matchball 4-2025
In dieser Ausgabe blicken wir zurück auf eine mitreißende Saison in der 2. Bundesliga Nord der Herren, auf die TVBB-Verbandsmeisterschaften der Senioren und der Jugend – und stellen mit Helena Buchwald in unserer Reihe Berliner Spitzen eine Spielerin vor, die mit Talent, Disziplin und Leidenschaft überzeugt. Außerdem beantwortet Michael Agwi in „33 Fragen an…“ charmant und humorvoll, was ihn auf und neben dem Platz antreibt. Dazu: zahlreiche Turnierberichte aus einem bewegten Sommer, in dem Fairness, Emotionen und sportliche Klasse dicht beieinander lagen. Jetzt reinlesen und den Tennissommer noch einmal erleben – der matchball 4/2025 steht online als eBook bereit!
In dieser Ausgabe blicken wir zurück auf eine mitreißende Saison in der 2. Bundesliga Nord der Herren, auf die TVBB-Verbandsmeisterschaften der Senioren und der Jugend – und stellen mit Helena Buchwald in unserer Reihe Berliner Spitzen eine Spielerin vor, die mit Talent, Disziplin und Leidenschaft überzeugt. Außerdem beantwortet Michael Agwi in „33 Fragen an…“ charmant und humorvoll, was ihn auf und neben dem Platz antreibt. Dazu: zahlreiche Turnierberichte aus einem bewegten Sommer, in dem Fairness, Emotionen und sportliche Klasse dicht beieinander lagen.
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4/2025
SCC Berlin steigt doppelt auf –
Erstklassig zum ersten Mal
© Claudio Gärtner / ARNOLDsART
Der TC SCC Berlin schreibt Vereinsgeschichte: Erstmals
schlagen Damen und Herren 2026 gemeinsam in der
1. Bundesliga auf. Mit Leidenschaft, Teamgeist und
zwei herausragenden Aufstiegssaisons hat sich der
Hauptstadtclub an die nationale Spitze gespielt. Jetzt
blickt Tennis-Berlin auf einen Sommer voller Spannung,
Emotionen – und großen Matches auf höchstem Niveau.
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Editorial
Ç
Editorial – Strategische
Überlegungen im DTB
Dr. Klaus-Peter Walter
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, DTB/Justus Stegemann
Liebe Tennisfreunde in Berlin und Brandenburg,
der Deutsche Tennisbund (DTB) hat eine neue Strategie
(griechisch stratēgía: Feldherrnkunst) erarbeitet. Nach der
kürzlich vorgestellten „Agenda für zufriedene Kunden“
der Deutschen Bahn, dem „Big Beautiful Bill“ Vorhaben
des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, fehlt dem
DTB allerdings noch ein plastischer Name. Bisher titelt der
DTB lediglich den vorgelegten Entwurf als: „Strategie für
Tennisdeutschland“. Die DB-Agenda für zufriedene Kunden
soll, wie präsentiert, erst sehr langfristig wirken, das
amerikanische Vorhaben „One Big Beautiful Bill“ setzt unmittelbar
an, der DTB strebt mittelfristig den Zeithorizont
2032 an.
Passend zur Feldherrnkunst, werden Felder für Tennis-
Deutschland benannt, in der der DTB, also wir alle als Mitglieder
in den Vereinen, besonders aktiv sein möchte. Dazu
gehören die Felder „Als Gemeinschaft wachsen“,
„Sportlich erfolgreich sein“, die „Attraktivität
unseres Sports steigern“ und „Auch zukünftig
handlungsfähig bleiben“. Bis
zum Jahr 2032 erwartet der DTB,
dass mehr Menschen aktiv unsere
Sportarten betreiben, herausragende
sportliche Erfolge
verzeichnet werden, Zugangsbarrieren
reduziert sind und für
den DTB die mittel- und langfristige
Finanzierung „des DTB
und seiner Landesverbände“ gesichert
ist. Das sind – kurzgefasst –
die Hauptteilziele initiiert vom DTB-
Vorstand und beraten und abgestimmt
mit dem Präsidium des DTB und dem DTB-
Bundesrat, den Vertretern der 17 Landesverbände,
darunter wir als TVBB.
Bis zu dieser Ebene kann jeder gut zustimmen. Die
Ziele sind nachvollziehbar und könnten für jeden Verein
selbst angestrebt werden. Legt man hingegen tiefergehende
Maßstäbe an, scheinen einige Aspekte einer
Strategieentwicklung zu kurz gekommen zu sein. Zwar
sind quantitative Ziele formuliert, wie z.B. das Ziel, dass
2% der Deutschen im Jahr 2032 die Sportarten Tennis,
Paddle oder Pickle-Ball in einem Verein spielen, doch ist
die bekanntgegebene Datenbasis dünn. Unklar bleibt,
wer auf das erforderliche sogenannte „Strategische Profil“
überhaupt einwirken kann. Ist es der DTB?, sind es die
Landesverbände?, die Vereine? oder jedes Mitglied eines
Vereins? Im TVBB etwa spielen in der Region Berlin 1%
der Einwohner in unseren Vereinen Tennis, im Brandenburger
Land reduziert sich der Anteil auf 0,2%. In zehn der
52 Landkreise und Zentren in Brandenburg ist überhaupt
kein Tennisverein ansässig, womit das Ziel 2% wahrscheinlich
illusorisch ist.
Doch lassen sich in dieser Ausgangslage für den TVBB
mit einer noch so ausgefeilten DTB-Strategie die angestrebten
Ziele erreichen, etwa durch das Initiieren von
Ehrenamt getragenen Vereinsgründungen? Die neuesten
Studien des DIW, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung,
heben hervor, dass besser das Stadt-/Landgefälle
betrachtet werden sollte, um eine aussagefähige
Datenbasis für eine Strategie zu erzielen. Für den TVBB ist
es nicht hilfreich festzustellen, dass 0,8% der Bevölkerung
in Tennisvereinen in seinem Verbandsgebiet organisiert
sind und der durchschnittliche Quotient mit 32 Mitgliedern
pro Platz sich günstig anfühlt. Gleichzeitig teilen sich in
10 Vereinen in Berlin über 70 Mitglieder einen Platz, zwei
sogar über 100. Stark ist der TVBB in Gebieten mit relativ
hoher Bevölkerungsdichte. Dazu gehört etwa in Brandenburg
Potsdam mit 0,5% Aktiven in der Bevölkerung und in
Berlin Wilmersdorf, Zehlendorf mit über 5%.
Nun lässt sich trefflich streiten, ob und welche quantitative
Zielvorgabe für den TVBB angemessen ist. Profis im
Tennis wissen, erfolgreich ist nur der, der Punkt für Punkt
spielt. Punkt für Punkt in unseren Vereinen bedeutet dann
eher, einen attraktiven Ort zu schaffen und zu erhalten,
zu dem die jugendlichen und erwachsenen Tennisspieler
immer wieder gern kommen. Dazu gehören vermutlich
mehr saubere Toiletten, eine schmucke Clubanlage mit
Lust zum Verweilen, Trainer und ein gastronomisches Angebot,
mit dem soziale Kontakte gepflegt werden können
und zunehmend die Möglichkeit, ganzjährig im Verein
Tennis zu spielen.
Der TVBB als ein DTB-Landesverband unterstützt hierbei
seine Vereine, eine zukunftsfähige Infrastruktur zu entwickeln.
Im Landesleistungszentrum etwa können engagierte
Nachwuchstrainer eine umfassende Ausbildung
erhalten, unser Sportbüro organisiert inzwischen über
70.000 Matches (Stand 2024), jährlich wachsend und
reibungslos. Und wenn der Bundespräsident in diesem
Jahr die „hundertjährigen Vereine“ Lichtenrade und Grün-
Weiß Nikolassee mit einer Verdienstmedaille auszeichnet,
und nahezu alle Mitglieder ihre Jubiläen feiern, zeigt sich
die Stärke des Vereins in Deutschland: ihre Mitglieder partizipieren
am sozialen Engagement und gestalten das Vereinsleben;
sie sind nicht nur Kunden, die konsumieren.
Diese Sicht gilt es im TVBB zu fördern, denn „im Verein soll
es am schönsten sein“ und damit langfristig am lebenswertesten.
Klaus-Peter Walter
Präsident des TVBB
matchball | 04 – 2025
1
Ç
Inhalt
Ç TITEL
2. Bundesliga Nord der Herren 2025
TC SCC schreibt Geschichte mit Erstligaaufstieg . . . . . . . 4
Ç TOP-EREIGNISSE
35. German Open Wheelchair – Beate Loddenkemper Trophy
Sieben Länder auf dem Open-Siegerpodest – Marcus
Laudan als Quad-Finalist deutsches Highlight . . . . . . . 8
Finale mit 17:
Stepan Ordamskis Premiere auf der ITF-Bühne . . . . . . 11
Berliner Spitzen: Helena Buchwald
Stärke im Team, Ruhe im Spiel . . . . . . . . . . . . 15
Ç
TENNIS NATIONAL
2. Bundesliga Nord der Herren
LTTC „Rot-Weiß“ schrammt knapp am Aufstieg vorbei . . . 18
2. Bundesliga Nord der Herren
TC 1899 Blau-Weiss landet im Mittelfeld . . . . . . . . . 20
2. Bundesliga Nord der Herren
Grün-Weiß Nikolassee: Fulminanter Auftakt sichert
Klassenerhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Rückblick Ostliga und Aufstiegsspiele zur Regionalliga Nordost
Makellose Bilanz in den Herrenkonkurrenzen . . . . . . . 24
Offene Norddeutsche Meisterschaften der Altersklassen 30 – 80 (S2)
Zehn Herren- und vier Damen-Altersklassen kürten ihre
Nordostdeutschen Meister . . . . . . . . . . . . . . 26
Große Spiele der Landesverbände
Wenn Routine zählt: TVBB-Teams bei den Großen Spielen . . 28
Jugend trainiert für Olympia Herbstfinale
Wenn Klassenkameraden zu Helden werden . . . . . . . 29
Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Ç
TVBB SPORT
78. TVBB-Meisterschaften der Seniorinnen und Senioren
Ein Kaleidoskop der Meister: Seniorentitel bunt verteilt . . . 32
SCC SCHUCKART CONSULTING Senior Open
Vier Titel für den SCC . . . . . . . . . . . . . . . . 35
SCC Open
Akkoyun und Zhu holen sich den Titel . . . . . . . . . 36
71. Friedrichshagen Open
Alte Siegerin, neuer Champion – großes Kino in Köpenick . . 38
Cecilien Open
Der „Frühstücksdirektor“, der Bewegung ins Spiel bringt . . 39
9. Spotrepair M. Süß Open
Zwei in einem war wieder doppelt gut . . . . . . . . . 40
Reinickendorf Open
Tennis, wie es sein sollte: Familienfest und Turnier zugleich . 42
67. Allgemeines Turnier Senioren
Tradition trifft Spitzenleistung . . . . . . . . . . . . 43
10. STK Babolat Open. Senioren-Turnier (S2)
Danke, Peter Stoschek – ein Turnierchef verabschiedet
sich mit Bestnote . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Foto: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Grafik: Adobe Stock
2
matchball | 04 – 2025
Inhalt
Ç
11. Grunewald Senior Open (S1)
17 Top-10-Akteure und neun Tage Tennis pur. . . . . . . 46
4. Benefit Team Cup
Aufschlag, Einsatz, Engagement – Tennis für die Zverev
Foundation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
2. Berliner Weiß-Rot Cup – Blinden- und
Sehbehindertenturnier – Annette Kröger Trophy
Der Klang des Sieges – Wenn Rasselbälle Geschichten
erzählen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
RoskosMeier BSV‘92 OPEN
Ein Turnier wird zum Klassiker . . . . . . . . . . . . 50
Zwischen Aufschlag und Alltag
33 Fragen an Michael Agwi . . . . . . . . . . . . . 51
TVBB-Jugendverbandsmeisterschaften
Meisterlich im Matsch: Der TVBB-Nachwuchs trotzt
dem Wetter und punktet . . . . . . . . . . . . . . 52
BTTC Junior-Cup
Fair Play und Leidenschaft: Nachwuchstennis beim BTTC . . 55
3. TCL-Juniors-Cup
Neun Titel vergeben: Blau-Weiss siegt dreimal, „Rot-
Weiß” zweimal . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Nikolassee Junior-Cup
Nikolassee wird zur Bühne für auswärtige Meister . . . . . 58
8. Neuenhagen Junior Open
Sommer, Sonne, Siegerlächeln: Neuenhagen in Bestform . . 59
7. Blau-Weiss Young Generation Trophy powered by
Albena (J2) Blau-Weiß Trophy Damen/Herren (A5)
Festival der Generationen: Zwei Turniere, ein Tennis-
Feuerwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
27. Friedrichshagen Junior Open beim TC Orange-Weiß Friedrichshagen
Spannung im Kurpark: Junioren kämpfen um die Pokale . . 62
11. Internationale Spandauer Jugendmeisterschaften
Wo Begeisterung stärker war als jedes Tiefdruckgebiet . . . 63
25. Čujić-Cup
Ein Jubiläum im Zeichen des Sportsgeist . . . . . . . . 64
Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
TVBB On Tour:
Wo Berlin aufschlägt, wird es spannend . . . . . . . . . 66
Ç
TVBB INTERN
Nachrufe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
Ç
TENNIS INTERNATIONAL
US-Open 2025
Drama in Flushing Meadows: Alcaraz siegt, Sabalenka
verteidigt, Altmaier beißt . . . . . . . . . . . . . . 72
MSC Hamburg Ladies Open
Von 361 in die Top 50: Boisson schreibt ihre Erfolgsstory . . 74
Davis Cup
Deutschland jubelt – und ein 17-Jähriger schreibt Geschichte 75
Glosse
Ehrenamt – Ehre oder einfach nur … Amt?. . . . . . . . 76
Fotos: Markus Arnold, Jürgen Hasenkopf, Grafik: Adobe Stock
Herausgeber:
Tennis-Verband Berlin-
Brandenburg e. V.
Hüttenweg 45, 14 195 Berlin
Telefon 030 – 89 72 87 30
Telefax 030 – 89 72 87 01
E-Mail: info@tvbb.de
Präsident: Dr. Klaus-Peter Walter
Verantwortlich TVBB: Linda Fritschken
Redaktion:
Claudio Gärtner (Ltg.), Linda
Fritschken, Katrin Brewka
redaktion@matchball-tvbb.de
Beiträge, Wortmeldungen,
Anregungen, Fotos oder
Terminmitteilungen können über
die nachfolgende Webseite an die
Redaktion gesendet werden:
www.matchball-tvbb.de
Produktion, Layout und Satz:
maasgestaltet, Berlin
Anzeigen:
TVBB, Telefon: 030–89 728 730
Vertrieb
TVBB, Telefon: 030–89 728 730
Druck:
Pinguin Druck GmbH
Marienburger Straße 16
10405 Berlin
Tel.: 030 44 32 96 – 50
www.pinguindruck.de
Beiträge:
Claudio Gärtner, Katrin Brewka,
Klaus-Peter Walter, Klaus Weise,
Linda Fritschken, Michael Lingner,
Michael Matthess, Nelli Beder
Fotos:
Claudio Gärtner-tennisphoto.de,
DTB, Andy Frank, Jürgen Hasenkopf,
Mathias Schulz-tennisphoto.de,
Nicola Sophia Trenner, Adobe Stock,
immodium/Shutterstock.com, Harald
Almonat, Markus Arnold, DTB/Justus
Stegemann, ZDF-Mediathek, DTB
matchball 1 – 2026
Redaktionsschluss: 19.01.2026
Anzeigenschluss: 19.01.2026
Auslieferung: Februar (KW 7)
ISSN 2944 – 4217 (Print)
ISSN 2944 – 4225 (Online)
„matchball “, das Tennismagazin des TVBB, erscheint viermal
jährlich in den Monaten Februar, Mai, August und November.
Das Abonnement kostet 15,– € pro Jahr (einschl. MwSt. und
Versand). Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden, des durchführenden
Vertriebs oder infolge höherer Gewalt bzw. Störung
des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen
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des Herausgebers und Quellenangabe.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung
des Autors wieder – diese muss nicht mit der des Herausgebers
und der Redaktion übereinstimmen.
Die Schreibweise in matchball in Deutsch verfasster Texte hält
sich an die aktuellen Empfehlungen des Rats der deutschen
Rechtschreibung. Abweichende Schreibweisen werden nach
Möglichkeit vermieden.
matchball | 04 – 2025
3
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Titel
2. Bundesliga Nord der Herren 2025
TC SCC schreibt Geschichte
mit Erstligaaufstieg
4
matchball | 04 – 2025
Titel
Ç
Foto: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Noch nie schafften es die Herren des TC SCC in die höchste deutsche
Spielklasse aufzusteigen. Diesmal glückte der Coup, und nach den
Damen stehen nun auch die Herren erstmals im Oberhaus, womit
sich nach 25-jähriger Pause wieder ein Berliner Verein mit den
deutschen Topteams messen kann. Zuletzt gelang dies den Herren
des LTTC „Rot-Weiß“ im Jahr 2000.
matchball | 04 – 2025
5
Ç
Titel
Das Team 2025
Taktische Ratschläge
während des
Seitenwechsels:
Nikolas Sanchez
Izquierdo
Bereits zum Auftakt gegen den Lokalrivalen TC 1899
Blau-Weiss wurde beim 8:1 ein Ausrufezeichen gesetzt.
Allerdings konnte man diesen klaren Erfolg noch nicht
so richtig einschätzen, da die Gäste von der Waldmeisterstrasse
nicht in Bestbesetzung antraten. Im Spitzenspiel holte der
irische Daviscupspieler Michael Agwi beim 6:3, 7:5 gegen den
Spanier Nikolas Sanchez Izquierdo den einzigen Zähler für
Blau-Weiss. Daniel Masur, der Spanier Imanol Lopez Morillo,
Benito Jaron Sanchez Martinez und Markus Malaszszak
in zwei sowie der US-Amerikaner Patrik Trhac in drei Sätzen
besorgten für den SCC die uneinholbare 5:1-Führung
nach den Einzeln. Am Ende wurden auch die Doppel sicher
gewonnen.
Anschließend gab es einen Dämpfer beim Auswärtsspiel
in Marienburg. Bereits nach den Einzeln lagen die Berliner mit
2:4 im Hintertreffen. An Position eins ließ der Belgier Buvaysar
Gadamauri dem SCCer Nikolas Sanchez Izquierdo beim 6:0, 6:3
keine Chance. Zwei Einzelpunkte holten Imanol Lopez Morillo
und Benito Jaron Sanchez Martinez jeweils in zwei Sätzen. Dramatisch
wurde es in den Doppeln, denn alle drei Partien standen
im Match-Tie-Break 9:9. Federico Bondioli (Italien)/Daniel
Masur und Nikolas Sanchez Izquierdo mit Benito Jaron Sanchez
Martinez glichen jeweils mit 11:9 zum 4:4 aus. Am Ende ging
das dritte Doppel unglücklich mit 13:15 verloren und damit der
Gesamtsieg an die Marienburger. Zur ärgerlichen Niederlage
kam hinzu, dass die Männer von der Waldschulallee in drei Begegnungen
Matchbälle nicht nutzen konnten.
Doch dadurch ließ sich das Team nicht aus der Bahn werfen,
denn zwei Tage später
gab es einen klaren 7:2-Erfolg
gegen den HTC Blau-Weiß Krefeld.
Zwar verlor der Franzose
Antoine Escoffier an Nummer
eins gegen seinen Landsmann
Sascha Gueymard Wayenburg
mit 0:6, 5:7. Dafür sprangen Nikolas
Sanchez Izquierdo, Daniel
Masur, Imanol Lopez Morillo
und Benito Jaron Sanchez
Martinez in die Bresche zur
zwischenzeitlichen 4:2-Führung.
Ohne Satzverlust wurden
dann alle drei Doppel
gewonnen.
Beim Suchsdorfer SV gab es anschließend erheblichen
Widerstand zu brechen. Federico Bondioli rang im Spitzenduell
den Schweden John Hallquist Lithen mit 6:3, 6:7, 10:3 nieder.
Daniel Masur und Benito Jaron Sanchez Martinez glichen zum
3:3 aus. Der vierte Punkt ging auf das Konto von Daniel Masur/
Benito Jaron Sanchez Martinez. Den 5:4-Sieg erkämpften am
Ende der Kanadier Nicaise Muamba und Markus Malaszszak
dank eines 10:7 im Match-Tie-Break.
Wesentlich ruhiger wurde es im Heimspiel gegen Grün-
Weiß Nikolassee. Zwar hatte an Position eins Federico Bondioli
gegen den Usbeken Serge Formin beim 2:6, 6:2, 12:10 alle
Hände voll zu tun. Dafür holten Daniel Masur, Imanol Lopez
Morillo, Benito Jaron Sanchez Martinez und Markus Malaszszak
ihre Punkte zur 5:1-Führung jeweils in zwei Sätzen.
Für Nikolassee war Lukas Maskow erfolgreich. Die Doppel gingen
zum Schluss allesamt an den TC SCC, der damit einen ungefährdeten
8:1-Sieg feiern konnte. Zu diesem Zeitpunkt lagen
die Charlottenburger in der Tabelle einen Platz hinter dem LTTC
„Rot-Weiß“.
Auf der Anlage an der Hundekehle kam es nun zum Gipfeltreffen.
Es entwickelte sich eine packende Auseinandersetzung.
Dabei wurden vier Einzel erst im Match-Tie-Break entschieden.
„Rot-Weiß“-Topspieler Mili Poljicak aus Kroatien setzte sich
gegen Antoine Escoffier knapp mit 4:6, 6:3, 10:6 durch. Robert
Strombachs holte den zweiten Punkt für den Traditionsclub.
Die übrigen Einzel gingen allerdings an den TC SCC. Daniel
Masur und Benito Jaron Sanchez Martinez siegten in zwei
Sätzen und Imanol Lopez Morillo und Markus Malaszszak hatten
am Ende im
Match-Tie-Break
das bessere Ende
für sich. Für die
Entscheidung zum
5:4 für die SCCer
sorgte das Doppel
Daniel Masur/
Benito Jaron Sanchez
Martinez,
die Robert Strombachs
und Timo
Stodder mit 6:4,
Sportwart Herren:
Jens Thron
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
6
matchball | 04 – 2025
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
6:4 in Schach halten konnten. Die „Rot-Weißen“ Mili Poljicak/
Nino Ehrenschneider und Oriol Roca-Batalla/Alvaro Lopez San
Martin blieben im Match-Tie-Break erfolgreich, was die knappe
Niederlage aber nicht mehr verhindern konnte. Damit waren
die SCCer plötzlich auf Aufstiegskurs Richtung 1. Bundesliga.
Dafür mussten sie „nur“ noch die beiden letzten Partien
gewinnen.
Das Heimspiel gegen den Club an der Alster war allerdings
kein Selbstläufer. Die Gäste drohten zu diesem Zeitpunkt abzusteigen
und mobilisierten nochmal alle Kräfte. Es entwickelte
sich ein ausgeglichener Schlagabtausch. Dabei hatte der an
Nummer eins spielende SCC-Franzose Clement Chidekh beim
6:3, 6:2 gegen den Brasilianer Pedro Sakamoto wenig Mühe.
Deutlich härter mussten Daniel Masur, Benito Jaron Sanchez
Martinez und Markus Malaszszak kämpfen. Alle drei setzten
sich im Match-Tie-Break durch. Den fünften Punkt zur Vorentscheidung
steuerte Imanol Lopez Morillo bei. Daniel Masur
und Benito Jaron Sanchez Martinez schraubten schließlich das
Endergebnis auf 6:3.
Das letzte Spiel beim Oldenburger TeV war ebenfalls kein
Zuckerschlecken. Clement Chidekh musste im Spitzenspiel
hart kämpfen, ehe der 6:3, 3:6,10:8-Erfolg gegen den Briten
Charles Broom feststand. Daniel Masur, Imanol Lopez Morillo
und Benito Jaron Sanchez Martinez brachten ihr Team auf die
Siegerstraße. Den 6:3-Gesamtsieg vollendeten die Doppel Clement
Chidekh/Imanol Lopez Morillo sowie Daniel Masur/Benito
Jaron Sanchez Martinez durch souveräne Zweisatz-Siege.
Parallel leisteten sich in den letzten beiden Spielen die Herren
des LTTC „Rot-Weiß“ zwar ebenfalls keinen Ausrutscher.
Doch in der Endabrechnung lagen bei Punktgleichheit die
SCCer mit vier Matchpunkten vorne und konnten die Sektkorken
zum erstmaligen Aufstieg in die 1. Bundesliga knallen
lassen. „Dass wir aufsteigen ist eine totale Überraschung für
uns. Wir hatten das nie eingeplant. Wir haben immer von Spiel
zu Spiel geschaut und dank des tollen Teamgeistes ist uns der
Coup gelungen“, sagte Mannschaftscoach Jens Thron.
Besonders der Erfolg gegen Aufstiegskandidat Krefeld war
für Thron nicht zu erwarten. Und die einzige Niederlage gegen
den Marienburger SC verlief, nachdem in drei Spielen Matchbälle
vergeben wurden, doch sehr unglücklich. Allerdings war
gegen Ende der Spielzeit in den Partien gegen Club an der Alster
und Oldenburg in Sachen Aufstieg noch alles offen. „Doch
unser Team war dem Druck gewachsen und stabil genug, um
die Aufgaben zu meistern“, freute sich Thron. Zu den überragenden
Akteuren in einer überzeugenden Mannschaft kann
man Benito Jaron Sanchez Martinez mit einer makellosen
16:0-Bilanz in Einzel und Doppel sowie Daniel Masur mit sieben
Einzel- und acht Doppelerfolgen und Imanol Sanchez Martinez
mit sieben Einzelsiegen zählen.
Hinzu kam Clement Chidekh, der an Nummer eins seine
zwei Einzel gewann und damit, wie Thron sagt, „die Kirsche
auf der Torte“ war. Wie es in der 1. Bundesliga weitergehen
soll, ist noch unklar. Denn hier wartet eine große sportliche
Herausforderung auf die SCCer. Dabei ist zu beachten, dass
dann nicht mehr eine Sechser-Mannschaft sondern nur noch
vier Spieler antreten werden. Zunächst einmal wurde intern
diskutiert, ob eine Teilnahme überhaupt sinnvoll ist. Am
Ende waren sich alle einig. „Wir wollen in der 1. Bundesliga
dabei sein und die schwere Aufgabe annehmen. Sowohl die
Vereinsverantwortlichen als auch die Spieler möchten sich
diese einmalige Chance nicht entgehen lassen“, sieht Thron
in die Zukunft. Sicherlich werden die Charlottenburger klarer
Auβenseiter sein. Doch eine derartige Gelegenheit kommt vielleicht
nicht mehr so schnell wieder.
Michael Matthess
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
SCC-Damen rüsten für die 1. Bundesliga auf:
zwei Top-Talente verstärken das Team
Titel
Imanol Lopez Morillo
Wie bereits in matchball 3–2025 berichtet, haben auch die 1. Damen des TC SCC
erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft. Nun
setzt der Hauptstadtclub noch einen drauf: Mit Ida Wobker und Sonja Zhenikhova
stoßen zwei der spannendsten deutschen Nachwuchsspielerinnen zum Team.
Die erst 15-jährige Ida Wobker, aktuelle Nummer 700 der Weltrangliste und Mitglied
des Porsche Junior Teams, gilt als eines der größten Talente im deutschen Damentennis.
Ihr kompromissloses, kraftvolles Spiel brachte ihr bereits den ersten ITF-Titel beim W15
in Dublin ein.
Auch Sonja Zhenikhova, 17 Jahre alt und frischgebackene French-Open-Juniorinnen-
Doppelsiegerin, hat eine beeindruckende Saison hinter sich. Nach ihrem Triumph in
Paris gewann sie zudem ihren ersten Profititel in Antalya und steht derzeit auf Platz 830
der WTA-Rangliste.
Mit diesen beiden Neuzugängen ist klar: Der SCC geht bestens gerüstet in seine erste
Bundesligasaison – und Berliner Tennisfans dürfen sich auf einen spannenden Sommer
2026 freuen.
Claudio Gärtner
Ç
Markus Malaszszak
matchball | 04 – 2025
7
Ç
Top
35. German Open Wheelchair – Beate Loddenkemper Trophy – 23. bis 27. Juli 2025
Sieben Länder auf dem Open-Siegerpodest –
Marcus Laudan als Quad-Finalist deutsches Highlight
Auch zeitweiliger Dauerregen konnte die 35. German Open im Rollstuhltennis auf der Anlage der Zehlendorfer Wespen
nicht stoppen. 40 Teilnehmer waren für die Offenen Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften im Rollstuhltennis,
kurz: German Open, gemeldet. In sechs Wettbewerben wurden die Sieger ermittelt, 13 Damen, 20 Herren und sieben
Quads, die nach den Einzelkonkurrenzen in jeweils unterschiedlichen Paarungen auch in den Doppeln am Start waren,
ermittelten die Sieger bei dem nach wie vor als eines der bedeutendsten Rollstuhlturniere Europas geltenden Event.
Rolli-Athleten aus 16 Ländern und fünf Kontinenten traten
beim Turnier der UNIQLO Wheelchair Tennis Tour,
Grade 2, im Wettstreit um die Beate Loddenkemper-
Trophy und 22.000,- $ Preisgeld an. Die German Wheelchair
Open, so hieß es in der Presse-Vormeldung „stehen für sportliche
Höchstleistungen, gelebte Inklusion und echte Emotionen“.
Diesem Anspruch versuchte man auch diesmal
gerecht zu werden, obwohl die finanziellen Begleitumstände
nicht einfacher geworden sind. Immerhin
werden die im Jahreswechsel organisatorisch verantwortlichen
beiden Vereine – neben den Zehlendorfer
Wespen der BTTC Grün-Weiss – durch die
80.000,– €-Ausfallbürgschaft des Senats und dem
erstmals präsenten Presenting Partner CHiQ, der am
Turnierort in einem exklusiven Gewinnspiel einen
43-Zoll 4K-UHD-Fernseher verloste, entlastet.
Die sportlichen Leistungen bei den German
Open waren in den sechs Wettbewerben nahezu
durchweg erstklassig. Bei den Herren siegte der
25-jährige topgesetzte Chinese Zhenxu Ji, Nummer
11 der aktuellen Weltrangliste, gegen den Chilenen
Alexander Cataldo, der beim 5:7, 2:6 aus seiner Sicht
vor allem im ersten Satz hartnäckigen Widerstand
leistete, im zweiten Durchgang gegen den Favoriten
aber nachließ. Zuvor hatte Ji auch gegen den Japaner Daisuke
Arai beim 2:6, 6:4, 7:6 und „Oranje“ Maarten ter Hofte beim 7:5,
6:2 zumindest partiell seine Probleme, setzte sich aber beide
Male durch. Die beiden deutschen Vertreter Sven Hiller und
Steffen Sommerfeld, hatten in der Startrunde gegen Arai mit
0:6, 2:6 und Hollands Ter Hofte mit 1:6, 2:6 keine Chance.
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Zhenxu JI (CHN) – Sieger Herren
8
matchball | 04 – 2025
Top Ç
9
Sven Hiller
Steffen Sommerfeld
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Marcus Laudan – 2. Platz
matchball | 04 – 2025
Ç
Top
Luoyao Guo (CHN)
Katharina Krüger
Bei den Damen sorgte Chinas ungesetzte Luoyao Gao dafür,
dass es einen chinesischen Doppel-Erfolg bei den Open-Einzeln
gab. Die 23-jährige Weltranglisten-39., die im Vorjahr
schon mal auf Platz 13 des Rankings notiert war, setzte sich in
ihrem Auftakt-Einzel mit Mühe gegen Maayan Zikri (Israel) mit
6:7,7:5 und 6:0 durch. Danach folgten souveräne Zwei-Satz-Siege
gegen Charlotte Fairbank (Frankreich) und Mariska Venter
(Südafrika), ehe im Finale auf Augenhöhe nach starkem Beginn
gegen die an Zwei gesetzte 22-jährige Jinte Bos (Niederlande)
nach langem Kampf der 6:1,6:7,6:4-Triumph feststand. Die beiden
Deutschen im 13er-Feld überstanden die Auftaktrunde
nicht, schlugen sich aber achtbar. Lokalmatadorin Katharina
Krüger, schon fünfmal Open-Gewinnerin, verlor gegen die
Französin Zoe Maras mit 3:6, 2:6. Britta Wend (Köln/Bielefeld),
die erst seit 2022 Rollstuhltennis spielt, zeigte gegen Charlotte
Fairbank beim 3:6, 7:6, 2:6 trotz der Niederlage, wie schnell
sie sich in der kurzen Zeit verbessert hat. Im dritten Match
gegeneinander verlor Wend zwar zum dritten Mal, unterstrich
aber mit dem ersten Satzgewinn, dass der Trend weiter aufwärts
zeigte.
Generell war die sportliche Präsenz der deutschen Rollis
mit einer Ausnahme, von der zu sprechen sein wird, eher bescheiden.
„Insgesamt bewegt sich das meiste seit Jahren im
selben Kreis“, sagt Akhem Khan, der bei den Wespen freiberuflich
neben „Fußgängern“ auch Sportler mit körperlicher Beeinträchtigung
trainiert. „Keine Zehn“, antwortet er auf die Frage
„Wie viele?“ und weist auf die extrem schwere Gewinnung von
Nachwuchs und Unterstützung hin. Dass das Turnier anders als
in manch früherem Jahr erst einmal auf sicherem Grund steht,
sieht Turnierchef Martin Melchior immerhin als gutes Zukunftspfand.
„Die Open 2025 fanden auf Top-Niveau statt, die Spiele
hatten ein ansprechendes Level.“
Im dritten Einzelwettbewerb der Open, dem der Quads mit
sieben Teilnehmern, war aus deutscher Sicht das Highlight zu
erleben. „Wespe“ Marcus Laudan warf zunächst den Japaner
Kei Usami mit 6:4, 6:2 aus dem Wettbewerb und schaffte dann
gegen den topgesetzten Brasilianer Ymanitu Silva in drei Sätzen
– 6:3, 0:6, 6:2 – die Überraschung und zog ins Finale ein.
In diesem zog er gegen den an Zwei gesetzten US-Amerikaner
Andrew Bogdanov zwar mit 1:6, 3:6 den Kürzeren, schlug sich
Pauline Deroulde (FRA)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Britta Wend
dabei aber respektabel. Sein Vorfinal-Turnierresümee blieb auf
jeden Fall bestehen: „Ich habe noch nie international irgendwo
in einem Finale gestanden. Das ist mein größter Erfolg und
ich habe das beste Tennis meines Lebens gespielt.“ Für den
Fortgang seiner Tenniskarriere ist er optimistisch: „Ich arbeite
extrem hart und merke, es geht immer weiter voran und bin
sehr froh, dass ich es jetzt auch mental auf den Platz bringe“,
sagt der BWL-Student, dessen Zwillingsbruder und ständiger
Turnierbegleiter und Tennis-Doppelpartner Max(imilian) diesmal
nicht dabei war. Im Quad-Doppel trat Marcus deshalb mit
dem Franzosen Justin Michel an, war aber chancenlos gegen
die beiden Rivalen-Duos Andrew Bogdanov/Ymanitu Silva
als souveräne Sieger und die zweitplatzierten Ali Ataman/Kei
Usami (Türkei/Japan). In den weiteren Doppelkonkurrenzen
siegten Luoyao Guo/Maayan Zikri (China/Israel) bei den
Damen und die Chilenen Alexander Cataldo/Brayan Tapia bei
den Herren. Das deutsche Damen-Duo Katharina Krüger/Britta
Wend verlor nach dem 6:0, 6:0-Auftakt gegen Tolocko/Vasataudze-Gallite
(Litauen/Lettland) in der zweiten Runde gegen
Jinte Bos/Pauline Deroulede (Niederlande/Frankreich) mit 2:6,
1:6. Bei den Herren war das Wespen-Paar Sven Hiller/Steffen
Sommerfeld gegen die Südkoreaner Sung-Bong Han/Ho Won
Im mit 1:6, 0:6 chancenlos.
„Es war wieder einmal Werbung für den Rollstuhltennissport
und wir sind stolz, alle zwei Jahre Ausrichter sein zu dürfen.“
2026 findet das Turnier beim BTTC Grün-Weiss in Lichterfelde
statt. Turnierdirektor Martin Melchior, der ob seines
intensiven Engagements für die German Open der Rollis seine
eigenen Aktivitäten als „Fußgänger“-Tennis-Senioren-Akteur
aus gutem Grund zeitweilig ruhen lassen musste, konnte ein
Fazit mit zufriedenem Lächeln ziehen. „Dank des neuen Sponsors
CHiQ, der Ausfallbürgschaft, der Haupt- und der zahlreichen
ehrenamtlichen Helfer haben wir alles gut über die
Bühne gebracht.“ Geruhsam zurücklehnen gehe nicht. Anderswo
sei die Förderung des Rollstuhltennissports deutlich größer.
Melchior, seit 2016 Turnierleiter, nennt China oder Korea
als Beispiele und sagt: „Das muss hier genauso unterstützt werden,
und schon im Jugendbereich anfangen.“
Klaus Weise
Finale mit 17:
Stepan Ordamskis Premiere
auf der ITF-Bühne
Normalerweise kennt man ihn mit Schläger in der Hand. Doch
in diesem Frühjahr hat Stepan Ordamski einen anderen Weg
eingeschlagen – zumindest nebenbei. Gerade einmal wenige Monate nach
seinem Schiedsrichter-Lehrgang beim TVBB sitzt er auf einmal oben auf
dem Stuhl und hat die Verantwortung über ein ITF-Finale bei den German
Open der Rollstuhlfahrer. Einer der jüngsten Absolventen des Kurses, mitten
im Rampenlicht.
„Eigentlich hat mich meine Mutter für
den Lehrgang angemeldet“, sagt er lachend.
„Aber da wir viel mit Tennis zu
tun haben, fand ich die Idee ziemlich
cool.“ Drei Tage dauerte die Ausbildung,
mit Theorie, Praxis und ersten Einsätzen
– dann kam der Sprung ins kalte Wasser.
Erst kleinere Turniere, dann plötzlich ein
internationales Finale.
Wie sich das anfühlt? „Am Anfang
des Tages wusste ich: Heute wird es anstrengend.
Aber sobald das Match lief,
habe ich nur noch das Spiel und mich
selbst wahrgenommen.“ Nervosität
blendete er einfach aus. Selbst dann,
als es knifflig wurde: „Einmal hätte
ich schneller reagieren und eine Verwarnung
aussprechen sollen. Aber das
sind Dinge, die mit Erfahrung kommen.“
Auf die Frage, ob er Angst hat, dass
ältere Spieler seine Jugend ausnutzen könnten, bleibt Stepan gelassen: „Ich ignoriere
das. Für mich zählt Fairness und Konzentration. Ich versuche, mich auf
das Spiel zu fokussieren, nicht auf das Drumherum.“ Dass ihn schon jetzt Respekt
begleitet, spürte er spätestens beim Finale: aufregend, fordernd, und dann – als
der letzte Ball gespielt war – die große Erleichterung. „Runter vom Stuhl, durchatmen,
Nachbesprechung. Und am Ende meine Mutter, die sagt: ‚Gut gemacht,
mein Kleiner.‘“
Für Stepan ist klar: Er will beides verbinden – Spieler und Schiedsrichter. Eine
Karriere als Profi-Schiedsrichter steht für ihn nicht im Vordergrund, aber die Erfahrungen,
die er sammelt, sind unbezahlbar. „Man muss Mut haben, sich da
oben hinzusetzen. Man hat die entscheidende Stimme auf dem Platz. Alles, was
man sagt, bleibt Tatsache. Das muss man wollen.“
Seine Geschichte ist mehr als ein persönlicher Erfolg. Sie zeigt, dass Schiedsrichterei
nicht nur etwas für Routiniers ist. Gerade junge Menschen können Verantwortung
übernehmen, lernen, unter Druck klare Entscheidungen zu treffen –
und dabei Teil der großen Tenniswelt werden. Stepan Ordamski hat vorgemacht,
wie es geht. Vielleicht folgen ihm bald weitere.
Claudio Gärtner
Wie werde ich Schiedsrichter?
Lehrgänge: Der TVBB bietet regelmäßig Schiedsrichter-Lehrgänge an, meist an Wochenenden.
Theorie, Regelkunde und Praxis wechseln sich ab.
Dauer: In der Regel drei Tage – am Ende steht eine Prüfung.
Einstieg: Erste Einsätze erfolgen bei kleineren Turnieren, später können auch größere Matches
oder internationale Events folgen.
Voraussetzungen: Interesse am Tennis, Konzentrationsfähigkeit und Mut, klare Entscheidungen
zu treffen.
Perspektive: Von Jugend- und Vereinsspielen bis zu großen Turnieren – Schiedsrichter werden
auf allen Ebenen gebraucht.
Mehr Infos gibt es auf der Website des TVBB oder direkt bei der Geschäftsstelle.
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Wheelchair-Impressionen
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Berliner Spitzen: Helena Buchwald
Stärke im Team,
Ruhe im Spiel
Der Schläger ist kaum aus der Hand gelegt, da
steht sie schon wieder auf dem Platz. Dieses Mal
an der Seite von Sonja Zhenikhova, ganz spontan
verabredet. So kennt man Helena Buchwald:
flexibel, fokussiert, immer in Bewegung. Hinter
ihr liegt ein Sommer voller Höhepunkte, vor ihr
die nächste Etappe zwischen Bundesliga, College
und großen Träumen.
Text: Katrin Brewka
Fotos: Claudio Gärtner - tennisphoto.de
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Der vergangene Sommer war vollgepackt. Voll mit
Matches, Momenten, Erfolgen. Die Bundesliga-
Saison ist vorbei – und für den TC SCC hätte sie kaum
besser laufen können. Erstmals aufgestiegen, erstmals ganz
oben angekommen. Sieben Spiele, sieben Siege. Helena
mittendrin – mit einer weißen Weste, ungeschlagen, im
Einzel wie im Doppel. Auf sie ist immer Verlass.
„Es war ein neues Team, neue Spielerinnen, daher
waren wir am Anfang erstmal unsicher“, erinnert sie sich.
Doch was nach vorsichtigem Start klingt, entwickelte
sich zur perfekten Spielzeit. „Es war die beste Saison
vom Team her. Wir haben uns mega verstanden.“
Natürlich gab es enge Matches, Momente,
in denen alles kippen konnte. Aber Helena
spielte befreit. Besonders in Berlin, zuhause.
„Ich spiele immer gut, wenn ich die
Unterstützung habe“, sagt sie. Team, Coaches,
Zuschauer – alle tragen sie. „Man
weiß, dass man für mehr spielt und
fühlt sich selbstbewusster.“ Und sie
fügt hinzu: In der 1. Bundesliga will
sie unbedingt wieder aufschlagen.
Ihr Einsatz fürs Team geht über
alles. Bei den Berliner Verbandsmeisterschaften
war Helena eigentlich
an Position eins gesetzt, gab
aber nach einem Spiel auf. Schonung
für den Arm – weil am Wochenende
ein Bundesligaspiel wartete. Diese Prioritäten
sind für sie selbstverständlich. Belohnt
wurden sie und das gesamte Team in Köln: 2:7-Erfolg
gegen den Kölner HTC Blau-Weiss. Aufstieg in die erste
Liga. Passenderweise an ihrem Geburtstag. Die sechsstündige
Rückfahrt nach Berlin? Ein einziges Freudenkonzert. Doppelter
Grund zur Freude.
Dabei war Tennis früher zunächst nur eine Freizeitbeschäftigung
für Helena. Ihre Eltern spielten gelegentlich,
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mieteten sich Plätze – bis ihre Tochter mit sechs
Jahren den Schläger aufhob. „Ich wollte unbedingt
mitmachen“, erzählt Helena. Die ersten
Trainingsstunden beim Grün-Weiß Lankwitz
waren noch spielerisch, doch schon bald wurde
klar: Hier entwickelt sich mehr als ein Hobby.
Aus Spaß wurde Leidenschaft, und aus Leidenschaft
wurde Ehrgeiz. Aus ein-, dann zweimal
Training pro Woche wurde bald ein Platz im
Sichtungskader des Berliner Tennis-Verbands.
Der Weg führte sie über die Zehlendorfer Wespen
schließlich zum TC SCC Berlin, wo sie seit
2018 eine feste Größe ist.
Doch Helena ist nicht das einzige Tennistalent
der Familie Buchwald. Auch Bruder Jan-
Niklas ging seinen Weg. Durch seine Schwester
schnupperte er früh Turnierluft, schaute ihr
zu – und bekam Lust, den Schläger selbst in die
Hand zu nehmen. Heute trainiert er selbst intensiv,
spielt für Grün-Weiß Nikolassee. Während
Helena als sehr trainingsfleißig und diszipliniert
galt, brachte Jan-Niklas viel Talent mit. Früher,
als Kinder, schaukelte es sich regelmäßig hoch.
In der „Ich bin besser als du“-Phase sind beide
mittlerweile nicht mehr. Heute ist daraus gegenseitige
Unterstützung geworden. Beide arbeiten
sehr strukturiert und achten auf ihre Ernährung
– die einzige Ausnahme ist das Schnitzel aus der
Buchwald’schen Jägerstube. Der Ehrgeiz, sagt
Helena, sei bei beiden gleich stark ausgeprägt.
Über die letzten Jahre haben sich bei Helena
viele Erfolge gesammelt. Früh hat sie Titel gewonnen:
Deutsche Meisterin im Doppel in der
U13, gemeinsam mit Julia Zhu. Später wiederholte
sich das Kunststück – diesmal in der U18,
wieder mit Zhu. In derselben Altersklasse wurde
sie Deutsche Vizemeisterin im Einzel.
Doch was für sie bleibt, sind weniger die großen
Pokale, sondern die kleinen Schritte. „Ich
bin stolz auf die letzte Saison“, sagt sie. Wohl
fühlt sie sich auf den Turnieren der ITF Women’s
World Tennis Tour in Leipzig. Da, wo das Umfeld
passt. Da, wo die Wege kürzer sind. Der Traum
ist natürlich groß – eine Profikarriere. Doch sie
weiß, wie schwer das ist, wenn man gleichzeitig
College-Tennis spielt.
Im Sommer 2024 legte Helena ihr Abitur an
der Poelchau-Oberschule ab. Lange hatte sie gezögert,
ob College-Tennis der richtige Weg ist.
„Eigentlich war ich immer dagegen“, gesteht sie.
Viele hätten ihr gesagt: „Wer ins College geht,
beendet seine Karriere.“ Doch Helena dachte
neu, überlegte, was sie nach dem Abitur wollte.
Zahlreiche Nachrichten von Coaches flatterten
ins Postfach. Schließlich, im November 2023,
fiel die Entscheidung: Es geht an die University
of South Carolina. Im August 2024 packte sie
die Koffer.
Offiziell ist sie für einen Bachelor in Business
eingeschrieben, ob es dabei bleibt, ist jedoch
unklar. „Ich weiß noch nicht, ob ich das wirklich
machen will“, sagt sie. South Carolina habe zwar
eine tolle Business School, doch mittlerweile
überlegt sie, ob es nicht etwas Medizinisches
wird. Offenheit statt Festlegung.
Die ersten Wochen in den USA waren allerdings
hart. Die Neue sein, Heimweh spüren. „Die
ersten Wochen wollte ich nur nach Hause“, gesteht
Helena. Hinzu kam eine Verletzung, die sie
früh ausbremste – ein Armbruch im Training. Oft
saß sie am Spielfeldrand, schaute zu. Aber ihr
Umfeld fing sie auf. „Das Team ist deine eigene
Familie.“ Man ging Billard spielen, bowlen oder
lernte gemeinsam. Und dann machte es Klick.
Im zweiten Semester spielte sie an Nummer
fünf und sechs, lernte das amerikanische Tennis
kennen. Laut, extrovertiert, emotional. „Eigentlich
zu viel für mich“, sagt sie und lacht. „Aber es
hilft und pusht.“ Am Ende des Frühjahrs wieder
eine Verletzung, doch pünktlich zurück für die
Bundesliga.
Die Zeit in den USA hat Spuren hinterlassen.
„Es fällt mir viel einfacher, mit Leuten zu reden.“
Die Offenheit der Menschen dort habe abgefärbt,
sagt sie. Auf dem Platz genauso wie daneben.
Früher war Helena die, die schimpfte,
brüllte, fluchte. Heute ist sie ruhiger. Eine Entwicklung,
die sie selbst kaum erklären kann. „Die
Erkenntnis kommt irgendwann von selbst.“
Neben dem Platz ist Helena vielseitig. Sie
kocht und backt gern, probiert neue Cafés
aus, geht mit Freunden aus. Sie liebt Sport in
jeder Form.
Langfristig will Helena den Sprung ins Profitennis
schaffen. Drei Jahre College liegen noch
vor ihr – Zeit, sich weiterzuentwickeln, Erfahrung
zu sammeln. Vor allem möchte sie aber
eines: „Ich will nach dem College einfach nur
Tennis spielen, ich hatte nie Zeit, mich nur auf
Tennis zu konzentrieren.“
Unterstützung gibt es zwar vom TC SCC,
der Anruf vom Deutschen Tennis-Bund ist bis
jetzt aber ausgeblieben. Die Turnierplanung in
Deutschland organisiert sie momentan selbst,
versucht, Reisen kurz zu halten, um Kosten zu
sparen. Sponsorenunterstützung ist begrenzt,
ein Vertrag mit Wilson liefert Schläger und Zubehör,
den Rest muss sie selbst stemmen.
„Manchmal ist es schon ein Puzzle, das alles
unter einen Hut zu kriegen.“
Auch der Sommer in Berlin war vollgepackt:
Training mit ihrem Bruder, hier und da ein paar
Turniere, bevor es Mitte August zurück in die
USA ging. Dort wartet nun eine neue Saison, ein
neuer Coach – und vielleicht schon der nächste
Schritt in Richtung Profi-Tour.
Egal, ob in Berlin oder in South Carolina: Helena
Buchwald ist eine Spielerin, die nicht nur
durch ihre Ergebnisse auffällt, sondern durch die
Art, wie sie an ihre Ziele herangeht – konzentriert,
teamorientiert und mit einer Ruhe, die sie
sich hart erarbeitet hat.
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National
2. Bundesliga Nord der Herren 2025
LTTC „Rot-Weiß“ schrammt
knapp am Aufstieg vorbei
Nino Ehrenschneider
Im letzten Jahr verlief die Saison in der
2. Bundesliga Nord für die Herren des
LTTC „Rot-Weiß“ doch sehr holprig.
Zwischenzeitlich musste sogar in der
Tabelle nach unten geblickt werden.
Diesmal klappte es bedeutend besser.
Damit konnten die „Rot-Weißen“ wieder
an die guten Leistungen der vorherigen
Jahre anknüpfen. Am Ende sprang Rang zwei mit nur
einer Niederlage heraus.
In der ersten Partie wurde auswärts der Marienburger SC
deutlich mit 7:2 bezwungen. Dabei profitierte Robert
Strombachs im Spitzenspiel beim Stand von 6:0 von der
Aufgabe seines belgischen Kontrahenten Buvaysar Gadamauri.
Der Tscheche Hynek Barton, Gabi Adrian Boitan aus Rumänien
sowie Timo Stodder und Nino Ehrenschneider sorgten
mit sicheren Zweisatzsiegen bereits für die Vorentscheidung.
Die Doppel Robert Strombachs/Timo Stodder und Nino Ehrenschneider
und Oliver Olsson buchten die Punkte sechs und sieben.
Damit setzten die Herren vom Gottfried-von-Cramm-Weg
im Gegensatz zum Vorjahr zu einer beeindruckenden Siegesserie
an.
Spannend verlief die Partie beim zum Favoritenkreis zählenden
HTC Blau-Weiß Krefeld. Robert Strombachs untermauerte
seine gute Form mit einem 7:5, 7:5 gegen Krefelds Nummer
eins Sascha Gueymard Wayenburg aus Frankreich. Gabi Adrian
Boitan und der Spanier Alvaro Lopez San Martin blieben ebenfalls
siegreich zum 3:3-Zwischenstand. Am Ende vollendeten
die Doppel Hynek Barton/Alvaro Lopez San Martin und Gabi
Adrian Boitan/Nino Ehrenschneider mit ihren Erfolgen den hart
erkämpften 5:4-Auswärtssieg.
Und auch das folgende Lokalderby gegen den TC 1899 Blau-
Weiss hatte es in sich. Auf der „Rot-Weiß“-Anlage rang Robert
Strombachs im Topspiel den Ukrainer Vitaliy Sachko mit 6:7,
7:6, 10:5 nieder. Das gleiche gelang dem Spanier Oriol Roca Batalla
in einer ebenfalls engen Partie nach Matchballabwehr mit
einem 6:7, 7:5, 12:10 gegen Diego Dedura. Timo Stodder (6:3,
7:5 gegen Ryan Seggerman/USA) und Nino Ehrenschneider
mit einem 6:3, 6:4 gegen Michael Agwi brachten die Gastgeber
mit 4:2 in Führung. Für Blau-Weiss punkteten die Niederländer
Ryan Nijboer und Michiel de Krom. Die Doppel Ryan Nijboer/
Michiel de Krom und Ryan Seggerman mit Michael Agwi holten
zwei weitere Punkte für die Blau-Weissen. Doch im Spitzendoppel
setzten sich die Spanier Oriol Roca-Batalla/Alvaro Lopez
San Martin mit 6:3, 7:6 gegen Vitaliy Sachko/Diego Dedura
durch und erkämpften in der insgesamt fast acht Stunden andauernden
Partie den entscheidenden Zähler zum 5:4-Gesamtsieg
für den LTTC „Rot-Weiß“.
Zwar folgte dann ein 6:3 gegen den Suchsdorfer SV. Doch
wurde diese Begegnung ebenfalls eine ganz harte Nuss. Dabei
setzte sich Robert Strombachs gegen den Schweden John
Hallquist Lithen mit 6:4, 6:4 durch. Und Oriol Roca-Batalla mit
1. Herren des
LTTC „Rot-Weiß“ in der
2. Bundesliga
Herren Nord 2025
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
einem 11:9 im entscheidenden Match-Tie-Break sowie Alvaro
Lopez San Martin und Timo Stodder sorgten für die 4:2-Führung.
Doch in den Doppeln gingen alle Matches in den Match-
Tie-Break. Am Ende hatten Oriol Roca-Batalla/Alvaro Lopez San
Martin und der Rumäne Nicholas David Ionel mit Nino Ehrenschneider
das bessere Ende für sich zum schwer erkämpften
Gesamterfolg.
Die Siegesserie fand dann auch beim Club an der Alster
seine Fortsetzung. In überzeugender Manier wurden die Hanseaten
mit 7:2 bezwungen. Mili Poljicak glänzte erneut an Position
eins mit einem souveränen 6:4, 6:2 gegen den Brasilianer
Pedro Sakamoto. Oriol Roca-Batalla, Timo Stodder und Nino
Ehrenschneider siegten jeweils in zwei Sätzen. Lediglich Alvaro
Lopez San Martin musste über die volle Distanz gehen,
ehe der Erfolg im Match-Tie-Break feststand. Somit war bereits
nach den Einzeln alles klar. Die Doppel Mili Poljicak/Nino Ehrenschneider
und Robert Strombachs/Timo Stodder buchten noch
zwei weitere Zähler. Aufgrund des schlechten Wetters wurden
zwei Stunden nach dem offiziellen Spielbeginn alle Matches
in die Halle verlegt und der letzte Matchball erst um 23:02 Uhr
verwandelt!
Nach fünf Siegen am Stück gab es dann im Lokalderby
gegen den TC SCC beim 4:5 die erste Niederlage. Doch zu diesem
Zeitpunkt stand noch keineswegs fest, wer von den beiden
Clubs am Ende den ersten Platz belegen würde.
So kämpften die „Rot-Weißen“ gegen den Oldenburger TeV
unverdrossen weiter, um vielleicht doch noch von einem Patzer
der Charlottenburger profitieren zu können. Dabei setzte
sich Robert Strombachs gegen den Oldenburger Spitzenspieler
Alexandre Reco aus Frankreich glatt mit 6:1, 6:1 durch. Alvaro
Lopez San Martin, Timo Stodder und Nino Ehrenschneider holten
drei weitere Punkte zum 4:2-Zwischenstand. Das Doppel
Robert Strombachs/Timo Stodder machte dann in zwei glatten
Sätzen den Sack zum 5:4-Endstand zu.
Die letzte Partie bei Grün-Weiß Nikolassee entpuppte sich
ebenfalls nicht als Spaziergang. Die Gastgeber gingen couragiert
zur Sache und punkteten durch den Polen Szymon Kielan
und Lukas Maskow. Robert Strombachs behielt an Nummer
eins gegen den Polen Jasza Bronislaw Szajrych mit 6:2, 7:5 die
Oberhand. Nino Ehrenschneider in zwei Sätzen sowie Oriol Roca-Batalla
und Timo Stodder im Match-Tie-Break brachten die
Gäste mit 4:2 in
Front. Am Ende
vollendeten Robert
Strombachs/
Oriol Roca-Batalla
und Timo Stodder/Nino
Ehrenschneider
den
6:3-Gesamterfolg.
Für Nikolassee
Robert Strombachs
punkteten noch Maciej Rajski/Lukas Maskow. Da parallel der TC
SCC sich ebenfalls keine Blöße gab, mussten sich die „Rot-Weißen“
mit Platz zwei in der Abschlusstabelle begnügen.
„Natürlich ist es schade, dass es nicht ganz gereicht hat,
denn wir wären gerne aufgestiegen. Trotzdem ist die Saison
gut gelaufen und das Team hat sich sehr gut präsentiert“, meinte
Mannschaftscoach Timo Taplick. Er
trauerte allerdings ein wenig den vergebenen
Matchbällen in zwei Einzeln
gegen den TC SCC nach. Besonders
beeindruckte Taplick die Bilanz von
Robert Strombachs, der an Position
eins alle sechs Einzel gewann und nur
an Nummer zwei einmal den Platz als
Verlierer verließ. Dabei musste Taplick
auf zwei Topspieler verzichten, denn
der ursprünglich aufgebotene Franzose
Valentin Royer als auch Oleksii
Krutykh aus der Ukraine standen
nicht zur Verfügung. „Royer spielte
sich in die Top 100 der Weltrangliste
vor und konnte wegen Turnierverpflichtungen
nicht spielen und Krutykh
fiel aufgrund einer Verletzung
komplett aus“, erklärte Taplick. Ansonsten
wird wohl auch im nächsten
Jahr alles wieder so laufen. „Wir planen keine größeren
Veränderungen. Alles soll möglichst so bleiben wie in dieser
Saison“, sieht Taplick in die Zukunft. Vielleicht lässt sich dann
der diesmal knapp verpasste Aufstieg realisieren.
Michael Matthess
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Timo Stodder
Nicholas David Ionel
Oriol Roca-Batalla
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2. Bundesliga Nord der Herren 2025
TC 1899 Blau-Weiss
landet im Mittelfeld
Jonas Pelle Hartenstein
Fünf Siege in acht Spielen. So lautet die Ausbeute der Herren des TC 1899 Blau-Weiss in der diesjährigen
2. Bundesligasaison. Dies reichte wie im Vorjahr zum vierten Schlussrang, womit sich die Blau-Weissen
in großem Abstand zur Abstiegszone befanden. Dabei kamen insgesamt dreizehn Spieler zum Einsatz,
von denen sich sowohl Nachwuchskräfte als auch etablierte Akteure mit der starken Konkurrenz
messen konnten.
Michael Agwi
Allerdings war der Beginn beim TC SCC mit
einer 1:8-Niederlage eher suboptimal. Dafür
gelang mit einer wesentlich stärkeren Mannschaft
beim Oldenburger TeV ein überzeugender 8:1-Erfolg.
Dabei bewies Neuzugang Diego Dedura bei seinem Debüt an
Nummer eins gegen den Slowaken Lukas Pokorny Nervenstärke
und setzte sich mit 5:7, 6:4, 10:7 durch. Die Niederländer
Ryan Nijboer und Michiel de Krom sowie Ryan Seggerman
(USA) und Michael Agwi (Irland) schraubten das Zwischenergebnis
auf 5:1. Am Ende wurden noch alle drei Doppel in
zwei Sätzen gewonnen und damit die ersten wichtigen Punkte
nach Berlin entführt.
Und auch den Marienburger SC, der zwei Tage zuvor dem
späteren Aufsteiger TC SCC die einzige Saisonniederlage beibrachte,
hielten die Blau-Weissen mit 6:3 auf Distanz. In der
engen Begegnung gingen insgesamt fünf Partien in den
Match-Tie-Break. Diego Dedura setzte sich erneut im Spitzenspiel
gegen John Sperle knapp mit 4:6, 6:3, 10:3 durch. Ryan
Seggerman, Michael Agwi und der erstmals aufgebotene Russe
Maxim Zhukov holten die weiteren Punkte. Die Doppel Ryan
Seggerman/Michael Agwi und Jonas Pelle Hartenstein mit
Maxim Zhukov machten den Gesamterfolg perfekt.
Die anschließende knappe 4:5-Niederlage im ewig jungen
Duell mit dem Ortsrivalen LTTC „Rot-Weiß“ verkraftete die
Mannschaft gut und meldete sich mit einem klaren 7:2 über
den Club an der Alster wieder zurück in der Erfolgsspur. Diesmal
schrammte Diego Dedura im Topspiel nach vergebenen
Matchbällen beim 3:6, 6:4, 16:18 gegen Mika Petkovic knapp
am Sieg vorbei. Dafür sprangen Ryan Nijboer, Ryan Seggerman,
Michael Agwi und Jonas Pelle Hartenstein durch ihre Erfolge
zur zwischenzeitlichen 4:2-Führung ein. Dank souveräner
Leistungen in den Doppeln gingen die letzten drei zu
vergebenen Punkte allesamt in zwei Sätzen an die Hausherren
vom Roseneck.
Sehr spannend verlief die Partie beim Suchsdorfer SV, die
am Ende mit 5:4 zugunsten der Blau-Weissen ausging. Zwar
wurden auf den ersten drei Positionen – im Spitzenspiel durch
Vitaliy Sachko aus Russland mit einem 6:4, 6:4 gegen den
Schweden John Hallquist Lithen sowie durch Ryan Nijboer und
den Russen Egor Agafonov – alle Punkte geholt, doch schafften
es die Suchsdorfer, alle übrigen Einzel für sich zu entscheiden.
Das Doppel Vitaliy Sachko/Ryan Nijboer gewann klar und den
umjubelten fünften Punkt erkämpften die Russen Egor Agafonov/Maxim
Zhukov dank eines 10:8 im Match-Tie-Break. Mit erneut
ersatzgeschwächter Mannschaft ging es in das vorletzte
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Niclas Braun
Spiel zuhause gegen HTC Blau-Weiß Krefeld. Dabei gab es für
die Blau-Weissen wenig zu holen.
Am Ende stand eine ernüchternde 0:9-Niederlage auf dem
Berichtsbogen. Egor Agafonov konnte im Topspiel gegen den
Italiener Stefano Travaglia nur im zweiten Satz mithalten und
verlor mit 0:6, 5:7. Den einzigen Satzgewinn im Einzel verbuchte
Maxim Zhukov, der dem Spanier Miguel Damas mit 3:6,
6:2, 8:10 unterlag. Das Doppel Egor Agafonov/Maxim Zhukov
holte dann ebenfalls noch einen Satz. Zum Ehrenpunkt reichte
es aber im Match-Tie-Break auch nicht.
zufrieden mit der
Mannschaft:
Karsten Weigelt
Diego Dedura
ließen sich durch den Zwischenstand aber nicht entmutigen
und holten sich alle drei Doppelpunkte.
„Wir wollten in erster Linie die Klasse halten und sind rundum
zufrieden, dass wir dieses Ziel erreicht haben“, sagte Mannschaftscoach
René Heidbrink. Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge
konnte nicht immer in Bestbesetzung angetreten werden.
„Aber in den wichtigen Spielen waren wir gut aufgestellt“,
stellte Heidbrink fest. Etwas ärgerlich für ihn war die knappe
4:5-Niederlage gegen den LTTC „Rot-Weiß“, zumal Diego Dedura
in seinem Spiel schon Matchbälle hatte. „Trotzdem hat Diego
eine gute Saison gespielt und sich für sein Alter besonders
mental sehr stabil gezeigt“, lobte Heidbrink den Neuzugang.
Überragend war wieder einmal der Niederländer Ryan Nijboer,
der im Einzel alle fünf Partien gewann und somit auch im
zweiten Jahr bei Blau-Weiss ungeschlagen blieb. Für 2026 sieht
Heidbrink erneut den Klassenverbleib als Priorität. Mit welcher
Mannschaft wird in den nächsten Wochen besprochen und
entschieden.
Michael Matthess
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
In deutlich stärkerer Besetzung gelang zum Saisonausklang
mit dem 6:3 gegen Grün-Weiß Nikolassee ein versöhnlicher Abschluss.
Hier gewannen die Hausherren alle sechs Einzel. Diego
Dedura musste an Nummer eins mal wieder Schwerstarbeit
verrichten beim 6:1, 2:6, 10:4 gegen Maxime Chazal. Und auch
Jonas Pelle Hartenstein ging gegen Fryderyk Lechno-Wasiutynski
über die volle Distanz und siegte mit 10:8 im Match-Tie-
Break. Weniger Mühe hatten Ryan Nijboer, Michiel de Krom,
Michael Agwi und Philipp Maximilian Hübert. Die Nikolasseer
Jonas Pelle Hartenstein
Jan Kirchhoff
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2. Bundesliga Nord der Herren 2025
Grün-Weiß Nikolassee:
Fulminanter Auftakt
sichert Klassenerhalt
Lukas Maskow
Begeisterte
Tennisfans am
Spielfeldrand
Zu Beginn der Saison zählte Aufsteiger Grün-Weiß Nikolassee zu den Clubs, die man eher im Kampf gegen den
Abstieg erwartet hatte. Doch nach den ersten drei Spieltagen war das Abstiegsgespenst schon fast verscheucht
und ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga Nord in greifbarer Nähe.
Zum Auftakt mussten die Nikolasseer nach
Oldenburg. Dabei konnten auf den Positionen
eins bis vier die ausländischen
Gastspieler überzeugen und alle Einzel für sich entscheiden.
Im Spitzenspiel kämpfte der Franzose Maxime
Chazal den Oldenburger Stefan Seifert mit 6:4, 4:6, 10:5 nieder.
Der Usbeke Sergey Formin sowie die beiden Polen Maciej Rajski
und Fryderyk Lechno-Wasiutynski bauten die Führung auf
4:2 aus. Den siegbringenden Punkt zum 5:4-Endstand besorgte
das Doppel Maxime Chazal/Sergey Formin, das in zwei Sätzen
alles klar machte.
Das erste Heimspiel vor stattlicher Kulisse wurde gegen den
Suchsdorfer SV mit 6:3 gewonnen. Dabei überzeugte Neuzugang
Daniel Michalski (Polen), der an Nummer eins dem Briten
Ewen Lumsden beim 6:1, 6:2 keine Chance ließ. Maxime Chazal,
Sergey Formin und Maciej Rajski sicherten die weiteren Punkte
zum 4:2-Zwischenstand. Zwei weitere Zähler gingen auf das
Konto von Daniel Michalski/Maciej Rajski und Maxime Chazal/
Sergey Formin, die jeweils in zwei Sätzen ihre Kontrahenten
distanzierten.
Und zwei Tage später folgte der dritte Streich auf der heimischen
Anlage am Kirchweg dank eines klaren 6:3 gegen
den Club an der Alster. Dabei gingen alle sechs Einzel an die
Hausherren. Daniel Michalski überzeugte erneut im Topspiel
mit einem 7:5, 6:1 gegen den Italiener Alexander Weis. Maxime
Chazal, Sergey Formin, Maciej Rajski und Lukas Maskow
blieben ebenfalls ohne Satzverlust. Lediglich Fryderyk Lechno-Wasiutynski
musste in den Match-Tie-Break, den er mit
10:8 für sich entschied. Einziger Wermutstropfen war der anschließende
Verlust aller drei Doppel. Mit diesen drei Erfolgen
am Stück lagen die Südberliner
zwischenzeitlich sogar an der Spitze der
2. Bundesliga Nord und kamen damit
dem angestrebten Ziel Klassenerhalt ein
großes Stück näher.
Die Siegesserie riss dann beim 2:7 in
Marienburg. Zwar stellte im Spitzenspiel
Maxime Chazal beim 6:1, 6:2 gegen seinen
französischen Landsmann Corentin
Denolly erneut seine Klasse unter Beweis.
Doch lediglich Lukas Maskow konnte
sich mit einem Zweisatz-Sieg einen
weiteren Einzelpunkt sichern. Am Ende
gingen erneut alle drei Doppel verloren.
Diese Niederlage setzte eine Abwärtsspirale
in Gang, denn auch in den anschließenden
vier Partien verließen die
Nikolasseer den Platz als Verlierer.
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Dem 1:8 beim TC SCC folgte ein ebenso deutliches 1:8
gegen den HTC Blau-Weiß Krefeld. Im Topspiel unterlag Maxime
Chazal dem Italiener Stefano Travaglia mit 2:6, 3:6. Allerdings
wehrten sich die Südberliner nach Kräften und verloren
zwei Einzel und ein Doppel lediglich knapp im Match-Tie-Break.
Den Ehrenpunkt holten Maciej Rajski/Lukas Maskow durch ein
6:4, 6:7, 10:3 gegen die Italiener Enrico Dalla Valle und Filippo
Romano. Zum Schluss standen noch die beiden Lokalderbys
gegen den TC 1899 Blau-Weiss und den LTTC „Rot-Weiß“ auf
dem Programm, die jeweils mit 3:6-Niederlagen endeten.
„Wir wollten frühzeitig den Abstieg verhindern, was uns mit
dem hervorragenden Start gut gelungen ist. Natürlich konnten
wir uns nach den drei Siegen nicht sicher sein, dass es reichen
würde. Am Ende ist es aber gut gegangen“, bilanzierte Sportvorstand
Tobias Heinemann. Besonders der gelungene Auftakt
in Oldenburg trug wesentlich zum Erfolg bei. „Wir können
mit allen Akteuren zufrieden sein und haben auch dem eigenen
Nachwuchs eine Chance gegeben, sich zu zeigen“, so Heinemann,
den vor allem die gute Zuschauerresonanz und das
starke Interesse der vereinseigenen Jugendlichen gefreut hat.
Als zusätzliches positives Zeichen ist die Tatsache zu sehen,
dass die zweite Herrenmannschaft wenige Wochen später den
Aufstieg in die Ostliga vollziehen konnte. „Damit haben wir
ein willkommenes Sprungbrett für Nachwuchsspieler, die sich
Jasza Bronislaw Szajrych
dann in dieser Spielklasse für die 1. Mannschaft empfehlen
können“, stellt Heinemann zufrieden fest. Von den diesjährigen
Akteuren wussten besonders die beiden Spitzenspieler und
Neuzugänge Daniel Michalski und Maxime Chazal sowie Lukas
Maskow zu überzeugen. Für die nächste Saison soll der Stamm
bleiben. „Wir sehen uns noch nach sinnvoller Ergänzung des
Kaders um und freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr“,
ergänzt Heinemann. Somit konnten die Verantwortlichen
von Grün-Weiβ Nikolassee nicht nur das 100-jährige Vereinsjubiläum,
sondern auch einen gelungenen Einstand in der 2.
Bundesliga feiern.
Michael Matthess
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
Gregor Heinemann
Maciej Rajski
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Rückblick Ostliga und Aufstiegsspiele zur Regionalliga Nordost 2025
Makellose Bilanz in den Herrenkonkurrenzen
Im letzten Jahr gelang es den TVBB-Clubs zehn Ostligatitel zu erringen. Diese Zahl konnte um zwei gesteigert werden,
wobei der LTTC „Rot-Weiß”, die Zehlendorfer Wespen und der Hermsdorfer SC jeweils zwei erste Plätze belegten. Dabei
musste in allen Damenwettbewerben nur in einer Gruppe gespielt werden. Anders sah es bei den Herren aus. Hier war
der Andrang bei den Herren 40, 50, 60 und 70 so groß, dass in je zwei Gruppen die Rundenspiele zur Austragung kamen.
2024 wurde die Rekordzahl von vierzehn Mannschaften bei den Herren 40 erreicht. Diesmal stand bei den Herren 60 mit
sechzehn Teams eine neue Rekordmarke auf dem Meldezettel.
Ostliga Herren: BTTC Grün-Weiss trotz Niederlage Erster
Bei den Herren lagen in der acht Mannschaften umfassenden
Liga die ersten vier Clubs dicht beieinander. Am Ende setzte
sich der BTTC Grün-Weiss mit Spitzenspieler Mariano Dedura-Palomero
trotz einer Niederlage mit 6:1-Siegen vor dem
Regionalliga-Absteiger Dahlemer TC, dem Potsdamer TC „Rot-
Weiß” und der zweiten Mannschaft des LTTC „Rot-Weiß” durch,
die gemeinsam auf fünf Siege und zwei Niederlagen kamen.
Rang fünf ging an den TC Frohnau (4:3). Hingegen genügten
dem TC SCC II zwei Erfolge nicht, um den Klassenverbleib
sicherzustellen.
Ungeschlagen mit einer 7:0-Bilanz beendete der LTTC „Rot-
Weiß” die Herren 30-Kategorie. Dahinter folgten der TC Orange-Weiß
Friedrichshagen (5:2), die Zehlendorfer Wespen (4:3)
sowie der BSC Rehberge und der NTC „Die Känguruhs” mit je
drei Siegen. Diese Zahl reichte dem TC „Weiße Bären” Wannsee
nicht, um den Abstieg zu verhindern. Am Ende fehlten in der
Endabrechnung drei Matchpunkte.
Vierzehn Mannschaften nahmen in der Herren 40-Konkurrenz
den Spielbetrieb auf. In Gruppe A blieb der TC 1899 Blau-
Weiss in sechs Partien ungeschlagen. Mit nur einer Niederlage
folgte Blau-Gold Steglitz dahinter. Abgeschlagen hingegen
müssen der Tempelhofer TC (1:5) und der sieglose Treptower
Teufel TC den Gang in die Meisterklasse antreten. In Gruppe
B ließ der Hermsdorfer SC nichts anbrennen und holte sich
Rang eins. Der Berliner SC (4:2) und die Zehlendorfer Wespen
(2:4) belegten Rang drei und fünf. Dagegen reichte dem TC
Friedrichshain ein Sieg nicht für den Ostligaverbleib. Das Finale
um den Ostligatitel entschied dann der TC 1899 Blau-Weiss
gegen Hermsdorf mit 7:2 zu seinen Gunsten.
Der BTTC Grün-Weiss sicherte sich in der Herren 50-Kategorie
in seiner Gruppe ungeschlagen Rang eins. Der Potsdamer
TC „Rot-Weiß” (4:2) und Blau-Gold Steglitz (2:4) landeten
im Mittelfeld. Dem TC Tiergarten mit ebenfalls 2:4-Siegen
wurden die zu wenigen Matchpunkte zum Verhängnis, was
den Abstieg bedeutete. In der anderen Gruppe zeigte sich der
BTC Grün-Gold 1904 (7:0) der Konkurrenz klar überlegen. Die
Zehlendorfer Wespen (5:2) folgten dahinter. Der TC SCC (4:3)
belegte Rang vier. Trotz drei Siegen muss die FVT Heilandsweide
ebenso absteigen wie die sieglosen Männer von Sutos
1917. Das Endspiel gewann der BTC Grün-Gold 1904 gegen den
BTTC Grün-Weiss klar mit 7:2.
Spannend verlief die Spielzeit bei den Herren 55. Hier nahmen
sieben Mannschaften – alle aus dem TVBB - am Spielbetrieb
teil. Am Ende waren gleich drei Teams mit 5:1-Siegen
punktgleich. Grün-Weiß Nikolassee hatte die beste Matchpunkte-Bilanz
und holte sich den Titel. Es folgten der TC Tiergarten
und der TC „Weiße Bären” Wannsee. Der TC Wilmersdorf (3:3)
und der BTC Gropiusstadt (2:4) belegten die weiteren Plätze.
Absteigen müssen die zweite Mannschaft von Grün-Weiß Nikolassee,
die nur ein Spiel gewann, und der sieglose TK Blau-
Gold Steglitz.
Sechzehn Clubs standen bei den Herren 60 im Einsatz. In
Gruppe A blieb der TC SCC ungeschlagen. Mit einer 6:1-Bilanz
kam Sutos 1917 auf Rang zwei. Vor dem Abstieg retten konnte
sich die FVT Klingsor II (3:4). Nicht gereicht hat es am Ende für
den Potsdamer TC „Rot-Weiß” (2:5) und Orange-Weiß Friedrichshagen
(0:7). In Gruppe B gewann der TC Frohnau alle Spiele.
Knapp dahinter landete die SV Reinickendorf (6:1). Mittelplätze
belegten der TC Tiergarten (4:3) und der Grunewald TC (3:4).
Dem TC 1899 Blau-Weiss hingegen reichten zwei Erfolge nicht
um auch im nächsten Jahr in der Ostliga wieder dabei zu sein.
Im Finale siegte der TC SCC mit 6:3 gegen die Frohnauer.
Souverän ging der Titel in der Herren 65-Sechsergruppe an
die ungeschlagenen Zehlendorfer Wespen. Die SV Reinickendorf
(5:1) und der Grunewald TC (4:2) reihten sich dahinter ein.
Auf Rang fünf entging der Steglitzer TK (2:4) dem Abstieg. Diesen
konnte der BSV 92 mit nur einem Sieg nicht verhindern.
Mit deutlich mehr Teilnehmern, nämlich zwölf, wurde bei
den Herren 70 gespielt. In Gruppe A setzte sich der 1.TC Weinböhla
aus Sachsen durch. Sutos 1917, Füchse Berlin Reinickendorf
und der TC Heiligensee kamen auf die Ränge zwei, drei
und fünf. Gruppe B wurde eine sichere Beute für den Hermsdorfer
SC (5:0). Der Grunewald TC sowie der BTC Grün-Gold
1904 belegten den zweiten resp. vierten Platz. Schlusslicht und
Absteiger wurde der LTTC „Rot-Weiß” mit nur einem Unentschieden
auf der Habenseite. Das ausgeglichene Finale ging an
der Hermsdorfer SC, der gegen Weinböhla beim 3:3-Endstand
drei Spiele mehr auf dem Konto hatte.
Schließlich sicherten sich die Herren 75 des Hermsdorfer
SC ungeschlagen den Titel. Die Ränge drei bis sechs belegten
Sutos 1917, Orange-Weiß Friedrichshagen, der VfL Tegel und
der TC SCC.
Ostliga der Damen: LTTC „Rot-Weiß” II
unangefochten an der Spitze
Souverän setzte sich die zweite Damenmannschaft des LTTC
„Rot-Weiß” mit Milena Steinkamp an Nummer eins durch. Sieben
Spiele, sieben Siege lautete am Ende die eindrucksvolle Bilanz.
Mit gehörigem Abstand und je 4:3-Erfolgen folgten die
Berliner Bären auf Platz zwei sowie der Grunewald TC und die
Zehlendorfer Wespen II auf den Rängen vier und fünf. Die drei
Abstiegsplätze belegten am Ende der TC SCC II (3:4), der TK
Blau-Gold Steglitz (2:5) und der sieglose BSV 92.
Für die Damen 30 des SC Brandenburg (4:2) und von Sutos
1917 (3:3) gab es Mittelplätze. Der SV Berliner Brauereien muss
mit lediglich einem Sieg die Klasse verlassen.
Hinter dem ungeschlagenen Leipziger SC kamen bei den
Damen 40 der TC „Weiße Bären” Wannsee (4:2-Siege) sowie der
Potsdamer TC „Rot-Weiß”, der TC Weiß-Rot Neukölln und der TC
Tiergarten mit ausgeglichener Bilanz auf die Folgeränge. Trotz
zwei Siegen reichte es für den BTC Grün-Gold 1904 nicht zum
Klassenverbleib.
Ungefährdet blieben die Damen 50 des TC Frohnau, die alle
sechs Spiele für sich entschieden. Der Zehlendorfer TuS von
1888 (3:3) wurde Dritter. Und Grün-Weiß Nikolassee (2:4) rettete
die Klasse vor dem punktgleichen Absteiger Weiß-Gelb
Lichtenrade, dem am Ende sieben Matchpunkte fehlten. Da der
1. TC Zwickau vor Saisonbeginn seine Mannschaft zurückzog,
blieben bei den Damen 60 lediglich drei Clubs übrig. In einer
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Doppelrunde waren die Zehlendorfer Wespen mit 4:0-Siegen
ohne ernsthafte Konkurrenz.
Aufstiegsspiele zur Regionalliga Nordost: Zwölf
Mannschaften schaffen den Sprung
Bei den Aufstiegsspielen gab es aus TVBB-Sicht gegenüber
dem Vorjahr diesmal eine deutliche Steigerung. In der vergangenen
Saison setzten sich acht Clubs gegen die Konkurrenz
durch. In diesem Jahr stieg die Zahl der Aufsteiger auf zwölf.
Nicht dazu zählt der Ostliga-Herrenmeister BTTC Grün-
Weiss, der der zweiten Mannschaft des Suchsdorfer SV nach
hartem Kampf mit 4:5 unterlag.
Besser erging es den Herren 30 des LTTC „Rot-Weiß” beim
klaren 6:3-Sieg gegen den TC Falkenberg, wobei nach den Einzeln
beim Stand von 6:0 schon alles klar war und die Doppel
kampflos an die Gäste gingen. Der TC Orange-Weiß Friedrichshagen
zog mit 1:5 beim Lehrter TC den Kürzeren.
Ebenfalls ohne Erfolgserlebnis blieben die TVBB-Teilnehmer
im Herren 40-Wettbewerb. Ostligameister TC 1899 Blau-
Weiss scheiterte aufgrund drei verlorener Doppel mit 3:6 am
TSV Duwo 08 aus Hamburg. Und der Hermsdorfer SC musste
beim 1:5 gegen den TTK Sachsenwald die Überlegenheit der
Gastgeber anerkennen.
Die Herren 50 des BTC 1904 Grün-Gold krönten ihre ungeschlagene
Ostligasaison mit einem sicheren 7:2 gegen den
TC Alsterquelle. Vizemeister BTTC Grün-Weiss hingegen musste
beim VfL Kloster Oesede eine 2:7-Niederlage einstecken.
Grund zum Jubeln gab es bei den Herren 55, den sowohl
der TC Grün-Weiß Nikolassee mit einem 7:2 gegen den Klipper
THC Hamburg als auch der TC Tiergarten dank eines 6:3 beim
Hamburger SV spielen im kommenden Jahr in der Regionalliga.
Und auch bei den Herren 60 gingen beide TVBB-Vertreter
als Sieger vom Platz. Meister TC SCC bezwang den THC Blau-
Weiss Bad Oldesloe mit 6:3. Und der TC Frohnau setzte sich mit
dem gleichen Ergebnis beim Harburger TB durch.
Der Konkurrenz klar überlegen erwiesen sich die Herren
65 der Zehlendorfer Wespen und der SV Reinickendorf. Die
Zehlendorfer beherrschten im “Wespennest” den Harburger TB
ebenso klar mit 8:1 wie die Reinickendorfer den Gastgeber TC
SG Holzminden.
Bei den Herren 70 trat lediglich Meister Hermsdorfer SC
gegen den Nordvertreter VfL Emslage an und verlor mit 1:5.
Und bei den Herren 75 nahm kein Club aus unserem Verbandsgebiet
an der Aufstiegsrunde teil.
Im Damenwettbewerb konnte die zweite Mannschaft des
LTTC „Rot-Weiß” dank der Doppelstärke den SV Blankenese mit
7:2 in Schach halten. Nach den Einzeln stand es noch 4:2, doch
in den Doppeln machten die Rot-Weißen mit sicheren Zweisatzsiegen
den Aufstieg perfekt. Die Berliner Bären hingegen
mussten dem Tennisverein Lohne beim 3:6 den Vortritt lassen.
Nichts zu holen war bei den Damen 30. Der SC Brandenburg
scheiterte gegen Victoria Hamburg mit 1:5 und Sutos
1917 unterlag dem TSV Havelse mit 3:6, wobei alle drei Doppel
kampflos an die Spandauerinnen gingen.
Deutlich besser lief es für die Damen 40. Der Potsdamer
TC „Rot-Weiß” rang den TuS Berne mit 5:4 nieder und der TC
“Weiße Bären” Wannsee schaffte den Aufstieg kampflos, da
kein Nordvertreter antrat.
Umgekehrt die Vorzeichen bei den Damen 50. Hier nahm
kein Verein des TVBB an den Aufstiegsspielen teil. Schließlich
stiegen noch die Damen 60 von Ostmeister Zehlendorfer Wespen
ohne Spiel auf, denn keine weitere Mannschaft wollte im
Aufstiegskampf mitwirken.
Fazit
Am Ende der diesjährigen Saison lässt sich feststellen, dass die
Spielzeit in der Ostliga sowie die Aufstiegsspiele zur Regionalliga
Nordost aus TVBB-Sicht sehr erfreulich verliefen. Zwölf
Titel bedeuteten eine Steigerung um zwei erste Plätze gegenüber
2024. Dabei gelang in den Herrenwettbewerben das
Kunststück, alle neun Konkurrenzen zu gewinnen. Der LTTC
„Rot-Weiß”, die Zehlendorfer Wespen und der Hermsdorfer SC
waren mit je zwei Titelgewinnen am erfolgreichsten. Und auch
bei den Aufsteigern in die Regionalliga Nordost konnte die
Zahl von acht im vergangenen Jahr auf diesmal zwölf deutlich
gesteigert werden. Da lediglich acht Clubs die Regionalliga
Nordost verlassen müssen, hat der TVBB seine Präsenz in
dieser Spielklasse für das kommende Jahr wieder ausgebaut.
Damit kann aus Sicht des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg
ein überaus positives Fazit der abgelaufenen Spielzeit gezogen
werden.
Michael Matthess
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Nicole Thron (TC SCC)
Offene Norddeutsche Meisterschaften der Altersklassen 30 – 80 (S2)
11. bis 19. Juli 2025
Zehn Herren- und vier Damen-
Altersklassen kürten ihre
Nordostdeutschen Meister
Nordostdeutsch – das klingt erst mal wie ein Kompass, der sich nicht entscheiden
kann. Doch wer in dieser Himmelsrichtung Meister werden will, muss nicht
nur Tennis spielen können, sondern auch wissen, wo man hingehört. Beim
traditionsreichen Sutos 1917 im Berliner Nordwesten wurde jedenfalls klar
verteilt: auf dem Platz dominierte der TVBB – und als Gastgeber sowieso. Trotz
Regenschauern, Hallenwechsel und schmal besetzten Damenfeldern lief das
Turnier rund und mit viel Herzblut. Die Offenen Nordostdeutschen präsentierten
sich so als ein Meisterschaftsformat, das mehr ist als eine Himmelsrichtung.
Ergebnisse finden
Sie unter
folgendem QR-Code:
Nordostdeutsch – das klingt im ersten Moment wie
ein Anachronismus. Was denn nun, Nord oder Ost?
Für den Tennis-Akteur heißt es, will er bei den Nordostdeutschen
Meisterschaften der zehn Altersklassen (Damen
30 bis 70, Herren 30 bis 80) teilnehmen, muss er/sie Mitglied
eines Vereins der Landesverbände Niedersachsen/Bremen
(TNB), Hamburg (HAM), Schleswig-Holstein (SLH), Mecklenburg-Vorpommern
(TMV), Sachsen-Anhalt (TSA) und natürlich
Berlin-Brandenburg (TVBB) sein. Die Mehrzahl der antretenden
Wettbewerber kommt in aller Regel aus dem veranstaltenden
Verband. So war es im Vorjahr beim TC an der Schirnau in
Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein), wo das Gros der Akteure
aus dem „Moin“-Land oder aus Niedersachsen-Bremen kam.
Und so war es auch in der ersten Juli-Hälfte 2025, als beim
Berliner Club Sutos 1917 e.V. am Rande der Hauptstadt im
Spandauer Norden in Hakenfelde die große Mehrheit der 168
Kai Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß“ )
und Daniel Dudek (TC SCC )
Gesamtakteure (144 Herren, 24 Damen) für den TVBB zum Racket
griff und nur 16 (davon drei Damen) für die anderen vier an
den Start gingen (TNB – 7/1; HAM – 3/1; SLH – 2/0; TSA – 0/1).
Die Erfolgsverteilung der laut Ausschreibung 16 Titel (zehn
Herren, sechs Damen), von denen aber aufgrund mangelnder
Meldezahlen in einigen Wettbewerben nur 14 ausgespielt wurden,
war entsprechend. Nur zweimal standen Nicht-TVBBer
in den Endspielen, nur einer der beiden topgesetzten Akteure
bei den Herren 30 und 65 schaffte es, die Berlin-Brandenburger
Final-Dominanz zu durchbrechen. Der bei den Herren
65 topgesetzte Bernd Schorer vom Tennis- und Hockeyclub
Neumünster (TV Schleswig-Holstein) untermauerte seine
Favoritenstellung als DTB-Nummer 4 der Altersklasse im mit 14
Teilnehmern gut besetzten Feld (darunter zwei Konkurrenten
aus Niedersachsen/Bremen, TNB, und einer aus Hamburg) trotz
seiner Anreisestrapazen nach Erstrunden-Freilos mit 7:5,7:5
gegen Andreas Bülow (Braunschweiger THC) und dem 7:5,6:0
gegen Olaf Stobbe (FVT Klingsor) im Halbfinale. Im relativ ausgeglichenen
Endspiel gegen Nummer 3 Jörg Spiekerkötter von
den Zehlendorfer Wespen (DTB 18), der im Halbfinale den an
Zwei gesetzten Erwin Skamrahl (Braunschweiger THC, DTB 13),
in den 80ern 400-m-Leichtathlet der Weltklasse, EM- und WM-
Medaillist und Olympiateilnehmer, überraschend deutlich mit
6:1,6:4 geschlagen hatte, fand Schorer meist die effektiveren finalen
Lösungen der Ballwechsel und punktete.
Der zweite „Nicht-TVBBer“, der es ins Finale der „Nordostdeutschen“
schaffte, galt mit dem topgesetzten Sebastian
Lange, Jahrgang 1991, vom TV Salzgitter-Gebhardshagen (DTB
40) im Endspiel der Herren 30 gegen den an Zwei rangierten
Fotos: Nicola Sophia Trenner
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Dominik Haag
(BTC Grün-Gold 1904)
Heide Maaß
(TC 1899 Blau-Weiss)
Fotos: Nicola Sophia Trenner, Grafik: Adobe Stock
zwei Jahre älteren Patrick Haag (BTC Grün-Gold 1904, DTB 20)
trotz dessen besserer DTB-Ranglistenposition nach seinen
Vor-Finalauftritten als Favorit. Lange war mit drei klaren Zwei-
Satz-Siegen ohne Satzverlust (36:7 Spiele) durchs Turnier marschiert,
während sich Haag gegen Yacine Harrak (Füchse Berlin-Reinickendorf),
Nico Combes (BSV 1892) und Reinhard
Lieberenz (SV Reinickendorf) dreimal über den Match-Tie-
Break zum Sieg mühen musste. Auch im Finale war es ähnlich
eng, aber beim 7:5 und 7:6 konnte sich der kämpferisch engagierte
und bestens motivierte Haag den drohenden und erneut
nahen MTB ersparen und die Satzenden jeweils ohne „Nachsitzen“
für sich entscheiden.
Dass alle weiteren Finals an Aktive
des TVBB gingen, war eine gute Antwort
auf das Vorjahres-Championat
zum gleichen Zeitpunkt in Kaltenkirchen
(Schleswig-Holstein), das quasi
ohne TVBB-Beteiligung stattfand. Auch
diesmal waren beileibe nicht alle Top-
Akteure aus der Region dabei, „aber
Teilnehmerzahl und Qualität waren
okay und konnten sich sehen lassen“,
meinte Turnierleiter Marko „Luko“ Lukowicz
(60), seit vielen Jahren engagiertes Sutos-Mitglied und seit
Ende Juni 2025 sozusagen folgerichtig Sportwart und debütierender
Turnierleiter. „Wir sind seit rund anderthalb Jahrzehnten
Gastgeber der stets gut angenommenen und beliebten Sutos
Open und nun auch erstmals der ‚Offenen Nordostdeutschen‘.
Es hat Spaß gemacht, das mit unserem kleinen Mitarbeiter-
Stab zu organisieren. Die waren alle mit dem Herzen dabei.
Da der TVBB auch im kommenden Jahr Gastgeber für das Turnier
sein soll, tun wir hiermit gerne kund: wir sind bereit …“,
so der racketbegeisterte Versicherungskaufmann. Wenn man
ein wenig mehr übers „Innenleben“ von „Luko“ wissen will, ist
ganz bestimmt eine ältere Medienrandnotiz zu seiner breitensportlichen
Tennisaktivität nützlich. Da heißt es über ihn: „Er
sucht die Entscheidung und die Initiative, da wird nicht lange
gefackelt. Ob der Weg ans Netz oder ein Stoppball – jedes Mittel
ist ihm recht, um die Initiative zu ergreifen.“
Dem Gelingen der Offenen Nordostdeutschen tat dies gut.
Trotz zum Teil widriger Umstände mit viel Nässe „von oben“,
dem erzwungenen Umzug von den Sandplätzen draußen in die
Halle und mit der Hilfe vom Nachbarverein lief alles ruhig und
entspannt hat. Am Ende hatte der Wettergott ein Einsehen, die
„
So lange ich mich bewegen kann,
werde ich Tennis spielen.
Dass ich von meinen drei Matches
eins gewinnen konnte,
ist eine gute Bilanz. “
Carsten Keller, LTTC „Rot-Weiß“,
Jahrgang 1939 – Hockey-Olympiasieger 1972
Sonne schien kräftig, die Temperaturen kletterten ebenso. Die
Sutos-Kantine machte das Ganze per Speis und Trank schmackhaft
– also es gab im Grunde nichts, worüber man meckern
konnte. Da hatte der Sport in den 14 Wettbewerben in den
zehn Herren- und vier Damenkonkurrenzen trotz der Meldezahl-Probleme
in letzteren den besten Anreiz dafür, wie es so
schön „neudeutsch“ heißt, zu liefern. Und das tat er denn auch.
Zehnmal gewann in 14 Konkurrenzen die Setznummer 1 (6 x
Herren, 4 x Damen), sechsmal gab es das finale Duell Eins versus
Zwei, wobei dreimal die Nummer 2 siegte. In den zwei Endspielen
Eins kontra Drei hatte jemals die Eins das bessere Ende,
einmal gewann mit Klaus Richter (BTC
Grün-Gold 1904) in den Gruppenspielen
der 80er ein Ungesetzter. In den vier
Damen-Altersklassen, in denen es nur
zweimal ein klassisches Finale gab und
ansonsten die Gruppenpartien das Ranking
ergaben, lagen mit Franziska Krüger
(D30/Hermsdorfer SC), Nadine Komander
(D40/BSC Süd 05 Brandenburg),
Nicole Thron (D50/TC SCC) und Martina
Parr-Kröger (D60/Zehlendorfer Wespen)
jeweils die Topgesetzten vorn.
Der erfolgreichste TVBB-Verein war nicht unerwartet der TC
SCC um die „Throns“, die mit H55-Champion Jens ebenso ungefährdet
den Titel gewannen, wie Gattin Nicole den der D50.
Jens Thron (DTB 2) fegte in seinen vier Matches inklusive Finale
gegen Thomas Kattenbaum (FVT Heilandsweide, 6:1, 6:0) seine
Konkurrenten ohne Satzverlust mit 48:7 Spielen vom Platz, Nicole
(DTB 8) tat es ihm in vier Gruppenmatches mit 8:0 Sätze
und 48:8 Spielen (wobei sie allein gegen Nicole Meier, Rot-Weiß
Potsdam beim 6:1,6:3 etwas Gegenwehr spürte) nahezu gleich.
Doch die beiden waren nicht die einzigen SCC-Trümpfe. Roman
Tennert bei den 40ern, Alexander Peters (H45) und Michael
Stensch (H60) bauten die Charlottenburger Titelbilanz auf fünf
aus. Auf immerhin dreimal Gold kam der BTC Grün-Gold 1904
mit Patrick Haag (H30), Michael Buttkus (H50) und Klaus Richter
(H80). Zweimal durften sich die Zehlendorfer Wespen (Georg
Reiners/H75; Martina Parr-Kröger/D60) feiern lassen, je einmal
1899 Blau-Weiss (Gerd Hekele/H70), der Hermsdorfer SC (Franziska
Krüger/D30), und der BSC Süd 05 Brandenburg (Nadine
Komander/D40).
Klaus Weise
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TVBB-Team der AK 70
Große Spiele der Landesverbände
Wenn Routine zählt: TVBB-Teams bei den Großen Spielen
Wenn sich Ende August die besten Spielerinnen und Spieler der Landesverbände in den Altersklassen
30 bis 70 treffen, wird Tennis zur reinen Essenz: fünf Matches, volle Intensität, kein
Platz für Ausreden. Die „Großen Spiele“ sind nicht nur Tradition, sondern ein Schaufenster
dafür, wie viel Leidenschaft, Routine und Teamgeist auch jenseits der Profi-Tour auf den Platz
gebracht werden. Und mittendrin: die Teams des TVBB – mit großen Momenten, bitteren
Niederlagen und einem Happy End, das erst nach 16:14 im entscheidenden Mixed feststand.
Es gibt diese Wochenenden, an denen die
Tennisplätze plötzlich aussehen wie ein
Festzelt der Generationen. Keine Future-
Tour, keine U16-Talente – sondern erwachsene
Menschen, die längst wissen, wie man eine
Rückhand nicht nur schlägt, sondern überlebt.
Die „Großen Spiele“ heißen sie offiziell. Ein
Name, der klingt wie ein Kapitel aus der Antike,
tatsächlich aber seit Jahrzehnten die Bühne ist
für die Besten der Landesverbände in den Altersklassen
30 bis 70. Hier wird nicht mehr getestet,
hier wird durchgezogen.
Ein bisschen Tradition schwingt immer
mit. Die Damen spielen zu Ehren von Dr. Poensgen,
dem Düsseldorfer Mäzen, die Herren
in Erinnerung an Carl-August von der Meden,
den ersten DTB-Präsidenten. Zwei ehrwürdige
Namen, die 2006 verheiratet wurden – seitdem
laufen die Wettbewerbe als „Große Meden- und
Poensgen-Spiele“, seit 2022 offiziell als Deutsche
Mannschaftsmeisterschaften der Verbände.
Der Modus ist charmant schlicht: zwei Damen-
Einzel, zwei Herren-Einzel, dazu ein Mixed. Fünf
Matches, die alles entscheiden. Kein Netz für
Ausreden.
Am letzten August-Wochenende war es
wieder soweit. Die Sonne meinte es gut, die
Konkurrenz weniger. Von Baden bis Niederrhein
standen die besten Spielerinnen und Spieler der
Altersklassen auf dem Platz, bereit, ihre Landesverbände
in die A-Gruppe zu führen – oder sie
dort zu halten. Der TVBB war diesmal gleich in
vier Altersklassen in der A-Gruppe vertreten, nur
die 30er mussten in der B-Gruppe antreten, durften
dafür aber zu Hause ran.
AK30: Heimspiel ohne Happy End
Der BTTC Grün-Weiss verwandelte sich in ein
kleines Zentrum der Hoffnung – und der Ernüchterung.
Gleich im Halbfinale wartete Baden,
die wohl härteste Nuss des Turniers. Lena Hebisch
knackte sie noch mit einem Sieg, während
Laura Gersbeck, Julian Heikenfeld und Alonso
Renard umsonst gegen die Routine der Gegner
anrannten. Immerhin rettete das Mixed von
Laura Sell und Heikenfeld den Ehrenpunkt zum
2:3. Aber für den Aufstieg in die A-Gruppe reichte
es nicht. Also: ein weiteres Jahr B-Gruppe.
AK40: Mixed entscheidet den Nerventanz
In Westfalen hatten die 40er ein Rendezvous mit
der harten Realität. Halbfinale gegen Niederrhein
– späterer Deutscher Meister – 2:7. Autsch.
Doch im Spiel um Platz 3 ging es plötzlich um
alles: Klassenerhalt. 4:4 gegen Württemberg,
alle Augen auf das Mixed
Strauchmann/Cuba. 6:4, 7:5. Kein
Tie-Break-Drama, aber ein Triumph
des Nervenstahls. Berlin bleibt oben.
Nelli Beder, Luisa Fleischfresser, Jessica
Strauchmann, Tanja Nettelnstroth,
Timo Fleischfresser, Patrick Haake,
Benjamin Potsch und Thorsten Cuba
hatten geliefert.
AK50: Lehrstunden in Osnabrück
Für das 50er-Team war Osnabrück
kein Ort des Glücks. Gegen
TVBB-Team der AK 40
Württemberg, den späteren Champion, setzte es
im Halbfinale ein 3:6, im Spiel um Platz 3 gegen
Niedersachsen-Bremen folgte die zweite Niederlage.
Abstieg. Bitter, aber ehrlich. Tina Loddenkemper,
Nicole Thron, Antje Köppe, Cornelia Kellner,
Jens Thron, Sascha Plambeck, Christopher
Blömeke und Martin Melchior mussten das Kapitel
mit einem Seufzer schließen.
AK60: Auch hier der freie Fall
Die 60er standen ebenfalls in Niedersachsen,
ebenfalls gegen Württemberg im Halbfinale,
ebenfalls mit dem gleichen Ergebnis: Niederlage
gegen den späteren Meister. Im Spiel um
Platz 3 wieder kein Happy End, sondern ein 3:6
gegen Niedersachsen-Bremen. Auch hier also:
Abstieg. Martina Parr-Kröger, Karin Reinhard, Andrea
Bannert-Drooff, Christine Mallon, Andreas
Blanck, Guido Schulz, Michael Stensch und Andreas
Haiderer kämpften – aber manchmal reicht
selbst der größte Kampfgeist nicht gegen das
Momentum.
AK70: Klassenerhalt in der Verlängerung
Und dann die 70er. Auch sie trafen im Halbfinale
auf den späteren Meister Niederrhein. Niederlage,
klar. Doch das Spiel um den Klassenerhalt
wurde zum Krimi. Mixed, letzter Satz, kein Platz
mehr für Zweifel. 16:14 stand am Ende auf dem
Spielberichtsbogen. Monika Ziegler, Ute Mattausch,
Gudula Eisemann, Norbert Walter, Heinz-
Georg Hoinka, Udo Walczak und Klaus-Peter Walter
jubelten mit einer Erleichterung, die man
förmlich hören konnte.
Fazit: Mehr als Zahlen
Unterm Strich war es ein Wochenende zwischen
Herzschlag und harter Realität. Zwei Teams bleiben
oben, zwei steigen ab, eines bleibt in der
B-Gruppe hängen. Doch wer die Großen Spiele
kennt, weiß: Es geht nicht nur um Tabellenplätze.
Es geht um Geschichten, um Matches,
die man in der Abendsonne noch einmal durchdiskutiert,
und um diesen eigentümlichen Zauber,
wenn Erfahrung und Ehrgeiz sich begegnen.
Berlin war dabei – mit Niederlagen, Siegen und
allem, was dazwischen liegt. Genau das macht
diese Spiele groß.
Claudio Gärtner
Fotos: privat, Grafik: Adobe Stock
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matchball | 04 – 2025
National
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Alle Siegerinnen und Sieger 2025
Jugend trainiert für Olympia Herbstfinale – 22. bis 14. September 2025
Wenn Klassenkameraden zu Helden werden
Wenn Tennisplätze zur großen Bühne werden, wenn Schulmannschaften wie Profis gefeiert werden und wenn
Applaus schon beim Einspielen brandet, dann ist „Jugend trainiert für Olympia“ in der Stadt. Beim Herbstfinale 2025
in Berlin war wieder alles dabei: packende Ballwechsel, jubelnde Teams, Tränen der Enttäuschung – und dieser ganz
eigene Spirit, der aus einem Schulsportwettbewerb ein echtes Festival macht.
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
4. Platz: Hildegard-
Wegscheider-
Gymnasium Berlin
Berlin war im September einmal mehr Bühne für den
größten Schulsportwettbewerb Europas – und beim
Tennisfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ zeigte
sich, wie viel Leidenschaft, Talent und Teamgeist schon in jungen
Jahren auf den Courts steckt. Drei Tage lang kämpften die
besten 32 Schulteams aus allen Bundesländern um Medaillen,
Platzierungen und unvergessliche Momente.
Bei den Mädchen setzten sich am Ende die Favoritinnen
durch: Das Otto-Hahn-Gymnasium aus Ludwigsburg, an Nummer
eins gesetzt, bewies im Finale gegen die Altkönigschule
Kronberg aus Hessen Nervenstärke und spielerische Klasse.
In sehenswerten Matches, die auch bei den zahlreichen Berliner
Clubbesuchern immer wieder Szenenapplaus hervorriefen,
holten sich die Baden-Württembergerinnen die Goldmedaille.
Bronze ging an die Hildegardis-Schule Hagen, die im kleinen Finale
das Gymnasium Ismaning bezwang.
Auch bei den Jungen standen die Finalisten früh fest:
Die Stadtteilschule Alter Teichweg aus Hamburg traf auf das
Englische Institut Heidelberg. Nach zwei Einzel- und zwei
Doppelpartien jubelte die Hansestadt – die Hamburger ließen
sich Gold umhängen und durften verdientermaßen feiern.
Auf Platz drei landete das Gymnasium Rodenkirchen Köln nach
einem stimmungsgeladenen Duell mit dem Berliner Hildegard-
Wegscheider-Gymnasium. Die Partie hatte alles, was ein Schulfinale
braucht: viele Fans, große Emotionen und ein Berliner
Team, das mit Kämpferherz auftrat, am Ende aber knapp das
Nachsehen hatte. Fritz Boberg vom TC 1899 Blau-Weiss stand
dabei besonders im Fokus, konnte die Niederlage im Doppel
aber nicht verhindern. Ein vierter Platz, der trotzdem Respekt
verdient.
Die weiteren Platzierungen zeigten die Breite des Feldes:
Die Evangelische Schule Schönefeld erreichte bei den Jungen
für Brandenburg Rang 13. Bei den Mädchen belegte das
Schadow-Gymnasium Berlin Platz 12, während das Humboldt-
Gymnasium Potsdam positiv überraschte. Nach einem schwachen
Vorjahr kämpften sich die Potsdamerinnen diesmal bis
auf Rang sieben nach vorne – und verpassten Platz fünf nur
hauchdünn.
Die feierliche Siegerehrung fand im kleinen
Stadion des TC 1899 Blau-Weiss statt – ein würdiger
Rahmen für ein Bundesfinale. Dort dankte die
Turnierleitung nicht nur den Berliner Gastgebern,
sondern auch den Betreuerinnen und Betreuern
der Teams sowie natürlich den rund 160 Jugendlichen,
die mit fairen und spannenden Matches
das Turnier geprägt haben.
Krönender Abschluss war wie immer die große
Sportgala in der Max-Schmeling-Halle. Unter tosendem
Applaus erlebten die Athletinnen und
Athleten eine fulminante Show, letzte Ehrungen
und ein Gemeinschaftsgefühl, das man nicht kaufen
kann. Danach hieß es: Heimreise. Und gleichzeitig
Vorfreude, denn schon 2026 lockt wieder
das große Herbstfinale in die Hauptstadt – mit
neuen Geschichten, neuen Gesichtern und demselben
Spirit, der „Jugend trainiert für Olympia“
seit Jahrzehnten so besonders macht.
Claudio Gärtner
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National
Nachrichten
Laura Gersbeck holt Deutschen
Meistertitel im Beach Tennis
Starker Auftritt in Saarbrücken: Die Berlinerin Laura Gersbeck hat gemeinsam
mit Margarete Pelster die Deutschen Meisterschaften im
Damen-Doppel gewonnen. Im Endspiel setzten sich die beiden souverän
mit 6:2, 6:3 gegen Verena und Petra Korn durch.
Für Gersbeck war es ein besonderes Comeback: Nach längerer Pause
kehrte sie eindrucksvoll zurück und bewies an der Seite von Pelster, dass sie weiterhin zu den besten Spielerinnen des Landes
zählt. Auf dem OneBeach Saarbrücken, der in diesem Jahr Schauplatz der nationalen Titelkämpfe war, krönte sie sich so zur Deutschen
Meisterin – ein starkes Signal für das Berliner Beach Tennis.
Neue LK-Berechnung ab Winter 2025/26
Zur Wintersaison 2025/26 führt der Deutsche Tennis Bund ein überarbeitetes System
zur Berechnung der Leistungsklassen (LK) ein. Ziel ist eine realistischere und
transparentere Bewertung der Spielstärke.
Künftig steigen die Punkte bei Siegen gegen ähnlich oder besser eingestufte Gegner
linear an – je stärker der Gegner, desto größer der Gewinn. Zudem lässt sich die
eigene LK-Entwicklung leichter nachvollziehen: Der sogenannte Hürdenwert zeigt,
wie viele Punkte für eine Verbesserung um eine halbe oder ganze LK-Stufe nötig sind.
Mit der Anpassung reagiert der DTB auf zahlreiche Rückmeldungen aus der Spielpraxis
und sorgt für mehr Fairness und Klarheit im Wettkampfsystem
Sabine Lisicki feiert TV-Debüt bei „Alles was zählt“
Neues Terrain für Sabine Lisicki: Die frühere Wimbledon-Finalistin
stand erstmals für die RTL-Daily
Alles was zählt vor der Kamera. In ihrer Gastrolle
spielt sie sich selbst und gibt im Steinkamp-Zentrum
einen Workshop für Nachwuchstalente – inklusive
kleinerer Turbulenzen um die Teilnahme.
Für die 36-Jährige war es das Schauspieldebüt.
„Ich liebe die Herausforderung!“, erklärte Lisicki, die
als Weltrekordhalterin für den schnellsten Aufschlag
auch auf dem Set echte Tennis-Atmosphäre einbrachte.
Ein ungewöhnlicher, aber gelungener Auftritt
– und ein weiteres Kapitel in der vielseitigen Karriere
der Berliner Tennisspielerin.
Richtigstellung
In der letzten Ausgabe von matchball
3-2025 haben wir in der Berichterstattung
zur 2. Bundesliga Nord der Damen beim TC
SCC fälschlicherweise geschrieben, der Verein
sei „zurück in der 1. Bundesliga“. Korrekt
ist: Der TC SCC wird in der kommenden Saison
erstmals in seiner Vereinsgeschichte in
der 1. Bundesliga aufschlagen. Der Fehler ist
in der Redaktion entstanden. Wir bitten den
Verein sowie unsere Leserinnen und Leser
für diese ungenaue Darstellung um Entschuldigung.
DTB launcht „MyPadel“ – neue
Marke für den Padelsport
Mit MyPadel hat der Deutsche
Tennis Bund eine eigene
Marke für die aufstrebende
Sportart geschaffen – samt digitaler
Plattform mypadel.de powered
by CUPRA. Unter dem
neuen Dach bündelt der DTB
künftig alle Aktivitäten rund um
Padel – von Wettkampfformaten
und Trainerfortbildung bis zu
Vereinsberatung und Infrastrukturprojekten.
„Mit MyPadel haben wir ein
neues Zuhause für die wachsende
Community geschaffen“, so
DTB-Vorstand Veronika Rücker. Die Plattform bietet Platzfinder,
Turnierkalender und Trainingsangebote – und macht den Padelsport
in Deutschland sichtbarer, moderner und noch zugänglicher.
Der Deutsche Tennis Bund
trauert um Niki Pilić
Der deutsche Tennissport hat eine seiner prägenden
Figuren verloren: Nikola „Niki“ Pilić ist im Alter von
86 Jahren verstorben. Der gebürtige Kroate führte das
deutsche Davis-Cup-Team zwischen 1987 und 1997 zu
drei historischen Titeln (1988, 1989, 1993) und prägte
damit eine goldene Ära um Boris Becker, Michael Stich
und Co. Auch international blieb er erfolgreich – 2005
führte er Kroatien, 2010 Serbien zum Davis-Cup-Sieg.
DTB-Präsident Dietloff von Arnim würdigte ihn als
„herausragende Persönlichkeit, die das deutsche Tennis
nachhaltig geprägt hat“. Pilić bleibt in Erinnerung als
Spieler, Trainer, Mentor und leidenschaftlicher Architekt echter Teams.
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Andy Frank, DTB/Justus Stegemann, Jürgen Hasenkopf, privat
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matchball | 04 – 2025
National
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Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, ZDF-Mediathek, DTB, DTB/Justus Stegemann, privat
ZDF-Doku beleuchtet vergessene
Tennisgeschichte der DDR
Wie viel Weltklasse steckte im ostdeutschen Tennis? Die neue
ZDF-Dokumentation „Großes Tennis – Made in East Germany“
geht dieser Frage nach – und erzählt von Talenten, die nie die
Chance bekamen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Im Mittelpunkt
steht Thomas Emmrich, 48-facher DDR-Meister und einst Bezwinger
von Ivan Lendl, dem der Weg auf die internationale Bühne
verwehrt blieb.
Weil Tennis im DDR-System als zu elitär galt, blieben Spieler
wie Emmrich und seine Generation weitgehend unbekannt. Die
Doku zeichnet das Bild einer sportbegeisterten Gemeinschaft, die
trotz Mauer und Mangel an Bällen ihrer Leidenschaft treu blieb.
Ein packendes Stück Sportgeschichte – „Großes Tennis – Made
in East Germany“ ist jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen.
Jürgen Hasenkopf feiert 75. Geburtstag
Seit 50 Jahren prägt er das Bild des Tennissports: Jürgen
Hasenkopf, einer der bekanntesten Fotografen der Szene,
hat am 14. August
seinen
75. Geburtstag
gefeiert.
Ob Steffi Graf,
Boris Becker,
Agassi, Sampras
oder die
Big3 – kaum
ein Champion,
dessen Karriere
er nicht mit
seiner Kamera
begleitet hat.
Hasenkopf ist
bis heute auf den Turnieren unterwegs, neugierig, wach und
mit Gespür für den entscheidenden Moment. Dass sich Tennis
und Mode verändert haben, nimmt er mit Gelassenheit – und
mit einem Schmunzeln. Ein Urgestein des Sports, auf dessen
Arbeiten wir im matchball des TVBB immer wieder sehr gerne
zurückgreifen – und dem man nur eines wünschen kann: viele
weitere Jahre voller Bilder, die bleiben.
DTB wächst weiter – über 1,5 Millionen
Tennisbegeisterte in Deutschland
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat
erstmals seit 2012 wieder die Marke
von 1,5 Millionen Mitgliedern überschritten.
Mit einem Zuwachs von 25.701
Spielerinnen und Spielern wächst der Verband
2025 um 1,72 Prozent – und bleibt
damit einer der größten Sportverbände
Deutschlands.
„Wir wachsen nun das fünfte Jahr in
Folge – Tennis ist die Sportart der Stunde“, freut sich DTB-Präsident Dietloff
von Arnim. Besonders stark ist der Anstieg bei Frauen und Jugendlichen, die
den Sport zunehmend für sich entdecken.
Fast alle Landesverbände verzeichnen Zuwächse – Spitzenreiter ist
Berlin-Brandenburg mit einem Plus von 5,3 Prozent. Der DTB führt das
Wachstum auf engagierte Vereinsarbeit, moderne Strukturen und neue Angebote
wie Padel und Beach Tennis zurück.
Sonja Zhenikhova holt EM-Titel im Doppel
Großer Erfolg für Sonja Zhenikhova:
Die Berlinerin krönte
sich gemeinsam mit Eva Bennemann
zur Europameisterin
im Doppel. Nach ihrem Triumph
bei den Junioren-French-Open
war das Duo auch bei den U18-
Europameisterschaften in Oberpullendorf
nicht zu stoppen. Im
Finale setzten sie sich gegen die
Polinnen Amelia Paszun und Inka
Wawrzkiewicz mit 6:4, 7:6 durch.
Für Zhenikhova ist der Titel ein weiterer Meilenstein in einer Saison, die
schon jetzt Maßstäbe setzt. „Dass Sonja nach Paris auch in Europa ganz oben
steht, ist ein herausragender Erfolg und ein Beweis für ihr großes Potenzial“,
lobte DTB-Vorständin Veronika Rücker.
Das traditionsreiche Turnier brachte bereits Stars wie Martina Hingis
oder Stefanos Tsitsipas hervor – nun reiht sich auch Sonja Zhenikhova in
diese Liste ein.
Boris Becker als „Legende“ geehrt
Jahre nach seinem historischen
40 Wimbledon-Triumph wurde Boris
Becker Ende August beim SPORT BILD-
Award in Hamburg mit dem Ehrenpreis in
der Kategorie „Legende“ ausgezeichnet.
Der 57-Jährige nahm die Ehrung mit sichtlicher
Freude entgegen: „Es fühlt sich gut
an, hier zu sein und diesen Ehrenpreis zu
bekommen. Mich freut es, dass ich heute
Abend respektiert werde.“ Überreicht
wurde ihm die Auszeichnung von Jürgen
Klopp, der sich noch lebhaft an Beckers
Durchbruch erinnert: „Wir hatten damals
alle das Gefühl, wir hätten gewonnen.“ Mit
der Ehrung würdigte die Jury Beckers beispiellosen Einfluss auf den Tennissport
– vom jüngsten Wimbledon-Sieger der Geschichte bis zum weltweiten
Botschafter des Spiels.
matchball | 04 – 2025
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TVBB-Sport
78. TVBB-Meisterschaften der
Seniorinnen und Senioren – 16. bis 23. August 2025
Ein Kaleidoskop der Meister:
Seniorentitel bunt verteilt
Heinz-Georg Hoinka (TC Frohnau)
Spätsommer in Berlin, volle Tribünen am BSV 92, BSC und TC Wilmersdorf –
und mittendrin fast 300 Spielerinnen und Spieler, die bei den 78. TVBB-
Seniorenmeisterschaften um Punkte, Pokale und Prestige kämpften.
Heraus kam ein Turnier, das mit seiner bunten Mischung aus Routiniers,
Überraschungssiegern und Dauerbrennern die ganze Bandbreite des
Seniorentennis zeigte.
So breit gestreut waren die Titelgewinne und die Finalplätze
bei den TVBB-Senioren-Meisterschaften, die ihre
78. Auflage an den gewohnten Turnierorten erlebten,
selten zuvor. Knapp 300 Racket-Senioren
waren am Start. Es wurden 23
Konkurrenzen gespielt – ein pickepackevolles
Tennis-Wochenmenü also,
das mit zwölf Nebenrunden noch umfänglicher
wurde. Trotz einiger kleinerer
wetterbedingter Interrupti hatte
die Turnierleitung alles bestens in
Griff und brachte das Championat
reibungslos, pünktlich, ohne große
Unterbrechungen und trotz der Renovierung
der BSV-Restauration mit
daraus resultierenden baulichen Einschränkungen
wie „geschmiert“ über
die Runden.
Bei den Damen 30 machten vier
Teilnehmerinnen die Plätze unter sich
aus. Katharina Barthel (SC Brandenburg)
hatte nach den Gruppenspielen
mit 3:0 Siegen die beste Bilanz.
Nelli Beder (TC Weiß-Rot Neukölln)
Die 40er Damen, die mit 18 Meldungen die am stärksten
nachgefragte weibliche Altersklasse waren, kürte das Hauptfeld
Nummer 2 Nelli Beder (TC Weiß-Rot Neukölln) im engen
Duell mit Tanja Nettelnstroth (BTTC Grün-Weiss) nach deren
7:6, 7:5 zum zweiten Mal nach 2023 zur neuen Meisterin. Beder,
im TVBB-Präsidium in unterstützend auch als Referentin für
Leistungsklassen/Breitensport und Wettkampfsport Regional
Jugend aktiv, war nach dem Zweikampf auf Augenhöhe „froh,
dass ich in den Schlüsselsituationen die richtigen Antworten
gefunden habe und das Glückspendel zu meinen Gunsten ausschlug“.
Fotos: Markus Arnold, Grafik: Adobe Stock
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matchball | 04 – 2025
TVBB-Sport
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Andrea Bannert-Drooff (LTTC „Rot-Weiß“)
Bei den 50er Damen sorgte Nicole
Thron (TC SCC) dafür, dass
der Familienname auch bei Abwesenheit
des Gatten und Vielfach-
Meisters Jens in der Siegerchronik
der „78.“ auftauchte. In den Gruppenspielen
der vier Teilnehmerinnen verbuchte
sie als Nummer 1 überlegene
drei Siege.
In der 55er Altersklasse mit sieben
Starterinnen in zwei Gruppen
standen sich im Finale die beiden Ersten
nach den Vorrunden gegenüber,
wobei „Wespe“ Tina Loddenkemper
deutlich mit zweimal 6:1 im Zehlendorfer
Duell gegen Antje Köppe
(Zehlendorfer TuS von 1888) dominierte.
Bei den D60 führte kein Weg an
der topgesetzten Andrea Bannert-
Drooff (LTTC „Rot-Weiß”) vorbei, die,
das Endspiel eingeschlossen, vier
klare Zweisatz-Siege landete und nur
im Finale Anke Anna Rosak (Sutos
1917) beim 6:4, 6:2 ein paar Lichtblicke
gönnte.
Die 65er und 70er Altersklassen gingen angesichts jeweils
nur vier Teilnehmerinnen ohne echtes Endspiel nach den
Gruppenspielen in die Wertung und wurden eine „Beute“ der
Dauerbrennerinnen Ariane Lauenburg (Zehlendorfer Wespen)
und Edeltraut Waltke (Grün-Weiß Nikolassee). Lauenburg lag
nach Nichtantreten der gemeldeten Nummer 1 Katrin Dippner
(TC 1899 Blau-Weiss) mit imposanten 3:0 Siegen (6:0 Sätze,
36:2 Spiele!) vorn, Waltke war mit drei Siegen ähnlich souverän.
Bei den 30er Herren trafen sich im Endspiel mit Jan Schmidt
(TC Orange-Weiß Friedrichshagen) und Julian Heikenfeld
(Zehlendorfer Wespen) zwei Ungesetzte, die aber zuvor mit
vier bzw. drei Zweisatz-Siegen auf dem Weg ins Finale überzeugt
hatten. Schmidt, im Vorjahr als Nummer 2 und „Treptower
Teufel“ gleich im Auftaktmatch gescheitert, begann
mit vielen Fehlern und verlor den ersten Satz prompt 3:6, berappelte
sich aber zunehmend und glich mit 7:5 aus. Im Matchtiebreak
war er dann ganz bei sich und dominierte mit 10:4.
„Ich bin happy, dass ich die Partie so in Griff gekriegt habe und
für mich entscheiden konnte. Ich hatte ja auch noch was gut
zu machen aus dem Vorjahr“, freute er sich über den „wirklich
schönen Erfolg“.
Bei den Herren 40 gab es zwar mit dem Endspiel zwischen
Seriensieger Roman Tennert (TC SCC) und Ian Leonhardt (BSV
1892) von der Setzung her ein Favoriten-Duell zwischen den
Nummern 1 und 2, doch der Lokalmatador war für viele, auch
Insider, durchaus noch ein mehr oder minder Unbekannter. Im
Spiel gegen Roman Tennert war er von Beginn an hellwach, gewann
mit starken Vorhand-Volleys, harten, platzierten Grundlinienbällen
und geringerer Fehlerquote als sein Rivale den
ersten Satz mit 6:4. Nachdem er dieses Niveau nicht halten
konnte, glich Tennert mit 7:5 zum 1:1-Spielstand aus. Doch im
Match-Tie-Break war Leonhardt wieder voll da – das 10:4 machte
ihn in der emotionalen Partie zum Meister. Sieben-, achtmal
habe er schon gegen den SCCer gespielt, „jetzt zum ersten Mal
gewonnen“, strahlte er.
Auch bei den 50ern durfte man auf den Finalausgang gespannt
sein, denn mit dem an Zwei gesetzten Timo Pohle (TC
1899 Blau-Weiss) und Nummer 3 Jörgen Aberg (Hermsdorfer
Fotos: Markus Arnold, Grafik: Adobe Stock
Jörgen Aberg
(Hermsdorfer Sportclub 1906)
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TVBB-Sport
Guido Schulz
(LTTC „Rot-Weiß“)
Heiko Paluschka (TC Tiergarten)
Gerd Hekele
(TC 1899 Blau-Weiss)
SC) trafen zwei „Schwergewichte“ der Altersklasse aufeinander.
Der sieggewohnte Schwede ging beim 6:1 im Auftaktsatz mit
einer Tennis-Demonstration zu Werke, doch im zweiten Durchgang
rieb man sich die Augen. Plötzlich gab Pohle den Takt an,
dominierte das Geschehen und glich mit 6:3 zum 1:1-Matchstand
aus. Auch der Matchtiebreak verlief zunächst ausgeglichen,
doch dann holte sich Aberg die wichtigen Winnerbälle
und damit nach 2023 den nächsten TVBB-Meistertitel.
In den weiteren Altersklassen hielten sich Favoriten- und
Außenseitererfolge so ziemlich die Waage. Die größte Überraschung
gelang wohl bei den Herren 55 dem ungesetzten
Heiko Paluschka (TC Tiergarten), der das Endspiel gegen Nummer
8 Ralf Schäfer (Grün-Weiß Nikolassee) mit 7:5, 7:5 für sich
entscheiden konnte.
Die beiden H60-Finalisten zählten zweifellos zu den Dauergegnern
der vergangenen Jahre, wobei Andreas Blanck (FVT
Klingsor) als Topgesetzter, Titelverteidiger und deutsche Nummer
1 seiner Altersklasse auch diesmal der sichere Siegertyp zu
sein schien. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als
man denkt – denn Guido Schulz (LTTC „Rot-Weiß”) zeigte beim
6:2, 6:2-Sieg eine Top-Leistung. „Ich habe in unseren vielen Duellen
auch schon dreimal gegen Andreas gewonnen, aber in
den wichtigen war fast immer er vorn. Diesmal habe ich sehr
präzise gespielt, wenige Fehler gemacht und die richtigen Antworten
gefunden“, kommentierte er und fügte an: „Wenn man
die deutsche Nummer 1 schlägt, darf man auch ein bisschen
stolz sein.“
Auch bei den Herren 65 gab es einen Favoritensturz, denn
der topgesetzte Gabriel Monroy (TC SCC, DTB 6) musste im Finale
dem ungesetzten Joachim Dufner (TC 1899 Blau-Weiss)
mit 5:7, 6:4, 9:11 den Vortritt lassen und vermieste dem SCCer
die Titelverteidigung.
Die 70er Entscheidung fiel zwischen den beiden Top-Senioren
der Altersklasse, Gerd Hekele (TC 1899 Blau-Weiss) und Harald
Krones (Hermsdorfer SC) mit einem klarer als erwarteten
6:4, 6:2 für den Blau-Weissen.
Die beiden Turnierfavoriten standen sich gleichfalls in
der 75er Altersklasse gegenüber. Nummer 2 Georg Reiners
(Zehlendorfer Wespen) hatte etwas überraschend mit 6:2, 6:4
relativ klar gegen den topgesetzten Karl-Heinz Mauß (Eberswalder
TC) die Nase vorn.
Bei den 80ern gewann der ungesetzte Bernt Hoffmann
(Grün-Weiß-Grün Tegel) per Aufgabesieg (6:4, 4:1) gegen Nummer
2 Ulrich Lindau (LTTC „Rot-Weiß”), bei den 85ern nach
Gruppenspielen unter vier Teilnehmern Hans-Jürgen Kretzschmar
(LTTC „Rot-Weiß”) mit 3:0 Siegen.
Die Doppelkonkurrenzen endeten mit Erfolgen für Tanja
Nettelnstroth/Nelli Beder (BTTC Grün-Weiss/Weiß-Rot Neukölln)
bei den Damen 40 – Beder damit einzige zweifache Meisterin
des Championats -, Susanne Pfeiffer/Ariane Lauenburg
(Zehlendorfer Wespen) bei den Damen 60, Bert Schultze/Tomasz
Sliwa (BRC Gropiusstadt) bei den Herren 50, Bernd Harnoß/Julian
Sargent (Grün-Weiß Lankwitz) bei den Herren 70
sowie Viviane Günther/Thomas Reinhold (TC 1899 Blau-Weiss/
FVT Klingsor) im Mixed.
Klaus Weise
Ergebnisse finden Sie unter
folgendem QR-Code:
Fotos: Markus Arnold, Grafik: Adobe Stock
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matchball | 04 – 2025
SCC SCHUCKART CONSULTING
Senior Open – 9. bis 16. August 2025
Vier Titel
für den SCC
Mit den SCC SCHUCKART CONSULTING
Senior Open hat der Tennis-Club
SCC erneut eindrucksvoll bewiesen,
warum er zu den führenden Adressen
im deutschen Seniorentennis gehört.
Das traditionsreiche Turnier, das in
diesem Jahr erstmals unter neuem
Sponsorennamen ausgetragen wurde,
lockte Spielerinnen und Spieler aus
dem gesamten Bundesgebiet an die
Waldschulallee. Als S1-Kategorie-
Turnier mit 3.500,– € Preisgeld
und Sachpreisen gehört es zu den
wichtigsten Stationen im deutschen
Seniorentennis-Kalender – und zugleich
zu den sportlichen Höhepunkten im SCC-
Jahresprogramm.
Jens Thron (TC SCC)
TVBB-Sport
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Erstmals trat das Turnier unter dem neuen Namen SCC
SCHUCKART CONSULTING Senior Open auf. Nach Jahren
unter dem Titel ACCENTRO Senior Open stand das Turnier
2025 erstmals unter neuer Flagge. Der neue Titelsponsor
brachte frischen Wind, die Organisation und Durchführung
lagen wie gewohnt in den bewährten Händen des Vereins.
Als Turnier der Kategorie S1 konnten die Siegerinnen und
Sieger jeweils 1.000 Ranglistenpunkte gewinnen – ein Anreiz,
der zahlreiche erfahrene Seniorenspielerinnen und -spieler aus
ganz Deutschland nach Berlin führte.
Aus sportlicher Sicht war das Turnier für den TC SCC erfolgreich:
In fünf Konkurrenzen erreichten Vereinsmitglieder das Finale,
vier davon konnten sie für sich entscheiden.
In der Herren 40-Konkurrenz trafen die beiden topgesetzten
Spieler aufeinander. (1) Roman Tennert (TC SCC) setzte sich
mit 6:0, 6:2 gegen (2) Marc Senkbeil (MTTC Iphitos München)
durch. Tennert spielte konzentriert und dominierte das Match
von Beginn an.
In der Herren 45-Klasse stand (4) Gabor Steiner (TC SCC) im
Halbfinale, konnte jedoch nicht antreten. Der spätere Sieger
war (2) Björn Maas (SV Reinickendorf).
Ein vereinsinternes Duell gab es in der Herren 55-Konkurrenz:
(1) Jens Thron gewann gegen (2) Christopher Blömeke
mit 7:5, 6:0. Beide Spieler traten für den TC SCC an, sodass der
Titel in jedem Fall in Berlin blieb.
Auch bei den Herren 65 war der TC SCC erfolgreich: Gabriel
Monroy besiegte Joachim Dufner (TC 1899 Blau-Weiss) mit 6:3,
6:3 und holte den dritten Titel für den Verein.
In der Damen 50-Kategorie gewann Nicole Thron (TC SCC)
das Finale gegen Antje Köppe (Zehlendorfer TuS von 1888) mit
6:2, 6:4 – ein weiteres starkes Ergebnis für die Gastgeberinnen.
Die SCC Senior Open sind längst
mehr als nur ein sportliches Turnier.
Sie sind ein fester Bestandteil des Vereinskalenders
und bieten Spielerinnen
und Spielern aus verschiedenen
Altersklassen die Möglichkeit, sich unter
guten Bedingungen zu messen. Gleichzeitig
zeigen sie das Engagement vieler
Mitglieder, die mithelfen, damit ein
reibungsloser Ablauf gewährleistet ist –
von der Turnierleitung über das Schiedsgericht
bis zur Platzpflege.
Mit der diesjährigen Auflage der SCC
SCHUCKART CONSULTING Senior Open
hat der Verein erneut gezeigt, dass er ein verlässlicher Ausrichter
hochklassiger Seniorenturniere ist. Die positive Resonanz
der Teilnehmenden und die sportlichen Erfolge der TC
SCC Mitglieder sind ein gutes Fundament, um das Turnier auch
in Zukunft weiterzuführen – sachlich, sportlich und mit dem
gewohnt klaren Fokus auf das Wesentliche: den Tennissport.
Katrin Brewka
Ergebnisse finden Sie unter
folgendem QR-Code:
Timo Pohle (TC 1899 Blau-Weiss )
und Michael Buttkus
(BTC Grün-Gold 1904)
Fotos: Nicola Sophia Trenner
Franziska Krüger
(Hermsdorfer Sport-Club)
matchball | 04 – 2025
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TVBB-Sport
SCC Open – 11. bis 16. August 2025
Akkoyun und Zhu
holen sich den Titel
Strahlender Sonnenschein, volle Ränge, spannende Matches und am
Ende zwei würdige Sieger: Die diesjährigen SCC Open boten Tennis
auf hohem Niveau – und das in bester Berliner Sommeratmosphäre.
Auf der traditionsreichen Anlage des Sport-Club Charlottenburg
wurden beim DTB-Ranglistenturnier der Kategorie A6 um insgesamt
2.000,- € Preisgeld sowie attraktive Sachpreise gespielt. Offen für alle
Leistungs- und Altersklassen ab 14 Jahren, lockte das Turnier trotz
der Sommerferien ein breit gefächertes Teilnehmerfeld an.
Umut Akkoyun (LTTC „Rot-Weiß“)
Schon in den ersten Tagen zeichnete sich ab, dass das
Turnier einmal mehr fest in SCC-Händen lag – sowohl
organisatorisch als auch sportlich. Das Herrenfeld war
mit zahlreichen Ranglistenspielern gespickt, an Position eins
gesetzt war allerdings Lokalmatador Tristan Wolke, der seiner
Favoritenrolle zunächst souverän gerecht wurde. Fünf Zwei-
Satz-Erfolge brachten ihn ohne größere Probleme bis ins Finale.
Lediglich Vereinskamerad Sohrab Dokmechin zwang
ihn im Achtelfinale in einen Tie-Break – und im Viertelfinale
profitierte er von der Aufgabe von Benjamin Schmidt (TC
Münchberg, BTV) ansonsten war Wolke kaum zu gefährden.
Auf der anderen Seite der Auslosung marschierte die
Nummer drei des Turniers, Umut Akkoyun vom LTTC „Rot-
Weiß“, ebenfalls ohne Satzverlust durch die Runden. Die
Nummer zwei der Setzliste, Tom Just (TC Orange-Weiß Friedrichshagen),
scheiterte überraschend im Viertelfinale an
Kevin Kaldauke vom Kasseler TC Bad Wilhelmshöhe – ein Beleg
für die Tiefe und Ausgeglichenheit des Feldes.
Das Finale zwischen Wolke und Akkoyun hielt, was es
versprach: Zwei technisch versierte, taktisch klug agierende
Spieler lieferten sich ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe.
Nach einem umkämpften ersten Satz, den Wolke im
Tie-Break für sich entschied, schlug Akkoyun zurück und glich
mit 6:2 aus. Im entscheidenden Match-Tie-Break entwickelte
sich dann ein Krimi, der die Zuschauer an den Rand der Sitzplätze
brachte. Schließlich verwandelte Akkoyun den Matchball
zum 6:7, 6:2, 13:11 und sicherte sich damit nicht nur den
Turniersieg, sondern auch 263 wertvolle Ranglistenpunkte.
Tristan Wolke (TC SCC)
Fotos: Nicola Sophia Trenner
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matchball | 04 – 2025
Julia Zhu (TC SCC)
Auch im Damenfeld kam es zu
einem erwarteten, aber nicht minder
spannenden Endspiel: Die beiden
Topgesetzten Helena Buchwald und
Julia Zhu – beide Teamkolleginnen
im SCC – trafen im Finale aufeinander.
Bis dahin hatte sich Julia Zhu in
beeindruckender Manier durch das
Turnier gespielt. Nach einem Freilos
in Runde eins ließ sie ihren Gegnerinnen
keine Chance: Anastasia Rutz,
(Hermsdorfer SC), Vanessa Reinicke
(LTTC „Rot-Weiß“) und Valeria Ifodi
(Potsdamer TC „Rot-Weiß“) hatten jeweils
klar das Nachsehen, ehe Hannah
Pieper (Großflottbeker THGC) im
Halbfinale nicht antreten konnte. Bemerkenswert:
Zhu gab bis zum Finale
kein einziges Spiel ab – ein Zeichen
ihrer derzeitigen Topform.
Im Endspiel jedoch wartete mit
Helena Buchwald eine Gegnerin, die
ebenfalls souverän durch das Turnier
marschiert war. Das Finale entwickelte
sich zu einem sehenswerten
Duell zweier vertrauter Spielerinnen,
die sich aus dem Training bestens
kennen. Zhu begann druckvoll
und zwang Buchwald immer wieder
zu Fehlern. Mit präzisem Grundlinientennis
und sicheren Returns dominierte
sie die Partie und setzte sich
am Ende klar mit 6:3, 6:2 durch. Bemerkenswert:
Zhu gab damit im gesamten
Turnierverlauf lediglich fünf
Spiele ab.
Die SCC Open haben sich längst
als fester Bestandteil im Berliner Turnierkalender etabliert.
Jahr für Jahr zieht das Event ambitionierte Nachwuchstalente
ebenso an wie erfahrene Ranglistenspieler. Die Mischung
aus sportlichem Anspruch, professioneller Organisation und
sommerlichem Flair macht den besonderen Reiz des Turniers
aus.
Auch 2025 zeigte sich wieder: Der SCC versteht es, Tennis
auf hohem Niveau in einem angenehmen Umfeld zu präsentieren.
Mit großem ehrenamtlichem Engagement, reibungsloser
Turnierführung und fairen Matches boten die SCC Open
einmal mehr beste Bedingungen für Spielerinnen, Spieler
und Publikum – und fanden mit Umut Akkoyun und Julia Zhu
zwei verdiente Sieger und Siegerin.
Katrin Brewka
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
TVBB-Sport
Ç
Fotos: Nicola Sophia Trenner
Helena Buchwald (TC SCC)
matchball | 04 – 2025
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TVBB-Sport
71. Friedrichshagen Open – 24. bis 27. Juli 2025
Alte Siegerin, neuer Champion –
großes Kino in Köpenick
Friedrich der Große hätte seine Freude gehabt: In Friedrichshagen
wurde auch 2025 wieder Tennis-Geschichte geschrieben – mit
Herz, Hitze und Hingabe. Die 71. Auflage der Friedrichshagen
Open brachte neue Namen auf den Thron, doch auch
Vertrautes blitzte auf: Nadja Meier sicherte sich ihren dritten
Titel mit kühlem Kopf, Patrick Fleischhauer feierte seine
Premiere mit starker Präsenz. Regen kam, Sonne siegte – und
das Organisationsteam um TC Orange-Weiß sorgte für ein rundum
königliches Turnierflair. Ein Wochenende, wie es traditionsreicher
kaum sein könnte – und dabei so lebendig wie eh und je.
Fridericus Rex stand quasi Pate bei der
Krönung der neuen (Tennis)Könige von
Friedrichshagen, die für ein Jahr die
Regentschaft der Open der Damen und Herren
übernahmen. Das Turnier im Berlin-Köpenicker
Ortsteil fand Ende Juli 2025 zum 71. Mal statt.
Es gab in der Geschichte zwar diverse Unterbrechungen
– aber es war bis heute, schöne
neudeutsche Worterfindung, unbankrottbar!
Insgesamt 5.150,- € Preisgeld waren ausgelobt
für die Wettbewerbe der Kategorien A4. Die
Titelgewiner des Vorjahres Julia Zhu (SCC) und
Yannic Nittmann (RTHC Bayer Leverkusen)
waren diesmal nicht am Start, es mussten also
neue Sieger gefunden werden.
Bei den Damen war die Triumphatorin freilich
eine bei Orange-Weiß gute Bekannte, denn
Nadja Meier (Potsdamer TC „Rot-Weiß”) war
schon als 16-jährige 2017 dabei. 2022 und 2023
gewann sie das Turnier, nun ließ sie als Nummer
2 des Settings den dritten Erfolg gegen die topgesetzte
Helen Buchwald (TC SCC) mit einem
deutlicher als erwarteten 6:4 und 6:3 im Finale
folgen.
Meier und die vier Jahre jüngere Buchwald
hatten sich problemlos ohne Satzverlust
Nadja Meier
(Potsdamer TC „Rot-Weiß“)
durchgespielt. Das Finale verlief
anfangs ausgeglichen,
doch dann stieg die Fehlerquote
der SCCerin , die den
ersten Satz mit 4:6 abgab und
auch im zweiten keine Trendwende
schaffte. Dort lief es
ähnlich wie im ersten Durchgang,
nach dem 3:3 gelang
Buchwald kein Spielgewinn
mehr, sie verlor 3:6. Nach
oft langen Ballwechseln, die
häufig über Einstand liefen,
machte sie die Fehler, schlug
die Bälle zu lang oder knapp
ins Aus. Nadja Meierwar ruhiger,
fokussierter und gewann verdient.
Bei den Herren gewann mit „Wespe“ Patrick
Fleischhauer einer, der nach eigener Aussage
„schon oft hier in Friedrichshagen dabei
war, aber nie ganz vorne mitgemischt hat“.
Diesmal war der 25-jährige an Nummer 1 gerankt
und setzte diese Position, die ja auch Anspruch
ist, mit starken Auftritten um. In seinen
fünf Matches inklusive Finale kam er nur einmal
in echte Schwierigkeiten, als er im Halbfinale
gegen Nummer 3 Fynn
Sieckmann (TC Blau-Weiss
Patrick Fleischhauer
(Zehlendorfer Wespen)
Dresden-Blasewitz) beim
6:3, 4:6, 7:5 an die Grenzen
gehen musste und wankte,
aber nicht fiel. Auch sein
Endspielgegner Tim Loosen
(TC Grün-Gold Bensberg)
hatte in der Vorschlussrunde,
die wie das Finale am selben
(Sonn)Tag nur wenige Stunden
zuvor ausgetragen worden
war, bei warmen Temperaturen
Ende 20 Grad ein
Dreisatz-Spiel gegen Lokalmatador
Marcus Smith (TC
Orange-Weiß Friedrichshagen) bestreiten müssen
und dieses mit 6:7, 6:3, 6:2 gewonnen. Dabei
aber hatte er offenbar mehr Kräfte gelassen als
Fleischhauer, der den ersten Finalsatz mit 6:0
gewann und auch im zweiten beim 6:4 die entscheidenden
Akzente setzte. Die Freude des examinierten
Physiotherapeuten war offensichtlich.
„Das hat hingehauen! Da haben Körper und
Geist sehr gut zusammengearbeitet“, kommentierte
er kurz und bündig seinen Auftritt.
Ein Zitat, das man in ähnlicher Weise auch
für die Turnierorganisatoren vom TC Orange-Weiß
übernehmen konnte. Klubchef Olaf
Zachrau, Jugendsportwart Tim Fritzges als
„Hauptmacher“, seine Frau Barbara (Leiterin
Öffentlichkeitsarbeit bei OW) und Daniel Kröber
(Trainer und Technischer Leiter bei OW)
brachten als Turnierausschuss alles bestens
über die Bühne, überstanden auch das Regen-
Intermezzo zu Turnierbeginn und strahlten
bei eitel Sonnenschein über das gelungene
Open-Ende, für das allen Dabeigewesenen inklusive
Zuschauer auch noch ein Glas Sekt spendiert
wurde.
Klaus Weise
Fotos: Harald Almonat
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matchball | 04 – 2025
TVBB-Sport
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Cecilien Open – 20. bis 24. August 2025
Der „Frühstücksdirektor“,
der Bewegung ins Spiel bringt
Nadine Komander
(Potsdamer TC „Rot-Weiß“)
Fotos: Nicola Sophia Trenner, Grafik: Adobe Stock
Wenn auf der Anlage des Potsdamer Tennisclubs „Rot-
Weiß“ im Spätsommer die Cecilien Open stattfinden, dann
bedeutet das für viele Seniorenspieler: Wiedersehen,
Wettkampf, Leidenschaft – und in diesem Jahr auch
einen Neuanfang. Zum ersten Mal stand Harald „Harry“
Heidecke als Turnierdirektor an der Spitze des beliebten S5-
Ranglistenturniers. Und eines war schnell klar: Er bringt
Bewegung ins Spiel.
Heidecke, der in der Tenniswelt längst kein Unbekannter
ist, hat die Verantwortung für das Turnier
aus einem einfachen Grund übernommen: „Mir haben
einige Dinge in der Vergangenheit nicht gefallen“, sagt er offen.
„Da gab es eine Situation, und ich dachte mir: Das kann man
besser machen.“ Gesagt, getan – und so übernahm er nicht nur
die Cecilien Open, sondern auch die eine Woche später folgenden
Sanssouci Open. Sein Ziel: mehr Teilnehmer, höhere Spielklassen,
langfristige Entwicklung.
Dass die Cecilien Open in diesem Jahr von S4 auf S5 herabgestuft
wurden, war kein leichter Startpunkt. Zudem fanden
parallel die Verbandsmeisterschaften und die Babolat Open
statt – eine harte Konkurrenz im Terminkalender. Doch Heidecke
nahm die Herausforderung sportlich: „Man muss das langfristig
sehen. Wir wollen das Turnier mittel- und langfristig wieder
nach oben bringen – vielleicht nächstes Jahr sogar als Teil
der DUNLOP Senior Tour.“ Das ist eine bundesweite Turnierserie
mit 20 Qualifikationsturnieren, die seit 2005 ausgetragen wird.
Und das Echo der Teilnehmer gibt ihm recht. Die Spieler lobten
die Organisation und die herzliche Atmosphäre, viele suchten
auch nach ihrem letzten Match noch das Gespräch mit Heidecke.
„Das ist das Schönste“, sagt er mit einem Lächeln. „Wenn
die Leute nach dem Spiel zu mir kommen und sich bedanken –
genau deswegen macht man das.“
Heidecke selbst nimmt sich dabei mit typisch trockenem
Humor zurück. „Ich bin ja nur der Frühstücksdirektor“, scherzt
er. „Die eigentliche Arbeit machen andere – vor allem unser
Oberschiedsrichter André Knobloch.“ Keine Wartezeiten,
reibungslose Abläufe, kurze Wege. „So wünscht man sich ein
Turnier“, meinte ein Teilnehmer augenzwinkernd.
Auch sportlich konnten die Cecilien Open überzeugen:
Zehn Mitglieder des gastgebenden Potsdamer TC „Rot-Weiß“
traten an – so viele wie nie zuvor. Gleich in drei Konkurrenzen
gingen die Titel an Potsdamer Spielerinnen und Spieler.
In der Damen 40-Konkurrenz setzte sich Nadine Komander
durch. Sie gilt als Aushängeschild des Clubs und ist aktuell
die bestplatzierte Potsdamerin auf der Rangliste. „Das Feld
war stark besetzt, man spielt viele gute
Matches – genau das macht Spaß“, sagte
sie nach ihrem Sieg. Bei den Herren 50
triumphierte Stefan Pinkernell, und in
der Herren 55 sicherte sich Thomas Vass
den Titel.
Am Ende sind es nicht nur die sportlichen
Ergebnisse, die hängen blieben,
sondern das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft
zu sein. „Viele Spieler sieht man
nur zwei- oder dreimal im Jahr“, erzählt
Heidecke. „Da nutzt man die Zeit, um zu
plaudern, Erfahrungen auszutauschen –
das gehört einfach dazu.“
Und so endeten die Cecilien Open
2025 mit zufriedenen Gesichtern, Lob
von allen Seiten – und der Gewissheit,
dass mit Harald Heidecke ein Turnierdirektor
am Werk ist, der nicht nur organisiert,
sondern lebt, was er tut.
Wenn alles so weiterläuft, könnte das traditionsreiche Potsdamer
Turnier schon im nächsten Jahr wieder eine Kategorie
höher eingestuft werden. Die Chancen stehen gut – nicht zuletzt,
weil der „Frühstücksdirektor“ längst bewiesen hat, dass er
mehr als nur Brötchen serviert.
Katrin Brewka
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
Ihno Gebhardt
(SV Reinickendorf)
matchball | 04 – 2025
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TVBB-Sport
9. Spotrepair M. Süß Open – 3. bis 10. August 2025
Zwei in einem war wieder doppelt gut
Zwei Turniere, ein Name – und wieder einmal ein sportliches Fest mit Berliner Herz und Brandenburger Handschlag.
Bei den 9. Spotrepair M. Süß Open wurde auf der Anlage des SV Reinickendorf 1896 nicht nur um Punkte und Preisgeld,
sondern auch um Ehre, Durchhaltewillen und den perfekten Ballwechsel gespielt. Zwischen Mixed, Damen- und
Herren-Feldern sowie hitzigen Seniorenduellen glänzte das Turnier mit allem, was Tennisfans lieben: große Namen,
überraschende Wendungen und emotionale Finals. Dabei waren die Matches teils so eng, dass der Sieger erst im letzten
Ballwechsel feststand – oder eben doch nicht, wie im tragischen Fall einer verletzungsbedingten Aufgabe. Und über
allem: ein Turnierteam, das mit Herzblut organisierte, begeisterte – und schon jetzt vom großen Jubiläum träumt.
Thomas Brall
(TC Wilmersdorf)
Sportlich gab es eine Menge Qualität, Spannung und
Tennis-Klasse zu erleben. Favoritinnen bei den Damen
waren mit Anica Stabel und Adelina Krüger die beiden
„einheimischen“ Topgesetzten vom LTTC „Rot-Weiß”. Dennoch
erreichte keine der beiden das Endspiel: Für Stabel war nach
gewonnenem Auftaktmatch vorm Viertelfinale wegen Krankheit
Schluss. Krüger scheiterte im Halbfinale an Sveva Mazzari
(ebenfalls Zehlendorfer Wespen). Im Endspiel gegen Lisa Nogossek
(BTTC Grün-Weiss) dominierte sie den ersten Satz mit
6:2, musste sich aber im zweiten Durchgang gegen die sich
tapfer wehrende Außenseiterin hart kämpfen, um beim 7:5
eine Match-Tie-Break-Fortsetzung abzuwehren.
Während bei den Damen die Topgesetzten aus unterschiedlichen
Gründen früh passen mussten, galoppierten bei
den Herren die beiden Favoriten bis ins Endspiel durch. Hendrik
Thada Grohbrügge vom TC SCC und Umut Akkoyun (LTTC
„Rot-Weiß”) hatten in ihren vier Matches vor dem Finale so gut
wie keine Mühe, ihren Durchmarsch zu bewerkstelligen. Akkoyun
zeigte sich im Endspiel von seiner besten Seite. Technisch
variabler, lauf- und kampfstark, taktisch flexibel wechselnd
zwischen harten Grundlinienbällen per beidhändiger
Rückhand, Stopps, Lobs und Volleys und nach zurückhaltendem
Matchstart deutlich fehlerreduzierter als sein für
viele wohl favorisierter SCC-Kontrahent Grohbrügge. Das 6:4
und 6:3 brachte eben dies ziemlich genau zum Ausdruck. Akkoyun
blieb damit im dritten Head-to-Head-Duell beider ungeschlagen
und kommentierte hinterher kurz und trocken:
„Ich habe zwar noch einige unforced errors fabriziert, aber
im Großen und Ganzen war ich zufrieden mit mir.“ Was Hendrik
Thada Grohbrügge mit sich gar nicht war. „Mit so vielen
Fehlern, wie ich sie gemacht habe, kannst du nicht gewinnen.
Und dann spielt irgendwann eben auch der Kopf nicht
mehr mit …“
Den freilich brauchte er am Final-Sonntag kurze Zeit später
aber noch einmal, denn im Mixed-Finale wollte er mit Partnerin
Chantal Lill (SV Reinickendorf) seine zweite Chance nutzen.
Gegner waren Nicola Sophia Trenner und Yves Nowikowsky
von Grün-Weiß Nikolassee, die beim 2:6, 2:6 zwar eifrig-bemühten,
aber letztlich doch begrenzten Widerstand leisteten.
Sie hatten vom krankheitsbedingten Ausfall Anica Stabels profitiert,
deren LTTC-Mixed mit Leonard Sanders nach souveränem
Auftakterfolg somit leider „geplatzt“ war.
Gleich sieben Finals – Herren 30, 40, 50, 55, 60 und 65 sowie
Damen 30 – gehörten zur Agenda des S3-Seniorenturniers der
9. Spotrepair M. Süß Open. Das der 65er fand damit mit drei
Tagen Verspätung am Mittwoch nach dem Finalsonntag statt,
weil der Ursprungstermin verschoben werden musste. Bei den
Senioren wurde um 1500,- € Gesamtpreisgeld gespielt.
Nimmt man die Setzposition als Maßstab für die Ergebnisse,
so hielten sich Favoriten- und „Außenseiter“-Erfolge
in etwa die Waage. Nur einmal, beim 40er Gipfel zwischen
Lisa Nogossek
(BTTC Grün-Weiss)
Fotos: Nicola Sophia Trenner
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TVBB-Sport
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Hendrik Thada Grohbrügge (TC SCC)
Roman Tennert (TC SCC) und Nummer 2 Thorsten Cuba (NTC
„Die Känguruhs”) hatte die Nummer 1 in den sieben Finals
die Nase vorn. 5:4 für Tennert zeigte das Scoreboard im ersten
Satz an, als Cuba nach leichter Blessur und
einem umstrittenen Ballwechsel aufgab. Tennert
hatte zunächst klar geführt (4:1), dann
arbeitete sich Cuba heran, aber es mehrten
sich offene Situationen, schließlich kam die
besagte Rallye und letztliche Entscheidung
pro Tennert … - schließlich die Aufgabe von
Cuba. Ein Ende, das sich wohl kaum einer wünschte.
Nebst Tennert hatten mit Georg Riedel (TC Tiergarten) bei
den Herren 50, Lokalmatador Ihno Gebhardt (SV Reinickendorf)
bei den Herren 60, Christoph Dux (TC SCC) bei den 65ern
sowie Denise Kollmannsperger (TC Rot-Weiß Großbeeren) bei
den Damen 30 noch vier weitere Topgesetzte die Chance auf
den Open-Sieg. Aber alle vier scheiterten in ihren Endspielen.
Georg Riedel äußerst knapp mit 5:7, 6:7 am ungesetzten
Norbert Huschit (TC Mariendorf), Reinickendorfs Ihno Gebhardt
ebenfalls nach physisch zehrendem Kampf mit 5:7, 6:4
und 4:10 im Match-Tie-Break an Thomas Brall (TC Wilmersdorf).
Bei den Herren 65 verfehlte der topgesetzte Christoph
Dux den Erfolg gegen Vorjahresgewinner Gunther Raab (SV
„
Neun Jahre Spotrepair –
bald Jubiläum!“
Patrick Haake
(SV Reinickendorf )
Reinickendorf) beim im Nachhol-Endspiel auf Augenhöhe
mit 4:6, 6:4 und 5:10 aus seiner Sicht knapp. Bei den Damen
30 hatte Franziska Krüger (Hermsdorfer SC) die Nummer 2 mit
6:3, 6:4 die Oberhand gegen die topgesetzte
Denise Kollmannsperger behalten.
Dem Fazit der 9. Spotrepair Open, im Facebook-Account
des Vereins formuliert, kann
der Autor aus eigenem Erleben nur voll zustimmen:
„Eine wundervolle Turnierwoche,
mit tollen Teilnehmern, großartigen Matches
und herausforderndem Wetter! (…) Wir hoffen, wir sehen uns
alle im nächsten Jahr zur Jubiläumsausgabe wieder.“
Klaus Weise
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
Franziska Krüger
(Hermsdorfer Sport-Club)
Ann-Sophie Funke
(SV Zehlendorfer Wespen)
Fotos: Nicola Sophia Trenner
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TVBB-Sport
Reinickendorf Open – 25. Juli bis 2. August 2025
Tennis, wie es sein sollte: Familienfest und Turnier zugleich
Elf Konkurrenzen. 163 Spielerinnen und
Spieler. 2300 Euro Preisgeld. Und eine
Anlage, die an diesem Wochenende
vibriert – vor Spielfreude, Sonne, Spannung.
Die Reinickendorf Open 2025 zeigen, was
passiert, wenn Sport auf Herz trifft. Wenn
Leistung und Leidenschaft denselben
Rhythmus finden. Wenn man beim
Zuschauen vergisst, wer eigentlich Favorit ist,
weil es plötzlich nur noch um eins geht: um
diesen einen Punkt, diesen Moment.
„Sportlich die beste Besetzung seit Jahren“,
sagt die Turnierleitung. Und tatsächlich – auf
den sechs Plätzen jagt ein Match das nächste,
von den Herren 85 bis zu den Damen 30. Junge
Wildcards, alte Hasen, Vereinsgesichter, die man
seit Jahrzehnten kennt. Einer reicht dem anderen
die Hand, man lacht, man klopft sich auf
die Schulter, man spielt. Und während auf dem
Court jeder Schlag zählt, duftet es am Rand nach
Grill und Sonnencreme.
Wer hier ist, bleibt. Manche sitzen stundenlang
auf der Terrasse, beobachten Ballwechsel,
applaudieren nach langen Rallys, rufen aufmunternd:
„Komm weiter!“ – und meinen es
genau so. Zwischen Ehrgeiz und Entspannung
liegt an diesem Wochenende nur ein schmaler
Linienabdruck aus Sand.
Für den HSC Hermsdorf war es ein Wochenende
voller kleiner und großer Triumphe.
Allen voran Franziska Krüger: In der Damen-
30-Konkurrenz spielte sie stark, konzentriert,
ohne jede Hektik – und gewann ihre Gruppe
gegen Friederike Pospiech (TC SCC) und Denise
Kollmansperger (TC Rot Weiß Großbeeren). Drei
Matches, drei Siege, ein Titel, der auf der heimischen
Anlage besonders schön glänzt. „Alle vom
HSC Hermsdorf, die mitgespielt haben, sind zufrieden“,
heißt es später. Und das spürt man –
bei Kaffee, Kuchen, Schulterklopfern. Es sind die
ehrlichen Siege, die bleiben.
Auch Harald Krones schrieb seine eigene Geschichte:
Er kämpfte sich in der Herren-70-Konkurrenz
bis ins Finale, spielte dort gegen den
topgesetzten Gerd Hekele (TC 1899 Blau-Weiss)
– und verlor denkbar knapp mit 6:7, 2:6. Doch
wer das Match sah, wusste: Das Ergebnis erzählt
nur die halbe Wahrheit. Es war Tennis mit Herz,
mit Biss, mit Haltung. „Ein super Turnier von Harald“,
sagt jemand aus dem Publikum. Und man
hört den Respekt in der Stimme.
Finalsamstag, 16:00 Uhr. Die Sonne steht tief,
die Anlage ist voll. Auf dem Center Court treffen
Torsten Cuba und Gino Gerwien im Finale
der Herren 40 aufeinander – das Duell, auf das
viele gewartet haben. Zwei Spieler, zwei Stile,
ein Rhythmus: aggressives Grundlinienspiel
trifft auf präzise Platzierung, Geduld auf Entschlossenheit.
Das Publikum hält den Atem an,
klatscht, stöhnt, fiebert mit. Jeder Winner wird
gefeiert, jeder Stoppball bestaunt.
Gerwien spielt mutig, konzentriert, mit feinem
Gespür für den richtigen Moment – und
holt sich mit 6:4, 7:6 den Titel. Kein lauter Jubel,
kein großes Drama. Nur dieser Blick, der sagt:
Das war ein hartes Stück Arbeit. Und am Rand –
Applaus. Ehrlich, lang, verdient.
Was die Reinickendorf Open so besonders
macht, spürt man zwischen den Ballwechseln.
Es ist dieses Miteinander, das man nicht planen
kann. Spieler, die nach dem Match zusammensitzen.
Zuschauer, die Zwischenrufe machen
– freundlich, aufmunternd, echt. „Tolle Resonanz
– das habe ich so noch nie erlebt“, sagt
die Turnierleitung. Und sie meint nicht nur die
sportliche Seite.
Am Abend knistert der Grill, die Tombola
lockt mit Preisen – der Hauptgewinn: eine Reise
an die Ostsee. Es wird gelacht, gefrotzelt, Pläne
fürs nächste Jahr werden geschmiedet. Und
wer die letzten Gäste sieht, wie sie im warmen
Abendlicht die Anlage verlassen, weiß: Dieses
Turnier hat etwas geschafft, was nicht selbstverständlich
ist.
Mit 2.300,– € Preisgeld, perfekter Organisation
und einem Teilnehmerfeld, das keine Wünsche
offen ließ, haben die Reinickendorf Open
2025 ein deutliches Zeichen gesetzt. Vielleicht
kommt Tegel im nächsten Jahr wieder dazu.
Vielleicht wächst das Turnier weiter.
Aber im Kern – da, wo die Sonne über die
Plätze wandert und der Applaus nie ganz aufhört
– bleibt es, was es ist: ein Ort, an dem man
Tennis spürt.
Oder, wie es einer beim Abschied sagte:
„Das hier ist nicht nur ein Turnier. Das ist Reinickendorf.“
Katrin Brewka
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Fotos: Markus Arnold, Grafik: Adobe Stock
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matchball | 04 – 2025
67. Allgemeines Turnier Senioren –
30. August bis 6. September 2025
Tradition trifft
Spitzenleistung
Mit seiner langen Geschichte zählt das Turnier zu
den Aushängeschildern des Berliner Tennissports:
das Allgemeine Seniorenturnier des BTC Grün-
Gold 1904. In diesem Jahr fand die traditionsreiche
Veranstaltung bereits zum 67. Mal statt – ein
Beweis für die anhaltende Bedeutung und
Attraktivität dieses Turniers. Es traten rund 200
Spielerinnen und Spieler in zehn Altersklassen
gegeneinander an. Das Ranglistenturnier der
Kategorie S2 bot über eine Woche hinweg
hochklassiges Tennis, sportlichen Ehrgeiz und
gelebte Fairness – all das in gewohnt familiärer
Atmosphäre auf der Anlage in der Paradestraße.
TVBB-Sport
Gerd Hekele
(TC 1899 Blau-Weiss)
Ç
Fotos: Harald Almonat
Seit 1957 hat sich das Allgemeine
Seniorenturnier weit über Berlin hinaus
einen Namen gemacht. Viele Teilnehmer
kommen jedes Jahr wieder – nicht nur wegen
der Ranglistenpunkte, sondern vor allem wegen
der besonderen Stimmung, die den BTC Grün-
Gold auszeichnet. Sportlicher Anspruch, gegenseitiger
Respekt und das Gemeinschaftsgefühl
machen den Reiz dieses Wettbewerbs aus.
Besonders im Fokus stand in diesem Jahr einmal
mehr Michael Buttkus vom gastgebenden
Verein. Der aktuelle Dominator der Herren-
50-Konkurrenz zeigte auch auf heimischer Anlage,
weshalb er derzeit zu den erfolgreichsten
Spielern seiner Altersklasse zählt. Buttkus, der
bereits die beiden ersten S1-Turniere der Saison
gewonnen hatte, krönte seine starke Form mit
dem Titel bei den Nordostdeutschen Meisterschaften.
Auch überregional unterstreicht
der Grün-Gold-Akteur seine Klasse: Beim Einladungsturnier
des TC Westerland auf Sylt verteidigte
Buttkus seinen Titel souverän.
Im Finale gegen Timo Pohle (TC 1899 Blau-
Weiss) entwickelte sich ein umkämpftes Match
auf hohem Niveau. Nach einem ausgeglichenen
ersten Satz und einem kurzen Durchhänger im
zweiten bewies Buttkus im entscheidenden
Match-Tie-Break Nervenstärke und siegte mit
6:4, 1:6, 10:3. Damit feierte er einen weiteren
Titel in diesem Sommer – ein beeindruckender
Lauf, der ihn zu einem der prägenden Gesichter
der aktuellen “Seniorentour” macht.
Doch nicht nur Buttkus sorgte für sportliche
Glanzpunkte. Auch einem weiteren BTC-Akteur
gelang der Einzug ins Endspiel. Der an Nummer
2 gesetzte Jonathan Quass siegte dreimal, bis
er sich schließlich im Finale der Herren 40 dem
topgesetzten Roman Tennert vom TC SCC geschlagen
geben musste.
Was das Allgemeine Seniorenturnier auszeichnet,
ist die Verbindung von Tradition,
sportlicher Exzellenz und menschlicher Nähe.
Viele der Teilnehmenden kennen sich seit Jahren,
doch auf dem Platz zählt allein das Spiel.
Nach den Matches bleibt Zeit für Gespräche, gemeinsames
Essen und den Austausch über frühere
Begegnungen – genau das, was den Tennissport
in dieser Altersklasse so besonders macht.
Auch in seinem 67. Jahr bewies das Turnier,
dass Tennis kein Alter kennt. Es steht für
Kontinuität, Leidenschaft und eine Gemeinschaft,
die über Generationen trägt. Mit seinem
professionellen Ablauf, seiner gastfreundlichen
Atmosphäre und zahlreichen sportlichen
Höhepunkten hat der BTC Grün-Gold 1904 erneut
gezeigt, warum dieses Turnier zu den bedeutendsten
Seniorenevents der Region gehört.
Katrin Brewka
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Anne Pleul
(Zehlendorfer TuS von 1888)
Markus Frick (FVT Klingsor)
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TVBB-Sport
10. STK Babolat Open. Senioren-Turnier (S2) –
24. bis 31. August 2025
Danke, Peter Stoschek –
ein Turnierchef
verabschiedet
sich mit Bestnote
Zehn Jahre, ein voller Kalender und jede Menge
Tennis-Geschichten: Die STK Babolat Open
haben sich längst als fester Höhepunkt im TVBB
etabliert. Ende August feierte das Seniorenturnier
sein Jubiläum – mit spannenden Matches, 161
Teilnehmerinnen und Teilnehmern und einem
Turnierchef, der nach einer Dekade am Steuer mit
Bestnote abtrat. Von Favoritensiegen bis zu dramatischen
Tiebreak-Thrillern bot die Jubiläumsausgabe genau das, was
die Serie so beliebt macht: hochklassiges Tennis in familiärer
Clubatmosphäre.
Ihno Gebhardt
(SV Reinickendorf )
Antje Köppe
(Zehlendorfer TuS von 1888)
Seit neun Jahren zählen die Babolat Open beim Steglitzer
Tennis-Klub, kurz STK genannt, zum Standardprogramm
der Tennisturniere. Das Resümee von Peter
Stoschek (72), seit 2004 Vereinsmitglied, seit 2014 STK-Vorsitzender
und Turnierleiter, war eins mit einem lachendem und
einem weinendem Auge. „Mit 161 Teilnehmern – 132 bei den
Herren und 29 bei den Damen – hatten wir mehr am Start als
in unserem Top-Vorjahr. Damit dürfen wir sehr zufrieden sein,
auch weil die beiden Damen-Wettbewerbe, ansonsten in der
Wahrnehmung allgemein beklagt, bei uns auch quantitativ
sehr gut besetzt waren. Zudem hatten viele DTB-Ranglistenspieler
aus den Top 10 gemeldet, was für die Qualität der Felder
sprach.“ Das „weinende“ Auge, das freilich mit gemischten
Emotionen in die Zukunft blickte, hatte in Stoscheks Fernblick
dieses Klarbild: „Das war mein letztes Turnier als Leiter. Zehn
Jahre sind ein schöner Abschluss und so wie der ablief, machte
er mir den Abschied leicht. Zudem bin ich ja ‚nicht aus der Welt‘
und immer als Unterstützer und Ratgeber da. Und vor allem:
Wir haben kreative und tatkräftige Leute im Verein, die das Turnier
im zweiten Jahrzehnt auf Kurs halten und sogar noch besser
machen können.“
Zu den 161 Turnierteilnehmern 2025 zählten im übrigen
auch 15 „Auswärtige“. Bis auf das 55er Herren-Endspiel am
sonnenbeschienenen Finaltag mit Endzwanziger Wärme konnte
aber nur ein Nicht-TVBBer mit Urkunde und 100,– € Preisgeld
für den Sieg nach Hause zurückkehren. Der topgesetzte
Stefan Kohlmann (Turner und Ballspieler Bocholt 1907) musste
allerdings im Endspiel gegen Nummer 3 Udo von Langsdorff
(BTC Gropiusstadt) hart kämpfen und zwei Matchbälle gegen
sich im Match-Tie-Break abwehren, um nach 3:6 verlorenem
Auftaktsatz doch noch nach 7:5 im zweiten Durchgang und
12:10 im Matchtiebreak des dritten Satzes sich zum Erfolg nach
zweieinhalb Stunden zu kämpfen.
Die zweite Chance für einen „Auswärtserfolg“ hatte im
Damen 55-Finale, das allerdings mit einem Tag Verspätung
am Montag danach nachgeholt wurde, weil Nummer 1
Antje Köppe (Zehlendorfer TuS von 1888) wegen Spielverpflichtungen
seitens des Verbandes am Sonntag nicht konnte,
die an Zwei gesetzte Christiane Junker vom saarländischen TC
Schwarz-Weiß Merzig. In einem Interview gab die ehemalige
Ruderin schon vor Jahren Auskunft über ihren Antrieb: „Ich
wollte sehen, wie weit ich kommen kann, habe an Turnieren
teilgenommen und mich durchgekämpft.“ Das demonstrierte
sie auch im Babolat-Finale gegen die topgesetzte „Wespe“
Antje Köppe, in dem sie im ersten Satz beim 4:6 nahezu auf
Augenhöhe gegenhielt, dann aber in Durchgang 2 beim 1:6 mit
ihrer unorthodoxen Spielweise gegen Köppes starke Vorhand
Tribut zollen musste und noch deutlich verlor. Gleichwohl, um
Fotos: Markus Arnold
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Gino Gerwien
(SV Reinickendorf )
Stefan Moll
(Steglitzer TK)
im Ruder-Jargon zu bleiben, Christiane Junker war nicht untergegangen,
sondern hatte durchaus Eindruck hinterlassen.
Die beiden bereits erwähnten Finals einbezogen, standen
sich in den Babolat-Endspielen viermal die an Eins und Zwei
gesetzten Akteure gegenüber, wobei jeweils die mit der Pole
Position notierten die Oberhand behielten. Und auch in drei
weiteren Endspielen waren die Topgesetzten die Gewinner. Bei
den Herren 60 siegte Bernd Köhler (TC Tiergarten), bei den Herren
70 Lokalmatador Stefan Moll.
Oder aus anderer Sicht: Immer wenn eine
Nummer 1 im Finale stand, hat sie auch gewonnen.
Bei den Herren 40 war das Gino
Gerwien (SV Reinickendorf 1896), im 50er Finale
siegte Jörgen Aberg (Hermsdorfer SC).
In die Sparte „hochdramatisch“ und
„Thriller“ gehörten auf jeden Fall auch das
enge 60er Finale zwischen Bernd Köhler (TC
Tiergarten) und Ihno Gebhardt (SV Reinickendorf),
das mit 6:4, 7:5 an den vier Jahre
jüngeren Köhler (Jahrgang 1965) ging.
Den Spannungshöhepunkt des Turniers aber bildete passgerecht
ausgerechnet das Herren 70-Endspiel zwischen Lokalmatador
Stefan Moll und Andreas Manych (Weiße Bären Wannsee).
Das finale 6:4, 6:7, 10:8 für Moll war eine Achterbahn der
Gefühle, auf der mal der eine ganz oben und der andere auf
Talfahrt war, und dann wieder umgekehrt. Der schnell auf den
Beinen agierende Moll holte sich den ersten Satz, im zweiten
lag er lange hinten, drehte dann das Geschehen zum 6:5,
Ariane Lauenburg
(Zehlendorfer Wespen)
musste aber nach Manychs starker Reaktion zum 7:6 den Satz-
Ausgleich des nun frischer wirkenden Rivalen hinnehmen. Im
Match-Tie-Break setzte sich das Körper- und Kopf-Duell fort,
in der letzten Spiel-Aktion traf Moll die Netzkante, der Ball fiel
rüber auf Manychs Seite – 10:8 für Stefan Moll, ein Ende wie
aus dem Drehbuch! „Keine Ahnung, wo er die Kräfte noch hergeholt
hat. Mal sah es aus, als ob er jeden Moment zusammenbricht,
aber dann ist er wieder gelaufen wie ein junges Reh.
Aber mir ging es ja genauso, auch wenn es
Momente gab, in denen ich dachte: "jetzt hab‘
ich ihn“, kommentierte „Verlierer“ Manych, der
alles andere als ein solcher war. Moll brauchte
erstmal eine kleine Schultermassage, die
ihm Turnierchef Peter Stoschek auf der Terasse
beim wohlfeilen Getränk gern verpasste. Erst
einmal hatten die Finalisten gegeneinander
gespielt, in der Halle, wo Manych bei Moll-Führung
aufgeben musste.
Die noch zu nennenden Resultate: Gabriel
Monroys 65er-Sieg war nach vier souveränen
Zwei-Satz-Siegen inklusive zu erwartendem 6:3,
6:2-Finale gegen Olaf Stobbe (FVT Klingsor), so wie die 75er-
Titelverteidigung von Julian Sargent (2024 kampflos gegen
Karl-Heinz Mauß) im Klubduell gegen Bernd Harnoß (beide
Grün-Weiß Berlin-Lankwitz) mit 6:3 und 6:4. Die beiden Turniersiege
bei den Frauen gingen an die Topgesetzten. Neben dem
55er Erfolg von Antje Köppe (Zehlendorfer TuS von 1888)
gegen Christiane Junker gewann auch die topgesetzte Ariane
Lauenburg (Zehlendorfer Wespen) ihr 65er-
Finale gegen die vier Jahre jüngere Angelika
Patzer (Grün-Weiß Nikolassee) souverän mit
6:3 und 6:0. „Auch wenn es leider mehr und
mehr weniger in den hohen Altersklassen
werden und wenn man jedesmal vor den
Turnieren schauen muss, wie die Meldungen
und Auslosungen sind, kann ich ganz
zufrieden sein. Ich werde mich weiter stellen“,
bilanzierte sie nach erfolgreicher Titelverteidigung.
Klaus Weise
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
Fotos: Markus Arnold
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11. Grunewald Senior Open (S1)
6. bis 14. September 2025
17 Top-10-Akteure und
neun Tage Tennis pur
Wie ein guter Wein haben auch die Grunewald Senior
Open mit den Jahren an Reife und Charakter gewonnen.
Seit ihrer Premiere 2015 hat sich die Veranstaltung zu
einem festen Bestandteil des Berliner Tenniskalenders
entwickelt – und die elfte Auflage 2025 zeigte
eindrucksvoll, warum. Packende Duelle bis in die Match-
Tie-Breaks, ein Teilnehmerfeld mit 17 Top-10-Spielern der
DTB-Ranglisten und eine Atmosphäre, die den Grunewald
neun Tage lang in einen Tennis-Schauplatz der Extraklasse
verwandelte.
Die Grunewald Open haben 2015 ihre Premiere gefeiert.
Damals umfasste das Programm inklusive der Herrenund
Damen-Einzel fünf Senioren-Konkurrenzen. Der
Grunewald TC, heute 1000 Mitglieder stark, hatte für die Novität
viele Vereinsspieler (53 Herren, sieben Damen) mobil gemacht,
die eifrig Vorderplätze sammelten. Las man die Meldungen jetzt
zehn Jahre später, konnte man eine Reihe von Namen wiederfinden,
die schon bei der Premiere 2015 und nun auch bei der
2025-Auflage noch dabei waren – meist allerdings in inzwischen
reiferen Altersklassen.
„Dauerbrenner“ wie Kolja Nitschke (NTC „Die Känguruhs“), Jonathan
Quass (BTC Grün-Gold, 1904), Olaf Stobbe (FVT Klingsor),
Udo von Langsdorff (Grün-Weiß Baumschulenweg), Ulrich Lengeling
(damals FVT Klingsor, heute BSV 1892) und einige mehr
waren nicht nur bei der Premiere, sondern auch zehn Jahre danach
auf der wunderbaren Anlage mit 13 Plätzen dabei – und
schafften es bis in die Viertel- oder Halbfinals.
„Wir haben ein richtig gutes Turnier über die Bühne gebracht,
bei dem im Grunde genommen alles stimmte: die Melderesonanz,
die Klasse der Teilnehmer mit vielen Top-10-Akteuren
der DTB Ranglisten, die Qualität der Spiele und vor allem der
Timo Pohle (TC 1899 Blau-Weiss)
Finals mit Dramatik und Spannung, das Umfeld mit Bewirtung,
die Wahrnehmung durch Zuschauer und Tennis-Anhänger und
sogar das sonnige Wetter am Finaltag bei annehmbaren 20er-
Temperaturen“, resümierte Club-Manager Christian Müller, der
seit ein paar Jahren in Personalunion in tatkräftiger Mithilfe von
GTC-Vizepräsidentin Sport Polina Ordanskya, Dimitri Boger und
Marc Jansen auch die Turnierleitung verantwortet.
Fünf Damen- und neun Herrenwettbewerbe nebst Nebenrunden
wollten bewältigt werden. Den Höhepunkt bildete das
Happy End der neun Tage am Sonntag, an dem die Mehrzahl der
Endspiele stattfand.
Ein, vielleicht sogar der Höhepunkt war allerdings schon am
Freitag zuvor zu erleben, an dem sich im Herren 55-Finale mit
Roman Groteloh (SC Victoria Hamburg) und SCC-Ausnahmespieler
Jens Thron die Nummern 1 und 2 der DTB-Rangliste einen
Schlagabtausch auf Biegen und Brechen lieferten und am Ende
ein Wimpernschlag im Match-Tie-Break entschied. Thron, der
Titelverteidiger, hatte sich in bester Manier den ersten Satz mit
6:3 geholt. Doch Groteloh bewies sich im Duell auf Augenhöhe,
holte mit 7:5 den Satzausgleich und kämpfte sich in den Match-
Tie-Break. Dieser war das Spiegelbild des Spielverlaufs zuvor und
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Grafik: Adobe Stock
Roman Tennert
(TC SCC)
Ian Leonhardt
(BSV 1892)
Gabriel Monroy (TC SCC)
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Nicole Thron (TC SCC)
Michael Buttkus
(BTC Grün-Gold 1904)
Wojtek Sielicki
(1.TC Rot-Weiß Wiesloch)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Grafik: Adobe Stock
offen bis zum letzten Ballwechsel. Den entschied Groteloh,
häufiger (und meist erfolgreicher) Turniergast in Berlin zum
12:10 für sich, aber irgendwie durften sich diesmal beide Wettstreiter
als Sieger fühlen.
Deutschlands Nummer 1 der Herren 70 Manfred Schütt
(Harburger SC, Hamburg), der auch der Topgesetzte des Turniers
war, behauptete sich auch im Grunewald als der Krösus
der Altersklasse, indem er Open-Nummer 2 Arnold Neumann
(TC Blau-Weiß Bad Ems) deutlich mit 6:2, 6:4 schlug und damit
in seinen vier Partien ohne Satzverlust blieb.
Nummer 1-Erfolge gab es ebenfalls durch Roman Tennert
(TC SCC, DTB 4) bei den Herren 40 und Michael Buttkus (BTC
Grün-Gold 1904) bei den 50ern. Buttkus, der in manchen Momenten
am Verzweifeln schien, haderte, schimpfte, mehrfach
den Schläger wechselte, im entscheidenden Match-Tie-Break
gegen Timo Pohle (TC 1899 Blau-Weiss) nach Becker-Art den
Bällen nachhechtete und auf Knieen retournierte, gab nie auf
und wurde belohnt. „Ich bin total kaputt. Das stand nicht nur
einmal auf der Kippe“, kommentierte er schweißgebadet nach
der Partie. Und rang sich ein glückliches Lächeln ab: „Damit
bleibt es bei meiner Serie, bisher habe ich alle Matches gegen
Timo gewonnen.“
Der mit Spannung erwartete Schlagabtausch der beiden
Topgesetzten bei den Herren 60 zwischen Nummer 1 Bernd
Schorer (THC Neumünster) und Gabriel Monroy (TC SCC) endete
nach souveränen Siegen beider vorab mit 6:3, 6:3 klarer als
erwartet für den starken Gast aus Schleswig-Holstein.
Bei den Herren 75 war im Duell der beiden Topgesetzten
die Nummer 1 des Turniers Karl-Heinz Mauß (Eberswalder TC)
nach drei deutlichen Zwei-Satz-Erfolgen auch in seinem vierten
Match, im Finale gegen Nummer 2 Michael Reiner (TC Rot-
Weiß Bad Oeynhausen), in bester Spiellaune mit 6:2, 6:2 ungefährdet.
Er wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg. „Alle
Blessuren auskuriert, ein paar Rückschläge vergessen und
wieder richtig gut drauf. Was kann es Besseres geben im letzten
Freiluft-Turnier der Saison!“ Und hängte frohgelaunt an:
„Komm‘ gut übers Jahr! Wir sehen uns wieder!“
„
Match-Tie-
Break?
Wir nennen das
Herzsport!“
In der reifsten Altersklasse, den Herren 80 mit vier Teilnehmern,
kürte sich Nummer 1 Norbert Burandt (Misburger TC
Hannover) nach 3:0 Siegen in den Gruppenspielen zum Open-
Champion.
In den beiden bislang nicht genannten Konkurrenzen verfehlte
bei den Herren 30 im Finalduell zweier ungesetzter Aktiver
der per Wildcard ins Hauptfeld gelangte „Local Hero“ Pavel
Musaiev (Grunewald TC) um Haaresbreite den Überraschungserfolg
gegen Gino Gerwien (SV Reinickendorf 1896), der den
Open-Sieg mit 6:4,4:6 und 13:11 ins Ziel rettete.
Auch bei den 60ern machten zwei Ungesetzte unter sich
aus,. Der Ex-Berliner und seit Jahren in Thüringen beheimatete
Architekt Karsten Graw und dort für den Tennis-Club Weimar
1912 e.V. aktive Racket-Athlet bekam es als Setz-Nummer 5 im
Finale mit dem ungesetzten Badenser Wojtek Sielick (1.TC Rot-
Weiß Wiesloch) zu tun. Gegen Graw war er dicht dran an einem
weiteren Coup, verlor aber nach wechselvollem Verlauf schließlich
im Match-Tie-Break mit 1:6, 6:0 und 10:5.
In den fünf Damen-Wettbewerben – siegten in der 40er
Konkurrenz Nummer 1 Heide Maaß (TC 1899 Blau-Weiss),
bei den 50ern Nicole Thron (TC SCC) und bei den 60ern die
ungesetzte Martina Parr-Kröger (SV Zehlendorfer Wespen,
DTB 49).
Im 65er Finale gewann die an Nummer 2 gesetzte Edeltraut
Horstmann (Huder TV) gegen Michaela Jasiek (Sutos 1917) mit
6:1, 6:3 und bei den Damen 70 schließlich in der Dreier-Gruppe
Ute Mattausch (Grün-Weiß Nikolassee) mit 2:0 Siegen vor
Grunewalds Lokalmatadorin Helga Röcker.
Klaus Weise
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Gino Gerwien (SV Reinickendorf )
Pavel Musaiev
(Grunewald Tennis-Club)
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TVBB-Sport
4. Benefit Team Cup – 7. September 2025
Aufschlag, Einsatz, Engagement –
Tennis für die Zverev Foundation
Ein Tennis-Tag voller Herzblut, Spielfreude und einem Ziel, das weit über den
Platz hinausreicht: Beim 4. Benefit Team Cup im International Club Berlin hieß
es erneut „Aufschlag gegen Diabetes“ – und was vor einigen Jahren als Charity-
Idee begann, ist inzwischen zu einem festen Highlight im Berliner Tennis-
Kalender geworden. Mitreißende Matches, prominente Pro’s, eine Extraportion
Teamgeist und eine Spendensumme, die Hoffnung schenkt: Dieser Sonntag
bewies eindrucksvoll, wie Sport und soziales Engagement Hand in Hand
gehen können.
Der einstige „Charity Cup“, der vor vier Jahren von Georgina
Löprich-Gräßler in „Benefit Team Cup“ umbenannt
wurde, fand auch in diesem Jahr wieder zugunsten
der Alexander Zverev Foundation statt. Die unter dem Motto
„Aufschlag gegen Diabetes“ ins Leben gerufene Organisation
unterstützt vor allem an Typ-1-Diabetes erkrankte Kinder – insbesondere
durch die Bereitstellung von lebensrettendem Insulin
und weiteren dringend benötigten Medikamenten. Alexander
Zverev ist von der Krankheit auch selbst betroffen.
Für Organisatorin Löprich-Gräßler, die seit über 13 Jahren
die Tennisschule im International Club Berlin betreibt, stand
bereits nach der gelungenen Premiere im Vorjahr fest, dass
auch dieses Mal der gesamte Erlös wieder an die Zverev Foundation
gehen würde. Unterstützt wurde sie nicht nur von Sponsoren
und Clubmitgliedern, sondern auch durch zahlreiche
„Pro’s“ aus der Berliner Tennisszene – darunter Jonas Hartenstein,
Philipp Eberhard, Felix Triebe, Theo Passenheim, Joshua
Kugel, Niklas Laux, Andre Gräßler,
Filip Papierz, Timo Dobrowolski, Roland
Goering und Florian Misch.
Gespielt wurde im bewährten
Team-Cup-Format: Jeweils ein „Never-Ending“-Tie-Break
auf Zeit entschied
über Sieg oder Niederlage.
Ein Team bestand aus drei oder
vier Personen mit jeweils zwei ICB-
Mitgliedern und einem oder zwei
„Pro’s“. Gespielt wurde ausschließlich
Doppel oder Mixed. Die punktbesten
Teams qualifizierten sich für
Georgina Löprich-Gräßler mit „Ihren“ Pros
die Halbfinalspiele. Besonders hervorzuheben ist der Halbfinaleinzug
von Philipp Eberhard und Adam Tomaszewski, die
– aufgrund kurzfristiger Absagen – nur als 2er-Team antraten.
Trotz dieser Herausforderung spielten sie sich ohne Pause und
ohne einen Wechsel bravourös ins Finale. Dort trafen sie auf
das Team um Katrin Hentschel und Florian Ihlow, angeführt
von Teamkapitän Niklas Laux. In einem Finale auf spielerisch
hohem Niveau setzte sich das Team Laux letztlich verdient
durch. Das Duo Eberhard/ Tomaszewski, das über das gesamte
Turnier hinweg enorme Ausdauer und Kampfgeist bewiesen
hatte, wirkte zum Schluss verständlicherweise erschöpft.
Im Spiel um Platz drei wurde es richtig spannend: Ein einziger
Punkt brachte die Entscheidung um Bronze. Die besseren
Nerven behielt das Team von Andre Gräßler und Timo Dobrowolski
zusammen mit Sindy Schröder und Markus Kurch.
Ein weiteres Highlight war das Showmatch: Mit dabei waren
der an diesem Tag im Dauereinsatz spielende Blau-Weisse Philipp
Eberhard, der gemeinsam mit seinem Clubkameraden und
amtierenden Berliner Vizemeister der Herren, Jonas Hartenstein,
gegen Theo Passenheim und Niklas Laux antrat. Die Zuschauer
erlebten ein begeisterndes Duell voller Spielwitz und
Können zwischen vier gut gelaunten und sehr sympathischen
Akteuren.
Zu einem perfekten Tennistag bei strahlendem Sonnenschein
und ausgelassener Stimmung kam am Ende eine beeindruckende
Spendensumme von 1.200,– € zusammen. Löprich-
Gräßler zeigte sich dankbar für die gelungene Veranstaltung,
die sie seit Jahren mit der spielerischen Unterstützung ihrer
Pro’s und ihrer treuen Kundschaft auf die Beine stellt. Zum
Abschluss rief sie dazu auf, sich den 23. August 2026 bereits
jetzt im Kalender zu markieren. Zu wessen Gunsten dann aufgeschlagen
wird, verriet sie noch nicht.
Linda Fritschken
Grafik: Adobe Stock
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2. Berliner Weiß-Rot Cup – Blinden- und Sehbehindertenturnier – Annette Kröger Trophy – 15. bis 17. August 2025
Der Klang des Sieges – Wenn Rasselbälle Geschichten erzählen
Selbst das Konzert im Park „Musik am Buschkrug“ konnte den Schaumstoffball mit Rasseln nicht stoppen…Tennis hören
statt sehen – dieser Gedanke bekommt beim Weiß-Rot Cup in Neukölln eine ganz neue Bedeutung. Wo sonst das leise
Aufprallen der Filzkugel dominiert, ist es hier das charakteristische Rasseln des Balles, das über die Anlage hallt. Mitten
im Sommer, begleitet von Musik, Stadtgeräuschen und einer ordentlichen Portion Herzblut, fand der 2. Berliner Weiß-
Rot Cup für blinde und sehbehinderte Spielerinnen und Spieler statt – ein Turnier, das längst mehr ist als ein sportlicher
Wettbewerb. Es ist ein Statement für Inklusion, Gemeinschaft und gelebte Leidenschaft.
Fotos: privat, Grafik: Adobe Stock
Während der Sommerferien war auf der Anlage des
TC Weiß-Rot Neukölln der Schaumstoffball mit Rasseln,
trotz erschwerter Bedingungen durch das
Konzert im benachbarten Buschkrugpark und dem erhöhten
Verkehrsaufkommen auf dem Kopfsteinpflaster, nicht zu überhören.
Bei sommerlichen Temperaturen wurde abhängig vom
Grad ihrer Sehbehinderung in zwei Gruppen (B1 und B2/B3)
gespielt. Dieses Mal hatte Giancarlo Berganti aus Italien
die weiteste Anreise.
Der TVBB war mit Bianka Gräming, Lars Stetten (beide
vom TC Ludwigsfelde) und Martin Oswald (Zehlendorfer
Wespen) wieder sehr gut vertreten. Damen und Herren
wurden zusammengelegt, B1 spielte im Minicourt und
B2/B3 spielte im Midcourt, jeweils zwei Gewinnsätze bis
vier und mit No-Ad.
In der B1 (0% Sehstärke) Konkurrenz setzte sich Lars
Stetten gegen Bianka Gräming und Ronald Hinz (Hamburger
THC) durch und holte sich seinen ersten Sieger
Buddy Bär-Pokal. Beim Spiel um Platz zwei zwischen
Bianka und Ronald Hinz gab es im gesamten Turnier mit
19:17 den längsten Match-Tiebreak.
In der B2/B3 (ca. 5%) Gruppe war Tobias Nitschmann
(B3, TC Jagst Langenburg) einfach zu stark, somit
ging es hauptsächlich um Platz zwei, den sich Daniela
Schmidt (B2, TC Eintracht Dortmund) vor Jürgen Klapschuweit
(B2, Meißner TC) sicherte.
Der Spaß steht erneut an erster Stelle, deshalb
wurde wieder außerhalb der Wertung mit den Helfern
und Vereinsmitgliedern Doppel oder Mixed gespielt.
Anschließend wurde in gemütlicher familiärer Runde der Tag
ausgewertet, Kontakte geknüpft und über Gott und die Welt
philosophiert.
Ein großer Dank an alle Helfer und Spender, da ohne sie ein
solches Turnier nicht in diesem Rahmen stattfinden könnte!
Nelli Beder
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RoskosMeier BSV‘92 OPEN – 10. bis 14. September 2025
Ein Turnier wird zum Klassiker
Das A3 - Damen- und A2 - Herrenturnier, mit insgesamt 12.500,– € Preisgeld,
wurde in diesem Jahr zum fünften Mal in Berlin-Wilmersdorf ausgetragen.
Diesmal spielte das Who is Who der TVBB-Tenniselite und andere nationale
Topathleten auf der Anlage des BSV‘92 – Home of Tennis – groß auf.
In den Vorjahren gab es bei den BSV'92 OPEN
zwei Konstanten. Viermal in Serie konnte
Marta Lesniak die Damenkonkurrenz für
sich entscheiden, und bei den Herren gab es mit
Osman Torski, Michael Agwi, Markus Malaszszak
und Jonas Hartenstein bisher keinen Spieler, der
seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte.
Dies sollte sich in diesem Jahr gründlich ändern.
Schon bei der Auslosung war klar, dass
auf dem Wanderpokal der BSV'92 Open ein
neuer Name für die Siegerin eingraviert werden
würde. Lesniak hatte ihre Meldung kurz vor
Meldeschluss zurückgezogen. So war es keine
Überraschung, dass die vier topgesetzten Spielerinnen:
Neele Fredrich (Braunschweiger THC),
Lokalmatadorin Juliane Triebe, Milena Steinkamp
vom LTTC „Rot-Weiß” und Sophie Triquart
(Zehlendorfer Wespen) das Halbfinale erreichten.
In der Vorschlussrunde zeigte die NextGen
ihr Können. So besiegte Steinkamp die an Eins
gesetzte Fredrich überraschend klar mit 6:1, 6:1,
und Triquart, genau wie Steinkamp Jahrgang
2010, gelang durch ihr taktisch gutes Spiel ein
6:4, 6:4 Sieg gegen Juliane Trieibe. Das Damenfinale
der 5. RoskosMeier BSV' 92 OPEN bot
den zahlreichen Zuschauern auf dem Centercourt
absolutes Spitzentennis. Am Ende siegte
mit Sophie Triquart die Offensivere der beiden
deutschen Nachwuchshoffnungen mit 3:6, 6:4
und 6:2.
Unter den Augen ihres Coaches, des ehemaligen
schwedischen Weltklassespielers Thomas
Högstedt, nahm die Siegerin die zahlreichen
Glückwünsche, unter anderem von
Turniersponsorin Nicola Meier (Allianz-Agentur
RoskosMeier) und Enrico Kleinser (Vorsitzender
Sophie Triquart (Zehlendorfer Wespen)
des BSV'92 – Home of Tennis),
entgegen.
Im 64er-Herrenfeld entwickelte
sich schon ab der ersten
Runde ein hochklassiges
Niveau. Der Topgesetzte
Hazem Naw vom Kölner THC,
die Nummer 1 der Syrischen
Davis Cup Mannschaft, beeindruckte
die Konkurrenz und
die Berliner Tennisfans mit seinem
druckvollen und präzisen
Spiel. Hazem gab auf seinem
Weg ins Finale in fünf Matches
insgesamt nur elf Spiele
ab und war dadurch für viele
Fachleute der Favorit auf den
Turniersieg.
In der unteren Hälfte des
Draws war der Finalist der BSV'92 OPEN 2023,
der Mannheimer Jochen Bertsch, die klare Nummer
2 der Setzliste. Der eher defensiv spielende
Bertsch traf in seinem ersten Match gegen den
hervorragend aufgelegten Laslo Urrutia Fuentes
(BTTC Grün-Weiss). Der 35-jährige Berliner
Auswahlspieler und Verbandstrainer, brillierte
mit seinem aggressiven Topspinspiel und gewann
völlig verdient mit 6:2, 6:0. Urrutia Fuentes
dominierte seine Gegner bis zum Halbfinale
deutlich. Dort traf er auf seinen Schüler, den an
Nummer 3 gesetzten Jenas Pelle Hartenstein (TC
1899 Blau-Weiss).
Der vierte Halbfinalist war der junge, ungesetzte
Sebastian Heinrich (BTTC Grün-Weiss).
Der talentierte 16-Jährige, ebenfalls ein Schüler
von Laslo Urrutia Fuentes, gewann sein Viertelfinalmatch
6:1, 6:3 gegen den gleichaltrigen Aleksander
Konstantin
(HTV Hannover). Im
Jonas Pelle Hartenstein
(TC 1899 Blau-Weiss)
Halbfinale gegen
Hazem Naw konnte
Heinrich nur im ersten
Satz mithalten.
Am Ende setzte sich
der Favorit mit 6:3,
6:0 durch.
Im anderen
Halbfinale deutete
nach dem ersten
Satz zwischen Jenas
und Laslo alles
auf ein Finale Naw
vs. Urrutia Fuentes
hin. Beim 1:6
musste der Titelverteidiger
die Dominanz
seines Trainers
verkraften. Aber
mit zunehmender
Spieldauer und abermals großem Kampf
siegte Hartenstein am Ende verdient mit 1:6,
6:3, 10:5.
Das Herrenfinale am Sonntag musste aufgrund
der nicht immer optimalen Wetterbedingungen
in der Turnierwoche am selben
Tag wie die Herrenhalbfinals ausgetragen werden.
Auch das ein klarer Vorteil für Hazem Naw,
zumindest theoretisch. Denn dem fantastisch
aufschlagenden und fast fehlerfrei spielenden
Jonas Pelle Hartenstein gelang unter der souveränen
Leitung von Stuhlschiedsrichter Maurice
Winkler ein nie gefährdeter 6:4, 6:2-Finalsieg.
Bei der anschließenden Siegerehrung auf
dem Centercourt des BSV’92 gratulierte Hazem
dem Sieger sehr fair zu seiner hervorragenden
Leistung. Turniersponsor Dr. Bernd Hartmann
(Gesellschafter Allianz - Agentur RoskosMeier),
Turniergründer Julian Kunz, TVBB - Sportwart
Joachim Buchta und Hasso Henning (2. Vorsitzender
BSV'92 – Home of Tennis) sowie die
vielen Zuschauerinnen und Zuschauer quittierten
diese sportliche Geste mit großem Applaus.
Die vielen positiven Rückmeldungen der Aktiven,
der Zuschauerinnen und Zuschauer, des
Sponsors und der BSV'92 Mitglieder zeigen,
dass man mit den BSV'92 OPEN auf dem richtigen
Weg und für die Neuauflage dieses großen
Berliner Tennisturniers im kommenden Jahr gut
gerüstet ist.
Michael Lingner
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Fotos: Harald Almonat
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Ein Blick in Michaels Tennistasche
Zwischen Aufschlag und Alltag
33 Fragen an Michael Agwi
Wer auf dem Platz souverän die Linien trifft, kann trotzdem privat gerne mal
aus der Reihe tanzen. Was essen unsere Spieler vor dem Match? Welche Musik
läuft, wenn niemand zuschaut? Und wer sitzt beim Traumdinner nebenan?
In dieser Rubrik geht’s nicht um Taktik, sondern um Typen. Nicht um Vorhand oder Rückhand –
sondern darum, was die Menschen hinter dem Racket bewegt. Ob Serienjunkie mit Siegermentalität,
Espresso-Fan mit Slice oder Stoiker mit Stoppball-Gen – wir wollen mehr wissen.
Und stellen die Fragen, die kein Hawk-Eye klären kann. Hier kommt unser Spielzug für mehr
Persönlichkeit: 33 Fragen, null Doppelfehler – aber garantiert mit Matchball-Potenzial.
Fotos: Michael Agwi, Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Grafik: Adobe Stock
1. Name: Michael Agwi
2. Spitzname: –
3. Geburtsdatum / -ort:
04.09.2003 / Dublin
4. Aktueller Verein:
TC 1899 Blau-Weiss
5. Position in der Mannschaft
(Einzel/Doppel): 7
6. Schläger-Modell:
Wilson Blade 98 18x20 L3
7. Saiten-Favorit:
Luxilon 4g Soft
8. Griffbandfarbe deiner Wahl: Lila
9. Rückhand: einhändig /
beidhändig / kreativ: beidhändig
10. Bester Schlag (laut eigener
Aussage): Rückhand
11. Der Schlag, der (manchmal)
nervt: Vorhand
12. Lieblingsplatz (Sand, Hartplatz,
Teppich): Indoor Hartplatz
13. Turnier, das ich immer spielen
möchte: Davis Cup
14. Größter Erfolg bisher:
Sieg gegen einen Top 200 Spieler
15. Mein emotionalster
Matchmoment: drei
Satzbälle gegen Thiem
16. Tennis bedeutet für mich:
geduldig zu sein
17. Sport ist für mich: Leidenschaft
18. Mein Ziel im Tennis: Das beste
Potenzial aus mir rauszuholen
19. Wenn ich kein Tennisprofi wäre,
dann…: Basketballprofi
20. Wer mich auf dem Court
inspiriert (aktuell oder früher):
Jannik Sinner
21. Mein Tennis-G.O.A.T.:
Novak Djokovic
22. Lieblingsessen vor dem
Match: Spaghetti Bolognese
23. Snack nach dem Match:
Mais Waffeln
24. Bestes Urlaubsziel zum
Abschalten: Kroatien
25. So entspanne ich am liebsten:
Filme und Serien gucken
26. Mein Motto – auf und neben
dem Platz:
so viel zu lächeln wie es nur geht
27. Hobby abseits vom Tennis:
Videospiele spielen
28. Lieblingssong für die Playlist vor
dem Match: Not Afraid – Eminem
29. Film oder Serie, die mich zuletzt
gepackt hat: Breaking Bad
30. Wen ich gern mal zum
Abendessen einladen würde
(egal ob lebend oder nicht):
Michael Schumacher
31. In dieser Stadt würde ich gern mal
leben (und trainieren): Florida
32. Das würden viele nicht über
mich vermuten: Das ich mit links
schreibe und russisch spreche
33. Ich kann nicht ohne…:
mein Handy
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TVBB-Sport
Johannes Engemann
(Zehlendorfer Wespen)
TVBB-Jugendverbandsmeisterschaften – 19. bis 23. Juli 2025
Meisterlich im Matsch:
Der TVBB-Nachwuchs trotzt dem Wetter und punktet
Fünf Tage, zehn Titel und jede Menge Talent: Bei den TVBB-Jugendverbandsmeisterschaften
war auf dem Steglitzer Sand einiges los – nicht nur sportlich,
sondern auch meteorologisch. Während sich der Himmel zwischen Sonnenbad
und Platzregen nicht entscheiden konnte, behielten die Organisatoren den
Überblick – und die Jugendlichen die Nerven. Wer hier bestehen wollte, brauchte
mehr als nur eine gute Rückhand: Geduld, Kampfgeist und trockene Schuhe
waren zeitweise genauso gefragt wie Satzgewinn und Spielwitz. Am Ende
wurde gekämpft, gelacht, gejubelt – und in neun von zehn Konkurrenzen ein
würdiger Meister oder eine verdiente Meisterin gefunden. Wer den Nachwuchs
des Verbands in Aktion erleben will, kommt an diesem Turnier nicht vorbei.
Feenia Kraus
(LTTC „Rot-Weiß“)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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matchball | 04 – 2025
Maßgeblich für Annahme und Setzung
war die DTB-Jugendrangliste und
nachrangig das LK-System. Zehn Konkurrenzen
– von den Altersklassen U11 bis U18
– gingen über die Bühne. Neun unterschiedliche
Vereine sicherten sich einen Titel. Aufgrund der
wetterbedingten Regenverschiebungen war das
U16-Finale zwischen Milena Steinkamp (LTTC
„Rot-Weiß”) und Katharina Reichert (TK Blau-
Gold Steglitz) nicht mehr vor Urlaubsantritt der
Steglitzerin unterzubringen und wird als „Extra“
zu einem zu vereinbarenden Termin nachgeholt.
Zuvor war das von diversen Wetterkapriolen
geplagte Championat von fünf auf sechs Tage
Dauer gestreckt worden und immer wieder von
Regenpausen unterbrochen worden.
Das es dennoch zu einem guten Ende gebracht
wurde, grenzte an ein Organisationswunder,
dass vor allem dem schon genannten
Marcel Stelter in Personalunion von Turnierleitung
und Oberschiedsrichter zu danken war,
der nicht nur organisatorisch voll durchblickte
und quasi in „Doppelschicht“ immer wenn es
nottat mit dem Pfützen-Schwammroller auf
den Courts unterwegs war und in Kooperation
mit Co-Turnierleiter Roland Goering und den
Blau Gold-Mitarbeitern für den weitgehend
reibungslosen Ablauf sorgte.
Mitunter mussten sich die jungen Akteure
in Geduld üben, aber in ihren Spielen war
davon meist wenig zu merken. Nur drei der Vorjahresmeister
konnten 2025 ihren 2024er Titel
Maximilian Bernhard
(TK Blau-Gold Steglitz)
TVBB-Sport
Ç
Finn Fleischfresser
(SV Berliner Bären)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Paul Schwarzberg (TC SCC)
Ferdinand Witting
(TC 1899 Blau-Weiss)
matchball | 04 – 2025
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Ç
TVBB-Sport
Jonas Tscharntke
(Neuenhagener Tennisclub 93)
Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss)
Robert Marianovski
(TC 1899 Blau-Weiss)
wiederholen, aber jeweils in anderen Altersklassen.
Feenia Kraus (LTTC „Rot-Weiß”), vor
Jahresfrist 6:1, 6:1-U11-Siegerin gegen Melanyia
Rolya (Dahlemer TC) gewann in einer Final-Neuauflage
gegen ihre DTC-Rivalin, die ihre Tränen-
Sturzbäche trotz großen Kampfes nur schwer
dämmen konnte.
In der U12 siegte Paul Schwarzberg (TC
SCC, 2024 U11-Meister) und holte sich den
Titel gegen Lokalmatador Maximilian Bernhard
im Duell der beiden Top-Gesetzten mit 6:3
und 6:4. Der dritte „Wiederholungstäter“ in Sachen
Meisterschaft war Robert Marianovski (TC
1899 Blau-Weiss), der in der U14 mit dem 6:3,
6:3-Finalerfolg gegen den Inder Mayhank Sarahan
(Grunewald TC) nach seinen Titeln 2023
(U11) und 2024 (U12) den Hattrick schaffte. Über
die komplette Fünf-Jahres-Periode seit 2021, die
ja für die Jüngstgeborenen noch läuft, ist er mit
drei Goldplaketten der Primus.
Das mit Spannung erwartete U18-Endspiel
der Damen zwischen den für ihre Altersklassen
als „Frischlinge“ daherkommenden Finalistinnen
Lena Topel (Jahrgang 2010) und Daria
Strogalshchikova (Jahrgang 2012), die ihre drei
Partien zuvor ohne Satzverlust gewonnen hatten,
begannen ausgeglichen und mit hoher
Qualität. Zuerst schaffte „Dascha” Strogalshchikova
ein Break, dann Lena Topel zwei in Folge
und drehte den Satz zum 6:4 zu ihren Gunsten.
Das waren die Schlüsselmomente für das Folgende.
Topel breakte gleich zum Beginn des
zweiten Durchgangs erneut. Ihre 13-jährige Rivalin
wehrte sich zumindest partiell nach Kräften,
baute aber spürbar mental ab, hatte Probleme
mit dem Aufschlag und der Länge ihrer
Schläge, lag schnell mit 1:4 hinten – beim
2:6 war das Match vorbei. „Nach meiner auskurierten
Fußverletzung habe ich mich gut bewegt
und darf mit mir zufrieden sein. Ich war
deutlich sicherer und habe weniger Fehler gemacht
als Dascha. Im fünften Duell mit ihr habe
ich zum vierten Mal gewonnen“, kommentierte
die Siegerin.
Ähnlich eindeutig verlief das Final-Match
des männlichen Nachwuchs der U18. Emil Enseleit
vom TC Grün-Weiß Bergfelde und mithin
der Brandenburger unter den TVBB-Jugendmeistern,
beherrschte das U18-Endspiel gegen
Theo Oeltermann (Weiße Bären Wannsee) beim
6:3, 6:1 mit größerer technischer Variabilität, geringerer
Fehlerquote und stärkerer innerer Einstellung.
Enseleit, vor zwei Jahren bereits einmal
TVBB-Jugendmeister in der U16, durfte hingegen
ziemlich zufrieden mit sich sein. In seinem
Gesicht war das nach dem Spiel auf Anhieb
abzulesen.
Die hier nicht näher genannten Titelgewinner
seien hiermit natürlich ebenfalls genannt:
Lilly Gessler (TC 1899 Blau-Weiss) holte
sich mit 6:3, 6:1 gegen Lia Alfaro Gil (BSV 1892)
den Titel in der U11, Timur Kaan Ablai (TC 1899
Blau-Weiss) mit 6:4, 6:2 den in der U11 und Jon
Ruben Fuhlmann (LTTC „Rot-Weiß”) mit 6:2,
6:2 gegen Fritz Boberg (TC 1899 Blau-Weiss) in
der U16.
Klaus Weise
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
Johannes Treber (Zehlendorfer Wespen)
Nicole Sokolska (TC 1899 Blau-Weiss)
und Milena Steinkamp (LTTC „Rot-Weiß“)
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matchball | 04 – 2025
Laura-Marie Tscharntke und Anna-Lena Bruhn
(beide Neuenhagener Tennisclub 93)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
TVBB-Sport
Ç
Liah Bessler (TC Weiß-Rot Coburg) und
Leni Blechenberg (Turn- u. Sportverein Glinde)
Alexander Zieschang (TC Frohnau)
BTTC Junior-Cup – 14. bis 17. August 2025
Fair Play und Leidenschaft: Nachwuchstennis beim BTTC
Fotos: Nicola Sophia Trenner, Grafik: Adobe Stock
Vier Tage, 50 Talente, unzählige Ballwechsel:
Der BTTC Junior-Cup hat sich auch bei
seiner 13. Auflage als echtes Highlight im
Berliner Nachwuchstennis präsentiert.
Zwischen hochklassigen Finals, packenden
Nebenrunden und sommerlicher
Clubatmosphäre zeigte sich, wie viel Energie,
Spielfreude und Potenzial in der nächsten
Generation steckt – mittendrin auch die
Jugendlichen des Gastgebers.
Mitte August war es wieder so weit:
Vom 14. bis 17. August stand die Anlage
des BTTC ganz im Zeichen der
Jugend. Zum 13. Mal in Folge hieß es „BTTC Junior-Cup“
– ein Turnier, das sich längst als feste
Größe im Berliner Nachwuchskalender etabliert
hat. Rund 50 Spielerinnen und Spieler in den
Altersklassen U14 und U16 kämpften um Pokale,
Ranglistenpunkte und natürlich auch um den
Applaus der Zuschauer.
Vier Tage lang herrschte reger Betrieb auf
den Plätzen: kurze Matches in der Vorrunde,
lange Ballwechsel in den Finals, dazwischen
immer wieder lachende Gesichter und das bunte
Treiben eines Turniers, das weit mehr ist als nur
sportlicher Wettbewerb. Für viele Jugendliche
ist der Junior-Cup die perfekte Mischung aus
Wettkampferfahrung, Clubatmosphäre und
Sommerferien-Feeling.
Auch die Gastgeber waren mittendrin. Zwei
Mädchen und fünf Jungs aus den Reihen des
BTTC nutzten die Chance, vor heimischem Publikum
aufzuschlagen. Und auch wenn es am
Ende nicht für einen der Haupttitel reichte,
sammelten sie wertvolle Erfahrungen und die
Unterstützung zahlreicher Clubmitglieder, die
als Zuschauer, Ballkinder oder helfende Hände
dabei waren.
Hinter den Kulissen sorgte ein eingespieltes
Organisationsteam für den reibungslosen Ablauf.
Ein besonderer Dank galt Turnierleiter
Frank May, der mit ruhiger Hand durch die Spielpläne
führte, und Martin Melchior, der bereits im
Vorfeld die organisatorischen Fäden zog. FSJler
Jan-Malte Hartwig war während der Turniertage
omnipräsent – vom Zählen der Bälle bis hin zur
Siegerehrung – und wurde damit zu einer Art
„heimlicher Held“ des Turniers.
Sportlich bot das Event zahlreiche Highlights.
Bei den U16-Jungen sicherte sich Alexander
Zieschang vom TC Frohnau den Titel.
Im Finale bewies er gegen Gabriel Rossi (LTTC
„Rot-Weiß“) Nervenstärke und Durchsetzungsvermögen.
In der U14-Konkurrenz der Jungen
zeigte Constantin Kästner (NTSV Strand 08) aus
Schleswig-Holstein sein Können und bezwang
Maximilian Rink (TTK Sachsenwald) – ein Duell,
das von hohem Tempo und sehenswerten Ballwechseln
geprägt war.
Bei den Mädchen glänzte besonders Leni
Blechenberg (TSV Glinde), die sich bei den U14
souverän den Sieg gegen Liah Bessler (TC Weiß-
Rot Coburg) holte. In der Altersklasse U16 setzte
sich Eva Mentner (TC 1899 Blau-Weiss) durch
und durfte den Pokal aus den Händen von BTTC-
Sportvorstand Sven Hartlieb entgegennehmen.
Dass beim Junior-Cup auch diejenigen nicht
leer ausgehen, die früh ausscheiden, ist Teil
des Konzepts. Die Nebenrunden brachten weitere
Siegerinnen und Sieger hervor und sorgten
dafür, dass alle Kinder und Jugendlichen bis
zum Ende im Turnier blieben. Besonders erfreulich:
Im Finale der U14-Nebenrunde der Mädchen
stand mit Ella Iwan eine Spielerin des BTTC.
Sie musste sich zwar Antonia Jaedicke (Dahlemer
TC) geschlagen geben, doch der Applaus
der Clubkameraden zeigte: Hier zählt auch der
zweite Platz. Bei den U14-Jungen siegte Matteo
Klammandt (BSV 92) vor Levent Aldinger
(TC 1899 Blau-Weiss), bei den U16-Jungen entschied
Valentin Grigorov (Blau-Weiss Berlin) die
Nebenrunde für sich.
Abseits der Ergebnisse war es die Atmosphäre,
die den Junior-Cup auszeichnete. Sonnige
Tage, die typische Turnierhektik auf der
Anlage, konzentrierte Stille bei den Finals und
Gelächter am Rande der Plätze – all das machte
den besonderen Reiz aus. Eltern feuerten ihre
Kinder an, Vereinsmitglieder nutzten die Gelegenheit
für einen Kaffee am Spielfeldrand, und
zwischendurch wirkte das Clubgelände fast wie
ein kleines Tennisfestival.
Dass die Veranstaltung nach 13 Auflagen
nichts von ihrem Charme verloren hat, liegt an
der Mischung aus professioneller Organisation
und familiärer Nähe. Der Junior-Cup zeigt, wie
Nachwuchsarbeit auf Vereinsebene gelingen
kann: Kinder und Jugendliche spielen nicht nur
um Punkte, sondern erleben Gemeinschaft und
Motivation, weiter an sich zu arbeiten.
Als am 17. August die letzten Pokale überreicht
waren, stand eines fest: Der BTTC Junior-
Cup bleibt ein Aushängeschild für den Verein –
und ein beliebter Treffpunkt für Talente aus der
Region und darüber hinaus. Mit fairen Spielen,
vielen spannenden Matches und einer rundum
gelungenen Organisation setzte die 13. Auflage
erneut Maßstäbe. Und eines ist sicher: Nach
dem Turnier ist vor dem Turnier – 2026 wird es
ein Wiedersehen geben.
Claudio Gärtner
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
matchball | 04 – 2025
55
Ç
TVBB-Sport
Marc Pärg (TC 1899 Blau-Weiss)
3. TCL-Juniors-Cup – 24. bis 26. Juli 2025
Neun Titel vergeben:
Blau-Weiss siegt dreimal,
„Rot-Weiß” zweimal
Beim TC Weiß-Gelb in Berlin-Lichtenrade fand die Premiere des Juniors Cup als
Turnier der J4-Kategorie statt, bei dem Punkte für die DTB-Rangliste und die LK-
Wertung vergeben wurden. Einstweilen ist der Wettbewerb auf den J3-Level
geklettert und wurde Ende Juli 2025 zum dritten Mal durchgeführt. Kurz zuvor
am 28. Juni beging der 500-Mitglieder-Verein im Süden der Hauptstadt sein
100. Gründungsjubiläum, bei dem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner
die Plakette des Bundespräsidenten für das 100-jährige Bestehen überreichte
und die tolle Atmosphäre für den Sport im Klub lobte.
Dass Weiß-Gelb-Lichtenrade großartige
Angebote für Spitzen-,
Leistungs- und Breitensportler
von jung bis alt, für die ganze Familie,
aber auch für engagierte Nachwuchstalente
jeden Alters macht, beweist der
TCL-Juniors Cup. Dessen dritte Auflage
konnte zwar aufgrund des mitunter
mangelnden Meldeaufkommens nicht
alle ausgeschriebenen Konkurrenzen
durchführen, aber da, wo die Resonanz
ausreichend vorhanden war, hatte die
Simon Wohlfahrt
(LTTC „Rot-Weiß“)
Fotos: Markus Arnold, Grafik: Adobe Stock
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matchball | 04 – 2025
TVBB-Sport
Ç
Malin Groeger
(Tennis-Club Tiergarten)
Nicole Sokolska (TC 1899 Blau-Weiss)
Fotos: Markus Arnold
Besetzung ein sehr gutes und starkes
Niveau.
Bei den Herren war im 18er Endspiel
Nummer 2 Simon Wohlfahrt (LTTC „Rot-
Weiß”) gegen den topgesetzten Marc
Pärg (TC 1899 Blau-Weiss) nach dramatischem
Verlauf der 3:6, 6:3 und 11:9-Sieger,
nachdem sich beide Rivalen in ihren
Partien zuvor ohne Satzverlust jeweils
deutlich durchgesetzt hatten.
Bei den 16ern feierte im vollen 32er
Feld ebenfalls ein „Rot-Weißer” den
Triumph. Der topgesetzte 15-jährige
Gabriel Friedrich Rossi machte mit dem
überraschenden, ungesetzten Finalisten
Mika Laux (Grün-Weiß Nikolassee) beim
6:0, 6:1 kurzen Prozess.
Auch in der U14 gab es ein komplettes
32er Feld, in dem sich die
Ergebnisse finden
Sie unter folgendem
QR-Code:
Topfavoriten Nummer 1 Paul Schwarzberg
(TC SCC) und Nummer 2 Bruno
König (TV Kreischa, Sachsen) früh verabschiedeten,
sodass es zum Endspiel
zwischen Mayank Saharan (Grunewald
TC) gegen Daniel Lusin (BSV 1892) kam.
Im Finale war der GTCer hochüberlegen
und verpasste Lusin die 6:0, 6:0-Brille.
Ihre je vier Matches zuvor hatten beide
Kontrahenten fast ohne Satzverlust dominiert,
nur Saharan hatte gegen den
Hamburger Matteo Venturini einen
Durchgang abgegeben.
Die U12-Konkurrenz holte sich der
für seinen guten Nachwuchs bekannte
TC 1899 Blau-Weiss, dessen Enno Möll
als Nummer 3, der im Halbfinale den
topgesetzten Hamburger Otto Stürken
(TTK Sachsenwald) eliminiert hatte,
überlegen mit 6:2, 6:2 gegen Camillo
Schroth (Weiße Bären Wannsee) der in
der Vorschlussrunde überraschend Nummer
2 Jonas Tscharntke (TC SCC) hochspannend
eliminiert hatte.
Im „mixed“ (männlich/weiblich) ausgeschriebenen
U10-Wettbewerb, für den
allerdings nur sechs Jungs gemeldet hatten,
standen sich im Endspiel zwei TC
1899 Blau-Weiss-Talente gegenüber, das
Henri Hoogendijk gegen Theodor von
Werner mit 4:5, 4:1 und 5:3 gewann. In
den gespielten Doppeln verbuchten in
der U18 (16 Paare) Jonas Rieck/Marc Pärg
(TC 1899 Blau-Weiss) und in der U14 Daniel
Lusin/Paul Schwarzberg (BSV 1892/
TC SCC) den TCL-Juniorscup-Erfolg.
Klaus Weise
Gabriel Friedrich Rossi
(LTTC „Rot-Weiß)
Enno Möll (TC 1899 Blau-Weiss)
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Ç
TVBB-Sport
Ellen Ahrens (LTTC „Rot-Weiß“)
Nikolassee Junior-Cup – 25. bis 27. Juli 2025
Nikolassee wird zur Bühne für
auswärtige Meister
Zwischen Regenschauern, Sandstaub und Sachsen-Schwung wurde beim
dritten Nikolassee Junior-Cup nicht nur um Pokale, sondern auch um Prestige
gespielt. Der Berliner Nachwuchs war zahlenmäßig klar in der Überzahl – auf
dem Siegerpodest aber hatten Gäste aus Dresden, Darmstadt und Espenhain
überraschend oft die Nase vorn. Nur zwei Titel blieben im TVBB, beide bei
den Mädchen – ein kleiner Trost, aber immerhin mit starker Performance. Vor
allem der Finaltag offenbarte: Klasse schlägt Quote. Und wer sehen will, wo
Berlin-Brandenburg im Jugendbereich derzeit wirklich steht, sollte diesen
Turnierbericht nicht verpassen.
Bruno Calatayud
(Grunewald Tennis-Club)
Der TVBB-Nachwuchs kann sich bundesweit durchaus
sehen lassen, aber mitunter tut er sich in manchen
Altersklassen auch schwer. Das bekamen die Talente
aus der Region beim 3. Nikolassee Junior-Cup des TC Grün-
Weiß Nikolassee in den sechs Altersklassen des Turniers trotz
ihrer großen Majorität unter den 105 Rackettalenten deutlich
zu spüren. Quantität setzt sich nicht immer automatisch in
Qualität um, gerade im Sport wird das vielfach deutlich.
Nur zwei der sechs Titel bei den Grün-Weißen in Nikolassee,
bei denen die „1925“ im offiziellen Vereinstitel darauf hinweist,
dass man gerade ein besonderes Jahr der Klubgeschichte erlebt,
blieben „daheim“ im TVBB. Die vier anderen gingen gleich
dreimal an Sachsen und einmal an Hessen.
In der U14 standen sich im Berliner Finale des 14er Tableaus
die topgesetzte Carla Pansegrau (TC 1899 Blau-Weiss)
und Nummer 4 Maria
Shpilevaya (BSV 1892)
gegenüber, die zu
Turnierbeginn Nummer
2 Caterina Schreiber
(VfL Westercelle,
TNB) mit 6:4, 6:4 aus
dem Weg geräumt
hatte. Im Endspiel
aber war Pansegrau
beim 6:3, 6:1 frischer,
eine Klasse besser und
gewann verdient.
Im zweiten TVBB-
Finale in der U12-
Kategorie maßen zwei Talente aus Hauptstadt-Topvereinen
ihre Kräfte. Mit der topgesetzten Ellen Ahrens vom LTTC „Rot-
Weiß” und der ein Jahr jüngeren Nummer 2 Isha Malhotra (Jg.
2014) vom TC SCC waren die Beiden die klar Besten des vollen
16er Feldes, die in ihren drei Matches vor dem Finale ohne Satzverlust
die Konkurrenz auseinandernahmen. Im Endspiel allerdings
kam es nicht zu einem Vergleich auf Augenhöhe, denn
die „Rot-Weiße” dominierte beim 6:2, 6:1 fast nach Belieben.
Im dritten „Damen“-Wettbewerb, der U18, hieß es dann
aber „Sachsens Glanz und Gloria“, mit dem Sieg der topgesetzten
Emma Stauder (Tennisleistungszentrum Espenhain),
die als Youngster des Jahrgangs 2011 im Finale die drei Jahre
ältere Moéna Neumann (TC Frohnau) nach Herzenslust mit 6:0,
6:1 wegputzte. Auch das Halbfinale zuvor gegen Laura-Marie
Tscharntke (Neuenhagener TC 93; Nr.3) hatte sie per Tennis-
Demonstration mit 6:2, 6:3 gewonnen.
In den drei männlichen Konkurrenzen setzte sich die sächsische
Gala mit zwei Turniersiegen fort. Zwar überließ man im
U18-Wettbewerb dem hessischen Solisten Nicolas Kühn (TEC
Darmstadt) den Turniersieg, aber bei den Wettbewerben der
U14 und U12 durfte nach den Erfolgen von Giulian Rothkegel
(TC Bad Weißer Hirsch Dresden) und Valentin Krüger (TC Blau-
Weiß Dresden-Blasewitz) mundartig gefolgert werden "Das
isch bomforzionös!" („Das ist großartig!“). Rothkegel, an Eins
gesetzt, ließ nach einem Auftakt-Freilos nachfolgend mit vier
Zweisatz-Erfolgen inklusive 6:4, 6:1-Finale gegen Nummer 2
Bruno Calatayd (Grunewald TC) den Turniersieg in der mit 29
Startern am stärksten besetzten U14-Kategorie folgen.
In der U12-Kategorie gab es sogar ein sächsisches Finale
im vollen 16er Feld. Der topgesetzte Valentin Krüger (TC Blau-
Weiss Dresden-Blasewitz) und der an Zwei rangierte Jonas Ulbrich
(TSV 1886 Markkleeberg) beherrschten das Feld der 14
TVBB-Kontrahenten deutlich. Krüger war wie Ulbrich mit drei
Zwei-Satzsiegen und fast identischen Spieleverhältnissen ins
Endspiel gezogen. Dort hieß es schließlich in einer wechselhaften
Partie mit häufigeren Winner-Schlägen für Krüger 6:3,
6:4 für den Blasewitzer.
Klaus Weise
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
Fotos: Markus Arnold, Grafik: Adobe Stock
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matchball | 04 – 2025
8. Neuenhagen Junior Open – 8. bis 10. August 2025
Sommer, Sonne, Siegerlächeln:
Neuenhagen in Bestform
Die 8. Neuenhagen Junior Open hatten alles, was ein gelungenes
Jugendturnier ausmacht: starke Felder, ein grünes Wohlfühl-
Ambiente und Matches, die nicht nur bei 30 Grad, sondern auch
in Sachen Spannung an die Schmerzgrenze gingen. 84 Kinder
und Jugendliche aus dem TVBB und sechs weiteren Landesverbänden
verwandelten die Gartenstadt Neuenhagen in ein kleines Tennis-
Mekka. Dass dabei gleich drei Titel an „Auswärtige“ gingen, ist
ebenso ein Zeichen für die Attraktivität des Turniers wie die familiärprofessionelle
Ausrichtung, für die NTC-Jugendwartin Luise Tscharntke
längst überregional geschätzt wird. Und als dann auch noch der
eigene Sohn den U12-Titel holte, war die Freude endgültig komplett.
TVBB-Sport
Gloria Dittrich
(Rot-Weiß Seeburg)
Ç
Die Premiere des Turniers gab es schon
2013, danach kamen einige Breaks,
aber nun gingen am zweiten August-
Wochenende die 8. Neuenhagen Junior Open
(J4) auf der Anlage des Vereins über die Bühne.
Die Open seien „ein voller Erfolg“ gewesen,
durfte man danach auf der Website des Vereins
lesen. Mit 84 Meldungen, darunter über 40
Ranglisten-Akteure, konnten die Teilnehmerzahlen
abermals gesteigert werden. „Wir
waren wirklich positiv überrascht von der Resonanz.
Immerhin 20 Tennis-Kids aus sechs DTB-
Landesverbänden neben dem TVBB hatten den
Trip nach Neuenhagen auf sich genommen.
Und drei durften als Sieger in den neun Wettbewerben
nach Hause fahren. Ein klares Zeichen
dafür, dass sich das Turnier längst als
‚Must-Go‘ im TVBB-Kalender etabliert hat“, freute
sich NTC93-Jugendwartin Luise Tscharntke,
die seit sechs Jahren das organisatorische Heft
des Handelns mit Leidenschaft, Durchblick und
Charme in den Händen hat. Und dabei in diesem
Jahr von dem versierten Tennis-Turnierorganisator
Dr. Dirk Struck und NTC-Sportwart
Michael Wiedeck unterstützt wurde.
„Bei strahlendem Sonnenschein erlebten
Zuschauer und Spieler spannende und hochklassige
Matches. Viele Gäste lobten die
hervorragende Organisation und die familiäre,
aber zugleich professionelle Atmosphäre,
die das Turnier zu etwas Besonderem macht.“
Luise Tscharntke hatte zudem auch noch eine
Arthur Biberstein (TC Frohnau)
besonderen Freudenbonus im eh schon reichlichem
Wohlgefühl, denn Filius Jonas (Jg. 2014),
Aleksandr Strogalshchikow (TC SCC)
der vom NTC zum Berliner-Vorzeigeverein TC
SCC gewechselt ist, um seine sportliche Entwicklung
zu fördern und forcieren, gewann die
U12-Konkurrenz. An Zwei gesetzt siegte er im
Finale gegen seinen SCC-Klubkameraden Ilan
Knorrn nach spannender Match-Tie-Break-Entscheidung
mit 2:6, 6:2 und 10:8 und brachte
Mama zum Jubeln.
Für die Zukunft hat Luise Tscharntke einen
klaren Wunsch: „Noch mehr Teilnehmer und anhaltende
Begeisterung und ansteckendes Engagement
unserer Mitglieder und all derer, die es
dank unseres Beispiels werden möchten.“ Man
sei guter Hoffnung, dass die Turnierkategorie
im kommenden Jahr noch höher ein gestuft
wird, „verdient hätten es die Neuenhagen Junior
Open allemal“.
Klaus Weise
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
Eva Mentner (TC 1899 Blau-Weiss)
Fotos: Harald Almonat, Grafik: Adobe Stock
Laura Struck (TC Frohnau)
matchball | 04 – 2025
59
Ç
TVBB-Sport
Fritz Boberg
(TC 1899 Blau-Weiss)
7. Blau-Weiss Young Generation Trophy powered by Albena (J2)
Blau-Weiß Trophy Damen/Herren (A5) – 3. bis 7. September 2025
Festival der Generationen:
Zwei Turniere, ein Tennis-Feuerwerk
Zwei Turniere, ein Festival: Anfang September verwandelte sich die Anlage
vom TC 1899 Blau-Weiss in ein Schaufenster für Nachwuchstalente und Aktive
zugleich. Bei der 7. Young Generation Trophy standen die Kids und Jugendlichen
im Rampenlicht, parallel sorgte die erstmals ausgetragene Blau-Weiss Trophy
der Damen und Herren für zusätzliche Schlaglichter. Rund 200 Spielerinnen und
Spieler zeigten, wie lebendig Tennis in Berlin und Brandenburg ist – mit blauweißen
Festspielen im Jugendbereich und “rot-weißen” Triumphen bei den
Aktiven.
Die Blau-Weiss Young Generation Trophy, vor sieben Jahren
von Jugendkoordinator René Heidbrink ins Leben
gerufen, hat seit ihrer Premiere schon längst Kultstatus
errungen. Das Turnier für die männlichen und weiblichen
Altersklassen von U9 bis U18 hat mit leicht variierendem Umfang
bei den Wettbewerben permanent starke Resonanz, nicht
nur bei TVBB-Vereinen.
Anders als im Vorjahr gehörten diesmal die U18-Wettbewerbe
nicht zum Programm und das hatte einen guten und
durchdachten Grund. Denn erstmals wurde parallel zum Jugend-Programm
ein als Blau-Weiss Trophy betiteltes Aktiven-
Turnier der Damen und Herren veranstaltet und von der YGT-
Turnierleitung und deren Mitarbeitern verantwortet. Der mit
je 2000,- € dotierte A5-Wettbewerb erwies sich als gelungener
Zweitschauplatz, denn zum einen fanden viele starke U18-er
dort ihren Platz und bildeten mit der reiferen Konkurrenz top
gefüllte Felder.
Bei den Damen schaltete Youngster Daris Strogalshschikova
(TC SCC) mit den fünf bzw. drei Jahren älteren Larissa Poniak
(Braunschweiger THC) und Marisol Weidenfeld (Münchner
SC) gleich zwei „Gäste“ in Folge aus, ehe sie dann gegen die
Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss)
topgesetzte Anica Stabel (LTTC „Rot-Weiß”) mit 3:6 und 1:6 verlor.
Allerdings war für Stabel dann im Halbfinale gegen Top-Talent
Sophie Triquart (Zehlendorfer Wespen) nach einem engen
Match mit 6:3, 4:6, 8:10 Endstation. Im Finale traf Triquart auf
die gleichaltrige Milena Steinkamp (LTTC „Rot-Weiß”), die – das
Endspiel eingeschlossen – ihre vier Turniermatches ohne Satzverlust
bestritt.
Das Herren-Endspiel holte sich überraschend deutlich
Nummer 6 Umut Akkoyun (LTTC „Rot-Weiß”) gegen den topgesetzten
Hendrik Thada Grohbrügge (TC SCC) mit 6:1, 6:3.
Fotos: Markus Arnold
60
matchball | 04 – 2025
TVBB-Sport
Ç
Robert Marianovski
(TC 1899 Blau-Weiss)
June Theuring
(TC 1899 Blau-Weiss)
Fotos: Markus Arnold, Grafik: Adobe Stock
Akkoyun absolvierte seine vier Matches im Turnierverlauf mit
konstant starker Form ohne Satzverlust.
In den acht Wettbewerben der Young Generation Trophy –
je vier bei Mädchen und Jungen – gewannen viermal junge Aktive
der Gastgeber vom TC 1899 Blau-Weiss. Bei den Jungen der
U16 war der topgesetzte Fritz Boberg überlegener 6:2, 6:1-Sieger
über Gabriel Francesco Rossi (LTTC „Rot-Weiß”), der kein
Mittel gegen den Blau-Weissen fand, der im Vorjahr bereits im
U14-Finale stand.
Auch der U14-Gewinner Robert Marianovski (TC 1899 Blau-
Weiss) hatte bereits Endspiel-Erfahrung aus dem Vorjahr, diesmal
besiegte er Raphael Plambeck (TC SCC) mit 6:1 und 7:5.
In der U12 der Jungs gab es schließlich den einzigen „Gästeerfolg“
eines Nicht-TVBBers mit dem schwer erkämpften
Zweieinhalb-Stunden-Finalsieg mit 5:7, 7:5 und 10:2 des topgesetzten
Mika Karl Knobloch (TV Blau-Weiß Warnemünde)
gegen Enno Möll (TC 1899 Blau-Weiss), der als Nummer 7 als
klarer Außenseiter ins Endspiel gestartet war. Im Finale wusste
der körperlich kleinere Berliner lange die letzten Endes besseren
Antworten, gewann den ersten Satz 7:5 und hielt auch
im zweiten Durchgang das Geschehen bis zum 5:5 lange offen.
Dann nahm ihm Knobloch den Aufschlag ab und glich mit seinem
7:5 zum 1:1-Satzstand aus. Das hieß Match-Tie-Break – und
da hatte dann das „Nordlicht“ von der Ostsee den Widerstand
Eva Mentner
(TC 1899 Blau-Weiss)
Ergebnisse finden
Sie unter folgendem
QR-Code:
Young Generation
BW-Trophy
von Lokalmatador im letzten noch laufenden Match der Young
Generation Trophy gebrochen. Das 10:2 für Knobloch vermittelt
den Eindruck einer „klaren Sache“, aber das war Spiel
eben lange nicht. „Wir haben noch nie gegeneinander gespielt,
und ich bin ziemlich spät ins Rollen gekommen und nur knapp
an einer Niederlage vorbeigeschlittert. Aber natürlich ist so ein
Ende am letzten Ferientag top. Ich komme gern im nächsten
Jahr wieder zum Turnier!“, kommentierte der erschöpfte Sieger.
Im U11-Finale der Jungs gab es die zweite Chance auf einen
„Auswärtssieg“ durch den an Zwei gesetzten Hamburger Pepe
Fabritius (Marienthaler THC), der allerdings gegen den topgesetzten
SCCer Hugo Rau beim 2:6, 1:6 ohne Chance blieb.
Bei den U16 Damen war ein Gastgeber-Duell zwischen
zwei Blau-Weissen und den Nummern 1 und 2 zu erleben,
das setzungsgemäß Lena Topel gegen Paula Deus (im Vorjahr
Zweite in der U14) mit 6:1, 6:4 für sich entschied. Auf dem Weg
ins Endspiel hatten beide mit klaren Siegen ohne Satzverlust
dominiert.
Auch in der U14 wurde der Turniererfolg nach einem Finale
zweier 1899 Blau-Weiss-Spielerinnen vergeben. Die ungesetzte
June Theurig siegte nach zwei Zwei-Satz-Erfolgen und dem
Halbfinal-Match -Tie-Break-Triumph auch im Endspiel – und
das souverän mit 6:1,6:1 gegen Eva Mentner (TC 1899 Blau-
Weiss).
Das Final-Duell der U12 ging an Nummer 2 Aurelie Sunmi
Lienau (TC Frohnau), die die topgesetzte Ellen Ahrens (LTTC
„Rot-Weiß”) mit 7:5, 6:1 beherrschte.
In der U11 war Nummer 2 Isha Malhotra (TC SCC) nach drei
Zwei-Satz-Siegen im Endspiel gegen Alessandra Estefania Victoria
Rogosch vom TK Blau-Gold Steglitz, die mit drei souveränen
Zwei-Satz-Erfolgen ins Finale gezogen war, die unangefochtene
Trophy-Gewinnerin.
Als Fazit für die Veranstaltung, die zwei Turniere in einem
verpackt hatte und damit nach René Heidbrink „eine wunderbare
Ebene fürs Sportliche und darüber hinaus für Begegnungen,
Kontakte, Erfahrungen und Neugier-Befriedigung“
auf der imposanten Blau-Weiss-Anlage bot, durften die Organisatoren
für die Doppel-Trophy zusammenfassen: „Man kann
immer noch was besser machen, aber das war nahe an der Perfektion.
Alles hat gepasst, sogar das Wetter. Bis ins Detail war
alles bestens organisiert. Auf ein Neues – bei der 8. Young Generation
Trophy 2026!“
Klaus Weise
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TVBB-Sport
27. Friedrichshagen Junior Open beim
TC Orange-Weiß Friedrichshagen – 21. bis 24. August 2025
Spannung im Kurpark:
Junioren kämpfen um
die Pokale
Sommer, Sonne, Junior Open: Ende August verwandelte
sich die Anlage von Orange-Weiß Friedrichshagen erneut
in ein Schaufenster für den Nachwuchs. Bei der 27. Auflage
des Traditionsturniers kämpften 82 Kinder und Jugendliche
aus 26 TVBB-Vereinen – und sogar Gäste von weit her – um
Pokale, Punkte und Prestige. Zwischen packenden Finals,
Überraschungssiegen und Lokalmatadoren, die sich in die
Siegerlisten eintrugen, wurde schnell klar: Dieses Turnier ist
für den Verein weit mehr als nur Routine – es ist ein Stück
Herzenssache.
Konstatin Kartmann (TC SCC)
So sagte denn der Vereinsvorsitzende Olaf Zachrau, seit
20 Jahren im Amt, auch mit berechtigtem Stolz nach den
gelungenen vier Tagen: „Das ist das, was wir können und
was wir wollen! So werden wir weitermachen.“ Im Umfang, im
Anspruch, in der Art und Weise. Und schritt gleich mal zur Tat,
schnappte sich den Wasserschlauch und half seinem Turnierausschuss
um Jugendsportwart Tim Fritzges höchstselbst beim
Bewässern der Plätze.
Bei den U12-Mädchen bestritten Olu Stevenson (TC Orange-Weiß
Friedrichshagen) und Tina Ngyuen (TC Fallersleben)
aus Niedersachsen. In diesem dominierte zwar die ungesetzte,
doch klar favorisierte Nguyen deutlich mit 6:1, 6:2. Ihr Triumph
war wohl der Top-Auftritt der Open – und das kam alles andere
als überraschend. Unmittelbar zuvor hatte sie Anfang August
beim 48. Nationalen Deutschen Jüngstenturnier in Lippe im Finale
ihrer Altersklasse gestanden – ein Wettbewerb, in dessen
Siegerlisten schon Tennis-Heroen wie Steffi Graf, Boris Becker,
Angelique Kerber oder Alexander Zverev standen.
In den fünf männlichen Finals teilten sich sechs TVBB-Vereine
die Medaillen in Gold und Silber. Einziger Klub mit doppelter
Siegausbeute war TC 1899 Blau-Weiss, der mit Valentin Grigorov
(U16) und Timur Kaan Ablai (U12) zwei Gewinner stellte.
Dafür, dass es nicht ohne Titel für den Gastgeber beim
Heimturnier abging, sorgte in der U18 der ungesetzte Johann
Ergebnisse finden
Sie unter folgendem
QR-Code:
von Scholz, der nach „Brille“-Auftaktsieg gegen Dominik Samuel
Damm (TK Blau-Gold Steglitz) gegen Nummer 2 Neel
Schomaker (TC Frohnau) beim 5:7, 7:5, 6:3 und Nummer 3 Carl
Tyradellis (TC Tiergarten) beim 7:6, 6:3 zweimal hart kämpfen
musste, um ins Finale zu gelangen. In dem traf er auf die bis
dahin souveräne Nummer 1 Julius Laurin Fussan (Zehlendorfer
Wespen), der drei Runden absolviert hatte. Nach dem 2:6 im
ersten Finaldurchgang jedoch musste Fussan aufgeben.
In der U10 holte sich schließlich auch der erfolgsverwöhnte
SCC seinen Titel, als Konstantin Kartmann dem rot-weißen
LTTCer Turan Teskin beim 6:2, 6:1 so gut wie keine Chance ließ
und damit das Turnier mit vier Siegen ohne Satzverlust beendete
und dafür wie die anderen Sieger und Finalisten Gutscheine
und Pokale entgegennehmen durfte.
Das abschließende Endspiel am finalen Sonntag bestritten
in der U14 Linus Gahlich vom TC Frohnau und Karl Hentschel
vom TC SCC – es wurde ein echter Höhepunkte mit Höhen und
„Tiefen“ auf beiden Seiten, bei dem Hentschel nach dem relativ
klaren 6:3 im ersten Satz auch im zweiten auf bestem Wege
zum Matchgewinn schien. Doch peu á peu kämpfte sich der
dauerkämpfende Gahlich auf 5:6 heran, wehrte diverse Matchbälle
gegen sich ab, glich mit 7:6 zum 1:1-Satzstand aus und
drehte im dritten Durchgang die Partie mit 6:3 vollends. Jubel
und strahlende Freude auf der einen, Enttäuschung und Ärger
auf der anderen Seite – so ist der Sport. Auf die Frage „Wie hast
Du das denn gemacht?“ an den Sieger und an den Rivalen „Was
war der Grund für Deine Fehler?“ antworten beide mit derselben
Geste: ahnungsloses Schulterzucken.
Klaus Weise
Fotos: Harald Almonat
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TVBB-Sport
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Turnierleiterin
Pia Schwarze
Emilia Thron (TC SCC)
Alexandra Ilyunina
(BSV 1892)
Simon Wohlfahrt
(LTTC „Rot-Weiß“)
Fritz Boberg (TC 1899 Blau-Weiss)
Timur Kaan Ablai (TC 1899 Blau-Weiss)
Fotos: Harald Almonat, Grafik: Adobe Stock
11. Internationale Spandauer Jugendmeisterschaften – 30. August bis 2. September 2025
Wo Begeisterung stärker war als jedes Tiefdruckgebiet
Was als gewöhnliches Jugendturnier begann, entwickelte sich in diesem Spätsommer
zu einem kleinen Fest des Sports, der Ausdauer und des Teamgeists. Die 11. Spandauer
Jugendmeisterschaften zeigten einmal mehr, wie lebendig Tennis in Berlin gelebt wird – mit
130 Teilnehmenden, die sich von Regen, Pfützen und langen Tagen nicht bremsen ließen. Am
Ende siegte nicht nur Talent, sondern auch Leidenschaft.
Manchmal schreibt der Tennissommer
seine schönsten Geschichten dort,
wo man sie am wenigsten plant. Die
11. Spandauer Jugendmeisterschaften waren
so ein Fall – ein Turnier, das eigentlich ganz unspektakulär
in der letzten Ferienwoche über die
Bühne gehen sollte und sich dann zu einem echten
Marathon mit Herz entwickelte.
Fast 130 Nachwuchsspielerinnen und -spieler
hatten gemeldet – so viele wie noch nie. Eine
Zahl, die das Turnierkomitee kurzzeitig zwischen
Stolz und Schweißausbruch pendeln ließ. Denn
während die Meldelisten wuchsen, sanken die
Temperaturen. Der Wetterbericht klang wie ein
schlechter Witz: Dauerregen von Samstag bis
Montag. Doch Spandau wäre nicht Spandau,
wenn man sich davon beeindrucken ließe.
Die Turnierleitung zog den Zeitplan eng wie
ein Grand-Slam-Tableau: ab 9:00 Uhr der erste
Aufschlag, das letzte Match gegen 18:00 Uhr
– und das drei Tage lang. Wer in diesen Stunden
über die Anlage kam, spürte sofort diese
besondere Mischung aus Ehrgeiz, Energie
und Chaos, die Jugendturniere so liebenswert
macht. Auf Platz eins kämpften sich zwei U12-
Talente durch lange Ballwechsel, auf Platz drei
jubelten Eltern über einen gewonnenen Tie-
Break, und am Grill roch es schon mittags nach
Pommes und Regenjacke.
Als am Finaltag die grauen Wolken dann
wirklich das Kommando übernahmen, drohte
die große Spandauer Show ins Wasser zu fallen.
Doch dann kam der Moment, der dieses Turnier
unvergesslich machte: Während die ersten
Tropfen auf die Linien prasselten, griff Cheang,
der unermüdliche Turnierchef, zum Megafon.
„Alle Kids herkommen – wir retten die Plätze!“
Und tatsächlich: Mit Netzen, Schrubbern und
jeder Menge Teamgeist befreiten die Kinder die
Courts von Pfützen, lachten über nasse Schuhe
– und sorgten dafür, dass nach nur dreißig Minuten
wieder gespielt werden konnte.
Das war der Spirit dieser Meisterschaften:
kein Murren, kein Aufgeben – nur Begeisterung.
Und sie wurde belohnt:
In der U18 triumphierte Fritz Boberg (TC
1899 Blau-Weiss) mit präzisem Spiel und kühlem
Kopf 6:4, 6:3 gegen Simon Wohlfahrt (LTTC
„Rot-Weiß”). In der U16 dominierte Gabriel Francesco
Rossi (ebenfalls LTTC „Rot-Weiß”) gegen
Milo Bremer (Elmsbütteler TC) mit 6:4, 6:2. Und
bei den U18-Mädchen zeigte die Leipzigerin Melissa
Vandlik mit 6:3, 7:5 gegen Sophie Cramer
(TC Blau-Weiß Hohen Neuendorf), dass Technik
und mentale Stärke auch jenseits der Hauptstadt
zu Hause sind.
Als die letzten Pokale überreicht waren und
der Grill endlich zur Ruhe kam, blieb das Gefühl:
Das hier war mehr als ein J3-Turnier. Es war ein
Wochenende voller Leidenschaft, Zusammenhalt
und ehrlicher Emotionen – ein Stück lebendige
Tenniskultur im Berliner Westen.
Und während die Sonne beim Abbau kurz
hinter den Wolken hervorblinzelte, war allen
klar: Die 12. Auflage kommt bestimmt. Vielleicht
wieder mit Regen. Aber ganz sicher mit Herz.
Claudio Gärtner
Ergebnisse finden Sie unter folgendem QR-Code:
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TVBB-Sport
Paula Deus (TC 1899 Blau-Weiss)
25. Čujić-Cup – 6. bis 14. September 2025
Ein Jubiläum im Zeichen
des Sportsgeist
Wenn ein Turnier über ein Vierteljahrhundert Bestand hat, dann liegt das
selten nur am sportlichen Ehrgeiz. Beim Čujić-Cup des TV Preußen, der
in diesem Jahr zum 25. Mal ausgetragen wurde, steht etwas anderes im
Mittelpunkt: Spaß am Spiel, gegenseitiger Respekt und Fair Play. Werte,
die das Jugendranglistenturnier von Beginn an geprägt haben – und die
auch 2025 wieder spürbar waren.
Das traditionsreiche Turnier gehört zur Kategorie J2 im
Jugend-Ranglistensystem des Deutschen Tennis Bundes
und ist längst ein fester Bestandteil des Berliner
Tenniskalenders. Gespielt wird in den Altersklassen U9 bis U18,
männlich und weiblich. Für viele Kinder und Jugendliche ist der
Čujić-Cup der perfekte Start in die zweite Saisonhälfte. Zwar
spielte das Wetter nicht immer ganz mit, doch die Stimmung
auf der Anlage des TV Preußen blieb heiter – so, wie es zum
Geist des Turniers passt.
Von Beginn an legte das Organisationsteam (um Familie
Kattenbaum) großen Wert auf den fairen Umgang miteinander.
Die britische Bezeichnung „sportsmanship“ bringt es auf den
Punkt: Sportlichkeit zeigt sich nicht nur in Leistung, sondern
vor allem in Haltung.
Da beim Čujić-Cup traditionell ohne Schiedsrichter gespielt
wird, ist Fairness auf dem Platz besonders gefragt. Entscheidungen
sollen im Sinne des gegenseitigen Respekts
getroffen, Diskussionen sportlich gelöst werden. Eltern,
Ergebnisse finden
Sie unter folgendem
QR-Code:
Trainerinnen und Trainer sind ausdrücklich eingeladen, dieses
Miteinander zu unterstützen. Ein Oberschiedsrichter ist stets
anwesend, um im Bedarfsfall einzuschreiten – doch sein Eingreifen
bleibt die Ausnahme.
Sportlich hatte der Jubiläums-Cup auch in diesem Jahr einiges
zu bieten. In allen Altersklassen entwickelten sich packende
Begegnungen, bei denen die Nachwuchstalente ihr Können
eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Neben den 14 Einzeltiteln wurde auch wieder der traditionelle
Wanderpokal für den erfolgreichsten Verein vergeben.
Nach einem Punktesystem, das Siege, Final- und Halbfinalteilnahmen
berücksichtigt, ging die begehrte Trophäe in diesem
Jahr an den TC 1899 Blau-Weiss – dank einer konstant starken
Teamleistung in fast allen Altersklassen.
Insgesamt drei Siegerinnen und Sieger stellte der Club am
Finalwochenende: Timur Ablai gewann in der U11 (nach Aufgabe
von Lenn Devich vom NTC „Die Känguruhs“ beim Stand
von 3:0) und Robert Marianovski gab im Finale der U14 nur
zwei Spiele ab. In der weiblichen U16 sorgte Paula Deus für den
dritten Erfolg des TC 1899 Blau-Weiss. Zudem standen mit Sophie
Sommer (U10) und Konstantin Heupel (U18) zwei weitere
Vereinsmitglieder in den Endspielen.
Der Čujić-Cup bleibt auch im 25. Jahr seinem Motto treu:
Tennis als Gemeinschaftserlebnis. Nicht Rekorde oder Pokale
stehen im Vordergrund, sondern die Freude am Spiel und
der respektvolle Umgang miteinander. Trotz mancher Regenschauer
war die Stimmung auf der Anlage des TV Preußen
hervorragend – getragen von vielen helfenden Händen, engagierten
Eltern und einer Turnierleitung, die Herz und Erfahrung
vereint. Oder, wie es ein Teilnehmer treffend formulierte: „Beim
Čujić-Cup will jeder gewinnen – aber niemand verliert den
Spaß dabei.“
Katrin Brewka
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Grafik: Adobe Stock
Lenn Devich
(NTC „Die Känguruhs“)
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Grafik: Adobe Stock
Nachrichten
Neue DTB-Ranglisten veröffentlicht –
TVBB-Spieler weiter stark vertreten
Die neuen Quartalsranglisten des Deutschen Tennis Bundes
(DTB) für Oktober 2025 sind veröffentlicht und können
auf www.tennis.de eingesehen werden. Auch der Tennis-Verband
Berlin-Brandenburg (TVBB) hat seine aktuellen Landesranglisten
auf www.tvbb.de/sport/ranglisten veröffentlicht. In
den internationalen Weltranglisten sind zahlreiche Spielerinnen
und Spieler aus dem TVBB weiterhin vertreten – ein starkes
Zeichen für die erfolgreiche Nachwuchs- und Leistungsarbeit
in der Hauptstadtregion.
Sokolska und Hotin triumphieren bei den Ostdeutschen
Jugendmeisterschaften U14
Neue Titelträger bei den Ostdeutschen Jugendmeisterschaften: Nicole Sokolska
(TC 1899 Blau-Weiss) und Michail Hotin (Potsdamer TC „Rot-Weiß”) haben sich
in Dresden-Blasewitz die Krone der Altersklasse U14 gesichert. Auf der traditionsreichen
Anlage des TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz setzten sich beide Nachwuchstalente
souverän gegen die Konkurrenz durch und feierten damit einen weiteren
wichtigen Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung.
World University Games: Bronze für Alessio Vasquez Gehrke
Alessio Vasquez Gehrke vom BTTC Grün-Weiss hat bei den FISU World University
Games (Universiade) die Bronze-Medaille im Tennis-Einzel gewonnen. Dies ist
die erste Medaille in dieser Disziplin seit über 20 Jahren. Die alle zwei Jahre stattfindende
Universiade fand dieses Jahr in der Rhein-Ruhr-Region in Deutschland statt.
Vasquez Gehrke besiegte auf dem Weg zur Medaille Gegner aus der Türkei, Südafrika,
Japan und der Schweiz. Im Halbfinale unterlag er dem Briten Toby Samuel mit
6:7 und 3:6. Samuel ist aktuell auf Platz 890 der Weltrangliste, seine höchste Platzierung
war Rang 404.
Die Universiade zog 9200 Athleten und 1,2 Millionen Zuschauer an. Für Vasquez
Gehrke war es ein großes Event mit sicherlich guten Erinnerungen.
DTB-Talentcup: TVBB mischt wieder in der Löwengruppe mit
Mit Teamgeist, Biss und jeder Menge Spaß hat sich das TVBB-Aufgebot beim DTB-
Talentcup in Essen erneut unter die besten sechs Landesverbände gespielt.
Schon in der Vorrunde ließen die Berliner und Brandenburger nichts anbrennen, fegten
an Hessen und Württemberg vorbei und zogen souverän in die prestigeträchtige
„Löwengruppe“ ein. Dort blieb es bis zum letzten Ballwechsel spannend – am Ende
fehlte nur ein mickriger Punkt zum Podest, Platz fünf war dennoch ein starkes Ausrufezeichen
für den kleinen Landesverband. TVBB-Jugendwart Roland Goering führte
als Turnierleiter gewohnt souverän durchs Event – und sogar beim Team Thüringen
half der TVBB aus, indem Gesa Voeth und Lenia Ihns kurzfristig einsprangen. Ein
Wochenende voller Punkte, Pokalträume und perfekter Team-Momente.
15. Cujic-Mini-Cup begeistert den Nachwuchs beim BSV’92
Am 7. September 2025 fand auf der Anlage des BSV’92 bereits zum 15. Mal der beliebte
Cujic-Mini-Cup statt. Über 40 Kinder kämpften in zehn „Drachengruppen“
auf Kleinfeldern und beim Athletik-Parcours auf dem Center Court um Punkte und
Pokale. Bei strahlendem Sonnenschein wurden die kleinen Talente lautstark angefeuert,
ehe am Ende alle Teilnehmenden mit Medaillen ausgezeichnet wurden.
TVBB-Sport
Sanssouci Open mit Rekordbeteiligung und großem Fairplay
Die Sanssouci Open 2025 setzten vom 27. bis 31. August neue Maßstäbe: Mit
über 100 Teilnehmenden verzeichnete das A3-Ranglisten- und Preisgeldturnier
beim Potsdamer TC „Rot-Weiß“ einen neuen Rekord. Erstmals wurden zudem die
Mixed-Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren ausgetragen. Auf den Plätzen
begeisterten Bundesliga-Spielerinnen und -Spieler sowie deutsche Meister –
unter ihnen Sophie Triquart (Zehlendorfer Wespen) und Nadja Meier (Potsdamer
TC „Rot-Weiß“). Für ein sportliches Highlight sorgte Herren-Sieger Tobias Berning,
der im Finale beim Stand von 6:4, 5:4 und 40:40 eine Schiedsrichterentscheidung zu
Gunsten seines Gegners korrigierte – Fairness in Reinkultur. Die Titel sicherten sich
Juliane Triebe (Damen), Tobias Berning (Herren) sowie Sabrina Rittberger und Maximilian
Erhardt im Mixed.
Potsdamer Damen 30 holen
Deutschen Meistertitel
Die Damen 30 des Potsdamer TC „Rot-Weiß” haben die
Deutsche Vereinsmeisterschaft gewonnen. In einem
packenden Finale gegen Eintracht Frankfurt drehten sie
nach 2:4-Rückstand die Partie und sicherten sich mit 10:5
im entscheidenden Match-Tie-Break den Titel.
Knapp geschlagen geben mussten sich dagegen die
Herren 65 des TC 1899 Blau-Weiss. Auch sie kämpften sich
nach 2:4 in den Einzeln zurück, verloren das Finale gegen
Tennis 65 Eschborn aber unglücklich mit 4:5 – ein Einzel endete
sogar mit 16:18 im Match-Tie-Break.
Weitere TVBB-Teams erreichten die Endrunde: Grün-
Weiß Lankwitz belegte bei den Herren 75 Platz 3, die
Zehlendorfer Wespen (Herren 50) und der TC SCC (Herren
55) wurden jeweils Vierte.
Starke Leistungen bei den
Deutschen Meisterschaften der Senioren
Bei den 70. Nationalen Deutschen Meisterschaften der
Seniorinnen und Senioren in Bad Neuenahr erreichten
zwei TVBB-Spieler das Finale. TVBB-Präsident Dr. Klaus-Peter
Walter spielte sich bei den Herren 75 als Ungesetzter
bis ins Endspiel vor. Dort unterlag er der aktuellen Nummer
eins der Deutschen Rangliste, Peter Marklstorfer (TSV
Rottenburg) knapp mit 4:6, 5:7. Auch Gudula Eisemann erreichte
das Finale, musste jedoch beim Stand von 1:1 Sätzen
verletzungsbedingt aufgeben. Herzlichen Glückwunsch zu
diesen starken Auftritten!
3. Platz für den TVBB bei den
deutschen Mannschaftsmeisterschaften
Ü40 der Verbände
Timo Fleischfresser und Patrick Haake erkämpften für
den TVBB den 3. Platz. Im Halbfinale musste sich das
TVBB Team der Mannschaft vom Niederrhein (die auch
Deutscher Meister wurden) mit 2:7 geschlagen geben. Beim
Spiel um Platz 3 setzten sie sich dann aber mit 5:4 gegen
Württemberg durch. Entscheidenden Anteil hatten dabei
die Einzelsiege von Haake und Fleischfresser, sowie der
Doppelerfolg von Timo mit Benjamin Potsch (TC SCC).
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TVBB-Sport
TVBB On Tour:
Wo Berlin aufschlägt, wird es spannend
Während andere noch sortieren, sind die TVBB-Spieler längst unterwegs – mit Racket, Rhythmus und jeder Menge Ranking-Ambitionen.
Ob Jugend, Aktive oder erfahrene Tourspieler: Auf nationalen wie internationalen Courts ist Bewegung im Spiel – und der TVBB
mittendrin.
Zwischen Isernhagen, Istanbul und dem ITF-Kalender zeigt sich, was
diesen Verband ausmacht: Vielseitigkeit, Biss – und die Fähigkeit, an den
richtigen Tagen die entscheidenden Punkte zu holen.
Ob Titel, Halbfinale oder erstes internationales Ausrufezeichen – wer
den TVBB auf dem Zettel hat, weiß: Hier wird geliefert. Und nicht selten
auch: gewonnen. Hier kommen die Erfolge im Überblick – kompakt,
konkret und mit dem passenden Fazit:
TVBB On Tour.
TVBB on tour
– KW28 2025
Stephanie Wagner (TC SCC) erreicht beim W50 in Aschaffenburg
das Achtelfinale, genau wie Jonas Pelle Hartenstein
(TC 1899 Blau-Weiss) in beim M15 in Telfs (Österreich) und
Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss) beim Challenger (CH125)
in Braunschweig. Dedura besiegte hierbei den Schweden
Ymer (Weltrangliste 221) mit 6:3, 6:3, ehe er gegen den Top-
100-Spieler Navone aus Argentinien mit 1:6, 2:6 verlor.
Sophie Triquart (Zehlendorfer Wespen) war beim Jugend-
Weltranglistenturnier in Neunkirchen unterwegs und konnte
hier das Achtelfinale erreichen.
In der Damen-Tennis-Bundesliga musste der LTTC „Rot-
Weiß” am letzten Spieltag nochmal zittern, ehe der 5:4-Erfolg
gegen den Club an der Alster und somit der Klassenerhalt feststand.
Am Ende belegen die Rot-Weißen Platz 5 in der Tabelle
der 1. Bundesliga. Hervorzuheben ist die Doppel-Bilanz von
Lena Papadakis, die in sieben Spielen sechs wichtige Doppel-
Siege beisteuern konnte.
Bei den Herren startete die 2. Bundesliga erstmals mit vier
TVBB-Vereinen. Sowohl der LTTC "Rot-Weiß" als auch Grün-
Weiß Nikolassee konnten auswärts mit einem Sieg in die Saison
starten. Im ersten von sechs TVBB-Derbys siegte der TC SCC
deutlich mit 8:1 gegen den TC 1899 Blau-Weiss.
TVBB on tour
– KW29 2025
Für Caroline Werner (TC 1899 Blau-Weiss) gab es in Hamburg
den ersten Sieg auf WTA-Ebene zu feiern, bevor im Achtelfinale
gegen die Russin Ekaterina Alexandrova, aktuell die Nummer
16 in der Welt, Schluss war. Auch Sonja Zhenikhova konnte sich
im Doppel über einen WTA-Sieg freuen: Zusammen mit Tessa
Brockmann erreichte sie das Viertelfinale in Hamburg. Im Einzel
konnte Zhenikhova in der Qualifikation antreten und verlor
dort knapp in drei Sätzen gegen die Niederländerin Eva Vedder
(Weltrangliste 249).
Mariano Dedura-Palomero (BTTC Grün-Weiss) erreichte
beim Weltranglistenturnier in Uslar das Achtelfinale. Franziska
Sziedat (Potsdamer TC „Rot-Weiß”) schied in Tschechien
in der Runde der letzten 32 aus, genau wie Sophie Triquart
(Zehlendorfer Wespen) beim Jugend-Weltranglistenturnier in
Mönchengladbach.
TVBB on tour
– KW30 2025
Felix Triquart (Zehlendorfer Wespen) reiste nach Finnland und
erreichte beim dortigen Jugend-Weltranglistenturnier das
Achtelfinale. Ebenfalls bis ins Achtelfinale kam Rudolf Molleker
beim Herren-Weltranglistenturnier in Metzingen. Für Sonja
Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) bei den Damen in Horb und
für Julia Hofmann (TC 1899 Blau-Weiss) bei der Jugend in Fürth
war in der Runde der letzten 32 Schluss.
Viele andere unserer TVBB-Spitzenspieler waren wieder in
der 2. Bundesliga der Herren im Einsatz. Die vier TVBB-Teams
sind weiter sensationell auf den ersten vier Plätzen der Tabelle.
Tabellenführer ist weiterhin der LTTC „Rot-Weiß” mit Robert
Strombachs, Timo Stodder und Nino Ehrenschneider. Am Freitag
gewannen die „Rot-Weißen” das Derby gegen Blau-Weiss
mit 5:4 und am Sonntag mit 6:3 gegen Suchsdorf.
Auf dem zweiten Platz folgt der TC SCC mit Daniel Masur,
Benito Jaron Sanchez Martinez und Markus Malaszszak. Am
Freitag konnte der TC SCC einen 5:4-Sieg aus Suchsdorf mitnehmen,
am Sonntag wurde im TVBB-Duell Grün-Weiß Nikolassee
mit 8:1 besiegt.
Tabellendritter ist der TC 1899 Blau-Weiss mit Diego Dedura,
Michael Agwi und Jonas Pelle Hartenstein. Nach der
4:5-Niederlage gegen LTTC „Rot-Weiß“ konnte am Sonntag der
Club an der Alster Hamburg mit 7:2 besiegt werden
Auf Platz 4 folgt der TC Grün-Weiß Nikolassee mit Lukas
Maskow und Philipp Pavlenko. Nach drei Saisonsiegen zum
Auftakt gab es in dieser Woche zwei Niederlagen, mit 2:7 bei
Marienburg und mit 1:8 beim TC SCC.
Grafik: Adobe Stock
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TVBB-Sport
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TVBB on tour
– KW31 2025
Michael Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) erreicht das Finale beim
Weltranglistenturnier in Dublin (Irland). Im Finale unterlag er
dem Briten Alastair Gray, der aktuellen Nummer 362 der Welt
knapp in drei Sätzen. Ebenfalls sehr erfolgreich war Caroline
Werner (TC 1899 Blau-Weiss), sie erreichte beim W100 in Spanien
das Halbfinale. Auch Rudolf Molleker und Sophie Triquart
erreichten die Vorschlussrunde beim M25 bzw. beim Jugend-
Weltranglistenturnier in Polen.
Helena Buchwald (TC SCC) und Franziska Sziedat (Potsdamer
TC „Rot-Weiß”) erreichten in Serbien bzw. Finnland jeweils
das Viertelfinale. Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss) und
Daniel Masur (TC SCC) waren bei Challenger-Turnieren in Tschechien
bzw. Hagen (Deutschland) im Einsatz. Beide konnten die
1. Hauptrunde gewinnen und verloren dann im Achtelfinale,
genau wie Felix Triquart (Zehlendorfer Wespen) beim Jugend-
ITF in Slowenien. Für Mariano Dedura-Palomero in Wetzlar und
Sebastian Heinrich bei den Junioren in Polen gab es bereits in
der 1. Runde eine Niederlage.
Die 2. Bundesliga der Herren hatte einen weiteren Doppelspieltag
zu absolvieren. Am Freitag hatte der TC SCC spielfrei,
Blau-Weiss und „Rot-Weiß” konnten gewinnen, für Nikolassee
gab es eine deutliche Niederlage. Auch Blau-Weiss musste am
Sonntag eine deutliche Niederlage hinnehmen. Im Duell zwischen
dem LTTC „Rot-Weiß” und dem TC SCC ging es dann um
die Tabellenführung und die Tendenz in Richtung Aufstieg in
die 1. Bundesliga. Der TC SCC konnte sich in einem spannenden
Duell mit 5:4 durchsetzen und ist damit neuer Tabellenführer,
mit drei Matchpunkten vor „Rot-Weiß”, bei gleichen Tabellenpunkte
(beide nur mit einer Niederlage). Der TC 1899 Blau-
Weiss ist weiterhin Dritter, Grün-Weiss Nikolassee ist vor den
beiden letzten Spieltagen fünfter der Tabelle.
TVBB on tour
– KW32/33 2025
Michael Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) gewann das Weltranglistenturnier
in Trier. Nach fünf Siegen über Marcel Zielinski,
Mika Lipp, Sebastian Fanselow, Oscar Otte und Adrian Oetzbach
konnte er sich über 15 weitere Weltranglistenpunkte,
2.160 $ Preisgeld und den ersten ITF-Turniersieg in 2025 freuen.
Sonja Zhenikhova (Blau-Gold Steglitz) erreichte in Rumänien
das Halbfinale, Alessio Vasquez-Gehrke (BTTC Grün-
Weiss, in Polen) und Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß”,
in Schweden) kamen bis ins Achtelfinale. Bei Jugend-Weltranglistenturnieren
erreichte Ferdiand Witting (TC 1899 Blau-
Weiss) in Luxemburg ebenfalls das Achtelfinale, Felix Triquart
(Zehlendorfer Wespen) gewann im 64er-Feld in Polen ebenfalls
eine Runde.
In Regensburg fand ein großes Turnier der Tennis Europe
U12-Serie statt. Hier konnte Nicole Sokolska (TC 1899 Blau-
Weiss) das Finale erreichen und auf dem Weg dorthin gegen
Paula Knobloch gewinnen, die gerade in der Vorwoche die
Deutsche Meisterschaft der U12 gewinnen konnte.
In der Vorwoche wurden folgende Ergebnisse erreicht:
Felix Triquart: Viertelfinale beim Junior-ITF in Slowenien, Sebastian
Heinrich (BTTC Grün-Weiss): Runde der letzten 32 beim
Junior-ITF in Belgien, Carl Radtke (LTTC „Rot-Weiß”): Runde der
letzten 32 beim Junior-ITF in Großbritannien, Diego Dedura (TC
1899 Blau-Weiss): Runde der letzten 32 beim ATP Challenger
in Bonn.
TVBB on tour
– KW34 2025
Große Erfolge für SCC-Trio: Markus Malaszszak erreichte das Finale
beim ITF in Thailand – Benito Sanchez und Daniel Masur
gewannen die Doppel-Konkurrenz beim ATP Challenger in
Augsburg. Benito Sanchez war auch im Einzel erfolgreich und
schaffte den Einzug ins Viertelfinale.
Gleiches gelang Michael Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) beim
ITF in Überlingen. Beim Augsburger Challenger trat auch Diego
Dedura (TC 1899 Blau-Weiss) an und erreichte das Achtelfinale.
Daniel Masur verlor in der 1. Hauptrunde gegen seinen Teamkollegen
Benito Sanchez, auch Robert Strombachs und Nino
Ehrenschneider (beide LTTC „Rot-Weiß”) und Rudolf Molleker
verloren dort. Ebenso in der Runde der letzten 32 scheiterte Sebastian
Heinrich beim Junior-ITF in Tschechien.
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TVBB on tour
– KW35 2025
Michael Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) spielt sich beim ITF Future
in Allershausen bis ins Halbfinale. Auch Daniel Masur (TC SCC)
war erfolgreich: Beim Challenger in Manacor (Spanien) musste
er sich erst im Viertelfinale in einem denkbar knappen Match
(dreimal Tiebreak) dem Österreicher Rodionov (ATP #154) geschlagen
geben.
Markus Malaszszak (TC SCC) musste in Thailand im Achtelfinale
aufgeben. In der ersten Hauptrunde verloren: Carl Radtke
beim Junior-ITF in Merzig, Felix Triquart (Zehlendorfer Wespen)
beim Junior-ITF in Lettland, Robert Strombachs (LTTC „Rot-
Weiß”) beim Challenger in Portugal und Nino Ehrenschneider
(LTTC „Rot-Weiß”) in Allershausen.
matchball | 04 – 2025
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TVBB-Sport
TVBB on tour
– KW36 2025
Jonas Pelle Hartenstein (TC 1899 Blau-Weiss) erreichte das
Viertelfinale beim Weltranglistenturnier in Polen. Gleiches gelingt
Felix Triquart (Zehlendorfer Wespen) bei den Junioren in
Hannover.
Große Erfolge im Doppel: Sonja Zhenikhova (Blau-Gold
Steglitz) erreichte das Grand-Slam-Halbfinale bei den US Open
der Juniorinnen mit Eva Bennemann. Beim ATP Challenger der
Türkei gewann Daniel Masur (TC SCC) mit Milos Karol die Doppel-Konkurrenz.
Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss) und Rudolf Molleker
erreichen beim ATP Challenger in Österreich das Achtelfinale,
genau wie Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß”) in
den Niederlanden beim ITF. Für Caroline Werner (TC 1899 Blau-
Weiss) beim WTA125 in Kanada und Robert Strombachs beim
ATP Challenger CH125 in Spanien war in der ersten Hauptrunde
Schluß, genauso wie für Sebastian Heinrich (BTTC Grün-Weiss)
und Julia Hofmann (TC 1899 Blau-Weiss) beim Junior-ITF in
Hannover.
TVBB on tour
– KW37 2025
Sonja Zhenikhova erfolgreich in Polen: Beim ITF in Radom erreichte
die Spitzenspielerin von Blau-Gold Steglitz im Einzel das
Halbfinale und konnte zusammen mit Maja Pawelska (Polen)
die Doppel-Konkurrenz gewinnen.
Ebenfalls in Polen, beim ATP Challenger in Szczecin erreichten
Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss) und Rudolf Molleker
das Achtelfinale. Gleiches gelang Robert Strombachs (LTTC
„Rot-Weiß”) beim Challenger in Italien. In Runde 1 war für Caroline
Werner (TC 1899 Blau-Weiss, WTA125 Spanien) und Carl
Radtke (LTTC „Rot-Weiß”, Junior-ITF Polen) Endstation.
Unsere Jugend war zu Gast in Dresden bei den Offenen Ostdeutschen
Meisterschaften. Michail Hotin (Potsdamer TC„Rot-
Weiß”) gewann die U14-Konkurrenz, im Halbfinale konnte er
gegen Nikita Rung (TK Blau-Gold Steglitz) gewinnen. Auch
bei den Mädchen ging der Titel an den TVBB: Nicole Sokolska
(TC 1899 Blau-Weiss) gewann im Finale gegen Stella Baumgardt
(TC Tiergarten) und im Halbfinale gegen Feenia Kraus
(LTTC „Rot-Weiß“). In der U12 erreichte Veljko Djumic (Grunewald
TC) das Halbfinale und Aurelie Lienau (TC Frohnau), Ellen
Ahrens (LTTC „Rot-Weiß”) sowie Paul Schwarzberg (TC SCC) das
Viertelfinale.
TVBB on tour
– KW38 2025
Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) ist Europameisterin.
Zusammen mit Eva Bennemann gewann sie die U18-Doppel-
Konkurrenz. Im Einzel gewann sie die Bronzemedaille und verlor
im Halbfinale gegen die Schwedin Wallberg.
Auch Daniel Masur (TC SCC) war erfolgreich und erreichte
beim Challenger in Columbus (USA) das Halbfinale. In Runde
Eins der Hauptfelder verloren Benito Sanchez (TC SCC) beim
ITF in den USA und Caroline Werner (TC 1899 Blau-Weiss) beim
WTA125 in Italien.
TVBB on tour
– KW39/40 2025
In der vorletzten Woche konnte Nino Ehrenschneider (LTTC
“Rot-Weiß”) beim ITF-Weltranglistenturnier auf Kreta das Finale
erreichen, dort verlor er gegen den Griechen Xilas. In der letzten
Woche konnte Nino Ehrenschneider beim ITF-Weltranglistenturnier
auf Kreta das Finale erreichen, dort verlor er gegen
den Griechen Xilas – kein Copy&Paste-Fehler: Zwei tolle Erfolge
hintereinander und am Ende eine Niederlage gegen den gleichen
Spieler. War es in der ersten Woche noch ein deutlicheres
2:6 3:6, musste er sich in der zweiten Woche sehr knapp mit 6:3
2:6 4:6 geschlagen geben.
Ebenfalls in der vorletzten Woche erreichte Sophie Triquart
(Zehlendorfer Wespen) das Halbfinale beim Jugend-ITF
in Spanien. In Frankreich erreichte Jonas Hartenstein (TC 1899
Blau-Weiss) das Achtelfinale beim Herren-ITF. Daniel Masur (TC
SCC) verlor beim Challenger in Las Vegas in der ersten Runde.
Erstmals erreichte auch Nachwuchsspieler Sebastian Heinrich
(BTTC Grün-Weiss) über gute Siege in der Qualifikation das
Hauptfeld eines Herren-ITFs. In Tschechien scheiterte er im
Hauptfeld knapp in drei Sätzen am ersten Weltranglistenpunkt.
In der letzten Woche erreichte Caroline Werner (TC 1899
Blau-Weiss) beim WTA125 in der Türkei das Achtelfinale. Auch
Robert Strombachs (LTTC “Rot-Weiß”) erreichte beim ATP Challenger
in Frankreich das Achtelfinale. Für Franziska Sziedat
(Potsdamer TC „Rot-Weiß“) in Bulgarien und Daniel Masur (TC
SCC) beim Challenger in den USA war in der ersten Hauptrunde
Schluss.
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matchball | 04 – 2025
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TVBB-Intern
Nachrufe
Trauer um Fredy Liske
M
it großer Trauer nimmt der TC Tiergarten Abschied
von seinem langjährigen Vereins- und Ehrenmitglied
Fredy Liske, der am 16.06.2025 verstorben ist.
Fredy war über Jahrzehnte hinweg ein unverzichtbarer
Teil des Vereins. Als leidenschaftlicher Sportwart und 1. Vorsitzender
hat er unseren Verein ein viertel Jahrhundert lang
mit Herzblut und außerordentlichem Engagement geprägt.
Für ihn war der Verein mehr als nur ein Ehrenamt – er war
sein zweites Zuhause, ein Ort, an dem er Freundschaften
pflegte und seine sportliche Leidenschaft auslebte.
Sein Name war in ganz Tennis–Deutschland bekannt.
Nicht selten lautete die Frage: „TC Tiergarten – ist das nicht
der Verein von Fredy Liske?“. Ob bei sportlichen Wettkämpfen,
oder geselligen Clubveranstaltungen – Fredy war
immer mit vollem Einsatz dabei, als erfolgreicher Spieler, als
glühender Fan der 1. Herrenmannschaft oder als jemand, der
zu feiern wusste.
Wir verlieren mit ihm einen weit über das normale Maß
hinaus engagierten Sportkameraden, dessen Wirken und
Persönlichkeit uns stets in Erinnerung bleiben werden.
Der TVBB trauert um
Werner Ludwig
D
er Tennis-Verband Berlin-Brandenburg ist tief betroffen
über den Tod seines Ehrenmitglieds Werner Ludwig,
der im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert der
Verband eine Persönlichkeit, die über sieben Jahrzehnte hinweg
den Tennissport in Brandenburg geprägt und mit großem
Idealismus begleitet hat.
Seit 1955, als er sich erstmals als Jugendwart der BSG
Empor Finsterwalde engagierte, widmete Werner Ludwig
sein Wirken dem Tennissport. Später übernahm er als Sportwart
des Bezirks Brandenburg Verantwortung und setzte sich
unermüdlich für die Spielerinnen und Spieler seiner Region
ein. Für dieses jahrzehntelange Engagement wurde er vielfach
geehrt: 2005 mit der Goldenen Ehrennadel des TVBB,
2015 mit der Goldenen Ehrennadel der Deutschen Olympischen
Gesellschaft und 2017 schließlich mit der Ehrenmitgliedschaft
im TVBB.
Werner Ludwig war ein Vorbild an Leidenschaft und Einsatzbereitschaft.
Der TVBB verneigt sich in Dankbarkeit vor
seinem Lebenswerk. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken
bewahren.
M
it großer Trauer nimmt der TC Orange-Weiß Friedrichshagen
Abschied von seinem Ehrenvorsitzenden Gerfried
Arndt, der am 11.07.2025 verstorben ist.
Gerfried spielte seit seinem zwölften Lebensjahr Tennis
beim TC Orange-Weiß Friedrichshagen (bis 1989 SG
Gerfried Arndt – Ein Leben
für den Tennissport
Friedrichshagen). Noch mit über 70 Jahren gewann er mit
seiner Enkeltochter die Clubmeisterschaft im Mixed.
Gerfried leitete den Tennisclub in Friedrichshagen
über 30 Jahre und trug maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung
des Vereins bei. In den 70er und 80er Jahren organisierte
er die Internationalen Meisterschaften von Friedrichshagen,
die viele internationale Teilnehmer anzogen.
1996 initiierte er den Bau des neuen Clubhauses, 2007
folgte der Bau der festen Halle. Diese Projekte sicherten ihm
bleibende Verdienste für den Tennissport und den TCOW.
Der Verein, der heute 518 Mitglieder und 178 Kinder und
Jugendliche im regelmäßigen Training zählt, dankt seinem
Ehrenvorsitzenden.
Fotos: privat
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matchball | 04 – 2025
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International
Siegerin Aryna Sabalenka mit dem Pokal
US-Open 2025 - 18. August bis 7. September 2025
Drama in Flushing Meadows:
Alcaraz siegt,
Sabalenka verteidigt,
Altmaier beißt
Die US Open sind kein Turnier, sie sind ein Spektakel – ein Festival zwischen
Hardcourt-Hitze, Neonlichtern und New Yorker Wahnsinn. 2025 schrieb Carlos
Alcaraz mit seinem Sieg über Jannik Sinner ein weiteres Kapitel einer Rivalität
für die Geschichtsbücher. Aryna Sabalenka hielt dem Druck stand und krönte
sich erneut zur Königin von Flushing Meadows. Und aus deutscher Sicht
kämpfte sich Daniel Altmaier mit Herz und Schmerz ins Rampenlicht – ein
Auftritt, der trotz Aufgabe in Erinnerung bleibt.
US Open 2025 – Alcaraz und Sabalenka regieren New York
Flushing Meadows, Spätsommer, die Lichter des Arthur Ashe
Stadiums – und am Ende zwei Sieger, die ihren Namen einmal
mehr in die Tennisgeschichte meißeln: Carlos Alcaraz und
Aryna Sabalenka. Die US Open 2025 boten zwei Wochen voller
Dramen, Überraschungen und Emotionen. Und sie endeten mit
einem Hauch von Déjà-vu: Alcaraz mit dem Pokal in der Hand,
Sabalenka als strahlende Titelverteidigerin.
Alcaraz gegen Sinner – ein Klassiker in Serie
Das Männerfinale war wieder ein Duell, das sich längst wie
ein eigenes Kapitel der Tennisgeschichte liest: Alcaraz gegen
Sinner, zum dritten Mal in Folge bei einem Grand-Slam-Finale.
Diesmal hatte der Spanier das bessere Ende für sich. Mit
6:2, 3:6, 6:1, 6:4 schlug er den Titelverteidiger Jannik Sinner –
und sicherte sich nicht nur seinen zweiten US-Open-Titel nach
2022, sondern auch die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste.
Vor den Augen von US-Präsident Donald Trump, der das
Foto: Jürgen Hasenkopf
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matchball | 04 – 2025
Sonja Zhenikhova und
Eva Bennemann
International
ihn gegen Alex de Minaur eine Verletzung stoppte. Beim Stand
von 7:6, 3:6, 4:6, 0:2 musste er aufgeben – ein bitterer Moment
nach über neun Stunden Spielzeit in der ersten Woche.
Deutsche Junioren sorgen für Hoffnung
Auch im Junioren-Bereich gab es Lichtblicke. Der Düsseldorfer
Jamie Mackenzie stand im Halbfinale der Doppelkonkurrenz,
Sonja Zhenikhova aus Berlin erreichte mit Eva Bennemann
ebenfalls das Halbfinale im Juniorinnen-Doppel. Für beide
wertvolle Erfahrungen, die Lust auf die nächsten Jahre machen.
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Finale zur Chefsache erklärte, wirkte Alcaraz unerschütterlich.
Sein sechster Grand-Slam-Titel, sein Statement: Mit 22 Jahren
ist er längst das Gesicht einer Generation.
Sabalenka bleibt die Chefin
Bei den Damen gab es keinen Thriller, sondern einen
klaren Beweis von Stärke. Aryna Sabalenka verteidigte
ihren Titel mit einem 6:3, 7:6 (7:3)-Sieg
über Amanda Anisimova. Für die 27-Jährige aus
Belarus war es der vierte Grand-Slam-Erfolg, der
erste nach zwei bitteren Finalniederlagen
in Melbourne und Paris. Diesmal hielt sie
stand, diesmal war sie die unangefochtene
Nummer eins.
Deutsche Geschichten – Zverev,
Struff und Altmaier
Auch für die deutsche Riege gab es reichlich
Stoff. Alexander Zverev wollte an seine starken
Auftritte des Sommers anknüpfen, scheiterte
jedoch in der dritten Runde. Gegen den Kanadier
Felix Auger-Aliassime fehlte ihm in den entscheidenden
Momenten die Durchschlagskraft,
am Ende hieß es 6:4, 6:7, 4:6, 4:6 – ein Ergebnis,
das Zverev selbst als „bitter, aber kein Beinbruch“
einordnete. Sein Ziel bleibt klar: endlich auch in New
York ganz oben zu stehen.
Jan-Lennard Struff hingegen zeigte, warum er trotz Verletzungen
und Rückschlägen immer wieder für Furore sorgen
kann. Mit druckvollem Aufschlagund
Netzspiel erreichte er als Qualifikant
das Achtelfinale, wo er sich
„
Altmaier kämpft
bis zum Umfallen“
Novak Djokovic beugen musste.
Ein Match, das sinnbildlich
für Struffs Karriere steht: Voller
Leidenschaft, immer auf
Augenhöhe, oft knapp vorbei am ganz großen Coup.
Daniel Altmaier schrieb ebenfalls ein Kapitel: Mit zwei
Fünfsatzsiegen kämpfte er sich in die dritte Runde, ehe
New York im Ausnahmezustand
Abseits des Courts sorgte die Ankündigung von Trumps Besuch
für Schlagzeilen. Secret Service, doppelte Kontrollen, Nervosität
bei Zuschauern und Journalisten – Flushing Meadows wirkte
für einen Tag wie eine Hochsicherheitszone. Dem Finale
selbst tat das keinen Abbruch. Es war laut, es war intensiv, es
war New York.
Fazit: Die US Open bleiben ein Spektakel
Die 2025er-Ausgabe hat gezeigt, warum dieses
Turnier so besonders ist. Hier entstehen Geschichten,
die bleiben: Alcaraz als König
von New York, Sabalenka als eisige Konstante,
deutsche Spieler zwischen
Hoffnung und Enttäuschung. Die US
Open sind ein Fest der Gegensätze –
laut, wild, manchmal chaotisch, aber
immer mit dem Gefühl, dass hier Tennis
nicht nur gespielt, sondern gelebt
wird.
Claudio Gärtner
Carlos Alcaraz (ESP) jubelt nach dem Sieg
Fotos: Jürgen Hasenkopf
matchball | 04 – 2025
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International
MSC Hamburg Ladies Open – 14. bis 21. Juli 2025
Von 361 in die Top 50:
Boisson schreibt ihre
Erfolgsstory
Ein kühler Kopf, ein heißes Finale: Lois Boisson krönte sich bei
den MSC Hamburg Ladies Open 2025 zur neuen Siegerin am
Rothenbaum – und brachte das größte Sandplatzstadion
Deutschlands zum Beben.
Lois Boisson
Es gibt Spielerinnen, die reißen das Publikum mit wilden
Gesten und donnernden Schreien mit. Lois Boisson gehört
nicht dazu. Die Französin ist normalerweise ein
Muster an Gelassenheit, fast schon kühl in ihrer Art. Doch als
am Finalsonntag in Hamburg der Matchball verwandelt war,
brach der Damm: Faust gen Himmel, ein Jubelruf, dankbares
Winken in alle Richtungen. Ein Moment, der klar machte – dieser
Titel bedeutet ihr alles.
Mit 7:5, 6:3 besiegte die 22-Jährige im Endspiel die Vorjahressiegerin
Anna Bondar und sicherte sich damit den ersten
großen Triumph ihrer Karriere. 18.000 Zuschauerinnen und
Zuschauer hatten in der Turnierwoche den Weg zum Rothenbaum
gefunden, viele von ihnen feierten Boisson wie eine
alte Bekannte. „Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewinnen
konnte“, sagte sie später – ein Satz so nüchtern wie ihre Spielweise,
aber getragen vom Stolz einer Spielerin, die innerhalb
eines Jahres von Platz 361 auf Rang 44 der Weltrangliste durchgestartet
ist.
Der Weg zum Sieg war alles andere als selbstverständlich.
Bondar startete furios, führte im ersten Satz schnell mit 4:0.
Doch Boisson fand den Schalter: variabler, druckvoller, präziser.
Sie drehte einen fast verlorenen Satz noch zu einem 7:5 –
und nahm diese Energie mit in den zweiten Durchgang. Bondar
kämpfte, doch sie kam nie wieder richtig ins Kommando.
Am Ende triumphierte Lois Boisson mit kühler Konsequenz.
Während die Ungarin Bondar im Einzel leer ausging, sollte
auch das Doppel-Endspiel nicht für Trost sorgen. An der Seite
von Arantxa Rus vergab sie im Match-Tiebreak zwei Matchbälle,
am Ende jubelte das Duo Kichenok/Ninomiya. Bittere Tränen
für Bondar, grenzenloser Jubel für ihre Gegnerinnen.
Hamburg selbst präsentierte sich bei den MSC Hamburg
Ladies Open als perfekte Bühne. Turnierdirektorin Sandra Reichel
schwärmte: „Wir haben hier Weltklasse-Tennis gesehen,
das war Sport auf höchstem Niveau.“ Die Zahlen unterstreichen
Anna Bondar und Siegerin Lois Boisson
das: TV-Bilder in fast 200 Ländern, eine wachsende internationale
Strahlkraft – und für die Zukunft Pläne, ein Rollstuhlturnier
mit Weltranglistenpunkten zu integrieren.
Auch deutsche Spielerinnen waren am Start, sieben im
Hauptfeld, sechs in der Qualifikation. Zwar fand das Achtelfinale
ohne nationale Beteiligung statt – auch weil Eva Lys,
Laura Siegemund und Ella Seidel nicht antreten konnten –,
doch DTB-Präsident Dietloff von Arnim betonte: „Viele unserer
Spielerinnen sind auf dem Weg nach oben.“ Das Turnier soll
auch künftig eine Bühne für sie bleiben.
Ein emotionales Highlight abseits der Matches lieferte ein
Mann, der einst selbst auf diesem Court groß wurde: Tommy
Haas. Im Showmatch gegen Dominic Thiem wirkte der 47-Jährige
wie verjüngt. Beweglich, schlagstark, souverän besiegte
er den US-Open-Sieger von 2020 mit 6:2, 6:4 – und erinnerte
das Hamburger Publikum daran, warum er einmal die Nummer
zwei der Welt war. „Tommy ist ein Phänomen“, meinte Thiem lachend,
„ich hätte ihn gerne mal als Trainer gehabt.“
So endete die Turnierwoche am Rothenbaum mit einem
Gefühl, das auch in die Zukunft weist: Hamburg ist wieder ein
Fixpunkt im internationalen Tennisjahr – lebendig, emotional,
mit Potential nach oben. Und mit Lois Boisson hat das Turnier
eine Siegerin gefunden, die ihren Namen ins Rampenlicht gespielt
hat. Ihr Weg führt längst weiter nach oben. Ob sie 2026
als Titelverteidigerin zurückkehrt? In Hamburg würde man sie
mit offenen Armen empfangen.
Claudio Gärtner
Fotos: Valeria Witters, Grafik: Adobe Stock
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matchball | 04 – 2025
International
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Das deutsche Team: Tim Pütz, Kevin Krawietz, Justin Engel, Yannick
Hanfmann, Jan-Lennard Struff und Teamchef Michael Kohlmann
Davis Cup – 12. und 13. September 2025
Deutschland jubelt – und ein
17-Jähriger schreibt Geschichte
Manchmal schreibt der Davis Cup Geschichten, die größer sind als das Ergebnis. Ende August in Tokio war so
ein Moment: Deutschland qualifizierte sich mit einem klaren 4:0 gegen Japan souverän für die Finals – und
mittendrin stand ein 17-Jähriger, der sein Debüt feierte. Justin Engel, zweitjüngster Davis-Cup-Spieler der
deutschen Geschichte, stahl den Routiniers für einen Augenblick die Show und ließ erahnen, wohin die
Reise des deutschen Herrentennis noch gehen könnte.
Foto: Hiroshi Sato
Tokio, Ariake Coliseum, spätsommerliche
Stimmung – und am Ende ein deutscher
Jubelchor: Das Davis-Cup-Team hat auch
2025 die Qualifikation für die Finals gemeistert. Mit
einem souveränen 4:0 gegen Gastgeber Japan zog die Mannschaft
von Teamchef Michael Kohlmann bereits zum zweiten
Mal in Folge in die Endrunde ein. Es war ein Auftritt, der den
Teamgeist unterstrich – und einer, der vielleicht
sogar ein neues Kapitel im deutschen
Herrentennis aufgeschlagen hat.
Der Schlüssel zum Erfolg kam – wie so oft
– von den Doppel-Spezialisten. Kevin Krawietz
und Tim Pütz lieferten im dritten Match
das, was sie seit Jahren auszeichnet: Stabilität
in engen Momenten. Mit 6:3, 7:6 behielten sie
die Nerven, holten den entscheidenden dritten Punkt und ließen
die Deutschen schon vor dem letzten Einzel jubeln. „Das
war heute eine großartige Teamleistung“, schwärmte Kohlmann.
„Kevin und Tim haben einmal mehr ihre Nervenstärke
im Doppel bewiesen.“
Doch die eigentliche Geschichte des Wochenendes schrieb
ein 17-Jähriger: Justin Engel. Der Youngster durfte zum Abschluss
ran – und legte bei seinem Davis-Cup-Debüt einen
bemerkenswerten Auftritt hin. Mit 6:3, 6:7, 10:7 setzte er sich
gegen den ebenfalls noch jungen Japaner Rei Sakamoto durch.
Damit reiht sich Engel als zweitjüngster deutscher Davis-Cup-
Spieler hinter Boris Becker in die Geschichtsbücher ein. „Ich
war am Anfang unglaublich nervös, die Zuschauer waren laut
– aber dann habe ich meinen Rhythmus gefunden“, sagte
Engel hinterher mit leuchtenden Augen. „Es hat unheimlich
Spaß gemacht. Ich kann es kaum erwarten, wieder Davis Cup
zu spielen.“
„
Davis Cup schreibt
deutsche
Nachwuchs-Geschichte“
Auch Kohlmann war voll des Lobes: „Justin hat etwas Besonderes
geschafft. In so jungen Jahren auf diesem Level zu
bestehen, ist eine bemerkenswerte Leistung.“ Ein Satz, der fast
nach Vorschusslorbeeren klingt – aber vielleicht auch nach
einer sanften Wachablösung im deutschen Tennis.
Vor rund 5.000 Fans in Tokio zeigten die Deutschen einmal
mehr, dass sie im Davis Cup schwer zu schlagen sind. Nach
den erfolgreichen Jahren zuvor haben sie sich
auch diesmal früh das Ticket für die Finals gesichert.
Der Blick richtet sich nun nach vorne:
Die Endrunde wartet – und mit ihr die Chance,
endlich wieder einmal ganz tief ins Turnier
vorzustoßen.
Was bleibt, ist ein klarer Befund: Deutschland
hat die Mischung, die man braucht
– erfahrene Eckpfeiler im Doppel, solide Einzelspieler, und
nun auch ein Juwel, das noch viele Schlagzeilen verspricht.
Der Davis Cup 2025 könnte also nicht nur als weiterer Erfolg
im Geschichtsbuch stehen, sondern auch als Anfang einer
neuen Ära.
Claudio Gärtner
matchball | 04 – 2025
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TVBB-Intern
Glosse
Ehrenamt – Ehre oder einfach nur … Amt?
Es gibt Begriffe, bei denen man unweigerlich ein Bild im Kopf hat. „Ehrenamt“ ist so einer. Da sieht man sofort einen
aufrechten Menschen mit Block in der Hand und Sorgen in der Stirnfalte, der auf der Mitgliederversammlung das Wort
ergreift, während die anderen sich instinktiv hinter dem Buffet verstecken. Oder man denkt an jemanden mit Powerpoint
und Prinzipien, der irgendwann mal „Ich mach das jetzt mal ein Jahr“ sagte – und zehn Jahre später immer noch im
Vorstand sitzt. Mit steigendem Kaffee- und Keksverbrauch.
Aber was ist es denn nun – das Ehrenamt? Eine edle Berufung?
Oder eher so was wie der Hausputz: keiner
macht’s gern, aber wenn’s keiner macht, sieht’s halt aus
wie bei Hempels?
Die Sitzungsweltmeister
Beginnen wir bei den Ehrenämtlern der feinen Sorte – nennen
wir sie die Repräsentanten. Sie erscheinen meist in Jackett oder
Poloshirt mit eingesticktem Vereinslogo und haben eine gewisse
Vorliebe für Sätze wie „Ich bin hier nicht irgendwer.“ Sie
kennen die Geschäftsordnung, die Satzung und das Passwort
zur Dropbox, aber sie sind vor allem: sichtbar. Besonders gern
auf Fotos.
Zwischen Latte Macchiato und Linierungskreide
Das Ehrenamt, so scheint es, ist ein bisschen wie Tennis selbst:
alle reden drüber, aber die meisten schauen lieber zu. Dabei
ist das Spielfeld groß. Es reicht vom Kassierer mit Excel-Fetisch
bis zur Platzwartin mit Eimer, Herz und Sonnenhut.
Gerade im Tennisverein ist die Spannweite enorm: Hier die Toporganisatorin,
die seit 15 Jahren das Jugendcamp schmeißt,
dort der anonyme Netzpfostenrichter, der jedes Frühjahr dafür
sorgt, dass der Platz nicht aussieht wie ein Trümmerfeld.
Und natürlich die legendären Eltern, die beim Medenspiel
grillen – obwohl ihr Kind leider absagen musste. Ehrenamt, wie
es sein sollte: unaufgeregt, uneigennützig, ungefragt – und unfassbar
wichtig.
Vom Rückzug zur Rückhand
Das Problem ist nur: Immer weniger Menschen haben Lust.
Ehrenamt? Uff.
Ist das nicht das, wo man ständig Mails bekommt, die mit
„Wir brauchen dringend Hilfe bei…“ beginnen? Und wo man
dann sonntags um 8:30 Uhr mit einem Brötchen in der einen
und der Anmeldebogenmappe in der anderen Hand vorm
Clubheim steht, während es nieselt?
Ja. Genau das ist es. Aber auch nicht nur.
Denn Ehrenamt heißt eben auch: Teil sein. Etwas gestalten,
das größer ist als man selbst. Einen Verein mit Leben füllen, der
ohne freiwilliges Engagement ziemlich schnell ziemlich leer
wäre – nicht nur an Personal, sondern auch an Seele. Es ist wie
beim Doppel: Wenn keiner ans Netz geht, wird’s halt schwierig
mit dem Punktgewinn.
Der Repräsentant ist ein ehrenamtliches Chamäleon – bei
Pressegesprächen eloquent, beim Aufbau des Bierwagens
meist „leider verhindert“. Dafür trägt er Verantwortung. Und
das nicht zu knapp – wobei unklar ist, wofür genau. Meist für
„die Außendarstellung“. Man erkennt ihn daran, dass er bei Veranstaltungen
regelmäßig vorne sitzt. Aber nie bei der Müllentsorgung.
Der Protokoll-Märtyrer
Dann gibt es den zweiten Typ: die stille, tapfere Gattung des
operativen Ehrenamts. Sie schreibt Protokolle, liest sie auch –
freiwillig – und versendet sie mit der Fußnote „Bitte um Rückmeldung
bis Dienstag“. Es meldet sich niemand.
Dieser Ehrenämtler kauft T-Shirts fürs Jugendturnier, organisiert
Waffeleisen und weiß, wo im Vereinsschuppen das Gaffatape
liegt. Er oder sie lebt zwischen Beruf, Familie, Turnierleitung
und der Frage, ob man die Jugendversammlung noch
vor dem Sommer unterkriegt.
Der Dank? „Schön, dass es geklappt hat.“ – Und das war’s
dann meistens auch. Keine Statue. Kein Parkplatz. Nur gelegentlich
ein trockener Keks von der letzten Präsidiumssitzung.
Und was ist nun die Antwort?
Also – ist das Ehrenamt nun Ehre oder Amt? Die Wahrheit liegt,
wie so oft im Leben, irgendwo zwischen Protokollpflicht und
Pommesstand.
Es ist manchmal anstrengend, ja. Und manchmal auch frustrierend.
Aber es ist auch erfüllend, verbindend, und in den besten
Fällen sogar lustig.
Man lernt Menschen kennen, die man nie kennengelernt
hätte, erfährt Dinge, die man nie wissen wollte (z. B. wie viele
Kabelbinder man für eine Bierzeltgarnitur braucht), und trägt
dazu bei, dass der Verein mehr ist als nur ein Ort mit Linien
auf Sand.
Vielleicht ist das Ehrenamt also nicht die große Bühne, sondern
die viel zu kleine Kabine hinter der Bühne, in der die richtigen
Leute dafür sorgen, dass der Vorhang überhaupt aufgeht.
Und ja: Es kostet Zeit, Energie und manchmal auch Nerven.
Aber wer sich traut, findet darin eine Rolle, die nicht jeder spielt
– aber viele brauchen.
Also los. Vielleicht einfach mal machen. Nicht für die Ehre.
Nicht fürs Amt. Sondern für den Moment, wenn alles läuft –
und du weißt: ein kleines bisschen liegt’s auch an dir.
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matchball | 04 – 2025
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