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antriebstechnik 8/2025 - 1/2026

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08/2025 . 01/2026 € 16,50

Organ der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V.

PERFORMANCE NEU DEFINIERT

Multiachs-Control-Unit für mehr Dynamik und Präzision

antriebstechnik.de


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den Tellerand blicken – von Branchenexperten!

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Für Macher. Von Machern.

Wer hier nicht liest, bleibt zurück!

Während andere noch rätseln, wissen Sie bereits,

was die Branche als Nächstes bewegt.


EDITORIAL

DIGITAL STATT FORMAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

immer wieder hört man Unternehmen über die Belastung

durch Berichtspflichten und Ähnliches klagen. Jetzt gibt es

dazu deutliche Zahlen: Das Institut für Arbeitsmarkt- und

Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hat

Unternehmen befragt. Ergebnis: 30 Prozent der

Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden gaben an,

zusätzliches Personal für Verwaltungsaufgaben eingestellt zu

haben. Das entspricht 325.000 Personen. Das Ifo-Institut

schätzt, dass Deutschland durch die Bürokratie jährlich eine

Wirtschaftsleistung von 146 Milliarden Euro entgeht.

Andererseits hat Bürokratie viele Vorteile. Sie schützt vor

Willkür, ermöglicht bessere Prozesse durch Datengewinnung

und unterstützt die Einhaltung von Gesetzen. Das Lieferkettengesetz

hat zum Beispiel nachweislich die Lebensqualität

von Arbeitern in Ecuador verbessert, die nach Klagen

nicht mehr mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln arbeiten

mussten. Das zeigen Untersuchungen unter Mithilfe von

Misereor. Unter Umständen könnte es helfen, bürokratische

Prozesse durch Digitalisierung zu vereinfachen und zu

beschleunigen. Das Ifo-Institut sieht Dänemark als Vorbild:

Hätte Deutschland dessen Digitalisierungsniveau, wäre

unsere Wirtschaftsleistung 96 Milliarden Euro größer. Es gibt

da also Automatisierungspotenzial. Das wollen Unternehmen

auch auf der SPS in Nürnberg heben – wir zeigen in dieser

Ausgabe, welche Innovationen für die produzierende

Industrie dort zu sehen sein werden. Viel Spaß beim Lesen,

Ihr Miles Meier

m.meier@vfmz.de


24

EDITORIAL

03 Digital statt formal

SOFTSTARTER

06 VDMA Antriebstechnik wählt neuen Vorstand

07 Menschen, Märkte, Unternehmen

ELEKTRISCHE ANTRIEBSTECHNIK

STEUERN UND AUTOMATISIEREN

10 TITEL Sinamics S220:

High-End-Antriebssystem definiert Performance neu

ANZEIGE

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

16 Predictive Maintenance:

Überwachung ohne Zubehör

TITELBILD

Siemens,

Erlangen

MECHANISCHE ANTRIEBSTECHNIK

GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN

18 100 Jahre Kissling AG:

Tradition trifft Technologie

36 28

4 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


SPECIAL

ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

20 INTERVIEW mit Gebhard Kübler: „Wir verbinden

robuste Sensorik mit smarter Intelligenz“

24 Siebte Achse: Grenzenlose Automatisierung

28 Wellgetriebe: Motion Control Integration mit

Schweizer Präzision

32 Schienenbremsen: Wenn es schnell gehen muss

34 Energieführung für Laufkrane:

Fliegender (Technologie)-Wechsel

36 Einkabellösungen:

Schlüsselinnovation bei Steckverbindern

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

40 Gesteigerte Bahngenauigkeit:

Regelungstechnische Kompensation des

Umkehrspiels von Zahnstange-Ritzel-Antrieben

SERVICE

MEIN TIPP

Predictive Maintenance soll für mehr Effizienz

und weniger Ausfälle sorgen. Ein namhafter

Antriebsspezialist erklärt seinen Weg zum

smarten Antriebsstrang. Dabei zeigt er, wie

Getriebemotoren ohne externe Sensorik überwacht

werden können – von der Lebensdauerberechnung

über Frequenzanalysen bis zur

KI-gestützten Echtzeitanalyse. Der Artikel gibt

Einblicke in aktuelle Entwicklungen von Software-Tools

und Technologien, wie etwa einem

Getriebemotor mit integriertem Beschleunigungssensor.

Mehr lesen Sie ab Seite 16.

Felix Berthold, Redakteur, F.Berthold@vfmz.de

38 Impressum

Weltbewegend

Für ein harmonisches Antriebssystem

bei Mobility-Anwendungen brauchts ein

reibungsloses Zusammenspiel von Elektroantrieben,

Motion Controller, Master Controller,

Sensoren und Batteriemanagement-Systemen.

Zum Glück bieten wir all dies an.

mobilitysolutions.maxongroup.de

SPS Nürnberg

25.– 27. November 2025

Halle 3, Stand 468

Precision Drive Systems


VDMA

VDMA ANTRIEBSTECHNIK

WÄHLT NEUEN VORSTAND

Auf der Mitgliederversammlung des Fachverbands Antriebstechnik

in Augsburg wurde Bernd Neugart (Bildmitte),

Geschäftsführer der Neugart GmbH, für eine weitere

Amtsperiode von 2025 bis 2029 zum Vorsitzenden

des Fachverbandsvorstands gewählt. Mit seiner Wiederwahl setzt

der Verband auf Kontinuität und Erfahrung in der Führung. Zum

stellvertretenden Vorsitzenden wurde Andreas Evertz (l.), Group

CEO der Flender International GmbH aus Bocholt, gewählt.

„Mit Bernd Neugart und dem gut vernetzten Vorstand ist unser

Fachverband weiterhin hervorragend aufgestellt. Unter seiner

Leitung erreichte der Fachverband ein neues Rekordniveau von

223 Mitgliedern inkl. 24 Unternehmen aus dem europäischen

Ausland. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und darauf,

gemeinsam wichtige Branchenthemen voranzubringen“,

sagt Hartmut Rauen (r.), Geschäftsführer des Fachverbands Antriebstechnik

im VDMA.

„Die Antriebstechnik wird intelligenter, vernetzter und nachhaltiger.

Unsere gemeinsame Arbeit im VDMA ist der beste Antrieb,

um die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts zu sichern“,

betont Bernd Neugart, Vorstandsvorsitzender Fachverband

Antriebstechnik im VDMA.

UMSATZENTWICKLUNG UND PROGNOSE

Die Industrie am Standort Deutschland, auch die Antriebstechnik,

steht unter erheblichem Wettbewerbsdruck: Ständige Störungen

globaler Lieferketten, hohe Energie-, Material- und Büro-

Der Vorsitzende der Antriebstechnik im VDMA, Bernd Neugart, zwischen

seinem Stellvertreter Andreas Evertz (l.) und Hartmut Rauen (r.)

kratiekosten sowie Fachkräftemangel stellen die Unternehmen

vor große Herausforderungen. Dennoch gelingt es, die steigende

Nachfrage nach energieeffizienten Antriebslösungen und die rasche

Umsetzung digitaler Anwendungen zu realisieren und positive

Impulse zu setzen. Die Branche ist engagiert in der Forschung,

dank Forschungszulage und industrieller Gemeinschaftsforschung

in der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA).

Nach einem nominalen Umsatzrückgang im Jahr 2024 von real

Minus 11 Prozent und einem prognostizierten Rückgang von real

minus fünf Prozent für 2025 hofft die Branche mit ihren rund

90.700 Beschäftigten im kommenden Jahr auf ein leichtes Wachstum

von real einem Prozent. Das aktuelle Produktionsvolumen

liegt bei 17 Mrd. Euro.

ANTRIEBSTECHNIK STELLT DIE WEICHEN

Die Branche setzt auf Digitalisierung der Produkte und Prozesse,

Elektrifizierung und Künstliche Intelligenz sowie auf Nachhaltigkeit.

Predictive Maintenance ist gelebte Praxis, Digitalisierung

integraler Bestandteil jeder Neuentwicklung. VDMA-Initiativen

fördern Innovation und Vernetzung. Das Thema Nachhaltigkeit

bleibt ein zentrales Entwicklungsziel, Energieeffizienz, Recyclingfähigkeit

und CO 2

-Bilanzen prägen die Produktentwicklung.

Zunehmend gewinnen auch umfassende Systemlösungen –

vom Energiemanagement bis zur Steuerung – an Bedeutung. Angesichts

globaler Herausforderungen wie Zollstreitigkeiten und

Konkurrenz aus China sieht es der VDMA als entscheidend an,

jetzt die Weichen zu stellen, um Europa als Industrie- und Innovationsstandort

zu stärken.

www.vdma.eu

Design with Sketcher

DYNAMIC

SEAMLESS

INTERACTIVE

DER VORSTAND DES VDMA FACHVERBANDS

ANTRIEBSTECHNIK FÜR DEN TURNUS 2025 – 2029:

Vorsitzender: Bernd Neugart, Neugart GmbH, Kippenheim

Stellvertreter: Andreas Evertz, Flender International GmbH, Bocholt

Andreas Baumüller, Baumüller Nürnberg GmbH, Nürnberg

Thomas Berger, Harmonic Drive SE, Limburg

Frank Golüke, Siemens AG, Erlangen

Dr. Jörg Hermes, SEW-Eurodrive GmbH & Co KG, Bruchsal

Nadine Korell, SKF GmbH, Schweinfurt

Christoph Krücken, Eich Rollenlager GmbH, Hattingen

Fabian Maurer, Ringspann GmbH, Bad Homburg

Andreas Moser, ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen

Dr. Robert Rank, Stromag GmbH, Unna

Andreas Röllgen, The Timken Company, Colmar

Alexander Sagel, Renk Group AG, Augsburg

Nicola Warning, KTR Systems GmbH, Rheine

Rainer Wegener, Stöber Antriebstechnik GmbH + Co. KG, Pforzheim

Cornelius Weitzmann, Voith GmbH & Co. KGaA, Heidenheim

Sascha Zaos, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Schweinfurt

6 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


SOFTSTARTER

NEUER WINDKRAFTLAGER-PRÜFSTAND

IN DÄNEMARK

23. INTERNATIONALE DICHTUNGSKONFERENZ

(ISC 2026): CALL FOR PAPERS

Schaeffler hat als Partner des Lindø Offshore Renewables

Center (LORC) einen der weltweit leistungsfähigsten

Prüfstande für Rotorlagerungen im dänischen Lindø in

Betrieb genommen. Wichtiger Bestandteil des ganzheitlichen

Closed-Loop-Engineerings ist die Zusammenarbeit

mit Partnern und Kunden – in Lindø konkret mit LORC

und R&D Test Systems. Schaeffler hat die Spezifikationen

des Prüfstands maßgeblich definiert und ist der erste

Nutzer, der hier von nun an exklusiv in Kooperation mit

Windkraft-OEMs Rotorlagerungen für die nächsten

Generationen an Windkraftanlagen testet. Herzstück ist

die 560 Tonnen schwere Prüflast-Einheit. Sie misst 16 m

in der Länge, ist 9 m breit und mehr als 8 m hoch. Sie

wurde von den drei Projektpartnern eigens entwickelt,

um die extremen Belastungen zu simulieren, denen die

Rotorlagerungen von Windkraftanlagen an Land und vor

allem auf hoher See ausgesetzt sind. Dem Lagerungssystem

des Rotors kommt im gesamten Antriebsstrang

eine besondere Bedeutung zu: Hier summieren sich alle

Kräfte und Momente aus dem Rotor, der bis zu 300 m

Durchmesser erreicht.

www.schaffler.de

Vom 30. September

bis 1. Oktober 2026

findet in der Filderhalle

Leinfelden-

Echterdingen die 23.

International Sealing

Conference (ISC

2026) statt. Veranstaltet

wird sie vom

Fachverband

Fluidtechnik im

VDMA, gemeinsam mit dem Institut für Maschinenelemente

(IMA) der Universität Stuttgart unter der wissenschaftlichen

Leitung von Prof. Dr.-Ing. Frank Bauer. Unter dem Leitthema

„Sealing the Future – Facing the Challenges of Tomorrow“ widmet

sich die ISC 2026 den aktuellen und künftigen Herausforderungen

der Dichtungstechnik. Steigende Anforderungen an Energieeffizienz,

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sowie technologische

Trends wie Industrie 4.0, IoT und Elektromobilität verändern die

Entwicklung moderner Dichtungssysteme grundlegend. Ziel der

Konferenz ist der intensive Wissenstransfer zwischen Forschung,

Industrie und Anwendern, um gemeinsam Lösungen für die

Zukunft der Fluidtechnik zu gestalten. Beiträge sind in Themenfeldern

wie Materialien und Oberflächen, Reibung und Verschleiß,

Simulation, Standardisierung oder praktische Anwendungen

willkommen. Autorinnen und Autoren können ihre Abstracts

(max. 2.000 Zeichen) bis zum 2. Februar 2026 einreichen. Alle

eingereichten Beiträge erscheinen in den Tagungsunterlagen und

erhalten eine DOI; auf Wunsch ist ein Peer-Review-Verfahren

möglich, um wissenschaftliche Anerkennung sicherzustellen. Die

ISC 2026 bietet damit Forschenden, Herstellern und Anwendern

eine einzigartige Plattform, um neueste Erkenntnisse aus

Wissenschaft und Industrie zu präsentieren und zukünftige

Entwicklungen der Dichtungstechnik aktiv mitzugestalten.

www.sealing-conference.com

Pure

motion.

Powerful

integration.

SPS 2025

Halle 7

Stand 391

Lenze bringt Bewegung auf

ein neues Level.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit unseren Motion-

Lösungen Ihre Maschinen intelligenter vernetzen,

dynamischer bewegen und wirtschaftlicher betreiben.

Erleben Sie unser hocheffizientes Motor Drive

System IE5/IE6 sowie unsere leistungsstarken

Servoumrichter i950 multi drive und vieles mehr.

Treffen Sie unsere Experten persönlich und

entdecken Sie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Neugierig geworden?

Besuchen Sie uns auf der SPS 2025.


SOFTSTARTER

VERNETZEN SIE SICH MIT

20 JAHRE

SMARTFACTORY

Die Smartfactory

Kaiserslautern feierte im

September ihr 20-jähriges

Bestehen. Mehr als

100 Gäste aus Politik,

Wirtschaft und Wissenschaft

nahmen an der

Jubiläumsveranstaltung teil. Die Jubiläumsfeier verdeutlichte,

dass die Smartfactory eine beeindruckende Geschichte geschrieben

hat und auch künftig wichtige Impulse für die

digitale Transformation der Industrie liefern will. Neben einem

abwechslungsreichen Rahmenprogramm stand ein Talk mit

Prof. Detlef Zühlke im Mittelpunkt. Das Gespräch mit dem

Gründer der Smartfactory Kaiserslautern gewährte persönliche

Einblicke in die Anfänge und die Vision, die das heutige

Innovationsnetzwerk geprägt haben. Abgerundet wurde die

Zeitreise durch 20 Jahre SFKL von Prof. Florian Mohr und

Dr. Jesko Herrmann. Die Forschungseinrichtung bezeichneten

sie als Karriereleiter, die sich gut erklimmen lässt. Vorausgesetzt

sind die Bereitschaft zu Überstunden und Verantwortung

zu übernehmen.

www.smartfactory.de

SEW-EURODRIVE TEIL DER CTRLX WORLD

SEW-Eurodrive

wird Teil des

Partnernetzwerks

ctrlX

World von

Bosch Rexroth

und ergänzt

das bestehende

Angebot an

Hardware,

Software und

Apps für komplette Automatisierungslösungen um Frequenzumrichter

und Getriebemotoren. Zusätzlich werden weitere

Antriebe von SEW-Eurodrive sowie eine App für den ctrlX OS

Store folgen, mit der sich Antriebe künftig gemäß CiA-Standard

(CAN in Automation), konkret dem Profil CiA 402, einfach

über ein modernes Frontend ansteuern lassen. Anwender

erhalten damit erweiterte Möglichkeiten bei der Steuerung

und Diagnose von Antrieben. Über Hardware, auf der das

Linux-Betriebssystem ctrlX OS von Bosch Rexroth läuft,

können mehrere Antriebe von SEW-Eurodrive zentral adressiert

werden. Steffen Winkler, Vertriebsleiter der Business Unit

Automation & Electrification Solutions bei Bosch Rexroth:

„Mit SEW-Eurodrive begrüßen wir ein etabliertes Unternehmen

der Antriebs- und Automatisierungstechnik in unserer

Partnerwelt ctrlX World. Kunden profitieren von der wachsenden

Lösungsvielfalt, aus der sie herstellerunabhängig die für

die jeweilige Anwendung optimalen Komponenten und

Funktionsbausteine auswählen.“

www.sew-eurodrive.de

www.antriebstechnik.de

digital.antriebstechnik.de

DIETER HODDE GEHT IN DEN RUHESTAND

www.antriebstechnik.de/facebook

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we couple the drive.

Bei uns bekommen Sie die optimale

Präzisionskupplung für Ihre Anwendung.

Metallbalgkupplungen

Schlitzkupplungen

Elastomerkupplungen

Gelenkkupplungen

Kreuzschieberkupplungen

26 Jahre lang leitete Dieter Hodde die MBS-Hodde GmbH &

Co. KG in Stemwede-Levern. Nun verabschiedet er sich in den

Ruhestand, wie das Unternehmen mitteilte. Offiziell trat er im

Jahre 1973 in die Firma Herbert Hodde Transformatoren ein,

die sein Vater 1950 als Rundfunkmechaniker- und Elektrobetrieb

gegründet hatte. Schon früh erkannte der Firmengründer

das Potenzial der Spulentechnik und begann mit der

Herstellung von Transformatoren, Spulen und Übertragern.

„Kontinuierliches Wachstum und das Miteinander in unserem

Team waren für mich immer das Fundament unseres Erfolgs“,

betont Dieter Hodde anlässlich seiner Verabschiedung. Bereits

Anfang 2024 erfolgte der strategische Zusammenschluss mit

der MBS AG & Co. KG, einem weltweit führenden Hersteller

von Niederspannungswandlern und Messumformern. Durch

diese Partnerschaft kann das Unternehmen seinen Kunden

nun eine größere Produktvielfalt anbieten und noch gezielter

auf individuelle Anforderungen eingehen.

www.mbs-hodde.de

8 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


KINDERBUCHREIHE MACHT

MASCHINENBAU EMOTIONAL ERLEBBAR

Die DVS Technology Group hat auf der EMO Hannover die

Kinderbuchserie „Zahni – Das Geheimnis der perfekten

Verzahnung“ vorgestellt. Die siebenteilige Reihe erklärt

Fertigungstechnologien kindgerecht und fand bei

Messebesuchern großen Anklang. Im Mittelpunkt steht

Zahni, ein Metallrohling, der durch das Land Zerspania

reist und Freunde trifft, die verschiedene Bearbeitungstechnologien

verkörpern. So werden komplexe Prozesse

wie Drehen, Schleifen, Härten oder Honen spielerisch

erklärt. Mit dem Projekt verbindet die DVS Technology

Group Beruf und Privatleben: Mitarbeitende sind nicht

nur Fachkräfte, sondern auch Eltern und Wertevermittler.

Das Buch schafft ein Format, das Technik zum Abenteuer

macht, Familien einbindet und einen Generationendialog

anstößt – etwas, das klassische Kommunikationsmittel

nicht leisten können. Die Buchreihe stärkt

Nachwuchsförderung, Employer Branding und das Image

des Maschinenbaus. Nach

dem erfolgreichen Start soll

Zahni nun auch auf

weiteren Messen, international

sowie über digitale

Kanäle verbreitet werden –

ergänzt durch weitere

Episoden, Malvorlagen und

digitale Inhalte.

www.dvs-technology.com

INDUSTRIEKRISE LÄHMT MASCHINENBAU

KIMO.indd 1 18.04.2017 14:40:18

Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau

trübt sich weiter ein. Laut der neuen VDMA-

Konjunkturerhebung bewerten nur 23 Prozent

der insgesamt 877 Unternehmen die aktuelle

Lage als „sehr gut“ oder „gut“ (Juli: 26 Prozent).

Auch die Aussichten haben sich spürbar

verschlechtert. Mit 61 Prozent erwartet

deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen

in den nächsten sechs Monaten keine Veränderung

der Situation. Nur noch etwa jedes fünfte Unternehmen ist

optimistisch mit Blick auf die nächsten sechs Monate (Juli: 29 Prozent).

Etwa 18 Prozent erwarten eine Eintrübung der Lage. Im laufenden

Jahr rechnen rund 35 Prozent der Unternehmen mit einem

nominalen Umsatzrückgang, 27 Prozent sehen eine Stagnation als

realistisch an und 38 Prozent erwarten ein Umsatzwachstum. Für

2026 halten 55 Prozent ein nominales Umsatzwachstum für möglich.

Bild: Kzenon – stock.adobe.com

www.vdma.org

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STEUERN UND AUTOMATISIEREN

TITEL

Dr. Guido Stöppler, Systemmanager

Sinamics S220, Siemens AG

10 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


TITEL

STEUERN UND AUTOMATISIEREN

SINAMICS S220

HIGH-END-ANTRIEBSSYSTEM

DEFINIERT PERFORMANCE NEU

Mit der neuen Multiachs-Control-

Unit CU320-3 will Siemens das

Antriebssystem Sinamics S220 auf

ein neues Leistungsniveau heben.

Dank innovativer Motor Module

und Line Module sowie neuer

Funktionen in Safety, Security und

Usability ermöglicht das System

künftig hochdynamische, präzise

und platzsparende Motion-Control-

Lösungen – energieeffizient,

vernetzbar und zukunftsfähig.

Seit über zwei Jahrzehnten gilt das Antriebssystem

Sinamics S120 als verlässlicher Maßstab für anspruchsvolle

Motion-Control-Anwendungen. Mit dem neuen

Sinamics S220 präsentiert Siemens nun den technologisch

konsequent weiterentwickelten Nachfolger – ein High-

End-System mit zukunftsweisender Architektur, das neue

Maßstäbe in Performance, Präzision und Flexibilität setzt.

Ob im Werkzeug- und Produktionsmaschinenbau, in der

Prozessindustrie oder darüber hinaus: Sinamics S220 ist bereit

für die nächste Generation industrieller Antriebstechnik.

Die Kernbotschaft von Siemens lautet: Performance meets

Perfection – Powerful. Precise. Progressive.

Sinamics S220 überzeugt nicht nur durch technische Innovationen,

sondern auch durch seine außergewöhnliche Vielseitigkeit:

Das System ist für nahezu alle Industriezweige geeignet

– von der Automobilfertigung über die Lebensmittelund

Getränkeindustrie bis hin zur Intralogistik.

Dank seiner modularen Architektur und hohen Skalierbarkeit

lässt sich Sinamics S220 flexibel an unterschiedlichste

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/08 11


STEUERN UND AUTOMATISIEREN

TITEL

Anforderungen anpassen – und bietet damit eine zukunftssichere

Lösung für moderne Produktionsumgebungen.

Siemens will mit diesem System die Maßstäbe für leistungsstarke,

intelligente und branchenübergreifende Antriebs technik

neu definieren.

MODULARITÄT UND LEISTUNG

Das durchgängig modulare Portfolio wurde komplett überarbeitet.

Im unteren Leistungsbereich bis 110 kW bleibt die kompakte

Booksize-Bauform erhalten – nun mit bis zu 42 % weniger

Gewicht und deutlich reduziertem Platzbedarf. Zusätzliche

Slim-Varianten mit nur 50 mm Breite bieten höchste Stromdichte

auf minimalem Raum. Siemens überzeugte damit bereits

den Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori, seine neue

Fahrständermaschine DMF 400/11 FD mit Sinamics S220

Modulen auszustatten. Dadurch ließ sich die doppelte Achsenanzahl

auf gleicher Fläche unterbringen.

Auch die im Verhältnis ähnlich kompakten neuen Chassis

Module erweitern den Leistungsbereich auf bis zu 900 kW bei

3 AC 400 V und bieten bis zu 100 kW mehr Leistung bei reduziertem

Volumen und höherer 2 kHz Pulsfrequenz. Flexible

Konfiguration durch granulare Leistungsabdeckung, achtfache

Parallelschaltung (7 MW) und intelligente Netzfilter mit Drive-

Cliq-Schnittstelle sichern optimale Systemintegration.

Parallel dazu revolutionieren die innovativen Universal

Module (UMO) die Ersatzteillogistik: Ein UMO wird per Elektronikkarte

wahlweise zum Motor Modul oder Active Line

Modul. Sechs UMOs genügen, um das gesamte Sinamics S220

Leistungsspektrum (14 Motor Module, 12 Active Line Module)

abzudecken, was Lagerhaltung und Wartung erheblich vereinfacht.

Für schlüsselfertige Lösungen und schnelle Inbetriebnahme

bietet die Sinamics S220 Familie Cabinet Module. Diese

Schrankgeräte mit einer Höhe von zwei Metern nutzen die

Sinamics S220 Chassis Leistungsteile und können eine Schutzklasse

bis IP54 erreichen. Sie erfüllen höchste Produktanforderungen

und bieten maximale Flexibilität: individuelle Anpassung

durch vielfältige Optionen, vereinfachten Anschluss dank

werksseitiger Vorverdrahtung sowie vielseitige Anpassung an

Applikationen durch zum Beispiel variable Line Module Aufbaurichtung

sowie optionale NEMA-Konformität.

01

01 Dank erweiterter Safety-Architektur und neuen Funktionen

effizienter, schneller und komfortabler zu funktionaler Sicherheit

02 Durchgängig virtuell: Digitale Zwillinge und standardisierte

Simulationsmodelle ermöglichen durchgängige virtuelle Auslegung,

was Fehler reduziert und den Engineering-Aufwand verringert

03 Mehr Rechenleistung für schnellere Regelungen und

Reaktionen für bis zu 12 Achsen inklusive digitalem Zwilling

enthält die Multiachs-Control-Unit CU320-3

02


MEHR RECHENLEISTUNG, MEHR DYNAMIK

Die neue Multiachs-Control-Unit CU320-3 bietet künftig deutlich mehr Rechenleistung.

Dadurch laufen Regelungen schneller, werden Sensordaten zügiger verarbeitet

und Reaktionen auf Prozessänderungen verkürzt. Statt sechs lassen sich

dann 12 Achsen hoch präzise und dynamisch synchronisieren. Die Kommunikation

erfolgt über Drive-Cliq Express mit bis zu einem GBit/s.

Ein innovatives Testpulsverfahren mit drei Spannungssensoren je Achse ermöglicht

eine Regelgüte fast wie mit Encoder – ohne dessen Kosten und Aufwand. Das

macht das System robuster und energieeffizienter. Dank höherer Rechenleistung

können DCC-Blöcke (Drive Control Chart) schneller oder in größerer Anzahl verarbeitet

werden. DCC ermöglicht die Projektierung freier Logiken und technologischer

Funktionen direkt im Antrieb. Mit dem Optionspaket Positioning Advanced

ist dann auch eine performante geberlose Lageregelung möglich – sowohl Controller-

als auch Drive-basiert.

Die Control Unit CU320-3 reduziert den Safety-Takt von 12 ms auf vier ms – für

kürzere Reaktionszeiten und höhere Produktivität. Sinamics S220 erfüllt SIL3/PL e

und eine neue Safety-Architektur ermöglicht automatische Tests im Hintergrund.

Damit muss die Produktion nicht mehr für Prüfzyklen unterbrochen werden. Alle

Safety-Funktionen sind fortan offline parametrierbar, was das Engineering vereinfacht,

und wertvolle Zeit spart.

KOMFORT VON INBETRIEBNAHME BIS DIAGNOSE

Im TIA Portal führen neue Assistenten intuitiv durch die Inbetriebnahme und eine

Undo-Funktion vereinfacht Korrekturen. Das Smart Drive Interface (SDI) ist in

zwei Varianten verfügbar: Das SDI S220 ist ein 2,4“-Panel, das direkt auf der

CU320-3 sitzt und nicht abgesetzt betrieben werden kann. Im Gegensatz dazu

bietet das SDI Pro mit 5,5“ nicht nur ein größeres Display, sondern auch die Möglichkeit

zur abgesetzten Installation, etwa in der Schaltschranktür – inklusive passendem

Einbaukit von Siemens; sowie die drahtlose Bedienung via WLAN-Hotspot

und Webserver, beispielsweise via Tablet.

Der Sinamics S220 verfügt über eine Vielzahl an integrierten Sicherheitsfunktionen,

die im Zusammenspiel mit den anderen Komponenten und Maßnahmen in

der Maschine die Resilienz gegenüber Cybersecurity Risiken erhöhen.

DIGITALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT INTEGRIERT

Mit digitalen Zwillingen und standardisierten Simulationsmodellen ermöglicht

das neue High-End-Antriebssystem Sinamics S220 eine durchgängige virtuelle

Auslegung. Das reduziert Fehler, den Engineering-Aufwand und verkürzt letztlich

die Time-to-Market. Die Zustandsüberwachung erfolgt oft allein basierend auf Antriebsdaten,

lokal oder via Cloud. So lassen sich Ausfälle frühzeitig erkennen und

vermeiden und die Wartungskosten um bis zu einem Drittel senken. Für OEMs erschließen

sich damit neue Service-Geschäftsmodelle.

Nachhaltigkeit umfasst neben energieoptimierter Nutzung auch den Einsatz

ressourcenschonender Materialien sowie hohe Reparatur- und Recyclingfähigkeit.

Eine Environmental Product Declaration (EPD) Typ II nach ISO 14021 zeigt die

Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus transparent auf. Und spezielle

Industrial-Edge-Applikationen ermöglichen zudem die einfache Erfassung

und Visualisierung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.

TEIL DES SIEMENS XCELERATOR PORTFOLIOS

Das High-End-Antriebssystem Sinamics S220 ist modular skalierbar und unterstützt

offene Kommunikationsstandards sowie digitale Workflows. Die ganzheitliche

Systemlösung mit hoher Energieeffizienz und Benutzerfreundlichkeit ist

daher Teil des Siemens Automatisierungs-Ökosystems Xcelerator.

Das Sinamics S220 Portfolio wird in den kommenden Jahren kontinuierlich erweitert

– unter anderem um zusätzliche Motor Module und Line Module (auch in

690 V-Ausführung und mit Flüssigkeitskühlung), sowie Drive-Cliq, Terminal und

Voltage Sensing Module.

Bilder: Siemens

www.siemens.com

03

DIE IDEE

„Siemens stellt sein neues High-End-

Antriebssystem Sinamics S220 vor:

Ein nahtlos durchgängiges Portfolio

aus Motor Modulen, Line Modulen

und weiteren peripheren Modulen,

getrieben von einer schnellen

Multiachs-Control-Unit, deren

Leistung und Funktionalität

Maßstäbe setzen. Bei bester

Usability. Sinamics S220 lässt sich

umfassend digital simulieren und

unterstützt hochdynamische

Datenanalysen, lokal oder via Cloud.

Robuste Cybersicherheit an Bord

schützt vor Bedrohungen, erweiterte

Safety-Funktionen sorgen für

zuverlässig sicheren Betrieb. Dabei

sind alle Komponenten auch noch

deutlich leichter und kompakter.

Damit realisieren OEMs wie

Anwender anspruchsvollste

Motion-Control-Aufgaben künftig

einfacher, flexibler, effizienter,

wirtschaftlicher und nachhaltiger

denn je.“

Dr. Guido Stöppler, Systemmanager

Sinamics S220, Siemens AG

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/08 13


MARKTPLATZ

BAUGRÖSSE 60 FÜR RK MONOLINE MT

RK Rose+Krieger hat sein

Lineareinheiten-Programm

RK Monoline MT

um eine kompaktere

Baugröße erweitert.

Die RK Monoline MT 60

erschließt enge Bauräume

bei gleichbleibend hoher

Lasttragfähigkeit. Damit können Linearachsen und Mehrachssysteme

passgenauer dimensioniert werden. Die neue Bau -

g röße eignet sich für alle Applikationen, die Linearführungen

mit kompakteren Abmessungen erfordern oder bei denen eine

RK Monoline MT 80 überdimensioniert ist. Die dynamische

Belastungsgrenze der Baugröße 60 liegt in Achsrichtung bei

100 kg (1.000 N); Hübe sind bis zu 5,5 Meter möglich. Die

Rollenführungs-Komponenten verfügen über einen Zahnriemenantrieb

in Omega-Form. Das heißt, der Zahnriemen

läuft nicht um, sondern ist beidseitig an der Endplatte fixiert.

Der Antrieb sitzt am Schlitten und kann variabel an zwei Seiten

angebaut werden. Das Prinzip ermöglicht es, dass sich die

Achse mit mehreren Schlitten bestücken lässt. Die Linearachsen

der Reihe RK Monoline MT erlauben hohe Verfahrgeschwindigkeiten

von bis zu 5 m/s mit einer maximalen Beschleunigung

von 15 m/s². Durch ihr gleichmäßiges Laufverhalten erzielen

sie eine Wiederholgenauigkeit von ±0,05 mm. Speziell für

den vertikalen Einsatz lassen sich alle Baugrößen der RK

Monoline MT mit dem Halteelement RK Safelock ausrüsten,

die unabhängig von der Motorbremse arbeitet.

www.rk-rose-krieger.com

IO-LINK SAFETY MASTER

Die rasche Inbetriebnahme

modularer, dezentraler Produktionsanlagen

ist wichtig für die

digitalisierte Industrieproduk -

t ion. Im IO-Link Safety System

von Pilz steht dafür ein IO-Link

Safety Master zur Verfügung.

Mit dem PDP67 lässt sich die

bidirektionale Kommunikation

bis in die Feldebene einfach

umsetzen. Als dezentrale

Schnittstelle zur übergeordneten

Sicherheitssteuerung ermöglicht

er unterschiedliche Anschlüsse

wie beispielsweise Sicherheitssensoren

mit IO-Link Safety oder auch Standard-IO-Link

Sensoren oder Aktoren. Anwender profitieren von einer flexibel

gestaltbaren, nahtlosen und sicheren Kommunikation ins Feld

bis zur höchsten Sicherheitskategorie PLe/SIL3 – gleich ob

sicherheitsgerichtete oder Standard-Kommunikation.

Der IO-Link Safety Master von Pilz erweitert die Funktionen

eines herkömmlichen IO-Link-Masters um die Möglichkeit der

sicheren Kommunikation im Bereich der funktionalen Sicherheit.

Zur Verfügung stehen vier IO-Link Safety Ports (Class A)

und zusätzlich vier Ports mit jeweils zwei konfigurierbaren

sicheren digitalen Ein- oder Ausgängen. Sensoren und Aktoren

teilen sich je nach Bedarf denselben Anschluss. Anwender

können so ihr Design flexibler gestalten und erweitern.

www.pilz.com

INTELLIGENCE THAT MOVES

SMART INTEGRATED BRUSHLESS MOTORS

WWW.ROTEK-MOTOREN.DE

200

UP TO

WAT T

KOMPAKTE LASER-DISTANZSENSOREN MIT

IO-LINK

Der Laser-Distanzsensor

OptoNcdt ILR1040 von

Micro-Epsilon überzeugt

durch seine kompakte

Bauweise und hohe

Präzision in unterschiedlichsten

Einsatzbereichen –

von Automatisierung und

Logistik über erneuerbare

Energien bis hin zu Bau maschinen. Durch seine hohe Stabilität,

auch bei wechselnden Umgebungsbedingungen, bietet er eine

zuverlässige Lösung, auch für OEM- und Serienanwendungen.

Der Laser-Distanz sensor misst große Distanzen bis zu 10 m, mit

Reflektor bis zu 60 m. Eingesetzt wird er in den Bereichen

Automatisierung, Baumaschinen, Logistik oder Erneuerbare

Ener gien. Der Sensor liefert genaue Ergebnisse mit hoher

Signal stabilität auf zahlreichen Oberflächen. Der ILR1040

arbeitet mit einem Streulichtfilter, der zu stets eindeutigen und

reproduzierbaren Messergebnissen führt, auch bei schwierigen

Umgebungsbedingungen wie unterschiedlicher Oberflächenbeschaffenheit,

dunklen Flächen oder Fremdlicht. Die kompakte

Bauweise und das geringe Eigengewicht des Sensors sowie der

drehbare Kabelabgang ermöglichen eine flexible Montage des

Sensors in zahlreichen Einbausituationen. Bedient wird der

Sensor intuitiv über Tasten und LEDs oder per Software. Der

Laser-Distanzsensor ist auch für raue Industrieumgebungen

konzipiert. Er kann in einem Temperaturbereich von -30 bis

+60 °C eingesetzt werden, zudem ist er mit den Schutzarten

IP67, IP69 und IP69K verfügbar.

www.micro-epsilon.de

14 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


MARKTPLATZ

NEUE IE5-MOTOREN: KOMPAKT UND

NACHHALTIG

ABB hat ihr IE5-SynRM-Motorenportfolio

um drei kleinere

Baugrößen (90, 100, 112) sowie

den Leistungsbereich für die

Motoren mit 3.000 Umdrehungen

erweitert, die nun Leistungen

von 0,75 bis 450 kW

abdecken. Damit steht den

Kunden ein breites Angebot an

magnetfreien Motoren zur Verfügung, die außerdem keine

Seltenen Erden benötigen. Mit den erweiterten Leistungs- und

Drehzahloptionen eignen sich die Motoren hervorragend für

Pumpen, Lüfter und Kompressoren ‒ kombinierbar mit ABB­

Frequenzumrichtern für maximale Leistung. Nach Aussage des

Herstellers reduzieren IE5-SynRM-Motoren die Energieverluste

im Vergleich zu IE3-Motoren um bis zu 40 Prozent. So könne

ein einziger 90-kW-Motor beispielsweise die CO₂-Emissionen

über 15 Jahre um bis zu 72.000 kg reduzieren. Industriestandorte

haben in der Regel neben größeren oft Dutzende oder

sogar Hunderte kleinerer Motoren in Betrieb, wodurch sich

diese Einsparungen und Klimavorteile vervielfachen.

www.abb.com

HÖHERE LEISTUNGSDICHTE DURCH

FLÜSSIGKEITSKÜHLUNG

Baumüller zeigt auf

der SPS 2025 drei

neue Motorentypen

und positioniert sich

mit seinem umfangreichen

Motorenbaukasten

als adaptionsstarker

Antriebspartner.

Als besonderes

Highlight informiert der Motorenspezialist über die Option,

seine Motoren mit einer Flüssigkeitskühlung auszustatten. Der

Hersteller bietet sowohl bei seinen Servomotoren als auch bei

seinen Torquemotoren und Hauptantrieben die Möglichkeit, die

Leistungsdichte durch die Kühlung mit Wasser oder Öl zu

steigern. Daneben stellt Baumüller besonders für Hersteller von

elektrischen Spritzgießmaschinen und Extrudern sowie für die

Umformtechnik eine Lösung vor, die die Anschlussleistung und

damit die Betriebskosten reduziert: Die b maXX 6800 Servoantriebe

sind Teil der aktuellen b maXX 6000 Serie und ähnlich

wie die Monogeräte b maXX 6500 auf hohe Leistungen

ausgelegt.

www.baumueller.com

AKTIV IN DER MEDIZINTECHNIK

Portescap ist spezialisiert auf Präzisionsmotoren für fortschrittliche Medizintechnik. Bürstenlose

Gleichstrommotoren (BLDC) ohne Nuten eliminieren Rastmomente und erreichen auf diese

Weise eine große Laufruhe. Andererseits sind die genuteten BLDC-Motoren des Herstellers

standardmäßig für über 1.000 Autoklav-Zyklen ausgelegt. Miniaturisierung wird in der Medizinrobotik

immer wichtiger. Bei herkömmlichen Motoren erschwert dies das Wärmemanagement

und erhöht den Montageaufwand, während die bürstenlosen Motoren Ultra EC von Portescap

von vornherein in diesen Aspekten optimiert sind. Die bürstenbehafteten Gleichstrommotoren

und Schrittmotoroptionen von Portescap liefern sichere Drehmomente für Dosier- und Einmal-Anwendungen wie beispielsweise

Einweg-Injektoren. Kundenindividuelle Antriebslösungen entwickelt Portescap in enger Zusammenarbeit mit der Fachabteilung

des Kunden.

www.portescap.com


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

PREDICTIVE MAINTENANCE

ÜBERWACHUNG

OHNE ZUBEHÖR

Mehr Effizienz, weniger Ausfälle – mit diesem Ziel vor Augen entwickelt Stöber

Predictive Maintenance konsequent weiter. Dazu haben die Antriebsspezialisten

mehrere Ausbaustufen definiert: Sie überwachen den Antriebsstrang

kontinuierlich und leiten basierend auf der Analyse der relevanten Prozess- und

Maschinendaten Wartungsempfehlungen ab. Stöber verfolgt damit die Strategie

einer integrierten Lösung, die keine externe Sensorik oder Zubehör benötigt.

Tim Lang, Abteilungsleiter System & Test bei Stöber, und sein Team fragten sich:

„Wie gelingt es uns, mit Predictive Maintenance den Übergang von der reinen

Zustandsüberwachung zu einer realen zustandsorientierten Instandhaltung für

den Antriebsstrang zu schaffen?“ Denn um eine höhere Verfügbarkeit, weniger

Instandhaltungsaufwand und längere Lebenszyklen zu erreichen, wird die Vorhersehbarkeit

für Anwenderinnen und Anwender immer wichtiger. Um Fragen nach dem

Gerätezustand zu beantworten, verfolgt Stöber einen dreistufigen Entwicklungsplan,

dessen zweite Stufe aktuell umgesetzt wird.

MODELLBASIERT ANALYSIEREN

In der ersten Ausbaustufe erhielt der Anwender eine Predictive-Maintenance-Lösung,

die den Getriebemotor eines Antriebssystems überwacht. Seine Lebensleistung wird

über ein analytisches Modell berechnet und in der Software der Antriebsregler durch

den sogenannten Lebensleistungsindikator ausgegeben – dabei handelt es sich um

einen Wert zwischen 0 und 100 Prozent. Ab einem Schwellwert von 90 Prozent empfiehlt

die Software den Austausch des Getriebemotors und stellt diesen Hinweis auch einer

Steuerung in Form eines auslesbaren Parameters zur Verfügung. Diese effiziente Lösung

zur vorausschauenden Wartung erfordert keine externe Sensorik oder zusätzliche Verdrahtung.

„In der zweiten Stufe wird das Rechenmodell um eine aktive Messung ergänzt“,

beschreibt Tim Lang. Dazu integriert Stöber in sein System, das aus Getriebe,

Motor, Kabel und Antriebsregler besteht, einen Beschleunigungssensor. Externe Stromoder

Spannungsquellen sind dabei nicht erforderlich. So können Lagersitze, Verzahnungen

oder auch andere Antriebskomponenten gezielt überwacht werden. „Durch

Frequenzanalysen können wir spektrumsbasiert auf sich ankündigende Schäden schlie-

Silvia Feder, Head of Marketing bei Stöber Antriebstechnik, Pforzheim

DIE IDEE

„Bei Stöber verfolgen wir einen

dreistufigen Entwicklungsplan für

Predictive Maintenance. Am Ende

steht ein Antriebsstrang, der seinen

Zustand selbst erkennt und Daten in

Echtzeit liefert. Schon jetzt können

wir durch eine Kombination von

Rechenmodell und Echtdaten auf

sich ankündigende Daten schließen.

Unter anderem sehen wir, ob ein

Getriebe bereits eingelaufen ist oder

ob sich Verspannungen und Defekte

andeuten. Unsere Lösung ist

update-fähig, und wir entwickeln

sie kontinuierlich weiter.“

Tim Lang, Abteilungsleiter System &

Test bei Stöber

16 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

Antriebsregler, Getriebemotoren, Kabel – der Anwender

erhält Predictive Maintenance aus einer Hand

ßen“, erklärt Tim Lang. „Aktuell befinden wir uns noch in der Prototypenphase.“

Stöber arbeitet dabei eng mit der Dr. Johannes

Heidenhain GmbH zusammen, um gemeinsam einen Getriebemotor

mit integriertem Beschleunigungssensor zu entwickeln.

DAS ZIEL IM BLICK: SMARTER ANTRIEBSSTRANG

„Wir haben unter anderem das analytische Modell verbessert und

die Datenbank auf über 80.000 Kombinationen aus Getriebe und

Motoren erweitert“, sagt Tim Lang. Mit dem neuen LastMatrix-

Analyzer, der in den kommenden Monaten verfügbar sein wird,

können Kunden Last-Matrizen noch einfacher vergleichen, standardisierte

Reports erzeugen und auf Wunsch individuelle Auswertungen

erstellen. Anwenderinnen und Anwender profitieren

von einer einfacheren Bedienung und einer verbesserten Visualisierung.

Stöber wird künftig auch Funktionsbausteine und Beispielprogramme

bereitstellen, mit denen sich die gewonnenen

Daten – insbesondere die Last-Matrizen – auch über EtherCAT

oder Profinet auslesen lassen.

Für den LastMatrixAnalyser bilden die Last-Matrizen eine solide

Datenbasis, um reale Belastungssituationen zu erfassen. Damit

eröffnet die zustandsorientierte Instandhaltung ein breites Spektrum

an Anwendungen, von der Erkennung von Auslegungs- und

Montageeinflüssen bis hin zu aussagekräftigen Langzeitanalysen.

Tim Lang: „Für jede Analyse der Last-Matrizen vergeben Anwenderinnen

und Anwender einen Projektnamen. So lassen sich

einzelne Matrizen eindeutig benennen, beschreiben und mit

allen relevanten Informationen für den Analysereport versehen.

Der LoadMatrixAnalyzer selbst bietet mehrere zentrale Funktionen.

Dazu gehört Darstellung von Lastfällen. Hier werden Drehmoment

und Drehzahl am Getriebeabtrieb über die Zeit in

einem 3D-Diagramm visualisiert – Belastungssituationen werden

so auf einen Blick sichtbar.“

Darüber hinaus können die Normgrenzen für Motor, Getriebe

und Antriebsregler einzeln oder kombiniert eingeblendet werden.

So wird unmittelbar sichtbar, ob sich bestimmte Lastbereiche innerhalb

der zulässigen Werte bewegen oder ob Abweichungen

auftreten, welche genauer betrachtet und individuell bewertet

werden müssen.

Schließlich lassen sich die Ergebnisse direkt im Analyzer dokumentieren.

Dort wird festgehalten, ob es sich etwa um eine unkritische

Momentbelastung handelt oder ob potenzielle Risiken für

einzelne Komponenten bestehen.

Mit dem LoadMatrixAnalyzer lassen sich auch bis zu vier Last-

Matrizen miteinander vergleichen. So wird deutlich, wie sich

Drehzahl und Drehmoment über einen bestimmten Zeitraum

verändert haben. „Das zeigt uns zum Beispiel, ob ein Getriebe

bereits eingelaufen ist oder ob sich Verspannungen und Defekte

andeuten“, beschreibt Stöber Experte Lang. Die Analysen können

anschließend standardisiert als Report im PDF-Format exportiert

werden.

Tim Lang: „Für mich ist das Tool mehr als nur ein Hilfsprogramm

– es ist eine eigenständige Software. Sie ist updatefähig,

und wir entwickeln sie kontinuierlich weiter.“ Die nächsten

Schritte: Stöber wird seine Predictive-Maintenance-Lösungen

künftig KI-gestützt ausbauen. Das Ziel ist ein smarter Antriebsstrang,

der sowohl seinen eigenen Zustand erkennt als auch relevante

Felddaten in Echtzeit liefern kann.

Bilder: Stöber Antriebstechnik

www.stoeber.de

Slim PM trifft High Torque – das Power-

Duo für Ihre Servomotoren. Dank

identischer Schnittstelle

flexibel kombinierbar von

Low- bis High-Torque.

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Das perfekte Duo.


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Für Seilbahnen,

wie hier

die Tafamuntbahn,

liefert die

Kissling AG

Getriebe

100 JAHRE KISSLING AG

TRADITION TRIFFT TECHNOLOGIE

Seit 1925 steht die Kissling AG aus Bachenbülach für Schweizer Präzision im

Getriebebau. In Seilbahnen, Prüfständen und Hochleistungsanlagen – überall dort,

wo Zuverlässigkeit Pflicht ist – kommen Kissling-Getriebe zum Einsatz.

Zum 100-jährigen Jubiläum richtet das Familienunternehmen den Blick auf die

Zukunft der digitalen und nachhaltigen Antriebstechnik.

Seit 1925 schreibt die Kissling AG aus Bachenbülach

Schweizer Industriegeschichte. Was mit der Herstellung

von Zahnrädern und Widerstandsschweißmaschinen

begann, hat sich zu einem international gefragten Spezialisten

für anspruchsvolle Antriebslösungen entwickelt.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums blickt das Unternehmen

auf eine Geschichte voller Innovationen und Anpassungsfähigkeit

zurück – und nach vorne in eine Zukunft, die von

technologischer Kompetenz und enger Kundenpartnerschaft

geprägt ist.

MEHR ALS KOMPONENTENFERTIGUNG

Die Geschichte von Kissling ist eine des visionären Denkens.

Schon der Namensgeber Leander Kissling erkannte kurz nach

seinem Eintritt 1934 das Potenzial von Industriegetrieben und

entwickelte binnen Monaten die ersten Planeten-, Stirnradund

Stufenschaltgetriebe. Dieser Pioniergeist ist bis heute das

Fundament des Unternehmens.

„Getriebebau ist für uns mehr als die reine Fertigung von

Komponenten. Es ist die Fähigkeit, die anspruchsvollsten tech-

18 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN

nischen Herausforderungen unserer Kunden in robuste, zuverlässige

und effiziente Antriebslösungen umzusetzen“, bringt es

Martin Kissling, CEO der Kissling AG, auf den Punkt. „Unser Erfolg

über ein Jahrhundert hinweg basiert auf diesem tiefen Engineering-Verständnis,

das es uns erlaubt, dort zu liefern, wo Standardlösungen

an ihre Grenzen stoßen.“

Diese Haltung manifestiert sich in der langen Liste technologischer

Meilensteine. Von den Skiliftgetrieben in den 1950er-

Jahren über die Entwicklung der Berechnungssoftware KISSsoft –

die später ausgegliedert wurde und heute ein Branchenstandard

ist – bis hin zu Hochleistungsgetrieben wie der Sirius-Baureihe,

die heute Leistungen bis zu 10 MW abdeckt, oder Turbogetrieben

für Prüfstände mit bis zu 65.000 U/min.

SICHERHEITSKRITISCHE ANWENDUNGEN

Ein zentrales Kompetenzfeld von Kissling liegt in sicherheitskritischen

Anwendungen, bei denen es keine Kompromisse geben

darf. In Seilbahnen, Sesselliften und Pendelbahnen auf der ganzen

Welt – von den Alpen bis in Metropolen wie Medellín, New

York oder Shen zhen – verrichten Kissling-Getriebe ihren Dienst.

Wo Menschenleben auf die einwandfreie Funktion angewiesen

sind, gibt es keine Kompromisse.

„Die Anforderungen in der Seilbahntechnik sind die Königsdisziplin

im Getriebebau“, so Martin Kissling. „Deshalb sind bei

uns Qualitätskontrollen wie die Rückverfolgbarkeit aller Materialien,

Ultraschall- und Magnetpulverprüfungen sowie detaillierte

Maßprüfungen nicht optional, sondern oberstes Gebot. Dieser

Standard gilt für jedes Produkt, das unsere Werkhallen verlässt.“

Dasselbe Maß an Zuverlässigkeit wird in Vergnügungsparks

gefordert, wo „Launch Coaster“ mit Kissling-Getrieben in nur

3,5 Sekunden auf 240 km/h beschleunigen. Für diese Extrembelastungen

wurde eine eigene Getriebereihe entwickelt.

01

02

DIE BANDBREITE DES MÖGLICHEN

Neben diesen spektakulären Anwendungen ist Kissling ein verlässlicher

Partner für die Industrie. Das Portfolio reicht von standardisierten

Planetengetrieben für den Maschinenbau bis hin zu

maßgeschneiderten Sonderlösungen.

n Prüfstände: Getriebe für Prüfstände von Turboladern, Helikoptergetrieben

oder Formel-1-Motoren, die Drehzahlen von bis

zu 80.000 U/min meistern.

n Prozessindustrie: In der Zuckerindustrie etwa sorgen kompakte

Aufsteckplanetengetriebe an Rollenpressen und Förderbändern

unter extremen Bedingungen für maximale Betriebssicherheit

und minimale Ausfallzeiten.

n Forschung & Entwicklung: Kissling realisierte Getriebe für

Hybridrennwagen der ETH, die internationale Wettbewerbe

gewannen, und unterstützt Hochschulen mit speziellen

Entwicklungen.

PARTNERSCHAFT FÜR SERVICE UND

DIGITALISIERUNG

Selbst ein Getriebe von Kissling muss irgendwann gewartet werden.

Das firmeneigene Service Center bietet weltweit Reparatur,

Revision und Re-Engineering, nicht nur für Eigen-, sondern auch

für Fremdfabrikate. Ein Beispiel für die Langlebigkeit sind die

Getriebe der Schleuse Kembs in Frankreich, die seit 1992 ohne

einen einzigen Ausfall liefen und nun im laufenden Betrieb revidiert

werden.

Um auch in Zukunft die berechenbare Kissling-Qualität zu garantieren,

setzt das Unternehmen auf modernste Engineering-

Werkzeuge. Neben der hauseigenen KISSsoft-Software kommt

zunehmend die Finite-Elemente-Methode (FEM) mit ANSYS

Workbench zum Einsatz.

01 Turbogetriebe werden in vielfältigen Anwendungen eingesetzt,

etwa in Prüfständen oder in Achterbahnen mit Katapultstart

02 Bei der 100-Jahr Feier erklärte Firmenchef Martin Kissling

persönlich technische Feinheiten von Getriebevarianten

Heute beschäftigt die Kissling AG ein interdisziplinäres Team aus

Ingenieuren, Konstrukteuren und Servicetechnikern. Mit über

160.000 gefertigten Getrieben und einer wachsenden internationalen

Präsenz blickt das Unternehmen selbstbewusst nach vorn.

Die jüngste Sirius-Getriebereihe, ausgelegt bis 10 MW Leistung,

zeigt, dass Kissling auch künftig Maßstäbe setzen will – im Anlagenbau

ebenso wie in Sonderanwendungen.

„Unsere Aufgabe ist es, Bewegung zuverlässig, sicher und effizient

zu übertragen“, fasst Martin Kissling zusammen. „Dafür

stehen wir seit 100 Jahren – und genau das werden wir auch in

Zukunft tun.“

Bilder: Kissling, Flo Sorg

www.kissling.swiss

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/08 19


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

Gebhard Kübler,

Geschäfts -

führer der

Fritz Kübler GmbH

INTERVIEW MIT GEBHARD KÜBLER

WIR VERBINDEN ROBUSTE SENSORIK

MIT SMARTER INTELLIGENZ

Die Fritz Kübler GmbH feiert 2025 ihr 65-jähriges Bestehen. Das Jahr ist von

Herausforderungen wirtschaftlicher Art, aber auch technologischen Innovationen

geprägt. Bei Kübler gibt es eine klare Strategie, zu der Investitionen in Plattformen,

Technologien und digitale Lösungen gehören, die das Unternehmen noch stärker als

Technologiepartner im Bereich Sensorik und Übertragungstechnik positionieren sollen.

Über die aktuellen Entwicklungen und die Strategie 2030 sprach die antriebstechnik

mit Gebhard Kübler, Geschäftsführer der Fritz Kübler GmbH.

20 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

Herr Kübler, der Maschinenbau durchlebt keine einfache

Zeit. Wie bewerten Sie das aktuelle Geschäftsjahr?

Wir haben uns 2025 erfreulich stabilisiert. Nach

einem schwierigen Jahr 2024 mit rückläufigen Umsätzen

konnten wir in den ersten beiden Quartalen

wieder kräftig zulegen. Auf das Jahr gesehen erwarten

wir ein Wachstum von etwa zehn Prozent und liegen

damit wieder klar auf Kurs. Unsere internationalen

Märkte – insbesondere die USA, China, Indien und Italien –

entwickeln sich sehr gut, während Deutschland noch etwas

hinterherhinkt. Dennoch sehen wir insgesamt eine positive

Dynamik, die wir mit unserer Strategie 2030 gezielt verstärken

wollen.

Sie sprechen die Strategie 2030 an. Welche Leitgedanken

stehen dahinter?

Unsere Strategie beruht auf drei Grundpfeilern: Technologie-

Fokus, tiefes Verständnis der Kundenanwendungen und eine

einfache, wertschätzende Zusammenarbeit über die gesamte

Customer Journey hinweg. Diese drei Prinzipien prägen unsere

tägliche Arbeit. Technologisch bedeutet das, dass wir unsere

Kernkompetenzen in der rotativen und linearen Sensorik, in der

Neigungs- und Vibrationstechnik sowie in der Übertragungstechnik

konsequent weiterentwickeln. Gleichzeitig wollen wir

die Anwendungssicht unserer Kunden noch besser verstehen

und daraus gezielt modulare Plattformen ableiten – etwa bei

Drehgebern, Schleifringen oder lagerloser Sensorik. Das Ziel ist

klar: Wir entwickeln uns vom Komponentenlieferanten zum

Lösungsanbieter.

Dabei soll die neue Sendix K-Serie eine Rolle spielen.

Was genau steckt hinter dieser Drehgeber-Plattform?

Die Sendix K-Serie ist ein echter Technologiesprung. Wir haben

eine einheitliche optische Sensorplattform entwickelt, die sowohl

inkrementale als auch absolute Messungen in einem identischen

mechanischen Design ermöglicht. Damit beseitigen wir

die bisherige Trennung zwischen Inkremental- und Absolutgebern

– ein Wechsel, der für Anwender bislang oft mit Anpassungsaufwand

verbunden war.

Die Geräte basieren auf einer neuen optischen Sensortechnologie

mit hochauflösender digitaler Signalverarbeitung. Sie

bieten Auflösungen bis zu 36.000 Impulsen pro Umdrehung

beziehungsweise bis zu 21 Bit Singleturn und 12 Bit Multiturn.

Gleichzeitig erreichen wir ein sehr robustes mechanisches

Design – Stichwort Safety-Lock 2.0 – mit erweiterten Lagerbaugruppen

und verbesserter Schirmung. Das erlaubt einen Einsatz

01 Kern der

neuen Sendix K-Serie ist

eine innovative Sensortechnologie,

kombiniert

mit einem robusten

mechanischen Design

in einem Temperaturbereich von –40 °C bis +110 °C, bei hohen

Schock- und Vibrationswerten.

Welche Vorteile ergeben sich daraus für Konstrukteure und

Anwender?

Zum einen natürlich die Kompatibilität. Absolute und inkrementale

Varianten nutzen denselben Bauraum – etwa das klassische

58-mm-Format. Das erleichtert die Integration erheblich. Zum

anderen bieten wir eine vollständige Programmierbarkeit: Auflösung,

Signalformat und Ausgangstreiber lassen sich individuell

parametrieren. Der Anwender kann also mit wenigen Grundtypen

nahezu alle Einsatzfälle abdecken. Ergänzend liefern wir

einen digitalen Zwilling, der die fehlerfreie Dokumentation unterstützt.

Das reduziert die Variantenvielfalt, erhöht die Flexibilität

und schafft eine zukunftssichere Plattform für viele

Applikationen.

Neben der Drehgeberplattform haben Sie auch in der Schleifringtechnik

Innovationen vorgestellt. Was zeichnet die neue

Industrial Line aus?

Schleifringe sind für viele Anwendungen ein oft unterschätztes,

aber entscheidendes Bindeglied. Mit der Industrial Line haben

wir eine modulare Plattform entwickelt, die Strom-, Signalund

Datenübertragung in einem Baukastensystem kombiniert.

Besonders hervorheben möchte ich unser neues platzsparendes

Ethernet-Modul auf Leiterplattenbasis. Es reduziert den

Bauraum gegenüber herkömmlichen Lösungen um bis zu


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

02 Kübler stellt eine Lösung zur Auswertung

gesammelter Daten für eine Analyse im Hinblick

auf vorausschauende Wartung bereit

03 Mit der Industrial Line

hat Kübler eine modulare

Schleifringplattform für

die Anforderungen der

Automati sierungstechnik

entwickelt

70 Prozent. Das ist gerade für kompakte Maschinen oder Retrofit-Anwendungen

ein enormer Vorteil.

Darüber hinaus bieten wir nun auch ein kontaktloses Ethernet-

Modul für verschleißfreie Datenübertragung. Beide Varianten

sind protokollunabhängig und ermöglichen Datenraten bis

1 Gbit/s. Damit lassen sich modulare Maschinenkonzepte realisieren,

die je nach Ausführung flexibel mit Profinet, Ethernet/IP

oder anderen Protokollen arbeiten.

Also eine klare Antwort auf die steigenden Anforderungen an

Datenübertragung in rotierenden Systemen?

Genau. Moderne Maschinen verlangen nach immer mehr Datenkanälen

und höherer Bandbreite. Gleichzeitig wird der verfügbare

Bauraum kleiner. Unsere neuen Module adressieren

genau diesen Zielkonflikt: hohe Leistung bei maximaler Kompaktheit.

Und durch die Integration von Sensorik – etwa zur

Temperaturerfassung oder Positionsrückmeldung – entwickelt

sich der Schleifring von einer reinen Übertragungskomponente

zu einem intelligenten Schnittstellensystem.

Also der Schritt vom Sensor- oder Schleifring-Hersteller zum

Systemanbieter?

Richtig. Wir wollen unseren Kunden nicht nur Komponenten

liefern, sondern Mehrwert schaffen. Dazu gehört, Daten aus

unseren Sensoren intelligent und integriert zu nutzen – gerade

auch in Kombination mit Schleifringen. Viele Anwendungen

lassen sich im Maschinenbau in ähnliche Cluster zusammenfassen.

Wir können damit gezielt für einzelne Cluster modulare

Systeme anbieten, sei es zur Optimierung der Anlagenverfügbarkeit,

zur Energieeffizienz oder zur genaueren Kontrolle einzelner

Bewegungen. Wir begleiten unsere Kunden von der Konzeption

über die Implementierung bis zum Betrieb. Das ist ein

ganz neues Verständnis von Partnerschaft.

Sie haben auch Ihr Portfolio an Neigungssensoren erweitert.

Auf welche Anwendungen zielen Sie damit?

Mit der neuen Serie IN4x erweitern wir unsere Base-Line und

bieten eine besonders kompakte und wirtschaftliche Lösung für

grundlegende Messaufgaben. Die Sensoren sind statisch, ermöglichen

1- oder 2-achsige Messungen und eignen sich ideal

für Anwendungen wie Solarnachführung, Hebebühnen oder

einfache Positionierungsaufgaben.

Wir unterscheiden unsere Neigungssensoren in drei Linien –

Base-, Industrial- und Performance-Line. So findet jeder Anwender

die passende Lösung: von der kosteneffizienten Basisvariante

bis hin zu hochpräzisen Metallgehäuse-Sensoren für

anspruchsvollste Industrieeinsätze.

Welche Rolle spielen Digitalisierung und KI in Ihrem

Unternehmen?

Sie spielen eine immer größere Rolle – sowohl intern als auch in

unseren Produkten. Wir setzen Künstliche Intelligenz und digitale

Tools gezielt ein, etwa in der Fertigung, Logistik oder im

Kundensupport. KI-gestützte Chatbots helfen uns, Informationen

und technische Unterstützung schneller bereitzustellen.

Gleichzeitig investieren wir in digitale Prozesse, um Effizienz

und Profitabilität zu steigern. Digitalisierung ist für uns kein

Selbstzweck, sondern Mittel, um besser zu verstehen, schneller

zu reagieren und den Kundennutzen zu erhöhen.

Blicken wir nach vorn – was dürfen Kunden in den kommenden

Jahren von Kübler erwarten?

Unsere Vision 2030 ist ambitioniert: Den eingeschlagenen Weg

werden wir fortsetzen. Kunden können noch mehr Lösungsund

Technologiekompetenz von Kübler erwarten. Wir verbinden

zum Beispiel robuste Sensorik mit smarter Intelligenz.

Unsere Kunden können auch ein wachsendes Portfolio erwarten,

mit dem immer neue branchenspezifische Lösungen oder

Systeme möglich werden. Kunden können also ihre zukünftigen

Anwendungsfälle an uns „auslagern“, wir kümmern uns darum.

Und nicht zuletzt können Kunden erwarten, dass es immer einfacher

und schneller wird, mit uns zu arbeiten; in immer mehr

Ländern der Welt. Damit kommt unser Erfolg dann als logische

Folge des Erfolgs unserer Kunden.

Bilder: Kübler Group

www.kuebler.de

22 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


MARKTPLATZ

SYSTEM-ON-CHIP FÜR OPTISCHE

ABSOLUTWERTGEBER

Der iC-RT2624 von iC-Haus ist

das neue System-on-Chip für

optische Absolutwertgeber.

Der integrierte, leistungsstarke

Interpolator erfasst den Winkel

der Codescheibe mit 26 Bit.

Dank verschmutzungstoleranter

Abtastung und hohen

Montagetoleranzen eignet sich

der iC-RT2624 hervorragend für Anbau- und Kit-Encoder.

Präzise, innovativ und flexibel in der Anwendung: Das ist das

neue System-on-Chip (SoC) für optische Encoder von iC-Haus.

Der iC-RT2624 besticht durch modernste Photodetektoren und

eine verschmutzungstolerante, robuste Abtastung. Die im

kompakten 7 mm x 5 mm optoQFN-Gehäuse integrierte

Mikroelektronik liefert selbst bei hohen Montagetoleranzen

stets exakte Messwerte. Herzstück ist die leistungsstarke

Interpolationsschaltung mit Filterung. Die digitalisierte

Winkelinformation steht in weniger als einer Mikrosekunde

den seriellen Schnittstellen BiSS, SSI oder SPI zur Verfügung.

www.ichaus.de

KLEINTEILE-HANDLING: ROBOTER OHNE

VORWISSEN PROGRAMMIERBAR

Die neuen kompakten Roboter

der OVR-Serie von Oriental

Motor sind als Scara- und als

Palettier-Roboter verfügbar.

Mit der Steuerung MRCU

lassen sie sich ohne Vorwissen

programmieren und integrieren.

Die neuen Kleinroboter

der OVR-Serie basieren auf

Standard-Komponenten von Oriental Motor. Das Herzstück ist

ein hocheffizienter AZ-Schrittmotor, der über einen batterielosen

mechanischen Absolut Encoder verfügt. Dadurch ist keine

weitere externe Sensorik erforderlich, was den Verkabelungsaufwand

deutlich reduziert. Die OVR3-Scara-Modelle kombinieren

eine besonders flache Bauform mit hoher Genauigkeit und

flexiblen Varianten bis hin zu 360°-Rotation und 10 kg Traglast.

Die OVR4-Roboter mit Parallelkinematik bieten einen stabilen

horizontalen Transport und eignen sich für Palettieraufgaben

bis 5 kg. Zudem bestehen alle Antriebe aus Standardkomponenten,

welche der Anwender selbst austauschen kann.

www.orientalmotor.de

DIDAKTIKPORTFOLIO ERWEITERT

Das Modul „Movidrive Technology“ ergänzt das Didaktikportfolio von SEW-Eurodrive um einen

Applikationsumrichter der neuesten Generation (Movi-C). Die Didaktikmodule basieren auf Industriegeräten

des Herstellers und wurden für die duale Aus- und Weiterbildung modifiziert. Sie eignen sich

nach eigenen Angaben für praxisnahe Qualifizierungsmaßnahmen, etwa für die Fachrichtungen

Elektronik und Mechatronik. Hieran können wahlweise Drehstrom-Asynchron- oder synchrone

Servomotoren betrieben werden. Das 1,5-kW-Umrichtermodul in der Technology-Variante wird an das

3-phasige 400-V-Netz angeschlossen. Als Zubehör werden eine Erweiterungskarte für digitale und

analoge Ein-/Ausgänge sowie ein USB-Schnittstellenwandler mitgeliefert, ebenso die Engineering-Software Movisuite. Ferner sind

optional eine Feldbus-Schnittstelle sowie konfektionierte Leitungen und Messleitungssätze verfügbar. Das Modul ermöglicht

praktische Laborübungen wie die Inbetriebnahme des Antriebsumrichters mit Drehstrom-Asynchron- oder synchronen Servomotoren

per Handbediengerät oder mithilfe der Engineering-Software.

www.sew-eurodrive.de

Ihr Mehrwert ist unser Antrieb

Frequenzumrichter von NORD für maßgeschneiderte Antriebslösungen

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SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

SIEBTE ACHSE

GRENZENLOSE AUTOMATISIERUNG

Für die siebte Achse von Industrierobotern

oder Cobots werden meist Linearsysteme

mit separater Führung eingesetzt.

Das Problem: Diese Lösungen benötigen

viel Bauraum. Leantechnik entwickelt jetzt

Linearmodule, die Führung und Antrieb in

einer einzigen Komponente vereinen.

Die Einheiten verfahren nicht nur

hochpräzise – sie sind auch sehr kompakt.

Sven Schürmann, Teamleitung Marketing bei

der Leantechnik AG, Oberhausen

Aus Industrie und Logistik sind Roboter oder roboterbasierte

Handlinglösungen längst nicht mehr wegzudenken. Weltweit

arbeiten laut International Federation of Robotics

inzwischen mehr als vier Millionen Industrieroboter – und

es werden stetig mehr. Die meisten Roboter im industriellen Bereich

verfügen über sechs Achsen: Drei Hauptachsen (Grundachsen) und

drei Handachsen (Nebenachsen). 6-Achs-Roboter erreichen in

ihrem Arbeitsraum mit dem Effektor jeden Punkt in beliebiger

Orientierung.

AKTIONSRADIUS DEUTLICH ERWEITERT

Manche Aufgaben können Industrieroboter allerdings nur ausführen,

wenn sie mit einer weiteren Achse ausgestattet werden. Die sogenannte

7. Achse ermöglicht z. B. Anwendungen, in denen der Roboter

Arbeiten an unterschiedlichen Orten ausführt. Auch die Handhabung

oder Bearbeitung größerer Werkstücke ist durch die Ergänzung einer

siebten Achse möglich. In Montageprozessen wiederum können

Roboter mit einer siebten Achse Teile in verschiedenen Positionen

24 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


MASCHINE

STOP!

ENERGIE

RAUS.

01 Mit einer siebten Achse hat Leantechnik bereits Fräsmaschinen

miteinander verkettet

oder Winkeln handhaben. Der Aktionsradius von 6-achsigen Robotern

lässt sich durch eine weitere Achse also deutlich erweitern.

Bei der Realisierung einer siebten Achse stehen Roboter-Hersteller

und Anwender jedoch vor einigen Herausforderungen. So gibt es für

die Vergrößerung des Arbeitsraums zwar eine Vielzahl von Linearsystemen

auf dem Markt – Führung und Zahnstange sind bei den

Schienen aber in der Regel separat voneinander ausgeführt. Durch

diese Bauweise beanspruchen die Linearführungen verhältnismäßig

viel Platz.

Die leistungsstarken Lifgo-Zahnstangengetriebe von Leantechnik

beweisen, dass es auch anders geht. Bei den Lifgo-Getrieben sind

Führung und Zahnstange in ein und demselben Gehäuse untergebracht

– deshalb bauen sie sehr kompakt. Darüber hinaus erzeugen

die Getriebe dank der vierfach rollengeführten Zahnstange extrem

präzise Verfahrbewegungen (± 0,05 mm) und erzielen eine sehr hohe

Wiederholgenauigkeit (± 0,01 mm). Neben der Positioniergenauigkeit

ist auch die Hubgeschwindigkeit der Lifgo-Getriebe bemerkenswert:

Die Zahnstangen legen bis zu 3 m pro Sekunde zurück.

PRÄZISE ZAHNSTANGENGETRIEBE

Auf Basis der Lifgo-Getriebe entwickelt Leantechnik zurzeit außerdem

eine innovative Lösung für die siebte Achse: standardisierte

Linearmodule in unterschiedlichen Längen. „Mit den Einheiten kann

jeder innerhalb kurzer Zeit den Aktionsradius seines Roboters deutlich

erweitern“, erzählt Unternehmensgründer Reinhard Janzen. „Der

Anwender muss nur die 3D-Modelle unserer Zahnstangengetriebe in

einem CAD-Programm hintereinanderlegen und mit einem Laufwagen

und seinem Roboter verbinden.“

Die neuen Linearmodule werden unter anderem in Längen von

250 mm und 500 mm erhältlich sein. Die Standardisierung bietet

Roboter-Anwendern große Flexibilität: Waren bisher oft Einzellösungen

und individuelle Konstruktionen für die Realisierung einer siebten

Achse nötig, kann mit dem Baukasten-System von Leantechnik

künftig mit wenigen Handgriffen jede gewünschte Streckenführung

gebaut werden. Dadurch sparen Unternehmen, die Roboter einsetzen,

viel Zeit und Geld.

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SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

02

03

02 Für die neuen standardisierten

Linearmodule von

Leantechnik werden Lifgo

Linear-Getriebe verwendet

03 Die vierfache Rollenführung

sorgt für eine

besonders hohe Verfahrund

Positioniergenauigkeit

der Getriebe

GETRIEBE KÖNNEN BELIEBIG ERWEITERT

WERDEN

Das Herzstück der neuen Linearmodule bilden Lifgo Linear-

Zahnstangengetriebe von Leantechnik. Mit Lifgo Linear-Getrieben

lassen sich selbst sehr lange Verfahrwege problemlos bewältigen,

indem beliebig viele Zahnstangen hintereinandergelegt

werden. „Wir haben darüber hinaus die Möglichkeit, große und

kleine Lifgo-Getriebe miteinander zu kombinieren“, so Janzen.

Eine andere Option ist die Verwendung eines größeren Getriebes

mit einem kleinen Ritzel, wenn die Antriebsleistung nicht groß

sein muss, aber die Aufnahme hoher Querkräfte nötig ist.

Bisher sind in der Industrie ausschließlich kundenspezifisch

designte siebte Achsen von Leantechnik im Einsatz. Eine dieser

Anlagen übernimmt eine intralogistische Aufgabe bei einem

PKW-Hersteller: „Die Anwendung holt Stoßstangen aus einem

Zwischenlager zur Weiterverarbeitung an der Fertigungslinie ab.

EINES UNSERER GETRIEBE IST

SEIT 30 JAHREN IM EINSATZ

Mit Abmessungen von 30 m x 15 m ist es fast eine Portalanlage“,

beschreibt Janzen die Konstruktion. In einem anderen Projekt

haben die Automatisierungsspezialisten über eine siebte Achse

mehrere Fräsmaschinen miteinander verkettet. „Unsere Automaten

holen die gefrästen Teile aus einer Maschine heraus und

transportieren sie für die weitere Bearbeitung zur nächsten Fräse.“

Das Beispiel zeigt, dass siebte Achsen nicht nur den Aktionsradius

von Robotern deutlich erweitern. Sie eignen sich ebenso für

die Mobilisierung aller Arten von XYZ-Systemen oder Pick-and-

Place-Anlagen. Siebte Achsen von Leantechnik bringen Anwendern

zusätzlich alle Vorteile der Lifgo-Zahnstangengetriebe:

Neben der hohen Positionier- und der noch höheren Wiederholgenauigkeit

sind das vor allem eine sehr robuste Bauweise und

hohe dynamische Tragzahlen von 19.100 N bis 79.600 N.

Der entscheidende Aspekt ist und bleibt aber die präzise Ausführung

der Verfahrbewegungen. „Viele unterschätzen diesen

Punkt und bauen sich selbst eine siebte Achse mit irgendeiner

Linearschiene und einem Zahnrad“, berichtet Janzen. „Das geht

natürlich – es fragt sich nur, wie genau dann die Bewegungen der

Anwendung sind und wie lange die Konstruktion hält. Es ist schon

eine große Herausforderung, da eine gute Lösung zu finden.“

POTENZIAL WEITERHIN IMMENS

Künftig wird die Industrie ihre siebten Achsen also auch mit standardisierten

Linearmodulen von Leantechnik bauen können.

Die Einheiten versetzen Unternehmen in die Lage, die Effizienz

ihrer Fertigungs- und Handlingprozesse zu steigern, Roboter ein-

zusparen und neue Produktionsbereiche kostengünstig zu automatisieren.

Im Vergleich zu Eigenkonstruktionen bieten die

Module neben der enormen Präzision übrigens noch einen anderen

Vorteil: „Sie werden auf eine Lebensdauer von 20 Jahren

ausgelegt“, so Janzen. „Eines unserer Getriebe ist sogar seit über

30 Jahren pausenlos im Einsatz.“

Bilder: Leantechnik, Parilov – stock.adobe.com, Alexander Bürkle robotic

solutions GmbH

www.leantechnik.com

DIE IDEE

„Mit unseren standardisierten

Linearmodulen kann jeder innerhalb

kurzer Zeit den Aktionsradius seines

Roboters deutlich erweitern. Nun

können die Anwender auf Sonderkonstruktionen

verzichten und sich

auf die Präzision und Lebensdauer

von Leantechnik und den Lifgo-

Getrieben verlassen. So bietet die

siebte Achse den Anwendern gerade

im Bereich Roboter viele Optionen.

Anstatt Behelfslösungen zu wählen,

kann nun mit wenigen Handgriffen

jede gewünschte Streckenführung

realisiert werden.“

Reinhard Janzen, Unternehmensgründer

und CTO Leantechnik,

Oberhausen

26 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


MARKTPLATZ

AKTUATOREN FÜR AKTIVE EXOSKELETTE

Die Nabtesco Precision

Europe GmbH führte

auf der Automatica

2025 ein aktives

Exoskelett vor. Entwickelt

wurde es von

Studierenden der

TU Berlin im Rise-

Projekt. Der Name steht

für „Research and innovation in student exoskeleton

development“. Ein Tochterunternehmen des Herstellers,

die Ovalo GmbH aus Limburg an der Lahn, hat dafür

sechs Aktuatoren mitentwickelt. Die Nachbildung eines

humanoiden Bewegungsapparates ist anspruchsvoll.

Spielfreie und kompakte Getriebe werden hierfür

benötigt. Die Studierenden haben sich für Antriebslösungen

von Nabtesco entschieden. Pro Körperseite

sind es drei Aktuatoren: zwei an der Hüfte und einer am

Knie. Insgesamt kommen drei Aktuatortypen in zwei

unterschiedlichen Konstruktionen (Knie/Hüfte) und

mehreren Übersetzungen zum Einsatz.

Die elektromechanischen Antriebe bestehen aus

Wellge triebe, Elektromotor sowie Positionssensorik und

bieten eine hohe Performance bei geringem Platzbedarf.

Herzstück der Aktuatoren sind die innovativen Wellgetriebe

von Nabtesco.

Bild: Nabtesco Precision Europe GmbH / stock.adobe.com/MH /

stock.adobe.com/apopium

www.nabtesco.de

ANTRIEBSKONZEPTE FÜR

DIE SMARTE PRODUKTION

Nord Drivesystems präsentiert sich auf

der SPS 2025 als Lösungsanbieter für

intelligente Antriebskonzepte in der

smarten Produktion. Im Fokus stehen

die multivariable Antriebselektronik,

der wirkungsvolle Oberflächenschutz NXD tupH sowie die digitalen

Nord-Services von der virtuellen Inbetriebnahme bis zur Predicitive

Maintenance. „Mit den Frequenzumrichtern der Produktfamilien

NordAC Pro, NordAC On, NordAC Flex und NordAC Link verfügt Nord

über ein Portfolio, das Antriebssysteme für die automatisierte

Fertigung mit Vorteilen ausstattet“, sagt Jörg Niermann, Bereichsleiter

Marketing von Nord Drivesystems. So sind die Umrichter flexibel in

jeder Anlagenarchitektur einsetzbar: Sie ermöglichen eine Montage

sowohl im Schaltschrank als auch im Feld, direkt motoraufgebaut oder

motornah montiert. Bei einer Live-Demonstration können sich

Besucher von der Wirkungskraft des Oberflächenschutzes NXD tupH

überzeugen. NXD tupH macht Aluminiumgehäuse widerstandsfähig

gegen Säuren und Laugen. Ebenfalls ein Thema auf der SPS: Die datenbasierten

Services, mit denen der Lösungsanbieter die optimale

Performance seiner Antriebssysteme in jeder Phase des Lebenszyklus

ermöglicht. Für die Betriebsphase bietet der Hersteller seinen Nord

Eco-Service an. Als neuer Service für die Planungsphase werden auf

der SPS erstmals die Simulationsmodelle für die virtuelle Inbetriebnahme

der Komponenten des Herstellers vorgestellt. Die digitalen

Zwillinge können in einer simulierten Anlage umfassend getestet und

Fehler in einem frühen Entwicklungsstadium korrigiert werden.

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ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

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SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

Darko Lukic,

Head of

Development

Gears bei

Maxon

WELLGETRIEBE

MOTION CONTROL INTEGRATION

MIT SCHWEIZER PRÄZISION

Wenn es um die exakte Bewegungskontrolle und hohe Drehmomentübertragung

auf kleinstem Bauraum geht, sind Wellgetriebe das Mittel der

Wahl. Dieser Getriebetyp ergänzt seit letztem Jahr das Portfolio von

Maxon Motor, die damit ihr Angebot an elektrischer und mechanischer

Antriebstechnik weiter komplettieren. Die antriebstechnik sprach mit

Darko Lukic, Head of Development Gears bei Maxon über die faszinierende

Präzisionstechnologie und worauf es bei der Integration ankommt.

28 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

Warum sind Wellgetriebe in diesem Jahr in aller Munde?

Meinem Gefühl nach haben alle großen Hersteller eines auf

den Markt gebracht.

Wellgetriebe sind seit Langem für ihre hohe Präzision bekannt,

galten jedoch traditionell als teuer und mit langen Lieferzeiten

behaftet. Durch den anhaltenden Trend zu mehr Automatisierung

und Robotik ist die Nachfrage stark gestiegen – ein Bedarf,

den die etablierten Hersteller in Bezug auf Produktionsvolumen

und Skalierbarkeit bisher kaum decken konnten.

Gleichzeitig haben Fortschritte in Materialtechnologie und

spanender Fertigung dazu geführt, dass Wellgetriebe heute trotz

hoher Präzisionsanforderungen deutlich kosteneffizienter hergestellt

werden können. Dies schafft sowohl für Hersteller als

auch für Kunden einen wirtschaftlich attraktiven Anreiz, den

Einsatz von Wellgetrieben auszuweiten.

Auch Maxon hat sein Portfolio um Strain Wave Gearheads, also

Wellgetriebe erweitert. Was bedeutet das für die Entwicklung

von präzisen Motion Control-Applikationen?

Die Erweiterung unseres Portfolios um Strain Wave Gearheads

ist ein bedeutender Schritt für die Entwicklung hochpräziser

und kompakter Motion-Control-Lösungen. Kunden profitieren

von der Möglichkeit, komplette Antriebssysteme – bestehend

aus Motor, Getriebe, Encoder und Steuerung – aus einer Hand

zu beziehen. Das reduziert nicht nur den Integrationsaufwand

bei unseren Kunden, sondern minimiert deren technischen

Risiken und ermöglicht ihnen eine schnellere Markteinführung.

Besonders für Anwendungen mit höchsten Anforderungen an

Präzision, Dynamik und Effizienz ist das ein großer Vorteil.

Für Entwickler bedeutet das: mehr Fokus auf die Applikation,

weniger Aufwand bei der Antriebsauslegung.

Gab es seit Einführung des Wellgetriebes bei Maxon schon

Anfragen aus Branchen, die Sie nicht erwartet hatten?

Anwendungen, die bisher ohne Wellgetriebe auskamen,

aber nun die Vorteile nutzen?

Wir beobachten derzeit ein starkes Wachstum an Nachfrage für

unsere Wellgetriebe in Branchen, die wir sehr gut kennen – etwa

01 Darko Lukic wird bei der kommenden SPS am Stand von Maxon,

Halle 3, Stand 468, vor Ort sein

in der Medizintechnik, Rehabilitation, Halbleitertechnik, Robotik

oder bei Anwendungen, bei denen präzise Bewegungen von

Kameras oder Antennen entscheidend sind. Gleichzeitig entwickeln

sich die Branchen selbst weiter: Die Anforderungen an

Präzision steigen, und da Wellgetriebe heute wirtschaftlicher

geworden sind, lassen sich nun Anwendungen realisieren, die

früher in dieser Form nicht attraktiv gewesen wären.

Für Maxon sind Wellgetriebe natürlich Bestandteil von

kompletten Antriebslösungen. Warum ist es sinnvoll, das

ganze Paket von Maxon zu verwenden und nicht die Vorteile

verschiedener Hersteller zu kombinieren?

Wenn Motor, Getriebe und Steuerung aus einer Hand kommen,

lassen sich Präzision, Lebensdauer und Zuverlässigkeit deutlich

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SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

02 Das kompakte Well -

getriebe GSW 55 A bietet eine

hohe Drehmomentübertragung bei

kompakter Bauweise und eignet

sich besonders für Robotik und

Automation

02 03

03 Bereit für die optimale

Systemintegration: Maxon kann

DC/BLDC-Motor, Getriebe,

Drehgeber, Motorsteuerung,

Software und Gehäuse als

kundenspezifische Antriebslösungen

aus einer Hand anbieten

besser sicherstellen. Gleichzeitig können wir unsere Kunden bei

technischen Herausforderungen direkt unterstützen und die

gewohnte Gesamtverantwortung für das Antriebssystem übernehmen

– eine Verantwortung, die sich bei Lösungen mit

mehreren Herstellern oft nur schwer zuordnen lässt.

Wir stellen fest, dass Kunden, die bereits Wellgetriebe einsetzen,

zunehmend auf unsere komplette Antriebslösung wechseln.

Viele erwarten von uns, dass wir die anspruchsvolle Montage

und Systemabstimmung übernehmen – Themen wie axiale

Kräfte auf der Motorwelle, präzise Ausrichtung oder den Ausgleich

von Rundlauffehlern und das bereits vor dem Übergang

OPTIMIERTE ZAHNPROFILE

REDUZIEREN VERSCHLEISS

von der Musterphase in die Serienproduktion. Durch voll ständig

montierte und optimal aufeinander abgestimmte Einheiten

können wir diese Herausforderungen gezielt adressieren und

unseren Kunden eine verlässliche, sofort einsatzbereite Systemlösung

bieten.

Wodurch unterscheidet sich Maxon von anderen etablierten

Herstellern von Wellgetrieben?

Maxon liefert nicht nur hochwertige Getriebe, sondern komplette,

integrierte Antriebslösungen. Die Kombination aus Strain

Wave Gearhead, präzisem Motor, Encoder und Steuerung ist ein

Alleinstellungsmerkmal. Unsere Kunden profitieren von signifikant

geringeren Reibmomenten, höheren Wirkungsgraden, der

nahtlosen Integration mit unseren Motoren und Controllern

und – nicht zuletzt – von der Schweizer Präzision und Qualitätssicherung.

Welche spezifischen Vorteile bieten Wellgetriebe in

Anwendungen, die hohe Präzision und Kompaktheit erfordern?

Die Reibmomente im Leerlauf sind bis zu 50 Prozent geringer,

was die Energieeffizienz erhöht und feinfühlige Bewegungen

ermöglicht. Die Wirkungsgrade liegen bei bis zu 75 bis 80 Prozent.

Sie sind damit deutlich höher als bei vergleichbaren Wellgetrieben.

Das spielfreie Verhalten ist ideal für präzise Positionierungen.

Und die geringere Geräuschentwicklung und die

längere Lebensdauer stellen besonders in sensiblen Umgebungen

einen Vorteil dar. Neben den technischen Vorteilen der

Getriebe selbst – wie geringem Reibmoment, hohem Wirkungsgrad

und kompakter Bauweise – profitieren Kunden besonders

von der Möglichkeit, komplette Antriebseinheiten direkt von

uns zu beziehen. Das vereinfacht die Systemintegration erheblich,

insbesondere für Unternehmen, deren Kernkompetenz

nicht in der Antriebstechnik liegt.

Wie trägt das Getriebedesign zur hohen Torsionssteifigkeit und

Effizienz bei?

Das Design basiert auf einer elastisch verformbaren Welle (Flexspline),

die in Kombination mit einem starren Außenring

(Circular Spline) eine spielfreie Kraftübertragung ermöglicht.

Die optimierte Zahnform und die präzise Fertigung reduzieren

Reibung und erhöhen die Torsionssteifigkeit. Dadurch wird eine

hohe Effizienz bei robuster mechanischer Stabilität erreicht.

Welche Innovationen in der Zahnradtechnologie haben zur

Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Getriebe geführt?

Das sind eine ganze Reihe an Innovationen. Besonders herausheben

möchte ich optimierte Zahnprofile zur Reduktion von

Reibung und Verschleiß, neue Werk- und Schmierstoffe sowie

verbesserte Fertigungstoleranzen, die zu höherer Präzision und

geringem Spiel führen. Wichtig sind auch größere Wavelager

und größere Verzahnung bei gleichem Außendurchmesser.

Diese technologischen Fortschritte ermöglichen die außergewöhnliche

Performance unserer neuen Getriebe.

Wie können Konstrukteure die Wellgetriebe am effektivsten in

bestehende Systeme integrieren? Welche spezifischen Informationen

und Tools werden zur Verfügung gestellt?

Maxon bietet komplett montierte Antriebseinheiten, bei denen

Motor, Getriebe, Encoder und Steuerung bereits optimal aufeinander

abgestimmt sind. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen

und erhöht die Systemsicherheit – besonders für Kunden,

die ihre Kernkompetenz außerhalb der Antriebstechnik

sehen. Wir unterstützen Konstrukteure mit einem Applikationssupport

durch erfahrene Ingenieure sowie durch CAD-Daten

und 3D-Modellen, die die Integration vereinfachen.

Wie plant Maxon, die Strain Wave Gearheads weiterzuentwickeln?

Könnten neue Anwendungsfelder erschlossen

werden?

Wir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Technologie,

unter anderem durch die Miniaturisierung für die

Mikro robotik und tragbare Systeme, die Integration von Sensorik

für ein Condition Monitoring, die Erweiterung der Baugrößen

für neue Leistungsbereiche, sowie kundenspezifischen Lösungen

für spezialisierte Branchen. Diese Entwicklungen eröffnen

neue Anwendungsfelder, in denen Präzision, Kompaktheit und

Effizienz entscheidend sind – und stärken unsere Position als

Systemanbieter für anspruchsvolle Antriebslösungen.

Bilder: Maxon

www.maxongroup.de

30 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


MARKTPLATZ

„CYBERTRONIC MOTION“ IM FOKUS

Unter dem Motto „Shaping the world

of cybertronic motion“ zeigt die

Wittenstein SE auf der SPS 2025

(Halle 4, Stand 4-221) mechatronische

und digitale Innovationen.

Die Wittenstein Gruppe mit ihren

Kernkompetenzen auf dem Gebiet

der mechatronischen und cybertronischen

Antriebstechnik zeigt innovative Lösungspakete, die von

Antriebs-, Mess- und Steuerungstechnik bis hin zu Software

reichen. Wittenstein alpha präsentiert die neue Funktionalität

„Auslastungsradar“ im Smart Service Cynapse Analyze – Health

Index. Das Analysetool liefert Erkenntnisse über kritische

Betriebszustände von Getrieben mit dem Ziel, deren Nutzungsdauer

abzusichern und zu verlängern sowie Betriebspunkte

datengestützt zu optimieren. Mit den Cyber Dynamic Line

Servomotoren in neuer Baugröße 60 wird das bisherige

Portfolio des Kleinservoantriebssystems von Wittenstein Cyber

Motor erweitert. Mit dem Erwerb eines traditionsreichen

tschechischen Herstellers im Jahr 2024 hat Wittenstein Cyber

Motor sein Portfolio gezielt um anpassbare Antriebslösungen

erweitert – darunter rotative und lineare Servomotoren sowie

Servoaktuatoren.

www.wittenstein.de

KETTENSPANNER IN DREI GRÖSSEN

Norelem stellt ein neues

Kettenspanner-Programm

mit unterschiedlichen

Größen und Spannkraftoptionen

vor. Es überzeugt

durch robuste Materialien,

Montagehilfen und

Nachspannmöglichkeiten.

Nach eigenen Angaben

decken die Kettenspanner nahezu jede Anforderung im

Maschinenbau zuverlässig ab – von beengten Einbausituationen

bis hin zu hochbelasteten Kettenanwendungen. Die

robuste Größe TS ist standardmäßig mit einem verzinkten

Stahlgehäuse mit Kunststofflack verfügbar, wahlweise mit

Bogenprofil oder elliptischem Profil. Das Spannsystem ist mit

zwei vorgespannten Druckfedern ausgestattet. Sie sind einzeln

auslösbar. Die kompakte Größe 0 gibt es in zwei Spannkraftausführungen:

leichte Federkraft (58-32 N) und erhöhte Federkraft

(132-60 N). Durch das schmale Design eignet sich dieses

Spannsystem besonders für beengte Einbausituationen.

Aufgrund seines Kunststoffgehäuses ist es korrosionsfrei. Die

vielseitigen Kettenspanner der Größe 1 bietet der Hersteller in

zwei Spannkraftausführungen und zwei Formen an.

www.norelem.de

FLEXIBILITÄT FÜR DIE NÄCHSTE MASCHINENGENERATION

Lenze wird auf der SPS 2025 Lösungen für mehr Produktivität, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

im modernen Maschinenbau vorführen. Im Mittelpunkt stehen innovative Antriebssysteme,

die Maschinenherstellern helfen, den Herausforderungen von Fachkräftemangel, Kostendruck

und steigendem Innovationsbedarf zu begegnen. Mit dem neuen MF-Motor m650-F zeigt Lenze

einen kompakten Motor der Effizienzklasse IE3. In Kombination mit passenden Getrieben und

den dezentralen Frequenzumrichtern i550 und i650 motec bildet er ein leistungsstarkes Antriebspaket.

Der neue i950 multi drive erweitert die modulare Servoumrichterplattform um eine integrierte DC-Link-Funktion und

bietet mit 0,55 bis 30 kW Flexibilität für komplexe Mehrachsanwendungen. Mit dem i650 motec stellt Lenze zudem eine intelligente

dezentrale Lösung mit integrierter Logik, IO-Link-Master und Energierückspeisung vor. Ergänzt wird das Portfolio durch Software-

Tools wie Lenze Fast und PLC Designer 4.1, die modulare Maschinenarchitekturen und schnelle Inbetriebnahme unterstützen.

www.lenze.com

Steckbares hybrides Einkabel-

Daisy-Chain-Konzept

3-fache Überlast

für eine Sekunde

1. Platz

in der Kategorie

Antriebstechnik

Ausrichtung der Stecker

nach hinten oder oben

300° drehbarer

Motoranschluss


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

SCHIENENBREMSEN

WENN ES SCHNELL GEHEN MUSS

In einer großen Laminiereinheit von Saueressig Engineering zum

beidseitigen Laminieren von Stahlband drücken Gummiwalzen eine

PET-Schutzfolie auf ein heißes Stahlband. Trotz Kühlung verschleißen

diese Gummiwalzen und müssen regelmäßig ausgetauscht werden.

Vier Profilschienenbremsen von Mayr Antriebstechnik sind daran

beteiligt, dass der rund um die Uhr laufende Laminierprozess zum

Austausch der Walzen nur kurz unterbrochen werden muss.

Dipl.-Ing. Hermann Bestle, freier Autor für Mayr Antriebstechnik, Mauerstetten

Vor rund 70 Jahren begann Saueressig mit der Herstellung

von Druckwalzen und Prägewalzen für die Verpackungs-

und Druckindustrie. Daraus hat sich heute ein

breit aufgestellter und hoch-innovativer Maschinenbau

entwickelt. Als ein führender Komplettanbieter von Kalander-,

Präge-, und Rotationsverarbeitungssystemen in Standard- und

Sonderausführungen, beliefert das Unternehmen eine Vielzahl

von Branchen.

Die Maschinen-Lösungen umfassen sowohl komplette Produktionslinien

als auch Einzelanlagen zum Prägen, Veredeln, Beschichten,

Glätten, Perforieren und Kalibrieren von bahnförmigen

Materialien, beispielsweise von Papier, Folien oder Blechen.

Von der Konzeption und Konstruktion von Mechanik, Antriebsund

Automatisierungstechnik, über die Vormontage und Inbetriebnahme

im Werk, bis zur Endabnahme beim Kunden bietet

das Unternehmen umfassendes Know-how von der ersten Idee

bis zur maßgeschneiderten Lösung.

LAMINIERPROZESS 24/7

Eine solche kundenspezifische Anlage mit stattlichen

sechs Metern Länge und rund vier Metern Breite beschichtet ein

Stahlband beidseitig mit einer dünnen PET-Schutzfolie. Harald

Bartsch, Konstruktionsleiter/Expert Advisor bei Saueressig Engineering

beschreibt das konstruktive Konzept der Maschine: „Die

komplette Laminiereinheit besteht aus zwei nahezu identischen

und symmetrisch angeordneten Seitenrahmen mit je einer gummierten

Laminierwalze und einer Kontaktkühlwalze. Das Stahlband

läuft zum Laminieren mit einer Bahngeschwindigkeit von

bis zu 250 m/min vertikal zwischen den beiden Laminierwalzen

Profilschienenbremsen

der Baureihe Roba guidestop

von Mayr Antriebstechnik

halten die beiden Anlagenteile

einer großen Laminiereinheit

spielfrei und mit hoher

Steifigkeit in Position

durch die Laminiereinheit. Diese Laminierwalzen drücken die

Folie von beiden Seiten auf das heiße Stahlband.“

Die hohen Temperaturen des Stahlbandes von bis zu 260 °C erhitzen

die Gummierung der Laminierwalzen. Wassergekühlte

Kontaktwalzen führen diese Wärme ab und begrenzen die Temperatur

der Gummierung auf maximal 90 °C. Trotz der Kühlung

verschleißen die Gummierungen der Laminierwalzen und müssen

regelmäßig ausgetauscht werden. „Da der Laminierprozess

möglichst ohne Unterbrechung das ganze Jahr und rund um die

Uhr 24/7 kontinuierlich laufen soll“, erklärt Harald Bartsch,

„muss die Zeit für das Wechseln der Laminierwalzen so kurz wie

möglich gehalten werden. Die Laminiereinheit ist deshalb so

konzipiert, dass der Walzentausch automatisiert nur eine halbe

Stunde in Anspruch nimmt.“

Die Laminiereinheit besteht aus zwei symmetrisch angeordneten

Seitenrahmen. Beide Seitenrahmen sind auf Profilschienenführungen

gelagert und können zum Wechseln der abgenutzten

Laminierwalzen axial getrennt werden. Im laufenden Beschichtungsprozess

halten vier Profilschienenbremsen der Baureihe

Roba guidestop von Mayr Antriebstechnik die beiden Anlagenteile

spielfrei und mit hoher Steifigkeit in Position. Zum Walzentausch

werden diese Sicherheitsbremsen hydraulisch gelüftet,

die beiden Maschinenhälften können über Zahnstangengetriebe

auseinandergefahren und die Laminierwalzen getauscht werden.

FAIL-SAFE AUCH BEI PROFILSCHIENENBREMSEN

Die Roba guidestop Profilschienenbremse fungiert als zuverlässige

Sicherheitsbremse und spielfreie Klemmeinheit. Sie kann

Bewegungen sicher und schnell abbremsen und klemmt die

Achsen steif und spielfrei.

Wie alle Sicherheitsbremsen von Mayr Antriebstechnik arbeiten

auch die Profilschienenbremsen nach dem Fail-Safe-Prinzip.

Sie sind also im energielosen Zustand geschlossen. Bei der Roba

guidestop pressen vorgespannte Tellerfedern die Bremsbacken

auf die „Taille“ der Profilschiene, die Schiene ist dadurch geklemmt.

Gelüftet wird die in der Laminiereinheit von Saueressig eingesetzte

hydraulische Bremsenbauart mit einem Nenndruck von

70 bar. Dieser ist im Verhältnis zu den sehr hohen Haltekräften

32 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

DIE IDEE

Die Roba guidestop Profilschienenbremse

fungiert als zuverlässige

Sicherheitsbremse und spielfreie

Klemmeinheit. Bei der Roba

guidestop pressen vorgespannte

Tellerfedern die Bremsbacken auf

die „Taille“ der Profilschiene, die

Schiene ist dadurch geklemmt.

Die Sicherheitsbremsen sind mit

zwei voneinander unabhängigen

Bremskreisen ausgeführt:

Dies ermöglicht entweder doppelte

Haltekräfte oder eine redundante

Auslegung.

vergleichsweise niedrig. Der Bremsmechanismus ist für relativ

große Hubwege ausgelegt. Dadurch kann die Bremse Fertigungstoleranzen

bei Profilschienen ausgleichen ohne dabei an Bremskraft

zu verlieren. Die Roba guidestop Sicherheitsbremsen sind

mit zwei voneinander unabhängigen Bremskreisen ausgeführt:

Dies ermöglicht entweder doppelte Haltekräfte oder eine redundante

Auslegung.

Die Profilschienenbremsen sind also unmittelbar an den Massen

angebracht, die abgebremst beziehungsweise gehalten werden

sollen. Das minimiert besonders bei schwerkraftbelasteten

Achsen das Gefährdungsrisiko, da Antriebselemente zwischen

Motor und bewegter Masse wie zum Beispiel Spindel, Spindelmutter,

Wellenkupplung oder Getriebe keinen Einfluss auf die

Sicherheit haben. Bei Konzepten mit Motorbremse ist das anders,

da alle Antriebselemente das Bremsmoment bis zum Schlitten

übertragen müssen. Darüber hinaus wirkt sich jedes Element

zwischen Bremse und Schlitten negativ auf die Steifigkeit aus.

Roba guidestop Sicherheitsbremsen sind also erheblich steifer

als die oftmals spielbehafteten Motorbremsen sowie Stangenoder

Bandbremsen.

ZUGESCHNITTEN AUF DIE ANWENDUNG

Roba guidestop Sicherheitsbremsen von Mayr Antriebstechnik

gibt es neben der hydraulisch öffnenden Variante noch in pneumatischer

oder elektromagnetischer Ausführung. Die hydraulisch

lüftende Raba guidestop Baureihe deckt mit vier Baugrößen

Nennhaltekräfte von 5000 bis 34000 N ab. Die größte Variantenvielfalt

bietet die pneumatisch lüftende Variante: Im Standard-

Produktprogramm sind sechs Baugrößen mit Nennhaltekräften

von 700 bis 15000 N verfügbar. Beide Ausführungen – pneumatisch

und hydraulisch lüftend – gibt es für alle gängigen Linearführungen.

Ganz ohne Pneumatik- oder Hydraulikeinrichtungen

kommen elektromagnetisch öffnende Schienenbremsen aus.

Diese Variante entwickelt Mayr Antriebstechnik auf Anfrage zugeschnitten

auf die jeweilige Anwendung.

Kundenspezifische

Einbaumotoren für

Motorspindeln

Höchste Leistungs- und

Drehmomentdichte

Höchste Drehzahlen

Höchsteffizient

ATE Antriebstechnik und

Entwicklungs GmbH & Co. KG

ATE entwickelt und produziert Sonderantriebe für zahlreiche

Einsatzgebiete – von individueller Stückanfertigung bis hin zur

Serie und perfekt auf Ihre Anwendung abgestimmt.

Bilder: Mayr Antriebstechnik, Matthews International GmbH

www.mayr.de

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/08 33


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

ENERGIEFÜHRUNG FÜR LAUFKRANE

FLIEGENDER

(TECHNOLOGIE)-WECHSEL

Bei einem Sanierungsprojekt in Frankreich

wurden die bestehenden Energieführungen

an den Laufkranen durch hybride Energieketten von

Tsubaki Kabelschlepp ersetzt. Diese sind den rauen

Umgebungsbedingungen in der metallverarbeitenden

Industrie bestens gewachsen und zeichnen sich

unter anderem durch ihre schnelle und

einfache Installation sowie den geringen

Wartungsbedarf aus.

Wenn in Frankreich im August die Urlaubszeit beginnt und viele Unternehmen

Betriebsferien machen, ist der perfekte Zeitpunkt, um die Produktions-

und Versorgungstechnik auf den neuesten Stand zu bringen.

Fabian Geney und sein Projekt-Team von Actemium Levage haben in diesem

Sommer bereits den vierten Sanierungs-Abschnitt an den Laufkranen eines großen

Metallverarbeiters realisiert. Dort tauschen die Spezialisten für Wartung und

Sanierung von Krananlagen sukzessive die bestehenden Energieführungssysteme

gegen hybride Energieketten von Tsubaki Kabelschlepp aus.

„Actemium Levage ist unser Partner für die Installation von Energiekettensystemen

auf zahlreichen Kranen, sie sind Spezialisten für die Wartung und Sanierung in diesem

Bereich“, erklärt Philippe Connesson, verantwortlich für den Technischen Vertrieb

Nord-Ost und Verkaufsleiter Frankreich bei Tsubaki Kabelschlepp. „Bereits seit vier

Jahren tauscht unser Kunde jedes Jahr zwei alte Systeme gegen neue Energieketten von

Tsubaki Kabelschlepp aus. Während der Betriebsferien in diesem August wurden zwei

weitere Laufkrane mit unserer Technologie ausgerüstet und Actemium Levage war erneut

mit der Installation betraut.“

Den Impuls für den Technologiewechsel gab, laut Philippe Connesson, vor allem die

lange Lebensdauer und die Wartungsfreiheit der neuen Energieketten aus der Serie M

von Tsubaki Kabelschlepp. Der Aufwand beschränkt sich hier auf eine gelegentliche

Sichtprüfung, während die alten Trommel-Systeme regelmäßig gewartet werden mussten.

„Das Unternehmen kannte uns bereits durch die Zusammenarbeit in anderen Projekten,

und ich erzählte meinem Ansprechpartner, dass unsere Energieketten immer

häufiger bei Kranen eingesetzt werden, unter anderem, weil sie nach der Installation

wartungsfrei sind“, erinnert sich Philippe Connesson. „Der Kunde war an diesem Argument

sofort interessiert. Außerdem haben ihn unser Service und unsere Qualitätsprodukte

überzeugt, die den rauen Umgebungsbedingungen in der metallverarbeitenden

Industrie standhalten und leicht zu verarbeiten sind.“

ZÜGIGER SYSTEMAUSTAUSCH

Letzteres erweist sich beim aktuellen Projekt als ein weiterer großer Pluspunkt. So

konnte die Installation der neuen Energiekettensysteme einfach und in kurzer Zeit

realisiert werden. „Bei den kleineren Energieketten dauert der Austausch der Kabelführungssysteme

lediglich drei bis vier Tage, wobei der Ausbau des alten Systems die

meiste Zeit einnimmt“, lobt Fabian Geney, verantwortlich für die Wartung und Renovierung

von Hebemitteln bei Actemium Levage, die Installationsfreundlichkeit der

Tsubaki Kabelschlepp GmbH, Wenden-Gerlingen

DIE IDEE

„Nicht nur die Anwender in Frankreich

profitieren von der globalen

‚ProService‘-Initiative der Tsubaki-

Gruppe. Die steht für ein nachhaltiges,

weltweit einheitliches Service-

Konzept, welches die sechs Module

Installationsunterstützung,

Wartungsschulung, Vor-Ort-

Inspektion, Analyse, Leistungsüberwachung

und Optimierung umfasst

und dabei einheitliche Qualitätsstandards

garantiert. Der Anwender

erhält neben der Service-Unterstützung

durch die Kabelschlepp-

Experten auch Unterstützung bei

Engineering und direkten Zugang zu

den benötigten Ersatzteilen sowie

Systemgewährleistung.“

Philippe Connesson, verantwortlich

für den Technischen Vertrieb

Nord-Ost und Verkaufsleiter

Frankreich bei Tsubaki Kabelschlepp

34 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


01

02

01 In mehreren Projektabschnitten wurde die

bestehende Energieführung an den Laufkranen

eines großen Metallverarbeiters durch hybride

Energieketten ersetzt

02 Kabelschlepp lieferte ein Komplettsystem

inklusive Leitungen und Führungsschienen

Serie M. „Die Energieketten und ihre Befestigungen lassen sich leicht anpassen

und erfordern nur wenige Änderungen, um das System einzufügen. Die Halterungen

und die Kabellängen müssen gut vorbereitet werden, danach ist die Installation

sehr einfach.“

Neben dem Abbau der Altsysteme umfasste die To-Do-Liste von Fabian Geneys

Team unter anderem die Verlegung, Einstellung und Installation der Kabelkanäle,

den Einbau der neuen Anschlusskästen, die elektrische Verkabelung, die Herstellung

und den Einbau der Antriebsarme sowie die Inbetriebnahme der neuen Energiekettensysteme

inklusive Funktionstests. Tsubaki Kabelschlepp lieferte neben

den Energieketten auch Leitungen und Kabelkanäle, sodass dem Kunden alle

Komponenten als Komplettsystem zur Verfügung standen.

MASSGESCHNEIDERTE HYBRIDE KETTENLÖSUNGEN

Zum Einsatz kommen die hybriden Energieketten vom Typ MC0650 RS mit Aluminium-Profilstäben

aus der Serie M von Tsubaki Kabelschlepp. Mit mehreren 1.000

Varianten ermöglicht die Serie M die Gestaltung maßgeschneiderter hybrider

Kettenlösungen mit einer großen Auswahl an vertikalen und horizontalen Stegsystemen.

Die RS-Aluminiumstege sind für leichte bis mittlere Belastungen geeignet und

kundenindividuell im 1-mm-Breitenraster bis zu einer Innenbreite von 800 mm

verfügbar. Sie lassen sich mit einem einfachen Schraubenschlüssel montieren und

erlauben ein extrem schnelles Öffnen und Schließen der Energieketten, da sie außen

und innen durch eine 90°-Drehung einfach gelöst werden können. Aufgrund

ihrer robusten Laschenkonstruktion sind die Seitenbänder nicht nur besonders

stabil, sondern erlauben auch einen einfachen Zusammenbau durch den Einsatz

montagefreundlicher Verriegelungsbolzen. Weitere Vorteile bieten das gekapselte

schmutzunempfindliche Anschlagsystem, sowie das Topf-Deckel-Prinzip der Ketten,

welches den Gelenkverschleiß minimiert und so die Lebensdauer verbessert.

„Wir sind davon überzeugt, dass diese Art von Energieketten langfristig zuverlässiger

sind und die Wartungskosten für den Endverbraucher senken“, resümiert

Fabian Geney. „Die Kettengelenke und -glieder sind robust, die gute Trennung der

Kabel verhindert Reibung und wenn Änderungen erforderlich sind, kann einfach

ein neues Kabel eingezogen werden. Außerdem ermöglicht uns die große Auswahl

an Ketten und Kanälen, auch unter beengten Platzverhältnissen zu arbeiten. Am

allermeisten schätzen wir aber die technische Beratung und die schnelle Reaktionsfähigkeit

des Kabelschlepp-Teams.“

TWO GEARS IN ONE PART.

SIMPLY SOLVED

SynchroFine DUO - Honen und Polieren –

perfektionierte Bearbeitung in einer Aufspannung.

Bilder: Tsubaki Kabelschlepp, Actemium Levage

www.tsubaki-kabelschlepp.com

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SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

EINKABELLÖSUNGEN

SCHLÜSSELINNOVATION BEI

STECKVERBINDERN

In einer Welt, in der Maschinen immer kompakter werden, jeder Millimeter zählt

und Versorgungssicherheit hohe Priorität hat, braucht es clevere

Verbindungslösungen. Genau hier setzen standardisierte Hybridsteckverbinder

in der Baugröße M17 an: Signale, Daten und Leistung werden über einen

Steckverbinder übertragen. Die Einkabellösung spart Platz, reduziert

Installationszeit und minimiert Stillstandsrisiken. Der M17 Pro Hybrid von

Phoenix Contact ist die erste Einkabellösung der Pro-Serie, die einem

internationalen IEC-Standard folgt.

Lisa Gärttner, Product Manager, Field Connectivity,

Phoenix Contact Connector Technology GmbH

36 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

Die Aspekte Zukunfts- und Versorgungssicherheit

haben durch geopolitische und marktseitige

Entwicklungen deutlich an Bedeutung gewonnen.

Standardisierte Produkte bieten hier klare

Vorteile gegenüber kundenspezifischen Lösungen. Um

das Risiko der Abhängigkeit von nur einem Lieferanten

zu eliminieren, wirkte Phoenix Contact aktiv an der Entwicklung

des neuen IEC-Standards für große Rundsteckverbinder

(M17–M40) mit.

In der Vergangenheit erfolgte die Maschinen- und Anlagenverkabelung

meist über separate Leitungen für die

Leistungsversorgung sowie die Signal- und Datenübertragung.

Diese klassische Zweikabellösung ist jedoch platzintensiv

und aufwendig in der Installation. Einkabellösungen

sind seit über einem Jahrzehnt auf dem Vormarsch. Bislang

handelt es sich jedoch meist um proprietäre Systeme, die keine

herstellerübergreifende Kompatibilität bieten. Mit dem Trend

zur Dezentralisierung von Maschineneinheiten wächst der Bedarf

an kompakten, intelligenten Feldgeräten. Diese benötigen

flexible, platzsparende und leistungsfähige Verbindungstechnik

– genau hier setzt der M17 Pro Hybrid an.

VON DER SONDERLÖSUNG ZUR NORM

Der M17 Pro Hybrid von Phoenix Contact ist das erste Produkt,

das dem neuen IEC-Standard 61076-2-117 entspricht. Die

gleichzeitige Übertragung von Daten, Signalen und Leistung

über einen kompakten M17-Steckverbinder mit genormter

Schnittstelle ist eine Schlüsselinnovation. Der Steckverbinder

reduziert den Platzbedarf auf Geräten, minimiert den Materialeinsatz

und vereinfacht die Systemarchitektur bei voller

Funktionalität.

Neben dem standardisierten Steckgesicht bietet die neue

Produktfamilie weitere Vorteile. Die Anschlussgewinde folgen

ebenfalls der neuen Norm. Die patentierte Oneclick-Schnellverriegelung

ermöglicht die sichere und schnelle Verkabelung

im Feld. So lassen sich bis zu 70 % der Anschlusszeit im Vergleich

zur metrischen Schraubverriegelung einsparen sowie

die Servicefreundlichkeit deutlich erhöhen.

Der Berührschutz der Leistungskontakte ermöglicht den

sicheren Einsatz von Stift- und Buchseneinsätzen sowohl in

Feld- als auch in Gerätesteckverbindern. Dadurch kann eine

Daisy-Chain-Verkabelung realisiert und der Verkabelungsund

Installationsaufwand erheblich reduziert werden.

Eine farbliche und mechanische Kodierung verhindert das

Fehlstecken der 50-V- (Type 2B, IEC 61076-2-117) und 630-V-

Variante (Type 2, IEC 61076-2-117). Dies erhöht die Sicherheit

und vereinfacht die Montage.

Die Bauhöhe der gewinkelten Gerätestecker wurde um 15 %

auf nur 30 mm reduziert. Damit ist der M17 Pro Hybrid die

flachste Lösung am Markt für flexible Kabelabgangsrichtungen

in dieser Baugröße. Die hohen Anschlussquerschnitte der

Leistungskontakte bis 1,5 mm² ermöglichen einen Nennstrom

von bis zu 16 Ampere pro Kontakt. Das macht den M17 Pro

Hybrid zu einem Kraftpaket.

Vier zusätzliche Signal- und Datenkontakte bieten Flexibilität

bei der Geräteverkabelung. Dadurch eignet sich der

Hybridsteckverbinder für ein breites Applikationsfeld von der

Sensorik über Antriebe bis hin zu Steuereinheiten.

MULTITALENT FÜR INDUSTRIEANWENDUNGEN

Wie alle Rundsteckverbinder von Phoenix Contact verfügt

auch der M17 Pro Hybrid über eine hohe mechanische und

thermische Belastbarkeit. Die Steckverbinder sind für den Ein-

01 Kompakte

Einkabellösung

mit patentierter

Schnellverriegelung

satz unter rauen industriellen Bedingungen ausgelegt. Sie bieten

eine ausgezeichnete Vibrations-, Schock- und Temperaturbeständigkeit.

Damit eignen sie sich ideal für Anwendungen,

bei denen Zuverlässigkeit und Langlebigkeit entscheidend

sind, beispielsweise in der industriellen Automatisierung,

Robotik oder mobilen Maschinen. Das Anwendungsspektrum

ist entsprechend breit gefächert. Beispiele reichen von Belüftungssystemen

in der Gebäudeautomatisierung über Radantriebe

in fahrerlosen Transportsystemen (AGVs) bis hin zu

Cobots in der Prozessautomatisierung.

Ein besonders wachsendes Einsatzfeld sind Kleinspannungsmotoren

in der Industrieautomatisierung. Diese


SPECIAL: ANTRIEBSTECHNIK AUF DER SPS

02

03

02 Fehlerfreie Montage durch kodierte Steckgesichter

03 Signal-, Daten- und Leistungsübertragung auf kleinem Bauraum

energieeffizienten Antriebe werden zunehmend in dezentralen

Maschinenmodulen eingesetzt, zum Beispiel für Positionieraufgaben,

Fördertechnik oder leichte Handling-Systeme. Sie benötigen

eine kompakte Schnittstelle, die sowohl Leistungsversorgung

als auch Signal- und Datenkommunikation zuverlässig

abdeckt.

NORMUNG ALS ERFOLGSGARANT

Standardisierte Steckverbinder sind ein entscheidender Faktor

für globale Versorgungssicherheit. Sie ermöglichen herstellerübergreifende

Kompatibilität, vereinfachen die Lagerhaltung

und reduzieren das Risiko von Lieferengpässen. Der neue IEC-

Standard schafft klare Anforderungen an mechanische und elektrische

Eigenschaften und sorgt so für verlässliche Performance

in der Anwendung.

Auch für Hersteller bietet die Norm Vorteile: sie schafft einen

fairen Wettbewerb, fördert Innovation und ermöglicht eine

schnellere Markteinführung neuer Produkte. Vorteile, die bisher

vor allem aus der Welt der M5- bis M12-Steckverbinder bekannt

waren, halten nun auch im Bereich der größeren Rundsteckverbinder

Einzug.

Bilder: Phoenix Contact

www.phoenixcontact.com

IMPRESSUM

erscheint 2025 im 64. Jahrgang,

ISSN 0722-8546 / ISSN E-Paper: 2747-7991

REDAKTION

Chefredakteur: Miles Meier (mm),

Tel.: 06131/992-208,

E-Mail: m.meier@vfmz.de

(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)

Redakteur:

Felix Berthold, M.A. (be),

Tel.: 06131/992-204, E-Mail: f.berthold@vfmz.de

Redaktionsassistenz:

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,

(Redaktionsadresse siehe Verlag)

GESTALTUNG

Anette Fröder, Sonja Daniel, Conny Grothe

SALES

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,

E-Mail: a.zepig@vfmz.de

Auftragsmanagement: Heike Rauschkolb,

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de

Anzeigenpreisliste 2026, gültig ab 01.10.2025

LESERSERVICE

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Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266

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weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor

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Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

38 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


MARKTPLATZ

SMARTE SICHERHEIT FÜR VERTIKALE ACHSEN

Schwerkraftbelastete Achsen in Robotik-Anwendungen müssen

sicher sein. Wie das in smarten Umgebungen zuverlässig

erreichbar ist, zeigt Mayr Antriebstechnik auf der SPS 2025 in

Nürnberg. Dafür kommen Sicherheitsbremsen wie die neue

Generation der Roba topstop zum Einsatz. Das zur Bremse

passende Modul Roba brake-checker ermöglicht permanentes

Bremsenmonitoring. In Kombination mit dem Roba gateway

liefert das System wertvolle Daten für vorausschauende

Maschinenwartung, den digitalen Zwilling und smarte Produktionsumgebungen.

Die Sicherheitsbremse Roba topstop hält

Lasten zuverlässig in Position und verhindert unkontrollierte

Bewegungen bei Stromausfall oder Not-Halt. Durch ihre

Platzierung zwischen Motor und Abtrieb eignet sich die Bremse

auch zur nachträglichen Integration. Mit dem Roba brakechecker

bietet Mayr ein Modul an, das Sicherheitsbremsen

ohne zusätzliche Sensorik überwacht. Es erkennt anhand von

Strom- und Spannungsverläufen den Zustand der Bremse und

ermöglicht eine vorausschauende Instandhaltung. Über das

zusätzliche Modul Roba gateway lässt sich die Lösung netzwerkfähig

machen, um zum Beispiel die erfassten Daten in

bestehende Fernwartungssysteme einzubinden oder digitale

Zwillinge aufzubauen.

www.mayr.com

TWINCAT-HMI-

KOMPONENTEN

Die Automatisierungssoftware

TwinCAT 3 von

Beckhoff bietet mit CNC HMI

Base (TF5310) und CNC HMI

Simulation Server (TF5320)

zwei neuen Funktionsbibliotheken

für CNC-spezifische

Nutzeroberflächen. Damit lässt sich sowohl eine moderne,

intuitive HMI-Anwendung speziell für den CNC-Bereich

erstellen als auch die Teilebearbeitung anhand von Echtzeitdaten

simulieren. Das Softwarepaket TwinCAT 3 CNC HMI

Base basiert vollständig auf dem TwinCAT 3 HMI Server

(TF2000) und integriert sich nahtlos in die Familie der

TwinCAT-HMI-Produkte. Enthalten ist eine große Auswahl

technologiespezifischer Steuerelementen wie Achsanzeige,

Spindel- und Geschwindigkeits-Override, Jog- und Tippfunktionen,

Kontureditor sowie Werkzeugdaten- und Nullpunktverschiebungstabelle.

Der enthaltene G-Code-Editor unterstützt

die zyklenbasierte CNC-Programmierung im Zusammenspiel

mit den TwinCAT-Zyklenprodukten CNC Measurement

(TF5225), CNC Kinematic Optimization (TF5245) und

CNC Milling Base (TF5293). Darüber hinaus ist ein zur Laufzeit

konfigurierbares Softtastenfeld (MCP) im Paket enthalten.

Die Anbindung an die Echtzeit erfolgt über eine eigene

TwinCAT-HMI-Server-Erweiterung.

www.beckhoff.com

B&R: GEHEIMNISVOLLE NEUHEIT AUF SPS

Intelligence in motion...

Auf der SPS 2025 will B&R

Industrial Automation, die

Machine Automation Division

von ABB, eine bahnbrechende

Innovation in der Antriebstechnik

präsentieren. Mit der

neuen Lösung sollen Hersteller

zentrale Herausforderungen

der modernen Produktion

meistern können: kürzere

Produktlebenszyklen, zunehmende

Individualisierung und

die nahtlose Vernetzung von

Maschinen und Systemen. Die weltweite Produkteinführung findet in Halle 7,

Stand 206 statt. Das neue System wurde für dynamische Produktionsumgebungen

entwickelt und unterstützt Hersteller dabei, ihre Produktivität zu steigern,

flexibler zu agieren und in schnelllebigen Märkten wettbewerbsfähig zu

bleiben. Das System basiert auf einer exklusiven neuen Technologie und

unterstreicht das Engagement von B&R für modulare, offene und benutzerzentrierte

Automatisierung. Es soll Maßstäbe in Bezug auf Flexibilität, Nachhaltigkeit,

Sicherheit und Cybersicherheit für ein breites Spektrum von industriellen

Anwendungen setzen. Mit dieser Innovation will B&R die Grenzen der Antriebstechnik

erweitern und bietet eine Lösung, die Kunden dabei unterstützt, in

einem wettbewerbsintensiven Umfeld stets einen Schritt voraus zu sein.

www.br-automation.com


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

GESTEIGERTE BAHNGENAUIGKEIT

REGELUNGSTECHNISCHE KOMPENSATION

DES UMKEHRSPIELS VON

ZAHNSTANGE-RITZEL-ANTRIEBEN

Zahnstange-Ritzel-Antriebe sind

bei großen Maschinen mit langen

Verfahrwegen und hohen

Vorschub- und Beschleunigungskräften

die bevorzugte Wahl.

Allerdings wird ihre Bahngenauigkeit

durch das unvermeidbare

Umkehrspiel beeinträchtigt, das in

bestimmten Situationen einen

Kontaktverlust zwischen

Zahnstange und Ritzel verursacht

und dadurch die Kraftübertragung

kurzzeitig unterbricht. Mithilfe

einer regelungstechnischen

Kompensation lassen sich die

resultierenden Fehlerspitzen

kostengünstig reduzieren.

Zahnstange-Ritzel-Antrieb mit Umkehrspiel am Institut für Steuerungstechnik der

Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) der Universität Stuttgart

Große Maschinen stellen mit ihren langen Verfahrwegen

und den hohen erforderlichen Vorschub- und Beschleunigungskräften

spezielle Anforderungen an die

Antriebe der Maschinenachsen. Kugelgewindetriebe

(KGT) und Linear-Direkt-Antriebe (LDA) weisen in diesem Kontext

einige gravierende Nachteile auf. Bei KGT verringert sich mit

zunehmender Achslänge die Spindelsteifigkeit. Dadurch wird die

erreichbare Bearbeitungsgenauigkeit beeinträchtigt. Gleichzeitig

steigt mit zunehmender Achslänge die Trägheit der Spindel, die

die erreichbare Dynamik begrenzt. Mit LDA lassen sich die

hohen Vorschub- und Beschleunigungskräfte nur unter erheblichem

Kostenaufwand realisieren. In großen Maschinen werden

deshalb bevorzugt Zahnstange-Ritzel-Antriebe (ZRA) eingesetzt.

Durch Aneinanderreihen von Zahnstangenelementen sind hier

beliebig lange Verfahrwege kosteneffizient realisierbar, ohne

dass sich die Steifigkeitseigenschaften ändern. Allerdings erreichen

ZRA im Vergleich zu KGT und LDA die geringste Bahngenauigkeit.

UMKEHRSPIEL NICHT ELIMINIERBAR

Eine zentrale Ursache für die eingeschränkte Bahngenauigkeit

von ZRA ist das Umkehrspiel, das sich konstruktiv nicht vollständig

eliminieren lässt. Derjenige Zahn des Ritzels, der sich aktuell

im Eingriff befindet, ist dadurch nur mit maximal einer seiner

beiden Flanken im Kontakt mit einem der angrenzenden Zähne

der Zahnstange (siehe obige Abbildung). Somit kann nur in eine

Richtung Kraft vom Ritzel auf die Zahnstange übertragen werden.

Eine Kraftübertragung in die entgegengesetzte Richtung ist

erst nach einem vollständigen Durchlauf durch das Umkehrspiel

möglich. Spieldurchläufe treten folglich auf, wenn ein Vorzeichenwechsel

der Antriebskraft erforderlich ist, beispielsweise

beim Übergang von einer Phase mit konstanter Geschwindigkeit

in eine Phase mit hoher Bremsbeschleunigung. Während eines

Spieldurchlaufs kann keine Kraft übertragen werden, sodass

kein Einfluss auf die Position des Maschinenschlittens genommen

werden kann. Dadurch entstehen Fehlerspitzen in der

Schlittenposition.

Bei unverspannten ZRA mit Einzelantrieb ist nicht zu vermeiden,

dass der Kraftschluss zwischen Zahnstange und Ritzel bei

Vorzeichenwechseln der erforderlichen Antriebskraft kurzzeitig

unterbrochen wird. Die Schlittenposition ist erst dann ununterbrochen

beeinflussbar, wenn zwei Ritzel auf derselben Zahnstange

angebracht und gegeneinander verspannt werden. In der

industriellen Praxis werden daher bei entsprechend hohen Präzisionsanforderungen

zwei Ritzel mit separaten Antrieben verbaut

und elektrisch gegeneinander verspannt. Durch die Verspannung

übertragen die beiden Ritzel stets unterschiedliche Kräfte.

Vorzeichenwechsel der übertragenen Kraft treten dementsprechend

nicht bei beiden Ritzeln gleichzeitig auf, sodass das Um-

40 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

kehrspiel nicht zum selben Zeitpunkt durchlaufen

wird. Somit ist ein permanenter Kraftschluss

gewährleistet, wodurch die vom Umkehrspiel

verursachten Bahnfehler deutlich

reduziert werden können. Allerdings

nehmen durch die Verspannung Reibung,

Verschleiß und Energieverbrauch zu. Darüber

hinaus müssen Motor, Getriebe und

Ritzel redundant ausgeführt werden. Dies erfordert

einen größeren Bauraum, erhöht die

Trägheit des Antriebssystems und ist mit zusätzlichen

Kosten verbunden.

Adaptive Beschleunigungs- und Reibungsvorsteuerung und drei alternative Verfahren

zur Umkehrspielkompensation als Ergänzung zur gängigen P-PI-Kaskadenregelung

ZAHNFLANKENWECHSEL PRÄZISE

REALISIEREN

Um die Nachteile elektrisch verspannter ZRA

in möglichst vielen Anwendungsfällen von

ZRA-Maschinenachsen zu vermeiden, ist es

wünschenswert, die Genauigkeit von unverspannten

ZRA mit Einzelantrieb durch eine

regelungstechnische Kompensation des Umkehrspiels

zu er höhen.

Am Institut für Steuerungstechnik der

Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen

(ISW) der Universität Stuttgart wird

deshalb mithilfe eines entsprechenden Versuchsstands

(siehe nebenstehende Abbildung)

an einer regelungstechnischen Kompensation geforscht,

die die Auswirkungen des kurzzeitig unterbrochenen Kraftschlusses

auf den Positions fehler verringert. Hierfür ist es entscheidend,

dass sich das System nur möglichst kurz im Spiel befindet, da der

Schlitten während des Spieldurchlaufs durch die Reibung in den

Führungen und mög liche Bearbeitungskräfte aus der vorgesehenen

Sollbahn getrieben wird. Eine regelungstechnische Umkehrspielkompensation

verringert die Fehlerspitzen dadurch, dass sie

nach Eintritt ins Spiel möglichst schnell den Kontakt zwischen

dem im Eingriff befindlichen Zahn des Ritzels und dem entsprechenden,

angrenzenden Zahn der Zahnstange herstellt.

Zur präzisen Realisierung eines schnellen Zahnflankenwechsels

erscheinen auf Basis der Literatur die im Diagramm

dargestellten Eingriffe in die gängige Kaskadenregelung geeignet.

Beispielsweise kann, sobald durch Vergleich von Motor- und

Schlittenposition Umkehrspiel detektiert wird, ähnlich wie bei

einer Vorsteuerung ein additives Kompensationssignal aufgeschaltet

werden. Alternativ kann die Verstärkung des Lagereglers

im Rahmen eines sogenannten Gain-Schedulings in Abhängigkeit

der Positionsdifferenz von Motor und Schlitten variiert werden,

um den Lageregler an die veränderte Betriebssituation im

Spiel anzupassen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, im

Spiel auf einen separaten Regelungsalgorithmus umzuschalten.

Diese Regelungsverfahren sind zwar bereits seit Längerem bekannt,

ihr Verhalten und ihre Parametrierung sind jedoch meist

nur an Testaufbauten mit großem, konstantem Umkehrspiel erforscht.

Insbesondere bei ZRA sind solche Regelungsverfahren in

der industriellen Praxis nicht üblich, da das Umkehrspiel von

ZRA deutlichen Variationen entlang des Verfahrwegs unterworfen

ist. Der Fokus der Forschung am ISW liegt daher auf der

industriellen Anwendbarkeit des entwickelten Verfahrens.

ADAPTIVE BESCHLEUNIGUNGS- UND

REIBUNGSVORSTEUERUNG

Bei Antrieben, die kein Umkehrspiel aufweisen, können Beschleunigungs-

und Reibungsvorsteuerungen eingesetzt werden,

die den Positionsfehler bei beschleunigten Bewegungen des

Schlittens reduzieren. Diese Vorsteuerungen beruhen auf einem

Modell, mit dessen Hilfe die erforderlichen Stellmomente aufgrund

von Massenträgheit und Reibung prädiziert werden. Bei

umkehrspielbehafteten Antrieben wie ZRA wirken die Reibung in

den Führungen und die Trägheit des Schlittens während eines

Spieldurchlaufs nicht auf den Motor ein. Mit herkömmlichen Beschleunigungs-

und Reibungsvorsteuerungen, die nicht auf das

Umkehrspiel abgestimmt sind, werden daher während eines

Spieldurchlaufs fehlerhafte Motormomente prädiziert und vorgesteuert.

Am ISW wird deshalb an einer adaptiven Beschleunigungs-

und Reibungsvorsteuerung für ZRA geforscht, die diesem

Umstand Rechnung trägt.

Bilder: ISW, Universität Stuttgart

www.isw.uni-stuttgart.de

FÖRDERUNG

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) –

Projektnummer 447112572

DIE AUTOREN

Jannik Lehner, M.Sc., Wissenschaftlicher

Mitarbeiter, Institut für

Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen

und Fertigungseinrichtungen

(ISW), Universität Stuttgart

Prof. Dr.-Ing. Alexander Verl,

Institutsleiter, Institut für

Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen

und Fertigungseinrichtungen

(ISW), Universität Stuttgart

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/08 41


MARKTPLATZ

RÜCKSPEISEFÄHIGES NETZTEIL

Mit einem neuen rückspeisefähigen

Netzteil für seine SD2-Multiachs-Geräte

geht Sieb & Meyer einen weiteren Schritt

in Richtung Nachhaltigkeit. Bremsenergie

wird nun zurück ins Stromnetz des

Unternehmens geleitet. Das Ergebnis:

ein reduzierter Energieverbrauch und

klimafreundlichere Prozesse. Die SD2-

Multiachs-Geräte werden von einem

Netzteil versorgt und nutzen einen

gemeinsamen Zwischenkreis, über den

die Energie je nach Bedarf zwischen den

Antrieben verteilt wird. Beim Abbremsen

des Motors fließt die entstehende Energie in den Zwischenkreis

und kann dadurch direkt einen anderen Motor beschleunigen.

Doch bisher gab es eine Grenze: Wenn mehr Bremsenergie erzeugt

wurde als das System benötigte, musste die überschüssige Energie

über Bremswiderstände in Wärme umgewandelt werden. Mit dem

neuen rückspeisefähigen Netzteil lässt sich überschüssige Energie

dagegen ins Netz zurückführen. Anwender profitieren von einem

geringeren Energieverbrauch, niedrigeren Betriebskosten und einer

klimafreundlicheren Produktion.

www.sieb-meyer.de

KORROSIONSBESTÄNDIGE

GELENKLAGERLÖSUNGEN

Der Einsatz korrosionsbeständiger

Komponenten –

insbesondere aus Edelstahl

oder speziell beschichteten

Werkstoffen – trägt dazu bei,

höchste Hygieneanforderungen

zu erfüllen, die Betriebssicherheit

zu erhöhen und

den Wartungsaufwand zu

reduzieren.

Fluro hat sich auf die Entwicklung und Produktion korrosionsbeständiger

Gelenk lagerlösungen spezialisiert, die exakt auf die

Anforderungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zugeschnitten

sind. Die Lagerkomponenten bestehen aus hochwertigen

Edelstählen oder verfügen über spezielle Beschichtungen, die

selbst in aggressiven Umgebungen Beständigkeit bieten. Um den

strengen Anforderungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

gerecht zu werden, orientiert sich Fluro bei der Herstellung der

„Rost-Bezwinger“ an den Hygienic Design-Standards.

In der Praxis kommen korrosionsbeständige Gelenklager in

verschiedenen Teilbereichen der Lebensmittelverarbeitung zum

Einsatz. In Großbäckereien ermög lichen Fluro-Edelstahl-Gelenklager

bei der Herstellung von Teig-, Back- und Konditoreiwaren

einen reibungslosen 24/7-Betrieb in hochfeuchter Umgebung –

trotz täglicher Reinigung mit Hochdruckdampf und aggressiven

Reinigern. In Molkereien wiederum bewähren sie sich im Dauerbetrieb

bei Kontakt mit Milchbestandteilen, Laugen und säurehaltigen

Medien, ohne Anzeichen von Materialermüdung oder

Korrosion. Korrosionsbeständige Lager leisten nicht nur einen

Beitrag zur Produktsicherheit, sondern auch zur Nachhaltigkeit.

Ihre deutlich verlängerte Lebensdauer reduziert den Bedarf an

Ersatzteilen, minimiert Wartungsaufwand und senkt zudem den

Energieverbrauch durch verringerte Stillstandzeiten und Instandhaltungsmaßnahmen.

www.fluro.de

HYDRAULIKÖLE WASSERFREI HALTEN

Hydrauliköl ist weit

mehr als ein beliebiger

Betriebsstoff. Als

wichtiges Konstruktionselement

ist es von

entscheidender

Bedeutung für die

Planung, den Betrieb

und die Wartung

hydraulischer Anlagen. Moderne Hydrauliksysteme zeichnen

sich durch erhöhte Taktzeiten, Temperaturen und

Druckstufen, durch verringerte Spaltmaße und kompaktere

Bauweisen mit kleineren Tanks und steigenden Umlaufgeschwindigkeiten

aus. Die Anforderungen an die Qualität

und Reinheit der Hydrauliköle sind daher hoch. Das Bewusstsein

für die Bedeutung der Fluide wird für Anwender

und Konstrukteure von stationären und mobilen Hydrauliksystemen

zum elementaren Bestandteil des wirtschaftlichen

Betriebs und der Werterhaltung von Anlagen und

Komponenten. Dennoch werden schon heute mehr als 3/4

aller Ausfälle an hydraulischen Anlagen durch verunreinigte

Hydrauliköle verursacht, beispielsweise durch Wasser.

Abhilfe schaffen Adsorberfilter. Montiert werden sie auf die

Belüftungsöffnung eines Tanks und ersetzen dort den

herkömmlichen Belüftungsfilter. Dadurch strömt die

angesaugte Luft durch den zylindrischen Adsorberfilter.

Die Feuchtigkeit wird dabei vom Trockenmittel Silicagel

aufgenommen und in diesem Trockengranulat gebunden.

Weitere Möglichkeiten und Lösungen für wasserfreies

Hydrauliköl eröffnet der Experte Hansa-Flex.

www.hansa-flex.de

KÜRZERE EINRÜCK- UND MONTAGEZEITEN

KBK Antriebstechnik

stellt neue Ausführungen

und

Varianten seiner

bewährten Kupplungen

vor. Das

Highlight am

SPS-Stand: eine

freischaltende

Überlastkupplung

mit einem besonderes komfortablen Einrückmechanismus.

KBK bietet den neuen Einrückmechanismus künftig für alle

freischaltende Sicherheitskupplungen in seinem Produktprogramm

an. Das Funktionsprinzip ist innovativ: Die

Kupplung kann nach der Beseitigung des Überlastfalls sehr

schnell und mit wenig Kraft wieder eingerückt werden.

Ebenfalls in Nürnberg mit dabei sind zwei neue Baureihen

der Überlastkupplungen: Eine Variante mit angebauter

Gelenkkupplung, die auch hohen Versatz ausgleicht, und

eine Ausführung mit integrierter Schlitzkupplung.

Das Modell ist noch etwas robuster als die Versionen mit

Metallbalg. Im Fokus des Messeauftritts steht darüber

hinaus eine neue Baureihe an starren Kupplungen.

Die KBST1 besitzt durchgängige Bohrungen und wird mit

Gewindestiften und einer Passfedernut befestigt. Sie lässt

sich noch einfacher installieren, sodass Maschinen- und

Anlagenbauer wertvolle Zeit sparen. Die Komponente ist

mit Drehmomenten von 4 bis 490 Nm verfügbar.

www.kbk-antriebstechnik.de

42 antriebstechnik 2025/08 www.antriebstechnik.de


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 02/2026

ERSCHEINUNGSTERMIN: 18. 02. 2026

ANZEIGENSCHLUSS: 03. 02. 2026

01

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02

03

01 Ein rückspeisefähiger ABB-Frequenzumrichter spielt eine Schlüsselrolle für

den Betrieb eines Pumpspeicherkraftwerks

Bild: Fraunhofer IEE

02 Lebensdauerberechnung von Wälzlagern ist hilfreich; wer auf Nummer sicher

gehen will, kann die Werte praktisch überprüfen – Findling Wälzlager hat dabei

Überraschendes festgestellt

Bild: Findling Wälzlager

03 Antriebstechnik in der Leiterplattenindustrie muss schnell, dynamisch und

hochpräzise sein – die LHMT GmbH setzt auf Stöber als Partner

Bild: Stöber Antriebstechnik

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

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Internet:

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Chefredakteur:

Miles Meier, m.meier@vfmz.de

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