KEM Konstruktion 10.2025
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Ausgabe 10 | 2025
www.kem.de
Konstruktion
Automation
WIS-
Prozesssimulation im
Industrial Metaverse
Produktentwicklung
» Seite 16
Drohnensteuerung im
Smart Farming
Mobile Maschinen
» Seite 56
„Gefragt sind All-in-One-
Antriebslösungen“
Eugen Elmiger,
CEO maxon Gruppe
» Seite 30
Engineering-Tipps für Produkt- und Produktionsentwicklung
» IM FOKUS
Engineering-Ideen
für mehr Nachhaltigkeit
» Seite 10
TITELSTORY
Kleine Objekte
und Spaltmaße
in der Produktion
sicher erfassen
» Seite 42
| EC20G |
Bis zu 60 % mehr
Rechenperformance
Embedded-PCs CX5300 mit neuer Generation Intel Atom ®
Mit Intel Atom ® CPUs der Serie x6000 (Elkhart Lake) bringt der Embedded-PC CX5300 eine stark
verbesserte Rechen- und Grafikleistung auf die Hutschiene. Dadurch erreicht der CX5300 im
Vergleich zur Vorgängergeneration CX5200 kürzere Zykluszeiten bei Automatisierungsaufgaben
wie z. B. SPS oder Motion Control und eine Geschwindigkeitssteigerung für komplexe Bedienoberflächen
unter TwinCAT HMI. Die baugleichen Nachfolger des CX5200 erfordern keine konstruktiven
Änderungen bestehender Anlagen und schützen mit einer Langzeitverfügbarkeit von
mindestens 10 Jahren die Investitionen der Anwender.
CX5330: mit Intel Atom ® x6214RE (1,4 GHz, 2 Kerne)
CX5340: mit Intel Atom ® x6425RE (1,9 GHz, 4 Kerne)
lüfterlos für Betriebstemperaturen von -25°C bis +60°C
zeitgemäße HMI-Anbindung über DisplayPort-Schnittstelle
1-Sekunden-USV für den Schutz vor Datenverlust
einfache Erweiterung durch ein Schnittstellenmodul
z. B. für Ethernet, RS232, RS485, PROFIBUS, CAN u. a.
Halle 7, Stand 406
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alle Vorteile
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» EDITORIAL
Ingenieurtechnische DNA
Nachhaltigkeit ist mehr denn je eine Kernaufgabe im Maschinen- und
Anlagenbau. Ingenieur*innen verantworten Entscheidungen über
Materialien, Konstruktionen und Prozesse, die maßgeblich den
Ressourcenverbrauch, die Energieeffizienz und die ökologische Wirkung
ganzer Produktionsketten mitbestimmen. Gerade die Konstruktionsphase
ist dabei entscheidend. Hier werden die Weichen gestellt – für die Wahl
geeigneter Materialien, für modulare Designs, die eine spätere Wieder -
verwertung erleichtern, und für Konzepte, die den gesamten Lebenszyklus
eines Produkts im Blick behalten. Wer heute konstruiert, gestaltet nicht
nur Technik, sondern aktiv die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie.
Genau aus diesem Grund haben wir den KEM Sustainability Award ins
Leben gerufen und zum ersten Mal verliehen. Damit würdigen wir
technische Leistungen zu Produkten, Lösungen und Strategieansätzen, die
echte Innovation im Bereich Nachhaltigkeit bieten. Denn: Nachhaltigkeit
ist kein Nice-to-have, sondern Teil der ingenieurtechnischen DNA.
Wer durch die Jury nominiert wurde und wer in der Online-Abstimmung
den KEM Sustainability Award gewonnen hat, erfahren Sie ab S. 10.
Weitere Highlights dieser Ausgabe: Die Antriebstechnik ist auch unter
extremen Bedingungen gefordert – etwa im Weltraum. Im Interview
berichtet Eugen Elmiger, CEO der maxon Gruppe, von Temperaturen
zwischen -150 und +120 °C sowie einer hohen Belastung mit Blick auf
Strahlung und die Mechanik. Er wirft zudem einen Blick auf Entwicklungstrends
bei Kleinantrieben. Treiber sind hier Hightech-Anwendungen von
der humanoiden Robotik über die Medizintechnik bis hin zur industriellen
Automation. Interessant ist vor diesem Hintergrund auch die strategische
Minderheitsbeteiligung, die maxon an Synapticon erworben hat. KI
ermöglicht schließlich auch in der Antriebstechnik tiefergehende Einblicke.
Übrigens: Technik ist auch auf der Erde rauen Einsatzbedingungen
gewachsen. Und so werfen wir im Sonderteil zu mobilen Maschinen im
Smart Farming einen Blick auf dauerhafte Kabelbinder (S. 62) und robuste
Steuerungstechnik für zivile Drohnen (S. 56).
NEU
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Dickenmessung
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Nico Schröder
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KEM Konstruktion|Automation
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» INHALT 10 | 2025 62. JAHRGANG
TITELSTORY
Kleine Objekte
und Spaltmaße
in der Produktion
sicher erfassen
» Seite 42
Mit dem LED-Mikrometer
optoControl
2700 erweitert Micro-
Epsilon die Möglichkeiten
der Prozess- und Qualitätskontrolle
hinsichtlich der Erfassung
der Dimensionen sehr kleiner Objekte
und Spaltmaße.
Bild: Micro-Epsilon / M2L/stock.adobe.com / KEM Konstruktion|Automation
» ANTRIEBSTECHNIK
Getriebe, Kupplungen & Bremsen
Bild: KEM Konstruktion|Automation
KEM Sustainability Award | Das Engineering
hat es in der Hand – hier werden die wesentlichen
Weichen für die Nachhaltigkeit gestellt.
Unsere Leser:innen haben Ansätze und
Produktideen bewertet – und den Gewinner
des 2025er Awards gewählt.
» Seite 10
» TRENDS
Nachhaltigkeit/Unternehmen
Schneider Electric will Renewables leichter integrieren 6
KEM SUSTAINABILITY AWARD
Der Gewinner des 2025er Awards steht fest 10
Alle Einreichungen im Überblick 11
KEM PERSPEKTIVEN
Integration von Sensorik in Kupplungen:
Smartere Kupplungen, höhere Prozesssicherheit 22
Überlastkupplungen mit
kürzeren Einrück- und Montagezeiten 25
Zykloid- und Wellgetriebe
für mehr Präzision in der Automatisierung 26
Elektrische Antriebe
IM GESPRÄCH
maxon-CEO Eugen Elmiger zu Trends
in der modernen Antriebstechnik 30
Wälz- & Gleitlager
Wartungsfreie und langlebige Gleitlager 34
Schäden an Wälzlagern
bestimmen und verstehen 36
Linearführungen/Wälzlager
Leichtgewichtige Linearführungen
– flexibel und präzise 39
News zur Antriebstechnik 31
Digitalisierung/Engineering
Engineering von Sick setzt auf
Simulation im Industrial Metaverse 16
» METHODEN & SOFTWARETOOLS
Produktentwicklung
STEP-Modelle ohne Medienbrüche
als zentrale Infoquelle nutzen 20
» MOBILE MASCHINEN
Smart Farming
Ground Control Stations (GCS)
für die Drohnensteuerung 56
Radar als Game Changer
für raue Outdoor-Anforderungen 60
Kabelbinder mit 20 Jahren Lebensdauer 62
4 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
SPS Nürnberg
25. - 27. November 2025
Halle 3, Stand 468
Schadensanalyse | Wer Schäden an Wälzlagern bestimmen und verstehen
will, kann auf das Dienstleistungsangebot eines Spezialisten
zurückgreifen und mehr zu den Ursachen erfahren.
» Seite 36
Bild: Findling Wälzlager
» AUTOMATISIERUNG
Sensorik & Messtechnik
TITELSTORY
LED-Mikrometer erschließt Qualitätssicherung neue
Anwendungsbereiche für kleinste Objekte und Spaltmaße 42
Den eigenen Datenschatz mit der LOCC-Box heben 46
Elektrotechnische Bauelemente
Wärme raus – Leistung rein:
Simulationsservice für Elektronikgehäuse 48
Steuerungstechnik
Produktiver mit
schneller Kommunikation und einfacher Diagnose 51
News zur Automatisierung 54
» KOMPONENTEN
Maschinenelemente
Mehrfach-Spannsystem
für unterschiedliche Werkstücke 64
News zu Komponenten 66
RUBRIKEN
Editorial 3
Impressum 66
Hochpräzise,
kompakt und
effizient
Bestens geeignet, wenn exakte Bewegungskontrolle und
hohe Drehmomentübertragung auf kleinstem Bauraum
erforderlich sind, wie z. B. in der Robotik oder Medizintechnik.
Dank ihrer einzigartigen Verzahnungstechnologie
bieten maxon Wellgetriebe einen hohen Wirkungsgrad
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Konstruktion
Automation
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Precision Drive Systems
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 5
Bild: Schneider Electric/Gruppe C Photography
Blick in den EUREF-Campus, der auch den angrenzenden Baggersee thermisch nutzt – und auf diese Weise in Kombination mit Photovoltaik, Fernwärme und
Second-Life-Batteriespeichern eine vollständig CO 2 -neutrale Energieversorgung sicherstellt.
Schneider Electric eröffnet Innovation Hub auf dem EUREF-Campus in Düsseldorf
„Energiepreise mit softwaredefinierter
Automation im Griff behalten“
Können erneuerbare Energien auch die Basis für eine wettbewerbsfähige Produktion in Deutschland legen?
Schneider Electric will diese Frage mit einem klaren Ja beantworten und sieht den Schlüssel dazu in einem
Power&Process-Ansatz, der softwaredefiniert mehr Flexibilität in der Automatisierung und bei der Energie -
nutzung ermöglicht. Mit ihrem neuen Headquarter auf dem EUREF-Campus in Düsseldorf unterstreichen
die Automatisierungsspezialisten ihren Anspruch, Nachhaltigkeit und Effizienz voranzubringen.
Welche Rolle digitale Transformation, Energie -
management und Automatisierung auf dem
Weg zu mehr Nachhaltigkeit spielen, will Schneider
Electric an seinem neuen Standort auf dem EUREF-
Campus in Düsseldorf zeigen. „Integriert haben wir
unseren ‚Innovation Hub‘, der auf einer Fläche von
660 m ² Lösungen für die Bereiche Home, Building, Infrastructure,
Data Center und Industry präsentiert“,
freut sich CEO DACH Mike Hughes. „Jeder, der an unserem
Weg der Elektrifizierung, Automatisierung und
Digitalisierung interessiert ist, ist eingeladen zu einer
Tour durch den Hub – es lohnt sich!“ Der neue Standort
vereint intelligente Technologien, klimaneutrale
Infrastruktur und zukunftsweisende Bildung unter einem
Dach.
Der EUREF-Campus erfüllt bereits heute die Klimaziele
der Bundesregierung für das Jahr 2045 und ist
ein Reallabor für die Energie- und Mobilitätswende,
deren technologische Basis Schneider Electric liefert.
Nach dem Berliner Standort ist dies das zweite Modellquartier
dieser Art in Deutschland, das mit intelligenter
Architektur und konsequenter Digitalisierung
6 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Nachhaltigkeit/Unternehmen « MAGAZIN
aller Gebäudefunktionen zeigt, dass eine CO 2 -neutrale
Energieversorgung heute bereits möglich ist. „Es ist alles
erfunden – wir müssen es nur einsetzen“, sagt dazu
Reinhard Müller, Vorstand der EUREF AG, „und bei
Heiz- und Kühlkosten kann man dabei sogar sparen!“
Kann die Energiewende erfolgreich sein?
Welches Potential die Energiewende tatsächlich bietet,
erläuterte anlässlich der Eröffnung des Innovation
Hubs anschaulich Dr. Tim Meyer, Autor des gerade erschienenen
Buchs „Strom“. Der studierte Elektrotechniker
betonte, dass heute erneuerbare Energien, Batteriespeicher
und Elektro -
autos weltweit die Märkte
auf den Kopf stellen und wir
die Möglichkeit haben, dies
als Chance für Wirtschaft
und Klima zu nutzen – wenn
wir „vor die Welle“ kommen.
Konkret verwies er unter
anderem auf zwei Punkte:
• Solar- und Windstrom
wachsen schneller als
alles zuvor in der
Menschheitsgeschichte:
Nach der Nutzung von
Biomasse mit dem Feuer
folgten mit Kohle, Erdöl
und schließlich Erdgas
drei Energierevolutionen.
Vergleicht man, wie
schnell sich die Nutzung
der jeweiligen Energieträger
entwickelte, liegt erneuerbare
Energie aus
Photovoltaik und Wind
bereits klar in Führung.
Und: Die Hoffnungen, mit
der Atomenergie eine
weitere Energierevolution
zu ermöglichen, wurden
nicht erfüllt.
• Primärenergie-Irrtum – bereits in wenigen Jahren
wird die Menschheit mehr Energie aus Wind
und Sonne als aus Erdöl „nutzen“: Über die Hälfte
der Nutzenergie, die die Menschheit aus Erdöl
zieht, bezog sie im Jahr 2023 bereits auch aus
Wind und Sonne – und das nach nur gut 20 Jahren
industrieller Skalierung. Bleibt die Wachstumsrate
weiter so hoch, übertreffen Wind und Sonne das
Erdöl bereits im Jahr 2027. Entscheidend ist dabei
die hohe Effizienz, mit der sich elektrische Energie
nutzen lässt, während bei Erdöl und anderen fossilen
Energien nur ein Bruchteil wirklich als Nutz-
INFO
Anmeldung zu Touren
im Innovation Hub von
Schneider Electric:
a.kon2.de/
hMsuS
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 7
MAGAZIN » Unternehmen/Nachhaltigkeit
Bild: Dr. Tim Meyer/www.strom-das-buch.de
Die Erzeugung von Solar- und Windstrom wächst mit einer Geschwindigkeit,
die es in der Menschheitsgeschichte bisher nicht gab. Das zeigt, dass wir uns in
einer vierten Energierevolution befinden.
energie bleibt. Der Verbrennungsmotor erschließt
beispielsweise nur rund ein Drittel der Primärenergie
im Erdöl – der Rest geht unter anderem über
Abwärme verloren (Primärenergie-Irrtum – Primary
Energy Fallacy). Anders formuliert: Wir brauchen
deutlich weniger erneuerbare Energien als heute
Primärenergie in Form fossiler Energieträger.
Diese und weitere Zusammenhänge erläutert Meyer
auch anschaulich in seinem Buch Strom. Er ist der
Überzeugung, dass die industrielle Massenfertigung
von „Clean Tech“ das Alte überrollt – und in Deutschland
deswegen Markt und Netze vor einer Herausforderung
stehen, zu deren Bewältigung auch ein Kultur-
Update erforderlich sei.
Was hat das alles mit der
industriellen Produktion zu tun?
Die Industrie stehe vor einer Reihe von Herausforderungen
– „neben dem sich schneller verändernden
Konsumentenverhalten müssen auch Unsicherheiten
bezüglich Lieferketten sowie Wirtschaftslage bewältigt
werden“, fasst Jessica Bethune, Vice President Industrial
& Process Automation DACH bei Schneider
Electric die Herausforderungen speziell für produzierende
Unternehmen zusammen. „Ein entscheidender
Aspekt sind dabei auch schwankende Energiekosten
– beispielsweise in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit
regenerativer Energien: Wer hier schnell seine Produktionsprozesse
anpassen und günstigen Strom einsetzen
kann, hat einen Wettbewerbsvorteil.“
Der Schlüssel zur Umsetzung liegt für Schneider
Electric in der softwaredefinierten Automatisierung,
die ebenfalls im neuen Innovation Hub präsentiert
wird. Heißt konkret: „Zusammen mit weiteren
Unternehmen entkoppeln wir Hard- und Software,
schaffen Schnittstellen auf Basis von Standards und
ermöglichen es so, die bestehende Infrastruktur auf
Basis digitaler Lösungen so flexibel wie möglich einzusetzen“,
erläutert Bethune, „und eine entscheidende
Voraussetzung dafür ist, genau zu wissen, wie viel
Energie ich an welcher Stelle verwende, wo gegebenenfalls
Abwärme nutzbar ist und wie die Verbräuche
schwanken.“ Auch die Kenntnis der Spitzenlasten sei
hilfreich.
Power&Process-Ansatz
stellt Zusammenhänge dar
„All das legt die Basis dafür, per Software die Produktionsprozesse
entsprechend flexibel anpassen und
damit auch optimieren zu können – wiederum mit
dem Ziel, meine finanziellen Belastungen zu reduzieren
und meine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern“,
Jessica Bethune,
Vice President Industrial & Process Automation DACH,
Schneider Electric
Bild: Schneider Electric
»Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit
Blick auf die Nutzung regenerativer Energien
vor einer unglaublich faszinierenden Reise
stehen und tatsächlich jetzt schon alles haben,
was es dafür braucht – wir müssen nur den
Mut haben, es zu tun.«
8 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Nachhaltigkeit/Unternehmen « MAGAZIN
Zum Primärenergie-Irrtum: Erneuerbare Energien produzieren Strom, der sich deutlich
effizienter nutzen lässt als fossile Energieträger. Um Vergleichbarkeit zwischen den Zahlen
herzustellen, wurde hier angenommen, dass die gesamte Stromproduktion aus Wind und
Sonne für die Mobilität genutzt würde.
so Bethune weiter. Schließlich sei eine Erkenntnis aus
der zurückliegenden Energiekrise, dass häufig Energieeinkäufer
und Energienutzer in der Produktion gar keine
Kommunikationsebene hätten. „Deswegen bringen
wir über unseren Power&Process-Ansatz zunächst die
Verantwortlichen in Kontakt.“ So könne entschieden
werden, wann sich welche Energiequellen sinnvoll
nutzen lassen. „Genau diese organisatorische Zusammenführung
ist aus meiner Sicht die Voraussetzung
dafür, die technische Umsetzung auch effizient gestalten
zu können.“
Auf der praktischen Seite ist übrigens zunächst die
Messtechnik gefragt, um die Energieverbräuche aller
Art zu erfassen und zu überlegen, ob sich möglicherweise
regenerative Quellen besser einbinden lassen –
einschließlich derjenigen im Unternehmen, womit
auch das Gebäude und bei der Umsetzung die Gebäudeautomation
eine Rolle spielen. „Hier bieten wir entsprechende
Beratungsdienstleistungen für die Umsetzung
an – genauso wie das entsprechende Lösungsportfolio
in Form unserer EcoStruxure-Plattform für
den Maschinenbau auf der Automatisierungs- und IT-
Seite inklusive OT-IT-Kopplung“, betont die Automatisierungsspezialistin.
„Häufig lassen sich etwa die Voraussetzungen
für die Erfassung zusammen mit einem
Retrofit einer Maschine oder Anlage schaffen.“
Wer die Verbräuche kennt und damit Angebot und
Nachfrage an Energie in Einklang bringen kann, ist also
im Vorteil. Schneider Electric spricht deswegen an
dieser Stelle auch von softwaredefinierter Power, bei
der Prozesssteuerung sprich Industrieautomation und
Gebäudeautomation ineinander greifen. „So lässt sich
auch das eigene Energieangebot einbinden – die eigene
PV-Anlage, möglicherweise Klein-Windkraftanlagen
oder auch vorhandene Energiespeicher“, betont
Bethune. Technisch ermöglicht das ebenfalls die Eco-
Struxure-Plattform, insbesondere in Verbindung mit
dem Automation Expert. „In immer mehr Unternehmen
begegnet uns hier übrigens bereits auf dem C-Level
ein Chief Sustainability Officer – eine Mischung
aus Chief Digitalization Officer und Chief Finance Officer.
Das zeigt die zunehmende Wichtigkeit der Themen
Nachhaltigkeit und Energie in vielen Unternehmen
– bewusst mit Blick auf den Energiepreis.“ (co)
Bild: Dr. Tim Meyer/www.strom-das-buch.de
Eplan Plattform 2026
The Benchmark, Redefined
Die Eplan Plattform vereint Software-Lösungen für verschiedene
Engineering-Disziplinen: Mit Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema,
Schaltplan, 3D-Schaltschrank-Layout und 3D-Verkabelung entsteht hier
ein Digitaler Zwilling des Automatisierungssystems Ihrer Maschine oder
Anlage. Schon lange gilt Eplan als Standard in der Elektrokonstruktion.
Mit der Eplan Plattform 2026 haben wir diesen jetzt neu definiert.
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 9
TRENDS » KEM Sustainability Award
Ergebnis
Eco Calculator von Barlog Plastics gewinnt KEM Sustainability Award 2025
And the Winner is...
Der KEM Sustainability Award zeichnet sowohl Produkte und Lösungen als auch Strategieansätze aus, die echte
Innovation im Bereich Nachhaltigkeit bieten. Diese erfüllen beispielsweise Kriterien zu Aspekten wie Ressourceneinsatz,
Ressourcenverbrauch, Kreislaufwirtschaft, Langlebigkeit oder Reparierbarkeit. Der diesjährige
Gewinner, Barlog Plastics mit dem Eco Calculator, unterstützt Anwender, den Product Carbon Footprint (PCF)
ihrer Kunststoffkomponenten bereits in der frühen Produktentwicklungsphase zu berechnen.
Nico Schröder, Korrespondent KEM Konstruktion|Automation, Augsburg
Mit dem Eco Calculator hat sich Barlog Plastics in der Online-Abstimmung der Leserschaft
von KEM Konstruktion|Automation deutlich durchgesetzt.
Bild: NAUM/stock.adobe.com / KEM Konstruktion|Automation
Award-Jury & Leser-Wahl
Alle bis zum 30. Juni 2025 eingegangenen
Bewerbungen sind von der Jury des
KEM Sustainability Award bewertet worden.
Die fünf besten Produkte, Lösungen oder
Strategieansätze sind nominiert worden.
Anschließend haben die Leser*innen der
KEM Konstruktion|Automation im September
2025 in einer Online-Abstimmung die
Wahl gehabt und letztlich den Gewinner
des KEM Sustainability Award bestimmt.
Barlog Plastics hat mit dem Eco Calculator
den ersten KEM Sustainability
Award gewonnen. Als Online-Tool zur
schnellen und präzisen Berechnung des
Product Carbon Footprint (PCF) von
Kunststoffkomponenten in der frühen
Produktentwicklungsphase hat das Tool
(Details auf S. 12) sowohl die vierköpfige
Award-Jury (siehe Kasten) als auch die
Leserschaft von KEM Konstruktion|Automation
in einer Onlineabstimmung überzeugt.
Die Award-Jury hatte neben Barlog
Plastics mit seinem Eco Calculator zwei
Ansätze sowie zwei weitere Produkte in
die finale Abstimmung um den KEM Sustainability
Award geschickt.
Das Institut für Nachhaltige Technische
Systeme (Inatech) der Albert-Ludwigs-
Universität Freiburg hat die Jury mit seiner
Methode des Circular System Design
überzeugt, bei welcher der Prozess der
Produktentwicklung von Anfang an auf
die ganzheitliche Betrachtung relevanter
Systeme eines kreislauffähigen Lebens -
Bild: Glück
Prof. Markus Glück
vertritt das Lehrgebiet
Robotik und Automa -
tion im Studienbereich
Mechatronik der
Hochschule Aalen. Er
war zuvor Chief Innovation
Officer bei
Schunk.
Bild: VDMA
Frederike Krebs
repräsentiert den
Verband Deutscher
Maschinen- und
Anlagenbau (VDMA)
in Frankfurt am Main
und ist Referentin
für Umwelt und
Nachhaltigkeit.
zyklus ausgerichtet wird (S. 15). Ebenfalls
ins Rennen um den Award gegangen ist
Kendrion mit seinem Lösungsansatz zur
CO 2 -Reduktion bei Permanentmagnetbremsen
als essenzieller Bestandteil moderner
Antriebstechnik (S. 11). Mit seinem
Angebot zum Refurbishing von Drahtwälzlagern
(S. 13), um Wälzlager besonders
nachhaltig und kostensparend einzusetzen,
ist Franke Teil der Finalistenrunde
und Onlineabstimmung gewesen. Zudem
schaffte es Weidmüller Interface mit seinen
Klippon-Connect-Endwinkeln aus
100 % aus recyceltem Material in die
Endauswahl.
Alle Einreichungen zum KEM Sustainability
Award 2025 stellen wir Ihnen auf
den folgenden Seiten vor.
Bild: ZVEI/
Maren Strehlau
Christian Eckert
vertritt den Verband
der Elektro- und Digitalindustrie
(ZVEI) in
Frankfurt am Main
und ist dort Bereichsleiter
Nachhaltigkeit
& Umwelt.
Bild: Konradin
Mediengruppe
Nico Schröder
ist Korrespondent
bei KEM Konstruktion|Automation
und hat den KEM
Sustainability
Award redaktionell
initiiert.
10 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Einreichungen « KEM Sustainability Award « TRENDS
Kendrion (Villingen): Nachhaltigere Bremsen
Lösungsansatz zur CO 2 -Reduktion bei Permanentmagnetbremsen
Permanentmagnetbremsen sind ein essenzieller Bestandteil
der modernen Antriebstechnik. Die Optimierung
der Nachhaltigkeit der Bremsen hat – bedingt
durch die global hohen Stückzahlen – einen
signifikanten Einfluss auf die Umwelt. Zur Ermittlung
der Umwelteinflüsse einer Permanentmagnetbremse
wurde deshalb eine Lebenszyklusanalyse (LCA) einer
bestehenden Bremse durchgeführt. Die hierbei ermittelten
Werte dienen als Ausgangspunkt für die
angestrebten Optimierungen. Die LCA analysiert den
gesamten Lebenszyklus der Bremse, wobei alle Phasen
– von der Gewinnung der Materialien bis zur Behandlung
am Ende des Lebenszyklus (sog. „End-of-
Life-Treatment“) – berücksichtigt werden.
Der Fokus der Untersuchung liegt auf dem ausgestoßenen
Kohlenstoffdioxid (CO 2 ) der Bremse, dem sogenannten
GWP(100). Die angenommene Nutzungsdauer
beträgt 10.000 Stunden. Die Resultate sind in
der nachfolgenden Grafik dargestellt. Die Reduktion
des ausgestoßenen CO 2 konnte durch folgende Maßnahmen
erzielt werden:
• Optimierung der elektrischen Ansteuerung
(Haltestromabsenkung)
• Verwendung grüner Materialien
(„green steel“ & „green aluminum“)
• Optimierung der Herstellungsprozesse hin zu
mehrstufigen Prozessen (Materialeinsparung)
• Reduktion der Transportwege
Bild: Kendrion (Villingen)
Die Implementierung der zuvor beschriebenen Optimierungsmaßnahmen
resultiert in einer Reduktion des ausgestoßenen CO 2 um ca. 51 %.
Bild: Kendrion (Villingen)
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 11
TRENDS » KEM Sustainability Award
Einreichungen
Barlog Plastics: Online-Tool ECO Calculator
Berechnung des PCF in der frühen Entwicklungsphase
Mit dem Online-Tool lässt sich der Product
Carbon Footprint (PCF) von Kunststoffkomponenten
bereits in der Entwicklungsphase
bestimmen. Das ermöglicht es dem Entwickler,
frühzeitig Einfluss auf den PCF zu
nehmen. Heute wird der PFC meist erst bei
laufender Serienfertigung bestimmt. Oft
geschieht dies durch spezialisierte Software
und Datenbanken, die viele Datenpunkte
erfordern, welche teilweise gemessen oder
in der Lieferkette abgefragt werden müs-
Bild: Barlog Plastics
sen. Eine nachträgliche Optimierung des
PCF in der Serienfertigung ist sehr teuer
oder sogar unmöglich. Daher ist es umso
wichtiger, bereits in der Entwicklung eine
hinreichend genaue Abschätzung des PCF
zu ermöglichen um Einflussfaktoren identifizieren
und gezielt verändern zu können.
Mit dem ECO Calculator wurde speziell für
Entwickler von Kunststoffspritzgussteilen
eine einfache Möglichkeit geschaffen, mit
wenigen verfügbaren Daten den PCF zu berechnen
und die wichtigsten Einflussfaktoren
zu ermitteln. Somit erhält der Ingenieur
einen konkreten strategischen Ansatz, wie
das Kunststoffteil nachhaltiger gestaltet
werden kann.
igus: chainge Plattform
Online-Plattform für das Recycling von Kunststoffenergieketten
Bild: igus
Das chainge Programm zielt darauf ab,
technische Kunststoffe zu recyceln und will
damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft
leisten – denn es bewahrt das Material vor
der thermischen Verwertung. Dazu bietet es
eine Online-Plattform, die Anbieter und
Käufer zusammenbringt. Im Rahmen des
Programms recycelt igus ausrangierte Energieketten
– herstellerunabhängig. Endkunden
können ihre Ketten einfach zurückgeben.
Die Kunststoffe werden sortenrein getrennt,
gereinigt und zertifiziert regranuliert.
Dadurch wird das Material wiederverwendbar.
Zusätzlich ermöglicht die Plattform
die Anmeldung weiterer technischer
End-of-Life-Kunststoffe zur Rücksendung.
Der digitale Marktplatz bietet zudem Zugang
zu ausgewählten Rezyklaten, was die
Nutzung von recycelten Materialien fördert
und die Umweltbelastung reduziert.
Genutzt wird das Rezyklat beispielsweise
für die Produktion der Serie E2.1. Die Energieketten
aus diesem Werkstoff haben
nicht nur vergleichbare mechanische Eigenschaften
wie das Standardmaterial bei
einem 80 % geringeren CO 2 -Fußabdruck,
sondern sie warten selbst im Verschleißverhalten,
in der Stabilität oder im Dauerbiegewechsel
mit der gleichen Qualität auf.
RS Components: RS Better World Produkte
Produkte mit nachweislich geringeren Umweltauswirkungen
Die Produkte dieses Sortiments wurden im
Hinblick auf die Nachhaltigkeit optimiert.
Dies belegen jeweils vertrauenswürdige
Zertifizierungen und Öko-Labels. Kunden
erleichtert das neue Sortiment, sich
über die Charakteristika der gesuchten Produkte
zu informieren und dann fundierte
Einkaufsentscheidungen zu treffen. Jedes
Produkt in der Reihe trägt das Better-
World-Label und ein Klick genügt, um mehr
über den Nachhaltigkeits- oder Energieeffizienznachweis
zu erfahren. Das Bewertungsschema
gewährleistet eine klare und
solide Kategorisierung von Produktnachhaltigkeitsaussagen
im Einklang mit der Entwicklung
von Rechtsvorschriften für Aussagen
über Umweltauswirkungen, einschließlich
der Einhaltung des Industriestandards
ISO 14021. Das Rahmenwerk deckt die
Schlüsselbereiche des Produktlebenszyklus
ab. Alle Aussagen werden gemäß drei
Hauptkategorien eingeteilt:
• Produkte basierend auf nachhaltigeren
Materialien oder Herstellungsprozessen.
• Produkte, die Kunden helfen, ihre Aktivitäten
nachhaltiger zu gestalte.
• Produkte mit einer längeren Lebensdauer
oder solche, die wiederverwendet, repariert
oder recycelt werden können.
Bild: RS Components
12 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Franke: Refurbishing von Drahtwälzlagern
Wälzlager nachhaltig und kostensparend einsetzen
Bild: Franke
Drehverbindungen mit integrierten Drahtwälzlagern
besitzen eine lange Lebensdauer.
Doch auch wenn das Drahtwälzlager
das Ende seiner Lebensdauer erreicht
hat, können die aufwändig gefertigten
Gehäuseteile weiterverwendet werden.
Sie sind den Beanspruchungen des Lagers
nicht unmittelbar ausgesetzt und daher
oftmals noch in gutem Zustand. Oftmals
genügt ein Austausch einzelner Komponenten
wie
• Laufringe,
• Wälzkörper und
• Käfig,
um das Lager wieder vollständig funktionsfähig
zu machen. Abgenutzte Laufringe
können einfach ausgetauscht werden.
Eine weitere Alternative ist die regelmäßige
Überprüfung vor Erreichen der Lebensdauer,
um einen möglichen Ausfall zu verhindern.
Nähern sich Drehverbindungen
im Einsatz dem Ende der veranschlagten
Lebensdauer, wird das Lager ausgebaut
und zur Begutachtung an Franke gesandt.
Dort erfolgt eine erste Sicht- und Funk -
tionsprüfung zur Einschätzung der Möglichkeiten
einer Runderneuerung. Nach
der Montage wird das Lager nach aktuellen
Qualitätsstandards untersucht und
absolviert bei Bedarf Testläufe auf geeigneten
Prüfständen. Werden alle Spezifikationen
zuverlässig erfüllt, geht das Lager
an den Kunden zurück. Die instandgesetzte
Drehverbindung entspricht funktional
einem neuen Lager.
Gemü: Ventil der Zukunft
Multifunktionales Gerät als Kombination aus Ventil und Messgerät
Das elektrisch angetriebene Membranventil
für sterile Prozesse in der Pharma- und Lebensmittelbranche
bietet eine innovative
Lösung mit intelligenten Funktionen:
• Elektrischer Antrieb – spart Energie
im Betrieb (ohne Druckluft)
• Multifunktionaler Ventilkörper –
spart Platz in der Anlage durch
integrierte Sensorik
• Live-Daten aus dem Prozess
direkt im Ventil – spart
Ressourcen speziell bei
regelmäßigen Reinigungs -
vorgängen in der Anlage
Ein elektrisches Spannmodul ermöglicht eine
schnelle Trennung zwischen Antrieb und
Körper, was einen werkzeuglosen Membranwechsel
erlaubt. Die im Ventilkörper
integrierte Fluidsensorik misst zudem
Temperatur, Druck und Volumenstrom.
Damit vereint dieses multifunktionale
Ventil mehrere Produkte in einem, was
Ressourcen-, Integrations- und Wartungsaufwand
erheblich reduziert.
Der BLDC-Motor sorgt für eine
kompakte Bauweise und
hohe Leistungsdichte und
ermöglicht ein schonendes
Bild: Gemü
Schließverhalten der Membrane, was die
Lebensdauer wesentlich erhöht und Abfall
reduziert. Kombiniert mit einer intelligenten
Elektronik, vollständigen Zerlegbarkeit
und Verzicht auf Klebstoffe ist das Ventil
der Zukunft strategisch für den Einstieg in
die Circular Ecocomy vorbereitet.
Live-Daten aus dem Prozess optimieren insbesondere
bei Reinigungsprozessen die
Prozessparameter und ermöglichen eine
exakte Trennung einzelner Reinigungsphasen,
was zu vor allem zu einer signifikanten
Einsparung von Energie und Ressourcen
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 13
TRENDS » KEM Sustainability Award
Einreichungen
Masterflex: Spiralschlauch
Biologisch abbaubares und Cradle-to-Cradle-konformes Polymer
Beim Transport von festen Medien in
Schläuchen kommt es unweigerlich über
den Abrieb zur Entstehung von Mikroplastik
– was es aber zu verhindern gilt, da ubiquitäres
Mikroplastik zunehmend zum Problem
für Mensch und Umwelt wird. Der
Einsatz von abriebfestem Kunststoff (wie
z. B. Polyurethan) verringert den Abrieb
zwar etwas, verhindert ihn aber nicht
grundsätzlich. Masterflex hat deswegen
jetzt einen ersten Cradle-to-Cradle-konformen
Spiralschlauch entwickelt. Für diesen
werden nur Materialien eingesetzt, die keine
human- oder ökotoxische Wirkung haben
– und die zudem als Nährstoff für Mikroorganismen
dienen sowie vollständig
kompostierbar (nach DIN EN 13432) und
recyclebar sind. Aktuell wird der Schlauch
bei ausgewählten Pilotkunden eingesetzt,
die ein hohes Nachhaltigkeitsbewusstsein
oder eine große Nachfrage nach nachhaltigeren
Produkten haben, und schrittweise in
die Serienreife überführt.
Bild: Masterflex
Lenord+Bauer: SeGMo-System
Reduzierte Life Cycle Costs dank batterielosem System
Bild: Lenord+Bauer
Das elektrisch wartungsfreie
SeGMo-
System mit integriertem
Multiturn-Absolutwertgeber
umfasst
Stellantriebe und digitale
Positionsanzeigen.
Diese effizienzsteigernden
Lösungen
zur Voll- und Teilautomatisierung
von
Verstellungen benötigen keine Pufferbatterien. Die
entfallenden Batteriewechsel bieten dabei neben
ökologischen auch ökonomische Vorteile: Die Anwender
sparen Betriebskosten und vermeiden unge-
plante Stillstandzeiten der Anlage aufgrund mangelnder
Spannungsversorgung der Geräte. Der batterielose
Ansatz wird von Lenord+Bauer bereits seit der
Markteinführung des SeGMo-Systems verfolgt. Jedes
neue Produkt wird weiterhin konsequent ohne Batterie
entwickelt. Dies ist ein signifikanter Unterschied
zu den meisten Wettbewerbsprodukten, die häufig
noch auf Batterien angewiesen sind.
Für den Maschinenhersteller und den Anwender entfällt
somit auch die Notwendigkeit, sich mit kommenden
Regelungen der Batterieverordnung und den
damit verbundenen Rücknahmeverpflichtungen für
Inverkehrbringer von Batterien auseinanderzusetzen.
Dies macht das SeGMo-System nachhaltig und zukunftssicher.
Lütze: intelligentes Lüftersystem AirBlower Compact
Bedarfsgerechte Kühlung für kleine Schaltschränke
Mit dem Lüftersystem AirBlower Compact
bietet Lütze eine Lösung zur bedarfsgerechten
Klimatisierung von kleinen Schaltschränken.
Der AirBlower ist integriert in
das Verdrahtungssystem AirStream und
verhindert effektiv Hotspots, indem er
durch gezielte Luftführung die Wärme
gleichmäßig verteilt. Ergänzt durch Luftleitelemente
und intelligente Regeltechnik
wird ein konstanter Temperaturverlauf sichergestellt.
Besonders nachhaltig sind die
kleinen Lüfter, weil sie den Energiever-
brauch gegenüber aktiven Kühlmedien minimieren.
Das reduziert nicht nur Betriebskosten,
sondern auch CO 2 -Emissionen und
den Einsatz von Kältemitteln. Weniger
Kühlkomponenten bedeuten auch geringeren
Materialaufwand sowie vereinfachte
Recycling- und Rückbauprozesse. Das Ergebnis
sind geringere Wärmeschwankungen,
keine Hot-Spots, eine längere Lebensdauer,
seltenerer Wartungsbedarf – und so
ein Beitrag zur Ressourcenschonung.
Bild: Lütze
14 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Inatech/Universität Freiburg: Circular System Design
Ein Beitrag zur nachhaltigen Produktentwicklung
Convergent Creation Model zur ganzheitlichen,
nachhaltigen Entwicklung eines kreislauffähigen Systems
Die Entwicklung kreislauffähiger und nachhaltiger
Produkte erfordert eine Veränderung
der Entwicklungsmethodik. Der hier
vorgestellte Ansatz nimmt sich dieser Herausforderung
an. Mit der Methode des
Circular System Design wird der Prozess
der Produktentwicklung von Anfang an auf
die ganzheitliche Betrachtung der relevanten
Systeme des kreislauffähigen Lebenszyklus
ausgerichtet. Die Entwicklungsmethodik
beschreibt somit den Prozess eines
nachhaltigen Produktdesigns, das darauf
abzielt, Kreisläufe und soziale Aspekte als
integralen Bestandteil in den Designprozess
zu integrieren. Die Grundlage dafür ist ein
neu definiertes Entwicklungsziel, das sog.
Circular System, welches aus drei von -
Bild: Inatech/Universität Freiburg
Bild: Inatech/Universität Freiburg
einander abhängigen Elementen besteht:
Der Entwicklungshorizont erweitert sich
um das Life Cycle System und das Context
System. Dadurch rückt im Unterschied zum
klassischen Ansatz der Produktentwicklung
nicht das Produkt, sondern die Zirkularität,
das heißt die Entwicklung eines
kreislauffähigen Systems, in den Fokus.
Aufbauend auf dieser zentralen Veränderung
wurde das Convergent Creation
Model entworfen. Es hilft, den Planungsund
Entwicklungsprozess von Beginn
ganzheitlich zu denken und somit die
Komplexität zu strukturieren und zu kontrollieren.
Kontakt: Nathanael Nafz
(nathanael.nafz@web.de)
Weidmüller Interface: Klippon Connect Endwinkel
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Mit den Endwinkeln ist ein Produkt verfügbar,
welches zu 100 % aus recyceltem Material
besteht. In Sachen Funktionalität
steht der Endwinkel herkömmlichen Pendants
in nichts nach: In allen Arten von industriellen
Schaltschränken vermeidet die
recycelte Variante zuverlässig das Verschieben
von Komponenten auf der Tragschiene
– und liefert darüber hinaus einen Beitrag
zur Kreislaufwirtschaft. Generell
werden ausführlicher Lebenszyklusanalysen
durchgeführt.
Dabei lassen sich
das Potential zur Dekarbonisierung
ermitteln
und konkrete und
verbindliche Maßnahmen zur Umsetzung
erarbeiten – Teil des Eco-Design-Workshop,
der ein verbindlicher Baustein im
Entwicklungsprozess ist. Im Sinne einer
zirkulären Wertschöpfung werden so Produktionsabfälle
wiederverwendet und in
der Produktion Material-Kreisläufe geschlossen.
Etwa durch sortenreines Erfassen,
Aufbereiten und Regranulieren der
Kunststoffabfälle, wodurch diese
wieder als Rohstoff nutzbar
werden. Bereits heute
verarbeitet Weidmüller
bei der Herstellung
seiner Produkte bis zu
20 % Regranulat.
Bild: Weidmüller
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 15
Bild: Gorodenkoff/stock.adobe.com
Im Industrial Metaverse lassen sich komplexe Zusammenhänge visualisieren und simulieren. Auf diese Weise
entstehen neue Entwicklungsumgebungen unter Einschluss kollaborativer und verteilter Plattformen.
Virtuelle Produkt- und Prozesssimulation im Industrial Metaverse
„So können wir unsere Lösungen
effizient testen und optimieren“
IM INTERVIEW
Dr. Jan Jarvis,
Head of Virtualization,
Sick AG,
Waldkirch
Das Industrial Metaverse ermöglicht es, die Produktentwicklung breiter auf -
zustellen und domänenübergreifend enger zusammenzuarbeiten. Das nutzt
der Komponentenhersteller und Lösungsanbieter Sick, um sensorbasierte
Applikationen noch intensiver zu validieren. Von Vorteil ist dabei das
Simulationstool Issac Sim, das als Teil des Omniverse-Ökosystems von
Nvidia das Testen und Optimieren von autonomen Systemen wie Robotern
vereinfacht. Dabei lassen sich Testszenarien generieren, die speziell mit
Blick auf die optoelektronische Sensorik auch dynamisch Lichtreflexionen,
Materialien und Umgebungsbedingungen berücksichtigen.
KEM Konstruktion|Automation: Um
das Industrial Metaverse ist es stiller
geworden, doch Sick setzt die Technik
auf Basis der Omniverse-Plattform von
Nvidia bereits ein. Was genau macht ein
Komponentenhersteller damit?
Dr. Jan Jarvis (Sick): Das Industrial
Metaverse ist kein einzelnes Projekt, das
irgendwann fertiggestellt und dann angeschaltet
wird. Vielmehr handelt es sich
um eine gemeinsame Richtung, in die
verschiedene Domänen und Industrien
zusammenarbeiten. Auf diesem Weg ent-
stehen zahlreiche Technologien, die bereits
heute einen hohen Nutzen stiften
und effektiv eingesetzt werden können.
Ein Beispiel dafür ist Nvidia Omniverse –
eine kollaborative 3D-Plattform, die großen
Wert auf Interoperabilität und offene
Standards legt.
Mit Omniverse können wir 3D-Workflows
und -Anwendungen entwickeln,
denn die Plattform bildet ein skalierbares
Ökosystem, das eine Brücke zwischen
unterschiedlichen Engineering-Tools
schlägt. Konkret bedeutet das: Anwender
verschiedener Konstruktions- und Simulationstools
können synchronisiert und
domänenübergreifend zusammenarbeiten.
Darauf aufbauend nutzen wir die
Simulationsplattform Isaac Sim von
Nvidia, die speziell für das Entwickeln,
Testen und Optimieren autonomer Systeme
– wie beispielsweise Robotern – in
virtuellen Umgebungen konzipiert wurde.
Isaac Sim bringt die notwendigen Technologien
mit, um unsere optoelektronischen
Sensoren auch in dynamischen
Umgebungen effizient zu simulieren. So
können wir bereits im Entwicklungsprozess
komplexe Interaktionen und Szena-
16 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Interview « Digitalisierung/Engineering « TRENDS
»Das Industrial Metaverse verändert Arbeit und
Methodik in den Konstruktionsabteilungen –
wir können auf diese Weise nicht nur Zeit und
Kosten sparen, sondern zugleich nachhaltiger
produzieren und schneller am Markt sein.«
Bild: Sick
Dr. Jan Jarvis, Head of Virtualization, Sick AG, Waldkirch
rien modellieren, unsere Lösungen
testen und optimieren.
Das eröffnet eine Reihe
von Möglichkeiten, wie die
• effiziente Konfiguration
und Validierung von Sensoren
und Automatisierungslösungen,
• die Generierung von Trainingsdaten
für KI-gestützte
Vision-Systeme sowie
die
• Reduzierung von Entwicklungszeit
und Kosten,
da viele Tests virtuell
erfolgen können.
Kurz gesagt: Diese Technologien
sind ein wichtiger
Schritt in Richtung Industrial
Metaverse – und sie liefern
uns schon heute echten
Mehrwert.
KEM Konstruktion|Automation:
Das Industrial Metaverse
beeinflusst also umfassend
die Arbeit in Ihren
Konstruktionsabteilungen?
Jarvis: Ich würde noch einen
Schritt weiter gehen – das
Industrial Metaverse besitzt
ein hohes disruptives Potential
für Entwicklung, Projektierung,
Simulation und Inbetriebnahme
von technischen
Produkten; von der Mega-
Maschine bis hin zum smarten
Sensor. Grund ist, dass
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 17
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TRENDS » Digitalisierung/Engineering » Interview
tuell erfolgen können – und das Industrial
Metaverse schlägt sehr effektiv die Brücke
zwischen der virtuellen und der realen
Welt.
Einer der wesentlichen Vorteile ist, dass
sich komplexe Zusammenhänge so visualisieren
und simulieren lassen – oftmals
lange bevor entsprechende Hardware zur
Verfügung steht. Für Engineering-Tools
wie CAx-Software und CAx-basierte Simulationsplattformen
bedeutet dies, dass
sie sich aus dem reinen Entwicklungs- und
Konstruktionsumfeld lösen. Sie werden
zunehmend durch kollaborative und verteilte
Plattformen ergänzt, woraus neue
Entwicklungsumgebungen entstehen.
All das verändert Arbeit und Methodik
in den Konstruktionsabteilungen, denn
Teams anderer Standorte oder Fachdisziplinen
wie Produktmanagement, Marketing,
Vertrieb oder Service ist es damit bereits
in der Produktentwicklung möglich,
aus ihrer Sicht relevante Aspekte in die
Entwicklungsprozesse einfließen zu lassen.
Hersteller wie wir können auf diese
Weise nicht nur Zeit und Kosten sparen,
sondern zugleich nachhaltiger produzieren
und schneller am Markt sein. Das Industrial
Metaverse bringt also viel in Bewegung
– selbst in eher traditionell ausgerichteten
Industrie- und Maschinenbauunternehmen.
KEM Konstruktion|Automation: Können
Sie an einem Beispiel erläutern, wie
sich Prozesse beschleunigen und Produkte
verbessern lassen?
Testszenario im Industrial Metaverse für eine Verpackungslinie: Speziell die Sensorik kann hier
eingehend auf Funktion geprüft werden – lange bevor ein realer Versuchsaufbau erforderlich ist.
Bild: Sick
Jarvis: Die Simulation – eigentlich die
Nachbildung realer Szenarien – ist im industriellen
Kontext die virtuelle Vorwegnahme
dessen, was sich oft nicht einfach
hardwaremäßig oder prozesstechnisch
darstellen lässt. So sind beispielsweise
Hersteller großer Maschinen und Anlagen
– die nicht oder nur mit großem Aufwand
transportiert werden können – in der Lage,
diese anhand eines virtuellen dreidimensionalen
Modells auf Messen zu zeigen
und Kunden zu präsentieren. In Projekt-
und Planungsgesprächen ist es
möglich, verschiedene Maschinenkonfigurationen
oder arbeitssicherheitsrelevante
Installationen ohne mechanische
Umbauten darzustellen – und in ihren
Funktionen zu visualisieren und zu validieren.
Aber auch Komponentenhersteller wie
Sick – als Lösungsanbieter für sensorbasierte
Applikationen – eröffnen sich mit
dem Industrial Metaverse vielfältige Vorteile.
So lassen sich beispielsweise Sensoren
in unterschiedlichen Anschluss- und
Schnittstellenversionen als 3D-Modelle
zeigen oder direkt in virtuelle Montage -
situationen von Maschinen integrieren, in
ihrer Funktionsfähigkeit testen und in ihrem
Arbeitsabstand oder ihrer Ausrichtung
optimieren. Dadurch können Sensor -
applikationen nicht nur präsentiert, sondern
auch konkrete Herausforderungen
gelöst werden – und das mit einer größeren
Flexibilität als in der Realität.
KEM Konstruktion|Automation: Welche
Voraussetzungen müssen für den
erfolgreichen Einsatz digitaler Engineering-Tools
im Industrial Metaverse gegeben
sein?
Jarvis: Hauptvoraussetzung ist Interoperabilität!
Zukunftsfähige Engineering-
Tools und Simulationsplattformen müssen
offen, also nicht proprietär sein und
die Kollaboration über Datenformate und
Domänengrenzen hinweg unterstützen.
Ist dies gegeben, muss natürlich auch das
Simulations-Tool selbst passen. Für Sick
beispielsweise bedeutet dies, dass es in
der Lage sein muss, die komplexen physikalischen
Prozesse moderner optischer
Sensormesstechnik realitätsnah darzustellen.
Da geht es dann unter anderem
um Lichtreflexionen, Materialien und
Umgebungsbedingungen – vor allem in
dynamischen Umgebungen. Diese und
andere Parameter sind entscheidend für
die virtuelle Entwicklung, Optimierung
und Inbetriebnahme von Sensorlösungen,
insbesondere im Zusammenhang mit
Kundenapplikationen.
Um die Grundanforderung an Offenheit
und Interoperabilität im Industrial Metaverse
zu erfüllen, setzen wir auf OpenUSD
(Universal Scene Description) als zukunftsfähiges
Format für den Austausch
von 3D-Daten. Es erfüllt gleichermaßen
die Anforderungen aus der Konstruktion
und ermöglicht darüber hinaus anspruchsvolle
Renderinganwendungen.
OpenUSD bildet aus unserer Perspektive
einen wesentlichen Baustein, um das Industrial
Metaverse auch in der Automatisierungsindustrie
einzusetzen, in der es
sich zunehmend etabliert. Und in Kombination
mit der Omniverse-Plattform können
wir wie von uns gewünscht nahtlos
OpenUSD-basierte 3D-Workflows und
-Anwendungen generieren.
18 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
KEM Konstruktion|Automation: Bei
welchen Sensortechnologien nutzen Sie
die Technik bereits?
Jarvis: Aktuell stehen in Omniverse die
LiDAR-Sensoren, multiScan156, pico -
Scan150 und TiM781, sowie der Sicherheitslaserscanner
nanoScan3 zur Verfügung
– weitere Produktfamilien wie etwa
MRS1104C oder die Vision-Sensoren
Inspector83x werden folgen. Auf diese
Weise lassen sich virtuelle Sensormodelle
direkt in bestehende Projekte mit Isaac
Sim integrieren und ohne zusätzliche Anpassungen
nutzen.
KEM Konstruktion|Automation: Letztlich
ermöglicht es also das Industrial
Metaverse, den digitalen Zwilling vom
Entwicklungsprozess bis hinein in die
Anwendung einzusetzen?
Jarvis: Exakt! Der digitale Zwilling ist die
virtuelle, digitale Repräsentanz des – aktuell
oder später – physisch greifbaren
Objekts. Gleichzeitig stellt er die vereinheitlichte,
standardisierte Schnittstelle
zwischen virtuellen Lösungen und der
realen Welt dar und ermöglicht so einen
nahtlosen Datenaustausch. Die Simula -
tion erweckt nun den digitalen Zwilling
zum Leben – und ermöglicht es virtuellen
Systemkomponenten, auf Basis von physikalischen
oder logischen Modellen
dynamisch mit der Umgebung zu interagieren
und zu kommunizieren.
Eine Besonderheit des Industrial Metaverse
ist es, dass hier über Domänengrenzen
hinweg kollaborativ und immersiv
gearbeitet werden kann – über den digitalen
Zwilling können also aus unterschiedlichen
Bereichen Daten und Merkmale,
wie beispielsweise die Orientierung
oder Parametrierung des Sensors, dynamisch
angepasst und mittels Simulation
überprüft werden. Bei der Projektierung
oder virtuellen Inbetriebnahme eröffnet
sich so die Möglichkeit, bereits in einer
frühen Phase und engmaschig Funktionsund
Integrationstests zu fahren und beispielsweise
Sensoren bei Bedarf anders zu
platzieren, auszurichten oder in ihrer
Funktion anzupassen. Mit einem digitalen
Zwilling im Industrial Metaverse können
also Änderungen an virtuellen Modellen
realitätsnah geprüft und validiert werden,
bevor sie in der physischen Welt umgesetzt
werden.
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 19
METHODEN & TOOLS » Produktentwicklung
KI-basierte Erfassung und Zuordnung von Zeichnungsinformationen
STEP-Modelle ohne Medienbrüche
als zentrale Infoquelle nutzen
Mit dem neuen Software-Modul classmate DRAW von simus systems gelingt die nahtlose Integration
von digitalen Zeichnungsinformationen in die IT-Systeme der Produktentwicklung und Fertigung.
Classmate DRAW ordnet die 2D-Zeichungsinformationen sogar der 3D-Geometrie eines STEP-Modells
richtig zu. Vollständige Produktdaten mit genauer Klassifizierung, bessere Ergebnisse der Bauteilsuche
und genauere Kalkulationen sind nur einige der Vorteile, die sich damit erreichen lassen.
Seit Leonardo da Vinci (1452 – 1519)
sind detaillierte technische Zeichnungen
in mehreren Ansichten das „maßgebliche“
Medium bei der Kommunikation
zwischen Planenden und Ausführenden.
Kein Wunder, wenn 2D-Ansichten in Zeiten
von 3D-CAD und Digitalisierung in
vielen Betrieben immer noch als verbindliches
Medium für die Fertigung gelten.
Diese Zeichnungen enthalten oft mehr Informationen
als das 3D-Modell, von dem
sie heute meistens abgeleitet werden. Die
Gründe dafür sind vielfältig: So wird die
Product Manufacturing Information (PMI)
am 3D-Modell selten vollständig eingepflegt
– oder geht bei Datenübergaben
verloren. Dann werden auf weiteren Stufen
der Prozesskette, etwa in Einkauf oder
Mit künstlicher Intelligenz integriert
classmate DRAW Product Manufacturing
Information (PMI) mit 3D-Modellen.
Bild: simus systems
Arbeitsvorbereitung, Entscheidungen getroffen
und wichtige Informationen hinzugefügt.
Zu diesen Informationen gehören
etwa Toleranzen, 3D-Annotationen
wie Gewindeinformationen, Materialspezifikationen,
Anforderungen bezüglich
Oberflächengüte und auch (partielle)
Nachbehandlungen. Ohne sie ist ein Bauteil
nicht vollständig definiert und lässt
sich nicht exakt herstellen.
Darin erkannte simus systems eine Herausforderung.
Der Spezialist beschäftig
sich seit der Gründung 2002 mit der Erfassung
von Produktinformationen und
unterstützt heute Industrieunternehmen
bei der Aufbereitung, Strukturierung und
Klassifizierung der Datenbestände in
CAD-, PDM-, und ERP-Systemen. Dazu
wurde die Software-Suite simus classmate
entwickelt. Die einzelnen Module sorgen
dafür, Materialstamm- oder CAD-Daten
optimal zu strukturieren und zu klassifizieren
oder die zukünftigen Herstellkosten
eines Bauteils anhand einer sekundenschnellen
Analyse seines CAD-
Modells zu kalkulieren. Die Erfassung der
PMI sollte der Genauigkeit dieser Kalkulation
die Krone aufsetzen. Mit der neuen
künstlichen Intelligenz und bewährten
Routinen entwickelte simus systems nun
ein Verfahren zur Erkennung und Zuordnung
von Zeichnungsinformationen.
Zeichnungserkennung mit KI
Das neue Modul classmate DRAW analysiert
Zeichnungsdateien automatisch per
KI. Sie liest den Schriftfeldblock und die
Annotationen, interpretiert die Inhalte
und speichert sie strukturiert ab. Dazu gehören
Passungen, Form- und Lagetoleranzen,
Gewindeangaben, Oberflächenangaben
und andere Fertigungshinweise. Alle
Bemaßungen werden in eine standardisierte
Datenstruktur gebracht. Im Hintergrund
schafft classmate DRAW zu jeder
Zeichnungsdatei eine Datenbasis, die sich
in gängige CAD-, CAM-, PDM- und ERP-
Systeme integrieren lässt. Bisher führte
der einzige Weg in diese Systeme unweigerlich
über eine Tastatur. Mit classmate
DRAW kann man nun durchgängig digitale
Prozesse schaffen.
Für Hersteller ergibt sich daraus ein hoher
Nutzen, denn die Zeichnungsinformationen
werden an vielen Stellen ge-
20 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Die geometrische Ähnlichkeitssuche in classmate CAD wird mit dem neuen Modul noch feinmaschiger.
Bild: simus systems
Plötzlich
300.000
statt
80.000
Artikel?
braucht: Für Bestellungen im Einkauf, zur
Nachkalkulation, für die Qualitätssicherung,
bei Nachbestellungen, für die Herstellung
von Varianten oder bei Ersatzteilbedarf.
Die Software ordnet die PMI
automatisch einem CAD-Modell im
S3D-Format von simus systems zu, das als
Vorschaumodell und bei der Suche nach
Ähnlichteilen unterstützt.
Über ein STEP-Modell
zur CAM-Bearbeitung
Damit wird classmate DRAW hochinteressant
für Hersteller und Zulieferer. Denn
das Programm kann nicht nur ein 3D-Modell
um Zeichnungsinformationen ergänzen,
sondern dieses auch in ein neutrales
STEP-Modell verwandeln. Wenn das 3D
CAM-System dieses einlesen kann, könnte
es zur Grundlage der NC-Programmierung
werden. Wer also bisher ein 3D-Modell
und eine Zeichnungsdatei zur Erstellung
von CAM-Programmen verschickt
oder erhalten hat, kann nun ein vollwertiges
STEP-Modell als zentrale Informa -
tionsquelle ohne Medienbrüche nutzen.
Durchgehende Digitalisierung
Die neue KI-basierte Zeichnungserkennung
entfaltet ihren Nutzen als Einzelprodukt,
aber auch in Verbindung mit anderen
Lösungen von simus classmate:
• Das Modul classmate CAD dient etwa
der vollautomatischen Analyse und
Klassifikation von 3D-Modellen und
fördert die Wiederverwendung von
Bauteilen durch eine geometrische
Ähnlichkeitssuche. Die Software integriert
sich nahtlos in führende CAD-
Systeme. Durch die Informationen aus
der automatischen Zeichnungserkennung
werden Beschreibung, Klassifizierung
und Suchkriterien der Modelle
nun noch genauer.
• Mit der Suchmaschine classmate
FINDER finden Konstrukteure gefragte
Eigenschaften, Geometrien und Bauteile
noch schneller und treffsicherer
im Modellbestand. Die resultierende
höhere Wiederverwendungsrate von
Bauteilen und die Reduzierung von
Dubletten führen zu Einsparungen
entlang der gesamten Prozesskette.
• Die Kalkulationslösungen classmate
PLAN und costing24 im Internet arbeiten
wesentlich genauer und vorherige
manuelle Schritte wie das Anfügen
von Annotationen entfallen, da sie
mehr relevante Informationen zielgerichtet
berücksichtigen. Davon profitieren
Einkäufer und Arbeitsvorbereiter
in den Unternehmen, aber auch Zulieferer
und Fertigungsdienstleister.
Mit der Software classmate DRAW ist es
simus systems gelungen, den KI-Einsatz
bis zu den Wurzeln der Wertschöpfung in
der Fertigung auszudehnen, um durchgängig
digitale Prozesse zu schaffen. Die
smarten Lösungen von simus classmate
erschließen auf diese Weise die Potentiale
der Digitalisierung und bringen echte
Produktivitätsgewinne.
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TRENDS » Getriebe, Kupplungen & Bremsen » Perspektiven
Kupplungen als Datenquellen:
Sensordaten in Verbindung mit
KI lassen sich nutzen, um eine
(Selbst-)Optimierung des
Antriebsstrangs zu erreichen.
Integration von Sensorik in Kupplungen
Smartere Kupplungen,
höhere Prozesssicherheit
IM ÜBERBLICK
Durch Sensorik werden
Kupplungen zu intelligenten
Systemkomponenten, die
zusätzlich wertvolle
Betriebsdaten liefern.
Die Integration von Sensorik in Kupplungen gewinnt insbesondere im Kontext von Industrie 4.0,
Predictive Maintenance und smarter Antriebstechnik an Relevanz. Kupplungen gelten traditionell als rein
mechanische Maschinenelemente, die Drehmoment und Bewegung übertragen. Durch Sensorik werden sie zu
intelligenten Systemkomponenten, die zusätzlich wertvolle Betriebsdaten liefern. Details zu aktuellen Entwicklungen
erläutern Ferdinand Etschmann, Produktmanager bei mayr Antriebstechnik, und Lukas Dominik,
Technical Sales & Projects bei R+W Antriebselemente.
Bild: stock.adobe.com/Looker_Studio
Nico Schröder, Korrespondent KEM Konstruktion|Automation, Augsburg
Roba drive checker ist eine drehmomentmessende
Wellenkupplung –
abgestimmt auf die Prozess- und
Zustandsüberwachung von Maschinen.
Bild: mayr Antriebstechnik
KEM Konstruktion|Automation: Inwieweit setzen
Sie auf die Integration von Sensorik in Kupplungen
und welche Vorteile sehen Sie?
Ferdinand Etschmann, mayr Antriebstechnik:
Wir haben vor mittlerweile über 15 Jahren begonnen,
unsere Wellenkupplungen „smart“ zu machen und
mit integrierten Sensoren auszustatten. Das spart
Platz und zusätzliche Komponenten. Dieser Ansatz
ist gerade im Bereich der Prozessüberwachung
attraktiv, wo neben der Genauigkeit auch die Wirtschaftlichkeit
eine wichtige Rolle spielt. Wir grenzen
uns damit bewusst ab zur Messtechnik und Messsystemen
aus dem Prüfumfeld, die ein anderes Ziel verfolgen.
Hinter unserem Roba drive checker steckt die
Idee der industriellen Prozessüberwachung. Er muss
22 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Ferdinand Etschmann
ist Produktmanager
bei mayr Antriebstechnik
in Mauerstetten.
Bild: mayr Antriebstechnik
ES IST NICHT NUR
EINE WELLEN,
ES IST EINE LÖSUNG
FÜR IHRE ANWENDUNG
»Die Sensorik der smarten
Kupplungen hilft dabei, Fehler
und Ausfallzeiten zu reduzieren
oder ganz zu vermeiden.«
also als Gesamtpaket rentabel für die Kunden sein.
Die Sensorik der smarten Kupplungen hilft dabei,
Fehler und Ausfallzeiten zu reduzieren oder ganz zu
vermeiden. Denn durch das Monitoring im Antriebsstrang
besteht die Chance, Fehler und Verschleiß, die
sich schleichend ankündigen, frühzeitig zu erkennen
und dann auch vorausschauend zu handeln. Auch bei
der Planung von Wartungszeiträumen können zum
Beispiel im Vorfeld die richtigen Verschleißteile geordert
werden. So verkürzt sich die Zeit der Wartung
und damit insgesamt die Stillstandzeit der Anlage.
Gerade sich verändernde Drehmomente bei immer
gleichen Prozessabläufen sind hier ideale Signalgeber
beziehungsweise Indizien. Auch Belastungszustände,
die über die Sensorik (Drehmoment) im
Antriebsstrang erfasst werden, ermöglichen dem
Betreiber der Anlage das Wartungsintervall gegebenenfalls
früher oder später durchzuführen und besser
zu planen. Neben der Lebensdauer der Maschine
steigt der Output und auch die Qualität des Endprodukts
lässt sich so gegebenenfalls verbessern.
Lukas Dominik, R+W Antriebselemente: Kupplungen
sind traditionell rein mechanische Elemente,
die Drehmoment übertragen und Wellenversätze
ausgleichen. Mit der Integration von Sensorik erweitern
sie sich jedoch zu intelligenten Systemkomponenten.
Da die Kupplung direkt im Kraftfluss sitzt,
liefert sie reale Daten über Drehmomente, Drehzahlen
oder Temperaturen. Diese Werte lassen sich
nahezu in Echtzeit erfassen und in digitale Monitoring-Systeme
einbinden. Der Vorteil liegt darin, dass
Unternehmen nicht länger auf externe, schwer integrierbare
Messtechnik angewiesen sind. Stattdessen
können sie Betriebsdaten unmittelbar im Antriebsstrang
gewinnen, um Anlagen besser zu dimensionieren,
präziser zu steuern, Schwachstellen frühzeitig
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KEM Konstruktion|Automation: Können Sie die
Sensordaten in Verbindung mit KI nutzen, um eine
(Selbst-) Optimierung des Antriebsstrangs zu
erreichen?
Etschmann, mayr Antriebstechnik: Unsere Robadrive-checker-Technologie
ist offen für viele Schnittstellen
(analog/digital). Letztendlich fließen alle
Daten aus dem Antriebsstrang ja beim Kunden
zusammen. Daten aus der Kupplung helfen, den
Antriebsstrang zu optimieren und dieser beeinflusst
natürlich auch unsere Kupplung hinsichtlich ruhigem
(schwingungsarmen) Lauf. Um hier ein Optimum zu
erreichen, ist es denkbar, dies mit KI auszuwerten
und Regelprozesse zu entwickeln.
Dominik, R+W Antriebselemente: Unser Fokus
liegt auf der zuverlässigen Erfassung physikalischer
Messgrößen wie Drehmoment und Drehzahl, auf
strukturierter Data Acquisition sowie der
bedarfsgerechten Bereitstellung der Daten. Diese bilden
die Grundlage, um KI-gestützte Simulationen im
Antriebsstrang zu ermöglichen und zugleich reale
Produktionsprozesse mit modernen Analyse- und KI-
Methoden auszuwerten. So lassen sich Lastprofile
analysieren, die Leistung anforderungsspezifisch
abrufen, Verschleißtrends vorhersagen und die
Dimensionierung einzelner Komponenten optimieren.
Die Kupplung liefert den entscheidenden Input,
während die eigentliche Auswertung flexibel in den
Systemen unserer Kunden erfolgt. So können Produktivität
gesteigert, Ausfälle reduziert und Energieeffizienz
erhöht werden.
Etschmann, mayr Antriebstechnik: Wir arbeiten
unter anderem an der sensorlosen Überwachung
unserer mechanischen Komponenten, um diese fit für
die IoT-Welt zu machen. Außerdem werden wir weitere
Funktionen in unseren Roba drive checker integrieren,
um den Kunden noch mehr Informationen
rund um den Antriebsstrang zur Verfügung zu stellen.
Dominik, R+W Antriebselemente: Ein zentraler
Trend ist die Standardisierung und Modularisierung
sensorintegrierter Kupplungen. Mit unserer iPK-
Modellreihe haben wir ein Baukastensystem
geschaffen, das sich flexibel mit Balg-, Elastomer-,
Lamellen- und Sicherheitskupplungen kombinieren
lässt. Diese modulare Bauweise erleichtert Montage,
Anpassung und Wiederverwendung in verschiedenen
Anwendungen – von Prüfständen bis hin zu Serienanlagen
in der Produktion. Mit diesem Ansatz sind
wir bereits erfolgreich und arbeiten daran, die iPK
mittelfristig, um weitere Baureihen mit kleinerem,
aber auch größerem Drehmoment zu erweitern. So
wird die Kupplung zum strategischen Datensammler
und Schlüsselbauteil der smarten Antriebstechnik.
www.mayr.com
www.rw-kupplungen.de
Bild: R+W Antriebselemente
Lukas Dominik,
Technical Sales & Projects, R+W Antriebselemente
»Da die Kupplung direkt im Kraftfluss sitzt, liefert sie reale Daten
über Drehmomente, Drehzahlen oder Temperaturen.«
24 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Messe Frankfurt Group
Getriebe, Kupplungen & Bremsen « TRENDS
Lässt sich eine Überlastkupplung nach dem Auslösen schnell wieder einrücken,
kann die Produktion schneller wieder aufgenommen werden.
Bild: KBK Antriebstechnik
Die neue starre Kupplung KBST1
ermöglicht eine einfachere Montage
als die bisherigen Modelle.
Überlastkupplungen mit neuer Eigenschaft
Kürzere Einrückund
Montagezeiten
Bild: KBK Antriebstechnik
Zur Messe SPS 2025 stellt KBK Antriebstechnik eine freischaltende
Überlastkupplung vor, deren neuer Einrückmechanismus eine besonders
komfortable Bedienung ermöglichen soll.
18. – 21.11.2025
FRANKFURT / MAIN
10 JAHRE FORMNEXT
Wo AM-Fortschritt
Ihre Produktion
transformiert
Konstruktives Merkmal einer neuen,
freischaltenden Überlastkupplung
von KBK Antriebstechnik soll ein besonderes
komfortabler Einrückmechanismus
sein. „Ein vergleichbares Produkt gibt es
bislang nicht auf dem Markt“, erläutert
KBK-Geschäftsführer Sven Karpstein.
„Damit kann die Kupplung nach der Beseitigung
des Überlastfalls sehr schnell
und mit wenig Kraft wieder eingerückt
werden – und der Betrieb wieder aufgenommen
werden.“ KBK will den neuen
Einrückmechanismus für alle freischaltende
Sicherheitskupplungen in seinem
Produktprogramm anbieten.
Mit dabei in Nürnberg sind zudem zwei
neue Baureihen der Überlastkupplungen:
• Eine Variante mit angebauter
Gelenkkupplung gleicht selbst einen
hohen Versatz problemlos aus.
• Die Ausführung mit integrierter
Schlitzkupplung macht die Überlastkupplung
noch etwas robuster als die
Versionen mit Metallbalg.
Die Überlast- beziehungsweise Sicherheitskupplungen
basieren auf dem Kugel-
Rast-Prinzip und sind durch die spezifische
Anordnung der Kugeln als Sperrkörper
spielfrei. Jede Überlastkupplung wird
ab Werk auf das gewünschte Auslösemoment
eingestellt und getestet. Nach der
Inbetriebnahme kann dieses kundenseitig
stufenlos nachgestellt werden.
Einfache Installation
Im Fokus des Messeauftritts steht darüber
hinaus eine neue Baureihe der starren
Kupplungen. Die KBST1 besitzt durchgängige
Bohrungen und wird mit Gewindestiften
und einer Passfedernut befestigt.
Damit unterscheidet sie sich von den bisher
verfügbaren Varianten, die entweder
mit Klemmnabe oder Halbschalen montiert
wird. Die KBST1 mit Drehmomenten
von 4 bis 490 Nm lässt sich noch einfacher
installieren, sodass Maschinen- und
Anlagenbauer wertvolle Zeit sparen.
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 25
TRENDS » Getriebe, Kupplungen & Bremsen
Zykloid- und Wellgetriebe punkten im Team bei der Präzision in der Automatisierung
Unschlagbares Doppel
mit weitem Drehmomentspektrum
Die Kombination von Zykloid- und Wellgetrieben ermöglicht mit Blick auf Präzision, Drehmomentkapazität und
Drehmomentdichte eine hohe Performance. Ein Beispiel sind Roboter, deren große Achsen mit Zykloidgetrieben
ausgestattet sind, während im Bereich des Endeffektors Wellgetriebe zum Einsatz kommen. Nabtesco hat beide
Getriebebauarten im Angebot und deckt damit ein Drehmoment spektrum von 7 bis 70.000 Nm ab – was
effizientere Prozesse und eine hohe Wirtschaftlichkeit ermöglicht.
Jennifer Hagmeyer, Team Lead Marketing, Nabtesco Precision Europe GmbH, Düsseldorf
Das Produktportfolio von Nabtesco umfasst Zykloidgetriebe sowie Well getriebe
und bietet eine vollständige Skalierbarkeit von 7 bis 70.000 Nm.
Das Konstruktionsdesign steht und die
technischen Spezifikationen der
Komponenten sind bekannt. Doch welches
Getriebe erfüllt die Anforderungen
am besten? Wie lassen sich Schnittstellenprobleme
bei der Motoranbindung vermeiden?
Welche Möglichkeiten zur Kostenreduzierung
gibt es im Bereich Antriebstechnik?
Antworten auf diese und
weitere Fragen will die Nabtesco Precision
Europe GmbH geben, einer der Spezialisten
für Präzisionsgetriebe. Das Produktportfolio
umfasst sowohl Wellgetriebe –
entwickelt und produziert in Limburg an
der Lahn (Standort Ovalo GmbH) – als
auch Zykloidgetriebe.
„Ist Präzision eine zentrale Anforderung,
sind Präzisionsgetriebe das Mittel
Bild: Nabtesco
der Wahl“, erläutert Christian Otto, Senior
Application Engineer bei Nabtesco. „Mit
Zykloidgetrieben und Wellgetrieben haben
wir zwei extrem leistungsstarke
Technologien im Programm, die sich optimal
ergänzen und zu einer vollständigen
Skalierbarkeit von 7 bis 70.000 Nm führen.“
Auf diese Weise lassen sich Auslegungsprozesse
optimieren und Entwicklungszyklen
beschleunigen. Während Zykloidgetriebe
aufgrund ihrer herausragenden
Steifigkeit Spezialisten für höhere
Drehmomente sind, sind die spielfreien
Wellgetriebe vor allem im unteren Drehmomentbereich
zuhause und kommen
überall dort zum Einsatz, wo eine hohe
Performance gefordert ist, aber nur wenig
Bauraum zur Verfügung steht.
Doch was macht die Kombination
Zykloid- und Wellgetriebe für die Automatisierung
so interessant? Ist es die sehr
gute Übertragungs- und Wiederholgenauigkeit?
Die hohen Untersetzungen in
einer Stufe? Die große Schockbelastbarkeit
(bis zu 500 % des Nenndrehmoments)?
Die kompakte Bauweise? Die lange
Lebensdauer? „All diese Punkte sind
zutreffend und gleichzeitig nur ein Teil
der Wahrheit“, so Otto weiter. „In puncto
Präzision, Drehmomentkapazität und
Drehmomentdichte ermöglichen die beiden
Technologien im Zusammenspiel eine
hohe Performance. Werden die größeren
Achsen eines Roboters beziehungsweise
einer Maschine mit Zykloidgetrieben ausgestattet
und die kleineren im Bereich des
Endeffektors mit Wellgetrieben, lässt sich
bezüglich der Gesamtverkettung aller
Achsen die bestmögliche Präzision erreichen.“
Keine andere Getriebe art könne da
mithalten.
Verdrehspiel ist entscheidend
Um das zu verstehen, lohnt ein Blick auf
die Frage, was ein Präzisionsgetriebe ist.
Die Genauigkeit eines Getriebes wird in
hohem Maße durch das Verdrehspiel und
den Hystereseverlust charakterisiert. Je
geringer der Wert ist, umso präziser arbeitet
das Getriebe. Zykloid- und Wellgetriebe
liegen hier mit großem Abstand an
der Spitze. Wellgetriebe sind absolut
spielfrei, das Verdrehspiel ist also gleich
Null. Zykloidgetriebe sind spielreduziert
beziehungsweise nahezu spielfrei mit einem
reinen Verdrehspiel von lediglich 0,1
26 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Wellgetriebe bieten absolute Spielfreiheit, eine außerordentliche
Übertragungsgenauigkeit und eine hohe Torsionssteifigkeit.
Bild: Nabtesco
Zykloidgetriebe zeichnen sich durch eine hohe Dynamik und Präzision
sowie einen geringen Verschleiß über die gesamte Lebensdauer aus.
Bild: Nabtesco
bis 0,2 arcmin. Der Hystereseverlust beträgt
bei beiden Technologien maximal
1 arcmin. Zum Vergleich: Herkömmliche
spielreduzierte Planetengetriebe haben
normalerweise ein Verdrehspiel von 1 bis
3 arcmin, Standard-Planetengetriebe sogar
von ≥ 7 arcmin.
Zykloidgetriebe punkten
bei höheren Drehmomenten
Eine typische Anwendung für das Zusammenspiel
von Zykloid- und Wellgetriebe
ist der 6-Achs-Roboter. Die Achsen 1 bis
3 werden in der Regel mit Zykloidgetrieben
bestückt. Hier kommt es auf hohe
Verdrehsteifigkeit, Robustheit und Strapazierfähigkeit
an. Das zweistufige Untersetzungsprinzip
sorgt für ein exzellentes
Verhalten hinsichtlich Dynamik und
Laufruhe sowie eine hohe Wiederhol- und
Bahngenauigkeit. Die integrierten Schräg -
kugellager nehmen axiale sowie radiale
Lasten und Biegemomente auf und tragen
zur hohen Kippsteifigkeit sowie Widerstandsfähigkeit
gegen Stoß- und Überbelastung
(bis zu 500 % des Nenndrehmoments)
bei. Durch die Kraftübertragung
über Kurvenscheiben und Rollen ist ein
fast vollständiger Kontakt sowie eine
gleichmäßige Kraftverteilung innerhalb
des Getriebes gegeben, was eine hohe
Steifigkeit zur Folge hat. So lassen sich
sehr hohe Drehmomente mit hoher Präzision
und Laufruhe übertragen. Auch über
einen langen Zeitraum ist die Spielzunahme
verschwindend gering.
Wellgetriebe sind
kompakt und spielfrei
In den Handachsen 4 bis 6 sind oft Wellgetriebe
verbaut (bei den kleineren
Cobots übrigens auch in den anderen
Achsen). Die kompakten Präzisionsgetriebe
zeichnen sich durch absolute Spielfrei-
heit, sehr gute Wiederholgenauigkeit,
Wartungsfreiheit über die gesamte
Lebensdauer sowie eine hohe Drehmomentkapazität
(bis zu 15 % höher im Vergleich
zu herkömmlichen Wellgetrieben)
aus – und das bei kleinen Abmessungen
und geringem Gewicht. Sie werden nach
Automotive-Standard am Standort von
Ovalo gefertigt und erfüllen damit hohe
Qualitätsstandards.
Alle Wellgetriebe können zusätzlich individuell
ausgelegt und Performance,
Geometrie, Material sowie Schnittstellen
exakt auf die jeweilige Applikation abgestimmt
werden, bei Bedarf inklusive
Funktions-, Bauteil- und Systemintegra -
tion. Die Basis bildet ein flexibler Produktbaukasten
mit einer großen Auswahl
an Baugrößen, Bauformen, Werkstoffen
und Zusatzbauteilen wie Motoren, Lagern,
Wellen, Dichtungen, Gehäusen, Sensorik,
Bremsen und ECUs. Auch Getriebe-
Problemlösungskompetenz
Komponenten, Werkzeuge und Hilfsmittel für technische
Anwendungen in Industrie und Handwerk
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10 | 2025 27
TRENDS » Getriebe, Kupplungen & Bremsen
Bild: Nabesco/Industrial Arts/stock.adobe.com
Zykloidgetriebe im Werkzeugtisch,
Wellgetriebe
im Werkzeugkopf –
so erreichen Werkzeugmaschinen
maximale
Präzision.
Eigenschaften lassen sich anpassen – beispielsweise
Rücktreibmoment, Überlastfähigkeit,
Übertragungsgenauigkeit sowie
Haupt lagerung, Wirkungsgrad, Gewicht
und Massenträgheits moment. So müssen
Anwender keine Kompromisse bei der
Konstruktion eingehen.
Eingespieltes Team
für Werkzeugkopf und -tisch
Auch im Werkzeugmaschinenbau bittet
sich das Getriebedoppel an. Während die
drehmomentstarken Zykloidgetriebe im
Schwenktisch eine punktgenaue Positionierung
der Bauteile gewährleisten, stellen
die spielfreien Wellgetriebe im Werkzeugkopf
die Präzision bei der Bearbeitung
sicher. Eine hohe Untersetzung hat
den Vorteil, dass das Massenträgheitsverhältnis
von Anwendung zu Motor sehr
gering ist. Dadurch wird die Regelqualität
des Motors besser und das Risiko von Vibrationen
im Antriebsstrang geringer.
Folglich kann sehr dynamisch positioniert
werden. Dies reduziert die Nebenzeiten
und macht den Bearbeitungsprozess in
der Summe wirtschaftlicher.
Ähnlich verhält es sich bei Laser- und
Wasserstrahlschneidmaschinen. Zykloidgetriebe
eignen sich für die große Achse
unter dem Bearbeitungstisch und Wellgetriebe
für den Bearbeitungskopf, der den
Laser beziehungsweise Wasserstrahl
führt. Auf diese Weise lassen sich hohe
Präzision und Dynamik effizient erzielen.
Auch Applikationen wie C-Bogen-Scanner
in der Medizintechnik, Antennen,
Drehtische, Fräsmaschinen oder Schweißpositionierer
profitieren von der gemeinsamen
Stärke beider Technologien.
Steer-by-Wire-Plattform
für autonomes Fahren
Eine weitere interessante Anwendung ist
das CV-EPS von Nabtesco (CV-EPS =
Commercial Vehicle Electronic Power
Steering). Dabei handelt es sich um eine
modulare Steer-by-Wire-Plattform für
das autonome Fahren. Zur Verfügung
steht neben einem Hochvolt-System
AxCu (Axle steering Control Unit) auch
eine Niedervolt-Lösung (24 bis 48 V) für
Trucks, Lkw und Busse. In dieser übernimmt
ein Zykloidgetriebe die Übertragung
des Haupt-Drehmoments für die
Lenkung, ein Wellgetriebe dient als Vorstufe
zwischen Lenkrad und Zykloid -
getriebe. „Elektromechanische Lösungen
wie das CV-EPS haben im Vergleich zur
Hydraulik entscheidende Vorteile. Sie
kommen ohne Öl, Pumpen oder Ölleitungen
aus, ermöglichen die Integration von
Assistenzfunktionen und erlauben kundenspezifische
Einstellungen, beispielsweise
beim Lenkgefühl“, betont Jonas
Kinzel, Product Manager Wave Gears bei
Nabtesco. „Dank der Kombination aus
Well- und Zykloidgetriebe erfolgt die
Kraftübertragung auf engstem Raum bei
hoher Steifigkeit und Übertragungsgenauigkeit.
Das führt zu einer ausgesprochen
kompakten Bauweise.“
Natürlich gibt es die Zykloid- und Well -
getriebe des Herstellers nicht nur im Doppelpack.
Auch einzeln lassen sie sich einsetzen.
Meist ist die geometrische Größe
das ausschlaggebende Kriterium für beziehungsweise
gegen eine der beiden
Technologien. Doch es gibt auch einen
Bereich, in dem beide Getriebearten infrage
kommen. „Bei Außendurchmessern
zwischen 100 und 150 mm und/oder
Drehmomenten zwischen 250 und 450 Nm
können wir Lösungen auf Basis sowohl
von Zykloid- als auch Wellgetrieben realisieren.
Welches die passende Technologie
ist, hängt entscheidend von der Kundenapplikation
ab. Stehen hohe Drehmomente
im Fokus, eignen sich Zykloidgetriebe
ideal. Kommt es auf Spielfreiheit an, sind
Wellgetriebe optimal“, fährt Kinzel fort.
„Viele unserer Kunden haben weder die
Möglichkeiten noch die Ressourcen, sich
intensiv mit unterschiedlichen Getriebetechnologien
zu beschäftigen. Wir optimieren
nach Kundenvorgaben in Bezug
auf Kosten, Leistung, Gewicht, Bauraum
und entwickeln passgenaue Antriebskonzepte
– für einzelne Achsen oder komplette
Maschinen.“
Ob Robotik, Werkzeugmaschinenbau,
Medizintechnik, Logistik, Mobilität oder
Positionierung: In fast jeder Applikation,
Maschine beziehungsweise Anlage gibt es
größere und kleinere Achsen. Zykloidund
Wellgetriebe sind in allen Branchen
zuhause und erzielen eine hohe Präzision.
Gemeinsam sind sie der Schlüssel zu mehr
Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit.
„Die Kombination aus Zykloid- und
Wellgetrieben eröffnet neue Möglichkeiten
in Bezug auf Präzision, Leistungsdichte
sowie Integration und ist ein Garant
für effiziente, zukunftssichere Prozesse“,
bringt Otto die Vorteile auf den Punkt. (jg)
www.nabtesco.de
INFO
Mehr Informationen zu den
Wellgetrieben von Nabtesco:
koninfo.de/LgeiJ
28 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
News « ANTRIEBSTECHNIK
BLDC-Motor
Kompakter Antrieb in mobilen Anwendungen
Mit dem BG95x120 dPro erweitert Dunkermotoren
die BG95-Reihe um eine neue
Baulänge und seinen bislang leistungsstärksten
Motor mit 4,4 kW Spitzenleistung
bei nur 48 V DC. Der kompakte
BLDC-Motor eignet sich für mobile Anwendungen
mit minimalem Querschnitt
und in Kombination mit Inline-Getriebelösungen
(Planetengetrieben) für AGVs,
AMRs und Transportrobotik. Die hohe
Leistungsdichte macht den Antrieb be-
Bild: Dunkermotoren
sonders für batteriebetriebene Systeme
attraktiv, in denen Energieeffizienz und
kompakte Bauweise entscheidend sind.
Weitere Einsatzgebiete sind mobile Aufzüge
für enge Räume, die Leitern in Schulen,
Büros oder Industriegebäuden ersetzen.
Auch in mobilen Hydraulikanwendungen
kann der Motor den Zylinder ersetzen
und Bewegungen elektrisch übernehmen,
etwa in Agrartechnik oder Baumaschinen
wie kippbaren Anhängern. Als
dPro-Version ermöglicht er eine einfache
Integration in bestehende Systeme via
CANopen oder Ethernet-Schnittstellen.
Keramiklager
Langlebig und chemikalienresistent
Für Anwendungen mit Chemiekontakt hat igus zwei chemikalienresistente
und besonders langlebige Xiros-Kugellager
entwickelt. Sie sind bis zu 65 mal verschleißfester als Lager
aus reinem Polyetheretherketon (PEEK). Möglich wird dies
durch eine Materialkombination: Laufringe und Kugeln bestehen
aus technischer Keramik, der Käfig aus einem PEEKbasierten
igus-Material. Von der langen Lebensdauer profitieren
vor allem Konstrukteure in Chemie- und Prozessindustrie,
Luft- und Raumfahrt sowie Automobilbau. Die neuen
Lager sind zunächst in drei DIN-Abmessungen mit 8, 10
und 12 mm erhältlich, weitere Größen auf Anfrage.
DC-Motoren
Konfigurierbare Kraftpakete
Faulhaber erweitert sein Produktportfolio
um mehrere neue DC-Kleinstmotoren: die
leistungsstarken GXR-Modelle 1437 mit
Kupfer-Graphit-Kommutierung sowie die
edelmetallkommutierten SXR-Motoren in
den Größen 1424 und 1437. Mit 14 mm
Durchmesser sind die Motoren auf das modulare
Baukastensystem des Anbieters abgestimmt
und kombinierbar mit Planetengetrieben
sowie magnetischem Encoder. Die RoHS-konformen
GXR- und SXR-Motoren zeichnen sich durch eine robuste Bauweise,
langlebige hexagonale Wicklung, hohe Leistungsdichte, flexible
Spannungsvarianten und vielfältige Anschlussoptionen aus. Modifikationen
an Front- und Rückwelle sowie optimierte Rotorwuchtung
sind ebenfalls möglich. Die Motoren eignen sich nach Angaben
des Herstellers für High-End-Optical-Systems, Teleskope,
Mikroskope sowie medizinische Anwendungen wie chirurgische
Roboter oder Infusionspumpen.
Bild: Faulhaber
Bild: igus
We couple the drive.
Tests im Labor bestätigen neben der hohen Verschleißfestigkeit
auch Vorteile gegenüber Metalllagern: Die neuen Lager
sind rund 40 % leichter, arbeiten dank Trockenlauf wartungsfrei
und kommen ohne Schmierstoffe aus. Zudem sind
sie nicht magnetisch und nicht elektrisch leitfähig. Angeboten
werden zwei Varianten: Lager aus weißem Zirkoniumoxid
mit höherer Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit sowie
aus schwarzem Siliziumnitrid mit besonderer thermischer
Stabilität, das sich für Heißdampfumgebungen und
starke Temperaturschwankungen eignet.
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 29
ANTRIEBSTECHNIK » Elektrische Antriebe » Interview
Innovationen für die nächste Generation der Antriebstechnik
„Gefragt sind All-in-One-Lösungen –
bevorzugt mit kabelloser Anbindung“
Die Anforderungen an moderne Antriebslösungen steigen kontinuierlich. Gefragt sind unter anderem
Miniaturisierung, funktionale Sicherheit sowie integrierte Sensorik – und das bei gleichzeitig steigender
Leistungsfähigkeit. Impulsgeber und Partner für unterschiedlichste Hightech-Anwendungen – von der
humanoiden Robotik über Medizintechnik und Raumfahrt bis hin zur industriellen Automation – ist die
maxon Gruppe. Im Sommer erwarben die Schweizer Antriebsspezialisten eine strategische Minderheits -
beteiligung an Synapticon – was schon bald den Kunden zugute kommen soll.
Interview: Michael Corban, Chefredakteur KEM Konstruktion|Automation
KEM Konstruktion|Automation: Vor
Kurzem hat sich maxon an Synapticon
beteiligt, das vor allem die Software
im Bereich der Bewegungssteuerung
in den Vordergrund stellt. Welche
Ziele verfolgen Sie damit?
Eugen Elmiger (maxon Gruppe): Für
uns steht im Fokus, die funktionale Sicherheit
unserer Produkte weiter zu verbessern
– insbesondere mit Blick auf die Software,
die einen immer größeren Einfluss auf unsere
Antriebslösungen hat. Mit Synapticon haben wir hier
einen Partner gefunden, über den wir die funktionale
Sicherheit gezielt integrieren können. Bereits auf der
kommenden Messe SPS werden wir unsere Antriebe der
IDX-Serie mit entsprechenden Lösungen vorstellen.
Darüber hinaus bietet sich uns so die Möglichkeit, die
Funktionalitäten unseres neuen Programmes ‚MIND –
Motion Insights and Diagnostics‘ für das Condition
Monitoring von Antriebslösungen
inklusive Predictive Maintenance
zu erweitern, das auf
großes Interesse stößt. Bei
MIND handelt es sich um
eine innovative Lösung für
Datenaustausch, Lebensdauerprognosen
und die Optimierung
der Antriebe im Betrieb –
unterstützt durch den Einsatz
künstlicher Intelligenz (KI). Durch die
umfangreiche Datenauswertung können wir
die Antriebslösung gezielt an die jeweilige Applikation
anpassen und unseren Anwendern so einen echten
Mehrwert bieten. Das gilt zudem nicht nur für die Antriebe
aus unserem Portfolio – auch andere Motoren
lassen sich auf diese Weise überwachen. Betonen
möchte ich aber: KI ist hier ein wichtiges Werkzeug und
beschleunigt die Entwicklungsarbeit, ersetzt aber nicht
den Ingenieur.
IM GESPRÄCH
Eugen Elmiger lenkt seit
2011 als CEO die maxon Gruppe.
Der studierte Elektrotechniker ist
seit 1991 im Unternehmen
und hat unter anderem das
Asiengeschäft maßgeblich
mitaufgebaut.
KEM Konstruktion|Automation: Welche
Rolle spielt bei all dem die Entwicklung
humanoider Roboter?
Bild: maxon Gruppe
Im Bereich der Kleinantriebe bietet
maxon ein breites Portfolio an
Antrieben – inklusive Sensorik wie
hier beim EC-4pole-Motor mit
EMT-Encoder.
Elmiger: Eine sehr wichtige – hier ist
maxon ja bereits seit 1998 aktiv und hat
viel in die Forschung investiert; unter anderem
wurden unsere Antriebe im humanoiden
Roboter Asimo von Honda eingesetzt. In der humanoiden
Robotik und bei mobilen Robotern gehen
wir zudem noch weiter in Richtung Miniaturisierung
und Effizienzsteigerung – mit teils 30 Prozent
kleineren, leichteren und leistungsfähigeren Systemen,
die wir ebenfalls zur SPS vorstellen. Da steckt viel
30 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Eugen Elmiger, CEO der maxon Gruppe
Bild: Eveline Beerkircher/maxon Gruppe
Know-how und Entwicklungsarbeit drin – aber die
Fortschritte sind beachtlich. Gleichermaßen interessieren
wir uns übrigens auch für vierbeinige Roboter, wie
sie Anybotics in Zürich entwickelt. Pro Vierbeiner steuern
wir hier zwölf Antriebe bei.
Eine weitere wichtige Anwendung sind zudem Exoskelette:
Uns treibt an, Menschen mit Einschränkungen
durch Unfall oder Krankheit zu helfen. Deswegen waren
wir seit 2016 an dem Projekt Cybathlon der ETH Zürich
beteiligt. Dies verdeutlicht auch die hohe Bedeutung
der funktionalen Sicherheit – sobald solch ein System
in Serie geht, muss die Sicherheit natürlich gewähr -
leistet sein.
KEM Konstruktion|Automation: Gewinnt mit dem
Fokus auf Software die Steuerungstechnik generell
an Bedeutung?
»Auf großes Interesse stößt unser Programm
‚MIND – Motion Insights and Diagnostics‘,
eine innovative Lösung für Datenaustausch,
Lebensdauerprognosen und die Optimierung von
Antrieben im Betrieb – unterstützt durch den
Einsatz künstlicher Intelligenz (KI).«
Elmiger: Definitiv – ausgehend von klassischen linearen
Antriebsreglern über Drehzahlregler und die Posi -
tionskontrolle bis hin zum Condition Monitoring integrieren
wir immer mehr Funktionen direkt in die Antriebe.
Gefragt sind AIl-in-One-Lösungen – bevorzugt
übrigens mit kabelloser Anbindung, auch wenn das oft
eher Wunschdenken bleibt, da Kabel gerade bei Robotern
oft im Weg sind. Daten für die Steuerung drahtlos
zu übertragen ist heute kein Problem mehr – vorausgesetzt,
man hat die äußeren Einflüsse im Griff. All die
mobilen Geräte machen es uns vor.
Angesichts von Problemen mit einer zunehmenden
Zahl von Kabeln – etwa durch die Einbindung von Sensoren
– sind zudem Zwei-Draht-Lösungen für die
gleichzeitige Übertragung von Energie und Daten interessant,
allerdings noch in der Leistung begrenzt. Für
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 31
ANTRIEBSTECHNIK » Elektrische Antriebe » Interview
kleine Antriebe reicht es, aber bei hochdynamischem
Betrieb und Spitzenleistungen stößt man an Grenzen.
Auch dem Einsatz von Batterien sind angesichts Integration
und Miniaturisierung Grenzen gesetzt.
KEM Konstruktion|Automation: Zusammen mit
Fraba Posital haben Sie ja bereits einen 22-mm-Multiturn-Drehgeber
mit Wiegand-Draht für das Energy
Harvesting entwickelt, der im Falle einer Störung
oder eines Stromausfalls die zuletzt erreichte Position
speichert. Markiert das derzeit die Grenzen der
Miniaturisierung?
Elmiger: In der Robotik setzen wir bereits 22-mm-Antriebe
ein. Wir wollen aber noch kleiner werden – unser
kleinster Motor liegt aktuell bei 4 mm Außendurchmesser,
inklusive Sensorik und Getriebe. Diese extrem
kompakten Antriebe sind für minimalinvasive Roboteranwendungen
gedacht. Noch kleinere Antriebe sind
grundsätzlich möglich, etwa bis 2 mm. Während sich
aber die 4-mm-Antriebe noch kostendeckend fertigen
lassen, stoßen wir bei 2 mm an prozesstechnische
Grenzen mit Blick auf unsere Supply Chain und den
Maschinenpark. Im Labor ist vieles möglich, aber bei
der Serienfertigung wird es anspruchsvoll.
Dennoch konnten wir beispielsweise bei den 4-mm-
Antrieben durch eine 4-Pol-Ausführung das Drehmoment
fast verdoppeln und damit in einigen minimal -
invasiven Anwendungen einen 6-mm-Antrieb ersetzen.
Kleinere Antriebe helfen hier, die Patienten zu schonen.
Gleichwohl stoßen wir natürlich an physikalische Grenzen:
Über eine 2-mm-Welle lassen sich keine 10 Nm
übertragen – hier sind dann innovative Getriebe gefragt,
mit denen sich die mechanische Belastbarkeit erhöhen
lässt, etwa aus Keramik. Das ist einer der Gründe,
warum wir uns auch mit Getrieben aus Keramik beschäftigen.
Generell bleibt aber die Aufgabe, stets eine
Balance zwischen Miniaturisierung und Leistungsübertragung
zu finden. Auch bei dem genannten Wiegand-
Sensor arbeiten wir weiter daran, die Größe zu reduzieren
und eruieren auch andere Sensor-Technologien.
KEM Konstruktion|Automation: Können Sie das
etwas näher erläutern?
Elmiger: Wir untersuchen die Potentiale von magnetischen,
optischen und induktiven Drehgebern vor allem
mit Blick auf eine möglichst weitgehende Integration
in unsere Antriebe. Ein Fokus liegt derzeit etwa auf der
Sensorik für den Automotive-Bereich mit seinen hohen
Anforderungen – denn die Nachfrage nach Feedbacksystemen
steigt hier stetig. Unsere Aufgabe ist es,
Miniaturisierung und hohe Stückzahlen zu verbinden.
Die Nachfrage nach Feedbacksystemen ist aber generell
hoch – sie sind etwa bei autonomen Systemen
wie AMRs oder AGVs unerlässlich, etwa zur Positionsbestimmung
oder Navigation. Im Bereich Medizintechnik,
etwa in Operationsrobotern, sind sie ohnehin
Pflicht. Und auch Luft- und Raumfahrtanwendungen
verlangen ein Feedback – etwa bei der Positionskontrolle
in Business-Class-Sitzen im Flugzeug. Selbst bei
E-Bikes ist die Sensorik entscheidend, damit das Antriebssystem
harmonisch mit dem Fahrer interagiert.
Insgesamt nutzen etwa 95 Prozent unserer Antriebe
irgendeine Form von Feedback.
KEM Konstruktion|Automation: Sie hatten das Thema
Getriebe bereits angesprochen – ist dieses also
häufig Bestandteil des gelieferten Antriebssystems?
Elmiger: Über 50 Prozent unserer Antriebslösungen
beinhalten Getriebe in unterschiedlichsten Varianten –
seien es Planeten-, Stirnrad- oder auch spezielle Wellgetriebe,
die wir selbst entwickeln. Gerade in der Robotik,
insbesondere bei humanoiden Systemen, sind zudem
spielarme und effiziente Getriebe gefragt. Häufig
entwickeln wir hier gemeinsam mit unseren Kunden in-
Bild: maxon Gruppe
Mit dem Encoder ENX 22 EMT (rechts am
Ende) hat maxon einen Multiturn-Drehgeber
mit nur 22 mm Durchmesser im Angebot, der
aufgrund des integrierten Wiegand-Sensors in
der Lage ist, bei Stromausfall die jeweilige
Position des Motors zu speichern.
32 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Der bürstenlose DC-Motor ECX SPEED 4 M ist mit 4 mm
Außendurchmesser derzeit der kleinste BLDC-Motor im
Portfolio von maxon – machbar wären bei entsprechender
Nachfrage aber auch nur 2 mm.
Bild: maxon Gruppe
dividuelle Lösungen – und je früher wir in die Entwicklung
eingebunden werden, desto besser können wir die
Antriebslösung als Gesamtsystem optimieren. Sind wir
schon bei der ersten Idee mit an Bord, können wir frühzeitig
auf Dimensionierung, Leistungsanforderungen
und Miniaturisierung Einfluss nehmen. Unsere Erfahrung
aus 60 Jahren Entwicklung hilft uns, innovative
und passgenaue Lösungen zu finden – egal ob für Medizintechnik,
Luft- und Raumfahrt oder die Industrie.
Ein gutes Beispiel ist der erste Mars-Helikopter, der
mit unseren DC-Motoren flog. Hier konnten wir das
Gewicht mit speziellen Materialien und Konstruktionsweisen
auf ein Minimum reduzieren. Der Konstruk -
tionsaufwand war enorm, denn die Luft auf dem Mars
ist extrem dünn und vergleichbar mit den Bedingungen
auf der Erde in einer Höhe von 30 km. Bezieht man
noch die geringere Anziehungskraft des Mars mit ein,
musste der Helikopter besonders leicht sein und konnte
deshalb nur mit sehr kleinen Batterien ausgestattet
werden – was dazu führte, dass alle verwendeten Bauteile
äußerst energieeffizient sein mussten. Teil eines
solchen bahnbrechenden Marsprojekts gewesen zu
sein, macht uns unglaublich stolz und glücklich.
KEM Konstruktion|Automation: Verständlich – und
weitere Projekte werden sicher folgen. Welche Rolle
spielt denn bei den Getrieben Keramik als Werkstoff?
Elmiger: Wir setzen Keramik in verschiedenen Komponenten
ein, um Leistung und Effizienz zu steigern – sowohl
in den Getrieben als auch in den Antrieben selbst.
Keramik hat Vorteile – es ist ein sehr guter Isolator, leicht
und hat wenig Verschleiß –, bringt aber auch Herausforderungen
mit sich – etwa beim Wärmemanagement.
Aber gerade für Anwendungen, bei denen es auf Miniaturisierung
und hohe Leistungsdichte ankommt, sind solche
Materialinnovationen von großer Bedeutung.
Gleichwohl ist es wichtig, stets das Gesamtsystem im
Blick zu haben, um etwa mit einem cleveren Design bei
gleicher Baugröße mehr Leistung zu realisieren. Dazu
gehört etwa der Wechsel von 2-Pol- auf 4-Pol-Antriebe.
Allerdings ist dabei die Umsetzung – etwa das Einbringen
extrem feiner Drähte in die Wicklung – eine
besondere Herausforderung. Unsere Stärke ist an dieser
Stelle das Zusammenspiel aus innovativen Ideen und
der Fähigkeit, diese auch in die Produktion überführen
zu können. Entwicklung und Fertigung arbeiten deshalb
bei uns sehr eng zusammen. Um auch hier ein konkretes
Beispiel zu nennen: Bei E-Bike-Antrieben konnten
wir das Drehmoment im gleichen Bauraum von 40 auf
90 Nm steigern. Essenziell sind dabei sowohl die konstruktive
Idee als auch die Umsetzung in der Fertigung.
KEM Konstruktion|Automation: Sie hatten bereits
die Raumfahrt als Anwendung genannt – wie lassen
sich die teils extremen Anforderungen beherrschen?
Elmiger: Die Herausforderungen sind tatsächlich
enorm – etwa extreme Temperaturen von -150 oder
+120 °C, eine hohe Strahlungsbelastung und enorme
mechanische Anforderungen. Das erfordert den Einsatz
spezieller Materialien mit angepassten Ausdehnungskoeffizienten
und geht über enge Fertigungstoleranzen
bis hin zu speziellen Schmierstoffen, die für diese Weltraumbedingungen
ausgelegt sind. Meistens gehen wir
so vor, dass wir unsere Standardantriebe adaptieren
und sie mit modifizierten Komponenten für den Weltraumeinsatz
anpassen. Ein Highlight ist unsere Beteiligung
an Projekten auf der ISS, aber auch Kooperationen
mit NASA, ESA und der indischen Raumfahrtbehörde
zusammen.
Die Anforderungen sind aber nicht nur in der Raumfahrttechnik
extrem. Unsere Antriebe kommen auch bei
der Olivenernte zum Einsatz – und wer einen Olivenschüttler
im Einsatz sieht, versteht, dass diese Geräte
sehr robust sein müssen. Darüber hinaus sind sie batteriebetrieben,
was wiederum die Energieeffizienz fordert.
Auch in der Medizintechnik zählen Robustheit
und Zuverlässigkeit: Antriebe müssen Vibrationen,
Schocks, Temperaturwechsel und aggressive Reinigungsprozesse
aushalten. Und da generell die Anwender
sehr kreativ sind, werden wir Konstrukteure schnell
vor besondere Herausforderungen gestellt.
www.maxongroup.com
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 33
Bild: PBC Linear Europe/Rodriguez
Rodriguez liefert die Gleitlager in verschiedenen Ausführungen, auch als Baugruppe mit Gehäuse und Welle und der Bearbeitung nach Zeichnung.
IM ÜBERBLICK
Die mit Frelon
beschichteten Gleitlager
zeichnen sich durch
geringen Verschleiß,
geringe Reibung und hohe
Festigkeit aus.
Selbstschmierende Gleitlager
Wartungsfrei und langlebig
Die selbstschmierenden Präzisionsgleitlager von Rodriguez zeichnen sich durch geringen
Verschleiß, geringe Reibung und hohe Festigkeit aus. Ihre besondere Frelon-Beschichtung
bewirkt eine fortlaufende Selbstschmierung über die gesamte Lebensdauer. Die
Gleitlager finden im industriellen Bereich überall dort Anwendung, wo Wälzlager aufgrund
von Schmutz, Temperatur oder notwendiger Schmierung nicht eingesetzt werden können.
INFO
Zum Überblick über das
branchenübergreifende
Sortiment, online unter:
kon2.de/AUMdx
Im Gegensatz zu Wälz- beziehungsweise Kugellagern
enthalten Gleitlager keine beweglichen Teile,
sind einfacher aufgebaut und langfristig wirtschaftlich.
Zum einen sind sie robust und schmutzunempfindlich
und damit die perfekte Lösung für widrige
Umgebungen, etwa in der Schwerindustrie, in landwirtschaftlichen
Betrieben oder in der Schifffahrt.
Hier kommt es darauf an, dass zum Beispiel Turbinen
oder Kompressoren zuverlässig und ohne Unterbrechungen
laufen. Zum anderen gleichen die Lager
Belastungen aus und sorgen für einen ruhigen,
geräuscharmen Arbeitsablauf. Sie gewährleisten eine
gute Dämpfung bei Erschütterungen und Vibrationen,
da die Last vollflächig aufgenommen
wird. Gleitlager eignen
sich auch ideal für Anwendungen,
bei denen es auf eine kompakte,
leichte Bauweise ankommt, beispielsweise
im Automobilbau.
Wälzlager hingegen stehen zwar
für eine präzise, reibungsarme Leistung,
sind jedoch anfällig für Verunreinigungen.
Der direkte Kontakt
des Wälzelements (Kugel) und dem
Wellen- oder Schienenmaterial erfordert, dass stets
Schmierfett oder Öl vorhanden ist, damit keine Reibungs-
und Verformungsschäden entstehen. Auch
bei nicht selbstschmierenden Gleitlagern ist ein
externes oder internes Schmiersystem erforderlich.
Selbstschmierende Gleitlager
Mit der Verwendung selbstschmierender Gleitlager
kann auch in den schwierigen Umgebungen der
reibungslose, dauerhafte Betrieb von Anlagen sichergestellt
werden. Selbstschmierende Gleitlager benötigen
keine zusätzlichen Schmierfette und Öle und
damit auch keine Wartung – sie verursachen also
keine Zusatzkosten. Im Gegensatz zur externen
Schmierung ist bei Lagern mit Selbstschmierung das
Schmiermedium wesentlicher Bestandteil des Lagermaterials
und muss eben nicht zusätzlich aufgebracht
werden.
Der Materialtransfer ist eine fortlaufende dynamische
Funktion und findet während der gesamten
Lebensdauer des selbstschmierenden Lagers statt.
Die Schmierung wird nicht aufgebraucht und altert
nicht, bleibt also durchgängig effektiv. Wie viel
Material bei einer Anwendung jeweils übertragen
34 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Wälz- & Gleitlager « ANTRIEBSTECHNIK
wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise
von der Geschwindigkeit, Belastung und
Hublänge. Eventuell vorhandene Schmutzpartikel,
die die Welle beschädigen könnten, werden dabei
einfach von der Frelon-Beschichtung absorbiert und
entstehende Hitze über das Lager wieder abgeleitet.
Gleitlager mit Frelon-Beschichtung
Das selbstschmierende Gleitlager von Rodriguez ist
ein Präzisionsgleitlager aus Aluminiumlegierung
AlMg1 SiCu mit Frelon-Beschichtung. Es ist im Vergleich
zu anderen Lagern deutlich leistungsfähiger.
Das Frelon in der obersten Gleitschicht ist ein Verbundmaterial
aus Teflon und Füllstoffen, welches
sich zum ersten Mal in der sogenannten Einlauf -
phase in einem mikroskopischen Film auf der Gegenfläche
beziehungsweise Welle ablagert. Es passt sich
den Vertiefungen in der Oberfläche an und erzeugt
einen Frelon-auf-Frelon-Laufzustand, der für dauerhafte
Schmierung sorgt und die Reibung verringert.
Der erste Übertragungsprozess ist nach 50 bis 100
Hüben im Dauerbetrieb abgeschlossen.
„Prinzipiell sind die selbstschmierenden Gleitlager
überall da einsetzbar, wo feiner Staub auftritt, zum
Beispiel in der Papier- und Holzbearbeitung, aber
auch dort, wo generell kein Schmiermittel eingesetzt
werden darf oder ein Wälzlager aufgrund von
Schmutz, Temperatur oder notwendiger Schmierung
nicht eingesetzt werden kann“, erläutert Timo Hermann,
Niederlassungsleiter Süddeutschland und Produktmanager
Lineartechnik und Präzisionslager bei
Rodriguez.
In der holzverarbeitenden Industrie werden die
Gleitlager meist in Aluminium-Gehäusen auf gehärteten
Präzisionsstahlwellen eingesetzt, die ebenfalls
bei Rodriguez erhältlich sind. Rodriguez bietet die
rost- und korrosionsbeständigen Lager in offener und
geschlossener Form an. Um Verspannungen und
Klappern im Betrieb zu vermeiden, gibt es die Lager
mit „Krone“ auf dem Außenring, welche einen Winkelfehlerausgleich
von 1° ermöglicht. Die Lagergehäuse
sind auch aus rostfreiem Stahl erhältlich.
Die Lager werden in Standardgröße (5 mm bis
100 mm Durchmesser) und dünnwandiger Kompaktgröße
(6 mm bis 50 mm Durchmesser) angeboten.
Aufgrund ihrer kompakten Bauweise benötigen die
Gleitlager wenig Platz. Sie sind vergleichsweise
leicht, dabei verschleißfest und hochbelastbar und
für sehr hohe wie auch sehr niedrige Temperaturen
geeignet. Für extrem hohe Temperaturen, die mit
einem höheren Laufspiel einhergehen, empfiehlt
Rodriguez die Lagervariante mit ausgleichendem
Innendurchmesser (FMC). Alle Gleitlager sind auch in
zölligen Abmessungen erhältlich, erfüllen die
Bild: PBC Linear Europe/Rodriguez
Das selbstschmierende Gleitlager von Rodriguez ist ein Präzisionsgleitlager
aus Aluminiumlegierung AlMg1 SiCu mit Frelon-Beschichtung.
ISO-Norm 8015 und bieten die von Rodriguez gewohnte
Präzision: Alle kritischen Oberflächen wurden
auf Präzisionsschleifgeräten für Lager geschliffen.
Lieferung nach Maß
Rodriguez liefert die Gleitlager auch als Baugruppe
zusammen mit Gehäuse und Welle inklusive der Bearbeitung
nach Zeichnung. Grundsätzlich ist man bei
Rodriguez dazu bereit, aus jedem Standardlager ein
Sonderlager zu fertigen. Lösungen jenseits des Standards,
die Value Added Products (VAP), sind bei Rodriguez
Programm: „Bezüglich Sonderlösungen sehe
ich unsere Stärke in der Integration von Umbauteilen
in das Lager, wo wir individuell auf die Kundengeometrie
eingehen können“, betont Produktmanager
Timo Hermann. Diese kunden- beziehungsweise
anwendungsorientierte Modifikation kann zum Beispiel
eine angepasste Länge sein. Für Rodriguez sprechen
weiterhin kurze Antwortzeiten und kurzfristige
Verfügbarkeit von Komponenten sowie eine kompetente
technische Beratung vor Ort.
(sc)
www.rodriguez.de
Großdrucker sind ein Beispiel
für die Anwendung der
selbstschmierenden Gleitlager
von Rodriguez.
Bild: PBC Linear Europe/Rodriguez
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 35
ANTRIEBSTECHNIK » Wälz- & Gleitlager
Abbildung 1: Beginnende Ermüdungsschälung auf der Laufbahn eines Kegelrollenlagers
INFO
Details zu den Findling-
Services rund um die
Wälzlager- Schadensanalyse:
kon2.de/CdiHJ
Bild: Findling Wälzlager
Wälzlager-Schadensanalyse
Schäden an Wälzlagern
bestimmen und verstehen
Die Schadensanalyse gehört zum umfangreichen Dienstleistungsportfolio von Findling Wälzlager:
Dabei fungieren die Experten als unabhängige Gutachter, die die Ursachen der Schäden von
Kugellagern erforschen und bei der Behebung der Probleme helfen. Entsprechend umfangreich ist
der Erfahrungsschatz der Experten in diesem Bereich.
Klaus Findling, Geschäftsführer Findling Wälzlager
Das natürliche Ende der Lebensdauer eines Wälzlagers
wird von der sogenannten „Materialermüdung
aus der Tiefe“ bestimmt. Die Belastung im
Betrieb reicht in der Regel nicht aus, um das Material
zu zerstören. Eine hochdynamische Belastungssituation
in Kombination mit teilweise mehreren Millionen
Umdrehungen wird jedoch früher oder später
feinste Mikrorisse im Material bewirken. Der Bereich
der höchsten Belastungen im Wälzlager liegt unter
der Laufbahnoberfläche. Deshalb beginnen die Schäden
an dieser Stelle und breiten sich aus, bis sie die
Oberfläche erreichen. Es entsteht ein kleiner Materialausbruch,
den man als Grübchenbildung oder Pitting
bezeichnet.
Ab diesem Punkt verstärken die ständige Überrollung
und hochdynamische Belastungssituation das
Fehlerbild der sogenannten Ermüdungsschälung, wie
Abbildung 1 zeigt. Der Schaden breitet sich exponentiell
bis zum Ausfall des Lagers aus. Dieser Prozess ist
die natürliche Materialermüdung eines Wälzlagers. Es
ist wichtig, diesen als solchen zu erkennen und von
anderen Schadensbildern unterscheiden zu können.
V-Pitting: ähnlich der
Materialermüdung
Ganz einfach ist das aber nicht – denn das sogenannte
V-Pitting zeigt ein ähnliches Schadensbild,
hat jedoch einen anderen Ursprung: Wenn gehärtete
Partikel im Betrieb überrollt werden, werden diese in
die Laufbahn des Wälzlagers gedrückt und hinterlassen
hier Eindrückungen. Diese Partikel können entweder
als Fremdkörper in das Lager eindringen oder
durch einen anderen Schaden aus geschädigten, aber
gehärteten Komponenten (Verzahnung oder Wälzkörper)
stammen. Die so entstandene Eindrückung
stellt eine Schädigung des Materials dar, die sich bei
der Vermessung der Oberfläche durch das aufgeworfene
Material um die Eindrückung herum zeigt.
36 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Bild: Findling Wälzlager
Abbildung 2: V-Pitting an der Laufbahn eines Rillenkugellagers
Bei weiterer Überrollung kann diese Schädigung
der Ursprung einer Materialabschälung sein. Diese
breitet sich charakteristisch V-förmig in Rollrichtung
von der Eindrückung aus. Dieses Phänomen wird als
das bereits erwähnte V-Pitting bezeichnet (Abbildung
2). Die daraus entstehende Materialabschälung
ähnelt in Struktur und Form stark der Ermüdungsschälung.
Das größte Unterscheidungsmerkmal ist
einerseits die V-förmige Ausbreitung. Andererseits
breitet sich eine Materialermüdung aus der Tiefe für
gewöhnlich zuerst quer zur Laufbahn aus, bis sie
schlussendlich um den Umfang der Laufbahn anwächst.
Wälzkörpereindrückungen
versus Reibkorrosion
Wenn sich auf der Laufbahn eines Wälzlagers Eindrückungen
in Form und Größe der Wälzkörper abzeichnen,
erscheint der Grund zunächst logisch. Es
sieht so aus, als wären die Wälzkörper mit hoher
Kraft in die Laufbahn gedrückt worden und hätten
dort eine Eindrückung hinterlassen, wie es auch bei
gehärteten Partikeln auftreten kann, die in das Lager
gelangen und dort überrollt werden. Die eigentliche
Ursache kann jedoch komplexer sein. Man unterscheidet
hier zwischen dem oben beschriebenen einfachen
Fall der Wälzkörpereindrückungen und der
sogenannten Reibkorrosion. Im Englischen wird hier
auch von „true brinelling“, beziehungsweise „false
brinelling“ gesprochen. Der Ursprung dieser Bezeichnung
kommt aus der Härteprüfung nach Brinell, bei
dem eine Kugel unter einer Prüfkraft in eine Oberfläche
eingedrückt wird, um die Härte dieser Oberfläche
zu bestimmen.
Wälzkörpereindrückungen entstehen in zu hoch
belasteten Wälzlagern. Diese Belastung kann sowohl
im Betrieb als auch bei einer unsachgemäßen Handhabung
in der Montage auftreten (z.B. Hammerschläge).
Diese Belastungen drücken folglich den
Wälzkörper, welcher in der Regel 1–2 HRC härter als
die Lagerringe gefertigt wird, in die Laufbahnoberfläche.
Charakteristisch hierfür ist der Materialaufwurf
um die Eindrückung, der durch die plastische Verformung
der Laufbahnoberfläche entsteht. Zusätzlich
dazu kann man eine Wälzkörpereindrückung als solche
identifizieren, da sie in Form und Größe exakt
zum Wälzkörper passt.
Schäden durch
Vibrationen im Stillstand
Die sogenannte Reibkorrosion, oder auch Stillstandsmarkierung
genannt, beschreibt einen anderen Fall.
Wenn das Wälzlager im Stillstand Vibrationen ausgesetzt
ist, sorgen Mikrobewegungen im Wälzlager
dafür, dass der Schmierstoff nach und nach aus dem
Wälzkontakt verdrängt wird. Dies geschieht so lange,
bis es zu einem reinen Metall-Metall-Kontakt zwischen
Wälzkörper und Laufbahn kommt. Weitere Vibrationen
sorgen infolgedessen für feinsten Abrieb
an der Laufbahnoberfläche. Langfristig beginnt diese
zu korrodieren und wird so Stück für Stück abgetragen.
Abbildung 3 zeigt den Beginn einer solchen
Reibkorrosion in einem Zylinderrollenlager als
schwarze, axial verlaufende Linien im Wälzkörperabstand.
Die Reibkorrosion kann durch verschiedene Merkmale
als solche klassifiziert werden. Zum einen gibt
es keinen Materialaufwurf um die Schadstelle und
zum anderen passt die Schadstelle in Form und Größe
nicht perfekt zum Wälzkörper. Durch die Vibrationen
ist die Schadstelle in der Laufbahnoberfläche
größer als der Wälzkörper, was durch eine Wälzkörpereindrückung
nicht möglich wäre.
Abbildung 3: Beginnende
Reibkorrosion an der
Außenringlaufbahn eines
Zylinderrollenlagers
Bild: Findling Wälzlager
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 37
ANTRIEBSTECHNIK » Wälz- & Gleitlager
Bild: Findling Wälzlager
Abbildung 4: Hitzeverfärbungen an einer Zylinderrolle
in Folge von Heißlauf
Verfärbungen durch Heißlauf
Es gibt verschiedenste Arten, wie ein Wälzlager ausfallen
kann. Manche Arten sind schwerer zu identifizieren
und zu erkennen, andere zeigen sich ganz klar
durch die Verfärbung einer Komponente. Diese Verfärbung
kann jedoch wiederum diverse Ursachen haben.
„Normale“ Verfärbungen durch Verschmutzung
oder Fremdstoffe lassen sich in der Regel durch die
Reinigung in einem Ultraschallbad in Kombination
mit einem Abschwischvorgang entfernen und gelten
somit nicht als Schadensbild eines Wälzlagers.
Anders ist das beim sogenannten Heißlauf. Er lässt
sich durch Verfärbungen erkennen, die meist blau/
braun/rötlich ausfallen und eine erhöhte Reibung im
Wälzkontakt zeigen. Der Wärmeverlauf ist dann oft
mit einem verwaschenen Farbverlauf feststellbar, wie
Abbildung 4 zeigt. Beim Heißlauf handelt es sich um
kein eigenes Schadensbild, sondern um die Folge eines
Schadens oder ungünstigen Betriebsbedingungen,
die zum Schmierfilmabriss und/oder starken Erhöhung
der Reibung führen. Die Verfärbung entsteht
dann durch die Hitzeverfärbung des Stahls. Der
Hauptgrund für einen Heißlauf ist der langfristige
Abriss des Schmierfilmes. Dies kann passieren, wenn
der Schmierstoff nicht auf die Betriebsbedingungen
angepasst, zu alt, oder in ungenügender Menge vorhanden
ist. Auch eine unzulässige Vermischung/
Nachschmierung verschiedener Schmierstoffe kann
zum Schmierfilmabriss führen.
Bild: Findling Wälzlager
Abriss des Schmierfilms
hat verschiedene Ursachen
Des Weiteren sorgen höhere Temperaturen für das
Absinken der Schmierstoffviskosität. Der Schmierstoff
wird dünnflüssiger, was den Abriss des
Schmierfilmes begünstigen kann. Ist dieser Fall eingetreten,
steigt die Reibung stark an und die Temperatur
erhöht sich erheblich, was sich bis zum Totalausfall
des Lagers gegenseitig beschleunigt.
Abseits des Schmierstoffes können sowohl die
Temperaturausdehnung/-komprimierung der Umgebungskonstruktion
(bspw. Alugehäuse mit höherer
Wärmeausdehnung als Wälzlagerstahl), als auch Verschleiß
zu verändertem Betriebsspiel im Lager führen.
Dadurch ist der Schmierstoff im schlimmsten
Fall nicht mehr auf die aktuellen Bedingungen angepasst,
was dessen Abriss durch Überbelastung oder
Schlupf/Gleitbewegungen verursacht. Auch in diesem
Fall steigt die Reibung im Lager stark an und es
kommt zum Heißlauf.
Schmierstoffverfärbungen abgrenzen
Es gibt es auch andere Gründe für die Verfärbung der
Kontaktflächen in einem Wälzlager, welche optisch
nur schwer von oben beschriebenem Heißlauf zu unterscheiden
sind. Sogenannte Schmierstoffverfärbungen
entstehen, wenn sich der Schmierstoff auf
der Stahloberfläche der Wälzkörper und/oder Laufbahnen
ablagert. Dies kann durch eine starke Alterung
des Schmierstoffes, diversen Additiven oder der
Einwirkung von Wärme auf den Schmierstoff verursacht
werden. Abbildung 5 zeigt eine solche Verfärbung.
Ein klares Unterscheidungsmerkmal zum Heißlauf
bietet die Ausbreitung der Verfärbung. Eine Schmierstoffverfärbung
kann je nach Kontaktfläche der
Wälzkörper auf der Laufbahn scharf abgegrenzt auftreten.
Dies ist beim Heißlauf nicht möglich, da die
Wärme vom Entstehungsort abgeleitet wird und so
einen Verlauf bildet.
Die Beispiele zeigen, wie schwierig Schadensbilder
zu bestimmen und voneinander abzugrenzen sind.
Kein Wunder also, dass die meisten Unternehmen
mit einer detaillierten Schadensanalyse überfordert
sind. Bei Findling Wälzlager liegt die Verantwortlichkeit
für Schadensanalysen in der Abteilung Anwendungstechnik.
Damit gewährleisten die Experten einen
ganzheitlichen Ansatz bei der Ursachenforschung.
Fakt ist: Wenn Kugellagerdefekte passiert
sind, so gilt es, schnellstmöglich die Ursachen zu erforschen
und dauerhaft zu beseitigen. (sc)
Abbildung 5: Schmierstoffverfärbungen an den Nadelrollen eines Massiv-Nadellagers
www.findling.com
38 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Lineartechnik/Wälzlager « ANTRIEBSTECHNIK
IM ÜBERBLICK
Das Franke-Prinzip:
Linearführungen übertragen
das geniale Prinzip des
Drahtwälzlagers auf lineare
Bewegungen.
Bild: Franke
Die abnehmbaren Laufwagen der Linearführungen bieten Anwendern eine Kombination aus Flexibilität, einfacher Handhabung und hoher Präzision.
Leichtbau-Linearführungen sind zugleich flexibel und präzise
Flexible und präzise Leichtgewichte
Linearführungen von Franke übertragen das Funktionsprinzip der eingelegten Laufbahnen aus den
Drahtwälzlagern auf lineare Achsen. Die Linearführungen sind besonders leicht und Industriekunden
schätzen diese insbesondere wegen der einfachen Montage, der schnellen Reinigung und der hohen
Tragzahlen der abnehmbaren Laufwagen.
Das Funktionsprinzip der eingelegten Laufbahnen
aus den Drahtwälzlagern ist bei Linearführungen
von Franke auf lineare Achsen übertragen worden.
Sie bestehen aus einem leichten Aluminium-
Grundkörper mit nadel- oder kugelgelagerten Laufrollen
aus Stahl oder Niro und sind völlig wartungsfrei.
Spezielle Deckscheiben an den Laufrollen dichten
die Lagerung nach außen ab. Laufrollen in O-Anordnung
gewährleisten eine gleich hohe Belastbarkeit
aus allen Richtungen. Die Laufrollen sind mit einer
Nut versehen, die an das Profil der Laufbahn angepasst
ist. Durch dieses System der geführten Rolle
werden die Laufrollen seitlich geführt und es wird ein
gleichmäßig leichter und leiser Lauf erreicht. Schienen-
und Kassettenprofile können darüber hinaus
kundenspezifisch angepasst werden.
Zudem kommt es bei Linearsystemen auf geringe
bewegte Massen an. Die Aluminium-Rollenführung
von Franke überzeugt dabei durch ihre Leistungsdaten:
Geschwindigkeiten von 10m/s sowie Beschleunigungen
von 40m/s² können realisiert werden. Die
Führungen besitzen ein ausgezeichnetes Ansprechverhalten
bei hohen Wiederholraten. Stick-Slip-
Effekte treten nicht auf und die Laufwagen bringen
sofort volle Leistung. Das niedrige Gewicht der Aluminium-Komponenten
ermöglicht hohe Geschwindigkeiten
bei geringer Antriebsenergie.
Leichte und wartungsfreie
Linearführungen
Wartungsfreie Systeme werden verstärkt angefragt.
Zielvorgaben beim Verpacken von Lebensmitteln,
Pharmazie-, Chemie- oder Technikprodukten sind
hohe Flexibilität und Produktivität bei geringen Wartungs-
und Stillstandzeiten. Der Trend geht in der
Verpackungsindustrie aus diesen Gründen immer
mehr in Richtung Wartungsfreiheit. Franke-Linearführungen
erfüllen diese Anforderungen.
Die Nadellager der Laufrollen besitzen eine
Lebensdauerschmierung. Durch die geschlossene
Bauform wird der Austritt von Schmierstoffen vermieden
und ein Nachschmieren überflüssig. Völlig
schmierstofffreie Varianten der Führung sind für spezielle
Einsatzfälle ebenfalls erhältlich und helfen
somit, die Produktionssicherheit zu garantieren. Speziell
eingesetzte Niro-Komponenten machen die
Führung auf Wunsch lebensmitteltauglich und
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 39
ANTRIEBSTECHNIK » Lineartechnik/Wälzlager
Bild: Franke
Die Gestaltung der Laufwagen ist frei
definierbar und kann um zusätzliche
Komponenten wie Spindelgehäuse oder
Adapterplatten ergänzt werden.
Bei seinen Linearführungen
überträgt Franke das Funktionsprinzip
der eingelegten Laufbahnen
aus den Drahtwälzlagern in lineare
Achsen.
Bild: Franke
Die Linearführungen
sind mit geschlossenen
Rollenlagern aus -
gestattet – entweder
mit Nadellagern oder
Kugellagern.
abwaschbar. Selbst aggressive Medien wie Salz, Molke
oder Säure können der Führung nichts anhaben.
Hohe hygienische Anforderungen für das Verpacken
von Lebensmitteln werden durch eine Reinraum-Zertifizierung
erfüllt.
Aluminium-Rollenführungen sind in sechs Größen
erhältlich: von der kompakten Größe 12 bis zur kräftigen
Größe 45. Alle Größen sind in Schienenlängen
bis 4 m einteilig lieferbar. Lange Hubstrecken sind
problemlos umsetzbar durch koppelbare Schienen.
Zubehör wie Klemmung, Faltenbalg, Metallabstreifer
ergänzen das Sortiment. Wesentlich ist auch, dass
Franke-Laufbahnen in jedes vom Kunden gewünschte
Aluprofil eingebracht werden können. Auch die
Gestaltung der Laufwagen ist frei definierbar und
kann um zusätzliche Komponenten wie Spindelgehäuse
oder Adapterplatten ergänzt werden.
Schwachstellen klassischer
Kugelumlaufführungen
Vergleicht man die Linearführungen von Franke mit
herkömmlichen Kugelumlaufführungen, treten gravierende
Unterschiede zutage. Klassische Systeme
funktionieren nach dem Prinzip eines Kugellagers,
allerdings in linearer Ausführung.
Die Kugeln oder Zylinderrollen laufen direkt auf
der Schiene und sind für ihre Bewegung auf eine
Fettschmierung angewiesen – was nicht nur
Schmutz anzieht, sondern auch die Wartung aufwändig
macht. In staubigen oder schmutzbehafteten
Umgebungen können Verunreinigungen direkt in die
Laufbahn eindringen, was den Verschleiß erhöht und
die Laufruhe beeinträchtigt.
Bild: Franke
Vorteile abnehmbarer Laufwagen
In vielen industriellen Anwendungen sind Linearführungen
unverzichtbar – sei es in Verpackungsmaschinen,
Portalsystemen oder hochpräzisen Medizingeräten.
Doch herkömmliche Systeme bringen oft Einschränkungen
mit sich, insbesondere wenn der Laufwagen
von der Schiene entfernt werden muss.
Genau hier setzt Franke mit einer innovativen
Lösung an: Die abnehmbaren Laufwagen der Franke-
Linearführungen bieten eine einzigartige Kombination
aus Flexibilität, einfacher Handhabung und hoher
Präzision. Damit heben sie sich deutlich von klassischen
Kugelumlaufführungen ab und eröffnen neue
Möglichkeiten für Konstruktion, Montage und Wartung.
Es gibt zahlreiche Szenarien, in denen es erforderlich
ist, einen Laufwagen von der Schiene zu entfernen.
Beispielsweise erleichtert dies die Konstruktion
und Montage von Portalsystemen oder Aufzugsanlagen,
da die Schienen oft erst nachträglich in eine
bestehende Struktur integriert werden. Auch in der
Instandhaltung bietet sich ein entscheidender Vorteil:
Laufwagen können ohne vollständige Demontage
der Führung ausgetauscht oder gewartet werden.
Besonders interessant ist die Möglichkeit, mit den
Franke-Linearführungen Spalten zwischen Schienen
zu überbrücken – ein Szenario, das bei herkömmlichen
Kugelumlaufführungen problematisch wäre.
Ein weiteres zentrales Problem tritt auf, wenn der
Laufwagen von der Schiene entfernt wird: Die Kugeln
oder Rollen fallen heraus. Das macht eine Demontage
extrem aufwendig und führt dazu, dass herkömmliche
Kugelumlaufführungen nur in seltenen Fällen
abgenommen werden können, ohne das System zu
beschädigen oder erneut einzurichten.
Spezielle Konstruktion
der Linearführungen
Franke setzt auf eine völlig andere Konstruktion. Die
Linearführungen sind mit geschlossenen Rollenlagern
ausgestattet – entweder mit Nadellagern oder
Kugellagern. Das bedeutet, dass es kein Herausfallen
40 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Spindelhubgetriebe
Bild: Franke
Kassette zur Verschraubung
von unten – Kassetten
werden auch als Laufwagen
oder Führungswagen
bezeichnet.
von Kugeln oder Rollen gibt, selbst wenn der Laufwagen
von der Schiene genommen wird. Dadurch
bleibt die gesamte Einheit stabil und kann jederzeit
wieder auf die Führung aufgesetzt werden. In Kombination
mit einer spezielle Einlaufschräge an den
Schienenenden zentrieren sich die Laufwagen automatisch
– ein erheblicher Komfortgewinn für
Monteure und Servicetechniker.
Branchen und Industrieanwendungen
Die Vorteile dieser Technologie machen sich in vielen
Branchen bemerkbar, insbesondere dort, wo modu -
lare oder flexible Systeme gefordert sind. In manchen
Fällen ist es beispielsweise erforderlich, dass Laufwagen
über einen Spalt – beispielsweise eine Drehweiche
– hinweggeführt werden können. Mit herkömmlichen
Kugelumlaufführungen wäre dies unmöglich.
Franke-Linearführungen hingegen ermöglichen eine
nahtlose Überbrückung dieser Lücke. In der Handling-
und Verpackungsindustrie ermöglichen die
abnehmbaren Laufwagen eine besonders schnelle
Wartung, ohne lange Stillstandzeiten. Portalsysteme
und Aufzugsanlagen profitieren von der einfachen
Montage, da Laufwagen auch nachträglich aufgesetzt
oder ausgetauscht werden können. Auch in
hochspezialisierten Bereichen wie der Medizintechnik
spielt die Franke-Technologie ihre Stärken aus.
Die Rückmeldungen aus der Industrie sind eindeutig:
Kunden schätzen die abnehmbaren Laufwagen
der Franke-Linearführungen insbesondere wegen der
einfachen Montage, schnellen Reinigung und der
hohen Tragzahlen. Franke setzt mit dieser
Technologie neue Maßstäbe in der linearen
Bewegungstechnik und bietet eine
Lösung, die herkömmlichen Kugelumlaufführungen
in vielen Bereichen überlegen
ist. Wer auf maximale Flexibilität, Wartungsfreundlichkeit
und ein clever durchdachtes
System setzt, kommt an den
Linearführungen von Franke nicht vorbei.
(sc)
www.franke-gmbh.de
INFO
Weitere Details zum Prinzip
der Linearführungen von
Franke, online unter:
kon2.de/pkXuu
• Wahlweise mit Trapezoder
Kugelgewindetriebe
• Hubkräfte von 2,5 bis
500 kN realisierbar
• Einsatzmöglichkeit für
alle Einbaulagen
• großes Zubehörprogramm
SPS Nürnberg
Halle 3 Stand 358
25.11.-27.11.2025
Wir freuen
uns auf Ihren
Besuch!
NEFF Gewindetriebe GmbH
Karl-Benz-Str. 24
71093 Weil im Schönbuch
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 41
www.neff-gewindetriebe.de
AUTOMATISIERUNG » Sensoren & Messtechnik » Titelstory
Der „optoControl 2700“
ist der neueste Sensor
der optoControl-Reihe,
der für einen Messbereich
von 40 oder
10 mm konzipiert ist.
Bild: Micro-Epsilon / M2L/stock.adobe.com / KEM Konstruktion|Automation
Neue Anwendungsbereiche in der Qualitätssicherung erschließen
Kleine Objekte und
Spaltmaße im Griff
Mit dem LED-Mikrometer optoControl 2700 erweitert Micro-Epsilon die Möglichkeiten
der Prozess- und Qualitätskontrolle hinsichtlich der Erfassung der Dimensionen sehr kleiner
Objekte und Spaltmaße. Die türkisfarbene LED ermöglicht dabei auch das Messen roter,
rot leuchtender sowie rotglühender Objekte. Das Gerät eignet sich damit für nahezu alle
industriellen Branchen und Applikationen, so dass sich Abläufe rationalisieren sowie
eine hohe Qualität der Produktion sicherstellen lassen.
Dietmar Kögler, Produktmanager Optische Mikrometer, Micro-Epsilon Eltrotec GmbH, Göppingen
42 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Mit dem Mikrometer „optoControl 2700“ hat
Micro-Epsilon die Baureihe um ein weiteres
Modell erweitert. Es steht in zwei Varianten mit den
Messbereichen 10 und 40 mm zur Verfügung. Letztere
überzeugt insbesondere bei „flatternden“ Messobjekten
oder wenn mehrere Segmente zu vermessen
sind. Das Modell mit einem Messbereich von 10 mm
ermöglicht hingegen eine noch höhere Genauigkeit,
insbesondere beim Vermessen sehr kleiner Objekte
oder Spaltmaße. So können Walzenspalte mit Abständen
unter 50 µm zuverlässig bestimmt werden.
Auch Glasfasern oder feinste Drähte lassen sich
selbst bei hoher Vibration zuverlässig vermessen.
Ein entscheidender Vorteil beider Modelle ist die
telezentrische Optik, die sich positiv auf die Messgenauigkeit
auswirkt. Zudem ist aufgrund des integrierten
Controllers kein externes Steuergerät nötig
und die Zeit für Verkabelung und Montage reduziert
sich auf ein Minimum. Von Vorteil ist auch, dass die
optoControl-Serie ohne einen rotierenden Spiegel
und daher nahezu verschleißfrei arbeitet. Hochwertige
Komponenten in der Sende- und Empfangsoptik
sorgen für eine sehr hohe Genauigkeit und prädestinieren
die Mikrometer für den Einsatz in hochpräzisen
Anlagen. Beide Modelle arbeiten mit einer hohen
digitalen Auflösung von 10 nm, einer Abtastrate von
15 kHz, einer Messrate von 5 kHz sowie einer schnellen
Belichtungszeit von 8,5 µs. Zudem erreicht das
neue Modell mit 10 mm Messbereich eine deutlich
verbesserte Linearität von 0,5 µm und vermisst Objekte
ab einem Durchmesser von 50 µm.
Neigungskorrektur in Echtzeit
Die geringe Belichtungszeit von 8,5 µs ermöglicht
hochpräzise Messungen von vibrierenden oder sich
mit hoher Geschwindigkeit bewegenden Messobjekten.
Als Lichtquelle dient beiden Modellen eine türkisfarbene
LED mit einer Wellenlänge von 508 nm.
Im Gegensatz zu Lasersensoren sind durch den Einsatz
einer LED keine hiermit verbundenen Schutzmaßnahmen
nötig. Zudem ermöglicht die türkisfarbene
LED das Messen roter, rot leuchtender sowie
rotglühender Objekte und sorgt für eine hohe Unempfindlichkeit
gegenüber Störeinflüssen wie Staub
oder Fremdlicht.
Ein weiteres Highlight des optoControl 2700 ist die
Echtzeit-Neigungskorrektur des Messobjektes, die eine
exakte Ausrichtung des zu messenden Objektes
überflüssig macht und eine zuverlässige Messung
selbst bei gekippten oder schräg platzierten Messobjekten
sicherstellt. Die Neigungskorrektur gilt über
die gesamte Messrate von 5 kHz. Weiterhin ist beispielsweise
eine zuverlässige Winkelmessung bis zu
45 Grad zur XY-Ebene möglich.
Die optoControl-2700-40-Sensoren führen eine berührungslose Konturvermessung
von Gewinden, Hinterschnitten oder Konen an gedrehten Wellen aus.
Die Lichtquelle ist über ein integriertes Kabel mit
8-poliger M12-Buchse mit dem Empfänger verbunden.
Dieser ist wiederum über 4-, 12- oder 17-polige
M12-Anschlüsse erreichbar. Montieren lässt sich das
optoControl 2700 über die integrierte Montageschiene
mit bereits vorgefertigten Montagebohrungen. Für
den Einsatz in verschiedensten Umgebungen ist das
System für Temperaturen zwischen 0 und +50 °C ausgelegt
und dank umfangreicher Qualifizierungen gemäß
Schock- und Vibration sowie Schutzart IP67
auch für raue Industriebedingungen geeignet.
Bild: Micro-Epsilon Messtechnik
Das Messprinzip
Das optoControl
2700-40 verfügt über zwei
Messfelder. Es erreicht seine
maximale Präzision in der Mitte des
Messbereiches. Im Messfeld 1 in der Messbereichsmitte
ist das eine Linearität von 1 μm. Im Messfeld 2 wird über den
gesamten Messbereich von 40 mm eine Linearität von 3 μm erreicht.
Optische Mikrometer arbeiten meist nach dem Durchlichtprinzip,
deshalb auch ThruBeam-Mikrometer genannt. Hierbei erzeugt die
Sendeeinheit einen parallelen Lichtvorhang, der mit Hilfe spezieller
Optiken in die Empfängereinheit übertragen wird. Befindet
sich ein Objekt im Strahlengang, wird der Lichtstrahl unterbrochen.
Die Empfangsoptik erfasst diese Abschattung, wandelt sie
in eine Messgröße um und gibt das Ergebnis beispielsweise als
Analogwert von 0 bis 10 V aus. Micro-Epsilon setzt bei seinen
Mikrometern auf drei verschiedene Technologien: Lichtmengenmessung,
Kollimation und die telezentrische Messmethode.
Typische Einsatzgebiete optischer Mikrometer sind dimensionelle
Messungen in der Produktion, die Überwachung von Maschinen
sowie die Inline-Qualitätssicherung. Hiermit lassen sich
Parameter wie Durchmesser, Spalt, Kante und Segment mit hoher
Genauigkeit erfassen.
Bild: Micro-Epsilon Messtechnik
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 43
AUTOMATISIERUNG » Sensoren & Messtechnik » Titelstory
Technische Daten
des optoControl 2700
• Linearität: ≤ 1 µm (Modell ODC2700-40);
≤ 0,5 µm (Modell ODC2700-10)
• Reproduzierbarkeit:
≤ 0,1 µm (Modell ODC2700-40);
≤ 0,03 µm (Modell ODC2700-10)
• Abtastrate: 15 kHz
• Messrate: 5 kHz
• Belichtungszeit: 8,5 µs
• Auflösung: 10 nm
• Versorgungsspannung: 11 bis 30 V DC
• Maximale Stromaufnahme: ≤ 1 A
• Schnittstellen: Ethernet, RS422, Ethercat,
EtherNet/IP, Profinet
• Analogausgang: 0 bis 10 V DC, 4 bis 20 mA
Zusätzlich ist die neue Mikrometer-Reihe mit den
Schnittstellen Ethercat, EthernetIP und Profinet ausgestattet.
Somit können Anwender das Mikrometer
einfach in bereits bestehende Infrastrukturen einbinden.
Vier Status-LEDs fungieren als Bedien- und Anzeigenelemente
und visualisieren „Power“, „Status“,
„Link“ und „Speed“.
Die Konfiguration des LED-Mikrometers erfolgt
ohne zusätzliche Software über ein integriertes
Webinterface. Dieses wird per Ethernet-Verbindung
und einer speziellen IP-Adresse direkt am PC aufgerufen.
Dort lassen sich zentrale Parameter wie Mittelung
oder Messrate schnell anpassen. Sechs voreingestellte
Presets ermöglichen eine schnelle Einrich-
tung auf die jeweilige Messaufgabe. Parameter wie
die Neigungskorrektur, eine Verschmutzungsanzeige
sowie applikationsspezifische Setups lassen sich visualisieren.
Die Positionierung des Messobjektes im
Lichtstrahl erfolgt mithilfe eines Schwarz-Weiß-Bildes,
was die Einrichtung deutlich vereinfacht. Nutzer
können zudem von Beginn an die Micro-Epsilon-
Software „sensorTool“ zum Aufnehmen und Verarbeiten
von Daten nutzen, außerdem steht die Programmierdatenbank
„MedaQLib“ zur Verfügung.
Darüber hinaus verfügt der Sensor über eine integrierte
Datenanalyse, die Schmutz im Bereich der
Optik identifiziert und dadurch verfälschte Messergebnisse
auf Anfrage erkennt. Auf diese Weise lassen
sich Ausfälle oder Störungen des Mikrometers analysieren.
Das optoControl 2700 gibt die Information
über den Status der Verschmutzung auf Anfrage über
die integrierten Schnittstellen aus. Die intelligente
Auswerteeinheit ist in der Lage, selbst kleinste Partikel
wie Staub oder feine Ölspritzer auf der Glasscheibe
oder im Messfeld zu detektieren, die für das
menschliche Auge nicht erkennbar sind. So lassen
sich Verunreinigungen und Fremdkörper auf der
Messfläche proaktiv erkennen und beseitigen.
Breites Anwendungsspektrum
Die optoControl-Serie deckt ein breites Spektrum an
Applikationen ab: Sie eignet sich unter anderem für
• Messungen transparenter Materialien wie
Glas oder Glaswafer,
• die Vermessung von Stangen und
Extruder-Erzeugnissen,
• Rundlaufprüfungen von Elektromotoren sowie
• High-Speed-Messungen beim Drahtziehen.
Bild: Micro-Epsilon Messtechnik
Die Konfiguration des optoControl 2700 wird über ein einfach zu bedienendes Webinterface durchgeführt. Dieses lässt sich über
eine Ethernet-Verbindung aufrufen und ermöglicht das schnelle und einfache Einstellen von Mittelung, Messrate oder Presets
und bietet umfangreiche Parametriermöglichkeiten für jede Messaufgabe.
44 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Auch hochspiegelnde Objekte wie Walzen lassen sich
präzise messen. Eingesetzt werden die Sensoren in
Branchen wie der Glas- und Automobilindustrie, im
Maschinenbau oder in der komplexen Fertigungs -
automation, wie die folgenden Beispiele zeigen:
• Bahnkantensteuerung in der Glasproduktion:
Im Herstellungsprozess von Glasscheiben ist zum
Beispiel die exakte Positionierung beim Vereinzeln
eine wichtige Voraussetzung, um die exakte Größe
der Glasscheibe zu erhalten und somit die Verarbeitungsqualität
zu steigern. Dabei messen zwei
optoControl 2700 an beiden Seiten der Glasscheibe
die exakte Position und geben das Signal an die
Produktionssteuerung weiter. Diese korrigiert aufgrund
des Positionssignals die Ausrichtung der
Scheibe, so dass sich diese an der exakt vorge -
gebenen Stelle beim Vereinzeln befindet.
• Vermessen von Drehteilen:
Neben dem Herstellen von Glasscheiben ist die
Inline-Konturmessung von Drehteilen ein weiterer
wichtiger Einsatzbereich. Hierbei ermöglichen
optoControl-2700-40-Sensoren aufgrund ihrer
Eigenschaften die optische und kontaktlose Konturvermessung
von Gewinden, Hinterschnitten
oder Konen an gedrehten Wellen, ohne das Messobjekt
zu beeinflussen. Das Vermessen von Drehteilen
erfolgt unter anderem direkt in der Maschine
nach dem Drehen oder Fräsen. Auf diese Weise
lässt sich eine Analyse der Form und Dimension
von Werkstücken aller Art durchführen.
• Durchmessermessung
von extrudierten Erzeugnissen:
Bei der Durchmessermessung wird mit dem
optoControl 2700-40 heißes extrudiertes Material
direkt nach dem Extruder auf dessen exakte Dicke
überprüft. Dies ermöglicht eine kontinuierliche
100-Prozent-Qualitätsprüfung von Endlosprofilen
und Schläuchen mit einem Durchmesser von
bis zu 40 mm.
• Mehrsegmentmessung an Edelstahlbändern:
Beim kontinuierlichen Längsteilen dünner, kalt -
gewalzter Aluminium- oder Edelstahlbänder mit
Dicken von 0,1 und 0,5 mm überprüft der opto-
Control 2700-40 unmittelbar nach der Schneidwalze
die Einhaltung der Breitentoleranzen. Hiermit
wird eine 100-Prozent-Qualitätsprüfung in
der Produktionslinie ermöglicht.
• Messung und Überwachung von Kanülen:
Bei der Herstellung von Kanülen sind die genaue
Ausrichtung und exakte Maßhaltigkeit wichtige
Qualitätsmerkmale. Bereits kleinste Abweichungen
können das Gewebe beim Patienten unnötig
verletzen sowie Blutungen oder Infektionen fördern.
Mit dem optoControl 2700 lassen sich alle
Drahtziehen ist ein Gleitziehen, bei dem ein Draht größerer Abmessung durch einen Ziehring
kleinerer Abmessung gezogen wird. Dabei erhält der Draht die Form und die Querschnittsmaße
des Ziehrings. Das optoControl 2700-40 prüft direkt nach dem Ziehstein
den Durchmesser des gezogenen Drahtes. Die Vibration und die schnelle Geschwindigkeit
des Drahtes stellen dank der hohen Belichtungszeit von 8,5 µs keine Probleme dar.
relevanten Parameter von Kanülen inline und
berührungslos messen. Dazu zählen der Außendurchmesser
der Kanülen (Gauge), der Überstand
über den Glaskörper sowie die Spitzengeometrie
der Nadel (Winkel, Länge und Form). So wird eine
kontinuierliche Qualitätskontrolle während des
Fertigungsprozesses ermöglicht.
• Glasfasermessung:
Glasfasern besitzen sehr kleine Durchmesser –
zum Beispiel zwischen 30 und 125 μm. Die vielfältigen
Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise
in der Datenübertragung als Lichtwellenleiter
oder als Konstruktionswerkstoff in Form von glasfaserverstärkten
Kunststoffen, stellen besonders
hohe Qualitätsanforderungen. Mit dem Mikrometer
optoControl 2700-10 sind Hersteller in der Lage,
einzelne Fasern zu erfassen und deren Durchmesser
zu bestimmen, um den hohen Qualitätsstandards
zu entsprechen.
Weitere Einsatzbereiche der Sensoren sind beispielsweise
die Drahtmessung beim Drahtziehen, die Messung
des Außendurchmessers an Stents sowie die
Spaltmessung an Kalanderwalzen in der industriellen
Produktion.
Einsetzbar in zahlreichen Branchen
Das Mikrometer optoControl 2700 eignet sich aufgrund
seiner Eigenschaften für nahezu alle industriellen
Branchen und Applikationen. Vor allem die
aktive Neigungskorrektur sowie die Winkelmessung
bis zu 45 Grad ermöglichen den Einsatz auch in
schwierigen Einbaulagen. Hinzu
kommen das gute Preis-Leistungs-Verhältnis
und die Präzision
mit einer Linearität von ≤ 0,5 bzw.
1 µm sowie einer digitalen Auflösung
von 10 nm. Micro-Epsilon
entwickelt und fertigt die Mikrometer
in den hauseigenen Produktionsstätten
in Deutschland.
www.micro-epsilon.de
INFO
Mehr Infos zum Mikrometer
optoControl 2700:
koninfo.de/RgEoV
Bild: Micro-Epsilon Messtechnik
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 45
Der Weg zum Datenschatz in der Produktion kann kürzer sein als gedacht: Wird zur Stromüberwachung eine LOCC-Box von Lütze verwendet,
lassen sich mit dieser auch eine Reihe weiterer Daten erfassen.
Bild: olegganko/stock.adobe.com (generiert mit KI)
Den eigenen Datenschatz mit der LOCC-Box heben
Von der Lastüberwachung zum
Fischen im Datenfluss
In vielen Schaltschränken ist die LOCC-Box (Lütze Overload Current Control) der Quasi-Standard in puncto
intelligenter Überlast- und Kurzschlussüberwachung. Doch das Gerät kann deutlich mehr und im Sinne der
Industrie 4.0 weitere Produktionsdaten erfassen. Diese lassen sich für Aufgaben der Predictive Maintenance
verwenden oder zum Energiemonitoring. Beides macht Anwender Metz Connect – und profitiert auf diese Weise
von der Vielseitigkeit der Stromüberwachung. Mit dem Modul lassen sich so nicht nur 24-V-Kreise flexibel
absichern, sondern auch Daten tracken – und damit der Rohstoff der Industrie 4.0 gewinnen.
Jessica Stoll, Vertriebsingenieurin, Friedrich Lütze GmbH
wieder zu Lagerschäden. Anhand der Nennströme können
die Mitarbeitenden aber schon vorab auf mechanische
Beschädigungen schließen. Eine grobe Abweichung
mit Stromanstieg kann etwa ein schwergängiges
Lager signalisieren – so dass sich die Wartung anstoßen
lässt, bevor das Band stillsteht.
Rückschlüsse für den 24/7-Betrieb
Bild: Metz Connect
Intelligente Stromüberwachung
mit
der LOCC-Box.
Eine erhöhte Sensibilität für Informationsflüsse liegt
Metz Connect in den Genen – schließlich ist das
Familienunternehmen spezialisiert auf Produkte für die
Gebäude- sowie Industrieautomation und -vernetzung.
So werden mit der LOCC-Box von Lütze zur Stromüberwachung
die Verbrauchsdaten von Maschinen und Anlagen
in den fünf Blumberger Werken erfasst. Dabei ist
jeder einzelne 24-V-Kreis überwachbar mit via IO-Link
eingestellten Charakteristiken. Beispiel Kleinförderbänder:
Da diese lange durchlaufen, kommt es immer mal
„Wir erfassen alle möglichen Daten – wie Kilometerlaufleistungen
von Achsen, Hauptnutzungszeiten oder
die Temperatur in den Schaltschränken“, berichtet Lukas
Schultz, Elektrokonstrukteur bei Metz Connect. „Es
ist super, dass die LOCC-Box dazu beträgt, diese ganze
Datendichte zu liefern.“ Daraus ließen sich wertvolle
Rückschlüsse ziehen, besonders für den 24/7-Betrieb.
Das Wartungspersonal hat so die Chance, sich die relevanten
Infos direkt am HMI anzusehen – Schnittstellen-unabhängig.
So lässt sich beispielsweise erkennen,
dass ein bestimmter Zylinder alle zwei Millionen Hübe
ausfällt – was den Impuls geben kann, eine langlebigere
Lösung zu suchen. „So kommen wir weg von Erfahrungswerten
hin zu belastbaren Zahlen – und können
geplant Bauteile vor dem Ausfall tauschen“, fasst Johannes
Lohberger zusammen, Head of Automation.
46 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Sensoren & Messtechnik « AUTOMATISIERUNG
Energieverbrauch erkennen und senken
Ähnlich effektiv ist der Einsatz des Gerätes beim Energiemonitoring
– insbesondere in Zeiten hoher Energiepreise
und beschleunigt durch diverse Nachweispflichten,
Energieaudits oder -managementsysteme. „Zunächst
fällt es leicht, jedes Jahr ein paar Prozent einzusparen
– irgendwann jedoch sind die größten Leckagen
beseitigt und alle Leuchtstoffröhren ersetzt“, fährt
Lukas Schultz fort. Dann müsse man wissen, wo noch
Potential zu heben sei.
Bei Metz Connect brechen sie so das Energiedatenlogging
der ganzen Halle herunter auf einzelne Verbraucher.
„Die LOCC-Box hat da definitiv ihre Stärken
und ist eine tragende Säule unseres Überwachungs -
systems“, betont Schultz. „Auch wegen ihres Feldbussystems,
über das wir viele Prozessdaten auslesen können.“
Selbst bei nicht-intelligenten Komponenten wie
kleinen Elektromotoren werde deren Zustand erfassbar
und Trends ließen sich feststellen. „Wir merken frühzeitig,
wenn sich etwas im Prozess verändert“, ergänzt Johannes
Lohberger. Man könne sogar Kostenersparungen
sehen, zum Beispiel bei der Pneumatik: Reduziere
sich der Luftverbrauch nach einer Wartung um 20 %,
könne man gegenrechnen mit den Wartungskosten hin
zur Amortisationsdauer.
Produktionsdatenerfassung mit an Bord
Im Sinne der Produktionsdatenerfassung bietet die
LOCC-Box weitere Vorzüge und „ist mit dem bereitgestellten
Funktionsumfang preislich attraktiv“, freut sich
Lukas Schultz. Zudem baue man die eigenen Anlagen
und Sondermaschinen sehr kompakt – was baulich die
Möglichkeiten deutlich begrenze. „Da passt die LOCC-
LOCC-Box für die
intelligente Stromüberwachung
Die elektronische Überlast- und Kurzschluss-Überwachung LOCC-Box
erfüllt Forderungen nach selektiver Abschaltung bei hoher Leitungsdämpfung
und hinsichtlich der Einbindung in die vorhandene Kommunikationsebene
(im Sinne der Industrie 4.0). Die Fehlerdiagnose erfolgt
per Hardware oder über Gateway zu verschiedenen Feldbussystemen.
Die LOCC-Box zeichnet sich durch einen besonders kompakten
Systemaufbau aus – das Gerät ist verfügbar als 1– und 2-kanalige Version
auf 8,1 mm Baubreite und ermöglicht bis zu 50 Einstellvarianten
in einem Modul. Zusätzlich ist das Gerät als LOCC-Box-M (Mini) und
LOCC-Box-M-I (Mini-Intelligent) auch im Miniaturformat erhältlich.
Diese beiden Versionen zeichnen sich durch eine äußerst geringe Einbautiefe
aus und eignen sich vor allem für flache Einbausituationen –
wie beispielsweise in kleinen Schaltschränken und Schaltkästen. Über
den Direktanschluss der Last lassen sich Verteilerklemmen einsparen.
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Box mit gerade mal 8,1 mm Baubreite perfekt – und sie
ist passend zur Anwendung modular erweiterbar.“ In
Verbindung mit dem IO-Link-Gateway sind zudem bis
zu 15 LOCC-Box-Net-Module koppelbar. Auf diese
Weise ist Metz Connect auch beim Thema Datenlogging
ein Vorreiter – und lebt im eigenen Unternehmen vor,
was man mit seinen Produkten ermöglicht. Dann das Erfassen
von Produktionsdaten ist nach Ansicht des Unternehmens
ein echter Zukunftsmarkt – und wirft damit
ein Schlaglicht auf die Zukunft des Maschinenbaus.
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Halle 6
Stand 428
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 47
Bild: Phoenix Contact
Integrierbare Kühlkörper und thermischer
Simulationsservice für Elektronikgehäuse
Wärme raus –
Leistung rein
Kühlkörper für die passive Kühlung
in Elektronikgehäusen lassen sich
mit Hilfe thermischer Simulationen
passgenau planen, so dass sich die
Elektronik sicher betreiben lässt.
Moderne Leistungselektronik unterliegt dem Anspruch, gleichzeitig leistungsstärker und kleiner zu werden.
Diesen scheinbaren Zielkonflikt kann nur eine integrierte Entwärmung – gekoppelt mit einer professionellen
Planung – effektiv auflösen. Wichtig sind deshalb nicht nur hochwertige Elektronikgehäuse mit integrierten
passiven Kühlkörpern, sondern auch Simulationsservices, um die thermische Effizienz des Geräts zu maximieren.
Patrick Hartmann, M.Sc., Produktmanager Device Connector Solutions, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg
Bild: Phoenix Contact
Elektronikleergehäuse müssen weit mehr als nur
die Leiterplatte mit der elektronischen Schaltung
aufnehmen. Die elektrischen Anschlüsse zur Energieversorgung
und Signalführung müssen von außen in
das Gehäuse zur Leiterplatte und wieder zurückgeführt
werden. Das Gehäuse soll möglichst kompakt
sein – und dabei einen Schutz gegen das Eindringen
von Schmutz sowie gegen das versehentliche Berühren
spannungsführender Teile im Innern bieten. Zusätzlich
können Probleme mit einer zu starken Erwärmung
der Bauteile auftreten. Werden auf der Leiterplatte
Prozessoren mit hohem Leistungsvermögen
oder sogar Leistungshalbleiter mit nicht vermeidbarer
Verlustleistungsabgabe eingesetzt, kann es unzulässig
warm werden und zu Ausfällen von Elektronik -
applikationen führen.
Phoenix Contact bietet im Bereich des Thermomanagements
unterschiedliche Werkzeuge und Produkte
an. So kann die thermische Herausforderung des
Kunden bewertet und mittels Thermosimulation und
einem gezielten Kühlkörper-Design-in gelöst werden.
Bild 1: Thermische Betrachtung eines Platinenlayouts
Relevanz einer
thermischen Betrachtung
Die Leiterplatten in Gehäuseapplikationen sind
oftmals vollständig mit Bauelementen bestückt. Nahezu
immer sind dabei auf beiden Platinenseiten
Bauelemente unterschiedlicher Leistungen verbaut.
Bei der thermischen Betrachtung ist nicht nur der
Blick auf die Einzelkomponenten und deren maximale
Erwärmung entscheidend. Vielmehr geht es um
das gesamte thermische Verhalten der Platine und
des Geräts. Die warmen Bauelemente und Hotspots
auf unterschiedlichen Seiten der Platine beeinflussen
sich gegenseitig. So erwärmt ein warmes Bauelement
auch andere Bauelemente. Gleichzeitig können
sperrige Komponenten ohne Erwärmung einen Strömungswiderstand
darstellen. Eine detaillierte thermische
Simulation hilft dabei, die Gesamtantwort
des erwärmten Gerätes herauszufinden (Bild 1).
Hitzequellen
lokalisieren und vermeiden
Eine thermische Betrachtung der Applikation ist bereits
frühzeitig im Entwicklungsprozess sehr hilfreich.
So können erste Entwürfe des Platinen-Layouts
einen Aufschluss über das spätere thermische
Verhalten des kompletten Geräts geben. Durch einfaches
Umpositionieren und Drehen von Bauelementen
sowie durch das Einfügen von optionalen Lüftungsschlitzen
zur Verbesserung der Konvektion können
Hitzequellen frühzeitig lokalisiert und vermieden
werden. Mit der Thermosimulation lassen sich über
den farblichen Verlauf der Temperatur verschiedene
Platinen-Layouts leicht miteinander vergleichen und
bewerten.
48 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Elektrotechnische Bauelemente « AUTOMATISIERUNG
Das Ergebnis dieser frühzeitigen Betrachtung führt
nach einfacher Simulation zu einer Reduzierung der
entstehenden Wärme. Der Anwender spart so viel
Zeit und somit auch Kosten, da er bereits früh im
Prozess sein späteres Layout und die Einbindung in
das Gehäuse thermisch prüft.
Bei der Auswahl der richtigen Gehäusekonfiguration
ist dann eine Aussage über die theoretisch maximal
abführbare Wärmemenge aus einem Elektronikgehäuse
hilfreich. In aufwendigen Simulationsstudien
und Laborversuchen wurden für das Gehäuseportfolio
von Phoenix Contact die entsprechenden Diagramme
erzeugt (Bild 2). Der PCB-Designer bekommt
somit schnell eine Antwort darauf, ob seine gewünschte
Applikation mit den gegebenen Verlustleistungen
der Bauelemente auf der Platine in dem
angebotenen Gehäusesystem thermisch funktionieren
könnte. Diese Vorabschätzung kann frühzeitig einen
Aufschluss darüber geben, ob zum Beispiel ein
breiteres Gehäuse, optionale Lüftungsschlitze oder
ein zusätzlicher Kühlkörper für den späteren Betrieb
notwendig sind.
Online-Thermosimulation
Als Service bietet Phoenix Contact die Online-Thermosimulation
an. Der Nutzer hat dabei die Möglichkeit,
sein konfiguriertes Elektronikgehäuse im Nachgang
thermisch zu simulieren. Dieser Service ist bereits
für einige Gehäuseserien verfügbar und wird in
den nächsten Ausbaustufen auch weitere Gehäusefamilien
mit Kühlkörpern umfassen. Der Ablauf einer
Online-Thermosimulation ist intuitiv:
• Der Bediener konfiguriert sein Gehäuse inklusive
benötigter Anschlusstechnik im Online-Gehäuse-
Bild 2: Verlustleistungsdiagramm für eine erste thermische Betrachtung
konfigurator. Anschließend erhält er eine Stückliste,
3D-Daten und die PCB-Outline der Konfiguration.
• Nun folgt der Übergang in die Online-Simulationsoberfläche.
Hier definiert der Kunde zusätzlich
die thermischen Randbedingungen seines Geräts.
Dazu gehören die Einbausituation sowie die Umgebungstemperatur.
Außerdem hat der PCB-Designer
die Möglichkeit, die Wärmeleitfähigkeit seiner
Leiterplatte zu variieren. So wird der spätere
Wärmespreizeffekt der Leiterplatte nachgebildet.
• Im nächsten Schritt kann der Anwender bis zu
drei Hotspots auf der Leiterplatte platzieren, ihnen
eine Geometrie zuweisen und eine zu erwartende
Verlustleistung mitgeben. Nach spätestens
drei Werktagen erhält er das Simulationsergebnis
und damit den individuell definierten Lastfall
seiner Applikation.
Dieser kostenlose Service kann ein wichtiger Indikator
bei der frühzeitigen Erkennung von thermischen
Herausforderungen in der Applikation sein. Die On-
Bild: Phoenix Contact
Ketten, Kabel, Konfektionen:
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 49
AUTOMATISIERUNG » Elektrotechnische Bauelemente
line-Thermosimulation kann auch sehr gut als Vorstufe
zu einer Kundensimulation des detaillierten
Platinen-Layouts genutzt werden (Bild 3).
Als Simulationsdienstleistung ist die thermische
Betrachtung und Optimierung eines Elektronikgehäuses
von Phoenix Contact inklusive Anschlusstechnik
und der kundenindividuellen Platine zu verstehen.
Gerade dann, wenn die Online-Simulation
bereits in Anspruch genommen wurde und die groben
thermischen Parameter geklärt sind, bietet sich
eine detaillierte thermische Betrachtung des Geräts
an. Der Kunde liefert hier als Eingangsparameter sein
konfiguriertes Elektronikgehäuse inklusive der Anschlusstechnik
sowie der Umgebungsbedingungen
und der technischen Daten der Platine und der Hotspots.
Dabei werden alle Layoutdaten der Platine in
Form von ODB++-Daten oder anderen Formaten für
die Simulation berücksichtigt, um eine möglichst
exakte Aussage über das spätere thermische Verhalten
der Gesamtapplikation zu erlangen. Anschließend
können die Ergebnisse bei unterschiedlichen
Lastfällen und Umgebungsbedingungen ermittelt
werden. Dieser kostenpflichtige Service ist für alle
Gehäusefamilien von Phoenix Contact verfügbar. Als
Ergebnis erhält der Kunde das Simulationsergebnis
seiner individuellen Anwendung in einem tiefen Detaillierungsgrad.
Thermisches Kühlkörper-Design-in
Ein Ergebnis der detaillierten Simulation kann sein,
dass die Erwärmung der Applikation unzulässig hoch
ist. Für diesen Fall bietet Phoenix Contact integrierbare
passive Kühlkörper für die Gehäusefamilien ICS,
ME-IO, BC und UCS an. Diese Kühlkörper können per
Simulation thermisch in die Kundenapplikation integriert
werden. Das Design-in verläuft im engen Austausch
zwischen dem Kunden und den Thermoexper-
Bild 3: Online-Simulation für
Elektronikgehäuse mit thermischem Ergebnis
ten. Phoenix Contact übernimmt dabei auch die am
Kühlkörper notwendige Fräsbearbeitung, um diesen
optimal an die Bauelementstruktur der Kundenapplikation
anzupassen (Bild 4).
Phoenix Contact bietet eine Vielzahl an integrierbaren
Kühlkörpern an. Dabei kann zwischen Kühlkörpern
unterschiedlicher Breite und Länge sowie verschiedenen
Lamellenhöhen gewählt werden. Jede
Applikation hat in der Regel ihre eigenen individuellen
Randbedingungen. Somit können je nach Anforderung
Kühlkörper optional auch verkürzt oder verlängert,
der Rippenabstand verändert oder der Emissionsgrad
angepasst werden. Das Ziel sollte dabei
immer sein, die bestmögliche Entwärmung aus dem
Gehäusesystem zu erreichen.
Von der frühzeitigen Auswahl der richtigen Gehäusekonfiguration
bis hin zur thermischen Freigabe im
Labortest liefert Phoenix Contact die notwendigen
Informationen in Form von Diagrammen, Verlustleistungsdaten
und den dazugehörigen thermischen Simulationssupport.
Das optionale Design-in der integrierbaren
passiven Kühlkörper rundet das Angebot ab.
www.phoenixcontact.com
Bild: Phoenix Contact
Funktion eines passiven Kühlkörpers
Ist ein Hotspot auf der Platine des Elektronikgehäuses verbaut,
kann dieser die Wärme nur sehr schlecht über Konvektion und
Strahlung abgeben. Durch die Integration eines passiven Kühlkörpers
in das System kann die Wärme gezielt abgeführt werden. Voraussetzung
dafür ist die korrekte Anbindung des warmen Bauelements
an den Kühlkörper. Der Kontaktbereich zwischen dem Bauelement
und dem Kühlkörper wird dabei mit Hilfe eines TIM (Thermal
Interface Materials) ausgefüllt. Bei korrekter Anbindung erhält man
eine gezielte Wärmeabfuhrsteuerung durch den Kühlkörper. Hintergrund
ist die deutliche Oberflächenvergrößerung und der damit einhergehende
Konvektions- und Strahlungseffekt im System.
Bild: Phoenix Contact
Kühlkörper für
die Gehäuse serien
ICS, ME-IO, UCS
und BC
50 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Steuerungstechnik « AUTOMATISIERUNG
Bild: ZF
Das intelligente
Transportsystem XTS
von Beckhoff hat in
besonderem Maß zur
gesteigerten Produktionseffizienz
bei ZF in
China beigetragen.
PC-basierte Automatisierung mit Transportsystem sichert Flexibilität in der Montage
Produktiver mit schneller
Kommunikation und einfacher Diagnose
Die PC-basierte Steuerungslösung von Beckhoff macht insbesondere in Verbindung mit dem Transportsystem
XTS Produktionslinien bei ZF leistungsstark und anpassungsfähig. Mit schnelleren Taktzeiten, effizienter
Plattformintegration, Multiuser-Inbetriebnahme und fortschrittlichen Steuerungsfunktionen ließen sich
erhebliche Verbesserungen sowohl in der Produktivität als auch in der Produktqualität erreichen.
Stefan Ziegler, Editorial Management PR, Beckhoff Automation
Der Automobilzulieferer ZF setzt bei seinen Brake-by-Wire-Produkten
auf fortschrittliche Fertigungstechnologien,
um noch schneller, effizienter
und mit höherer Qualität zu produzieren. Die entsprechende
Produktionslinie in China umfasst zahlreiche
Montagelinien mit komplexen Kernprozessen.
Um die damit zusammenhängenden Herausforderungen
zu bewältigen, kommt ein umfangreiches Spektrum
an Automatisierungs-Komponenten und -Lösungen
von Beckhoff zum Einsatz. Neben dem leistungsfähigen
Schaltschrank-Industrie-PC C6675 mit
der Software Twincat nutzt die neue Produktionslinie
auch Ethercat-I/Os mit XFC-Technologie, Servo -
verstärker der Serien AX5000 und AX8000 sowie das
intelligente Transportsystem XTS.
„Das Erste, was uns nach der Implementierung der
Lösung von Beckhoff auffiel, war eine bemerkenswerte
Reduzierung der Produktionstaktzeit bei Magnetventilkartuschen
von 2,6 auf nur noch 2,4 s pro
Einheit“, berichtet Bu Yuli, verantwortlich für Advanced
Manufacturing Engineering im Bereich Magnetventilkartuschen
bei ZF in China. „Diese Verbesserung
stellt einen signifikanten Produktivitätsanstieg
dar, der einfach durch den Wechsel zu einem Controller
von Beckhoff und zu Ethercat erreicht wurde.“
Das zeigt die Leistungsfähigkeit der durchgängigen
und PC-basierten Steuerungstechnologie.
Die Steuerung von Beckhoff ist industriegerecht
aufgebaut und nutzt Standard-PC-Hardware wie etwa
Mehrkernprozessoren sowie in diesem Fall die
leistungsstarke Performance der x86-Architektur, um
eine hohe Rechenleistung zu bieten. Dies ermöglicht
es dem System, komplexe Steuerungsaufgaben und
große Datensätze zu verwalten sowie den hohen
Leistungsanforderungen der modernen industriellen
Automatisierung gerecht zu werden. Zudem minimiert
Ethercat in Kombination mit der ultraschnellen
Echtzeitreaktion und der Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung
erheblich bisherige Verzögerungen
durch Signalinteraktionen. Und die Oversampling-
Technologie und das Software-Oszilloskop Twincat 3
Scope helfen dabei, potentielle Optimierungen
schnell zu identifizieren und bei der Programmierung
Engpassprozesse effektiv zu verkürzen.
Plattformintegration
und Kosteneinsparungen
„Die PC-basierte Steuerungsplattform ermöglicht
nicht nur die nahtlose Integration von Manufacturing
Execution Systems (MES) und IoT-Anwendungen,
sondern sie arbeitet auch nahtlos mit den Prüfsystemen
von ZF zusammen“, ergänzt Shi Wenjie, zuständig
für Tests im Bereich Advanced Manufacturing
Engineering bei ZF. „Diese plattformbasierte Lö-
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 51
AUTOMATISIERUNG » Steuerungstechnik
Die zahlreichen, ergänzend zu XTS realisierten Servoachsen werden unter
anderem von Servoverstärkern AX5203 angesteuert.
Bild: ZF
Das breite Spektrum der Ethercat-I/Os von Beckhoff umfasst auch direkt vor
Ort montierbare IP67-Box-Module.
Bild: ZF
sung vereinfacht die Systemeinrichtung und -wartung,
liefert signifikante Kosteneinsparungen und
verbessert die gesamte Betriebseffizienz.“
ZF wählte für diese Produktionslinie den Schaltschrank-Industrie-PC
C6675 – aufgrund seines standardisierten
und modularen Hardware-Designs, das
eine flexible und bedarfsorientierte Konfiguration und
Aufrüstung ermöglicht. Durch die hohe Performance
konnten zudem bisher getrennte Softwaresysteme für
Datenerfassung, Analyse und Bewegungssteuerung in
den C6675 integriert und damit die Gesamtkosten reduziert
werden. Darüber hinaus werden über Twincat
Interface for Labview oder die I/Os beziehungsweise.
Servoverstärker von Beckhoff Aufgaben ermöglicht,
die bislang andere Steuerungsplattformen erfordert
haben. In Zukunft sollen auch KI-basierte Qualitätstools
über Twincat 3 Machine Learning integriert
werden, um die Produktivität weiter zu steigern.
Effiziente Multiuser-Inbetriebnahme
Da immer mehr Maschinen- und Gerätefunktionen
über Software implementiert werden, ist es mittlerweile
Standard, dass mehrere Programmierteams am
Steuerungscode und an der Inbetriebnahme arbeiten.
Dies kann während des Inbetriebnahmeprozesses zu
Herausforderungen führen, beispielsweise durch begrenzten
Zugriff auf das Versionskontrollsystem,
durch Diskrepanzen zwischen dem aktuellen Stand
der Software auf der Maschine und dem lokalen System
sowie aufgrund von fehlerhaften, nicht rückgängig
zu machenden Änderungen. „Unsere umfangreiche
Produktionslinie erfordert oft die Integration und
Inbetriebnahme durch mehrere Ingenieure, was in der
Vergangenheit zu Kollaborationsproblemen geführt
hat“, erläutert Tian Xiaofei, verantwortlich für Advanced
Manufacturing Engineering bei der Produktions -
linien-Entwicklung.
Twincat ermöglicht es hier mit seiner Multiuser-Inbetriebnahme-Funktion
nun mehreren Ingenieuren,
gleichzeitig am selben Projekt zu arbeiten – und zwar
ohne über spezifische Kenntnisse der Versionskontrolle
verfügen zu müssen. Die Versionskontrolle ist in
den Standard-Workflow integriert und überträgt automatisch
den aktuellen Projektstatus auf das Zielsystem,
während eine Historie aller Änderungen erstellt
wird – einschließlich Benutzernamen, Zeitstempeln
und Kommentaren zu jeder Änderung. „Mit der
Multiuser-Funktion haben wir sowohl Effizienz als
auch Zeitersparnis während der Inbetriebnahme erreicht.
Und die Historien-Funktion hilft uns dabei,
Änderungen im gesamten Programmverlauf nachzuverfolgen“,
bestätigt Tian Xiaofei.
Flexible und effiziente Montage mit XTS
„Wir haben das intelligente Transportsystem XTS von
Beckhoff auf mehreren Produktionslinien implementiert,
um kritische Teile zu montieren und gleichzeitig
Flexibilität und Effizienz zu gewährleisten“, sagt Shi
Anton, Advanced Manufacturing Manager bei ZF.
„Durch die Nutzung der unabhängig, präzise und
schnell positionierbaren XTS-Mover können wir eine
hochwertige Montage der Teile erreichen. Darüber
hinaus ermöglichen die individuell ansteuerbaren
Mover dynamische Konfigurationen der Produktionslinien.
Durch das Laden unterschiedlicher Rezepte
können die Mover in vorbestimmten Positionen bleiben,
um einen One-Touch-Produkttransfer in der Produktionslinie
zu ermöglichen. Zusätzlich erleichtert
die spezielle Topologie-Unterstützung des XTS ein
kompaktes Liniendesign und maximiert den Platz auf
der Fertigungsfläche.“
Im Montageprozess, bei dem ein kleiner Prozentsatz
der Produkte defekt sein kann, ist die Echtzeitinspektion
entscheidend, um die Zuverlässigkeit der
52 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Für hochdynamische Bewegungen sorgen auch die Servomotoren AM8000 mit One Cable
Technology (OCT).
Bremssteuerungssysteme zu gewährleisten. XTS verbessert
hier die Inspektionseffizienz durch die schnelle
und präzise Steuerung von Position und Geschwindigkeit
der Mover. Durch die flexiblen Mover-Bewegungen
lassen sich defekte Produkte zum Beispiel zu
einer Analyse-Station für eine
manuelle Überprüfung ausleiten
– ein Vorteil, der mit herkömmlichen
Transportsystemen
schwer zu erreichen ist.
„Der Einsatz von XTS in unserer
Montagelinie hat die
Produktion erheblich flexibler
gemacht“, erläutert Li Xiao,
Advanced Manufacturing Manager
bei ZF. „Mit seiner Bewegungssteuerung
erreichen
wir schnellere Taktzeiten und
die programmierbare Flexibilität
ermöglicht eine nahtlose
Anpassung an verschiedene
Positionen. Der großzügige Laderaum
und das vielseitige
Tian Xiaofei, ZF China
Layout von XTS ermöglichen es uns außerdem, komplexere
Produktionsprozesse zu testen, ohne Produkte
von ihren Paletten entfernen zu müssen.“ So sieht ZF
weiteres Potential für die Zukunft auch darin, das
Planarmotorantriebssystem XPlanar zur Verbesserung
bestehender Montage- und Fertigungsprozesse zu
nutzen. Hier werde man noch Zeit benötigen, um es
für spezifische Anwendungen zu validieren. „ZF fühlt
sich zu kontinuierlicher Innovation verpflichtet, um
die Wettbewerbsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit
zukünftiger Produktionslinien durch die Integration
neuer Technologien zu steigern – wie etwa XPlanar,
Twincat Vision, das MX-System und XFC“, so Li Xiao.
www.beckhoff.com/automotive
»Unsere umfangreiche Produk -
tionslinie erfordert oft die
Integration und Inbetriebnahme
durch mehrere Ingenieure, was in
der Vergangenheit zu Kollabora -
tionsproblemen geführt hat – mit
der Multiuser-Inbetriebnahme-
Funktion von Twincat können
sie nun gleichzeitig am selben
Projekt arbeiten, was effizienter
und zeitsparender ist.«
Bild: ZF
RELIABLE
CONNECTOR
SYSTEM
SOLUTIONS
FOR YOUR
TEST &
MEASUREMENT
APPLICATIONS
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 53
AUTOMATISIERUNG » News
Bild: Kendrion
Ohne Hardware-Bindung
Lösungen für den sicheren Roboterbetrieb
Kendrion bietet mit Sicherheitssteuerungen,
Greiflösungen und Verriegelungen
ein breites
Portfolio für den sicheren
und effizienten Roboterbetrieb.
Die Safety
PLC (Ethercat/SIL3)
überwacht mehrere Roboter
gleichzeitig und
stoppt sie sofort, sobald
Personen oder Objekte in den Arbeitsbereich gelangen.
Ihre Floating-Point-Unit ermöglicht schnelle Positionsberechnungen
und damit hohe Handling-Geschwindigkeiten.
Dank offenem System ohne Hardware-Bindung
können Hersteller eigene Funktionen
und Kinematiken integrieren. Über FSoE (FailSafe
over Ethercat) unterstützt die Steuerung Antriebe
mit Sicherheitsfunktionen wie STO, SS1 oder SLS.
Safety I/Os binden zusätzliche Sensoren wie Laserscanner
oder Encoder ein. Als Ergänzung schützt das
Robotic Joint Locking (Pin Brake) Roboterarme bei
Stromausfall. Die High-Performance-Version widersteht
Querkräften bis 1700 N, während eine kostengünstige
Variante für Cobots verfügbar ist.
Für Greifanwendungen bietet Kendrion den Haftmagnetgreifer
HMG mit Haltekräften bis über 700 N,
basierend auf Permanent-Elektrohaftmagneten der
Serie GTN050. Er ist in verschiedenen Größen verfügbar,
nahtlos in Cobots integrierbar und kundenspezifisch
anpassbar. Ergänzend steht mit dem Fingergreifer
MFG eine Lösung für Pick-and-Place-Anwendungen
bereit. Sie nutzt leistungsstarke Hubmagnete der
LHP-Serie mit bis zu 160 N, schnellen Schaltzeiten
und hoher Lebensdauer.
u-OS Data Hub
Vernetzt bis in die kleinste Variable
Weidmüller erweitert sein Betriebssystem
u-OS mit dem Data Hub, der ab Version
2.2.0 verfügbar ist. Der Data Hub vernetzt
auf u-OS installierte Applikationen mit -
einander und erleichtert es, Variablen einer
App für andere sichtbar und nutzbar
zu machen. Der Data Hub dient als zentrale
Schnittstelle zur übersichtlichen Anzeige
und Verwaltung von Datenpunkten.
Anwendungen wie Procon-Connect sen-
den ihre Variablen an den Data Hub, der
verschiedene Treiber unterstützt. Nutzer
wählen dort gezielt Variablen aus, legen
fest, ob diese les- oder schreibbar sind
und sehen Datentyp, Zeitstempel und aktuelle
Werte. Möchte etwa ein Automatisierer
Informationen aus einer Codesys-
Steuerung in Node-RED nutzen, vernetzt
er die Variable im Data Hub per Klick und
definiert in Node-RED die Reaktion der
Anlage. Das spart Zeit und reduziert Fehlerquellen.
Auch heterogene Systeme ohne
OPC UA lassen sich durch HTTP-Requests
einbinden – interessant besonders
für gemischte Fertigungsumgebungen.
Bild: Weidmüller
Bild: Helukabel
Energieführungssysteme
Modularer Baukasten für bewegte Anwendungen
Mit dem Heluchain System bietet Helukabel
eine Systemlösung für lineare Bewegungsanwendungen
im Maschinen- und
Anlagenbau sowie der industriellen Automation.
Weil in diesen Bereichen die Anforderungen
an Effizienz, Verfügbarkeit
und Wartungsfreundlichkeit
stetig stetig, können modulare,
anschlussfertige Komplettsysteme
eine Antwort
sein, denn sie vereinfachen
Planung, Beschaffung und
Montage deutlich. Der modulare
Baukasten kombiniert
Energieketten, flexible Leitungen,
individuelle Konfek-
tionen und Zubehör zu exakt abgestimmten
Komplettsystemen. Das Ergebnis: maximale
Betriebssicherheit, geringerer Planungsaufwand
und optimierte Beschaffungsprozesse.
Das System ist in drei sogenannten
Assembly Levels erhältlich:
• Level 1 umfasst eine Basislösung mit
Energieführungskette und Leitung – gut
bei geringen Planungsanforderungen.
• Level 2 bietet zusätzlich konfektionierte
Leitungen oder Hydraulikschläuche
für eine schnelle Plug-and-Play-
Installation.
• Level 3 ist ein vollintegriertes System
mit Zubehör wie Rinnen, schwimmenden
Mitnehmern oder Stützkonsolen.
54 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Energieeffiziente Schaltschrankverdrahtung
der nächsten Generation
M12-Steckverbinder
Für hohe Spannungen in engen
Bauräumen
Modular, einfach,
energieeffizient!
Mit der Miniaturisierung
moderner
Maschinen steigt der
Bedarf an leistungsfähigen,
aber platzsparenden Steckverbindern.
Binder setzt daher auf M12-Power-Steckverbinder, die hohe Spannungen
auch in engen Bauräumen sicher übertragen und zunehmend die größeren
7/8-Zoll-Steckverbinder ablösen. Diese bleiben jedoch für bestehende
Anlagen und in Märkten wie den USA unverzichtbar, wo der Trend zur Miniaturisierung
weniger ausgeprägt ist. Die Nachfrage nach M12-Lösungen
wächst, da sie kompakt und zugleich leistungsfähig sind. Sie übertragen
Spannungen bis 630 V, lassen sich leicht konfektionieren und durch normierte
Kodierungen wie S, K, T und L flexibel in unterschiedlichsten Anwendungen
einsetzen – von Wechselspannungsmotoren und Frequenzumrichtern bis
hin zu LED-Beleuchtungen und Netzwerkgeräten. Dank kompakter Bauweise
ermöglichen sie eine sichere und stabile Energieversorgung auch in platzkritischen
Maschinen. Für Bestandsanlagen bleiben 7/8-Zoll-Steckverbinder die
robuste Lösung, während Adapter und Zubehör nahtlose Übergänge zwischen
beiden Standards schaffen. Binder erweitert dafür sein Portfolio um
neue T-Verteiler und Adapter, die den Aufbau leistungsfähiger Netzwerke
unterstützen und hybride Systemarchitekturen ermöglichen. Alle Produkte
sind nach IP67 oder IP68 geschützt, erfüllen die UL-Normen UL2237 und
UL2238, bieten mehr als 100 Steckzyklen und sind für Temperaturen von -40
bis +85 °C ausgelegt.
Digitalisierung in 30 Minuten
IIoT-Plattform jetzt im Abonnement
Bild: ifm
Predictive-Maintenance- und IIoT-Projekte
scheitern häufig an komplexen Integrationen,
hohen IT-Anforderungen und
langen Laufzeiten. Mit moneo im Abonnement
will ifm diese Hürden beseitigen
und den schnellen Einstieg in digitale Zustandsüberwachung
und Prozessoptimie-
Bild: Binder
rung ermöglichen – und zwar ohne Programmieraufwand
und ohne zusätzliche
IT-Ressourcen. Die IIoT-Plattform wird als
vollständig gemanagte Lösung betrieben.
Betrieb, Wartung und Updates übernimmt
ifm, sodass sich Anwender auf ihre Produktion
konzentrieren können. Gleichzeitig
bietet moneo eine offene, skalierbare
Plattform, die sich einfach in bestehende
Infrastrukturen einfügt.
Ein Vorteil liegt in der Komplettlösung aus
einer Hand: ifm liefert Sensorik, Edge-
Gateways und die benutzerfreundliche
IIoT-Plattform. Dadurch sollen sich Anwendungen
wie Predictive Maintenance
oder Energiemonitoring innerhalb von nur
30 Minuten implementieren und sofort
produktiv nutzen lassen, verspricht der
Anbieter.
Das System AirSTREAM für die
kanallose Schaltschrankverdrahtung:
• Optimierung der passiven Schaltschrankkühlung
durch intelligente
Luftführung
• Mehr Platz im Schaltschrank
• Verringerung der Gefahr von Hot-Spots
• AirTEMP 2.0 Temperatursimulation
• Neue Maßstäbe bei Stabilität,
Modularität und Energieeffizienz
• Großes Einsparpotential bei Energie
und CO2
• AirSTREAM Compact für kleine
Schaltschränke
• Homogenes Klima im Schaltschrank mit
AirBLOWER + AirBLOWER Compact
• Condition Monitoring im Schaltschrank
mit AirTEMP Controller
SPS 2025
Halle 9
Stand 361
AirTEMP 2.0
Schaltschrank-
Wärmeanalyse
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Friedrich
Konstruktion|Automation
Lütze GmbH • D-71384 » Weinstadt
10 | 2025 55
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Bild: eleonora_os/stock.adobe.com (generiert mit KI)
Die Leistungsfähigkeit von Drohnen hängt entscheidend von der Qualität der Bodenkontrollsysteme ab. Die Ground Control Stations (GCS) von TL Electronic
sind speziell auf die besonderen Einsatzbedingungen abgestimmt.
Ground Control Stations (GCS) für die Drohnensteuerung
Bodyguard mit Bodenhaftung
Ob intelligente Landwirtschaft, automatisierte Wasserqualitätskontrolle in Flüssen und Häfen oder modere
Inspektion von Offshore-Windparks mit Drohnenschwärmen: Unbemannte Drohnen zu Land, zu Wasser und in
der Luft benötigen für den reibungslosen Betrieb robuste und zuverlässige Steuerungssysteme. Professionelle
Ground Control Stations (GCS) funktionieren auch an entlegenen Standorten, halten rauen Umgebungs -
bedingungen stand und lassen sich intuitiv bedienen.
Lucian Binder ist Industrie-PC-Experte und Sales-Berater bei der TL Electronic GmbH in Bergkirchen-Feldgeding
Die Ground Control
Station G101TG bietet
eine geringe Latenz
mit hardwarebasierter
IT-Sicherheit sowie
OPAL-SSDs für verschlüsselte
Daten -
speicherung.
Professionelle Steuerungssysteme müssen im harten
Alltag mehr aushalten als die Drohne selbst
– denn sie sichern den Betrieb unter allen Bedingungen.
Mehr noch: Die Leistungsfähigkeit der Drohne
hängt entscheidend von der Qualität der Bodenkontrollsysteme,
der Ground Control Stations (GCS) ab.
Damit sich komplexe Drohnenoperationen bei den
Bild: TL Electronic
unterschiedlichen Einsatzbedingungen optimal steuern
lassen, zeichnen sich deshalb moderne Controller
wie die GCS-Serie von TL Electronic durch besondere
Kernmerkmale aus. Dazu zählen Konnektivität, niedrige
Latenzzeit, Widerstandsfähigkeit, Sicherheitsmerkmale,
Batterielebensdauer, Bedienfreundlichkeit
sowie bei Sonnenlicht ablesbare Touchscreens.
Die Experten aus Bergkirchen bei München kennen
die vielfältigen Herausforderungen und ihre Unterschiede.
Das Unternehmen der Winmate-Gruppe
stellt kompakte und mobile Ground Control Stations
(GCS) mit Displaydiagonalen von 5 bis 15,6 Zoll her.
Der Rugged Handheld Controller G101TG wurde etwa
speziell als robuste Bodenkontrollstation für zivile
und militärische Anwendungen entwickelt. Er trotzt
auch extremen Bedingungen wie Temperatur, Staub,
Feuchtigkeit oder Vibrationen und arbeitet dabei
zum Beispiel in der Landwirtschaft hochpräzise. Im
Betriebstemperaturbereich von -10 bis +50 °C erbringt
die Steuerung gleichbleibend zuverlässige
Leistungen.
Der G101TG hält Schock, Vibrationen und Stürzen
aus 1,2 m stand, die nach dem hohen Militärstandard
MIL-STD-810H Methode 516.6 gemessen wurden.
56 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Mobile Maschinen/Smart Farming « TRENDS
Darüber hinaus verfügt die Steuereinheit über die
hohe Schutzart IP65 gemäß der internationalen
Norm DIN EN 60529 (IEC 60529) und ist somit vollständig
staubdicht und strahlwassergeschützt. Die
Prüfung erfolgt mit Feinstaub (Talkumpuder) der
Korngrößen zwischen zirka 1 und 75 μm und ist das
Maximum für Festkörper. Beim Wasserstrahl-Test
hält das Gerät einem Wasserdruck von 30 kPa aus
3 m Entfernung stand.
Echtzeitverarbeitung gesichert
Ein zentraler Punkt ist die niedrige Latenzzeit – etwa
beim Streaming von Videobildern in Echtzeit – sowie
die Integration sicherheitsrelevanter Funktionen wie
TPM-ICs (Trusted Platform Module Integrated Circuit),
also hardwarebasierte IT-Sicherheit sowie
OPAL-SSDs für verschlüsselte Datenspeicherung.
Diese Aspekte sind insbesondere bei sensiblen Anwendungen,
etwa in der Katastrophenhilfe oder im
militärischen Bereich, von hoher Bedeutung. Zudem
lässt sich bei der Bodenkontrollstation G101TG kundenspezifische
Hardware einbetten.
Bei Ground Control Stations ist die Rechengeschwindigkeit
entscheidend, damit die Steuerung
große Datenmengen in Echtzeit verarbeitet und so
genaue, schnelle Reaktionen der Drohne erfolgen. Eine
hohe Latenz, also die Zeit, die ein Befehl vom
Controller zur Drohne und wieder zurück benötigt,
kann die Entscheidungsfindung verzögern und die
Ausführung beeinträchtigen. Solche Verzögerungen
reduzieren nicht nur die Effizienz der Drohnenoperationen,
sondern riskieren die Sicherheit für Mensch
und Umfeld. Es muss also eine geringe Latenzzeit erreicht
und gleichzeitig eine hohe Verarbeitungsleistung
aufrechterhalten werden, was eine zentrale Herausforderung
bei Drohnensystemen darstellt.
Videoverarbeitung mit an Bord
Die Bodenkontrollstation G101TG bietet eine solch
geringe Latenz in Kombination mit der starken CPU-
Rechenleistung (CPU, Central Processing Unit). Der
leistungsstarke Prozessor Tiger Lake Core i5-1135G7
von Intel verfügt zudem über einen integrierten
Video-Software-Decoder für hochauflösende Echtzeit-Videowiedergabe.
Damit werden die Videodaten
von den Teleoperations-Kameras dekomprimiert und
verarbeitet. Ein Hardware-Decoder nutzt dedizierte
Chips oder spezialisierte Komponenten zur Umwandlung
der Videodaten – im Gegensatz dazu verarbeitet
ein Software-Decoder die komprimierten Video -
formate rein über die CPU. Dabei decodiert die Software
komprimierte Video-Stream-Formate wie
H.264, H.265 oder MJPEG in Rohdaten auf die CPU
des Controllers.
Das Extra ist wichtig, denn: Drohnen, ob im manuellen
oder im autonomen Betrieb, verfügen über eingebaute
Kameras für maschinelles Sehen, zur Umgebungs-
und Objekterkennung, Navigation oder Qualitätsprüfung.
Durch den softwarebasierten Decoder
werden diese Bilddaten im Controller in Echtzeit verarbeitet,
so dass der Anwender schneller und besser
Entscheidungen treffen kann. Diese Technik ist entscheidend
für die Manövrierfähigkeit, um beispielsweise
den stabilen Flug der Drohne in schwierigen,
dynamischen Umgebungen, wie engen Räumen, bei
starkem Wind und bei Hindernissen zu sichern.
Selbst wenn die Drohne über ein fortschrittliches
Flugstabilisierungssystem und adaptive Steuerungsalgorithmen
verfügt, profitieren Anwender von der
Echtzeitverfolgung und Zielerfassung durch die
hochauflösende Videoübertragung. Zudem lässt sich
der Software-Decoder leicht durch Updates oder
Konfigurationen an neue Videoformate anpassen und
ist so flexibler als bei Hardware-Decodern.
Unbemannte Drohnen finden sich in der Landwirtschaft auch als Bodenfahrzeuge.
Auch sie benötigen eine leistungsfähige Steuerung.
Klarer Blick, präzise Kontrolle
Im Steuergerät selbst ist eine 2-Megapixel-Kamera
frontseitig integriert. Mit seinem reflexionsarmen
10,1-Zoll-Multi-Touch-Display (ca. 26 cm) bietet der
G101TG auch unter starker Sonneneinstrahlung hervorragende
Ablesbarkeit – dank 800 cd/m² Leuchtdichte
serienmäßig. Für besonders anspruchsvolle
Umgebungen ist sogar eine Variante mit bis zu
1750 cd/m² erhältlich. Das Display lässt sich aus fast
jedem Winkel betrachten – bis zu 85 Grad von der
senkrechten Sichtachse aus – und der Bildinhalt
bleibt klar erkennbar. Das projiziert-kapazitive
Touchpanel ist handschuhbedienbar und damit prädestiniert
für den Einsatz im freien Feld.
Bild: TensorSpark/stock.adobe.com (generiert mit KI)
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 57
TRENDS » Mobile Maschinen/Smart Farming
Der G156AD-SUIT von TL Electronic
im Schutzgehäuse erfüllt die Normen
MIL-STD-810H und ist für extreme
Umgebungsbedingungen ausgelegt sowie
zugelassen für Militäranwendungen.
Entspricht dem Sichtfeld des Menschen
Das Display im 16:10-Format entspricht dem natürlichen
Sichtfeld des Menschen – eine Eigenschaft, die
laut Studien die visuelle Erfassung verbessert. In
Kombination mit der hohen Auflösung von 1920 ×
1200 Pixeln sorgt es für die präzise Darstellung von
Telemetriedaten, Karten und Kamerafeeds – und damit
für mehr Kontrolle, Sicherheit und Effizienz bei
der Steuerung unbemannter Systeme.
Über die zahlreichen Schnittstellen lässt sich die
GCS-Serie von TL Electronic leicht in den Prozess
verschiedener Inspektionsszenarien integrieren und
Anwender können optimal mit der Drohne kommunizieren.
Dafür stehen zwei Micro-HDMI-Interfaces,
eine USB-2.0-Schnittstelle, ein M8-LAN-Stecker für
Fast Ethernet mit 10/100 bis maximal 250 MBps
sowie ein Micro-SD-Karten-Slot zur Verfügung.
Maximale Performance und Datenaustausch in Echtzeit
sichern darüber hinaus die kabellose Kommunikationsmöglichkeiten
per WLAN nach IEEE 802.11
a/b/g/n im Frequenzband 2,4 GHz beziehungsweise
5 GHz, Bluetooth 5.0 sowie auf Wunsch über verschiedene
Telekommunikationsnetze der vierten und
fünften Generation (4G/5G LTE). Das integrierte GPS-
Modul ermöglich zusätzlich die Lokalisierung des
Standorts.
Alles im Griff:
Zahlreiche Bedienelemente
Professionelle UAV-Operatoren wissen: Wenn es auf
Reaktionsschnelligkeit und Prozesssicherheit ankommt,
sind physische Bedienelemente durch nichts
zu ersetzen. Der G101TG überzeugt daher mit einer
Vielzahl klar definierter, ergonomisch angeordneter
Steuerelemente, die sich auch bei schwierigen Umgebungsbedingungen
und mit Handschuhen zuverlässig
betätigen lassen. Auf beiden Frontseiten des
robusten Gehäuses stehen dem Nutzer insgesamt zur
Bild: TL Electronic
Leistungsfähige Prozessoren dekodieren per Software
hochauflösende Videoformate in Echtzeit und ermöglichen
damit die präzise Drohnensteuerung.
Verfügung:
• 2 Joysticks
• 3 Roller Switches
• 2 Zwei-Positions-Kippschalter
• 9 frei belegbare Funktionstasten
auf der Frontseite
• 2 rückseitige Steuerknöpfe sowie
• ein Power-Button.
Anwender können die Komponenten taktil gut unterscheiden
und intuitiv ohne Blickwechsel bedienen,
was die Aufmerksamkeit bei kritischen Einsätzen auf
das Drohnensystem und die Umgebung lenkt.
Vorteile bei zeitkritischen Missionen
Die umfassenden Bedienelemente haben große Vorteile:
Während man etwa bei der Überwachung eines
Industrieareals mit dem linken Joystick die Kamera -
neigung steuert, lässt sich mit dem rechten Joystick
präzise die Drohnenposition einstellen. Gleichzeitig
wird mit den Roller Switches die Zoomstufe der Kamera
und das Geschwindigkeitsprofil geregelt. Über
eine der Funktionstasten löst man direkt ein Foto mit
Zeitstempel aus – ohne Verzögerung, ohne Umwege
über das Touch-Menü. Gerade in zeitkritischen Missionen
– etwa bei Such- und Rettungseinsätzen, Inspektionen
unter Zeitdruck oder im sicherheitskritischen
Umfeld – schaffen diese haptisch erfassbaren,
fest zugewiesenen Steuerelemente einen echten Unterschied
in Präzision und Effizienz.
Fazit
Der Trend zu unbemannten Drohnen wird sich in den
kommenden Jahren weiter verstärken. Ob Präzisionssteuerung
in der Landwirtschaft, Echtzeit-Konnektivität
beim Inspektionsflug oder robuste Hochseetauglichkeit:
Durch die hohe Effizienz, Ergonomie
und Leistungsstärke ist der Controller G101TG aus
der GCS-Serie von TL Electronic die zentrale Schnittstelle
und Intelligenz zwischen Menschen und allen
Arten von Drohnen.
(co)
www.tl-electronic.de
Bild: TL Electronic
58 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
ANZEIGE
© MOBA Mobile Automation
Flache Bodenbearbeitung spart Kosten und schont den Boden – doch nur bei konstanter Arbeitstiefe. Genau hier setzt ein neuer Ultraschallsensor
von MOBA an: Er misst die Tiefe selbst bei Störvegetation zuverlässig und liefert präzise Echtzeitdaten – ideal für eine automatische Regelung.
AGRI-SONIC für flache Bodenbearbeitung
Flache Bodenbearbeitung schont die Bodenstruktur und senkt die Kosten. Doch nur bei konstanter
und sauber geführter Bearbeitungstiefe entfaltet sie ihre Wirkung – und genau hier liegt die
Herausforderung: Denn wechselnde Bodenverhältnisse und Werkzeugverschleiß erschweren das.
Mit dem neuen AGRI-SONIC bietet MOBA Mobile Automation nun eine smarte Lösung.
Konstante Arbeitstiefe ist entscheidend für flache
Bodenbearbeitung – in der Praxis jedoch schwer
einzuhalten. Beispielsweise bei Grubbern wird die
Tiefe meist über Stützräder eingestellt, womit aber
eigentlich nur die Position der Werkzeuge relativ zum
Rad festgelegt wird. Das Problem: In feuchten, lockeren
Böden sinken die Stützräder stärker ein, in trockenen
kaum. Auch Werkzeugverschleiß bleibt unberücksichtigt
– die Folge: eine ungleichmäßige Bodenbearbeitung.
Hier setzt der neue AGRI-SONIC an. Der Ultraschallsensor
misst die tatsächliche Arbeitstiefe kontinuierlich
und verschleißfrei. Selbst bei Störvegetation,
Stoppeln oder Ernterückständen arbeitet er zuverlässig:
Ein Algorithmus filtert aus den Echos eines Ultraschallimpulses
(vom Boden, Stoppeln oder Störvegetation)
gezielt das Bodensignal heraus und bestimmt
daraus die tatsächliche Arbeitstiefe. Auf einem Display
dargestellt, können Abweichungen sofort erkannt
und ausgeglichen werden. Sogar eine automatische
Regelung der Bearbeitungstiefe wird möglich.
Speziell für raue Umgebungen konstruiert, überzeugt
der neue AGRI-SONIC mit robustem Aluminiumgehäuse,
vergossener Elektronik sowie Schutzart IP67.
Dank standardisierter CAN-Schnittstelle lässt er sich
zudem nahtlos in bestehende Maschinensysteme integrieren
– ideal für smarte Maschinenkonzepte.
Überzeugen Sie sich selbst:
AGRITECHNICA Halle 17, Stand B18!
KONTAKT
MOBA Mobile Automation AG
Kapellenstraße 15
65555 Limburg
Ansprechpartner: Mathias Lorenz
E-Mail: mlorenz@moba.de
www.moba-automation.de
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 59
TRENDS » Smart Farming
Bild: Turck
„Radarsensoren lösen viele Aufgaben, bei denen
vergleichbare Technologien wie Ultraschall
oder Laser an ihre Grenzen kommen“, erläutert
Raphael Penning, Produktmanager bei Turck.
Radar als Game Changer für schwierige Umgebungen
Prädestiniert für
raue Outdoor-Anforderungen
Gerade bei rauen Outdoor-Einsätzen lohnt ein Blick auf die Radartechnologie. Sie ermöglicht auch unter
widrigen Einsatzbedingungen wie etwa einem hohen Staubanfall die zuverlässige Abstandsmessung und
3D-Objekterkennung. Anwendungen in der Agrartechnik, aber auch an mobilen Maschinen generell oder
die Fabrikautomation profitieren davon. Radarsensoren sind hier häufig klassischen Ultraschall- und
Lasermessungen überlegen – und sie sind robust und zunehmend wirtschaftlich.
Radarsensoren machen da weiter, wo
Ultraschallsensoren aufgrund starken
Winds, Staub oder Regen ihren
Dienst versagen – insbesondere bei mobilen
Anwendungen wie beim Smart Farming,
im Straßenbau sowie im AGV, in
Hochregallagern oder bei Hafenkranen.
Auch Lasersensoren haben oft Probleme,
etwa in Offshore-Anlagen oder Wüstengegenden.
„Mit der Radartechnologie
haben wir für all diese Anwendungsfälle
physikalisch eine echte Alternative zur
Verfügung“, berichtet Raphael Penning,
Produktmanager bei der Turck GmbH. Die
Technik sei auf Schiffen oder Flughäfen
seit Langem im Einsatz und bewährt –
allerdings mit recht großen Antennen.
„Dank moderner Halbleitertechnik sind
diese heute aber auf wenige Zentimeter
geschrumpft und aufgrund des Einsatzes
im Auto ist die Technik auch erschwinglich
geworden.“
FMCW-Messprinzip
liefert technische Basis
Alle drei hier vorgestellten Radarsensortypen
nutzen physikalisch das FMCW-
Prinzip (Frequency Modulated Continuous
Wave). Hierbei sendet der Sensor
kontinuierlich ein frequenzmoduliertes
Signal aus und analysiert die Rückstreusignale
per Frequenzanalyse. „Das ermöglicht
nicht nur die Ausblendung von
Störkörpern – etwa Fallgitter oder Schäkel
im Messbereich –, sondern auch eine
zuverlässige Separierung relevanter Prozessdaten“,
betont Penning. Ein zentrales
Feature der Sensoren ist an dieser Stelle
die Integration von IO-Link als Kommunikationsschnittstelle.
„Wir kommunizieren
hier größtenteils über IO-Link, weil
wir darüber einfach mehr Daten aus dem
Prozess herausbekommen. Das Backend –
die Turck Automation Suite (TAS) – ermöglicht
dabei die Visualisierung und
Analyse der Radardaten und unterstützt
die schnelle Inbetriebnahme gemeinsam
mit dem Anwender.“ Die Parametrierung
erfolgt einfach über Dropdown-Felder.
Radarsensoren im Überblick
Turck hat heute eine Reihe moderner Radarsensoren
im Angebot – etwa zur Distanzkontrolle
(DR), 3D-Objekterfassung
(MR) sowie Füllstandsmessung (LRS-Serie).
Die verschiedenen Radarsensoren
adressieren dabei jeweils unterschiedliche
Anwendungen
• Distance Radar (DR) – smarte
Sensoren für raue Umgebungen:
Radarsensoren der DR-Serie eignen
sich für die Abstandsmessung bis
30 m – und das unter rauen Bedingungen
wie etwa Outdooreinsätzen
mobiler Maschinen wie beim Smart
Farming, im Straßenbau oder der Hafen-Logistik.
Von Vorteil ist, dass sich
60 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Mobile Maschinen « TRENDS
Bild: Turck
Mit 100 g Schockbeständigkeit und Edelstahlgehäuse
eignen sich die Distanz-Radarsensoren der DR-Serie auch
für raue Outdoor-Applikationen.
Bild: Turck
Radarsensoren der LRS-Serie lassen
sich bei der Füllstandmessung von
Störfaktoren wie Staub, Wind oder
Lichteinfall nicht beeinflussen.
Der 3D-Radarscanner
MR15-Q80 erkennt auf bis
zu 15 m Objekte und ihre
Bewegung im Raum.
Bild: Turck
über die Linsenausprägung eine Vielzahl
von Anwendungen abdecken lässt
– von reinen Abstandsmessungen mit
fokussierter Linse bis zur Kollisionsvermeidung
mit breiter Radarfront. Das
ermöglicht die punktgenaue Detektion
auf große Distanzen, etwa zur Abstandskontrolle,
genauso wie die
breite Flächenüberwachung, etwa
zur Kollisionsvermeidung.
„Wir bieten beispielsweise eine Variante,
die auf 2,5 Grad fokussiert und
damit 30 Meter weit schauen – oder
eine elliptische Linse, die 45 Grad ausleuchten
kann“, führt Raphael Penning
aus. Zusätzlich sind Retroreflektoren
verfügbar, sogenannte Corner Cubes,
die die Signalqualität bei anspruchsvollen
Anwendungen verbessern.
„Mit beiden Varianten können wir
sehr genau messen – in einem statischen
Umfeld über 15 Meter hinweg
etwa den Abstand auf einen Millimeter
genau.“ Die Systeme arbeiten mit
122 GHz (Millimeterwellen), wobei
100 mW Sendeleistung bereits ausreichen.
Zudem sind die Geräte im Edelstahlgehäuse
in Schutzart IP67/69K
ausgeführt und schockbestandig
bis 100 g.
• Multi-Radar (MR)
– 3D-Objekterkennung:
Der Multi-Radar-Scanner markiert den
Sprung in die 3D-Objekterkennung.
Über ein Antennen-Array werden Objekte
nicht mehr nur auf einer Linie,
sondern auch in ihrer Position erfasst.
„Der riesige Vorteil gegenüber LiDAR
ist, dass dabei keine beweglichen Teile
zum Einsatz kommen“, betont der Produktmanager.
Weil bewegliche Spiegel
entfallen, bietet der rein elektronisch
und mit 60 bis 64 GHz arbeitende
Radarscanner so ebenfalls 100 g
Schockresistenz.
Anwendung findet der Radarsensor
zum Beispiel bei Kolonnenfahrten
mobiler Maschinen – sei es bei der
Ernte in der Agrartechnik oder im
Straßenbau. „Gegenüber den früher
eingesetzten Lasersensoren profitieren
diese Anwendungen von der Unem -
pfindlichkeit der Radartechnologie
gegenüber Staub – womit der je -
weilige Arbeitsprozess kontinuierlich
weiterlaufen kann und nicht durch
Sensorstörungen unterbrochen wird“,
so Penning weiter.
• Level Radar Sensor (LRS)
– Füllstandsmessung am Limit:
Ergänzend ist die LRS-Serie vor allem
für klassische Füllstandsanwendungen
geeignet – insbesondere da, wo etwa
Schwimmer oder kapazitive Messstäbe
aufgrund der Viskosität des Mediums,
Verschmutzung oder fehlender Hygieneeignung
versagen. Radar punktet
hier mit medienfreier Messung, Robustheit
und Präzision. Reichweiten
von bis zu 10 m ermöglichen Anwen-
dungen in Kleintanks, wie sie etwa
bei der Überwachung von Ketchup-
Lagertanks oder Öltanks in der Lebensmittelverarbeitung
üblich sind.
Diese Anwendungen profitieren zudem
wieder von der Ausblendung von Störkörpern
per Signalverarbeitung – etwa
über dem Tank montierten Fallgittern.
Ein normaler Ultraschallsensor würde
das Gitter erfassen und keine korrekten
Werte liefern.
Grenzen und Zukunftsausblick
Auch Radarsensoren müssen allerdings
innerhalb der Grenzen der Physik eingesetzt
werden. So lassen sich beispielsweise
dünne Drähte oder sehr kleine organische
Ziele nicht zuverlässig per Radar
erkennen. „Wir unterstützen deshalb
bei der Inbetriebnahme – denn zusammen
mit unseren Kunden können wir dabei
auf die Visualisierung der Rohdaten
schauen und das System entsprechend
parametrieren“, so Raphael Penning.
„Entscheidend ist, dass man genau weiß,
was zu detektieren ist.“
Turck setzt sich zudem aktiv mit dem
Thema funktionale Sicherheit auseinander.
„Die Komplexität der Anwendungen
stellt hohe Anforderungen an die technische
Umsetzung, aber wir werden auch
hier Lösungen anbieten können“, so der
Produktmanager abschließend.
www.turck.de
KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 61
TRENDS » Mobile Maschinen/Smart Farming
Komplexe Maschinen erfordern strukturierte und langlebige Kabelführung
20 Jahre Lebensdauer
unter Outdoor-Bedingungen
IM INTERVIEW
Ferhat Peker,
Territory Account Manager,
Panduit
UV-beständiges Nylon 6.12 ist für Panduit der Werkstoff der Wahl mit Blick auf die neue Kabelbinder-Serie
PLT4S-M6120. Das Material, dem im Prüflabor eine Lebensdauer von 20 Jahre testiert wird, widersteht
Sonneneinstrahlung und saurem Regen und versieht bei Umgebungstemperaturen von -60 bis 90 °C zuverlässig
seinen Dienst. Das ermöglicht ein dauerhaftes Kabelmanagement bei Außenanwendungen – sowohl
im Bereich von Photovoltaikanlagen als auch mobilen Maschinen.
Fragen: Michael Corban, Chefredakteur KEM Konstruktion|Automation
KEM Konstruktion|Automation: Kommt
die neue Kabelbinder-Serie bereits bei
mobilen Maschinen zum Einsatz?
Ferhat Peker (Panduit): Absolut – unsere
Lösungen werden bereits umfassend
von führenden Landmaschinenherstellern
zur Befestigung von Kabeln und Leitungen
eingesetzt. Gerade zur strukturierten Kabelführung
in vernetzten Sensor- und
Steuerungssystemen kommt es auf Verlässlichkeit
und Langlebigkeit unter extremen
Umwelteinflüssen und Schmutz an.
Wir haben hier sowohl mit Nylon 12 Kunden
im OEM-Bereich als auch bereits mit
dem neuen Nylon 6.12, die uns die Qualität
bestätigen und gezielt auf die Lang -
lebigkeit setzen. Für die besonders dauerhafte
Materialmischung Nylon 6.12 bieten
wir unseren Kunden mit einer 20-Jahres-Garantie
die notwendige Sicherheit –
das zeigt die außergewöhnliche Materialbeständigkeit
gegenüber UV-Strahlung,
Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen
unter Outdoor-Bedingungen.
Bild: Panduit
Ferhat Peker,
Territory Account Manager, Panduit
Aus Nylon 6.12 sind die Kabelbinder-
Serie PLT4S-M6120 und die zugehörigen
Befestigungen. Die Materialmischung ist
sehr smart – im Gegensatz zu dem üb -
lichen Nylon 6.6 nehmen unsere Nylon-6.12-Kabelbinder
nur 0,4 statt 1,2 %
Wasser über 24 Stunden auf. Und die Lebenserwartung
bei UV-Einstrahlung liegt
mit 20 Jahren deutlich über den 1 bis 9
Jahren bei Nylon 6.6 – je nach Ausprägung.
Wir sehen also vielfältige Anwendungsmöglichkeiten
und Panduit ist am
»Unsere neuen Kabelbinder
aus Nylon 6.12 ermöglichen
eine dauerhafte strukturierte
Kabelführung unter
Outdoor-Bedingungen –
gerade in der Agrartechnik
mit vernetzten Sensor- und
Steuerungssystemen ein
entscheidender Vorteil.«
Markt der Einzige, der dieses Material
auch für den Einsatz in mobilen Maschinen
nutzt. Die Werkstoffeigenschaften
sind essenziell gerade für Maschinen in
der Agrartechnik, denn die Kabelbinder
sind auch chemisch beständig gegen
Konzentrationen von Salzen, Kohlenwasserstoffe,
chlorierte Kohlenwasserstoff -
basen und sauren Regen.
KEM Konstruktion|Automation: Wie
lässt sich die UV-Beständigkeit des Materials
erklären?
Peker: Die UV-Beständigkeit von Nylon
6.12 basiert auf seiner chemischen Struktur:
Die längeren Kohlenstoffketten im
Bild: Panduit
Der neuen Kabelbinder-Serie PLT4S-M6120
aus dem UV-beständigen Nylon 6.12 wurde
im Prüflabor unter Außenbedingungen eine
Lebensdauer von 20 Jahren testiert.
62 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
fsg-sensors.de
Die schwarzen Kabelbinder sind einteilig aufgebaut
mit einem Verriegelungskeil sowie einer gebogenen,
verjüngten Spitze, die sich mit weniger
Kraft einführen lässt. Damit lassen sich die Kabelbinder
einfach und zuverlässig installieren.
Bild: Panduit
Vier Produkte – ein System: Edge Clip für
Befestigungen an Kanten, Kabelbinderzange
GTH-E, Wellschlauch (ebenfalls UV-beständig
erhältlich) sowie der neue, widerstandsfähige
Kabelbinder aus Nylon 6.12.
Bild: Panduit
Immer
auf der
richtigen
Seite.
Der neue SL00-R von FSG:
Durch beidseitige Encoder-Montage
setzen wir neue Flexibilitätsstandards.
Polymer sorgen für eine höhere Stabilität
gegenüber UV-Strahlung im Vergleich zu
Nylon 6.6 oder Nylon 12. Zusätzlich werden
bei Panduit spezielle Additive eingesetzt,
die die Alterung durch Sonnenlicht
weiter verzögern. Dies macht Nylon 6.12
besonders geeignet für den Außeneinsatz.
Zusätzlich verhindert die geringe Feuchtigkeitsaufnahme
von Nylon 6.12 eine
vorzeitige Versprödung und Material -
ermüdung und sorgt dafür, dass das Material
auch unter hohen Temperaturen sowie
an feuchten Tagen zuverlässig stabil
bleibt.
KEM Konstruktion|Automation: Warum
ist die Verfügbarkeit von Nylon 12
begrenzt und wie lässt sich der Preisvorteil
von Nylon 6.12 gegenüber Nylon 12
erklären?
Peker: Die Verfügbarkeit von Nylon 12 ist
durch eine eingeschränkte globale Produktionskapazität
limitiert. Nylon 6.12
hingegen kann aus alternativen Rohstoffquellen
hergestellt werden, was die Lieferketten
stabiler macht – auch das ist
wichtig für Hersteller mobiler Maschinen.
Der Preisvorteil ergibt sich aus niedrigeren
Rohstoffkosten und effizienteren Produktionsprozessen.
Panduit nutzt diese
Vorteile, um ein hochwertiges Produkt zu
einem marktfähigen Preis anzubieten.
Neben dem Preisvorteil in der Beschaffung
profitieren Kunden aber vor allem
auch durch weniger Austauschzyklen. Das
reduziert nicht nur die Zahl neuer Käufe,
sondern auch die Arbeitskosten für jeden
Austausch. Gleichzeitig wird das technische
Risiko eines vorzeitigen Versagens
eliminiert – ein entscheidender Faktor in
anspruchsvollen Anwendungen.
KEM Konstruktion|Automation: Sie
betonen auch Vorteile bei der Installa -
tion – können Sie das etwas näher
erläutern?
Peker: Die neuen Kabelbinder zeichnen
sich durch eine besonders glatte Oberfläche
und eine optimierte Verzahnung aus.
Dadurch lassen sich die Komponenten
schneller und sicherer installieren. Darüber
hinaus können Anwender die Kabelbinder
leicht mit Standardwerkzeugen
verarbeiten und erreichen eine hohe Zugfestigkeit
bei gleichzeitig geringer Reibung
– ideal für den Einsatz in komplexen
Maschinenstrukturen. Zudem minimieren
sie das Risiko von Kabelbeschädigungen,
was in der Agrartechnik besonders wichtig
ist. Die Kabelbinder verfügen über eine
gebogene Spitze sowie eine integrierte
Einfädelhilfe, was die Prozesssicherheit
bei der Montage deutlich erhöht. Die Ein-
Teil-Konstruktion mit drei Zähnen gewährleistet
auf diese Weise zuverlässigen
Halt auch bei Vibration und mechanischer
Belastung. Gleichzeitig reduziert die glatte
Oberfläche die Montagekräfte, schont
Werkzeuge und minimiert das Risiko von
Nacharbeiten.
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 63
KOMPONENTEN » Maschinenelemente
Mehrfach-Spannsystem
Werkstücke ganz zuverlässig spannen
Das Heinrich Kipp Werk bringt ein neues Mehrfach-Spannsystem auf den Markt, mit dem das zuverlässige
Spannen von unterschiedlichen Werkstücken möglich ist. Es eignet sich für alle Losgrößen und erlaubt sehr
hohe Spannkräfte. Die Präzisionsverzahnung des Systems gewährleistet eine exakte Wiederholgenauigkeit.
Nicht zuletzt ist der Umbau von Einfach- zu Mehrfachaufspannungen schnell und einfach zu bewerkstelligen.
Yannik Umbrecht, Technischer Berater Spanntechnik, Heinrich Kipp Werk
pratzenset erlaubt es, Spannschienen
über den seitlichen Spannrand an jeder
beliebigen Position zu befestigen.
Passend zum Kipp-Rastersystem
können Anwender das Mehrfach-
Spannsystem flexibel abstecken und
fixieren. Rasterabstände mit 40 mm
und 50 mm sind möglich. Dafür steht
eine große Auswahl an Rasterpaletten,
Aufspannwinkeln und Aufspannwürfeln sowie
Kreuztürmen und Aufspanntürmen 6-Kant und
8-Kant für jede Maschinentischgröße zur Verfügung.
Bild: Kipp
Das Mehrfach-Spannsystem ist auf eine Wechselpalette mit Rastersystem montiert,
die auf einem Nullpunkt-Spannsystem abgesteckt ist. (Bild 1)
INFO
Das Spanntechnik-Programm
von Kipp im Überblick,
online unter:
kon2.de/QMFQs
Das Mehrfach-Spannsystem besteht aus variablen
Elementen: Spannschienen, Anschläge und Keilspanner
– mit oder ohne Festbacke – sind miteinander
kombinierbar. Spannschienen sind in den Längen
130, 300, 400, 500, 600 und 700 mm erhältlich.
Durch mehrere Spannschienen hintereinander können
flexibel Spannbereiche in der Länge erweitert
werden. Bei einer Montage nebeneinander lassen sich
die Spannbereiche für große Bauteile verbreitern.
Flexible Einstellung
Die Befestigung von Spannschienen erfolgt flexibel
über verschiedene Schnittstellen. Auf Maschinentischen
mit T-Nuten lassen sie sich entweder in
Längs- oder Querrichtung zur T-Nut ausrichten und
fixieren. Somit kann der Maschinentisch optimal
abgedeckt werden. Das Spann -
Kombination mit
Nullpunkt-Spannsystemen
Zusätzlich haben die Spannschienen Aufnahmebohrungen
D25H6 für die gängigen Nullpunkt-Spannsysteme
mit Systemabständen von 200 mm sowie
Aufnahmebohrungen D16H6 für mechanische Nullpunkt-Spannsysteme
mit Systemabständen von
96 mm. Sämtliche Spannschienen können durch Einschrauben
der Spannbolzen mit dem Nullpunkt-
Spannsystem verbunden werden. Es ist möglich, das
Mehrfach-Spannsystem direkt auf ein Nullpunkt-
Spannsystem abzustecken oder über eine Wechselpalette
mit Rastersystem zu montieren. Somit ist das
KIPP Mehrfach-Spannsystem für den Einsatz bei vertikalen
und horizontalen Bearbeitungszentren sowie
5-Achs-Bearbeitungen sehr flexibel einsetzbar und
für jeden Anwendungsfall geeignet.
Einsatz auf einer 5-Achs-Fräsmaschine
Bild 1 zeigt einen Anwendungsfall, bei dem das
Mehrfach-Spannsystem auf einer Hermle-C250-
5-Achs-Fräsmaschine montiert wurde. Direkt auf den
Maschinentisch ist eine 4-fach Nullpunktspannstation
zum schnellen Tausch von Vorrichtungen adaptiert.
Das Mehrfach-Spannsystem wurde auf eine
Wechselpalette mit Rastersystem montiert, auf die
sich die unterschiedliche Spannsysteme und Spannelemente
von Kipp aufspannen lassen. Eine Kombination
aus Keilspannern doppelseitig und Keilspanner
mit Festbacke innerhalb des Systems ist ebenso
möglich wie die Kombination aus Festbacke mit einer
beziehungsweise zwei Befestigungsschrauben. Je
nach Spannkraftanforderung und Platzverhältnissen
können Anwender beliebig kombinieren.
Einen weiteren Anwendungsfall auf der Hermle
C250 zeigt Bild 2: Hier ermöglicht das Mehrfach-
Spannsystem die Bearbeitung von Formeinsätzen
für den Werkzeugbau. Durch den schnellen Umbau
64 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
Maschinenelemente « KOMPONENTEN
Bild: Kipp
Bild: Kipp
Das Mehrfach-Spannsystem mit Spannbolzen direkt auf einem Nullpunkt-Spannsystem
montiert. Das Spannen des Werkstücks erfolgt
mit Festbacke, rechts, und Keilspanner mit Festbacke, links. (Bild 2)
Mehrfach-Spannsystem mit Keilspanner mit Festbacke (Bild 3)
des Systems können vorbearbeitete Normalien sehr
schnell fertig bearbeitet werden. In diesem Fall
wurde das Mehrfach-Spannsystem mittels Spannbolzen
mit dem Nullpunkt-Spannsystem verbunden.
Angeschlagen wird der Einsatz mit einer Festbacke
ES, als Spannelement dient ein Keilspanner mit
Festbacke.
Keilspanner und Festbacken
Grundsätzlich ermöglichen Keilspanner doppelseitiges,
die Modelle mit Festbacke einseitiges Spannen.
Beide Ausführungen der Keilspanner gewähren ein
prozesssicheres Fixieren durch die hohe Spannkraft.
Letztere lässt sich mittels Drehmomentschlüssel genau
einstellen. Eine maximale Spannkraft von 30 kN
ist ausreichend für eine Grobzerspanung. Bei der
Systemgröße 50 mm erreichen die Keilspanner eine
Spannkraft von 30 kN bei einem Anziehdrehmoment
von 85 Nm.
Die Keilspanner gibt es entsprechend den unterschiedlichen
Anforderungen mit glatter Spannbacke
für vorgefertigte Werkstücke, Spannbacken mit Riffelung
für Rohteile oder mit Spannbacken samt
Bearbeitungszugabe zum Einarbeiten einer Werkstückkontur.
Abgesetzte Keilspanner sind mit einer
Absatztiefe von 2 und 5 mm verfügbar. Nicht zuletzt
sind Ausführungen mit integrierten Spann-Pins
erhältlich – sie sind mit einer Ringschneide ausgestattet,
die eine formschlüssige Verbindung mit dem
Werkstück bildet.
Auch Festbacken gibt es in glatten, geriffelten und
abgesetzten Ausführungen. Der Typ ES zeichnet sich
durch eine schmale Bauweise aus und ist somit ideal
für Aufspannungen mit kleineren Werkstücken und
größeren Stückzahlen geeignet. Festbacken des Typs
DS mit zwei Befestigungsschrauben werden bevorzugt
bei größeren Bearbeitungskräften eingesetzt.
Die Präzisionsverzahnung bewirkt ein hochgenaues
Positionieren der Festbacken, sodass sich diese sicher
und exakt befestigen lassen. Durch das Anziehen der
Befestigungsschraube wird eine formschlüssige Verbindung
mit der Spannschiene erreicht.
Durch die beidseitige Skalierung an den Spannschienen
und Festbacken lässt sich jede Position der
Festbacken genau dokumentieren und im Wiederholfall
identisch einstellen. Das verbessert die Wiederholgenauigkeit
und spart Zeit. Festbacken werden
entsprechend der Spannsituation auf den Schienen
positioniert. An den seitlichen Gewindebohrungen
der Spannschienen können Werkstückanschläge
montiert werden (Bild 3).
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KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025 65
KOMPONENTEN » News
IMPRESSUM
Bild: AGCreative/stock.adobe.com (generiert mit KI)
Für Anwendungen im Maschinen-, Anlagen- und Schiffbau
hat Enemac die ECR-Baureihe konzipiert.
Antriebstechnik für mobile Maschinen
Sicherheitskupplung auf Tauchgang
Ob im maritimen Maschinenbau, in der
Offshore-Technik oder im Bereich automatisierter
Unterwasserfahrzeuge – wo
mechanische Antriebe unter extremen
Umweltbedingungen zuverlässig funktionieren
müssen, sind hochwertige Sicherheitskomponenten
gefragt. Mit der Sicherheitskupplung
ECR bietet der Antriebsspezialist
Enemac eine robuste Lösung
zur Drehmomentbegrenzung, die
speziell für den Einsatz in rauen Umgebungen
entwickelt wurde. Die Baureihe
wurde für den Einsatz in indirekten An-
Fußpedal im flachen Gehäuse
Gemacht für den robusten Kick
Ihre kompakte Bauweise
ermöglicht eine platzsparende
Integration, etwa in Verbindung
mit Zahnscheiben, Gelenkwellen
oder Flanschanbindungen.
trieben konzipiert und deckt stufenlos
einstellbare Ausrückmomente von 15 bis
350 Nm ab. Die Kupplung ist in fünf Baugrößen
erhältlich, für Drehzahlen bis
3000 min -1 ausgelegt und für einen breiten
Temperatureinsatzbereich von -30 bis
+150 °C spezifiziert. Die gekapselte Ausführung
des Drehmomentbegrenzers
schützt die innenliegenden Funktionskomponenten.
Die Rastkugeln sind mit einer
langlebigen Spezialschmierung versehen,
die den Anforderungen der NSF-Registrierung
entspricht.
Bediengeräte von FSG sind in vielen Industriebereichen im Einsatz, dazu gehören auch
die Fußpedale. Sie werden unter anderem in Bau-, Hafen- und Mobilkränen, Sonderfahrzeugen
sowie in Maschinen der Agrar- und Forstwirtschaft verwendet. Auffällig ist
das nur 16 mm flache Gehäuse mit integrierter Elektronik auf Basis eines Hall-Sensors.
Es benötigt wenig Bauraum, reduziert den
Montageaufwand und erleichtert die Integration
in kompakte Maschinenkonstruktionen. Das
System wurde seit den frühen 2000er-Jahren
entwickelt, das ältere induktive Messprinzip
wird auf Wunsch weiterhin angeboten. Die
Fußpedale sind auf lange Einsatzdauer
ausgelegt. Metallgehäuse
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Herausgeberin: Katja Kohlhammer
Verlag:
Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,
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70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany
Geschäftsführer: Peter Dilger
Verlagsleiter: Peter Dilger
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66 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025
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44 PRODUKTREPORT
VIELSEITIGE
KENNZEICNUNGSTECHNIK
KLIMANEUTRALE
CHEMIEPARKS
PROZESSTECHNIK FÜR DIE CHEMIEINDUSTRIE
WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/CHEMIE
Sanierung
Räume energetisch
modernisieren
Automechanika
Messe-Highlights
Oldtimer
Wenn der Lack vom
Blech muss
Messe
Alles zur Messe
BAU 2025 in München
Trockenbau
Zusatzangebot
Wandnischen
www.lackiererblatt.de
01/2025 Malerblatt 1
Längere Lebensdauer
Digitaler Zwilling
in der Energietechnik
Wellenfeder für
Torsionsbelastung
Maschinenelemente
Engineering-Tipps für Produkt- und Produktionsentwicklung
TECHMAX
Ausgabe 12 | 2024 www.kem.de
Verborgene Welten unter dem
Antarktis-Eis - Signifikanz für das
Recycling von Europium • Neues zur
Seeanemonen-Fisch-Symbiose • Neue
„Ökologie, Ökonomie und Erkenntnisse zum Ursprung der Chiralität
• Regulation des Wurzelwachs-
Soziales zusammenbringen“
tums durch Master-Regulatoren der
Holger Vogt,
R+W Antriebselemente
TITELSTORY
Verständnis künftiger Klimazustände
unserer Erde
Der gebrochene Zauber - Zur Bildungs-
und Forschungspolitik der gescheiterten
Bundesregierung
Der Lorbeerwald Madeiras – Relikt
und lebendige Faszination
Rundschau
Die Ursache von quasiperiodischen
Eruptionen • Die Entdeckung neuer
Vogelarten • Effizientes Verfahren zum
Organ der
Gesellschaft Deutscher
Naturforscher und Ärzte
Homöostase • Klimafolgen von Waldbränden
wirken über Jahrzehnte hinweg
• Wildbiene des Jahres zeigt Bedeutung
von Naturschutzgebieten •
Licht ins Dunkel der Beutelmulle •
Kurzmitteilungen
Buchbesprechungen
Personalia
Stichwort:
Dominium terrae
Retrospektive
Wie wird „Leben“ aus Leblosem
Beilage
TECHMAX der Max-Planck-Gesellschaft
1
€ 26,50
E 9981
WISSENSCHAFT.DE
Luftfahrt
Fliegen ohne schädliche
Kondensstreifen
Schwarzfußiltis
Klonen für den
Arterhalt
Vererbte Gefahr
Cholesterin-Tests
schon bei Kindern?
Die neue
Mond-Mission
Artemis 2: Das nächste Kapitel der
lunaren Exploration beginnt
02/25
Das Magazin für eine Welt im Wandel
Wolf-Hund-Hybride
Made in Deutschland
Kambodscha
9 | 2024
Erlebnisse im Moor:
Ein Besuch im
lettischen Nationalpark
Ķemeri.
Die Zukunft
des Waldes
Deutschland ist eines der waldreichsten Länder Europas.
Damit das so bleibt, braucht es neue Konzepte.
DIE DEUTSCHEN UND IHRE KOLONIEN
Von der „Kulturmission“ zum Völkermord
Die Deutschen
und ihre Kolonien
Verheiratet mit zwei
Königen Englands
Auf der Suche
nach dem Guten
11.2024
Verschollen
im Outback
EINFACH
2024
WOHNEN!
4 190110 807302
arcguide Sonderausgabe #05
PROJEKTE,
die uns
umgehauen
haben
innovative
projekte
D 22,40 EUR | EURO countries 23,70 EUR | 35,70 CHF
arcguide Sonderausgabe 2024 1
Freude am lernen
.büro
.bildung
.licht
meinungsstark | fundiert | multimedial 01 | Januar 2025
SCHWER-
PUNKT
Industrielackierung
November 2024
FARBTRENDS
E 6154 E
www.dds-online.de
DAS MAGAZIN FÜR MÖBEL UND AUSBAU
RAN AN DIE TÜR
Mit Innentüren auch in schwierigen Zeiten punkten
EFFIZIENZ
dds-Special: Industrielle
Möbelproduktion
und Serienfertigung
QUALITÄT
Nesting: Welcher Fräser
eignet sich für welche
Anforderungen
11| 2024
LEISTUNG
Akkutechnik: Längere
Laufzeit und mehr Kraft
für die Kabellosen
+++ Wissensmagazine +++ Planen, Bauen, Gestalten +++ Einrichten, Design +++ Konstruktion, Produktion, Industrieprozesse +++
Einkauf unter Zugzwang
» Seite 26
E-Procurement
nach Maß spart
Prozesskosten
» Seite 38
in neuer Dimension
» Seite 20
bei volatilen Märkten
» Seite 52
Professionell. Innovativ. Einkauf.
Einkauf
Materialwirtschaft
Logistik
des BME
» Seite 16
Energiewende zu meistern ist
» Seite 18
06.2024
Nachhaltigkeit
Lösungen für die Energiewende
» Seite 21
Batterietechnik
» Seite 29
Was Automotive-Entwicklungen
Topp-Dämpfung erhalten
» Seite 44
Wissen für Entscheider in der Produktion
10 24
Dekarbonisierung
» Seite 30
06-2024
34 TITEL
Next Level:
Maschinenbau vereinfacht
07-2024
12 TITEL
Innovation in der spanenden Fertigung
05-2024
Special
Innovative Werkzeuglösungen
Trend Zerspaner suchen neue Märkte Seite 22
WIS-
Innovation Automatisierter Werkzeugwechsel an der Drehmaschine Seite 92
IFW-Projekt KI-Überwachungssystem steigert Prozesssicherheit Seite 132 Perspektiven
» Seite 24
» IM FOKUS
von Wälzlagern
» Seite 36
www.mav-online.de | € 27,-
Seite 61
Konstruktion
Automation
» Seite 48
Naturwissenschaftliche
» Seite 14
Rundschau
2Monat 2025
78. Jahrgang
NR 920
der Medizintechnik bringen
Tübinger Mediziner suchen Kontakt
zur Medtech-Industrie Seite 12
Automatisierung: Mitarbeiterdaten,
Laser, Roboter plus EEG Seite 61
Neue Produkte und Trends
11. – 14. 11.2024 Seite 15
38 TREND
Wissen schafft Vertrauen – eine gute Wahl
für Kinderaugen. HOYA MiYOSMART
28 TREND
Nachhaltiger mit
schmierfreien
Hochleistungskunststoffen
» Seite 20
+++Augenoptik +++ Einkauf, Logistik +++ Genuss, Lebensart +++ Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin+++
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68 KEM Konstruktion|Automation » 10 | 2025