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Vaccinovigilance - Jahresbericht 2024

Zusammenfassung zu den in der Schweiz gemeldeten unerwünschten Ereignissen nach Impfungen im Jahr 2024

Zusammenfassung zu den in der Schweiz gemeldeten unerwünschten Ereignissen nach Impfungen im Jahr 2024

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November 2025

Vaccinovigilance

Jahresbericht 2024


Vaccinovigilance

Jahresbericht 2024

Zusammenfassung zu den in der Schweiz gemeldeten

unerwünschten Ereignissen nach Impfungen im Jahr 2024


Impressum

Herausgeber

Swissmedic, Schweizerisches Heilmittelinstitut

Abteilung Arzneimittelsicherheit

Pharmacovigilance

Hallerstrasse 7

3012 Bern

Schweiz

www.swissmedic.ch

Redaktion/Kontakt

Swissmedic, Abteilung Arzneimittelsicherheit

Layout & Satz

Swissmedic, Abteilung Kommunikation


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung zu den in der Schweiz 5

gemeldeten unerwünschten Ereignissen

nach Impfungen im Jahr 2024

Anzahl AEFI-Meldungen nach Altersgruppe 5

und Geschlecht, 2024

Zahl der Meldungen nach Impfstoffgruppe 6

(ATC-Code) und Schweregrad, 2024

Anzahl AEFI-Meldungen nach Qualifikation 7

der Melder und Schweregrad, 2024

Anzahl AEFI-Meldungen nach Altersgruppe 7

und Schweregrad, 2024

Überblick über die häufigsten AEFI alle 8

Meldungen, 2024

Häufigste AEFI bei «schwerwiegenden» 9

Meldungen, 2024

Bei Swissmedic im Jahr 2024 11

eingegangene Meldungen von AEFI

nach COVID-19-Impfungen

Geschlecht der betroffenen Personen 11

Alter der betroffenen Personen 11

Schweregrad der AEFI-Meldungen 11

nach COVID-19-Impfung im Jahr 2024

Primärmelder von AEFI nach 12

COVID-19-Impfung im Jahr 2024

Liste der 15 häufigsten AEFI (Preferred Terms) 12

Liste der 15 häufigsten «schwerwiegenden» 12

AEFI (Preferred Terms)

Literatur 13

4


Zusammenfassung zu den in der Schweiz gemeldeten

unerwünschten Ereignissen nach Impfungen im Jahr 2024

Zusammenfassung

Im Jahr 2024 gingen bei Swissmedic insgesamt 504 Meldungen

über Fälle vermuteter unerwünschter Wirkungen

nach Impfungen (adverse events following immunization,

AEFI) in der Schweiz ein. Fast die Hälfte dieser

Meldungen standen im Zusammenhang mit COVID-

19-Impfstoffen, auch wenn die Zahl geringer war als

im Jahr 2023. Dies ergibt sich daraus, dass weiterhin

COVID-19-Impfungen verabreicht werden, aber in abnehmender

Zahl. Die meisten dieser Meldungen betrafen

bekannte Reaktionen. Zusätzlich wurden im Jahr

2024 in der Schweiz 260 AEFI-Meldungen für Nicht-

COVID-Impfstoffe eingereicht. Diese Zahl ist vergleichbar

mit 2023 (264 Meldungen) und höher als 2022

(217 Meldungen). Der Schwerpunkt dieses Berichts liegt

auf den Nicht-COVID-Impfstoffen. Der letzte Abschnitt

des Dokuments enthält dennoch eine kurze Zusammenfassung

der im Jahr 2024 eingegangenen AEFI-Meldungen

zu COVID-19-Impfstoffen, siehe auch (2).

Number of reports

100

80

60

40

20

0

Infant (<4 years)

2

26

67

8

21

2

1 5

12 8

3

10

Child (4 –11 years)

Adolescent (12 –17 years)

Adult (18 – 69 years)

Elderly (> 69 years)

7

16

5

9

31

27

Age unknown

Die AEFI-Meldungen wurden in der schweizerischen

Pharmacovigilance-Datenbank erfasst, evaluiert und

analysiert. Swissmedic unterstützt die Erfassung qualitativ

hochstehender Meldungen von AEFI, da dies eine

frühe Erkennung neuer Sicherheitssignale ermöglicht.

Wichtige Sicherheitsaspekte werden bei Bedarf in Zusammenarbeit

mit ausländischen Arzneimittelbehörden

und/oder mit Beteiligung des Swissmedic Human

Medicines Expert Committee (HMEC) evaluiert. Im Falle

einer erhöhten AEFI-Melderate mit anschliessender

Evaluation relevanter Fälle können risikomindernde

Massnahmen getroffen werden, falls dies zur Gewährleistung

der Impfstoffsicherheit erforderlich ist.

Female Male Sex unknown

Abbildung 1: Anzahl AEFI-Meldungen nach Altersgruppe und

Geschlecht, 2024

In Abbildung 1 sind die Meldungen nach Altersgruppe

und Geschlecht aufgeführt. Am häufigsten wurden AEFI

bei Erwachsenen (95 Meldungen) gemeldet, gefolgt von

den Älteren (41 Meldungen) und den Kleinkindern

(41 Meldungen), den Jugendlichen (17 Meldungen) und

den Kindern (12 Meldungen). 2024 betrafen die eingegangenen

Meldungen insgesamt mehr Frauen

(150 Meldungen; 57,7 %) als Männer (85 Meldungen;

32,7 %). Bei 25 Meldungen (9,6 %) von AEFI war

das Geschlecht der betroffenen Person unbekannt. Bei

54 Meldungen (20,8 %) war die Altersgruppe der betroffenen

Person unbekannt.

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

5


Rotavirus vaccines (J07BH)

Typhoid vaccine (J07AP) 13

Rabies vaccines (J07BG)

Meningococcal (J07AH) 1 4 14

Pertussis (J07AJ)

Measles/mumps/

rubella/(varicella) (J07BD)

4 5

4

32

22

13

16

Die relative Häufigkeit (prozentualer Anteil) schwerwiegender

Ereignisse einschliesslich medizinisch wichtiger

Ereignisse für alle Impfstoffgruppen insgesamt lag im

Jahr 2024 mit 37,7 % (98 Meldungen) auf einem ähnlichen

Niveau wie in den Vorjahren 2023 (36 %) und

2022 (37,3 %).

Vaccine group (ATC code)

Varicella zoster (J07BK)

Encephalitis (J07BA)

Other viral vaccines (J07BX)

Bacterial & viral combined (J07CA)

Hepatitis (J07BC)

Pneumococcal (J07AL)

2 3

11

3

6

2 9 14

313

7

23

36

Meldungen, welche die Verabreichung mehrerer (n>1)

verschiedener Impfstoffe betrafen und im Zusammenhang

mit einem AEFI-Verdacht eingereicht wurden, sind

in Abbildung 2 in der Kategorie «Multiple vaccines»

aufgeführt. Viele dieser Meldungen betrafen Mehrfachimpfungen

bei Kindern.

Papillomavirus (J07BM) 5 2 18

Multiple vaccines 9 5 16

Influenza (J07BB) 5 3 9

0 10 20 30 40 50 60 70

Number of reports

Serious Medically important/Serious Non-serious

Im Jahr 2024 gingen wie bereits 2023 mehr Meldungen

im Zusammenhang mit der Impfung gegen Herpes Zoster

ein, die in Abbildung 2 unter dem ATC-Code «Varicella

zoster (J07BK)» erfasst sind. Bei den Herpes-Zoster-Impfstoffen

wurde die Mehrheit der Meldungen als

«nicht-schwerwiegend» eingestuft (36 von 65 Fällen;

55,4 %), ähnlich wie 2023 (54,8 %).

Abbildung 2: Zahl der Meldungen nach Impfstoffgruppe

(ATC-Code) und Schweregrad, 2024

Abbildung 2 zeigt die Zahl der Spontanmeldungen von

AEFI nach Impfstoffgruppe (ATC-Code) und Schweregrad.

Eine Meldung wird im Allgemeinen als schwerwiegend

(«serious») bezeichnet, wenn sie ein Ereignis betrifft,

das tödlich verläuft, einen Spitalaufenthalt erfordert

bzw. verlängert, lebensbedrohlich ist, eine beträchtliche

oder bleibende Schädigung bewirkt oder eine angeborene

Anomalie zur Folge hat. Als medizinisch wichtig

(«medically important») – und daher auch schwerwiegend

– wird eine Meldung eingestuft, wenn sie zwar die

bereits erwähnten Kriterien für schwerwiegende Meldungen

nicht erfüllt, aber ein aus medizinischer Sicht

bedeutendes Ereignis betrifft. Alle anderen Meldungen

werden als nicht-schwerwiegend («non-serious») eingestuft

(zum Beispiel selbstlimitierende unerwünschte

Wirkungen mit vollständiger Erholung). Von den 2024

eingegangenen 260 Spontanmeldungen betrafen 162

(62,3 %) nicht-schwerwiegende Ereignisse, 58 (22,3 %)

medizinisch wichtige Ereignisse und 40 (15,4 %) Ereignisse

mit schwerwiegenden Folgen.

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

6


180

109

160

140

100

58

120

80

100

80

60

40

60

68

40

25

37

19

Number of reports

40

20

0

20

10

14

8

19

12

Number of reports

20

0

16

8

4

12

5

22

14

Physician

Pharmacist

Other healthcare professional

Consumer/NonHCP

Infant (<4 years)

Child (4 –11 years)

Adolescent (12 –17 years)

Adult (18 – 69 years)

Elderly (> 69 years)

Age unknown

Medically important/Serious

Non-serious

Medically important/Serious

Non-serious

Abbildung 3: Anzahl AEFI-Meldungen nach Qualifikation der

Melder und Schweregrad, 2024

Abbildung 4: Anzahl AEFI-Meldungen nach Altersgruppe und

Schweregrad, 2024

Abbildung 3 zeigt die Zahl der 2024 in der Schweiz eingegangenen

AEFI-Meldungen nach Primärmelder und

Schweregrad. Die überwiegende Mehrheit der Fälle

wurde von medizinischen Fachpersonen gemeldet. Diese

AEFI-Meldungen enthielten in der Regel medizinisch bestätigte

Angaben und waren von hoher Qualität. Die

meisten Meldungen über AEFI stammten von Ärztinnen

und Ärzten (177 von 260). Diese meldeten auch am

meisten schwerwiegende oder medizinisch wichtige

AEFI (68 von 177 Meldungen). Privatpersonen/Patienten

meldeten am zweitmeisten AEFI (31 Meldungen), gefolgt

von den Apothekerinnen und Apothekern (30 Meldungen).

Abbildung 4 zeigt die Zahl der Spontanmeldungen von

AEFI nach Altersgruppe und Schweregrad. Daraus geht

hervor, dass die meisten schwerwiegenden oder medizinisch

wichtigen Fälle (37 von insgesamt 95 AEFI-Meldungen)

die Altersgruppe der Erwachsenen betrafen,

gefolgt von den Älteren (22 von 41 Meldungen), den

Kleinkindern (16 von 41 Meldungen), den Jugendlichen

(5 von 17 Meldungen) und den Kindern (4 von 12 Meldungen).

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

7


Pyrexia (10037660)

34

Herpes zoster (10019974)

22

Rash (10037844)

19

Headache (10019211)

18

Pain in extremity (10033425)

16

Vaccination failure (10046862) 16

Arthralgia (10003239)

13

Fatigue (10016256) 12

Injection site pain (10022086) 12

Myalgia (10028411)

12

Asthenia (10003549)

11

Erythema (10015150) 11

Vaccination site erythema (10059079) 11

Dizziness (10013573) 9

Pain (10033371)

9

0

5 10 15 20 25 30 35

Abbildung 5: Überblick über die häufigsten AEFI

aller Meldungen, 2024

Abbildung 5 zeigt die im Jahr 2024 am häufigsten gemeldeten

AEFI nach MedDRA-Terminologie (Bevorzugte

Begriffe, PT), insbesondere: Fieber; Herpes Zoster; Hautausschlag;

Kopfschmerzen; Gliederschmerzen; Impfversagen;

Arthralgie; Schmerzen an der Injektionsstelle;

Myalgie; Asthenie; Erythem; Erythem an der Injektionsstelle;

Schwindel; Schmerzen. Zu erwähnen ist, dass

bei der Varicella-Zoster-Impfung einige Meldungen Verdachtsfälle

eines Impfversagens nach Varicella-Zoster-

Impfung betrafen (siehe auch nachfolgend «schwerwiegende

Meldungen»).

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

8


Pyrexia (10037660)

Vaccination failure (10046862)

11

11

Herpes zoster (10019974)

8

Dizziness (10013573)

Erythema (10015150

Fatigue (10016256)

Myalgia (10028411)

4

4

4

4

Pain in extremity (10033425) 4

Rash (10037844) 4

Arthralgia (10003239)

Asthenia (10003549)

3

3

Diarrhoea haemorrhagic (10012741) 3

Guillain-Barré syndrome (10018767) 3

Headache (10019211) 3

Hypersensitivity (10020751)

3

Abbildung 6: Häufigste AEFI bei «schwerwiegenden»

Meldungen, 2024

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Abbildung 6 zeigt die am häufigsten gemeldeten AEFI

nach MedDRA-Terminologie (Bevorzugte Begriffe, PT) in

den als «schwerwiegend» eingestuften Meldungen,

insbesondere: Fieber; Impfversagen; Herpes Zoster;

Schwindel; Erythem; Müdigkeit; Myalgie; Gliederschmerzen;

Hautausschlag.

Im Jahr 2024 gingen 11 «schwerwiegende» Meldungen

über «Impfversagen» ein, darunter sieben Fälle

nach Impfung gegen Herpes Zoster und vier Meldungen

über je einen Fall nach anderen Impfungen.

Neurologische Komplikationen sind unter den verschiedenen

AEFI aufgrund ihrer möglichen Persistenz und

der beeinträchtigenden Folgen von Bedeutung. Die folgenden

schwerwiegenden neurologischen AEFI wurden

2024 in der Schweiz gemeldet:

• Zwei Meldungen einer «hypoton-hyporesponsiven

Episode» bei je einem männlichen und einem weiblichen,

2-monatigen Kleinkind nach Verabreichung

mehrerer verschiedener Impfstoffe, (Diphtherie /

Hepatitis B / Hib / Keuchhusten / Pneumokokken /

Polio / Tetanus) mit gemeldetem Ausgang «erholt»

bei beiden Fällen.

• Drei Fälle von Guillain-Barré-Syndrom, einer bei einer

37-jährigen Frau nach Hepatitis-B-Impfung, mit Ausgang

«in Erholung». Zwei weitere Fälle betrafen

zwei Frauen (61- und 84-jährig) nach der Varicella-

Zoster-Impfung, mit gemeldetem Ausgang «unbekannt»

in beiden Fällen.

• Zwei Fälle von «Bell’scher Lähmung», ein Fall bei

einer 19-jährigen Frau nach Verabreichung einer

Kombinationsimpfung (Diphtherie / Keuchhusten /

Polio / Tetanus), mit Ausgang «nicht erholt». Der

zweite Fall trat bei einem 41-jährigen Mann nach

Affenpocken-Impfung auf, mit Ausgang «nicht erholt».

• Ein Fall von «Gesichtslähmung» bei einem 61-jährigen

Mann nach Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis

(FSME), mit Ausgang «erholt».

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

9


• Ein Fall von «Fazialisparese» bei einem 72-jährigen

Mann nach Varicella-Zoster-Impfung, mit gemeldetem

Ausgang «erholt».

• Drei Fälle von «aseptischer Meningitis», ein Fall bei

einem 4-jährigen Jungen und der zweite Fall bei

einer 30-jährigen Frau. Die beiden Fälle traten nach

FSME-Impfung auf, mit gemeldetem Ausgang «erholt».

Der dritte Fall betraf eine 28-jährige Frau

nach der Verabreichung einer Kombinationsimpfung

(Diphtherie / Keuchhusten / Tetanus), mit Ausgang

«in Erholung» zum Zeitpunkt der Meldung.

• Ein Fall von «Brachial-Radikulitis» bei einer 46-jährigen

Frau nach Verabreichung einer Kombinationsimpfung

(Diphtherie / Keuchhusten / Tetanus), mit

Ausgang «erholt».

• Ein Fall von «Neuralgische Amyotrophie» bei einer

60-jährigen Frau nach Varicella-Zoster-Impfung, mit

Ausgang «nicht erholt».

• Zwei Fälle von «Krampfanfall», ein Fall bei einem

6-monatigen Jungen nach Meningitis-Impfung, mit

Ausgang «erholt». Der zweite Fall betraf ein 7-monatiges

Mädchen nach Impfung gegen Masern /

Mumps / Röteln / Varicella Zoster, mit Ausgang «erholt».

• Eine Meldung über «Epilepsie» bei einem 2-monatigen

Jungen nach Meningokokken-Impfung, mit

Ausgang «erholt».

• Drei Meldungen über «Synkope» als schwerwiegende

(einschliesslich medizinisch wichtige) AEFI.

Ein Fall betraf ein einjähriges Mädchen nach Verabreichung

einer Kombinationsimpfung, mit Ausgang

«unbekannt». Der zweite Fall trat bei einem 8-jährigen

Jungen nach Meningokokken-Impfung auf, mit

Ausgang «erholt». Der dritte Fall betraf eine 86-jährige

Person nach Varicella-Zoster-Impfung, mit Ausgang

«erholt».

• Ein Fall von «Sinnesempfindungsverlust» bei einem

28-jährigen Mann nach FSME-Impfung, mit Ausgang

«in Erholung».

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

• Ein Fall von «Dysarthrie» bei einer 31-jährigen Frau

nach Impfung gegen das humane Papillomavirus,

mit Ausgang «unbekannt».

• Ein Fall von «Schwindelgefühl» und «Verwirrung»

bei einer 20-jährigen Frau nach Impfung gegen das

humane Papillomavirus, mit Ausgang «erholt» für

beide AEFI.

• Ein Fall von «Fieberkrämpfen» bei einem 1-jährigen

Mädchen nach Pneumokokken-Impfung, mit Ausgang

«erholt».

Vier AEFI-Meldungen mit tödlichem Ausgang gingen

bei Swissmedic im Jahr 2024 im Zusammenhang mit

Nicht-COVID-19-Impfstoffen ein.

• Eine Meldung betraf eine 75-jährige Frau nach Varicella-Zoster-Impfung.

Dabei handelte es sich jedoch

um einen akuten Myokardinfarkt mit Herzstillstand,

der eine Herz-Reanimation erforderte, mit nachfolgendem

embolischem Hirninfarkt, bei einer älteren

Person mit bestehender schwerer Dreigefässerkrankung.

• Eine Meldung betraf eine 80-jährige Frau nach Varicella-Zoster-Impfung;

ein Guillain-Barré-Syndrom

wurde klinisch als auslösende Todesursache vermutet,

konnte jedoch diagnostisch nicht bestätigt werden,

und eine Autopsie wurde nicht durchgeführt.

Die Patientin hatte schwere Begleiterkrankungen:

ein Plattenepithelkarzinom der Lunge mit linker

Pneumonektomie, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung

und einen Myokardinfarkt.

• Eine Meldung betraf eine 86-jährige Frau nach

Pneumokokken-Impfung. Bei dieser Patientin, die in

einem Altersheim lebte, verschlechterte sich der Allgemeinzustand

und sie verstarb wenige Tage später.

Die Todesursache blieb unklar, da keine Autopsie

durchgeführt wurde.

• Eine Meldung über eine Frau unbekannten Alters

nach Pneumokokken-Impfung. Diese Patientin entwickelte

eine invasive Pneumokokkeninfektion. Als

Ursache für die tödliche Infektion wurde jedoch ein

Pneumokokken-Serotyp nachgewiesen, der nicht

durch die Impfung abgedeckt war.

10


Bei Swissmedic im Jahr 2024 eingegangene

Meldungen von AEFI nach COVID-

19-Impfungen

In der Schweiz wurden 2024 weiterhin Impfungen

gegen COVID-19 verabreicht. Swissmedic erhielt in diesem

Jahr deutlich weniger AEFI-Meldungen (244 Fälle)

als in den vorherigen Jahren der Impfkampagne (2023:

727 Meldungen; 2022: > 5000 Meldungen).

Geschlecht der betroffenen Personen

Von den 244 AEFI-Meldungen nach COVID-19-Impfungen,

die im Jahr 2024 eingingen, betrafen 142 (58,2 %)

Frauen und 97 (39,7 %) Männer. In einigen Fällen war

das Geschlecht nicht angegeben.

142; 58.20%

Alter der betroffenen Personen

Die AEFI-Meldungen nach COVID-19-Impfungen betrafen

am häufigsten die Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen,

gefolgt von der Altersgruppe der 18- bis 44-Jährigen.

In über 30 Meldungen fehlte die Altersangabe.

Das angegebene Alter lag zwischen 6 und 92 Jahren,

der Durchschnitt bei 52,6 Jahren.

0–27 days

28 days to 23 months

2–11 years

12–17 years

18–44 years

1

1

1

45–64 years 80

65–75 years 25

>= 75 years 28

72

unknown

36

0 20 40 60 80

5; 2.05%

97; 39.75%

Male Female Unknown

Schweregrad der AEFI-Meldungen nach COVID-

19-Impfung im Jahr 2024

Von den im Jahr 2024 eingegangenen 244 Spontanmeldungen

betrafen 121 (49,6 %) nicht-schwerwiegende

Ereignisse und 123 (50,4 %) schwerwiegende Ereignisse

(einschliesslich medizinisch wichtiger Ereignisse).

days to23

121; 49.59%

123; 50.41%

Serious

Non-serious

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

11


Primärmelder von AEFI nach COVID-19-Impfung

im Jahr 2024

Die meisten Fälle wurden im Jahr 2024 von Privatpersonen/Patienten

gemeldet (127 von 244 Fällen; 52 %),

gefolgt von Ärztinnen und Ärzten (62 Meldungen;

25,4 %).

140

120

100

80

60

40

20

0

Physician

Pharmacist

Other healthcare

professional

Consumer/NonHCP

Die folgenden vermuteten Reaktionen wurden im Jahr

2024 für alle COVID-19-Impfstoffe insgesamt am häufigsten

gemeldet:

Die häufigsten als schwerwiegend eingestuften AEFI

für alle COVID-19-Impfstoffe insgesamt waren:

Liste der 15 häufigsten AEFI (Preferred Terms)

Liste der 15 häufigsten «schwerwiegenden» AEFI (Preferred Terms)

Fatigue (10016256)

40

Fatigue (10016256)

23

Headache (10019211)

24

Headache (10019211)

12

Rash papular (10037876)

21

Incorrect route of

(10081202)

product administration

12

Skin plaque (10067723)

20

Myocardial injury (10085879)

12

Arthralgia (10003239)

19

Arthralgia (10003239)

11

Myalgia (10028411) 16

Incorrect route of

product administration

(10081202)

12

Myocardial injury (10085879) 12

COVID-19 (10084268) 10

Myalgia (10028411) 11

COVID-19 (10084268)

9

Dizziness (10013573) 6

Chronic fatigue syndrome (10008874) 5

Dizziness (10013573)

10

Disturbance in attention (10013496)

5

Paraesthesia (10033775)

9

Influenza like illness (10022004)

5

Urticaria chronic (10052568) 9

Condition aggravated (10010264) 8

Palpitations (10033557) 8

Drug ineffective (10013709) 4

Nausea (10028813) 4

Neuropathy peripheral (10029331) 4

Pyrexia (10037660)

8

Pain in extremity (10033425)

4

0 10 20 30 40

0 5 10 15 20 25

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

12


Die 12 Meldungen über «Myokardschädigungen», die

in den beiden vorangehenden Abbildungen aufgeführt

sind, stammen aus Literaturberichten einer Schweizer

Publikation, in der das mögliche Auftreten von Myokardschädigungen

nach COVID-19-mRNA-1273-Booster-

Impfung mittels kardialer Troponin-T-Tests untersucht

wurde (1). Insbesondere «Myokarditis/Perikarditis» ist

ein bekannter Sicherheitsaspekt (safety topic) der in den

Schweizer Arzneimittelinformationen mehrerer COVID-

19-Impfstoffe aufgeführt ist (3).

Am 5. Juli 2024 publizierte Swissmedic eine Mitteilung

über die «Verdachtsmeldungen unerwünschter Wirkungen

der Covid-19-Impfstoffe in der Schweiz» (2).

Dieser Bericht präsentiert in kumulativer Form die Zusammenfassung

der vermuteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen

nach COVID-19-Impfung im Zeitraum

vom 1. Januar 2021 bis zur Veröffentlichung des Berichts

durch Swissmedic.

Unter anderem wurden in diesem Update länger andauernde

Beschwerden, die in einem zeitlichen Zusammenhang

mit einer COVID-19-Impfung stehen, untersucht.

Swissmedic wertet solche Berichte sorgfältig aus,

prüft laufend die neuesten Erkenntnisse zur Arzneimittelsicherheit,

verfolgt die wissenschaftliche Literatur

und steht in engem Kontakt mit den internationalen

Zulassungsbehörden.

Insgesamt haben die eingegangenen und ausgewerteten

Meldungen über vermutete unerwünschte Wirkungen

das positive Nutzen-Risiko-Profil der in der

Schweiz verwendeten COVID-19-Impfstoffe nicht verändert

und bestätigen weitgehend das bekannte

Sicherheitsprofil. Die bekannten Nebenwirkugen der

COVID-19-Impf stoffe sind in den laufend aktualisierten

Schweizer Arzneimittelinformationen aufgeführt (3).

Dieser Bericht enthält statistische Daten (kumulative

Zahlen), die Rangfolge der am häufigsten vermuteten

Reaktionen für alle Impfstoffe, die betroffenen Organsysteme

sowie die Rangfolge der Reaktionen in den

nicht schwerwiegenden und den schwerwiegenden

Meldungen.

Literatur

1

Isayeva G, Lopez-Ayala P, Hirsiger JR, Rumora K,

Reinhardt J, Haaf P, Rentsch K, Battegay M,

Banderet F, Berger CT, Mueller C. Incidence of

Myocardial Injury Following the Second Booster

of COVID-19 mRNA-1273 Vaccine in Healthcare

Professionals (MACIS II). Swiss Med Wkly.

2024;83S:154(Suppl.276)

2

Verdachtsmeldungen unerwünschter Wirkungen

der COVID-19 Impfstoffe in der Schweiz; Swissmedic

Webseite, 05.07.2024

3

AIPS (www.swissmedicinfo.ch)

Vaccinovigilance | Jahresbericht 2024

13


Schweizerisches Heilmittelinstitut

Institut suisse des produits thérapeutiques

Istituto svizzero per gli agenti terapeutici

Swiss Agency for Therapeutic Products

Swissmedic, Schweizerisches Heilmittelinstitut

Abteilung Arzneimittelsicherheit

Pharmacovigilance

Hallerstrasse 7

3012 Bern

Schweiz

www.swissmedic.ch

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