New Work Styles 3-2025
New Work STYLES Ausgabe 3 2025
New Work STYLES Ausgabe 3 2025
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EDITION Nº 3 F OKT.-JANUAR 2025/2026 F EUR 9,50 F ISSN 2944-4187
Das Magazin für neue Arbeitswelten
Prof. Dr. Yasmin Weiß | Neue Intelligenz der Arbeit
Generation 50plus | Erfahrung verbindet
Vitra | Ein Klassiker öffnet neue Räume
Zooplus | Wenn das Büro auf den Hund kommt
Fenyx | Zirkuläre Büros stärken Wettbewerb
Dr. med. Munter Sabarini | Work in Balance
FITS YOU, FITS ANYWHERE
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Bringen Sie Ihren Arbeitsplatz mit der kompakten Leitz Ergo Workstation auf ein neues Niveau. Kombinieren Sie
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EDITORIAL
Zwischen Sinn
und System
Pietro Giarrizzo
Chefredakteur
New Work Styles
Liebe Leserinnen und Leser,
die Diskussion um die Vier-
Tage-Woche zeigt, wie tief
sich Arbeit verändert. Es
geht längst nicht mehr um
Stunden, sondern um Sinn. Die Zukunft
entsteht in Zwischenräumen – zwischen
Effizienz und Erholung, KI und Kreativität,
Technologie und Menschlichkeit.
2026 wird ein Jahr der Balance. Der Arbeitsplatz
wird fließend, die Arbeit anlassbezogen.
Menschen wechseln zwischen
Büro, Homeoffice und Co-Working
– je nach Aufgabe, nicht aus Gewohnheit.
In dieser Ausgabe zeigen wir, wie sich
diese Entwicklung in Architektur, Unternehmenskultur
und Denken spiegelt. Vitra
beweist mit dem Slow Chair und dem
Slow Sofa, dass Design mehr ist als Funktion:
Es schafft Orte, die Ruhe, Konzentration
und Nähe zugleich ermöglichen.
Fenyx übersetzt Kreislaufwirtschaft in
räumliche Praxis. Büroflächen werden
nicht verbraucht, sondern erneuert – modular,
reversibel, wertbeständig. Auch
Dauphin zeigt, wie ökologische und soziale
Verantwortung zusammen mit guter
Unternehmensführung den Arbeitsplatz
prägt. Nachhaltigkeit ist hier kein Zusatz,
sondern Voraussetzung – und wird zum
Maßstab einer Arbeitswelt, die langfristig
trägt und neu definiert, worauf Erfolg
basiert.
Mit Prof. Dr. Yasmin Weiß blicken wir auf
die Ko-Intelligenz von Mensch und Maschine.
Sie beschreibt eine Zukunft, in
der KI nicht ersetzt, sondern ergänzt –
ein Werkzeug, das Kreativität verstärkt
und Lernen neu formt. Qualifikationslücken
zu schließen wird zur Kernaufgabe
jedes Unternehmens.
Seit einem Jahr begleitet New Work Styles
diesen Wandel. Das Magazin ist gewachsen
– in Themen, Reichweite und Resonanz.
Wir verstehen uns als Plattform für
Austausch, als Impulsgeber und kritische
Stimme einer Bewegung, die sich ständig
weiterentwickelt. Daran arbeiten wir
weiter – mit Tiefe, Offenheit und dem Anspruch,
Perspektiven zu verbinden.
New Work ist keine Methode, sondern
eine Kultur. Sie zeigt sich in Räumen, in
Beziehungen und in der Art, wie wir miteinander
arbeiten. Diese Ausgabe erzählt,
wie Arbeit neu gedacht wird – zwischen
Mensch, Raum und Verantwortung.
Herzlichst,
Immer up to date?
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kompakt, aktuell, relevant.
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linkedin.com/in/pietro-giarrizzo
pietro.giarrizzo@zarbock.de
NEW WORK STYLES
3
Inhalt
NWS News
6
Neues aus der
New-Work-Szene
Work Shift
12
Prof. Dr. Yasmin Weiß – Die neue
Intelligenz der Arbeit
20
24
16
18
20
Edding – Wenn Büros Dynamik
lernen
Change Maker 50plus – Erfahrung
verbindet Generationen
Dauphin HumanDesign Group –
Der grüne Büroplan
Ergo Design
24
Vitra – Ein Klassiker öffnet neue
Räume
28
Wilkhahn – Design mit innerer
Dynamik: Ein Stuhl, der überrascht
workspaces
34
32
34
40
43
46
Interstuhl – Ein Ort, der leise
wirkt
Zooplus / Combine Consulting –
Wenn das Büro auf den Hund kommt
SHR University / Steelcase – Lernräume
als gelebte Zukunft
Westerlundska Gymnasium /
Kinnarps – Form folgt Bildung
Fenyx – Zirkuläre Büros stärken
Wettbewerbsfähigkeit
Wellbeing
50
52
Dr. med. Sabarini – Work in Balance:
So bleibt der Rücken stark
Leitz – Micromoves für Makrowirkung
NEW WORK STYLES
4
40
60
62
63
Smart office
Brother – Effizient drucken im
Homeoffice
Data Guard
Viadee – Wenn Vertrauen zum
Geschäftsmodell wird
Ideal – Schreddern leicht
gemacht
3
54
64
Rubriken
Editorial –
Zwischen Sinn und System
Office & Beyond –
Büro und darüber hinaus
NWS en vogue –
Special: Smart Reisen
66 Vorschau /
Impressum
64
Titelfoto dieser Ausgabe: Vitra
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CAPELLA X | Eine neue Bürostuhlgeneration von Kinnarps
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NWS NEWS
Wohlbefinden im Büro – mehr als Design
Die Studie „Beyond Work“ von Bene zeigt: Mentale
Gesundheit beginnt im Raum – und intelligente
Gestaltung wird zum Schlüssel für Kwonzentration,
Kreativität und Balance. Bild: Wald und Schwert
Lärm, fehlende Rückzugsorte und anonyme
Großraumbüros gehören zu den größten
Belastungsfaktoren im modernen Arbeitsalltag.
Eine aktuelle Studie von Bene
zeigt, wie stark Raumgestaltung die mentale
Gesundheit und Leistungsfähigkeit
beeinflusst. Die Ergebnisse sind im neuen
White Paper „Beyond Work – Mentale Gesundheit
im Büro“ zusammengefasst.
Im Rahmen eines Online-Panels befragte
das Forschungsteam um Prof. Dr. Bernd
Wegener (Humboldt-Universität Berlin)
rund 1.000 Büroangestellte in Deutschland
und Österreich. Obwohl über 80
Prozent das Raumangebot grundsätzlich
positiv bewerten, geben nur 17 Prozent
an, ausreichend Ruhe für konzentriertes
Arbeiten zu finden. Ein Drittel
fühlt sich häufig gestresst – besonders
in klassischen Großraumbüros mit hohem
Geräuschpegel und mangelndem
Schallschutz.
Auch das Konzept des „Desk-Sharing“ wird
kritisch gesehen: Der eigene Arbeitsplatz
gilt vielen als Symbol persönlicher Autonomie.
Dennoch zeigen die Daten, dass offene
Bürokonzepte funktionieren können,
wenn sie differenziert gestaltet sind – mit
Zonen für Rückzug, Austausch und Regeneration.
„Mentale Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung
für Leistungsfähigkeit, Kreativität
und Zufriedenheit im Arbeitsalltag“,
sagt Michael Fried, Geschäftsführer von
Bene. „Mit diesem White Paper wollen wir
besser verstehen, welche Faktoren entscheidend
sind – und Unternehmen ermutigen,
gezielt zu handeln.“
Das White Paper „Beyond Work – Mentale
Gesundheit im Büro“ bietet eine fundierte
Analyse und zeigt, wie intelligente
Raumkonzepte das Wohlbefinden fördern
und Organisationen langfristig
stärken können.
bene.com/de/konzepte-wissen/beyond-work
Kollaboration mit KI – Der Mensch bleibt Impulsgeber
Der Industrieverband Büro und Arbeitswelt
e.V. (IBA) hat mit dem Pre-Read der
neuen New Work Order-Studie „Kollaboration
mit KI“ erste Einblicke in die
künftige Zusammenarbeit von Mensch
und Künstlicher Intelligenz veröffentlicht.
Trendforscherin Birgit Gebhardt
analysiert darin, wie generative KI und
autonome KI-Agenten Strukturen, Prozesse
und Räume der Arbeit verändern
– und warum menschliche Urteilskraft,
Kreativität und soziale Resonanz dabei
unverzichtbar bleiben.
Die Studie zeigt: KI entwickelt sich vom
Werkzeug zur aktiven Mitgestalterin
von Wertschöpfung. Sie verknüpft Daten,
verdichtet Informationen und liefert
Entscheidungsgrundlagen – während
Menschen neue Maßstäbe für
Kooperation und Reflexion setzen. „KI
verlangt Teams und Führungskräften
nicht nur technisches Know-how ab,
sondern fordert gerade die menschlichen
Ressourcen: kritisches Hinterfragen,
soziale Resonanz und kreative Kollaboration“,
betont Gebhardt.
Anhand von Beispielen aus Unternehmen
wie Microsoft, SAP und Salesforce
beschreibt sie Modellstufen auf dem
Weg zur AI-driven Company und zeigt,
wie sich Arbeitsteilung, HR-Strukturen
und Führungsrollen dynamisch weiterentwickeln.
Neben Interviews mit Expertinnen
und Experten enthält der
Pre-Read praxisnahe Fallstudien aus
Produktentwicklung, Service und Strategiearbeit.
Ein zentraler Befund: Die Integration
von KI gelingt nur, wenn Unternehmen
auch Räume und Lernkulturen anpassen.
Gebhardt beschreibt neue Raum-
Metaphern – von der Leitzentrale über
das Innovationslabor bis zur Gaming-
Challenge – als Orte für kreative Resonanz
zwischen Mensch und Maschine.
Der Pre-Read der Studie „Kollaboration
mit KI“ steht unter zum Download bereit.
Die vollständige Fassung erscheint im
Rahmen des Wherever Whenever – Work
Culture Festivals zur Orgatec 2026.
iba.online/knowledge/service/publikationen
Trendforscherin Birgit Gebhardt beleuchtet in der
neuen IBA-Studie „Kollaboration mit KI“, wie
Mensch und Maschine künftig zusammenarbeiten.
Fotos: IBA
NEW WORK STYLES
6
6. – 10. 2. 2026
FRANKFURT / MAIN
Fotos: Vepa
Im „Hooischuur“
verbinden sich Handwerk,
Architektur und
Gemeinschaft – ein
Raum, der zeigt, wie
Wertschätzung Gestalt
annimmt.
LIFE
STYLE
COMPO
SITIONS
Architektur der Wertschätzung
Mit der neuen Fertigungshalle in Hoogeveen zeigt Vepa the furniture
factory, wie Produktion, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft
zusammenfinden. Der niederländische Hersteller, bekannt
für seine zirkulären Prozesse, hat eine moderne Abteilung
für Plattenbearbeitung geschaffen – technisch präzise und
menschlich gedacht.
Im Zentrum steht eine Kantine in Form einer traditionellen
Heuscheune – ein Ort, der Wärme und Identität vermittelt. Mit
Holzfassade, Satteldach und Reetdeckung setzt sie einen bewussten
Kontrast zur industriellen Umgebung.
Entworfen wurde der „Hooischuur“ von Gertjan de Kam, Head
of Design bei Vepa: „Wir wollten einen Gegenpol zur technischen
Funktionalität der Halle schaffen – ein Gebäude, das
Wärme ausstrahlt und echte Wertschätzung vermittelt.“ Alle
Materialien stammen aus der Region, umgesetzt wurde das Projekt
von lokalen Betrieben.
Die ganze Vielfalt, das volle Programm: auf der
größten und internationalsten Konsumgütermesse.
Mit ihren Bereichen Dining, Giving und Living
sowie dem enormen Angebot rund um Hospitality
ist die Ambiente das weltweit führende Event
der Branche.
Der globale Treffpunkt der Konsumgüterbranche.
ambiente.messefrankfurt.com
Innen ist der Raum hell, wohnlich und mit Möbeln aus eigener
Produktion ausgestattet. Pflanzen setzen Akzente, Begegnung
wird selbstverständlich. Das Ergebnis: eine Architektur, die
Identität stiftet und Unternehmenskultur erlebbar macht.
Vepa beweist, dass Kreislaufwirtschaft mehr ist als ein Produktionsprinzip
– sie wird hier zur gelebten Philosophie.“
vepa.de
NWS NEWS
Ambiente: Kuratiertes Interior Design wächst weiter
Die Messe Frankfurt baut ihr Interior-Design-Angebot
im Rahmen der Ambiente
2026 deutlich aus. Bereits im kommenden
Jahr wird Halle 3.1 mit neuen Formaten
und kuratierten Präsentationen zum zentralen
Treffpunkt für Architektur, Design
und Objektausstattung. Parallel laufen
die Vorbereitungen für das neue Matchmaking-Format
Grandcreators – The
Signature Design Forum, das 2027 in der
Festhalle Premiere feiert.
Grandcreators soll internationale Premiummarken
aus Möbel- und Einrichtungssegmenten
mit Entscheidungsträgerinnen
und -trägern aus Architektur, Interior Design,
Contract Business und Hospitality
vernetzen – jenseits klassischer Messeformate.
Der Auftakt im Februar 2027 soll international
sichtbare Akzente setzen.
Marken wie Albrecht Jung, Cor, Thonet,
Vitra und Zeitraum sind von dem neuen
Konzept überzeugt. Das Format umfasst
mindestens fünf vorab organisierte Meetings
mit führenden Architekturbüros
und stärkt den Premiumbereich der Ambiente
gezielt.
„Grandcreators startet 2027 parallel zur
Ambiente. Denn das neue Konzept stößt
bereits heute auf großen Zuspruch in der
Branche. Gleichzeitig lebt das kuratierte
Matchmaking-Format von der breiten Präsenz
führender Premiummarken, inspirierenden
Neuentdeckungen sowie von
belastbaren Projektkontakten“, erklärt
Philipp Ferger, Bereichsleiter Consumer
Goods Fairs. „Daher ist es wichtig, Grandcreators
dann zu launchen, wenn es unseren
Anspruch an Relevanz und Wirkung
erfüllt.“
Bereits 2026 wird das Konzept Ambiente
Projects das kuratierte Angebot erweitern.
Die Messe bündelt damit Produkte
und Services für die Planung, Einrichtung
und Ausstattung zukunftsorientierter
Projekte – von Contract über Hospitality
bis Office Design. Zu den
Schwerpunkten zählen das weiterentwickelte
Markenareal Interior Looks, der
neue Interior Design & Architecture Hub
sowie die Materialausstellung At the table
with nature, realisiert mit dem Healthy
Materials Lab Europe.
Geführte Designerrundgänge bieten Entdeckungsreisen durch die Halle 3.1 – speziell für Innen-/Architekt:innen,
Interior Designer:innen, Objektausstatter:innen sowie designorientierte Retailer.
Interior Looks, 2025 gemeinsam mit Kurator
Bernd Schellenberg eingeführt,
zeigt hochwertige Möbel- und Einrichtungsmarken
mit Fokus auf handwerkliche
Fertigung und Individualisierung.
Neben Bielefelder Werkstätten, Christine
Kröncke Interior Design, JAB Anstoetz
Group, Rodam, Scholtissek, Signet und TF
fine furniture sind neu dabei Acapulco
Design, Conde House Europe, Holtkötter
Licht und Müller Möbelfabrikation. Außerdem
präsentieren in Halle 3.1 Marken
wie Blomus, Ethnicraft, Rohleder, Serax,
Vario Büromöbel, Dibbern, Guaxs und
Orrefors Kosta Boda ihre Kollektionen.
Der neue Interior Design & Architecture
Hub, gestaltet von Ambiente-Designerin
Katty Schiebeck, fungiert als Bindeglied
zwischen Hospitality, Objektgeschäft und
Innenarchitektur. Das Areal zeigt ausgewählte
Produkte aus den Hallen 11 und
3.1 und bietet eine integrierte Academy
mit zertifiziertem Vortragsprogramm.
Am Samstag und Sonntag kuratieren
World Architects das Programm, am
Montag erstmals der European Council of
Interior Architects (ECIA).
Ein weiteres Highlight: Die Ambiente Talents
feiern 2026 ihr 25-jähriges Jubiläum
mit einer Ausstellung, die aktuelle
und historische Entwürfe zeigt – darunter
Arbeiten von Sebastian Herkner oder
Lanzavecchia + Wai. Ergänzt wird das
Programm durch geführte Designerrundgänge,
die gezielt zu den Highlights
der Halle 3.1 führen.
ambiente.messefrankfurt.com
Foto: Messe Frankfurt/ Jens Liebchen.
NEW WORK STYLES
8
Analog denken, bewusst planen
Manche nutzen ihn für Termine, andere für Ideen, Wochenziele
oder kleine Gedanken am Rand: Der Chäff-Timer ist mehr als ein
Kalender. Er begleitet durch 12 oder 18 Monate – strukturiert, durchdacht
und visuell fein austariert.
Ob im kompakten A6+-Format oder als großzügiger A5-Timer – Fadenbindung,
reduziertes Layout und liebevoll gesetzte Extras wie
Mood-Tracker, Projektpläne oder Sticker zeigen, dass hier nicht einfach
Seiten gefüllt, sondern Alltag gestaltet wird.
Foto: Häfft Verlag
Klar strukturiert, durchdacht gestaltet und liebevoll detailliert – der Chäff-Timer
bringt Ordnung und Inspiration in den analogen Alltag.
Drei Ausführungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Classic
mit flexibler Hülle, Premium mit Gummiband und Stiftschlaufe, Deluxe
mit Kunstledereinband, Prägung und farbigem Schnitt. Die
Ausstattung wirkt hochwertig, aber nie aufdringlich – sie passt in
Taschen, Rucksäcke und Routinen.
Wer analog denkt, schreibt und plant, findet im Chäff-Timer ein
Tool, das nicht vorgibt, wie man zu arbeiten hat, sondern Raum
lässt, um den eigenen Rhythmus zu finden.
haefft-verlag.de/kalender
Munich Design Days 2026 erweitern Konzept und Räume
Vom 12. bis 15. März 2026 verwandeln die Munich Design Days
München erneut in ein Forum für Interior-, Architektur- und
Textilkultur. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Vorjahr kehren
nahezu alle Aussteller zurück – ergänzt durch neue Premiummarken
wie Wittmann Möbelwerkstätten. Insgesamt werden
über 100 internationale Interior- und Textilhersteller erwartet.
Der zentrale Standort Praterinsel bleibt Herzstück der Veranstaltung.
Neu hinzu kommen die Praterinsel Ateliers, die mit
ihrem industriellen Charakter zusätzliche Flächen für Markeninszenierungen
schaffen. Damit gewinnt der Veranstaltungsort
weiter an architektonischer Tiefe und Attraktivität für Fachbesucherinnen
und Fachbesucher. Zahlreiche Showrooms und
Partnerstandorte in der Innenstadt beteiligen sich, vernetzt
über einen digitalen City-Plan, der sämtliche Locations und
Events – einschließlich des Münchner Stoff Frühlings – bündelt.
Mobilitätspartner der Veranstaltung ist Range Rover. Die britische
Luxusmarke steht seit 1970 für Designqualität, technische
Innovation und handwerkliche Präzision – Werte, die auch im
Kontext der Munich Design Days eine zentrale Rolle spielen.
Mit der Kombination aus Messe, Ausstellung und Stadterlebnis
stärkt München seine Position als Designmetropole. Die Munich
Design Days zeigen, wie sich Marke, Raum und Stadt zu einer
lebendigen Plattform für Kreativität und Austausch verbinden.
munichdesigndays.de
Neue Flächen, neue Marken, neue Impulse – die Munich Design Days 2026
machen München erneut zum Treffpunkt der internationalen Designszene.
Foto: MDD/Wittmann
NEW WORK STYLES
9
NWS NEWS
Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner/Jannik Hammes
Die New Work Evolution 2026 in Karlsruhe bringt Fachmesse, Community und Inspiration zusammen – ein Treffpunkt für alle, die moderne Arbeitskultur gestalten.
New Work Evolution: Ein roter Faden durch die moderne Arbeitswelt
Remote Work, New Leadership, Holokratie,
Jobsharing, Diversity, Equity & Inclusion.
(DEI) – die Liste an Fachbegriffen
und Buzzwords ist lang, wenn es um New
Work geht. Im Arbeitsalltag werden diese
Begriffe zwar häufig genutzt, aber ebenso
oft ohne Substanz. Wer nach einem Kompass
durch die schöne neue Arbeitswelt
sucht, ebenso wie nach Best Practices und
ganz konkret nach Dienstleistern, die Unternehmen
on the way to New Work begleiten,
wird auf der New Work Evolution
(NWE) vom 5. bis 7. Mai 2026 fündig. Inspiration
vorab bietet das kostenfreie Online-
Format xChange im Januar kommenden
Jahres mit einem eigenen Slot zum Thema
New Work.
Im Mittelpunkt der NWE stehen die vier
Themenbereiche Technology, People & Culture,
Offices und DEI. Mehr als 50 Ausstellende
sowie über 130 Vorträge und Workshops
mit Speakern wie Isabel Grupp, Dr.
Georg Kofler, Markus Väth, Michael Trautmann
und Isabel Gebien waren bei der vergangenen
Ausgabe vertreten.
Stefanie Ruf, Projektleiterin der New Work
Evolution, erklärt: „New Work ist kein Konzept,
das einmal umgesetzt wird und dann
exakt in dieser Form fortbesteht. New Work
ist ein Weg mit Kurven und auch Kehrtwenden
– es braucht immer wieder eine Kurskorrektur,
um menschenzentriertes Arbeiten
und wirtschaftliche Effizienz in
Einklang zu bringen. Bei der NWE erfahren
HR-Verantwortliche, Geschäftsführende,
Organisationsentwickelnde oder interessierte
Arbeitnehmende, welche Tools und
Methoden es aktuell gibt, wie moderne Büroräume
gestaltet werden können und welche
Erfahrungen andere Unternehmen auf
ihrem Weg gemacht haben.“
Neu bei der 4. Ausgabe des Events ist der
NWE Boulevard powered by HCD GmbH,
der sich wie ein roter Faden durch die
Messehalle zieht – mit Hotspots, die prägnant
und anschaulich in die verschiedenen
Themenfelder rund um New Work
einführen. Deutlich größer als im Vorjahr
werden Podcast Stage und Community
Area gestaltet – ideal für Netzwerktreffen,
Autorenlesungen und Meet-&-Greet-
Formate.
Als Ausstellende sind in diesem Jahr unter
anderem Haufe, Lindner, Ikea, die Perspektuur
und Futureoffice vor Ort. Die
NWE findet gemeinsam mit der Fachmesse
für digitale Bildung, Learntec, statt und
zieht mehr als 13 000 Besuchende aus
Deutschland und Europa an.
Am 29. Januar 2026 bietet – ebenfalls in Kooperation
mit der Learntec – das kostenfreie
Online-Format xChange einen ersten
Einblick in moderne Arbeitskultur. Ein
Vormittag des dreitägigen Vortragsprogramms
widmet sich dem Thema New
Work. Expertinnen und Experten geben
dann Einblick in Unternehmenskultur, Organisationsentwicklung,
Technologien,
Tools, Künstliche Intelligenz, Bürogestaltung
und DEI.
newworkevolution.de
learntec.de/xchange
NEW WORK STYLES
10
Foto: Koelnmesse
imm cologne 2026: Globale Präsenz
Mit einer starken internationalen Beteiligung startet die imm cologne
ins Möbeljahr 2026: Aussteller aus 27 Ländern haben sich
bereits angemeldet. Besonders stark vertreten sind Anbieter aus
China und weiteren asiatischen Beschaffungsmärkten.Vom 20.
bis 23. Januar 2026 bringt die Messe unter dem Leitthema „World
of Interiors“ die internationale Branche in Köln zusammen. Sie
positioniert sich als zentrale Plattform für verbrauchernahe Einrichtung
im mittleren bis zum Preiseinstiegssegment.
„In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es eine
Plattform für effizientes Sourcing. Genau hier setzt die imm cologne
an“, sagt Bernd Sanden, Director der Messe. Die hohe Präsenz
asiatischer Anbieter mache Köln zu einem wichtigen Treffpunkt
des globalen Möbelhandels – „eine Brücke zwischen
Kontinenten“.
Die Hallenplanung folgt den Marktverhältnissen: In den Hallen
4.2 und 5.2 zeigen asiatische Lieferanten ihre Kollektionen, in
Halle 10.2 stehen europäische Wohn- und Polstermöbel im Fokus.
Halle 10.1 widmet sich Matratzen und Polstermöbeln – Segmenten,
die aktuell rückläufig sind. Mit ihrer klaren Struktur
und internationalen Reichweite schafft die imm cologne 2026
Orientierung und Impulse für den globalen Möbelmarkt.
imm-cologne.de
Internationale Marken und Lieferanten aus 27 Ländern prägen die imm cologne
2026 – ein Treffpunkt, der globale Beschaffung mit marktreifem Design verbindet.
Ein neues Kapitel der Kaffeekultur
Mit dem Nespresso House am Münchener Marienplatz definiert
der Kaffeespezialist die Rolle des stationären Handels neu. Auf
über 600 Quadratmetern verbindet das Konzept Lounge, Bar und
Boutique zu einem Ort, an dem Design, Nachhaltigkeit und Begegnung
selbstverständlich sind.
Gäste verkosten Kaffees, besuchen Masterclasses oder genießen
einen Espresso an der To-go-Bar. „Wir bringen Menschen zusammen,
um ihre Leidenschaft zu teilen – für Geschmack, Design
und bewussten Genuss“, sagt Geschäftsführer Alessandro
Piccinini.
Das Interieur folgt dem Prinzip zirkulären Designs: FSC-zertifizierte
Hölzer, energieeffiziente Beleuchtung und ein Tresen aus
recyceltem Kaffeesatz prägen den Raum. Teile der früheren Boutique
in der Theatinerstraße fanden hier neue Verwendung.
Gemeinsam mit Illustratorin Kera Till und Patisserie-Expertin
Alexa von Harder entstehen limitierte Editionen mit lokalem Bezug.
Das Nespresso House zeigt, wie sich Markenräume in Orte
des Erlebens verwandeln – urban, nachhaltig und sinnlich.
nespresso.com
Im Nespresso House verschmelzen Design, Nachhaltigkeit und Kaffeekultur
zu einem sinnlichen Erlebnis – ein Raum, der zeigt, wie aus Markenwelten
Begegnungsorte werden.
Foto:Nespresso
NEW WORK STYLES
11
WORK SHIFT
Die neue
Intelligenz der Arbeit
Prof. Dr. Yasmin Weiß zeigt
in ihrer Kolumne, warum
die Zusammenarbeit von
Mensch und KI neue Kompetenzen
erfordert – und welche
26 Fähigkeiten wir schon
heute trainieren sollten, um
2026 erfolgreich zu sein.
Noch nie war so viel Anfang
wie jetzt. Wir erleben derzeit
– ohne zu übertreiben
– einen historischen
Moment in der Menschheitsgeschichte,
in welchem
wir Menschen den Übergang erleben,
von KI als klügste Spezies auf dieser
Welt abgelöst zu werden. Die Folgen am
Arbeitsmarkt werden disruptiv sein, denn
wir stehen erst am Anfang. Die große weltweite
KI-Party hat gerade erst begonnen.
AGI (Artificial General Intelligence), an
der derzeit in den globalen KI-Entwicklungslaboren
intensiv geforscht wird, wird
die Spielregeln der Zusammenarbeit zwischen
humaner und künstlicher Intelligenz
radikal verändern. Ein Land wie Deutschland,
dessen wichtigste Ressource im internationalen
Wettbewerb zwischen unseren
beiden Ohren wächst und nicht im Boden
vergraben ist, muss ein besonders hohes
Interesse daran haben, die Fähigkeiten zu
stärken, die wir für unsere erfolgreiche
Kollaboration mit Technologie benötigen.
Zwei Handlungsfelder in der KI-
Bildung werden eklatant sichtbar
Herausforderung an der Spitze: Wir
brauchen Menschen in diesem Land, die
KI auf Weltklasseniveau entwickeln und
in skalierbare Geschäftsmodelle übersetzen
können. Zudem ist es angesichts der
rasanten Entwicklung im Bereich AGI geboten,
die Forschung darauf zu fokussieren,
wie wir als Menschheit die Kontrolle
über KI behalten und uns vor Missbrauch
schützen.
Herausforderung in der Breite: Flächen
deckend brauchen wir Menschen, die KI
sicher und verantwortungsvoll anwenden
können und dabei das Selberdenken und
kritische Denken nicht verlernen.
Bereits im Jahr 2030 wird KI-Kompetenz
so selbstverständlich vorausgesetzt
werden wie die Fähigkeit heute, einen
PC bedienen zu können. So wie heute in
nahezu jedem Job der PC und dessen Nutzung
eine integrale Rolle im Arbeitsalltag
spielt, so werden KI-Systeme, KI-Assistenten
und KI-Agenten zum Standard in unserem
zukünftigen Arbeitsalltag werden.
Dafür müssen wir in den kommenden
Jahren erlernen, wie wir durch eine komplementäre
Zusammenführung unserer
humanen Intelligenz mit der künstlichen
Intelligenz eine leistungsstarke Co-Intelligence
und damit unsere Teamfähigkeit
mit KI entwickeln.
Jetzt ist sicherlich der falsche Zeitpunkt,
um träge zu sein und die technologische
und damit ökonomische Zeitenwende
zu verschlafen. Oder anders
gedrückt: Noch nie war es spannender
und relevanter, unsere Teamfähigkeit
mit KI jeden Tag zu stärken.
Die heutige Analyse ist daher der Frage
gewidmet, was 26 essentielle Fähigkeiten
für das kommende Jahr 2026 sind,
die wir in der Gegenwart benötigen und
heute schon für morgen stärken sollten,
um gezielt jene Teile unserer humanen
Intelligenz zu fördern, die wir als Komplementärfähigkeiten
für den Aufbau
einer leistungsfähigen Co-Intelligence
benötigen.
Was also sind die branchen- und
funktionsübergreifenden Fähigkeiten,
die für uns alle in 2026 von ausgeprägter
Bedeutung sind – unabhängig davon, ob
wir Ärzte, Lehrer, Journalisten, Kreative
oder Handwerker sind oder in Unternehmen
als Personaler, Vertriebler, Controller,
Entwickler arbeiten oder ob wir Mitarbeiter
oder Führungskräfte sind?
Hier mein persönlicher Vorschlag in 4
verschiedenen Kategorien, ohne Anspruch
auf Vollständigkeit:
Managing Yourself
1. Fähigkeit, zu lernen, verlernen, neu zu
lernen
2. Persönliche Resilienz
NEW WORK STYLES
12
Foto: Prof. Dr. Yasmin Weiß
Prof. Dr. Yasmin Weiß ist Professorin für KI und
Future Skills, erfahrene Aufsichtsrätin und Mitglied
mehrerer Beiräte. Sie forscht zu den Auswirkungen
von künstlicher Intelligenz auf Arbeit, Bildung und
Gesellschaft und gilt als eine der führenden Stimmen
für zukunftsrelevante Kompetenzen im digitalen
Wandel. Als Keynote Speakerin und LinkedIn Top
Voice inspiriert sie Unternehmen und Individuen,
den Wandel aktiv zu gestalten.
WORK SHIFT
Prof. Dr. Yasmin Weiß:
„Menschen brauchen neue Fähigkeiten, um mit KI als
Partner erfolgreich zusammenzuarbeiten.“
Zur Autorin
Prof. Dr. Yasmin Weiß ist Professorin für
KI und Future Skills, erfahrene Aufsichtsrätin
und Mitglied mehrerer Beiräte. Sie
forscht zu den Auswirkungen von künstlicher
Intelligenz auf Arbeit, Bildung und
Gesellschaft und gilt als eine der führenden
Stimmen für zukunftsrelevante Kompetenzen
im digitalen Wandel. Als Keynote
Speakerin und LinkedIn Top Voice
inspiriert sie Unternehmen und Individuen,
den Wandel aktiv zu gestalten.
yasmin-weiss.de
yasminweiss.substack.com
3. Fähigkeit, wertebasiert und ethisch zu
agieren
4. Fähigkeit, kritisch zu denken
5. Fähigkeit, Fragen zu stellen, die noch
nie gestellt worden sind
6. Fähigkeit zur Selbstreflexion und
Selbsttransformation
7. Fähigkeit, Empathie für sich selbst zu
empfinden
8. Offenheit und Neugier
9. „Grit“: Positive Sturheit bei der Zielerreichung
Managing Cooperation with
other Humans
10.Fähigkeit, Empathie für andere zu empfinden
11.Fähigkeit, mit diversen Menschen zu
kooperieren
12.Kommunikationsstärke mit Fingerspitzengefühl,
kontextualem Gespür und
Wertschätzung
13.Fähigkeit, tiefe und tragfähige zwischenmenschliche
Beziehungen sowie Vertrauen
aufzubauen
14. Fähigkeit, „magic moments between
humans“ zu schaffen
15.Fähigkeit, Unterstützungsbedarf durch
andere zu erkennen und diese einzuholen.
Managing Cooperation with
Technology
16. Grundlegendes Verständnis relevanter
Technologien wie KI (Funktionsweisen,
Potenziale, Risiken)
17. Tool-Kompetenz: Fähigkeit, relevante
Tools sicher und effektiv anzuwenden
18. Rollenverständnis: Verständnis für die
eigene menschliche Rolle und Verantwortung
in Zusammenarbeit mit Technologie
19. Anschlussfähigkeit: Fähigkeit, fachliche
Expertise und Domainwissen mit
Technologie-Kompetenz zu verknüpfen
und dadurch Mehrwert in konkreten
Anwendungen zu schaffen
20 Fähigkeit zum gesunden, ausbalancierten
Umgang mit Technologien
Managing Business
21. Datenkompetenz: Grundlegendes Ver-
ständnis für Datenanalyse, für den Wert
von Daten sowie Bewusstsein für Datenschutz
und Datensicherheit
22. Fähigkeit, Entscheidungen unter Unsicherheit
zu treffen
23. Fähigkeit zum Umgang mit Multirationalität
24. Fähigkeit, organisationale Resilienz
und organisationale Agilität zu entwickeln
25. Fähigkeit, strategisch und out-of-thebox
zu denken
26. Verlustkompetenz: Fähigkeit, das Gute
und Gewohnte aufzugeben, um das Zukunftstfähige
zu schaffen (inkl. Fähigkeit,
die Empörung über unpopuläre
Entscheidungen auszuhalten)
Ich bin mir sicher, dass sich Investitionen
in diese 26 Fähigkeiten auszahlen
werden, da die aktuellen und zukünftigen
Herausforderungen dafürsprechen, dass
sie immer wichtiger werden. Aber es geht
nicht nur darum, Fähigkeiten zu stärken,
sondern auch darum, sich bewusst zu machen,
was uns als Menschen auszeichnet
und im positiven Sinne von Technologie
und ihren Fähigkeiten differenziert. Da
Maschinen immer besser darin werden,
gute Maschinen zu sein, sollten wir Menschen
immer besser darin werden, richtig
gute Menschen zu sein.
Vier Reflexionsfragen mit
nachhaltiger Wirkung
Wenn ich meine Kinder abends ins Bett
bringe, gehört es zu unserem Einschlafritual,
dass ich ihnen folgende vier Fragen stelle:
o Was war dein Schönstes heute?
o Für was bist du dankbar?
o Wem hast du heute Gutes getan?
o Was hast du heute Neues gelernt?
Diese Fragen und die Antworten darauf
schärfen unseren Blick auf das, was uns
Menschen auszeichnet und unser Leben
bereichert. Diese Teile unserer emotionalen
Intelligenz erfordern ein Bewusstsein,
NEW WORK STYLES
14
erlebte Erfahrungen, ein tiefes Verständnis
von Gefühlen und Bedürfnissen von
uns selbst und anderen. Diese Facetten
unserer humanen Intelligenz haben kein
Verfallsdatum. Sie bleiben wertvoll und
komplementär zu dem, was wir in unseren
Paartanz aus Menschen und Maschine einbringen
können.
Und jetzt? „We enter a very
unfamiliar world.“
Die Chancen des Gelingens und des
Scheiterns liegen sehr nahe beieinander.
Sowohl die Chancen durch KI sind riesig,
jedoch auch die Risiken für uns als
Menschheit. Der beste Weg, das Gelingen
der KI-Transformation zu fördern und
das Scheitern zu verhindern, liegt darin,
aktiv mitzugestalten und uns als mündige
Bürger und Konsumenten aktiv in die
Diskussion einzubringen. Dafür brauchen
wir die richtigen Fähigkeiten und das Versprechen
an uns selbst, das Menschliche
in uns zu stärken.
Ich hoffe, meine Forschungsarbeiten
und Publikationen leisten hierzu einen Beitrag.
In diesem Sinne: Happy and continuous
learning, unlearning, new learning.
Prof. Dr. Yasmin Weiß
Weltbeste Bildung – Wie wir
unsere digitale Zukunft sichern
Wie schaffen wir es, in einer immer stärker
digitalisierten Welt alle Menschen mitzunehmen
und für die Herausforderungen der
Gegenwart und der Zukunft fit zu machen?
Die Expertin für digitale Bildung – Prof. Dr.
Yasmin Weiß – macht deutlich, warum wir
dafür lebenslanges Lernen brauchen und
wie sich dieses erreichen lässt. Den Schwerpunkt
setzt sie besonders auf die digitale
Bildung sowie auf die Stärkung jener
menschlichen Eigenschaften, die uns nachhaltig
von immer intelligenter werdenden
Maschinen unterscheiden. Dabei liegt es
ihr fern, allein die Politik in die Pflicht zu
nehmen, vielmehr sieht sie die Verantwortung
bei jedem Einzelnen sowie bei den
Unternehmen. Denn bereits jetzt fühlen
sich viele Berufstätige digital abgehängt
und stehen den neuen Schlüsseltechnologien
skeptisch gegenüber. Wie es gelingt,
diese Berührungsängste abzubauen und
eine lernende Gesellschaft zu werden, um
wirtschaftlich zukunftsfähig zu bleiben,
zeigt dieses Buch.
Hardcover gebunde, 246 Seiten, 28 Euro,
Campus Verlag
ISBN 9783593516165
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Entspannt Akten vernichten –
mit 5 Jahren Garantie
www.hsm.eu
WORK SHIFT
„Explore 2“ vereint modernste Technologie mit funktionalem
Design und schafft so die perfekte Basis für erfolgreiche
Meetings und professionelle Zusammenarbeit im Unternehmen.
Wenn Büros
Dynamik lernen
Die Edding Group hat mit WeCreateSpace
eine Plattform gestartet, die Werkzeuge,
Displays und Methoden zu einem neuen
Verständnis von Büro verbindet. Ziel ist
nicht die Ausstattung, sondern die
Veränderung: Räume sollen
Zusammenarbeit nicht abbilden,
sondern antreiben.
Der Konferenztisch gilt seit Jahrzehnten als
Herzstück des Büros. Schwer, rechteckig,
unbeweglich – er steht für eine Arbeitskultur,
die auf Hierarchie und Monolog setzt. Doch
diese Form verliert an Strahlkraft. Hybridarbeit,
agile Teams und internationale Kooperation
stellen neue Anforderungen. Der Meetingraum wird zur
Schaltstelle – und entscheidet über Produktivität oder Stillstand.
Genau hier setzt WeCreateSpace an. Die Plattform der Edding
Group bündelt die Kompetenzen von Edding, Legamaster und
Playroom. Ziel ist es, Arbeitsumgebungen so zu gestalten, dass
Räume nicht länger Kulisse sind, sondern aktiver Teil der Zusammenarbeit.
NEW WORK STYLES
16
„Mit unseren Produkten haben wir Menschen schon immer
dabei geholfen, sich auszudrücken – bis hin zur so wichtigen
freien Meinungsäußerung“, erklärt Per Ledermann, CEO der
Edding Group. „Heute denken wir einen Schritt weiter: Wie
müssen Räume beschaffen sein, damit Menschen ihre Ideen teilen
und Innovationen entstehen können?“
Was einen guten Meetingraum ausmacht
Das aktuelle Whitepaper Meetingraum-Design 2.0 bringt die
Anforderungen auf den Punkt. Ein moderner Besprechungsraum
vereint klassische Elemente – Tisch, Stühle, Whiteboard –
mit digitalen Tools, Akustiklösungen und nachhaltigem Design.
Akustik ist entscheidend: Paneele, Teppiche und gedämmte
Oberflächen verbessern die Sprachverständlichkeit – egal ob
beim Brainstorming am Whiteboard oder in der Videokonferenz.
Ebenso wichtig ist das Licht. Natürliches Tageslicht steigert
das Wohlbefinden, dimmbare LED-Systeme verhindern
Spiegelungen und ermöglichen flexible Stimmungen. Die Möblierung
folgt dem Prinzip der Anpassungsfähigkeit. Modulare
Tische und ergonomische Stühle erlauben verschiedene Szenarien,
vom kurzen Stand-up bis zur ganztägigen Strategierunde.
Ergänzt wird dies durch digitale und interaktive Lösungen
– etwa Legamaster-Touchscreens, die Inhalte in Echtzeit dokumentieren
und Remote-Teilnehmer nahtlos einbinden.
Drei Marken – ein gemeinsamer Ansatz
WeCreateSpace lebt von der Verbindung unterschiedlicher
Stärken. Edding bringt die Werkzeuge für Visualisierung mit,
Legamaster stellt die Infrastruktur von Whiteboards bis zu hybriden
Displays bereit. „Wir machen Kommunikation sichtbar“,
betont Andreas Härms, Director Traditional Sales & E-Commerce
DACH von Legamaster – eine prägnante Beschreibung des Selbstverständnisses
der Marke. Playroom ergänzt Methoden, Workshops
und Formate, die aus einem modern ausgestatteten Raum
tatsächlich einen Ort der Zusammenarbeit machen. Erst das Zusammenspiel
von Werkzeugen, Technik und Methodik erzeugt
den Effekt, den WeCreateSpace verspricht.
Praxisbeispiele und Marktbezug
Das Whitepaper verweist auf konkrete Fallstudien. Ein Tech-
Startup steigerte seine Produktivität durch modulare Möbel
Per Ledermann und Andreas Härms über WeCreateSpace: Wie aus Meetingräumen
Orte für echte Zusammenarbeit werden.
und interaktive Bildschirme. Ein Großunternehmen verbesserte
Klangqualität und Komfort, was die Effektivität der Meetings
messbar erhöhte. Solche Beispiele zeigen, wie stark Räume auf
Unternehmenskultur wirken. Ein modern gestalteter Besprechungsraum
signalisiert Innovationskraft, während veraltete
Räume das Gegenteil vermitteln.
Chancen und Grenzen
Der Ansatz trifft den Nerv der Zeit. Hybride Arbeit hat gezeigt,
dass Büroflächen nur dann relevant bleiben, wenn sie
Mehrwert bieten. Doch Technik und Möbel allein garantieren
keinen Wandel. Ohne eine gelebte Veränderung der Zusammenarbeit
bleiben auch flexibel eingerichtete Räume funktionslose
Kulissen.
„Unser erster Marker war nicht nachfüllbar. Doch seit den
1980er-Jahren setzen wir auf Refill-Systeme – Nachhaltigkeit ist
für uns kein Nebenthema“, betont Per Ledermann. Diese Linie
überträgt sich auf Räume: Sie sollen langfristig nutzbar und anpassbar
sein, nicht nur kurzfristige Trends bedienen.
Gleichzeitig gibt es Hürden: Investitionen sind hoch, Schulungen
notwendig, Akzeptanz nicht selbstverständlich. Hybride
Meetings funktionieren nur, wenn alle Teilnehmenden gleichwertig
eingebunden sind. Sonst bleibt das Setting ungleich verteilt
– mit den einen am Bildschirmrand und den anderen dominant
im Raum.
Foto: Edding Group
Ein Blick nach vorn
Die Weiterentwicklung deutet sich bereits an. KI-gestützte
Systeme könnten Beleuchtung, Akustik und Layout automatisch
anpassen. Virtuelle und erweiterte Realität könnten Meetings
immersiver machen. Und der Druck in Richtung Nachhaltigkeit
wird steigen – mit Fokus auf Materialien, Energieeffizienz und
smarter Steuerung.
WeCreateSpace zeigt, wie dieser Weg aussehen kann: Räume,
die sich anpassen, statt zu blockieren. Räume, die Menschen
verbinden, statt sie zu trennen. Und Räume, die sichtbar machen,
was Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert bedeutet.
edding.com
NEW WORK STYLES 17
WORK SHIFT
Change Maker 50plus
Erfahrung verbindet
Generationen
Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen
zum Umdenken. Altersvielfalt wird
zum Erfolgsfaktor, Erfahrungswissen zur
strategischen Ressource. Die Initiative
Change Maker 50plus zeigt, wie Organisationen
das Potenzial erfahrener Mitarbeitender
gezielt nutzen – und damit Innovation,
Bindung und Nachhaltigkeit stärken.
Der demografische Wandel ist kein Zukunftsthema
mehr, sondern längst Realität. Viele Unternehmen
spüren, wie schwer es fällt, offene Positionen
zu besetzen – während gleichzeitig das
Know-how erfahrener Mitarbeitender oft ungenutzt
bleibt. Change Maker 50plus, 2020 von Dr.
Leonie Koch, Susanne Sabisch-Schellhas und Klaus-Peter Mikulla
gegründet, setzt genau hier an: Die Initiative zeigt, wie Altersvielfalt
in Organisationen bewusst gestaltet werden kann.
Mit monatlichen Coffee Breaks und einer jährlichen Konferenz
bringt Change Maker 50plus Fach- und Führungskräfte zusammen,
die lebensphasenorientierte Personalstrategien entwickeln
und umsetzen wollen. Mitte Oktober 2025 fand die 4. Ausgabe online
statt – mit großer Resonanz.
Altersvielfalt als Führungsaufgabe
„Unsere Vision ist es, regional wie überregional Unternehmen
jeder Größe im Engagement für lebensphasenorientierte Personalstrategien
und Generationenkooperation zu vernetzen“, erklärt
Dr. Leonie Koch, Diversity-Expertin bei der Otto GmbH &
Co. KGaA in Hamburg. Die Initiative versteht sich als Plattform,
die positive Altersbilder fördert und zeigt, dass das Thema weit
mehr ist als eine Randnotiz im Personalmanagement.
Susanne Sabisch-Schellhas, Leiterin des Demographie Netzwerks
Hamburg (ddn Hamburg), ergänzt: „Altersvielfalt ist Führungsaufgabe.
Erfolgreiche Generationenkooperation gelingt
nur, wenn alle Mitarbeitenden – von jung bis alt – einbezogen
sind.“ ddn Hamburg bringt seit 2012 Unternehmen, Organisationen
und Entscheidungsträgerinnen aus der Metropolregion zusammen,
um konkrete Lösungen für den demografischen Wandel
zu entwickeln.
Altersvielfalt wird in vielen Unternehmen zunehmend als
strategische Ressource verstanden – ein Schlüssel für Zusammenarbeit,
Wissenstransfer und Fachkräftesicherung.
Erfahrung als strategischer Rohstoff
Die 50plus-Jahrgänge verfügen über Kompetenzen, die in der
aktuellen Arbeitswelt unverzichtbar sind: Erfahrung, Urteilsvermögen,
soziale Intelligenz, Verantwortung. Doch oft fehlt der
systematische Rahmen, um dieses Wissen zu sichern und zu teilen.
„Die Einwanderungspolitik hat ihre Versprechungen nicht
erfüllt, die Personalbedarfe sind nicht gedeckt“, sagt Dr. Koch.
„Nur wenn Unternehmen ein proaktives Age-Diversity-Management
etablieren, werden Ideen zum Erfolgsfaktor.“
NEW WORK STYLES
18
Genau diese Verbindung von Praxis
und Haltung macht Change Maker 50plus
erfolgreich. Die Initiative vernetzt Firmen
im gesamten DACH-Raum, fördert Erfahrungsaustausch
und macht Best Practices
sichtbar – etwa altersgemischte Tandems,
Mentoringprogramme oder interne Generationennetzwerke.
Impulse aus der Konferenz 2025
Die diesjährige Konferenz stand unter
dem Motto „Nachhaltig verändern!“ und
setzte auf inhaltliche Tiefe statt Symbolpolitik.
In Keynotes, Panels und 14 Themenräumen
diskutierten Vertreterinnen und
Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Politik über Age Diversity, lebensphasenorientierte
Führung und soziale Nachhaltigkeit.
Die Vormittagssession „Was ist Glück, 50plus?“ eröffnete den
Blick auf gesellschaftliche Aspekte des Alterns, mit Beiträgen von
Neurowissenschaftlerin Dr. Karolien Notebaert, Autorin Ildikó
von Kürthy und weiteren Expertinnen. Am Nachmittag ging es
um die Frage, ob Vielfalt in Unternehmen derzeit unter Druck
steht. „Vielfalt steht aktuell unter starker Kritik – befeuert durch
Debatten, die auch Europa erreichen“, erklärte Dr. Leonie Koch
in ihrer Anmoderation zum Podium. „Viele Unternehmen müssen
sich neu positionieren und Haltung zeigen.“
In praxisnahen Sessions zeigten Unternehmen, wie sich Age
Diversity konkret umsetzen lässt: von altersgerechter Wissensweitergabe
bei TÜV SÜD bis zur gezielten Rekrutierung von
50plus-Fachkräften bei der Deutschen Bahn. Mitarbeitende
von Siemens präsentierten gesundheitsorientierte Führung als
Schlüssel für nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit. Vertreter:innen
von Bosch Rexroth und der Bundesbank stellten Methoden
zur digitalen Wissenssicherung und Weitergabe von Erfahrungswissen
vor.
Die Initiator:innen von Change Maker 50plus (v.l.): Dr. Leonie Koch, leonie.koch@otto.de; Susanne Sabisch-
Schellhas, schellhas@kwb.de; Klaus-Peter Mikulla, klaus-peter.mikulla@changemaker50plus.com
Graswurzelbewegungen als Motor
Besonderes Augenmerk lag auf selbstorganisierten Netzwerken
innerhalb großer Unternehmen. „Graswurzel-Initiativen entstehen
oft spontan, entwickeln sich dann aber zu wichtigen Impulsgebern“,
sagt Dr. Leonie Koch. Ein Beispiel ist das Projekt von
Sandra Schwimberski und Melanie Bente bei Aral/bp, das sich
von einer Mitarbeitendenidee zu einer globalen Initiative entwickelte
– ein Beweis dafür, wie stark intrinsisches Engagement
wirken kann.
Einfach anfangen
Change Maker 50plus macht deutlich, dass Altersvielfalt kein
Luxusprojekt ist, sondern strategische Notwendigkeit. „Gerade
kleine und mittlere Unternehmen profitieren von einfachen, robusten
Lösungen“, betont Dr. Koch. „Deshalb lautete das Motto
unserer ersten Konferenz 2022 bewusst: Einfach machen!“
Die Initiative will Mut machen, mit kleinen Schritten zu beginnen
– sei es ein generationsübergreifender Wissenstausch,
flexible Arbeitszeitmodelle oder neue Formen der Gesundheitsförderung.
„Wir freuen uns, wenn Teilnehmende einen Impuls
mitnehmen und mutig erste Schritte gehen“, sagt Susanne Sabisch-Schellhas.
Altersvielfalt als Zukunftsthema
Die Initiative Change Maker 50plus wurde
2020 von Dr. Leonie Koch (Otto GmbH
& Co. KGaA), Susanne Sabisch-Schellhas
(ddn Hamburg) und Klaus-Peter Mikulla (Mikulla & Partner)
gegründet. Ziel ist es, Altersvielfalt in Unternehmen
als Erfolgsfaktor zu etablieren und Erfahrungswissen systematisch
zu nutzen. Neben monatlichen Onlineformaten
organisiert die Initiative jährlich eine Konferenz mit Expertinnen,
Praktikern und Entscheiderinnen aus Wirtschaft,
Politik und Wissenschaft.
Weitere Informationen: ddn-hamburg.de
Eine Bewegung statt nur einer Konferenz
Für die Initiator:innen ist Change Maker 50plus längst mehr
als ein Event. „Wir möchten eine Bewegung schaffen, die gemeinsame
Interessen bündelt, generationenübergreifendes Wachstum
fördert und Verbindungen stärkt“, sagt Dr. Leonie Koch. „Jede Organisation
kann hier ihren Beitrag leisten – ob durch Erfahrungsaustausch,
Pilotprojekte oder eigene Netzwerke.“
Susanne Sabisch-Schellhas ergänzt: „Unternehmen, die Lust
auf Altersvielfalt haben, finden bei uns viele Anknüpfungspunkte
– auch jenseits der Konferenz. Die Teilnahme an den kostenfreien
Coffee Breaks 50plus ist ein guter Anfang.“ l
NEW WORK STYLES 19
WORK SHIFT
Der grüne Büroplan –
Intelligent investieren und
langfristig profitieren
Nachhaltigkeit entscheidet über den Erfolg. Wer sein Büro neu denkt und als nachhaltiges
Herzstück versteht, stellt sich zukunftssicher auf. Es braucht Flächen, die
flexibles, hybrides und bedürfnisorientiertes Arbeiten ermöglichen, und eine Einrichtung,
die die Haltung des Unternehmens spürbar macht.
NEW WORK STYLES
20
Klimaschutz oder CO₂‐Reduktion sind nur zwei
Aspekte von Nachhaltigkeit. Unternehmen
müssen in ökologischer, ökonomischer und
sozialer Hinsicht Verantwortung übernehmen
und ihr Handeln sichtbar machen. Die
ESG‐Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung)
sind nicht nur Berichtspflicht, sondern Teil
der Strategie. Im Büro treffen Raumeffizienz, Energieverbrauch,
Unternehmenskultur und Haltung zusammen. Lieferketten oder
CO₂‐Bilanzen bleiben für Beschäftigte abstrakt; im Büro erleben
sie Nachhaltigkeit als gelebte Realität.
Perspektivwechsel vom Menschen zur Fläche
Die Grundlage für ein nachhaltig gestaltetes Büro ist die
Frage, warum Menschen ins Büro kommen und wie Räume genutzt
werden. Ein Drittel der Büroflächen steht durchschnittlich
leer; das verursacht Kosten und Emissionen. Eine triste
Umgebung senkt den Wohlfühlfaktor und kann die Motivation
bremsen. Laut Fraunhofer – die Motivationsgründe für das
Arbeiten vor Ort sind der Austausch, die Kreativität und das
Erleben der Unternehmenskultur – schafft nur, wer diese Bedürfnisse
bei der Planung berücksichtigt, Räume, die genutzt
und geschätzt werden.
Hier ist ein Perspektivwechsel nötig: Nicht die Tätigkeit, sondern
der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt.
Mitarbeiterbefragungen zeigen Wünsche und Nutzungsmuster
und helfen, Ressourcen besser zu steuern. Ziel sind skalierbare,
dynamische und multifunktionale Räume, die flexibel und
effizient sind und verschiedene Arbeits‐ und Lebensmodelle
berücksichtigen. Weniger Leerstände und geringerer Energieverbrauch
senken Kosten. Die Arbeitsumgebung wird attraktiver;
das stärkt Identifikation und Bindung, Kreativität und
Produktivität.
Strategische Entscheidung statt Accessoire:
Die Einrichtung
Durchdachte Ergonomie, Akustik und Luftführung, viel Tageslicht
und naturnahes Design sind wichtig für Gesundheit und
Wohlbefinden der Beschäftigten. Modulare Möbel sind langlebig
und reparierbar; tragbare und rollbare Einrichtungsgegenstände
ermöglichen flexible Arbeitsszenarien. Insgesamt müssen
Unternehmen weniger Mobiliar anschaffen. Umweltfreundliche
Materialien, transparente Lieferketten und CO₂‐freundliche
Transporte setzen klare Signale für Klimaschutz.
Räume wirken auf die Kultur
Neugestaltete Räume beeinflussen Arbeitsstrukturen, Zusammenarbeit
sowie Unternehmens‐ und Führungskultur.
Menschen arbeiten nicht mehr an festen Plätzen. Führungskräfte
werden stärker ins Team integriert; sie passen ihren Stil an.
Kommunikation dient nicht mehr nur der Aufgabenverteilung,
sie schafft Transparenz und Gemeinschaft im Büro und im Homeoffice.
Die Akzeptanz von Rückzugsräumen zeigt Wertschätzung
für individuelle Bedürfnisse.
Nachhaltigkeit ist ein Muss für zukunftsfähige
Arbeitswelten
Das Büro ist nicht mehr nur eine Ergebniswerkstatt, sondern
eine Umgebung, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Nachhaltigkeit
ist keine Kür, sondern Grundvoraussetzung für moderne,
zukunftsorientierte Arbeitswelten. Intelligente Investitionen
in durchdachte Flächen schaffen Räume, die Innovation
fördern, Produktivität steigern, Kulturwandel beschleunigen
und Talente binden. Das Büro wird so zum strategischen Erfolgsfaktor
und Ausdruck gelebter Nachhaltigkeit.
Autorin: Carolin Frank
Carolin Frank ist Market Research Managerin der Dauphin HumanDesign
Group. Die ausgebildete Innenarchitektin ist seit
mehr als 30 Jahren Teil des Unternehmens, blickt auf ein umfassendes
Branchen- und Fachwissen zurück und war federführend
an der Entwicklung des ganzheitlichen New-Work-Konzepts Dauphin
Workheart beteiligt.
dauphin.de
Foto: Dauphin HumanDesign Group (2)
„Wer sein Büro neu denkt und als nachhaltiges
Herzstück versteht, stellt sich zukunftssicher auf.“
NEW WORK STYLES 21
WORK SHIFT
„Wir folgen einem
ganzheitlichen
AnsatzNachhaltigkeit
ist mehr als nur
Umweltschutz.“
Foto: Dauphin HumanDesign Group (4)
Armin Grotz, Dauphin HumanDesign Group
Nachhaltigkeitsstrategie
Armin Grotz, Nachhaltigkeitskoordinator der Dauphin HumanDesign Group
Nachhaltigkeit wird häufig auf Produkte reduziert. Welche Strategien
verfolgen Sie als mittelständisches Unternehmen, um sich
nachhaltig zu positionieren?
Armin Grotz: Wir folgen einem ganzheitlichen Ansatz. Nachhaltigkeit
ist mehr als nur Umweltschutz. In diesem Bereich haben
wir schon vor vielen Jahren mit wichtigen Maßnahmen begonnen.
Bereits 2003 haben wir ein Umweltmanagementsystem nach DIN
EN ISO 14001 eingeführt. Damit betrachten wir alle Prozesse vom
Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Strom bis hin zur Produktentwicklung.
Seit mehr als 15 Jahren ist Dauphin EMAS-zertifiziert.
Das bestätigt, dass wir freiwillig Umweltaspekte wie Energieverbrauch,
Abfall und Emissionen kontinuierlich reduzieren
und dabei rechtssicher sowie transparent vorgehen. Auch unsere
Zulieferer werden regelmäßig nach Umweltkriterien geprüft.
Aber auch unsere gesellschaftliche Verantwortung ist uns
wichtig. Neben regionalen Initiativen haben wir zum Beispiel
eine Schule in Togo mit Tischen und Stühlen ausgestattet. Das
waren diesmal nicht unsere Produkte, sondern die eines vor Ort
ansässigen Schreiners.
NEW WORK STYLES 22
Welche Maßnahmen setzen Sie in puncto Umweltschutz um?
Armin Grotz: Wir haben seit 2010 unseren Stromverbrauch
um gut 41 Prozent gesenkt. Dazu kaufen wir ausschließlich regionalen
Ökostrom. Wir betreiben eine Photovoltaikanlage, die jährlich
170 000 kWh Strom produziert. Davon nutzen wir 140 000 kWh
selbst, die übrigen 30 000 kWh speisen wir ins öffentliche Netz
ein. Unsere Gebäude werden zukünftig nahezu CO 2
-frei beheizt,
da wir Teil des Nahwärmenetzes der Gemeinde Offenhausen werden,
in der sich unsere Zentrale und unsere Fertigung befindet.
Darüber hinaus setzen wir auf E-Fahrzeuge im Fuhrpark, eine
papierarme Verwaltung und unterstützen Projekte wie die Seaqual-Initiative
sowie ein Aufforstungsprojekt in Togo, um unseren
CO 2
-Fußabdruck weiter zu verbessern.
Die Bestandteile eines Federkernsitzes
- zusammengesetzt aus nachhaltigen
Materialien stalten.
In der Produktentwicklung
steht die Langlebigkeit im Mittelpunkt
und wir konstruieren
unsere Bauteile konsequent
nach Leichtbauprinzipien, so
dass der Materialverbrauch
möglichst minimiert wird.
Wir haben mit einem caritativen
Betrieb einen Prozess
entwickelt, bei dem sich alle
Bauteile eines Stuhls am Ende
seines Produktlebens sortenrein
trennen lassen und die
Wertstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Zusammen
mit einem weiteren Partner ermöglichen wir noch nutzbaren
Stühlen ein „zweites Leben“ als Gebrauchtstuhl.
Wie machen Sie Ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen für Kunden
und Mitarbeitende sichtbar?
Armin Grotz: Unsere freiwillige CO 2
-Kompensation für unseren
Stuhl Indeed automatic zum Beispiel und weitere Kompensationen
für unsere Kunden sind immer aktuell online einsehbar.
Wir informieren transparent über unsere Nachhaltigkeits-Web-
Der Dauphin Indeed trägt das Umweltzeichen
„Blauer Engel“
site, unser jährliches ESG-Reporting
und unseren Nachhaltigkeitsbericht.
In den
Produktbroschüren sind
Nachhaltigkeitsaspekte fest
integriert und werden verständlich
erläutert. Viele unserer
Produkte sind zudem
mit Umweltsiegeln ausgezeichnet.
Diese kommunizieren
wir offen und ordnen sie
verständlich ein.
Auf Messen und Events
machen wir Nachhaltigkeit
erlebbar. Besucher können
beim Stuhl Indeed etwa
selbst ausprobieren, wie
schnell er zerlegt und wieder
zusammengesetzt werden kann. So wird deutlich, wie präzise wir
Ersatzteile austauschen können.
Welche Ziele verfolgen Sie für die kommenden Jahre?
Armin Grotz: Die Abkehr von fossilen Roh- und Brennstoffen
verfolgen wir weiter. Wir planen, weitere Standorte mit Photovoltaik
auszurüsten und die Wärmeerzeugung von fossilen auf regenerative
Energien umstellen. Bei unseren Produkten wird das
Augenmerk immer mehr auf niedrigen CO 2
-Emissionen entlang
der gesamten Wertschöpfungskette, konsequentem Leichtbau,
Einsatz von umweltfreundlichen, gut recyclebaren und schadstofffreien
Werkstoffen sowie einer steigenden Quote zurückgeführter
Stühle liegen. Dazu ist es für uns selbstverständlich,
unseren Verpflichtungen zur Umsetzung und Einhaltung neuer
Verordnungen und Richtlinien, wie der EU-Richtlinie gegen Entwaldung
(EUDR) oder dem Carbon Border Adjustment Mechanism
(CBAM) nachzukommen.
dauphin.de
Aspekte für die Orientierung bei der Wahl nachhaltiger Büromöbelhersteller und Produkte
1. Zertifizierungen und Siegel: Nachhaltigkeitssiegel wie EMAS
für Unternehmen; Blauer Engel, Oeko-Tex, TÜV für einzelne
Produkte; Gesundheitssiegel wie AGR oder Deutscher Gesundheitspreis
für ergonomische Möbel
2. Transparente CO 2
-Bilanz und Nachhaltigkeitsinitiativen: Aussagekräftige
Nachhaltigkeits-Produktblätter, Hinweise auf
Möglichkeiten zur CO 2
-Kompensation, z. B. Aufforstungprojekte
zum Schutz der Wälder, und Teilnahme an Initiativen
wie Seaqual zum Schutz der Meere
3. Near-Sourcing-Strategien: Produktion und Herstellung aus
der unmittelbaren Umgebung, kurze Transportwege, transparente
Lieferketten und Auswahl von Zulieferern
4. Langer Produktlebenszyklus und Modularität: lange Garantizeiten,
Einzelteilservice, Rücknahmeregelungen, Recyclingfähigkeit
der Bestandteile; modulierbare und multifunktionale
Möbelsysteme
5. Einsatz von Recyclingmaterial: Kunst, Metall, Holz; Post-
Consumer-Wertstoffe aus dem gelben Sack; Stoffbezüge aus
recycelten PET-Flaschen oder Plastikabfällen aus dem Meer
6. Soziale Verantwortung: faire Arbeitsbedingungen in der gesamten
Lieferkette
NEW WORK STYLES 23
ERGO DESIGN
Ein Klassiker
öffnet neue Räume
Der Slow Chair der
Bouroullec-Brüder ist
längst eine Ikone des
zeitgenössischen Designs.
Mit einer neuen Stoffvariante
und dem Slow Sofa führt
Vitra das Konzept weiter –
und zeigt, wie Möbel heute
gleichermaßen Wohnlichkeit,
Leichtigkeit und flexible
Nutzung verkörpern
können.
Am Morgen fährt Ronan
Bouroullec mit dem Fahrrad
durch die belebten
Straßen von Paris in sein
Studio. Er parkt im ruhigen
Hinterhof und öffnet
die Tür zu seinem Atelier im Viertel Belleville,
unweit der Place de la République.
Die Räume sind hell, mit hohen Decken,
großen Fenstern und einem Boden, der
industriellen Charakter mit wohnlicher
Wärme verbindet. Es ist zugleich Büro und
Rückzugsort, Arbeitsumgebung und Wohnatmosphäre.
Zwischen Skizzen, Materialmustern
und Prototypen fällt der Blick auf
ein Möbel, das längst ein Klassiker ist: der
Slow Chair. Daneben steht sein neues Pendant
– das Slow Sofa.
Seit fast zwei Jahrzehnten steht der
Slow Chair für einen Ansatz, der Leichtigkeit,
Transparenz und Komfort neu gedacht
hat. 2006 gemeinsam mit Vitra entwickelt,
beruht seine Konstruktion auf
einer einfachen wie radikalen Idee: Ein
textiler Bezug, eng über ein geometrisches
Stahlgestell gespannt, erzeugt ein Einsinken,
das mit losen Kissen zum körpernahen
Sitzkomfort ergänzt wird. „Wir waren
schon lange fasziniert von der Idee, die
Elastizität und den Komfort von Seidenstrümpfen
auf ein Möbelstück zu übertragen“,
erinnert sich Erwan Bouroullec. Was
damals mit einem elastischen Netzstoff
begann – inspiriert von der Zartheit und
Widerstandskraft feiner Strümpfe – wurde
zu einer Ikone, die Räume prägte und
Generationen von Architekten und Innenarchitekten
begeisterte.
Nun schlägt Vitra gemeinsam mit Ronan
Bouroullec ein neues Kapitel auf. Statt des
durchscheinenden Materials, das die Konturen
wie eine feine Linie betonte, steht
heute Bouclé im Mittelpunkt: ein dichter,
haptisch einladender Stoff, der die Formen
sanfter wirken lässt und dem Möbel eine
wohnliche, fast poetische Aura verleiht.
„Die Verwendung von blickdichtem Stoff
auf dieser Art von Gestell erschien uns lange
unmöglich“, erinnert sich Bouroullec.
„Aber der Vorteil der Zusammenarbeit mit
Der Slow Chair, den Vitra 2006 mit den Designern
Ronan und Erwan Bouroullec entwickelt hat, ist
mittlerweile zu einem Vitra-Klassiker avanciert. Jetzt
hat Vitra eine weitere Variante des ikonischen Sessels
entwickelt und ihm das Slow Sofa zur Seite gestellt.
Fotos: Copyright © 2025 Vitra International AG
NEW WORK STYLES
24
„Das Slow Sofa hat eine
weiche Form und kann
deshalb, zum Beispiel
in einer Hotellobby,
auf sehr organische
Weise aneinandergefügt
werden, ohne an ein
rasterartiges Layout oder
etwas Geometrisches
gebunden zu sein.“
Ronan Bouroullec
Vitra ist, dass das Team nie aufgibt. Nach
vielen Monaten glitt der Stoff schließlich
leicht um das Rohr.“
Das Ergebnis ist nicht nur eine neue Variante
des Sessels, sondern eine kleine Familie:
Slow Chair, Ottoman und das neue
Slow Sofa. Letzteres trägt die Handschrift
der Bouroullecs in besonderer Weise. Seine
kompakte Größe macht es zum idealen
Möbel für urbane Räume, in denen Flächen
knapper werden. Zugleich entfaltet es eine
erstaunliche Wirkung im Raum – weich,
anschmiegsam, frei kombinierbar. „Dieses
Sofa ist ein unbestreitbar urbanes Projekt“,
erklärt Ronan Bouroullec. „Da wir in immer
begrenzteren Räumen leben, bietet es
eine unglaublich kompakte Lösung.“
Die räumliche Wirkung ist dabei ebenso
entscheidend wie die Funktion. In der
Lobby eines Hotels kann das Slow Sofa organisch
aneinandergereiht werden, ohne
sich starren Rasterungen unterzuordnen.
In einer kleinen Wohnung wird es zur Insel
der Ruhe, die sich leicht umstellen lässt,
wenn sich der Grundriss des Alltags ändert.
Der Verzicht auf dicke Polster schafft Leichtigkeit,
die geschwungene Form vermittelt
Schutz. Es ist ein Entwurf, der Intimität erzeugt,
ohne schwer zu wirken.
Die neuen Möbel entfalten so eine
Mehrdeutigkeit, die typisch für die Arbeit
der Bouroullecs ist: Sie sind Statement und
Hintergrund zugleich, markant und doch
zurückhaltend. „Komfort, Verspieltheit
und eine weiche Eleganz – diese drei Eigenschaften
definieren die Familie“, fasst
Bouroullec zusammen. Tatsächlich geht
es weniger um ein einzelnes Möbel als um
eine Haltung: Räume nicht zu dominieren,
sondern sie zu öffnen, weich zu modulieren,
Nuancen von Geborgenheit und Offenheit
zugleich zuzulassen.
Zwanzig Jahre später und nach monatelanger Recherche und Entwicklung ist es gelungen, auf derselben
Rahmenstruktur ein blickdichtes Textil einzusetzen: So ist die neue Version des Slow Chair entstanden.
Mit den Vitra Cushions in verschiedenen Grössen, 40 Stoffen
und 585 Farben sind individuelle Kombinationen möglich.
Gerade im Kontext von New Work entfalten
Chair und Sofa eine besondere Relevanz.
Arbeitsräume werden kleiner, hybride
Zonen zwischen Büro, Hospitality
und Wohnen gewinnen an Bedeutung.
Möbel, die flexibel sind, sich leicht bewegen
lassen und dabei nicht an Wertigkeit
verlieren, treffen diesen Nerv. Bouroullec
beschreibt das Slow Sofa als eine „neue
Art von Nische“: kompakt, aber mit hoher
Rückenlehne, sodass es Schutz bietet, ohne
räumlich zu blockieren. In Co-Working-
Spaces oder offenen Büros kann es Rückzug
ermöglichen, ohne das Gefühl der
Gemeinschaft zu zerstören.
Die Idee, Anmut und Poesie in funktionale
Objekte zu übertragen, zieht sich wie
NEW WORK STYLES 26
ein roter Faden durch Bouroullecs Aussagen.
„In diesen komplizierten Zeiten halte
ich es für unerlässlich, Lösungen anzubieten,
die einfach und praktisch sind –
und die ein Gefühl von Anmut und Poesie
vermitteln.“ Seine Worte wirken wie ein
Gegenentwurf zur Überladenheit vieler
zeitgenössischer Interieurs: weniger das
laute Statement als die stille Geste, die den
Alltag begleitet.
Auch die Materialwahl verweist auf diese
Haltung. Der Bouclé-Stoff Flocca ist in
sieben Farben erhältlich, von hellem Beige
bis tiefem Blau. Kombiniert mit Kissen
aus der Vitra-Cushions-Kollektion, gefüllt
mit recycelten Fasern, ergibt sich ein modulares
Ensemble, das Nachhaltigkeit mit
Komfort verbindet. Der Ottoman erweitert
die Funktion, verwandelt den Sessel in
eine Liegefläche.
Die Sitzkissen sind mit recycelten PET-Fasern gefüllt, die Nacken- und Rückenkissen
mit zu 100 Prozent recyceltem Polyester aus Post-Consumer-Abfällen. Die
Stoffbezüge der Sitz-, Nacken- und Rückenkissen lassen sich zur Reinigung oder
zum Austausch abnehmen und können als Ersatzteile bestellt werden.
Ronan Bouroullec: „Komfort, Verspieltheit und eine weiche Eleganz. Ich glaube,
diese drei Eigenschaften definieren die Produktfamilie.“
Was bleibt, ist der Gedanke der Leichtigkeit
– jenes paradoxe Zusammenspiel
von Stabilität und Transparenz, das den
Slow Chair seit jeher auszeichnet. Wenn
Bouroullec über den Alltag spricht, klingt
darin ein Verständnis von Möbeln als stille
Begleiter durch viele kleine Momente:
„Nach Hause gehen und sich hinsetzen,
ein Buch lesen, durch Instagram scrollen,
eine E-Mail neu verfassen, ein Glas
Mangosaft trinken, der Tochter neben
sich vorlesen, sich entspannen oder eine
Kissenschlacht machen. All die kleinen
Dinge, die das Leben schön machen. Uns
mit stiller, subtiler Schönheit durch diese
Momente zu begleiten, ist es, was einem
Objekt seine Bestimmung gibt.“
So öffnet der Klassiker neue Räume:
in Wohnungen, die klein geworden sind,
in Hotels, die auf Atmosphäre setzen, in
Büros, die hybride Formen des Arbeitens
erproben. Slow Chair und Slow Sofa sind
keine lauten Protagonisten, sondern feine
Werkzeuge einer Architektur, die Menschen
in den Mittelpunkt stellt.
vitra.com
Der Schweizer Möbelhersteller Vitra arbeitet seit
2000 mit Ronan und Erwan Bouroullec zusammen.
Ihre Entwürfe – von der Alcove Sofa-Serie bis zu Joyn
Tisch – prägen die Verbindung von Wohnlichkeit und
Arbeitswelt. Der Slow Chair (2006) gilt als Ikone dieser
Partnerschaft. Mit der neuen Bouclé-Variante und
dem Slow Sofa führen Vitra und Ronan Bouroullec die
Idee von Leichtigkeit, Flexibilität und zeitgenössischer
Wohnkultur weiter.
NEW WORK STYLES 27
ERGO DESIGN
Design mit innerer Dynamik
Ein Stuhl,
der überrascht
Der WiChair eröffnet vielfältige Material- und Farbkombinationen
für individuelle Raumkonzepte.
Reduziert im Design, beweglich im
Kern und konsequent nachhaltig
gedacht: Der WiChair interpretiert
das Sitzen neu. Seine Elastizität entsteht
nicht durch Mechanik, sondern
durch eine federnde, kreislauffähige
Konstruktion, die jede Gewichtsverlagerung
mitgeht – und Bewegung
selbstverständlich macht.
Auf den ersten Blick überzeugt
der neue Drehstuhl
WiChair von Wilkhahn
durch sein minimalistisches
Design und seine
runde, einladende Formensprache.
Doch wer sich auf ihn setzt,
spürt sofort, dass weit mehr in diesem
Stuhl steckt. Denn er gibt leicht federnd
jeden Bewegungsimpuls unmittelbar an
den Körper zurück. Dieser Effekt entsteht
durch die charakteristische Stahlschwinge
– ein konstruktives Prinzip, das
dreidimensionale Bewegung selbstverständlich
macht und den Stuhl zu einem
angenehmen Begleiter im Arbeitsalltag
werden lässt. Ob im Büro, im Atelier oder
im Homeoffice: Der WiChair verbindet
Bewegungsfreiheit mit gestalterischer
Klarheit, Langlebigkeit und einer nachhaltigen
Materiallogik.
Seit Jahrzehnten leistet Wilkhahn
Pionierarbeit im Bewegungssitzen und
hat immer wieder Modelle entwickelt,
die Maßstäbe gesetzt haben. Der Wi-
Chair führt diese Linie fort – reduziert
auf das Wesentliche, klar konstruiert
und langlebig gedacht. Seine Schale
aus Formholz zitiert den Archetyp des
Bürostuhls, interpretiert ihn aber mit
zeitgemäßer Leichtigkeit und präziser
Funktion. Zurückhaltend im Ausdruck
und ausgewogen in der Proportion, fügt
er sich mühelos in wohnliche Arbeitsumgebungen,
Co-Working-Spaces oder
Meetingräume ein.
NEW WORK STYLES 29
ERGO DESIGN
Konstruktive Reduktion
Die Raffinesse des WiChair liegt in seiner
Einfachheit. Statt einer komplexen
Mechanik sorgt eine einzige, elegant geschwungene
Stahlschwinge für die Beweglichkeit.
Sie federt elastisch, lässt sich
verwinden und macht jede Gewichtsverlagerung
mit. Beim Zurücklehnen öffnet
sich der Winkel zwischen Sitz und Rücken,
während die Sitzfläche leicht nachgibt
– ein natürlicher Bewegungsablauf,
der den Körper unterstützt. Über einen
Drehgriff unter dem Sitz lässt sich die
Federkraft anpassen, wodurch der Stuhl
mühelos auf unterschiedliche Nutzergewichte
reagiert.
Nachhaltigkeit als Prinzip
Was für die Konstruktion gilt, zeigt sich
auch in der Materialwahl. Der WiChair
folgt den ökologischen Designprinzipien
von Wilkhahn: Materialeffizienz, Langlebigkeit,
Reparaturfähigkeit, sortenreine
Trennung und Recyclingfähigkeit.
Der Stuhl ist vollständig verschraubt und
lässt sich mit wenigen Handgriffen mon-
Reduktion auf das Wesentliche – der
WiChair überzeugt mit prägnanter
Silhouette, konsequenter Materialreduktion
und federnder Stahlschwinge
für gesundes Bewegungssitzen.
Bewegung durch Design
Wilkhahn mit Sitz in Bad Münder zählt
international zu den Impulsgebern für
ergonomisches und nachhaltiges Möbeldesign.
Seit über 100 Jahren verbindet
das Unternehmen handwerkliche
Qualität mit technischer Innovation.
Produkte wie der WiChair stehen für
ein klares Designverständnis, das Bewegung,
Komfort und Umweltbewusstsein
vereint. Wilkhahn entwickelt
und produziert ausschließlich in
Deutschland und verfolgt seit Jahrzehnten
konsequent das Prinzip kreislauffähiger
Gestaltung.
tieren oder zerlegen. Das Gestell besteht
aus recycelbarem Stahl, das Fußkreuz aus
Recycling-Aluminium, Sitz- und Rückenschalen
aus FSC-zertifiziertem Formholz.
Kunststoffe werden nur dort eingesetzt,
wo sie technisch erforderlich sind. Mit
einem Product Carbon Footprint ab 31 Kilogramm
CO₂e zeigt der WiChair, wie sich
Designqualität und Nachhaltigkeit konstruktiv
vereinen lassen.
Gestaltungsfreiheit im Detail
Mit seinen Farb- und Materialvarianten
lässt sich der WiChair flexibel an unterschiedliche
Raumkonzepte anpassen. Die
Gestelle sind monochrom ausgeführt –
wahlweise in Raw Steel mit Aluminiumfußkreuz
oder in Farbtönen wie Light
Gray, Blush Pink, Soft Lemon oder Mint
Green. Die Formholzschalen sind in Eiche
natur, weiß oder schwarz erhältlich, op-
NEW WORK STYLES
30
Die Gewichtseinstellung lässt sich individuell und unkompliziert
über einen Drehgriff unterhalb der Sitzschale anpassen.
Fotos: Wilkhahn
Der WiChair setzt auf verschraubte
Verbindungen und recycelbare Materialien
– für einfache Reparaturfähigkeit
und einen langen Lebenszyklus.
tional mit Stoffbezug oder Vollpolsterung.
Selbst Schrauben und Armlehnen folgen
der Farblogik des Designs – ein Detail,
das die handwerkliche Präzision unterstreicht.
Der WiChair ist ab Ende Oktober
2025 über den autorisierten Wilkhahn-
Fachhandel und ausgewählte Online-
Partner erhältlich.
wilkhahn.com/wichair
NEW WORK STYLES 31
WORKSPACES
Fotos: Interstuhl Group
Datengestützte Planung, flexible Möblierung und ein klares Farbkonzept schaffen eine Arbeitsumgebung, die Effizienz und Wohlbefinden verbindet.
Die neue Bürofläche wird täglich genutzt, beobachtet und weiterentwickelt – als reales Experiment
für die Zukunft der Arbeit.
Wo früher Abteilungen getrennt arbeiteten,
entstehen heute offene Zonen für Austausch, Fokus
und Zusammenarbeit – sichtbar gelebtes New Work.
NEW WORK STYLES
32
Strategischer Wandel
im eigenen Haus
A
ls Interstuhl 2024 beschloss,
die Büroflächen
in Meßstetten-Tieringen
neu zu denken, ging es
nicht um ein Re-Design.
Es ging um ein echtes
Experiment: Wie lässt sich die Zukunft der
Arbeit gestalten, wenn der Raum selbst zum
Lernsystem wird? Das Ergebnis ist der Liveroom
– ein 1100 Quadratmeter großer Arbeitsund
Erfahrungsraum, der Büroarchitektur
als strategisches Werkzeug begreift.
„Das vorhandene Konzept passte nicht
mehr zu den tatsächlichen Anforderungen“,
erklärt Helmut Link, Geschäftsführer
der Interstuhl Group. „Wir wollten eine
Fläche schaffen, die sowohl real genutzt
als auch strategisch weitergedacht wird.
Einen Ort, an dem wir zeigen, aber vor allem
auch lernen können – und zwar aus der
echten Nutzung heraus.“
Anstelle eines Neubaus entschied sich
das Unternehmen für die Umnutzung
bestehender Flächen. Das Ergebnis: ein
ökonomisch, ökologisch und kulturell
schlüssiger Umbau, der zugleich 400 Quadratmeter
zusätzliche Bürofläche überflüssig
machte.
Vom statischen Büro zum
lebendigen System
Die Idee hinter dem Projekt: weg von
hierarchischen Raumstrukturen, hin zu
einer Arbeitsumgebung, die Bewegung,
Austausch und Flexibilität fördert. Klassische
Einzel- und Gruppenbüros wichen
offenen Zonen, die sich an Tätigkeitsprofilen
orientieren. So entstanden Flächen für
Fokusarbeit, Projektphasen, Team-Setups
und spontanen Dialog.
Die Basis dafür bildeten präzise Datenerhebungen.
In Kooperation mit Goconut
wurde über zwölf Monate das Nutzungs-
Mit dem Umbau des
zweiten Obergeschosses in
der Firmenzentrale hat
Interstuhl eine eigene
Zukunftswerkstatt
geschaffen. Der neue
„Liveroom“ zeigt, wie
Raum, Kultur und Strategie
ineinandergreifen – als
echtes Labor für die
Arbeitswelt von morgen.
verhalten analysiert: Auslastung, Homeoffice-Quote,
Raumbedarf. Parallel erfasste
intensor die Fläche digital, um die Planung
in Echtzeit zu simulieren. Das interdisziplinäre
Projektteam definierte daraus das
eigene Verständnis von New Work – ein
Prozess aus Beteiligung, Analyse und Evaluation,
der weit über das Möblierungskonzept
hinausging.
Architektur für hybride Arbeit
Das neue Raumlayout folgt keinem Organigramm,
sondern den Tätigkeiten der
Menschen. Activity-Based Working und
Desk-Sharing prägen die Struktur. Arbeitsplätze
können situativ gebucht werden –
abhängig von Aufgabe, Konzentrationsbedarf
oder Teamdynamik.
Die Zonen sind visuell und akustisch
differenziert: offene Kommunikationsbereiche
treffen auf geschützte Rückzugsräume,
Loungezonen auf Meetinginseln. Die Möblierung
stammt vollständig aus dem Interstuhl-Portfolio
– ergonomische Drehstühle,
höhenverstellbare Tische, modulare Sitzlandschaften.
So wird die Fläche selbst zum
Produktivlabor für die eigenen Lösungen.
„Ich kann meinen Platz danach wählen,
was ich gerade tue“, beschreibt eine Mitarbei-
terin. Ein anderer Kollege ergänzt: „Durch das
offene Konzept und die Farbgebung wirkt der
Raum hell und einladend. Man spürt sofort:
Hier ist Bewegung im Denken.“
Arbeitskultur sichtbar gemacht
Die räumliche Veränderung hat eine
spürbare Wirkung entfaltet. Die Homeoffice-Quote
sank auf unter 20 Prozent – nicht
aus Zwang, sondern aus Überzeugung.
Kommunikation und Begegnung sind wieder
Teil des Alltags. Die Trennung zwischen
Management- und Mitarbeitendenebene
ist aufgelöst: Alle arbeiten im gleichen Setting,
auf derselben Fläche. Der Raum hat
die Kultur verändert – und umgekehrt.
Hierarchien weichen Nähe, abgeschlossene
Abteilungen werden zu offenen Funktionsfeldern.
Die Architektur vermittelt
Offenheit und Teilhabe, sie signalisiert
Vertrauen statt Kontrolle.
Der Liveroom als Labor
Mit dem Umbau ist kein Showroom entstanden,
sondern ein Reallabor – der Interstuhl
Liveroom. Hier wird getestet, beobachtet,
angepasst. Kundinnen, Partner
und Architekturbüros können erleben, wie
sich Arbeitskonzepte, Möbel und digitale
Tools im Alltag bewähren.
Der Raum bleibt bewusst wandelbar:
Konfigurationen werden ausprobiert,
Arbeitsprozesse neu organisiert, Materialstimmungen
getestet. Er ist ein Erfahrungsraum,
der zeigt, dass Innovation
nicht auf dem Papier entsteht, sondern im
täglichen Tun.
So wird das zweite Obergeschoss in
Meßstetten-Tieringen zum Zukunftslabor
für hybride Arbeit – und zum Beweis, dass
Wandel dort beginnt, wo Unternehmen ihre
eigenen Räume als Prototyp verstehen.
interstuhl.com
NEW WORK STYLES 33
WORKSPACES
Fotos: Laura Thiesbrummel
Anfang 2025 bezog die Zooplus SE ihre neue Zentrale Lumen im Herzen Münchens – ein zukunftsorientiertes Arbeitsumfeld, das moderne, kollaborative Formen des
Arbeitens fördert und Teil der strategischen Neuausrichtung des E-Commerce-Unternehmens ist.
NEW WORK STYLES
34
Wenn das Büro
auf den Hund kommt
Mit dem neuen Headquarter
im Münchner Lumen hat
Zooplus eine Arbeitswelt
geschaffen, die räumliche
Intelligenz mit gelebter
Unternehmenskultur verbindet.
Das Büro ist mehr
als ein Arbeitsplatz – es ist
Ausdruck einer moderne
Arbeitsphilosophie, die
Mensch und Tier selbstverständlich
zusammenbringt.
N
eue Arbeitswelten entstehen
heute selten am Reißbrett.
Sie wachsen aus
dem, was Unternehmen
über sich selbst wissen –
oder zu lernen bereit sind.
Wer flexible Arbeitsmodelle einführt, verändert
mehr als Grundrisse: Es verändert
die Art, wie Menschen zusammenarbeiten,
wie sie Raum verstehen und Verantwortung
teilen. Der E-Commerce-Anbieter
Zooplus hat diese Entwicklung konsequent
genutzt. Im neuen Headquarter im Münchner
Lumen zeigt sich, wie Kulturwandel
und Raumgestaltung ineinandergreifen
können.
Seit Anfang 2025 vereint die Zentrale in
der Herzog-Wilhelm-Straße alle Münchner
Teams unter einem Dach. Auf rund 12 000
Quadratmetern ist ein Arbeitsumfeld entstanden,
das hybride Arbeit und Gemeinschaft
gleichberechtigt denkt. Etwa 550
Arbeitsplätze bieten Raum für konzentriertes
Arbeiten, Teamarbeit und Begegnung.
Flexible Arbeitsplätze, offene Kommunikationszonen,
Rückzugsräume und großzügige
Terrassen bilden die räumliche Grundlage
für eine Organisation, die auf Vertrauen
und Eigenverantwortung setzt.
Das Konzept folgt dem Prinzip des
Activity-Based Working: Mitarbeitende
wählen ihren Arbeitsplatz nach Tätigkeit,
Stimmung und Bedarf. Für konzentriertes
Arbeiten gibt es Fokusräume und
Rückzugsnischen, für Austausch offene
Teamzonen, Lounges und die zentrale
Townhall mit Sitztreppe. Der Wechsel
zwischen Bewegung und Ruhe, Nähe
und Distanz ist Teil des Systems – nicht
Nebeneffekt.
„Wir haben Zooplus von der ersten Idee
bis zum Einzug begleitet und ein ganzheitliches
Konzept entlang der Prinzipien
des Activity-Based-Workings entwickelt“,
erklärt Oliver Dittmar, Geschäftsführer
NEW WORK STYLES 35
WORKSPACES
von Combine Consulting. „Besonderes
Augenmerk lag auf einer flexiblen Flächenstruktur,
vielfältigen Rückzugs- und
Kollaborationsmöglichkeiten sowie einem
haustierfreundlichen Interior-Design –
ganz im Sinne des Nutzenversprechens
von Zooplus: People + Pets.“
Architektonisch setzt das Lumen auf
Transparenz und Tageslicht. Glasflächen
öffnen die Bürozonen zum begrünten
Innenhof, Akustikelemente aus Naturmaterialien
sorgen für Ruhe, ohne den
Raum zu verschließen. Das Licht ist
warm und diffus, auf Bildschirme abgestimmt,
aber nie steril. Möbel von Bene,
Brunner, Arper, Hay und Andreu World
fügen sich unaufdringlich ins Gesamtbild.
Wandpaneele von Lintex und De
Vorm verbessern Akustik und Struktur,
Teppiche von Object Carpet zonieren
Arbeits- und Kommunikationsflächen.
Das Besondere liegt jedoch in der kulturellen
Übersetzung: zooplus ist ein
Unternehmen, das Tiere liebt – und das
im Raum sichtbar macht. Das Dog-Workplace-Konzept
integriert Hunde als festen
Bestandteil des Arbeitsalltags. Auf allen
NEW WORK STYLES 36
Auf insgesamt sechs Obergeschossen befinden sich vollflexible Büroflächen, die von einem begrünten polygenen Innenhof umrahmt werden. Die Erdgeschossflächen
beherbergen Gastronomie- und Einzelhandelsangebote und sorgen für eine lebendige urbane Einbindung.
Bei Zooplus ist der Hund nicht nur willkommen, sondern fester Bestandteil der
Unternehmenskultur. Flexible Rückzugs-, Gesprächs- und Fokusräume ermöglichen
zudem konzentriertes Arbeiten.
NEW WORK STYLES 37
ERGO DESIGN
Etagen gibt es Dog-Stations mit Futter- und
Wasserschalen, Pfotensäuberungsstationen
und Rückzugszonen für Mensch und
Tier. Mitarbeitende können hundefreundliche
Arbeitsplätze buchen; Hygiene und
Ruhezeiten sind verbindlich geregelt.
So entsteht eine Balance aus Nähe und
Achtsamkeit. Hunde sind in Meetingräumen
und Phone Booths tabu, um Allergiker
zu schützen und Konzentration zu
sichern. Für Zeiten ohne Halter gibt es
Übergabelösungen oder den „Bark & Go“-
Service, bei dem Hunde kurzzeitig betreut
werden. Selbst Details wie personalisierbare
Hundebetten oder eine „Dog Wall“
mit Namensschildern tragen zur Identifikation
bei. Tierliebe wird hier nicht inszeniert,
sondern in den Alltag integriert.
Diese Arbeitswelt ist durchdacht bis ins
Detail. Farben, Texturen und Signaletik
folgen einer eigens entwickelten Design-
DNA, die das Leitmotiv People + Pets in
eine räumliche Sprache übersetzt. Konferenzräume
tragen Namen von Eigenmarken
wie „Tigerino“ oder „Rocco“. Wände
zeigen grafische Motive aus der Tierwelt –
reduziert, grafisch, nie verspielt.
Im Erdgeschoss verbindet eine großzügige
Cafeteria den Arbeitsbereich mit dem
öffentlichen Leben. Durch die gläserne
Fassade wirkt der Innenraum wie Teil des
Stadtraums, der begrünte Innenhof wie
eine Verlängerung der Lounge. Hier wird
das Prinzip der Offenheit buchstäblich
erfahrbar.
Ein Jahr vor dem Einzug begann bei
Zooplus ein intensiver kultureller Veränderungsprozess.
Zwei Standorte mit
unterschiedlichen Teamkulturen wurden
zusammengeführt, neue Formen der hybriden
Zusammenarbeit eingeführt. Workshops,
interne Kommunikation und Betei-
Zooplus SE – Headquarter in München
Ort:
Herzog-Wilhelm-Straße, München
Fläche: ca. 12.000 m²
Arbeitsplätze: rund 550
Workplace
Konzept & Design: Combine Consulting GmbH
Ausstattung: Bene, Brunner, Arper, Andreu World, Hay,
Lintex, De Vorm, Object Carpet, Vecos
Konzept: Activity-Based Working mit integriertem
Dog-Workplace-Ansatz
Projektzeitraum: 2021 bis 2025
Besonderheiten: Dog-Stations, Pfotensäuberungsbereiche, Townhall
mit Sitztreppe, Community-Spaces, Rückzugsräume,
Innenhof, Terrassen
Das Headquarter von Zooplus im Lumen steht für eine neue Generation
von Arbeitswelten, die Offenheit, Achtsamkeit und Gemeinschaft
verbinden. Hier ist eine Architektur entstanden, die Kultur sichtbar
macht – und Raum gibt für das, was Zusammenarbeit lebendig hält.
NEW WORK STYLES
38
Combine Consulting
Combine Consulting mit Sitz in Hamburg,
München und Düsseldorf zählt zu den
führenden Beratungsunternehmen für
Workplace Strategy, Change Management,
Interior Design und Projektmanagement.
Seit über 10 Jahren begleitet
das Team Unternehmen beim Wandel ihrer
Arbeitswelten – von der ersten Idee bis
zur Inbetriebnahme. Entstanden ist Combine
2015 als Zusammenschluss zweier
etablierter Unternehmen: dem Quickborner
Team und Macon. Damit profitiert
das Unternehmen heute von mehr als 60
Jahren Erfahrung. Die interdisziplinäre
Arbeitsweise verbindet Strategie, Gestaltung
und Umsetzung. Combine berät
Kunden wie Allianz Trade, Astra Zenaca,
Beiersdorf, BMW, Deutsche Bahn, IKEA
oder Siemens – stets mit dem Anspruch,
Räume zu schaffen, die Organisationen
verändern und Zukunftsfähigkeit sichern.
Beim Projekt Zooplus verantwortete Combine
die gesamte Projektbegleitung von
der Standortwahl über das Design- und
Nutzungskonzept bis zur Inbetriebnahme
des Headquarters im Lumen München.
combine-consulting.com
Die großzügige Townhall Area im Erdgeschoss mit integrierter Sitztreppe wird ergänzt durch weitläufige Community
Spaces und Chillout-Bereiche, einen repräsentativen Board Room sowie diverse Konferenz- und Projekträume.
ligungsformate begleiteten den Wandel.
Das Ziel: Orientierung, Akzeptanz und
Vorfreude auf das, was kommt.
„Der Umzug in unser neues Headquarter
stellt einen bedeutenden Meilenstein
für unsere Unternehmensentwicklung
dar“, betont Steffen Schüller, Vorstand
von Zooplus. „Unsere Zentrale im Lumen
ist Ausdruck unserer Unternehmenskultur.
An diesem neuen Standort kommen
unsere bisherigen Büros zusammen, und
unsere Mitarbeitenden und ihre Haustiere
erleben die Marke zooplus in einem neu
gedachten Arbeitsumfeld.“
Heute ist das Headquarter im Lumen
weit mehr als eine funktionale Arbeitsstätte.
Es verkörpert eine moderne
Arbeitskultur, in der Architektur, Organisation
und Mensch in einem ausgewogenen
Verhältnis stehen. Die Flächen wirken
nicht wie definierte Zonen, sondern
wie ein lebendiges System, das auf Vertrauen
und Bewegung basiert. Man hört
leises Stimmengewirr, Tastaturanschläge
– und hin und wieder das Klacken von
Pfoten auf dem Boden.
Zooplus zeigt, dass ein zeitgemäßer
Arbeitsplatz Identität stiften kann. Indem
Raumgestaltung, Unternehmenskultur
und Marke eine gemeinsame Sprache sprechen,
entsteht eine Umgebung, die empathisch,
funktional und lebendig ist. Der
Hund als Begleiter ist dabei nicht Symbol,
sondern Teil eines Arbeitsalltags, der Verbundenheit
neu definiert.
zooplus.de
NEW WORK STYLES 39
WORKSPACES
Lernräume
als gelebte
Zukunft
Mit dem neuen Campus in Berlin hat die SRH University
zusammen mit Steelcase ein Lernökosystem geschaffen,
das die Grenzen zwischen Studium, Arbeit und Gemeinschaft
auflöst. Flexible Räume, offene Strukturen und ein
konsequent mitgedachtes Markenerlebnis prägen den Ort.
Ein Blick in einen Musikraum zeigt Studierende
und Lehrkräfte beim gemeinsamen Musizieren.
Der Campus der SRH
University Berlin in
Neukölln ist weit mehr
als ein Studienort. Er
gleicht einem urbanen
Mikrokosmos, der die
Dynamik des Stadtteils spiegelt und die
Vision einer progressiven Hochschule
räumlich erfahrbar macht. Im November
2024 eröffnet, entstand hier in enger
Zusammenarbeit mit Steelcase eine Umgebung,
die Lernen, Lehren und Arbeiten
auf eine neue Ebene hebt.
Die Entscheidung zur Neugestaltung
fiel, weil die alte Struktur den eigenen
Ansprüchen im Weg stand. Einzelbüros,
getrennte Fakultäten und eine klassische
Raumaufteilung passten nicht mehr zu
einer Institution, die Studierende befähigen
will, ihre Zukunft selbst zu gestalten.
„Unser Fokus liegt weniger auf dem Lehren
als auf dem Lernen“, erklärt Dr. Benjamin
Schwenn, Professor für Marketing
und Markenführung. Die Hochschule
verstand sich schon länger als Mentorin
ihrer Studierenden – die räumlichen Bedingungen
mussten folgen.
Der Wandel begann 2021. Workshops
mit Lehrenden und Mitarbeitenden
machten sichtbar, welche Anforderungen
eine zukunftsfähige Lernumgebung erfüllen
muss. Steelcase übernahm dabei
die Rolle eines Partners, der nicht nur
Möbel lieferte, sondern Prozesse begleitete.
„Steelcase hat unsere Ziele sehr ernst
genommen. Das neue Konzept berücksichtigt
die Bedürfnisse aller Beteiligten“,
betont Campusmanagerin Marika Graupe-Fröhlich.
Entstanden ist ein offenes Raumgefüge,
das Vielfalt zulässt. Klassische
Hörsäle wurden durch mobile Möbel ersetzt,
die sich der jeweiligen Lernsituation
anpassen. Gruppenräume wechseln
zwischen Werkstatt, Seminarraum oder
Lounge. Akustisch differenzierte Zonen
ermöglichen konzentriertes Arbeiten
ebenso wie spontane Begegnungen. Ergänzend
bieten Rückzugsräume Privatsphäre
für Gespräche oder stilles Lernen.
Die Gemeinschaft spielt eine zentrale
Rolle. Im Café, auf der Terrasse oder im
großzügigen Service Hub entstehen Orte
des Austauschs. Besonders beliebt ist der
Cube, eine Mischung aus Veranstaltungsraum,
Brainstorming-Landschaft und
Entspannungszone mit Sitzsäcken. Ein
weiteres Highlight ist der fünfte Stock:
lichtdurchflutet, flexibel nutzbar und von
den Studierenden als Symbol ihres Campus
verstanden. „Es fühlt sich an, als sei
der Raum eigens für uns geschaffen wor-
NEW WORK STYLES
40
Jedes Material, jede Oberfläche, jede Farbe und Form wurden gezielt ausgewählt, um die Werte der Hochschule
– Offenheit, Innovation und Nachhaltigkeit – widerzuspiegeln und gleichzeitig eine Umgebung zu
schaffen, die Lernen und Arbeiten unterstützt.
den“, sagt Kommunikationsdesign-Student
Levente.
Ein kritischer Moment im Prozess war
der Widerstand gegen offene Grundrisse.
Der Besuch im Steelcase Learning + Innovation
Center in München brachte die
Wende. Hier erlebten die Mitarbeitenden,
wie Räume im 21. Jahrhundert Lernen
und Arbeiten fördern können. „Der Besuch
war ein echter Game Changer“, erinnert
sich Schwenn.
Neben funktionalen Aspekten spielt
auch das Markenerlebnis eine Rolle. Die
Berliner Agentur dan pearlman übersetzte
die Werte der Hochschule in ein räumliches
Konzept. Farben, Materialien und
Formen spiegeln Offenheit, Innovation
und Nachhaltigkeit wider. Geschwungene
Linien verweisen subtil auf das SRH-
Logo, recycelte Möbel betonen den nachhaltigen
Anspruch. Nicole Gietz, damals
bei dan pearlman tätig, beschreibt es so:
„Die Marke muss für alle erlebbar sein –
Der neue Campus der SRH University Berlin
spiegelt den innovativen Lernansatz der Hochschule
wider.
Fotos: Steelcase
Der Campus bietet eine Vielfalt an Räumen, die ungestörtes Arbeiten, Meetings,
soziales Miteinander und Wohlbefinden fördern.
NEW WORK STYLES
41
WORKSPACES
Die Unterrichtsräume können mit mobilen Möbeln flexibel an die jeweilige Lernsituation angepasst werden.
für Studierende, Lehrende und Gäste. Sie
wird nicht nur gesehen, sondern gespürt.“
Das Resultat ist ein Campus, der Identität
stiftet und Gemeinschaft sichtbar
macht. Für Geschäftsführer Dr. Thorsten
Bagschik ist das Zusammenspiel der
Disziplinen entscheidend: „Wir haben ein
einzigartiges Ökosystem aus Lernenden,
Lehrenden und Mitarbeitenden geschaffen
– das ist wirklich etwas Besonderes.“
Heute gilt die SRH University Berlin
als Modell für die Verbindung von Raum,
Marke und Bildung. Die flexible Struktur
ermöglicht Veränderung, ohne an Stabilität
zu verlieren. Für die Studierenden bedeutet
es eine Umgebung, die Innovation
zulässt und gleichzeitig Halt gibt. Für die
Hochschule ist es ein Statement: Zukunft
wird nicht nur gelehrt, sondern im Raum
gelebt. l
Eine der größten Herausforderungen bei der Neugestaltung war der anfängliche Widerstand gegen
einen offenen Grundriss ohne Einzelbüros.
Wissenswertes auf einen Blick
• Ort: Berlin-Neukölln
• Eröffnung: November 2024
• Projektpartner: Steelcase, dan
pearlman (Brand in Space), Martin
et Karczinski (Corporate Design)
• Raumkonzept: offene Grundrisse,
mobile Möbel, akustisch differenzierte
Zonen, Rückzugsräume
• Nutzungsbereiche: Seminare, Co-
Working, Café, Service Hub, Veranstaltungsräume,
Terrassenbereiche
• Besondere Orte: Cube, fünfter Stock
• Nachhaltigkeit: Wiederverwendung
von Mobiliar, bewusste Materialwahl
• Markenerlebnis: Integration der
SRH-CI in Form, Farbe, Material
steelcase.com
NEW WORK STYLES
42
WORKSPACES
Form folgt Bildung
In Enköping, rund eine Autostunde nordwestlich von
Stockholm, ist mit dem Westerlundska Gymnasium ein
Lernort entstanden, der zeigt, wie Schule heute gedacht
werden kann – als offener, flexibler und inklusiver Raum,
der Gemeinschaft und Eigenverantwortung fördert.
Das Westerlundska Gymnasium in
Enköping/Schweden will architektonisch
und gesellschaftlich neue Maßstäbe setzen.
Foto: Pixabay/Luboy Lisitsa
WORKSPACES
Fotos: Kinnaprs/Henrik Mill
Informelle Treffpunkte unterstützen eine offene Lernkultur.
Der großzügige, offene Eingangsbereich lässt viel Tageslicht herein und bildet den
Dreh- und Angelpunkt der drei Gebäudeteile der Schule.
Auch die Mensa wird als Teil des pädagogischen Raums verstanden.
Mit dem Neubau des
Westerlundska Gymnasiums
in Enköping
in Schweden ist ein
Bildungsort entstanden,
der architektonisch
und gesellschaftlich neue Maßstäbe
setzt. Die Gemeinde hat gemeinsam mit
dem Architekturbüro White Arkitekter
und dem Einrichtungsexperten Kinnarps
ein Gebäude geschaffen, das zeigt, wie
Schule heute funktionieren kann – als
offenes, flexibles und inklusives System,
das individuelles Lernen, Gemeinschaft
und Teilhabe gleichermaßen fördert.
Lebendiger Treffpunkt
Rund 1 500 Schüler und 200 Mitarbeitende
finden hier eine Umgebung, die
weit über klassische Klassenzimmer hinausgeht.
Die Schule versteht sich als
offenes Haus, in dem Bibliothek, Aula,
Lernlandschaften und Mensa ineinandergreifen.
Herzstück ist der großzügige,
lichtdurchflutete Eingangsbereich mit
der zentralen Bibliothek, der die drei Gebäudeteile
verbindet und Begegnung ermöglicht.
Transparenz und klare Sichtachsen
schaffen Orientierung, Nähe und
Vertrauen.
Sorgfältige Planung
Von Beginn an stand Beteiligung im
Mittelpunkt. Lernende, Lehrkräfte, Verwaltung
und externe Fachleute brachten
ihre Perspektiven in Workshops, Pilotprojekten
und Studienbesuchen ein. So
entstand ein fein abgestimmtes Raumund
Nutzungskonzept. „Indem wir auf
Expert*innenwissen, einen Testraum
mit verschiedenen Einrichtungslösungen
und die Rückmeldungen unserer Jugendlichen
und Mitarbeitenden gesetzt haben,
ist das Ergebnis wesentlich besser geworden,
als wir es aus vergleichbaren Projekten
kennen“, sagt Schulleiterin Martina
Ericson.
Harmonische Farben
Das Einrichtungskonzept von Kinnarps
folgt diesem partizipativen Ansatz.
Gemeinsam mit der Schule wurden Möbel
entwickelt, die sich an wechselnde Lernformen
anpassen lassen. Ergonomische
Stühle, höhenverstellbare Tische, Akustikpaneele
und Rückzugssofas schaffen
Zonen für konzentriertes Arbeiten ebenso
wie für Gruppenarbeit und Austausch.
Natürliche Materialien, harmonische
Farben und eine ruhige Formsprache
fördern Orientierung und Wohlbefinden.
Reduzierte visuelle Reize unterstützen
Konzentration und Klarheit.
NEW WORK STYLES
44
Der Tisch Oberon und der Stuhl Lexie schaffen einen Ort der Begegnung oder der Zusammenarbeit.
In den Klassenzimmern steht der Tisch Origo mit Tischplatten aus Marmoleum, einem natürlichen Material
mit schallabsorbierenden Eigenschaften. Ein Haken an der Seite des Tisches sorgt für Ordnung im Klassenzimmer.
Die flexible Rückenlehne des Schulstuhls Xpect fördert die Bewegung.
Der Stuhl Xpect und der Arbeitstisch Nexus bilden
ein Ensemble für konzentriertes Arbeiten. Die
Trennwand Vibe sorgt für mehr Konzentration indem
sie ablenkende Blicke abschirmt.
Martina Ericson,
Schulleiterin,
Westerlundska
Gymnasiet
Lernen überall
Auch Mensa und Flure wurden als Teil
des pädagogischen Raums gestaltet. Flexible
Tischgruppen, bepflanzte Inseln,
mobile Möbel und hohe Rücklehnsofas
machen sie zu echten Lern- und Lebensräumen.
Selbst die sanitären Anlagen
wurden in Abstimmung mit Schüler*innen
geplant – mit Blick auf Barrierefreiheit,
Rückzug und Sicherheit.
Das Ergebnis ist eine Schule, die
mehr vermittelt als Wissen. Sie gibt jungen
Menschen das Gefühl, gesehen und
ernst genommen zu werden, stärkt Verantwortung,
Selbstwirksamkeit und soziale
Kompetenz. Gleichzeitig öffnet sie
sich der Stadtgesellschaft: Räume können
außerhalb des Unterrichts für Veranstaltungen,
Konzerte oder gemeinsames
Essen genutzt werden.
Das Westerlundska Gymnasium gilt
als Modellprojekt gelungener Schulentwicklung
– ein Beweis dafür, was möglich
ist, wenn Pädagogik, Architektur
und Möblierung konsequent zusammengedacht
werden. l
Räume, die Wirkung zeigen
Kinnarps ist einer der führenden europäischen
Anbieter von Einrichtungslösungen
für Büros, Lernumgebungen
und Pflegeeinrichtungen.
Das 1942 gegründete Familienunternehmen
produziert in Schweden und
ist in über 40 Ländern vertreten.
Charakteristisch für die Marke sind
Qualität, ergonomisches Design, ressourcenschonende
Produktion und
lange Lebenszyklen der Möbel. Gemeinsam
mit Architekturbüros und
Bildungseinrichtungen entwickelt
Kinnarps Konzepte, die auf Funktionalität,
Ästhetik und Wohlbefinden
gleichermaßen zielen.
kinnarps.de
NEW WORK STYLES 45
WORKSPACES
Von der digitalen Bestandsaufnahme über die ganzheitliche Verwertung bis zur schlüsselfertigen
Einrichtung – Fenyx begleitet Unternehmen durch jeden Schritt ihrer Bürotransformation.
Aufbereitung und Wiederverwendung hochwertiger
Büromöbel – ressourcenschonend und CO₂-effizient.
Fotos: Fenyx (10)
NEW WORK STYLES
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Zirkuläre Büros
stärken Wettbewerbsfähigkeit
Wenn Unternehmen
heute ihre Büros
verändern, geht es
längst um mehr
als Gestaltung.
Der Umbau spiegelt
eine neue Haltung im Umgang mit
Ressourcen und Strukturen. Der Wandel
beginnt dort, wo Organisationen aufhören,
in Produktzyklen zu denken, und
beginnen, Systeme zu gestalten. Fenyx versteht
das Büro nicht als starre Einrichtung,
sondern als lebendiges Gefüge. Was bleibt,
wird integriert. Was fehlt, ergänzt. Was
obsolet ist, wird in den Kreislauf zurückgeführt
– ein Prozess, der Effizienz, Wirkung
und Identität verbindet.
Das Unternehmen arbeitet wie ein
operatives Betriebssystem für Bürotransformationen.
Inventare werden sichtbar
gemacht, Qualitäten geprüft, Komponenten
aufbereitet und in ein schlüssiges
Nutzungskonzept überführt. Die Einzelleistungen
– Bestandsmanagement,
Refurbishment, Mitarbeiterverkauf, Vermarktung
über Partner, Spendenkanäle
sowie Miete und Kauf geprüfter refurbished
Möbel – greifen ineinander. Für
Kunden fühlt sich das an, wie es soll: ein
Ansprechpartner, klare Abläufe, messbare
Ergebnisse. Nicht mehr Showroom,
sondern Struktur.
Wer so plant, verschiebt Budgets von
Capex zu Opex, reduziert Komplexität und
gewinnt Tempo. Weil Bestände schon da
sind. Weil refurbished Komponenten verfügbar
sind. Weil Logistik, Aufbereitung
und Planung aus einer Hand kommen.
Und weil die ESG-Bilanz nicht als Pflichtdokument
entsteht, sondern aus der Sache
selbst: weniger Primärbeschaffung, längere
Nutzungsdauer, transparente Ver-
Fenyx denkt Büroplanung
neu – datenbasiert, ressourcenschonend
und
wirtschaftlich. Digitale Bestandsaufnahme
und Refurbishment
machen Arbeitsräume
präzise, flexibel und
nachhaltig erlebbar.
wertung. Verantwortung wird zum Wettbewerbsfaktor.
Wie das in der Praxis funktioniert,
zeigen viele Projekte – von Start-ups bis
Konzernen. Bei bcause, einer Berliner
Finanzplattform für gesellschaftliches
Engagement, stand das Team vor dem
Auszug aus einem Untermietverhältnis
– ohne Zeit für lange Lieferketten. Statt
Neuware zu bestellen, entschied man
sich für das Mietmodell von Fenyx. Refurbished
Premium-Möbel, skalierbar und
sofort verfügbar. Wenige Tage später war
das Büro komplett eingerichtet – mit ergonomischen
Drehstühlen, höhenverstellbaren
Tischen und Konferenzmöbeln.
Das Ergebnis: 3,1 Tonnen CO₂ eingespart,
52 Prozent geringere Kosten im Vergleich
zum Neukauf – und kein verlorener
Arbeitstag. „Ich wollte mich um unsere
Mission kümmern, nicht um Möbel“, sagt
Geschäftsführer Felix Oldenburg. Genau
darin liegt die Stärke des Modells: Liquidität
bleibt im Unternehmen, Flexibilität im Alltag,
Nachhaltigkeit wird selbstverständlich.
Auch in industriellem Maßstab funktioniert
das Prinzip. Ein internationales
Technologieunternehmen ließ über mehrere
Standorte hinweg 1 250 ergonomi-
sche Stühle aufarbeiten – Gasdruckfedern,
Netzbespannungen, Polster, Mechaniken.
Der Betrieb lief während der sechsmonatigen
Aufbereitung weiter. Ergebnis: 50 Tonnen
CO₂ eingespart, volle Funktionalität,
null Stillstand. Zirkularität nicht als Versuch,
sondern als Produktionsstandard.
Dass Nachhaltigkeit mehr ist als Ökologie,
zeigt ein Projekt in Düsseldorf. Bei
der Auflösung einer Büroetage entschied
sich Unibail-Rodamco-Westfield gegen
Entsorgung. Der gesamte Bestand wurde
digital erfasst und intern zur Übernahme
angeboten. Mitarbeitende konnten Möbel
reservieren, der Rest ging in Wiederverwendung
und Spende. 60 Möbelstücke
wurden im eigenen Haus weiter genutzt,
die übrigen verantwortungsvoll verwertet.
Ergebnis: 100 Prozent Verwertungsquote,
660 Kilogramm CO₂ eingespart –
und eine Belegschaft, die Nachhaltigkeit
erlebt statt hört.
Skalierung zeigt sich im großen Ganzen.
Als Otto 2025 vier Kundenservice-
Standorte – Kassel, Nürnberg, Bochum
und Niederzier – schloss, übernahm
Fenyx die komplette Abwicklung: von der
Erfassung über Demontage und Transport
bis zur Wiederverwendung in anderen
Standorten und fachgerechtem Recycling.
Das Ergebnis: eine ESG-konforme Auflösung,
zentral gesteuert, dokumentiert,
fristgerecht und wirtschaftlich. Der Effekt
ist doppelt: ESG-Konformität ist nachweisbar,
Wirtschaftlichkeit sichtbar. Aus
Rückbau wird Ressourcenernte, aus Verwertung
Wertschöpfung.
Zirkulär zu planen hat nichts mit Verzicht
zu tun, sondern mit Präzision.
Es geht nicht darum, Kompromisse zu
kaschieren, sondern Qualitäten neu zu
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WORKSPACES
Für ein Berliner Coworking Space realisierte Fenyx eine flexible und kreislauffähige
Einrichtung – ideal bei wechselnden Teams und hoher Flächenauslastung.
Ein Berliner Start-up setzt auf refurbished Möbel im Mietmodell – skalierbar,
kosteneffizient und mit messbarer CO₂-Ersparnis statt hoher Anfangsinvestition.
ordnen. Bestehendes bleibt, was trägt.
Fehlendes wird ergänzt – passgenau statt
pauschal. Überzähliges erhält ein neues
Ziel: intern über Mitarbeitendenlösungen,
extern über Händlernetzwerke, sozial
über Spenden. So entsteht eine Einrichtung,
die nicht aus dem Katalog kommt,
sondern aus einer Logik: Nutzung vor
Neuheit, Wirkung vor Wirkungssprache.
Für Unternehmen liegt der Vorteil auf
der Hand. Erstens: Kosten. Wer Bestände
weiter nutzt, refurbished beschafft und
Miete intelligent kombiniert, senkt Investitionen
im Schnitt um 50 Prozent und
verlagert Ausgaben in planbare Raten.
Zweitens: Zeit. Projekte laufen schneller,
weil Materialien vorhanden und Abläufe
erprobt sind. Drittens: Risiko. Austauschbare
Komponenten, Ersatzteillogik, dokumentierte
Prozesse – das System ist robust.
Viertens: Kultur. Nachhaltigkeit hängt
nicht mehr am Plakat, sie steht im Raum.
Mitarbeitende erleben, dass Ressourcen
wertvoll sind und gutes Arbeiten nicht an
Neuheit, sondern an Funktion hängt.
Damit verändert sich auch Planung.
Architektinnen und Architekten, Facility-
Teams, Logistik und Aufbereitung arbeiten
auf Basis verlässlicher Datenstrukturen
– nicht, um Räume schöner, sondern
um sie richtig zu machen. Wege werden
kürzer, weil Entscheidungen begründet
sind. Lieferketten werden kürzer, weil
weniger neu beschafft werden muss. Und
Flächen bleiben länger aktuell, weil sie flexibel
gedacht sind – heute Fokus, morgen
Teamfläche, übermorgen Meetingzone.
Ein Büro, das mitwächst,
statt bremst
Fenyx bleibt dabei sachlich in der Formulierung
und klar in der Haltung. „Die
Zukunft der Arbeitswelt entsteht nicht
durch neue Produkte, sondern durch neue
Prinzipien: zirkulär, adaptiv, servicebasiert“,
sagt Mitgründer Vincent Jahn. Das
klingt unspektakulär – und ist gerade deshalb
tragfähig. Es ist keine Kampagne,
sondern eine Arbeitsweise. Keine Imagepflege,
sondern Infrastruktur. Und sie löst
einen Widerspruch, den viele Unternehmen
kennen: wirtschaftlich handeln, CO₂
sichtbar reduzieren und gleichzeitig die
Organisation stärken.
Am Ende ist das die eigentliche Pointe:
Zirkuläre Büros sind kein moralisches
Projekt, sondern ein betriebswirtschaftlich
sinnvolles. Sie schützen Budgets, verkürzen
Projektzeiten, verbessern ESG und
erhöhen die Akzeptanz bei den Menschen,
die dort täglich arbeiten. Wer Räume als
lebenden Bestand versteht, spart sich den
Reflex, alles neu zu denken – und gewinnt
die Freiheit, das Richtige zu tun: präzise,
schnell, vernünftig.
Und falls doch etwas Neues nötig ist,
dann dort, wo es wirklich Wirkung entfaltet
– gezielt, um Lücken zu schließen, statt
Systeme zu ersetzen. Genau darin liegt die
Modernität dieses Ansatzes. Er ist leiser
als der Markt für Neuheiten – und gerade
deshalb zukunftsfähig. Ein Wandel, der
nicht laut ist, aber unumkehrbar. l
Fenyx-Mitgründer Vincent Jahn: „Wir tragen
Vintage, fahren gebraucht, mieten Technik – aber
kaufen immer noch neue Büromöbel? Zeit, das Büro
neu zu denken: nachhaltig, resilient und wirtschaftlich
clever.“
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Wissenswertes auf einen Blick
Fenyx setzte bei der
Büroauflösung der
Universal Music Group
in Berlin Maßstäbe in
Kreislaufwirtschaft
– durch nachhaltige
Komplettverwertung des
Inventars mit Mitarbeitendenverkauf
und
91 Prozent Weiterverwertungsquote.
Das Fenyx-Team setzt
europaweit Maßstäbe im
professionellen
Mitarbeitendenverkauf
– mit digitalen Prozessen,
klaren Abläufen und
gelebter Zirkularität.
Gründer
Vincent Jahn (CEO), Berlin
Artus Assmann (CEO), Berlin
Lennart Corleissen (CEO), Berlin
Prinzip
• Digitales Bestandsmanagement (Transparenz,
Bewertung, Projektsteuerung)
• Refurbishment und gezielte Ergänzun
gen (technische Aufbereitung,
Modularität)
• Wiederverwendung über Mitarbeiter
verkauf, Händlernetzwerke, Spenden
• Schlüsselfertige Einrichtung mit
Hybrid aus Bestand, refurbished und
Neuware
• Miet- und Kaufmodelle für geprüfte
refurbished Möbel
• Ziel: Kosten, Zeit und Emissionen reduzieren
– bei hoher Nutzungsqualität
Projekt-Kennzahlen
• Bcause, Berlin: 3,1 Tonnen CO₂
weniger, 52 Prozent günstiger,
Umsetzung in wenigen Tagen
• Unibail-Rodamco-Westfield, Düsseldorf:
60 Möbel intern weitergegeben, 100
Prozent Verwertungsquote, 660
Kilogramm CO₂ eingespart
• Otto, Deutschland: vier Standorte,
zentrale ESG-konforme Auflösung,
Wiederverwendung im Konzern
Vorteile für Unternehmen
• Im Schnitt 50 Prozent Kostenersparnis
gegenüber Neuanschaffung
• Schnellere Umsetzung durch verfügbare
Bestände und koordinierte Logistik
• Planbare Opex durch Mietmodelle und
modulare Ergänzungen
• Nachweisbare CO₂-Reduktion und
auditfähige Dokumentation
Wirkung
Weniger Primärbeschaffung, schnellere
Realisierung, geringere Komplexität –
und Räume, die sich weiterentwickeln,
statt zu veralten. Gestaltung entsteht
aus Analyse, nicht aus Austausch.
fenyx-office.com
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WELLBEING
Work in Balance
– so bleibt der Rücken stark
Langes Sitzen, starre Haltungen
und Bewegungsmangel
gehören zu den
größten Belastungen für
den Rücken. Neurochirurg
Dr. med Munther Sabarini
erklärt, wie gezielte Bewegung,
ergonomische Arbeitsplätze
und bewusste
Pausen helfen, Schmerzen
vorzubeugen und die Wirbelsäule
zu stärken.
J
ede Stunde, die in starrer Haltung
verbracht wird, jede falsche Neigung
des Kopfes und jede fehlende
Bewegung hinterlässt Spuren
– manchmal erst spürbar nach
Jahren. Ein gesunder Rücken ist
kein Zufall; er ist das Ergebnis gezielter
Bewegung, ergonomischer Gestaltung und
eines bewussten Umgangs mit der eigenen
Körperhaltung. Die moderne Arbeitswelt
birgt dabei nicht nur Risiken, sondern auch
Chancen. Flexible Modelle, hybride Teams
und neue Arbeitskonzepte eröffnen Möglichkeiten,
die Wirbelsäule zu entlasten,
die Muskulatur zu stärken und Bewegung
nahtlos in den Alltag zu integrieren – um
Erkrankungen vorzubeugen und das Beste
für die Rückengesundheit herauszuholen.
Was der Rücken nicht mag
Die Wirbelsäule ist ein Meisterwerk
der Natur – hochbeweglich, belastbar
und darauf ausgelegt, in Bewegung zu
bleiben. Wird sie jedoch stundenlang in
einer Position fixiert, geraten ihre fein abgestimmten
Strukturen aus dem Gleichgewicht.
„Die Muskulatur wird schlechter
durchblutet, Stoffwechselprozesse verlangsamen
sich, und wichtige Nährstoffe
erreichen die Bandscheiben nur unzureichend“,
erläutert Dr. med. Munther
Sabarini, Neurochirurg und Gründer der
Avicenna Klinik Berlin. „Dabei sind vor allem
die Bandscheiben – die flexiblen Puffer
zwischen den Wirbeln – auf wechselnde
Belastungen angewiesen. Denn ohne
diese ‚Pumpbewegung‘ verlieren sie an
Elastizität, werden spröde und anfälliger
für Verschleiß.“ Das Resultat sind oftmals
Schmerzen im Lendenbereich und eine
eingeschränkte Beweglichkeit. Wird dieser
Zustand über einen längeren Zeitraum
beibehalten, kommt es zudem vermehrt
zu Bandscheibenvorfällen oder chronischen
Muskelverhärtungen im Nackenund
Lendenbereich. Auch degenerative
Veränderungen wie die Spondylose – also
der Verschleiß der Wirbelkörper – können
als Folge lang anhaltender Fehlbelastungen
auftreten.
Dr. med. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik Berlin, setzt sich seit über zwei
Jahrzehnten für eine ganzheitliche Rückengesundheit ein – mit modernster Diagnostik, schonenden Therapien
und einem klaren Fokus auf Prävention und Bewegung.
Warum Bildschirmarbeit den
Nacken fordert
Hinzu kommt, dass bei der modernen
Bildschirmarbeit oft die falschen Muskelgruppen
aktiv sind. „Die Nacken- und
Schultermuskulatur steht permanent
unter Spannung, um den Kopf zu stabilisieren,
während die tiefe Rumpfmuskulatur
kaum gefordert wird“, erklärt der
Experte. „Überlastung und muskuläre
Dysbalancen sind die Folge.“ Ein typisches
Phänomen der digitalen Zeit ist der sogenannte
„Tech-Neck“: Je weiter der Kopf
nach vorne geneigt wird, desto größer ist
die Belastung für den Nacken. Beim Blick
auf Smartphone, Tablet oder E-Book-Reader
ist der Kopf häufig um etwa 45 Grad
gesenkt. In dieser Position wirken zusätzlich
zum Grundgewicht des Kopfes über
20 Kilogramm auf die Wirbelsäule – das
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Ein plötzlicher Schmerz im Rücken oder im Nacken – ein Problem, dass viele im Büro oder Homeoffice kennen.
Verschiedene Konzepte – wie beispielsweise das SmartFit-System von Kensington – versprechen sehr einfach
individuell einstellbare Lösungen für den Bildschirmarbeitsplatz – im Büro oder von Zuhause aus.
entspricht dem Gewicht einer Wasserkiste.
Denn durch die gesenkte Haltung muss
die Halswirbelsäule einer enormen Kraft
entgegenwirken.
Bewegung als Medizin
Der wirksamste Gegenspieler zu diesen
Belastungen ist nicht kompliziert – er
heißt Bewegung. Bereits kleine, regelmäßige
Haltungswechsel bringen das System
wieder in Gang: mindestens alle 30 Minuten
vom Sitzen ins Stehen, vom Stehen in
Bewegung. Dieser Wechsel aktiviert die
Muskulatur, regt die Durchblutung an
und sorgt dafür, dass die Bandscheiben
wieder mit Flüssigkeit versorgt werden.
Ergonomische Hilfsmittel unterstützen
diese Dynamik. Ein höhenverstellbarer
Schreibtisch erlaubt es, Arbeitsphasen
flexibel zu gestalten. Laptopständer und
externe Tastaturen bringen den Bildschirm
auf Augenhöhe und entlasten
so den Nacken. Besonders wirkungsvoll
sind kurze Aktivpausen – etwa Schulterkreisen,
sanfte Rumpfrotationen oder das
bewusste Strecken der Wirbelsäule mit
tiefer Atmung. Diese Mini-Workouts sind
schnell durchgeführt und haben einen
unmittelbaren Effekt auf Wohlbefinden
und Leistungsfähigkeit.
Rückenfreundlich arbeiten
– jeden Tag
Die Arbeitsorganisation spielt eine
ebenso große Rolle wie die Arbeitsplatzgestaltung.
Wer den Tag so strukturiert,
dass verschiedene Arbeitsorte und -positionen
genutzt werden, sorgt automatisch
für mehr Bewegung. Ein Telefonat im Gehen,
eine kurze Besprechung im Stehen
oder der Wechsel zwischen Schreibtisch
und Stehzone entlasten den Rücken – ohne
dass zusätzlicher Zeitaufwand entsteht.
„Wichtig ist, Rückengesundheit nicht als
einmalige Maßnahme zu verstehen, sondern
als festen Bestandteil des Alltags“, rät
Dr. med Sabarini. „Ergonomie, Bewegung
Dr. med. Munther Sabarini
und bewusste Pausen wirken am besten im
Zusammenspiel. Denn diese Kombination
kann nicht nur chronische Rückenschmerzen
verhindern, sondern auch das Risiko
für degenerative Erkrankungen wie Spinalkanalstenosen
oder lumbale Arthrosen
senken.“ Gleichzeitig trägt sie dazu bei, die
Stabilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule
zu erhalten – eine wesentliche Voraussetzung
für schmerzfreies Arbeiten.
Experten-Empfehlungen
p Move every 30: Alle 30 Minuten Haltung
wechseln – kleine Schritte mit großer
Wirkung.
p Open up: Mehrmals täglich Schultern
bewusst nach hinten unten ziehen, um
den Brustkorb zu öffnen und die Atemkapazität
zu verbessern.
p Eye level: Bildschirm so ausrichten,
dass die Oberkante auf Augenhöhe liegt,
um Nackenbelastung zu vermeiden.
p Stand & talk: Telefonate und Videocalls
im Stehen oder Gehen abhalten.
p Twist & stretch: Sanfte Oberkörperrotationen
einbauen, um die Beweglichkeit
der Wirbelsäule zu erhalten.
Fazit von Dr. med Sabarini
„Rückengesundheit ist keine Frage des
Zufalls, sondern das Ergebnis vieler kleiner,
bewusster Entscheidungen im Alltag.
Mit einer intelligenten Kombination aus
ergonomischem Umfeld, regelmäßiger Bewegung
und gezielten Entlastungsphasen
lässt sich die moderne Arbeitswelt so gestalten,
dass sie den Rücken stärkt – und
nicht schwächt.“ l
Dr. med. Munther Sabarini ist Neurochirurg sowie Gründer und ärztlicher Direktor
der Avicenna Klinik in Berlin. Er gilt als Spezialist für Wirbelsäulen- und Bandscheibenchirurgie
und setzt auf minimalinvasive, patientenschonende Verfahren. Nach
seinem Medizinstudium in Jerusalem und der Facharztausbildung in Deutschland
arbeitete er international als Wirbelsäulenspezialist. 2001 gründete er die Avicenna
Klinik, eine der ersten interdisziplinären Spezialkliniken für Wirbelsäulenchirurgie
in Europa. Sein Ansatz verbindet medizinische Präzision mit ganzheitlicher Prävention:
Bewegung, Ergonomie und individuelle Therapie stehen im Mittelpunkt seiner
Philosophie. Weitere Informationen unter avicenna-klinik.com
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WELLBEING
Micromoves für
Makrowirkung
Fotos: Leitz
Der 5x5-Movement-Plan zeigt, wie kleine Bewegungen im Büro Gorßes bewirken können. Abb. Oben zeigt
das Leitz Set up mit Sitz- und Stehschreibtisch
Der Alltag im Sitzen macht
träge – Körper und Kopf.
Das neue 5x5-Movement-
Konzept von Leitz zeigt,
wie Bewegung wieder
selbstverständlicher Teil
des Arbeitens wird. Fünf
kurze Impulse, fünf Minuten,
spürbare Wirkung.
Wer viel sitzt, merkt
schnell, wie schwer
der Körper wird
und wie die Energie
nachlässt. Bewegung
ist dabei weniger
eine Frage des Willens als der Struktur.
Genau hier setzt der 5x5-Movement-Plan
von Leitz an: fünf kurze Übungen, verteilt
über den Arbeitstag, direkt am Arbeitsplatz
– ohne Sportkleidung, ohne Aufwand.
Das Prinzip ist einfach: Mikrobewegungen.
Kleine, gezielte Aktivierungen, die
Kreislauf, Haltung und Konzentration in
Schwung bringen. Statt stundenlang zu sitzen,
werden Bewegungsinseln in den Alltag
integriert – immer dann, wenn Körper und
Kopf nach einem kurzen Reset verlangen.
Der Balance-Wachmacher
Morgens, kurz nach dem Start in den
Tag: Der Körper sucht seinen Rhythmus.
Wer sich aufrecht hinstellt, Gewicht verlagert
und bewusst atmet, aktiviert die
Körpermitte und schult das Gleichgewicht.
Die sanften Ausgleichsbewegungen
wirken wie ein inneres Aufwachen.
Unterstützend wirkt das Leitz Active Balance
Board, dessen gewölbte Unterseite
und strukturierte Oberfläche die Fußsohlen
stimulieren und die Tiefenmuskulatur
anregen.
Die Schulter-Routine
Am Vormittag zeigt sich oft die erste
Spannung. Fünf Minuten gezielte Mobilisation
reichen, um Schultern und Nacken
zu lösen. Mehrmals Schultern anheben,
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Leitz Ergo Active Sitzhocker (links), Leitz Active
Balance Board (oben) und Leitz Ergo Active Sitzhocker
(rechts)
halten, absenken – dann große Kreise, erst
vorwärts, dann rückwärts. Das regt die
Durchblutung an und entspannt die Muskulatur.
Der Kreislauf-Kick
Nach dem Mittagessen hilft Bewegung
gegen das bekannte Energietief. Kleine Side-Steps
oder leichtes Wippen auf den Zehenspitzen
bringen den Körper zurück in
Schwung. Auf dem Active Balance Board
wird daraus ein Mini-Ganzkörpertraining:
Jede Ausgleichsbewegung fordert
Haltung, Gleichgewicht und Muskulatur.
Die Haltungshilfe
Am Nachmittag geht es um Stabilität. Aufrecht
sitzen, Schultern locker, Brustbein
anheben, Kinn leicht zurück. Wer auf einem
ergonomischen Hocker wie dem Leitz
Ergo Active arbeitet, stärkt die Rückenmuskulatur
und entlastet die Wirbelsäule.
Diese einfache Übung verbessert die Atmung
und schärft den Fokus.
Der Stretch-Down
Am Ende des Arbeitstags folgt der bewusste
Ausklang. Hände auf den Tisch,
zwei Schritte zurück, Oberkörper nach
vorne beugen – die Haltung eines umgekehrten
L. Tief atmen, dehnen, loslassen.
Der Körper verabschiedet sich aus der Anspannung,
der Kopf schaltet ab.
ist, sondern von Haltung – im wörtlichen
wie im übertragenen Sinn. Kleine Routinen,
große Wirkung. Bewegung wird Teil
der Arbeit, nicht deren Unterbrechung.
leitz.de
Der Leitz Ergo Compact Workstation Pro ist ein klappbarer, höhenverstellbarer
Sitz-/Steh-Schreibtisch für ergonomisches Arbeiten auf
kleinstem Raum. Mit nur 16 cm Klappbreite, 11 kg Gewicht und
einer Arbeitsfläche von 65 x 46 cm lässt er sich leicht verstauen und
flexibel einsetzen. Die stufenlose Höhenverstellung (74–109 cm)
sorgt für komfortables Sitzen und Stehen. Zertifiziert von IGR, GS
und TÜV, bietet der Tisch hohe Sicherheit und Qualität – ideal für
Homeoffice, kleine Büros oder Besprechungsräume.
Bewegung, die bleibt
Der 5x5-Movement-Plan ist mehr als ein
Fitness-Tool. Er zeigt, dass Wohlbefinden
im Büro keine Frage von Zeit oder Raum
NEW WORK STYLES 53
OFFICE & BEYOND
Bewegung in neuer Leichtigkeit
Mit dem HÅG Tion Mesh präsentiert der norwegische
Hersteller Flokk ein neues Kapitel nachhaltiger Ergonomie.
Der Arbeitsstuhl erweitert die vielfach ausgezeichnete
Tion-Familie um ein Modell mit atmungsaktiver
Netzrückenlehne und markanter Transparenz.
Die bewährte HÅG inBalance®-Mechanik fördert Bewegung
und Haltungswechsel, während das Mesh-
Material für Flexibilität und Luftigkeit sorgt. Entwickelt
in Zusammenarbeit mit BIG-GAME, Anderssen
& Voll sowie Hunting & Narud, vereint der Stuhl skandinavische
Schlichtheit mit präziser Materialästhetik.
Er besteht zu 70 Prozent aus recycelten Materialien,
der Rahmen aus 97 Prozent recyceltem Aluminium.
Fünf Mesh-Farben – Hellocker, Kastanie, Salbeigrün,
Graubraun und Schwarz – fügen sich harmonisch in
moderne Arbeitsumgebungen.
Foto: Flokk/ HÅG
„HÅG Tion wurde in einem einzigartigen Kooperationsprozess
entwickelt, der Forschung und Design eng
verzahnt“, erklärt das Studio BIG-GAME. Das Ergebnis
ist ein leichter, langlebiger Stuhl für hybride Büros,
Co-Working-Spaces und Homeoffice-Arbeitsplätze.
flokk.com/de/germany/hag
Räume für konzentriertes Arbeiten
Mit den neuen Smart Pods erweitert Framery sein Portfolio schallgedämmter
Arbeits- und Meetingräume. Die Modelle Framery
One, Four, Six und Four Accessible schaffen Orte für konzentriertes
Arbeiten und hybride Meetings – technologisch präzise, akustisch
ausbalanciert und architektonisch integriert.
Der Framery Four bietet Platz für vier Personen, mit fein abgestimmter
Akustik, automatischer Beleuchtung und adaptiver Belüftung.
Buchung und Steuerung erfolgen über App oder Touchscreen.
Die barrierefreie Variante Four Accessible verfügt über
niedrige Schwelle, Klappmöbel und großzügigen Wendebereich.
Foto: Framery
Der größere Framery Six ist für Teamarbeit konzipiert, die Modelle
One und One Compact bieten Einzelarbeitsplätze für Fokus und
Videokonferenzen. Alle Varianten kombinieren energieeffiziente
LED-Beleuchtung, adaptive Lüftung und Akustik der Klasse A.
Framery zeigt, wie Rückzugsorte in offenen Bürolandschaften
Ruhe, Produktivität und Wohlbefinden fördern.
framery.com/de
NEW WORK STYLES 54
Raum für modernes Arbeiten
Im Herzen Hamburgs hat die Lindner Group für Hapag-Lloyd
Teile der Zentrale am Ballindamm modernisiert. Ziel war es,
die historische Architektur mit einer offenen, zukunftsfähigen
Bürowelt zu verbinden.
Der Geschäftsbereich Design & Build verantwortete Planung
und Ausbau – inklusive Glastrennwänden, LED-Lichtkanälen
und maßgefertigter Ausstattung. Flächenbündig verklebte
Verglasungen schaffen Transparenz, Licht und visuelle Ruhe.
Foto: fm Büromöbel Foto: Lindner Group
Sitzen mit System
Mit der Kollektion „fm asiento“ zeigt FM Büromöbel, wie vielseitige
Sitzlösungen heute aussehen können. Ob als ergonomischer Bürodrehstuhl,
leichter Mehrzweckstuhl oder Barhocker – die Serie
verbindet durchgängiges Design mit präziser Funktion.
Im Mittelpunkt steht der mehrfach ausgezeichnete Asiento Bürodrehstuhl,
Gewinner des German Design Award und des Red Dot
Award. Seine ergonomisch geformte Rückenlehne, optional mit
Softpolsterung oder Netzbezug, bietet hohen Komfort bei klarer
Formensprache. Synchronmechanik, Sitztiefenverstellung und individuell
wählbare Armlehnen unterstreichen die technische Präzision.
Unterschiedliche Farb- und Materialvarianten ermöglichen
eine nahtlose Integration in verschiedenste Office-Konzepte.
Der Asiento Mehrzweckstuhl überzeugt durch Leichtigkeit und
Funktion. Stapelbar, mit oder ohne Armlehnen, eignet er sich für
Konferenzräume, Seminare oder offene Kommunikationszonen.
Der ergänzende Barhocker überträgt die Formensprache konsequent
in den informellen Bereich – ideal für Cafézonen oder kurze
Meetings auf Augenhöhe.
Das Systemprinzip zeigt sich in der Einheit von Form, Material und
Farbe. Alle Elemente sind aufeinander abgestimmt, sodass sich die
Die neuen Räume fördern Kommunikation und Wohlbefinden,
ohne den Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes zu
überlagern. Ergänzend realisierte Lindner Brandschutz- und
TGA-Maßnahmen, Bodenbeläge, Malerarbeiten und maßgefertigte
Teeküchen – präzise koordiniert bei laufendem Betrieb.
lindner-group.com
Kollektion mühelos in Architektur- und Interior-Konzepte einfügt
– vom Einzelbüro bis zur Projektfläche. Langlebige Materialien
und hohe Verarbeitungsqualität sichern Wirtschaftlichkeit und
Nachhaltigkeit über Jahre.
„fm asiento“ steht damit für ein klares Selbstverständnis: Sitzen als
Teil eines ganzheitlichen Gestaltungskonzepts, das Funktion, Ästhetik
und Ergonomie selbstverständlich miteinander verbindet.
fm-bueromoebel.de
NEW WORK STYLES 55
OFFICE & BEYOND
Wenn Räume beweglich werden
Mit der Syneo Part Wondawall stellt Assmann eine flexible
Stellwand vor, die Arbeitszonen im Büro schnell neu ordnet.
Sie schafft Struktur, Rückzug oder Präsentationsflächen –
überall dort, wo sie gebraucht wird. Die mobile Wand ist leicht
beweglich und vielseitig konfigurierbar: geschlossen mit
Whiteboard, offen als Regal oder bepflanzte Variante. Halterungen
für Bildschirme oder integrierte Arbeitsflächen ermöglichen
spontane Meetings ohne Umbau.
Foto: Assmann
„Das flexible Stellwandsystem bringt genau die Art von Wandelbarkeit
ins Büro, die heute entscheidend ist“, sagt Thorsten
Althoff, Produktmanager bei Assmann. Schallabsorbierende
Materialien reduzieren Lärm im Open Space, Farben und
Oberflächen lassen sich individuell anpassen.
Die Wondawall kombiniert Funktion, Design und Mobilität –
ein Werkzeug für agile Arbeitsumgebungen.
assmann.de
Skulpturale Räume zum Sitzen
Mit Circulus stellt die schwedische Marke Offecct aus der Flokk-
Gruppe ein modulares Sitzsystem vor, das den öffentlichen
Raum neu interpretiert: skulptural, anpassungsfähig und ressourcenschonend.
Entworfen vom italienischen Designer Mario
Ferrarini, verbindet das System architektonische Klarheit mit
einer konsequent nachhaltigen Konstruktion.
Die Basis bildet ein Rahmen aus perforierten Metallpaneelen,
die Struktur und Leichtigkeit zugleich erzeugen. Auf Klebstoffe
wird verzichtet, Polster lassen sich vor Ort austauschen. Nur 14
Komponenten bilden das gesamte System – wartungsfreundlich,
reparierbar und für den Recyclingkreislauf optimiert.
Für diese Gestaltungslogik erhielt Circulus den Red Dot: Best of
the Best sowie den Red Dot Award: Sustainable Design. Die Jury
würdigte das radikal klare Design, die Materialeffizienz und den
hohen Anspruch an Langlebigkeit.
Mit 67 Rahmenfarben und variablen Modulen – vom Ottoman
bis zum 3-Sitzer, mit hohen oder niedrigen Rückenlehnen, optionalen
Armlehnen und Tischen – bietet Circulus enorme Freiheit
in Planung und Einsatz. Das System ist für Orte gedacht, an
denen Menschen sich begegnen: Flughäfen, Lobbys, Universitäten,
Büros.
„Radikal und ehrlich, sofort erkennbar durch seine starke Identität“,
sagt Ferrarini. Circulus sei mehr als ein Möbel, es sei eine
Haltung zur Zukunft öffentlicher Räume – funktional, sinnlich,
verantwortungsvoll.
offecct.flokk.com
Foto: Offect/Flokk
NEW WORK STYLES 56
Design trifft Komfort
Bisley, bekannt für langlebige Stahlmöbel, hat sein Sortiment
um stilvolle Sitzlösungen erweitert. Der neue Easy Meet überzeugt
als vielseitiger Stuhl für Büro, Empfang und Wohnbereich
– mit klarer Form, solider Verarbeitung und hohem Sitzkomfort.
Doppelt gepolsterte Rückenlehne und Hartschaumsitz bieten
angenehmen Halt. Optional mit Armlehnen erhältlich, passt
sich Easy Meet flexibel an jedes Raumkonzept an. Das schwarz
pulverbeschichtete Sterngestell mit 360-Grad-Drehfunktion
sorgt für Stabilität und dezente Eleganz.
In drei Varianten und vier Stofffarben verfügbar, ist der Stuhl
über das neue Bisley-Fachhändlerportal erhältlich – zusammen
mit über 20 000 weiteren Produkten und individuellen
Konditionen.
bisley.de
Foto: Bisley
Funktion neu gedacht
Mit der Weiterentwicklung von Winea Startup 2.0 bringt Wini Büromöbel
eines seiner erfolgreichsten Tischsysteme auf ein neues Niveau.
Das Update kombiniert frisches Design, robuste Technik und
eine vereinfachte Konfiguration mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.
Das System ist jetzt einheitlich steuerbar und mit einer Traverse ausgestattet,
die für alle Beinvarianten passt. Neue Rund- und Quadratrohrgestelle
sowie vier Kufenvarianten erweitern die gestalterischen
Möglichkeiten. Auch beim Kabelmanagement wurde nachgebessert:
Ein Kabelkanal mit stabiler Metallhalterung gehört nun zur
Serienausstattung.
Optisch setzt Wini auf Farbkonzepte, die sich an aktuellen Interior-
Trends orientieren. Eukalyptusgrün, Rostrot, Alpenseeblau und
Beigegrau ermöglichen monochrome Gestaltungslösungen – vom
Gestell über die Tischplatte bis zur Hintertischwand. So entsteht ein
ruhiges, harmonisches Gesamtbild, das sich flexibel in moderne
Arbeitswelten integrieren lässt.
Neu im Programm ist zudem ein Tisch mit Gasfeder-Höhenverstellung,
der unabhängig von Stromquellen funktioniert – ideal für agile
oder akustisch sensible Arbeitszonen. Der neue Duo-Tisch mit H-Seitenteil
lässt sich ohne Zusatzbein schnell von Doppel- auf Einzelarbeitsplatz
umbauen und unterstützt damit flexible Flächennutzung.
wini.de/startup
Foto: Wini Büromöbel
NEW WORK STYLES 57
OFFICE & BEYOND
Klarheit durch Schreiben
Mit dem New Work Journal stellt Leuchtturm1917 ein Arbeitsbuch
vor, das Struktur und Reflexion in den Mittelpunkt rückt.
Entwickelt wurde es gemeinsam mit den New-Work-Expert:innen
Dr. Michael Trautmann und Swantje Allmers, den Autor:innen
des Spiegel-Bestsellers „On the Way to New Work“.
Über einen Zeitraum von 12 Wochen begleitet das Journal Nutzer:innen
dabei, ihren Arbeitsalltag bewusster zu gestalten,
Routinen zu entwickeln und Prioritäten neu zu setzen. Jede
Woche bietet ein thematischer Impuls – von Selbstmanagement,
Sinn und Gewohnheiten bis zu Teamkultur, Diversität
und Nachhaltigkeit. Ergänzt werden die Kapitel durch strukturierte
Reflexionsseiten, die Fortschritt sichtbar machen und
den Fokus schärfen.
Die zentrale Idee: Gute Arbeit beginnt mit bewusster Selbstführung.
Wer reflektiert, plant und schreibt, schafft Klarheit
– und stärkt zugleich Motivation und Gesundheit.
Das Journal erscheint im Format B5 Composition, mit Hardcover
in Indigo und Sunflower, ab November 2025 in deutscher
Sprache. Der Preis beträgt 35,95 Euro, erhältlich über den Onlineshop
von Leuchtturm1917 und ausgewählte Händler.
leuchtturm1917.de
Foto: Leuchtturm1917
Textile Ruhe aus Recyclingfasern
Der Schweizer Textilspezialist Création Baumann präsentiert mit
Absorber Recycled ein Akustikpaneel aus recycelten Resttextilien
– ein Projekt, das Nachhaltigkeit und Design konsequent verbindet.
Die Platten werden im eigenen Werk in Langenthal aus sortenrein
getrennten Trevira CS-Preconsumer-Reststoffen hergestellt,
die in einem mehrstufigen Verfahren bis auf Fasergröße zerkleinert,
mit Schmelzfasern verbunden und zu stabilen, akustisch
wirksamen Platten gepresst werden.
Die neuen Elemente kommen in den Systemen Acoustic Wall Cover
und Acoustic Room Divider zum Einsatz. Zwei Stärken (20 mm und
40 mm) ermöglichen unterschiedliche Absorptionsgrade, getestet
nach DIN EN ISO 354:2003. Neben der hohen akustischen Wirksamkeit
überzeugt die Oberfläche durch textile Tiefe und natürliche
Farbnuancen – jede Platte erhält durch das recycelte Material
eine eigene, organische Ästhetik.
„Rohstoffe sind endlich. Unsere Aufgabe ist es, textile Ressourcen
so lange wie möglich im Kreislauf zu halten“, sagt Philippe Baumann,
Geschäftsführer von Création Baumann. Mit dem neuen
Recyclingprozess schließt das Unternehmen den Materialkreislauf
im eigenen Haus und stärkt zugleich die lokale Produktion am
Standort Langenthal.
Foto: Création Baumann
Absorber Recycled steht damit für eine neue Generation textiler
Akustiklösungen – ressourcenschonend, langlebig und gestalterisch
eigenständig.
creationbaumann.com
NEW WORK STYLES
58
Die Ästhetik einer neuen Ära
Wer schreibt, setzt ein Zeichen. Mit der neuen Serie Bloom führt
Graf von Faber-Castell diese Idee in die Gegenwart. Die Kollektion
richtet sich an eine Generation von Smart Professionals, Gründern
und Kreativen, die digitale Werkzeuge souverän nutzen,
aber im Analogen ihre Authentizität suchen. „Make your move.
Leave your signature.“ – der Leitsatz der Serie bringt Haltung auf
den Punkt: Persönlichkeit statt Beliebigkeit.
Die Bloom-Modelle greifen die unverwechselbare Handschrift
des Hauses auf, interpretieren sie aber mit feiner Modernität. Die
markante Kannelierung, seit jeher ein Stilmerkmal von Graf von
Faber-Castell, zieht sich jetzt über Schaft und Kappe – präzise gefräst,
fließend in der Linie, mit einem haptischen Reiz, der Präsenz
schafft. Holz und Metall verschmelzen zu einer harmonischen
Einheit, die vertraut und zugleich neu wirkt.
In zwei Materialwelten wird die Balance zwischen Wärme und
Coolness spürbar: helle Hainbuche mit 18-karätig vergoldeten
Metallteilen auf der einen Seite, tiefschwarzes Ebenholz mit rutheniumbeschichteten
Akzenten auf der anderen. Jede Komponente
entsteht in Handarbeit, jeder Schaft wird einzeln gefertigt
und vollendet.
Die Edition umfasst Füllfederhalter, Tintenroller, Drehkugelschreiber
und Drehbleistift. Alle Modelle besitzen einen gefederten
Clip, die Füllfederhalter eine handgefertigte, 14-karätige
Goldfeder mit Iridiumspitze – erhältlich in den Federbreiten M, F,
EF und B. Jedes Schreibgerät ist so individuell wie die Person, die
es führt.
Bloom ist mehr als eine Serie – es ist ein Statement für die Gestalter
von morgen. Für alle, die sich bewusst für Qualität entscheiden
und ihre Signatur nicht digital, sondern real hinterlassen
wollen.
graf-von-faber-castell.de
Foto: Graf von Faber Castell
Ein Hauch von Ruhe am Arbeitsplatz
Nachhaltiges Design, präzise Formen und eine Farbe, die
spürbar wirkt: Mit der Green Waterfall Edition bringt Durable
eine limitierte Serie seiner bekannten Effect-Produkte auf den
Markt. Der neue Farbton kombiniert die Tiefe von Grün mit
der Frische von Blau – inspiriert von natürlichen Wasserlandschaften.
Fotos: Durable
„Green Waterfall“ steht laut dem Trendfarb-Report Colour
Evolution A/W 26/27 (WGSN & Coloro) für Regeneration, Stabilität
und emotionale Balance – Werte, die in einer dynamischen
Arbeitswelt zunehmend Bedeutung gewinnen. Farben
in diesem Spektrum fördern Konzentration, Kreativität und
Wohlbefinden.
In der limitierten Edition trifft hochwertiger Filz mit 60 Prozent
Recyclinganteil auf pulverbeschichtete Metallakzente in
der neuen Trendfarbe. Das Ergebnis ist eine ruhige, zugleich
ausdrucksstarke Ästhetik, die funktionale Arbeitsmittel zu
Gestaltungselementen macht.
Ob als Multibag für unterwegs, vertikaler Laptop- oder Monitorständer
mit passender Schublade – die Produkte fügen sich
zu einem modularen System, das Ordnung, Ergonomie und
Design miteinander verbindet. Die harmonische Farbwelt eröffnet
Spielräume für moderne Arbeitsplatzkonzepte – im
Büro, im Homeoffice oder in kreativen Co-Working-Spaces.
Die Green Waterfall Edition ist exklusiv und streng limitiert
– ideal für alle, die mit bewusst gewählten Akzenten Haltung
zeigen und Design als Teil ihrer Arbeitskultur verstehen.
durable.de
NEW WORK STYLES 59
SMART OFFICE
Fotos: Brother, gia
Effizient
drucken im Homeoffice
Im Praxistest zeigt sich der
Brother DCP-T580DW als
verlässlicher Partner für
das Homeoffice. Günstige
Druckkosten, sauberes
Tintentanksystem und
solide Druckqualität überzeugen.
Kleine Abstriche
beim Komfort fallen
kaum ins Gewicht – das
Gesamtpaket stimmt.
Im Homeoffice ist Zuverlässigkeit
alles. Ein Drucker, der
spontan anspringt, keine Tinte
verschwendet und auch nach
Wochen stabil läuft, spart Nerven.
Der Brother DCP-T580DW
gehört in genau diese Kategorie: pragmatisch,
unaufgeregt und mit einem klaren
Fokus auf Wirtschaftlichkeit.
Schon beim Aufbau zeigt sich, dass
Brother keine Showeffekte braucht, sondern
auf Alltagstauglichkeit setzt. Das
kompakte Gehäuse wirkt robust, die
Tanks sind vorne gut sichtbar und einfach
zugänglich. Das Nachfüllen gelingt
sauber und ohne Tropfen – ein klarer
Vorteil gegenüber Patronendruckern. Die
Inbetriebnahme dauert nur wenige Minuten:
WLAN aktivieren, App installieren,
drucken. Kleiner Expertentipp: Wer
bei der Einrichtung direkt am Drucker
die Wi-Fi-Funktion WPS am Router nutzt
und anschließend die Tintentanks befüllt,
spart Zeit und Nerven. Danach läuft
die Verbindung auch mit Mac und iPhone
problemlos.
Im Alltag zählt, wie schnell man Ergebnisse
in der Hand hält – und genau da
zeigt der Brother seine Stärke. Die Druckqualität
überzeugt mit scharfen Texten
und präzisen Linien, auch bei kleiner
Schrift. Nur die Schwarztinte zeigt, bedingt
durch die verwendete Dye-Tinte,
ein leicht graues Schriftbild. Ob das im
Homeoffice entscheidend ist, darf man
bezweifeln – wichtiger ist, dass der Drucker
arbeitet, ohne Zicken zu machen.
Die Steuerung der Scanfunktion, den
Start von Druckaufträgen sowie die Anzeige
von Statusinformationen können
über eine Android- oder iOS-App unter
dem Namen „Brother Mobile Connect“
erfolgen.
Im typischen Homeoffice steht selten
mehr als ein Drucker. Oft druckt auch der
Nachwuchs mit – Schulprojekte, Fotos
oder Bastelvorlagen. Hier zeigt sich die
Vielseitigkeit des Brother DCP-T580DW.
Er erledigt Alltagsdokumente ebenso souverän
wie farbige Ausdrucke, bleibt dabei
leise und sparsam. Farbdrucke und einfache
Fotos gelingen ordentlich, wobei der
NEW WORK STYLES
60
Kompakte Tintentankdrucker
Das Spitzenmodell DCP-T780DW mit Farbdisplay und automatischem Dokumenteneinzug:
komfortabel zu bedienen und ideal für den Einzelplatz im Büro.
Die Einführung dieser Reihe von Tintentankdruckern
in Westeuropa unterstreicht
Brothers Eintritt in einen wachsenden
Markt. Die neuen Tankbenefit Geräte drucken
mehr Seiten mithilfe von reichweitenstarken
Tintenflaschen, wodurch die Kosten
pro Farbseite reduziert werden. Die
Tanks lassen sich innerhalb weniger Sekunden
befüllen, ohne die Flaschen festhalten
zu müssen, was das Nachfüllen einfach und
sauber macht. Das innovative Key-Lock-
Bottle-System stellt sicher, dass immer die
richtige Farbe nachgefüllt wird. Die Tintentankdrucker
sind auf Benutzer ausgerichtet,
welche die Effizienz, Benutzerfreundlichkeit
und fortschrittliche Konnektivität
ihrer Geräte priorisieren.
Fokus klar auf Dokumenten liegt, nicht auf
Hochglanzbildern. Der DCP-T580DW ist
kein Sprinter, sondern ein Dauerläufer. Mit
rund zwölf Seiten pro Minute in Schwarzweiß
arbeitet er solide, im Farbdruck mit
etwa zehn Seiten immer noch zügig. Wer
regelmäßig größere Mengen druckt, merkt,
dass Lasergeräte schneller sind – aber auch
teurer im Betrieb. Die Tankflaschen des
Brother (im Lieferumfang) halten lange
durch: bis zu 7 500 Seiten in Schwarzweiß
und 5 000 in Farbe. Die Kosten pro Seite liegen,
je nach Farbanteil, zwischen 0,3 und
0,4 Cent – ein sehr guter Wert.
Beim Scannen und Kopieren punktet
der Flachbettscanner des Brother Tintentankdruckers
DCP-T580DW mit ordentlicher
Auflösung und klaren, detailreichen
Ergebnissen. Ein automatischer Einzug
fehlt hier zwar, aber für den typischen
Homeoffice-Alltag reicht die solide Ausstattung.
Die Steuerung über das kleine
LC-Display ist simpel. Kein Touch, kein
Farbmenü – dafür zuverlässige Tasten,
klare Menüs und logische Bedienung.
Drucken und Scannen funktioniert beides
am Mac ganz einfach über die integrierte
Druckerzentrale.
Stark ist die Konnektivität: WLAN,
Wi-Fi Direct, AirPrint, Mopria und die
Brother-App bieten flexible Optionen. Ob
vom Smartphone, Tablet oder Notebook
– das Gerät reagiert prompt. Besonders
praktisch: Scans lassen sich direkt in
Cloud-Dienste wie Dropbox oder OneDrive
hochladen.
Im Betrieb bleibt der Drucker leise
und sparsam. Der Stromverbrauch ist
niedrig, der Ruhemodus greift schnell.
Auch optisch fügt sich das matte Schwarz
unauffällig in jedes Arbeitszimmer ein.
Der DCP-T580DW ist platzsparend, das
geschlossene Papierfach ist Gold wert –
schützt vor Staub und sorgt für Ordnung.
Alltag im Homeoffice: Der Brother DCP-T580DW passt auch in kleine Arbeitsbereiche – leise, platzsparend und
sofort einsatzbereit, wenn Schule, Job oder Familie etwas ausdrucken wollen.
Fazit: Der Brother DCP-T580DW ist ein
zuverlässiges Arbeitsgerät. Seine Stärken
liegen in der Wirtschaftlichkeit, der einfachen
Handhabung und der robusten
Bauweise. Wer im Homeoffice regelmäßig
druckt, findet hier eine ausgewogene
Lösung. Für Nutzer mit höherem Druckvolumen
oder ADF-Bedarf lohnt ein Blick
auf das Spitzenmodell DCP-T780DW (bis
zu 15 000 Seiten in Schwarzweiß und 5 000
Seiten in Farbe im Lieferumfang sowie
eine 150-Blatt-Papierkasette) – ebenfalls
Teil der neuen Tankbenefit-Reihe, etwas
schneller, mit automatischem Dokumenteneinzug
und damit ideal für den Einzelplatz
im Büro.
brother.de
NEW WORK STYLES 61
DATA GUARD
Dr. Volker Oshege, Vorstand Viadee
Unternehmensberatung AG
Fotos: Viadee Unternehmensberatung AG
Wenn Vertrauen
zum Geschäftsmodell wird
Ein mutiger Schritt mit
nachhaltiger Wirkung: Die
Viadee Unternehmensberatung
hat sich selbst an ihre
Mitarbeitenden übergeben
– und damit ein Beteiligungsmodell
geschaffen,
das Unternehmertum neu
definiert. Ein Erfahrungsbericht
über Kultur, Verantwortung
und ökonomische
Klarheit.
Was verändert sich,
wenn Mitarbeitende
plötzlich auch Miteigentümer
sind?
Wenn aus einem
inhabergeführten
Unternehmen eine nicht börsennotierte
Aktiengesellschaft wird, deren Anteile
nur intern gehandelt werden dürfen? Die
Viadee Unternehmensberatung AG ist diesen
Weg konsequent gegangen – und zeigt,
dass Mitarbeiterbeteiligung weit mehr ist
als ein Symbol für Mitbestimmung.
Die Transformation der Viadee war keine
Reaktion auf Druck von außen, sondern
eine bewusste Entscheidung der Gründer
in 2018, im Zuge des altersbedingten Ausscheidens
der Gründer, wurde die 1994 gegründete
GmbH in eine Aktiengesellschaft
umgewandelt – jedoch nicht, um Renditeziele
fremder Investoren zu bedienen, sondern
um das Unternehmen im Sinne der
Mitarbeitenden zukunftsfest zu machen.
Der Clou: Die Aktien sind ausschließlich
innerhalb der Belegschaft handelbar. Ein
Verkauf an Externe ist ausgeschlossen.
Verantwortung, die alle tragen
Hinter diesem Modell steht eine klare
Haltung: Vertrauen wird bei Viadee nicht
nur gepredigt, sondern institutionell verankert.
Selbstverantwortung, flache Hierarchien,
gelebte Wertschätzung – all das
prägte schon vor der Umwandlung das
Miteinander. Doch mit der Eigentumsübertragung
wurde klar: Jede und jeder
trägt nun auch unternehmerisch Verant-
NEW WORK STYLES
62
wortung. Das verändert die Perspektive –
und zwar deutlich.
Ein Beispiel: Forschung und Entwicklung
bei Viadee ist nicht zentral gesteuert,
sondern entsteht aus eigener Motivation.
Teams setzen sich mit neuen Technologien
auseinander, ohne dass dies von Vorgesetzten
angeordnet wird. Doch sie müssen
gegenüber dem Unternehmen begründen,
welchen Nutzen ihre Ideen stiften könnten –
ökonomisch wie strategisch. „Wir wollen erfolgreich
sein – aber nicht um jeden Preis“,
heißt es im Unternehmen. Wachstum ist
bei viadee kein Selbstzweck, sondern Folge
einer Haltung, die auf nachhaltige Entwicklung
statt kurzfristige Skalierung setzt.
Miteinander kostet und lohnt sich
Vertrauen ist kein Selbstläufer. Es
braucht Strukturen, die gemeinschaftliches
Handeln ermöglichen. Deshalb hat
viadee Prozesse und Programme etabliert,
die das Miteinander stärken – selbst wenn
sie betriebswirtschaftlich nicht auf den
ersten Blick effizient erscheinen.
Der sogenannte Karrierekompass ist
eines dieser Programme. Er erlaubt es
Mitarbeitenden, verschiedene Rollen im
Unternehmen kennenzulernen und gezielt
Kompetenzen aufzubauen. Das dauert –
mehrere Jahre inklusive begleitender Maßnahmen
– und ist mit Aufwand verbunden.
Doch die Bilanz spricht für sich: 104 Mitarbeitende
haben das Verfahren bereits
durchlaufen.
Der Effekt: Persönliches Wachstum wird
gefördert, die Bindung an das Unternehmen
gestärkt. Das zahlt sich aus – für beide
Seiten. Inzwischen interessieren sich sogar
Kunden für das intern entwickelte Personalentwicklungsprogramm.
Werte leben statt plakatieren
Dass das Modell funktioniert, belegen
nicht nur interne Befragungen, sondern
auch externe Auszeichnungen. Seit Jahren
zählt Viadee zu den „Great Place to Work“-
Gewinnern, auch auf Bewertungsplattformen
wie Kununu erzielt das Unternehmen
regelmäßig Bestnoten.
Konkret: 99 Prozent der Mitarbeitenden
sagen, dass man sich bei Viadee umeinander
kümmert. 95 Prozent loben den
starken Teamgeist. Und das wirkt sich
auch auf den Unternehmenserfolg aus: Die
Fluktuation ist extrem gering. 2023 verließen
lwwediglich fünf Personen das Unternehmen
– zwei davon gingen in Rente.
Gleichzeitig setzen 90 Prozent der Kunden
Folgeprojekte mit viadee um.
„Wir nehmen das Feedback unserer Mitarbeitenden
ernst – selbst bei vermeintlich
kleinen Dingen wie der Reisekostenabrechnung“,
heißt es aus der Unternehmensleitung.
Genau dieses Prinzip unterscheidet
3 Wege zur Mitverantwortung
Rund 220 Beschäftigte arbeiten an
den Standorten Münster, Köln und
Dortmund. Alle erhalten eine jährliche
Tantieme – unabhängig von einer
Beteiligung. Zusätzlich bietet die ITund
Managementberatung 3 Modelle
der Teilhabe:
• Stille Beteiligung: Nach zwei Jahren
möglich, ohne Haftung oder Stimm
recht. 102 Mitarbeitende nutzen
dieses Modell.
• Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft
(GbR): Gemeinschaftlicher Aktienbebesitz
mit Stimmrecht. 47 Mitarbeitende
sind beteiligt.
• Direkte Aktienbeteiligung: Für erfahrene
Führungskräfte mit Genehmigung
der Hauptversammlung. 18
Mitarbeitende halten Aktien direkt.
Fazit: Viadee verknüpft wirtschaftlichen
Erfolg mit echter Teilhabe – ein
Beispiel für gelebte Mitverantwortung
im Mittelstand.
viadee.de
Viadee von vielen anderen Unternehmen,
die sich ebenfalls auf New Work und Purpose
berufen. •
Schreddern leicht gemacht
Mit dem Shredcat 8200 präsentiert Ideal einen kompakten Aktenvernichter
für Homeoffice und kleine Büros. Das Gerät
kombiniert moderne Optik mit hoher Funktionalität und sorgt
für DSGVO-konformes Schreddern direkt am Arbeitsplatz. Es
ersetzt den klassischen Papierkorb und schafft Ordnung, wo
Papierberge schnell wachsen. Durch seine schmale Bauweise
findet er selbst unter kleinen Schreibtischen Platz.
Je nach Sicherheitsstufe verarbeitet der Shredcat 8200 bis zu 18
Blatt im Streifenschnitt (P-2), 16 Blatt im Partikelschnitt (P-4)
oder 13 Blatt bei höherem Sicherheitsniveau (P-5). Alle Varianten
erfüllen die DIN 66399. Die Bedienung erfolgt einfach über
eine Lichtschranke mit Start-Stopp-Automatik, Rücklauffunktion
und Sicherheitsabschaltung beim Entleeren.
Ein leiser Motor, ein 21-Liter-Behälter mit Sichtfenster und
Griffmulden für bequemes Handling machen den Shredcat
8200 zu einer praktischen und sicheren Lösung für den Alltag
im Büro.
Ideal.de
Kompakt, leise und zuverlässig – der Ideal Shredcat 8200 sorgt
für DSGVO-konformes Schreddern direkt am Arbeitsplatz.
Foto: Ideal Krug & Priester
NEW WORK STYLES 63
EN VOGUE SPECIAL
Foto: Titan
Die neue Kofferlinie Upgrade von Titan kombiniert klare Formen, kratzresistentes
Polycarbonat und wasserabweisende Reißverschlüsse. Gefertigt in Deutschland,
überzeugt sie mit leichten Rollen, recyceltem Innenfutter und praktischer
Aufteilung – funktionales Design für modernes Reisen.
Hybride Arbeit, Geschäftsreisen
und Pendeln zwischen Homeoffice,
Büro und Projektort
verändern, was wir täglich
mitnehmen. Modulare Systeme,
smarte Funktionen und nachhaltige
Materialien prägen
den Markt – ergänzt um neue
Anforderungen aus Bahn, Auto
und Homeoffice.
Unterwegs
arbeiten
– smarter Reisen
Der Arbeitstag beginnt
längst nicht mehr am
Schreibtisch. Oft startet
er am Bahnsteig,
im Auto oder zwischen
Rucksack und Rollkoffer.
Wer heute arbeitet, ist mobil – zwischen
Unternehmenszentrale, Coworking-Space,
Kundentermin und Hotel.
Taschen und Koffer sind mehr als Transportmittel.
Sie organisieren Projekte,
schützen Technik und spiegeln den Stil
eines Unternehmens wider.
Foto: Samsonite
Die Paralux Collection von Samsonite verbindet nachhaltige Materialien mit funktionalem Design. Hergestellt
aus recyceltem Polypropylen und Aluminium, bietet sie austauschbare Komponenten und ein Dual-
Access-System – ausgezeichnet mit zwei Red Dot Awards für Design und Nachhaltigkeit.
Nach Jahren reduzierter Reisetätigkeit
steigt das Geschäftsreisevolumen
wieder. Studien erwarten in diesem Jahr
einen neuen Höchststand, 2026 weiteres
Wachstum. Gleichzeitig gilt hybrides Arbeiten
als Standard: zwei bis drei Bürotage
pro Woche, dazwischen Homeoffice
oder unterwegs. Gepäck muss flexibel
sein, um häufige Ortswechsel reibungslos
zu unterstützen.
NEW WORK STYLES 64
Flexibel bleiben, egal wo gearbeitet wird: Die Desk
Sharing Tasche von Leitz schafft Ordnung zwischen
Homeoffice, Büro und unterwegs. Sie bietet Platz für
Technik, Dokumente und persönliche Dinge – für ein
strukturiertes Arbeiten mit System.
Foto: Leitz
Foto: Samsonite
Die Ecodiver „Underseater“-Kabinentasche von
Samsonite kombiniert durchdachtes Design mit
Funktion. Sie passt unter den Flugzeugsitz, bietet
Stauraum für Laptop, Kleidung und Reiseutensilien
und lässt sich dank Trolleyrollen und recyceltem
Material komfortabel und nachhaltig nutzen.
Der Never Still Rucksack Large von Rimowa kombiniert
feines genarbtes Leder mit funktionalem
Design. Hochwertige Details, durchdachte Fächer
und palladiumfarbene Beschläge machen ihn zum
eleganten Begleiter für Arbeit und Reise.
Tumi zeigt in der aktuellen Herbstkollektion, wie urbane Mobilität und Design zusammenfinden. Materialien
wie Tegris und Dakota-Leder treffen auf neue Farbtöne wie Wine, Pavement und Electric Blue. Funktionale
Formen und klare Linien prägen Taschen und Koffer für den Alltag zwischen Reise und Arbeit.
Foto: Tumi Foto: Rimova
Anstelle einzelner Taschen setzen Hersteller
zunehmend auf kombinierbare Systeme.
Organizer lassen sich herausnehmen
und im Meeting als Mini-Station nutzen,
Kompressionsfächer schaffen Platz für
Kleidung. Ziel ist ein fließender Übergang
– vom Terminal ins Taxi, von der Lobby ins
Projektbüro.
Nach der ersten Smart-Luggage-Welle
dominieren heute praktikable Funktionen:
Fächer für Tracker, Kabeldurchführungen,
TSA-Schlösser. Fest verbaute Akkus
oder komplexe Steuerungen sind selten,
auch wegen Airline-Regeln. Intelligente
Services ersetzen Technik – etwa Reparaturnetzwerke
oder Seriennummern zur
Diebstahlmeldung.
Recycelte Stoffe, PFAS-freie Beschichtungen
und wiederverwertetes Polycarbonat
sind inzwischen Standard. Langlebigkeit
und Reparierbarkeit werden zu
zentralen Qualitätsmerkmalen – nicht
nur aus Imagegründen, sondern aus wirtschaftlichen.
Dunkle Töne dominieren weiterhin, ergänzt
durch Grün- und Blaunuancen. Auffällige
Farben erleichtern Vielreisenden
die Orientierung. Breite Gurte, stabile Trolleyhalterungen
und verdeckte Sicherheitsfächer
gehören längst zur Grundausstattung.
RFID-Blocker bleiben gefragt – das
Sicherheitsgefühl zählt.
In der Bahn sind kompakte Einsätze gefragt,
beim E-Auto wird die Ladezeit zur
mobilen Arbeitsphase. Taschen mit stabilem
Stand und Platz für Technik verwandeln
den Parkplatz in ein temporäres Büro.
Ortungslösungen wie AirTag oder Tile sind
Standard. Wichtig sind austauschbare Halterungen,
damit Geräte bei Defekt oder
Modellwechsel ersetzt werden können.
Bei Business-Taschen liegen größere,
strukturierte Modelle im Trend – Totes
oder Weekender, die Laptop und persönliche
Dinge gleichermaßen aufnehmen.
Dezente Farben, klare Formen und hochwertige
Materialien prägen das Bild.
Hybrides Arbeiten verlangt leichte,
strapazierfähige Taschen mit gepolsterten
Fächern, klarer Struktur und robusten
Materialien. Recycelte Filze und technische
Gewebe verbinden Funktion mit Stil.
Unternehmen profitieren von standardisierten
Taschensets, die Nachkäufe und
Ersatz vereinfachen und ein einheitliches
Erscheinungsbild sichern.
Reisegepäck wird zum Werkzeug moderner
Arbeitswelten. Es muss flexibel,
langlebig und ergonomisch sein – von der
Bahnfahrt über den Ladehalt bis zum Arbeitsplatzwechsel
ins Homeoffice. Gute Taschen
organisieren, schützen und erleichtern
den Alltag. Wer sie richtig auswählt,
investiert nicht in Accessoires, sondern in
Effizienz und Komfort. l
NEW WORK STYLES 65
VORSCHAU
Foto: Gebhardt
New Work Order-Studie des
IBA – Birgit Gebhardt über
Zusammenarbeit mit KI: Wie
Künstliche Intelligenz Arbeit
verändert – und warum
Kreativität und Empathie
entscheidend bleiben.
Das Magazin für neue Arbeitswelten
IMPRESSUM
Verlag
Zarbock Media GmbH & Co. KG
Sontraer Str. 6
60386 Frankfurt amMain
Tel.: 069 / 42 09 03-72
Fax: 069 / 42 09 03-70
E-Mail: info@newworkstyles.de
Internet: www.newworkstyles.de
Geschäftsführung
Dipl.-Ing. Ralf Zarbock
Chefredaktion
Pietro Giarrizzo / gia
Redaktion
Sabine Baumstark / bau
Telefon 069 / 42 09 03-85
sabine.baumstark@zarbock.de
Pietro Giarrizzo / gia
Telefon 069 / 42 09 03-79
pietro.giarrizzo@zarbock.de
Foto: Assmann
Wie lässt sich Arbeit gestalten, wenn Büro und Zuhause verschmelzen?
In der nächsten Ausgabe zeigen wir Trends, Möbel und Tools, die hybride
Teams unterstützen – von ergonomischen Lösungen bis zu inspirierenden
Gestaltungsideen für produktive, wohnliche Arbeitsumgebungen.
Anzeigendisposition und Leserservice
Nadine Vosseler
Telefon 069 / 42 09 03-72
nadine.vosseler@zarbock.de
Mediaberatung
Armin Schaum
Telefon 069 / 42 09 03-55
armin.schaum@zarbock.de
Druck
Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG
Sontraer Str. 6
60386 Frankfurt am Main
Erscheinungsweise:
New Work Styles erscheint 3 x jährlich
(Februar, Juni, Oktober)
Anzeigenpreisliste
1. 11. 2024 / 2. Jahrgang
Foto: Designfunktion
Pflanzen, grüne Wände, Wasser und Tageslicht schaffen ein Raumklima,
das Motivation und Kreativität stärkt. Wir zeigen, wie sich natürliche
Elemente gezielt in moderne Arbeitsumgebungen integrieren lassen – für
mehr Wohlbefinden und Nachhaltigkeit.
Bei Nichterscheinen infolge Streiks oder Störung durch höhere
Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung. Die Zeitschrift
und alle in ihr enthaltenen einzelnen Bei träge und Abbildungen
sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb
der engen Grenzen des Ur heberrechtsgesetzes ist ohne
Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt
insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen,
Digitalisierung und Verwendung in Sozialen Medien. Die
Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen
usw. in dieser Zeitschrift berechtigt auch ohne
besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche
Namen im Sinne der Warenzeichen- und Warenschutzgesetzgebung
als frei zu betrachten wären und daher von jedermann
benutzt werden dürfen.
Ausgabe
Edition Nr. 3 – 2025 Herbst/Winter
ISSN-Nr. 2944-4187
NEW WORK STYLES 66
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