist
Liebe das schönste Thema überhaupt.
Du liest ja auch selber gerne
starke Liebesgeschichten, was
macht für dich eine richtig gute
Liebesgeschichte aus?
Vor allem, dass die Menschen mich berühren.
Wie im Distelfink oder Call me by
your name. Ich finde, man muss die Sehnsucht
der Figuren spüren können.
Das Leben deines Hauptprotagonisten
Hannes ist maßgeblich
geprägt von der Musik und ihrer
versöhnenden und heilenden Kraft.
Was bedeutet dir Musik?
Musik ist meine große Inspiration. Kaum
etwas kann mich so schnell in ein Gefühl
versetzen.
Hörst du auch Musik
beim Schreiben?
Nie. Ich brauche beim Schreiben Ruhe.
Kannst du uns ein bisschen
mitnehmen in deinen Schreibprozess?
Ich fürchte, ich schreibe viel weniger
spektakulär als andere. Ich stehe morgens
um sechs Uhr auf, trinke einen schwarzen
Filterkaffee, setze mich an den Küchentisch
und schreibe, bis mir nichts mehr einfällt
oder ich denke, jetzt sollte ich mal lieber
aufs Rennrad steigen. Es ist eine stille, einsame
Arbeit und dafür liebe ich sie.
Deine Bücher sind ja alle sehr
unterschiedlich. Wann ist eine Idee
für dich so bedeutend, dass du sie in
ein Buch verwandeln möchtest?
In meinem Kopf spiele ich täglich Ideen
für Bücher durch. Manche halten einen
Atemzug, manche einen Tag, manche sind
stark genug für ein ganzes Buch. Diese
Ideen müssen etwas haben, von dem ich
denke, es ist ewig für mich.
Und zuletzt: Dürfen wir neugierig
sein und fragen, welche Ideen sich zu
neuen Büchern momentan in deinem
Kopf tummeln?
Ich denke, ich sollte vielleicht etwas über
Schmerzen schreiben. Aber mal sehen,
ob ich das am Ende dieses Atemzugs auch
noch denke.
Takis Würger, geboren 1985, studierte Human,
Social and Political Sciences in Cambridge. Für das
Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete er aus
Afghanistan, Libyen und dem Irak. Seit 2020 ist
er freier Autor. Seine Romane Der Club und Stella
waren Bestseller und sind in viele Sprachen übersetzt.
Takis Würger lebt in Leipzig.
Buchtipp:
Takis Würger:
Für Polina
Diogenes, 304 S., € 27,80
Lesung:
Takis Würger
liest aus Für Polina
Mi., 19. November 2025,
19:00 Uhr
Buchhandlung Stierle, Salzburg
Eintritt: € 9,00
Veranstaltung:
Hermann Glettler
(Bischof von Innsbruck) und
Abualwafa Mohammed
(ehem. Imam und Religionslehrer
in Wien) im
Gespräch mit Silke Meyer
(Universität Innsbruck)
Mo., 24. November 2025,
19:30 Uhr
Wagner’sche Buchhandlung,
Innsbruck
Eintritt: frei!
(um Anmeldung wird gebeten:
literatur@wagnersche.at)
Mit unserem Buch
wollen wir Auswege
aus den Spiralen des
Hasses aufzeigen.
© dibk sigl
Zwei Stimmen, ein Weg
Zwei unterschiedliche Lebenswege, ein
gemeinsames Ziel: Precious Chiebonam Nnebedum
im Gespräch mit Bischof Hermann Glettler
Wagner’sche
Innsbruck
Bücher seit 1639
In ihrem Buch zeigen Bischof Hermann
Glettler und Imam Abualwafa Mohammed,
wie Dialog Brücken schlägt und Freiheit
lebendig wird.
Precious Chiebonam Nnebedum:
Im Buch sprechen Sie darüber, dass
unsere Gesellschaft oft dialogunfähig
wirkt. Was macht es Ihrer Ansicht
nach heute so schwer, miteinander
ins Gespräch zu kommen – vor
allem über Themen, bei denen man
unterschiedlicher Meinung ist?
Bischof Hermann Glettler: Wir haben großteils
verlernt, einander zuzuhören. Vermutlich
die größte Herausforderung unserer
nervösen Zeit. Wirklich zuhören, d. h., dem
anderen, seiner Erfahrung in uns Raum und
Stimme zu geben – den erfreulichen Momenten,
die jemand mit uns teilen möchte,
aber auch den vielfältigen Enttäuschungen.
Soziale Aggressionen entstehen, wenn Menschen
permanent das Gefühl haben, dass
sie nicht gehört werden, mit ihren Anliegen
keine Resonanz finden. Und wir haben uns
leider viel zu gut in unseren eigenen Bubbles
eingerichtet – eingebunkert, möchte ich
sagen. Die Algorithmen in den sozialen
Medien verstärken diese Filterblasen. Kein
Wunder, dass die ideologischen Sonderwelten
immer weiter auseinanderdriften. So
entfremden wir uns voneinander und generieren
eine Angst vor echten Begegnungen.
Abualwafa und ich versuchen, all diesen
Tendenzen zum Trotz ein Beispiel zu geben,
dass sehr unterschiedliche Welten einander
begegnen können.
Anlass für das Dialogbuch sind
ja auch die weltweiten Hass- und
Gewaltexzesse, die uns ohnmächtig
zurücklassen. Ist es möglich, diese
Ohnmacht zu überwinden?
Ja, ich denke schon. Wir müssen unsere
Menschlichkeit dagegenhalten und uns
nicht einreden lassen, dass Empathie die
eigentliche Krankheit der Menschheit
sei, wie dies Elon Musk vor einiger Zeit
33
gepostet hat. Tatsächlich braucht es ein
beständiges Training, eine innere Entschlossenheit,
um dem Bösen keinen
weiteren Raum zu öffnen. Mit den täglichen
News sehen wir, dass der Hass in
jeder Hinsicht zerstörerisch wirkt – oft
über Generationen hinweg. Mit unserem
Buch wollen wir Auswege aus den Spiralen
des Hasses aufzeigen. Abualwafa
und ich sprechen nicht zuletzt offen über
die Gewaltpotentiale von Religion und
benennen die Gefahren, die von fanatisierten,
verhetzten Gläubigen ausgehen. Aber
viel stärker sind die spirituellen Quellen
in unseren Glaubenstraditionen, die dem
Frieden dienen – der Achtung der menschlichen
Würde, unabhängig von Geschlecht,
ethnischer Zugehörigkeit oder Religion.
Freundschaften zwischen
Menschen mit völlig verschiedenen
Überzeugungen scheinen immer
seltener zu werden. Wie kann man
solche Freundschaften trotzdem
aufbauen oder bewahren?
Freundschaft entsteht durch Interesse über
den eigenen Tellerrand hinaus. Sie wächst
mit der Aufmerksamkeit, die man einander
schenkt. Der Leipziger Soziologe Hartmut
Rosa hat es so formuliert: Aus dem
Modus der Aggression in den Modus der
Ansprechbarkeit kommen. Freundschaft ist
letztlich ein Geschenk, ein Vertrautwerden
in einer Beziehung. Man muss dafür offen
sein, dann kommt es häufiger vor. (lacht)
Abualwafa und ich kennen uns mittlerweile
seit 15 Jahren, kennengelernt haben wir uns
bei interreligiösen Begegnungen in Graz.
Für uns beide waren Menschen prägend,
die Freude am Leben hatten, gerade weil sie
sich gegen Andersdenkende oder Andersgläubige
nicht abgeschottet haben. Für
mich war es mein Vater, der ein Meister
der unkonventionellen Begegnungen war –
und für Abu war es seine Mutter. Sie war
früh Witwe, hat aber ihr Haus zu einem
Treffpunkt für viele gemacht. Und das
als Frau in einer dominant patriarchalen
Gesellschaft! Wichtig ist, dass man sich
nicht negativ bevormunden lässt – vor
allem nicht von jenen, die mit den vielen
Ängsten unserer Zeit ihre Politik machen.
Ja, Freundschaften über scheinbare ideologische
Barrieren hinweg sind möglich!
Und heilsam für unsere Zeit.
Nach all den Krisen, die die
Gesellschaft und Kirche erlebt haben
– was macht Ihnen persönlich heute
am meisten Hoffnung?
Hoffnung geben mir junge Menschen, die
trotz der vielen apokalyptischen Prognosen
und einer vielfach beschädigten Zuversicht
nicht aufgeben. Sie sind in ihrer Weise innovativ
und besitzen den nötigen solidarischen
Geist, den es für unsere verwundete Welt
braucht. Ich kann ihnen nur ein gutes Maß
an Unzufriedenheit wünschen – damit sie
nicht aufhören, an einer besseren, gewaltärmeren
Zukunft mitzugestalten, wo nicht die
Gier nach immer mehr und ein rücksichtsloses
Recht des Stärkeren gelten. Und es
gibt mir Hoffnung, dass jeder Mensch, der
Gottes Gegenwart in seinem Leben wahrnimmt,
mit dessen Hilfe auch jederzeit neu
beginnen kann. Ein Umdenken ist möglich,
auch wenn unsere Welt in vielen Bereichen
den kritischen Kipp-Punkten dramatisch
nahegekommen ist.
Eine ungekürzte Version des
Gespräches finden Sie auf unserer
Homepage ww.wagnersche.at
Hermann Glettler, geb. 1965, studierte Theologie
und Kunstgeschichte und wurde 1991 zum Priester
geweiht. Seit 2017 ist er Bischof von Innsbruck; er
engagiert sich für zeitgenössische Kunst und erregt
durch seine originellen Aktionen und mitreißenden
Predigten immer wieder große Aufmerksamkeit.
Buchtipp:
Hermann Glettler und
Abualwafa Mohammed:
Nicht den Hass,
die Liebe wählen
Herder, 192 S., € 23,70
Buchtipp:
Lizz Görgl und
Michael von Kunhardt:
Die Magie des Flows
Campus, 224 S., € 28,80
… und ich finde,
Sport und
Musik sind sich
im Grunde sehr
ähnlich.
© Barbara Wirl
Bretter, die die
Welt bedeuten …
Lizz Görgl und ihr neues Buch
Die Magie des Flows
Wagner’sche
Innsbruck
Bücher seit 1639
Beim Literarischen HausQuartett begrüßen
wir heuer zwei tolle Persönlichkeiten, die
beide auf Brettern stehen und damit erfolgreich
waren/sind. Zum einen kommt Schauspieler
und Regisseur Martin Leutgeb und
dann freuen wir uns auf die ehemalige Weltmeisterin
und jetzige Autorin und Musikerin
Lizz Görgl!
Robert Renk: Seit dem Rücktritt
2017 vom aktiven Skisport sieht
man Sie dennoch immer wieder
im Fernsehen oder bei Skirennen,
z. B. in Kitzbühel. Allerdings haben
Sie die Bretter gegen das Mikro
getauscht und treten als Musikerin
auf. Wie kam es dazu?
Lizz Görgl: Tanzen und singen haben mich
schon als Kind begeistert. 2011 habe ich bei
der Eröffnung der Ski-WM in Garmisch/
Partenkirchen vor 3.000 Zuseher*innen
gesungen, am nächsten Tag wurde ich
das erste Mal Weltmeisterin. Ich liebe die
Kunst und kreativ zu sein, und ich finde,
Sport und Musik sind sich im Grunde sehr
ähnlich – es sind Ausdrucksformen, die
jeder Mensch auf der Welt, unabhängig
von Herkunft und Kultur, versteht und die
verbinden.
Ein Mikro haben Sie auch als
Moderatorin und als Keynote-
Speakerin. Was macht Ihnen am
meisten Spaß bei dieser Arbeit?
Zum einen stehe ich gerne auf der
Bühne, das fordert und reizt mich, da habe
ich das Gefühl, es geht um etwas, vielleicht
ähnlich wie früher, wenn ich am Start gestanden
bin, und zum anderen habe ich im
Leben so viel Schönes erfahren, durch
den Weg, den ich gegangen bin, und durch
die Erfahrungen, die ich gemacht habe.
35
Ich glaube, ich habe viel zu erzählen und
kann Menschen vielleicht inspirieren durch
die Art und Weise, wie ich dem Leben begegne.
Sie sind von Innsbruck nach
Niederösterreich und dann nach Wien
gezogen. Fehlt Ihnen dort etwas?
Was waren Ihre Lieblingsplätze
in Innsbruck?
Ich bin nach wie vor sehr gerne in Innsbruck
und ein Teil meiner Familie lebt ja
hier. Ich habe über 20 Jahre meines Lebens
in Tirol gelebt, bin zu 50 % von Mamas
Seite genetisch Tirolerin und habe mich in
den Bergen immer zu Hause gefühlt. Das
wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
Wenn ich nach Innsbruck komme, schätze
ich diese schöne, aktive Stadt inmitten
dieser prächtigen Berge. Es gibt viele Plätze,
die ich hier liebe … aber die Luft hier ist
einzigartig!
Sie waren bei Trainern und
Kolleg*innen immer auch als
„Motivationswunder“ bekannt
und haben nun (zusammen mit
Mentaltrainer Michael von
Kunhardt) dazu ein Buch verfasst,
dass den Titel Die Magie des Flows
trägt und soeben beim renommierten
Campus Verlag erschienen ist. Was
dürfen die Leser*innen erwarten?
Neben dem wissenschaftlichen Background
zur Thematik Flow dürfen die
Leser*innen sehr besondere Flow-Momente
aus meinem Leben als Spitzensportlerin
und darüber hinaus erwarten, mit der Brille
von Michael kommentiert und analysiert.
Auch Flow-Momente aus seiner Hockeyspieler-Zeit
und tolle, spannende Interviews
von Expert*innen aus unterschiedlichen
Feldern, wie beispielsweise dem renommierten
Hirnforscher Dr. Bernd Hufnagel, dem
Mentalcoach-Kollegen Harald Pachner
oder dem Ernährungs- und Sportwissenschaftler
Dr. Mag. Mag. Reinest Innerhofer
und der Kommunikationsexpertin, vielfachen
Buchautorin und fünffachen Mutter
Katharina Pommer, MSc, sind dabei, um
nur ein paar zu nennen. Außerdem haben
sehr erfolgreiche Kolleg*innen aus dem
Spitzensport und aus der Kunst ihre Flow-
Erlebnisse mit uns geteilt. Da möchte ich
noch nicht zu viel verraten, aber es war
hochinteressant, mit allen diesen Personen
Interviews zu führen, und ich glaube, das
Buch macht sehr neugierig auf diesen ganz
besonderen Flow-Zustand, den wir hier versuchen,
begreifbar zu machen. Wir denken,
es ist für jede*n etwas dabei, nicht nur für
den High-Performance-Bereich.
Und was liegt bei Lizz Görgl am
Nachtkästchen?
Ein Buch von Seneca.
Vielen Dank fürs Gespräch.
Lizz Görgl: ist eine ehemalige österreichische Skirennläuferin
mit 42 Podestplätzen in allen Weltcup-
Disziplinen. Ihr größter Erfolg war der Doppelweltmeistertitel
2011 im Super-G und in der Abfahrt.
Seit ihrem Rücktritt im Juni 2017 ist die zweifache
Olympiamedaillengewinnerin als Sängerin und Keynote-Speakerin
zu den Themen Potenzialentfaltung,
Motivation und Durchhaltevermögen tätig.
Veranstaltung:
Literarisches HausQuartett
Mit Lizz Görgl und
Martin Leutgeb
Moderation: Robert Renk
& Andrea Wieser
Livemusik von: Guitar Tandem
(Walter Tolloy & Stefan Wolf)
Es werden folgende Bücher
besprochen: Petra Piuk: Hotel
Love (Leykam) und Robert
Prosser: Das geplünderte Nest
(Jung und Jung).
Im Anschluss wird Lizz Görgl
gerne ihre Bücher und CDs
signieren!
Di., 09. Dezember 2025,
19:30 Uhr
Wagner’sche Buchhandlung,
Innsbruck
Eintritt: frei!
Veranstaltung:
Mountain Day mit Robert Prosser
Moderation: Martin Fritz & Robert
Renk
Di., 9. Dezember 2025 um
19:30 Uhr
Wagner’sche Buchhandlung, Innsbruck
Eintritt: frei!
Seit Beginn des
Ukraine-Krieges
konnte ich viermal
für Reportagen
in das Land reisen.
© Yannic Steuerer
Zwischen
Bergen & Beirut
Robert Prosser kennt beides gut und kann daher
treffend auf die Fragen von Robert Renk antworten …
Wagner’sche
Innsbruck
Bücher seit 1639
Der Tiroler Ausnahmeautor schreibt immer
im Grenzbereich. Auch in seinem neuen
Roman landen die Leser*innen sowohl in
Beirut als auch in Alpbach. Zwischen seinen
Auftritten am Tiroler Landestheater nimmt
er sich Zeit für den Mountain Day und beantwortet
Fragen von Robert Renk
Robert Renk: In deinem neuen
Roman gehst du in die Fremde,
zum einen geografisch nach Beirut,
zum anderen historisch in deiner
eigenen Heimatgemeinde. Was hat
dich mehr befremdet?
Robert Prosser: Eine sehr gute Frage.
Es ist jeweils ein anderer Zugang zur Befremdlichkeit:
In Bezug auf den Libanon
war es der Versuch, die Distanz zu überwinden,
der Fremde ein wenig Vertrautheit
abzugewinnen. Und bei Tirol ging es
mir darum, in der gewohnten Umgebung
eine Art von Fremde aufzuspüren. Beirut
wollte ich mir erarbeiten, erschließen. Und
Alpbach – das Dorf, das in einer fiktionalisierten
Weise im Roman als Vorlage dient –,
das musste umgekrempelt werden, um abseits
der bekannten Wege und Geschichten
Rätselhaftes und Überraschendes zu finden.
Du hast ausgiebige Recherchereisen
in den Libanon gemacht und auch
schon darüber in deinen Büchern
geschrieben. Was lernen die
Leser*innen nun Neues darüber in
Das geplünderte Nest?
Im Roman finden sich jene Facetten Beiruts,
die mir selbst neu waren. Einer der
mitunter faszinierendsten Aspekte dieser
Stadt ist, dass sie viele Blickwinkel und
Ansätze erlaubt und immer wieder anders
erzählt werden kann. Die Romanhandlung
setzt im Frühjahr 2024 ein – zu einem Zeitpunkt,
zu dem sich Beirut als sehr dunkel
und verlassen zeigte, wortwörtlich: Stromausfälle,
die auffällige Leere einer Stadt,
aus der viele Menschen geflohen sind.
37
Die Hisbollah präsentierte sich als Macht
im Hintergrund, doch war zu erahnen, dass
man im Zuge des Gaza-Krieges auf eine
Zäsur zusteuerte. Es war ein Moment in
der jüngeren Vergangenheit, den ich als aufwühlend,
aber auch faszinierend empfand
und im Roman festzuhalten versuchte.
Im neuen Roman spielt auch ein
ukrainischer Kriegsgefangener eine
wichtige Rolle. Du warst nicht nur im
Libanon, sondern auch öfters in der
Ukraine, wärst dort sogar fast
einmal verhaftet worden. Was hat
es damit auf sich und was kannst du
den Leser*innen über die Ukraine
im Kriegszustand erzählen?
Seit Beginn des Ukraine-Krieges konnte
ich viermal für Reportagen in das Land
reisen, auch dank der Unterstützung des
Verlags Meridian Czernowitz, in dem u. a.
Serhij Zhadan veröffentlicht. Ich war in
Charkiw, in Cherson, im westukrainischen
Hinterland, quer durch, oft mit Fokus auf
die ukrainischen Dichter und Dichterinnen,
die weiterhin im Land aushalten. Die
Beinahe-Verhaftung kam einer Unachtsamkeit
meinerseits zuschulden, ich habe
in Saporischschja den Staudamm am
Dniepr fotografiert und wurde der russischen
Spionage verdächtigt. Aber wie es
mir in der Ukraine ergeht, ist im Grunde
nebensächlich, wichtig scheint mir, die
Einzelschicksale der Menschen vor Ort
festzuhalten, zu schildern, was die Invasion
mit einer Gesellschaft macht, und welche
Möglichkeiten der Literatur bleiben, um
darauf zu reagieren.
Dein vorhergehender Roman
Verschwinden in Lawinen (Jung und
Jung 2023) ist zurzeit am Tiroler
Landestheater zu erleben! Wie darf
man sich das vorstellen? Und gibt es
noch Karten?
Dankenswerterweise dürfen Lan Sticker,
mein Kollaborationspartner am Schlagzeug,
und ich im Stück mitwirken, was eine
ganz besondere Erfahrung ist. Gemeinsam
mit der Regisseurin und dem Ensemble
haben wir meine Dramatisierung des Romans
weitergedacht. Im Zusammenwirken
von Schauspiel, Licht, Musik und Bühnenbild
ist daraus ein Kunstwerk entstanden,
das mich selbst ziemlich überrascht, ein
neuer Zugang zur Geschichte im Buch.
Und ja, es gibt Karten, aber nicht mehr
viele, ich freue mich, wenn man die Gelegenheit
noch schnell ergreift!
Robert Prosser, geboren 1983 in Alpbach in Tirol.
Er studierte Komparatistik sowie Kultur- und
Sozialanthropologie in Innsbruck und Wien. Autor
und Performancekünstler. Mitglied der Gruppe Text
ohne Reiter. Für seine Romane hat er zahlreiche
Auszeichnungen erhalten, u. a. den Reinhard-
Priessnitz- Preis 2014. Mit Phantome (2017) stand er
auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Zuletzt
erschienen: Verschwinden in Lawinen (2023) und
Das geplünderte Nest (2025), beide Jung und Jung.
Das Stück zu seinem Roman Verschwinden in
Lawinen wird noch bis 3. Dezember 2025 – mit
ihm und Schlagzeuger Lan Sticker – aufgeführt.
Karten unter: www.landestheater.at
Buchtipp:
Robert Prosser:
Das geplünderte Nest
Jung und Jung, 176 S., € 25,00
Veranstaltung:
Mountain Day mit Robert Prosser
Moderation: Martin Fritz &
Robert Renk
Mi., 10. Dezember 2025, 19:30 Uhr
Wagner’sche Buchhandlung,
Innsbruck
Eintritt: frei!
Buchtipp:
Lukas Pellmann:
Zwei Tage
im Sommer
Ed. Atelier,
304 S., € 25,00
Wir tun uns oft (zu) leicht
mit der Beurteilung
globaler Entwicklungen
oder Krisen.
© Jorghi Poll
Schreiben ist
immer auch ein
bisschen Therapie
Wie eine Dystopie in dystopischen Zeiten Leser*innen
Kraft geben kann, erzählt Autor Lukas Pellmann
im Gespräch mit Dagmar Harbich.
Leporello
Wien
Bücher seit 1639
Dagmar Harbich: Wie entstand
die Idee, sich einen in der Zukunft
liegenden Krieg zwischen Ungarn
und Österreich als Rahmen
für seinen Roman auszudenken?
Lukas Pellmann: Ich habe mit dem Schreiben
des Textes im Jahr des Beginns des russischen
Angriffskrieges gegen die Ukraine
begonnen. Wie so viele andere auch, war
ich damals erschüttert und ernüchtert darüber,
dass so etwas im Jahr 2022 in Europa
möglich ist. Und natürlich hatte ich auch
Angst. In so einem Moment fange ich zu
schreiben an, das hilft mir ungemein, weil
ich mich dann auf rationale Art und Weise
mit diesem angsteinflößenden Auslöser
beschäftigen muss. Ein Autorenkollege hat
mal gesagt, dass Schreiben für ihn immer
auch ein bisschen Therapie ist, und das
trifft es in diesem Fall wohl ganz gut.
Warum haben Sie sich für
einen fiktiven Krieg als Setting
entschieden? Sie hätten ja auch
die ausreichend dramatische
Gegenwart als Rahmenhandlung
hernehmen können?
Wir tun uns oft (zu) leicht mit der Beurteilung
globaler Entwicklungen oder
Krisen, weil vieles davon weit weg von uns
passiert und wir die Folgen nur indirekt,
durch zum Beispiel höhere Preise oder steigende
Flüchtlingszahlen, spüren. Mich hat
beim Schreiben interessiert, wie es einem
geht, wenn sich das, was nach wie vor in der
Ukraine passiert, vor der eigenen Haustür
ereignet.
39
Es ist aber wohl nicht zu
befürchten, dass Ungarn eines Tages
wirklich Österreich angreift …
Aktuell erscheint das natürlich unvorstellbar.
Aber wenn man sich anschaut, wie
Russland im Fall der Gebiete im Osten der
Ukraine argumentiert und wie Ungarns
Premierminister Viktor Orbán seit Jahren
nationalistische Politik betreibt, Feindbilder
schürt und die ungarische Demokratie
aushöhlt, gibt es da schon Parallelen. Vor
drei Jahren – da lief der russische Überfall
auf die Ukraine bereits seit einem halben
Jahr – zeigte sich Orbán im Rahmen eines
Fußballspiels mit einem Schal, auf dem die
Grenzen Großungarns abgebildet waren.
Und Großungarn bedeutet immer auch:
inklusive Burgenland.
Im Roman wird thematisiert,
dass am Beginn einer zum Krieg
führenden Entwicklung immer
eine aggressive Sprache steht.
Sprachliche Verrohung steht oft am Beginn
einer Spirale, die irgendwann in Gewalt
mündet. Egal ob im erbitterten Streit mit
dem Nachbarn oder zwischen zwei Staaten.
Aber, und das ist mir besonders wichtig,
diese Entwicklung kann durch Wachsamkeit
und Courage unterbrochen werden.
Wenn wir nicht wollen, dass in unserer
Gesellschaft ein immer aggressiveres Klima
herrscht, welches am Ende ja nur wieder
den extremen Stimmungsmacher*innen
nützt, sollten wir alle auf unsere Sprache
achten.
Die reale Welt wirkt aktuell
schon düster genug, warum
haben Sie sich trotzdem für ein
dystopisches Szenario in Ihrem
Roman entschieden?
Die literarische Auseinandersetzung mit
den realen Gefahren unserer Welt kann
nicht nur unsere Resilienz stärken, sondern
auch unser Bewusstsein dafür schärfen,
dass wir unseren gesellschaftlichen Frieden
und unseren Wohlstand verteidigen müssen.
Die Figur des Balázs Varga ist dafür ein
gutes Beispiel: Er hat sich nie für Politik
interessiert. Erst durch den Krieg merkt er,
dass seine gleichgültige Haltung ein Fehler
war. Als er das realisiert, steckt er nicht den
Kopf in den Sand, sondern kämpft für das,
was ihm als richtig erscheint. Die Charaktere
in meinem Roman lehnen sich trotz aller
Gefahren auf und kämpfen, wachsen über
sich hinaus. Die daraus entstehende Kraft
kann den Leser*innen viel Positives mit auf
den Weg geben.
Lukas Pellmann wurde 1979 in Essen geboren und
lebt seit seinem elften Lebensjahr in Wien. Er studierte
Geschichte und Politikwissenschaft und ist
u. a. als Journalist tätig. Seit 2015 betreibt er den
Blog www.pellmanns-buchsalon.at, er hat einen
Roman sowie zuletzt bei Emons eine Krimireihe
über den Neusiedler See veröffentlicht.
Buchpräsentation:
Lukas Pellmann liest aus
Zwei Tage im Sommer
Moderation: Dagmar Harbich
Do., 15. Jänner 2026, 18:30 Uhr
Leporello – die Buchhandlung,
Wien
Eintritt: € 7,00
Ein Dorn im
Auge des Sturms
Jan Beck (der – wir sind ja unter uns – niemand geringerer
als der Innsbrucker Autor Joe Fischler ist) präsentiert seinen
neuen Thriller in der Wagner’schen!
Buchtipp:
Jan Beck:
Dorn. Ruf der Toten
Penguin,
480 S., € 17,50
Buchpräsentation:
© Astrid-Eckert
Nach seinen erfolgreichen Krimiserien bei
Haymon und Kiepenheuer & Witsch hat
sich der Innsbrucker Autor Joe Fischler
ein Pseudonym zugelegt, um noch härteren
Stoff unter die Thriller-Leserschaft
zu bringen. Geschult an Aichner, Gruber
und Fitzek hat er als Jan Beck Thriller
rund um Inga Björk und Christian Brand
(Das Spiel, Die Nacht, Die Spur, Das
Ende) geschrieben. Allesamt landeten sie
auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste. Dorn.
Zimmer 103. Hotel der Angst, der Auftakt
zu Becks neuer Thriller-Reihe um den
Kriminalpsychologen Simon Dorn und
die junge, toughe Ermittlerin Lea Wagner,
mit Schauplätzen in Bad Gastein, Wien
und Hamburg, stürmte ebenso die Bücher-
Charts. Dorn. Zimmer 203. Ruf der Toten
ist der zweite Fall für das ungewöhnliche
Ermittlerpaar.
Simon Dorn, nach dem Tod seiner
bisherigen „Sponsorin“ Karla Hofbauer
finanziell am Abgrund, wird über das
Internet von einer mysteriösen Klientin
kontaktiert. Was als Hilferuf beginnt, entpuppt
sich als Teil eines perfiden Spiels. Als
sie den Kontakt abbricht, bittet Dorn Lea
Wagner, bei der Klientin nach dem Rechten
zu sehen. Doch die Frau ist tot – verdurstet!
Neben der Leiche steht ein Computer, auf
dem eine KI läuft, die im Namen der Toten
mit Dorn kommuniziert hat. Dorn sieht
eine Verbindung zu einem ungelösten Fall,
bei dem ein Täter seine Opfer in seinem Beisein
verdursten ließ. Ist er nun zurück? Und
warum wenden sich die Toten ausgerechnet
an Simon Dorn? Dorn und Wagner müssen
sich auch in diesem Fall zusammenraufen,
wenn sie den Mörder stoppen wollen. Und
erneut erweisen sich ihre unterschiedlichen
Temperamente und Methoden als äußerst
zielführend.
Und wer es nicht zur Lesung schafft, kann
Joe Fischler (aka Jan Beck)
sein persönlich signiertes Buch vorbestellen
liest aus Dorn. Ruf der Toten
unter: literatur@wagnersche.at!
Moderation: Helena Töchterle
Mi., 21. Jänner 2026, 19:30 Uhr
40
Wagner’schen Buchhandlung,
Innsbruck
Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit
Wagner- oder Ö1-Card
Wagner’sche.
Stehenbleiben,
wenn die Welt rast
Julia Pustet gelingt ein pulsierender Text,
der zwischen Härte und Leichtigkeit den exakten
Ton trifft und: süchtig macht.
Alles ganz schlimm ist Drama, Schmerz,
Humor und ein tiefer Blick in die Dynamiken
und Zerwürfnisse unserer Zeit. Mitreißend
und pointiert liefert Julia Pustet die Geschichte
einer Frau, die sich mit der ganzen
Welt konfrontiert – und am Ende nur wieder
bei sich selbst ankommt.
Feminismus, Politisierung,
tiefgehende Freund*innenschaften
und aufschürfende Familienbeziehungen
– alles Themen,
die dein Romandebüt Alles ganz
schlimm behandelt. Wie würdest
du den Inhalt deines Buches in eigenen
Worten beschreiben?
Julia Pustet: Alles ganz schlimm ist
ein Buch über eine Frau Mitte dreißig, die
Sounddesignerin, eigentlich aber klassische
Musikerin ist und so vor sich hinlebt.
Sie pflegt ihre Affären, ihre Beziehungen,
ihre Freund*innenschaften, aber irgendwie
ist immer der Wurm drin, irgendwas
funktioniert immer nicht so ganz richtig.
Es entstehen wiederholt Konflikte, die
sich zum Teil auch ähneln, und alles bleibt
an der Oberfläche, bis ihr eines Tages
ein Text gestohlen wird, den sie nur für
sich selbst geschrieben hat. Der Text, der
nie zur Veröffentlichung gedacht war, ist
nun aber in der Öffentlichkeit und richtet
dort einiges an. Durch das, was ihr von
außen gewissermaßen geschieht, findet die
Figur zu sich selbst, aber auch in ihre Beziehungen
zurück. Am Ende ist es ein Buch,
in dem es ums Sich-in-Beziehung-Setzen,
Freund*innenschaft und Solidarität geht.
© Haymon Verlag/Fotowerk Aichner
Bücher seit 1639
Julia Pustet ist Autorin, Musikerin und immer
Antifaschistin. In den Sozialen Medien schreibt
sie über Intersektionalität, Feminismus und
Antisemitismus in der linken Szene. Nach zahlreichen
Veröffentlichungen, u. a. im Kaput-Magazin,
erschien mit Alles ganz schlimm (September 2025)
das emotionale und starke Romandebüt.
41
Buchtipp:
Julia Pustet:
Alles ganz schlimm
Haymon Verlag
360 S., € 25,90
Bücher
für
Kinder
und
Jugend:
Jung,
aber
oho!
Als eines Tages aus einem
Ei ein geheimnisvolles und
einzigartiges Wesen schlüpft,
ändert sich das Leben des
Waisenmädchens Nelly für
immer. Camou ist halb Fledermaus,
halb Chamäleon, ein
Hauch von Drachen. Er wächst
rasend schnell und Nelly, die
beim legendären Sternenzirkus
Unterschlupf gefunden hat, soll
ihn zur Unterhaltung der feinen
Gesellschaft dressieren. Camou
aber sehnt sich nach Freiheit.
Ein scheinbar unmöglicher
Wunsch. Denn in Rustgate
schweben freie magische Tierwesen
in ständiger Gefahr.
Kira Gembri:
Nelly Emberwing –
Die verbotenen Wesen von Rustgate
Arena, 320 S., € 17,50
Wie können Tiere springen,
schwimmen und fliegen? Wie
greifen, graben und beißen sie?
Dieses Sachbuch vermittelt
faszinierendes Wissen über
zahlreiche Tierarten, von der
Springmaus über das Gürteltier
bis hin zum Blauwal, und
lädt dazu ein, das Wunder der
Knochen und Skelette hautnah
zu entdecken. Du lernst die
verschiedenen Merkmale und
Funktionen von Tierknochen
kennen und wie die Tiere sich so
den unterschiedlichen Umweltbedingungen
anpassen. Eine
einzigartige Reise ins Innere der
Tierwelt!
Howard Jules, Chervelle Fryer:
Bones – Knochen und Skelette in der
Tierwelt
Magellan, 88 S., € 25,70
Ein neuer BilderBuchBanden-
Sammelband für eine neue
Lesegeneration: Die beliebtesten
Held*innen versammeln sich
nun in einem Band! Der Regenbogenfisch,
Kleiner Eisbär,
Heule Eule, Familie Maus oder
Pauli – sie alle zählen zu den
Klassikern im Kinderzimmer.
Zehn bekannte Geschichten,
ungekürzt und in hochwertiger
Ausstattung mit Halbleinen.
Die Coverillustration stammt
wieder aus der Feder des preisgekrönten
Illustrators Torben
Kuhlmann.
Die Lieblinge der BilderBuchBande
Nordsüd Verlag, 256 S., € 26,70
Der Job klang leicht: Die
Schwestern Ruby und Wren
sollten einen Abend lang die
Enkeltöchter der exzentrischen
Mrs Blackgate spielen – während
eines Dinners im legendären
Hegemony Manor. Doch
nun sind sie im Herrenhaus
eingesperrt, ein Geist hat einen
Wettkampf ausgerufen und
außer ihnen sind alle Gäste
Hexen. Um zu überleben,
müssen sie innerhalb von drei
Tagen eine Reihe von Rätseln
lösen. Und Ruby darf auf keinen
Fall Auden vertrauen, dem
Elementarmagier, der sie nicht
aus den Augen lässt.
Sarah Henning:
The Blackgate Invitation
Ravensburger, 512 S., € 19,50
Der wunderschöne Schimmel
Kranich führt ein verwöhntes,
aber langweiliges Leben am
Hof des Grafen – bis zur magischen
Nacht vor seinem dritten
Geburtstag. In dieser Nacht
lernt Kranich den Stalljungen
Johan kennen, der die Sprache
der Tiere versteht und spricht.
Doch noch mehr Wundersames
geschieht: Ein Feenwesen
flattert in Kranichs Stall und
bietet ihm ein Geschenk an, das
sein Leben für immer verändern
würde. Wie wird sich Kranich
entscheiden?
Cornelia Funke, Sara-Christin Richter:
Das Pferd des Grafen
Dressler, 40 S., € 21,60
Kurara hütet ein großes
Geheimnis: Sie kann Papiermagie
wirken, die von der
Königsfamilie verboten wurde.
Als Kuraras bester Freund
in Gefahr gerät, muss sie ihre
verborgenen Kräfte jedoch
trainieren und sich auf eine
gefährliche Reise machen. Das
Abenteuer führt sie an den
königlichen Hof, an dem sie
nicht auffallen darf. Denn seit
die Shikigami, wilde Papiergeister,
das Land heimsuchen,
ist die Prinzessin auf der Suche
nach denen, die die Magie
kontrollieren können. Ihr Leben
ist in Gefahr.
Ann Sei Lin:
Rebel Skies –
Verbotene Papiermagie Bd.1
Ars Edition 353 S., € 18,50
London, 1851. Joshua Jackelby,
ein cleverer Zeitungsjunge,
träumt von einem eigenen
Pferd und einer Zukunft als
königlicher Bote. Als er einen
verletzten Hundewelpen aus der
Themse rettet, ahnt er nicht,
dass dies sein Leben für immer
verändern wird. Zusammen
mit seinen Freunden und seiner
treuen Hündin Hazel stellt
sich Josh den düsteren Schatten
Londons: einer Welt aus
Straßenbanden, Schurken und
verborgenen Geheimnissen.
Mit historischer Stadtkarte und
hochwertiger Ausstattung.
Benedict Mirow:
Joshua Jackelby
Thienemann, 400 S., € 18,50
Mächtige Hexen schützen
England vor den fantastischen
Wesen aus dem Land Faerie.
Doch hüte dich davor, den
Wald zwischen den Reichen zu
betreten. Cassandra Morgan
hat es geahnt: Die Geschichten
in ihren Büchern sind nicht
nur Märchen. Was sie jedoch
nicht wusste: Sie gehört einer
Familie von Hexen an. Mit dem
Umzug nach Hartwood Hall,
in das Haus ihrer Tante, beginnt
für Cassandra ein Leben
voller Magie. Sie findet jedoch
schnell heraus, dass sie das
einzige Verbot, das ihre Tante
ausgesprochen hat, übertreten
muss.
Skye McKenna:
Cassandra Morgan –
Der goldene Schlüssel Bd.1
Ravensburger, 416 S., € 17,50
Das friedliche Leben des
Regenbogenfisches wird mit
einem Mal gefährdet. Er und
sein Schwarm geraten in ein
Schleppnetz, das sich über dem
Meeresboden ausbreitet. Nun
ist es einmal der Regenbogenfisch
selbst, der Hilfe braucht.
Zum Glück halten die Meeresbewohner
zusammen. Eine
spannende Geschichte über ein
relevantes Umweltthema.
Marcus Pfister:
Der Regenbogenfisch in Gefahr
Nordsüd Verlag, 32 S., € 19,50
Der vierzehnjährige Calum ist
ohne Eltern aufgewachsen –
und er spürt, dass er nicht nur
deswegen anders ist als alle
Jugendlichen, die er so kennt.
Sein Leben ändert sich schlagartig,
als er in seiner neuen
Wohngruppe Jasleen, Skye und
Miro begegnet. Als die Jugendlichen
zufällig feststellen, dass
sie rund um die Uhr beobachtet
werden, entdeckt Calum ihr
Geheimnis: Sie alle sind das
Ergebnis eines skrupellosen
wissenschaftlichen Experimentes,
sie sind Hybride aus
Mensch und Tier.
Gina Mayer:
Wilderland – Der Wald
cbj, 240 S., € 16,50
Da müssen alle hin. Mit dem
Auto. Nach Wuppertal. Mama
ist genervt vom Packen, Papa
davon, dass er einen Kratzer ins
Auto gefahren hat. Die Oma
sucht ihr Handy, Luisa hat Hormone,
der Opa will eigentlich
lieber mit dem Zug fahren und
Tiffanys großer Bruder Max?
Nun ja, Max, der sieht irgendwie
gar nicht gut aus. Er war
letzte Nacht auf der Party eines
Freundes. Und jetzt ist Max
ein bisschen grün im Gesicht.
Als Tiffany ihre große Schwester
fragt, woran das liegen
könnte, bekommt sie eine sehr
rätselhafte Antwort: „Kleiner
Feigling.“
Marc-Uwe Kling:
Der Tag, an dem Max
dreimal ins Auto gekotzt hat
Carlsen, 72 S., € 13,40
Als der junge Taschendieb Cor
von der Stadtpolizei geschnappt
und als Arbeitssklave verkauft
wird, befürchtet er das
Schlimmste. Doch sein Käufer
ist ein Magier namens Jonathan
Fossell und unerwartet freundlich.
Er bittet Cor um Hilfe bei
seinen Ermittlungen rund um
einige sonderbare Diebstähle
und Morde und beginnt, ihn
magisch auszubilden. Zunächst
zögert Cor, da die Diebesgilde
Verräter nicht duldet. Aber
auch einige alte Freunde wie das
Mädchen Ro geraten in Gefahr.
Judith Mohr:
Stadt der Magier und Diebe
Carlsen, 416 S., € 16,50
Im Zauberwald – das sind die
Abenteuer des kleinen Ben, seines
treuen vierbeinigen Begleiters
Tyson und der Elfe Ria. Macht
euch auf und entdeckt bei einem
Spaziergang die Geheimnisse, die
Wald und Wiesen bereithalten.
Liebevolle Zeichnungen und
interaktive Elemente, die über
einen QR-Code verfügbar sind,
entführen Groß und Klein in
die wunderbare Welt der Heilpflanzen.
Und weil Entdecken
hungrig macht, gibt es viele leckere
Rezepte zum Nachmachen,
zum Beispiel Brennnesselknödel
oder Holunderblütensirup.
Mit Illustrationen von
Carmen Josefa Lindner.
Angela Eberl:
Im Zauberwald mit Ben, Ria und Tyson.
Verein Geschichten aus dem
Zauberwald, 84 S., € 29,70
Spannend
ohne
Mord
7 × Krimiautor*innen auf
wunderbaren Abwegen
3×7
Best
aber
Seller:
1
2
Das
3
Der
4
Nichts
5
Nur
6
Wackelkontakt
Nach uns der Himmel
Simone Buchholz
Suhrkamp Verlag, € 21,60
schwarze Manuskript
Heinrich Steinfest
Piper Verlag, € 24,70
längste Schlaf
Melanie Raabe
btb Verlag, € 25,70
als Gutes
Stefan Slupetzky
Picus Verlag, € 21,00
Blau
Bernhard Aichner
Haymon Verlag, € 24,00
Wolf Haas
Hanser Verlag, € 26,70
7
Kim
Novak badete nie
im See von Genezareth
Håkan Nesser
btb Verlag, € 14,40
44
Wagner’sche.
Echt
jetzt
…?
7 × Bücher, die wir auf der
Buchpreisliste vermissen
Dunkel,
dunkler,
am dunkelsten
7 × Romane, für die
man Finsternisschutzfaktor
1000 braucht*
1
Schuldhafte Unwissenheit
Karl-Markus Gauß
1
Naokos Lächeln
Haruki Murakami
Czernin Verlag, € 23,00
btb Verlag, € 14,40
2
Hier
treibt mein Kartoffelherz
Anna Weidenholzer
Matthes & Seitz Verlag, € 23,70
2
Klara
und die Sonne
Kazuo Ishiguro
Blessing Verlag, € 17,50
3
Das
geplünderte Nest
Robert Prosser
Jung und Jung Verlag, € 24,00
3
Schilten
Hermann Burger
Nagel & Kimche Verlag, € 16,50
4
Alles
ganz schlimm
Julia Pustet
Haymon Verlag, € 26,90
4
Der
Untergeher
Thomas Bernhard
Suhrkamp Verlag, € 11,30
5
Beau
Rivage: eine Rückkehr
Lydia Mischkulnig
Leykam Verlag, € 25,50
5
Requiem
für Ernst Jandl
Friederike Mayröcker
Suhrkamp Verlag, € 15,40
6
Wenn
du es heimlich machen
willst, musst du die Schafe töten
Anna Maschik
6
Anatomie
einer Nacht
Anna Kim
Suhrkamp Verlag, € 14,40
7
Wild
Luchterhand Verlag, € 24,70
Wuchern
Katharina Köller
Penguin Verlag, € 23,70
7
Wunschloses
Unglück
Peter Handke
Suhrkamp Verlag, € 9,30
*) ausgesucht von Mikael Vogel; Autor und Lyriker Berlin/Innsbruck
Entdecke
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Autorin nimmt dir die Angst vor dem Anfang,
erklärt Schritt für Schritt, wie du dein
Anstellgut fütterst, warum Teig Geduld
braucht und wie daraus Brot, Gebäck und
süße Köstlichkeiten werden.
Mit über 60 Rezepten bringt Christina
Sauerteig in deinen Alltag: Vom kräftigen
Roggen- und Dinkelbrot über luftige Pizzateige
und süße Highlights wie Zimtknoten
oder Schokobrötchen bis hin zu cleveren
Ideen zur Resteverwertung ist hier alles
dabei.
© Löwenzahn Verlag/Nadja Hudovernik
Christina Bauer ist Bäuerin, Autorin, Bloggerin,
Mama, Unternehmerin, sie gibt Online-Backkurse
und versetzt ihre Leser*innen und Fans auf allen
Plattformen in Begeisterungsstürme. Ihre unzähligen
Follower*innen wissen: Christinas Rezepte
funktionieren – einfach, unkompliziert und für alle
umsetzbar.
Buchtipp:
Christina Bauer:
Einfach backen mit Sauerteig
Löwenzahn Verlag,
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Was ist Sauerteig eigentlich genau?
Sauerteig entsteht durch natürliche Fermentation von Mehl
und Wasser. Hefen und Milchsäurebakterien verwandeln
einfache Zutaten in aromatischen, luftigen Teig – ein uraltes,
faszinierendes Zusammenspiel der Mikroorganismen
Corporate Identity
Fotografie
Packaging
Ausstellungen
Leitsysteme
Editorial Design
Webdesign
Social Media
www.himmel.co.at
Ausstellung:
Naturparkhaus Kaunergrat, Magie der Vielfalt
(in Zusammenarbeit mit heunddu)
Editorial Design:
aut. architektur und tirol,
Zwischen den Kontinenten
Corporate Identity:
Markenentwicklung,
Pillerseetal Kitzbüheler Alpen
Kampagne:
Österreichisches Kuratorium
Alpine Sicherheit, Riding Safe
Packaging:
Weingut Kornell, Hercules
Fotografie:
WK Tirol, Businessporträt Barbara Thaler
Mit
sachlichen
Empfehlungen:
Shi Heng Yi gehört zu den
bekanntesten Meistern des 21.
Jahrhunderts. Er nimmt uns
mit seinen autobiografisch geprägten
Einsichten mit auf eine
innere Reise. Doch dies ist mehr
als eine Autobiografie: Jedes
Kapitel führt die Leser*innen
über die persönliche Geschichte
hinaus in eine meditative
Innenschau. Zen-buddhistische
Einsichten eröffnen einen Raum
zur Selbstreflexion. Die zeitlosen
Lehren des Zen werden
nicht nur erklärt, sondern in
den Alltag übersetzt.
Shi Heng Yi:
Shaolin Mind
O.W. Barth, 240 S., € 26,80
Von Dezember bis Fasnacht
verwandeln sich die verschneiten
Alpen in eine Bühne
für jahrhundertealte Rituale.
Neben Bekanntem gibt es
geheime Rituale wie die Wilde
Jagd oder das Bärbeletreiben.
Die eindrucksvollen Fotografien
von Bernd Römmelt fangen
diese Traditionen ein und
zeigen den Wandel der Bräuche.
Begleitende Texte erläutern Ursprünge
und Hintergründe und
lassen uns direkt an ihrer Faszination
teilhaben. Ein atemberaubender
Einblick in die
winterliche Magie der Alpen.
Bernd Römmelt:
Maskenzauber und Dämonentanz
Knesebeck, 264 S., € 41,10
Das Gerätewunder Airfyer
erhält jetzt Einzug in die
Familienküche! In dem großen
GU-Familienkochbuch zeigen
wir Ihnen, wie Sie die Vorteile
der Heißluftfritteuse optimal
im Alltag nutzen und so Ihren
täglichen Kochstress reduzieren
können. Von knusprigen Granola
und saftigem Bananenbrot
über Hähnchenschenkeln und
käsigen Aufläufen bis hin zu
gesunden Gemüsegerichten –
unsere Rezepte sind so gestaltet,
dass sie den ganzen
Tag abdecken und dabei vollen
Geschmack garantieren.
Dusy Tanja:
Airfyer for Family
GU, 192 S., € 29,90
Tauchen Sie ein in die faszinierende
Welt der japanischen
Izakayas mit Oishii! von Stefan
Braun – dem idealen Buch für
alle, die die kulinarische Magie
Japans erleben möchten. Dieses
einzigartige Kochbuch bringt
die Atmosphäre traditioneller
japanischer Kneipen direkt zu
Ihnen nach Hause und verbindet
authentische Rezepte mit
beeindruckenden Fotografien.
Das Izakaya-Kochbuch für
authentischen Genuss.
Braun Stefan:
Oishii – Authentisch, gemütlich, bunt –
Japans Izakayas entdecken
GU, 240 S., € 40,90
Versteht Sie ihre Katze? Die
Antwort ist Ja. Ihre Katze spürt
viel mehr, als es zu scheinen vermag.
Dies betrifft das Hören,
Riechen und Sehen. Katzen
sind ausgesprochen gut darin,
etwas oder jemanden wahrzunehmen.
Im beruflichen Alltag
der Autorinnen wird ihr Potenzial
voll ausgeschöpft. In diesem
Buch erfahren Sie ganz genau,
wie diese Art der Katzentherapie
umgesetzt werden kann
– eine aufregende Art, über die
Theorie und Praxis dieser faszinierenden
Tiere zu berichten.
Renate Deimel, Karin Hediger,
Roswitha Zink:
Dr. Katze
Ecowing Verlag, 176 S., € 24,00
Viktoria Fahringer hat das
Kochtalent praktisch im Blut.
Als Kind war sie am „Tiroler
Hof“ in Kufstein. Sie übernahm
mit 20 Jahren das Lokal
und ein Jahr später war dann
auch schon die erste Haube von
Gault & Millau da. Inspiriert
von der Natur in Tirol kocht
sie sehr nachhaltig. Dieses
Buch bietet nicht nur einfache,
regionale Rezepte, sondern auch
modern interpretierte Klassiker.
Genießen Sie köstliche und
außergewöhnliche Rezepte, die
von der jüngsten Haubenköchin
Österreichs stammen.
Viktoria Fahringer:
Meine Tiroler Welt
Brandstätter Verlag, 224 S., € 36,00
Wenn man versucht, die Geschichte
des Nahen Ostens zu
verstehen, ist es, als würde man
die Züge eines Schachspiels
auf vielen Brettern gleichzeitig
verfolgen. Natalie Amiri hat auf
ihren Reisen unter anderem mit
Frauen aus Gaza gesprochen,
mit Angehörigen entführter
Geiseln und den kurdischen
Kämpferinnen in Rojava. Ihr
Buch bietet keine einfachen
Antworten. Aus Geschichten,
die zeigen, wie eng alles miteinander
verknüpft ist – und
dass wir nur verstehen können,
wenn wir die Komplexität aushalten.
Natalie Amiri:
Der Nahost-Komplex
Penguin, 416 S., € 25,70
In diesem Buch dreht sich alles
um starke Frauen. 77 Österreicherinnen
haben Großes
erreicht. Sie sind Vorbilder,
Anführerinnen und folgen ihrer
Passion. Von der Bergsteigerin,
Kaiserin oder der Literatin
Ingeborg Bachmann: Hier sind
alle dabei. Wichtige Frauen, die
ihre Spuren in der Welt hinterlassen
haben, werden in diesem
Buch auf eine spannende Art
und Weise porträtiert. Ein paar
farbenprächtige Illustrationen
erhöhen das Lesevergnügen
zusätzlich.
Nina Pavicits:
We are Austria
Styria Verlag, 192 S., € 28,00
Knödel sind wahre Alleskönner:
ob deftig mit Speck und Käse,
locker-leicht mit Gemüse, fein
gefüllt mit Fleisch oder süß mit
Schokolade und Früchten. In
diesem Buch teilen erfahrene
Bäuerinnen ihre liebsten
Knödelrezepte – authentisch,
bodenständig und gelingsicher.
Entdecken Sie 50 abwechslungsreiche
Rezepte, traditionelle
Klassiker ebenso wie neue,
überraschende Kombinationen.
Mit verständlichen Schritt-für-
Schritt-Anleitungen, Varianten
und Tipps gelingt jedes Rezept
auch zuhause. Für alle, die
Knödel lieben!
Tiroler Bäuerinnen:
Knödelzeit ist Glückszeit
Tyrolia, 152 S., € 25,00
Mit diesem Buch erleben Sie
einen vollkommen neuen Blick
auf die österreichische Geschichte
des 20. Jahrhunderts.
Es schildert nicht nur Österreichs
Geschichte auf dem
Weg zur Neutralität, sondern
es werden auch Zusammenhänge
erklärt. So wird beispielsweise
die Frage beantwortet,
wie die Positionierung der
Alpenrepublik noch heute das
Verhältnis zu Russland prägt.
Über die Ära Kreisky, bis zur
Gegenwart: György Dalos stellt
die wichtigsten Ereignisse von
1945 bis heute in Essays dar.
György Dalos:
Neutralität und Kaiserschmarrn
C. H. Beck, 224 S., € 26,80
Ob Halloween, Weihnachten,
Ostern, Geburtstage oder
Sommerfeste – dieses Buch
bietet die perfekten Backideen
für jeden Anlass! Von frühlingshaften
Tartes über herbstliche
Quiches bis hin zu festlichen
Plätzchen und kleinen Naschereien
finden sich hier kreative
süße und herzhafte Rezepte, die
garantiert gelingen. Fantastische
Fotos machen dieses Buch
zum Augenschmaus, der in
keiner Küche fehlen darf.
Celine Hruschka:
Backen. Feiern. Genießen
Tyrolia, 192 S., € 29,00
Fest steht, dass Videospiele
einen großen Einfluss auf die
durchschnittlich 36-jährigen
Spieler*innen haben, aber
sind sie gut für uns? In diesem
Buch zeigt die österreichische
Informatikerin Johanna Pirker
auf, dass Videospiele tatsächlich
viele positive Effekte haben. Sie
belegt mit wissenschaftlichen
Fakten, dass Videospiele sogar
wichtig für die geistige und
emotionale Entwicklung sind
– sie fördern zum Beispiel das
Sozialverhalten. In diesem Buch
gibt Pirker den negativen Vorurteilen
Kontra.
Johanna Pirker:
The Game is On
Ecowing Verlag, 240 S., € 26,00
Georg Markus ist ein Naturtalent,
wenn es darum geht,
die Geschichte wieder lebendig
werden zu lassen – tauchen Sie
mit ihm in die Vergangenheit
ein. Er beschreibt beispielsweise
den dramatischen Moment, in
dem Kronprinz Rudolf beinahe
Kaiser Franz Joseph erschossen
hätte. Er erweckt die Wiener
Cafés und seine Bewohner, wie
Oskar Werner oder Helmut
Qualtinger, zum Leben. Mit seinen
amüsanten Beschreibungen
schildert der Bestsellerautor
spannende Ereignisse der Wiener
Geschichte.
Georg Markus:
Gar nicht lange her
Amalthea Signum Verlag, 304 S., € 30,00
Es begann alles mit einem
unscheinbaren Restaurant am
Siriuskogl im Salzkammergut.
Nach der Ankunft von Christoph
Held hat sich dieses Lokal
zu einem begehrten Genussort
verwandelt. Wie hat er das
geschafft? Indem er Gegensätze
verbindet: Die scheinbar
einfachen Produkte verwandelt
er in aufregende Rezepte mit
fremden Aromen, jedoch nach
wie vor mit Heimatbezug. Mit
insgesamt 100 Rezepten motiviert
er dazu, wieder Freude
am Kochen zu haben und zu
experimentieren.
Christoph Held:
Held & Herd
Servus Verlag, 256 S., € 40,00
Mit
kriminalistischen
Empfehlungen:
50
Wagner’sche.
Als der weltbekannte Maler
Salvatore Del Vecchio verschwindet
und die einzige Spur
sein letztes, überraschend aufgetauchtes
Gemälde ist, muss
die Wiener Privatdetektivin
Elena Gerink der Fährte in
die Toskana folgen. Dort trifft
sie auf ihren Ex-Mann Peter,
der dort nach einer vermissten
Österreicherin sucht. Schnell
merken die beiden, dass die
Vermisstenfälle zusammenhängen
– und zwar blutig und
brutal. Gemeinsam geraten sie
in ein düsteres Netz aus Kunst,
Rache und lang verdrängten
Geheimnissen.
Andreas Gruber:
Herzgrab
Goldmann, 544 S., € 18,50
Das Straßenmädchen Philomena
verdient sich ihren
Unterhalt als Schuhputzerin
vor Sigmund Freuds Praxis und
gibt oft bessere Ratschläge als
der berühmte Begründer der
Psychoanalyse. Dessen Gespräche
kann sie gelegentlich
mitverfolgen und stößt so auf
manches Geheimnis. Als die
Patientin Sidonie verdächtigt
wird, ihre Erbtante ermordet zu
haben, wird Philomena misstrauisch
und macht sich auf die
Suche nach Geheimnissen.
Anette Roeder:
Frag Philomena Freud
Knesebeck, 272 S., € 18,50
Am 7. November 2003 verschwindet
Julie Novak spurlos
– ihre Familie zerbricht
daran, nur ihr Vater Theo sucht
weiter nach ihr. Zwanzig Jahre
später meldet sich die True-Crime-Podcasterin
Liv mit einer
neuen Spur. Doch Theos fortschreitende
Demenz droht, alles
auszulöschen, bevor die Wahrheit
ans Licht kommt. Was hat
Julies Ex-Freund zu verbergen?
Und was ist grausamer: der
Tod – oder die Ungewissheit
über das Schicksal des eigenen
Kindes?
Romy Hausmann:
Himmelerdenblau
Penguin. 448 S., € 19,50
FBI-Agent Tiberius Granger
hat schon so manches abscheuliche
Verbrechen erlebt. Doch
ein neuer Fall macht ihn nervös.
Es ist nicht nur die makabre
Art und Weise der Tat, es
gibt auch eine beunruhigende
Verbindung zu seiner eigenen
Vergangenheit. Schon bald
scheint es, als ob der Killer den
FBI-Agenten verhöhnt und
jeden, der ihm nahesteht, in
Gefahr bringt. Während sich ein
tödlicher Hurrikan der Küste
von North Carolina nähert,
führt die Suche Tiberius und
sein Team zu einer Insel, die ein
grausiges Geheimnis verbirgt.
Jessica R. Patch:
Garden Girls
Harper Collins, 416 S., € 18,50
Carl Mørck ist raus! Ein Jahr
war er unschuldig im Gefängnis,
danach quittiert er den
Dienst im Sonderdezernat Q.
Als Nachfolgerin taucht die
toughe, geheimnisvolle Helena
Henry aus Lyon bei der
Kopenhagener Polizei auf. Rose
hasst die neue Kollegin vom
ersten Augenblick an, Assad
ist einigermaßen verwirrt von
dieser faszinierenden Frau. Eine
grausame Mordserie beginnt
und das Team muss handeln.
Ausgerechnet Carl liefert die
erste heiße Spur – die führt in
ein Sängerinternat, in dem Entsetzliches
geschehen ist.
Adler Olsen:
Tote Seelen singen nicht
Penguin, 560 S., € 29,80
Sie dachte, ihre größte Angst
ist es, allein zu sein. Bis sie
herausfindet, dass sie es nie war.
Die Strafverteidigerin Sarah
Wolff leidet an Monophobie,
der Angst vor Einsamkeit. Was
sie nicht weiß: Nachdem sie mit
ihrer Tochter an den Stadtrand
Berlins gezogen ist, hat sie einen
unsichtbaren Nachbarn, der sie
keine Sekunde lang allein lassen
wird. Das Unheimliche lauert
im engsten Umfeld. Unruhige
Nächte mit dem neuen Thriller
von Sebastian Fitzek sind
garantiert.
Sebastian Fitzek:
Der Nachbar
Droemer, 368 S., € 26,70
Der dritte Band der Krimiserie
liefert wieder Hochspannung
und ermutigt zum Miträtseln.
Welcher Mörder schickt der
Polizei Leichenteile mit der
Notiz „#BSC6“? Was könnte
das heißen? Er fühlt sich selbstsicher.
Doch können DS Washington
Poe und Tilly Bradshaw
den Fall lösen? Die Opfer
verbindet scheinbar nichts, bis
auf einen gemeinsamen Urlaub.
Ein Krimi, der die Verbrechen
hinterfragen lässt.
M. W. Craven:
Der Kurator
Droemer Verlag, 464 S., € 17,50
Inmitten eines Wintersturms
ist Dr. Hunter im heruntergekommenen
Hillside House
am Fuße der Berge in Cumbria
gestrandet. Die Besitzer
des Hotels sind unfreundlich,
doch er muss hier die Nacht
verbringen. Am nächsten Tag
macht Hunter im Wald eine
grausige Entdeckung: Das
Unwetter hat einen Baum zu
Fall gebracht, in den mächtigen
Wurzeln hängt ein Skelett. Die
Wurzeln sind über die Jahre
in den verwesenden Körper
hineingewachsen. Er versucht,
die Polizei zu alarmieren, doch
das Dorf ist von der Außenwelt
abgeschnitten.
Simon Beckett:
Knochenkälte
Rowohlt, 464 S., € 27,80
Wenn du plötzlich für etwas
Ernsteres ein Alibi brauchst, als
dafür, beim Schulbuffet immer
nur Fertigkuchen abzuliefern
Drillingsmädchen erziehen?
Nicole Makarewicz, selbst
Mutter, hat mit diesem Buch
einen grandiosen Reihenauftakt
geschaffen. Sie spricht nicht
nur Eltern an, die mit ihren
Mit-Eltern noch eine Rechnung
offen haben, sondern alle
modernen selbstbestimmten
Frauen und Mütter, die zwar
nicht immer Kurs, aber den
Kopf über Wasser halten.
Nicole Makarewicz:
Engagier dich oder stirb!
Haymon, 288 S., € 14,95
Robert Langdon, Symbolforscher
aus Harvard, begleitet
seine Freundin Katherine
Solomon nach Prag. Katherine
bereitet die Veröffentlichung
eines Buches vor, das bahnbrechende
Entdeckungen über
die wahre Natur des menschlichen
Bewusstseins offenbart.
Ein brutaler Mord und
Katherines plötzliches Verschwinden
stürzen die Reise
ins Chaos. Langdon sieht sich
fortan einer mächtigen Organisation
gegenüber und wird von
einem unheimlichen Angreifer
verfolgt, der aus Prags ältester
Mythologie entsprungen zu
sein scheint.
Dan Brown:
The Secret of Secrets
Lübbe, 800 S., € 33,90
Für 8 ist jeder Tag gleich. Jeden
Tag lebt sie nach einer strengen
Lehre, die sie auf ein sinnvolles
Leben im Ausland vorbereitet.
Jeden Tag fügt sie sich unter
Tausende andere Mädchen, die
genauso aussehen wie sie. Aber
8 fühlt anders. Sie fühlt sich
besonders, und das ist ein Problem.
Denn jemand zu sein, ist
verboten und kann sie in große
Gefahr bringen. Doch eines
Tages hebt ein anderes Mädchen
den Blick und sieht sie an.
Und für 8 gibt es kein Zurück
mehr. Sie wird fliehen müssen.
Zusammen mit ihr.
Yorick Goldewijk:
1000 und ich
Dragonfly, 160 S., € 16,50
Es ist Frühsommer und
Prüfungszeit in Kymlinge.
Sportlehrer Allan Fremling
beschließt eines Abends, seinem
strengen Ernährungsplan zum
Trotz, eine Pizza nach Hause
zu bestellen. Noch bevor sie
abgekühlt ist, liegt er tot in
seinem eigenen Hausflur.
Inspektor Borgsen, der wegen
seines melancholischen Gemüts
oft Sorgsen genannt wird, soll
sich der Sache annehmen. Als
sich jedoch ein zweiter Mord
ereignet, ist es Zeit für Gunnar
Barbarotti und dessen Frau Eva
Backman, zu übernehmen.
Håkan Nesser:
Eines jungen Mannes Reise in die Nacht
btb, S. 352, € 26,70
Mit
literarischen
Empfehlungen:
„Nur das Wort bleibt uns,
um Frieden zu stiften“ – also
spricht der bulgarisch-österreichische
„Immigranten-
Literat“ Dimitré Dinev, legt
den dritten Roman nach seinem
Erfolgsdebüt Engelszungen vor
und tut es seiner georgischdeutschen
Kollegin Nino Haratischwili
(Das achte Leben)
gleich: ein Tausendseiter über
drei Familienschicksale, über
Generationen und elementare
Kapitel (von Wasser bis Sonne)
beobachtet, süffig berichtet
und opulent geschildert, voller
Leben und Sterben. Lesefutter
vom Feinsten! Bernhard Sandbichler
Dimitré Dinev:
Zeit der Mutigen
Kein & Aber, 1.152 S., € 38,10
Du musst meine Hand fester halten,
Nr. 104 von Susanne Abel
ist ein berührender Roman,
der mit feiner Sprache und viel
psychologischem Gespür das
Ringen um Nähe, Vertrauen
und Verlust verarbeitet. Die
Figuren sind glaubwürdig gezeichnet
und laden zur Identifikation
ein, ohne je ins Sentimentale
abzurutschen. Gerade
die Balance zwischen emotionaler
Intensität und erzählerischer
Klarheit macht das Buch
besonders empfehlenswert. Ein
stilles, kraftvolles Werk, das
lange nachwirkt. Sarah Loretz
Susanne Abel:
Du musst meine Hand fester halten,
Nr. 104
DTV Verlag, 544 S., € 25,70
52
Wagner’sche.
Hier erzählt das Haus, und zwar
in einem so noch nie gehörten
Ton. Es wird ein Erzählpanorama,
das sich über fast
100 Jahre erstreckt, eröffnet
und dann mühelos hin und her
gesprungen. Das Haus ist Zeitraffer,
Geschichtenstraffer und
moralische Instanz. Das Haus
ist, seine vier Wände betreffend,
allwissend und wir erfahren u. a.
Näheres über die einst junge
und jetzt 90-jährige Irma. Ein
eigenwilliges und ein mutiges
Buch mit einem Knalleffekt am
Ende. Goldene Lesestunden im
Blätterwirbel des Bücherherbsts.
Markus Köhle
Henrik Szántó:
Treppe aus Papier
Blessing, 224 S., € 23,00
Ein stiller, eindringlicher
Roman über die unsichtbaren
Erbschaften des Krieges, der
vor allem im heutigen geopolitischen
Klima zum Nachdenken
anregt. Dieser Roman
lotet aus, wie Ängste der Eltern
– das Vorratshorten, der Keller
als Schutzraum – über Jahrzehnte
wirken. Doch Schwenk
rastet nicht in Traurigkeit:
Sprache und Bildkraft lassen
die Figuren lebendig werden,
zeigen Schweigen als Macht.
Ein Roman über Familie, Trauma
und all die Dinge, die wir
nicht sagen – und nie vergessen.
Jenni Zeller
Lina Schwenk:
Blinde Geister
C.H. Beck, 191 S., € 25,70
Eine Familiengeschichte über
vier Generationen von Frauen,
verdichtet auf Existenzielles
wie Geburt, Heirat, Krankheit
und Tod. Die Figuren
möchten das Leben ihrer Vorfahren
überwinden, und doch
wiederholen sich Themen und
Konstellationen schicksalhaft:
ungeliebte Kinder, missgünstige
Geschwister, wortkarge Eheleute.
Ein konzentriertes Stück
Literatur über die Kraft unserer
Ahnen, die in uns weiterlebt,
formal so gewagt wie überzeugend.
Große Empfehlung!
Ina Cassik
Anna Maschik:
Wenn du es heimlich machen willst,
musst du die Schafe töten
Luchterhand, 240 S., € 24,70
In Raphaela Edelbauers
neuestem Roman lernen wir
die geheime Gruppe „Aletheia“
kennen. Diese radikale
Splittergruppe plant aus einem
abbruchreifen besetzten Haus
heraus Aktionen, um die
Menschheit auf den von ihnen
identifizierten Grund allen
Übels aufmerksam zu machen:
die Relativierung der Wahrheit
durch die philosophische Strömung
der Postmoderne. Das
klingt vielleicht erstmal abstrakt
oder sperrig, ist aber wie immer
bei Edelbauer abgefahren spannend,
rasend komisch und unfassbar
blitzgescheit. Martin Fritz
Raphaela Edelbauer:
Die echtere Wirklichkeit
Klett-Cotta, 448 S., € 29,80
Wedding People von Alison
Espach ist ein feinsinniger
Gesellschaftsroman, der den
Mikrokosmos einer Hochzeitsgesellschaft
seziert. Mit
scharfem Blick und leiser Ironie
fängt Espach die Dynamiken
zwischen Gästen, Familien und
Paaren ein. Die Figuren wirken
authentisch, ihre Dialoge
pointiert und oft überraschend
komisch. Hinter der festlichen
Fassade eröffnet sich ein Panorama
menschlicher Sehnsüchte
und Brüche. Ein kluges, elegantes
Buch, das die Leser*innen
lange beschäftigt. Sarah Loretz
Alison Espach:
Wedding People
Bastei Lübbe, 480 S., € 25,70
Alles beginnt mit einer alternativen
Seebestattung und endet
mit sehr erotischem Open-Air-
Sex. Dazwischen wird gedanct,
über Mode philosophiert,
gedatet und die ganze Palette
von Gefühlen aufgefahren und
sehr einfühlsam beschrieben.
Ein Buch zum Rundumwohlfühlen.
Denn es sind gute und
interessante Menschen, die uns
da begegnen. In der Hauptrolle:
der Berliner Boutique-
Betreiber Marian (40+), der
vom Heavy-Urbanity-User
zum ausgeglichen-genügsamen
Quasinormalo transformiert. Es
macht Riesenspaß, ihm dabei
zu folgen. Markus Köhle
Leif Randt:
Let’s talk about feelings
Kiepenheuer & Witsch, 320 S., € 25,70
Die Grundstory von Hundesohn
ist schnell erzählt: Zakariya lebt
in Berlin und vertreibt sich die
Zeit bis zum Wiedersehen mit
Hassan, den er von Besuchen
im türkischen Adana, der Stadt
seines Großvaters, kennt, mit
verschiedenen mehr oder minder
verkorksten Dates. Doch
der Roman ist noch so viel
mehr! Keskinkılıç verwebt in
dieser lyrischen Prosa mühelos
und elegant Themen wie Männlichkeiten,
Mehrsprachigkeit,
Religionen, Rassismus, Dating-
Apps, Familie, Hunde und wie
das alles zusammenhängt.
Martin Fritz
Ozan Zakariya Keskinkılıç:
Hundesohn
Suhrkamp, 219 S., € 25,70
Girls von Kirsty Capes ist ein
eindringlicher Coming-of-Age-
Roman, der mit klarer, emotionaler
Sprache die Erfahrungen
junger Frauen im britischen
Pflege- und Fürsorgesystem
beleuchtet. Capes gelingt es, die
innere Zerrissenheit und Suche
nach Zugehörigkeit eindrucksvoll
zu schildern. Ihre Protagonistin
wirkt unverstellt und
nahbar, wodurch die Geschichte
eine besondere Authentizität
erhält. Ein kraftvolles Debüt,
das gesellschaftliche Fragen
stellt und nachhaltig bewegt.
Sarah Loretz
Kirsty Capes:
Girls
btb Verlag, 544 S., € 26,70
Stermann lässt das vorfaschistische
Italien als groteskes
Spektakel aufleben: In
Fiume wird der verrückteste
Staat der Welt ausgerufen, Futuristen
und Freischärler träumen
von Maschinen, Patriotismus
und einer Republik der
Irren. Zwischen Nudisten und
Axtmördern entfaltet sich eine
satirische Tour de Force über
Macht, Wahnsinn und den
Ursprung des Faschismus. Das
Verrückteste: Die Irren sind
die Vernünftigsten. Und dieser
Roman beruht auf wahren
Begebenheiten. Turbulent, satirisch,
spannend! Jenni Zeller
Dirk Stermann:
Die Republik der Irren
Rowohlt, 304 S., € 26,70
So wie er schreibt, ist Marko
Dinić ein junger Wilder.
Worüber er dennoch als
profunde Recherche und als
Roman schreibt, reiht ihn aber
in die Tradition großer jugoslawischer
Erzählliteratur von
Ivo Andrić über Aleksandar
Tišma zu Drago Jančar ein.
Kaleidoskopartig schildert
der Autor den Untergang des
Judentums in Jugoslawien, acht
Kapitel, vom langen Ende der
Habsburgermonarchie bis zum
Jugoslawienkrieg. Es ist eine
erschütternde und gleichzeitig
herausfordernde Lektüre „Im
Andenken an die Opfer des
Faschismus“. Bernhard Sandbichler
Marko Dinić:
Buch der Gesichter
Zsolnay, 464 S., € 29,80
Martina Clavadetschers
neuer Roman führt in ein
abgeschiedenes Schweizer
Bergdorf und beginnt mit
dem Fund eines Toten im
Eis. Dabei ist dieses Buch viel
mehr als ein Krimi: Mit einem
tiefgründigen Netz aus Erzählsträngen
erkundet die Autorin
Fragen nach Verantwortung
und Verdrängung in Gesellschaft
und Geschichte. Diese
sprachgewaltige, anspruchsvolle
Lektüre mit einem fulminanten
Finale ist perfekt für düstere
Herbstabende!
Lena Flörl
Martina Clavadetscher:
Die Schrecken der anderen
Beck, 333 S., € 26,70
In den Vorgängerromanen
RCE und GRM beschreibt
Sibylle Berg die Abgründe des
Neoliberalismus. In PNR. La
Bella Vita ist die von einigen
Nerds angezettelte Revolution
geglückt und der Kapitalismus
überwunden – er hat einem utopischen
System der Anarchie
Platz gemacht. Wir begleiten die
Erzählerin Don beim Aufbau
einer schönen neuen Welt in
Italien. Es wäre aber nicht Sibylle
Berg, wenn damit alles gut
wäre. Freiheit will erst gelernt
sein und alte Systeme sind nur
schwer zu überkommen.
Veronika Schuchter
Sibylle Berg:
PNR. La Bella Vita
Kiepenheuer & Witsch, 416 S., € 27,80
Als John stirbt, lässt er Hannah
zurück mit seinen Bienen, ihrem
Garten und elf Liebesbriefen, in
denen ein Geheimnis zum Vorschein
kommt. Als ihre Schwestern
ihr zu Hilfe kommen, müssen
sie erst wieder zueinander
finden. Melancholisch und sanft
wird hier von alter und neuer
Liebe, Familiengeheimnissen
und dem Verzeihen erzählt –
alles vor einer wunderbaren
walisischen Naturkulisse.
Lena Obermair
Caryl Lewis:
Wilder Honig
Klett-Cotta, 288 S., € 23,70
In Moscow Mule stolpert man
direkt ins Moskau der Nullerjahre.
Karina studiert zunächst
politischen Journalismus, pendelt
lange, feiert intensiv und
richtet ihren Blick zunehmend
in Richtung Westen. Sie träumt
von Berlin, während sie sich
an den subtilen Zwängen und
der Enge des russischen Alltags
reibt. Rosa erzählt schnell, wortgewaltig
und mit Witz und webt
politische Entwicklungen klug
in die Geschichte einer Jugend
ein. Ein lesenswertes Debüt,
zwischen Alltag, Freund*innenschaft
und dem Drang nach
Freiheit. Celina Moser
Maya Rosa:
Moscow Mule
Penguin, 318 S., € 25,50
Claire Lynch nimmt uns mit
in ein England zwischen 1982
und der Gegenwart, erzählt
eine Geschichte voller Verlust
und Liebe, Trauer und Intimität,
Sorgerecht und Fürsorge.
Dawn verliebt sich in Hazel –
und riskiert damit die Zukunft
ihrer Familie. Wie kann man die
Wunden von damals in einem
veränderten Heute heilen?
Die zarte, poetische Sprache
kontrastiert die unausweichliche
Härte des Geschehenen und
lässt die Lesenden mit einem
zartbitteren Gefühl zwischen
Mitgefühl und Hoffnung zurück.
Lena Obermair
Claire Lynch:
Familiensache
Penguin, 256 S., € 25,70
Die fünfzehnjährige Charlie lebt
mit ihrer Mutter allein, seitdem
ihr Vater sie verlassen hat. Sie
macht sich viele Gedanken,
auch solche, die sie quälen, aber
die sie keinem erzählen kann.
Ihre einzige Freundin hat sich
von ihr abgewendet und so
ist sie allein. Ihre Mutter hat
eine neue Beziehung, was es
auch nicht einfacher macht.
Der neue Mitschüler ist einer,
der mit jedem klarkommt und
auch Außenseiter wie Charlie
miteinbezieht. Dank ihm wird
das Leben besser. Traurig, lustig
und eine großartige Freundschaftsgeschichte.
Andrea Scheiber
Julia Engelmann:
Himmel ohne Ende
Diogenes, 336 S., € 26,70
Stefan Soders neuer Roman
Schorsch liest sich wie ein
Western: ein wortkarger Bauer,
ein Sack voller Schwarzgeld,
eine Gesetzeshüterin, die ihm
gefährlich nah kommt – und
Ganoven aus Rotterdam,
die ihre Beute zurückwollen.
Lawinenhänge ersetzen die
Prärie, Skihotels den Saloon.
Zwischen archaischer Enge und
moderner Gier inszeniert Soder
einen Krimi, der dieses Etikett
nicht braucht, eine Abrechnung
mit Älplerklischees und Bergromantik
– raue, aufregende
Literatur. Joseph Frontull
Stefan Soder:
Schorsch
Braumüller Verlag, 112 S., € 23,00
Vom Mysteriösen im Alltäglichen,
von der Unterwelt ins
Klassenzimmer, von Tod bis
Leben, davor und dazwischen.
Eine verweigerte Sehnsucht?
Ein unbemerkter Fehltritt? Ein
blinder Fleck in der vermeintlichen
Klarheit? Ganz genau
werden sie wohl nie ergründen,
woher es kommt: das Sehnen
und Zehren, das seltsame
Unbehagen, das Schöne wie
das Schreckliche, das ihnen
entgegentritt. Denn Ringende,
Suchende und Fragende sind
sie allesamt, die Figuren in
Georg Haderers Erzählungen.
Markus Renk
Georg Haderer:
Ein Apfeljahr und andere Versprechen
Haymon, 152 S., 24,90
Angela Steidele nimmt uns
Leser*innen mit ins Dunkel: ins
Dunkel des Nationalsozialismus
und gleichzeitig ins Dunkel
des Kinosaals. Im Zentrum des
klugen und amüsanten Romans
stehen Erika Mann und
Greta Garbo, die sich zurückerinnern
an Marlene Dietrich,
die goldene Zeit Hollywoods
der 1930er- und 40er-Jahre, an
ihre weiblichen Liebschaften
und den Widerstand gegen
Hitler. Dabei nimmt Steidele die
Perspektive einer Kamera ein
und macht Ins Dunkel damit zu
einer Liebeserklärung an das
Kino. Veronika Schuchter
Angela Steidele:
Ins Dunkel
Suhrkamp Verlag, 357 S., € 27,80
Isabel Allende, deren Bestseller
in mehr als 40 Sprachen
übersetzt wurden, beschreibt in
Mein Name ist Emilia del Valle
das Leben einer starken und
selbstbewussten junge Frau, die
sich als Schriftstellerin (unter
männlichem Pseudonym) sowie
als Journalistin im beginnenden
chilenischen Bürgerkrieg (1891)
in Männerdomänen durchsetzt
– allen Konventionen zum
Trotz. Die Protagonistin geht
mutig ihren Weg und lässt sich
durch nichts aufhalten. Allende
macht, was sie am besten kann:
den Frauen eine Stimme geben.
Angelika Moser
Isabel Allende:
Mein Name ist Emilia del Valle
Suhrkamp, 359 S., € 29,80
Sybil ist 73 Jahre jung, wusste
schon immer sich durchzusetzen
und schätzte stets ihre
Selbstständigkeit. Seit ihrer Jugend
schreibt sie Briefe, egal ob
an ihre Kinder, Freundinnen,
Verwandten, Persönlichkeiten,
Autoren. Immer gerade, direkt
und unverblümt. Sie erzählt
von ihren Ängsten, Sorgen und
der Angst zu erblinden. Eine
Lebensgeschichte in Briefform,
wunderbar und berührend.
Schade, dass heutzutage die
Korrespondenz mit Briefen
nicht mehr „in“ ist. Ich kann
dieses Buch nur jedem ans Herz
legen. Andrea Scheiber
Virginia Evans:
Die Briefschreiberin
Goldmann, 384 S., € 25,70
Der neue Roman des coolsten
Typen unter der kalifornischen
Sonne ist als Kammerspiel angelegt.
Eine Dreiecksgeschichte
inmitten der Wüste Nevadas.
Terry, Arzt aus L.A., lernt
in einer Bar die hypnotische
Bethany kennen. Aus dem
geplanten Hausverkauf wird
nichts, weil Bethany sich dort
einquartiert. Dann kommt ihr
eifersüchtiger Ex-Freund Jesse
in die Stadt. Er warnt Terry
vor Bethany und dann geraten
die beiden Männer aneinander.
Große Literatur über menschliche
Abgründe!
Robert Renk
T.C. Boyle:
No Way Home
Hanser, 384 S., € 29,80
Eine Meeresarchäologin begibt
sich auf die Suche nach einem
versunkenen Schatz und stößt
dabei auf eine außergewöhnliche
Geschichte: 200 Jahre
zuvor kämpft eine junge Seehexe
darum, ihre Dorfgemeinschaft
zu beschützen. Ist sie
bereit, dafür ihr Leben und ihre
Liebe aufs Spiel zu setzen? Und
reicht ihr magisches Erbe vielleicht
sogar bis in die Gegenwart?
Vor der zauberhaften
Kulisse der Amalfiküste eröffnet
sich eine fesselnde Erzählung
voller Liebe, Abenteuer und
Zauberei. Ein Pageturner zum
Mitfiebern und Träumen!
In diesem Buch beschreibt der
Schauspieler Anthony Hopkins,
wie er auf einem steinigen Weg
schlussendlich Weltruhm erlangte.
Er musste immer wieder
Rückschläge einstecken, doch
der Traum von der Schauspielerei
war immer da. Rollen
wie die des Hannibal Lecter
machten ihn weltberühmt. Die
Brillanz des Schauspielers aus
Wales brachte ihm sogar zwei
Oscars ein. Hopkins spricht in
diesem Buch sehr offen über
seine Erfolge sowie Misserfolge
und bietet den Leser*innen
intime Einblicke in sein Leben.
Helena Töchterle
Holly Brickleys Debütroman
Deep Cuts ist eine atmosphärische
Coming-of-Age Liebesgeschichte
im Kalifornien der
frühen 2000er. Musikfans
kommen bei diesem Roman
auf ihre Kosten, denn Joe und
Percey verbindet eine tiefe
Leidenschaft für Musik, die in
intensiven Songanalysen lebendig
wird. Heißer Tipp: Die vom
Verlag erstellte Spotify-Playlist
vertieft dieses besonders nostalgische
Leseerlebnis! Lena Flörl
Holly Brickley:
Deep Cuts
dtv, 384 S., € 24,70
Von den durchschnittlichen
Verhältnissen, in denen sie aufwächst,
geprägt, hat Cléo nur
ein Ziel: berühmt werden und
es allen heimzahlen. Und an
diesem Ziel hält sie fest, komme,
was da wolle. Aber wie hoch ist
der Preis, den sie dafür bezahlen
muss? Und lohnt es sich? Je weiter
Cléo die Stufen nach oben
erklimmt, desto dünner wird die
Luft, doch ihre Obsession bleibt
ungehemmt. Gerade in Zeiten
von Social Media ist das Thema
Selbstinszenierung präsent
wie nie. Bissig, neurotisch und
durchaus grausam.
Angelika Moser
Melanie Winkler
Sarah Penner:
Die Seehexen von Positano
HarperCollins, S. 384, € 24,70
Anthony Hopkins:
We Did Okay Kid
Goldmann Verlag, 368 S., € 26,8
Maud Ventura:
Der Rache Glanz
Hoffmann und Campe, 448 S., € 25,70
Der Tod ist eine der größten
Fragen des Lebens. Im
Dorotheenstädtischen Friedhof
in Berlin befindet sich das
Café Finito. Dort trifft sich
eine Trauergruppe, deren Teilnehmer
nicht nur unterschiedliche
Lebensgeschichten zu
erzählen haben, sondern jeder
seinen ganz eigenen Abschiedsprozess
durchlaufen muss. Es
geht um Verluste, aber auch um
Begegnungen. Platz für eigene
Gefühle und sowohl Magie als
auch Humor im Umgang mit
einem schmerzhaften Thema
machen das Café Finito zu einer
klaren Leseempfehlung.
Angelika Moser
Sybil Volks:
Café Finito
Bertelsmann, 336 S., € 23,70
Sein einziger öffentlicher Auftritt
fand 1953 auf Long Island
statt – neben einem Gastauftritt
bei den Simpsons. Sein neuer
Roman: ein wilder Ritt von
Milwaukee, 1932 nach Ungarn
und vielleicht nicht mehr
zurück. Ein Privatdetektiv,
eine Käse-Fabrik-Erbin, jede
Menge Nazis, sowjetische Agenten,
britische Gegenspione,
Swing-Musiker und Liebhaber
paranormaler Praktiken. Der
Komplexität seiner Sprache ist
ein Übersetzer nicht gewachsen,
weshalb sich Nikolaus Stingl
und Dirk van Gunsteren daran
gemacht haben, großartig!
Robert Renk
Thomas Pynchon:
Schattennummer
Rowohlt, 400 S., € 27,80
In ihrer kraftvollen Erzählung
gewährt uns Autorin Zhang
Yueran Einsicht in die Welt der
Elitefamilien und den Klassizismus
im modernen China. Als
Kuan Kuans Vater verhaftet
wird und seine prominente Mutter
flieht, wird das Kindermädchen
Yu Ling mit dem Jungen
zurückgelassen. Sie trifft lebensverändernde
Entscheidungen
zwischen Verrat, Freiheit,
Sehnsucht und Pflicht. Im Kern
untersucht das Buch, wie sich
Klassen- und Machtdynamiken
auf Frauen auswirken, die oft an
deren unterem Ende stehen.
Sue Pöllmann
Zhang Yueran:
Schwanentage
Harper Collins, 224 S., € 24,70
Waco, Texas, 1993: der falsche
Ort, zur falschen Zeit. Draußen
lauert der Sheriff, drinnen
singt Lamb seinen Jüngern das
Lied vom Ende der Welt. Dazwischen:
zwei Vierzehnjährige
– Jaye und Roy –, die sich verlieben.
Der Hintergrund wurde
der echten Welt abgetrotzt:
In Waco gingen Anfang der
90er-Jahre tatsächlich eine Endzeitgemeinde
und ihr charismatischer
Prophet im Kugelhagel
unter. Kein Tatsachenbericht.
Ein Roman: voller Staub, Hitze,
Sehnsucht, Fanatismus, Freiheitsversprechen.
Sehr amerikanisch,
sehr gegenwärtig.
Joseph Frontull
Bret Anthony Johnston:
We Burn Daylight
C.H. Beck Verlag, 492 S., € 29,80
Melanies Alltag in Wien ist
eine holprige Angelegenheit:
Ohne Unterhaltsanspruch
plagen sie Geldnöte und ohne
ihr fernes Kind plagt sie die
Sehnsucht. Doch sie ist nicht
allein: Melanie jobbt in einem
feministischen Hotelprojekt, sie
hat wirklich gute Freundinnen
und irgendwann wird ja auch
ihre Tochter von Neuseeland
zurückkehren. Warmherzig
und mutmachend zeigt Mieze
Medusa, dass Zusammenhalt
und Humor mit Geld nicht
zu bezahlen sind – und dass
das Leben ohne falsche Entscheidungen
verdammt langweilig
wäre ... Robert Renk
Mieze Medusa:
Hätte ich es vorher gewusst,
hätte ich es genauso gemacht
Residenz, 256 S., € 27,00
Der stille Freund – das sind
14 Erzählungen, die umtreibt,
was Ferdinand von Schirach
meistens umtreibt: Umstände,
die nur auf den ersten Blick
eindeutig scheinen. Manche
Geschichten sind knapp wie ein
Protokoll, andere ausufernder.
Die Figuren bestehen aus
wenigen Strichen. Einige tragen
das Gewicht der Welt, andere
gewichtige Namen. Zwischen
dem Bedeutenden und dem
Bedeutungsschweren liefert Der
stille Freund Gesprächsstoff für
alle Gelegenheiten.
Joseph Frontull
Ferdinand von Schirach:
Der stille Freund
Luchterhand, 176 S., € 23,70
Katerina Poladjan wurde in
Moskau geboren, wuchs in
Rom und Wien auf und lebt
in Deutschland. Nun führt
sie uns an die bulgarische
Schwarzmeerküste, an der in
den 1950er-Jahren ein Ferienort
namens „Goldstrand“ entsteht.
Dort, auf einer Baustelle, wird
Eli gezeugt. 60 Jahre später ist
er ein erfolgreicher, gefeierter
Filmregisseur. Nun liegt er in
einer baufälligen Villa in Rom
und erzählt von seinem Leben.
Katerina Poladjan fügt Splitter
des alten Europas zu einem
heiter-melancholischen Bild der
Gegenwart. Robert Renk
Katerina Poladjan:
Goldstrand
S. Fischer, 160 S., € 22,70
Wie in vielen Branchen spiel(t)en
auch im Musikbetrieb Frauen
selten die erste Geige. Wenn sie
es tun, steht meist ihr Frau-
Sein im Vordergrund. Vor
allem in der Klassik ist dieser
Missstand eklatant und Stars
à la Taylor Swift können nicht
darüber hinwegtäuschen, dass
hier einiges im Argen liegt.
Cornelia Bartsch, Pionierin
der musikwissenschaftlichen
Geschlechterforschung, setzt
sich in Unerhört mit den gesellschaftlichen
Hintergründen
auseinander, die Frauen zum
Schweigen bringen, und gibt
den Frauen eine Stimme.
Angelika Moser
Cornelia Bartsch:
Unerhört. Die zum Schweigen gebrachten
Frauen der Musikgeschichte
Quadriga, 320 S., € 28,80
Franz Schuhs neue Essays
erinnern im besten Sinne an
Polgar, Tucholsky, Friedell
oder Gauß. Mit einer Brise
Philosophie, garniert mit Gedichten.
Es ist ein Zeitbild und
zugleich eine sehr subjektive
Zeitzeugenschaft. Wunderbar
ausgewogen zwischen Anekdoten
im Plauderton, der natürlich
bei Schuh stilistisch glänzt, und
steilen philosophischen Thesen.
Zwischen dem Blick nach innen
(Krankheit, Tod) und dem nach
außen, bei dem auch Namen
wie Jan Marsalek oder René
Benko auftauchen. Ein großes
Vergnügen! Robert Renk
Franz Schuh:
Steckt den Sand nicht in den Kopf
Zsolnay, 288 S., € 27,80
Das lang erwartete Prequel zum
Bestseller Frei ist endlich da.
Als Lea Ypi im Internet ein ihr
unbekanntes Foto entdeckt,
das ihre Großeltern 1941 beim
Après-Ski in den italienischen
Alpen zeigt, fragt sie sich, was
sie wirklich über ihre Familie
weiß. Fesselnd, empathisch und
in ihrem unnachahmlichen Ton
erzählt Lea Ypi in Aufrecht von
den Wendepunkten eines Lebens
in extremen Zeiten – von
schicksalhaften Begegnungen,
von Liebe und Verrat sowie
von Entscheidungen gegen den
Strom der Geschichte.
Helena Töchterle
Lea Ypi:
Aufrecht
Suhrkamp, 389 S., € 28,80
Ashok Oswald ist zu Reichtum
gekommen. Und zu einem
mysteriösen Manuskript, das
Peter Bischof ihm vor vielen
Jahren anvertraute. Genau das
fordern eines Morgens drei
Fremde äußerst nachdrücklich
von ihm. Oswald sitzt danach
auf seinem Sofa und beschließt,
sein altes Leben aufzugeben;
er macht sich auf die Suche
nach Autor und Manuskript.
In hinreisender Sprache – wie
immer bei Steinfest – erleben
wir danach einen literarischen
Roadtrip durch Wien, Dublin
und die Kunstgeschichte. Ein
abgründiger Roman, in dem
Literatur und Leben sich aufs
Originellste kreuzen. Robert Renk
Heinrich Steinfest:
Das schwarze Manuskript
Piper, 240 S., € 24,70
Gibt es den freien Willen oder
ist er nur ein Mythos? Der
15-jährige István gerät in eine
sexuelle Beziehung mit einer
Frau, die seine Mutter sein
könnte. Sein Leben wird zu
einer Achterbahn. Ein fesselndes
und sensibles Buch über die
Biografie eines Mannes … es
erzählt von Einsamkeit, männlichen
Stereotypen, Liebe, Sex,
Geld und den Dingen, die nicht
gesagt werden können. Fesselnd
und eindringlich bis zur letzten
Seite. Angelika Moser
David Szalay:
Was nicht gesagt werden kann
Claassen Verlag, 384 S., € 26,70
Erfurt 2002 – ein Amoklauf im
Gymnasium. Bis dahin dachte
man, so etwas gibt es bei uns
nicht. Ich war damals selbst
noch Schülerin. Die Ausweichschule
von Kaleb Erdmann
ruft Erinnerungen wach. Trotz
des ernsten Themas gelingt
ihm ein Balanceakt: Neben der
bedrückenden Realität blitzen
schwarzer Humor und absurde
Momente auf. Erdmann
schreibt klar, eindringlich und
überraschend leicht.
Lena Kriphale-Wieck
Kaleb Erdmann:
Die Ausweichschule
park x ullstein, 304 S., € 23,70
Die Männerpartei ist an der
Macht und betoniert das Patriarchat.
Frauenrechte werden
abgeschafft. Die Frau hat
dem Mann zu dienen und ihn
glücklich zu machen. Frauen,
die keinen männlichen Vormund
haben, müssen flüchten
oder werden gejagt. Im Hotel
Love kann man sich seine neue
Traumfrau zusammenbasteln.
Und sich alles wünschen. Auch
Roman möchte dort seine
Traumfrau, seine Ex Julia, neu
erschaffen. Er wünscht sich,
dass sie ihn endlich so liebt wie
er sie. Aber Achtung, manche
Wünsche gehen in Erfüllung!
Famos! Robert Renk
Petra Piuk:
Hotel Love
Leykam, 240 S., € 26,50
Eine herzerwärmende Erzählung
über die Suche nach
Verbundenheit und Wärme, die
berührt und Hoffnung schenkt.
Ein kleiner Hase, verloren in
einem Wald voller Wandel,
sucht nach einem Funken Zuversicht
und etwas Sicherheit.
Mutig begibt er sich auf eine
Reise durch die Jahreszeiten.
In heilsamen Begegnungen mit
der sanften Eule, dem einfühlsamen
Reh und der fröhlichen
Libelle entdeckt er, wie viel
Trost in den kleinen Wundern
der Natur und im achtsamen
Miteinander steckt.
Helena Töchterle
Magdalena Fournillier:
Geliebt – Die Suche des kleinen Hasen
nach Wärme und Halt
GU, 128 S., € 21,90
McEwan entführt uns ins
Jahr 2119, dystopisch aber
nicht unrealistisch. Da ist von
begrenzten Atomschlägen
die Rede, einem Amerika im
Bürgerkrieg und einer Überflutung,
ausgelöst von einer
fehlgeleiteten russischen
Wasserstoffbombe. Großbritannien
ist seitdem eine
Archipel-Republik. Dort sitzt
Thomas Metcalfe und sucht
ein verschollenes Gedicht. Der
Dichter Blundy hat es 2014
seiner Frau Vivien gewidmet
und nur ein einziges Mal vorgetragen.
Bei der Recherche
stößt er auf eine geheime Liebe,
aber auch auf ein Verbrechen …
Robert Renk
Ian McEwan:
Was wir wissen können
Diogenes, 480 S., € 28,00
Stefan
Slupetzky
in Telfs …
Er ist ein Drittel des genialen Trios Lepschi.
Er hat den Lieblingsermittler von Franz
Schuh ersonnen, Zitat: „Ist nun, weil der
Brenner lebt, der Lemming schon tot? (…)
Na ja, ein Erfolg zeitigt Nachfolge, aber im
Fall von Slupetzky bin ich sicher, dieser Erzähler
wird überleben. Bei der Lektüre dachte
ich: Das ist gut, das ist ja wirklich gut!“
Aber er schreibt auch wunderbare
Romane, die zwar kriminell gut sind, doch
ohne Lemming auskommen. Einen davon
hat Stefan Slupetzky wieder am Start:
Nichts wie weg, heißt er!
Vera Baum verliert von einem Tag auf
den anderen ihren Geruchssinn. Blöd als
Zuckerbäckerin. Und dann erwischt sie
auch noch ihren Mann in flagranti mit ihrer
besten Freundin. Zur gleichen Zeit wird
in Finnland der Geldfälscher Onni Vitala
aus der Haft entlassen. Fehlerhafte Blüten
bringen ihn nach Wien. Dort trifft Onni auf
Vera – eine zufällige, aber schicksalhafte Begegnung
für beide …
Und wer schon einmal bei einer
Slupetzky -Lesung war, der weiß: Lachen
garantiert, also Nichts wie hin …
Die Wut,
die bleibt.
Der Bilderbuch-Klassiker
Anna und die Wut von Christine
Nöstlinger über starke Gefühle neu
interpretiert von der renommierten
Bilderbuchillustratorin Anke Kuhl.
Buchtipp:
Christine Nöstlinger:
Anna und die Wut
mit Illustrationen von der
grandiosen Anke Kuhl
FISCHER Sauerländer,
40 S., € 17,50
Buchtipp:
Stefan Slupetzky:
Nichts wie weg
Picus, 248 S., € 25,00
Buchpräsentation:
© Paul Feuersänger
Anna hat ein großes Problem. Sie
wird unheimlich schnell und schrecklich
oft wütend. Viel schneller und
viel stärker als die anderen Kinder.
Und die Wut ist immer riesengroß.
Wenn die Wut über Anna herfällt,
werden ihre Haare zu Igelstacheln,
sie muss heulen, fluchen, beißen und
spucken. Jeder, der nur in ihre Nähe
kommt, bekommt etwas von ihrer
Riesenwut ab. Die anderen Kinder
wollen nicht mehr mit Anna spielen.
Und Anna mag gar nicht mehr aus
ihrem Zimmer kommen. Mama und
Papa und auch Oma versuchen es
mit Tipps, wie Anna die Wut bändigen
kann. Der Wut aus dem Weg
gehen hilft aber ebenso wenig wie
der Versuch, sie runterzuschlucken.
Die Wut ist stärker als Anna. Bis
Opa eine tolle Idee hat und ihr eine
Trommel schenkt. Immer wenn die
Wut kommt, trommelt Anna ganz
laut. Bis sie sie schließlich weggetrommelt
hat.
Der Kinderbuchklassiker unter den
Wutbüchern neu interpretiert von der
renommierten Bilderbuchillustratorin
Anke Kuhl. Für alle Familien mit kleinen
Wüterichen ab 4 Jahren.
Stefan Slupetzkyv liest aus
Nichts wie weg
17. Oktober, 19.30 Uhr in der
Bücherei & Spielothek Telfs
Musikalische Begleitung:
Frajo Köhle
Kulturbeitrag: € 5,00
58
Wagner’sche.
Autor*innen
dieser Ausgabe
Ina Cassik ist Buchhändlerin bei Stöger-Leporello in Wien.
Aus dem einstigen Studentenjob in einer Buchhandlung
wurde der Traumberuf! Leidenschaftliche Vielleserin mit
Schwerpunkt auf Gegenwartsliteratur. Liebt ihren Beruf,
weil er so vielseitig ist wie kein anderer. Lebt mit ihrer
Familie am Stadtrad von Wien.
Lena Flörl hat viele Jahre in der Bibliothek ihres Heimatortes
Wörgl in Tirol gearbeitet und dort ihre Liebe zu leidenschaftlichen
Diskussionen über neue Bücher entdeckt. Sie
liest besonders gern Non-Fiction und findet Klassiker-dieman-gelesen-haben-muss
meist überbewertet. Wenn sie nicht
gerade über Literatur streitet, schreibt, liest und forscht sie
als Mikrobiologin in Zürich.
Martin Fritz, geboren 1982, studierte Vergleichende
Literaturwissenschaft und Deutsche Philologie in Innsbruck,
hört sich in der Freizeit gerne DJ Patex’ Coverversion des
Songs „I Wish I Was Him“ an. Dissertation zu Systemtheorie,
Popkultur und Web 2.0. War Teil der 1. Innsbrucker
Lesebühne „Text ohne Reiter“, ist Teil der Innsbrucker Lesebühne
„FHK5K“, des Performance-Kollektivs „Postmodern
Talking“, des Theatervereins „Triebwerk7“ sowie regionaldelegiert
für die GAV Regionalgruppe Tirol. Ansonsten
das Übliche: Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften
und Anthologien sowie intrinsische süßigkeit (Lyrik, Berger
Verlag 2013) und Die Vorbereitung der Tiere (Prosa, Laurin
Verlag, 2020).
Joseph Frontull, geboren und aufgewachsen mit Blick auf
die Dolomiten und der Autobahn im Ohr, fuhr nie zur See –
aber träumt davon. Gelegenheits- und gelegentlicher
Auftragsschreiber.
Friederike Gösweiner, wurde 1980 in Rum geboren. Sie
studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Innsbruck
und arbeitet seither als Autorin, Lektorin und Rezensentin.
2016 erschien ihr erster Roman Traurige Freiheit, für den
sie den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt
erhielt. 2022 erschien der Roman Regenbogenweiß (beide
Droschl). Heuer erhielt sie gleich drei Preise/Stipendien:
Projektstipendium für Literatur des BmWKMS, Großes
Literaturstipendium des Landes Tirol und das Elias-Canetti-
Stipendium der Stadt Wien.
Hans Hamedinger, Jahrgang 1966, studierte Germanistik
und fand im zweiten Bildungsweg zum Buchhandel. Langjähriger
Buchhändler in Salzburg, seit 2013 in Hallein. In der
Bezirkshauptstadt des Tennengaus freut er sich täglich über
die netten Stadt- und Umlandbewohner, die Kund*innen
oder sogar Freund*innen geworden sind. Seit 2020, mit dem
Verkauf der Buchhandlung an die Medici-Gruppe, hat er
auch viele erfreuliche Kontakte nach Tirol und Wien.
Dagmar Harbich, Buchhändlerin spezialisiert auf Kinderund
Jugendbuch. Seit 2024 Leiterin der Buchhandlung
Leporello im 1. Bezirk.
Matthias Hörmann, geboren 1994, erlernt den Beruf des
Buchhändlers seit 2024 in der Wagner’schen Buchhandlung.
Mag Menschen, die Farbe Rosa und liest sich gern durch
alle Genres.
Markus Köhle, geb. 1975 in Nassereith, Tirol, studierte
Germanistik und Romanistik. Seit 2001 ist er literarisch,
literaturkritisch, literaturwissenschaftlich und auch als
Literaturveranstalter im In- und Ausland aktiv. Seit 2004 lebt
und arbeitet er in Wien. Er ist Sprachinstallateur, Literaturzeitschriftenaktivist
(www.dum.at) und Poetry Slammer der
ersten Stunde.
Lena Kriphale-Wiek, seit 2015 in der Wagner’schen.
Begeistert von jeglicher Form von Druckerschwärze. Ist
endlich wieder in der Literaturabteilung der Wagner’schen
anzutreffen, wo sie E-Reader, Büchergilde, Literaturabos und
einige Wände der Buchhandlung betreut.
Sarah Loretz, Jahrgang 1998, wuchs in einem kleinen Bergdorf
in Vorarlberg auf – dort, wo Kühe muhen und die
Auswahl an Buchhandlungen überschaubar ist. Zum Glück
fand sie früh Zuflucht in Fantasyromanen (ja, Markus Heitz
darf da nicht fehlen). In der Wagner’schen machte sie ihr
Hobby vorübergehend zum Beruf, bevor sie beschloss, auch
noch andere Lebensbereiche auszuprobieren. Das Lesen aber
blieb – und zwar in XXL-Dosis. Genres? Egal. Hauptsache
viele Seiten.
Angelika Moser, 1968 in Innsbruck geboren, hat Übersetzungswissenschaften,
Rechtswissenschaften und
Vergleichende Literaturwissenschaften studiert.
Sie ist als selbstständige Lektorin und Texterin tätig
(www. korrekterweise.at). Korrekt und weise nimmt sie
auch das Wagner’sche Buchmagazin unter ihre Fittiche.
Sie schreibt Kurzgeschichten (Das kleine Grauen,
Allein im Café) oder auch mal etwas Längeres (Beinahe
ein Roman).
Celina Moser studiert Rechtswissenschaften in Innsbruck
und findet ihren Ausgleich auf der Improtheater-Bühne, im
Kosmos des European Forum Alpbach und zwischen (nicht
juristischen) Buchseiten. Ob Erinnerungsliteratur, politische
Bücher oder zeitgenössische Romane, Hauptsache so
fesselnd, dass frau das Handy vergisst und wirklich abtaucht.
Am meisten schätzt sie Texte mit doppeltem Boden, die überraschen
und neue Gedanken anregen.
Precious Chiebonam Nnebedum, geboren und aufgewachsen
zwischen Nigeria und Österreich, wuchs in einem großen
Kreis von Verwandten und Freunden auf, in dem das
Geschichtenerzählen ein wesentlicher Bestandteil ihres
Alltags war. Sie ministrierte in Graz beim späteren Bischof
Hermann Glettler. Mit knapp 18 Jahren stand sie erstmals
auf der Poetry-Slam-Bühne und wurde später 2017 und 2018
zweimal amtierende österreichische U20-Vizemeisterin. Ihre
Gedichte erzählen von den Erfahrungen einer schwarzen
Christin in einem überwiegend weißen Umfeld. Sie werden
auf Englisch, Deutsch und D-Englisch vorgetragen, mit
gelegentlichen musikalischen Elementen in ihrer Muttersprache
Igbo. Sie lebt mit ihrem Mann in London.
Lena Obermair definiert Lesen als politischen Akt und
schmökert in ihrer Freizeit deshalb mit Vorliebe durch Sachbücher
und Belletristik, am liebsten mit feministischem, gesellschaftskritischem
und fantasievollem Einschlag. Wenn sie
nicht liest, streichelt sie Kühe, kocht mit ihrer Freundin oder
arbeitet an sozialökologischen und regenerativen Systemen.
Sue Pöllmann, arbeitet in der Stierle Buchhandlung
in Salzburg.
Markus Renk, seit 38 Jahren in der Buchbranche.
Vom Lehrling über den Vorstand bis zum selbstständigen
Unternehmer. Buchhändler aus Leidenschaft, der sich
mit den Übernahmen der Wagner’schen, Stierle, Kelten-
Buchhandlung, Stöger und Leporello gleich mehrere
Träume verwirklichen konnte.
Robert Renk, Buchhändler und Kulturvermittler,
u. a.Innsbrucker Prosafestival, Lyrikfestival W:ORTE
und stv. Festivalleiter vom Hausacher Leselenz.
Seit 2015 Sortimentsleiter in der Wagner’schen.
Gibt das Magazin #unabhängig heraus.
Bernhard Sandbichler, Germanist und Romanist, Innsbruck.
Andrea Scheiber, seit 1992 in der Wagner’schen Buchhandlung.
Betreut Koch- und Kinderbuch und stecke hinter
den Blind Date’s. Wenn sie nicht gerade liest, ist sie in der
Natur oder beim Handarbeiten zu finden.
Siljarosa Schletterer, Autorin und Lyrikaktivistin.
Wurde von Flüssen und Hunden erzogen und gebe es die
Lyrik nicht, würde sie wohl mehr bellen. Sie erhielt mehrere
Stipendien und Auszeichnungen, u. a. das Große Literaturstipendium
des Landes Tirol. Ist fixes Organisationsmitglied
beim Lyrikfestival W:ORTE. Zuletzt erschien azur ton nähe –
flussdiktate (Limbus 2022) und entschämungen. körperkantate
(Limbus 2025). siljarosaschletterer.com
Veronika Schuchter ist Literaturwissenschaftlerin am
Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck
und freie Literaturkritikerin. Soeben erschien ihr Buch
Ernst Toller/Revolutionär, Schriftsteller, Antifaschist.
Eine Biografie bei Wallstein.
Luisa Thies, 1995 in Hamburg geboren, in Bayern an der
Grenze zu Salzburg aufgewachsen, Matura in Salzburg, bei
München studiert, für die Lehre zur Buchhändlerin wieder in
Salzburg. Dreieinhalb Jahre eine eigene Buchhandlung in der
Salzburger Altstadt geführt und seit Juni 2025 Filialleitung
bei Stierle.
Helena Töchterle, geboren 1995, hat Philosophie studiert.
Leitet seit November 2023 die Wagner’sche Buchhandlung.
Begeisterte Leseratte quer durch alle Genres.
Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, Bulgarien, wuchs in
Deutschland und Nairobi auf. Er studierte Rechtswissenschaften
und Ethnologie in München. Dort gründete er den
Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. 1998 zog
Trojanow nach Mumbai, 2003 nach Kapstadt, heute lebt
er, wenn er nicht reist, in Wien. Seine Romane wie der Der
Weltensammler, Macht und Widerstand und Tausend und ein
Morgen sowie seine Reisereportagen sind gefeierte Bestseller
und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt
erschienen Das Buch der Macht und Ein Glas voller Zeit
(beide 2025).
Melanie Winkler ist im Erzgebirge geboren und aufgewachsen.
Sie schloss ihr Germanistikstudium 2018 in
Leipzig ab und ist seit 2020 Buchhändlerin bei Stöger-
Leporello in Wien.
Jenni Zeller kommt aus Nesselwängle in Tirol, war bis 2021
in der Wagner’schen tätig und tummelt sich seitdem zwischen
Frankreich, der Schweiz und Wien, zwischen Europäischem
Forum Alpbach, Diplomatie und myAbility, zwischen
Mehrsprachigkeit und Büchern verschiedenster Genres –
von soziopolitischer Literatur über Fantasy bis hin zu zeitgenössischen
Romanen.
Bücher seit 1639
59
Wagner’sche.
Bücher seit 1639
Museumstraße 4
6020 Innsbruck
T. +43 512 59505 0
office@wagnersche.at
www.wagnersche.at
Bücher Stierle Salzburg
Kaigasse 1 / Mozartplatz, 5020 Salzburg, +43 662 840114
office@buecher-stierle.at, www.buecher-stierle.at
Stierle Kelten-Buchhandlung
Sigmund-Thun-Straße 9, 5400 Hallein +43 6245 82761
office@keltenbuchhandlung.at, www.keltenbuchhandlung.at
Leporello die Buchhandlung
Singerstraße 7, 1010 Wien, +43 1 9611500
service@leporello.at
Stöger – Leporello
die Buchhandlung
Obkirchergasse 43, 1190 Wien, +43 1 3203449
office@stoegerbuch.at