INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2025
INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2025
INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2025
- Keine Tags gefunden...
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
19239
SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE
06/2025 . 01/2026 € 13,00
TITEL
Security wird Pflicht: neue
16 Kompetenzen, neue Tools
Update Sensorik: smarter
20 messen, schneller steuern
50 SPECIAL
Sichere Automation
industrielle-automation.net
—
Mehr Leistung.
Weniger Energie.
Eine Ameise, die weniger Energie braucht, um noch mehr tragen
zu können?
Unsere energieeffizienten Antriebslösungen aus Elektromotor und
Frequenzumrichter machen deutliche Einsparungen möglich. Zusätzlicher
Mehrwert: Sie bekommen kompetente Beratung, alle Produkte aus einer
Hand und weltweiten Service.
motion@de.abb.com
ZWISCHEN ANSPRUCH
UND WIRKLICHKEIT
BÜROKRATIE BREMST
IDEEN – FORTSCHRITT
BRAUCHT FREIRAUM
Industrie, Wissenschaft, Politik – alle sprechen von Transformation. Doch
wer genau hinsieht, erkennt: Deutschland steckt fest zwischen Anspruch und
Wirklichkeit. Die industrielle Wertschöpfung steht an der Schwelle zu einer
neuen Ära, getrieben von Künstlicher Intelligenz, Robotik und datenbasierten
Prozessen. Doch während weltweit Innovationsökosysteme wachsen, droht
der deutsche Standort an Bürokratie, mangelnder digitaler Infrastruktur und
fehlendem Mut zu scheitern. Prof. Dr. Katharina Hölzle, Institutsleiterin des
Fraunhofer IAO und Innovationsforscherin, findet dafür klare Worte: „Wir
müssen unsere Komfortzone verlassen.“ Denn Deutschland ist stark in der
Fertigung, in Produktionstechnologien und Materialforschung, aber schwach
in digitalen Kompetenzen, Cloud-Technologien
und Software-Entwicklung.
Die Zukunft liegt in der Verbindung
dieser Welten. Noch verfügen wir über
exzellente Fachkräfte, starke Mittelständler
und eine beeindruckende
Forschungslandschaft. Doch der Trend zeigt nach unten: F&E-Ausgaben sinken,
Innovationsränge fallen. Was brauchen wir? Mehr Pragmatismus, weniger
Zögern und ein neues Selbstverständnis von Verantwortung. Dafür braucht es
Mut – von Unternehmen, von Forschenden, aber vor allem von der Politik. Sie
muss endlich die Voraussetzungen schaffen: weniger Bürokratie, schnellere
Genehmigungen, moderne Bildung, digitale Verwaltung. Fortschritt entsteht
nicht im Verordnungsdschungel, sondern dort, wo Ideen Raum bekommen.
Sind wir also in einem Dilemma? Die Antwort darauf finden Sie auf Seite 10.
Verbindungstechnik,
Sicherheitsrelais &
Geräteschutz
PTFIX-Verteilerblöcke
CBM-Geräteschutzschalter
PSR-Sicherheitsrelais
Schaltnetzteile, Relais & mehr
Diese Ausgabe zeigt, wie viel Potenzial in unseren Ingenieuren steckt: innovative
Automatisierungslösungen, intelligente Robotik, neue Steuerungsansätze
– alles Bausteine für eine wettbewerbsfähige Industrie 2030. Viele
dieser Technologien werden wir in Kürze auf der SPS in Nürnberg live erleben.
sparen mit dem Code *
Phoenix10
Ihr Online-Shop für
Automatisierungstechnik
Eine inspirierende Lektüre
wünscht Ihnen
Nicole Steinicke
Chefredakteurin
INDUSTRIELLE AUTOMATION
automation24.de/phoenix-contact
*Gültig bis 28.02.26 und einmalig einlösbar auf Produkte von
Phoenix Contact. Nicht kombinierbar mit anderen Rabattaktionen.
EDITORIAL
03 Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
SZENE
06 News, Trends und Personalien
10 INTERVIEW
Industrie 2030: Warum wir aus der Komfortzone
raus müssen – im Gespräch mit Prof. Dr.
Katharina Hölzle, Institutsleiterin IAT der
Universität Stuttgart und geschäftsführende
Institutsleiterin Fraunhofer IAO
12 6 Thesen...
… zur Zukunft der industriellen
Automatisierung unter dem Cyber Resilience
Act: nicht ohne Lifecycle Security
15 Menschenzentrierte Robotik: Informatikerin
erhält Alfried Krupp-Förderpreis
SENSORIK UND MESSTECHNIK
16 TITELSTORY
Cyber Resilience Act: Security wird Pflicht
20 Innovative Sensortechnologien
für die Automatisierung der Zukunft
24 Effiziente Sensorintegration sorgt für frische
Biersorten – so geht Automatisierung in der
mittelständischen Praxis
TITEL
16
10
Prof. Dr. Katharina Hölzle
ist Technologie- und
Innovationsforscherin für
digitale Transformation
26 Skalierbare Lösungen für Condition Monitoring
und Predictive Maintenance
28 RFID-Technologie und IO-Link schaffen die ideale
Voraussetzung für vernetzte Fertigungsprozesse
30 Update: Produkte, Technologien, Trends
STEUERN UND ANTREIBEN
32 Ventilinseln in der Pneumatik bringen Effizienz
in die Automatisierung
34 Update: Produkte, Technologien, Trends
ANZEIGE
Anzeige: Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern
BEILAGE
Diese Ausgabe enthält eine
Beilage der Bihl+Wiedemann
GmbH, Mannheim
Lesen Sie, wie Pilz Konstrukteure und Maschinenentwickler
bei der Umsetzung der CRA-Anforderungen
unterstützt
4 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
36 Cloudbasierter Service zur Fernüberwachung
bietet vielfältige Möglichkeiten
38 Effizient vernetzt mit IO-Link: Einfache
Sensorintegration und reduzierter
Verkabelungs aufwand für Dosiersysteme
40 Update: Produkte, Technologien, Trends
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
42 Ungeplante Bedarfe in der Produktion:
Ursachen erkennen, Lösungen definieren
44 Energiespeicher für die Zukunft: Aluminiumgehäuse
schützen die Elektronik von
Lithium-Ionen-Batteriesystemen
46 Wie modulare Steuerung und Data
Connectivity den Maschinenbau verändern
49 Update: Produkte, Technologien, Trends
SPECIAL SICHERE AUTOMATION
50 IO-Link Safety: Wegbereiter für die nächste
Generation sicherer Maschinen
54 Warum Ethernet-Medienkonverter eine
Schlüsselrolle in der industriellen Netzwerktechnik
der Zukunft übernehmen
57 Update: Produkte, Technologien, Trends
ENERGIE:BILANZ
58 Revolutionär: Energie unter Wasser speichern
34 Impressum
59 Vorschau 01/2026
28
NEWS & TRENDS
Personalien
WIKA VERSTÄRKT
SEIN FÜHRUNGSTEAM
Die Wika Gruppe hat mit Axel
Schwerdtfeger einen erfahrenen
Experten aus der Industrie
gewonnen. Seit Oktober ist
er als Executive Vice President
für die Businesss Unit Process Solutions verantwortlich.
Darüber hinaus ist er als Mitglied der
Geschäftsleitung wesentlich an der Entwicklung
und Implementierung der globalen Unternehmensstrategie
des Messtechnikherstellers
beteiligt.
www.wika.de
DR. MICHAEL
JÜRGENS IM VDMA
Dr. Michael Jürgens, CEO Kuka
Robotics, ist neues Mitglied
im Vorstand des VDMA-Fachverbandes
Robotik + Automation.
Sein Ziel ist, in Deutschland
und Europa das Tempo bei der robotikbasierten
Automatisierung zu erhöhen und den
Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu verstärken.
www.vdma.eu
NMI ÜBERNIMMT PHOENIX TESTLAB
Die NMi Gruppe hat das deutsche Prüf- und Zertifizierungsunternehmen
Phoenix Testlab übernommen,
einen führenden Anbieter mit Spezialisierung auf EMV,
Funk, Umweltsimulation, Batterie- und Produktsicherheit.
Die NMi Gruppe verfügt bereits über eine solide
Kundenbasis in Deutschland. Durch die Akquisition
stärkt sie ihren Kundenfokus und ihre lokale Präsenz.
www.nmigroup.com
SEW-EURODRIVE FÜR „HERVORRAGENDE
SERIENFERTIGUNG“ AUSGEZEICHNET
Ende 2024 eröffnete SEW-Eurodrive in Graben-Neudorf,
einer Gemeinde rund neun Kilometer Luftlinie vom
Firmensitz in Bruchsal entfernt, sein neues Werk für die
Fertigung von
Getriebeteilen.
Seitdem
werden dort
Wellen und
Verzahnteile
nach modernsten
Erkenntnissen
zur
Smart Factory
gemäß
Industrie 4.0 hergestellt. Eine lohnende Investition, die
nun eine entsprechende Würdigung erfährt. Das global
agierende Unternehmen hat im renommierten Industriewettbewerb
„Fabrik des Jahres“ einen der begehrten
sechs Preise gewonnen und wurde in der Kategorie
„Hervorragende Serienfertigung“ ausgezeichnet. Dies
haben die Experten der Management-Beratung Kearney
am 27. Oktober öffentlich gemacht.
www.sew-eurodrive.com
SIEB & MEYER UND SKF KOOPERIEREN
Sieb&Meyer, Lüneburg,
bringt ihre Frequenzumrichtertechnologie
künftig
in eine strategische
Partnerschaft mit SKF
Magnetic Mechatronics,
Saint Marcel, Frankreich,
ein. Gemeinsam wollen
die beiden Unternehmen neue, leistungsstarke Antriebslösungen
auf Basis magnetgelagerter Hochgeschwindigkeitsmotoren
entwickeln. Im Bild von links nach rechts:
Torsten Blankenburg, CTO, Markus Meyer, CEO – beide
Sieb&Meyer und Frederic Ponson, Director SKF Magnetic
Mechatronics.
www.sieb-meyer.de
KI: GOOGLE FÜHRT DAS FELD MIT GROSSEM ABSTAND AN
Seit dem Beginn der „Deep Learning Era“ im Jahr 2010 hat sich die Entwicklung
Künstlicher Intelligenz rasant beschleunigt – angetrieben vor allem
durch große Technologieunternehmen. Eine Analyse von Epoch AI zeigt,
welche Akteure den Fortschritt besonders geprägt haben: Mit 168 „nennenswerten“
KI-Modellen führt Google das Feld mit großem Abstand an. Dahinter
folgen Microsoft (43 Modelle), OpenAI (40 Modelle) und Meta (35 Modelle).
Die Quelle definiert ein KI-Modell als „nennenswert“, wenn es die folgenden
Kriterien erfüllt: eine technische Verbesserung gegenüber einer anerkannten
Benchmark, eine hohe Zitierhäufigkeit (über 1.000 Zitate), historische
Relevanz oder signifikante Nutzung in der Praxis. Googles Dominanz beruht
auf frühen, konsequenten KI-Investitionen. Die Grafik zeigt die Anzahl der
nennenswerten KI-Modelle seit 2010, nach Unternehmen.
de.statista.com
6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
Intelligente
Lösungen.
HMI-Systeme, dieperfekt zu
IhrerAnwendung passen.
Mehr Informationenunter
pepperl-fuchs.com/hmi
VisuNetvon Pepperl+Fuchs–
Industrielle HumanMachine Interfacesfür
dieProzessautomation.
NEWS & TRENDS
„Weitere Verzögerungen beim
Bürokratieabbau kosten Unternehmen
Zeit, Geld und Wettbewerbsfähigkeit
– und dämpfen die Innovationskraft,
gerade im Mittelstand.“
Tanja Gönner, BDI-Hauptgeschäftsführerin
(Bildquelle: Jana Legler)
SMARTFACTORY ACADEMY
Die SmartFactory Kaiserslautern gibt
die Gründung der SmartFactory
Academy als umfassendes Weiterbildungs-
und Zertifizierungsprogramm
bekannt. Das Angebot richtet
sich an Fach- und Führungskräfte mittelständischer Produktionsbetriebe
und Industrieunternehmen, die sich den Herausforderungen
der digitalen Transformation stellen wollen. Die Teilnahmemöglichkeiten
reichen von Tages- und Mehrtageskursen bis zu individuell
zugeschnittenen Workshops, die exakt an die Anforderungen,
Projekte und Mitarbeitenden eines Unternehmens angepasst werden
können. Auf der SPS-Messe führt die SmartFactory Academy Guided
Tours durch. Zudem ist sie mit einem Stand in Halle 3, Stand 420
vertreten. Hier finden stündlich informative KI-Vorführungen statt.
www.smartfactory.de
9 %
Der Absatz von professionellen
Service-Robotern ist weltweit um
9 % auf knapp 200.000 Einheiten
gestiegen. Dabei hat der Anwendungsbereich
Transport und
Logistik bei den Absatzzahlen
2024 den größten Anteil.
Quelle: IFR International
Federation of Robotics
1,7 %
Mit 18,3 Milliarden Euro
verfehlten die Exporte der
deutschen Elektro- und Digitalindustrie
ihren Vorjahreswert im
August 2025 um 1,7 Prozent.
Grund sind merklich gesunkene
Ausfuhren nach China und USA.
Quelle: ZVEI
B&R-PRODUKTE JETZT ÜBER RS
B&R, die Machine Automation Division von ABB,
und RS, ein globaler High-Service-Anbieter von
Produkt- und Servicelösungen für Industriekunden,
haben eine strategische Partnerschaft geschlossen.
Ziel ist es, B&R-Produkte über die Online- und
Offline-Kanäle von RS zu vertreiben – mit optimierten
Bestellprozessen, verbesserter Nachverfolgbarkeit
und verlässlichem lokalen Support. Diese
Kooperation stellt einen
wichtigen Meilenstein
dar, um den Zugang zu
B&R-Automatisierungstechnik
zu erweitern –
zunächst in den wichtigsten
europäischen
Märkten und mit dem
Ziel, dies schrittweise auf weitere Regionen
auszuweiten. „Diese Partnerschaft mit RS ist ein
zentraler Baustein und ergänzt unser kundenorientiertes
Servicemodell ideal“, sagt Susana Gonzalez,
Chief Sales Officer, ABB Machine Automation (B&R).
„Maschinenbauern und Systemintegratoren bieten
wir damit einen noch einfacheren Zugang zu
unseren Technologien – über einen der renommiertesten
und digital fortschrittlichsten Distributoren
im B2B-Markt. Das Bild zeigt Susana Gonzalez, CSO,
ABB Machine Automation (B&R), und Pete Malpas,
President EMEA bei RS (rechts).
www.br-automation.com
DÄNEMARK UND DEUTSCHLAND BÜNDELN
KRÄFTE BEI KI, ROBOTIK UND AUTOMATION
Auf dem 15. Deutschen Maschinenbau-Gipfel in Berlin
unterzeichneten Dänemarks nationales Robotik-Cluster
Odense Robotics und VDMA Robotik + Automation eine
Kooperationsvereinbarung. Mit diesem Schulterschluss wollen
beide Organisationen
die Robotik und
Automation in Europa
stärken. Unterstützt
wird diese Initiative von
der dänischen und
deutschen Regierung.
Die Kooperations vereinbarung
umfasst zahlreiche Maßnahmen, darunter die
verstärkte Kommunikation der Rolle der Robotik und Automation
an relevante Stakeholder in Europa, gemeinsame Events
für Vernetzung und Matchmaking im dänischen, deutschen
und europäischen Robotik-Ökosystem sowie die Zusammenarbeit
mit der VDMA Startup Machine.
www.vdma.eu/robotik-automation
SPS EXPO: SPS – SMART PRODUCTION SOLUTIONS
Besuchen Sie das führende Branchenhighlight für die
smarte und digitale Automation.
n Themen: vom Sensor bis zur vollintegrierten Lösung
n Wann: 25. – 27.11.2025
n Wo: Messe Nürnberg
8 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
NEWS & TRENDS
MIT LEIDENSCHAFT FÜR PRÄZISION – 45 JAHRE DELPHIN TECHNOLOGY
Die Delphin Technology AG feiert ihr 45-jähriges Bestehen. Das 1980 von Dipl.-Ing. Peter
Renner gegründete Unternehmen ist Spezialist für innovative Messdatenerfassung, Softwarelösungen
und kundenspezifische Systeme in der Mess- und Prüftechnik. Von Beginn an
setzte Delphin auf eigene Hard- und Softwareentwicklungen und entwickelte modulare
Systeme zur Prozessdatenerfassung. Heute reicht das Produktportfolio von leistungsstarken
Datenloggern bis zu kompakten Messsystemen für Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau,
Energietechnik, Chemie, Pharma sowie Forschung und Entwicklung. Die Softwareplattform
ermöglicht moderne Visualisierung, Steuerung und Analyse von Prozessdaten und
unterstützt cloudbasierte sowie hybride Architekturen. Auch in Zukunft bleibt das Unternehmen
technologisch am Puls der Zeit, mit intelligenten, vernetzten Systemen, die
industrielle Prozesse nicht nur erfassen, sondern auch verstehen, vorhersagen und optimieren.
Im Fokus stehen dabei Effizienz, Nachhaltigkeit und Benutzerfreundlichkeit.
www.delphin.de
TERMIN: MOTEK/
BONDEXPO 2026
Die 43. Motek, Internationale
Fachmesse für Produktionsund
Montageautomatisierung,
macht sich zusammen
mit der 18. Bondexpo, Inter -
nationale Fachmesse für
Klebtechnologie, bereit für
die Neuauflage vom 6. bis
8. Oktober 2026 in Stuttgart.
Die bewährte Businessplattform
Motek/Bondexpo will
mit zukunftsfähigen und
praxisnahen Lösungen für die
industrielle Produktion neue
Wegmarken setzen. Die
Zielgruppe des Events sind
Fertigungsunternehmen aller
Branchen. Der Veranstalter
kooperiert 2026 erstmals eng
mit der VISION, internationale
Fachmesse für Bildverarbeitung.
Beide Veranstaltungen
finden zeitgleich am selben
Ort statt und öffnen sich mit
einem gemeinsamen Ticket
Die Motek/Bondexpo switcht
ab 2026 in einen Zweijahresturnus
und strafft zudem die
Messedauer auf drei Tage.
www.motek-messe.de
Ja! Ausfallzeiten
minimiert. Mit Conrad.
Passende Ersatzteile schnell geliefert
conrad.de/ja-momente
Alle Teile des Erfolgs
INTERVIEW
OHNE KI UND ROBOTIK KEIN FORTSCHRITT: WAS DEUTSCHLAND
JETZT TUN MUSS, UM INNOVATIV ZU BLEIBEN
INDUSTRIE 2030
Nicole Steinicke, Chefredakteurin
Industrielle Automation im Gespräch
mit Prof. Dr. Katharina Hölzle (rechts)
Die industrielle Wertschöpfung steht vor einem tiefgreifenden Wandel.
Künstliche Intelligenz, Robotik und datengetriebene Prozesse verändern
Produktionsketten, Innovationszyklen und Geschäftsmodelle. Im Interview
erklärt Prof. Dr. Katharina Hölzle, Institutsleiterin am IAT der Universität
Stuttgart und geschäftsführende Institutsleiterin des Fraunhofer IAO,
welche Schlüsseltechnologien den Standort Deutschland prägen und wo
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft jetzt gemeinsam ansetzen müssen.
Nicole Steinicke: Sie leiten das Institut für Arbeitswissenschaft
und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart und
sind geschäftsführende Institutsleiterin des Fraunhofer-
Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation. Zudem sind
Sie Technologiebeauftragte der Ministerin für Wirtschaft,
Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. In welcher Rolle
sehen Sie sich in dem Spannungsfeld zwischen Lehre und
Wissenschaft, Industrie und Politik?
Prof. Dr. Katharina Hölzle: Ich sehe mich als Brückenbauerin
– und als Übersetzerin zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik
und Gesellschaft. Diese Bereiche sprechen oft ganz unterschiedliche
Sprachen und folgen eigenen Logiken. Genau deshalb
braucht es Menschen, die zwischen ihnen vermitteln können.
In der Politik entstehen etwa Konzepte, die in der Praxis der
Unternehmen so nicht funktionieren würden – oder umgekehrt:
Unternehmerinnen und Unternehmer haben berechtigte Anliegen,
fühlen sich aber von der Politik nicht verstanden. Hier
übernehme ich die Rolle der Übersetzerin, um gegenseitiges
Verständnis zu schaffen. Wenn dieses gemeinsame Verständnis
erst einmal da ist, wenn man also ein „Level Playing Field“
geschaffen hat, dann kann man beginnen, Brücken zu bauen
und an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Denn dauerhaft
kann niemand nur übersetzen: Die Akteure müssen lernen,
selbst miteinander ins Gespräch zu kommen und Verantwortung
zu teilen. Diese Haltung nehme ich auch mit in meine
Arbeit in der Lehre. Viele Studierende fragen sich, warum sie in
Zeiten von Künstlicher Intelligenz überhaupt noch etwas lernen
oder ein Lehrbuch aufschlagen sollen. Dann zeige ich ihnen,
woran wir aktuell mit Unternehmen arbeiten, welche Herausforderungen
die Praxis wirklich bewegt und dass sie hier das Handwerkszeug
erwerben, um diese Zukunft aktiv mitzugestalten.
Nicole Steinicke: Sie beschäftigen sich unter anderem mit der
Gestaltung und Umsetzung der digitalen Transformation sowie
den Aufbau von Innovationsökosystemen. Wie bewerten Sie
den aktuellen Innovationsstandort Deutschland – ist das Glas
eher halb voll oder halb leer?
Prof. Dr. Katharina Hölzle: Beides – das Glas ist halb voll und
halb leer. Grundsätzlich steht Deutschland im internationalen
Vergleich noch immer relativ gut da. Es gibt eine Vielzahl von
Innovationsindikatoren, und in den meisten Ranglisten liegen
wir weiterhin unter den Top Ten. Erst kürzlich hat das World
Economic Forum ein neues Ranking veröffentlicht, das Innovationscluster
untersucht – also das, was wir lieber als Innovationsökosysteme
bezeichnen. Da landet München auf Platz 27, Stuttgart
sogar erst auf Platz 54. Das sieht auf den ersten Blick nicht
gut aus, auch wenn man solche Rankings immer mit Vorsicht
genießen muss. Positiv ist: Baden-Württemberg liegt im weltweiten
Innovationsranking auf Platz drei – direkt hinter Massachusetts
und dem Silicon Valley. Darauf können wir stolz sein.
Gleichzeitig zeigt der Trend der letzten zehn Jahre jedoch klar
nach unten. In nahezu allen Rankings sind wir kontinuierlich
zurückgefallen. Deshalb ist das Glas eben auch halb leer.
Unser Anspruch als Land ohne natürliche Rohstoffe muss sein,
dauerhaft unter den Top Five zu bleiben. Sonst werden wir unseren
Wohlstand langfristig nicht sichern können. Dafür müssen
wir allerdings deutlich mehr tun. Ein Beispiel: Die bundesweite
Forschungs- und Entwicklungsquote liegt derzeit bei rund 3,2
Prozent. Aus meiner Zeit in der Expertenkommission Forschung
und Innovation weiß ich, dass wir immer eine Quote von mindestens
3,5 Prozent gefordert haben – das ist die Eintrittskarte, um
international ganz vorne mitzuspielen. Momentan sinkt diese
Quote jedoch leicht, weil insbesondere Unternehmen weniger in
10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
INTERVIEW
Forschung und Entwicklung investieren. Das ist dramatisch, denn
gerade die Industrie war bisher der zentrale Innovationstreiber in
Deutschland. In Baden-Württemberg etwa liegt die F&E-Quote
bei beeindruckenden 5,6 Prozent, vor allem dank forschungsstarker
Unternehmen wie Bosch. Wenn dort aber – wie aktuell
im Bereich Bosch Mobility – Investitionen zurückgehen, hat das
unmittelbare Auswirkungen auf das gesamte Innovationssystem.
Besorgniserregend ist zudem, dass inzwischen nicht mehr nur
Produktion, sondern auch Forschung und Entwicklung ins Ausland
verlagert werden. Das war früher undenkbar – und zeigt,
wie ernst die Lage tatsächlich ist
Nicole Steinicke: Wie geht es also unseren Unternehmen?
Haben die das Gefühl, dass sie hier eine Umgebung haben, in
die sie investieren wollen?
Prof. Dr. Katharina Hölzle: Nein, das haben sie aktuell nicht.
Zurzeit würden viele Unternehmen diese Frage eher verneinen.
Es gibt zwar positive Signale: Der Staat hält die Staatsquote hoch,
und die Pläne der Bundesregierung sind grundsätzlich unterstützend.
Das allein reicht aber nicht. Ein zentraler Punkt ist die
digitale Infrastruktur. Hier liegen wir im internationalen Vergleich
deutlich zurück und müssen dringend investieren. Auch
die Gesamtinfrastruktur ist ein Thema. Sehr gut ist hingegen
unsere Bildung, vor allem dank des dualen Systems. Nach klassischen
Indikatoren schneiden wir hier immer noch überdurchschnittlich
ab, und unsere Fachkräfte sind in der Lage, Innovationen
umzusetzen. Allerdings beobachten wir eine langfristige
Stagnation: Wir bilden heute noch oft nach den Methoden von
vor 20 Jahren aus, sowohl in Schulen als auch an Hochschulen.
Vergleiche mit Singapur oder unseren skandinavischen Nachbarn
zeigen, dass wir hier hinterherhinken. Das ist ein Risiko für
die Zukunft, und daran müssen wir arbeiten. Dennoch: Wir haben
nach wie vor viele Weltmarktführer und kreative Köpfe, die
Innovation treiben. Mein Wunsch ist, dass wir wieder ehrgeiziger
werden und diesen Ehrgeiz mit Pragmatismus verbinden.
Nicole Steinicke: Was sind die Schlüsseltechnologien in
Deutschland? In welchen sind wir gut aufgestellt, in welchen
nicht und wo sollten wir besser werden?
Prof. Dr. Katharina Hölzle: Deutschland ist in klassischen
Technologien stark, etwa in Fertigungs- und Produktionstechnologien,
Materialforschung und Biotechnologien. Auch Quantentechnologien
entwickeln sich gut, dank gezielter Förderungen
und wachsender Ökosysteme. Herausfordernd sind dagegen
digitale Technologien: Softwareentwicklung, Cloud-Technologien,
Cybersecurity. Die Zukunft liegt in der Verbindung von
Fertigung und Digitalisierung, doch hier sehe ich noch erheblichen
Nachholbedarf, sowohl bei Ingenieuren als auch bei
Informatikern. Auch in Robotik und KI haben wir viele innovative
Mittelständler. Aber ohne die Integration von KI in die
Fertigungsprozesse können wir unser Potenzial nicht voll ausschöpfen.
Wir müssen also unsere Stärken in der Produktion
stärker mit digitalen Kompetenzen verzahnen.
Nicole Steinicke: Wie nimmt man insbesondere die kleinen und
mittelständischen Unternehmen bei all diesen Veränderungen
mit? Wie kommen Unternehmen in einen
Veränderungsprozess?
Prof. Dr. Katharina Hölzle: In Deutschland gibt es eine Vielzahl
von Angeboten: IHK-Initiativen, Digitalzentren, Digital Hubs,
Innovationsgutscheine, Förderprogramme und kostenlose Beratungs-
oder Weiterbildungsmaßnahmen. Prinzipiell kann sich
kein Unternehmen beschweren, dass es keine Unterstützung
bekommt. Das Problem ist eher die Nutzung: Eine Gruppe von
Wir erleben derzeit eine multiple Krise:
Energie, Friedensdividende, Exportmärkte –
vieles gerät ins Stocken. Gerade das treibt
mich als Innovationsforscherin an: In solchen
Momenten brauchen wir Innovation. Wir
müssen die Ärmel hochkrempeln, aktiv
werden und unsere Komfortzone verlassen.
Auch müssen wir mitgestalten und mehr
Eigenverantwortung übernehmen – in
Unternehmen, in Forschung und im Alltag.
Prof. Dr. Katharina Hölzle
Unternehmen nimmt diese Angebote aktiv wahr, aber eine nicht
unerhebliche Zahl kommt einfach nicht – oft, weil sie die Notwendigkeit
noch nicht erkannt hat. Allerdings ist die Eigeninitiative
der Unternehmen entscheidend. Wer sich digital
transformieren will, muss auch den ersten Schritt machen und
die bestehenden Angebote aktiv nutzen.
Nicole Steinicke: Wo sehen Sie Deutschland in 3 bis 5 Jahren?
Prof. Dr. Katharina Hölzle: Da ich Berufsoptimistin bin, sehe
ich Deutschland in 3 bis 5 Jahren als ein Land, das es geschafft
hat, substanziell bürokratische Richtlinien abzubauen und die
Verwaltung zu digitalisieren. Wir als Gesellschaft müssen allerdings
Eigenverantwortung übernehmen und erkennen, dass wir
mitgestalten müssen – in Unternehmen, in Forschung und im
Alltag. Die Grundlagen sind da: Biotechnologien, regenerative
Energien, Quantentechnologien, KI. Jetzt kommt es darauf an,
diese Technologien in die Praxis zu bringen. Deutschland hat
die Ressourcen und die Expertise. Wir müssen nur aus der
Komfortzone heraus und die Chancen konsequent nutzen.
DAS INTERVIEW FÜHRTE NICOLE STEINICKE,
CHEFREDAKTEURIN INDUSTRIELLE AUTOMATION
Bilder: Fraunhofer IAO/Lapp
www.iao.fraunhofer.de
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 11
THESEN...
… zur Zukunft der industriellen
Automatisierung unter dem Cyber
Resilience Act von Sören Jäckel –
Marketing Manager industrielle
Kommunikationstechnik
6Erst die Maschinenverordnung (MVO),
dann der Cyber Resilience Act (CRA). Mit
dem Inkrafttreten des EU Cyber Resilience
Acts beginnt eine neue Ära für die industrielle
Automatisierung. Die Anforderungen
an die Cyber-Sicherheit steigen erheblich.
Sie betreffen nicht nur technische Systeme,
sondern auch organisatorische Strukturen
und strategische Entscheidungen. Unter -
nehmen stehen also vor der Aufgabe, ihre
Anlagen, Prozesse und Netzwerke grund -
legend neu zu denken. Ziel ist es, die DNA
ihrer Anlagen nachhaltig zu stärken – für
mehr Resilienz, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.
Phoenix Contact begleitet diesen
Wandel aktiv und bietet umfassende
Unterstützung entlang aller relevanten
Handlungsfelder. Die folgenden sechs
Thesen zeigen, was sich künftig ändert und
wie Phoenix Contact dabei hilft, den
Wandel erfolgreich zu gestalten.
01 CYBER-SICHERHEIT BEGINNT IN DER PRODUKTENTWICKLUNG –
SECURITY-BY-DESIGN WIRD GESETZLICH VERANKERT.
Der CRA verpflichtet Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen dazu, Produkte mit digitalen Komponenten von
Anfang an sicher zu konzipieren. Die Prinzipien Security-by-Design und Security-by-Default sind nicht länger Best Practices,
sondern gesetzliche Anforderungen. Sicherheitsfunktionen müssen bereits im Entwicklungsprozess berücksichtigt, dokumentiert
und über den gesamten Produktlebenszyklus gepflegt werden.
Dazu gehören ebenfalls Schwachstellenanalysen, Bedrohungsbewertungen
und die Bereitstellung von Sicherheits-Updates.
Phoenix Contact unterstützt:
mit IEC-62443-zertifizierten Entwicklungs- und Dienstleistungsprozessen
durch Produkte wie die Steuerung PLCnext Control und Security-
Router der Produktfamilie mGuard, die gemäß IEC 62443-4-2
zertifiziert sind
mit Schulungen und einer Beratung zum sicheren Entwicklungsprozess,
inklusive Threat Modelling nach dem Stride-Modell
als aktives Mitglied in Normungsgremien wie der WG3 bei
CENELEC zur Entwicklung harmonisierter Standards.
12 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
ANZEIGE
02 NETZWERKARCHITEKTUREN NEU GEDACHT – SEGMENTIERUNG
UND ZONING ALS SICHERHEITSBASIS
Der CRA fordert, die Integrität und Verfügbarkeit industrieller Systeme zu schützen. Die Aufteilung in
logische Zonen und Subnetze reduziert Angriffsflächen und erleichtert die Kontrolle über die Datenströme.
Netzwerksegmentierung, logisch getrennte virtuelle Teilnetze und Pufferzonen zwischen dem
internen und externen Netzwerk sind zentrale Bausteine moderner Sicherheitsarchitekturen. Lediglich
durch eine gezielte Steuerung der Datenströme lassen sich Bedrohungen, wie unautorisierte Zugriffe
oder Broadcaststürme, effektiv eindämmen.
Phoenix Contact unterstützt:
mit Komponenten wie Industrial Firewalls und
Managed Switches, die Routing, Network-Adress-
Translation und weitere Funktionen vereinen
durch die Verfügbarmachung einer Referenzarchitektur,
die als Gesprächsgrundlage für
individuelle Sicherheitskonzepte dient
mit Lösungen zur Implementierung von Pufferzonen,
VLAN-Konfiguration und Port-Regelung –
auch über physische Schlüsselschalter
durch redundante Netzwerkkomponenten wie
die Switches FL Switch 2000/5900, die für
Ausfallsicherheit sorgen.
03 LIFECYCLE SECURITY –
VERANTWORTUNG
ENDET NICHT AM WERKSTOR
Der CRA verlangt eine kontinuierliche Pflege der
Cyber-Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus
eines Produkts oder einer Anlage. Hersteller
müssen Sicherheitslücken erkennen, bewerten
und beheben sowie ihre Kunden aktiv informieren.
Die Transparenz über Software-Komponenten und
Änderungen wird zur Pflicht. Bestehende Produkte,
die nach 2027 erneut in Verkehr gebracht werden,
müssen ebenfalls CRA-konform sein.
04 SICHERE KOMMUNIKATION
WIRD ZUR GRUNDVORAUSSETZUNG –
VPN, AUTHENTIFIZIERUNG UND
PROTOKOLLE IM FOKUS
Phoenix Contact unterstützt:
mit einem eigenen PSIRT-Team (Product Security
Incident Response Team), das Schwachstellen
überprüft und Sicherheitslücken veröffentlicht
durch konkrete Handlungsanweisungen für den
Einsatz sowie die nachhaltige und konforme
Nutzung der Komponenten
mit den Software Bills of Materials (SBOMs), die
Transparenz über die verwendeten Software-
Komponenten schaffen
durch automatisierte Update-Mechanismen und
Device-Management-Tools wie den FL Network
Manager.
Die sichere Fernwartung und Kommunikation zwischen
Systemen erweisen sich als essenziell. VPN-Verbindungen,
rollenbasierte Zugriffskontrollen und sichere Protokolle
sind künftig Standard. Die Integration zentraler Benutzerverwaltungen
wird ebenso wichtiger. Der CRA bedingt,
dass nur autorisierte Nutzer Zugriff auf Systeme erhalten
und dies nachvollziehbar dokumentiert wird.
Phoenix Contact unterstützt:
mit der mGuard Secure Cloud, dem TC Router und
Cloud-Clients für verschlüsselte VPN-Verbindungen
durch die Integration und Verwaltung von Active
Directory für eine zentrale Authentifizierung und
Autorisierung
mit Firewalls, die Port-Freigaben und Zugriffskontrollen
granular regeln – auch über Schlüsselschalterfunktionen
durch Lösungen zur Multi-Faktor-Authentifizierung und
sicheren Protokollumstellung.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 13
ANZEIGE
05 TRANSPARENZ –
MONITORING, LOGGING UND
ZEITMANAGEMENT ALS PFLICHT
Die Analyse von Sicherheitsvorfällen erfordert
präzise Log-Daten und eine synchrone
Zeitverteilung. Intrusion Detection Systeme
(IDS) und Netzwerk-Monitoring helfen,
Bedrohungen frühzeitig zu detektieren und
zu erfassen. Regulatorische Anforderungen
verlangen ebenfalls eine lückenlose Nachvollziehbarkeit.
Ohne einheitliche Zeitstempel
und zentrale Log-Daten ist eine konkrete
Auswertung kaum möglich.
Phoenix Contact unterstützt:
mit dem industriellen Zeit-Server FL Timeserver
NTP für eine synchrone Zeitverteilung
in OT-Umgebungen
durch Angriffserkennungssysteme wie IRMA
in Zusammenarbeit mit nationalen Partnern
mit Tools wie dem FL Network Manager oder
einem Device and Update-Management für
ein umfassendes Monitoring und Asset-
Management
durch Funktionen zur DDoS-Detektierung
und -Begrenzung in Switches und Firewalls.
SICHERHEIT BEGINNT IM KERN
Nur wenn Safety und Security klar, vorausschauend und
praxisnah betrachtet werden, entsteht ganzheitliche
Sicherheit, die über die Einhaltung neuer gesetzlicher
Vorgaben hinausgeht. Für Sie bedeutet das: volle Kontrolle,
minimales Risiko und maximales Kundenvertrauen in Ihre
Innovationsstärke – in die Stärke Ihrer Anlagen-DNA.
Weitere Informationen erhalten Sie unter
phoenixcontact.de/starke-dna
06 ORGANISATION UND PROZESSE
MÜSSEN SICH WANDELN – SECURITY WIRD
ZUR TEAMAUFGABE
Cyber-Sicherheit ist nicht nur eine technische Herausforderung,
sondern ebenso eine organisatorische. Prozesse wie Backup-
Strategien, Passwort-Management, Asset-Verwaltung und
Zertifikatsmanagement müssen neu gedacht und dokumentiert
werden. Die Einhaltung von Standards wie der IEC 62443 wird
zur Voraussetzung für den Marktzugang sowie zur Grundlage
für Vertrauen in die Lieferkette.
Phoenix Contact unterstützt:
mit Dienstleistungen nach IEC 62443-2-4 als zertifizierter
ICS-Security Service-Provider
durch strukturierte Backup-Konzepte, Offline-Strategien und
Wiederherstellungsprozesse
mit Empfehlungen zur Passwortsicherheit und Integration
von Passwortmanagern
durch Lösungen zur Verwaltung digitaler Zertifikate und
sicheren Kommunikation zwischen Geräten.
Fazit
Der CRA ist ein Gesetz, das sich horizontal
über viele Bereiche erstreckt und
damit zahlreiche Produkte betrifft. Die
Anforderungen greifen jedoch tief bis in
den Kern des jeweiligen Bereichs ein –
speziell bei der industriellen Automatisierung.
Wer jetzt handelt, sichert
nicht nur die Zukunft seiner Anlagen
und Systeme, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit
seines Unternehmens.
Phoenix Contact steht als erfahrener
Partner bereit, um diesen Wandel
gemeinsam zu gestalten – technisch,
organisatorisch und strategisch. Für
eine starke Anlagen-DNA.
14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
NEWS UND TRENDS
MENSCHENZENTRIERTE ROBOTIK
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat
die Informatikerin Prof. Dr. Georgia Chalvatzaki mit
dem Alfried Krupp-Förderpreis 2025 ausgezeichnet,
einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen
in Deutschland. Die 37-Jährige ist seit 2023 Professorin
für Interaktive Roboterwahrnehmung und Lernen am Fachbereich
Informatik der TU Darmstadt. Dem Auswahlgremium hatten
insgesamt 42 Kandidatenvorschläge aus ganz Deutschland
vorgelegen.
Die mit 1,1 Mio. Euro dotierte Auszeichnung überreichte Ina
Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes
Nordrhein-Westfalen, Ende Oktober im Rahmen einer festlichen
Veranstaltung in der Villa Hügel. „Ihre ambitionierte Forschung in
KI, maschinellem Lernen und Robotik hat das Potenzial, effektiv
in Bereiche wie Gesundheitswesen, Logistik oder nachhaltige
Landwirtschaft hineinzuwirken“, sagte Prof. Ursula Gather, die
Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung. Mit ihrem innovativen
Ansatz würde Georgia Chalvatzaki Roboter und Menschen
ebenso wie ihre Umwelt als integriertes System betrachten, mit
dem Ziel, Roboter zu entwickeln, die aus Erfahrung lernen und ihr
Verhalten kontinuierlich anpassen. Dieser Ansatz ist richtungsweisend
für eine Robotik, die den Menschen in den Mittelpunkt
stellt, und ebnet den Weg für eine neue Generation von Robotern.
Mobile humanoide Manipulatoren sind ein Schwerpunkt ihrer
Arbeit, also Roboter mit mobiler Basis und anthropomorphen
Armen, die sich in menschlichen Umgebungen bewegen, ihre
Umgebung wahrnehmen und geschickte Greif- und Bewegungsaktionen
ausführen können. Diese Systeme basieren auf einem
Zusammenspiel aus Wahrnehmung, Planung und Handlung.
Um dies zu ermöglichen, verbindet die Robotik-Forscherin
klassische modellbasierte Robotik mit modernen Lernverfahren
wie Reinforcement Learning, Imitationslernen oder graphbasierten
neuronalen Netzwerken. Durch strukturierte Repräsentationen
der Umwelt erlangen die Roboter ein tiefgehendes Verständnis
ihrer Umgebung und sind dadurch in der Lage, ihr Verhalten
adaptiv und kontextsensitiv anzupassen. Ein Meilenstein in ihrer
Forschung ist die Einführung von SE(3)-Diffusionsmodellen.
Diese geometriebasierten Lernmethoden integrieren die Struktur
des dreidimensionalen Raums in das Training generativer
Modelle. Die Modelle ermöglichen es Robotern, präzise und flüssige
Greif- und Bewegungssequenzen zu erzeugen, und zwar
selbst in unübersichtlichen oder überfüllten Szenen.
Ein zentrales Ziel von Georgia Chalvatzakis Forschung ist eine
menschenzentrierte Robotik, die den Roboter nicht als Ersatz,
sondern als vertrauensvollen Partner des Menschen denkt. Ihre
Vision ist eine soziale und technisch robuste Robotik, die komplexe
Umgebungen versteht und sich an individuelle Bedürfnisse
anpasst. Ausgehend von der Fragestellung, wie Roboter lernen
können, Wissen aus bekannten Situationen auf neue zu übertragen,
basiert ihr Forschungsansatz auf dem Konzept des „Structured
Robot Learning“. Bei der neuartigen Methode wird strukturelles
Wissen über die Welt direkt in den Lernprozess der Roboter
eingebettet.
Bild: Katrin Binner/TU Darmstadt
www.tu-darmstadt.de
www.krupp-stiftung.de
Your Global Automation Partner
Halle 7, Stand 250
Nachhaltig automatisieren
Effiziente Produktion, effektives Energiemanagement und transparente
Lieferketten – digitale Automatisierungslösungen garantieren Rentabilität
und gleichzeitig Nachhaltigkeit!
MEHR ERFAHREN
www.turck.de/wes
DATENSICHERHEIT
NEUE HERAUSFORDERUNGEN FÜR KONSTRUKTEURE
CYBER RESILIENCE ACT:
SECURITY WIRD PFLICHT
Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) definiert die EU neue
Anforderungen an die digitale Sicherheit von Produkten mit
vernetzten Komponenten. Die Verordnung (EU) 2024/2847
bringt weitreichende Veränderungen für die Entwicklung
und Konstruktion solcher Produkte mit sich: Cybersicherheit
wird zur verbindlichen Vorgabe. Für Konstrukteure und
Entwickler im Maschinen- und Anlagenbau bedeutet das,
Sicherheitsaspekte von Beginn an in den Entwicklungsprozess
zu integrieren – ein Ansatz, den Pilz aktiv unterstützt.
Der CRA verpflichtet Hersteller, ihre Produkte so zu entwickeln, dass sie
während des gesamten Lebenszyklus gegen Cyberbedrohungen geschützt
sind. Für Konstrukteure bedeutet das einen Paradigmenwechsel: Neben
mechanischer Stabilität, Funktionalität und Safety rückt nun auch Security-by-Design
in den Fokus. Der CRA gilt für sämtliche Produkte mit digitalen Elementen,
die direkt oder indirekt mit anderen Geräten oder Netzwerken kommunizieren.
Für Konstrukteure und Maschinenentwickler betrifft das insbesondere
Steuerungen, Bediengeräte (HMIs), Sensoren und Aktoren mit Datenverbindungen
sowie Industrie-PCs und Embedded Systems. Auch Softwarelösungen wie
PILZ UNTERSTÜTZT KONSTRUKTEURE
UND MASCHINENENTWICKLER BEI DER
UMSETZUNG DER CRA-ANFORDERUNGEN
Konfigurationstools oder Firmware fallen unter die Verordnung. Wichtig ist: Selbst,
wenn Konstrukteure keine eigene Software entwickeln, sind sie betroffen – etwa
dann, wenn sie Komponenten integrieren, die unter den CRA fallen. Die Verantwortung
für die sichere Einbindung und den Nachweis der Konformität liegt beim
Inverkehrbringer in der EU, in der Regel ist das der Maschinenhersteller.
STATUS: CRA VERÖFFENTLICHT, HARMONISIERTE
NORMEN AUSSTEHEND
Der Cyber Resilience Act ist bereits im Amtsblatt der EU veröffentlicht und damit
geltendes Recht. Ab September 2026 greifen die Meldepflichten der Hersteller. Ab
Dezember 2027 dürfen dann nur noch Produkte mit einem definierten Cyber-
Sicherheitsniveau in der EU in Verkehr gebracht werden. Auch wenn diese Termine
auf den ersten Blick noch weit entfernt erscheinen, sollten sich Unternehmen nicht
auf regulatorische Verzögerungen verlassen, sondern proaktiv handeln – selbst,
wenn viele Unternehmen noch auf eine konkrete Ausgestaltung über die mitgeltenden
Normen warten. Die Entwicklung komplexer Maschinen und Anlagen ist
ein mehrjähriger Prozess – wer heute mit der Konstruktion beginnt, muss die Anforderungen
des CRA bereits berücksichtigen, um spätere Nachrüstungen oder
Verzögerungen zu vermeiden.
Der CRA wird aufgrund der Komplexität des Themas stufenweise weiterentwickelt:
Der Geltungsbereich und die Pflichten der Hersteller sind zwar bereits benannt,
es fehlen jedoch noch wichtige Details zur Umsetzung. Deshalb sieht der
Normungsauftrag der EU vor, dass zu jeder horizontalen Produktanforderung sowie
zu jeder wichtigen und kritischen Produktkategorie eine harmonisierte Norm
16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
01
01 Der CRA gilt für sämtliche Produkte mit digitalen Elementen,
die direkt oder indirekt mit anderen Geräten oder Netzwerken
kommunizieren
02 Bereits während der Konzeption, Entwicklung und Herstellung
ihrer Produkte müssen Maschinenhersteller grundlegende Vorgaben
des CRA erfüllen – und für die erwartete Nutzungsdauer der
Produkte gewährleisten – Pilz unterstützt bei der Umsetzung
02
entsteht. Parallel dazu gibt es Bestrebungen, Teile der Normenfamilie
IEC 62443 zum CRA zu harmonisieren und so eine Konformitätsvermutung
für Maschinen und deren Komponenten, die
nach dieser Norm entwickelt wurden, zu ermöglichen.
DIE ANFORDERUNGEN DES CRA
IM ÜBERBLICK
Die Anforderungen des Cyber Resilience Act greifen bereits in der
frühen Phase der Produktentwicklung. Konstrukteure und
Maschinenentwickler müssen künftig Cyberrisiken systematisch
analysieren und geeignete Schutzmaßnahmen einplanen. Ein
zentrales Element des CRA ist die Gestaltung einer sicheren Architektur:
Die Systemstruktur muss so ausgelegt sein, dass Manipulationen
erschwert und potenzielle Angriffsflächen minimiert
werden. Dazu zählen unter anderem sichere Bootprozesse, verschlüsselte
Kommunikationswege sowie durchdachte Zugriffskontrollen.
Darüber hinaus verlangt der CRA eine lückenlose Dokumentation
aller sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Diese Nachweisführung
beginnt bereits in der Konstruktionsphase und ist essenziell
für die spätere Konformitätsbewertung. Auch die Updatefähigkeit
spielt eine entscheidende Rolle: Produkte müssen so
konzipiert sein, dass Sicherheitsupdates effizient und zuverlässig
eingespielt werden können – eine Herausforderung, die sowohl
technische als auch organisatorische Lösungen erfordert.
SCHRITT FÜR SCHRITT CRA-FIT
Das Unternehmen Pilz, Ostfildern, unterstützt seit Jahrzehnten
Maschinenbauer und Anwender bei der Sicherheit ihrer Maschinen
und Anlagen – und auch bei den neuen Anforderungen
rundum das Thema Industrial Security. Denn ohne Security ist
eine Maschine samt getroffener Safety-Maßnahmen angreifbar
und ungeschützt. Hier gilt es, Vorsorgemaßnahmen zu treffen:
1. Produkte und Prozesse analysieren
Ein erster wichtiger Schritt für Konstrukteure, Entwickler und
Maschinenhersteller besteht darin, zu prüfen, welche ihrer Produkte
digitale Elemente enthalten und damit unter den Geltungsbereich
des Cyber Resilience Act fallen. Parallel dazu sollten die
bestehenden Entwicklungsprozesse auf mögliche Sicherheitslücken
hin untersucht werden – insbesondere im Hinblick auf
Cyberrisiken, die bisher möglicherweise nicht systematisch betrachtet
wurden. Ebenso ist es entscheidend, frühzeitig zu klären,
welche Komponenten, Softwarelösungen oder Schnittstellen
konkret betroffen sind, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen zur
Absicherung und Dokumentation einleiten zu können.
18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
DATENSICHERHEIT
2. Security-by-Design etablieren
Damit Produkte künftig den Anforderungen des Cyber Resilience
Act entsprechen, muss Cybersicherheit von Anfang an in
die Produktentwicklung integriert werden – vergleichbar mit der
etablierten Praxis der funktionalen Sicherheit. Bereits in der
Konzeptphase sollten konkrete Sicherheitsanforderungen definiert
und dokumentiert werden, um eine durchgängige Absicherung
über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu gewährleisten.
Architekturentscheidungen – etwa die Trennung von Netzwerken,
der Einsatz sicherer Bootprozesse oder verschlüsselter
Kommunikationswege – müssen gezielt darauf ausgerichtet sein,
potenzielle Angriffsflächen zu minimieren und Manipulationen
zu erschweren.
3. Risikobewertung und Schwachstellenmanagement
Ein weiterer zentraler Baustein zur Vorbereitung auf den Cyber
Resilience Act ist die Einführung eines strukturierten Risikomanagements
für Cyberbedrohungen. Dabei geht es darum, potenzielle
Schwachstellen systematisch zu identifizieren, zu bewerten
und geeignete Gegenmaßnahmen zu definieren. Ergänzend dazu
sollte ein Schwachstellenmanagement aufgebaut werden, das
nicht mit der Inbetriebnahme endet, sondern auch während des
Betriebs aktiv bleibt – etwa durch regelmäßige Sicherheitsupdates
oder Monitoring. Als Grundlage für sichere Entwicklungsprozesse
empfiehlt sich die Anwendung etablierter Normen wie
der IEC 62443-4-1, die konkreten Anforderungen an Security in
der industriellen Automatisierungstechnik definiert.
4. Dokumentation und Nachweisführung
Ein wichtiger Bestandteil der CRA-Vorgaben ist die lückenlose
Dokumentation aller sicherheitsrelevanten Entscheidungen und
Maßnahmen. Diese Nachvollziehbarkeit ist nicht nur für die interne
Qualitätssicherung wichtig, sondern auch für die spätere
Konformitätsbewertung. Daher sollten Unternehmen frühzeitig
mit dem Aufbau einer technischen Dokumentation beginnen,
die den Anforderungen des CRA entspricht und bei Audits oder
im Rahmen der Marktüberwachung als belastbarer Nachweis
dienen kann.
5. Updatefähigkeit sicherstellen
Damit Maschinen und Anlagen auch nach ihrer Inbetriebnahme
sicher bleiben, müssen sie so konstruiert sein, dass Sicherheitsupdates
einfach und zuverlässig eingespielt werden können. Dies
gilt über den gesamten Unterstützungszeitraum hinweg, den der
Hersteller bereits zum Zeitpunkt des Kaufs klar und leicht zugänglich
angeben muss.
Zur Umsetzung sind einerseits standardisierte Schnittstellen,
Speicherlösungen und Update-Mechanismen erforderlich. Andererseits
sieht der CRA vor, dass zwischen dem Hersteller und
dem gewerblichen Nutzer individuelle Vereinbarungen getroffen
werden können – etwa dann, wenn ein ungewöhnlich langer
Unterstützungszeitraum gefordert ist.
6. Mitarbeitende qualifizieren
Konstrukteure, Entwickler und Projektleiter sollten gezielt zu den
Anforderungen des Cyber Resilience Act geschult werden, um
technische, rechtliche und organisatorische Zusammenhänge zu
verstehen und in ihre tägliche Arbeit zu integrieren. Gleichzeitig
empfiehlt sich der Aufbau von interdisziplinärem Know-how, das
IT, OT und Engineering miteinander verbindet – denn nur durch
eine enge Zusammenarbeit dieser Bereiche lässt sich ein ganzheitliches
Sicherheitsniveau erreichen.
DIE CRA-KONFORMITÄT MUSS
ENTLANG DER GESAMTEN LIEFERKETTE
SICHERGESTELLT WERDEN
Matthias Kuczera, Fachexperte für Funktionale
Sicherheit – Normen bei Pilz
7. Zulieferer und Komponenten prüfen
Neben der eigenen Produktentwicklung müssen Unternehmen
auch ihre Zulieferteile und Software von Drittanbietern im Blick
behalten. Die CRA-Konformität endet nicht an der Unternehmensgrenze
– sie muss entlang der gesamten Lieferkette sichergestellt
werden. Das bedeutet: Auch extern eingekaufte Komponenten
und Softwaremodule müssen den Anforderungen des
CRA entsprechen. Um dies verbindlich zu regeln, sollten Verträge
und Einkaufsbedingungen entsprechend angepasst werden, etwa
durch klare Vorgaben zur Security-Dokumentation, Updatefähigkeit
und Nachweispflicht. Pilz selbst entwickelt nach der IEC
62443-4-1 und wird sicherstellen, dass alle Produkte den CRA-
Vorgaben entsprechen.
UNTERSTÜTZUNG FÜR KONSTRUKTEURE
Der CRA fordert Konstrukteure und Entwickler dazu auf, Cybersicherheit
als festen Bestandteil des Entwicklungsprozesses zu etablieren.
Das erfordert neue Kompetenzen, neue Tools – und ein
neues Mindset. Doch der Aufwand lohnt sich: Wer frühzeitig
handelt, erhöht nicht nur die Sicherheit seiner Produkte, sondern
auch deren Marktchancen. Pilz bietet umfassende Unterstützung
bei der Umsetzung der neuen Anforderungen.
Bilder: Aufmacher: Pilz, Bild 01: gorodenkoff – iStock.com,
Bild 02: JohnnyGreig – iStock.com, Pilz
www.pilz.com
UNTERNEHMEN
Pilz GmbH & Co. KG
Felix-Wankel-Straße 2
73760 Ostfildern
AUTOR
Matthias Kuczera, Fachexperte für
Funktionale Sicherheit – Normen bei
Pilz GmbH & Co. KG
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 19
SENSORIK UND MESSTECHNIK
INNOVATIVE SENSORTECHNOLOGIEN
FÜR DIE AUTOMATISIERUNG DER ZUKUNFT
SMARTER MESSEN,
SCHNELLER STEUERN
Sensoren spielen in der modernen Industrie eine zentrale Rolle. Sie liefern
die Daten, auf denen sämtliche Steuerungs- und Optimierungsprozesse
basieren. Stoßen klassische Sensortechnologien an ihre Grenzen, sind
intelligente, robuste und hochgenaue Alternativen gefragt. Der Beitrag
stellt Sensorlösungen vor, die sich nahtlos in automatisierte Fertigungsprozesse
integrieren lassen und mit vielen Vorteilen punkten.
Der Einsatz von Sensoren in automatisierten Prozessen
ermöglicht nicht nur eine höhere Prozesssicherheit und
Effizienz, sondern auch eine vorausschauende Wartung
und flexible Produktion. Die Vorteile in den Bereichen
Qualität, Ressourceneinsparung und Effizienz sind enorm.
Unternehmen, die Automatisierungslösungen des Sensorspezialisten
einsetzen, profitieren unter anderem von einer hohen
Signalstabilität, einem großen Temperaturbereich sowie einem
überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis für OEM und Serie.
Zudem lassen sich alle Sensoren einfach und schnell über moderne
Schnittstellen wie EtherCAT, EthernetIP, IO-Link, Profinet
oder RS422 in bestehende Anlagen und Systeme integrieren.
JEDE BRANCHE UND JEDE APPLIKATION
VERLANGT SPEZIELLE SENSOREN
So groß die Vielzahl an Automatisierungslösungen ist, so vielfältig
sind auch die Möglichkeiten der Sensortechnologie. Micro-
Epsilon bietet für nahezu alle möglichen Einsatzbereiche geeignete
Lösungen an. Das breite Portfolio reicht von kompakten
Lasersensoren über induktive Sensoren und Taster bis hin zu präzisen
Temperatursensoren oder komplexer 3D-Messtechnik.
So stellt das Unternehmen beispielsweise eine neue Generation
an 3D-Sensoren zur Verfügung, die alle auf einer gemeinsamen
Softwareplattform basieren. Sie erfassen das Messobjekt per Scan
oder Single-Snapshot, was eine schnelle und hochauflösende
Geometrie- und Oberflächenmessung sowie Überprüfung
erlaubt. Insbesondere für die Serienintegration in Inline-Fabrikumgebungen
bietet das Unternehmen ein tiefgreifendes Knowhow
für hocheffiziente Branchen- und Applikationslösungen.
DICKENMESSUNG VON GLASSCHEIBEN
Konfokale Sensoren der Baureihe confocalDT können Auflösungen
bis in den Nanometerbereich darstellen, arbeiten verschleißfrei
und messen den Abstand sowie die Dicke von Mikrolinsen,
Glas oder Folien. Das prädestiniert sie für den Einsatz in Branchen
wie der Halbleiter- und Glasproduktion oder der Elektronikfertigung.
Hierbei nutzen sie das Prinzip der chromatischen
Aberration in Kombination mit der konfokalen Abbildung, um
präzise Messdaten zu erfassen.
Ein Vorteil von konfokal-chromatischen Sensoren: Sie können
auf unterschiedlichsten Oberflächen – von schwach reflektierend
bis spiegelnd – präzise und genau messen. Zudem sind sie un-
20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
01 Konfokale Sensoren der Baureihe confocalDT können Auflösungen
bis in den Nanometerbereich darstellen und eignen sich daher
für die Dickenmessung von Glasscheiben
02 Laserscanner der Reihe scanControl in der Qualitätssicherung von
Drähten, die mit der Hairpin-Technologie gefertigt wurden
03 Die neuen Serien thermoMeter UC, SE und FI
erfassen berührungslos und präzise einen sehr hohen
Temperaturbereich von -50 bis +1100 °C
04 Die Laser-Linienscanner scanControl nutzen das Laser-
Triangulationsprinzip zum zweidimensionalen Erfassen
von Profilen auf unterschiedlichsten Objektoberflächen
01
empfindlicher gegenüber Schwingungen und Verkippungen. Aus
diesem Grund kommen confocalDT Sensoren in der Smartphone-
Produktion zum Einsatz, um die Dicke von Glasscheiben bei der
Herstellung von Displays berührungslos und einseitig zu messen.
BIS INS DETAIL: 2D/3D GEOMETRIEPRÜFUNG
VON HAIRPINS
Die Hairpin-Technologie ermöglicht es, Drähte dichter zu packen
und so die Leistung und das Drehmoment in Elektromotoren zu
steigern. Bei der Herstellung der Kupferdrähte werden verschiedene
geometrische Größen wie etwa der Querschnitt des Drahtes,
Biegewinkel und Parallelität geprüft. Auch mögliche Defekte auf
dem Bauteil sowie die Position der Anschlussdrähte werden
überwacht, um eine einwandfreie Funktion sicherzustellen. Zur
geometrischen Überprüfung kommen 3D-Sensoren und Laserscanner
zum Einsatz. Diese prüfen Geometrie, Defekte, Lage und
Positionierung.
IN ECHTZEIT: TEMPERATURMESSUNGEN
BIS ZU 1.100 GRAD CELSIUS
Im Bereich der Temperturmesstechnik hat Micro-Epsilon die neuen,
hochgenauen Serien thermoMeter UC, SE und FI ent wickelt.
Sie erfassen berührungslos Temperaturen von -50 bis +1.100 °C.
Das kompakte und robuste Edelstahlgehäuse mit hoher Schutzart
sorgt dafür, dass die Sensoren auch bei rauen Umgebungsbedingungen
präzise messen und dabei eine hohe Signalqualität und
-stabilität liefern. Die einfache Montage und Integration sowie
Industrieschnittstellen mit M12-Standards prädestinieren die
Sensoren für den Einsatz in Branchen wie Automation oder Prozesstechnik.
Industrielle Temperaturmessungen spielen eine
wichtige Rolle bei der Herstellung von modernen Batterien für
Elektrofahrzeuge, Energiespeicher und Smartphones. Beim Trocknungsprozess
der Batteriefolie wird eine Paste (Slurry) über eine
Schlitzdüse auf die Trägerfolie aufgetragen und im Trockenofen
ausgehärtet. Die berührungslosen Infrarot-Temperatursensoren
der Serien thermoMeter FI und SE messen in Echtzeit die Temperatur
des Slurry und ermöglichen ein präzises Regeln des Prozesses.
MONTAGE BIEGESCHLAFFER BAUTEILE
Die Laser-Linienscanner scanControl nutzen das Laser-Triangulationsprinzip
zum zweidimensionalen Erfassen von Profilen auf
unterschiedlichsten Objektoberflächen.
Bei der automatisierten Montage von biegeschlaffen Bauteilen
wie Kabelbäume müssen zum Beispiel besondere Anforderungen
an Präzision und Flexibilität erfüllt werden. Für diese komplexe
Aufgabe haben sich die Laser-Profil-Scanner scanControl
3010-200 in Verbindung mit Robotern bewährt. Die Sensoren erfassen
in Echtzeit die exakte Lage und Geometrie der Kabel, sodass
der Roboter diese sicher greifen und positionsgenau in das
02
03
04
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 21
SENSORIK UND MESSTECHNIK
05 Das optische Präzisionsmikrometer optoControl 2700 ist speziell
für die Messung von schnell bewegten Objekten in dynamischen
Prozessen konzipiert
06 Der hochpräzise 3D-Snapshot-Sensor surfaceControl 3D ist für die
automatisierte Inlineprüfung von Geometrie, Form und Oberflächen
auf diffus reflektierenden Oberflächen prädestiniert
07 Die Sensoren der Baureihe reflectControl wurden für die
Oberflächeninspektion von spiegelnden Teilen entwickelt
08 Das präzise Sensorsystem thicknessGauge 3D eignet sich zur
zweiseitigen Profil- und Dickenmessung von Strang- und
Plattenmaterial
05
06
07
08
Steckergehäuse einführen kann. Hierbei synchronisieren sich die
Messdaten direkt mit der Roboterbewegung und ermöglichen so
eine maximale Prozesssicherheit und Montagegenauigkeit. Aufgrund
der flexiblen Automatisierungslösung mit Standardkomponenten
lassen sich auch Varianten ohne mechanische Anpassungen
effizient umsetzen.
WENN’S DYNAMISCH WIRD: ZUVERLÄSSIGE
INLINE-QUALITÄTSSICHERUNG
Die Messung von vibrierenden oder schnell bewegten Objekten
stellt in dynamischen Produktionsprozessen eine große Herausforderung
dar. Das optische Präzisionsmikrometer optoControl
2700 ist speziell für diese Anforderung konzipiert. Mit einer
Abtas trate von 15 kHz und einer äußerst kurzen Belichtungszeit
von 8,5 µs erfassen sie auch bei starken Objektbewegungen
Durchmesser, Spaltbreiten oder Kantenpositionen äußerst zuverlässig.
Eine aktive Neigungskorrektur gleicht automatisch Winkelfehler
aus und liefert stabile Messwerte in Echtzeit. Das System
ist in zwei Modellen mit Messbereichen von 10 mm und 40 mm
verfügbar und eignet sich damit ideal für die Inline-Qualitätssicherung
und Maschinenüberwachung bei hohen Taktzahlen.
DER BLICKWINKEL ZÄHLT: GROSSE VIELFALT
BEI 3D-SENSOREN
Eine große Vielfalt bietet das Unternehmen im Bereich der 3D-
Messtechnik. Mit der 3D Profile Unit können zum Beispiel bis zu
acht scanControl Sensoren in ein gemeinsames Koordinatensystem
verrechnet werden, um ein präzises 3D-Abbild eines
Messobjektes zu erstellen. Das ermöglicht die Erfassung von unterschiedlichsten
Geometrien und die Dickenmessungen von
Profilen. Die Auswertung der Daten und das Parametrieren des
Systems erfolgt in der Software 3DInspect des Herstellers.
Die hochpräzisen 3D-Snapshot-Sensoren der Serie surface-
Control sind dagegen für die automatisierte Inlineprüfung von
Geometrien oder Formen auf diffus reflektierende Oberflächen
prädestiniert. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Streifenlichtprojektion,
wodurch sich eine direkte 3D-Vermessung realisieren
lässt. Anwendung finden sie zum Beispiel bei der Qualitätssicherung
in der Batterieproduktion. Hier ist die exakte Vermessung
der Anschlussklemmen essenziell. Nach dem Verschweißen
von Polklemme, Shunt und Bridge überprüft der
surfaceControl 3D 3500-80 Sensor mit seinem großen Messbereich
von 80 × 50 mm die Koplanarität dieser drei Komponenten.
Der Sensor ist dabei in den Rundtakttisch integriert und erfasst
innerhalb von Millisekunden eine hochauflösende 3D-Punktewolke,
deren Daten per GigE-Schnittstelle an die Auswertesoftware
übertragen werden. Dank der kompakten Bauweise ist kein
zusätzlicher Controller erforderlich. So ermöglicht der Sensor
eine effiziente Inline-Kontrolle und Qualitätssicherung in der
Batteriefertigung.
22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
VON SPIEGELNDEN OBERFLÄCHEN…
Die Sensoren der Baureihe reflectControl wurden hingegen für die Oberflächeninspektion
von spiegelnden Teilen entwickelt. Der kompakte Sensor stellt ein Streifenmuster
auf seinem Display dar, welches über die Oberfläche des Messobjekts in die
Kameras des Sensors gespiegelt wird. Unregelmäßigkeiten auf der Oberfläche
verursachen dabei Abweichungen im Streifenmuster, die mit einer Software ausgewertet
werden. Dank ihrer hochgenauen Auflösung kommen die Sensoren
beispielsweise bei der Lackfehlerinspektion führender Automobilhersteller zum
Einsatz. Das Fahrzeug wird dabei zunächst vermessen und gefundene Fehler auf
die Fahrzeugoberfläche rückprojiziert. Ein Defekt kann mit +/- 3 mm auf der Oberfläche
lokalisiert werden und bekommt durch die einzigartige Rekonstruktion 3D-
Merkmale wie Höhe, Tiefe und Volumen. Ist der Fehler erkannt und lokalisiert,
kann das automatische Abarbeiten beginnen, das Micro-Epsilon zusammen mit
Partnerfirmen umsetzt. Mit reflectControl lassen sich Fehler in spiegelnden Oberflächen
zu fast 100 Prozent erkennen und klassifizieren.
Drucksensor PG
Rundum
beeindruckend
… BIS HIN ZUR PROFIL- UND DICKENMESSUNG
Ein weiterer Sensor aus dem Bereich der 3D-Messtechnik ist das thicknessGauge
3D, ein präzises Sensorsystem zur zweiseitigen Profil- und Dickenmessung von
Strang- und Plattenmaterial. Zwei gegenüberliegende Laser-Profilscanner nehmen
entlang einer linearen Bewegung synchronisiert Profildaten auf, welche zu einer
3D-Punktewolke zusammengeführt werden. Auf dieser Grundlage berechnet das
MODERNE SENSORIK LIEFERT NICHT NUR
MESSDATEN, SONDERN SCHAFFT DIE
GRUNDLAGE FÜR TRANSPARENTE PROZESSE
thicknessGauge 3D frei programmierbare Zielwerte, um komplexe 2D- oder 3D-
Messaufgaben zu lösen. Beispielsweise kommt das Sensorsystem zur präzisen Inline
3D-Messung von Beschichtungsaufträgen, Folienkrümmung und geschweißten
Pouchzellen in der Batterieproduktion zum Einsatz.
KOMFORTABLE INTEGRIERBARKEIT
Im Zeitalter von Industrie 4.0 ist die Messung alleine nicht mehr ausreichend. Entscheidend
ist, wie sich Sensorik nahtlos in digitale Produktionssysteme einfügt. Die
Messtechniklösungen von Micro-Epsilon sind daher nicht nur auf Präzision ausgelegt,
sondern auch auf eine intelligente Integration und datenbasierte Wertschöpfung.
Dank standardisierter Schnittstellen lassen sich die Sensoren ohne zusätzliche
Gateways oder komplexe Anpassungen direkt in Steuerungs- und Leitsysteme
einbinden. Viele Sensoren unterstützen außerdem Plug-and-Play-Konzepte, die
eine schnelle Inbetriebnahme und einfache Wartung ermöglichen. Hinzu kommen
umfangreiche Software Development Kits (SDKs), die die Integration in eigene
Anwendungen, Industrie-PCs oder Cloud-Plattformen erlauben.
Bilder: Micro-Epsilon
www.micro-epsilon.de
WETTBEWERBSFÄHIG BLEIBEN
Die Messtechniklösungen von Micro-Epsilon leisten einen entscheidenden
Beitrag zur erfolgreichen Automatisierung industrieller Prozesse. Dank
einer robusten Bauweise, einer hohen Messpräzision und der einfachen
Systemintegration eignen sich die Sensoren optimal für anspruchsvolle
Umgebungen und flexible Produktionssysteme. KI-gestützte Auswerteverfahren,
adaptive Algorithmen zur Objekterkennung sowie erweiterte
3D-Messtechnologien eröffnen neue Möglichkeiten für die automatisierte
Qualitätskontrolle und Prozessoptimierung.
Die neue Generation des hygienischen
Drucksensors PG1 für steht für eine klare,
zeitgemäße Werte-Kommunikation.
Die mehrfarbige LED-Anzeige mit frei konfigurierbarer
Einstellung der Sollbereiche
sorgt für eine übersichtliche und eindeutige
Manometer-Visualisierung von Druck
an der Anlage. Ebenfalls können Druck
sowie die Mediumtemperatur (dauerhaft
bis 150 °C!) als Digitalwert angezeigt
werden. Für dauerhaft zuverlässige
Messergebnisse sorgt die von ifm bekannte,
robuste frontbündige Keramikmesszelle.
Ziemlich runde Sache, oder?
ifm – close to you.
sensors. software. solutions. ifm.com
SENSORIK UND MESSTECHNIK
FAMILIENBRAUEREI SETZT AUF ZUVERLÄSSIGE SENSORLÖSUNGEN AUS EINER HAND
EFFIZIENTE SENSORINTEGRATION SORGT
FÜR FRISCHE BIERSORTEN
Braumeister
mit Blick fürs Ganze:
Daniel Franke sorgt
dafür, dass in der
Produktion technisch
und personell alles
rund läuft
Die Freiburger Brauerei
Ganter setzt bei der
Modernisierung ihrer Prozessmesstechnik
auf Sensoren
von Baumer. Dank einfacher
Parametrierung, breiter
Kompatibilität und schneller
Lieferprozesse gelingt die
Integration nahtlos – ein
Beispiel für praxisnahe
Automatisierung im
Mittelstand.
Der Freiburger Traditionsbrauerei Ganter geht es wie den
meisten mittelständischen Bierproduzenten. In dem
umkämpften, schrumpfenden Markt muss jeder seine
lukrative Nische finden. Für Ganter ist das die Rolle der
Familienbrauerei von nebenan, die mit ihren 23 Biersorten aus
regionalen Zutaten auch das südbadische Heimatgefühl verkauft:
Seit 160 Jahren verwurzelt im sonnenverwöhnten Freiburg und
immer dabei, wenn es zwischen Südschwarzwald und Oberrhein
etwas zu feiern gibt.
Mit circa 80.000 Hektoliter Jahresausstoß gehört Ganter zwar
schon zu den mittelgroßen Brauereien in Deutschland. Als Kunde
ist die Brauerei für manche Lieferanten aber eher eine kleine
Nummer, die man im Zweifel für umsatzstärkere Abnehmer warten
lässt. Das zumindest ist die Erfahrung von Braumeister Daniel
Franke, der bei Ganter auch für die technischen Einkäufe und
die Instandhaltung verantwortlich ist. Genau wie die richtige
Marktnische muss das Unternehmen deshalb auch die passenden
Geschäftspartner finden. Denn lange Wartezeiten und kompliziertes
Hin und Her zwischen Anfrage und Lieferung sind
nicht drin. In dem kleinen, 13-köpfigen Produktionsteam muss
sich jeder auf jeden verlassen können, auch auf externe Partner.
PARTNERSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
AUF AUGENHÖHE
An dieser Stelle kommt der Sensorspezialist Baumer ins Spiel.
Dessen Prozesssensoren sorgen seit 2024 an verschiedenen Stellen
im Brau-, Lager- und Abfüllprozess für präzise Messwerte ohne
Kompromisse. Dass Baumer hier zum Einsatz kommt, liegt
nicht nur an der technischen Performance der Sensoren. Ebenso
wichtig ist Braumeister Franke die partnerschaftliche Zusammenarbeit.
„Mir gefällt besonders die unkomplizierte persönliche
Betreuung bei Baumer. Wenn ich meinen Ansprechpartner
anschreibe oder anrufe, weiß ich genau: Der Florian kümmert
sich darum, und spätestens nach ein paar Tagen habe ich eine
Lösung“, berichtet Franke. Florian Elsäßer kann das aus Baumer-
Sicht bestätigen: „Wir besprechen alles auf Augenhöhe, wollen
nicht lange über Probleme reden, sondern schnell Lösungen finden“,
sagt der Mann für alle Ganter-Anfragen.
Aktuelles Beispiel für eine effiziente Zusammenarbeit ist der
breitflächige Sensortausch an den im Jahr 2010 installierten Gärund
Lagertanks. Die verbauten Modelle müssen nach bis zu
15 Jahren Betrieb nach und nach ersetzt werden. Hierfür setzt Daniel
Franke für Applikationen wie Füllstandskontrolle und Druck-
01 Brauereien finden bei Baumer für jede Aufgabe im Brauprozess
eine erstklassige Sensorlösung: Die kompakten Produkte messen
zuverlässig Druck, Durchfluss, Temperatur, Füllstand und Leitfähigkeit
SENSORIK UND MESSTECHNIK
messung auf Baumer-Prozesssensoren. Das Vorgehen ist einfach
und bewährt: Daniel Franke gibt Florian Elsäßer die technischen
Daten der auszutauschenden Sensoren. Florian besorgt die
schnelle Umschlüsselung und schickt das passende Baumer-Modell
innerhalb weniger Tage in die Brauerei. Dank der großen Anzahl
an Prozessanschlüssen benötigt es keine Anpassung des bestehenden
Anlagendesigns bei der Integration von Baumer-Prozesssensoren.
„Wir können die Sensoren dann eins zu eins austauschen,
die Messwerte überprüfen und die Anlage sofort wieder
nutzen. Dieses Plug & Play funktioniert ausgezeichnet, und für
uns ist das Thema damit schnell und einfach erledigt“, sagt Franke.
EINFACHE MONTAGE UND PARAMETRIERUNG
DIE EINFACHE DIGITALE PARA
METRIERBARKEIT ERMÖGLICHT
DEN SCHNELLEN SENSORTAUSCH
Das eingespielte Team aus Braumeister und Sensorexperte weiß
noch weitere Vorteile der Baumer-Prozesssensoren zu nutzen.
Ein wichtiger Faktor für das hohe Tempo bei jedem Sensortausch
ist die einfache digitale Parametrierbarkeit. Der neu installierte
Sensor wird dazu einfach über die Software Baumer Sensor Suite
auf dem Laptop konfiguriert. „Das erleichtert uns die Arbeit
enorm und spart jedes Mal eine Menge Zeit, weil ich die gesamte
Konfiguration vor Ort und ohne Hilfe eines Kollegen am Sensor
erledigen kann“, bestätigt Franke. Bei Modellen wie dem Leitfähigkeitssensor
AFI4 oder den extra-kompakten Sensoren der
neuen 50er-Serie ist eine Parametrierung zudem über das Touch-
Display möglich.
Das Baumer-Gesamtpaket für Brauereianwendungen hat Daniel
Franke schon nach den ersten Tests überzeugt. Die Sensoren
übertreffen die technischen Anforderungen, sind kompakt, einfach
in der Handhabung, und das breite Baumer-Portfolio deckt
alle Anwendungsbereiche ab. Hinzu kommen die wettbewerbsfähigen
Preise: „Baumer bietet als Komplettanbieter ein ausgezeichnetes
Preis-Leistungsverhältnis“, bestätigt Franke. In vielen
Applikationen sind daher Baumer-Sensoren bereits im Einsatz,
zum Beispiel in der CIP-Reinigung (AFI4 für die Leitwertmessung),
zur Füllstandsmessung in den Gär- und Lagertanks
(Drucksensor PBMN) und für die Leerstandkontrolle (Clever level
LBFS). In anderen Anwendungen laufen Tests oder Planungen,
auf Baumer umzustellen: Hierzu zählt in der Abfüllung der Temperatursensor
TER8 für die Hochdruckeinspritzung und der besonders
präzise Drucksensor PP56 aus der neuen 50er-Serie zur
Füllstandsmessung im Drucktankbereich.
02 Gemeinsam finden sie immer schnell eine gute Lösung: Ganter
Braumeister Daniel Franke (rechts) und Baumer Sensorexperte Florian
Elsäßer stoßen im Sudhaus auf die gute Partnerschaft an
GRENZSTANDSCHALTER FÜR DEN GESAMTEN
BIERBRAUPROZESS
Den Baumer-Grenzstandschalter Cleverlevel nutzt Ganter derzeit
ausschließlich für eine zuverlässige Leermeldung der Lagertanks.
Er ist allerdings auch ideal geeignet für die Füllstandsüberwachung
und als Überlaufschutz der aufschäumenden Hefe in
Gärtanks. Bei der Fermentierung ist der Cleverlevel in Brauereien
bewährt, weil er so eingestellt werden kann, dass er auch Schaum
zuverlässig erkennt. Der wartungsfreie Sensor arbeitet mit der
Frequenzhubtechnologie und ist für alle Arten von Medien flexibel
einsetzbar: Flüssigkeiten, Schüttgüter, Pulver sowie klebrige,
pastöse oder schäumende Medien. Er kann so durch den gesamten
Bierbrauprozess verwendet werden – von der Einlagerung
des Gerstenmalzes ins Silo bis zum fertigen Bier.
Bilder: Baumer
www.baumer.com
UNTERNEHMEN
Baumer, Hummelstrasse 17
8501 Frauenfeld, Schweiz
Tel. +41 52 728 11 55,
E-Mail: sales.de@baumer.com
Messverfahren
Festelektrolyt-Potentiometrie
NDIR-Sensoren
Wärmeleitfähigkeit
Elektrochemische Sensoren
Keidel-Zellen
Gasanalytik für die Prozessmesstechnik
www.zirox.de
ZIROX Sensoren und Elektronik GmbH | Am Koppelberg 21 | 17489 Greifswald | Tel.: +49(0)3834-83 09 00 | Fax: +49(0)3834-83 09 29 | E-Mail: info@zirox.de
Zirox.indd 1 22.09.2017 11:05:04
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 25
SENSORIK UND MESSTECHNIK
VON DER IIOT-FÄHIGEN KOMPONENTE BIS ZUR GANZHEITLICHEN LÖSUNG
MEHR VERFÜGBARKEIT DURCH
DATENINTELLIGENZ AN DER EDGE
Datenintegration
mit dem
IIoT-Edge-
Gateway
Die zunehmende Vernetzung industrieller Anlagen eröffnet neue Ansätze für
Condition Monitoring und Predictive Maintenance. IIoT-fähige Komponenten
und leistungsfähige Edge-Gateways bilden dabei die Basis, um Sensordaten vor
Ort zu erfassen, zu analysieren und für die Instandhaltung nutzbar zu machen.
So lassen sich Stillstände reduzieren und Wartungsprozesse gezielter planen.
Die gezielte Erfassung von Zustandsdaten wie Temperatur,
Vibration oder Laufzeit liefern Informationen über den
Zustand von Maschinen und Anlagen. Veränderungen
werden frühzeitig erkannt, sodass Wartungen vorausschauend
koordiniert und Fehlfunktionen behoben werden können,
bevor diese zu schädlichen Auswirkungen führen. Das Ergebnis:
Minimierte Stillstandszeiten und gesteigerte Produktivität.
Werden die Zustandsdaten einer Maschine oder Anlage mit
spezifischen Algorithmen kombiniert und ausgewertet, so lassen
sich noch präzisere Vorhersagen über den zukünftigen Zustand
ableiten. Auf dieser Grundlage kann eine vorausschauende Wartung
ermittelt werden, die maximale Verfügbarkeit, reduzierte
Kosten und höhere Produktivität sicherstellt.
Die Fritz Kübler GmbH bietet bereits heute eine breite Palette
an IIoT-fähigen Komponenten, die sich nahtlos in bestehende
IIoT-Umgebungen integrieren lassen und neben den Prozessdaten
auch wertvolle Informationen zur Zustandsüberwachung liefern.
Vibration und Temperatur gehört zu den entscheidenden
Messgrößen für die Zustandsbewertung von Maschinen und Anlagen.
Neu im Portfolio ist deshalb ein Vibrations- und Temperatursensor,
der speziell für das Condition Monitoring entwickelt
wurde.
DER NÄCHSTE SCHRITT IN RICHTUNG
INDUSTRIE 4.0
AUF DER SPS 2025 WERDEN
ERSTE USE-CASES VORGESTELLT
Vom reinen Komponentenlieferanten möchte sich das Unternehmen
zu einem Anbieter ganzheitlicher IIoT-Lösungen entwickeln.
Kunden profitieren damit von umfassender Unterstützung
– von der Konzeption über die Umsetzung bis hin zum Betrieb.
Als starker Partner möchte Kübler gemeinsam mit seinen
Kunden echte Mehrwerte, wie höhere Transparenz, mehr Effizienz
und die Basis für innovative Geschäftsmodelle schaffen.
Kübler stellt hierfür eine Lösung zur Auswertung gesammelter
Daten für die Überwachung von Anlagen und Maschinen sowie
für eine Analyse im Hinblick auf vorausschauende Wartung bereit.
Das Herzstück hierzu bildet ein IIoT-Edge Gateway mit eigenem
Betriebssystem, das die Speicherung, Interpretation und
Auswertung von Daten auf dem Gerät (on-premise) ermöglicht.
Darüber hinaus bietet das Betriebssystem verschiedene Apps
an, die zur grafischen Aufbereitung, Echtzeitanalyse oder zur
Alarmierung, bei Erreichung von definierten Grenzwerten, herangezogen
werden können. Die Kübler IIoT-Lösung überzeugt
durch ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten – sei es als eigenständige
Stand-Alone-Lösung oder nahtlos integriert in bestehende
Infrastrukturen. Darüber hinaus besticht das System
durch seine intuitive Bedienbarkeit, die keine Programmierkenntnisse
erfordert, sodass Nutzer sofort produktiv arbeiten können.
Auf der SPS 2025 im November stellt die Fritz Kübler GmbH
erste Use-Cases vor, um wertvolles Feedback und erste Resonanz
aus dem Markt zu erhalten:
26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
01 Mit dem Vibrations- und Temperatursensor
CMSVT38 lassen sich Schwingungen und Temperaturen
von Maschinen wie Pumpen, Lüftern oder Motoren
zuverlässig erfassen
02 Das IIoT-Edge-Gateway kann mehrere
Überwachungsfälle einer Anlage parallel abbilden – von
der einfachen Zustandsmeldung bis hin zu komplexen
Predictive-Maintenance-Szenarien
PREDICTIVE MAINTENANCE FÜR
SCHLEIFRINGE
Einige Schleifringe erfordern eine regelmäßige Wartung, zum
Beispiel den Austausch beschädigter Kontaktelemente, das
Nachölen oder die Reinigung von Abriebstaub. Bisher werden in
den jeweiligen Datenblättern der Schleifringe lediglich Wartungsintervalle
in Abhängigkeit von der Anzahl der Umdrehungen
angegeben. Diese Vorgehensweisen bergen Risiken wie zum
Beispiel eine zu frühe Wartung (unnötig hohe Kosten) oder zu
späte Wartung (Gefahr von Maschinenausfällen). Durch den Einsatz
integrierter Sensorik im Schleifring, ohne weiteren Bauraum
in Anspruch zu nehmen, werden nun relevante Daten wie Position,
Geschwindigkeit, Anzahl der Umdrehungen, Temperatur und
Vibration sowie Feuchte erfasst, um den optimalen Wartungszeitpunkt
zu bestimmen.
CONDITION MONITORING MITHILFE DES
VIBRATIONS- UND TEMPERATURSENSORS
Jede Maschine – unabhängig von Alter oder Bauart – erzeugt
Schwingungen. Verändern sich diese Schwingungsmuster im
Laufe des Lebenszyklus, kann dies auf beginnende Schäden und
potenzielle Ausfälle hinweisen. Mit dem CMSVT38 lassen sich
Schwingungen und Temperaturen von Maschinen wie Pumpen,
Lüftern oder Motoren zuverlässig erfassen. Die gewonnenen Daten
werden über einen IO-Link Master an das IIoT-Edge Gateway
übertragen und dort ausgewertet. Zwei vordefinierte Grenzwerte
ermöglichen zudem die Signalisierung des Maschinenstatus über
eine Signalleuchte die über digitale Ausgänge geschalten werden.
MASCHINEN- UND ANLAGENÜBERWACHUNG
Eine Maschine oder Anlage kann gleichzeitig zahlreiche Anwendungsfälle
für die Zustandsüberwachung aufweisen. Im dritten
und letzten Use Case werden daher die vielfältigen Möglichkeiten
aufgezeigt, wie das IIoT-Edge-Gateway mehrere Überwachungsfälle
einer Anlage parallel abbilden kann – von der einfachen
Zustandsmeldung bis hin zu komplexen Predictive-Maintenance-Szenarien.
Mit den IIoT-Lösungen von Kübler schaffen
Unternehmen die Basis für die Fabrik der Zukunft – skalierbar, sicher
und herstellerübergreifend kompatibel.
Bilder: Kübler
www.kuebler.com
01
AUTOR
Jakob Hepting, Produktmanager
Auswertung bei Kübler
02
CodeMeter – Vom Code zum Erfolg
Software mit CodeMeter in
Umsatz verwandeln.
• Flexible Monetarisierung:
Angepasste Lizenzierung für alle Marktanforderungen.
• Robuster IP-Schutz:
Innovative Verschlüsselung und Integritätsschutz.
• Volle Kompatibilität:
Nahtlose Integration in alle Plattformen.
• Zukunftssichere Lösungen:
Entwickelt, um mit Ihren Anforderungen zu wachsen.
Stärkere Wurzeln und neue Höhen für
Ihre Software – dank CodeMeter.
sales@wibu.com
www.wibu.com
Treffen Sie uns!
Halle 6
Stand 428
SENSORIK UND MESSTECHNIK
Moderne
RFID-Schreib-/
Lesegeräte stellen
die Rückverfolgbarkeit
in der Batterieproduktion
sicher
RFID-LÖSUNGEN FÜR PRODUKTION UND LOGISTIK
IO-LINK ALS ENABLER FÜR EINFACHE
UND WIRTSCHAFTLICHE INTEGRATION
Pepperl+Fuchs bietet ein umfangreiches Portfolio an RFID-Schreib-/Lesegeräte,
die sich durch hohe Flexibilität, einfache Integration und marktgerechte
Leistungsdaten auszeichnen. Ausgestattet mit IO-Link sind sie geeignet für
RFID-Anwendungen in Produktion und Logistik, bei denen Zuverlässigkeit,
Standardisierung und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen. Damit leisten
sie einen wichtigen Beitrag zur effizienten, fehlerfreien und transparenten
Wertschöpfungskette – heute und in der vernetzten Produktion von morgen.
Die Automatisierung industrieller Prozesse verlangt nach
flexiblen, robusten und intelligenten Lösungen zur Identifikation
von Objekten. RFID-Systeme haben sich in
Produktion und Logistik als Schlüsseltechnologie etabliert
– insbesondere dann, wenn es um Rückverfolgbarkeit, zunehmende
Variantenvielfalt und immer geringe Losgrößen geht.
Zwei RFID Schreib-/Lesegeräte von Pepperl+Fuchs zeigen exemplarisch,
wie moderne RFID-Technologie mit standardisierten
Schnittstellen wie IO-Link eine nahtlose Integration ermöglicht
und zugleich die Komplexität reduziert: Das HF RFID Schreib-/
Lesegerät IQT3-FP-IO-V1 sowie das UHF RFID Schreib-/Lesegerät
IUT-F191-IO-V1.
IO-Link hat sich in den letzten Jahren als universelle Schnittstelle
in der industriellen Automatisierung durchgesetzt. Die Vorteile
liegen auf der Hand: herstellerübergreifende Standardisierung,
einfache Parametrierung, Diagnosefunktionen und die
Möglichkeit zur schnellen Inbetriebnahme ohne komplexe Programmierung.
Pepperl+Fuchs trägt dieser Entwicklung mit einem
kontinuierlich wachsenden Portfolio an IO-Link-fähigen
Geräten Rechnung – darunter auch RFID Schreib-/Lesegeräte für
HF (13,56 MHz) sowie UHF (860 - 930 MHz).
PRAXISGERECHTE FEATURES
Mit dem IQT3-FP-IO-V1 und dem IUT-F191-IO-V1 bietet
Pepperl+Fuchs zwei leistungsfähige und zugleich wirtschaftlich attraktive
Produkte, die insbesondere in der Fertigung und produktionsnahen
Logistik ihre Stärken ausspielen. Beide Geräte lassen sich
über den Easy-Mode ohne Programmieraufwand in Betrieb nehmen,
während der Expert Mode auch tiefergehende Konfigurationsmöglichkeiten
für anspruchsvollere Szenarien bietet. Dabei ist
sowohl die Integration in SPS- als auch IT-Anwendungen möglich.
Im Gegensatz zu vielen UHF-Anwendungen mit großflächiger
Transpondererfassung, steht in vielen industriellen Prozessen
die gezielte, selektive Identifikation einzelner Objekte im Fokus.
Typische Szenarien sind:
Die Prüfung bereitgestellter Rohmaterialien an einer Montagestation
Die Identifikation von Werkstückträgern auf Fertigungslinien
Die Erkennung von Baugruppen vor dem nächsten Bearbeitungsschritt
Die Rückverfolgung von Produkten entlang der Wertschöpfungskette
28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
Schnell
wie nie!
Zwei innovative RFID-Lösungen mit IO-Link:
der kompakte HF-Reader rechts mit bis zu 30 cm
Reichweite sowie der UHF-Reader links mit zirka
1 m Reichweite für die wirtschaftliche Integration
Der neue Ultraschall-
Etikettensensor esf+1.
Dennoch ist die Reichweite handelsüblicher
HF Schreib-/Lesegeräte oftmals nicht
ausreichend. Für genau diese Anforderungen
ist unter anderem der IQT3-FP-IO-V1
optimiert. Mit der in seiner kompakten
Bauform marktführenden Reichweite von
bis zu 30 cm, bietet das Gerät großzügige
Leistungsreserven und erlaubt hohe Vorbeifahrgeschwindigkeiten.
Weiterhin
kann das HF Schreib-/Lesegerät bis zu 20
Transponder gleichzeitig erfassen. Dank
automatischer Frequenzanpassung passt
sich das Gerät an die Einbausituation und
Einflüsse zum Beispiel durch Metall an.
ERHÖHTE REICHWEITE
Wenn größere Distanzen überbrückt werden
müssen oder bereits UHF-Transponder
im Einsatz sind, bietet der IUT-F191-
IO-V1 eine einfache und kosteneffiziente
Lösung. Mit einem Schreib-/Leseabstand
von typischerweise einem Meter eignet er
sich ideal für typische Anwendungen in
der Fertigungslogistik, an Produktionsstrecken
oder entlang von Förderstrecken.
Das robuste, industrietaugliche Gehäuse
und die IO-Link-Schnittstelle ermöglichen
eine schnelle Integration in bestehende
IO-Link-Architekturen, wie sie in
vielen Maschinenumfeldern bereits Standard
sind. Anwender profitieren von kürzeren
Inbetriebnahmezeiten, geringeren
Engineeringkosten und einfacher Wartung.
Der Reader ist zudem eine der wirtschaftlich
attraktivsten Lösungen seiner
Klasse und ideal für kostenbewusste Projekte,
bei denen einfache UHF-Funktionalität
gefragt ist.
PASSEND FÜR PRODUKTI-
ONSNAHE ANWENDUNGEN
Ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis:
In einer Montagelinie für Haushaltsgeräte
werden Rohbaugruppen auf Werkstückträgern
zur jeweiligen Bearbei-
tungsstation transportiert. Jeder Träger
ist mit einem RFID-Transponder ausgestattet,
der die ID des Produktionsauftrags
enthält. Ein IQT3-FP-IO-V1 liest
diese ID am Eingang der Station aus
und stellt sicher, dass die richtigen Arbeitsschritte
durchgeführt werden.
Gleichzeitig kann über IO-Link die Signalstärke
des Transponders (RSSI)
überwacht werden, um frühzeitig defekte
Transponder zu erkennen und Ausfälle
zu vermeiden.
Ein weiteres Szenario: In einem Lager
für Automobilteile werden Versandbehälter
mit UHF-Transpondern ausgestattet.
Beim Durchlauf durch eine automatische
Förderlinie erkennt ein
IUT-F191-IO-V1 zuverlässig das Material
im Behälter und übermittelt die Daten
an das Lagerverwaltungssystem – ohne
manuelle Scans und damit schneller, sicherer
und vollständig dokumentiert.
Die Kombination aus moderner RFID-
Technologie und IO-Link-Schnittstelle
schafft eine ideale Voraussetzung für
vernetzte Fertigungsprozesse im Sinne
von Industrie 4.0. Beide Leser stellen neben
den Prozessdaten auch Diagnoseinformationen
zur Verfügung und unterstützen
somit ein nahtloses Condition
Monitoring. Die Standardisierung durch
IO-Link sorgt für langfristige Investitionssicherheit,
Flexibilität und Herstellerunabhängigkeit.
Bilder: Pepperl + Fuchs
www.pepperl-fuchs.com
UNTERNEHMEN
Pepperl+Fuchs SE
Lilienthalstraße 200
68307 Mannheim, Tel. 0621 776-0
M12-Stecker
90° schwenkbar
Einfacher
Teach-in
Höchste Positioniergenauigkeit
In zwei Versionen verfügbar.
microsonic.de
Montageadapter
für 2 Einbaulagen
Flacher Gabelschenkel
Besuchen
Sie uns!
Halle 7A,
Stand 400
SENSORIK UND MESSTECHNIK
Anzeige
UPGRADE FÜR THYRACONT SMARTLINE SERIE
Anwender der digitalen Vakuumtransmitter-Serie Smartline profitieren
von einem umfangreichen Upgrade: Die Geräte des Messtechnik-Experten
Thyracont sind künftig mit einem modernisierten EtherCAT-Modul ausgestattet.
Dieses bietet nicht nur eine deutlich erweiterte Funktionalität,
sondern verbessert auch die Nutzerfreundlichkeit. Dank der vollständigen
Unterstützung des Thyracont Kommunikationsprotokolls V2 werden zusätzliche
Diagnose- und Wartungsfunktionen verfügbar – darunter das Auslesen
von Verschleißparametern, ein entscheidender Vorteil für vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance). Zudem
lassen sich Firmware-Updates künftig direkt über die EtherCAT-Schnittstelle einspielen – ganz ohne Geräteausbau oder
externe Programmiergeräte. Das spart Zeit, reduziert Wartungskosten und erhöht die Betriebssicherheit. Trotz technischer
Aufwertung konnte der Preis der Geräte gesenkt werden – ein echter Mehrwert für Anwender, die auf Präzision,
Zukunftssicherheit und Wirtschaftlichkeit setzen. Nähere Details finden Interessierte unter: bit.ly/Smartline-Serie
www.thyracont-vacuum.com
HOCHAUFLÖSENDE BILDGEBUNG IN
DER ADDITIVEN FERTIGUNG
Das pulverbettbasierte Laserstrahlschmelzen von
Metallen (PBF-LB/M) gilt als eine der wichtigsten
Technologien in der additiven Fertigung. Es eröffnet
neue Möglichkeiten für
komplexe Bauteile. Der
Prozess ist anspruchsvoll
und fehleranfällig: Bereits
kleinste Abweichungen im
Schmelzverfahren oder in
der Pulverschicht können zu
Qualitätsverlusten führen.
Entscheidend sind deshalb eine präzise Beobachtung
und Analyse des Fertigungsvorgangs. Am Laser
Applikations Zentrum (LAZ) der Hochschule Aalen
untersuchen Studierende und Forschende, wie sich der
Aufbauprozess in Echtzeit und mit sehr hoher Detailtreue
erfassen lässt. Zum Einsatz kommen dabei zwei
hochpräzise USB3-Industriekameras der IDS Imaging
Development Systems. Sie ermöglichen eine dynamische
Gesamtbeobachtung, und zwar kombiniert mit
einer statischen Feinanalyse. So können beispielsweise
Spritzer, Rauchentwicklung und Erstarrungsverhalten
ebenso bewertet werden wie Geometrieabweichungen
oder Defekte in einzelnen Schichten.
www.ids-imaging.de
ABSTANDSSENSOR MIT
IO-LINK-SCHNITTSTELLE
Pepperl+Fuchs hat induktive Abstandssensoren mit IO-Link-
Schnittstelle auf den Markt gebracht. Die Geräte sind für
Industrie-4.0-Anwendungen geeignet, messen hochpräzise
und liefern umfassende Informationen für Condition Monitoring
und die vorausschauende Wartung. Die Sensoren können
Objekte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3 m/s erfassen
und liefern ihre Messdaten mit einer Wiederholgenauigkeit
von fünf Prozent. Ihr Messbereich beträgt bis zu 30 mm. Die
Sensoren ermitteln Geschwindigkeit und Beschleunigung des
Bedämpfungselementes. Zwei unabhängige Schaltfenster und
definierte Grenzwerte können individuell parametriert
werden. Mit einstellbaren Filtern lassen sich Messgeschwindigkeit
und -genauigkeit anpassen. Die Schaltfrequenz von bis
zu 1.300 Hz erlaubt sehr kurze Durchlaufzeiten. Über die
IO-Link-Schnittstelle werden zusätzliche Daten, unter anderem
zu Temperatur und Betriebszeiten sowie von Zählern
übermittelt. Die Überwachung von Geschwindigkeit und
Beschleunigung sowie die
Verlaufswerte dieser Größen
ermöglichen die detaillierte
Analyse von Teilprozessen wie
Öffnen/Schließen bei Ventilen
oder Beschleunigen/Bremsen
bei Dämpfungselementen.
www.pepperl-fuchs.com
30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
HOHE SPANNUNGEN SICHER MESSEN
Zur funktional sicheren
Messung hoher Gleichspannungen
hat Knick
den Hochspannungs-
Messumformer P45000
entwickelt. Er liefert
ausgangsseitig 4–20 mA
für den Anschluss an
Industriesteuerungen.
Das kompakte und
robuste Gerät verkraftet
hohe Einsatztemperaturen
sowie Vibrationen und ist für raue Betriebsumgebungen
geeignet. Es ist zertifiziert für den Einsatz in SIL-2-Systemen,
redundant in SIL-3-Systemen. Dies ermöglicht die Erkennung
gefährlich hoher Spannungen sowie die funktional sichere
Abschaltung von Anlagen im Störungsfall. Der P45000 ist für
Messungen hoher Gleichspannungen bis 3.900 V DC und
Wechselspannungen bis 4.500 V ACpeak mit einer Typprüfspannung
von bis zu 20 kV AC ausgelegt. Der Messumformer
bietet Schutz bis zu einer Bemessungsisolationsspannung von
4.800 V AC/DC. Dank ihres Gehäusekonzepts kann die Serie
sehr platzsparend liegend, stehend, gestapelt oder angereiht
auf 35-mm-Tragschienen montiert werden. Optionale
Trennwände verlängern die Luftstrecken zwischen benachbarten
Anschlüssen und vermeiden Fehler bei der Montage der
Ringkabelschuhe. Ist Platz besonders knapp, ist der Messumformer
mit werksseitig fest vergossenen Leitungen am
Hochspannungseingang verfügbar. Damit entfallen Luft- und
Kriechstrecken.
www.knick.de
FLEXIBLE FUNK-INDUKTIVSENSOREN
Steute stellt seine überarbeiteten Funk-Induktivsensoren RF IS
FL vor. Sie bieten neue praktische Funktionen. Die zylinderförmigen
Sensoren in den Durchmessern M8, M12, M18 und
M30 eignen sich jetzt auch für den bündigen Einbau. Das war
bisher nicht möglich, weil batteriebetriebene Funk-Induktivsensoren
mit fest eingestelltem Schaltpunkt in einem solchen
Fall das umgebende
metallische
Material
erfassen und
entsprechend
schalten. Die
Ingenieure von
Steute konnten
diese zusätzlichen
Anwendungsbereiche
erschließen, indem sie die neueste Generation als flexible
Sensoren mit einer digitalen Autokalibrierung entwickelt
haben. Die Induktivsensoren passen ihren Schaltpunkt
automatisch und dynamisch an die jeweiligen Gegebenheiten
an. Dazu gehört auch das Unterscheiden zwischen bündigem
und nicht bündigem Einbau. Außerdem kann sich die Sensorik
an dynamische Veränderungen wie etwa zunehmende
Verschmutzung anpassen. Das zweite Ziel der Optimierung –
die Reduzierung des Energieverbrauchs – konnte auch erreicht
werden. Die Batterielaufzeit in den Universal-Funkmodulen,
die sich für den Anschluss von bis zu vier RF IS FL eignen, ist
jetzt deutlich länger. Insgesamt reduziert sich der Energiebedarf
im Vergleich zum Vorgängermodell um bis zu 80 Prozent.
www.steute.com
EIN ORCHESTER
AN MÖGLICHKEITEN
Wir bringen Ihre Prozesse
zur Perfektion!
BE PART OF IT
25. – 27.11.2025, Nürnberg.
Halle 7, Stand 490
Messen, Steuern und Auswerten: Als führender
System- und Lösungsanbieter der industriellen
Sensor- und Automatisierungstechnik optimieren
wir Ihre Prozesse mit meisterhaft inszenierten
JUMO-Technologien. Aus einer Hand, branchenfokussiert
und mit langjährigem Experten-Knowhow.
Erleben Sie eine völlig neue Effizienz!
↘ jmo.to/solutions
STEUERN UND ANTREIBEN
VENTILINSELN IN DER PNEUMATIK BRINGEN EFFIZIENZ IN DIE AUTOMATISIERUNG
FLEXIBEL, SMART UND
SICHER IM 4.0-UMFELD
In modernen Produktionsanlagen steuern Ventilinseln unzählige Bewegungen
– vom Greifer im Roboterarm bis zur Pneumatikzange an der Montagelinie. Damit
sie unter rauen Bedingungen zuverlässig funktionieren, müssen sie robust und
flexibel zugleich sein. Die hier vorgestellte neue Serie ist modular konzipiert und
wird den Anforderungen einer modernen Industrie gerecht.
Ob Presswerk oder Roboterzelle – in der industriellen
Automatisierung steuern Ventilinseln präzise, wie Luft
und Bewegung zusammenwirken. Die Anforderungen
an diese Komponenten sind hoch: Sie müssen normgerecht,
anpassungsfähig und wartungsfreundlich sein. Hinzu
kommen die Themen Sicherheit und Normen. Ein Beispiel dafür
ist die neue Serie 2700 EVO von Pneumax, die für den Einsatz in
anspruchsvollen Fertigungsumgebungen entwickelt wurde.
FLEXIBEL ERWEITERBARES ZUBEHÖR
n Zwischenmodul zur Druckregelung von Zu- und Abluft
n Externes Einzelversorgungsmodul für separate Ventilpositionen
n Durchflussregelungsmodul für präzise Abluftsteuerung
n Absperr- und Entlüftungsmodul für sichere Wartung
n Druckregler mit einstellbaren Manometern für Vor- und
Nachlauf
Die Magnetventilinsel erlaubt die flexible Bestückung mit monostabilen
oder bistabilen Ventilen in allen Funktionsvarianten und
deckt Durchflussraten bis zu 1000 Nl/min ab. So lassen sich sowohl
Federrückstell- als auch Differenzdruck-, bistabile und
5/3-Ventile schnell und wiederholbar integrieren.
Im Zentrum der Serie 2700 EVO steht ein intelligentes Überwachungskonzept:
Ausgestattet mit M8- oder M12-Näherungssensoren
liefern die Ventile in Echtzeit Diagnoseinformationen
gemäß EN ISO 13849. Dies ermöglicht neben dem klassischen
Ventilbetrieb erweiterte Sicherheitsfunktionen bis PL e (Kategorie
4), eine präzise Selbsthaltefunktion bei 5/3-Ventilen und
progressive Anfahrcharakteristiken für kontrolliertes Systembefüllen.
Sondermodule wie Druckregelung, Durchflussbegrenzung,
Absperr- und Entlüftungseinheiten oder externe Einzelversorgungsmodule
runden das Angebot für spezifische Applikationen
ab.
KOMMUNIKATIV, KOMPAKT UND ROBUST
Aufgrund der nahtlosen Integration der Pneumax-eigenen PX-
Elektronik kommuniziert die Ventilinsel über sämtliche gängige
32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
serielle Protokolle und bietet eine breite
Palette digitaler und analoger E/A-Module.
Über den rechten Anschlussblock mit
25- bzw. 37-poligen Steckern lassen sich
zentrale SPS-, HMI- oder SCADA-Systeme
ebenso anbinden wie dezentrale Knoten.
So wird die Serie 2700 EVO zum
Herzstück moderner Industrie-4.0-Architekturen.
Die robuste Bauweise aus Aluminiumdruckguss,
Technopolymeren und Edelstahl
garantiert Schutzart IP65 und hohe
Zuverlässigkeit unter extremen Bedingungen.
Ihr kompaktes Design mit verschiedenen
Befestigungsoptionen – einschließlich
DIN-Schienenmontage – erleichtert
die Installation und reduziert
den Platzbedarf.
BEQUEM ZUM 3D-MODELL
Der Technologie-Claim „We speak EVO“
ist für Pneumax mehr als ein Slogan. Er
steht für eine vom Hersteller entwickelte
Technologie, die die Sprache der modernen
Industrie spricht und vollständige
Kreislaufsteuerung ermöglicht. Das betrifft
auch die Auswahl und Konfiguration
der gewünschten Produkte. Dazu stellt
Pneumax ein virtuelles Produktkatalog-
System zur Verfügung, über das Konstrukteure
und Entwickler komfortabel die Produktvarianten
der Serie 2700 EVO konfigurieren
und als CAD-Modell herunterladen
können. Diese lässt sich dann
bequem in die eigene Konstruktion einfügen
und als Systemlösung aufbauen.
Pneumax präsentiert seine Innovationen auf der
Fachmesse SPS in Halle 3A, Stand 151
Bilder: Pneumax
www.pneumax.de
VORTEILE KURZ UND BÜNDIG
Ventilvarianten: Federrückstellung,
Differenzdruck, bistabil und 5/3-Versionen
Durchflussraten bis 1 000 L/min
Echtzeit-Zustandsüberwachung über
M8- und M12-Näherungssensoren
Erweiterte Diagnosefunktionen gemäß EN
ISO 13849
5/3-Ventile mit Selbsthaltefunktion zur
Positionssicherung bei Signal- oder Luftausfall
Progressive Anfahrventile für kontrollierte
Befüllung des Systems
Überwachtes Ventil zur Steuerung der
Luftversorgung
Vertikale Integration mehrerer Funktionen
auf einer Ventilposition
Integrierte PX-Elektronik mit Unterstützung
gängiger serieller Protokolle
Breite Auswahl an digitalen und analogen
E/A-Modulen
Anbindung an SPS, HMI und SCADA
25- und 37-poliger Anschlussblock für schnelle
Verbindung in dezentralen Architekturen
Robustes Gehäuse aus Aluminiumdruckguss
UNTERNEHMEN
Pneumax GmbH
Tantalstrasse 4, 63571 Gelnhausen
Tel. 06051 9777 0
E-Mail: info@pneumax-gmbh.de
AUTOR
Mark Ziebis, Product- und Key Account
Manager Automotive, Pneumax GmbH
Die modulare
Ventilinsel
kommuniziert
über nahezu alle
gängigen seriellen
Protokolle
STEUERN UND ANTREIBEN
SERVOANTRIEBSLÖSUNGEN
INTEGRIEREN
Die technischen Daten der Standard-Servoantriebe von
Wittenstein stehen jetzt im Auslegungstool Servosoft
zur Verfügung. Damit ist eine schnelle, effiziente und
valide Modellierung von Mehrachsservosystemen
möglich. Mit wenigen Klicks lässt sich für die antriebstechnische
Aufgabenstellung das optimale Zusammenspiel
von Servomotor, Getriebe, Lastprofil, Servoantriebsregler
und mechanischer Struktur berechnen,
auslegen und simulieren. Weite Teile des Standard-
Portfolios sind bereits in das Tool integriert. Hierzu
gehören die bürstenlosen Servomotoren der Cyber
Dynamic Line, die elektromechanischen Linearaktuatoren
der Cyber Force Line einschließlich des Cyber Force
Actuators MG mit Hohlwelle und integrierter Kugelumlaufspindel,
die gehäuselosen Servomotoren der
Produktfamilie Cyber Kit Line sowie der radintegrierte
Servoaktuator Cyber TAS Actuator 2 für fahrerlose
Transportsysteme (FTS) und
autonome mobile Roboter (AMR).
Per Link können Anwender von
Servosoft bei der Konzeption ihrer
Servoantriebslösungen zudem
auf den digitalen Part Community
Produktkatalog von Cadenas
zugreifen – und somit bei der
Auslegung und Produktauswahl ohne Zeitverlust
einfach und direkt die vollständigen und aktuellen
2D- sowie 3D-CAD-Modelle, CAE-Modelle und 3D-PDF-
Datenblätter in ihrem Engineeringprozess nutzen.
www.wittenstein.se
MEHR REICHWEITE FÜR ROBOTER
Die 7. Achse von Igus ermöglicht Leichtbau-Gelenkarmrobotern
mit einem Gewicht von bis zu 55 kg, ihren Aktionsradius
zu vervierfachen. Die Basis ist eine bis zu 6.000 mm lange
Linearschiene aus Aluminium, auf der ein Schlitten über vier
Buchsen aus schmierfreiem Hochleistungskunststoff gleitet.
Bewegt wird dieser von einem Elektromotor mit Zahnriemenantrieb,
der eine Geschwindigkeit von bis zu 0,6 m/s und eine
Positionierungsgenauigkeit von ± 0,3 mm ermöglicht. Auf
diesem Schlitten können Anwender ihren Roboter über ein
Adapterkit
montieren. Der
Hersteller liefert
zudem passende
Energieketten aus
Hochleistungskunststoff,
um
Energie- und
Datenleitungen in
der Bewegung zu
schützen. Über ein
Software-Plug-in lässt sich die 7. Achse direkt in die Robotersteuerung
integrieren, und zwar jeweils angepasst an den
Roboterhersteller. Die Steuerung erkennt die Achse nach der
Installation automatisch. Der Anwender kann sie also
unmittelbar über das vertraute Bedienpanel des Roboters
programmieren und steuern. Die Ansteuerung erfolgt flexibel
über digitale I/Os, über UR Cap oder über die Igus Robot
Control. Zudem sind alle sicherheitsrelevanten Komponenten
wie Not-Aus-Relais bereits berücksichtigt, sodass keine
zusätzliche Engineering-Arbeit erforderlich ist.
www.igus.de
IMPRESSUM
erscheint 2025 im 37. Jahrgang,
ISSN: 2194-1157 / ISSN E-Paper: 2747-8017
REDAKTION
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),
Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de
(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)
Redakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),
Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de
Redaktionsassistenz:
Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,
Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,
E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,
(Redaktionsadresse siehe Verlag)
GESTALTUNG
Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe
SALES
Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,
E-Mail: a.zepig@vfmz.de
Auftragsmanagement: Heike Rauschkolb,
Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de
Anzeigenpreisliste 2026, gültig ab 01.10.2025
LESERSERVICE
VU.SOLUTIONS GmbH & Co. KG,
Große Hub 10, 65344 Eltville,
Tel.: 06123/9238-266
Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige
Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit
(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).
Preise und Lieferbedingungen:
Einzelheftpreis: € 13,- (zzgl. Versandkosten)
Jahresabonnement Inland: € 65,- (inkl. Versandkosten)
Jahresabonnement Ausland: € 70,- (inkl. Versandkosten)
Abonnements verlängern sich automatisch um ein
weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor
Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.
VERLAG
Vereinigte Fachverlage GmbH
Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz
Postfach 100465, 55135 Mainz
Tel.: 06131/992-200
E-Mail: info@vfmz.de
www.vereinigte-fachverlage.de
Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz
Umsatzsteuer-ID: DE149063659
Ein Unternehmen der Cahensly Medien
Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem
Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401
Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer
Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke
Head of Sales: Carmen Müller-Nawrath
Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de
(verantwortlich für den Anzeigenteil)
Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,
E-Mail: s.granzin@vfmz.de
DRUCK UND VERARBEITUNG
Bonifatius GmbH, Druck – Buch – Verlag
Karl-Schurz-Straße 26, 33100 Paderborn
DATENSPEICHERUNG
Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH
gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige
Informationen zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise
von ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie
über berufsbezogene Produkte und Dienstleistungen zu
informieren. Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit
schriftlich beim Verlag widersprochen werden
(vertrieb@vfmz.de).
Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und
Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der
Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,
Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser
Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,
zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht
auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das
Recht zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie
entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das
Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,
das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das
Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B.
Ein speicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen,
zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie
Datenträger jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im
Rahmen von Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-
ROM, CD und DVD und der Datenbanknutzung und das
Recht, die vorgenannten Nutzungsrechte auf Dritte zu
übertragen, d. h. Nachdruckrechte einzuräumen. Eine
Haftung für die Richtigkeit des redaktionellen Contents
kann trotz sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion
nicht übernommen werden. Signierte Beiträge stellen
nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion dar. Für unverlangt
eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr
übernommen werden. Grundsätzlich dürfen nur Werke
eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte der Einsender
verfügt, und die nicht gleichzeitig an anderer
Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder bereits
veröffentlicht wurden.
Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de
Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.
34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
PER BARCODE PRÄZISE POSITIONIEREN
Leuze bietet sein
sicheres Barcode-
Positioniersystem
FBPS 600i jetzt in
einer zusätzlichen
Profisafe-Variante
an. Über die Schnittstelle
können die
Nutzer das sichere
Barcode-Positioniersystem direkt in eine Sicherheitssteuerung
einbinden. Das erlaubt einen besonders kompakten
Aufbau und vereinfacht die Installation. Alternativ gibt es das
Sicherheits-Barcode-Positioniersystem auch weiterhin mit
zwei SSI-Schnittstellen. Beide Varianten eignen sich für
Anwendungen bis Performance Level e, beispielsweise für die
exakte Positionierung von Regalbediengeräten oder Kranen.
Ein wesentlicher Pluspunkt aller Gerätevarianten: Sie erfassen
Positionen sicher mit nur einem Sensor. Anlagenbetreiber
profitieren so von einem deutlich geringeren Integrationsund
Wartungsaufwand. Die Montage wird durch den großen
Arbeitsbereich von 50 bis 170 mm und das durchdachte
Befestigungskonzept erleichtert. Zudem lässt sich das FBPS
600i im Servicefall schnell und einfach tauschen.
www.leuze.com
SERVOGREIFER MIT KOMPAKTEM DESIGN
Robojob stellte auf der Fachmesse EMO die neue Automatisierungslösung
Tower vor und präsentierte den neuen EGrip71.
Der Servogreifer ergänzt die neuen Tower-Generation. Diese
bietet mehr Kapazität, Flexibilität und Autonomie. Die
Einführung des Servogreifers steigert das Potenzial noch
weiter: Zusammen bieten sie
CNC-Unternehmen viele
Möglichkeiten in der High-
Mix-Low-Volume-Produktion
und in Großserien. Er verfügt
über integrierte Motoren und
eine Steuerung im Greifer
selbst. Sein kompaktes Design
und ein neuer Werkzeugwechsler
erhöhen die Nutzlast
des 35-kg-Roboters, auf dem
er montiert ist. Der neue
Greifer behält alle Funktionen
der aktuellen Modelle SG245 und SG325 bei, erlaubt jedoch
auch einen vollautomatischen Greiferwechsel sowie das
flexible Greifen von Scheiben, Blöcken und Wellen, innen und
außen, mit großem Bereich. Er ist in einer Zwei- und einer
Drei-Punkt-Version verfügbar.
www.robojob.eu
NACHHALTIGE, MAGNETFREIE MOTOREN
ABB hat ihr IE5-SynRM-Motorenportfolio um drei kleinere
Baugrößen (90, 100, 112) sowie den Leistungsbereich für die
Motoren mit 3.000 Umdrehungen erweitert, die nun Leistungen
von 0,75 bis 450 kW abdecken. Damit steht den Kunden
ein breites Angebot an magnetfreien Motoren zur Verfügung,
die außerdem keine Seltenen Erden benötigen. Mit den
erweiterten Leistungs- und Drehzahloptionen eignen sich die
Motoren besonders für Pumpen, Lüfter und Kompressoren.
Kombiniert mit ABB-Frequenzumrichtern erreichen sie die
höchste Leistung. Nach Aussage des Herstellers reduzieren
IE5-SynRM-Motoren die Energieverluste im Vergleich zu
IE3-Motoren um bis zu 40 Prozent. So könne ein einziger
90-kW-Motor beispielsweise die CO₂-Emissionen über 15
Jahre um bis zu
72.000 kg reduzieren.
Industriestandorte
haben in der
Regel neben
größeren oft
Dutzende oder
sogar Hunderte
kleinerer Motoren in
Betrieb, wodurch sich diese Einsparungen und Klimavorteile
vervielfachen. Die Erweiterung des SynRM-Portfolios unterstreicht
das Engagement von ABB für die „Hyper-Effizienz“
IE6, die bereits von ausgewählten SynRM-Modellen über
90 kW erreicht wird. Diese zukunftsweisenden Motoren
liefern bis zu 20 Prozent weniger Verluste als IE5 und setzen
damit einen Maßstab für die Energieeffizienz in der Branche.
Auf der SPS 2025 in Nürnberg zeigt das Unternehmen einen
Ausschnitt seines SynRM-Portfolios in Halle 4, Stand 420.
www.abb.com
NEUE FUNKTIONSBIBLIOTHEKEN FÜR
CNC-NUTZEROBERFLÄCHEN
Die Automatisierungssoftware
TwinCAT 3 von
Beckhoff bietet mit CNC
HMI Base (TF5310) und CNC
HMI Simulation Server
(TF5320) zwei neue
Funktionsbibliotheken für
CNC-spezifische Nutzeroberflächen.
Damit lässt
sich sowohl eine moderne,
intuitive HMI-Anwendung
speziell für den CNC-Bereich erstellen als auch die Teilebearbeitung
anhand von Echtzeitdaten simulieren. Das Softwarepaket
TwinCAT 3 CNC HMI Base basiert vollständig auf dem
TwinCAT 3 HMI Server (TF2000) und integriert sich nahtlos in
die Familie der TwinCAT-HMI Produkte. Enthalten ist eine
große Auswahl technologiespezifischer Steuerelementen, wie
Achsanzeige, Spindel- und Geschwindigkeits-Override, Jogund
Tippfunktionen, Kontureditor sowie Werkzeugdaten- und
Nullpunktverschiebungstabelle. Der enthaltene G-Code-Editor
unterstützt die zyklenbasierte CNC-Programmierung im
Zusammenspiel mit den TwinCAT Zyklenprodukten CNC
Measurement (TF5225), CNC Kinematic Optimization
(TF5245) und CNC Milling Base (TF5293). Darüber hinaus ist
ein zur Laufzeit konfigurierbares Softtastenfeld (MCP) im
Paket enthalten. Die Anbindung an die Echtzeit erfolgt dabei
über eine eigene TwinCAT-HMI-Server-Erweiterung. Diese
aggregiert Daten aus TwinCAT PLC und CNC in ein gemeinsames
Datenmodell und stellt dieses den Client-Komponenten
zur Verfügung.
www.beckhoff.com
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 35
INDUSTRIELLE AUTOMATION
CLOUDBASIERTER SERVICE ZUR FERNÜBERWACHUNG
MIT VIELFÄLTIGEN MÖGLICHKEITEN
ZEITGEMÄSS STEUERN
Das Unternehmen Akytec hat einen cloudbasierten Service zur
Fernüberwachung und Steuerung von Industriesystemen gestartet.
Eine Mini-SPS und viele weitere Produkte des Herstellers profitieren
von den vielfältigen Möglichkeiten der kostenlos verfügbaren Cloud.
Das
programmierbare
Relais PR103 kann
als „Mini-SPS“ mit
Ethernet-Schnittstelle
zur Prozess-Steuerung
eingesetzt werden
Um Kosten und Zeit zu sparen, setzen immer mehr Industrieunternehmen
auf die Möglichkeit, Geräte und Systeme
aus der Ferne zu überwachen und zu steuern. Dafür
eignen sich web- bzw. cloudbasierte Dienste: Per Internetverbindung
ist es möglich, Industriesysteme anzusteuern und
zu bedienen. Anfahrten von Servicekräften entfallen, und sogar
die Anwender können unter Umständen einfache Wartungsaufgaben
selbst vornehmen – von jedem Ort, an dem es eine Internetverbindung
gibt. Diese und viele weitere Möglichkeiten eröffnen
sich mit Akytec Cloud. Der Dienst steht seit Anfang 2025
allen Nutzern kostenlos zur Verfügung, die Akytec-Geräte mit Internet-Konnektivität
in ihren Anwendungen verwenden.
FERN ÜBERWACHUNG UND STEUERUNG
Akytec Cloud ist ein kostenloser Online-Dienst, der die industrielle
Fernüberwachung und -steuerung vereinfacht. Die Plattform
umfasst Tools zur Visualisierung von Prozessen, wie z. B. mnemonische
Diagramme, Grafiken, Tabellen, Berichte, eine Bibliothek
mit animierten Symbolen und vieles mehr. Akytec Cloud ist
sowohl für PCs als auch für mobile Geräte optimiert, sodass Benutzer
jederzeit und von jedem Ort aus auf ihre Prozessabläufe
zugreifen können. Die Plattform verfügt über Sofortbenachrichtigungen,
mit denen Benutzer unbegrenzt Nachrichten zu benutzerdefinierten
Ereignissen oder Alarmen per E-Mail oder Telegram-Bot
erhalten und so stets auf dem Laufenden bleiben.
Die Plattform unterstützt über Netzwerk-Gateways der Gx24-
Cloud-Serie Verbindungen sowohl mit Akytec-Geräten als auch
mit Geräten von Drittanbietern. Alle von Feldgeräten gesammelten
Daten werden auf Servern innerhalb der EU gespeichert und
erfüllen die aktuellen Tier-III-Sicherheitsstandards, wodurch die
Datensicherheit und -integrität gewährleistet ist. Mit seinem integrierten
OPC UA-Client und der offenen API kann Akytec Cloud
mit externen Systemen kommunizieren. Dank dieser Funktionalität
kann es nicht nur als webbasiertes SCADA-System, sondern
auch als Datenschicht für benutzerdefinierte industrielle Anwendungen
dienen und bietet somit Flexibilität für verschiedene industrielle
Anforderungen.
MINI-SPS MIT INTEGRIERTEM ETHERNET
Das programmierbare Relais PR103 ist das erste Gerät von Akytec
dieser Art mit integriertem Ethernet. Akytec hat seine „Mini-SPS“
vor allem für den Einsatz in kleineren automatisierten Anlagen
36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
konzipiert: Das kompakte Relais kann in Lüftungs-
und Heizungsanlagen sowie in automatischen
Pumpen und vielen weiteren Geräten
eingesetzt werden. Mit seiner Funktionalität
kommt es einer speicherprogrammierbaren
Steuerung nahe.
Die Ethernet-Schnittstelle ermöglicht die Integration
des PR103 in verteilte Systeme, es ist
bereit für die Einbindung in die Akytec Cloud
und damit nutzbar zur Fernbedienung und Verwaltung
von Geräten. Das PR103 besitzt zwei
RS-485-Schnittstellen für die Datenübertragung
zur übergeordneten Ebene. Zur Erweiterung
der eigenen Ein-/Ausgänge können PRM-Erweiterungsmodule
über den internen Bus verbunden
werden. Das Schreiben von Algorithmen
erfolgt durch den Benutzer in FBD-Sprache
mit Unterstützung von Funktionsblöcken
auf ST in der freien Programmierumgebung
ALP, das Laden und Konfigurieren von Algorithmen
über MicroUSB, Ethernet oder RS-485.
Ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis für
das PR103 ist ein Steuerungssystem, das in Wassertanks
die Pegelstände verwaltet und die
Fernsteuerung der Ventile eines Tiefbrunnens
mit Online-Wasserzählerablesung umfasst. Die
Hauptsteuerung bietet manuelle und automatische
Modi auf Grundlage der Wasserstände.
Das von Akytec realisierte System sorgte beim
Kunden für erhöhte Effizienz, eine Reduzierung
der Arbeitskosten und ermöglichte die Echtzeitüberwachung
mittels SCADA-System sowie die
Ausführung von Steuerungsfunktionen.
ZAHLREICHE EIN- UND AUSGÄNGE
Das PR103 hat zehn digitale Eingänge, davon
sind vier schnelle digitale Eingänge (bis zu 100
kHz), die für den Anschluss von Encodern und
anderen Hochgeschwindigkeitsgeräten geeignet
sind. Anwendern stehen außerdem sechs
universelle Analogeingänge (4-20 mA / 0-10 V)
und bis zu zehn digitale Ausgänge zur Verfügung,
darüber hinaus ist das PR103 mit bis zu
zwei analogen Ausgängen erhältlich. Neben
Ethernet stehen 2 x RS485-Ports zur Verfügung,
auch der Anschluss über USB ist möglich. Die
für die Programmierung erforderliche Software
Akytec ALP ist kostenlos. Sie ermöglicht die
Programmierung mit Function Block Diagrams
(FBD) mit Unterstützung von Blöcken innerhalb
von ST-Programmen.
SPS UND HMI IN EINEM GERÄT
Das SPC210 ist eine kompakte All-in-One-Lösung,
die die Funktionen einer speicherprogrammierbaren
Steuerung (SPS) und einer
Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) in einem
einzigen Gerät vereint. Das SPC210 wurde
zur Optimierung von Automatisierungssystemen
entwickelt und macht separate SPS- und
HMI-Hardware überflüssig, wodurch Installationszeit,
Kosten und Komplexität reduziert
werden. Das platzsparende Design ermöglicht
eine flexiblere Installation und eine effiziente
Systemarchitektur.
Das SPC210 verfügt über umfangreiche Anschlussmöglichkeiten:
Mit RS-232-, RS-485-
und Ethernet-Schnittstellen unterstützt das Gerät
Industrieprotokolle wie Modbus RTU/TCP,
OPC UA und MQTT und lässt sich leicht in industrielle
Netzwerke und cloudbasierte Lösungen
integrieren. Das SPC210 ist vollständig
kompatibel mit den I/O-Modulen Mx110 und
Mx210 von Akytec, eine Systemerweiterung ist
ohne Kompatibilitätsprobleme möglich.
Die Programmierung des SPC210 erfolgt mit
CODESYS V3.5, einer verbreiteten und flexiblen
Entwicklungsumgebung, die mehrere IEC
61131-3-Programmiersprachen, erweiterte
Debugging-Tools und einen integrierten Visualisierungseditor
unterstützt. Dadurch können
Ingenieure sowohl Logiksteuerungsanwendungen
als auch Benutzeroberflächen auf einer
einzigen Plattform entwickeln, was einen
reibungslosen Arbeitsablauf vom Entwurf bis
zur Bereitstellung gewährleistet.
Das SPC210 eignet sich ideal für Anwendungen
in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen
(HLK) sowie in Wasseraufbereitungsanlagen
und anderen Versorgungs- und Infrastrukturprojekten.
Dank der integrierten Visualisierungsfunktionen
können Bediener Prozesse
direkt vom Gerät aus überwachen und steuern,
ohne dass eine externe HMI erforderlich ist.
Darüber hinaus kann das SPC210 direkt mit
der Akytec Cloud verbunden werden, was
Fernzugriff, Echtzeitüberwachung und automatisierte
Steuerung ermöglicht und das Gerät
zu einer zukunftssicheren Lösung für die moderne
Industrieautomation macht.
PARTNER FÜR DIE INDUSTRIE
Mit der Akytec Cloud und den Neuheiten im
Bereich der programmierbaren Relais und
Steuerungen zeigt sich das Unternehmen als
kompetenter und leistungsstarker Partner für
die Industrie. Das Akytec Portfolio enthält viele
weitere Lösungen und Produkte für die Automatisierung,
die Prozess- und Verfahrenstechnik
sowie für zahlreiche weitere Anwendungen.
Bilder: Akytec GmbH
www.akytec.de
UNTERNEHMEN
Akytec GmbH
Vahrenwalder Str. 269 A
30179 Hannover
Tel. 0511 1659 672-0
E-Mail: info@akytec.de
AUTOR
Alex Holm, Geschäftsführer,
akYtec GmbH
ENDLESS COMBINATIONS
EIN SCHALTNETZTEIL –
UNZÄHLIGE KOMBINATIONEN
Mit der neuen PFA10-T-Familie
denkt E-T-A den Systemgedanken
konsequent weiter. Diese
neuartigen Schaltnetzteile
sind die Basis für unzählige
Lösungen: Ein überzeugendes
Systemkonzept aus Stromversorgung,
Stromverteilung und
Absicherung. Auch für Ihre Anwendung.
Mehr erfahren:
e-t-a.de/
onepowersupply
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
EINFACHE SENSORINTEGRATION UND REDUZIERTER
VERKABELUNGSAUFWAND FÜR DOSIERSYSTEME
EFFIZIENT VERNETZT MIT IO-LINK
Dosierpumpen von Viscotec dosieren
empfindliche Materialien genau und
zuverlässig, ohne sie zu beeinträchtigen.
In den automatisierten Entleersystemen
setzt der Hersteller nun auf IO-Link.
Die exakte Dosierung einer Flüssigkeit, wenn diese hochviskos
ist oder Feststoffe enthält, ist ausgesprochen komplex.
Spezialist dafür ist das Töginger Unternehmen Viscotec,
dessen Pumpen auf dem Endloskolben-Prinzip,
einer rotierenden Verdrängertechnologie, basieren. Dabei erzeugen
die Rotor-Stator-Kammern ein konstantes Fördervolumen,
wodurch das Fördern pulsationsfrei und besonders schonend
wird. Die Drehzahl ist stufenlos regelbar, wodurch selbst kleinste
Mengen exakt und vor allem reproduzierbar dosiert werden können.
„Bei unseren Pumpen wird außerdem die Fadenbildung
und das Nachtropfen verhindert, indem am Ende des Dosiervorgangs
ein kurzer Rückzug erfolgt. Damit kann in vielen Anwendungen
sogar auf zusätzliche Dosierventile verzichtet werden“,
erklärt Dr. Florian Garnich, Leiter der Entwicklung bei Viscotec,
und beschreibt damit einen großen Vorteil der Dosierpumpen.
ERSTE ERFAHRUNGEN MIT IO-LINK
Vor vier Jahren beschäftigte sich Garnich das erste Mal mit IO-
Link, damals eher im Zusammenhang mit möglichen Industrie-4.0-Projekten.
Eine der ersten Anwendungen war eine prototypische
Sensorauswertung über den IO-Link-Master, um den
Pumpenverschleiß vorausschauend zu erkennen. Zum Einsatz
kamen ein IoT-Gateway, ein IO-Link-Master sowie ein Vibrationsund
zwei Drucksensoren. Die Ankopplung geschah über ein Mobiltelefon.
„Obwohl ich von den Sensoranbietern gut unterstützt
wurde und die Anwendung letztendlich auch funktionierte,
konnten wir damals den Business Case nicht darstellen und
haben somit auch nicht recht den Einstieg in die IO-Link-Welt
gefunden. Das änderte sich jedoch vor einem Jahr“, beschreibt
Garnich die Entwicklung. Viscotec benötigte eine Lösung, mit der
sich der Installationsaufwand für Sensoren und die Kosten für
die Verkabelung bei komplexen Anlagen senken ließen.
AUTOMATISIERTE ENTLEERSYSTEME
Im Fokus standen zwei Förderanlagen von Viscotec: die Vipro-
Feed M für Eimer (bis 30 l, seit zwei Jahren erhältlich) und die
neue Vipro-Feed L für Fässer. Beide nutzen eine volumetrische
Exzenterschneckenpumpe (Endloskolben-Prinzip) für pulsationsfreie,
struktur- und medienfreundliche Förderung. Die L-Ver-
Das Viscotec-
System Vipro-Feed M
eignet sich zur
schonenden
Förderung von
Mittel- bis
Hochviskositätsmedien
38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
sion ist für hochviskose Medien und größere Gebinde
konzipiert und erreicht bis zu 10 l/min. Ein Entlüftungssystem
mit automatisch einfahrbarer Entnahmeeinheit
ermöglicht die vollständige Einhausung – ein Plus für
Sicherheit und Hygiene. Zur Ausstattung zählen Display,
Füllstandserkennung, automatische Ventilabschaltung und
Profinet-Schnittstelle. „Bei diesen Anlagen handelt es sich um
Standardsysteme, die jedoch über viele Funktionen verfügen“,
beschreibt Garnich die Anlagen. Damit sind sie seiner Meinung
nach für IO-Link prädestiniert. Sollte zum Beispiel ein Sensor
ergänzt werden müssen, lässt sich dieser ohne viel Aufwand
nachrüsten.
Für die Ansteuerung der zentralen Ventilinsel erwies sich die
I/O-Link Verbindung kostengünstiger als Profinet oder ein Multipol-Anschluss.
Im direkten Vergleich zu der analogen Anbindung
waren die Kosten geringer, der Mehrwert jedoch deutlich
SENSOREN LASSEN SICH OHNE
VIEL AUFWAND NACHRÜSTEN
höher. So erhält man über IO-Link genauere Informationen, zum
Beispiel ob ein Sensor defekt ist oder lediglich kein Druck vorhanden
ist, wenn 0 V angezeigt werden. Außerdem stehen zusätzliche
Messwerte zur Verfügung.
UNKOMPLIZIERTER EINSTIEG IN DIE
IO-LINK-WELT
Der Vergleich im
Schaltschrank zeigt
die Vorteile: Links
der herkömmliche
Aufbau und rechts
der Aufbau mit
IO-Link
Mit IO-Link wurden zentrale Ventilinseln, die Innenraumbeleuchtung,
Signalleuchten (grün, gelb, rot), sowie Sensoren für
Differenzdruck und die Vakuummessung angeschlossen. Außerdem
wurde ein linearer Wegmessgeber integriert. Hier lieferte
ein Sensor mit IO-Link eine deutlich höhere Auflösung und ein
störunempfindlicheres Signal. Das liegt daran, dass das Hin- und
Her-Wandeln für die 4-20-mA/0-10-V-Wandlung entfällt. Das
Wegemesssystem ist für die Entlüftung der Fässer oder Eimer
wichtig und zeichnet die Viscotec-Anlagen aus. Seine Aufgabe:
Das System misst, wie lange das Vakuum saugen muss, bis ein
bestimmter Flüssigkeitsspiegel erreicht wird. In Füllanlagen anderer
Hersteller übernimmt diese Aufgabe ein Mitarbeiter, der
wiederkehrend manuell eingreifen muss. Mit einer IO-Link-Anbindung,
wie nun bei Viscotec, ist die Füllstandsmessung
genau genug, um den Vorgang zu automatisieren.
Zu den offensichtlichsten Vorteilen von IO-Link gehört,
dass Platz beziehungsweise Bauraum im Schaltschrank gespart
werden kann, da weniger Anschaltbaugruppen benötigt werden.
Auch die Verkabelung ist einfacher, da normale Stecker (M8/
M12) verwendet und deren Anzahl reduziert werden können.
Dies verkürzt nicht nur die Montagezeit, sondern es wird kaum
noch Zeit für die Fehlersuche benötigt, da Fehler bei der Verkabelung
so gut wie gar nicht vorkommen. „Meiner Erfahrung nach
ist normalerweise von 100 Adern eine falsch gesteckt. Diese zu
finden, kostet Zeit. Mit IO-Link sinkt dieses Risiko erheblich“, so
Garnich. Dadurch ist man auch flexibler bei der Nachrüstung von
Sensoren beziehungsweise beim Austausch oder bei der Erweiterung
von Hardware.
Einen geringen Startschmerz räumt Garnich ein, da man zunächst
Know-how aufbauen musste, wie zum Beispiel die IODD-
Implementierung in der SPS. Zudem gab es einzelne „inkompatible“
Steckerbelegungen und einen Mehraufwand bei der Validierung
bezüglich der IT-Security. Trotz eines gewissen Aufwands,
der dem Umstand geschuldet ist, dass IO-Link für Viscotec eine
neue Technologie war, fällt die Bilanz in Bezug auf IO-Link positiv
aus. Daher evaluiert das Unternehmen im Augenblick, wie
sich IO-Link in weiteren Anlagen einsetzen lässt.
Bilder: Profibus
www.profibus.de
UNTERNEHMEN
PROFIBUS Nutzerorganisation e.V.
Ohiostr. 8, 76149 Karlsruhe
Tel. +49 721 986 197 0
E-Mail: info@profibus.com
AUTORIN
Sabine Mühlenkamp, freie Redakteurin für
die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 39
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
DATENLOGGER INTEGRIERT
Jumo stellt mit dem H50 den neuesten Vertreter seiner
Jumo Hydrotrans-Serie vor. Er ermöglicht auch bei
hoher Feuchtigkeit und chemischer Belastung genaue
und stabile Temperatur- und Feuchtemessungen.
Durch seinen breiten Einsatzbereich von -80 bis 180 °C
und seine Fähigkeit, Drücke von bis zu 300 bar zu
messen, erledigt der Jumo
Hydrotrans H50 nicht nur
vielfältige Messaufgaben,
sondern reduziert durch einen
inte grierten Datenlogger
zugleich auch die Kosten. Das
Gerät misst hochpräzise, deckt
nahezu alle Anwendungen zur
Feuchtemessung ab und bietet flexible Anschlussmöglichkeiten
sowie hohe Prozesssicherheit. Das robuste
Gerät kann beispielsweise in der Thermoprozesstechnik
oder bei PEM-Brennstoffzellen eingesetzt werden.
PEM steht für „Protonen-Austausch-Membran“ (Proton
Exchange Membrane) oder auch „Polymerelektrolyt-
Membran“ (Polymer Electrolyte Membrane). Zwei
Arten von PEM-Brennstoffzellen sind in der Entwicklung:
Niedertemperaturzellen (bis etwa 90 °C) und
Hochtemperaturzellen (bis etwa 180 °C). In der
Brennstoffzelle wird die Komponente zur Messung der
Feuchte in der Zuleitung von Wasserstoff und Sauerstoff
eingesetzt. Damit wird sichergestellt, dass die
Membran stets richtig befeuchtet wird. Das erhöht
Lebensdauer und Wirkungsgrad der Brennstoffzelle.
www.jumo.de
PROFINET-DIAGNOSE-AGENT ERLEICHTERT
INBETRIEBNAHME UND SERVICE
Bei der Inbetriebnahme von Anlagen stehen Funktions- und
Qualitätstests der einzelnen Anlagenteile im Fokus. In der
Praxis kommt es aber immer wieder zu nichtreproduzierbaren
Auffälligkeiten in der Profinet-Kommunikation. Das kostet
unnötig Zeit, Geld und Nerven. Hier hilft der Profinet-Agent-
Blond von Indu-Sol.
Wo die SPS-Diagnose
keinen eindeutigen
Aufschluss
liefert, generiert er
Informationen über
die Qualität der
Profinet-Kommunikation.
Dafür
überwacht er als
intelligenter TAP
(Test Access Point) Auffälligkeiten in der Kommunikation
zwischen Controller und Devices. So werden beispielsweise
Telegrammlücken teilnehmerbezogen erfasst und gezählt. Der
Agent lässt sich einfach in die SPS-Konfiguration integrieren
und seine Informationen im Diagnosepuffer auslesen oder bei
Bedarf auf dem HMI anzeigen. Der Diagnoseagent bringt
jedoch nicht nur bei der Inbetriebnahme, sondern auch im
Service viele Vorteile: Er liefert dem Service-Techniker vorab
per SPS-Fernzugriff Informationen zu Problemursachen. So
kann dieser optimal vorbereitet zur Anlage fahren. Der Agent
reduziert bei der Inbetriebnahme und im Servicefall den
Aufwand für die Fehlersuche im Netzwerk.
www.indu-sol.com
BOX THIN CLIENTS JETZT IGEL READY-CERTIFIED
Nachdem Pepperl+Fuchs dem IGEL-Ready-Programm als Technologiepartner
beige treten ist, sind die Box Thin Clients BTC22 und BTC24 jetzt IGEL Ready-certified.
Die Geräte sind von IGEL getestet und qualifiziert. Der gesamte Support läuft über
IGEL. Damit auch Anwender Linux-basierter Systeme von den Vorteilen der Box Thin
Clients und VisuNet-Serie profitieren können, ist die Hardware mit vorinstalliertem
IGEL OS verfügbar. Das plattformunabhängige Betriebssystem für Thin Clients
ermöglicht einen einfachen und sicheren Zugriff auf virtuelle Anwendungen, Desktops sowie Cloud-Arbeitsplätze. Neben
den industriellen Box Thin Clients bietet das Unternehmen Anwendern mit den VisuNet-Produktfamilien HMI-Systemen
und -Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen in der Prozessindustrie. Das Portfolio an industriellen Mensch-Maschine-Schnittstellen
umfasst robuste Industriemonitore sowie passende Peripheriegeräte. Die beiden Produktfamilien
VisuNet FLX und VisuNet GXP werden als IGEL Ready angeboten; IGEL OS ist somit bereits implementiert.
www.pepperl-fuchs.com
40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
IO-LINK SAFETY
MASTER
Die rasche Inbetriebnahme
modularer, dezentraler
Produktionsanlagen ist wichtig
für die digitalisierte Industrieproduktion.
Im IO-Link Safety
System von Pilz steht dafür ein
IO-Link Safety Master zur
Verfügung. Mit dem PDP67 lässt sich die bidirektionale Kommunikation
bis in die Feldebene einfach umsetzen. Als
dezentrale Schnittstelle zur übergeordneten Sicherheitssteuerung
ermöglicht er unterschiedliche Anschlüsse wie
beispielsweise Sicherheitssensoren mit IO-Link Safety oder
auch Standard-IO-Link Sensoren oder Aktoren. Anwender
profitieren von einer flexibel gestaltbaren, nahtlosen und
sicheren Kommunikation ins Feld bis zur höchsten Sicherheitskategorie
PLe/SIL3 – gleich ob sicherheitsgerichtete
oder Standard-Kommunikation. Der IO-Link Safety Master
von Pilz erweitert die Funktionen eines herkömmlichen
IO-Link-Masters um die Möglichkeit der sicheren Kommunikation
im Bereich der funktionalen Sicherheit. Zur Verfügung
stehen vier IO-Link Safety Ports (Class A) und zusätzlich vier
Ports mit jeweils zwei konfigurierbaren sicheren digitalen
Ein- oder Ausgängen. Sensoren und Aktoren teilen sich je
nach Bedarf denselben Anschluss. Anwender können so ihr
Design flexibler gestalten und erweitern.
www.pilz.com
GEMEINSAM
AUTOMATISIERUNG
REVOLUTIONIEREN
SCHNITTSTELLEN FÜR SCHALTSCHRÄNKE
UND GERÄTE
Die neuen Data Service Interfaces (DSI) von Phoenix Contact
bieten eine komfortable Lösung für Servicearbeiten an
Schaltschränken und Geräten: Mit verschiedenen Schnittstellen
ermöglichen sie eine einfache und schnelle Anbindung
elektrischer Zusatzgeräte. Die DSI umfassen Kupplungsmodule
wie USB-Typ A 2.0, USB-Typ A 3.0 und RJ45
CAT6A sowie
Kabelanschlussmodule
in der
Ausführung RJ45
CAT6A. Durch die
erhöhte IP-Schutzklasse
von IP65/
IP67 bei geschlossenem
Schutzdeckel
sind die Schnittstellen für den Einsatz auch in rauen
industriellen Umgebungen geeignet. Servicetechniker
können direkt, einfach und schnell Updates und Wartungsarbeiten
an geschlossenen Schaltschränken und Geräten
durchführen. Dadurch werden lange Prozessunterbrechungen
vermieden. Die DSI eignen sich für die Vorderwandmontage
bei Wandstärken von 1 bis 5 mm. Durch den standardisierten
Wandausbruch mit einem Durchmesser von 22,5 mm
ermöglichen die Schnittstellen einen platzsparenden
Einbau. Die Installation erfolgt werkzeuglos und in kurzer
Zeit. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Individualisierung
mit eigenem Logo.
www.phoenixcontact.com
Connected Future – schaltschranklose
Installationslösungen für die Automation –
dezentral, nahtlos und robust.
Halle 9
Stand 325
www.vario-x.com
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
UNGEPLANTE BEDARFE IN DER PRODUKTION:
URSACHEN ERKENNEN, LÖSUNGEN DEFINIEREN
DIE MASCHINE STEHT – UND DANN?
Ungeplante Ausfallzeiten von Maschinen und Anlagen stellen eine ernsthafte
Bedrohung für die industrielle Rentabilität dar. Denn sie haben einen direkten
Einfluss auf die Effizienz und Produktivität eines Unternehmens. Der Beitrag
beschreibt die Ursachen, wie sich ungeplante Bedarfe optimieren lassen und
gibt Checklisten für eine sichere Instandhaltungsstrategie an die Hand.
Die Produktion läuft auf Hochtouren, das Team arbeitet
am Limit, Deadlines stehen an – und plötzlich steht die
Anlage still. Unvorhergesehene Situationen wie diese
bringen alle Beteiligten unter Druck. Und sind doch
häufiger, als man meinen könnte: „Ungeplanter Bedarf infolge
von Maschinenstillständen in Produktion und Fertigung sind
nicht die Ausnahme, sondern die Regel“, weiß Michael Schlagenhaufer,
bei Conrad Electronic für den Bereich Manufacturing &
Maintenance zuständig. Und deshalb steht dieses Thema auf der
Conrad Sourcing Platform im Fokus.
MASCHINENAUSFÄLLE BEI 67 PROZENT
ALLER INDUSTRIEBETRIEBE
Aktuelle Studien wie der „Value of Reliability Report” von ABB unterstützen
die Einschätzung von Experten: Trotz präventiver und
prädiktiver Maßnahmen erleben 67 Prozent aller Industriebetriebe
mindestens einen ungeplanten Maschinenausfall pro Monat.
Zieht sich dieser über drei Tage, bedeutet dies im Schnitt 70.000
Euro Bruttogewinnverlust für das betroffene Unternehmen.
Rechnet man aus, was ein Maschinenstillstand die deutsche
Wirtschaft kostet, ergibt sich ein stolzes Minus von 147.000 Euro
pro Stunde.
Die folgerichtige Frage lautet: Wie lässt sich ungeplanten
Bedarfen vorbeugen und im Fall der Fälle schnell reagieren?
„Vorausschauende Wartung hilft zweifelsohne dabei, Maschinenstillstände
zu vermeiden. Es existieren aber dennoch zu viele
andere Faktoren außerhalb des Einflussbereichs der Instandhaltung,
die zu kostenintensiven Produktionsausfällen und damit
verbundenen unvorhergesehenen Bedarfen führen“, erklärt
Michael Schlagenhaufer, bei Conrad Electronic für den Bereich
Manufacturing & Maintenance zuständig.
42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
WHITEPAPER: MASCHINENSTILLSTAND IN DER FERTIGUNG
Ungeplanter Maschinenstillstand kann schnell teuer werden und ganze Abläufe
ins Stocken bringen. In dem neuen Whitepaper von Conrad Electronic erfahren
Sie, wie sich unerwarteter Bedarf frühzeitig identifizieren und zuverlässig
abfedern lässt – mithilfe erprobter Praxisansätze, sinnvoller
Beschaffungsstrategien und transparenter Entscheidungsgrundlagen.
Nützliche Informationen rund um Ursachen und Strategien
zur Minimierung ungeplanten Bedarfs finden Sie in folgendem
Whitepaper: bit.ly/whitepaper_conrad
Der Umgang mit ungeplanten
Bedarfen ist Thema der Conrad
Sourcing Platform
PRODUKTION ZUKUNFTSSICHER MACHEN
Die Lösung? Eine durchdachte Instandhaltungsstrategie, die Anlagen
nicht nur betriebsbereit hält, sondern Ausfälle präventiv
verhindert. Gut gewartete Maschinen sind der Schlüssel, um Lieferfähigkeit
zu sichern und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Während früher ein „Reparieren, wenn es kaputt ist“-Ansatz
dominierte, setzen heute immer mehr kleine und mittelständische
Unternehmen auf innovative Technologien, die bislang vor
allem in großen Konzernen Anwendung fanden. Mit Sensorik,
moderner Messtechnik, künstlicher Intelligenz und einer passenden
Sourcing Plattform wird die Wartung auf ein neues Level gehoben:
Predictive Maintenance.
Diese vorausschauende Wartung erkennt Probleme, bevor sie
entstehen. Anstatt ungeplante Stillstandszeiten durch plötzliche
Reparaturen in Kauf zu nehmen, können Anomalien frühzeitig
identifiziert und gezielt korrigiert werden. Das Ergebnis? Minimale
Ausfallzeiten, optimierte Produktionsabläufe und eine
deutliche Kostenersparnis. So gelingt der erste Schritt in Richtung
smarter Instandhaltung – für mehr Effizienz, Planbarkeit
und Zukunftssicherheit in der Produktion. Predictive Maintenance
ist mehr als nur ein Trend, es ist der Weg zu nachhaltigem
Erfolg in der industriellen Fertigung.
ZEIT- UND KOSTENSTRESS MINIMIEREN
Verantwortliche agieren in diesen kritischen Momenten häufig
unter Stress und enormem Zeitdruck. Gerade dann sind ganzheitlich
agierende Beschaffungspartner gefragt, die schnelle und
zuverlässige Lösungen liefern. „Ob Großbestellungen für eine
optimale Lagerhaltung oder einzelnes Ersatzteil, wenn’s brennt:
Seit mehr als 25 Jahren beschaffen wir Bauteile, Messtechnik und
Zubehör für Maschinen und Anlagen. Daher sind wir mit möglichen
Ursachen, Anforderungen und Lösungen für den professionellen
Umgang mit Maschinenstillständen vertraut und teilen
dieses Wissen rund ums Thema ungeplante Bedarfe gerne“, so der
Conrad Experte weiter. Ungeplanter Bedarf entsteht aus unterschiedlichen
Gründen – doch mit der richtigen Vorbereitung lassen
sich Ausfallzeiten minimieren.
URSACHEN ERKENNEN, RICHTIG VORBEUGEN
Ausfälle entstehen selten aus dem Nichts. In der Praxis lassen
sich die meisten Störungen auf klar benennbare Ursachen zurückführen.
Wer diese Ursachen kennt, kann gezielt vorbeugen.
Die vier häufigsten Auslöser aus dem industriellen Alltag sind:
Elektrische Störungen: Ob Spannungsschwankung, defekte
Steuerung oder Stromausfall: Elektrische Probleme sind eine der
häufigsten Ursachen für Produktionsstillstände, gerade in
hochautomatisierten Bereichen wie der Elektronikfertigung. Die
Auswirkungen reichen von kurzen Unterbrechungen bis zu permanenten
Schäden an Maschinen oder Produkten. Mehr dazu
unter: conrad.de/elektrische-stoerungen
Konstruktionsänderungen: Kurzfristige Anpassungen in der
Konstruktion – etwa durch geänderte Kundenanforderungen –
führen häufig zu ungeplantem Bedarf. Wenn Bauteile nicht in der
neuen Version vorrätig oder nicht schnell verfügbar sind, kommt
es zu Verzögerungen in der Fertigung oder zum Stillstand ganzer
Linien. Dann sind schnelles Handeln und die richtigen Alternativen
gefragt. Mehr dazu unter:
conrad.de/konstruktionsaenderungen
Materialversagen: Ob fehlerhafte Charge, versteckter Riss oder
abgenutzte Komponente – Materialprobleme lassen sich selten
vorhersehen. Umso wichtiger ist es, im Ernstfall schnell die richtige
Entscheidung zu treffen. Einen Fahrplan finden Sie hier:
conrad.de/materialversagen
Umweltbedingte Einflüsse: Temperaturschwankungen, Staub
oder Feuchtigkeit wirken oft schleichend – können aber zu akuten
Ausfällen führen. Besonders in sensiblen Fertigungsbereichen,
etwa in der Elektronik, reicht schon eine leicht erhöhte
Luftfeuchtigkeit, um zu Korrosion oder Kurzschlüssen zu führen.
Klimatische Einflüsse greifen also unerwartet die Technik an –
und wenn man es bemerkt, ist es häufig zu spät. Mehr zu Auswirkungen
und Prozessoptimierungen finden Sie hier:
conrad.de/umweltbedingte-einfluesse
URSACHEN, RISIKEN, CHECKLISTEN,
WHITEPAPER
Wer Prozesse dauerhaft stabilisieren will, muss die Ursachen erkennen
und strategisch vorbeugen. Die neuen Conrad Infoseiten
zum Titelthema „Ungeplante Bedarfe in der Produktion“ bieten
genau dabei Unterstützung und liefern wertvolle Impulse: Interessierte
erfahren dort, wie sie mit gezielter Lagerhaltung, strategischem
Einkauf und smarter Planung ungeplanten Bedarf nicht
nur beheben, sondern systematisch vermeiden können. Verfügbar
sind außerdem eine Checkliste, mit der Betriebsabläufe auf
ungeplante Bedarfe überprüft werden können, und ein Whitepaper,
das zeigt, wie mit vorausschauender Wartung eine reibungslosere
Produktion ermöglicht wird. Weiterführende Informationen
unter: conrad.de/schnell-reagieren
Bilder: Aufmacher: Success Media – stock.adobe.com (Foto links) / Ilustration
generated by ChatGPT-4o, April 2025 (Foto rechts); Conrad Electronic
www.conrad.de
UNTERNEHMEN
Conrad Electronic SE
Klaus-Conrad-Straße 1, 92240 Hirschau
Tel. 09604 - 408787
E-Mail: businessbetreuung@conrad.de
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 43
Die individuelle
Bearbeitung der
Gehäuse gehört
bei Rose zum
Standard
ALUMINIUMGEHÄUSE SCHÜTZEN DIE ELEKTRONIK
VON LITHIUM-IONEN-BATTERIESYSTEMEN
ENERGIESPEICHER
FÜR DIE ZUKUNFT
Lithium-Ionen-Energiesysteme sind das Spezialgebiet der
Aentron GmbH. Die Batteriemodule kommen in der Industrie
zum Einsatz, aber auch in Kommunalfahrzeugen, Gebäuden
oder in der Schifffahrt. Für die sichere Kapselung der
Elektronik verwendet Aentron robuste Gehäuselösungen
von Rose Systemtechnik.
01
Ohne leistungsstarke Energiespeicher ist die Energieund
Verkehrswende nicht zu erreichen. Bei der Aentron
GmbH im baden-württembergischen Albstadt
hat man das früh erkannt: Das Unternehmen fertigt
hochwertige Lithium-Ionen-Batteriesysteme mit Kapazitäten
von 1 kWh bis 1 MWh und beliefert damit Kunden aus den verschiedensten
Branchen.
Alle Module werden in Deutschland entwickelt und produziert.
Sie zeichnen sich nicht nur durch eine hohe Belastbarkeit, Skalierbarkeit
und Sicherheit aus. Die Energiespeicher sind zudem
schnellladefähig und mit einem Batteriemanagementsystem
(BMS) ausgestattet, das alle sicherheitsrelevanten Modulparameter
wie zum Beispiel Spannung, Energie und Temperatur überwacht.
Aentron hat das BMS speziell für die eigenen Energiesysteme
entwickelt. Es ermöglicht nicht nur den sicheren Betrieb
der Batteriemodule, sondern auch deren einfache Integration in
die Anwendung.
Das Besondere an den Energiespeichersystemen ist neben ihrer
Leistungsfähigkeit vor allem ihre Modularität und Flexibilität.
Sie sind sowohl in Niederspannungs- als auch in Hochspannungsnetzen
einsetzbar und lassen sich in verschiedenste Systemlösungen
integrieren. Darüber hinaus sind die Module
schnellladefähig und wiederverwendbar: Am Ende ihres Lebenszyklus
können sie generalüberholt und wieder in Betrieb genommen
werden.
BREITER ANWENDUNGSBEREICH
Eines der wesentlichen Kriterien bei der Entwicklung der Batteriesysteme
ist die Leistungsfähigkeit. Aentron verwendet deshalb
ausschließlich Lithium-Ionen-Zellen namhafter Hersteller, denn
sie weisen bei kompakter Bauweise eine sehr hohe Energiedichte
auf. Ein weiterer Vorteil dieser hochwertigen Zelltechnologie ist
der breite Anwendungsbereich: Die Batteriemodule können bei
Temperaturen zwischen -20 °C und +60 °C genutzt werden. „Unsere
Energiespeichersysteme decken ein weites Einsatzspektrum
mit unterschiedlichsten Umweltbedingungen ab“, erzählt Jens
Brandes, Vertriebsleiter der Aentron GmbH. Alle Module erfüllen
44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
01 Die Gehäuse werden auf Wunsch mit
kundenspezifischen Komponenten bestückt
02 Die Bandbreite der Aluminiumgehäuse ist groß
die Anforderungen der EU-Batterierichtlinie und sind durch die
DNV-GL, nach UN38.3 sowie CE (EMV) EN61000-6-3 zertifiziert.
GEHÄUSE SCHÜTZEN DIE ELEKTRONIK
Da die Lithium-Ionen-Batterien oft in Anwendungen verbaut
werden, die in rauen Umgebungen operieren, müssen die elektronischen
Komponenten vor äußeren Einflüssen geschützt werden.
Aentron kapselt die Elektronik seiner Batteriemodule deshalb
mit robusten Aluminiumdruckgussgehäusen von Rose Systemtechnik.
Das Unternehmen hat mehr als 50 Jahre Erfahrung
in der Fertigung von Aluminiumgehäusen. Firmengründer Friedhelm
Rose war ein Pionier in der Branche, denn er hat mit der
Entwicklung der Klemmenkästen im Jahr 1969 eine Marktlücke
geschlossen: Ein Gehäuse zur Kapselung von elektronischen und
elektrotechnischen Komponenten in industriellen Anwendungen
hatte es zuvor nicht gegeben.
AUSSERGEWÖHNLICHE STABILITÄT
Das Besondere an den Aluminiumgehäusen von Rose ist ihre Robustheit.
Die Widerstandsfähigkeit beruht zum einen auf der Verwendung
einer hochwertigen Aluminium-Gusslegierung AC-AlSi
12 (Fe) nach DIN-EN 1706. Sie sorgt dafür, dass die Gehäuse sowohl
sehr leicht als auch sehr stabil sind und in einem weiten
Temperaturbereich eingesetzt werden können. Darüber hinaus
verleiht der Druckguss der Gehäusewand eine gleichmäßige
Struktur und damit eine hohe Festigkeit. Vor der Pulverbeschichtung
werden zudem alle Alugehäuse einer Chrom (III)-Passivierung
mit SurTec650 unterzogen.
Die sehr gute Schutzwirkung der Gehäuse hängt aber auch mit
ihrer Bauweise zusammen: Sie sind nach dem Feder-Nut-Prinzip
konstruiert, das für eine wirksame Abdichtung der Gehäusefugen
DIE ROBUSTEN GEHÄUSE SIND
LEICHT UND FÜR EINEN WEITEN
TEMPERATURBEREICH GEEIGNET
nach außen sorgt. Alle Aluminiumgehäuse verfügen über eine
Dichtung aus Polyurethan, Chloropren oder VMQ (Silikon): So
kann weder Feuchtigkeit noch Staub eindringen und die Funktionsfähigkeit
der Batteriemodule beeinträchtigen.
HOHE ANFORDERUNGEN
„Wir haben uns für Gehäusesysteme von Rose entschieden“, weil
wir unseren Energiespeichern damit einen weiteren passiven
Schutz vor äußeren Einflüssen bieten wollten“, so Jens Brandes.
„Die Alu-Gehäuse eignen sich wegen ihrer Eigenschaften sehr gut
dafür, denn sie verfügen über die nötige innere Stabilität, um die
Elektronik auch in Gefahrensituationen ausreichend zu schützen.“
In den Gehäusen befinden sich unter anderem die Batteriezellen,
das Batteriemanagementsystem sowie Sicherungen, Verkabelungen
und Verschaltungen des Batterieblocks.
Rose fertigt eine große Bandbreite an Industriegehäusen aus
Aluminium. Die Standard-Varianten gibt es in über 40 verschiedenen
Größen mit Abmessungen von 45 × 50 × 30 mm bis hin zu 600
× 600 × 200 mm. Aluminium Standard-Gehäuse eignen sich optimal
für den Einbau elektrischer und elektromechanischer Komponenten
wie zum Beispiel Klemmen, Taster und Schaltelemente.
02
GEHÄUSE FÜR BEDIENEINHEITEN
Speziell für die Aufnahme von Frontfolien und Folientastaturen
wurde dagegen die Produktreihe Aluform entwickelt. Die Gehäuse
sind für die einfache Integration von Leiterplatten vorbereitet
und daher prädestiniert für Anwendungen der Mess-, Regel- und
Automatisierungstechnik. Aufgrund ihres eleganten, zeitlosen
Designs setzen viele Maschinen- und Anlagenbauer die Gehäuse
als Visualisierungs- und Eingabelösungen ein. Aluform-Gehäuse
sind in 15 Größen erhältlich und bieten wirksamen Schutz vor
äußeren Einflüssen.
UMFANGREICHE SERVICELEISTUNGEN
Sämtliche Gehäusesysteme von Rose werden auf Wunsch mit den
passenden Komponenten bestückt: Dazu zählen unter anderem
Kabelverschraubungen, Platinen, Folientastaturen, Sichtscheiben,
Klemmen und Dichtungen. Auch die Kabelkonfektionierung und
den Aufbau von Schaltschränken übernimmt das Unternehmen
bei Bedarf. Zum Service gehören außerdem die mechanische Bearbeitung
sowie die Oberflächenbehandlung der Gehäuse.
Für Aentron hat Rose die Aluminiumgehäuse gefräst, mit Beschriftungen
versehen und pulverbeschichtet. Bei diesem Verfahren
erfolgt die Lackierung mithilfe elektrisch geladener Pulverpartikel
– der Anwender kann zwischen 300 verschiedenen
Farben sowie unterschiedlichen Strukturen und Glanzgraden
wählen. Auch die Nasslackierung wird angeboten.
QUALITÄT ZAHLT SICH AUS
Aentron-Vertriebsleiter Jens Brandes schätzt neben der hohen
Qualität der Gehäusesysteme vor allem die gute Partnerschaft
zwischen beiden Unternehmen. Bei zukünftigen Projekten wird
Aentron deshalb – wenn die Anforderungen passen – immer Aluminium
Standard-Gehäuse aus Porta Westfalica einsetzen: „Die
Firma Rose ist da für uns die erste Wahl.“
Bilder: Rose Systemtechnik GmbH
www.rose-systemtechnik.com
UNTERNEHMEN
Rose Systemtechnik GmbH
Erbeweg 13 - 15, 32457 Porta Westfalica
Tel. 0571 50410
E-Mail: rose@rose-pw.de
AUTORIN
Katharina Lange, Marketingleitung Rose
Systemtechnik GmbH, Porta Westfalica
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 45
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
WIE MODULARE STEUERUNG UND DATA CONNECTIVITY
DEN MASCHINENBAU VERÄNDERN
FLEXIBLE AUTOMATION
Weidmüller stellt eine modulare Automatisierungsarchitektur bereit, die
Dynamik in der Fertigung ohne komplexe Umbauten ermöglicht. Durch diese
erhalten Entwickler eine leistungsfähige, modulare Plattform, Systemintegratoren
profitieren von Flexibilität und einfacher Erweiterbarkeit und Produktionsverantwortliche
gewinnen an Planbarkeit und Stabilität für ihre
Produktionsprozesse.
Stillstand mindert die Chance, die eigene Wettbewerbsstärke
aktiv weiterzuentwickeln – und doch steckt er oft in den
Systemen selbst. Während Märkte immer schnellere Produktwechsel
und kürzere Innovationszyklen verlangen, arbeiten
viele Fertigungsanlagen noch nach dem Prinzip „never
change a running system“. Doch dieses Denken passt nicht mehr
in eine Welt, in der Kunden individuelle Produkte fordern und
Lieferketten jederzeit ins Wanken geraten können. Unternehmen
stehen daher unter dem Druck, ihre Produktion nicht nur effizienter,
sondern vor allem flexibler zu gestalten.
Klassische Automatisierungssysteme stoßen hier an ihre
Grenzen. Jede Anpassung – sei es eine neue Produktvariante
oder die Integration eines weiteren Maschinenmoduls – bedeutet
hohen Umbau- und Programmieraufwand. Modulare Kon
zepte stehen deshalb im Fokus von Entwicklern und Systemintegratoren.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die erhöhte
Dynamik lassen sich Produktionskapazitäten skalieren, Anpassungen
erfolgen schneller, Stillstandszeiten sinken und Daten
stehen durchgängig für Analysen und Optimierungen bereit.
Wer auf modulare Automatisierung setzt, sichert sich nicht nur
geringere Betriebskosten, sondern auch einen entscheidenden
Vorsprung im Wettbewerb.
Damit dieser Wandel gelingt, brauchen Unternehmen Systeme,
die nicht nur modular aufgebaut sind, sondern auch auf einer offenen
Softwarearchitektur basieren. Nur wenn Steuerung, Signalerfassung
und Datenkommunikation nahtlos zusammenspielen,
können Firmen die Vorteile des Industrial IoT in die Praxis umsetzen.
46 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
AUTOMATISIERTES INDUSTRIAL IOT
Weidmüller bietet mit seinem u-control-Steuerungssystem die
passende Grundlage. Das System ist bewusst kompakt gehalten
und basiert auf modularer Architektur: Es lässt sich sowohl in
kleinen Anlagen einsetzen als auch für größere, netzwerkfähige
Automatisierungen skalieren. Durch die Integration von Dualund
Quad-Core-Technologie können zeitkritische Automatisierungslasten
von nicht kritischen IoT-Aufgaben getrennt ausgeführt
werden. Die Hardware stellt genügend Arbeitsspeicher und
Flash-Speicher bereit, um umfangreiche Projekte zu realisieren.
Dazu ist es vollständig kompatibel mit dem zugehörigen u-remote-I/O-System.
PRAKTISCHE ANWENDUNG
Im Falle einer IEC-61131-3-Programmierumgebung passt der
Systemintegrator zunächst seine Applikation an: Er wählt ein Basisgerät
aus der u-control-Reihe, etwa UC20-M3000 oder UC20-
M4000, je nach erforderlichem Rechenumfang. Diese Steuerungen
sind prädestiniert, um Automatisierung und Edge Computing
zu kombinieren; sie fungieren gleichzeitig als Steuerungssystem
und als Datenquelle im Netz. Direkt an die Steuerung wird
das u-remote-I/O-System angeschlossen – dabei hat er eine Auswahl
aus über 80 verschiedenen I/O-Modulen.
Die Grundlage für eine offene und zukunftsfähige Automatisierungsarchitektur
liefert u-OS, das Betriebssystem von Weidmüller
für industrielle Edge Controller. Es ermöglicht, Steuerungsaufgaben
und industrielle IoT-Funktionen parallel auszuführen –
direkt an der Maschine. Im Zentrum des Betriebssystems steht
der u-OS Data Hub, der als zentrale Schnittstelle zwischen Automatisierungs-Apps
und IIoT-Diensten fungiert. Die verwendeten
Apps und das u-remote I/O-System stellen ihre Variablen, ihre
Zustandsgrößen – inklusive Datentyp, Zeitstempel, Lese- und
Schreibrechten – sowie Metainformationen über die Hardwarekomponente
als sogenannte Provider dem Hub zur Verfügung.
Weitere Apps können als Consumer diese Variablen für
beispielsweise IIoT-Dienste über standardisierte Mechanismen
aus dem Data Hub lesen. So können etwa aus dem Automatisierungssystem
gelesene Maschinendaten direkt in Anwendungen
wie zum Beispiel Nodered weiterverarbeitet
werden, ohne eine einzige Zeile Code
schreiben zu müssen.
FLEXIBLE VERNETZUNG
01 Die
Steuerungen
der u-control
M-Serie verbinden
Automatisierung
mit Edge
Computing
Der Data Hub ist vollständig in u-OS integriert
und ermöglicht die Verbindung von Anwendungen
aus dem Weidmüller-Portfolio, von
Drittanbietern oder eigenen Entwicklungen über standardisierte
Schnittstellen. Die App Procon-Connect liest Datenpunkte von
Drittsystemen per OPC UA, Modbus, TIA V2 oder über den PLC
Handler aus Codesys und stellt sie dem Data Hub zur Verfügung.
Dort findet der Anwender visuell die Variablennamen, die er mit
anderen Anwendungen teilen beziehungsweise visualisieren
möchte.
Der Nutzen von u-OS mit dem Data Hub ist vielfältig: Erstens
entfällt der fehleranfällige Aufwand manueller Datenintegration,
zweitens lassen sich Automatisierungs- und IoT-Apps unabhängig
voneinander installieren, aktualisieren oder ersetzen.
Änderungen am System oder neue Funktionen lassen sich als
Containerlösung implementieren; und das gegebenenfalls auch
ohne Produktionsunterbrechung, denn Anwendungen laufen
isoliert vom Steuerungskern. Die klare Trennung stabilisiert die
Anlage bei Anpassungen und erleichtert langfristig den technischen
Betrieb.
Ketten, Kabel, Konfektionen:
Made in Germany
Als Systemanbieter für elektrische Verbindungstechnik entwickeln und
realisieren wir für Sie Standard- und Sonderlösungen im eigenen Haus –
von der einzelnen Leitung bis zur einbaufertigen Energiekette.
helukabel.com
SPS - smart production solutions 2025
Halle 2, Stand 230/231
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Vorteile: In einer bestehenden
Fertigungszelle wird ein neuer Sensorabschnitt installiert.
Die Steuerung bleibt die bisherige u-control M3000, doch
auf u-OS wird eine zusätzliche App als Softwarecontainer aufgesetzt
– etwa ein Datenverarbeitungsskript oder eine Monitoring-
App. Über den Data Hub werden Sensorveränderungen automatisch
an eine Überwachungsanwendung weitergegeben, die über
eine Visualisierung die aktuellen Werte anzeigt. Dieser Datenaustausch
erfolgt ohne Umprogrammierung oder Anpassung der
DAS STEUERUNGSSYSTEM IST
BEWUSST KOMPAKT GEHALTEN
UND BASIERT AUF MODULARER
ARCHITEKTUR
Maschinensteuerung, allein durch Konfiguration im Hub. Damit
bleibt der Produktionsbetrieb stabil, während gleichzeitig neue
Funktionalitäten integriert werden.
In Summe zeigt sich: u-OS mit seinem Data Hub schafft die notwendigen
Datenverbindungen, um Automatisierungs- und IoT-
Anwendungen in einem modularen Umfeld flexibel und sicher zu
vernetzen. Entwickler und Systemintegratoren erhalten eine Plattform,
auf der sich Anwendungen einfach orchestrieren lassen. Für
Produktionsverantwortliche vereinfacht das Prozesse, und die Implementierung
verkürzt sich. Damit schaffen die Weidmüller-Produkte
eine verlässliche Grundlage, eine Anlage kontinuierlich in
Richtung des Industrial IoT erweitern zu können.
SICHER MODULAR
Die zunehmende Vernetzung industrieller Systeme bringt neben
enormen Potenzialen auch Herausforderungen mit sich. Mit zunehmender
Offenheit ist es umso wichtiger, eine Produktionsanlage
cybersicher zu gestalten. Mit dem Inkrafttreten des Cyber
Resilience Act (CRA) im Dezember 2024 müssen Hersteller von
Automatisierungskomponenten sich heute schon darauf vorbereiten,
sicherheitskritische Funktionen von Anfang an zu integrieren,
regelmäßige Updates und Schwachstellenmanagement zu
gewährleisten.
02 Das I/O-System
u-remote mit seinen
über 80 verschiedenen
Modulen ist
vollständig mit der
u-control-Serie
kompatibel
Für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau
bedeutet das: Cybersecurity darf nicht länger
nachträglich ergänzt werden, sondern muss integraler
Bestandteil jeder Automatisierungsarchitektur
sein. Weidmüller begegnet dieser Herausforderung
mit einem umfassenden Sicherheitskonzept.
Die Entwicklungsprozesse sind bei
Weidmüller nach IEC 62443-4-1 zertifiziert, was
das Secure-by-Design-Prinzip entlang des gesamten
Produktlebenszyklus garantiert. Ergänzt
werden diese Maßnahmen durch das strategische
Industrial-Security-Angebot, das Verteidigung
auf mehreren Ebenen gemäß dem Defense-
In-Depth-Modell vorsieht – vom gehärteten
Switch über Sicherheitsrouter bis zur strikten
Netzwerksegmentierung zwischen IT- und
OT-Netzwerken.
Im Rahmen der Partnerschaft mit Orange
Cyberdefense bietet Weidmüller OTspezifisches
Cyber-Consulting, Echtzeitüberwachung
(SOC-Dienstleistungen), Penetrationstests
sowie Unterstützung im Incident
Response an. Nozomi-Sensoren, integriert
in Controller, Switches und Router, liefern transparentes
Monitoring des OT-Netzwerks und erkennen Bedrohungen
proaktiv. So lassen sich Angriffe frühzeitig identifizieren und
Produktionsausfälle vermeiden. Ein Kunde profitiert dadurch
nicht nur von maßgeschneiderter Beratung zu CRA- und NIS2-
Anforderungen, sondern auch von einem fortlaufenden Sicherheitsbetrieb:
Updates, Schwachstellenmanagement und Notfallreaktion
sind fest verankert. Insgesamt erhöht das die Resilienz
gegenüber Cyberbedrohungen.
Insgesamt erweitert Weidmüller das Automatisierungsportfolio
nicht allein um technische Produkte, sondern schafft auch die
erforderliche Sicherheitsarchitektur, um den Anforderungen von
Industrial IoT und der neuen EU-Regulierung gerecht zu werden.
EINFACH FÜR DIE ZUKUNFT GERÜSTET
Im Ergebnis ist die Anlage innerhalb kurzer Zeit erweitert, ohne
dass tiefgreifende Umbauten oder aufwendige Programmierungen
notwendig sind. Der Engineering-Aufwand reduziert sich
deutlich; Daten bleiben durchgängig verfügbar und transparent –
alles mit einer produktiven Plattform aus Steuerung, I/O und offenem
Betriebssystem. Da alle Systeme miteinander kompatibel
sind und auf offenen Standards aufsetzen, bleiben OEMs und
Systemintegratoren flexibel für spätere Erweiterungen.
Bilder: Weidmüller
www.weidmueller.com
UNTERNEHMEN
Weidmüller GmbH & Co. KG
Klingenbergstraße 26, 2758 Detmold
Tel. 05231-14-0
E-Mail: weidmueller@weidmueller.de
AUTORIN
Katharina Bayer, Redakteurin
Unternehmenskommunikation
48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
MEHR ALS NUR EIN GEHÄUSE
Mit langjähriger Erfahrung, höchster Präzision und
einem ganzheitlichen Systemdenken begleitet Bopla
Projekte von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt.
So wird aus einem Standardgehäuse eine hervorragend
auf die Anwendung abgestimmte Gehäuselösung. Das
umfangreiche Dienstleistungsportfolio des Herstellers
umfasst die mechanische Bearbeitung wie Fräsen,
Bohren und Schneiden ebenso wie verschiedene
Verfahren der Oberflächenveredelung. Darüber hinaus
bietet das Unternehmen die Integration von Komponenten
wie Displays oder Folientastaturen sowie die
vollständige Montage von Elektronik und Gehäuse. Für
Anwendungen, die höchste Schutzarten oder spezifische
Anforderungen an Dichtigkeit, EMV-Schirmung
oder Temperaturverhalten stellen, sind umfassende
Prüfungen im eigenen Labor möglich. Durch das
Zusammenspiel aus professioneller Arbeit, moderner
Fertigung und jahrzehntelangem Know-how entstehen
optimierte Gehäuselösungen. Von der Idee bis zum
fertigen Produkt erhalten Anwender alles aus einer
Hand – schnell, präzise und zuverlässig.
www.bopla.de
MODULARER BAUKASTEN FÜR
ENERGIEFÜHRUNGSSYSTEME
Mehr Effizienz, weniger Aufwand: Mit dem neuen Heluchain-
System bietet Helukabel eine clevere Komplettlösung für
Energieführungssysteme in bewegten Anwendungen – modular,
anschlussfertig und passgenau. Der modulare Baukasten
vereint Energieführungsketten, hochflexible Leitungen,
individuelle Konfektionen und passendes Zubehör zu exakt
abgestimmten Komplettsystemen. Anwender profitieren von
hoher Betriebssicherheit, reduziertem Planungsaufwand und
optimierten Beschaffungsprozessen. Das Heluchain-System
ist in drei Ausbaustufen, sogenannten Assembly Levels,
verfügbar, die sich flexibel auf die jeweilige Anwendung und
Fertigungstiefe abstimmen
lassen. Level 1
umfasst eine Basislösung
aus Energieführungskette
und Leitung
ohne Konfektion. Level 2
bietet zusätzlich
konfektionierte Leitungen
oder Hydraulikschläuche
für eine schnelle Plug-and-Play-Installation.
Assembly Level 3 ist die vollständig integrierte Systemlösung
einschließlich Zubehör wie Rinnen, schwimmende Mitnehmer
oder Stützkonsolen. Sie ist präzise auf anspruchsvolle Anwendungen
abgestimmt. Helukabel produziert alle Kernkomponenten
(Leitungen, Energieketten und Konfektionen) in seinen
eigenen Werken. Dadurch sind eine durchgängige Qualitätssicherung
und eine genaue Abstimmung der einzelnen
Bausteine sichergestellt.
www.helukabel.com
BRUCHBESTÄNDIGE UND SPLITTERFREIE LED-DOM-SIGNALLEUCHTEN
Mit der EZ360330 (Durchmesser 50 mm) und der EZ360331 (Durchmesser 90 mm)
ergänzt IPF sein Angebot an runden Mehrfarben-LED-Signalleuchten zur Anzeige von
Maschinen- und Anlagenzuständen. Die robusten Signalleuchten können die Lichtfarben
Rot, Gelb, Grün, Blau sowie Weiß separat ansteuern. Durch das 360-Grad-Design mit
domförmiger Leuchtenabdeckung sind die Lichtsignale von allen Seiten gut sichtbar. Über
einen 24-V-Eingang ist ein Blinkmodus (2 Hz) einstellbar. Die Signalleuchten haben ein
M30-Einbaugewinde. Der elektrische Anschluss erfolgt mit einem M12-Steckverbinder.
www.ipf.de
SMART UND DRUCKLUFTFREI
Bis zu 85% Energieeinsparung zu herkömmlichen Systemen.
Irreversibel sicher!
Energierückgewinnung und Wiederverwendung für einen nachhaltigen Betrieb.
Jetzt Zukunftstechnik erleben und Ausfallzeiten auf ein Minimum reduzieren!
SPS Halle 3A, Stand 151
www.pneumax.de
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 49
IO-LINK SAFETY: WEGBEREITER FÜR DIE NÄCHSTE GENERATION SICHERER MASCHINEN
NEUER STANDARD FÜR SICHERHEIT
UND KOMMUNIKATION
Die ersten IO-Link-
Safety-Produkte
von Schmersal: die
Sicherheitszuhaltung
AZM42 (links unten)
und der Sicherheitssensor
RSS362
(rechts oben)
SPECIAL SICHERE AUTOMATION
Mit IO-Link Safety steht ein herstellerunabhängiges,
standardisiertes Kommunikationssystem
für funktionale Sicherheit zur Verfügung. Es
erweitert die Möglichkeiten der Industrie 4.0
um eine sichere Punkt-zu-Punkt-Kommunikation
zwischen Sensoren, Aktoren und
Steuerungen. Im Gespräch erläutert Volker
Heinzer, Strategischer Produktmanager bei
der Schmersal-Gruppe, wie weit die Technologie
ist, welche Chancen sie bietet und
warum sie künftig eine Schlüsselrolle in der
Maschinensicherheit spielen wird.
IO-Link Safety baut auf der bewährten IO-Link-Technologie auf
und überträgt deren Prinzipien in den Bereich der funktionalen
Sicherheit. Damit entsteht erstmals ein einheitlicher Standard
auf der untersten Automatisierungsebene, der die Integration
sicherheitsgerichteter Komponenten erleichtert. „IO-Link
Safety ist für uns von großer Bedeutung, da es eine Schlüsseltechnologie
für die Zukunft der Maschinensicherheit darstellt“,
erklärt Volker Heinzer. In einer zunehmend vernetzten und automatisierten
Industrie komme es darauf an, Sicherheitslösungen
flexibel, skalierbar und datenfähig zu gestalten. Der entscheidende
Vorteil: IO-Link Safety schafft Transparenz bis in die Feldebene.
Sensoren und Aktoren können nicht nur sicherheitsrelevante
Signale übermitteln, sondern auch zusätzliche Diagnosedaten
und Parameter austauschen. Das eröffnet neue Möglichkeiten für
Wartung, Zustandsüberwachung und Prozessoptimierung – ein
echter Schritt in Richtung „Safety meets Smart Factory“.
NORMUNG UND STANDARDISIERUNG AUF
INTERNATIONALEM NIVEAU
Ein wichtiger Meilenstein war die Standardisierung von IO-Link
Safety in der IEC 61139-2. Diese legt fest, dass das System höchste
Sicherheitsanforderungen bis PL e (EN ISO 13849-1) beziehungsweise
SIL 3 (IEC 61508/62061) erfüllt. „Mit der Veröffentlichung
der ersten Version der IO-Link Safety Extensions im Jahr 2017
wurde der Weg für herstellerübergreifende Sicherheitslösungen
geebnet“, so Heinzer. Bis dahin war der Safety-Bereich stark von
proprietären Schnittstellen geprägt. IO-Link Safety schafft hier
IO-LINK SAFETY SCHAFFT
TRANSPARENZ BIS IN DIE
FELDEBENE
eine gemeinsame Basis, auf der Geräte unterschiedlicher Hersteller
interoperabel zusammenarbeiten können. Das bedeutet:
Anwender können künftig Sicherheitskomponenten verschiedener
Anbieter flexibel kombinieren, ohne sich auf ein bestimmtes
System festlegen zu müssen. Damit wird die Maschinensicherheit
nicht nur effizienter, sondern auch wirtschaftlicher und zukunftsfähiger.
IO-Link Safety markiert einen Wendepunkt in der
industriellen Sicherheitstechnik. Der standardisierte
Kommunikationsweg verbindet Funktionalität
und Sicherheit auf einer Plattform und schafft die
Grundlage für intelligente, selbstüberwachende
Systeme. Für Maschinenbauer und Betreiber
ergeben sich daraus klare Vorteile: geringere
Installationskosten, höhere Transparenz, schnellere
Diagnose – und eine bislang unerreichte Flexibilität.
IO-Link Safety wird eine zentrale Rolle in der
nächsten Generation von sicheren Maschinen und
Anlagen spielen – davon sind wir bei Schmersal fest
überzeugt.
Volker Heinzer, Strategischer Produktmanager Industrielle
Kommunikationssysteme und Industrie 4.0 bei der
Schmersal-Gruppe
MEHRWERT DURCH BIDIREKTIONALE
KOMMUNIKATION
Zu den zentralen Vorteilen von IO-Link Safety zählt die bidirektionale
Kommunikation. Während herkömmliche Sicherheitsverbindungen
meist nur einfache Signalübertragungen erlauben,
ermöglicht IO-Link Safety einen beidseitigen Informationsaustausch.
Das bedeutet: Steuerungen können nicht nur Daten von
Sensoren empfangen, sondern auch Parameter, Befehle und
Konfigurationen zurücksenden. „Das verbessert die Diagnosemöglichkeiten
erheblich“, betont Heinzer. Durch die Kommunikationsfähigkeit
der Sensoren und Aktoren eröffnen sich zudem
neue Anwendungsfelder, etwa bei der vorausschauenden Instandhaltung
oder der Prozessüberwachung. Ein weiterer praktischer
Vorteil liegt im reduzierten Installationsaufwand. Statt
achtadriger Leitungen reichen bei IO-Link Safety oft dreiadrige
Standardkabel mit M12-Steckern aus. Das senkt Material- und
Montagekosten, vermeidet Verdrahtungsfehler und beschleunigt
die Inbetriebnahme. Ein Effizienzgewinn für Maschinenbauer.
INTEGRATION IN DIE INDUSTRIE 4.0-WELT
IO-Link Safety ist nicht nur eine Sicherheitslösung, es ist ein
Schlüsselelement der digitalen Transformation. Die Technologie
fügt sich nahtlos in moderne Industrie-4.0-Umgebungen ein, in
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 51
SPECIAL SICHERE AUTOMATION
01
denen Daten über alle Ebenen hinweg gesammelt, analysiert und
genutzt werden. „Die Möglichkeit, zusätzliche Informationen aus
der Feldebene zu gewinnen, führt zu einer höheren Flexibilität
und Transparenz in der Produktion“, sagt Heinzer. Damit werde
IO-Link Safety zu einem Enabler für smarte, adaptive Fertigungsprozesse,
die sich dynamisch an Produktionsanforderungen anpassen
können.
HERAUSFORDERUNGEN AUF DEM WEG
ZUR PRAXISTAUGLICHKEIT
Trotz der vielen Vorteile sieht Heinzer auch Herausforderungen:
„Wir müssen sicherstellen, dass das gesamte Ökosystem von IO-
Link und IO-Link Safety interoperabel bleibt.“ Das betrifft sowohl
die Geräteentwicklung als auch die Systemintegration. Die Implementierung
erfordert ein tiefes Verständnis der Technologie
und bringt zunächst zusätzliche Entwicklungsaufwände mit sich.
Unternehmen, die bislang keine IO-Link-Erfahrung haben, müssen
sich auf ein gewisses Umdenken einstellen. „Es kann anfangs
zu höheren Initialkosten kommen“, räumt Heinzer ein, „doch
diese amortisieren sich durch langfristige Einsparungen und Effizienzsteigerungen
schnell.“
ERSTE IO-LINK-SAFETY-PRODUKTE
AUF DEM MARKT
Eine erfreuliche Nachricht für alle Anwender: Schmersal wird in
Kürze die ersten beiden IO-Link-Safety-Produkte vorstellen – die
Sicherheitszuhaltung AZM42 und den Sicherheitssensor RSS362.
Damit zählt das Unternehmen mit zu den Pionieren der IO-Link-
Safety-Integration und unterstreicht seine führende Rolle in der
funktionalen Sicherheit. Beide Geräte erweitern das IO-Link-
Safety-Installationssystem von Schmersal für industrielle Sicherheitsanwendungen
und bieten eine bidirektionale, sichere Kommunikation
über eine 3-adrige Leitung. Damit lassen sich sichere
Anwendungen bis Performance Level e, Kategorie 4 beziehungsweise
SIL 3 realisieren – bei zugleich hoher Flexibilität und einfacher
Integration in bestehende Anlagen. Heinzer: „Mit diesen
beiden Produkten zeigen wir, dass IO-Link Safety nicht nur ein
theoretisches Konzept ist, sondern bereits in der Praxis angekommen
ist.“
SICHERHEITSZUHALTUNG MIT DIGITALEM
MEHRWERT
Die Sicherheitszuhaltung AZM42 zählt bereits in ihrer ursprünglichen
Version zu den besonders kompakten und leistungsfähigen
Sicherheitslösungen für den Maschinenbau. In der neuen
Variante konnten die Abstände bei Verwendung von zwei nebeneinander
montierten Geräten noch einmal verkleinert werden
und die Verriegelungs- und Zuhaltefunktion bis PL e, Kat. 4, SIL3
befindet sich in einem Gerät. Die IO-Link-Safety-Schnittstelle erweitert
die Zuhaltung um zahlreiche Industrie-4.0-Funktionen.
Neben den bekannten Sicherheitsfunktionen bietet die AZM42
nun Status- und Diagnosedaten in Echtzeit, darunter Informationen
über die Güte der Versorgungsspannung, der Temperatur
und des RFID-Signals. Außerdem zählt das System Türöffnungsund
Verriegelungszyklen und erkennt zum Beispiel Abstandsüberschreitungen
zwischen Sensor und Betätiger.
SICHERHEITSSENSOR MIT INTELLIGENTER
DIAGNOSE
Mit dem RSS362 bringt Schmersal nun die IO-Link-Safety-fähige
Variante des bereits erfolgreich eingeführten, berührungslosen,
RFID-basierten Sicherheitssensors auf den Markt. Auch hier
konnten die Abstände zwischen zwei Geräten deutlich verringert
werden. Die bekannten Sicherheitsfunktionen stehen weiterhin
52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
SPECIAL SICHERE AUTOMATION
03
02
01 Schematische Darstellung einer IO-Link Safety Systemarchitektur
02 Die IO-Link-Safety-Schnittstelle erweitert die Sicherheitszuhaltung
AZM42 um zahlreiche Industrie-4.0-Funktionen
03 Mit dem RSS362 bringt Schmersal die IO-Link-Safety-fähige
Variante des bereits erfolgreich eingeführten, berührungslosen,
RFID-basierten Sicherheitssensors auf den Markt
EIN VORTEIL VON IO-LINK
SAFETY IST DIE BIDIREKTIONALE
KOMMUNIKATION
im Mittelpunkt, ergänzt durch ein umfangreiches Paket an Diagnose-
und Betriebsdaten. So liefert auch der RSS362 Informationen
über die Anzahl der Schaltzyklen, Informationen über die
Versorgungsspannung, die Temperatur und die Güte des RFID-
Signals und zur Ausrichtung des Sensors zum Betätiger. Über die
IO-Link-Safety-Kommunikation können diese Daten an die Steuerung
übertragen und dort für vielfältigste Aufgaben, wie zum
Beispiel für Predictive Maintenance, genutzt werden.
Wie der AZM42 unterstützt auch der RSS362 die bidirektionale
sichere Kommunikation – die Steuerung kann also auch Konfigurationsdaten
beziehungsweise Parameter oder Befehle sicher an
den Sensor senden. Damit lassen sich etwa neue Betätiger anlernen,
ohne dass ein physischer Eingriff erforderlich ist. Dank der
implementierten Data-Storage-Funktion können Gerätekonfigurationen
bei beiden Geräten automatisch gespeichert und bei einem
Austausch wiederhergestellt werden. Das vereinfacht die
Wartung deutlich. Die Offline-Konfiguration und -Parametrierung
ermöglicht es zudem, Geräte bereits im Büro am PC vorzubereiten
– ein Vorteil in der Instandhaltung und Serienfertigung.
PRAXISNAHE ANWENDUNGEN UND MEHRWERT
FÜR DEN BETREIBER
Die Integration von IO-Link Safety in Sicherheitskomponenten
eröffnet Betreibern und Maschinenbauern neue Möglichkeiten.
Durch den Zugriff auf zusätzliche Daten lassen sich Wartungsintervalle
dynamisch anpassen, Fehlerquellen schneller identifizieren
und ungeplante Stillstände vermeiden. Darüber hinaus
erleichtert IO-Link Safety die Standardisierung von Systemarchitekturen
und die schnelle Inbetriebnahme. Durch den modularen
Aufbau können Sicherheitslösungen künftig flexibler
erweitert werden – ein entscheidender Vorteil angesichts immer
komplexerer Produktionsumgebungen.
IO-LINK SAFETY ALS INDUSTRIESTANDARD
Der Markt für IO-Link wächst rasant – inzwischen gehören dem
IO-Link-Konsortium weltweit über 500 Unternehmen an, darunter
viele führende Automatisierungsanbieter. „So wie IO-Link selbst
in den letzten Jahren exponentiell an Bedeutung gewonnen hat,
wird auch IO-Link Safety eine zentrale Rolle in der nächsten Generation
von sicheren Maschinen und Anlagen spielen“, ist Heinzer
überzeugt. Für Schmersal bedeutet das: kontinuierliche Weiterentwicklung,
enge Zusammenarbeit im IO-Link-Konsortium und
konsequente Ausrichtung auf datenbasierte Sicherheitstechnologien.
Mit der AZM42 und dem RSS362 wird das Unternehmen zu
einem der ersten Anbieter, die IO-Link-Safety-fähige Geräte in
Serie bringen – und setzt damit ein starkes Signal im Markt.
Bilder: Schmersal
www.schmersal.com
UNTERNEHMEN
K.A. Schmersal GmbH & Co. KG
Möddinghofe 30, 42279 Wuppertal
Tel. 0202 6474-0
E-Mail: info@schmersal.com
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 53
Perfekter Übergang
von Kupfer zu Licht:
Ethernet-Medienkonverter
für eine
störsichere Übertragung
über große
Distanzen
ETHERNET-MEDIENKONVERTER ERMÖGLICHEN ANSPRUCHSVOLLE
APPLIKATIONEN IN RAUEN UMGEBUNGEN
ALLROUNDER FÜR INDUSTRIELLE NETZWERKE
In der Welt der industriellen Automatisierung bilden stabile und leistungsfähige
Netzwerke das Rückgrat effizienter Prozesse. Ethernet-Medienkonverter
übernehmen dabei eine Schlüsselrolle: Sie verbinden unterschiedliche Übertragungsmedien
wie Kupfer und Glasfaser. Damit ermöglichen sie flexible, störsichere und
zukunftsfähige Netzwerkinfrastrukturen.
Besonders in rauen Industrieumgebungen oder bei großen
Distanzen stellen Ethernet-Medienkonverter entscheidende
Vorteile zur Verfügung. Dazu gehören eine erhöhte
Reichweite, EMV-Schutz sowie die einfache Integration in
bestehende Systeme. Für Anwender ergeben sich daraus mehr
Planungssicherheit, geringerer Installationsaufwand und eine
zuverlässige Kommunikation auch unter anspruchsvollen Bedingungen.
Die Anforderungen an industrielle Netzwerke sind so vielfältig
wie die Anwendungen selbst. Um den verschiedenen Bedingungen
gerecht zu werden, hat Phoenix Contact die neue Medienkonverter-Familie
MC 1000 in drei Serien unterteilt. Jede Serie
ist auf spezifische Einsatzszenarien zugeschnitten: von der
einfachen Konvertierung im Schaltschrank bis zur Nutzung in
explosionsgefährdeten Bereichen oder unter extremen Umweltbedingungen.
Die Basisserie MC 1000 eignet sich bestens für
Standardanwendungen in der Gebäudeautomation oder im
Maschinenbau. Sie bietet Gigabit-Datenraten sowie eine automatische
Betriebsartenwahl und kompakte Bauform für die Hutschienenmontage.
Die Baureihe MC 1000 T wurde für anspruchsvollere
Umgebungen entwickelt. Mit einem robusten Metallgehäuse,
erweitertem Temperaturbereich und einer redundanten Spannungsversorgung
erweisen sich die Geräte als besonders widerstandsfähig
– etwa in der Verkehrstechnik, Offshore-Anlagen
54 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
SPECIAL SICHERE AUTOMATION
02 WDM-Medienkonverter zur Vollduplex-Übertragung über eine
LWL-Faser eignen sich insbesondere für rotierende Anwendungen
01 Mit den Medienkonvertern MC 1000 findet sich für jede
Applikation und Anforderung das passende Gerät
oder der industriellen Fertigung. Die Serie MC 1000E richtet sich
an Anwendungen mit speziellen Zulassungsanforderungen. Sie
erfüllt internationale Normen wie ATEX, IECEx, IEC 61850 und
die DNV-Schiffbauzulassung. Ethernet-Medienkonverter dieser
Baureihe sind somit prädestiniert für explosionsgefährdete
Bereiche, die Energieverteilung und kritische Infrastrukturen.
Alle Serien zeichnen sich durch eine zuverlässige Medienkonvertierung
– wahlweise bis zu 1 Gbit/s – und unterschiedliche
Anschlüsse für Multimode- und Singlemode-Glasfaser aus. Eine
hohe EMV-Festigkeit und flexible Verwendungsmöglichkeiten
bilden die zukunftssichere Grundlage für industrielle Netzwerke.
AKTIVE WEITERGABE VON FEHLERN
Eine nützliche Funktion moderner Medienkonverter stellt das sogenannte
Link Fault Pass Through (LFPT) dar. LFPT sorgt dafür,
dass ein Verbindungsfehler auf einer Seite der Konvertierung –
zum Beispiel am Glasfaser-Port – ebenfalls auf dem gegenüber
liegenden Kupfer-Port signalisiert wird. Auf diese Weise lässt sich
ein Fehler aktiv weitergeben. Angeschlossene Geräte oder übergeordnete
Systeme können den Ausfall erkennen und entsprechend
reagieren. Der Vorteil für den Anwender liegt in der
MODERNE MEDIENKONVERTER
ERMÖGLICHEN DIE ECHTZEIT-
KOMMUNIKATION
schnellen Fehlererkennung. Ein defekter Link wird nicht als „aktiv“
angezeigt, obwohl keine Kommunikation möglich ist. Durch
das Abschalten des anderen Ports bei einem Link-Verlust detektieren
Netzwerk-Management-Systeme oder Steuerungen den
Ausfall sofort und können eine definierte Reaktion auslösen, beispielsweise
das Umschalten auf Redundanzverbindungen. Gerade
in redundanten Ringen wie Profinet MRP ist diese Funktion
unerlässlich. Hier zeigt sich der Vorteil von Medienkonvertern
gegenüber vergleichbaren Unmanaged Switches mit LWL-Port.
Diese würden bei Ausfall des LWL-Links den Kupfer-Port-Link
aufrechterhalten, obgleich keine Daten mehr übertragen werden.
Die Folge: schwer nachvollziehbare Fehlerbilder, unnötige Stillstandzeiten
und eine aufwendige Fehlersuche. Mit LFPT wird der
Fehler hingegen transparent und umgehend sichtbar. Das erweist
sich als klarer Vorteil für die Wartung, Diagnose und Anlagenverfügbarkeit.
NAHEZU VERZÖGERUNGSFREIER
DATENAUSTAUSCH
Ein weiteres Merkmal moderner Medienkonverter ist ihre Fähigkeit
zur Echtzeitkommunikation. Das unterscheidet die Geräte
der neuen Serie MC 1000 von herkömmlichen Medienkonvertern
und Switches. Ermöglicht wird die Echtzeitfähigkeit durch den
sogenannten Cut-Through- oder Pass-Through-Modus. Beim
klassischen Store-and-Forward-Verfahren wird ein Datenpaket
vollständig empfangen, geprüft und erst dann weitergeleitet. Im
Gegensatz dazu beginnt der Konverter im Cut-Through-Modus
bereits mit der Übertragung, sobald die Zieladresse erkannt
wurde. Dadurch reduziert sich die Latenz auf ein Minimum – ein
entscheidender Vorteil in zeitkritischen Anwendungen. Die
Cut-Through-Funktion erlaubt einen nahezu verzögerungsfreien
Datenaustausch und bietet sich damit für industrielle Echtzeitprotokolle
wie Profinet IRT, Ethercat, Powerlink oder Sercos III
an. Die Latenzzeiten sind Frame-unabhängig immer gleich groß
im Nanosekunden-Bereich. Der Medienkonverter MC 1000
erkennt die Notwendigkeit zur Cut-Through- oder Store-and-
Forward-Kommunikation selbstständig und schaltet je nach
Anwendung automatisch um. Für den Anwender bedeutet das
eine höhere Performance, zuverlässige Datenübertragung in synchronisierten
Prozessen sowie flexible Integration in moderne
Automatisierungsnetzwerke.
EFFIZIENTE INSTALLATION AUCH BEI
BEENGTEN PLATZVERHÄLTNISSEN
Das Zubehör der Medienkonverter MC 1000 umfasst den FL DIN-
Rail Adapter. Das Gerät unterstützt unterschiedliche Anbauarten
auf der Hutschiene für eine flexible und platzsparende Installation.
Durch die kompakte Bauform des Adapters und die einfache
Schnappmontage auf der Tragschiene ohne Schrauben oder
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 55
SPECIAL SICHERE AUTOMATION
03 Flexible und platzsparende Montage mit dem DIN-Rail
Adapter für unterschiedliche Einbaulagen
zusätzliches Montagematerial lassen sich die Medienkonverter
und Switches bei beengten Platzverhältnissen sicher und effizient
einbauen. Insbesondere in Anwendungen mit hoher Packungsdichte
oder bei nachträglichen Erweiterungen im Schaltschrank
eröffnet der Adapter entscheidende Vorteile: Die Geräte
lassen sich vertikal oder horizontal ausrichten, was die Luftzirkulation
verbessert und die thermische Belastung verringert. Zudem
sorgt die mechanische Stabilität des Adapters für eine vibrationsfeste
Befestigung. Die werkzeuglose Montage spart Zeit bei
der Installation und erleichtert den Austausch im Servicefall. Somit
trägt der FL DIN-Rail Adapter 22.5 zu einer durchdachten,
modularen Schaltschrankgestaltung bei.
STÖRUNGSFREIE KOMMUNIKATION ÜBER
EINE GLASFASER
Mit den WDM-Varianten der Medienkonverter MC 1000 stellt
Phoenix Contact eine effiziente Lösung für die optische Datenübertragung
über nur eine Glasfaser zur Verfügung. Durch das
Wavelength Division Multiplexing (WDM) werden Sende- und
Empfangssignale auf verschiedenen Wellenlängen ohne Einschränkungen
in Vollduplex weitergeleitet. Das senkt den Installationsaufwand
und die Kosten erheblich. In den verlegten
Glasfaser-Bündeln bleiben also mehr Fasern für weitere Installa-
MEDIENKONVERTER FÜR IP-KAMERAS
In modernen Videoüberwachungssystemen spielt die
zuverlässige Anbindung entfernter Kamerastandorte eine
zentrale Rolle. Gerade in weitläufigen Industrieanlagen
oder Verkehrsinfrastrukturen stoßen klassische Kupferleitungen
schnell an ihre Grenzen – sei es durch Reichweitenbeschränkungen,
elektromagnetische Störungen oder
Sicherheitsanforderungen. Hier kommen die neuen
Medienkonverter wie die Geräte der Serie MC 1000 von
Phoenix Contact ins Spiel. Sie ermöglichen die einfache
und verlustfreie Umsetzung von Kupfer- auf Glasfaserverbindungen
und umgekehrt. So lassen sich IP-Kameras
auch über mehrere Kilometer hinweg stabil und störungsfrei
in das Netzwerk einbinden. Gleichzeitig profitieren
Anwender von einer erhöhten Ausfallsicherheit und
besseren Trennung von Netzsegmenten. Medienkonverter
stellen damit ein unverzichtbares Bindeglied zwischen
klassischer Netzwerktechnik und moderner Glasfaserinfrastruktur
dar.
tionen frei. Die WDM-Technologie spielt ihre Stärken insbesondere
in drehenden Anwendungen aus, zum Beispiel Windenergieanlagen
mit optischem Schleifring. Hier erlaubt sie eine
zuverlässige, störungsfreie Kommunikation zwischen Gondel
und Turm. Der Datenaustausch über eine Glasfaser ersetzt die
Übertragung über elektromechanische Schleifringe, die wartungsaufwendig
und störanfällig ist. Die Medienkonverter MC
1000 WDM kombinieren mit ihrer Einfaser-Lösung hohe Performance
mit einfacher Integration und bieten sich damit für zukunftssichere,
platzsparende Netzwerkinfrastrukturen an.
WELTWEITE NORMKONFORME NUTZUNG
Bei den neuen Medienkonvertern der Serie MC 1000 handelt es
sich um Allrounder für industrielle Netzwerke: robust, leistungsfähig
und vielseitig einsetzbar. Besonders die Varianten der Serien
MC 1000 T und MC 1000E überzeugen durch umfangreiche
Zulassungen. Ob ATEX und IECEx für explosionsgefährdete Bereiche,
DNV für maritime Anwendungen oder IEC 61850 im Rahmen
der Energieverteilung: Die Geräte lassen sich weltweit
normkonform nutzen. Auf diese Weise sorgen sie für hohe Planungssicherheit
bei den Betreibern kritischer Infrastrukturen,
Maschinenbauern und Systemintegratoren. Die Kombination
aus Gigabit-Performance, hoher EMV-Festigkeit und automatischer
Betriebsartenwahl macht die Medienkonverter zur idealen
Lösung für anspruchsvolle Applikationen in rauen Umgebungen.
Bilder: Phoenix Contact GmbH & Co. KG
www.phoenixcontact.de
UNTERNEHMEN
Phoenix Contact Deutschland GmbH
Flachsmarktstraße 8, 32825 Blomberg
Tel. 05235 3-12000
E-Mail: info@phoenixcontact.de
AUTOR
Bernd Rosenbaum,
Produktmanager im Bereich
Automation Infrastructure,
Phoenix Contact GmbH & Co. KG,
Bad Pyrmont
56 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
SPECIAL SICHERE AUTOMATION
SICHERE LIZENZIERUNG SELBST AUF
MIKROCONTROLLERN
Wibu-Systems, deutscher Innovationsführer im Bereich
Softwareschutz, Lizenzierung und Cybersicherheit,
präsentiert auf der SPS 2025 seine neuen Entwicklungen
rund um CodeMeter: eine sichere Lizenzierung für
kleine Geräte mit nur wenigen Kilobyte Speicher sowie
eine skalierbare Plattform zur Automatisierung des
Lizenzmanagements über ganze industrielle Ökosysteme
hinweg. Mit diesen Technologien verfolgt Wibu-
Systems seine Vision, Sicherheit und Monetarisierung
zu elementaren Säulen der digitalen Industrie zu
machen: Auf der Fachmesse SPS 2025 werden diese
Themen in Halle 6 am Stand 428 in Form von Live-Demonstrationen
behandelt.
ww.wibu.com
SAFETY LEITERPLATTENMODUL
Neu im Sortiment der
ASi-5 Safety Module
von Bihl+Wiedemann
ist das Leiterplattenmodul
BWR5215 in
kompaktem Gehäuse.
An das für Tasterboxen
optimierte Modul
können bis zu vier einbeziehungsweise
zwei zweikanalige sichere Eingänge und bis
zu zwölf digitale Ein- oder Ausgänge angeschlossen werden
‒ unter einer ASi-5 Adresse. Die kompakte Bauweise von
110 x 45 x 16 mm macht das Modul zu einer idealen Lösung
für alle Anwendungen, bei denen der verfügbare Raum knapp
ist. So kann das Safety Modul zum Beispiel dafür genutzt
werden, um einen zweikanaligen NOT-HALT, einen Schlüsselschalter
und bis zu sechs Leuchttaster in einer Tasterbox zu
realisieren. Da es sich in einem vergossenen Gehäuse befindet,
verfügt das Modul über einen Berührungsschutz, der
auch vor Kurzschlüssen in Metallgehäusen schützt, sowie
einen Vibrationsschutz. Im Gegensatz zu konventionellen
Lösungen, bei denen einzelne Adern ins Feld geführt werden
müssen und deshalb große, vielpolige Stecker zum Einsatz
kommen, erfolgt die Verdrahtung hier direkt in der Tasterbox.
In der Anlage selbst werden nur noch ein gelbes ASi und ein
schwarzes AUX-Profilkabel benötigt.
www.bihl-wiedemann.de
NEUHEITEN FÜR DIE DIGITALE TRANSFORMATION
Auf der SPS informiert Pilz, wie Automatisierungslösungen mit Safety und Security den digitalen
Wandel in der Produktion unterstützen und mitgestalten. Hierfür hat der Automatisierer
eine Produktpremiere auf seinem Stand: Die digitale Myzel-Lifecycle-Platform für das
Management von Maschinen und Personal über den gesamten Lebenszyklus. Daneben
stellt Pilz für eine sichere und flexible Konnektivität die aktuellen Erweiterungen in seinem
IO-Link Safety-System vor: den laut dem Unternehmen weltweit ersten zertifizierten
IO-Link Safety Master „Master IOLS“ sowie die Bedieneinheit „PITgatebox IOLS“. Mit seiner
Myzel-Lifecycle-Platform bietet Pilz in einer ersten Ausbaustufe ein neues Software-as-a-
Service-Angebot, das Maschinenhersteller und -betreiber bei der Einhaltung von Gesetzen und Sicherheitsanforderungen
über den gesamten Lebenszyklus hinweg unterstützt. Die Plattform vereint das Management von Maschinen sowie auch
Personal in einer digitalen Plattform. Myzel schafft dafür eine Verbindung zwischen den Assets (Mitarbeiter, Maschinen,
Komponenten) und dazugehörigen Artefakten, wie etwa Anleitungen, Arbeitsschutzrichtlinien oder Schulungen.
www.pilz.com
energie:bilanz
ENERGIE UNTER
WASSER SPEICHERN
Die Idee ist revolutionär: Das Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft
und Energiesystemtechnik IEE hat einen
Unterwasser-Energiespeicher entwickelt, der das Prinzip
der Pumpspeicher-Kraftwerke auf den Meeresgrund
überträgt. Windkraft wird dabei mit Wasserdruck in küstennahen
Stromnetzen kombiniert. Herzstück des Systems StEnSea (Stored
Energy in the Sea) sind hohle Betonkugeln, die mit Tauchpumpen
ausgestattet sind und in einer Tiefe von 600 bis 800 m auf
dem Meeresboden platziert werden. Diese Kugeln dienen als
Energiespeicher. Eine große Meerestiefe ist dabei entscheidend,
weil der hohe Druck in dieser Tiefe eine effiziente Energiespeicherung
ermöglicht.
MARITIMES PUMPSPEICHERKRAFTWERK
In einem aktuellen Projekt soll vor der kalifornischen Küste eine
Betonkugel mit neun Metern Durchmesser verankert werden.
Auf ihrer Oberseite befindet sich eine Öffnung, in die eine Pumpenturbineneinheit
integriert ist. Soll Energie gespeichert werden,
pumpt die Unterwassermotorpumpe das Wasser gegen den
Druck des umgebenden Wassers aus der Kugel. Dadurch entsteht
im Inneren der Kugel ein Vakuum, wobei die Energie als potenzielle
Energie gespeichert wird. Die Unterwassermotorpumpe
wird dafür mit überschüssigem Strom aus erneuerbaren Quellen
wie Wind oder Sonne betrieben. Steigt der Energiebedarf im Laufe
des Tages, wird ein Ventil geöffnet und Wasser strömt in die
Kugel hinein. Die integrierte Pumpe wird dadurch rückwärtslaufend
als Turbine betrieben. Das einströmende Wasser treibt die
Turbine in der Pumpe an und wandelt die kinetische Energie des
Wassers in Strom um, der in das Stromnetz eingespeist wird, um
die Nachfrage in Spitzenzeiten zu decken.
ENERGIEFLUSS IN ZWEI RICHTUNGEN
Ein rückspeisefähiges Single Drive-Schrankgerät ACS880-17 von
ABB mit einer Nennleistung von 710 kW regelt in dem Projekt die
Pumpen-Motor-Einheit von Pleuger, einem Hersteller von Pumpen.
Der rückspeisefähige Frequenzumrichter arbeitet mit einer
aktiven Einspeiseeinheit. Mit dem Vier-Quadranten-Antrieb kann
über die Drehzahl und das Drehmoment die Richtung des Energieflusses
geändert werden. Der Frequenzumrichter kann dadurch
zum Regeln der Pumpe wie auch der Turbine im Generatorbetrieb
eingesetzt werden. Über die Regelung der Drehzahl
kann die Leistung des Kugelspeichers angepasst werden. Für den
optimalen Pump- und Turbinenbetrieb lassen sich diverse Drehzahlen
fahren. Die aktive Einspeiseeinheit ermöglicht einen
Energie fluss in zwei Richtungen. Das bedeutet, dass der Frequenzumrichter
aus dem Netz Antriebsenergie für die Pumpe beziehen
kann, um die mit Meerwasser gefüllte Betonkugel leer zu pumpen.
Im Turbinenbetrieb kann er Strom in das Netz zurückspeisen,
wenn das Meerwasser wieder in die Kugel zurückfließt.
Wie kann das Meer selbst zur Batterie werden?
Entdecken Sie online das Forschungsprojekt StEnSea – einen
neuartigen Unterwasser-Energiespeicher, der die Energiewende
vorantreiben könnte: bit.ly/StEnSea_ABB
Bild: Sperra
www.abb.com
VORTEILE DES STENSEA-SYSTEMS
n Umwelteffizienz: Das System nutzt den natürlichen
Druck der Ozeane, wodurch der Bedarf an groß angelegter
Infrastruktur verringert wird.
n Skalierbarkeit: Der modulare Charakter der Hohlkugeln
ermöglicht eine Skalierbarkeit hinsichtlich Größe.
n Zeitersparnis: Die Bauzeit der Kugeln ist deutlich kürzer
als die eines herkömmlichen Pumpspeicherkraftwerks.
58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/06 www.industrielle-automation.net
VORSCHAU
IM NÄCHSTEN HEFT: 02/2026
ERSCHEINUNGSTERMIN: 24. 03. 2025
ANZEIGENSCHLUSS: 09. 03. 2025
01
Werden Sie Teil der B2B-Plattform
für industrielle Entscheider.
Bringen Sie Ihr Wissen ein,
setzen Sie Trends und knüpfen
Sie neue Partnerschaften.
Jetzt entdecken unter
www.industriemacher.de
02
03
01 HANNOVER MESSE: Neuheiten und Trends von der Automatisierung und
Digitalisierung über Energiesysteme bis hin zu Forschung und Entwicklung
Bild: Deutsche Messe
02 Wie Bildverarbeitung die Präzisionslandwirtschaft transformiert
Bild: Teledyne Dalsa
03 Single Pair Ethernet erlaubt mehr, als die nahtlose Integration von
Automatisierungskomponenten
Bild: Pepperl+Fuchs
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
IHR WEG ZU UNS
Internet:
www.industrielle-automation.net
E-Paper:
digital.industrielle-automation.net
Redaktion:
Redaktion@industrielle-automation.net
WORLD OF INDUSTRIES:
www.world-of-industries.com
VON MACHERN.
FÜR MACHER.
WE ARE
KELLER PRESSURE
NEUE MARKE – GLEICHE QUALITÄT
WELTWEIT «SCHWEIZER PRÄZISION»
KELLER Pressure wurde 1974 gegründet und ist
marktführend in der Herstellung von piezoresistiver
Druckmesstechnik.
Die gesamte Wertschöpfung erfolgt am Hauptsitz
in Winterthur. Alle Produkte tragen das Gütesiegel
«Swiss Made» und verkörpern das schweizerische
Verständnis von Qualität, Funktionalität und
Zuverlässigkeit.
keller-pressure.com
BIHL-WIEDEMANN.DE n JAHRGANG 19 n AUSGABE 02.2025
TECHNOLOGIE / INTERVIEW
Zukunftssicher automatisieren
mit ASi-5 und ASi-5 Safety
APPLIKATION
Verpacken 2.0:
Übersichtlich und flexibel – mit Sicherheit
Was Endanwender von ASi erwarten – und erhalten
ASi … läuft!
AS-INTERFACE
TECHNOLOGIE
Was Endanwender von ASi erwarten – und erhalten
ASi … läuft!
AS-Interface – kurz ASi – hat sich im
industriellen Einsatz den Ruf einer einfachen,
kostengünstigen und gleichzeitig
zukunftssicheren Verdrahtungs- und
Steuerungstechnologie erworben und ist
deshalb seit Langem in vielen Branchen
wie der Verpackungstechnik, der Lagerund
Fördertechnik oder der Prozesstechnik
etablierter Standard. Ein wichtiger
Grund für die Beliebtheit ist, dass nicht
nur Maschinenbauer, sondern auch deren
Kunden – die Endanwender – die vielen
Vorteile der ASi Technologie schätzen.
Bild: Bihl+Wiedemann GmbH
ASi steht ganz allgemein für einfache, verpolsichere
und topologieoffene Verdrahtung
in Durchdringungstechnik – also ohne Stecker
– an einem einzigen Profilkabel, die
Übertragung von sicheren Signalen und
Standardsignalen über die gleiche Leitung,
bis zu 62 ASi-5 und ASi-3 Teilnehmer im
gleichen ASi Kreis, umfangreiche Diagnosemöglichkeiten
sowie nahtlose Konnektivität
zwischen unterlagerten Systemen wie
IO-Link und der Steuerungs- und IT-Welt.
Dazu kommen ein umfangreiches Portfolio
an Gateways und Modulen sowie Softwaretools
zur effizienten Auslegung von ASi
Netzwerken und Safety-Anwendungen. Eine
Menge Gründe, warum Maschinenbauer
gerne die Vorteile nutzen, die ihnen die ASi
Lösungen von Bihl+Wiedemann bieten. Und
die Tatsache, dass deren Kunden – also die
Betreiber der Maschinen – ebenfalls signifikant
von AS-Interface profitieren können,
macht die etablierte Feldbuslösung für die
untere Automatisierungsebene damit zu einer
echten Win-Win-Technologie.
Schnelle und effiziente Integration
und Inbetriebnahme
Doch bedingt die große Funktionalität nicht
zwangsläufig eine hohe Komplexität? Weit
gefehlt, denn Maschinenbauer – und damit
auch Endkunden – können mit den Software-Suites
von Bihl+Wiedemann eine einfache
und intuitive Hardwarekonfiguration,
Adressierung und Projektierung von ASi
Netzwerken durchführen, was nicht nur Zeit
spart, sondern auch Fehler vermeidet. Per
Drag and Drop werden aus dem digitalen
Hardwarekatalog, der in der Software hinterlegt
ist, die passenden Module ausgewählt
und zur Konfiguration hinzugefügt.
Dabei bietet die Software stets passende
Grundeinstellungen, die an individuelle Bedürfnisse
angepasst werden können. Ist
das Projekt vollständig konfiguriert, kann
es am Bildschirm optimiert und in der finalen
Auslegung vorab in Betrieb genommen
werden. Im Rahmen der Hardwarekonfiguration
können sehr leicht Teilkonfigurationen
und Modulparameter von anderen Modulen
oder Projekten übernommen werden. Die
physische Inbetriebnahme vor Ort lässt
sich dadurch wesentlich beschleunigen und
die Suche nach möglichen Fehlern auf ein
Minimum reduzieren.
Gleichzeitig bieten die unkomplizierte
Verdrahtung mit Durchdringungstechnik und
die gerade bei ASi-5 effiziente – weil auto-
02
AS-INTERFACE
TECHNOLOGIE
Freie Wahl der Topologie
Abzweige an jeder
Stelle möglich
Freie Positionierung
matische oder softwaregestützte – Adressierung
von ASi Teilnehmern die Möglichkeit,
während der Inbetriebnahme beispielsweise
zusätzliche Sensoren und Aktuatoren zu integrieren
oder vorhandene Geräte zu versetzen.
Ein weiterer Vorteil der Lösungen von
Bihl+Wiedemann gegenüber anderen Automatisierungslösungen
zeigt sich bei der Verwaltung
von IT-Schnittstellen: Während z. B.
bei einer PROFINET-Anlage mit 50 Modulen
die IT-Abteilung 50 IP-Adressen verwalten
und absichern und für 50 netzwerkfähige
Geräte und deren Industrie-4.0-Schnittstellen
(z. B. OPC UA) regelmäßige Security-
Updates durchführen muss, kann das bei
ASi alles mit nur einem Gateway und einer
einzigen IP-Adresse umgesetzt werden.
In Summe profitiert der Endanwender durch
ASi somit von einer zeiteffizienteren Konfiguration
und Inbetriebnahme – ohne funktionale
Überraschungen, dafür aber mit der
Option der flexiblen Erweiterung und Optimierung
der ASi Installation.
Einfache Wartung und Fehlerbehebung
– auch in Eigenregie
Die weite Verbreitung von ASi in Branchen
wie der Verpackungstechnik, der
Lager- und Fördertechnik oder der
Prozesstechnik hängt in erheblichem
Maße mit dem hochgradig ausfallsicheren
Betrieb der Technologie zusammen.
Sollte es dennoch zu einer
Störung durch eine Sensor-, Steuerungs-
oder Antriebskomponente kommen,
können sich Betreiber in vielen Fällen in
Eigenregie helfen und eine mögliche Stillstandszeit
der Maschine minimieren. Hierfür
bietet Bihl+Wiedemann softwaregestützte
Hilfestellungen wie die Online Businformation
oder eine Diagnosesoftware, aber auch
einen umfangreichen technischen Support,
der mit Anleitungen zur Fehlerbehebung
unterstützt und eine eventuell erforderliche
Ersatzkomponente schnellstens auf den
Weg bringt. Der Modultausch vor Ort wird
per Autoadressierung zum Kinderspiel: Nach
dem Austausch eines ASi Moduls wird dieses
automatisch vom Gateway adressiert
und parametriert und als Ersatz für das
defekte Gerät in Betrieb genommen. Und für
den Fall, dass ein Gateway getauscht werden
müsste, kann die integrierte Chipkarte
mit der gespeicherten Konfiguration einfach
vom Alt- in das Austauschgerät umgesteckt
werden. Dieses ist dann ohne weiteren
A1 2 3
Konfigurations- oder Programmieraufwand
sofort betriebsbereit. Das erleichtert dem
Maschinenbauer den Support und dem
Betreiber die Reparatur – der Aufwand geht
gegen null.
Diagnosefunktionen für hohe Verfügbarkeit
bei minimierten Ausfallzeiten
Gezielte Diagnosen zur Überwachung
von laufenden Prozessen ermöglichen es
Maschinenbetreibern, schnell und gezielt
auf mögliche Störungen zu reagieren.
Bihl+Wiedemann bietet für jeden Einsatzfall
zahlreiche Diagnose-Tools und eine breite
Auswahl an Visualisierungsmöglichkeiten.
Von Haus aus liefern die ASi Geräte verschiedene
Diagnoseinformationen – über
sich selbst, über die Performance von Bus
und Leitungen, über den Zustand und die
Funktion von Ports und Sensoren oder über
Prozess- und Energiedaten.
Einfacher Modulanschluss dank Durchdringungstechnik
03
AS-INTERFACE
TECHNOLOGIE
Diagnosesoftware von Bihl+Wiedemann
Diagnosesoftware
Früherkennung von
möglichen Problemen
Darüber hinaus hat Bihl+Wiedemann mit der
Diagnosesoftware ein leistungsstarkes Tool
für alle ASi Netzwerke mit Komponenten
des Unternehmens und von Drittanbietern –
unabhängig davon, ob ASi-3, ASi-5, ASi-3
Safety at Work oder ASi-5 Safety eingesetzt
wird. Der Betreiber kann Diagnosemessungen
direkt an einem PC über das ASi-5/ASi-3
Feldbus Gateway durchführen – weitere
Hardware ist hierfür nicht erforderlich.
Kommunikationsstrukturen in Maschinen
und Anlagen können so – kontinuierlich oder
auch bei Bedarf – vom Maschinenbetreiber
sehr einfach und zuverlässig auf Fehler
untersucht werden. Probleme bei der Verdrahtung
im Netzwerk, Kontaktierungsfehler,
Erdschlüsse, Telegrammwiederholungen,
fehlende ASi Teilnehmer oder
Peripheriefehler – beispielsweise durch
defekte Sensoren oder Aktuatoren – werden
von der Diagnosesoftware zuverlässig
erkannt, als solche klar verständlich angezeigt
und um eine Handlungsempfehlung
zur Störungsbeseitigung ergänzt. All
04
ASIMON360
Freigabemessung einer
fehlerfreien Anlage
Firmware-Update
Anlagenanalyse
im Fehlerfall
dies ermöglicht ein effizientes
Condition Monitoring, reduziert
Zeit und Kosten für die
Instandsetzung und minimiert
die Stillstandszeiten und den
Produktionsausfall der Maschine.
Zudem können schon vorab getestete
Maschinen an Endkunden
ausgeliefert werden, weil auch der
Maschinenbauer die Diagnosesoftware
für Abnahme- und Freigabemessungen
nutzen kann.
Technischer Support, schnelle
und langjährige Ersatzteilverfügbarkeit
ASi Netzwerke kennen kein Haltbarkeitsdatum
– sie sind oftmals jahrzehntelang
im Einsatz. Entsprechend
wichtig ist, dass Maschinenbetreiber
– wie bei Bihl+Wiedemann – mindestens
ebenso lange auf gute Betreuung,
auf technischen Support und auf eine
lange Verfügbarkeit von Ersatzteilen
vertrauen können. Darüber hinaus stellt
das Unternehmen auch für Endanwender
gedachte Schnellstartanleitungen,
Troubleshooting Guides und Schulungsmaterialien
per Download zur Verfügung.
In der Bihl+Wiedemann Academy werden
zudem Online-Workshops und Kurse mit
interaktiven Inhalten und kostenlosen Lehrmaterialien
angeboten – alles mit dem Ziel,
dass auch Betreiber ASi noch besser verstehen
und optimal nutzen können. Vertrauen
können die Endkunden auch auf regelmäßige
Updates bei Soft- und Firmware, die ihre
ASi Installation auf dem aktuellen Stand der
Technik halten, sowie auf eine langfristige
Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Selbst sehr
alte Gerätetypen, die schon vor mehr als
20 Jahren ausgeliefert wurden, sind heute
noch verfügbar. Auch das macht die ASi
Lösungen von Bihl+Wiedemann zu einer
zukunftssicheren Technologie.
Schutz durch funktionale Sicherheit
und Cyber-Security
Funktionale Sicherheit nimmt bei
Bihl+Wiedemann ebenfalls einen breiten
Raum ein. Während ASi Safety at Work
vor allem bei der Integration von einzelnen
NOT-HALT Tastern oder Lichtgittern punktet,
bietet sich ASi-5 Safety für mehrere sichere
Signale an einem Ort oder zukünftig auch für
sichere Analogwerte und die Integration von
IO-Link Safety an. Da es ASi erlaubt, sichere
Signale und Standardsignale über dasselbe
Kabel zu übertragen, profitieren Maschinenbetreiber
– über die funktionale Sicherheit
hinaus – somit von einer übersichtlichen und
effizienten Hardware- und Verkabelungstopologie
in ihrer Maschine.
Mit der Digitalisierung im Maschinen- und
Anlagenbau ist Safety jedoch ohne Security
– also den Schutz vor Cyberangriffen –
kaum mehr denkbar. Dies zeigt sich auch
in der neuen europäischen Verordnung
(EU) 2023/1230 über Maschinen – kurz
MVO, die ohne Übergangsfrist am 20. Januar
2027 in Kraft treten und die bis dahin
gültige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
(MRL) ablösen wird. In der MVO gewinnen
Security-Aspekte und Cyber-Gefahren im
Kontext von Maschinen, die beispielsweise
für Software-Updates oder zur Fernüberwachung
mit dem Internet verbunden sind, eine
völlig neue Bedeutung. Die gleiche Stoßrichtung
hat der Cyber Resilience Act (CRA)
der Europäischen Union, der die Regeln zur
Cybersicherheit von Produkten mit digitalen
Elementen EU-weit vereinheitlichen wird und
ebenfalls ab 2027 gilt.
Mehr Security in der Automatisierungstechnik
wird kommen – und Maschinenbetreiber
können mit ASi Lösungen von
Bihl+Wiedemann auf höchste Daten- und
Kommunikationssicherheit vertrauen. Denn
die ASi Gateways des Unternehmens entkoppeln
das ASi Netzwerk einer Maschine
physisch von den IT- und Feldbusebenen
– den typischen Einfallstoren für Cyberattacken.
Dieser kommunikative Bruch
zwischen ASi und TCP/IP isoliert die ASi
Netzwerkteilnehmer nach außen und lässt
so mögliche Sicherheitslücken erst gar nicht
entstehen. Somit ist das ASi Gateway das
einzige Security-relevante Gerät im Netzwerk.
Um es zu schützen, werden bereits in
der Entwicklung und auch bei der Inbetriebnahme
von Bihl+Wiedemann umfangreiche
Tests mit einer breiten Palette an Werkzeugen
aus dem Bereich der Cybersicherheit
durchgeführt, um die Unempfindlichkeit
AS-INTERFACE
TECHNOLOGIE
gegen Angriffe aus dem Internet sicherzustellen.
Anlagenbetreiber – und insbesondere
deren IT-Abteilungen – profitieren also
sowohl davon, dass ASi über die Reduktion
von Ethernetschnittstellen zu einem erheblich
geringeren Securityrisiko innerhalb einer
Anlage beiträgt, als auch davon, dass die
verbleibende Verbindung zwischen ASi und
Ethernet – das Gateway – ein Höchstmaß an
Cybersicherheit gewährleistet.
ASi-5 hat Industrie 4.0
und das IIoT an Bord
Industrie 4.0, die Smart Factory und das IIoT
sind heute in der Industrie Synonyme für technologische
Zukunftssicherheit. Daten sind
für diese Technologien der entscheidende
Rohstoff, den es auf intelligente und effiziente
Weise zu sammeln, auszuwerten und
in OT- und IT-Umgebungen zu übertragen
gilt. Die ASi Gateways von Bihl+Wiedemann
spielen hierbei eine wichtige Rolle, denn in
ihrer Doppelfunktion als Schnittstelle und
Netzwerkknoten auf der unteren Feldebene
greifen sie als erste und direkt auf die
Daten von Sensoren und Aktuatoren zu. Dank
ihrer integrierten IT-Schnittstellen OPC UA
Beispiele für die Konnektivität von ASi-5 (Safety)
Antriebstechnik
(Frequenzumrichter)
Beispielmodul
und REST-API bieten sie direkte und
zukunftssichere Kommunikationskanäle für
Daten von der Edge bis in die Cloud. Dies
ermöglicht es Endanwendern, über ASi heute
oder später in jedem gewünschten Umfang
in die Digitalisierung und Vernetzung seiner
Maschine einzusteigen.
Beispielmodul
Motorrollen mit Analogoder
Bus Interface
Beispielmodul
TCP/RTU
Prozesstechnik
(Ventil)
RS232
Beispielmodul
Tasterbox mit
Schlüsselschalter und NOT-HALT
Wer seine Maschinen mit ASi Infrastruktur
– insbesondere auch mit ASi-5 und ASi-5
Safety – betreibt, setzt damit auf eine leistungsstarke,
zukunftssichere Verdrahtungsund
Steuerungstechnologie, bei der er von
vielen Vorteilen profitieren kann.
Im Gegensatz zu ethernetbasierten Feldbuslösungen ist bei ASi das Gateway das einzige
Security-relevante Gerät im Netzwerk
05
AS-INTERFACE
TECHNOLOGIE
Technologie
ZUKUNFTSSICHER AUTOMATISIEREN
MIT ASi-5 UND ASi-5 SAFETY
SAFETY
Unzählige Maschinenbauer etwa in der Lager- und Fördertechnik, in der Verpackungsautomatisierung
oder der Prozesstechnik setzen seit Jahrzehnten bei der Verdrahtung und
Automatisierung ihrer Maschinen und Anlagen auf AS-Interface und auf Bihl+Wiedemann.
ASi-3 und ASi Safety at Work folgte vor wenigen Jahren mit ASi-5 und ASi-5 Safety ein
technologisches Update. Es wurde zum großen Markterfolg, weil es alle Voraussetzungen
zur zukunftssicheren Lösung auch anspruchsvollerer Applikationen mit sich bringt.
Wie heißt es in einem Sprichwort: „Erfolg
kommt nicht von ungefähr.“ Das gilt auch für
ASi-5 und ASi-5 Safety. Maßgeblich für die
breite Akzeptanz der jüngsten AS-Interface-
Generation sind weiterentwickelte oder neue
Technologie-Merkmale wie
• die hohe Übertragungsgeschwindigkeit,
• die große Datenbandbreite,
06
• die clevere Integration von
Smart Devices wie IO-Link Geräten,
Ventilköpfen oder Frequenzumrichtern,
• die Möglichkeit, viele sichere Signale
und Standardsignale unter nur einer
Adresse zu nutzen oder
• die portgenauen Diagnosen und
Zusatzinformationen, die die perfekte
Datengrundlage für Industrie 4.0 liefern.
Während ASi-3 und ASi Safety at Work immer
dann punkten, wenn es darum geht,
einfache Standardanwendungen kostengünstig
zu lösen, lassen sich mit ASi-5 und
ASi-5 Safety jetzt auch deutlich komplexere
Applikationen wie die Integration von IO-Link
(Safety) Devices, moderne Antriebslösungen
oder zukunftssichere Prozesstechnik-Applikationen
effizient realisieren. In der Praxis
AS-INTERFACE
TECHNOLOGIE
Clevere Datentrennung
über das ASi Gateway.
sind ASi-3 und ASi-5 häufig als gemischtes
System anzutreffen, weil sie als „Dream
Team“ die Stärken beider Generationen
verbinden. Hinzu kommen die für beide
Standards typischen Vorteile der Verdrahtungs-
und Bustechnologie auf der unteren
Automatisierungsebene – also
• der reduzierte Verdrahtungsaufwand mit
Hilfe des ASi Profilkabels,
• der Anschluss von Teilnehmern per
fehlersicherer Durchdringungstechnik
genau dort, wo sie benötigt werden,
• die freie Wahl zwischen Stern-, Ringoder
Linienstrukturen beim Anlagenlayout,
• die Übertragung von Standard- und
Safety-Signalen auf derselben Leitung,
• die umfangreichen Diagnosemöglichkeiten
sowie
• die komfortable Integration mit der
PC-Software von Bihl+Wiedemann
mit Drag and Drop Systemkonfiguration,
Parameter-Cloning zur schnelleren
Inbetriebnahme identischer Teilnehmer
und Inbetriebnahme-Assistent.
Flexibilität beim Anschluss oder beim
Versetzen von Netzwerkteilnehmern. Und
ihre Performance sorgt dafür, dass ASi-5
auch als kostengünstige, einfache – und
bereits in der Praxis bewährte – Alternative
zu ethernetbasierten Lösungen überzeugt.
Umfangreiche Diagnosemöglichkeiten
mit ASi-5
Mit ASi-5 werden die Prozesstransparenz
und die Möglichkeiten der Predictive Maintenance
moderner Maschinen und Anlagen
wesentlich verbessert. Grundlage hierfür
sind die umfangreichen Diagnosemöglichkeiten,
die die Technologie bietet. Die
Lösungen von Bihl+Wiedemann verfügen
über geräteintegrierte Basisdiagnosen, die
im Betrieb zyklisch anfallende Diagnosedaten
auswerten – direkt über den ASi Bus,
über OPC UA und REST-API, das Display des
Gateways oder den integrierten Webserver.
Bus- und Leitungsdiagnosen erkennen Störungen
wie Adressier- und Kommunikationsfehler,
Kurzschluss, Überlast oder Spannungsabfall.
Die Geräte- und Portdiagnose
meldet beispielsweise bei ASi-5 Modulen
mit IO-Link-Mastern Fehler von angeschlossenen
IO-Link-Geräten. Zustands- und
Prozessdiagnosen liefern Daten zu Energie-,
Funktions- und Umweltüberwachung direkt
im Feld. Praktisch für die Remote-Wartung
und das Ersatzteilmanagement sind die
Parametrierungs- und Identifikationsdaten,
die von jedem ASi-5 Device bereitgestellt
werden. All diese Diagnosedaten lassen sich
direkt an der Maschine anzeigen und nutzen
– sie können aber auch über die ASi-5
Gateways von Bihl+Wiedemann mit OPC UA
in MES/ERP-Systeme oder Cloud-Anwendungen
eingebunden werden.
Ergänzend zu den genannten Möglichkeiten
bietet Bihl+Wiedemann mit seiner Diagnosesoftware
noch ein einfach zu bedienendes
Tool, das Fehler und auch
Fehlerpotenziale im gesamten ASi Netzwerk
schon vor Eintritt einer eigentlichen Funktionsstörung
sucht, schnell findet und beschreibt
sowie konkrete Fehlerinformationen
und direkte Lösungsvorschläge liefert.
Weil die AS-Interface-Technologie auf
Durchdringungstechnik und Profilkabel setzt
und damit in der Regel auf vorgefertigte
Kabel, Steckverbinder oder sonstige Hardware
verzichten kann, bietet sie höchste
Der kommunikative Bruch zwischen den einzelnen Kommunikationsebenen -
vor allem zwischen ASi und TCP/IP - erhöht die Sicherheit.
07
AS-INTERFACE
INTERVIEW
ASi-5 Lösungen: Stand Alone oder
Upgrade für Anlagen mit ASi-3
Weitere Gründe für die breite Marktdurchdringung
von AS-Interface sind zum
einen die Tatsache, dass es sich dabei um
einen internationalen Standard handelt, der
unabhängig von Anlage und Hersteller ist,
weshalb in der Praxis auch herstellergemischte
ASi Netzwerke ohne Probleme
funktionieren. Zum anderen können ASi-5
und ASi-5 Safety Module zusammen mit
früheren ASi Generationen im selben Netzwerk
eingesetzt werden. Weil dafür lediglich
das Gateway getauscht werden muss, können
z. B. bestehende ASi-3 Applikationen so
ganz einfach um ASi-5 erweitert und damit
zukunftssicher gemacht werden. Und so
verwundert es auch nicht, dass sich ASi-5
in kürzester Zeit zur perfekten Ergänzung zu
ASi-3 entwickelt hat, was nicht zuletzt die
weit über eine viertel Million bereits installierten
Geräte der jüngsten ASi Generation
im Feld belegen.
ASi Gateways von Bihl+Wiedemann
bieten ein hohes Maß an Cybersicherheit
Wie wichtig es für Maschinenbauer und
Anlagenbetreiber ist, auf dem Stand der
Technik zu bleiben und nicht von Fortschritten
der Technologie selbst oder von
der Umsetzung wichtiger Zukunftsanforderungen
ausgeschlossen zu werden, zeigt
auch das immer aktueller werdende Thema
Cybersicherheit, das gemäß der neuen, ab
20. Januar 2027 in Kraft tretenden europäischen
Verordnung (EU) 2023/1230 über
Maschinen – kurz MVO – explizit zu berücksichtigen
ist. Bei smarten Devices mit integrierter
Feldbusschnittstelle wie beispielsweise
IO-Link Mastern, Frequenzumrichtern
oder I/O-Devices besteht die Gefahr, dass
dort Cyberattacken über die Ethernetbuchse
im Feld erfolgen können und damit der
Angriffspunkt und das Gefahrenpotenzial
sogar bis weit ins Feld verschoben werden.
Bei ASi-5 sind diese Cybergefahren dagegen
nicht gegeben. Zum einen wurden bei
der Entwicklung dieser Technologie Anforderungen
aus der Normenreihe IEC 62443
über „Industrielle Kommunikationsnetze -
IT-Sicherheit für Netze und Systeme“
berücksichtigt. Zum anderen ergibt sich ein
vielleicht noch wichtigerer Security-Aspekt
aus der Funktionalität der ASi Gateways von
Bihl+Wiedemann selbst. Ein ASi-5 Gateway
mit OPC UA ist zwar mit seiner Verbindung
zu TCP/IP das Bindeglied zwischen
der äußeren Feldbus- und IT-Welt und der
datentechnischen Netzwerkstruktur einer
Maschine – es kann aber trotzdem nicht
zum Einfallstor oder zur Angriffsplattform für
Cyberattacken werden, denn das Gateway
entkoppelt physisch die ethernetbasierten
Schnittstellen von der Feldebene mit ASi.
Dieser kommunikative Bruch zwischen ASi
und TCP/IP isoliert die ASi Netzwerkteilnehmer
nach außen und lässt so mögliche
Sicherheitslücken gar nicht erst entstehen
- ein Vorteil, von dem die Technologie auch
als idealer Zubringerbus für Sensoren und
Aktuatoren mit IO-Link oder IO-Link Safety
profitiert.
Weil lediglich das ASi-5 Gateway selbst
mit seiner IP-Adresse als Einfallstor möglicher
Angriffe relevant ist, werden, um es
cybersicher zu machen, bereits in der Entwicklung
und auch bei der Inbetriebnahme
von Bihl+Wiedemann umfangreiche Cyber-
Security-Tests durchgeführt. Und auch nach
der Installation, wenn die Maschine beim
Anwender im Einsatz ist, können Firmware-
Updates im Feld durchgeführt werden.
Diese sind nicht nur absolut cybersicher,
sondern auch explizit für Safety-Funktionen
zugelassen. Entsprechendes gilt auch für
Module und Geräte – wodurch es möglich
ist, die ASi-5 Devices des Unternehmens
immer mit den neuesten Security-Updates
auszustatten.
Wer also seine Maschinen technologie-,
cyber- und damit zukunftssicher und
zugleich kosteneffizient automatisieren
will, kommt an AS-Interface mit ASi-5 und
ASi-5 Safety nicht vorbei.
Interview mit Josef Alaaddin,
stellvertretender Teamleiter Technischer Support bei Bihl+Wiedemann
„ASi-5 und ASi-5 Safety
haben sich im Markt etabliert“
ASi MASTER NEWS: Wie hat sich ASi-5
aus Sicht von Bihl+Wiedemann entwickelt?
Josef Alaaddin: ASi-5 und ASi-5 Safety
haben sich im Markt flächendeckend etabliert.
Dies beweisen u. a. die weit mehr als
250.000 ASi-5 Geräte von uns und anderen
Herstellern, die bereits in Maschinen
08
und Anlagen installiert sind. Die Technologie
überzeugt dabei sowohl in reinen ASi-5
Applikationen wie als perfekte Ergänzung
zu ASi-3. Und die Nachfrage insbesondere
aus der Lager- und Fördertechnik, der Verpackungsautomatisierung
und der Prozesstechnik
bewegt sich weiterhin auf hohem
Niveau. Dies liegt auch daran, dass mit
ASi-5 in vielen Aufgabenstellungen aufwendige
ethernetbasierte Lösungen vermieden
oder ersetzt werden können. Und weil ASi-5
für uns ganz klar eine Erfolgsstory ist,
entwickeln wir gerade auch einen ASi-5
Repeater, mit dem sich die mögliche
Leitungslänge von ursprünglich 200 m
zukünftig vervielfachen lässt.
AS-INTERFACE
INTERVIEW
ASi MASTER NEWS: Leitungslänge ist ein
Thema – welche Vorteile bietet ASi-5 denn
bei der Energieverteilung im Feld?
Josef Alaaddin: ASi-5 als Feldbus der
unteren Automatisierungsebene macht die
Energieverteilung, eine elementare Komponente
der Technologie, sehr effizient und
flexibel. Energie und Daten laufen über das
bekannte gelbe 1,5 mm² Profilkabel, das für
eine auf acht Ampère begrenzte Übertragungsleistung
völlig ausreicht. Wenn aber,
etwa für Antriebe oder Ventile, Bedarf für
mehr Leistung besteht, kann dieser über
ein zweites, schwarzes Profilkabel realisiert
werden – mit einem Leitungsquerschnitt von
2,5 mm² sogar bis 20 A. Ebenfalls umgesetzt
werden kann über das schwarze Profilkabel
auch passive Sicherheit bis SIL3/PLe.
Die Installation in Durchdringungstechnik
ohne Stecker und weitere Module spart
darüber hinaus nicht nur Verdrahtungsaufwand,
Materialkosten und Montagezeit,
sondern macht die Installation im Vergleich
zu klassischen Feldbussen oder Punkt-zu-
Punkt-Verbindungen auch viel schlanker
und übersichtlicher. Da ein ASi-5 Strang bis
zu 62 Teilnehmer versorgen kann, kann die
Energieverteilung ohne zusätzliche Verkabelungen
stufenweise angepasst werden.
ASi MASTER NEWS: Was bedeuten die
zusätzlichen Möglichkeiten von ASi-5 für die
Konfiguration von ASi Netzwerken?
Josef Alaaddin: Grundsätzlich können,
wie schon bei ASi-3, alle Netzwerke
mit ASi-5 Komponenten über ein Handadressiergerät
und den Master konfiguriert
werden. Wie komplex die Konfiguration
wird, hängt dabei ganz wesentlich von der
Komplexität der angestrebten Automatisierungslösung
ab. Da wir unsere Kunden
dabei so gut wie möglich unterstützen
möchten, bieten wir ihnen mit unseren
Software-Suites eine Lösung, mit der sie
ihre Konfiguration deutlich vereinfachen
und beschleunigen können. Damit lassen
sich z. B. IO-Link Devices komfortabel
konfigurieren oder Frequenzumrichter parametrieren,
und die Parameterdaten können
danach auch einfach von Modul zu Modul
und sogar von Projekt zu Projekt kopiert
werden. Außerdem können Anwender per
Drag and Drop ihre Projekte direkt aus dem
integrierten Hardwarekatalog umsetzen und
auch am Bildschirm testen.
Aber wir haben nicht nur die Maschinenbauer
im Blick, sondern auch deren Kunden, die
Anlagenbetreiber, denn sie sind es ja, die die
Maschinen am Ende optimal nutzen sollen.
Dafür macht es aber Sinn, dass sie unsere
Produkte und Lösungen besser kennen
und verstehen. Und deshalb unterstützen
wir von Bihl+Wiedemann die Anwender
nicht erst mit technischem Support, wenn
sie ihn aktuell benötigen sollten, sondern
schon von Anfang an mit Informations- und
Schulungsmaterialien. Dazu zählen nicht
nur unsere Installationsempfehlungen, Best
Practises und der Troubleshooting Guide
sowie eine Vielzahl von Schulungsvideos
zu allen möglichen Themen auf unserer
Webseite, sondern seit kurzem auch unsere
Bihl+Wiedemann Academy.
ASi MASTER NEWS: Stichwort Installation:
Warum bietet eine Installation mit ASi-5
Gateways Vorteile hinsichtlich der Cybersicherheit
gegenüber anderen ethernetbasierten
Lösungen?
Josef Alaaddin: Bei ASi-5 ist das
Gateway mit OPC UA das Bindeglied
zwischen TCP/IP und der ASi
Installation, es entkoppelt aber auch physisch
die ethernetbasierten Schnittstellen
und die Feldebene mit ASi. Durch diesen
kommunikativen Bruch kann das ASi
Netzwerk nicht zur Angriffsplattform für
Cyberattacken werden. Wird also statt eines
IO-Link Masters mit integrierter Ethernetschnittstelle
ein ASi-5 Modul mit integriertem
IO-Link Master eingesetzt, können mögliche
Sicherheitslücken gar nicht erst entstehen.
Wenn also eine Kombination cybersicher
ist, dann die von ASi-5 mit IO-Link. ASi-5
spannt hier quasi den Schutzschirm
auf, unter dem IO-Link dann ohne Gefahren
von außen betrieben werden kann.
ASi MASTER NEWS: Herr Alaaddin, vielen
Dank für das Gespräch.
09
AS-INTERFACE
APPLIKATION
ASi-5 und ASi Safety statt Einzelverdrahtung bei joke mechanix
VERPACKEN 2.0: ÜBERSICHTLICH
UND FLEXIBEL – MIT SICHERHEIT
Johannes Mück und Marcel Hammes
von joke mechanix.
Die joke mechanix GmbH in Bergisch Gladbach
wurde 1940 von Josef Joisten und
Robert Kettenbaum als joke Folienschweißtechnik
GmbH gegründet. Seitdem ist das
Verschweißen von Folien und anderen
Kunststoffen ein fester Kernbereich des
Unternehmens. Über die Jahre hat sich joke
nicht nur als Hersteller von Folienschweißgeräten,
Impulssteuerungseinheiten, Schienen,
Folienverarbeitungssystemen und kundenspezifischen
Sonderlösungen einen Namen
10
Statt sechs Schaltschränke nur noch einer und statt unzählige Kabelbündel nur
noch zwei ASi Profilkabel und damit deutlich weniger Kabel(-wirrwar) und Verdrahtungsaufwand
– dafür aber vereinfachte Fehlersuche und Diagnose, flexible
Anpassung und Erweiterbarkeit auf Kundenwunsch und Safety inklusive. Argumente
genug für joke mechanix, um bei seiner Roboterzelle „Robo Pack System“
zur vollautomatisierten Verpackung von Seiten-Trennnaht-Klappenbeuteln zukünftig
auf die ASi-5 und ASi Safety Lösungen von Bihl+Wiedemann zu setzen.
Die Umsetzung der zweiten Version des Robo Pack Systems hat joke mechanix mit ASi
Lösungen von Bihl+Wiedemann realisiert. Während für die erste Version (links) sechs
Schaltschränke und dicke Kabelbündel benötigt wurden, kommt das Update mit einem
Schaltschrank und zwei ASi Kreisen aus.
gemacht, sondern zunehmend auch als
Dienstleister und Systemhaus für Robotic
und Automatisierung. Während der Fokus
zunächst eher auf kleineren Tischgeräten lag,
erweiterte joke sein Angebotsspektrum nicht
zuletzt durch die 2014 erfolgte Integration der
Firma RENO-TEC um große und komplexe
Anlagen zur Folienverarbeitung. Heute arbeitet
das 2022 in joke mechanix GmbH umfirmierte
Unternehmen eng mit seinem Schwesterunternehmen
– der joke Technology
GmbH – zusammen und nutzt die sich daraus
ergebenden Synergien. Zu den aktuellen Produkten
der joke mechanix GmbH zählen unter
anderem der „joke Wicketer“ zur Herstellung
von Seiten-Trennnaht-Klappenbeuteln und
das „Robo Pack System“ für deren vollautomatisierte
Verpackung.
Wicketer und Robo Pack System
Der joke Wicketer ist eine Hochleistungs-
Produktionsanlage für die präzise Herstellung
von Seiten-Trennnaht-Klappenbeuteln aus
Folien. Die Beutel werden beispielsweise für
Brot, Obst, Gemüse, Gewürze oder Hygieneartikel
verwendet. Um sie zu produzieren,
zieht die Maschine die für die späteren Beutel
verwendete Folie zunächst von einer Folienrolle
über ein Faltdreieck. Danach werden die
Beutelklappen eingefaltet und die Löcher zum
Aufhängen mit einer pneumatischen Zweilochstanze
in die Folie gestanzt. Anschließend
werden die Ränder geschweißt, die
Beutel an der Trennnaht getrennt und schließlich
einzeln über ein Flügelrad zu einer Stapelkette
mit einem Stiftstapler transportiert,
wo sie – je nach Bedarf – in entsprechenden
Stückzahlen übereinandergelegt werden. Danach
wandert der Stapel eine Position weiter
in Richtung Verpackungsort. Die Verpackung
der Beutel in Kartons kann dann entweder
manuell erfolgen, oder aber – was deutlich effizienter
und schneller geht – vollautomatisiert.
AS-INTERFACE
APPLIKATION
Eine solche vollautomatisierte Verpackungslösung
bietet joke mechanix mit dem Robo
Pack System ebenfalls an. Das System kann
dabei sowohl als Ergänzung zum Wicketer,
aber auch als autarke Lösung für andere
Maschinen eingesetzt werden. „Die Robo
Pack Applikation ist so konzipiert“, erklärt
Marcel Hammes, zuständig für Konstruktion
und Engineering bei joke mechanix, „dass wir
sie mit geringem Aufwand auch kompatibel
zu Produktionsmaschinen anderer Hersteller
machen können.“ Die Verpackung der produzierten
Beutel erfolgt in einer sicherheitstechnisch
überwachten Roboterzelle. Dort wird
zunächst eine Pappe als Unterlage auf einem
Drahtbügel platziert. Anschließend nimmt der
Roboter einen Beutelstapel von einer Zuführung
und steckt ihn auf den Bügel. Wenn sich
die vorgegebene Menge an Beuteln auf dem
Bügel befindet, werden eine zweite Papplage
als Deckblatt und ein Stopfen als Halterung
über den Beuteln auf dem Bügel platziert,
bevor der Roboter das ganze Paket wieder
aufnimmt und an die nächste Position – dem
sogenannten Verschupper – transportiert.
Dort wird der Bügel umgeklappt, damit er
beim Stapeln im Karton später die darüberliegende
Lage nicht aufspießt. Im Anschluss
daran nimmt der Roboter die Beutellage
erneut auf und legt das Bündel schließlich in
den bereitstehenden aufgeklappten Karton
auf einer Rollenbahn. Sobald der Karton
voll ist, wird er über die Rollenbahn aus der
Roboterzelle ausgeschleust.
Einzelverdrahtung auf Klemmleisten:
aufwendig und fehleranfällig
Da das Robo Pack System zukünftig auch autark
funktionieren und damit auch mit anderen
Beutel-Produktionsanlagen als dem Wicketer
kombinierbar sein sollte – Stichwort Flexibilität
– hat man sich, so Johannes Mück, Leiter
Elektrotechnik bei joke mechanix, schon bald
gefragt: „Wie können wir das System besser
machen? Wie können wir den Aufwand minimieren,
den wir aktuell haben mit der ganzen
Verdrahtung oder auch bei der Fehlersuche?
Und wie können wir das System (zukunfts-)
sicher machen – da haben wir dann auch
über Themen wie Safety und Security,
IO-Link oder Industrie 4.0 gesprochen.“
Weniger Aufwand und mehr Flexibilität
mit AS-Interface
Obwohl man bis zu diesem Zeitpunkt selbst
noch keine Applikationen damit realisiert
Die Anbindung der
NOT-HALT Taster,
Türzuhaltungen und
Lichtgitter wurde über
aktive Verteiler ASi
und aktive Verteiler
ASi Safety umgesetzt,
die platzsparend am
oberen Rand der
Roboterzelle über ein
einziges ASi Profilkabel
an das ASi Gateway
im Schaltschrank
angeschlossen wurden.
hatte, war das Thema AS-Interface bei joke
mechanix nicht gänzlich unbekannt. Durch
erste Gespräche auf Messen und die Teilnahme
an der „explore“-Workshopreihe von
Bihl+Wiedemann hatte man bereits einen
ersten Einblick davon bekommen, was mit
den ASi und ASi Safety Lösungen des Mannheimer
Unternehmens alles möglich war. In
weiteren Gesprächen mit dem Außendienst
von Bihl+Wiedemann wurde relativ schnell
klar, dass sich – mit Ausnahme des Roboters
– sowohl die Sicherheitstechnik für die Zelle
als auch die Steuerung sämtlicher pneumatischer
Bewegungen mit ASi-3, ASi-5 und
ASi Safety realisieren lassen würde – und
zwar mit deutlich weniger Verdrahtungsauf-
Für die Anbindung der IO-Link Ventilinseln für die pneumatischen Bewegungen und
den Wendelförderer wurden ASi-5 Module mit integrierten IO-Link Master Ports und
selbstkonfigurierende E/A Module von Bihl+Wiedemann verwendet.
In einer ersten Version des Robo Pack
Systems hat joke mechanix alle Signale und
Funktionalitäten einzeln über Klemmleisten
verdrahtet. Das hatte zur Folge, dass für die
Umsetzung der Abläufe in der Roboterzelle
enorme Mengen an Kabeln in Form von
dicken Kabelbündeln über zum Teil weite
Wege verlegt werden mussten. Dafür wurden
sechs Schaltschränke benötigt, die vereinzelt
noch mit dezentralen Steuerungen als Ergänzung
zur Hauptsteuerung bestückt waren.
11
AS-INTERFACE
APPLIKATION
wand, deutlich vereinfachter Fehlersuche und
verbesserter Diagnose und deutlich höherer
Flexibilität in Bezug auf zukünftige Veränderungen
und Anpassungen etwa bei Kundenwünschen,
als es die bisherige Lösung
ermöglichte. „Und dass es mit AS-Interface
möglich war, alle Funktionen inkusive Safety
und IO-Link dezentral über einen einzigen Bus
abzubilden“, erzählt Johannes Mück, „war
für uns eine super Sache“. So hat man sich
bei joke mechanix dann relativ schnell entschieden,
die zweite Version des Robo Pack
Systems mit der ASi Technologie zusammen
mit Bihl+Wiedemann umzusetzen. „Was uns
bei der Umsetzung natürlich immens geholfen
hat“, so Mück, „war die tolle Unterstützung
durch den Außendienst und den technischen
Support von Bihl+Wiedemann bei der
Auswahl der passenden Hardware und auch
bei der Inbetriebnahme in Verbindung mit der
Software ASIMON360“.
Safety über eine einzige Leitung
Am deutlichsten sieht man die Unterschiede
bei der neuen Version des Robo Pack
Systems an der Menge der eingesetzten
Kabel und Schaltschränke. Im Vergleich
zur alten Lösung befindet sich in der Roboterzelle
jetzt nur noch ein Schaltschrank, in
dem neben der Robotersteuerung und dem
ASi-5/ASi-3 openSAFETY über POWERLINK
Gateway BWU3865 von Bihl+Wiedemann
mit integriertem Sicherheitsmonitor für zwei
ASi Kreise auch schon vordefinierte Schnittstellen
für andere Beutelherstellungsanlagen
untergebracht sind. Da die komplette
Peripherie nur über zwei ASi Kreise – also
lediglich über je zwei gelbe ASi Profilkabel
ASi-5 Modul BWU4230 von Bihl+Wiedemann.
für Daten und zwei parallel dazu geführte
schwarze Profilkabel für zusätzliche Energie –
angebunden ist, konnte auf die ganzen Kabelbündel
und Klemmleisten und damit auf fünf
von sechs Schaltschränke verzichtet werden.
„Wir sparen uns mit der neuen AS-Interface-
Lösung damit nahezu den kompletten Schaltschrankbau
und natürlich einen ganz großen
Teil vom Verdrahtungsaufwand“, so Johannes
Mück. „Und zukünftig können wir diesen
noch weiter reduzieren, wenn wir dort, wo wir
Kabel benötigen – etwa bei der Anbindung
der Pneumatik an die Ventile oder der IO-
Link Komponenten an die ASi Module – diese
nicht mehr selbst konfektionieren müssen,
sondern passgenau bestellen können.“
In der Roboterzelle gibt es verschiedene
Safety-Applikationen, die über einen der
beiden ASi Kreise – gesteuert und überwacht
vom ASi Safety Gateway – realisiert werden.
Über Türzuhaltungen an mehreren Stellen
wird dafür gesorgt, dass niemand während
des Betriebs eine der Schutztüren des Zauns
um die Roboterapplikation öffnen und den
Innenraum betreten kann. Stellen, an denen
sich Löcher im Schutzzaun befinden, damit
bei Bedarf entweder Pappe nachgefüllt oder
eine Stichprobe zur Qualitätskontrolle entnommen
werden kann, sind über Lichtgitter
abgesichert. Und selbstverständlich ist der
Schutzzaun auch mit mehreren NOT-HALT
Tastern an unterschiedlichen Stellen bestückt,
um den Roboter bei Bedarf auch auf
diese Weise stillzusetzen. Alle Safety-Komponenten
hängen dabei an einem einzigen, mit
dem Gateway im Schaltschrank verbundenen
ASi Profilkabel, das einmal rundherum am
oberen Rand des Schutzzauns verlegt wurde.
Zur Umsetzung der oben genannten Sicherheitsfunktionen
ist an dieser Stelle noch eine
Besonderheit zu erwähnen: Sowohl bei den
Lichtgittern wie auch den Türzuhaltungen und
NOT-HALT Tastern handelt es sich um Safety-
Geräte ohne eigene ASi Safety Funktionalität.
Transport eines Beutelstapels vom Ablageort über das Anbringen von Pappe und Stopfen sowie das Verschuppen des Bügels
bis zur Ablage in den Karton.
12
AS-INTERFACE
APPLIKATION
Solche Sicherheitskomponenten können aber
über aktive Verteiler von Bihl+Wiedemann
wie BWU3599 und BWU3719 ohne großen
Aufwand „ASi Safety fähig“ gemacht und
dann wie vergleichbare ASi Safety Komponenten
genutzt werden. Für Hersteller von
Maschinen hat diese einfache Möglichkeit
den Charme, dass sie noch flexibler auf
Kundenwünsche eingehen können, etwa
was die Präferenz für bestimmte Geräte oder
Hersteller betrifft, und nicht auf mit einer
bestimmten Technologie ausgestattete
Komponenten beschränkt sind.
Ebenfalls über ASi Safety umgesetzt wird
das Thema Muting. Damit das System nicht
immer angehalten werden muss, wenn ein
leerer Beutelkarton nachgeschoben beziehungsweise
ein voller Karton ausgeschleust
werden soll, kann über Muting ein sicherer
automatisierter Materialtransport in die
Roboterzelle hinein oder aus ihr heraus
ermöglicht werden. Mit Hilfe von zwei
aktiven Verteilern ASi zur Erfassung der
Mutingsensoren und einem aktiven Verteiler
ASi Safety für das Lichtgitter werden dabei
die Bewegung(srichtung) des Kartons überwacht
und, wenn die Voraussetzungen erfüllt
sind – also sichergestellt ist, dass es sich um
einen Karton und nicht um einen Menschen
handelt – die Schutzfunktion des Lichtgitters
an der entsprechenden Stelle für den
benötigten Zeitraum unterdrückt, so dass der
Karton im laufenden Betrieb des Roboters in
die Zelle oder aus ihr heraus bewegt werden
kann. Wenn dagegen eine Person durch die
Muting-Applikation identifiziert wird, wird die
Maschine umgehend stillgesetzt.
Bewegungen umgesetzt mit Hilfe von
IO-Link und ASi-5
Neben der funktionalen Sicherheit spielt der
Bereich Pneumatik im Robo Pack System
ebenfalls eine zentrale Rolle. Alle Dreh- und
Schwenkbewegungen, die für die Schritte
zwischen der Übernahme des Beutelstapels
von der Produktionsmaschine bis zur Ablage
im Karton nötig sind und die nicht vom
Roboter selbst ausgeführt werden – also
für die Bereitstellung des Drahtbügels, die
Anlieferung und Positionierung der Pappen
und der Stopfen sowie das Verschuppen des
Bügels – werden über Pneumatikzylinder in
ASi-5 Modul BWU4088 mit einem IO-Link Master Port (links)
und BWU4067 mit vier IO-Link Master Ports (rechts).
Verbindung mit IO-Link Ventilinseln umgesetzt.
Für IO-Link Ventilinseln hat man sich
unter anderem deshalb entschieden, weil
man so auch viel mehr Prozessdaten erfassen
kann – Stichwort Industrie 4.0. Eingebunden
werden diese Ventilinseln über den zweiten
ASi Kreis über ASi-5 Module mit integrierten
IO-Link Master Ports von Bihl+Wiedemann.
Auch hier hat sich der Einsatz von
AS-Interface für joke mechanix sowohl
technisch wie auch aus Kostensicht als Vorteil
erwiesen. Im Vergleich zu anderen Lösungen,
bei denen man standardmäßig auf 4-Portoder
gar 8-Port-Module zurückgreifen und
damit nicht genutzte Ports teuer bezahlen
muss, kann man bei der Integration von
IO-Link über ASi-5 bei Bihl+Wiedemann aus
einem Portfolio von Modulen mit ein, zwei,
vier oder acht IO-Link Master Ports immer
genau die passende Option wählen, die
man gerade braucht – je nachdem, wie viele
IO-Link Master Ports Class A oder Class B an
der jeweiligen Stelle gerade benötigt werden.
Flexibel dank AS-Interface
Zusätzlich zu den Ventilinseln hängen am
zweiten ASi Kreis – integriert zum Beispiel
über die ASi-5 Module BWU4230 mit
16 selbstkonfigurierenden E/As – auch die
Ansteuerung für den Wendelförderer, der die
blauen Stopfen für die Drahtbügel bereitstellt,
und mehrere Sensoren, unter anderem Lichtsensoren,
sowie ein Referenzsensor für den
Motor, der die Bügelkette zur Aufnahme der
Beutelpakete antreibt.
Gerade in diesem Teil der Anlage zeigen sich
für Johannes Mück noch weitere Vorteile der
ASi Lösungen von Bihl+Wiedemann. „ASi-5
und ASi-3 über die gleiche Leitung laufen
lassen zu können, ist schon klasse. Man
spart Adressen, ist deutlich flexibler bei den
Anwendungen und dadurch, dass viele der
Feldmodule von Bihl+Wiedemann, die wir
hier verwenden, über vier Anschlüsse für
Profilkabel – zwei für das ASi Kabel und zwei
für das AUX Kabel – verfügen, können wir bei
Bedarf auch Abzweige ganz leicht umsetzen,
ohne dafür ein zusätzliches Modul einsetzen
zu müssen“.
Das Robo Pack System von joke mechanix ist
– allein durch eine Vorher-/Nachher-Betrachtung
– ein gutes Beispiel dafür, das zeigt,
wie viele (Einspar-)Potenziale die ASi und
ASi Safety Lösungen von Bihl+Wiedemann
Maschinenbauern für eine einfache, flexible
und (zukunfts-)sichere Automatisierung ihrer
Maschinen bieten.
ASi-5/ASi-3 openSAFETY
über POWERLINK
Gateway BWU3865
von Bihl+Wiedemann
mit integriertem
Sicherheitsmonitor für
zwei ASi Kreise.
13
AS-INTERFACE
MESSE
CONNECTION
Connection Zone auf der SPS 2025 – Kleiner Rundgang, großes Potenzial
Noch nie war es so leicht, zusätzliche Potenziale für Ihre
Automatisierung live zu entdecken. In unserer neuen
Connection Zone erfahren Sie in kurzer Zeit, wie Sie
Ihre Anlagen produktiver, nachhaltiger und zukunftssicherer
automatisieren – und dabei nahtlos
mit allen gängigen Feldbussen verbinden.
Lassen Sie sich Schritt für Schritt von unseren
Produktspezialisten auf der SPS 2025
durch die Zone führen und erleben Sie
hautnah, wie Sie
• bis zu 68 % Verdrahtungskosten sparen
dank ASi Profilkabel
• funktionale Sicherheit ohne zusätzliche
Infrastruktur integrieren
• IO-Link-Anwendungen mit bis zu 50 % geringeren
Kosten realisieren
• IIoT-Projekte einfach über moderne IT-Schnittstellen
umsetzen
• Antriebe effizient ansteuern und Montageaufwand stark reduzieren
Ein kleiner Rundgang durch die Connection Zone und Sie wissen genau, welches Potenzial
die ASi Lösungen von Bihl+Wiedemann bieten – und wie Sie sie gezielt für neue Anlagen
oder Retrofit-Projekte einsetzen.
Starten Sie Ihre Entdeckungsreise zu effizienter Verdrahtung und smarter Automatisierung.
Wir freuen uns auf Sie in Nürnberg.
14
AS-INTERFACE
MESSE
ZONE
AUF DER
SPS 2025
Zeit sparen
Keine Stecker, keine
vorkonfektionierten Kabel
Flexibel bleiben
Kompatibel mit gängigen Feldbussen
und Schnittstellen
Investition sichern
Zukunfssichere Integration von
IO-Link und analogen Signalen
Schaltschrankplatz optimieren
Konsequente Dezentralisierung
in der Anlage
11.1
11.0
12
10.1
10.0
Messezentrum
Nürnberg
11.1
11.0
9
10.0
9
1
1
3C
8 7A
3C
2
7
8 7A
2
5
5
3
6
6
7
4 4A
3
Ressourcen schonen
Weniger Material,
Energie und Abfall
4
3A
4A
3A
200
201
Halle 7
25.11. - 27.11.2025
Nürnberg | Halle 7
Stand 200 + 201
Besuchen Sie uns
auf der SPS 2025
Sichern Sie
sich Ihr
Gratis-Ticket
15
AS-INTERFACE
ENTWICKLUNG
ASi-5 UND ASi HIGHLIGHTS
Einfache Kopplung von Safety- und Feldbusprotokollen mit ASi-5 Gateways
SPS
SPS
Zwei unterschiedliche (sichere) Steuerungen
miteinander zu verbinden und damit alle Signale
des einen Netzwerks jeweils auch im anderen zu
nutzen, war noch nie so leicht wie mit modernen
ASi-5 Feldbus Gateways und den Software-
Suites von Bihl+Wiedemann.
BW5153
Mit der Funktionalität „Sichere Kopplung“
(BW5153) können Daten zwischen ASi Safety
Gateways mit unterschiedlichen sicheren Feldbusprotokollen
wie PROFIsafe, CIP Safety oder
FSoE via Safe Link über die Ethernet-Diagnoseschnittstellen
der Gateways ausgetauscht werden.
Nachdem die zu koppelnden Geräte in
ASIMON360 ausgewählt und die Lizenz für die
„sichere Kopplung“ auf den entsprechenden
Gateways freigeschaltet worden ist, erfolgt die
Zuweisung der zu übertragenden Daten automatisch.
Im Rahmen der „Sicheren Kopplung“
lassen sich bis zu 16 Byte komfortabel zwischen
sicheren Feldbusprotokollen austauschen.
SPS
BW5076
SPS
Die Funktionalität „Feldbus-Kopplung“ (BW5076)
ermöglicht dagegen den Austausch von bis zu
256 Byte Standardsignalen über eine Ethernetverbindung
zwischen zwei Gateways – und zwar
sowohl zwischen solchen zu unterschiedlichen
Feldbussen als auch zwischen solchen mit gleichen
Feldbusschnittstellen. Nach Freischaltung
der Lizenz auf den Geräten lassen sich die Konfiguration
und das Datenmapping der Verbindung
über ASIMON360 bzw. ASi Control Tools360
realisieren.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Buskopplern
lässt sich mit den Funktionalitäten
„Sichere Kopplung“ und „Feldbus-Kopplung“ von
Bihl+Wiedemann fast jede Steuerung mit einer
anderen verbinden. Und die Tatsache, dass beide
Koppelvarianten auch noch problemlos miteinander
kombiniert werden können, sorgt für noch
mehr Flexibilität.
16
AS-INTERFACE
ENTWICKLUNG
VON BIHL+WIEDEMANN
ASi-5 Safety E/A Module
Neben dem Sortiment an ASi-5 Safety Gateways
wächst auch das Portfolio an ASi-5 Safety
Modulen von Bihl+Wiedemann kontinuierlich.
Zu den ASi-5 Safety Modulen im großen IP67-
Gehäuse und in IP20 mit je 12 Standardsignalen
und bis zu vier ein- bzw. zwei zweikanaligen
sicheren Eingängen für potentialfreie Kontakte, für
OSSDs und für die Kombination potentialfreier
Kontakt/OSSD gibt es mit dem BWU4393 nun
auch eine Variante für potentialfreie Kontakte mit
vier Standardsignalen im kleinen IP67-Gehäuse.
Es ist immer dort eine Alternative, wo nur wenige
Standardsignale an einer Stelle in der Anlage
eingesammelt werden müssen. Außerdem
gehören zum Portfolio das ASi-5 Safety Muting
Modul BWU4411, mit dem unterschiedliche
Mutinglösungen bis SIL3/PLe einfach, effizient
und deutlich kostengünstiger realisiert werden
können als mit vergleichbaren ethernetbasierten
Lösungen, und das ASi-5 Safety
E/A Modul BWU4277 mit bis zu 14 einkanalig
sicheren Eingängen und zwei elektronischen
sicheren Ausgängen. Ganz neu ist jetzt das
ASi-5 Safety Leiterplattenmodul BWR5215 mit
bis zu vier einkanaligen sicheren Eingängen und
bis zu 12 digitalen Ein- oder Ausgängen.
ASi-5 Safety E/A Modul, IP20, 14SE/2SA (BWU4277)
Das ASi-5 Safety E/A Modul
BWU4277 in IP20 verfügt über
14 Eingänge, die entweder als
bis zu 14 einkanalige sichere
Eingänge, als bis zu sieben
zweikanalige sichere Eingänge
(mit einstellbarer Testpulsbreite)
oder als bis zu 14 digitale Eingänge
verwendbar sind. Die
sicheren Eingänge können
so für nahezu jeden Sensor
konfiguriert werden – jeweils
als Standard- oder antivalente
Schalter, für OSSDs oder
potentialfreie Kontakte. Auch
eine optionale Verwendung der
beiden sicheren Eingänge SI13 und SI14 als
EDM-Eingänge als Rückführkreis zur Schützkontrolle
ist möglich. Neben den (sicheren)
Eingängen verfügt das Modul darüber hinaus
über zwei elektronische sichere Ausgänge (zwei
Freigabekreise) mit erhöhter Verfügbarkeit. Die
sicheren Ausgänge (bis PLe) lassen sich bei
Bedarf auch als Standardausgänge konfigurieren.
Das ASi-5 Safety E/A Modul BWU4277 von
Bihl+Wiedemann, das nur eine ASi-5 Adresse
belegt, besticht aber nicht nur durch seine
umfangreiche Ausstattung, mit der sich die
Kosten für sichere Ein- und Ausgänge an ASi
optimieren lassen, sondern bietet mit einer
Modulbreite von nur 22,5 mm auch ein erhebliches
Einsparpotenzial im Schaltschrank.
17
AS-INTERFACE
ENTWICKLUNG
ASi-5 Safety Leiterplattenmodul BWR5215 für den kompakten
Anschluss von vielen sicheren Signalen und Standardsignalen
Bihl+Wiedemann hat sein Portfolio an ASi-5 Safety
Modulen um ein sicheres Leiterplattenmodul
in einem kompakten Gehäuse erweitert. An das
neue, für Tasterboxen optimierte ASi-5 Safety
Modul BWR5215 können bis zu vier ein- bzw.
zwei zweikanalige sichere Eingänge und bis zu 12
digitale Ein- oder Ausgänge angeschlossen werden,
und zwar unter einer einzigen ASi-5 Adresse.
Seine kompakte Bauweise von 110 x 45 x 16 mm
macht das ASi-5 Safety Leiterplattenmodul zu
einer idealen Lösung für alle Anwendungen, bei
denen der verfügbare Platz ein entscheidendes
Kriterium ist. Es kann etwa dafür genutzt werden,
um einen zweikanaligen NOT-HALT, einen Schlüsselschalter
und zusätzlich bis zu sechs Leuchttaster
in einer kleinen Tasterbox zu realisieren. Da
sich das Modul in einem vergossenen Gehäuse
befindet, verfügt es über einen Berührungsschutz,
der effektiv auch vor Kurzschlüssen in Metallgehäusen
schützt, sowie über einen effizienten
Vibrationsschutz. Und im Gegensatz zu konventionellen
Lösungen, bei denen viele einzelne Adern
ins Feld geführt werden müssen und deshalb
große, vielpolige Stecker zum Einsatz kommen,
erfolgt die Verdrahtung hier direkt in der Tasterbox.
In der Anlage selbst werden nur noch ein gelbes
ASi und ein schwarzes AUX Profilkabel benötigt.
Neue ASi-5 Kabelkanal-Motormodule für 24 V und 48 V Motorrollen EC5000 BI
strommotoren und Frequenzumrichtern wie für
Motorrollen. Und das Portfolio wächst weiter.
Neu dazugekommen sind die ASi-5 Kabelkanal-
Motormodule für die 24 V und die 48 V Motorrollen
EC5000 BI von Interroll. Während sich mit
dem Motormodul BWU5178 zwei 24 V Motorrollen
ansteuern lassen, sind die Module
BWU5208 bzw. BWU5209 in der Lage, jeweils
vier 24 V bzw. 48 V Motorrollen anzusteuern.
Alle drei Module können dabei über das Bus
Interface (BI) digital mit den Rollen kommunizieren
und auf diese Weise Zusatzinformationen wie
z. B. Antriebstemperaturen und Stromaufnahme
auslesen.
18
Bihl+Wiedemann verfügt bereits heute über ein
umfangreiches Sortiment an Motormodulen für
vielfältige Antriebslösungen mit ASi-5 und ASi-3.
Das gilt sowohl für die Ansteuerung von Gleich-
Die neuen ASi-5 Kabelkanal-Motormodule
in Schutzart IP54 werden über M8 Snap-in
Kabelbuchsen mit den Rollen verbunden, der
Anschluss an ASi und AUX erfolgt per Durchdringungstechnik
und Profilkabel. Zusätzlich zum
Motoranschluss verfügt BWU5178 noch über vier
digitale Eingänge zum Anschluss von Sensoren,
während BWU5208 und BWU5209 sogar noch
jeweils acht digitale Eingänge bereitstellen.
AS-INTERFACE
ENTWICKLUNG
IO-Link und die Cloud: Einfache Konfiguration
von IO-Link Devices und komfortable IT-Schnittstellen
für die Cloudanbindung
Die Anbindung von IO-Link Devices an überlagerte
Systeme oder eine Cloud wird durch die
ASi-5 Module mit integriertem IO-Link Master
von Bihl+Wiedemann deutlich vereinfacht. Zum
einen profitieren Anwender von der Einfachheit
und Kosteneffizienz des Verdrahtungssystems
AS-Interface. So lassen sich etwa bei der Integration
von 40 IO-Link Devices über ASi nicht nur
über 40 % an Modulkosten und gut zwei Drittel
an Verdrahtungskosten im Vergleich zu anderen
Feldsbuslösungen sparen, sondern auch wertvolle
Ressourcen bei der Planung, Installation und Inbetriebnahme.
Zum anderen lässt sich das Parametrieren
auch von sehr vielen IO-Link Devices mit
Hilfe der benutzerfreundlichen Software-Suites
ASIMON360 und ASi Control Tools360 äußerst
komfortabel umsetzen. Und ganz wesentlich:
Dank der integrierten IT-Schnittstellen wie OPC UA
oder REST-API stehen die immer wichtiger werdenden
Zusatzinformationen – egal, ob von einem
einzigen oder mehreren hundert IO-Link Devices
oder ASi Teilnehmern – unkompliziert, gebündelt
und ohne die Steuerung zu belasten, unter nur
einem Knoten – dem Gateway – zur Verfügung.
Mit dem neuen, individuell über ASIMON360 oder
ASi Control Tools360 konfigurierbaren OPC UA
Objektbaum kann jetzt auch definiert werden, welche
Informationen der OPC UA Client erhalten soll
und welche nicht. Dazu werden die gewünschten
Knoten einfach per Mausklick ausgewählt und
anschließend bei der Inbetriebnahme im Gateway
gespeichert, wo der Baum dann über jeden OPC
UA Client genutzt werden kann.
Bihl+Wiedemann bietet mit seiner Lösung damit
eine kostengünstige, flexible und zukunftssichere
Anbindung von IO-Link Geräten. Der nahtlose
Informationsaustausch zwischen der IO-Link
Device-Ebene und übergeordneten Systemen
wird so deutlich vereinfacht – ein wesentlicher
Faktor für die moderne Automatisierung und die
Vernetzung in Industrie-4.0-Anwendungen.
IMPRESSUM
Maximale Anlagenverfügbarkeit mit dem
30 V Redundanzmodul
Ein unerwarteter Maschinenstillstand kann teuer
werden. Nicht selten ist der Auslöser dafür
ein defektes Netzteil. Mit dem Redundanzmodul
BW5182 von Bihl+Wiedemann wird das ASi Gateway
– und damit die gesamte Anlage – wirkungsvoll
vor Ausfällen geschützt und so für dauerhaft
hohe Verfügbarkeit und mehr Betriebssicherheit
bei minimalem Aufwand gesorgt.
Das kompakte Redundanzmodul in IP20, das ohne
aufwendige Umbauten im Schaltschrank untergebracht
und damit problemlos in bestehende Installationen
eingebunden werden kann, erlaubt den
Anschluss von zwei 30 V Netzteilen mit jeweils bis
zu 8 A. Fällt ein Netzteil aus, übernimmt automatisch
das zweite – ohne Unterbrechung und ohne
manuelles Eingreifen. Durch die integrierte aktive
Entkopplung der Netzteile im Modul ist so eine
stabile, redundante Stromversorgung des
Gateways gewährleistet. Das erhöht nicht nur
die Betriebssicherheit, sondern reduziert auch
Stillstandszeiten und Serviceeinsätze.
Herausgeber:
Bihl+Wiedemann GmbH
Floßwörthstraße 41
D-68199 Mannheim
Telefon: +49 (621) 339960
Telefax: +49 (621) 3392239
info@bihl-wiedemann.de
www.bihl-wiedemann.de
Herstellung:
MILANO medien GmbH
Mainberger Straße 24
D-97422 Schweinfurt
Telefon: +49 (69) 48000540
Telefax: +49 (69) 48000549
info@milanomedien.com
www.milanomedien.com
Redaktion:
Dirk Heyden,
Thomas Rönitzsch
19
WENIGER STECKER
MEHR VERBINDUNG
DURCH AS-INTERFACE
MEHR-VERBINDUNG.DE
25.11.2025 - 27.11.2025
Messe Nürnberg
Halle 7, Stand 200 + 201