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FINE Das Weinmagazin, 70. Ausgabe - 03/2025

Hauptthema: DIE TENUTA DEL NICCHIO - DAS HERZENSPROJEKT VON LODOVICO ANTINORI Weitere Themen dieser Ausgabe EDITORIAL Das Beste oder nichts! UMBRIEN Der Kaschmir-König: Brunello Cucinelli SÜDAFRIKA In Südafrika tut sich was – mal wieder. Teil 1: Kapstadt BORDEAUX Folgen und Auswirkungen des Klimawandels BURGUND Marsanne macht Mut: M. Chapoutier TOSKANA Arsen Khachaturyants – ein Multitalent startet durch DIE PIGOTT-KOLUMNE Klassifikation in Burgund – eine Bestandsaufnahme DAS GROSSE DUTZEND Château La Lagune MASTERCLASS Klaus Peter Keller und Château Lafite PORTRÄT Top of Zürich: The Dolder Grand TASTING Magische Genussmomente in exklusiver Runde GRITZMANN & SCHECK Die Potsdamer Villa Jacobs im Porträt WEIN & SPEISEN Jürgen Dollase isst im Komu in München GENIESSEN Montgomery: Der Dom Pérignon unter den Cheddars WEIN & ZEIT Teil 2 der Geschichte des Weinbaus in Südtirol WEIN & POLITIK Wein in Krieg und Frieden SACHSEN Den Roten gehört im Osten die Zukunft ABGANG Jugend forsch(t)!

Hauptthema: DIE TENUTA DEL NICCHIO -
DAS HERZENSPROJEKT VON LODOVICO ANTINORI
Weitere Themen dieser Ausgabe
EDITORIAL Das Beste oder nichts!
UMBRIEN Der Kaschmir-König: Brunello Cucinelli
SÜDAFRIKA In Südafrika tut sich was – mal wieder. Teil 1: Kapstadt
BORDEAUX Folgen und Auswirkungen des Klimawandels BURGUND Marsanne macht Mut: M. Chapoutier
TOSKANA Arsen Khachaturyants – ein Multitalent startet durch
DIE PIGOTT-KOLUMNE Klassifikation in Burgund – eine Bestandsaufnahme
DAS GROSSE DUTZEND Château La Lagune
MASTERCLASS Klaus Peter Keller und Château Lafite
PORTRÄT Top of Zürich: The Dolder Grand
TASTING Magische Genussmomente in exklusiver Runde
GRITZMANN & SCHECK Die Potsdamer Villa Jacobs im Porträt
WEIN & SPEISEN Jürgen Dollase isst im Komu in München
GENIESSEN Montgomery: Der Dom Pérignon unter den Cheddars
WEIN & ZEIT Teil 2 der Geschichte des Weinbaus in Südtirol
WEIN & POLITIK Wein in Krieg und Frieden
SACHSEN Den Roten gehört im Osten die Zukunft
ABGANG Jugend forsch(t)!

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3| 2025 Deutschland € 20 Österreich € 21,00 Italien € 24,50 Schweiz CHF 35,00 Benelux € 22,90

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DIE TENUTA DEL NICCHIO

DAS HERZENSPROJEKT VON LODOVICO ANTINORI

Südafrika Umbrien Bordeaux Zürich Sachsen

In der Rainbow Nation Brunello Cucinelli – Folgen und Auswirkungen Glanzvolle Auftritte Die Roten sind wieder

tut sich was – mal wieder der Kaschmir-König des Klimawandels im The Dolder Grand auf dem Vormarsch


FINE

DAS WEINMAGAZIN 3|2025

BRUNELLO CUCINELLI 26 BORDEAUX: KLIMAWANDEL 54 M. CHAPOUTIER 66

CHÂTEAU LA LAGUNE 88

TENUTA DEL NICCHIO 16

11 FINE EDITORIAL _________________ Das Beste oder nichts!

16 FINE TOSKANA __________________ Die ultimative Herausforderung: Tenuta del Nicchio

26 FINE UMBRIEN ___________________ Der Kaschmir-König: Brunello Cucinelli

36 FINE SÜDAFRIKA ________________ In Südafrika tut sich was – mal wieder. Teil 1: Kapstadt

54 FINE BORDEAUX _________________ Folgen und Auswirkungen des Klimawandels

66 FINE BURGUND __________________ Marsanne macht Mut: M. Chapoutier

76 FINE TOSKANA __________________ Arsen Khachaturyants – ein Multitalent startet durch

84 FINE DIE PIGOTT-KOLUMNE _____ Klassifikation in Burgund – eine Bestandsaufnahme

SÜDAFRIKA: KAPSTADT 36

ARSEN KHACHATURYANTS 76

THE DOLDER GRAND 98

MASTERCLASS 92

88 FINE DAS GROSSE DUTZEND ___ Château La Lagune

92 FINE MASTERCLASS _____________ Klaus Peter Keller und Château Lafite

98 FINE PORTRÄT ___________________ Top of Zürich: The Dolder Grand

106 FINE TASTING ____________________ Magische Genussmomente in exklusiver Runde

112 FINE GRITZMANN & SCHECK ____ Die Potsdamer Villa Jacobs im Porträt

116 FINE WEIN & SPEISEN ___________ Jürgen Dollase isst im Komu in München

122 FINE GENIESSEN ________________ Montgomery: Der Dom Pérignon unter den Cheddars

124 FINE WEIN & ZEIT ________________ Teil 2 der Geschichte des Weinbaus in Südtirol

130 FINE WEIN & POLITIK ____________ Wein in Krieg und Frieden

KARL FRIEDRICH AUST 132

MARTIN SCHWARZ 136

MATTHIAS HEY 140

WEINWOCHE LECH 106

132 FINE SACHSEN __________________ Den Roten gehört im Osten die Zukunft

146 FINE ABGANG ___________________ Jugend forsch(t)!

8 FINE 3 | 2025 INHALT

INHALT FINE 3 | 2025 9



FINEAUTOREN

KRISTINE BÄDER Als Winzertochter aus Rheinhessen

freut sie sich über die positive Entwicklung

ihrer Heimatregion, wo sie ein eigenes kleines Weinprojekt

pflegt. Eine besondere Beziehung hat die studierte

Germa nistin und ehemalige Chefredakteurin des

FINE Weinmagazins zu den Weinen aus Portugal.

DANIEL DECKERS Die Lage des deutschen Weins

ist sein Thema – wenn er nicht gerade als Politikredakteur

der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« über

Gott und die Welt zur Feder greift. An der Hochschule

Geisenheim lehrt Deckers Geschichte des Weinbaus

und ­handels. In seinem Buch »Wein. Geschichte und

Genuss« beleuchtet er durch mehr als 3000 Jahre die

Rolle dieses unschätzbaren Kulturguts als Spiegel der

Zeitläufte.

JÜRGEN DOLLASE hat sich schon als Rock musiker

und Maler verdingt; als Kritiker der kulinarischen Landschaft

ist er heute eine feste Instanz. Viel beachtet

sind seine Bücher über die Kunst des Speisens: Bei

Tre Torri erschien zuletzt seine »Geschmacksschule«;

das visionäre Kochbuch »Pur, präzise, sinnlich« widmet

sich der Zukunft des Essens.

PATRICIA ENGELHORN ist Schweizerin, genauer

gesagt Tessinerin, hat viele Jahre in Florenz gelebt

und dann als Freelance­Journalistin jahrzehntelang

häufig und gern aus dem Koffer. Thematisch ist sie vorwiegend

in der Kunst­, Design­ und Hotelszene unterwegs,

genießt aber auch Ausflüge in die Welt der Weine.

DR. MED EVA GRITZMANN studierte nach einer

Banklehre Betriebswirtschaft und Medizin. Heute

arbeitet sie als Ärztin in Stuttgart. Gemeinsam mit Denis

Scheck hat sie drei Bücher über Geschmacksunterschiede

zwischen Männern und Frauen (»Sie & Er«),

über Reife (»Solons Vermächtnis«) sowie über

vegetarische Küche (»Kafkas Kochbuch«, erscheint

im August) veröffentlicht.

URSULA HEINZELMANN Die Gastronomin

und gelernte Sommelière schreibt für die »Frankfurter

Allgemeine Sonntagszeitung«, die beiden Magazine

»Efflee« und »Slow Food« sowie Bücher übers Essen

und Trinken. Ihr Buch »China – Die Küche des Herrn

Wu« (erschienen bei Tre Torri) liefert tiefe Einblicke

in die vielfältige Kochkunst der Chinesen.

UWE KAUSS In Weinkellern kennt er sich aus: Der

Autor und Journalist schreibt seit 20 Jahren über Wein,

etwa für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung«,

die Weinmagazine »Enos« und »wein.pur«, das

»Genuss­Magazin« sowie das Internetportal wein.plus.

Daneben hat er 16 Sach­ und Kindersachbücher, einen

Roman und zwei Theaterstücke publiziert.

PETER KELLER Bist zu seinem 25. Lebensjahr

ging der ge bürtige Schwei zer dem Alkohol aus dem

Weg – heute schätzt er ihn als Geschmacksträger. Der

pensionierte Weinredakteur der »NZZ am Sonntag«

betreut auf der Website »NZZ Bellevue« weiterhin

die Rubrik »Weinkeller«. Keller leitet Weinreisen und

­seminare. Als Weinakademiker besitzt er das Diplom

des Wine & Spirit Education Trust (WSET).

PAUL KERN Im Campingurlaub mit dem Sohn

ei nes Weinjournalisten probierte Paul Kern Große

Gewächse aus dem Emaillebecher. Es folgten ein Weingutspraktikum

in Südafrika, eine Kochausbildung in

ei nem Zweisternerestaurant und ein Studium der Weinwirtschaft

in Geisenheim. Heute schreibt er über Wein

und Gastronomie für diverse Magazine und Führer.

RAINER KNAUBER ist langjähriger Energiemanager

und Autor des kulinarischen Blogs knauberkocht.de.

MICHAEL WEDELL ist Gründer und

geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung

The Partners. Beide verbindet die Überzeugung,

dass exzellente Beratung und exzellente

Gastronomie vieles gemein haben. Auch deshalb haben

sie bereits mehrere Kochbücher veröffentlicht. Für sie

beginnt gute Kom mu nikation da, wo der Smalltalk aufhört.

Und sie wissen: Qua lität entsteht durch Zeit, Nähe

und Hingabe. Genau das prägt ihre Arbeit – und die

neue FINE­Kolumne über Wein und Politik.

STUART PIGOTT Seit der 1960 in London geborene

stu dierte Kunsthistoriker und Maler im Wein – dem

deut schen zumal – sein Lebensthema fand, hat er sich

mit seiner unkonventionellen Betrachtungsweise in den

Rang der weltweit geachteten Autoren und Kritiker

geschrieben. Sein Buch »Planet Riesling« erschien

bei Tre Torri.

PAULA REDES SIDORE suchte erst nur Stoff für

ihren Mas terabschluss in Creative Writing, doch aus

dem Sommerjob bei einem Weingut in Virginia wurde

unerwartet ein Beruf. Heute arbeitet die amerikanische

Autorin, Überset zerin und gelernte Sommelière für die

Webseite jancisrobinson.com, ist Mitgrün derin des

»TRINK Magazine« und schreibt für Zeitschriften

auf beiden Seiten des Atlantiks über Wein und Essen.

RAINER SCHÄFER wuchs in Oberschwaben

auf und lebt seit drei Jahrzehnten in Hamburg, wo

er über die Dinge schreibt, die er am meisten liebt:

Wein, gutes Essen und Fußball – stets neugierig auf

schillernde Per sön lichkeiten, überraschende Erlebnisse

und unbekannte Genüsse.

DENIS SCHECK ist einer der bekanntesten

Literaturkriti ker Deutschlands und Moderator des

ARD­Fernsehmagazins »Druckfrisch«. Zuletzt

erschienen von ihm »Schecks Bestsellerbibel« und

»Schecks kulinarischer Kompass« (beide Piper).

VERLEGER UND HERAUSGEBER

Ralf Frenzel

r.frenzel@fine­magazines.de

CHEFREDAKTION

info@fine­magazines.de

ART DIRECTOR

Guido Bittner

TEXTREDAKTION

Andreas Eckhoff (AEMEDIA),

Katharina Harde­Tinnefeld

AUTOREN DIESER AUSGABE

Kristine Bäder, Daniel Deckers, Jürgen

Dollase, Patricia Engelhorn, Eva

Gritzmann, Ursula Heinzelmann, Uwe

Kauss, Peter Keller, Paul Kern, Rainer

Knauber, Stuart Pigott, Paula Redes

Sidore, Ansgar Riese, Rainer Schäfer,

Denis Scheck, Michael Wedell

FOTOGRAFEN

Guido Bittner, Leif Carlsson,

Johannes Grau, Daniel Grebe,

Marco Grundt, Alex Habermehl,

Arne Landwehr, Thilo Weimar

GRÜNDUNGSCHEFREDAKTEUR

Thomas Schröder (2008–2020)

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Bora Erdem | Telefon: +49 611­57 99 0

b.erdem@fine­magazines.de

ABONNEMENT

FINE Das Weinmagazin erscheint

vierteljährlich zum Einzelheft­Preis

von € 20,– (D), € 21,– (A), € 24,50 (I)

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Auskunft und Bestellungen

unter Telefon: +49 611­57 99 273

oder per E­Mail: abo@tretorri.de

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X­PRESS Grafik & Druck GmbH, Berlin

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IPS Pressevertrieb GmbH | www.ips­d.de

VERANTWORTLICH IM SINNE

DES PRESSERECHTS (VISDP)

Geschäftsführer: Ralf Frenzel

Tre Torri Verlag GmbH

Sonnenberger Str. 43 | 65191 Wiesbaden

www.tretorri.de | www.fine­magazines.de

VON DER NATUR INSPIRIERT

Die FINE­Charta mit den Regeln,

nach denen wir verkosten und

bewerten, finden Sie im Internet

unter fine­magazines.de/

die­fine­weinbewertung/

Titelfoto: Il Nicchio von THILO WEIMAR

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Der

Verlag haftet nicht für unverlangt eingereichte

Manuskripte, Dateien, Datenträger und Bilder.

Alle in diesem Magazin veröffentlichten Artikel

sind urheberrechtlich geschützt.

12 FINE 3 | 2025 IMPRESSUM



DIE ULTIMATIVE

HERAUSFORDERUNG

ZUSAMMEN MIT SEINER TOCHTER SOPHIA HAT SICH LODOVICO

ANTINORI, LEGENDÄRER FREIGEIST DER BERÜHMTEN ITALIENISCHEN

WEINDYNASTIE, EINEM PROJEKT VERSCHRIEBEN, DAS SEIN ERBE FÜR

DIE NACHWELT SEIN SOLL: DER TENUTA DEL NICCHIO. ZU BESUCH

BEI BESONDEREN MENSCHEN AN EINEM BESONDEREN ORT

Von PAULA REDES SIDORE

Fotos THILO WEIMAR

16 FINE 3 | 2025 TOSKANA

TOSKANA FINE 3 | 2025 17



Schon am wellenförmigen Dach des Herrenhauses, in sonnengebackenem Orange und Ocker gehalten, kann

man einiges über dieses Weingut erkennen. Wie so vieles in der Toskana ist seine Form ein Inbegriff eleganter

Schlichtheit: Eine Lage Ziegel, die Tegole, liegt mit der konkaven Seite nach oben auf einem tragenden Gefüge

aus Holzbalken und bildet Kanäle, durch die Regenwasser abfließen kann. Coppo­Ziegel, mit der konkaven

Seite nach unten, schließen die Fugen und Übergänge. Etwas zutiefst Symbolisches liegt in dieser Anordnung –

verschieden sind die Schichten und doch untrennbar, um allen Stürmen zu trotzen, die kommen mögen.

Meersalz.« Eine Art Stakkato­Poesie ohne Rückschau und

Konjunktionen. Lodovico malt mit breiterem, abstrakterem

Pinsel. Es sind die Reflexionen eines Mannes, der gegangen ist

und zurückkehrte: »Familie, Frieden und Ruhe.«

Zwischen den beiden – Sinnbild dieses Dialogs – steht

der 2021er Il Nicchio. Der Debütjahrgang umfasst nur

3000 Flaschen dessen, was Lodovico seine ultimative

Herausforderung nennt: Cabernet Franc mit einem fünfprozentigen

Schuss Merlot, gewonnen aus einer fragmentierten

Landschaft in den Gemeinden Bibbona, Bolgheri und Sassetta.

Dunkle, sättigende Frucht triff auf durchdringende Eleganz,

rauchige Struktur auf seidige Tannine, Zeder auf Würze, staubig

und schillernd, tiefgründig und strahlend. Beide Antworten auf

die Frage nach ihren Gefühlen sind wahr. Beide bleiben ohneeinander

unvollständig.

Auch passt es in dieses Bild, dass der ikonische Namenswein

Lodovico aus der nordexponierten, sechs Hektar großen

Einzellage Vigna Lodovico zwischen Bolgheri und Bibbona jetzt

in das neue Vater­Tochter­Gut überführt wird. »Lodovico ist

ein bisschen für den Geschmack meiner Generation gemacht«,

sagt der Patriarch über den Wein, der seit dem ersten Jahrgang

2007 unter dem Etikett Tenuta di Biserno produziert wurde.

»Il Nicchio ist mit Blick auf die jüngere Generation gemacht:

zurückhaltender vielleicht, weniger opulent.«

Die Geografie der Imagination

Tenuta del Nicchio soll Lodovico Antinoris Erbe für die Nachwelt

sein, die Summe einer Laufbahn, die Bolgheris Identität

und seine eigene geprägt hat. Tenuta dell’Ornellaia, gegründet

1981, war sein Weckruf an die italienische Weinwelt, die, so

Lodovico, das »einzigartige Potenzial« seines Bolgheri­Terroirs

grob unterschätzte. Mit dem Projekt der Tenuta di Biserno versöhnte

er sich mit seinem älteren Bruder Piero, den er dafür

als Investor gewinnen konnte. Ende der 90er­Jahre war es über

den Verkauf von Ornellaia zum Bruch zwischen den beiden

gekommen. Die Tenuta del Nicchio aber ist grundlegend anders.

Sie definiert sich nicht durch die Grandezza eines renommierten

Weinguts, sondern durch Präzision und Liebe zum Detail.

Sophia Antinori vergleicht den Ansatz für Il Nicchio, einen

von drei Weinen, die das Gut produziert, mit Burgunds

Flickenteppich aus Weinbergen anstelle von Bordeaux’

monolithischen Châteaux – eine Philosophie der Lagen­Spezifität,

die sie während ihrer Zeit auf dem Harlan Estate in

Napa verfeinerte. Diese Vision realisiert sich über zwölf Hektar

Parzellen, die sich wie Satelliten über drei Gemeinden verstreuen.

Die Höhenlagen reichen von 80 bis 250 Metern. Die

Böden variieren von maritimem Lehm­Kies bis zu kalkhaltigem

Sand. Jede Parzelle wird separat gelesen und vinifiziert,

um ihre individuelle Stimme zu bewahren.

»Appellationen sind in Italien politisch«, sagt Lodovico

Antinori. Einfache Worte, aber auch eine Philosophie, eine

Rebellion, ein Leben für die Weinberge, nicht für die Bürokra tie:

Ein Leben für den

Genuss: Sophia und

Lodovico Antinori

vereinen bei ihrem

gemeinsamen

Projekt in der

Tenuta del Nicchio

Erfahrung, Vision

und einzigartiges

Terroir

Diese funktionale Schönheit spiegelt auch die Partnerschaft

zwischen Lodovico Antinori, 81, dem legendären

Freigeist der italienischen Weindynastie, und seiner

Tochter Sophia, 26, wider. Vater und Tochter loten in dem

neuen gemeinsamen Projekt Tenuta del Nicchio die feine Ar ­

chitektur einer Nachfolge aus – für Lodovico, wie er sagt, das

letzte Weinprojekt in einem Leben, das für große Würfe berühmt

geworden ist.

Sophia Antinori öffnet die Tür der Villa, noch bevor der

Wagen zum Stehen kommt – eine Geste, die ihre Ungeduld

gegenüber Förmlichkeiten einfängt. Vorbei geht es am formellen

Speisezimmer. »Normalerweise treffen wir uns dort«, sagt

sie, »aber heute sind wir hier im Salone. Ich hoffe, das ist in

Or d nung.« Es ist nur eine kleine Geste, doch als eine der Jüngsten

in einer Weindynastie, die auf sechs Jahrhunderten Tradition

fußt, haben selbst kleine Entscheidungen Gewicht.

Der Salone ist ein Raum, der Respekt einflößt: mit Ma ha ­

go niböden, cremefarbenen Wänden und erlesener Kunst, die

von Geschmack und Wohlstand erzählen. Und doch bewegt sich

Sophia mit lässiger Selbstverständlichkeit hindurch wie jemand,

der darin geboren wurde – was sie auch ist. »La Banditaccia«,

wie das Herrenhaus genannt wird, ist seit ihrer Vollzeit­Rückkehr

im Juni 2024 sowohl ihr Elternhaus als auch – wenn sie

sich nicht in London aufhält oder irgendwo im Ausland Märkte

für del Nicchio erschließt – ihre Arbeitsbasis.

Lodovico Antinori triff ein, und das Gespräch wendet sich

nicht nur dem Wein zu, sondern auch dem Wesen des Ortes

selbst – dieses besonderen Ortes. Vater und Tochter sind Verfechter

des Bolgheri­Terroirs, arbeiten aber außerhalb der DOC­

Regeln. Ihre Weine spiegeln daher ganz besonders ihr persönliches

Verständnis dessen wider, was ihnen Heimat be deutet.

Die leise Abwägung zwischen ihnen entfaltet sich in ei ner Architektur

der Stille. So, wie Verhandlungen zwischen Menschen

ab laufen, die ein Leben miteinander verbracht ha ben und wissen,

dass Liebe jede berufliche Entschei dung verkompliziert.

Ich schlage vor, ihre Gefühle in wenigen Worten zu formulieren.

Sophia antwortet in der Unmittelbarkeit von Ge schmack

und Duft: »Rosmarin, sonnengetrocknete Tomaten, Pinien,

18 FINE 3 | 2025 TOSKANA

TOSKANA FINE 3 | 2025 19



EINE

EUE

IN SÜDAFRIKA, EINER DER SPANNENDSTEN WEINREGIONEN DER WELT,

TUT SICH WAS – MAL WIEDER. IN EINER DREITEILIGEN SERIE BESCHREIBT

FINE, WIE DIE WEINSPRACHE DER RAINBOW NATION NEU INTERPRETIERT

WIRD. TEIL 1: NEUE UND ALTE ANFÄNGE IN CONSTANTIA, DIE RÜCK KEHR

ZUM URSPRUNG IN DEN POLKADRAAI HILLS UND DIE ZUKUNFT DER

WEINE VON BANELE VAKELE

Von URSULA HEINZELMANN

36 FINE 3 | 2025 SÜDAFRIKA

Fotos DANIEL GREBE

Mit Südafrika verbinden viele Europäer zuerst einmal Kapstadt und den Tafelberg. Auch

die Anfänge der Weingeschichte der Rainbow Nation liegen dort. An den Südosthängen

des Constantiabergs, dem großen Amphitheater als Verlängerung der Tafelbergkette mit

weitem Blick über die False Bay, wachsen bereits seit 1685 die Trauben für den Vin de

Constance. Dieser einzigartige Süßwein gehört zu den allerersten Wein-Ikonen überhaupt

und legte den Grundstein für eine florierende Szene, die heute endlich wieder zu ihren

eigenen Wurzeln findet: den einzigartigen Böden und klimatischen Gegebenheiten am Kap.

Im Jahr 1652 war Jan van Riebeeck am Tafelberg

gelandet. Auftrag dieses ersten Kommandeurs

der Dutch East India Company war, am Südkap

von Afrika einen Stützpunkt einzurichten, an dem

sich die Schiffe auf dem langen Weg von und nach

Djakarta mit frischem Proviant versorgen konnten.

Bald wuchs eine Vielfalt an Obst und Gemüse in den

Gärten der Company im heutigen Stadtzentrum

von Kapstadt, die ansässigen Khoikhoi lieferten

frisches Fleisch in Form von Nguni-Rindern und

Fettschwanzschafen. Fehlte nur noch – Wein. »Wein

ist ein Stärkungsmittel«, schrieb Riebeeck an seine

ELLE

Vorgesetzten in den Niederlanden mit der Bitte, ihm

Setzlinge zu schicken, »und die Reben werden hier

ebenso gut gedeihen wie an den Hängen in Spanien

oder Frankreich.« Im Februar 1659 war es so weit:

»Schönes warmes Wetter«, steht im Tagebuch des

Kommandeurs, »heute, Gott sei gelobt, wurde zum

ersten Mal aus Kap-Trauben Wein gemacht, und zwar

aus dem neuen Most, frisch vom Fass. Die Trauben

waren vor allem Muskateller und andere weiße runde

Trauben, sehr wohlriechend und schmackhaft.«

Keine 100 Jahre später war der duftende Vin de

Constance ein Must-have des europäischen Adels.

»Dieser allererste Wein war allerdings nicht

be sonders gut«, sagt schmunzelnd Matthew Day,

Kel lermeister des Weinguts Klein Constantia am

Fuße des Constantiabergs, »und die meisten Trauben

SÜDAFRIKA FINE 3 | 2025 37



» WIR ARBEITEN HART

DARAN, DASS BORDEAUX

EINZIGARTIG BLEIBT«

HITZE UND HAGEL. STARKREGEN UND FROST. STURM, WALDBRAND ODER

VERHEERENDER MEHLTAU. MAN KÖNNTE MEINEN, DASS DAS BORDELAIS

DIE NEUE PROBLEMZONE DER GLOBALEN WEININDUSTRIE IST, DENN IM

BERÜHM TESTEN ANBAUGEBIET DER WELT SCHEINEN SICH WIE UNTER

EINEM BRENNGLAS DIE FOLGEN UND AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS

ZU VERDICHTEN. FINE-AUTOR RAINER SCHÄFER WAR DABEI, ALS SICH DIE

FÜHRENDEN KÖPFE VON CHÂTEAU SMITH HAUT LAFITTE, CHÂTEAU

LASCOMBES UND CHÂTEAU MARGAUX TRAFEN, UM SICH ZU DIESEM

THEMA AUSZUTAUSCHEN, UND INSPIZIERTE ALLE DREI SPITZENWEINGÜTER

Von RAINER SCHÄFER

Fotos JOHANNES GRAU und MARCO GRUNDT

54 FINE 3 | 2025 BORDEAUX

BORDEAUX FINE 3 | 2025 55



CHÂTEAU L ASCOMBES

Es ist ein warmer Sommerabend in Margaux. Axel Heinz, einer der angesehensten und

renommiertesten Önologen der Welt, wirkt mit den halblangen, gewellten Haaren und

dem ergrauten Vollbart wie eine Mischung aus Professor und Künstler. Wenn einer die

gesamte Tragweite der Problematik einschätzen kann, dann ist es er. Im Sommer 2023

ist Heinz nach 18 Jahren in der Toskana ins Bordelais zurückgekehrt. Dorthin, wo er

zum Winzer ausgebildet wurde und seine beeindruckende Karriere begann. Mit Château

Lascombes, mitten im Herzen von Margaux gelegen, will er eine neue Ära starten, nachdem

der US-amerikanische Multimillionär Lawrence Gaylon das Deuxième-Cru-Gut 2022

gekauft hatte und ihn als neuen Direktor und Weinmacher engagierte.

Ja, auf den ersten Blick, so der erfahrene

Weinmacher, wirke der Klimawandel wie

ein Schreckensszenario. Aber man müsse

differenzierter hinsehen: »Den Klimawandel ra -

tional zu betrachten, ist enorm schwierig, da er ein

sehr emotionales Thema ist und als existenzielle

Bedrohung behandelt wird. Wir Winzer müssen ihn

aber sachlicher behandeln, um schnell Lösungen

finden zu können.« Natürlich befinde sich vieles auf

dem Prüfstand und im Umbruch, räumt Heinz ein,

aber dies biete auch neue Chancen. »Früher hattest

du zwei gute Jahrgänge in einem Jahrzehnt, alles

andere war mehr schlecht als recht. Heute hast du

zwei schlechtere Jahrgänge in einem Jahrzehnt. Es

sind noch nie so viele gute Weine in Bordeaux entstanden

wie in den letzten zehn Jahren.«

Axel Heinz, in München geboren und aufgewachsen,

schuf ab 2005 als Direktor und Weinmacher

der Weingüter Ornellaia und Masseto in

Bolgheri mit dem gleichnamigen Supertuscan

Ornellaia und dem Masseto zwei der begehrtesten

Weine Italiens. Auch wenn sein Wechsel nach

Margaux für viele überraschend kam, war es ein

wohlüberlegter Schritt: »Ich hatte in der Toskana

18 Jahre lang jeden Tag den Spaß meines Lebens.

Aber es gibt Zyklen, die sich abschließen, und ich

habe bewusst einen neuen Abschnitt begonnen und

den nächsten Karrieresprung gewagt.«

Wieder in Margaux zu sein, sei für ihn »wie

heim zukommen«, so der Kosmopolit. Vor dem Château

ist neben der französischen auch die deutsche

Flagge gehisst, was man als Symbol des Zei tenwandels

sehen kann. Lange Zeit galt das Bordelais

als abgeschottete, elitäre Enklave. Heinz steht auch

für eine Neuorientierung in einer entscheidenden

Phase im Bordelaiser Weinbau. Er scheut sich nicht

vor großen Herausforderungen. Woanders hätte er

es sich bequemer machen können, »aber ich wollte

nicht zu früh den Autopiloten einschalten«. Routine

bedeutet für ihn Rückschritt. Gerade weil andere

Châteaux in den vergangenen Jahren Lascombes

den Rang abgelaufen haben, reize ihn diese Aufgabe:

Vielleicht sei das Gut nicht die »allererste

Wahl«, aber hier könne er gestalten und umbauen.

Der Keller wurde unlängst runderneuert und biete

ihm alle Möglichkeiten: »Das Château hat lange von

seinem Ruf gelebt. Hier kann ich viel erreichen,

gerade unter den Bedingungen des Klimawandels.«

Axel Heinz gilt als Merlot-Koryphäe. Der le -

gen däre Masseto, der in Bolgheri auf blauem Kalk

entsteht, wird zu hundert Prozent aus der Rebsorte

gewonnen. Aber auf Merlot allein möchte

der Weinmacher nicht reduziert zu werden: »Das

Image will ich nicht so an mir haften lassen«, stellt

er klar, auch wenn er einräumt, dass er »ein wenig

Erfahrungen mit ihm gemacht« habe. Pures Understatement,

Heinz sammelte so viel Expertise mit der

Rebsorte wie kaum ein anderer.

Es wird geforscht und getüftelt,

was das Zeug hält

Im Bordelais hingegen wird Merlot immer stärker

infrage gestellt. Er gilt als hitzeempfindliche Rebsorte,

die unter dem Klimawandel besonders leidet und

von vielen Winzern daher schon abgeschrieben wird.

Für Heinz ein viel zu apokalyptisches Urteil: Er habe

Merlot in der Toskana fast 20 Jahre an einem heißen

Ort kultiviert, »wo es auf dem Papier unmöglich er -

schien. Wir müssen viel genauer hinschauen, mehr

auf Details achten und noch viel präziser arbeiten«,

benennt er die Aufgaben für die Zukunft. Für ihn

ist es zur persönlichen Herausforderung geworden,

die Rebsorte zu erhalten: »Ich kann nicht bestätigen,

dass Merlot im Bordeaux zum Sterben verurteilt ist,

er wird überleben«, versichert der Gutsdirektor.

»Aber wir müssen ihn ganz anders betrachten als

noch vor zwei, drei Jahrzehnten.«

Der Grand Vin von Château Lascombes wird

zur Hälfte aus Merlot gewonnen. Für Axel Heinz

waren die Jahrgänge 2022, 2023 und auch 2024

»außerordentlich gut«, gerade der sehr heiße Jahrgang

2022 sei für ihn dabei die Nagelprobe gewesen

und stärke deswegen seine Zuversicht. »Alle haben

erwartet, dass es ein Desaster wird für Merlot. Und

alle waren erstaunt, wie gut er ausfallen kann. Für

mich war es keine große Überraschung.« Heinz hat

sich entschlossen, gänzlich gegen den Trend und

als wolle er den gängigen Prognosen und Prophezeiungen

trotzen, einen neuen Lagenwein einzuführen:

»La Côte«, ausgerechnet ein reinsortiger

Merlot, soll die Weiterentwicklung und Zukunftsvision

von Lascombes und des Bordelais untermauern

– für viele nicht nur eine mutige, sondern

sogar waghalsige Entscheidung. Für Axel Heinz

wiederum ein Paradebeispiel dafür, wie man sich

mit dem Klimawandel arrangieren kann: »Merlot

kann auch unter warmen Bedingungen sehr ba -

lanciert und erstaunlich sein.«

In Margaux steht Merlot auch in ungeeigneten

Lagen mit durchlässigen Kiesböden. Man sollte, sagt

Heinz, ihn nur noch dort anpflanzen, wo es genug

Kalkstein und Lehm gebe, »ohne zu intensive

Sonneneinstrahlung, er darf nicht unter Trockenstress

leiden. An manchen Stellen wird er zu alkoholisch.

Er braucht mehr Sorgfalt in der Auswahl

des Terroirs.« Sehr wichtig sei die »Möglichkeit

des Bodens, Wasser für Merlot bereitzustellen«. Wo

die Rebe aber nicht perfekt zum Standort passe,

werde sie ersetzt. »Aber es gibt hier noch so viele

interessante Terroirs für Merlot«, versichert er.

Detailfragen werden immer wichtiger. Der

Gutsdirektor hat aufwendige Bodenanalysen

in Auftrag gegeben. Im Bordelais werden

neue Technologien erprobt und eingesetzt, um die

Lagen neu zu kartografieren und das unterschiedliche

Wachstum und Verhalten der Rebstöcke zu

beobachten. Dafür werden Drohnen gestartet,

Satelliten- und Infrarotbilder ausgewertet und für

die Bodenbearbeitung sogar Roboter eingesetzt. Der

Klimawandel hat viel in Bewegung gesetzt, es wird

vieles hinterfragt und vieles ausprobiert. So weiterzumachen

wie bislang, funktioniere eben nicht mehr,

sagt Axel Heinz.

Nirgends wird so intensiv geforscht und getüftelt

wie im Bordelais, weil die Mittel dafür vorhanden

sind. »In der Toskana haben viele nach Bordeaux

geschaut, was sich hier tut und entwickelt. Von uns

kommen so viele Denkanstöße, die sich in der ganzen

Welt durchsetzen. Da sind wir anderen Anbaugebieten

voraus.« Bordeaux sei der neue Schrittmacher

und das absolute Kompetenzzentrum.

56 FINE 3 | 2025 BORDEAUX

BORDEAUX FINE 3 | 2025 57



RENDEZVOUS

AUF

HÖCHSTEM

NIVEAU

FÜR DEN DEUTSCHEN TOP-WINZER

KLAUS PETER KELLER IST ES

INZWISCHEN SELTEN GEWORDEN,

DASS SEINE WEINE ZUM AUFTAKT

UND NICHT ZUM FINALE EINER

VERKOSTUNG AUSGESCHENKT

WERDEN. DOCH SO GESCHAH ES

DIESES JAHR AM VORABEND DER

»DAGOBERTSHÄUSER LANDPARTIE«

IN DER KULTURSCHEUNE DES

HOFGUTS DAGOBERTSHAUSEN

BEI MARBURG. KELLER BEREITETE

EINER GUTEN FREUNDIN DIE

BÜHNE: SASKIA DE ROTHSCHILD,

CEO DER DOMAINES BARONS

DE ROTHSCHILD

Von UWE KAUSS

Fotos MICHAEL HAMANN

92 FINE 3 | 2025 MASTERCLASS

MASTERCLASS FINE 3 | 2025 93



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HOTELS SIND BÜHNEN. FÜR GÄSTE, FÜR KÖCHE, FÜR SOMMELIERS.

GLANZVOLLE AUFTRITTE FÜR ALLE GARANTIERT DAS ZÜRCHER SPITZEN-

HOTEL THE DOLDER GRAND, WO NICHT NUR DER WEIT ÜBER DIE

LANDESGRENZEN RENOMMIERTE FINE-DINING-CHEF HEIKO NIEDER

REGIE FÜHRT, SONDERN AUCH EINE JUNGE CHEFSOMMELIÈRE EINE DER

HAUPTROLLEN INNEHAT UND EIGENE AKZENTE SETZT. IM GESPRÄCH

MIT FINE ERZÄHLT KATHARINA SARROT, WARUM SIE AN DIESEM HOTSPOT

DER HAUTE CUISINE IHRE GROSSE LEIDENSCHAFT AUSLEBEN KANN

UND AUSSERDEM WEINE AUS DEM BEAUJOLAIS, PRIORAT UND DEM

SCHWEIZER KANTON NEUENBURG BESONDERS SCHÄTZT.

Von PETER KELLER

Fotos ALEX HABERMEHL

98 FINE 3 | 2025 PORTRÄT

PORTRÄT FINE 3 | 2025 99



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www.wegeler.com

Klangvoll.

Charakterstark.

Charta.

Eine Hommage an Beethoven.

Ein Versprechen von Wegeler.

Der BTHVN CHARTA RIESLING verbindet

Herkunft mit Haltung – eine Hommage an

Ludwig van Beethoven und an die Freundschaft

zu Franz Gerhard Wegeler, einem Vorfahren der

Gründerfamilie.

Trocken, herkunftsbetont, mit Substanz – BTHVN

steht für den klassischen Rheingauer Stil. Er stammt

aus klassifizierten Lagen, wird selektiv gelesen

und ist kein Einsteigerwein, sondern ein kulturelles

Statement mit Reifepotenzial.



MAGISCHE

GENUSSMOMENTE

IN EXKLUSIVER RUNDE

IM ELEGANTEN AMBIENTE DES LEGENDÄREN FÜNF-STERNE-

HOTELS POST IN LECH AM ARLBERG WIRD VOM 8. BIS 12. DEZEMBER

ZUM BEREITS VIERTEN MAL DIE EXKLUSIVE WEINWOCHE DES

FINE CLUBS STATTFINDEN – EIN HIGHLIGHT FÜR GOURMETS

UND WEINENTHUSIASTEN. DIE WINZERINNEN UND WINZER, DIE

PERSÖNLICH ANWESEND SEIN WERDEN, ZÄHLEN ZUM WHO’S

WHO DER BRANCHE: SOPHIA ANTINORI, BENJAMIN FRANCHETTI,

GIOVANNI MAZZEI UND ERWIN SABATHI. ZUDEM WIRD FINE VERLEGER

RALF FRENZEL DAS WEINGUT KRONE AUS ASSMANNSHAUSEN

VORSTELLEN, AN DEM ER BETEILIGT IST. KURZUM: DIE GÄSTE

ERWARTET IN DIESEM TRADITIONSREICHEN HOTEL EINE GLÜCKS-

WOCHE MIT GENUSSKULTUR AUF ALLERHÖCHSTEM NIVEAU!

Von ANSGAR RIESE

106 FINE 3 | 2025 TASTING

TASTING FINE 3 | 2025 107



»POTSDAM!«

WIE VIEL GESCHICHTE HAT PLATZ IN EINEM GLAS WEIN? DER FRÜH-

BURGUNDER PRÉLUDES AUS DER POTSDAMER VILLA JACOBS IST

EIN ELEGANTER VERFÜHRER VON EINER DER UNGEWÖHNLICHSTEN

UND ÜBERRASCHENDSTEN WEINLAGEN DEUTSCHLANDS. UND

GLEICHZEITIG EIN TIEFER SCHLUCK AUS DER PREUSSISCHEN SEELE.

ER STAMMT AUS EINEM DER GESCHICHTSTRÄCHTIGSTEN ORTE

UNSERES LANDES, EINEM POLITISCHEN LABOR, WO ZUKUNFT UND

VERGANGENHEIT BESONDERS NAH BEIEINANDERLIEGEN: POTSDAM

Von EVA GRITZMANN und DENIS SCHECK

Bekämen wir von einem Sender den Auftrag, eine Fernsehserie im Geist von Helmut

Dietls und Patrick Süskinds »Kir Royal« für die Gegenwart zu schreiben und zu drehen,

wir würden die Serie in Potsdam ansiedeln und sie »Potsdam!« nennen.

Nirgends in Deutschland prallen unterschiedliche

Soziotope so krass aufeinander. Potsdam

ist nicht nur die von internationa len

Tou risten besuchte Residenzstadt der Preußenkönige

und -kaiser, sondern als Landeshauptstadt

Brandenburgs ein politischer Intrigantenstadl und

Schlangennest sondergleichen und dazu noch mit

einem unausrottbaren Minderwertigkeitskomplex

gegenüber Berlin gesegnet. Hier existiert ein kurioses

Milieu westdeutscher Prominenz von Jauch bis Joop,

Döpfner bis Diekmann, hier wohnen Politiker wie

Olaf Scholz und Annalena Baerbock (bis eben …),

112 FINE 3 | 2025 DIE GRITZMANN & SCHECK-KOLUMNE

hier haben aber auch noch jede Menge Linken-Wähler

und alter SED-Adel ihr Quartier, vom echten

Adel der Hohenzollern ganz zu schweigen. Nicht zu

vergessen ist Potsdam eine wuselige Universitätsstadt

und das deutsche Zentrum der Forschung über

den Klimawandel. Und, ach ja, ein Teilort von Potsdam

heißt Babelsberg, und Volker Schlöndorff wohnt

natürlich auch hier.

Das Paradies liegt im Osten. Ob Sumerer, Perser

oder Juden, viele antike Zivilisationen malen sich

das Paradies als einen ummauerten oder eingezäunten

Park mit heiligen Bäumen an einem oder

mehreren Flüssen aus. Mitunter auch ohne Mauern

als Insel der Seligen oder gleich als aller Erdenschwere

entrücktes Wolkenkuckucksheim. Verblüffend,

wie sich unsere Vorstellungen des Himmels

auf Erden über alle Kulturgrenzen hinweg gleichen.

Ob Garten Eden, Elysion oder Avalon: Das Paradies

ist ein Ort ohne Tod, ohne Lüge und ohne Leid, wo

Milch und Honig fließen und man von Hunger und

Durst ebenso wenig etwas weiß wie von Zahnweh,

Darmkoliken oder Gelenkarthrose.

Das biblische Glas ist

randvoll mit Prophezeiungen

Doch kein Paradies ohne Wein. Schon die jüdische

Auslegung des Tanach, der hebräischen Bibel, spekuliert,

ob der von Gott Adam und Eva verbotene

Baum der Erkenntnis nicht vielleicht ein Weinstock

gewesen sein könnte. Und im Neuen Testament lässt

der Evangelist Matthäus Jesus beim letzten Abendmahl

sagen: »Ich werde von nun an von diesem

Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu

dem Tag, an dem ich es neu mit euch trinke im Reich

meines Vaters.« Was ja zumindest die Hoffnung

auslösende Ankündigung enthält, dass nach dem

Jüngsten Gericht auch im Himmel die Korken knallen.

Nicht auszudenken, welche Jahrgänge dann dort

gereicht werden …

Die Villa Jacobs in Potsdam ist ein Paradies. Sie

liegt inmitten eines rund fünf Hektar großen

Parks am Jungfernsee, der technisch gesehen

weniger ein See ist als Teil des Havel-Spree-Flusssystems.

Und selbstverständlich gibt es in der Villa

Jacobs Wein. Er wird dort sogar angebaut. Und das ist

keine spinnerte Idee der Neubesitzer, sondern stand

tatsächlich ganz am Anfang dieser Traumimmobilie.

Schon Ende des 18. Jahrhunderts etablierte sich hier,

einen Steinwurf vom Königlichen Garten entfernt,

ein beliebtes Ausflugslokal, in dem Adel und Bürgertum

der Residenzstadt verkehrten. Der Betreiber war

Alberto Bertini, ein in Lucca geborener ehemaliger

Kammerdiener am Hof Friedrichs II., der auf dem Ge -

lände einer ehemaligen Ziegelei ein Café mit Kegelbahn

eröffnete und anstelle der Lehmgrube einen

terrassierten Weinberg anlegen ließ. Und Bertini

vergaß auch nicht, für entsprechende Firmen-PR zu

sorgen, wie ein Bericht im »Königlich privilegirten

preußischen Volksfreund« von 1799 belegt: »Der

Besitzer hat alles, was zur guten Aufnahme seiner

Gäste gehört, angewendet, und liefert für billigen

Preis gute Chocolade, Caffee und Biere. Das männliche

Geschlecht unterhält sich am Spieltisch und auf

den Kegelbahnen, zu deren Anlage Herr Bertini an

1200 Rthlr. aufgewendet hat. Die Damen beschäftigen

sich beim Strickstrumpf gewöhnlich mit der Tagesneuigkeit,

mit Beurtheilen der Ankommenden und

Gehenden, besprechen sich von der Mode, von gut

servierten Tischen, von den Familien-Angelegenheiten

ihrer Bekannten u. s. w. Diese Unterhaltungen

werden durch eine angenehme Musik, für welche

Herr Bertini sorgt, gewürzt. Hier wo sich der Adel,

die Offficiere, die Gelehrten, Magistrats-Personen,

vornehmere Bürger, der Kaufmann und Künstler

einfindet, um sich zu erholen, ist aller Zwang ziemlich

verbannt, ein jeder hat seine völlige Freiheit und

bedient sich derselben ungenirt. Im Sommer fährt

man zu Wasser und zu Land zum Herrn Bertini, im

Winter auf Schlitten und Schlittschuhen, kurz man

triff zu allen Zeiten zahlreiche und gute Gesellschaft

dort an.«

Belegt ist auch, dass man im Bertinischen Café

im Schatten einer weinüberrankten Pergola die herrliche

Aussicht über den Jungfernsee und den Königswald

am Sacrower Ufer genoss. Ob die Reben des

Weinbergs allerdings tatsächlich zur Weinproduktion

dienten oder nicht vielleicht nur die damals

heiß be gehrten Tafeltrauben lieferten, darüber

schweigen sich die Quellen aus. Als das Ausflugslokal

an den als Zuckerfabrikanten steinreich gewordenen

Lud wig Jacobs verkauft wurde, witterte der

damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. die

Chance, Park und Neubau nach seinen architektonischen

Vorstellungen gestalten zu lassen – ohne

sich an den da für anfallenden Kosten beteiligen zu

müssen. Denn welcher braver preußischer Untertan

– und kluger Unternehmer – hätte dem Potsdamer

Nachbarn und zukünftigen König einen solchen

Wunsch schon ab geschlagen? Also ließ Jacobs

eine prächtige Turmvilla im von Friedrich Wilhelm

favorisierten italie nischen Stil nach Plänen des

Schinkel-Schülers und Hofarchitekten Ludwig

Persius errichten und vom General-Gartendirektor

der königlich-preußischen Gärten Peter Joseph

Lenné einen Plan für den rie si gen Park samt Hippodrom

entwerfen, den er auf eigene Kosten umsetzte.

Die Freundschaft mit Friedrich Wilhelm IV. sollte

sich für Ludwig Jacobs auszahlen – er wurde in den

Adelsstand erhoben, auch wenn seine Nachbarn,

die Hohenzollern, über die »Zuckerburg« ne benan

witzelten. Doch am Ende wurde die Villa Jacobs

zwischenzeitlich selbst von einem Hohenzol lern

bewohnt – fünf Jahre mietete sie Prinz Alexander

von Preußen, der Vetter Kaiser Wilhelms I., der seine

Homosexua liät nicht an die große Glocke hängte.

Und schließlich er warb die in der Folge unter dem

Namen Villa Alexander bekannte Immobilie gar

Wilhelm II. aus der kaiserlichen Privatschatulle, um

sie als Gästehaus zu nutzen. So wurde die Villa fast

150 Jahre lang eine Attraktion in der nördlichen

Blickachse vom Belvedere auf dem Pfingstberg bis

zur Heilandskirche von Sacrow.

Viele Gründe für Tränen

und sogar etwas Tränengas

Ob in jedem Paradies schon die Hölle angelegt ist?

Im 20. Jahrhundert verwandelte sich das Idyll der

Villa Jacobs jedenfalls in einen Ort des Schreckens.

Schon in der Nazizeit war hier der abgesetzte Kölner

Oberbürgermeister Konrad Adenauer nach den

Röhm-Morden 1934 zusammen mit dem jüdi schen

Bankier Herbert M. Gutmann kurzzeitig interniert.

Gutmann, dessen Vater die Dresdner Bank gegründet

hatte, war infolge der Weltwirtschaftskrise in

finanzielle Bedrängnis geraten, hatte seinen im Jahr

1913 er richteten prachtvollen Herbertshof, wo er

zu sam men mit seiner Ehefrau Daisy von Frankenberg

einen glanzvollen Salon unterhielt, gegen die

Villa Jacobs getauscht und war 1936 ins Exil nach

England ge gangen. Anfang der 40er-Jahre baute die

Reichswehr im Park der Villa Jacobs ein hässliches

Off ziers kasino, die Villa selbst ging an einen Babelsberger

Knäckebrotfabrikanten, der auch eine zwielichtige

Rolle bei der Arisierung jüdischen Grundbesitzes

in Bayern spielte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg rückte die Sowjetarmee

in Potsdam ein. Zwei Offziere

bewohnten mit ihren Familien das Obergeschoss

der Villa Jacobs; im Erdgeschoss wurde

ein sowjetischer Kindergarten eröffnet. Die neuen

Be wohner verfeuerten im Winter die Türen im Ka -

min zusammen mit dem aufgehackten Parkett. Im

Lauf der Jahre geriet das Gebäude durch Verwahrlosung

mehr und mehr in baulichen Verfall – was

inmitten der Malaise notleidender Bausubstanz in

der ge sam ten DDR nicht weiter auffel. 1972 zogen

die Offziersfamilien aus, 1978 wurde der Kindergarten

geschlos sen. Ein Jahr später kam es dann zu

einem Zwischenfall in der Villa Jacobs mit einem

sowjetischen Armeeangehörigen. Der Soldat war

von einem Offzier in einer Kaserne bei einem Diebstahl

ertappt worden und erschoss diesen daraufhin.

Auf der Flucht verschanzte er sich im Keller der Villa

Jacobs, wurde mit Tränengas zur Aufgabe gezwungen

Mit dem Ehepaar Marianne und Stefan Ludes, die die Villa

Jacobs ersteigerten, kam auch der Wein wieder ins Haus

DIE GRITZMANN & SCHECK-KOLUMNE FINE 3 | 2025 113



DAS MAGAZIN FÜR WEIN UND GENUSS

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im Dezember 2025

… voraussichtlich mit diesen Themen: TOSKANA Kultweingut Ornellaia: Die Pläne

des neuen Kellermeisters Marco Balsimelli SÜDAFRIKA Die jungen Winzerstars,

Teil zwei ÖSTERREICH Unterwegs in Sachen »Blaufränkisch« – vom Burgenland

in die Steiermark bei den Weingütern Wachter-Wiesler, Groszer Wein und

dem Winzerpaar Adriana Gonzáles und Martin Lichtenberger FRANKREICH

Bouvet Ladubay im Loiretal und der exzellente Crémant RHONE Rotwein vom

Kultweingut der Familie Chapoutier VERKOSTUNG Das große Dutzend mit

Cavalli-Weinen der Tenuta Degli Dei WEIN & ZEIT Weltgeschichte: Ein Wein

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144 FINE 3 | 2025 FINE 3 | 2025 145

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FINEABGANG

JUGEND FORSCH(T)!

Die beste Nachricht kommt diesmal zum Schluss: Die Weinwelt, in letzter Zeit wegen diverser

Probleme wie Klimawandel, amerikanischer Zölle oder einbrechender Märkte immer latent

unzufrieden, muss sich um eine Sache wirklich keine Sorgen machen: den Nachwuchs. Es

ist ein Trend, den man nicht mehr übersehen kann: Die Weinwelt wird jünger. Überall feilen junge

Winzer und Winzerinnen mit Ehrgeiz, Enthusiasmus und neuen, teilweise revolutionären Ideen

an der Zukunft des Weines. Begünstigt durch die Tatsache, dass sich eine Reihe älterer Winzer

zurückgezogen hat oder zurückzieht, ist die Bahn jetzt frei für neue Gedanken und Konzepte. Und

es ist eine Freude zu sehen, mit welch positiver Besessenheit und Energie die neue Generation

ihre Chance beim Schopfe packt. Junge Leute wie Felix Keller, Sohn des Spitzenwinzers Klaus

Peter Keller, Sophia Antinori, Tochter der Legende Lodovico Antinori, Arsen Khachaturyants

mit seinem Projekt in den Weinbergen um Florenz, oder die junge Agraringenieurin und Winzerin

Joséphine Duffau-Lagarrosse, die mithilfe der Familie Courtin und deren Kosmetikkonzern Clarins

das als Premier Grand Cru Classé klassifizierte Château Beauséjour Héritiers Duffau-Lagarrosse in

St. Émilion kaufte, experimentieren selbstbewusst. Sie wissen, was sie zu ändern haben und wie

sie sich aufstellen müssen. Und packen an!

Die junge Winzergeneration steht natürlich vor einer spannenden Zeit. Wer heute den Weg

in den Weinbau einschlägt, übernimmt nicht nur Reben, Böden und Keller, sondern auch die Verantwortung,

ein lebendiges Kulturerbe in die Zukunft zu tragen. Ob nachhaltiger Anbau, moderne

Kellertechnik oder kreative Vermarktungswege: Die neue Generation sieht nicht nur die Chance,

sondern spürt auch die Notwendigkeit, die Welt des Weines neu zu denken und zu gestalten.

Der Mut und die Entschlossenheit, Dinge anders zu machen, zeichnet die neue Generation

von Winzern aus. Ich setze jedenfalls mit voller Begeisterung auf die Jungwinzer – und wissen

Sie was? Da schließe ich mich selbst mit ein! Immerhin bin ich mit meinem Engagement in den

Weingütern Wegeler seit 2021 selbst ein Jungwinzer – vielleicht nicht an Lebensjahren, aber sehr

wohl in Winzerjahren.

Ihr Ralf Frenzel

Verleger und Herausgeber

WIR VERRATEN IHNEN, WAS EIN EICHHÖRNCHEN, EIN FUCHS UND EIN TRÜFFELSCHWEIN MIT

HERVORRAGENDEM WEIN ZU TUN HABEN UND WARUM UNSER RHEINGAU RIESLING SO EIN BRUTAL

GUTES ANGEBOT IST: SECRETSOMMELIERSOCIETY.COM

142 FINE 3 | 2025 ABGANG



BORN FROM NATURE,

ELEVATED OVER TIME

DOM RUINART,

THE QUINTESSENTIAL

BLANC DE BLANCS

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