2025_Muswiese
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MUSWIESE 2025
in Rot am See-Musdorf
11. bis 16. Oktober
Sie ruft,
wir kommen!
Sonderveröffentlichung zum HOHENLOHER TAGBLATT
MUSWIESE 2025
2/3
Liebe
Muswiesenfreunde!
ald ist es wieder so
weit. Die Muswiese,
das größte und bedeutendste
Fest im Hohenloher
Raum, öffnet ihre
Tore. Kaum ein anderes
Ereignis vereint Tradition,
Gemeinschaft und Lebensfreude
so eindrucksvoll
wie unsere Muswiese, und
die Vorfreude darauf
wächst von Tag zu Tag.
In diesem Jahr steht die
589. Auflage unter dem
Motto „Michaelskirche
Musdorf“. Die Kirche ist
seit dem 14. Jahrhundert
ein spirituelles Zentrum
des Festes und lädt auch
heute noch zu Gottesdiensten
und stiller Besinnung
ein. Durch ihre bewegte
Geschichte,
umfassende Renovierungen
und lebendige Traditionen
wie das manuelle
Glockenläuten bleibt sie
zugleich historisches
Wahrzeichen und lebendiger
Teil der Muswiese. Damit
knüpfen wir an die
lange Geschichte dieses
besonderen Festes an und
schlagen zugleich eine
Brücke in die Gegenwart.
Wie jedes Jahr erwarten
in ROT AM SEE-MUSDORF
Programm 2025
➥ Samstag, 11. Oktober
09:30 Uhr Händler-Gottesdienst in der Michaelskirche
12:00 Uhr Beginn der Muswiese
14:10 Uhr TV Rot am See – 40. Muswiesenlauf
www.muswiesenlauf.de
15:30 Uhr Muswiesenderby im Stadion Rot am See
Rot am See – SV Brettheim
18:00 Uhr Fassanstich in der Festhalle Hahn
mit Bürgermeister Dr. Sebastian Kampe
➥ Sonntag, 12. Oktober
9:30 Uhr Festgottesdienst in der Michaelskirche
in Musdorf mit Dekan Andreas Arnold und
Pfarrer Matthias Hammer
10:30 Uhr Offizielle Eröffnung der Muswiese
am Gemeindestand im Gewerbezelt
11-16 Uhr 67. Luftballonwettbewerb der Gemeinde
am Kiga-Stand (nähe Partystadl)
18:00 Uhr Jugendgottesdienst in der Michaelskirche
➥ Montag, 13. Oktober – R U H E T A G
➥ Dienstag, 14. Oktober
9:30 Uhr Jungviehprämierung
11:00 Uhr Kuttelessen in den Wirtschaftshallen
➥ Mittwoch, 15. Oktober
19:15 Uhr Standkonzert mit dem Musikverein Rot am See
19:45 Uhr Historischer Metzgertanz auf dem Reitplatz
➥ Donnerstag, 16. Oktober
Familiennachmittag mit ermäßigten Preisen
im Vergnügungspark und bei den Festwirten
18:00 Uhr BDS-Mittelstandskundgebung mit Manuel Hagel MdL
Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU BW
in der Festhalle Hahn
20:00 Uhr Großes Brillantfeuerwerk
➥ An allen Tagen:
Marktgeschehen (10 bis 19 Uhr, außer Sa. ab 12 Uhr) – gewerbliche und
landwirtschaftliche Ausstellung (10 bis 18 Uhr, außer Sa. ab 12 Uhr)
- „Atempause“ in der Michaelskirche – Vergnügungspark – Musikalische
Unterhaltung in der Festhalle – Kulinarische Spezialitäten aus der
Region in den Bauernwirtschaften und Gastronomiebetrieben
– Einkehr in den Gasthäusern in Rot am See
Musdorf und die Gemeinde Rot am See freuen sich auf Ihren Besuch!
www.muswiese.com
rund zweihundertsechzig
Verkaufsstände die Gäste
von nah und fern. In der
landwirtschaftlichen Ausstellung
werden Neuheiten
und Trends präsentiert,
während sich Firmen und
Handwerker in der gewerblichen
Ausstellung
und auf dem Freigelände
mit ihrer Vielfalt und Innovationskraft
zeigen. Für
Jung und Alt bietet der
Freizeitpark zahlreiche Attraktionen,
die Spaß und
Spannung garantieren.
Nicht weniger bekannt ist
die Muswiese für ihr kulinarisches
Angebot. Ob
Bauernwirtschaft, Festhalle,
heimische Gastronomie
oder Imbissstand, hier ist
für jeden Geschmack etwas
dabei – und das weit
über die Region hinaus.
Zum festen Rahmenprogramm
gehören traditionsreiche
Höhepunkte wie die
Jungviehprämierung, der
Metzgertanz, die Mittelstandskundgebung
sowie
das abschließende Feuer-
Das tut jetzt kurz weh,
liebe Leserinnen
und Leser, aber es
muss sein. Und der Trost
folgt auf dem Fuß. Versprochen.
Also, zunächst
zum Schmerz: Auch im
Jahre des Herrn 2125 wird
es mit großer Wahrscheinlichkeit
eine Muswiese geben,
aber mit absoluter Sicherheit
wird sie keiner
von uns besuchen. Wir
sind dann nämlich nicht
mehr da, und würde einer
der unseren aus unerfindlichen
Gründen vom Himmel
zurück in eine Musdorfer
Budengasse
purzeln, bekäme er rund
um die Michaelskirche
kein einziges freudiges
„Sou, bisch ah a weng
doa!?“ zu hören. Er wäre
ein Fremder unter Fremden.
Wir sind halt nur zu Gast
auf Erden und auf der
Muswiese. Dieser Jahrmarkt
ist älter und größer
und zeitloser als wir. So
viele, die seit 1434 in Musdorf
gelebt, geliebt, gefeiert
gebummelt, gekauft,
gelacht, genossen und geschwätzt
haben, sind lange
vergessen.
werk. Sie sind jedes Jahr
aufs Neue ein Erlebnis, das
viele Besucher begeistert.
Ich lade Sie herzlich ein,
die unvergleichliche Stimmung
zu erleben, den Alltag
für ein paar Tage hinter
sich zu lassen und die fünfte
Jahreszeit in Musdorf zu
feiern.
Freuen wir uns gemeinsam
auf eine Muswiese 2025
voller Begegnungen, Freude,
Tradition und Zusammenhalt.
Wir Fackelträger
Und doch, jetzt kommt der
Trost: Es wäre nicht ohne
diese Vergessenen gegangen.
Es ginge nicht ohne
uns. Wir brauchen die Muswiese,
aber die Muswiese
braucht uns auch. Es waren
Menschen, Gribbl, Händler,
Schausteller, Besucher,
Marktmeister, Bauern,
Knechte, Mägde, Bürgermeister,
Artisten, Musiker,
die die Energie
dieses wahrsten
aller Volksfeste
von Generation
zu
Generation
durch
die Jahrhunderte
getragen
haben.
Jede aufrichtige
Freude
an der Muswiese,
jedes
Hinfiebern und Dabeisein,
jeder Geldschein,
den die Oma dem
Enkele fürs Karussellfahren
zusteckt, jeder lange Einkaufszettel,
der übers Jahr
hinweg für den Oktober geschrieben
wird, ist ein Funke,
der das Muswiesen-
Leuchtfeuer weiterbrennen
Ich freue mich sehr darauf,
Sie bald in Musdorf willkommen
zu heißen.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihr Dr. Sebastian Kampe
lässt. Und wir alle sind die
Fackelträger. Ist das nicht
ganz wunderbar?
In diesem Sinne: Lassen wir
die Funken sprühen – im
Gewerbezelt und in den
Wirtschaften, an den Ständen
und zwischen den
Landmaschinen, mit einem
Kaffee oder einem Likörle
in der Hand, im Krautdampf
und im Nieselregen, beim
Jungvieh und am Karussell,
auf der Bierbank, über dem
Kuttelteller – und auf jeden
Fall immer unter Freunden.
Mit dieser Sonderbeilage
zum schönsten Hohenloher
Jahrmarkt der Welt schüren
wir schon mal die Vorfreude.
Unter anderem werden
95 Thesen an den Schlebach-Stand
genagelt, blicken
wir hinter die Kulissen
der Wirtschaft Frauhammer,
folgen der Spur des
Muswiesen-Gelds, erklären
die große Bedeutung der
Michaelskirche und sprechen
mit den Händler-
Brüdern Zaruba.
Eine glückselige Muswiese
2025 wünscht
Sebastian Unbehauen
Redakteur
MUSWIESE 2025
Mit Stift, Stand
und Schlitz im Ohr
Sou, ah a weng doa? Klar, denn die Muswiese ist zuallererst ein unmittelbares Erlebnis.
Gleichzeitig wurde ihre Wahrnehmung über die Jahrzehnte hinweg von Berichten in der Zeitung
geprägt. So soll’s bleiben, das HT ist auch 2025 mit Stift und Stand mittendrin im Treiben.
Harald Zigan (rote Jacke) führt übers Fest. Foto: Sebastian Unbehauen
uswiese ist „Musswiese“
– für Zeitungsleute
ganz besonders.
Denn wo das Volk
ist, da sind die Leserinnen
und Leser, da tragen sich
jene Geschichten zu, die
erzählt, gedruckt, verschlungen
sein wollen, da
menschelt es tierisch, da
ist das Leben, das sich im
Blatt und neuerdings auch
in der App spiegeln soll.
Menschen wie Adolf
Kämpf, Manfred Wankmüller
oder Harald Zigan
wussten (und wissen) das.
Sie und einige ihrer Kollegen
haben in der Nachkriegszeit
die Berichterstattung
des „Hohenloher
Tagblatts“ über die Muswiese
geprägt – jeder auf
seine eigene Weise. Eines
freilich haben die Schreiber
gemein: Ihre Hohenloher
Herzen waren und sind
in Musdorf daheim.
Zuverlässig lieferte Kämpf
große Vor- und Nachberichte
über den Jahrmarkt,
sachlich, einordnend, historisch
fundiert. Wankmüller
liebte es, den Leuten
aufs Maul zu schauen
und die schlitzöhrigen
„Gschichtlich“ aufzuschreiben,
die sonst eher
über die Schlachtplatte
hinweg von Mund zu Ohr
wandern, nicht aber aufs
Papier. Man könnte sagen:
Der „mw“ war ein Jäger
und Sammler mit Block,
ein Bruder Grimm des
Musdorfer Treibens. Und
Zigan ist sein nicht minder
muswiesenerprobter und
-verliebter Schüler – der
irgendwann gar anfing,
Führungen über den Festplatz
anzubieten.
Auch 2025 lädt der Redakteur
im Ruhestand ein, an
seinem breiten aktuellen
und historischen Wissen
über die Muswiese teilzuhaben.
Er gibt Einblicke in
alte Bräuche und dampfende
Töpfe, durchschlendert
das Gelände und seinen
reichen Anekdotenschatz,
schaut an Ständen ebenso
vorbei wie in der für die
Entwicklung es Marktes so
bedeutsamen Michaelskirche.
Das alles wird stilecht
in authentischem Hohenlohisch
und mit der nötigen
Portion Humor serviert.
Treffpunkt für die
drei Führungen ist an den
In der Fotobox am HT-Stand gibt es wieder die Möglichkeit,
neue Muswiesen-Outfits auszutesten. Foto: Ufuk Arslan
klassischen Markttagen
Dienstag, Mittwoch und
Donnerstag jeweils der
Stand der Südwest Presse
Hohenlohe im Gewerbezelt.
Los geht’s stets um 10
Uhr. Wer dabei sein möchte,
kann sich unter Telefon
0 79 51 / 409 321 anmelden.
Die Teilnehmerzahl ist auf
25 pro Tour begrenzt.
Dem Stand der Zeitung
sollte man übrigens unbedingt
auch dann einen Besuch
abstatten, wenn man
gerade nicht auf dem Weg
zu einer Führung ist: Ein
kleiner Stopp lohnt sich
gleichermaßen für Abonnentinnen,
Abonnenten
und solche, die es gerne
werden wollen. So besteht
etwa die Möglichkeit, sich
das E-Paper, also die digitale
Version der gedruckten
Tageszeitung, kostenlos
freischalten zu lassen,
wenn man bereits ein Abo
hat. Für Neukunden gibt es
attraktive Kennenlernangebote.
Denn man will ja
nicht nur während der
Muswiese wissen, was in
der Region los ist.
Aufgebaut ist darüber hinaus
wieder die beliebte
Fotobox: Was dort geknipst
wird, landet direkt
auf einer kleinen HT-Titelseite
zum Mitnehmen.
Sammler können sich am
Stand die neueste Version
des Muswiesen-Magneten
holen. Und wer an einem
digitalen Glücksrad dreht,
hat die Chance auf attraktive
Preise.
Also: vorbeikommen, mitmachen,
lesen – damit die
Muswiese und die Zeitung
auch in Zukunft das gewohnt
starke Gespann
bleiben.
Sebastian Unbehauen
Muswiese 2025
Festhalle
Samstag, 11.10.
12.00 Uhr Reichhaltiger Mittagstisch
Traditioneller Fassanstich mit
Bürgermeister Dr. Sebastian Kampe
18.00 Uhr Kzwoa
Sonntag, 12.10.
11.00 Uhr Reichhaltiger Mittagstisch
11.30 Uhr Gochsheimer
Kärwa-Musikanten
16.30 Uhr Festlesmusik
Dienstag, 14.10.
11.00 Uhr Reichhaltiger Mittagstisch
11.30 Uhr Dolce Vita
17.00 Uhr Dirk Marcus
Mittwoch, 15.10.
11.00 Uhr Reichhaltiger Mittagstisch
11.30 Uhr Dirk Marcus
17.30 Uhr Hally Gally
Einzug des historischen Metzgertanzes
www.hahnzelt.de
Partystadl
... mit trendigem Streetfood
Samstag, 11.10.
DJ Stepi
Dienstag, 14.10.
DJ Diabolo
Donnerstag, 16.10.
DJ VVS
Donnertstag Familientag
Buntes Kinderprogramm mit
Sonntag, 12.10.
DJ VVS
Mittwoch,15.10.
DJ Stepi
An unserem Imbiss gibt's von 11–18 Uhr
Knusprige Pommes .................................................................................... 2,50 €
½ Meter Wurst im Baguette ..................................................................... 4,90 €
Softdrink 0,5l ................................................................................................. 2,50 €
zzgl. Pfand
Donnerstag, 16.10.
11.00 Uhr Reichhaltiger Mittagstisch
17.00 Uhr Gräni Gang
18.00 Uhr BDS-Mittelstands -
kundgebung
mit Manuel Hagel
Im Verbund der SÜDWEST PRESSE
Mir san ah widder
a weng doa!
Stand
59
im Gewerbezelt
[Wir sind auch wieder mit dabei!]
Muswiese
Besuchen Sie uns auf der Muswiese:
■ E-Paper-Registrierung am Messestand abschließen
■ Tolle Bilder in der Fotobox
■ Muswiesen-Magnet zum Sammeln
Sou, bisch ah a weng doa?
2025
2,– €
MUSWIESE 2025
4/5
In einem netten Ambiente
gut essen und trinken
Was wäre das Fest der Hohenloher ohne eine vielfältige und gemütliche Gastronomie?
Frauhammer’s Scheune setzt auf eine herzhafte Küche zu familienfreundlichen Preisen.
iele Familienwirtschaften
auf der
Muswiese berufen
sich auf ein traditionelles
Schankrecht, das es ihnen
erlaubt, während der „Königin
der Feste“ Speisen
und Getränke auszugeben.
„Ich gehe davon aus, dass
die Höfe, die die Kirche
instand hielten, ein
Schankrecht hatten“, sagt
Georg Frauhammer.
Der Musdorfer ist mit der
Muswiese aufgewachsen
und kann sich das Fest
nicht ohne die Wirtschaften
vorstellen. Deshalb
war es schon lange sein
Traum, während des Fests
ebenfalls für die vielen
Gäste zu kochen und Getränke
auszuschenken. Als
seine Familie einige andere
Häuser um ihre traditionelle
Hofstelle herum
kaufen konnte, wurde dieser
Traum wahr. 2010 bewirteten
sie zum ersten
Mal. Die ganze Verwandtschaft
zog mit und hatte
ihren Spaß dabei. Auch in
den Folgejahren wollten
sie weitermachen. „Zunächst
hatten wir ein Zelt
aufgebaut, aber das wurde
uns dann zu aufwändig“,
sagt Georg Frauhammer.
Weil sein Bruder Otto damals
noch arbeitete, reifte
der Entschluss, eine professionelle
Bewirtungshalle
zu bauen. Seit 2012
begrüßt die Familie die
Gäste nun in und um das
speziell für diese Festivität
errichteten Gebäude.
„Wir haben die Halle mit
Küche, Bevorratungsräumen,
Spülbereich und Toiletten
profimäßig ausgestattet“,
berichtet Georg
Frauhammer. „Wenn wir
das machen, dann richtig.“
Der Sachverständige hat
geschäftliche Beziehungen
zur Metzgerei Setzer
in Wolpershausen, weshalb
Fleisch und Wurst
Während der Muswiese ist Georg Frauhammer vor allem
hinter der Bar zu finden. Die gemütliche Einrichtung stammt
von einer Kneipe aus Bad Waldsee. Foto: Thorsten Hiller
selbstverständlich von
dort bezogen werden.
„Uns sind die Nähe, die
Frische, die Qualität und
die Regionalität wichtig“,
betont er. „Die Zusammenarbeit
ist super. Sollte
etwas fehlen, können wir
es in kurzer Zeit in Wolpershausen
abholen.“ Brot
und Kuchen kommen von
einem Bauernhof am Rande
von Musdorf. „Die haben
zwar über die Muswiese
das ganze Getümmel,
aber selbst nichts davon.“
Während der Muswiese
geht es um 10 Uhr in Frauhammer’s
Scheune mit einem
Weißwurstfrühstück
los. Ab mittags werden die
In Frauhammer’s Scheune finden bis zu 300 Personen Platz. Dank Selbstbedienung und
straffer Organisation können viele Menschen gleichzeitig das gute Essen genießen.
traditionellen Gerichte
serviert, nachmittags gibt
es Kaffee und Kuchen. Am
Abend verlagert sich der
Ansturm auf die gemütliche
Bar. „Von 20 bis 22
Uhr ist Happy Hour“, erklärt
Georg Frauhammer.
In der Halle und im Biergarten
davor gilt das Prinzip
der Selbstbedienung.
Darum kann die Familie
das Fest mit knapp 20 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern
gut bewerkstelligen.
Auch der speziell auf
die Muswiese abgestimmte
Ablauf, die neuesten
technischen Geräte und
die straffe Organisation
helfen dabei. Die beiden
Töchter und ihre Ehemänner,
weitere Familienangehörige
und Freunde ergänzen
das gut eingespielte
Team. Wenn der Ansturm
etwas schwächer ist, wird
in Etappen Pause gemacht.
Den Wirten ist Transparenz
wichtig: „Bei uns
kann man in die Küche
schauen und sieht, was
passiert.“ Neben den Muswiesen-Klassikern
bieten
die Frauhammers unter
anderem Rehbraten, Kutteln,
Saure Nierchen sowie
einige fleischlose Gerichte
an. „Unsere beiden
Töchter essen nur vegetarisch.
Sie achten darauf,
dass das Angebot stimmt“,
erzählt Georg Frauhammer.
Man lege großen
Wert darauf, dass „die
Preise im Dorf bleiben“. In
Frauhammer’s Scheune
müssten Familien keine
hohen Summen ausgeben:
„Hier können sie sich einen
Besuch mit Essen und
Trinken leisten“, ist Georg
Frauhammer überzeugt.
„Die Preise sind fair.“
Trotz der intensiven Vorbereitung
und der langen
Tage sind die Frauhammers
von der Muswiese
nach wie vor begeistert.
„Für uns ist das keine Arbeit,
wir haben Freude daran,
die Gäste zu bewirten“,
lautet das Credo der
Familie. „Wenn die Menschen
zufrieden sind,
dann ist es gut.“ Da die
Familie nicht von der Bewirtung
leben muss, betrachtet
sie das fünftägige
Fest als Hobby. Die Helferinnen
und Helfer gehen
das ganze Jahr über anderen,
anspruchsvollen technischen
Berufen in der
Stadt nach und finden bei
dem bodenständigen Fest
auf dem Land eine ganz
besondere Erdung. Das
Konzept kommt bei den
Gästen gut an: „Nettes
Ambiente, preislich sehr
gut“, schreibt ein User im
Internet. Ein anderer hebt
vor allem die selbst gemachten
Spätzle hervor:
„Der Besuch bei Frauhammer’s
ist ein Muss.“
Durch die ausgedünnten
Busverbindungen sei
abends weniger los: „Ab
22 Uhr merkt man das“,
berichtet Georg Frauhammer.
„Das geht auch anderen
Wirtschaften so.“ Die
einzelnen Familien helfen
einander vor allem durch
den Austausch von Informationen,
beispielsweise
zu Hygienevorschriften
und sonstigen rechtlichen
Dingen. „Die Zusammenarbeit
ist gut, es kommt
kein Neid auf“, ist er überzeugt.
„Während der Muswiese
hat jeder genug zu
tun.“ Thorsten Hiller
Bärenstarker
Fotowettbewerb
auf Insta: @energierath
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Bei schönem Wetter lädt der Biergarten vor der Scheune zum Verweilen ein. Fotos: privat
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MUSWIESE 2025
Die Kauflaune
wiegt schwer
Vor dem Musdorfer Jahrmarkt können sich die Mitarbeiter der Raiffeisenbank in Rot am See
den Gang ins Fitnessstudio sparen. Denn: Irgendwo muss das Muswiesen-Geld ja herkommen.
Jedes Jahr im frühen
Herbst rollt ein Spezialtransport
nach Rot am
See. Für die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der
dortigen Raiffeisenbank
heißt das: anpacken. „Das
ist ein ordentliches Fitnessprogramm“,
sagt
Bankvorstand Winfried
Stahl. „Richtige Teamarbeit“,
ergänzt sein Vorstandskollege
Thomas
Haag. „Definitiv die anstrengendste
Zeit des Jahres“,
betont Hauptkassenleiterin
Agnes Hauf.
Was da so schwer ist, was
schleunig ausgeladen und
händisch in den Tresorraum
getragen werden
muss, zehnrollenweise eingeschweißt
und in Palettenkisten
angeliefert, ist
das Wechselgeld für die
Muswiese. Vor allem Gastronomen,
Vereine und lokale
Händler bestellen ihre
Münzen bei der Raiffeisenbank
Schrozberg-Rot am
See. Sie schätzen es, dass
dieser Service für Kunden
kostenlos ist und dass sie
auch während des Jahrmarkts
zu den üblichen
Öffnungszeiten Nachschub
bekommen. „Wir haben
sogar schon am Sonntag
Geld auf die Muswiese getragen“,
sagt Haag und lächelt.
Aber um wie viel Geld
handelt es sich denn? Eine
Summe möchten die Raiba-Verantworlichen
nicht
nennen, das Gewicht
schon: „Beim letzten Mal
sind 1,8 Tonnen Münzgeld
rausgegangen“, verrät
Hauf. Ein Gutteil davon
wird mit besagtem Transport
angekarrt, darüber hinaus
greift man auf den eigenen
Bestand zurück.
Dieser muss im Vorfeld
des Fests mit einer Maschine
rolliert, verpackt
und in Kisten bereitgestellt
werden.
„Die Planung der Muswiese
beginnt bei uns schon
im Juli, und bis wir damit
durch sind, ist es Ende Oktober“,
erzählt Hauf. Denn
nach dem großen Geldausgeben
in Wirtschaften und
Budengassen kommen die
Münzen in Eimern zurück:
„Das will ja keiner behalten,
das ist ja viel zu viel
und zu schwer.“ Also wird
wieder neu rolliert und
eingelagert, als Grundstock
fürs nächste Fest.
Übrigens, zuletzt ist bei
der Raiffeisenbank jedes
Jahr mehr Münzgeld bestellt
worden als im Jahr
davor – und das, obwohl
die Bedeutung des Bargelds
insgesamt eher abnimmt.
Auch auf der Muswiese
kann man heutzutage
öfter mit Karte zahlen. Das
zeigt, wie sehr der Jahrmarkt
in jüngster Zeit
boomt. Vorstand Stahl formuliert
es lakonisch so:
„Wenn wir davon ausgehen,
dass die Kartenzahlung
zunimmt, und gleichzeitig
auch die
Bargeldmenge steigt,
müsste es in irgendeiner
Kasse landen.“
Die Kauflaune der Besucher
zeigt sich auch am
Bankautomaten in der Filiale
von Rot am See. Dort
wird in der Muswiesenwoche
üblicherweise ungefähr
fünfmal so viel abgehoben
wie normal. Eine
Automatenfüllung hält in
dieser Zeit maximal anderthalb
Tage, vor allem
das Wochenende sei „echt
extrem“, sagt Hauf. „Wir
sind sehr froh, dass am
Montag Ruhetag ist.“
Stahl und Haag gehen davon
aus, dass das bargeldlose
Bezahlen auch in Musdorf
weiter an Bedeutung
gewinnen wird – und dass
die Händlerinnen und
Händler von dieser Entwicklung
profitieren können.
„Es gibt ja sehr viele
hochwertige Sachen an
den Ständen“, sagt Stahl.
Bargeld sitze nicht immer
so locker, wenn es um größere
Beträge gehe, denn
In Sack und Pack: Hauptkassenleiterin Agnes Hauf (links) und Bankmitarbeiterin Ruth
Schreiner mit einem ganz kleinen Teil des Münzgelds, das für die Muswiese bereitliegt.
Foto: Sebastian Unbehauen
der Geldbeutel ist irgendwann
leer. Und man will ja
noch sein Schnitzel essen.
„Aber die Karte gibt dann
doch noch was her.“
Dass vor zwei Jahren drei
falsche 50-Euro-Scheine
auf der Muswiese aufgetaucht
sind, war für die
Leute von der Bank keine
Überraschung. Ein paar
Blüten gebe es eigentlich
jedes Jahr; mal besser, mal
schlechter gefälscht. „Ich
habe schon Scheine gesehen,
da stand auf einer Seite
groß ,Requisitengeld‘
drauf“, sagt Hauf. Aber im
Gedränge, beispielsweise
abends an einem der Getränkestände,
ist das trotzdem
ganz leicht zu übersehen.
„Dafür habe ich volles
Verständnis“, sagt Stahl.
Spätestens in der Bank fällt
es dann freilich auf: „Unsere
Zählgeräte erkennen die
Echtheit.“ Schlägt so ein
Gerät an, muss sofort die
Kriminalpolizei eingeschaltet
werden. Immerhin:
„Es hält sich echt noch
in Grenzen“, betont Hauf.
Die Hauptkassenleiterin
der Raiffeisenbank wird
übrigens selbst ausgiebig
mit dem Münzgeld hantieren,
um das sie und ihre
Kollegen sich schon seit
Wochen kümmern: Sie bedient
in der Muswiesenwirtschaft
der Familie Hofmann.Sebastian
Unbehauen
Impressum
MUSWIESE 2025
Sonderbeilage
Herausgeber
SÜDWEST PRESSE Hohenlohe
GmbH & Co. KG,
Hohenloher Tagblatt
Ludwigstraße 6-10
74564 Crailsheim
Redaktion
Christine Hofmann (verantw.),
Sebastian Unbehauen, Harald
Zigan, Thorsten Hiller
Gestaltung
Jürgen Schneider,
Heidi Thomsen
Titelfoto
Ufuk Arslan
Fotos
Ufuk Arslan, Joachim Mayershofer,
Thorsten Hiller, Erwin Zoll,
Sebastian Unbehauen, Harald
Zigan, Sammlung Herbert
Schüßler, HT-Archiv, dpa, privat
Anzeigen
Vera Epple (verantw.), Ingo Bölz,
Martin Naterski, Sebastian
Nutsch
Druck
NPG Druckhaus GmbH & Co. KG
Siemensstraße 10, 89079 Ulm
ROT AM SEE 2025
Landwirtschaftliche und gewerbliche Ausstellung
WIR LADEN GEMEINSAM EIN:
STAND B40/41
DIREKT GEGENÜBER VOM BDS-GEWERBEZELT!
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* ENTKOMME DEM SCHNEIDER ESCAPE ROOM
* GIB GAS AUF DER FARMBAU-RENNSTRECKE
* HOCH HINAUS BIS AUF 30 M
* UND VIELES MEHR!
Viel Spaß
auf der
Muswiese!
✂
MUSWIESE 2025
6/7
Ein Stück Himmel
Man muss nicht Theologie studiert haben, um zu wissen, dass die Muswiese
ein Stück Himmel auf Erden ist. Im Land, wo Gerstensaft und Kuttelsud
fließen, weidet der Herrgott den Hohenloher auf einer grünen Aue und
schenket ihm voll ein. Ja, ohne blasphemisch werden zu wollen: Über Musdorf,
so fühlt es sich zumindest an, liegt fünf Tage lang ein heiliger Schimmer
(und zwar nicht erst kurz vor der Sperrstunde am Landjugendstand).
a wundert es nicht,
dass Kirche und
Jahrmarkt schon
immer eng verbandelt
waren. Die Ursprünge
der Muswiese sind zwar
ähnlich verschwommen
wie die Erinnerung an
den letzten Asbach-Cola
des Vorabends, aber sehr
wahrscheinlich haben mittelalterliche
Wallfahrten
zur Michaelskirche ihre
Rolle bei der Paradieswerdung
Musdorfs (siehe Seite
11) gespielt. Der Termin
des Treibens wiederum
richtete sich zunächst
nach dem Gedenktag zu
Ehren des Anführers der
himmlischen Heerscharen,
des Erzengels Michael,
und später (bis heute)
nach dem Burkhardstag
für den ersten Bischof von
Würzburg, der als Helfer
bei Gelenkschmerzen
gilt – was sehr praktisch
ist angesichts des ewigen
Durch-die-Stände-Geschlappes.
Ob der Heilige zwecks
Schmerzbehandlung zu
Murmeltierfett griff, ist
nicht überliefert, aber
höchstwahrscheinlich hat
er das Zeug zumindest
nicht auf der Muswiese gekauft.
Burkhard starb nämlich
fast 700 Jahre vor der
urkundlichen Ersterwähnung
des Jahrmarkts.
Zur MUSWIESE 2025
Wir laden ein zur Muswiese 2025
Unser freundliches Muswiesenteam serviert Ihnen
verschiedene Gerichte von
RIND, SCHWEIN und PILZEN
Am 19. Okt. 2025 nochmals Mittagstisch
Feiern im „hofburk stadl "
Auf Ihren Besuch freut sich Ihre Familie Hofmann
Frauhammer’s
Scheune
Essen • Wein vom Fass
Frauhammer’s
Barbetrieb ✗ Essen • Kaffee ✗ Wein und vom Kuchen Fass
Scheune
✗ neu: vegane & vegetarische Gerichte
✗ Kaffee & Kuchen ✗ Barbetrieb
Essen • Wein vom Fass
Barbetrieb • Kaffee und Kuchen
Samstag ab 20.00 Uhr
The Wannabes Band
Heute ist Musdorf so evangelisch,
als würde Martin
Luther selbst sein Abendmahl
beim Uhl, Ziegler,
Hornung, Frauhammer,
Pressler, Hofmann, Pietz
oder Hahn einnehmen, um
danach zu fragen: „Warum
rülpset und furzet ihr
nicht, hat es euch nicht geschmecket?“
Hätte ich Luthers
Schneid, ich stünde
da, könnte nicht anders
– und nagelte 95 ewig gültige
Muswiesen-Thesen
vielleicht nicht gerade an
die Kirchentür (was soll da
der neue Dekan sagen?),
aber zumindest an den
ebenfalls nicht wegzudenkenden
Schlebach-Stand.
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1. Muswies is bloaß aamoal im Joahr.
2. Volksfescht is jeeds Joahr.
3. „Sou“ ist das wichtigste Muswiesen-Wort.
4. Wer ah weng doa is, kummt gwiis immer widder.
5. Ehre den Ruhetag, außer du bist Metzgertänzer.
6. Metzgertanz verhält sich zu Samba wie Hefepils zu Caipirinha.
7. Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsre weit und breit.
8. Wenn’s am Samstag regnet, kann der Acker schon am
Sonntagnachmittag wieder trocken sein.
9. Wenn’s am Sonntag nochmal regnet, wird’s eng.
10. Naa, net uffn Agger foahre, wenn alles uffgwaacht is!
11. Wenn’s Kuhbatzen regnet, kann eine Saischdoolkabbe helfen.
12. Es gibt kein falsches Wetter.
13. Heuer wird’s ganz bestimmt trocken bleiben.
14. Nach dem Durst: Muswiesenwurst.
15. Muswiesegribbl ist kein Schimpfwort, sondern ein Ehrentitel.
16. Echte Gribbl erkennt man am Augenleuchten.
17. In de Maschine trifft mer n Haufe Maschine.
18. Sich seinen Jahrmarkts-Ritualen hinzugeben, spart viel Kraft.
19. Aus seinen Jahrmarkts-Ritualen auszubrechen, sorgt für Spannung.
20. Lammbraten sollte man früh genug bestellen,
sonst ist er vielleicht ausverkauft.
21. Man kann nie genug Tee haben.
22. Man kann nie genug Zwetschgezuckerli haben.
23. Man kann nie genug Gute-Laune-Dip haben.
24. Man kann nie genug gute Laune haben.
25. Du wirst auf jeden Fall eines Tages einen äthiopischen Eintopf kochen,
also kauf das Gewürz.
26. Wer nicht einkauft, gefährdet die Tradition.
27. Eine Muswiese ohne Händler wäre wie ein Schnitzel ohne Panade.
Und ohne Ebieresalood.
28. Ebieresalood kann aphrodisierende Wirkung auf
Zentralhohenloher haben.
29. Jeder Dooch kann ein Leddichedooch sein.
30. Wenn er dich nach der Hektar-Zahl fragt, wird’s ernst.
31. Wenn sie Kutteln mag, ist sie jeden Einsatz wert.
32. Wer in einer Wirtschaft keinen Platz mehr kriegt,
kann getrost weitergehen: Es schmeckt überall.
95 Muswiesen Thesen
33. Aber es wird auch gleich wieder was frei.
34. Lieber ein feiner Kerl mit grober Bratwurst als ein grober Kerl
mit feiner Bratwurst.
35. A dumms Gschwätz hascht schneller wi n Zwetschgeblootz.
36. Ein Leben ohne Schlachtplatte ist möglich, aber sinnlos.
37. Ein Tag mit drei Schlachtplatten ist möglich, aber nicht sinnvoll.
38. Siegfried Gröner hatte Recht: Die Muswiese ist immer wie nie.
39. Wo so ein Fest gefeiert wird, kann nicht alles schlecht sein.
40. Die Muswiese ist Realität und Verheißung in einem.
41. Lange Einkaufslisten arbeitet man nicht am Sonntag ab.
42. Pinea-Jacken sind praktischer als Trachten-Janker.
43. Die Sperrstunde ist ärgerlich, aber nützlich.
44. Blutwurst schmeckt besser als sie klingt.
45. Leberwurst auch.
46. Jeder ist willkommen.
47. Einsam? Dazusetzen erlaubt.
48. Wer im Freigelände nicht satt wird, kennt keinen Landwirt.
49. Qualitätszitzengummis halten Euter gesund.
50. Ohne gutes Fundament, gibt’s bei der Jungviehprämierung
keinen ersten Preis.
51. Aber ein gutes Fundament ist nicht alles.
52. Ein Fischweck kann das abendliche Zähneputzen nur
vorübergehend ersetzen.
53. Ein Likör kann Dienste als Mundwasser leisten.
54. Übermäßiger Krautgenuss ist vor der Boxautofahrt zu vermeiden.
55. Das ist kein Zelt, sondern eine Reithalle!
56. Den Mischungen am Landjugendstand ist nicht jeder gewachsen.
57. Gemüsehobeln ist eine Kunst, die man nie so gut beherrschen
wird wie der Vorführer.
58. Trotzdem: Gemüsehobel kaufen!
59. Man kann gar nicht oft genug durchlaufen.
60. Ohne Riesenrad fehlt etwas.
61. Ein Jahr ohne Riesenrad steigert die Freude aufs Jahr mit Riesenrad.
62. Ohne die Jungs vom Bauhof geht gar nichts.
63. Beate Meinikheim und Florian Reiß haben immer Recht.
64. Spezi ist das Aspirin des kleinen Mannes.
65. Wenn plötzlich ein Mirabellenlikör auf dem Tisch steht,
kommt er vielleicht vom liawe Gott. Oder vom OB.
66. Irgendwann werden die hippen Kids in Berlin wieder
Kittelschürzen tragen.
67. Manche Kittelschürzen-Muster verursachen Kopfweh.
68. Wer morgens mit Kopfweh aufwacht, hat am Vortag zu lang
auf Kittelschürzen gestarrt.
69. Auch wenn es sich am Morgen nicht so anfühlt:
Am Abend wird es wieder sou schäe!
70. Mit Kindern ist der Muswiesenbesuch anstrengend.
71. Mit Eltern ist der Muswiesenbesuch anstrengend.
72. Anstrengung wird auf der Muswiese stets zu Wohlgefallen.
73. Wenn dr Babbe weg ist, will er nicht gefunden werden.
74. D Mamme findet ihn trotzdem.
75. Mamas sollten an der Muswiese Spendierhosen tragen.
76. Papas auch.
77. Jedem Kind steht eine neue Spielzeug-Landmaschine zu.
78. Ein Muswiesensonntag mit dem Kinderwagen ist wie eine Fahrt
über den Brenner zu Ferienbeginn.
79. Spätzli mit Soß können die Rettung sein.
80. Vor Blutspatzen muss man keine Angst haben.
81. Das Feuerwerk wird ah! und oh!
82. Lieber zu kalt als zu warm.
83. Teleskopbesen sind wirklich nützlich.
84. Wenn „Angels“ von Robbie Williams in der Bermuda-Bar läuft,
hat jemand ganz schön an der Uhr gedreht.
85. Wenn „Angels“ von Robbie Williams in der Bermuda-Bar läuft,
muss man sich schnell entscheiden: Stehblues oder Absacker?
86. Wer seinen Schatz zum Absacker-Holen schickt und trotzdem
einen Stehblues tanzt, wird keinen guten Morgen haben.
87. Egal wie vollbepackt man ist: Eine Waffeltüte kann man noch tragen.
88. Schoko-Früchte sind ihren Preis wert.
89. Jeder braucht Socken. Immer.
90. Die Muswiese um den Samstag zu erweitern, war eine gute Idee.
91. Die Muswiese ist genau richtig lang.
92. Am Freitag ist auch mal wieder gut.
93. Nach der Muswiese ist quasi Weihnachten.
94. Es ist nie zu früh, Lebkuchenglocken und Ausstecherli zu kaufen.
95. Nercheds is geiler, wi in Groaßbäreweiler – außer in Musdorf.
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MUSWIESE 2025
8/9
Eine tiefe Liebe
in Buchform
Im Juni starb der Heimatkundler Herbert Schüßler – der Muswiese
hat er bereits 1989 ein Denkmal gesetzt.
n den letzten Jahren seines
Lebens machte sich
Herbert Schüßler rar
auf der Muswiese: „Zu
laut, zu voll“ gehe es mittlerweile
auf dem ältesten
Jahrmarkt in Hohenlohe
zu, die weitaus gemütlichere
Muswiesen-Herrlichkeit
in den alten, längst
abgerissenen Bauernstuben
vermisse er sehr. Den
Schmerz des Heimathistorikers
aus Rot am See, der
am 7. Juni 2025 im Alter
von 85 Jahren gestorben
ist, kann man nachvollziehen:
Aus einer tiefen Liebe
zur Muswiese heraus
schrieb er schon im Jahr
1989 ein opulentes Buch
über die Muswiese – die
„Geschichte und Geschichten
eines uralten
Jahrmarkts in Rot am See-
Musdorf“, so der Untertitel,
gilt als Standardwerk,
Herbert Schüßler (hier im
Jahr 2013) war ein profunder
Kenner der Muswiese.
Foto: Erwin Zoll
das in vielen hohenlohischen
Bücherregalen einen
Stammplatz hat.
Jahrelang hat Herbert
Schüßler für sein Werk
einschlägige Dokumente,
Schriften und Fotografien
über die Muswiese gesammelt.
Seine heimatgeschichtliche
Arbeit, die er
neben seinem Beruf als
Friseurmeister in unzähligen
Stunden seiner Freizeit
geleistet hat, mündete
schließlich in dem Buch
mit dem schlichten Titel
„Die Muswiese“.
Die Herausgabe des Buches
war auch für den Verleger
Wilfried Eppe aus
Bergatreute bei Ravensburg
Ehrensache, stammt
er doch aus Rot am See-
Brettenfeld und ist somit
schon seit Kindsbeinen
bestens vertraut mit dem
Nationalfest der Hohenloher.
Pünktlich zur 555. Wiederkehr
der urkundlichen
Ersterwähnung des Jahrmarkts
erschien das Werk
Die älteste bekannte Aufnahme der Muswiese stammt aus dem Jahr 1890 und ist in
Schüßlers Buch erschienen. Foto: Sammlung Schüßler
Die Gemütlichkeit in den Bauernhäusern (hier mit der „Flotten Olga“ im Haus Uhl, das vor 50 Jahren abgerissen
wurde) liebte Schüßler ganz besonders. Foto: HT-Archiv
– ein absoluter Meilenstein
in der heimatkundlichen
Muswiesen-Forschung.
Zuletzt hatte sich
nur Dr. Karl Otto Müller
aus Ludwigsburg in einer
längeren Abhandlung für
eine Festschrift aus dem
Jahr 1928 mit der Geschichte
des Jahrmarkts
beschäftigt – eine zuweilen
staubtrockene Angelegenheit
mit einer Unmenge
von Jahreszahlen und
schier endlosen Aufzählungen
von Steuern und
Gebühren.
Ganz anders das Buch von
Herbert Schüßler: In einem
unterhaltsamen, aber
mit profunden Fakten un-
zum Jahr 2000 widmete.
Das Werk kann auch heuer
am Stand der Gemeinde
Rot am See im BDS-Zelt
erworben werden.
Was das Muswiesen-Buch
über seine Fülle an Informationen
hinaus zu einem
wahren Schatz macht, sind
die zahlreichen historischen
Fotografien, die
nicht nur aus dem Archiv
von Herbert Schüßler
stammen: Zahlreiche Bürger
haben für das Buch
ihre Fotoalben geöffnet
und überaus wertvolle,
weil höchst seltene Aufnahmen
aus der Vorkriegszeit
zur Verfügung gestellt
– von Szenen aus den alten
Schausteller-Schicksalen,
Muswiesen-Mode und
Trinkgepflogenheiten
nebst gastronomischen
Details aus den Speisekarten
vergangener Zeiten.
Weil die Muswiese auch
ein Hort der Lebensfreude
und damit des Lachens ist,
runden einige lustige
„Gschichtlich“ über einschlägige
Muswiesen-Helden
und ihre Missgeschicke
das Buch ab.
Ein nicht minder unschätzbar
wertvolles Dokument
ziert den Schluss des Buches
von Herbert Schüßler:
Der komplette Text einer
Rundfunksendung, die
im Jahr 1931 auf der Muswiese
mit zahlreichen Ak-
terfütterten Plauderton Bauernwirtschaften bis
zeichnet er detailliert die hin zu Impressionen aus teuren
Chronik der Muswiese den Budengassen und vom
nach – von den mittelalterlichen
Auftritt der legendären
Anfängen über den Traber-Hochseilartisten
Jahrmarkt im 18. und 19. auf der Muswiese des Jahres
Jahrhundert, dem Muswiesenmarkt
um 1900, der Zeit 1949. Zahlreiche histo-
rische Anzeigen von Muswiesen-Wirten
zwischen den Weltkriegen
und
bis zur Muswiese nach Händlern komplettieren
dem Kriegsende 1945. Weil die Illustrationen.
die Erstauflage aus dem Kurzum: Herbert Schüßler
Jahr 1989 in Windeseile
vergriffen war, erschien im
öffnete dem Leser ein Füllhorn
an Überlieferungen,
Jahr 2001 eine neue Ausgabe,
Bräuchen, Sittenbildern,
die sich zusätzlich gesellschaftlichen und po-
der Muswiesen-Zeit bis litischen Zuständen,
von Metzgertänzern
bis hin zum
Bürgermeister aufgezeichnet
wurde und von dem
Reporter Gerd Struwe
kongenial moderiert wurde.
In den Erzählungen vor
dem Mikrofon taucht sie
noch einmal auf, die Muswiese
in alten Zeiten, die
Herbert Schüßler so sehr
geliebt hat – mittendrin in
den Bauernstuben, wo sich
im Schlafzimmer der Duft
von Bratwürsten und
Schlachtplatten mit dem
Geruch von Mottenkugeln
im Kleiderschrank vermischte,
wo die „Flotte
Olga“ mit ihrem Akkordeon
aufspielte und wo
zur stockdunklen Nacht so
mancher wankende
Schluckspecht im Misthaufen
vor den uralten
Bauernhäuser landete, die
Mitte der siebziger Jahre
allesamt abgerissen wurden,
um Platz für eine weitere
Budengasse entlang
der Michaelskirche zu
schaffen.
Bittersüße Nostalgie prägt
auch weitere Werke von
Herbert Schüßler wie zum
Beispiel eine dreiteilige
Buchreihe mit historischen
Aufnahmen aus seiner
Heimatgemeinde. Aus
seiner Feder stammen
auch etliche Werke über
Landschaft und Sehenswürdigkeiten
in Hohenlohe-Franken.
Mit großer
Leidenschaft hat sich der
Autor auch den Feuersteinen
gewidmet. Sein Buch
über die Muswiese aber
krönt eine heimatkundliche
Arbeit, die über seinen
Tod hinaus noch viele Jahre
an Herbert Schüßler erinnern
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MUSWIESE 2025
„Es gibt keinen
schlechten Tag mehr“
Die Händler-Brüder Manfred und Bruno Zaruba (63 und 67 Jahre alt)
aus Abtsgmünd kommen mit ihren Lederwaren seit Jahrzehnten auf die
Muswiese. Wer dort keinen Umsatz mache, habe das falsche Produkt,
sagen sie.
ix da“, sagte sein
Meister. Und: „Zaruba,
trau di net!“
Aber Manfred Zaruba, damals
in seinen frühen
20ern und als Werkzeugmacher
tätig, konnte einfach
nicht anders. Er
musste unbedingt von
Dienstag bis Donnerstag
auf die Muswiese fahren.
Schließlich war das so
eine gute, einträgliche
Veranstaltung, und ihm
war einer der begehrten
Plätze zugeteilt worden!
Nicht lang zuvor hatte er
sich ein Bussle und einen
Stand gekauf, um unter die
Markthändler zu gehen –
nebenberuflich, an den
Wochenenden. Man könnte
auch sagen: probehalber.
Jetzt brauchte er dafür
also mal unter der Woche
frei. Aber der Meister in
der Werkstatt bockte. Und
Zaruba blieb trotzdem
weg vom Arbeitsplatz.
Am Freitag nach der Muswiese
hatte er seinen Job
los. Seitdem ist Manfred
Zaruba Vollzeit- und Vollblut-Händler.
Kurze Zeit
später stieg auch sein älterer
Bruder Bruno ins Geschäft
ein. Mittlerweile ist
Manfred seit 40, Bruno
seit 35 Jahren auf dem
Musdorfer Markt vertreten,
jeweils mit einem eigenen
„Leder-Laden“.
Ganz am Anfang verkauften
sie Nippes für die damals
populären Setzkästen,
dann eine Zeit lang
„Junge Mode“, seit Jahrzehnten
haben die beiden
nun hochwertige Lederwaren
im Angebot, in erster
Linie Gürtel und Geldbeutel
aus Büffel- und
Rindsleder. Abgerundet
wird das Sortiment von
Hosenträgern und Nischenprodukten
wie
Schlüsselmäppchen oder
Ausweishüllen.
„Ganz typische Marktprodukte“,
so formuliert es
Manfred Zaruba. „Es gibt
in den Städten ja quasi keine
personengeführten Geschäfte
mehr, sondern nur
noch große Ketten. Wenn
da nach einer Woche von
einem Produkt nicht 50
Stück verkauft sind, fliegt’s
halt raus aus dem Sortiment.“
Nicht so bei den
Zarubas. In der Nische
spielen sie und ihre Markthändler-Kollegen
ihre
Stärke aus: den persönlichen
Kontakt, das Eingehen
auf Kundenwünsche,
den Service, dass Dienstleistungen
wie kleine Reparaturen
oder die Montage
der Lieblingsschließe
am neuen Gürtel selbstverständlich
inklusive
sind. Und den einen oder
anderen Spruch gibt’s
auch noch obendrauf.
Qualität sei den Kunden
dabei übrigens wichtiger
als der Preis. Hohenloher
haben halt ein gutes Gedächtnis
– auch im Positiven.
Viele Stammkunden
steuern den „Leder-Laden“
immer wieder an.
Manfred Zaruba ist überzeugt
davon, dass das direkte,
lebendige, haptische
Einkaufserlebnis, das Krämermärkte
bieten, eine
Zukunft hat: „Ich würde
sogar behaupten, es wird
noch besser angenommen
als früher.“ Klar, an manchen
kleineren Märkten
nehme das Interesse ab,
schränkt Bruno Zaruba
ein. Aber ein Großereignis
wie in Musdorf, mit hunderten
Ständen und riesigem
Rahmenangebot von
Gewerbe über Vergnügen
bis Gastronomie? „Die
Muswiese bleibt eine absolute
Ausnahmeveranstaltung“,
betont Manfred
Zaruba. „Die Tradition
wird schon immer von den
älteren Generationen an
die Jungen weitergegeben.“
Deshalb werde der Jahrmarkt
seiner Einschätzung
nach auch in 50 Jahren
noch so aussehen wie heute
– selbst, wenn es aufgrund
von Nachwuchsproblemen
weniger Händler
geben sollte: „Die Muswiese
ist so umsatzstark,
da kommen die Leute auch
von Hamburg runter, um
ihre Waren zu verkaufen.
Wer hier keinen Umsatz
macht, hat definitiv das
falsche Produkt.“
Das ganz Besondere in
Musdorf sei, wie gezielt
eingekauft werde: „Die
Leute kommen mit einem
Zettel – so, dr Oba braucht
Hosenträger, dr Babbe
braucht einen Geldbeutel,
dr Bua braucht einen Gürtel,
der ist aus dem alten
rausgewachsen.“ Selbst
viele junge Besucher seien
nicht zum bloßen Vergnügen
da, sondern besorgten
sich auf der Muswiese
auch praktische Dinge.
Und das bei jedem Wetter:
„Wir hatten schon alles,
einmal ist der Schnee quer
dahergekommen. Klar,
dann kommen ein paar Besucher
weniger. Aber die,
die einkaufen wollen, sind
trotzdem da. Da gibt es
keinen Abbruch.“
In letzter Zeit seien sogar
noch mehr Leute in den
Budengassen unterwegs
gewesen als früher. Die
Manfred und Bruno Zaruba (von links) in ihrem „Leder-Laden“. Foto: Sebastian Unbehauen
Muswiese boomt. „Es gibt
keinen schlechten Tag
mehr“, sagt Zaruba.
Die Brüder lieben ihr
Markt-Leben, aber sie sind
nicht wie andere Händler
auf der Reis‘, sondern besuchen
ganz bewusst nur
Veranstaltungen im regionalen
Umkreis. Geschlafen
wird in aller Regel daheim
in Abtsgmünd im
Ostalbkreis. Dort leben sie
mit ihren Frauen, dort haben
sie ihre Freunde und
Bekannten, dort sind sie in
Vereinen aktiv.
Und denken sie eigentlich
auch an Ruhestand? Mit
Mitte 60 könnte man doch
durchaus ein bisschen
kürzertreten statt zwischen
Mai und Oktober
sowie in der Vorweihnachtszeit
12- bis 14-Stunden-Schichten
zu schieben.
Oder?
„Da hängt das ganze Herz
drin“, sagt Bruno Zaruba.
So lange es gehe, wollten
Betriebsgelände:
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sie weiter auf Märkte gehen.
„Wir haben aber den
Luxus, auch mal eine Veranstaltung
weglassen zu
können, die nicht mehr so
gut läuft“, so Manfred Zaruba.
Auf die Muswiese
freilich „da komme ich
auch noch mit dem Rollator.“Sebastian
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MUSWIESE 2025
10/11
„Profil mit Stil“
Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl 2026, spricht am Donnerstag,
16. Oktober, um 18 Uhr auf der Mittelstandskundgebung des Bundes der Selbständigen (BDS)
in der Festhalle Hahn – und schon im Vorfeld mit unserer Zeitung.
Falls die Landtagswahl gut
für Sie läuft: Dürfen wir uns
dann auf ähnlich regelmäßige
Besuche des Herrn Ministerpräsidenten
in der Region
freuen?
Also, ich sag mal so: Wenn
man mich einlädt, muss
man immer damit rechnen,
dass ich komme – unabhängig
davon, welche Aufgabe
ich haben darf. (lacht)
Aber im Ernst: Wir arbeiten
sehr hart dafür, dass
Baden-Württemberg wieder
eine CDU-geführte
Landesregierung bekommt.
Die Menschen im
Land wissen, was sie an
uns haben: Stabilität, Pragmatismus
und gesunden
Menschenverstand.
Ich bin seit fast 20 Jahren
bei mir daheim in Ehingen
in Gemeinderat und Kreistag
kommunalpolitisch aktiv.
Erwin Teufel hat mir
damals mit auf den Weg
gegeben, dass man das Ohr
immer nahe bei den Leuten
haben muss. Auch des-
halb bin ich sehr gerne im
ganzen Land unterwegs.
Meine Frau und ich haben
viele Freunde hier in Hohenlohe.
Und mit Kollegen
wie Christian von Stetten,
Arnulf von Eyb, Isabell
Rathgeb oder Tim Breitkreuz
hat die Region politisch
auch wirklich starke
Stimmen. Ich bin gerne
hier!
Herr Hagel, Jacobifest
Schrozberg, Volksfest
Crailsheim, Gartentage
Langenburg, jetzt die Mittelstandskundgebung
auf
der Muswiese: Sie sind in
letzter Zeit ja fast so oft in
Hohenlohe wie in Stuttgart.
Was gefällt Ihnen hier denn
so gut?
Ich mag die Landschaft
und den Menschenschlag
hier in Hohenlohe-Franken.
Die Menschen sind
bodenständig, herzlich
und sprechen diesen wunderbar-charismatischen
Hohenloher Dialekt. Und
wissen Sie, ich bekomme
hier oft die berühmten
Langenburger Wibele –
sonst gibt es ja oft die obligatorische
Flasche Rotwein.
Aber ich muss Ihnen
Jungviehprämierung
ehrlich sagen: Mit Wibele
im Gepäck bin ich bei meinen
drei Jungs daheim
deutlich angesagter. Auch
das ist einer der Gründe,
warum Hohenlohe bei
meiner Familie so hoch im
Kurs steht.
Waren Sie schon mal auf der
Muswiese? Falls ja: Wie
war’s? Falls nein: Was hat
man Ihnen von dem Jahrmarkt
erzählt?
Ich muss gestehen, es wird
mein erster Besuch auf der
Muswiese. Aber ich habe
schon viel gehört: von der
bis
hin zum Brillantfeuerwerk.
Und natürlich die Frage:
„Sou, bisch ah a weng
doa?“ – wie Sie wissen, bin
ich ja den Dialekten sehr
zugetan. Ich höre das quasi
schon im Ohr und freue
mich darauf. Es ist ein Fest,
das Tradition und Gemeinschaft
lebt, und ich bin
froh, all das dieses Jahr als
Gast hautnah erleben zu
können.
Die Muswiese ist ein vielseitiges
Fest, aber im Kern lebt
sie von ihren Händlern.
Glauben Sie, dass solche
Krämermärkte in Zeiten des
Internethandels noch eine
Zukunft haben? Und was
kann die Landespolitik dafür
tun?
Absolut! Märkte wie die
Muswiese sind doch auch
Begegnungsorte, die Tradition
und Heimat verbinden.
Das Geheimnis unseres
ländlichen Raums ist,
dass zwischen Tradition
und Innovation, zwischen
Herkunft und Zukunft nie
ein „oder“, sondern immer
ein großes „und“ steht.
Viele Menschen kamen
schon als Kinder, später
dann mit ihren Kindern
und noch später mit ihren
Enkeln – das ist Wurzelwerk,
das wir pflegen und
bewahren müssen. Und
natürlich hat das für eine
konservative Partei wie die
CDU immer Priorität. Wir
müssen regionale Produkte
fördern, damit solche
Märkte eine starke Basis
haben. Gleichzeitig
braucht es eine gute Infrastruktur,
damit Menschen
und Händler gut hinkommen.
Unnötige Bürokratie
muss abgebaut werden, um
die Teilnahme für die
Händlerinnen und Händler
einfacher zu machen.
Außerdem müssen wir das
Bewusstsein dafür schaffen,
wie wertvoll solche
Märkte für kommende Generationen
sind. Wichtig
ist aber vor allem, dass die
Händlerinnen und Händler
auch Umsatz machen.
Deshalb sollten wir alle regional
einkaufen – auf der
Muswiese und jeden Tag.
Das hilft unseren Bauernfamilien,
das hilft unseren
Handwerkern, das hilft unseren
Familienunternehmen,
das hilft uns allen.
Bleibt bei Ihrem Besuch in
Musdorf auch Zeit für einen
Bummel durch die Stände?
Ich hoffe doch!
Zuletzt hat der bayerische
Wirtschaftsminister Hubert
Aiwanger auf der Muswiese
gesprochen. Die Festhalle
Hahn platzte aus allen
Nähten, große Teile des Publikums
waren begeistert
vom Auftritt. Haben Sie
eine Erklärung, warum ein
Niederbayer wie Aiwanger
auch im ländlichen Raum in
Baden-Württemberg so viele
Fans hat?
Das Bierzelt ist für Politiker
eine ganz besondere
Disziplin. Der Spagat zwischen
Biertisch und Kabinettstisch
muss einem
auch Spaß machen. Wir
Christdemokraten sind
bierzeltfest. Es geht da
auch um unsere Werte –
Nahbarkeit, Verlässlichkeit
und klare Botschaften –
und es geht um den wichtigen
Baden-Württemberg-
Ton. Bei uns Christdemokraten
gilt: Profil mit Stil!
Muss die baden-württembergische
CDU mehr Aiwanger
wagen? Und was hieße
das?
Um Gottes Willen…
(lacht).
Die Christdemokraten sind
seit Jahren Teil der Landesregierung.
Da ist auch unter
Ihrer Führung kein grundlegender
Kurswechsel zu erwarten,
oder?
Wir werden nicht alles anders,
aber das wirklich
Wichtige deutlich ambitionierter
machen. Stabilität
ist wichtig, aber Stillstand
ist keine Option. Was heißt
das konkret? Wir sind in
unseren Werten konservativ
und in unseren Strukturen
progressiv. Wer uns
unterstützt, unterstützt
Vorfahrt für Wirtschaft
und Wachstum.
Wir ackern, damit unsere
Brücken und Schienen in
Ordnung gebracht werden.
Den grünen Kulturkampf
ums Auto machen wir
nicht mit. Jeder im ländlichen
Raum weiß doch,
dass es die unterschiedlichsten
Verkehrsmittel
braucht – ob Auto, Fahrrad
oder Zug. Wir schreiben
den Menschen nicht vor,
wie sie sich fortbewegen
sollen, sondern schaffen
eine moderne Infrastruktur,
damit sich jeder frei
entscheiden kann, was am
besten zu ihm passt. Bei
der Energieversorgung
geht es um knallharte baden-württembergische
Interessen
– Wasserstoff-
Kernnetze und schnelle
Stromnetze müssen zu uns
kommen, damit wir zukunftsfähig
bleiben. Und
bei der Digitalisierung
zählt natürlich der Ausbau
von Glasfaser, aber es geht
um mehr: Vollständig digitale
Behörden müssen unser
Ziel sein.
Und mit Blick auf den Mittelstand,
weil mir dieses
Thema wirklich wichtig
Manuel Hagel will Ministerpräsident werden. Foto: dpa
ist: Als gelernter Banker
habe ich einen sehr genauen
Blick auf die Bilanzen
und Ertragskraft unserer
Unternehmen. Über uns
braut sich gerade ein perfekter
Sturm zusammen.
Wir müssen jetzt ganz klare
Prioritäten setzen. In
den letzten 20 Jahren ging
es oft um die Frage, wie
wir Wohlstand verteilen.
Jetzt muss es ausschließlich
darum gehen, wie wir
neuen Wohlstand erwirtschaften.
Das heißt: Wettbewerbsfähigkeit
muss
hoch, und die Standortbedingungen
müssen attraktiver
werden. Ich bin da
wild entschlossen und
werde mich, wenn wir eine
Landesregierung führen,
auch daran messen lassen.
Mit Wirtschaftspolitik
kennt sich niemand besser
aus als die CDU, und genau
auf diese Wirtschaftskompetenz
kommt es jetzt
an.
Was würden Sie gerne von
heute auf morgen ändern?
Die Stimmung in unserem
Land. Die Grundlage unseres
Wohlstands ist doch,
dass Generationen in Baden-Württemberg
gesagt
haben: „Streng dich an, damit
es dir besser geht als
uns.“ Heute heißt es leider
oft: „So gut wie uns wird
es euch nicht mehr gehen.“
Das müssen wir ändern.
Unser Land ist immer
stark, wenn wir Freude an
Fleiß, Leistungsbereitschaft,
Erfindergeist und
am Tüfteln haben. Dieser
Pioniergeist und unsere
einzigartige Innovationskraft
– das macht uns doch
aus. Und dabei immer
auch ein kleines bisschen
eigensinnig zu sein, das
gehört einfach zu Baden-
Württemberg.
Auf diesem Fundament
brauchen wir keine Angst
vor der Zukunft zu haben.
Genau für diese Idee von
Baden-Württemberg steht
meine Partei. Und genau
dafür möchte ich als Ministerpräsident
hart arbeiten.
Sie sprechen auf der Mittelstandskundgebung:
Mittelstand
– was ist das für Sie?
Und welche Bedeutung hat
er für Baden-Württemberg?
Ludwig Erhard hatte die
Aufgabe, eine neue Wirtschaftsordnung
für die
Bundesrepublik zu entwerfen.
Er hat sich damals
nicht zwischen Sozialismus
und Kapitalismus entschieden,
sondern mit der
sozialen Marktwirtschaft
etwas Großartiges Neues
geschaffen. Er hat Freiheit
und Verantwortung ins
richtige Maß zueinander
gesetzt.
Die soziale Marktwirtschaft
ist unser Versprechen
als Gesellschaft, dass
jede und jeder alles erreichen
kann, wenn sie oder
er bereit ist, sich anzustrengen.
Aber genauso ist
es ein Versprechen, dass
jeder, der hinfällt, jemanden
findet, der ihm die
Hand reicht und ihn wieder
aufrichtet. All das ist Mittelstand,
und all das ist Baden-Württemberg.
Welche Schwerpunkte wollen
Sie in Ihrer Rede setzen?
Solche Reden entstehen bei
mir immer relativ spontan.
Daher weiß ich das jetzt
noch gar nicht (lacht).
Hohenlohe ist stark landwirtschaftlich
geprägt.
Gleichzeitig gibt es viele
hochinnovative Familienunternehmen
mit vielen Industrie-Arbeitsplätzen.
Wo sehen
Sie die Region in zehn
Jahren?
Zunächst einmal sind unsere
landwirtschaftlichen Betriebe
meistens hochinnovative
Familienbetriebe.
Hohenlohe ist die Heimat
unserer Weltmarktführer,
ein Vorreiter in Sachen
Nachhaltigkeit und Innovation.
Sie leben in einer Region,
die Tradition und
Fortschritt perfekt verbindet
und dabei ihre Identität
und Bräuche bewahrt.
Wir stehen vor großen Herausforderungen,
aber um
Hohenlohe ist mir nicht
bange. Ich bin fest davon
überzeugt: Wenn wir es
jetzt richtig machen, liegen
die besten Zeiten nicht hinter
uns, sondern noch vor
uns.
Die Fragen stellte
Sebastian Unbehauen.
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Dem Gotteshaus ist
alles zu verdanken
Ohne die Michaelskirche wäre die Muswiese mit ihrem
Jahrmarkt höchstwahrscheinlich nie entstanden.
s wurde höchste Zeit,
dass die Michaelskirche
in Musdorf heuer
im Mittelpunkt der Muswiese
steht und auch mit
dem neuen Muswiesentaler
gewürdigt wird. Denn
ohne das Gotteshaus gäbe
es hier höchstwahrscheinlich
gar keinen Jahrmarkt,
das Dorf würde sich nicht
schon seit Jahrhunderten
in einen Hort der Lebensfreude
verwandeln und
Musdorf wäre eine hohenlohische
Ortschaft wie jede
andere auch.
Aus dem Nebel der Geschichte
taucht die Muswiese
erstmals im Jahr 1434
auf: Der Jahrmarkt und
seine Einnahmen für die
Landesherrschaft werden
in einem Verzeichnis der
Burggrafen von Nürnberg
urkundlich erwähnt. Dass
der Handelsplatz schon
viele Jahrzehnte, wenn
nicht gar Jahrhunderte zuvor
schon existiert hat, gilt
angesichts der opulenten
Erträge aus dem besagten
Jahr 1434 als sicher: Die
Muswiese war seinerzeit
schon ein bestens funktionierender
Markt.
Hier kommt die Michaelskirche
ins Spiel, die bereits
gut 100 Jahre zuvor, nämlich
anno 1335, zum ersten
Mal in einem schriftlichen
Dokument erscheint. Dass
schon im 10. oder sogar
schon im 8. Jahrhundert
eine Stätte des christlichen
Glaubens in Musdorf vorhanden
war, belegt ein archaischer
Grabstein für ein
Ehepaar, der bei Grabungen
im Innern der Kirche
entdeckt wurde.
Eine Wallfahrt zu Ehren
des Heiligen St. Michael,
dem Schutzpatron der
Deutschen, führt dann alljährlich
an seinem „Namenstag“
am 29. September
die Gläubigen aus allen
Himmelsrichtungen in das
Musdorfer Gotteshaus.
Und wo viele Menschen
zusammen kommen, ist
der Handel nicht weit: Hier
finden Handwerker aller
Zünfte ihre Kundschaft,
hier wechselt Vieh den Besitzer
und hier wird auch
gefeiert.
Bis zur Einführung des
Gregorianischen Kalenders
bildet der 29. September
das Schlüsseldatum für
den „Michaelismarkt“ unweit
von Rot am See. Weil
aber nach der neuen Zeitrechnung
die Messe in Königshofen
mit dem Musdorfer
Markt kollidieren
würde und zahlreiche
Händler auf beiden Handelsplätzen
vertreten sind,
richtet sich Terminierung
der Muswiese seither nach
dem Heiligen Burkhard,
dem einst am 11. Oktober
gedacht wurde.
Ohne die Michaelskirche
gäbe es höchst wahrscheinlich
auch kein gastronomisches
Phänomen, das bis
auf dem heutigen Tag in
Musdorf zu erleben und zu
genießen ist: Vor langer
Zeit erlangen seinerzeit
fünf Bauern aus dem Dorf
das Privileg, ihre Häuser
während des Jahrmarkts in
eine temporäre Wirtschaft
zu verwandeln. Im Gegenzug
für das Schankrecht
übernehmen die Landwirte
vermutlich die Baulast für
Ohne die Michaelskirche ist die Muswiese nicht denkbar. Foto: Archiv/Sebastian Unbehauen
die Michaelskirche – eine
Verpflichtung, die erst im
Jahr 1961 per Vertrag mit
der Gemeinde und der
Evangelischen Kirchengemeinde
in Rot am See beendet
wurde.
Im Umgang mit der Kirche,
die in ihrer heutigen Gestalt
nach etlichen Vorgängerbauten
auf das Jahr 1811
und einer grundlegenden
Renovierung in den Jahren
1990 und 1997 zurückgeht,
scheinen die Bauern allerdings
eine gewisse Saumseligkeit
an den Tag gelegt
zu haben. So weigerte sich
der Pfarrer im Jahr 1723,
die Marktpredigt in dem
Gotteshaus zu halten, weil
er um sein Leben fürchtete:
Immer wieder sind aus
dem baufälligen Gewölbe
schwere Steine herausgebrochen
und auf den Kirchenboden
gekracht.
Die Landwirte sparten
auch einen Zeitmesser ein
– bis zum heutigen Tag gibt
es keine Uhr am Kirchturm.
Und die Musdorfer
Michaelskirche ist das einzige
Gotteshaus in Baden-
Württemberg, wo die Glocken
(gegossen 1505 und
1506 von Bernhard Lachamann
in Heilbronn) noch
wie früher von Hand mit
einem Seil geläutet werden.
Längst vorbei sind die Zeiten,
als Pfarrer von der
Kanzel herab gegen den
Sittenverfall und die Zügellosigkeit
auf der Muswiese
gewettert haben wie zum
Beispiel im Jahr 1840, als
ein geistlicher Herr in einem
Brandbrief an das Dekanat
in Blaufelden schrieb,
dass es „dem Auge graust,
was sich hinter den Hecken
und Büschen abspielt.“
Inzwischen vermittelt die
evangelische Kirche ihre
Botschaft liebend gerne
(und gänzlich ohne den
pietistischen Eifer von
einst) auf der Muswiese:
Neben einer Andacht für
die Händler am Samstag,
dem Festgottesdienst am
Muswiesen-Sonntag zur
offiziellen Eröffnung des
Jahrmarkts und einem Jugendgottesdienst
ebenfalls
am Sonntag steht seit etlichen
Jahren an jedem
Markttag unter der Woche
eine „Atempause“ in der
Michaelskirche auf dem
Programm – eine gute Gelegenheit,
inmitten des
Musdorfer Trubels bei kurzen
Andachten inne zu halten.
Harald Zigan
60 Firmen unter einem Dach
Schon seit 1977 spielt das BDS-Zelt eine große Rolle auf der Muswiese. Hier zeigt das lokale Gewerbe, was es kann.
us der Zeltstadt auf
der Muswiese ragt ein
temporäres Domizil
heraus: Seit 1977 wird an
den Ständen im BDS-Gewerbezelt
ein Schaufenster
der regionalen Wirtschaft
sperrangelweit geöffnet. Zur
Premiere präsentierten sich
seinerzeit auf einer Fläche
von rund 1400 Quadratmetern
40 Aussteller, mittlerweile
geben 60 Firmen in
einem 2400-Quadratmeter-
Zelt ihre Visitenkarte ab.
Ein Abstecher in das BDS-
Gewerbezelt neben dem
Reitplatz zählt fast schon
zum Pflichtprogramm bei
vielen Muswiesen-Besuchern,
die dort trockenen
Fußes durch die Gänge flanieren
und die Angebote
der Aussteller studieren
können. Denn es waren verregnete
Tage in Musdorf,
die beim im Jahr 1951 gegründeten
Gewerbe- und
Handelsverein in Rot am
See und seinem damaligen
Vorsitzenden Horst Herzig
den Plan reifen ließen, für
die bislang auf dem Freigelände
präsenten Firmen aus
den eigenen Reihen eine
überdachte Heimstatt während
des Jahrmarktes zu
schaffen.
Die Idee mauserte sich zu
einer Erfolgsgeschichte,
an der inzwischen auch
auswärtige Firmen mitschreiben:
Darius Kowalik,
seit neun Jahren Vorsitzender
des Bundes der
Selbständigen (BDS) in
Rot am See und unter
Darius Kowalik gestaltet
den Gemeindestand.
Foto: Harald Zigan
seinem Künstlernamen
„Koval“ seit 1995 auch
für die pfiffige Gestaltung
des Gemeindestandes
und des Muswiesentalers
zuständig, schätzt die
Besucherzahl auf mindestens
10.000 Personen
täglich.
Darius Kowalik hat bei
der Organisation und
den Vorarbeiten für das
BDS-Zelt, das von der
Firma Jost aus Oberhausen
an der Nahe in Rheinland-Pfalz
binnen zwei
Tagen errichtet wird, ein
erfahrenes Team an seiner
Seite. „Ohne viele
Hände lässt sich die Gewerbeschau
gar nicht
stemmen“, sagt der BDS-
Vorsitzende. Die Liste mit
Aufgaben ist ellenlang und
reicht von der Platzierung
der Feuerlöscher bis hin
zum Sprit für die Heizung
und den diversen Leitungen
für Strom und Abwasser –
wobei die Zusammenarbeit
mit der Gemeinde Rot am
See „hervorragend funktioniert“.
Mit der Zelt-Arbeit des BDS
sind auch die Aussteller insgesamt
hoch zufrieden: „Natürlich
gibt es immer Kleinigkeiten,
die nicht richtig
funktionieren, aber in aller
Regel sofort behoben werden
können“, sagt Darius
Kowalik. Die Firmen schätzen
jedenfalls die Möglichkeit
der Kundenpflege für
ein großes Publikum. Deshalb
ist ein Platz im Gewerbezelt
mittlerweile sehr begehrt.
Freilich können nicht
alle Interessenten zum Zug
kommen – pro Jahr muss der
BDS Rot am See rund ein
Dutzend Absagen erteilen.
Einen Stammplatz im BDS-
Zelt hat übrigens schon seit
Jahren der Verein der Hundefreunde
aus Crailsheim:
Mit ihren Vierbeinern wachen
sie zur Nachtzeit darüber,
dass keine Langfinger
die Stände plündern…
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MUSWIESE 2025
12
„Können nicht zehn
Hektar asphaltieren“
Wenn man mal in Musdorf ist, wird alles gut. Aber wie kommt man hin? Gesperrte Ortsdurchfahrt,
Parkplatz-Probleme, Muswiesenbus – so ist 2025 der Stand der Dinge.
s hatte bereits vorher
geschüttet, und am
Ruhetag schüttete es
och einmal ganz gewaltig:
ür die Parkplatz-Situation
und um die Muswiese war
as im vergangenen Jahr
er Super-GAU. „Brutal“
ei es gewesen, schon zum
ahrmarktsbeginn am
amstag Flatterbänder an
ämtliche Acker-Einfahren
machen zu müssen,
agt Bürgermeister Dr. Seastian
Kampe im Rücklick.
„Jeden Tag wurde
ehrmals geprüft, welcher
arkplatz wie gut befahrbar
st, immer wieder aufs
eue. Im Großen und Ganen
fielen trotzdem 90 Proent
der Plätze weg. Das
onnten wir natürlich in
einer Weise kompensieen.“
as Chaos war entsprehend
groß, der Ärger bei
anchem Autofahrer auch.
Kampe versteht das. Einerseits.
Andererseits betont
er: „Die Muswiese ist nun
mal die Muswiese. Unsere
Parkplätze sind Freiflächen
im ländlichen Bereich. Wir
können nicht zehn Hektar
rund um Musdorf asphaltieren.“
Die Gemeinde reagiert, indem
heuer auf jeden Fall
und nicht erst kurzfristig
ein kostenloser Sonntagspendelbus
eingesetzt wird.
Dieser fährt von 10 bis 18
Uhr die Fixpunkte Winterbergstraße
(bei der Zufahrt
zur Firma Hanselmann),
ZOB (Ortsmitte, an der
Schule), Firma Leinweber
(Gewerbegebiet Süd), Firma
Franz Parkett (gegenüber
Lidl) und Musdorf (an
der L 1040) an. In den Gewerbegebieten
und im Zentrum
von Rot am See kann
bei jedem Wetter geparkt
werden – auch, wenn unter
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der Woche kein Bus mehr
fährt. Dann muss man halt
einen etwas weiteren Fußweg
ur Muswiese auf sich
nehmen. Auf diese Park-
Option will die Gemeinde
heuer im Regenfall deutlicher
hinweisen. Kampe
dankt den Firmen Hanselmann
und Leinweber, dass
sie das ganze Fest über Flächen
bereitstellen.
Ebenfalls eine gute Variante
ist bei jedem Wetter die
Anreise mit dem Zug. Vom
Bahnhof Rot am See ist es
ein sehr überschaubarer
Marsch zum Jahrmarkt.
Und was ist mit dem Muswiesenbus?
Die Lage bleibt
prekär: Personal fehlt, das
frühere Angebot mit mehreren
Linien an allen Jahrmarktstagen
ist derzeit
nicht wiederbelebbar. „Die
Busunternehmen schaffen
es ja nur mit Hängen und
Würgen, ihren ganz normalen
Fahrplan zu bedienen“,
sagt Kampe. Während der
Muswiese können deshalb
nur am Wochenende zahlreiche
Sonderbusse fahren.
Es werden wie gehabt die
meisten Teilorte der Gemeinde
Rot am See sowie
Langenburg, Gerabronn,
Schrozberg, Blaufelden, Ilshofen,
Kirchberg und Wallhausen
angesteuert. Die Linie
von Kirchberg her lässt
diesmal wegen bestehender
Umleitungen die Orte
Oberwinden und Niederwinden
aus.
Am Samstag beginnt der
Service um die Mittagszeit,
heimwärts geht’s bis 1.30
Uhr. Am Sonntag fahren
die Busse schon am Morgen
– und dann bis 0.30
Uhr. Vier Linien bedient
die Firma Röhler, die Firma
Hansmann übernimmt die
Linie 4B Richtung Brettheim/Gammesfeld.
Dazu
kommt heuer eine von der
Firma Marquardt bediente
Linie von Crailsheim über
Satteldorf, Gröningen und
Wallhausen. Sie verkehrt
am Samstag nur tagsüber
ab 11 Uhr. Letzte Rückfahrt:
19 Uhr.
Marquardt fährt auch unter
der Woche auf der Linie 4B
(Brettheim/Gammesfeld) –
allerdings nur Mittwochabend
(bis 0 Uhr) und Donnerstagabend
(bis 23 Uhr).
Ansonsten gibt es an den
klassischen Markttagen
Dienstag, Mittwoch und
Donnerstag tagsüber lediglich
die normalen Buslinien
des Kreisverkehrs Schwäbisch
Hall.
Am Auto wird für die meisten
Muswiesenbesucher
somit auch 2025 kein Weg
vorbeiführen. Und da stellen
sich bestimmt viele die
bange Frage, wie sehr die
Sperrung der Ortsdurchfahrt
von Rot am See die
Anfahrt erschwert. Seit Fe-
Es gibt ausreichend Muswiesen-Parkplätze – wenn’s trocken ist. Foto: Ufuk Arslan
bruar 2024 wird die B 290
bekanntlich Stück für Stück
saniert, noch bis Herbst
2026 ist mit Behinderungen
zu rechnen. Während der
Muswiese sind der Abschnitt
vom Edeka-Markt
bis nach der Abbiegung
Richtung Gerabronn sowie
die Gerabronner Straße betroffen.
Das bedeutet freilich auch:
Alle anderen Wege durch
Rot am See sind frei. Der
erste Bauabschnitt in Brettenfeld
wurde im Sommer
fertiggestellt. Sowohl von
Crailsheim als auch von
Blaufelden her kommt man
also ohne störende Umleitung
nach Musdorf. Nur
aus Richtung Gerabronn
muss ein Umweg in Kauf
genommen werden.
Bürgermeister Kampe ist
zuversichtlich, dass sich
das Thema Ortsdurchfahrt
bis zur Muswiese 2026 erledigt
hat: „Unser großer
Wunsch und unser Ziel ist
es, dann keine Verkehrsbehinderungen
zu haben.“
Sebastian Unbehauen
Von
Brettenfeld
Einbahnstraße L 1040
kann beidseitig
beparkt werden!
P10
P9
Von Brettheim
P12
P8
P13
P7
P14
Mittlerer Weg,
beidseitiges
Halteverbot
P5
P4
Von Rot am See
P
P2
P3
Von Limbach