PROMAGAZIN Oktober 2025
Unsere Themen in der Oktober-Ausgabe: Zukunftsstadt Heilbronn, Hidden Champions, Dualis, Azubibörse, Metropolregion Rhein-Neckar
Unsere Themen in der Oktober-Ausgabe: Zukunftsstadt Heilbronn, Hidden Champions, Dualis, Azubibörse, Metropolregion Rhein-Neckar
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25 JAHRE für die Region Heilbronn-Franken.
10 I 25
25. Jahrgang | 4 Euro | 52856
Die Macher der Mobilität
Ein Blick hinter die Kulissen intelligenter Fahrzeugtechnik
Zukunftsstadt Heilbronn | Hidden Champions | Dualis | pro-magazin.de
Treiber der Mobilitätswende:
ME Mobil Elektronik entwickelt
intelligente Lenksysteme
und setzt auf KI.
Mehr lesen Sie ab
Seite 34.
Wo Menschen, Ideen und Unternehmen
zusammenkommen
Kreative Hobbyköche
erfinden Gerichte
Barbara Salesch ist
waschechte Badenerin
Jonas Gräter züchtet
Giganten
EDITORIAL
LESEN SIE AUCH
HERBST + WINTER 2025I26
Profile
Top-Arbeitgeber aus Heilbronn-Franken und dem nördlichen Baden-Württemberg
Hier entsteht
Zukunft
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wer heute nach Heilbronn schaut, kann einen Blick in die Zukunft
erhaschen. Mit dem Bildungscampus, dem TUM Campus
und dem IPAI setzt Heilbronn neue Maßstäbe in Bildung,
Technologie und Innovation. Doch Zukunft entsteht nicht nur
in Laboren und Hörsälen. Sie zeigt sich auch im gesellschaftlichen
Engagement: Das neue Spitzensport-Stipendium der
Heilbronner Hochschulen und der Dieter Schwarz Stiftung
unterstützt junge Leistungssportlerinnen und -sportler dabei,
Studium und Wettkampf zu vereinen (lesen Sie mehr ab S. 14).
PROFILE
Neues Magazin fürs Arbeitgeber-Marketing:
Profile stellt
die Unternehmen der Region
überregional vor. Es wird ab
Ende November an Hochschulen
in ganz Deutschland
verteilt und soll Nachwuchskräfte
fürs schöne Heilbronn-
Franken und seine starken
Player begeistern.
Auch ein Blick über die Stadtgrenzen lohnt sich: Die Region ist
Heimat zahlreicher Hidden Champions. Prof. Dr. Hermann
Simon, Begründer des Begriffs, erklärt in seinem neuen Buch
„Simon sagt!“, worauf es im Management wirklich ankommt –
und warum die heimlichen Helden so außergewöhnlich erfolgreich
sind (mehr dazu ab S. 18).
HEIMAT
SCHMECKT
Herbst 2025
Zum 20-jährigen Jubiläum der Metropolregion Rhein-Neckar
(MRN) werfen wir den Blick in die Nachbarregion: Im Interview
spricht Dr. hc. Eggert Voscherau, Ehrenvorsitzender der
MRN GmbH, über die Kraft gemeinsamer Visionen, die sich
aus der Vernetzung über regionale Grenzen hinweg ergeben.
Heilbronn-Franken und Rhein-Neckar zeichnen sich nicht nur
durch geografische Nähe aus, sondern teilen eine Kultur der
Innovation, starke mittelständische Strukturen und den Willen
zur Zusammenarbeit (mehr ab S. 42).
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Mit Pfiff serviert
Auf ein Viertele
Im Kürbisfieber
LEBENSART
Mittlerweile lässt sich der
Herbst nicht mehr leugnen:
Das Laub fällt, die Tage
werden kürzer. Doch mit der
neuen Ausgabe von Lebensart
lassen sich die gemütlichen
Seiten dieser Jahreszeit
genießen: mit Geschichten,
Porträts, Interviews und
Rezeptideen, die Geist und
Seele gut tun. Erhältlich im
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Teresa Zwirner
Redaktionsleiterin
teresa.zwirner@pro-vs.de
3
INHALT
INHALT
8
Azubibörse
Rubriken
IN DIESER AUSGABE
Zukunftsstadt Heilbronn
6 Strahlend und anziehend – heute und morgen
Die Käthenstadt baut aktuell ein zukunftsorientiertes
Kraftfeld auf – dank kontinuierlicher Stadtentwicklung.
10 Smart in die Zukunft
Wie die Smart Campus Initiative und Stadtentwickler
Florian Baasch am Neckar in die Zukunft denken.
Im Reich der Wissenshoheit
Heilbronns rasanter Aufstieg zur Wissensstadt geht Hand in
Hand mit dem Ausbau des Bildungscampus, der IPAI-
Ansiedlung und starker universitärer Angebote.
Fotos: Bernhard Lattner, Simon-Kucher&Partners
36 Von der Azubi-App bis zum Social-Media-Kanal
Regionale Unternehmen trauen dem Nachwuchs viel
zu – daraus entstehen innovative Projekte.
Metropolregion Rhein-Neckar
38 Vereinte Kräfte
Viele Netzwerke und ein starker Mittelstand stützen die
Wirtschaft zwischen Rhein und Neckar.
40 Auf gute Nachbarschaft
Die Metropolregion Rhein-Neckar grenzt an Heilbronn-Franken
– davon können beide profitieren.
42 „Die Richtung stimmt“
befindet Dr. hc. Eggert Voscherau, Wegbereiter der
Metropolregion Rhein-Neckar, im Interview.
03 Editorial
44 Neues aus der Region
46 Bürgerinitiative pro Region informiert
48 Veranstaltungskalender
50 Ausblick & Impressum
Zum Titelbild
Die Mobilitätswende mitgestalten: Das Ziel von ME Mobil
Elektronik. Esther Wagener (.v.l.), Leiterin Personal und
Marketing, Klaus Klugesherz, Geschäftsführer und Firmeninhaber
und Frank Wolter, Leiter Entwicklung setzten dafür
auf einen klaren Fokus und Zukunftstechnologien.
Foto: ME Mobil Elektronik
12 Europas „grüne Hauptstadt“ zieht alle Blicke auf sich
Im zweiten Anlauf holte sich Heilbronn nun den Titel
„European Green Capital 2027“.
14 Doppelte Spitzenleistung
Exzellenz in Sport und Studium – dank eines Stipendiaten-Programms
der Heilbronner Hochschulen.
Hidden Champions
22 „Der Mensch entscheidet, nicht die Technologie“
Prof. Dr. David Wuttke vom Center for Digital Transformation
sagt, was KI kann – und was nicht.
Dualis
24 Marathon statt Sprint: der Weg zum Dualis-Siegel
Was Unternehmen raten, um die eigene Ausbildungsqualität
erfolgreich zertifizieren zu lassen.
„Nur Fokus führt zu Weltklasse“
18
Prof. Dr. Hermann Simon ist „Mr. Hidden Champion“:
Der Wirtschaftsprofessor, Pricing-Papst und Bestsellerautor
ist Schöpfer dieses Begriffs. Er kennt die regionalen
Unternehmen – und hat Tipps für zukunftsfähige Strategien
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zurückgreifen.
30 Azubiprojekte mit Wirkung
Weber-Hydraulik stärkt die Verantwortung von Auszubildenden
mit ökologischen und sozialen Aufgaben.
32 Selbst gestalten, statt nur mitzuarbeiten
Nach dem Prinzip der Eigenverantwortung stärkt die
Nachwuchsförderung bei Gemü Kompetenzen.
Titel
34 Die Mobilitätswende vorantreiben
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4
Oktober 2025
5
WIRTSCHAFT | Zukunftsstadt Heilbronn
Zukunftsstadt Heilbronn | WIRTSCHAFT
Strahlend und anziehend –
heute und morgen
Schon vor zehn Jahren begannen Politik, Verwaltung und Bürger
gemeinsam, Perspektiven für Heilbronn bis 2030 zu entwickeln. Nun
trägt die Strategie Früchte: Die Stadt wird zum viel beachteten Anziehungspunkt.
Auf den folgenden Seiten zeigen wir Initiativen und
Meilensteine auf dem Weg zur vorbildlichen Zukunftstadt.
Wenn in der morgendlichen
Hektik das Marmeladenbrot
mit der beschmierten Seite
nach unten auf dem Boden landet, war
da nicht nur Murphies Law am Werk.
Sondern vor allem Gravitation. Massen
ziehen einander an – und im Fall der
100-Gramm-Stulle ist die Erde mit
knapp sechs Trilliarden Tonnen Eigengewicht
in der deutlich stärkeren Position.
In der Physik bezieht sich Gravitation
– als eine der vier Grundkräfte – auf
Körper. Im metaphorischen Sinn lässt
sich so eine Anziehung aktuell vor allem
an einer deutschen Stadt beobachten:
Heilbronn. Die Stadt hat sich
zum Kraftfeld entwickelt, das Menschen
und Unternehmen anzieht und
Ein strahlender Herbsttag am Neckar – und gute Aussichten
für Heilbronns Zukunft.
sprichwörtlich eine Masse Zukunftschancen
birgt.
Gute Perspektiven bis 2030
und darüber hinaus
Um zu verstehen, wie Heilbronn zu
dieser Superkraft kam, muss man zunächst
acht Jahre zurück blicken. 2017
verabschiedete der Heilbronner Gemeinderat
die „Stadtkonzeption 2030“
– einen Aktionsplan, um sowohl die
Marke Heilbronn zu stärken als auch
die Stadt zukunftsweisend zu entwickeln.
Zwei Jahre lang hatten Bürgerin-
Fotos: Heilbronn Marketing GmbH, TUM Campus Heilbronn/Matt Stark
nen und Bürger gemeinsam mit Verwaltung,
Politik und weiteren Akteuren
an dem Konzept gefeilt (siehe Seite 10).
Vor zwei Jahren machte die Stadt unter
der Überschrift „Perspektiven 2030“ öffentlich,
welche Projekte und Vorhaben
für Heilbronns Zukunft wichtig
sind.
Im Städteranking des IW
16 Plätze besser als Berlin
Inzwischen schweift der Blick der Verantwortlichen
deutlich weiter als bis
2030 – hin zu einer offenbar deutschlandweit
vorbildlichen Perspektive:
Die mediale Aufmerksamtkeit kreist
aktuell um das Oberzentrum am Neckar
wie Planeten um die Sonne. Bei
vielen wird die Käthchenstadt als ein
sprichwörtlich gravierender Player unter
deutschen Großstädten gehandelt.
Im aktuellen Städteranking, das
das Institut der Deutschen Wirtschaft
IW und die Wirtschaftswoche jährlich
veröffentlichen, behauptet Heilbronn
Platz 14 im so genannten Niveau-Ranking,
das Immobilien- und Arbeitsmarkt,
Lebensqualität und Wirtschaftskraft
misst. Damit schneidet die
130.000-Einwohner-Stadt um 16 Plätze
besser ab als die Bundeshauptstadt
Berlin. Bei der Arbeitsplatzversorgung
belegt Heilbronn sogar den zweiten
Platz deutschlandweit. Die wirtschaftliche
Stärke spiegelt sich im hohen
Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 63.372
Euro pro Einwohner wider, das deutlich
über dem nationalen Durchschnitt
von knapp 52.000 Euro liegt.
Tatsächlich steckt in Heilbronn
schon seit Längerem Kaufkraftpotenzial:
In einer Erhebung des Wirtschaftswissenschaftlichen
Instituts der Hans-
Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2019
war Heilbronn unter 401 kreisfreien
Städten und Landkreisen beim Pro-
Kopf-Einkommen Spitzenreiter in ganz
Deutschland – allerdings führten die
Analysten diesen Wert auf einige
wenige monetäre „Schwergewichte“
zurück. Diese Wirtschaftskraft und ihr
Nutzen für die Zukunft der Neckarstadt
– wie das Engagement von Dieter
Schwarz – zieht wiederum andere an:
Das Statistische Landesamt prognostiziert
in seinen Vorausberechnungen
bis 2040 ein mögliches Wachstum auf
140.000 Einwohner. Im Vergleich der
Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg
liegt Heilbronn damit auf
Platz eins vor Pforzheim und dem
Landkreis Biberach. Für Stuttgart,
Karlsruhe oder Heidelberg rechnen die
Statistiker mit einem deutlich niedrigeren
Wachstum. Zugleich ist Heilbronn
der sicherste Stadtkreis im Land. Laut
polizeilicher Kriminalstatistik 2024 des
Polizeipräsidiums Heilbronn weist die
Neckarstadt die wenigsten Straftaten
pro 100.000 Einwohner in ganz Baden-
Württemberg auf.
Die Kriminalität sinkt, stattdessen
nimmt das touristische Interesse erheblich
zu: Binnen zehn Jahren haben
sich die Übernachtungszahlen laut
Steffen Schoch, Geschäftsführer der
Heilbronn Marketing GmbH, nahezu
verdoppelt – auf fast 600.000 pro Jahr.
Auch in diesem Punkt ist Heilbronn
landesweit an der Spitze: Keine andere
kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg
kann eine so gute touristische Bilanz
ziehen. „Innovative Anziehungspunkte
wie die Experimenta, der Bildungscampus
und der KI-Standort Neckarbogen
machen Heilbronn zu einem
Ort, der Herkunft und Zukunft gleichermaßen
verbindet“, sagt Schoch.
Natalie Kotowski
Auf den folgenden Seiten zeigen wir
Beispiele aus den Bereichen
Bildung, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung,
die beweisen: Heilbronn
könnte ein Vorbild für andere
Regionen und Städte im Land sein.
Der TUM Campus Heilbronn ist einer der Bausteine auf Heilbronns Weg zur
Wissensstadt – einem wichtigen Teil der „Stadtkonzeption 2030“.
6
Oktober 2025
7
Zukunftsstadt Heilbronn | WIRTSCHAFT
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (Mitte) packt mit an beim Spatenstich für Europas größten KI-Innovationspark IPAI.
Im Reich der Wissenshoheit
Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg/Ilkay Karakurt
Heilbronn an einem Innovations- und
Forschungsökosystem der Spitzenklasse
– ob mit der renommierten Programmierschule
Heilbronn 42, dem
Fraunhofer Heilbronn For schungsund
Innovations zentren (Fraunhofer
HNFIZ) mit acht Zentren für Zukunftsthemen
von Cyber sicherheit bis Quanten-KI
oder der universitären Spitzenforschung
und Lehre.
Dieter Schwarz gestaltet Heilbronns
Zukunft seit 1999 entscheidend
mit, vom Science Center Experimenta
bis zum IPAI, Europas größtem Innovationspark
für Künstliche Intelligenz.
Sogar Bundeskanzler Friedrich Merz
war dort jüngst beim symbolischen
Spatenstich dabei, ebenso wie Ministerpräsident
Winfried Kretschmann
und weitere Prominenz – auch Bund
und Land fördern das IPAI. Doch insbesondere
das Engagement von Dieter
Schwarz und seine jüngste Ankündigung,
mit dem IPAI beachtenswerte
Summen zu investieren, lässt nach eigenem
Bekunden die Herzen bei der
Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken
GmbH (WHF) höher schlagen. Das sei
ein starkes Signal für Heilbronn und
die Region, für ganz Baden-Württemberg
und darüber hinaus, betont WHF-
Geschäftsführer Bernhard Feßler.
Die Initiative des Ausnahme-Unternehmers
wird überall goutiert – und
eröffnet auch für die Hochschullandschaft
weitere Chancen: „Mit dem
TUM Campus Heilbronn als Mission
Campus für Innovation im Mittelstand
und dem IPAI direkt vor der Haustür
ergeben sich Synergieeffekte, die den
Wissenschaftsstandort Heilbronn
nachhaltig stärken“, ist Sunyaev überzeugt.
Forschung, Lehre und regionale
Wirtschaft zu verzahnen, sei ein entscheidender
Erfolgsfaktor – und Heilbronn
werde idealerweise in zehn Jahren
europa- und weltweit die erste
Hochschuladresse für KI und Digitale
Transformation sein.
Spitze ist die TUM schon heute,
im „QS World University Ranking“ gilt
sie als beste Hochschule in der EU.
Der Standort Heilbronn zählt nach eigenen
Angaben auch zu den Gründen,
warum die TUM im BWL-Forschungsranking
der Wirtschaftswoche als forschungsstärkste
Universität Deutschlands
auf Platz eins steht. Für das
Wirtschaftswoche-Ranking hatte die
Eidgenössische Technische Hochschule
Zürich, kurz ETH, die Zahl der
wissenschaftlichen Publikationen in
Deutschland, Österreich und der
Schweiz aus den vergangenen fünf
Jahren erhoben.
Die ETH mit ihrem exzellenten
Ruf ist selbst auf dem Bildungscampus
präsent: Die renommierte Universität
und die Dieter-Schwarz-Stiftung besiegelten
Ende 2023 eine Zusammenarbeit.
In Heilbronn sollen schrittweise
15 Professuren für Themen wie KI und
Cybersicherheit etabliert werden. Und
auch wenn die Stadt – trotz der Anspielung
auf Harvard – statt „Harbronn“
bei Heilbronn bleibt: Beide Silben verheißen
Gutes für die Zukunft des
Standorts.
Natalie Kotowski
Manche sprechen schon vom „Harvard Deutschlands“: Innerhalb
weniger Jahre ist aus Heilbronn ein exzellenter Hochschulstandort
geworden. Forschung, Lehre, Innovationen und Zukunftstechnologie
beflügeln sich rund um den Bildungscampus gegenseitig.
Von „Harbronn“ ist die Rede, vom
„Harvard Deutschlands“ am Neckar.
Die Meinungsführer in den
Sozialen Medien kommen derzeit aus
dem begeisterten Kommentieren und
Posten über Heilbronn nicht mehr heraus.
Kein Wunder. Die Rasanz, mit der
sich Heilbronn-Frankens Oberzentrum
vom einstigen Stiefkind zum Musterschüler
in Sachen Bildung und
Wissenschaft entwickelt hat, ist beeindruckend
– und zeigt sich unter anderem
in Top-Noten für die Hochschulen
in renommierten Rankings.
Die Hochschule Heilbronn erreichte
zum Beispiel im Ranking des
Centrums für Hochschulentwicklung
(CHE) mit ihren Ingenieursstudiengängen
ein „sehr gut“ in punkto Praxisbezug.
Das CHE-Ranking gilt als umfassendste
Bestenliste und basiert auf
den Urteilen der Studierenden. Professor
Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule
Heilbronn, freut das: „Diese Resultate
spiegeln uns sehr zufriedene
Studierende wider und nichts motiviert
uns mehr“, für solches Feedback
habe sich die kontinuierliche inhaltliche
und methodische Weiterentwicklung
innerhalb der Studienangebote
ausgezahlt.
Einen „beeindruckenden Aufstieg“,
so nennt auch Prof. Dr. Ali Sunyaev
die Entwicklung. Im „Times Higher
Education“-Ranking stach der
TUM Campus Heilbronn als eine der
führenden Universitäten für BWL und
Informatik heraus. „Wir haben uns
von einem verhältnismäßig kleinen
Campus einer international renommierten
Exzellenzuniversität zu einer
festen Institution entwickelt“, fasst es
der Vizepräsident TUM Campus Heilbronn
zusammen. Einst starteten 30
Studierende, innerhalb von sechs Jahren
sei die Zahl auf aktuell mehr als
1000 gestiegen. Sunyaev lässt dabei
anklingen, was die Exzellenzoffensive
befeuert: „Der gesamte Bildungscampus
hat sich rasant entwickelt. Eine
Stärke ist es, dass hier unterschiedliche
Forschungs- und Bildungseinrichtungen
zusammenkommen und zahlreiche
Kooperationen entstehen.“
Der Bildungscampus der
Dieter-Schwarz-Stiftung ist gewissermaßen
das Königreich der Bildungsund
Innovationsexzellenz: Er hat seit
dem ersten Spatenstich 2010 die
Käthchenstadt zur Hochschulhoheit
geadelt. Damals gewann die DHBW,
die im CHE-Ranking ebenfalls
hervorragend abschnitt, auf Initiative
der Dieter-Schwarz-Stiftung einen
weiteren Standort in Heilbronn. Mittlerweile
haben die Arbeiten am Bildungscampus
West begonnen, mit
dem Dieter Schwarz in den kommenden
zehn Jahren das Areal auf das Doppelte
seiner aktuellen Fläche erweitern
will. Dieses Wachstum ist nötig, denn
die gemeinnützige Stiftung baut in
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Heilbronn. Aber was wären selbst die
Starkes Team: Lucas Sanwald, Petra
Sanwald und Hans-Joachim Gabski.
Foto: PS Personalservice GmbH
besten unternehmerischen Gründe für
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Beitrag der Mitarbeitenden und
die Treue langjähriger Kunden? Seit
der Gründung haben sich in Öhringen,
Bietigheim-Bissingen und Schwäbisch
Hall drei weitere Standorte etabliert
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Spektrum der Zeitarbeit und Personalvermittlung
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Persönliche Zuständigkeiten –
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Teams werden die Zuständigkeiten bei
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Innen jeweils einem verantwortlichen
Ansprechpartner zugeordnet. Damit
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8 Oktober 2025
9
Zukunftsstadt Heilbronn | WIRTSCHAFT
Smart
in die
Zukunft
mens Parkko mit der Stadt Heilbronn
übertragen“, berichtet Kutz.
Der smarte Campus als Keimzelle
einer intelligenten und innovativen
Stadtplanung: Für Janika Kutz ist das
keine Utopie. „Heilbronn hat das Potenzial,
in zehn Jahren einen großen
Sprung Richtung Smart City zu machen“,
ist die Leiterin überzeugt. Das
KODIS sei dabei gern Teil der gemeinsamen
Reise, und „ich bin überzeugt,
jeder Partner in dem einzigartigen
Ökosystem rund um den Bildungscampus
und das IPAI wird dazu seinen
Beitrag leisten“.
Dass Heilbronn von der Smart
Campus Initiative stark profitieren
könnte, dürfte Florian Baasch freuen.
Denn der Leiter der Stabsstelle Strategie
und Stadtentwicklung im Rathaus
blickt ähnlich optimistisch wie Kutz
auf die Zukunft der Neckarstadt. Im
gleichen Jahr, in dem der smarte Campus
startete – 2017 – legte Heilbronn
seine Stadtkonzeption 2030 vor. „Seit
dem Beschluss hat die Stadt in allen
Handlungsfeldern wesentliche Weichenstellungen
vorgenommen“, resümiert
Baasch zufrieden. Konkret meint
er Fortschritte in den vier Strategiefeldern
Digitale Stadt, Teilhabe an der
Stadtgesellschaft, Bildungs- und Wissensstadt
und zukunftsfähige Mobilität.
Dieses Quartett gliedert sich wiederum
in acht Handlungsfelder. Darin
geht es unter anderem um Wohnen,
Lernen, Zusammenleben, Kultur, Wirtschaft,
Arbeit, Innovation und Wissenschaft
sowie Mobilität.
Bis 2035 wird die Stadt
Netto-Treibhausgas-neutral
„Besonders wichtig erscheinen uns
dabei die Entwicklung zur Bildungsund
Wissensstadt und die Anpassung
an veränderte klimatische Bedingungen,
Stichwort: resiliente Stadt“, sagt
Baasch. In allen Bereichen habe
Heilbronn schon viele positive Veränderungen
erreicht, weitere Potenziale
gelte es zu heben. „Das mit Abstand
größte Projekt ist der Bau des IPAI“,
ist der Stadtentwickler überzeugt, und
damit verbunden die Anbindung an
die Kernstadt mit einer Seilbahn. So
wichtig wie der Spatenstich für den
KI-Park sind ihm zufolge auch andere
zukunftsweisende Ziele: „Der Gemeinderat
hat beispielsweise beschlossen,
dass Heilbronn bis 2035 eine Netto-
Treibhausgas-Neutralität erreichen
will.“
Smart, lebenswert, Heilbronn:
„Mit der Stadtkonzeption 2030 ist es
uns gelungen, die Stadt zukunftsfähig
zu machen. Wir sind hier auf einem
sehr guten Weg“, lautet Baaschs Fazit.
Allerdings müssten Entwicklungen,
die noch nicht absehbar seien, aus
seiner Sicht frühzeitig in den Blick genommen
werden. Aktuell wichtig seien
etwa die Wohnraumversorgung und
die Transformation der Innenstadt. Ob
einem dort dann freundlich dreinschauende
Roboter begegnen, bleibt
wohl abzuwarten. Natalie Kotowski
Loomi heißt der smarte Roboter, der auf dem Bildungscampus das Facility Management unterstützt.
Heilbronn wird immer fitter für die Zukunft: Eine Zwischenbilanz
der Projekte aus der „Stadtkonzeption 2030“ und der Smart Campus
Initiative gibt Anlass zu Optimismus am Neckar.
Irgendwie sieht er niedlich aus. Wenn
überhaupt ein Roboter das Kindchen-Schema
ansprechen kann,
dann Loomi mit seinen kreisrunden
Display-Augen. Auf zwei kinderfahrradgroßen
Rädern rollt der Roboter
zur Unterstützung des Facilitymanagements
seit einiger Zeit über
den Bildungscampus und schaut gewissermaßen
nach dem Rechten. „Er
informiert das Personal hier zu
regelmäßigen Uhrzeiten beispielsweise
über zugeparkte Zufahrtswege
an Notausgängen“, sagt
Dr. Janika Kutz vom Forschungs- und
Innovationszentrum für Kognitive
Dienstleistungssysteme (KODIS) des
Fraunhofer IAO. Sie leitet die Smart
Campus Initiative – ein Reallabor, in
dem sie gemeinsam mit einem
Forscherteam datengestützt aktuelle
Problemstellungen für sieben Handlungsfelder
auf dem Campus analysiert:
für Mobilität, Energie und
Umwelt, Logistik, Gebäude- und Flächenmanagement,
aber auch Kultur,
Leben, Gesundheit und Bildung. Aus
den Erkenntnissen sollen Services und
Dienstleistungen für einen smarten
und innovativen Campus entstehen –
eine eigene Smart City mitten in Heilbronn.
Loomi, der rollende Roboter, gehört
dazu. Und sein Niedlichkeitsfaktor
ist durchaus gewollt. Weil er eigenständig
seine Aufgaben erledige,
hätten die Menschen auf dem Campus
keinen direkten Nutzen durch seine
Präsenz. Umso stärker falle sein Aussehen
ins Gewicht für die allgemeine Akzeptanz,
erläutert Kutz.
Die Projekte auf dem Bildungscampus,
die im Kleinen funktionieren,
sollen nach Kutz‘ Vorstellung als Blaupause
für größere Vorhaben dienen:
„Eine Übertragbarkeit in ein anderes
Umfeld ist möglich, denkbar und unsererseits
wünschenswert.“ Einzelne
Ideen haben es bereits aus dem Campus
hinaus in die Heilbronner Innenstadt
geschafft: etwa Frequenzmessungen
und ein Prognose-Tool für
Stellplatzauslastung im Parkhaus am
Bildungscampus. „Die Erkenntnisse
konnten wir erfolgreich auf ein gemeinsames
Forschungsprojekt na-
Foto: Bildungscampus
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10 Oktober 2025
WIRTSCHAFT | Zukunftsstadt Heilbronn
Zukunftsstadt Heilbronn | WIRTSCHAFT
Im zweiten Anlauf zum Sieg: Stolz nehmen Oberbürgermeister Harry Mergel und sein Team die Auszeichnung entgegen.
Europas „grüne Hauptstadt“
zieht alle Blicke auf sich
Die Europäische Kommission hat entschieden: Heilbronn ist
„European Green Capital 2027“. Nach der Niederlage im vergangenen
Jahr herrscht deshalb sprichwörtliches Aufatmen am Neckar.
Wer sich bewirbt, muss manchmal
einen langen Atem haben.
Genau diese Hartnäckigkeit
legte die Stadt Heilbronn an den
Tag. Mit Erfolg: Die Großstadt am
Neckar ist „European Green Capital
2027“, zu deutsch „Grüne Hauptstadt
Europas“.
Der Weg zum Titel glich allerdings
eher einem Assessment-Center-
Marathon: Schon im April vergangenen
Jahres hatten Oberbürgermeister
Harry Mergel und weitere Verantwortliche
der Stadt eine 140 Seiten dicke
Bewerbungsmappe bei der EU-Kommission
eingereicht, mit der Heilbronn
damals auf Anhieb ins Finale des europäischen
Wettbewerbs eingezogen
war.
Doch am Ende ging der Titel an
die litauische Hauptstadt Vilnius. Dabei
hatten die Arbeitsproben, die Heilbronn
seiner ersten Bewerbung beigelegt
hatte, durchaus gepasst: Eine
Chance auf den Titel haben alljährlich
alle Städte in Europa mit mehr als
100.000 Einwohnern, die Nachhaltigkeit
und Umweltschutz mit wirtschaftlichem
Wachstum verbinden und damit
die Lebensqualität ihrer
Einwohnerinnen und Einwohner erhöhen.
Im zweiten Anlauf musste es deshalb
einfach klappen für die
130.000-Einwohner-Stadt, der jahrzehntelang
der Spitzname „schwäbisches
Liverpool“ anhaftete und deren
Kraftwerkstürme alle architektoni-
Fotos: Stadt Heilbronn
schen Kleinode der Stadt gefühlt um
ungefähr 100 Meter überragen.
Mit der Bundesgartenschau 2019
war der Imagegewinn für Heilbronn
schließlich schon einmal geglückt:
2,3 Millionen Besucher überzeugten
sich damals von der Lebensqualität
am Neckar. Oberbürgermeister Mergel
hatte deswegen schon bei der ersten
Bewerbung nach eigenen Worten gehofft,
mit einem potenziellen Sieg „an
das Buga-Feeling anknüpfen“ zu können.
„Damals ist unser Modellquartier
Neckarbogen entstanden, mittlerweile
von der Deutschen Gesellschaft für
Nachhaltiges Bauen (DGNB) mehrfach
ausgezeichnet“, sagte der Oberbürgermeister
seinerzeit.
Umso gebannter hielt Harry
Mergel vermutlich den besagten langen
Atem an, als Anfang Oktober der
Sieger für den Titel 2027 in Vilnius bekannt
gegeben wurde: Nach Hamburg
2011 und Essen im Jahr 2017 ist Heilbronn
die dritte Stadt in Deutschland,
die die Europäische Kommission seit
2010 gewürdigt hat.
Die Neckarstadt setzte sich damit
gegen Klagenfurt und das ungarische
Debrecen durch, wobei das Augenmerk
der Jury sich auf die Vernetzung
der sieben Umweltbereiche Biodiversität,
Klimaschutz und -anpassung,
Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Lärm,
Luft- und Wasserqualität richtete. Heilbronn
schaffte dabei nach eigenen Angaben
Spitzenwerte. Insbesondere das
Engagement der Bürger, von gemeinschaftlichen
Gartenprojekten bis hin
zu innovativen Mobilitätslösungen,
habe die Juroren überzeugt.
Die Siegesfreude ist mehr als nur
ein Aufatmen: „Der Titel ist ein Preis
für die ganze Stadt – für die Verwaltung,
die Politik, die Wirtschaft sowie
die Bürgerinnen und Bürger von Heilbronn.
Das macht mich sehr stolz“,
sagt Oberbürgermeister Mergel. Er bestätige
ihm, „dass unser Weg stimmt
und dass es sich lohnt, weiter mit Leidenschaft
daran zu arbeiten, Heilbronn
klimaneutral und innovativ zu
gestalten.“ Den langen Atem der Stadt
auf dem Weg zur „grünen Lunge Europas“
belohnte die Kommission mit
600.000 Euro, die Medien krönten den
Titelgewinn mit Aufmerksamkeit.
Gastgeber für viele Events
und Fachkonferenzen
Mit noch mehr öffentlichem Interesse
– vielleicht sogar BUGA-Feeling – rechnet
der Oberbürgermeister allemal:
„Im Titeljahr werden europaweit alle
Augen auf die Gewinnerstadt gerichtet
sein. Ein Jahr lang werden wir Gastgeber
sein für internationale Fachkonferenzen,
kulturelle und viele andere
Veranstaltungen“, kündigt Mergel an.
Großveranstaltungen, wie zur Eröffnung
und zur Preisverleihung an die
nächste „Grüne Hauptstadt“, dürften
viele Besucher anziehen. Die Bürger
Heilbronns und der gesamten Region
würden von dem umfangreichen Programm
profitieren, prognostiziert
Mergel. Und nicht zuletzt wird „Heilbronn
als ‚Grüne Hauptstadt Europas‘
zur Bühne für den Austausch über die
Frage, wie Städte nachhaltiger, lebenswerter
und zukunftsfähiger werden
können“, sagt er. Natalie Kotowski
Schon die Bundesgartenschau 2019 brachte der Stadt viel Aufmerksamkeit – und
das Modellquartier Neckarbogen.
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Oktober 2025
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WIRTSCHAFT | Zukunftsstadt Heilbronn
Doppelte Spitzenleistung
Spitzensport in der 1. Bundesliga und KI-Studium? Mia Scharpf zeigt,
wie in der Region beides möglich ist. Ein neues Stipendiaten-Programm
in Heilbronn unterstützt sie dabei, Leistung auf dem Spielfeld
und im Hörsaal zu verbinden.
Zwei Football-Einheiten pro Woche
mit dem Team, dazu zwei bis
vier Trainingseinheiten im Gym,
Sondertrainings für die Receiver und
regelmäßige Spielanalysen – der Wochenplan
von Mia Scharpf ist eng getaktet.
Und dennoch: Die 22-jährige
American-Football-Spielerin steht
nicht nur als Wide Receiver in der Offence
bei den Unicorns in Schwäbisch
Hall in der 1. Bundeliga auf dem Footballfeld,
sie studiert parallel „Angewandte
Künstliche Intelligenz“ an der
Hochschule Heilbronn. Seit dem Sommersemester
2025 wird sie hierbei
durch das neue Spitzensport-Stipendium
der Heilbronner Hochschulen gefördert.
Die Grundidee des neuen Förderprogramms
ist es, studierende
Athletinnen und Athleten in der Region
dabei zu unterstützen, Sport und Bildung
miteinander zu vereinbaren –
ohne sich zwischen beidem entscheiden
zu müssen. Genau vor dieser
Herausforderung stand auch Mia
Scharpf. „Ich hatte lange Bedenken,
ich müsse mich wegen des Studiums
gegen den Leistungssport entscheiden.
Das Stipendium hat mir diesen
Druck genommen – nicht nur finanziell,
sondern auch im Kopf.“ Neben der
finanziellen Entlastung bietet das Programm
auch gezielte organisatorische
Unterstützung – etwa durch individuelle
Studienplanung, Tutorien oder die
Vermittlung von Kontakten zu potenziellen
Arbeitgebern in der Region. „Ein
großer Vorteil ist für mich, dass es mit
Jan Willner einen persönlichen Ansprechpartner
gibt“, erzählt Scharpf.
Willner ist Spitzensportbeauftragter
der Heilbronner Hochschulen und
kennt die Herausforderungen der Stipendiatinnen
und Stipendiaten genau.
„Es hilft enorm zu wissen, dass ich jederzeit
auf ihn zugehen kann – egal, ob
es um langfristige Fragen oder konkrete
Probleme geht.“ Aktuell werden in Heilbronn
17 Studierende aus 12 verschiedenen
Sportarten gefördert. Zum Wintersemester
2025/2026 sollen weitere
hinzukommen. Die Resonanz ist groß –
auch über die Region hinaus. „Ich spiele
in Schwäbisch Hall und wurde dort
schon öfter auf das Stipendium angesprochen“,
berichtet die Sportlerin.
„Viele interessieren sich dafür und wollen
wissen, wie das funktioniert.“ Auch
wenn durch den Sport und das Pendeln
zwischen Schwäbisch Hall und Heilbronn
für Mia Scharpf oft wenig Zeit für
Freizeit bleibt, hat sie Heilbronn als
Studienort bislang sehr positiv erlebt.
„Besonders in Erinnerung geblieben ist
mir ein Spieleabend zu Beginn des ersten
Semesters. Da konnte ich direkt
neue Leute kennenlernen, was mir
Foto: Spitzensport-Stipendium/Nico Kurth
Mit voller Konzentration auf dem Feld und im Hörsaal: Mia Scharpf meistert den
Spagat zwischen Sport und Studium.
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Know-How für die Zukunft
Das Bildungsinstitut Tech Evolution (BTE) eröffnet Perspektiven
ADVERTORIAL
Kein mentaler Druck mehr: Das Spitzensport-Stipendium ermöglicht Mia Scharpf, Studium und Football erfolgreich zu
verbinden.
Foto: Selina Deuss
„Bildung ist der Schlüssel zu einem
selbstbestimmten Leben“, sagt Gyöngyi
Bakhshi, Mitgründerin des Bildungsinstituts
Tech Evolution (BTE).
Gemeinsam mit Farhad Bakhshi gründete
sie 2023 das zertifizierte Institut
in Heilbronn – mit einer klaren Vision:
Dozent Lutz van Acken (re.) und Teilnehmer
Prof. Dr. Bernd Meyer (li.) im
Unterricht.
Foto: BTE
Menschen befähigen, ihre Zukunft aktiv
zu gestalten.
Seitdem unterstützt das BTE,
Menschen dabei, den Weg (zurück) ins
Berufsleben zu finden – mit praxisnahen
Umschulungen, Weiterbildungen
und berufsbegleitenden Seminaren,
gefördert durch die Agentur für Arbeit
und das Jobcenter. Dabei steht nicht
nur die fachliche Qualifizierung im Fokus,
sondern auch Teilhabe, Integration
und persönliches Wachstum.
„Unsere Philosophie basiert auf
dem Glauben an die Würde jedes Menschen“,
betont Bakhshi. Diese Haltung
prägt das Institut ebenso wie sein moderner
Ansatz: hybrides Lernen, individuelle
Betreuung und starke Netzwerke
mit Unternehmen in der Region.
Ab November 2025 erweitert das
BTE sein Angebot mit einem zweiten
Standort in Crailsheim – ein weiterer
Schritt, um Bildung dorthin zu bringen,
wo sie gebraucht wird: mitten ins Leben.
.
Info
BILDUNGSINSTITUT TECH EVOLUTION
GMBH
Salzstraße 185/1, 74076 Heilbronn
Worthingtonstraße 15,
74564 Crailsheim
Tel. 07131 278 73 03
kontakt@bildungsinstitut-bte.de
https://bildungsinstitut-bte.de
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Oktober 2025
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WIRTSCHAFT | Zukunftsstadt Heilbronn
Zukunftsstadt Heilbronn | WIRTSCHAFT
Insgesamt erhielten 17 studierende Leistungssportlerinnen und -sportler an den Heilbronner Hochschulen das Spitzensport-Stipendium.
den Start ins Studium echt erleichtert
hat.“ Auch gemeinsame Aktivitäten mit
Kommilitonen, wie ein Besuch auf dem
Weinfest, haben ihr gezeigt, dass Heilbronn
mehr bietet als nur Hörsäle und
Lernräume. Doch auch die können
sich laut Scharpf sehen lassen: Der Bildungscampus
und der TechCampus
bieten laut der Sportlerin alles, was es
für ein erfolgreiches Studium braucht –
moderne Ausstattung, gute Lernmöglichkeiten
und eine angenehme Atmosphäre.
„Cool finde ich, dass es
Möglichkeiten gibt, bei gutem Wetter
draußen unterwegs zu sein und sich
auch mal sportlich bewegen zu können.
Das habe ich im Sommer gerne
genutzt.“
Der Studiengang „Angewandte
Künstliche Intelligenz“ an der Hochschule
Heilbronn war für Scharpf eine
Fotos: Spitzensport-Stipendium/Nico Kurth
ganz bewusste Entscheidung: „Ich
wollte etwas mit Zukunft studieren –
und KI ist ein Feld, in dem man ständig
dazulernt.“ Dass dieser Studiengang in
dieser Form nur an der Hochschule
Heilbronn angeboten wird, war für sie
ein zusätzlicher Anreiz. Das Programm
verbindet Grundlagen der Informatik
und Mathematik mit konkreten Anwendungen
in Wirtschaft, Industrie
und Gesellschaft. Studierende lernen,
KI-Systeme zu entwickeln, zu bewerten
und einzusetzen – etwa in der Automatisierung,
der Datenanalyse oder der
Mensch-Maschine-Interaktion.
Gewinn für die Stadt
Das neue Stipendium ist dabei nicht
nur ein Gewinn für die Studierenden,
sondern auch für die Stadt Heilbronn.
Es stärkt den Bildungsstandort, fördert
Talente und zeigt, wie innovative Modelle
zur Vereinbarkeit von Studium
und Sport aussehen können. Mit der
Mia Scharpf steht als Wide Receiver in
der Offence bei den Unicorns in
Schwäbisch Hall in der 1. Bundeliga
auf dem Footballfeld.
Unterstützung der Dieter Schwarz Stiftung
und dem Engagement der Hochschulen
entsteht ein Netzwerk, das jungen
Menschen Perspektiven eröffnet
– und Heilbronn als Ort für Spitzenleistung
etabliert. Teresa Zwirner
Info
Das Spitzensport-Stipendium wurde
ursprünglich 2009 an der Universität
Mannheim vom Unternehmer und
ehemaligen Hockey-Olympioniken
Klaus Greinert ins Leben gerufen.
Mit der Unterstützung der Dietmar
Hopp Stiftung und zuletzt der
Dieter Schwarz Stiftung konnte das
Programm auf weitere Hochschulen
ausgeweitet werden – nun auch auf
die Hochschule Heilbronn, die DHBW
Heilbronn, das DHBW Center for
Advanced Studies und den Campus
der TU München in Heilbronn.
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16
Oktober 2025
KunstKultur.wuerth.com17
WIRTSCHAFT | Hidden Champions
Hidden Champions | WIRTSCHAFT
„Nur Fokus führt
zu Weltklasse“
Er ist Deutschlands „Mr. Hidden Champion“ – denn er schuf diese Bezeichnung:
Prof. Dr. Hermann Simon. Der Wirtschaftsprofessor und
Gründer der führenden Beratung für Preismanagement, Simon-Kucher
& Partners, schrieb mehrere Bestseller. Er kennt die Unternehmenslandschaft
Heilbronn-Frankens – und sagt, worauf es für Marktführer
künftig ankommen wird.
Interview von Natalie Kotowski
Prof. Dr. Hermann Simon ist mit seiner führenden Pricing-Beratung selbst ein
„Hidden Champion“. Er kennt viele Unternehmer der Region persönlich.
Foto: Simon-Kucher & Partners
Die Langfassung des
Interviews finden Sie auf
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Herr Professor Simon, Ihr neues Buch
„Simon sagt! Was im Management
wirklich zählt“ ist Anfang September
erschienen und hat es sofort auf die
Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Was
zählt denn im Management in heutigen
Zeiten wirklich??
Prof. Dr. Hermann Simon: Was im
Management wirklich zählt, ist das
Thema Führung. Dem widme ich das
erste Kapitel. Führung ist das Wichtigste
– andererseits aber auch das Phänomen,
das wir am wenigsten verstehen.
Selbst die Wissenschaft kann nicht erklären,
warum wir bestimmten Menschen
folgen und anderen nicht. Es ist
sehr schwer, zu prognostizieren, wie
jemand in einer Führungsrolle performt.
Dazu nenne ich Beispiele im
Buch. Das eine stammt von dem österreichischen
Schriftsteller Franz Blei.
Der kannte Lenin als Student in München,
1901. Blei schreibt: Niemals hätte
sich jemand von uns vorstellen können,
dass Lenin einmal diese Rolle
übernimmt.
Hidden-Champions-Führungspersönlichkeiten
verstehen sich oft aber weniger
als Manager denn als Gestalter.
Simon: Ja. Hidden-Champions-Leader
bleiben im Schnitt 21 Jahre an der Spitze
des Unternehmens. Bei anderen
großen Unternehmen ist die mittlere
Amtsdauer des Chefs sechs Jahre. Ich
denke, das sagt alles über langfristige
Orientierung und Führung. Ich kenne
sehr viele Führungskräfte aus großen
Unternehmen und Organisationen.
Aber die, die mich am meisten beein-
druckt haben, kommen alle aus Hidden-Champions-Unternehmen.
Gibt es unter diesen beeindruckenden
Vorbildern auch welche aus Heilbronn-
Franken?
Simon: Eine dieser bekannten Personen
ist Reinhold Würth, den ich vor
40 Jahren kennen gelernt habe. Ihn
würde ich von seinem Werdegang als
exemplarischen Hidden-Champions-
Führer sehen. Heute ist die Firma
Würth zu groß, um nach den üblichen
Kriterien als ein Hidden Champion zu
gelten, trotzdem bezeichnet er seine
Firma immer noch so. Dahinter steckt
die Idee, dass Würth trotz dieser gigantischen
Größe des Unternehmens die
typische Hidden-Champions-Kultur
erhalten will. Was ich damit meine: Die
Fluktuationsrate bei Hidden Champions
liegt bei 2,7 Prozent pro Jahr, ist
also minimal. Der Durchschnitt in
Deutschland liegt bei neun Prozent.
Hidden Champions investieren auch
stärker in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter
– 50 Prozent mehr als der Durchschnitt
der deutschen Wirtschaft. Und
ich glaube, es ist Reinhold Würths Anliegen,
diese Identifikation mit dem
Unternehmen trotz 87.000 Mitarbeitern
zu erhalten. So habe ich auch andere
Persönlichkeiten kennen gelernt,
Gerhard Sturm beispielsweise oder Dr.
Manfred Wittenstein.
Ist diese Geisteshaltung das
Charakteristischste an Hidden-
Champions-Leadern?
Simon: Wenn ich mir die Persönlichkeitsmerkmale
der Hidden-Champions-Führer
ansehe – und die habe ich
in meinen Studien und Büchern untersucht
– fallen ein paar Merkmale
besonders auf: erstens eine totale Identifikation
mit dem, was sie tun. Ich
nenne es Identität von Person und Mission.
Dann eine ausgeprägte Zielstrebigkeit.
Peter Drucker hat solche Leute
Monomaniacs genannt. Wenn man so
einen Unternehmer um 2 Uhr nachts
weckt und fragt: Woran denkst Du gerade?
Dann würde ein Reinhold Würth
sagen: an Schrauben. An was sonst?
Mitarbeiter merken, dass so ein Chef
nicht nur eine Rolle spielt, sondern das
Geschäft verkörpert. Das überträgt
sich. Augustinus hat gesagt: Die
Flamme, die in dir brennt, musst du in
den anderen entzünden. Denn ein
Unternehmer, anders als ein großer
Künstler, kann seine Mission nicht alleine
bewerkstelligen. Er muss eine
Mannschaft haben, die hochmotiviert
ist.
Für eine Sache zu brennen, ist das eine.
Das andere ist, sie zum Erfolg zu bringen.
Wie schaffen das die Persönlichkeiten,
die Sie kennen gelernt haben?
Simon: Hidden-Champions-Führer
haben weniger Angst als der Normalbürger.
Weniger Selbstzweifel. Hermann
Kronseder, der Gründer von Krones,
Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen,
konnte überhaupt kein
Englisch. Trotzdem ist er nach Amerika
gegangen und hat sofort eine Firma eröffnet.
Hidden-Champions-Leader haben
die nötige Courage. Das bedeutet
nicht, dass sie Abenteurer oder Glücksritter
sind. Aber sie sind überdurchschnittlich
risikofreudig. Und, ein ganz
wichtiger Punkt: Sie haben Ausdauer.
Einen Hidden Champion baut man
nicht in drei Jahren, sondern eher in
drei Jahrzehnten auf. Da geht vieles
schief, das kann ich aus eigener Erfahrung
sagen. Da braucht man Durchhaltevermögen.
Für Ihr Buch haben Sie Erkenntnisse
aus fünf Jahrzehnten zusammengetragen.
Was hat sich verändert?
Simon: Die psychologischen, persönlichkeitsbezogenen
Grundlagen guter
Führung haben sich nicht geändert.
Andere Dinge haben sich hingegen radikal
gewandelt. Nehmen wir die Globalisierung:
Hidden Champions sind
heute oft in mehr als 50 Ländern präsent.
Seit etwa 2010 beschäftigen sie
sogar die Mehrzahl der Mitarbeiter im
Ausland, nicht mehr in Deutschland.
Daraus entstehen völlig neue Führungsanforderungen
und internationale
Unternehmenskulturen. Und: Techniken
und Instrumente der Führung
sind heute ganz andere. Als ich 1985 Simon-Kucher
& Partners gründete, war
unsere erste Anschaffung ein Telex.
Seit es das Internet gibt, kann man mit
einem Klick eine Botschaft an alle Mitarbeiter
schicken. Mit KI werden sich
nochmals völlig andere Möglichkeiten
ergeben. Die Herausforderung ist: Wie
kombiniert man beides? Ich bin überzeugt,
dass die Kreativität eines Unternehmens
darunter leidet, wenn die
persönliche Interaktion fehlt.
Sie erwähnen immer wieder den Punkt
„Fokus“. Warum ist er für Hidden
Champions so wichtig?
Simon: Nur Fokus führt zu Weltklasse.
Nur wenn man seine Kompetenzen auf
ein bestimmtes Thema, ein Kundenbedürfnis
oder eine Technologie konzentriert,
hat man die Chance, darin einer
der Besten oder gar der Beste zu werden.
Das Gegenteil von Fokus ist Diversifikation,
wo man mehrere Felder besetzt
– und dort sind in der Regel
andere besser. Fokus in Verbindung
mit der Ambition, der beste in der
jeweiligen Nische zu sein, ist die Saat,
aus der Hidden-Champions-Positionen
wachsen.
Info
Prof. Dr. Hermann
Simon ist
Deutschlands
„Mister Hidden
Champion“: Er
prägte den Begriff, ebenso das Schlagwort
„Servicewüste“. 16 Jahre lang
lehrte er BWL und Marketing mit dem
Forschungsschwerpunkt Preismanagemen.
1985 gründete er die Unternehmensberatung
Simon-Kucher & Partners,
die heute im Segment Pricing
weltmarktführend ist. Simon schreibt
als Kolumnist für das Manager Magazin
und hat zahlreiche Bücher – vor allem
über Hidden Champions und den Mittelstand
– veröffentlicht.
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Oktober 2025
19
WIRTSCHAFT | Hidden Champions
NICHT JEDER KENNT UNS -
ABER (FAST) JEDER FÄHRT MIT UNS.
In seinem Bestseller „Simon sagt! Was im Management wirklich zählt“ berichtet
Prof. Dr. Hermann Simon aus 50 Jahren Praxis.
Haben die Hidden Champions in Heilbronn-Franken
den nötigen Fokus?
Simon: Für die Hidden Champions in
Heilbronn-Franken trifft das weitgehend
zu. Wenn ich etwa an die Ventilatorenhersteller
denke, oder Wertheims
Hidden Champions mit Vakuum- und
Thermoexpertise, die Verpackungsunternehmen
in Crailsheim und Schwäbisch
Hall: Dort sitzen fokussierte Spezialisten,
die im internationalen Markt
eine führende Rolle einnehmen. Das
ist ein Charakteristikum der Region,
und von Baden-Württemberg generell:
Dort finden sich unter den Flächenbundesländern
die meisten Hidden
Champions pro Kopf.
Was ist ansonsten zentral, damit ein
Hidden Champion Exzellenz erreicht?
Simon: Zentral ist das Thema Innovation.
Marktführer wird und bleibt man
nur durch kontinuierliche Innovation.
Und diese Kontinuität ist typischer für
Hidden Champions als große Sprunginnovationen
wie KI. Die kommen
auch gelegentlich vor, wie zum Beispiel
bei Trumpf, die früher Bleche mechanisch
bearbeitet haben – und dann
kam der Laser. Aber solche Durchbrüche
sind selten. Perfektion besteht
nicht darin, eine Sache einmal ganz
grandios zu machen, sondern darin,
viele kleine Dinge immer ein bisschen
besser zu machen.
Das war auch das Leitbild von Gerhard
Sturm, Mitgründer von ebm-papst.
Simon: Ja, das war Sturms Devise. Und
das ist genau das richtige Motto, das
wir auch bei anderen Hidden Champions
finden. Genau wie Gerhard Sturm
gesagt hat: Jeden Tag ein kleines Stück
besser werden. Das führt zu Perfektion
und verteidigt Marktführerschaft.
Foto: Simon-Kucher & Partners
Was sind die wichtigsten drei
Beschleuniger für Welterfolge in den
eigenen Nischen?
Simon: Es gibt drei neue Triebfedern.
Die eine ist Digitalisierung – da sind die
Hidden Champions relativ gut: Sie
konzentrieren sich oft auf industrielle
Prozesse, die sehr komplex sind. Sie
setzen nicht auf Massenmärkte, wo sie
gegen Amerikaner oder Chinesen keine
Chancen haben. Die zweite sind
Business-Ökosysteme: Langfristig angelegte
Kooperationen von unabhängigen
Unternehmen, die jeweils sehr
spezielle Kompetenzen zu Problemlösungen
beitragen können. Die dritte
Triebfeder ist Nachhaltigkeit. Diese
Herausforderung kann nur technologisch
gelöst werden, indem wir bessere
Prozesse implementieren, neue Materialien
oder Recyclingmöglichkeiten
entwickeln. Bei diesen Themen sehen
Hidden Champions recht gut aus. Diese
Märkte sind am Anfang Nischen,
und für die Großen erst einmal nicht so
interessant.
Sie haben Ende September in China
auf der World Manufacturing Convention
mehrere Thesen aufgestellt, wie
Hidden Champions auf globale
Herausforderungen erfolgreich reagieren
können. Sie betonen zum Beispiel,
wie wichtig Direktinvestitionen ins
Ausland sind.
Simon: Ich fasse all diese Maßnahmen
unter den Begriff des Rebalancing, des
Ausbalancierens eines neuen, globalen
Portfolios. Eine meiner Thesen ist:
Exporte werden künftig verstärkt durch
Direktinvestitionen ersetzt. Nestlé hat
zum Beispiel den großen Fehler gemacht,
nicht früher eine Produktion
für Nespresso-Kapseln in den USA aufzubauen.
Sie produzieren nur in der
Schweiz und sind jetzt Trumps Zöllen
von 39 Prozent ausgesetzt. Aber auch
aus Umweltgründen sollten die Produktionen
stärker in die Zielmärkte
verlagert werden, statt Waren über den
Ozean zu schippern.
Wird es ein Happy End für Hidden
Champions geben?
Simon: Ich bin nicht pessimistisch für
die deutsche Wirtschaft. Wir haben
Unternehmen, die Weltklasse sind. Zu
einem guten Stück speist sich mein
Optimismus aus unseren Hidden
Champions.
Welche Rebalancing-Maßnahmen
aus Sicht von Prof. Dr. Simon entscheidend
sind, ob sich die Deindustrialisierung
aufhalten lässt und
wo die Märkte der Zukunft liegen,
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20
Oktober 2025
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Hidden Champions | WIRTSCHAFT
„Der Mensch
entscheidet,
nicht die
Technologie“
Technologie allein reicht nicht: Innovation
entsteht dort, wo sie auf kluge
Köpfe und klare Strategien trifft.
Digitale Technologien verändern die Wertschöpfungsketten – doch
der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in der Technik allein. Prof. David
Wuttke vom Center for Digital Transformation am TUM Campus Heilbronn
erklärt, wie Hidden Champions ihre Stärken nutzen, warum KI
nicht alles kann und welche Schattenseiten neue Tools haben.
Interview von Teresa Zwirner
Welche digitalen Technologien sind aktuell
besonders wichtig bei der Entwicklung
von Geschäftsmodellen?
David Wuttke: Künstliche Intelligenz
nimmt eine besondere Stellung unter
den digitalen Technologien ein. Praktisch
alle Unternehmen fragen sich,
wie sie davon profitieren können. Es
wäre fahrlässig, sich nicht mit KI zu beschäftigen.
Also ist KI derzeit der zentrale Treiber?
Wuttke: Ja, aber nicht nur. Alle Technologien
durchlaufen verschiedene
Lebensphasen – von anfänglicher Euphorie
über Ernüchterung bis zum
breiten Einsatz. Das nennt man auch
den Hype-Cycle. Technologien wie
22
Augmented Reality, das Internet der
Dinge und Digitale Zwillinge haben inzwischen
eine höhere Reife erreicht.
Nach einem Tal der Erkenntnisse sind
sie zunehmend einsatzbereit.
Wie wirken sich diese Technologien
konkret auf Prozesse entlang der Wertschöpfungskette
aus?
Wuttke: Das hängt stark von der jeweiligen
Technologie ab. Künstliche Intelligenz
hilft, in großen, unstrukturierten
Daten Muster zu erkennen und daraus
Empfehlungen abzuleiten. Generative
KI kann sogar eine Massenindividualisierung
ermöglichen und damit eine
neue Form der Unterstützung auf individueller
Ebene.
Und in der Produktion?
Wuttke: Dort hilft Augmented Reality
substanziell – etwa bei der Einführung
neuer Produkte, um Mitarbeitende mit
den notwendigen Schritten vertraut zu
machen. Auch bei Reparaturen, wenn
Expertinnen und Experten remote unterstützen,
ist AR hilfreich. Hier kommen
auch Internet of Things (IoT) und
Digitale Zwillinge ins Spiel. Werden
diese Technologien sinnvoll eingesetzt,
lassen sich Rüst-, Wartungs- und
Ausfallzeiten stark minimieren. Das
führt zu schnelleren Reaktionen und
mehr Resilienz.
Wie sieht es im Bereich Supply Chain
Finance aus?
Wuttke: Dort stehen weiterhin plattformbasierte
Lösungen im Zentrum.
Unsere Forschung zeigt, dass KI auch
hier zunehmend Einfluss gewinnt –
beispielsweise bei Unternehmen wie
Interface Financial Group oder Calculum.
Zudem befindet sich Blockchain
im Aufwärtstrend, und wir erforschen
systematisch neue Lösungsansätze.
Fotos: AdobeStock/metamorworks, Terzo Algeri,Fotoatelier M
Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen
auf die Zusammenarbeit
mit Lieferanten und anderen Partnern?
Wuttke: Systeme arbeiten schneller,
effizienter und dynamischer zusammen.
Es entstehen neue Kooperationsmöglichkeiten
– gerade auch im Bereich
der Finanzflüsse. So können
Unternehmen sicherstellen, dass nicht
nur Waren zur richtigen Zeit am richtigen
Ort sind, sondern auch Lieferanten
stabile Liquidität zu attraktiven Konditionen
erhalten.
Wenn neue Technologien eingeführt
werden: Was sind die entscheidenden
Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige
Verankerung im Unternehmensalltag?
Wuttke: Der Mensch entscheidet! Oft
sehen wir nur die Technologie. Aber
wenn diese grundsätzlich einsatzbereit
ist, brauchen wir auch ein „Managerial-Readiness-Level“.
Manager müssen
verstehen, wie sie durch die Technologie
Wert generieren.
Können Sie das an einem Beispiel
verdeutlichen?
Wuttke: Nehmen wir Augmented Reality.
Es ist großartig, wenn Unternehmen
damit schnell neue Produkte einführen
können, weil Mitarbeitende
direkt in der AR-Brille sehen, was zu
tun ist. Unsere Forschung zeigt, dass
neue Aufgaben damit etwa 40 Prozent
schneller erledigt werden. Aber es gibt
auch Schattenseiten: Wie beim GPS
übernimmt der Computer das Denken.
Ohne Augmented Reality oder bei
Verbesserungsvorschlägen hakt es
dann. Manager müssen entscheiden:
Will ich schnell produzieren, dann
nehme ich AR. Will ich, dass Mitarbeitende
Verbesserungsvorschläge machen,
kann das hinderlich sein.
Das klingt nach einem komplexen Abwägungsprozess.
Wuttke: Das ist es auch. Neue Technologien
haben oft unerwartete Auswirkungen.
Unternehmen sind dann erfolgreich,
wenn sie präzise analysieren:
Was kann die Technologie? Welches
Problem löst sie – und welches bringt
sie vielleicht mit sich?
Sie gelten als Vorreiter beim Einsatz
von Virtual Reality in der Lehre. Welche
Potenziale sehen Sie für mittelständische
Unternehmen?
Wuttke: Virtual Reality hat großes Potenzial,
darf aber Präsenzlehre nicht
ersetzen. Während eines Covid-
19-Lockdowns habe ich in einer Metaverse
unterrichtet – mit Studierenden
als Avatare. Das war besser als reine Videokonferenzen,
aber unsere Präsenzlehre
ist heute deutlich überlegen. Soziale
Interaktion muss echt sein.
Können Sie trotzdem eine konkrete Anwendung
schildern, die das Potenzial
dieser Technologie besonders deutlich
macht?
Wuttke: Ein starkes Beispiel ist Simulation.
Wir haben eine Supply-Chain-
Simulation in Virtual Reality entwickelt.
Sie hilft, Entscheidungen im
realistischen Umfeld zu treffen und aus
Fehlern zu lernen, etwa bei Bestandsengpässen
oder Überlagerung.
Gibt es auch praktische Anwendungen?
Wuttke: Ja, etwa für Sicherheitstrainings.
Virtual Reality ermöglicht es, gefährliche
Situationen zu analysieren,
ohne sich in Gefahr zu bringen.
Auch Sensorik spielt eine wichtige Rolle
in modernen Supply Chains. Wie lässt
sich diese sinnvoll nutzen?
Wuttke: Sensorik ist die Grundlage für
das IoT. Aber auch hier stellt sich die
Frage: Was mache ich mit den riesigen
Datenmengen? Wie gewinne ich vielleicht
sogar neue Geschäftsmodelle?
Wie könnten Unternehmen hier entsprechend
handeln?
Wuttke: Unternehmen müssen prüfen,
ob sie bestehende Prozesse verbessern
oder grundlegend wandeln
wollen. Ein Ansatz ist, Services statt
Produkte anzubieten: garantierte Verfügbarkeit
statt Waren, zuverlässige
Prozesse statt Maschinen. Das funktioniert
nur mit Ferndatenerfassung, IoT
und proaktiver Instandhaltung.
Sie forschen auch zu Unterschieden in
der digitalen Reife von Unternehmen.
Was unterscheidet aus Ihrer Sicht Unternehmen,
die Digitalisierung aktiv
gestalten, von jenen, die hier eher zögerlich
agieren?
Wuttke: Hier ist es schwierig, zu pauschalisieren.
Allerdings sind allgemein
innovative Unternehmen oft auch weiter
in der Digitalisierung. Teilweise
hilft auch eine schlanke Unternehmensstruktur.
Habe ich nur ein Ressourcenplanungssystem,
so kann ich
deutlich schneller agieren, als wenn
ich viele habe. Und manchmal sehen
wir ganz unerwartete Innovationstreiber.
Inwiefern unerwartet?
Wuttke: Während der Covid-19-Pandemie
wurden beispielsweise viele Unternehmen
zur Digitalisierung gezwungen.
Das hat einige Projekte
beschleunigt. Auch andere Krisen können
helfen, Vorbehalte zu überwinden.
Abgesehen davon ist es für Unternehmen
unabdingbar, einen strategischen
Ansatz zu wählen, der auf wissenschaftlichen
Erkenntnissen und einem
guten Verständnis des individuellen
Umfelds fußt.
Zur Person
David Wuttke ist
Associate Professor
für Supply Chain Management
am Center for Digital Transformation
des TUM Campus Heilbronn.
Seine Forschung konzentriert sich auf
Supply Chain Finance, digitale Transformation
und das Verhalten von Entscheidungsträgern
in komplexen Wertschöpfungssystemen.
Dabei
kombiniert er empirische und quantitative
Methoden und gilt als Vorreiter
beim Einsatz von Virtual Reality in der
Lehre.
23
Foto: Adobe Stock, metamorworks
WIRTSCHAFT | Dualis
Dualis | WIRTSCHAFT
44 Nachwuchskräfte der Adolf Würth GmbH & Co. KG haben ihre Dualis-zertifizierte Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.
Neun der Absolventinnen und Absolventen durchliefen ihre Ausbildung in der Zentrale in Künzelsau-Gaisbach, 35 wurden
in den bundesweiten Niederlassungen ausgebildet. Im Rahmen der Absolventenfeier im Panoramahotel in Waldenburg
würdigte das Unternehmen die Erfolge und den Einsatz der Auszubildenden.
Marathon statt Sprint:
der Weg zum Dualis-Siegel
Eine IHK-Zertifizierung zum „Ausgezeichneten Ausbildungsbetrieb“
macht Unternehmen für den Nachwuchs attraktiv. Doch Betriebe, die
sich dafür entscheiden, sollten Zeit und Selbstkritik investieren.
Drei Ausbilder regionaler Dualis-Unternehmen sagen, worauf es ankommt.
Immer weniger Schulabgänger, aber
ein großes Angebot an Ausbildungsplätzen:
Der demografische Wandel
macht sich seit einigen Jahren auch in
der Region bemerkbar. Die IHK Heilbronn-Franken
betreut nach eigenen
Angaben aktuell zwischen Neckar und
Tauber etwa 1900 Ausbildungsbetriebe
mit etwa 12.000 Auszubildenden in
rund 160 unterschiedlichen Berufen.
Doch was nach viel Nachfrage
klingt, gibt in der Realität eher Anlass
zu Nachwuchssorgen. „So viele Betriebe,
die nicht alle ihrer Ausbildungsstellen
besetzen konnten, hatten wir seit
2016 nicht mehr – und das bei gleichbleibendem
Angebot“, kommentiert
Claudia Scheunpflug, Mitglied der
Geschäftsleitung der IHK Heilbronn-
Franken und zuständig für die Berufliche
Bildung, die Ergebnisse der bundesweiten
DIHK-Ausbildungsumfrage
2025. An der Umfrage hatten sich auch
247 Ausbildungsbetriebe aus der Region
Heilbronn-Franken beteiligt. Mehr
Fotos: Würth/Peter Petter
als die Hälfte der befragten Unternehmen
gab an, dass sie im Jahr 2024 nicht
alle ausgeschriebenen Plätze vergeben
konnte – mehr als 300 Stellen blieben
unbesetzt. Hauptgrund dafür laut IHK:
keine geeigneten Kandidaten oder
überhaupt keine Bewerbungen.
Die Ausbildungsbetriebe in der
Region stehen damit vor einem Dilemma:
Sie benötigen den Nachwuchs, um
dem Fachkräftemangel zu begegnen
und Talente aufzubauen. Der Wille
dazu ist da: Nach den Ergebnissen der
IHK-Umfrage planen zwei Drittel der
befragten Betriebe in der Region, ihre
Azubis zu übernehmen. Doch viele
Schulabgänger haben offenbar nur
dann Interesse an der Option Ausbildung
– insbesondere als Alternative
zum Studium–, wenn ihnen seitens der
Arbeitgeber etwas geboten wird.
Um mit hohen Ausbildungsstandards
zu punkten und im Wettbewerb
um kluge Köpfe attraktiv zu sein, können
Betriebe seit einigen Jahren ihre
Ausbildungsqualität von der IHK Heilbronn-Franken
mit dem Dualis-Programm
auf den Prüfstand stellen. Am
Ende eines dreischrittigen Prozesses
aus Selbsteinschätzung, Beratung
durch Dualis-Experten der IHK und einem
Zertifizierungsaudit erhalten sie
das Siegel „Dualis Heilbronn-Franken
– Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“.
Mittlerweile sind 78 Unternehmen
in Heilbronn-Franken zertifiziert.
Doch genau wie eine Ausbildung
dem Nachwuchs Disziplin, Selbstkritik
und Ehrgeiz abverlangt, bekommen
die Unternehmen das Dualis-Siegel
nur, wenn sie ihre Leistung plausibel
nachweisen. „Die Zertifizierung ist
kein Selbstläufer – sie fordert einen
durchaus heraus und bringt einen
dazu, die eigene Ausbildung aus einer
neuen Perspektive zu betrachten“, sagt
Christoph Gentner, Ausbildungsleiter
bei der
„
Gerhard Schubert GmbH.
Die Zertifizierung ist
kein Selbstläufer.
Christoph Gentner
“
Der Crailsheimer Verpackungsmaschinenbauer
hatte im vergangenen Jahr
erstmals das Siegel erhalten. „Harte Arbeit“
sei der Zertifizierungsprozess gewesen,
hatte die damalige Ausbil-
24
Oktober 2025
25
WIRTSCHAFT | Dualis
Christoph Gentner ist Ausbildungsleiter bei der Gerhard Schubert GmbH.
dungsleiterin Dagmar Schubert
zugegeben. Doch die Mühe hat sich
aus Sicht ihres Nachfolgers Gentner auf
alle Fälle gelohnt: „Gerade darin liegt
der große Mehrwert: Man hinterfragt
bestehende Abläufe, entdeckt Verbesserungspotenziale
und kann die Ausbildung
gezielt weiterentwickeln“, lobt
er. Für Unternehmen mit einer guten
Ausbildungsstruktur als Grundlage sei
Bei der Ansmann AG kümmert sich
Corina Schmitt um die Azubis.
die Zertifizierung gut machbar – auch
dank der „hervorragenden Unterstützung
seitens der IHK, die man im Vorbereitungsprozess
„
erhält“.
Wir haben inzwischen
eine Software, mit
der wir die Feedbackgespräche
einfordern
und dokumentieren.
Corina Schmitt
“
Lisa Feuchtenbeiner ist Projektkoordinatorin
für Dualis-Zertifizierungen bei
der IHK Heilbronn-Franken. Dass der
Zertifizierungsprozess nicht im Galopp
absolviert werden kann, ist für sie klar:
„Wichtig ist, dass die Unternehmen
nicht denken, dass sie einfach irgendwann
in ein Audit gehen und dann haben
sie das Siegel.“ Davor steht ein Kriterienkatalog,
anhand dessen
Dualis-Anwärter ihr Ausbildungsangebot
selbst einschätzen müssen: Insgesamt
64 Kriterien zu fünf Ausbildungsphasen
– vom Bewerbungsprozess bis
zur möglichen Übernahme – stehen
auf dem Prüfstand und sollen helfen,
Stärken und Schwächen im eigenen
Unternehmen aufzudecken. In anschließenden
persönlichen Gesprächen
mit den Ausbildungsverantwortlichen
weisen Feuchtenbeiner und ihr
Team auf möglichen Nachbesserungsbedarf
hin. „Diese Beratungs- und Begleitungsphase
ist wichtig, damit die
Unternehmen, wenn sie zu einem späteren
Zeitpunkt ins Audit gehen, das
Siegel auch wirklich bekommen“, sagt
die Dualis-Koordinatorin.
Dass eine Zertifizierung gut vorbereitet
sein will, kann auch Corina
Schmitt bestätigen, Ausbildungsleiterin
bei der Ansmann AG in Assamstadt.
Für ihren Arbeitgeber habe sich beispielsweise
in dieser Phase als Herausforderung
erwiesen, regelmäßige
Feedbackgespräche zwischen Ausbildungsbeauftragten
beziehungsweise
Ausbildern und den Azubis einzufordern.
„Wir haben inzwischen eine Software,
mit der wir die Feedbackgespräche
einfordern und dokumentieren
können“, berichtet Schmitt. Ihr Tipp für
Unternehmen, die den Zertifizierungsprozess
für das Dualis-Siegel erfolgreich
bestehen wollen: „Die Zertifizierung
sollte langfristig und unter
Berücksichtigung des Kriterienkatalogs
vorbereitet werden.“
Bei der Bechtle AG hat Maren
Jenkner, Teamleitung Ausbildung &
Einstiegsprogramme, eine ähnliche Erfahrung
gemacht: „Es ist absolut empfehlenswert,
sich vorab intensiv und in
Ruhe mit dem erforderlichen Fragebogen
auseinanderzusetzen.“ Er biete
eine sehr gute Orientierung, worauf es
am Tag der Auditierung ankomme.
„Außerdem hilft er ganz entscheidend
dabei, auch die Auszubildenden auf
die Fragen der Auditorinnen und Auditoren
gut vorzubereiten“, sagt Jenkner.
Am schwierigsten ist es aus ihrer Sicht,
eine Begehung des Betriebs so zu gestalten,
dass das Auditorenteam einen
allumfassenden Einblick in die Ausbildung
erhalte.
„Meist ist die Zeit für die vielen
erwähnenswerten Themen viel zu
knapp“, sagt Jenkner. „Wichtig ist deshalb,
sich konsequent auf das zu konzentrieren,
was die eigene Ausbildung
wirklich auszeichnet und im Alltag die
Fotos Gerhard Schubert GmbH, Ansmann AG
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Dualis | WIRTSCHAFT
Maren Jenker leitet das Team Ausbildung & Einstiegsprogramme bei Bechtle.
höchste Relevanz hat“, rät die Bechtle-
Teamleiterin. Zu einer guten Vorbereitung
gehört indes mehr, als nur ein
theoretischer Ablaufplan für die Begehung
und ein gutes Briefing potenzieller
Antwortkandidaten. Schon lange
vor dem entscheidenden Audit-Tag
sollten die Weichen für Verbesserungen
gestellt werden, rät Ansmann-Ausbildungsleiterin
Schmitt, an den Ausbildungsprozessen
sollte also vorab
gearbeitet werden. Bedeutet: Rechtzeitig
die angesprochenen Verbesserungsvorschläge
– im Fall der Ans-
„
Sich darauf konzentrieren,
was die eigene Ausbildung
auszeichnet.
Maren Jenkner
“
mann AG die Feedback-Software – im
Unternehmen zu implementieren. Bis
solche Prozesse umgesetzt seien und
Veränderungen griffen, könne nämlich
einige Zeit vergehen, pflichtet Feuchtenbeiner
bei. Schmitt teilt diese Erfahrung:
„Für uns war es am schwierigsten,
die Inhalte aus dem
Ausbildungsrahmenplan gut auf die
Abteilungen zu verteilen und mit passenden
Praxisinhalten zu hinterlegen.
Das dauert, daher sollte man rechtzeitig
anfangen“, rät sie.
Ähnliches berichtet Schmitts Berufskollege
Gentner von Schubert:
Fotos: Bechtle AG, IHK Heilbronn-Franken/Denzin
„
Die Beratungs- und
Begleitungsphase ist
wichtig.
Lisa Feuchtenbeiner
“
„Die größte Herausforderung war,
unsere Ausbildungsprozesse kritisch
zu hinterfragen und auf unterschiedliche
Berufsbilder abzustimmen. Gerade
die Vereinheitlichung von Abläufen
über verschiedene Ausbildungsrichtungen
hinweg ist nicht immer einfach.“
Mit Unterstützung der IHK und
des Ausbildungsteams seien daraus
aber viele wertvolle Impulse geflossen
– „und am Ende hat sich der Aufwand
definitiv gelohnt“, sagt Gentner. Sein
Tipp: Offen an den Zertifizierungsprozess
herangehen und ihn als Chance
sehen. Natalie Kotowski Lisa Feuchtenbeiner, Dualis-Projektkoordinatorin bei der IHK Heilbronn-Franken.
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Ausbildung auf höchstem Niveau
IHK Heilbronn-Franken zeichnet Würth Elektronik erneut mit Dualis-Siegel aus
27 junge Talente starteten zum
1. September ihre Ausbildung.
Foto: Würth Elektronik eiSos GmbH & Co.KG
Erfolg in Serie: Die Würth Elektronik
eiSos GmbH & Co. KG hat im Rahmen
der Initiative Dualis erneut das begehrte
Siegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“
der IHK Heilbronn-
Franken erhalten. Mit dem erfolgreichen
zweiten Re-Audit wird dem Waldenburger
Hersteller elektronischer
und elektromechanischer Bauelemente
die hohe Qualität seiner Ausbildungsprogramme
und das besondere
Engagement für den Fachkräftenachwuchs
bestätigt.
Die Auszubildenden profitieren
von intensiver Betreuung durch ein
sechsköpfiges Team, einem eigenen
Ausbildungs-Management-System, gezielter
Prüfungsvorbereitung, regelmäßigen
Entwicklungsgesprächen und attraktiven
Zusatzleistungen – von
Sozialangeboten bis hin zu Auslandsaufenthalten.
Der Erfolg ist messbar:
Etwa ein Drittel der Auszubildenden
schließt mit Auszeichnung ab, 93 Prozent
bleiben im Unternehmen.
Dass Würth Elektronik auch in herausfordernden
Zeiten konsequent in
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die Zukunft investiert, beweist der Ausbildungsstart
2025: 27 junge Talente in
14 verschiedenen Ausbildungs- und
Studiengängen haben ihre berufliche
Laufbahn bei Würth Elektronik an den
Standorten Waldenburg und München
begonnen. Dieser Zuspruch ist ein weiteres
starkes Signal für die Verlässlichkeit
des Unternehmens als Ausbildungspartner
in der Region.
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Würth Elektronik Gruppe
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29
WIRTSCHAFT | Dualis
Azubiprojekte mit Wirkung
Wie sich soziale Verantwortung sinnvoll in die Ausbildung integrieren
lässt, zeigt die Weber-Hydraulik GmbH aus Güglingen. Dort realisieren
Auszubildende eigenständig Projekte mit sozialem oder ökologischem
Fokus. Das fördert nicht nur fachliche Kompetenzen,
sondern Eigeninitiative und Persönlichkeitsentwicklung.
Die Idee, Auszubildende aktiv in
soziale und ökologische Projekte
einzubinden, geht bei Weber-
Hydraulik auf eine lange Unternehmenskultur
zurück. „Soziale Projekte
haben bei uns Tradition“, sagt Christopher
Aldinger, Ausbildungsleiter im
Unternehmen. „Unsere Wunschbaumaktion
zur Weihnachtszeit ist nur ein
Beispiel. Irgendwann wollten wir dieses
Engagement stärker in die Ausbildung
einbringen.“ Daraus entstand das
Konzept, dass sich Azubis jährlich in
verschiedenen regionalen und überregionalen
Projekten entgagieren, die sie
selbst auswählen, organisieren und
umsetzen. Der Fokus liegt dabei auf einem
konkreten Nutzen für das Gemeinwesen,
möglichst mit regionalem
Bezug. Die Themen reichen von Umweltschutz
über Inklusion bis hin zur
Unterstützung sozialer Einrichtungen.
Die Auswahl der Projekte erfolgt über
die Jugend- und Auszubildendenvertretung.
„Alle interessierte Azubis können
sich einbringen. Wir sind offen für
neue Ideen. Das Budget stimmen wir
intern ab, was immer gut funktioniert
hat“, so Aldinger. Besonders hilfreich
sei der Rückhalt durch Geschäftsführung
und Werkleitung. „Jedes Lehrjahr
gestaltet jährlich einen eigenen Sozialtag
mit individuellen Projekten, ergänzt
durch gemeinsame Aktionen wie
beispielsweise unsere Dosenaktion als
Lebensmittelspende an Bedürftige
Menschen im Landkreis oder das
NABU-Projekt, bei dem wir beim Aufstellen
von Froschzäunen geholfen haben“,
erklärt Aldinger.
Ein Projekt, das den Ausbildungsleiter
besonders beeindruckt
hat, ist der Spiel- und Sporttag an der
Paul-Meyle-Schule in Heilbronn, einer
Einrichtung für Kinder mit besonderen
Bedarfen. „Das Event konnte aus finanziellen
Gründen nicht mehr stattfinden.
Unsere Azubis haben es daraufhin
komplett selbst organisiert – mit
Foto: Weber-Hydraulik
Seit vier Jahren organisieren Auszubildende bei der Weber-Hydraulik GmbH
den Spiel- und Sporttag an der Paul-Meyle-Schule in Heilbronn.
großem Einsatz und Begeisterung. Das
Projekt läuft inzwischen seit vier Jahren
und zeigt, wie nachhaltig solche
Initiativen sein können.“
Doch es geht um mehr als nur
Engagement. „Im Mittelpunkt steht für
uns die Persönlichkeitsentwicklung“,
betont Aldinger. Die Azubis lernen,
Verantwortung zu übernehmen, Empathie
zu entwickeln und im Team zu
arbeiten. Sie erleben, wie ihr Handeln
über die fachliche Ausbildung hinaus
Wirkung entfalten kann. „Diese Erfahrungen
prägen sie langfristig – fachlich
und persönlich.“
Die Ausbildungsleitung versteht
sich dabei eher als Coach denn als Koordinator.
„Wir geben Impulse, begleiten
und unterstützen bei Herausforderungen.
Gleichzeitig lassen wir den
nötigen Freiraum, damit die Jugendlichen
eigene Erfahrungen sammeln
können.“ Die Kommunikation ist dabei
entscheidend: „Kurze Wege, offene
Ohren und klare Erwartungen helfen,
auch bei Schwierigkeiten schnell Lösungen
zu finden“, so der Leiter. Und
wie wirkt sich das auf das Recruiting
aus? „Natürlich steht die fachliche
Qualität der Ausbildung im Vordergrund“,
sagt Aldinger. „Aber wir merken,
dass soziale Projekte zunehmend
positiv wahrgenommen werden. Viele
junge Menschen wollen wissen, wofür
ein Unternehmen steht. Unser Engagement
zeigt, dass wir Verantwortung
übernehmen. Das schafft Vertrauen.“
Teresa Zwirner
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Oktober 2025
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WIRTSCHAFT | Dualis
Selbst gestalten,
statt nur mitzuarbeiten
In Zeiten des Fachkräftemangels sind gute Ausbildungskonzepte
wichtiger denn je. Die Gemü Gruppe zeigt, wie Nachwuchsförderung
im Mittelstand gelingen kann: Mit Formaten wie der Azubi-Rallye,
„5 Tage – 5 Berufe“ und einer neuen Ausbildungswerkstatt.
Insgesamt 30 neue Nachwuchskräfte sind seit September bei Gemü mit an Bord –
19 Auszubildende, zehn dual Studierende und ein kooperativ Studierender.
Dass es immer weniger Bewerber
auf freie Ausbildungsplätze gibt,
stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen
– die Gemü Gruppe
aus Kupferzell bildet hier keine Ausnahme.
„Wir stellen leider einen Rückgang
der Bewerbungseingänge fest
und ergreifen gezielt Maßnahmen, um
dem entgegenzuwirken“, sagt Ausbildungsleiter
Marc-Christopher Borkowski.
Mit Kooperationen an Schulen,
der Teilnahme an Ausbildungsmessen
und dem gezielten Aufbau einer starken
Arbeitgebermarke gelingt es dem
Unternehmen, junge Menschen frühzeitig
für das eigene Ausbildungskonzept
zu begeistern. Ein besonderes
Format ist zum Beispiel „5 Tage – 5 Berufe“:
Schülerinnen und Schüler erhalten
dabei die Möglichkeit, verschiedene
Fachrichtungen sowohl technisch-
gewerbliche als auch kaufmännische
kennenzulernen. „Hier ist für jeden etwas
dabei“, erklärt Borkowski. Die praxisnahe
Erfahrung hilft den Teilnehmenden,
ihre Interessen und Stärken
besser einzuschätzen – und schafft
frühzeitig eine Verbindung zum Unternehmen.
Auch das Ausbildungskonzept ist
klar strukturiert und auf Praxiserfahrungen
ausgelegt. Die Nachwuchskräfte
durchlaufen verschiedene Fachabteilungen
und werden dabei von
Ausbildungsbeauftragten begleitet. „In
vielen Abteilungen hat sich eine
Checkliste für den Durchlauf bewährt,
sodass gewährleistet wird, dass während
des Durchlaufes auch alle Themen
eines Bereiches kennengelernt
werden“, so Borkowski. Gleichzeitig
übernehmen die Auszubildenden Verantwortung
für eigene Projekte und
Foto: Gemü
bringen sich aktiv ein. „Unsere Auszubildenden
arbeiten in den Fachabteilungen
mit und übernehmen Verantwortung
für eigene Projekte“, betont er.
Darüber hinaus gebe es diverse Azubi-
Projekte, die fast eigenständig abgewickelt
werden. „Hier ist das Social-Media-Team
das beliebteste, aber auch
das Mitwirken bei MINTec-Aktionen,
Kinderferienprogrammen oder am
GirlsDay wird gut angenommen“, sagt
Borkowski.
Ein Highlight zum Ausbildungsstart
ist die Azubi-Rallye, die sportliche
Herausforderungen, Teambuilding
und Kennenlernspiele kombiniert.
„Die Azubi-Rallye ist ein Azubiausflug,
verbunden mit Sport- und Teambuilding
sowie Kennenlernaktionen, die
wir nun zum dritten Mal als Abschlusstag
in die Auftaktwoche integriert haben“,
erklärt Ausbildungsleiterin Melanie
Glattbach. „Hier kommen neue
und erfahrene Azubis zusammen, lernen
sich auf spielerische Art kennen
und tauschen sich aus.“ Zum Abschluss
grillt das Ausbildungsteam – ein Zeichen
für den gelebten Zusammenhalt.
„Das stärkt den Teamgeist und macht
Gemü als Arbeitgeber erlebbar“, so
Glattbach.
Neue Ausbildungswerkstatt
Erlebbar wird das Unternehmen auch
mit der neuen Ausbildungswerkstatt,
die im Frühjahr 2025 eingeweiht wurde.
„Die Ausbildung der Zukunft wird
stark von Digitalisierung und Technologien
wie KI und Robotik geprägt
sein“, sagt Glattbach. „Wir bereiten unsere
Nachwuchskräfte darauf vor – mit
praxisnahen Projekten, Eigeninitiative
und einem Ausbildungskonzept, das
sich stetig weiterentwickelt.“
Teresa Zwirner
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32
Oktober 2025
WIRTSCHAFT | Titel
Titel | WIRTSCHAFT
gen auszeichnet, ist unser Pioniergeist
und die enge Verbindung von Ingenieurskunst
und Praxisnähe“, sagt Klaus
Klugesherz, Geschäftsführer und Firmeninhaber.
Seit den ersten Steer-by-
Wire-Anwendungen im Jahr 1972 hat
sich das Unternehmen von einem kleinen
Ingenieurbüro zu einem weltweit
agierenden Technologieführer im Bereich
mobiler Automatisierung entwickelt.
Es profitierte dabei von kurzen
Entscheidungswegen, interdisziplinären
Teams und einem offenen Umfeld
für kreative Ideen. Genau diese Haltung
soll dem Unternehmen auch bei
der Mobilitätswende helfen.
Winkelgeber sind gemäß höchsten Standards der funktionalen Sicherheit zertifiziert
und für sicherheitskritische Anwendungen geeignet.
Die enge Zusammenarbeit von Vertrieb und Entwicklung bei ME Mobil Elektronik ermöglicht eine präzise Anpassung der
Lenksysteme für über 1600 Fahrzeugtypen.
Die Mobilitätswende
vorantreiben
Mit intelligenten Steuerungssystemen, KI-gestützter Fahrzeugintelligenz
und klarem Fokus auf autonome Funktionen treibt ME Mobil
Elektronik den technologischen Wandel aktiv voran. Das Unternehmen
richtet sich damit auf die Anforderungen von morgen aus.
Die Mobilitätsbranche befindet
sich in einem tiefgreifenden
Wandel: Elektrifizierung, Digitalisierung
und autonome Systeme verändern
die Art, wie wir Fahrzeuge entwickeln,
nutzen und verstehen. Die
Anforderungen steigen – an Effizienz,
Nachhaltigkeit und intelligente Steuerung.
Das Familienunternehmen ME
Mobil Elektronik aus Langenbrettach
sieht sich als aktiver Treiber dieser
Transformation. „Wir gestalten die Zukunft
der Mobilität nicht nur mit – wir
treiben sie voran“, sagt Frank Wolter,
Leiter Entwicklung. Im Zentrum der
Produktentwicklung stehen digitale
Vernetzung, ressourcenschonende
Systemarchitekturen und moderne
Sensorik. Modulare Elektronikplattformen
und Softwareintelligenz schaffen
die Basis für sichere, effiziente und zukunftsfähige
Fahrzeuge – sowohl im
Straßenverkehr als auch im Off-Highway-Sektor.
„Was uns seit den Anfän-
Fotos: ME Mobil Elektronik
Führungsrolle ausbauen
Strategisch setzt ME Mobil Elektronik
dabei auf langfristige Partnerschaften
mit Herstellern, Lieferanten und Kunden,
um gemeinsam Lösungen zu entwickeln,
die technologische Leistung
mit ökologischer Verantwortung verbinden.
Gleichzeitig wird die Entwicklungsarbeit
stärker auf Nachhaltigkeitskriterien
und Lebenszyklusdenken
ausgerichtet – von der Konzeption bis
zum Recycling. Die Vision für die kommenden
fünf bis zehn Jahre ist klar:
ME Mobil Elektronik will seine Rolle
als führender Technologiepartner im
Bereich intelligenter Steuerungssysteme
weiter ausbauen. Im Fokus stehen
Digitalisierung, Elektrifizierung und
nachhaltige Fahrzeugtechnologien.
KI als Werkzeug
Ein zentraler Innovationstreiber ist die
digitale Transformation – insbesondere
die Integration von Künstlicher Intelligenz.
„KI ist für uns kein Zukunftsthema
– sie ist bereits Teil unserer
Entwicklungsrealität“, sagt Wolter. KI
ermöglicht es, Fahrzeugdaten intelligent
zu nutzen – für mehr Sicherheit,
Effizienz und vorausschauende Steuerung.
Die Anwendungen reichen von
intelligenten Diagnosefunktionen bis
hin zu automatisierten Auswertungen.
Auch intern verändert KI die Entwicklungsprozesse:
Simulationen, automatisierte
Tests und Digitale Zwillinge beschleunigen
Produktzyklen und
steigern die Qualität. Dabei verfolgt
das Unternehmen das Ziel, KI nicht als
Selbstzweck, sondern als Werkzeug für
praxisrelevante Innovation einzusetzen.
„Unser Anspruch ist es, die Intelligenz
ins Fahrzeug zu bringen – dort,
wo sie echten Mehrwert schafft.“
Autonomie als Zukunftsfeld
Ein weiteres Zukunftsthema ist die autonome
Mobilität. ME Mobil Elektronik
liefert bereits heute zentrale
Bausteine für automatisierte Steuerungssysteme
in Nutz- und Sonderfahrzeugen.
Autonomie wird
dabei als evolutionärer Prozess
verstanden.
„Unsere Systeme
ermöglichen es,
dass Maschinen
Schritt für
Schritt Verantwortung
übernehmen
– von
teilautomatisierten
Arbeitsabläufen
bis hin zu vollständig
selbsttätigen Fahrfunktionen.“
Die Grundlage dafür bilden echtzeitfähige
Elektronikplattformen,
Sensorfusion, intelligente Software
und zuverlässige Kommunikation zwischen
Komponenten. Sicherheit steht
dabei an erster Stelle: Redundanz und
Zertifizierbarkeit sind integraler Bestandteil
jeder Entwicklung. Autonome
Systeme können Ressourcen präziser
einsetzen, Emissionen reduzieren
und Arbeitsprozesse sicherer gestalten.
„Unsere Vision ist es, dass Fahrzeuge
künftig nicht nur gesteuert, sondern
verstanden werden – und dass
Autonomie zum Schlüssel einer intelligenten,
sicheren und nachhaltigen
Mobilität wird.“ Teresa Zwirner
Mit dem EHLA ® -System ausgestattete
Teleskoplader bieten maßgeschneiderte
Lösungen für die Anforderungen der
Mobilitätswende.
34
Oktober 2025
35
WIRTSCHAFT | Azubibörse
Azubibörse | WIRTSCHAFT
Von der Azubi-App bis
zum Social-Media-Kanal
Zahlreiche Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken zeigen,
wie moderne Ausbildung heute und in Zukunft aussehen kann – mit
kreativen Azubiprojekten, praxisnahen Konzepten und echtem Unternehmergeist.
Die Auszubildenden bei R. Stahl planen, produzieren und analysieren Social-
Media-Beiträge eigenständig.
Wer bei der LTI-Metalltechnik
GmbH in Schöntal-Berlichingen
eine Ausbildung beginnt,
steigt nicht einfach in einen Beruf ein –
sondern gleich in ein eigenes kleines
Unternehmen. Unter dem Namen LTI-
Youngsters führen die Auszubildenden
im firmeneigenen Ausbildungszentrum
ein realitätsnahes Mini-Unternehmen
mit echten Prozessen, echten
Produkten und echter Verantwortung.
Hier lernen junge Menschen nicht nur
bis zu 15 verschiedene gewerbliche,
technische und kaufmännische Berufe
sowie duale Studiengänge kennen – sie
erleben hautnah, wie ein Industrieunternehmen
als Ganzes funktioniert.
Foto: R. STAHL
„So blicken sie weit über ihr eigenes
Berufsbild hinaus und erkennen, wie
wichtig das Zusammenspiel aller Bereiche
ist. Dabei stärken sie ihre Teamfähigkeit
und Selbstständigkeit“, erklärt
Udo Ohrnberger, Leiter des
Ausbildungszentrums. Kreativität beweisen
die Youngster etwa bei der Fertigung
kundenspezifischer Blechteile
wie Feuerkörbe und Gartendekoration,
die sie im eigenen Online-Shop
verkaufen. Digitalisierung ist dabei gelebter
Alltag: „Die Vernetzung der Maschinen
ist sowohl im Ausbildungszentrum
als auch im gesamten
Unternehmen seit Jahren Standard“, so
Ohrnberger. Auch bei der digitalen Dokumentation
war LTI früh dran: „Das
Online-Berichtsheft wurde als eines
der ersten überhaupt eingeführt.“ Ergänzt
wird das durch eine eigene Azubi-App,
über die die Nachwuchskräfte
jederzeit mit ihren Ausbildern in Kontakt
stehen und Informationen abrufen
können. „So wachsen die LTI-
Youngsters ganz selbstverständlich mit
den digitalen Prozessen von morgen
auf.“
Wie vielseitig Ausbildung heute
sein kann, zeigt auch das Unternehmen
R. Stahl in Waldenburg – mit Projekten,
die technologische Kompetenz
ebenso fördern wie kreative Eigenverantwortung.
Besonders erfolgreich ist
etwa das Social-Media-Team, in
dem Auszubildende eigenständig Inhalte
für die offiziellen Kanäle des Unternehmens
planen und umsetzen.
„Von der Themenrecherche über die
Produktion von Fotos, Videos und Texten
bis hin zur Auswertung der Reichweiten
sind die Auszubildenden in alle
Schritte des Kommunikationsprozesses
eingebunden“, erklärt Marilena
Grigo, Ausbildungsverantwortliche bei
R. Stahl.
Auch technologisch ist R. Stahl
stark aufgestellt: „Unsere Ausbildungswerkstatt
verfügt über eine moderne
SPS-Anlage, die speziell für die Ausbildung
eingesetzt wird“, erklärt Grigo. Da
nur wenige Betriebe in der Region über
eine vergleichbare Ausstattung verfügen,
kommen regelmäßig auch Auszubildende
anderer Unternehmen zur
Schulung – etwa von Stahl CraneSystems
GmbH, Würth Elektronik eiSos
und Würth Elektronik ICS. So entsteht
ein praxisorientiertes Lernumfeld, in
dem Wissen geteilt und Erfahrungen
ausgetauscht werden. „Durch diese
enge Zusammenarbeit profitieren
nicht nur die Auszubildenden von R.
Stahl, sondern auch die Teilnehmen-
Foto: LTI-Metalltechnik GmbH
Digitale Technologien gehören zum Arbeitsalltag der LTI-Azubis dazu.
den aus den Partnerunternehmen“, so
die Ausbildungsverantwortliche.
Der überbetriebliche Wissenstransfer
wird aktiv gefördert, und die Azubis
bauen ein persönliches Netzwerk über
Unternehmensgrenzen hinweg auf.
Wie abwechslungsreich Ausbildung
auch im öffentlichen Dienst sein kann,
zeigt das Landratsamt Schwäbisch
Hall. Dort starten junge Menschen in
vielfältige Ausbildungsberufe – von
Kaufleuten für Büromanagement über
Verwaltungsfachangestellte und Vermessungstechniker
bis hin zu Beamtenanwärterinnen
und -anwärtern des
mittleren Dienstes. Auch ein Straßenwärter
ist mit dabei.
Der Einstieg ins Berufsleben beginnt
mit einer Einführungswoche, in
der die Azubis die verschiedenen
Standorte und Aufgabenbereiche kennenlernen.
Dabei erhalten sie praxisnahe
Einblicke in die tägliche Arbeit,
etwa durch die Mitarbeit bei Anliegen
im Bürgerservice, die Unterstützung
bei der Organisation von Veranstaltungen
oder die Mitwirkung an Digitalisierungsprojekten
in der Verwaltung. In
der Vermessungsabteilung führen die
Nachwuchskräfte eigenständig Geländeerhebungen
durch, während der
Straßenwärter aktiv zur Verkehrssicherheit
beiträgt. „Die Aufgaben des
Landratsamts sind so vielseitig und unterschiedlich
wie die Menschen im
Landkreis selbst“, sagt Carolin Hohl aus
dem Ausbildungsteam.
Teresa Zwirner
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36
Oktober 2025
37
Metropolregion Rhein-Neckar | WIRTSCHAFT
Vereinte Kräfte
Der Wasserturm ist das Wahrzeichen
Mannheims. Die
Stadt, in der Rhein und Neckar
zusammentreffen, gehört zusammen
mit Ludwigshafen und
Heidelberg zu den drei strukturstarken
Ballungszentren der
Europäischen Metropolregion
Rhein-Neckar. Sie ist eine von
deutschlandweit elf derartigen
Planungsräumen. Das Besondere:
Die Metropolregion erstreckt sich
über drei Länder. Baden-Württemberg,
Rheinland-Pfalz und Hessen
kooperieren seit 20 Jahren erfolgreich
– ob in Sachen Mobilität,
Wirtschaft, Forschung oder Bildung.
Starke Großstädte gehören
genauso dazu wie kleine Dörfer im
Odenwald oder in der Pfalz, in denen
weniger als 100 Einwohner
leben. Doch diese Gegensätze
scheinen in der Metropolregion
zusammenzufließen wie der
majestätische Rhein und der malerische
Neckar bei Mannheim: Das
Dreiländer-Delta verfügt über
42 Netzwerke, die auf vereinte
Kräfte setzen. Partnerschaftliche
Zusammenarbeit zwischen Politik,
Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung
und Bürgern prägt den Ton –
und den Erfolg. Das zeigt sich sowohl
in den 160.000 Unternehmen,
von Start-ups über starke Mittelständler
bis hin zu großen Playern,
die in der Metropolregion ansässig
sind. Als auch im tragfähigen Branchenmix,
in dem besonders
Biotechnologie, Chemie, Informationstechnologie
und Maschinenbau
eine tragende Rolle spielen.
Und es zeigt sich im harmonischen
Nebeneinander der Kontraste zwischen
ländlicher Idylle und urbanem
Charme. red
Foto: MRN
38 Oktober 2025
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WIRTSCHAFT | Metropolregion Rhein-Neckar
Heidelberg, vom Königsstuhl aus gesehen, gehört zu den Schmuckstücken der Metropolregion Rhein-Neckar.
Auf gute Nachbarschaft
Starker Mittelstand, globale Big Player, hohe Exportquote – und
ländliche Idylle: Heilbronn-Franken und die Metropolregion Rhein-
Neckar teilen mehr als eine gemeinsame Grenze. Ralph Schlusche,
Verbandsdirektor Region Rhein-Neckar, sieht im Brückenbauen und
Netzwerken viel Zukunftspotenzial.
Sympathische Nachbarn helfen einander
mit Lebensmitteln oder
dem passenden Inbusschlüssel
aus, kommen gern miteinander ins
Gespräch und fangen keinen Streit an,
wenn ein Apfelbaum seine Blätter über
die Gartenzaungrenze hinaus abwirft.
Heilbronn-Franken hat so einen Nachbarn,
der Synergien und Netzwerke
schätzt: die Metropolregion Rhein-Neckar
(MRN), die in diesem Jahr 20-jähriges
Bestehen feiert.
„Die Metropolregion Rhein-
Neckar versteht sich nicht nur als Planungsinstanz,
sondern auch als Brückenbauer
zwischen den Regionen“,
bestätigt Ralph Schlusche, Direktor
des Verbands Region Rhein-Neckar.
Der ist Träger der grenzüberschreitenden
Planung und -entwicklung für die
Region und damit neben der Metropolregion
Rhein-Neckar GmbH und
dem Verein Zukunft Metropolregion
Rhein-Neckar e.V. eine der drei tragenden
Säulen für Wachstum, Entwicklung
und Zusammenarbeit. Genau
diese Zusammenarbeit mit den Nachbarn
– sei es bei der Mobilitätsplanung,
bei der Flächennutzung oder in der Innovationsförderung
– ist nach Schlusches
Ansicht entscheidend, um Synergien
zu heben und gemeinsame
Herausforderungen zu meistern.
„Netzwerke über Ländergrenzen hinweg
sind kein Luxus, sondern eine
Notwendigkeit für zukunftsfähige Regionalentwicklung“,
ist er überzeugt.
Mit erfolgreicher länderübergreifender
Zusammenarbeit hat man
in der Metropolregion Rhein-Neckar
seit der Gründung vor 20 Jahren gute
Erfahrungen gemacht. Immerhin erstrecken
sich ihre 5637 Quadratkilometer
Fläche über drei Bundesländer:
Baden-Württemberg. Rheinland-Pfalz
und Hessen. Insgesamt 2,4 Millionen
Menschen leben dort in 15 Land- und
Stadtkreisen.
Verbandsdirektor Schlusche
kann die drei größten Erfolge des
Zusammenschlusses deshalb sofort
benennen: Erstens die einheitliche
Regionalplanung. Sie sei ein herausragender
Erfolg: stärke Verbindlichkeit,
schaffe Transparenz und ermögliche
eine strategische Steuerung von Wohnungsbau,
Gewerbeentwicklung und
Energieinfrastruktur. „Ein weiteres tolles
Beispiel für erfolgreiche länderübergreifende
Zusammenarbeit ist der
Mobilitätspakt Rhein-Neckar“, sagt
Schlusche. Das Bündnis bringe Akteure
aller Mobilitätssparten und aus allen
drei Ländern zusammen, um Verkehr
und Infrastruktur zu planen. Das
dritte Highlight sei das Projekt Smart
Region Rhein-Neckar, um Digitalisierung
und Vernetzung voranzutreiben,
„etwa durch digitale Planungsprozesse,
smarte Mobilitätslösungen und die
Förderung von digitalen Kompetenzen
in Verwaltung und Gesellschaft“.
Ralph Schlusche blickt optimistisch
auf die Zukunft: Da sind die Ernennung
zum „Regional Innovation
Valley“, um Innovations-Ökosysteme
in Zukunftsfeldern wie Life Sciences,
Wasserstoff und Bioökonomie auszubauen.
Der kontinuierliche Einsatz für
Forschung, Unternehmen und Wissenschaft.
Global agierende Großkonzerne
wie BASF, Roche oder SAP, ein
starker Mittelstand. All das freut ihn
nach eigenen Worten sehr. Aber: „Bei
allem, was wir in den vergangenen Jahren
erreicht haben, liegt weiterhin
noch viel Arbeit vor uns.“ Vielleicht ist
es da ein Glücksfall, dass der strukturell
durchaus vergleichbare Nachbar
Heilbronn-Franken heißt.
Natalie Kotowski
Foto: MRN/Rhein-Neckar
GEMEINSAM
FÜR DIE REGION
https://gemeinsam.m-r-n.com
40 Oktober 2025
WIRTSCHAFT | Metropolregion Rhein-Neckar
Metropolregion Rhein-Neckar | WIRTSCHAFT
„Die Richtung stimmt“
Dr. hc. Eggert Voscherau, Bruder des verstorbenen ehemaligen Hamburger
Oberbürgermeisters Henning Voscherau, gehörte vor 20 Jahren
zu den entscheidenden Wegbereitern der Europäischen Metropolregion
Rhein-Neckar, dem direkten Nachbarn Heilbronn-Frankens.
Exklusiv für das PROMAGAZIN blickt er über die regionale Grenze.
Interview von Natalie Kotowski
Herr Dr. Voscherau, am 23. September
wurden Sie anlässlich des 20-jährigen
Bestehens der Metropolregion Rhein-
Neckar (MRN) im Mannheimer Rosengarten
mit der Carl-Theodor-Medaille
geehrt. Dort wurde damals der Staatsvertrags
für eine länderübergreifende
Zusammenarbeit als Metropolregion
Daumen hoch: Dr. hc. Henning Voscherau anlässlich des Festakts zum 20-jährigen
Bestehen des MRN.
Fotos: MRN/Schwerdt
Die Langfassung des
Interviews finden Sie auf
www.pro-magazin.de
Rhein-Neckar unterzeichnet. Sie waren
maßgeblicher Wegbereiter dafür. Was
ging Ihnen durch den Kopf?
Dr. hc. Eggert Vorscherau: : Vor allem
die Frage: Wie geht es weiter? Allein
die Anwesenheit von 600 Teilnehmern,
darunter zwei Ministerpräsidenten
(Herr Schweitzer zog leider seine Zusage
kurzfristig wegen seiner Teilnahme
an einer TV-Talkshow zurück) und
zahlreiche Kommunalpolitiker, hat bewiesen,
dass die Metropolregion
Rhein-Neckar (MRN) lebt, pulsiert
und den Menschen etwas bedeutet. Im
Dialog zwischen Politik, Wirtschaft
und betroffener Bevölkerung hat sich
in den zurückliegenden 20 Jahren viel
getan – und zwar über die Lebensadern
Rhein, Main, Neckar hinweg.
Die Region ist von einer hervorstechenden
Besonderheit geprägt. Denn
nicht ihre Gesamtheit ist für die einbezogenen
Bundesländer von Normalität,
sondern nur die darin jeweils sie
betreffenden drei Einzelteile. Deshalb
muss von der MRN-Führung intensiv
ein direkter Kontakt zu den jeweiligen
Ministerpräsidenten gehalten werden.
Die drei haben im Wesentlichen den
übergeordneten Blick und ermutigen
im Zweifelsfall ihre Verwaltungen, die
verfügbaren Spielräume auch voll zu
nutzen. Der fortwährende Dialog mit
ihnen hat sich in meinen Augen als
sehr erfolgreich erwiesen und war die
Grundlage für die Schaffung der Metropolregion.
Für die kommenden Jahre
gilt: Die in der Region lebenden
Menschen müssen sich weiter gegenseitig
unterstützen, ihre Zusammenarbeit
verstärken und damit Dinge möglich
machen, die sonst keine Chance
hätten. Damit kommt die MRN schrittweise
dem Ziel näher, in der Summe
eine der attraktivsten Regionen Europas
zu sein. Die Richtung stimmt, das
Potential ist da. Das alles ging mir an
dem Abend Stück für Stück durch den
Kopf.
Schon 2003 hatten Sie, damals noch als
stellvertretender Vorstandsvorsitzender
der BASF, einen Brandbrief nach Berlin
geschrieben, in dem Sie deutlich mehr
Kooperation forderten.
Voscherau: Wir Menschen teilen gerne
ein in wir hier und die dort. Heute sogar
noch mehr als früher. Dabei sind
die Grenzen in Wahrheit völlig diffus.
Das Lebensgefühl in der Region Rhein-
Neckar reicht weit über Verwaltungsgrenzen
und den Rhein oder Neckar hinaus.
Sie wollten damit seinerzeit „Kirchturmdenken,
Egoismus und Provinzialität“
überwinden.
Voscherau: Mir ging es damals schon
darum, die Fenster aufzureißen, um
mehr Sauerstoff einzulassen für Arbeitsteilung,
Optimierung unserer Ressourcen
und zusätzliche Wertschaffung.
Nicht jede Kommune braucht die
gleiche Ausstattung wie die ein paar Kilometer
weiter. Dafür braucht sie aber
eine starke, bezahlbare Infrastruktur in
Reichweite. Mit Hilfe von Investitionen
diesseits und jenseits des Rheins sowie
wirtschaftlichem Einfluss hatte ich damals
die Chance gesehen, die relevanten
Entscheider in der Region an den
Tisch zu bringen und zum ersten Mal
bestimmte regionale Themen gemeinsam
mit Weitblick voranzutreiben. Ich
sehe es als Teil ihrer, das heißt, unser
aller Verantwortung, für eine funktionierende
Infrastruktur zu sorgen. Und
dafür müssen wir gewisse Opfer bringen.
Denn es bringt uns nun mal nicht
schnell genug und erfolgreich weiter,
wenn wir uns im Ruderachter einer Region
alle als passive Steuermänner sehen
und anderen beim Rudern zuschauen.
Anpacken lautet die Devise
für alle.
Trotzdem wurde die Idee damals in der
Ministerkonferenz belächelt – ihr verstorbener
Bruder Henning, langjähriger
Oberbürgermeister der Freien und
Hansestadt Hamburg, soll nach Ihren
Worten gesagt haben: Was soll das
denn?
Voscherau: Wir alle tragen unsere Geschichte
mit uns im Gepäck. Eine europäische
Metropolregion ohne Metropole,
also ohne Großstadt als Herz, war
damals schlicht eine neue Idee, auf die
man in Hamburg nicht so ohne weiteres
kommt. Fairerweise muss man sagen,
dass auch Rhein-Neckar von der
Anbindung an die Metropolen Frankfurt
und Stuttgart lebt. Aber darum
geht es ja: Vernetzung bis weit in den
ländlichen Raum hinein und Bündelung
aller Kräfte dort und darüber hinaus.
Das endet ja nicht an den Grenzen
der Metropolregion, sondern setzt sich
fort in die benachbarten Räume – wie
die Wellen, den ein ins Wasser geworfener
Stein erzeugt.
Der berühmte Blick über den Tellerrand:
Gilt der also auch für Heilbronn-
Franken, an die die Metropolregion
Rhein-Neckar angrenzt?
Voscherau: Das ist geradezu der Sinn
der Sache. Wo immer die Menschen leben,
ziehen sie um sich herum einen
100-Kilometer-Radius und vernetzen
sich in diesem Raum. Heilbronn-Franken
ist für mich in einer vergleichbaren
Situation wie Rhein-Neckar. Beide weisen
starke Klein- und Mittel- sowie einige
bedeutende Großunternehmen
auf. In beiden Regionen arbeiten die
Menschen hart, sind kreativ und wissen,
wie man auf dem Weltmarkt erfolgreich
besteht. Für beide gilt: Kräfte
bündeln, Stärken nutzen und Erfolge
feiern.
Worin könnte diese Zusammenarbeit
bestehen?
Voscherau: Mir fallen spontan Chancen
bei der Entwicklung von Technologie
und deren praktische Anwendung
ein. Der Bildungscampus in Heilbronn
ist eine gute Basis für den regelmäßigen
Austausch zwischen den beiden
Nachbarn. Im KI-Ökosystem Innovation
Park Artificial Intelligence (IPAI)
sehe ich in Heilbronn zum Beispiel einen
strategischen Partner. Die Struktur
der Metropolregion Rhein-Neckar mit
ihrer Vielzahl an Großkonzernen und
kleinen und mittleren Unternehmen
ermöglicht darüber hinaus breitgefächerte
Möglichkeiten für die Nutzbarmachung
von KI und den auf dem
Campus entwickelten neuen Lösungen.
Ich denke dabei an leistungsstärkere
KI-Modelle, die in der Industrie
und Forschung sowie für komplexe Simulationen
und Steuerungen eingesetzt
werden können. Oder nehmen Sie
speziell das Exzellenzcluster Biotechnologie
und die Health and Life Science
Alliance in Rhein-Neckar. In der
biotechnologischen Forschung fallen
immer größere Datenmengen an, die
zukünftig nur noch mithilfe von KI-Systemen
ausgewertet werden können,
um innovative Entwicklungen zu beschleunigen.
Wie wichtig ist es aus Ihrer Sicht aktuell
in Deutschland, das Gemeinsame zu
betonen – über regionale und Ländergrenzen
hinweg?
Voscherau: Wichtiger denn je. Wenn
wir aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
uns nicht um die Menschen und
ihre Sorgen kümmern, stehen unser
Zusammenleben und unsere Demokratie
zur Diskussion. Ich bin überzeugt
davon: Die Menschen bringen
größte Opfer, wenn sie wissen, wofür
und wenn sich das größere, gemeinsame
Ziel für alle lohnt. Die Optimierung
rund um den Kirchturm reicht dafür
nicht. Abschottung halte ich für ineffizient
und ungeeignet, die bestehenden
Herausforderungen zu lösen.
Zur Person
Vor 20 Jahren gehörte Dr. hc. Eggert
Voscherau zu den maßgeblichen Wegbereitern
der Europäischen Metropolregion
Rhein-Neckar, deren Ehrenvorsitzender
er heute ist. Der Bruder des
verstorbenen langjährigen Hamburger
Oberbürgermeisters Henning
Voscherau machte im Chemiekonzern
BASF Karriere, war dort bis 2014 Aufsichtsratsvorsitzender.
Er ist auch Vizepräsident
der Bundesvereinigung der
deutschen Arbeitgeberverbände.
42
Oktober 2025
43
NEUES AUS DER REGION
NEUES AUS DER REGION
Herbstzeit ist Besenzeit – Weingenuss in geselligem Ambiente
Mit „Pro Region“ zu Fuß unterwegs
Mehr Azubis
Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken
verzeichnet bei
den Ausbildungszahlen zum
30. September 2025 ein deutliches
Plus von 4,3 Prozent. Die
Statistik zeigt eine positive Entwicklung
der Ausbildungszahlen
zum Ende des dritten Quartals
2025: Für das neue Ausbildungsjahr
wurden im Kammergebiet
bislang 1611 neue Ausbildungsverhältnisse
erfasst, gegenüber
den 1544 Neueintragungen im
Vorjahr entspricht dies einem
deutlichen Zuwachs. Die Ausbildungen
verteilen sich auf 83 verschiedene
Gewerke. Die drei beliebtesten
Ausbildungsberufe
sind Kraftfahrzeugmechatroniker,
Anlagenmechaniker für Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik
sowie Elektroniker.
@ www.hwk-heilbronn.de
Im Herbst entfaltet die Weinregion
Hohenlohe ihren besonderen
Charme: Die idyllische Kulturlandschaft
gehört zum Württemberger
Weinbaugebiet, das auf
dem Württemberger Weinradweg
und auf interessanten Weinlehrpfaden
erkundet werden
kann. Besonders schön ist es,
nach einer Wanderung oder einer
Radtour den Tag passend
ausklingen zu lassen – genau das
ist in den gemütlichen Besenwirtschaften
und Weinstuben in
Hohenlohe möglich. Die Weingüter
des Hohenloher Landes
kredenzen dort ihre selbst erzeugten
Weine und servieren
dazu regionale Spezialitäten in
rustikalem Ambiente.
Seit Jahrhunderten prägt der
Weinbau die Kulturlandschaft
Hohenlohes, sei es an den steilen
Hängen im Jagst- und Kochertal
oder auf den sanft geschwungen
Rebflächen der
Hohenloher Ebene: Die Region
bietet ein vielfältiges Spektrum
an Erzeugern, Rebsorten, Lagen
und Böden.
Im südlichen Hohenlohekreis,
auf der Hohenloher Ebene
rund um Bretzfeld, Öhringen,
Pfedelbach und Neuenstein,
bieten schwere, nährstoffreiche
Keuperböden ideale Voraussetzungen
für markante, kräftige
Weine wie Lemberger und
Trollinger, Spätburgunder und
Riesling. Im Norden des Hohenlohekreises,
an Jagst und Kocher,
gedeiht der Wein auf mineralhaltigem
Muschelkalk. Dort reifen
filigrane Weine wie zum
Beispiel Silvaner und Müller-
Thurgau.
Das Sehen im Fokus der Kunst
Piet Mondrian, Zeeuws
Meisje, Sammlung Würth.
Foto: Museum Würth
Eine lange Tradition haben
auch die urigen Besenwirtschaften
Hohenlohes, in denen die regionalen
Winzer ihre selbst erzeugten
Weine ausschenken.
Reisigbesen an der Tür zeigten
früher an, dass der saisonale
Weinausschank geöffnet hat –
daher der Name. Bei Einheimischen
und Urlaubsgästen sind
die Lokale gleichermaßen beliebt,
denn sie bieten ein authentisches
Ambiente für geselligen
Weingenuss. Die Adressen
und Öffnungszeiten der „Besen“
gibt es auf der Homepage.
@ www.hohenlohe.de
Traditionelle Besenwirtschaften und Weinstuben in Hohenlohe
sind gesellige Orte, an denen man schnell mit anderen
Gästen ins Gespräch kommt.
Bildende Kunst ist eine Frage des
Blickwinkels. Deshalb ist die
Sammlung Würth offen für viele
Formen künstlerischen Ausdrucks.
20.000 Werke umfasst
die Sammlung – solche, die bereits
Teil der Kunstgeschichte
sind, und andere, deren Schöpfer
sich gerade positionieren.
Die aktuelle Ausstellung „FO-
CUS. Neue Blicke auf die Sammlung
Würth“ zeigt diese Vielfalt
täglich von 10 bis 18 Uhr bei freiem
Eintritt. Der Titel der aktuellen
Ausstellung verrät: Es geht
um das Sehen. Hat man vor hundert
Jahren anders auf die Welt
geblickt? Schauen Männer anders
als Frauen? Künstler anders
als Betrachtende? Individuelle
Wahrnehmung steht im Fokus
der Auswahl aus Neuzugängen,
Wiederentdeckungen und Ikonen
der Sammlung – von der
Klassischen Moderne bis heute,
von Baselitz über Miró bis Richter
und vielen mehr. Die Ausstellung
eröffnet den Besuchern unterschiedlichste
Blickwinkel.
@
KunstKultur.wuerth.com
wuerth_collection
WoMent feiert
Seine fünfjährige Erfolgsgeschichte
feierte kürzlich das Karriereförderprogramm
WoMent
im T-Gebäude der Hochschule
Heilbronn. Die neuen Mentees,
Mentorinnen und Mentoren,
aber auch Alumni, Akteure aller
Programmpartner und der regionalen
Netzwerke applaudierten
der Keynote von Unternehmerin
Tijen Onaran,
Geschäftsführerin der Global
Digital Women GmbH
und Top‐Influencerin, und belebten
die anschließende Podiumsdiskussion.
Dank der Dieter
Schwarz Stiftung wird WoMent
in die nächste Förderperiode gehen
und sogar Teil einer größeren
Plattform – dem Future-
Fem Hub – werden.
@ www.wissensstadt.hn/
woment/
Foto: Touristikgemeinschaft Hohenlohe e.V./Andi Schmid
Foto: Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH
Freude bei den jüngsten Siegern des Bibersfelder Herbstlaufs
2024 – auch in diesem Jahr sind bei dem Laufevent
Strecken für jedes Alter dabei.
Auf die Plätze, fertig, Herbstlauf
Am 9. November heißt es für
Sportler ein letztes Mal im Rahmen
der Veranstaltungsserie
„Stadtwerke – Läuft bei dir“:
Laufschuhe schnüren. Denn an
diesem Tag steht der Bibersfelder
Herbstlauf an. Er ist in diesem
Jahr der letzte Lauf in der
beliebten Veranstaltungsreihe.
Die Stadtwerke Schwäbisch Hall
laden gemeinsam mit dem
SC Bibersfeld alle Lauf- und Walkingfreunde
ein, ihr sportliches
Können unter Beweis zu stellen.
Die Voranmeldung läuft bis zum
5. November, Nachmeldungen
sind bis 45 Minuten vor dem jeweiligen
Start eines Laufs möglich.
Das Angebot ist wie immer
vielfältig: Die klassischen Fünfund
Zehn-Kilometer-Läufe, eine
(Nordic) Walking-Strecke sowie
Kinder- und Schülerläufe sind so
konzipiert, dass jeder mitmachen
kann – unabhängig von Altersklasse
und Fitnesslevel. Start
und Ziel liegen in der Luckenbacher
Straße 42 in Schwäbisch
Hall. In diesem Jahr umfasste die
„Stadtwerke – Läuft bei dir“-Reihe
erstmals vier Events. Den Auftakt
machte der Michelfelder
Volkslauf, dicht gefolgt vom
Gaildorfer Kocherlauf. Im Oktober
kam neu der Vellberger
Volkslauf dazu. Den Abschluss
bildet nun der Bibersfelder
Herbstlauf.
Besondere Fitness wird belohnt:
Wer an allen vier Läufen
teilnimmt, wird in der Cupwertung
berücksichtigt und erhält
eine Urkunde und ein kleines
Präsent. Im Teamcup können
Gruppen aus Vereinen, Unternehmen
oder Freundeskreisen
gemeinsam antreten und ihre
Ergebnisse zusammen werten
lassen – ganz im Sinne des Gemeinschaftsgedankens.
Die Siegerehrung
der Cupwertung findet
im Anschluss des
Bibersfelder Herbstlaufs statt.
Alle Infos zur Anmeldung, zu
den verschiedenen Strecken und
zum Ablauf finden ambitionierte
Sportler auf der Internetseite der
Stadtwerke Schwäbisch Hall.
@ www.stadtwerke-hall.de/
laeuft-bei-dir
Wissen satt für den Mittelstand
Klimawandel, Transformation,
Digitalisierung oder Demografie
sind nur gemeinsam zu bewältigen
– das gilt auch für die Akteure
in Heilbronn-Franken. Die
Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken
e.V. möchte das
Wir-Gefühl zwischen Tauber
und Neckar stärken und schreibt
dabei dem Tourismus großes
Potenzial zu – insbesondere in
den Bereichen Wandern, Radtourismus
sowie beim Thema
Wein und Genuss.
Deshalb luden pro Region,
der Schwäbische Albverein –
Ortsgruppe Lauffen, die Stadt
Lauffen und die AOK Heilbronn-
Franken Meinungsträger der Region
Heilbronn-Franken ein, gemeinsam
in Lauffen zu wandern.
Pro Region-Vorsitzende Friedlinde
Gurr-Hirsch freute sich,
dass rund 60 Teilnehmer das Angebot
annahmen und angeregte
Gespräche führen konnten. Die
Teilnehmer hätten sich davon
überzeugt, wie bezaubernd
Lauffen sei, berichtet die Vorsitzende
– ob entlang des Neckars,
in den Steillagen der Weinberge
oder auch in der sehenswerten
Innenstadt. Diese Potenziale
müsse man in Heilbronn-Franken
heben und wertschätzen,
mahnte Gurr-Hirsch.
Im Anschluss gab es einen
anregenden Impulsvortrag mit
dem Württemberger Weinbaupräsidenten
Dietrich Rembold
zur Situation der Weingärtner.
Wie schon die touristischen
Radtouren sei auch die touristische
Wanderung ein schöner Erfolg
gewesen, resümierte Friedlinde
Gurr-Hirsch.
@ www.pro-region.de
Unter dem Motto „Wissen satt:
Herausforderungen und Chancen
des Mittelstandes“ boten die
Wirtschaftsjunioren Heilbronn-
Franken kürzlich in der IHK
Heilbronn-Franken ein hochkarätiges
Event rund um die Zukunft
des Mittelstands. Mit Trigema-Chefin
Bonita Grupp und
Sven Zuschlag, CEO von smap-
One, standen zwei Persönlichkeiten
auf der Bühne, die den
Mittelstand authentisch verkörpern.
In ihren Impulsvorträgen
sprachen sie über unternehmerische
Verantwortung, Mut zur
Veränderung und die Bedeutung
einer wertebasierten Führungskultur.
Ihre klaren Botschaften
und ehrlichen Einblicke sorgten
für große Resonanz im Publikum.
Im Auditorium: mehr als 300
Unternehmerinnen, Unternehmer
und junge Führungskräfte
aus der Region, die über aktuelle
Entwicklungen, Chancen und
Herausforderungen diskutieren
wollten. Initiiert hatte Marc
Amann von den Wirtschaftsjunioren
Heilbronn-Franken die
Veranstaltung, die von Südwestmetall
Heilbronn-Franken, der
Mittelstands- und Wirtschaftsunion
Heilbronn-Franken (MIT)
sowie der IHK Heilbronn-Franken
unterstützt wurde.
Bonita Grupp war Stargast.
Foto: Markus Oberacker
44 Oktober 2025
45
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Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e. V. informiert
Mehr Nachhaltigkeit und Bildung
2. Regionales Nachhaltigkeitssymposium und Stifterregion zum Thema Bildung
TOP-Unternehmen der Region
Drei von zehn Befragten, so das Ergebnis
einer repräsentativen Civey-Umfrage,
denken beim Stichwort
„Nachhaltigkeit“ zuerst an Kosten. Das
Soziale, das Sinnstiftende, die Generationengerechtigkeit
bleiben neben
ökologischen und ökonomischen Argumenten
eher im Hintergrund. Das wollen
wir ändern.
In diesem Jahr etablierte sich die
„Allianz für Nachhaltigkeit Heilbronn-
Franken“, deren Ziel es ist, einerseits
möglichst viele Akteurinnen und Akteure
der Region zu diesem Thema zu
vernetzen und andererseits den Gedanken
der Nachhaltigkeit in der Bevölkerung
der Region Heilbronn-Franken
positiv zu verankern. Dies erfolgt
insbesondere am Beispiel des Schwerpunktes
„Ernährung und Konsum“.
Nach der erfolgreichen Erstauflage
des regionalen Nachhaltigkeitssymposiums
im vergangenen Jahr, wollen
wir diese gelungene Aktion mit der
zweiten Auflage am 26. November
2025 im Panoramahotel in Waldenburg
fortsetzen und im besten Falle auch für
die Zukunft eine Veranstaltungsreihe
daraus entwickeln.
Mit dabei sind in diesem Jahr unter
anderem Dr. Cornelia Klug vom
Kompetenzzentrum Ernährung Bayern
und Moritz Schmidt von der Landesarbeitsgemeinschaft
Agenda 21 NRW.
Wir wollen von ihnen erfahren, wie
Nachhaltigkeit im Alltag verankert werden
kann und was auf kommunaler
Ebene dafür getan werden kann. Weitere
regionale Gesprächspartnerinnen
und Gesprächspartner runden das Programm
des Symposiums ab.
Alle können einen Beitrag leisten
Nachhaltigkeit beginnt bei uns allen. Es
reicht nicht, dass wir auf die großen politischen
Entscheidungen warten, denn
jede einzelne Entscheidung zählt. Dies
gilt etwa beim Einkaufen von Lebensmitteln
und auch bei jeder weiteren
Kaufentscheidung. Schön wäre es,
wenn wir gemeinsam als Region Heilbronn-Franken
einen Beitrag leisten
könnten für eine bessere Zukunft.
Unser Projekt einer Nachhaltigkeitsallianz
kann und soll ein wichtiger
Schritt in diese Richtung sein. Mit dem
jährlichen Symposium wollen wir die
gemeinsamen Schritte verifizieren und
weiterführen.
Auch das Thema Stifterregion
wollen wir fortführen und uns gemeinsam
mit der Stiftung Würth am 13. November
2025 mit dem Themenkomplex
Stiftung und Bildung beschäftigen.
Kaum ein Ort wäre dafür besser geeignet
als die herausragende Freie Schule
Anne-Sophie in Künzelsau-Gaisbach.
Stiftungen sind ein elementarer
Bestandteil einer funktionierenden
Bürgergesellschaft und damit zusammen
mit dem Ehrenamt Grundpfeiler
unserer freiheitlich demokratischen
Gesellschaft. Daher wollen wir auch
das positive Wirken von Stiftungen im
Bereich Bildung unterstützen.
Ihre Friedlinde Gurr-Hirsch
Eine Aktion der Bürgerinitiative
pro Region Heilbronn-Franken e.V.
www.pro-region.de
R E WU
LOGISTIK EXPRESS
Ja, zur Region
Heilbronn-Franken
Werden Sie jetzt Mitglied in der „Bürgerinitiative
pro Region Heilbronn-Franken
e. V.“.
Fördern Sie das „Wir-Gefühl“ in der Region
Heilbronn-Franken und setzen Sie sich für
ihre Belange ein. Nutzen Sie unseren Verein
als Plattform für den Meinungsaustausch von
Bürgern und Gremien.
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ein halbes Jahr kostenlos.
Beitrittserklärung
Hiermit erkläre ich ab sofort meinen Beitritt zur „Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e. V.“.
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Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e. V. | c/o Adolf Würth GmbH & Co. KG
Postfach 74650 Künzelsau | Fax 07940 15 52329 | info@pro-region.de | www.pro-region.de
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von meinem/unseren Konto abzubuchen. Die Abbuchungsermächtigung ist widerruflich.
Full Color
Ihre Staatssekretärin a.D.
Friedlinde Gurr-Hirsch
Firma/Name, Vorname
PLZ, Ort
Straße
Geburtsdatum
E-Mail (für Vereinspost)
Bankinstitut
Konto-Nr.
Ort/Datum
Bankleitzahl
Unterschrift
WIR sind Heilbronn-Franken
Ihre Ansprechpartnerin: Darja Schiz-Salov | Sales Managerin | Tel. 0791 95061-8331 | darja.schiz-salov@pro-vs.de
VERANSTALTUNGSKALENDER
VERANSTALTUNGSKALENDER
Ausstellungen
6.11. – 1.3.2026 Eppingen
Flickwerk – Upycling durch die
Jahrhunderte – Sammlung Frank
Dähling
Stadt- und Fachwerkmuseum
Alte Universität
8.11. – März 2026 Bad Mergentheim
Lichterwelten
13.11. – 16.1.2026 Eppingen
Aus der Reihe getanzt –
Hellbergschule
Galerie im Rathaus
28.11. – 14.12. Bad Wimpfen
Krippenausstellung: Stern über
Bethlehem
Galerie der Stadt im Alten Spital
Märkte
8.11. Crailsheim
Martinimarkt
9.11. Lauffen
Martinimarkt
mit verkaufsoffenem Sonntag
Bürgerstube, Stadthalle
11.11. Brackenheim
Martinimarkt
21.11. – 23.11 Schwäbisch Hall
Kunst – Handwerk – Design
22.11. Kupferzell
Adventsbasar
Katholisches Gemeindehaus
22.11. – 23.11. Großrinderfeld
Adventsmarkt
EVENTS UND VERANSTALTUNGEN IM NOVEMBER
Ein Service der Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e.V.
Weitere Termine unter www.pro-region.de
Alle Angaben ohne Gewähr.
21.11. – 23.11 Assamstadt
Adventsbummel
22.11. Weißbach
18. Winterlicher Markt
Festplatz am Bürgerzentrum
Langenbachtal
22.11. Kirchardt
Berwanger Advent
Kirchplatz Berwangen
25.11. – 22.12. Heilbronn
55. Heilbronner Käthchen
Weihnachtsmarkt
Kiliansplatz, Marktplatz, Sülmerstraße
27.11. – 21.12. Schwäbisch Hall
Weihnachtszauber
28.11. – 30.11. Bad Friedrichshall
Weihnachtsmarkt
28.11. – 30.11. Bad Wimpfen
Altdeutscher Weihnachtsmarkt
Altstadt
28.11. Zaberfeld
Leonbronner Kerzenschein
Löwenplatz und Heimatstube
28.11. – 30.11. Creglingen
Weihnachtsmarkt und
Weihnachtsbäckerei
Innenstadt und Ortsteil Münster
28.11. – 30.11. Crailsheim
Crailsheimer Weihnachtsmarkt und
XXL-Shopping-Night
Innenstadt
29.11. – 30.11. Blaufelden
Weihnachtsmarkt mit Ausstellung
Hindenburgplatz, Markthalle,
Mehrzweckhalle, Foyer
29.11. Fichtenau
Adventsmarkt/ Weihnachtsdorf
Rathausplatz Wildenstein,
Läuteturm Matzenbach
29.11. Braunsbach
Weihnachtsdorf
Dorfmitte Jungholzhausen
29.11. Untermünkheim
Dorfweihnacht
29.11. Löwenstein
Lichtersterner Weihnachtsmarkt
Lichtenstern
29.11. Eppingen
Weihnachtsmarkt
Rathausplatz – Mühlbach
29.11. Mainhardt
Mainhardter Weihnachtsmarkt
Schlössle, Wendeplatte
29.11. Gerabronn
Adventsmarkt
Katholischer Kirchplatz
29.11. Michelfeld
Glühweinfest
Schulhof der Grundschule
29.11. Fichtenberg
Adventsbrunnenfest
Marktplatz
29.11. – 30.11 Kirchardt
Weihnachtsmarkt
Rathausplatz
29.11. – 30.11 Gaildorf
Gaildorfer Schlossweihnachtsmarkt
29.11. – 30.11 Kirchardt
Weihnachtsmarkt
Rathausplatz
30.11. Untergruppenbach
Adventsmarkt Donnbronn
30.11. Wolpertshausen
Weihnachtsmarkt
Dorfgemeinschaftshaus Cröffelbach
30.11. Ittlingen
Weihnachtsmarkt
30.11. Güglingen
Weihnachtsbummel
Innenstadt
30.11. Michelbach
Weihnachtsmarkt
Schlosshof
Konzerte
2.11. Neckarsulm
Neckarsulm in Concert:
Das Neckarsulmer Salonorchester
Neckarsulm und Heilbronn
Ballei Kultursaal
5.11. Künzelsau
KÜNightLive: Perfect Heat
Rathaus
7.11. Untereisesheim
Rastrelli Cello Quartett
Tipp
8.11 Forchtenberg
Big Band Jazzophonics mit Gaststar
Antonia Hausmann
Limeshalle Sindringen
16.11 Weinsberg
Kultur.Pur: Sandra Hartmann/Oliver
Prechtl: Liebe ist hart, Mann
Baukelter
16.11 Künzelsau
Musikalischer Blumenstrauß Vol.3
Carmen Würth Forum
19.11 Heilbronn
Michael Barenboim
Violine – Auf nach Estland!
Harmonie
20.11. Mulfingen
Annaweech
MZH Buchenbach
Tipp
21.11 Künzelsau
The Rosevalley Sisters and Band
Stadthalle
22.11 Güglingen
BelAkkord spielt Candlelight-Konzert
Ratshöfle
22.11 Offenau
Vocalis LiveLyrics
Restaurant Saline
27.11 Künzelsau-Gaisbach
Moka Efti Orchestra
Carmen Würth Forum
28.11 Niedernhall
Herr Stumpfes Ziehund
Zupf-Kapelle
Carmen Würth Forum
29.11 Künzelsau-Gaisbach
Adventskonzert
Carmen Würth Forum
29.11 Lauffen
Landesjugendjazzorchester
Baden-Würrtemberg
Stadthalle
30.11 Neckarsulm
Neckarsulm in Concert:
Best before Christmas
Neckarsulm und Heilbronn
Ballei Kultursaal
30.11 Crailsheim
Ensemble Interchange
Ratssaal
Feste
7.11. Heilbronn
Kreissparkassen Lichtermeer
Bollwerksturmplatz
8.11. – 11.11. Ittlingen
Kerwe mit verkaufsoffenem Sonntag
Festhalle
8.11. Dörzbach
Herbstpferdemarkt mit
Pferdeprämierung
Tipp
Tipp
9.11. Gaildorf
Gaildorfer Kirbe
Innenstadt
7.11. Heilbronn
Kreissparkassen Lichtermeer
Bollwerksturmplatz
Lesungen
16.11. Schwäbisch Hall
Lesung mit Jenny Erpenbeck
Kunsthalle Würth
21.11. Künzelsau
Rolf und Rose
Kulturhaus Würth
mit Bibliothek Frau Holle
23.11. Künzelsau
Einmal lebt ich wie Götter, und mehr
bedarfs nicht
Kulturhaus Würth
mit Bibliothek Frau Holle
Mix
15.11. Wertheim
Kabarett mit
Matthias Tretter: Nachgetrettert
Convenartiskeller
24.11. Künzelsau-Gaisbach
Treffpunkt Forum: Jörg Hartmann
Carmen Würth Forum
Kontakt
Bürgerinitiative pro Region
Heilbronn-Franken e.V.
c/o Adolf Würth GmbH & Co. KG
Postfach, 74650 Künzelsau
Ansprechpartner für Termine:
Ralph Wachter, Telefon 07940 152329
www.pro-region.de
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Oktober 2025
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AUSBLICK
Anzeige
Booster für die Weihnachtsstimmung
Die nächste
Ausgabe
erscheint ab
20. November
Schon in Festtagslaune? Falls nicht, könnte sich das mit unserer
„Winterfreuden“-Ausgabe schnell ändern. Sie hält genug Ideen und Tipps für
adventliche Theaterbesuche, Weihnachtsmärkte, kulinarische Hochgenüsse und
Wellness in der kalten Jahreszeit bereit – Winterfreude garantiert.
Fotos: AdobeStock/Eberhard Späth, AdobeStock/Astrid Ziemer, AdobeStock/zphoto83
Impressum
Offizielles Organ der Bürgerinitiative
pro Region Heilbronn-Franken e. V.;
www.pro-region.de
Herausgeber
pVS - pro Verlag und Service GmbH & Co. KG
Ein Unternehmen der
Stimme Mediengruppe
Geschäftsführer
Marcus Baumann, Marc Becker,
Tilmann Distelbarth
Verlagsleitung
Beate Semmler (V. i. S. d. P.)
Leitung Produktmanagement Print & Digital
Lisa Hofmann-Vorbach
Redaktionsleitung
Teresa Zwirner, Natalie Kotowski,
Dirk Täuber (Sonderthemen)
Layout und Grafik
Stimme Mediengruppe, CrossMedia
Sales Management
Heike Bischoff, Birgit Kalbacher,
Darja Schiz-Salov, Heiko Zacher
Es gilt die Anzeigenpreisliste
Nr. 25 vom 1.1.2025
Kübler Weber Projektbau realisiert in Schwabbach 19 Einheiten für betreutes Wohnen.
Wenn das eigene Haus und die Wohnung im Laufe
der Jahre zu groß geworden sind – etwa weil
die Kinder ausgezogen sind – oder die Pflege von
Haus und Garten im Alter zunehmend schwerfällt,
denken viele darüber nach, sich zu verkleinern
und das Leben einfacher zu gestalten. Doch passende
Angebote sind gar nicht so leicht zu finden.
dienst sowie den Hausnotruf in jeder Wohnung
ein. Die Angebote reichen von festen Sprechzeiten
für persönliche Fragen bis zu Veranstaltungen
und Angeboten im ca. 80 Quadratmeter
großen Gemeinschaftsraum.
Auf Wunsch hinzu buchbar sind individuelle
Wahlleistungen wie etwa Wohnungsreinigung,
Wäschepflege, ambulante pflegerische Dienste,
Hol-, Bring- und Fahrdienste etwa zum Arzt
oder Einkaufen - sowie kommunikative Dienste
wie Begleitung von Spaziergängen oder zu Veranstaltungen.
Wohnkomfort und modernes Design
„Wir haben alles getan, um attraktive Wohnungen
mit durchdachten Grundrissen anzubieten,
die ein angenehmes Wohnen ermöglichen“, sagt
Geschäftsführer Claus-Peter Weber.
Die Preise für eine ca. 60 Quadratmeter große
Zwei-Zimmer-Wohnung inklusive Kellerraum
und Anteil am Gemeinschaftsraum liegen je nach
Lage zwischen 259.000 und 279.000 Euro. Das
Grundstück bietet außerdem acht Tiefgaragenstellplätze
sowie 22 weitere Stellplätze, die verkauft
werden.
Die moderne Anlage ist architektonisch ansprechend
gestaltet, mit zwei separaten Gebäuden –
eines mit 14 und das andere mit 5 Wohneinheiten
– verbunden durch Laubengänge und einen
Aufzug. Jede Wohnung verfügt über einen Abstellraum
einen großzügigen Balkon, elektrische
Rollläden und Jalousien, Fußbodenheizung, ein
Hier setzt Kübler Weber Projektbau aus Schwabbach
mit seinem neuen Projekt „Seniorenwohnen
in Schwabbach“ an. Auf einem etwa 14 Ar
großen Grundstück an der Schwabenstraße entstehen
seit Ende August zwei Gebäude mit insgesamt
19 barrierefreien Wohnungen. Es sind
noch wenige 2-Zimmerwohnungen mit ca. 60
qm verfügbar.
Flexibel Bei den Wohnungen handelt es sich
nicht um klassische Eigentumswohnungen, sondern
um Wohnungen, deren Kauf ein flexibles
Servicekonzept der AWO Öhringen einschließt.
Damit bietet die Wohnanlage die Möglichkeit,
eine selbständige Lebens- und Haushaltsführung
sowie eine bedarfsgerechte Versorgung
flexibel und individuell zu kombinieren“, heißt es
in dem Servicekonzept.
Angebot Dabei sollen sowohl die Ansprüche
„noch rüstiger Bewohner“ ebenso abgedeckt
werden, wie die von „Bewohnern mit Hilfebedarf“.
So schließt eine Betreuungspauschale von monatlich
125 Euro einen Sozial- und Betreuungshygienisches
Lüftungssystem und eine eigene
Haustür.
Verlässliche Qualität und Erfahrung
Claus-Peter Weber und Markus Kübler, beide
mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bauwesen,
sind überzeugt: Mit diesem Projekt im Wert
von knapp sechs Millionen Euro bieten sie ein
sehr attraktives Angebot, das durch das umfassende
Servicekonzept zusätzlich aufgewertet
wird. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen
Handwerksbetrieben sorgt für Qualität.
Weitere Informationen finden Sie auf der
Homepage www.kueblerweber.de.
Für eine persönliche Beratung können Sie
auch gerne einen Termin unter 07941/648001
vereinbaren.
Booster für die Wirtschaft
Der Landkreis Schwäbisch Hall besteht
aus mehr als Burgen und Postkartenpanoramen
– auch er wenn
zweifellos in puncto Freizeitwert viel
zu bieten hat. Aber zwischen Kocher
und Jagst liegen auch viele Chancen
für Unternehmen und Arbeitnehmer.
Wir zeigen, wie sich der Kreis für Innovationskraft,
Job-Perspektiven und
Mobilität einsetzt.
Booster für die Baubranche
Früher hieß der Slogan: „Es gibt viel
zu tun – packen wir es an“. Bezogen
auf Infrastruktur und Wohnungsbau
trifft das deutschlandweit zu – auch
auf Heilbronn-Franken. Wo in der
Region bereits angepackt wird und
welche Dynamik und Innovationskraft
daraus aktuell entsteht, lesen Sie in
der nächsten Ausgabe.
Vertrieb
Yannis Gaukel, Telefon 0791 95061-8300
Erscheinungsweise: monatlich
Bezugsbedingungen
Das Jahresabo beträgt 48,00 Euro.
Nachdruck und Vervielfältigung – auch
auszugsweise – nur mit Genehmigung
des Verlages.
Verlags- und Redaktionsanschrift
pVS - pro Verlag und Service GmbH & Co. KG
Stauffenbergstraße 18
74523 Schwäbisch Hall
Telefon 0791 95061-8300
info@pro-vs.de
Druck und Herstellung
Möller Pro Media GmbH
Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde
Telefon 030 41909-0, Fax 030 41909-299
Gedruckt auf umweltfreundlichem UltraMag
Plus Silk-Recyclingpapier aus 100% Altpapier,
zertifiziert mit den Umweltsiegeln „Der Blaue
Engel“, „EU-Ecolabel“ sowie FSC- und PEFC-
Siegel.
ISSN 2509-5528
www.pro-magazin.de
50
Oktober 2025