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Brockenwirtzeitung_Ausgabe 66_I

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66. Ausgabe | 01_2025

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Der Brockenwirt

Der Landkreis Harz ist neuer

Eigentümer der Brockenkuppe

samt Brockenhotel und

Wolkenhäuschen.


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Liebe Brockenfreunde,

in den vergangenen Wochen sind für

die Zukunft des höchsten Harzgipfels

entscheidende Weichen gestellt worden.

Die Kreisverwaltung Harz hat mit

dem Kauf der Brockenkuppe ein Zeichen

gesetzt, die künftige Entwicklung

selbst in die Hand zu nehmen. Ob der

angestrebte Neubau eines Mehrzwecksaals

den erhofften touristischen Aufschwung

bringen und gleichzeitig die

Brockenbahn stärken wird, bleibt abzuwarten.

Wir hoffen sehr, dass diese

Pläne so in Erfüllung gehen, auch

wenn der Brockenwirt für die Bewirtschaftung

des künftigen Heine-Saals

ebenso wenig zur Verfügung stehen

wird, wie für den Weiterbetrieb des

Brockenhotels mit Goethe- und Touristensaal.

Diese schmerzliche Entscheidung

mussten wir aus gesundheitlichen

und personaltechnischen

Gründen treffen – nicht zuletzt aus der

Verantwortung für unsere Mitarbeiter

heraus. Auch wenn damit eine Ära zu

Ende geht, bleibt der Brockenwirt seinem

Hausberg natürlich erhalten. Wir

kehren zurück zu unseren Wurzeln

und werden im Brockenbahnhof noch

mehr Gas geben. Wir freuen uns bereits

darauf, unsere Gäste nach Umbau und

Modernisierung in einem noch schö-

neren Ambiente begrüßen zu dürfen.

Dies ist zudem im Sinne der HSB, mit

denen uns eine enge, vertrauensvolle,

ja freundschaftliche Zusammenarbeit

verbindet. Umso mehr schmerzen die

aktuellen Entwicklungen. Denn seit

35 Jahren sind die HSB ein absoluter

Magnet für den Harz und ein Multiplikator,

der seinesgleichen sucht. Deshalb

muss alles getan werden, unser touristisches

Aushängeschild zukunftsfähig

aufzustellen. Dafür werden auch wir

uns weiterhin einsetzen.

Eure Familie Steinhoff

Vorwort

4–6: Brockenwirt beendet Pachtverhältnis für Brockenhotel

7–8: Landkreis Harz kauft Brocken-Immobilien

9–10: HSB-Krise: Studie sieht riesigen Investitionsbedarf

11–12: Harzklub erinnert an 35 Jahre Deutsche Einheit

Inhalt

14–15: Ein Harzer Wanderkaiser mit 'nem Herz für die Bergwacht

16–17: Hommage an Opa Hans: So schmeckt der neue Brockenschinken

19: Buchtipp: Die Dampfloks der Harzer Schmalspurbahnen

20: Faust: Rockmusical auf Deutschlands höchstgelegener Theaterbühne

21–22: Das ist los in Schierke

23: Das Brockenwörterbuch

23: Karte vom Brocken und Umgebung

Impressum

Herausgeber:

Harzdruckerei GmbH

im Auftrag des Brockenwirts –

Familie Steinhoff, www.brockenwirt.de

Layout & Druck:

Harzdruckerei GmbH, Wernigerode

www.harzdruckerei.de, Tel. 03943 5424-0

Anzeigenberatung:

Ferdinand Benesch, Tel. 03943 5424-24

E-Mail: f.benesch@harzdruckerei.de

Escheinungsweise: vierteljährlich

Foto Titelseite: Matthias Bein

Nachdruck und Verwendung in anderen Medien,

auch auszugsweise, nicht gestattet.

Der Brockenwirt

01 | 2025

3


Die Gastronomie am Brockenbahnhof wird weiterhin vom Brockenwirt betrieben.

Noch in diesem Jahr beginnen dort Sanierungsarbeiten.

Pachtvertrag wird neu ausgeschrieben

Brockenwirt Daniel Steinhoff

zieht sich aus Brockenhotel mit

Goethe- und Touristensaal zurück

Brocken. Die Nachricht hat eingeschlagen

wie eine Bombe. Brockenwirt Daniel

Steinhoff zieht sich zum Jahresende

2025 aus dem Brockenhotel samt

Goethe- und Touristensaal zurück.

Das hat er auf einer gemeinsamen

Pressekonferenz mit Landrat Thomas

Balcerowski angekündigt.

„Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen“,

erklärt Daniel Steinhoff. Aufgrund

des anhaltenden und sich weiter verschärfenden

Fachkräftemangels und

gesundheitlichen Gründen habe er die

„Notbremse“ ziehen müssen. Der Schritt

sei längst überfällig gewesen. „In guten

Zeiten haben 28 Frauen und Männer im

Brockenhotel und dem Touristensaal gearbeitet.

Heute sind es noch elf“, macht

Daniel Steinhoff deutlich.

Die Gründe dafür, dass sich so schwer

Personal finden lasse, seien vielfältig.

„An der Bezahlung liegt es nicht“, ist sich

Steinhoff sicher, der überdurchschnittliche

Vergütungen biete, wie er betont.

Die besondere Lage des Brockens mit

langen Anfahrtswegen, schwer kalkulierbaren

Besucherströmen und extremen

Wetterunbilden schrecke viele ab.

Hinzu käme die aktuelle Entwicklung

auf dem Arbeitsmarkt: Viele Bewerber

sehen weniger den Job an sich, sondern

wie er noch genügend Raum für

Familie und Freizeit biete – Stichwort:

Work-Life-Balance. „Vielen Kollegen in

der Gastronomie geht es da genauso“,

weiß Steinhoff. „Viele arbeiten bereits

am Limit.“

Das hat er in den vergangenen Monaten

selbst erfahren müssen. Deshalb wolle

Landrat Thomas Balcerowski und

Daniel Steinhoff verkünden das Ende

des Pachtvertrages vom Brockenwirt für

das Brockenhotel.

4 Der Brockenwirt 01 | 2025


Am sogenannten TGA-Gebäude unterhalb des Funkmastes haben Sicherungsarbeiten

begonnen. Das Dach wird gegen Eisschlag gesichert und die Holzfassade erneuert.

Fotos: Pressestelle Landkreis Harz

er künftig nur noch den Brockenbahnhof

der Harzer Schmalspurbahnen

(HSB) bewirtschaften. Dort hatte sein

Vater Hans vor 35 Jahren mit dem Verkauf

von „Skiwasser“ und Erbsensuppe

mit Würstchen begonnen. „Meinen Mitarbeitern

habe ich das mitgeteilt. Alle

werden übernommen. Und wir geben

dann am Brockenbahnhof wieder Gas“,

sieht Steinhoff optimistisch dem Neustart

entgegen.

Wie er ankündigt, wird dazu die Gaststube

komplett saniert. „Wir werden in

diesem Jahr noch damit anfangen. Es

müssen unter anderem die Toiletten

erneuert und die Küche umgebaut werden“,

kündigt er an. Der Gastraum soll

eine neue Bestuhlung bekommen. „Das

war längst überfällig“, sagt er. Die Möblierung

sei bereits mehr als 20 Jahre alt.

Laut Steinhoff seien die Pläne auch im

Sinne der HSB.

Landrat Thomas Balcerowski bedauere

die Entscheidung Steinhoffs, sein unternehmerisches

Engagement auf dem

Brocken zu reduzieren. Man trenne sich

jedoch im Einvernehmen und gehe nun

auf die Suche nach einem Nachfolger.

„Wir freuen uns auf eine engagierte

Persönlichkeit oder ein erfahrenes Unternehmen,

das bereit ist, sowohl den

Gastronomiebereich als auch das angeschlossene

Brockenhotel an einem der

bekanntesten Orte Norddeutschlands

zu betreiben und mit frischen und innovativen

Ideen weiterzuentwickeln“, so

Balcerowski.

Die Kreisverwaltung in Halberstadt hat

inzwischen den Hotel-Betrieb europaweit

ausgeschrieben. In dem zweistufigen

Verfahren müssen Interessenten

zunächst ihre wirtschaftliche und technische

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Der Brockenwirt

01 | 2025

5


belegen. In der Angebotsphase werde

danach ein ausführliches Betreiberkonzept

samt detaillierter Beschreibung der

einzelnen Module und wirtschaftlichen

Angaben zur Pachthöhe und künftigen

Mitarbeiterzahl notwendig. Ziel sei es,

dass der Kreistag auf seiner Sitzung am

3. Dezember 2025 den neuen Pachtvertrag

beschließt.

Parallel dazu haben bereits Bauarbeiten

auf dem Brockenplateau begonnen.

„Diese sind vor dem Winter unerlässlich,

um die Besucher und die erworbenen

Gebäude gleichermaßen vor den

Gefahren von Eisschlägen wirkungsvoll

zu schützen“, unterstreicht Landrat

Thomas Balcerowski auf Nachfrage.

„Wir machen das Brockenplateau jetzt

winterfest“, ergänzt er.

Demnach wurden zunächst die massiven

Balken auf den Dächern der Zisternen

mit rund 200.000 Liter Löschwasser

für die Feuerwehren erneuert.

Dort ersetzen die Kanthölzer aus Lärche

die bisher üblichen aus Fichte. Die Verwendung

der wesentlich witterungsbeständigeren

Lärche für den Schutz der

Dächer vor massiven Eisschlägen sei

zudem auch ein Test für mehr Nachhaltigkeit,

erläutert der Landrat. Dieser

soll zeigen, ob die Lärchenhölzer dem

extremen Klima auf dem nebligsten Ort

Deutschlands länger widerstehen.

Blick von oben auf die Dacharbeiten am

TGA-Gebäude.

Seit Mitte September laufen außerdem

Arbeiten am Dachschutz des Technikgebäudes.

Dort soll nach den Vorstellungen

der Kreisverwaltung der neue Heinrich-Heine-Saal

für bis zu 500 Personen

entstehen. Direkt an dem markanten

Funkturm gelegen, sei das Gebäude im

Winter besonders stark den Einschlägen

der gewaltigen Eiszapfen von Funk- und

Brockenturm ausgesetzt. Deshalb werde

jetzt turnusgemäß die massive hölzerne

Abdeckung kontrolliert und bei Bedarf

ausgewechselt. „Dort geht es um die Sicherheit

der Brocken-Besucher und Gäste“,

so die Kreisverwaltung.

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6 Der Brockenwirt 01 | 2025


Die Kreisverwaltung in Halberstadt hat das Brockenplateau samt Brockenhotel, Nebengebäude

und Wolkenhäuschen erworben. Mit der Umsetzung weiterer Umbaupläne soll

der Gipfel attraktiver werden – für Einheimische und Touristen. Foto: Matthias Bein

Eigentümerwechsel auf dem Gipfel

Landrat Balcerowski: „Die

Brockenkuppe ist endlich wieder

Gemeinschaftseigentum!“

Brocken. Die Kreisverwaltung des

Landkreises Harz hat Mitte Juni für

3,5 Millionen Euro zwei Grundstücke

mit einer Fläche von 12.937 Quadratmetern

auf dem Brocken mit dem

sogenannten TGA-Gebäude, dem Brockenturm,

dem Touristensaal und

dem historischen Wolkenhäuschen

zum Alleineigentum erworben. In

Wernigerode unterzeichneten Landrat

Thomas Balcerowski sowie als Vertreter

des Eigentümerkonsortiums Haiko

Elschner von der Harzsparkasse und

Hauke Habekost von der Norddeutschen

Landesbank den Kaufvertrag.

„Der 12. Juni 2025 ist ein historischer Moment,

vergleichbar mit dem Bau des ersten

Fernsehturms in Deutschland 1936

auf dem Brocken oder der Brockenöffnung

am 3. Dezember 1989“, wird Landrat

Thomas Balcerowski in einer Presseerklärung

zitiert. Mit dem Kauf werde es

nunmehr gelingen, dem höchsten Berg

Norddeutschlands als Ort zahlreicher

Mythen und Sagen und als unverrückbarem

Symbol der deutschen Wiedervereinigung

eine tragfähige Zukunftsperspektive

als touristischen Leuchtturm zu

eröffnen. „Die Brockenkuppe ist endlich

wieder Gemeinschaftseigentum“, ist der

Landrat überglücklich.

Der Kreistag des Landkreises Harz hatte

am 11. Dezember 2024 mehrheitlich

der „Errichtung eines Mehrzwecksaals

auf dem Brockenplateau sowie begleitenden

Maßnahmen“ zugestimmt. „Der

Landkreis Harz will mit den dringend

notwendigen und seit Jahren überfälligen

Investitionen in die Infrastruktur

auf dem Brockenplateau das Angebot

und die Qualität deutlich anheben, um

neue Zielgruppen anzusprechen und

etablierte zu halten“, begründet Landrat

Balcerowski das Engagement des

Landkreises Harz auf dem Gipfel des

höchsten Harzberges.

Der jetzt unterzeichnete 26-seitige

Vertrag regelt den Verkauf durch die

„Brockenverwaltungs- und Vermarktungs

GmbH& Co. KG“ an den Landkreis

Harz. Das Konsortium hatte 2008

das Areal samt Gebäuden von der Telekom

erworben und so dem Zugriff

ausländischer Spekulanten entzogen.

Vereinbarter Besitzübergang war demnach

der 1. Juli 2025 um 0 Uhr. „Der

Landkreis Harz tritt in die bestehenden

Mieterverhältnisse ein“, erklärte Landrat

Balcerowski.

Nach dem Kauf soll das Brockenplateau

für Harztouristen und einheimische

Besucher noch attraktiver gemacht

werden. Balcerowski bekräftigte Pläne,

ein langgestrecktes, bisher von der Telekom

AG gepachtetes dreigeschossiges

Gebäude in Zukunft für eine teilweise

Der Brockenwirt

01 | 2025

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Blick in das sogenannte TGA-Gebäude auf dem Brocken. Dort soll ein Mehrzwecksaal

für bis zu 500 Personen entstehen. Foto: Matthias Bein

touristische Nutzung umbauen zu wollen.

„Dieser als Heinesaal bezeichnete

neue Mehrzwecksaal auf dem Brockenplateau

ist für unterschiedliche Zwecke

flexibel nutzbar. Er kann etwa 500 Personen

bei Theaterbestuhlung und etwa

250 Personen bei Tagungs- oder Bankettbestuhlung

beherbergen“, erläutert

Balcerowski die Umbaupläne.

Damit entstehe auf dem Brocken ein

modernes und durch seine Lage einzigartiges,

exklusives Tagungszentrum für

Vorträge oder für hochkarätige Theateroder

Konzertaufführungen. „Das können

auch jährliche Sonderkonzerte des

Philharmonischen Kammerorchesters

Wernigerode und der Harzer Sinfoniker

oder Gastspiele von Theatern aus der

Region sein“, regt Thomas Balcerowski

an. Für einen Zugang zu dem ganzjährig

und wetterunabhängig nutzbaren

Mehrzwecksaal soll ein neu zu errichtendes

Empfangsgebäude sorgen. Es

ermögliche dann die barrierefreie Verbindung

zum Goethesaal und dem Touristensaal

im Nachbargebäude.

Eine weitere Hoffnung verbindet der

Landkreis Harz mit dem Kauf der Flächen

und Gebäude auf dem Brockenplateau:

Mit Blick auf den Natur- und

Umweltschutz am höchsten Ort des

Nationalparks Harz sollte die An- und

Abreise bei Tagungen oder Veranstaltungen

möglichst mit der Brockenbahn

erfolgen. „Ein künftig deutlich attraktiverer

Brocken sorgt für mehr Gäste, die

mit der Brockenbahn anreisen“, so die

Vision von Landrat Balcerowski. Dies

soll nicht zuletzt zur Sicherung der 250

Arbeitsplätze bei der HSB beitragen.

Bei Notar Maximilian Zimmer in Wernigerode haben Landrat Thomas Balcerowski

und als Vertreter des Eigentümerkonsortiums Haiko Elschner von der Harzsparkasse

sowie Hauke Habekost (von links) von der Nord LB den Kaufvertrag zum Erwerb der

Brockenkuppe unterzeichnet. Foto: Pressestelle Landkreis Harz

8 Der Brockenwirt 01 | 2025


Einfahrt eines Dampfzuges im Brockenbahnhof. Seit jeher ist die Brockenbahn das wirtschaftliche

Zugpferd der Harzer Schmalspurbahnen (HSB). Archivfoto: Heide Baumgärtner

HSB in der Krise

Ergebnisse des Entwicklungsund

Konsolidierungskonzepts

vorgestellt

Wernigerode. Katrin Müller, Geschäftsführerin

der Harzer Schmalspurbahnen

GmbH (HSB), und Thomas

Balcerowski, HSB-Aufsichtsratsvorsitzender

und Landrat des Harzkreises,

haben Anfang September in Wernigerode

die Ergebnisse eines Entwicklungs-

und Konsolidierungskonzepts

zur Zukunft des Unternehmens präsentiert.

Erarbeitet wurde das mehrere

hundert Seiten umfassende Konzept

von der renommierten Beratungsfirma

SCI Verkehr GmbH aus Köln.

Anlass für die Konzepterstellung war,

dass die HSB nach eigenen Angaben in

den vergangenen Jahren durch stark

gestiegene Kosten in verschiedenen

Bereichen zunehmend vor erhebliche

finanzielle Herausforderungen gestellt

worden war und die Situation sich im

vergangenen Jahr zuspitzte. Die Bundesländer

Sachsen-Anhalt und Thüringen

als Aufgabenträger für den

Nahverkehr sowie die kommunalen

HSB-Gesellschafter reagierten darauf

mit zusätzlichen finanziellen Hilfen –

verbunden mit der Erwartung, dass die

HSB ein nachhaltiges Konzept für ihre

Zukunft entwickelt.

Die nun vorliegenden Ergebnisse der

seit Januar 2025 laufenden Untersuchungen

wurden zunächst am 31. Juli

den Vertretern der zuständigen Ministerien

in Sachsen-Anhalt und Thüringen

vorgestellt und am 28. August den

Gesellschaftern sowie dem Aufsichtsrat

präsentiert. Anfang September informierte

Katrin Müller die Mitarbeiter

in einer eigens dafür einberufenen Versammlung.

„Im Mittelpunkt der Analysen stand

in erster Linie die rein wirtschaftliche

Betrachtung des Status Quo des Unternehmens

mit dem Ziel, Maßnahmen

zur Kostenbegrenzung wie zur Erlösund

Effizienzsteigerung zu entwickeln

und Wege zur organisatorischen Weiterentwicklung

aufzuzeigen“, heißt es

von der HSB. Besondere Aufmerksamkeit

habe „auf dem Erhalt des 140,4 Kilometer

umfassenden Streckennetzes,

der Sicherung des touristisch wichtigen

Dampfbetriebs, der Weiterentwicklung

des HSB-Angebots als moderner Schienenpersonennahverkehr,

der verlässlichen

und effizienten Durchführung des

Betriebes sowie auf der Steigerung von

Reisekomfort und Fahrzeugverfügbarkeit“

gelegen.

Die Digitalisierung und moderne Technologien

würden auch weiterhin eine

wichtige Rolle spielen. So sei die bereits

angestrebte Umrüstung der noch

betriebsfähig zu erhaltenden historischen

Fahrzeuge auf umweltfreundlichere

Antriebe, wie beispielsweise die

Der Brockenwirt

01 | 2025

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Schon während der Bauphase schwebten dunkle Wolken über der

HSB-Dampflokwerkstatt in Wernigerode. Archivfoto: Jens Müller

Leichtölfeuerung bei den Dampflokomotiven,

in die Untersuchungen einbezogen

worden. Anhand verschiedener

Szenarien sei außerdem untersucht

worden, unter welchen finanziellen Voraussetzungen

ein Weiterbetrieb des

Gesamtnetzes oder nur von Teilstrecken

möglich sei.

Die Ergebnisse der Tiefenanalysen belegen

laut Unternehmensangaben, dass

sich bei der HSB in den vergangenen

Jahren „erhebliche Investitions- und Instandhaltungsrückstände

aufgehäuft“

haben: bei der Infrastruktur und der

Fahrzeugflotte. „Für die nächsten zehn

Jahre wird hier ein Sanierungs- und

Modernisierungsbedarf in mittlerer

dreistelliger Millionenhöhe erwartet“,

so die HSB. Experten rechnen mit bis zu

800 Millionen Euro.

Die Handlungsempfehlungen von SCI

Verkehr:

➜ Sanierung des Streckennetzes einschließlich

aller dazugehörigen Bauwerke

und technischer Anlagen

➜ Anschaffung einer neuen Fahrzeuggeneration

in Form von Triebwagen

mit alternativen Antrieben,

➜ Modernisierung der zu erhaltenden

Dampf- und Diesellokomotiven sowie

der historischen Wagen

➜ Neubau einer erweiterten Werkstatt

für die Instandhaltung der künftigen

Triebwagen,

➜ Umsetzung von Übergangsfahrplänen,

bis die Modernisierungsmaßnahmen

greifen.

Ein zentrales Element sei laut der HSB

die notwendige Modernisierung der

Werkstattinfrastruktur, da die bestehende

Fahrzeugwerkstatt für die Instandhaltung

einer neuen Fahrzeuggeneration

nicht geeignet sei. Zur

Erinnerung: Die in Wernigerode neu errichtete

Dampflokwerkstatt war erst im

Juni 2022 eröffnet und 2024 mit einem

Eisenbahn-Lern- und Erlebnisbereich

im Außengelände ergänzt worden. Gesamtkosten:

rund 15 Millionen Euro.

Die gute Nachricht der Analysten: Ein

Personalabbau sei nicht vorgesehen.

Die vorliegenden Ergebnisse sollen

laut HSB die Grundlage für Gespräche

mit den Ländern Sachsen-Anhalt und

Thüringen sowie den Gesellschaftern

und Aufsichtsräten des Unternehmens

dienen. Die anstehenden zukunftsweisenden

Entscheidungen hängen maßgeblich

von den künftigen Finanzierungsmöglichkeiten

ab.

10 Der Brockenwirt 01 | 2025


Harzklub-Präsident Dr. Oliver Junk wird zahlreiche Harzfreunde am 3. Oktober auf

dem Brocken begrüßen. Zur alljährlichen Einheitsfeier im Goethesaal gibt es ein

kulturelles Rahmenprogramm mit Jodlermeisterin Marina Hein und den Harzer Rollern

des Harzklub-Zweigvereins Bad Grund. Als Festredner wird Bodo Ramelow erwartet.

35 Jahre Deutsche Einheit

Harzklub-Präsident:

Ost und West haben längst

zusammengefunden

Brocken. Mit ihrem traditionellen Festakt

werden am 3. Oktober 2025 die

Harzklub-Mitglieder an bedeutender

Stätte das wohl geschichtsträchtigste

Ereignis der jüngeren deutschen

Geschichte feiern: den Tag der Deutschen

Einheit. Einmal mehr kommen

sie auf dem Brocken zusammen, der

einst Sperrgebiet war – unerreichbar

für Menschen aus Ost und West.

Einigen Unentwegten ist es zu verdanken,

dass sich im Dezember 1989 auch

die bis dahin schwer bewachten Tore

zum Brockenplateaus öffneten – erst

vier Wochen nach dem Fall der Mauer.

An wohl keiner anderen Stelle im Harz

wird die Wiedervereinigung daher so

beispielhaft sichtbar und erlebbar, wie

auf dem Brockengipfel. Dafür sorgen

inzwischen das Brockenhaus mit einer

sehenswerten Ausstellung, die großen

Hinweisschilder zur deutschen Teilung

und der Gedenkstein des Harzklubs an

der Brockenstraße.

„Der Harzklub war der erste Verein, der

sofort nach der Öffnung der innerdeutschen

Grenze wieder flächendeckend

im Harz tätig wurde. Von Anfang an war

es das Ziel, den Wandertourismus länderübergreifend

neu zu beleben“, heißt

es vom Harzklub, der alljährlich am 3.

Oktober auf den Brocken einlädt und

mit geführten Wanderungen und einer

Gedenkfeier an die Wiedervereinigung

erinnert.

Für viele Menschen ist die Deutsche

Einheit inzwischen zur Selbstverständlichkeit

geworden. Kaum etwas erinnert

mehr an die todbringenden Sperrzonen

und die Spionage-Anlagen. Gerade

deshalb ist es dem Harzklub wichtig,

an jene Zeit zu erinnern, als eine

unüberwindbare Grenze den Ost- und

den Westteil des Harzes voneinander

trennte und der Brocken für die meisten

Menschen so weit entfernt war, wie

der Mond.

In diesem Jahr hat sich der Harzklub

einen prominenten Festredner eingeladen.

Thüringens ehemaliger Ministerpräsident

Bodo Ramelow wird

auf dem Brocken erwartet und zu den

Harzfreunden sprechen. Im vergangenen

Jahr sagte er in einer Rede zum Tag

der Deutschen Einheit: „Der 3. Oktober

1990 erinnert uns nicht nur an eine Zeit

der Trennung von Menschen, Freunden

und Familien sowie an zahlreiche Op-

Der Brockenwirt

01 | 2025

11


Harzklub-Präsident Dr. Oliver Junk.

fer an der innerdeutschen Grenze. Der

Einheitstag vermittelt vor allem die Botschaft:

Grenzen können überwunden

werden und Menschen erneut zusammenfinden.“

Darauf zielt auch Harzklub-Präsident

Dr. Oliver Junk ab: „Jahr für Jahr wird

am Tag der Deutschen Einheit auf dem

Brocken darüber diskutiert, wann Ost

und West endlich zusammengefunden

haben und zusammengewachsen sind.

Ich meine, Gelassenheit ist angezeigt.

Gibt es nicht auch Unterschiede zwischen

Regionen wie dem Ruhrgebiet

und dem Wattenmeer oder der Sächsischen

Schweiz und Boltenhagen? Haben

nicht jüngst die Kommunalwahlen

in Nordrhein-Westfalen bewiesen, dass

es große Unterschiede zwischen großen

Städten und ländlichen Räumen gibt?“

Ost- und West müssten deshalb nicht

mehr zusammenfinden: „Sie haben sich

längst gefunden“, ist er überzeugt. Das

müsse schon deshalb so sein, weil das

heutige Ost- und Westdeutschland über

lange Zeit einen kulturellen und politischen

Raum gebildet hätten. „Und doch

bleibt es wie in einer Beziehung: Unterschiedliche

Lebensgeschichten und

Erfahrungen bereichern wie erschweren

das Miteinander. 45 Jahre, in denen

die Deutschen in verschiedenen gesellschaftlichen

und politischen Systemen

lebten, haben Spuren hinterlassen. Und

die Geschwindigkeit der Veränderungen

in 1989 und 1990 eben auch“, so der

Harzklub-Präsident.

Und diese Spuren reicher tiefer, als das

im Rahmen der Wiedervereinigung prognostiziert

wurde. Erfahrungen, Lebensgeschichten

und durch die Wiedervereinigung

entstandenen „Brüche“ sowie

daraus entstandene Verletzungen würden

von Generation zu Generation weitergegeben.

„Es wächst sich eben nicht

so schnell aus. Das spüre ich im Rahmen

meiner Arbeit mit Studentinnen

und Studenten an der Hochschule Harz

sehr deutlich. So haben Menschen, die

nach 1990 geboren wurden, in Ost- und

West differenzierte Prägungen. Und das

ist überhaupt nicht schlimm, hilft uns

vielmehr“, ist er überzeugt.

„Ich habe den Harzklub immer verstanden

als ein Ort, wo sich Menschen der

verschiedenen Generationen aus Ost

und West begegnen, mit all den unterschiedlichen

Biographien, Erlebnissen,

Erfahrungen und Geschichten. Und

ich habe das für mich immer als bereichernd

und gewinnbringend erfahren“,

sagt der Goslarer. Vielfalt, Innovation

und Verständnis füreinander – das mache

die besondere Stärke des Harzklubs

durch das Zusammenwirken von fast

11.000 unterschiedlichen Menschen mit

ihren Prägungen aus. Die Heterogenität

bilde dabei das Kraftzentrum. „Und das

unterscheidet den Harzklub mit seiner

Geschichte und den so verschiedenen

Menschen mit differenzierten Biographien

aus Ost und West ganz positiv

von vielen anderen Vereinen und Verbänden.“

Der Harz benötige aufgrund seiner großen

Herausforderungen wie Demographie,

Strukturschwäche und auch der

Verteilung von Kompetenzen auf drei

Bundesländer besondere Konzentration

und politische Anstrengungen. „Unsere

Heterogenität ist dabei eine große Chance“,

ist Oliver Junk überzeugt – durch

verbesserte Entscheidungsfindung, erhöhte

Kreativität, Ausgleich von Defiziten,

das Austragen von konstruktiven

Konflikten und größere Flexibilität.

Der Brockenstammtisch ist aus seiner

Sicht einer dieser guten Orte, die Raum

dafür bieten. „Auf dem Brocken werden

schon seit über 35 Jahren die Stühle zurechtrückt,

Getränke bereitstellt und

Erbsensuppe gekocht für die Menschen,

die an der positiven Entwicklung EINER

Harzregion arbeiten. Vielen Dank dafür

und verbunden mit der Hoffnung, dass

auch anstehende Pächterwechsel auf

dem Brockenplateau weiterhin Raum

geben für Begegnungen und den Brockenstammtisch

oder die jährlichen

Traditionsveranstaltungen des Harzklubs

am 3. Oktober oder 3. Dezember

rahmen.“

Allen Harzfreunden ruft er zu: „Leben

wir die Unterschiede und diskutieren

nicht weiter die Frage, wann es diese

zwischen Ost- und West nicht mehr geben

soll und geben darf!“

12 Der Brockenwirt 01 | 2025


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Der Brockenwirt

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Ein Wanderkaiser mit Herz

Ralph Grotelüschen wandert für

die Bergwacht Wernigerode

Von Sandra Giebel

Brocken. Es war ein Erlebnis, das alles

veränderte: „Ich wusste plötzlich nicht

mehr weiter – und dann kam diese

Stimme am Handy: ‚Keine Sorge, wir

sind unterwegs‘“, erinnert sich Ralph

Grotelüschen an jenen Wintertag.

Bei einer Wanderung von Ilsenburg

aus hatte er sich verschätzt. Tief verschneite

Wege, Dunkelheit, schwindender

Handy-Akku, zu wenig Wasser.

Als nichts mehr ging, rief er die

112. „Und dann kamen sie: die Retter

von der Bergwacht. Fröhlich, hilfsbereit

– und ehrenamtlich. Das hat mich

tief beeindruckt.“

Vor allem eines hat den Niedersachsen

immer wieder beschäftigt: „Du denkst,

die kommen da jetzt in voller Montur

aus dem Wald. Und dann erzählen sie

dir, dass sie direkt von der Arbeit im

Büro kommen, weil sie eigentlich IT-

Admin, Finanzbeamter oder Notfallsanitäter

sind.“

Diese Begegnung hat Ralph Grotelüschen

nicht mehr losgelassen. Also

kehrte er zurück in den Harz – mit einer

Mission: In nur 29 Tagen sammelte

er alle 222 Stempelstellen der Harzer

Wandernadel, wurde erneut Wanderkaiser

und verband jeden Schritt mit

einer Spende von 25 Euro an die Bergwacht

Wernigerode.

Ziel war es, ein neues All Terrain Vehicle

(ATV) mitzufinanzieren, denn

das bisherige Einsatzfahrzeug war irreparabel.

Grotelüschen Aktion kam

an: „Die Spendensumme wurde durch

weitere Unterstützer ergänzt und das

Spendenziel erreicht“, berichtet Sandra

Giebel stolz.

Der mehrfache Wanderkaiser Ralph Grotelüschen überreichte den Rettern der Bergwacht

Wernigerode seine erwanderte Spende zugunsten des neuen Allradfahrzeugs.

14 Der Brockenwirt 01 | 2025


„Man könnte auch einfach das Geld

überweisen – aber ich wollte, dass die

Leute sehen: Diese Arbeit verdient Respekt“,

betont Ralph Grotelüschen. Mit

Humor, Ehrgeiz und großem Herzen

ging er deshalb Tag für Tag neue Etappen

– und sammelte unterwegs nicht

nur Stempel, sondern auch Begegnungen

und Erlebnisse.

Ralph Grotelüschen auf seiner Wandertour

durch den Harz. Sein Stempelheft

hatte er natürlich immer dabei.

Fotos: Sandra Giebel

Zum Beispiel beim Besuch der Hercynian

Distillery, wo der gelernte Braumeister

auf einen Whiskybrenner traf: „Ein

Gespräch unter Braufreunden – wir

wissen eben beide, wie gute Dinge reifen:

mit Zeit, Erfahrung und im Fass!“

Natürlich führte Grotelüschens Weg

auch auf den sagenumwobenen Gipfel.

Die Brockenbahn, das Wetter, die Hexenlegenden

– all das zieht Wanderer

magisch an. „Der Brocken ist wie ein

Herzschlag des Harzes – mystisch, stolz

und voller Geschichten.“ Deshalb hat er

einen besonderen Tipp: „Schaut Euch

das Brockenhaus an! So viele spannende

Infos zu Natur, Geschichte und

Klima – ein Museum auf dem Berg, das

erwartet man gar nicht.“

Und noch einen dringenen Rat gibt er

allen Wanderern mit auf den Weg: „Es

ist besser, die Bergwacht nicht zu brauchen.

Aber es ist gut zu wissen, dass sie

da ist.“ Denn er weiß, wovon er spricht.

Deshalb gibt er seine Learnings gern

weiter: Mindestens ein Liter Wasser,

besser zwei, Handy vorher laden, Powerbank

und Stirnlampe mitnehmen –

und nicht unterschätzen, wie fordernd

der Harz bei Schnee, Regen oder Hitze

sein kann.

Ralph Grotelüschen hat mit seiner

Stempeltour ein starkes Zeichen gesetzt.

Und jeder kann mithelfen – ob

mit eigenen Wanderungen oder einer

direkten Spende: „Ich mach das nicht

für mich. Ich mach das für die, die

sonst viel zu wenig gesehen werden.“

»Wer auch helfen möchte:

Spendenkonto Förderverein Bergwacht

Wernigerode e.V.

Harzsparkasse

IBAN: DE15 8105 2000 0339 8309 72

BIC: NOLADE21HRZ

Mo.–Sa.:

16

Der Brockenwirt

01 | 2025

15


Landfleischerei Gut Wasserleben

Hommage an Opa Hans:

So schmeckt der neue

Brockenschinken

Von Jörg Niemann

Wasserleben/Brocken. Fleischermeister

Torsten Müller aus Wasserleben ist der

Hauslieferant in Sachen Fleisch- und

Wurstwaren für den Brockenwirt. Das

hat nicht nur mit der hohen Qualität

der Produkte zu tun, die Wurzeln der

Zusammenarbeit liegen schon mehr

als ein halbes Jahrhundert zurück.

Müllers Vater Harald und Ursula Steinhoff,

die Witwe des einstigen Brockenwirts

Hans Steinhoff, drückten vor über

60 Jahren gemeinsam die Schulbank in

Elbingerode. Beide Familien verbindet

also eine alte Freundschaft, die sich

auch in den wirtschaftlichen Beziehungen

beiden Familien und Firmen wiederspiegelt

– beispielsweise bei gemeinsamen

Grillabenden.

An die Lieben

denken, die Karte lässt

sich auch verschenken!

Hasseröder Familien-Karte

für bis zu 4 Personen (max. 2 Erwachsene) alles inklusive

3 Stunden Brockenbad

je Essen mit Getränk (Sonderkarte)

je Kind eine Tageskarte Indoor-Spielwelt

Schnäppchenpreis

von nur 55,50 €.

Die Karte ist an der Kasse erhältlich.

Bitte die jeweiligen Öffnungszeiten

beachten! Jedes weitere Kind 10,00 €.

Hasseröder Ferienpark · Nesseltal 11 · 38855 Wernigerode

Tel. 03943 55700 · www.hasseroeder-ferienpark.de

Bei einem dieser Grillabende entstand

eine Idee. In Erinnerung an den im Juni

2016 verstorbenen Brockenwirt sollte

ein ganz besonderer Schinken kreiert

werden. Wer die Ur-Idee im Detail hatte,

das wusste nach dem Grillen niemand

mehr so genau. Nicht vergessen wurden

aber wichtige Einzelheiten. So sollte der

Schinken nicht im flachen Land in Wasserleben,

sondern auf dem Brocken unter

Beachtung seines subpolaren Klimas

reifen.

Daniel Steinhoff und Sohn Lucas erklärten

sich sofort bereit, die Idee mitzuverfolgen

und sorgten für einen geeigneten

Lager- und Reifeplatz in den Räumen der

Brockenwirt-Gebäude auf dem Harzgipfel.

„Das besondere Klima soll dafür

sorgen, dass der Schinken auf ganz besondere

Art und Weise brennt und reift“,

sagt Torsten Müller und erklärt, dass

unter dem Fachbegriff Brennen das Einziehen

der jeweiligen Gewürzmischung

in das Schinkenfleisch zu verstehen ist.

Und eine spezielle Gewürzmischung

soll dem Schinken den richtigen Pfiff

geben, denn neben hochwertigem

Steinsalz werden zahlreiche Käruter

den Schinkengeschmack prägen, die im

Brockengarten zu finden sind und dort

gedeihen. „Wir konnten allerdings aus

naturschutzrechtlichen Gründen nicht

direkt im Brockengarten ernten, deshalb

wurde in einer Gewürzmanufaktur eine

vergleichbare Mischung aus Kräutern

kreiert, die kulinarische Tradition mit

der wilden Natur der Bergregion verbindet“,

erläutert Daniel Steinhoff.

Eingelagert wurden zunächst rund 150

Kilogramm Schinkenfleisch, das bis

Ende November auf dem Brocken bleiben

wird. Dann wird er wieder nach

Wasserleben gebracht und für den

Verkauf vorbereitet. „Der Schinken soll

auch ein Dankeschön an unsere Kunden

sein, die uns nach der schweren Zeit der

Betriebsunterbrechung wegen des Wasserschadens

wieder die Treue halten“,

sagt Torsten Müller.

16 Der Brockenwirt 01 | 2025


Daniel, Lucas und Ursula Steinhoff sowie

Fleischermeister Torsten Müller

(von links) präsentieren den neuen

Brockenschinken aus dem Harz.

Und wie es sich für ein ganz besonderes

Produkt gehört, bekommt es auch

einen ganz besonderen Namen. In Erinnerung

an Brockenwirt Hans Steinhoff

wird der Schinken unter dem Namen

„Opa Hans Brockenschinken“ in den

Verkauf kommen. Angeboten werden

soll er in der Ilsenburger Filiale der

Landfleischerei Gut Wasserleben am

Marktplatz sowie beim Brockenwirt.

Der Verkauf soll unmittelbar nach dem

ersten Advent starten.

Auf dem Brocken sind die Schinken zu

einem vorher ausgewählten Zeitpunkt

eingelagert worden. „Daniel, Lucas und

ich haben eigens den Tag des 75. Geburtstages

von Ursula Steinhoff für den

Transport ausgewählt. Das war für uns

Ehrensache, denn sie war in all den Jahren

stets an der Seite von Hans und hat

den gesamten Betrieb mit aufgebaut“,

erklärt Torsten Müller, für den die Aktion

so etwas wie ein Testballon ist. Müller:

„Wir gucken in einigen Monaten, wie

die Aktion gelingt und wie sie von den

Kunden angenommen wird. Wird es ein

Erfolg, ist eine Wiederholung durchaus

denkbar.“.

Der Brockenschinken ist „Opa Hans“

Steinhoff gewidmet. Fotos: Jörg Niemann

Der Brockenwirt

01 | 2025

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SEILBAHNEN THALE

ERLEBNISWELT

Das Bodetal gehört zu den schönsten Anziehungspunkten des Harzes. Genau

hier, wo sich Hexentanzplatz und Roßtrappe beinahe berühren, liegt

die Seilbahnen Thale Erlebniswelt. Mit tollen Attraktionen wie der Kabinenbahn

zum Hexentanzplatz, dem Sessellift zur Rosstrappe, der Sommerrodelbahn

Harzbob und dem Freizeitpark auf der „Spassinsel“ zieht die Seilbahnen

Thale Erlebniswelt Jahr für Jahr ca. 700.000 Besucher an.

Nur 5 Minuten von der Bergstation der Kabinenbahn am Hexentanzplatz

entfernt geht es etwas schneller zu. Unsere Sommerrodelbahn Harzbob

lädt euch in schnittigen Bobs zu einer rasanten Kurvenfahrt durch den Wald

ein. Ein tolles Erinnerungsfoto von der flotten Runde ist Pflicht.


Neues Buch für Eisenbahn-Fan

Buchtipp

Seit 70 Jahren im Einsatz:

Dem Mythos der legendären

Brockenloks nachgespürt

Wernigerode. Wer den Weg hinauf

zum Brocken mit der Bahn zurücklegt,

kennt die majestätischen Dampfrösser

der Harzer Schmalspurbahnen

GmbH (HSB). Zum Jubiläum der sogenannten

„Brockenloks“ haben zwei

eingefleischte Eisenbahn-Experten

der Geschichte der legendären Baureihe

99 nachgespürt und Erstaunliches

zu Tage gefördert.

Die mächtigen Maschinen beeindrucken

nicht nur durch ihre kantige, unverwechselbare

Silhouette: „Mit einer

indizierten Leistung von 700PSi zählen

sie zu den stärksten Schmalspur-Lokomotiven

in Deutschland“, weiß Dirk

Endisch. Der Eisenbahnjournalist und

Verleger aus Stendal hat sich gemeinsam

mit dem Dampflok-Enthusiasten

Martin Ristau auf Spurensuche begeben:

Denn die „Brockenloks“, wie sie

kurz genannt werden, feiern in diesem

Jahr ein Jubiläum. Die ersten Exemplare

der Baureihe 99 23-24 sind vor 70 Jahren

in Dienst gestellt worden. „Und diese

Boliden beweisen noch täglich, dass

sie nicht zum alten Eisen gehören“, so

die beiden. Ganz im Gegenteil: „Die von

den Eisenbahnern der HSB mit Engagement,

Kompetenz und handwerklichen

Können gepflegten Maschinen sehen

immer aus, als hätten sie gerade die

Werkhallen verlassen.“

Laut Endisch traf die erste Maschine

am 26. Januar 1955 im Harz ein. Allerdings

erlebten die Reichsbahner

eine böse Überraschung: „Das Laufwerk

erwies sich für den bogen- und

steigungsreichen Streckenverlauf der

Harzquer- und Brockenbahn als völlig

ungeeignet.“ So mussten Reichsbahn-

Ingenieure und der Hersteller, der VEB

Lokomotivbau „Karl Marx“ in Babelsberg,

an Verbesserungen tüfteln.

Insgesamt wurden 25 dieser Maschinen

in Babelsberg gebaut. Dem inzwischen

verstorbenen Eisenbahnexperten

Michael Ziegler ist es zu verdanken,

dass er ein bisher unbekanntes Kapitel

über den Verbleib von insgesamt acht

Eisenbahnexperte, Autor und Verleger

Dirk Endisch mit seinem Buch über die

legendären Brockenloks in Wernigerode.

dieser Loks aufklären konnte: „Sie gelangten

als Reparationsleistung in die

Sowjetunion und wurden Mitte der

1970er Jahre auf der Insel Sachalin eingesetzt.“

Das Aus der sogenannten „Neubauloks“

auf den Schienen im Harz verhinderte

1989 die Wende und die

spätere Privatisierung der Harzquer-,

Brocken- und Selketalbahn. „Durch die

Gründung der HSB sind alle 17 Exemplare

der Baureihe 9923-24 erhalten

geblieben“, erläutert Dirk Endisch, der

in seinem neuen Buch gewohnt detailreich

die Geschichte der „Brockenloks“

aufbereitet hat – reich bebildert mit

historischen Aufnahmen, technischen

Besonderheiten und zahlreichen Daten

zu Umbauten, Einsatzgebieten und

vielem mehr.

»Das Buch „Mythos ,Brockenloks'

– die Baureihe 99 23-24“ ist als Band

22 der Edition Bahn-Bilder im Verlag

Dirk Endisch www.verlag-endisch.de

erschienen. Es umfasst 224 Seiten mit

sieben Tabellen und 250 Fotos, davon

100 in Farbe. Der Band ist im Buchhandel

erhältlich und kostet 32 Euro

– ISBN 978-3-947691-62-3.

Der Brockenwirt

01 | 2025

19


Tipp

Szene aus dem Rocktheater „Faust“. Foto: Matthias Bein

Faust auf dem Brocken – Rocktheater nach Goethe

Goethes Meisterwerk trifft

auf mitreißende Rockmusik —

live auf dem Brocken!

Brocken. Es heißt mal wieder Abschied

nehmen. Zum letzten Mal werden im

November die Besucher des Rocktheaters

Faust von Brockenwirt Daniel

Steinhoff und seinem Team im Goethesaal

bewirtet. „Es waren immer

anstrengende, aber immer sehr schöne

Abende“, denkt Steinhoff an die

Musicalnächte zurück, die er mit seinen

Kollegen kulinarisch mit einem

„Mephisto-Mahl“ – auf Wunsch auch

vegetarisch – bereichern durfte. Mit

seinem Rückzug aus dem Brockenhotel

endet die Ära des Brockenwirts in

der höchstgelegenen Theaterbühne

Deutschlands.

„Faust auf dem Brocken – Rocktheater

nach Goethe“ wird 2025 noch neun

Vorstellungen erleben: am 31. Oktober,

1. und 2. November, vom 7. Bis 9. November

und vom 14. Bis 16. November.

Die Zuschauer sind eingeladen, in

eine einzigartige Inszenierung einzutauchen,

bei der Mephisto persönlich

das Publikum verführt. „Erleben Sie

Goethes Worte in einer mitreißenden

Mischung aus szenischer Wucht und

energiegeladener Live-Rockmusik –

mitten auf dem geheimnisvollen Brocken,

dem höchsten Gipfel des Harzes“,

heißt es in der Ankündigung der Show,

die Mystik, Magie und Rockmusik in

einzigartiger Weise verbindet.

Das Erlebnis perfekt macht die Anreise

mit den Harzer Schmalspurbahnen. Sie

bringen die Zuschauer mit dem dampfenden

Mephisto-Express direkt auf

den sagenumwobenen Brocken. Dabei

gibt es bereits im Zug Unterhaltung

während der Fahrt und einen höllischen

„Mephisto-Tropfen“ zur Begrüßung.

Im Goethesaal des Brockenhotels

steigt das Rocktheater mit Komposition

von Jimmy Gee und einem mitreißenden

Libretto von Hartmut Hecht und

Michael Manthey. Darin entfaltet sich

ein dramatisches Spektakel, das klassische

Literatur in die Moderne katapultiert.

»Termine & Tickets unter

www.hsb-wernigerode.de

20 Der Brockenwirt 01 | 2025


Veranstaltungstipps in Schierke

Tipp

Filzen mit der „Hörnerbiene“

Schierke. Wer kreativ werden und die

Kunst des Filzens erlernen möchte,

sollte sich den Donnerstag, 16. Oktober,

vormerken. Dann lädt die „Hörnerbiene“

um 15 Uhr ins Schierker Rathaus

ein. Uta Schiffer aus Blankenburg zeigt

allen Kindern ab vier Jahren die Technik

des Filzens. Vorkenntnisse sind

dafür nicht erforderlich. Die Veranstaltung

ist kostenfrei. Anmeldung bitte telefonisch

unter (039455) 8680 oder per

Mail an info@schierke-am-brocken.de

Puppentheater im Rathaus

Schierke. Das Puppentheater des Theaters

Silberborn entführt am Freitag, 17.

Oktober, die kleinen und großen Besucher

in eine verzauberte Welt. Im Schierker

Rathaussaal präsentiert es um 16 Uhr

das Stück „Wo sich Luchs und Hase Gute

Nacht sagen". Zum Inhalt: Durch die tiefen

der Harzer Wälder fließt der Fluss

Tiefundkalt. Er trennt die bekannte Welt

des Kleinen Hasen von dem geheimnisvollen

Wald Jetieferjeschwärzer. Dort, wo

der Wald am dunkelsten ist, dort soll das

Glück der Welt zu finden sein.

Das Glück der Welt! Unbedingt will der

Kleine Hase es ergründen. Doch schon

auf seinem Weg zum Fluss Tiefundkalt

stößt er auf einige merkwürdige Waldbewohner.

Er erklärt sich kurzerhand zu

einem Mutigen Hasen und schafft es, auf

die andere Seite des Flusses zu gelangen.

Nur der König des Waldes kann ihm dort

verraten, wie er das Glück der Welt für

sich entdecken kann. Und dafür braucht

es tatsächlich viel Mut und gute Nerven

und eine sehr gute Idee.

Am 27. Oktober ist das Theater Silberborn

dann mit dem Märchen „Schneewittchen

und alle 7 Zwerge" zu Gast im

Schierker Rathaus. Beginn ist ebenfalls

um 16 Uhr.

Konzert der besten Nachwuchsspielleute

Sachsen-Anhalts

Schierke. Das Technische Komitee Musik-

und Spielmannswesen des Landesturnverbandes

Sachsen-Anhalt und der

Förderverein für Spielleute Sachsen-

Anhalt organisieren im zweijährigen

Rhythmus ein zentrales Musikcamp

für Kinder und Jugendliche aus Vereinen

des Landesverbandes. In diesem

Jahr nehmen rund 135 junge Musikerinnen

und Musiker der Spielmannszüge

Bernburg, Elbingerode, Hasselfelde,

Hettstedt, Neuwerk, Stapelburg und

Ziegelrode daran teil. Höhepunkt dieses

Musikcamps ist die öffentliche Abschlussprobe

am Sonntag, 26. Oktober,

im Musikpavillon des Kurparks Schierke.

Beginn ist um 13.30 Uhr. Der Eintritt

ist frei.

Bunt ist unsere

Lieblingsfarbe!

Max-Planck-Str. 12/14 | 38855 Wernigerode | Tel. 03943 54240 | www.harzdruckerei.de

Der Brockenwirt

01 | 2025

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Schierker

Klippenglühen

Das Klippenglühen ist ein besonderes

Veranstaltungshighlight in der Adventszeit

in Schierke. Foto: Matthias Bein

Schierke. Der Wald rund um Wernigerodes

Ortsteil Schierke verändert sich

rasant. Die markanten Klippen rund

um den kleinen Ort am Fuße des Brockens

waren bisher im dichten Wald

versteckt und sind nun plötzlich schon

aus der Ferne sichtbar. Ein vollkommen

neues Landschaftsbild entsteht.

Bei einer außergewöhnlichen Aktion

können Besucher nun am zweiten Adventswochenende

beim vierten Schierker

Klippenglühen dieses veränderte

Landschaftsbild neu erleben. Zum Einbruch

der Dunkelheit erstrahlen am Freitag

und Samstag, 5. Und 6. Dezember, die

am Ortsrand gelegene Mauseklippe und

die Rennrodelbahn am Barenberg in rotem

Licht. Die Illuminationen lassen

sich von vielen Stellen im Ort aus sehr

gut sehen. Als kleines Highlight wird das

Klippenglühen in diesem Jahr erstmals

von einer kulinarischen Wintermeile begleitet,

auf der die Gäste unter anderem

bei Bratwurst, Waffeln und Glühwein die

Vorweihnachtszeit genießen können. Los

geht es an beiden Tagen um 17 Uhr.

»Weitere Veranstaltungen unter

www.schierke-am-brocken.de/

veranstaltungen

Eisspaß in der Schierker

Feuerstein Arena

Schierke. Von Eisdisco über das beliebte

Schlägerlaufen, Schlittschuhlaufen,

Eisstockschießen bis hin zu einem

Weihnachtsmarkt reicht das Angebot

in den letzten Monaten des Jahres.

Beim Schlägerlaufen können die Besucher

mit Eishockeyschläger und Puck

über die Eisfläche fegen. Schläger, Pucks

und Schlittschuhe (Gr. 25 bis 50) stehen

zur Ausleihe bereit. Das Angebot ist für

alle Altersgruppen geeignet. Es findet ab

4. Dezember immer donnerstags außerhalb

der Ferien statt.

Klein aber fein präsentiert die Wernigerode

Tourismus GmbH einen Weihnachtsmarkt

in der Schierker Feuerstein Arena.

In Einstimmung auf das bevorstehende

Weihnachtsfest sind alle Gäste zum gemütlichen

Weihnachtsmarkt auf der

Westterrasse der Arena am Samstag und

Sonntag, 20. und 21. Dezember, eingeladen,

wo sie einen heißen Glühwein oder

Kakao genießen können. An Weihnachtsständen

werden sie bestimmt auch ein

Weihnachtsgeschenk für ihre Liebsten

entdecken. Der Weihnachtsmarkt ist von

11 bis 18 Uhr geöffnet. Den Ausklang

übernimmt die Eisdisco am Abend. Von

Die Schierke Feuerstein Arena ist ein

Hotspot für alle Freunde, die auf Eis aktiv

sein möchten – ob beim Eisstockschießen,

Eislaufen oder bei der Eisdisco.

18 bis 22 Uhr dreht der Live-DJ die Lautsprecher

auf. Der Eintritt zum kleinen

Weihnachtsmarkt ist frei.

Unter dem Motto „Don’t stop the Music"

treffen heiße Beats auf kaltes Eis und laden

ein, schwungvoll Runden übers Eis

zu drehen. Egal ob Schlager, aktuelle Hits,

Wunschmusik oder weihnachtliche Klassiker

– dort ist für jeden etwas dabei. Die

letzte Eisdisco des Jahres steigt am Samstag,

27. Dezember, von 18 bis 22 Uhr.

»Alle weiteren Infos unter

www.schierker-feuerstein-arena.de

22 Der Brockenwirt 01 | 2025


Der Brockenwirt

IV 2016

HSB-Winterfahrplan Brockenwörterbuch gilt

bis Ende April

44. Ausgabe

Dampflok-Romantik

zum Jahreswechsel

Karte vom Brocken und Umgebung

Lexikon

Berghöhe: mit 1141,2 Metern ist der Brocken

der höchste Berg im Norden Deutschlands.

Wernigerode. Besteigung: erste Seit nachweisliche 7. November gilt Besteigung auf den

Strecken im Jahr 1460 der durch Harzer den Schmalspurbahnen

Gelehrten Tilemann

GmbH Stella. der aktuelle Winterfahrplan. Bis 28.

April Brockenbahn: verkehren seit die Züge 1899; von Strecke: Wernigerode ca. 16 Kilometer;

Brocken Höhenunterschied: zu folgenden Zeiten: 588 Meter und

zum

Abfahrt rund 700.000 am Hauptbahnhof Fahrgäste pro ist Jahr. jeweils um

9.40, Brocken-Benno 10.25, 13.25 (ab (†): 1. Rekordhalter April) und 14.55 an

Uhr Brockenaufstiegen (verkehrt nicht am (wanderte 24. Dezember). nahezu täglich

8. hinauf), Januar mit und mehrfachen wieder vom 28. Einträgen Januar im

Bis

bis Guinness-Buch 5. März sowie der vom Rekorde, 1. bis 23. mehr April als wird 9000

Aufstiege außerdem ein dampfbetriebener Zug bereits

ab Brockenbesucher: 8.55 Uhr eingesetzt. ca. eine Million pro Jahr.

Ab Brockenfernsehen: Drei Annen Hohne fahren 1934 errichtete HSB-Züge die um

12.00 Reichspost (bis 8. die Januar, erste TV-Station vom 28. Januar der Welt bis 5. in

März

Berlin.

sowie

Auf dem

vom

Brocken

1. bis 23.

strahlte

April),

im

um

Juli

13.39

1935

und

ein fahrbarer

15.06 Uhr

Sender

(verkehrt

ein

nicht

Bildam

und

24.

Tonprogramm

für Messzwecke aus.

Dezember)

zum Gipfel. Letzte Rückfahrmöglichkeit

direkt nach Wernigerode ist jeweils

Brockenfernsicht: maximale Sichtweite 230

Kilometer, überschaubare

um 17.07 Uhr. Dieser Zug verkehrt aber

Fläche: 45.000 Quadratkilometer.

nicht

Brockengarten:

am 24. Dezember.

seit 1890; seltene alpine und

arktische Pflanzen.

Brockengespenst: 1744 erstmals beschriebenes

Naturphänomen.

Brockenhaus: Informationshaus zur Geschichte,

Natur und Mystik des Brockens

sowie zum Nationalpark Harz.

Brockenhotel: bestand von 1862 bis 1945;

Neueröffnung 1999 im alten Fernsehturm

mit Aussichtsplattform und 14 Zimmern.

Brockenmauer: 2,8 Kilometer lang, 3,60 Meter

hoch, aus 2.318 Betonelementen; umschloss

seit 1985 die Kernzone des einstigen

Wernigerode. Sperrgebiets der Wer Grenze in den zwischen letzten Stunden DDR und

des BRD; alten 1992 und abgerissen. den ersten Tag des neuen

Jahres Brockenöffnung: mit Dampflok-Romantik Grenzöffnung rund am um 3. Dezember

Brocken 1989. erleben möchte, für den bieten

den

die Brockenpost: Harzer Schmalspurbahnen 1875 im Brockenhaus gleich er zwei öffnet,

Sonderfahrten 1906 mit 314.325 an. Postkarten, Zum einen gehts seit 20. am April

Sonnabend, 1945 geschlossen. 31. Dezember, mit dem Silvester-Express

Brockenuhr: ein zum Kreis Jahreswechsel aus Bronzetafeln auf den mit

Brocken.Im Entfernungsangaben Ticketpreis zu enthalten Städten; sind mittig eine der

Fahrt 1997 gestaltete im geschmückten, Gipfelfelsen. dampfbespannten

Sonderzug Brockenvegetation: von Quedlinburg Waldgrenze zum bei Brocken ca. 1100

und Metern, zurück, darüber ein Abendessen subalpine Mattenvegetation.

in Buffetform

mit Brockenwirt: einem Freigetränk, gastronomische einem belebenden Bewirtung

Begrüßungstrunk, seit 1805, seit 1990 Live-Musik durch Familie während Steinhoff. der

Fahrt

Mythos:

im Tanzwagen,

in einem Gedicht

individueller

von 1300

Jahreswechsel

gilt der

Brocken

und

als

„Dampfsekt“

Sammelplatz

zum

von

Anstoßen

„Geisterwesen“,

1540 wird er erstmals als Hexenort

auf

dem Brocken sowie ein kleiner Imbiss und

benannt, richtig bekannt wird er durch die

Pfannkuchen unterwegs.

Walpurgisnacht-Szene in Goethes „Faust“.

Am Sonntag, 1. Januar, setzt die HSB

Name: laut Dr. Friedrich Dennert kann der

einen

Name

Sonderzug

höchstwahrscheinlich

zum Neujahrsbrunch

vom Begriff

auf

dem

„Bruch“

Brocken

bzw. dem

ein. Abfahrt

niederdeutschen

ist diesmal

„Braake“

in

Wernigerode. abgeleitet werden, Im Fahrpreis das heißt enthalten Bruch-, sind Sumpfdie

oder Fahrt Moorgebiet. im Sonderzug Der Name unter „Blocksberg“ fachkundiger ist

Reiseleitung, erst sehr viel ein später belebender entstanden. Begrüßungstrunk

Walpurgis: und ein Nacht schmackhaftes vom 30. April Brunch-Buffet zum 1. Mai,

beim laut Sage Brockenwirt. kommen die Hexen auf Besen hinauf,

um mit dem Teufel Hexensabbat zu

Infos feiern. und Buchungen im Internet unter

www.hsb-wr.de.

Wolkenhäuschen: erste Schutzhütte von

1736, überstand die Bombardierungen 1945.

Karte vom Brocken und Umgebung

Karte vom Brocken und Umgebung

20 Seite

Der Brockenwirt

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