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Innovation in der spanenden Fertigung
www.mav-online.de | € 27,-
06-2025
Feinstbearbeitung Präzisionskugellager perfekt schleifen Seite 24
Automation Künstliche Intelligenz im Maschinenbau nutzen Seite 54
Software Prozesssicherheit durch digitalen Werkzeugzwilling Seite 56
Special
Additive
Fertigung
Seite 46
Industrie
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2 November 2025
Editorial
Fachkräftemangel – war da was?
■■■■■■ Dass der Mangel an Fachkräften zum
großen Problem für die deutsche Wirtschaft und Industrie
werde, habe ich jetzt oft genug gehört. Aber ist das tatsächlich
so? Allein in meiner Region drohen gerade Zehntausende von
Jobs weg zufallen, die an der Automobilindustrie hängen.
Bosch ist nur eines von vielen Beispielen. Der alte Robert würde
sich wahrscheinlich im Grab herumdrehen. „Wird Stuttgart
das zweite Detroit?“, titelt schon die SZ. Diese Gefahr besteht
durchaus.
Dass die betroffenen Mitarbeiter keine
Expertise und kein Fachwissen mitbrächten,
kann mir keiner erzählen. Aber es ist
nach wie vor so in Deutschland: Wer einmal
raus ist, kommt schwer wieder rein.
Gerade die großen Unternehmen sind
„schleckig“. Zu unerfahren, zu spezialisiert,
zu alt, zu teuer ... einen Grund zur
Ablehnung findet man immer. Kleine und
mittelständische Unternehmen ticken da
zum Glück etwas anders. Die sind froh,
wenn sie Leute finden, die regional verwurzelt
sind und auch bleiben wollen.
Wenn es dann mal wirtschaftlich nicht
läuft, wird es eben schwierig, alle an Bord zu halten. Sie ver -
suchen es trotzdem, so lange es nur geht. Chapeau!
Betrachten wir es aber auch einmal aus der Sicht der Mitarbeiter.
Wie steht es mit der persönlichen Lebensplanung? War
es eine gute Entscheidung, das Haus zu finanzieren – im Glauben,
man hätte eine sichere Stellung? Das neue Auto, hätte
man es vielleicht besser nicht gekauft? Worauf kann man sich
noch verlassen? Kein Wunder, dass die Konjunktur da
nicht so recht anspringen will. Und was machen die jungen
Leute, die sich im Bereich Mechatronik und Softwareentwicklung
im Automobilsektor eine Zukunft versprochen haben?
Träume vom Lebensjob beim Daimler, beim Porsche – wird
das noch was? Oder müssen die jetzt auswandern?
Wir können Industrie in Deutschland. Hochwertige Produkte
werden sich immer verkaufen. Aber wir müssen den
Menschen auch eine verlässliche Perspektive bieten. Disruptionen
wird es immer geben: Textil, Stahl, Chemie ... und jetzt
eben Automobil. Aber es eröffnen sich auch immer wieder
andere Felder. Defense etwa, so betrüblich das auch sein mag.
Oder die Medizintechnik, die wir seit vielen Jahren mit
unserem Kolloquium bei Chiron begleiten. Am 5. November
ist es wieder so weit. Die Highlights lesen Sie in dieser mav-
Ausgabe ab Seite 27.
■
Dr. Frank-Michael Kieß
Redakteur
frank-michael-kiess@konradin.de
Feinschleifen
mit Gefühl
und Präzision
Die neue
Spiro F5 Sense
Mehr Präzision.
Mehr Kontrolle.
Mehr Effizienz.
Engineering with
November 2025 High Precision
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Inhalt 06-2025
Im Nürnberger Werk des
Nutzfahrzeugherstellers
MAN Truck & Bus ist die
Produktion eines hocheffizienten
neuen 13-Liter-
Dieselmotors angelaufen.
Als gemeinsame Motorenplattform
soll er konzernweit
genutzt werden. Für
die Zylinderköpfe kommen
Feinbohrwerkzeuge von
Mapal zum Einsatz, um
die Ventilführungs- und
Ventilsitzgrundbohrung zu
bearbeiten. Bild: Mapal
34
01 Maschinen
16 Kapp Niles präsentiert neue Profilschleifmaschine für
die Bearbeitung von Außen- und Innenverzahnungen
17 Mazak: 5-Achs-BAZ mit gesteigerter Kapazität
18 Studer mit neuer Universal-Rundschleifmaschine
20 Anca: Stream Finishing Innovation liefert verbesserte
Geometrie und längere Werkzeugstandzeit
22 DMG Mori mit Premiere auf der EMO: Sprint 420
23 Supfina: Superfinish als Schlüssel zur Präzision
24 myonic setzt bei der Herstellung von Präzisionskugellagern
auf Vollmer-Schleifmaschine VGrind 360S
02 Werkzeuge
34 Kopfarbeit für den letzten Diesel:
Feinbohrwerkzeuge von Mapal im Einsatz bei MAN
37 Mehr Tempo bei der Bohrerbeschaffung
38 Effizient schruppen: VMK und Tungaloy-NTK
optimieren gemeinsam Fertigungsprozess
40 Verzahnungsherstellung – produktiv und flexibel
42 Wie Haigis mit Walters neuem Stechsystem die
Effizienz steigert
44 ZCC CT: Komplexe Zerspanungsaufgaben
prozesssicher beherrschen
45 Zusatzmodule reduzieren Axialkräfte beim Gewindeschneiden
und verbessern die Prozessstabilität
SPECIAL Additive Fertigung
49 Große Bauteile an einem Stück: IRPD liefert
Metall-3D-Druck „Made in Switzerland“
50 DN Solutions aus Korea erschließt Europas Markt
für additive Fertigung
03 Automation
52 Grob transformiert Fertigung bei Böllinger
54 Heller zeigt, wie digitale Intelligenz, Automatisierung
und Maschine zusammengeführt werden
55 Kuka erweitert AMR-Portfolio: Mobile Plattform
transportiert Bauteile bis zu 250 kg
04 Software
56 Shopfloor-Informationsdrehscheibe:
Prozesssicherheit durch digitalen Werkzeugzwilling
59 Fertigungswissen zentral organisieren: Tebis Smart-
Ops optimiert Konstruktions- und CAM-Prozesse
05 Anlagen, Verfahren
60 Wo Präzision auf Perfektion trifft: Indischer
Werkzeughersteller nutzt Schleiföl von Oelheld
62 Automobilzulieferer Geiger vertraut auf performantes
und langlebiges Schneidöl von Motorex
46 Messe Formnext zeigt Einsatzmöglichkeiten
additiver Fertigung
48 Bereit für die additive Serienproduktion:
Oerlikon setzt auf TruPrint 5000
4 November 2025
38
Rico Kaiser, Richard
Lachmann (VMK) und
Marc Deckwart
(Tungaloy), setzen bei
der Schruppbearbeitung
von Verzahnungen
gemeinsam auf inno -
vative Lösungen.
Bild: Tungaloy-NTK Germany GmbH
Prozesssicher automatisieren
42
Die Haigis Gewichtefertigung
GmbH war der
erste Kunde überhaupt,
der das neue Walter
Groov tec GD Stech -
system bestellt hat.
Und das hat Gründe!
Bild Walter AG
Rubriken
6 Titelgeschichte: Vitronic setzt für flexibles Spannen
und schnelles Rüsten im Prototypenbau auf Spanntechnik-Baukasten
von Schunk
12 Aus der Branche
27 Alle Neuheiten vom 16. Medizintechnischen
Kolloquium der mav bei Chiron
66 Impressum
Zum Titelbild
Im Bereich Prototypenbau
bei Vitronic, ändert sich
die Spannsituation permanent
– deshalb kommt es
hier auf Flexibilität, Rüstzeiteneffizienz
und Prozesssicherheit
an. An den Bearbeitungsmaschinen
spielt
der Schunk-Baukasten seine
Stärken voll aus. Bild: Schunk
Innovation in der spanenden Fertigung
06-2025
Feinstbearbeitung Präzisionskugellager perfekt schleifen Seite 24
Automation Künstliche Intelligenz im Maschinenbau nutzen Seite 54
Software Prozesssicherheit durch digitalen Werkzeugzwilling Seite 56
Special
Additive
Fertigung
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Beilagenhinweis
Dieser Ausgabe liegen Prospekte folgender Firmen bei:
EVO Informationssysteme GmbH, Durlangen
Kern & Sohn GmbH, Balingen
Wir bitten unsere Leser um freundliche Beachtung.
Gerne können Sie Beilagen auch digital lesen unter
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November 2025 5
Titelgeschichte
Schunk Spanntechnik-Baukasten
Flexibles Spannen und schnelles
Rüsten im Prototypenbau
Im Bereich Prototypenbau bei Vitronic, Hersteller von Bildverarbeitungslösungen,
ändert sich die Spannsituation permanent – deshalb kommt es hier auf Flexibilität,
Rüstzeiteneffizienz und Prozesssicherheit an. An den Bearbeitungsmaschinen
spielt der Schunk-Baukasten seine Stärken voll aus.
6 November 2025
Lukas Seibel, Zerspanungstechniker/Anwendungstechnik CAD-CAM
bei Vitronic Machine Vision, Marco Sauer, Technischer Berater
Geschäftsbereich Spanntechnik bei Schunk sowie Darius Adamski,
Projektmanager Anwendungstechnik CAD-CAM (v. l. n. r.) vor dem
Hochleistungsbearbeitungszentrum der Tiltenta-Baureihe von
Hedelius bei Vitronic im Werk Wiesbaden. Bild: Schunk SE & Co. KG
November 2025 7
Titelgeschichte
Der robuste Fünf-Achs-Spanner KSX-C2 ermöglicht werkzeuglosen
Backenschnellwechsel und präzise Sechs-Seiten-Bearbeitung.
In Kombination mit dem Nullpunktspannsystem Vero-S sorgt er
für exzellente Bearbeitungsergebnisse. Bild: Schunk SE & Co. KG
Mit dem vollintegrierten Vero-S Nullpunktspannsystem lassen
sich Spannmittel schnell und sehr präzise wechseln. Die Umrüstung
vom 5-Achs-Spanner zum Dreibackenfutter dauert keine Minute.
Bild: Schunk SE & Co. KG
tionsumgebung, um iterative Verbesserungen
hinsichtlich des Designs und der Funktionalität
des Bauteils zu ermöglichen. „Wir
arbeiten mit Musterteilen und kleinen Losgrößen,
deshalb müssen wir permanent neue
Spannsituationen realisieren – und das möglichst
schnell und sicher“, erläutert Darius
Adamski, Anwendungstechniker CAD-
CAM bei Vitronic Machine Vision. In der
Abteilung Prototypenbau des Herstellers
von Bilderkennungs- und Bildverarbeitungssystemen
am Standort Wiesbaden entstehen
Gehäuseteile, Halterungen, Kühlkörper, Fassungen
und andere Bauteile für das Innenleben
hochmoderner optischer Prüf- und In-
■■■■■■ Das Wiesbadener Unternehmen
Vitronic hat neben verschiedenen Spanntechnikmodulen
und Drehfuttern für die
Werkstückspannung auch Werkzeughalter
mit Hydrodehnspanntechnologie im Einsatz.
Baukastenbasis und Präzisionsschnittstelle
zum Maschinentisch ist das modulare
Nullpunktspannsystem VERO-S. Mit ihm
realisiert der Anwender universelle und präzise
Aufspannungen und erreicht eine hohe
Maschinenauslastung.
Die Bauteilfertigung im Prototypenbau
stellt besondere, spezifische Anforderungen.
Im Vordergrund stehen eine hohe Flexibilität
und einfache Anpassbarkeit der Produkspektionssysteme.
Die Geräte von Vitronic
sind High-Tech-Produkte, für die eine konventionelle
Baugruppenfertigung und klassische
Zerspanungsbearbeitung auf hohem
technischem Niveau unerlässlich sind. „Unsere
Maschinenausstattung muss top sein,
sie muss breit und flexibel aufgestellt sein,
damit wir schnell reagieren und effizient arbeiten
können“, betont Adamski. „Unsere
Herangehensweise ist nicht vergleichbar mit
einer Serienfertigung. Zum einen brauchen
wir Varianten beim Spannen und Bearbeiten.
Und zum anderen ist die Sicherheit bei
den sich dauernd ändernden Situationen ein
großes Thema, um Schäden zu vermeiden.“
Werkzeugloser Backenschnellwechsel
und
stufenlos einstellbare
Spannkräfte ermöglichen
eine präzise Sechs-Seiten-
Bearbeitung, sparen
Rüstzeit und sorgen für
eine sichere Spannung
selbst empfindlicher
Werkstücke. Der
KSX-C2 125–300 überzeugt
durch seine ergonomische
und bedienerfreundliche
Handhabung
an der Maschine.
Bild: Schunk SE & Co. KG
8 November 2025
Der federbetätigte Konusverschluss des Spannmoduls Vero-S verschließt
das Modul, sobald der Spannbolzen ausgehoben wird und
verhindert das Eindringen von Spänen oder Schmutz in die Wechselschnittstelle.
Bild: Schunk SE & Co. KG
Der Werkzeughalter Tendo EC ermöglicht dank Hydrodehnspanntechnik einen
sekundenschnellen Werkzeugwechsel und sorgt für einen exakten Rundlauf.
Die hohe Spannkraft und Schwingungsdämpfung gewährleisten eine lange
Werkzeugstandzeit und erstklassige Bearbeitungsergebnisse. Bild: Schunk SE & Co. KG
Flexible Maschinenausstattung durch
Module aus dem Schunk-Baukasten
Die Lösung für diese Anforderungen fand
das Team um Darius Adamski 2018 beim
Besuch der AMB. „Dieser Messebesuch war
eine riesige Überraschung für uns“, bekräftigt
der Projektmanager. „Am Stand von
Schunk haben wir sofort gesehen, dass wir
hier das Passende finden.“ Die große Auswahl
an Spannmitteln mit allen denkbaren
Varianten hat Adamski überzeugt. „So ein
Angebot hat sonst niemand!“ Er hatte bislang
mehrere unterschiedliche Anbieter und
Ansprechpartner für Werkzeugaufnahmen
und Spannmittel, was lange Wege und viel
Zeit für Abstimmungen erforderte. „Damit
sollte Schluss sein, denn das ist absolut in -
effektiv. Wir wollten endlich eine zentrale
Anlaufstelle und einen direkten Ansprechpartner
für unsere Maschinenausstattung.
Das haben wir bei Schunk gefunden – und
nicht nur das: Wir können jetzt auf eine bisher
nicht dagewesene Fülle von Bausteinen
zurückgreifen.“
So war der Anfang einer zukunftsweisenden
Zusammenarbeit gemacht. Vitronic
stattete das 2019 erworbene Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum
Alzmetall GS 800 mit diversen
Modulen aus dem Spanntechnik-
Baukasten von Schunk aus – darunter das
Nullpunktspannsystem Vero-S NSE3 138,
verschiedene Spanner und Drehfutter sowie
die Werkzeughalter Tendo EC und Tendo
Slim 4ax. Flexibilität, Rüstzeitoptimierung,
Handhabungskomfort und Effizienz sind
seither auf ein neues Niveau geklettert.
„Diese Vielfalt an Spannmitteln und -backen
hat unsere Arbeit auf ein neues Level
gehoben. Der umfangreiche Schunk-Baukasten
ist genau das, was wir benötigen“,
sagt Adamski. Und vor allem versichert er:
„Hier stimmt die Qualität.“
Nun stand Anfang 2025 erneut die Investition
in eine neue Maschine an – ein Hochleistungsbearbeitungszentrum
der Tiltenta-
Baureihe von Hedelius. Der große Arbeitsraum
mit dem stufenlos schwenkbaren
Fräskopf ermöglicht die Vertikalbearbeitung
langer Werkstücke. Über den integrierten
NC-Rundtisch erfolgt die Fünf-Seiten-
Bearbeitung auch von Schwerlastteilen.
Dank der Trennwand entstehen ein Drei-
Achsen- und ein Fünf-Achsen-Arbeitsraum
für den effizienten Pendelbetrieb. „Für die
neue Maschine haben wir die Ausstattung
der Alzmetall einfach kopiert,“ berichtet
Lukas Seibel, Zerspanungstechniker und
Anwendungstechnik CAD-CAM bei Vitronic
Machine Vision. „Es hat uns begeistert,
dass wir die Spannmodule einfach von einer
Maschine auf die andere übertragen können.
Für uns bedeutet dies kurze Wege,
schnelle Rüstzeiten und ein ergonomisches
Handling. Wir können bei der täglichen Arbeit
unmittelbar auf neue Situationen reagieren.
Mit dieser anpassbaren und skalierbaren
Maschinenausstattung und dem Zusammenspiel
beider Anlagen hat unsere Bearbeitungseffizienz
einen deutlichen Schub
erhalten“, schwärmt der junge Zerspanungstechniker.
Nullpunktspannsystem Vero-S als Basis
für schnelle und flexible Rüstvorgänge
Baukastenbasis und Präzisionsschnittstelle
zum Maschinentisch auch auf der neuen
Hedelius-Tiltenta ist das modulare Nullpunktspannsystem
Vero-S. „Hiermit realisieren
wir präzise Aufspannungen unterschiedlichster
Werkstückgeometrien und
rüsten schnell und effizient“, betont Lukas
Seibel. Die Prototypenabteilung bei Vitronic
erreicht mit insgesamt 18 verbauten
NSE3–138-Modulen eine volle Maschinenauslastung.
Die rostfreien und abgedichteten
Module sind mit einem federbetätigten
Konusverschluss versehen, der die Wechselschnittstelle
automatisch verschließt, sobald
der Spannbolzen ausgehoben wird. So ist
das Eindringen von Spänen oder Schmutz
ausgeschlossen. Dies sorgt für Prozesszuverlässigkeit
bei den Bearbeitungsabläufen sowie
für die Langlebigkeit der Spannstation.
Die formstabilen Spannmodule können hohe
Kippmomente und Querkräfte aufnehmen,
woraus eine extrem steife Spannung
ohne Vibrationen resultiert. Zudem erreichen
die pneumatischen NSE3-Module eine
hohe Einzugskraft, die auch bei Druckabfall
voll erhalten bleibt.
Passgerechte Spannmodule und Drehfutter
binnen Sekunden montiert
Auf der Spannstation Vero-S setzt Vitronic
unterschiedliche Spannmodule des Schunk-
Baukastens ein, etwa den Basisspanner
KSC3 125–300 mit Konsole oder den
schlanken Fünf-Achs-Spanner Kontec
KSX-C2 125–300. Das Rüsten in Verbindung
mit dem Vero-S dauert nur Sekunden.
Schunk hat mit dem vollständig gekapselten
und robusten Spannblock KSX-C2 einen
neuen Meilenstein gesetzt – er bietet noch
mehr Flexibilität, noch weniger Rüstzeit
und einen sicheren Halt. Ein Backenschnellwechsel
erfolgt werkzeuglos. Mit 130 Millimetern
Grundspannhub und Wendebacken
zur Vergrößerung des Spannbereichs lässt
sich der Spanner zügig auf ein neues Teilespektrum
umbauen. Es stehen viele verschiedene
Schnellwechselbacken zur Verfügung.
Dank des aktiven Niederzugs ist eine
präzise Sechs-Seitenbearbeitung auf der
Fünf-Achs-Maschine möglich. Anwender erreichen
exzellente Bearbeitungsergebnisse
hinsichtlich Planparallelität und Rechtwink-
November 2025 9
Titelgeschichte
ligkeit. Die nach oben verjüngte Außenkontur
des KSX-C2 ermöglicht eine gute Zugänglichkeit
mit Standardwerkzeugen. Der
Bediener kann die Spannkräfte über einen
Drehmomentschlüssel stufenlos einstellen,
zum Beispiel für dosierte Kräfte zur Spannung
empfindlicher Teile. Während der Bearbeitung
schluckt eine integrierte Elastomerdämpfung
auftretende Schwingungen –
Ergebnis ist eine hohe Oberflächengüte der
Werkstücke.
Auch das Handspannfutter Rota-S plus
160 2.0 ist Teil des Spanntechnik-Baukastens
bei Vitronic. Schunk hat das Drehfutter
für unterschiedlichste Spannaufgaben als
Zwei- und als Drei-Backenfutter konzipiert,
vor allem für das Spannen runder Werkstücke.
Der hohe Wirkungsgrad des Keilstangensystems
und das optimierte Schmiersystem
sorgen für prozesssicheres Spannen und
dauerhaft hohe Spannkräfte; Anwender
profitieren von der Bearbeitungseffizienz.
Die Entwickler haben beim Rota-S plus 2.0
konstruktive Register gezogen: große Futterbohrung,
schrägverzahnte Grundbacken,
bedienerfreundliches Backenschnellwechselsystem
mit hoher Wiederholgenauigkeit, allseitig
gehärtete und geschliffene Funktionsteile
sowie visuelle Sicherheitsfeatures für
maximale Bediensicherheit.
Werkzeughalter mit zukunftsweisender
Hydrodehnspanntechnik
„Neu für uns waren die Werkzeughalter mit
Hydrodehnspanntechnik“, konstatiert Da -
rius Adamski. Der Projektmanager hatte für
Die hohe Spannkraft und
Schwingungsdämpfung
des Werkzeughalters
Tendo EC im Magazin
des Bearbeitungszentrums
gewährleisten eine
lange Werkzeugstandzeit
und erstklassige Bear -
beitungsergebnisse.
Bild: Schunk SE & Co. KG
Werkzeughalter Tendo Slim 4ax in der 20-er (l.)
und 12-er Ausführung. Mit Zwischenbüchsen
erreichen Anwender flexible Spannbereiche.
Bild: Schunk SE & Co. KG
die im Jahr 2019 neu angeschaffte Alzmetall
GS 800 zunächst klassische Warmschrumpffutter
in den Blick genommen, war dann allerdings
schnell von der Hydrodehnspanntechnologie
der Tendo-Reihe überzeugt. Die
Werkzeugspannung erfolgt über einen hydraulischen
Mechanismus, bei dem das Eindrehen
einer Schraube das innere Druckmedium
komprimiert und die Dehnbüchse
elastisch verformt. So wird der Werkzeugschaft
fest umschlossen. Die hohe Spannung
und radiale Steifigkeit sorgen für einen absolut
sicheren Halt des Werkzeugs und für
einen exakten Rundlauf. Schunk als Marktführer
im Bereich der Hydrodehnspanntechnik
hat mehr als 40 Jahre Erfahrung in dieser
Technologie. Dank einer anwendungsspezifisch
ausdifferenzierten Werkzeughalter-Segmentierung
finden Kunden je nach
Anwendung und Anforderung passende
Hydrodehnspannfutter-Varianten. Vitronic
hat die Modelle Tendo EC und Tendo Slim
4ax im Einsatz.
Nutzer der Hydrodehnspanntechnik
schätzen seit Jahrzehnten die wirtschaftliche,
effiziente und ressourcenschonende Teilebearbeitung.
Diese Werkzeughalter sind
serienmäßig feingewuchtet und für hohe
Drehzahlen geeignet. Die Werkzeugschäfte
lassen sich direkt in das Futter einspannen –
so punktet die Tendo-Reihe durch einen
sekundenschnellen, mikrometergenauen
Werkzeugwechsel. Anwender sparen Rüstzeit
und können auf weitere Peripheriegeräte
verzichten. Sie profitieren von einer hohen
Flexibilität, da neben der Direktspannung
auch die Spannung unterschiedlicher
Durchmesser mit geschlitzten oder kühlmitteldichten
Zwischenbüchsen möglich ist.
Der dauerhaft exakte Rundlauf und die
wirksame Schwingungsdämpfung sorgen
beim Metallbearbeiter für lange Werkzeugstandzeiten.
Vorteil Total Tooling: Übertragbarkeit und
ganzheitliche Maschinenausstattung
„Dass wir 2018 auf der Messe auf den vielfältigen
Schunk-Baukasten gestoßen sind,
war ein Glücksfall für uns“, bestätigt Darius
Adamski. „Spannmodule und Werkzeughalter
haben sich als wahre Rüstzeitkiller erwiesen.
Obendrein haben wir deutlich an
Zuverlässigkeit, Effizienz und Ergonomie
gewonnen.“ Zudem sei die Funktionalität
der Produkte immer gegeben, und Probleme
oder ein Reparaturfall seien noch nie vorgekommen.
Auch die nächste Maschine würden
Darius Adamski und Lukas Seibel wieder
mit dem Schunk-Baukasten ausstatten.
Zunächst steht für die Hedelius-Tiltenta
und die Alzmetall GS 800 noch die Installation
der Fünf-Achs-Pyramide SEP an, die
mit den Spannern KSC3 125–160 bestückt
werden sollen. Die Mehrfachspannung in
pyramidaler Bauweise ermöglicht das
gleichzeitige Spannen mehrerer Werkstücke,
was die Rüstzeiten zusätzlich senkt. „Wenn
wir Fragen haben, genügt ein Anruf“, versichert
Adamski und resümiert: „Komplettes
System, einwandfreie Kommunikation, hier
sind keine Wünsche mehr offen. Eine solche
Zusammenarbeit schätzen wir – und haben
jetzt alles aus einer Hand!“
■
Schunk SE & Co. KG
www.schunk.com
10 November 2025
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November 2025 11
Aus der Branche
Termine
Personalien
FMB
04.11. – 06.11.2025
Zuliefermesse Maschinenbau, Bad Salzuflen
www.fmb-messe.de
16. Medizintechnisches Kolloquium der mav
05.11.2025
Technologieführer beleuchten die Prozesskette
medizintechnischer Fertigung, bei Chiron in
Tuttlingen; https://mav.industrie.de/
medizintechnisches-kolloquium-2025
Parts Finishing
12.11. – 13.11.2025
Fachmesse für Deburring, Surface Finishing und
Cleaning, Karlsruhe
www.parts-finishing.de
WZL Forum der RWTH Aachen
13.11.2025
24. Internationales Kolloquium „Werkzeugbau mit
Zukunft“, Aachen
www.wzlforum.de
Formnext
18.11. – 21.11.2025
Branchenhub für die Additive Fertigung, Frankfurt/M.
https://formnext.mesago.com
SPS
25.11. – 27.11.2025
Smart Production Solutions, Nürnberg
https://sps.mesago.com
Nortec
03.02. – 05.02.2026
Fachmesse für Produktion, Hamburg
www.messe-stuttgart.de/nortec
Bild: Mikron
Mikron verändert
Gruppenleitung
Mikron ernennt
Philip Kraus (Bild)
mit Wirkung zum
1. Januar 2026 zum
Leiter der Division
Mikron Automation.
Kraus war zuvor als
Geschäftsführer der
BBS Automation
Werke in der Slowakei
und in Deutschland
tätig. Der bisherige
Leiter Rolf
Rihs übernimmt
eine neue Rolle als
Senior Advisor auf
Gruppenebene.
Bild: Seco
Neuer
Vertriebsleiter
bei Seco
Österreich
Zum 1. September
2025 hat Günter
Pettinger die Vertriebsleitung
des
Präzisionswerkzeugherstellers
Seco in
Österreich übernommen.
Pettinger
verfügt über 23
Jahre Erfahrung
im strategischen
Account-Management
im Bereich
Automotive bei
Seco Deutschland.
Zuletzt war er
Strategic Sales
Engineer.
Der Aufsichtsrat der
ZF Friedrichshafen
AG hat Mathias
Miedreich (Bild)
zum neuen Vorstandsvorsitzenden
berufen. Er folgt auf
Dr. Holger Klein,
der zum 30. September
2025 aus
dem Vorstand ausgeschieden
ist.
Midreich gehört seit
Januar 2025 dem
Vorstand an und leitet
die Division für
Elektrifizierte Antriebstechnologien.
Vorstandswechsel
bei
Zeiss
Bild: Zeiss
Neues Vorstandsmitglied
der Carl
Zeiss AG für die
Sparte Industrial
Quality & Research
(IQR) ist Dr. Marc
Wawerla. Er war
bislang Leiter des
Strategischen
Geschäftsbereichs
Zeiss Industrial
Quality Solutions
(IQS) und Vorsitzender
der Geschäftsführung
der
Carl Zeiss Industrielle
Messtechnik
GmbH.
Bild: ZF
Miedreich
übernimmt
bei ZF
BIEMH
02.03. – 06.03.2026
Internationale Messe für fortschrittliche Fertigung,
Bilbao; https://biemh.bilbaoexhibitioncentre.com/en/
Intertool
21.04. – 24. 04. 2026
B2B-Fachmesse für die produzierende Industrie,
Wels/Österreich; https://intertool.at
Control-Expert Days
21.05. – 22.05.2026
Expertentreff für industrielle Qualitätssicherung,
Stuttgart
www.control-messe.de/control-expertdays
Bild: H. P. Kaysser
Kaysser stellt Weichen für Zukunft
Neuer technischer Geschäftsführer bei H. P. Kaysser
ist Kai Klenk (r.). Gemeinsam mit Achim Hinterkopf
(l.), der CEO und Sprecher der Geschäftsleitung
wird, führt er seit 1. Juli die Geschäfte beim Systemlieferanten
in der Metallbearbeitung . Der bisherige
Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Thomas
Kaysser wechselt nach 45 Jahren aus der operativen
Ebene in den zukünftigen Beirat.
12 November 2025
80 000 Fachbesucher in Hannover
EMO 2025 puscht
Automation und KI
Carl Martin Welcker,
Generalkommissar der
EMO 2025. Bild: VDW
■■■■■■ Die EMO in Hannover, die als
Weltleitmesse für Produktionstechnologie
gilt, zog im September rund 80 000 Fachbesucher
aus über 45 Ländern an, wobei mehr
als die Hälfte der Besucher aus dem Ausland
kam. Die Messe setzte wichtige Impulse für
Innovationen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
der Industrie. Im Fokus standen
insbesondere die Themen Automation
und künstliche Intelligenz, die maßgeblich
zur Effizienzsteigerung in industriellen Prozessen
beitragen. Über 1600 Aussteller präsentierten
Lösungen zur Modernisierung
und Optimierung der Fertigung. Das Rahmenprogramm
bot zahlreiche Gelegenheiten
zum Erfahrungsaustausch.
„Smarte und beeindruckende technische
Lösungen stehen in Hülle und Fülle zur Verfügung.
Das hat diese EMO überzeugend
gezeigt“, sagt Carl Martin Welcker, Generalkommissar
der EMO 2025. „Damit sie ihre
Wirkung entfalten können, muss der Investitionsbooster
endlich zünden. Viele Projekte
sind nach drei Jahren Investitionszurückhaltung
in der Pipeline, aber die Unsicherheit
der politischen Rahmenbedingungen
bremst Investitionen weiter aus.“
Die Automatisierung bleibt das zentrale
Thema der Industrie, getrieben von Kostendruck
und Fachkräftemangel. Etwa die
Hälfte der befragten Besucher interessierte
sich dafür, wie Automatisierung zur Produktivitätssteigerung
genutzt werden kann. Die
Bedeutung von Robotik im Fertigungsumfeld
nimmt weiter zu, wie zahlreiche ausstellende
Unternehmen belegen.
Mehr als ein Drittel der Besucher informierte
sich über Digitalisierung und künstliche
Intelligenz. Der Einsatz von KI in der
Produktion verbessert die Auswertung von
Sensordaten und trägt somit zur Qualitätssteigerung
bei. Automatisierung, Digitalisierung
und KI steigern neben Produktivität
und Effizienz auch die Nachhaltigkeit, etwa
durch eine verbesserte Energie- und Materialeffizienz.
Die EMO 2027 findet vom 04. bis 08.
Oktober in Mailand, Italien, statt. ■
Turnkey-Linie für 60 000 Eisenbahnachsen
FFG erhält Großauftrag
aus Indien
16. Medizintechnisches Kolloquium der mav
Medizintechnik-
Treff in Tuttlingen
■■■■■■ Die MAG IAS GmbH, ein
Unternehmen der Fair Friend Group
(FFG), hat einen Großauftrag zur Lieferung
einer schlüsselfertigen Produktionslinie
für Eisenbahnachsen von
der Jupiter Tatravagonka Railwheel
Factory Pvt. Ltd. (JTRWF) in Indien
erhalten. Die hochautomatisierte Linie
ist für die jährliche Fertigung von
60 000 Eisenbahnachsen ausgelegt
und wird im neuen Werk von JTRWF
in Khurda, Odisha installiert.
Die Turnkey-Lösung liegt im zweistelligen
Millionen-Euro-Bereich und
Die MAG IAS GmbH, ein Unternehmen
der Fair Friend Group (FFG), hat von der
Jupiter Tatravagonka Railwheel Factory
Pvt. Ltd. (JTRWF) in Indien einen Großauftrag
für die Lieferung einer Produk -
tionslinie für Eisenbahnachsen erhalten.
Bild: FFG
umfasst eine vollständige Bearbeitungs-
und Prüflinie auf Basis modernster
Fertigungstechnologie. Kern
der Anlage sind hochpräzise
VDF-450-4T-Horizontal-Drehzentren
von VDF Boehringer sowie umfassende
Automatisierungslösungen, darunter
Markier- und Messstationen, Vorrichtungen
zur visuellen Endkontrolle
sowie eine zentrale Anlagensteuerung
mit durchgängiger Systemüberwachung
und Komponentenverfolgung.
Der Produktionsstart in Khurda ist
für das dritte Quartal 2026 geplant. ■
Das 16. Medizintechnische Kolloquium der mav am
5. November 2025 bei Chiron in Tuttlingen bietet einen
kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen in der
medizintechnischen Fertigung. Bild: Konradin/Chiron
■■■■■■ Über den neuesten Stand der medizintechnischen
Fertigung informiert das 16. Medizintechnische
Kolloquium der mav am 5. November
2025 in Tuttlingen. Dort präsentieren wieder Experten
namhafter Unternehmen Trends und Innovationen,
die Herstellern wertvolle Wettbewerbsvorteile
verschaffen können. Neben Gastgeber Chiron Group
sind diesmal mit dabei: Borer Chemie, Fraunhofer
IPA, Keller, Louis Bélet, Mitsubishi Materials Tools,
Renishaw und Siemens. Weitere Informationen
und Anmeldung unter https://mav.industrie.de/
medizintechnisches-kolloquium-2025/
■
November 2025 13
Aus der Branche
Von bescheidenen Anfängen zur global agierenden Gruppe
Mapal feiert 75. Geburtstag
■■■■■■ Aus bescheidenen Anfängen ist
das Familienunternehmen Mapal in seiner
nunmehr 75-jährigen Geschichte zu einer
global agierenden Gruppe mit Weltruf aufgestiegen.
Von Beginn an war die Firmengeschichte
des Werkzeugherstellers geprägt
von Kontinuität und einem innovativen
Geist, der vom schwäbischen Tüftlertum genauso
gespeist wurde wie vom unternehmerischen
Mut der Inhaberfamilie Kress.
Der intensive Kontakt zum Kunden sowie
das zuverlässige Gespür dafür, was für
die Zukunft wichtig ist, prägen bis heute die
Unternehmenskultur. Mit Dr. Jochen Kress,
der bereits ab 2000 als Entwicklungsingenieur
bei Mapal arbeitete, trat 2008 die dritte
Generation in die Geschäftsleitung des
Familienunternehmens ein. Als er zehn Jahre
später die Verantwortung für die Mapal
Gruppe als Geschäftsführender Gesellschafter
übernahm, ist die Transformation des
Marktes bereits in vollem Gang.
Den Übergang der Automobilbranche
hin zur Elektromobilität geht Mapal proaktiv
mit und entwickelte auch in diesem Bereich
früh effiziente Fertigungslösungen.
Daneben erfolgte die strategische Ausweitung
von Kundensegmenten abseits der Automobilindustrie,
die lange ein Wachstumsgarant
gewesen war. Mapal fokussiert sich
Die Transformation von Mapal hin zu einer prozessgesteuerten,
global agierenden Organisation wurde
von Dr. Jochen Kress angestoßen. Bild: Mapal
nun zusätzlich auf die Bereiche Aerospace,
Fluid Power sowie den Werkzeug- und
Formenbau. Digitallösungen bietet die 2017
gegründete c-Com, die inzwischen in die
Mapal Gruppe integriert ist und vor allem
die Toolmanagement-Leistungen untestützt.
Mit einem Umweltmanagementsystem berücksichtigt
das Unternehmen alle Aspekte
eines nachhaltigen Wirtschaftens. ■
Verstärkung bei CVD-Diamantbeschichtungen
Kyocera integriert
Kernbereich von Weber
Siemens gründet Datenallianz für industrielle KI
Austausch von
Maschinendaten
Dr. Frank-Reinhard Weber, Gründer
von Weber Technologies, soll bei
Kyocera weiterhin Stabilität und Fachkompetenz
sicherstellen. Bild: Kyocera
■■■■■■ Die Kyocera Unimerco Tooling
A/S mit Hauptsitz in Sunds, Dänemark, und
Teil der globalen Kyocera Corporation
(Kyoto, Japan), hat die Integration des Geschäftsbetriebes
und der Kernbereiche der
Weber Technologies GmbH in Potsdam
bekannt gegeben. Die Übernahme trat
zum 1. September 2025 in Kraft.
Das Geschäft wird in die Kyocera Unimerco
Tooling GmbH mit Sitz in Neuss integriert.
Weber Technologies ist ein Spezialist
für CVD-Diamantbeschichtungen. Die
Übernahme soll Kyoceras Fähigkeit stärken,
CVD-Diamantbeschichtungen weltweit
in verschiedenen Branchen und Geschäftsbereichen
auszubauen.
■
■■■■■■ Im Rennen um die industrielle KI der
Zukunft hat sich Siemens Verbündete aus dem europäischen
Maschinenbau geholt. Zu der neu gegründeten
Datenallianz gehören neben dem Münchner
Konzern auch die Werkzeugmaschinenhersteller
Grob, Trumpf, Chiron, Renishaw, Heller, das Werkzeugmaschinenlabor
der RWTH Aachen und die
Voith Group, wie Siemens mitteilte. Kern der Zusammenarbeit
ist der Austausch anonymisierter Maschinendaten.
Der Grundgedanke hinter dem Zusammenschluss
ist, dass künstliche Intelligenz umso besser ist, je
höher die Qualität aber auch die Menge der Daten
ist, mit denen sie trainiert wird. Hier sieht man bei
Siemens eine Chance für die europäischen Unter -
nehmen.
■
IHR MASCHINENBAU
PRÄZISE GESTEUERT.
ZUVERLÄSSIGE CNC-STEUERUNG. STARKE PARTNERSCHAFT.
14 November 2025
Werkzeugmaschinenhersteller geht in koreanischen Besitz über
DN Solutions kauft Heller
■■■■■■ DN Solutions (ehemals Doosan
Machine Tools) erwirbt den Nürtinger
Werkzeugmaschinenhersteller Heller. Das
traditionsreiche, 1894 gegründete Unternehmen
gilt als Spezialist für Bearbeitungszentren
und anspruchsvolle Hochpräzisionsprozesse.
Nach Abschluss der Übernahme
wird der konsolidierte Jahresumsatz von
DN Solutions voraussichtlich rund 2 Milliarden
Euro erreichen.
Heller betreibt fünf große Werke in
Deutschland, Großbritannien, den USA,
Brasilien und China, während DN Solutions
Produktionsstätten in Korea und China unterhält
und zudem ein neues Werk in Indien
plant. Gemeinsam soll ein Unternehmen mit
internationaler Schlagkraft, technologischem
Tiefgang und umfassender Prozesskompetenz
im Werkzeugmaschinenbau entstehen.
Durch die Zusammenführung ihrer
Produktionsnetzwerke werden die beiden
Unternehmen zu einem stärkeren, globalen
Partner für ihre Kunden.
Durch den Zusammenschluss mit Heller
verstärkt DN Solutions seine Präsenz in
Europa und erweitert sein Portfolio im Bereich
komplexer Bearbeitungszentren und
5-Achs-Technologien. „DN Solutions hat
sich auf der globalen Bühne behauptet.
Durch die Kombination unserer Stärken mit
Wonjong Kim, CEO von DN Solutions; Marc Heller,
Petra Speidel und Nicole Pfleiderer, Gesellschafter
der Heller Holding (v. l. n .r.) Bild: Heller
dem über 130-jährigen Know-how von Heller
im Bereich der Bearbeitungszentren wird
diese Partnerschaft bahnbrechende Innovationen
für die Fertigungsindustrie hervorbringen.
Darüber hinaus werden die beiden
Unternehmen ihren Kunden einen einzigartigen
Mehrwert bieten und ihre Position als
High-End-Marke auf dem globalen Werkzeugmaschinenmarkt
stärken“, erklärt
Wonjong Kim, CEO von DN Solutions. ■
Zuwachs im Ausland, Rückgang im Inland
Hermle: Entwicklung
besser als erwartet
Spatenstich in Ostfildern
Citizen eröffnet
neue Europazentrale
Standort des
schwäbischen Werkzeugmaschinen-
und
Automationsspezialisten
Hermle in
Gosheim. Bild: Hermle
■■■■■■ Citizen Machinery Europe beginnt mit
dem Bau ihrer neuen Europazentrale im Gewerbegebiet
Scharnhausen-West in Ostfilder. Das Unternehmen,
spezialisiert auf CNC-Drehtechnologie, plant
dort einen modernen Vertriebs- und Produktionsstandort.
Der Umzug vom bisherigen Standort in
Esslingen ist für Ende 2026 vorgesehen. ■
■■■■■■ Die Geschäfte der Maschinenfabrik
Berthold Hermle AG entwickelten
sich im ersten Halbjahr 2025
durch Zuwächse im Ausland insgesamt
etwas besser als erwartet. Mittelfristig
rechnet das Unternehmen unverändert
mit einem weltweit hohen
Bedarf für leistungsstarke Werkzeugmaschinen
und Automationslösungen.
Der Auftragseingang des schwäbischen
Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten
ging, gemessen
am entsprechenden Vorjahreswert,
konzernweit um 6 % auf 235,9 Millionen
Euro zurück. Die Nachfrage
war regional sehr unterschiedlich:
Während sich die neuen Bestellungen
in Deutschland um 22,9 % auf 68,4
Millionen Euro verringerten, stiegen
sie im Ausland um 3,3 % auf 167,5
Millionen Euro.
Die niedrige Investitionsbereitschaft
im Inland führt Hermle auf die
verbreitet geringe Kapazitätsauslastung
der Unternehmen und hohe Unsicherheiten
zurück. Wegen der starken
Exportorientierung vieler Branchen
wirken sich die zunehmenden
Zoll- und Handelskonflikte dort besonders
deutlich aus. Hinzu kommen
Aspekte wie die Energiewende und die
Umstellung der Automobilindustrie
auf alternative Antriebstechniken. ■
Spatenstich in Ostfildern: Veronika Neumeister, Administration
CME, Markus Reißig, Geschäftsführer CME, Christof Bolay,
Oberbürgermeister Ostfildern, Heiko Bar, Architekt Vollack,
Andreas Scheithauer, Prokurist und kaufm. Leiter CME,
Addlen Trabelsi, Prokurist und Vertriebsleiter Europa CME
(v. l. n. r.). Bild: Citizen Machinery Europe
November 2025 15
01 Maschinen
Kapp Niles präsentiert neue Profilschleifmaschine
Bearbeitung von Außenund
Innenverzahnungen
Große Flexibilität bei kompaktem Design: Die neue Profilschleifmaschine
KNG 5P expert von Kapp Niles eignet sich hervorragend für
die präzise Bearbeitung von Außen- und Innenverzahnungen. Als
Weiterentwicklung der etablierten ZE-Baureihe vereint sie deren
Vorteile mit zahlreichen Extra-Optionen.
■■■■■■ „Die KNG 5P expert lässt sich
für unterschiedlichste Anwendungen nutzen
und ermöglicht effizientes Arbeiten bei exzellenter
Verzahnungsqualität“, betont
Kapp Niles Produktspezialist Boris Maschirow.
Ergonomische Bedienung
Die KNG 5P expert zeichnet sich durch ihre
exzellente Rüstfreundlichkeit aus. Zum
Wechsel der Abrichtrolle schwenkt die direkt
angetriebene Abrichtspindel in eine ergonomische
Position. Abrichtwerkzeuge lassen
sich so bequem von außerhalb der Maschine
wechseln. Der optimierte Gegenhal-
ter mit einem Hub von 850 mm und der darauf
aufgebaute, wegschwenkbare Reitstock
mit stufenlos justierbarem Spitzendruck bis
2000 N erweitern den Anwendungsbereich
von Spannungen zwischen Spitzen erheblich.
Vielfältige Anwendungen
Von Zahnrädern über Ritzelwellen bis hin
zu Schnecken lassen sich auf der KNG 5P
expert verschiedenste Werkstücke mit einer
Verzahnungsbreite bis 670 mm schleifen.
Die leistungsstarke Schleifspindel verfügt
über einen Direktantrieb mit Drehzahlen bis
9500 U/min bei bis zu 64 Nm Antriebsmoment.
Diese erlaubt den Einsatz von Schleifscheiben
im Durchmesserbereich von 60 bis
350 mm.
Kapp Niles präsentiert die
neue Profilschleifmaschine
KNG 5P expert. Bild: Kapp Niles
Mit der KNG 5P expert
können Werkstücke mit einer
Verzahnungsbreite bis zu
670 mm bearbeitet werden.
Bild: Kapp Niles
Der Rundtisch mit einem Durchmesser
von 400 mm, elektrischem Direktantrieb
und tiefer Bohrung für lange Wellen ist
großzügig dimensioniert. Trotz des extrem
breiten Anwendungsbereichs und der robust
ausgelegten Hauptkomponenten hat die
Maschine dank der kompakten Bauweise
nur einen sehr geringen Platzbedarf.
Zusätzliche Optionen
Anspruchsvolle Modifikationen können auf
der KNG 5P expert durch 5-Achs-interpoliertes
Schleifen über eine offene Schwenkachse
hochproduktiv und nahezu verschränkungsfrei
im Zweiflankenschliff erzeugt
werden. Beim Schleifen von Schnecken
schwenkt der Abrichtarm komplett aus dem
Arbeitsbereich des Schleifschlittens, wodurch
der volle Hub von 675 mm genutzt
werden kann. Die Maschine lässt sich mit
automatisch CNC-nachgeführten Kühlschmierstoff-Düsen
ausrüsten. Zusätzlich
kann die KNG 5P expert mit einer Belade -
luke ausgestattet werden, um die Maschine
automatisiert zu bestücken.
„Mit der KNG 5P expert denken wir unser
langjähriges Erfolgsmodell – die ZE
Baureihe – konsequent weiter. Neben allen
Vorteilen dieser bewährten Baureihe überzeugt
die Profilschleifmaschine mit zusätzlichen
und neuen Optionen, die dem Anwender
größte Flexibilität ermöglichen“, resümiert
Produktspezialist Boris Maschirow. ■
Kapp Niles
www.kapp-niles.com
16 November 2025
Mazak mit Weltpremiere: Neue Generation der CV5–500
5-Achs-BAZ mit
gesteigerter Kapazität
Yamazaki Mazak hat die neueste Generation seines beliebten
5-Achs-Bearbeitungszentrums CV5–500 sowie ein neues Modell
CV5–700 mit erhöhter Werkstückkapazität als Weltpremiere auf
der EMO 2025 vorgestellt.
Die nächste Generation der
CV5-Maschinen umfasst die CV5–700, die
eine erhöhte Kapazität für die Bearbeitung
größerer Werkstücke bietet. Bild: Yamazaki Mazak
■■■■■■ Die neue Generation der CV5-
Maschinen – bestehend aus einer überarbeiteten
Version der CV5–500 sowie der neuen
CV5–700 – baut auf dem Erfolg der erfolgreichen
CV5–500 auf und bietet zugleich
eine gesteigerte Produktivität.
Auf Kundenwunsch nach einem CV5-
Modell für größere Bauteile ermöglicht die
CV5–700 die Bearbeitung größerer Werkstücke
mit einem Durchmesser von bis zu
700 mm, einer Höhe von 450 mm und
einem Gewicht von bis zu 400 kg.
Neben einem neuen Design, entworfen
vom renommierten Industriedesigner Ken
Okuyama, profitieren beide Modelle von einer
optimierten Maschinenstruktur, die die
statische und dynamische Steifigkeit nochmals
optimiert. Dies führt zu verbesserter
Leistungsfähigkeit, Präzision und thermischer
Stabilität.
Ein wesentliches Upgrade der Serie stellt
die neue Steuerung Mazatrol SmoothAi dar.
Sie bietet nicht nur schnellere Bearbeitungszeiten,
sondern ist auch mit der Funktion
„Ai Thermal Shield“ ausgestattet, die für
eine verbesserte thermische Stabilität im
mannlosen Betrieb sorgt und Nacharbeiten
reduziert.
Standardmäßig sind die Maschinen mit
einer 12 000-U/min-Spindel ausgestattet.
Kunden können nun aus einer erweiterten
Auswahl an Spindeloptionen wählen: Ab
sofort sind leistungsstarke Varianten mit
15 000 U/min, 22 kW und 18 000 U/min mit
30 kW erhältlich, die mehr Flexibilität bei
der Bearbeitung unterschiedlicher Materialien
bieten. Verbesserte KSS-Systeme mit
größerer Kapazität und reduziertem Platzbedarf
unterstützen zusätzlich die Bearbeitung
variierender Werkstoffe und Spanvolumina.
Die einfache Integration von Automatisierungssystemen
– ein Markenzeichen der
ursprünglichen CV5-Serie – bleibt erhalten.
Darüber hinaus wurde die Werkzeugkapazität
der neuen Generation deutlich erhöht:
Neben der Standardausstattung mit 30
Werkzeugen und der bisherigen Option mit
48 Werkzeugen stehen nun auch Varianten
mit 60 und 90 Werkzeugen zur Verfügung.
Diese ermöglichen eine effiziente Automatisierung
bei variantenreicher Kleinserienfertigung
und reduzieren den Aufwand für
Werkzeug und Maschinenrüstzeiten.
Abschließend sind die neuen CV5-Modelle
mit einer neuen Reihe von Messpaketen
erhältlich, darunter das berührungslose
Laser-Werkzeugkontrollsystem NC4+ Blue
von Renishaw für eine hochpräzise, schnelle
Werkzeugmessung und Werkzeugbrucherkennung.
■
Yamazaki Mazak
www.mazak.com/
November 2025 17
01 Maschinen
Die neue Universal-
Rundschleifmaschine
Studer S23. Bild: Studer
Studer mit neuer Universal-Rundschleifmaschine auf der EMO
Top-Schleiftechnologie
auf wenig Platz
Die Universal-Rundschleifmaschine S23 bietet in einer kompakten
Bauweise hohe Präzision, viel Flexibilität und moderne Schleiftechnologie
zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Weltöffentlichkeit
wurde sie auf der EMO 2025 vorgestellt.
Der Schleifkopf, hier auf 30º geschwenkt.
Bild: Studer
■■■■■■ „Dank ihrer hochwertigen Ausstattung,
Präzision und Flexibilität ergänzt
die S23 in unserem Portfolio den Bereich
zwischen dem Einstiegs- und Premiumsegment“,
erläutert Sandro Bottazzo, CEO der
Fritz Studer AG. Mit einem kompakten
Fußabdruck bietet die CNC-Universal-
Rundschleifmaschine modernste und zuverlässige
Schleiftechnologie. Zum Beispiel die
moderne Hard- und Softwarearchitektur
C.O.R.E., eine automatische B-Achse mit
1º-Hirth-Verzahnung für bis zu drei Schleifwerkzeuge,
frequenzgesteuerte Motorspindeln
oder Riemenantriebe sowie das Maschinenbett
aus Granitan mit seinen hervor-
ragenden Thermik- und Schwingungseigenschaften.
Kunden profitieren zudem von einem innovativen
Design, das Studer für die S23
entwickelt hat. Die Anordnung des Schleifspindelkopfes
erlaubt eine große Bewegungsfreiheit
der Schleifwerkzeuge in einer
Aufspannung und erhöht die Effizienz ge -
rade bei geometrisch komplexen Werk -
stücken. Modernste Schleiftechnologie wie
Anfunkerkennung, halbautomatisches Auswuchten
der Außenschleifscheibe sowie die
optionale In-Prozess-Messsteuerung sorgen
zusätzlich für qualitativ hochwertige Ergebnisse.
Optimale Lösung für breites
Kundenspektrum
Damit ist die S23 die ideale Lösung für ein
breites Kundenspektrum. Mit großer Genauigkeit
und Prozesssicherheit schleift sie
kleine bis mittelgroße Werkstücke selbst mit
komplexen Geometrien in der Einzel- und
Serienfertigung. „Die S23 eignet sich optimal
für die Produktion im Formen- und
Werkzeugbau, in der Automobil und Zuliefererindustrie,
in der Luft- und Raumfahrt
sowie in der Medizintechnik“, erklärt
Studer- Verkaufsleiter Rolf Grossenbacher.
Zudem haben Kunden zahlreiche Konfigu-
18 November 2025
Die Mehrbereichs-Innenschleifspindel. Bild: Studer
rationsmöglichkeiten, um die Maschine an
ihre individuelle Fertigung anzupassen.
Dazu gehören etwa eine C-Achse für das
Gewinde- und Formenschleifen sowie der
optionale Schwenktisch. Auch kundenspezifische
Anpassungen sind möglich.
Die Bedienung ist dank modernster digitaler
Technologie und Sensorik einfach und
intuitiv. Bereits nach einer kurzen Einführung
können Mitarbeitende über das
C.O.R.E.-Touchpanel und die Software StuderWIN
zuverlässig qualitativ hochwertige
Ergebnisse erzielen. Zudem sind die Einricht-
und Umrüstzeiten minimal, auch
durch die praktische QuickSet-Funktion.
Kunden, die ihre Produktion automatisieren
möchten, können dies dank der standardisierten
Laderschnittstellen für den easyLoad
und insertLoad effizient und wirtschaftlich
realisieren. Und selbstverständlich profitieren
sie von dem weltweiten kompetenten
Customer Care von Studer und der Erfahrung
eines Schweizer Traditionsunternehmen
mit einer über 111-jährigen Geschichte.
„Damit ist die S23 eine hochpräzise Universal-Rundschleifmaschine
zu einem hervorragenden
Preis-Leistungs-Verhältnis“, fasst
CEO Bottazzo zusammen.
■
Vorteile der S23
kompakte Bauweise
·
Spitzenhöhe 175 mm
·
·
·
Spitzenweite 650 mm/1000 mm und
automatisch schwenkbarer Schleifkopf
(B-Achse) für zwei Außenschleifscheiben
und eine Innenschleifscheibe oder
Produktionsspindelkopf
intuitive Bedienung mit C.O.R.E. und
StuderWIN
standardisierte Automatisierung mit
Studer easyLoad und insertLoad sowie
kundenindividuelle Lösungen
Fritz Studer AG
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November 2025 19
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01 Maschinen
Anca: Stream Finishing Innovation liefert verbesserte Geometrie und längere Werkzeugstandzeit
Gleitschleifen steigert
die Werkzeugqualität
Auf der EMO 2025 in Hannover feierte Anca die Produkteinführung
der EPX-SF-Maschine zum Gleitschleifen, die als Ergänzung zu
den fortschrittlichen Werkzeugschleifsystemen der Australier konzipiert
wurde. Durch die Integration des Schlichtprozesses erreichen
Schneidwerkzeuge ein Präzisions- und Leistungsniveau, das über
das hinausgeht, was das Schleifen allein bieten kann.
■■■■■■ Duncan Thompson, Anca-Produktmanager,
erklärt: „Unsere Kunden
suchen immer nach Optimierungen und
Alleinstellungsmerkmalen. Anca-Schleifmaschinen
stellen bereits Schneidwerkzeuge
mit einzigartigen Geometrien und Toleranzen
im Mikrometerbereich her. Die EPX-SF
geht noch einen Schritt weiter und bietet ei-
ne Steuerung des Werkzeugdesigns und der
Werkzeuggeometrie im Submikrometerbereich.
Auch wenn diese Änderungen nur geringfügig
erscheinen mögen, sind die Verbesserungen
bei der Leistung und der Standzeit
der Werkzeuge unbestreitbar, wodurch
sich Werkzeuge in einem wettbewerbsintensiven
Markt hervorheben.“
Der EPX-SF-Schlichtprozess funktioniert durch das
Eintauchen der Schneidwerkzeuge in eine rotierende
Trommel mit Medien, die für den jeweiligen Schneidstoff
und das gewünschte Ergebnis ausgewählt
werden. Bild: Anca
Auf der EMO 2025 stellte Anca die neue
EPX-SF-Maschine zum Gleitschleifen vor.
Bild: Anca
Der EPX-SF-Schlichtprozess funktioniert
durch das Eintauchen der Schneidwerkzeuge
in eine rotierende Trommel mit Medien,
die sorgfältig für den jeweiligen Schneidstoff
und das gewünschte Ergebnis gewählt
werden. Mit 11 Achsen zur Bewegungssteuerung
kann jedes Werkzeug
präzise geführt und angestellt werden,
um spezifische Geometrie-Merkmale zu
erreichen.
Die EPX-SF befasst sich mit drei
Schlüsselaspekten der Leistung von
Schneidwerkzeugen:
Schneidkantenverrundung
Durch das Schleifen können
Schneidkanten scharf, aber brüchig
werden, manchmal mit unter
dem Mikroskop sichtbaren Scharten.
EPX-SF erzeugt einen definierten, kontrollierbaren
Radius an den Kanten – so
werden Unregelmäßigkeiten beseitigt, die
Werkzeugschneide gestärkt und die Standzeit
des Werkzeugs verlängert. Gleichmäßige
Kanten verbessern auch die Haftung der
Beschichtung und die Qualität.
20 November 2025
Der direkte Vergleich zeigt den Unterschied: Gewindeschneidwerkzeug
vor (links) und nach dem Gleitschleifen
(rechts). Bild: Anca
Die Standardautomatisierung gewährleistet eine unbeaufsichtigte Produktion, während mit flexiblen
Werkzeuggreifern Teile mit unterschiedlichen Durchmessern im selben Los bearbeitet werden können.
Bild: Anca
Entgraten
Werkzeuge aus Schnellarbeitsstahl (z. B. Gewindebohrer)
oder rostfreiem Stahl (z. B. orthopädische
Schaftwerkzeuge) weisen nach
dem Schleifen häufig Gratbildung auf. Die
EPX-SF entfernt die Grate effizient und
kann bei Bedarf gleichzeitig ein Honen der
Kanten durchführen, ohne die Werkzeuggeometrie
zu verändern.
Oberflächen-Polieren
Das Verfahren erzielt Oberflächen mit Ruaheiten
im Nanobereich, die durch Schleifen
allein nicht zu erreichen sind. Polierte Oberflächen
verbessern die Spanbildung und -abfuhr,
verringern das Anhaften von Material
(häufig bei Aluminium oder Inconel) und
verbessern die Haftung von Beschichtungen
durch Glätten der Oberflächen und einheitliche
Schichtdicken.
Über die technische Präzision hinaus ist
die EPX-SF als produktive, zuverlässige Investition
konzipiert. Sie erlaubt eine voll
programmierbare, mehrstufige Schlichtbearbeitung,
die es dem Bedienpersonal ermöglicht,
den Prozess auf die einzigartige Geometrie
jedes Werkzeugs abzustimmen.
Die Produktivität wird durch drei unabhängig
voneinander gesteuerte Arbeitsköpfe
weiter gesteigert, die kontinuierlich arbeiten
– in Medien eingetaucht oder über den
Robomate-Lader das nächste Werkzeug auf-
nehmend. Die Standardautomatisierung gewährleistet
eine unbeaufsichtigte Produk -
tion, während mit den flexiblen Werkzeuggreifern
Teile mit unterschiedlichen Durchmessern
im selben Los bearbeitet werden
können.
Die EPX-SF ist so konzipiert, dass sie
nahtlos in den Automationsbaukasten von
Anca integriert werden kann. So profitieren
Anwender von den Vorteilen der integrierten
Produktion hinsichtlich Qualität, Ausbringung
und Flexibilität.
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November 2025 21
01 Maschinen
DMG Mori mit Weltpremiere auf der EMO: Sprint 420
Die Zukunft des
Produktionsdrehens
Sprint-Maschinen von DMG Mori sind der Inbegriff des hochwirtschaftlichen
Produktionsdrehens. Die neue Sprint 420 repräsentiert
die nächste Generation der Swisstype-Maschinen.
■■■■■■ Die Sprint-Maschinen nutzen eine
gemeinsame Maschinenplattform für
drei Baugrößen für Stangendurchmesser
von Ø 13 mm bis Ø 51 mm, wie im Fall des
größten Modells, der Sprint 420. Bis zu drei
Bearbeitungseinheiten mit bis zu drei
B-Achsen und insgesamt fünf, sechs oder
neun Achsen erlauben eine effiziente Komplettbearbeitung
anspruchsvoller, bis zu 600
mm langer Werkstücke – Stangenmaterial
sowie Futterteile. Das seit vielen Jahren bewährte
Swisstypekit kommt optional auch
hier zum Einsatz. Dadurch erhöht sich der
Hub von 200 mm auf 360 mm, sodass die
Sprint 420 sowohl im Kurz- als auch im
Langdrehen überzeugt. Die Umrüstzeit
zwischen beiden Varianten liegt unter 30
Minuten.
Automatisierte Fertigung
Die Sprint 420 verfügt über eine linke und
eine rechte Spindel, die in der Ausführung
mit Ø 51 mm Stangendurchlass beide mit
bis zu 6000 min -1 , einem Drehmoment von
88 Nm und 15 kW Leistung arbeiten. Die
modulare Werkzeugumgebung lässt ebenfalls
eine anwendungsspezifische Konfiguration
der Sprint 420 zu. Drei unabhängige
Werkzeugträger bieten Platz für insgesamt
35, davon 27 angetriebene Werkzeuge. Deren
Drehzahl liegt bei 8000 min -1 . Eine Innovation
ist das voreinstellbare Werkzeughaltersystem.
Es erleichtert den digitalen
Datenaustausch sowie einen mannlosen und
automatisierten Betrieb – bspw. über einen
Stangenlader oder einen integrierten Roboter
für das Handling von Futterteilen.
Mit bis zu drei Bearbeitungseinheiten mit insgesamt
neun Achsen erlaubt die Sprint 420 in
unterschiedlichsten Branchen eine effiziente
Komplettbearbeitung anspruchsvoller, bis zu
600 mm langer Werkstücke. Bild: DMG Mori
Steuerungsseitig wird die Sprint 420 über
ein Ergoline-X-Bedienpult mit Celos X auf
einer Fanuc 301-B Plus bedient. Die Appbasierte
Fertigungsplattform ermöglicht eine
intuitive Bedienung und erleichtert die Integration
in eine vernetzte Arbeitsumgebung.
Eine Plattform für drei Baugrößen
Nach der Sprint 420 wird DMG Mori auch
zwei kleinere Modelle, die Sprint 130 und
Sprint 260, auf den Markt bringen. Das
kleinste bearbeitet Stangenmaterial mit
Durchmessern von Ø 13 mm bis Ø 26 mm.
Da sich alle drei Versionen ein und dieselbe
Plattform teilen, sind die unterschiedlichen
Konfigurationen mit bis zu drei Bearbeitungseinheiten
und insgesamt neun Achsen
in jeder Baugröße möglich.
■
DMG Mori
https://de.dmgmori.com
Die neue Sprint-Generation
nutzt eine gemeinsame
Maschinenplattform für
drei Baugrößen für Stangendurchmesser
von Ø 13 mm
bis Ø 51 mm, wie im Fall
des größten Modells, der
Sprint 420. Bild DMG Mori
22 November 2025
Für kleine Serien – die neue Supfina One
Superfinish als
Schlüssel zur Präzision
Die Supfina One benötigt
nur eine geringe Stellfläche
und lässt sich dank ihres
durchdachten Konzepts
unkompliziert in bestehende
Fertigungsumgebungen
integrieren. Bild: Supfina
■■■■■■ In vielen Bereichen der Industrie
entscheidet die Oberflächenqualität über die
Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von
Bauteilen. Mit dem Superfinish-
Verfahren lassen sich Rauheitswerte
bis unter Ra 0,05 µm erzielen.
Das sorgt für geringere
Reibung, weniger Verschleiß
und eine optimierte Maßhaltigkeit
– entscheidende Faktoren
etwa in der Automobil-, Wälzlager-
oder Antriebstechnik.
Bisher war der Einstieg in die
Superfinish-Bearbeitung oft mit
hohen Investitionen und komplexen
Sondermaschinen verbunden.
Genau hier setzt die
neue Supfina One an: Sie ist speziell
für kleine bis mittlere Serien
ausgelegt und bietet damit eine
wirtschaftliche Lösung für
Lohnfertiger und Serienhersteller,
die Präzisionsoberflächen
ohne großen Platz- oder Kostenaufwand
realisieren möchten.
Die Supfina One benötigt
nur eine geringe Stellfläche und
lässt sich dank ihres durchdachten
Konzepts unkompliziert in
bestehende Fertigungsumgebungen
integrieren. Sie ist staplerfähig
und damit leicht zu versetzen.
Intuitive Touch-Bedienung
erleichtert den Einstieg in die
Bedienung, während die flexible
Ausstattung – etwa mit dem
Bandgerät Supfina 203 – für unterschiedliche
Bearbeitungsaufgaben
geeignet ist.
Vorteile auf einen Blick:
· Optimiert für Superfinish mit
Stein oder Band
· Speziell für kleine bis mittlere
Losgrößen
· Kostengünstiger Einstieg in
die Feinstbearbeitung
· Kompakte Stellfläche und
einfache Integration
Fazit: Mit der Supfina One wird Superfinish
für neue Anwendergruppen attraktiv. ■
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November 2025 23
Yannick Geisinger (ganz links) ist Sales Manager bei Vollmer und hat im November 2024 die Schleifmaschine VGrind 360S an das myonic-Team (Mitte) überreicht,
das Martin Haug (ganz rechts) als Manager Mechanical & Tool-Service verantwortet. Bild: Vollmer
myonic setzt bei der Herstellung von Präzisionskugellagern auf Vollmer-Schleifmaschine VGrind 360S
Kugellager erhalten beim
Schleifen den richtigen Dreh
Beim Zahnarzt, im Flugzeug oder der Drehbank – wo sich etwas
dreht, sind die Produkte von myonic im Zentrum des Geschehens.
Seit fast 50 Jahren entwickelt das Unternehmen aus Leutkirch Kugellager
mit höchster Präzision. Für deren Herstellung werden spezifische
Zerspanungswerkzeuge aus Hartmetall benötigt, die myonic
seit kurzem mit der Vollmer-Schleifmaschine VGrind 360S fertigt.
Zudem wird die Maschine des Biberacher Schärfspezialisten zum
Nachschärfen von Bohrern, Fräsern oder Reibahlen verwendet.
■■■■■■ „Unseren Produkten hat wohl jeder schon
mal ,auf den Zahn gefühlt‘ – und das im wahrsten Sinne
des Wortes, denn wir entwickeln hochpräzise Kugellager
für Zahnarzthand- und -winkelstücke“, sagt Christoph
von Appen, Geschäftsführer der myonic GmbH.
„Wir sind weltweit führend im Dentalbereich und machen
rund ein Drittel unseres Umsatzes mit Dentallagern.
Zudem entwickeln wir Kugel- und Wälzlager, die
unter anderem in Röntgengeräten, Werkzeugmaschinen
oder Systemen der Luft- und Raumfahrt für den richtigen
Dreh sorgen.“
Kugellager aus Leutkirch sind in der Welt zuhause
Das 1968 als „MKL Miniaturkugellager Leutkirch
GmbH“ gegründete Unternehmen myonic hat zwei
Standorte im schwäbischen Leutkirch und ein Montagewerk
in Rožnov, Tschechien. Mit knapp 550 Mitarbeitenden
erwirtschaftet myonic jährlich rund 63 Millionen
Euro, wobei der Exportanteil bei 60 % liegt. Darüber
hinaus gehört das Unternehmen zur japanischen
Minebea Mitsumi Gruppe. Von der grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe, die 90
Tochtergesellschaften in 27 Ländern vereint und mehr
als 100 000 Mitarbeitende zählt, profitieren wiederum
weltweit die Kunden von myonic.
24 November 2025
Maschinen 01
„Damit wir unsere Kugellager präzise fertigen können,
benötigen wir für die Metallzerspanung maßgeschneiderte
Werkzeuge von höchster Qualität, deren
Durchmesser von wenigen Millimetern bis hin zu einigen
Zentimetern reichen“, sagt Christoph von Appen.
„Um die extrem dünnen Werkzeuge für den Dentalbereich
selbst herzustellen, haben wir uns 2024 für eine
VGrind 360S entschieden. Die Vollmer-Maschine erhielt
bei uns den Kosenamen ,Sieglinde‘, weil sie am 100. Geburtstag
von Sieglinde Vollmer angeliefert wurde. Leider
ist Sieglinde Vollmer im Januar 2025 verstorben –
aber mit dem Namen der VGrind 360S gedenken wir ihrer.“
Sieglinde Vollmer war die Tochter des Firmengründers
Heinrich Vollmer und lenkte über Jahrzehnte hinweg
die Geschicke des Unternehmens – zunächst als Geschäftsführerin,
später dann bis zu ihrem Tod als Aufsichtsratsmitglied
und als Kuratorin der Sieglinde-Vollmer-Stiftung.
Mit der Vollmer-Schleifmaschine
VGrind 360
und dem Palettenmagazin
HP 170 fertigt das
Unternehmen myonic
mannlos und rund um
die Uhr seine Hartmetallwerkzeuge
für den
Eigenbedarf. Bild: Vollmer
Weltmarkführer aus Schwaben haben Präzision im Gen
Weniger als 50 km Anfahrt hatte der Biberacher Schärfspezialist
Vollmer, um die Schleifmaschine VGrind 360S
bei myonic anzuliefern. Die Nähe der beiden schwäbischen
Weltmarktführer war für myonic mit ein Grund,
sich für die VGrind 360S zu entscheiden. Hinzu kommt
die ausgereifte Technologie, gepaart mit einer einfachen
Bedienung. Fundament der exakten Schärfprozesse der
Maschine sind zwei vertikal angeordnete Schleifspindeln,
die eine effiziente Mehr-Ebenen-Bearbeitung ermöglichen
und dadurch die ansonsten bei Maschinen
typische Fest- und Loslagerproblematik vermeidet. Zudem
gewährleisten der Schleifscheibensatz im Drehpunkt
der C-Achse sowie die verschleißfreien Linearmotoren
an der X-, Y- und Z-Achse eine stets wiederholbare
und stabile Werkzeugfertigung. Kombiniert mit dem
Palettenmagazin HP 170, in dem bis zu 900 Rohlinge
Platz finden, kann myonic die VGrind 360S im mannlosen
Betrieb rund um die Uhr einsetzen.
Im Dentalbereich sind Lager hohen Kräften ausgesetzt
Gerade kleine Bohrer und Fräser mit Sonderkonturen,
die myonic für die Produktion seiner Dentallager benötigt,
gibt es auf dem globalen Markt selten zu kaufen.
Mit der VGrind 360S lassen sich indes Hartmetallwerkzeuge
mit weniger als einem Millimeter Durchmesser
exakt und anwendungsspezifisch herstellen. Eine derartige
Präzision ist unabdingbar, denn Dentallager sind
DER CoAE – STIRNSEITENMITNEHMER:
BELASTBAR UND GENAU
RUNDLAUFGENAUIGKEIT VON BIS ZU 0,015 MM
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November 2025 25
01 Maschinen
wiederum auf engstem Bauraum enormen Belastungen
ausgesetzt. Wenn der Zahnarzt seinen Bohrer ansetzt,
sind die filigranen Kugellager von wenigen Millimeter
Durchmessern enorme Drehzahlen von bis zu 500 000
U/min ausgesetzt. Außer hohen Vibrationen müssen sie
auch Angriffen durch Heißdampf und verschiedenen
Reinigungsmedien widerstehen. Hinzukommt, dass die
Spezialkugellager von eindringenden Verschmutzungen
wie Blut oder Zahnstaub hermetisch abgeriegelt sein
müssen.
„Die VGrind 360S setzen wir zur Fertigung von internen
Hartmetallwerkzeugen, jedoch auch zum Herstellen
von Sonderteilen für die Fertigung ein. Für das
kommende Jahr planen wir hier bis zu 8500 Teile und
Werkzeuge, welche auf der Maschine gefertigt werden
sollen. Und dies mit einer mannlosen, automatisierten
Laufzeit von rund 70 %“, sagt Martin Haug, Manager
Mechanical & Tool-Service bei myonic. „Der geringe
Wartungs- und Instandhaltungsaufwand der Maschine
sichert uns Produktionszeit und somit eine hohe Wirtschaftlichkeit.“
Kugellager von myonic fliegen bis zum Mars
Die Doppelspindel der VGrind 360S. Bild: Vollmer
Die von myonic entwickelten Wälzlager kommen in
Röntgenröhren zum Einsatz und müssen bei enormen
Kräften und Temperaturen von bis zu 550 Grad Celsius
einen hochgenauen, verlustarmen und schwingungsfreien
Lauf in jeder Positionsrichtung gewährleisten. Um
mit einem Highend-CT-Gerät die erforderliche Anzahl
von Bildern zu erzeugen, rotiert eine Röntgenröhreneinheit
bis zu viermal pro Sekunde um den Patienten. Dabei
erfahren die Bauteile Querbeschleunigungen, die
dem 50-fachen der Erdbeschleunigung entsprechen
können. Gleichzeitig dreht sich die Drehanode mit bis
zu 10 000 U/min um die eigene Achse.
Die Bandbreite an Kugel- und Wälzlager von myonic
reicht bis hin zu Branchen wie der Luft- und Raumfahrt,
dem Maschinenbau oder auch dem Energiesektor.
Bei Sonderanfertigungen von Schwungradenergiespeichern,
Elektrofahrzeugen, Energierückgewinnungssystemen
oder Rundtischsystemen können die Durchmesser
der Wälzlager weit über einem Meter liegen. In der Luftund
Raumfahrt werden myonic-Kugellager nicht nur in
Flugzeugen für die präzise und reibungsarme Rotation
eingesetzt, sondern auch in den Tiefen des Weltalls: In
Satelliten und Sonden, die die Erde und das gesamte
Sonnensystem erforschen, sorgen sie für den richtigen
Dreh – so auch im Nasa Mars-Rover „Curiosity“, der
seit nunmehr 13 Jahren auf dem Roten Planeten seine
Runden dreht.
„Automobilindustrie, Maschinenbau und Fertigungsindustrie
nutzen unsere Schleif-, Erodier- und Lasermaschinen,
um für den Eigenbedarf ihre Zerspanungswerkzeuge
herzustellen oder diese nachzuschärfen“,
sagt Tobias Trautmann, Geschäftsführer der Vollmer
Gruppe. „Vor allem, wenn es um komplexe Sonderwerkzeuge
geht, deren externe Produktion kostenintensiv
oder sogar unmöglich ist, werden unsere Schärfmaschinen
für die Eigenproduktion genutzt – und mancher
Kunde hat daraus sogar schon ein neues Geschäftsfeld
entwickelt und verkauft diese Werkzeuge.“ ■
Vollmer Werke Maschinenfabrik GmbH
www.vollmer-group.com
Die Durchmesser der Bohrer und Fräser, die myonic mit der Vollmer Grind 360S fertigt, liegen
zwischen 1 bis 32 mm und kommen vor allem für die Fertigung von Kugellager im Dentalbereich
zum Einsatz. Bild: Vollmer
26 November 2025
Industrie
| Das Kompetenznetzwerk der Industrie
Medizintechnisches
Kolloquium
5. November 2025
CHIRON Group, Tuttlingen
Bild: CHIRON Group
November 2025 27
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Medizintechnisches Kolloquium
▶
DIGITALE ZWILLINGE REVOLUTIONIEREN DIE CNC-BEARBEITUNG
Effiziente und sichere CNC-Bearbeitung
mit dem Digitalen Zwilling
Die CNC-Bearbeitung wird immer komplexer und wettbewerbsintensiver,
was den Druck auf die Hersteller erhöht, die Effizienz zu
optimieren, die Prozesssicherheit zu gewährleisten und kostspielige
Bearbeitungsfehler zu vermeiden. Ob in hochflexiblen Lohnfertigungsbetrieben
oder in streng kontrollierten, hochpräzisen Fertigungsumgebungen,
eine präzise Prozessvalidierung und die sofortige
Vermeidung von Fehlern in Echtzeit sind unverzichtbare Voraus -
setzungen für eine effiziente und sichere Produktion.
Von der virtuellen Simulation zur realen Ausführung mit Run MyVirtual Machine
Foto: Siemens
Durch die virtuelle Konstruktion,
Simulation und Optimierung von
Bauteilen und Werkzeugen können
viele Entwicklungs- und Validierungsschritte
effizient digital durchgeführt
werden. Das spart Zeit,
fördert die Prozessoptimierung
und erhöht die Produktivität. Digitale
Zwillinge ermöglichen sowohl
schnelle, grundlegende Simulationen
zur Erkennung potenzieller Probleme
als auch detaillierte Analysen
komplexer Wechselwirkungen.
Dadurch sinkt der Bedarf an physischen
Prototypen deutlich, was
die Kosten reduziert und den Entwicklungsprozess
beschleunigt.
Die Kombination aus präzisen
Steuerungs- und Kinematikdaten
schafft hochgenaue und umfassende
Simulationsumgebungen. Kritische
Fragen zur Herstellbarkeit oder
Produktionszeit lassen sich so schon
früh beantworten und die Eignung
von Maschinen sowie NC-Programmen
kann virtuell bewertet
werden. Besonders im Fokus steht
dabei auch der effiziente Wissenstransfer:
Digitale Zwillinge bieten
eine sichere Trainingsplattform für
Bediener, die verschiedene Szenarien
an virtuellen Maschinen üben
können – ohne Risiko für reale
Anlagen. So werden Fehler minimiert,
Produktionsausfälle vermieden
und Maschinen stehen der
eigentlichen Fertigung dauerhaft
zur Verfügung.
Mit Lösungen wie „Run MyVirtual
Machine“ (RMVM), das einen
1:1-Digital Twin der realen CNC-
Steuerung abbildet, können echte
NC-Codes bereits vor dem realen
Einsatz umfassend geprüft werden.
In Kombination mit „Protect My-
Machine / 3D Twin“, das aktiv
Kollisionen verhindert, entsteht
ein durchgängiger Kreislauf von
der digitalen Simulation bis zum
realen Fertigungsprozess. Beide Systeme
greifen auf dieselbe 3D-Engine
zurück und ermöglichen einen
nahtlosen Übergang zwischen virtueller
und realer Produktion – für
maximale Sicherheit, Effizienz und
Zukunftsfähigkeit in der CNC-
Bearbeitung.
■
Siemens AG
Digital Industries
www.siemens.de/cnc4you
28 November 2025
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Medizintechnisches Kolloquium
▶
LOUIS BÉLET SA: REVOLUTION IN DER HOCHPRÄZISIONS-MEDTECH-BEARBEITUNG
Excalibur PKD revolutioniert
Mikrozerspanung
Mit Excalibur präsentiert Louis Bélet SA eine neue Generation von
PKD-Werkzeugen mit durchgehender Schneidenlänge aus polykristallinem
Diamant auf VHM-Träger. Ob PEEK, Keramik oder bleifreie
Legierungen – diese Fräs- und Bohrwerkzeuge setzen neue Standards
in Präzision und Produktivität. Autor: Sinan Akyol, technischer Berater
In der Medizintechnik zählt jedes
Mikron. Neue biokompatible Materialien
wie bleifreie Legierungen,
Platin oder Zirkonoxid-Keramiken
stellen konventionelle Werkzeuge
vor enorme Herausforderungen.
Mit Excalibur liefert Louis Bélet
SA eine Werkzeugserie mit durchgehender
PKD-Schneidenlänge auf
Hartmetallgrundkörper, die diese
Grenzen überwindet.
Schluss mit häufigen Maschinenstillständen
und Ausschuss: Dank
lasergeschnittener Schneidgeometrien
gewährleisten die Werkzeuge
präzise Geometrien und Toleranztreue
über die gesamte Standzeit,
selbst nach tausenden bearbeiteten
Bauteilen. Die außergewöhnliche
Abrasionsbeständigkeit sorgt für
maximale Prozesssicherheit.
Bewährte F&E
Aktuelle interne Versuche belegen
die Leistungsfähigkeit von Excalibur
bei kritischen Medtech-Materialien.
Besonders bei PEEK, dem
unverzichtbaren Hochleistungspolymer,
sind die Resultate beein -
druckend: gratfreie Oberflächen,
keine Spanknäuelbildung und hohe
Schnittparameter – bei gleichzeitig
minimalem Verschleiß.
Auch in der Bearbeitung von
Zirkonoxid (ZrO 2 ) zeigt sich die
Stärke der Serie: Fräsen, Gewindeschneiden,
Fasen und Kleinst -
bohrungen (Ø 0,50 × 3 mm) erfolgen
mit reproduzierbarer Maßgenauigkeit
und höchster Prozessstabilität.
Exzellenz
Diese Innovation ist das Ergebnis
konsequenter F&E, langjähriger
Erfahrung und vollständiger Prozessbeherrschung
im eigenen Haus.
Jeder Excalibur-Schaftfräser und
-Bohrer durchläuft rigorose Prüfungen,
bevor er in die Praxis gelangt.
Die ersten Kundenrückmeldungen
bestätigen das Potenzial: signifikant
verlängerte Standzeiten, gesteigerte
Produktivität und drastisch reduzierte
Ausschussquoten.
In einer Branche, in der Perfektion
die Norm ist, eröffnet Excalibur
neue Perspektiven in der Mikrozerspanung.
Produktivitätssteigerung,
absolute Präzision und validierte
Leistung – das ist die neue
Referenz für die Bearbeitung hochpräziser
medizinischer und mikrotechnischer
Komponenten!
■
Name des Werkzeugs:
PKD-Bohrer 3-Schneiden: 4353
Werkstofftyp:
Zirkonoxid (ZrO 2 )
Bearbeitungsprozess:
Bohren ins Volle
SGF:
Medizintechnik; Uhrenindustrie;
Sonstiges ...
Louis Bélet SA
www.louisbelet.ch
Foto: Louis Bélet S.A.
November 2025 29
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Medizintechnisches Kolloquium
▶
WIRTSCHAFTLICHE ZERSPANUNGSLÖSUNGEN FÜR DIE MEDIZINTECHNIK
Präzision trifft Effizienz
Neue Entwicklungen bei der Technologie von Schneidstoffen und
Zerspanungslösungen bieten Chancen, die Bearbeitung von anspruchsvollen
Werkstoffen der Medizintechnik zu optimieren. Ins -
besondere moderne Beschichtungstechnologien von Mitsubishi
Materials bieten die Möglichkeit, das Potenzial aktueller Werkzeugmaschinen
voll auszuschöpfen. Hinzu kommen auch neue Konzepte
des Werkzeugdesigns, so dass wirkungsvoll die Schnittkraft gesenkt
und die Standzeit erhöht werden kann.
MP9015
Foto: Mitsubishi
Die Medizintechnik stellt höchste
Ansprüche an Fertigungsprozesse.
Komplexe Geometrien in schwer
zerspanbaren Materialien, wie
Titan oder CoCr sowie strengste
Qualitätsstandards lassen keinen
Spielraum für Kompromisse. Genau
hier setzen die neuesten Werkzeuglösungen
und -technologien von
Mitsubishi Materials an. Sie eröffnen
Fertigungsbetrieben Chancen,
die die Produktivität und Wirtschaftlichkeit
auf ein völlig neues
Niveau heben. Dies bedeutet für
die Kunden: weniger Werkzeugwechsel,
kürzere Bearbeitungs -
zeiten, höchste Produktivität und
Prozesssicherheit selbst bei anspruchsvollsten
Anwendungen.
Insbesondere in der Medizintechnik,
wo bei der Bearbeitung kleiner
Werkstücke aus schwer zerspanbaren
Materialien Präzision und Genauigkeit
sehr gefragt sind, bietet
die neue Generation der Mini
DVAS-Tieflochbohrer mit Durch -
messern von bis 1 mm – 2.9 mm
und Längen von bis 2–50L/D entscheidende
Vorteile. Sie können
nahtlos mit höheren Vorschubraten
und Drehzahlen eingesetzt werden
und verkürzen somit die Bohrzyklen.
Sie verfügen über optimierte
Kühlmittelbohrungen sowie eine
robuste, scharfe Schneidkantenform
mit einer neuen XR-Ausspitzung.
Diese sorgt für gerade Bohrungen
sowie hohe Maßhaltigkeit
und Präzision.
Auch im Bereich Fräsen hat Mitsubishi
Materials die hohen Anforderungen
an Präzision und Effizienz
in der Medizintechnik berücksichtigt.
Um diesen hohen
Ansprüchen gerecht zu werden,
wurde die innovative VQ-Frässerie
entwickelt. Sie umfasst eine große
Vielfalt an mehrschneidigen Fräsern
für die Bearbeitung schwer
zerspanbarer Materialien. Dazu
gehören der VQ4SVBR-Kugelkopffräser
mit variablem Spiralwinkel
für allgemeine Anwendungen und
die VQXL-Torusfräser mit kurzer
VQXL
Foto: Mitsubishi
Schneidenlänge und langem Hinterschliff.
Letztere sind besonders
effizient bei der Bearbeitung tiefer
Bohrungen mit kleinem Durchmesser
in der Kleinteilebearbeitung.
Für die Schlichtbearbeitung und
die mittlere Zerspanung bei komplexen
Drehanwendungen stehen
die beschichteten Wendeschneidplatten
CCGT oder DCGT der
Serie MP9015 zur Verfügung. Sie
DVAS
weisen einen verbesserten Verschleißwiderstand
auf und garantieren
eine hohe Prozesssicherheit.
Erprobte Anwendungsbeispiele aus
der Praxis zeigen die Vielseitig -
keit der Werkzeuglösungen von
Mitsubishi Materials. Von filigranen
Implantatkomponenten bis
hin zu komplexen chirurgischen
Instrumenten; jede Anwendung
unterstreicht, wie sehr innovative
Werkzeugtechnik die Wettbewerbsfähigkeit
in der Medizintechnik
steigert. Gerade bei der Bearbeitung
von Titan und CoCr gewährleisten
all diese Werkzeuge für
maximale Stabilität und reproduzierbare
Ergebnisse. Das ist ein entscheidender
Faktor in der Medizintechnik,
denn dort zählt jedes
Detail.
Die Werkzeuge von Mitsubishi
Materials sind besonders flexibel
und können unmittelbar sowohl in
bestehende Produktionslinien integriert
werden als auch die Grundlage
für völlig neue Fertigungsprozesse
und -strategien schaffen.
■
Mitsubishi Materials Tools Europe
www.mmc-carbide.com
Foto: Mitsubishi
30 November 2025
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Medizintechnisches Kolloquium
▶
NEUE STRATEGIEN FÜR DIE SPANENDE FERTIGUNG
Hochautomatisierte Zerspanung
in der Medizintechnik
In der Gesamtzahl der Operationen nimmt der Anteil an minimalinvasiven
OPs in Deutschland zu. Um die Produktion solcher minimal -
invasiven medizinischen Instrumente am Standort Deutschland
langfristig zu sichern, sind effektive Strategien in der spanenden
Fertigung notwendig.
Autor: Daniel Mutz
Eine effektive Fertigung hängt von
verschiedenen Rahmenbedingungen
ab: Werden Einzelstücke, Varianten
oder Serienteile produziert?
Ist eine 100%-Kontrolle erforderlich?
Müssen Maße dokumentiert
werden? Sind lange Durchlaufzeiten
oder teure Materialien kritisch
im Hinblick auf Ausschuss?
Grundsätzlich gilt es, Prozesse,
Maschinen und Werkzeuge zu
rationalisieren, die Fertigung auf
wenige Kernprozesse zu reduzieren
und Standardverfahren einzusetzen.
Automatisierung hilft, menschliche
Fehler zu vermeiden, beispielsweise
durch Zirkularfräsen statt Bohren
und durch In- oder Postprozess-
Kontrollen.
Renishaw, Weltmarktführer in der
industriellen Messtechnik, hat eigene
Strategien zur hochautoma -
tisierten Null-Fehler-Produktion
entwickelt. Von diesem Know-how
profitieren heute insbesondere unsere
Kunden aus der Automobilund
Luftfahrtindustrie sowie aus
der Medizintechnik, wo die Toleranzen
immer kleiner werden müssen,
bei gleichzeitiger Forderung nach
höherem Messdurchsatz mit der
entsprechenden Dokumentation.
Zunächst ist eine stabile Prozessgrundlage
nötig, das heißt maximale
Stabilität von Prozess, Umgebung
und Maschine. Die Kenntnis
der Maschinengenauigkeit ist essenziell;
regelmäßige Kontrollen
mit Kreisformmessgeräten sind
unverzichtbar.
Die Prozesseinrichtung soll Fehler
erfassen und korrigieren, sodass
Foto: Renishaw
Der kleinste drahtlose Messtaster für den Einsatz in besonders kleinen Werkzeugmaschinen.
nur Schwankungen bleiben, die
durch In-Prozess-Regelungen ausgeglichen
werden können. Werkstücktaster
und Werkzeugmesssysteme
erhöhen die Prozesssicherheit
und minimieren Fehler. Je nach
Losgröße werden Schwankungen
entweder während oder nach dem
Bearbeitungsprozess automatisch
reguliert. Prüfungen sollten gegen
rückführbare Artefakte erfolgen –
entweder generische Standard-Artefakte
oder auf Koordinatenmessmaschinen
vermessene Werkstückreplika
(Meisterstücke), wodurch
bereits Toleranzen von bis zu
10 µm erreicht werden. Werkstückreplika
bieten zudem eine automatische
Temperaturkompensation.
Abschließend erfolgt eine Ergebnisüberwachung,
die meist keine
unmittelbaren Prozesskorrekturen
bewirkt, sondern zur Ursachenanalyse
beiträgt und die Qualitätsdokumentation
unterstützt.
■
Renishaw GmbH
www.renishaw.de
November 2025 31
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Medizintechnisches Kolloquium
▶
PASSIVIERUNG VON MEDIZINISCHEN INSTRUMENTEN UND IMPLANTATEN MIT DECONEX ®
deconex ® Reinigungskonzentrate
von Borer Chemie AG
Das Passivierungsverfahren mit deconex ® MT41 kann neben den
herkömmlichen Tauchbädern auch in geschlossenen Spritzreinigungsanlagen
eingesetzt werden. Durch diese Möglichkeit bietet sich
bei den Herstellungsprozessen und den damit verbundenen Zonenkonzepten
ganz neue Möglichkeiten. Autor: M.Leuenberger / Borer Chemie AG
Implantaten. In der Anwendung
bildet sich rasch eine inerte Schicht,
die dafür sorgt, dass die medizi -
nischen Produkte vor möglicher
Korrosion geschützt werden. Auch
die Beschriftung und deren Kontrast
wird durch die Passivierung
weniger strapaziert, die Lesbarkeit
mit bloßem Auge bleibt garantiert.
Auch endmontierte Produkte mit
einer Kombination aus Metall,
Silikon, Kohlefaser und Farbmarkierungen
– wie dies bei medizinischen
Instrumenten oft der Fall ist
– lassen sich problemlos mit der
Passivierung behandeln.
Rezeptur ohne kritische
Inhaltsstoffe
Instrumentenoberflächen: ohne (links) und mit Korrosionsschutz durch die neue Passivierungslösung
(rechts)
Die ASTM-Norm A 967 bietet
verschiedene Möglichkeiten, medizinische
Produkte zu passivieren.
Gängigste Verfahren sind Nitric 2,
Nitric 4 und Citric 4. Diese unterscheiden
sich in Dauer, Tempe -
ratur, Konzentration, Chemie und
Anwendung sowie in den unterschiedlichen
Materialien voneinander.
Ganz eigene Möglichkeiten bietet
das Verfahren Nitric 5, in dem zum
Beispiel der Prozess mit deconex ®
MT 19 und deconex ® MT 41 der
Borer Chemie AG eingestuft wird.
Bei dieser Anwendung lassen sich
individuelle Prozessparameter (Zeit,
Temperatur, Chemie) wählen und
unter Nitric 5 kategorisieren. Am
Foto: Borer Chemie AG
Ende jedes Prozesses muss dessen
Funktionalität durch eine Validierung
bestätigt werden. Vor der
eigentlichen Passivierung muss die
Oberfläche vollständig von Rückständen
– beispielsweise Bearbeitungsöle,
Fingerabdrücke, Staub,
Salze, Polierpaste usw. – befreit
werden.
Der Reiniger deconex ® MT 19 entfernt
diese unerwünschten Rückstände,
soll eine optimale Benetzung
bieten und sich hervorragend
abspülen lassen. Die Reinigung
schafft damit die Basis für eine optimale
Passivierung mit deconex ®
MT 41. Die abgestimmte Produktkombination
eignet sich ideal zum
Passivieren von Instrumenten und
Die Hauptinhaltsstoffe von deconex
® MT 41 bilden Phosphorsäure
(15–30 %), Salpetersäure (< 5 %)
sowie nicht-ionische Tenside. Das
Produkt ist biologisch abbaubar
und benötigt keine Behandlung
von Ausfällungen (Schwermetalle).
Die gebrauchte Lösung lässt sich
außerdem einfach neutralisieren
und gesetzeskonform entsorgen.
Die Rezeptur enthält keine kritischen
Stoffe wie Korrosionsschutz,
Chlor und Silikat, die Validierungsresultate
gefährden oder bei
Patienten zu Komplikationen führen
können.
Die Max F. Keller GmbH vertreibt
in Deutschland seit fast 60 Jahren
wässrige deconex ® Reinigungskonzentrate
und steht Ihnen mit
Borer Chemie AG gerne zur Ver -
fügung.
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Max F. Keller GmbH
www. keller-mannheim.de
Borer Chemie AG
www.borer.swiss
32 November 2025
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Medizintechnisches Kolloquium
▶
PERFEKT FÜR MEDTECH-ANWENDUNGEN WIE IMPLANTATE, INLAYS UND MEHR
Die Micro5 XL: Mikrobearbeitung
in neuer Dimension
Was mit der Micro5 als hochdynamischem Bearbeitungszentrum
für feinste Präzisionsteile begann, findet
jetzt seine zukunftsweisende Fortsetzung: Mit der
Micro5 XL hat die CHIRON Group ihr Erfolgskonzept
für weitere Anwendungen, etwa Beispiel in der Medizinund
Präzisionstechnik, skaliert.
Foto: CHIRON Group
Präzisionsbearbeitung
einer
Knochenplatte
aus Titan –
Beispiel für
das erweiterte
Anwendungs -
spektrum in der
Medizintechnik.
Foto: CHIRON Group
Die Micro5, erste Mikromaschine
der CHIRON Group, überzeugt in
der täglichen anspruchsvollen Fertigungspraxis.
„Mit der Entwicklung
der neuen Micro5 XL zeigen wir“,
so CTO Dr.-Ing. Claus Eppler,
„dass noch mehr möglich ist.
Mehr Arbeitsraum für größere
Werkstücke, mehr Spindelleistung
– High Speed Cutting von Anfang
an mitgedacht und integriert.“
Ob Knie-Inlays, Abutments oder
Knochenplatten: Die neue Mikromaschine
bearbeitet komplexe
Geometrien und Materialien wie
Titan, Edelstahl oder Edelmetalle
mikrometergenau und mit hoher
Dynamik. Ruckwerte von bis zu
900 m/s³ ermöglichen hervorragende
Bahn- und Bearbeitungs -
geschwindigkeiten bei minimalen
Taktzeiten.
Die Bezeichnung Micro5 XL ist
kein Widerspruch, sondern bewusst
gewählt: Die „5“ steht wie
bei der Micro5 für das ideale
Verhältnis von Milling Center zu
Für eine effiziente Produktion in der Medizintechnik
vereint die Micro5 XL höchste Präzision
mit maximaler Dynamik.
Werkstück – hier 600 mm zu 120
mm Kubatur. Das XL kennzeichnet
die neue Dimension in der
Mikrobearbeitung: mehr Verfahrweg,
deutlich höhere Zerspanleistung
und maximale Flexibilität.
Auch die Micro5 XL fertigt auf
minimalem Footprint, auf 1,7 m 2
inklusive Magazin für bis zu 100
Werkzeuge und Peripherie. Die
Werkzeuge werden über einen
4-fach Greifer mit kurzen Spanzu-Span-Zeiten
eingewechselt und
dank Bearbeitungsstrategien mit
hohen axialen und geringen radialen
Zustellungen auf ganzer Länge
genutzt.
Auch beim Thema Automation der
Micro5 XL bietet die CHIRON
Group mehr: Mit Vorrichtungsautomation,
Werkstückautomation mittels
Linearhandling oder Roboter
stehen drei vollständig ins Maschinendesign
integrierte Varianten für
mehr Autonomie zur Verfügung.
Das Bedienen erfolgt jeweils von
vorn mit freier Sicht auf den Prozess.
Mehrere Fertigungseinheiten
lassen sich so eng nebeneinander
platzieren und ergonomisch von
einer Person bedienen. Ein zentraler
Aspekt für die tägliche Praxis
ist die durchgängige, intuitive
Bedienlogik. Wer das Mikrobearbeitungszentrum
programmieren
kann, steuert auch die Automation
intuitiv.
Auf dem 16. Medizintechnischen
Kolloquium präsentiert die CHIRON
Group die neue Mikromaschine in
Kombination mit maßgeschneiderter
Automation.
■
CHIRON Group SE
Tuttlingen, Germany
www.chiron-group.com
Micro5 XL erleben:
November 2025 33
Thomas Teuber, Produkt- und Anwendungsmanagement Feinbohren bei Mapal (links), stellt zusammen mit Marco Singer, Prozessplaner bei MAN, ein Feinbearbeitungswerkzeug
für die Ventilsitzgrundbohrung ein. Das EA-System von Mapal hat diesen Vorgang wesentlich beschleunigt, da weniger Einstellungen manuell vorgenommen
werden müssen. Bild: Mapal
Feinbohrwerkzeuge von Mapal im Einsatz bei MAN
Kopfarbeit für den
letzten Diesel
Im Nürnberger Werk des Nutzfahrzeugherstellers MAN Truck & Bus
ist die Produktion eines hocheffizienten neuen 13-Liter-Dieselmotors
angelaufen. Als gemeinsame Motorenplattform soll er konzernweit
genutzt werden. Für die Zylinderköpfe kommen Feinbohrwerkzeuge
von Mapal zum Einsatz, die Ventilführungs- und Ventilsitzgrundbohrung
bearbeiten.
rien zu erhöhen. Mit über 35 Metern Höhe
ist der Neubau das höchste Produktionsgebäude
am Standort.
Gleich gegenüber befindet sich auf einer
Fläche von 23 000 Quadratmetern die Produktion
der Dieselmotoren. Als Prozessplaner
ist Marco Singer für die Fertigung der
Zylinderköpfe des von Grund auf neu entwickelten
Motors D30 verantwortlich. Gegenüber
der Halle M17 befindet sich die
■■■■■■ Praktisch zeitgleich hat MAN
am Standort Nürnberg zwei wichtige Zukunftsprojekte
gestartet. Parallel zum Produktionsstart
des neuen Diesels geht eine
Batterie-Serienproduktion für elektrisch angetriebene
Fahrzeuge des Herstellers in Betrieb.
An mehr als 50 Montagestationen sollen
hier jährlich bis zu 50 000 Batterien gefertigt
werden – mit der Option, diese Kapazität
bis 2030 auf 100 000 Hochvolt-Batteneu
aufgebaute Batteriefertigung. Marco
Singer ordnet die Transformation zum elektrischen
Antrieb wie folgt ein: „Für verschiedenste
Anwendungen wie den Stadtverkehr
ist der Elektromotor der ideale Antrieb.
In anderen Bereichen wird der Diesel
aber noch lange Bestand haben.“ Als Beispiele
dafür nennt er Einsätze im Agrarbereich,
der Marine oder dem Militär. Für die
Zukunft werde daher ein Mix aus verschiedenen
Antriebstechniken benötigt.
Ein Motor für alle Marken
Die Traton Group, zu der neben MAN auch
Scania, Volkswagen Truck & Bus sowie International
Motors gehören, setzt auf einen
34 November 2025
Werkzeuge 02
Baukasten, das Traton Modular System
(TMS), dessen Komponenten markenübergreifend
zum Einsatz kommen. Getreu dem
Motto „Man muss das Rad nicht neu erfinden“
bündelt die Gruppe so effizient ihre
Ressourcen. Der Motor D30 ist die gemeinsame
Motorenplattform für den gesamten
Konzern. Von der Entwicklung über die mechanische
Fertigung und Motorenmontage
bis zur Auslieferung an die verschiedenen
Fahrzeughersteller findet alles bei MAN in
Nürnberg statt. Bis vor drei Jahren befand
sich hier auch noch eine eigene Gießerei.
Der D30 Motor basiert auf einer Plattform,
wird aber in sechs verschiedenen Leistungsstufen
von 360 bis 560 PS produziert.
Er ist der größte Standardmotor im Portfolio
und soll in unterschiedlichen Fahrzeugen
eingesetzt werden, wobei im LKW-Bereich
die 40-Tonner den Schwerpunkt bilden. Der
D30 löst die bisherigen Motorbaureihen
D26 und D15 ab. Das innovative Triebwerk
erreicht einen maximalen Wirkungsgrad
von 50 Prozent und benötigt fünf Prozent
weniger Treibstoff als seine Vorgänger, was
in gleichem Maße den CO 2 -Ausstoß senkt.
In die Produktion des neuen Motors, für
die bis zu 160 hochqualifizierte Mitarbeiter
im Dreischicht-Betrieb tätig sein werden,
hat MAN rund 220 Millionen Euro investiert.
Die technische Kapazität erlaubt eine
Produktion von rund 50 000 Motoren pro
Jahr. „Die tatsächliche Produktionsmenge
orientiert sich am Bedarf. Ob das tatsächlich
ausgelastet wird, entscheiden letztendlich
die Kunden“, erläutert Marco Singer.
Die waren in den vergangenen Jahren eher
etwas zurückhaltend. Wie im PKW-Bereich
haben Diskussionen über die Transformation
hin zum Elektroantrieb auch bei den
Nutzfahrzeugen für Verunsicherung gesorgt.
Beim Hochlauf der Produktion wird
zunächst in einer Schicht gearbeitet.
Das optimierte Feinbohrwerkzeug mit Führungs -
leistentechnologie zur Fertigbearbeitung der Grundbohrung
von Ventilsitz und Ventilführung. Für die
Ventilsitzbearbeitung kommt nun das EasyAdjust-
System mit TEC-Schneide zum Einsatz, das für
höhere Wirtschaftlichkeit und sehr einfaches Handling
steht. Bild: Mapal
und damit auch für die Werkzeugauslegung
zuständig ist.
Die sechs Zylinder des Motors haben jeweils
zwei Ein- und Auslassventile, in die
Zylinderkopfbank müssen also 24 Bohrungen
eingebracht werden. Da die Durchmesser
von Ein- und Auslass variieren, sind für
deren Bearbeitung Werkzeuge unterschiedlicher
Größe erforderlich. Die Bearbeitung
findet auf einer Doppelspindelmaschine
statt. Sie ist eingebettet in eine verkettete
Anlage mit Einzelmaschinen von Grob, die
durch Linearportale beladen werden.
Stabiler Prozess durch bewährte Technik
In der Anfangsphase des Projekts wurde
noch ein weiterer Werkzeughersteller mit
der Feinbearbeitung betraut. Da mit dessen
Tools aber ein stabiler und wirtschaftlicher
Prozess nicht gelang, konzentrierte man sich
bei MAN schließlich wieder ganz auf die
Zusammenarbeit mit Mapal. Die Aalener
waren zunächst mit dem Feinbearbeitungssystem
ins Rennen gegangen, das bei MAN
seit Jahren in zwei Produktionshallen auf
vielen Maschinen läuft. In enger Absprache
mit dem Kunden entwickelten die Partner
das System aber weiter und konnten entscheidende
Fortschritte erzielen.
Singer würdigt das Erreichte: „Die Bearbeitung
hatte sich grundlegend geändert.
Wir haben zum Beispiel einen Semischnitt
eingespart und konnten auf eine Pilotreibung
verzichten. Stattdessen fuhren wir mit
dem Wendeschneidplattenwerkzeug nur
noch auf unsere vorbearbeiteten Durchmesser,
sicherten uns einen guten Bohrungsein-
Jahrzehntelange Zusammenarbeit
MAN arbeitet bereits seit Jahrzehnten mit
Mapal zusammen. Als es 2019 beim Projektstart
für den D30 zu Ausschreibungen
kam, erhielt der Werkzeughersteller aus Aalen
wieder den Zuschlag für die Feinbearbeitung
der Ventilführungs- und Ventilsitzgrundbohrung.
Die jahrelangen gemeinsamen
Erfahrungen trugen ebenso dazu bei
wie eine Empfehlung des Maschinenherstellers
Grob, der für den kompletten Prozess
Der hocheffiziente neue 13-Liter-Dieselmotor MAN D30 soll die letzte Generation des Dieselmotors aus
Nürnberg sein. Parallel dazu ist die Batteriefertigung am Standort Nürnberg angelaufen. Bild: Mapal
November 2025 35
02 Werkzeuge
Für Prozessplaner Marco Singer (links)
ist der Zylinderkopf mit seinen sechs
Zylindern und 24 Ventilen der Kopf
des Motors. Bild: Mapal
tritt für die Reibahle und haben dann im
Endeffekt einmal durchgerieben. Aus den
Erfahrungen heraus konnte der Prozess
bestmöglich ausgelegt werden.“ Das Fertigungskonzept
erreichte sowohl eine gute
Bearbeitungsqualität als auch die vorgegebene
Taktzeit von insgesamt rund fünf Minuten
für die Fertigbearbeitung von Ventilsitz
und Ventilführung, der gewünscht stabile
und wirtschaftliche Prozess stand. „Und
das, obwohl mit dem neuen Motor die Qualitätsanforderungen
in der Fertigung erhöht
wurden“, betont Markus Meyer, der als
technischer Berater von Mapal eng mit
MAN zusammenarbeitet. Für die Ventilund
die beiden Ventilsitzgrundbohrungen
liegen die Toleranzen bei kleiner 20 µm.
Beim Lauf vom Sitz zur Führung müssen
rund 50 µm eingehalten werden. Zwischen
Ventilsitz und Ventilführung darf kein Versatz
auftreten, der zu unerwünschten Scherkräften
führen könnte. Die verlangten Oberflächengüten
liegen bei einem Rz kleiner 20
µm. Die Zylinderkopfbank besteht aus GJV
450 Gusseisen, in das für die Ventile verschleißfestere
Materialien in Form eines
Rings und einer Führung eingepresst werden.
Moderne Technologie senkt
Stückkosten weiter
Eine Reihe gemeinsamer Workshops hatte
weitere Optimierungen im Blick, insbesondere
in Sachen Stückkosten. Sie sollten vor
dem Anlauf der Serienfertigung weiter gesenkt
werden, und in partnerschaftlicher,
professioneller Zusammenarbeit konnten
Mapal und MAN signifikante Verbesserungen
erzielen.
Als Hebel für niedrigere Cost per Part erwies
sich die Vereinfachung des Werkzeughandlings
– konkret die Reduzierung der
Einstellzeit und dadurch eine Vereinfachung
für den Bediener. Mapal brachte dafür sein
EA-System (EasyAdjust) ins Spiel, das für
das Ventilsitzwerkzeug verbaut wurde. Bei
diesem System ist die Verjüngung der
Schneide bereits in die Kassette, die als Aufnahme
für die Schneide dient, integriert. Damit
entfällt der Einstellvorgang für die Verjüngung
der Nebenschneide komplett, es
muss lediglich der Durchmesser justiert werden.
Thomas Teuber, Leiter Produkt- und
Anwendungsmanagement Feinbohren bei
Mapal, bringt den Praxisnutzen auf den
Punkt: „Der Bediener muss nicht mehr zwei
Messuhren im Blick haben. Er konzentriert
sich auf nur eine Messuhr, mit der er den
Überstand der Schneide zu den Führungsleisten
einstellt. Das geht wesentlich schneller.“
Mit dem EA-System geht auch eine
Verbesserung bei den Schneiden einher: Die
im EA-System verwendeten TEC-Wendeschneidplatten
weisen vier, und damit doppelt
so viele, Schneidkanten auf wie eine
herkömmliche Mapal Reibschneide. Ein optimierter
Schneidstoff und eine innovative
Beschichtung steigern die Standzeit und sorgen
damit für einen noch stabileren Prozess.
Die Modifikationen zeigten Wirkung:
Gegenüber dem ursprünglichen Bearbeitungskonzept
konnten die Kosten der Bearbeitung
von Ventilsitz und Ventilführung
um rund 40 Prozent gesenkt werden. „Mit
dem erreichten Meilenstein bin ich sehr zufrieden“,
sagt Marco Singer und lobt ausdrücklich
die kompetente Zusammenarbeit
mit Mapal. Den kontinuierlichen Verbesserungsprozess
will der ehrgeizige Prozessplaner
weiter vorantreiben.
Bei MAN geht man davon aus, dass der
D30 der letzte vollständig neu entwickelte
Diesel-Nutzfahrzeugmotor des Unternehmens
sein wird – nach mehr als 100 Jahren
Dieselmotorenbau am Standort Nürnberg.
2030 soll jedes zweite Fahrzeug, das an
Kunden ausgeliefert wird, einen emissionsfreien
Antrieb haben.
■
Mapal Dr. Kress SE & Co. KG
www.mapal.com
Für die Bearbeitung
der vier Ventilsitze pro
Zylinder sind enge
Toleranzen vorgegeben.
Bild: Mapal
36 November 2025
Mehr Tempo bei der Bohrerbeschaffung
Bohrer selber
konfigurieren
■■■■■■ Mit Quickline startet Emuge-Franken jetzt einen
neuen Service: Kunden können die von ihnen gewünschten
Werkzeuge anhand einer Reihe von Parametern selbst gestalten
und ihr Wunschprodukt direkt ordern. Die bestellten
Stückzahlen werden dann in weniger als vier Wochen geliefert.
Der Service richtet sich zum einen an kleine und mittlere
Zerspaner, die nur wenige Bohrer benötigen. Zum anderen
spricht das Angebot auch Serienfertiger an, die rasch Werkzeuge
für Testbohrungen benötigen. Möglich wird die kurze
Lieferzeit dank eines automatisierten Workflows. Er erlaubt
es, mit der Produktion der Werkzeuge bereits innerhalb von
24 Stunden nach Auftragseingang zu beginnen.
Zum Start von Quickline ist der neue BasicDrill CM-C
Stufenbohrer als erste Produktgruppe erhältlich. In Zukunft
soll der Service auf andere Werkzeuge ausgeweitet werden.
Die über Quickline verfügbaren Werkzeugtypen kann der
Kunde im Onlineshop von Emuge-Franken konfigurieren und
bestellen. Er erhält dann automatisiert eine Bestätigung mit
einer individuellen Artikelnummer für sein Produkt. Mit
dieser kann er später den gleichen Bohrer auch nachordern –
ohne die gewünschten Artikelspezifikationen nochmals ein -
geben zu müssen.
Der momentan über Quickline verfügbare BasicDrill
CM-C lässt sich anhand von fünf verschiedenen Parametern
individuell gestalten. Zur Wahl stehen Durchmesser zwischen
2,8 mm und 18 mm, Stufenwinkel von 30º bis 160º, zylindrische
Bohrtiefen von 4 mm bis 54 mm. Erhältlich sind außerdem
drei unterschiedliche Schaftformen sowie optional ein
Eckenschutz für den Einsatz in abrasivem Material. ■
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Zum Start von Quickline ist der neue BasicDrill CM-C Stufenbohrer
als erste Produktgruppe erhältlich. Bild: Emuge Franken
November 2025 37
02 Werkzeuge
Effizient Schruppen: VMK und Tungaloy-NTK optimieren gemeinsam den Fertigungsprozess
Mit Hochvorschub zum Erfolg
Wer hochpräzise Verzahnungen fertigt, darf bei der Zerspanung
keine Kompromisse eingehen – schon gar nicht beim Schruppen,
wenn in kürzester Zeit große Materialmengen abgetragen werden
müssen. Die Verzahnung & Metallbearbeitung Kaiser GmbH (VMK)
aus dem sächsischen Pirna meistert diese Herausforderung seit
fast 50 Jahren mit Leidenschaft und modernster Technik.
nen Maschinen, leistungsstarken Werkzeugen
und Partnern, die uns auch mal neue
Impulse von außen geben.“
Herausforderung neues Bauteil
2024 kam ein neues Bauteil aus unlegiertem
Baustahl (St52–3; 1.0570) in die Produktion.
Gefertigt werden sollte es auf einer
5-Achs-Fräsmaschine vom Typ Okuma
MU4000V-L, die ebenfalls 2024 in den Maschinenpark
integriert wurde. Die Maschine
eröffnet VMK zusätzliche Möglichkeiten:
neben der Drehfunktion auch das Power
Skiving (Wälzschälen). Damit lassen sich
Innen- und Außenverzahnungen direkt auf
derselben Maschine herstellen. So können
■■■■■■ Doch selbst eingespielte Prozesse
stoßen irgendwann an ihre Grenzen. Bei
einem neuen Bauteil zeigten die bisher eingesetzten
Fräser große Schwächen: geringe
Standzeiten, lange Bearbeitungszeiten und
niedrige Prozesssicherheit. Statt sich mit
dem Status quo zufriedenzugeben, suchte
VMK den Schulterschluss mit seinem langjährigen
Partner Tungaloy-NTK Germany.
Gemeinsam stellten sie die Bearbeitung auf
den Prüfstand – und fanden die Lösung in
den Hochvorschubfräsern DoFeedTri und
AddDoFeed.
„Wir wollen nicht nur hochwertige Bauteile
liefern, sondern unsere Fertigung kontinuierlich
verbessern“, betont Geschäftsführer
Rico Kaiser. „Das gelingt nur mit modermehrere
Bearbeitungsschritte in einem
Durchgang zusammengefasst werden, was
sowohl die Genauigkeit als auch die Effizienz
in der Fertigung deutlich steigert.
Das neue Bauteil brachte VMK die Erkenntnis,
dass die bisher eingesetzten Fräswerkzeuge
beim Schruppen an ihre Grenzen
stießen. „Die Bearbeitung dauerte zu lange
und auch die Prozesssicherheit ließ zu wünschen
übrig. Die Wendeschneidplatten brachen
mitten im Schnitt und selbst wenn das
Werkstück nicht beschädigten wurde, bedeutete
jeder Stillstand nicht nur verlorene
Zeit, sondern auch zusätzliche Kosten. Darüber
hinaus ging die Bearbeitung mit einer
starken Geräuschentwicklung einher“, beschreibt
Rico Kaiser, Geschäftsführer bei
VMK, die Ausgangssituation.
Für ein Unternehmen ist das eine ernste
Herausforderung, denn jede Maschine muss
zuverlässig und effizient laufen. „Mit unserem
Maschinenpark muss jede Minute Produktionszeit
genutzt werden. Stillstände
kosten Zeit, Geld und Nerven“, betont Kaiser.
Da lag es nahe, den langjährigen Partner
Tungaloy-NTK Germany ins Boot zu holen.
Optimierung mit vertrautem Partner
Marc Deckwart, Beratung und Vertrieb bei
Tungaloy-NTK Germany, kennt das Unternehmen
VMK und die dortigen Prozesse
schon seit vielen Jahren und pflegt ein
freundschaftliches Verhältnis zu vielen Mitarbeitern.
Gemeinsam mit Richard Lachmann
(Projektleiter Fräsen bei VMK), der
als „Kopf hinter den Prozessen“ gilt, analysierte
er die Bearbeitung im Detail. Das Ziel
war klar: eine Lösung, die höhere Stand -
zeiten, kürzere Bearbeitungszeiten und eine
Rico Kaiser, Geschäftsführer von VMK
(rechts), Richard Lachmann (links),
Projektleiter Fräsen bei VMK, und Marc
Deckwart (Mitte), Beratung und Vertrieb
bei Tungaloy-NTK Germany, setzen
gemeinsam auf innovative Lösungen.
Bild: Tungaloy-NTK Germany GmbH
38 November 2025
Ein starkes Duo für mehr
Effizienz und Sicherheit in
der Fertigung: Die Hochvorschubfräser
DoFeedTri
... Bild: Tungaloy-NTK Germany GmbH
... und AddDoFeed.
Bild: Tungaloy-NTK Germany GmbH
höhere Prozesssicherheit liefert – und obendrein
noch den Geräuschpegel senkt.
Gerade beim Schruppen stellen sich bei
VMK besondere Herausforderungen. Viele
Werkstücke werden nur an wenigen Punkten
fixiert, um sie in einer Aufspannung von
möglichst vielen Seiten bearbeiten zu können.
„Für herkömmliche Fräser ist das eine
Herausforderung, denn tiefe Zustellungen
und hoher Schnittdruck können Vibrationen
und Verzüge verursachen“, erklärt
Marc Deckwart. „Unsere Hochvorschubfräser
spielen genau hier ihre Stärke aus: Dank
geringerer Zustelltiefe und hoher Vorschubgeschwindigkeit
lassen sie sich gut an die jeweilige
Aufspannung anpassen. Der Schnittdruck
bleibt niedrig, die Bauteile werden geschont
– und trotzdem erreicht VMK hohe
Abtragsraten. Dazu kommt: Die Werkzeuge
laufen deutlich leiser, was den Arbeitskomfort
in der Fertigung spürbar erhöht.“
Dreamteam für die effiziente
Schruppbearbeitung
Die Werkzeugwahl fiel schließlich auf Do-
FeedTri und AddDoFeed von Tungaloy. Beide
Hochvorschubfrässysteme bringen Tempo,
Sicherheit und Wirtschaftlichkeit beim
Schruppen in die Fertigung. Der DoFeedTri
liefert hohe Vorschübe, beeindruckende Abtragsraten
und große Prozesssicherheit.
Der AddDoFeed ist die ideale Ergänzung
und kommt ins Spiel, wenn es eng wird. Mit
seinen kompakten und vergleichsweise dicken
Wendeschneidplatten meistert er kleine
Durchmesser und beengte Bearbeitungssituationen
mühelos.
Schon in den ersten Testläufen überzeugten
die Werkzeuge. Das Schnittverhalten
war sauber, der Lauf ruhig, Vibrationen traten
nicht mehr auf, und die Vorschubgeschwindigkeiten
lagen deutlich höher als zuvor.
Nach einer kurzen Feinabstimmung der
Parameter lief das Werkzeug wie ein Uhrwerk.
„Wir waren sofort begeistert, wie stabil
und leise der DoFeedTri arbeitet – und
das bei deutlich höherem Vorschub“, erinnert
sich Rico Kaiser.
Klare Ergebnisse im Vergleichstest
Der entscheidende Beweis für die Leistungsfähigkeit
der Tungaloy-Werkzeuge kam
schließlich im direkten Vergleichstest. Unter
identischen Bedingungen traten das bisher
verwendete Wettbewerbswerkzeug und der
DoFeedTri gegeneinander an – und das Ergebnis
war eindeutig. Die Hochvorschubfräser
ermöglichten deutlich höhere Schnittparameter
mit einer Spindeldrehzahl von
3937 min -1 , was einem Plus von fast 300
Prozent entspricht, und einem Vorschub von
8951 mm/min – rund 800 Prozent höher.
Gleichzeitig sank die Zahl der erforderlichen
Schnitte von 103 auf 57, also um
knapp 45 Prozent. In der Praxis bedeutete
dies deutlich kürzere Bearbeitungszeiten
und eine erheblich gesteigerte Produktivität.
Auch die Standzeit der Werkzeuge legte
massiv zu. Die Teileausbringung pro Schneide
konnte versechsfacht werden – von fünf
auf dreißig Stück. Gleichzeitig änderte sich
das Verschleißbild grundlegend. Während
das Wettbewerbswerkzeug durch Ausbröckelungen
ausfiel und so das Risiko von
Ausschuss und Maschinenstillständen erhöhte,
zeigte der DoFeedTri einen gleichmäßigen
Freiflächenverschleiß. Diese stabile,
gut kalkulierbare Abnutzung sorgt für planbare
Werkzeugwechsel, höhere Maschinenverfügbarkeit
und eine insgesamt deutlich
bessere Prozesssicherheit.
Mehr Effizienz und Sicherheit
Heute sind DoFeedTri und AddDoFeed aus
der Fertigung von VMK nicht mehr wegzudenken.
Sie kommen in nahezu allen
Schruppoperationen zum Einsatz, ob an
massiven Gussgehäusen oder komplexen
Kupplungsteilen. Die Bearbeitungszeiten
sind deutlich kürzer, die Standzeiten erheblich
länger, Werkzeugwechsel seltener und
die Prozesssicherheit spürbar höher. „Mit
Tungaloy-NTK haben wir einen Partner, der
nicht einfach nur Werkzeuge liefert, sondern
auch mitdenkt und neue Impulse gibt.“ fasst
Rico Kaiser zusammen.
■
Tungaloy NTK Germany GmbH
www.tungaloy-ntk.de
Mit den Tungaloy Hochvorschubfräsern sind
die Bearbeitungszeiten deutlich kürzer und
die Prozesssicherheit spürbar höher. Zudem
sorgen hohe Standzeiten für weniger Werkzeugwechsel.
Unterm Strich bedeutet das eine
höhere Produktivität und Wirtschaftlichkeit.
Bild: Tungaloy-NTK Germany GmbH
November 2025 39
02 Werkzeuge
Weiss Spindeleinheiten in neuen Liebherr-Schleifmaschinen
Verzahnungsherstellung –
produktiv und flexibel
Mit der neuen, modularen Maschinenplattform D setzt die Liebherr-
Verzahntechnik GmbH wieder ein innovatives Zeichen. Den Anfang
machen Profilschleifmaschinen der LGP-Baureihe. Ein wichtiger
Teil davon sind die eingesetzten Spindeleinheiten von Weiss Spindeltechnologie,
einem Geschäftsbereich der Innomotics GmbH.
Um den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht zu
werden, setzt Liebherr ausschließlich hochwertige Komponenten
ein. Das gilt vor allem für die Spindeleinheiten
der Profilschleif- und Wälzschleifmaschinen.
Die Spindeltechnologie konnte überzeugen
Die neue Profilschleifmaschine LGP 2000 der Liebherr-Verzahntechnik GmbH ist ausgestattet
mit Spindeleinheiten von Weiss Spindeltechnologie. Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH
■■■■■■ Die Kemptener Liebherr-Verzahntechnik
GmbH bietet eine große Auswahl hochproduktiver
Maschinen zur Fertigung von präzisen Verzahnungen
für unterschiedlichste Branchen – von der Automobilbis
zur Windkraftindustrie. Mit einer neuen, modular
aufgebauten Maschinenplattform zur Verzahnungsherstellung
ermöglicht es das Unternehmen künftig, noch
schneller auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu reagieren.
Denn bei gleicher Basiskonstruktion können diese zwischen
vier Technologien wählen – Profilschleifen, Wälzschleifen,
Wälz-Fräsen und Wälz-Stoßen.
Den Anfang macht die Profilschleifmaschine
LGP 2000, die erstmals auf der EMO 2025 dem breiten
Fachpublikum vorgestellt wurde. Zusätzlich gibt es
noch die LGP 1600, die LGP 1200 und die LGP 800 –
bei Bedarf auch mit Werkstückautomation.
Hier vertrauen die Verzahnungsspezialisten auf ihren
langjährigen Partner Weiss Spindeltechnologie, wie
Matthias Plessing, Projektleiter Entwicklung bei der
Liebherr-Verzahntechnik GmbH bestätigt: „Wir kennen
die Projektleiter und Konstrukteure von Weiss schon
sehr lange. Zudem schätzen wir die Konzernmutter Innomotics
mit ihrer weltweiten Präsenz und zuverlässigen
Serviceunterstützung. Dennoch war die Auftragsvergabe
kein Selbstläufer. Wir haben einige potenzielle
Lieferanten genau verglichen.“ Vor der finalen Entscheidung
gab es intensive Projektierungsphasen und Kostenkalkulationen
auf Basis der Entwürfe. Letztlich
konnte Weiss Spindeltechnologie überzeugen und bekam
den Zuschlag.
Auch rückblickend ist Matthias Plessing sicher, die
richtige Wahl getroffen zu haben: „Die positiven Erfahrungen
mit Weiss haben sich während der gesamten
Konstruktionsprozesse bestätigt“, erklärt der Ingenieur.
In enger Abstimmung wurde die Spindel kontinuierlich
an den Fortschritt der anderen Maschinenkomponenten
des Schleifkopfs angepasst. Dabei erinnert sich Weiss-
Produktmanager Jürgen Müller unter anderem an besonders
intensive Abstimmungen hinsichtlich des Spindelgehäuses:
„Wir hatten unglaublich viele funktionale
Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig galt es, die Anschlussgeometrien
zu beachten und natürlich immer die
Gesamtkosten sowie die Terminvorgaben im Blick zu
halten. Das war schon eine Herausforderung, die wir
aber gemeistert haben.“
Scheibenwechsel – benutzerfreundlich und schnell
Die Profilschleifmaschine LGP 2000 ist mit einer hochsteifen
und robusten Schleifspindel ausgestattet, die eine
Dauerleistung (S1) von 53 kW und einer Maximaldrehzahl
von 4000 min -1 zur Verfügung stellt. Dabei sorgt
ein leistungsoptimierter Motor auf kleinem Bauraum
für hohe Drehmomente. Dank der innovativ gestalteten
40 November 2025
FRÄSSTIFT Z7 – MAXIMALE LEISTUNG
FÜR HÖCHSTE ANFORDERUNGEN
Unsere Frässtifte der Z7-Serie sind die erste Wahl
für alle, die auf Qualität, Prozesssicherheit und
präzise Ergebnisse setzen.
schneller Abtrag
saubere Oberflächen
sicherer Einsatz
lange Standzeit
Matthias Plessing (rechts), Projektleiter Entwicklung bei der
Liebherr-Verzahntechnik, und Jürgen Müller, Produktmanager
bei Weiss Spindeltechnologie, freuen sich über die gute und
erfolgreiche Zusammenarbeit. Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH
Kühlung sind zudem stabile, optimierte Betriebstemperaturen
gewährleistet.
Ebenso interessant ist die invertierte HSK-Schnittstelle
mit nur einer Spannschraube. Sie ermöglicht einen
benutzerfreundlichen und damit besonders schnellen
Schleifscheibenwechsel in der Maschine. Bei der optionalen
„High Performance“-Konfiguration für die Profilschleifmaschinen
ist ein Schleifscheibenwechsel generell
viel seltener notwendig. Bei ihr ist der Profilschleifkopf
mit zwei baugleichen Weiss-Schleifspindeln ausgestattet.
So können Anwender ohne Werkzeugwechsler
unterschiedliche Schleifscheiben zum Einsatz bringen.
Das bringt im praktischen Einsatz mitunter große Zeiteinsparungen,
wenn beispielsweise zuerst geschruppt
und anschließend geschlichtet werden soll.
Als weiteres technisches Highlight der LGP-Serie
bezeichnet Matthias Plessing die hohe Flexibilität für
unterschiedlichste Schleifanwendungen. So kann der
Schleifkopf etwa bei Bedarf sowohl mit einer High-
Speed-Schleifspindel, als auch mit Innenschleifarmen
ausgestattet werden. Selbst ein kundenseitiger Spindelwechsel
ist laut dem Projektleiter möglich: „Damit
können Anwender bei Bedarf sowohl Kollisionsverzahnungen
als auch Hohlräder mit derselben Maschine
schleifen.“
Wie alle Liebherr-Schleifköpfe verfügt auch der Profilschleifkopf
der neuen LGP 2000 generell über eine
automatisch nachgeführte Kühlschmierstoff-Düse und
sorgt damit für optimale Bedingungen während des
Schleifprozesses. Den neuen Doppelabrichter gibt es optional
auch in einer Ausführung für simultanes Abrichten
der beiden Schleifscheibenflanken. Dadurch lässt
sich laut Liebherr-Entwickler Plessing die Abrichtzeit
nahezu halbieren.
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November 2025 41
Stefan Letsch (Haigis),
Markus Stumm
(Produktmanagement
Walter), Thomas Thiel
(Anwendungstechnik
Walter) und Joachim
Schneider (Technische
Beratung Walter) bei der
Arbeit. Bild: Walter AG
Wie Haigis mit Walters neuem Stechsystem die Effizienz steigert
Partner bei Prototypen-Feldtest
profitiert vom Ergebnis
Seit über 10 Jahren setzt die Haigis Gewichtefertigung GmbH in
Onstmettingen für ihre Stech-Anwendungen auf Werkzeuge des
Zerspanungsspezialisten Walter. Das machte das Unternehmen
zum perfekten Partner für den Protoypen-Feldtest des neuen Groov
tec GD Stechsystems. Vom Ergebnis waren die Haigis Mitarbeiter
mehr als überzeugt: Das Unternehmen war der erste Kunde überhaupt,
der das Walter Groov tec GD Stechsystem bestellt hat.
■■■■■■ Bis zum Auftauchen der Prototypen des Systems
auf dem Haigis Shopfloor, das Walter dann ein
Jahr später als Start der Groov tec GD-Produktlinie auf
den Markt gebracht hat, war man bei Haigis mit der
bisher eingesetzten Walter Lösung ziemlich zufrieden.
Für das Stechen von relativen klein dimensionierten
Kolbenoberteilen aus Nitrierstahl verwendete man das
Walter GX-Stechsystem, mit durchaus überzeugenden
Ergebnissen. Thomas Thiel arbeitet bei Walter als Anwendungstechniker.
Er begleitet Haigis bereits seit rund
13 Jahren und kennt die Prozessbedingungen vor Ort
sehr gut. Von ihm ging die Initiative aus, das mittelständische
Unternehmen in den Feldtest für das innovative
Groov tec System einzubeziehen.
„Mir war aufgefallen, dass beim Abstechen auf den
Takamaz-Drehmaschinen relativ regelmäßig irgendwann
der Plattensitz am Halter ausgewaschen und damit
unbrauchbar geworden ist. Bei dieser Art Anwendung
ist das ziemlich typisch, weil einfach sehr starke
Kräfte radial und zum Teil auch axial auf die Wendeschneidplatte
und den Halter auftreffen.“, erklärt Thiel.
Dieses Phänomen besser in den Griff zu bekommen war
eines der wichtigsten Ziele für den Entwicklungsprozess,
aus dem dann die Groov tec-Linie hervorgegangen
ist. Mit einem hohen Aufkommen an Abstech-Vorgängen
und der großen Erfahrung mit dem Prozess bei den
Mitarbeitenden war Haigis daher ein idealer Partner
beim Prototyp-Feldtest.
Stefan Letsch hat den Feldtest bei Haigis betreut. Der
Maschinenbautechniker ist bei Haigis für die Arbeitsvorbereitung
verantwortlich: „Die Leute an den beiden
Maschinen, auf denen unsere Stech-Prozesse laufen, haben
den Unterschied zum bisher genutzten System bereits
nach ein paar Durchläufen bemerkt. Die waren
echt enttäuscht, dass es sich erstmal um Prototypen gehandelt
hat, die wir noch nicht einfach nachbestellen
konnten.“ Dennoch konnten die neuen GD Wendeplat-
42 November 2025
Werkzeuge 02
Das neue Groov tec
System im Stechdrehprozess
steigert nicht
nur die Standzeit der
Wendeplatten, auch die
Lebensdauer der Trägerwerkzeuge
wird erhöht.
Bild: Walter AG
Die innovative Wendeschneidplatten-Klemmung: Die Schneideinsätze sind sowohl von
oben als auch von unten doppelt verzahnt. Bild: Walter AG
ten und G5011 Stechhalter Stefan Letsch und seinem
Team für weitere Langzeittests zur Verfügung gestellt
werden. Das lag auch an der engen Zusammenarbeit
der beiden Verantwortlichen von Produktmanagment
und Vertrieb bei Walter, Markus Stumm und Joachim
Schneider.
Der Unterschied ist messbar
Für Stefan Letsch war das der erste Prototyp-Feldtest
überhaupt. Eigentlich war geplant, den Prototyp des
Walter Groov tec Systems zwar im Echtbetrieb, aber nur
auf einer Maschine laufen zu lassen. Die Ergebnisse waren
so überzeugend, dass man auch die zweite Maschine
in den Feldtest integrierte. Ohne Veränderungen der
Prozessparameter konnte Haigis die Standzeiten für das
Werkzeug mehr als verdoppeln. Der Prozess läuft noch
deutlich stabiler als bisher, die Rüstzeiten sind gesunken
– und die Bauteilqualität ist auf höchstem Niveau. Für
einen Feldtest natürlich ein Traumergebnis.
Ähnliche Erfolge wie bei Haigis verzeichnet das neue
Walter Groov tec System auch bei anderen Anwendern.
Ausschlaggebend für die deutlich gesteigerten Standzeiten
und die herausragende Verschleißfestigkeit, die das
neue System bietet, ist die Kombination von innovativer
Werkzeugklemmung und den dazu passenden Tiger tec
Gold Wendeschneidplatten GD26. Die Schneideinsätze
sind sowohl von oben als auch von unten doppelt verzahnt.
Dadurch werden die Wendeschneidplatten sicher
im Plattensitz fixiert und sind gegen das seitliche Herausdrücken
geschützt. Der erhöhte Mittelzahn gibt außerdem
klar vor, wie die Platte eingesetzt werden muss.
Gegenüber den marktüblichen Prismen-Klemmungen
erhöht das Walter Groov tec GD-System die Stabilität
deutlich, minimiert die Abnutzung und reduziert Mikro-
Vibrationen. Was das für die Lebensdauer des Stechwerkzeugs
bedeutet, sieht man an den Ergebnissen des
Haigis Feldtests: Die Groov tec Systeme haben gegenüber
konventionellen Systemen eine höhere Standzeit.
Je nach Anwendung sind Steigerungen um bis zu 50
Prozent möglich. In Kombination mit der (optionalen)
Präzisionskühlung profitieren Anwender von kürzeren
Takt- und Bearbeitungszeiten, höherer Produktivität
und Prozesssicherheit. Walter Groov tec GD lässt sich
für das Ein- und Abstechen sowie zum Stech- und Kopierdrehen
einsetzen. Das System ist geeignet für Stechtiefen
bis 26 mm und auf Drehmaschinen aller Art universell
einsetzbar. Neben Präzisionsvorteilen bei anspruchsvollen
Bearbeitungen bietet Groov tec GD ideale
Voraussetzungen für mannarme Fertigungen sowie die
Serienproduktion.
Seit 2024 ist das innovative Walter Groov tec GD
Stechsystem ganz offiziell am Markt und natürlich bei
Haigis im Einsatz.
■
Walter Tools
www.walter-tools.com
Eine hohe Anzahl von
Kolbenoberteilen aus
Nitrierstahl werden bei
Haigis täglich gestochen.
Bild: Walter AG
November 2025 43
Mit zahlreichen Neuheiten zur EMO 2025 bot ZCC Cutting Tools seinen Kundinnen und Kunden hochqualitative
Zerspanungslösungen an, die sich sowohl in der Serienfertigung als auch in der Einzelteilbearbeitung gewinnbringend
einsetzen lassen. Der Ansatz: Modernste Beschichtungstechnologien mit extrem glatten Oberflächen sorgen für ein
Höchstmaß an Produktivität, gesteigerte Prozesssicherheit und deutlich reduzierte Rüst- und Bearbeitungszeiten. Bild: ZCC CT
Neue Maßstäbe in der Hochvorschubbearbeitung
Komplexe Zerspanungsaufgaben
prozesssicher beherrschen
Mit dem Frässystem XMR13 präsentierte ZCC Cutting Tools
Europe eine innovative Lösung für die Hochvorschubbearbeitung,
die selbst komplexe Zerspanungsprozesse prozesssicher
und effizient bewältigt. Die Produktneuheit vereint
eine äußerst robuste Konstruktion mit einem durchdachtem
Schneidplatten-Design und optimal abgestimmten
Sorten und Spanbrechern.
■■■■■■ Das auf der EMO 2025 vorgestellte neue
Hochvorschubfrässystem XMR13 von ZCC Cutting
Tools Europe eignet sich sowohl für die Serienfertigung
als auch für flexible Einzelteilbearbeitung. Dank extrem
hoher Vorschubgeschwindigkeiten lassen sich große
Materialvolumina in kürzester Zeit wirtschaftlich abtragen.
Mit einem Durchmesserbereich von 50 mm bis
160 mm eröffnet das System ein breites Anwendungsspektrum.
Die Schneidplattengröße und der Anstellwinkel
des Fräsers ermöglichen eine effektive Schnittiefe
(ap) von bis zu 2 mm.
Hochproduktiv und wirtschaftlich
Die Wendeschneidplatten mit acht nutzbaren Schneiden
ermöglichen maximale Zerspanungsleistung bei gleichzeitig
verlängerten Standzeiten. Die negative WSP-Geometrie
erlaubt hohe Vorschubgeschwindigkeiten bei
gleichzeitig stabiler Schneidwirkung – ideal für die
schruppende Bearbeitung von Stahl, Werkzeugstahl und
Gusseisen.
Durch die neu entwickelte 3D-konvexe Schneidkante
sorgt der XMR13 für eine gleichmäßige Schnittführung
und Reduzierung von Vibrationen im Fräsprozess. Ergänzend
dazu steht eine fein abgestimmte Auswahl an
Spanbrechern und Sorten zur Verfügung, die eine kontrollierte
Spanlenkung und zuverlässige Spanabfuhr
auch unter anspruchsvollen Schnittbedingungen sicherstellen.
Volker Welsch, Produktmanager bei ZCC-CT
Europe erklärt: „Mit unserem neuen Hochvorschubfrässystem
XMR13 bieten wir unseren Kunden eine effiziente
technologische Lösung, für mehr Leistung,
Wirtschaftlichkeit und maximale Prozessstabilität.
Es ist das Ergebnis intensiver Entwicklungsarbeit und
ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung unserer
Frästechnologien“.
■
ZCC Cutting Tools Europe GmbH
www.zccct-europe.com
Mit dem Frässystem XMR13
präsentiert ZCC Cutting
Tools Europe eine innovative
Lösung für die Hochvorschubbearbeitung.
Bild ZCC CT
44 November 2025
Werkzeuge 02
Zusatzmodule reduzieren Axialkräfte beim Gewindeschneiden und verbessern die Prozessstabilität
Weniger Werkzeugbruch -
höhere Gewindequalität
BIG Daishowa, ein weltweit führender Anbieter von hochpräzisen
Werkzeugsystemen für die metallverarbeitende Industrie, präsentiert
die neuen Synchro Adjuster für die MEGA Synchro Gewindeschneidfutter.
Sie sind Teil des modularen MEGA Synchro
Systems, das mit hoher Prozessstabilität, reduzierten Kraftspitzen
und optimierter Gewindequalität überzeugt.
In Kombination mit den Mega
Synchro Haltern liefert das System eine
nachweisliche Reduktion von Kraftspitzen
und eine stabilere Bearbeitung – unabhängig
von Gewindegröße und Material. Bild: Big Daishowa
Die Synchro Adjuster reduzieren Axialkräfte beim Gewindeschneiden und verbessern die
Prozessstabilität auf CNC-Maschinen mit synchronisierten Spindeln. Bild: Big Daishowa
■■■■■■ Gewindeschneiden mit höherer
Prozesssicherheit Das Gewindeschneiden
zählt zu den anspruchsvollsten Endbearbeitungen.
Schon geringe Abweichungen in der
Synchronisation von Vorschub und Spindeldrehzahl
können erhebliche Axial- und
Rückzugskräfte erzeugen – oft mit Werkzeugbruch,
schlechter Gewindequalität oder
Ausschuss als Folge. Besonders in der Serienproduktion
ist eine konstante Gewindequalität
unverzichtbar.
BIG Daishowas Lösung ist bewusst einfach
und modular aufgebaut. Sie eignet sich
für alle modernen CNC-Maschinen mit syn-
chronisierten Spindeln und ersetzt weniger
effiziente Spannzangenfutter-Lösungen –
vor allem in Kombination mit den neuen
Adjustern.
„Mit dem Mega Synchro System geben
wir Anwendern eine praxisnahe Lösung an
die Hand“, so Christian David, Leiter Vertrieb
bei BIG Daishowa. „Hoher Kühlmittelfluss,
präzise Führung und adaptive
Kraftkompensation sorgen dafür, dass vom
filigranen M1-Gewinde bis zum robusten
M36-Anschluss konstant sichere Ergebnisse
erzielt werden.“
Alle Modelle sind schlank konstruiert,
für großzügigen inneren Kühlmittelfluss
ausgelegt und damit ideal für Tiefloch-Gewindeschneiden.
Die neuen Synchro Adjuster werden zwischen
Grundhalter und Werkzeugaufnahme
positioniert und fügen dem System eine definierte
axiale Flexibilität hinzu. So lassen
sich die beim Ein- und Ausfahren des Gewindebohrers
entstehenden Kraftspitzen
wirksam absorbieren – Werkzeugbruch wird
deutlich reduziert, die Gewindequalität
spürbar verbessert.
Es gibt zwei Varianten: den Soft Type, die
flexiblere Ausführung für universelles Gewindeschneiden
und maximale Schonung
von Werkzeug und Werkstück und den
Hard Type für Gewindebohrer mit exzentrischem
Freischliff, bei denen geringere Flexibilität
erforderlich ist. In Kombination mit
den Mega Synchro Haltern liefert das System
eine nachweisliche Reduktion von
Kraftspitzen und eine stabilere Bearbeitung
– unabhängig von Gewindegröße und
Material.
■
BIG Daishowa GmbH
www.big-daishowa.de
November 2025 45
Die Formnext 2025 zeigt in ihrem Jubiläumsjahr erfolgreiche Anwendungen der Additiven Fertigung aus dem Maschinenbau, der Werkzeugherstellung und für die
industrielle Produktion.
Bild: Mesago Messe Frankfurt, Marc Jacquemin
Formnext – Fachmesse für additive Fertigung vom 18. bis 21.11.2025 in Frankfurt
Maschinenbau profitiert
vom Metall-3D-Druck
Die Formnext 2025 stellt wirtschaftlich erfolgreiche Anwendungen
der Additiven Fertigung noch stärker in den Mittelpunkt. Mit dem
Ziel, die Industrialisierung von AM weiter voranzutreiben, zeigt die
Weltleitmesse, wie Unternehmen durch innovative Fertigungslösungen
konkrete Wettbewerbsvorteile erzielen– insbesondere in
anspruchsvollen Branchen wie dem Maschinenbau.
■■■■■■ Die Diskussion, welches Verfahren die bessere
Wahl ist, das Fräsen oder das 3D-Drucken von Metall,
hat der Maschinenbau längst hinter sich gelassen.
Beides hat seine Daseinsberechtigung je nach Anwendungsfall.
Präzisionswerkzeughersteller, wie Paul Horn
oder Iscar, setzen neben ihren Bearbeitungszentren Metall-3D-Druck-Anlagen
in ihren Maschinenparks ein.
Werkzeughersteller nutzen additive Fertigung
Paul Horn nutzt unter anderem die Laser-Powder-Bed-
Fusion-Anlagen von Trumpf für Auftragsarbeiten von
Kunden, Prototypen für den Werkzeugkatalog und Bauteile
für die Produktionsanlagen, um das Maximum aus
den eigenen Maschinen herauszuholen. So fertigt das
Unternehmen zum Beispiel eine Kühlmitteldüse für eine
Maschine, auf der die Mitarbeiter Werkstücke innenrundschleifen,
additiv. Außerdem entwickelt Horn eine
hybride Fertigung von Werkzeugen, bei der auf konventionell
gefertigte Werkzeugrohlinge der Werkzeugkopf
mit innenliegenden Kühlkanälen additiv gefertigt wird.
Dieser kann dann im Nachgang mit Wendeschneid -
platten aus unterschiedlichen Schneidstoffen bestückt
werden.
Iscar hat ein Konzept für die Herstellung von Wendeschneidplatten-Fräsern
aus Titan für die Bearbeitung
mit großen Auskragungen umgesetzt. Das Unternehmen
formt den Werkzeugkörper eines Aufsteckfräsers durch
Selektives Laserschmelzen. Die Teile des Körpers wie
Hohlräume zur Gewichtsreduzierung weisen ausgeklügelte,
für die Metallbearbeitung ungewöhnliche Formen
auf. Der 3D-Druck führt so zu leichten Werkzeugen,
die dennoch robust sind. Ein Trend, der sich, laut Iscar,
immer mehr durchsetzt.
46 November 2025
SPECIAL
Additive Fertigung
Praxisbeispiele im Kompendium des VDMA
Die Relevanz von Anwendungen aus der additiven Fertigung
insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau
nimmt zu. Das zeigt das neue, stetig wachsende Kompendium
der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing
im VDMA. Es präsentiert erfolgreiche Praxisbeispiele
aus dem Maschinenbau. Die Sammlung verdeutlicht,
wie AM-Technologien zur Lösung zentraler Herausforderungen
beitragen – etwa bei Ressourceneffizienz,
Funktionsintegration oder der Entwicklung neuer
Komponenten. Unter anderem findet sich dort ein
Werkstück-Spannsystem des Fraunhofer IAPT.
Aufgrund der additiven Fertigung aus einer Aluminiumlegierung
konnte die Bauteilmasse um bis zu 67 %
und damit einhergehend das Massenträgheitsmoment
um 71 % reduziert werden. Auch das Schweizer Unternehmen
IRPD ist dort aufgeführt. Es hat ein Cutting
Tool für die Innenbearbeitung von Statorengehäusen
entwickelt, bei dem für jeden Wendeschneidplattensitz
ein Kühlkanal im Werkzeug realisiert wurde. Der Fokus
bei der Optimierung lag dabei auf einem möglichst
geringen Materialeinsatz bei gleichzeitig ausreichend
hoher Steifigkeit. Beim Design war Bionik mit im Spiel.
Formnext – Spiegel der Branche
Die Veranstalter der Formnext, die Mesago Messe
Frankfurt, sowie der VDMA mit seiner Arbeitsgemeinschaft,
die auch der ideelle Träger der Fachmesse ist, engagieren
sich gemeinsam dafür, die Potenziale der Additiven
Fertigung in der Industrie sichtbarer zu machen
und weiter auszubauen. Vom 18. bis 21.11.2025 wird
Frankfurt daher wieder zum globalen Zentrum für Additive
Manufacturing und moderne industrielle Fertigungstechnologien
– und das bereits zum 10. Mal. Die
Formnext 2025 bringt über 800 Aussteller aus aller
Welt zusammen – darunter die führenden Technologieanbieter,
Werkstoffentwickler und Software-Spezialisten.
Die Besonderheit der Fachmesse ist die ganzheitliche
Abbildung der Prozesskette des Additive Manufacturing.
Besucher finden vom Design, Scanning und den
Materialien und den neuesten 3D-Druck-Systemen aller
Verfahren bis hin zu Automatisierungs- und Post-Processing-Lösungen
– alles unter einem Dach. Das Rahmenprogramm
wird eine große Bandbreite an Themen
abdecken. So bietet das den Messeteilnehmern frei zugängliche
Vortragsprogramm auf drei Bühnen zahl -
reiche Möglichkeiten, sich fachlich auszutauschen. Renommierte
Experten diskutieren dort aktuelle und
künftige Anwendungen, Technologien und Trends der
AM- und Fertigungsindustrie.
Auf der Application Stage werden praxisrelevante
AM-Anwendungen aus verschiedenen Industrien vorgestellt.
Sie bietet eine Plattform für den branchenübergreifenden
Austausch über industrielle Lösungen – mit
dem Ziel, neue Impulse für weitere Anwendungsfelder
zu setzen. „Mit der zunehmenden Industrialisierung der
Additiven Fertigung steigt nicht nur die Zahl, sondern
auch die Bedeutung wirtschaftlich erfolgreicher Anwendungen“,
erklärt Christoph Stüker, Vice President
Formnext bei Mesago Messe Frankfurt. „Der Austausch
über diese Use Cases ist essenziell, um AM in
weiteren Branchen zu etablieren und neue Lösungen für
spezifische Herausforderungen zu entwickeln.“
Partnerland Spanien
Spanien ist das diesjährige Partnerland und wird sich
auf der Formnext 2025 mit zahlreichen Ausstellern präsentieren.
Das Land auf der iberischen Halbinsel verfügt
nicht nur über eine sehr dynamische und stark wachsenden
AM-Industrie, sondern fungiert aufgrund seiner
geografischen Lage auch als Brücke zwischen Europa
und Lateinamerika. Spanien zählt traditionell zu den
stärksten Ausstellerländern der Formnext, 2025 werden
rund 30 Unternehmen als Aussteller auf der Messe
präsent sein. Dabei zeigt die spanische AM-Industrie
ihre Stärke insbesondere in den Bereichen AM-Systeme,
Material sowie Forschung & Entwicklung. ■
Formnext 2025
https://formnext.mesago.com/
Spanien ist das diesjährige Partnerland der Fachmesse Formnext.
Bild: Formnext, Mesago Messe Frankfurt GmbH / Marc Jacquem
Die Formnext und der VDMA verfolgen
ein gemeinsames Ziel: Die Sichtbarkeit
industrieller AM-Lösungen zu erhöhen und
das Bewusstsein für deren wirtschaftliches
Potenzial zu stärken.
Bild: Krause DiMaTec GmbH
November 2025 47
SPECIAL Additive Fertigung
Oerlikon setzt auf TruPrint 5000
Bereit für die additive
Serienproduktion
Nach der Ausgliederung seines Geschäftsbereichs Additive Fertigung
stellt sich diese Sparte von Trumpf strategisch neu auf. Der neue
Anbieter für Laser Metal Fusion setzt auf partnerschaftliche Kooperationen
wie mit Oerlikon und fokussiert sich auf die industrielle Serienfertigung.
Die TruPrint 5000 steht dabei im Mittelpunkt.
Insgesamt betreibt Oerlikon in Huntersville, North Carolina, sechs TruPrint 5000 Anlagen und verfügt weltweit
über 26 Metall-3D-Drucker.
■■■■■■ Trumpf hat den Geschäftsbereich
Additive Fertigung – das Segment
Laser Metal Fusion (LMF) – an den von der
Dubag Group beratenen Private-Equity-
Fonds Lenbach Equity Opportunities III.
(LEO III Fund) veräußert. Ziel ist eine stärkere
Fokussierung auf die industriellen
Kerngeschäfte des Unternehmens. Die neue,
eigenständige Einheit wird künftig von
Schio (Italien) aus operieren und eine eigenständige
Markenidentität aufbauen.
Gemeinsame Innovationskraft
Mit Oerlikon konnte man die bereits bestehenden
Kontakte vertiefen. Beide Unternehmen
haben eine strategische Partnerschaft
vereinbart. „Unser Ziel ist es, die AM-Fä-
Bild: Oerlikon
higkeiten so weit zu verbessern, dass sie die
Zuverlässigkeit und Produktionsreife traditioneller
Fertigungstechnologien erreichen
und gleichzeitig die Vorteile des Metall-
3D-Drucks voll ausschöpfen“, betont Mike
Tobin, General Manager von Oerlikon. Die
Investition in drei zusätzliche TruPrint 5000
Systeme am Standort Huntersville, North
Carolina, unterstreicht diesen Anspruch.
Insgesamt betreibt Oerlikon dort nun sechs
TruPrint 5000 Anlagen und verfügt weltweit
über 26 Metall-3D-Drucker. Damit positioniert
sich das Unternehmen als führender
Anbieter fortschrittlicher AM-Komponenten
für anspruchsvolle Branchen wie
Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie
die Halbleiterindustrie.
Schlüsseltechnologie für die
Serienfertigung
Im Mittelpunkt der jüngsten Investitionen
steht die TruPrint 5000, eine Plattform für
industrielle Serienfertigung mit additiven
Verfahren. Das Multilaserprinzip – drei
scannergeführte, jeweils 500 Watt starke
Faserlaser – erlaubt das simultane Arbeiten
im gesamten Bauraum. Anders als bei herkömmlichen
Multilaserkonzepten sind die
Laser nicht auf feste Kammerbereiche limitiert.
Die automatische Berechnung idealer
Laserbahnen sorgt dafür, dass alle drei Laser
teileübergreifend ohne Nahtstellen arbeiten.
Dadurch reduziert sich die Belichtungszeit
pro Baujob im Optimalfall auf ein Drittel.
Mit einem Bauraum von 300 mm Durchmesser
und 400 mm Höhe eignet sich die
TruPrint 5000 für eine Vielzahl anspruchsvoller
Bauteile aus schweißbaren Werk -
stoffen wie Stählen, Nickelbasislegierungen,
Titan oder Aluminium. Ein wesentliches
Merkmal der TruPrint 5000 ist ihre konsequente
Ausrichtung auf industrielle Prozessintegration.
Die Reinigung des Pulvers erfolgt
über eine Siebstation, die mehrere
Hundert Kilogramm pro Stunde verarbeitet
und so eine gleichbleibende Pulverqualität
sicherstellt. Die flexible Automatisierungsschnittstelle
sichert die Kompatibilität mit
verschiedenen Produktionskonzepten, beispielsweise
durch Anbindung an Roboterlösungen
oder autonome Fahrzeuge. Damit ist
die TruPrint 5000 für die Anforderungen industrieller
Serienproduktion und variabler
Fertigungsumgebungen vorbereitet.
Ausblick
Die Ankündigung der nächsten Generation
metallischer AM-Drucker unterstreicht die
Ambitionen, die additive Fertigung weiter in
Richtung produktionsreifer Prozesse und
hoher Zuverlässigkeit zu entwickeln. ■
48 November 2025
IRPD liefert Metall-3D-Druck „Made in Switzerland“
Große Bauteile an einem Stück
Mit der Entwicklung und Einführung der Impact 4530 rückt IRPD,
ein Unternehmen von United Machining Solutions, additive Fertigung
in den Fokus industrieller Anwendungen. Die Anlage erfüllt
hohe Anforderungen an Produktivität, Flexibilität und Automatisierung
und dient als Beispiel für die Innovationskraft der Schweizer
Maschinenbaubranche.
Ecoparts wird die Bedeutung der Kooperation
betont. Denis Forster, CEO von Ecoparts,
hebt hervor: „Für uns ist es wichtig,
mit einem starken lokalen Partner zusammen
die Zukunft zu gestalten.“
Zukunftssichere Lösung
■■■■■■ Mit der offiziellen Übergabe der
ersten industrietauglichen Impact 4530 an
den Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
im Januar 2025 und der jüngsten Bestellung
durch den 3D-Druck-Dienstleister Ecoparts
setzt IRPD, nach eigenen Angaben, einen
Meilenstein für die additive Fertigung
in Europas Industrie: Die Impact 4530
ist die erste Werkzeugmaschine ihrer Art
„Made in Switzerland“, entwickelt zur Herstellung
komplexer Metallteile im LPBF-
Verfahren (Laser Powder Bed Fusion).
Additive Fertigung auf industriellem Niveau
Die Impact 4530 kombiniert hohe Bauraten
mit einem flexiblen Bau- und Pulver-Container-System,
das schnelle Material- und Auftragswechsel
ermöglicht. Die Maschine verfügt
über einen thermostabilisierten Maschinenkern
und eine vakuumfähige Prozesskammer.
Diese ist als robustes Gussbauteil
konzipiert und gewährleistet eine hohe
Steifigkeit sowie eine hermetische Versiegelung,
was entscheidend für die Qualität und
Prozesssicherheit ist. Mit einem Bauvolumen
von 450 x 300 x 400 mm eröffnet die
Impact 4530 neue Möglichkeiten für die
Produktion größerer Komponenten aus unterschiedlichen
Metallen. Während das Metallpulver
wahlweise mit zwei oder vier synchronisierten
Faserlasern von jeweils 1000
Watt in mikrometerdicken Schichten aufgeschmolzen
wird, überwachen Sensoren und
Kameras den Prozess in Echtzeit. Ein
54-Zoll-Display bietet den Bedienenden
umfassende Übersicht über den laufenden
Fertigungsprozess. Der Multifunktionsbeschichter
mit automatischem Revolver sorgt
für einen reibungslosen Dauerbetrieb. Ein
zentraler Bestandteil der Impact 4530 ist die
Integration der C.O.R.E.-Architektur der
United Grinding Group. Das 24-Zoll-
Bedienpanel mit icon-basiertem Interface
ermöglicht eine intuitive Steuerung – auch
ohne Programmierkenntnisse. Das System
ist flexibel als Stand-Alone-Lösung oder als
Bestandteil eines vollautomatisierten Anlagenverbunds
einsetzbar.
Partnerschaften für den Standort Schweiz
Die Zusammenarbeit mit Ecoparts, einem
führenden Dienstleister im Bereich der additiven
Fertigung, wird für IRPD künftig von
strategischer Bedeutung sein. „Mit Ecoparts
als Marktführer im Dienstleistungsbereich
haben wir den idealen Partner gefunden.
Wir freuen uns, die Anlagen gemeinsam
weiterzuentwickeln und nach dem wertvollen
Input von Ecoparts an die Anforderungen
des Marktes anzupassen“, erklärt Stefan
Lang, CEO von IRPD. Auch von Seiten
Das Maschinenkonzept der Impact 4530
überzeugt in mehrfacher Hinsicht: „Wir
können unser Angebot erweitern und von
den neuesten technologischen Entwicklungen
profitieren. Interessant ist für uns besonders,
dass sich die Anlage zu einem späteren
Zeitpunkt relativ einfach mittels Robotik
automatisieren lässt. Somit setzen wir
auf eine zukunftssichere Lösung“, erläutert
Daniel Kündig, Mitgründer und Leiter
Technik bei Ecoparts. Ein weiteres Argument
für die Anschaffung ist das steigende
Interesse der Industrie an größeren Bauteilen.
Adrian Helbling, Mitgründer und Leiter
Marketing und Verkauf bei Ecoparts, stellt
fest: „Wir sehen in der Industrie schon länger
eine Nachfrage nach größeren Teilen.
Mit der Impact können wir nun solche Bauteile
aus einem Stück realisieren und so den
Kunden neue Möglichkeiten bieten.“ ■
IRPD AG
https://www.irpd.ch/de/
Die Impact 4530 ist
eine in der Schweiz
entwickelte additive
Werkzeugmaschine
für Metallteile. Bild: IRPD
November 2025 49
SPECIAL Additive Fertigung
DN Solutions aus Korea erschließt Europas Markt für additive Fertigung
Additive Fertigung
als Alternative
Mit dem Markteintritt in die additive Fertigung baut DN Solutions,
einer der weltweit führenden Werkzeugmaschinenhersteller, seine
Kompetenzen weiter aus. Dr.-Ing. Vino Suntharakumaran erläutert,
wie die neue DLX-Serie und das geplante Solution Center europäische
Fertigungsunternehmen unterstützen sollen.
■■■■■■ Mit der Vorstellung der DLX-Serie für
Laser-Powder-Bed-Fusion erweitert DN Solutions, drittgrößter
Werkzeugmaschinenhersteller weltweit, sein
Produktportfolio um eine zukunftsträchtige Technologie.
„Die additive Fertigung ist in unseren Augen alternativlos“,
stellt Dr.-Ing. Vino Suntharakumaran, Vice
President Additive Manufacturing von DN Solutions
Europe, klar. Die Fähigkeit, komplexe Metallbauteile
additiv herzustellen, sei entscheidend, da sich damit
Geometrien realisieren lassen, die auf herkömmlichem
Wege nicht zu fertigen sind. Gleichzeitig ermögliche die
notwendige mechanische Nachbearbeitung, Synergien
mit den bestehenden Kompetenzen in der fünfachsigen
Simultanbearbeitung und Automationslösungen zu nutzen.
Für das Unternehmen sei der Einstieg mit der DLX-
Serie dementsprechend ein logischer Schritt zur Abrundung
des Angebots.
Vorteile der Metall-3D-Druck-Serie
Die DLX-Serie ist auf einen zuverlässigen, qualitativ
hochwertigen und schnellen additiven Fertigungsprozess
ausgelegt. Ein hervorzuhebendes Merkmal ist der
auswechselbare Baucontainer, der nach dem Prinzip von
Palettenwechselsystemen aus der CNC-Technologie die
Nebenzeiten reduziert. Mit einem Permanentfiltersystem
zur Schutzgasabreinigung wird zudem die Prozesssicherheit
erhöht. Daneben setzt DN Solutions auf eine
eigene Plattform, die Hard- und Software in einer inte-
Aufgrund ihres großen Bauvolumens von bis zu
450x450x450 mm und ihres Multi-Laser-Systems
mit synchronisiertem Scan-Feld ermöglicht die größte
additive Fertigungsmaschine der DLX-Serie eine
schnelle, unterbrechungsfreie Fertigung. Bild: DN Solutions
50 November 2025
Neues Zentrum für additive Innovation in Europa
Dr.-Ing. Vino Suntharakumaran, Vice President Additive
Manufacturing Europe, DN Solutions: „Die additive
Fertigung ist in unseren Augen alternativlos.“
Bild: DN Solutions
grierten Lösung verbindet. Die digitale Prozesskette
reicht von der automatisierten Eignungsprüfung und
Baujobvorbereitung über Verzugssimulationen bis zur
automatisierten Parameteroptimierung. Dies ermöglicht
Anwendern, verschiedene Fertigungsschritte nahtlos
miteinander zu verknüpfen.
Effiziente Pulververwertung und Digitalisierung
Im additiven Fertigungsprozess spielt die effiziente Nutzung
und Aufbereitung des Metallpulvers eine zentrale
Rolle. Bei der DLX-Serie wird das eingesetzte Pulver in
Überlaufbehältern aufgefangen und in einer eigenen
Siebstation aufbereitet. „Hierbei sieben wir alles aus,
was die Bauteilqualität verschlechtert“, erläutert Suntharakumaran.
Der Anteil des nicht wiederverwertbaren
Pulvers ist im Vergleich zu den Zerspanraten klassischer
CNC-Bearbeitung jedoch gering.
Die Digitalisierung der Prozesskette wird durch die
hauseigene AM-Software-Suite unterstützt, die insgesamt
sechs Softwarelösungen entlang des gesamten additiven
Workflows umfasst. Die Suite integriert sich
über das .stl-Format problemlos in CAD-Umgebungen
– sowohl beim Import als auch beim Export von Bauteildaten.
Zentrale Aspekte sind die Identifikation AMgeeigneter
Komponenten, die Baujobvorbereitung, die
Minimierung von Stützstrukturen und die Produktivitätsoptimierung.
Aktuell arbeitet das Unternehmen an
einer noch umfassenderen digitalen Verknüpfung additiver
und subtraktiver Fertigung.
Ein Schlüsselfaktor für die Entscheidung zugunsten
der additiven Fertigung ist die präzise Kalkulation der
Bauteilkosten. Die AM-Software-Suite von DN Solutions
bietet eine integrierte Kostenberechnung für Einzelteile,
Prototypen und Serienbauteile. Anwender können
die endgültige Geometrie des gewünschten Teils eingeben
und erhalten auf dieser Basis eine detaillierte Kostenanalyse.
Somit wird die Wirtschaftlichkeit der Investition
transparent beurteilbar. Unternehmer können auf
Grundlage dieser Daten entscheiden, ob sie selbst fertigen
oder auf Dienstleister zurückgreifen. Suntharakumaran
sieht hierin einen klaren Vorteil für Unternehmen,
die ihre Fertigungsstrategien flexibel anpassen
wollen.
Um europäische Kunden gezielt zu unterstützen, plant
DN Solutions die Eröffnung eines Additive Manufacturing
Solution Centers in Deutschland. Das Zentrum versteht
sich als Anlaufstelle für Informations- und Weiterbildungsangebote
im Bereich der additiven Fertigung.
„Die Kunden erleben die DN Solutions Technologien
live – von den DLX-Maschinen über die Verknüpfung
zu CNC-Systemen bis hin zur gesamten Peripherie“, berichtet
Suntharakumaran. Dabei reicht das Spektrum
von der Auslegung und Nachbearbeitung der Bauteile
bis zur Qualitätsprüfung. Angesprochen werden Unternehmen
jeder Größenordnung, unabhängig davon, ob
sie bereits Erfahrung mit additiven Verfahren besitzen
oder neu in die Thematik einsteigen. Suntharakumaran
betont: „Unser Ziel ist es, dem Kunden den Weg von der
ersten Idee über die Gestaltung bis hin zur erfolgreichen
Fertigung des Bauteils so einfach wie möglich zu gestalten.“
Die praxisnahe Unterstützung, die im Solution
Center geboten wird, ist für Betriebe aller Größen interessant
– von der Erstberatung bis zur Optimierung
etablierter Prozesse.
Ausblick: Trends und strategische Entwicklungen
Die Entwicklungen im Bereich der additiven Fertigung
gehen laut Suntharakumaran in zwei Richtungen: Zum
einen werden Baugrößen und Strahlquellenkapazitäten
weiter gesteigert, um größere oder mehrere Bauteile in
einem Prozess zu fertigen. Zum anderen liegt der Fokus
auf gezielten Optimierungen – etwa hinsichtlich Footprint,
Produktivität und speziellen Anwendungen wie
Multi-Material. DN Solutions positioniert sich dabei als
Anbieter ganzheitlicher Lösungen, die additive und subtraktive
Verfahren sowie Automatisierung aus einer
Hand verbinden.
■
DN Solutions
https://www.dn-solutions.com/de/
Additiv gefertigter Wärmetauscher.
Bild: DN Solutions
November 2025 51
03 Automation
Ganzheitliches Konzept mit konsequenter Digitalisierung der Prozesse
Grob transformiert
Fertigung bei Böllinger
Für ein Kundenprojekt benötigte die Böllinger Group nicht nur
neue Maschinen, sondern auch ein durchdachtes Fertigungsund
Digitalisierungskonzept. Grob konnte helfen.
Projektstart mit Tempo
Bereits wenige Tage nach dem Erstgespräch
präsentierte das Grob-Team konkrete Lösungskonzepte.
„Wir waren beeindruckt, wie
schnell Grob unsere Anforderungen nicht
nur verstanden, sondern in ein umsetzbares
Konzept übertragen hatte“, staunt Gilliar
noch heute. Die Projektumsetzung verlief
ebenso effizient: Planung, Lieferung, Installation
und Inbetriebnahme erfolgten termintreu
– ein entscheidender Faktor bei der
Realisierung des Kundenprojekts.
Kern der neuen Produktionslinie bei
Böllinger sind zwei hochdynamische, doppelspindlige
Bearbeitungszentren des Typs
G320. Diese wurden in eine Fremdautomation
integriert, die automatisierte Werkstückzufuhr,
Hochdruckreinigung, Vakuumtrocknung
und eine Sichtprüfstation umfasst.
Damit gelang es, den Übergang in die Serienfertigung
nicht nur technologisch, sondern
auch prozessual erfolgreich zu gestalten.
Digitalisierung als Schlüssel zur Serienreife
Mit den Produkten von Grob-NET4Industry behält die Böllinger Group zu jeder Zeit den kompletten
Überblick über die Fertigungslinie. Bild: Grob
■■■■■■ Die Böllinger Group mit Hauptsitz
in Bad Friedrichshall zählt zu den Spezialisten,
wenn es um hochpräzise Prototypen
und Kleinserienfertigung geht. Das Unternehmen
ist dort gefragt, wo höchste Anforderungen
an Qualität, Präzision und Flexibilität
gestellt werden. Im Jahr 2023 stand
Böllinger vor einer wegweisenden Entscheidung:
Ein anspruchsvolles Kundenprojekt
erforderte erstmals die Umsetzung einer industriellen
Serienfertigung – eine Transformation,
die nicht nur neue Maschinen, sondern
auch ein ganzheitlich durchdachtes
Fertigungs- und Digitalisierungskonzept
verlangte.
„Wir wollten unser Portfolio erweitern
und gleichzeitig zeigen, dass wir auch in der
Serie höchste Standards erfüllen können“,
erklärt Geschäftsführer Thomas Gilliar.
„Dafür brauchten wir aber nicht nur die
passende Technologie, sondern auch einen
Partner, der das gesamte Projekt aus einer
Hand begleiten konnte – technologisch,
organisatorisch und digital.“
Nach intensiver Marktanalyse entschied
man sich für Grob – nicht nur wegen des
breiten Maschinenportfolios, sondern vor
allem aufgrund der Fähigkeit, komplette
Prozessketten inklusive digitaler Lösungen
aus einer Hand zu liefern.
Ein zentrales Element des Projekts war die
konsequente Digitalisierung der Prozesse.
Von Anfang an war klar, dass nur durch digitale
Transparenz eine stabile und wirtschaftliche
Serienfertigung realisierbar ist.
Mit den Produkten von Grob-NET4Industry
konnte die Böllinger Group nicht nur
den gesamten Produktionsprozess überwachen,
sondern auch die Rückverfolgbarkeit
der gefertigten Teile garantieren – ein immer
wichtiger werdendes Thema für das Unternehmen
und dessen Kunden.
„Grob4PartFlow liefert uns auf Knopfdruck
eine vollständige Historie jedes gefertigten
Bauteils“, erklärt Peter Feucht, Produktionsleiter
bei Böllinger „Bei Rückfragen
oder Qualitätsauswertungen können
wir jederzeit nachvollziehen, wann welches
Teil welche Station durchlaufen hat.“
52 November 2025
Auch für die Instandhaltung und das
Shopfloor-Management bringt die Digitalisierung
klare Vorteile: Mit Grob4Line stehen
Maschinenstatus, Alarme und Auswertungen
jederzeit mobil zur Verfügung – sei
es am Tablet in der Fertigung oder im Büro.
„Unsere Reaktionszeiten haben sich deutlich
verbessert“, so Sebastian Hübner,
Teamleiter Serienfertigung bei Böllinger.
„Störungen werden so früher erkannt und
Ausfallzeiten verringert.“
Ein weiterer zentraler Baustein der neuen
Serienfertigung ist Grob4Analyze – ein leistungsstarkes
Analyse-Tool, das in Echtzeit
Maschinendaten auswertet und so eine kontinuierliche
Optimierung des Produktionsprozesses
ermöglicht. Stillstandzeiten, Prozessabweichungen
und Qualitätstrends lassen
sich frühzeitig erkennen und beheben.
Damit gewinnt die Böllinger Group nicht
nur Transparenz über die laufende Fertigung,
sondern auch eine solide Grundlage,
um datenbasierte Entscheidungen treffen zu
können.
Werkzeugmanagement auf einem
neuen Level
„Mit Grob4Analyze liefern wir unseren
Kunden ein Instrument, das nicht nur die
Effizienz steigert, sondern auch eine übergreifende
Prozessdatenüberwachung und
nachhaltige Qualitätsverbesserung erlaubt,“
erklärt Benedikt Gundling, Produktmanager
Digitale Produkte bei Grob. „Gerade in
der Serienproduktion sind diese Informationen
entscheidend, um konstant auf hohem
Niveau fertigen zu können.“
Benedikt Gundling (Produktmanager Digitale Produkte Grob-Werke) und Sebastian Schmidt
(Leiter Arbeitsvorbereitung Böllinger Group) behalten mit Grob4Analyze alles im Blick. Bild: Grob
Besonders im Prototypenbereich, wo
häufige Werkzeugwechsel notwendig sind,
hat sich auch Grob4TDX als Effizienztreiber
erwiesen. „Die digitale Verwaltung und
der automatische Abgleich der Werkzeugdaten
sparen uns enorm Zeit und vermeiden
Fehler“, so Stefan Kniel, Arbeitsvorbereitung
bei Böllinger. „Werkzeugdaten können
einfach per Scan übertragen, synchronisiert
und dokumentiert werden – das erhöht die
Prozesssicherheit deutlich.“
Für Grob war das Projekt mit der Böllinger
Group ebenfalls besonders: „Wir haben
hier nicht nur Maschinen geliefert, sondern
gemeinsam mit dem Kunden eine neue Ära
eingeleitet“, betont Gundling. „Es war uns
wichtig, von Anfang an als Partner auf Augenhöhe
aufzutreten – mit hoher technischer
Tiefe, aber auch mit viel Flexibilität
und Engagement. Gerade bei mittelständischen
Unternehmen, die sich in Richtung
Industrie 4.0 bewegen wollen, braucht es
Lösungen, die nicht nur technisch funktionieren,
sondern im Alltag echten Mehrwert
bringen. Genau das haben wir hier gemeinsam
realisiert.“
Das Ergebnis der Zusammenarbeit mit
Grob: Eine hocheffiziente Produktionslinie,
die den anspruchsvollen Taktzeiten und
Qualitätsvorgaben der Böllinger Group gerecht
wird – und die Erwartungen sogar
übertrifft. „Die neue Fertigungslinie hat eine
enorme Strahlkraft“, sagt Gilliar. „Wir erhalten
regelmäßig neue Projektanfragen und
befinden uns bereits in der Ausarbeitung
weiterer Konzepte mit Grob.“
■
Grob-Werke GmbH & Co. KG
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November 2025 53
Halle 12.0, Stand B01C
Digitale Lösungen gewinnen
auch im industriellen
Umfeld zunehmend an
Bedeutung. Entsprechend
gab Heller auf der EMO
2025 Ein blicke in konkrete
Anwendungen und die dahinterliegenden
Konzepte.
Bild: Heller
Heller zeigt, wie digitale Intelligenz, Automatisierung und Maschine zusammengeführt werden
KI im Maschinenbau nutzen
Künstliche Intelligenz ist bei Heller mehr als ein Versprechen für die
Zukunft, es ist bereits heute gelebte Realität – mit dem klaren Ziel,
die Produktivität der Kunden zu steigern.
■■■■■■ Nicht nur im Alltag gewinnen
Digitalisierung und künstliche Intelligenz
zunehmend an Bedeutung. Auch für industrielle
Anwendungen lassen sich solche modernen
Tools nutzen. Als einer der führenden
Hersteller von CNC-Werkzeugmaschinen
und Fertigungssystemen hat Heller dies
früh erkannt und schon vor Jahren eine
Gruppe von Spezialisten zusammengeführt,
die sich abteilungsübergreifend den Themen
Digitalisierung und KI widmen und gemeinsam
mit externen Partnerfirmen Lösungen
generieren – von effizienterer Maschinenbedienung
über vorausschauende Wartung bis
hin zur Produktionsplanung.
„Wir haben mit Maschinenbedienung,
Wartung/Service und Produktionsplanung
drei Themen im Fokus, die von der KI profitieren,
was zur Produktivitätssteigerung bei
unseren Kunden führen kann,“ sagt CEO
Dr. Thorsten Schmidt. Auf der EMO 2025
gab das Unternehmen Einblicke in konkrete
Anwendungen und die dahinterliegenden
Konzepte.
Prozessorientierte Assistenz –
digital unterstützt
Zwei moderne Fünfachszentren – eine HF
3500 und eine F 5000 – waren nicht nur
permanent unter Span zu erleben. Heller
zeigte an diesen Maschinen darüber hinaus,
wie Bediener entlang der kompletten Prozesskette
digital unterstützt werden. Beim
Rüsten durch den „Setup-Assist“, im Fertigungsprozess
durch den „Production-Assist“
und bei der Sicherstellung der Bauteilgenauigkeit
durch den neu entwickelten
„Quality-Assist“. Doch damit nicht genug.
So lässt sich beispielsweise durch gemessene
Temperaturanstiege in der Spindel auch
kleinstes Längenwachstum errechnen und
kompensieren. Damit bleibt die Maschine
ohne weiteres Zutun des Bedieners immer
maximal genau und kann durchgängig produktiv
arbeiten.
Datenbasiert & intelligent:
KI in Prozess und Analyse
Brandneu steht Kunden die intelligente
Chat-Funktion „Ask-me“ zur Verfügung. In
die Bedienoberfläche der Maschinensteuerung
integriert, bekommt der Bediener ein
Tool an die Hand, das ähnlich wie ChatGPT
funktioniert. Das heißt: Man gibt eine Frage
in klarer Sprache ein und die KI-Funktion
gibt in kurzer Zeit die Antwort ebenso in
klarer Sprache aus. Dabei nutzt der KI-Assistent
das kumulierte Heller- und Anwender-Wissen
bei seiner Antwort und unterstützt
beim Handling der Maschine (Bedienung,
Rüsten, Warten) ebenso wie bei der
Einschätzung von Hinweis- und Fehlermel-
dungen, die auf Basis des Live-Zustands der
Maschine ausgegeben werden. Hilfreich für
den produktiven und hochgenauen Betrieb
von modernen Bearbeitungszentren sind
auch KI-gestützte Analysetools, die Heller
auf der EMO vorstellte.
Automatisierung für Werkstückund
Werkzeughandling
Für Unternehmen, die mit einer Fertigungszelle
ständig wechselnde Werkstücke fertigen
wollen, ist eine weitere Neuheit interessant:
die „Roboterzelle Professional“, kurz
RP4. Auch sie wurde auf der EMO 2025 gezeigt.
Beispielhaft an die HF 3500 angedockt,
kann sie auch in Kombination mit
der HF 5500 sowie der Vierachs-Baureihe H
eingesetzt werden. Als standardisierte Roboterautomation
im Programm ist sie dank
ihrer Multibatch-Fähigkeit in ihrem Einsatzbereich
extrem flexibel. Sie kann das Bearbeitungszentrum
in beliebiger Reihenfolge
sowohl mit verschiedenen Bauteilen als
auch mit Paletten inklusive Spannvorrichtungen
be- und entladen. Dabei erleichtert
ein integrierter digitaler Zwilling das hauptzeitparallele
Einrichten der RP4. Mit entsprechender
Werkstückbevorratung lassen
sich auf diese Weise mannlose Schichten
und sogar ein autonomer Wochenendbetrieb
realisieren.
■
Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH
www.heller.biz
54 November 2025
03
Automation
Kuka erweitert AMR-Portfolio
Mobile Plattform transportiert
Bauteile bis zu 250 kg
Kuka erweitert sein AMR-Portfolio (autonome mobile
Robotik): Die neue Plattform KMP 250P kann Waren
und Bauteile bis zu 250 kg transportieren und optional
mit einer Hubeinheit ausgestattet werden. Dabei
genügt sie höchsten Schutzstandards. Cleanroomund
ESD-Versionen ermöglichen den Einsatz auch
für spezielle Anwendungsbereiche. Das neue
„Sleepmode“-Modul vereinfacht die Automatisierung
auch mit großen Flotten.
■■■■■■ Mit dem Kuka-AMR-Portfolio,
zu dem Plattformen bis zu 3000 kg Nutzlast
zählen, bleibt die Produktion im Fluss. Eine
hohe Durchlässigkeit gewährleistet die Modularität,
denn Zubehör und Ladegeräte der
KMP 250P stimmen mit den Plattformen
KMP 600P und KMP 1500P überein. Die
verschiedenen Plattformen lassen sich einfach
in einer Flotte integrieren.
Easy to use: kompatibel und intuitiv
Kompatibel innerhalb einer AMR-Flotte
einsetzbar und intuitiv steuerbar ist die
KMP 250P durch den Flottenmanager Kuka.AMR
Fleet und die Standardkommunikationsschnittstelle
VDA 5050. Mithilfe ei-
nes erweiterten „Sleepmodes“
können auch große
Flotten bedienerfreundlich in Standby versetzt
werden. Durch ihren Differentialantrieb
ist die mobile Plattform zudem räumlich
flexibel. Neben einer konduktiven Ladestation
steht optional auch eine induktive
Variante zur Verfügung – so bleibt die KMP
250P unterbrechungsfrei im Betrieb.
360-Grad-Schutz für Mensch und Maschine
Zwei diagonal angebrachte Laserscanner
sorgen in Kombination mit 3D-Kameras für
einen 360-Grad-Schutz. Wird ein Hindernis
im Fahrweg identifiziert, kann dieses bei
ausreichend Platz automatisch und sicher
Die neue mobile Plattform von
Kuka kann Waren und Bauteile bis
zu 250 kg transportieren. Bild: Kuka
umfahren werden, oder die KMP 250P
stoppt voll automatisch. „Dieser hohe Standard
ist uns sehr wichtig. Dadurch werden
sowohl die reibungslose Zusammenarbeit
von Mensch und Robotik als auch der
sichere Warentransport gewährleistet“, sagt
Clemens Lauble, Product Manager bei Kuka.
Neu ab 2026: Kuka AMR als
Unterfahrschlepper
Die Plattform ist ab Dezember 2025 bestellbar
und eine neue Tugging-Option wird ab
2026 verfügbar sein. Als Unterfahrschlepper
(„Tugger“) können Lasten bis zu 500 kg
transportiert werden. In dieser Variante mit
dem Namen KMP 250P-T dockt der AMR
von unten an Transportwagen an, die dann
gezogen werden.
■
Cleanroom- und ESD-Versionen ermöglichen den Einsatz für
spezielle Anwendungsbereiche des Materialtransports. Bild: Kuka
Kuka AG
www.kuka.com
November 2025 55
Für die 100-Prozent-
Absicherung im Shop -
floor ist bei Nagy die
Coscom ECO-System
Plattform im Einsatz.
Sie vernetzt das ERP
Gewatec mit der Fertigung
(CAM-System,
Werkzeugverwaltung,
Voreinstellung, Werkzeuglager
und Maschinen).
Bild: Coscom
Shopfloor-Informationsdrehscheibe mit ERP-Verknüpfung
Prozesssicherheit durch
digitalen Werkzeugzwilling
Der Lohnfertiger Nagy sichert seinen Wettbewerbsvorsprung durch
die vollständige Digitalisierung im Shopfloor mit der Coscom ECO-
Plattform. Die Informationszentrale verwaltet Werkzeugdaten, NC-
Codes und Auftragsinformationen, reichert die Daten an und versorgt
damit bedarfsgerecht die Zielsysteme wie Voreinstellgerät
und CNC-Maschinen.
■■■■■■ Mag Lauffen am Neckar dafür bekannt
sein, dass es mit 585 Hektar bestockter Rebfläche die
Gemeinde mit dem intensivsten Weinbau in Württemberg
ist. Trotz der idyllischen Lage ist die große Herausforderung
gerade in der Stuttgarter Peripherie der Arbeitsmarkt,
gerade für mittelständische Unternehmen
wie die Nagy CNC-Fertigungstechnik. Global-Player-
Unternehmen der Region fegen den Markt leer und Nagy
muss alle Register ziehen, um Leute zu finden, die bei
ihm anheuern. Dabei kann es an den hochmodern ausgestatteten
Arbeitsplätzen bei Nagy nicht liegen. Dank
der durchgängigen Coscom ECO-Plattform für die Fertigungssteuerung
wird Ergonomie an den Arbeitsplätzen
höchstem Niveau geboten.
Für die 100-Prozent-Absicherung im Shopfloor ist
bei Nagy die Coscom ECO-System Plattform im Einsatz.
Sie besteht aus den Softwaremodulen Proficam
VM, Tooldirector VM und Factorydirector VM und
kommuniziert mit dem ERP-System Gewatec, der NC-
Code Simulation Vericut, dem Lagerliftsystem Hänel,
dem Werkzeugeinstellsystem Zoller und den CNC-
Maschinen.
Die Coscom ECO-Plattform verwaltet Werkzeugdaten,
Fertigungsinformationen und Arbeitspapiere, reichert
diese intelligent an und tauscht über innovative
Kommunikationstechnologien (z. B. Coscom TCI) mit
den assoziierten Systemen wie ERP, CAD/CAM, CNC-
Maschinen, Messgeräten, Werkzeugschränken und Voreinstellgeräten
bedarfsgerecht Daten aus.
„Es wird kurzer, digitaler Prozess gemacht – vom
ERP-System bis an die Maschine“, erklärt Sascha
Utech, AREA-Manager bei Coscom. „Der Prozess ist
vollständig abgesichert, weil es keine doppelte Datenhaltung
gibt, echte Werkzeuggeometrien genutzt werden,
die NC-Programme durch dreifache Simulation
überprüft werden und der Datentransfer fehlerfrei zu
den Maschinen stattfindet.“ Emmerich Nagy fügt hinzu:
„Ein durchgängiger Ende-zu-Ende realisierter Änderungsprozess
verhindert bei uns Nacharbeit und Ausschuss.“
So sorgt die durchgängige Änderungsverfolgung
dafür, dass der Transfer von nicht-aktuellen NC-
Programmen an die Dreh- oder Fräsmaschinen verhindert
wird.
56 November 2025
Software 04
Alle Fehlerquellen eliminiert
Das Coscom ECO-System stärkt Nagys Wettbewerbsfähigkeit,
denn die langwierige Suche nach Fehlern ist
ausgeschlossen. Der Transfer hin zu den Datenkonsumenten
erfolgt über die zentrale Datenplattform. Wird
zum Beispiel ein neues Werkzeug in Tooldirector VM
angelegt, werden im Hintergrund alle Daten zusammengetragen,
die die einzelnen Zielsysteme benötigen. Diese
Informationen stehen ohne weiteren Eingriff unmittelbar
nach der Datenbereitstellung zur Verfügung. Das
bedeutet eine erhebliche Prozessbeschleunigung durch
die Konzentration aller Daten in einer Single Source of
Truth für den Shopfloor. Die Rüst- und Nebenzeiten
werden auf das Minimum verkürzt und neue CNC-Maschinen
sind im Handumdrehen startklar.
Im Datenpool des Coscom ECO-Systems befinden
sich inzwischen 6000 Artikel und 9000 Betriebsmittel,
einschließlich Komplettwerkzeugen. Die transparente
Organisation des Werkzeugbestands sichert eine hohe
Werkzeugverfügbarkeit und fördert die Umsetzung einer
Standardisierungsstrategie für Werkzeuge. Utech
fasst zusammen: „Durch die Bündelung der Informationen
entsteht ein Wertschöpfungsnetzwerk, das Rüstzeiten
minimiert, wenn nicht gar verhindert. Nagy kann so
seine Liefertermine mit geringem Aufwand einhalten.
Alle vorhandenen Ressourcen können genutzt und teure
Neubeschaffungen vermieden werden.“ Der intelligente
Einsatz von Standardwerkzeugen für bestimmte, sich
wiederholende Fertigungsschritte, reduziert die Kosten
bei der Werkzeugbevorratung erheblich.
ERP – angedockt an das Coscom ECO-System
Die Kundenauftragsverwaltung findet bei Nagy im
ERP-System von Gewatec statt. Dort sind auch sämtliche
Artikel in Form von Stammdaten hinterlegt. Es gibt
einen gemeinsamen Pfad zwischen ERP und Coscom:
Alle Dokumente, Zeichnungen, Prüf- und Warmbehandlungsanweisungen
und anderes mehr werden für
einen gemeinsamen Zugriff der beiden Systeme abgelegt.
Zweimal abgesichert hält besser: Der Arbeitsplan
wird von der Arbeitsvorbereitung erstellt. Damit verbunden
ist die Zeitvorkalkulation mit Gewatec, die
auch Basis für ein Kundenangebot ist. Die Maschinenbelegung
einschließlich Rüstzeit – nicht selten im Bereich
50/50 – ist somit über das ERP-System im Zugriff.
„Der Mitarbeiter, der die Vorkalkulation macht,
weiß nicht im Detail, welche Bearbeitungsschritte notwendig
sind. Mit anderen Worten, der grobe Arbeitsplan
wird im ERP-System hinterlegt, der detaillierte Arbeitsplan
wird schließlich über Coscom erstellt“, erklärt
Emmerich Nagy. Der Programmierer liest die STEP-Datei
des Kundenbauteils in Proficam VM ein und kann
direkt aus Tooldirector VM digitale Zwillinge der Werkzeuge
hinzufügen.
Als Lohnfertiger breit aufgestellt
Die Nagy GmbH & Co.KG mit Sitz in Lauffen am Neckar hat sich aufs Lohnfertigen
von Klein-, Groß- und Serienteilen in allen gängigen, aber auch anspruchsvollen Werkstoffen
spezialisiert. Die besondere Stärke liegt dabei im Drehen bis zu einer Länge
von 6000 mm und im Fräsen bis zu 4500 mm Länge.
Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Zerspanung, ständiger Weiterbildung und durchgängiger
Digitalisierung garantieren 20 Mitarbeiter herausragende Fertigungsqualität,
terminliche Flexibilität und einen kostengünstigen Preis. Seit 1998 ist der Betrieb nach
DIN EN ISO 9002:1994 beziehungsweise heute nach DIN ISO EN 9001:2008 zertifiziert
(www.nagy-gmbh.de).
Bereits während der Programmierung wird die erste
Simulation durchgeführt. Diese Simulation findet über
den Kinematik-Aufsatz im CAM-System statt. Um die
100-Prozent-Absicherung schließlich zu erreichen, wird
anschließend der NC-Code nach Vericut übergeben.
Dort findet die NC-Satz-basierte Simulation, bezogen
auf die jeweilige Zielmaschine, statt. „Diese zweifache
Absicherung im Rahmen des Coscom ECO-Systems ist
sehr wichtig, weil ja die Losgröße nicht selten lediglich
eins ist“, gibt Emmerich Nagy zu bedenken und verweist
mit Nachdruck drauf, dass jede Fehlerquelle im
Vorfeld beseitigt werden muss. Die Freigabe des NC-
Codes erfolgt schließlich über Factorydirector VM.
Digitaler Zwilling: bei Nagy Realität
Bei Nagy wird der digitale Werkzeugzwilling aktiv genutzt.
Einer der Vorreiter in dieser Hinsicht ist Coscom,
wie auch Emmerich Nagy bestätigt. Zwar liefern inzwi-
Nagy ist mit dem Coscom ECO-System in jedem Bereich abgesichert:
Rs gint keine doppelte Datenhaltung, bei den Werkzeugen
werden echte Werkzeuggeometrien eingesetzt, beim NC-Programm
2-fach Simulation und bei der Kommunikation ist DNC
verknüpft mit dem Fertigungsindex. Bild: Coscom
November 2025 57
04 Software
Partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Digitalisierung seit 1994: Geschäftsführer
Emmerich Nagy (l.) und Sascha Utech (r,), Coscom Area-Manager. Bild: Coscom
schen die meisten Werkzeughersteller ein 3D-Daten -
modell der Werkzeugeinzelkomponente, doch ist dieses
oftmals unvollständig. Hier hilft es, dass mit Coscom
Toolgraphik aus parametrischen Werkzeugdaten echte
3D-Datenmodelle erzeugt werden können. Die so erstellten
Werkzeugdaten stehen im Anschluss allen angeschlossenen
Zielsystemen unmittelbar zur Verfügung.
Über die Coscom ECO-Plattform kann recherchiert
werden, ob ein Werkzeug für einen bestimmten Verarbeitungsschritt
auch tatsächlich physisch vorhanden ist
und ob Rüstzeit eingeplant werden muss. Diese Informationstransparenz
erlaubt die Realisierung eines Rüstvermeidungskonzepts:
Per Knopfdruck ist im Tooldirector
VM einsehbar, welche Werkzeuge an welcher
Maschine gemäß des CAM-Programms benötigt werden
und welche Werkzeuge in den Magazinen an den
Maschinen vorhanden sind. Derartiges Wissen kann bei
der Programmierung der einzelnen Arbeitsschritte genutzt
werden, um die Umrüstzeiten gering zu halten.
Bei Nagy wird derzeit das Einrichteblatt (Werkzeugliste)
noch ausgedruckt. Es enthält einen Barcode, über
den die Werkzeugausgabe am Hänel-Werkzeuglift für
die nachzurüstenden Betriebsmittel aufgerufen wird.
Auch in diesem Prozess ist die Digitalisierung per Coscom
Web App bereits in der Umsetzung.
Flexibles Schnittstellenkonzept sichert Konnektivität
Ein Ecosystem ist auf Eingangspforten für die teilnehmenden
Partner angewiesen. Bei IT-Systemen ist das
nicht anders. Es kommt nicht nur auf den Funktionsreichtum
einzelner Softwarebausteine an, sondern insbesondere
auf das perfekte Zusammenspiel aller Komponenten.
Coscom versteht sich daher nicht nur als
Softwarelieferant, sondern als Netzwerkpartner im
Dienste des Kunden. „Wir von Coscom machen nicht
nur Versprechungen, sondern setzen diese auch wirklich
um. Auch Coscom ist ein Familienunternehmen mit all
den damit verbundenen Tugenden wie Verlässlichkeit
und Kompetenz. Es entsteht nicht nur eine virtuelle,
sondern auch eine reale Lösung beim Kunden“, sagt
Utech. Coscom gehe partnerschaftlich an ein Kundenprojekt
heran. Ziel sei es, End-to-End-Prozesse im Sinne
des maximalen Kundennutzen zu kreieren.
Und wie hat Emmerich Nagy den Systemanbieter in
der Projektarbeit erlebt? „Bei uns gilt der Spruch: Wenn
der Kunde wieder kommt, ist alles gut.“ Die Geschäftsbeziehung
mit Coscom währt bereits seit 1994. „An
einem Sonntagnachmittag kam ein Fax bei uns mit der
Auftragsbestätigung herein. Diese habe ich noch am
gleichen Tag unterschrieben zurückgefaxt“, erinnert
sich der Geschäftsführer und fügt hinzu: „Seither wird
bei uns mit Coscom gearbeitet. Das gebotene Gesamtpaket
ist für uns perfekt – von der Durchgängigkeit, von
den Programmiermöglichkeiten und von der Ausbaubarkeit
her. Eine derartige Plattform kann sonst kein anderer
bieten. Im Falle von Wiederhol- oder Ähnlich -
teilen sind wir so massiv schneller.“
Bei Nagy gilt dank Coscom ECO-Plattform: Stabile
Software, stabile Schnittstellen, alle Informationen für
jeden Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort
zur Verfügung. Absprachen sind so gut wie nicht nötig,
denn jeder weiß genau, was zu tun ist. Aber hilft eine
durchgängige Softwareinfrastruktur auch gegen den
Fachkräftemangel? „Auf jeden Fall, weil die verfügbaren
Mitarbeiter effektiver arbeiten können und schneller
an Unternehmens-Know-how gelangen. Sie können
viel leichter auf das zugreifen, was schon vorhanden ist,
weil eine Art Wissens- und Erfahrungsdatenbank vorhanden
ist“, sagt Emmerich Nagy zufrieden und weist
darauf hin, dass hauptsächlich junge Mitarbeiter durchgängige
Prozesse erwarten. Denn sie wollen prozesssicher
unter Vorgaben arbeiten.
Deshalb hat Nagy auch in Infopoint-Terminals von
Coscom investiert. Sie stehen in der Nähe der CNC-Maschinen
und sind ein weiterer Garant für eine durchgängige
Dokumentation und Rückverfolgbarkeit. Mit ihrer
Hilfe kann die Digitalisierung bei Nagy weiter vorangetrieben
werden. Werkzeuglisten, Spannpläne, NC-Programme,
Simulationen können direkt am Arbeitsplatz
in der Fertigungshalle abgerufen werden. Eine derart
smarte Digitalisierung schätzen Nagys Kunden und
auch die Mitarbeiter.
■
Coscom Computer GmbH
www.coscom.de
Nagy GmbH & Co. KG
https://nagy-gmbh.de
58 November 2025
Tebis SmartOps optimiert Konstruktions- und CAM-Prozesse
Fertigungswissen
zentral organisieren
Mit der SmartOps-Technologie präsentiert der Softwareanbieter
Tebis eine innovative Lösung zur Automatisierung von Konstruk -
tions- und CAM-Pro zessen, die speziell für die Anforderungen der
Einzelteil fertigung entwickelt wurde. Sie kombiniert Geschwindigkeit,
Flexibilität und Prozesssicherheit Die Ergebnisse sind jederzeit
reproduzierbar.
Mit der SmartOps-Technologie wird der CAD/CAM-Anwender – vom Einlesen der CAD-Daten bis zur
NC-Ausgabe – gezielt durch den gesamten Prozess geführt. Bild: Tebis
■■■■■■ Tebis SmartOps automatisieren
wiederkehrende Arbeitsschritte und entlasten
Teams spürbar. Das Ergebnis: weniger
Zeitdruck, zuverlässige Ergebnisse, eine sichere
Fertigung und mehr Freiräume für
Mitarbeitende. Auf Basis der SmartOps-
Technologie laufen die CAD/CAM-Prozesse
automatisiert ab – das heißt dialoggeführt
und nahezu selbstständig. Darüber hinaus
erlaubt SmartOps den Anwendern Flexibilität.
Sie können bei Bedarf, bzw. je nach Aufgabenstellung,
jederzeit manuell eingreifen.
Hervorzuheben ist zudem die intuitive und
einfache Handhabung, die schnell zum fertigen
NC-Programm führt.
Last but not least lassen sich auch die
nachfolgenden Prozessschritte in der Ma-
schinenhalle vereinfachen und weitestgehend
automatisieren.
SmartOps lassen sich individuell konfigurieren.
So können einzelne Funktionen
automatisiert oder zu leistungsstarken Sets
kombiniert werden. Typische Prozessschritte
wie das Einlesen von CAD-Daten, das
Abmessen von Rohteilen, die Positionierung
von Spannmitteln, die Auswahl von Material
und Maschine, das Setzen von Messpunkten
und das Erzeugen von Messwegen sowie
das Generieren von CAM-Programmen
werden intelligent verknüpft und effizient
ausgeführt – auch von weniger erfahrenen
Anwendern. Insgesamt ist der komplette Tebis-Funktionsbaukasten
für die SmartOps-
Technologie nutzbar.
Praxisbeispiel der Firma Siebenwurst: Rippen
unterschiedlicher Komplexitätsstufen lassen sich
mit SmartOps schnell und automatisiert schließen.
Bild: Tebis
Flexibel automatisieren – ganz ohne Kenntnisse
in Script- oder Programmiersprachen
Die SmartOps-Technologie setzt laut Hersteller
neue Maßstäbe in Sachen Benutzerfreundlichkeit
und Flexibilität. Anwender
arbeiten durchgängig in der vertrauten Tebis
Umgebung. Die Parameter in den individuell
konfigurierbaren Dialogen lassen sich jederzeit
anpassen. Maschinen, Werkzeuge
oder Bauteilvarianten können problemlos
ausgetauscht werden. SmartOps greifen auf
die Tebis-Prozessbibliotheken zu, in denen
Maschinen, Werkzeuge und Fertigungsstrategien
hinterlegt sind. So wird das Fertigungswissen
eines Unternehmens systematisch
nutzbar gemacht – für eine sichere,
automatisierte und transparente Fertigung.
Ein kompaktes Training macht Teams in
nur einer Woche fit für die automatisierte
Programmierung prismatischer Bauteile.
Das Highlight: ein sofort einsatzbereites
Technologiepaket, das direkt im Unternehmen
genutzt und individuell erweitert werden
kann.
Die Technologie wurde in enger Zusammenarbeit
mit Projektpartnern entwickelt
und konnte sich bereits in mehreren Anwendungsszenarien
bewähren. Insbesondere
werden die Benutzerfreundlichkeit sowie die
Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung im
Fertigungsprozess hervorgehoben. „Tebis
hat einen unserer Schieber für den Formenbau
mit SmartOps durchgängig für die Fräsbearbeitung
vorbereitet und programmiert“,
sagt Christian Sellerer, Leiter mechanische
Fertigung bei der Christian Karl
Siebenwurst GmbH & Co, KG. „Wir sehen
hier Potenzial und gehen davon aus, dass
wir unsere Aufgaben aus CAD und CAM
mit SmartOps vereinfachen können.“ ■
Tebis AG
www.tebis.com/de
November 2025 59
Mit einem Bestand von über 225 Schweizer CNC-Schleifmaschinen hat sich die CTC-Gruppe als
einer der führenden Hersteller von Präzisionsschneidwerkzeugen in Indien etabliert. Bild: Oelheld
Indischer Werkzeughersteller nutzt Schleiföl von Oelheld
Wo Präzision auf
Perfektion trifft
Um den Anforderungen der Präzisionsfertigung in großen Stückzahlen
gerecht zu werden, setzt der indische Präsizionswerkzeughersteller
CTC seit 2014 auf das Hochleistungsschleiföl Sintogrind
IG 540 von Oelheld. Das Bearbeitungsmedium erwies sich als ideale
Lösung für die komplexen Werkzeuggeometrien und die strengen
Qualitätsanforderungen von CTC.
■■■■■■ CTC wurde 1983 gegründet und hat sich zu
einem der führenden Hersteller von hochpräzisen Vollhartmetall-Schneidwerkzeugen
für vielfältige industrielle
Anwendungen in Indien entwickelt. Die CTC-Gruppe
vereint vier dynamische Marken: CTC India, CTC Präzision
Tools, Kemmer Präzision GmbH und Alignment
Tools Singapore. Sie wird von einer jungen und ambitionierten
Belegschaft von mehr als 500 Fachkräften mit
einem Durchschnittsalter von nur 29 Jahren getragen.
Mit einer Kapazität von über 20 Millionen Werkzeugen
pro Jahr und einem Bestand von über 225 Schweizer
CNC-Schleifmaschinen hat sich die Gruppe als einer der
führenden Hersteller von Präzisionsschneidwerkzeugen
in Indien etabliert. Heute baut sie ihre globale Präsenz
CTC hat sich zu einem der führenden Hersteller von hochpräzisen
Vollhartmetall-Schneidwerkzeugen für vielfältige
industrielle Anwendungen in Indien entwickelt. Bild: Oelheld
stetig aus und bedient die industrielle Zerspanungsindustrie
sowohl als OEM-Partner, als auch durch Direktvertrieb
in ausgewählten internationalen Märkten.
CTC stellt ein umfassendes Sortiment an massiven
Rundschneidwerkzeugen her, darunter Bohrer, Schaftfräser,
Reibahlen, Gewindefräser, Formwerkzeuge, Gravierwerkzeuge,
Fräser, Schlitzwerkzeuge und vieles
mehr. Diese Werkzeuge sind in Größen von nur 30 µm
erhältlich, die so klein sind, dass sie mit bloßem Auge
kaum zu erkennen sind, bis hin zu 40 mm, die so schwer
sind, dass man damit das Armtraining im Fitnessstudio
ausfallen lassen könnte. Das Sortiment umfasst auch
Werkzeuge mit PKD-Beschichtung, denn wenn es um
das Schneiden von empfindlichen Materialien geht, gibt
es nichts Besseres als ein Werkzeug mit Diamanten. Diese
Hochleistungswerkzeuge eignen sich für eine Vielzahl
von Branchen, darunter Leiterplatten, Medizin und
Zahnmedizin, Halbleiter, Graphit und Luft- und Raum-
60 November 2025
Vishal Agarwalla,
Director of Company
Development bei
der CTC Group:
„Sintogrind IG 540 ist
seit Jahren ein wichtiger
Bestandteil unserer
Produktion.“ Bild: Oelheld
Wir teilen schon
seit 1959.
fahrt. Mit modernster Infrastruktur und erstklassigen
Maschinen legt CTC Wert auf Effizienz, Prozessstabilität
und kompromisslose Qualität.
Verbesserung der Schleifleistung
Um den Anforderungen der Präzisionsfertigung in großen
Stückzahlen gerecht zu werden, setzt CTC seit 2014
auf das Hochleistungsschleiföl Sintogrind IG 540 von
Oelheld. Ursprünglich von einem Maschinenhersteller
empfohlen, erwies sich das Bearbeitungsmedium schnell
als ideale Lösung für die komplexen Werkzeuggeometrien
und strengen Qualitätsanforderungen von CTC.
Sintogrind IG 540 ist das fortschrittlichste Produkt
der Sintogrind-Serie und basiert auf modernen Polyalphaolefinen
(PAO). Es eignet sich besonders gut für das
Nuten-, Profil- sowie Außen- und Innenrundschleifen
von Hartmetall, HSS, CBN, PKD, Cermet und Keramik.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören: Schutz gegen
Kobaltauswaschung, sehr gute Filterbarkeit, hervorragende
Kühl- und Spülleistung, minimale Schaum- und
Nebelbildung, stabile Prozesssicherheit, lange Standzeit
und verbesserte Oberflächengüte - besonders wichtig
bei medizinischen und Präzisionskomponenten.
Dank dieser Vorteile konnte CTC die Bearbeitungszeiten
deutlich reduzieren, die Oberflächenqualität verbessern
und die Wartungskosten senken. Die lange
Lebensdauer und Sauberkeit des Öls tragen zur Produktionsstabilität
bei und ermöglichen es CTC, auch bei
Großaufträgen hohe Qualitätsstandards einzuhalten.
Die langjährige Partnerschaft mit oelheld ist ein Eckpfeiler
der operativen Exzellenz von CTC und trägt dazu
bei, dass das Unternehmen stets präzise, wirtschaftliche
und leistungsstarke Schneidwerkzeuge liefern kann.
Vishal Agarwalla, Director of Company Development
bei der CTC Group, fasst zusammen: „Sintogrind
IG 540 ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil unserer
Produktion. Es bietet uns die Prozesssicherheit, Lebensdauer
und Oberflächenqualität, die wir benötigen, bei
konstant hoher Leistung und minimalem Wartungsaufwand.“
■
Seitdem sind wir weltweit vernetzt, teilen
mit lokalen Part nern Ideen und Wissen
und setzen globale Projekte nachhaltig um.
Damit arme, ausgegrenzte Menschen ein
Leben in Würde führen können. Mehr
zu unserer Arbeit unter: facebook.com/
brotfuerdiewelt
Oelheld GmbH
www.oelheld.com/de
November 2025 61
05 Innovative Anlagen und Verfahren
Automobilzulieferer Geiger nutzt performantes und langlebiges Schneidöl von Motorex
Nachhaltigkeit als zentraler
Wert in der Fertigung
Ressourcenschonende Fertigung, reduzierte Emissionen und Kreislaufwirtschaft
zählen zu den zentralen Themen der industriellen
Produktion. Ein Unternehmen, das diese Werte seit Jahren konsequent
umsetzt und lebt, ist die Geiger GmbH, ein mittelständischer
Zulieferer für hochpräzise Bauteile. So befindet sich seit nahezu
fünfzehn Jahren das Schneidöl Swisscut Ortho NF-X 15 von
Motorex ununterbrochen im Einsatz und leistet einen wichtigen
Beitrag für höchste Oberflächenqualität.
Bei der Fertigung von Form- und Drehteilen nutzt Geiger ein Schneidöl von Motorex mit hoher
Lebensdauer. Bild: Motorex
■■■■■■ Die Automobilindustrie befindet sich in einem
gewaltigen Umbruch. Zahlreiche Komponenten
und Baugruppen fallen weg oder werden ins kostengünstigere
Ausland verlagert. Dies stellt die Zulieferer
und ihre Partner vor enorme Herausforderungen. Um
sich in diesem Umfeld zu behaupten, sind außergewöhnliche
Leistungen notwendig.
Die Geiger GmbH aus Pretzfeld, ein klassischer mittelständischer
Zulieferbetrieb mit 120 Mitarbeitern, hat
sich auf hochkomplexe Teile aus hochlegierten Stählen
spezialisiert, die in höchster Präzision und bester Oberflächenqualität
gefertigt werden. Ein Beispiel dafür sind
Komponenten für Common-Rail-Systeme mit bis zu
2700 bar Systemdruck. Dafür werden Spezialstähle ohne
Schwefel und Phosphor verarbeitet, deren Verarbeitung
ein besonderes Know-how benötigt.
Die Entwicklung erforderte von Geiger erhebliche
Investitionen an Zeit und Geld, ehe der Prozess stabil
funktionierte. Das Unternehmen wird immer mehr zum
Systempartner seiner Kunden und hebt sich auch dadurch
vom Wettbewerb ab. Das Projektteam entwickelt
gemeinsam mit den Kunden die für das jeweilige Werkstück
beste Bearbeitungsstrategie. Dabei zeichnet es sich
durch hohe Agilität und Flexibilität in allen Abteilungen
aus.
Für die Umsetzung stehen dem Team rund 70 hochmoderne
CNC-Maschinen zur Verfügung, die das ganze
Spektrum der Metallbearbeitung abdecken. Derzeit
werden pro Jahr knapp einhundert verschiedene Teile in
Losgrössen von 10 bis 500 000 gefertigt – und das in
der Regel mit Genauigkeiten bei Form- und Drehteilen
bis 5µm, bei Lagetoleranzen bis 10 µm und IT 6 für
Durchmesser.
Bei zahlreichen Werkstücken kann Geiger auf den
Schleifprozess verzichten, da die geforderte Oberflächenqualität
bereits beim Drehen erzeugt wird. Zusätzlich
zur Automobilindustrie schätzen in jüngster Zeit
auch immer mehr Unternehmen aus dem Maschinenbau,
der Medizintechnik und Elektronik die Präzision
von Geiger.
Verantwortung und Kontinuität
Für Geschäftsführer Dieter Neller und sein Team ist der
technologische Vorsprung nur eine Seite der Medaille.
Mindestens ebenso wichtig sind ihnen eine vertrauensvolle,
verlässliche Partnerschaft mit Kunden und Lieferanten
sowie ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt.
Das zeigt sich darin, dass die meisten von ihnen schon
seit mehr als zehn Jahren vertrauensvoll mit dem Unternehmen
zusammenarbeiten. Sie schätzen die Liefertreue
und die Kontinuität der Zuverlässigkeit. Das Unternehmen
hatte über die Jahre kaum Reklamationen und
keine Retouren.
Geiger ist ein zuverlässiges Glied in der Lieferkette,
denn es pflegt nicht nur gute Beziehungen zu seinen
Kunden, sondern auch zu seinen Lieferanten. Die Zu-
62 November 2025
Jahrelange, partnerschaftliche
Zusammenarbeit:
(V. l. n. r.) Ralf
Binninger, Motorex,
Katharina Wölfel, kommissarische
Produk -
tionsleitung und Sicherheitsfachkraft,
Dieter
Neller, Geschäftsführer,
Tobias Gemsjäger,
Fluidmanager. Bild: Motorex
sammenarbeit mit Motorex dauert nun schon fast fünfzehn
Jahre und begann im Jahr 2011.
Das Unternehmen liegt mitten in der Natur, am Tor
zur idyllischen fränkischen Schweiz, und hat sich voll
und ganz einer umweltgerechten Produktion verschrieben.
Um die Emissionen des bis dahin verwendeten
Schneidöls zu reduzieren, suchte Geiger damals nach Alternativen.
Ein Großkunde empfahl ihm das Motorex
Swisscut Ortho NF-X 15, mit dem er selbst schon sehr
gute Erfahrungen gesammelt hatte.
Da beide Unternehmen dieselben Werte verfolgen,
war sofort eine gemeinsame Basis vorhanden und Geiger
entschied sich für einen kompletten Umstieg auf dieses
Qualitätsprodukt. Nach wenigen Wochen kamen
drei Tankzüge aus der Schweiz und befüllten die zwei
Zentralanlagen mit 15 m 3 und später 70 m 3 Schneidöl.
Eine Entscheidung, die Geiger nie bereut hat, denn bis
heute wurde dieses Öl nicht getauscht, befindet sich
immer noch im Kreislauf und ist leistungsfähig wie am
ersten Tag.
Höchstleistung über Jahre
Swisscut Ortho NF-X 15 ist ein Höchstleistungsschneidöl,
mit dem sowohl hochlegierte Stahlsorten als
auch Aluminium gefertigt werden können. Es weist ein
sehr gutes Luftabscheidevermögen und Schaumverhalten
auf. Mit der Umstellung gingen die Emissionen gegen
null und es gab keine Geruchsbelästigungen mehr.
Zugleich ergaben sich durch die hochwertigen Leistungsadditive
ein höheres Leistungslevel und bessere
Oberflächenqualitäten. Das Öl war dünner, aber wesentlich
effektiver als das bis dahin verwendete. Auch
für die Mitarbeiter brachte die Umstellung Vorteile,
denn das Öl bereitet keinerlei Hautprobleme und ist
geruchsneutral.
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November 2025 63
05 Innovative Anlagen und Verfahren
Das Öllager ist stets
bestens gefüllt – natürlich
mit hochwertigen
Produkten. Bild: Motorex
Doch wie ist es möglich, dass ein Schneidöl seine
Leistung über mehr als zehn Jahre beibehält? Als Systemanbieter
unterstützt Motorex seine Kunden bei der
Kontrolle und Pflege der Kühlschmierstoffe. In Zusammenarbeit
mit dem zuständigen Vertriebspartner, Erhard-Bürk
Kauffmann und dem Moto rex-Labor erfolgt
permanent eine lückenlose laboranalytische Betreuung.
Durch den Eintrag anderer Öle und Partikel wird das
Schneidöl im Laufe der Zeit dicker. Der Fluidmanager
Tobias Gemsjäger bei Geiger und die Experten von Erhard-Bürk
Kauffmann beurteilen deshalb in regelmäßigen
Abständen die Qualität und steuern bei Bedarf
Additive und dünnflüssigeres Öl nach.
Da Geiger mit Hochdruck bis 70 bar arbeitet, würden
sich grössere Partikel negativ auf die Oberflächenqualität
auswirken. Deshalb hat das Unternehmen einen
Anschwemmfilter eingebaut, der auch sehr feine Partikel
festhält. Um den Ölaustrag durch Späne zu reduzieren,
hat Geiger zudem eine Anlage installiert, die Späne
bricht, schleudert und auf eine Restfeuchte von 0,1 %
bringt. Das so gewonnene Öl wird wieder dem Kreislauf
zugeführt. Auch dies ist ein Baustein, der zu einer ressourcenschonenderen
und nachhaltigeren Produktion
beiträgt.
Aufgrund dieser positiven Erfahrungen bezieht das
Unternehmen mittlerweile auch den größten Teil der
wassermischbaren Kühlschmierstoffe von Motorex, da
sich diese durch gute Produktionsergebnisse, lange
Standzeiten und eine gute Mitarbeiterakzeptanz auszeichnen.
Damit kommen Geiger und Motorex als Partner
ihren angestrebten Zielen Vermeidung bzw. Verringerungen
von Umweltbelastungen gemeinsam einen
Schritt näher.
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wirft. Fest installiert oder integriert in ein Schienensystem
spielt die Größe oder Komplexität der Freiformen,
Schweißtische, Werkstücke, Materialien oder verschiedenen
Lagen im Composite Bereich keine Rolle mehr.
Die staubdichte Konstruktion erweist sich bei der Holzbearbeitung
ebenso zuverlässig robust wie bei der
Arbeit mit Betonfertigteilen.
November 2025 65
05 Innovative Anlagen und Verfahren
Cemecon sichert hohe Beschichtungsqualität weltweit
Allrounder für die
Schwerzerspanung
ISSN 0343–043X
Multicon verfügt als HiPIMS-Schichtwerkstoff auf
AlCrN-Basis über ein besonders breites Spektrum in
der Stahlbearbeitung. Bild: Cemecon
■■■■■■ Als Hipims-Schichtwerkstoff
(High Power Impulse Magnetron Sputtering)
auf AlCrN-Basis verfügt Multicon
über ein besonders breites Anwendungsspektrum
in der Stahlbearbeitung. Internationale
Cemecon-Beschichtungszentren sowie
Partnerunternehmen garantieren mit gespiegelten
Prozessen und Produktionen sowie
ausgeklügelter Logistik, dass Kunden
nun auch mit Multicon weltweit gleichbleibende
und beste Beschichtungsqualität erhalten.
„Viele Werkzeughersteller sind mittlerweile
global aktiv“, beschreibt Inka Harrand,
Produktmanagerin Cutting Inserts bei
Cemecon, die Situation. „Unsere Kunden
wollen natürlich, dass ihr Beschichtungspartner
ihnen überall zuverlässig die gleichen
Qualitätsstandards garantiert. Außerdem
sind sie sehr daran interessiert, lange
Transportwege und die Hürden rechtlicher
Einfuhrbestimmungen zu vermeiden.“
Diese Herausforderungen erfüllt der Hersteller
mit einem internationalen Netz von
Beschichtungszentren und -partnern. Die
Cemecon-Töchter in den USA, China und
Japan sowie Partnerunternehmen in Indien
oder Südostasien gewährleisten die einheitlich
hohe, reproduzierbare Beschichtungsqualität
des Technologieführers mit effizienter
Logistik auf allen relevanten Weltmärkten.
Ein überzeugendes Beispiel für weltweite
technologische Konsistenz ist der neue
Schichtwerkstoff Multicon. Außerordentlich
vielseitig, ermöglicht er die Bearbeitung
von weichem bis mittelhartem Stahl, ein
AlCrN erstmals auf Basis der Hipims-Technologie.
Analysen zeigen: Multicon steigert
in der Praxis die Produktivität deutlich, ermöglicht
lange Standzeiten und höchste
Prozesssicherheit – insbesondere im Vergleich
zur Arc-Technologie. Grund ist die
extrem glatte, dichte und homogene sowie
hochtemperaturbeständige Beschichtung,
die sich mit Hipims realisieren lässt. Auf einen
besonders breiten Anwendungsbereich
ausgelegt, ist Multicon damit einer der
wichtigsten „Leistungsträger“ in der Stahlbearbeitung.
Für Unternehmen, die global operieren,
bedeutet die breite Verfügbarkeit von Hochleistungs-Schichtwerkstoffen
wie Multicon
High-End-Beschichtungsergebnisse auf einheitlich
hohem Qualitätsniveau. Ganz unabhängig
vom Beschichtungszentrum gilt
das Versprechen: „developed in Germany –
guaranteed quality worldwide“. Mit Blick
auf die Herausforderung, als Werkzeughersteller
in besonders preissensiblen Märkten
wettbewerbsfähig zu bleiben, spielt das
Konzept gewinnbringend seine Stärken aus.
„Unsere Kunden profitieren zweifach:
Wir verbinden die Entwicklungskompetenz
unseres Cemecon-Hauptsitzes in Würselen
mit dem fundierten Know-how regionaler
Ansprechpartner, die vor Ort sprachlich,
kulturell und operativ auf kurzen Wegen
und mit vereinfachter Logistik souverän
agieren können“, so Manfred Weigand, Produktmanager
Round Tools bei Cemecon.
„Technisch werden die Cemecon-Töchter
und -Partner dabei immer eng begleitet, und
sie erhalten umfassende Unterstützung, um
unsere hohen Qualitäts- und Servicelevel
überall dort zu garantieren, wo sie benötigt
werden.“
■
Cemecon AG
www.cemecon.de
Herausgeberin: Katja Kohlhammer
Verlag:
Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH
Ernst-Mey-Straße 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany
Geschäftsführer: Peter Dilger
Verlagsleiter: Peter Dilger
Chefredakteur:
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Redaktion:
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kein Anspruch auf Ersatz.
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5 Penn Plaza, 19th Floor, New York, NY 10001
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Georg-Westermann-Allee 66, 38104 Braunschweig,
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Leinfelden-Echterdingen
66 November 2025
Nachhaltigkeit
Neue ESG-Regelungen:
Award-Gewinner
Rehau-Einkauf nutzt Gen AI
D € 8,20 | A € 8,20 | CH CHF 14,50 übrige Euroländer € 8,90 | E 2164 E
Hunde gefährden die Wildtier-DNA
von Wolfsrudeln
Landwirte züchten Insektenlarven
als Tierfutter
Wie die Stadt Phnom Penh
ihre Wasserfarmer verdängt
Ausgabe 1-2 | 2025
Energie
Gute Vorsätze: Einkaufs strategien
Nachhaltigkeit im OP
INTERVIEW
Astronaut Chris
Hadfield über
die Zukunft der
Raumfahrt
2 2025 bild der wissenschaft 1
www.beschaffung-aktuell.de
Interview
Martin Müller-Raidt, Direktor
Beschaffung, KfW,
Vorstandsvorsitzender
SPECIAL
EMMA VON DER NORMANDIE:
Interview zum Titel
Iqony zeigt, wie die industrielle
SPECIAL
Neue Lösungsansätze für eine
digitale und nachhaltige
Produktion
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für die Medizintechnik
Messe
MEDICA/COMPAMED
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56. Jahrgang 5-2024
MICHEL DE MONTAIGNE:
Messe E-World
Leitmesse präsentiert neue
TITELTHEMA
Seite 38
deutsche
bauzeitung
Zeitschrift für Architektur
und Bauingenieurwesen
ABENTEURER LEICHHARDT:
Vereinigung
freischaffender
ArchitektInnen
Deutschland
7,30 € (D) 8,00 € (A/L) 14,30 CHF E 11108 E
16.01.2025 Ausgabe 01 | 2025 www.industrieanzeiger.de
Werkstofftechnik
Wie Werkzeugmaschinen eine
Mehr als 25 Veröffentlichungen
zu HOYA MiYOSMART
Brillengläsern, jetzt QR Code
scannen und mehr erfahren.
Interview
Gundolf Schweppe, Vorsitzender
der Geschäfts -
führung Uniper
Energy Sales, zur
05
Bürowelten • Sonderbauten • Wohnen
{ 158. Jahrgang. 20,95. Ausland 21,70. 27,20 CHF. 1569. ISSN 0721–1902.
MAXIMALE LEISTUNG AUF
KLEINSTEM RAUM
12 TEEABFÜLLUNG
ROBOTERLÖSUNG OHNE
BERÜHRUNGSÄNGSTE
28 MESSEVORSCHAU
BRAUBEVIALE IN
NÜRNBERG
46 ZUSATZSTOFFE
BESTE AROMEN AUS
DEM MISCHER
NACHHALTIGKEIT
PROZESSTECHNIK FÜR DIE LEBENSMITTELINDUSTRIE
WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/FOOD
Künstliche Intelligenz
Wie KI die Robotik revolutioniert
ab Seite 20
06_November 2024
dei 06-2024 1
Serviceroboter im Einsatz
Autonomer Cafebot liefert
auf Bestellung Seite 38
Januar/Februar 2025
automationspraxis.de
Unperfekte Kopien
Farbenfrohe Möbel
Impulse durch Gaming
Xaver Egger im Gespräch
Le Big Tamtam, Hamburg
Mythos Murano
Neue Maschinenverordnung
Aufgepasst bei Retrofit und
DIY- Robotik Seite 54
IN VIER SCHRITTEN ZUM
EFFIZIENTEN RÜHRSYSTEM
8 ABSTIMMEN
TOP-PRODUKT
DES JAHRES 2024
18 MTP-STANDARD
AUTOMATISIERUNG
MODULARER ANLAGEN
44 PRODUKTREPORT
VIELSEITIGE
KENNZEICNUNGSTECHNIK
KLIMANEUTRALE
CHEMIEPARKS
PROZESSTECHNIK FÜR DIE CHEMIEINDUSTRIE
WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/CHEMIE
Sanierung
Räume energetisch
modernisieren
Automechanika
Messe-Highlights
Oldtimer
Wenn der Lack vom
Blech muss
Messe
Alles zur Messe
BAU 2025 in München
Trockenbau
Zusatzangebot
Wandnischen
www.lackiererblatt.de
01/2025 Malerblatt 1
Längere Lebensdauer
Digitaler Zwilling
in der Energietechnik
Wellenfeder für
Torsionsbelastung
Maschinenelemente
Engineering-Tipps für Produkt- und Produktionsentwicklung
TECHMAX
Ausgabe 12 | 2024 www.kem.de
Verborgene Welten unter dem
Antarktis-Eis - Signifikanz für das
Recycling von Europium • Neues zur
Seeanemonen-Fisch-Symbiose • Neue
„Ökologie, Ökonomie und Erkenntnisse zum Ursprung der Chiralität
• Regulation des Wurzelwachs-
Soziales zusammenbringen“
tums durch Master-Regulatoren der
Holger Vogt,
R+W Antriebselemente
TITELSTORY
Verständnis künftiger Klimazustände
unserer Erde
Der gebrochene Zauber - Zur Bildungs-
und Forschungspolitik der gescheiterten
Bundesregierung
Der Lorbeerwald Madeiras – Relikt
und lebendige Faszination
Rundschau
Die Ursache von quasiperiodischen
Eruptionen • Die Entdeckung neuer
Vogelarten • Effizientes Verfahren zum
Organ der
Gesellschaft Deutscher
Naturforscher und Ärzte
Homöostase • Klimafolgen von Waldbränden
wirken über Jahrzehnte hinweg
• Wildbiene des Jahres zeigt Bedeutung
von Naturschutzgebieten •
Licht ins Dunkel der Beutelmulle •
Kurzmitteilungen
Buchbesprechungen
Personalia
Stichwort:
Dominium terrae
Retrospektive
Wie wird „Leben“ aus Leblosem
Beilage
TECHMAX der Max-Planck-Gesellschaft
1
€ 26,50
E 9981
WISSENSCHAFT.DE
Luftfahrt
Fliegen ohne schädliche
Kondensstreifen
Schwarzfußiltis
Klonen für den
Arterhalt
Vererbte Gefahr
Cholesterin-Tests
schon bei Kindern?
Die neue
Mond-Mission
Artemis 2: Das nächste Kapitel der
lunaren Exploration beginnt
02/25
Das Magazin für eine Welt im Wandel
Wolf-Hund-Hybride
Made in Deutschland
Kambodscha
9 | 2024
Erlebnisse im Moor:
Ein Besuch im
lettischen Nationalpark
Ķemeri.
Die Zukunft
des Waldes
Deutschland ist eines der waldreichsten Länder Europas.
Damit das so bleibt, braucht es neue Konzepte.
DIE DEUTSCHEN UND IHRE KOLONIEN
Von der „Kulturmission“ zum Völkermord
Die Deutschen
und ihre Kolonien
Verheiratet mit zwei
Königen Englands
Auf der Suche
nach dem Guten
11.2024
Verschollen
im Outback
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E-Procurement
nach Maß spart
Prozesskosten
» Seite 38
in neuer Dimension
» Seite 20
bei volatilen Märkten
» Seite 52
Professionell. Innovativ. Einkauf.
Einkauf
Materialwirtschaft
Logistik
des BME
» Seite 16
Energiewende zu meistern ist
» Seite 18
06.2024
Nachhaltigkeit
Lösungen für die Energiewende
» Seite 21
Batterietechnik
» Seite 29
Was Automotive-Entwicklungen
Topp-Dämpfung erhalten
» Seite 44
Wissen für Entscheider in der Produktion
10 24
Dekarbonisierung
» Seite 30
06-2024
34 TITEL
Next Level:
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07-2024
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Innovation in der spanenden Fertigung
05-2024
Special
Innovative Werkzeuglösungen
Trend Zerspaner suchen neue Märkte Seite 22
WIS-
Innovation Automatisierter Werkzeugwechsel an der Drehmaschine Seite 92
IFW-Projekt KI-Überwachungssystem steigert Prozesssicherheit Seite 132 Perspektiven
» Seite 24
» IM FOKUS
von Wälzlagern
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Konstruktion
Automation
» Seite 48
Naturwissenschaftliche
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