Zoonbews Herbst 2025
Im «Zoonews Herbst 2025» steht die Neuzusammensetzung der Gorillagruppe im Zoo Zürich im Fokus. Wir erklären, wie die Zusammenführung des neuen Silberrückens mit den Weibchen funktioniert und was die Ziele für die Zuchtgruppe sind.
Im «Zoonews Herbst 2025» steht die Neuzusammensetzung der Gorillagruppe im Zoo Zürich im Fokus. Wir erklären, wie die Zusammenführung des neuen Silberrückens mit den Weibchen funktioniert und was die Ziele für die Zuchtgruppe sind.
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ZOONEWS
HERAUSGEGEBEN VOM ZOO ZÜRICH UND DER TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH
HERBST
2025
Neuordnung bei den Gorillas:
BWANA UND
SEIN QUARTETT
ZUSAMMEN
IST ES EINFACH
SCHÖNER.
SEIT ÜBER 20 JAHREN IST DIE GENOSSENSCHAFT MIGROS ZÜRICH
HAUPTPARTNERIN DES ZOO ZÜRICH UND UNTERSTREICHT DAMIT
IHR VIELFÄLTIGES ENGAGEMENT.
EDITORIAL 3
INHALT
Liebe Zoofreund*innen
Der Ndoki Wald ist das nächste Grossprojekt in Planung – er wird das
neue Zuhause der Westlichen Flachlandgorillas. Bereits seit diesem
Frühjahr lebt die neue Gorilla-Gruppe im Menschenaffenhaus. Lesen
Sie, wie die Tiere bei uns gestartet sind und ob wir schon bald mit
Jungtieren rechnen dürfen.
04
GORILLAS
Die Karten sind neu gemischt.
Nachwuchs ist entscheidend für unseren Beitrag zum Artenschutz und
das Überleben dieser bedrohten Menschenaffen. Wollen Sie uns dabei
unterstützen? Mit Ihrer Spende für den Bau des Ndoki Waldes werden
Sie Teil dieses bedeutenden Projekts.
Im kolumbianischen Regenwald kämpfen wir für den Erhalt der Pfeilgiftfrösche.
Ein Pionier im Amphibienschutz ist Carlos Galvis aus dem
Zoo Cali. Er ist der Gewinner des diesjährigen Naturschutzpreises.
Erfahren Sie, warum diese Auszeichnung mehr als verdient ist.
Ein köstliches Dinner, der Masoala Regenwald stimmungsvoll beleuchtet
und individuelle Entdeckungstouren im nächtlichen Dschungel – das
gibt es nur bei «Masoala by Night». Wer diesen Abend der Extraklasse
geniessen will, sollte sich jetzt seinen Tisch sichern.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre der Zoonews und
freuen uns auf Sie im Zoo Zürich!
08
NATURSCHUTZPREIS
Ehrung für Carlos Galvis und sein
Engagement für die Frösche
09
BERGBONGOS IN LEWA
Amerikanische Zuchtgruppe in Kenia
eingetroffen
10
NEWSBOX
Häppchen aus dem Zooalltag
Bilder: Goran Basic, Fabio Süess
Dr. Severin Dressen
Zoodirektor
Dr. Robert Zingg
Präsident Tiergarten-Gesellschaft Zürich
12
TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH
Kleine Taten bewirken Grosses.
14
AGENDA
Das veranstalten wir für Sie.
IMPRESSUM
ZOONEWS HERBST 2025
4 SCHWERPUNKT
KOPFÜBER IN
DIE ZUKUNFT
Im künftigen Ndoki Wald trägt die erfolgreiche Zucht der vom
Aussterben bedrohten Gorillas zum Artenschutz bei. Schon heute ist
die Gruppe dafür komplett. Aber ist sie auch bereit?
TEXT Dominik Ryser
Bild: Gorilla-Weibchen Ivindo, Fabio Süess
ZOONEWS HERBST 2025
ZOONEWS HERBST 2025
SCHWERPUNKT 5
6 SCHWERPUNKT
Die neuen Gorilla-Weibchen (Mayumi links, Virunguita rechts, Ivindo vorherige Doppelseite) sind gekommen, um zu bleiben.
Alle haben die Zuchtempfehlung des Erhaltungszuchtprogramms.
Zunächst nur ein prüfender Blick aus dem Durchgang der
Hintergrundanlagen, dann tritt der massige Körper des
Silberrückens Bwana hervor. Hat er Futter gefunden und
seinen Platz eingenommen, ist dies das Zeichen für die vier
Gorilla-Weibchen, ihrem Haremsführer zu folgen. Doch bis
es zur heute erfolgreichen Gruppenbildung kam, musste
Bwana seine Stellung als Chef beweisen.
DER ANFÜHRER UND SEINE AUFGABE
Der Silberrücken ist das dominante Männchen in einer
Gorilla-Gruppe, die aus mehreren Weibchen und ihren
Jungtieren besteht. Man erkennt ihn an seiner Grösse
und am silbrig glänzenden Rückenfell. Als Anführer der
Gruppe trägt er grosse Verantwortung: Er sorgt für
Sicherheit und Zusammenhalt. Da können auch mal die
Fetzen fliegen.
DIE NEUE GRUPPE FORMT SICH
Im Mai dieses Jahres trafen Bwana aus dem Zoo
Warschau, das Zürcher Weibchen Haiba und drei weitere
Weibchen aus verschiedenen europäischen Zoos erstmals
aufeinander. Die Gruppenkonstellation hat das Europäische
Erhaltungszuchtprogramm (EEP) definiert. Diese
Gruppe wird in ein paar Jahren auch in den Ndoki Wald
ziehen (siehe S. 7).
Die ersten Wochen der neuen Gruppe verliefen in einem
Auf und Ab. Bei der Klärung der Rangordnung kam es
immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen. Bwana
setzte seine Regeln autoritär durch, wobei die Weibchen
zum Teil Verletzungen davontrugen. Dieser Prozess war
zu erwarten. Dieses Verhalten zeigen Gorillas sowohl in
Zoos als auch in der Wildnis.
Bild: Fabio Süess
ZOONEWS HERBST 2025
SCHWERPUNKT 7
HEILSAME PROZESSE
Wildtiere wie die Gorillas verfügen über eine schnelle
Wundheilung. Mit der zusätzlichen medikamentösen
Unterstützung der Tierärztinnen können die Spuren der
Auseinandersetzungen daher gut und zügig verheilen.
Und: Die Angriffe durch Bwana werden immer seltener.
Ein deutliches Zeichen, dass sich die Rangordnung in der
Gruppe stabilisiert.
ERHALT DER BEDROHTEN GORILLAS
Seit Ende Juni beobachten wir erste Paarungen. Ein weiteres
wichtiges Signal für die einkehrende Ruhe in der
Gruppe. So könnte es durchaus sein, dass mit etwas
Glück bereits ab nächstem Jahr die ersten Jungtiere zur
Welt kommen. Das bringt uns auch unserem übergeordneten
Ziel einen Schritt näher. Denn mit dem dringend
benötigten Nachwuchs unterstützen wir den Erhalt der
Reservepopulation des vom Aussterben bedrohten Westlichen
Flachlandgorillas.
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(Höhe 14 cm) von Edge Sculptures
für Gorilla-Fans. Bis am 31. Dezember 2025 im
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EIN WALD FÜR BWANA & CO.
Der Ndoki Wald wird der neue Lebensraum unserer
Gorilla-Gruppe. Auf 29 000 Quadratmetern prägen
sumpfige Lichtungen, bis zu 25 Meter hohe Bäume
und viel Wasser das neue Zuhause für die Westlichen
Flachlandgorillas und weitere bedrohte Tierarten.
Unser Vorbild ist der gleichnamige Nationalpark im
Kongo. Das Ziel: ein einzigartiges Erlebnis für die
Tiere und auch für unsere Gäste.
Damit diese Vision Wirklichkeit wird, brauchen wir
Sie! Egal ob mit kleinen Batzen oder grossen Scheinen,
helfen Sie mit? Wir danken Ihnen herzlich für Ihre
Unterstützung!
Einen Blick in die Zukunft werfen:
zoo.ch/ndokiwald
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SPENDEN!
Bild: Veronika Pantasis; Visualisierung: Zooplanung Schneider Klein
ZOONEWS HERBST 2025
8 NATURSCHUTZ
Aus Kolumbien zur Preisübergabe angereist: Carlos Galvis und seine Verlobte Luisa Izquierdo.
ZOONEWS HERBST 2025
DER FROSCHKÖNIG
KOLUMBIENS
NATURSCHUTZ 9
Der diesjährige Gewinner des Zoo Zürich Naturschutzpreises lebt in Kolumbien.
Er hat dort einen hoch bedrohten Pfeilgiftfrosch vor dem Schlimmsten bewahrt.
TEXT Dominik Ryser
Carlos Galvis, Chefkurator des Zoo Cali, ist der stolze
Preisträger des diesjährigen Naturschutzpreises. An
der Generalversammlung des Zoo Zürich wurde der
kolumbianische Amphibienexperte für seine Verdienste im
Schutz bedrohter Frösche ausgezeichnet. Die Ehrung – in
Form eines Schweizer Bergkristalls und eines Preisgelds
von 15 000 US-Dollar für seine weitere wissenschaftliche
Arbeit – ist mehr als verdient.
HERZBLUT FÜR BUNTE ZWERGE
Für den Lehmanns Baumsteiger Oophaga lehmanni hat
Carlos Galvis vielleicht sogar die entscheidende Wende geschafft.
Abgeholzte Regenwälder, illegaler Tierhandel und
der tödliche Chytridpilz haben dazu geführt, dass es von
diesem Frosch in der Bergregenwaldregion im Westen
Kolumbiens nur noch eine letzte wildlebende Population
gibt. Carlos Galvis erkannte die Dringlichkeit der Situation
und initiierte im Zoo Cali zusammen mit internationalen
Amphibien-Expert*innen eine Erhaltungszucht. Für
die anschliessende Auswilderung und Überwachung der
Frösche ging er auf die lokale Bevölkerung zu. Sein Ziel:
Vom Aussterben bedroht: der Lehmanns Baumsteiger.
in direkter Nachbarschaft der Frösche engagierte Naturschützer*innen
zu gewinnen. Mit diesem Ansatz ist es ihm
gelungen, die wildlebende Population des Lehmanns Baumsteigers
zu vergrössern und gleichzeitig den Grundstein für
einen langfristigen Schutz dieser Art zu legen.
Video zur Naturschutzarbeit in Kolumbien:
zoo.ch/naturschutzpreis2025
HOFFNUNG FÜR BERGBONGOS IN LEWA
Bilder: Lewa Wildlife Conservancy, Nick Soland, WCS Kolumbien
Der Bergbongo ist nach langer Reise am Ziel.
Am Fusse des Mount Kenya ist eine Rückkehr auf leisen
Hufen im Gange. Der Bergbongo, eine majestätische, aber
sehr scheue Antilopenart, erhält bald Unterstützung. Weniger
als 100 Tiere leben heute in der Wildnis. Sie zählen somit zu
den am stärksten bedrohten Antilopen Kenias. Anfang
Jahr trafen 17 Bergbongos aus einer amerikanischen Zucht
in Kenia ein. In einem dafür errichteten Wiederansiedlungszentrum
bilden diese Hoffnungsträger eine neue Zuchtgruppe.
Den grossen Schritt in die Wildnis macht ihre nächste
Generation, also der hoffentlich zahlreiche Nachwuchs.
Möglich macht dies die Unterstützung des Zoo Zürich in
Zusammenarbeit mit der Erlenmeyer-Stiftung und dem Lewa
Wildlife Conservancy.
Die Rückkehr der Bergbongos im Video:
zoo.ch/bergbongo
ZOONEWS HERBST 2025
10 KURZNEWS
NACHWUCHS IN PANTHERA
In Panthera wachsen drei junge
Schneeleoparden-Männchen heran.
Im Mai noch blind, hilflos und ganz
auf ihre Mutter angewiesen, haben
sie im Juli ihre ersten Schritte in der
grossen Anlage gewagt. Erst entdeckten
sie das Gebirge, später kam der
Laubwald dazu. Wenn die Schneeleoparden-Familie
in Panthera von einem
Bereich in den anderen zieht, müssen
auch die Amurtiger und die Asiatischen
Löwen zügeln. Dieses neuartige
Rotationsprinzip haben alle Katzen
schnell angenommen, es sorgt
für spannende Abwechslung. Für den
Arterhalt wollen wir künftig mit allen
drei Grosskatzenarten im Europäischen
Erhaltungszuchtprogramm
(EEP) züchten. Die Schneeleoparden
haben nun den Anfang gemacht.
Die Tiger folgen, sobald sie das
Zuchtalter erreichen, und bei den
Löwen wird nun im November ein
Kater einziehen. Das Ziel: stabile Reservepopulationen,
die langfristig den
Fortbestand der Tierarten sichern.
zoo.ch/katzenjungtiere
GRÜNER
HINGUCKER
ERHALTEN DURCH AUFFRESSEN
Schwarze Alpenschweine wühlen im
Rindenmulch, nebenan blöken die
Bündner Oberländer Schafe. Schweizerhühner
und Appenzeller Barthühner
(Bild) picken eifrig nach Körnern,
gleichzeitig buddeln die Schweizer
Dreifarben-Kleinscheckenkaninchen
in der Erde. Im Zoolino leben neu fünf
seltene Nutztierrassen.
Gemeinsam mit ProSpecieRara setzt
sich der Zoo Zürich mit einer erfolgreichen
Zucht für ihren Erhalt ein.
Die nachkommenden Tiere geben wir
an weitere Züchter*innen ab oder wir
verfüttern sie – nach dem Prinzip «Erhalten
durch Auffressen» – an unsere
Raubtiere.
zoo.ch/prospecierara
Knallgrün, blaue Flanken, orange
leuchtende Augen: das ist der
Orangeaugen-Laubfrosch. Durch
den Chytridpilz und Lebensraumverlust
ist diese Froschart in
grossen Teilen des natürlichen
Verbreitungsgebiets bereits ausgestorben.
In unserer Forschungsstation
züchten wir ihn, um ihn zu
erforschen und so zum Arterhalt
beizutragen. zoo.ch/laubfrosch
Bilder: Monika Bader, Tim Benz, Nick Soland, Fabio Süess
ZOONEWS HERBST 2025
KURZNEWS 11
MASOALA
BY NIGHT
Im Januar und Februar empfängt
Sie der Masoala Regenwald an ausgewählten
Abenden in zauberhafter
Atmosphäre. «Masoala by Night»
verspricht ein exklusives Menü, exotische
Getränke und, zwischen den
Gängen, Spaziergänge im stimmungsvoll
beleuchteten Regenwald. So oft
und wann Sie wollen. Auf Ihren Erkundungstouren
erfahren Sie zudem
von unseren Zooführer*innen spannende
Geschichten zum Masoala Regenwald
und seinen Tieren.
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Preis ab Fr. 139.– inkl. Apéro,
Dinner und alkoholfreie Getränke.
zoo.ch/masoalabynight
SICHERN SIE SICH
IHREN WUNSCH-
ABEND!
12 TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH
Begegnung mit einheimischen Wildtieren im Zoo: spontane Gäste wie zum Beispiel die Gebirgsstelze.
ARTENSCHUTZ VOR
DER HAUSTÜRE
Der Zoo schafft nicht nur Lebensraum für «seine» Tiere.
In und zwischen den gestalteten Lebensräumen finden allerlei einheimische
Tiere und Pflanzen ideale Lebensbedingungen vor.
TEXT Dr. Robert Zingg
Wenn Sie Ihren Zoobesuch planen, haben Sie bestimmte
Erwartungen. Sie möchten einen neuen Lebensraum erkunden,
Ihrem Lieblingstier einen Besuch abstatten, schauen,
wie ein Sie faszinierendes Jungtier sich entwickelt hat, oder
ganz einfach mal wieder so imposante Tiere wie etwa Giraffen
oder Nashörner sehen. Und dies alles in einer möglichst
entspannten Atmosphäre.
ERSCHAFFENER LEBENSRAUM
In seinem Entwicklungsplan 2050 skizziert der Zoo die
Lebensräume, die er entwickeln möchte, und den Tierbestand,
der diese bewohnen wird. Den Bedürfnissen der
Tiere entsprechend – und für das Auge der Gäste – werden
diese Lebensräume naturnah gestaltet. Auch der Gästebereich
wird vielfältig gestaltet, um in die Lebensräume
regelrecht eintauchen zu können.
EINLADENDES ANGEBOT
Der Zoo ist ein eigentlicher Grünraum. Die Strukturvielfalt,
die Nischen und nicht zuletzt das den Zootieren angebotene
Futter sind auch für viele heimische Wildtiere verlockend.
Auffällig ist etwa die grosse Zahl an Weissstörchen
und Graureihern, die den Zoo als Brutplatz wählen. Den
Spatz treffen wir überall an. Bei genauerer Beobachtung
Bild: Robert Zingg
ZOONEWS HERBST 2025
Name
Bild: Dr. Enzo Franchini
(Leontopithecus rosalia)
9
8
7
6
Z o Zürich
5
Täglich geö fnet
1
TIERGARTEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH 13
der Storchenhorste fällt auf, dass die Spatzen sich dort als
Untermieter eingenistet haben.
Nicht heimisch, aber im Prachtkleid äusserst attraktiv
sind die Mandarinenten. Ursprünglich in Ostasien zuhause,
haben sich an verschiedenen Stellen in der Schweiz kleine
Populationen entwickelt. Von diesen besuchen immer wieder
Vögel den Zoo. Die Mandarinente war früher Teil des
Zoo-Tierbestandes, heute ist sie Gast.
UNTERSCHIEDLICHE GÄSTE
Nicht alle tierischen Gäste sind so auffällig. Gut versteckt
brütete etwa ein Schwanzmeisen-Paar. Früher nur vereinzelt
und sehr diskret anwesend, nun regelmässig zu beobachten
und auch hier brütend ist das Teichhuhn. Vielfach machen
Vögel im Zoo einen Zwischenhalt, zum Beispiel auf ihrem
Zug. Dazu gehören Gebirgsstelze, Braunkehlchen und
auch schon Waldschnepfen.
Zugegeben, nicht allen tierischen Gästen wird die gleiche
Freude entgegengebracht. Rabenkrähen, Steinmarder oder
Iltis können Schäden am Tierbestand verursachen. Da sind
zum Teil besondere Schutzvorkehrungen nötig.
DOKUMENTIERTER ARTENREICHTUM
Wie vielfältig das sich in einem Zoo natürlich einstellende
Leben sein kann, wurde im Zoo Basel in einer grossangelegten
wissenschaftlichen Untersuchung in den Jahren 2005
bis 2007 bewiesen. Dabei wurden mehr als 3100 verschiedene
Pilz-, Flechten-, Pflanzen- und Tierarten identifiziert!
Die Autoren der Studie «Vielfalt zwischen den Gehegen»
gehen davon aus, dass die effektive Artenzahl sogar deutlich
höher ist, da mangels entsprechender Spezialist*innen nicht
alles erfasst werden konnte.
Sie müssen bei Ihrem nächsten Zoobesuch nicht als
«Spezialist*in» unterwegs sein, um da oder dort einen
tierischen Gast zu entdecken. Aufmerksamkeit, geduldiges
Beobachten und ein Quäntchen Glück sorgen für spannende
Begegnungen.
eigenen Haustüre, damit «zwischen unseren Bedürfnissen»
Bedingungen und Raum eine lebendige Vielfalt ermöglichen.
Kleine Taten, grosse Wirkung. Machen Sie mit?
Zehn Tipps für aktiven Natur- und Artenschutz:
zoo.ch/artenschutztipps
Impala oder
Schwarzfersen-Antilope
(Aepyceros melampus)
Die Impala ist eine mittelgrosse Antilope mit
weiter Verbreitung im östlichen und südöstlichen
Afrika. Sie besiedelt mit Büschen
und Bäumen bestandene Savannen und
lichte Waldgebiete. Nur die Männchen
tragen Hörner. Diese sind leierförmig, ihre
Oberfläche ist stark gerippt. Der Name
Schwarzfersen-Antilope bezieht sich auf ein
dunkles Haarbüschel an der Ferse, das eine
Drüse bedeckt.
18
19
Ausserhalb der Paarungszeit formen einerseits
die Weibchen mit ihren Jungen Gruppen,
andererseits schliessen sich Männchen
zu Junggeselengruppen zusammen. In diesen
Gruppen kann gegenseitige Fe lpflege
beobachtet werden. Während der Brunft
etablieren die Böcke Territorien, die sie vehement
gegen andere Böcke verteidigen.
Die Kämpfe werden ritualisiert ausgeführt,
um das gegenseitige Verletzungsrisiko gering
zu halten (Kommentkämpfe). In dieser
Zeit sind sie akustisch mit verschiedenen
Tönen wie brülen, knurren, röhren oder
schnauben sehr aktiv. Nach einer Tragzeit
von rund 200 Tagen bringt das Weibchen
ein Jungtier zur Welt, das wohl dem Typus
Nestflüchter entspricht, die erste Zeit aber
als Ablieger in Deckung bleibt und von der
Mutter nur zum Säugen aufgesucht wird.
20
Der Bestand der Impala gilt als «nicht gefährdet»
(LC), ein Erhaltungszuchtprogramm
(EEP) wird vom Zoo Zürich aus koordiniert.
Bild: Dr. Enzo Franchini
ZOO-KALENDER
Zürich
2026
Tiergarten-Gesellschaft Zürich
Förderverein des Zoo Zürich
21
22
ZOO-KALENDER
Zürich
2026
Goldgelbes Löwenä fchen
In Brasilien, im Atlantischen Küstenwald
nordöstlich von Rio de Janeiro, ist die Heimat
des Goldgelben Löwenä fchens. Feldstudien
in den 1970er Jahren ergaben, da s ihr
Bestand nur noch 1 0 bis 6 0 Individuen in
verschiedenen isolierten Populationen umfa
ste. Ein Zuchtprogra m wurde gestartet,
aus welchem zwischen 1984 und 2 0 146
Tiere ausgewildert wurden. 2014 wurde der
Bestand auf 34 0 Individuen geschätzt, mit
einem Anteil von 30 bis 40% Nachko men
z ogeborener Tiere.
Zwischen 2016 und 2019 ra fte das von
Mücken übertragene Gelbfiebe rund ein
Dri tel der Population weg. Mit einem spezie
l entwickelten Impfsto f wurden in der
Folge rund 5 0 Löwenä fchen geimpft. Die
letzte Bestand schätzun geht von über
48 0 Individuen aus.
Goldgelbe Löwenä fchen leben in Familienverbänden
mit etwa vier bis acht Individuen.
Si ernähren sich von Früchten, Blüten,
Nektar, Baumsäften, Insekten und kleinen
Wirbeltieren. Zum Schlafen ziehen sie sich
bevorzugt in Baumhöhlen zurück.
Lebensraumzerstörung, zunehmende Isolation
der verschiedenen Vorko men sowie
Konku renz und Hybridisation durch und
mit eingeführten, nah verwandten Arten
sind Gefährdungen, denen die Goldgelben
Löwenä fchen ausgesetzt sind. Für diese
Art, die als «stark gefährdet» (EN) eingestuft
wird, gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogra
m EP.
Zürichbergstra se 21, 80 4 Zürich
Tel. 0 4 254 25 0
w.z o.ch, z o@z o.ch
Mai Mai Maggio May 2026
1 2 3
Sonntag
Mittwoch Jeudi Giovedì Venerdì Donnerstag Freitag Vendredi Samedi Sabato Domenica
Dimanche
Montag Dienstag Lundi Mardi Mercredi Martedì Mercoledì Samstag Monday Tuesday Wednesday Thursday Friday Saturday Sunday
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25 26 27 28 29 30 31
Tiergarten-Gesellschaft Zürich
Klosterweg 60, 8044 Zürich
Tel. 044 254 26 60
www.tiergartengese lschaft.ch, tgz@zoo.ch
Montag Dienstag Mi twoch Do nerstag Freitag Samstag So ntag
Lundi Mardi Mercredi Jeudi Vendredi Samedi Dimanche
Lunedì Martedì Mercoledì Giovedì Venerdì Sabato Domenica
Monday Tuesday Wednesday Thursday Friday Saturday Sunday
Februar Février Fe braio February 2026
2 3 4 5 6 7 8
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1. März – 31. Oktober 09. 18. Uhr
1. November – 28. Februar 09. 0 – 17. 0 Uhr
Masoala Regenwald ab 10. 0 Uhr zugänglich.
Bilder: TGZ
LEBENSRAUM TEILEN
Es ist ein schöner Gedanke, dass der von Menschen geschaffene
und für den Schutz exotischer Tiere genutzte
Zoo auch einer grossen Vielfalt heimischer Lebewesen
Lebensraum bietet. Wir sollten «unseren» Lebensraum
generell so gestalten, dass er gleichzeitig auch Lebensraum
einer möglichst grossen Vielfalt an Pflanzen und Tieren ist.
Ein bisschen mehr Rücksicht auf deren Bedürfnisse ist da
gefragt – wir haben gemeinsam nur diese eine Erde!
Im Zoo erhalten wir einen kleinen, faszinierenden
Einblick in die tierische Vielfalt auch entfernter Erdteile.
Und in verschiedenen dieser Regionen engagiert
sich der Zoo für den Schutz dieser Vielfalt. Wir können
ihn dabei unterstützen, mit unserem Zoobesuch, mit
seit 1925
oder mit dieser Bestellkarte:
Spenden, auch indem wir diese Schutzbemühungen mittragen.
Gefragt ist aber auch unser Engagement vor
der Förderverein des Zoo Zürich Anzahl zum Preis von CHF 25.–
der
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ZOONEWS HERBST 2025
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(jährliche Zustellung bis auf Widerruf)
14 AGENDA & IMPRESSUM
AGENDA
zoo.ch/veranstaltungen
WEITERE ERLEBNISSE IM ZOO
• ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
PANTHERA
23. NOVEMBER 2025, 10 BIS 11 UHR
ABENDRUNDGANG IM ZOO
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18. JANUAR UND 15. FEBRUAR 2026,
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Tricks und Tipps, wie Sie mit wenigen
Grundlagen bessere Bilder machen.
zoo.ch/smartphone
• ERLEBNISGUTSCHEINE
GANZES JAHR
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen
und erfahren Sie von den Tierpfleger*innen
spannende Geschichten aus dem Zooalltag.
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THAIABEND
Nach einer Führung im Kaeng Krachan
Elefantenpark geniessen Sie in der Thailodge
mit Blick auf die Elefanten die Vielfalt
der thailändischen Küche.
• TROPICAL DINNER
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HERAUSGEBER Zoo Zürich und Tiergarten-Gesellschaft Zürich TGZ, Zürichbergstrasse 221, CH-8044 Zürich, +41 (0)44 254 25 00, zoo.ch/zoonews REDAKTION
Nicole Schnyder (Leitung), Dominik Ryser, Dr. Robert Zingg MITARBEIT AN DIESER AUSGABE Dr. Severin Dressen LAYOUT Cindy Brändle BILDER © Zoo Zürich
TITELBILD Westlicher Flachlandgorilla, Fabio Süess DRUCK Klimaneutral gedruckt bei der Druckerei Kyburz AG, Dielsdorf AUFLAGE 46 500 Ex. PAPIER Perlentop
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