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New Work Styles 3-2025

New Work STYLES Ausgabe 3 2025

New Work STYLES Ausgabe 3 2025

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EDITION Nº 3 F OKT.-JANUAR 2025/2026 F EUR 9,50 F ISSN 2944-4187

Das Magazin für neue Arbeitswelten

Prof. Dr. Yasmin Weiß | Neue Intelligenz der Arbeit

Generation 50plus | Erfahrung verbindet

Vitra | Ein Klassiker öffnet neue Räume

Zooplus | Wenn das Büro auf den Hund kommt

Fenyx | Zirkuläre Büros stärken Wettbewerb

Dr. med. Munter Sabarini | Work in Balance


FITS YOU, FITS ANYWHERE

Leitz Ergo Compact Workstation

Bringen Sie Ihren Arbeitsplatz mit der kompakten Leitz Ergo Workstation auf ein neues Niveau. Kombinieren Sie

den platzsparenden Sitz-/Steh-Schreibtisch mit einem smarten Pegboard-Organizer für einen produktiven und

organisierten Arbeitsplatz zu Hause oder im Büro. Entdecken Sie das gesamte Leitz Ergo Sortiment und schaffen

Sie Ihre eigene, perfekt ergonomische FEEL GOOD Workstation.

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EDITORIAL

Zwischen Sinn

und System

Pietro Giarrizzo

Chefredakteur

New Work Styles

Liebe Leserinnen und Leser,

die Diskussion um die Vier-

Tage-Woche zeigt, wie tief

sich Arbeit verändert. Es

geht längst nicht mehr um

Stunden, sondern um Sinn. Die Zukunft

entsteht in Zwischenräumen – zwischen

Effizienz und Erholung, KI und Kreativität,

Technologie und Menschlichkeit.

2026 wird ein Jahr der Balance. Der Arbeitsplatz

wird fließend, die Arbeit anlassbezogen.

Menschen wechseln zwischen

Büro, Homeoffice und Co-Working

– je nach Aufgabe, nicht aus Gewohnheit.

In dieser Ausgabe zeigen wir, wie sich

diese Entwicklung in Architektur, Unternehmenskultur

und Denken spiegelt. Vitra

beweist mit dem Slow Chair und dem

Slow Sofa, dass Design mehr ist als Funktion:

Es schafft Orte, die Ruhe, Konzentration

und Nähe zugleich ermöglichen.

Fenyx übersetzt Kreislaufwirtschaft in

räumliche Praxis. Büroflächen werden

nicht verbraucht, sondern erneuert – modular,

reversibel, wertbeständig. Auch

Dauphin zeigt, wie ökologische und soziale

Verantwortung zusammen mit guter

Unternehmensführung den Arbeitsplatz

prägt. Nachhaltigkeit ist hier kein Zusatz,

sondern Voraussetzung – und wird zum

Maßstab einer Arbeitswelt, die langfristig

trägt und neu definiert, worauf Erfolg

basiert.

Mit Prof. Dr. Yasmin Weiß blicken wir auf

die Ko-Intelligenz von Mensch und Maschine.

Sie beschreibt eine Zukunft, in

der KI nicht ersetzt, sondern ergänzt –

ein Werkzeug, das Kreativität verstärkt

und Lernen neu formt. Qualifikationslücken

zu schließen wird zur Kernaufgabe

jedes Unternehmens.

Seit einem Jahr begleitet New Work Styles

diesen Wandel. Das Magazin ist gewachsen

– in Themen, Reichweite und Resonanz.

Wir verstehen uns als Plattform für

Austausch, als Impulsgeber und kritische

Stimme einer Bewegung, die sich ständig

weiterentwickelt. Daran arbeiten wir

weiter – mit Tiefe, Offenheit und dem Anspruch,

Perspektiven zu verbinden.

New Work ist keine Methode, sondern

eine Kultur. Sie zeigt sich in Räumen, in

Beziehungen und in der Art, wie wir miteinander

arbeiten. Diese Ausgabe erzählt,

wie Arbeit neu gedacht wird – zwischen

Mensch, Raum und Verantwortung.

Herzlichst,

Immer up to date?

Jetzt den monatlichen New Work Styles

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kompakt, aktuell, relevant.

Fragen oder Ideen? Folgen Sie uns!

linkedin.com/in/pietro-giarrizzo

pietro.giarrizzo@zarbock.de

NEW WORK STYLES

3


Inhalt

NWS News

6

Neues aus der

New-Work-Szene

Work Shift

12

Prof. Dr. Yasmin Weiß – Die neue

Intelligenz der Arbeit

20

24

16

18

20

Edding – Wenn Büros Dynamik

lernen

Change Maker 50plus – Erfahrung

verbindet Generationen

Dauphin HumanDesign Group –

Der grüne Büroplan

Ergo Design

24

Vitra – Ein Klassiker öffnet neue

Räume

28

Wilkhahn – Design mit innerer

Dynamik: Ein Stuhl, der überrascht

workspaces

34

32

34

40

43

46

Interstuhl – Ein Ort, der leise

wirkt

Zooplus / Combine Consulting –

Wenn das Büro auf den Hund kommt

SHR University / Steelcase – Lernräume

als gelebte Zukunft

Westerlundska Gymnasium /

Kinnarps – Form folgt Bildung

Fenyx – Zirkuläre Büros stärken

Wettbewerbsfähigkeit

Wellbeing

50

52

Dr. med. Sabarini – Work in Balance:

So bleibt der Rücken stark

Leitz – Micromoves für Makrowirkung

NEW WORK STYLES

4


40

60

62

63

Smart office

Brother – Effizient drucken im

Homeoffice

Data Guard

Viadee – Wenn Vertrauen zum

Geschäftsmodell wird

Ideal – Schreddern leicht

gemacht

3

54

64

Rubriken

Editorial –

Zwischen Sinn und System

Office & Beyond –

Büro und darüber hinaus

NWS en vogue –

Special: Smart Reisen

66 Vorschau /

Impressum

64

Titelfoto dieser Ausgabe: Vitra

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CAPELLA X | Eine neue Bürostuhlgeneration von Kinnarps

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Erleben Sie das Sitzen neu – mit einer Bürostuhlfamilie, die sich

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NWS NEWS

Wohlbefinden im Büro – mehr als Design

Die Studie „Beyond Work“ von Bene zeigt: Mentale

Gesundheit beginnt im Raum – und intelligente

Gestaltung wird zum Schlüssel für Kwonzentration,

Kreativität und Balance. Bild: Wald und Schwert

Lärm, fehlende Rückzugsorte und anonyme

Großraumbüros gehören zu den größten

Belastungsfaktoren im modernen Arbeitsalltag.

Eine aktuelle Studie von Bene

zeigt, wie stark Raumgestaltung die mentale

Gesundheit und Leistungsfähigkeit

beeinflusst. Die Ergebnisse sind im neuen

White Paper „Beyond Work – Mentale Gesundheit

im Büro“ zusammengefasst.

Im Rahmen eines Online-Panels befragte

das Forschungsteam um Prof. Dr. Bernd

Wegener (Humboldt-Universität Berlin)

rund 1.000 Büroangestellte in Deutschland

und Österreich. Obwohl über 80

Prozent das Raumangebot grundsätzlich

positiv bewerten, geben nur 17 Prozent

an, ausreichend Ruhe für konzentriertes

Arbeiten zu finden. Ein Drittel

fühlt sich häufig gestresst – besonders

in klassischen Großraumbüros mit hohem

Geräuschpegel und mangelndem

Schallschutz.

Auch das Konzept des „Desk-Sharing“ wird

kritisch gesehen: Der eigene Arbeitsplatz

gilt vielen als Symbol persönlicher Autonomie.

Dennoch zeigen die Daten, dass offene

Bürokonzepte funktionieren können,

wenn sie differenziert gestaltet sind – mit

Zonen für Rückzug, Austausch und Regeneration.

„Mentale Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung

für Leistungsfähigkeit, Kreativität

und Zufriedenheit im Arbeitsalltag“,

sagt Michael Fried, Geschäftsführer von

Bene. „Mit diesem White Paper wollen wir

besser verstehen, welche Faktoren entscheidend

sind – und Unternehmen ermutigen,

gezielt zu handeln.“

Das White Paper „Beyond Work – Mentale

Gesundheit im Büro“ bietet eine fundierte

Analyse und zeigt, wie intelligente

Raumkonzepte das Wohlbefinden fördern

und Organisationen langfristig

stärken können.

bene.com/de/konzepte-wissen/beyond-work

Kollaboration mit KI – Der Mensch bleibt Impulsgeber

Der Industrieverband Büro und Arbeitswelt

e.V. (IBA) hat mit dem Pre-Read der

neuen New Work Order-Studie „Kollaboration

mit KI“ erste Einblicke in die

künftige Zusammenarbeit von Mensch

und Künstlicher Intelligenz veröffentlicht.

Trendforscherin Birgit Gebhardt

analysiert darin, wie generative KI und

autonome KI-Agenten Strukturen, Prozesse

und Räume der Arbeit verändern

– und warum menschliche Urteilskraft,

Kreativität und soziale Resonanz dabei

unverzichtbar bleiben.

Die Studie zeigt: KI entwickelt sich vom

Werkzeug zur aktiven Mitgestalterin

von Wertschöpfung. Sie verknüpft Daten,

verdichtet Informationen und liefert

Entscheidungsgrundlagen – während

Menschen neue Maßstäbe für

Kooperation und Reflexion setzen. „KI

verlangt Teams und Führungskräften

nicht nur technisches Know-how ab,

sondern fordert gerade die menschlichen

Ressourcen: kritisches Hinterfragen,

soziale Resonanz und kreative Kollaboration“,

betont Gebhardt.

Anhand von Beispielen aus Unternehmen

wie Microsoft, SAP und Salesforce

beschreibt sie Modellstufen auf dem

Weg zur AI-driven Company und zeigt,

wie sich Arbeitsteilung, HR-Strukturen

und Führungsrollen dynamisch weiterentwickeln.

Neben Interviews mit Expertinnen

und Experten enthält der

Pre-Read praxisnahe Fallstudien aus

Produktentwicklung, Service und Strategiearbeit.

Ein zentraler Befund: Die Integration

von KI gelingt nur, wenn Unternehmen

auch Räume und Lernkulturen anpassen.

Gebhardt beschreibt neue Raum-

Metaphern – von der Leitzentrale über

das Innovationslabor bis zur Gaming-

Challenge – als Orte für kreative Resonanz

zwischen Mensch und Maschine.

Der Pre-Read der Studie „Kollaboration

mit KI“ steht unter zum Download bereit.

Die vollständige Fassung erscheint im

Rahmen des Wherever Whenever – Work

Culture Festivals zur Orgatec 2026.

iba.online/knowledge/service/publikationen

Trendforscherin Birgit Gebhardt beleuchtet in der

neuen IBA-Studie „Kollaboration mit KI“, wie

Mensch und Maschine künftig zusammenarbeiten.

Fotos: IBA

NEW WORK STYLES

6


6. – 10. 2. 2026

FRANKFURT / MAIN

Fotos: Vepa

Im „Hooischuur“

verbinden sich Handwerk,

Architektur und

Gemeinschaft – ein

Raum, der zeigt, wie

Wertschätzung Gestalt

annimmt.

LIFE­

STYLE

COMPO­

SITIONS

Architektur der Wertschätzung

Mit der neuen Fertigungshalle in Hoogeveen zeigt Vepa the furniture

factory, wie Produktion, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft

zusammenfinden. Der niederländische Hersteller, bekannt

für seine zirkulären Prozesse, hat eine moderne Abteilung

für Plattenbearbeitung geschaffen – technisch präzise und

menschlich gedacht.

Im Zentrum steht eine Kantine in Form einer traditionellen

Heuscheune – ein Ort, der Wärme und Identität vermittelt. Mit

Holzfassade, Satteldach und Reetdeckung setzt sie einen bewussten

Kontrast zur industriellen Umgebung.

Entworfen wurde der „Hooischuur“ von Gertjan de Kam, Head

of Design bei Vepa: „Wir wollten einen Gegenpol zur technischen

Funktionalität der Halle schaffen – ein Gebäude, das

Wärme ausstrahlt und echte Wertschätzung vermittelt.“ Alle

Materialien stammen aus der Region, umgesetzt wurde das Projekt

von lokalen Betrieben.

Die ganze Vielfalt, das volle Programm: auf der

größten und internationalsten Konsumgütermesse.

Mit ihren Bereichen Dining, Giving und Living

sowie dem enormen Angebot rund um Hospitality

ist die Ambiente das weltweit führende Event

der Branche.

Der globale Treffpunkt der Konsumgüterbranche.

ambiente.messefrankfurt.com

Innen ist der Raum hell, wohnlich und mit Möbeln aus eigener

Produktion ausgestattet. Pflanzen setzen Akzente, Begegnung

wird selbstverständlich. Das Ergebnis: eine Architektur, die

Identität stiftet und Unternehmenskultur erlebbar macht.

Vepa beweist, dass Kreislaufwirtschaft mehr ist als ein Produktionsprinzip

– sie wird hier zur gelebten Philosophie.“

vepa.de


NWS NEWS

Ambiente: Kuratiertes Interior Design wächst weiter

Die Messe Frankfurt baut ihr Interior-Design-Angebot

im Rahmen der Ambiente

2026 deutlich aus. Bereits im kommenden

Jahr wird Halle 3.1 mit neuen Formaten

und kuratierten Präsentationen zum zentralen

Treffpunkt für Architektur, Design

und Objektausstattung. Parallel laufen

die Vorbereitungen für das neue Matchmaking-Format

Grandcreators – The

Signature Design Forum, das 2027 in der

Festhalle Premiere feiert.

Grandcreators soll internationale Premiummarken

aus Möbel- und Einrichtungssegmenten

mit Entscheidungsträgerinnen

und -trägern aus Architektur, Interior Design,

Contract Business und Hospitality

vernetzen – jenseits klassischer Messeformate.

Der Auftakt im Februar 2027 soll international

sichtbare Akzente setzen.

Marken wie Albrecht Jung, Cor, Thonet,

Vitra und Zeitraum sind von dem neuen

Konzept überzeugt. Das Format umfasst

mindestens fünf vorab organisierte Meetings

mit führenden Architekturbüros

und stärkt den Premiumbereich der Ambiente

gezielt.

„Grandcreators startet 2027 parallel zur

Ambiente. Denn das neue Konzept stößt

bereits heute auf großen Zuspruch in der

Branche. Gleichzeitig lebt das kuratierte

Matchmaking-Format von der breiten Präsenz

führender Premiummarken, inspirierenden

Neuentdeckungen sowie von

belastbaren Projektkontakten“, erklärt

Philipp Ferger, Bereichsleiter Consumer

Goods Fairs. „Daher ist es wichtig, Grandcreators

dann zu launchen, wenn es unseren

Anspruch an Relevanz und Wirkung

erfüllt.“

Bereits 2026 wird das Konzept Ambiente

Projects das kuratierte Angebot erweitern.

Die Messe bündelt damit Produkte

und Services für die Planung, Einrichtung

und Ausstattung zukunftsorientierter

Projekte – von Contract über Hospitality

bis Office Design. Zu den

Schwerpunkten zählen das weiterentwickelte

Markenareal Interior Looks, der

neue Interior Design & Architecture Hub

sowie die Materialausstellung At the table

with nature, realisiert mit dem Healthy

Materials Lab Europe.

Geführte Designerrundgänge bieten Entdeckungsreisen durch die Halle 3.1 – speziell für Innen-/Architekt:innen,

Interior Designer:innen, Objektausstatter:innen sowie designorientierte Retailer.

Interior Looks, 2025 gemeinsam mit Kurator

Bernd Schellenberg eingeführt,

zeigt hochwertige Möbel- und Einrichtungsmarken

mit Fokus auf handwerkliche

Fertigung und Individualisierung.

Neben Bielefelder Werkstätten, Christine

Kröncke Interior Design, JAB Anstoetz

Group, Rodam, Scholtissek, Signet und TF

fine furniture sind neu dabei Acapulco

Design, Conde House Europe, Holtkötter

Licht und Müller Möbelfabrikation. Außerdem

präsentieren in Halle 3.1 Marken

wie Blomus, Ethnicraft, Rohleder, Serax,

Vario Büromöbel, Dibbern, Guaxs und

Orrefors Kosta Boda ihre Kollektionen.

Der neue Interior Design & Architecture

Hub, gestaltet von Ambiente-Designerin

Katty Schiebeck, fungiert als Bindeglied

zwischen Hospitality, Objektgeschäft und

Innenarchitektur. Das Areal zeigt ausgewählte

Produkte aus den Hallen 11 und

3.1 und bietet eine integrierte Academy

mit zertifiziertem Vortragsprogramm.

Am Samstag und Sonntag kuratieren

World Architects das Programm, am

Montag erstmals der European Council of

Interior Architects (ECIA).

Ein weiteres Highlight: Die Ambiente Talents

feiern 2026 ihr 25-jähriges Jubiläum

mit einer Ausstellung, die aktuelle

und historische Entwürfe zeigt – darunter

Arbeiten von Sebastian Herkner oder

Lanzavecchia + Wai. Ergänzt wird das

Programm durch geführte Designerrundgänge,

die gezielt zu den Highlights

der Halle 3.1 führen.

ambiente.messefrankfurt.com

Foto: Messe Frankfurt/ Jens Liebchen.

NEW WORK STYLES

8


Analog denken, bewusst planen

Manche nutzen ihn für Termine, andere für Ideen, Wochenziele

oder kleine Gedanken am Rand: Der Chäff-Timer ist mehr als ein

Kalender. Er begleitet durch 12 oder 18 Monate – strukturiert, durchdacht

und visuell fein austariert.

Ob im kompakten A6+-Format oder als großzügiger A5-Timer – Fadenbindung,

reduziertes Layout und liebevoll gesetzte Extras wie

Mood-Tracker, Projektpläne oder Sticker zeigen, dass hier nicht einfach

Seiten gefüllt, sondern Alltag gestaltet wird.

Foto: Häfft Verlag

Klar strukturiert, durchdacht gestaltet und liebevoll detailliert – der Chäff-Timer

bringt Ordnung und Inspiration in den analogen Alltag.

Drei Ausführungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Classic

mit flexibler Hülle, Premium mit Gummiband und Stiftschlaufe, Deluxe

mit Kunstledereinband, Prägung und farbigem Schnitt. Die

Ausstattung wirkt hochwertig, aber nie aufdringlich – sie passt in

Taschen, Rucksäcke und Routinen.

Wer analog denkt, schreibt und plant, findet im Chäff-Timer ein

Tool, das nicht vorgibt, wie man zu arbeiten hat, sondern Raum

lässt, um den eigenen Rhythmus zu finden.

haefft-verlag.de/kalender

Munich Design Days 2026 erweitern Konzept und Räume

Vom 12. bis 15. März 2026 verwandeln die Munich Design Days

München erneut in ein Forum für Interior-, Architektur- und

Textilkultur. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Vorjahr kehren

nahezu alle Aussteller zurück – ergänzt durch neue Premiummarken

wie Wittmann Möbelwerkstätten. Insgesamt werden

über 100 internationale Interior- und Textilhersteller erwartet.

Der zentrale Standort Praterinsel bleibt Herzstück der Veranstaltung.

Neu hinzu kommen die Praterinsel Ateliers, die mit

ihrem industriellen Charakter zusätzliche Flächen für Markeninszenierungen

schaffen. Damit gewinnt der Veranstaltungsort

weiter an architektonischer Tiefe und Attraktivität für Fachbesucherinnen

und Fachbesucher. Zahlreiche Showrooms und

Partnerstandorte in der Innenstadt beteiligen sich, vernetzt

über einen digitalen City-Plan, der sämtliche Locations und

Events – einschließlich des Münchner Stoff Frühlings – bündelt.

Mobilitätspartner der Veranstaltung ist Range Rover. Die britische

Luxusmarke steht seit 1970 für Designqualität, technische

Innovation und handwerkliche Präzision – Werte, die auch im

Kontext der Munich Design Days eine zentrale Rolle spielen.

Mit der Kombination aus Messe, Ausstellung und Stadterlebnis

stärkt München seine Position als Designmetropole. Die Munich

Design Days zeigen, wie sich Marke, Raum und Stadt zu einer

lebendigen Plattform für Kreativität und Austausch verbinden.

munichdesigndays.de

Neue Flächen, neue Marken, neue Impulse – die Munich Design Days 2026

machen München erneut zum Treffpunkt der internationalen Designszene.

Foto: MDD/Wittmann

NEW WORK STYLES

9


NWS NEWS

Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner/Jannik Hammes

Die New Work Evolution 2026 in Karlsruhe bringt Fachmesse, Community und Inspiration zusammen – ein Treffpunkt für alle, die moderne Arbeitskultur gestalten.

New Work Evolution: Ein roter Faden durch die moderne Arbeitswelt

Remote Work, New Leadership, Holokratie,

Jobsharing, Diversity, Equity & Inclusion.

(DEI) – die Liste an Fachbegriffen

und Buzzwords ist lang, wenn es um New

Work geht. Im Arbeitsalltag werden diese

Begriffe zwar häufig genutzt, aber ebenso

oft ohne Substanz. Wer nach einem Kompass

durch die schöne neue Arbeitswelt

sucht, ebenso wie nach Best Practices und

ganz konkret nach Dienstleistern, die Unternehmen

on the way to New Work begleiten,

wird auf der New Work Evolution

(NWE) vom 5. bis 7. Mai 2026 fündig. Inspiration

vorab bietet das kostenfreie Online-

Format xChange im Januar kommenden

Jahres mit einem eigenen Slot zum Thema

New Work.

Im Mittelpunkt der NWE stehen die vier

Themenbereiche Technology, People & Culture,

Offices und DEI. Mehr als 50 Ausstellende

sowie über 130 Vorträge und Workshops

mit Speakern wie Isabel Grupp, Dr.

Georg Kofler, Markus Väth, Michael Trautmann

und Isabel Gebien waren bei der vergangenen

Ausgabe vertreten.

Stefanie Ruf, Projektleiterin der New Work

Evolution, erklärt: „New Work ist kein Konzept,

das einmal umgesetzt wird und dann

exakt in dieser Form fortbesteht. New Work

ist ein Weg mit Kurven und auch Kehrtwenden

– es braucht immer wieder eine Kurskorrektur,

um menschenzentriertes Arbeiten

und wirtschaftliche Effizienz in

Einklang zu bringen. Bei der NWE erfahren

HR-Verantwortliche, Geschäftsführende,

Organisationsentwickelnde oder interessierte

Arbeitnehmende, welche Tools und

Methoden es aktuell gibt, wie moderne Büroräume

gestaltet werden können und welche

Erfahrungen andere Unternehmen auf

ihrem Weg gemacht haben.“

Neu bei der 4. Ausgabe des Events ist der

NWE Boulevard powered by HCD GmbH,

der sich wie ein roter Faden durch die

Messehalle zieht – mit Hotspots, die prägnant

und anschaulich in die verschiedenen

Themenfelder rund um New Work

einführen. Deutlich größer als im Vorjahr

werden Podcast Stage und Community

Area gestaltet – ideal für Netzwerktreffen,

Autorenlesungen und Meet-&-Greet-

Formate.

Als Ausstellende sind in diesem Jahr unter

anderem Haufe, Lindner, Ikea, die Perspektuur

und Futureoffice vor Ort. Die

NWE findet gemeinsam mit der Fachmesse

für digitale Bildung, Learntec, statt und

zieht mehr als 13 000 Besuchende aus

Deutschland und Europa an.

Am 29. Januar 2026 bietet – ebenfalls in Kooperation

mit der Learntec – das kostenfreie

Online-Format xChange einen ersten

Einblick in moderne Arbeitskultur. Ein

Vormittag des dreitägigen Vortragsprogramms

widmet sich dem Thema New

Work. Expertinnen und Experten geben

dann Einblick in Unternehmenskultur, Organisationsentwicklung,

Technologien,

Tools, Künstliche Intelligenz, Bürogestaltung

und DEI.

newworkevolution.de

learntec.de/xchange

NEW WORK STYLES

10


Foto: Koelnmesse

imm cologne 2026: Globale Präsenz

Mit einer starken internationalen Beteiligung startet die imm cologne

ins Möbeljahr 2026: Aussteller aus 27 Ländern haben sich

bereits angemeldet. Besonders stark vertreten sind Anbieter aus

China und weiteren asiatischen Beschaffungsmärkten.Vom 20.

bis 23. Januar 2026 bringt die Messe unter dem Leitthema „World

of Interiors“ die internationale Branche in Köln zusammen. Sie

positioniert sich als zentrale Plattform für verbrauchernahe Einrichtung

im mittleren bis zum Preiseinstiegssegment.

„In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es eine

Plattform für effizientes Sourcing. Genau hier setzt die imm cologne

an“, sagt Bernd Sanden, Director der Messe. Die hohe Präsenz

asiatischer Anbieter mache Köln zu einem wichtigen Treffpunkt

des globalen Möbelhandels – „eine Brücke zwischen

Kontinenten“.

Die Hallenplanung folgt den Marktverhältnissen: In den Hallen

4.2 und 5.2 zeigen asiatische Lieferanten ihre Kollektionen, in

Halle 10.2 stehen europäische Wohn- und Polstermöbel im Fokus.

Halle 10.1 widmet sich Matratzen und Polstermöbeln – Segmenten,

die aktuell rückläufig sind. Mit ihrer klaren Struktur

und internationalen Reichweite schafft die imm cologne 2026

Orientierung und Impulse für den globalen Möbelmarkt.

imm-cologne.de

Internationale Marken und Lieferanten aus 27 Ländern prägen die imm cologne

2026 – ein Treffpunkt, der globale Beschaffung mit marktreifem Design verbindet.

Ein neues Kapitel der Kaffeekultur

Mit dem Nespresso House am Münchener Marienplatz definiert

der Kaffeespezialist die Rolle des stationären Handels neu. Auf

über 600 Quadratmetern verbindet das Konzept Lounge, Bar und

Boutique zu einem Ort, an dem Design, Nachhaltigkeit und Begegnung

selbstverständlich sind.

Gäste verkosten Kaffees, besuchen Masterclasses oder genießen

einen Espresso an der To-go-Bar. „Wir bringen Menschen zusammen,

um ihre Leidenschaft zu teilen – für Geschmack, Design

und bewussten Genuss“, sagt Geschäftsführer Alessandro

Piccinini.

Das Interieur folgt dem Prinzip zirkulären Designs: FSC-zertifizierte

Hölzer, energieeffiziente Beleuchtung und ein Tresen aus

recyceltem Kaffeesatz prägen den Raum. Teile der früheren Boutique

in der Theatinerstraße fanden hier neue Verwendung.

Gemeinsam mit Illustratorin Kera Till und Patisserie-Expertin

Alexa von Harder entstehen limitierte Editionen mit lokalem Bezug.

Das Nespresso House zeigt, wie sich Markenräume in Orte

des Erlebens verwandeln – urban, nachhaltig und sinnlich.

nespresso.com

Im Nespresso House verschmelzen Design, Nachhaltigkeit und Kaffeekultur

zu einem sinnlichen Erlebnis – ein Raum, der zeigt, wie aus Markenwelten

Begegnungsorte werden.

Foto:Nespresso

NEW WORK STYLES

11


WORK SHIFT

Die neue

Intelligenz der Arbeit

Prof. Dr. Yasmin Weiß zeigt

in ihrer Kolumne, warum

die Zusammenarbeit von

Mensch und KI neue Kompetenzen

erfordert – und welche

26 Fähigkeiten wir schon

heute trainieren sollten, um

2026 erfolgreich zu sein.

Noch nie war so viel Anfang

wie jetzt. Wir erleben derzeit

– ohne zu übertreiben

– einen historischen

Moment in der Menschheitsgeschichte,

in welchem

wir Menschen den Übergang erleben,

von KI als klügste Spezies auf dieser

Welt abgelöst zu werden. Die Folgen am

Arbeitsmarkt werden disruptiv sein, denn

wir stehen erst am Anfang. Die große weltweite

KI-Party hat gerade erst begonnen.

AGI (Artificial General Intelligence), an

der derzeit in den globalen KI-Entwicklungslaboren

intensiv geforscht wird, wird

die Spielregeln der Zusammenarbeit zwischen

humaner und künstlicher Intelligenz

radikal verändern. Ein Land wie Deutschland,

dessen wichtigste Ressource im internationalen

Wettbewerb zwischen unseren

beiden Ohren wächst und nicht im Boden

vergraben ist, muss ein besonders hohes

Interesse daran haben, die Fähigkeiten zu

stärken, die wir für unsere erfolgreiche

Kollaboration mit Technologie benötigen.

Zwei Handlungsfelder in der KI-

Bildung werden eklatant sichtbar

Herausforderung an der Spitze: Wir

brauchen Menschen in diesem Land, die

KI auf Weltklasseniveau entwickeln und

in skalierbare Geschäftsmodelle übersetzen

können. Zudem ist es angesichts der

rasanten Entwicklung im Bereich AGI geboten,

die Forschung darauf zu fokussieren,

wie wir als Menschheit die Kontrolle

über KI behalten und uns vor Missbrauch

schützen.

Herausforderung in der Breite: Flächen

deckend brauchen wir Menschen, die KI

sicher und verantwortungsvoll anwenden

können und dabei das Selberdenken und

kritische Denken nicht verlernen.

Bereits im Jahr 2030 wird KI-Kompetenz

so selbstverständlich vorausgesetzt

werden wie die Fähigkeit heute, einen

PC bedienen zu können. So wie heute in

nahezu jedem Job der PC und dessen Nutzung

eine integrale Rolle im Arbeitsalltag

spielt, so werden KI-Systeme, KI-Assistenten

und KI-Agenten zum Standard in unserem

zukünftigen Arbeitsalltag werden.

Dafür müssen wir in den kommenden

Jahren erlernen, wie wir durch eine komplementäre

Zusammenführung unserer

humanen Intelligenz mit der künstlichen

Intelligenz eine leistungsstarke Co-Intelligence

und damit unsere Teamfähigkeit

mit KI entwickeln.

Jetzt ist sicherlich der falsche Zeitpunkt,

um träge zu sein und die technologische

und damit ökonomische Zeitenwende

zu verschlafen. Oder anders

gedrückt: Noch nie war es spannender

und relevanter, unsere Teamfähigkeit

mit KI jeden Tag zu stärken.

Die heutige Analyse ist daher der Frage

gewidmet, was 26 essentielle Fähigkeiten

für das kommende Jahr 2026 sind,

die wir in der Gegenwart benötigen und

heute schon für morgen stärken sollten,

um gezielt jene Teile unserer humanen

Intelligenz zu fördern, die wir als Komplementärfähigkeiten

für den Aufbau

einer leistungsfähigen Co-Intelligence

benötigen.

Was also sind die branchen- und

funktionsübergreifenden Fähigkeiten,

die für uns alle in 2026 von ausgeprägter

Bedeutung sind – unabhängig davon, ob

wir Ärzte, Lehrer, Journalisten, Kreative

oder Handwerker sind oder in Unternehmen

als Personaler, Vertriebler, Controller,

Entwickler arbeiten oder ob wir Mitarbeiter

oder Führungskräfte sind?

Hier mein persönlicher Vorschlag in 4

verschiedenen Kategorien, ohne Anspruch

auf Vollständigkeit:

Managing Yourself

1. Fähigkeit, zu lernen, verlernen, neu zu

lernen

2. Persönliche Resilienz

NEW WORK STYLES

12


Foto: Prof. Dr. Yasmin Weiß

Prof. Dr. Yasmin Weiß ist Professorin für KI und

Future Skills, erfahrene Aufsichtsrätin und Mitglied

mehrerer Beiräte. Sie forscht zu den Auswirkungen

von künstlicher Intelligenz auf Arbeit, Bildung und

Gesellschaft und gilt als eine der führenden Stimmen

für zukunftsrelevante Kompetenzen im digitalen

Wandel. Als Keynote Speakerin und LinkedIn Top

Voice inspiriert sie Unternehmen und Individuen,

den Wandel aktiv zu gestalten.


WORK SHIFT

Prof. Dr. Yasmin Weiß:

„Menschen brauchen neue Fähigkeiten, um mit KI als

Partner erfolgreich zusammenzuarbeiten.“

Zur Autorin

Prof. Dr. Yasmin Weiß ist Professorin für

KI und Future Skills, erfahrene Aufsichtsrätin

und Mitglied mehrerer Beiräte. Sie

forscht zu den Auswirkungen von künstlicher

Intelligenz auf Arbeit, Bildung und

Gesellschaft und gilt als eine der führenden

Stimmen für zukunftsrelevante Kompetenzen

im digitalen Wandel. Als Keynote

Speakerin und LinkedIn Top Voice

inspiriert sie Unternehmen und Individuen,

den Wandel aktiv zu gestalten.

yasmin-weiss.de

yasminweiss.substack.com

3. Fähigkeit, wertebasiert und ethisch zu

agieren

4. Fähigkeit, kritisch zu denken

5. Fähigkeit, Fragen zu stellen, die noch

nie gestellt worden sind

6. Fähigkeit zur Selbstreflexion und

Selbsttransformation

7. Fähigkeit, Empathie für sich selbst zu

empfinden

8. Offenheit und Neugier

9. „Grit“: Positive Sturheit bei der Zielerreichung

Managing Cooperation with

other Humans

10.Fähigkeit, Empathie für andere zu empfinden

11.Fähigkeit, mit diversen Menschen zu

kooperieren

12.Kommunikationsstärke mit Fingerspitzengefühl,

kontextualem Gespür und

Wertschätzung

13.Fähigkeit, tiefe und tragfähige zwischenmenschliche

Beziehungen sowie Vertrauen

aufzubauen

14. Fähigkeit, „magic moments between

humans“ zu schaffen

15.Fähigkeit, Unterstützungsbedarf durch

andere zu erkennen und diese einzuholen.

Managing Cooperation with

Technology

16. Grundlegendes Verständnis relevanter

Technologien wie KI (Funktionsweisen,

Potenziale, Risiken)

17. Tool-Kompetenz: Fähigkeit, relevante

Tools sicher und effektiv anzuwenden

18. Rollenverständnis: Verständnis für die

eigene menschliche Rolle und Verantwortung

in Zusammenarbeit mit Technologie

19. Anschlussfähigkeit: Fähigkeit, fachliche

Expertise und Domainwissen mit

Technologie-Kompetenz zu verknüpfen

und dadurch Mehrwert in konkreten

Anwendungen zu schaffen

20 Fähigkeit zum gesunden, ausbalancierten

Umgang mit Technologien

Managing Business

21. Datenkompetenz: Grundlegendes Ver-

ständnis für Datenanalyse, für den Wert

von Daten sowie Bewusstsein für Datenschutz

und Datensicherheit

22. Fähigkeit, Entscheidungen unter Unsicherheit

zu treffen

23. Fähigkeit zum Umgang mit Multirationalität

24. Fähigkeit, organisationale Resilienz

und organisationale Agilität zu entwickeln

25. Fähigkeit, strategisch und out-of-thebox

zu denken

26. Verlustkompetenz: Fähigkeit, das Gute

und Gewohnte aufzugeben, um das Zukunftstfähige

zu schaffen (inkl. Fähigkeit,

die Empörung über unpopuläre

Entscheidungen auszuhalten)

Ich bin mir sicher, dass sich Investitionen

in diese 26 Fähigkeiten auszahlen

werden, da die aktuellen und zukünftigen

Herausforderungen dafürsprechen, dass

sie immer wichtiger werden. Aber es geht

nicht nur darum, Fähigkeiten zu stärken,

sondern auch darum, sich bewusst zu machen,

was uns als Menschen auszeichnet

und im positiven Sinne von Technologie

und ihren Fähigkeiten differenziert. Da

Maschinen immer besser darin werden,

gute Maschinen zu sein, sollten wir Menschen

immer besser darin werden, richtig

gute Menschen zu sein.

Vier Reflexionsfragen mit

nachhaltiger Wirkung

Wenn ich meine Kinder abends ins Bett

bringe, gehört es zu unserem Einschlafritual,

dass ich ihnen folgende vier Fragen stelle:

o Was war dein Schönstes heute?

o Für was bist du dankbar?

o Wem hast du heute Gutes getan?

o Was hast du heute Neues gelernt?

Diese Fragen und die Antworten darauf

schärfen unseren Blick auf das, was uns

Menschen auszeichnet und unser Leben

bereichert. Diese Teile unserer emotionalen

Intelligenz erfordern ein Bewusstsein,

NEW WORK STYLES

14


erlebte Erfahrungen, ein tiefes Verständnis

von Gefühlen und Bedürfnissen von

uns selbst und anderen. Diese Facetten

unserer humanen Intelligenz haben kein

Verfallsdatum. Sie bleiben wertvoll und

komplementär zu dem, was wir in unseren

Paartanz aus Menschen und Maschine einbringen

können.

Und jetzt? „We enter a very

unfamiliar world.“

Die Chancen des Gelingens und des

Scheiterns liegen sehr nahe beieinander.

Sowohl die Chancen durch KI sind riesig,

jedoch auch die Risiken für uns als

Menschheit. Der beste Weg, das Gelingen

der KI-Transformation zu fördern und

das Scheitern zu verhindern, liegt darin,

aktiv mitzugestalten und uns als mündige

Bürger und Konsumenten aktiv in die

Diskussion einzubringen. Dafür brauchen

wir die richtigen Fähigkeiten und das Versprechen

an uns selbst, das Menschliche

in uns zu stärken.

Ich hoffe, meine Forschungsarbeiten

und Publikationen leisten hierzu einen Beitrag.

In diesem Sinne: Happy and continuous

learning, unlearning, new learning.

Prof. Dr. Yasmin Weiß

Weltbeste Bildung – Wie wir

unsere digitale Zukunft sichern

Wie schaffen wir es, in einer immer stärker

digitalisierten Welt alle Menschen mitzunehmen

und für die Herausforderungen der

Gegenwart und der Zukunft fit zu machen?

Die Expertin für digitale Bildung – Prof. Dr.

Yasmin Weiß – macht deutlich, warum wir

dafür lebenslanges Lernen brauchen und

wie sich dieses erreichen lässt. Den Schwerpunkt

setzt sie besonders auf die digitale

Bildung sowie auf die Stärkung jener

menschlichen Eigenschaften, die uns nachhaltig

von immer intelligenter werdenden

Maschinen unterscheiden. Dabei liegt es

ihr fern, allein die Politik in die Pflicht zu

nehmen, vielmehr sieht sie die Verantwortung

bei jedem Einzelnen sowie bei den

Unternehmen. Denn bereits jetzt fühlen

sich viele Berufstätige digital abgehängt

und stehen den neuen Schlüsseltechnologien

skeptisch gegenüber. Wie es gelingt,

diese Berührungsängste abzubauen und

eine lernende Gesellschaft zu werden, um

wirtschaftlich zukunftsfähig zu bleiben,

zeigt dieses Buch.

Hardcover gebunde, 246 Seiten, 28 Euro,

Campus Verlag

ISBN 9783593516165

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Entspannt Akten vernichten –

mit 5 Jahren Garantie

www.hsm.eu


WORK SHIFT

„Explore 2“ vereint modernste Technologie mit funktionalem

Design und schafft so die perfekte Basis für erfolgreiche

Meetings und professionelle Zusammenarbeit im Unternehmen.

Wenn Büros

Dynamik lernen

Die Edding Group hat mit WeCreateSpace

eine Plattform gestartet, die Werkzeuge,

Displays und Methoden zu einem neuen

Verständnis von Büro verbindet. Ziel ist

nicht die Ausstattung, sondern die

Veränderung: Räume sollen

Zusammenarbeit nicht abbilden,

sondern antreiben.

Der Konferenztisch gilt seit Jahrzehnten als

Herzstück des Büros. Schwer, rechteckig,

unbeweglich – er steht für eine Arbeitskultur,

die auf Hierarchie und Monolog setzt. Doch

diese Form verliert an Strahlkraft. Hybridarbeit,

agile Teams und internationale Kooperation

stellen neue Anforderungen. Der Meetingraum wird zur

Schaltstelle – und entscheidet über Produktivität oder Stillstand.

Genau hier setzt WeCreateSpace an. Die Plattform der Edding

Group bündelt die Kompetenzen von Edding, Legamaster und

Playroom. Ziel ist es, Arbeitsumgebungen so zu gestalten, dass

Räume nicht länger Kulisse sind, sondern aktiver Teil der Zusammenarbeit.

NEW WORK STYLES

16


„Mit unseren Produkten haben wir Menschen schon immer

dabei geholfen, sich auszudrücken – bis hin zur so wichtigen

freien Meinungsäußerung“, erklärt Per Ledermann, CEO der

Edding Group. „Heute denken wir einen Schritt weiter: Wie

müssen Räume beschaffen sein, damit Menschen ihre Ideen teilen

und Innovationen entstehen können?“

Was einen guten Meetingraum ausmacht

Das aktuelle Whitepaper Meetingraum-Design 2.0 bringt die

Anforderungen auf den Punkt. Ein moderner Besprechungsraum

vereint klassische Elemente – Tisch, Stühle, Whiteboard –

mit digitalen Tools, Akustiklösungen und nachhaltigem Design.

Akustik ist entscheidend: Paneele, Teppiche und gedämmte

Oberflächen verbessern die Sprachverständlichkeit – egal ob

beim Brainstorming am Whiteboard oder in der Videokonferenz.

Ebenso wichtig ist das Licht. Natürliches Tageslicht steigert

das Wohlbefinden, dimmbare LED-Systeme verhindern

Spiegelungen und ermöglichen flexible Stimmungen. Die Möblierung

folgt dem Prinzip der Anpassungsfähigkeit. Modulare

Tische und ergonomische Stühle erlauben verschiedene Szenarien,

vom kurzen Stand-up bis zur ganztägigen Strategierunde.

Ergänzt wird dies durch digitale und interaktive Lösungen

– etwa Legamaster-Touchscreens, die Inhalte in Echtzeit dokumentieren

und Remote-Teilnehmer nahtlos einbinden.

Drei Marken – ein gemeinsamer Ansatz

WeCreateSpace lebt von der Verbindung unterschiedlicher

Stärken. Edding bringt die Werkzeuge für Visualisierung mit,

Legamaster stellt die Infrastruktur von Whiteboards bis zu hybriden

Displays bereit. „Wir machen Kommunikation sichtbar“,

betont Andreas Härms, Director Traditional Sales & E-Commerce

DACH von Legamaster – eine prägnante Beschreibung des Selbstverständnisses

der Marke. Playroom ergänzt Methoden, Workshops

und Formate, die aus einem modern ausgestatteten Raum

tatsächlich einen Ort der Zusammenarbeit machen. Erst das Zusammenspiel

von Werkzeugen, Technik und Methodik erzeugt

den Effekt, den WeCreateSpace verspricht.

Praxisbeispiele und Marktbezug

Das Whitepaper verweist auf konkrete Fallstudien. Ein Tech-

Startup steigerte seine Produktivität durch modulare Möbel

Per Ledermann und Andreas Härms über WeCreateSpace: Wie aus Meetingräumen

Orte für echte Zusammenarbeit werden.

und interaktive Bildschirme. Ein Großunternehmen verbesserte

Klangqualität und Komfort, was die Effektivität der Meetings

messbar erhöhte. Solche Beispiele zeigen, wie stark Räume auf

Unternehmenskultur wirken. Ein modern gestalteter Besprechungsraum

signalisiert Innovationskraft, während veraltete

Räume das Gegenteil vermitteln.

Chancen und Grenzen

Der Ansatz trifft den Nerv der Zeit. Hybride Arbeit hat gezeigt,

dass Büroflächen nur dann relevant bleiben, wenn sie

Mehrwert bieten. Doch Technik und Möbel allein garantieren

keinen Wandel. Ohne eine gelebte Veränderung der Zusammenarbeit

bleiben auch flexibel eingerichtete Räume funktionslose

Kulissen.

„Unser erster Marker war nicht nachfüllbar. Doch seit den

1980er-Jahren setzen wir auf Refill-Systeme – Nachhaltigkeit ist

für uns kein Nebenthema“, betont Per Ledermann. Diese Linie

überträgt sich auf Räume: Sie sollen langfristig nutzbar und anpassbar

sein, nicht nur kurzfristige Trends bedienen.

Gleichzeitig gibt es Hürden: Investitionen sind hoch, Schulungen

notwendig, Akzeptanz nicht selbstverständlich. Hybride

Meetings funktionieren nur, wenn alle Teilnehmenden gleichwertig

eingebunden sind. Sonst bleibt das Setting ungleich verteilt

– mit den einen am Bildschirmrand und den anderen dominant

im Raum.

Foto: Edding Group

Ein Blick nach vorn

Die Weiterentwicklung deutet sich bereits an. KI-gestützte

Systeme könnten Beleuchtung, Akustik und Layout automatisch

anpassen. Virtuelle und erweiterte Realität könnten Meetings

immersiver machen. Und der Druck in Richtung Nachhaltigkeit

wird steigen – mit Fokus auf Materialien, Energieeffizienz und

smarter Steuerung.

WeCreateSpace zeigt, wie dieser Weg aussehen kann: Räume,

die sich anpassen, statt zu blockieren. Räume, die Menschen

verbinden, statt sie zu trennen. Und Räume, die sichtbar machen,

was Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert bedeutet.

edding.com

NEW WORK STYLES 17


WORK SHIFT

Change Maker 50plus

Erfahrung verbindet

Generationen

Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen

zum Umdenken. Altersvielfalt wird

zum Erfolgsfaktor, Erfahrungswissen zur

strategischen Ressource. Die Initiative

Change Maker 50plus zeigt, wie Organisationen

das Potenzial erfahrener Mitarbeitender

gezielt nutzen – und damit Innovation,

Bindung und Nachhaltigkeit stärken.

Der demografische Wandel ist kein Zukunftsthema

mehr, sondern längst Realität. Viele Unternehmen

spüren, wie schwer es fällt, offene Positionen

zu besetzen – während gleichzeitig das

Know-how erfahrener Mitarbeitender oft ungenutzt

bleibt. Change Maker 50plus, 2020 von Dr.

Leonie Koch, Susanne Sabisch-Schellhas und Klaus-Peter Mikulla

gegründet, setzt genau hier an: Die Initiative zeigt, wie Altersvielfalt

in Organisationen bewusst gestaltet werden kann.

Mit monatlichen Coffee Breaks und einer jährlichen Konferenz

bringt Change Maker 50plus Fach- und Führungskräfte zusammen,

die lebensphasenorientierte Personalstrategien entwickeln

und umsetzen wollen. Mitte Oktober 2025 fand die 4. Ausgabe online

statt – mit großer Resonanz.

Altersvielfalt als Führungsaufgabe

„Unsere Vision ist es, regional wie überregional Unternehmen

jeder Größe im Engagement für lebensphasenorientierte Personalstrategien

und Generationenkooperation zu vernetzen“, erklärt

Dr. Leonie Koch, Diversity-Expertin bei der Otto GmbH &

Co. KGaA in Hamburg. Die Initiative versteht sich als Plattform,

die positive Altersbilder fördert und zeigt, dass das Thema weit

mehr ist als eine Randnotiz im Personalmanagement.

Susanne Sabisch-Schellhas, Leiterin des Demographie Netzwerks

Hamburg (ddn Hamburg), ergänzt: „Altersvielfalt ist Führungsaufgabe.

Erfolgreiche Generationenkooperation gelingt

nur, wenn alle Mitarbeitenden – von jung bis alt – einbezogen

sind.“ ddn Hamburg bringt seit 2012 Unternehmen, Organisationen

und Entscheidungsträgerinnen aus der Metropolregion zusammen,

um konkrete Lösungen für den demografischen Wandel

zu entwickeln.

Altersvielfalt wird in vielen Unternehmen zunehmend als

strategische Ressource verstanden – ein Schlüssel für Zusammenarbeit,

Wissenstransfer und Fachkräftesicherung.

Erfahrung als strategischer Rohstoff

Die 50plus-Jahrgänge verfügen über Kompetenzen, die in der

aktuellen Arbeitswelt unverzichtbar sind: Erfahrung, Urteilsvermögen,

soziale Intelligenz, Verantwortung. Doch oft fehlt der

systematische Rahmen, um dieses Wissen zu sichern und zu teilen.

„Die Einwanderungspolitik hat ihre Versprechungen nicht

erfüllt, die Personalbedarfe sind nicht gedeckt“, sagt Dr. Koch.

„Nur wenn Unternehmen ein proaktives Age-Diversity-Management

etablieren, werden Ideen zum Erfolgsfaktor.“

NEW WORK STYLES

18


Genau diese Verbindung von Praxis

und Haltung macht Change Maker 50plus

erfolgreich. Die Initiative vernetzt Firmen

im gesamten DACH-Raum, fördert Erfahrungsaustausch

und macht Best Practices

sichtbar – etwa altersgemischte Tandems,

Mentoringprogramme oder interne Generationennetzwerke.

Impulse aus der Konferenz 2025

Die diesjährige Konferenz stand unter

dem Motto „Nachhaltig verändern!“ und

setzte auf inhaltliche Tiefe statt Symbolpolitik.

In Keynotes, Panels und 14 Themenräumen

diskutierten Vertreterinnen und

Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Politik über Age Diversity, lebensphasenorientierte

Führung und soziale Nachhaltigkeit.

Die Vormittagssession „Was ist Glück, 50plus?“ eröffnete den

Blick auf gesellschaftliche Aspekte des Alterns, mit Beiträgen von

Neurowissenschaftlerin Dr. Karolien Notebaert, Autorin Ildikó

von Kürthy und weiteren Expertinnen. Am Nachmittag ging es

um die Frage, ob Vielfalt in Unternehmen derzeit unter Druck

steht. „Vielfalt steht aktuell unter starker Kritik – befeuert durch

Debatten, die auch Europa erreichen“, erklärte Dr. Leonie Koch

in ihrer Anmoderation zum Podium. „Viele Unternehmen müssen

sich neu positionieren und Haltung zeigen.“

In praxisnahen Sessions zeigten Unternehmen, wie sich Age

Diversity konkret umsetzen lässt: von altersgerechter Wissensweitergabe

bei TÜV SÜD bis zur gezielten Rekrutierung von

50plus-Fachkräften bei der Deutschen Bahn. Mitarbeitende

von Siemens präsentierten gesundheitsorientierte Führung als

Schlüssel für nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit. Vertreter:innen

von Bosch Rexroth und der Bundesbank stellten Methoden

zur digitalen Wissenssicherung und Weitergabe von Erfahrungswissen

vor.

Die Initiator:innen von Change Maker 50plus (v.l.): Dr. Leonie Koch, leonie.koch@otto.de; Susanne Sabisch-

Schellhas, schellhas@kwb.de; Klaus-Peter Mikulla, klaus-peter.mikulla@changemaker50plus.com

Graswurzelbewegungen als Motor

Besonderes Augenmerk lag auf selbstorganisierten Netzwerken

innerhalb großer Unternehmen. „Graswurzel-Initiativen entstehen

oft spontan, entwickeln sich dann aber zu wichtigen Impulsgebern“,

sagt Dr. Leonie Koch. Ein Beispiel ist das Projekt von

Sandra Schwimberski und Melanie Bente bei Aral/bp, das sich

von einer Mitarbeitendenidee zu einer globalen Initiative entwickelte

– ein Beweis dafür, wie stark intrinsisches Engagement

wirken kann.

Einfach anfangen

Change Maker 50plus macht deutlich, dass Altersvielfalt kein

Luxusprojekt ist, sondern strategische Notwendigkeit. „Gerade

kleine und mittlere Unternehmen profitieren von einfachen, robusten

Lösungen“, betont Dr. Koch. „Deshalb lautete das Motto

unserer ersten Konferenz 2022 bewusst: Einfach machen!“

Die Initiative will Mut machen, mit kleinen Schritten zu beginnen

– sei es ein generationsübergreifender Wissenstausch,

flexible Arbeitszeitmodelle oder neue Formen der Gesundheitsförderung.

„Wir freuen uns, wenn Teilnehmende einen Impuls

mitnehmen und mutig erste Schritte gehen“, sagt Susanne Sabisch-Schellhas.

Altersvielfalt als Zukunftsthema

Die Initiative Change Maker 50plus wurde

2020 von Dr. Leonie Koch (Otto GmbH

& Co. KGaA), Susanne Sabisch-Schellhas

(ddn Hamburg) und Klaus-Peter Mikulla (Mikulla & Partner)

gegründet. Ziel ist es, Altersvielfalt in Unternehmen

als Erfolgsfaktor zu etablieren und Erfahrungswissen systematisch

zu nutzen. Neben monatlichen Onlineformaten

organisiert die Initiative jährlich eine Konferenz mit Expertinnen,

Praktikern und Entscheiderinnen aus Wirtschaft,

Politik und Wissenschaft.

Weitere Informationen: ddn-hamburg.de

Eine Bewegung statt nur einer Konferenz

Für die Initiator:innen ist Change Maker 50plus längst mehr

als ein Event. „Wir möchten eine Bewegung schaffen, die gemeinsame

Interessen bündelt, generationenübergreifendes Wachstum

fördert und Verbindungen stärkt“, sagt Dr. Leonie Koch. „Jede Organisation

kann hier ihren Beitrag leisten – ob durch Erfahrungsaustausch,

Pilotprojekte oder eigene Netzwerke.“

Susanne Sabisch-Schellhas ergänzt: „Unternehmen, die Lust

auf Altersvielfalt haben, finden bei uns viele Anknüpfungspunkte

– auch jenseits der Konferenz. Die Teilnahme an den kostenfreien

Coffee Breaks 50plus ist ein guter Anfang.“ l

NEW WORK STYLES 19


WORK SHIFT

Der grüne Büroplan –

Intelligent investieren und

langfristig profitieren

Nachhaltigkeit entscheidet über den Erfolg. Wer sein Büro neu denkt und als nachhaltiges

Herzstück versteht, stellt sich zukunftssicher auf. Es braucht Flächen, die

flexibles, hybrides und bedürfnisorientiertes Arbeiten ermöglichen, und eine Einrichtung,

die die Haltung des Unternehmens spürbar macht.

NEW WORK STYLES

20


Klimaschutz oder CO₂‐Reduktion sind nur zwei

Aspekte von Nachhaltigkeit. Unternehmen

müssen in ökologischer, ökonomischer und

sozialer Hinsicht Verantwortung übernehmen

und ihr Handeln sichtbar machen. Die

ESG‐Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung)

sind nicht nur Berichtspflicht, sondern Teil

der Strategie. Im Büro treffen Raumeffizienz, Energieverbrauch,

Unternehmenskultur und Haltung zusammen. Lieferketten oder

CO₂‐Bilanzen bleiben für Beschäftigte abstrakt; im Büro erleben

sie Nachhaltigkeit als gelebte Realität.

Perspektivwechsel vom Menschen zur Fläche

Die Grundlage für ein nachhaltig gestaltetes Büro ist die

Frage, warum Menschen ins Büro kommen und wie Räume genutzt

werden. Ein Drittel der Büroflächen steht durchschnittlich

leer; das verursacht Kosten und Emissionen. Eine triste

Umgebung senkt den Wohlfühlfaktor und kann die Motivation

bremsen. Laut Fraunhofer – die Motivationsgründe für das

Arbeiten vor Ort sind der Austausch, die Kreativität und das

Erleben der Unternehmenskultur – schafft nur, wer diese Bedürfnisse

bei der Planung berücksichtigt, Räume, die genutzt

und geschätzt werden.

Hier ist ein Perspektivwechsel nötig: Nicht die Tätigkeit, sondern

der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt.

Mitarbeiterbefragungen zeigen Wünsche und Nutzungsmuster

und helfen, Ressourcen besser zu steuern. Ziel sind skalierbare,

dynamische und multifunktionale Räume, die flexibel und

effizient sind und verschiedene Arbeits‐ und Lebensmodelle

berücksichtigen. Weniger Leerstände und geringerer Energieverbrauch

senken Kosten. Die Arbeitsumgebung wird attraktiver;

das stärkt Identifikation und Bindung, Kreativität und

Produktivität.

Strategische Entscheidung statt Accessoire:

Die Einrichtung

Durchdachte Ergonomie, Akustik und Luftführung, viel Tageslicht

und naturnahes Design sind wichtig für Gesundheit und

Wohlbefinden der Beschäftigten. Modulare Möbel sind langlebig

und reparierbar; tragbare und rollbare Einrichtungsgegenstände

ermöglichen flexible Arbeitsszenarien. Insgesamt müssen

Unternehmen weniger Mobiliar anschaffen. Umweltfreundliche

Materialien, transparente Lieferketten und CO₂‐freundliche

Transporte setzen klare Signale für Klimaschutz.

Räume wirken auf die Kultur

Neugestaltete Räume beeinflussen Arbeitsstrukturen, Zusammenarbeit

sowie Unternehmens‐ und Führungskultur.

Menschen arbeiten nicht mehr an festen Plätzen. Führungskräfte

werden stärker ins Team integriert; sie passen ihren Stil an.

Kommunikation dient nicht mehr nur der Aufgabenverteilung,

sie schafft Transparenz und Gemeinschaft im Büro und im Homeoffice.

Die Akzeptanz von Rückzugsräumen zeigt Wertschätzung

für individuelle Bedürfnisse.

Nachhaltigkeit ist ein Muss für zukunftsfähige

Arbeitswelten

Das Büro ist nicht mehr nur eine Ergebniswerkstatt, sondern

eine Umgebung, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Nachhaltigkeit

ist keine Kür, sondern Grundvoraussetzung für moderne,

zukunftsorientierte Arbeitswelten. Intelligente Investitionen

in durchdachte Flächen schaffen Räume, die Innovation

fördern, Produktivität steigern, Kulturwandel beschleunigen

und Talente binden. Das Büro wird so zum strategischen Erfolgsfaktor

und Ausdruck gelebter Nachhaltigkeit.

Autorin: Carolin Frank

Carolin Frank ist Market Research Managerin der Dauphin HumanDesign

Group. Die ausgebildete Innenarchitektin ist seit

mehr als 30 Jahren Teil des Unternehmens, blickt auf ein umfassendes

Branchen- und Fachwissen zurück und war federführend

an der Entwicklung des ganzheitlichen New-Work-Konzepts Dauphin

Workheart beteiligt.

dauphin.de

Foto: Dauphin HumanDesign Group (2)

„Wer sein Büro neu denkt und als nachhaltiges

Herzstück versteht, stellt sich zukunftssicher auf.“

NEW WORK STYLES 21


WORK SHIFT

„Wir folgen einem

ganzheitlichen

AnsatzNachhaltigkeit

ist mehr als nur

Umweltschutz.“

Foto: Dauphin HumanDesign Group (4)

Armin Grotz, Dauphin HumanDesign Group

Nachhaltigkeitsstrategie

Armin Grotz, Nachhaltigkeitskoordinator der Dauphin HumanDesign Group

Nachhaltigkeit wird häufig auf Produkte reduziert. Welche Strategien

verfolgen Sie als mittelständisches Unternehmen, um sich

nachhaltig zu positionieren?

Armin Grotz: Wir folgen einem ganzheitlichen Ansatz. Nachhaltigkeit

ist mehr als nur Umweltschutz. In diesem Bereich haben

wir schon vor vielen Jahren mit wichtigen Maßnahmen begonnen.

Bereits 2003 haben wir ein Umweltmanagementsystem nach DIN

EN ISO 14001 eingeführt. Damit betrachten wir alle Prozesse vom

Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Strom bis hin zur Produktentwicklung.

Seit mehr als 15 Jahren ist Dauphin EMAS-zertifiziert.

Das bestätigt, dass wir freiwillig Umweltaspekte wie Energieverbrauch,

Abfall und Emissionen kontinuierlich reduzieren

und dabei rechtssicher sowie transparent vorgehen. Auch unsere

Zulieferer werden regelmäßig nach Umweltkriterien geprüft.

Aber auch unsere gesellschaftliche Verantwortung ist uns

wichtig. Neben regionalen Initiativen haben wir zum Beispiel

eine Schule in Togo mit Tischen und Stühlen ausgestattet. Das

waren diesmal nicht unsere Produkte, sondern die eines vor Ort

ansässigen Schreiners.

NEW WORK STYLES 22


Welche Maßnahmen setzen Sie in puncto Umweltschutz um?

Armin Grotz: Wir haben seit 2010 unseren Stromverbrauch

um gut 41 Prozent gesenkt. Dazu kaufen wir ausschließlich regionalen

Ökostrom. Wir betreiben eine Photovoltaikanlage, die jährlich

170 000 kWh Strom produziert. Davon nutzen wir 140 000 kWh

selbst, die übrigen 30 000 kWh speisen wir ins öffentliche Netz

ein. Unsere Gebäude werden zukünftig nahezu CO 2

-frei beheizt,

da wir Teil des Nahwärmenetzes der Gemeinde Offenhausen werden,

in der sich unsere Zentrale und unsere Fertigung befindet.

Darüber hinaus setzen wir auf E-Fahrzeuge im Fuhrpark, eine

papierarme Verwaltung und unterstützen Projekte wie die Seaqual-Initiative

sowie ein Aufforstungsprojekt in Togo, um unseren

CO 2

-Fußabdruck weiter zu verbessern.

Die Bestandteile eines Federkernsitzes

- zusammengesetzt aus nachhaltigen

Materialien stalten.

In der Produktentwicklung

steht die Langlebigkeit im Mittelpunkt

und wir konstruieren

unsere Bauteile konsequent

nach Leichtbauprinzipien, so

dass der Materialverbrauch

möglichst minimiert wird.

Wir haben mit einem caritativen

Betrieb einen Prozess

entwickelt, bei dem sich alle

Bauteile eines Stuhls am Ende

seines Produktlebens sortenrein

trennen lassen und die

Wertstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Zusammen

mit einem weiteren Partner ermöglichen wir noch nutzbaren

Stühlen ein „zweites Leben“ als Gebrauchtstuhl.

Wie machen Sie Ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen für Kunden

und Mitarbeitende sichtbar?

Armin Grotz: Unsere freiwillige CO 2

-Kompensation für unseren

Stuhl Indeed automatic zum Beispiel und weitere Kompensationen

für unsere Kunden sind immer aktuell online einsehbar.

Wir informieren transparent über unsere Nachhaltigkeits-Web-

Der Dauphin Indeed trägt das Umweltzeichen

„Blauer Engel“

site, unser jährliches ESG-Reporting

und unseren Nachhaltigkeitsbericht.

In den

Produktbroschüren sind

Nachhaltigkeitsaspekte fest

integriert und werden verständlich

erläutert. Viele unserer

Produkte sind zudem

mit Umweltsiegeln ausgezeichnet.

Diese kommunizieren

wir offen und ordnen sie

verständlich ein.

Auf Messen und Events

machen wir Nachhaltigkeit

erlebbar. Besucher können

beim Stuhl Indeed etwa

selbst ausprobieren, wie

schnell er zerlegt und wieder

zusammengesetzt werden kann. So wird deutlich, wie präzise wir

Ersatzteile austauschen können.

Welche Ziele verfolgen Sie für die kommenden Jahre?

Armin Grotz: Die Abkehr von fossilen Roh- und Brennstoffen

verfolgen wir weiter. Wir planen, weitere Standorte mit Photovoltaik

auszurüsten und die Wärmeerzeugung von fossilen auf regenerative

Energien umstellen. Bei unseren Produkten wird das

Augenmerk immer mehr auf niedrigen CO 2

-Emissionen entlang

der gesamten Wertschöpfungskette, konsequentem Leichtbau,

Einsatz von umweltfreundlichen, gut recyclebaren und schadstofffreien

Werkstoffen sowie einer steigenden Quote zurückgeführter

Stühle liegen. Dazu ist es für uns selbstverständlich,

unseren Verpflichtungen zur Umsetzung und Einhaltung neuer

Verordnungen und Richtlinien, wie der EU-Richtlinie gegen Entwaldung

(EUDR) oder dem Carbon Border Adjustment Mechanism

(CBAM) nachzukommen.

dauphin.de

Aspekte für die Orientierung bei der Wahl nachhaltiger Büromöbelhersteller und Produkte

1. Zertifizierungen und Siegel: Nachhaltigkeitssiegel wie EMAS

für Unternehmen; Blauer Engel, Oeko-Tex, TÜV für einzelne

Produkte; Gesundheitssiegel wie AGR oder Deutscher Gesundheitspreis

für ergonomische Möbel

2. Transparente CO 2

-Bilanz und Nachhaltigkeitsinitiativen: Aussagekräftige

Nachhaltigkeits-Produktblätter, Hinweise auf

Möglichkeiten zur CO 2

-Kompensation, z. B. Aufforstungprojekte

zum Schutz der Wälder, und Teilnahme an Initiativen

wie Seaqual zum Schutz der Meere

3. Near-Sourcing-Strategien: Produktion und Herstellung aus

der unmittelbaren Umgebung, kurze Transportwege, transparente

Lieferketten und Auswahl von Zulieferern

4. Langer Produktlebenszyklus und Modularität: lange Garantizeiten,

Einzelteilservice, Rücknahmeregelungen, Recyclingfähigkeit

der Bestandteile; modulierbare und multifunktionale

Möbelsysteme

5. Einsatz von Recyclingmaterial: Kunst, Metall, Holz; Post-

Consumer-Wertstoffe aus dem gelben Sack; Stoffbezüge aus

recycelten PET-Flaschen oder Plastikabfällen aus dem Meer

6. Soziale Verantwortung: faire Arbeitsbedingungen in der gesamten

Lieferkette

NEW WORK STYLES 23


ERGO DESIGN

Ein Klassiker

öffnet neue Räume

Der Slow Chair der

Bouroullec-Brüder ist

längst eine Ikone des

zeitgenössischen Designs.

Mit einer neuen Stoffvariante

und dem Slow Sofa führt

Vitra das Konzept weiter –

und zeigt, wie Möbel heute

gleichermaßen Wohnlichkeit,

Leichtigkeit und flexible

Nutzung verkörpern

können.

Am Morgen fährt Ronan

Bouroullec mit dem Fahrrad

durch die belebten

Straßen von Paris in sein

Studio. Er parkt im ruhigen

Hinterhof und öffnet

die Tür zu seinem Atelier im Viertel Belleville,

unweit der Place de la République.

Die Räume sind hell, mit hohen Decken,

großen Fenstern und einem Boden, der

industriellen Charakter mit wohnlicher

Wärme verbindet. Es ist zugleich Büro und

Rückzugsort, Arbeitsumgebung und Wohnatmosphäre.

Zwischen Skizzen, Materialmustern

und Prototypen fällt der Blick auf

ein Möbel, das längst ein Klassiker ist: der

Slow Chair. Daneben steht sein neues Pendant

– das Slow Sofa.

Seit fast zwei Jahrzehnten steht der

Slow Chair für einen Ansatz, der Leichtigkeit,

Transparenz und Komfort neu gedacht

hat. 2006 gemeinsam mit Vitra entwickelt,

beruht seine Konstruktion auf

einer einfachen wie radikalen Idee: Ein

textiler Bezug, eng über ein geometrisches

Stahlgestell gespannt, erzeugt ein Einsinken,

das mit losen Kissen zum körpernahen

Sitzkomfort ergänzt wird. „Wir waren

schon lange fasziniert von der Idee, die

Elastizität und den Komfort von Seidenstrümpfen

auf ein Möbelstück zu übertragen“,

erinnert sich Erwan Bouroullec. Was

damals mit einem elastischen Netzstoff

begann – inspiriert von der Zartheit und

Widerstandskraft feiner Strümpfe – wurde

zu einer Ikone, die Räume prägte und

Generationen von Architekten und Innenarchitekten

begeisterte.

Nun schlägt Vitra gemeinsam mit Ronan

Bouroullec ein neues Kapitel auf. Statt des

durchscheinenden Materials, das die Konturen

wie eine feine Linie betonte, steht

heute Bouclé im Mittelpunkt: ein dichter,

haptisch einladender Stoff, der die Formen

sanfter wirken lässt und dem Möbel eine

wohnliche, fast poetische Aura verleiht.

„Die Verwendung von blickdichtem Stoff

auf dieser Art von Gestell erschien uns lange

unmöglich“, erinnert sich Bouroullec.

„Aber der Vorteil der Zusammenarbeit mit

Der Slow Chair, den Vitra 2006 mit den Designern

Ronan und Erwan Bouroullec entwickelt hat, ist

mittlerweile zu einem Vitra-Klassiker avanciert. Jetzt

hat Vitra eine weitere Variante des ikonischen Sessels

entwickelt und ihm das Slow Sofa zur Seite gestellt.

Fotos: Copyright © 2025 Vitra International AG

NEW WORK STYLES

24


„Das Slow Sofa hat eine

weiche Form und kann

deshalb, zum Beispiel

in einer Hotellobby,

auf sehr organische

Weise aneinandergefügt

werden, ohne an ein

rasterartiges Layout oder

etwas Geometrisches

gebunden zu sein.“

Ronan Bouroullec


Vitra ist, dass das Team nie aufgibt. Nach

vielen Monaten glitt der Stoff schließlich

leicht um das Rohr.“

Das Ergebnis ist nicht nur eine neue Variante

des Sessels, sondern eine kleine Familie:

Slow Chair, Ottoman und das neue

Slow Sofa. Letzteres trägt die Handschrift

der Bouroullecs in besonderer Weise. Seine

kompakte Größe macht es zum idealen

Möbel für urbane Räume, in denen Flächen

knapper werden. Zugleich entfaltet es eine

erstaunliche Wirkung im Raum – weich,

anschmiegsam, frei kombinierbar. „Dieses

Sofa ist ein unbestreitbar urbanes Projekt“,

erklärt Ronan Bouroullec. „Da wir in immer

begrenzteren Räumen leben, bietet es

eine unglaublich kompakte Lösung.“

Die räumliche Wirkung ist dabei ebenso

entscheidend wie die Funktion. In der

Lobby eines Hotels kann das Slow Sofa organisch

aneinandergereiht werden, ohne

sich starren Rasterungen unterzuordnen.

In einer kleinen Wohnung wird es zur Insel

der Ruhe, die sich leicht umstellen lässt,

wenn sich der Grundriss des Alltags ändert.

Der Verzicht auf dicke Polster schafft Leichtigkeit,

die geschwungene Form vermittelt

Schutz. Es ist ein Entwurf, der Intimität erzeugt,

ohne schwer zu wirken.

Die neuen Möbel entfalten so eine

Mehrdeutigkeit, die typisch für die Arbeit

der Bouroullecs ist: Sie sind Statement und

Hintergrund zugleich, markant und doch

zurückhaltend. „Komfort, Verspieltheit

und eine weiche Eleganz – diese drei Eigenschaften

definieren die Familie“, fasst

Bouroullec zusammen. Tatsächlich geht

es weniger um ein einzelnes Möbel als um

eine Haltung: Räume nicht zu dominieren,

sondern sie zu öffnen, weich zu modulieren,

Nuancen von Geborgenheit und Offenheit

zugleich zuzulassen.

Zwanzig Jahre später und nach monatelanger Recherche und Entwicklung ist es gelungen, auf derselben

Rahmenstruktur ein blickdichtes Textil einzusetzen: So ist die neue Version des Slow Chair entstanden.

Mit den Vitra Cushions in verschiedenen Grössen, 40 Stoffen

und 585 Farben sind individuelle Kombinationen möglich.

Gerade im Kontext von New Work entfalten

Chair und Sofa eine besondere Relevanz.

Arbeitsräume werden kleiner, hybride

Zonen zwischen Büro, Hospitality

und Wohnen gewinnen an Bedeutung.

Möbel, die flexibel sind, sich leicht bewegen

lassen und dabei nicht an Wertigkeit

verlieren, treffen diesen Nerv. Bouroullec

beschreibt das Slow Sofa als eine „neue

Art von Nische“: kompakt, aber mit hoher

Rückenlehne, sodass es Schutz bietet, ohne

räumlich zu blockieren. In Co-Working-

Spaces oder offenen Büros kann es Rückzug

ermöglichen, ohne das Gefühl der

Gemeinschaft zu zerstören.

Die Idee, Anmut und Poesie in funktionale

Objekte zu übertragen, zieht sich wie

NEW WORK STYLES 26


ein roter Faden durch Bouroullecs Aussagen.

„In diesen komplizierten Zeiten halte

ich es für unerlässlich, Lösungen anzubieten,

die einfach und praktisch sind –

und die ein Gefühl von Anmut und Poesie

vermitteln.“ Seine Worte wirken wie ein

Gegenentwurf zur Überladenheit vieler

zeitgenössischer Interieurs: weniger das

laute Statement als die stille Geste, die den

Alltag begleitet.

Auch die Materialwahl verweist auf diese

Haltung. Der Bouclé-Stoff Flocca ist in

sieben Farben erhältlich, von hellem Beige

bis tiefem Blau. Kombiniert mit Kissen

aus der Vitra-Cushions-Kollektion, gefüllt

mit recycelten Fasern, ergibt sich ein modulares

Ensemble, das Nachhaltigkeit mit

Komfort verbindet. Der Ottoman erweitert

die Funktion, verwandelt den Sessel in

eine Liegefläche.

Die Sitzkissen sind mit recycelten PET-Fasern gefüllt, die Nacken- und Rückenkissen

mit zu 100 Prozent recyceltem Polyester aus Post-Consumer-Abfällen. Die

Stoffbezüge der Sitz-, Nacken- und Rückenkissen lassen sich zur Reinigung oder

zum Austausch abnehmen und können als Ersatzteile bestellt werden.

Ronan Bouroullec: „Komfort, Verspieltheit und eine weiche Eleganz. Ich glaube,

diese drei Eigenschaften definieren die Produktfamilie.“

Was bleibt, ist der Gedanke der Leichtigkeit

– jenes paradoxe Zusammenspiel

von Stabilität und Transparenz, das den

Slow Chair seit jeher auszeichnet. Wenn

Bouroullec über den Alltag spricht, klingt

darin ein Verständnis von Möbeln als stille

Begleiter durch viele kleine Momente:

„Nach Hause gehen und sich hinsetzen,

ein Buch lesen, durch Instagram scrollen,

eine E-Mail neu verfassen, ein Glas

Mangosaft trinken, der Tochter neben

sich vorlesen, sich entspannen oder eine

Kissenschlacht machen. All die kleinen

Dinge, die das Leben schön machen. Uns

mit stiller, subtiler Schönheit durch diese

Momente zu begleiten, ist es, was einem

Objekt seine Bestimmung gibt.“

So öffnet der Klassiker neue Räume:

in Wohnungen, die klein geworden sind,

in Hotels, die auf Atmosphäre setzen, in

Büros, die hybride Formen des Arbeitens

erproben. Slow Chair und Slow Sofa sind

keine lauten Protagonisten, sondern feine

Werkzeuge einer Architektur, die Menschen

in den Mittelpunkt stellt.

vitra.com

Der Schweizer Möbelhersteller Vitra arbeitet seit

2000 mit Ronan und Erwan Bouroullec zusammen.

Ihre Entwürfe – von der Alcove Sofa-Serie bis zu Joyn

Tisch – prägen die Verbindung von Wohnlichkeit und

Arbeitswelt. Der Slow Chair (2006) gilt als Ikone dieser

Partnerschaft. Mit der neuen Bouclé-Variante und

dem Slow Sofa führen Vitra und Ronan Bouroullec die

Idee von Leichtigkeit, Flexibilität und zeitgenössischer

Wohnkultur weiter.

NEW WORK STYLES 27


ERGO DESIGN

Design mit innerer Dynamik

Ein Stuhl,

der überrascht

Der WiChair eröffnet vielfältige Material- und Farbkombinationen

für individuelle Raumkonzepte.


Reduziert im Design, beweglich im

Kern und konsequent nachhaltig

gedacht: Der WiChair interpretiert

das Sitzen neu. Seine Elastizität entsteht

nicht durch Mechanik, sondern

durch eine federnde, kreislauffähige

Konstruktion, die jede Gewichtsverlagerung

mitgeht – und Bewegung

selbstverständlich macht.

Auf den ersten Blick überzeugt

der neue Drehstuhl

WiChair von Wilkhahn

durch sein minimalistisches

Design und seine

runde, einladende Formensprache.

Doch wer sich auf ihn setzt,

spürt sofort, dass weit mehr in diesem

Stuhl steckt. Denn er gibt leicht federnd

jeden Bewegungsimpuls unmittelbar an

den Körper zurück. Dieser Effekt entsteht

durch die charakteristische Stahlschwinge

– ein konstruktives Prinzip, das

dreidimensionale Bewegung selbstverständlich

macht und den Stuhl zu einem

angenehmen Begleiter im Arbeitsalltag

werden lässt. Ob im Büro, im Atelier oder

im Homeoffice: Der WiChair verbindet

Bewegungsfreiheit mit gestalterischer

Klarheit, Langlebigkeit und einer nachhaltigen

Materiallogik.

Seit Jahrzehnten leistet Wilkhahn

Pionierarbeit im Bewegungssitzen und

hat immer wieder Modelle entwickelt,

die Maßstäbe gesetzt haben. Der Wi-

Chair führt diese Linie fort – reduziert

auf das Wesentliche, klar konstruiert

und langlebig gedacht. Seine Schale

aus Formholz zitiert den Archetyp des

Bürostuhls, interpretiert ihn aber mit

zeitgemäßer Leichtigkeit und präziser

Funktion. Zurückhaltend im Ausdruck

und ausgewogen in der Proportion, fügt

er sich mühelos in wohnliche Arbeitsumgebungen,

Co-Working-Spaces oder

Meetingräume ein.

NEW WORK STYLES 29


ERGO DESIGN

Konstruktive Reduktion

Die Raffinesse des WiChair liegt in seiner

Einfachheit. Statt einer komplexen

Mechanik sorgt eine einzige, elegant geschwungene

Stahlschwinge für die Beweglichkeit.

Sie federt elastisch, lässt sich

verwinden und macht jede Gewichtsverlagerung

mit. Beim Zurücklehnen öffnet

sich der Winkel zwischen Sitz und Rücken,

während die Sitzfläche leicht nachgibt

– ein natürlicher Bewegungsablauf,

der den Körper unterstützt. Über einen

Drehgriff unter dem Sitz lässt sich die

Federkraft anpassen, wodurch der Stuhl

mühelos auf unterschiedliche Nutzergewichte

reagiert.

Nachhaltigkeit als Prinzip

Was für die Konstruktion gilt, zeigt sich

auch in der Materialwahl. Der WiChair

folgt den ökologischen Designprinzipien

von Wilkhahn: Materialeffizienz, Langlebigkeit,

Reparaturfähigkeit, sortenreine

Trennung und Recyclingfähigkeit.

Der Stuhl ist vollständig verschraubt und

lässt sich mit wenigen Handgriffen mon-

Reduktion auf das Wesentliche – der

WiChair überzeugt mit prägnanter

Silhouette, konsequenter Materialreduktion

und federnder Stahlschwinge

für gesundes Bewegungssitzen.

Bewegung durch Design

Wilkhahn mit Sitz in Bad Münder zählt

international zu den Impulsgebern für

ergonomisches und nachhaltiges Möbeldesign.

Seit über 100 Jahren verbindet

das Unternehmen handwerkliche

Qualität mit technischer Innovation.

Produkte wie der WiChair stehen für

ein klares Designverständnis, das Bewegung,

Komfort und Umweltbewusstsein

vereint. Wilkhahn entwickelt

und produziert ausschließlich in

Deutschland und verfolgt seit Jahrzehnten

konsequent das Prinzip kreislauffähiger

Gestaltung.

tieren oder zerlegen. Das Gestell besteht

aus recycelbarem Stahl, das Fußkreuz aus

Recycling-Aluminium, Sitz- und Rückenschalen

aus FSC-zertifiziertem Formholz.

Kunststoffe werden nur dort eingesetzt,

wo sie technisch erforderlich sind. Mit

einem Product Carbon Footprint ab 31 Kilogramm

CO₂e zeigt der WiChair, wie sich

Designqualität und Nachhaltigkeit konstruktiv

vereinen lassen.

Gestaltungsfreiheit im Detail

Mit seinen Farb- und Materialvarianten

lässt sich der WiChair flexibel an unterschiedliche

Raumkonzepte anpassen. Die

Gestelle sind monochrom ausgeführt –

wahlweise in Raw Steel mit Aluminiumfußkreuz

oder in Farbtönen wie Light

Gray, Blush Pink, Soft Lemon oder Mint

Green. Die Formholzschalen sind in Eiche

natur, weiß oder schwarz erhältlich, op-

NEW WORK STYLES

30


Die Gewichtseinstellung lässt sich individuell und unkompliziert

über einen Drehgriff unterhalb der Sitzschale anpassen.

Fotos: Wilkhahn

Der WiChair setzt auf verschraubte

Verbindungen und recycelbare Materialien

– für einfache Reparaturfähigkeit

und einen langen Lebenszyklus.

tional mit Stoffbezug oder Vollpolsterung.

Selbst Schrauben und Armlehnen folgen

der Farblogik des Designs – ein Detail,

das die handwerkliche Präzision unterstreicht.

Der WiChair ist ab Ende Oktober

2025 über den autorisierten Wilkhahn-

Fachhandel und ausgewählte Online-

Partner erhältlich.

wilkhahn.com/wichair

NEW WORK STYLES 31


WORKSPACES

Fotos: Interstuhl Group

Datengestützte Planung, flexible Möblierung und ein klares Farbkonzept schaffen eine Arbeitsumgebung, die Effizienz und Wohlbefinden verbindet.

Die neue Bürofläche wird täglich genutzt, beobachtet und weiterentwickelt – als reales Experiment

für die Zukunft der Arbeit.

Wo früher Abteilungen getrennt arbeiteten,

entstehen heute offene Zonen für Austausch, Fokus

und Zusammenarbeit – sichtbar gelebtes New Work.

NEW WORK STYLES

32


Strategischer Wandel

im eigenen Haus

A

ls Interstuhl 2024 beschloss,

die Büroflächen

in Meßstetten-Tieringen

neu zu denken, ging es

nicht um ein Re-Design.

Es ging um ein echtes

Experiment: Wie lässt sich die Zukunft der

Arbeit gestalten, wenn der Raum selbst zum

Lernsystem wird? Das Ergebnis ist der Liveroom

– ein 1100 Quadratmeter großer Arbeitsund

Erfahrungsraum, der Büroarchitektur

als strategisches Werkzeug begreift.

„Das vorhandene Konzept passte nicht

mehr zu den tatsächlichen Anforderungen“,

erklärt Helmut Link, Geschäftsführer

der Interstuhl Group. „Wir wollten eine

Fläche schaffen, die sowohl real genutzt

als auch strategisch weitergedacht wird.

Einen Ort, an dem wir zeigen, aber vor allem

auch lernen können – und zwar aus der

echten Nutzung heraus.“

Anstelle eines Neubaus entschied sich

das Unternehmen für die Umnutzung

bestehender Flächen. Das Ergebnis: ein

ökonomisch, ökologisch und kulturell

schlüssiger Umbau, der zugleich 400 Quadratmeter

zusätzliche Bürofläche überflüssig

machte.

Vom statischen Büro zum

lebendigen System

Die Idee hinter dem Projekt: weg von

hierarchischen Raumstrukturen, hin zu

einer Arbeitsumgebung, die Bewegung,

Austausch und Flexibilität fördert. Klassische

Einzel- und Gruppenbüros wichen

offenen Zonen, die sich an Tätigkeitsprofilen

orientieren. So entstanden Flächen für

Fokusarbeit, Projektphasen, Team-Setups

und spontanen Dialog.

Die Basis dafür bildeten präzise Datenerhebungen.

In Kooperation mit Goconut

wurde über zwölf Monate das Nutzungs-

Mit dem Umbau des

zweiten Obergeschosses in

der Firmenzentrale hat

Interstuhl eine eigene

Zukunftswerkstatt

geschaffen. Der neue

„Liveroom“ zeigt, wie

Raum, Kultur und Strategie

ineinandergreifen – als

echtes Labor für die

Arbeitswelt von morgen.

verhalten analysiert: Auslastung, Homeoffice-Quote,

Raumbedarf. Parallel erfasste

intensor die Fläche digital, um die Planung

in Echtzeit zu simulieren. Das interdisziplinäre

Projektteam definierte daraus das

eigene Verständnis von New Work – ein

Prozess aus Beteiligung, Analyse und Evaluation,

der weit über das Möblierungskonzept

hinausging.

Architektur für hybride Arbeit

Das neue Raumlayout folgt keinem Organigramm,

sondern den Tätigkeiten der

Menschen. Activity-Based Working und

Desk-Sharing prägen die Struktur. Arbeitsplätze

können situativ gebucht werden –

abhängig von Aufgabe, Konzentrationsbedarf

oder Teamdynamik.

Die Zonen sind visuell und akustisch

differenziert: offene Kommunikationsbereiche

treffen auf geschützte Rückzugsräume,

Loungezonen auf Meetinginseln. Die Möblierung

stammt vollständig aus dem Interstuhl-Portfolio

– ergonomische Drehstühle,

höhenverstellbare Tische, modulare Sitzlandschaften.

So wird die Fläche selbst zum

Produktivlabor für die eigenen Lösungen.

„Ich kann meinen Platz danach wählen,

was ich gerade tue“, beschreibt eine Mitarbei-

terin. Ein anderer Kollege ergänzt: „Durch das

offene Konzept und die Farbgebung wirkt der

Raum hell und einladend. Man spürt sofort:

Hier ist Bewegung im Denken.“

Arbeitskultur sichtbar gemacht

Die räumliche Veränderung hat eine

spürbare Wirkung entfaltet. Die Homeoffice-Quote

sank auf unter 20 Prozent – nicht

aus Zwang, sondern aus Überzeugung.

Kommunikation und Begegnung sind wieder

Teil des Alltags. Die Trennung zwischen

Management- und Mitarbeitendenebene

ist aufgelöst: Alle arbeiten im gleichen Setting,

auf derselben Fläche. Der Raum hat

die Kultur verändert – und umgekehrt.

Hierarchien weichen Nähe, abgeschlossene

Abteilungen werden zu offenen Funktionsfeldern.

Die Architektur vermittelt

Offenheit und Teilhabe, sie signalisiert

Vertrauen statt Kontrolle.

Der Liveroom als Labor

Mit dem Umbau ist kein Showroom entstanden,

sondern ein Reallabor – der Interstuhl

Liveroom. Hier wird getestet, beobachtet,

angepasst. Kundinnen, Partner

und Architekturbüros können erleben, wie

sich Arbeitskonzepte, Möbel und digitale

Tools im Alltag bewähren.

Der Raum bleibt bewusst wandelbar:

Konfigurationen werden ausprobiert,

Arbeitsprozesse neu organisiert, Materialstimmungen

getestet. Er ist ein Erfahrungsraum,

der zeigt, dass Innovation

nicht auf dem Papier entsteht, sondern im

täglichen Tun.

So wird das zweite Obergeschoss in

Meßstetten-Tieringen zum Zukunftslabor

für hybride Arbeit – und zum Beweis, dass

Wandel dort beginnt, wo Unternehmen ihre

eigenen Räume als Prototyp verstehen.

interstuhl.com

NEW WORK STYLES 33


WORKSPACES

Fotos: Laura Thiesbrummel

Anfang 2025 bezog die Zooplus SE ihre neue Zentrale Lumen im Herzen Münchens – ein zukunftsorientiertes Arbeitsumfeld, das moderne, kollaborative Formen des

Arbeitens fördert und Teil der strategischen Neuausrichtung des E-Commerce-Unternehmens ist.

NEW WORK STYLES

34


Wenn das Büro

auf den Hund kommt

Mit dem neuen Headquarter

im Münchner Lumen hat

Zooplus eine Arbeitswelt

geschaffen, die räumliche

Intelligenz mit gelebter

Unternehmenskultur verbindet.

Das Büro ist mehr

als ein Arbeitsplatz – es ist

Ausdruck einer moderne

Arbeitsphilosophie, die

Mensch und Tier selbstverständlich

zusammenbringt.

N

eue Arbeitswelten entstehen

heute selten am Reißbrett.

Sie wachsen aus

dem, was Unternehmen

über sich selbst wissen –

oder zu lernen bereit sind.

Wer flexible Arbeitsmodelle einführt, verändert

mehr als Grundrisse: Es verändert

die Art, wie Menschen zusammenarbeiten,

wie sie Raum verstehen und Verantwortung

teilen. Der E-Commerce-Anbieter

Zooplus hat diese Entwicklung konsequent

genutzt. Im neuen Headquarter im Münchner

Lumen zeigt sich, wie Kulturwandel

und Raumgestaltung ineinandergreifen

können.

Seit Anfang 2025 vereint die Zentrale in

der Herzog-Wilhelm-Straße alle Münchner

Teams unter einem Dach. Auf rund 12 000

Quadratmetern ist ein Arbeitsumfeld entstanden,

das hybride Arbeit und Gemeinschaft

gleichberechtigt denkt. Etwa 550

Arbeitsplätze bieten Raum für konzentriertes

Arbeiten, Teamarbeit und Begegnung.

Flexible Arbeitsplätze, offene Kommunikationszonen,

Rückzugsräume und großzügige

Terrassen bilden die räumliche Grundlage

für eine Organisation, die auf Vertrauen

und Eigenverantwortung setzt.

Das Konzept folgt dem Prinzip des

Activity-Based Working: Mitarbeitende

wählen ihren Arbeitsplatz nach Tätigkeit,

Stimmung und Bedarf. Für konzentriertes

Arbeiten gibt es Fokusräume und

Rückzugsnischen, für Austausch offene

Teamzonen, Lounges und die zentrale

Townhall mit Sitztreppe. Der Wechsel

zwischen Bewegung und Ruhe, Nähe

und Distanz ist Teil des Systems – nicht

Nebeneffekt.

„Wir haben Zooplus von der ersten Idee

bis zum Einzug begleitet und ein ganzheitliches

Konzept entlang der Prinzipien

des Activity-Based-Workings entwickelt“,

erklärt Oliver Dittmar, Geschäftsführer

NEW WORK STYLES 35


WORKSPACES

von Combine Consulting. „Besonderes

Augenmerk lag auf einer flexiblen Flächenstruktur,

vielfältigen Rückzugs- und

Kollaborationsmöglichkeiten sowie einem

haustierfreundlichen Interior-Design –

ganz im Sinne des Nutzenversprechens

von Zooplus: People + Pets.“

Architektonisch setzt das Lumen auf

Transparenz und Tageslicht. Glasflächen

öffnen die Bürozonen zum begrünten

Innenhof, Akustikelemente aus Naturmaterialien

sorgen für Ruhe, ohne den

Raum zu verschließen. Das Licht ist

warm und diffus, auf Bildschirme abgestimmt,

aber nie steril. Möbel von Bene,

Brunner, Arper, Hay und Andreu World

fügen sich unaufdringlich ins Gesamtbild.

Wandpaneele von Lintex und De

Vorm verbessern Akustik und Struktur,

Teppiche von Object Carpet zonieren

Arbeits- und Kommunikationsflächen.

Das Besondere liegt jedoch in der kulturellen

Übersetzung: zooplus ist ein

Unternehmen, das Tiere liebt – und das

im Raum sichtbar macht. Das Dog-Workplace-Konzept

integriert Hunde als festen

Bestandteil des Arbeitsalltags. Auf allen

NEW WORK STYLES 36


Auf insgesamt sechs Obergeschossen befinden sich vollflexible Büroflächen, die von einem begrünten polygenen Innenhof umrahmt werden. Die Erdgeschossflächen

beherbergen Gastronomie- und Einzelhandelsangebote und sorgen für eine lebendige urbane Einbindung.

Bei Zooplus ist der Hund nicht nur willkommen, sondern fester Bestandteil der

Unternehmenskultur. Flexible Rückzugs-, Gesprächs- und Fokusräume ermöglichen

zudem konzentriertes Arbeiten.

NEW WORK STYLES 37


ERGO DESIGN

Etagen gibt es Dog-Stations mit Futter- und

Wasserschalen, Pfotensäuberungsstationen

und Rückzugszonen für Mensch und

Tier. Mitarbeitende können hundefreundliche

Arbeitsplätze buchen; Hygiene und

Ruhezeiten sind verbindlich geregelt.

So entsteht eine Balance aus Nähe und

Achtsamkeit. Hunde sind in Meetingräumen

und Phone Booths tabu, um Allergiker

zu schützen und Konzentration zu

sichern. Für Zeiten ohne Halter gibt es

Übergabelösungen oder den „Bark & Go“-

Service, bei dem Hunde kurzzeitig betreut

werden. Selbst Details wie personalisierbare

Hundebetten oder eine „Dog Wall“

mit Namensschildern tragen zur Identifikation

bei. Tierliebe wird hier nicht inszeniert,

sondern in den Alltag integriert.

Diese Arbeitswelt ist durchdacht bis ins

Detail. Farben, Texturen und Signaletik

folgen einer eigens entwickelten Design-

DNA, die das Leitmotiv People + Pets in

eine räumliche Sprache übersetzt. Konferenzräume

tragen Namen von Eigenmarken

wie „Tigerino“ oder „Rocco“. Wände

zeigen grafische Motive aus der Tierwelt –

reduziert, grafisch, nie verspielt.

Im Erdgeschoss verbindet eine großzügige

Cafeteria den Arbeitsbereich mit dem

öffentlichen Leben. Durch die gläserne

Fassade wirkt der Innenraum wie Teil des

Stadtraums, der begrünte Innenhof wie

eine Verlängerung der Lounge. Hier wird

das Prinzip der Offenheit buchstäblich

erfahrbar.

Ein Jahr vor dem Einzug begann bei

Zooplus ein intensiver kultureller Veränderungsprozess.

Zwei Standorte mit

unterschiedlichen Teamkulturen wurden

zusammengeführt, neue Formen der hybriden

Zusammenarbeit eingeführt. Workshops,

interne Kommunikation und Betei-

Zooplus SE – Headquarter in München

Ort:

Herzog-Wilhelm-Straße, München

Fläche: ca. 12.000 m²

Arbeitsplätze: rund 550

Workplace

Konzept & Design: Combine Consulting GmbH

Ausstattung: Bene, Brunner, Arper, Andreu World, Hay,

Lintex, De Vorm, Object Carpet, Vecos

Konzept: Activity-Based Working mit integriertem

Dog-Workplace-Ansatz

Projektzeitraum: 2021 bis 2025

Besonderheiten: Dog-Stations, Pfotensäuberungsbereiche, Townhall

mit Sitztreppe, Community-Spaces, Rückzugsräume,

Innenhof, Terrassen

Das Headquarter von Zooplus im Lumen steht für eine neue Generation

von Arbeitswelten, die Offenheit, Achtsamkeit und Gemeinschaft

verbinden. Hier ist eine Architektur entstanden, die Kultur sichtbar

macht – und Raum gibt für das, was Zusammenarbeit lebendig hält.

NEW WORK STYLES

38


Combine Consulting

Combine Consulting mit Sitz in Hamburg,

München und Düsseldorf zählt zu den

führenden Beratungsunternehmen für

Workplace Strategy, Change Management,

Interior Design und Projektmanagement.

Seit über 10 Jahren begleitet

das Team Unternehmen beim Wandel ihrer

Arbeitswelten – von der ersten Idee bis

zur Inbetriebnahme. Entstanden ist Combine

2015 als Zusammenschluss zweier

etablierter Unternehmen: dem Quickborner

Team und Macon. Damit profitiert

das Unternehmen heute von mehr als 60

Jahren Erfahrung. Die interdisziplinäre

Arbeitsweise verbindet Strategie, Gestaltung

und Umsetzung. Combine berät

Kunden wie Allianz Trade, Astra Zenaca,

Beiersdorf, BMW, Deutsche Bahn, IKEA

oder Siemens – stets mit dem Anspruch,

Räume zu schaffen, die Organisationen

verändern und Zukunftsfähigkeit sichern.

Beim Projekt Zooplus verantwortete Combine

die gesamte Projektbegleitung von

der Standortwahl über das Design- und

Nutzungskonzept bis zur Inbetriebnahme

des Headquarters im Lumen München.

combine-consulting.com

Die großzügige Townhall Area im Erdgeschoss mit integrierter Sitztreppe wird ergänzt durch weitläufige Community

Spaces und Chillout-Bereiche, einen repräsentativen Board Room sowie diverse Konferenz- und Projekträume.

ligungsformate begleiteten den Wandel.

Das Ziel: Orientierung, Akzeptanz und

Vorfreude auf das, was kommt.

„Der Umzug in unser neues Headquarter

stellt einen bedeutenden Meilenstein

für unsere Unternehmensentwicklung

dar“, betont Steffen Schüller, Vorstand

von Zooplus. „Unsere Zentrale im Lumen

ist Ausdruck unserer Unternehmenskultur.

An diesem neuen Standort kommen

unsere bisherigen Büros zusammen, und

unsere Mitarbeitenden und ihre Haustiere

erleben die Marke zooplus in einem neu

gedachten Arbeitsumfeld.“

Heute ist das Headquarter im Lumen

weit mehr als eine funktionale Arbeitsstätte.

Es verkörpert eine moderne

Arbeitskultur, in der Architektur, Organisation

und Mensch in einem ausgewogenen

Verhältnis stehen. Die Flächen wirken

nicht wie definierte Zonen, sondern

wie ein lebendiges System, das auf Vertrauen

und Bewegung basiert. Man hört

leises Stimmengewirr, Tastaturanschläge

– und hin und wieder das Klacken von

Pfoten auf dem Boden.

Zooplus zeigt, dass ein zeitgemäßer

Arbeitsplatz Identität stiften kann. Indem

Raumgestaltung, Unternehmenskultur

und Marke eine gemeinsame Sprache sprechen,

entsteht eine Umgebung, die empathisch,

funktional und lebendig ist. Der

Hund als Begleiter ist dabei nicht Symbol,

sondern Teil eines Arbeitsalltags, der Verbundenheit

neu definiert.

zooplus.de

NEW WORK STYLES 39


WORKSPACES

Lernräume

als gelebte

Zukunft

Mit dem neuen Campus in Berlin hat die SRH University

zusammen mit Steelcase ein Lernökosystem geschaffen,

das die Grenzen zwischen Studium, Arbeit und Gemeinschaft

auflöst. Flexible Räume, offene Strukturen und ein

konsequent mitgedachtes Markenerlebnis prägen den Ort.

Ein Blick in einen Musikraum zeigt Studierende

und Lehrkräfte beim gemeinsamen Musizieren.

Der Campus der SRH

University Berlin in

Neukölln ist weit mehr

als ein Studienort. Er

gleicht einem urbanen

Mikrokosmos, der die

Dynamik des Stadtteils spiegelt und die

Vision einer progressiven Hochschule

räumlich erfahrbar macht. Im November

2024 eröffnet, entstand hier in enger

Zusammenarbeit mit Steelcase eine Umgebung,

die Lernen, Lehren und Arbeiten

auf eine neue Ebene hebt.

Die Entscheidung zur Neugestaltung

fiel, weil die alte Struktur den eigenen

Ansprüchen im Weg stand. Einzelbüros,

getrennte Fakultäten und eine klassische

Raumaufteilung passten nicht mehr zu

einer Institution, die Studierende befähigen

will, ihre Zukunft selbst zu gestalten.

„Unser Fokus liegt weniger auf dem Lehren

als auf dem Lernen“, erklärt Dr. Benjamin

Schwenn, Professor für Marketing

und Markenführung. Die Hochschule

verstand sich schon länger als Mentorin

ihrer Studierenden – die räumlichen Bedingungen

mussten folgen.

Der Wandel begann 2021. Workshops

mit Lehrenden und Mitarbeitenden

machten sichtbar, welche Anforderungen

eine zukunftsfähige Lernumgebung erfüllen

muss. Steelcase übernahm dabei

die Rolle eines Partners, der nicht nur

Möbel lieferte, sondern Prozesse begleitete.

„Steelcase hat unsere Ziele sehr ernst

genommen. Das neue Konzept berücksichtigt

die Bedürfnisse aller Beteiligten“,

betont Campusmanagerin Marika Graupe-Fröhlich.

Entstanden ist ein offenes Raumgefüge,

das Vielfalt zulässt. Klassische

Hörsäle wurden durch mobile Möbel ersetzt,

die sich der jeweiligen Lernsituation

anpassen. Gruppenräume wechseln

zwischen Werkstatt, Seminarraum oder

Lounge. Akustisch differenzierte Zonen

ermöglichen konzentriertes Arbeiten

ebenso wie spontane Begegnungen. Ergänzend

bieten Rückzugsräume Privatsphäre

für Gespräche oder stilles Lernen.

Die Gemeinschaft spielt eine zentrale

Rolle. Im Café, auf der Terrasse oder im

großzügigen Service Hub entstehen Orte

des Austauschs. Besonders beliebt ist der

Cube, eine Mischung aus Veranstaltungsraum,

Brainstorming-Landschaft und

Entspannungszone mit Sitzsäcken. Ein

weiteres Highlight ist der fünfte Stock:

lichtdurchflutet, flexibel nutzbar und von

den Studierenden als Symbol ihres Campus

verstanden. „Es fühlt sich an, als sei

der Raum eigens für uns geschaffen wor-

NEW WORK STYLES

40


Jedes Material, jede Oberfläche, jede Farbe und Form wurden gezielt ausgewählt, um die Werte der Hochschule

– Offenheit, Innovation und Nachhaltigkeit – widerzuspiegeln und gleichzeitig eine Umgebung zu

schaffen, die Lernen und Arbeiten unterstützt.

den“, sagt Kommunikationsdesign-Student

Levente.

Ein kritischer Moment im Prozess war

der Widerstand gegen offene Grundrisse.

Der Besuch im Steelcase Learning + Innovation

Center in München brachte die

Wende. Hier erlebten die Mitarbeitenden,

wie Räume im 21. Jahrhundert Lernen

und Arbeiten fördern können. „Der Besuch

war ein echter Game Changer“, erinnert

sich Schwenn.

Neben funktionalen Aspekten spielt

auch das Markenerlebnis eine Rolle. Die

Berliner Agentur dan pearlman übersetzte

die Werte der Hochschule in ein räumliches

Konzept. Farben, Materialien und

Formen spiegeln Offenheit, Innovation

und Nachhaltigkeit wider. Geschwungene

Linien verweisen subtil auf das SRH-

Logo, recycelte Möbel betonen den nachhaltigen

Anspruch. Nicole Gietz, damals

bei dan pearlman tätig, beschreibt es so:

„Die Marke muss für alle erlebbar sein –

Der neue Campus der SRH University Berlin

spiegelt den innovativen Lernansatz der Hochschule

wider.

Fotos: Steelcase

Der Campus bietet eine Vielfalt an Räumen, die ungestörtes Arbeiten, Meetings,

soziales Miteinander und Wohlbefinden fördern.

NEW WORK STYLES

41


WORKSPACES

Die Unterrichtsräume können mit mobilen Möbeln flexibel an die jeweilige Lernsituation angepasst werden.

für Studierende, Lehrende und Gäste. Sie

wird nicht nur gesehen, sondern gespürt.“

Das Resultat ist ein Campus, der Identität

stiftet und Gemeinschaft sichtbar

macht. Für Geschäftsführer Dr. Thorsten

Bagschik ist das Zusammenspiel der

Disziplinen entscheidend: „Wir haben ein

einzigartiges Ökosystem aus Lernenden,

Lehrenden und Mitarbeitenden geschaffen

– das ist wirklich etwas Besonderes.“

Heute gilt die SRH University Berlin

als Modell für die Verbindung von Raum,

Marke und Bildung. Die flexible Struktur

ermöglicht Veränderung, ohne an Stabilität

zu verlieren. Für die Studierenden bedeutet

es eine Umgebung, die Innovation

zulässt und gleichzeitig Halt gibt. Für die

Hochschule ist es ein Statement: Zukunft

wird nicht nur gelehrt, sondern im Raum

gelebt. l

Eine der größten Herausforderungen bei der Neugestaltung war der anfängliche Widerstand gegen

einen offenen Grundriss ohne Einzelbüros.

Wissenswertes auf einen Blick

• Ort: Berlin-Neukölln

• Eröffnung: November 2024

• Projektpartner: Steelcase, dan

pearlman (Brand in Space), Martin

et Karczinski (Corporate Design)

• Raumkonzept: offene Grundrisse,

mobile Möbel, akustisch differenzierte

Zonen, Rückzugsräume

• Nutzungsbereiche: Seminare, Co-

Working, Café, Service Hub, Veranstaltungsräume,

Terrassenbereiche

• Besondere Orte: Cube, fünfter Stock

• Nachhaltigkeit: Wiederverwendung

von Mobiliar, bewusste Materialwahl

• Markenerlebnis: Integration der

SRH-CI in Form, Farbe, Material

steelcase.com

NEW WORK STYLES

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WORKSPACES

Form folgt Bildung

In Enköping, rund eine Autostunde nordwestlich von

Stockholm, ist mit dem Westerlundska Gymnasium ein

Lernort entstanden, der zeigt, wie Schule heute gedacht

werden kann – als offener, flexibler und inklusiver Raum,

der Gemeinschaft und Eigenverantwortung fördert.

Das Westerlundska Gymnasium in

Enköping/Schweden will architektonisch

und gesellschaftlich neue Maßstäbe setzen.

Foto: Pixabay/Luboy Lisitsa


WORKSPACES

Fotos: Kinnaprs/Henrik Mill

Informelle Treffpunkte unterstützen eine offene Lernkultur.

Der großzügige, offene Eingangsbereich lässt viel Tageslicht herein und bildet den

Dreh- und Angelpunkt der drei Gebäudeteile der Schule.

Auch die Mensa wird als Teil des pädagogischen Raums verstanden.

Mit dem Neubau des

Westerlundska Gymnasiums

in Enköping

in Schweden ist ein

Bildungsort entstanden,

der architektonisch

und gesellschaftlich neue Maßstäbe

setzt. Die Gemeinde hat gemeinsam mit

dem Architekturbüro White Arkitekter

und dem Einrichtungsexperten Kinnarps

ein Gebäude geschaffen, das zeigt, wie

Schule heute funktionieren kann – als

offenes, flexibles und inklusives System,

das individuelles Lernen, Gemeinschaft

und Teilhabe gleichermaßen fördert.

Lebendiger Treffpunkt

Rund 1 500 Schüler und 200 Mitarbeitende

finden hier eine Umgebung, die

weit über klassische Klassenzimmer hinausgeht.

Die Schule versteht sich als

offenes Haus, in dem Bibliothek, Aula,

Lernlandschaften und Mensa ineinandergreifen.

Herzstück ist der großzügige,

lichtdurchflutete Eingangsbereich mit

der zentralen Bibliothek, der die drei Gebäudeteile

verbindet und Begegnung ermöglicht.

Transparenz und klare Sichtachsen

schaffen Orientierung, Nähe und

Vertrauen.

Sorgfältige Planung

Von Beginn an stand Beteiligung im

Mittelpunkt. Lernende, Lehrkräfte, Verwaltung

und externe Fachleute brachten

ihre Perspektiven in Workshops, Pilotprojekten

und Studienbesuchen ein. So

entstand ein fein abgestimmtes Raumund

Nutzungskonzept. „Indem wir auf

Expert*innenwissen, einen Testraum

mit verschiedenen Einrichtungslösungen

und die Rückmeldungen unserer Jugendlichen

und Mitarbeitenden gesetzt haben,

ist das Ergebnis wesentlich besser geworden,

als wir es aus vergleichbaren Projekten

kennen“, sagt Schulleiterin Martina

Ericson.

Harmonische Farben

Das Einrichtungskonzept von Kinnarps

folgt diesem partizipativen Ansatz.

Gemeinsam mit der Schule wurden Möbel

entwickelt, die sich an wechselnde Lernformen

anpassen lassen. Ergonomische

Stühle, höhenverstellbare Tische, Akustikpaneele

und Rückzugssofas schaffen

Zonen für konzentriertes Arbeiten ebenso

wie für Gruppenarbeit und Austausch.

Natürliche Materialien, harmonische

Farben und eine ruhige Formsprache

fördern Orientierung und Wohlbefinden.

Reduzierte visuelle Reize unterstützen

Konzentration und Klarheit.

NEW WORK STYLES

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Der Tisch Oberon und der Stuhl Lexie schaffen einen Ort der Begegnung oder der Zusammenarbeit.

In den Klassenzimmern steht der Tisch Origo mit Tischplatten aus Marmoleum, einem natürlichen Material

mit schallabsorbierenden Eigenschaften. Ein Haken an der Seite des Tisches sorgt für Ordnung im Klassenzimmer.

Die flexible Rückenlehne des Schulstuhls Xpect fördert die Bewegung.

Der Stuhl Xpect und der Arbeitstisch Nexus bilden

ein Ensemble für konzentriertes Arbeiten. Die

Trennwand Vibe sorgt für mehr Konzentration indem

sie ablenkende Blicke abschirmt.

Martina Ericson,

Schulleiterin,

Westerlundska

Gymnasiet

Lernen überall

Auch Mensa und Flure wurden als Teil

des pädagogischen Raums gestaltet. Flexible

Tischgruppen, bepflanzte Inseln,

mobile Möbel und hohe Rücklehnsofas

machen sie zu echten Lern- und Lebensräumen.

Selbst die sanitären Anlagen

wurden in Abstimmung mit Schüler*innen

geplant – mit Blick auf Barrierefreiheit,

Rückzug und Sicherheit.

Das Ergebnis ist eine Schule, die

mehr vermittelt als Wissen. Sie gibt jungen

Menschen das Gefühl, gesehen und

ernst genommen zu werden, stärkt Verantwortung,

Selbstwirksamkeit und soziale

Kompetenz. Gleichzeitig öffnet sie

sich der Stadtgesellschaft: Räume können

außerhalb des Unterrichts für Veranstaltungen,

Konzerte oder gemeinsames

Essen genutzt werden.

Das Westerlundska Gymnasium gilt

als Modellprojekt gelungener Schulentwicklung

– ein Beweis dafür, was möglich

ist, wenn Pädagogik, Architektur

und Möblierung konsequent zusammengedacht

werden. l

Räume, die Wirkung zeigen

Kinnarps ist einer der führenden europäischen

Anbieter von Einrichtungslösungen

für Büros, Lernumgebungen

und Pflegeeinrichtungen.

Das 1942 gegründete Familienunternehmen

produziert in Schweden und

ist in über 40 Ländern vertreten.

Charakteristisch für die Marke sind

Qualität, ergonomisches Design, ressourcenschonende

Produktion und

lange Lebenszyklen der Möbel. Gemeinsam

mit Architekturbüros und

Bildungseinrichtungen entwickelt

Kinnarps Konzepte, die auf Funktionalität,

Ästhetik und Wohlbefinden

gleichermaßen zielen.

kinnarps.de

NEW WORK STYLES 45


WORKSPACES

Von der digitalen Bestandsaufnahme über die ganzheitliche Verwertung bis zur schlüsselfertigen

Einrichtung – Fenyx begleitet Unternehmen durch jeden Schritt ihrer Bürotransformation.

Aufbereitung und Wiederverwendung hochwertiger

Büromöbel – ressourcenschonend und CO₂-effizient.

Fotos: Fenyx (10)

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Zirkuläre Büros

stärken Wettbewerbsfähigkeit

Wenn Unternehmen

heute ihre Büros

verändern, geht es

längst um mehr

als Gestaltung.

Der Umbau spiegelt

eine neue Haltung im Umgang mit

Ressourcen und Strukturen. Der Wandel

beginnt dort, wo Organisationen aufhören,

in Produktzyklen zu denken, und

beginnen, Systeme zu gestalten. Fenyx versteht

das Büro nicht als starre Einrichtung,

sondern als lebendiges Gefüge. Was bleibt,

wird integriert. Was fehlt, ergänzt. Was

obsolet ist, wird in den Kreislauf zurückgeführt

– ein Prozess, der Effizienz, Wirkung

und Identität verbindet.

Das Unternehmen arbeitet wie ein

operatives Betriebssystem für Bürotransformationen.

Inventare werden sichtbar

gemacht, Qualitäten geprüft, Komponenten

aufbereitet und in ein schlüssiges

Nutzungskonzept überführt. Die Einzelleistungen

– Bestandsmanagement,

Refurbishment, Mitarbeiterverkauf, Vermarktung

über Partner, Spendenkanäle

sowie Miete und Kauf geprüfter refurbished

Möbel – greifen ineinander. Für

Kunden fühlt sich das an, wie es soll: ein

Ansprechpartner, klare Abläufe, messbare

Ergebnisse. Nicht mehr Showroom,

sondern Struktur.

Wer so plant, verschiebt Budgets von

Capex zu Opex, reduziert Komplexität und

gewinnt Tempo. Weil Bestände schon da

sind. Weil refurbished Komponenten verfügbar

sind. Weil Logistik, Aufbereitung

und Planung aus einer Hand kommen.

Und weil die ESG-Bilanz nicht als Pflichtdokument

entsteht, sondern aus der Sache

selbst: weniger Primärbeschaffung, längere

Nutzungsdauer, transparente Ver-

Fenyx denkt Büroplanung

neu – datenbasiert, ressourcenschonend

und

wirtschaftlich. Digitale Bestandsaufnahme

und Refurbishment

machen Arbeitsräume

präzise, flexibel und

nachhaltig erlebbar.

wertung. Verantwortung wird zum Wettbewerbsfaktor.

Wie das in der Praxis funktioniert,

zeigen viele Projekte – von Start-ups bis

Konzernen. Bei bcause, einer Berliner

Finanzplattform für gesellschaftliches

Engagement, stand das Team vor dem

Auszug aus einem Untermietverhältnis

– ohne Zeit für lange Lieferketten. Statt

Neuware zu bestellen, entschied man

sich für das Mietmodell von Fenyx. Refurbished

Premium-Möbel, skalierbar und

sofort verfügbar. Wenige Tage später war

das Büro komplett eingerichtet – mit ergonomischen

Drehstühlen, höhenverstellbaren

Tischen und Konferenzmöbeln.

Das Ergebnis: 3,1 Tonnen CO₂ eingespart,

52 Prozent geringere Kosten im Vergleich

zum Neukauf – und kein verlorener

Arbeitstag. „Ich wollte mich um unsere

Mission kümmern, nicht um Möbel“, sagt

Geschäftsführer Felix Oldenburg. Genau

darin liegt die Stärke des Modells: Liquidität

bleibt im Unternehmen, Flexibilität im Alltag,

Nachhaltigkeit wird selbstverständlich.

Auch in industriellem Maßstab funktioniert

das Prinzip. Ein internationales

Technologieunternehmen ließ über mehrere

Standorte hinweg 1 250 ergonomi-

sche Stühle aufarbeiten – Gasdruckfedern,

Netzbespannungen, Polster, Mechaniken.

Der Betrieb lief während der sechsmonatigen

Aufbereitung weiter. Ergebnis: 50 Tonnen

CO₂ eingespart, volle Funktionalität,

null Stillstand. Zirkularität nicht als Versuch,

sondern als Produktionsstandard.

Dass Nachhaltigkeit mehr ist als Ökologie,

zeigt ein Projekt in Düsseldorf. Bei

der Auflösung einer Büroetage entschied

sich Unibail-Rodamco-Westfield gegen

Entsorgung. Der gesamte Bestand wurde

digital erfasst und intern zur Übernahme

angeboten. Mitarbeitende konnten Möbel

reservieren, der Rest ging in Wiederverwendung

und Spende. 60 Möbelstücke

wurden im eigenen Haus weiter genutzt,

die übrigen verantwortungsvoll verwertet.

Ergebnis: 100 Prozent Verwertungsquote,

660 Kilogramm CO₂ eingespart –

und eine Belegschaft, die Nachhaltigkeit

erlebt statt hört.

Skalierung zeigt sich im großen Ganzen.

Als Otto 2025 vier Kundenservice-

Standorte – Kassel, Nürnberg, Bochum

und Niederzier – schloss, übernahm

Fenyx die komplette Abwicklung: von der

Erfassung über Demontage und Transport

bis zur Wiederverwendung in anderen

Standorten und fachgerechtem Recycling.

Das Ergebnis: eine ESG-konforme Auflösung,

zentral gesteuert, dokumentiert,

fristgerecht und wirtschaftlich. Der Effekt

ist doppelt: ESG-Konformität ist nachweisbar,

Wirtschaftlichkeit sichtbar. Aus

Rückbau wird Ressourcenernte, aus Verwertung

Wertschöpfung.

Zirkulär zu planen hat nichts mit Verzicht

zu tun, sondern mit Präzision.

Es geht nicht darum, Kompromisse zu

kaschieren, sondern Qualitäten neu zu

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WORKSPACES

Für ein Berliner Coworking Space realisierte Fenyx eine flexible und kreislauffähige

Einrichtung – ideal bei wechselnden Teams und hoher Flächenauslastung.

Ein Berliner Start-up setzt auf refurbished Möbel im Mietmodell – skalierbar,

kosteneffizient und mit messbarer CO₂-Ersparnis statt hoher Anfangsinvestition.

ordnen. Bestehendes bleibt, was trägt.

Fehlendes wird ergänzt – passgenau statt

pauschal. Überzähliges erhält ein neues

Ziel: intern über Mitarbeitendenlösungen,

extern über Händlernetzwerke, sozial

über Spenden. So entsteht eine Einrichtung,

die nicht aus dem Katalog kommt,

sondern aus einer Logik: Nutzung vor

Neuheit, Wirkung vor Wirkungssprache.

Für Unternehmen liegt der Vorteil auf

der Hand. Erstens: Kosten. Wer Bestände

weiter nutzt, refurbished beschafft und

Miete intelligent kombiniert, senkt Investitionen

im Schnitt um 50 Prozent und

verlagert Ausgaben in planbare Raten.

Zweitens: Zeit. Projekte laufen schneller,

weil Materialien vorhanden und Abläufe

erprobt sind. Drittens: Risiko. Austauschbare

Komponenten, Ersatzteillogik, dokumentierte

Prozesse – das System ist robust.

Viertens: Kultur. Nachhaltigkeit hängt

nicht mehr am Plakat, sie steht im Raum.

Mitarbeitende erleben, dass Ressourcen

wertvoll sind und gutes Arbeiten nicht an

Neuheit, sondern an Funktion hängt.

Damit verändert sich auch Planung.

Architektinnen und Architekten, Facility-

Teams, Logistik und Aufbereitung arbeiten

auf Basis verlässlicher Datenstrukturen

– nicht, um Räume schöner, sondern

um sie richtig zu machen. Wege werden

kürzer, weil Entscheidungen begründet

sind. Lieferketten werden kürzer, weil

weniger neu beschafft werden muss. Und

Flächen bleiben länger aktuell, weil sie flexibel

gedacht sind – heute Fokus, morgen

Teamfläche, übermorgen Meetingzone.

Ein Büro, das mitwächst,

statt bremst

Fenyx bleibt dabei sachlich in der Formulierung

und klar in der Haltung. „Die

Zukunft der Arbeitswelt entsteht nicht

durch neue Produkte, sondern durch neue

Prinzipien: zirkulär, adaptiv, servicebasiert“,

sagt Mitgründer Vincent Jahn. Das

klingt unspektakulär – und ist gerade deshalb

tragfähig. Es ist keine Kampagne,

sondern eine Arbeitsweise. Keine Imagepflege,

sondern Infrastruktur. Und sie löst

einen Widerspruch, den viele Unternehmen

kennen: wirtschaftlich handeln, CO₂

sichtbar reduzieren und gleichzeitig die

Organisation stärken.

Am Ende ist das die eigentliche Pointe:

Zirkuläre Büros sind kein moralisches

Projekt, sondern ein betriebswirtschaftlich

sinnvolles. Sie schützen Budgets, verkürzen

Projektzeiten, verbessern ESG und

erhöhen die Akzeptanz bei den Menschen,

die dort täglich arbeiten. Wer Räume als

lebenden Bestand versteht, spart sich den

Reflex, alles neu zu denken – und gewinnt

die Freiheit, das Richtige zu tun: präzise,

schnell, vernünftig.

Und falls doch etwas Neues nötig ist,

dann dort, wo es wirklich Wirkung entfaltet

– gezielt, um Lücken zu schließen, statt

Systeme zu ersetzen. Genau darin liegt die

Modernität dieses Ansatzes. Er ist leiser

als der Markt für Neuheiten – und gerade

deshalb zukunftsfähig. Ein Wandel, der

nicht laut ist, aber unumkehrbar. l

Fenyx-Mitgründer Vincent Jahn: „Wir tragen

Vintage, fahren gebraucht, mieten Technik – aber

kaufen immer noch neue Büromöbel? Zeit, das Büro

neu zu denken: nachhaltig, resilient und wirtschaftlich

clever.“

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Wissenswertes auf einen Blick

Fenyx setzte bei der

Büroauflösung der

Universal Music Group

in Berlin Maßstäbe in

Kreislaufwirtschaft

– durch nachhaltige

Komplettverwertung des

Inventars mit Mitarbeitendenverkauf

und

91 Prozent Weiterverwertungsquote.

Das Fenyx-Team setzt

europaweit Maßstäbe im

professionellen

Mitarbeitendenverkauf

– mit digitalen Prozessen,

klaren Abläufen und

gelebter Zirkularität.

Gründer

Vincent Jahn (CEO), Berlin

Artus Assmann (CEO), Berlin

Lennart Corleissen (CEO), Berlin

Prinzip

• Digitales Bestandsmanagement (Transparenz,

Bewertung, Projektsteuerung)

• Refurbishment und gezielte Ergänzun

gen (technische Aufbereitung,

Modularität)

• Wiederverwendung über Mitarbeiter

verkauf, Händlernetzwerke, Spenden

• Schlüsselfertige Einrichtung mit

Hybrid aus Bestand, refurbished und

Neuware

• Miet- und Kaufmodelle für geprüfte

refurbished Möbel

• Ziel: Kosten, Zeit und Emissionen reduzieren

– bei hoher Nutzungsqualität

Projekt-Kennzahlen

• Bcause, Berlin: 3,1 Tonnen CO₂

weniger, 52 Prozent günstiger,

Umsetzung in wenigen Tagen

• Unibail-Rodamco-Westfield, Düsseldorf:

60 Möbel intern weitergegeben, 100

Prozent Verwertungsquote, 660

Kilogramm CO₂ eingespart

• Otto, Deutschland: vier Standorte,

zentrale ESG-konforme Auflösung,

Wiederverwendung im Konzern

Vorteile für Unternehmen

• Im Schnitt 50 Prozent Kostenersparnis

gegenüber Neuanschaffung

• Schnellere Umsetzung durch verfügbare

Bestände und koordinierte Logistik

• Planbare Opex durch Mietmodelle und

modulare Ergänzungen

• Nachweisbare CO₂-Reduktion und

auditfähige Dokumentation

Wirkung

Weniger Primärbeschaffung, schnellere

Realisierung, geringere Komplexität –

und Räume, die sich weiterentwickeln,

statt zu veralten. Gestaltung entsteht

aus Analyse, nicht aus Austausch.

fenyx-office.com

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WELLBEING

Work in Balance

– so bleibt der Rücken stark

Langes Sitzen, starre Haltungen

und Bewegungsmangel

gehören zu den

größten Belastungen für

den Rücken. Neurochirurg

Dr. med Munther Sabarini

erklärt, wie gezielte Bewegung,

ergonomische Arbeitsplätze

und bewusste

Pausen helfen, Schmerzen

vorzubeugen und die Wirbelsäule

zu stärken.

J

ede Stunde, die in starrer Haltung

verbracht wird, jede falsche Neigung

des Kopfes und jede fehlende

Bewegung hinterlässt Spuren

– manchmal erst spürbar nach

Jahren. Ein gesunder Rücken ist

kein Zufall; er ist das Ergebnis gezielter

Bewegung, ergonomischer Gestaltung und

eines bewussten Umgangs mit der eigenen

Körperhaltung. Die moderne Arbeitswelt

birgt dabei nicht nur Risiken, sondern auch

Chancen. Flexible Modelle, hybride Teams

und neue Arbeitskonzepte eröffnen Möglichkeiten,

die Wirbelsäule zu entlasten,

die Muskulatur zu stärken und Bewegung

nahtlos in den Alltag zu integrieren – um

Erkrankungen vorzubeugen und das Beste

für die Rückengesundheit herauszuholen.

Was der Rücken nicht mag

Die Wirbelsäule ist ein Meisterwerk

der Natur – hochbeweglich, belastbar

und darauf ausgelegt, in Bewegung zu

bleiben. Wird sie jedoch stundenlang in

einer Position fixiert, geraten ihre fein abgestimmten

Strukturen aus dem Gleichgewicht.

„Die Muskulatur wird schlechter

durchblutet, Stoffwechselprozesse verlangsamen

sich, und wichtige Nährstoffe

erreichen die Bandscheiben nur unzureichend“,

erläutert Dr. med. Munther

Sabarini, Neurochirurg und Gründer der

Avicenna Klinik Berlin. „Dabei sind vor allem

die Bandscheiben – die flexiblen Puffer

zwischen den Wirbeln – auf wechselnde

Belastungen angewiesen. Denn ohne

diese ‚Pumpbewegung‘ verlieren sie an

Elastizität, werden spröde und anfälliger

für Verschleiß.“ Das Resultat sind oftmals

Schmerzen im Lendenbereich und eine

eingeschränkte Beweglichkeit. Wird dieser

Zustand über einen längeren Zeitraum

beibehalten, kommt es zudem vermehrt

zu Bandscheibenvorfällen oder chronischen

Muskelverhärtungen im Nackenund

Lendenbereich. Auch degenerative

Veränderungen wie die Spondylose – also

der Verschleiß der Wirbelkörper – können

als Folge lang anhaltender Fehlbelastungen

auftreten.

Dr. med. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik Berlin, setzt sich seit über zwei

Jahrzehnten für eine ganzheitliche Rückengesundheit ein – mit modernster Diagnostik, schonenden Therapien

und einem klaren Fokus auf Prävention und Bewegung.

Warum Bildschirmarbeit den

Nacken fordert

Hinzu kommt, dass bei der modernen

Bildschirmarbeit oft die falschen Muskelgruppen

aktiv sind. „Die Nacken- und

Schultermuskulatur steht permanent

unter Spannung, um den Kopf zu stabilisieren,

während die tiefe Rumpfmuskulatur

kaum gefordert wird“, erklärt der

Experte. „Überlastung und muskuläre

Dysbalancen sind die Folge.“ Ein typisches

Phänomen der digitalen Zeit ist der sogenannte

„Tech-Neck“: Je weiter der Kopf

nach vorne geneigt wird, desto größer ist

die Belastung für den Nacken. Beim Blick

auf Smartphone, Tablet oder E-Book-Reader

ist der Kopf häufig um etwa 45 Grad

gesenkt. In dieser Position wirken zusätzlich

zum Grundgewicht des Kopfes über

20 Kilogramm auf die Wirbelsäule – das

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Ein plötzlicher Schmerz im Rücken oder im Nacken – ein Problem, dass viele im Büro oder Homeoffice kennen.

Verschiedene Konzepte – wie beispielsweise das SmartFit-System von Kensington – versprechen sehr einfach

individuell einstellbare Lösungen für den Bildschirmarbeitsplatz – im Büro oder von Zuhause aus.

entspricht dem Gewicht einer Wasserkiste.

Denn durch die gesenkte Haltung muss

die Halswirbelsäule einer enormen Kraft

entgegenwirken.

Bewegung als Medizin

Der wirksamste Gegenspieler zu diesen

Belastungen ist nicht kompliziert – er

heißt Bewegung. Bereits kleine, regelmäßige

Haltungswechsel bringen das System

wieder in Gang: mindestens alle 30 Minuten

vom Sitzen ins Stehen, vom Stehen in

Bewegung. Dieser Wechsel aktiviert die

Muskulatur, regt die Durchblutung an

und sorgt dafür, dass die Bandscheiben

wieder mit Flüssigkeit versorgt werden.

Ergonomische Hilfsmittel unterstützen

diese Dynamik. Ein höhenverstellbarer

Schreibtisch erlaubt es, Arbeitsphasen

flexibel zu gestalten. Laptopständer und

externe Tastaturen bringen den Bildschirm

auf Augenhöhe und entlasten

so den Nacken. Besonders wirkungsvoll

sind kurze Aktivpausen – etwa Schulterkreisen,

sanfte Rumpfrotationen oder das

bewusste Strecken der Wirbelsäule mit

tiefer Atmung. Diese Mini-Workouts sind

schnell durchgeführt und haben einen

unmittelbaren Effekt auf Wohlbefinden

und Leistungsfähigkeit.

Rückenfreundlich arbeiten

– jeden Tag

Die Arbeitsorganisation spielt eine

ebenso große Rolle wie die Arbeitsplatzgestaltung.

Wer den Tag so strukturiert,

dass verschiedene Arbeitsorte und -positionen

genutzt werden, sorgt automatisch

für mehr Bewegung. Ein Telefonat im Gehen,

eine kurze Besprechung im Stehen

oder der Wechsel zwischen Schreibtisch

und Stehzone entlasten den Rücken – ohne

dass zusätzlicher Zeitaufwand entsteht.

„Wichtig ist, Rückengesundheit nicht als

einmalige Maßnahme zu verstehen, sondern

als festen Bestandteil des Alltags“, rät

Dr. med Sabarini. „Ergonomie, Bewegung

Dr. med. Munther Sabarini

und bewusste Pausen wirken am besten im

Zusammenspiel. Denn diese Kombination

kann nicht nur chronische Rückenschmerzen

verhindern, sondern auch das Risiko

für degenerative Erkrankungen wie Spinalkanalstenosen

oder lumbale Arthrosen

senken.“ Gleichzeitig trägt sie dazu bei, die

Stabilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule

zu erhalten – eine wesentliche Voraussetzung

für schmerzfreies Arbeiten.

Experten-Empfehlungen

p Move every 30: Alle 30 Minuten Haltung

wechseln – kleine Schritte mit großer

Wirkung.

p Open up: Mehrmals täglich Schultern

bewusst nach hinten unten ziehen, um

den Brustkorb zu öffnen und die Atemkapazität

zu verbessern.

p Eye level: Bildschirm so ausrichten,

dass die Oberkante auf Augenhöhe liegt,

um Nackenbelastung zu vermeiden.

p Stand & talk: Telefonate und Videocalls

im Stehen oder Gehen abhalten.

p Twist & stretch: Sanfte Oberkörperrotationen

einbauen, um die Beweglichkeit

der Wirbelsäule zu erhalten.

Fazit von Dr. med Sabarini

„Rückengesundheit ist keine Frage des

Zufalls, sondern das Ergebnis vieler kleiner,

bewusster Entscheidungen im Alltag.

Mit einer intelligenten Kombination aus

ergonomischem Umfeld, regelmäßiger Bewegung

und gezielten Entlastungsphasen

lässt sich die moderne Arbeitswelt so gestalten,

dass sie den Rücken stärkt – und

nicht schwächt.“ l

Dr. med. Munther Sabarini ist Neurochirurg sowie Gründer und ärztlicher Direktor

der Avicenna Klinik in Berlin. Er gilt als Spezialist für Wirbelsäulen- und Bandscheibenchirurgie

und setzt auf minimalinvasive, patientenschonende Verfahren. Nach

seinem Medizinstudium in Jerusalem und der Facharztausbildung in Deutschland

arbeitete er international als Wirbelsäulenspezialist. 2001 gründete er die Avicenna

Klinik, eine der ersten interdisziplinären Spezialkliniken für Wirbelsäulenchirurgie

in Europa. Sein Ansatz verbindet medizinische Präzision mit ganzheitlicher Prävention:

Bewegung, Ergonomie und individuelle Therapie stehen im Mittelpunkt seiner

Philosophie. Weitere Informationen unter avicenna-klinik.com

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WELLBEING

Micromoves für

Makrowirkung

Fotos: Leitz

Der 5x5-Movement-Plan zeigt, wie kleine Bewegungen im Büro Gorßes bewirken können. Abb. Oben zeigt

das Leitz Set up mit Sitz- und Stehschreibtisch

Der Alltag im Sitzen macht

träge – Körper und Kopf.

Das neue 5x5-Movement-

Konzept von Leitz zeigt,

wie Bewegung wieder

selbstverständlicher Teil

des Arbeitens wird. Fünf

kurze Impulse, fünf Minuten,

spürbare Wirkung.

Wer viel sitzt, merkt

schnell, wie schwer

der Körper wird

und wie die Energie

nachlässt. Bewegung

ist dabei weniger

eine Frage des Willens als der Struktur.

Genau hier setzt der 5x5-Movement-Plan

von Leitz an: fünf kurze Übungen, verteilt

über den Arbeitstag, direkt am Arbeitsplatz

– ohne Sportkleidung, ohne Aufwand.

Das Prinzip ist einfach: Mikrobewegungen.

Kleine, gezielte Aktivierungen, die

Kreislauf, Haltung und Konzentration in

Schwung bringen. Statt stundenlang zu sitzen,

werden Bewegungsinseln in den Alltag

integriert – immer dann, wenn Körper und

Kopf nach einem kurzen Reset verlangen.

Der Balance-Wachmacher

Morgens, kurz nach dem Start in den

Tag: Der Körper sucht seinen Rhythmus.

Wer sich aufrecht hinstellt, Gewicht verlagert

und bewusst atmet, aktiviert die

Körpermitte und schult das Gleichgewicht.

Die sanften Ausgleichsbewegungen

wirken wie ein inneres Aufwachen.

Unterstützend wirkt das Leitz Active Balance

Board, dessen gewölbte Unterseite

und strukturierte Oberfläche die Fußsohlen

stimulieren und die Tiefenmuskulatur

anregen.

Die Schulter-Routine

Am Vormittag zeigt sich oft die erste

Spannung. Fünf Minuten gezielte Mobilisation

reichen, um Schultern und Nacken

zu lösen. Mehrmals Schultern anheben,

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Leitz Ergo Active Sitzhocker (links), Leitz Active

Balance Board (oben) und Leitz Ergo Active Sitzhocker

(rechts)

halten, absenken – dann große Kreise, erst

vorwärts, dann rückwärts. Das regt die

Durchblutung an und entspannt die Muskulatur.

Der Kreislauf-Kick

Nach dem Mittagessen hilft Bewegung

gegen das bekannte Energietief. Kleine Side-Steps

oder leichtes Wippen auf den Zehenspitzen

bringen den Körper zurück in

Schwung. Auf dem Active Balance Board

wird daraus ein Mini-Ganzkörpertraining:

Jede Ausgleichsbewegung fordert

Haltung, Gleichgewicht und Muskulatur.

Die Haltungshilfe

Am Nachmittag geht es um Stabilität. Aufrecht

sitzen, Schultern locker, Brustbein

anheben, Kinn leicht zurück. Wer auf einem

ergonomischen Hocker wie dem Leitz

Ergo Active arbeitet, stärkt die Rückenmuskulatur

und entlastet die Wirbelsäule.

Diese einfache Übung verbessert die Atmung

und schärft den Fokus.

Der Stretch-Down

Am Ende des Arbeitstags folgt der bewusste

Ausklang. Hände auf den Tisch,

zwei Schritte zurück, Oberkörper nach

vorne beugen – die Haltung eines umgekehrten

L. Tief atmen, dehnen, loslassen.

Der Körper verabschiedet sich aus der Anspannung,

der Kopf schaltet ab.

ist, sondern von Haltung – im wörtlichen

wie im übertragenen Sinn. Kleine Routinen,

große Wirkung. Bewegung wird Teil

der Arbeit, nicht deren Unterbrechung.

leitz.de

Der Leitz Ergo Compact Workstation Pro ist ein klappbarer, höhenverstellbarer

Sitz-/Steh-Schreibtisch für ergonomisches Arbeiten auf

kleinstem Raum. Mit nur 16 cm Klappbreite, 11 kg Gewicht und

einer Arbeitsfläche von 65 x 46 cm lässt er sich leicht verstauen und

flexibel einsetzen. Die stufenlose Höhenverstellung (74–109 cm)

sorgt für komfortables Sitzen und Stehen. Zertifiziert von IGR, GS

und TÜV, bietet der Tisch hohe Sicherheit und Qualität – ideal für

Homeoffice, kleine Büros oder Besprechungsräume.

Bewegung, die bleibt

Der 5x5-Movement-Plan ist mehr als ein

Fitness-Tool. Er zeigt, dass Wohlbefinden

im Büro keine Frage von Zeit oder Raum

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OFFICE & BEYOND

Bewegung in neuer Leichtigkeit

Mit dem HÅG Tion Mesh präsentiert der norwegische

Hersteller Flokk ein neues Kapitel nachhaltiger Ergonomie.

Der Arbeitsstuhl erweitert die vielfach ausgezeichnete

Tion-Familie um ein Modell mit atmungsaktiver

Netzrückenlehne und markanter Transparenz.

Die bewährte HÅG inBalance®-Mechanik fördert Bewegung

und Haltungswechsel, während das Mesh-

Material für Flexibilität und Luftigkeit sorgt. Entwickelt

in Zusammenarbeit mit BIG-GAME, Anderssen

& Voll sowie Hunting & Narud, vereint der Stuhl skandinavische

Schlichtheit mit präziser Materialästhetik.

Er besteht zu 70 Prozent aus recycelten Materialien,

der Rahmen aus 97 Prozent recyceltem Aluminium.

Fünf Mesh-Farben – Hellocker, Kastanie, Salbeigrün,

Graubraun und Schwarz – fügen sich harmonisch in

moderne Arbeitsumgebungen.

Foto: Flokk/ HÅG

„HÅG Tion wurde in einem einzigartigen Kooperationsprozess

entwickelt, der Forschung und Design eng

verzahnt“, erklärt das Studio BIG-GAME. Das Ergebnis

ist ein leichter, langlebiger Stuhl für hybride Büros,

Co-Working-Spaces und Homeoffice-Arbeitsplätze.

flokk.com/de/germany/hag

Räume für konzentriertes Arbeiten

Mit den neuen Smart Pods erweitert Framery sein Portfolio schallgedämmter

Arbeits- und Meetingräume. Die Modelle Framery

One, Four, Six und Four Accessible schaffen Orte für konzentriertes

Arbeiten und hybride Meetings – technologisch präzise, akustisch

ausbalanciert und architektonisch integriert.

Der Framery Four bietet Platz für vier Personen, mit fein abgestimmter

Akustik, automatischer Beleuchtung und adaptiver Belüftung.

Buchung und Steuerung erfolgen über App oder Touchscreen.

Die barrierefreie Variante Four Accessible verfügt über

niedrige Schwelle, Klappmöbel und großzügigen Wendebereich.

Foto: Framery

Der größere Framery Six ist für Teamarbeit konzipiert, die Modelle

One und One Compact bieten Einzelarbeitsplätze für Fokus und

Videokonferenzen. Alle Varianten kombinieren energieeffiziente

LED-Beleuchtung, adaptive Lüftung und Akustik der Klasse A.

Framery zeigt, wie Rückzugsorte in offenen Bürolandschaften

Ruhe, Produktivität und Wohlbefinden fördern.

framery.com/de

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Raum für modernes Arbeiten

Im Herzen Hamburgs hat die Lindner Group für Hapag-Lloyd

Teile der Zentrale am Ballindamm modernisiert. Ziel war es,

die historische Architektur mit einer offenen, zukunftsfähigen

Bürowelt zu verbinden.

Der Geschäftsbereich Design & Build verantwortete Planung

und Ausbau – inklusive Glastrennwänden, LED-Lichtkanälen

und maßgefertigter Ausstattung. Flächenbündig verklebte

Verglasungen schaffen Transparenz, Licht und visuelle Ruhe.

Foto: fm Büromöbel Foto: Lindner Group

Sitzen mit System

Mit der Kollektion „fm asiento“ zeigt FM Büromöbel, wie vielseitige

Sitzlösungen heute aussehen können. Ob als ergonomischer Bürodrehstuhl,

leichter Mehrzweckstuhl oder Barhocker – die Serie

verbindet durchgängiges Design mit präziser Funktion.

Im Mittelpunkt steht der mehrfach ausgezeichnete Asiento Bürodrehstuhl,

Gewinner des German Design Award und des Red Dot

Award. Seine ergonomisch geformte Rückenlehne, optional mit

Softpolsterung oder Netzbezug, bietet hohen Komfort bei klarer

Formensprache. Synchronmechanik, Sitztiefenverstellung und individuell

wählbare Armlehnen unterstreichen die technische Präzision.

Unterschiedliche Farb- und Materialvarianten ermöglichen

eine nahtlose Integration in verschiedenste Office-Konzepte.

Der Asiento Mehrzweckstuhl überzeugt durch Leichtigkeit und

Funktion. Stapelbar, mit oder ohne Armlehnen, eignet er sich für

Konferenzräume, Seminare oder offene Kommunikationszonen.

Der ergänzende Barhocker überträgt die Formensprache konsequent

in den informellen Bereich – ideal für Cafézonen oder kurze

Meetings auf Augenhöhe.

Das Systemprinzip zeigt sich in der Einheit von Form, Material und

Farbe. Alle Elemente sind aufeinander abgestimmt, sodass sich die

Die neuen Räume fördern Kommunikation und Wohlbefinden,

ohne den Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes zu

überlagern. Ergänzend realisierte Lindner Brandschutz- und

TGA-Maßnahmen, Bodenbeläge, Malerarbeiten und maßgefertigte

Teeküchen – präzise koordiniert bei laufendem Betrieb.

lindner-group.com

Kollektion mühelos in Architektur- und Interior-Konzepte einfügt

– vom Einzelbüro bis zur Projektfläche. Langlebige Materialien

und hohe Verarbeitungsqualität sichern Wirtschaftlichkeit und

Nachhaltigkeit über Jahre.

„fm asiento“ steht damit für ein klares Selbstverständnis: Sitzen als

Teil eines ganzheitlichen Gestaltungskonzepts, das Funktion, Ästhetik

und Ergonomie selbstverständlich miteinander verbindet.

fm-bueromoebel.de

NEW WORK STYLES 55


OFFICE & BEYOND

Wenn Räume beweglich werden

Mit der Syneo Part Wondawall stellt Assmann eine flexible

Stellwand vor, die Arbeitszonen im Büro schnell neu ordnet.

Sie schafft Struktur, Rückzug oder Präsentationsflächen –

überall dort, wo sie gebraucht wird. Die mobile Wand ist leicht

beweglich und vielseitig konfigurierbar: geschlossen mit

Whiteboard, offen als Regal oder bepflanzte Variante. Halterungen

für Bildschirme oder integrierte Arbeitsflächen ermöglichen

spontane Meetings ohne Umbau.

Foto: Assmann

„Das flexible Stellwandsystem bringt genau die Art von Wandelbarkeit

ins Büro, die heute entscheidend ist“, sagt Thorsten

Althoff, Produktmanager bei Assmann. Schallabsorbierende

Materialien reduzieren Lärm im Open Space, Farben und

Oberflächen lassen sich individuell anpassen.

Die Wondawall kombiniert Funktion, Design und Mobilität –

ein Werkzeug für agile Arbeitsumgebungen.

assmann.de

Skulpturale Räume zum Sitzen

Mit Circulus stellt die schwedische Marke Offecct aus der Flokk-

Gruppe ein modulares Sitzsystem vor, das den öffentlichen

Raum neu interpretiert: skulptural, anpassungsfähig und ressourcenschonend.

Entworfen vom italienischen Designer Mario

Ferrarini, verbindet das System architektonische Klarheit mit

einer konsequent nachhaltigen Konstruktion.

Die Basis bildet ein Rahmen aus perforierten Metallpaneelen,

die Struktur und Leichtigkeit zugleich erzeugen. Auf Klebstoffe

wird verzichtet, Polster lassen sich vor Ort austauschen. Nur 14

Komponenten bilden das gesamte System – wartungsfreundlich,

reparierbar und für den Recyclingkreislauf optimiert.

Für diese Gestaltungslogik erhielt Circulus den Red Dot: Best of

the Best sowie den Red Dot Award: Sustainable Design. Die Jury

würdigte das radikal klare Design, die Materialeffizienz und den

hohen Anspruch an Langlebigkeit.

Mit 67 Rahmenfarben und variablen Modulen – vom Ottoman

bis zum 3-Sitzer, mit hohen oder niedrigen Rückenlehnen, optionalen

Armlehnen und Tischen – bietet Circulus enorme Freiheit

in Planung und Einsatz. Das System ist für Orte gedacht, an

denen Menschen sich begegnen: Flughäfen, Lobbys, Universitäten,

Büros.

„Radikal und ehrlich, sofort erkennbar durch seine starke Identität“,

sagt Ferrarini. Circulus sei mehr als ein Möbel, es sei eine

Haltung zur Zukunft öffentlicher Räume – funktional, sinnlich,

verantwortungsvoll.

offecct.flokk.com

Foto: Offect/Flokk

NEW WORK STYLES 56


Design trifft Komfort

Bisley, bekannt für langlebige Stahlmöbel, hat sein Sortiment

um stilvolle Sitzlösungen erweitert. Der neue Easy Meet überzeugt

als vielseitiger Stuhl für Büro, Empfang und Wohnbereich

– mit klarer Form, solider Verarbeitung und hohem Sitzkomfort.

Doppelt gepolsterte Rückenlehne und Hartschaumsitz bieten

angenehmen Halt. Optional mit Armlehnen erhältlich, passt

sich Easy Meet flexibel an jedes Raumkonzept an. Das schwarz

pulverbeschichtete Sterngestell mit 360-Grad-Drehfunktion

sorgt für Stabilität und dezente Eleganz.

In drei Varianten und vier Stofffarben verfügbar, ist der Stuhl

über das neue Bisley-Fachhändlerportal erhältlich – zusammen

mit über 20 000 weiteren Produkten und individuellen

Konditionen.

bisley.de

Foto: Bisley

Funktion neu gedacht

Mit der Weiterentwicklung von Winea Startup 2.0 bringt Wini Büromöbel

eines seiner erfolgreichsten Tischsysteme auf ein neues Niveau.

Das Update kombiniert frisches Design, robuste Technik und

eine vereinfachte Konfiguration mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das System ist jetzt einheitlich steuerbar und mit einer Traverse ausgestattet,

die für alle Beinvarianten passt. Neue Rund- und Quadratrohrgestelle

sowie vier Kufenvarianten erweitern die gestalterischen

Möglichkeiten. Auch beim Kabelmanagement wurde nachgebessert:

Ein Kabelkanal mit stabiler Metallhalterung gehört nun zur

Serienausstattung.

Optisch setzt Wini auf Farbkonzepte, die sich an aktuellen Interior-

Trends orientieren. Eukalyptusgrün, Rostrot, Alpenseeblau und

Beigegrau ermöglichen monochrome Gestaltungslösungen – vom

Gestell über die Tischplatte bis zur Hintertischwand. So entsteht ein

ruhiges, harmonisches Gesamtbild, das sich flexibel in moderne

Arbeitswelten integrieren lässt.

Neu im Programm ist zudem ein Tisch mit Gasfeder-Höhenverstellung,

der unabhängig von Stromquellen funktioniert – ideal für agile

oder akustisch sensible Arbeitszonen. Der neue Duo-Tisch mit H-Seitenteil

lässt sich ohne Zusatzbein schnell von Doppel- auf Einzelarbeitsplatz

umbauen und unterstützt damit flexible Flächennutzung.

wini.de/startup

Foto: Wini Büromöbel

NEW WORK STYLES 57


OFFICE & BEYOND

Klarheit durch Schreiben

Mit dem New Work Journal stellt Leuchtturm1917 ein Arbeitsbuch

vor, das Struktur und Reflexion in den Mittelpunkt rückt.

Entwickelt wurde es gemeinsam mit den New-Work-Expert:innen

Dr. Michael Trautmann und Swantje Allmers, den Autor:innen

des Spiegel-Bestsellers „On the Way to New Work“.

Über einen Zeitraum von 12 Wochen begleitet das Journal Nutzer:innen

dabei, ihren Arbeitsalltag bewusster zu gestalten,

Routinen zu entwickeln und Prioritäten neu zu setzen. Jede

Woche bietet ein thematischer Impuls – von Selbstmanagement,

Sinn und Gewohnheiten bis zu Teamkultur, Diversität

und Nachhaltigkeit. Ergänzt werden die Kapitel durch strukturierte

Reflexionsseiten, die Fortschritt sichtbar machen und

den Fokus schärfen.

Die zentrale Idee: Gute Arbeit beginnt mit bewusster Selbstführung.

Wer reflektiert, plant und schreibt, schafft Klarheit

– und stärkt zugleich Motivation und Gesundheit.

Das Journal erscheint im Format B5 Composition, mit Hardcover

in Indigo und Sunflower, ab November 2025 in deutscher

Sprache. Der Preis beträgt 35,95 Euro, erhältlich über den Onlineshop

von Leuchtturm1917 und ausgewählte Händler.

leuchtturm1917.de

Foto: Leuchtturm1917

Textile Ruhe aus Recyclingfasern

Der Schweizer Textilspezialist Création Baumann präsentiert mit

Absorber Recycled ein Akustikpaneel aus recycelten Resttextilien

– ein Projekt, das Nachhaltigkeit und Design konsequent verbindet.

Die Platten werden im eigenen Werk in Langenthal aus sortenrein

getrennten Trevira CS-Preconsumer-Reststoffen hergestellt,

die in einem mehrstufigen Verfahren bis auf Fasergröße zerkleinert,

mit Schmelzfasern verbunden und zu stabilen, akustisch

wirksamen Platten gepresst werden.

Die neuen Elemente kommen in den Systemen Acoustic Wall Cover

und Acoustic Room Divider zum Einsatz. Zwei Stärken (20 mm und

40 mm) ermöglichen unterschiedliche Absorptionsgrade, getestet

nach DIN EN ISO 354:2003. Neben der hohen akustischen Wirksamkeit

überzeugt die Oberfläche durch textile Tiefe und natürliche

Farbnuancen – jede Platte erhält durch das recycelte Material

eine eigene, organische Ästhetik.

„Rohstoffe sind endlich. Unsere Aufgabe ist es, textile Ressourcen

so lange wie möglich im Kreislauf zu halten“, sagt Philippe Baumann,

Geschäftsführer von Création Baumann. Mit dem neuen

Recyclingprozess schließt das Unternehmen den Materialkreislauf

im eigenen Haus und stärkt zugleich die lokale Produktion am

Standort Langenthal.

Foto: Création Baumann

Absorber Recycled steht damit für eine neue Generation textiler

Akustiklösungen – ressourcenschonend, langlebig und gestalterisch

eigenständig.

creationbaumann.com

NEW WORK STYLES

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Die Ästhetik einer neuen Ära

Wer schreibt, setzt ein Zeichen. Mit der neuen Serie Bloom führt

Graf von Faber-Castell diese Idee in die Gegenwart. Die Kollektion

richtet sich an eine Generation von Smart Professionals, Gründern

und Kreativen, die digitale Werkzeuge souverän nutzen,

aber im Analogen ihre Authentizität suchen. „Make your move.

Leave your signature.“ – der Leitsatz der Serie bringt Haltung auf

den Punkt: Persönlichkeit statt Beliebigkeit.

Die Bloom-Modelle greifen die unverwechselbare Handschrift

des Hauses auf, interpretieren sie aber mit feiner Modernität. Die

markante Kannelierung, seit jeher ein Stilmerkmal von Graf von

Faber-Castell, zieht sich jetzt über Schaft und Kappe – präzise gefräst,

fließend in der Linie, mit einem haptischen Reiz, der Präsenz

schafft. Holz und Metall verschmelzen zu einer harmonischen

Einheit, die vertraut und zugleich neu wirkt.

In zwei Materialwelten wird die Balance zwischen Wärme und

Coolness spürbar: helle Hainbuche mit 18-karätig vergoldeten

Metallteilen auf der einen Seite, tiefschwarzes Ebenholz mit rutheniumbeschichteten

Akzenten auf der anderen. Jede Komponente

entsteht in Handarbeit, jeder Schaft wird einzeln gefertigt

und vollendet.

Die Edition umfasst Füllfederhalter, Tintenroller, Drehkugelschreiber

und Drehbleistift. Alle Modelle besitzen einen gefederten

Clip, die Füllfederhalter eine handgefertigte, 14-karätige

Goldfeder mit Iridiumspitze – erhältlich in den Federbreiten M, F,

EF und B. Jedes Schreibgerät ist so individuell wie die Person, die

es führt.

Bloom ist mehr als eine Serie – es ist ein Statement für die Gestalter

von morgen. Für alle, die sich bewusst für Qualität entscheiden

und ihre Signatur nicht digital, sondern real hinterlassen

wollen.

graf-von-faber-castell.de

Foto: Graf von Faber Castell

Ein Hauch von Ruhe am Arbeitsplatz

Nachhaltiges Design, präzise Formen und eine Farbe, die

spürbar wirkt: Mit der Green Waterfall Edition bringt Durable

eine limitierte Serie seiner bekannten Effect-Produkte auf den

Markt. Der neue Farbton kombiniert die Tiefe von Grün mit

der Frische von Blau – inspiriert von natürlichen Wasserlandschaften.

Fotos: Durable

„Green Waterfall“ steht laut dem Trendfarb-Report Colour

Evolution A/W 26/27 (WGSN & Coloro) für Regeneration, Stabilität

und emotionale Balance – Werte, die in einer dynamischen

Arbeitswelt zunehmend Bedeutung gewinnen. Farben

in diesem Spektrum fördern Konzentration, Kreativität und

Wohlbefinden.

In der limitierten Edition trifft hochwertiger Filz mit 60 Prozent

Recyclinganteil auf pulverbeschichtete Metallakzente in

der neuen Trendfarbe. Das Ergebnis ist eine ruhige, zugleich

ausdrucksstarke Ästhetik, die funktionale Arbeitsmittel zu

Gestaltungselementen macht.

Ob als Multibag für unterwegs, vertikaler Laptop- oder Monitorständer

mit passender Schublade – die Produkte fügen sich

zu einem modularen System, das Ordnung, Ergonomie und

Design miteinander verbindet. Die harmonische Farbwelt eröffnet

Spielräume für moderne Arbeitsplatzkonzepte – im

Büro, im Homeoffice oder in kreativen Co-Working-Spaces.

Die Green Waterfall Edition ist exklusiv und streng limitiert

– ideal für alle, die mit bewusst gewählten Akzenten Haltung

zeigen und Design als Teil ihrer Arbeitskultur verstehen.

durable.de

NEW WORK STYLES 59


SMART OFFICE

Fotos: Brother, gia

Effizient

drucken im Homeoffice

Im Praxistest zeigt sich der

Brother DCP-T580DW als

verlässlicher Partner für

das Homeoffice. Günstige

Druckkosten, sauberes

Tintentanksystem und

solide Druckqualität überzeugen.

Kleine Abstriche

beim Komfort fallen

kaum ins Gewicht – das

Gesamtpaket stimmt.

Im Homeoffice ist Zuverlässigkeit

alles. Ein Drucker, der

spontan anspringt, keine Tinte

verschwendet und auch nach

Wochen stabil läuft, spart Nerven.

Der Brother DCP-T580DW

gehört in genau diese Kategorie: pragmatisch,

unaufgeregt und mit einem klaren

Fokus auf Wirtschaftlichkeit.

Schon beim Aufbau zeigt sich, dass

Brother keine Showeffekte braucht, sondern

auf Alltagstauglichkeit setzt. Das

kompakte Gehäuse wirkt robust, die

Tanks sind vorne gut sichtbar und einfach

zugänglich. Das Nachfüllen gelingt

sauber und ohne Tropfen – ein klarer

Vorteil gegenüber Patronendruckern. Die

Inbetriebnahme dauert nur wenige Minuten:

WLAN aktivieren, App installieren,

drucken. Kleiner Expertentipp: Wer

bei der Einrichtung direkt am Drucker

die Wi-Fi-Funktion WPS am Router nutzt

und anschließend die Tintentanks befüllt,

spart Zeit und Nerven. Danach läuft

die Verbindung auch mit Mac und iPhone

problemlos.

Im Alltag zählt, wie schnell man Ergebnisse

in der Hand hält – und genau da

zeigt der Brother seine Stärke. Die Druckqualität

überzeugt mit scharfen Texten

und präzisen Linien, auch bei kleiner

Schrift. Nur die Schwarztinte zeigt, bedingt

durch die verwendete Dye-Tinte,

ein leicht graues Schriftbild. Ob das im

Homeoffice entscheidend ist, darf man

bezweifeln – wichtiger ist, dass der Drucker

arbeitet, ohne Zicken zu machen.

Die Steuerung der Scanfunktion, den

Start von Druckaufträgen sowie die Anzeige

von Statusinformationen können

über eine Android- oder iOS-App unter

dem Namen „Brother Mobile Connect“

erfolgen.

Im typischen Homeoffice steht selten

mehr als ein Drucker. Oft druckt auch der

Nachwuchs mit – Schulprojekte, Fotos

oder Bastelvorlagen. Hier zeigt sich die

Vielseitigkeit des Brother DCP-T580DW.

Er erledigt Alltagsdokumente ebenso souverän

wie farbige Ausdrucke, bleibt dabei

leise und sparsam. Farbdrucke und einfache

Fotos gelingen ordentlich, wobei der

NEW WORK STYLES

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Kompakte Tintentankdrucker

Das Spitzenmodell DCP-T780DW mit Farbdisplay und automatischem Dokumenteneinzug:

komfortabel zu bedienen und ideal für den Einzelplatz im Büro.

Die Einführung dieser Reihe von Tintentankdruckern

in Westeuropa unterstreicht

Brothers Eintritt in einen wachsenden

Markt. Die neuen Tankbenefit Geräte drucken

mehr Seiten mithilfe von reichweitenstarken

Tintenflaschen, wodurch die Kosten

pro Farbseite reduziert werden. Die

Tanks lassen sich innerhalb weniger Sekunden

befüllen, ohne die Flaschen festhalten

zu müssen, was das Nachfüllen einfach und

sauber macht. Das innovative Key-Lock-

Bottle-System stellt sicher, dass immer die

richtige Farbe nachgefüllt wird. Die Tintentankdrucker

sind auf Benutzer ausgerichtet,

welche die Effizienz, Benutzerfreundlichkeit

und fortschrittliche Konnektivität

ihrer Geräte priorisieren.

Fokus klar auf Dokumenten liegt, nicht auf

Hochglanzbildern. Der DCP-T580DW ist

kein Sprinter, sondern ein Dauerläufer. Mit

rund zwölf Seiten pro Minute in Schwarzweiß

arbeitet er solide, im Farbdruck mit

etwa zehn Seiten immer noch zügig. Wer

regelmäßig größere Mengen druckt, merkt,

dass Lasergeräte schneller sind – aber auch

teurer im Betrieb. Die Tankflaschen des

Brother (im Lieferumfang) halten lange

durch: bis zu 7 500 Seiten in Schwarzweiß

und 5 000 in Farbe. Die Kosten pro Seite liegen,

je nach Farbanteil, zwischen 0,3 und

0,4 Cent – ein sehr guter Wert.

Beim Scannen und Kopieren punktet

der Flachbettscanner des Brother Tintentankdruckers

DCP-T580DW mit ordentlicher

Auflösung und klaren, detailreichen

Ergebnissen. Ein automatischer Einzug

fehlt hier zwar, aber für den typischen

Homeoffice-Alltag reicht die solide Ausstattung.

Die Steuerung über das kleine

LC-Display ist simpel. Kein Touch, kein

Farbmenü – dafür zuverlässige Tasten,

klare Menüs und logische Bedienung.

Drucken und Scannen funktioniert beides

am Mac ganz einfach über die integrierte

Druckerzentrale.

Stark ist die Konnektivität: WLAN,

Wi-Fi Direct, AirPrint, Mopria und die

Brother-App bieten flexible Optionen. Ob

vom Smartphone, Tablet oder Notebook

– das Gerät reagiert prompt. Besonders

praktisch: Scans lassen sich direkt in

Cloud-Dienste wie Dropbox oder OneDrive

hochladen.

Im Betrieb bleibt der Drucker leise

und sparsam. Der Stromverbrauch ist

niedrig, der Ruhemodus greift schnell.

Auch optisch fügt sich das matte Schwarz

unauffällig in jedes Arbeitszimmer ein.

Der DCP-T580DW ist platzsparend, das

geschlossene Papierfach ist Gold wert –

schützt vor Staub und sorgt für Ordnung.

Alltag im Homeoffice: Der Brother DCP-T580DW passt auch in kleine Arbeitsbereiche – leise, platzsparend und

sofort einsatzbereit, wenn Schule, Job oder Familie etwas ausdrucken wollen.

Fazit: Der Brother DCP-T580DW ist ein

zuverlässiges Arbeitsgerät. Seine Stärken

liegen in der Wirtschaftlichkeit, der einfachen

Handhabung und der robusten

Bauweise. Wer im Homeoffice regelmäßig

druckt, findet hier eine ausgewogene

Lösung. Für Nutzer mit höherem Druckvolumen

oder ADF-Bedarf lohnt ein Blick

auf das Spitzenmodell DCP-T780DW (bis

zu 15 000 Seiten in Schwarzweiß und 5 000

Seiten in Farbe im Lieferumfang sowie

eine 150-Blatt-Papierkasette) – ebenfalls

Teil der neuen Tankbenefit-Reihe, etwas

schneller, mit automatischem Dokumenteneinzug

und damit ideal für den Einzelplatz

im Büro.

brother.de

NEW WORK STYLES 61


DATA GUARD

Dr. Volker Oshege, Vorstand Viadee

Unternehmensberatung AG

Fotos: Viadee Unternehmensberatung AG

Wenn Vertrauen

zum Geschäftsmodell wird

Ein mutiger Schritt mit

nachhaltiger Wirkung: Die

Viadee Unternehmensberatung

hat sich selbst an ihre

Mitarbeitenden übergeben

– und damit ein Beteiligungsmodell

geschaffen,

das Unternehmertum neu

definiert. Ein Erfahrungsbericht

über Kultur, Verantwortung

und ökonomische

Klarheit.

Was verändert sich,

wenn Mitarbeitende

plötzlich auch Miteigentümer

sind?

Wenn aus einem

inhabergeführten

Unternehmen eine nicht börsennotierte

Aktiengesellschaft wird, deren Anteile

nur intern gehandelt werden dürfen? Die

Viadee Unternehmensberatung AG ist diesen

Weg konsequent gegangen – und zeigt,

dass Mitarbeiterbeteiligung weit mehr ist

als ein Symbol für Mitbestimmung.

Die Transformation der Viadee war keine

Reaktion auf Druck von außen, sondern

eine bewusste Entscheidung der Gründer

in 2018, im Zuge des altersbedingten Ausscheidens

der Gründer, wurde die 1994 gegründete

GmbH in eine Aktiengesellschaft

umgewandelt – jedoch nicht, um Renditeziele

fremder Investoren zu bedienen, sondern

um das Unternehmen im Sinne der

Mitarbeitenden zukunftsfest zu machen.

Der Clou: Die Aktien sind ausschließlich

innerhalb der Belegschaft handelbar. Ein

Verkauf an Externe ist ausgeschlossen.

Verantwortung, die alle tragen

Hinter diesem Modell steht eine klare

Haltung: Vertrauen wird bei Viadee nicht

nur gepredigt, sondern institutionell verankert.

Selbstverantwortung, flache Hierarchien,

gelebte Wertschätzung – all das

prägte schon vor der Umwandlung das

Miteinander. Doch mit der Eigentumsübertragung

wurde klar: Jede und jeder

trägt nun auch unternehmerisch Verant-

NEW WORK STYLES

62


wortung. Das verändert die Perspektive –

und zwar deutlich.

Ein Beispiel: Forschung und Entwicklung

bei Viadee ist nicht zentral gesteuert,

sondern entsteht aus eigener Motivation.

Teams setzen sich mit neuen Technologien

auseinander, ohne dass dies von Vorgesetzten

angeordnet wird. Doch sie müssen

gegenüber dem Unternehmen begründen,

welchen Nutzen ihre Ideen stiften könnten –

ökonomisch wie strategisch. „Wir wollen erfolgreich

sein – aber nicht um jeden Preis“,

heißt es im Unternehmen. Wachstum ist

bei viadee kein Selbstzweck, sondern Folge

einer Haltung, die auf nachhaltige Entwicklung

statt kurzfristige Skalierung setzt.

Miteinander kostet und lohnt sich

Vertrauen ist kein Selbstläufer. Es

braucht Strukturen, die gemeinschaftliches

Handeln ermöglichen. Deshalb hat

viadee Prozesse und Programme etabliert,

die das Miteinander stärken – selbst wenn

sie betriebswirtschaftlich nicht auf den

ersten Blick effizient erscheinen.

Der sogenannte Karrierekompass ist

eines dieser Programme. Er erlaubt es

Mitarbeitenden, verschiedene Rollen im

Unternehmen kennenzulernen und gezielt

Kompetenzen aufzubauen. Das dauert –

mehrere Jahre inklusive begleitender Maßnahmen

– und ist mit Aufwand verbunden.

Doch die Bilanz spricht für sich: 104 Mitarbeitende

haben das Verfahren bereits

durchlaufen.

Der Effekt: Persönliches Wachstum wird

gefördert, die Bindung an das Unternehmen

gestärkt. Das zahlt sich aus – für beide

Seiten. Inzwischen interessieren sich sogar

Kunden für das intern entwickelte Personalentwicklungsprogramm.

Werte leben statt plakatieren

Dass das Modell funktioniert, belegen

nicht nur interne Befragungen, sondern

auch externe Auszeichnungen. Seit Jahren

zählt Viadee zu den „Great Place to Work“-

Gewinnern, auch auf Bewertungsplattformen

wie Kununu erzielt das Unternehmen

regelmäßig Bestnoten.

Konkret: 99 Prozent der Mitarbeitenden

sagen, dass man sich bei Viadee umeinander

kümmert. 95 Prozent loben den

starken Teamgeist. Und das wirkt sich

auch auf den Unternehmenserfolg aus: Die

Fluktuation ist extrem gering. 2023 verließen

lwwediglich fünf Personen das Unternehmen

– zwei davon gingen in Rente.

Gleichzeitig setzen 90 Prozent der Kunden

Folgeprojekte mit viadee um.

„Wir nehmen das Feedback unserer Mitarbeitenden

ernst – selbst bei vermeintlich

kleinen Dingen wie der Reisekostenabrechnung“,

heißt es aus der Unternehmensleitung.

Genau dieses Prinzip unterscheidet

3 Wege zur Mitverantwortung

Rund 220 Beschäftigte arbeiten an

den Standorten Münster, Köln und

Dortmund. Alle erhalten eine jährliche

Tantieme – unabhängig von einer

Beteiligung. Zusätzlich bietet die ITund

Managementberatung 3 Modelle

der Teilhabe:

• Stille Beteiligung: Nach zwei Jahren

möglich, ohne Haftung oder Stimm

recht. 102 Mitarbeitende nutzen

dieses Modell.

• Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft

(GbR): Gemeinschaftlicher Aktienbebesitz

mit Stimmrecht. 47 Mitarbeitende

sind beteiligt.

• Direkte Aktienbeteiligung: Für erfahrene

Führungskräfte mit Genehmigung

der Hauptversammlung. 18

Mitarbeitende halten Aktien direkt.

Fazit: Viadee verknüpft wirtschaftlichen

Erfolg mit echter Teilhabe – ein

Beispiel für gelebte Mitverantwortung

im Mittelstand.

viadee.de

Viadee von vielen anderen Unternehmen,

die sich ebenfalls auf New Work und Purpose

berufen. •

Schreddern leicht gemacht

Mit dem Shredcat 8200 präsentiert Ideal einen kompakten Aktenvernichter

für Homeoffice und kleine Büros. Das Gerät

kombiniert moderne Optik mit hoher Funktionalität und sorgt

für DSGVO-konformes Schreddern direkt am Arbeitsplatz. Es

ersetzt den klassischen Papierkorb und schafft Ordnung, wo

Papierberge schnell wachsen. Durch seine schmale Bauweise

findet er selbst unter kleinen Schreibtischen Platz.

Je nach Sicherheitsstufe verarbeitet der Shredcat 8200 bis zu 18

Blatt im Streifenschnitt (P-2), 16 Blatt im Partikelschnitt (P-4)

oder 13 Blatt bei höherem Sicherheitsniveau (P-5). Alle Varianten

erfüllen die DIN 66399. Die Bedienung erfolgt einfach über

eine Lichtschranke mit Start-Stopp-Automatik, Rücklauffunktion

und Sicherheitsabschaltung beim Entleeren.

Ein leiser Motor, ein 21-Liter-Behälter mit Sichtfenster und

Griffmulden für bequemes Handling machen den Shredcat

8200 zu einer praktischen und sicheren Lösung für den Alltag

im Büro.

Ideal.de

Kompakt, leise und zuverlässig – der Ideal Shredcat 8200 sorgt

für DSGVO-konformes Schreddern direkt am Arbeitsplatz.

Foto: Ideal Krug & Priester

NEW WORK STYLES 63


EN VOGUE SPECIAL

Foto: Titan

Die neue Kofferlinie Upgrade von Titan kombiniert klare Formen, kratzresistentes

Polycarbonat und wasserabweisende Reißverschlüsse. Gefertigt in Deutschland,

überzeugt sie mit leichten Rollen, recyceltem Innenfutter und praktischer

Aufteilung – funktionales Design für modernes Reisen.

Hybride Arbeit, Geschäftsreisen

und Pendeln zwischen Homeoffice,

Büro und Projektort

verändern, was wir täglich

mitnehmen. Modulare Systeme,

smarte Funktionen und nachhaltige

Materialien prägen

den Markt – ergänzt um neue

Anforderungen aus Bahn, Auto

und Homeoffice.

Unterwegs

arbeiten

– smarter Reisen

Der Arbeitstag beginnt

längst nicht mehr am

Schreibtisch. Oft startet

er am Bahnsteig,

im Auto oder zwischen

Rucksack und Rollkoffer.

Wer heute arbeitet, ist mobil – zwischen

Unternehmenszentrale, Coworking-Space,

Kundentermin und Hotel.

Taschen und Koffer sind mehr als Transportmittel.

Sie organisieren Projekte,

schützen Technik und spiegeln den Stil

eines Unternehmens wider.

Foto: Samsonite

Die Paralux Collection von Samsonite verbindet nachhaltige Materialien mit funktionalem Design. Hergestellt

aus recyceltem Polypropylen und Aluminium, bietet sie austauschbare Komponenten und ein Dual-

Access-System – ausgezeichnet mit zwei Red Dot Awards für Design und Nachhaltigkeit.

Nach Jahren reduzierter Reisetätigkeit

steigt das Geschäftsreisevolumen

wieder. Studien erwarten in diesem Jahr

einen neuen Höchststand, 2026 weiteres

Wachstum. Gleichzeitig gilt hybrides Arbeiten

als Standard: zwei bis drei Bürotage

pro Woche, dazwischen Homeoffice

oder unterwegs. Gepäck muss flexibel

sein, um häufige Ortswechsel reibungslos

zu unterstützen.

NEW WORK STYLES 64


Flexibel bleiben, egal wo gearbeitet wird: Die Desk

Sharing Tasche von Leitz schafft Ordnung zwischen

Homeoffice, Büro und unterwegs. Sie bietet Platz für

Technik, Dokumente und persönliche Dinge – für ein

strukturiertes Arbeiten mit System.

Foto: Leitz

Foto: Samsonite

Die Ecodiver „Underseater“-Kabinentasche von

Samsonite kombiniert durchdachtes Design mit

Funktion. Sie passt unter den Flugzeugsitz, bietet

Stauraum für Laptop, Kleidung und Reiseutensilien

und lässt sich dank Trolleyrollen und recyceltem

Material komfortabel und nachhaltig nutzen.

Der Never Still Rucksack Large von Rimowa kombiniert

feines genarbtes Leder mit funktionalem

Design. Hochwertige Details, durchdachte Fächer

und palladiumfarbene Beschläge machen ihn zum

eleganten Begleiter für Arbeit und Reise.

Tumi zeigt in der aktuellen Herbstkollektion, wie urbane Mobilität und Design zusammenfinden. Materialien

wie Tegris und Dakota-Leder treffen auf neue Farbtöne wie Wine, Pavement und Electric Blue. Funktionale

Formen und klare Linien prägen Taschen und Koffer für den Alltag zwischen Reise und Arbeit.

Foto: Tumi Foto: Rimova

Anstelle einzelner Taschen setzen Hersteller

zunehmend auf kombinierbare Systeme.

Organizer lassen sich herausnehmen

und im Meeting als Mini-Station nutzen,

Kompressionsfächer schaffen Platz für

Kleidung. Ziel ist ein fließender Übergang

– vom Terminal ins Taxi, von der Lobby ins

Projektbüro.

Nach der ersten Smart-Luggage-Welle

dominieren heute praktikable Funktionen:

Fächer für Tracker, Kabeldurchführungen,

TSA-Schlösser. Fest verbaute Akkus

oder komplexe Steuerungen sind selten,

auch wegen Airline-Regeln. Intelligente

Services ersetzen Technik – etwa Reparaturnetzwerke

oder Seriennummern zur

Diebstahlmeldung.

Recycelte Stoffe, PFAS-freie Beschichtungen

und wiederverwertetes Polycarbonat

sind inzwischen Standard. Langlebigkeit

und Reparierbarkeit werden zu

zentralen Qualitätsmerkmalen – nicht

nur aus Imagegründen, sondern aus wirtschaftlichen.

Dunkle Töne dominieren weiterhin, ergänzt

durch Grün- und Blaunuancen. Auffällige

Farben erleichtern Vielreisenden

die Orientierung. Breite Gurte, stabile Trolleyhalterungen

und verdeckte Sicherheitsfächer

gehören längst zur Grundausstattung.

RFID-Blocker bleiben gefragt – das

Sicherheitsgefühl zählt.

In der Bahn sind kompakte Einsätze gefragt,

beim E-Auto wird die Ladezeit zur

mobilen Arbeitsphase. Taschen mit stabilem

Stand und Platz für Technik verwandeln

den Parkplatz in ein temporäres Büro.

Ortungslösungen wie AirTag oder Tile sind

Standard. Wichtig sind austauschbare Halterungen,

damit Geräte bei Defekt oder

Modellwechsel ersetzt werden können.

Bei Business-Taschen liegen größere,

strukturierte Modelle im Trend – Totes

oder Weekender, die Laptop und persönliche

Dinge gleichermaßen aufnehmen.

Dezente Farben, klare Formen und hochwertige

Materialien prägen das Bild.

Hybrides Arbeiten verlangt leichte,

strapazierfähige Taschen mit gepolsterten

Fächern, klarer Struktur und robusten

Materialien. Recycelte Filze und technische

Gewebe verbinden Funktion mit Stil.

Unternehmen profitieren von standardisierten

Taschensets, die Nachkäufe und

Ersatz vereinfachen und ein einheitliches

Erscheinungsbild sichern.

Reisegepäck wird zum Werkzeug moderner

Arbeitswelten. Es muss flexibel,

langlebig und ergonomisch sein – von der

Bahnfahrt über den Ladehalt bis zum Arbeitsplatzwechsel

ins Homeoffice. Gute Taschen

organisieren, schützen und erleichtern

den Alltag. Wer sie richtig auswählt,

investiert nicht in Accessoires, sondern in

Effizienz und Komfort. l

NEW WORK STYLES 65


VORSCHAU

Foto: Gebhardt

New Work Order-Studie des

IBA – Birgit Gebhardt über

Zusammenarbeit mit KI: Wie

Künstliche Intelligenz Arbeit

verändert – und warum

Kreativität und Empathie

entscheidend bleiben.

Das Magazin für neue Arbeitswelten

IMPRESSUM

Verlag

Zarbock Media GmbH & Co. KG

Sontraer Str. 6

60386 Frankfurt amMain

Tel.: 069 / 42 09 03-72

Fax: 069 / 42 09 03-70

E-Mail: info@newworkstyles.de

Internet: www.newworkstyles.de

Geschäftsführung

Dipl.-Ing. Ralf Zarbock

Chefredaktion

Pietro Giarrizzo / gia

Redaktion

Sabine Baumstark / bau

Telefon 069 / 42 09 03-85

sabine.baumstark@zarbock.de

Pietro Giarrizzo / gia

Telefon 069 / 42 09 03-79

pietro.giarrizzo@zarbock.de

Foto: Assmann

Wie lässt sich Arbeit gestalten, wenn Büro und Zuhause verschmelzen?

In der nächsten Ausgabe zeigen wir Trends, Möbel und Tools, die hybride

Teams unterstützen – von ergonomischen Lösungen bis zu inspirierenden

Gestaltungsideen für produktive, wohnliche Arbeitsumgebungen.

Anzeigendisposition und Leserservice

Nadine Vosseler

Telefon 069 / 42 09 03-72

nadine.vosseler@zarbock.de

Mediaberatung

Armin Schaum

Telefon 069 / 42 09 03-55

armin.schaum@zarbock.de

Druck

Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG

Sontraer Str. 6

60386 Frankfurt am Main

Erscheinungsweise:

New Work Styles erscheint 3 x jährlich

(Februar, Juni, Oktober)

Anzeigenpreisliste

1. 11. 2024 / 2. Jahrgang

Foto: Designfunktion

Pflanzen, grüne Wände, Wasser und Tageslicht schaffen ein Raumklima,

das Motivation und Kreativität stärkt. Wir zeigen, wie sich natürliche

Elemente gezielt in moderne Arbeitsumgebungen integrieren lassen – für

mehr Wohlbefinden und Nachhaltigkeit.

Bei Nichterscheinen infolge Streiks oder Störung durch höhere

Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung. Die Zeitschrift

und alle in ihr enthaltenen einzelnen Bei träge und Abbildungen

sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb

der engen Grenzen des Ur heberrechtsgesetzes ist ohne

Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt

insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen,

Digitalisierung und Verwendung in Sozialen Medien. Die

Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen

usw. in dieser Zeitschrift berechtigt auch ohne

besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche

Namen im Sinne der Warenzeichen- und Warenschutzgesetzgebung

als frei zu betrachten wären und daher von jedermann

benutzt werden dürfen.

Ausgabe

Edition Nr. 3 – 2025 Herbst/Winter

ISSN-Nr. 2944-4187

NEW WORK STYLES 66


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