02.11.2025 Aufrufe

Wildbrücke News #10 (2025) – Feldhamster, Wildkatzen, Elche und Vögel in Europa

Die neue Ausgabe der Wildbrücke News beleuchtet aktuelle Entwicklungen im europäischen Wildtierschutz. Erfahre mehr über das EU-Projekt „LIFE4HamsterSaxony“ zum Schutz des Feldhamsters in Sachsen, die Warnung des BUND vor gefährlichen Zäunen für Wildkatzen und die erfolgreiche Ansiedlung des Elchs Emil im Böhmerwald. Außerdem stellen wir zwei neue Vogel-Steckbriefe vor – die Alpendohle, den Überlebenskünstler der Berge, und den Austernfischer, den lautstarken Küstenvogel Norddeutschlands. Wie immer gibt es alle Details unter wildbruecke.de

Die neue Ausgabe der Wildbrücke News beleuchtet aktuelle Entwicklungen im europäischen Wildtierschutz.
Erfahre mehr über das EU-Projekt „LIFE4HamsterSaxony“ zum Schutz des Feldhamsters in Sachsen, die Warnung des BUND vor gefährlichen Zäunen für Wildkatzen und die erfolgreiche Ansiedlung des Elchs Emil im Böhmerwald.

Außerdem stellen wir zwei neue Vogel-Steckbriefe vor – die Alpendohle, den Überlebenskünstler der Berge, und den Austernfischer, den lautstarken Küstenvogel Norddeutschlands.
Wie immer gibt es alle Details unter wildbruecke.de

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Die Zeitung über

Wildtiere

NEWS

Ausgabe

#10

Verlauf: [@tenate-arte] via Canva / Sprachen Illustration: iStock/VectorStory

Impressum: Wildbrücke Medien | Stephan Jonetzko | Kronberger Str. 5 | 65510 Idstein | Webseite: www.wildbruecke.de | Feedback: info@wildbruecke.de



Europäisches Artenschutzprojekt startet in Sachsen

Wildtiere in Deutschland

Symbolbild: iStock/Simon Vasut

In Sachsen ist das neue EU-geförderte Projekt

„LIFE4HamsterSaxony“ offiziell gestartet. Ziel

des auf sechs Jahre angelegten Programms

ist der Erhalt und die Stärkung der letzten

Feldhamsterpopulation im Freistaat. Wie das

Sächsische Staatsministerium für Energie,

Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft

mitteilt, wird das Vorhaben von der Europäischen

Union mit insgesamt 12,2 Millionen

Euro unterstützt. Es ist eine Kooperation

zwischen dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft

und Geologie (LfULG), dem Zoo

Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen.

LfULG-Präsident Heinz Bernd Bettig erklärte

zum Start des Projekts, Ziel sei es, die Population

in ihrem letzten Verbreitungsgebiet zu stabilisieren

und zu fördern. Gemeinsam mit Landwirtschaftsbetrieben

sollen im Raum Nordwestsachsen

Maßnahmen umgesetzt werden, die

eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung

ermöglichen – etwa durch den Anbau geeigneter

Kulturen oder die Anlage von Blühstreifen.

Auch der Zoo Leipzig übernimmt eine zentrale

Rolle. Direktor Prof. Jörg Junhold betonte, der

Zoo sei stolz, Teil der europäischen Artenschutzstrategie

zu sein. Die Zuchterfolge der

letzten Jahre – 226 Jungtiere 2024 und bereits

256 im Jahr 2025 – seien ein wichtiger Beitrag

zum Aufbau einer sich selbst erhaltenden

Feldhamsterpopulation in Mitteldeutschland.

Im Landkreis Nordsachsen zeigt das Projekt

schon erste Erfolge. Umweltdezernent Dr.

Eckhard Rexroth erklärte, der Feldhamster

sei eine charakteristische Art der Delitzscher

Ackerebene und solle nun dauerhaft in der

Region Fuß fassen. Im Mai 2025 wurden dort

179 Feldhamster südwestlich von Delitzsch

ausgewildert. Zusammen mit den Nachkommen

aus dem Vorjahr könnte die Population

bereits auf rund 300 Tiere angewachsen sein.

In den kommenden Jahren sollen weitere Auswilderungen

folgen. Das LfULG und der Landkreis

bereiten Verträge mit Landwirten vor, um

zusätzliche Flächen bereitzustellen. Im Frühjahr

2026 soll bereits auf 80 Hektar Ackerfläche

eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung

stattfinden – mit speziellen Getreide-, Luzerneund

Blühstreifen. Bis Ende 2031 soll die Fläche

der Maßnahmen auf bis zu 400 Hektar anwachsen.

Dafür werden 7,2 Millionen Euro in die

Agrarlandschaft investiert, weitere 5 Millionen

fließen in Zucht, Auswilderung und wissenschaftliche

Begleitung durch den Zoo Leipzig.

Der Projektantrag wurde bereits 2024 bei

der EU eingereicht und basiert auf der 2008

gegründeten Initiative „Kooperativer Feldhamsterschutz

im Freistaat Sachsen“, die

eine eigene Schutzstrategie entwickelt hatte.

Mit der Unterzeichnung der Fördervereinbarung

im Juni 2025 wurde der Startschuss

gegeben. Die Europäische Union trägt 75

Prozent der Projektkosten, die restlichen

25 Prozent übernehmen die Partner selbst.

Mit „LIFE4HamsterSaxony“ setzt Sachsen

ein deutliches Zeichen für den europäischen

Artenschutz – und

für den Erhalt

einer der charakteristischsten

Arten

der Agrarlandschaft.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und

Landwirtschaft – „EU unterstützt Kooperation von LfULG, Zoo Leipzig und

Landkreis Nordsachsen zum Erhalt der sächsischen Feldhamster“, veröffentlicht

auf www.medienservice.sachsen.de

(abgerufen am 27. Oktober 2025)


Wildtiere in Deutschland

Gefährliche Zäune für Wildkatzen – Versteckte Gefahr für Wildtiere

Symbolbild: iStock/JMrocek

Der Bund für Umwelt und Naturschutz

Deutschland (BUND) warnt in einer aktuellen

Mitteilung vor der zunehmenden Gefahr, die

nicht wildtiersichere Zäune für zahlreiche

heimische Arten darstellen. Besonders betroffen

ist die Europäische Wildkatze, eine

streng geschützte Tierart, die sich in den letzten

Jahren wieder in Deutschland angesiedelt hat.

Wie der BUND berichtet, können Wildkatzen

beim Versuch, Zäune zu überwinden, leicht

hängen bleiben oder sich schwer verletzen.

Besonders gefährlich seien Zäune mit kleinen

Maschenweiten oder Stacheldraht, die häufig

zum Schutz von Grundstücken, Feldern oder

Verkehrswegen errichtet werden. Immer wieder

verfangen sich auch Jungtiere in den Hindernissen

– nicht selten mit tödlichen Folgen.

Der Umweltverband macht deutlich, dass auch

andere Arten wie Igel, Amphibien oder Reptilien

von der Problematik betroffen sind. „Was

für den Menschen eine sichere Abgrenzung

darstellt, kann für Wildtiere zur tödlichen

Falle werden“, heißt es in der Mitteilung. Der

BUND fordert deshalb, bestehende Zäune

auf ihre Wildtierfreundlichkeit zu überprüfen

und neue Bauvorhaben stärker auf die

Durchlässigkeit der Landschaft auszurichten.

Zudem mahnt der Verband, bei der zunehmenden

Zersiedelung und Einzäunung von Landschaften

auf offene Strukturen zu achten. Durch

Neubaugebiete, Straßen und Gewerbeflächen

würden immer mehr Lebensräume zerschnitten,

was wandernden Arten wie der Wildkatze

den Zugang zu geeigneten Revieren erschwere.

Der BUND ruft Bürgerinnen und Bürger

auf, beim eigenen Grundstück mit einfachen

Mitteln einen Beitrag zu leisten – etwa durch

größere Maschenweiten, bodenfreie Bereiche

oder den Verzicht auf Stacheldraht. Kleine

Anpassungen könnten laut Verband entscheidend

dazu beitragen, Wildtiere zu schützen.

Mit seiner bundesweiten Kampagne „Rettungsnetz

Wildkatze“ setzt sich der BUND seit Jahren

für den Erhalt und die Vernetzung von Lebensräumen

ein. Ziel ist es, die Populationen der

Wildkatze dauerhaft

zu stabilisieren und

ihren Lebensraum

wieder miteinander

zu verbinden.

Quellen:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) – Pressemitteilung

„Gefährliche Zäune für Wildkatzen – BUND macht auf versteckte Gefahr für

Wildtiere aufmerksam“, veröffentlicht am 7. Oktober 2025, abgerufen am 31.

Oktober 2025 8:52 Uhr.

https://www.presseportal.de/pm/7666/6132526


Wildtiere in Europa

Elch Emil im Böhmerwald heimisch geworden

Symbolfoto: iStock/Photosbypatrik

Der junge Elch Emil, der in diesem Sommer

durch Österreich wanderte und für viel Aufmerksamkeit

sorgte, hat nun offenbar im tschechischen

Böhmerwald (Šumava) eine neue Heimat

gefunden. Wie die österreichische Zeitung

derStandard berichtet, habe sich das Tier erfolgreich

in einem Schutzgebiet nahe der Grenze

zu Bayern und Österreich niedergelassen.

Laut dem Bericht war Emil im August erstmals

in Oberösterreich gesichtet worden. Nach mehreren

Wochen, in denen er wiederholt in der Nähe

von Straßen und Ortschaften auftauchte, wurde

er aus Sicherheitsgründen betäubt und in den

Grenzraum des Böhmerwaldes gebracht. Dort

wurde er mit einem GPS-Sender ausgestattet,

um seine Bewegungen beobachten zu können.

Wie derStandard schreibt, zeigen die aktuellen

Daten, dass Emil in den letzten Wochen keine

größeren Wanderbewegungen mehr unternommen

hat. Er halte sich in einem Waldgebiet

auf, in dem bereits mehrere andere Elche leben.

Das Gebiet liegt im tschechischen Nationalpark

Šumava, der sich über rund 68.000 Hektar

erstreckt und zu den wichtigsten Rückzugsorten

großer Wildtiere Mitteleuropas zählt.

Nach Angaben tschechischer Wildtierforscher

gilt Emil inzwischen als „heimisch

geworden“, was bedeutet, dass er ein stabiles

Revier gefunden hat. Die Behörden hoffen,

dass er sich künftig mit anderen Elchen aus

der Region zusammenschließt und langfristig

zur Wiederansiedlung der Art beiträgt.

Elche waren in Mitteleuropa lange Zeit verschwunden.

Erst in den letzten Jahren wanderten

wieder Tiere aus Polen und Tschechien

nach Deutschland und Österreich ein. Emils

Geschichte steht damit beispielhaft für die

Rückkehr großer Wildtiere in ihre früheren

Lebensräume – und für die Herausforderungen,

die eine solche Rückkehr mit sich bringt.

derStandard.de – „Elch Emil im tschechischen Böhmerwald heimisch geworden“,

veröffentlicht am 27. Oktober 2025, abgerufen am 01. Oktober 2025

14:27 Uhr.

https://www.derstandard.de/story/3000000294083/elch-emil-im-tschechischen-boehmerwald-heimisch-geworden



Die Alpendohle – Akrobatin der Lüfte im Hochgebirge

Wildtiere weltweit

Symbolfoto: iStock/Fug4s

Die Alpendohle (Pyrrhocorax graculus) gehört

zu den auffälligsten Vogelarten der Alpenregion.

Mit ihrem glänzend schwarzen Gefieder, dem

leuchtend gelben Schnabel und den roten Beinen

ist sie ein vertrauter Anblick in hochalpinen

Lagen. Oft taucht sie in Gruppen rund um Berghütten

oder Skigebiete auf – neugierig, flink und

erstaunlich zutraulich gegenüber Menschen.

Wie wir auf wildbruecke.de berichten, ist die

Alpendohle ein wahrer Überlebenskünstler

der Berge. Sie lebt ganzjährig in Höhen von

bis zu 4.000 Metern und trotzt dort Wind,

Schnee und Kälte. Selbst im Winter verlässt

sie die Berge nur selten, sondern nutzt ihre

Intelligenz, um versteckte Nahrungsquellen

zu finden. Auf dem Speiseplan der Allesfresser

stehen Insekten, Samen, Beeren und

gelegentlich auch Essensreste von Touristen.

Die Vögel sind äußerst gesellig und fliegen meist

in kleinen Schwärmen. Ihre eleganten Flugmanöver

nutzen die Aufwinde der Gebirge perfekt

aus. Alpendohlen leben in dauerhaften Paarbeziehungen

und kehren Jahr für Jahr zu denselben

Felsnischen zurück, um dort zu brüten.

Der Ruf der Alpendohle – ein helles, pfeifendes

„Tschrrip“ – hallt weit durch die Bergwelt.

In Deutschland ist die Art vor allem in den

bayerischen Alpen zu beobachten, besonders

rund um Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen

und das Zugspitzgebiet. Dort

profitiert sie von offenen Felslandschaften,

aber auch von menschlicher Nähe, etwa

an Aussichtspunkten und Berghütten.

Wie auf wildbruecke.de erklärt wird, gilt

die Alpendohle als Symbol für Freiheit und

Wildnis. Ihr Verhalten zeigt, wie anpassungsfähig

Wildtiere in Extremlebensräumen sein

können – und wie eng Mensch und Natur

in den Bergen miteinander verbunden sind.

Wer mehr über diesen faszinierenden Vogel

erfahren möchte, findet auf unserer Website

einen kostenlosen Steckbrief zur Alpendohle

im Downloadbereich – ideal für Naturfreunde,

Lehrerinnen und Lehrer oder einfach zum Entdecken.

Dort sind über 100 kostenlose Wildtier-

Steckbriefe verfügbar,

die Wissen über

Deutschlands und

Europas Tierwelt anschaulich

vermitteln.



Wildtiere weltweit

Der Austernfischer – Lauter Küstenvogel mit kräftigem Schnabel

Symbolfoto: iStock/Philippe Clement

Der Austernfischer (Haematopus ostralegus) ist

einer der bekanntesten Vögel an Deutschlands

Küsten. Mit seinem schwarz-weißen Gefieder,

den leuchtend roten Beinen und dem langen,

orangefarbenen Schnabel ist er an Nord- und

Ostsee leicht zu erkennen. Trotz seines Namens

frisst der Austernfischer nur selten Austern –

sein kräftiger Schnabel dient vielmehr dazu,

Muscheln, Würmer und Schnecken geschickt

zu öffnen oder aus dem Boden zu stochern.

Wie wir auf wildbruecke.de berichten, ist der

Austernfischer vor allem an der Nordseeküste

sowie auf den Inseln Schleswig-Holsteins

und Niedersachsens weit verbreitet. In den

Salzwiesen, Wattflächen und Sandstränden

findet er ideale Bedingungen zum Brüten

und zur Nahrungssuche. Typisch sind seine

lautstarken Rufe, ein durchdringendes

„Kliip“, das über die Küsten hallt – ein unverwechselbares

Geräusch des Wattenmeers.

Der Austernfischer ist ein geselliger und

territorialer Vogel. Während der Brutzeit

verteidigen die Eltern ihre Nester energisch

gegen Eindringlinge, oft gemeinsam mit

anderen Paaren in kleinen Kolonien. Beide

Eltern beteiligen sich an der Brutpflege und

an der Aufzucht der Küken. Die Jungen sind

Nestflüchter – sie verlassen das Nest schon

kurz nach dem Schlüpfen und werden in

den ersten Wochen von den Eltern geführt.

Die Art ist in Nordeuropa heimisch und

steht in Deutschland unter Schutz. Doch

auch sie leidet zunehmend unter den Folgen

menschlicher Einflüsse: Küstenerosion,

Tourismusdruck und der Klimawandel verändern

ihre Lebensräume und verschieben die

Brutzeiten. Der Austernfischer gilt daher als

Symbolvogel für den Schutz der Nordseeküsten

und der empfindlichen Wattökosysteme.

Wer mehr über diesen markanten Küstenvogel

erfahren möchte, findet auf unserer Webseite

wildbruecke.de einen ausführlichen, kostenlosen

Steckbrief zur Art. Der Download enthält

alle wichtigen Informationen über Aussehen,

Verhalten, Brutverhalten und Schutzstatus –

ideal für den Unterricht, die Vogelbeobachtung

oder einfach zum

Staunen über die Vielfalt

unserer Wildtiere.

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