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RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 11/2025

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November 2025

Nr. 11

rundschau.de

info@rundschau.de

14

FITFORTRADE

Die spannende Kür

von Deutschlands

bester Nachwuchskraft

im Handel.

46

PARTNER DES

HANDELS

WIR KÜREN DIE MARKEN UND

MACHER DES JAHRES 2025.

JAHRESSTART

Gesundheitsmonat

Januar: Welche

Chancen sich für

den LEH bieten.

AUCH IN DIESER AUSGABE: EIN KAFFEE MIT ... JÄGERMEISTER-DEUTSCHLANDCHEF TORSTEN RÖMSCH · STORE-CHECK:

REWE PICLUM HAMBURG · DIE BESTEN PRESSEREGALE · MLF-TAGUNG · NACHBERICHT INTERTABAC · OTC-PRODUKTE


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15. JANUAR

IM KINO

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RUNDSCHAU 11/25

Editorial

Marcelo Crescenti

Chefredakteur

E-Mail: crescenti@rundschau.de

Die Marken & Macher 2025

In der RUNDSCHAU-Redaktion haben wir das ganze Jahr mit ihnen

zu tun: Marken und Markenunternehmen. In diesem Heft küren

wir die 40 Marken des Jahres mit den Macherinnen und Machern,

die dahinter stehen. Unsere Auswahl sehen Sie ab Seite 25. Sie hat

keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Damit wollen wir vielmehr

Marken sowie Unternehmerinnen und Unternehmer in den Fokus

rücken, die in ihren jeweiligen Kategorien und Branchen dieses Jahr

für Bewegung gesorgt haben. Die Marke selbst steht insgesamt unter

Druck – darauf gehen wir in unserer Titelgeschichte ab Seite 20 ein.

Ein Tag voller Emotionen und ein Finale, das an Spannung nicht zu

überbieten war: fitfortrade, das größte Nachwuchsprogramm im

deutschen Lebensmittelhandel, kürte in Köln Deutschlands Beste

Nachwuchskraft im LEH. Am Ende hatte Laura Brandt von Netto die

Nase vorn. Wer sich über die vermeintlich lustlose Generationen Z und

Alpha beklagt, hätte dabei sein sollen, als rund 500 junge Menschen

ihre jeweiligen Kandidaten im Kölner E-Werk anfeuerten, aber auch

spannende Vorträge hörten und sich am Marken-Marktplatz informierten.

Mehr dazu lesen Sie ab Seite 14.

Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre!

#UmsatzJanuar

Der alkoholfreie Dry January

und der fleischfreie Veganuary

stehen vor der Tür. Wie sich der

LEH darauf vorbereitet, zeigen

wir ab Seite 46

#OTC

Das Sortiment mit freiverkäuflichen

Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln

wird oft

unterschätzt. Wie der LEH

damit Geld verdient: Seite 50

#Filmabend

Immer mehr Menschen wählen

Streaming statt Kino und

machen es sich zuhause vor

dem Bildschirm bequem. Eine

Chance für den LEH. Seite 54

Sie wollen wissen, was die Branche bewegt,

und keine wichtigen News verpassen?

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Auf Insta entgeht Ihnen nichts – ob Top-

Branchenevents, spannende Firmen-Insights

oder glamouröse Awards.

www.rundschau.de

03


RUNDSCHAU November 2025

Inhalt

www.rundschau.de

Mehr News, Fotos und

Hintergründe stehen

online für Sie bereit.

www.rundschau.de/fitfortrade

Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,

Lernmaterial und vieles mehr.

Die Titelstory

Handelsmarken gewinnen an Boden, Promotionaktionen drücken

auf die Marge: Marken sehen sich vor etliche Herausforderungen

gestellt. Wie behalten die Zugpferde im Regal die Zügel in der Hand?

Einblicke in das aktuell heißeste Branchen-Thema ab Seite 20.

Branche

Sortiment

06 Ein Kaffee mit ...

Torsten Römsch, Geschäftsführer beim Kräuterlikör-Experten

Mast-Jägermeister Deutschland.

46 Gesundheitsmonat Januar

Mit Dry January und Veganuary ins neue Jahr:

So sorgt der LEH für frische Umsätze.

14

Moment des Erfolgs

14 Nachwuchsförderung

Deutschlands beste Nachwuchskraft ist gekürt.

Die Insights zum großen fitfortrade-Finale.

20 Marken

Was können die Anker im Regal tun, um sich

in unsicheren Zeiten zu profilieren?

50 Nahrungsergänzung/OTC

Gesundheitsbewusste Verbraucher suchen

Mehrwert: Der Handel kann liefern.

54 Filmabend

Film ab am PoS: Inspirationen für gesellige

Heimkino-Sessions.

Julia Brandt ist „Deutschlands beste Nachwuchskraft

im Handel 2025“ und holte im fitfortrade-Finale

im Kölner E-Werk den Titel das erste Mal für Netto.

25 Marken und Macher des Jahres

Innovativ, authentisch, zukunftsorientiert:

Von diesen Movern spricht die Branche.

58 Tabak

Rauchzeichen vom Messe-Event: Die InterTabac

Dortmund zeigt eine Vielfalt neuer Produkte.

36 MLF-Tagung

Treffen der Top-Händler: Zu Gast bei den

Edekanern Georg und Boßler in Wiesbaden.

38 Store-Check: Rewe Piclum, Hamburg

Alles über den Flagship-Store von Rewe Nord im

gigantischen Westfield-Einkaufzentrum..

Rubriken

08 Newsticker

Fotos: Reinhard Rosendahl; RUNDSCHAU

42

Laute Pressestimmen

Eine engagiert geführte Presseabteilung ist nach wie

vor lukrativ. Wie erfolgreiche Regalarbeit aussieht,

zeigen die Preisträger des RUNDSCHAU-Awards.

Award

42 Presseregal

Presse zahlt sich aus: Die Gewinner von Deutschlands

besten Presseregalen beweisen es.

13 Shopper-Insights: Heißgetränke

56 Verbandsinfo

62 Neue Produkte/Impressum

66 ForscherAuftritt: Florian Klaus

04 Inhalt • RUNDSCHAU 11/25


Die neue Wahl

im Cola-Regal!

Geschmacks-

Test-

Sieger 1 Erhältlich in der 0,33 l-Dose und im 6er-Pack MW!

Einzigartig

im „Retro-Design“

Cola-Markt ist

2,5x

größer als Cola-Mix-Markt 3

Dose

gewinnt

1,2 Mio neue Käufer 2

NEU:

Paulaner Cola

ab KW 10/2026

Jetzt listen und AfG-

Sortimentskompetenz stärken!

Sehr hohe

Kaufbereitschaft

mit 89,4% 4

1Quelle: isi Deutschland 2025, Sensoriktest, blind, n= 517, im Vergleich zum Marktführer

2 Quelle: YouGov FMCG DE, 1HJ 2025, CSD Markt

3 Quelle: NIQ DE, LEH+DM+GAM+TS, Cola Regular, Cola-Mix Regular, FY 2024, Absatz in HL

4 Quelle: Ipsos Deutschland, 2025, Quantitatives Design Validierung, Zielgruppe 18-29Jahre, Top 2 Werte


Ein Kaffee mit …

Torsten Römsch

Text: Mirko Jeschke

Foto: Isabell Massel

NAVIGATOR

MIT WEITBLICK

Seit 2018 leitet Torsten Römsch die deutsche Vertriebsgesellschaft von

Jägermeister und hat deren Transformation konsequent vorangetrieben. Großen

Erfolg hatte sein Team zuletzt mit dem Launch des Neuprodukts „Orange“.

Stolze 35 Jahre ist Torsten Römsch

nun schon bei Jägermeister

tätig – und hatte währenddessen

nahezu jede Führungsposition

einmal inne. „Das Unternehmen

hat mich immer wieder neu herausgefordert,

das hat mich gereizt. Zudem

hat es sich seit meinem Beginn 1990 sehr

stark verändert“, erklärt der gebürtige

Braunschweiger seine Loyalität zu dem

Hersteller des bekannten Kräuterlikörs.

Mut zur Veränderung

Trotz der herausfordernden Lage in der

Spirituosenbranche – unter anderem

geprägt durch veränderte Trink- und

Feiergewohnheiten – behauptet sich die

deutsche Jägermeister-Gesellschaft mit

Sitz im niedersächsischen Wolfenbüttel am

Markt. Dabei unterstützt seit April 2025 die

erfolgreiche Einführung von Jägermeister

Orange in Deutschland. Nach einer zwölfmonatigen

Entwicklungsphase wurde das

Produkt zunächst auf dem tschechischen

Markt eingeführt. Die positiven Ergebnisse

führten zur Übernahme in das Portfolio

der deutschen Vertriebsgesellschaft. „Kürzlich

haben wir hierzulande die Grenze

von einer Million verkauften Flaschen

erreicht“, freut sich der gelernte Industriefachwirt

über diesen ersten Meilenstein.

Die Erweiterung des deutschen Produktportfolios

erwies sich als strategisch kluge

Entscheidung, denn auch hierzulande

zeigt sich eine deutlich wachsende Nachfrage

nach fruchtig-frischen Produkten.

Nah am Konsumenten

„Wir müssen dort hingehen, wo wir unsere

Konsumenten antreffen, also aufs Altstadtfest

oder Feste im ländlichen Raum“, ist

sich Römsch sicher und führt mit Blick auf

die Gastronomie weiter aus: „Dort wollen

wir unsere Marke erlebbar machen. Die

Menschen sollen etwas spüren. Dafür

müssen wir unsere Konzepte jedoch grundlegend

neu denken.“ Die Zielgruppen?

Man wolle alle jungen Erwachsenen im

trinkfähigen Alter ansprechen und deren

Bedürfnisse – mit viel Spaß gemeinsam

feiern – kontinuierlich adressieren. Ziel

ist es, Erlebnisse zu schaffen, die nachhaltig

in Erinnerung bleiben und die Marke

auf authentische Weise mit dem Lebensgefühl

junger Erwachsener verbinden.

Gen Z und Gen X im Fokus

Doch wie kann das jeweils gelingen? „Um

die Gen Z zu erreichen, nutzen wir heute

verstärkt die Festivalsaison und sind dort

etwa auf Campingplätzen zu finden. Dort

verbringen die Leute die meiste Zeit, und

wir beeinträchtigen sie nicht beim Feiern,

sondern machen ihnen ein willkommenes

Angebot“, so Torsten Römsch. Anders sieht

die Ansprache bei den Verwendern im

Alter 30 + aus: „Diese Gruppe erreichen

wir eher in der klassischen stationären

Gastronomie. Hier kommt es darauf an,

ihnen den bekannten Jägermeister-

Moment wieder in Erinnerung zu rufen.

Dazu sind unsere Tap-Maschinen

hervorragend geeignet, denn sie

garantieren einen eiskalten Shot.“

Gleichbehandlungsprinzip

In Bezug auf Preise macht Jägermeister

keine Unterschiede – Handel und Gastronomie

werden gleich behandelt. „Es gibt

eine Preisliste für alle sowie einheitliche

Liefer- und Zahlungsbedingungen und

keine versteckten Rabatte“, stellt der

zweifache Familienvater klar. Eine seiner

größten Leistungen sieht er im vorzeitigen

Erreichen einer selbst gesteckten,

ambitionierten Kennziffer zu Beginn

seiner Geschäftsführertätigkeit.

Dabei ist Erfolg –

sowohl der eigene wie auch der

seiner rund 200 Mitarbeiter – seine stärkste

Triebfeder. Römsch ist überzeugt: „Menschen

machen den Unterschied zwischen

Erfolg und Misserfolg“.

06 Branche • RUNDSCHAU 11/25


Ein Kaffee mit ...

Noch mehr interessante Menschen

aus der Branche bei einer Tasse

Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.

TORSTEN RÖMSCH

fungiert seit 2018 als

Geschäftsführer der Mast-

Jägermeister Deutschland

GmbH. Seit 1990 ist er in

verschiedensten Funktionen

für das Unternehmen tätig,

u. a. als Vertriebsdirektor.

Wenn ich meine

Mitarbeiter zum

Erfolg führe,

kann ich meinen

eigenen Erfolg

nicht verhindern.

www.rundschau.de

07


Branche

Newsticker

Täglich neu: www.rundschau.de

News und Infos aus der Branche und über ihre

Entscheider finden Sie täglich aktuell auf

Instagram. LinkedIn und www.rundschau.de

Quo vadis Nestlé? Ein Konzern richtet sich neu auf

STRATEGIE Es sind bewegte Zeiten für den

Nahrungsmittelkonzern Nestlé: Vor wenigen

Wochen wurde der CEO fristlos entlassen, die

Aktie ist im Keller und der neue Konzernchef

Philipp Navratil hat nun angekündigt, weltweit

16.000 Stellen zu streichen. Dazu wandeln sich

die Ernährungsgewohnheiten der Konsumenten

stark. „Wir durchleben einen entscheidenden

Moment, der bestimmen wird, was wir in

den nächsten fünf, aber auch in den nächsten

20 Jahren tun werden“, hat Nestlé-Europa-CEO

Guillaume Le Cunff erkannt.

Um besser auf die Bedürfnisse des Marktes und

der Kunden zu reagieren, hat Nestlé nun eine

Strategie bis 2030 vorgestellt, die gesündere

Produkte vorsieht. Zudem sollen die Kernmarken,

allen voran Maggi, für junge Zielgruppen

attraktiver werden. So sollen mehr Produkte

der Traditionsmarke die Note A oder B auf der

Nutri-Score-Skala erreichen. Bis 2030 sollen

zudem 80 Prozent der Maggi-Zutaten aus regenerativer

Landwirtschaft stammen.

Vor zehn Jahren hatten die Konsumenten noch

drei Mahlzeiten am Tag, sagt die Maggi-Marketingchefin

für Europa, Anna Gryshchuk. Mittlerweile

seien es im Schnitt 4,5 Mahlzeiten, vom

Snack zwischendurch bis hin zu getrennten

△ Nestlé-Top-Manager bei der Vorstellung der Startegie 2030 im Maggi-Stammwerk in Singen. Für Europa-

CEO Le Cunff (2. v. r.) durchlebt der Nahrungsmittelkonzern ein entscheidender Moment.

Abendessen in den Familien. Darauf müsse man

reagieren, zum Beispiel mit Produkten für die

Heißluftfritteuse. Hier sieht Maggi ein großes

Potenzial: „Bis Ende 2028 wird jeder zweite

Haushalt in Europa einen Airfryer haben“, so

Gryshchuk. Dabei bleibe Maggi „eine Volksmarke“,

sagt Norbert Reiter, Geschäftsführer

Food DACH bei Nestlé, und decke weiter „von

dem Fix für Rouladen bis zu Asia-Nudeln“ eine

breite Palette ab.

„Innovation ist wesentlich für unser Geschäft

und auch für die Relevanz bei den jüngeren

Zielgruppen“, sagte Europa-Chef Le Cunff im

Gespräch mit der RUNDSCHAU. „Wenn wir

keine Innovationen mehr bringen, sind wir

aus dem Rennen.“

Rewe startet Lieferbot 2.0 in Hamburg

LIEFERSERVICE Seit Mitte Oktober schickt

Rewe in Hamburg seine Lieferbots 2.0 auf den

Weg zu Kunden, die im Umkreis eines Marktes

im Stadtteil Barmbek über App Ware online

bestellen und liefern lassen. Die rollenden

Warenkörbe sind montags bis samstags im Einsatz.

„Nach der ersten, erfolgreichen Testphase

2023 freuen wir uns nun, unseren Kundinnen

und Kunden den autonomen Service des Lieferbot

2.0 anzubieten“, sagte Andreas Persigehl,

Vorsitzender der Geschäftsleitung der Rewe

Region Nord. „Die kleine Lieferbot-Flotte ist für

uns ein wichtiger Baustein, um Angebot und

Service für unsere Kunden zu flexibilisieren.“

Der Bewegungsradius der rund 35 Kilo leichten

Roboterfahrzeuge, die etwas größer als ein

Bierkasten sind, beträgt laut Rewe zwei Kilometer.

Mit unter sechs Kilometern pro Stunde

manövrieren die Fahrzeuge über den Gehweg

und bringen die Wunschartikel innerhalb einer

Stunde oder zu einer bestimmten Wunschzeit

zu de Kunden. 360-Grad-Kameras und künstliche

Intelligenz sorgen dafür, dass Hindernisse

umfahren werden.

Fotos: Nestle, Kirstin Hammerstein

08 Branche • RUNDSCHAU 11/25


oben: © Fair Use / Brandon Marsh | unten: © Fairtrade Deutschland

Große Produktvielfalt

Ob Kaffee oder Schokolade, Bananen oder Rosen: Produkte

mit dem Fairtrade-Siegel werden bundesweit distribuiert und

sind in den Regalen aller deutschen Lebensmittelhändler

und Drogeriemärkten präsent. Diese starke Marktpräsenz

können Händler für sich nutzen.

Advertorial

Vertrauen

Marktrelevanz

Profilierung

Authentizität

Knapp 8.700 Produkte mit dem

Fairtrade-Siegel gibt es in Deutschland

– Tendenz steigend. Auch

die Umsatzkurve zeigt nach oben:

Dieses Jahr wird voraussichtlich

erstmals die Marke von 3 Milliarden

Euro geknackt.

Eine Erfolgsstory, an der Lebensmittelhändler

partizipieren können.

Eine breite Palette an Fairtrade-

Produkten im Markt, prominent

platziert, kommt gut bei den

Kunden an – und bedeutet mehr

nachhaltiges Geschäft am PoS.

„30 % der Verbraucher entscheiden sich beim

Einkauf bewusst für Fairtrade-Produkte.

Das sind starke Werte, die den Handel bei der

Vermarktung unterstützen und schließlich

den Durchschnittsbon erhöhen.“

Jan Zuther,

Bereichsleiter Trade Marketing,

Fairtrade Deutschland


Branche

Newsticker

ECR Tag und Awards im Wandel

BRANCHENEVENTS Dieses Jahr war noch alles

wie gewohnt: Der ECR Tag fand in Bonn statt,

mit vielen Vorträgen und parallellen Sessions

und mit rund 800 Teilnehmenden. Am Ende der

Veranstaltung kündigte der Veranstalter GS1

umfassende Neuerungen für 2026 an.

Doch zunächst wurden im Vorfeld des Events

die ECR Awards in drei Kategorien für beispielhafte

Kooperationen innerhalb der Branche

verliehen. Die Gewinner haben gemeinsam

die End-to-End-Automatisierung des Orderto-Cash-Prozesses

voragetrieben, die Frischelogistik

zur urbanen Versorgung neu gedacht

und einen Best Practice-Standard für die EU-

Entwaldungsverordnung (EUDR) zur Abfrage

und Weitergabe von Daten entwickelt. Unter

den Gewinnern sind namhafte Unternehmen

wie Bünting, Dachser, Markant, Nestlé, Procter&

Gamble, Rossmann und die Nagel-Group sowie

Alnatura, Dr. Oetker, Edeka, Henkel und Rewe.

Zum Abschluss des ECR Tags überraschte GS1-

Chef und Gastgeber Thomas Fell mit einer

Ankündigung: Nächstes Jahr soll alles anders

werden. So soll die Veranstaltung 2026 „ECR In

Motion“ heißen und deutlich interaktiver werden.

Bei der Entwicklung des neuen Formats

sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt:

Sie wurden von Fell aufgefordert, Ideen

und Impulse einzureichen.

Es sollen neue Formate der Interaktion entwickelt

werden, „in denen wir fachliche Tiefe mit

Erlebnis, Networking und unserer Community

verbinden“, so Fell. Das Event soll zudem mehr

Festivalcharakter erhalten.

Nun ist die Branche dazu eingeladen, das neue

Event mitzugestalten und Vorschläge einzureichen.

Die besten Ideen sollen anhand eines

partizipativen Prozesses ausgewählt und umgesetzt

werden. Mehr Informationen findet

man auf der In Motion-Website.

△ Forderte die Branche dazu auf, den ECR Tag neu

zu denken: GS1-CEO Thomas Fell möchte, dass

die Veranstaltung ab 2026 innovativer und interaktiver

wird.

23 FEINE

SPIRITUOSEN-

MINIATUREN

Enthält Alkohol

15 – 56 % vol.

+ Extra-

Überraschung

10 Branche • RUNDSCHAU 11/25

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Vorfreude

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Studie: Deutliche

Mehrheit achtet

auf Gütesiegel

FOOD LABEL-STUDIE Laut der Food-Label-Studie

der Beratung Simon Kucher

beziehen mehr als zwei Drittel der Shopper

Zertifizierungen in Kaufentscheidungen

ein. Besonders für bio und fair gehandelte

Produkte sowie funktionale Inhaltsstoffe

sind viele bereit, mehr auszugeben – allen

voran die junge Generation, die sich

am besten mit Zertifizierungen auskennt.

Größere Aufpreise akzeptieren viele jedoch

in der Regel nicht. Bei vegane oder

vegetarische Produkten ist nur die Hälfte

bereit, höhere Preise zu zahlen. Klima- und

Nachhaltigkeitslabels kämpfen zudem mit

Misstrauen wegen Greenwashing-Sorgen.

Fotos: GS1 Germany


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Branche

Newsticker

Bar Convent adressiert Top-Themen der Branche

△ Anfang Oktober traf sich die internationale Bar-

Community auf dem Gelände der Messe Berlin,

um sich über neue Produkte und Trends zu informieren

und auszutauschen.

SPIRITUOSENMESSE Die diesjährige Ausgabe

des Bar Convent Berlin (BCB) ging am 8. Oktober

mit mehr als 12.100 Besuchern und 566

Ausstellern aus rund 50 Ländern erfolgreich

zu Ende. Drei Tage lang konnten die Messe-

besucher Produktneuheiten kennenlernen,

Education-Formate erleben und Erfahrungen

austauschen. Zum Vergleich: im Vorjahr hatte

die Messe 15.114 Besucher und über 500 Aussteller

gezählt. Dabei muss jedoch berücksichtigt

werden, dass in diesem Jahr in Köln

zeitgleich die Anuga stattfand.

Drei Themen standen 2025 im Vordergrund:

„Low & No“ – Der Trend zum bewussten Trinken

hat sich im Herzen moderner Barkultur etabliert,

mit innovativen alkoholfreien und Low-

ABV-Getränken. „Klassische Cocktails“ – Neuinterpretationen

von zeitlosen Drinks haben

gezeigt, wie gut sich Tradition und Innovation

vereinbaren lassen. „Nächste Generation“ – Angesichts

der herausfordernden Personalsituation

in der Gastronomie konzentrierte sich der

BCB auf berufliche Entwicklungsmöglichkeiten

und unterstrich die Notwendigkeit, die Branche

für junge Menschen attraktiv zu machen.

In eigener Sache: Christian Schnücke neuer

Geschäftsführer der medialog GmbH

Seit Jahren

STARK für das GUTE

PERSONALIE Die ACM Unternehmensgruppe

hat Christian Schnücke zum 1. Oktober

2025 zum Geschäftsführer der Verlage Umschau

Zeitschriften Verlag, Verlag Chmielorz,

LT Food Medien-Verlag und medialog, der die

RUNDSCHAU herausgibt, ernannt. Der Diplom-

Medienwissenschaftler hatte verschiedene

Führungspositionen in der Medienbranche inne

und bringt umfangreiche Erfahrungen im LEH

sowie in Fleisch- und Backmedien mit. „Wir

sind begeistert, Christian Schnücke in unserem

Team willkommen zu heißen. Seine umfassende

Erfahrung in der Medienbranche wird

entscheidend dazu beitragen, unsere Verlage

zukunftsorientiert auszurichten und innovative

Lösungen für unsere Leser zu entwickeln“, so

ACM-Gesellschafter Carsten Augsburger.

Fotos: RUNDSCHAU, dfv

12 Branche • RUNDSCHAU 11/25


Fotos: stock.adobe.com/mahir, stock.metket.com, Jessica, Ahmed; Mintel

Mintel Spotlight – der Marktforschungs-Blog mit

erfrischenden Perspektiven, neuen Daten und bahnbrechenden

Analysen der Märkte, die wirklich zählen.

Im Fokus: Heißgetränke

Inmitten schwelender Konflikte mit gravierenden Folgen

für die hiesige Wirtschaft und Haushaltsbudgets sehnen

sich Konsumenten nach kleinen Genussmomenten in

den eigenen vier Wänden. Heißgetränke

eignen sich perfekt für

Momente der Entspannung.

Mintel liefert die Einblicke,

welche Trends die

Kategorie in Deutschland

aktuell prägen

und wohin die Entwicklung

geht.

Erschwinglicher Luxus

Premium als Chance

Steigende Lebenshaltungskosten und höhere Preise in

Cafés verlagern den Kaffeekonsum zunehmend in die

eigenen vier Wände. Für Premium-Kaffeemarken eine

Chance: Hochwertige Produkte bringen unkomplizierte

Freude in den Alltag und verwandeln Routinen in Genussrituale.

Marken können dabei neue Aromawelten erschließen

und Co-Brandings mit anderen Genusskategorien

– etwa Schokolade oder Nüssen – nutzen, um sich stärker

zu differenzieren. Ein Beispiel: Nespresso brachte im

vergangenen Jahr mit dem französischen Pâtissier Pierre

Hermé eine Haselnuss-Kapselsorte auf den Markt. Das

dürfte insbesondere Jüngere mit knapperen Budgets ansprechen:

68 Prozent der 16- bis 24-jährigen Kaffeetrinker

halten Premium-Kaffee für einen erschwinglichen Luxus.

„Angesichts der

aktuellen Weltlage

wirken Heißgetränke

mit interessanten Geschmacksrichtungen

wie

eine Form des Eskapismus, die in andere

Welten versetzen können.”

Eliana Riera McInnes

Senior Foodservice

Analystin, Mintel

_

ZAHLEN

TICKER

Mit Benefit

42 PROZENT

der Kaffeetrinker geben

an, dass sie interessiert

wären an Produkten mit

gesundheitlichen Vorteilen,

die sich in den Kaffee

mischen lassen. Verbraucher

wünschen sich die

Möglichkeit, ihren Kaffee

mit funktionalen Zusätzen

aufzuwerten, etwa mit

Proteinen wie Kollagen.

Kleine Auszeit

75 %

der deutschen Teeliebhaber

sehen im Trinken

einer Tasse Tee eine

gute Gelegenheit, eine

kleine Pause in ihrem

Tagesablauf einzulegen.

Tee-Vorlieben

79 PROZENT

der Konsumenten trinken

Früchtetee, gefolgt von

Kräuter- und Gewürztees

(incl. Roiboos). 65 Prozent

trinken am liebsten schwarzen

Tee, und 61 Prozent

bevorzugen grünen Tee.

Unbezahlbar?

42 PROZENT

der deutschen Kaffeekäufer

bzw. -trinker sind davon

überzeugt, dass tägliches

Kaffeetrinken in naher

Zukunft für einige

Menschen nicht mehr

bezahlbar sein wird.

Branche

Zahlen & Fakten

Auf einen Blick

Genussvorlieben

23 %

zeigen Interesse an

heißem Tee und heißer

Schokolade mit gesunden

Zutaten.

Nachhaltigkeit

Marken-Verantwortung

Laut Mintel sind 31 Prozent der deutschen

Kaffeetrinker und -käufer der Ansicht, dass

der Kauf von nachhaltigem Kaffee einen zu

geringen Unterschied für die Umwelt macht,

als dass er sich lohnen würde. Weitere

48 Prozent sind in dieser Frage noch

unentschlossen. Für

Unternehmen eröffnet

sich hier die Chance,

Konsumenten deutlicher

zu zeigen, welchen Beitrag

ihre Kaufentscheidungen

tatsächlich

leisten können.

Ohne Koffein

Männer trinken mehr

Gewohntes Ritual ohne zusätzliche

Koffeinaufnahme: Männer

greifen häufiger zu entkoffeiniertem

Kaffee als Frauen (17 %

vs. 12 %). Besonders deutlich ist

der Unterschied bei den 25- bis

44-jährigen Männern und Frauen

(25 % vs. 15 %). Gleichzeitig konsumieren

Männer im Alltag öfter

Instantkaffee, Kaffeemixe oder

Ready-to-Drink-Varianten.

28 %

haben Kombucha –

fermentierten

Tee – probiert.

47 %

interessieren sich

für heiße Schoki mit

reduziertem Zuckergehalt.


Branche Nachwuchsförderung

Text: Mirko Jeschke

Am Melitta-Bus stärkten sich die Besucher mit

Espresso, Cappuccino & Co.

Überglücklich und stolz: Laura Brandt von Netto spielte ihre Stärken in einem dramatischen Finale voll

aus und sicherte sich absolut verdient den Titel „Deutschlands beste Nachwuchskraft im Handel 2025“.

Im Publikum herrschte durchweg

eine ausgelassene Stimmung.

Der Zweitplatzierte: Moritz Ulbricht (Lidl) lag erst klar zurück, startete dann

eine furiose Aufholjagd. Am Ende musste er sich knapp geschlagen geben.

Pro7-Moderator Stefan Gödde

führte souverän durch das Finale.

Herzschlag-Finale

Im spannenden fitfortrade-Finale

im Kölner E-Werk hat sich Laura

Brandt von Netto gegen zahlreiche

Konkurrenten durchgesetzt und

ist damit “Deutschlands beste

Nachwuchskraft im Handel 2025“.

Es kann nur einen geben – beziehungsweise

eine! Das galt auch in diesem Jahr

wieder für das Finale des renommierten

RUNDSCHAU-Nachwuchswettbewerbs

fitfortrade. Von bundesweit 20.000

Kandidaten kamen am Ende nur 50 ins Halbfinale.

Sie kämpften in der Neuwieder Food

Akademie um den Einzug ins Finale, das wie

in den Vorjahren im Kölner E-Werk ausgetragen

wurde. 18 Nachwuchskräfte waren es zu

Beginn des Finaltags am 15. Oktober, die auf

der großen Bühne in zahlreichen Spielrunden

ihr Wissen rund um Lebensmittel und den

LEH unter Beweis stellen mussten. Am Ende

blieben mit Laura Brandt (Netto) und Moritz

Ulbricht (Lidl) zwei Kandidaten übrig, die sich

in einem überaus spannenden Finale um den

Titel „Deutschlands beste Nachwuchskraft im

Handel 2025“ gebattlet haben. Beim Stand von

9:7 benötigte Laura am Ende nur noch eine

Fotos: Reinhard Rosendahl

mit Unterstützung von:

14 fitfortrade • RUNDSCHAU 11/25


In einer Spielrunde mussten die Kandidaten in

einer Box versteckte Produkte „blind“ ertasten.

Sponsor Red Bull versorgte die Besucher vor

Ort mit eiskalten Energydrinks.

Das #TeamKaufland – einer der Gewinner bei

der fitfortrade-Quizrallye.

Sie belegten die Plätze drei und vier: Philip Meyer

(M., Netto) und Meral Kandzia (Edeka).

Einer der Top-Referenten: Ex-Fußballprofi und

Unternehmer Holger Stanislawski.

Der Rewe -Markt in Sinsheim belegt Platz eins

bei der Fairtrade-Platzierungs-Challenge.

Die Jury (v.l.): M. Akhavan (RUNDSCHAU), J. Kettler (Edeka),

A. Čomaga (Lidl), S. Lemmer (Kaufland), R. Ritter (Netto).

Zu Beginn waren es noch 18 Kandidaten. Eine Runde weiter

kamen diejenigen mit den meisten richtigen Antworten.

richtige Antwort – und war um kurz nach 16

Uhr völlig verdient die strahlende Siegerin.

„Ich musste gerade echt mit den Tränen kämpfen“,

gestand die 30-jährige Mutter von zwei

Kindern sichtlich gerührt im Interview mit

Moderator Stefan Gödde. Sie habe sich monatelang

auf den Wettbewerb vorbereitet. Bei der

Übergabe der Trophäe und des Siegerschecks

in Höhe von 1.500 Euro überwog dann doch die

Erleichterung: „Ich bin froh über alle, die ich

hier kennenlernen durfte und einfach stolz,

das Ding für mein Unternehmen gerissen zu

haben.“ Stolz dürfte Laura auch deshalb sein,

weil sie ihren Kindern nun eines beweisen

konnte: Harte Arbeit zahlt sich aus!

Starkes Rahmenprogramm

Der Zweitplatzierte Moritz Ulbricht durfte sich

mit einer Prämie von 1.000 Euro trösten, und

auch Philip Meyer (Netto) und Meral Kandzia

(Edeka), die die Plätze drei bzw. vier belegten,

gingen mit jeweils 500 Euro nicht leer aus.

Neben dem eigentlichen Finale bot die diesjährige

fitfortrade-Finalveranstaltung auch

den Teams der jeweiligen Handelsorganisationen

die Möglichkeit, ihr Warenkunde-Wissen

zu testen. Im Rahmen der beliebten Quizrallye

waren die Teilnehmenden aufgerufen, an

den zahlreichen Ständen des fitfortrade-Marktplatzes

Fragen rund um unter-

www.rundschau.de

15


Branche Nachwuchsförderung

Zu Beginn des Finaltags standen die 50 Top-Kandidaten noch einmal gemeinsam auf der großen Bühne. 18 hatten sich bereits am

Vortag in der Food Akademie in Neuwied für die Endrunde qualifiziert und durften sich zurecht Hoffnungen auf den Titel machen.

Wissen kompakt: die

fft-Markentrainer.

Autor Hendrik Haase sprach darüber, wie KI den

Lebensmittelhandel und die Esskultur verändert.

In der Mittagspause erfreuten sich die Besucher

an einem reichhaltigen Buffet.

Für die Kandidaten gibt es vom jeweiligen Team

laut- und aufmerksamkeitstarke Unterstüzung.

BVLH-Präsident Björn Fromm eröffnete mit

seiner Rede den großen Finaltag.

Kühle Drinks für heiße Köpfe: Bei Monin

standen zahlreiche Mixgetränke zur Auswahl.

Jede Menge süße und saure Fruchtgummis gab

es bei Haribo zum Naschen.

schiedlichste Produkte zu beantworten.

Fünf Gewinner durften sich am Ende

jeweils über 100 Euro freuen.

Ebenfalls Grund zum Jubeln hatten die

Sieger der Fairtrade Platzierungs-Challenge.

Bei diesem Wettbewerb geht es darum,

Fairtrade-Produkte wie Kaffee, Schokolade,

Honig, Bananen oder Blumen am PoS gut

sichtbar zu platzieren und sie kreativ in Szene

zu setzen. Die besten Ideen 2025 hatten nach

dem Urteil der Jury zwei Teams, und zwar vom

dm-drogerie Markt Ansbach und Rewe-Markt

Sinsheim, die damit ein Erlebniswochenende

inklusive Eventgutschein in einer der über

900 Fairtrade-Towns erhielten. Die Zweit- und

Drittplatzierten bekamen jeweils Sachpreise.

Spannende Vorträge

Neben der mutmachenden Keynote von Björn

Fromm, Edeka-Kaufmann und Präsident des

Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels

(BVLH), kamen die Besucher im E-

Werk in den Genuss von weiteren spannenden

Vorträgen. So referierte der Ex-Fußballprofi

und heutige Rewe-Händler Holger Stanislawski

über Wege, anders zu denken und mutige

Entscheidungen zu treffen. Über die Frage,

wie Künstliche Intelligenz den LEH und die

Esskultur verändert, sinnierte Autor Hendrik

Haase – und hatte dabei einige Lacher auf

seiner Seite.

16

fitfortrade • RUNDSCHAU 11/25


_

INFO

fitfortrade –

Das Video zum Finale!

Scannen Sie den QR-Code, um die

Emotionen und die Spannung des

fitfortrade-Finales im Kölner E-Werk

zu erleben.

Feinster Waffel-Genuss am Loacker-Stand. Die

Südtiroler feiern 2025 ihr 100-jähriges Jubiläum.

https://youtu.be/9TDulJ04NPw

Chefredakteur Marcelo Crescenti (l.) und ISM-

Chefin Sabine Schommer, mit Stefan Gödde.

Der unvergessliche Moment des Triumphs:

Laura Brandt kann ihr Glück kaum fassen.

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Branche Ausbildertag

Text: Martina Kausch

Dr. Steffi Burkhart, Gesundheitspsychologin

und Zukunftsforscherin, beim Ausbildertag.

Wie bereiten sich Menschen im Handel darauf vor, mit Roboterwesen zu koexistieren? Beim Ausbildertag

lieferte Dr. Steffi Burkhart Impulse, um die Generationen Z und Alpha verstehen zu lernen.

Schlüssel zur Gen Z

Die Generationen Z und Alpha ändern den bestehenden Status Quo, was Ansprüche, Arbeitshaltung und Motivation

betrifft. Wie reagieren Personalverantwortliche und Marktleiter im Handel darauf? Wie kann man junge Menschen

binden und was sind die Antworten, wenn sie die Sinnfrage stellen? Beim RUNDSCHAU-Ausbildertag gab es Impulse.

Sie sehen die Erwerbsbiografien ihrer

Eltern nicht mehr als erstrebenswert

an, möchten sich neben dem Angestellten-Job

noch um andere Dinge

kümmern und vielleicht selber ein Unternehmen

bauen. Mitglieder der Generationen

Z (Geburtsjahrgänge 1995 bis 2010) und Alpha

(geboren nach 2010) fragen nach dem Sinn

ihres Tuns und zweifeln an althergebrachten

Antworten der Boomer. Und was bedeuten ihre

Fragen für Ausbilder im Handel? Beim Ausbildertag

im Rahmen des fitfortrade-Finales

2025 lieferten Steffi Burkhart und Dunja Storck

dazu Anregungen und Impulse aus Theorie

und Praxis. Das Ziel ist, Strategien zu entwickeln,

damit die jüngeren Mitarbeitenden

engagiert, zufrieden und leistungsbereit sind.

Emotionen, Events, Ergebnisse

Steffi Burkhart, Gesundheitspsychologin und

Zukunftsforscherin, erklärte aus Studien,

wie die Gen Z „tickt“: Die Gleichung „Geld

gegen Arbeitszeit“ gehe bei ihr nicht mehr auf,

denn für jüngere Menschen sei die Bezahlung

nicht der wichtigste Grund um zu arbeiten.

In Jobbiografien würden zukünftig Auszeiten

und Jobwechsel mit Zeiten der Berufstätigkeit

Bewährtes Wissen vermittelte Dunja Storck,

Rewe-Marktmanagerin und eine Institution.

abwechseln und 20-jährige Rentenphasen im

Leben werde es nicht mehr geben. Auch weil

laut Harvard-Studie die Generation Z die einsamste

aller Zeiten ist und Einsamkeit im Beruf

sich negativ auf Belastbarkeit und Leistung

auswirkt, sind emotionales Sich Kümmern,

Events und Psychologie vom Profi, Wege zur

Bindung von Mitarbeitenden. „Algorithmen

machen unsozial“, so Burkhart. Aber: Als

erste Generation überhaupt werde die Gen

Z mit nichtmenschlichen Intelligenzen koexistieren

müssen.

„Mögen Sie Menschen wirklich?“

Aus erfolgreicher Arbeit als Marktmanagerin

berichtete Dunja Storck (Rewe Center Egelsbach)

am Ausbildertag. Ein Patensystem, in

dem Sympathieträger gleich welchen Alters

Azubis und Mitarbeitende unterstützen, habe

sich in der Praxis beispielsweise sehr bewährt.

Die entscheidende Frage an Ausbilder müsse

sein: Mögen Sie Menschen wirklich?“ ☐

Fotos: Reinhard Rosendahl

18 fitfortrade • RUNDSCHAU 11/25


Branche Champion

Text: Martina Kausch

So sieht Freude aus: Laura Brandt, „Deutschlands beste Nachwuchskraft im Handel“, mit

Finale-Moderator Stefan Gödde. Erstmals hat Netto eine Gewinnerin gestellt.

Einfach spitze

Es ist nun eine Tatsache: Laura Brandt aus Weißenthurm hat das fitfortrade-

Finale 2025 gewonnen und ist damit „Deutschlands beste Nachwuchskraft

im Handel“. Wer ist sie, was treibt sie an? Die RUNDSCHAU hat mehr Infos.

Laura, du bist jetzt „Deutschlands beste

Nachwuchskraft im Handel 2025“ – was bedeutet

dir das?

Tatsächlich sehr viel. Ich habe mich länger

drauf vorbereitet. Intern haben wir bei Netto

schon die Besten der Besten rausgesucht,

bei Young Talent-Wettbewerben. Die Leute

kennengelernt zu haben, mit denen die fünf

Monate zusammen mitgemacht zu haben –

hier sind echte Freundschaften entstanden.

Ich bin einfach richtig froh, dass ich teilgenommen

habe.

Teilnehmern und die erste fitfortrade-Gewinnerin

von Netto!

Zuerst wollte ich weinen, aber dann ist das

Adrenalin reingeschossen und ich freue

mich einfach. In der Filiale haben auch alle

mitgefiebert, es ist einfach nur schön. ☐

+

ZUR

PERSON

Laura Brandt

Schockverliebt in Netto sei sie gewesen,

als sie das Unternehmen

kennengelernt habe, heißt es – und

dann begann Laura Brandts Erfolgsgeschichte.

Die 30-Jährige ist seit 2020 im Unternehmen

beschäftigt und hat bei Netto

ihre Ausbildung gemacht. Die Mutter

von zwei Kindern ist aktuell als Verkäuferin

in der Filiale Weißenthurm

tätig und hat bereits den unternehmensinternen

Vorentscheid als

„Beste Netto-Nachwuchskraft 2025“

gewonnen.

Was ist deine Motivation?

Ich wollte gewinnen, um meinen Kindern zu

zeigen, dass sich harte Arbeit auszahlt.

Fotos: Reinhard Rosendahl

Was ist deine Bilanz, dein Eindruck von

dem fitfortrade-Wettbewerb insgesamt?

Es ist wirklich eine tolle Veranstaltung, das

hätte ich gar nicht so gedacht. Allein, wenn

man schon mit den Top 50 auf der Bühne

steht – das macht Eindruck.

Beschreibst du uns noch deine Gefühle, als

du wusstest, du bist die Beste von 20.000

Mitten im Team: Laura Brandt mit allen Netto Top-Kandidaten und Ralf Ritter (2.v.l.), der für den Netto

Marken Discount Jurymitglied ist, beim fitfortrade-Finale 2025 im Kölner E-Werk.

www.rundschau.de

19


Branche

Marken

Text: Marcelo Crescenti, Martina Kausch

Die Markenakrobaten

Marken sind unter Druck geraten: Sie müssen Trends widerspiegeln und die Bedürfnisse der

Konsumenten genauer treffen – und gleichzeitig in einem schwierigen Konsumumfeld bestehen,

mit wachsenden Promotionanteilen und Zugewinnen für Eigenmarken. Der Weg zum Erfolg

führt über die Stärkung des Markenkerns und die Zusammenarbeit mit dem LEH.

20 Branche • RUNDSCHAU 11/25


Promotions bringen Marken nichts

mehr, Innovationen bringen sie voran.

Wer im süddeutschen Singen am

örtlichen Bahnhof aussteigt, hat

diesen bestimmten Geruch sofort

in der Nase. Die Stadt nahe

der Schweizer Grenze ist mit dem würzigen

Duft von Maggi gebranded. Das Stammwerk

steht direkt gegenüber der Gleise.

Das ist ein gutes Beispiel für etwas, das

nur Marken können: Sie sind sofort erkennbar,

bereits ein Duft oder ein Logo können

Erinnerungen und Emotionen wecken. Und

trotzdem müssen sie sich verändern, sich

an die Käuferbedürfnisse anpassen, Trends

mitmachen. „Wenn wir keine Innovationen

mehr bringen, sind wir aus dem Rennen“,

sagt Guillaume Le Cunff, Europachef des

Maggi-Mutterkonzerns Nestlé.

Dr. Robert Kecskes

Senior Insights Director, YouGov

Eigenmarken auf dem Vormarsch

„Was Marken leisten, ist das, was die Welt

von Deutschland sieht“, sagte jüngst Bundeskanzler

Friedrich Merz am Tag der Markenwirtschaft

in Berlin, eingeladen vom

Markenverband. Marken sind jedoch unter

Druck geraten. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit

greifen immer mehr Konsumenten

zu günstigen Alternativen, der Anteil der

Eigenmarken am LEH-Umsatz steigt. Auch der

Promotionanteil wächst bei Markenartikeln;

30 bis 40 Prozent sind es bereits in manchen

Kategorien. Das schmälert die Gewinne der

Hersteller, die in Innovationen gesteckt werden

müssen, damit ihre Marke relevant und

der LEH attraktiv bleibt. Ein Teufelskreis?

Das Thema beschäftigt auch die Händler

stark. Auf der MLF-Tagung (siehe S. 36) diskutierten

Top-Kaufleute auf einer Podiumsdiskussion

darüber, wie weit man die Promotionschraube

anziehen kann. Einerseits

hätten Markenartikel zum Teil ein Preisniveau

erreicht, das Verbraucher nicht mehr bereit

sind, zu zahlen. Andererseits können Rabatte

nicht die einzige Antwort bleiben. Es wird

befürchtet, dass die Aktionspreise außer Kontrolle

geraten. Man müsse das Thema angehen,

so der Tenor. Doch wer macht den Anfang?

Zurück in Singen: Nestlé hat Top-Manager

und Presse in sein Produkt- und Technologiezentrum

eingeladen. Es geht um die Strategie

des Konzerns bis 2030 (siehe S. 8), aber auch

darum, wie es mit einer Volksmarke mit fast

140 Jahren Tradition weiter geht: Maggi.

„Wir müssen die Werte der Marke immer

wieder neu interpretieren“, sagt Norbert Reiter,

Geschäftsführer Food DACH bei Nestlé.

Maggi soll künftig gesünder werden, besser

beim Nutri-Score abschneiden, Zutaten aus

regenerativer Landwirtschaft beziehen. In

der Versuchsküche macht man sich derweil

Gedanken, wie der Airfryer-Fix am Hähnchenfleisch

besser haftet und wie Asia-Nudeln aus

der Tüte so schmecken, als wären sie aus dem

Restaurant. Dabei darf Maggi die Kunden nicht

aus dem Auge verlieren, die einfach einen Fix

für Rouladen wollen. Die Marke nimmt diese

Herausforderung an.

Anspruchsvolles Umfeld

Was sind aktuell die größten Herausforderungen

in der Markenführung? Armin Rehberg

weiß einige zu nennen. Sein Unternehmen

SanLucar schaffte es, sich in der sonst

▽ Politprominenz am Tag der Markenwirtschaft Mitte Oktober in Berlin. „Was Marken leisten, ist das, was die Welt von Deutschland sieht; das macht uns stark“, sagte

Bundeskanzler Friedrich Merz (r.). Bild links: Digitalminister Karsten Wildberger (l.) im Gespräch mit Markenverbandspräsident Franz-Olaf Kallerhoff.

www.rundschau.de

21


Branche

Marken

△ Reif fürs Museum: Das Maggi-Museum in Singen gibt Einblicke in die

Geschichte der von Julius Maggi gegründeten Marke.

△ Fit für die Zukunft: „Wir müssen die Werte der Marke Maggi immer

wieder neu interpretieren“, sagt Nestlé-Manager Norbert Reiter.

diffusen Obst- und Gemüseabteilung

als Marke zu etablieren. Heute müssen

sich Marken „in einem extrem schnellen,

anspruchsvollen und fragmentierten

Umfeld behaupten“, so der SanLucar-CEO.

Zu diesem Umfeld zählen anspruchsvollere

Konsumenten, die digitale Komplexität und

eine kritischere Gesellschaft. Aktuell komme

noch eine Marktkonsolidierung mit Umsatz

und Ergebnisdruck hinzu, erinnert Rehberg.

Und gleichzeitig die Notwendigkeit von Investitionen

in die Leistungsfähigkeit. „Eine

starke Marke muss sich ehrlich differenzieren.

Das tut SanLucar mit Geschmack, Freude,

mit Erlebnissen, aber auch mit Haltung und

Innovationskraft“, sagt der CEO. Sein Ziel:

„Eine echte Lovebrand zu werden.“

Diesen Weg will auch der Wurst- und Schinkenhersteller

Ponnath gehen. Der Eigenmarkenspezialist

führte die Marke 1692 ein, eine

Der Weg von Eigenmarke zu

Marke ist ein Marathon.

Referenz auf das Gründungsjahr des Unternehmens.

„Der Weg von Eigenmarke zu Marke

ist ein Marathon“, weiß jedoch Firmenchef

Michael Ponnath. (Ein Interview lesen Sie in

der Dezember-Ausgabe.)

Fokussierung auf den Kern

In stürmischen Zeiten besinnen sich Marken

auf ihre Werte und Grundtugenden. Das

war auch für Mövenpick der Weg, um einen

einheitlichen Markenauftritt über viele Kategorien

hinweg zu erreichen – zuletzt stieg die

Marke mit einem Partner ins Saftgeschäft ein.

„Drei Dinge sind entscheidend, um eine

Marke in Schwung zu bringen“, sagt Jürgen

Herrmann, CEO Mövenpick Fine Foods. „Zuerst

muss man herausfinden, warum die Marke

gekauft wird. Dann muss man fokussieren

ohne Kompromisse: Durch die Vereinheitlichung

und Bündelung des Markenauftritts

Michael Ponnath

Geschäftsführender Gesellschafter, Ponnath

schafft man ein konsistentes Markenbild.

Schließlich muss man für Sichtbarkeit sorgen!“

Heute ist das Mövenpick-Sortiment mit der

Markenfarbe Blau gut sicht- und erkennbar.

Bei der Ausweitung des Produktportfolios

legt Mövenpick klare Kriterien für neue Lizenzpartner

und Lizenzprodukte fest. „Wie

groß ist der Markenfit und das Marktpotential?

Wo fehlt eine Premiummarke? Gibt es eine

geschmackliche Überlegenheit gegenüber

Wettbewerbern? Wir setzen zudem auf langfristige

Partner, die mit uns das Geschmacksversprechen

einlösen und unsere Werte teilen“,

so Herrmann.

Sinnvolle Promotions

Es bleibt die Frage nach der Rabattierung.

„Promotions bringen Marken nichts mehr,

Innovationen bringen sie voran“, betont Robert

Kecskes vom Marktforscher YouGov. Stephan

Knäble, Consumer Panel Director bei NIQ

Deutschland, sagt: „Promotions machen dann

Sinn, wenn sie neue Käufer und mehr Konsum

generieren, keine Kannibalisierungseffekte

mit sich bringen und dem Händler Vorteile

bieten.“ Dafür müssten Hersteller und LEH

Hand in Hand arbeiten und Aktionen etwa

mit Verkostungen kombinieren.

Wer macht den Anfang und ist bereit, aus

der sich immer schneller drehenden Rabattspirale

herauszutreten? Das ist nun die Frage.☐

Fotos: stock.adobe.com/Ayat (M); Markenverband; Nestlé AG

22 Branche • RUNDSCHAU 11/25


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Branche

Marken

Marken für die Gen Z

Aus Sicht der jungen Zielgruppe müssen Marken mehr leisten als Funktion: Sie müssen

Bedeutung stiften, sagt Carolin Petrow vom Marktforscher YouGov in einem Gastbeitrag. Das

schaffen sie, indem sie eine klare Haltung kommunizieren, kulturelle Relevanz entwickeln und

sich trauen, nicht allen gefallen zu wollen – sondern den Richtigen.

Für Marken geht es heute deutlich über

das eigentliche Produkt hinaus. Es geht

um Emotionen, verstanden werden,

Bedürfnisse befriedigen. Produkte werden

heute nicht mehr nur gekauft, weil sie

funktionieren oder günstig sind. Sie werden

gewählt, weil sie passen – zu dem, was ich

denke, fühle, wie ich lebe.

Um besser zu verstehen, was der Konsument

denkt, haben wir Daten aus YouGov Profiles

verwendet. Hier können wir die Bedürfnisse

und Einstellungen von ca. 100.000 Personen in

Deutschland analysieren. Passend zum Thema

haben wir das Statement „Ich mag Produkte,

die meinen Lebensstil widerspiegeln“ aus einer

sehr großen Vielzahl an Statements in YouGov

Profiles gewählt. Bei diesem Statement gibt

es eine sehr hohe Zustimmung der Gen Z verglichen

mit der übrigen Gesamtbevölkerung.

Carolin Petrow

Account Director,

YouGov

Ambivalente Konsumenten

Die wichtigsten Fragen der Gen Z sind: Was

sagt dieses Produkt über mich aus? Spiegelt

es meine Haltung, meine Werte, meinen Alltag

wider? Die junge Generation sucht nach

authentischen Marken, die nicht nur verkaufen,

sondern sie versteht. Für FMCG-Marken

bedeutet das: Sie müssen mehr leisten als

Funktion – sie müssen Bedeutung stiften. Das

können sie, indem sie eine klare Haltung kommunizieren,

eine echte Markenpersönlichkeit

zeigen, kulturelle Relevanz entwickeln und

sich trauen, nicht allen gefallen zu wollen –

sondern den Richtigen.

Produkte werden zu Statements, Marken

zu Begleitern eines Lebensstils. Genau darin

liegt die Chance: Wer es schafft, relevanter

Teil der Identität der Gen Z zu werden, gewinnt

nicht nur Käufer, sondern echte Fans.

Relevanz entsteht dort, wo das echte Leben

passiert. Die Produkte müssen sich nahtlos

in den Alltag integrieren – schnell verfügbar,

unkompliziert, dennoch hochwertig und mit

emotionalem Mehrwert. Die Gen Z ist individuell,

genauso wie ihr Konsumverhalten. Sie

ist die erste Generation, die vollständig in einer

digitalen, dynamischen Welt aufgewachsen

ist. Das prägt nicht nur ihre Kommunikation,

sondern auch, wie sie konsumiert.

Klassische Mahlzeitenstrukturen lösen

sich zunehmend auf: Frühstück, Mittagessen,

Abendessen sind längst keine festen Rituale

mehr. Stattdessen rücken Snacks, flexible

Mini-Mahlzeiten und On-the-go-Produkte in

den Fokus. Die Gen Z isst, wenn es in ihren

Tag passt – nicht nach Uhrzeit, sondern nach

Moment. Wie unsere YouGov-Daten zeigen,

verzichten inzwischen 38 Prozent auf eine

klassische Mahlzeit – das ist im Vergleich zum

Vorjahr ein Anstieg um 18 Prozent.

Die Gen Z ist jedoch auch eine ambivalente

Generation. Nur ein sehr kleiner Teil – rund

fünf Prozent – lebt tatsächlich vegan. Gleichzeitig

sagt aber die Hälfte von ihnen, dass

es aus ethischer Sicht besser wäre, vegan zu

leben. Das zeigt: Zwischen Einstellung und

tatsächlichem Verhalten gibt es eine deutliche

Lücke. Und genau in diesem Spannungsfeld

zwischen Anspruch und Alltag bewegen sich

viele Entscheidungen dieser Generation.

Zudem ist die Gen Z eine sorgenbeladene

Generation, die Stabilität und Sicherheit

wünscht. 66 Prozent geben an, dass sie sich

viele Sorgen machen, was deutlich über den

anderen Generationen liegt. Aufgrund der

weltpolitischen Lage und der wirtschaftlichen

Situation dürfte dieser Wert noch weiter ansteigen.

Jeder Zweite in der Gen Z hat zudem

Angst vor Veränderungen.

Es ist eine verunsicherte Generation. Krisen,

Leistungsdruck, Zukunftsängste – viele junge

Menschen fühlen sich überfordert und orientierungslos.

Sie sehnen sich nach Stabilität,

Zugehörigkeit und klaren Werten.

Genau hier liegt die Chance für FMCG-

Marken: Nicht nur als Versorger, sondern als

Begleiter aufzutreten. Marken können der Gen

Z helfen, Struktur, Orientierung und Unterstützung

im Alltag zu finden – sei es durch Alltagsbegleiter,

inspirierende Kommunikation

oder Angebote, die Sicherheit und Kontrolle

vermitteln. Die junge Zielgruppe erwartet von

Marken Unterstützung im Alltag. Sie wünscht

sich Lösungen, die über das Produkt hinausgehen:

praktische Helfer, clevere Services,

Impulse, die Orientierung bieten – im Alltag,

im Konsum und manchmal auch im Leben.

Dabei ist Individualität ein zentrales Thema:

Gen Z will sich wiederfinden – nicht nur

in Markenbotschaften, sondern auch in den

Angeboten. Marken, die es schaffen, personalisierte

oder anpassbare Lösungen zu bieten,

treffen den Nerv dieser Generation. ☐

Foto: Kathrin Vogt

24 Branche • RUNDSCHAU 11/25


Marken

und

Macher

2025

Illustrtaion: stock.adobe.com/ShpilbergStudios

Welche Marken haben 2025

in ihren Kategorien am

meisten bewegt – und welche

Macherinnen und Macher

stehen dahinter? Die RUNDSCHAU-

Redaktion hat sich intensiv mit dieser

Frage beschäftigt und die 40 Marken

und Macher des Jahres gewählt. Freilich

ohne Anspruch auf Vollständigkeit,

jedoch mit dem Anspruch, die

rührigsten und innovativsten Partner

des LEH zu ehren. Vorhang auf!

www.rundschau.de

25


Branche

Marken und Macher des Jahres

CARL OETKER

Vorsitzender der Geschäftsführung, Oetker

Tradition und Moderne

Schon bald werden die Kunden zum

Weihnachtsmarkt in die Oetker-Welt

strömen. Ein Konzern zum Anfassen,

seit März operativ geführt von

Carl Oetker, Ururenkel des Unternehmensgründers.

Tradition trifft

bei Oetker auf Moderne: Convenience

gewinnt immer mehr an Bedeutung,

was zum Beispiel die wachsende

Zahl von Aifryer-Produkten zeigt.

KATJA JOHANNSON

Marketing Director, Intersnack Deutschland

ültje betritt Neuland

Eigentlich hat sich der Snackhersteller

Intersnack auf Chips, Nüsse und

Co. spezialisiert. Mit der Swavy-

Range steht nun erstmals ein ültje-

Snack im Schokoregal. Das Wagnis

mit der süß-salzigen Innovation des

Hauses geht Marketing Director Katja

Johannson keineswegs geräuschlos

ein, der Auftritt ist vielmehr

„bunt, laut und schrill“.

FLORIAN VON SALZEN

Geschäftsführer Commercial, CCEP DE

Coke setzt auf Germany

Mit der Ankündigung, in diesem Jahr hierzulande

rund 150 Millionen Euro zu investieren, bekennt

sich Coca-Cola Europacific Partners Deutschland

(CCEP DE) zum Standort Deutschland. Florian von

Salzen, seit Anfang 2023 Geschäftsführer Commercial

des Getränkegiganten, treibt die erfolgreiche

Entwicklung mit starken Kampagnen, Kooperationen

und Innovationen voran und sorgt für die

emotionale Aufladung der hauseigenen Marken im

zunehmend herausfordernden AfG-Segment.

SEBASTIAN KLOTZ

Managing Director, Mutti Deutschland

Die Tomate geadelt

„Mit Fokus auf Qualität und Hightech-Kontrollen

hat Francesco Mutti ein einst ‚armes Produkt‘ neu

definiert“, schreibt das Handelsblatt anerkennend

über den italienischen Anbieter von Tomatensaucen,

der auch in Deutschland Erfolge feiert. Das

Upgrade im Saucenregal ist gelungen, die Regalflächen

werden immer breiter, die Produktpalette

ebenfalls. In Deutschland verantwortet Sebastian

Klotz die Expansion von Mutti, das Ziel klar vor

Augen: Marktführer werden.

PHILIP HITSCHLER-BECKER

CEO, Hitschler

Hitschies Hattrick

Nicht weniger als drei Bestseller-Awards der

RUNDSCHAU hat die Marke Hitschies dieses Jahr

gewonnen – und zwar in drei verschiedenen Kategorien.

Firmenchef Philip Hitschler-Becker zeigt

damit eindrucksvoll, wie Markenerweiterung geht.

Ob Süßwaren, Energy Drinks, Müsli und Cerealien

oder zuletzt Backwaren – Hitschies steht für Innovationen,

die im LEH zünden. Und die Marke ist

noch längst nicht fertig: Hitschies soll schon bald

neue Kategorien erobern.

Fotos: Coca-Cola Europacific Partners Deutschland, Karin Berneburg; Intersnack Deutschland SE; hitschler international; Mutti S.p.A.; Dr. Oetker

26 Branche • RUNDSCHAU 11/25


ANDREA SPIELMANN

Mitglied der Geschäftsleitung, Lorenz Snack-World

Echte Innovation

Mit der Einführung der Marke „Chillers“ hat Lorenz

Mut zur Innovation bewiesen. Statt nur Produktvarianten

seiner Klassiker zu bringen, schafft das

Unternehmen ein neues Sub-Brand-Universum,

das auf Lifestyle, Entspannung und jugendliche

Ansprache setzt. Zudem werden regelmäßig Fortschrittsberichte

zur Nachhaltigkeit veröffentlicht.

Dem Snackspezialisten gelingt damit – auch dank

Marketing Director Andrea Spielmann – der Spagat

zwischen Tradition und Transformation.

VOLKMAR SCHWENK

Geschäftsführer, Ferrero Deutschland

Mut wird belohnt

Wie viel Mut braucht ein Markenunternehmen, um

eine neue Version einer Produktikone mit geänderter

Rezeptur auf den Markt zu bringen? Ferrero

hat Mut bewiesen und dieses Jahr eine pflanzliche

Nutella-Variante eingeführt. Den Konsumenten

schmeckt es: Für die erfolgreiche Marktperformance

erhält Nutella Plant Based dieses Jahr einen

Bestseller-Award der RUNDSCHAU. Ferrero-

Geschäftsführer Volkmar Schwenk hat dabei stets

das Ohr ganz nah am Markt.

DIETER MESSNER

CEO, Manner

Eine Marke hebt ab

Künftig bekommen alle Gäste eines Austrian

Airlines-Flugs eine Mozartkugel aus dem Hause

Manner geschenkt.Es ist nur eine von vielen

Maßnahmen, die auf die Markenbekanntheit des

österreichischen Waffelspezialisten einzahlen.

Dieses Jahr ergänzte Manner das Sortiment um die

Crunchies-Range, „knusprige Waffelhäppchen mit

cremigem Herz“. Auch neu: CEO Dieter Messner

leitet seit September die Geschicke der Traditionsmarke

aus Wien.

CLAUS BUTTERWEGGE

CEO Mittel- und Nordeuropa, Barilla Group

Upgrade für die Pasta

Durch ein neues Herstellungsverfahren

einen ganzen Markt upgraden

– mit „Al Bronzo“ ist das Barilla

gelungen, mit Claus Butterwegge als

Treiber. Die Nudeln bekommen eine

raue Oberfläche, an der die Soße

besser haftet. Nachahmer kopieren

zwar bereits, das Original bleibt

jedoch bislang unerreicht. Barilla

tut zudem Gutes: 2024 spendete das

Unternehmen rund 3.700 Tonnen

Lebensmittel an lokale Initiativen.

VOLKER BÜTTEL

Geschäftsführer, iglo Deutschland

Trends setzen

Ob iglo mit „Freibad Pommes“ auf

Kindheitserinnerungen setzt oder

für den Trend-Küchenhelfer Airfryer

Produkte launcht – der TK-Hersteller

ist ganz nah an den Konsumentenbedürfnissen.

Das Ruder

für den deutschen Markt hat seit

1. April 2025 Volker Büttel übernommen.

Als ehemaliger Chef der

Thai Union-Töchter Hawesta, Rügen

Fisch und Ostsee Fisch bringt er

maritime Expertise mit.

Fotos: iglo Deutschland; Lorenz Snackworld; EHI WIssenschaftspreis; Josef Manner AG; Barilla

www.rundschau.de

27


Branche

Marken und Macher des Jahres

ANDREAS RONKEN

CEO, Alfred Ritter

Cool bleiben

Cool werden ist für eine Marke

schwierig, auf Dauer cool zu bleiben

noch schwieriger. Das schafft Ritter

Sport unter CEO Andreas Ronken

vor allem mit Innovationen und

Sondereditionen. Zuletzt führte der

Schokoladenanbieter Produkte mit

trendigem Matcha, neue vegane

Sorten und die Xtra Mile-Range mit

Galaktose als Energielieferant.

HOLGER LACKHOFF

Geschäftsführer, Haribo

Sauer gewinnt

Haribos „Goldbären“ sind Ikonen,

etliche Werbekampagnen des Süßwarenherstellers

genießen Kultstatus.

Mit einem „Sauer-Upgrade“ ist

Geschäftsführer Holger Lackhoff auf

dem besten Weg, für neue Superlative

zu sorgen. Allen voran: Zum 25.

Geburtstag von Pico-Balla feiert die

lancierte saure Variante des Fruchtgummikonfekts

Erfolge.

SILVIA WIESNER

Vorsitzende der Geschäftsführung, Rotkäppchen-Mumm

Prämierte Innovationen

Trotz des aktuell schwierigen Marktumfelds entwickelt

sich Rotkäppchen-Mumm stabil und konnte

im Weinsegment sogar deutlich wachsen. Den

Erfolg dokumentieren zahlreiche Auszeichnungen.

So wurde das Unternehmen, das seit März von Silvia

Wiesner als CEO geführt wird, in diesem Jahr

mit dem Sonderpreis des Deutschen Gründerpreises

bedacht, der Sparkling Mix Secconade gewann

sowohl den All Beverage Award der RUNDSCHAU

als auch den Red Dot Design Award.

MATTHIAS OETTEL

CEO, Meggle Holding

Groß, größer, Meggle

Meggle kauft zu und wächst. Nach der Übernahme

der Stegmann Emmenthal Käsereien 2021 haben

nun Klaus Rücker und Insa Rücker ihre Molkerei

(Jahresumsatz zuletzt: rund 500 Millionen Euro)

an die Holding aus dem Allgäu mit Matthias Oettel

als CEO verkauft. Die Rücker-Standorte in Aurich

und Wismar werden sozusagen bayerisch, Meggle

Cheese gewinnt im Unternehmen an Bedeutung

und der Deal macht Meggle zu einer der größten

Privatmolkereien Deutschlands.

ALFRED DARBOVEN

Vorstandsvorsitzender, J.J. Darboven

Schatten gespendet

Der Klimakrise im Kaffeeanbau entgegentreten

– mit Schattenbäumen, die die empfindlichen Kaffeepflanzen

vor Sonne und Hitze schützen. Eine

Packung = ein Baum – eine sinnvolle Promotion,

die viel Gutes bewirkt. Das Team um Firmenchef

Darboven, darunter Marketingvorstand Philipp

Guht und Marketingleiterin Simone Müggenburg,

orchestrierte die Aktion. Im Rahmen des Projekts

wurden bisher fast 300.000 Bäume an Kaffeebäuerinnen

und -bauern gespendet. Ein Erfolg.

Fotos: Jens Wittenburg Fotografie; Maria Rosa Weigl; J.J. Darboven; Alfred Ritter GmbH & Co. KG; Meggle Holding

28 Branche • RUNDSCHAU 11/25


KAI BORIS BENDIX

Vorsitzender der Geschäftsführung, Kühne

Junge Zielgruppe im Fokus

Kühne setzt sich unter Kai Bendix große Ziele: Das

Portfolio soll zu 100 Prozent vegetarisch werden,

die Produktion langfristig CO2-neutral und alle

Verpackungen recyclingfähig. Das Familienunternehmen

ist aber nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit

aktiv. Eingelegte Gurken und Rotkohl sowie Senf

und Saucen sind zwar nach wie vor die bestverkauften

Produkte, doch Innovationen mit einem

Augenzwinkern sind bei Kühne mittlerweile auch

erlaubt. Auf der Ernährungsmesse Anuga wurde

beispielsweise das Produkt KaterHero getestet –

Gurkenwasser im Shot-Format. Die Idee kam laut

Unternehmen aus der Community. Den jüngeren

Konsumenten freut‘s – und Kühne erhält auf Social

Media Likes und Herzchen.

FABIAN VELTINS

Geschäftsführer Marketing, Veltins

Darauf ein Pülleken

Dank starker Innovationen wie das

„Zitrönken“ im vergangenen Sommer

wächst Veltins weiter gegen

den Markttrend. Mit dafür verantwortlich

ist Fabian Veltins, Neffe

der Alleingesellschafterin Susanne

Veltins. Nach dreijähriger Einarbeitungszeit

ist der 35-jährige Betriebswirt

seit Mitte 2025 auch Teil der Geschäftsführung

mit Verantwortung

für sämtliche Marketingaktivitäten.

Fotos: Carl Kühne KG; Brauerei C. & A. Veltins

Nürnberg, Germany

10.-13.2.2026

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Branche

Marken und Macher des Jahres

HINNERK EHLERS

Vorstand Marketing & Vertrieb, Frosta

Richtung Bio-Qualität

Nicht nur in Umfragen erhält TK-

Hersteller Frosta regelmäßig hohen

Zuspruch, auch an der Kasse sind

die Produkte gefragt. Der Umsatz

der Marke mit dem Reinheitsgebot

wächst seit Jahren zweistellig.

Nächstes Ziel für Vorstand Hinnerk

Ehlers: Frosta soll zu einer der größten

Bio-Marken in der Kühltruhe

werden.

PETRA ERMENTRAUT-ECKERT

Direktorin, Deutsche See

Convenience im Blick

Wenn es um Produktentwicklung

und Marketing geht, hat Petra

Ermentraut-Eckert die richtige Nase

für Trends im Seafood-Markt. So

feiert die Deutsche See Erfolge im

TK- und SB-Convenience-Sortiment,

präsentiert mittlerweile Produkte

wie vorfrittiertes Fritto Misto. Das

erfolgreiche Motto: Meeresschätze,

bequem für jeden zuzubereiten.

JERO BENTZ

Mitglied der Unternehmensleitung, Melitta Gruppe

Innovativ und nachhaltig

Melitta hat in diesem Jahr seine Markenposition

im Kaffeesegment durch innovative Produkte und

nachhaltige Lösungen gestärkt. Die Marke wurde

als TOP 100-Innovator ausgezeichnet und hat zudem

ihr Packaging modernisiert. Initiativen wie

Fair Recycled Plastic unterstreichen das Umweltbewusstsein

auch im Kaffeeportfolio. Die Melitta

Group, geführt von Jero Bentz, bleibt mit ihrer Expertise

bei Filtern und Kaffeespezialitäten damit

eine der Top-Brands für Kaffeeliebhaber.

RALPH BERANEK

Geschäftsführer, Seeberger

Facelift für Markenauftritt

Logo und Verpackungsdesign gehören zu den

wichtigsten Assets einer Marke. Beide hat Seeberger

dieses Jahr erneuert. Der Ulmer Spezialist

für Nüsse und Trockenfrüchte bleibt mit der Einführung

von gefriergetrocknetem Obst innovativ,

testet Produkte zunächst im eigenen Onlineshop,

bevor sie in Serie gehen. CEO Ralph Beranek ist

dieses Jahr seit 35 Jahren beim Unternehmen tätig,

bleibt aber wie eh und je neugierig und offen für

Neues. Sein oberstes Gebot: Nachhaltigkeit.

JÖRG BIEBERNICK

Vorsitzender der Geschäftsführung, Paulaner

Retro-Trend beflügelt

Cola-Mixgetränke wie Spezi laufen im AfG-Segment

dank des anhaltenden Retro-Trends aktuell

besonders gut. Mit dem kultigen Paulaner Spezi,

das bereits seit den 70er Jahren auf dem Markt ist,

profitieren die Münchner wie kaum eine andere

Brauerei mit entsprechenden Angeboten von der

steigenden Nachfrage nach Colamixen. Für Paulaner-Chef

Jörg Biebernick ist diese Entwicklung

zweifelsohne ein willkommener Lichtblick im

sonst überaus schwierigen Biermarkt.

Fotos: Paulaner Brauerei Gruppe; Steven Haberland Images; Hans-Rudolf Schulz; Jörg Brockstedt; Melitta

30 Branche • RUNDSCHAU 11/25


BENJAMIN DRÖSEL

Vorstand Marketing & Vertrieb, Fairtrade Deutschland

Geballte Kampagnenkraft

Fairtrade ist keine Marke, das Nachhaltigkeitssiegel

führt trotzdem erfolgreiche Marketingkampagnen

zusammen mit Partnern durch. Dem Team um

Vorstand Benjamin Drösel gelang es zuletzt, Promis

wie Joko Winterscheid und Matthias Schweighöfer

als Werbeträger für die faire Sache zu gewinnen.

FLORIAN SCHWENKERT

CEO, KoRo

Nachhaltiges Wachstum

Wachsende LEH-Präsenz, ganz ohne Rabattschlachten:

für KoRo, vormals reiner Online-Anbieter

von Nüssen, Snacks und Co., ein nachhaltiges

Konzept. Kontinuierlich setzt das Managementteam

um CEO Florian Schwenkert neue Akzente,

etwa mit Clean Label-Snacks oder Functional Food.

SARA MARQUART

Gründerin/Geschäftsführerin, Planet A Food

Auf dem Zukunftsweg

Eine Chemie-Doktorarbeit, eine

Buchlektüre, die Unterstützung des

Bruders, eine Unternehmensgründung

– das ist die Erfolgsstory von

Choviva. Angesichts der durch die

Kimaveränderung immer höheren

Kakaopreise ist die Schokoladenalternative

aus Sonnenblumenkernen

immer beliebter. Dank Sara Marquarts

Forschung gibt es schokoladigen

Genuss ohne Kakao.

Fotos: KoRo; Fairtrade Deutschland; Planet A Food

Taste the SUN

Gemeinsam Werte schaffen, die man schmeckt.

Wir lieben Früchte! Als weltweit führende Premium- starke Markenbekanntheit, verlässliche Qualität und

Marke mit dem breitesten Sortiment stehen wir mit ein emotionales Einkaufserlebnis, das Kunden begeistert

Taste the SUN für echten Geschmack, Vertrauen und zum Wiederkauf bewegt – Tag für Tag, mit viel

und Verantwortung. Für den Handel bedeutet das: Liebe und Sonne.

70 % der Kaufentscheidungen fallen

am POS – hier glänzen wir mit

starken Auftritten und Aktionen.

Innovatives und ansprechendes

Sortiment durch konstante

Produktentwicklung.

Bis zu 93 % mehr Umsatz

durch attraktive

Promotions.

Bis zu 800 % Umsatzplus

durch attraktive Platzierungen –

ganz ohne Preissenkung.

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Branche

Marken und Macher des Jahres

MARC THIEMANN

General Manager, Red Bull Deutschland

Kategorie-Treiber

Dank der anhaltenden Weiterentwicklung

des Produktportfolios,

beispielsweise durch die Organics-

Range, innovative Sondereditionen

und zuckerfreie Varianten ist Red

Bull weiter unangefochtener Marktführer

im Energydrink-Segment.

Seit rund zehn Jahren sorgt Marc

Thiemann an der Unternehmensspitze

dafür, dass die Österreicher

stets auf Erfolgskurs bleiben.

DR. FRIEDERIKE DRIFTMANN-EGELHOF

Vorsitzende der Geschäftsführung, Peter Kölln

Die Verjüngerin

Sie repräsentiert die siebte Generation

des Unternehmens Peter Kölln

und hat die jungen Zielgruppen fest

im Blick: Für Dr. Friederike Driftmann-Egelhof

ist die Haferflocke

Functional- und Super-Food, das

stark macht. Ob als Sweet ChocStar-

Müsli, veganen Müsli-Varianten,

Trinkmahlzeit oder – ganz aktuell –

in Kombination mit Protein.

SABINE WEBER

Marketing Managerin Retail DACH & CE, McCain

Born to share

Wachstumsimpulse in einem TK-Sortiment sind

immer gefragt, McCain kann sie liefern. Mit

innovativen Schnittverfahren, neuen Würzungen

und Zubereitungskonzepten bleiben Klassiker wie

Pommes Frites, Wedges oder Kroketten immer up

to date. Für Marketing Managerin Sabine Weber

stehen aber auch gemäß der Dachmarken-Kampagne

„Born to share“ die Verzehrmomente verstärkt

im Fokus: Pommes und Co. stehen für gemeinsame

Genussmomente mit Familie und Freunden.

DR. HERMANN BÜHLBECKER

Inhaber, Lambertz-Gruppe

Wo Tradition zu Hause ist

Der umfangreich umgestaltete, neue Flagship-

Store der Lambertz-Gruppe am Markt der Printenstadt

Aachen, das 100-jährige Jubiläum von

Weiss Lebkuchen in Neu-Ulm – es sind nur einige

Event-Stationen, die das Jahr des Süßgebäckherstellers

geprägt haben. Immer dabei: Inhaber Dr.

Hermann Bühlbecker, der außerdem die Kunst beherrscht,

regional verwurzelte Traditionsmarken

nicht nur unter einem Dach zu vereinen, sondern

ihnen auch Modernität einzuhauchen.

OLIVER BARTELT

Global Head of Corporate Communications, DMK

Marke mit Werten

Heutzutage reicht es schon, Diversität auf einer

Käseverpackung abzubilden, um einen Shitstom

zu entfachen. Das musste Oliver Bartelt mit der

Marke Milram feststellen. Die schönen Motive

einer Sonderedition wurden wegen angeblicher

„Wokeness“ im Netz kritisiert. Milram aber blieb

standhaft und betonte Werte wie Toleranz, Diversität

und Weltoffenheit. Am Ende hat die Marke

gewonnen – an Respekt, an Fans und an medialer

Reichweite.

Fotos: Red Bull; Florian Ebener; Studio Röcken; DMK Deutsches Milchkontor GmbH; Jörg Brockstedt

32 Branche • RUNDSCHAU 11/25


PASCAL BIERI

Mitgründer, Planted

Angesagte Alternative

„Wir machen saftiges Fleisch aus Erbsen, Sonnenblumen

und Hafer unter Zugabe von Wasser und

Schweizer Rapsöl“ – heißt es seitens Planted. Die

Botschaft: Fleischersatz geht auch mit einer kurzen

Zutatenliste. Dass bei dem Hersteller von pflanzlichem

Fleisch derzeit alle Zeichen auf Wachstum

stehen, beweist dessen neue Produktionsstätte

in Memmingen/Süddeutschland. Die Anlage hat

im Juni dieses Jahres eröffnet und sei „Europas

modernste Produktionsstätte für biostrukturierte

Proteine.“ Neue Konsumenten erschließt sich das

von Pascal Bieri mitgegründete Unternehmen auch

durch Kooperationen, etwa mit der Düsseldorfer

Pommesmanufaktur Frittenwerk und der Restaurantkette

Hans im Glück.

ULRICH ZUENELLI

Executive Chairman, Loacker

In Feierstimmung

Das 100-jährige Jubiläum nutzt

Loacker, um neue Maßnahmen in

Sachen Nachhaltigkeit anzukündigen:

Der Südtiroler Waffelhersteller

wird zur Società Benefit; einer Gesellschaftsform,

in der Nachhaltigkeit,

Ethik und Transparenz in den

Statuten verankert ist. Ein weiterer

Festakt für Loacker-Chef Ulrich

Zuenelli ganz persönlich: Er ist der

Preisträger des ISM Awards 2025.

Fotos: Loacker; Planted Foods AG;

Starten Sie 2026 durch:

MIT THUNFISCH AUF

ÜBERHOLSPUR!

✔ Volle Proteinpower und Omega-3:

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63 % der Deutschen essen mindestens einmal

im Monat Thunfisch*

✔ Mehr Umsatz:

2,3x höherer Durchschnittsbon**

*MSC Thunfisch Bericht 2025

**Quelle: DE YouGov FMCG, Bruttostichprobe [30.000] Haushalte, FY 2024, 2,3x höherer Durchschnittsbon (Basis FMCG Trips mit

Deutsche See Thunfischkonserven (n=1.216) vs. alle FMCG Trips). Das Panel ist repräsentativ für alle Haushalte in Deutschland

mit haushaltsführenden Personen ab 16 Jahren, erfasst kontinuierlich und elektronisch die Einkäufe für den privaten Konsum

und weist diese gewichtet und hochgerechnet aus.


Branche

Marken und Macher des Jahres

ULRIKE DETMERS

Geschäftsführerin a.D., Mestemacher

Marken-Aufbauerin

Chapeau vor dem Lebenswerk der

Powerfrau Ulrike Detmers. Jung

heiratete sie in das ostwestfälische

Bäckereiunternehmen ein, studierte

Betriebswirtschaft, schuf gesellschaftlich

relevante Preise, machte

Mestemacher zu einer bedeutenden

Marke im Brotregal. Nun übernimmt

die RUF-Gruppe das Ruder beim Traditionsunternehmen,

Detmers tritt

ab von der LEH-Bühne. Beste Wünsche

für die Zukunft!

ARMIN REHBERG

CEO, SanLucar

Premium mit Weitblick

Die Idee entstand vor über 25 Jahren:

Eine einzigartige Obst- und Gemüsemarke

im schwierigen rohstoff-, herkunfts

-und preisorientierten Markt

zu etablieren. Das hat SanLucar

geschafft und eine ganze Kategorie

wesentlich verändert. Unter der Leitung

von Armin Rehberg mischt die

Marke die O&G-Abteilung auf, mit

viel Premium und einer wachsenden

Produktpalette.

34 Branche • RUNDSCHAU 11/25

OLIVER SCHOSS

European Marketing Director, European Pizza Group

Pizza in progress

Ein Klassiker aus der Tiefkühltruhe wird 40 Jahre

alt: 1985 lief die erste Original Wagner Steinofen-

Pizza vom Band. Heute umfasst die Markenpower

von Original Wagner eine Vielzahl weiterer Ranges

für verschiedene Generationen und Zielgruppen.

Die nächste Koop-Runde mit Football-Legende

Kansas City Chiefs in diesem Jahr ist ein Beispiel,

wie European Marketing Director Oliver Schoß mit

Original Wagner Pizza Trendaffinität zeigt. Auch

Snacks für den Airfryer treffen den Zeitgeist.

DAVID SUAREZ

CEO, Livekindly Collective

Pflanzen-Power

Vor über zehn Jahren wurde Like (damals LikeMeat)

als eines der Pioniere im Bereich pflanzlicher

Fleischersatz ins Leben gerufen. Das Livekindly

Collective hat die Marke 2020 übernommen und

sie seitdem erfolgreich weiterentwickelt – auch im

derzeit angespannten Umfeld. Zuletzt startete die

Marke, seit gut fünf Jahren die Nummer zwei im

Markt für Fleischersatz, in Düsseldorf das größte

vegane Stadion-Foodkonzept. Diese Konstanz dürfte

auch CEO David Suarez freuen.

DR. ANDREAS BROKEMPER

Sprecher der Geschäftsführung, Henkell Freixenet

Konsequent alternativ

Mit der Einführung von Fürst von Metternich

alkoholfrei bietet Henkell Freixenet nach Henkell,

Mionetto und Freixenet bereits die vierte große

Marke in einer Variante, die sich an eine wachsende

Zielgruppe richtet: Jene Konsumenten, die auf

Genuss ohne Alkohol setzen. Das Alternativsortiment

trägt bereits mit 6 Prozent zum Umsatz bei,

Tendenz steigend. Auch im Bereich Prosecco und

Crémant sieht Konzernchef Andreas Brokemper

insgesamt viel Wachstumspotenzial.

Fotos: Henkell Freixenet; Dirk Guldner, guldner.de; SanLucar Deutschland GmbH; Mestemacher GmbH; Livekindly Collective


KASPER VON BOCKUM

Mitglied der Geschäftsführung, Coppenrath & Wiese

Größere Brötchen

Vor 50 Jahren legte Coppenrath & Wiese den Grundstein

für sein TK-Tortensortiment. Neu-Geschäftsführer

Kasper von Bockum weiß: Neben Torten und

Kuchen haben es Shoppern TK-Brötchen angetan.

Mit den „Unsere Goldstücke“-Brötchen geht es nun

erstmals ins Bake-off-Geschäft.

PAUL VETTER

General Manager, Henkel Consumer Brands Germany

Back to the future

Power Brands mit Tradition, die immer wieder

innovativ auftreten – dafür ist Henkel bekannt.

Sichtbar wird dies auch an der aktuellen Werbekampagne

von Persil: Die „weiße Dame“ spaziert im

TV-Spot durch die Jahrzehnte und zeigt so die Kontinuität,

aber auch die Innovationskraft der Marke.

MIRJAM KNOBLOCH

Geschäftsführerin, Tinema

Fisch-Expertise

Der Spezialist für Räucherfisch- und

Meeresspezialitäten mit seinem

Produktportfolio um Krone Fisch,

Meine Lieblinge und Friedrichs

überzeugt auch 2025 mit spannenden

Neuprodukten. So wurde Friedrichs

beim German Brand Award

sogar doppelt ausgezeichnet – ein

Erfolg, zu dem auch Mirjam Knobloch,

Geschäftsführerin Vertrieb &

Marketing, beigetragen hat.

Fotos: Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Eva Tatje; Tinema; Henkel AG & Co. KGaA

Frische Ideen.

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Branche

MLF-Tagung

Text: Marcelo Crescenti

1

2

3

Nachdenkliche Töne

Steigende Preise, schwacher Konsum, Spannen unter Druck: Die MLF-Tagung in Wiesbaden bei

den Händlern Georg und Boßler spiegelte die derzeitige Unsicherheit der Branche wider. Doch

es gab auch mutmachende Ideen – und einen Blick in den KI-Zukunft.

Die fetten Jahre sind vorbei“ – auch

wenn sich MLF-Präsident Stefan Lenk

sofort korrigierte und lieber von Herausforderungen

sprach, setzte seine

Begrüßungsrede den Ton für die MLF-Tagung

Anfang Oktober in Wiesbaden an. Lenk sprach

von schwächelndem Konsum, steigenden

Rohstoffpreisen, Spannen und Premiumsortimenten,

die unter Druck stehen. Und doch:

Wenn jemand die multiplen Herausforderungen

bewältigen kann, dann die Kaufleute und

Familienunternehmen im LEH. „Wir wollen

die Bessermacher sein“, so Lenk.

Wie man es besser macht und der Krise

trotzt – das Thema zog sich wie ein roter Faden

durch die Veranstaltung der Top-Lebensmittelhändler

Deutschlands. Die Partnerschaft

mit den Kaufleuten ist laut Patrick Mogck,

Vorstand Edeka Südwest, der Schlüssel für

mehr Erfolg. Dabei hätten die Händler die

„maximale Freiheit“: „Wir sind Dienstleister,

nicht Regisseure“, sagte Mogck zur Rolle der

Zentrale. Und er warnte: „Der Erfolg ist unser

größter Feind, wenn er uns träge macht.“

Fotos: Reinhard Rosendahl

36 Branche • RUNDSCHAU 11/25


4

6

5 7

„Händler müssen sich mehr um den Beziehnugsaufbau

zum Kunden bemühen, nicht nur

um den Aufbau der Regale“, forderte Robert

Kecskes vom Marktforschungsinstitut YouGov

die Branche heraus. Viel diskutiert wurde in

Wiesbaden über die steigenden Promotionanteile.

„Promotions bringen Marken nichts

mehr, Innovation bringt sie voran“, so Kecskes.

Einkaufsagenten und Live Commerce

Godo Röben, Investor und Berater, brach abermals

eine Lanze für fleischlose Alternativen,

deren Umsatz im LEH derzeit stagnieren.

Der Trend sei unumkehrbar, verdeutlichte

er. Dr. Johannes Steegmann, CEO Eat Happy,

nahm das Publikum mit auf eine kulinarische

Trend-Reise und erklärte das Konzept des

Fresh Food-Spezialisten. Das Unternehmen

expandiert: Allein 2025 stellt Eat Happy 2.000

neue Mitarbeitende ein, so der Firmenchef.

Den rund 400 Teilnehmenden wurde das Beste

geboten, was Wiesbaden an Locations zum

Feiern hat: Empfangen wurde abends im

Schloss Henkell sowie im Kurhaus.

Was bringt die Zukunft? Die Händler hoffen

auf Impulse durch die Politik in Sachen Entbürokratisierung

und Ankurbelung der Wirtschaft,

setzen aber auch auf die eigene Stärke

als Lokalmatadore mit dem „Ohr ganz nah

am Kunden“, wie Stefan Lenk es formulierte.

Einen Blick in die Zukunft der künstlichen

Intelligenz gewährten Christian Au und Antje

König von retail.ai. Demnach gewinnen

Einkaufsassistenten für Kunden, aber auch

für Einkäufer im Handel an Bedeutung. Das

Jahresgespräch wird mit KI-Unterstützung

simuliert, und Avatare verkaufen Ware per

Live Commerce. Geschieht künftig also alles

automatisch? Vieles ändert sich. Doch vorerst

„bleibt der Mensch entscheidend“, sagt

Marktforscher Kecskes – und empfiehlt mehr

Wärme in der Kundenbeziehung. ☐

1 Moderator und MLF-Geschäftsführer Michael

Gerling (l.) mit den zwei gastbebenden Händlern

Ludwig Boßler (Mitte) und Uwe Georg.

2

3

4

5

6

Stefan Lenk, MLF-Präsident und Rewe-Aufsichtsratschef,

begrüßte die Teilnehmenden

mit einer nachdenklichen Rede.

Patrick Mogck, Vorstad Edeka Südwest, betonte

die Rolle der Zentrale als „Dienstleister

der Kaufleute“.

Beim MLF wird auch gefeiert – diesmal im

Wiesbadener Kurhaus (Foto) und im Schloss

Henkell.

Investor und Berater Godo Röben blickte in die

Zukunft der fleischlosen Ernährung.

Unter die Lupe genommen: Die Marktbesichtigungen

führten zu je zwei Märkten von Uwe

Georg und Ludwig Boßler.

7 Antje König von retail.ai erklärte die künftige

Bedeutung von virtuellen Einkaufsassistenten

für Kunden, aber auch für Einkäufer im Handel.

www.rundschau.de

37


15

Prozent

beträgt der Anteil von Obst

und Gemüse am Umsatz im neuen Rewe-Markt

im Westfield, im Hamburger Überseequartier.

25

Meter

lang ist die Frischetheke, an der

Fleischsommelier Matthias Cranz mit dem Team

Feinkost, Käse, Fisch, Wurst und Cuts anbietet.

Optlatz.

Food-Oase

mitten im Sturm

△ Ob mit Bar-Eventlocation im Brauereistil oder

Kaffeerösterei: Jens Piclums Rewe-Markt im

Hamburger Überseequartier muss im Einkaufszentrum

Westfield viel bieten.

Als herausragenden Flagshipstore bezeichnet Rewe Nord den Markt von

Jens Piclum im gigantischen Westfield Einkaufszentrum im südlichen

Hamburger Überseequartier. An den Details wird noch gefeilt.

Unglaubliche lange neun Jahre hat es gedauert,

bis nach dem ersten Kontakt der Rewe mit dem

Investor Jens Piclums der Rewe-Markt im neuen

Westfield-Einkaufszentrum in der Hafencity im

April 2025 eröffnet wurde. Dazwischen lagen so viele Aufs

und Abs, dass man vor dem Durchhaltevermögen aller

Beteiligten nur den Hut ziehen kann. Das Ergebnis ist ein

gigantischer Markt, der noch Herausforderungen bietet.

Bau mit Hindernissen

Die Historie des Projekts liest sich wie eine Geschichte

von Pleiten, Pech und Opfern. Nachdem Hamburgs Bür-

germeister 2005 den Plan zur Neugestaltung

des südlichen Überseequartiers vorgestellt

hatte, gab es „neun Jahre Ödnis“, wie der NDR

berichtete. Ein neuer Investor übernahm,

Unibail Rodamco Westfield (URW), Betreiber

von Einkaufszentren auch im Ruhrgebiet. 2019

erfolgte die Grundsteinlegung für etwas ganz

Großes: Eine Fläche von zehn Fußballfeldern,

rund 419.000 Quadratmeter, umfasst das Areal.

Die Grundfläche von 67.000 Quadratmetern

wurde überbaut mit rund 600 Wohnungen,

Büros, Hotels, einem Einkaufszentrum mit

170 Geschäften und 40 gastronomischen Betrieben.

Dazu Kino, Kultur, und vor der Tür

tatsächlich ein Kreuzfahrtterminal.

Die Elbe vor dem Haus machte den Bauplatz

anspruchsvoll. Bis zu 2.000 Arbeiter waren

38 Branche • RUNDSCHAU 11/25


Store-Check

Rewe Piclum, Hamburg im Westfield

Text: Martina Kausch

△ Herzstück des Markts ist die 25 Meter lange Frischetheke. Fisch, Käse, Feinkost, Wurst und Fleisch werden hier präsentiert, Fleischsommelier Matthias Cranz sorgt für

außergewöhnliche Cuts. Gleich davor ist die gekühlte SB-Ware der Sortimente zu haben.

zeitweise beschäftigt, und tatsächlich säumten

Katastrophen den Weg zur Fertigstellung. 2023

brannte es zunächst, man sah die Rauchwolken

weit über die Stadt ziehen. Im Sommer

stürzten sechs albanische Bauarbeiter acht

Stockwerke tief in den Tod, ein Gerüst im

Fahrstuhlschacht war eingebrochen. Weil die

Baukosten stiegen, verkaufte Investor URW

mehrere deutsche Shoppingcenter. Zweimal

wurde die Eröffnung verschoben. Nicht im

April 2024, nicht im Oktober 2024, sondern

Dieser Markt repräsentiert

für uns im Norden einen

herausragenden Flagshipstore.

im April 2025 startete der Betrieb mit einer

monströsen Eröffnungsfeier. Bis dahin waren

die Gesamtkosten inklusive Entschädigungszahlungen

von rund 1,6 auf rund 2,4 Milliarden

Euro gestiegen, und zahlreiche Shopbetreiber

zweifelten ensthaft am Projekt. Viele Gerichtsprozesse

laufen noch.

Jens Piclums Mammutaufgabe

Mitten im Sturm: Jens Piclum. Seit 28 Jahren

im Lebensmittelhandel tätig, seit 25 Jahren bei

Sascha Stille

Leiter Expansion, Rewe Nord

Rewe und zuletzt Marktmanager des Rewe-

Markts im älteren Elbe-Einkaufscenter, wagte

mit Rewe den Schritt in die Selbstständigkeit.

Ausgerechnet im Westfield in der Hafencity.

Doch immerhin ist der Standort etwas ganz

Besonderes.

Im Untergeschoss des Westfield gelegen,

ist der Markt über den direkten Zugang zur

U4-Bahnstation Überseequartier gut zu erreichen

– und der Weg von der U-Bahn auch

gut ausgeschildert. Piclums Markt fungiert als

Nahversorger für die Anwohner in hunderten

hochpreisiger Wohnungen, Berufstätige aus

den zahlreichen Büros und Gäste der rund

1.000 Hotelzimmer im Überseequartier. Und

auch die Kreuzfahrttouristen sollen auf dem

Weg aus dem Schiff zu Rewe finden.

„Genau das richtige“ sei es für Rewe, an dem

„außergewöhnlichen Standort einen Markt

der Spitzenklasse“ zu eröffnen, fomuliert es

Sascha Stille, Leiter Expansion der Rewe Nord:

„Dieser Markt repräsentiert für uns einen

herausragenden Flagshipstore.“

www.rundschau.de

39


9

INTERVIEW

Store-Check

Rewe Piclum, Hamburg im Westfield

Jens Piclum

Rewe-Kaufmann

Worauf legen Sie als Rewe-Kaufmann

an diesem besonderen Standort besonderen

Wert?

Für mich gehört zu einem besonderen

Standort wie dem Überseequartier auch

ein besonderes Sortiment, das das gewisse

Etwas ausmacht und über das

Standardsortiment hinausgeht. Hinzu

kommt natürlich der Service durch unsere

gut ausgebildeten Mitarbeitenden.

Wie hat sich das Sortiment seit der

Eröffnung verändert? Was läuft gut,

wo und was wird ergänzt?

Unser Getränkesortiment haben wir

deutlich erweitert, und auch das Angebot

unserer Salatbar und To Go-Produkte.

Zum Beispiel haben wir seit Kurzem

eine heiße Theke, an der wir warme

Speisen wie Frikadellen oder Fleischkäsebrötchen

anbieten.

Was sind die Herausforderungen an

einem so spektakulären Ort?

Das Quartier ist erst ein halbes Jahr alt

und muss sich daher noch etablieren.

Wichtig ist uns aber, schnell auf Kundenwünsche

zu reagieren, damit sie gerne

wiederkommen. Personaltechnisch ist

der Standort ein Glücksgriff, denn wer

arbeitet nicht gerne an der Elbe? Dementsprechend

attraktiv ist der Markt für

Mitarbeitende.

△ Prachtvoll in Optik und Angebot: Die Obst- und Gemüseabteilung, die gleich hinter dem Haupteingang zum

Start des Kundenlaufs platziert ist. Dahinter die gekühlte Convenience.

Die Erwartungen an den Standort sind

also hoch. Die Architektur soll maritimen

Markthallenstil zeigen, auf anthrazitfarbenen

Böden werden die Wände von grauer und roter

Klinkeroptik geprägt. Die goldene Schrift auf

den Sortimentsschildern schafft Wertigkeit,

aber ausgerechnet in der Wein- und Spirituosenabteilung

hängen über den Regalen sehr

einfache, ungestaltete, orangefarbene Schilder

mit weißer Schrift, auf denen lediglich Ländernamen

in drei Sprachen (neben Deutsch und

Englisch auch in Spanisch) stehen.

Kaffeerösterei und Bar

Besonderheiten sind die 25 Meter lange Theke

mit Fisch, Käse, Feinkost, Wurst und Fleisch

– und die Beratung von Fleischsommelier

Matthias Cranz. Es gibt eine Kaffeerösterei mit

vielen Spezialitäten und eine Bar im Brauereistil

mit Eventzone.

Was soll man den Kunden im Markt bieten,

bei einem gastronomischen Angebot der

Superlative im Westfield? Jens Piclum setzt

auf Wissensvermittlung: Fischkochkurse,

Steak-Workshops und Wein-Tastings sind im

Angebot. Auf Instagram wird auf die Termine

▽ Innerhalb weniger Minuten kann der Kunde

Getränke auf die richtige Temperatur bringen.

Fotos: Rewe Nord; RUNDSCHAU/ Kausch

40 Branche • RUNDSCHAU 11/25


D

www.rundschau.de

Mehr aktuelle Store-Checks sowie mehr Bilder

vom Rewe-Markt von Jens Piclum finden Sie

auf der Homepage der RUNDSCHAU.

_

MARKT-

DATEN

△ Direkt neben der Rolltreppe befindet sich einer

der beiden Markteingänge.

hingewiesen, im Markt fehlen noch entsprechende

Informationen.

Einige Fragen bleiben, allerdings. Der Markt

hat zwei Eingangsbereiche, in einem unterstreichen

in der schmucken Obst- und Gemüseabteilung

teilweise Körbe auf halbhohen

Regalen mit Maueroptik den edlen Eindruck.

Betritt man den Markt auf der anderen Seite,

begrüßen dagegen Riesenschütten mit Chips

und ungekühlten Fertiggerichten den Kunden.

Das Flair des Besonderen stellt sich hier einfach

nicht ein. Und auch die Kartons für die

Ware in den Regalen sind teilweise lieblos

aufgerissen.

Anspruch und Realität müssen also stellenweise

noch zusammenfinden, bis man über die

Kassenzone mit zwölf Self-Scanning-Checkouts

und fünf klassischen Bandkassen den

Renommee-Rewe verlässt.

Rewe Jans Piclum,

Überseequartier Hamburg

> Adresse: Überseeboulevard 7,

20457 Hamburg

> Öffnungszeiten: Montag bis

Samstag 7 bis 23 Uhr

> Verkaufsfläche: 2.870 m2

> Zahl der Mitarbeitenden: 65-70

> Zahl der Produkte: Rund 20.000

> Zahl der Bioprodukte: Rund 2.500

> Zahl der Parkplätze: 2.500 im

Quartier, E-Ladestationen und

Fahrradparkplätze

> Besonderheiten: Kaffeerösterei

mit 16 Sitzplätzen als Eventfläche


Award

Deutschlands bestes Presseregal

Text: Sibylle Menzel; Lisa Levy

Der Erfolg liest mit

Deutschlands beste Presseregale im LEH und in Tankstellen sind ausgezeichnet. Mit dem Award würdigt die

RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel mit dem Fachmagazin tankstelle und Partnern die Arbeit an einem

Sortiment, das nach wie vor umsatzstark als Anziehungspunkt für Kunden fungiert. Die Sieger beweisen es.

Es ist für mich jedes Jahr wieder erstaunlich,

wie ungebrochen das Interesse an

unserem Wettbewerb ist“, resümiert

Jurymitglied Frank Nolte, Süddeutsche

Zeitungszentrale, über die nahezu konstante

Zahl an Bewerbungen. Fünf Sieger sind in

diesem Jahr aus knapp 80 Einreichungen hervorgegangen,

bewertet von einer achtköpfigen

Fachjury aus der Pressevertriebs- und Verlagsbranche.

Das Niveau der Investitionen in neue,

moderne Presseregale ist nach Beobachtung

von Frank Nolte immens hoch: „Das zeigt,

dass Presse für den Lebensmitteleinzelhandel,

Supermärkte wie Großformen des LEH nach

wie vor einen extrem hohen Stellenwert hat.“

Ausgezeichnet im Einsatz

Leben haucht den Regalen im LEH und der

Tankstelle motivierte Arbeit ein: „Ein Qualitätsfaktor

sind die für die Presseabteilung verantwortlichen

Mitarbeiter, die eine sehr hohe

Affinität zu Printprodukten haben und die

Regale entsprechend pflegen und bewirtschaften“,

lobt Axel Muß, 4Press, das Engagement.

Presse verdient Aufmerksamkeit, der Award

macht dafür die Bühne frei. Elmar Mathews,

GVPG: „Die prämierten Händler sind Vorbilder

und tragen zu einer positiven Wahrnehmung

unseres Sortimentes im Einzelhandel bei.

Umso wichtiger, dass wir dies mit einer Auszeichnung

wertschätzen und für die Branchenöffentlichkeit

in den Fokus rücken.“ ☐

Fotos: stock.adobe.com/Autorenname; RUNDSCHAU

Eine Initiative von:

Mit freundlicher Unterstützung

42 Award • RUNDSCHAU 11/25


Award

Deutschlands bestes Presseregal

Klasse für sich

Stylische Regale mit Shop-in-Shop-Charakter und der Anmutung einer

Fachhandlung – in Berlin gibt es eine Presseabteilung der Extraklasse.

Scan me!

Edeka Siemensstraße in Berlin siegt

in der Kategorie Supermarkt. Eindrucksvolle

Bilder im Sieger-Video.

▽ Das Edeka-Team um Nadine Friebe

(2.v.l.) mit Axel Muß, Frank Bohrisch

und Thorsten Schneider, 4Press, (v.l.).

Hier wird der Einkauf von

Presseerzeugnissen zum

Erlebnis: Edeka Siemensstraße

in Berlin Lankwitz

präsentiert seinen Kunden

eine eigens gestaltete Presse-

Oase, die rustikale Geflechtoptik

an den Wänden mit moderner,

leichter Stahlkonstruktion für

die Regale geschickt verbindet.

Ein mittig gesetzter Block mit

Presseartikeln, so umsichtig

gepflegt wie die Wandregale, verstärkt

den Eindruck: In diesem

Edeka-Markt steht Presse nahezu

in Fachhandelsqualität im Fokus.

Die warme Ausleuchtung des Regals,

das beschriftet jeden zur

richtigen Objektgruppe leitet,

verstärkt die tolle Atmosphäre

bei diesem Angebot. ☐

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Award

Deutschlands bestes Presseregal

▽ Axel Muß (4Press) gratuliert dem E-Center-Stiegler-

Team Sven Stiegler und Christian Jeck (v.r.).

Zwei Settings

Das E-Center Stiegler in Mutterstadt hat es doppelt drauf: In der

Vorkassenzone wie im Markt wird Presse in Eigenregie geführt.

Zwei Positionen, ein Sieg – das

E-Center Stiegler in Mutterstadt

lässt sich keine Chance entgehen.

Die Jury war entsprechend beeindruckt

von dem Konzept, das auf einer

kleinen, feinen Pressezone im Markt sowie

einer gut sortierten Presseecke in Nähe des

selbst betriebenen Lotto-Shops beruht.

Die aufmerksame Gestaltung und Führung

haben die Regale gemeinsam. Außerdem

sind beide Anlaufstellen von individuellem

Touch geprägt, was die extrem erfolgreich

arbeitenden Regale zusätzlich auszeichnet:

Im Markt weist ein attraktives Top-

Schild den Weg zu Zeitschriften und Co.;

Titel für Frauen dominieren die Auslage.

Im Bereich der Vorkassenzone: „Ebbes

zum Lese“ ist weithin sichtbar und führt

nicht nur Pfälzer Kunden zielsicher zum

Eckregal mit weiteren Presseerzeugnissen.

Top gepflegt, umsatzkräftig und eigene

Akzente: Das sind Siegerqualitäten. ☐

Scan me!

E-Center Stiegler in Mutterstadt

gewinnt in der Kategorie SB-Warenhaus

klein. Insights im Sieger-Video.

△ Presse gibt es in der Vorkassenzone (o.) sowie im Markt

in der Lesefundgrube mit schönem Top-Schild (u.).

Scan me!

Marktkauf Cottbus hat in der Kategorie

SB-Warenhaus groß gewonnen.

Mehr Bilder gibt es im Sieger-Video.

▽ Katja Stensel (M.) und Ulrike Brandstätter

(2.v.r.) stehen für ihre Arbeit am

Presseregal im Mittelpunkt.

Auf hohem Niveau

Hinter einem prämierten Presseregal steckt auch unermüdlicher Einsatz.

Für das Team im Marktkauf in Cottbus hat Presse einen hohen Stellenwert.

Frontal in der Vorkassenzone

platziert, ist das

Presseregal im Marktkauf

(Edeka) in Cottbus nicht

zu übersehen. Dass Kunden es

auch aufsuchen, liegt allerdings

an vielen Faktoren: Das engagierte

Team hilft bei Anliegen

fachkundig weiter, besonders

macht sein Einsatz für Ordnung

und Struktur das Regal zum Anziehungspunkt.

Schließlich sind

auch die besten Voraussetzungen

für ein Gewinnerregal gegeben,

zugleich wichtige Kriterien für

die Jurybewertung: Das Regal

ist dank zusätzlich beleuchteter

Objektgruppenbeleuchtung

angenehm ausgeleuchtet, Toptitel-Finder

sind zur Orientierung

perfekt eingesetzt.

On top für die eiligen Kunden:

Tageszeitungen liegen nicht nur

im Regal in durchgängig geordnetem

Zustand, sie sind auch als

Zweitplatzierung im Getränkemarkt

gepflegt griffbereit. ☐

Fotos: stock.adobe.com/Autorenname; RUNDSCHAU; tankstelle

44 Award • RUNDSCHAU 11/25


Award

Deutschlands bestes Presseregal

Nah am Kunden

Bei Edeka Dürr in Tauberbischofsheim erwartet Shopper ein umsichtig

geführtes Regal – in überaus einladender Atmosphäre.

Scan me!

Impressionen vom Siegerregal Edeka

Dürr in der Kategorie Verbrauchermarkt

gibt es im Sieger-Video.

▽ Gratulation: Markus Medritzky (NPV), Edeka-Team

Florian Dürr, Julia Bechtoldt, Maximilian Dürr,

Linda Fischer sowie Andre Geiger (NPV) (v.l.).

Ein Tisch, zwei samtbezogene

Sessel, gegenüber ein

Tool, mit dem sich Kinder

die Zeit vertreiben können:

Das Presseregal bei Edeka

Dürr lädt jeden dazu ein, sich

entspannt für die Lektüre zu entscheiden.

Ganz besonders sind

aber Familien willkommen, berichtet

Julia Bechtoldt aus dem

Edeka-Dürr-Team. Sie wissen in

einer kleinen Stöber-Auszeit ihre

Kleinen beschäftigt. Es ist nicht

die einzige Besonderheit, die dieses

Regal auszeichnet. Denn von

Kunden wie vom zuständigen

Grossisten NPV gibt es kontinuierlich

Lob für das gepflegte,

top strukturierte Presseregal.

Seine Umsatzstärke verdankt das

Regal auch einer perfekten Segmentierung,

die bei der Orientierung

durch die bemerkenswerte

Vielfalt an Presseerzeugnissen

hilft. Gratulation an Edeka Dürr

für sein lohnenswertes Engagement

am Regal.

Scan me!

Inspirierende Eindrücke von der

Gewinner-Tankstelle in Großbottwar

präsentiert das Sieger-Video.

▽ Lisa Levy, Chefredakteurin der tankstelle,

überreicht den Preis an Alexander

Sprenger, Chef der Meister GmbH.

Frequenzbringer

Die Esso-Tankstelle Meister zeigt mit schön beleuchtetem, umfangreichem

Pressesortiment und professionellem Regalmanagement eine Topleistung.

Die Esso-Tankstelle Meister

in Großbottwar zeigt, wie

der stationäre Presseverkauf

auch im digitalen

Zeitalter erfolgreich funktioniert:

durch Sortimentsvielfalt,

strukturierte Präsentation und

konsequente Pflege. Die Strategie

zahlt sich aus: Der Presseumsatz

entwickelt sich kontinuierlich

positiv; 2024 schloss mit 17 Prozent

Plus im Vergleich zum Vorjahr

ab. Somit sieht Alexander

Sprenger, Geschäftsführer der

Meister GmbH, Presse als wichtigen

Frequenzbringer an.

Auch für die Jury gab das breite

Spektrum an Pressetiteln

im mehrschichtigen Regal den

Ausschlag; außerdem erleichtert

die klare Kategorisierung

mit beschrifteten Fächern die

Kundenorientierung erheblich.

Ergänzend setzt die Station auf

Displays mit Sonderaktionen

und saisonalen Highlights in der

Zweitplatzierung.

Eine Initiative von:

Mit freundlicher Unterstützung

www.rundschau.de

45


Sortiment

Dry January & Veganuary

Text: Silke Detlefsen

Gesundheitsmonat Januar

Viele Kunden beginnen das Jahr mit guten Vorsätzen. Sie nehmen sich etwa vor, mehr Sport zu treiben, stärker auf

alkoholische Getränke zu verzichten oder weniger Fleisch zu sich zu nehmen. Da kommen die Kampagnen „Dry

January“ und „Veganuary“ genau passend. Für den LEH lohnt esw sich, die Themen im Markt aufzugreifen.

Nach der Weihnachtsschlemmerei und

dem Neujahrskater setzen viele Shopper

mittlerweile auf den „Dry January“,

den trockenen Januar: ein Motto,

das in Großbritannien 2014 usprünglich als

Gesundheitskampagne initiert wurde. Heute

geht es nicht immer darum, 31 Tage völlig

abstinent auf Alkohol zu verzichten. Der erste

Monat des Jahres wird gerne dafür genutzt,

den entsprechenden Konsum zumindest zu

reduzieren, und stattdessen auf auf Low-Alcohol-Angebote

umzusteigen oder Alternativen

zu entdecken, die einen – dann vielleicht

sogar das ganze Jahr über – gelegentlich ohne

Alkohol stil- und geschmackvoll genießen

lassen. Das bietet dem Handel zweifellos jede

Menge Potenzial, die Ware in den Fokus zu

rücken und mit Tipps zu punkten.

Sehen und schmecken, was es gibt

„Die alkoholfreien Varianten der verschiedenen

Weine, Sekte und Spirituosen sind schon

seit zwei Jahren ein großes Thema bei mir“,

sagt Edeka-Kaufmann Andreas Behrens, der in

Karlsruhe und Umgebung fünf Märkte führt.

Er hat sein entsprechendes Sortiment gezielt

erweitert und bietet nun etwa eine facettenreiche

Auswahl an alkoholfreien Weinen an.

Das Thema spielt er zwar permanent am Regal:

„Aber wir werden es im Januar und Februar

in Sonderaufbauten explizit aufgreifen und

umfangreich darstellen. Damit der Kunde

einfach auch sehen kann, wie groß unser

Sortiment ist.“

In Behrens größtem Markt gibt es auf der

Fläche immer einen Bereich, der thematisch

oder saisonal bestückt und gestaltet wird. Im

Januar wird er dort die Themen alkoholfreie

Alternativen, Bioware und Gesundheit in

den Mittelpunkt rücken. „Das ist dann unser

großes Motto!“ Das umfasst auch die vegane

Ernährung, die durch die „Veganuary“-Kam-

46 Sortiment • RUNDSCHAU 11/25


a

3 FRAGEN

pagne verstärkt ins Verbraucherbewusstein

gebracht wird. Laut Veganuary hat der Motto-

Monat 2025 mehr als 25 Millionen Menschen

weltweit dazu inspiriert, eine „mitfühlendere“,

fleischlose Ernährungsweise auszuprobieren.

Aktive Kampagnen wurden in 20 Ländern

rund um den Globus umgesetzt.

Wir gehen davon aus, dass der Trend

zu gesünderer Ernährung weiter zunimmt.

Stichwort: Longevity.

Frank Ebrecht

Geschäftsführer, Edeka Niemerszein

Spürbare Veränderungen

Laut Statistischem Bundesamt sanken die

Fleischverkäufe im Januar 2024 um 12,5 Prozent,

im Januar 2023 um 14,3 Prozent im Vergleich

zum jeweiligen Vorjahresdurchschnitt.

Mehr als 1.480 neue vegane Produkte und

Gerichte kamen 2025 gemäß des Kampagnen-

Abschlussberichts weltweit zum Veganuary

auf den Markt; in Deutschland waren es mehr

als 740. Alle großen deutschen Handelsketten

erweiterten ihr pflanzliches Sortiment und

warben im Januar mit darauf abgestimmten

Angeboten. Und auch in der Gastronomie hat

man vielfältig darauf reagiert. Die Deutsche

Bahn beispielsweise lockte in ihren Bordrestaurants

zum Jahresbeginn u.a. mit Bageln

mit Bacon aus Steckrüben. Ikea vergrößerte

das vegane Angebot in seinen Schwedenrestaurants/-bistros

etwa um Plant-Nuggets

und offerierte im Januar mit „Viskfilét“ ein

pflanzliches Lachsfilet mit Couscous. Ferrero

brachte mit Nutella Plant-Based und einer

Limited Edition von Hanuta zwei pflanzliche

Alternativen ikonischer Produkte auf den

Markt. The Vegetarian Butcher nutzte die

Gelegenheit dafür, sein komplettes Sortiment

im deutschen Einzelhandel auf rein pflanzlich

unmzustellen. Für den Veganuary 2026

hat Ritter Sport – zum zehnjährigen Jubiläum

seiner veganen Tafelschokoladen – beispielsweise

bereits die neue vegane Sorte „Tropical

Coconut“ mit fruchtigen Kokosraspeln angekündigt.

Die Schokoladenmasse enthält

eine spezielle Mischung aus Mandelprotein

und Haselnusspaste, die mit echter Vanille

verfeinert ist. Für Zuwachs im Kühlregal wird

Like zum Jahresstart mit seinen „ProteinBites

Roasted Onion“ sorgen, die einen Protein-

Boost mit Umami-Flair versprechen. Und das

sind nur einige Beispiele für die vielfältigen

Innovationen, die anlässlich der Kampagne

gelauncht wurden und aktuell werden.

Behrens setzt im veganen und vegetarischen

Bereich, in dem sich das Sortiment

permament vergrößert, gerne auf „Aufklärung

durch Probieren“, wie er es nennt. Also: auf

Verkostungen im Markt. Schließlich kann

man den Kunden kaum direkter ansprechen

und gewinnen, als ihn die Ware vor Ort selbst

testen zu lassen, im gemeinsamen Dialog

Zusatzinformationen bieten und ihn unmittelbar

über die eigenen Geschmacksknospen

zu überzeugen.

Die Qual der Wahl

Aufgrund der zunehmenden Produktfülle

müsste Behrens seine Kühlflächen für vegane

und vegetarische Ware eigentlich erweitern.

Aber schließlich hat auch er nicht unbegrenzt

Raum: „Es ist schade, dass ich nicht mehr Platz

entwickeln kann. Daher bleibt der Bereich

des Trockensortiments letztlich begrenzt.“

Marco Düver

Edeka Düver,

Salzhausen

Wie lassen sich die Kunden im Januar

gut auf alkoholfreie oder vegane Produkte

aufmerksam machen?

Wir können viel selber anstoßen: Empfehlungen

aussprechen, Rezeptanregungen

auslegen oder mit Zweitplatzierungen

arbeiten. Wichtig sind zudem Verkostungen.

Das bieten wir regelmäßig mit

unseren Regionalpartnern an, damit die

Kunden sehen, riechen und schmecken

können. Ich würde mir wünschen, dass die

Industrie in dieser Hinsicht mehr Unterstützung

bietet.

Was ist aus Ihrer Sicht bei der Auswahl

alkoholfreier Varianten wichtig?

Von allen Produkten, die wir in eine Zweitplatzierung

aufnehmen, müssen wir überzeugt

sein und voll dahinterstehen. Das

setzt voraus, dass man die Ware dann

auch schon einmal selbst probiert hat.

Bei allem, was wir importieren oder von

Winzern beziehen, schmecken wir vorher

rein, ob es ins Sortiment passt. Es geht

auch darum auszuschließen, dass man

womöglich bereits etwas Vergleichbares

im Portfolio hat.

Welche Produkte bieten im Januar

noch gutes Potenzial?

Ich finde, dass Gemüseaufstriche eine

feine Sache sind. Nicht zu vergessen sind

(funktionale) Riegel und Snacks, die Gesundheit

signalisieren. Außerdem wird

zu (Protein-)Trinkmahlzeiten gegriffen.

www.rundschau.de

47


9

INTERVIEW

Andreas Behrens

Edeka „Familie

Behrens“,

Karlsruhe

Wie kann man sich anlässlich des

„Veganuary“ und „Dry January“ von

anderen Märkten abheben?

Mit einer persönlichen Kundenansprache

und mit versierten Informationen

durch das Personal. Es gilt, geschultes

Personal zu haben und die Mitarbeitenden

auch nur für ein Thema abzustellen,

ob es jetzt um Verkostungen oder

Informationen geht. Wir veranstalten

auch Schlemmerabende. Da werden

die Bereiche gesunde Ernährung und

vegan/vegetarisch auch immer wieder

gespielt. Einen Warenaufbau besser zu

machen als ein Kollege – das versucht

man natürlich immer. Es ist aber nicht

das primäre Ziel.

Was ist in der Vorbereitung wichtig,

wenn es um Aktionen, Zweitplatzierungen

und Aufbauten geht?

Den Platz berücksichtigen und den

Standort im Markt planen, damit dieser

zum Termin auch wirklich frei ist.

Zudem geht es darum, das Personal

dafür zur Verfügung zu stellen und den

zeitlichen Rahmen und Ablauf genau

zu definieren. Die gewählten Produkte

müssen thematisch zueinander passen.

Und wie kann man im Januar dann angemessen

auf die vielen Neuheiten reagieren

– Artikel, von denen der Verbraucher

vielleicht auch in den verschiedenen Medien

liest und hört? „Das ist eben unser großes

Problem“, so Behrens. Um das Sortiment im

Regal stetig erweitern zu können, wird die

Anzahl der Facings geringer. Letztlich gilt

es, hart nach Abverkaufszahlen zu arbeiten:

„Wir müssen immer wieder die Renner- und

Pennerlisten nutzen, um ausreichend Platz

für Neuzugänge zu schaffen.“

Zielgruppe Flexitarier

Durch die Promotion der Produkte, die sich

für eine vegane bzw. vegetarische Ernährung

eignen, lassen sich, so Behrens, zweifellos Zuwächse

in den Umsätzen erzielen, egal ob man

beispielsweise auf Handzettel, Verkostungen

oder Sonderaufbauten setzt. Einen besonders

außergewöhnlichen Gesamt-Peak kann er im

Januar im Vergleich zu den anderen Monaten

allerdings tatsächlich eher nicht feststellen.

„Alkoholfrei und vegan/vegetarisch – das ist

ein allgemeiner Trend. Es handelt sich hierbei

generell um einige der wenigen Wachstumsmärkte.

Bio und nachhaltig, das sind immer

noch große Themen, die wir auch pushen.

Aber die veganen und vegetarischen Ersatzprodukte

– da ist ein stetiges Wachstum zu

erkennen.“ Davon lässt es sich also über alle

Monate profitieren. Und es sind bei ihm in

den Märkten wohl auch vor allem die Flexitarier,

die zugreifen. „Wir sprechen ja nicht

nur Vegetarier und Veganer an, sondern die

Kunden allgemein. Die Flexitarier sind da mit

Sicherheit eine interessante Kundengruppe,

die man auch immer wieder zu diesen Produkten

leiten kann.“ Dass er mit den Aktivitäten

im Januar komplett neue Zielgruppen oder

Kunden ereicht, glaubt Behrens eher nicht.

Marco Düver, Chef von Edeka Düver in

Salzhausen, eine 5.000-Einwohner-Gemeinde

südlich von Hamburg, erzählt, dass die

Situation bei ihm eher ländlich geprägt ist:

„Ich erlebe das hier so, dass die Kunden gerne

frisch kochen. Vegan steht bei ihnen gar nicht

so stark im Fokus. Es geht bei unseren Aktivitäten

also eher um die Flexitarier, die gerne

mal variieren und im Markt viel Wert auf frisches

Obst und Gemüse sowie entsprechende

Covenience legen.“ Das bildet im Januar zwar

einen Schwerpunkt, wird aber auch während

des gesamten Jahres über die vorgesehenen

Platzierungen und Kühlflächen bedient. „Es

ist jetzt nicht so, dass wir den Lagerbestand

▽ Kunden freuen sich im Januar über Tipps zu nährstoffreichen Smoothies, alkoholfreien Cocktails oder

anderen angesagten In-Getränken, die einen Kick für die Gesundheit und neue Energie versprechen.

Was umfasst für Sie eine gute persönliche

Ansprache?

Die klassischen Dinge, die man schon

vor 20 Jahren gemacht hat: dem Kunden

gegenüber aufmerksam sein, schauen,

ob er etwas sucht, oder mit Know-how

beraten und helfen können.

Fotos: stock.adobe.com/Autorenname; Unternehmen

48 Sortiment • RUNDSCHAU 11/25


Sortiment

Dry January & Veganuary

Fotos: stock.adobe.com/Pyc Assaut, Q Stock; Edeka Behrens; Edeka Düver

50%

weniger Alkohol

wurde in etwa im Januar 2024 im

deutschen Lebensmitteleinzelhandel

im Vergleich zum Vormonat

gekauft. Es wurden auch nur halb

so viele Süßigkeiten wie Schokolade

oder Kekse gewählt.

Quelle: Statistisches Bundesamt

für vegane Ware im Januar zwingend erhöhen

müssten.“ Düvers Erfahrung ist, dass seine

Kunden zum Jahresstart eher mal auf etwas

verzichten und ein klein wenig bewusster

leben möchten. Daher ist seine Salatbar dann

ein beliebte Anlaufstelle. „Die ist ein Schwerpunkt

bei uns im Geschäft. Und das meiste

dafür wird auch immer noch von uns selbst

frisch zubereitet.“

Die Freude an guter Ernährung

Gesunde Speisen und gute Weine sind für

Düver, der auch ausgebildeter Sommelier ist,

mehr als ein Beruf: „Das ist für mich Hobby

und Leidenschaft. Und ich versuche, meinen

Kunden tagtäglich zu vermitteln, wie sich

beides miteinander verbinden lässt.“ Er weiß,

dass es Spaß macht, gemeinsam mit Freunden

zu kochen, zusammen neue, der Gesundheit

zuträgliche Gerichte auszuprobieren und

mit einem passenden Getränk zu genießen.

Diese Freude und Experimentierlust möchte

er durch eine fundierte Beratung, etwa im

Rahmen des Wochenendeinkaufs, auch seinen

Kunden vermitteln, die im Januar bei ihm

häufig nach Alkoholfreiem verlangen. Die

Produktauswahl für die Händler ist auch in

diesem Bereich aktuell riesig und weiter auf

Zuwachs. Die Sektkellerei Henkell & Co. etwa

hat für November den „Fürst von Metternich

Riesling Alkoholfrei“ als Neuzugang angekündigt.

Oder wie wäre es mit dem neuen

„Oriental Déjà-Vu Alkoholfrei“, ein Aperitif,

der seinem alkoholischen Pendant mit einer

Kombination aus würzigen und fernöstlichen

Noten geschmacklich in nichts nachstehen

möchte, um nur einige neue Optionen aus

der Vielfalt herauszugreifen?

Mit Empfehlungen punkten

„Wir müssen uns als Händler auf eine Auswahl

an alkoholfreien Artikeln beschränken.

Aber es ist ein schöner Trend. Und es gibt auch

viele gute Produkte, die wir gerne fokussieren,

feiern und für Zweitplatzierungen auswählen“,

so Düver. Keine Frage, dass seine Weinabteilung

das ganze Jahr über zum Stöbern einlädt

und der Kunde dort alkoholfreie Ware vom

Preiseinstieg bis zum edlen Tropfen findet.

Aber im Januar wird dieses Portfolio eben

nochmals gezielt hervorgehoben. „Wir haben

bei uns viele Weinfässer stehen, die sich in

der Impulszone und im Kundenlauf finden.

Da pushen wir die Produkte, die wir empfehlen

möchten und von denen wir besonders

überzeugt sind, dann nochmals gesondert.“

Düver freut sich darüber, dass sich bei

den Spritz-Varianten beispielsweise gerade

sehr viel tut: „Da kommen im Moment richtig

tolle Sachen auf den Markt, die viel Spaß

machen, einen überzeugenden Geschmack

haben und sich gut für Cocktail eignen.“ Eine

gute Beratung – für ihn auch eine Frage der

Ehre: „Wenn der Kunde wieder in den Markt

kommt und mich freudestrahlend dafür lobt,

dass ich ihm einen so guten alkoholfreien

Wein empfohlen habe, der exzellent zum

vorgeschlagenen Gericht gepasst hat, dann

motiviert das natürlich stark.“

Vom Wunsch nach langer Fitness

Und wie schaut es im Januar bei Edeka Niemerszein

in seinen verschiedenen Märkten

in Hamburg aus? „Aktuell sind keine besonderen

Aktivitäten auf der Fläche geplant“,

berichtet Geschäftsführer Frank Ebrecht.

Dennoch beobachtet man im ersten Monat

des Jahres auch dort ein verändertes Kaufverhalten

der Kunden: „ Sehr stark vor allem

in der Kategorie alkoholische Getränke. Der

Trend zu alkoholfreien Getränken nimmt

permanent zu und erreicht im Januar stets

einen Höhepunkt. Wir haben daher das Sorti-

Frühzeitig vorbereiten

Wie Marken und Handel vom Veganuary

2026 profitieren können,

darüber informiert das Business

Support Toolkit 2026, das man sich

auf der Veganuary-Internetseite

runterladen kann. Für den PoS wird

hier empfohlen, vegane Produkte

eindeutig zu kennzeichnen und dafür

mit Aufstellern oder Regalwobblern

zu arbeiten, damit Interessierte

gar nicht erst lange suchen müssen.

Auch Preisschilder mit Veganuary-

Logo erleichtern den Einkauf.

Viele Kunden sind heutzutage gut informiert

und fragen gezielt nach Inhaltsstoffen/Zutaten

neuer veganer

Produke. Es gilt also, sein eigenes

Wissen rechtzeitig auf den aktuellen

Stand zu bringen.

Und: Rechtzeitig genügend Vorrat an

Produkten ordern, die im Januar gefragt

und schnell abverkauft sind.

ment in den letzten Jahren deutlich angepasst

und bieten viele, mittlerweile auch qualitativ

hochwertige alkoholfreie Alternativen an.“ In

den größeren Abteilungen werden diese dann

im Block platziert. Zudem setzt man auf Verkostungen,

die teilweise durch Lieferanten

unterstützt werden. „Die Kunden sprechen

uns gerade in den Weinabteilungen gezielt

auf Empfehlungen an. Vor allem die, die erste

Erfahrungen sammeln.“

Insgesamt geht Ebrecht davon aus, dass

der Trend zu gesünderer Ernährung – Stichwort

Longevity – weiter zunimmt. Schließlich

haben immer mehr Menschen den Wunsch,

lange fit und gesund zu bleiben. Das daraus

erwachsende Potenzial sollte man sich als

Händler wohl insbesondere auch im Januar

keinesfalls entgehen lassen.


Sortiment

OTC/Nahrungsergänzung

Text: Silke Detlefsen

Gesundheit aus dem Regal

Der Jahresanfang ist ein guter Aufhänger, sich wieder einmal intensiver mit dem Sortiment an OTC-Produkten und

Nahrungsergänzungsmitteln zu beschäftigen. Ein Portfolio, zu dem der Shopper im LEH gerne zunehmend greift.

Wenn Andreas Behrens (Edeka

„Familie Behrens“) sich in seinen

Märkten auf den „Gesundheitsmonat

Januar“ vorbereitet, spart

er OTC-Produkte zur Selbstmedikation und

Nahrungsergänzungsmittel keinesfalls aus.

Vitaminpräparate, Mineralstoffe und andere

Waren, mit denen man Gesundheitsvorsorge

betreiben und der Grippewelle gegensteuern

kann, kommen dann mit auf seinen Themenaufbau.

„Die Selbstoptimierung der Gesellschaft

trägt dazu bei, dass diese Produkte

immer mehr gefragt werden“, sagt er. Bis vor

fünf Jahren war die entsprechende Fläche

dafür bei ihm noch recht klein. Mittlerweile

stellt er hierfür vier Regalmeter zur Verfügung.

Welches Produkt er wann zusätzlich

mit Zweitplatzierungen in den Fokus rückt?

Dabei hilft ihm auch ein Blick auf die Auswertungen

seines Warenwirtschaftssystems.

Und wenn die Verbraucher sich im März und

April wieder stärker mit dem Thema „Körperformung“

und „Schlanke Linie“ beschäftigen,

greift er die dazu passenden Produkte heraus.

Viel Potenzial für die Zukunft

Diese für den LEH positive Entwicklung

nimmt auch Gesa Oetken, Geschäftsführerin

der Inkoop Verbrauchermärkte in Delmenhorst,

wahr. Sie betreibt zwölf Edeka-Märkte

und sagte bei einer Podiumsdiskussion auf

der MLF-Tagung in Wiesbaden: „OTC wächst

bei uns. Wir haben in manchen Märkten mit

einem Regalmeter angefangen, jetzt sind wir

bei mindestens zwei, drei Meter. Ich denke,

es besteht eine Chance für die Zukunft, wenn

mehr Produkte freiverkäuflich werden – so,

dass wir ein Stück vom Apothekengeschäft

bekommen können.“

Dass sich das OTC-Geschäft von der Apotheke

in andere Kanäle verschiebt, ist bereits

seit einigen Jahren anhaltender Trend: „Die

Apotheke vor Ort verliert Marktanteile in

Umsatz und Absatz, vor allem an den Massenmarkt“,

sagt Dr. Kai Bergner, Director

50 Sortiment • RUNDSCHAU 11/25


Wir stellen dem Handel Ihre Neuheiten vor. Schicken Sie

Ihre Top Süßwaren und Top Salzige Snacks ins Rennen!

Anmeldeschluss: 5. Januar 2026

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Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter:


_

INFO

Gute Anlaufstelle LEH

Laut der POSpulse-Shopper-Studie

„Apotheke, OTC & Nahrungsergänzungsmittel

2025“ kaufen 66,8 Prozent

der befragten Shopperinnen (57,8 %

der Käufer) rezeptfreie Arzneimittel

gelegentlich auch in Supermärkten,

Discountern und Drogeriemärkten.

57,1 Prozent der Frauen (49,4 % der

Männer) nehmen Nahrungsergänzugsmittel

zu sich. 38,8 Prozent der

Männer kaufen diese im Supermarkt

(14,6 % der Frauen). Bei den Frauen

geben 35,3 Prozent an, diese spontan

zu kaufen (Männer: 48,8 %).

Gemäß einer repräsentativen Befragung

von WindStar Medical sind

Drogeriemärkte der beliebteste Einkaufsort

für OTC-Shopper (68 %),

gefolgt von der Apotheke (42 %).

Allerdings sehen nur 16 Prozent die

Apotheke in Zukunft als erste Anlaufstelle

für rezeptfreie Gesundheitsprodukte.

2021 haben die OTC-Shopper

durchschnittlich 5,4 Gesundheitsprodukte

pro Jahr gekauft, aktuell sind

es 10,1. Die Top 3-Produkte: Vitamine

& Mineralstoffe, Erkältungsprodukte

und Wundtherapeutika.

Consumer Health, YouGov Shopper: „Die

Ursachen sind vielschichtig. Die Preistransparenz

und -sicherheit gewinnen für die

OTC-Shopper zunehmend an Relevanz. Hier

punktet der Massenmarkt mit geringeren

Preisen, Aktionen und starken Eigenmarken.“

Beim Kauf in der Apotheke vor Ort dagegen

könne der OTC-Shopper den finalen Preis

meistens vorab nicht einsehen und müsse

insgesamt von höheren Preisen ausgehen.

Zudem gehe die Loyalität zu dieser Einkaufsstätte

zurück: Lag die Bedarfsdeckungsrate

für die Apotheke 2022 noch bei 59 Prozent,

ist der Wert aktuell auf 50 Prozent gesunken:

„Gleichzeitig steigt die Bedarfsdeckung über

den Massenmarkt.“

Höhere Ausgaben pro Shopper

Der Markt für Selbstmedikation und Nahrungsergänzungsmittel

konnte im LEH laut

Fabian Braumüller, Senior Consultant YouGov

Shopper, erneut deutliche Umsatzzuwächse

verzeichnen. „Besonders die Drogeriemärkte

stechen als Wachstumstreiber hervor – sie

vereinen über 70 Prozent des Wertanteils im

LEH. Das Plus kommt dabei nicht nur durch

neue Käufer, sondern auch durch steigende

Ausgaben pro Shopper.“ Denn der Handel

intensiviere seine Aktivitäten rund um das

Thema Gesundheit und verfolge zunehmend

ganzheitliche Ansätze. „So bietet etwa dm in

ausgewählten Filialen Gesundheitsservices

wie Haut- und Blutanalysen an und plant den

Einstieg in den Apothekenmarkt mit einer

eigenen Online-Apotheke.“

Dabei verteilt sich das aktuelle OTC-Wachstum

(MAT Juni 2025 vs. 2024), so Braumüller,

breit über die einzelnen Teilmärkte. In allen

bedeutenden Segmenten lassen sich zweistellige

Umsatzdynamiken verzeichnen, also

etwa bei „Vitaminen/Mineralstoffen“, „Magen/

Verdauung“, „Erkältung“, „Haut/Haare/Nägel“,

„Rheuma/Muskeln“, „Beruhigung/Nerven“,

„Kreislauf/Cholesterin“ oder auch „Blase/

Niere/Prostata“. „Besonders dynamisch entwickeln

sich die Top-3-Kategorien: ‚Vitamine

& Mineralstoffe‘, ‚Magen & Verdauung‘ sowie

‚Erkältung‘. Ein Submarkt im Bereich ‚Beruhigung/Schlafen‘

sticht dabei besonders

hervor: Produkte mit dem Wirkstoff Melatonin

verzeichnen im Massenmarkt eine überdurchschnittlich

hohe Wachstumsrate.“

Deutliche Zuwächse gibt es in allen Altersgruppen,

auch in den Gruppen 45 bis 59 Jahre

und 60+. „Das ist doch überraschend“, so

Bergner. Das bedeutet für den Handel, dass

die Kundenansprache und Warenpräsentation

auch für ältere Käuferschaften attraktiv

gehalten werden müssen. Durch fundierte

Kenntnisse der Bedürfnisse der OTC-Shopper

könne der LEH schnell und konsequent ein

attraktives Angebot bereitstellen: „Niederschwellig,

preisattraktiv und nutzenstiftend.

Health matters – Gesundheit zählt.“ ☐

KNEIPP

Die Kneipp Melatonin intensiv 3,0 mg

Mini-Kapseln enthalten das Schlafhormon

Melatonin. Ein Teil (Melotime) wird

zeitverzögert freigesetzt (Depot-Phase).

Enthält zudem Melissenblätter-Extrakt.

ABTEI

Abtei Immun Komplex unterstützt das

Immunsystem bei Erwachsenen mit 22

Vitaminen und Mineralien – passend in

Zeiten von Stress, Müdigkeit oder erhöhtem

Bedarf. In Dragee-Form.

DOPPELHERZ

Die Abwehr aktiv Brausetabletten

Zink+Selen+Vitamin C+B12+D3 fördern

die normale Funktion des Immunsystems.

Zink und Selen helfen, vor oxidativem

Stress der Zellen zu schützen.

NATURE LOVE

Vitamin B6, Zink, Chrom und Cholin unterstützen

beim Stoffwechsel Komplex

den Stoffwechsel und einen normalen

Blutzuckerspiegel – mit Grüntee-, Cayenne-

und Knoblauch-Extrakten.

Fotos: stock.adobe.com/Катерина Євтехова

52 Sortiment • RUNDSCHAU 11/25


DEUTSCHER

FRUCHT

PREIS

SO MELDEN SIE IHRE ABTEILUNG ZUM WETTBEWERB

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www.rundschau/Wettbewerbe ein.

• Reichen Sie bitte mindestens zehn aussagekräftige Fotos

ein, gerne auch eine Präsentation, Videoclip, weiteres Material.

Alles digital hochladen oder per Wetransfer senden.

• Anmelden können Sie Ihren Markt ab sofort bis zum

12. Februar 2026.

• Die Jury achtet auf: Sortimentsbreite, -tiefe, Aktualität,

Präsentation, Warenkunde, Beschriftung, Beratung,

Mitarbeiterengagement, PoS-Marketing, eigene Ideen,

Kreativität

Unterstützt von:

SO PROFITIERT IHR MARKT VON DER TEILNAHME

• Der Wettbewerb motiviert Mitarbeiter, gemeinsam

auf den Sieg hinzuarbeiten.

• Teilnehmer erhalten ein Coaching in Form einer

individuellen Beurteilung.

• Die Sieger sind Vorzeigeabteilungen

für die Branche und setzen

Maßstäbe.

• Alle Gewinner erhalten einen Imageclip

für ihre Marketingzwecke.

• Die Auszeichnung stärkt das

Image und das Vertrauen der

Kunden.

• Gewinner berichten über signifikante

Umsatzsteigerungen.

Mehr Informationen und den

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Sortiment

Filmabend

Text: Sibylle Menzel

Offerte fürs Heimkino

Netflix, YouTube und Co.: Mit dem Vormarsch von Streaming-Diensten entstehen etliche Film- und Serien-Highlights

in Folge, die der Food- und Beverage-Branche zugleich immer neue Werbe- und Kooperationsmöglichkeiten liefern.

Laut dem Digitalverband Bitkom liegt bei den Deutschen die Nutzung von klassischem TV und Streaming mit

86 bzw. 87 Prozent übrigens in diesem Jahr erstmals gleichauf. Ob passend zu einem speziellen Movie-Hit oder für

einen spontanen Kinoabend zu Hause promoted, bieten sich gerade in der Herbst- und Winterzeit auch für den

Handel Möglichkeiten, Umsatz zu generieren: Film ab für Produkt-Bundles und Ideen am PoS.

Classy

Snacks

Die Klassiker für Filmfans:

Popcorn (z. B. von Chio,

KoRo); Nüsse (z. B. von

Seeberger/Abb., Farmerʼs

Snack), Chips (z. B. von

Lorenz), Nachos und

Fruchtgummi.

54 Sortiment • RUNDSCHAU 11/25

Herzhaft

bis süß

Knuspern beim Serienmarathon

mit Brot- und

Gebäcksnacks. DEH bietet

z.B. neu süße Hefeteigdreher

oder Steinofen-Rauten

in drei Sorten, darunter

Cheddar & Jalapeño.

Cosy

Moments

Kino ist ein Erlebnis, dafür

kann es zu Hause gemütlich

werden – mit heißem

Tee (z. B. Messmer), Kaba

Butterkeks oder den Golden-Chai-Latte-Varianten

von Krüger (Abb.).

Sober

Movie

Alkoholfreies ist trendy:

Passend zum Filmangebot

ist etwa Bio Hell

von Lammsbräu (Abb.).

Ein weiterer Filmpartner

heißt z. B. Déjà-Vu Tonic

Spritz Alkoholfrei.

Fotos: stock.adobe.com/Novcicrelax, Thomas Söllner, Tanicsean, MergeIdea; Unternehmen


Special

Editions

... sind perfekte Anlässe

für Filmevents am PoS:

Aktuell z. B. Disney Frozen

(Leibniz/Abb.), Wednesday

(Original Wagner) oder

Stranger Things (Kuchenmeister).

Werbe-

Plattorm

Ernährung und Kochen –

das sind die Top-Themen,

für die sich die Deutschen

laut einer Studie des Tech-

Unternehmens Magnite

bei werbefinanziertem

Streaming interessieren.

Fingerfood

Gefüllte Sticks, Onion-

Rings (z.B. P!ckerds),

Pizza-Snacks, Nuggets

oder ein praktischer Mix

(Frostkrone/Abb.) eignen

sich ideal als Happen für

den Filmabend.

Next Level

Auch digitale Spielwelten

liefern Potenziale. Zur

Markenkommunikation

und -bindung setzt etwa

Loacker (Abb.) mit dem

„Tortina Run Game“-Update

auf die Gaming-Kultur.

25-21361_MoevenpickCH_PrintAd_Rundschau_demi-page_23cm0 x 15cm0_X3.pdf 1 20.10.25 16:24

Viele Neuheiten,

ein Versprechen: Bester Geschmack!

Mit unserer Geschmacksvielfalt zum Umsatzplus.

Mehr Infos:

93%

Markenbekanntheit*

1,8 Mrd.

Bruttokontakte

72 Mio.

Impressionen

*Brandmeyer Markentracking 2025

www.rundschau.de

55


Verbandsinfo

HDE

Strukturreformen angemahnt

MITTELSTAND Der Mittelstand in Deutschland steckt in einer

hartnäckigen konjunkturellen und strukturellen Krise. Die unberechenbare

Handelspolitik der Vereinigten Staaten sowie die

geopolitisch angespannte Lage belasten die Wirtschaft spürbar.

Trotz einzelner Lichtblicke, wie die erhöhten Investitionen in die

Infrastruktur und der Investitionsbooster, bleibt die wirtschaftliche

Situation anhaltend schwach. Mit dem aktuellen Mittelstandsmonitor

zieht die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand (AG Mittelstand) – ein

Zusammenschluss von zehn führenden Wirtschaftsverbänden, dem

auch der HDE angehört – erneut eine ernüchternde Bilanz der poli-

tischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Die Gesamtlage

wird auf einer Skala von -3 (sehr schlecht) bis +3 (sehr gut) mit einem

Wert von -2 bewertet und damit ähnlich negativ wie im Vorjahr.

„Die Ergebnisse des Mittelstandsmonitors wertet die AG Mittelstand

als deutlichen Weckruf“, betont Marija Kolak, Präsidentin

des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken

und Raiffeisenbanken (BVR). „Der Mittelstand ist das Rückgrat

unserer Wirtschaft, und er braucht jetzt verlässliche Rahmenbedingungen,

damit Investitionen wirken können.“

www.einzelhandel.de

HDE fordert konsequente Strafverfolgung

LADENDIEBSTAHL Nachdem die Expertenkommission

des Bundesministeriums der

Justiz und für Verbraucherschutz zur Reform

der Strafprozessordnung Anfang Oktober ihre

Arbeit aufgenommen hat, mahnt der Handelsverband

Deutschland (HDE) zur zügigen

Schaffung von Rahmenbedingungen für eine

konsequente Strafverfolgung. Die Expertenkommission

wird Vorschläge zur Gewährleistung

einer effektiven Strafverfolgung erarbeiten.

Spätestens Ende 2026 soll ein Bericht mit den

Änderungsvorschlägen vorgelegt werden.

„Wenn Straftaten zügig sanktioniert werden,

stärkt dies das Vertrauen der Bürger in den

Rechtsstaat. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte

Zielsetzung einer effektiven Strafverfolgung

ist daher richtig und wichtig“, so HDE-Hauptgeschäftsführer

Stefan Genth. Auch wenn die

Beschleunigung der Strafverfahren zu Recht im

Mittelpunkt der Diskussion stehe, dürfe nicht

ignoriert werden, dass aktuell bestimmte Taten

in der Praxis wegen der Überlastung der Justiz

und anderer Schwerpunktsetzungen nicht oder

nur unzureichend verfolgt werden. Ein wichtiges

Beispiel hierfür sei der Ladendiebstahl. „Ladendiebe

verursachen einen jährlichen Schaden

von rund drei Milliarden Euro im Einzelhandel.

Trotzdem werden diese Delikte nur unzureichend

verfolgt“, so Genth. Ermittlungstätigkeit

finde in der Praxis nur selten statt. „Selbst

wenn der Täter mit Unterstützung des Händlers

identifiziert werden kann, werden die Strafverfahren

viel zu häufig eingestellt“, so Genth

weiter. Die heute von Staatsanwaltschaften und

Gerichten viel zu großzügig genutzten Möglichkeiten

zur Verfahrenseinstellung (§§ 153, 153

a Strafprozessordnung) konterkarierten in

der Praxis eine spürbare Sanktion der Täter.

Im Rahmen der anstehenden Überarbeitung

der Strafprozessordnung sollten laut HDE

die Möglichkeiten zur Verfahrenseinstellung

deutlich begrenzt werden. Dabei gehe es auch

darum, die Einstellung von Strafverfahren

durch Staatsanwaltschaften und Gerichten

aus „Effizienzgründen“ auszuschließen.

„Ladendiebstahl ist keine Bagatelle, wird aber

in Strafverfahren mitunter so behandelt“, so

Genth. Der Gesetzgeber solle die Gelegenheit

nutzen und dieser Praxis einen Riegel vorschieben.

„Seit langem ist der Staat gefordert,

nun muss die Bundesregierung endlich im

Rahmen der anstehenden Reform die richtigen

Rahmenbedingungen für eine nachdrückliche

Strafverfolgung setzen“, fordert Genth.

Verbraucherstimmung

verbessert sich leicht

Das ist der Trend für Oktober

96,10 97,35 97,73 97,64

96,52

95,97

KONSUM Nachdem sich die Verbraucherstimmung zuletzt

erstmals seit Beginn des Jahres spürbar eingetrübt hatte, sind

die Verbraucherinnen und Verbraucher im Oktober etwas optimistischer.

Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des

Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Demnach legt der

Index im Vergleich zum Vormonat geringfügig zu. Somit starten

die Verbraucher zwar zuversichtlicher in das letzte Quartal des

Jahres, doch ein klarer Stimmungsschub ist nicht zu erkennen.

www.einzelhandel.de/konsumbarometer

98,86 97,76 97,70 96,93 97,25 97,54 96,13 96,02

94,99 95,31 95,36

06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25 03/25 04/25

Quelle: HDE

05/25 06/25 07/25 08/25 09/25 10/25

Fotos: stock.adobe.com/Daniel, Vera

56 RUNDSCHAU 11/25


BESTE

GETRÄNKE-

HÄNDLER

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ein, gerne auch eine Präsentation, Videoclip, weiteres Material.

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15.11.2025.

• Die Jury achtet auf: Sortimentsbreite, -tiefe, Aktualität,

Präsentation, Warenkunde, Beschriftung, Beratung,

Mitarbeiterengagement, PoS-Marketing, eigene Ideen,

Kreativität

SO PROFITIERT IHR MARKT VON DER TEILNAHME

• Der Wettbewerb motiviert Mitarbeiter, gemeinsam

auf den Sieg hinzuarbeiten.

• Teilnehmer erhalten ein Coaching in

Form einer individuellen Beurteilung.

• Die Sieger sind Vorzeigeabteilungen

für die Branche und setzen

Maßstäbe.

• Alle Gewinner erhalten einen Imageclip

für ihre Marketingzwecke.

• Die Auszeichnung stärkt das

Image und das Vertrauen der

Kunden.

• Gewinner berichten über signifikante

Umsatzsteigerungen.

Unterstützt von:

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Sortiment

Tabak

Text: Gerhard Hörner

Starke Messe, starke Marken

Dortmund hat seine herausragende Stellung als Mekka der Tabakbranche mit der Ausrichtung der 45. Ausgabe der

InterTabac erneut untermauert. Mehr als 800 Aussteller präsentierten auf dem weltweit größten Branchen-Event

drei Tage lang ihre Produkte, darunter auch viele Neuheiten.

E-Zigaretten, Vapen, Heat-not-Burn,

Pouches? Im August 1978 konnten mit

solchen Begriffen weder die 78 Aussteller

noch die 1.750 Besucher etwas

anfangen, als die InterTabac Premiere in

Dortmund feierte. Ein Vergleich von damals

mit heute zeigt, wie rasant sich die Fachmesse

entwickelt hat. Von einer nationalen Veranstaltung

zum weltweit größten Branchen-Event.

Zur diesjährigen InterTabac kamen mehr

als 800 Aussteller aus knapp 70 Ländern –

darunter 300 Unternehmen aus dem Bereich

Next-Generation-Products, der immer mehr

an Bedeutung gewinnt.

Wie eh und je stark vertreten waren selbstverständlich

auch klassische Tabakwaren wie

Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Pfeifen

sowie Shishas. „Die unvergleichbare Vielfalt

und Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen

– das ist es, was die InterTabac

einzigartig und unersetzlich macht“, sagt

Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der

Westfalenhallen Unternehmensgruppe.

14.500 Gäste wurden an den Eingangstoren

gezählt. Folglich war an allen drei Tagen

in den elf Hallen entsprechend viel los. Allmählich

geraten die Veranstalter jedoch an

ihre Kapazitätsgrenze. Trotz einer Fläche

von mehr als 60.000 Quadratmetern. Das

liegt nicht nur an der Zahl der Aussteller,

sondern auch am erhöhten Platzbedarf mancher

Unternehmen. Beispielsweise hatte sich

Philip Morris in der Vergangenheit mit relativ

wenigen Quadratmetern begnügt. In diesem

Jahr trumpfte der Marktführer richtig auf. Mit

einem der schönsten Stände, fast doppelt so

groß wie früher, angelegt wie ein kleines Dorf

– und einem Wegweiser zu den vier Stationen

Marlboro-Office, Iqos-Boutique, Veev-Arena

und Zyn-Café. Wie bei Philip Morris interes-

sierten sich die meisten Besucher auch an den

anderen Ständen für neue Produkte.

Landewyck

Das Unternehmen sorgt 2025 für Furore. Kaum

waren die Feierlichkeiten zum 100-jährigen

Jubiläum beendet, verkündete Landewyck

Deutschland eine exklusive Vertriebspartnerschaft

mit Relx International, einem weltweit

führenden Hersteller von E-Zigaretten. „Das“,

sagt Stefan Morandini, Head of Marketing

für Deutschland, Österreich und Schweiz,

„eröffnet uns die Möglichkeit, auch in diesem

Segment etwas zu bewegen.“ Und mit der Kombi

aus wiederaufladbarem Gerät (Essential 2)

und vorbefüllten Real-Pods neue Maßstäbe zu

setzen. So wie in anderen Ländern, wo Landewyck

in Kooperation mit Relx E-Zigaretten

schon erfolgreich an den Start gebracht hat.

Das Device Essential 2 in drei Farbvarianten

58 Sortiment • RUNDSCHAU 11/25


_

INFO

Die InterTabac-Stars

Die Vielfalt und Bandbreite an Produkten

und Dienstleistungen – das ist es, was die

InterTabac einzigartig macht.

Sabine Loos

Hauptgeschäftsführerin, Westfalenhallen Unternehmensgruppe

Wie in jedem Jahr konnten die

Besucher der Messe über die interessantesten

Neuheiten der einzelnen

Kategorien abstimmen. Diese wurden

von der Tabak Zeitung als InterTabac-

Stars ausgezeichnet.

Zigarette: Esse (Hermann Hauser)

Feinschnitt: Rothfuchs Drehtabak

(Landewyck)

zeichnet sich durch hohe Qualität aus und

ist intuitiv nutzbar. Bestückt wird das Gerät

mit Relx-Pods Real, die im Duo-Pack in acht

Aromen erhältlich sind. „Ein weiterer Vorteil,

der für uns spricht, ist der starke Service.

Unabhängig ob es um Fragen, Retouren oder

Sonstiges geht, der Außendienst und das Key-

Account-Management von Landewyck sind

immer für den Handel da – mit Sicherheit

auch noch morgen.“ Mit dem Comeback der

Marke Rothfuchs, die Landewyck seit 1926

gehört, ist Morandini ebenfalls zufrieden.

„Besonders die etwas mildere Variante Blue

(30 g) kommt gut im Handel an. Ebenso wie

der Zip-Verschluss, um den Tabak frisch zu

halten.“ Die 2024 gelaunchte Marke Mademoiselle

werde ebenfalls stark nachgefragt. „Nicht

nur von Frauen. Deshalb haben wir bis kurz

vor Weihnachten die erste Limited Edition

einer Super-Slim-Zigarette in Deutschland

im Angebot.“ Neues gibt’s auch bei Elixyr: die

Red Clubbing Edition Zigarette (27 Stück) und

den Eimer (260 g) der Blue-Variante.

Philip Morris

Ob Liebhaber klassischer Zigaretten, passionierte

Dreher und Stopfer, Fans von Tabakerhitzern

oder Vaper – bei Philip Morris

Germany (PMG) werden Konsumenten von

Tabakwaren jeglicher Art bestens bedient.

Das gilt auch für das Superlow-Segment, das

bedingt durch steigende Lebenshaltungskosten

weiter wächst. Auf die Nachfrage nach

preisgünstigen Zigaretten hat PMG mit der

Marlboro Crafted in den Varianten Red und

Gold im neuen 7XL-Format (60 Zigaretten/

20 Euro) reagiert. „Umgerechnet auf die Originalpackung

mit 70 Stück sind das 6,67 Euro“,

sagt Beate Kunz (PR/Handelswerbung). „Damit

ist dieses Produkt das attraktivste Mitglied der

Marlboro-Crafted-Familie.“ Zudem sei es eine

ideale Ergänzung im Shop-Sortiment. „Mit

der Neuheit können unsere Handelspartner

preissensiblen Konsumenten ein starkes Konsumversprechen

bieten – ohne Kompromisse

bei Geschmack und Qualität“, betont Jeannette

Rohwer-Kahlmann, Director CC Germany.

Parallel dazu belebt PMG das Heat-not-Burn-

Segment. Mit der nächsten Generation von

Tabakerhitzern und den Neuheiten Iqos

Iluma i und Iqos Iluma i One. Beide Geräte

kombinieren Innovation mit Benutzerfreundlichkeit

– „und bieten erwachsenen Konsumenten

ein noch individuelleres, komfortableres

und technisch fortschrittlicheres Tabakerlebnis“.

Beispielsweise ist Iqos Iluma i mit einer

Vielzahl neuer Funktionen ausgestattet. Dazu

gehören u. a. ein Touchscreen mit intuitiver

Statusanzeige sowie ein Pausemodus. Damit

kann die Nutzung bis zu acht Minuten unterbrochen

und danach fortgesetzt werden.

Villiger

Auch wenn es meist nicht viel Platz gibt –

auf Zigarillos sollte kein Shop-Betreiber

verzichten. Fabian Steffen, Produktmanager

bei Villiger, nennt den Grund: „Inzwischen

ist die Tankstelle unser wichtigster Absatzkanal

in diesem Segment, sogar vor dem Facheinzelhandel.“

Besonders bei aromatisierten

Produkten. In diese Kategorie fällt auch die

Villiger-Neuheit Shots, die mit den Varianten

Bluetastic und Melicious seit Kurzem im Handel

ist. „Damit bieten wir unseren Kunden ein

intensives Geschmackserlebnis von höchster

Qualität in kompaktem Format.“ Die Länge

von nur 69 Millimetern eigne sich perfekt

als zeitgemäßer Short Smoke im Alltag

Shortfiller: Shots Melicious (Villiger)

Shortfiller: Coy 25 (CigarKings)

Heat-not-Burn: Iqos Iluma (Philip

Morris)

E-Zigarette: Vuse Ultra (BAT) und

DBX Vape Insert (Zippo)

Raucherbedarfsartikel: ProCell

Active Filter (Gizeh)

Alternative Produkte: Premium Pure

Pipe (OCB)

▽ Fruchtige neue Zigarillosorten stellte der

Hersteller Villiger an seinem Stand vor.

www.rundschau.de

59


Sortiment

Tabak

oder als Highlight bei einem besonderen

Anlass. „Wo auch immer – Villiger Shots

sind stets ein Erlebnis.“ Außerdem runde das

aromatisierte Mundstück den Geschmack ab

und mache jeden Zug zu einem außergewöhnlichen

Moment. Die Neuheit sei aber nicht

nur eine Freude für den Gaumen, sondern

setze auch klare Statements. „Für modernen,

urbanen Lifestyle, bei dem Genuss, Stil und

Individualität im Mittelpunkt stehen.“ Nach

dem Motto „kurzer Smoke, fruchtig langer

Vibe“. Die Geschmacksrichtungen der neuen

Shortfiller sind eher untypisch für Zigarillos,

dürften aber auch Vaper und Shisha-Raucher

ansprechen. Während die Variante Bluetastic

von einem intensiven, süßen Blaubeeraroma

geprägt ist, verspricht die Sorte Melicious

fruchtigen und erfrischenden Honigmelonengeschmack.

Das moderne Design der hochwertigen

Metalletuis (10 Stück) unterstreicht

den trendigen Charakter der Neuheit.

InnoCigs

Vor nicht allzu langer Zeit waren die Claims

im Segment E-Zigaretten klar abgesteckt: hier

die Hardware-Produzenten, dort die Hersteller

von Liquids. Das hat sich geändert. Mittlerweile

werden Liquids, die bei Konsumenten von

Einweg-E-Zigaretten sehr beliebt sind, auch

für offene Systeme angeboten. Diese Entwicklung

hat Marktführer Elfbar eingeleitet. Durch

seine Elfiq-Linie mit Nikotinsalz-Liquids, die

zu den Top-Sellern von InnoCigs gehört. Jetzt

△ Seit über 90 Jahren genießt die Feuerzeugmarke

Zippo weltweit einen hervorragenden Ruf.

hat der Großhändler fünf neue Sorten dieser

Reihe im Angebot: die exotischen Varianten

Pineapple Coconut und Coconut Blueberry,

die fruchtige Blackberry sowie die kühlen

Aromen Frozen Berries und Lemon Mint.

Erhältlich sind die NicSalts für nachfüllbare

Geräte in zwei Stärken (10 und 20 mg/ml). Auch

bei den beliebten Elfa-Pods gibt es Zuwachs

durch vier weitere Geschmacksrichtungen:

Cola & Orange, Dragon Fruit Blackberry

(fruchtig) sowie die tropischen Pineapple

Coconut und Pineapple Acai. Die Pods (zwei

Stück pro Packung) sind mit zwei Millilitern

Nikotinsalz vorbefüllt, die Stärke liegt bei

20 mg/ml. Neuigkeit Nummer drei betrifft das

Einwegsegment. Mit dem innovativen Modell

Elfbar 800, das als Nachfolgerprodukt der Elfbar

600 auf den Markt gekommen ist, können

Vaper künftig noch mehr Aromen genießen.

Neun vollkommen neue Tastes sind zu den

bereits etablierten Sorten hinzugekommen.

Zippo

Die Feuerzeugmarke genießt einen hervorragenden

Ruf. Seit über 90 Jahren. Weltweit.

Aufgrund der Qualität, Robustheit und lebenslangen

Garantie. Hinzu kommen die

vielen kreativen Motive und Varianten der

Gehäuse, die fast jedes Zippo-Feuerzeug zum

Unikat machen. Deshalb sind sie auch begehrte

Sammlerstücke und Kultobjekte. Nicht

nur bei Rauchern. Manche Käufer lassen ihr

Sturmfeuerzeug sogar mit eigenem Namen

oder Bild gravieren. Auch an Tankstellen hat

sich die Marke inzwischen fest etabliert – mit

Feuerzeugen, Sonnenbrillen und Accessoires.

Jetzt hat das Unternehmen ein komplementäres

Geschäftsfeld erschlossen – und mit

dem Vertrieb eines neuen Produkts des Geschäftspartners

DBX Labs begonnen, dem

DBX Vape Insert. „Der Vorteil dieses Teils

ist, dass es perfekt in jedes Gehäuse unserer

Zippos passt“, erklären Sales Director Christian

Wagner und David Galliker, Managing

Director. Selbstverständlich muss zuvor der

Einsatz des Feuerzeugs entnommen werden.

PHILIP MORRIS

Philip Morris bringt Iqos Iluma i auf den

Markt. Das Tabakerhitzersystem in

kupferfarbenem Design verfügt über

eine automatische Zugerkennung und

ist ab sofort erhältlich.

LANDEWYCK

Der Hersteller hat seine Super-Slim-

Zigarette Mademoiselle La Bleue als

Limited Edition mit fünf Packungsdesigns

im Portfolio. Die Motive zeigen

Pariser Wahrzeichen.

VILLIGER

Die Shots Bluetastic sind kleine Zigarillos

mit Filter in der handlichen Metalldose

(10 Stück). Die Zigarillos bieten ein

fruchtig-frisches Aroma und eignen sich

für kurze Rauchpausen.

ELFBAR

Sorten wie Elfbar Elfa Pods Cola &

Orange bieten spritzigen Geschmack in

Pod-Form. Elfliq Lemon Mint überzeugt

mit Zitrus-Minz-Kombi als Nikotinsalz-

Liquid. Erhältlich etwa über InnoCigs.

Fotos: Gerhard Hörner, Unternehmen

60 Sortiment • RUNDSCHAU 11/25


Markentrainer Tabak

Interessante Fakten und spannende Hintergrundinformationen

zum Thema Tabak finden Sie im

aktuellen fotfortrade Markentrainer „Tabak & Co.“.

TABAKWAREN UND CO.

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Tabak

& Co.

„Dann drückt der Nutzer einen DBX-Pod, den

er zuvor mit einem Liquid seiner Wahl befüllen

kann, in das Akkuträger-Insert. Und

schon kann die Vape-Experience beginnen.

So einfach geht’s!“ Die Inserts ermöglichen

bis zu 600 Züge pro Aufladung und verbinden

laut Firmenangaben Langlebigkeit und

Zuverlässigkeit mit modernster Technologie.

POS Tuning

Bei der InterTabac 2024 hatte das Familienunternehmen

erstmals den POS-T Udo Safe

vorgestellt. Inzwischen wurde die innovative

Lösung für Warenpräsentation und Diebstahlschutz

am PoS weiter optimiert. Jetzt ist der

Sicherheitsschrank, dessen Name auf Seniorchef

und Firmengründer Udo Voßhenrich

zurückgeht, komplett ausgereift. Und ein Verkaufsschlager.

„Die Nachfrage ist sehr groß“,

△ Der optimierte und diebstahlsichere Tabakwarenschrank

POS-T Udo Safe aus dem Hause

POS Tuning.

erzählt Maren Brettmeier, verantwortlich

für Marketing, Design und PR. Das Modell,

das es in mehreren Größen für verschiedene

Verpackungsarten (eckig, rund, schmal, breit)

gibt, kombiniert modernes Design mit intelligenter

Technik. Hinzu kommt die attraktive

Glasfront. In Verbindung mit der bewährten

elektronischen Vorschubtechnik werden die

Produkte perfekt in Szene gesetzt, um den

Umsatz anzukurbeln. „Die Tabakwaren sind

aber nicht nur permanent sicht- und verfügbar,

sondern auch absolut diebstahlsicher.“

Akustische und optische Signale sorgen für

Schutz vor Langfingern. Außerdem ermöglichen

Sensoren und LEDs dem Käufer eine

einfache Auswahl und Entnahme der Artikel

im Ausgabefach. Ähnlich leicht macht es Udo

Safe den Shop-Mitarbeitern: Glastür aufschließen,

Ware nachfüllen, verriegeln – fertig.☐

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rundschauleh

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Neue Produkte

November 2025

Roland

Knäckers mit Hafer und Reis oder Hafer

und Mais im handlichen Snackpack in

vier Portionspäcken à 35 g. Ideal für

Schule, Büro oder unterwegs. Ab Herbst

2025 erhältlich. UVP: k.A.

Nestlé

Eine neue Art der Pause: Ab Oktober

gibt es die beliebten KitKat-Riegel

in Tafelform. Cremige Füllung in den

drei Sorten Hazelnut, Double Chocolate

und Salted Caramel.

UVP: 2,29 Euro

Bertolli

Das Bratolivenöl, neu in der praktischen

Dosierflasche inkl. Anti-Tropf

Funktion, erleichtert die Dosierung

und ist der ideal Begleiter für die

Küche. Erhältlich ab Dezember.

UVP: 6,99 Euro

Neoh

Weihnachtlicher Genuss ganz

ohne zugesetzten Zucker: Die

limitierte Auflage des Adventskalenders

überrascht mit 24

Produkten. Ab Oktober im

Webshop erhältlich.

UVP: 39,90 Euro

Deli Reform

Zum Start der Backsaison

gibt es ab November von Deli

Reform Bachstreichfett vegan

und ohne Palmöl in der 450 g

Packung, ohne Konservieungsstoffe.

UVP: 1,99 Euro

Gustavo Gusto

Neues Pizza-Quartett im Tiefkühlregal mit der

neuen Range Amore Napoli in den Geschmackssorten

Mozzarella, Salame, Rucola und Diavola.

Ab sofort erhältlich.UVP: 3,79 Euro

Houdek

Ab November erweitert Houdek

sein Snacksortiment um

Knabber Kabanos to go in den

Sorten Klassik, Käse und Hähnchen.

Im praktischen Standbodenbeutel.

UVP: 1,99 Euro

Nordsee

Das Sortiment wurde erweitert

mit einem neuen Backfisch

im knusprigen Brezel-Mantel.

Das Alaska Seelachsfilet mit

Laugenbrezel-inspirierter Panade

ist ab sofort im Kühlregal

erhältlich. UVP: 3,49 Euro

62

RUNDSCHAU 11/25


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Ihr Produkt in der RUNDSCHAU

Infos und Bildmaterial zu Ihren Neuprodukten

schicken Sie gerne an: produkte@rundschau.de

Followfood

Neu im Convenience und TK-Regal:

Tuna Pockets (Abb.) in den Sorten

Kräuter-Knoblauch und Mediterrane

Kräuter sowie Airfryer Fish Bites

(Abb.) mit Seelachs und Kräuter-Zitrone

und Wildlachs Teriyaki. UVP: 5,49

Euro/2,99 Euro

Neues Prepack-Käsesortiment

DUG

Kartoffeldrink als Milchalternative als Barista

Unsweetended erhätlich - ohne Zucker

und perfekt zum Aufschäumen für Cappuccino,

Latte & Co. UVP: 2,49 Euro

Die Biomolkerei Söbbeke bringt vier Käsetheken-Bestseller

als Prepack in die Selbstbedienung – in gewohnter

Frische-Qualität für den besten Genuss.

BESCHREIBUNG Söbbeke aus dem Münsterland produziert seit

1988 hochwertige Bio-Produkte aus bester Weidemilch. Im Prepack

gibt es die Sorten Wilder Bernd, Grienkenschmied, Herzige Marie und

Altbierkäse. Das klare Design gibt schnelle Orientierung in der

Cabrio-Theke.

VERPACKUNGSEINHEIT

6 x 150 g je Sorte

Wiesenhof

Herzhaft-würzige Limited

Edition mit Geflügel-Bacon

und zartschmelzendem

Emmentaler in der

400 g Packung a 10 Stück.

UVP: 4,99 Euro

KONTAKT Weitere Infos unter

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IMPRESSUM

Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:

Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.

(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;

Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);

Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)

Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände

wieder. Die Redaktion ist nicht für die

Inhalte verantwortlich.

Neue Produkte

November 2025

Gegründet: 1929

Verlag: medialog GmbH & Co. KG

Am Bollgraben 1, 76534 Baden-Baden

Tel. 07225 60646-00

E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de

Geschäftsführer: Carsten Augsburger, Christian Schnücke

Verlagsleiterin: Maria Akhavan

Chefredakteur: Marcelo Crescenti (V.i.S.d.P.)

Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke

Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel,

Sabrina Reiter

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen, Gerhard

Hörner

Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design

Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic

Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna

Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock

Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark

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Johannisbeere.

UVP: 9,90 Euro

Anzeigendisposition: dispo@medialog.de

Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025

Abonnenten-Betreuung:

E-Mail: service@medialog.de

Titel: stock.adobe.com/Ayat (M)

Produktfotos: Hersteller

Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209

Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement

Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.

Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist

der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:

Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband

Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband

Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen

Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband

Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden

e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,

Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände

des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband

Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel

Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und

Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des

Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden

e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel

Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement

verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat

vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.

Druck: westermann DRUCK | pva

Georg-Westermann-Allee 66

38104 Braunschweig

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Indulgence Range mit vier Sorten:

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Crumble, Nougat Chocolate &

Hazelnut Biscuit Crip, White

Chocolate & Crème Brûlée Crunch

und Blonde Chocolate & Golden

Caramel. UVP: 2,99 Euro

Maggi

Mit der neuen Ravioli

Cheese-Variante Cheese

Style ergänzt das Unternehmen

seine Produktlinie

um eine vegetarische

Sorte. UVP: 2,99 Euro

Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige

Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch

nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht

für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.

Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material

wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene

und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte

liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.

IVWII/2025

Druckauflage:

60.121 Exemplare,

tatsächlich verbreitete

Auflage: 59.957 Exemplare


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Florian Klaus

>

Florian Klaus

ist Markenpsychologe bei K&A Brand Research. Er

wechselt sich hier mit Stephan Grünewald, Martin

Fassnacht und David Bosshart ab. ka-brandresearch.com

Text: Mirko Jeschke

Mehr Normalität schaffen

Die alkoholfreien Varianten könnten für die gebeutelte Spirituosenbranche ein Rettungsanker sein. Für Florian

Klaus ist die Kategorie bislang aber nur ein Strohfeuer. Der Markenpsychologe erklärt, worauf es jetzt ankommt.

Herr Klaus, es macht den Anschein, als würden

die Spirituosenhersteller mit den alkoholfreien

Varianten versuchen, die entsprechende

Entwicklung bei den Brauereien

nachzuahmen. Ist ein solcher

Ansatz erfolgversprechend?

Tatsächlich kann die Idee, sinkende

Absatzvolumina im alkoholischen

Bereich durch alkoholfreie Alternativen

bzw. Substitute zu ersetzen,

durchaus sinnvoll sein. Aus meiner

Sicht sind dem aber enge Grenzen

gesetzt, wie man das bereits im Biersegment

beobachten konnte. Zudem

hat es dort Jahrzehnte gedauert, bis

die Produkte die gewünschte Akzeptanz

bei den Konsumenten erreicht haben.

Woran hat das gelegen?

Die Brauereien haben es über lange Zeit versäumt,

ihre alkoholfreien bzw. -reduzierten

Produkte positiv aufzuladen. In der Wahrnehmung

der Konsumenten standen sie, gerade in

der Anfangszeit vor 40 bis 50 Jahren, vor allem für

Verzicht. Auch der Geschmack war aufgrund der fehlenden technologischen

Entwicklung für viele keineswegs überzeugend. Die spannende

Frage wird sein, inwieweit es die Spirituosenbranche schafft,

für ihre neuen, oftmals unbekannten Produkte eine Alltagsrelevanz

zu erzeugen. Noch ist die Kategeorie lediglich ein Strohfeuer.

Was muss also passieren?

Wichtig ist: Der Erstkontakt mit dem Produkt darf nicht schiefgehen.

Hier sind wir technologisch allerdings schon auf einem anderen

Level. Zudem bietet die Vielfalt im Spirituosensegment deutlich

mehr Möglichkeiten als etwa im relativ überschaubaren Biersegment.

Gerade einzelne Kategorien wie Gin oder Liköre, die von ihrem

Wesen her eher auch von Aromen leben, haben größere Chancen,

ihren klassischen Originalen im Erlebnis nahezukommen und sich

damit letztlich auch an deren Markterfolg anzulehnen. Varianten

mit Whisky, Wodka oder Rum dürften es deutlich schwerer haben.

Florian Klaus

Director Brand Psychology

bei K&A Brand Research in Nürnberg

Welche Konsumentengruppen lassen sich am

ehesten für die Alkoholfreien begeistern?

Natürlich sind ältere Verbraucher mit einem

über Jahrzehnte antrainierten Konsumverhalten

in der Regel schwerer anzusprechen.

Daher wird es wohl in erster

Linie jüngere Generationen im urbanen

Umfeld betreffen. Zudem könnte

die weibliche Zielgruppe hier einen

deutlich höheren Stellenwert als

bisher einnehmen, da sie sich verstärkt

für Themen wie Gesundheit,

Wellness, Achtsamkeit und bewusster

Konsum interessiert und dadurch

ein entsprechendes Potenzial birgt.

Stichwort Gesundheit: sicherlich auch

für die Älteren ein relevantes Thema ...

Das ist richtig, deshalb sehe ich mit Blick auf

diese Gruppe ebenfalls Chancen. Auch hier sollten

die Frauen und deren Konsumanlässe klar adressiert

werden. Denken Sie etwa an eine Geburtstagsfeier

oder eine Gartenparty, auf der man seine Gäste mit

einem alkoholfreien Cocktail o. ä. überraschen kann.

Ganz konkret gefragt: Wie können Hersteller und der LEH die Entwicklung

dieser noch jungen Kategorie am besten unterstützen?

Sie sollten das Thema gemeinsam angehen und um jeden Preis den

Eindruck eines Defizits vermeiden – schließlich handelt es sich nicht

um eine schamhafte Ersatzkategorie. Bislang stehen die alkoholfreien

Varianten oft neben dem Original. Das führt beim Shopper psychologisch

zur Unterscheidung zwischen einem bekannten Produkt, das

Spaß macht, und dem neuen, das möglicherweise die spaßbefreite

Alternative ist. Würden Budgets keine Rolle spielen, wäre es natürlich

wünschenswert, das zu verhindern und mit einem klaren Category-

Management-Konzept eigenständig aufzutreten. Am Ende muss es

gelingen, Normalität herzustellen, positive Benefits zu kreieren und

Vielfalt sowie Lebensfreude zu zeigen. Erreicht werden kann das,

indem man die Konsumenten stärker an die Hand nimmt, etwa mit

mehr warenkundlichen Infos, Rezepten und Tastings am PoS. ☐

Foto: Privat

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FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 11/25


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ANMELDESCHLUSS: 18. 02.2026

Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter:


Brezel trifft Backfisch – die NORDSEE Erfolgsstory geht weiter:

FISCH AUFGEBREZELT!

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1) Quelle: Circana, Gekühlte Fischfeinkost ohne Sushi, Lachs & Frisch Fisch, LEH Total, SKU-Umsatz Ranking, FY 2024

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