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Wildbrücke News #9 (2025) – Der Wolf bei der Ministerpräsidentenkonferenz

Wildbrücke News #9 (2025) – Der Wolf bei der Ministerpräsidentenkonferenz, Luchse, Kraniche & mehr In der neuen Ausgabe der Wildbrücke News steht der Wolf im Mittelpunkt: Die Ministerpräsidentenkonferenz in Mainz hat über die Zukunft seines Schutzstatus entschieden – ein Wendepunkt im deutschen Wildtiermanagement. Außerdem: Neues zur Luchskatze Elisabeth in Baden-Württemberg, dem Kranichzug und der Ausbreitung der Vogelgrippe, zur Situation der Wisente in Bad Berleburg, zu den neuen Biberverordnungen in Österreich und zum eDNA-Nachweis des Schneeleoparden in Bhutan. Diese Ausgabe beleuchtet aktuelle Entwicklungen rund um Wildtiere in Deutschland, Europa und der Welt.

Wildbrücke News #9 (2025) – Der Wolf bei der Ministerpräsidentenkonferenz, Luchse, Kraniche & mehr

In der neuen Ausgabe der Wildbrücke News steht der Wolf im Mittelpunkt: Die Ministerpräsidentenkonferenz in Mainz hat über die Zukunft seines Schutzstatus entschieden – ein Wendepunkt im deutschen Wildtiermanagement. Außerdem: Neues zur Luchskatze Elisabeth in Baden-Württemberg, dem Kranichzug und der Ausbreitung der Vogelgrippe, zur Situation der Wisente in Bad Berleburg, zu den neuen Biberverordnungen in Österreich und zum eDNA-Nachweis des Schneeleoparden in Bhutan.
Diese Ausgabe beleuchtet aktuelle Entwicklungen rund um Wildtiere in Deutschland, Europa und der Welt.

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Die Zeitung über

Wildtiere

Wildbrücke

ildbrücke

WNEWS

Ausgabe

#9

Verlauf: [@tenate-arte] via Canva / Sprachen ​Illustration: iStock/VectorStory

Impressum: Wildbrücke Medien | Stephan Jonetzko | Kronberger Str. 5 | 65510 Idstein | Webseite: www.wildbruecke.de | Feedback: info@wildbruecke.de



Wildtiere in Deutschland

Wisente in Bad Berleburg: Zukunft der Tiere weiter ungewiss

Symbolbild: iStock/Jens Otte

Die Zukunft der Wisente in Bad Berleburg

bleibt ungewiss. Nach Recherchen der Westfalenpost

sind von ursprünglich rund 40 Tieren

in den beiden einst frei lebenden Herden inzwischen

nur noch etwa 33 Tiere übrig. Die

Herden, die seit Winter 2024 auf einer etwa 24

Hektar großen Fläche eingezäunt leben, wurden

damit vollständig aus der Freiheit geholt.

Wie die Westfalenpost berichtet, sollen mehrere

Tiere in der vergangenen Zeit gestorben

sein. Der BUND Nordrhein-Westfalen kritisiert

die aktuelle Situation scharf. In einer

Stellungnahme an die Wildbrücke Redaktion

erklärte Holger Sticht, Landesvorsitzender des

BUND, dass es sich bei den verbleibenden

Tieren größtenteils um in Freiheit geborene

Wisente handle, die nun „zooartig gehalten“

würden. Das sei weder art- noch tiergerecht.

Der BUND NRW hat rechtliche Schritte eingeleitet,

um die Tiere wieder freizulassen.

„Unser Eilantrag auf sofortige Freilassung

der Tiere wurde abgelehnt, ebenso unsere

Beschwerde über die Ablehnung“, so Sticht.

Aktuell sei beim zuständigen Gericht noch

eine Klage anhängig. Sie richte sich dagegen,

dass die streng geschützten Wisente „ohne

Genehmigung eingefangen“ worden seien.

Laut dem BUND will das Umweltministerium

Nordrhein-Westfalen die verbliebenen

Tiere an andere Wiederansiedlungsprojekte

verkaufen, sobald das laufende Verfahren

beendet sei. Aus Sicht des Verbandes wäre

das das Ende des einzigen Freilandprojekts

mit Wisenten in Deutschland. „Insofern ist

die Perspektive für den Schutz von Wisenten

in NRW derzeit wenig rosig“, so Sticht.

Der Kreis Siegen-Wittgenstein, in dessen

Zuständigkeit das Gelände liegt,

äußerte sich auf Anfrage dieser Redaktion

bislang nicht zu den offenen Fragen.

Das Wisent-Projekt galt lange als Vorzeigeinitiative

für den Artenschutz in Deutschland.

Nach der Insolvenz des Trägervereins

Wisent-Welt Wittgenstein e.V. und juristischen

Auseinandersetzungen über Baum- und

Flurschäden endete die Freilandhaltung

jedoch im Jahr 2024. Mit dem jetzigen Streit

um die Zukunft der eingezäunten Tiere ist

die Idee einer frei lebenden Wisent-Herde

im Rothaargebirge vorerst gescheitert.

Quelle: Westfalenpost – Redaktion Bad Berleburg: „Rückgang der Wisentherde

in Bad Berleburg: Nur noch 33 Tiere“, veröffentlicht im Oktober 2025, abgerufen

am 20.10.2025 um 12:32 Uhr.

BUND Nordrhein-Westfalen e.V. – Stellungnahme von Holger Sticht, Vorsitzender

BUND NRW, an die Wildbrücke Redaktion, 09. Oktober 2025


Luchskatze Elisabeth in Baden-Württemberg ausgewildert

Wildtiere in Deutschland

Symbolbild: iStock/chekyfoto

Im Südschwarzwald wurde Anfang Oktober

die junge Luchskatze Elisabeth erfolgreich

in die Freiheit entlassen. Wie die Landesregierung

Baden-Württemberg mitteilt, ist

sie Teil des landesweiten Projekts „Luchs

Baden-Württemberg“, das die Rückkehr

dieser scheuen Wildkatze fördern soll. Ziel

des Programms ist es, stabile und genetisch

gesunde Luchspopulationen in Südwestdeutschland

zu etablieren – ein entscheidender

Beitrag zum Erhalt heimischer Wildtiere.

Elisabeth wurde vom Forstlichen Versuchsund

Forschungsinstitut (FVA) betreut und

im Rahmen eines europaweiten Zucht- und

Wiederansiedlungsprogramms auf die Auswilderung

vorbereitet. Die etwa ein Jahr alte

Luchsin stammt aus kontrollierter Aufzucht

und wurde in enger Zusammenarbeit mit Zoos

und Naturschutzorganisationen trainiert, um

sich in der Wildnis zurechtzufinden. Nach

Angaben des Landes ist sie nicht nur Symbol

für die Wiederkehr des Luchses, sondern

auch für den Erfolg moderner Artenschutzstrategien,

die wissenschaftliche Erkenntnisse

mit praktischen Maßnahmen verbinden.

Der Luchs war in Baden-Württemberg über

150 Jahre lang verschwunden. Erst seit den

1990er-Jahren wandern wieder einzelne Tiere

aus der Schweiz und den Vogesen ein. Heute

leben laut Landesregierung rund 15 bis 20

Luchse im Südwesten Deutschlands, vor allem

im Schwarzwald und auf der Südwestalb.

Diese Regionen bieten ausreichend Rückzugsräume,

Beutetiere und vernetzte Wälder

– entscheidend für den langfristigen Bestand.

Die Freilassung von Elisabeth ist Teil einer

grenzübergreifenden Kooperation mit Partnern

aus der Schweiz und Frankreich, um

eine stabile, vernetzte Population zu schaffen.

Landesumweltministerin Thekla Walker bezeichnete

die Rückkehr des Luchses als „bedeutenden

Erfolg für den Naturschutz und

ein Zeichen für intakte Ökosysteme“. Mit dem

Projekt setzt Baden-Württemberg ein deutliches

Zeichen, dass Artenschutz und Landnutzung

gemeinsam funktionieren können.

Elisabeths Freilassung zeigt, dass die Rückkehr

großer Wildtiere möglich ist, wenn Forschung,

Politik und Gesellschaft zusammenarbeiten. Sie

steht damit stellvertretend für den Fortschritt

im europäischen

Artenschutz und

für den wachsenden

Willen, heimischen

Wildtieren wieder

Raum zu geben.

Quellen (Stand: 20. Oktober 2025, 09:23 Uhr)

Baden-Württemberg.de – „Luchskatze Elisabeth ausgewildert“, offizielle Pressemitteilung

des Landes Baden-Württemberg

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/

luchskatze-elisabeth-ausgewildert/

Forstliches Versuchs- und Forschungsinstitut Baden-Württemberg (FVA) –

„Luchs-Monitoring und Wiederansiedlung in Südwestdeutschland“

https://www.fva-bw.de/

Luchsprojekt Baden-Württemberg – Projektinformationen und Monitoringdaten

https://www.luchs-bw.de/


Wildtiere in Europa

Kranichzug hat begonnen – Vogelgrippe breitet sich rasant aus

Symbolfoto: iStock/Thomas Nuehnen

Der herbstliche Kranichzug hat begonnen: Tausende

Vögel ziehen derzeit wieder in Keilformation

über Deutschland hinweg in Richtung Südwesten.

In den frühen Morgenstunden sind die

typischen Rufe vielerorts zu hören, besonders

über Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz

und Brandenburg. Wie der General-Anzeiger

Bonn berichtet, haben bereits Mitte Oktober

die ersten großen Schwärme die Region überquert

– ein beeindruckendes Naturschauspiel,

das jedes Jahr zahlreiche Beobachter anzieht.

Doch die Freude über den Beginn des Kranichzugs

wird in diesem Herbst von einer

beunruhigenden Nachricht überschattet: Die

Vogelgrippe breitet sich in Deutschland rasant

aus. Laut einem Bericht von ZDFheute wurden

in den vergangenen Wochen zahlreiche neue

Fälle gemeldet, vor allem bei Wildvögeln. Das

Friedrich-Loeffler-Institut registrierte einen

deutlichen Anstieg von Nachweisen, insbesondere

in den norddeutschen Küstenregionen. Die

aktuellen Virusvarianten gelten als besonders

ansteckend, weshalb Fachleute eine verstärkte

Überwachung der Rastgebiete empfehlen.

Wie der General-Anzeiger weiter meldet, sind

an den Linumer Teichen in Brandenburg

bereits Hunderte tote Kraniche gefunden worden.

Das Naturschutzgebiet gilt als einer der

wichtigsten Rastplätze Europas, an dem sich

jedes Jahr bis zu 80.000 Kraniche auf ihrem

Weg nach Süden versammeln. Die Untersuchungen

des Landeslabors deuten darauf

hin, dass die Tiere an der hochansteckenden

Form der Vogelgrippe verendet sind. Auch

in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen

wurden infizierte Wildvögel gemeldet.

Die Behörden rufen Spaziergänger und Beobachter

dazu auf, verendete Tiere nicht zu

berühren und Funde den Veterinärämtern zu

melden. Besonders in Rastgebieten wird darum

gebeten, die Tiere nicht zu stören oder anzulocken,

um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.

Das Virus ist für Menschen nur in seltenen

Fällen gefährlich, stellt jedoch für Wild- und

Nutzvögel eine ernsthafte Bedrohung dar.

Trotz der angespannten Situation setzen die

Zugvögel ihre Reise fort – ihr Weg führt über

Rheinland, Hessen, Thüringen und Sachsen in

Richtung Frankreich und Spanien. Ornithologen

hoffen, dass der Großteil der Tiere die

Rastgebiete ohne größere Verluste übersteht.

Der diesjährige Kranichzug zeigt einmal

mehr, wie eng Naturerlebnis und Artenschutz

miteinander verknüpft

sind – und

wie schnell natürliche

Rhythmen durch

Krankheiten gestört

werden können.

Quellen (alle abgerufen am 22. Oktober 2025, 05:52 Uhr):

General-Anzeiger Bonn – „Kraniche über Bonn und Region: Der Kranichzug

im Herbst“

https://ga.de/bonn/stadt-bonn/kraniche-ueber-bonn-und-region-der-kranichzug-im-herbst_aid-101657865

General-Anzeiger Bonn – „Hunderte tote Kraniche an Linumer Teichen“

https://ga.de/hunderte-tote-kraniche-an-linumer-teichen_aid-137374383

ZDFheute – „Vogelgrippe breitet sich in Deutschland rasant aus“

https://www.zdfheute.de


158 Biber zum Abschuss in Oberösterreich freigegeben

Wildtiere in Europa

Symbolfoto: iStock/Bob Gwaltney Photography

In mehreren österreichischen Bundesländern

dürfen künftig wieder Biber getötet werden.

Wie der Standard berichtet, hat das Land Oberösterreich

eine neue Biberverordnung erlassen,

die den Abschuss von bis zu 158 Tieren erlaubt.

Die Entscheidung löst eine hitzige Debatte zwischen

Behörden, Landwirtschaft und Naturschutzorganisationen

aus. Auch Salzburg und

Kärnten haben ähnliche Regelungen beschlossen,

während Umweltschützer vor einem Rückschritt

im europäischen Artenschutz warnen.

Nach Angaben der oberösterreichischen Landesregierung

dürfen zwischen September und

März maximal 158 Biber getötet werden – etwa

sieben Prozent des geschätzten Bestands von

rund 2.500 Tieren. Laut Naturschutzlandesrat

Manfred Haimbuchner (FPÖ) sei der

Erhaltungszustand der Art in Oberösterreich

inzwischen „gesichert“. Mit wachsender

Population nehme jedoch auch das Konfliktpotenzial

zu. Die neue Regelung solle gezielte

Eingriffe dort ermöglichen, wo „wirtschaftliche

oder infrastrukturelle Schäden“ entstehen.

Der Biber (Castor fiber) steht nach der Berner

Konvention und der FFH-Richtlinie der EU

eigentlich unter strengem Schutz, doch das

österreichische Naturschutzrecht erlaubt in

Ausnahmefällen eine sogenannte „Entnahme“,

wenn andere Maßnahmen keinen Erfolg zeigen.

Wie der Standard weiter berichtet, ist Oberösterreich

bereits das dritte Bundesland, das den

Abschuss von Bibern offiziell erlaubt. In Salzburg

trat eine ähnliche Verordnung in Kraft,

die die Tötung von bis zu 15 Tieren pro Jahr

vorsieht. Landesrätin Marlene Svazek (FPÖ) erklärte,

man wolle Konflikte entlang der Salzach

und Saalach minimieren. In Kärnten wurde die

Quote sogar auf 148 Tiere jährlich erhöht. Jagdreferent

Martin Gruber (ÖVP) begründete den

Schritt mit einer jährlichen Bestandszunahme

von rund 21 Prozent und steigenden Schadensmeldungen

berichtet der Standard weiter.

Die Entschädigungen für sogenannte Biberschäden

seien von 8.500 Euro im Jahr 2020

auf über 64.000 Euro im Jahr 2024 gestiegen.

Der Naturschutzbund Österreich reagierte mit

scharfer Kritik. Experte Lucas Ende forderte

laut dem Bericht eine bundesweite Biberstrategie,

um Konflikte langfristig und ökologisch

sinnvoll zu lösen. Der Biber schaffe mit seinen

Dämmen wertvolle Lebensräume, fördere die

Artenvielfalt und stabilisiere Feuchtgebiete.

Anstatt auf Abschüsse zu setzen, fordert der

Verband präventive Maßnahmen, etwa den Erhalt

von Uferzonen, gezielten Lebendfang oder

die Umsiedlung von Tieren in Konfliktgebieten.

Der Biber war in Österreich einst ausgerottet

und wurde in den 1970er Jahren erfolgreich

wieder angesiedelt – ein Paradebeispiel für

gelungenen Artenschutz. Während Landwirte

und Gemeinden die Verordnungen begrüßen,

warnen Naturschützer

vor einem

Präzedenzfall, der

den Schutzstatus der

Art gefährden könnte.

Quelle: Der Standard – Stefanie Ruep: „Oberösterreich gibt 158 Biber zum

Abschuss frei“, veröffentlicht am 24. September 2025, abgerufen am 20. Oktober

2025, 07:26 Uhr

https://www.derstandard.de/story/3000000289083/oberoesterreich-gibt-158-biber-zum-abschuss-frei


Wildtiere in Europa

Igel im Herbst füttern?: Was sie fressen und wie man ihnen richtig hilft

Symbolfoto: iStock/Callingcurlew23

Wenn die Temperaturen sinken, beginnt

für Igel in Deutschland und Europa die

entscheidende Phase: Sie müssen genügend

Fettreserven aufbauen, um den Winter zu

überstehen. Laut BUND Naturschutz und

NABU ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um

Gärten igelfreundlich zu gestalten und bei

Bedarf behutsam zu helfen. Der Herbst ist für

Igel anstrengend – sie suchen intensiv nach

Nahrung, um genug Fett für den Winterschlaf

zu speichern. Doch immer weniger naturnahe

Gärten erschweren ihnen das Überleben.

Wie der BUND Naturschutz erklärt, sind Igel

keine Vegetarier, sondern Insektenfresser.

Auf ihrem Speiseplan stehen Käfer, Raupen,

Regenwürmer und Asseln, aber auch Schnecken

und gelegentlich Aas. Milch ist für Igel

gefährlich und verursacht Durchfall, ebenso

sind Brot und Obstreste ungeeignet. Wer helfen

möchte, sollte den Garten als natürlichen

Lebensraum gestalten – mit Laubhaufen,

Totholz oder Hecken, die Insekten anziehen.

Der NABU Odenwaldkreis weist darauf hin,

dass nicht jeder Igel Hilfe braucht. Gesunde

Tiere sollten grundsätzlich in Ruhe gelassen

werden. Hilfe ist nur nötig, wenn ein Tier

sichtbar geschwächt, untergewichtig oder

tagsüber aktiv ist. Jungtiere sollten Anfang

Oktober mindestens 400, Ende Oktober rund

500 und Anfang November etwa 600 Gramm

wiegen. Leichtere Tiere können in eine Igelstation

gebracht oder vorsichtig zugefüttert

werden – am besten mit ungewürztem Katzenfutter,

Haferflocken und etwas Rührei.

Sowohl der BUND Naturschutz als auch

der NABU raten, Gärten im Herbst nicht zu

stark aufzuräumen. Laubhaufen, ungepflegte

Ecken und Totholz bieten wertvolle Rückzugsorte.

Auf Laubsauger, Mähroboter und

Schneckenkorn sollte verzichtet werden – sie

gefährden Igel direkt oder entziehen ihnen

die Nahrungsgrundlage. Eine flache Wasserschale

kann ebenfalls lebensrettend sein. Wer

einen schlafenden Igel entdeckt, sollte ihn

keinesfalls stören oder umsetzen, sondern

im Zweifel eine Wildtierhilfe kontaktieren.

Igel sind nützliche Gartenbewohner, die viele

Schädlinge vertilgen und das ökologische

Gleichgewicht unterstützen. Wie BUND Naturschutz

und NABU betonen, ist der beste Schutz

ein naturbelassener Garten, der Insekten und

damit auch Igeln Nahrung bietet. Wer helfen

will, sollte überlegte,

naturnahe Maßnahmen

ergreifen – und

bei Unsicherheit fachliche

Hilfe einholen.

Quellen: BUND Naturschutz in Bayern – „Was fressen Igel? So füttern Sie Igel

richtig“, abgerufen am 20. Oktober 2025, 08:34 Uhr

https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel/wasfressen-igel

NABU Odenwaldkreis – „Igelhilfe – aber richtig!“, abgerufen am 20. Oktober

2025, 08:34 Uhr

https://www.nabu-odenwaldkreis.de/informatives/naturschutztipps/igelhilfeim-herbst-winter/



Wildtiere weltweit

Schneeleoparden in Bhutan durch Umwelt-DNA nachgewiesen

Symbolfoto: iStock/Rixipix

In den Bergen Bhutans ist Forschern ein bedeutender

Erfolg gelungen: Mit Hilfe sogenannter

Umwelt-DNA (eDNA) konnten erstmals

Schneeleoparden in mehreren Flussgebieten

des Himalaya nachgewiesen werden. Wie

der World Wildlife Fund (WWF) berichtet,

ist der Fund ein wichtiger Schritt für den

Schutz dieser bedrohten Tierart und liefert

neue Erkenntnisse über ihre Lebensräume.

Das WWF-Team sammelte Wasserproben aus

verschiedenen Flüssen im zentralen und westlichen

Bhutan. In den Proben fanden Wissenschaftler

genetische Spuren, die eindeutig dem

Schneeleoparden (Panthera uncia) zugeordnet

werden konnten. Diese Methode ermöglicht

es, Wildtiere zu erfassen, ohne sie zu stören

oder direkt beobachten zu müssen. Laut

WWF ist das der erste eDNA-Nachweis der

Art in Bhutan – und ein Beleg dafür, dass die

Tiere nicht nur in den Hochgebirgen, sondern

auch in niedrigeren Regionen vorkommen.

Wie der WWF weiter berichtet, sind Schneeleoparden

stark gefährdet: Ihr Bestand wird weltweit

auf weniger als 7.000 Individuen geschätzt.

Hauptbedrohungen sind Wilderei, Lebensraumverlust

und Konflikte mit Viehhaltern.

Der Nachweis in Bhutan gilt daher als ermutigendes

Zeichen für den regionalen Artenschutz.

Die gewonnenen Daten sollen in das Nationale

Schneeleoparden-Monitoring-Programm

Bhutans einfließen, das von der Regierung gemeinsam

mit dem WWF durchgeführt wird.

Der Einsatz von Umwelt-DNA wird nach Angaben

des WWF künftig eine immer größere

Rolle im Wildtier-Monitoring spielen. Sie erlaubt,

schwer zugängliche Gebiete zu erforschen

und gefährdete Arten gezielter zu schützen.

Bhutan gilt dabei als Vorreiter in Asien, wenn

es um den Schutz seiner Bergökosysteme geht.

Schneeleoparden leben in den Hochgebirgen

Zentralasiens und sind für ihre enorme Anpassungsfähigkeit

bekannt. Sie gelten als

Indikatorart für gesunde Gebirgsökosysteme.

Der neue Nachweis zeigt, dass der Himalaya

noch immer Rückzugsräume für diese seltenen

Tiere bietet – doch ihr Überleben hängt davon

ab, wie gut es gelingt,

menschliche Nutzung

und Naturschutz in

Einklang zu bringen.

Quellen (abgerufen am 22. Oktober 2025, 19:37 Uhr):

World Wildlife Fund (WWF) – Pressemitteilung: „eDNA reveals snow leopard

presence in Bhutan’s mountain rivers“, veröffentlicht am 20. Oktober 2025

https://www.worldwildlife.org/news/stories/edna-reveals-snow-leopard-presence-in-bhutans-mountain-rivers



Der Wolf bei der Ministerpräsidentenkonferenz in Mainz

Wildtiere in Deutschland

Der Wolf war eines der zentralen Themen

der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz

in Mainz. Die Länderchefs beschlossen, den

Schutzstatus des Wildtieres in Deutschland

zu senken und damit künftig eine stärkere

Regulierung zu ermöglichen. Nach Jahren

intensiver Diskussionen zwischen Politik,

Bevölkerung und Naturschutzverbänden

zeichnet sich nun eine deutliche Neuausrichtung

im Umgang mit dem Wolf ab.

Die Ministerpräsidentenkonferenz vom 24.

Oktober 2025 in Mainz markiert einen Wendepunkt

in der deutschen Wildtierpolitik.

Die Länder sprachen sich dafür aus, den

Schutzstatus des Wolfs auch im deutschen

Recht abzusenken. Ziel ist laut Beschluss, ein

„modernes und praxisnahes Bestandsmanagement“

zu etablieren, das den günstigen

Erhaltungszustand der Population sicherstellt

und zugleich die Weidetierhaltung schützt.

In der Begründung heißt es, dass ohne ein

solches Vorgehen die Akzeptanz für den Wolf

in der Bevölkerung weiter schwinden würde.

Der Beschluss steht im Einklang mit der

Bewertung der Bundesregierung, die Mitte

Oktober einen „günstigen Erhaltungszustand“

an die EU-Behörden in Brüssel gemeldet hatte.

Besonders deutlich wurde auf der Konferenz,

dass die Situation in Deutschland regional sehr

unterschiedlich ist. Während im Süden, etwa in

Rheinland-Pfalz, bisher nur wenige Tiere leben,

sind in den östlichen Bundesländern wie Sachsen

viele Rudel heimisch. Diese ungleiche Verteilung

führt zu sehr unterschiedlichen Herausforderungen

für Bevölkerung und Behörden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer

(CDU) erklärte dazu: „Seien Sie froh,

dass Sie dieses Problem nicht so haben wie

wir in Sachsen.“ Er verwies auf die angespannte

Lage in seinem Bundesland, wo die

Menschen seit fast zwei Jahrzehnten mit der

wachsenden Wolfsdichte leben. Laut Kretschmer

hätten viele Bürgerinnen und Bürger

dabei Vertrauen in politische Institutionen

verloren, weil sie sich von der Politik im Umgang

mit dem Wolf alleingelassen fühlten.

Mit dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz

ist der Weg frei für ein neues Kapitel

im deutschen Wolfsmanagement. Künftig sollen

Abschüsse einfacher möglich sein, sobald

ein günstiger Erhaltungszustand bestätigt ist.

Das Ziel bleibt, die

Weidetierhaltung zu

sichern und zugleich

die Population langfristig

stabil zu halten.

Quellen abgerufen am 25.10.2025 um 08:34 Uhr:

Pressekonferenz zur MPK in Mainz: https://www.youtube.com/

watch?v=PCrAhsXjGjI Zeit01:04:31

Ministerpräsidenten wollen Wölfe jagen lassen: https://www.evangelisch.de/

inhalte/248849/24-10-2025/ministerpraesidenten-wollen-woelfe-jagen-lassen

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