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Oberlandler | Herbstausgabe 2025

Herbst im Oberlandler: Heimatgeschichten voller Mythen, Handwerk und Herz – wo Tradition und Moderne bunt zusammenfinden.

Herbst im Oberlandler: Heimatgeschichten voller Mythen, Handwerk und Herz – wo Tradition und Moderne bunt zusammenfinden.

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Impressum

3/2025 | 4,50 €


Die Parkettleger-Meister aus dem Leitzachtal

Miesbach | Leitzach 5 | Tel. 0 80 25 / 75 67

www.fussboeden-zehetmair.de

KOCHEN

Die moderne Küche ist zumeist

mit dem Esszimmer

verbunden, oft mit einem

fließenden Übergang zum

Wohnzimmer. Es bietet

sich deshalb an, die

Räume mit einem durchgehenden

Parkett- oder

Dielenboden zu verbinden.

Dass im Alltag auch

mal etwas daneben geht

oder auf den Boden fällt,

liegt auf der Hand. Doch

mit dem richtigen Parkett

kann man sich gegen alle

Tücken des Alltags in der

Küche wappnen.

BADEN

Im Bad sollten Holzböden nur

vom qualifizierten Parkettleger

verlegt werden. Fachgerecht

ist nur eine vollflächige

Wasserabdichtung zum

Untergrund und vollflächige

Verklebung des Parkettbodens.

Die Fugen zwischen

den Parkettstäben kann

man verschließen, wie man

es zum Beispiel im Poolbereich

von Kreuzfahrtschiffen

sieht. Die so behandelte

Oberfläche lässt Schmutz

und Wasser einfach abperlen.

Unschöne Wasserflecken,

Kalk und Schmutz

haben so keine Chance.

SCHLAFEN

LEBEN

Ein Holzboden ist Balsam

für alle Sinne des Menschen.

Holz besitzt einen

weiteren Vorteil, den

es gegenüber anderen

Bodenbelagsarten ausspielen

kann: Es ist immer

wohltemperiert und kühlt

auch bei niedrigen Raumtemperaturen

nur wenig

ab. Gehen Sie barfuß darüber.

Sie werden feststellen,

wie angenehm warm

und natürlich sich ein Parkettboden

anfühlt.

Der Hauptgrund für einen

Holzboden im Wohnzimmer

ist die durch ihn vermittelte

Gemütlichkeit

und Natürlichkeit. Holz hat

Charakter und erzählt von

seinem Wachstum und

seiner Herkunft. Jede Holzoberfläche

ist individuell

und schafft Atmosphäre.

Parkett im Wohnzimmer eröffnet

ungeahnte Möglichkeiten

der Raumgestaltung.

Verlegemuster, Farben und

Reliefs lassen keinen Raum

wie den anderen aussehen.

MACHEN WIR

Mit unserem Team aus

Parkettleger-Meistern,

-Gesellen und Azubis

bringen wir die schönsten

Parkett- und Bodenbeläge

auf die „Erde“.

Unser Service umfasst

eine ausführliche Beratung

im Showroom und

auf der Baustelle inklusive

schriftlichem Fixangebot

– anschließend

eine professionelle Verlegung

der gewählten

Boden-Materialien und

Pflegeeinweisung. Für

diese Leistungen und

Material geben wir noch

5 Jahre Garantie, weil

wir von unserer Qualität

überzeugt sind. Schauen

Sie vorbei in unserer 400

m 2 großen Ausstellung.

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Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn’s draußen kühler wird, die Blätter fallen und sich der Nebel

über die Berge legt, dann spürt man im Oberland besonders deutlich,

wie eng Vergangenes und Heutiges beieinanderliegen. Im Herbst und Winter

halten wir inne und entdecken zugleich neue Geschichten.

Genau das zeigen wir auch mit dieser Ausgabe. Wir besuchen den Grünen

Markt mitten im Herzen von Miesbach, auf dem Regionalität und Begegnung

Hand in Hand gehen. Wir nehmen Sie mit in die Welt der Sagenautorin Gisela

Schinzel-Penth, die mit ihren Erzählungen alte Mythen und Geheimnisse

unserer Heimat lebendig hält – und damit zeigt, wie sehr auch heute noch das

Gestern in uns nachklingt.

Handfest und bodenständig geht’s mit dem Holzhandwerk weiter: Früher

tägliche Notwendigkeit, heute zugleich Traditionspflege, Kunstfertigkeit und

nachhaltiges Arbeiten. Einen ähnlichen Spagat zwischen damals und heute

erleben wir auch bei den Zügen: von detailverliebten Modelleisenbahnen bis

hin zur echten Tegernsee Bahn, die mit ihrem alten Triebwagen Eisenbahngeschichte

zum Anfassen bietet.

Und natürlich darf auch der Genuss nicht fehlen:

Unsere Reportage über eine Landmetzgerei zeigt,

wie gutes Handwerk schmeckt – ehrlich, regional und

mit viel Herzblut. Spannend wird es dann, wenn die

Holzkirchner Feuerwehr in ihre ABC-Anzüge schlüpft

und zu ganz besonderen Einsätzen ausrückt.

So ergibt sich ein buntes Bild unseres Oberlands –

traditionsbewusst und doch lebendig, verwurzelt in der Geschichte

und offen für das Heute. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen

Oberlandler auf

Facebook und

Instagram !

Impressum

ist ein Produkt des Miesbacher Merkur

und Holzkirchner Merkur

Verlag

Zeitungsverlag Oberbayern GmbH & Co. KG

Verantwortlich für den Inhalt

Stefan Hampel

Redaktion

Susanne Mayr-Flach

Autoren

Florian Flach, Heidi Siefert, Kathrin Wolff,

Andreas Wolkenstein

Fotos

Florian Bachmeier, Thomas Plettenberg,

Ralf Poeplau, Gisela Schinzel-Penth

Anzeigen

Wolfgang Ober (Ltg.),

Stephanie Spieß, Florian Kreuzmayr,

Katharina Reile, Renate Konstanzer,

Luca Lausecker, Andrea Prause, Michaela Fuchs

Gestaltung: Martin Lobinger, PMS Penzberg

Druck: Mayr Miesbach

Kontakt zu Redaktion und Vermarktung:

Schlierseer Straße 4, 83714 Miesbach

Telefon 0 80 25 / 285-55, www.merkurtz.media

miesbach@merkurtz.media

oberlandlermagazin

Der Oberlandler ist käuflich erhältlich

im Medienhaus Miesbach

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Grüße aus

Holzkirchen

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3 Oberlandler


Inhalt

03 Editorial

Impressum

06 Im ABC-Einsatz

Die Feuerwehr Holzkirchen

16 Schöner Einkaufen

auf dem grünen Markt in Miesbach

26 Vergessenes Wissen

Alles über spannende Sagen

und Legenden im Oberland

36 Wuide Hehna

Maria Millauer

40 Arbeiten im Wald

Moderne Holzwirtschaft

50 5-Sterne-Service

Der Hausmeisterservice Oberland

Titelgeschichte

56 Regionaler Genuss

Der Jasberger Hofladen

68 Loiderding lebt

Mit Herz & Humor

70 Faszination Bahn

Von großen und kleinen Zügen

80 Lieblings-Stücke

Einkaufstipps

82 Veranstaltungen

Tipps und Termine

Oberlandler 4


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5 Oberlandler


Die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz für unsere Sicherheit –

auch bei unsichtbaren Gefahren. Wir haben die

Freiwillige Feuerwehr Holzkirchen besucht

und die oft unbekannte, aber wichtige

ABC-Komponente beleuchtet.

Text: Florian Flach | Fotos: Thomas Plettenberg

Oberlandler 6


Mehr als nur

FEUER

löschen

7 Oberlandler


Wenn aus dem Dachstuhl eines Wohnhauses

in Holzkirchen dichter Rauch quillt oder

auf der Autobahn A8 ein Lkw brennt, ist die

Freiwillige Feuerwehr Holzkirchen in wenigen Minuten

zur Stelle. Das Bild des mutigen Feuerwehrmanns

oder der tapferen Feuerwehrfrau im dichten Rauch ist

fest im kollektiven Bewusstsein verankert. Doch die

Arbeit der Feuerwehr ist weit mehr als das Löschen von

Bränden oder die Rettung eingeklemmter Personen

bei Verkehrsunfällen. Denn das Amt, das dem Motto

„Retten, Bergen, Löschen, Schützen“ folgt, geht weit

darüber hinaus. Ein Bereich, der in der Öffentlichkeit

kaum bekannt, aber von enormer Bedeutung ist, sind

die ABC-Einsätze. Wir werfen einen Blick hinter die

Kulissen einer ehrenamtlichen Institution, die vor allem

mit Brandbekämpfung oder technischer Hilfeleistung,

beispielsweise bei Unfällen oder Unwettern, in Verbindung

gebracht wird.

Die Kameraden unterstützen beim Anlegen der Schutzausrüstung.

Oberlandler 8


Ordentlich vorbereitet liegt das Equipment bereit.

Was bedeutet ABC

überhaupt?

Die Abkürzung „ABC“ steht für atomare, biologische

und chemische Gefahren. Sie beschreibt ein Spektrum

von Einsätzen, bei denen die Feuerwehr mit Stoffen

oder Situationen konfrontiert wird, die oft weder

sichtbar noch riechbar sind, aber hochgefährlich sein

können. Für diese Art von Einsätzen sind besonderes

Wissen, technische Ausrüstung, höchste Sorgfalt und

ein hohes Maß an Professionalität erforderlich. All das

ist in Holzkirchen gelebte Realität. „Wir gehören gemeinsam

mit der Freiwilligen Feuerwehr Otterfing – die

über eine spezielle Dekon-Straße zur Dekontamination

verfügt – und der Feuerwehr Weyarn dem ABC-Zug

Nord des Landkreises an“, erklärt Ludwig Würmseer,

1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Holzkirchen.

Diese kommen immer dann zum Einsatz, wenn im

Landkreis Stoffe austreten, die potenziell eine Gefahr

darstellen oder wenn diese vorerst unbekannt sind.

Ein klassisches Beispiel für einen ABC-Einsatz ist ein

Gefahrgutunfall auf der Autobahn. Ein Lkw verunglückt

und seine Ladung, beispielsweise Salzsäure oder ein

ätzender Reinigungsstoff, läuft aus. Nun reicht es nicht

mehr aus, einen Löschangriff aufzubauen. Vielmehr

geht es um die Identifizierung der Stoffe, das Abdichten

von Lecks, die Dekontaminierung von Personen und

die Verhinderung, dass gefährliche Substanzen in die

Umwelt gelangen. In solchen Fällen ist der ABC-Zug

Miesbach gefordert, dem im Zusammenschluss mehrerer

Feuerwehren im Landkreis auch die Feuerwehr

Holzkirchen angehört.

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Alpenpanorama und das glitzernde

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9 Oberlandler


Im März 2023 kam es in Hausham zu einem umfangreichen ABC-Einsatz. Foto: Ralf Poeplau

Holzkirchen –

eine Feuerwehr

mit Spezialauftrag

Die Feuerwehr Holzkirchen ist für den ABC-Fall

speziell geschult und ausgestattet. Neben Fahrzeugen

und Equipment stellt die Wache auch Personal, das in

speziellen Lehrgängen auf Landkreisebene wie auch in

drei staatlichen Feuerwehrschulen Bayerns fortgebildet

wurde. „ABC-Einsätze erfordern ein sehr genaues und

strukturiertes Vorgehen“, erklärt Dominik Renninger.

Er ist Zugführer und Atemschutzleiter der Freiwilligen

Feuerwehr Holzkirchen und gehört hauptamtlich der

Berufsfeuerwehr München an. „Kennt man den Gefahrstoff

und seine Auswirkungen, ist das schon mal die

halbe Miete. Schwieriger wird es, wenn sich zwei oder

mehrere Stoffe vermengt haben und die Reaktion der

Stoffmischung anfangs noch unklar ist.“

Ein beeindruckendes Beispiel: Im Jahr 2023 verlor ein

Gefahrgut-Lkw Salzsäure direkt am Bahnhof Hausham.

Die giftige und stark ätzende Flüssigkeit trat unkontrolliert

aus und verdampfte teilweise, wodurch eine

akute Gesundheits- und Umweltgefahr entstand. Zwei

Personen klagten über Atembeschwerden, rund 40

Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Polizei, Feuerwehr,

Katastrophenschutz und Spezialkräfte waren

im Großeinsatz.

Auch spezielle Handschuhe gehören zur Ausrüstung.

Oberlandler 10


Vor Ort war auch die Freiwillige Feuerwehr Holzkirchen

als fester Bestandteil des ABC-Zugs Miesbach. Sie unterstützte

mit Atemschutzträgern und Spezialisten im

CSA (gasdichter Chemikalienschutzanzug). Gemeinsam

mit den Feuerwehren aus Hausham, Miesbach, Schliersee,

Tegernsee und Agatharied sowie mit Kräften aus

Rosenheim wurde der Bereich gesichert, die Salzsäure

gebunden und schließlich unter strengen Sicherheitsauflagen

abgepumpt.

Vielfalt der Einsätze im

Miesbacher Oberland

Auf den ersten Blick ist das Miesbacher Oberland

ein beschauliches Fleckchen Bayerns. Doch es gibt

zahlreiche Einrichtungen und Infrastrukturen, die ABC-

Einsätze erforderlich machen können: Dazu zählen

Transportunternehmen, Industriebetriebe, Biogasanlagen,

chemische Reinigungsbetriebe, größere Kliniken,

Bahnstrecken und nicht zuletzt die stark frequentierte

Autobahn A8, auf der täglich Gefahrguttransporte rollen.

„Es gibt bei uns eine Vielzahl an möglichen Einsatzszenarien

und so ist die Frage leider nicht ob, sondern

wann etwas passiert“, so Würmseer.

Jeder Handgriff sitzt und die Mannschaft weiß,

wo alles im Fahrzeug verlastet ist.

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11 Oberlandler


Wird die Feuerwehr alarmiert, heißt es schnell ab ins Feuerwehrhaus.

Von der

Alarmierung

zum Einsatz

Von Sprechfunk bis Atemschutz, das Spektrum ist vielfältig.

Am Anfang steht die Alarmierung durch die ILS (Integrierte

Leitstelle), die für den Landkreis in Rosenheim

stationiert ist. Dort laufen sämtliche Notrufe der Region

Miesbach und Rosenheim zusammen. Das bedeutet,

jeder Anruf über die Nummer 112 wird hier angenommen

und weiterverarbeitet. Anschließend wird aufgrund

der ersten Erkenntnisse durch den Anrufer eine

Alarmierung veranlasst. Das ist der Moment, in dem die

persönlichen Melder der zuständigen Feuerwehrkameraden

klingeln oder bei größeren Lagen zusätzlich die

Sirene heult. „Auf dem Weg zum Feuerwehrhaus bereitet

man sich aufgrund des Meldebildes bereits geistig

auf den Einsatz vor“, so ein Kamerad aus Holzkirchen.

Einsätze, egal welcher Art, folgen dann jeweils einem

festen Schema. „Am Anfang steht die erste Erkundung,

durch eine Führungsperson wie beispielsweise einem

Zug- oder Gruppenführer“, erklärt Würmseer. Eine

erste Lage wird an die ILS gegeben und ggf. werden

weitere Einsatzkräfte nachgefordert, falls dies nötig ist.

Oberlandler 12


Am Beispiel ABC wird die Einsatzstelle durch den

Sicherungstrupp abgesichert, ein Sicherheits-, Gefahrenbereich

sowie Absperrbereich festgelegt und das

benötigte Material bereitgestellt. Der Angriffstrupp

sowie ein Sicherungstrupp rüstet sich mit Atemschutzgerät

aus und legen falls nötig den Chemikalienschutzanzug

(CSA Form 3) an. Die Atemschutzüberwachung

wird eingerichtet und überprüft in regelmäßigen Abständen

per Funkkontakt die vorgehenden Trupps. Ein

Dekon-Bereich wird installiert und ein weiterer Trupp

rüstet sich mit einfachem Chemieschutz (CSA Form 2

Spritzschutz) zur anschließenden Dekontaminierung

aus. Eine Gefahrenermittlung durch Messgeräte wird

durchführt und im Fall der Fälle eine Nachalarmierung

über die Leitstelle durgeführt. Werden Fachberater für

Chemie und Strahlenschutz benötigt, wird dies ebenso

wie Rettungsdienst und Polizei vor Ort koordiniert. Ist

der Einsatz abgearbeitet, also beispielswiese ein Leck

behoben und die ausgetretene Chemikalie gebunden

und gesichert, geht es an den Rückbau, die Reinigung

sowie das Ersetzen von Materialien. „Nicht jeder Gefahrguteinsatz

ist gleich ein Gefahrguteinsatz. Ein guter

Merksatz ist die Frage: Wo ist der Tiger? Ist er im Freien

oder ist er noch im Käfig? Ist er draußen hast Du ein

Problem. Und genauso verhält es sich mit Gefahrstoffen“,

erklärt Würmseer.

Beim Üben gehört natürlich auch Spaß dazu.

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13 Oberlandler


Einsatzbereit

rund um die Uhr,

365 Tage im Jahr

Was oft vergessen wird: Hinter der Professionalität der

Feuerwehr stehen Menschen, die diese Arbeit ehrenamtlich

leisten – neben Beruf, Familie und Alltag. Feuerwehrleute,

die mitten in der Nacht aufstehen, in ihre

Einsatzkleidung springen und sich auf den Weg machen,

ohne zu wissen, ob sie in einer Stunde wieder zuhause

sind oder in einer Schutzzone voller Gefahren.

Ein Trupp im Chemiekalienschutzanzug.

Oberlandler 14


Die Ausbildung ist ebenfalls anspruchsvoll: Wer Teil des

ABC-Zugs sein möchte, muss regelmäßig Schulungen

absolvieren, an Übungen teilnehmen und sein Wissen

in Theorie und Praxis immer wieder auffrischen. Viele

investieren dafür ihre Wochenenden und Urlaubszeit.

„ABC-Einsätze sind Gott sei Dank nicht an der

Tagesordnung. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass man

regelmäßig und intensiv üben muss“, erklärt Würmseer.

Für das Ausbildungsmodul ABC ist die vorherige Ausbildung

zum Atemschutzgeräteträger, CSA-Träger sowie

die entsprechende körperliche Eignung, die medizinisch

geprüft wird, Voraussetzung.

Sicherheit für eine

ganze Region

Die Einsätze der Feuerwehr Holzkirchen im Bereich

ABC mögen in der öffentlichen Wahrnehmung selten

sichtbar sein, doch ihr Wert ist kaum zu überschätzen.

Die Bereitschaft, sich auf derartige Gefahrensituationen

vorzubereiten, macht die Gemeinde Holzkirchen und

das gesamte Miesbacher Oberland ein Stück sicherer.

Der 1. Kommandant Ludwig Würmseer bringt es auf den

Punkt: „Wenn wir gerufen werden, ist meist schon etwas

passiert. Dann muss jeder Handgriff sitzen. Und das

tun wir, weil wir jetzt müssen und es auch können. Für

unsere Nachbarn, unsere Freunde, unsere Region.“

Die Feuerwehr, ein breit

gefächertes und hochspezialisiertes

Ehrenamt

Brände löschen, Menschen retten, Unfälle absichern. All

das ist sichtbar und anerkannt. Doch gerade in Bereichen

wie ABC zeigt sich, wie viel mehr die ehrenamtlichen

Helfer leisten. Wer selbst Lust bekommen hat, sich

in diesem großartigen Ehrenamt zu engagieren, ist bei

den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis herzlich

willkommen. |

www.feuerwehr-holzkirchen.com

feuerwehrholzkirchen

FeuerwehrHolzkirchen

15 Oberlandler


Oberlandler 16


Der Donnerstag ist in Miesbach immer besonders.

Schon früh morgens herrscht lebhaftes Treiben auf

dem Marktplatz, der für ein paar Stunden zu einem

Umschlagplatz für Obst, Gemüse und viele andere

Köstlichkeiten wird. Gleichzeitig ist er ein Ort der

Begegnung und für viele der Anlass Besorgungen

in der Kreisstadt auf diesen Tag zu legen und

mit einem Einkaufsbummel zu verbinden.

Text: Heidi Siefert | Fotos: Thomas Plettenberg

Mar kttag

in Miesbach

17 Oberlandler


Lange bevor die Schulkinder auf dem Weg vom

Bahnhof hinauf zu Realschule und Gymnasium

den Marktplatz überqueren, herrscht hier rege

Betriebsamkeit. Die Fieranten treffen ein, positionieren

Wägen und Stände und beginnen ihre Ware zu

präsentieren. Heimisches Gemüse neben mediterraner

Feinkost, saisonale Ernte neben Klassikern, die es das

ganze Jahr über gibt. Es kommt nicht von ungefähr, dass

die Stadt ihren Markt mit „ein kleines Stück Schlaraffenland“

bewirbt.

In den Annalen ist der Miesbacher Markt 1367 erstmals

erwähnt. Vermutlich war er da bereits etabliert und

hat seine Wurzeln noch früher. Die Freisinger Bischöfe

sollen das Privileg des Marktrechts verliehen haben, um

der Handelskonkurrenz der herzöglichen Märkte Rosenheim,

Aibling, Tölz und Holzkirchen etwas entgegen

zu setzen.

Als gesichert gilt, dass der Markt seit dem frühen

15. Jahrhundert alle zwei Wochen am Dienstag am

heutigen Stadtplatz abgehalten wurde. Seit 1931 ist der

Donnerstag Markttag. Damit wollte sich Miesbach von

der damals übermächtigen Konkurrenz am erstarkten

Bahnknotenpunkt Holzkirchen absetzen. Das Marktleben

sollte belebt und gleichzeitig organisiert werden.

Eine Marktordnung legt bis heute Größe und Standort

der Stände fest, die sich vor der besonderen Kulisse der

umliegenden Häuser um den Maibaum gruppieren.

Bei Andreas Brandstätter

gibt es nicht nur frisches Geflügel.

Das Angebot auf dem Miesbacher Markt ist immer groß.

Oberlandler 18


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Ab 6.30 Uhr ist alles parat. Die erste Kundschaft kommt –

vor dem Trubel oder auf dem Weg in die Arbeit. Wer um

diese Zeit einkauft, steuert zielstrebig seinen Stand an.

Später wird gebummelt und flaniert. Wer Zeit hat, lässt

sich für den Einkauf inspirieren, stellt den Einkaufszettel

vor Ort je nach Angebot zusammen. Dazwischen ist

Zeit für einen Ratsch; spontan, weil man auf dem Markt

immer jemanden trifft, den man kennt oder geplant,

weil viele den Marktbesuch zum Anlass für ein Treffen

nehmen. Wer Glück hat, findet einen Platz in einem der

Cafés. Wer es eilig hat, freut sich über einen frisch gepressten

Saft oder einen schnellen Espresso an einer der

fahrenden Bars, die bisweilen das Angebot bereichern.

Nicht zu lange überlegen sollte, wer sich für’s

Mittagessen auf gefüllte Teigwaren freut. Direkt an der

Ecke vor dem Wäschehaus Grabmaier steht Andreas

Brandstätter mit seinem Wagen „Federvieh und Feines“.

Ums Federvieh im Familienbetrieb aus der Traunsteiner

Gegend kümmert sich der Bruder, während er auf dem

Markt mit Leidenschaft seiner Kundschaft Köstlichkeiten

wie Geflügel, Lamm, Stallhasen oder Wild aus

heimischer Jagd schmackhaft macht – und die frische

Pasta. Gnocchi, Ravioli, Rotondi, Quadroni, Cannelloni

als Klassiker mit Gorgonzola, Ricotta oder Tomate-Mozzarella

im Teigmantel oder in ausgefallenen Varianten.

Während er vorsichtig Teigtäschchen in ein Tütchen

füllt gibt es die Kochanleitung mit dazu. „In lauwarmes

Wasser geben, nicht aufkochen lassen und danach in

Butter schwenken“ ist Brandstätters Rat gegen

matschige Nudeln.

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19 Oberlandler


Aus dem

Wittelsbacher Land auf

die Miesbacher Teller

Um zwanzig nach Vier setzt sich Sepp Kammerer in Petersdorf

zwischen Aichach und Augsburg in den Marktwagen,

den sie am Biohof Reiner schon am Vorabend

hergerichtet haben. Kartoffeln, Zwiebeln, Gemüse,

Salate hat er geladen. Alles bio, alles regional und von

gleichbleibend hoher Qualität, wie sie die Miesbacher

Kundschaft seit vielen Jahren schätzt. Aufs Jahr genau

hat es Elisabeth Reiner nicht mehr im Kopf, wann ihr

Mann damit angefangen hat, aber „30 Jahre müssten es

bestimmt schon sein“. Damals sei sie gar nicht begeistert

gewesen, gibt sie zu. Dienstag und Mittwoch sei

Johann schon auf Märkten unterwegs gewesen. Dass

sie noch einen Tag mehr ohne seine Unterstützung auf

dem Hof auskommen musste, gefiel ihr nicht. Bis sie ein

paarmal selbst dabei gewesen ist.

Josef Kammerer kommt für den Biohof Reiner schon seit vielen Jahren nach Miesbach um Kartoffeln, Gemüse und mehr zu verkaufen.

Oberlandler 20


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„Miesbach hat eine besondere Atmosphäre“, beschreibt

Reiner und erzählt, dass auch ihrem Bruder Sepp der

Markt hier besonders gut gefällt. „Es ist genau der Menschenschlag,

der ihm liegt“ erklärt sie, warum er sich

auch mit 79 Jahren noch jeden Donnerstag gern auf den

Weg ins Oberland macht. Immer hat er Kartoffeln dabei,

die sie auf dem Loachbauernhof, einem ehemaligen Hof

des Domkapitels Augsburg, der 1927 in Familienbesitz

kam, seit 50 Jahren kultivieren. Kürzlich war die Ernte

der Lagersorten Agria und Belana. Im Mai freut sich die

Kundschaft auf die ersten Frühkartoffeln, die in den

leicht sandigen Böden des Wittelsbacher Landes wachsen.

Dabei setzen die Reiners nicht nur auf altbewährte,

traditionelle Sorten, sondern sind auch neugierig auf

Alternativen. Dazu gibt es eigene Zwiebeln, Salate, Rettiche,

Feldgemüse und sogar Walnüsse. Nur die Gurken

haben sie aufgegeben, weil sie im Freiland zu witterungsanfällig

sind. Und die gelben Rüben, „weil es bei

der Familie Pfänder die besten Karotten weit und breit

gibt.“ Seit 2016 bewirtschaften Christoph und Bettina

Reiner, bei denen mittlerweile mit dem ersten Sohn die

fünfte Generation in den Betrieb eingestiegen ist, den

Hof nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus

und haben sich dem Bioland-Verband angeschlossen.

Was sie zukaufen beziehen sie aus dem Ökoring. Von

den eigenen Feldern wird Kammerer demnächst Grünkohl

und Rosenkohl mit nach Miesbach bringen.

Versionsabhängige Serien-/Sonderausstattung.

Am Windfeld 22 · 83714 Miesbach-Nord

Tel. 0 80 25 / 2 94 60 · info@schmid-miesbach.de

21 Oberlandler


Auch Kränze und Gestecke für jede Jahreszeit hat Gärtnerin Anna Angermaier für ihre Kunden dabei.

Oberlandler 22


So filigran wie robust – die

naturnah gezogenen Pflanzen

von Anna Angermaier

Ihr Partner bei

Modernisierung

und Neubau

Pelargonien gilt die große Liebe von Anna Angermaier.

So sehr, dass sie fast 400 Arten im Sortiment hat und

den zarten Blumen schon einmal ein Buch widmete.

Dieses ist aktuell zwar vergriffen, aber das Wissen um

die verschiedensten Sorten geben die Gärtnerinnen

auch gern am Marktstand weiter. So wie sie zu all ihren

Pflanzen wertvolle Tipps für die Kundschaft haben.

Ob vorgezogene, robuste Gemüsepflanzl, Kräuter für

Garten oder Fensterbank oder das schöne Sortiment

an Stauden und Blumen – hier kommt kaum ein Gartenliebhaber

ohne eine Errungenschaft vorbei.

” TGA-Planung HLSK-E

” TGA-Ausschreibung

” Fachbauleitung

” Heizungssanierung

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Ingenieurbüro

PFG Mayer GmbH

Dipl.-Ing. (FH)

Marcus Kreft

Tegernseer Str. 1

83734 Hausham

Tel. 0 80 26 / 88 37

Viele Jahre schon breitet Angermaier an der Ecke vor

dem Optiker Bucher ihr blühendes Sortiment aus:

Klassiker wie Raritäten und eine Vielzahl unterschiedlicher

Sorten, wie man sie auf dem schmalen Markttisch

und den Stufen dahinter kaum für möglich hält. „Wir

haben eine besondere Vorliebe für ausgefallene

Pflanzen und Sorten“, gesteht die Feilnbacherin, deren

Großvater Josef 1936 eine Gemüse-Gärtnerei gründete.

Vater Ernst führte 1962 Blumen ein. Sie selbst führt den

Betrieb seit 1996 mit einer Mannschaft engagierter

Gärtner und Floristen, denen der Erhalt alter,

einheimischer Pflanzenarten und Sorten besonders am

Herzen liegt. Gepflanzt wird nach Mondphasen,

unterstützt mit Nützlingen. „Unsere heimische

Produktion garantiert Qualität“, sagt Angermaier, bei

der die Beratung so selbstverständlich ist wie der

Ratsch, während die Neuerwerbungen zum sicheren

Transport in Zeitung eingeschlagen werden. Apropos:

„Wenn sie eine alte Zeitung übrig haben, bringen Sie sie

uns gern mit“, ermuntert die Gärtnerin ihre Kundschaft.

In Zeiten von ePaper ist die nachhaltige Verpackung

kostbar geworden.

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23 Oberlandler


Käseklassiker und

raffinierte Kreationen

„Irgendwo muss die Karte sein“ murmelt die Kundin

und nestelt in der Einkaufstasche. Gefragt ist

das Eishockey-Ticket vom letzten Stadionbesuch in

Miesbach. Wer beim TEV eine Eintrittskarte kauft,

erhält damit gleichzeitig auch eine Ermäßigung an der

Käsetheke. Eishockeyfans bekommen bei Mike Mosers

„Südkäse“ Nachlass, und gefachsimpelt wird noch dazu,

während das Käsemesser durch Köstlichkeiten wie die

klassischen Hart- und Weichkäse oder besondere Spezialitäten

gleitet. 2003 haben Diplom-Käsesommelier

Mike Moser und seine Frau Lydia Südkäse gegründet

und sich darauf spezialisiert, Käse selbst zu veredeln.

Ihr Obazda und ein Sortiment an Frischkäsen gehören

dazu, aber auch raffiniert gefüllter Käse. Da gibt es

Prataiola, dünne Camembert-Fladen gefüllt mit

Räucherlachs, Curry-Granatapfel oder After Eight.

Brie mit einer Füllung aus Bärlauch-, Zitronengrasoder

Trüffelcreme und die Frischkäse-Torten

mit naheliegenden – Lauch,

Schnittlauch, Bärlauch – aber

auch überraschenden

Zutaten wie Beeren,

Limes oder Nougat.

Feine Käsesorten gibt es bei Südkäse.

Oberlandler 24


Von der Fischsemmel

bis zur Feinkost

Die Fischsemmel beim Moser gehört für viele am Donnerstag

zum festen Programm. Egal ob auf dem Weg zur

Schule, nebenher beim Einkaufen oder zur Brotzeit im

Büro. Mitte der 70er-Jahre stellte Eberhard Moser erstmals

beim Wochenmarkt einen Tisch mit Käse vor die

Tür seines Feinkostgeschäfts beim Märchenbrunnen.

Das war der Vorläufer einer Flotte von Marktwagen, die

heute Fisch, Käse und Feinkostspezialitäten auf Märkte

im ganzen südbayerischen Raum bringt. Natürlich auch

der Kundschaft daheim, wo der Wagen in Sichtweite

zum einstigen Stammhaus seinen Platz hat.

"Wir haben sehr treue Kunden", freut sich Isabella Moser,

die in die Fußstapfen des Vaters getreten ist. Egal

ob es regne oder schneie, heiß oder kalt sei, sie hielten

brav die Stange, erzählt sie und betont: "Es sind total

nette Leute!" Klar, dass da auch mal über etwas anderes,

als Fisch und Käse geredet wird. Manche reichen ihr

auch einfach den Korb über die Theke und lassen sich

„das Übliche“ einpacken.

Gegen Mittag gibt es vor dem Stand eine zweite

Warteschlange. Dann ist Zeit für die warme Variante

der Fischsemmel und der Duft nach Backfisch macht

manchem den Wund wässrig, der eigentlich andere

Mittagspläne hatte. |

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Ab Mittag gibt es frische

Fischsemmeln bei Viktoria Moser.

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17.10. Saitentanz: Tafelsilberstücke 18.10. Django Asül: Am Ende vorn 23.10. Winfried Frey & Ludwig Waldinger: Sex & Crime Bayern

24.10. Swing it UP! 25.10. Carmina Burana 26.10. FLTB: Das kleine Gespenst 13.11. Rotzlöffl: Wirtshaustour

14.11. Jack Griesbeck: Auf den zweiten Blick 18.11. Carmen Rohrbach: Meine Hütte in Kanada 20.11. Anschi Hacklinger: Flügel,

Wurzeln & ein Fahrrad 21.11. Luise Kinseher: Mary from Bavary – Endlich Solo! 23.11. RigoL & tOrF und sonst nix – Clown-Theater

04. und 11.12. Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten 10.12. Alpen Film Festival und Bergfilm-Festival Tegernsee

21.12. FLTB: Hänsel & Gretel 28.12. FLTB: Die Mausefalle 30.12. Circus of Fantasy: L.O.V.E. Revolution

Ausstellungen:

bis 24. Okt: Plastic Phantastic? – Angelika Hubner, Paulo de Brito, Maria Rosina Lamp

bis 30. Okt: Das Mobile Atelier zu Gast in Miesbach – Bildhauerin Julia Eichler aus Halle (Saale)

25 Oberlandler


Vergessenes

Wissen

Alte Sagen und Legenden haben es

Gisela Schinzel-Penth angetan.

Und so hat sie auch schon mehrere

Bücher darüber geschrieben.

Uns erzählt sie, wie es dazu kam,

und zeigt uns einige der spannendsten.

Text: Kathrin Wolff

Fotos: Thomas Plettenberg, Gisela Schinzel-Penth

Oberlandler 26


27 Oberlandler


Die Autorin Gisela Schinzel-Penth liebt es alte Geschichten aufzuspüren.

Gisela Schinzel-Penth kann Geheimnissen einfach

nicht widerstehen. Neugierig und offen spricht

sie auch mal Fremde auf der Straße an – immer

auf der Suche nach neuen Sagen, Legenden und

Anekdoten, besonders aus der Region rund um den

Tegernsee und Schliersee. Ihr Buch zu diesem Thema

ist kürzlich bereits in der dritten Auflage erschienen.

Oberlandler 28


Spannende Recherche

Die 78-jährige Münchnerin ist für ihren unermüdlichen

Wissensdurst bekannt – inzwischen melden sich sogar

Menschen bei ihr. „Das freut mich sehr. So konnten wir

die neue Auflage meines Buches um ganze 60 Seiten

erweitern. Ich bin gespannt, welche Geschichten in Zukunft

noch auftauchen“, erzählt sie begeistert. Seit über

60 Jahren sammelt sie Sagen – besonders aus Miesbach,

Schliersee, Tegernsee und Holzkirchen. Oft ist sie mit

dem Fahrrad unterwegs, kommt mit Passanten ins

Gespräch und stößt dabei auf spannende Erzählungen.

Sie nimmt aber auch Kontakt zu Heimatpflegern,

Bürgermeistern, Pfarrern, Vereinsvorständen auf. „Ich

frage dann ganz konkret, ob sie eine Sage kennen, die

sie mir erzählen können. Aber ich treibe mich auch

gerne stundenlang in Zeitungsarchiven und Ortsarchiven

herum und stöbere alles durch, was mit Sagen zu

tun hat“, so Gisela. Manchmal sind es aber auch ganz

einfach die Namen bestimmter Gebiete oder Orte, die

einen Hinweis auf eine Sage liefern. Niemandsbichl,

Dreipfenningberg, Streitmoos oder Teufirührdi (Teufel

rühr dich). „Diese Namen schreien förmlich nach einer

Sage“, weiß Schinzel-Penth.

Ihr Mann Heinz fertigte viele Zeichnungen und Fotos für die Bücher an.

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29 Oberlandler


Der Wilde Jager von Gmund

Der Angermaier Hans von Gmund, der

zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in

Tegernsee Revierförster gewesen ist, hat

nicht weniger wie zwölf Menschenleben

auf dem Gewissen gehabt. Die Burschen

hat er niedergeschossen wie die Hasen.

Mensch oder Tier, das ist ihm alles

eins gewesen; er hat sich nichts daraus

gemacht.

So beschrieb Willibald Schmidt um

1936 den berüchtigten „Jager von

Gmund“, Johann Baptist Mayr (Anmerkung

139) dem man nachsagte,

dass er „kugelfest“ gewesen sei, weil

es niemals einem Wilderer – selbst

den besten Schützen nicht – gelungen

war, ihn zu treffen. Einmal erwischte

er den gerade einmal siebzehn Jahre

alten Bauernsohn Josef (Sepp) Menthen

beim Abtransport eines Hirschs,

ließ ihn trotz eiskalter Nacht gefesselt

im Freien, um ihn am nächsten Tag

vor Gericht zu bringen und erschoss

ihn gnadenlos bei dessen Fluchtversuch.

Mayr wurde anschließend

freigesprochen.

Da kochte der lange schwelende

Hass der Bevölkerung, vor allem der

Wilderer, gegen den Jäger über. Im

Jahr darauf stellten sie ihm und seinen

Jagdgehilfen Nikolaus Riesch und

Johann Probst eine Falle und lockten

sie im Wald zwischen Agatharied

und Gmund durch eine List in einen

Hinterhalt. Dort kam es zu einem

fürchterlichen Kampf auf

Leben und Tod. Weil die

Burschen glaubten, dass

der Jäger durch Kugeln

nicht verletzt werden

könnte, erschlugen sie den

verhassten Feind, einen seiner Helfer

und seinen treuen Hund mit Gewehrkolben.

Willibald Schmidt erzählt:

Die Wildschützen haben ihn nicht

getroffen. Und wie sie ihm einmal

angekonnt hätten, haben sie ihn auch

nicht ganz erschlagen können. Er hat

nicht sterben können und hat lang

gedeutet, bis sie ihn verstanden und

einen geistlichen Herrn geholt haben.

Der hat ihm die Hostie aus der rechten

hohlen Hand geschnitten, wo er sie

am Martinstag hat eingeschoben und

einwachsen lassen.

Erst dann, nach mehrmonatigem Leiden,

so heißt es weiter, und erst nachdem

ihm der Pfarrer die eingewachsene

Hostie aus seiner Schusshand

herausoperiert hatte, habe Johann

Baptist Mayr endlich am 16. Februar

1834 die Augen für immer schließen

können.

Das „Einwachsenlassen“ einer Hostie

war früher ein beliebtes Mittel,

sich – wie man glaubte – kugelfest

zu machen, und wurde von Jägern

und Wilderern gleichermaßen angewandt

(vgl. S. 115). Man war davon

überzeugt, dass dann jeder Schuss,

obwohl gezielt auf einen abgegeben,

vorbeigelenkt würde. Es waren aber

auch noch andere Methoden üblich,

sich vermeintlich unverwundbar zu

machen (Anmerkung 8). In der berühmten

„Jägerschlacht in Grund“ am

11. November 1833 kämpften auf Seiten

der Wilderer:

Waldhofer Johann (Hansl) – Fraunhofer

Hausl – Gießhofer Josef (Sepp)–

Höger Thomas (Thomä) – Josef (Sepp),

Bauer am Rain –Hinterauer Johann

(Hansl) – Auer Georg (Irgl).

Beteiligt waren auf Seiten der Jäger:

Johann Baptist (Hans) Mayr und seine

Jagdgehilfen Nikolaus Riesch und

Johann Probst.

Als Männer aus dem nahe gelegenen

Schmerold, durch den Kampflärm

aufgeschreckt, herbeieilten, flüchteten

die Wilderer. Es hatte jedoch schon

einige Opfer gegeben: Auf Seiten der

Jäger starb Nikolaus Riesch bei dem

Überfall sofort, der Jagdgehilfe Probst

überlebte, weil er sich totgestellt hatte.

Dem Revierjäger Hans Mayr wurden

alle Knochen zerschlagen und er

kämpfte noch vier lange, mit Schmerz

erfüllte Monate mit den Tod.

Hansl Waldhofer wurde von Donau, dem

Hund des Jägers, gebissen und schwer

verwundet. Er floh nach dem furchtbaren

Kampf ins nahe gelegene Nachbarland

Tirol, weil er fürchtete, erkannt

worden zu sein. Später, bei seiner Heimkehr,

bekam er wegen der Zeugenaussage

des überlebenden Johann Probst, und

der ihn überführenden Hundebissnarben

auf seiner Brust, 16 Jahre Kerkerhaft.

Auf die Gnadengesuche seiner Braut hin,

die ihm all die Jahre hindurch die Treue

gehalten hatte, wurde er nach 10 Jahren

entlassen. Er verriet seine Mittäter nie.

Weil alle anderen Wilderer, die man im

Verdacht hatte, ebenfalls beharrlich

jegliche Aussage verweigerten, konnte

ihnen nichts nachgewiesen werden und

alle blieben straffrei.

Die Stelle bei Grund, wo die

Wilderer den verhassten

Jager von Gmund schwerst

verletzten und seinen

Jagdgehilfen Riesch erschlugen,

kennzeichnet heute ein Marterl. Es

ist 1933, genau hundert Jahre später,

aufgestellt worden und auf ihm ist die

furchtbare Schlacht bildlich und sehr

drastisch dargestellt (Anmerkung 139).

Warum Hans Mayr einen so glühenden

Hass gegen Wilderer hegte und sie derart

erbarmungslos tötete, manchmal aus

Versehen auch einen harmlosen Pilzsammler,

ist nicht bekannt. Johann Baptist

Mayr (Anmerkung 140) liegt im Alten

Friedhof von Gmund begraben, ebenso

wie manch ein Wilderer. Eine Steintafel

erinnert dort noch heute an diesen besonders

ungeliebten Revierjäger.

Marterl der Jägerschlacht in Grund.

Foto von Heinz Schinzel

Oberlandler 30


Filigrane Bleistiftzeichnungen machen die Geschichten in den Büchern lebendig.

Volkskultur bewahren

„Früher, als es noch keinen Datenschutz gab, haben

mir die Leute einfach Telefonnummern von Personen

gegeben, die etwas zu einer überlieferten Sage erzählen

konnten. Heute ist das natürlich nicht mehr so einfach“,

sagt sie mit einem Schmunzeln. Viele ihrer gesammelten

Geschichten wurden bereits in der Süddeutschen

Zeitung veröffentlicht oder im Bayerischen Rundfunk

gesendet. Seit dem Erscheinen der aktuellen Buchauflage

melden sich immer wieder Sagenfreunde bei ihr – oft

mit zusätzlichen Hintergrundinformationen.

„Dieses Wissen ist unglaublich wertvoll. Es hilft mir, viele

Sagen zu vervollständigen. Ich bin schon ein bisschen

stolz darauf, dass ich in den vergangenen 60 Jahren

ein Stück unserer Volkskultur bewahren konnte“, sagt

Schinzel-Penth.

Nach unserem Betriebsurlaub vom 15.10. bis 13.11.2025

finden unsere französischen Wochen vom 14.11. bis

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31 Oberlandler


Bilder wie das „Hexenamulett“ findet man einige in den Büchern der Autorin.

Oberlandler 32


Sagen sind ihre

Leidenschaft

Doch woher kommt ihre Leidenschaft für Sagen und

Legenden? Ihr Großvater, der in Miesbach lebte,

erzählte ihr schon als Kind von mysteriösen, lustigen

oder auch skurrilen Geschichten aus seiner Heimat.

„Früher konnten viele Menschen weder lesen noch

schreiben. Deshalb gaben sie die Geschichten, die sie

bewegten, erstaunten oder erschreckten, mündlich

an ihre Nachkommen weiter – etwa, was in Zeiten von

Seuchen oder Kriegen geschah oder wo sie in Notzeiten

ihre Habseligkeiten versteckten“, erklärt Gisela.

Ihr Interesse für Sagen wurde später am Gymnasium

weiter geschürt. Ihre Lehrerin beauftragte die Schüler

und Schülerinnen, als die griechischen und römischen

Sagen durchgenommen wurden, nach Sagen in unserer

nächsten Umgebung zu forschen. „Ich erinnerte mich

an eine, die an meinem Schulweg spielte, aber niemand

konnte sie mir erzählen. Da wusste ich, wenn ich das

nicht aufschreibe, geht das Wissen darüber verloren.

Da habe ich begonnen, Sagen zu sammeln. Sie wurden

erst in der örtlichen Zeitung, dem Würmtalboten, später

überregional veröffentlicht“, erinnert sich Schinzel-

Penth. Und auch wenn sich die Geschichten im Laufe

der Zeit verändert haben mögen – im Kern steckt oft

etwas Wahres, davon ist Gisela überzeugt.

Auch Mystisches

kommt nicht zu kurz.

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Ihre

Lieblingssagen

Zu den für sie spannendsten Geschichten gehören „Die

gefährliche Wallfahrt am Schliersee“, „Der verwegene

Wilderer Hans Lampl“ und „Wie die Kapelle auf dem

Riederstein entstand“, erzählt sie. „Die sind alle herrlich,

weil sie menschlich irgendwie so gut nachvollziehbar

sind. Aber es gibt auch einige, die mich sehr

gruseln, besonders schrecklich finde die die Geschichte

vom „Wilden Jager von Gmund“ oder „Wie die Wallfahrtskirche

bei Geitau“ entstand.“

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33 Oberlandler


Das Timotheus-Kreuz bei Einhaus

Beim Feldschuster, nahe Einhaus,

in der Gemeinde Warngau, steht ein

Steinkreuz in Kleeblattform aus dem

16. Jahrhundert, daneben ein kurzer

Steinpflock, beide aus dem Jahr 1562.

Damals wurden in Bayern erstmalig

Landvermessungen durchgeführt

und Karten dazu angefertigt. Philipp

Apian, der Begründer der Bayerischen

Kartographie, war zusammen mit seinem

Bruder Timotheus daran als Vermesser

und Kartograph beteiligt. Wie

seit Jahrhunderten überliefert wird, ist

an dieser Stelle Timotheus während

der Arbeiten vom Pferd gestürzt und

dabei ums Leben gekommen.

Günther Koch, Vermessungsdirektor

a. D. (20 Jahre lang Leiter der

Topographischen Kartographie von

1985–2005) schreibt dazu:

An dieser Stelle verunglückte Timotheus

Apian am 10. September 1562 tödlich

bei einem Sturz vom Pferd. Er starb

im Dienst der ersten topographischen

Landesaufnahme für eine genaue Landkarte

von Bayern. Den Auftrag dazu

hatte Herzog Albrecht V. Philipp Apian,

einem Bruder von Timotheus, erteilt.

Philipp würdigte einige Jahre später die

Mitarbeit seines Bruders, indem er in

seiner Bayerischen Landtafel Nummer

22 an der Unglücksstelle beim Weiler

Ainhaus ein Kreuz mit einem kleinen

„Beipflock“ einzeichnete (Bild S. 314)

und in seiner lateinischen Landesbeschreibung

„Declaratio tabulae sive

descriptionis Bavariae a Phil. Apiano

confectae et editae.” schrieb: „Ainhaus

villa; ibi frater Timotheus cum equo

decidens, † 1562“.

Übersetzung: Hier beim Weiler Ainhaus

starb mein Bruder Timotheus nach

einem Sturz vom Pferd im Jahre 1562.

Mit dieser Textstelle ist die Bezeichnung

Timotheuskreuz für das Steinkreuz

beim Weiler Feldschuster zuverlässig

begründet.

Zur Bedeutung des daneben stehenden

Steinmals äußerte sich Philipp

Apian in seiner „Declaratio“ nicht.

Übereinstimmende Gesteinsart und

Verwitterungsgrad berechtigen zur

Annahme gleicher Datierung. Es

kann ausgeschlossen werden, dass

das Steinmal ein später gesetzter

Grenzstein ist, weil an dieser Stelle

weder eine Grundstücks- noch eine

Verwaltungsgrenze je verlief.

Bayerische

Landtafel 22 aus

dem Jahr 1568.

Ausschnitt mit

Timotheuskreuz

und Steinmal.

Philipp Apian

war Universitätsprofessor

für Mathematik, Kosmographie

und Astronomie, sowie

Doktor der Medizin an den

Universitäten in Ingolstadt und

Tübingen. Er war einer der

führenden Kartographen im

16. Jahrhundert.

Timotheuskreuz beim Feldschuster.

Foto von Heinz Schinzel

Oberlandler 34


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Ihr aktuelles Buch

Der Titel „Sagen und Legenden um Miesbach,

Schliersee, Tegernsee und Holzkirchen“ gibt schon

erste Einblicke, was die Leser erwartet. Denn Gisela

Schinzel-Penth beschäftigt sich mit Fragen wie: Was

hat das rätselhafte Wetterloch am Wendelstein zu

bedeuten? Was hat es mit der Wolfsgrub bei Rottach-

Egern auf sich? Oder warum endete eine fromme

Wallfahrt am Schliersee so gefährlich? Auf diese und

andere Fragen gibt das Buch mit über 260 schaurig

schönen, gruseligen, manchmal auch heiteren Sagen

und 39 Illustrationen Antwort. Zudem erfährt der Leser

geschichtliche Hintergründe und Zusammenhänge. Er

bekommt Erklärungen für heute wenig bekannte Begriffe

wie Himmelsbrand, Gamskugel oder Bezoarstein,

auch dafür, wie man „kugelfest“ wird oder verborgene

Schätze findet. |

„Sagen und Legenden um Miesbach,

Schliersee, Tegernsee und Holzkirchen“

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35 Oberlandler


Ein Name, ein Gesicht, eine Menge Geschichten –

es gibt eigentlich in jedem Ort eine sogenannte

„wuide Hehna“. Eine Person, die gefühlt jeder

kennt und mit der so mancher seine ganz eigenen

Erinnerungen verbindet. Wir vom Oberlandler

porträtieren in unserem Magazin diese interessanten

Menschen und ihre Erlebnisse aus der Region.

Dieses Mal im Fokus: Maria „Mary“ Millauer

und ihr Geschenkeladen.

Text Heidi Siefert | Fotos: Florian Bachmeier

Oberlandler 36


A so a

wuide

Hehna…

37 Oberlandler


E

s gibt Menschen, die sind geborene Gastgeber. So

wie Maria Millauer, die alle nur als Mary kennen.

Vor 20 Jahren hat die Haushamerin erstmals ihr

Catering angeboten und sich damit auf Anhieb in die

Herzen all derer gekocht, die frische, hochwertige

Produkte schätzen. Von Anfang an zeichnete ihre Küche

aber auch die Liebe zum Detail und die schöne Präsentation

aus. An ihren Buffets aß und isst immer auch das

Auge mit.

Als die kleine Küche am heimischen Hof am Freudenreich

aus allen Nähten platzte, wurde mit Mary’s

Esszimmer ihr Traum von einer geräumigen Küche

Wirklichkeit. 2019 eröffnete die leidenschaftliche

Gastgeberin ihr bayerisches Bistro mit den gemütlichen

Nischen und den beiden Kaminecken, in denen an

kalten Tagen das Feuer knistert. Schnell hat sich herumgesprochen,

dass man hier wunderbar frühstücken,

mittagessen oder sich zum Kaffee einen hausgemachten

Kuchen schmecken lassen kann.

Was sie kocht und backt ist „hausg’macht, ehrlich und

echt“; so wie sie es von daheim kennt, als immer schon

mit Produkten aus der Region frisch gekocht wurde,

„weil es einfach am besten schmeckt“.

Mit ihrem Partyservice zum Abholen, einer modern

eingerichteten Kochschule, die man auch komplett

mieten kann, und ihrem Gourmetvorrat im Glas mit

Köstlichkeiten wie Suppen, Marmeladen, Sirupe,

Sauerbraten oder Hirschgulasch, bietet Millauer

ein kulinarisches Rundumprogramm. |

Mary’s Hof- und Geschenkeladen

Freudenreich 35

83734 Hausham

Tel. 08026 / 9297969

Dienstag – Samstag 10 bis 16 Uhr

www.marys-geschenkeladen.de

marys_hofundgeschenkeladen

Mary‘s Hof- und Geschenkeladen

Oberlandler 38


Fünf Fragen an

Maria Millauer

Frau Millauer, man kennt ihren

Partyservice, ihr Bistro „Marys Esszimmer“.

Aber das ist nicht alles?

Tatsächlich gibt es seit vorigem Jahr auch noch

Mary’s Hof- und Geschenkeladen. Es ist ein Herzensprojekt,

das sich so ergeben hat. Irgendwie ist es so in

mein Leben gepurzelt und fühlt sich gut an.

Hatten sie nicht schon genug zu tun?

Ich habe immer schon davon geträumt, im ehemaligen

Jungvieh-Stall auf dem Hof meiner Eltern ein Café einzurichten,

weil ich da aufgewachsen bin und für mich ganz

viel Heimatverbundenheit drin steckt. Aber es hat sich

dann mit dem Bistro und Partyservice anders ergeben.

Als der zwischenzeitlich von einem Vertrieb genutzte

Stall leer geworden ist, ist die Idee wieder aktuell geworden.

Es hat mir einfach keine Ruhe gelassen. Vor allem

das schöne Gewölbe, das so viel Atmosphäre ausstrahlt.

Damals war es ein leeres Lager. Wie ist daraus so ein

schmucker Laden geworden?

Zu allererst habe ich Christine Poller gefragt, ob sie sich

so einen Laden vorstellen könnte. Sie war schon 25 Jahre

am Hof und gehört praktisch dazu. Ihre Meinung war mir

wichtig und ob sie dabei sein würde. Mit ihr steht und fällt

der Laden, sie ist sein Gesicht. Nachdem auch sie begeistert

war, hab ich angefangen, ein bissl rumzuspinnen,

was man machen könnte. Für die Renovierung

hab ich ein paar junge Handwerker

um Rat gefragt und jeder hat seine besten

Ideen eingebracht. Ich selbst hab nach alten

Möbeln gesucht, damit es Charme hat.

Ein schöner Laden ist das eine. Wie haben sie

das Sortiment ausgesucht?

Ich hab immer auf mein Gefühl und Gespür gehört und

einen Schritt nach dem anderen gemacht. Es gibt so

eine Flut von Sachen, da muss man aufpassen, was man

auswählt. Das Sortiment wächst ständig. Vor allem an

Wein und Feinkost planen wir noch mehr.

Was genau gibt’s?

Wir haben Sachen, die nicht nur von hoher Qualität sind, sondern

einfach a Freud machen. Für Körper, Geist und Seele –

und natürlich für den Gaumen. Wir haben Heilkräuterkerzen

und Räucherwerk, schöne Karten und natürlich Mary´s Gourmetvorrat.

Bei uns gibt es nachhaltige Reinigungsmittel und

besondere Keramik, bei der man sich freut, wenn sie am Tisch

steht. Und wir machen mit großer Freude Geschenkkörbe,

stellen nette Mitbringsel zusammen oder machen individuelle

Geburtstagspackerl. Und wir stellen für Firmen Geschenke

zusammen, mit denen sie Kunden und Mitarbeitern ihre

Wertschätzung zeigen können. Beim Verpacken verzichten wir

aus Überzeugung komplett auf Plastik. Stattdessen verpacken

wir schöne Sachen in Körberl oder Kisterl und dekorieren sie

mit Material aus der Natur. Es sind alles Sachen, die die Seele

erfreuen, bei denen man sagt, das gönn’ ich mir.

Der Herbst ist da.

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39 Oberlandler


WALDWIRTSCHAFT

ein Leben

im Holz

Von der Handarbeit zur Motorsäge:

Die Arbeit in unseren Wäldern hat sich

über die Jahrzehnte stark verändert –

auch in Punkto Klimaschutz.

Text: Kathrin Wolff | Fotos: Thomas Plettenberg

Oberlandler 40


41 Oberlandler


Wenn Andreas Eham, besser bekannt als „Anderl“,

von früher erzählt, wird Geschichte

lebendig. Mit seinen 87 Jahren blickt er auf ein

Leben zurück, das tief mit dem Wald und der Holzverarbeitung

verwurzelt ist. Jahrzehntelang arbeitete er

im Sägewerk in Müller zu Kasten, das er 1971 vom Vater

übernahm. Noch heute hilft er dort gelegentlich mit –

aus Leidenschaft und Verbundenheit.

„Damals war alles Handarbeit“, erinnert sich Eham.

„Es gab keine Motorsägen. Zwei Mann mussten mit

der Handsäge ran, bis der Baum endlich fiel.“ Danach

wurde das Holz mit dem Schäleisen entrindet – direkt

im Wald. Die Rinde blieb liegen, was laut Eham auch zur

Schädlingsbekämpfung beitrug: „Heute bleibt die Rinde

dran, und die Schädlinge vermehren sich darunter.“

Andreas Eham

erinnert sich an

die harte Arbeit

im Wald.

Der Winter war die

Hauptarbeitszeit

„Wenn der Boden gefroren war, konnten wir mit dem

Schlitten oder den Pferden das Holz rausbringen.“ Im

Sommer wurde geschlagen, im Winter geholt. Abends

saß man gemeinsam in der warmen Stube, spielte

Karten – und trocknete die Pferdedecken. „Das war

eine schöne Zeit“, sagt Eham mit einem Lächeln. Doch

die Arbeit war hart. „Oft mussten acht bis zehn Mann

erst einmal Schnee schaufeln, bevor wir überhaupt in

den Wald konnten.“ Der Zusammenhalt war stark, jeder

packte mit an. Heute ist vieles mechanisiert. Der Prozessor

fällt Bäume auf Knopfdruck – eine Entwicklung,

die Eham mit gemischten Gefühlen sieht.

Auch die Natur hat sich verändert. „Früher war der

natürliche Wuchs oft ausreichend. Heute müssen wir

nachpflanzen, weil der Wildbestand zu hoch ist.“ Rehe

und Rotwild fressen junge Pflanzen, was die Aufforstung

erschwert. „Ein ausgewogener Wildbestand ist wichtig

für einen gesunden Wald.“

Seit dem Tod seiner Frau betreibt Eham keine Viehwirtschaft

mehr, doch der Wald bleibt sein Element. Seine

Kinder haben andere Wege eingeschlagen – der Sohn ist

Maler, die Töchter verfolgen andere Interessen. Doch

das Sägewerk besteht weiter, seit fast 55 Jahren.

Andreas Eham ist ein lebendiges Stück Heimatgeschichte.

Seine Erinnerungen zeigen, wie sehr sich die

Waldwirtschaft verändert hat – und wie wertvoll das

Wissen der älteren Generation ist.

3 Fotos: Greinwald

Oberlandler 42


Die Holzknechte waren oft tage- oder wochenlang in den Wäldern unterwegs.

Nach vielen schönen Jahren verabschiedet

sich die Wirtin Petra Spiegler

zum Ende des Jahres 2025.

Darum ist es Zeit, allen Gästen ein ganz

herzliches „Vergelt‘s Gott“ auszusprechen.

Wir hoffen, dass der Gasthof

weiterhin als beliebtes Ziel für Ausflügler

und Einheimische erhalten bleibt.

Macht‘s es guad!

Eure Petra

Das Team vom Gasthof zur Post:

Diana, Christa, Daniel, Petra und Tanja

Inh. Petra Spiegler · Telefon 080 21 / 269

Taubenbergstraße 37 · Warngau

43 Oberlandler


Waldwirtschaft heute –

Technik trifft Natur

Wenn Jakob Wiedemann über seinen Beruf spricht,

leuchten seine Augen. Seit 1994 ist der gelernte Forstwirt

aktiv im Wald unterwegs – und das mit Leidenschaft.

„Das Schöne ist, dass ich viel in der Natur bin. Und die

Technik begeistert mich eigentlich jeden Tag“, sagt er.

Seine Familie ist bereits seit 1957 in der Waldwirtschaft

tätig – eine Tradition, die er mit Stolz weiterführt.

Neue Anforderungen

Doch die Arbeit im Wald hat sich in den letzten Jahrzehnten

stark verändert. Was früher mühsam von Hand

erledigt wurde, übernehmen heute hochspezialisierte Maschinen.

„In den 50er- und 60er-Jahren kamen die ersten

Schlepper mit Seilwinde. In den 80ern dann funkgesteuerte

Seilwinden, und in den 90ern ging es richtig schnell

mit der Technik“, erzählt Wiedemann. Heute sind Vollerntermaschinen

im Einsatz, die Bäume fällen, entasten und

die Stämme ablegen. Rückemaschinen transportieren

das Holz zur Forststraße, wo es von LKWs abgeholt wird.

Im Gebirge kommen mobile Seilanlagen zum Einsatz,

die je nach Gelände und Länge der Strecke mehrere Tage

zum Aufbau benötigen. „Ohne Maschinen geht fast nichts

mehr“, sagt Wiedemann. Nur in seltenen Fällen – etwa in

Freizeitanlagen – wird noch mit Pferden gearbeitet.

Effizientes Arbeiten

Die Logistik ist heute so effizient, dass zwischen Fällung

und Abholung oft nur wenige Tage liegen. „Früher hat man

die Bäume im Sommer gefällt und bis zum Winter liegen

lassen. Heute können wir viel schneller reagieren – der

Borkenkäfer hat da keine Chance.“ Auch die Nachhaltigkeit

spielt eine zentrale Rolle. „Wir pflanzen viel und versuchen,

die Natur zu verjüngen und den Wald zu stabilisieren“, erklärt

Wiedemann. Dabei bleibt manches wie früher: Bäume

werden gezielt gefällt, damit Licht zu den jungen Pflanzen

gelangt. „Das machen wir heute genauso wie früher.“

Heute übernehmen moderne Maschinen die Arbeit.

Oberlandler 44


Bäume fällen

für das Klima

Die Fichte ist akut in Gefahr!

Leider besteht kein Zweifel,

dass die Fichte über kurz

oder lang auf großer Fläche

aus den bayerischen Wäldern

verschwindet. Es wird ihr

schlichtweg zu warm, da sie

aus der Kälte kommt, aus den

Taigas Russlands, und ihr jedes

Plusgrad mehr und mehr

die Kraft nimmt. Zusätzlich

tragen zu wenige Niederschläge

zu ihrer Schwächung

bei und machen sie äußerst

interessant und schmackhaft

für Borkenkäfer.

45 Oberlandler


Auch Handarbeit ist

in der modernen

Forstwirtschaft gefragt.

Gemeinsam für den Wald

Was ebenfalls geblieben ist, ist der Zusammenhalt unter

den Forstarbeitern. „Früher haben wir manchmal in der

Winterstube übernachtet. Das gibt es heute nicht mehr,

aber dass wir abends nach der Arbeit zusammensitzen

und über das Tagesgeschehen sprechen – das ist geblieben.“

Jakob Wiedemann steht für eine Waldwirtschaft,

die Tradition und Moderne vereint. Mit Respekt vor der

Natur und Begeisterung für die Technik gestaltet er den

Wald von morgen – nachhaltig, effizient und mit Herz.

Optimale Bedingungen

Die Fichte fühlt sich bei entsprechenden Niederschlägen

in einem Temperatur-Korridor von minus 4,5 bis

plus 9,5 Grad Celsius wohl. In Holzkirchen liegen wir

momentan bei plus 8 Grad, früher waren es 6,5 Grad.

Schon jetzt beobachten Forstwirte die klimabedingte

Schwächung des Baumes. 2023 war laut Bayerischer

Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft ein Rekordjahr,

was die Wärme angeht. Seit Messbeginn im

Jahr 1881, war es das wärmste Jahr. Der Teufelskreis ist

bereits in Bewegung gekommen. Höhere Temperaturen

und längere Trockenphasen helfen dem Borkenkäfer

sich zu vermehren und schwächen gleichzeitig die

Fichte. Ist der Baum erst einmal befallen, stirbt er ab.

Wenn man ganz schnell ist, kann der Baum noch gefällt

und abtransportiert werden und das Ausfliegen der Brut

verhindert werden. Zwei bis drei Jahre Trockenheit genügen

und der Käfer übernimmt, frisst sich durch den

Fichtenbestand. Das Ziel ist, vorsorglich die nächste

Generation Wald in zweiter Reihe zu schaffen. Dabei ist

es so, dass der Wald sich selbst umbaut, wenn am Boden

ausreichend Sonnenlicht vorhanden ist und die alten,

großen Bäume genügend Schatten für einen feuchten

Waldboden bieten. Nicht nur die Fichte wächst nach, es

sei überwiegend die klimatolerante Tanne, die sich in

unseren Wäldern ausweitet und deren Samen sich über

mehrere hundert Meter genau dort niederlässt, wo sie

gebraucht wird. Ein schlaues Vorgehen des Waldes.

Oberlandler 46


Wohin mit

dem Holz?

Das eingeschlagene Holz bleibt übrigens

in der Region und wird hier

weiterverarbeitet. Das in langlebigen

Holzprodukten verarbeitete Holz

speichert übrigens eine Tonne CO 2 je

Kubikmeter. Ein Baum, der vom Borkenkäfer

befallen ist, bringt rund ein

Drittel weniger ein als ein gesunder

Baum. Die schlaue Bewirtschaftung

macht also Hoffnung. Es zeigt sich,

dass die naturnahe nachhaltige Forstwirtschaft

auch aus Klimaschutzgründen

besser als eine Stillung von

Wäldern ist. Für die Zukunft bleibt

man aber wachsam. Starke Unwetter,

große Hitzen und lange Trockenphasen

werden unseren Wäldern wohl erhalten

bleiben. Es muss immer wieder

neu justiert und überlegt werden, was

für den Wald zu tun ist.

Mit Seilwinden wird in steilem Gelände

gearbeitet – nicht ganz ungefährlich.

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47 Oberlandler


Der beste Wald

für Bayern –

Forstbetrieb Schliersee

Von den rund 720.000 Hektar Staatswald betreut

der Forstbetrieb Schliersee rund 34.000

Hektar. Die Wälder in der Region sind geprägt

von Bergmischwäldern aus Fichte, Buche,

Tanne und Mischbaumarten wie Bergahorn,

Vogel- und Mehlbeere. Bei der Bewirtschaftung

setzt der Forstbetrieb auf die naturnahe Forstwirtschaft,

das Ziel ist klar formuliert: „Wir gestalten

für die Menschen in Bayern den besten

Wald und machen ihn fit für den Klimawandel.“

Forstbetriebsleiter Lasse Weicht erklärt: „Jeder

hat eine andere Vorstellung davon, was für ihn

der beste Wald ist: Holzproduzent, Erholungsort,

Naturschutzraum, Trinkwasserlieferant

und auch Arbeitsplatz oder der Ort zum Jagen.

Wir streben täglich danach, diese verschiedenen

Ansprüche der Gesellschaft möglichst gut zu

erfüllen. Dabei kann der beste Wald je nach örtlicher

Situation ganz unterschiedlich aussehen.“

Die Aufforstung für nachhaltige Wälder ist ein wichtiger Punkt.

Oberlandler 48


Mammutaufgabe

Klimawandel

Damit die Staatswälder ihre vielfältigen Funktionen

auch in Zukunft wahrnehmen können, müssen die

Försterinnen und Förster den Waldumbau vorantreiben

und die Wälder auf den Klimawandel vorbereiten:

„Wir setzen auf gemischte Wälder mit mindestens vier

unterschiedlichen Baumarten,“ erklärt Lasse Weicht.

„Seit Gründung der BaySF haben wir allein in unserem

Forstbetrieb rd. 1.100 Hektar neue Kulturen mit robusten

und klimatoleranten Bäumen begründet.“ Baumarten

wie die Tanne, Lärche, Douglasie oder die Buche

kommen dabei zum Einsatz. Betriebsleiter Lasse Weicht

setzt im Forstbetrieb Schliersee aber auch auf seltenere

Baumarten wie die Eibe, Erle, Elsbeere oder Mehlbeere.

„Allein in diesem Jahr pflanzen wir im Forstbetrieb

rd. 120.000 junge Bäume. Dazu kommt noch rund drei

Mal so viel Naturverjüngung. Indem wir zum richtigen

Zeitpunkt gezielt auflichten und engagiert jagen, sorgen

wir dafür, dass sich die Bäume natürlich verjüngen

können.“ Die kommenden Jahre stellen die Bayerischen

Staatsforsten vor große Herausforderungen. Der

Klimawandel verändert die Wälder, neue Anforderungen

an den Naturschutz entstehen, und die Nachfrage nach

heimischem Holz wächst. „Wir werden uns weiterhin

mit viel Herzblut für einen gesunden, vielfältigen und

zukunftsfähigen Wald in Bayern einsetzen – für die

Natur, für die Region und vor allem für kommende

Generationen.“ |

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49 Oberlandler


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Der Meister der Häuser

Oberlandler 50


Rasenmähen, Schneeschaufeln

und Glühbirnen wechseln –

ohne Hausmeister geht es kaum.

Wir werfen einen Blick hinter

die Kulissen eines ganz

besonderen Unternehmens:

dem Hausmeisterservice Oberland.

Text: Susanne Mayr-Flach | Fotos: Florian Bachmeier

51 Oberlandler


Reklame

Ein richtig guter Hausmeister muss eigentlich alles

sein: Gärtner, Poolwart, Haustechniker, Schlüsseldienst,

Verwalter, Vermittler und Helfer in

der Not. Aber was macht man, wenn man so jemanden

für das eigene Haus nicht findet? Man gründet seine

eigene Firma – zumindest hat das Matthias Wilhelm so

gemacht. „Ich habe jemanden gesucht, der sich um alles

kümmert, bin aber nicht wirklich fündig geworden“,

erzählt der 40-Jährige, der eigentlich aus der Immobilienbranche

kommt. „Also habe ich den Hausmeisterservice

Oberland gegründet, mit dem ich genau das bieten

will.“ Dass er dabei nicht die heute eher gebräuchlichen

Begriffe wie Facilitymanager, Objektbetreuer oder Gebäudemanager

gewählt hat, ist kein Zufall, sondern eine

bewusste Entscheidung. „Uns ist wichtig, diese bodenständige,

handwerkliche Arbeit mit unserem 5-Sterne

Service zusammenzubringen, erklärt Matthias Wilhelm,

wobei das, was man hinter der Firmenbezeichnung vermutet,

nur im Ansatz erklärt, was sein Unternehmen

alles leistet. Denn statt Privathaushalten betreut er

heute Gewerbekunden und Ferienimmobilien.

Betten machen, alles kontrollieren – beim Hausmeisterservice Oberland wird auf jede Kleinigkeit geachtet.

Oberlandler 52


Das Rundum-

Sorglospaket

Denn auch wenn klassische Hausmeisterarbeiten im

Portfolio sind, ist da noch so viel mehr: Das Unternehmen,

das seit vier Jahren von Neuhaus aus arbeitet, hat

sich auf ein paar Besonderheiten spezialisiert. Und hat

die Firma dafür auf drei Säulen gestellt. Unter „Retreat“

werden Ferienimmobilien betreut, „Corporate“ kümmert

sich um Gewerbeobjekte und „Signature“ bietet

den luxuriösen Rundum-Service für Großgrundbesitzer,

Milliardäre und Prominente, von denen es am Tegernsee

und Schliersee ja einige gibt. „Dadurch, dass wir so

breit aufgestellt sind, können wir für jeden Anspruch

das Passende bieten“, so der Firmenchef. Denn gerade

die zuletzt genannte Zielgruppe hat besondere Ansprüche.

„Wir kommen da gleich mit Führungszeugnissen,

Verschwiegenheitserklärungen und mehr“, so Matthias

Wilhelm, der genau weiß, was es bedeutet, wenn ihm

solche Objekte anvertraut werden. „Unser Service geht

dann weit über das klassische Business hinaus, da haben

wir einen sehr hohen Anspruch an uns.“ Und so macht

er es zum Beispiel auch möglich, das Wunschauto einer

Kundin direkt zu ihrem Urlaubsort zu bringen oder alle

nötigen, aber leider lauten Arbeiten in genau der einen

Woche durchzuführen, in der die ruheliebende Kundschaft

nicht anwesend ist. „Das Ganze Team arbeitet da

großartig zusammen“, freut sich der Unternehmer.

Saubere und ordentliche Arbeitskleidung gehört auch dazu.

„Sauber reicht nicht“ ist das Motto.

53 Oberlandler


Reklame

Auch um die Außenlagen der

Kunden wird sich gekümmert.

Sauber reicht nicht

Diesen hohen Anspruch an die eigene Arbeit merkt man

auch bei „HSO Retreat“. Dahinter steckt der wichtigste

und größte Firmenzweig, der die komplette Betreuung

von Ferienwohnungen, Airbnb-Objekte oder Urlaubsimmobilien

übernimmt. „Wir machen das komplette

Management von A bis Z“, so Wilhelm. Vom Fotoshooting

für die ansprechende Präsentation bis hin zu

Buchungsmanagement, Abrechnung und individuellen

Wünschen. Eine der Hauptarbeiten ist dabei das

Reinigen der Objekte zwischen Abreise und Anreise der

Gäste. Wobei Reinigen fast schon untertrieben ist, wie

seine weiteren Ausführungen deutlich machen. „Unser

Personal ist speziell vom Reinigungsmittelhersteller

Dr. Schnell geschult und hat genaue Anforderungen zu

erfüllen, so dass wir hier höchste Qualität bieten können.

Wir betreuen Ferienwohnungen auf Luxushotel-Niveau“.

Regelmäßige Qualitätskontrollen einer speziell dafür

eingestellten Mitarbeiterin sind an der Tagesordnung.

Auch werden alle Objekte regelmäßig auf kleine Schäden

oder Gebrauchsspuren untersucht, die auf Kundenwunsch

sofort beseitigt werden. „Wir machen soviel es

geht selbst, arbeiten aber auch mit einem großartigen

Netzwerk aus lokalen Handwerkern zusammen“, erzählt

Mathias Wilhelm. „Das ist mit den Jahren gewachsen und

persönliche Freundschaften sind entstanden.“ Natürlich

gehört auch hier die klassische Hausmeisterarbeit mit

Garten- und Gebäudeservice mit dazu.

Oberlandler 54


Dream-Team

„Ultraguter“ Service

für alle

Um all das zu koordinieren, leistet sich der Hausmeisterservice

Oberland nicht nur 15 Hausmeister und Reinigungskräfte,

die zum Teil auch handwerkliche Ausbildungen

haben, sondern auch fünf Büromitarbeiter. „Das

ist etwas, das uns von anderen Hausmeister-Firmen

unterscheidet“, erklärt Wilhelm, „wir bieten unseren

Kunden den besten Service.“ Dazu gehört sogar eine

24/7 Hotline, die immer erreichbar ist, sollte sich mal

ein Gast ausgesperrt haben oder doch etwas nicht stimmen.

„Ein lustiges Beispiel dafür, wie gut es ist, dass wir

immer erreichbar sind, ist in der Coronazeit passiert“,

erinnert sich der Unternehmer. „Für eine Airbnb

Wohnung war nur ein Gast angemeldet, letztendlich

löste die Polizei eine Party mit rund 45 Menschen auf.“

Ein Mitarbeiter vom Hausmeisterservice war sofort

vor Ort, anschließend wurde in drei Tagen die völlige

Verwüstung beseitigt, so dass der nächste Gast anreisen

konnte. „Da können sich die Kunden komplett auf uns

verlassen“, so Wilhelm.

Das wissen auch Gewerbekunden zu schätzen. Denn zu

den über 80 Kunden des Hausmeisterservice Oberland

gehören auch Läden, Praxen und Büros. „Da betreuen

wir vom Lebensmittelhandel über den Notar bis hin zur

Arztpraxis alles“, erzählt Matthias Wilhelm. Mal werden

die Fenster eines Obsthändlers gesäubert, mal die

Behandlungsräume eines Dermatologen desinfizierend

gereinigt. „Bei uns würde es niemals vorkommen, dass

der gleiche Putzlappen für unterschiedliche Einsatzgebiete

genommen wird“, stellt der Firmenchef, der selbst

alle Tätigkeiten in seinem Unternehmen auch selber

schon gemacht hat, klar. „Mir ist wichtig, dass wir alles,

was wir machen, ultragut mit Herzblut machen“, und

das merken auch die Kunden. |

Hausmeisterservice Oberland

Tel. 08028 / 751989-0

service@hsm-oberland.de

www.hausmeisteroberland.de

hms.oberland

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55 Oberlandler

Gewerbekunden schätzen den guten ServiceKunden wird sich gekümmert.


Regionale

Schmankerl

Jeden Freitag geht im beschaulichen Jasberg

schon mitten in der Nacht das Licht an.

Denn dann produziert Familie Eichner in der

eigenen Metzgerei ihre Köstlichkeiten, die

sie dann im eigenen Hofladen vermarkten.

Text: Susanne Mayr-Flach | Fotos: Florian Bachmeier

Oberlandler 56


57 Oberlandler


Jeden Freitag tauscht Bauer Josef Eichner den Stall mit der Metzgerei.

Oberlandler 58


Fleisch von glücklichen Schweinen, freilaufenden

Hühnern und selbst aufgezogenen Kühen – die

Nachfrage nach gutem Bio-Fleisch wächst stetig.

Diese Marktlücke hat Familie Eichner aus Jasberg schon

vor über 30 Jahren erkannt, denn schon damals fing

Josef Eichner gemeinsam mit seinem Bruder Albert,

der Metzger ist, an, das Fleisch seiner Kühe selbst zu

verarbeiten und zu verkaufen. Das Angebot kam gut

an und so wurde aus dem anfänglichen Verkauf von 10

Kilo Päckchen ein gutes Zusatzgeschäft und über die

Jahre ein immer größeres Sortiment. Längst gibt es

nicht mehr nur Fleisch, sondern auch Geräuchertes und

die unterschiedlichsten Wurstwaren. Nach und nach

wurden ein Zuhaus und die Traktor-Garagen aufwändig

zu einem Schlachthaus mit Metzgerei sowie mehreren

Kühlräumen und Lagern umgebaut. Für die Vermarktung

wurde ein eigener Hofladen eingerichtet und es

kamen weitere Tiere hinzu.

Albert Eichner ist Metzger und schlachtet frisch am Hof.

Ob Rind, Schwein oder Lamm – die Eichners schlachten alles selbst.

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59 Oberlandler


Das Zerteilen ist anstrengend und erfordert viel Können.

Alles Handarbeit

Heute geht es wie jeden Freitag um 4:00 Uhr los. Je

nachdem, was geschlachtet wurde, werden dann auch die

so beliebten Wurstwaren hergestellt. Für das Schlachten

sind Albert Eichner und sein Sohn Albert Junior zuständig,

bei der Verarbeitung helfen dann noch Josef und sein

Sohn Seppi kräftig mit. „Zuerst machen wir die ganzen

weißen Würste, wie Bratwürste, Gelbwurst, Milzwurst

oder Schweinswürstl, danach die rote Ware mit Pökelsalz“,

erzählen die Eichners. Dazu zählen dann Kochsalami,

Pfefferbeißer, Rindsbratwurst oder Kabanossi,

Wiener, Debreziner und mehr. Nach dem Zerkleinern der

Fleischstücke wird gemischt und gewürzt und schließlich

die Masse in den Darm abgefüllt. Jeder Handgriff sitzt,

die Kessel dampfen und man riecht die Wurstdüfte schon

von weitem. Denn zuerst werden immer die Brühwürste,

die in speziellen Kesseln und Kammern gebrüht werden

gemacht. Dann sind die Rohwürste dran, da diese nur

geräuchert werden. Dazu hängen die Würste auf großen

Wägen, die direkt in die Räucherkammer gefahren werden

können. Zum Schluss wird schließlich das Leberkäsbrät

hergestellt, bevor es ans Aufräumen und Putzen der

Räumlichkeiten geht. Die Wurstwaren werden dann in

den verschiedenen Kühlhäusern gelagert, Wammerl und

Co. werden kaltgeräuchert und abgehängt. Das Sortiment

umfasst mittlerweile über 30 verschiedene Sorten.

Verschiedene Würste werden in den Räucherofen geschoben.

Oberlandler 60


Fichtner

Ofenbau & Fliesen

Auerbauer 1 | 83730 Fischbachau

Tel. 0 80 28 - 90 54 100 | Mobil: 01 72 - 9 81 28 48

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- Planung und individuelle Anfertigung von Öfen aller Art

- Fliesenverlegung Neubau und Umbau

- Wohnungs- und Badsanierungen

- Maurer-, Putz- und Estricharbeiten

- Heizeinsatztausch gem. BImSchV

- Schornsteinanlagen

- Steintreppen, Fensterbänke und Küchenarbeitsplatten aus Naturstein

Wir, ein bodenständiger Betrieb aus dem

Leitzachtal, planen und fertigen je nach

Kundenwunsch individuelle Öfen aller Art.

Unsere Kunden betreuen wir nicht nur beim

Thema Ofenbau, sondern stehen auch bei

der Fliesen- und Natursteinverlegung im

Innen- sowie Außenbereich zur Verfügung.

Natursteinarbeiten insbesondere das

Anfertigen von Küchenarbeitsplatten zählen

ebenso zu unserem Leistungsangebot.

Zusätzlich bieten wir Estricharbeiten für

Neu- und Umbauten an. Bei Komplettsanierungen

von Wohnungen, Badsanierungen,

etc. übernehmen wir gerne die Bauleitung,

Koordinieren alle benötigten Handwerker

und bieten eine unkomplizierte Abwicklung

im Sinne unseres Auftraggebers an.

61 Oberlandler

In Zusammenarbeit mit der Firma Fichtner

Metallverarbeitung GmbH fertigen wir

maßgefertigte, traditionelle Küchenherde

an. Die Eisenteile werden nach traditioneller

Handwerkskunst geschmiedet. In Kombination

mit handgefertigter Keramik entstehen

somit einzigartige Unikate. Damit sich

unsere Kunden vorab einen Überblick über

das gewünschte Bauvorhaben verschaffen

können, beraten wir Sie kompetent und

umfassend mit digitaler 3D-Planung.

Wasserführende Öfen, Grundöfen, Kachelöfen

sowie Heizkamine zählen ebenso zu

unserem Leistungsspektrum. Auch hier

kann der Kreativität freier Lauf gelassen

werden. Mit Naturstein und in schlichter, kubischer

Form entstehen moderne, elegante

Heizkamine oder mit traditionellen Kacheln

zeitlose Ofenklassiker.

Bei veralteten Heizeinsatzgeräten, die nicht

mehr den gesetzlich bestimmten Grenzwerten

der BImSchV entsprechen, beraten

wir unsere Kunden gerne und bieten einen

fachgemäßen Austausch sowie Instandsetzung

bestehender Öfen an.

Für Hausbesitzer ohne Schornsteinbestand

können wir gerne, gemäß der gesetzlichen

Bestimmungen, eine Montage einer Außen-

Schornsteinanlage ausführen.

Zusätzlich setzen wir vorhandene Schornsteinanlagen

wieder Instand und realisieren

einen Einbau einer Schornsteinanlage in

bestehende Wohnanlagen.

Bei der Verarbeitung und Verlegung von

Naturstein setzen wir auf höchste Materialqualität

und beziehen uns auf unsere langjährige

Erfahrung und Fachkompetenz. Wir

bieten unseren Kunden eine große Auswahl

an Natursteinmaterialien.

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Alles selbst gemacht: Presssack, Salami, Kaminwurzn und Geräuchtertes.

Idyllisch: Der Hof der Familie Eichner.

Oberlandler 62


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Josef und Barbara Eichner freuen sich

über den Erfolg ihres Hofladens.

HOCHWERTIG MIT HANDWERK UND HERZ.

Der Hofladen macht auf

„Auch am Samstag geht es um 4 Uhr los, denn wir

müssen dann alles herrichten“, erzählt Josef Eichner.

Dann macht sein Sohn Seppi den Stall, damit er mit

Frau, Tochter, Nichte und Schwägerin die Bestellungen

fertig machen und den Laden einrichten kann. „Unsere

Landwirtschaft ist zwar biozertifiziert, den Hofladen

führen wir allerdings nicht als Biobetrieb“, erzählt der

Bauer. Denn hier gibt es neben den eigenen Produkten

auch Ergänzungsprodukte von Unser Land, Wein von

befreundeten Winzern aus Rheinhessen, Käse aus einer

Hofkäserei aus Stephanskirchen und verschiedene

Saisonwaren. Neben dem Standartsortiment, das auch

wechselt, kommt immer hinzu, was gerade verarbeitet

wird. Denn alle vier bis sechs Wochen wird eine Sau

oder ein Rind geschlachtet, dazwischen auch Lamm

oder Saibling. Im Herbst zu Kirchweih oder an Weihnachten

gibt es dann die hofeigenen Enten und Gänse.

Kunden werden über einen E-Mail-Verteiler über die

vorrätigen Produkte informiert und können auch gleich

vorbestellen. Denn am Samstag, wenn der Hofladen

um 8:30 Uhr öffnet, kommt es auch mal vor, dass man

Schlange stehen muss oder dass die besonders beliebten

Produkte schnell ausverkauft sind.

© Amir Ajanovic

instagram: amirberlin

63 Oberlandler


Glückliche Schweine

Mittlerweile gibt es am Jasberg 1 eine ganze Schar

Schweine, wobei eigentlich nur jedes Jahr sechs Säue

zugekauft werden. Die werden den Sommer über

aufgezogen und dann geschlachtet. „Dieses Jahr war

unter den Sauen auch ein Eber und so sind die Eichners

zu einem wahren Segen gekommen: Drei der Säue

haben geworfen und so läuft jetzt eine ganze Schar mit

sechs erwachsenen Schweinen und 15 Ferkeln über die

blühenden Wiesen. Seppi Eichner, der Junior, der auch

in der Metzgerei hilft und wahrscheinlich den Hof übernehmen

wird, kümmert sich um deren leibliches Wohl.

„Wir haben einen Offenstall gebaut mit verschiedenen

Boxen, damit jedes Schwein genug Platz hat.“, erklärt der

28-jährige. „Alle Schweine können jederzeit auf die Wiese

oder zum Teich“, so der Jungbauer. Schöner kann ein

Schweineleben kaum sein, die Tiere, eine Hybridzüchtung

aus Schwäbisch-Hällischen, Edelschwein, Duroc,

Pietrait und Landschwein entscheiden selbst, wann

sie in den Stall gehen. Seppi kennt sie nicht nur beim

Namen, sondern hat auch immer Zeit für die ein oder

andere Streicheleinheit. Gerade die Kleinen sind deshalb

frech und zutraulich. Gefüttert werden sie mit geschrotetem

Mais, ab und zu auch mit Molke oder Gemüseresten.

Auf spezielles Zuchtfutter, das das Wachstum fördern

würde, wird verzichtet. „Die Schweine nehmen bei

uns eh nicht so viel zu, weil sie oft draußen unterwegs

sind“, weiß der gelernte Landwirt. „Dafür ist das Fleisch

auch nicht so fett.“ Und es hat Bio-Qualität. Tochter

Margret hat dieses Jahr sogar zwei Schweine mit auf die

Alm genommen.

Oberlandler 64


65 Oberlandler

Seppi Eichner kümmert sich um die Schweine.


Natürlich gibt es auch Streicheleinheiten.

Oberlandler 66


Wiese, Weiher, Freilauf – den Schweinen der Familie Eichner geht es gut.

Vielseitiger Bioland-Hof

Tradition und Moderne

seit 120 Jahren

Neben den Schweinen kümmert sich Bauer Josef mit

seinem Sohn auch um 45 Milchkühe und deren Nachzucht.

Auch die können im Sommer immer nach draußen

und sich frei bewegen. Die Bio-Milch wird von einer

Molkerei abgeholt. Das Jungvieh ist im Sommer auf

einer Alm in Bayrischzell. Mutter Barbara kümmert sich

zusätzlich um 50 Enten und 50 Gänse sowie 200 Mastgockel.

Auch 70 Hühner leben in einem eigenen mobilen

Stall am Bioland-zertifizierten Hof. Die Eier werden

ebenfalls im Hofladen vertrieben, auch werden sie für

die Nudelherstellung verwendet. Man merkt, dass hier

Tierwohl noch großgeschrieben wird, Familienbetriebe

wie dieser sind nicht mehr selbstverständlich. Aber der

Erfolg der Produkte und des Hofladens sprechen für

sich und auch wenn die Eichners vor 30 Jahren einen

neuen Weg gegangen sind, hat sich das Risiko gelohnt. |

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67 Oberlandler


Theater

mit Herz

& Humor

Loiderding lebt!

Was seitdem passiert...

Seitdem ist der Saal ein Ort für Kabarett, Konzerte und

vor allem Theater. Rund zehn Vorstellungen im Jahr,

Märchenlesungen und jede Menge Komödien. Das

nächste Stück, das Regisseur Sepp Grundbacher auf die

Bretter bringt? „Glaub’s oder glaub’s ned“ von Alfred

Högerle – eine himmlisch-höllische Komödie mit Premiere

am 24. Oktober.

100 Plätze gibt’s – und keine Bühne. „Das ist sehr

persönlich und direkt, die Darsteller stehen praktisch

mitten im Publikum. Wir haben uns schnell an diese

Situation gewöhnt und mittlerweile mögen nicht nur

wir das, auch das Publikum mag das unmittelbare

Theater“, so Regisseur Sepp. Karten können telefonisch

vorbestellt werden und dann am Tag der Veranstaltung

ab 17.30 Uhr abgeholt werden. Dann bleibt noch Zeit für

ein gemütliches und vor allem leckeres Abendessen,

bevor es um 20 Uhr heißt: Vorhang auf!

Die Stars von nebenan

Laiendarsteller aus der Region bringen das Bayerische auf

die Bühne – mit Herz und Dialekt. Hauptdarsteller Sepp

Kröll mimt den zwiedernen Sepp Stemmer. „I mag’s, wenn

i seh, wie’s de Leit gfreit“, sagt er. Regisseur Sepp kennt

seine Pappenheimer und hat ein Händchen für die Rollenbesetzung.

„Es ist mir nicht nur eine Ehre auf der Bühne

zu stehen, es beflügelt mich sehr, wenn die Besucher mit

einem Lächeln das Theater verlassen und wir sie mit unserem

Spiel aus dem Alltag reißen konnten, wenigsten für

ein bis zwei Stunden“, fasst Sepp Kröll zusammen.

Wenn man in Loiderding vom „Wirt“ spricht,

dann meint man nicht nur gutes Essen,

sondern auch Kultur, Leidenschaft und eine

Bühne – naja, fast. Denn eine Bühne gibt’s hier gar

nicht. Gespielt wird mitten im Saal, ganz nah dran

am Publikum. Und das ist genau das Besondere am

Irschenberger Theater-Ensemble.

Wie alles begann...

Sepp Grundbacher aus Obermoos in Irschenberg hat

seit über 35 Jahren ein Hobby: Theater! Seit 2014 führt

er Regie beim Wirt in Loiderding. Die Idee, den Saal zu

beleben, entstand nach dem großen Gaststättensterben

2021. Corona hatte zugeschlagen, aber Loiderding

schlug zurück – mit Zusammenhalt und einer ordentlichen

Portion Kreativität.

„Wir haben einen Wirt – und das ist nicht selbstverständlich!“,

sagte man sich. Also wurde nicht lang gefackelt:

Vereinsübergreifend wurde der Saal renoviert,

neue Vorhänge aufgehängt, die Schänke poliert und

die Bestuhlung auf Vordermann gebracht. Jung und Alt

packten mit an. Und Alois Vogl, der Wirt, war gerührt:

„Des tut guad!“

Und das Essen?

Ein Wahnsinn! Geschmacklich und qualitativ top. Geöffnet

ist von Donnerstag bis Sonntag. Und das Theater

bringt Gäste aus Rosenheim, München und Tegernsee –

beste Werbung für den Wirt!

Alois Vogl – Der Wirt, der das Salzkammergut

nach Loiderding brachte

Seit 2001 ist Alois Vogl der Mann hinter dem Tresen – und

vor dem Herd – in Loiderding. Ein gelernter Koch aus

dem schönen Salzkammergut, der sich seinen Traum von

der eigenen Wirtschaft erfüllt hat. Und was für eine! Hier

gibt’s keine große Karte, sondern große Klasse: saisonal,

regional und mit viel Liebe gekocht. Im Herbst duften die

Rahmschwammerl, im Sommer knacken die Salate – und

das Suppenlöffeln wird zur Kunstform.

„Ich bin flexibel“, sagt Alois, und das merkt man: Ob Theaterabend

oder Wildwochen, er und seine Frau stemmen

das mit einem kleinen Team und ganz viel Herzblut. Kein

Teenager mehr, aber mit jugendlicher Freude dabei –

solange Gesundheit und Laune mitspielen.

Und wenn nach dem Theater die Gäste glücklich schauen,

lachen oder sogar ein Tränchen verdrücken, dann

weiß Alois: „Des war a guada Abend.“ Wenn dann auch

noch das Essen gelobt wird, ist die Welt in Loiderding

wieder ein Stück besser.

Oberlandler 68


Rezept

Braumeisterschnitzel

mit Ofenkartoffeln und Schnittbohnen

4 Stück Schweineschnitzel flach klopfen und mit Salz

und Pfeffer würzen. Mit vier Scheiben rohem Schinken,

geschmorten Zwiebeln, geräuchertem Wammerl und

Bergkäse belegen. Die Schnitzel zusammenklappen und

mit Mehl, Ei und Semmelbrösel panieren und dann im

heißen Fett schwimmend ausbacken. Die Kartoffeln

mit Schale vierteln und im Ofen mit Meersalz und

Olivenöl ca. 50 Minuten backen. Nach dem Backen mit

getrockneten Tomaten und Rosmarin ziehen lassen. Die

Bohnen waschen, schneiden und blanchieren. Dann in

einer Pfanne mit Butter und Zwiebeln fertigschmoren

und mit Salz und Pfeffer würzen.

4 Portionen:

• 4 Schweineschnitzel

• 4 Scheiben Bergkäse

• 4 Scheiben rohen Schinken

• 4 Scheiben Wammerl

• 1 kg Kartoffeln festkochend

• 800 g Bohnen

• 1 Zwiebel

• 1 EL getrocknete eingelegte Tomaten

• 1 Zweig Rosmarin

• Salz, Pfeffer

Die nächsten Veranstaltungen

Theater: „Glaab’s oder glaab’s net“:

24., 29., 30. Oktober, 9., 13., 14. und 15. November.

Christian Maier mit seinem Programm „Beste Zeiten“:

21. November

Wirt in Loiderding

Loiderding 11, 83737 Irschenberg

Tel. 08062 / 1529, www.gasthaus-loiderding.de

wirt_in_loiderding

WirtinLoiderding

Öffnungszeiten:

Donnerstag und Freitag 17 bis 22 Uhr,

Samstag und Sonntag von 11 bis 22 Uhr,

feiertags ganztätig.

69 Oberlandler


Oberlandler 70


In vollen Zügen

genießen

Über die

„Faszination Zug“ –

in allen Größen

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht

irgendeine Geschichte bei vergangenen

Bahnreisen erlebt hat. Verspätungen?

Dauerbrenner. Irgendwo mal

gestrandet, weil der Zug ausfiel? Sicher.

Überfüllte Waggons, lustige Durchsagen,

geschlossene Speisewagen? Alles schon

da gewesen. In vielen Fällen schließt an

den Austausch solcher Geschichten ein

allgemeines Klagen über das Reisen mit

dem Zug an. Doch es geht auch anders:

Gerald Thienel und Klaus Nottensteiner

sind fest verwurzelt in der Welt der

Züge. Von der „Faszination Zug“ bringen

die beiden auch Verspätungen nicht ab.

Text: Andreas Wolkenstein

Fotos: Florian Bachmeier

71 Oberlandler


Die Straße, die zu Gerald

Thienels Wohnung führt, ist

ruhig, tagsüber sind die meisten

Anwohner in der Arbeit. Thienel

selbst muss nicht mehr zur Arbeit

fahren, seit vergangenem Jahr genießt

er den Ruhestand. Man merkt ihm

sein Alter aber nicht an. Mit freundlichen

Augen begrüßt der 71-Jährige

den Besucher, um seinen Mund

huscht stets ein Lächeln. Betritt man

die Wohnung im ersten Stock, in der

Thienel mit Ehefrau Johanna logiert,

tritt man gleich ein in etwas, das einer

Mischung aus Werkstatt und Museum

ähnelt. Thienel lacht: „Das ist Ausstellungsraum

und Werkstatt in einem“.

Modelleisenbahnen

sind keine Stangenware.

An ihnen wird fleißig gebastelt.

Oberlandler 72


Schrauben, basteln, löten

Ihr Auto und Ihr Zuhause

sind bestens abgesichert.

Und Sie und

Ihre Familie?

Auf einem Tisch und den darüber hängenden Regalböden

stehen eine Menge Züge. Es sind Zugmodelle im

Maßstab 1:32, manche fertig gekauft, andere noch im

Rohbauzustand. Ein solches Modell ist für Sammler und

Bastler, wie Thienel es einer ist, keine Stangenware. An

ihnen wird gebastelt, geschraubt, gelötet und farblich

perfektioniert. So steht auf der Werkbank gerade der

Rohling einer Modell-Dampflokomotive, die mittels

Zurüstteilen aus Metall oder 3D-Druckteilen sowie

elektronischen Komponenten verbessert wird. Thienel

wird sie noch zusammenbauen, dann kommt sie zu den

anderen Zügen. Doch dazu später.

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vier Räder und Ihre vier Wände denken. Denken Sie auch mal

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Strenge Vorgaben

Vorerst beginnt Thienel, den Besucher über die

Lok-Historie zu informieren. Das Modell werde eine

Dampflok aus der sogenannten Epoche III der Modelleisenbahnen.

Damit werden Bahnen bezeichnet, die en

miniature Züge aus den Jahren zwischen 1950 und circa

1970 darstellen, erläutert Thienel. Das ist nicht etwa

eine willkürlich gewählte Zeiteinteilung. Die historische

Zuordnung von Modelleisenbahnen leitet sich ab von

den Normen Europäischer Modelleisenbahnen, die wiederum

von der Technischen Kommission des Verbandes

der Modelleisenbahner und Eisenbahnfreunde Europas

vorgegeben werden. Normiert werden freilich nicht nur

die geschichtliche Verortung bestimmter Zugmodelle,

sondern auch Maßstäbe, Fahrzeuggrößen oder Schienenprofile.

Genauso wie die Züge, die echte Menschen

von einem Ort zum anderen bringen, gelten auch in der

Modellwelt strenge technische Vorgaben.

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73 Oberlandler


Signaltechnik für die

Münchner U-Bahn

Mit solchen Vorgaben ist Gerald Thienel bestens

vertraut. Sein ganzes Berufsleben hat der gebürtige

Seelzer – ein Vorort von Hannover – mit Zügen und

dem Zugverkehr verbracht. Als Ingenieur bei Siemens

etwa war der studierte Nachrichtentechniker für den

Bau von Stellwerksanlagen bei der Münchner U-Bahn

zuständig. So verantwortete er etwa die Inbetriebnahme

der Linienzugbeeinflussung auf der Strecke zwischen

Scheidplatz und Neuperlach im Jahre 1980, erzählt der

71-Jährige. Dabei handelt es sich um ein System zur

Sicherung der Zugfahren, erläutert Thienel. Neben den

Projekten bei der U-Bahn München waren auch immer

wieder Themen bei Industrie- und Privatbahnen zu

bearbeiten.

Kennt sich aus mit Zügen: Gerald Thienel.

Bis ins

kleinste Detail

wird die Welt der

Modelleisenbahnen gebaut.

Oberlandler 74


So sah der Bahnhof in Tegernsee früher aus.

Überschaubar,

aber wichtig

Die Liebe zu den Zügen habe er schon in frühen Jahren

mitbekommen, erinnert sich Thienel. Denn damals

in Niedersachsen sei er neben einem Rangierbahnhof

aufgewachsen. Für ein Kind ein tägliches Schauspiel,

wenn Züge ankommen, neu sortiert werden und wieder

wegfahren. Die Erinnerungen daran begleiteten Thienel

durch sein gesamtes Berufsleben, das er nach langer

Zeit in München und zuletzt wieder in Braunschweig

2014 beendete. Oder zumindest beenden wollte. Denn

im Sommer 2014 erhielt er einen Anruf aus Tegernsee.

Angerufen wurde der Ingenieur von der Geschäftsleitung

der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft (TBG)

– man kannte sich von einem gemeinsamen Projekt.

Die TBG suchte jemanden, der die Signaltechnik auf

ihrer 12,4 Kilometer langen Strecke zwischen Schaftlach

und Tegernsee betreuen sollte. Also: das Stellwerk am

Laufen halten sowie die technischen Sicherungen der

Bahnübergänge mit Lichtzeichen und Schranken erhalten

und modernisieren. Insgesamt 14 Bahnübergänge

gilt es zu sichern. 12 davon sind mit Lichtzeichen samt

Halbschranke ausgestattet, bei zweien gibt es lediglich

Lichtzeichen. Überschaubar, aber natürlich trotzdem

von großer Bedeutung.

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75 Oberlandler


Klaus Nottensteiner

kümmert sich um

so ziemlich

alles bei der

Tegernseebahn.

Alleskönner am Zug

Für das Netz der TBG ist heute Klaus Nottensteiner

zuständig. Aber nicht nur: Als örtlicher Betriebsleiter

koordiniert er etwa auch die Fahrpläne der Züge, die

das Schienennetz des Infrastrukturbetreibers befahren.

Und wenn Not am Mann ist, dann bringt er schon mal

einen Zug von Tegernsee nach Gmund. Nottensteiner

lacht: “Einmal stand ein Kollege auf dem Weg zu seinem

Zug im Stau. Ich habe ihm den Zug von Tegernsee nach

Gmund gefahren, wo er dann übernommen hat”. Nottensteiner

fährt von Zeit zu Zeit auch ganz regulär im

Betrieb der Bayerischen Regiobahn (BRB). Angefangen

hat er bei der TBG vor vielen Jahren mit einer kaufmännischen

Ausbildung, war danach aber auch bei der

Deutschen Bahn AG (DB), unter anderem im Fernverkehr,

beschäftigt. Bis er Anfang der 2010er-Jahre wieder

zurück an den Tegernsee kam.

Flügelsignal im Garten

Dort spricht er heute von der Faszination Zug, die seine

ganze Familie ergriffen hat. So steuert Ehefrau Karina

ebenfalls Züge für die BRB, die beiden haben sich im

Fernverkehr kennengelernt und gemeinsam den Lokomotivführerschein

gemacht. Und bei den Nottensteiners

zu Hause steht ein großes Flügelsignal im Garten, ein

großer Mast mit einem absenkbaren Arm, der einer Kelle

ähnelt. Mit solchen Signalen wurde früher der Zugverkehr

geregelt, bis sie von den Lichtsignalen ersetzt

wurden. „Ich habe es weniger mit Modellbauen, aber

erfreue mich dann an so was“, erklärt Nottensteiner. Außerdem,

fügt er hinzu, sammele er alte Dienstmützen.

An die 300 Stück habe er, verteilt im ganzen Haus, sagt

Nottensteiner und grinst.

Oberlandler 76


Eine Dampflok

lebt

Zurück zu Gerald Thienel. Seit vergangenem

Jahr darf der gebürtige Niedersachse

seinen Ruhestand in der Wahlheimat

Bayern genießen. Doch ruhig

wird es um den 71-Jährigen trotzdem

nicht. Noch immer ist er Mitglied

im Bayerischen Eisenbahnmuseum,

einem Verein in Nördlingen, der sich

dem Erhalt historischer Lokomotiven

widmet. Man kann die Züge indes

nicht nur im Museum betrachten,

sondern bei einer der zahlreichen

Ausfahrten auch hautnah erleben.

Hört man, wie Thienel über die alten

Dampfloks spricht, dann merkt man,

wie groß die Faszination sein muss.

„Eine Dampflok lebt“, sagt er. Sie

stampft, raucht, rauscht, man spüre

ihre Anstrengung und Kraft, wenn

es mal bergauf geht, erzählt Thienel.

Und anstrengend ist es nicht nur für

die Lok selbst, wird aus Thienels Erzählungen

schnell deutlich. Auch der

Heizer, der für das Feuer im Kessel

einer Dampflok sorgt, muss gehörig

schuften. Einmal habe er bei einer

Fahrt von München in die Oberpfalz

und zurück fünf Tonnen Kohle in den

Kessel geschaufelt, erinnert sich Thienel.

„Als ich nach Hause kam, setzte

ich mich hin und bin vor Erschöpfung

sofort eingeschlafen.“ An der spürbaren

Faszination für Dampfloks hat das

nichts geändert. Im Gegenteil.

Früher besaß die Tegernseebahn eigene Züge. Heute betreibt sie nur noch die Infrastruktur wie Gleise und Signalanlagen.

77 Oberlandler


Viel Liebe zum Detail

Auch in Thienels Modellwelt pfeift und raucht es; die

Fahrzeuge sind beleuchtet und bewegen sich langsam

durch seine Rangieranlage mit dem Betriebswerk.

Dieses hat der 71-Jährige in mühevoller Kleinstarbeit

in seinem Arbeitszimmer aufgebaut. Dorthin kommen

auch die fertigen Modelle, die er in der Werkstatt

zusammenbaut. Bis ins kleinste Detail hinein ist diese

Modellwelt ausgestattet: Ein Pfiff markiert den Beginn

einer Zugfahrt, innen sind die Schienenfahrzeuge, etwa

der Schienenbus, beleuchtet, auf dem Bahnhofsgelände

befinden sich kleine Figuren. Und wenn sich die Lok

in Bewegung setzt, erzeugen die kleinen Lokomotiven

sogar Dampf. Man merkt, mit wie viel Liebe zum Detail

Thienel seine Welt aufgebaut hat: Das Foto an der Wand,

das den Hintergrund zur Modellwelt abgibt, stellt die

Abbildung eines Bahnbetriebswerks dar und ist somit

bestens abgestimmt mit der Modelldrehscheibe von

Thienels Miniaturbetriebswerk.

Fachsimpeln mit

Gleichgesinnten

Bald geht die Fahrt mit der BRB von Tegernsee nach München los.

Auch dieses Hobby stammt aus seiner Jugend, berichtet

der studierte Nachrichtentechniker. 1960 habe er

erstmals eine Modelleisenbahn geschenkt bekommen.

Zunächst habe er das Hobby auf „kleiner Flamme“

betrieben. „Denn wenn man Züge im Maßstab 1:1 hat,

braucht man nichts anderes“, so Thienel mit Blick auf

seine berufliche Tätigkeit in der Signaltechnik. Anfang

der 2000er-Jahre habe er dann zu sammeln und zu

bauen begonnen. Regelmäßig fährt Thienel seitdem zu

Stammtischen, bei denen Modelle gezeigt und über die

neuesten Entwicklungen gefachsimpelt werde.

Geteilte Leidenschaft

Die Leidenschaft, sich intensiv mit einem Modell auseinanderzusetzen,

hat inzwischen auch Ehefrau Johanna

erreicht. Zuletzt, berichtet Thienel nicht ohne Stolz in

der Stimme, habe sie für die Patinierung seiner Modelle

gesorgt. „Sie hat ein gutes Auge für Details“, urteilt

Thienel. Er selbst verbringt nahezu täglich Zeit mit

seinen Zügen. Abends setzt er sich dann in die Werkstatt

und plant, bastelt oder lötet. Manchmal nur eine Stunde,

manchmal wird es spät. „Für mich bedeutet diese

Zeit, dass ich runterkommen kann“, fasst Thienel seine

Motivation zusammen. Er genießt seine Zeit in vollen

Zügen, so viel steht fest. |

www.tegernsee-bahn.de

www.brb.de

bayerische_regiobahn

bayerische.regiobahn

Die Perspektive des Lokführers im alten Triebwagen.

Oberlandler 78


Kontinuität als Erfolgsmodell

Die Tegernseer Tal Steuerberatungsgesellschaft im Porträt

– Seit 50 Jahren gemeinsam erfolgreich

Eine Kanzlei – zwei Standorte – sieben Steuerberater

Die Tegernseer Tal Steuerberatungsgesellschaft versteht sich als

starkes Team: mehr als 20 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Mandatsbetreuung.

Der Erfolg der Kanzlei beruht auf der fachlichen Kompetenz,

dem Zusammenhalt und der Erfahrung dieses Teams. Ergänzt

wird die Leistungsfähigkeit durch ein bewährtes Netzwerk, das

eine umfassende Beratung auch in komplexen Fragestellungen

über das Steuerrecht hinaus ermöglicht. So entsteht ein verlässliches

Fundament für die bestmögliche Betreuung der Mandanten.

1975 gegründet, etablierte sich die Tegernseer Tal Steuerberatungsgesellschaft

rasch als verlässlicher Partner im Landkreis

Miesbach. Ein wichtiger Schritt erfolgte 1992: Thomas Baudisch

wurde geschäftsführender Gesellschafter, kurz darauf zog die

Kanzlei in das Laurenzi-Haus in Rottach-Weißach.

Wachstum durch Partnerschaft

Im Jahr 1999 trat Steuerberaterin Monika Wisgott-Stahl als

Partnerin in die Gesellschaft ein. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits

seit mehr als zehn Jahren im Unternehmen tätig.

Fünf Jahre später, 2004, folgte die Umwandlung in eine Partnerschaftsgesellschaft.

Mit Stephan Loferer trat ein weiterer Partner

in die Gesellschaft ein. Das Wachstum setzte sich fort: 2007 eröffnete

die Kanzlei eine Zweigniederlassung in Schliersee, um näher

an Mandanten im östlichen Landkreis und Oberland präsent zu

sein.

Die Geschichte der Tegernseer Tal Steuerberatungsgesellschaft

zeigt, wie sich ein regionales Unternehmen durch vorausschauende

Entscheidungen und eine konsequente Ausrichtung auf Qualität

zu einer festen Größe entwickeln konnte – und auch in Zukunft

als verlässlicher Partner in steuerlichen und wirtschaftlichen

Angelegenheiten eine führende Rolle in der Region spielen wird.

Ein Blick nach vorn

Heute, rund ein halbes Jahrhundert nach der Gründung, gehört

die Tegernseer Tal Steuerberatungsgesellschaft zu den führenden

Steuerkanzleien der Region. Im Jahr 2025 setzt die Kanzlei ein

weiteres Signal der Kontinuität: Mit Steuerberater Maximilian

Wagenpfeil tritt eine neue Generation in die Partnerschaft ein. So

verbindet die Gesellschaft bewährte Erfahrung mit frischen Impulsen

und schafft damit die Grundlage, ihren Mandanten auch

in Zukunft als verlässlicher Partner erfolgreich zur Seite zu stehen.

Tegernseer Straße 104 | 83700 Rottach-Weißach | Laurenzi Haus | Tel. 08022-9249-0

Bahnhofstraße 8 | 83727 Schliersee | Haus Seerose | Tel. 08026-929171-0

www.tegtal-kanzlei.de | steuerberatung@tegtal-kanzlei.de

79 Oberlandler


Lieblings-Stücke

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Zeitmesser, der ein sportliches Design und eine robuste

Konstruktion vereint, ideal für alle, die Präzision und Stil suchen.

Das Gehäuse und das Armband aus Edelstahl sind stoß-,

kratz- und korrosionsbeständig. Das Mineralglas schützt das

Zifferblatt vor Stößen und Kratzern und bewahrt sein makelloses

Aussehen über die Zeit. Mit einer Wasserdichtigkeit von 20

ATM ist sie für jede Herausforderung gerüstet, vom Alltag bis

hin zu anspruchsvollen Abenteuern. Ihr exklusives Design und

die hochwertigen Materialien machen diese Sonderedition zu

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Bei Wind und Wetter und zu jeder Jahreszeit hält der Warngauer

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Meine Kühe 2026 verdichten die einzigartigen Momente

eines Kuh-Fotografen-Jahres. Die klassischen bayerischen

Fleckvieh-Damen sind natürlich immer dabei, aber auch Vertreterinnen

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Kalender ist eine Hommage und Liebeserklärung an die Rinderrassen

Europas.

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Der nächste Oberlandler

erscheint im März 2026

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Oberlandler 80


6. Woche

7. Woche

8. Woche

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Familienplaner

2026

Familienplaner

2026

1 So

2 Mo

Unser großer Familienplaner

– 6 Spalten, unendliche

6 Fr

3 Di

Tischtennis

Schlagzeug

4 Mi Fitness

Handball

5 Do

Reiten

7 Sa

Stammtisch

8 So

Möglichkeiten

9 Mo

10 Di

Tischtennis

11 Mi

Handball

12 Do

Warum nur die klassischen

13 Fr

14 Sa

Klassentreffen

15 So

4 Spalten, wenn das Leben

so viel mehr zu bieten

Handball

Reiten

16 Mo

17 Di

Tischtennis

Schlagzeug

18 Mi

19 Do Friseur

20 Fr

Wandertag

21 Sa

hat? Unser großer Familienplaner

mit 6 Spalten ist

22 So

23 Mi

24 Do

25 Fr

26 Sa

27 So

der perfekte Begleiter für

28 Mo

29 Di

Familien jeder Größe und

MAGDALENEN

auch für die, die einfach

gerne ein wenig mehr Platz

zum Jonglieren haben. "Wer hat denn heute noch 4 Kinder?"

fragen Sie vielleicht? Nun, das mag seltener sein als noch vor

ein paar Jahrzehnten, aber hier beim Magdalenen Verlag wissen

wir, dass gerade die modernen Patchwork-Familien ungemein

bunt und vielfältig sind. Selbst wenn Sie per Familienplaner

nicht 6 unterschiedliche Personen zu organisieren haben,

bieten die zusätzlichen Spalten eine einzigartige Möglichkeit,

um den gemeinsamen Terminkosmos perfekt zu strukturieren.

Doch zunächst einmal möchten wir Ihnen Fakten und Vorteile

näherbringen, die unseren Familienplaner mit 6 Spalten sonst

noch auszeichnen:

• 13 Blätter – Deckblatt und 12 Monatsblätter

• alle Feriendaten für die Urlaubsplanung

• Verzeichnis der jeweils relevanten Mondphasen

• Größe 29,7 x 42 cm

• 12,95 €

Name

Mama Papa Lisa Stefan Lara Moritz

Magdalenen Verlag, Gewerbering 14, Holzkirchen

Tel. 0 80 24 / 4 70 46-0, www.magdalenen-verlag.de

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und kräftigem Rum aus dem

Hause LANTENHAMMER, verfeinert

mit einer weihnachtlichen

Zimtnote. Diese limitierte

Auflage bringt festliche Wärme

ins Glas und ist zum achten Mal

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Weihnachtszeit. Das LAN-

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Veranstaltungen

Man kennt sie als Mama Bavaria oder

Frau Lallinger – jetzt kommt Luise Kinseher,

die bereits seit 35 Jahren auf der

Bühne steht, mit ihrem heiter-kritischen

Programm „Mary from Bavary – Endlich

solo“ am 21. November nach Miesbach.

Waitzinger Keller in Miesbach.

www.waitzinger-keller.de

Jetzt geht es nach unten. Denn die Ausstellung „Miesbach unterirdisch“ zeigt vom

6. bis 31. Oktober alles, was sich unter Miesbach befindet oder in früheren Zeiten mal

befunden hat. Veranstaltet wird sie von der Ausstellungsgruppe des Museumsvereins

Miesbach und dem Heimatmuseum Miesbach. Geöffnet zu den Öffnungszeiten des

Rathauses, dazu Sonderevents wie Führungen und Lesungen.

Einen Abend voller Soul, Funk, Rock

und Jazz präsentiert Jeni Williams &

The Black Bohemia. Die Sängerin zeigt

dabei ihre großartige Stimme bei großen

Melodien und Arrangements mit

Power und Funk, aber auch bei Originalsongs

mit aussagekräftigen Texten.

7. März 2026, 20 Uhr

Weyhalla Weyarn, www.weyhalla.de

wohntem Sound und neuen Einflüssen

werden Pop mit Indie, Folk und

traditionellen Sounds gemixt. Absolut

hörenswert.

15. November, 20 Uhr, Holzkirchner

Oberbräu, www.kio-events.de

Bereits zum 17. Mal findet der Schlierseer

Kulturherbst vom 5. bis 31. Oktober

statt. Mit dabei eine bunte

Mischung an Kunst, Kultur und Veranstaltungen

für Groß und Klein. Dabei

gibt es neben großartigen Ausstellungen

von Hans-Günther Kaufmann und

Andreas Kühnlein auch Bruno Jonas

oder Gerhard Polt live zu erleben.

www.kulturherbst-schliersee.de

Pam Pam Ida sind mit dem Album

„Nehmts mi mit“ wieder da. Mit ge-

Fotograf Jack Griesbeck lädt am 14.

November zu einem Vortrag zu seinem

„Auf den zweiten Blick“ Projekt ein.

Unter dem Motto, nicht auf den ersten

Blick zu werten oder zu urteilen, werden

Experten aus verschiedenen Ländern

ihre Einsichten zu den Themen

Erfolg, Traumata und Inklusion teilen.

Ab 17. November wird dann Griesbecks

Ausstellung „Auf den zweiten Blick 2.0“

gezeigt.

Waitzinger Keller in Miesbach.

www.waitzinger-keller.de

Der Weltmeister der Mentalmagie erschafft

in seiner neuen Show „Macht verrückt

– die Magie des Moments“ eine magische

und atemberaubende Atmosphäre.

Christoph Kuch führt das Publikum in das

Reich des Übersinnlichen, der Wunderheiler,

Scharlatane und echter Phänomene.

5. Dezember, 20 Uhr, Holzkirchner

Oberbräu, www.kio-events.de

Wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit

öffnet auch dieses Jahr „Wasmeiers

Weihnachtsmarktl“ seine Pforten. Vom

6. bis 14. Dezember kann man über den

historischen Weihnachtsmarkt bummeln.

Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Schliersee, www.wasmeier.de

Unter www.tegernsee-schliersee.de

sind auch Termine für alle anderen

Weihnachts- und Adventsmärkte im

Landkreis zu finden.

Oberlandler 82


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83 Oberlandler

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B o d e n s c h n e i d s t r . 7

8 3 7 1 4 M i e s b a c h

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Oberlandler 84

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