LOGISTIK express Journal 4/2025: Intralogistik & ECommerce
In einer sich wandelnden Welt ist es entscheidend, Kunden zu erreichen und zu begeistern. Mit uns teilen Sie Ihre Botschaften und bauen starke Verbindungen auf – für mehr Sichtbarkeit und Vertrauen über alle Kanäle hinweg.
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JOURNAL 4/2025
INTRALOGISTIK & ECOMMERCE
Fachkräftemangel rückt
Robotik in den Fokus
LOGISTIK EXRESS INFORMIERT
logistik-express.com I&E 4/25 | S2
I&E JOURNAL 4/2025
o4 Cobots und ihre Vorteile und Herausforderungen
06 E-Commerce-Logistik-Strategien im Überblick
08 Die Zukunft der E-Commerce-Logistik
10 DHL Strategien & Trends im E-Commerce
12 eCommerce – gekommen, um zu bleiben
16 Meister der Flexibilität
18 Wie KI-Agenten das Lager resilient
und schneller machen
20 Zahl der Fabrik-Roboter weltweit
in zehn Jahren verdoppelt
22 Spitzenreiter bei Fabrik-Robotern in Europa
24 Wenn Serienfertigung zum Stolperstein wird
26 Fit für die Zukunft und gut gerüstet
30 Weltweiter Boom bei Service-Robotern
32 Automatisierung von Arbeitsabläufen
steigert Produktivität um 20 %
34 BERNER: Aufbaugeneration ist einzigartig
36 KNAPP automatisiert Produktionsversorgung von SICK
mit Open Shuttles und SAP® EWM
38 Siemens und TRUMPF beschleunigen
digitale Fertigung & Einbindung von KI
40 Agile Robots übernimmt BMW Group
Spin-off idealworks
42 Warum sich der Vertrieb nur als
ganzheitlicher Prozess denken lässt
44 Unitechnik-Studie: Fachkräftemangel rückt
Robotik in den Fokus
46 Swisslog automatisiert Frischelager für Bünting
48 Unitechnik & Wildeboer - Intralogistik für Wachstum
LE 4/2025
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Foto: istockphoto.com, Depositphotos.com
logistik-express.com I&E 4/25 | S4
Cobots und ihre Vorteile
und Herausforderungen
Cobots, oder kollaborative Roboter, sind Roboter,
die direkt mit Menschen zusammenarbeiten
können. Im Gegensatz zu traditionellen
Industrierobotern, die oft in Sicherheitszäunen
arbeiten, sind Cobots so konzipiert, dass
sie sicher neben Menschen arbeiten, ohne
diese zu gefährden.
Kollaborative Roboter, kurz Cobots, gewinnen
in der modernen Industrie zunehmend
an Bedeutung. Sie sind darauf
ausgelegt, direkt mit Menschen
zusammenzuarbeiten und dabei repetitive oder
ergonomisch belastende Aufgaben zu übernehmen.
Dabei bieten Cobots zahlreiche Vorteile,
bringen aber auch einige Herausforderungen
mit sich.
Vorteile von Cobots
Ein wesentlicher Vorteil von Cobots ist ihre Flexibilität.
Sie lassen sich schnell programmieren
und an unterschiedliche Aufgaben anpassen,
was besonders für kleine und mittelständische
Unternehmen attraktiv ist. Durch ihre kompakte
Bauweise und die integrierten Sicherheitsmechanismen
können Cobots ohne aufwändige
Schutzvorrichtungen direkt neben menschlichen
Arbeitskräften eingesetzt werden. Dies erhöht
die Sicherheit am Arbeitsplatz und ermög-
licht eine effiziente Zusammenarbeit. Darüber
hinaus steigern Cobots die Produktivität, indem
sie monotone oder körperlich belastende Tätigkeiten
übernehmen. So können Mitarbeiter entlastet
werden und sich auf anspruchsvollere
Aufgaben konzentrieren.
Kostenersparnis ist ein wichtiger Faktor
Cobots sind in der Anschaffung und im Betrieb
oft günstiger als herkömmliche Industrieroboter,
was ihre Implementierung auch für kleinere Betriebe
wirtschaftlich macht.
Herausforderungen von Cobots
Trotz dieser Vorteile gibt es auch Herausforderungen
bei der Nutzung von Cobots. Die Integration
in bestehende Produktionsprozesse erfordert
eine sorgfältige Planung und Anpassung der
Arbeitsabläufe. Nicht jede Aufgabe eignet sich
für die Automatisierung durch Cobots, da deren
Traglast und Geschwindigkeit oft begrenzt sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Akzeptanz
der Mitarbeiter. Veränderungen im Arbeitsumfeld
können Unsicherheiten oder Widerstände
hervorrufen, weshalb eine transparente Kommunikation
und Schulungen notwendig sind,
um die Zusammenarbeit zwischen Mensch und
Roboter erfolgreich zu gestalten. Zudem müssen
Sicherheitsaspekte kontinuierlich überwacht
werden, um Unfälle zu vermeiden, insbesondere
wenn Cobots in dynamischen Umgebungen
eingesetzt werden.
Fazit: Cobots bieten großes Potenzial, die Effizienz
und Sicherheit in der Produktion zu erhöhen.
Ihre Flexibilität und einfache Bedienbarkeit
machen sie zu wertvollen Helfern in vielen
Branchen. Gleichzeitig erfordern ihre Einführung
und der Betrieb ein durchdachtes Konzept, um
Herausforderungen wie Integration, Leistungsgrenzen
und Mitarbeiterakzeptanz zu meistern.
(RED2)
logistik-express.com I&E 4/25 | S6
E-Commerce-Logistik-
Strategien im Überblick
Unternehmen müssen Bestellungen schnell
und kosteneffizient bearbeiten können, um
mit dem wachsenden Wettbewerb Schritt zu
halten.
Nachhaltigkeit: Integration umweltfreundlicher
Logistiklösungen, da Kunden und Regulierungen
zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit legen.
Partnerschaften und Netzwerke: Kooperationen
mit lokalen und internationalen Logistikdienstleistern,
um Know-how und Ressourcen zu bündeln.
Datenanalyse: Nutzung von Big Data und Predictive
Analytics, um Nachfrage besser vorherzusagen
und Lagerbestände optimal zu steuern.
Insgesamt gilt: Nur wer agil und innovativ bleibt,
kann sich im globalen Wettbewerb behaupten
und den Kunden schnelle, zuverlässige und kosteneffiziente
Lieferungen bieten.
SPPHIE HERING
Die E-Commerce-Logistik steht vor
vielfältigen Herausforderungen, die
durch den intensiven Wettbewerb
und geopolitische Unsicherheiten
verstärkt werden. Um in diesem dynamischen
Umfeld erfolgreich zu sein, sollten Unternehmen
folgende Strategien in Betracht ziehen:
Automatisierung und Digitalisierung: Der Einsatz
moderner Technologien wie Warehouse-
Management-Systeme (WMS), Robotik und
Künstliche Intelligenz kann Prozesse beschleunigen
und Fehler reduzieren.
Flexibilität in der Lieferkette: Aufbau von mehrstufigen
Lieferketten und Nutzung verschiedener
Transportwege, um auf Störungen schnell
reagieren zu können.
Lokalisierung von Lagern: Strategische Platzierung
von Lagern nahe bei den Hauptabsatzmärkten,
um Lieferzeiten zu verkürzen und
Transportkosten zu senken.
Flexible E-Commerce-Logistikstrategien:
Der Schlüssel zum Erfolg im Online-Handel
In der heutigen Zeit ist E-Commerce längst
kein Nischenmarkt mehr, sondern ein zentraler
Bestandteil des globalen Handels. Unternehmen
stehen vor der Herausforderung, Bestellungen
nicht nur schnell und zuverlässig, sondern auch
kosteneffizient abzuwickeln – und das in einem
Umfeld, das von starkem Wettbewerb und geopolitischer
Unsicherheit geprägt ist. Plattformen
wie JD.com, Temu, Alibaba und Amazon setzen
Maßstäbe in puncto Geschwindigkeit, Service
und Preisgestaltung.
Um in diesem Umfeld zu bestehen, benötigen
Unternehmen flexible E-Commerce-Logistikstrategien,
die sich schnell an veränderte Marktbedingungen
anpassen lassen. In diesem Blogartikel
beleuchten wir, warum Flexibilität in der
Logistik so wichtig ist und welche Strategien
Unternehmen verfolgen können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit
zu sichern.
Flexibilität in der E-Commerce-Logistik
Der Online-Handel ist von Natur aus volatil.
Saisonale Schwankungen, plötzliche Nachfragespitzen
(z. B. durch Marketingaktionen oder
neue Produktlaunches) und unerwartete Störungen
in der Lieferkette erfordern eine agile
Logistik. Hinzu kommen geopolitische Faktoren
wie Handelsbeschränkungen, Zolländerungen
oder Transportengpässe, die globale Lieferketten
empfindlich treffen können. Flexibilität bedeutet
in diesem Kontext, dass Unternehmen
ihre Logistikprozesse, Infrastruktur und Partnernetzwerke
so gestalten, dass sie schnell auf Veränderungen
reagieren können – ohne dabei die
Kosten aus den Augen zu verlieren. Nur so lassen
sich Lieferzeiten minimieren, Kunden zufriedenstellen
und gleichzeitig die Profitabilität sichern.
Multi-Location-Strategie / On-Demand-Lager
Eine der zentralen Stellschrauben für mehr Flexibilität
ist die Lagerhaltung. Statt auf ein zentrales
Lager zu setzen, setzen immer mehr Unternehmen
auf ein Netzwerk aus mehreren Lagern,
die strategisch nahe an den wichtigsten Absatzmärkten
positioniert sind. Diese Multi-Location-
Strategie ermöglicht:
Kürzere Lieferzeiten: Produkte sind näher
am Kunden, wodurch Expresslieferungen
einfacher und günstiger werden.
Risikostreuung: Bei Störungen in einem
Lager kann die Versorgung über andere
Standorte aufrechterhalten werden.
Skalierbarkeit: Lagerkapazitäten lassen sich je
nach Nachfrage flexibel anpassen. Zusätzlich
gewinnen On-Demand-Lagerlösungen an Bedeutung.
Hierbei mieten Unternehmen Lagerflächen
nur bei Bedarf, was besonders in Zeiten
hoher Nachfrage oder bei saisonalen Peaks Kosten
spart.
Automatisierung und Digitalisierung
Moderne Technologien sind ein wesentlicher
Treiber für flexible Logistikprozesse. Warehouse-
Management-Systeme (WMS) ermöglichen
eine präzise Steuerung der Lagerbestände und
optimieren Kommissionierung sowie Versand.
Roboter und automatisierte Fördersysteme beschleunigen
die Abwicklung und reduzieren
Fehlerquoten. Darüber hinaus helfen digitale
Plattformen und Cloud-Lösungen dabei, Daten
in Echtzeit zu erfassen und auszuwerten. So
können Unternehmen frühzeitig auf Nachfrageschwankungen
reagieren, Lieferketten anpassen
und Engpässe vermeiden.
Multi-Carrier-Strategien
Die Wahl des richtigen Transportpartners ist essenziell
für eine flexible Logistik. Unternehmen
setzen zunehmend auf Multi-Carrier-Strategien,
bei denen mehrere Versanddienstleister
parallel genutzt werden. Vorteile sind: Ausfallsicherheit:
Fällt ein Dienstleister aus, können
Bestellungen über andere abgewickelt werden.
Kostenoptimierung: Je nach Zielregion und Sendungsart
kann der günstigste oder schnellste
Carrier gewählt werden. Erweiterte Reichweite:
Kombination von nationalen und internationalen
Partnern ermöglicht weltweite Lieferungen.
Nachhaltigkeit: Bestandteil flexibler Logistik
Flexibilität und Nachhaltigkeit schließen sich
nicht aus – im Gegenteil: Umweltfreundliche Logistiklösungen
werden zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.
Unternehmen integrieren daher
nachhaltige Maßnahmen wie: Die Nutzung von
Elektrofahrzeugen oder alternativen Antrieben
im Transport. Die Optimierung von Verpackungen
zur Reduzierung von Material und Volumen.
Den Einsatz von Retourenmanagement-Systemen,
die Wiederverwendung und Recycling
fördern. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zum
Umweltschutz bei, sondern verbessern auch das
Markenimage und erfüllen steigende Kundenerwartungen.
Partnerschaften und Netzwerke
Im komplexen E-Commerce-Umfeld sind starke
Partnerschaften entscheidend. Unternehmen
kooperieren mit spezialisierten Logistikdienstleistern,
Technologieanbietern und lokalen Partnern,
um Know-how und Ressourcen zu bündeln.
Solche Netzwerke ermöglichen: Die Schnellere
Reaktionszeiten bei Marktveränderungen. Den
Zugang zu neuen Märkten und Infrastruktur. Die
Gemeinsame Innovationsprojekte für Prozessverbesserungen.
Fazit: Flexibilität als Wettbewerbsvorteil
Anforderungen an die E-Commerce-Logistik
steigen. Unternehmen, die flexibel agieren und
Logistikstrategien anpassen, können sich im
Wettbewerb behaupten. Multi-Location-Lager,
Digitalisierung, Multi-Carrier-Ansätze, Nachhaltigkeit
und starke Partnerschaften bilden die
Basis für eine agile, effiziente Logistik. Wer in
flexible E-Commerce-Logistik investiert, schafft
die Voraussetzungen für langfristigen Erfolg –
und begeistert Kunden mit schnellen, zuverlässigen
und nachhaltigen Lieferungen.
(RED2)
logistik-express.com I&E 4/25 | S8
Die Zukunft der
E-Commerce-Logistik
Die E-Commerce-Logistik befindet sich im
ständigen Wandel – getrieben von steigenden
Kundenerwartungen, technologischen
Innovationen und globalen Herausforderungen.
Wer heute im Online-Handel erfolgreich
sein will, muss seine Logistikprozesse flexibel,
schnell und nachhaltig gestalten. Hier
die wichtigsten Trends, die 2024 die Branche
prägen.
Der E-Commerce boomt wie nie
zuvor – und mit ihm wächst die
Bedeutung einer effizienten, flexiblen
und nachhaltigen Logistik.
Die Zukunft der E-Commerce-
Logistik ist geprägt von technologischen Innovationen,
steigenden Kundenerwartungen und
einem immer stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit.
In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick
auf die wichtigsten Entwicklungen, die das Gesicht
der E-Commerce-Logistik in den kommenden
Jahren prägen werden.
Nachhaltigkeit wird zum Standard
Klimaschutz und Ressourcenschonung sind
längst keine Nischen mehr, sondern zentrale
Anforderungen an moderne Lieferketten. Unternehmen
setzen verstärkt auf umweltfreundliche
Verpackungen, CO2-neutrale Transporte und
nachhaltige Liefermethoden. Große Player wie
IKEA oder Amazon investieren in Elektrofahrzeuge
und optimieren ihre Verpackungsmaterialien,
um Abfall zu reduzieren. Auch kleine und mittlere
Händler folgen diesem Trend – sei es durch
biologisch abbaubare Verpackungen oder durch
die Bündelung von Lieferungen, um Transportwege
zu minimieren.
Automatisierung und Robotik
revolutionieren Lager und Versand
Die Automatisierung in Lagerhäusern nimmt
rasant zu. Roboter übernehmen das Kommissionieren,
Sortieren und Transportieren von Waren,
was die Effizienz erheblich steigert und Fehlerquoten
senkt. Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt
dabei, Prozesse intelligent zu steuern und
Lagerbestände optimal zu verwalten. Unternehmen
wie Ocado oder Amazon sind hier Vorreiter
und zeigen, wie vollautomatisierte Fulfillment-
Center die Lieferzeiten verkürzen und Kosten
senken können.
Express- und Same-Day-Delivery
werden zum Standard
Kunden erwarten immer schnellere Lieferungen
– oft noch am selben Tag oder innerhalb weniger
Stunden. Um diese Erwartungen zu erfüllen,
entstehen Micro-Fulfillment-Center direkt
in urbanen Zentren. Anbieter wie Zalando oder
Gorillas setzen auf diese kleinen, hochautomatisierten
Lager, um Modeartikel oder Lebensmittel
blitzschnell zu liefern. Diese Entwicklung
stellt die Logistik vor neue Herausforderungen,
eröffnet aber auch Chancen für innovative
Zustellkonzepte.
Omnichannel-Logistik für
nahtlose Kundenerlebnisse
Die Grenzen zwischen Online- und Offline-Handel
verschwimmen zunehmend. Kunden möchten
flexibel entscheiden, ob sie online bestellen
und im Laden abholen oder retournieren. Omnichannel-Logistik
verknüpft alle Vertriebskanäle
und sorgt für eine Echtzeit-Synchronisation von
Beständen und Retouren. Händler wie Media-
MarktSaturn oder H&M zeigen, wie diese Verzahnung
funktioniert und die Kundenzufriedenheit
steigert.
Datengetriebene Prozesse
optimieren die Lieferkette
Big Data, Analytics und Predictive Intelligence
ermöglichen eine datenbasierte Steuerung der
Lieferketten. Unternehmen können Nachfrage
besser prognostizieren, Engpässe frühzeitig erkennen
und Lieferwege optimieren. Echtzeit-
Tracking bietet Kunden volle Transparenz über
den Status ihrer Pakete – ein wichtiger Faktor für
Vertrauen und Servicequalität. Logistikdienstleister
wie UPS oder Alibaba setzen hier auf modernste
Technologien, um ihre Abläufe zu perfektionieren.
Lieferoptionen für mehr Flexibilität
Die Individualisierung der Zustellung wird zum
Wettbewerbsvorteil. Kunden wollen selbst entscheiden,
wann und wo ihre Pakete ankommen
– sei es per Zeitfenster, Lieferung an Paketshops
oder sichere Ablageorte. Anbieter wie DPD oder
Zalando bieten vielfältige Optionen, die sich bequem
über Apps oder Kundenportale steuern
lassen. Diese Flexibilität erhöht die Zufriedenheit
und reduziert Rücksendungen.
Innovationen auf der letzten Meile
Die letzte Meile ist oft der teuerste und komplexeste
Teil der Lieferkette. Neue Konzepte wie
Paketboxen in Wohngebieten, Crowdshipping
oder Drohnenlieferungen sollen Zustellungen
schneller, günstiger und nachhaltiger machen.
Insbesondere in Städten gewinnen nachhaltige
Zustellmethoden wie Lastenräder oder Elektrofahrzeuge
an Bedeutung. Hermes und andere
Logistiker experimentieren intensiv mit solchen
Lösungen, um die Herausforderungen der urbanen
Zustellung zu meistern.
Resilienz als Erfolgsfaktor
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt,
wie wichtig widerstandsfähige Lieferketten sind.
Unternehmen setzen auf Diversifikation bei Lieferanten,
mehrere Lagerstandorte und flexible
Transportwege, um auf Krisen wie Pandemien
oder geopolitische Spannungen reagieren zu
können. Digitale Tools zur Supply-Chain-Visibility
helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen
und schnell gegenzusteuern.
Fazit: Technologie, Nachhaltigkeit und
Kundenzentrierung prägen die Zukunft
Die E-Commerce-Logistik steht vor einem tiefgreifenden
Wandel. Technologische Innovationen,
der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und
die steigenden Erwartungen der Kunden treiben
die Branche an. Unternehmen, die diese Trends
frühzeitig erkennen und adaptieren, sichern sich
Wettbewerbsvorteile und können ihre Kunden
mit schnellen, flexiblen und umweltfreundlichen
Lieferungen begeistern.
Die Zukunft der E-Commerce-Logistik ist also
nicht nur digital und automatisiert – sie ist auch
grün und kundenorientiert. Wer diese Balance
meistert, wird langfristig erfolgreich sein. Die
E-Commerce-Logistik bleibt somit spannend
und dynamisch.
(RED2)
logistik-express.com I&E 4/25 | S10
DHL Strategien & Trends
im E-Commerce
Einsatz von künstlicher Intelligenz im Einzelhandel
nimmt stark zu: Fast die Hälfte der
Unternehmen integriert KI in ihre Verkaufsprozesse;
KI-Einsatz ist bei B2C-Händlern
(53 %) und B2B-Händlern (61 %) hoch – vor
allem bei Personalisierung, Inhaltserstellung
und Kundenservice eingesetzt
In der Berichtsserie über E-Commerce-
Trends hat DHL seine erste „Business Edition“
veröffentlicht – eine Studie, an der
4.050 E-Commerce-Unternehmen aus Europa,
Amerika und dem asiatisch-pazifischen
Raum teilgenommen haben und zu ihren Strategien
befragt wurden. Der Bericht bietet einen
exklusiven Einblick, wie Unternehmen in der
heutigen, sich schnell entwickelnden digitalen
Landschaft verkaufen, skalieren und erfolgreich
sind. Angetrieben wird ihr Wachstum von Omnichannel-Strategien,
KI-gestützter Personalisierung,
Ländergrenzen überschreitender Expansion
sowie einem Fokus auf Nachhaltigkeit
und Top-Logistik. Social Commerce, der Prozess
des direkten Verkaufs von Produkten oder Dienstleistungen
über die sozialen Medien, spielt dabei
u.a. eine entscheidende Rolle.
„Der Bericht bietet einen eindrucksvollen Überblick
darüber, wie sich E-Commerce entwickelt
– von KI-gesteuerter Personalisierung und
Social-Media-Strategien bis hin zum Aufstieg
von B2B und globalem Handel. Es geht nicht
nur um Trends, es geht um Transformation
und den Herzschlag des lokalen und globalen
E-Commerce“, sagte Pablo Ciano, CEO von DHL
eCommerce. „Unternehmen wachsen schneller,
verkaufen intelligenter und sehen Nachhaltigkeit
wie nie zuvor als Priorität. Wir bei DHL sind
stolz darauf, diese Trends zu unterstützen und
Einzelhändlern zu helfen, in jedem Markt, den sie
bedienen, schnell, vertrauensvoll und verantwortungsbewusst
zu liefern.“
Mit dem kommenden Black Friday und dem
globalen E-Commerce-Wachstum, das sich
weiter beschleunigt, bietet der neue DHL-
Bericht Einblicke, wie sich Unternehmen auf die
Hauptsaison rund um die Weihnachtszeit und
darüber hinaus vorbereiten. Ob B2B oder B2C,
Unternehmen investieren in Geschwindigkeit,
Vertrauen und Personalisierung, um in einem
umkämpften, aktiven Markt erfolgreich zu sein.
Der Business Edit-Bericht deckt 19 verschiedene
Themenbereiche ab.
Einige zentrale Erkenntnisse:
•-Logistik ist der geheime Held beim
Checkout – 96 % der Einzelhändler
sagen, dass ihr Logistikangebot entscheidend
für den Verkauf ist, und 86 %
geben an, dass kostenlose Lieferung und
Rücksendungen den Umsatz steigern.
•-78 % der B2B-Händler erwarten ein
Wachstum der Website-Verkäufe, und
61 % nutzen bereits KI auf ihren Plattformen.
Die B2B-E-Commerce-Landschaft
entwickelt sich schnell weiter, um die Geschwindigkeit,
Personalisierung und Innovation
des Verbrauchereinkaufs widerzuspiegeln.
Abholorte für die Lieferung sind für große
Unternehmen unerlässlich und für kleinere
Akteure praktisch – 96 % der großen
und mittelständischen E-Commerce-
Händler geben an, dass bspw. Packstationen
und Partnerfilialen entscheidend
für den Umsatz und Wiederholungskäufe
sind. 53 % der Einzelunternehmer geben
an, darauf angewiesen zu sein, um Pakete
zu versenden.
Black Friday bleibt entscheidend: 84 %
der Einzelhändler werden 2025 an dem
Aktionstag teilnehmen, wobei 60 %
von einem Umsatzwachstum im Vergleich
zum Vorjahr ausgehen. Allerdings
zeigen Kleinstunternehmen und Einzelunternehmer
bescheidenere Ergebnisse,
da nur 48 % von einem Umsatzwachstum
berichten.
(RED)
• Heutzutage bedeutet E-Commerce-Erfolg,
überall rund um die Uhr zu verkaufen
– denn mit 63 % der Einzelhändler, die auf
drei oder mehr Plattformen verkaufen, 68
% auf Amazon und 87 % aktiv in sozialen
Medien, gilt: Wenn Online-Unternehmen
nicht dort sind, wo ihre Kunden sind, sind
sie nirgends.
Grenzüberschreitender Handel boomt:
64 % der E-Commerce-Händlerverkaufen
international – bei großen Unternehmen
steigt dieser Wert sogar auf 88 % und bei
mittelständischen Unternehmen auf 85 %.
Sie optimieren den grenzüberschreitenden
Handel, indem sie sich für IOSS
(Import-One-Stop-Shop) registrieren und
Identifikationsnummern (EORI) sichern,
während über die Hälfte DDP-Incoterms
(Delivered Duty Paid) wählt, um die Lieferung
und Zollabwicklung zu vereinfachen.
rise to new
dimensions
Ganz gleich ob XS oder XL,
wir schaffen die passende Dimension
für Ihre Logistik.
knapp.com
Die Generation Z und Millennials dominieren
die wöchentlichen Online-Käufe,
während die Generation Alpha als neuer
Einfluss mitbestimmt, was in Haushalten
gekauft wird.
Abonnements verändern die Kundenbindung:
52 % der Unternehmen bieten
Produktabonnements an, und 14 %
bieten Abonnements für Lieferung und
Rücksendungen an.
making complexity simple
logistik-express.com I&E 4/25 | S12
eCommerce –
gekommen, um
zu bleiben
Das Publikum war bunt gemischt wie
die Vortragenden: Rainer Will (Handelsverband
Österreich), Martin Füll
(Logistic Natives), Wolfgang Kubesch
(BVL Österreich), Peter Totz (IBL Consulting),
Odisseas Zeleskidis (Element Logic), Risto Pfalz
(IDIH) und Bernd Kratz (Executive Management
Advisors) lieferten mit unterschiedlichsten
Schwerpunktthemen Denkanstöße.
Am 29. September fand der 10. ECOMLOG des
Logistik express statt. Was vor 10 Jahren noch
neu schien, gehört heute zum Alltag – nur mit
anderen Herausforderungen. Automatisierung
ist ein Muss – da waren sich die Vortragenden
einig. ANGELIKA GABOR
RAINER WILL
Egal, wie schlecht es um die globale Wirtschaft
steht, der Konsum endet nicht – Menschen
müssen schließlich wohnen, essen und leben.
Laut Rainer Will vom Handelsverband betrugen
die einzelhandelsrelevanten Haushaltsausgaben
im Jahr 2024 78,5 Mrd. Euro – ein
nominelles Plus von 1,7 Prozent zum Vorjahr.
Was sich jedoch zunehmend ändert, ist, wofür
die Österreicher ihr Geld ausgeben: „Konsum
wird immaterieller. Freizeit und persönliche
Dienstleistungen boomen, beispielsweise für
Tiere, Reisen und Wellness. Sowohl Premiumals
auch Diskontartikel boomen, die klassische
Mitte fällt jedoch weg.“ Der Onlinehandelsanteil
stieg im Vorjahr bereits auf 14 Prozent (12,5 Mrd.
Euro), wobei heimische Händler gegenüber
Großkonzernen aus Fernost an Boden verlieren.
Die Anzahl der B2C Pakete lag bereits bei 225
Millionen Stück – Tendenz stark steigend, Temu,
Shein & Co gewinnen täglich Kunden für sich.
Am deutlichsten wächst Mobile Commerce,
hier betrug das Wachstum satte 28 Prozent.
„Pro Jahr scrollen wir durchschnittlich 34 km
auf dem Handy“, nennt Will beachtliche Zahlen.
Sieht man sich die umsatzstärksten Onlineplattformen
an, hat in Österreich Amazon klar die
Nase vorne: 4.301,4 Mio Umsatz bedeuten 40
Prozent Marktanteil. Mit Respektabstand dahinter:
Zalando (606,6 Mio) und eBay (512,7 Mio).
Bedingt durch die US-Zollpolitik kommt
es zu massiven Umlenkungseffekten bei
asiatischen Händlern. „Während die US-
Umsätze von Temu und Shein deutlich
sinken, sehen wir einen starken Anstieg
innerhalb der EU. Darum sind wir als
Handelsverband sehr daran interessiert,
die Zollfreigrenze abzuschaffen und zudem
eine extra Gebühr für Pakete aus
Drittstaaten einzuführen“, plädiert Will.
Vorteilhaft wäre nach seiner Meinung
auch eine Plattformhaftung für Warendeklarationen,
um falsche Auspreisungen
zur Steuervermeidung zu verhindern.
Füll: „Die großen Marktplätze und ihre
Dienstleister beeinflussen deutlich Tarife
und Margen, chinesische Akteure verantworten
rund drei Viertel des Wachstums
in der EU.“ Während traditionell Pakete im
B2B2C Modell in die EU gebracht wurden,
gehen chinesische Anbieter jetzt neue
Wege: das Factory2Consumer-Modell,
wie es Temu und Shein praktizieren.
Waren werden dabei in großen Mengen
in die EU importiert und basierend
auf dem IOSS (Import-One-Stop-Shop)
VAT Modell sowie H7 Verzollung (digitale
Verzollung für Pakete bis 150 Euro) einzeln
verzollt, die VAT kumuliert bezahlt.
Die Pakete werden dann zu optimierten
Tarifen an einen lokalen oder regionalen
Paketdienst übergeben. Nach Europa gelangen
die Pakete übrigens im eigenen
Flugzeug, weiß Füll: „SF Express wickelt
als größter chinesischer Dienstleister die
Pakete für Temu ab. Mit 110 Frachtflugzeugen
werden 173 Flugrouten bedient
und 2,4 Mio Tonnen Luftfracht abgewickelt.“
Eine B747 kann pro Flug 200.000
E-Commerce-Pakete transportieren, oft
verfügen die Logistik-Dienstleister über
eigene Frachtflughäfen.
Das chinesische Importmodell
Martin Füll ist Berater bei Logistic Natives
und als Branchenkenner bestens mit
den Vorgängen im E-Commerce-Markt
vertraut. „Chinas Anteil am globalen
Onlinehandel beträgt mehr als 50 Prozent,
geprägt von Plattformen wie Alibaba,
JD.com und Pinduoduo. Aber auch
beim Cross-Border-E-Commerce setzt
das Land mit Anbietern wie Temu, Shein
und AliExpress den Standard im schnellen,
preisgünstigen Onlinehandel.“
Ausschlaggebend für den immensen
Erfolg ist unter anderem die in China
vorherrschende digitale Infrastruktur,
die neben mobiler Zahlung und Social
Commerce modernste Logistik- und
Fulfillment-Systeme umfasst. Deutliches
Indiz dafür: während in der EU im Jahr
2024 20 Mrd. Pakete versendet wurden
(davon 4,5 Mrd. importiert, wobei 90% aus
China stammten), betrug das Paketvolumen
in China 170 Mrd. Pakete.
„Mit den Paketen nach Europa macht
China trotz der niedrigen Preise mehr
Profit als lokal, da die nationale Konkurrenz
zu groß ist“, erklärt Füll. Neben dem
E-Commerce führt das Land aufgrund
seines technologischen Vorsprungs inzwischen
auch im Bereich E-Commerce
Logistik, sowohl bei der Intralogistik als
auch bei der Paketlogistik. Längst sind die
Zeiten vorbei, wo die Post exklusiv Paketsendungen
verteilte. Inzwischen kommen
mehr als 80 Prozent der Pakete direkt
über die Logistikdienstleister der Onlinehändler.
Diese übernehmen die Verzollung,
dann wird das Paket kostengünstig
an inländische Paketdienste übergeben.
#ECOMLOG25
Danke, Wien!
Der eCommerce Logistik-Day
war wieder ein voller Erfolg.
Sie konnten unseren Vortrag „Schnell, transparent
und kosteneffizient – Erfolgsfaktoren im eCommerce“
nicht live erleben?
Gerne schicken wir Ihnen unseren Vortrag zu:
joachim.kieninger@elementlogic.net
Weitere Einblicke und Lösungen finden Sie auf elementlogic.net/de
logistik-express.com I&E 4/25 | S14
PETER TOTZ / ODISSEAS ZELESKIDIS
BERND KRATZ
Europa ist momentan der wichtigste Exportmarkt
für China. „Die Grundlage dafür ist eine
extrem effizient automatisierte Intralogistik und
völlige Transparenz. Sämtliche Pakete werden
geröntgt und jedes bekommt eine GTIN. Diese
Technologie fehlt aktuell in Europa“, bedauert
Füll. Die Einfuhr nach Europa erfolgt an wettbewerbsfähigen
Standorten: neben den Kosten
liegen hier vor allem Kapazität und Abwicklungsgeschwindigkeit
im Fokus, so werden drei
Viertel aller Sendungen via 5 Ländern importiert.
Derzeit entsteht beispielsweise in Budapest ein
Pakethub zu diesem Zweck. Füll: „Derzeit ist es
billiger, ein Paket in Lüttich (Belgien) zu verzollen
und nach Wien zu transportieren, als es direkt in
Österreich zu verzollen.“ Auch interessant: gibt
es keine ansprechenden Dienstleister, beginnen
die chinesischen Unternehmen einfach mit
Eigenzustellung, wie aktuell bereits in Mexiko
oder Marokko. Zudem macht Food-E-Commerce
bereits 25 % des Umsatzes in China aus.
Es wird wohl nicht lange dauern, bis auch das zu
uns überschwappt.
Wie stützt Automation den E-Commerce?
Seit mehr als 25 Jahren entwirft IBL Consulting
maßgeschneiderte Lösungen zur Lagerautomation.
E-Commerce bringt andere Herausforderungen
mit sich als klassische Handelswarenlager,
weiß Peter Totz: „Online gibt es eine endlose
Ladenfläche. Das bedingt eine flachere ABC-
Kurve, kleinere Bestellungen und ganz andere
Marketing-Einflussfaktoren. Die Automation im
Lager ist auf einen gewissen definierten Punkt
hin konzipiert – beispielsweise auf eine Maximalleistung.
Die kurzfristige Änderung eines
Lagerlayouts ist aufwändig und teuer.“ Durch
Automation lässt sich die Prozessperformance
steigern, während gleichzeitig Daten generiert
werden. Durch die komplett unterschiedliche
Bestellstruktur wird für E-Commerce-Läger
eine ganz andere Fördertechnik benötigt, wo
beispielsweise 1-Position-Aufträge effizient
abgewickelt werden. Da im Vergleich zum stationären
Handel beispielsweise im Modebereich
kein Lager saisonal geleert werden muss, sind
auch keine Abverkäufe zwingend nötig. Dafür
gibt x es extreme Bestellspitzen, beispielsweise
am Singles Day in China, nach dem Ramadan in
arabischen Ländern oder zu Weihnachten, wo
die E-Commerce-Bestellmengen sich verzehnfachen.
„Manuelles Kommissionieren ist zwar
flexibel, aber limitiert. Zudem fehlen in manuellen
Lägern oft die nötigen Daten. Robotik bringt
hingegen manuelle Flexibilität in die Automation“,
so Totz. Während Shuttle-Technik gerade
bei nötigen Höchstleistungen ideal scheint,
scheitert es oft an der Investitionssumme.
Welche im Endeffekt die ideale Lösung darstellt,
hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab: verfügbarem
und Platz, Budget, nötiger Lagerkapazität
und Durchsatzgeschwindigkeit sowie auch der
Art und Anzahl der Artikel.
Mehr Effizienz im Lager
Beim IDIH, dem Institut des interaktiven Handels,
arbeitet ein Team aus erfahrenen Führungskräften
der E-Commerce Branche an der Entwicklung
maßgeschneiderter Logistikstrategien.
„Auch heute arbeiten noch erschreckend viele
Unternehmen ohne zuverlässige Lagerverwaltungssysteme,
wodurch sie ihr Potential nicht
ausschöpfen“, wundert sich IDIH-Geschäftsführer
Risto Pfalz. Wobei ein LVS alleine noch
keine Optimierung darstellt, es gilt, den optimalen
Lagerfluss vorzugeben.
RISTO PFALZ
ODISSEAS ZELESKIDIS
„Ein maßgeschneidertes LVS produziert quasi
Pakete“, so Pfalz. Doch bevor es zu einer Optimierung
kommen kann, müssen erst aktuelle
Kennzahlen (Key Performance Indicators) erhoben
werden: SLA, Produktivitätskennziffern,
Durchlaufzeiten, Lagerbestände, Umschlagfrequenzen
und Auftragsstrukturen beispielsweise.
Danach richten sich die Gestaltung der Ausstattung
des Lagers sowie der Prozesse, abhängig
von den jeweiligen Potentialen. Das Ziel: ein performanter
Produktionsprozess, in dem sämtliche
Prozesse geplant, geführt, gesteuert und optimiert
ablaufen. „Automation ist kein Selbstzweck.
Es geht um Produktivität und möglichst geringe
Stückkosten. Wichtig ist, nicht nur den Weg innerhalb
des Lagers zu optimieren, sondern mittels
Paketplanung schon die Beladung effizient
zu gestalten“, weiß Pfalz.
Generation Z
Eine Lanze für die Generation Z bricht Bernd
Kratz: „Die Generation Z ist mit dem Smartphone
aufgewachsen und nutzt ChatGPT als permanenten
Wissensgeber. Diese Menschen sind offen
für Innovation – diese digitalen Kompetenzen
müssen wir nutzen.“ Natürlich gebe es auch
Risiken, denn die Gefahr einer Beeinflussung
durch Fake-Nachrichten ist stets gegeben. Kratz:
„Auffällig ist, dass diese Generation unter großen
Zukunftsängsten leidet und als Konsequenz
daraus im Jetzt leben möchte, Stichwort Work-
Life-Balance.“ Der Wunsch nach flachen Hierarchien
sowie Sinnhaftigkeit im Leben sowie in
der Tätigkeit ist stark ausgeprägt. Hinzu kommt
das Bedürfnis an Flexibilität und regelmäßigem
Feedback. Wer all das berücksichtigt, hat durchaus
Chancen, mit dieser Generation dem Arbeitskräftemangel
in der Branche zu begegnen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine
Podiumsdiskussion. Fazit: Logistik gilt nach wie
vor als Kostenfaktor und wird von der Politik
vernachlässigt. So seien Vorgaben, Forderungen,
beispielsweise hinsichtlich der CO2 Vorgaben,
realitätsfern – ohne entsprechende Ladeinfrastruktur
sei etwa der Umstieg auf Elektro-LKW
nicht machbar. Während in China die Logistik
als Schlüsselkompetenz staatlich gefördert ist,
hinkt Europa hinterher und verliert an Wettbewerbsfähigkeit.
Auch auf dem Gebiet der AI, wo
in Europa aus Datenschutzgründen Vieles nicht
möglich ist. Fakt ist, dass künstliche Intelligenz
das Leben verändern wird. Es gilt, den aktuellen
Umbruch zu nutzen und aktiv mitzugestalten.
(RED)
Seitenblicke | Film ab!
https://youtu.be/-8Nu82gFP08
WOLFGANG KUBESCH
logistik-express.com I&E 4/25 | S16
https://www.youtube.com/watch?v=70P4VLcCetw
Meister der Flexibilität
Kaum ein System ist so skalierbar und dennoch
kompakt wie AutoStore. Mit diesem
automatisierten Lagersystem können auch
auf kleinem Raum große Mengen effizient
gelagert werden. Mit den Intralogistik-
Lösungen von Element Logic ist man für alle
Eventualitäten gerüstet. ANGELIKA GABOR
Dass man ohne Automatisierung in
der heutigen Zeit nicht mehr wettbewerbsfähig
agieren kann, hat inzwischen
wohl jedes lagerhaltende
Unternehmen erkannt. Es ist nur eine Frage des
Budgets und des vorhandenen Platzes, wie die
modernisierte Lagerlösung aussieht. Element
Logic liefert modulare, auf den individuellen
Bedarf abgestimmte Auftragsabwicklungssysteme.
Durch die platz- und kostensparende
Lösung AutoStore können Lagereffizienz und
Profitabilität gleichermaßen gesteigert werden
– schließlich ist es das schnellste Fulfillment
System pro Quadratmeter der Welt. Dank des
würfelförmigen Aufbaus werden Flächennutzung
und Lagerkapazität um bis zu 400 Prozent
im Vergleich zu herkömmlichen Regalen erhöht.
Das System besteht im Wesentlichen aus einem
skalierbaren Aluminium-Grid, Warenbehältern,
fahrenden Robotern und Ware-zum-Mann-
Arbeitsplätzen (Ports) sowie natürlich entsprechenden
Steuersystemen. Aber ist Aluminium
überhaupt stabil genug? „Grundsätzlich ist der
Aluminiumgrid, auf Grund der vergleichsweise
geringen Kräfte, die auf ihn einwirken, ausreichend
stabil und langlebig. Darüber hinaus sind
in die Strangpressprofile z.B. Aufnahmen für
Verbindungselemente bereits eingearbeitet, sodass
keine Bohrungen notwendig sind. Dadurch
ergeben sich Prozess- und Kostenvorteile“, erläutert
Joachim Kieninger, Director Strategic
Business Development bei Element Logic.
JOACHIM KIENINGER
Beliebig skalierbar und ausfallsicher
Je nach Geschäftsanforderung kann der Grid in
gewünschter Form, Gestaltung und Höhe errichtet
werden. Wird mehr Leistung benötigt, können
einfach zusätzliche Roboter oder Behälter
ergänzt werden, auch das Gerüst ist unkompliziert
erweiterbar. Doch das System ist nicht nur
skalierbar, sondern auch redundant, weiß Kieninger:
„Jeder Roboter kann, falls er einmal ausfallen
sollten, die Aufgabe eines anderen Roboters
übernehmen. Damit ist eine hohe Anlagenverfügbarkeit
sichergestellt. Insofern sind drei bis
vier Roboter empfohlene Minimalausstattung.
Mit zwei Ports erreicht man auch bei der
Schnittstelle zwischen Roboter und Mitarbeiter
eine Redundanz. Eine solche Kleinanlage kostet
in der Regel weniger als 500.000€. Nach oben
gibt es in Bezug auf die Anlagenleistung quasi
keine Grenzen. Sowohl relativ kleine Pufferlager
mit hoher Dynamik als auch Anlagen mit mehreren
Hunderttausend Behältern zur Abarbeitung
von 20.000 Auftragspositionen pro Stunde und
mehr sind realisierbar.“
Siegeszug der Automatisierung
Seit über 20 Jahren läuft das älteste AutoStore-
System der Welt bei Elotec, und das nahezu
unverändert. Wie schätzt der Branchenexperte
Kieninger die Entwicklungen der nächsten 20
Jahre ein? „Bereits die Entwicklung in den letzten
20 Jahren hin zu modularen Lager-, Transportund
Sortierlösungen und allen voran AutoStore
war bahnbrechend. In wenigen Jahren werden
wir auch im Kleinteilebereich Logistikzentren
anbieten können, bei denen alle wesentlichen
Prozesse vollautomatisch ablaufen. Allen voran
die Kommissionierung, aber auch der Nachschubprozess,
den wir bereits heute bei einem
unserer Kunden inklusive automatischer Kartonöffnung
vollautomatisieren. Durch die Modularisierung
der Intralogistik reduzieren sich die
bewegten Massen in einem Lager immer mehr.
AutoStore-Roboter und AMRs mit Gerätegewichten
zwischen 100 und 200 kg sind hierfür
gute Beispiel. Parallel dazu werden sich die Batterietechnik
und die Energieeffizienz weiter verbessern,
sodass es mit Hilfe von Photovoltaik in
Verbindung mit Speichertechnologie immer mehr
energieautarke Logistikzentren geben wird.“
Es sieht derzeit nicht so aus, als ob der Automatisierung
Grenzen gesetzt sind – oder gesetzt
werden, bestätigt auch Kieninger: „Humanoide
Roboter in Menschengestalt gesteuert von künstlicher
Intelligenz machen ein nahezu menschenfreies
Logistikzentrum möglich.“
Element Logic bietet ausschließlich Intralogistiklösungen
mit dem Herzstück AutoStore an und
versteht sich als Innovationstreiber. Die Nachfrage
an automatisierten Kleinteilelagern in
der Industrie und im Handel ist ungebrochen.
Kieninger: „Wir werden weiterhin neue Technologien
in Verbindung mit unserer Software in
unsere Lösungen sinnvoll, zum Vorteil unserer
Kunden, integrieren.“ Da AutoStore sich mittlerweile
zum Quasi-Standard bei der Automatisierung
von Kleinteilelagern entwickelt hat, wird
es auch zukünftig spannende Projekte geben,
bei denen seine Erfahrung und Kompetenz zur
Geltung kommen können.
(RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S18
Wie KI-Agenten das
Lager resilient und
schneller machen
Die Digitalisierung verändert die Logistik zunehmend.
Eine treibende Kraft ist dabei die
Künstliche Intelligenz (KI). Sie automatisiert
Abläufe, sorgt für mehr Transparenz und steigert
die Leistungsfähigkeit in der Lieferkette.
Doch was genau kann KI im Lager leisten –
und welchen Unterschied machen spezialisierte
KI-Agenten?
Die Anforderungen an Lieferketten
steigen kontinuierlich: Kunden
fordern schnellere Zustellungen,
globale Marktverflechtungen erhöhen
die Komplexität und der Mangel an
Fachkräften erschwert reibungslose Abläufe.
Um unter diesen Bedingungen wettbewerbsfähig
zu bleiben, müssen Unternehmen ihre
Supply Chain agiler, effizienter und robuster
aufstellen. Insbesondere moderne Warehouse
Management Systeme (WMS) gewinnen in
diesem Zusammenhang an Bedeutung. Dort,
wo klassische Systeme an ihre Grenzen stoßen,
schaffen KI-Agenten, die direkt in WMS-Strukturen
integriert sind, neue Möglichkeiten. Spezialisierte
KI-Agenten sind auf klar definierte Aufgabenfelder
ausgerichtet. Sie analysieren große
Datenmengen, unterstützen Mitarbeitende bei
Entscheidungen, schlagen Handlungsoptionen
vor und übernehmen standardisierte Abläufe.
Ihre Stärke liegt in der Echtzeitfähigkeit. Sie verarbeiten
kontinuierlich Datenströme, erkennen
Muster und identifizieren Zusammenhänge. So
lassen sich beispielsweise Informationen zu
Lagerbeständen, Auftragslage und externen
Faktoren wie Verkehrsaufkommen oder Wetterbedingungen
zusammenführen, um Prozesse
gezielt zu steuern. Das Ergebnis: weniger Fehler,
schnellere Reaktionen und ein transparenterer
Materialfluss im Lager.
Stärker, schneller, smarter: Robuste
Lagerprozesse durch KI
Durch die gezielte Einbindung von KI lassen sich
Lagerverwaltungsprozesse nicht nur effizienter,
sondern auch widerstandsfähiger gestalten.
Mithilfe datenbasierter Entscheidungen können
Engpässe frühzeitig erkannt, Ressourcen zielgerichtet
eingesetzt und operative Abläufe
stabilisiert werden. Unternehmen gewinnen
dadurch einen durchgängigen Überblick über
sämtliche Lagerbewegungen – auch bei kurzfristigen
Auftragsschwankungen oder saiso-
nalen Spitzen. Die KI analysiert historische
Daten, erkennt wiederkehrende Muster und
leitet daraus präzise Prognosen ab. So entstehen
kon-krete Handlungsempfehlungen, die dem
Personal in Echtzeit zur Verfügung stehen – und
Zeit für komplexere Aufgaben schaffen.
Trotz dieser Vorteile zögern viele Unternehmen
mit der Einführung von KI, oft aus Sorge vor
technischer Komplexität oder fehlendem Knowhow.
Doch gerade spezialisierte Agenten bieten
hier einen praktikablen Einstieg. Sie fokussieren
sich auf eng umrissene Aufgabenbereiche wie
Bestandskontrolle, Auftragspriorisierung oder
die optimale Steuerung der Wareneinlagerung.
Ihre gezielte Ausrichtung ermöglicht eine nahtlose
Integration in bestehende Prozesse, ohne
dass umfassende Systemumbrüche erforderlich
sind. Weil sie eine benutzerfreundliche
Oberfläche haben und ohne tiefes Fachwissen
bedient werden können, senken KI-Agenten
die Hürde für den operativen Einsatz erheblich.
„Intelligente Systeme lassen sich heute intuitiv
bedienen, etwa per Sprachsteuerung oder durch
verständliche Antworten in natürlicher Sprache.
Ergänzende Dashboards und Visualisierungen
sorgen dafür, dass Nutzer alle relevanten Daten
im Blick behalten“, erklärt Alexander Edelmann,
Partner bei Logistics Reply. Durch ihre cloudnative
Architektur lassen sich KI-Agenten zudem
standortübergreifend skalieren und flexibel
an unterschiedliche IT-Umgebungen anpassen
– ohne den laufenden Betrieb zu stören.
Die Integration spezialisierter KI-Agenten in
bestehende WMS-Landschaften ist ein entscheidender
Schritt hin zu einer resilienten und
zukunftssicheren Lagerlogistik. Unternehmen,
die frühzeitig auf diese Technologien setzen,
verschaffen sich nicht nur einen Wettbewerbsvorteil,
sondern gestalten auch aktiv die nächste
Entwicklungsstufe der Lieferkette mit.
(RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S20
Zahl der Fabrik-Roboter
weltweit in zehn Jahren
verdoppelt
Die herstellende Industrie hat im Jahr 2024
in den Fabriken weltweit insgesamt 542.000
neue Industrie-Roboter installiert - mehr als
doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Das
übertraf die Marke von 500.000 Einheiten
bereits das vierte Jahr in Folge.
Takayuki Ito, Präsident der International
Federation of Robotics zitierté kürzlich:
"Die neue World Robotics-Statistik
zeigt bei den jährlichen Installationen
für 2024 das zweitbeste Ergebnis seit Beginn
der Erhebungen - nur 2 % unter dem Höchststand
von vor zwei Jahren. Der Übergang vieler
Branchen ins digitale und automatisierte Zeitalter
ist von einem enormen Nachfrageanstieg
geprägt. Der weltweite operative Bestand an Industrie-Robotern
belief sich 2024 auf 4.664.000
Einheiten - ein Anstieg von 9 % gegenüber dem
Vorjahr."
Asien, Europa und Amerika - Überblick
China ist im Jahr 2024 mit einem globalen Anteil
von 54 % aller Einheiten der größte Robotermarkt
weltweit. Mit 295.000 Stück nahm die chinesische
Industrie die höchste jemals in einem
Jahr installierte Zahl an Robotern in Betrieb. Zum
ersten Mal verkauften chinesische Hersteller
dabei mehr Roboter im eigenen Land als ausländische
Anbieter. Der Marktanteil stieg auf 57 %
und übertraf damit deutlich die Quote früherer
Jahre, die vor 10 Jahren noch bei 28 % lag. Chinas
operativer Bestand an Industrie-Robotern überschritt
2024 die Marke von 2 Millionen Einheiten
- ebenfalls ein weltweiter Rekord. Den Anbietern
von Robotik in China gelingt es, neue Märkte für
die Automation zu erschließen. Das schafft die
Basis für weitere Nachfrage. Bis 2028 besteht für
die chinesische Fertigungsindustrie Potenzial
für ein durchschnittliches jährliches Wachstum
von 10 %.
Japan ist mit 44.500 installierten Einheiten im
Jahr 2024 der zweitgrößte Markt für Industrieroboter
weltweit und hat damit seine Position trotz
eines leichten Rückgangs um 4 % behauptet.
Der operative Bestand stieg um 3 % auf 450.500
Einheiten. Die Nachfrage nach Fabrik-Robotern
wird im Jahr 2025 leicht um niedrige einstellige
Raten und in den nächsten Jahren durchschnittlich
um mittlere einstellige Raten wachsen.
Südkorea installierte 2024 insgesamt 30.600
Stück - ein Rückgang um 3 %. Seit 2019 bewegen
sich die jährlichen Raten bei einer Marke
von rund 31.000 Einheiten seitwärts. Südkorea
ist nach den Vereinigten Staaten, Japan und
China der viertgrößte Robotermarkt weltweit.
Foto: Neura Robotics
Indien wächst mit der Rekordzahl von 9.100
neu installierten Industrierobotern im Jahr 2024
und einem Plus von 7 %. Die Automobilindustrie
ist mit einem Marktanteil von 45 % stärkste
Kundenbranche. Bei den jährlichen Installationen
liegt Indien damit nun weltweit auf Platz
sechs, nur einen Rang hinter Deutschland.
In Europa sank die Zahl der installierten Industrie-Roboter
zwar um 8 % auf 85.000 Einheiten
- erreichte damit immer noch das zweitbeste
jemals verzeichnete Ergebnis. Insgesamt 80 %
aller Roboterinstallationen entfielen auf die Europäischen
Union (67.800). Die Nachfrage in
Europa profitiert besonders vom Nearshoring-
Trend. Die durcschnittliche jährliche Wachstumsrate
von 2019 bis 2024 lag bei plus 3 %.
Deutschland - größter Robotermarkt innerhalb
Europas und der fünftgrößte weltweit. Die Zahl
der Installationen ging nach dem Rekordjahr
2023 im Jahr 2024 um 5 % auf 27.000 Einheiten
zurück und erreichte damit das zweitbeste
Ergebnis seit den Aufzeichnungen. Der Marktanteil
am Jahresgesamtvolumen in Europa liegt
damit bei 32 %. Die Zahl der Installationen in Italien,
dem zweitgrößten europäischen Markt, sank
um 16 % auf 8.800 Stück. Spanien liegt mit einer
starken Nachfrage aus der Automobilindustrie
auf dem dritten Platz (5.100 Einheiten) und überholt
damit die französischen Nachbarn. Frankreich
(4.900 Einheiten) fällt mit einem Rückgang
von 24 % auf den vierten Platz zurück.
In Großbritannien sank die Zahl der Installationen
im Jahr 2024 um 35 % auf 2.500 Einheiten.
Der Rekord von 3.800 Industrie-Robotern im Jahr
2023 markierte einen einmaligen Höchststand,
der auf das Steuergutschriftprogramm "Super-
Deduction" zurückzuführen war, das mit dem ersten
Quartal 2023 auslief. Die Installationszahlen
bewegten sich ansonsten in den letzten zehn
Jahren mit zyklischen Effekten seitwärts. Die
Roboterinstallationen im Vereinigten Königreich
belegen 2024 weltweit den 19. Platz.
Die Zahl der Roboterinstallationen in Amerika
lag das vierte Jahr in Folge bei mehr als 50.000
Einheiten: Insgesamt wurden 50.100 Einheiten
im Jahr 2024 installiert. Das entspricht einem
Rückgang von 10 % gegenüber 2023.
Die USA sind mit einem Anteil von 68% der
größte Markt für Industrie-Roboter in der Region.
Insgesamt wurde bei den Installationen 2024
ein Rückgang um 9 % auf 34.200 Einheiten verzeichnet.
Da es nur wenige US-amerikanische
Hersteller gibt, importiert das Land den Großteil
seiner Robotereinheiten aus Japan und Europa.
Allerdings gibt es in den USA zahlreiche heimische
Systemintegratoren, die robotergestützte
Automatisierungslösungen implementieren.
In Mexico erreichte die Gesamtzahl der Installationen
5.600 Einheiten. Das entspricht einem
Rückgang von 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Die
Automobilindustrie blieb 2024 mit einem Anteil
von 63 % der wichtigste Abnehmer von Industrie-Robotern
in Mexico.
In Kanada gingen die Roboterinstallationen um
12 % auf 3.800 Einheiten zurück. Die Nachfrage
im Land hängt weitgehend von den Investitionszyklen
der Automobilindustrie ab. Der Anteil der
Automobilindustrie lag 2024 in Kanada bei 47 %.
Ausblick
OECD und IWF erwarten 2025 ein globales
Wachstum zwischen 2,9 % und 3,0 % und für
2026 zwischen 2,9 % und 3,1 %. Allerdings wirken
sich geopolitische Spannungen, kriegerische
Auseinandersetzungen in Osteuropa und im
Nahen Osten sowie Handelsstörungen negativ
auf die Weltwirtschaft aus. Die Robotik-Branche
ist gegen globale makroökonomische Bedingungen
nicht immun. Es gibt jedoch keine
Anzeichen dafür, dass der langfristige Wachstumstrend
in absehbarer Zeit zu Ende geht.
Während die Trends regional erheblich variieren,
bleibt die globale Entwicklung insgesamt
positiv. Weltweit dürfte die Zahl der Roboterinstallationen
2025 um 6 % auf 575.000 Einheiten
steigen. Bis 2028 wird den Prognosen zufolge
die Marke von 700.000 Einheiten überschritten
werden. (RED)
Die International Federation of Robotics
ist das Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie.
IFR vertritt Roboterverbände,
Forschungseinrichtungen sowie Roboterhersteller
aus mehr als zwanzig Ländern.
Mehr auf: www.ifr.org
logistik-express.com I&E 4/25 | S22
Spitzenreiter bei Fabrik-
Robotern in Europa
Die deutsche Industrie ist Spitzenreiter
bei der Roboter-Automation. Dies geht aus
dem World Robotics 2025 Report hervor.
Die deutsche Wirtschaft installierte
insgesamt 27.000 neue Industrie-
Roboter im Jahr 2024. Das ist das
zweitbeste Ergebnis seit Beginn
der Erhebungen und liegt mit minus 5 % nur
knapp unter dem Rekordwert aus dem Vorjahr.
Das durchschnittliche jährliches Wachstum lag
zwischen 2019 bis 2024 bei einem Plus von 4 %.
"Der positive Trend für den Einsatz von Robotik
und Automation setzt sich in Deutschland
fort", sagt Takayuki Ito, Präsident der International
Federation of Robotics. "Im weltweiten
Vergleich der jährlichen Roboterinstallationen
liegt Deutschland auf Rang 5, hinter Korea, den
USA, Japan und China. Aufgeschlüsselt nach
Branchen verzeichnet die metallverarbeitende
Industrie das größte Wachstum. Gegen den
Trend investierte jedoch die für Deutschland
besonders wichtige Automobilindustrie 2024
deutlich weniger in Industrie-Robotik."
Der Absatz in der Automobilindustrie fiel drastisch
um 25% auf 6.900 Einheiten im Jahr 2024
- das ist das schwächste Ergebnis seit 15 Jahren.
Dabei installierten Automobilhersteller 4.300
Einheiten (minus 15 %) und Automobilzulieferer
2.700 Einheiten (minus 34 %). Aufgrund einer
geringer als erwartet ausgefallenen Nachfrage
nach Elektrofahrzeugen sowie politischer Unsicherheiten
auf nationaler und internationaler
Ebene stellte die Branche Investitionsprojekte im
Jahr 2024 zurück. Der Marktanteil des Segments
lag im Branchenvergleich bei 26 % aller installierten
Roboter.
Die metallverarbeitende Industrie installierte
2024 das beste Ergebnis seit Beginn der Erhebungen
mit 6.000 Einheiten. Das ist ein Plus von
23% im Vergleich zum Vorjahr. Der Marktanteil
der Branche lag bei 22 Prozent. Es folgen die
chemische- und Kunststoffindustrie mit 3.100
installierten Einheiten (+ 71 %) und die Elektro-/
Elektronikindustrie mit 2.100 Einheiten (+ 18 %).
Die Produktion von Industrie-Robotern in
Deutschland erreichte 31.200 Einheiten und
liegt damit 10 % unter dem Vorjahr. Die Hersteller
kommen damit auf einen Marktanteil von 6 %
der weltweiten Nachfrage. In den letzten Jahren
sind neue Anbieter auf den Markt gekommen,
die verschiedene Marktsegmente bedienen und
das inländische Produktportfolio erweitern. Dazu
gehört auch die Produktion kostengünstiger
Roboter.
Ausblick
Der Branchenverband VDMA Robotik + Automation
erwartet für die deutsche Robotik-Industrie
ein herausforderndes Jahr 2025. Hoffnungen auf
neue Investitionen in vielen Kundenbranchen
der Robotik sind mit dem Handels- und Zollabkommen
zwischen der Europäischen Union
und den Vereinigten Staaten verbunden, das
Ende Juli 2025 vereinbart wurde. Damit ist eine
wichtige Quelle für Unsicherheiten weggefallen.
Dazu kommt die Erwartung einer substanziellen
politischen Wende zur Stärkung der industriellen
Basis durch den Regierungswechsel. Nach
einem schwachen Jahr 2025 sind die Meinungen
für Wachstum im Jahr 2026 geteilt. Spätestens in
den Jahren 2027 und 2028 rechnet eine Mehrheit
der Experten wieder mit stärkerem Wachstum
in der deutschen Robotikbranche.
Über die IFR - Die International Federation of Robotics
ist das Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie.
IFR vertritt nationale Roboterverbände,
Forschungseinrichtungen sowie Roboterhersteller
aus mehr als zwanzig Ländern. IFR
wurde 1987 als nicht gewinnorientierte Organisation
gegründet.
World Robotics - Industrieroboter
Dieser Bericht liefert weltweite Statistiken über
Industrieroboter in einheitlichen Tabellen und
ermöglicht aussagefähige Ländervergleiche. Er
enthält statistische Daten aus circa 40 Ländern,
aufgeschlüsselt nach Anwendungsbereichen,
Industriesektoren, Roboterarten und anderen
technischen und wirtschaftlichen Aspekten. Für
ausgewählte Länder sind Produktions-, Exportund
Importdaten aufgeführt. Mit der Roboterdichte,
d.h. der Anzahl von Robotern je 10.000
Beschäftigten, wird zudem ein Maß für den Automationsgrad
angeboten.
World Robotics - Serviceroboter
Dieser Bericht beschreibt marktfähige Produkte,
Aufgaben, Herausforderungen und neue Entwicklungen
zur Anwendung von Servicerobotern.
Der Bericht enthält die Ergebnisse der
jährlichen IFR-Serviceroboter-Erhebung zum
weltweiten Absatz von professionell und privat
genutzten Servicerobotern und eine Branchenstrukturanalyse
mit einer vollständigen Liste aller
dem IFR bekannten Serviceroboterhersteller.
Die Studie wird mit den Robotik-Experten des
Fraunhofer IPA, Stuttgart, erstellt.
logistik-express.com I&E 4/25 | S24
Wenn Serienfertigung
zum Stolperstein wird
In der Realität zeigt sich immer wieder: Nicht
die Idee ist der kritische Punkt, sondern der
Weg in die Produktion. Viele junge Unternehmen
investieren unzählige Stunden in Prototypen,
gewinnen Investoren und erzeugen
Aufmerksamkeit. Sobald jedoch die Serienfertigung
vorbereitet werden muss, treten die
Schwierigkeiten offen zutage.
Ausschlaggebend sind dabei weniger
die reinen Technikfragen als
vielmehr die Abstimmung von Entwicklung
und Fertigung. Genau an
dieser Schnittstelle verlieren zahlreiche junge
Unternehmen entscheidendes Potenzial – mit
Folgen, die sich später kaum mehr ausgleichen
lassen. In diesem Beitrag wird aufgezeigt, welche
Aspekte für junge Unternehmen entscheidend
sind und wie sich der Gedanke an die Serienfertigung
bereits im frühen Konzept verankern lässt.
Prototyp ist nicht gleich Produkt
Ein häufiger Irrtum besteht darin, einen funktionierenden
Prototyp bereits als fertiges Produkt zu
begreifen. Doch während ein Einzelstück mit improvisierten
Mitteln entsteht, erfordert die Serie
eine reproduzierbare, effiziente und kostengünstige
Herstellung. Werkstoffe, Toleranzen und
Prozesse verändern sich spürbar, sobald höhere
Stückzahlen gefragt sind. Ohne diesen Perspektivwechsel
stoßen junge Firmen unweigerlich an
Grenzen.
Foto: Barbara Majcan
Oftmals fehlt es zudem an klaren Spezifikationen
und vollständigen Dokumentationen. In
der frühen Entwicklungsphase hat Geschwindigkeit
Vorrang, sodass Präzision auf der Strecke
bleibt. Unvollständige Zeichnungen, fehlerhafte
Stücklisten oder zu allgemein gehaltene Beschreibungen
führen so zwangsläufig zu Missverständnissen.
Jeder Korrekturschritt kostet jedoch
Zeit und Geld und nicht zuletzt Vertrauen.
Exakte Unterlagen sind keine überflüssige Formalität,
sondern die Grundlage dafür, dass Partner
die Anforderungen korrekt verstehen und
umsetzen können.
Bedeutung der DFM-Phase
Besonders kritisch ist die Phase „Design for
Manufacturing“. Hier entscheidet sich, ob eine
Produktidee den Sprung in die Serie schafft.
Dennoch betrachten viele Gründer diesen
Prozess als nebensächlich. Tatsächlich ist er der
Moment, an dem technische Machbarkeit und
Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht werden.
Materialien, Bauteile und Toleranzen müssen
so definiert werden, dass eine Fertigung in
größeren Mengen gelingt.
In dieser Phase bringen Lieferanten häufig
Änderungsvorschläge ein. Diese können sinnvoll
sein, erfordern jedoch eine sorgfältige
Prüfung, da unbedachte Anpassungen zu
steigenden Kosten führen. Hinzu kommt der
sogenannte „Design Freeze“ – ein Zeitpunkt, ab
dem keine Änderungen mehr erfolgen sollten,
um Planungssicherheit zu gewährleisten. Wer
diesen Moment übergeht, verliert die Übersicht
und verzögert den Serienstart.
Tests und Planung als Schwachpunkte
Ein weiterer Risikofaktor ist die Prüfstrategie.
Viele Gründer verlassen sich darauf, dass ein
erfolgreich geprüfter Prototyp ausreicht. Doch
erst wiederholte Versuche in kleinen Serien offenbaren
Schwächen, die später im Markt gravierende
Folgen haben können. Dennoch wird
auf diese Schritte häufig verzichtet, sei es aus
Kostengründen oder aus Ungeduld.
Nicht weniger problematisch ist die Zeit- und
Kostenplanung. Gründer unterschätzen, wie
lange es dauert, ein Produkt tatsächlich serienreif
zu machen. Werden diese Zeitspannen nicht
eingeplant, geraten Projekte ins Stocken und
Erwartungen bleiben unerfüllt. Ähnlich verhält
es sich mit den Budgets: Zusätzliche Kontrollen,
weitere Tests oder nachträgliche Anpassungen
finden in der Kalkulation oft keinen Platz. Dadurch
gerät die Finanzierung ins Wanken. Ein
realistischer Zeitrahmen und konservativ angesetzte
Kosten sind deshalb unverzichtbar – nicht
als Vorsicht, sondern als Fundament für Stabilität.
Ohne Kooperation kein marktreifes Produkt
Besonders gravierend ist die isolierte Arbeitsweise
vieler junger Unternehmen. Entwicklung,
Einkauf und Produktion arbeiten nebeneinander
her, statt von Beginn an eng zu kooperieren. Doch
nur im Zusammenspiel aller Disziplinen entsteht
ein Produkt, das sowohl technisch funktioniert
als auch wirtschaftlich hergestellt werden kann.
Die frühe Einbindung aller Beteiligten entscheidet
über die Wettbewerbsfähigkeit und damit
über den langfristigen Erfolg.
Im Kern haben all diese Fehler eine gemeinsame
Ursache: Die Produktion wird als nachrangig betrachtet.
Tatsächlich ist sie jedoch das Herzstück
des unternehmerischen Erfolgs. Nur wer sie von
Anfang an integriert und ernst nimmt, schafft
den Übergang von einer Idee zu einem marktfähigen
Produkt. Unternehmen, die dies verkennen,
gefährden ihre eigene Zukunft.
(RED)
MARGOT KÖNIGSHOFER
Margot Königshofer ist Gründerin und Geschäftsführerin
der Procfit GmbH, spezialisiert
auf den Aufbau und die Optimierung
von Lieferketten für Startups, junge Unternehmer
und Onlinehändler. Mit mehr als
19 Jahren Erfahrung und einem Netzwerk
aus 70.000 Lieferanten hat sie über 800
Projekte erfolgreich begleitet. Procfit unterstützt
Unternehmen mit einem kompletten
Servicepaket für Einkauf und den Aufbau
ihrer Lieferketten. Mehr Informationen unter:
https://www.procfit.at/
logistik-express.com I&E 4/25 | S26
https://youtu.be/a2gKnQB115Q
Fit für die Zukunft und
gut gerüstet
Mit der neuen Firmenzentrale in Laxenburg
legt Toyota Material Handling Österreich den
Grundstein für eine intensivere Marktpräsenz
und Kundenbetreuung, sowohl für neue Produkte
und Lösungen als auch auf dem Gebrauchtgerätemarkt.
PETER NESTLER
Als Gesamtlösungsanbieter für innerbetriebliche
Logistik ist die Toyota
Material Handling Group international
bekannt. Die feierliche Eröffnung des
neuen Standortes war die perfekte Gelegenheit
für ein Gespräch...
Toyota Material Handling Österreich hat eine
tolle neue Zentrale im Süden Wiens eröffnet.
Dazu nochmals herzliche Gratulation. Mich
interessiert in diesem Zusammenhang die
Einstufung dieser Investition. Wird dem
Unternehmen in Österreich seitens der Zentrale
künftig eine wichtigere Rolle zugeordnet?
Ändert sich etwas in der geografischen
Zuständigkeit?
Die Eröffnung unserer neuen Zentrale in Laxenburg
unterstreicht ganz klar, wie wichtig uns der
österreichische Markt ist. Mit dieser Investition
setzen wir ein starkes Zeichen für Kundennähe,
Servicequalität und eine moderne Präsentation
unserer Produkte und Lösungen. An der grundsätzlichen
Konzernstruktur ändert sich dabei
nichts: Toyota Material Handling Austria bleibt
fest in die internationale Organisation eingebunden.
In Österreich erhöhen wir als wichtiger
Bestandteil eines starken Weltmarktführers der
Intralogistik unsere lokale Schlagkraft – insbesondere
in der direkten Kundenbetreuung, bei
Produktdemonstrationen, in der Wiederaufbereitung
von Flurförderzeugen sowie in der regionalen
Kooperation.
Als Teil der Toyota Material Handling Group
bieten wir als Gesamtlösungsanbieter ein umfassendes
Portfolio für die innerbetriebliche
Logistik: von Staplern über automatisierte Systeme
bis hin zu Service- und Finanzierungsmodellen.
Mit unserem neuen Standort schaffen wir
die besten Voraussetzungen, um unsere Präsenz
in Österreich zu stärken und unseren Kundinnen
und Kunden noch näher zu sein.
Wenn Sie sich den gegenwärtigen Markt
ansehen: Wurde die pandemiebedingte Zäsur
während der Covid-Zeiten durch ihre Kunden
endgültig verarbeitet? Wie läuft der österreichische
Markt?
OSKAR ZETTL
Die Covid-Pandemie war zweifellos ein Einschnitt,
hat aber gleichzeitig wichtige Entwicklungen
angestoßen. Viele unserer Kunden haben
in dieser Zeit in Automatisierung, effizientere
Materialflüsse und widerstandsfähigere Lieferketten
investiert. Diese Veränderungen haben
sich nicht zurückgebildet, sondern vielmehr einen
neuen Standard geschaffen. Heute erwarten
unsere Kunden schnell verfügbare Maschinen,
flexible Finanzierungsmodelle und noch intensivere
Betreuung im After-Sales-Bereich. Insgesamt
zeigt sich der österreichische Markt
robust, auch wenn es je nach Branche Unterschiede
gibt – etwa zwischen Logistik und Handel
auf der einen Seite und dem produzierenden
Gewerbe auf der anderen. Entscheidend ist: Die
Nachfrage nach zukunftsorientierten Lösungen
bleibt hoch, und wir sehen weiterhin ein stabiles
Wachstumspotenzial.
In mehreren Branchen führt AI/KI zu gravierenden
Änderungen. Wie sieht es in ihrem Hause
aus? Wo spielt die AI/KI herein du wie stark?
Was erwarten Sie dazu noch in der Zukunft?
Künstliche Intelligenz spielt auch bei Toyota Material
Handling eine zunehmend wichtige Rolle.
Schon heute nutzen wir KI- und Machine-Learning-Ansätze,
um Betriebsdaten unserer Flurförderzeuge
auszuwerten – beispielsweise zur
frühzeitigen Fehlererkennung, für vorausschauende
Wartungsprognosen oder zur Optimierung
des Flotteneinsatzes. Damit unterstützen wir
unsere Kunden konkret dabei, die Effizienz ihrer
Intralogistik zu steigern. Für die Zukunft erwarten
wir eine noch breitere Anwendung von KI, etwa
in autonomen Lösungen, in adaptiven Assistenzsystemen
oder in der intelligenten Verknüpfung
von Maschine, Werkstatt und Logistiksoftware.
Dabei ist uns eines besonders wichtig: KI ersetzt
nicht den persönlichen Service, sondern ergänzt
ihn. Sie macht unsere Dienstleistungen proaktiver,
effizienter und zielgerichteter – der direkte
Kontakt zu unseren Kunden bleibt dabei unverzichtbar.
Wie stufen Sie die Sättigung des österreichischen
Marktes mit jenen Produkten an, die
Toyota Material Handling im Portfolio hat?
Der österreichische Markt ist in klassischen Segmenten
wie Staplern und Standardprodukten
bereits gut versorgt. Das eigentliche Wachstum
entsteht heute durch Modernisierung, Elektrifizierung
und vor allem durch Automatisierungslösungen.
Immer mehr Unternehmen setzen auf
teil- oder vollautomatisierte Systeme, um ihre
Effizienz zu steigern und dem Fachkräftemangel
entgegenzuwirken. Darüber hinaus eröffnen
Serviceverträge und digitale Lösungen zusätzliches
Potenzial. Sie ermöglichen unseren Kunden
eine bessere Planbarkeit, höhere Verfügbarkeit
und einen effizienteren Betrieb ihrer Flotten. In
Summe sehen wir weniger einen gesättigten
Markt, sondern vielmehr einen Markt im Wandel
– mit klaren Chancen für innovative Lösungen.
logistik-express.com I&E 4/25 | S28
Hinzu kommt ein flächendeckendes Servicenetz,
das schnelle Reaktionszeiten sicherstellt,
sowie flexible, maßgeschneiderte Finanzierungslösungen.
Besonders wichtig ist uns die Kombination
aus hoher Produktqualität, exzellenter
Beratung und starkem After-Sales-Service.
Genau dieses Zusammenspiel macht uns – als
Intralogistik Gesamtlösungsanbieter – im Markt
einzigartig – und es ist unser zentraler Anspruch
gegenüber unseren Kunden.
Österreich ist von der üblichen Unternehmensgröße
betrachtet ein eher kleinerer Markt. Wie
kommt ein Marktriese, wie ihr Unternehmen ihn
darstellt, damit zurecht?
Es stimmt, Österreich ist gemessen an der Unternehmensgröße
ein eher kleiner Markt. Für uns
ist das jedoch kein Nachteil – im Gegenteil: Die
Stärke eines internationalen Konzerns bringt klare
Vorteile, etwa große Entwicklungskapazitäten, ein
weltweites Ersatzteilnetzwerk und hohe Investitionskraft.
Diese globalen Ressourcen verbinden
wir mit einer lokalen Organisation in Österreich:
einem starken Vertrieb, erfahrenen Servicepartnern
und kurzen Entscheidungswegen. Dadurch
bleiben wir trotz unserer Konzernstruktur nah
an unseren Kunden und können sowohl KMU als
auch Großunternehmen flexibel und individuell
betreuen.
5. Welche Meriten schreibt sich ihr Unternehmen
auf die Fahnen? Produktqualität,
Servicequalität? Was macht ihre Marke aus?
Unsere Marke steht vor allem für Sicherheit,
technische Zuverlässigkeit und eine attraktive
Total Cost of Ownership über den gesamten
Lebenszyklus unserer Produktlösungen hinweg.
Sie haben nun einen modernen und großen
Standort für Präsentationen. Heißt das auch,
dass Sie ihre Absatzbemühungen in Österreich
intensivieren wollen? Wenn ja, wie wollen
Sie dies erreichen?
Mit unserem neuen Standort schaffen wir die
Möglichkeit, unsere Lösungen regelmäßig
live zu präsentieren – sei es in Vorführungen,
Kunden-Workshops oder Schulungen. Darüber
hinaus können wir auch hybride Veranstaltungen
anbieten, die ein noch breiteres Publikum
erreichen. Unser Ziel geht dabei über den klassischen
Verkauf hinaus. Wir möchten unsere
Kunden enger begleiten: durch Teststellungen,
individuelle Anwendungsberatung und gezielte
Trainings. Auf diese Weise schaffen wir einen
echten Mehrwert und stärken langfristige Partnerschaften.
Wie laufen die Geschäfte im
aktuellen Geschäftsjahr?
Das laufende Geschäftsjahr entwickelt sich stabil.
Wir sehen eine erfreuliche Nachfrage, insbesondere
im Bereich Modernisierung sowie bei
Service- und Wartungsverträgen. Diese Themen
gewinnen für viele Unternehmen zunehmend
an Bedeutung, weil sie Effizienz und Planbarkeit
sichern. Gleichzeitig bleiben die globalen Lieferketten
und die Beschaffung weiterhin herausfordernd.
Dennoch sind wir gut aufgestellt,
um unsere Kunden zuverlässig zu bedienen
und gemeinsam mit ihnen Projekte erfolgreich
umzusetzen. Und last but not least haben wir
mit unserem neu eröffneten state-of-the-art
Refurbishment Center in Laxenburg nun die
Möglichkeit eine Vielzahl an Flurförderzeugen
in höchster Qualität aufzubereiten und unseren
Kunden zur Verfügung zu stellen – auch das
trägt zur positiven Geschäftsentwicklung bei.
(RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S30
Weltweiter Boom bei
Service-Robotern
Der Absatz von professionellen Service-
Robotern ist weltweit um 9 % auf knapp
200.000 Einheiten gestiegen.
Top-Anwendungsgebiete für Service-Roboter
Der Anwendungsbereich Transport und Logistik
ist bei den Absatzzahlen 2024 mit 102.900
Einheiten führend – ein Plus von 14 % im Vergleich
zum Vorjahr und kommt damit auf einen
Marktanteil von über 50 % bei den professionellen
Servicerobotern. Dabei handelt es sich
hauptsächlich um mobile Roboter für den Transport
und die Handhabung von Gütern. Während
der traditionelle Verkauf weiterhin der wichtigste
Absatzkanal bleibt, erfreuten sich RaaS -Angebote
mit einer Wachstumsrate von 42 % im Jahr
2024 steigender Beliebtheit. Der Transport in
Innenräumen ohne öffentlichen Verkehr ist die
wichtigste Anwendungsklasse innerhalb dieses
Segments. Ein Fokuskapitel des Fraunhofer-IPA-
Teams befasst sich im Jahresbericht World Robotics
2025 Service Robots gesondert mit den
Treibern und Herausforderungen dieses dynamischen
Marktes.
Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften
zählt zu den Hauptgründen
für Unternehmen, auf Roboter zu
setzen, die speziell für den Einsatz
mit ausgebildeten Fachkräften konzipiert sind.
Aufgrund des demografischen Wandels steigt
gleichzeitig die Nachfrage nach medizinischen
Robotern. Das geht aus dem Jahresbericht
„World Robotics – Service Robots“ der International
Federation of Robotics (IFR) hervor.
„Wir sehen in einer ganzen Reihe verschiedener
Anwendungsbereiche eine starke Nachfrage
nach Service-Robotern“, sagt Takayuki Ito, Präsident
der International Federation of Robotics.
„Damit Automatisierungsprojekte ohne große
Anfangsinvestitionen möglich werden, entscheiden
sich immer mehr Unternehmen, den Roboter
nicht direkt zu kaufen, sondern über Abonnements
oder Mietverträge zu finanzieren. Die
Robot-as-a-Service-Flotte – kurz RaaS - ist in
der Folge um beeindruckende 31 % gewachsen.“
Roboter im Hotel- und Gastgewerbe liegen mit
mehr als 42.000 Einheiten auf Platz zwei. Das
Segment verzeichnete 2024 einen Rückgang
von 11 %. Diese Roboter werden größtenteils als
mobile Assistenten für Informationen und Telepräsenz
im öffentlichen Raum eingesetzt. Die
Service-Roboter übernehmen dabei kleinere
Dienstleistungen an der Rezeption oder sollen
in Einkaufszentren oder einzelnen Geschäften
den Verkauf fördern. Der Sektor entwickelt sich
rapide weiter - mit der Zubereitung von Speisen
und Getränken sind beispielsweise neue Anwendungsbereiche
entstanden. Die Nachfrage
nach professionellen Reinigungsrobotern liegt
auf dem dritten Platz mit einem Anstieg um 34 %
auf mehr als 25.000 verkaufte Roboter. Hauptanwendung
ist die Reinigung von Fußböden,
beispielsweise in Flughäfen, Supermärkten und
Einkaufszentren.
Der Absatz von Service-Robotern in der Landwirtschaft
liegt an vierter Stelle und ging mit
fast 19.500 verkauften Einheiten leicht um 6 %
zurück. Das Minus ist hauptsächlich auf die Bereiche
Anbau und Melken zurückzuführen. Die
Anwendungsgruppe Such- und Rettungsroboter
sowie Sicherheitsroboter rangiert auf Platz fünf
mit insgesamt 3.100 Einheiten im Jahr 2024. Das
entspricht einem Anstieg von 19 %. Drei von vier
Robotern werden in diesem Segment für Sicherheitsdienste
eingesetzt.
Sichern Sie
sich Ihren
substanziellen
Wettbewerbsvorsprung
Das Jahrbuch World Robotics 2025 führt Medizinroboter
als dritte Kategorie neben Service-
Robotern und Industrie-Robotern und folgt
damit den Vorgaben der ISO-Norm: Der Absatz
von Medizinrobotern stieg im Jahr 2024 sehr
deutlich um 91 % auf rund 16.700 Einheiten. Der
Absatz von Rehabilitations- und nicht-invasiven
Therapierobotern stieg um 106 %. Die Nachfrage
nach Operationsrobotern wuchs um 41 % und
der Absatz von Robotern für die Diagnostik und
medizinische Laboranalyse um 610 %.
„In einem Fokuskapitel des Jahresberichts ´World
Robotics 2025´ widmen wir uns den spannenden
neuen Möglichkeiten, die sich für die
medizinische Labor-Automation ergeben“, sagt
Dr. Werner Kraus, Vorsitzender des IFR-Servicerobotik-Komitees.
„In Zeiten des Arbeitskräftemangels
tragen Service-Roboter dazu bei,
manuelle Tätigkeiten zu reduzieren und neue
Wege zu schaffen, um der steigenden Nachfrage
nach medizinischen Dienstleistungen gerecht
zu werden.“
Roboter für den privaten Gebrauch
Service-Roboter für den privaten Gebrauch
werden für einen Massenmarkt produziert
und verzeichneten 2024 mit fast 20 Millionen
verkauften Einheiten ein solides Wachstum von
11 %. Die mit Abstand größte Gruppe in diesem
Segment sind Roboter für den privaten Haushalt
(Bodenreinigung, Rasenmähen usw.). Vor allem
Anbieter aus Europa und dem asiatisch-pazifischen
Raum profitierten mit Wachstumsraten
von jeweils 16 % von der steigenden Nachfrage.
Die Verkäufe in Amerika gingen wegen Marktverlusten
bei Roboterstaubsaugern um 1 % zurück.
Hinweis: Bei den Marktdaten handelt es sich um
Stichprobendaten. Die Daten sind NICHT auf die
Branche hochgerechnet. ifr.org/worldrobotics/
Intralogistik &
E-Commerce
Handel &
Distanzhandel
Transport &
Logistik
logistik-express.com
logistik-express.com I&E 4/25 | S32
Automatisierung von
Arbeitsabläufen steigert
Produktivität um 20 %
Neue Markenstrategie unterstreicht das
Engagement, Kunden bei der Leistungssteigerung
ihrer Mitarbeitenden mit direktem
Kundenkontakt zu unterstützen.
Zebra Technologies ein weltweit führender
Anbieter von Lösungen zur Digitalisierung
und Automatisierung von
praktischen Arbeitsabläufen, hat gemeinsam
mit Oxford Economics eine neue Studie
vorgestellt. Diese zeigt, wie moderne Technologien
– von KI über Automatisierung bis hin zur
Datenanalyse – die Effizienz von Arbeitsabläufen
bei Mitarbeitenden mit direktem Kundenkontakt
erhöhen, die Rentabilität steigern und
das Kundenerlebnis verbessern.
Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die transformativen
Auswirkungen optimierter Arbeitsprozesse
in den Branchen Einzelhandel, Fertigung
sowie Transport und Logistik (T&L):
Einzelhändler berichteten von einer Steigerung
der Kundenzufriedenheit um 21 %, Hersteller
von einem Produktivitätszuwachs ihrer
Mitarbeitenden um 19 % und führende T&L-
Unternehmen von einer Produktivitätssteigerung
um 21 % durch bessere Arbeitsabläufe. Darüber
hinaus zeigt die Studie, dass Investitionen in KI-
Unternehmen helfen, Echtzeit-Transparenz zu
schaffen, umsetzbare Erkenntnisse zu gewinnen
und Prozesse effizienter zu gestalten.
Optimierung von Arbeitsabläufen
als Wachstumstreiber
Würden die 20 größten Unternehmen aus der
Forbes Global 2000-Liste in den Branchen Einzelhandel,
Fertigung und T&L ihre Frontline-Arbeitsabläufe
deutlich verbessern, könnte jedes
von ihnen laut Oxford Economics im Schnitt rund
3 Milliarden US-Dollar mehr Umsatz und 120
Millionen US-Dollar zusätzliche Gewinne erzielen.
Unternehmen, die intelligente Betriebsabläufe
einführen – also fortschrittliche Technologien
wie KI, Automatisierung und Daten mit
menschlichem Know-how kombinieren – profitieren
von erheblichen Vorteilen. Die Studie mit
dem Titel „Impact of Intelligent Operations” zeigt:
• Einzelhandel: Verbesserungen im priorisierten
Workflow der Bestandsverwaltung
führten zu einem Umsatz- und Rentabilitätswachstum
von bis zu 1,8 Prozentpunkten.
JOE WHITE
• Fertigung: Optimierungen in Qualitätskontrolle
und -sicherung bewirkten ein Umsatzwachstum
von 2,4 und eine Rentabilitätssteigerung von 1,4
Prozentpunkten.
• T&L: Unternehmen, die zentrale Abläufe bei
Lieferung und Lagerverwaltung optimierten, erzielten
bis zu 3,4 Prozentpunkte Umsatzwachstum
– bei vergleichbarer Steigerung der Rentabilität.
„Einzelhandel, Fertigung und Logistik werden
zunehmend auf der Ebene der Arbeitsabläufe
neu definiert – dort, wo Geschwindigkeit, Transparenz
und Präzision Wachstum ermöglichen,
die Frontline-Produktivität steigern und das
Kundenerlebnis verbessern“, erklärt Joe White,
Chief Product & Solutions Officer bei Zebra Technologies.
„Intelligente Abläufe reduzieren Komplexität,
indem sie modernste Technologien mit
den Mitarbeitenden mit direktem Kundenkontakt
verbinden. So können Unternehmen flexibel
auf Veränderungen reagieren und sich auch in
hochkompetitiven Märkten behaupten.“
Technologieinvestitionen,
insbesondere in KI, zahlen sich aus
Die Studie zeigt, dass Unternehmen in allen
Branchen bereits konkrete Anwendungsfelder
für KI erschließen: Einzelhändler testen KI unter
anderem für Verlustprävention, Risikomanagement
und Bestandsoptimierung. Mehr als zwei
Drittel der T&L-Unternehmen und knapp die
Hälfte der Hersteller nutzen KI für Bestandsmanagement,
Nachfrageprognosen und prädiktive
Analysen. Fortschrittliche Tools wie RFID und
maschinelles Sehen gelten als Schlüsselfaktoren
für mehr Transparenz und Effizienz in
sämtlichen Branchen.
Ob im Lager, an der Produktionslinie, im Verkaufsraum
oder am Krankenbett: Zebra bietet Lösungen,
die Unternehmen bei der Bewältigung
zentraler Herausforderungen wie Fachkräftemangel
und veränderten Kundenerwartungen
unterstützen. Die neue Markenplattform „Better
Every Day” unterstreicht das Engagement des
Unternehmens, mit intelligenten und vernetzten
Lösungen die Leistung, Agilität und Reaktionsfähigkeit
bei direktem Kundenkontakt kontinuierlich
zu verbessern.
„Zebra Technologies ermöglicht Unternehmen
jeder Größe weltweit, ihre Prozesse laufend zu
optimieren und flexibel auf Veränderungen zu
reagieren“, so Bill Burns, CEO von Zebra Technologies.
„Unser starkes Portfolio an vernetzten
Lösungen für Prozesse bei Mitarbeitenden im
direkten Kundenkontakt, Asset-Transparenz und
intelligente Automatisierung wurde gezielt entwickelt,
um moderne Arbeitsabläufe zu unterstützen
und die tägliche Arbeit effizienter zu gestalten.“
Dank seiner umfassenden Erfahrung und einem
globalen Partnernetzwerk kombiniert Zebra führende
Technologien in einem Portfolio, das Unternehmen
folgende Vorteile bietet: Nutzung
von Echtzeitdaten für schnellere, fundiertere Entscheidungen.
Automatisierung wiederkehrender
Aufgaben, weniger manuelle Fehler und
mehr Konsistenz. Neugestaltung von Workflows
zur Vereinfachung, Beschleunigung und
Produktivitätssteigerung. Einsatz von KI an der
Frontline, um Innovationen im Arbeitsalltag kontinuierlich
voranzutreiben.
Die wichtigsten Informationen
Unternehmen im Einzelhandel, in der Fertigung
und im Bereich Transport & Logistik steigern
durch optimierte Frontline-Workflows signifikant
Umsatz und Rentabilität.
KI wird zunehmend in Bereichen wie prädiktiver
Analyse, Bestandsmanagement und Risikobewertung
eingesetzt, während Technologien wie
RFID und maschinelles Sehen die Effizienz weiter
erhöhen. Die neue Markenbotschaft „Better
Every Day” bekräftigt Zebras Ziel, Unternehmen
durch KI und Automatisierung neue Arbeitsweisen
zu ermöglichen, die den Alltag spürbar
verbessern. Um mehr zu erfahren, besuchen Sie
diese Website unter zebra.com.
Methodik
Zebra Technologies beauftragte Oxford Economics
mit einer globalen Studie, die sowohl
auf Befragungen als auch auf ökonometrischen
Analysen basiert. Befragt wurden 1.000 Führungskräfte
aus den Bereichen Einzelhandel
(400), Fertigung (400) sowie Transport und
Logistik (200) in den USA, Mexiko, Großbritannien,
Deutschland, Indien, Japan, Australien und
Neuseeland. Im Mittelpunkt standen Themen
wie Bestandsmanagement, Qualitätskontrolle,
Lieferprozesse, Materialfluss sowie Workflows
zur Verlustprävention. Mithilfe einer Regressionsanalyse
wurde untersucht, inwieweit Verbesserungen
dieser Arbeitsabläufe mit finanziellen
Leistungskennzahlen korrelieren.
(RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S34
BERNER: Aufbaugeneration
ist einzigartig
Mit einem feierlichen Festakt hat die BERNER
Group ihren Gründer Albert Berner geehrt.
Der Unternehmer aus Künzelsau wurde am
vergangenen Samstag 90 Jahre alt. Neben
engen Freunden und Wegbegleitern würdigten
geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft
oder Gesellschaft sein beeindruckendes
Lebenswerk. An der Seite seiner Frau Ursula
verfolgte der Jubilar die Veranstaltung im
Stammhaus des Handelskonzerns sichtlich
berührt.
Der Festakt stand unter dem Motto: 90
Jahre Mut. "Denn Mut, lieber Papa,
hast du immer und immer wieder
gezeigt", erklärte Christian Berner, der
das Familienunternehmern als CEO seit 2012 in
zweiter Generation führt. "Und wir wollen von dir
lernen, wie man mutig ist." Gefeiert werde deshalb
mehr als nur der Geburtstag seines Vaters:
"Wie feiern darüber hinaus das Vermächtnis
seines Unternehmertums, seiner Werte, seines
Beitrags für dieses Land und für Europa."
Eine Fotostrecke führte die Gäste vorbei an
den wichtigsten Karrierestationen von Albert
Berner, der - so Baden-Württembergs früherer
Wirtschaftsminister und stellv. Ministerpräsident
Dr. Walter Döring in seiner Laudatio - als
"Wegbereiter und Mitbegründer des Deutschen
Wirtschaftswunders" manchen Umweg nahm,
"ehe er seine Bestimmung fand und sich von
nichts und niemandem mehr von dem Erreichen
seiner Ziele aufhalten ließ".
Foto: Berner Omnichannel Trading Holding SE
"Ich hatte keine Linie", verriet der Jubilar in einem
emotionalen Film mit der für ihn typischen Ehrlichkeit.
"Das hat sich ergeben." Quasi über Nacht
machte er sich mit gerade einmal 3.000 D-Mark
Startkapital selbstständig. Mit einem alten Borgward
und einem Kofferraum voller Schrauben
besuchte er am 01. April 1957 seinen ersten
Kunden.
Erfolgshunger, Disziplin und Schaffenskraft
Genauso mutig wie bei der Gründung agierte er
später als Unternehmer. Oft nahm er Schulden
auf, um notwendige Investitionen zu finanzieren.
Oft setzte er einen fundamentalen Anteil seiner
Firma ein, um ein neues Geschäftsfeld oder
neue Märkte im Ausland zu erschließen, in die
er sich ohne Fremdsprachenkenntnisse wagte.
"Ich denke, es gab viele Momente von Angst
und Verzweiflung in deinem Leben", resümierte
Christian Berner. Für den passionierten Boxer
Albert Berner galt Angriff aber auch beruflich
stets als die beste Form der Verteidigung, selbst
wenn es riskant war. "Und ihr hattet nur Risiken,
keine Sicherheit", betonte Christian Berner mit
Blick auf die Aufbaugeneration. "Euch war bewusst:
alles hat seinen Preis. Dass Risiko und Ertrag
linear miteinander verbunden sind, habt ihr
verstanden, lange bevor Bankprofessoren diese
Gleichung aufgebaut haben. Das steht im krassen
Gegensatz zur heutigen Gesellschaft, die bei
vielen Themen duschen, sich aber nicht nass
machen will."
Als Kind erlebte Albert Berner die Folgen des
Weltkriegs hautnah - Tod, Zerstörung, Verlust
von Hab und Gut. "Diese schreckliche Erfahrung
hat dich und deine Generation zutiefst geprägt
und angetrieben", so Christian Berner. Hungrig
nach einem besseren Leben, arbeitete er sich mit
Disziplin, Pflichterfüllung, Willens- und Schaffenskraft
aus bescheidenen Verhältnissen immer
weiter hoch. "Wir alle ziehen den Hut vor dir
und ich persönlich nehme mir das zum Vorbild",
so Christian Berner. Die Ausgangsbedingungen
für Albert Berner waren denkbar schlecht. Aber:
Er war fest entschlossen, jeden Tag alles zu geben,
und sich nie auf dem einmal Erreichten
auszuruhen. "Eure Generation hat verstanden,
dass Wohlstand nur mit Leistung existieren
kann", so Christian Berner. "Arbeit war für euch
keine Bürde. Euch war klar, dass ihr nur dann
etwas mehr bekommt, wenn ihr härter anpackt
und mehr leistet als die anderen. Ihr habt nicht
auf Hilfe von außen gewartet, sondern geschafft."
Selbst schwerste Krisen - ob wirtschaftlich oder
gesundheitlich - konnten Albert Berner nicht
stoppen. So hat er das Unternehmen an die sich
ständig wandelnden Realitäten angepasst und
stark genug gemacht, um erfolgreich im Wettbewerb
zu bestehen. Bei allem Fortschritt blieb
er stets bodenständig und hat seine Wurzeln
nie vergessen. "Eure Generation hat nicht nur
für sich gearbeitet", berichtete Christian Berner.
"Ihr wolltet euer Land wieder aufbauen. Ihr habt
in Renten- und Sozialkassen eingezahlt, damit
niemand arm alt werden muss. Ihr habt unsere
Aufrüstung geleistet, damit wir in Frieden und
Freiheit leben können. Ihr habt Straßen und
Wege aus dem Schutt gehoben, damit wir Handel
treiben können. Und Ihr habt eigenständig
ein Europa geschaffen, das zusammenhält."
Soziales und gesellschaftliches Engagement
Geschäftliches Wachstum und gesellschaftliche
Verantwortung waren und sind für Albert Berner
untrennbar miteinander verbunden. Mit seinem
sozialen Engagement hat er sehr viel Gutes bewirkt
- sowohl über die Albert Berner-Stiftung
in der Region Hohenlohe als auch an anderen
Standorten der Gruppe. Welche Wertschätzung
der 90-Jährige im Unternehmen genießt, wurde
bei einem Video-Einspieler mit Glückwünschen
aus den europäischen Gesellschaften deutlich.
"Ihr Werdegang motiviert uns, die Grenzen des
Möglichen zu verschieben, um wie Sie einen
Beitrag für eine bessere Zukunft zu leisten"
sagte Peter Schmidt, CEO der BERNER Omnichannel
Trading Holding, der im Namen der
8.000 Mitarbeitenden gratulierte. "Wir sind stolz,
Teil eines Familienunternehmens zu sein, das
ihren beruflichen Idealen und ihrem persönlichen
Wertekompass bis heute folgt."
Zum Abschluss des offiziellen Festteils rief
Christian Berner die Gäste dazu auf, von der
Aufbaugeneration zu lernen: "Diese Generation
ist einzigartig. Wir müssen ihr zuhören. Was
Deutschland war und hoffentlich wieder wird,
haben sie definiert. Wir müssen weg von den
Werten der verträumten und wohlstandsverwöhnten
Nachfolgegesellschaft und uns auf
diesen Gründergeist zurückbesinnen. Lassen
Sie diesen Gründergeist und Gründermut wieder
aufleben!" (RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S36
KNAPP automatisiert
Produktionsversorgung
von SICK mit Open
Shuttles und SAP® EWM
Mit der Automatisierung der Produktionsversorgung
am Standort Kunsziget in Ungarn
treiben KNAPP und SICK ihre erfolgreiche
Technologiepartnerschaft weiter voran.
Der Einsatz der autonomen mobilen
Roboter Open Shuttles in Kombination
mit einem automatischen
Kleinteilelager sorgt für eine effiziente
just-in-time-Belieferung der Produktion
und flexible innerbetriebliche Transporte. Eine
end-to end SAP® EWM by KNAPP-Lösung sorgt
für die Digitalisierung der internen Produktionslogistik
und schafft maximale Transparenz in
der Bestandsführung.
Nahtloser und automatisierter Materialfluss
in allen Produktionshallen
Der Standort Kunsziget in Ungarn hat sich zu
einem essenziellen Werk im Produktionsverbund
der SICK AG, einem weltweit führenden
Hersteller von Sensorlösungen, etabliert. Mit
rund 800 Mitarbeitenden liegt die Kernkompetenz
in den Operationsbereichen. Um das
zukünftige Wachstum am Standort in Ungarn
nachhaltig zu sichern, wurde die Produktionskapazität
deutlich erhöht: Eine neue Halle für den
Wareneingang, die Erweiterung von drei auf vier
Produktionshallen sowie eine zusätzliche Halle
für das Kleinteilelager mit angebundener Kommissionierung
schaffen die nötige Infrastruktur,
um die steigenden Auftragszahlen zuverlässig
zu bewältigen. Eine durchgängige Automatisierungslösung
von KNAPP verbindet die einzelnen
Hallen nahtlos miteinander, optimiert den
Materialfluss und stellt eine effiziente Produktionsversorgung
sicher.
Smarte Produktionslogistik mit Open Shuttles
und automatischem Kleinteilelager
Die neue Automatisierungslösung unterstützt
vier zentrale Prozesse: Wareneingang, Lagerung,
Kommissionierung und Produktionsversorgung.
Dabei bilden insgesamt 27 Open Shuttles das
Rückgrat der innerbetrieblichen Transportlogistik.
Sie verbinden das neue automatische
Kleinteilelager (AKL) direkt mit den Produktionshallen
und sorgen durch die just-in-time-
Belieferung für minimale Lagerbestände und
maximale Versorgungssicherheit. Dabei geben
die Open Shuttles die Behälter an 30 Durchlaufregale
in der Produktion ab und nehmen fertig
produzierte Teile wieder zur Einlagerung mit.
Das AKL mit Regalbediengerät bildet die zentrale
Versorgungsstruktur für die gesamte Produktion.
Auf 52.000 Stellplätzen werden Roh- und
Halbfertigfabrikate in drei unterschiedlichen
Behältertypen 2-fachtief und 4-fachtief einge-
lagert. Zwei ergonomische Arbeitsplätze der
Pick-it-Easy-Serie sind direkt angebunden
und ermöglichen eine effiziente Kommissionierung
nach dem „Ware-zur-Person“-Prinzip.
Für einen geschlossenen, effizienten Materialkreislauf
verbindet eine Deckenfördertechnik
den Wareneingang mit dem AKL. Die neue
Lösung ermöglicht vollautomatisierte Ein- und
Auslagerungsprozesse, eine just-in-time-
Produktionsversorgung und die Optimierung der
Flächensituation.
„Der größte Vorteil der Anlage ist der zukunftsorientierte
Einsatz, denn wir haben die Anlage
nicht nur für den heutigen Bedarf, sondern
auch für die Zukunft gebaut. Wir setzen hier auf
logistische Unterstützung von KNAPP“, so Laszlo
Varga, Supply Chain Manager bei SICK Kft.
End-to-End SAP®-System für
nachhaltiges Wachstum
Das decentralized SAP® EWM on S/4HANA steuert
als Warehouse Management System (WMS)
und Warehouse Control System (WCS) alle
Materialflüsse und bildet die komplette Logik
für alle Automatisierungstechnologien ab. Um
diesen Projektteil vorzubereiten, setzten SICK
und KNAPP IT Solutions, das Kompetenzzentrum
der KNAPP-Gruppe für SAP®-Lösungen
und Services, vorab gemeinsam ein Pilotprojekt
auf. Dieser diente zugleich auch als Schulungssystem,
um das SICK IT-Team an die neuen
Produktionsprozesse in SAP® EWM heranzuführen.
Die neue Softwarelösung inklusive Materialflusssteuerung
(MFS) ermöglicht eine präzise
Steuerung der Lastaufnahmemittel im AKL mit
4-fachtiefer Lagerung. Auch das KiSoft Fleet-
Control-System (FCS) der Open Shuttles ist
über ein REST-Interface direkt in SAP® EWM
MFS integriert. Dadurch orchestriert SAP®
EWM sämtliche Lagerbewegungen, u.a. verschiedene
Varianten der Produktionsversorgung,
die von der Planung eines komplexen
Routenzuges bis hin zu individuellen
Eilaufträgen zu einzelnen Produktionsplätzen
reichen. Benutzerfreundliche Dialoge wie an
den Ware-zu-Person-Arbeitsplätzen runden
die SAP® EWM by KNAPP-Lösung ab.
Vom Sensor zur technologischen
Partnerschaft
KNAPP und SICK sind zwei führende Technologieunternehmen,
die mehr verbindet als
ihre Innovationskraft. SICK-Sensoren sind seit
Langem integraler Bestandteil der Automatisierungslösungen
von KNAPP und machen
diese noch präziser und leistungsfähiger.
Umso bedeutender ist das jüngste Projekt
am Standort Kunsziget in Ungarn: Erstmals
kommt hier ausschließlich SICK-eigene Sensorik
zum Einsatz. Gleichzeitig markiert die
Integration der Open Shuttles in eine SAP®-
Landschaft einen weiteren Meilenstein.
Das gesamte Logistiksystem ist zudem so
konzipiert, dass es bei Bedarf die Ergänzung
von weiteren Produktionshallen tragen kann.
Die Automatisierungslösung von KNAPP
inklusive der SAP® EWM-Systemlandschaft
bietet die nötige Skalierbarkeit, um zukünftige
Wachstumsprojekte schnell und effizient
umzusetzen.
(RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S38
Von links nach rechts: Tom Schneider (TRUMPF), Stefanie Frank (Siemens AG), Cedrik
Neike (Siemens AG). Stephan Mayer (TRUMPF), Yürki Voss (Siemens AG), Till Küppers
(TRUMPF) (Quelle: Siemens AG)
Siemens und TRUMPF
beschleunigen digitale
Fertigung & Einbindung
von KI
Unterstützung virtueller Entwicklung und
standardisierter Schnittstellen ermöglichen
eine schnellere Markteinführung und signifikante
Effizienzsteigerungen für Kunden.
Siemens das Technologieunternehmen
und der führende Werkzeugmaschinen-
und Laserhersteller TRUMPF haben
eine Partnerschaft bekannt gegeben,
welche die industrielle Produktion durch
fortschrittliche digitale Fertigungslösungen verbessern
soll. Die Zusammenarbeit kombiniert
das Xcelerator-Portfolio von Siemens mit der
renommierten Maschinenbau- und Softwarekompetenz
von TRUMPF.
Die Partnerschaft befasst sich mit kritischen
Herausforderungen in der modernen Fertigung:
die mangelnde Integration von Informationstechnologie
(IT) und Operational Technology
(OT)-Systemen, die in der Vergangenheit die Effizienz
und Innovation in der Produktion gebremst
haben. Durch die Verbindung des Xcelerator-
Portfolios von Siemens mit der Fertigungsexzellenz
von TRUMPF hilft die Zusammenarbeit dabei,
diese Lücke mit umfassenden Lösungen zu
schließen.
Foto: Berner Omnichannel Trading Holding SE
Beide Unternehmen arbeiten an offenen und
interoperablen IT-Schnittstellen, die dazu beitragen
sollen, die KI-Bereitschaft (Künstliche
Intelligenz) für Motion-Control-Anwendungen
voranzutreiben.
„Eine echte Transformation in einer Fabrik beginnt,
wenn die Maschinen in der Fertigung über
ein gemeinsames digitales Rückgrat miteinander
verbunden sind – damit Daten nahtlos
fließen, Entscheidungen schneller getroffen
werden und die Produktion auf sich ändernde
Bedingungen reagiert“, sagte Cedrik Neike, Mitglied
des Vorstands der Siemens AG und CEO
Siemens Digital Industries. „Gemeinsam mit
TRUMPF gelingt diese Verbindung mühelos. Wir
schließen die Lücke zwischen IT und OT, damit
Hersteller schneller handeln, sich in Echtzeit anpassen
und sich auf das KI-Zeitalter vorbereiten
können. Ich bin stolz darauf, dass zwei starke
europäische Unternehmen sich an die Spitze
dieser Bemühungen setzen.“
Überwindung von Komplexität durch nahtlose
Systemintegration
In der sich schnell entwickelnden Industrielandschaft
von heute ist Software nicht mehr nur
ein Add-on zur Hardware, sondern wird zum
wichtigsten Unterscheidungsmerkmal in der
Fertigung. Von intelligenten Steuerungssystemen
bis hin zur datengetriebenen Optimierung
ermöglicht eine nahtlose Integration von Hardund
Software ein völlig neues Maß an Flexibilität,
Effizienz und Wertschöpfung. Für Siemens und
TRUMPF eröffnet dieser Wandel große Chancen,
aber auch neue Komplexitäten. Kollaboration ist
daher unerlässlich und ermöglicht schnellere
Innovationszyklen, eine bessere Integration von
Hardware und Software sowie einen skalierbareren
Ansatz zur Bereitstellung standardisierter
Schnittstellen.
Die Zusammenarbeit wird durch modulare Systemarchitektur
und einheitliche Systemlösungen
spürbare Kundenvorteile bringen. Standardisierte
Schnittstellen ermöglichen eine nahtlose
Konnektivität zwischen Fertigungsanlagen und
Systemen auf Unternehmensebene. Kunden
profitieren von einer gesteigerten betrieblichen
Effizienz, reduzierten Engineering-Kosten und
zukunftssicherer Skalierbarkeit durch offene,
modulare Automatisierungslösungen. Diese
sind entscheidend, um KI-Anwendungen über
die gesamte Wertschöpfungskette zu integrieren.
Das ermöglicht Kunden, schneller an den
Markt zu kommen, flexibler zu produzieren und
wettbewerbsfähige Fertigungsabläufe zu erreichen.
„TRUMPF ist ein führendes Unternehmen für
Smart-Factory-Lösungen in der Blechfertigung.
Die Zusammenarbeit mit Siemens untermauert
unsere Stellung als Lösungsanbieter. Dank der
offenen Standards profitieren unsere Kunden
noch stärker von der digitalen Vernetzung der
Produktion – von unseren Maschinen über Roboter,
Greifer bis hin zur Teileerkennung mit Hilfe
von KI. Gemeinsam mit Siemens heben wir die
industrielle Fertigung auf ein neues Level", sagt
Stephan Mayer, CEO bei TRUMPF Werkzeugmaschinen.
Die Partnerschaft baut auf dem regelmäßigen
Austausch zwischen den Entwicklungsteams
von Siemens und TRUMPF auf und unterstreicht
die Bedeutung lebendiger Ökosysteme für die
Lösung der drängendsten Herausforderungen
der Branche. (RED)
LOGISTIK express
informiert
Sichern Sie sich Ihren
substanziellen
Wettbewerbsvorsprung
› Intralogistik & E-Commerce
› Handel & Distanzhandel
› Transport & Logistik
logistik-express.com I&E 4/25 | S40
Agile Robots übernimmt
BMW Group-Spin-off
idealworks
Agile Robots, ein führender Anbieter von KIgestützten
Automatisierungslösungen, hat
die restlichen Anteile am BMW Group-Spinoff
idealworks übernommen.
Nach seiner Erstinvestition im Jahr
2023 hält Agile Robots nun 100 %
an idealworks – ein bedeutender
Meilenstein in der Partnerschaft der
beiden Unternehmen. Die BMW Group bleibt
langfristiger Partner und unterstreicht damit ihr
anhaltendes Vertrauen in die Technologie und
Innovationskraft von idealworks. idealworks
wurde 2020 gegründet und hat ein umfassendes
Robotik-Ökosystem aufgebaut, das die
Automatisierungsplattform AnyFleet, die Simulationssoftware
iw.sim sowie den autonomen
mobilen Roboter iw.hub umfasst – unterstützt
von einem wachsenden Netzwerk an Technologiepartnern.
Heute sind weltweit mehr als 850
iw.hubs in den Produktionsstandorten der BMW
Group im Einsatz. Darüber hinaus verfügt idealworks
über eine starke und wachsende Kundenbasis
in weiteren Branchen wie Fertigung,
Logistik und Lagerhaltung. Die Übernahme stärkt
sowohl Agile Robots als auch idealworks in
ihrer Position im globalen Markt für industrielle
Automatisierung und beschleunigt die Verbreitung
von Robotik der nächsten Generation.
Gemeinsam verfolgen die Unternehmen das
Ziel, industrielle Prozesse intelligenter, schneller
und effizienter zu gestalten – durch die Verbindung
von Automatisierungskompetenz und KIgestützter
Robotik. Für Kunden und Partner bedeutet
dies Kontinuität, Verlässlichkeit und Innovation
auf höchstem Niveau.
„Das ist ein wichtiger Meilenstein für idealworks”,
sagt Michael Alexander Schneider, CEO von idealworks.
„Mit Agile Robots als Technologiepartner
und dem Zugang zu einer starken Unternehmensgruppe
haben wir die Ressourcen, unser
Robotik-Ökosystem weiter zu skalieren, neue
Branchen zu erschließen, die internationale
Expansion voranzutreiben und unsere vertrauensvolle
Zusammenarbeit mit der BMW Group
zur Weiterentwicklung ihrer Robotik-Aktivitäten
fortzusetzen.“
Agile Robots ist ein führender Anbieter von
Automatisierungslösungen der nächsten Generation.
Durch die Kombination von künstlicher
Intelligenz und Robotik macht das Unternehmen
Industrien intelligenter, flexibler und effizienter.
Agile Robots wurde 2018 von renommierten
Robotik-Forscherinnen und -forschern des
Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
(DLR) in München gegründet und wächst weltweit
rasant. Aktuell arbeiten mehr als 2.300
hochqualifizierte Roboter- und KI-Enthusiasten
an Standorten in Deutschland, China und Indien.
Das Unternehmen beschäftigt eines der
größten Forschungs- und Entwicklungsteams
in der KI- und Robotikbranche. Gemeinsam mit
den Tochterunternehmen audEERING, BÄR Automation,
Franka Robotics und idealworks, deckt
das Unternehmen sämtliche Bereiche der KIgesteuerten
Robotik ab. (RED)
#futureofretail
Der Kongress
für Retail
Technology
techday.at
RETAIL
TECH
DAY
TECH GATE VIENNA
19. NOVEMBER
2025
logistik-express.com I&E 4/25 | S42
Warum sich der Vertrieb
nur als ganzheitlicher
Prozess denken lässt
Michael Lamm, Geschäftsführer der Sales
Manufactory spricht über die Wichtigkeit von
reibungslosen Vertriebsprozessen.
Erstkontakt bis Abschluss aus einem
Guss. „Ein erfolgreicher Vertrieb besteht
aus weit mehr als dem bloßen
Verkaufen von Produkten oder Dienstleistungen.
Er ist ein strategisch aufgebauter
Prozess, der von Anfang bis Ende aus einem
Guss funktionieren muss. Jedes Glied in der
Kette hat Einfluss auf das Gesamtergebnis und
wenn sich ein Element nicht sauber integriert,
entstehen Reibungsverluste, die sich unmittelbar
auf die Abschlussquote auswirken können.
Vertrieb bedeutet, eine durchdachte Reise für
den Kunden zu gestalten, bei der er Schritt für
Schritt an die Hand genommen und schließlich
überzeugt wird.“
Vom ersten Kontakt bis zur Aufmerksamkeit
„Als Grundlage für jeden Verkaufsprozess gilt der
klassische erste Kontakt mit einem potenziellen
Kunden. Ob dieser über Kaltakquise, Empfehlungen,
digitale Kanäle oder die gute alte Messe
zustande kommt, ist zunächst zweitrangig –
der erste Eindruck muss professionell wirken
und den Kunden neugierig machen. An diesem
Punkt geht es noch nicht um das Produkt selbst,
sondern um das Schaffen einer vertrauensvollen
Basis. Ein strukturierter Prozess sorgt dafür, dass
dieser Einstieg nicht zufällig, sondern gezielt geplant
ist. Jeder Kontaktpunkt muss so gestaltet
sein, dass der Interessent erkennt: Hier begegnet
ihm ein Partner, der seine Bedürfnisse ernst
nimmt.“
Auf den Zahn fühlen
„Bevor weitere Schritte erfolgen, muss klar sein,
ob der Kontakt überhaupt das Potenzial hat, in
den Kundenstamm überzugehen. Qualifizierung
ist deshalb ein zentrales Element im Aufbau
von Vertriebsprozessen. Dabei geht es darum,
die Bedürfnisse, Budgets, Entscheidungswege
und zeitlichen Rahmenbedingungen des Gegenübers
zu verstehen. Je besser diese Faktoren
eingeordnet werden können, desto klarer ergibt
sich das Bild, ob sich die Investition in die weitere
Bearbeitung lohnt. Hier zeigt sich die Effizienz
eines durchgängigen Systems: Ein guter
Prozess filtert automatisch jene Kontakte heraus,
die nicht in die Zielgruppe passen, und verhindert,
dass wertvolle Ressourcen auf wenig aussichtsreiche
Fälle verschwendet werden.“
Vom Interesse zur Bedarfsermittlung
„Nach der Qualifizierung des Kunden, beginnt
die eigentliche Arbeit im Vertrieb. Nun steht im
Vordergrund, den Bedarf präzise zu erfassen.
Dabei agiert ein guter Verkäufer eher als Berater
und Zuhörer denn als Präsentator. Das Gespräch
zielt darauf ab, die Herausforderungen des
Kunden zu verstehen, seine Ziele zu erkennen
und mögliche Lösungen zu entwickeln,
die wirklich Mehrwert bieten. Strukturiert aufgebaute
Vertriebsprozesse stellen sicher, dass
dieser Schritt nicht übersprungen oder oberflächlich
behandelt wird – denn nur wenn der
Bedarf klar definiert ist, lässt sich später eine
maßgeschneiderte Lösung präsentieren, die den
Kunden überzeugt.“
Präsentation als Beweisführung
„In der nächsten Stufe geht es darum, das eigene
Angebot so zu präsentieren, dass es exakt auf
die zuvor ermittelten Bedürfnisse einzahlt. Hier
zeigt sich, ob alle vorangegangenen Schritte
stimmig waren: Eine nicht auf den Kunden zugeschnittene
Präsentation wirkt austauschbar
und hinterlässt keinen nachhaltigen Eindruck,
während ein durchgängiger Prozess hingegen
dafür sorgt, dass der Kunde das Gefühl hat in
seiner Situation ernst genommen zu werden.
Wichtig ist, die Präsentation nicht als einseitigen
Monolog zu verstehen, sondern als Dialog,
in dem der Kunde Fragen stellen und Bedenken
äußern darf. So entsteht eine partnerschaftliche
Atmosphäre, die Vertrauen aufbaut.“
Überzeugung bis zum Abschluss
„Als entscheidender Moment im Vertrieb gilt
natürlich immer die finale Überzeugung. Hier
prallen oft unterschiedliche Interessen aufeinander:
Der Kunde wägt Risiko und Nutzen
ab, während der Verkäufer den Abschluss anstrebt.
Ein professioneller Prozess berücksichtigt
diesen sensiblen Punkt und führt den Kunden
Schritt für Schritt dorthin, ohne Druck auszuüben.
Stattdessen lässt sich Sicherheit vermitteln,
indem Einwände proaktiv behandelt und
letzte Zweifel ausgeräumt werden. Wer durch
Transparenz und Verlässlichkeit konsequent an
einer konsistenten Linie arbeitet, sorgt dafür,
dass der Kunde sich am Ende aus Überzeugung
und nicht aus Unsicherheit für die Zusammenarbeit
entscheidet.“
Perfektes Zusammenspiel
„Der wahre Wert eines strukturierten Vertriebsprozesses
zeigt sich in der reibungslosen Kombination
aller Phasen. Von der ersten Ansprache
über die Qualifizierung, die Bedarfsermittlung
und die Präsentation bis hin zum Abschluss darf
es keine Brüche geben. Jeder Schritt baut auf
dem vorherigen auf, jede Information wird dokumentiert
und für die nächste Phase genutzt. So
entsteht eine durchgängige Erfahrung, die sowohl
für den Kunden als auch für das Vertriebsteam
Klarheit und Sicherheit schafft. Wenn alles
wie aus einem Guss wirkt, entsteht Vertrauen –
und dies ist letztlich die Basis für jede Kaufentscheidung.“
(RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S44
Unitechnik-Studie:
Fachkräftemangel rückt
Robotik in den Fokus
75 Prozent sagen „Ja“ zu Robotik – doch wie
gelingt die Integration.
Lkw-Beladung zunehmend in den Fokus. Dass
sich Robotiklösungen etablieren, liegt nicht nur
an der technischen Reife der Systeme. Vielmehr
wirken mehrere Entwicklungen zusammen, beispielsweise
steigende Anforderungen an Lieferzeiten,
eine wachsende Variantenvielfalt im
Sortiment und der zunehmende Personalmangel.
Roboter übernehmen Aufgaben, die sich klar
beschreiben lassen, zuverlässig wiederholt werden
müssen und dabei menschliche Kräfte entlasten,
etwa beim Heben, präzisen Greifen oder
Navigieren. Gefragt sind vor allem Systeme, die
sich flexibel an Veränderungen anpassen.
In der Intralogistik herrscht Aufbruchsstimmung.
Eine aktuelle Studie der Unitechnik
Systems GmbH zeigt: Drei von vier Unternehmen
wollen in den kommenden Jahren
in Robotik investieren. Steigender Effizienzdruck,
zunehmender Fachkräftemangel und der
Wunsch nach zukunftssicheren Logistikprozessen
sind oft die Beweggründe. Doch mit dem
Wunsch nach Automatisierung stellt sich auch
eine zentrale Frage: Wie gelingt die Integration
robotischer Systeme so, dass sie nicht nur funktionieren,
sondern echten Mehrwert schaffen?
Ende 2024 hat Unitechnik über 150 Fach- und
Führungskräfte aus verschiedenen Branchen
zur Rolle der Robotik in der Intralogistik befragt.
Die Studie zeigt ein klares Bild: Rund 75 Prozent
der Teilnehmenden planen, künftig in robotergestützte
Systeme zu investieren. Neben
dem Status quo wurden auch die Erwartungen,
Potenziale und Herausforderungen beim Einsatz
von Robotiklösungen für den innerbetrieblichen
Materialfluss abgefragt. Neben klassischen Portal-
oder Knickarmrobotern wurden auch fahrerlose
Transportsysteme in die Befragung einbezogen.
Wo Robotik am meisten bewegt
Der Bedarf an robotergestützten Lösungen ist vor
allem dort groß, wo manuelle Tätigkeiten zeitintensiv,
körperlich belastend oder schwer planbar
sind. Besonders in der Kommissionierung sehen
viele Unternehmen großes Potenzial: 42 Prozent
der Befragten planen, hier künftig verstärkt auf
Robotik zu setzen. Neben dem klassischen Einsatzgebiet
des Palettierens und Depalettierens
rückt als neues Einsatzfeld die automatische
Aktuell werden die meisten Robotiksysteme
beim Materialtransport im Logistikzentrum und
in der Produktion eingesetzt. Dieser Trend wird
sich auch in Zukunft durch weitere Investitionen
verstärken. Die Ablösung von Gabelstaplern
durch ein fahrerloses Transportsystem lässt sich
in vielen Fällen ohne große Umbaumaßnahmen
bewerkstelligen.
Technologie schlägt Bekanntheitsgrad
Die Anforderungen an Robotiksysteme zeigen,
dass sich die Bewertung nicht vorrangig an Markennamen
oder äußeren Merkmalen orientiert.
Aspekte wie das optische Design spielten für die
Befragten eine untergeordnete Rolle. Entscheidend
waren vielmehr die einfache Konfigurierbarkeit
(78 Prozent), langfristige Updatefähigkeit
(65 Prozent) und eine robuste Bauweise (61 Prozent).
Etablierte Anbieter stehen damit im direkten
Wettbewerb mit neuen Marktteilnehmern,
darunter auch Unternehmen aus China.
Nutzer erwarten von Robotiksystemen, dass
sie sich über modernste Technologien schnell
und flexibel an geänderte Aufgabenstellungen
anpassen können. Besonders häufig genannt
wurden Eigenschaften wie Lernfähigkeit durch
Künstliche Intelligenz (76 Prozent), kameragestützte
Steuerung (72 Prozent), Autonomie (47
Prozent) und Kollaborationsfähigkeit (34 Prozent).
Die Tücken der Integration
Trotz aller Vorteile zögern viele Unternehmen
beim Einsatz robotischer Systeme. Rund zwei
Drittel nennen die hohen Investitionskosten als
größtes Hemmnis. Hinzu kommen technische
und organisatorische Herausforderungen wie
komplexe Schnittstellen, Sicherheitsanforde-
rungen oder Akzeptanzprobleme im Team. Die
Einführung eines Robotiksystems ist kein isoliertes
Vorhaben. Es gilt, Prozesse zu analysieren,
Systeme zu vernetzen und die neue Technologie
in den Betrieb zu integrieren. Besonders kritisch
sind die Übergänge zwischen Robotik, Fördertechnik
und Lagerverwaltung. Kommt es hier
zu Störungen, bleibt der erwartete Nutzen aus.
Zudem agieren Roboter nicht in einem statischen
Umfeld. Sie müssen sich auf wechselnde
Produktgrößen, Transportwege und Prioritäten
einstellen. Das erfordert technisch wie organisatorisch
konfigurierbare und durchdachte Lösungen.
Entscheidend ist, dass Unternehmen
auf Partner setzen, die nicht nur Technik liefern,
sondern den gesamten Veränderungsprozess
begleiten.
Der Systemintegrator als Schlüssel zum Erfolg
Bei der Auswahl des richtigen Partners für ein
Robotikprojekt zeigt sich ein klares Bild: Die
meisten Unternehmen bevorzugen spezialisierte
Systemintegratoren, gefolgt vom Generalunternehmer
für die Gesamtanlage. Nur wenige setzen
direkt auf Roboterhersteller. Ausschlaggebend
ist dabei die hohe Komplexität der Integration.
Roboter müssen in bestehende Materialflüsse,
Lagerverwaltungen und IT-Strukturen eingebunden
werden. Genau hier entscheidet sich, ob
ein Projekt erfolgreich läuft. Die Anforderungen
an Partner für Robotikprojekte sind entsprechend
hoch. Unternehmen erwarten mehr als
reine Technik. Gefragt sind Anbieter, die Prozesse
verstehen, Schnittstellen sicher beherrschen
und ihre Kunden über alle Projektphasen hinweg
begleiten. Neben dem hohen Anteil der
Befragten, die sich ein gutes Preis-Leistungs-
Verhältnis wünschen (74 Prozent), fallen insbesondere
die folgenden Aspekte ins Gewicht.
Laut Studie legen 69 Prozent der Befragten Wert
auf eine fundierte Planungskompetenz für Logistik
und Materialfluss. Wichtig ist die Fähigkeit,
individuelle Anforderungen präzise zu analysieren
und daraus im Kontext des logistischen Gesamtsystems
passende Lösungen zu entwickeln.
Konkrete Vorstellungen über den Projektablauf
werden formuliert, indem sich 45 Prozent einen
festen Ansprechpartner im Projekt wünschen
und 44 Prozent der Befragten den Go-live mit
vollumfänglichen Tests absichern wollen. Nach
der Implementierung erwarten die Befragten
einen guten Support (53 Prozent), die langfristige
Weiterentwicklung des Systems (38 Prozent)
und einen 24/7-Service (26 Prozent).
Kompetenz entscheidet
Erfolgreiche Projekte beginnen mit einer fundierten
Analyse, klaren Zieldefinitionen und realistischen
Erwartungen an Nutzen und Aufwand.
Wirkung entfalten Robotiklösungen vor allem
dann, wenn sie als Teil eines ganzheitlichen
Materialflusskonzepts gedacht werden. Anbieter,
die Technik mit Planungskompetenz verbinden,
vermeiden Insellösungen und schaffen durchgängige
Systeme. Hilfreich ist dabei eine Softwarearchitektur,
die alle Komponenten zentral
steuert und flexibel erweitert werden kann. Ein
Beispiel ist das Lagerverwaltungssystem Uni-
Ware von Unitechnik, das Pick-and-Place-Roboter,
fahrerlose Transportsysteme und Shuttle-
Lager steuert. In der Praxis zeigt sich, wie wichtig
klar definierte Schnittstellen, Skalierbarkeit und
langfristige Betreuung sind, insbesondere bei
einer Technologie, die sich laufend weiterentwickelt.
Unitechnik begleitet seine Kunden auch
über die Inbetriebnahme hinaus. Durch modulare
Erweiterungen lassen sich neue Anforderungen
ebenso umsetzen wie die Anpassung an
veränderte Marktbedingungen. (RED)
logistik-express.com I&E 4/25 | S46
Swisslog automatisiert
Frischelager für Bünting
Spatenstich in Nortmoor: Das Handelsunternehmen
Bünting setzt mit vollautomatisiertem
Logistikzentrum neue Maßstäbe für Effizienz,
Skalierbarkeit und Frischekompetenz.
Systeme präzise und nahtlos miteinander vernetzt
und dadurch Transparenz sowie Prozesssicherheit
in Echtzeit gewährleistet.“ „Gemeinsam
mit Bünting bringen wir Technologie genau
dorthin, wo sie den größten Mehrwert stiftet:
ins Herz der Frischelogistik“, sagt Sven Borghoff,
Vice President Sales – Integrated Solutions
EMEA Central, Swisslog. „Von Beginn an
war unsere Zusammenarbeit geprägt von klaren
Zielen, Beratungskompetenz, Dialogstärke auf
Augenhöhe und Vertrauen – das macht dieses
Projekt besonders.“
Mit dem heutigen Spatenstich in
Nortmoor startet die Bünting Unternehmensgruppe,
eines der
größten und modernsten Handelsunternehmen
in Deutschland, den Bau
eines hochmodernen Frischelagers. In Zusammenarbeit
mit Swisslog als internationalem
Intralogistikexperten und Technologiepartner
entsteht auf einer Fläche von 6.500 Quadratmetern
eine hochmoderne Anlage, die vollautomatisierte
Prozesse, maximale Lagerdichte sowie
fortschrittliche Förder- und Kältetechnik vereint.
Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal
2027 geplant.
Das Kernstück der Anlage ist ein vollautomatisiertes
Shuttlelager inklusive Vorzonen-Robotik,
das sich durch Leistungsfähigkeit und modulare
Erweiterbarkeit auszeichnet. Mit 34.500 Behälterstellplätzen
bietet das System maximale
Effizienz und Flexibilität für zukünftige Volumenzuwächse
und stellt zugleich sicher, dass
sowohl Warenbewegung als auch Auslieferungsprozesse
durchgängig optimiert werden. Gesteuert
wird die gesamte Anlage über die Swisslog-Softwarelösung
SynQ WCS, die sämtliche
Ergänzt wird das Shuttlelager durch modernste
Fördertechniksysteme, die eine durchgängig
effiziente Warenbewegung und Auslieferung ermöglichen.
Es reduziert manuelle Arbeitsschritte
erheblich, steigert die Effizienz der Lagerhaltung
und gewährleistet durchgängige Prozesssicherheit.
Für die Lagerung temperatursensibler
Waren ist das System auf den Betrieb bei konstanten
Temperaturen zwischen 0 und 2 Grad
Celsius ausgelegt und erfüllt damit höchste
Anforderungen an Frische und Energieeffizienz.
„Mit diesem Bauprojekt realisiert die Bünting
Unternehmensgruppe einen weiteren Meilenstein
zur Verbesserung der Logistikstrukturen.“,
sagt Helge-Christian Eilers, Geschäftsführer
der Bünting SCM/Logistik. Durch eine zentralgeführte
Logistik, einschließlich Distribution
und Marktbelieferung, wird eine zukunftsfähige
Lösung geschaffen. Neben technologischen
Vorteilen stärkt das Projekt auch den regionalen
Arbeitsmarkt: Direkt mit der Inbetriebnahme entstehen
bis zu 14 neue Arbeitsplätze, weitere
Stellen können im Zuge künftiger Erweiterungen
folgen. Mit Blick auf die Region ist der Bau des
Frischelagers auch ein wesentlicher Beitrag zur
Wirtschaftsentwicklung. (RED)
#gamechanger
Der digitale
Kongress für den
Online-Handel
Online: ecommerce-connect.at
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2025
logistik-express.com I&E 4/25 | S48
Unitechnik & Wildeboer -
Intralogistik für
Wachstum
Zusammen mit Unitechnik entwickelte
Wildeboer am Stammsitz in Weener ein
automatisiertes Lagersystem, das die nicht
wertschöpfenden Intralogistik-Prozesse
vollständig automatisiert, zusätzliche Montageflächen
auf drei Geschossen erschließt
und die Basis für weiteres Wachstum schafft.
Eine effiziente Produktionsversorgung,
ein hoher Automatisierungsgrad und
ergonomische Arbeitsplätze – mit diesen
Zielen hat Wildeboer, Experte für
Bauteilkomponenten in den Bereichen Brandschutz,
Luftverteilung, Gebäudesystemtechnik
und Schallschutz, ein modernes Logistikzentrum
errichtet.
„Einfach Vertrauen einbauen“ – dafür steht das
im Jahr 1939 gegründete Familienunternehmen
Wildeboer. Mit einer umfangreichen Fertigungstiefe
entwickelt und fertigt der Ingenieurbetrieb
Komponenten für die Bereiche Brand- und
Schallschutz, Luftverteilung und Gebäudesystemtechnik
– Bauteile „made in Germany“. Der
Hauptsitz des Unternehmens befindet sich im
ostfriesischen Weener und wird ergänzt von
weiteren Standorten in Laupheim, Lützen und
Utrecht. Am Stammsitz arbeiten über 350 Mitarbeitende
auf einer Produktionsfläche von insgesamt
60.000 Quadratmetern.
Dezentrale Lagerung bremste Prozesse
Bei dem ostfriesischen Unternehmen führten
fehlende Lagerkapazitäten dazu, dass große
Materialmengen in dezentralen manuellen
Lagern und auf Bereitstellungsflächen in den
Produktionshallen zwischengelagert werden
mussten. „Unser Ziel war es, die Funktionsbereiche
entlang der innerbetrieblichen Logistik
zu zentralisieren, ein konsequentes Warezur-Person-Prinzip
einzuführen und gleichzeitig
eine durchgängige Materialverfolgbarkeit
sicherzustellen“, erklärt Arne Bröske,
Leitung der Produktion bei Wildeboer. „Hierfür
war die Automatisierung unserer Abläufe essenziell.“
Ein zentrales, automatisches Lagersystem
sollte nicht nur manuelle Prozesse minimieren,
sondern auch zusätzliche Flächen
für Montage und Produktion erschließen.
Strategische Partnerschaft
Nachdem Wildeboer einen externen Planer mit
der Logistikplanung der automatisierten Prozesse
im Lager beauftragt hatte, fiel die Entscheidung
– basierend auf einer Empfehlung – für eine
vertiefende Expertise durch die Unitechnik Sys-
tems GmbH. Ausschlaggebende Kriterien für die
Zusammenarbeit waren zum einen das ausgeprägte
Prozessverständnis von Unitechnik: die
Fähigkeit, die Geschäftsprozesse von Wildeboer
präzise zu erfassen und darauf aufbauend eine
passgenaue Lösung zu entwickeln. Ebenso entscheidend
war eine herstellerunabhängige und
lösungsorientierte Ausarbeitung der Feinplanung
durch ein mittelständisch geprägtes Familienunternehmen,
in die die Erfahrung aus vielen
realisierten Projekten eingeflossen ist.
In enger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit
entwickelten Wildeboer und Unitechnik zunächst
ein umfassendes logistisches Gesamtkonzept,
das die Trennung von Produktions- und
Lagerflächen sowie die Erweiterung um insgesamt
10.500 Quadratmeter Logistikfläche umfasste.
Das Konzept war vor allem auf die Skalierbarkeit
der Logistik ausgerichtet. Unitechnik
konnte die entsprechenden Lagersysteme so
konzipieren, dass sie mit künftigen Anforderungen
flexibel wachsen können. Eine zentrale
Anforderung an das Konzept ist zudem die Prozesssicherheit:
Mit dem Bau eines neuen Logistikzentrums
sollen die Produktionsversorgung und
der Warenversand zuverlässig und mit hoher
Verfügbarkeit sichergestellt werden. Ein Bestandsmanagement
nach dem sogenannten
First-in-First-out-Prinzip soll eine lückenlose
Warenrückverfolgung gewährleisten. Zusätzlich
konnte Unitechnik bei der Konzeption die
Versorgung und Anbindung von Baugruppenmontagen
in unterschiedlichen Stockwerken
berücksichtigen. Die automatisierte Zwischenlagerung
kundenspezifisch gefertigter Produkte
sowie die Versandpufferung von fertig verpackten
Sendungen sollen ebenfalls zur Optimierung
der Logistikprozesse von Wildeboer beitragen.
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist der hohe
Automatisierungsgrad, der ergonomische und
effiziente Arbeitsplätze im Wareneingang, bei
der Kommissionierung und im Versand ermöglicht.
Die neuen Logistikprozesse zielen darauf
ab, Laufwege für Mitarbeitende sowie manuelle
Transporte auf ein Minimum zu reduzieren.
Digitale Lagerverwaltung: optimierte
Prozesse dank UniWare
Das von Unitechnik realisierte Logistikzentrum
ist das zentrale Materialflussdrehkreuz von
Wildeboer. Im Zentrum stehen ein dreigassiges
Hochregallager für Europaletten und Gitterboxen
mit 9.230 Stellplätzen sowie ein eingassiges
automatisches Kleinteilelager für KLT-
Behälter. Gelagert werden hier Rohstoffe, Halbzeuge
und Fertigprodukte. An kombinierten Paletten-
und Behälterkommissionierplätzen wird
Material sowohl für die Produktion wie auch für
Kundenaufträge zusammengestellt. Das Rohmaterial
für die Produktion wird an verschiedene
fahrerlose Transportsysteme übergeben. Alle gefertigten
Bauteile werden wiederum über diese
FTS-Fahrzeuge aus der Produktion abgeholt, an
die Unitechnik-Fördertechnik abgegeben und
eingelagert. Die fahrerlosen Transportsysteme
wurden von Wildeboer selbst beschafft und in
Betrieb genommen. Das Besondere daran: Um
unabhängig von einzelnen Herstellern zu sein,
setzt Wildeboer auf ein Flottenmanagementsys-
logistik-express.com I&E 4/25 | S50
tem nach dem Standard VDA 5050. So werden
zukünftig sogar autonome Putzroboter unterwegs
sein und sich mit ihren produktiven Kollegen
„absprechen“.
Eine große Bedeutung spielt bei Wildeboer die
Konsolidierung von Aufträgen. Ziel ist es, das
Versandvolumen zu minimieren. Dazu werden
die für Kundenaufträge bestimmten Paletten
zunächst automatisch in einem hochdynamischen
Versandpuffer zwischengelagert. Die von
der Wildeboer-eigenen Konsolidierungssoftware
abgerufenen Paletten fahren automatisch
in die Konsolidierungszone. Nach dem Prinzip
„Pack-by-Light“ sieht der Mitarbeiter über farbige
Leuchtanzeigen auf den ersten Blick, welche
Paletten zum selben Auftrag gehören, und
ordnet die Artikel so an, dass möglichst wenige
Paletten benötigt werden. Diese Nachverdichtung
spart Frachtkosten und schont die Umwelt.
Da die Produkte meist auf Baustellen geliefert
werden, werden die Paletten vor der Verladung
mittels eines automatischen Wicklers regenfest
verpackt.
Technischer Anspruch trifft auf
partnerschaftliche Zusammenarbeit
Den hohen technischen Anspruch von Wildeboer
erkennt man an vielen Details. Beispielsweise
testet eine in die automatische Logistikanlage
integrierte Palettenprüfanlage jede eingehende
Europalette auf normgerechte Maße. Das
Lagerverwaltungssystem UniWare von Unitechnik
koordiniert dabei alle Materialflüsse auf
der Fördertechnik und sämtliche Lagerbewegungen.
Die stufenlos zoombare Anlagenvisualisierung
gibt dem Intralogistik-Leiter Marcel
Stephan stets den aktuellen Status der Anlage.
„UniWare hilft mir dabei, Störungsursachen
schnell zu erkennen und abzustellen.
Daher ist es für mich ein unverzichtbares Werkzeug
auf meinem Notebook“, erklärt Marcel Stephan.
Da die Zusammenarbeit von Wildeboer
und Unitechnik im Jahr 2019 begann, war der
Bau des neuen Logistikzentrums von den Herausforderungen
der Corona-Pandemie betroffen.
Lieferengpässe führten nicht nur zu Verzögerungen
im Zeitplan, sondern forderten von
allen Projektbeteiligten auch ein hohes Maß an
Flexibilität. „Rechtzeitige Absprachen und eine
gut koordinierte Zusammenarbeit waren im gesamten
Projektverlauf entscheidend“, betont
Arne Bröske. „Umso mehr schätzen wir es, mit
Unitechnik einen kompetenten Systemintegrator
an unserer Seite zu haben, bei dem die partnerschaftliche
Zusammenarbeit durch unkomplizierte
Absprachen geprägt war.“
Life-Time-Partnerschaft für nachhaltigen Erfolg
Auch nach Projektabschluss bleiben beide
Projektpartner im regelmäßigen Kontakt und
Austausch miteinander. „Es ist uns besonders
wichtig, auch nach der erfolgreichen Implementierung
ein zuverlässiger Ansprechpartner
für Wildeboer zu sein“, erklärt Yusuf Kaya,
Key Account Manager für Logistiksysteme bei
Unitechnik. Dank vorausschauender Planung
setzte Unitechnik schon zu Beginn des Projekts
den Grundstein zu zukünftigen Erweiterungen:
Die Schnittstellen des neuen Logistikzentrums
wurden software- und fördertechnisch so vorbereitet,
dass Wildeboer problemlos fahrerlose
Transportsysteme integrieren konnte. „Als Life-
Time-Partner stehen wir unseren Kunden rund
um die Uhr zur Verfügung und arbeiten auch
nach Projektabschluss weiterhin eng mit den
Kunden zusammen, um kontinuierliche Optimierungspotenziale
im Lager zu identifizieren
und umzusetzen“, betont Yusuf Kaya.
(RED)
Sichern Sie sich Ihren
substanziellen
Informationsvorsprung
logistik-express.com
LOGISTIK EXPRESS
STRATEGIE
wikifolio-Indexzertifikat
Der Markt zur privaten
Kapitalanlage befindet
sich in einem Umbruch.
FinTech-Unternehmen fordern
die klassischen Anbieter heraus.
Mit der LOGISTIK express
Strategie wollen wir in die
Branche investieren und mit
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