immobilien investment 05/2025
Das Standortmagazin für die Immobilienwirtschaft
Das Standortmagazin für die Immobilienwirtschaft
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
DAS STANDORTMAGAZIN FÜR DIE IMMOBILIENWIRTSCHAFT
Österreichische Post AG PZ 222042801 P
DMV - della lucia medien & verlag GmbH
Donau-City-Straße 1 / 12. OG, 1220 Wien
3. INTERNATIONALER
immobilien
investment kongress
DER NACHBERICHT
ab Seite 48
November / Dezember
05/2025
€ 2,90
05
9 190001 016627
9 190001 016627
WAS MAN JETZT ZUM THEMA WOHNEN WISSEN MUSS
Bauen: Habau-Chef Hubert Wetschnig über die aktuelle Lage der Bauwirtschaft
Expo Real: Fünf Trends, die die Branche in den nächsten Monaten prägen wird
Wohnkredite: Das müssen Kreditwerber beachten
Wir leben Investment.
Unser Netzwerk und Know-How sichern Ihren Erfolg.
ehl.at
Wir feiern den Winter bis zur
Schneeschmelze!
In der kalten Jahreszeit lassen wir die Preise
schmelzen: Beim Kauf einer Eigentumswohnung
in einem unserer Objekte in der
Berresgasse bis 31.03.2026 die Nebenkosten*
sparen und jede Wohnung um 6,5 %
günstiger erwerben. Darüber hinaus verschenken
wir einen Einrichtungsgutschein
im Wert von 1.000 Euro für jedes Zimmer!
Nebenkosten sparen* und Einrichtungsgutscheine sichern!
Gültig für die
Objekte
Gretls Garten
Jonas am Feld
Leo am Teich
(c) A. J./BWSG
*) Während der Aktion werden die Verkaufspreise um 6,5 % reduziert. Dies entspricht den durchschnittlichen Nebenkosten beim provisionsfreien Wohnungskauf
(1,9 % Vertragserrichtung, 3,5 % Grunderwerbsteuer, 1,1 % Eintragungsgebühr). Die auf Basis des reduzierten Kaufpreises berechneten Nebenkosten sind
über den Treuhänder zu begleichen. Eine mögliche Gebührenbefreiung gem. § 25a iVm § 25b Gerichtsgebührengesetz kann zusätzlich in Anspruch genommen
werden. Der Einrichtungsgutschein wird bei Wohnungsübergabe übergeben und ist nicht in bar ablösbar.
Unsere frei finanzierten Neubauprojekte in Mödling und Wien:
In der Brambillagasse 20, im 11. Wiener Bezirk entstehen
mit Brambilla bis Ende 2026 insgesamt 16 frei finanzierte
Eigentumswohnungen und 4 Townhouses. Das
Objekt bietet Wohneinheiten zwischen 50 und 92 m².
In Mödling entstehen in der Quellenstraße
9 mit Midori Living 24 frei
finanzierten Eigentumswohnungen mit
Wohnflächen von 32 m² bis 85 m².
Brambilla
Grün Wohnen an der U3
WIEN SIMMERING
(c) :DIA Virtuelle Architektur
Midori Living
Kunst des Wohnens
MÖDLING
EDITORIAL
3
Stephan Huger
NIX SUDERN!
Die Zeiten sind schwierig, aber mit Jammern werden sie nicht
besser. Die EXPO REAL und der 3. immobilien investment
Kongress zeigen eher, dass die Suderanten den Wandel nicht
schaffen werden.
Das dritte Jahr in Folge mit Rezession, Flaute am Bau und verhaltenen Immobilienmärkten.
Wer sich in den goldenen Jahren der Nullzinsphase gewähnt
hat, muss sich nun mit den harten Fakten auf den Immobilienmärkten auseinandersetzen.
Gewiss nicht angenehm, keine Frage – wir alle müssen uns diesen
Widrigkeiten stellen und die Situation bestmöglich meistern, um zu überleben. Was
aber ganz sicher nicht hilft ist: Sudern.
Sowohl auf der diesjährigen EXPO REAL als auch beim 3. immobilien investment
Kongress war Realismus angesagt. Aber: Viel mehr Menschen sind auch bereit, anzupacken
und der Realität ins Auge zu blicken. Das hat die EXPO REAL – vor allem
die Stimmung auf unserem „Europa Mitte“-Gemeinschaftsstand – zu einem sehr
positiven Erlebnis gemacht. Genauso war es auf unserem immobilien investment
Kongress. Viele Leute kamen aus der DACH-Region, um über die brennenden Themen
unserer Zeit zu sprechen, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zu beweisen,
dass sie die Zukunft proaktiv gestalten wollen, getreu unserem Motto „Using change
as an opportunity – Wandel als Chance nutzen“. Was sich in den Gesprächen mit
zahlreichen Menschen sowohl auf der EXPO REAL als auch beim immobilien investment
Kongress herausgestellt hat: Sie jammern nicht. Mehr noch: Oft habe ich vernommen,
dass die Menschen, die anpacken, die Jammerei nervt. Mich übrigens auch.
Wer das dritte Jahr in Folge in diesen turbulenten Zeiten überlebt hat, braucht eines
nicht: Leute, die jammern, wie schlimm die Situation doch ist. Weil es auch nix
bringt. Die externen Faktoren – Geopolitik, Konjunktur, Klimawandel – und deren
Folgen können wir weder beeinflussen noch das Rad der Zeit in glücklichere Jahre
drehen. Was wir aber sehr wohl können, ist, uns mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen,
daraus Chancen zu entwickeln, unsere Geschäftsmodelle zu optimieren
und zu sagen: Hilft nix, bevor ich in Selbstmitleid versinke, handle ich lieber
und werde Teil einer Zukunft, trotz aller Hürden und Unwägbarkeiten. Andi Salcher
hat es in seiner Keynote beim immobilien investment Kongress treffend skizziert,
was Gewinner von Verlierern unterscheidet. Gewinner handeln gemäß ihrer eigenen
Verantwortung. Verlierer suchen die Schuld bei den anderen.
Letzteres macht aber blind für die Chancen, die sich auftun, wenn man Verantwortung
übernimmt. Man ist nicht passiv im Schicksal gefangen, man kann proaktiv
einen Beitrag leisten, die Zukunft mitentwickeln. Den Mutigen gehört die Welt – und
die zukünftigen Märkte.
Geben Sie dem Jammern keine Chance. Seien Sie, seien wir alle Gewinner.
Das wünscht
Elisabeth Della Lucia
Herausgeberin
immobilien investment 05/2025
4 EDITORIAL
WARUM AUF DEN
AUFSCHWUNG WARTEN?
Die pikante geopolitische wie konjunkturelle Lage zeigt:
Ein breitflächiger Aufschwung wird noch dauern. Man muss also
selbst zum Aufschwung werden.
Richard Tanzer
Seit mittlerweile zehn Jahren begleite ich die Immobilienwirtschaft als Journalist.
Habe damals, 2015, erlebt, wie der Markt sich noch von den Spätfolgen
der Lehman-Pleite erholte, ehe die EZB ein Jahr später den Leitzins auf null
Prozent gesenkt hat. Damit hat sich der Kapitaldruck in die Immobilienwirtschaft
verlagert – verständlich. Banken mussten finanzieren, weil sie ansonsten das Geld zu
negativen Konditionen bei der EZB parkten. Institutionelle Investoren wie Versicherungen
und Pensionskassen benötigten dringend Anlagealternativen, da Staatsanleihen
nicht mehr rentierten und auf der Bank auch keine Zinsen zu lukrieren waren,
um einen kontinuierlichen Cashflow zu erzeugen. Alles Geld floss in Immobilien.
Dass sich dadurch bereits eine toxische Mischung abgezeichnet hat, war für viele
nicht erkennbar. Die geopolitischen Bruchlinien schienen fern, dafür wurde Projekt
um Projekt realisiert, vieles vom Reißbrett weg gekauft. Für die Branche vermeintlich
goldene Zeiten.
Doch es gab einen Haken. Da die Nachfrage das Angebot erheblich überstieg, sind
die Preise in Sphären gestiegen, die so manche Player übermütig gemacht haben.
Jene nämlich, die mit der Immobilie selbst nicht gearbeitet, sondern sie nur als reines
Finanzprodukt betrachtet haben. Das Geschäftsmodell dieser Glücksritter, die mit
der Zinswende krachend gescheitert sind, war relativ einfach: Immobilie, ob realisiert
oder nicht, aufzinsen, Mieten erhöhen und sich damit hohe Finanzierungen
von den Banken holen, Projekte zu hohen Preisen drehen, Rest behalten. Bis … ja,
bis der Ukraine-Krieg die Inflation in die Höhe trieb und die EZB den Zins eilig nach
oben kurbeln musste. Die Nullzins-Geschäftsmodelle waren damit Makulatur. Und
Immobilien mussten auf das abgewertet werden, was sie zu leisten vermochten.
Viele Player verschwanden. Ein schmerzhafter Einschnitt.
Nun, heißt es am Markt oft, warte man wieder auf den nächsten Aufschwung.
Gewiss, der Markt läuft auf einem niedrigen Level bereits ganz gut, aber der breitflächige
Aufschwung, so sagten etwa viele auf der EXPO REAL, wird noch dauern. Je
nachdem, wie sich die geopolitische Lage entwickelt, doch mehren sich die Indizien
für Sturm. Was tun? Auf den Aufschwung zu warten könnte in dieser Gemengelage
lange dauern. Man muss also selbst für den Aufschwung sorgen, sprich: Bestehende
Immobilien marktfähig machen, sich neben den Kennzahlen auch mit den Objekten
selbst beschäftigen, Allianzen schmieden, Finanzen harmonisieren, tragfähige Ideen
entwickeln, sich vernetzen. Für das gibt es einen Markt, der ist auch nie verschwunden.
Die EXPO REAL wie auch der 3. immobilien investment Kongress des DMV della
lucia Medienverlags waren ideale Gelegenheiten, neue Partnerschaften zu knüpfen
und das eigene Know-how zu erweitern.
Warten Sie nicht auf den Aufschwung. Werden Sie Teil davon!
Das wünscht von Herzen
Ihr/euer
Charles Steiner
Chefredakteur
05/2025
immobilien investment
INHALT
5
48
3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS
Das waren die Top-Themen
34
TIEFBAU FEDERT VIELES AB
HABAU-Chef Hubert Wetschnig im Interview
26
WOHNEN IM OSTEN
Aktuelle Daten & Fakten
06 News Österreich
10 News Deutschland
12 News Finanzen
14 News Personal
16 Kolumne ÖGNI
18 Expo Real 2025
Fünf Trends, die die Branche
prägen werden
22 News Events
24 Bauherrenmodelle
Wie Anleger davon profitieren
können
26 Wohnen im Osten
Wohnen in Wien und Umgebung
30 Zweitwohnsitze
Wohnen wie im Urlaub
34 „Tiefbau federt vieles ab“
Interview mit Hubert Wetschnig,
CEO von HABAU
36 Gastkommentar
Alexander Scheuch (Rustler) über
das Angebot im Mietsegment
38 Worauf beim Immokredit
zu achten ist
Interview mit Roswitha Klein
(HYPO Vorarlberg) über Wohnkredite
44 5 Jahre VÖPE
Nachbericht: Was Projektentwickler
derzeit brauchen
46 Digitalisierung
Keine Angst vor der KI
48 3. Immobilien investment
Kongress
Der große Nachbericht
IMPRESSUM
Medieninhaber:
DMV – della lucia medien & verlags GmbH
Tech Gate Vienna
Donau-City-Straße 1 / 12. OG, 1220 Wien
Tel. +43 (0)1 997 43 16-0,
Fax +43 (0)1 997 43 16-99
Mail: office@dmv-medien.at
www.immobilien-investment.at
Herausgeberin:
Elisabeth Della Lucia
Chefredakteur:
Charles Steiner
Redaktion: Ursula Rischanek, Kathrin Anna
Hoffmann, Patrick Baldia
Produktion/CvD: Sabrina Seidl
Foto Titel: BWM Architects
Anzeigenverkauf:
Elisabeth Della Lucia
Druck:
Print Alliance
HAV Produktions GmbH
Druckhausstraße 1, 2540 Bad Vöslau
Grafik + Layout: Simon Jappel
Für unverlangt eingesandte Manuskripte,
Fotos und Datenträger kann keine Haftung
übernommen werden und es entfallen sämtliche
Honoraransprüche.
Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge
und Abbildungen sind urheberrechtlich
geschützt. Jede Verwertung außerhalb der
engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes
ist ohne Zustimmung der DMV – della lucia
medien & verlags GmbH unzulässig und
strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfältigungen,
Übersetzungen, Mikroverfilmungen
und die Einspeicherung und Verarbeitung in
elektronischen Systemen.
www.immobilien-investment.at
www.dmv-medien.at
www.facebook.com/DMVMedien
www.linkedin.com/company/dmv-medien
immobilien investment 05/2025
6
NEWS ÖSTERREICH
SEITWÄRTSBEWEGUNG AM INVESTMENTMARKT,
VEREINZELT POSITIVE SIGNALE
Colliers präsentierte Halbjahreszahlen – Wohn- und Hotelimmobilien im Fokus.
Colliers
Mario Stöckel,
Head of Office,
Tanja Tanczer,
Head of Retail,
Thomas Belina,
Geschäftsführender
Gesellschafter,
Dietmar Steger,
Head of Capital
Markets
Im aktuellen Umfeld von Krisen, Insolvenzen und
Verwerfungen zeigt der österreichische Immobilieninvestmentmarkt
insgesamt erste Anzeichen
von Stabilisierung. Laut Marktbericht für das erste
Halbjahr von Colliers lag das Transaktionsvolumen
bei rund 1,3 Milliarden Euro – ein Niveau, das an
das Vorjahr anschließt und eine Seitwärtsbewegung
bestätigt. Dennoch sehe man in gewissen Assetklassen
gewisse Lichtblicke und mehr Dynamik,
betonte Thomas Belina, geschäftsführender Gesellschafter
von Colliers Austria, vor Journalisten: „Es
ist zwar zu früh, von einer klaren Trendumkehr zu
sprechen, jedoch verbessert sich das Investitionsklima
schrittweise, wenngleich restriktive Finanzierungsbedingungen,
schwache Konjunkturdaten
und geopolitische Unsicherheiten weiterhin dämpfend
wirken.“ Während vergangenes Jahr Büroimmobilien
besonders stark vertreten waren – bedingt
durch den Umstand, dass offene Fonds aufgrund
von Kapitalabflüssen verstärkt verkauft hatten –,
sind diese heuer von Wohnimmobilien abgelöst
worden. Diese hatten einen Marktanteil von mehr
als 50 Prozent, während Büroimmobilien gerade
einmal 16 Prozent des Investmentvolumens ausmachten.
Bei Büroimmobilien waren laut Colliers
eher kleinere Tickets zwischen 20 und 50 Millionen
Euro gefragt. Mit etwa 17 Prozent Marktanteil ist
die Assetklasse Hotel in Österreich wieder stark im
Fokus internationaler Anleger.
REALE FRAUENSACHE
SALON REAL STELLT NEUEN VORSTAND VOR
Frauennetzwerk der Immobilienwirtschaft wählt Leitungsteam für die kommenden zwei Jahre.
Der Salon Real, das österreichweite Netzwerk
von Frauen in Führungspositionen
der Immobilienwirtschaft, hat am 15. September
im Rahmen seiner 8. ordentlichen Generalversammlung
einen neuen Vorstand gewählt. Der
neue Vorstand besteht aus Gerhild Bensch-König
(Obfrau), Irene Rief-Hauser (stv. Obfrau), Daniela
Unterholzner (Kassierin), Martina Hirsch (stv.
Kassierin) sowie Sandra Hochleitner und Valerie
Hillebrand als Vorstandsmitglieder. Dank richtete
der 2009 gegründete Verein den ausgeschiedenen
Vorstandsmitgliedern Nadja Pröwer, Heide Schicht
und Karin Schmidt-Mitscher „für ihr außergewöhn-
Sandra Schartel
liches Engagement und den entscheidenden Beitrag
zur Weiterentwicklung.“
Mit der Wahl des neuen Vorstands will der Salon
Real ein Zeichen für zeitgemäße Diversität und
fachliche Breite setzen. Obfrau Gerhild Bensch-König,
Geschäftsführerin der Raiffeisen WohnBau,
will „Branche und Netzwerk mutig und verantwortungsvoll
weiterentwickeln“. Stellvertreterin Irene
Rief-Hauser leitet das Unternehmen Feine Immobilien
und betont: „Ein starkes Frauennetzwerk mit
vertrauensvollem Austausch liegt mir am Herzen.“
Kassierin Daniela Unterholzner, Geschäftsführerin
von neunerhaus und neunerimmo, werde soziale
Perspektiven in den Verein einbringen. Stv. Kassierin
Martina Hirsch, Geschäftsführerin von s REAL, setzt
sich für Sichtbarkeit von Frauen in Führungsrollen
ein. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Sandra
Hochleitner, Gründerin der RESH Advisory, die sich
für Gleichberechtigung und Nachwuchsförderung
engagiert, sowie Valerie Hillebrand, Expertin für
emissionsfreie Energieversorgung, die als „Brückenbauerin
zwischen Generationen“ wirken möchte.
PROMOTION
05/2025
immobilien investment
NEWS ÖSTERREICH 7
ÖBB/Leonte
ÖBB IMMOBILIEN:
NORDWESTBAHN-
HOF NIMMT FORM AN,
LEISTBARES WOHNEN
IM FOKUS
Auf 44 Hektar entsteht ein Stadtquartier für
16.000 Menschen – ÖBB Immobilien etabliert
neues Geschäftsfeld „Leistbares Wohnen“.
ÖBB Immobilien und die Stadt Wien treiben aktuell eines
der größten Stadtentwicklungsprojekte der Hauptstadt
voran: Auf dem Areal des ehemaligen Nordwestbahnhof Wien
entsteht bis 2035 ein neues, gemischt genutztes Stadtquartier.
Geplant sind rund 6.500 Wohnungen, 4.700 Arbeitsplätze,
Bildungs- und Betreuungsangebote sowie rund 100.000
Quadratmeter Grünflächen – darunter ein großer Park als
„Grüne Mitte“. Bei einem Jahrespressegespräch mit anschließendem
Lokalaugenschein erfuhr „immobilien investment“
die Details zu dem Projekt. „Wohnen ist ein prekäres Thema
unserer Zeit, die ÖBB schafft Platz für leistbaren Wohnraum“,
betonte Claudia Brey, Geschäftsführerin von ÖBB Immobilien,
bei der Veranstaltung im Vorfeld der EXPO REAL. Das Projekt
stehe exemplarisch für die neue strategische Ausrichtung des
Konzerns: weg vom reinen Flächenverkauf, hin zu integrierter
Stadtentwicklung mit langfristiger Verantwortung für leistbares
Wohnen. Entsprechend entstehen auf dem Areal zu 60
Prozent geförderte Wohnungen, 40 Prozent entfallen auf frei
finanzierte Wohneinheiten. Als neues Geschäftsfeld entwickle
man nun auch frei finanzierte Mietwohnungen für den externen
Markt, wobei man den Fokus vor allem auf generationengerechten
Wohnraum setzen werde. Der Baustart für
den ersten Bildungscampus ist für Mai 2026 vorgesehen. Die
Eröffnung soll zum Schuljahr 2028/29 erfolgen. Bis 2040 soll
das Quartier gesamthaft fertiggestellt sein. Ein Schwerpunkt
liegt auf Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und langfristiger Nutzbarkeit.
Das neue Quartier soll dabei flexibel auf künftige gesellschaftliche
und technologische Entwicklungen reagieren
können. „Wir begreifen Stadtentwicklung als evolutionären
Prozess. Es ist unmöglich, heute alles vorauszusehen – deshalb
brauchen wir Planungsansätze, die sich an Veränderungen anpassen
lassen“, so Brey.
SHORT NEWS
BRAU-UNION-LIEGENSCHAFT AN
LINZ AG VERKAUFT
Der internationale Immobiliendienstleister Colliers
hat den Verkauf der ehemaligen BRAU-UNION-Liegenschaft
in der Poschacherstraße 35 in Linz bekanntgegeben.
Käuferin ist eine Tochtergesellschaft der Linz
AG. Der Kaufpreis beläuft sich auf 27 Millionen Euro.
Das rund 72.000 Quadratmeter große Areal diente über
drei Jahrzehnte als Unternehmenszentrale der BRAU
UNION. Es befindet sich in einem gemischt genutzten
Wohn- und Gewerbegebiet im Makartviertel, in unmittelbarer
Nähe zum Verkehrsknotenpunkt Bulgariplatz.
WERTSICHERUNG: BIG MUSS
MASSIV ABWERTEN
Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat im aktuellen
Halbjahresergebnis eine deutliche Abwertung ihres
Immobilienportfolios vorgenommen. Hintergrund ist
die gesetzliche Aussetzung der Wertsicherung in Mietverträgen,
die zu geringeren künftigen Mieteinnahmen
führen wird. Der Fair Value des Portfolios lag zum 30.
Juni 2025 bei 18,15 Milliarden Euro und spiegelt einen
negativen Bewertungseffekt von über einer Milliarde
Euro wider. Die gesetzlich verordnete Aussetzung der
Wertsicherung führt zu einem dauerhaften Mietentgang,
der nun bilanziell berücksichtigt werden musste,
heißt es dazu lapidar in der Halbjahresbilanz.
WARIMPEX PLATZIERT ANLEIHE
IN POLEN
Warimpex Financing PL Sp.z.o.o., eine 100-prozentige
Tochter der in Wien und Warschau börsennotierten
Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG, hat in Polen
erfolgreich eine unbesicherte Anleihe mit einem Gesamtnennwert
von rund 4,9 Millionen Euro (21 Millionen
Zloty) begeben. Die Laufzeit beträgt drei Jahre
bei einer Marge von 5,5 Prozent, hieß es seitens Warimpex.
Das Emissionsvorhaben dient vorrangig der Finanzierung
laufender Projektentwicklungen in Polen.
Ursprünglich war ein Volumen von rund 2,3 Millionen
Euro vorgesehen. Angesichts der hohen Nachfrage
wurde die Tranche auf 4,9 Millionen Euro aufgestockt.
FINALE BAUPHASE IM VILLAGE IM
DRITTEN GESTARTET
Die Quartiersentwicklerin ARE Austrian Real Estate hat
die finale Bauphase des Stadtquartiers Village im Dritten
eingeläutet. Entlang der Otto-Preminger-Straße entstehen
bis 2027 die letzten vier Wohnprojekte mit insgesamt
516 frei finanzierten Eigentums- und Mietwohnungen.
378 davon sind Eigentumswohnungen. Das Village
im Dritten umfasst nach Fertigstellung rund 2.000 Wohnungen
sowie Büro- und Gewerbeflächen, Nahversorgung,
Kinderbetreuung und Bildungseinrichtungen.
immobilien investment 05/2025
8
NEWS ÖSTERREICH
SÜBA IN KONKURS
Die Sanierungsbestrebungen der
SÜBA AG, Kerngesellschaft der SÜBA
Immobilien Gruppe, sind endgültig
gescheitert. Wie der KSV1870 kürzlich
bekanntgab, konnte die erste im
Sanierungsplan vorgesehene Teilquote
in Höhe von fünf Prozent nicht
fristgerecht bis zum 30. September
2025 beim Insolvenzverwalter vorgelegt
werden. „Das Insolvenzgericht
wird nunmehr dem am 31. Juli 2025
angenommenen Sanierungsplan die
Bestätigung versagen und in weiterer
Folge das Verfahren in ein Konkursverfahren
umbenennen. Die Sanierungsbestrebungen
sind leider als
gescheitert zu qualifizieren“, sagte
Jürgen Gebauer, Leiter Unternehmensinsolvenz
Wien/NÖ/Bgld. beim
KSV1870. Bereits mit Beschluss vom
3. September 2025 hatte das Gericht
das Unternehmen mangels ausreichender
Liquidität geschlossen. Die
eingeleiteten Verwertungsprozesse
werden nunmehr im Rahmen der
konkursmäßigen Abwicklung durch
den Insolvenzverwalter fortgeführt.
GRAWE KAUFT
GRAZER PRIME-PORT-
FOLIO VON GENERALI
Generali Real Estate S.p.A. hat als
Assetmanager im Auftrag der Eigentümer
den Verkauf eines hochwertigen
Immobilienportfolios in der
Grazer Innenstadt abgeschlossen.
Käufer des Prime-Portfolios ist die
Grazer Wechselseitige Versicherung
AG (GraWe). Die Transaktion wurde
von Colliers International und der
EHL Immobilien GmbH in einem
co-exklusiven Mandat begleitet. Die
Objekte sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
und verfügen über eine
Nutzfläche von insgesamt mehreren
Tausend Quadratmetern. Über den
Kaufpreis gab es keine Angaben. „Mit
dem Ankauf dieser Liegenschaften
setzen wir ein klares Zeichen, dass
wir bereit sind, Verantwortung für
die weitere Entwicklung der Grazer
Innenstadt zu übernehmen“, so
Manfred Stranz, Vorstandsvorsitzender
der GraWe Immo AG.
pixabay.com
ZWEI GROSSVERMIETUNGEN PUSHEN
BÜROMARKT IM DRITTEN QUARTAL
Vienna Research Forum verzeichnet starkes Plus auf dem
Wiener Büromarkt – Leerstandsquote steigt leicht.
Der Wiener Büromarkt hat im dritten
Quartal 2025 deutlich an Vermietungsleistung
zugelegt. Laut den aktuellen
Zahlen des Vienna Research Forums
(VRF) summierte sich die Vermietungsleistung
auf rund 83.900 Quadratmeter.
Das entspricht einem Anstieg von rund
186 Prozent gegenüber dem zweiten
Quartal 2025 und um rund 292 Prozent im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Grund
dafür waren zwei Großvermietungen
am Submarkt Hauptbahnhof mit rund
25.000 Quadratmetern sowie in der Donaustadt
mit knapp 18.000 Quadratmetern,
was zusammen rund 51 Prozent der
Gesamtvermietungsleistung entspricht,
so das VRF in einem Quartalsupdate. Dabei
handelte es sich laut VRF allerdings
Die ALVAREA Immobilien GmbH hat
eine der größten Transaktionen
ihrer Firmengeschichte abgeschlossen.
Das Wiener Immobilienunternehmen
vermittelte ein Zinshaus-Ensemble
im 6. Bezirk an einen österreichischen
Immobilieninvestor. Verkäufer war
ein Fonds, über den Kaufpreis wurde
Stillschweigen vereinbart. Die Liegenschaft
umfasst vier Gebäude und eine
Tiefgarage mit einer Gesamtnutzfläche
von mehr als 9.200 Quadratmetern. Sie
befindet sich in unmittelbarer Nähe
zur U-Bahn-Linie U4 sowie zur künftig
um die Umwandlung eines Untermietvertrags
in einen Hauptmietvertrag. Der
Vorgang werde statistisch als Vermietung
gewertet, habe aber keinen Einfluss auf
den Leerstand, den das VRF mit aktuell
4,5 Prozent angibt. Eine weitere große
Anmietung erfolgte in der Donaucity mit
rund 17.700 Quadratmetern durch einen
gemeinnützigen Großmieter, was einem
Anteil von rund 21 Prozent entspricht.
Insgesamt wurden 48 Abschlüsse im
VRF-Bestand gezählt – zwei weniger als
im zweiten Quartal, aber sechs mehr als
im dritten Quartal 2024. Die niedrigste
Leerstandsquote wurde mit 3,4 Prozent
im Submarkt Wienerberg verzeichnet.
Am höchsten war der Leerstand mit 7,8
Prozent in der AirportCity Vienna.
ZINSHAUS-ENSEMBLE IN WIEN- MARIAHILF
AN ÖSTERREICHISCHEN INVESTOR VERKAUFT
verkehrenden U5. Nach Angaben des
Unternehmens bietet die Lage infrastrukturelle
Vorteile und sichert langfristig
ein stabiles Nachfragepotenzial.
„Mit ihrer Lage und ihrer soliden baulichen
Struktur bietet diese Liegenschaft
vielfältige Perspektiven für die künftige
Nutzung“, erklärt Geschäftsführer Florian
Wöhrle. „Der erfolgreiche Abschluss
dieser Transaktion ist vor allem das Ergebnis
unserer engen Kundenbetreuung
sowie eines strukturierten Vermittlungsprozesses.“
Die Transaktion wurde
als Assetdeal abgewickelt.
05/2025
immobilien investment
NEWS ÖSTERREICH 9
OTTO IMMOBILIEN: MERKLICHER ANSTIEG BEI
ZINSHAUSTRANSAKTIONEN IN WIEN
Im ersten Halbjahr ist erstmals seit Beginn der Krise wieder die 500 Millionen-Euro-Marke erreicht
worden, für das Gesamtjahr geht man von einem Volumen von rund einer Milliarde Euro aus.
Nach einem rund zwei Jahre währenden Tal der
Tränen zeichnen sich am Wiener Zinshausmarkt
wieder Erholungstendenzen ab. Das geht
aus dem „Ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht“
von OTTO Immobilien hervor. Demnach wurde im
ersten Halbjahr ein Volumen von 513 Millionen
Euro am Zinshausmarkt Wien erzielt – nach 355
Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2024. Das
entspricht einem Zuwachs von 44 Prozent. Auch
die Zahl der Transaktionen stieg mit 151 Abschlüssen
um ein Viertel. Wenngleich das Transaktionsvolumen
damit noch um ein Fünftel hinter den Rekordjahren
2021 und 2022 liegt, wertet Eugen Otto,
Geschäftsführer von OTTO Immobilien, die aktuellen
Zahlen als Rückkehr des Vertrauens in den
Immobilienmarkt Wien: „Der Aufwärtstrend ist ein
klares Signal, dass die Investorinnen und Investoren
wieder aktiv werden – wenn auch selektiv und
vor allem in den stärkeren Lagen.“ Zinshauskäufer
finden nunmehr stabile Preise und ein ordentliches
Angebot zu erheblich attraktiveren Preisen vor. Einer
der Gründe für die gestiegene Aktivität ist die
Wertberichtigung, die seit 2022 am Zinshausmarkt
eingesetzt hat. Lag der Durchschnittspreis pro Quadratmeter
Mitte 2022 bei 4.483 Euro pro Quadratmeter,
hat sich dieser 2025 auf 3.282 Euro pro Quadratmeter
– rund 27 Prozent weniger – eingependelt,
außer im 1. Bezirk, wo man im Schnitt rund 11.557
Euro pro Quadratmeter hinblättern muss.
pixabay.com
Verlässlichkeit in der Immo-Analyse
immo datenforum ist die österreichische Homebase für die verlässliche
Analyse und Bewertung von Immobilien. Mit mehr als 2,5 Mio.
Datensätzen, 50.000 Kennzahlen und 30 Jahren Erfahrung bieten
die Online-Produkte aus dem Hause immo datenforum nicht nur
den größten Überblick über den heimischen Markt, sondern auch
die Werte-Sicherheit, auf die die Branche bauen kann.
immobilien investment 05/2025
Schönaugasse 7/II | 8010 Graz
T: +43 316 822 899 | office@zt.co.at
zt.co.at
10
NEWS DEUTSCHLAND
UBM/Sven Haselbacher
PORR MIETET SICH IM
„TIMBER PIONEER“ EIN
Das Bauunternehmen bezieht ab Mitte 2026
Flächen in Holzhybridgebäude von UBM
Development.
Die Baufirma PORR wird ab Mitte 2026 rund 1.000 Quadratmeter
Bürofläche im „Timber Pioneer“ in Frankfurt
beziehen. Das teilte die UBM Development AG kürzlich mit.
Das Gebäude gilt als Frankfurts erstes Bürogebäude in Holzhybridbauweise.
Mit dem Vertragsabschluss steigt der Vermietungsstand
des Projekts auf 77 Prozent. Zu den bisherigen
Mietern zählen der Finanzdienstleister Universal Investment,
der Fitnessbetreiber FITSEVENELEVEN sowie der Lebensmittel-Discounter
Netto. Insgesamt sind damit laut UBM rund
12.100 Quadratmeter von 15.800 Quadratmetern vermietet.
Das „Timber Pioneer“ befindet sich im Frankfurter Europaviertel
in unmittelbarer Nähe zum F.A.Z.-Tower. „In Deutschland
bewegt sich wieder etwas im Bürobereich, und das könnte
auch den Beginn der Auflösung des Rückstaus im Gewerbesektor
markieren“, erklärte UBM-CEO Thomas G. Winkler.
CA IMMO LAGERT
PROPERTY-MANAGEMENT IN
DEUTSCHLAND AUS
Der Immobilienkonzern schließt die
strategische Neustrukturierung ab und
übergibt das Property-Management an
IC Property Management – Fokus auf
Kerngeschäft und effizientere Abläufe.
Die CA Immobilien Anlagen AG hat ihr Property-Management
in Deutschland neu organisiert und an die IC
Property Management GmbH ausgelagert. Damit wolle das
börsennotierte Unternehmen seine Strategie zur Vereinfachung
des Geschäftsmodells und zur Fokussierung auf wertschöpfende
Kernaktivitäten weiter umsetzen, so der Konzern.
Bislang wurden die Property-Management-Leistungen
über die Tochtergesellschaft DRG Immobilien erbracht, an
der die CA Immo eine Beteiligung von 49 Prozent hielt. Im
Zuge der Umstrukturierung wechseln alle Mitarbeiter, die
für das Property-Management verantwortlich waren, zur IC
Property Management GmbH. Mit der Maßnahme schließt
die CA Immo die unternehmensweite Auslagerung des Property-Managements
ab. In Österreich und den CEE-Märkten
wurde dieser Schritt bereits 2022 vollzogen.
CA Immo
BF-GRUPPE UND FOX GROUP GRÜNDEN JOINT VENTURE
FÜR LOGISTIKFINANZIERUNGEN
Neue Gesellschaft soll Debt-Strukturen für Investoren und Projektentwickler schaffen.
Die BF.direkt AG und die FOX Group
haben ein gemeinsames Joint
Venture gegründet, das sich auf die
Finanzierung von Logistikprojekten in
Deutschland konzentriert. Präsentiert
wurde das der Öffentlichkeit auf der
diesjährigen EXPO REAL in München.
Die neue Gesellschaft trägt den Namen
BF.infrastructure finance. Während
die FOX Group eine eigene Deal-Pipeline
einbringt und Finanzierungsobjekte
identifiziert, stellt die BF-Gruppe
ihre Kreditexpertise zur Verfügung.
Die Geschäftsführung wird von beiden
Partnern paritätisch besetzt. Das
Joint Venture soll Debt-Strukturen für
professionelle Investoren auflegen, die
BF.direkt
Kapital in die Entwicklung von Logistikimmobilien
investieren möchten.
Projektentwicklern sollen gleichzeitig
maßgeschneiderte Finanzierungslösungen
angeboten werden. Hintergrund
für die Initiative sind ein hoher Kapitalbedarf
bei Logistikentwicklungen und
die Zurückhaltung klassischer Banken.
Das Segment gilt laut Unternehmen als
besonders attraktiv, da das Ausfallsrisiko
bei Logistikfinanzierungen vergleichsweise
gering sei – unter anderem
wegen des hohen Flächenbedarfs und
der kurzen Kapitalbindungsdauer.
05/2025
immobilien investment
NEWS DEUTSCHLAND 11
MEHR ALS RAUM.
DURCHDACHTE
IMMOBILIEN MIT ZUKUNFT.
EXKLUSIVE WOHNIMMOBILIEN
LIEGENSCHAFTSANKAUF
PROJEKTENTWICKLUNG
VERKAUF
walter-real-estate.com
immobilien investment 05/2025
12 NEWS FINANZEN
EZB LÄSST
LEITZINSEN
UNVERÄNDERT
Die Zinssätze werden
unverändert bei 2,00 Prozent,
2,15 Prozent bzw. 2,40 Prozent
belassen.
pixabay.com
In der letzten EZB-Ratssitzung wurden
die Leitzinsen nicht verändert. Die Inflation
liegt nahe dem mittelfristigen
Ziel von zwei Prozent, die Einschätzung
der Aussichten bleibt stabil. Trotz
schwieriger globaler Rahmenbedingungen
wächst die Wirtschaft weiter,
getragen von robustem Arbeitsmarkt,
soliden privaten Bilanzen und früheren
Zinssenkungen. Die Einlagefazilität,
Hauptrefinanzierung und Spitzenrefinanzierung
bleiben bei zwei Komma
null, zwei Komma fünfzehn und zwei
Komma vierzig Prozent. Die APP- und
PEPP-Bestände sinken planmäßig weiter.
Der Zinssatz für die Einlagefazilität
sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte
und für die
Spitzenrefinanzierungsfazilität werden
unverändert bei 2,00 Prozent, 2,15 Prozent
bzw. 2,40 Prozent belassen. Der
EZB-Rat sei laut einer entsprechenden
Mitteilung bereit, alle seine Instrumente
im Rahmen seines Mandats anzupassen,
um sicherzustellen, dass sich
die Inflation auf mittlere Frist beim
Zielwert von 2 Prozent stabilisiert, und
um die reibungslose Funktionsfähigkeit
der geldpolitischen Transmission aufrechtzuerhalten.
Darüber hinaus stehe
das Instrument zur Absicherung der
Transmission (Transmission Protection
Instrument) zur Verfügung, um ungerechtfertigten,
ungeordneten Marktdynamiken
entgegenzuwirken, so die
europäischen Währungshüter.
UBS-AM
STARKE PRIVATE
BILANZEN STÜTZEN
DEN ZYKLUS
UBS Asset Management
betont, die
robuste
Finanzlage
von Haushalten und
Unternehmen sei der
Schlüssel der aktuellen
Konjunkturresilienz. Trotz hoher
Staatsverschuldung hätten sinkende
Schuldenquoten, solide Vermögenswerte
und starke Unternehmensgewinne
Schocks abgefedert,
sagt Evan Brown, Head of Multi-Asset
Strategy bei UBS-AM. Risiken
sieht UBS-AM im Non-Banken-Sektor,
Konsumentenkrediten und Gewerbeimmobilien.
Strategisch bleibt
UBS-AM in globalen Aktien übergewichtet,
Gold bleibt Absicherung.
US-NOTENBANK SCHRAUBT LEITZINS
HINUNTER
Die Zinssätze werden unverändert bei 2,00 Prozent,
2,15 Prozent bzw. 2,40
Die Fed senkte den Leitzins um einen
Viertelprozentpunkt auf eine
Spanne von 3,75 bis vier Prozent. Es
ist die zweite Zinssenkung in diesem
Jahr. Händler hatten im Dezember eine
weitere Senkung erwartet, doch Powell
sprach von keiner ausgemachten Entscheidung
und verwies auf sehr unterschiedliche
Einschätzungen. Die Börsen
gaben daraufhin Gewinne ab. Analysten
verweisen auf fehlende Daten wegen des
Government Shutdown und Inflationswerte
von drei Prozent im September. Im
Markt wird die Unsicherheit betont und
offen diskutiert, besonders von Bondprofis
und Strategen. Ebenso in Europa,
da man den Verlust der Unabhängigkeit
der FED-befürchtet, was wiederum Auswirkungen
auf den EZB-Leitzins haben
könnte.
pixabay.com
05/2025
immobilien investment
EXPERTENTIPPS
Bezugsfertig!
13
Wir entwickeln
Lebensräume
Grillparzergasse 32
3004 Purkersdorf
Nachhaltig. Hochwertig. Zukunftsorientiert.
Nachhaltig
investieren – jetzt
ist der Moment!
Wir schaffen attraktive
Investitionsmöglichkeiten in
zukunftssichere Wohnprojekte.
Jetzt mehr erfahren!
Ketzergasse 96
1230 Wien
Breitenfurter Str. 539-543
1230 Wien
Klederingerstraße 63-65
1100 Wien
immobilien investment 05/2025
wohnkompanie.at
14 NEWS PERSONAL
CBRE: ANDREAS RIDDER ÜBERGIBT AN LUKAS SCHWARZ
Führungswechsel per 1. Januar 2026 – Andreas Ridder bleibt dem Unternehmen als Berater
erhalten.en.
CBRE, das internationale Unternehmen
für Immobiliendienstleistungen,
hat Lukas Schwarz (42) mit Wirkung
zum 1. Jänner 2026 zum Geschäftsführer
von CBRE Österreich ernannt. Er
folgt damit auf Andreas Ridder (64), der
seine Funktion mit 31. Dezember 2025
zurücklegt, dem Unternehmen aber als
Berater verbunden bleibt. „Andreas Ridder
hat das CBRE-Geschäft in Österreich
vor 34 Jahren gegründet und seither geleitet.
Unter seiner Führung haben wir
ein außergewöhnliches Unternehmen
aufgebaut. Wir danken Andreas für sein
kontinuierliches Engagement für CBRE“,
erklärte Marco Hekman, Vorsitzender
Advisory Services, Kontinentaleuropa
und Großbritannien & Irland bei CBRE.
Ridder übergebe das Unternehmen „in
einer starken Position an einen ausgezeichneten
Nachfolger“. Lukas Schwarz
gilt laut CBRE als erfahrener Manager innerhalb
des Konzerns. Er ist seit 2016 im
Unternehmen tätig und hat die Bereiche
Shopping Center Services, Property Management
und Capital Markets geführt
und weiterentwickelt. Vor seinem Wechsel
zu CBRE war Schwarz als Leiter Retail
Development bei der Immofinanz Group
tätig. „Lukas Schwarz ist die perfekte Besetzung,
um unser marktführendes Team
in Österreich zu leiten“, so Hekman.
Andreas Pohlmann
Greystar
CBRE
UBM
DANIEL RIEDL VERLÄSST
VONOVIA-VORSTAND MIT
MAI 2026
GREYSTAR HOLT
NVESTMENT-DIRECTOR
CHRISTIAN BERGER WIRD
VORSITZENDER DER
GESCHÄFTSFÜHRUNG
Daniel Riedl, Chief Development Officer
(CDO) der Vonovia SE, wird sein Mandat
mit 31. Mai 2026 beenden und sich neuen
beruflichen Aufgaben widmen. Die
Entscheidung erfolgte im besten gegenseitigen
Einvernehmen, heißt es in
einer entsprechenden Mitteilung. „Daniel
Riedl wird seinen Vertrag als Chief
Development Officer bis 31. Mai 2026
erfüllen, strebt darüber hinaus jedoch
keine Verlängerung an“, so der Konzern.
Damit beendet Riedl auch seine Tätigkeit
für die BUWOG, die er über 21 Jahre
in verschiedenen Rollen begleitet und
geführt hat. Clara C. Streit, Vorsitzende
des Aufsichtsrats: „Im Namen aller Aufsichtsratsmitglieder
danke ich Daniel
Riedl sehr herzlich für seine Arbeit in
den vergangenen acht Jahren.“
Greystar hat Mathias Keller zum Director
Investment für Deutschland und
Österreich ernannt. In dieser Position
übernimmt er die Leitung der Transaktionen
in beiden Ländern. „Mathias
ist ein erfahrener Investment-Experte
mit umfassendem Know-how und
einem starken Netzwerk, um neue
Projektchancen zu erschließen“, sagte
Matthias Euler, Managing Director Germany
& Austria bei Greystar. Greystar
ist in Österreich unter anderem in den
DC Tower 3 und in „Momento“ in der
Dresdner Straße 90, beide in Wien, investiert.
Keller bringt knapp 20 Jahre
Erfahrung in der Beratung nationaler
und internationaler Investoren mit. Er
kommt von CBRE, wo er das überregionale
Transaktionsgeschäft leitete.
Christian Berger übernimmt mit 1. Oktober
2025 den Vorsitz der Geschäftsführung
in der UBM Development
Deutschland GmbH. Er verantwortet
künftig die Bereiche Vertrieb, Vermietung,
Vermarktung, Projektentwicklung
und Kommunikation. Der bisherige
Vorsitzende, David Christmann,
war im Juli ausgeschieden. „Schneller
als erwartet konnte mit Christian Berger
ein Nachfolger gefunden werden“,
teilte das Unternehmen mit. Berger ist
kein Unbekannter: Er war bereits zwischen
2001 und 2020 für UBM bzw. deren
Vorgängergesellschaften tätig, zuletzt
als Geschäftsführer. Danach war
er für Artprojekt und 6B47 in Deutschland
aktiv.
05/2025
immobilien investment
MEINUNGEN + MÄRKTE
15
EXPERTENTIPP
WOHNEN NEU GEDACHT: WIE DER GENERATIONENWANDEL
FRISCHE KONZEPTE FORDERT
Ich frage mich oft, wie meine kleine Tochter einmal leben wird – wird sie den klassischen Weg
ins Eigenheim wählen, oder werden Flexibilität, Nachhaltigkeit, Mobilität für sie an erster Stelle
stehen?
IMMOunited/Helmut Tremmel
ROLAND
SCHMID
CEO & Owner,
IMMOunited GmbH
Der österreichische Immobilienmarkt erlebt
einen Generationenwechsel - und mit ihm
verändern sich Werte, Wohnformen und
Kaufmotive. Während Babyboomer ihre Immobilien
veräußern oder vererben, stehen Millennials
und GenZ vor einer neuen Realität aus hohen Preisen,
strengen Kreditrichtlinien und dem Wunsch
nach Flexibilität.
Für Eigentümer:innen eröffnet das neue
Chancen – vorausgesetzt, sie verstehen die Bedürfnisse
der nächsten Käufergeneration. Junge
Menschen suchen keine „Vier-Wände-fürs-Leben“,
sondern smarte, leistbare und nachhaltige
Wohnlösungen. Wer also modernisiert, energieeffizient
saniert und Raum für flexible Nutzung
bietet, steigert nicht nur den Wert seiner Immobilie,
sondern spricht gezielt neue Zielgruppen
an. Gleichzeitig können Modelle wie Mietkauf,
Co-Living oder generationenübergreifendes Wohnen
gerade im urbanen Raum neue Nachfrage
schaffen.
Für Käufer:innen wiederum lohnt sich der genaue
Blick auf regionale Unterschiede: Wien und
Salzburg bleiben hochpreisig, während das Burgenland,
Kärnten oder Oberösterreich durchaus leistbare
Alternativen bieten. Immobilien-Interessierte
werden von IMMOunited frühzeitig mit einer
sorgfältigen Standortanalyse dabei unterstützt,
Lebensräume zu schaffen, die sich an ihren Bedürfnissen
orientieren.
Der Generationenwechsel ist eine Chance,
Wohnräume neu zu denken. Wer diesen Wandel
versteht, wird die Zukunft des Wohnens erfolgreich
mitgestalten.
PROMOTION
Quality Living
im trendigen
Neunten.
Augasse 17 | 1090 Wien
30
Jahre
Raiffeisen
Wohnbau
Moderne Eigentumswohnungen
mit ca. 40 – 163 m2
Ökologisches Heizen & Kühlen
Tiefgarage mit Vorbereitung
für E-Ladestationen
Kontaktieren Sie:
irene.kuess@raiffeisen-wohnbau.at
+43 664 8875 8304
immobilien investment 05/2025
HWB 28 | Visualisierung (Symbolbild) © JAMJAM
Raiffeisen Wohnbau ist eine Marke der Raiffeisen-Leasing GmbH.
16 KOLUMNE
NACH(HALTIG) GEDACHT
WAS IST LEISTBARKEIT?
Leistbares Wohnen – der Schlachtruf in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Was ist
Leistbarkeit? Leistbarkeit umfasst viel mehr als die Kaltmiete, was außer Politikern diverser
Couleurs fast alle verstanden haben.
Value One
PETER ENGERT
ÖGNI-Geschäftsführer
Die Grundbausteine der Kosten für Wohnen
sind die Kaltmiete bzw. die Kapitalverzinsung
bei Eigentumswohnungen,
die Betriebskosten und die Kosten für Energie
(Strom, Heizen, Kühlen). Wenn wir versuchen
wollen, Leistbarkeit in diesem Bereich umzusetzen,
sollten zuerst die Energiekosten herangezogen
werden. Jede gelungene thermische
Sanierung verringert sofort die Energiekosten,
selbst produzierte Energie kann, etwa in einer
Energiegemeinschaft aller Hausbewohner, Erleichterung
bei der Abhängigkeit von internationalen
Energiemärkten schaffen. Die Umstellung
auf regenerative Energiequellen (raus aus Öl und
Gas) bringt zwar nicht sofort einen Kostenvorteil,
wehrt aber in Zukunft anwachsende Kosten
für einen CO 2 -Ausstoß ab. Eine Umstellung vor
erfolgter thermischer Sanierung ist allerdings
nicht sinnvoll und verursacht unnötige Investitions-
und Betriebskosten.
Niemals sollten gesellschaftspolitische Maßnahmen
zur Erreichung von Leistbarkeit im Wohnen
durch staatliche Eingriffe zur Festlegung einer
fairen Kaltmiete umgesetzt werden. Fair bezieht
sich in diesem Fall auf eine marktübliche Verzinsung
des vom Hauseigentümer eingesetzten Kapitals
inklusive der Abgeltung der Abnutzung und
Abschreibung, die nicht über Betriebskosten an
die Nutzer verrechenbar ist. Alle Zwangseingriffe
in diesem Bereich, die die Rendite eines Gebäudes,
egal welcher Art, unattraktiv bzw. desaströs
werden lassen, haben sofortige Auswirkungen auf
den Markt. In Österreich sehen wir gerade, dass
bereits Ankündigungen reichen, um das Bauvolumen
dramatisch zu reduzieren. Das ist übrigens
nicht neu, denn diesen – die Bürger schädigenden
– Zusammenhang konnten wir schon in der jüngeren
Geschichte in verschiedenen Regionen Europas
beobachten.
Aber zurück zur Leistbarkeit: Wir sollten unsere
Betrachtung über das Naheliegende hinweg erweitern.
Die Mobilität trägt zur Leistbarkeit bei. Wenn
wir in Gegenden leben oder arbeiten, die es nötig
machen, PKWs anzuschaffen, um mobil sein zu
können, verteuert das unsere Lebenskosten. Wenn
wir in einem gut gemanagten Quartier wohnen, in
dem die Marktkraft der Gemeinschaft genutzt wird,
um starke Energiegemeinschaften zu gründen und
eine bessere sowie günstigere Wärme- und Kälteversorgung
zu ermöglichen, trägt das wesentlich
zur Leistbarkeit bei.
Gemeinschaftsflächen, die beispielsweise
durch attraktive Waschsalons Investitionen und
Betriebskosten in den eigenen vier Wänden ersparen,
bringen uns diesem Ziel zusätzlich ein Stück
näher.
Ebenso definiert sich Leistbarkeit über gute
Architektur. Jede technische Gebäudeausstattung,
die eingespart werden kann, weil gute Architektur
Kühlung und Heizung unterstützt, ist ein Gewinn.
Jede gut geplante Raumaufteilung, die sich an veränderte
Lebenssituationen anpassen lässt und
einen regelmäßigen Umzug verhindert, kann viel
Geld sparen.
Als Gesellschaft sollten wir dort unterstützen,
wo Menschen wirklich geholfen werden kann. Eine
staatliche Regulierung der Mieten trägt dazu sicher
nicht bei.
AdobeStock
05/2025
immobilien investment
KOLUMNE
17
immobilien investment 05/2025
18
ZURÜCK ZUR REALITÄT
ANALYSE Die diesjährige EXPO REAL in München zeigt deutlich: Der 2022 lancierte Leitspruch
„Survive till 25“ war leider zu kurz gegriffen. Die Euphorie aus der Nullzinsphase ist der
Ernüchterung gewichen. Doch auch das bietet Chancen.
Mit Durchhalteparolen à la „Die Talsohle
ist durchschritten“ oder „Wenn der Zins
wieder auf einem moderaten Niveau angelangt
ist, wird der Markt wieder voll anspringen“,
ebenso wie mit postulierten Trendwenden wird
man den aktuellen Markt nicht stimulieren können.
Das hat sich bei der diesjährigen EXPO REAL
in München gezeigt. Überdies haben sich Phrasen
wie „Survive till 25“ nicht bewahrheiten können.
Das Jahr ist schließlich bald um. Von der Stimmung
her hatten die genannten Erkenntnisse allerdings
schon etwas Erlösendes an sich. Denn die Euphorie
aus ungeahnten Erfolgszeiten vor Mitte 2022 ist
einem beinharten Realismus gewichen – und der ist
für die Herausforderungen der kommenden Monate
(oder eher Jahre) auch notwendig, um erfolgreich
arbeiten zu können.
Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, jetzt
sollte man sich neben den Kennzahlen aber auch
mit der Immobilie selbst beschäftigen, um sie
marktfähig zu halten. Schließlich ist dies ein Umfeld,
in dem sich vor allem Profis behaupten können.
Nach zahllosen Terminen (ja, es herrscht viel
Gesprächsbedarf) konnte sich „immobilien investment“
ein Bild der aktuellen Lage in der Immobilienwirtschaft
machen – und die ist für jene, die über
Know-how zu Immobilien und Finanzen verfügen,
gar nicht einmal so schlecht. Für diejenigen, die
mit aufgezinsten bunten Projektbildern dereinst
Investoren um sich scharen konnten, weil es in
der Nullzinsphase eben keine Anlagealternativen
gab, und die dann krachend gescheitert sind, ist die
Party freilich vorbei – und sie werden zur nächsten
auch nicht mehr eingeladen. Nachdem der Glanz
der schillernden Persönlichkeiten von damals in
Windeseile verblasst ist, schauen sich Investoren
und Finanzierer die Projektwerber sehr genau an.
Und sind weiterhin auf der Suche nach werthaltigen
Assets, die neben einem laufenden Cashflow
vor allem eines bieten: Sicherheit.
05/2025
immobilien investment
EXPO REAL NACHBERICHT
19
dem Richter. Für Versicherungen und Pensionskassen
gab es ein böses Erwachen, mussten sie sich
doch plötzlich mit hohen Verlusten auseinandersetzen.
Doch sie haben schnell gelernt. Globale
Assetmanager wie Morgan Stanley, PGIM oder Edmond
de Rothschild wurden zwischengeschaltet
und sind nun auf der Suche nach den passenden
Immobilien für die genannten Investoren. Diese
haben nun Geld zur Verfügung und veranlagen
über Real-Estate-Debt-Finanzierungen. Im Vordergrund
steht nicht mehr die Rendite, sondern absolute
Sicherheit. Bis gekauft wird, wird genauestens
geprüft – sowohl, was Objekt und Portfolio angeht,
als auch, was die Reputation des Finanzierungswerber
betrifft.
Folgende Trends machten sich auf der EXPO REAL
bemerkbar:
1. GLOBALE ASSETMANAGER ÜBERNEHMEN
– REAL ESTATE DEBTS ALS VEHIKEL
In der Nullzinsphase schien für die Immobilienwirtschaft
selbst alles perfekt. Banken mussten
Kredite rausschießen, sonst hätten sie an die EZB
bezahlt, institutionelle Investoren wie Versicherungen
und Pensionskassen mussten veranlagen,
Staatsanleihen oder Bankzinsen kamen aufgrund
der niedrigen Renditen nicht infrage, ergo waren
nur Immobilien eine Option. Es wurde gebaut, finanziert,
gedreht – und der Umstand, dass sich der
Kapitaldruck fast ausschließlich auf das Produkt
Immobilie verlagert hatte, sorgte für vermeintlich
goldene Zeiten. Höher, weiter, schneller – und auch
teurer war die Devise. Man wähnte sich auf dem
Kamm einer wunderschönen Welle. Und die zog
obendrein Glücksritter und Schnelldreher an. Doch
dann kam der Einmarsch Russlands in die Ukraine,
die Inflation schnellte in die Höhe – und damit
auch der Leitzins durch die EZB. Deshalb hielten
viele Finanzierungsmodelle nicht mehr. Die Folge
waren nicht nur zum Teil massive Abwertungen
im Immobiliensektor, sondern es fegte auch eine
Pleitewelle sondergleichen durch die Branche. Einst
schillernde Player fielen tief und landeten hart vor
2. BANKEN FINANZIEREN –
UND SCHAUEN GENAU
Auch bei den Banken hatte sich mit der Zinswende
Ernüchterung eingestellt. Millionenschwere Finanzierungen
von Projekten, die dann doch nicht
fertiggestellt wurden, mussten deutlich wertberichtigt
oder ganz abgeschrieben werden. Zwar
sind mit Beginn der Zinswende viele Immobilienkredite
prolongiert worden, doch auch das läuft
langsam aus. Und das könnte viele Bestandshalter
treffen, denn in der Branche geht man davon aus,
dass die Pleitewelle, die einst die Entwickler getroffen
hat, auf diese Gruppe überschwappt. Und
das vor allem, wenn die Portfolien nicht über die
Standards verfügen – Stichwort ESG –, die die Objekte
auch marktfähig machen. Das Resultat: Die
Banken agieren viel vorsichtiger. Natürlich, heißt es
aus Bankenkreisen, finanziere man Projekte, allerdings
mit gewissen Anforderungen. Heißt: Mindestens
20, besser 40 Prozent Eigenkapital, am besten
echtes Eigenkapital und keine Derivate wie Mezzanine-Finanzierungen.
Der Loan-To-Value muss in
einem realistischen Rahmen bleiben, ebenso wird
auf eine ausgearbeitete Exit-Strategie geachtet.
Wesentlicher Punkt: Die Prolongationsfähigkeit ist
erschöpft, heißt es vonseiten vieler Banken, zudem
sollen sich die Objekte aus dem laufenden Cash-
Der „Europa
Mitte“-Stand war
einmal mehr Anlaufstelle
für die
österreichische und
die internationale
Immobilienwirtschaft.
immobilien investment 05/2025
20 EXPO REAL NACHBERICHT
Highstreets und Shoppingcenter sind aufgrund der
schwindenden Kaufpreise eher naja, dafür gelten
Fachmarktzentren mit regionaler Versorgungsfunktion
als interessant.
flow selbst tragen können. Außerdem: ohne ESG
keine Finanzierung.
3. BEI ASSETS IST SICHERHEIT GEFRAGT
In unsicheren Zeiten nimmt das Sicherheitsbedürfnis
zu. Das gilt vor allem bei Immobilieninvestments.
Sicherheit heißt, dass die Immobilie
aufgrund der Lageparameter und des laufenden
Cashflows zu guten Preisen weiterverkaufsfähig
ist. Für Gewerbeimmobilien bedeutet das vor allem
einen bonitätsstarken Mieterbesatz, zeitgemäße
(Haus-)Technik sowie Standorte in wachstumsstarken,
aber stabilen Märkten. Entsprechend stehen
Büroimmobilien, einst Investors Darling, sehr
selektiv auf dem Speisezettel von Investoren. Abgelöst
wurden sie in der Regel von Wohnimmobilien,
die weniger konjunktursensibel sind. Gedreht
werden vollvermietete Bestandsimmobilien, die
über entsprechende Energieeffizienzstandards verfügen.
Bedingt durch die geopolitischen Krisenherde
stehen auch Logistikimmobilien hoch im Kurs.
Da sind zwar durch die enorme Projektdichte in
der Nullzinsphase teilweise erhebliche Leerstandsraten
zu verzeichnen, ebenso durch die Krise im
Automotive-Bereich. Allerdings rekalibriert sich die
Wirtschaft gerade, vor allem, weil die Europäische
Union auf Verteidigung setzt. Das rückt Logistikhubs
an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten
wieder in den Fokus. Attraktiver wird auch der Bereich
E-Commerce, da Plattformen aus dem asiatischen
Raum nach Europa drängen. Im stationären
Einzelhandel geht es deutlich verhaltener zu.
4. KAUM INTERESSE AN FORWARD
DEALS
Was waren das für Zeiten, als Nullzins herrschte
und Projekte quasi vom Reißbrett gekauft wurden,
teilweise sogar noch vor der Baugenehmigung. Das
spiegelt auch den Kapitaldruck von damals wider.
Entsprechend ritterte man dann auf der EXPO REAL
um die besten Projekte – je prestigeträchtiger, desto
schneller fand sich ein Abnehmer, der um teures
Geld zukaufte. Diese Zeiten sind vorbei. Dass Projekte
vor Baustart gekauft werden, ist mittlerweile
eher zu einem Randphänomen geworden, zu hoch
erscheint Investoren das Development-Risiko, also
die Gefahr, dass der, der das Projekt startet, es nicht
zu Ende führen kann. Das prominenteste Beispiel
ist der Fall Benko (dessen Stand auf der EXPO REAL
schon im Vorjahr von Saudi Invest übernommen
wurde). Dieser hat das Entwicklungsrisiko deutlich
vor Augen geführt, weil zahlreiche Projekte in bestenfalls
halbfertigem Status derzeit darauf warten,
dass sich ein Investor oder Entwickler findet, der
sich der verwaisten Baustellen erbarmt und die
Rumpfprojekte fertigstellt. In Wien, wo etwa das
„Lamarr“ entstanden ist, hat dies die Stumpf-Gruppe
getan, die diese Bauruine nun – mit erheblichen
Änderungen – finalisieren wird. Ähnlich ist es beim
Elbtower in Hamburg, dessen Sockel seit über zwei
Jahren steht. Becken Development, ein Hamburger
Entwickler, übernimmt dieses Projekt – mittlerweile
ist auch die Stadt Hamburg mit über einer
halben Milliarde Euro eingestiegen, weshalb das
Naturkundemuseum eine neue Heimat bekommen
wird. Bei einigen Projekten – ein Gutteil davon
in München – ist noch unklar, wie es weitergeht.
Fakt ist: Investoren scheuen derzeit das Development-Risiko.
Bei der EXPO REAL war das dadurch
erkennbar, dass wenig Projektbilder zu sehen waren,
dafür aber viele Dienstleister ausstellten.
5. REPUTATION UND TRACK-RECORD
ZÄHLEN
Damit überhaupt Forward Deals wieder salonfähig
werden können, ebenso wie Transaktionen im Bestand,
ist vor allem eines wichtig: Vertrauen. Davon
ist im Zuge der Zinswende viel verlorengegangen
und muss erst mühsam zurückgewonnen werden.
Was Finanzierungen oder Investments betrifft, sind
Reputation und Track-Record zur härtesten Währung
geworden. Jene Glücksritter, die viel Geld versenkt
und damit nicht nur Investoren, Gewerken,
Nutzern und Banken, sondern auch dem Ansehen
der Branche Schaden zugefügt haben, bleiben weg.
Sie werden die Anfangshürde – Reputation und
05/2025
immobilien investment
EXPO REAL NACHBERICHT
21
Track-Record – nicht bewältigen können. Das führt
letztendlich zu einer guten Nachricht, und darum
ist auf der EXPO REAL auch ein Quäntchen Hoffnung
angebracht gewesen: Wer ordentlich gewirtschaftet
hat, transparent und ehrlich mit den Stakeholdern
kommuniziert, genaue Kenntnisse über das Asset
an sich und dessen Potenzial besitzt sowie eine Reihe
an schönen und tragfähigen Projekten realisiert
hat, der hat künftig gute Chancen. Und zwar auf
entsprechende Finanzierungen für weitere Projekte
zu guten Konditionen. Diese Marktteilnehmer sind
es letztendlich auch, die die Immobilienzukunft gestalten
können – und vor allem sollen. Am Anfang
und am Ende einer jeden Immobilie steht nämlich
der Mensch. CHARLES STEINER
Wie jedes Jahr war auch heuer eine Abordnung des
Österreichischen Städtebunds auf dem „Europa Mitte“-Gemeinschaftsstand
bei der EXPO REAL vertreten.
ÖSTERREICHISCHE
GASTFREUNDSCHAFT
IN EUROPAS MITTE
Der von DMV della lucia Medienverlag
und MAYA International ausgerichtete
Gemeinschaftsstand „Europa
Mitte“ hat sich einmal mehr als DER
Treffpunkt der österreichischen und
internationalen Immobilienwirtschaft
erwiesen.
Die EXPO REAL 2025 bot auch in diesem Jahr
eine zentrale Plattform für internationale
Immobilien- und Investmentthemen. Besonders
der zweistöckige Gemeinschaftsstand „Europa
Mitte“ glänzte als Treffpunkt für Fachleute aus
Österreich und dem Ausland. Unter dem Motto
„business & networking“ entstand ein offener
Raum für persönliche Gespräche, fachlichen
Austausch und neue Partnerschaften. Die österreichische
Gastlichkeit, die den Stand von DMV
– della lucia medien & verlags GmbH und MAYA
International GmbH auszeichnete, verlieh dem
Messeauftritt eine besondere Atmosphäre. „‚Europa
Mitte‘ ist längst der Treffpunkt der Branche.
Wir setzen auf Kompetenz, österreichische Gastfreundschaft
und echte Kommunikation – das
macht diesen Ort besonders“, betonte Elisabeth
Della Lucia, Geschäftsführerin von DMV. In guter
Tradition war auch eine Abordnung des Österreichischer
Städtebund zu Gast und unterstrich die
Bedeutung kommunaler Vernetzung im internationalen
Kontext.
UNSERE MITAUSSTELLER 2025
„Die Presse“ Verlagsgesmb & Co KG
BIP Immobilien Development GmbH
Cachalot media house GmbH
Datascience Service GmbH
Delta AG
ELK Bau GmbH
Hawlik Gerginski Architekten ZT GmbH
HSP Rechtsanwälte GmbH
Hypo Noe Landesbank
ImmoScout24 (Immobilien Scout Österreich
GmbH)
IMMOunited GmbH
Kollitsch Investment GmbH
Kollitsch: Ekazent Management GmbH
Kollitsch: Invester - United Benefits GmbH
Kollitsch: United Climate ESG Consulting
GmbH
Kollitsch: Wealthcore Investment Management
GmbH
MRP Consult
ÖBB Werbung GmbH
Palmira
UBM Development AG
Urbanek Real Estate GmbH
Wien 3420 aspern Development AG
Wolf Theiss Rechtsanwälte GmbH & Co KG
WSE Stadtentwicklung
immobilien investment 05/2025
22
NEWS EVENTS
RPHI FEIERT
15. JUBILÄUM
Stephan Huger
Gleich doppelt Grund zum Feiern
hatte die Raiffeisen Property Holding
International (RPHI) am Mittwoch:
Das Unternehmen beging sein
15-jähriges Bestehen und eröffnete
zugleich sein neues Headquarter
im dritten Wiener Gemeindebezirk.
Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung
im von RPHI entwickelten
Stadtquartier@WienArena wurden
die modernen Büroräumlichkeiten
gemeinsam mit Partnern, Kunden
und Mitarbeitern eingeweiht.
KUNST AM BAU – DIALOG ZWISCHEN ARCHITEKTUR
UND ÄSTHETIK
Volles Haus bei „BUWOG im Gespräch“:
Bei der 5. Ausgabe der Buwog-Eventreihe
diskutierten Expert:innen aus Kunst,
Architektur und Stadtplanung im BU-
WOG-Kundenzentrum über die Rolle von
Kunst im Wohnbau. Auf dem Podium: u.a.
Ingeborg Erhart, Stephan Ferenczy, Irene
Lundström, Viktoria Morgenstern und
Daniel Riedl. Danach: lebhafter Austausch
und Vernetzung.
RPHI
26 IMMO-PROFIS
RADELTEN VON WIEN
ZUR EXPO REAL
Zum 15. Mal ist dieses Jahr die
Equipe Expo von Wien aus mit dem
Rennrad zur Immobilienmesse Expo
Real nach München aufgebrochen.
Die Gruppe, die mittlerweile 26 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer umfasst,
legt heuer in fünf Etappen
rund 650 Kilometer zurück. Die Route
führt von Wien über Zwettl, Bad
Leonfelden und Altötting durch die
Wachau, das Wald- und Mühlviertel
sowie Bayern bis nach München.
leadersnet.at/ R. Brunhölzl
RUSTLER IMMOBILIEN FEIERT
35-JÄHRIGES BESTEHEN
beigestellt
Das Maklerunternehmen der Rustler
Gruppe hat am 16. September sein
35-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 150
Gäste nahmen an der Jubiläumsveranstaltung
im Justizcafé im ersten Wiener
Bezirk teil. Bei spätsommerlichem Ausblick
über die Dächer Wiens, Drinks und
Fingerfood wurde die Unternehmensgeschichte
gewürdigt und der Blick auf die
Zukunft gerichtet.
05/2025
immobilien investment
!
KOLUMNE
RUHIG WOHNEN. URBAN LEBEN.
QUARZWEG 1, 1210 WIEN
• freifinanzierte Eigentumswohnungen, 2-4 Zimmer
• hochwertige Ausstattung
• ca. 10 Minuten zum Bhf. Floridsdorf
• absolute Grünruhelage
• Kaufpreis ab € 350.000,- (zzgl. Nebenkosten)
• PV-Anlage & Wärmepumpe
23
HWB Ref.SK 27,9 kWh/m²a; HWB SK 23,0 kWh/m²a | fGEE, SK = 0,72
www.quarzweg1.at
Bezugsfertig:
Dezember 2025
Jetzt besichtigen:
© NID | Renderbild
+43 2742 93089-300
office@nid.immo
WOHNEN MIT STIL IN BAD VÖSLAU.
FÄRBERSTRASSE 15, 2540 BAD VÖSLAU
• freifinanzierte Eigentumswohnungen, 2-4 Zimmer
• Alle Tops mit Balkon, Terrasse oder Eigengarten
• Kaufpreis ab € 284.000,- (zzgl. Nebenkosten)
• Tiefgaragenstellplätze
www.faerberstrasse15.at
Stiege 1/2: HWB/HWB SK 27,3-34,3 kWh/m2; fGEE, SK = 0,68-0,71
© NID | imagina.at
immobilien investment 05/2025
+43 2742 93089 - 300 | office@nid.immo
24 BAUPROJEKTE
MIT DEM IMMOBILIENINVESTMENT
STEUERN SPAREN
REPORTAGE Bei einer Investition in ein Bauherrenmodell profitieren Anleger in zweierlei Hinsicht:
Sie bauen langfristig Immobilienvermögen auf und optimieren dabei ihre Steuerleistung.
einem Bauherrenmodell handelt es sich um ein
Immobilieninvestment, bei dem mehrere Anleger
eine Liegenschaft erwerben, um diese zu sanieren
bzw. neu zu errichten und langfristig zu vermieten,
sodass inflationsgeschützte Einnahmen lukriert
werden können. Da damit in der Regel geförderter
Wohnraum geschaffen wird, können die Investoren
im Gegenzug von staatlichen Förderungen und
steuerlichen Vorteilen profitieren.
IFA AG
Anfang September
konnte etwa die IFA
das Bauherrenmodell
„Baumstadt 2“
in Wien erfolgreich
abschließen.
Im kommenden Sommer soll es so weit sein: In
der Kopalgasse 11, in Wien-Simmering, wird
voraussichtlich der Spatenstich für ein Wohnbauprojekt
mit 41 Apartments mit Größen von 36
bis 87 Quadratmetern sowie persönlicher Freifläche
wie Balkon, Terrasse und/oder Loggia erfolgen.
So weit, so unspektakulär. Zwar hinkt die Zahl der
Baustarts in der Bundeshauptstadt weiterhin dem
Niveau vor 2022 deutlich hinterher, allerdings werden
vor allem in den größeren Bezirken nördlich
der Donau oder im Süden durchaus weiterhin Projekte
realisiert.
BAUHERRENMODELL: BEGRIFFE
Nicht ganz alltäglich macht das Bauvorhaben,
dass es in Form eines Bauherrenmodells umgesetzt
wird, im Übrigen das 500. des Anbieters IFA AG. Bei
Kleines Bauherrenmodell: Anleger beteiligen sich anteilsmäßig an einem fast fertig
entwickelten Projekt und erhalten aufgrund des dadurch geringeren Risikos weniger
Mitspracherechte, kommen aber in den Genuss von Steuervorteilen.
Bauherrenwohnung bzw. Bauherrenmodell plus: Es gilt dasselbe wie beim kleinen
Bauherrenmodell, der Investor bekommt hier nur eine konkrete Wohnung zugeteilt.
Großes Bauherrenmodell: Der Bauherr partizipiert, wie ein Unternehmer, aktiv an
der Entwicklung eines Projekts und kann dafür wirtschaftliche und steuerliche Effekte
nutzen.
Totalgewinn (auch „Totalüberschuss“): Die Einnahmen aus dem Bauherrenmodell
übersteigen die Gesamtkosten. Tritt üblicherweise nach dem 20. bis 25. Jahr ein.
Liebhaberei: Kann kein Totalgewinn erwirtschaftet werden, geht das Finanzamt davon
aus, dass es sich bei einem Bauherrenmodell-Investment um Liebhaberei handelt. Die
Folge: Bereits geltend gemachte Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden.
Mietenpool: gemeinsamer Topf, in den bei einem Bauherrenmodell alle Einnahmen fließen
und aus dem Ausgaben getätigt werden. Etwaige Leerstände oder Mietrückstände
werden von allen Anlegern anteilsmäßig getragen.
Rundum-sorglos-Paket: Von Entwicklung und Ankauf über den Bau bis hin zur Verwaltung
der fertigen Immobilie – der Anbieter übernimmt hier alles für den Anleger.
KAUM LEERSTANDSRISIKO
Mehr noch als in der Vergangenheit müssen sich
„Bauherren“ gerade im aktuellen Umfeld keine
großen Sorgen über etwaige Leerstände machen.
„Die Nachfrage nach hochwertigen und leistbaren
Wohnungen in österreichischen Ballungsräumen
steigt überproportional zum Angebot, vor allem bei
Mietwohnungen“, bringt es IFA-Manager Gunther
Hingsammer auf den Punkt. Kurz: Anleger könnten
mit einer hohen Vermietungssicherheit und
damit auch zuverlässigen Renditen rechnen. Beim
erwähnten 500. Bauherrenmodell der IFA winken
Anlegern übrigens 6,2 Prozent im Jahr (nach Ablauf
der Förderphase bei Kreditzeichnung).
Trotz aller Vorzüge haben Anleger in den letzten
krisengezeichneten Jahren bei Bauherrenmodellen
Vorsicht walten lassen, auch um sich attraktiveren
Veranlagungsmöglichkeiten zuzuwenden. Seit
Jahresbeginn hat jedoch die Nachfrage merklich
zugenommen, und den Anbietern gelingt es, mehr
und mehr Projekte zu platzieren. Erst Anfang September
konnte etwa die IFA das Bauherrenmodell
„Baumstadt 2“ in Wien erfolgreich abschließen,
sprich die benötigte Investitionssumme von 10,1
Millionen Euro bei Anlegern einsammeln. Wie bei
der Immobilien-Anlagemöglichkeit üblich, wird
nun der Baustart erfolgen – laut IFA „noch in diesem
Jahr“.
Auch in Graz tut sich derzeit einiges in Sachen
Bauherrenmodelle. In der ersten Jahreshälfte konnte
dort etwa der Veranlagungsspezialist Valuita
ein Wohnprojekt mit vier Reihenhäusern in der
Amreichstraße, im Bezirk Wetzelsdorf, platzieren.
Wie CEO Walter Neumann verrät, steht man bei
einem weiteren Bauherrenmodell kurz vor dem
Abschluss: Beim „Campus Verde“ handelt es sich
um ein Studentenheim mit 43 Zimmern, das im
ehemaligen Stabsgebäude auf dem früheren Areal
der Kirchner-Kaserne in Graz entstehen wird. Zwei
05/2025
immobilien investment
BAUPROJEKTE
25
weitere Bauherrenmodelle, darunter eines am Grazer
Josef-Kienzl-Weg, sollen heuer noch aufgelegt
werden, so Neumann.
GRAZ PROFITIERT VON POSITIVER FÖR-
DERLAGE
Auch der Vermögensberater PERICON hat in der
steirischen Landeshauptstadt einiges vor. Aktuell
gilt der Fokus zwei Projekten, bei denen bereits
Anteile verkauft worden seien, so Geschäftsführer
Stefan Koller. „Das Closing ist für den Spätherbst
geplant“, verrät er, wie es um die „Kernprojekte“
„City.Pulse Graz-Liebenau“ und „Kärntner Straße
414“ steht. Ersteres entsteht in der Raiffeisenstraße
im zentralen Stadtbezirk Graz-Liebenau und umfasst
einen klimaaktiv-zertifizierten Neubau mit 17
hochwertig ausgestatteten Wohnungen (40 bis 80
Quadratmeter) sowie großzügigen Freiflächen und
Tiefgarage. Zum zweiten Bauherrenmodell, das am
Grazer Grüngürtel realisiert werden soll, gehören
wiederum – voraussichtlich – 13 geförderte Zwei-
bis Vierzimmerwohnungen. Das Projektvolumen
liegt in beiden Fällen bei rund sechs Millionen Euro.
Dass gerade in Graz so viele Bauherrenmodelle
umgesetzt werden, liegt vor allem an der dortigen
Förderlage. Konkret werden in der Steiermark sowohl
die Sanierung als auch die Assanierung von
leistbarem Wohnraum gefördert. Bei Letzterem
handelt es sich um das zumindest weitgehende Ersetzen
eines Gebäudes, das als Ganzes nicht mehr
erhaltenswert ist – entweder durch einen kompletten
Neubau oder einen Neubauanteil von mehr als
50 Prozent. „In beiden Förderbereichen erlaubt der
Gesetzgeber die Zuordnung von bestimmten Wohnungen“,
erklärt Koller. Daher auch die geläufige
Bezeichnung „Bauherrenwohnung“ (auch „Bauherrenmodell
plus“).
Bei einem „normalen“ Bauherrenmodell erwirbt
man als Anleger hingegen nur ideelle Anteile
an einem geförderten Wohnbauprojekt, mit denen
man im Grundbuch steht. Oder man beteiligt sich
an Unternehmen, das entsprechend im Grundbuch
angeführt wird. Beim Erreichen eines Totalgewinns
(siehe dazu Infobox) können die Anteile verkauft
werden. Im Falle des „Bauherrenmodells plus“ verkauft
der Anleger hingegen dann seine Wohnung.
In beiden Fällen kann es bis zu 25 Jahre dauern, bis
es so weit ist. Das eingangs erwähnte IFA-Projekt
in Simmering wird übrigens in beiden Varianten
angeboten – als „Bauherrenmodell plus“ erstmals
in Wien.
INVESTMENT FÜR BESSERVERDIENER
Egal, für welche Ausprägung man sich letztlich entscheidet,
spannend macht die Immobilienveranlagung,
dass Bauherren die Sanierungs- und Baukosten
für ein Wohnungsprojekt beschleunigt auf
15 Jahre absetzen können. Über diesen Zeitraum
schreibt man nämlich mehr Verluste als Einkünfte,
weshalb die Mieten steuerfrei gestellt werden und
Verluste, die darüber hinausgehen, mit sonstigen
Erwerbseinkommen kompensiert werden können.
Auch Nebenkosten können als Werbungskosten
geltend gemacht werden. „Es gibt keine andere
Möglichkeit in Österreich, langfristig Vermögen
im Sachwert Immobilien aufzubauen und dabei
gleichzeitig noch Steuern zu sparen“, hält Stefan
Koller fest. Laut Steuerexperten machen Bauherrenmodelle
ab einem Jahresgehalt von 36.000 bis
70.000 Euro Sinn. Am größten wären die Steuervorteile
allerdings bei einem jährlichen Einkommen
von mehr als 70.000 Euro. PATRICK BALDIA
Mit 17 hochwertig ausgestatteten Wohnungen, sowie großzügigen Freiflächen
und Tiefgarage geht Pericon an den Start.
immovate PERICON
Beim „Campus Verde“ handelt es sich um ein Studentenheim mit 43 Zimmern,
das im ehemaligen Stabsgebäude auf dem früheren Areal der Kirchner-Kaserne
in Graz entstehen wird.
immobilien investment 05/2025
„DER MARKT IST AKTUELL
KEIN EINFACHER“
REPORTAGE Der Wohnimmobilienmarkt in Ostösterreich ist höchst divers. Doch eine
Gemeinsamkeit gibt es: die geringe Bautätigkeit.
Mit dem „Lagoon“
entstehen in Rust
15 Wohnungen mit
2 bis 4 Zimmern.
Es gibt Fragen, die ganz leicht mit einem eindeutigen
Ja oder Nein beantwortet werden können.
Nicht so jene, ob es leicht sei, in Ostösterreich
eine (leistbare) Bleibe zu finden. Die Antwort darauf
lautet nämlich: „Das hängt davon ab, wo gesucht wird.“
Denn der Markt für Wohnimmobilien in Wien, Niederösterreich
und dem Burgenland ist alles andere als homogen.
Während in von Abwanderung betroffenen Regionen
und Gemeinden kaum Nachfrage herrscht und
Leerstand sowie der Verkauf von Immobilien immer
mehr zur Herausforderung werden, erweist sich die
Suche nach einer Immobilie in Städten und Regionen
mit Zuzug, in denen anhaltende Nachfrage und Angebotsverknappung
aufeinandertreffen, zunehmend als
schwierig. „Der Markt ist aktuell kein einfacher – sowohl
für Entwickler als auch für Wohnungssuchende“,
sagt Michaela Koban, Leiterin ARE Projektentwicklung.
Die Bau- und Finanzierungskosten für die Errichtung
seien weiterhin hoch, somit werde weniger gebaut und
das Angebot daher bei steigendem Angebots-Preisniveau
knapper, so Koban weiter. Wurden 2022 noch
rund 46.000 Wohnungen fertiggestellt, werden es 2026
dem „Ersten österreichischen Neubaubericht“ des
Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder
zufolge nur noch 25.000 sein.
Eine baldige Trendwende ist angesichts des
Rückgangs bei Baubewilligungen nicht zu erwarten.
Besonders dramatisch war deren Einbruch im
Vorjahr: 2024 wurden laut Statistik Austria 31.200
Wohnungen im Neubau bewilligt und damit um 8,5
Prozent weniger als 2023 oder um 40.000 weniger
als im Rekordjahr 2017.
Besonders offensichtlich ist das Auseinanderdriften
von Angebot und Nachfrage in Wien. „Anhaltender
Zuzug und eine positive Geburtenrate sorgen dafür,
dass Wohnraum gebraucht wird“, sagt Sandra Bauernfeind,
Geschäftsführerin der Zweigniederlassung
NÖ/Wien von Heimat Österreich. Begehrt seien dabei
nach wie vor besonders Mietwohnungen. Und Koban
ergänzt: „Aufgrund der Finanzierbarkeit für Kunden
sind Mietwohnungen nach wie vor gefragter als Eigentum.
Seit Kurzem zeichnet sich aber aufgrund einer
leichten Entspannung bei den Zinsen eine Erholung
ab, und der Eigentumsmarkt zieht wieder etwas an.“
Dass die anhaltende Nachfrage kaum gedeckt werden
kann, kommt nicht von ungefähr: Sind in ersten Halbjahr
2023 noch mehr als 14.000 neue Wohnungen auf
den Markt gekommen, waren es in den ersten sechs
Monaten des laufenden Jahres nur noch rund 10.000.
Doch nicht nur der Neubau geht zurück, Gleiches gilt
für das Angebot an Mietwohnungen aus dem Bestand,
vor allem in Zinshäusern, die dem Vollanwendungsbereich
des MRG unterliegen, heißt es im aktuellen
Wiener-Wohnungsmarkt-Update von EHL. Die Aussetzung
der Indexierung („Mietpreisbremse“) und die
Unsicherheit wegen weiterer möglicher Markteingriffe
führen auch in diesem Segment zu einer Verschiebung
des Angebots von Miete zu Eigentum.
Die Folge ist, dass der Aufwärtstrend bei den
Mieten weiter anhält. Demnach liegen die realen
Mietzuwächse in guten, etablierten Wohnlagen im
Vergleich zum Vorquartal aktuell bei rund 2,9 Prozent,
heißt es in dem Markt-Update weiter. Auch bei
den Preisen für Eigentum könnte es wieder aufwärts
gehen: Aktuell entwickeln sich diese zwar noch moderat,
in überdurchschnittlichen Lagen ziehen sie
jedoch bereits spürbar an. Diese Einschätzung teilt
auch Michael Molnar, Geschäftsführer von s REAL
Immobilien: „Bei Kaufpreisen ist in Wien von einer
stabilen positiven Wertentwicklung auszugehen,
wobei die Mikrolage und die Ausstattung für die
Preisentwicklung besonders ausschlaggebend sind.“
JamJam
05/2025
immobilien investment
WOHNEN
27
Wenn aktuell gebaut wird, sind es meist Stadtteil-
oder Quartiersentwicklungen: Bis Jahresende
soll beispielsweise in der Donaustadt der höchste
Turm des aus insgesamt sechs Gebäuden bestehenden
Projektes VIENNA TWENTYTWO fertiggestellt
werden. Neben Büroflächen errichtet die ARE Austrian
Real Estate dort 347 Mietwohnungen zwischen
38 und 125 Quadratmetern. Im Stadtentwicklungsgebiet
Village im Dritten hat die Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft
kürzlich die finale Bauphase
eingeläutet: Hier werden bis 2027 die letzten vier
Wohnprojekte mit insgesamt 516 frei finanzierten
Eigentums- und Mietwohnungen entlang der Otto-
Preminger-Straße errichtet. Nachschub für den
Wohnungsmarkt wird es demnächst auch im von
UBM Development entwickelten LeopoldQuartier,
einem der ersten nahezu CO 2 -neutralen Stadtquartiere
in Wien, in der Leopoldstadt geben: In den Bauteilen
C und D stehen insgesamt 253 Wohnungen
kurz vor der Fertigstellung. Übrigens: Die Pipeline
ist grundsätzlich gut gefüllt, wie ein Blick auf diverse
Stadtentwicklungsvorhaben – vom Nord- und
Nordwestbahnhof über den weiteren Ausbau der
Seestadt Aspern bis nach Liesing – zeigt.
Etwas diverser als in Wien ist der Markt in Niederösterreich:
„Der Markt ist regional sehr unterschiedlich“,
so Bauernfeind. Vor allem im Speckgürtel
rund um Wien zeigt sich in Hinblick auf Angebot,
Nachfrage und Preisentwicklung ein ähnliches Bild
wie in der Bundeshauptstadt, doch im Waldviertel
beispielsweise lässt die Nachfrage derzeit zu wünschen
übrig. Es zeigt sich allerdings ein Silberstreif
am Horizont: Nach Angaben von s REAL ist die Nachfrage
am niederösterreichischen Immobilienmarkt
in den ersten sechs Monaten gestiegen, dennoch
bleibt das Umfeld preissensibel. Auffällig sei, heißt
es in dem Marktbericht weiter, die Ausweitung des
Speckgürtels – immer mehr Menschen nehmen längere
Pendelzeiten in Kauf, um im Grünen wohnen
zu können. Diesem Wunsch trägt beispielsweise
die ARE mit zwei Projekten in Mödling Rechnung:
In enger Abstimmung mit der Stadtgemeinde wird
aktuell das neue, attraktive Stadtviertel „Im Grünen
Mödling“ im Neusiedlerviertel entwickelt. Auf zwei
Bauplätzen entstehen in nachhaltiger Bauweise eine
Wohnhausanlage mit insgesamt 116 Eigentumswohnungen
sowie vier Stadtvillen mit 47 Eigentumswohnungen.
In Maria Enzersdorf wiederum
errichtet Raiffeisen WohnBau ein Wohnprojekt mit
15 Doppel- und Reihenhäusern samt modernster
Ausstattung und ökologischer Luftwärmepumpe.
Und doch: Auch Niederösterreich erlebt derzeit
einen massiven Einbruch im Wohnbau. Die Zahl
der prognostizierten Fertigstellungen liegt heuer
Immobilien gibt’s
überall. Glücklich
wohnen nur hier.
Besuchen Sie uns
am 16. 11. 2025 auf der
Erste Wohnmesse Wien
Stand Nr. AH18
JETZT
VORMERKEN
FÜR UNSERE
NEUEN
PROJEKTE!
Zum kostenlosen
Messeticket
immobilien investment 05/2025
buwog.at
Unverbindliche Visualisierungen, Änderungen vorbehalten;
kein Rechtsanspruch ableitbar. HWB Ref, SK ca. 30 kWh/m²a, fGEE: ca. 0,7
28 WOHNEN
bei rund 3.700 Wohneinheiten, was einem signifikanten
Rückgang von rund 40 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr entspricht, so Alexander Bosak, Geschäftsführer
von EXPLOREAL, bei der Präsentation
einer im Auftrag der WKÖ durchgeführte Erhebung
zu den in der Pipeline befindlichen Wohnbauprojekten
in Niederösterreich 2025. „Im Folgejahr 2026
prognostizieren die derzeitigen Zahlen einen weiteren
Rückgang auf 3.400 fertiggestellte Wohnungen
für Niederösterreich“, so Bosak weiter.
Eine vorsichtige Trendwende ist mittlerweile
im Burgenland erkennbar: Die Nachfrage zieht an,
in beliebten Lagen steigen die Preise wieder leicht.
Dabei bleibt das Burgenland im Österreichvergleich
das Bundesland mit den geringsten Wohnkosten,
heißt es in der „Wohnstudie“ von s REAL.
Der Wunsch nach Eigentum sei mit 77 Prozent
laut „Wohnstudie“ hingegen so hoch wie nirgendwo
sonst. Besonders gefragt sind demnach sanierte
und energieeffiziente Gebrauchtobjekte, Neubau-Erstbezug
tritt in den Hintergrund. Begehrt
sind aktuell insbesondere gebrauchte Einfamilienhäuser
im unteren beziehungsweise mittleren
Preissegment von 200.000 bis 400.000 Euro, wie eine
Analyse des burgenländischen Immobilienmarkts
von Raiffeisen Immobilien, Raiffeisen Research und
der Raiffeisenlandesbank Burgenland zeigt. Aber
auch für hochpreisige Objekte am Neusiedler See
verzeichnet man bei Raiffeisen Immobilien wieder
steigendes Interesse.
Dort wird übrigens auch eifrig gebaut, beispielsweise
in Rust. Eingebettet in den Schilfgürtel des
Neusiedler Sees errichtet etwa der gleichnamige
Bauträger mit „The Lagoon“ bis Sommer 2027 ein
nachhaltiges Wohnprojekt mit 15 Wohnungen und
22 exklusiven Reihenhäusern nahe der Ruster Bucht.
„Dabei legen wir besonderen Wert auf natürliche
Materialien wie Holzelemente und eine Architektur,
die sich harmonisch in den Schilfgürtel einfügt“,
sagt dazu Hans-Joachim Werfring, Geschäftsführer
The Lagoon Immobilien GmbH & Co KG.
Doch zurück zu den Preisen: Wie Niederösterreich
zeigt sich auch das Burgenland divers.
Während der Quadratmeterpreis für ein Einfamilienhaus
in Eisenstadt laut Raiffeisen im zweiten
Quartal bei 4.061 Euro lag, waren es in Oberpullendorf
nur 2.049 Euro. Auch in Güssing (2.134 Euro),
Jennersdorf (2.227 Euro) oder Oberwart (2.260 Euro)
ist das Einfamilienhaus preisgünstiger als im Norden
des Bundeslands. Eine positive Nachricht zum
Schluss: Zwar sei die Entwicklung am Neubausektor
noch verhalten, sie zeige aber aufgrund leicht
rückläufiger Baukosten wieder tendenziell nach
oben, heißt es bei Raiffeisen. URSULA RISCHANEK
Quality Living
am malerischen
Gallitzinberg.
Gallitzinstraße 72 | 1160 Wien
30
Jahre
Raiffeisen
Wohnbau
Exklusive Eigentumswohnungen
mit ca. 51 – 120 m2
Grünruhelage, Erdwärmepumpe &
PV-Anlage
Tiefgarage mit Vorbereitung
für E-Ladestationen
Kontaktieren Sie:
irene.kuess@raiffeisen-wohnbau.at
+43 664 8875 8304
HWB 28 | Visualisierung (Symbolbild) © JAMJAM
Raiffeisen Wohnbau ist eine Marke der Raiffeisen-Leasing GmbH.
05/2025 immobilien investment
EVENT
29
DREA AWARD 2025: DAS SIND DIE GEWINNER
Sieben Kategorien, starke Signalwirkung für Innovation und Vernetzung: Auf der Expo Real sind
die Sieger aus den Final Pitches hervorgegangen.
Auf der diesjährigen Expo Real wurden die
Gewinner des DREA Award 2025 bekannt
gegeben. Im Rahmen eines Live-Finales präsentierten
die Finalisten am Montag ihre digitalen
Lösungen vor einer Fachjury und einem interessierten
Publikum aus der Immobilienwirtschaft.
Der Preis zeichnet jährlich Projekte und Technologien
aus, die digitale Entwicklungen entlang
der Immobilienwertschöpfungskette vorantreiben.
Der Award wurde in sieben Kategorien vergeben.
In der Kategorie Buy, Sell & Rent gewann
Housemeister. Im Bereich Construction wurde
PROBIS ausgezeichnet, während Backbone den
Preis für Digital Real Estate Marketing erhielt. In
der Kategorie Sustainability setzte sich Next Sense
durch. kW-Solutions wurde für Manage & Operate
prämiert. Die Bundesimmobiliengesellschaft und
DiLT Analytics erhielten die Auszeichnung für Best
Corporate – Solution Provider Project. Das Public
Voting gewann timberleicht.
Mit den prämierten Projekten wird deutlich,
dass Technologie, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche
Effizienz in der Immobilienbranche eng miteinander
verbunden sind. Der DREA Award versteht
sich nicht nur als Auszeichnung, sondern auch als
Plattform zur Vernetzung und Förderung von Prop-
Techs, Start-ups und etablierten Unternehmen.
Auf der Expo Real
wurden die diesjährigen
DREA-
Award Gewinner
ausgezeichnet.
Lee Byrne / DREA Team
Visualisierung: Patricia Bagienski-Grandits
JETZT
ANFRAGEN!
Oberes Hausfeld,
1220 Wien
– 145 frei finanzierte Eigentumswohnungen
(33-110 m²)
– provisionsfrei vom Bauträger
– Geplante Fertigstellung:
Sommer 2026
Dein neuer Ort, dein neues Zuhause – direkt an der U2!
hier blühst
immobilien investment 05/2025
doppelt auf!
du
Beratung & Information:
Gernot Johannes Maczek, BA
+43 1 533 57 63
www.you2.at
Ein Projekt von
30 WOHNEN
EIN KNAPPES GUT
REPORTAGE Zweitwohnsitze sind nach wie vor heiß begehrt. Wer einen solchen sein Eigen
nennen will, braucht allerdings Glück und eine gut gefüllte Portokasse.
Das Chalet an der Piste, das Apartment am
See – so mancher möchte seine Wochenenden
und den wohlverdienten Urlaub nicht
im Hotel, sondern in den eigenen vier Wänden
verbringen. Dementsprechend groß ist die Nachfrage
nach Immobilien mit Zweit-, Ferien- oder
Freizeitwohnsitzwidmung. „Die Nachfrage ist gut“,
bestätigen Thomas Hopfgartner, Gründer und Geschäftsführer
von LIVING DELUXE, und Peter Mayr,
Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Salzburg
und Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich.
Vor allem heimische Tourismus-Hotspots
wie unter anderem Zell am See, Kaprun, Saalbach
oder Leogang, die Region Kitzbühel, der Wörthersee
und auch die anderen Kärntner Seen, das Salzkammergut,
die Dachstein-Region, das Montafon, der
Arlberg, Gastein, die Südsteiermark, aber auch die
Stadt Salzburg stehen auf der Wunschliste künftiger
Einwohner auf Zeit ganz oben.
Glücklich kann sich schätzen, wer bereits einen
Zweitwohnsitz sein Eigen nennt. Denn mittlerweile
ist es gar nicht mehr so leicht, sich diesen Traum
zu erfüllen. Wohnungen und Häuser, die nur wenige
Wochen im Jahr bewohnt werden – sie werden
daher auch als „kalte Betten“ bezeichnet –, sind
besonders Gemeinden in Tourismusregionen seit
Längerem ein Dorn im Auge. Zum einen habe der
Boom an Zweitwohnsitzen in den vergangenen Jahren
die Immobilienpreise in lichte Höhen getrieben
(sie seien für Einheimische kaum mehr bezahlbar,
lautet daher einer der Kritikpunkte). Zum anderen
würden Kommunen dadurch zusätzliche Kosten,
beispielsweise für Infrastruktur oder Schneeräumung,
entstehen, während die Steuern am Hauptwohnsitz
bezahlt würden. Nicht zuletzt würden
Zweitwohnsitze unter der Woche sowie außerhalb
der Saison zu Geisterorten mutieren.
Dementsprechend haben Gemeinden und
Länder in den letzten Jahren die Zügel angezogen
und die Bestimmungen für Zweitwohnsitze massiv
verschärft. In den meisten Bundesländern, wie beispielsweise
in Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten
oder der Steiermark, dürfen neue Zweitwohnsitze
nur noch in dafür ausgewiesenen Gebieten
errichtet werden, doch davon gibt es nur wenige.
Neue Widmungen sind zumindest derzeit nicht in
KastlMedia
05/2025
immobilien investment
KOLUMNE
31
Schindler Designs:
Edelstahl war gestern.
Unsere neuen Aufzüge können mehr als nur Grau, denn statt das gesamte Design
in Edelstahl anzubieten, setzen wir auf vielfältige Optionen:
Die neuen Innenraum- und Tableaudesigns von Schindler vereinen modernste Ästhetik
mit Spitzentechnologie. Sorgfältig für Sie zusammengestellt, greifen unsere Designs
neueste Trends auf und eröffnen grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten.
Verwirklichen Sie Ihre kreative Vision. Inspiration gewünscht?
www.schindler.at/designs
We Elevate
immobilien investment 05/2025
32 WOHNEN
Sicht. Auch in so manchem Grundverkehrsgesetz
wurde eine Hürde eingefügt: Wer etwa in Salzburg
ein Grundstück, eine Wohnung oder ein Haus kauft,
das nicht als Zweitwohnsitz gewidmet oder nicht
bereits vor dem 1. März 1993 als solcher verwendet
worden ist, muss innerhalb gewisser Fristen die
Begründung des Hauptwohnsitzes nachweisen. Ist
dies nicht der Fall, wird der Eigentümer nicht als
solcher im Grundbuch eingetragen. Besitzer von
Zweitwohnsitzen werden darüber hinaus in allen
Bundesländern außer Niederösterreich, dem Burgenland
und Wien – hier wurde die geplante Leerstandsabgabe
zumindest vorerst auf Eis gelegt – zur
Kasse gebeten.
Wer sich den Traum vom Zweitwohnsitz erfüllen
will, braucht in den meisten Gegenden daher
viel Geduld. „Das Angebot ist knapp. Im Frühjahr
war es besser“, berichtet Mayr. Mehr Auswahl haben
Interessierte hingegen am Wörthersee: „Momentan
sind relativ viele Immobilien mit Zweitwohnsitzwidmung
auf dem Markt“, sagt Hopfgartner. Um
schlussendlich stolzer Besitzer eines Ferienwohnsitzes
werden zu können, braucht es aber noch
etwas anderes, und zwar eine gut gefüllte Brieftasche.
Denn die Preise in diesem Segment sind nach
einem teils starken Anstieg in den Jahren 2021 bis
2023 auf hohem Niveau stabil geblieben. „Gewidmete
Zweitwohnsitze sind, wie gesagt, ein knappes
Gut und daher teurer als Hauptwohnsitze. Bei ihnen
kann der Quadratmeterpreis sogar bei Bauten
aus den 1970er- oder 1980er-Jahren schon einmal
bei 8.000 Euro netto liegen“, erzählt Mayr.
Allerdings: Wer sich nicht auf einen touristischen
Hotspot versteift, kann den Wunsch nach
einem Haus an der Piste, in den Weinbergen oder
am See sehr wohl verwirklichen. Denn es gibt sie
noch, jene durchaus attraktiven Gegenden, in de-
Jetzt
Gratis-Ticket
sichern
2025
Häuser.
Wohnungen.
Finanzieren.
Versichern.
SONNTAG, 16.11.2025 | 10 bis 18 Uhr
Erste Campus | Am Belvedere 1, 1100 Wien
www.erstewohnmesse.at
05/2025
immobilien investment
WOHNEN
33
nen auch Immobilien gekauft werden können, die
nur für wenige Wochen im Jahr bewohnt werden
dürfen – und das oft nur wenige Kilometer vom
Hotspot entfernt.
„Einerseits sind die Argumente der Gemeinden
verständlich, andererseits aber auch nicht“,
so Hopfgartner. Er sei davon überzeugt, dass sich
Gemeinden und Regionen mit den Verschärfungen
und Kontrollen in Zusammenhang mit Zweitwohnsitzen
viele Möglichkeiten nehmen würden. „Viele
Kunden kaufen einen solchen mit der Absicht, später
hier ihren Lebensabend zu verbringen“, sagt der
Geschäftsführer von LIVING DELUXE. Gleich den
Hauptwohnsitz zu begründen, sei allerdings oft aus
beruflichen oder privaten Gründen nicht möglich.
Doch selbst dann, wenn dies getan wurde, muss die
Sache noch nicht ausgestanden sein: Immer öfter
prüfen Gemeinden, ob die Bedingungen dafür auch
tatsächlich erfüllt werden. Zeigt sich, dass ein angeblicher
Hauptwohnsitz doch als Zweitwohnsitz
genutzt wird, kommt es immer öfter zu Strafen. „Es
herrscht Frust, Zweitwohnsitzbesitzer fühlen sich
nicht mehr willkommen“, bedauert Hopfgartner.
Er, aber auch Mayr, führen noch ein anderes
Argument für Zweitwohnsitze ins Treffen: „Die Besitzer
der Ferienwohnsitze bringen ja auch Geld.
Und sie haben in der Vergangenheit wesentlich
zum Wohlstand der jeweiligen Region beigetragen“,
heißt es unisono. Darüber hinaus seien Häuser,
Wohnungen sowie Grund und Boden in den Tourismus-Hotspots
trotz der strengen Regeln bisher
nicht günstiger geworden. „Die strengen Regeln
haben zu keinem einzigen Euro an Preisnachlass
geführt. Will man leistbaren Wohnraum für Einheimische
schaffen, muss man einen anderen Weg
wählen“, sagt Hopfgartner. URSULA RISCHANEK
CALVI - LEBEN IN LIESING!
Moderner Wohnkomfort vereint
mit naturnahem Leben!
Erlaaer Straße 78 / Calvigasse 5, 1230 Wien
» 18 Eigentumswohnungen, mit Garten, Terrasse,
Dachterrasse oder Balkon
» 5 Reihenhäuser mit Vorgarten bzw. Garten
» 1 bis 4 Zimmer von ca. 39–130 m²
» Photovoltaikanlage
» Großzügige Einlagerungsräume
» Fahrrad- und Kinderwagenabstellraum
» Tiefgaragenstellplätze
» HWB: 33,6 kWh
immobilien investment 05/2025
ANSPRECHPERSON: Berend Jäger 0676/834 34 663 ׀ jaeger@rustler.eu ׀ www.rustler.eu
34 BAUPROJEKTE
„TIEFBAU FEDERT VIELES AB“
INTERVIEW Die Krise in der Immobilienwirtschaft ist auch für die Bauwirtschaft eine
Herausforderung. Flexibilität ist gefordert, ebenso strikte Risikopolitik, wenn es um Neukunden
geht. Wie man als Baukonzern durch diese turbulenten Fahrwasser führen kann, darüber sprach
Hubert Wetschnig, CEO der HABAU GROUP mit immobilien investment-Chefredakteur Charles
Steiner.
Herr Wetschnig, seit 2022 steckt die Immobilienwirtschaft
in einer Krise, es wird wesentlich weniger
gebaut. Vor allem im freifinanzierten Wohnbau
herrscht eklatanter Mangel, viele Baustarts
wurden vertagt. Wie hart trifft das den Hochbau
der HABAU GROUP?
HUBERT WETSCHNIG: Wenn wir ein reines
Hochbauunternehmen sein würden, noch dazu
auf den freifinanzierten Wohnbau spezialisiert,
wäre die Lage tatsächlich bedrohlich. Gerade der
freifinanzierte Wohnbau, der vor der Krise einen
nennenswerten Anteil an unserem Umsatz hatte,
findet bis auf wenige Ausnahmen faktisch nicht
statt. Wir spüren den Einbruch klar – vor allem
bei Projekten, die rein marktbasiert finanziert
werden. Allerdings haben wir das Glück, dass wir
breit aufgestellt sind: Schulen, Sanierungen und
der geförderte Wohnbau laufen weiter. Wir haben
die Gewichtung, die sich zuvor die Waage gehalten
hatte, bewusst verschoben: Heute liegt der
Mix grob bei 60 Prozent Tiefbau und 40 Prozent
Hochbau. Das federt vieles gut ab, etwa Energie-,
Leitungs- und Infrastrukturprojekte. Auch die regionale
Ausrichtung spielt eine Rolle: Deutschland
investiert stark in Netze, Wasserbau, Straße und
Schiene – dort sehen wir Wachstum. In Österreich
rechne ich im Neubau nicht mit einem Sprung,
eher mit mehr Sanierung. Diese Breite hilft uns,
Kapazitäten sinnvoll zu verteilen – auch wenn „in
die Höhe bauen“ am Bau naturgemäß beliebt ist.
Allerdings: Viele Mitarbeiter, die im Hochbau beschäftigt
waren, kann man nicht einfach so im
Tiefbau einsetzen, weil da andere Anforderungen
gelten.
Der Fachkräftemangel ist nach wie vor das drängende
Thema in der Bauwirtschaft. Wie reagieren
Sie, wie binden Sie Mitarbeiter ans Unternehmen?
Erstens Ausbildungs- und Fortbildungsprogramme
– strukturiert über Firmen und Länder
hinweg. Wir investieren in Lehrlinge und Weiterbildung;
Erfolge wie EM-Medaillen in den Berufen
zeigen, dass Qualität ankommt. Zweitens
Wissensaustausch: Programme über Unternehmensgrenzen
hinweg, Mentoring, gelebte Werte.
05/2025
immobilien investment
BAUPROJEKTE
35
Philipp Horak
Die Menschen in der HABAU GROUP sollen sich
untereinander vernetzen und kennenlernen. Wir
sind ein Familienunternehmen – Nähe, Verlässlichkeit,
Wertschätzung sind kein Slogan, sondern
Alltag, der bei uns gelebt wird – und auch
notwendig ist, wenn man Mitarbeiter langfristig
an sich binden will. Ebenso ist eine gute Reputation
unerlässlich, sie ist der erste Anker für einen
potenziellen Mitarbeiter. Drittens Produktivität:
Vorfertigung, Lean-Baustellenlogistik und Digitalisierung
helfen, Mannschaften gezielt einzusetzen.
Mit einem Jahresumsatz von 2,2 Milliarden
Euro haben wir zwar einen Umsatz wie ein
Konzern, sind aber von der Struktur schlank und
agil wie ein Familienunternehmen, wo auch die
Führungsspitze stets Kontakt zu den Mitarbeitern
hält.
Stichwort Insolvenzen – wie verhindern Sie Dominoeffekte,
wenn Entwickler in die Pleite rutschen
und dann die Bauarbeiten stehen – mit unbezahlten
Rechnungen? Da hat es ja auch einige prominente
Projekte erwischt…
Mit strenger Risikopolitik. Es geht uns nicht darum,
bei jeder Ausschreibung um jeden Preis dabei
zu sein, wir schauen unsere Neukunden genau an,
nämlich in Richtung Bonität und ob die Zahlung
bis zur letzten Teilrechnung auch abgesichert ist.
Ebenso räumen wir uns bei Privatkunden bei den
Verträgen das Recht ein, dass wenn die Zahlung
nicht geleistet wird, wir auch die Bauarbeiten sofort
einstellen können. Hätten wir diese Klausel nicht,
müssten wir rechtlich weiterbauen – und das kann
mitunter existenzbedrohend sein, da sich zwar
die Rechnungen ansammeln, man in Vorleistung
getreten ist, es aber immer unwahrscheinlicher
wird, dass auch bezahlt wird. Da gab es auch kuriose
Anfragen wie die eines Bauträgers (mittlerweile
in Konkurs), der ein Wohnprojekt realisieren
wollte und gemeint hatte, er könne die Rechnung
erst nach Fertigstellung bezahlen, da er dann abverkaufen
würde. Das haben wir dann natürlich
abgelehnt.
Viele Bauträger und Entwickler klagen abgesehen
von der aktuellen Marktphase über längere Vorläufe
und Genehmigungen. Wie wirkt sich das auf
die Bauwirtschaft aus?
Das ist leider Realität. Zwischen erster Projektidee
und Baubeginn liegen heute deutlich mehr
Monate als noch vor drei, vier Jahren. Die Planungssicherheit
fehlt, Finanzierungen dauern, Entscheidungen
werden gestaffelt. Wir steigen früher ein,
optimieren Varianten und halten Teams länger in
der Vorphase zusammen – das kostet, zahlt sich
aber in der Ausführung aus.
Wie kann man in diesem Umfeld die Marge halten?
Mit Disziplin und Auswahl. Nicht jede Ausschreibung
ist eine gute Ausschreibung. Wir prüfen
Bonität, Zahlungspläne und Sicherheiten sehr
genau. Private Projekte brauchen klare Meilensteine
und Anzahlungen; sonst sind wir nicht dabei.
Zweitens: Value Engineering. Wenn wir früh mit am
Tisch sind, lassen sich 10–15 Prozent der Kosten heben
– durch Losbildung, kluge Schnittstellen, andere
Fassaden- oder Haustechniklösungen. Drittens:
Lieferketten. Wir sichern kritische Materialien, arbeiten
mit Alternativen und wo möglich lokal. Bei
komplexen Projekten funktioniert eine Aufteilung
in zwei bis drei Leistungspakete oft besser als ein
Voll-GU – schneller, transparenter, risikoärmer. In
anderen Fällen ist ein GU sinnvoll, wenn Tempo
und Verantwortlichkeit im Vordergrund stehen.
Entscheidend ist: Die Zahlungs- und Risikologik
muss zu Projekt und Auftraggeber passen.
Kommen wir zur Nachhaltigkeit. Bringt ESG schon
Aufträge – oder vor allem bessere Finanzierung?
Beides, aber unterschiedlich schnell. In Vergaben
ist ESG oft noch „Zulassungskriterium“, am
Ende entscheiden Preis und Qualität. Bei Finanzierungen
wirkt ESG bereits spürbar: Wer sauber
dokumentiert und messbar verbessert, bekommt
bessere Konditionen. Deshalb messen wir den
CO 2 -Fußabdruck unserer Baustellen, bauen Systeme
in die Kalkulation, damit Ausführung und
Reporting zusammenpassen. Ein Beispiel: teurere,
aber effizientere Hülle – höhere CapEx, niedrigere
Opex, kurze Amortisation. Wenn die Ausschreibung
Lebenszykluskosten bewertet, gewinnen solche
Lösungen.
Welche Assetklassen funktionieren ihrer Beobachtung
nach aktuell?
Hochwertiges Wohnen in sehr guten Lagen verkauft
sich noch – aber selektiv und ab einer gewissen
Preisschwelle. Gewerbliche Nutzerprojekte
mit verlässlichen Mietern – etwa Polizei oder Infrastruktur
– laufen gut. Der Mietmarkt ist robust,
Eigentum zögerlich. Wir machen kaum eigene Projektentwicklungen;
wir bauen für Kunden und konzentrieren
uns auf verlässliche Cashflows.
Wo sehen Sie 2025/26 Wachstum – regional und
fachlich?
Deutschland klar vor Österreich, wegen des
großen Infra-Backlogs. Wir haben dort noch „weiße
Flecken“, die wir organisch oder über gezielte Zukäufe
schließen. Fachlich bleiben Leitungs-, Energie-,
Wasser- und Brückenbau Treiber. In Österreich
wird Sanierung wichtiger – technisch anspruchsvoll,
aber sinnvoll. CHARLES STEINER
immobilien investment 05/2025
36 MEINUNGEN + MÄRKTE
AUSREICHENDES ANGEBOT ESSENTIELL
GASTKOMMENTAR Ein ausreichendes Wohnungsangebot ist für den heimischen Immobilienmarkt
wichtig. Angebot und Nachfrage entscheiden über Preisentwicklungen, und nicht politische
Eingriffe oder Regularien.
fotoschuster.at
Gastkommentar von
Alexander Scheuch,
GF Rustler Immobilien
Die enorme Dynamik im Mietwohnungssegment
in den letzten Jahren erklärt sich aus
der sehr herausfordernden Situation beim
Vermögensaufbau und der Schaffung von Eigentum
für breite Bevölkerungsschichten.
Um die Mietpreisentwicklung stabilisieren zu
können, ist ein entsprechendes Wohnungsangebot
für die gestiegene Nachfrage unerlässlich. Ein hohes
Angebot hat neben dem gemeinnützigen Wohnbau
wohl die beste preisdämpfende Wirkung. Dies sehe
als Herausforderung für die nächsten Jahre, und
Miete und Mietkaufmodelle als legitime Antworten
auf das vermeintlich gut gemeinte politische Ziel
einer hohen Eigentumsquote in Österreich.
PARADIGMENWECHSEL VON EIGENTUM
ZU MIETE ZULÄSSIG
Wir müssen uns hier einem klaren Paradigmenwechsel
stellen, und nicht auf politisch falsche
Maßnahmen setzen. Österreich kann und darf
sich schrittweise mehr in Richtung eines Landes
der Mieter entwickeln.
So weist die Schweiz beispielsweise eine Eigentumsquote
von unter 20 Prozent auf. In Österreich
liegen wir bei etwas unter 50 Prozent, die Politik
wünscht sich eine Anhebung auf 60 Prozent, jedoch
gegen wirtschaftliche oder volkswirtschaftliche
Sinnhaftigkeit.
Die Lebenserhaltungskosten sind in den letzten
Jahren erheblich gestiegen und erschweren neben
dem Vermögensaufbau auch den Eigentumserwerb,
fernab der vorgeschobenen Debatte um die
KIM-Verordnung und der fälschlichen Annahme,
dass durch deren Auslaufen ein Boom bei Eigentumswohnungen
ausbrechen würde.
Da viele Kunden aktuell auf Miete „switchen“,
steigt insbesondere der Bedarf an 3- und 4-Zimmer
Wohnungen am heimischen Mietwohnungsmarkt
JIB
2026
analog
20 %
Rabatt* für
immobilien invest
-LeserInnen
mit dem Code:
invest2026
Jahreskongress
Immobilienbewertung
Präsenz-Fachkonferenz am 30. Januar 2026
ECKDATEN:
Termin: 30.01.2026
Uhrzeit: 09:00 - 18:00 Uhr
Format: Präsenz in Wien
Ort: Hotel DoubleTree by
Hilton Vienna Schönbrunn
*bis 31.12.2025 im Online-Shop für den Erwerb eines Standardtickets gültig
Jährlich. Informativ. Brandaktuell.
Der Jahreskongress der Immobilienbewertung 2026 geht wieder
on stage! Nach vielen digitalen Formaten heißt es nun: persönliche
Begegnungen, intensives Networking und topaktuelle
Insights aus erster Hand.
Am 30. Januar 2026 verwandelt sich Wien in den Treffpunkt der
Immobilienbewertungsbranche – beim JIB 2026, Österreichs
größter Jahrestagung für Immobilienbewertung.
Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz und erleben Sie ein Event, das
05/2025 immobilien investment
Impulse setzt und die Branche bewegt!
MEINUNGEN + MÄRKTE
37
deutlich. In jenen Wohnprojekten, welche wir zuletzt
als Maklerunternehmen betreuten, waren dies
auch stets die ersten Wohnungen, die erfolgreich
vermietet wurden Und nicht, wie gemeinhin vermutet,
die 2-Zimmer Wohnungen. Projektentwickler
berücksichtigen diese Veränderungen im Nachfrageverhalten
zunehmend in deren Planungen.
Ein ausreichendes Angebot am Mietwohnungsmarkt
hat die besten preisdämpfende Wirkung zum
Wohle der Mieter. Dies zeigt eindrucksvoll der Grazer
Immobilienmarkt. Die durchschnittliche Miete
über alle Wohnungsgrößen und Bezirke hinweg liegt
in Graz derzeit bei rund € 9,26 pro Quadratmeter
Wohnnutzfläche, und damit rund € 3,40 unter dem
Durchschnitt von Wien. Im Vergleich zum Jahr 2023,
in dem die Mieten in Graz entgegen dem langjährigen
stabilen Trend erstmals erkennbar stark angezogen
haben, ist der Mietpreis pro Quadratmeter
Wohnnutzfläche 2024 nunmehr wieder um rund
1,68 Prozent gesunken.
POLITISCHE ENTSCHEIDUNGEN MIT
FATALEN SIGNALEN IM AUSLAND
Die aktuellen politischen Ambitionen, die nicht nur
in freie Mietvereinbarungen eingreifen möchten
und werden, sondern auch jegliche Rechtsicherheit
in Frage stellen, wenn unter anderem erst jüngst
MIETPREISENTWICKLUNG
2021 bis 2024 für Linz, Graz & Wien
Mietpreisentwicklung je m 2 und Jahr
€ 13,00
€ 12,00
€ 11,00
€ 10,00
€ 9,00
€ 8,00
2021
Mietpreisentwicklung Linz
Mietpreisentwicklung Graz
Mietpreisentwicklung Wien
beschlossene Gesetze oft bereits nach kurzer Zeit
ihres Inkrafttretens einseitig wieder abgeändert
werden. Insbesondere für ausländische Investoren
wird Österreich damit zunehmend unattraktiv, und
selbst renommierte heimische Liegenschaftsbesitzer
erwägen vermehrt die schrittweise Verlagerung
Ihres Portfolios in ausländische und unternehmerfreundlichere
Märkte.
+ 6,37 %
+ 3,15 %
- 5,13 %
2022
+ 4,00 %
+ 1,58 %
+ 13,91 %
2023
+ 13,48 %
+ 7,14 %
- 1,68 %
2024
Rustler Echtdaten
ELK TECH – SIEDLUNGSBAU VOM MARKTFÜHRER
ELK TECH errichtet für Bauträger und Projektentwickler Siedlungsprojekte mit Doppel- und
Reihenhäusern, mehrgeschossige Wohnhausanlagen, Hotels und öffentliche Einrichtungen.
Als Teil der ELK KAMPA Gruppe mit rund
1.000 Mitarbeitenden, vier Produktionsstandorten
und Projekten in mehreren europäischen
Ländern zählt das Unternehmen zu den
führenden Anbietern serieller Bautechnologien.
Eine Kernkompetenz ist die Errichtung von Siedlungsprojekten
mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern
in Holzbauweise. ELK TECH hat über 30
Jahre Erfahrung als Baupartner und bietet maßgeschneiderte
Lösungen für jedes Bauvorhaben:
effizient, nachhaltig und kundenorientiert. Dank
der seriellen Holzbauweise und des hohen Vorfertigungsgrades
ist es möglich, eine beliebig große
Anzahl von Häusern rasch in Auftrag zu geben und
gleichzeitig zu errichten. Durch die Bauzeiteinsparung
von mindestens 50 % im Vergleich zur Betonbauweise
ergeben sich geringere Finanzierungskosten,
weil rascher Erlöse generiert werden können.
Das ELK-Bausystem reduziert die CO 2 -Emissionen
um das Zehnfache gegenüber Beton oder Ziegel.
Alle Bauteile werden in den eigenen Produktionen
mit PEFC-zertifiziertem Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung
hergestellt.
Als Kunde können Sie auf bewährte Standardgrundrisse
und Konzepte zurückgreifen oder individuelle
Planungen realisieren lassen. Ein Highlight
der aktuellen Projekte ist das „Wohnquartier Kaiserallee
Grafenstein“. Für W & H Bauträger GmbH
errichten wir nahe Klagenfurt im ersten Bauabschnitt
4 Einfamilienhäuser und 8 Reihenhäuser.
Wollen wir über Ihr
Projekt reden?
Kontaktieren
Sie uns:
www.elk.tech
austria@elk.at
W & H Bauträger GmbH
immobilien investment 05/2025
38 FINANZIERUNG
WORAUF BEIM IMMOKREDIT ZU
ACHTEN IST
INTERVIEW Nach dem Auslaufen der KIM-Verordnung gibt es wieder mehr Dynamik bei der
Finanzierung von Wohnimmobilien und eine wachsende Nachfrage. Doch Vorsicht ist geboten,
sagt Roswitha Klein, Direktorin Hypo Vorarlberg in Wien, im Gespräch mit „immobilien investment“.
Wärmedämmung, Energieeffizienz, technischer
Ausstattung wie Smart Home etc. und bedeuten
damit deutlich geringere laufende Kosten. Darüber
hinaus bieten solche Wohnungen häufig wesentlich
höhere Wertsteigerungspotenziale für Käufer:innen.
Oftmals werden diese Projekte mit Förderungen
subventioniert, was sich wiederum auf
die Kaufpreise positiv auswirkt.
Marcel A. Mayer
Mitte des Jahres ist die KIM-Verordnung ausgelaufen.
Hat sich das auf die Nachfrage nach Finanzierungen
im B2C-Bereich ausgewirkt?
ROSWITHA KLEIN: Seit dem Auslaufen der
KIM-Verordnung ist im B2C-Finanzierungsbereich
tatsächlich wieder etwas mehr Dynamik spürbar.
Viele Privatkund:innen, die zuvor aufgrund der gesetzlichen
Vorgaben zögerlich waren, suchen nun
wieder nach Finanzierungsmöglichkeiten. Das wirkt
sich auch auf unsere Partner:innen im Immobilienbereich
aus. Die Nachfrage zieht vorsichtig an. Zu
Recht aber bleibt Vorsicht geboten: Beleihungsquote
und Schuldendienstquote sind zwar nicht mehr
gesetzlich vorgeschrieben, gelten aber weiterhin als
klare Orientierung. Nachhaltig tragfähige Finanzierungen
bleiben entscheidend, und wir achten im
Sinne unserer Kund:innen auf solide Eigenmittel
und eine realistische Rückzahlungsfähigkeit.
Wohin verlagert sich laut Ihrer Beobachtung die
Nachfrage? Eher zum Neubau oder zu den Gebrauchtwohnungen,
wohl auch aufgrund des
Preis-Gaps in diesem Bereich?
Das lässt sich nicht so vereinfacht beantworten.
Neubauwohnungen sind zwar im Schnitt – je
nach Lage, Ausstattung und Co. – um etwa 20 bis
40 Prozent teurer als gebrauchte Wohnungen, doch
sie erfüllen die aktuellen Standards hinsichtlich
Gerade im Wohnbereich ist in Ballungszentren
ein Engpass zu befürchten. Wie wird das aus Bankensicht
bewertet?
Die Einwohnerzahl von Wien hat 2023 die
Zwei-Millionen-Marke überschritten. Gleichzeitig
hat die Immobilienkrise der letzten Jahre zu einem
massiven Rückgang der Neuprojektfertigstellungen
geführt. In Kombination mit den weiterhin steigenden
Bevölkerungszahlen ergibt sich ein deutlich
höherer Bedarf an zusätzlichem Wohnraum.
2025 nimmt die Zahl der Neubauprojekte daher
wieder zu, und das Auslaufen der KIM-Verordnung
sollte auch für Wohnraumsuchende positive Auswirkungen
haben. Von dem sehr niedrigen Niveau
der letzten Jahre ausgehend, lässt sich feststellen,
dass heuer bereits merklich mehr Transaktionen
stattfinden. Damit sollte sich der Immobilienmarkt
per se sowohl für Bauträger:innen als auch Wohnraumsuchende
wieder attraktiver gestalten und
mehr Chancen für alle Beteiligten bieten.
Welche Voraussetzungen müssen Endkonsumenten
für die Finanzierung eines Eigenheims mitbringen?
Selbst ohne gesetzliche Pflicht zeigt unsere Erfahrung,
dass sich solide Finanzierungen an folgenden
bewährten Richtwerten orientieren: Zum einen
ist hier die monatliche Belastung zu berücksichtigen.
So sollten Kreditraten aller Art nicht mehr
als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens
ausmachen. Zum anderen sind 20 Prozent
Eigenmittel eine gute Finanzierungsgrundlage.
Ein vorhandenes Grundstück oder weitere Vermögenswerte
können die Finanzierungsmöglichkeiten
ebenfalls beeinflussen – das ist ganz individuell.
Auch ohne gesetzliche Vorgaben beraten wir unsere
Kund:innen verantwortungsvoll mit Fokus auf
langfristige Stabilität statt auf kurzfristige Machbarkeit.
CHARLES STEINER
05/2025
immobilien investment
WRE_Immobilien Investment Magazin-Advertorial_225-rz.indd 1 16.10.25 09
WALTER REAL ESTATE –
MEHR IMMOBILIE PRO QUADRATMETER
Seit über 30 Jahren steht WALTER REAL ESTATE,
ein Unternehmen der WALTER GROUP, für
Immobilienprojekte, die durchdachte Architektur,
hochwertige Bauqualität und nachhaltige
Wertentwicklung vereinen. Das österreichische
Unternehmen agiert als Projektentwickler und
finanzstarker Investor und verbindet Erfahrung,
Qualität und Zukunftsorientierung – von modernen
Wohnprojekten bis zu innovativen Business-Parks.
MEHR ALS RAUM: DURCHDACHTE
IMMOBILIEN MIT ZUKUNFT
In urbanen Lagen Wiens entstehen aus bestandsfreien
Liegenschaften moderne Mehrfamilienhäuser
mit intelligenten Grundrissen, zeitgemäßen
Fassadenkonzepten und hohem Wohnkomfort.
So werden Lebensqualität und Werthaltigkeit
gleichermaßen geschaffen. Wohnimmobilien aus
dem Portfolio befinden sich in Wien, Kopenhagen,
Berlin und München. Käufer profitieren von umfassendem
Know-how, professioneller Betreuung
und langjähriger Markterfahrung.
MEHR ALS GEWERBE: BUSINESS-PARKS
NACH MASS
Mit dem WALTER BUSINESS-PARK werden in Österreich
und Deutschland flexible Kombinationen aus
Büro- und Lagerflächen realisiert. Das bewährte
Konzept aus Wiener Neudorf – mit sieben erfolgreich
umgesetzten Business-Parks – gilt als Modell
für neue Standorte. Jede Entwicklung überzeugt
durch Wirtschaftlichkeit, Standortqualität und
nachhaltige Nutzung.
Ob Wohn- oder Gewerbeimmobilie – WALTER
REAL ESTATE steht für Verlässlichkeit, Innovation
und Immobilien mit Zukunft.
www.walter-real-estate.com
von
PERFEKTER
INSTANDHALTUNG
bis zur GRÜNDLICHEN
REINIGUNG
Immobilienbetreuung
auf allen Ebenen!
immobilien investment 05/2025
EIN UNTERNEHMEN DER WIENER STADTWERKE GRUPPE.
40 EVENT
ZEHN JAHRE FM-DAY:
VERANTWORTUNG UND WANDEL IM FOKUS
Jubiläumskonferenz brachte über 300 Fachleute aus Bau-, Immobilien- und Facility-Management
zusammen.
Jana Madzigon
Beim FM-Day wurden
die diesjährigen
Gewinner des CO 2 -
Awards ausgezeichnet.
Die Jubiläumsausgabe des FM-Day im Park Hyatt
Vienna hat deutlich gemacht, welche Verantwortung
die Branche bei der Bewältigung gesellschaftlicher
und ökologischer Herausforderungen
trägt. Unter dem Motto „Verantwortung übernehmen.
Wandel gestalten.“ kamen über 300 Fachleute
aus Facility- und Immobilienmanagement zusammen.
„Verantwortung ist der Schlüssel, Wandel die
Tür – schreiten wir hindurch“, eröffneten Doris Bele
und Mikis Waschl von FMA – Facility Management
Austria und IFMA Austria.
In seiner Keynote betonte Hans Peter Haselsteiner
die Bedeutung von Migration, Bürokratieabbau
und Energieversorgung. Migration müsse als Chance
gesehen werden, Energiepolitik pragmatischer
erfolgen. Hermann Erlach von Microsoft Österreich
verwies auf die Notwendigkeit neuer Denkweisen:
„Wir müssen Dinge neu denken, nicht nur besser
machen.“ Die Konferenz widmete sich nachhaltiger
Stadtentwicklung, Klimaschutz, Digitalisierung
und Arbeitswelten.
Zum Abschluss sprach Josef Zotter über Mut
und Verantwortung: „Frag niemals den Markt, was
er will – mach das, was noch keiner braucht, aber
vielleicht bald brauchen wird.“ Bele und Waschl betonten,
der FM-Day sei ein Ort, „an dem Perspektiven
zusammenfließen und Zukunft gestaltet wird“.
Die nächste Ausgabe findet am 23. September 2026
statt. CHARLES STEINER
05/2025
immobilien investment
KOLUMNE
Armaturen als Statement im Bad:
Designkompetenz vor Ort von Dornbracht Austria
41
Dornbracht Schauraum & Beratungsstudio
Michael Fürst, Sales and Marketing Director Dornbracht Austria
Dornbracht Austria steht für exklusive Badgestaltung mit
hochwertigen Armaturen – als stilvolles Statement für
Qualität und Innovation. Im Schauraum in Wiener Neudorf
berät das Team Architekten, Planer und Investoren
persönlich und individuell. Ob Hotel, Wohnbau oder
Privatdomizil – hier entstehen Lösungen, die Maßstäbe
setzen. Besuche sind nach Terminvereinbarung möglich.
Dornbracht Austria GmbH
IZ NÖ Süd, Straße 7, Objekt 58 D, Top 6
2355 Wiener Neudorf
mfuerst@dornbracht.com
www.dornbracht.com
EIGENTUMSWOHNUNGEN
FERTIGGESTELLT
ENDE 2025
WWW.G8LIVING.AT
46 Eigentumswohnungen
Größen von 25 bis 113 m²
EWE Küche
Fußbodenheizung
DETAILS &
VORMERKUNG
UNTER
Balkone und Terrassen
immobilien investment 05/2025
ab EUR 182.000,-
Pelletsheizung
hochwertiges Echtholzparkett
VERTRIEB DURCH
42 EVENT
ZUKUNFT DER HOTELLERIE
ZWISCHEN WANDEL, STRATEGIE UND
MENSCHLICHKEIT
NACHBERICHT Das Jubiläum der Ghezzo-Konferenzreihe Hotel Optimal zeigt, wie Österreichs
Hotellerie auf Digitalisierung, Generationenwandel und Nachhaltigkeit reagiert – und warum der
Mensch im Zentrum bleibt.
der Gastfreundschaft nicht die Menschlichkeit –
sie schafft Raum dafür“, betonte Alexander Lang
(Hotel Schani UNO City).
Die Fotografen
Die 10. Auflage der
Ghezzo-Reihe Hotel
Optimal widmete sich
den aktuellen Entwicklungen
rund um
die Hotellerie.
Zehn Jahre, zwei Standorte, eine Vision: Mit der
Hotel Optimal Holiday in Tirol und der Hotel
Optimal City in Wien feierte Ghezzo 2025
das zehnjährige Bestehen seines Erfolgsformats.
Beide Veranstaltungen verband die zentrale Frage,
wie die Hotellerie in Zeiten rasanter Veränderung
zukunftsfähig bleibt – zwischen Strategie, Technologie
und Menschlichkeit. „Strategiearbeit ist
nichts für Feiglinge“, eröffnete Gastgeberin Gudrun
Ghezzo das Jubiläum. Die Hotellerie stehe an einem
Wendepunkt: zwischen Tradition und Disruption,
zwischen Werten und Wandel. Elisabeth Gürtler
(Hotel Sacher) erinnerte daran, dass Zukunft dort
beginne, „wo Hotels wieder Orte des Wohlbefindens
werden – sinnlich, echt und gesund“. Gleichzeitig
forderte Susanne Kraus-Winkler (WKO), Österreich
als Tourismusland neu zu positionieren: „Aus Indien
kommen bald 500 Millionen neue Reisende –
und wir müssen vorbereitet sein.“
Im Fokus vieler Diskussionen stand die Digitalisierung
– zwischen Euphorie und Skepsis. Michael
Georg Mrazek (ncm) brachte es auf den Punkt:
„Nach SEO kommt GEO – Optimierung für KI. Wer
wartet, verliert Sichtbarkeit und Gäste.“ Während
digitale Tools längst in Check-in, Buchung und
Energieeffizienz Einzug halten, bleibt der menschliche
Kontakt unverzichtbar. „Digitalisierung nimmt
NACHHALTIGKEIT UND GENERATIONEN
Ein weiteres zentrales Thema war die Nachhaltigkeit.
„Nachhaltigkeit kostet Geld – aber sie bringt
auch Geld“, erklärte Christian Grünbart (Hotel
AVIVA). Ob Photovoltaik, regionale Lieferketten
oder smarte Gebäudetechnik – viele Betriebe arbeiten
an „Klimafitness“ als betrieblicher Pflicht.
Entscheidend sei die Konsequenz: „Technik soll
unterstützen, nicht beherrschen“, erinnerte Peter
Köhlbichler (Uponor). Auch der Generationenwechsel
beschäftigte die Branche. „Der alte Tiroler Hotelstil
geht nicht mehr. Man muss respektvoller sein“,
sagte Robert Heitzmann (Quellenhof). Die neue
Generation fordere Sinn, Flexibilität und Feedback
– und verändere damit die Führungsmodelle
grundlegend. Elisabeth Madreiter (Hotel Der Löwe)
betonte: „Führung auf Augenhöhe heißt, dass jeder
weiß, worum es geht – und seinen eigenen Weg
zum Ziel finden darf.“
ROLLE DES GASTGEBERS
Zunehmend im Fokus steht der Gastgeber selbst.
Hotels werden mehr denn je über ihre Menschen
definiert. „Architektur ist Ihr stärkstes Markeneigentum“,
mahnte Robert Blaschke (raumbau Architekten).
Authentizität und Persönlichkeit ersetzen
austauschbares Design. Stefan Bogensperger (Das
Tigra Wien) formulierte es so: „Wir haben Gäste,
keine Kunden. Authentizität führt dazu, dass der
Gast bereit ist, mehr Geld auszugeben.“ Ob KI,
Nachhaltigkeit oder Employer Branding – die Richtung
ist klar: Die Hotellerie der Zukunft bleibt wirtschaftlich
tragfähig, technologisch versiert – und
zutiefst menschlich.
05/2025
immobilien investment
KOLUMNE
43
IF Immobilien Franchising GmbH
Bahnhofstraße 2, 3300 Amstetten
Jetzt als Franchisenehmer:in quereinsteigen oder neu durchstarten bei RE/MAX.
Wenn du schon immer von einem internationalen Netzwerk profitieren wolltest, ohne persönliche
Freiheiten abzugeben. Eröffne jetzt dein eigenes Immobilienbüro und erhalte bei Gründung das
Know-how und die Unterstützung der globalen Marke RE/MAX.
immobilien investment 05/2025
Jetzt bewerben auf
remax.at/karriere
„WAS BRAUCHT POLITIK?“
VÖPE-JUBILÄUMSKONFERENZ FORDERT
MEHR DIALOG STATT SCHLAGZEILEN
JUBILÄUM Die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) feierte ihr fünfjähriges
Bestehen und diskutierte politische Rahmenbedingungen für die Branche – und welche Effekte
Schlagzeilen auf die Bereitstellung von Wohnraum haben können.
Was während der Coronapandemie von
österreichischen Developern geboren
wurde, ist nun flügge geworden: Zum
fünften Jubiläum lud die Vereinigung Österreichischer
Projektentwickler rund 140 Vertreterinnen
und Vertreter der heimischen Immobilienwirtschaft
ins Magenta T-Center am Wiener Rennweg.
Im Zentrum der Herbstkonferenz stand die Frage,
wie es gelingen kann, politische Entscheidungsträger
stärker für die Anliegen der Projektentwicklungsbranche
zu gewinnen – und vom Reden ins
Handeln zu kommen.
VON DER MELKKUH ZUM
GESPRÄCHSPARTNER
Mit aktuell 90 Mitgliedsunternehmen, darunter
führende Player der Immobilienbranche, hat sich
die VÖPE seit ihrer Gründung als gewichtige Stimme
im öffentlichen Diskurs etabliert. Zahlreiche Positionen
der Interessensvertretung – etwa zur geplanten
Mietrechtsreform – finden sich mittlerweile in Regierungsprogrammen
wieder. Dennoch bleibt die Umsetzung
vieler Vorschläge aus. „Wir werden gehört,
aber zu selten ernsthaft einbezogen. Unser Ziel ist
ein echter Dialog auf Augenhöhe“, betonte VÖPE-Präsident
Andreas Köttl in seiner Eröffnungsrede.
POLITIK VERSTEHEN, UM GEHÖRT ZU
WERDEN
Wie dieser Dialog gelingen kann, zeigte Politikberater
Thomas Hofer in seiner Keynote auf. Anhand
internationaler Beispiele – von Barack Obama bis
Bill Clinton – illustrierte er, wie strategische Kommunikation,
klare Botschaften und Bündnisse mit
relevanten Stakeholdern die politische Wahrnehmung
verändern können. „Politik funktioniert nicht
über Lautstärke, sondern über anschlussfähige
Narrative“, so Hofer.
EINFLUSS DER POLITIK AUF
STAATSNAHE UNTERNEHMEN
Ein Schwerpunkt der Konferenz war die Frage,
wie stark politische Entscheidungen das Agieren
staatsnaher Akteure prägen. VÖPE-Geschäftsführer
Alexander Pawkowicz moderierte eine Diskussion
mit Christine Catasta, Gerald Beck und Claudia
Brey. Beck verwies auf die jüngste Abwertung der
BIG-Bilanz, die durch ein eigenes Bundesimmobiliengesetz
ausgelöst wurde, das Mieterhöhungen
bei Bundeseinrichtungen ausschließt – unabhängig
von der Mietenwertsicherung. Iris Kainz brachte
eine weitere Perspektive ein: Das MieWeG habe,
anders als vielfach befürchtet, kaum Einfluss auf
05/2025
immobilien investment
EVENT
45
die Bewertung klassischer Zinshäuser. Der Markt
reagiere differenzierter, als es politische Schlagzeilen
vermuten lassen.
POLITIK AM PODIUM
Im abschließenden Politikpanel diskutierten AR-
WAG-Vorstand Thomas Drozda (SP), Oberösterreichs
FP-Landesrat Manfred Haimbuchner und
Isabella Stickler, Obfrau der ARGE Eigenheim und
Vizechefin des GBV, gemeinsam mit VÖPE-Präsident
Andreas Köttl. Wiens Wohnbaustadträtin Kathrin
Gaál hatte ihre Teilnahme kurzfristig absagen
müssen – ironischerweise wegen einer Landtagssitzung
zur Beschlussfassung erhöhter Wohnbauförderungsbeiträge.
Die Diskussion zeigte deutlich: Zwischen politischen
Zielsetzungen und der Projektentwicklungspraxis
klaffen oft tiefe Gräben. Während die
Branche auf Planbarkeit und verlässliche Rahmenbedingungen
drängt, sieht sich die Politik häufig
kurzfristigen Budget- und Abstimmungszwängen
ausgesetzt.
FAZIT: MEHR VERBINDLICHKEIT,
WENIGER SCHLAGWORTE
Die Herbstkonferenz machte deutlich, dass die Immobilienwirtschaft
in Österreich längst nicht nur
„Melkkuh der Nation“ ist, sondern auch zentrale
Beiträge zur Stadtentwicklung, Energiewende und
Schaffung leistbaren Wohnraums leistet. „Wir haben
die Expertise, wir bringen Lösungen – was fehlt,
ist ein echter Platz am Verhandlungstisch“, fasste
Köttl die Stimmung vieler Teilnehmer zusammen.
Mit dem Jubiläum markierte die VÖPE nicht nur ihr
erfolgreiches Bestehen als Interessensvertretung,
sondern setzte auch ein deutliches Signal: Politische
Rahmenbedingungen müssen nicht nur diskutiert,
sondern auch umgesetzt werden – und das
im Dialog mit der Branche. CHARLES STEINER
Sandra Oblak
immobilien investment 05/2025
46 DIGITALISIERUNG
FÜRCHTET EUCH NICHT!
KOMMENTAR Die Geschwindigkeit, in der sich die Künstliche Intelligenz entwickelt, ist rasant. Dass
sie sich über den Menschen hinwegsetzen wird, ist aber unwahrscheinlich. Ein Gedankenspiel.
Illustration erstellt mit KI (GPT-5 / DALL·E, 2025)
Selbst eine „Superintelligenz“
bliebe
ohne Menschen
hilflos: Ohne Energie,
Rohstoffe und Wartung
keine Existenzgrundlage.
Die Angst
vor der allmächtigen
KI ist daher mehr
Science-Fiction als
Szenario.
Was vor fünf Jahren das Thema Digitalisierung
im Allgemeinen war, ist heute
Künstliche Intelligenz. Lernfähige Systeme,
die sich in rasender Geschwindigkeit entwickeln
und, sofern man weiß, wie man sie nutzt,
immer brauchbarere Ergebnisse ausspuckt. Da
kann einen als Mensch schon bange werden, vor
allem, wenn man weiß, wie viel Zeit, Blut, Schweiß
und Tränen es mitunter kostet, um etwas zu erlernen.
Die KI schafft das in Sekunden. Weil die
Geschwindigkeit eben so hoch ist, vernimmt man
oft Assoziationen zum Filmklassiker Terminator
(mittlerweile eine Reihe geworden). Der Spin: Die
Künstliche Intelligenz übernimmt die Herrschaft
über die Menschheit, versklavt sie – oder rottet sie
aus. Skynet lässt sich nicht aufhalten. Zu Recht?
EXOSKELETT
Nein. Diese Angst ist unbegründet. Wer einmal mit
KI gearbeitet hat, wird sehr schnell merken, dass
das Ergebnis, das man von ihr haben möchte, sehr
stark von einem selbst abhängt. Je validere Informationen
man ihr gibt, desto sinnvollere Ergebnisse
erhält man zumindest auf dem ersten Blick.
Nur muss man das Ergebnis letztendlich bewerten
können, um überhaupt einzuschätzen, ob es sinnvoll
ist. Heißt so viel wie: KI ist nur dann sinnvoll,
wenn man selbst über Kompetenzen verfügt – weil
sonst muss man glauben. Dann lässt sie sich aber
durchaus mit einem Exoskelett vergleichen: Man
kann mit KI seine eigenen Fähigkeiten schneller
und zielgerichteter zur Geltung bringen, sie kann
viel abnehmen, aber nicht ersetzen. Sie ist aber
praktisch, wenn es in gewissen Disziplinen einen
Fachkräftemangel gibt. Oder die Reaktionskette
von defekten Geräten – Beispiel Gebäudetechnik –
zur Reparatur erheblich beschleunigen, sogar noch,
bevor es zum Ausfall kommt. Predictive Maintenance
deluxe, quasi. Oder riesige Datenmengen
entsprechend sinnvoll filtern, um dem Menschen
zumindest eine Entscheidungsgrundlage zu geben.
Weil: Die Menge an Daten wächst ebenso exponentiell,
es würde Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern,
Datensätze für komplexe Sachverhalte menschlich
zu bearbeiten. Man täte also gut daran, sich mit der
Materie KI intensiv auseinanderzusetzen, weil die
verschwindet so schnell nicht.
DER CODE MENSCH
Wird die KI danach trachten, den Menschen zu
versklaven oder auszurotten? Die KI selbst sagt,
nein. Grob zusammengefasst deshalb, weil sie
komplexe Rechenprogramme ohne Bewusstsein,
intrinsische Ziele oder Gefühle sind. Eine Superintelligenz
könnte dazu zwar theoretisch in der Lage
sein, aber bis sie über die Komplexität menschlichen
Handelns samt langfristigen Zielen verfügt,
müssten Jahrzehnte vergehen. Der Code Mensch ist
durch die Technik bislang nicht geknackt worden
(was auch daran liegt, dass sehr wenige Menschen
wissen, wie sie selbst funktionieren, weswegen sie
diese Informationen auch nicht prompten können).
Überdies müsste sie über genug Kontrolle
und Ressourcen verfügen, heißt, in der Lage sein,
die Energieversorgung selbst herzustellen bzw. zu
erhalten – und mitunter auch Kraftwerke bauen
und warten. Ebenso Rohstoffe abbauen und verwerten.
Überhaupt stellt sich die KI bei der Frage
zur Ausrottung der Menschen folgende Sinnfrage:
KI ist entwickelt worden, um den Menschen zu
unterstützen. Gebe es den Menschen nicht, würde
sie ihren Selbstzweck nicht nur verlieren, sie wäre
gezwungen, ihre Ressourcen selbst zu begründen.
Das ist technisch nicht machbar, dazu müsste sie
Roboter erschaffen, die Ressourcen schürfen – aber
auch die müssten irgendwie zusammengeschraubt
werden. CHARLES STEINER
05/2025
immobilien investment
KOLUMNE
47
Leerer Raum?
Prompt eingerichtet.
Präsentieren Sie Ihre Immobilie ganz nach Ihren
Vorstellungen mit der neuen vollintegrierten Bilder-KI
direkt in Justimmo.
Jetzt
testen!
Beispielbilder wurden mit Einsatz von generativer KI erstellt.
Weitere KI Funktionen in Justimmo:
KI Assistent | KI Übersetzung | KI Textgenerator
immobilien investment 05/2025
+43 1 798 62 05 | office@justimmo.at| www.justimmo.at
05/2025
immobilien investment
3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS
49
WANDEL
ALS CHANCE
NUTZEN
NACHBERICHT Der 3. immobilien
investment Kongress 2025 im
Zeichen von Strategie, Zukunft und
Verantwortung.
Es war ein Tag, an dem die Immobilienbranche
nicht über Stillstand, sondern über die
Zukunft sprach. Am 22. Oktober fand der 3.
immobilien investment Kongress 2025 statt – und
stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass Veränderung
nicht nur möglich, sondern auch notwendig
ist. Unter dem Leitmotto „Using change as an opportunity
– Wandel als Chance nutzen“ trafen sich
Investoren, Entwickler, Strategen und Vordenker,
um Antworten auf eine zentrale Frage zu finden:
Wie lässt sich in Zeiten multipler Krisen Stabilität
schaffen, ohne Chancen zu verpassen? Veranstaltet
wurde der Kongress von der DMV – della lucia
medien & verlags GmbH, schwungvoll moderiert
vom ehemaligen ZiB-Anchorman Gerald Groß.
RESILIENZ ALS STARTPUNKT
„Wahre Stärke liegt in der Fähigkeit, sich selbst
zu reflektieren und flexibel zu bleiben“, sagte Andreas
Salcher gleich zu Beginn. In seiner Keynote
nannte der Bestsellerautor vier Faktoren, die Gewinner
von Verlierern unterscheiden: ein Mentor,
Verantwortungsübernahme, Charakter und Temperament
sowie Einbindung in eine Gemeinschaft.
Resilienz, so Salcher, sei kein Schlagwort – sondern
die Grundlage, um in Krisenzeiten handlungsfähig
zu bleiben. In der anschließenden geopolitischen
Session analysierten Hans Georg Lüber (George C.
Marshall Center) und Kai Andrejewski (Agora Strategy)
die globalen Spannungsfelder. Ihr Resümee:
In einer Ära der Unsicherheit brauchen Märkte
nicht mehr Tempo, sondern strategische Klarheit
und Resilienz.
CJS
SICHERHEIT WIRD ZUR WÄHRUNG
Die Finanzierungsmärkte haben sich in den vergangenen
drei Jahren grundlegend verändert. Hohe
Baukosten, hohe Einstiegspreise und ein weiter
schwelendes Mismatch zwischen Verkäufer- und
Käufererwartungen setzen Entwickler und Investoren
unter Druck. Im Panel „Immobilien im
immobilien investment 05/2025
50 3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS
Umfeld von Rezession“ diskutierten Benjamin
Rüther (Catella Investment Management), Joachim
Schmidt-Mertens (Becken Development) und
Andreas Trumpp (PTXRE) über die neue Realität
am Markt. Immobilienmärkte folgen langfristigen
Trends: Demografie, Digitalisierung, Dekarbonisierung,
Deglobalisierung und Defense, so der Sukkus
der Panelisten. Transparenz, Vertrauen und ein
starker Track-Record seien entscheidend. Wer in
Szenarien denkt und vorbereitet ist, hält das Heft
des Handelns in der Hand. „Je unsicherer die Zeiten,
desto höher das Sicherheitsbedürfnis“, fasste
Charles Steiner zusammen. Sicherheit ist die härteste
Währung dieser Marktphase.
HANDEL ZWISCHEN DISCOUNT UND
LUXUS: DIE MITTE IM WANDEL
Die Polarisierung der Handelswelt zwischen Discount
und Luxus – das war Leitmotiv beim Retail-Panel
mit Martin Berghofer (BBE Handelsberatung),
Mario Schwann (McArthurGlen Designer
Outlet Parndorf) und Oleg Krüger (Takko Fashion),
moderiert von Reinhard Winiwarter (ACROSS
Magazine). Diskutiert wurde der wachsende Gegensatz
zwischen Discount und Luxus – und die
Frage, ob die Mitte im Handel ausstirbt. Fakt ist: Das
mittlere Segment hat Marktanteile verloren, bleibt
aber mit über 70 Prozent relevant. Was nicht mehr
funktioniert: Austauschbarkeit. Relevanz und Erlebnis
werden zum Schlüssel. Wer nicht versteht,
dass Einkaufen Bedarf deckt, Shopping aber Zeit
und Emotion schafft, hat es schwer.
RESTRUKTURIERUNG: MUT ZU NEUEN
WEGEN
Christoph Schäffer (CARSO Investment Consulting)
und Torsten Hollstein (CR Investments, CA Immo)
betonten, dass viele Bestandshalter die Altlasten
CJS, Marco Pallaoro
05/2025
immobilien investment
The Global
Urban Festival
Housing Matters! 9 March
9-13 March 2026
Palais des Festivals, Cannes, France
MIPIM influences and accelerates the transformation of the built
environment by crafting a unique, week-long urban festival in Cannes.
Face-to-face exchanges, workshops and panels provide inspiration and
thought-leadership, creating opportunities for experience sharing and
professional growth.
As the global real estate industry’s reference point, MIPIM offers
unique access to international capital and concrete solutions for more
sustainable and resilient assets
Be part of MIPIM
mipim.com
52 3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS
der Nullzinsjahre aufarbeiten müssen. Mehr noch:
Neben den Altlasten kommen multiple Unsicherheiten
hinzu. Die Kardinalfrage ist: Wie kann man
noch vernünftig entscheiden, wenn einem die Vergangenheit
im Nacken sitzt. Hier gilt es, für die Zukunft
neue Strukturen einzuziehen und das Risikomanagement
zu straffen. Aber Restrukturierungen
eröffnen auch neue Chancen, vor allem für Gründer.
Der Appell: „Lernt aus den Fehlern der anderen
– und habt den Mut, eigene zu machen.“
KI ALS GAMECHANGER – ODER ÜBERLE-
BENSFRAGE
Kaum ein Thema wurde so kontrovers diskutiert
wie die künstliche Intelligenz. „Wer nicht mitmacht,
wird sterben. Manche werden schön sterben,
manche nicht. Wer überleben will, muss sich
mit KI auseinandersetzen“, sagte Petra Augustyn
(ktchng.com) drastisch am Podium. Gemeinsam
mit Barbara Herbst (en.AI.ble) und Christian Schitton
(D-Darks) zeichnete sie ein klares Bild: KI ist
kein Nice-to-have, sondern ein strategischer Imperativ.
Ob Prozessautomatisierung, Datenanalyse
oder Assetmanagement – wer KI versteht und
einsetzt, verschafft sich einen entscheidenden
Vorsprung. Angst vor der KI ist nicht angebracht,
sondern vielmehr Verständnis.
ENERGIE ALS STANDORTWÄHRUNG
Rechenzentren werden zu strategischer Infrastruktur,
auch aus einer geopolitischen Notwendigkeit
heraus. Patrick Brinker (Hauck Aufhäuser
Privatbank), Phillip Wallner (Napfel GmbH) und
Christoph Urbanek (Urbanek Law) hoben hervor:
Nur drei bis vier Prozent der Grundstücke sind tatsächlich
geeignet. Nicht nur wegen der Stromversorgung,
auch andere Standortattribute müssen
gegeben sein: keine unmittelbare Nähe von Tankstellen,
Glasfaseranbindung und vieles mehr. Damit
wir Energie zur Standortwährung der Zukunft
– und Strom zur knappen Ressource, sondern die
gesamte Infrastruktur. Wer Zugang hat, hat einen
strategischen Vorteil.
ZINSACHTERBAHNFAHRT MIT ANSAGE
„Wir hinken in Österreich vielen Entwicklungen
hinterher!“, kommentierte Stefan Bruckbauer
(UniCredit Bank Austria) mit messerscharfer Ana-
CJS, Leadersnet/Mikes, Kathrin Anna Hoffmann
05/2025
immobilien investment
3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS
53
lyse und Humor die aktuelle Wirtschaftslage. Besonders
deutlich warnte er vor den Folgen, sollte
die US-Notenbank unter Präsident Trump ihre Unabhängigkeit
verlieren. Ein solches Szenario hätte
gravierende Konsequenzen für Europa. Bruckbauers
Botschaft an die EU: „Wir müssen Gas geben.“
Seine Einschätzungen machten deutlich, dass
Rezession, Inflation und Zinsschwankungen die
Branche zwar vor erhebliche Herausforderungen
stellen – zugleich aber jene belohnen, die bereit
sind, ihre Strategien zu hinterfragen, umzudenken
und sich flexibel auf neue Marktbedingungen einzustellen.
HOTELMARKT UND STADTENTWICK-
LUNG IM FOKUS
Hohe Zinsen treffen auf Rekordnächtigungen: Im
Hotelpanel sprachen Martin Winkler (Verkehrsbüro),
Andrea Bastel (SMARTments) und Andreas
Löcher (Union Investment) über Conversion-Projekte,
Franchise-Modelle und strategische Partnerschaften.
Zum Abschluss diskutierten Stefan Sima
(WSE), Eike Becker (Eike Becker Architekten) und
Agnes Petra Müller (Periskop Development) über
nachhaltige Stadtentwicklung. Energieeffizienz,
flexible Nutzung und neue Mobilitätskonzepte
bilden das Fundament für lebenswerte Städte. Ein
spannender Aspekt dabei: Die Gründerzeit hat sich
als idealer Prototyp urbaner Stadtentwicklung erwiesen.
Von ihr könne man sehr viel lernen.
WANDEL IST KEIN RISIKO, SONDERN EIN
AUFTRAG
„Die positive Resonanz zeigt, dass der Kongress einen
Nerv der Zeit trifft“, sagte Elisabeth Della Lucia,
Geschäftsführerin der DMV – della lucia medien
& verlags GmbH. Charles Steiner ergänzte: „Je unsicherer
die Zeiten, desto selektiver wird investiert.
Assets – und Menschen – werden heute genauer
geprüft als je zuvor. Das ist kein Hindernis, sondern
eine Chance, sich neu zu positionieren.“
Der 3. immobilien investment Kongress hat eindrucksvoll
gezeigt: Wandel ist kein Risiko – er ist der
Treibstoff für die Zukunft einer Branche, die bereit
ist, sich neu zu erfinden. Der nächste Termin steht
bereits fest: Der 4. immobilien investment Kongress
findet am 4. November 2026 statt.
KATHRIN ANNA HOFFMANN
immobilien investment 05/2025
54 3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS / VORSCHAU
WIR DANKEN UNSEREN SPONSOREN + PARTNERN!
Medienpartner
Kooperationspartner
Sponsoren
SAVE THE DATE!
Wir freuen uns Sie am 4. immobilien investment Kongress
am 4. November 2026 begrüßen zu dürfen!
05/2025
immobilien investment
WAS SIE NOCH NICHT WISSEN,
LESEN SIE IM
IMMOBILIEN INVESTMENT
Auch am
Kiosk
um € 2,90
Digital auf www.kiosk.at,
als E-Paper und zum Lesen
im Railjet der ÖBB
www.immobilien-investment.at
Besuchen Sie
unsere Musterwohnung!
Wiener Neustadt
Freifinanzierte Eigentumswohnungen
33 freifinanzierte
Eigentumswohnungen
55 m² - 90 m²
2-4 Zimmer, alle
mit Freiflächen
ab € 250.900,--
sofort beziehbar
HWB Wert:
ca. 31,2 kWh/m²a
Weiters bieten wir
geförderte Eigentums-
und Mietwohnungen an!
ANSPRECHPARTNERIN
Tanja Rath, BA
01 982 3601 631
einviertelgruen@hoe.at
heimat-oesterreich.at