05.11.2025 Aufrufe

Zoonbews Herbst 2025

Im «Zoonews Herbst 2025» steht die Neuzusammensetzung der Gorillagruppe im Zoo Zürich im Fokus. Wir erklären, wie die Zusammenführung des neuen Silberrückens mit den Weibchen funktioniert und was die Ziele für die Zuchtgruppe sind.

Im «Zoonews Herbst 2025» steht die Neuzusammensetzung der Gorillagruppe im Zoo Zürich im Fokus. Wir erklären, wie die Zusammenführung des neuen Silberrückens mit den Weibchen funktioniert und was die Ziele für die Zuchtgruppe sind.

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ZOONEWS

HERAUSGEGEBEN VOM ZOO ZÜRICH UND DER TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH

HERBST

2025

Neuordnung bei den Gorillas:

BWANA UND

SEIN QUARTETT


ZUSAMMEN

IST ES EINFACH

SCHÖNER.

SEIT ÜBER 20 JAHREN IST DIE GENOSSENSCHAFT MIGROS ZÜRICH

HAUPTPARTNERIN DES ZOO ZÜRICH UND UNTERSTREICHT DAMIT

IHR VIELFÄLTIGES ENGAGEMENT.


EDITORIAL 3

INHALT

Liebe Zoofreund*innen

Der Ndoki Wald ist das nächste Grossprojekt in Planung – er wird das

neue Zuhause der Westlichen Flachlandgorillas. Bereits seit diesem

Frühjahr lebt die neue Gorilla-Gruppe im Menschenaffenhaus. Lesen

Sie, wie die Tiere bei uns gestartet sind und ob wir schon bald mit

Jungtieren rechnen dürfen.

04

GORILLAS

Die Karten sind neu gemischt.

Nachwuchs ist entscheidend für unseren Beitrag zum Artenschutz und

das Überleben dieser bedrohten Menschenaffen. Wollen Sie uns dabei

unterstützen? Mit Ihrer Spende für den Bau des Ndoki Waldes werden

Sie Teil dieses bedeutenden Projekts.

Im kolumbianischen Regenwald kämpfen wir für den Erhalt der Pfeilgiftfrösche.

Ein Pionier im Amphibienschutz ist Carlos Galvis aus dem

Zoo Cali. Er ist der Gewinner des diesjährigen Naturschutzpreises.

Erfahren Sie, warum diese Auszeichnung mehr als verdient ist.

Ein köstliches Dinner, der Masoala Regenwald stimmungsvoll beleuchtet

und individuelle Entdeckungstouren im nächtlichen Dschungel – das

gibt es nur bei «Masoala by Night». Wer diesen Abend der Extraklasse

geniessen will, sollte sich jetzt seinen Tisch sichern.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre der Zoonews und

freuen uns auf Sie im Zoo Zürich!

08

NATURSCHUTZPREIS

Ehrung für Carlos Galvis und sein

Engagement für die Frösche

09

BERGBONGOS IN LEWA

Amerikanische Zuchtgruppe in Kenia

eingetroffen

10

NEWSBOX

Häppchen aus dem Zooalltag

Bilder: Goran Basic, Fabio Süess

Dr. Severin Dressen

Zoodirektor

Dr. Robert Zingg

Präsident Tiergarten-Gesellschaft Zürich

12

TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH

Kleine Taten bewirken Grosses.

14

AGENDA

Das veranstalten wir für Sie.

IMPRESSUM

ZOONEWS HERBST 2025


4 SCHWERPUNKT

KOPFÜBER IN

DIE ZUKUNFT

Im künftigen Ndoki Wald trägt die erfolgreiche Zucht der vom

Aussterben bedrohten Gorillas zum Artenschutz bei. Schon heute ist

die Gruppe dafür komplett. Aber ist sie auch bereit?

TEXT Dominik Ryser

Bild: Gorilla-Weibchen Ivindo, Fabio Süess

ZOONEWS HERBST 2025


ZOONEWS HERBST 2025

SCHWERPUNKT 5


6 SCHWERPUNKT

Die neuen Gorilla-Weibchen (Mayumi links, Virunguita rechts, Ivindo vorherige Doppelseite) sind gekommen, um zu bleiben.

Alle haben die Zuchtempfehlung des Erhaltungszuchtprogramms.

Zunächst nur ein prüfender Blick aus dem Durchgang der

Hintergrundanlagen, dann tritt der massige Körper des

Silberrückens Bwana hervor. Hat er Futter gefunden und

seinen Platz eingenommen, ist dies das Zeichen für die vier

Gorilla-Weibchen, ihrem Haremsführer zu folgen. Doch bis

es zur heute erfolgreichen Gruppenbildung kam, musste

Bwana seine Stellung als Chef beweisen.

DER ANFÜHRER UND SEINE AUFGABE

Der Silberrücken ist das dominante Männchen in einer

Gorilla-Gruppe, die aus mehreren Weibchen und ihren

Jungtieren besteht. Man erkennt ihn an seiner Grösse

und am silbrig glänzenden Rückenfell. Als Anführer der

Gruppe trägt er grosse Verantwortung: Er sorgt für

Sicherheit und Zusammenhalt. Da können auch mal die

Fetzen fliegen.

DIE NEUE GRUPPE FORMT SICH

Im Mai dieses Jahres trafen Bwana aus dem Zoo

Warschau, das Zürcher Weibchen Haiba und drei weitere

Weibchen aus verschiedenen europäischen Zoos erstmals

aufeinander. Die Gruppenkonstellation hat das Europäische

Erhaltungszuchtprogramm (EEP) definiert. Diese

Gruppe wird in ein paar Jahren auch in den Ndoki Wald

ziehen (siehe S. 7).

Die ersten Wochen der neuen Gruppe verliefen in einem

Auf und Ab. Bei der Klärung der Rangordnung kam es

immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen. Bwana

setzte seine Regeln autoritär durch, wobei die Weibchen

zum Teil Verletzungen davontrugen. Dieser Prozess war

zu erwarten. Dieses Verhalten zeigen Gorillas sowohl in

Zoos als auch in der Wildnis.

Bild: Fabio Süess

ZOONEWS HERBST 2025


SCHWERPUNKT 7

HEILSAME PROZESSE

Wildtiere wie die Gorillas verfügen über eine schnelle

Wundheilung. Mit der zusätzlichen medikamentösen

Unterstützung der Tierärztinnen können die Spuren der

Auseinandersetzungen daher gut und zügig verheilen.

Und: Die Angriffe durch Bwana werden immer seltener.

Ein deutliches Zeichen, dass sich die Rangordnung in der

Gruppe stabilisiert.

ERHALT DER BEDROHTEN GORILLAS

Seit Ende Juni beobachten wir erste Paarungen. Ein weiteres

wichtiges Signal für die einkehrende Ruhe in der

Gruppe. So könnte es durchaus sein, dass mit etwas

Glück bereits ab nächstem Jahr die ersten Jungtiere zur

Welt kommen. Das bringt uns auch unserem übergeordneten

Ziel einen Schritt näher. Denn mit dem dringend

benötigten Nachwuchs unterstützen wir den Erhalt der

Reservepopulation des vom Aussterben bedrohten Westlichen

Flachlandgorillas.

SCHMUCKSTÜCK

Kunstvoll gefertigte und handbemalte Figur

(Höhe 14 cm) von Edge Sculptures

für Gorilla-Fans. Bis am 31. Dezember 2025 im

Onlineshop für nur Fr. 72.– statt Fr. 89.90!

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beim Check-out eingeben.

Jetzt profitieren:

zoo.ch/gorilladeko

EIN WALD FÜR BWANA & CO.

Der Ndoki Wald wird der neue Lebensraum unserer

Gorilla-Gruppe. Auf 29 000 Quadratmetern prägen

sumpfige Lichtungen, bis zu 25 Meter hohe Bäume

und viel Wasser das neue Zuhause für die Westlichen

Flachlandgorillas und weitere bedrohte Tierarten.

Unser Vorbild ist der gleichnamige Nationalpark im

Kongo. Das Ziel: ein einzigartiges Erlebnis für die

Tiere und auch für unsere Gäste.

Damit diese Vision Wirklichkeit wird, brauchen wir

Sie! Egal ob mit kleinen Batzen oder grossen Scheinen,

helfen Sie mit? Wir danken Ihnen herzlich für Ihre

Unterstützung!

Einen Blick in die Zukunft werfen:

zoo.ch/ndokiwald

JETZT

SPENDEN!

Bild: Veronika Pantasis; Visualisierung: Zooplanung Schneider Klein

ZOONEWS HERBST 2025


8 NATURSCHUTZ

Aus Kolumbien zur Preisübergabe angereist: Carlos Galvis und seine Verlobte Luisa Izquierdo.

ZOONEWS HERBST 2025


DER FROSCHKÖNIG

KOLUMBIENS

NATURSCHUTZ 9

Der diesjährige Gewinner des Zoo Zürich Naturschutzpreises lebt in Kolumbien.

Er hat dort einen hoch bedrohten Pfeilgiftfrosch vor dem Schlimmsten bewahrt.

TEXT Dominik Ryser

Carlos Galvis, Chefkurator des Zoo Cali, ist der stolze

Preisträger des diesjährigen Naturschutzpreises. An

der Generalversammlung des Zoo Zürich wurde der

kolumbianische Amphibienexperte für seine Verdienste im

Schutz bedrohter Frösche ausgezeichnet. Die Ehrung – in

Form eines Schweizer Bergkristalls und eines Preisgelds

von 15 000 US-Dollar für seine weitere wissenschaftliche

Arbeit – ist mehr als verdient.

HERZBLUT FÜR BUNTE ZWERGE

Für den Lehmanns Baumsteiger Oophaga lehmanni hat

Carlos Galvis vielleicht sogar die entscheidende Wende geschafft.

Abgeholzte Regenwälder, illegaler Tierhandel und

der tödliche Chytridpilz haben dazu geführt, dass es von

diesem Frosch in der Bergregenwaldregion im Westen

Kolumbiens nur noch eine letzte wildlebende Population

gibt. Carlos Galvis erkannte die Dringlichkeit der Situation

und initiierte im Zoo Cali zusammen mit internationalen

Amphibien-Expert*innen eine Erhaltungszucht. Für

die anschliessende Auswilderung und Überwachung der

Frösche ging er auf die lokale Bevölkerung zu. Sein Ziel:

Vom Aussterben bedroht: der Lehmanns Baumsteiger.

in direkter Nachbarschaft der Frösche engagierte Naturschützer*innen

zu gewinnen. Mit diesem Ansatz ist es ihm

gelungen, die wildlebende Population des Lehmanns Baumsteigers

zu vergrössern und gleichzeitig den Grundstein für

einen langfristigen Schutz dieser Art zu legen.

Video zur Naturschutzarbeit in Kolumbien:

zoo.ch/naturschutzpreis2025

HOFFNUNG FÜR BERGBONGOS IN LEWA

Bilder: Lewa Wildlife Conservancy, Nick Soland, WCS Kolumbien

Der Bergbongo ist nach langer Reise am Ziel.

Am Fusse des Mount Kenya ist eine Rückkehr auf leisen

Hufen im Gange. Der Bergbongo, eine majestätische, aber

sehr scheue Antilopenart, erhält bald Unterstützung. Weniger

als 100 Tiere leben heute in der Wildnis. Sie zählen somit zu

den am stärksten bedrohten Antilopen Kenias. Anfang

Jahr trafen 17 Bergbongos aus einer amerikanischen Zucht

in Kenia ein. In einem dafür errichteten Wiederansiedlungszentrum

bilden diese Hoffnungsträger eine neue Zuchtgruppe.

Den grossen Schritt in die Wildnis macht ihre nächste

Generation, also der hoffentlich zahlreiche Nachwuchs.

Möglich macht dies die Unterstützung des Zoo Zürich in

Zusammenarbeit mit der Erlenmeyer-Stiftung und dem Lewa

Wildlife Conservancy.

Die Rückkehr der Bergbongos im Video:

zoo.ch/bergbongo

ZOONEWS HERBST 2025


10 KURZNEWS

NACHWUCHS IN PANTHERA

In Panthera wachsen drei junge

Schneeleoparden-Männchen heran.

Im Mai noch blind, hilflos und ganz

auf ihre Mutter angewiesen, haben

sie im Juli ihre ersten Schritte in der

grossen Anlage gewagt. Erst entdeckten

sie das Gebirge, später kam der

Laubwald dazu. Wenn die Schneeleoparden-Familie

in Panthera von einem

Bereich in den anderen zieht, müssen

auch die Amurtiger und die Asiatischen

Löwen zügeln. Dieses neuartige

Rotationsprinzip haben alle Katzen

schnell angenommen, es sorgt

für spannende Abwechslung. Für den

Arterhalt wollen wir künftig mit allen

drei Grosskatzenarten im Europäischen

Erhaltungszuchtprogramm

(EEP) züchten. Die Schneeleoparden

haben nun den Anfang gemacht.

Die Tiger folgen, sobald sie das

Zuchtalter erreichen, und bei den

Löwen wird nun im November ein

Kater einziehen. Das Ziel: stabile Reservepopulationen,

die langfristig den

Fortbestand der Tierarten sichern.

zoo.ch/katzenjungtiere

GRÜNER

HINGUCKER

ERHALTEN DURCH AUFFRESSEN

Schwarze Alpenschweine wühlen im

Rindenmulch, nebenan blöken die

Bündner Oberländer Schafe. Schweizerhühner

und Appenzeller Barthühner

(Bild) picken eifrig nach Körnern,

gleichzeitig buddeln die Schweizer

Dreifarben-Kleinscheckenkaninchen

in der Erde. Im Zoolino leben neu fünf

seltene Nutztierrassen.

Gemeinsam mit ProSpecieRara setzt

sich der Zoo Zürich mit einer erfolgreichen

Zucht für ihren Erhalt ein.

Die nachkommenden Tiere geben wir

an weitere Züchter*innen ab oder wir

verfüttern sie – nach dem Prinzip «Erhalten

durch Auffressen» – an unsere

Raubtiere.

zoo.ch/prospecierara

Knallgrün, blaue Flanken, orange

leuchtende Augen: das ist der

Orangeaugen-Laubfrosch. Durch

den Chytridpilz und Lebensraumverlust

ist diese Froschart in

grossen Teilen des natürlichen

Verbreitungsgebiets bereits ausgestorben.

In unserer Forschungsstation

züchten wir ihn, um ihn zu

erforschen und so zum Arterhalt

beizutragen. zoo.ch/laubfrosch

Bilder: Monika Bader, Tim Benz, Nick Soland, Fabio Süess

ZOONEWS HERBST 2025


KURZNEWS 11

MASOALA

BY NIGHT

Im Januar und Februar empfängt

Sie der Masoala Regenwald an ausgewählten

Abenden in zauberhafter

Atmosphäre. «Masoala by Night»

verspricht ein exklusives Menü, exotische

Getränke und, zwischen den

Gängen, Spaziergänge im stimmungsvoll

beleuchteten Regenwald. So oft

und wann Sie wollen. Auf Ihren Erkundungstouren

erfahren Sie zudem

von unseren Zooführer*innen spannende

Geschichten zum Masoala Regenwald

und seinen Tieren.

Mit unserem Partner Zweifel Weine

haben Sie die perfekte Weinbegleitung.

Preis ab Fr. 139.– inkl. Apéro,

Dinner und alkoholfreie Getränke.

zoo.ch/masoalabynight

SICHERN SIE SICH

IHREN WUNSCH-

ABEND!


12 TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH

Begegnung mit einheimischen Wildtieren im Zoo: spontane Gäste wie zum Beispiel die Gebirgsstelze.

ARTENSCHUTZ VOR

DER HAUSTÜRE

Der Zoo schafft nicht nur Lebensraum für «seine» Tiere.

In und zwischen den gestalteten Lebensräumen finden allerlei einheimische

Tiere und Pflanzen ideale Lebensbedingungen vor.

TEXT Dr. Robert Zingg

Wenn Sie Ihren Zoobesuch planen, haben Sie bestimmte

Erwartungen. Sie möchten einen neuen Lebensraum erkunden,

Ihrem Lieblingstier einen Besuch abstatten, schauen,

wie ein Sie faszinierendes Jungtier sich entwickelt hat, oder

ganz einfach mal wieder so imposante Tiere wie etwa Giraffen

oder Nashörner sehen. Und dies alles in einer möglichst

entspannten Atmosphäre.

ERSCHAFFENER LEBENSRAUM

In seinem Entwicklungsplan 2050 skizziert der Zoo die

Lebensräume, die er entwickeln möchte, und den Tierbestand,

der diese bewohnen wird. Den Bedürfnissen der

Tiere entsprechend – und für das Auge der Gäste – werden

diese Lebensräume naturnah gestaltet. Auch der Gästebereich

wird vielfältig gestaltet, um in die Lebensräume

regelrecht eintauchen zu können.

EINLADENDES ANGEBOT

Der Zoo ist ein eigentlicher Grünraum. Die Strukturvielfalt,

die Nischen und nicht zuletzt das den Zootieren angebotene

Futter sind auch für viele heimische Wildtiere verlockend.

Auffällig ist etwa die grosse Zahl an Weissstörchen

und Graureihern, die den Zoo als Brutplatz wählen. Den

Spatz treffen wir überall an. Bei genauerer Beobachtung

Bild: Robert Zingg

ZOONEWS HERBST 2025


Name

Bild: Dr. Enzo Franchini

(Leontopithecus rosalia)

9

8

7

6

Z o Zürich

5

Täglich geö fnet

1

TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH 13

der Storchenhorste fällt auf, dass die Spatzen sich dort als

Untermieter eingenistet haben.

Nicht heimisch, aber im Prachtkleid äusserst attraktiv

sind die Mandarinenten. Ursprünglich in Ostasien zuhause,

haben sich an verschiedenen Stellen in der Schweiz kleine

Populationen entwickelt. Von diesen besuchen immer wieder

Vögel den Zoo. Die Mandarinente war früher Teil des

Zoo-Tierbestandes, heute ist sie Gast.

UNTERSCHIEDLICHE GÄSTE

Nicht alle tierischen Gäste sind so auffällig. Gut versteckt

brütete etwa ein Schwanzmeisen-Paar. Früher nur vereinzelt

und sehr diskret anwesend, nun regelmässig zu beobachten

und auch hier brütend ist das Teichhuhn. Vielfach machen

Vögel im Zoo einen Zwischenhalt, zum Beispiel auf ihrem

Zug. Dazu gehören Gebirgsstelze, Braunkehlchen und

auch schon Waldschnepfen.

Zugegeben, nicht allen tierischen Gästen wird die gleiche

Freude entgegengebracht. Rabenkrähen, Steinmarder oder

Iltis können Schäden am Tierbestand verursachen. Da sind

zum Teil besondere Schutzvorkehrungen nötig.

DOKUMENTIERTER ARTENREICHTUM

Wie vielfältig das sich in einem Zoo natürlich einstellende

Leben sein kann, wurde im Zoo Basel in einer grossangelegten

wissenschaftlichen Untersuchung in den Jahren 2005

bis 2007 bewiesen. Dabei wurden mehr als 3100 verschiedene

Pilz-, Flechten-, Pflanzen- und Tierarten identifiziert!

Die Autoren der Studie «Vielfalt zwischen den Gehegen»

gehen davon aus, dass die effektive Artenzahl sogar deutlich

höher ist, da mangels entsprechender Spezialist*innen nicht

alles erfasst werden konnte.

Sie müssen bei Ihrem nächsten Zoobesuch nicht als

«Spezialist*in» unterwegs sein, um da oder dort einen

tierischen Gast zu entdecken. Aufmerksamkeit, geduldiges

Beobachten und ein Quäntchen Glück sorgen für spannende

Begegnungen.

eigenen Haustüre, damit «zwischen unseren Bedürfnissen»

Bedingungen und Raum eine lebendige Vielfalt ermöglichen.

Kleine Taten, grosse Wirkung. Machen Sie mit?

Zehn Tipps für aktiven Natur- und Artenschutz:

zoo.ch/artenschutztipps

Impala oder

Schwarzfersen-Antilope

(Aepyceros melampus)

Die Impala ist eine mittelgrosse Antilope mit

weiter Verbreitung im östlichen und südöstlichen

Afrika. Sie besiedelt mit Büschen

und Bäumen bestandene Savannen und

lichte Waldgebiete. Nur die Männchen

tragen Hörner. Diese sind leierförmig, ihre

Oberfläche ist stark gerippt. Der Name

Schwarzfersen-Antilope bezieht sich auf ein

dunkles Haarbüschel an der Ferse, das eine

Drüse bedeckt.

18

19

Ausserhalb der Paarungszeit formen einerseits

die Weibchen mit ihren Jungen Gruppen,

andererseits schliessen sich Männchen

zu Junggeselengruppen zusammen. In diesen

Gruppen kann gegenseitige Fe lpflege

beobachtet werden. Während der Brunft

etablieren die Böcke Territorien, die sie vehement

gegen andere Böcke verteidigen.

Die Kämpfe werden ritualisiert ausgeführt,

um das gegenseitige Verletzungsrisiko gering

zu halten (Kommentkämpfe). In dieser

Zeit sind sie akustisch mit verschiedenen

Tönen wie brülen, knurren, röhren oder

schnauben sehr aktiv. Nach einer Tragzeit

von rund 200 Tagen bringt das Weibchen

ein Jungtier zur Welt, das wohl dem Typus

Nestflüchter entspricht, die erste Zeit aber

als Ablieger in Deckung bleibt und von der

Mutter nur zum Säugen aufgesucht wird.

20

Der Bestand der Impala gilt als «nicht gefährdet»

(LC), ein Erhaltungszuchtprogramm

(EEP) wird vom Zoo Zürich aus koordiniert.

Bild: Dr. Enzo Franchini

ZOO-KALENDER

Zürich

2026

Tiergarten-Gesellschaft Zürich

Förderverein des Zoo Zürich

21

22

ZOO-KALENDER

Zürich

2026

Goldgelbes Löwenä fchen

In Brasilien, im Atlantischen Küstenwald

nordöstlich von Rio de Janeiro, ist die Heimat

des Goldgelben Löwenä fchens. Feldstudien

in den 1970er Jahren ergaben, da s ihr

Bestand nur noch 1 0 bis 6 0 Individuen in

verschiedenen isolierten Populationen umfa

ste. Ein Zuchtprogra m wurde gestartet,

aus welchem zwischen 1984 und 2 0 146

Tiere ausgewildert wurden. 2014 wurde der

Bestand auf 34 0 Individuen geschätzt, mit

einem Anteil von 30 bis 40% Nachko men

z ogeborener Tiere.

Zwischen 2016 und 2019 ra fte das von

Mücken übertragene Gelbfiebe rund ein

Dri tel der Population weg. Mit einem spezie

l entwickelten Impfsto f wurden in der

Folge rund 5 0 Löwenä fchen geimpft. Die

letzte Bestand schätzun geht von über

48 0 Individuen aus.

Goldgelbe Löwenä fchen leben in Familienverbänden

mit etwa vier bis acht Individuen.

Si ernähren sich von Früchten, Blüten,

Nektar, Baumsäften, Insekten und kleinen

Wirbeltieren. Zum Schlafen ziehen sie sich

bevorzugt in Baumhöhlen zurück.

Lebensraumzerstörung, zunehmende Isolation

der verschiedenen Vorko men sowie

Konku renz und Hybridisation durch und

mit eingeführten, nah verwandten Arten

sind Gefährdungen, denen die Goldgelben

Löwenä fchen ausgesetzt sind. Für diese

Art, die als «stark gefährdet» (EN) eingestuft

wird, gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogra

m EP.

Zürichbergstra se 21, 80 4 Zürich

Tel. 0 4 254 25 0

w.z o.ch, z o@z o.ch

Mai Mai Maggio May 2026

1 2 3

Sonntag

Mittwoch Jeudi Giovedì Venerdì Donnerstag Freitag Vendredi Samedi Sabato Domenica

Dimanche

Montag Dienstag Lundi Mardi Mercredi Martedì Mercoledì Samstag Monday Tuesday Wednesday Thursday Friday Saturday Sunday

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25 26 27 28 29 30 31

Tiergarten-Gesellschaft Zürich

Klosterweg 60, 8044 Zürich

Tel. 044 254 26 60

www.tiergartengese lschaft.ch, tgz@zoo.ch

Montag Dienstag Mi twoch Do nerstag Freitag Samstag So ntag

Lundi Mardi Mercredi Jeudi Vendredi Samedi Dimanche

Lunedì Martedì Mercoledì Giovedì Venerdì Sabato Domenica

Monday Tuesday Wednesday Thursday Friday Saturday Sunday

Februar Février Fe braio February 2026

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16 17 18 19 20 21 2

23 24 25 26 27 28

1. März – 31. Oktober 09. 18. Uhr

1. November – 28. Februar 09. 0 – 17. 0 Uhr

Masoala Regenwald ab 10. 0 Uhr zugänglich.

Bilder: TGZ

LEBENSRAUM TEILEN

Es ist ein schöner Gedanke, dass der von Menschen geschaffene

und für den Schutz exotischer Tiere genutzte

Zoo auch einer grossen Vielfalt heimischer Lebewesen

Lebensraum bietet. Wir sollten «unseren» Lebensraum

generell so gestalten, dass er gleichzeitig auch Lebensraum

einer möglichst grossen Vielfalt an Pflanzen und Tieren ist.

Ein bisschen mehr Rücksicht auf deren Bedürfnisse ist da

gefragt – wir haben gemeinsam nur diese eine Erde!

Im Zoo erhalten wir einen kleinen, faszinierenden

Einblick in die tierische Vielfalt auch entfernter Erdteile.

Und in verschiedenen dieser Regionen engagiert

sich der Zoo für den Schutz dieser Vielfalt. Wir können

ihn dabei unterstützen, mit unserem Zoobesuch, mit

seit 1925

oder mit dieser Bestellkarte:

Spenden, auch indem wir diese Schutzbemühungen mittragen.

Gefragt ist aber auch unser Engagement vor

der Förderverein des Zoo Zürich Anzahl zum Preis von CHF 25.–

der

ZOO-KALENDER

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Den Zoo-Kalender 2026 können Sie ab sofort

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ZOONEWS HERBST 2025

Ich wünsche ein Kalender-Abonnement

(jährliche Zustellung bis auf Widerruf)


14 AGENDA & IMPRESSUM

AGENDA

zoo.ch/veranstaltungen

WEITERE ERLEBNISSE IM ZOO

• ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN

PANTHERA

23. NOVEMBER 2025, 10 BIS 11 UHR

ABENDRUNDGANG IM ZOO

7. DEZEMBER 2025, 17 BIS 18 UHR

MASOALA BY NIGHT

Erleben Sie einen exklusiven

Abend in tropischer Atmosphäre: ein köstliches

Dinner, den stimmungsvoll beleuchteten

Masoala Regenwald und individuelle

Entdeckungstouren im nächtlichen Dschungel.

Neu: verschiedene Packages mit

Weinbegleitung im Angebot.

Infos und Buchung:

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MASOALA INKL. ERLEBNISWEGE

21. DEZEMBER 2025, 9 BIS 10 UHR

Preis pro Person (ab 8 Jahren): ab Fr. 12.–

zoo.ch/fuehrungoeffentlich

• SMARTPHONE-FOTOKURS

18. JANUAR UND 15. FEBRUAR 2026,

9 BIS 12 UHR

Tricks und Tipps, wie Sie mit wenigen

Grundlagen bessere Bilder machen.

zoo.ch/smartphone

• ERLEBNISGUTSCHEINE

GANZES JAHR

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen

und erfahren Sie von den Tierpfleger*innen

spannende Geschichten aus dem Zooalltag.

zoo.ch/erlebnisgutschein

THAIABEND

Nach einer Führung im Kaeng Krachan

Elefantenpark geniessen Sie in der Thailodge

mit Blick auf die Elefanten die Vielfalt

der thailändischen Küche.

• TROPICAL DINNER

GANZES JAHR

Geniessen Sie ein köstliches Dinner

mitten im Masoala Regenwald.

zoo.ch/tropicaldinner

HERAUSGEBER Zoo Zürich und Tiergarten-Gesellschaft Zürich TGZ, Zürichbergstrasse 221, CH-8044 Zürich, +41 (0)44 254 25 00, zoo.ch/zoonews REDAKTION

Nicole Schnyder (Leitung), Dominik Ryser, Dr. Robert Zingg MITARBEIT AN DIESER AUSGABE Dr. Severin Dressen LAYOUT Cindy Brändle BILDER © Zoo Zürich

TITELBILD Westlicher Flachlandgorilla, Fabio Süess DRUCK Klimaneutral gedruckt bei der Druckerei Kyburz AG, Dielsdorf AUFLAGE 46 500 Ex. PAPIER Perlentop

Satin, FSC, Recyclingpapier, hergestellt in der Schweiz.

facebook.com/zoozuerich

Infos und Buchung:

zoo.ch/thaiabend

instagram.com/zoozuerich

Bilder: Jean-Luc Grossmann, Nick Soland

ZOONEWS HERBST 2025


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Direktor Zoo Zürich

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