LOGISTIK express Journal 4/2025: Transport & Logistik
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JOURNAL 4/2025
TRANSPORT & LOGISTIK
Widerstandsfähige
Lieferketten schaffen
LOGISTIK EXRESS INFORMIERT
logistik-express.com T&L 4/25 | S2
JOURNAL T&L 4/2025
04-Die Wasserstraße – fließender Spielplatz
für die Forschungs-Community
08-Lieferketten werden instabil
10-Widerstandsfähige Lieferketten
durch smartes Risikomanagement
14-Whistleblowing Report
16-DHL Express Österreich feiert 45jähriges Bestehen
18-P3 entwickelt Airport Park mit 89.550 m2
20-Arvato erweitert Partnerschaft mit
Stanley Black & Decker
22-Garbe Industrial begrüßt drei neue Mieter
im Multi-User-Park Duisburg
24-Panattoni Park Magdeburg West II gewinnt
Finsterwalder als neuen Mieter
26-Rail Cargo Group über EuroDual Lokomotiven
und die Partnerschaft mit ELP
28-Schwertransport auf der Kippe:
Branche will Spielregeln neu denken
30-Zettelwirtschaft ade –
willkommen digitalisierte Warenauslieferung
34-Fünf Dashcam-Mythen:
Was Flottenmanager wissen sollten
36-AVI digitalisiert Logistikwissen und Transportplanung
mit der S2data Platform
LE 4/2025
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Fotos: istockphoto.com & depositphotos.com
logistik-express.com T&L 4/25 | S4
In Österreich fehlt nicht nur eine Verkehrspolitik, es fehlt auch eine Betriebsansiedlungspolitik.
Die Voestalpine AG in Linz ist eine Ausnahme. Ohne sie wäre die
Wasserstraße in Österreich nur ein touristischer Faktor. Quelle: Peter Baumgartner
Die Wasserstraße –
fließender Spielplatz für
die Forschungs-
Community
Auf der Wasserstraße Donau herrscht eine
Community, deren gemeinsame Interessen,
Ziele und Wertvorstellung darin bestehen,
alles zu untersuchen und zu erforschen, was
nur irgendwie noch in ein entsprechendes
Förderprogramm passt. PETER BAUMGARTNER
In Österreich ist die „via donau – Österreichische
Wasserstraßen-Gesellschaft m. b. H.“
mit der Organisation der Bundes-Wasserstraßenverwaltung
betraut. Sie ist so quasi
die Geschäftsstelle der „Donau-Community“.
Die Aufgaben der via donau sind im Wasserstraßengesetz
geregelt und umfassen praktisch
alle Instandhaltungs-, Verwaltungs-, Regulierungs-
und Errichtungsmaßnahmen rund um
die nasse Infrastruktur. Zusätzlich nimmt via
donau das Hochwasserschutzmanagement
wahr (DHK-Donauhochwasserschutz Konkurrenz/1927
gegründet) und hat auch hoheitliche
Aufgaben, wie zum Beispiel den Schleusenbetrieb,
im Zusammenhang mit der Wasserstraße
zu besorgen. Die strategische Planung, Steuerung
und Kontrolle liegt beim Verkehrsministerium,
dem via donau untergeordnet ist. Anfang
2027 wird die Unternehmenszentrale von via
donau räumlich mit der Wasserstraße in Verbindung
treten. Bei der Reichsbrücke in Wien wird
ein schwimmendes Büro errichtet. Die Kernaufgabe
von via donau ist nicht die Förderung des
nassen Transportes, sondern die Verwaltung
umfangreicher Gebäude- und Grundstücksflächen.
Jeder Quadratmeter an und um die
Wasserstraße, der im Besitz der Republik Österreich
ist, wird von via donau verwaltet. Und zwar
höchst professionell personell ausgestattet.
Für den nassen Güterverkehr sollte eigentlich
die Verkehrspolitik in Österreich sorgen. Dem
Vernehmen nach tut sie das auch. Im Juli 2021
hat die Grüne Ministerin Gewessler den Mobilitätsmasterplan
2030 für Österreich präsentiert.
Vertreten bei der Präsentation war natürlich die
Bahn und die Straße - aber nicht die Wasserstraße.
Dafür war ein „gemeinnütziger Verein“
anwesend, der sich laut Selbstdarstellung überparteilich
und lösungsorientiert um die Ver-
Fotos: Peter Baumgartner
kehrswende kümmert. Der Direktor dieses Vereins
an der Seite der Grünen Ministerin, hat sich
zuvor einige Jahre intensiv mit der chinesischen
Elektromobilität beschäftigt. Folgerichtig war
Gewesslers Leitsatz für den Mobilitätsmasterplan
2030 „Die Zukunft des Autos steht unter
Strom“. Damit war gemeint, dass in Österreich
2030 nicht weniger Autos, aber nur noch Elektroautos
zugelassen werden. Verschriftlicht wurde
im Masterplan 2030, dass der Schienengüterverkehr
und die Wasserstraße Kernelemente
für ein nachhaltiges Güterverkehrssystem sind.
Deshalb sollen diese beiden Verkehrsträger bis
2040 zentrale Bestandteile einer klimaneutralen
Lieferkette werden. Wo immer möglich, werden
Güter auf der Schiene oder Wasserstraße transportiert.
Ein Lippenbekenntnis – nicht mehr. Beispielsweise
sollte der Modal Split – ausgehend
von 31 Prozent auf der Schiene, auf 40 Prozent
erhöht werden. Der Bahnchef verkündete die
Verdoppelung der Leistungsfähigkeit auf der
Schiene. Eine einfache Addition reicht aus um zu
wissen, es ist nicht beabsichtigt, dass der Güterverkehr
auf der Wasserstraße nachhaltig zunehmen
soll. Der Modal Split der Wasserstraße soll
lediglich von 2 % auf 3 % bis 2040 steigen.
Unverdrossen verkündete die Ministerin ihre
Entschlossenheit, die Klimaneutralität bis 2040
durch ein klimafreundliches Mobilitätssystem
erreichen zu wollen. Kernstück dafür war 2021
der Regierungsbeschluss über eine 18,2 Mrd.
Euro schwere Investition in die Bahn, verteilt auf
sechs Jahre. 2021 ist aber noch etwas ganz Besonderes
passiert und von der breiten Öffentlichkeit
gar nicht wahrgenommen worden.
Das Abfallwirtschaftsgesetz wurde geändert
und darin festgelegt, dass „bahnaffine Güter“
ab 2023 erstmals unter bestimmten Umständen
per Gesetz mit der Bahn transportiert werden
müssen. Auch wenn – wie üblich, die Suppe
nicht so heiß gegessen wird, wie sie gekocht
wurde, dieser Beschluss bedeutet schlicht und
ergreifend, es gilt in der EU der „freie Warenverkehr“,
aber in Österreich gilt nicht die „freie
Wahl der Verkehrsmittel“. Mittlerweile bringt der
„Bahnzwang“ die Wirtschaft auf die Palme und
der Erfolg der Verpflichtung lässt sich statistisch
sowieso nicht nachweisen.
Den Masterplan Güterverkehr 2030 veröffentlichte
die Grüne Ministerin Gewessler Anfang
2023. Bezüglich Transport-Verlagerung
stand wieder die Schiene mit der Begründung
im Vordergrund, dass nur
diese einen Wachstum des Güterverkehrs
ermöglicht. Außerdem
stellt der MGV 2030 fest, vor allem
auf langen Strecken und bei der
Beförderung von schweren Gütern,
kann die Schiene ihre Vorzüge
zur Geltung bringen. Das ist ungefähr
so, als würde man mit dem Mercedes
Zement transportieren. Die Wasserstraße hingegen
wird im MGV 2030 erstmals unter dem
Gesichtspunkt verschiedenster Funktionen gesehen.
Das heißt, die Donau ist nicht nur Transportweg,
sondern auch Energieträger, Erholungsraum
und Lebensraum.
Entsprechend sind alle Bedürfnisse zu befriedigen.
Damit wird mit dem MGV 2030 eine fundamentale
Bedeutungsänderung für die Wasserstraße
im Verhältnis zu anderen Transportvarianten
manifestiert. Genau genommen fehlen
in der MGV 2030-Aufzählung sogar noch so
zentrale Funktionen wie Wassersport, Trinkwasser-Reservoir
und zunehmend sind Flüsse
generell existentielle Grundlage für die
Wenn die Verkehrspolitik will,
kann die Binnenschifffahrt eine
„schwere“ Leistung bringen.
Quelle: Peter Baumgartner
logistik-express.com T&L 4/25 | S6
Güterverkehr auf die Binnenschifffahrt. Aber, wie
schon im Vorfeld dargestellt, soll der Modal-Split
bis 2040 auf Basis von 2018 lediglich um 1 Prozent
zunehmen.
Das Abfallwirtschaftsgesetz
bringt Abfall auf die Schiene.
Für den Abfalltransport wurde
eigens speziell dafür geeignete
Fahrzeuge und Projekte
entwickelt. Die ÖBB steht für
mehr Abfalltransport auf der
Schiene bereit. Die Recycling-
Wirtschaft sieht ihr Business
durch den Bahnzwang gefährdet.
Quelle: ÖBB
Landwirtschaft. Klar ist, mit dem MGV 2030
wächst die ökologische Bedeutung der Wasserstraße
und sie verliert gleichzeitig weiter
an Bedeutung für den Güterverkehr. Öffentlichkeitswirksam
steht der MGV 2030
unter dem Slogan „Vermeiden, verlagern, verbessern“.
Bei der rechnerischen Darstellung für den
Modal-Split sieht der MGV 2030 vor, dass der
Straßentransport von 67 % (2018) auf 63 % - 57 %
sinken soll. Der Schienentransport soll von 31 %
auf 34 % - 40 % ansteigen. Der Wasserstraße
wird ein Potential von 2 % auf 3 % zugetraut. Im
Idealfall sind das also 100 % in Summe – ohne
Berücksichtigung des Luft- und Rohrtransportes.
Der Show-Charakter des MGV 2030 wird unmittelbar
mit der ministeriellen Feststellung sichtbar,
dass ein „Level playing fields“ eingerichtet
wird, um für einen „fairen Wettbewerb zwischen
den Verkehrsträgern zu sorgen. Aus der Sicht
der Binnenschifffahrt ist das jedenfalls eine
Lachnummer.
Bestätigt und manifestiert wird die wasserstraßenfeindliche
Transportpolitik durch das Aktionsprogramm
Donau 2030. Wieder von Ministerin
Gewessler veröffentlicht, zeigt der Plan
die parteipolitische Ausrichtung der Grünen.
„Die Natur bewahren“, „nachhaltige Entwicklung
des Donauraums“, „Nutzen für Mensch, Natur
und Wirtschaft“, „Einklang mit Agenda2030 der
Vereinten Nationen und Green Deal“ usw. Alles
Vorhaben, die dem „Level playing fields“ in der
Transportpolitik diametral entgegenstehen und
die Wasserstraße in Wahrheit sogar aus dem
Logistikbereich eliminieren. Dennoch, unverdrossen
wird geschrieben, der Binnenschiffsverkehr
soll bis 2030 um 25 Prozent zunehmen.
Geschehen soll das durch Verlagerung von
Der 1. Fortschrittsbericht 2023/2024 vom
Aktionsprogramm Donau 2030 wurde im Oktober
2025 unter dem neuen Verkehrsminister Peter
Hanke veröffentlicht, der sein Amt im März 2025
angetreten hat. Erstellt wurde der Fortschrittsbericht
für die Jahre 2023-24 wurde von via donau.
Wo die Schwerpunkte von via donau liegen,
ist eingangs erläutert. Inhaltlich wurde im Fortschrittsbericht
behauptet, dass sich das Transportaufkommen
auf der Donau kriegsbedingt
„nach Osten“ verschoben hätte und „deshalb der
Güterverkehr in Österreich abnahm“. Tatsächlich
war das Donau-Transportaufkommen im Osten
schon immer um ein Vielfaches höher als in
Österreich, weil in diesen Ländern die Binnenschifffahrt
ein unverzichtbarer Bestandteil der
Logistik ist. In Rumänien beispielsweise, hat die
Binnenschifffahrt für die Regierung bei der Entwicklung
der Verkehrsinfrastruktur Priorität.
Aktuell wird die Planung für das Mrd.-Projekt
Schifffahrtskanal Bukarest-Donau finalisiert. Ein
österreichisches Projekt bezieht sich im Fortschrittsbericht
auf den Bereich Sondertransporte,
die von der Straße auf das Binnenschiff verlagert
werden sollen. Unterstützend wurden 2023 dafür
gesetzliche Regelungen geschaffen, deren Wirkung
allerdings nicht belegbar sind, weil es keine
Detailstatistik gibt. Via donau behauptet aus
eigenen Beobachtungen, einen „signifikanten
Verlagerungseffekt“ von Sondertransporten auf
die Wasserstraße erkennen zu können.
Erwartungsgemäß kommt via donau im 1. Fortschrittsbericht
zum Schluss, dass in den ersten
beiden Jahren durch das Aktionsprogramm
Donau 2030 bereits „bedeutende Fortschritte
erzielt“ wurden. Fakt ist, 2023 erreichte das
Transportaufkommen auf der Donau einen „historischen
Tiefstand“ (Statistik Austria). 2024 erholte
sich das Transportaufkommen leicht, blieb
aber weit hinter den besten Jahren zurück –
wobei man sagen muss, dass auch in den besten
Jahren der Modal Split gerade noch über der
Wahrnehmungsgrenze lag. Das ist die Realität
der Wasserstraßenpolitik in Österreich. Dafür
kann der 1. Fortschrittsbericht über die zahlreich
durchgeführten Monitorings, Forschungstätigkeiten
und Projekterfolge an der Wasserstraße
berichten. (RED)
logistik-express.com T&L 4/25 | S8
Lieferketten
werden instabil
Die EU hat untersuchen lassen, wie es um die
Lieferketten deutscher Unternehmen steht.
Heimische Logistik-Experten betrachten es
ebenson kritisch.
Die EU-Kommission hat mit einer Umfrage
unter deutschen Unternehmen
deren Lieferketten-Strategien
eruiert. Fazit: Viele Lieferketten sind
infolge der Corona-Pandemie gerissen, Beschaffungs-
und Absatzmärkte haben sich verändert.
Auf der Nachfragerseite von Logistikdienstleistungen
fehlen Perspektiven und das
bedeutet für Logistiker massive wirtschaftliche
und strategische Herausforderungen. Während
Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekte
vorangetrieben werden bleiben Investitionen in
Assets und Nachhaltigkeit aufgrund der wirtschaftlichen
Unwägbarkeiten zurückhaltend.
Der Fokus der Umfrage richtete sich auf Diversifizierung
von Lieferketten, Ausbau der Lagerhaltung,
Anpassung von Lieferbeziehungen und
flexible Produktion.
„Dass die EU eine Umfrage bei deutschen Unternehmen
macht, ist eine Verhöhnung. Deutschland
macht vorausseilend ein Lieferkettengesetz
und die EU verspricht eines, macht es aber nicht“,
hält Franz Staberhofer, Professor am Logistikum
Steyr der FH Oberösterreich und Obmann
des Vereins Netzwerk Logistik (VNL) seine Kritik
nicht hinterm Berg. Mit dem sogenannten Omnibus-Kommissionschlag
mache die EU einen
Turnaround in einer Form wie man es genau
dem US-Präsidenten vorwirft: spontan, zufällig,
strategielos und wirtschaftsschädigend.
Der Logistik-Experte sieht bei der aktuellen
Entwicklung der Lieferkettenstrategien in den
Unternehmen in Handel und Industrie reaktives
Verhalten aufgrund des unberechenbaren
Verhaltens seitens Amerika und der EU.
Was mittelfristig negative Auswirkungen durch
mächtige Regelungen mit beliebiger Verlässlichkeit
und diffuser Konkretisierung provoziert.
Beim Umbau von Lieferkettenstrategien
sollten sich Unternehmen auf mittelfristige
Lösungen fokussieren und nicht wöchentlich
daran herumbasteln. Wenn man die aktuelle
US-Politik als unverlässlich kritisiere, so gelte
das auch für die EU, die „ebenso unverlässlich
agiert, nur die Methode und die Regelungen
sind anders, komplex und unrealistisch und
daher am Weltmarkt nicht durchsetzbar“, so
Staberhofer.
SEBASTIAN KUMMER
Änderungen bei Lieferketten haben Auswirkungen
für Logistiker, die kosten- und
wettbewerbsseitig sehr unter Druck stehen.
Staberhofer: „Die Logistiker haben in den letzten
Jahren hervorragend verdient und die, die Teil
verlässlicher Beziehungen sind, werden weiter
gut verdienen“. Wer da nicht mitkommt hat das
Nachsehen. Je besser sich die Branche als Teil
der Disziplin Logistik sieht und einbringt, umso
mehr Chancen habe sie. Bei der Frage nach
einem möglichen Ende der Globalisierung durch
den US-Protektionismus sieht der Experte auch
eine Parallele zwischen EU und Amerika: „Der
EU-Green Deal ist ebenso protektionistisch“.
Beim Blick auf die Gegenwart warnt Staberhofer
vor Nostalgie, Sehnsucht nach Vergangenem. Es
wird jetzt zwei bis drei Null-Lohn-Runden bei
den Kollektivertragsverhandlungen brauchen,
damit die Branche kostenmäßig bestehen kann.
Zudem müssten sich die Leistungsnagebote von
Handel, Industrie und Dienstleistern massiv verändern.
Ein Produkt verkaufen ohne damit verbundenen
Service geht nicht mehr.
Ein Beispiel: IKEA hat bis vor 15 Jahren zu seinen
Produkten keinerlei Services geboten, heute
hingehen sehr wohl. Wertschöpfungsketten
müssen neu gedacht werden und ganz wichtig
dabei: „Wer nur die Kosten senkt ohne parallel
das andere zu machen versenkt die Zukunft des
Unternehmens“.
Professor Sebastian Kummer, Leiter des Instituts
für Transport und Logistik an der Wirtschaftsuniversität
Wien, sieht die Wettbewerbsfähigkeit
deutscher und österreichischer Unternehmen
derzeit stark auf dem Prüfstand gestellt.
Wirtschaftlich umsichtig agieren reicht nicht
aus, es braucht die besondere Achtsamkeit auf
die Resilienz. Beim Lieferkettenmanagement
komme es ganz besonders auf die Transparenz
über die Lieferkette an. Kummer: „Dieses Spannungsfeld
zu managen ist eine große Herausforderung“.
Resilienz kann und muss auf verschiedenen
Ebenen geschaffen werden. Beim
Design der Lieferketten sind parallele Strukturen
und die Anzahl der Lieferanten aber auch
deren Standorte und wirtschaftliche Situation
zu beachten. Operativ können Lagerbestände
und alternative Transportwege helfen. „Was in
der Diskussion oft zu kurz kommt, dass ist die
persönliche Resilienz, die Widerstandsfähigkeit
und Belastbarkeit der Mitarbeiter spielt eine
ganz wichtige Rolle“, ist Kummer überzeugt.
Mit der protektionistischen Handelspolitik der
USA könnte das Ende der bisher bekannten Globalisierung
eingeläutet werden, so die allgemeine
Befürchtung vielerorten. Kummer: „Die Gefahr
besteht natürlich, allerdings glaube und hoffe
ich und es gibt auch Anzeichen dafür, dass die
meisten Länder diesen Weg der USA nicht mitgehen.
Die Vorteile der Globalisierung für die
Weltwirtschaft sind so groß, dass eine Abkehr
zu riesigen Wohlfahrtsverlusten führen würde.
Glücklicherweise haben die Chinesen ein großes
Interesse am funktionierenden weitestgehend
freien Welthandel“. (RED)
logistik-express.com T&L 4/25 | S10
Widerstandsfähige
Lieferketten
durch smartes
Risikomanagement
Überschwemmungen, Dürren oder Waldbrände,
aber auch strengere Nachhaltigkeitsauflagen
machen deutlich: Klimarisiken sind kein
Randthema mehr. STEFFEN SCHULZE
Sie bedrohen unmittelbar die Stabilität
globaler Lieferketten. Besonders Unternehmen
aus der Automobil-, Chemieund
Pharmaindustrie spüren, wie Störungen
bei Zulieferern zu Engpässen, Produktionsverzögerungen
oder dem Verlust wichtiger
Verträge führen können. Hinzu kommt wachsender
regulatorischer Druck, der Unternehmen
zwingt, Risiken systematischer zu erfassen.
Dennoch endet der Blick vieler Firmen noch immer
bei den direkten (Tier-1-)Partnern – entscheidende
Schwachstellen in tieferen Ebenen
bleiben verborgen.
Die Gefahr der N-Tier-Risiken
Eine Umfrage von Sphera unter Einkaufs- und
Nachhaltigkeitsverantwortlichen zeigt: In den
meisten Unternehmen endet die Transparenz
beim Tier-1-Lieferanten. Dabei entstehen
rund 85 Prozent der Risiken erst bei Tier-2- bis
Tier-4-Lieferanten. Dieser blinde Fleck kann
schwerwiegende Folgen haben. Wenn Überschwemmungen
in Asien die Produktion eines
Vorprodukts lahmlegen oder soziale Spannungen
die Versorgung gefährden, geraten europäische
Werke schnell ins Stocken. Produktionsausfälle,
Vertragsstrafen und der Verlust von Marktanteilen
sind die möglichen Konsequenzen.
Risiken sichtbar machen
Ein Weg aus dieser Abhängigkeit führt über Risiko-Mapping-Tools.
Sie machen komplexe
Liefernetzwerke über mehrere Stufen hinweg
transparent und decken Abhängigkeiten auf, die
in klassischen Lieferantenlisten nicht erkennbar
sind. Digitale Plattformen visualisieren Lieferantenstandorte,
Transportwege und regionale
Risikoprofile auf Karten. So wird deutlich, wenn
sich kritische Cluster bilden. Erkennt ein Unternehmen
etwa, dass mehrere Tier-3-Lieferanten
in einer hochwassergefährdeten Region ansässig
sind, kann es frühzeitig reagieren – durch
alternative Bezugsquellen, Diversifizierung oder
die Anpassung der Bestandsstrategie.
Dynamisches Risikomanagement mit Echtzeitdaten
Risikomanagement entfaltet seinen vollen Nutzen
erst dann, wenn es dynamisch betrieben wird.
Statische Analysen reichen nicht aus, um globale
Risiken zuverlässig zu beherrschen. Erst die Integration
von Echtzeitdaten – z. B. aus Wetter-
diensten, Hafeninformationen oder Nachhaltigkeitsratings
– ermöglicht schnelles Handeln.
KI-gestützte Analysen erkennen Muster, die auf
drohende Unterbrechungen hindeuten. So kann
ein Chemieunternehmen frühzeitig reagieren,
wenn in einer Produktionsregion eine Hitzewelle
angekündigt wird: Bestände lassen sich
aufstocken, alternative Lieferanten aktivieren
oder Transportwege anpassen. Immer wichtiger
werden zudem Frühwarnsysteme, die Nachrichtenquellen
auswerten und Hinweise auf gesellschaftliche
Instabilität oder soziale Unruhen
liefern.
Nachhaltigkeit als Risikofaktor
Neben Klima- und Produktionsrisiken gewinnen
Nachhaltigkeitsthemen zunehmend an
Gewicht. Unternehmen müssen sicherstellen,
dass Arbeits- und Umweltstandards entlang der
gesamten Lieferkette eingehalten werden. Hierfür
existieren verschiedene Instrumente. Lieferantenselbstauskünfte
und standardisierte Fragebögen
bilden eine erste Grundlage, reichen
logistik-express.com T&L 4/25 | S12
Danach folgt die Integration externer Datenquellen,
die mit internen ERP- oder Beschaffungssystemen
verbunden werden. Nur so entsteht
eine belastbare Datenbasis. Parallel gilt es, Verantwortlichkeiten
klar zu regeln und die Zusammenarbeit
zwischen Einkauf, Risikomanagement
und Nachhaltigkeit zu stärken. Da Risiken sich
ständig verändern, müssen Prozesse regelmäßig
überprüft und anhand realer Ereignisse angepasst
werden. Resilienz ist damit ein kontinuierlicher,
kein abgeschlossener Zustand.
Steffen Schulze Selting, Senior Director Client Services
bei Sphera, Anbieter von Software für Nachhaltigkeits-
und operatives Risikomanagement
jedoch allein nicht aus. Ergänzend können
Vor-Ort-Audits wertvolle Erkenntnisse liefern,
sind jedoch teuer und in globalen Netzwerken
nur begrenzt umsetzbar. Unterstützung bieten
Datenbanken mit Nachhaltigkeits-Ratings, die
unabhängige Bewertungen bereitstellen. Noch
weiter gehen KI-gestützte Screening-Verfahren,
die kontinuierlich weltweite Nachrichtenkanäle
analysieren. Dadurch lassen sich potenzielle
Verstöße gegen Menschenrechte, Arbeitsstandards
oder Umweltauflagen schneller identifizieren.
Am wirksamsten ist ein Mix verschiedener
Methoden, der Informationen über mehrere
Stufen hinweg bündelt und konsolidiert.
Schrittweise Umsetzung in der Praxis
Die Einführung moderner Risikomanagement-
Tools ist ein Prozess, der sorgfältige Planung
erfordert. Zunächst sollten Unternehmen
eine Bestandsaufnahme vornehmen: Welche
Lieferanten sind erfasst und wo bestehen
Lücken? Anschließend empfiehlt es sich, Pilotprojekte
in besonders kritischen Warengruppen
oder Regionen zu starten.
Erfolgsfaktoren aus der Praxis
Praxisbeispiele zeigen, dass erfolgreiche Unternehmen
drei Dinge gemeinsam haben. Erstens
setzen sie auf interdisziplinäre Zusammenarbeit:
Einkauf, Nachhaltigkeit, Logistik und IT arbeiten
Hand in Hand, um Risiken aus unterschiedlichen
Blickwinkeln zu bewerten. Zweitens
legen sie großen Wert auf Datenqualität. Denn
ohne verlässliche Informationen bleiben auch
die besten Tools wirkungslos. Drittens begreifen
sie Resilienz als Teil ihrer Unternehmenskultur.
Risiken werden offen kommuniziert, Szenarien
aktiv durchgespielt und Lieferanten eng eingebunden.
Transparenz entsteht nur, wenn auch
Partner bereit sind, relevante Daten zu teilen.
Hier gewinnen langfristige, vertrauensvolle Beziehungen
an Bedeutung, da sie die Basis für ein
gemeinsames Risikomanagement schaffen.
Fazit: Resilienz als strategische Aufgabe
Globale Lieferketten sind heute stärker denn je
externen Risiken ausgesetzt. Klimawandel, geopolitische
Spannungen und steigende Nachhaltigkeitsanforderungen
machen Transparenz
über die direkten Zulieferer hinaus unverzichtbar.
Unternehmen, die frühzeitig auf digitale
Risiko-Mapping- und Nachhaltigkeits-Tools
setzen, erfüllen nicht nur regulatorische Vorgaben,
sondern sichern sich auch einen entscheidenden
Wettbewerbsvorteil. Die Kombination
aus Echtzeitdaten, systematischer Nachhaltigkeitsbewertung
und organisatorischer Verankerung
bildet den Schlüssel zu widerstandsfähigen,
nachhaltigen Wertschöpfungsnetzwerken.
Wer heute handelt, schafft die Basis für die
Resilienz von morgen – und sichert die eigene
Handlungsfähigkeit in einer zunehmend unsicheren
Welt.
(RED)
#futureofretail
Der Kongress
für Retail
Technology
techday.at
RETAIL
TECH
DAY
TECH GATE VIENNA
19. NOVEMBER
2025
logistik-express.com T&L 4/25 | S14
Whistleblowing Report
An die 40 Prozent der deutschen Unternehmen
berichten von Missständen in ihrer
Organisation oder Lieferkette.
Unternehmen mit etablierten Hinweisgebersystemen
sind erfolgreicher bei
der Schadensbegrenzung. Vier von
zehn Unternehmen in Deutschland
waren 2024 von illegalem und unethischem
Verhalten im eigenen Haus oder in ihrer Lieferkette
betroffen. Zugleich konnte mehr als die
Hälfte der Unternehmen einen großen Teil der
entstandenen finanziellen Schäden durch die
Hinweise von Whistleblowern aufdecken. Das
zeigt der neue Whistleblowing Report, den die
EQS Group gemeinsam mit der Fachhochschule
Graubünden veröffentlicht hat. Der Whistleblowing
Report 2025 ist bereits die vierte Ausgabe
dieser internationalen Studie. Diesmal wurden
insgesamt 2.200 Unternehmen in Deutschland,
Frankreich, Großbritannien, Italien, der Schweiz,
Spanien und den USA befragt.
„Die Daten zeigen, dass Unternehmen die Vorgaben
zur Einrichtung von Hinweisgeberstellen in
großer Breite umgesetzt haben und dass diese
Systeme in der Praxis maßgeblich zur Aufklärung
von Missständen beitragen. Unternehmen mit
etablierten Hinweisgebersystemen sind deutlich
erfolgreicher bei der Schadensbegrenzung
– ein klarer Beleg für die präventive Wirkung
dieser Instrumente", beurteilt Prof. Dr. Christian
Hauser von der FH Graubünden, als Projektleiter
verantwortlich für die Erstellung des Reports, die
Ergebnisse.
Melde- und Beschwerdestellen
unterschiedlich ausgerichtet
In der diesjährigen Ausgabe differenziert die
Studie erstmals klar zwischen Meldestellen für
interne Anspruchsgruppen (Mitarbeitende) und
Beschwerdestellen für externe Anspruchsgruppen
(wie Kunden oder Lieferanten). Meldestellen
stehen den eigenen Mitarbeitenden zur Verfügung,
um Missstände im Unternehmen aufzudecken.
Beschwerdestellen fokussieren sich hingegen
auf illegales oder unethisches Verhalten
entlang der Lieferkette und richten sich an externe
Personen. In Deutschland haben 58 Prozent
der befragten Unternehmen eine interne Meldestelle
und 65 Prozent eine externe Beschwerdestelle
eingerichtet. Achim Weick, Gründer und
CEO der EQS Group: „Seit zwei Jahren verpflichtet
das Hinweisgeberschutzgesetz alle deutschen
Unternehmen mit mehr als fünfzig Mitarbeitenden
zur Einrichtung von Meldestellen. Der
Whistleblowing Report bestätigt, dass dies in der
Praxis gut funktioniert – und dass die Systeme
echten Mehrwert bringen. Angesichts weiterer
Vorgaben wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
gewinnen Beschwerdestellen an Bedeutung,
um Hinweise von Kunden, Lieferanten
oder Geschäftspartnern schnell und systematisch
aufzuklären.“
CHRISTIAN HAUSER
Klassische Hinweisgeberkanäle dominieren,
digitale Plattformen gewinnen an Bedeutung
Bei der Ausgestaltung der Meldestellen setzen
deutsche Unternehmen auf eine Kombination
verschiedener Kanäle zur Kontaktaufnahme
für ihre Mitarbeitenden. Im Durchschnitt bieten
sie vier verschiedene Kontaktmöglichkeiten an.
Dabei dominieren traditionelle Kanäle wie E-Mail
(76 Prozent), persönliche Besuche (65 Prozent)
oder Telefon (64 Prozent) weiterhin. Webbasierte
Hinweisgebersysteme und Internetplattformen
gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung.
Beschwerdestellen bieten im Schnitt drei Kanäle
an, wobei hier klassische Kontaktwege noch
stärker überwiegen.
Jedes siebte deutsche Unternehmen
verzeichnet Schäden von über 100.000 Euro
Missstände innerhalb der Organisation oder
entlang der Lieferkette stellen für Unternehmen
ein erhebliches Risiko dar und können unter
anderem finanzielle Schäden verursachen. Bei
jedem siebten betroffenen Unternehmen aus
Deutschland (14 Prozent) belief sich der durch
illegales oder unethisches Verhalten verursachte
Schaden auf mindestens 100.000 Euro.
Mithilfe ihrer Melde- oder Beschwerdestellen
konnte jedoch gut die Hälfte der deutschen
Unternehmen (51 Prozent) mehr als zwei Drittel
des finanziellen Gesamtschadens aufdecken.
„Hinweisgebersysteme sind längst nicht mehr
nur eine regulatorische Notwendigkeit, sondern
strategische Instrumente, um Risiken frühzeitig
zu identifizieren und wirtschaftliche Schäden zu
begrenzen“, so Achim Weick. „Richtig eingesetzt
fördern sie eine Kultur der Offenheit, die das Vertrauen
von Mitarbeitenden, Partnern und Kunden
nachhaltig stärkt. Unternehmen, die in zuverlässige
Lösungen investieren, stärken ihre Resilienz
und unterstreichen ihre Integrität im Markt.“
Meldungen und Beschwerden, die das Unternehmen
oder eine Person gezielt in Verruf bringen
sollen, lag bei deutschen Unternehmen nur
bei 12 Prozent – unabhängig davon, ob Anonymität
möglich ist oder nicht. Damit bestätigt die
Studie, dass anonymes Melden – entgegen dem
häufig geäußerten Vorbehalt – nicht zu mehr
missbräuchlichen Hinweisen führt.
Weitere Präventionsmaßnahmen: Fast
jedes zweite Unternehmen nutzt KI
Neben Hinweisgebersystemen setzen Unternehmen
auch auf andere Maßnahmen zur Prävention
von Missständen und der Aufdeckung
von illegalem oder unethischem Verhalten.
Beispielsweise verfügen drei Viertel über einen
Code of Conduct; ebenso viele setzen auf aktive
und offene Kommunikation durch die Unternehmensleitung.
Auch künstliche Intelligenz
und maschinelles Lernen werden zur Aufklärung
von Missständen genutzt. Fast jedes zweite
Unternehmen (44 Prozent) in Deutschland hat
ein solches KI-basiertes System im Einsatz. Im
internationalen Vergleich liegt Deutschland
damit hinter den USA (56 Prozent) und Großbritannien
(53 Prozent). Weniger verbreitet ist
der Einsatz von KI bei Unternehmen in Frankreich
(32 Prozent) und der Schweiz (37 Prozent).
(RED)
Hohe Relevanz der eingehenden Hinweise
Deutsche Unternehmen stufen etwas mehr als
die Hälfte (57 Prozent) der eingegangenen Meldungen
und Beschwerden als relevant und inhaltlich
gehaltvoll ein. Hinweise von eigenen
Mitarbeitenden bezogen sich besonders häufig
auf die Themen Diversität und Respekt am
Arbeitsplatz, Menschenrechte, Arbeitssicherheit
und Gesundheits- sowie Datenschutz. Bei Hinweisen
von externen Personen standen Rechnungswesen,
Wirtschaftsprüfung und Finanzberichterstattung
sowie geschäftliche Integrität
und Menschenrechte im Vordergrund.
Anonymes Melden führt nicht
zu mehr Missbrauch
Obwohl das Hinweisgeberschutzgesetz (Hin-
SchG) Unternehmen nicht dazu verpflichtet,
anonymes Melden anzubieten, ermöglichen 70
Prozent der Meldestellen deutscher Unternehmen
Anonymität. Bei den Beschwerdestellen
sind es 55 Prozent – Spitzenwerte im internationalen
Vergleich. Der Anteil missbräuchlicher
ACHIM WEICK
logistik-express.com T&L 4/25 | S16
DHL Express Österreich
feiert 45jähriges
Bestehen
DHL Express Österreich blickt stolz auf 45
Jahre erfolgreicher Unternehmensgeschichte
zurück. Anlässlich dieses Jubiläums fand eine
feierliche Veranstaltung statt, bei der die Meilensteine
der Jahre gewürdigt und die Ziele
präsentiert wurden.
DHL-Vertreter und externe Fachexperten Eckpfeiler
der DHL-Strategie 2030: Kundenzufriedenheit,
Unternehmenskultur, Nachhaltigkeit
und digitaler Vertrieb.
Belinda Ebmer, Senior Director Customer Service
bei DHL Express Österreich, und Christian
Rauscher, Geschäftsführer von Top Service Österreich,
betonten, dass Kundenorientierung und
exzellente Kundenerlebnisse entscheidend für
den Unternehmenserfolg sind. Dies basiert auf
drei Eckpfeilern: einem verbindlichen strategischen
Bekenntnis, einer wirkungsvollen und
positiven Unternehmenskultur, die zu ständigem
Wandel beiträgt, sowie der konsequenten
Fokussierung auf das Individuum, betriebsintern,
wie auch kundenseitig. Dienstbar sein, für
Mensch und Gesellschaft.
Anlässlich des 45-jährigen Bestehens
lud DHL Express Österreich zahlreiche
Partner zu einem exklusiven
Event in Linz ein. Der neue CEO, Kris
Van Humbeeck, eröffnete die Veranstaltung mit
einer Keynote, in der er die beeindruckende
Entwicklung des Unternehmens skizzierte: Von
einem kleinen Büro mit zwei Mitarbeitern und
einem Kurier in Wien hat sich DHL Express zu einem
rund 500-köpfigen Unternehmen gewandelt,
das täglich mehr als 30.000 Sendungen
in ganz Österreich befördert. Der Zusammenschluss
mit der Deutschen Post DHL Group im
Jahr 2004 machte DHL zu einem globalen Logistikkonzern,
der in über 220 Ländern und Territorien
tätig ist. In anschließenden Podiumsdiskussionen
beleuchteten
In Ihrem Austausch zum Thema „Unternehmenskultur“
stellte Jörg Spreitzer, Managing
Director von Great Place to Work Österreich
zunächst kurz die Methodik der bekannten Umfrage,
die zur bekannten Auszeichnung Great
Place To Work® certified führen kann und erörterte
dann mit Sebastian Beinl, Senior Director
Human Resources von DHL Express Österreich,
mit welchen gezielten Maßnahmen man eine
Unternehmenskultur stärken und fördern kann.
Bei DHL ist ein authentischer und kontinuierlicher
Fokus auf die Mitarbeitenden der Schlüssel
zum Erfolg. Gezielte Aus- und Weiterbildung
in standardisierten, globalen Programmen, mit
denen auch der Sinne der jeweiligen Arbeit und
vor allem der Unternehmenszweck transportiert
werden, und die aktiv geförderte Feedbackkultur
sind hier zwei wesentlich Grundpfeiler.
Auf diesen Stärken wird DHL zukünftig auch
verstärkt das Employer Branding aufsetzen –
ein attraktiver Arbeitgeber, bei dem man sein
kann wie man ist und der viele Perspektiven
und Karrieremöglichkeiten bietet. Nachhaltigkeit
ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie
von DHL. Im Rahmen der
ESG-Strategie verfolgt der Konzern wissenschaftsbasierte
Klimaziele: Bis zum Jahr 2030
will DHL die CO2-Emissionen von 40 Millionen
Tonnen auf 29 Millionen Tonnen senken. Das
langfristige Ziel bis 2050 lautet klar: Netto-Null.
In einem Fachgespräch betonten Denise Beil,
Research Associate am Logistikum (FH Campus
Steyr), und Barbara Lazar, Sustainability Officer &
QEE Specialist bei DHL Express, die zentrale Rolle
transparenter CO2-Reports. Diese werden nach
anerkannten Berechnungsstandards erstellt und
bilden die Grundlage für gezielte Maßnahmen
zur Dekarbonisierung logistischer Prozesse.
Markus Miklautsch, Inhaber der Marktplatzagentur
Xretailer, und Amin Souayeh, DHL
E-Commerce Specialist, hoben hervor, dass
E-Commerce ein entscheidender Wachstumstreiber
für DHL sein wird. Sie betonten,
dass nachhaltige, innovative Lösungen entwickelt
werden, um den Kunden einen Wettbewerbsvorteil
zu verschaffen.
„Mit einem klaren Fokus auf nachhaltiges
Wachstum und Kundenorientierung sind wir gut
gerüstet für die Zukunft. Gemeinsam werden wir
die Herausforderungen der sich wandelnden
Logistikbranche meistern und als Vorreiter in
der grünen Logistik agieren“, schloss Van Humbeeck.
Anschließend hatten die Gäste die Möglichkeit,
einen Einblick in das Kerngeschäft von
DHL Express am nahegelegenen DHL-Standort
Linz-Hörsching beim Sorting und der Flugzeugbeladung
zu erhalten.
(RED)
logistik-express.com T&L 4/25 | S18
P3 plant einen hochmodernen Logistikpark mit einer Gesamtmietfläche von rund 89.550 m2 in Berlin Schönefeld.
P3 entwickelt Airport
Park mit 89.550 m2
Gesamtmietfläche
P3, ein führender Entwickler und langfristiger
Eigentümer von Logistikimmobilien in
Europa, gibt die Akquisition eines strategisch
gelegenen Grundstücks mit einer Größe von
166.000 m2 in Berlin-Schönefeld bekannt.
P3, ein führender Entwickler und langfristiger
Eigentümer von Logistikimmobilien
in Europa, gibt die erfolgreiche
Akquisition eines strategisch
gelegenen Grundstücks mit einer Größe von
166.000 m2 in Berlin-Schönefeld bekannt. Auf
dem Areal wird ein hochmoderner Logistikpark
mit einer Gesamtmietfläche von rund 89.550
m2 entstehen. Die Fertigstellung ist für das vierte
Quartal 2026 geplant. Verkäufer des Grundstücks
ist ein Joint-Venture aus May & Co. und
Pflugfelder.
Der neue P3 Berlin Airport Park wird mit seiner
flexiblen Flächenaufteilung sowohl für Logistikals
auch für Produktionsnutzungen konzipiert.
Die Gesamtmietfläche teilt sich in 79.722 m2 Logistikfläche,
3.456 m2Bürofläche und 6.078 m2
Mezzanine-Fläche auf. Das Konzept ermöglicht
eine flexible Aufteilung in bis zu acht separate
Einheiten, um unterschiedlichsten Mieterbedürfnissen
gerecht zu werden.
Sönke Kewitz, Geschäftsführer P3 Deutschland,
sagt: „Mit diesem Projekt in Berlin-Schönefeld
erweitern wir unser Portfolio um einen weiteren
Premium-Standort in einer der dynamischsten
Wirtschaftsregionen Deutschlands. Die unmittelbare
Nähe zum Flughafen BER und die hervorragende
Anbindung an das Autobahnnetz
machen diesen Standort besonders attraktiv für
Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce,
Luftfracht und Industrie. Wir freuen uns, hier
einen zukunftsweisenden Logistikpark zu entwickeln,
der höchste Ansprüche an Funktionalität,
Flexibilität und Nachhaltigkeit erfüllt.“
Der Logistikpark wird nach modernsten technischen
Standards errichtet. Mit einer lichten Höhe
von zwölf Metern und einer Bodentragfähigkeit
von sieben Tonnen pro Quadratmeter bietet er
optimale Voraussetzungen für effiziente Logistikprozesse.
Insgesamt 80 Verladetore und acht
ebenerdige Tore gewährleisten einen reibungs-
losen Warenumschlag. Für Mitarbeiter und
Besucher stehen 690 PKW-Stellplätze zur
Verfügung, während 80 LKW-Stellplätze
für den Schwerlastverkehr vorgesehen
sind.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit
des Projekts. Der Logistikpark
strebt die BREEAM-Zertifizierung „Exzellent“
an und soll über zahlreiche umweltfreundliche
Features wie energieeffiziente
LED-Beleuchtung, E-Ladestationen für
Elektrofahrzeuge und intelligente Verbrauchsmessung
für ein optimiertes Energiemanagement
verfügen.
Bei der Transaktion arbeitete P3 mit renommierten
Partnern zusammen: Arcadis Germany
GmbH (technische Due Diligence),
EBB Ingenieurgesellschaft mbH (Prüfung
Wasserrecht, Schall, Verkehr), HPC AG
(Baugrunduntersuchung), Hyphen A GmbH
(Objektplanung), sowie Gowling WLG
für die rechtliche Beratung. Das architektonische
Gesamtkonzept der Projektentwicklung
wurde vom Architekturbüro
SCHEMAA scheib mainz architekten
GmbH aus Essen erstellt. (RED)
Der Standort überzeugt durch seine strategische
Lage: Nur 5 Kilometer vom Flughafen
Berlin Brandenburg (BER) entfernt
und mit einer optimalen Anbindung an die
Autobahnen A10 und A13 (ca. 5 km) bietet
er ideale Voraussetzungen für nationale
und internationale Logistikdienstleistungen.
Die Nähe zu Berlin erschließt zudem
einen der größten Konsumentenmärkte
Deutschlands. Der Baustart ist für das vierte
Quartal 2025 vorgesehen, mit geplanter
Fertigstellung Ende 2026. Sämtliche Einheiten
des flexibel aufteilbaren Komplexes
stehen derzeit noch zur Verfügung.
P3 ist ein langfristig orientierter
Eigentümer, Investor und Entwickler
von europäischen Logistikimmobilien
mit über 9,7 Mio. m2 vermietbarer
Fläche und einer Landbank von 3,5
Mio. m2 für weitere Entwicklungen.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten investiert
und entwickelt das Unternehmen
auf den europäischen Märkten und
ist inzwischen in elf Ländern aktiv.
Mit Hauptsitz in Prag beschäftigt P3
mehr als 280 Mitarbeiter in elf Büros
in wichtigen europäischen Städten
und unterstützt Kunden aus unterschiedlichsten
Branchen von der
Standortwahl über die Genehmigung,
Beschaffung und Konstruktion der
Logistikimmobilien hinaus bis zum
Property Management. Weitere Infos
unter www.p3parks.com
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logistik-express.com T&L 4/25 | S20
Arvato erweitert
Partnerschaft mit
Stanley Black & Decker
Arvato hat eine integrierte Logistiklösung für
Stanley Black & Decker (SBD) am neu eröffneten
Standort im Jinshan Logistics Park in
Shanghai implementiert.
Das Projekt markiert einen wichtigen
Meilenstein in der laufenden Zusammenarbeit
der beiden Unternehmen.
Durch die Zusammenführung von
vier zuvor getrennten Lagerbetrieben an einem
Standort konnte die Komplexität der Prozesse
erheblich reduziert und dadurch die Effizienz
gesteigert werden.
Umfassende Services für alle Marken
von Stanley Black & Decker
Arvato betreut am Standort nun alle Marken
von SBD in China, darunter STANLEY, DeWalt,
BLACK+DECKER, IRWIN, LENOX, FACOM, Proto,
BOSTITCH und MTD. Das Leistungsspektrum
umfasst die In- und Outbound-Logistik, das
Bestandsmanagement sowie Value-added Services
wie Kitting, Bundling und Etikettierung.
Abgewickelt werden verschiedenste Produktkategorien
– von Hand- und Elektrowerkzeugen
über Zubehör wie Sägeblätter bis hin zu Ersatzteilen
für den After-Sales-Service.
„Der erfolgreiche Start unserer integrierten
Logistiklösung in Jinshan zeigt, wie stark unsere
globale Partnerschaft mit Stanley Black & Decker
ist“, sagt Li Zhang, Head of China bei Arvato.
„Durch die Konsolidierung der Prozesse und den
Einsatz technologiegestützter Systeme steigern
wir Effizienz, Transparenz und Skalierbarkeit –
und leisten so einen Beitrag zum langfristigen
Wachstum von SBD in China und der gesamten
Asien-Pazifik-Region.“
Die Umstellung auf eine zentrale, systemgestützte
Lösung ist Teil der übergeordneten
Supply-Chain-Strategie von SBD. Das moderne
Warehouse-Management-System von Arvato
reduziert manuelle Prozesse signifikant und
ermöglicht gleichzeitig mehr Transparenz und
Kontrolle.
Nachhaltigkeit und Innovation
Das neue Lager in Jinshan ist Teil des Ausbaus
der Arvato-Präsenz in China und unterstützt
globale Kunden mit verbesserter Infrastruktur
und Anbindung. Es liegt in einem modernen
Logistikpark und ermöglicht reibungslose Transport-
und Distributionsprozesse. Nachhaltige
Ausstattungselemente wie LED-Beleuchtung,
Photovoltaik-Anlagen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge
sowie energieeffiziente Gebäudetechnik
unterstreichen Arvatos Anspruch, ökologisch
verantwortungsvoll zu agieren. Weitere
Verbesserungen sind bereits in Planung – unter
anderem ein Terminvereinbarungssystem für
Anlieferfahrzeuge, der Einsatz von fahrerlosen
Transportsystemen (AGV) zur Beförderung von
Verbrauchsmaterialien sowie ein neuer Fördertechnikbereich
für die Value-Added-Assembly,
um die Prozesse weiter zu optimieren.
(RED)
Arvato ist ein innovativer weltweiter
3PL-Dienstleister in den Bereichen Supply
Chain Management und E-Commerce.
Durch die Kombination von langjährigem
Branchenwissen mit den richtigen Technologien
entwickelt Arvato innovative Lösungen
für seine Kunden. Arvato konzentriert
sich auf die Bereiche Consumer Products,
Tech, Healthcare, Automotive und Publisher
und hat seine Organisation nach den
Bedürfnissen seiner globalen Kunden und
ihren Branchen ausgerichtet. Rund 18.000
Mitarbeitende arbeiten an 100 Standorten
mit modernsten Cloud-Technologien. So
gelingt es Arvato, seine Kunden bei ihren
Wachstumszielen bestmöglich zu unterstützen.
Weitere Informationen finden Sie
unter www.arvato.com
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logistik-express.com T&L 4/25 | S22
Garbe Industrial
begrüßt drei neue
Mieter im Multi-User-
Park Duisburg
Ein chinesisches Unternehmen wird die
Logistikhalle komplett mieten, während
Annings Industrial Solutions und die Duisburger
Niederlassung des Industriedienstleisters
Actemium Teilflächen in den neu entstandenen
Gewerbepark beziehen werden.
Garbe Industrial hat für den Multi-
User-Park in Duisburg gleich drei
neue Mieter gewonnen. „Die Vermietungserfolge
bestätigen unsere Entscheidung,
an Standorten in absoluter Top-Lage
auch ohne feste Mietzusagen zu bauen“, sagt
Frank Soppa, Regionalleiter Projektentwicklung
West bei Garbe Industrial. Entwickelt hat Garbe
Industrial den Multi-User-Park zusammen mit
dem Joint-Venture-Partner Bremer Projektentwicklung.
Errichtet wurde der Gebäudekomplex
auf dem rund 56.000 Quadratmeter großen früheren
„Zeus-Gelände“ im Stadtteil Meiderich.
Mit einer großen Logistikhalle und zwei gegenüberliegenden
Gewerbeparkriegeln sind auf der
sanierten Stahlindustriebrache drei moderne
Gebäude mit insgesamt knapp 29.500 Quadratmetern
Fläche entstanden. „Durch die Revitalisierung
des lange ungenutzten Brownfields
haben wir den Standort langfristig aufgewertet
und neues Ansiedlungspotenzial für Unternehmen
aus den Bereichen Gewerbe und Logistik
geschaffen“, betont Frank Soppa. Rund 50 Millionen
Euro haben beide Joint-Venture-Partner
emeinsam in die Entwicklung investiert.
Für die Logistikhalle auf dem Gelände ist jetzt
ein Mietvertrag mit einem chinesischen Unternehmen
unterzeichnet worden. Es wird das mit
insgesamt rund 14.000 Quadratmetern Fläche
größte Gebäude im Multi-User-Park komplett
nutzen, um dort Lager- und Logistikdienstleistungen
zu erbringen.
Die Vermietung wurde durch das Maklerunternehmen
Sinoah Immobilien aus
Düsseldorf vermittelt Für die neuen Gewerbeparkriegel
haben sich zwei Mieter
entschieden. Das auf umfassende Lösungen
für den Transport zwischen Europa
und Asien spezialisierte Unternehmen
Annings Industrial Solutions wird dort
eine Einheit mit rund 1.800 Quadratmeter
Fläche beziehen, um Speditions- und
Logistikdienstleistungen zu erbringen.
„Duisburg ist ein wichtiger Knotenpunkt
für Transporte zwischen Asien und Europa,
insbesondere für den Schienengüterverkehr
entlang der Neuen Seidenstraße“,
sagt Shaoting Fan, Geschäftsführer von
Annings Industrial Solutions. „Wir betreiben
im Duisburger Hafen bereits ein Hub
für den Umschlag von Containern und
stellen dort Sammelgut-Transporte zusammen.
Mit der von Garbe Industrial angemieteten
Fläche erweitern wir unsere
Kapazitäten vor Ort.“ Die Vermietung wurde
durch das Maklerunternehmen Eureal
Property Advisors aus Duisburg vermittelt.
Ein Teil davon ist mit E-Ladesäulen vorgerüstet.
Besonderen Wert haben Garbe
Industrial und Bremer Projektentwicklung
beim Bau des Multi-User-Parks auf das
Thema Nachhaltigkeit gelegt. Zur Gewinnung
regenerativer Energie wurde auf
den Dachflächen eine Photovoltaikanlage
mit 6.380 Modulen und einer Gesamtleistung
von 2,647 Megawatt Peak installiert.
Beheizt werden die Objekte mithilfe eines
Wärmepumpensystems, so dass auf den
Einsatz fossiler Energieträger verzichtet
werden kann. Teile der Fassade wurden
mit Holz verkleidet. Für die Immobilien
streben beide Joint-Venture-Partner eine
Zertifizierung nach dem Gold-Standard
der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges
Bauen an. Der Multi-User-Park liegt
etwa drei Kilometer entfernt vom Duisburger
Hafen, größter Binnenhafen der Welt
und eine der bedeutendsten Logistikdrehscheiben
Europas. Weitere Details
unter www.garbe-industrial.de
(RED)
Zweiter Mieter in den Gewerbeparkriegeln
ist die Duisburger Niederlassung
des Industriedienstleisters Actemium,
der auf Elektro-, Automatisierungs- und
IT-Technik für den gesamten Lebenszyklus
von Industrieanlagen spezialisiert ist.
Sie wird ebenfalls insgesamt rund 1.800
Quadratmeter beziehen, darunter knapp
1.400 Quadratmeter Hallenfläche, die für
Umschlag und Lagerung sowie in Teilen
als Werkstattfläche für leichte Montagearbeiten
genutzt werden sollen.
Insgesamt sind in den beiden Gewerbeparkriegeln
knapp 14.500 Quadratmeter
Hallen- und Mezzaninfläche sowie
1.500 Quadratmeter Bürofläche
entstanden. Sie können nach Bedarf in
unterschiedlich große Einheiten unterteilt
und vermietet werden. „Mit Interessenten
für die noch freien Logistik- und
Gewerbeflächen sind wir in aussichtsreichen
Gesprächen“, sagt Frank Soppa.
rise to new
dimensions
Ganz gleich ob XS oder XL,
wir schaffen die passende Dimension
für Ihre Logistik.
knapp.com
Die Gebäude im Multi-User-Park verfügen
insgesamt über 26 Überladebrücken
und elf ebenerdige Sektionaltore.
Auf dem Außengelände befinden sich
Stellplätze für 217 Pkw und zehn Lkw.
making complexity simple
logistik-express.com T&L 4/25 | S24
Panattoni Park
Magdeburg West II
gewinnt Finsterwalder
als neuen Mieter
Panattoni hat eine rund 10.000 m2 große
Logistikfläche im Panattoni Park Magdeburg
West II an die Finsterwalder Transport und
Logistik GmbH vermietet.
Mit der Vermietung an die Finsterwalder
Transport und Logistik
GmbH feiert Panattoni einen
wichtigen Meilenstein im Panattoni
Park Magdeburg West II. Der Großteil der
10.000 m2 umfassenden Fläche wird genutzt,
um einen bedeutenden E-Commerce-Auftrag
für einen wichtigen Bestandskunden umzusetzen.
Darüber hinaus erbringt Finsterwalder am
neuen Standort in den kommenden sieben Jahren
umfassende Lager- und Distributionsleistungen
für namhafte Kunden aus den Bereichen
Industriegüter und Lebensmittel.
Der Logistikdienstleister ist bereits seit über
30 Jahren in Ostdeutschland aktiv und betreibt
unter anderem Standorte in Halle (Saale) und
Schkopau. Durch die nun erfolgte Erweiterung
verstärkt das europaweit agierende Unternehmen
seine logistischen Kapazitäten und festigt
gleichzeitig weiter seine Position im zukunftsorientierten
mitteldeutschen Raum. Mit der Ansiedlung
von Finsterwalder entstehen rund 50
noch neu zu besetzende Arbeitsplätze in verschiedenen
Funktionsbereichen.
„Wir freuen uns sehr, mit Finsterwalder einen erfahrenen
und etablierten Partner gewonnen zu
haben. Der Vermietungserfolg bestätigt den Bedarf
nach hochwertigen und flexiblen Logistiklösungen
in der Region“, sagt Fred-Markus
Bohne, Managing Partner von Panattoni Germany
und Austria. „Mit dem Panattoni Park Magdeburg
West II schließen wir nicht nur eine lokale
Versorgungslücke, sondern setzen auch
ein kraftvolles Zeichen für nachhaltige und zukunftsorientierte
Immobilienentwicklung im
Großraum Magdeburg.“
Moderne Flächen mit hoher
Drittverwendbarkeit
Die Immobilie bietet insgesamt rund 28.900 m2
Hallenfläche sowie 1.300 m2 Büro- und 2.000
m2 Mezzaninfläche. Die beiden noch sofort verfügbaren
Einheiten mit insgesamt ca. 18.700
m2 sind ab rund 8.600 m2 teilbar und sind so-
mit prädestiniert für Unternehmen aus den Bereichen
Logistik, Produktion, Automotive und
E-Commerce. Weiterhin liegt der Standort in der
Gemeinde Hohe Börde zentral im Herzen Mitteldeutschlands
und ist nur 2,5 Kilometer von der
A2 und rund sieben Kilometer vom Autobahnkreuz
A2/A14 entfernt. Für Unternehmen, die auf
eine leistungsfähige Verkehrsanbindung angewiesen
sind, ist dies der ideale Standort.
„Für uns ist der neue Standort in Magdeburg
West II ein logischer Schritt zur Erweiterung unserer
Kapazitäten im E-Commerce-Bereich. Die
Lage bietet beste Voraussetzungen für schnelle
Reaktionszeiten, die für unsere Kunden entscheidend
sind“, sagt Sven Köcke, Sprecher der
Unternehmensgruppe Finsterwalder Transport
und Logistik GmbH. „Die Immobilie erfüllt alle
Anforderungen an eine moderne und effiziente
Logistiknutzung inklusive ESG-relevanter Aspekte,
die für uns zunehmend an Bedeutung gewinnen.“
Zukunftsfähig durch ESG-Maßnahmen
Wie bei allen Projektentwicklungen legt Panattoni
auch in Magdeburg West II größten Wert auf
Nachhaltigkeit und Nutzerfreundlichkeit. So wird
im Herbst 2025 eine leistungsstarke Photovoltaikanlage
mit einer Kapazität von 3,2 MWp auf
den Dachflächen in Betrieb genommen – genug,
um rechnerisch mehrere Hundert Haushalte mit
grünem Strom zu versorgen. Weitere Maßnahmen
wie Schallschutzlösungen für die umliegende
Bebauung, Wellbeing-Bereiche für Mitarbeitende
sowie eine Wildblumenwiese auf dem
Außengelände tragen zusätzlich zur ESG-Qualität
des Standorts bei. Auch in Sachen Sicherheit
und Technik erfüllt der Park höchste Standards.
Die Halle ist vollständig mit einer WGK-III-Folie
ausgestattet, die den strengen Anforderungen
hinsichtlich der Lagerung wassergefährdender
Stoffe nachkommt. Die exklusive Vermarktung
der noch verfügbaren Flächen erfolgt durch das
Immobilienberatungsunternehmen JLL.
(RED)
logistik-express.com T&L 4/25 | S26
Rail Cargo Group über
EuroDual Lokomotiven
und die Partnerschaft
mit ELP
Interview mit Cenk Seringölge und Roman
Reinhold von der Rail Cargo Group über die
EuroDual Lokomotiven und die Partnerschaft
mit ELP.
2. Welche Vorteile sehen Sie im Einsatz
der EuroDual in Ihrer Branche?
Die Entscheidung für die EuroDual war eine klare
Investition in die Zukunft. „Wir gehen davon aus,
dass sich die Infrastruktur in Deutschland mittelfristig
nicht grundlegend verbessern wird. Daher
brauchen wir Fahrzeuge, die flexibel einsetzbar
sind“, erklärt Cenk Seringölge. Die EuroDual sei
genau auf diese Anforderungen abgestimmt und
passe ideal zu den Gegebenheiten im deutschen
Markt.
European Loc Pool (ELP) ist bekannt für
innovative Leasinglösungen im Schienengüterverkehr.
Im Mittelpunkt stehen
dabei immer der enge Austausch
mit den Kunden sowie die Weiterentwicklung
gemeinsamer Strategien. Im Gespräch mit Cenk
Seringölge, Geschäftsführer Rail Cargo Logistics
– Germany GmbH und Roman Reinhold
Teamkoordinator Ganzzug Disposition & Trans-
FLEX, von der Rail Cargo Group (RCG) ging es um
die Erfahrungen mit den EuroDual Lokomotiven
und die Perspektiven der Zusammenarbeit.
1. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit
der EuroDual im täglichen Betrieb?
Die EuroDual ist inzwischen fest in den Betrieb
der RCG eingebunden und wird intensiv genutzt.
„Die Lokomotive bringt genau die Leistung, die
wir für unser TransFLEX-Produkt benötigen“,
sagt Roman Reinhold. Besonders geschätzt wird
die Flexibilität im Einsatz. „Mit der EuroDual können
wir sowohl elektrisch als auch dieselbetrieben
fahren. Das ermöglicht durchgehende
Transporte ohne Unterbrechung. Ein echter Vorteil
bei unseren Verkehren in Deutschland“, ergänzt
Cenk Seringölge.
Auch bei den Lokführern kommt die Lok gut
an. "Die EuroDual steht für höchste Präzision,
modernes Design und technische Spitzenleistung“,
so Seringölge. „Vor allem für die junge Generation
ist das ein echtes Plus. Und für unser
Unternehmen ein wichtiger Bestandteil im
Wettbewerb um Fachkräfte.“
Die Strategie ist dabei langfristig ausgerichtet.
„Wir haben bewusst in eine Lokomotive investiert,
die auch in fünf oder zehn Jahren noch zu
unserer Flotte passt. Die Kombination aus Leistung,
Flexibilität und moderner Technik macht
sie zu einem zentralen Element unserer Flottenstrategie“,
so Reinhold weiter. Auch im internationalen
Konzern stösst das Konzept auf Interesse.
„Wir waren die Ersten in der Rail Cargo
Group, die mit dieser Lok gearbeitet haben. Jetzt
schauen auch andere Länder auf unsere Erfahrungen“,
sagt Seringölge.
3. Wie ist die Zusammenarbeit mit ELP?
Die Partnerschaft mit ELP ist geprägt von Vertrauen
und Weitblick. „Wir arbeiten eng und
lösungsorientiert zusammen. Wenn wir eine
strategische Entscheidung treffen, ist ELP früh
eingebunden“, betont Cenk Seringölge. Die
Unterstützung geht über das klassische Leasing
hinaus. „Das Full-Service-Modell entlastet uns
operativ und schafft Freiräume für unser Kerngeschäft.“
Auch auf zukünftige Entwicklungen
ist die Partnerschaft ausgelegt. „Wir reden nicht
nur über das Hier und Jetzt. Wir planen gemeinsam,
wie unsere Flotte in fünf Jahren aussehen
soll. Und ELP ist dabei ein verlässlicher Partner,
der unsere Anforderungen sehr gut versteht“, so
Reinhold.
Für die RCG steht fest: Die EuroDual war die richtige
Entscheidung. „Wir haben inzwischen drei
Maschinen in Betrieb und können uns gut vorstellen,
dass weitere folgen“, sagt Cenk Seringölge.
„Das Gesamtpaket aus Technik, Service und
Partnerschaft überzeugt.“
Mehr über Hybridlokomotiven
European Loc Pool (ELP) konzentriert sich auf
innovative sechsachsige Hybridlokomotiven
von Stadler und setzt damit neue Standards im
europäischen Schienengüterverkehr. Die Euro-
Dual und die Euro9000 Lokomotiven revolutionieren
mit ihrer Kombination aus Elektro- und
Dieselbetrieb den europäischen Schienengüterverkehr
und ermöglichen auch reibungslose
Last-Mile und Rangieroperationen.
Die EuroDual, als Vorreiter im Portfolio von European
Loc Pool, ist ein Gamechanger im Schienengüterverkehr.
Mit ihrer Zugkraft von 500 kN
und einer Leistung von bis zu 2,8 MW im Dieselund
6.2 MW im Elektrobetrieb bietet sie eine um
bis zu 40% höhere Ladekapazität. Die EuroDual
ist bereits erfolgreich in Deutschland, Österreich,
Frankreich und Skandinavien im Einsatz und
wurde kürzlich in Serbien zugelassen. Slowenien
und Kroatien werden im Jahr 2025 folgen.
Über European Loc Pool AG European Loc Pool
(ELP) ist ein führender Anbieter von innovativen
Leasing- und Dienstleistungen für Lokomotiven
mit Sitz in Frauenfeld, Schweiz. Das Full-Service-Leasingpaket
von ELP umfasst präventive
und korrektive Instandhaltung (inklusive Revisionen),
abgedeckt mit entsprechenden Verfügbarkeits-sowie
Zuverlässigkeitsgarantien. Zusätzlich
bietet ELP-Lokführerschulungen und ein
auf moderne, sechsachsige Hybridlokomotiven
zugeschnittenes, innovatives Versicherungspaket
an. Seit der Gründung 2018 hat ELP 124
Lokomotiven bestellt und davon über 100 Lokomotiven
verleast und bereits über 30 Betreiber
in 6 Ländern betreut. Die Vision von ELP ist es,
die europäische Schienengüterverkehrsbranche
positiv zu disruptieren. Das erfahrene Team von
ELP legt grossen Wert auf Sicherheit, Zuverlässigkeit,
Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit, um
die Erwartungen der Kunden zu übertreffen.
(RED)
logistik-express.com T&L 4/25 | S28
Schwertransport auf der
Kippe: Branche will Spielregeln
neu denken
In der Logistikbranche knirscht es an allen
Ecken und Enden. Das betrifft nicht nur
Straßen und Brücken, sondern auch den
IT-Datentransfer und die Genehmigungsverfahren.
Besonders sichtbar wird dies bei
Großraum- und Schwertransporten (GST).
Über die Bestandsaufnahme der Probleme
hinaus diskutierten Andreas
Kahl, Aufsichtsratsvorsitzender des
Bundesverbands Schwertransporte
und Kranarbeiten (BSK), und dessen Geschäftsführer
Helmut Schgeiner im Vorfeld der Jahreshauptversammlung
(JHV) der GST-Interessenvertretung
Lösungsmöglichkeiten. Vor allem auf
den drei Hauptanliegen – Fortsetzung von Spitzengesprächen
mit der Politik, einer Vision 2030
für die Genehmigungsbeschleunigung durch
höheren Digitalisierungsgrad und eine Straffung
der Prozesse durch ein zentrales Regelwerk
– lag der Fokus der Branchenexperten in
einem Pressegespräch am heutigen Dienstag.
Am 10. und 11. Oktober trifft sich der Bundesverband
zu seiner JHV. In Dresden wird Prof. Dr.
Gero Marzahn, Leiter des Referats Ingenieurbauwerke
im Bundesministerium für Verkehr (BMV),
Keynote-Speaker sein.
„Alle Themen bedingen einander“, stellt Andreas
Kahl, BSK-Aufsichtsratsvorsitzender, fest. „Ohne
eine ausreichende Prozessdigitalisierung treten
ungelöste Zuständigkeitsfragen in den Genehmigungsverfahren
umso klarer hervor. Teilweise
zeichnet der Bund, teilweise die Länder, teilweise
die Kommunen verantwortlich. Bleibt die physische
Infrastruktur marode, können wichtige
Bauprojekte, Industrievorhaben und bei der
Energieversorgung nicht oder nur mit Verzug
umgesetzt werden. Das mindert die Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlands. Haben wir kein
GST-Regelwerk aus einem Guss, greifen die Räder
aller Beteiligten schwerer oder gar nicht ineinander.“
HELMUT SCHGEINER
Helmut Schgeiner ergänzt: „Wenn wir mit unseren
im volkswirtschaftlichen Sinne berechtigen
Interessen kein Gehör bei den zuständigen Stellen,
sei es beim BMV, anderen Bundesministerium
oder auf Länderebene finden, bleiben wertvolle
Impulse für eine Verbesserung der Lage in
den Kinderschuhen stecken.“ Die Schwergutlogistik
sei, gemessen am Transportvolumen, zwar
nur eine kleine Branche, so der BSK-Geschäftsführer,
aber mit Blick auf die Wertschöpfungstiefe
sowie die Stärke und Zukunftsfähigkeit
eines Industriestandortes wie Deutschland ein
wichtiger Seismograf für die wirtschaftliche Gesamtentwicklung.
Nachdem mit dem Bruch der Ampel-Koalition
wichtige Gesprächsfäden rissen und Dialogformate
endeten, pochen die GST-Experten
auf eine Wiederaufnahme der Kommunikation
in Berlin. Parallel zum BSK bringt sich die 2023
gegründete Verbändeinitiative Großraum- und
Schwertransporte (VI GST) ein. Sie umfasst neben
der Logistik auch die verladende Wirtschaft.
Diese benötigt eine funktionierende Infrastruktur
und fordert schlankere Antrags- und Genehmigungsprozesse
für ihre Dienstleister im Großraum-
und Schwertransport.
„Gemeinsam mit der Politik und den Verwaltungen,
die auf Grundlage von Gesetzen und
Verordnungen beispielsweise die Genehmigungsverfahren
abhandeln, wollen wir bessere
Voraussetzungen schaffen, damit in Deutschland
Waren sowie Produktionsmittel effizient,
sicher und schnell transportiert werden können“,
betont Andreas Kahl, seines Zeichens selbst
Unternehmer im GST-Segment. Durch die Neuwahl
2025 seien viele Impulse aus jenem im
September 2024 veröffentlichten Abschlussbericht
der Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Verkehrsministerkonferenz
zur Vereinfachung und
Beschleunigung von Großraum- und Schwertransporten
in der Umsetzung stecken geblieben
und behandeln zudem meist Symptome
statt Ursachen. „ Es fehlt noch der große Wurf, an
dem wir alle gemeinsam arbeiten müssen“, sagt
Helmut Schgeiner.
(RED)
ANDREAS KAHL
logistik-express.com T&L 4/25 | S30
Zettelwirtschaft
ade – willkommen
digitalisierte Warenauslieferung
Wie eine mobile App die Logistikprozesse bei
STARK Deutschland modernisiert.
Paletten abladen, Baustoffe zuliefern
und die Belege, Notizen und Unterschriften
für die Warenauslieferung
dokumentieren – früher mit Stift und
Papier, heute per Smartphone oder Tablet: den
Baustoffhändler STARK Deutschland haben in
seiner einjährigen Pilotphase bei den Vertriebsmarken
Raab Karcher, Muffenrohr und Melle
Gallhöfer die Vorteile der SAP-basierten Warenauslieferungs-App
FIS/LastMile überzeugt,
sodass nun der Roll-out auf das gesamte Unternehmen
erfolgt. Die digitale, papierlose Dokumentation
der Warenauslieferung sorgt für
schnellere und deutlich effizientere Arbeitsprozesse
sowie vollständige Transparenz über die
“letzte Meile”.
MATHIAS GIESERS
Mit seinem Netzwerk von bekannten Vertriebsmarken
wie Raab Karcher, Melle Gallhöfer, Muffenrohr
Tiefbau oder Keramundo bietet STARK
Deutschland ein breites Sortiment an Baustoffen
und Dienstleistungen für diverse Baugewerke
an. Als Teil der internationalen STARK Gruppe
betreibt die deutsche Unternehmenseinheit
rund 260 Standorte in Deutschland und ist mit
über 600 LKW-Fahrern auf den Straßen unterwegs.
Tagtäglich befördern die Fahrer Baumaterial
von den Standorten zu den jeweiligen Baustellen
oder Dependancen, be- und entladen
Paletten und dokumentieren ihre Abhol- und
Zufuhrtätigkeiten. Zu wissen, wann Produkte
ihren Zielort erreicht haben und wo sie abgeladen
wurden, sind für Vertrieb und Dispo-Abteilung
wichtig. Besonders für den Fall, dass der Kunde
mal nicht an der Baustelle angetroffen wird. All
diese Schritte effizient und ohne Zeitverzögerungen
zu erledigen, bewog STARK Deutschland
dazu, ihre Warenauslieferung zu digitalisieren.
Denn gerade in Ballungszentren mit mehreren
Niederlassungen, in denen LKWs häufig nicht
an ihre Ausgangsstandorte zurückkehren, kam
es durch die bewährte Erfassung mit Stift und
Papier zu Verzögerungen in der internen Abwicklung
und auch gelegentlich zu Übertragungsfehlern
oder gar zu Lieferscheinen, die
verloren gegangen sind, während heute die
Daten fehlerfrei und in Echtzeit ans SAP übertragen
und dort weiterverarbeitet werden können.
Digitalisierte Warenauslieferung –
schnell, nutzerfreundlich und individuell
Verzögerungen bei der Bearbeitung gehören
dank der digitalen Warenauslieferung der
Vergangenheit an. Jetzt dokumentieren die
LKW-Fahrer alle notwendigen Informationen,
wie die Unterschrift des Warenempfängers bei
der Übergabe, den Ablageort mittels Fotos der
zugestellten Waren oder die Uhrzeit der erbrachten
Auslieferung, mit einem mobilen Endgerät in
der Warenauslieferungs-App FIS/LastMile. Auch
Zusatzinformationen, wie z.B. den Zustand der
Ware bei der Auslieferung können in der App
ergänzt werden. Da diese per Schnittstelle mit
dem unternehmenseigenen SAP-System von
STARK Deutschland verbunden ist, werden alle
erfassten Dokumente automatisch als Anlage
zur Auslieferung per Online-Kommunikation ins
System übertragen und sind sofort verfügbar.
So ist erkennbar, welche Waren bereits zugestellt
und welche noch in der Auslieferung sind.
Folgetouren planen, buchhalterische Aufgaben
abarbeiten oder beispielsweise die Faktura
erstellen und versenden können direkt angestoßen
werden. „Für uns wurden zum Beispiel die
digitalen Lieferscheinrückläufer in Form eines
Abliefernachweises inklusive Fotofunktion und
GPS-Daten zum größten Nutzen. Aber auch die
für STARK Deutschland entwickelte sogenannte
Sammelunterschrift für den Lieferschein- und
Tourmodus ist überaus praktisch. Nun muss
nicht mehr jeder Lieferschein vom Empfänger
einzeln manuell unterschrieben werden, sondern
es genügt eine Unterschrift für mehrere
Auslieferungen, wenn es sich um denselben
Warenempfänger handelt“, beschreibt Christian
Haas, SAP-Anwendungsberater bei STARK
Deutschland, die Verbesserungen. Auch die
einfache und nutzerfreundliche Bedienbarkeit
der mobilen App FIS/LastMile punktete bei den
Projektverantwortlichen des Baustoffhändlers:
„Sich lediglich mit einem Zugang anzumelden,
den Lieferschein abzuscannen oder
die Tournummer einzugeben und dann direkt
alle Lieferungen zur weiteren Bearbeitung herunterzuladen,
ist für unsere LKW-Fahrer sehr
komfortabel“, erklärt Mathias Giesers, IT-Projektleiter
Digitalisierung bei STARK Deutschland.
Gerade durch diese einfache Handhabung
gelang es innerhalb kürzester Zeit, den ersten
LKW-Fahrern während der Pilotphase bei
den Vertriebsmarken Muffenrohr Tiefbau und
Melle Gallhöfer sowohl die Funktionsweise
der App als auch ihre Bedienung zu erklären.
logistik-express.com T&L 4/25 | S32
FIS/LastMile wurde für STARK Deutschland kundenindividuell
angepasst und weiterentwickelt,
denn für die Weiterverarbeitung der digitalen
Dokumente bedurfte es einer zusätzlichen
Funktion: eine Verifizierung der Daten durch den
Vertrieb, die es ermöglicht, Daten zu überprüfen
und eventuell zu korrigieren. Um diese Kontrollfunktion
zu entwickeln, arbeitete das Projektteam
mit seinem langjährigen IT-Dienstleister
FIS Informationssysteme und Consulting GmbH
Hand in Hand an einer individuellen Lösung:
während die Vertriebsteams von Raab Karcher,
Muffenrohr und Melle Gallhöfer im Rahmen des
Pilotprojekts die Herausforderungen und Aufgaben
definierten, arbeiteten die Kollegen von
FIS an der technischen Entwicklung und Umsetzung,
sodass am Ende der Freigabemonitor
entstand. „Besonders positiv war die unkomplizierte
Zusammenarbeit, schnelle Reaktionszeit
und Problembehandlung während des gesamten
Projektes seitens der FIS-Kollegen. Wenn wir
Probleme hatten oder es irgendwelche Anfragen
gab, standen unsere Ansprechpartner jederzeit
zur Verfügung, die uns geholfen haben",
fügt Christian Haas hinzu.
Mittels eines Status-Ampelsystems sieht jeder
Mitarbeiter sofort, wie weit die Bearbeitung
fortgeschritten ist, kann entsprechend reagieren
und Werte direkt im Freigabemonitor anpassen.
So gelingt es nun, alle automatisch in der Anlagenliste
abgelegten Abliefernachweise schnell
und effizient zu bearbeiten und an den Innendienst,
ohne Verzögerung freizugeben.
Starke Pilotphase macht den
Weg für den Roll-out frei
13 Standorte und 8.000 Lieferungen, die mittels
Warenauslieferungs-App bearbeitet wurden.
Nach einem Jahr Testphase bei den Pilotbetrieben,
in der sukzessive weitere Niederlassungen
mit ihren Fahrern in das neue System integriert
wurden, sind sich die Verantwortlichen sicher:
„Durch die FIS/LastMile App sparen wir viel Zeit.
Wir arbeiten deutlich schneller und effizienter
als vor der Umstellung. Die papierlose Dokumentation
unserer Warenauslieferung lässt
Arbeiten wie das nachträgliche Erfassen und
Scannen von Dokumenten entfallen. Die Bedienung
ist so einfach, dass unsere LKW-Fahrer
ihren Komfort schätzen“, erklärt Mathias Giesers.
„Zudem arbeiten für uns Fahrer aus vielen verschiedenen
Ländern. Auch diese mehrsprachige
Herausforderung kann die Anwendung unseres
Partners FIS mit meistern. So ist die App nun
maßgeschneidert und bereit für den nächsten
Schritt – den Roll-out auf das gesamte Unternehmen.“
Während bei der Pilotphase mehrere
persönliche Schulungstermine, Treffen zur Weiterentwicklung
und Zeit für Nachfragen, Tests
und Verbesserungen getrennt für die beiden Bereiche
„LKW-Fahrer“ und „Vertrieb“ nötig waren,
touren beim Roll-out der Vertriebsmarken Muffenrohr
Tiefbau und Melle Gallhöfer nun zwei
eigene Prozessmanager durch die Standorte
und schulen sowohl LKW-Fahrer als auch Vertriebsmitarbeiter,
sodass diese im Anschluss in
der Lage sind, ihre Kollegen selbst einweisen zu
können. Zudem werden Erklärvideos und weiteres
Schulungsmaterial erarbeitet und bereitgestellt.
Fazit: Schneller, einfacher und weniger fehleranfällig
– die mobile Warenauslieferung hat bei
STARK Deutschland den Wunsch nach mehr Effizienz
Realität werden lassen. Durch das Erfassen
und Bearbeiten aller Warenauslieferungsschritte
per App wurde ein moderner, zeitoptimierter Arbeitsablauf
im Betrieb etabliert. Tätigkeiten wie
das Scannen von Dokumenten, das zweifache
Ausdrucken der Lieferscheine oder das manuelle
Einsammeln von Unterschriften fielen weg, ein
schnelleres Versenden der Faktura oder Ausbuchen
der Ware ist nun möglich. „Mit der Digitalisierung
der Warenauslieferung geht STARK
Deutschland einen weiteren starken Schritt in
Richtung modernes, digitales Logistikunternehmen“,
kommentiert Sandra Cararo, Head of Sales
based Customer bei FIS. (RED)
Die FIS Informationssysteme und Consulting
GmbH ist ein expandierendes Unternehmen
und bildet das Dach der FIS-Gruppe. Innerhalb
dieser sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt,
um Unternehmen wirtschaftlicher
und wettbewerbsfähiger zu machen. Der
Schwerpunkt von FIS liegt in SAP-Projekten
und der Entwicklung effizienter Lösungen,
welche die Digitalisierung in Unternehmen
vorantreiben.
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logistik-express.com T&L 4/25 | S34
Fünf Dashcam-Mythen:
Was Flottenmanager
wissen sollten
Herbst und Winter stehen vor der Tür, die
Straßen werden rutschig und die Risiken im
Straßenverkehr steigen – jetzt ist der richtige
Zeitpunkt, die Sicherheit der Flotte zu
stärken. Dashcams sind dafür längst keine
„Nice-to-have“-Lösung mehr.
Dashcams können dabei helfen,
Unfälle aufzuklären, Versicherungsprozesse
zu beschleunigen und die
Fahrsicherheit zu schützen. Trotzdem
sorgen rechtliche Unsicherheiten und hartnäckige
Mythen für Zurückhaltung bei vielen Flottenmanagern
in Deutschland. Fabian Seithel,
Associate Vice President, EMEA Sales bei Geotab
klärt über die fünf häufigsten Irrtümer rund um
Dashcams für Firmenflotten auf.
Mythos 1: Eine Fahrer-Einwilligung
reicht für die DSGVO aus
Realität: Eine Einwilligung ist im Arbeitsverhältnis
nicht gültig – Flotten müssen sich stattdessen
auf eine andere Rechtsgrundlage stützen, wie
z.B. die Interessenabwägung oder die Zustimmung
des Betriebsrats zur Verarbeitung solcher
Daten. Ohne diese Voraussetzungen genügt die
Zustimmung der Fahrer nicht für eine rechtskonforme
Verarbeitung von Dashcam-Daten.
Mythos 2: Dashcam-Aufnahmen werden ins
Ausland gesendet und unbegrenzt gespeichert
Realität: Die Daten von Flotten in der EU sollten
idealerweise lokal innerhalb der EU gespeichert
werden, um den europäischen Datenschutzanforderungen
zu entsprechen. Betreiber legen
den Speicherzeitraum selbst fest. Für Routinedaten
gilt jedoch das Prinzip der Datenminimierung:
Aufnahmen von Routinefahrten sollten
maximal 24 bis 72 Stunden behalten und dann
automatisch überschrieben werden. Ereignisbezogene
Aufnahmen wie Kollisionen dürfen länger
aufbewahrt werden, wenn ein berechtigter
und dokumentierter Zweck vorliegt.
Die rechtlich und technisch einwandfreie Lösung
liegt in einem ereignisbasierten Aufzeichnungsmodell,
das kurze Segmente speichert,
die automatisch überschrieben werden. Wenn
das System oder der eingebaute G-Kraft-Sensor
beispielsweise einen Vorfall erkennen – wie
einen Aufprall, plötzliches Bremsen oder ein riskantes
Manöver – wird die entsprechende Datei
geschützt und nicht gelöscht. Auf diese Weise
werden nur die kritischen Informationen eines
Unfalls oder einer gefährlichen Situation aufbewahrt,
während der Rest der Fahrt nicht gespeichert
wird. Dadurch wird sowohl die Nützlichkeit
der Bilder als auch die Einhaltung der Vorschriften
zum Schutz der Privatsphäre und des Datenschutzes
gewährleistet.
Mythos 3: Alle Aufnahmen gehören dem Dashcam-Anbieter
oder -Hersteller
Realität: Die Flottenbetreiber sind die Datenschutz-Verantwortlichen
(„Data Controller“) und
entscheiden über die Nutzung und Weitergabe
der Aufnahmen. Anbieter von Dashcams agieren
lediglich als Datendienstleister („Data Processor“)
und können Aufnahmen nicht eigenmächtig
weitergeben oder verwerten.
Mythos 4: Die Aufnahmen dürfen beliebig geteilt
werden, zum Beispiel mit Polizei oder Versicherungen
Realität: Nur der Flottenbetreiber als Verantwortlicher
darf Aufnahmen weitergeben — und
dies nur mit rechtlicher Grundlage oder auf Anordnung
eines Gerichts. Ein Anbieter kann Aufnahmen
nie eigenständig teilen. Im Schadensfall
kann die Dashcam-Aufnahme laut Urteil des
Bundesgerichtshofs als Beweis zulässig sein,
sofern die rechtlichen Anforderungen (Transparenz,
Löschfristen, legitimes Interesse) erfüllt
sind.
Mythos 5: Dashcams sind in Deutschland verboten
und verstoßen immer gegen die DSGVO
Realität: Dashcams sind nicht pauschal verboten;
die Einhaltung der DSGVO ist möglich,
wenn einige Grundregeln beachtet werden.
Dazu gehören: • Transparenz der Verarbeitung
gegenüber Fahrern und Dritten • Klare Information
und Dokumentation der Verarbeitung der
Daten • Kurze Speicherfristen (Routine max. 24
bis 72 Stunden, Vorfälle nach Zweck) • Automatische
Anonymisierung bzw. Deidentifizierung
(Gesichter, Kennzeichen Unbeteiligter) • Abschaltmöglichkeit
der Kamera
Die Rechtsprechung, unter anderem des Bundesgerichtshofs,
bestätigt die grundsätzliche
Zulässigkeit als Beweismittel bei Unfällen, solange
legitime Interessen gewahrt werden.
Fazit
Wer einige wenige Grundregeln beachtet, macht
Dashcams zu einem wirksamen Instrument der
Flottensicherheit — und nicht zum Compliance-
Risiko. Moderne Lösungen sind zudem nicht nur
zur Aufzeichnung und Retrospektive geeignet –
sie unterstützen Fahrer direkt im Fahrzeug und
geben aktive Hinweise, damit diese riskantes
Verhalten frühzeitig erkennen und eigenständig
korrigieren können. Beispielsweise hat
die Dual-Facing-Dashcam mit Straßen- und
Innenraumausrichtung von Geotab in einem
kürzlich durchgeführten Pilotprojekt bewiesen,
dass die Sprach-Coaching-Funktion zu dichtes
Auffahren um 90 Prozent und die Nutzung von
Mobiltelefonen während der Fahrt um 95 Prozent
reduzieren kann. So kann jede Warnung zu
einer Coaching-Gelegenheit werden – mit dem
Ziel, Unfälle zu vermeiden und die Sicherheitskultur
von Flotten nachhaltig zu verbessern.
(RED)
logistik-express.com T&L 4/25 | S36
AVI digitalisiert Logistikwissen
und Transportplanung
mit der S2data
Platform
Mithilfe der Softwarelösung von S2data hat die AVI,
Herstellerin von Betonbewehrungsprodukten,
ihre Transportplanung komplett digitalisiert.
Bereits in der dritten Generation stellt
die Alpenländische Veredelungs-
Industrie GmbH, kurz AVI, all das
her, was für die Bewehrung von Beton
mit Stahl benötigt wird – von klassischen
Abstandshaltern über Gitterträger bis hin zu
Querkraft- und Durchstanzelementen für Stahlbetonplatten.
Die innovativen Produkte des Familienunternehmens
finden auf zahlreichen
Baustellen in Europa Verwendung und werden
direkt an betonverarbeitende Betriebe, Bauunternehmen
und Betonstahl-Biegebetriebe geliefert.
Laderaumberechnung aus dem Kopf
Bisher planten die zuständigen AVI-Mitarbeitenden
im Verkaufsinnendienst (VKI) diese Lieferungen
manuell auf Basis von Erfahrungswerten:
Bei jeder eingehenden Bestellung schätzten sie
– mit einer ungefähren Kenntnis über Lademeter
und -gewicht – ab, wie die Bestandteile in
die verfügbaren Lkw passen. Weder die räumliche
Verteilung der Ware noch die optimale Nutzung
des Laderaums konnten in diesem frühen
Stadium genau berücksichtigt werden. Variierende
Größen, Formen und Gewichte der Produkte
sowie die stark schwankende Nachfrage
erschwerten die Planung zusätzlich. Erst bei der
nachgelagerten, tatsächlichen Kommissionierung
durch den Staplerfahrer stellte sich dann
heraus, ob der Lkw wirklich wie geplant beladen
werden konnte. Klaus Hreniuk, Geschäftsführer
von AVI, berichtet: „Einer unserer langjährigen
Mitarbeitenden ist unternehmensweit bekannt:
Aufgrund seiner Fähigkeiten, die Ware im Kopf
zu kommissionieren, nennen wir ihn intern gerne
den Tetrismeister.“
Doch auch die umfassende Kenntnis konnte die
Ineffizienz der manuellen Abläufe nicht ausgleichen:
Das grundlegende Problem bestand darin,
dass durch eine fehlende Visualisierung entweder
zu wenig Ware eingeplant wurde – und
somit Laderaum ungenutzt blieb – oder Kapazitäten
überschritten wurden. In beiden Fällen
war eine aufwendige Nachbearbeitung nötig –
inklusive Kundenkontakt und Bestelländerung.
Meist wurden Bestellmengen angepasst, um
den Lkw voll auszulasten. Anschließend begann
die Kommissionierung am Verladepunkt erneut.
Insgesamt führte die manuelle Planung nicht
nur zu Verzögerungen und Fehleranfälligkeit,
sondern auch zu mehrfacher Bearbeitung derselben
Bestellung und erhöhtem Kommunikationsaufwand
mit dem Kunden.
Leicht zu bedienendes System
statt Einzelwissen
Hinzu kam das Risiko des Inselwissens. Zwar
verfügten langjährige AVI-Mitarbeitende über
umfassendes Expertenwissen in Bezug auf
Transportplanung, doch dieses Wissen war
nur in wenigen Köpfen verankert. Mit der Zeit
wuchs so die Gefahr, dass dieses wertvolle Praxis-Know-how
verloren gehen würde. „Solch
umfassende Erfahrungen wird man zwar nicht
komplett ersetzen können – trotzdem wollten
wir Informationen sichern und bündeln, um unseren
Mitarbeitenden die Arbeit zu erleichtern“,
erklärt Hreniuk.
Insbesondere mit Blick auf neue Mitarbeitende
stellte sich die strategische Frage, wie die Transportplanung
bei AVI zukünftig aussehen könnte.
Um sicherzustellen, dass Transporte möglichst
kostengünstig bleiben, die Lkw auch in Zukunft
optimal ausgelastet werden und gleichzeitig die
Gewichts- und Achslastbeschränkungen eingehalten
werden, benötigte AVI Unterstützung in der
Transportplanung – und fand diese bei S2data.
Das österreichische Start-up hat eine umfassende
Softwarelösung für die holistische Optimierung
der gesamten Supply Chain entwickelt:
Mithilfe Künstlicher Intelligenz verarbeitet sie
zeitgleich Informationen aus Produktion, Lager,
Materialbedarf und Logistik. Auf Basis der Daten
berechnet sie mithilfe von eigens entwickelten
Algorithmen die optimale Auslastung des
Laderaums und wählt die effizienteste Route
sowie den passenden Frachttarif. Die cloudbasierte
Infrastruktur der Platform sorgt dabei
für eine skalierbare Rechenleistung, sodass das
System problemlos große Datenmengen und
komplexe Berec hnungen effizient verarbeiten
kann.
logistik-express.com T&L 4/25 | S38
Automatisierte Planung dank
intelligenter Algorithmen
Bei AVI kommt die S2data Platform primär zum
Einsatz, um die Verladeplanung für den Transport
zu digitalisieren und zu automatisieren. Die
vom Start-up entwickelten Algorithmen berücksichtigen
die unterschiedlichen Produktabmessungen
und Bündelungsspezifikationen bei der
Berechnung des Laderaums und gewährleisten
so eine optimale Auslastung. Das manuelle
Ausrechnen und Planen gehört für die AVI-Mitarbeitenden
damit der Vergangenheit an. „Eingehende
Bestellungen müssen lediglich in die
Software eingegeben werden – die Laderaumplanung
erfolgt komplett automatisch, schnell
und effizient“, erklärt Hreniuk. Die Fahrzeugauslastung
hat sich dadurch erheblich verbessert.
„Im Vergleich zu früher nutzen wir den Laderaum
effizienter, vermeiden zusätzliche Fahrten und
senken so unseren Kraftstoffverbrauch sowie
unsere Betriebskosten“, so der Geschäftsführer.
Durch die automatische Berücksichtigung aller
relevanter Informationen stellt die Software außerdem
sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen
erfüllt werden und erhöht so die Sicherheit
beim Transport.
Visuelle Darstellungen als Entscheidungshilfe
Auch das moderne, benutzerfreundliche Dashboard
der Software unterstützt die Mitarbeitenden
im Arbeitsalltag: Es ermöglicht Transportplanern
und Verkäufern, 3D-Ladepläne zu erstellen
und beladene Lkw visuell darzustellen, um
ihnen in der Entscheidungsfindung zu helfen.
Dadurch wird die Planung nachvollziehbarer und
transparenter – die aufwendige Abstimmung
zwischen Verkaufsinnendienst und Kommissionierung
entfällt, ebenso wie die mehrfache
Bearbeitung einer einzigen Bestellung. In Kombination
mit der manuellen Eingriffsmöglichkeit
durch die Planer ermöglicht die Software so
zudem schnelle, dynamische Anpassungen der
Transportpläne. Hreniuk: „Mit der Einführung der
S2data Platform konnten sämtliche Planungsprozesse
spürbar beschleunigt und die Arbeitsabläufe
zugleich flexibler und effizienter gestaltet
werden.“ Zudem laste die Verantwortung nun
nicht mehr auf wenigen Schultern: „Durch den
Einsatz der S2data Platform haben wir nun die
Möglichkeit, unser vorhandenes Wissen zu konservieren
und so einen Wissenstransfer für neue
Mitarbeitende herzustellen.“
Schnelle Implementierung durch
effiziente Zusammenarbeit
Um sicherzustellen, dass die Software zügig und
unkompliziert einsatzbereit ist, verschaffte sich
das S2data-Team zuvor einen umfassenden
Einblick bei AVI. Dabei identifizierte es präzise
die Anforderungen des Herstellers für Betonbewehrungsprodukte,
sodass die Software anschließend
zügig implementiert werden konnte.
Hierfür wurden die Produkte der AVI durch das
S2data-Team im Detail, unter anderem nach
Größe, Gewicht oder Stapelbarkeit, spezifiziert.
„Weil die Software so schnell einsatzbereit war,
konnten wir früh damit anfangen, die digitalen
Prozesse in unsere Abläufe zu integrieren“, so
Hreniuk.
Lediglich besondere Betonbewehrungsprodukte
und Ladungsträger wurden nachträglich in das
System aufgenommen. „Die Zusammenarbeit
mit S2data war wirklich effizient und reibungslos.
Durch den offenen Austausch konnten
wir die Implementierung nicht nur innerhalb
von circa fünf Monaten, sondern mit spürbar
positiven Ergebnissen für unseren Arbeitsalltag
umsetzen“, fasst Hreniuk zusammen. Die enge
Kooperation der beiden Unternehmen bleibt
auch in Zukunft bestehen: Bei Bedarf können
neue Produkte in die Software integriert werden,
um jederzeit das aktuelle Produktportfolio von
AVI abzudecken. (RED)
Über S2data
S2data ist auf die innovative Planung und
Optimierung der Supply Chain spezialisiert
und bietet Lösungen, die nicht nur effizient,
sondern auch schnell und einfach zu integrieren
und zu bedienen sind. Die selbst entwickelte
SaaS-Lösung senkt die Logistikkosten
und Emissionen erheblich und bietet
verbesserte Sichtbarkeit und Effizienz entlang
der gesamten Lieferkette. Das Unternehmen
konzentriert sich durch mathematisch
fundierte 3D-Beladeplanung und eine
automatisierte Auswahl von idealen Routen
und Transporttarifen auf die Optimierung
von Logistikprozessen.
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logistik-express.com
LOGISTIK EXPRESS
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wikifolio-Indexzertifikat
Der Markt zur privaten
Kapitalanlage befindet
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FinTech-Unternehmen fordern
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