SPENGLER CUP DAVOS - Jahrbuch 2025 (00-er Jahre)
Das 9. Jahrbuch des Spengler Cup Davos erzählt unter anderem von den 2000er-Jahren, der goldenen Ära des Hockey Club Davos mit vier Turniersiegen. Besonders speziell war der Triumph im Jahr 2000 – 42 Jahre nach dem bis dahin letzten Erfolg im Jahr 1958. Der heutige Schweizer Nationaltrainer Patrick Fischer, damals Captain des Hockey Club Davos, blickt zurück und zieht spannende Parallelen zwischen dem damaligen HCD und dem heutigen Nationalteam. Auch Erfolgstrainer Arno Del Curto erinnert sich und verrät, dass er dem HCD einen erneuten Titelgewinn wünscht.
Das 9. Jahrbuch des Spengler Cup Davos erzählt unter anderem von den 2000er-Jahren, der goldenen Ära des Hockey Club Davos mit vier Turniersiegen. Besonders speziell war der Triumph im Jahr 2000 – 42 Jahre nach dem bis dahin letzten Erfolg im Jahr 1958. Der heutige Schweizer Nationaltrainer Patrick Fischer, damals Captain des Hockey Club Davos, blickt zurück und zieht spannende Parallelen zwischen dem damaligen HCD und dem heutigen Nationalteam. Auch Erfolgstrainer Arno Del Curto erinnert sich und verrät, dass er dem HCD einen erneuten Titelgewinn wünscht.
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97.
SPENGLER CUP DAVOS
JAHRBUCH 2025
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des HC Fribourg-Gottéron – mit Produkten,
die vor Sonne, Licht und Einbruch schützen.
storen.ch
: Inhaltsverzeichnis
5
OK-Präsident
Marc Gianola
28
2025: Das sind die Teams
7
Präsidentin
Swiss Olympic
Ruth Metzler-Arnold
48
Glanz und Gloria
9 Weltverbandspräsident
Luc Tardif
62
Sieger von damals
11 Hall of Fame 69
Das Goldene Buch
12
2000 – 2009:
Die goldenen Jahre des HC Davos
72
Der Erfolgstrainer
PRESENTING PARTNER GOLD PARTNER OFFICIAL BROADCASTER
Impressum
Herausgeber des Jahrbuchs 2025
Hockey Club Davos AG
Spengler Cup Davos
Herbert Batliner Haus / Eisbahnstrasse 2
7270 Davos Platz, Schweiz
Redaktion
Lüchinger Est., Kommunikation mit Stil
www.luechinger.li
Grafik und Gestaltung
Leone Ming Est. und digicube AG
www.leoneming.com | www.digicube.li
Titelbild
Archiv Spengler Cup
Reto Berra, Goalie Hockey Club Davos 2004
Bilder
Keystone
Anthony Anex (S. 31 u.)
Arno Balzarini (S. 19 u.)
Til Buergy (S. 3, S. 29, S. 31 o., Seite 43 or.)
Fabrice Coffrini (S. 17 o., S. 18, S. 19 o., S. 21)
Alessandro della Valle (S. 22 u., S. 63)
Martin Deuring (S. 55)
Salvatore Di Nolfi (S. 22 u., S. 23, S. 24 u., S. 25)
Melanie Duchene (S. 28, S. 33 u., S. 42, S. 43 ol.,
S. 47, S. 65, S. 69, S. 70)
Gian Ehrenzeller (S. 43 u.)
Edi Engeler (S. 14, S. 15 ol., S. 17 u.)
Peter Klaunzer (S. 61)
Michele Limina (S. 15 or., S. 16)
Maxime Schmid (S. 51)
Peter Schneider (S. 26, S. 49)
SFV/KEYSTONE / Salvatore Vinci (S. 57)
Keystone/Photopress-Archiv / Str (S.11)
AP Photo: Jeffrey T. Barnes (S. 41 u.), Chris Szagola
(S. 41 m.). Beny Photo (S. 33 ol.). EPA: Teresa Suarez
(S. 27). David Biedert (S. 7). Hansruedi Camenisch
(S. 37 u.). Toto Marti (S. 72, S. 74). Andy Mettler (S. 64).
Riku Laukkanen (S. 35). Maurice Parrée (S. 45). Gene
J. Puskar (S. 39). Daniel Schwendener (S. 51). Honza
Žirovnický (Seite 31, S. 33 or.) Penn State Athletics
(S. 41 o.). The Canadien Press / Graham Hughes (S. 67).
Archiv Spengler Cup (S. 5, S. 12 / 13 S., 24 o.) / Privatarchive
Inserate
Hockey Club Davos AG
Spengler Cup Davos
www.spenglercup.ch
Auflage
5000 Exemplare
© Spengler Cup Jahrbuch 2025
Hockey Club Davos AG
Spengler Cup Davos
Herbert Batliner Haus / Eisbahnstrasse 2
7270 Davos Platz, Schweiz
Die in diesem Buch veröffentlichten
Beiträge, Daten, Bilder, Grafiken und Layout
sind urheberrechtlich geschützt.
Die Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen
Genehmigung der Redaktion und des Verlags.
Jedes Talent hat
eine Chance verdient.
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© UBS 2025. Alle Rechte vorbehalten.
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: Marc Gianola
OK-Präsident Spengler Cup Davos
«Seit 1923 erstrahlt der Spengler Cup als fester Bestandteil des Schweizer
Eishockeys – ein Turnier, das auf einzigartige Weise Geschichte und Zukunft
miteinander verbindet. Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, zu sehen, wie sich
über ein Jahrhundert gelebte Tradition mit neuen Impulsen vereint. Mit den
offiziellen Partnern verbindet uns seit vielen Jahren eine verlässliche Zusammenarbeit.
Gemeinsam setzen wir alles daran, den treuen Fans unvergessliche
Momente zu bereiten. Neue Akzente setzt das VIP-Gebäude «LOFT 23», das
2025 zum dritten Mal zum Treffpunkt wird. Auch das Teilnehmerfeld fasziniert
mit seiner Mischung aus Bewährtem und Neuem: Team Canada ist seit
1984 dabei und zählt zu den Lieblingen der Fans. Fribourg-Gottéron feierte
dank des Spengler Cup im Vorjahr den ersten Titel seiner Vereinsgeschichte.
Dieses Jahr wartet das Teilnehmerfeld mit einem Novum auf. Das Team
US Collegiate Selects vertritt als erste College-Auswahl überhaupt die
NCAA Division I beim Spengler Cup. Als OK-Präsident freue ich mich darauf,
dass Sportler, Trainer, Betreuerinnen und Betreuer, Funktionärinnen und Funktionäre
sowie Partner und treue Eishockeyfans den Spengler Cup gemeinsam
zelebrieren – nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Zukunft.»
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MOMENT
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Ob auf dem Eis oder im Handwerk: Fokus, Präzision
und Verlässlichkeit machen den Unterschied. Im Eishockey
zählt jede Sekunde – Spieler müssen ihrer Ausrüstung
blind vertrauen. Genauso im Handwerk: Nur mit Konzentration
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: Ruth Metzler-Arnold
Präsidentin Swiss Olympic
«Wie viele Sportfans freue ich mich jedes Jahr aufs Neue auf den Spengler Cup
in Davos, an dem ich bereits mehrfach zu Gast sein durfte. Mir gefällt, wie das
Turnier seine lange Tradition mit hochstehendem internationalem Spitzensport
verbindet und sportlich wie gesellschaftlich für Austausch sorgt. Das macht
den besonderen Reiz der Altjahrswoche im Landwassertal aus. Im Namen von
Swiss Olympic danke ich allen, die diesen Anlass mit viel Engagement möglich
machen, und wünsche spannende Spiele, sportliches Fairplay und unvergessliche
Momente.»
Sportlich.
New Škoda Elroq RS
Power auf dem Eis trifft Power auf der Strasse: Der neue Škoda Elroq RS
vereint kraftvolle Leistung und dynamische Sportlichkeit – wie die
Hockey-Cracks am Spengler Cup. Mit serienmässigem 4x4 ist er bereit
für Höchstleistungen und das in jeder Kurve. Let’s Explore.
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: Luc Tardif
Präsident International Ice Hockey Federation ( IIHF )
«Der Spengler Cup ist und bleibt eine der bedeutendsten und traditionsreichsten
Veranstaltungen im internationalen Eishockey. Seit über hundert Jahren vereint
dieses Turnier Mannschaften, Fans und die weltweite Hockeygemeinschaft –
ein lebendiges Fest der Sportkultur im Herzen der Schweizer Alpen. Alljährlich
im Dezember wird Davos zu weit mehr als nur einem Austragungsort. Die Stadt
verwandelt sich in eine Bühne, auf der sportliches Erbe und hochklassiger
Wettkampf aufeinandertreffen und auf der sich Generationen von Eishockeybegeisterten
daran erinnern, weshalb sie ihre Liebe zu diesem Sport entdeckt
haben. Für die IIHF ist es eine Ehre, auch in diesem Jahr an der Seite dieses
besonderen Turniers zu stehen, das wesentlich zur Weiterentwicklung unseres
Sports beiträgt und Hockeykulturen aus aller Welt miteinander verbindet.
Mit Blick auf die 2026 IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft in Zürich und Fribourg
zeigt der Spengler Cup eindrucksvoll, wie tief die Leidenschaft für unseren
Sport in der Schweiz verwurzelt ist – und mit welcher Kompetenz und Begeisterung
dieses Land globale Sportveranstaltungen in einzigartiger Atmosphäre
auszurichten vermag. Allen teilnehmenden Mannschaften gelten unsere besten
Wünsche. Wir freuen uns auf die Emotionen, die Spannung und den Gemeinschaftssinn,
die den Spengler Cup Jahr für Jahr so unverwechselbar machen.»
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HALL OF FAME
11
: Prägende Spieler des Turniers
Zehn Spieler aus der Zeit von 1930 bis 1949 sind 2024 in die Hall of Fame aufgenommen
worden. Angeführt wird die Liste von Bibi Torriani und seinen kongenialen Sturmlinienpartnern
Hans und Pic Cattini.
Diese Spieler wurden 2024 in die
Spengler Cup Hall of Fame
aufgenommen:
Hans Cattini (1914 – 1987),
Ferdinand «Pic» Cattini (1916 – 1969),
Richard «Bibi» Torriani (1911 – 1988),
Hockey Club Davos
Torriani und die Cattini-Brüder bildeten
ab 1932 den sogenannten «ni»-Sturm
beim Hockey Club Davos. Der Begriff
rührte von der gemeinsamen Endsilbe
«ni» der Familiennamen der drei Spieler
her. Der legendäre «ni»-Sturm galt
während rund anderthalb Jahrzehnten
als Paradelinie des Hockey Club Davos
und der Schweizer Nationalmannschaft.
In dieser Formation wurden sie Seriensieger
am Spengler Cup, in der Schweizer
Meisterschaft und mit der Nationalmannschaft
sogar Europameister und
Olympiadritte. Alle drei wurden 1997
respektive 1998 in die erste Klasse der
IIHF Hall of Fame aufgenommen.
Peter Morland Churchill (1909 – 1972),
Cambridge University
Der Captain und Stürmer von Cambridge
University und Nationalspieler Grossbritanniens
nahm dreimal am Spengler
Cup teil. Er lebte im Schloss Chillon
und studierte in Genf. Während des
Zweiten Weltkriegs kämpfte er in einem
Spezialkommando des britischen Geheimdienstes,
wurde gefangengenommen und
verbrachte zwei Jahre im KZ. Er war
hochdekorierter Kriegsheld und Buchautor.
Joachim Albrecht von Bethmann-
Hollweg (1911 – 2001), SC Riessersee
Von Bethmann-Hollweg wurde als
kränkelnder Teenager in die Höhenluft
nach Davos geschickt, lernte Skifahren
und Eishockeyspielen und hatte Einsätze
für den Hockey Club Davos. Der Verteidiger
spielte 1931 mit dem SC Riessersee
am Spengler Cup, gewann mit Deutschland
Bronze bei der WM 1934, war Olympiateilnehmer
1936 sowie Deutscher
Meister und wurde in die Hall of Fame
des deutschen Eishockeys aufgenommen.
Beat Rüedi (1920 – 2009),
1936 – 1948 Hockey Club Davos
Bis 1950 gewann Beat Rüedi mit Davos
elfmal die Schweizer Meisterschaft,
zudem ist er fünffacher Spengler Cup-
Sieger. Für das Schweizer Nationalteam
erzielte der Verteidiger 24 Tore in 55
Länderspielen, darunter der erste
Sieg der Schweiz gegen Kanada am
25. Januar 1948. Bei den Olympischen
Winterspielen 1948 in St. Moritz gewann
er mit dem Team Bronze.
Hans Trauffer (1914–1991),
1933–1945 Hockey Club Davos
Hans Trauffer war ein Abwehrhaudegen
und bekannt für seine physische Spielweise.
Er gewann zehnmal die Schweizermeisterschaft
und fünfmal den Spengler
Cup, hatte zudem 27 Einsätze für die
Schweizer Nationalmannschaft. Trauffer
wurde als All Star in die Hall of Fame des
Hockey Club Davos aufgenommen.
Vladimir Zábrodský (1923 – 2020),
1945 – 1949 LTC Prag
Zábrodský gehört mit 306 Liga- und 158
Länderspieltoren zu den erfolgreichsten
Stürmern des tschechoslowakischen
Eishockeys. 1947 und 1949 wurde er
Weltmeister. Bei den Olympischen
Winterspielen in St. Moritz 1948 war er
Topscorer und führte seine Mannschaft
zum Gewinn der Silbermedaille. Er
gewann dreimal den Spengler Cup und
sechsmal die tschechoslowakische
: Der «ni»-Sturm mit Hans Cattini, Richard «Bibi»
Torriani und Ferdinand «Pic» Cattini (von links).
Meisterschaft. 1997 wurde er in die
IIHF Hall of Fame aufgenommen.
Josef Malecek (1903 – 1982),
LTC Prag
Der Tscheche war ein dominanter Spieler.
1929, 1930 und 1937 gewann er mit
dem LTC Prag den Spengler Cup. Nach
seinem Absprung in den Westen 1948
wurde er Trainer des Hockey Club Davos.
2003 wurde er in die IIHF Hall of Fame
aufgenommen und 2008 – als einer der
ersten Spieler – in die tschechische
Eishockey-Ruhmeshalle.
Jaroslav Drobný (1921 – 2001),
LTC Prag
Der Tscheche begann seine Karriere
beim LTC Prag. 1949 emigrierte er
und liess sich zuletzt im Vereinigten
Königreich nieder. Drobný hätte der
erste europäische NHL-Spieler werden
können, er zog es aber vor, als Amateur
Eishockey zu spielen. Er war vierfacher
Spengler Cup-Sieger, Weltmeister
und Olympiazweiter und galt mit 36
Toren in 31 Länderspielen als Torjäger
der Extraklasse. 1997 wurde er in die
IIHF Hall of Fame aufgenommen.
2000 – 2009
: Die goldenen Jahre des HC Davos
97.
Spengler Cup Davos 2025
: Der Hockey Club Davos jubelt
erstmals seit 42 Jahren
Dass der Hockey Club Davos im Jahr 2000 nach 42 Jahren erstmals wieder den Spengler
Cup gewann, war kein Zufall, sondern vielmehr der erste Erfolg einer gezielten Aufbauarbeit,
deren Früchte in den 2000er-Jahren geerntet werden konnten.
: Der Jubel im Team und bei den Fans über den Spengler Cup-Sieg im Jahr 2000 ist riesig.
Spengler Cup-Sieger in den Jahren
2000, 2001, 2004 und 2006 sowie
Schweizer Meister 2002, 2005, 2007 und
2009: In den 2000er-Jahren herrschte
in Davos eine riesige Eishockey-Euphorie.
Bereits 1996 und 1998 stand Davos im
Finale gegen Team Canada. Arno Del
Curto, der den Hockey Club Davos 1996
als Trainer übernommen hatte, formte
aus den Spielern ein erfolgreiches Team.
Die Spieler wurden von der frenetischen
Stimmung rund um das Stadion und im
Stadion getragen und die Atmosphäre
war entsprechend elektrisierend. Für
Trainer Arno Del Curto war bereits im
Vorfeld des Spengler Cup im Jahr 2000
klar: «Falls wir wie 1998 ins Finale vorstossen,
wollen wir endlich den Pokal
gewinnen.» Dies gelang tatsächlich.
Der Hockey Club Davos gewann das
Finalspiel gegen Team Canada mit 4 : 2.
Dreimal ging der Sieg in diesem Jahrzehnt
nach Kanada (2002, 2003 und
2007), zweimal nach Russland: 2005 an
Metallurg Magnitogorsk und 2008 an
Dynamo Moskau. 2009 gewann mit
Dinamo Minsk erstmals ein Team aus
Weissrussland.
2000 – Davos gewinnt historisches
Turnier vor ausverkauftem Haus
Mit einem 4 : 2-Finalsieg gegen Team
Canada sicherte sich der Hockey Club
Davos vor 7680 Zuschauerinnen und
Zuschauern im ausverkauften Eisstadion
Davos zum ersten Mal seit
42 Jahren und insgesamt zum elften
Mal den prestigeträchtigen Spengler
Cup. Captain Patrick Fischer nahm die
Kristalltrophäe auf dem Eis entgegen
und drehte anschliessend gemeinsam
mit seinen Teamkollegen unter dem
tosenden Applaus und den Gesängen
der begeisterten Fans eine Ehrenrunde.
«Das Gefühl, diesen Pokal zum ersten
Mal in den Händen zu halten, ist unbeschreiblich»,
erklärte Verteidiger Marc
Gianola sichtlich bewegt. Trainer Arno
Del Curto, sonst für seine impulsive
Art bekannt, reagierte ungewohnt gelassen
und genoss die ersten Minuten
in der Kabine – bis seine Spieler ihn mit
einer zünftigen Bierdusche überraschten.
Auch Clubpräsident Ernst Wyrsch
zeigte sich überwältigt. «Wir sind stolz
auf euch!», liess er Spieler und Staff
wissen.
Der Hockey Club Davos erwischte einen
Traumstart ins Finale: Bereits in der
sechsten Minute brachte Morgan
Samuelsson sein Team mit 1 : 0 in
2000 – 2009: DIE GOLDENEN JAHRE DES HC DAVOS
15
2001 – 75. Spengler Cup – ein Jubiläum
mit der Krönung des Hockey Club Davos
Wie der 74. Spengler Cup geendet
hatte, so begann der 75.: mit einem
Sieg des Hockey Club Davos. Im Auftaktspiel
setzte sich das Heimteam
mit 3 : 2 gegen Sparta Prag durch. Erst
am letzten Turnierabend fiel die
Entscheidung über den Finaleinzug.
Finnlands Meister TPS Turku vergab
mit einer 2 : 6-Niederlage gegen Sparta
Prag die Chance auf das Endspiel – ein
Unentschieden hätte gereicht, um
Davos auf Rang drei zu verweisen.
: Patrick Fischer (links) jubelt beim Sieg im Jahr 2000, Beat Equilino im Jahr 2001.
Führung. Doch die Kanadier reagierten
prompt. Mit einem Doppelschlag innerhalb
von nur 86 Sekunden drehten
Jean-Yves Roy und Christian Dubé die
Partie zur 2 : 1-Führung. In der Folge
dominierte Team Canada das Spielgeschehen,
biss sich jedoch immer wieder
am glänzend aufgelegten HCD-Goalie
Lars Weibel die Zähne aus.
In der 35. Minute erzielte Pat Falloon
den verdienten Ausgleich. Im Schlussdrittel
sorgten Fredrik Nilsson
(53. Minute) und erneut Falloon
(59. Minute) für die Entscheidung – und
den umjubelten Endstand eines denkwürdigen
Finales. Topscorer des
Turniers wurde Morgan Samuelsson
mit acht Scorerpunkten, während
Lonny Bohonos als wertvollster Spieler
ausgezeichnet wurde – beide spielten
für das Siegerteam des HCD. Titelverteidiger
Kölner Haie belegte Rang drei
vor Sparta Prag und Jokerit Helsinki.
Ein besonderer Höhepunkt abseits des
Finales war das dramatische Spiel der
Kölner Haie gegen Jokerit Helsinki am
Stephanstag. Die Finnen holten einen
0 : 3-Rückstand auf und gewannen das
nervenaufreibende Duell durch Niko
Mikkolas’ Treffer mit dem insgesamt
16. Penaltyschuss.
Als international erfahrenster Spieler
des Turniers galt Jan Benda (Jokerit
Helsinki), der in der NHL, der DEL und in
Tschechien spielte und an neun Weltmeisterschaften
sowie drei Olympischen
Spielen für Deutschland teilgenommen
hatte. Der älteste Spieler
war Grant Ledyard (Team Canada),
der mit 40 Jahren auf 984 NHL-Einsätze
zurückblicken konnte. Besonders
geprägt wurde das Turnier durch
herausragende Torhüterleistungen.
Neben Lars Weibel überzeugten auch
Joseph Heiss (Kölner Haie), Pasi Nurminen
(Jokerit Helsinki), Marcel Cousineau
(Team Canada) und Petr Bríza (Sparta
Prag).
Der Erfolg des Heimteams beflügelte
die Stimmung in Davos zusätzlich:
Bereits vor dem Turnier spielte der
Hockey Club Davos in der Meisterschaft
stark, was die Euphorie weiter
anheizte. Sieben der elf Spengler Cup-
Spiele waren ausverkauft – ein neuer
Zuschauerrekord. Auf dem Schwarzmarkt
wechselten Tickets teils für
über 200 Franken den Besitzer.
DRS Sport am
Freitag
31.12.2000
Team Canada sicherte sich den Finaleinzug
mit einem dramatischen 6 : 5-Sieg
nach Verlängerung gegen Titelverteidiger
Davos. Jan Alston erzielte
bereits nach 25 Sekunden in der Overtime
das entscheidende Tor.
Im Finale kam es zu einer Neuauflage
des Vorjahresduells: Hockey Club Davos
gegen Team Canada. Die Einheimischen
triumphierten erneut – diesmal mit 4 : 3
nach Verlängerung. Nach 62 Sekunden
der Overtime gelang Lonny Bohonos,
dem kanadischen Flügelstürmer im
Davoser Trikot, der Siegtreffer. In
einem Solo überlief er Shayne Wright
an der blauen Linie und hob die Scheibe
unhaltbar für Kanadas Goalie Patrick
DesRochers unter die Latte.
Zuvor war den Davosern nach einem
intensiven Turnier der Spielverlauf im
Finale entgegengekommen. Nach einem
vorsichtig geführten Startdrittel glich
Björn Christen den Führungstreffer
von Reggie Savage schnell aus – nur
39 Sekunden später brachte Morgan
Samuelsson Davos in Führung. Fredrik
Nilsson erhöhte fünf Minuten später
auf 3 : 1, nach starker Vorarbeit von
Claudio Neff und Björn Christen.
Letzterer feierte nach einer leichten
Gehirnerschütterung und zweitägiger
Pause ein starkes Comeback.
«Ein Supergefühl», beschrieb Bohonos
seine Emotionen. Er sei im Verlauf des
Turniers immer besser in Fahrt gekommen.
Während er beim 1 : 2 gegen Turku
noch deutliche Chancen vergab, traf er
im Finale im entscheidenden Moment.
Bei der Siegesfeier liess er die Trophäe
97.
Spengler Cup Davos 2025
Beni Winkler, Thierry Paterlini und Sandro
Rizzi siegen konnten, ist umso schöner.»
Auch in der Vorrunde überzeugte Davos
auf internationalem Niveau. Alle Schweizer
Spieler hielten das hohe Tempo problemlos
mit. Dass die Verstärkungsspieler
Frederik Nilsson, Morgan Samuelsson,
Johan Witehall und Mika Strömberg kaum
auffielen, unterstrich dies zusätzlich.
: Die Davoser Spieler feiern den 4 : 3-Sieg gegen das Team Canada und den zweiten Turniersieg in Serie.
fallen – sie zerbrach, doch das minderte
weder seine Freude noch die seiner
Mitspieler. Und vielleicht brachte das
gar Glück für den weiteren Verlauf der
Meisterschaft. Denn in dieser Saison
schaffte der Hockey Club Davos, was
ihm zuvor seit 24 Jahren nicht mehr
gelungen war – das sogenannte «Double»:
Spengler Cup-Sieger und Schweizer
Meister in derselben Saison.
Goalie Lars Weibel von Hockey Club
Davos erlebte im Finale ein Wechselbad
der Gefühle: «Phasenweise war ich ohne
Beschäftigung, dann wieder voll gefordert.»
Pech hatte Weibel bei den Gegentoren:
Beim 0 : 1 stand Savage im Torraum,
das 3 : 3 lenkte Jan Alston mit dem
Schlittschuh ins Tor. Doch mit starken
Paraden verhinderte er den vierten
kanadischen Treffer und rettete den
Davosern den Sieg. Der Titelgewinn
bedeutete dem HCD-Goalie noch mehr
als der Triumph im Vorjahr: «Damals
war unser Sieg eine Überraschung.
Jetzt gehörten wir zu den Favoriten.
Dass wir trotz der Verletzten und der
damit nicht zur Verfügung stehenden
Nicht gut ins Turnier fand hingegen der
verletzungsgeplagte deutsche Meister
Adler Mannheim, der sich aber mit einem
5 : 2-Sieg über Sparta Prag würdig
verabschiedete. Somit belegten die
Deutschen Rang vier hinter TPS Turku
und vor Prag. Torhüter Patrick Des-
Rochers gehörte zu den herausragenden
Persönlichkeiten des Turniers.
Erst nach 109 Minuten Spielzeit wurde
er von Prags Róbert Tomik erstmals
bezwungen. Bester Scorer war der
Tscheche Jaroslav Hlinka mit fünf
Punkten (drei Tore). Zum wertvollsten
Spieler wurde der Finne Petteri
Nummelin gewählt.
Für den Innerschweizer Schiedsrichter
Danny Kurmann war der Spengler Cup
eine Generalprobe für Olympia. Die
neue Turnierleitung mit Jörg Eberle,
Georg Gasser und Rolf Bachmann als
Vorsitzenden hätte sich keinen besseren
Einstand wünschen können: Sieben der
elf Spiele waren mit 7680 Zuschauern
ausverkauft, insgesamt kamen 82 390
Fans – ein neuer Spengler Cup-Rekord.
127 akkreditierte Journalistinnen und
Journalisten, Fotografinnen und Foto-
Sechs Eishockeyspieler aus Eis
Eisschnitzer verwandeln vier Tonnen
Eis in Eishockeyspieler
Aus rund vier Tonnen Eis erschufen der Brienzer Toni Steininger und der Luzerner
René Odermatt mit Meissel, Motorsäge, Pickel und Schraubenzieher sechs beeindruckende
Eishockeyspieler. Die klaren Eisklötze wurden in Nidwalden gegossen.
Damit das Eis transparent blieb, musste das Wasser vor dem Gefrieren destilliert
und entkalkt werden – eine aufwendige Vorbereitung. Beim Bearbeiten des Eises
waren die Eisschnitzer froh um kalte Temperaturen, denn je wärmer die Umgebung
wird, desto schwieriger lässt sich Eis bearbeiten. «Am Abend suchen wir dann aber
doch gerne wieder die Wärme», sagte Steininger mit einem Schmunzeln.
2000 – 2009: DIE GOLDENEN JAHRE DES HC DAVOS
17
grafen sowie ein 88-köpfiges TV-Team
berichteten vom Jubiläumsturnier.
Erstmalig übertrug das Deutsche
Sportfernsehen alle elf Spiele live –
ebenso wie das Schweizer Fernsehen.
Neu war auch das Partyzelt vor dem
Stadion, das zusätzlichen Flair bot.
DRS Sport
2001
2002 – Ein Turnier voller Höhepunkte –
Team Canada triumphiert
Erstmalig in seiner Geschichte wurde
das Turnier mit einer offiziellen Feier
eröffnet. Zudem trafen sich die Gäste
in einem neuen zweistöckigen VIP-
Zelt – ein Zeichen für den gestiegenen
Stellenwert des Traditionsanlasses.
Sportlich setzte sich Team Canada mit
einem 3 : 2-Finalsieg gegen den Hockey
Club Davos durch und feierte damit
nach zwei Finalniederlagen wieder den
Turniersieg – den ersten seit 1998 und
insgesamt bereits den neunten. Die
Kanadier verdienten sich diesen Erfolg
durch ihre bekannte Zweikampfstärke
und ihren unermüdlichen Einsatz. Der
Hockey Club Davos musste im Finale
auf Nationalstürmer Michel Riesen
verzichten, der rund eine Stunde vor
Spielbeginn mit Symptomen einer
Magen-Darm-Grippe ausfiel.
Zum Matchwinner avancierte der
33-jährige Jan Alston, der in der
Schweizer Meisterschaft für die ZSC
Lions spielt. Bereits nach 145 Sekunden
brachte er Team Canada mit einem
Abpraller in Führung. Brian Bonin und
Lonny Bohonos – Letzterer per Penalty –
glichen zweimal aus, nachdem nach
Alston auch Luke Sellars vorgelegt
hatte. Sechs Minuten vor Schluss
sorgte Alston mit einem Konter für
den entscheidenden Treffer zum 3 : 2
für Team Canada.
Bei der Siegerehrung tauschten die
Kanadier ihre Helme gegen Caps mit
dem Ahornblatt und der Aufschrift
«Champion». Alston sprach von der
«Krönung einer fantastischen Woche
in Davos»: «Ich bin stolz auf diesen
Triumph.» Es war Alstons fünfter
: Team Canada feiert im Jahr 2002 mit dem zehnten Spengler Cup-Sieg ein Jubiläum.
Spengler Cup-Einsatz. 1995 trat er
erstmals mit dem Hockey Club Davos
an, danach zweimal mit den Adlern
Mannheim, und 2001 erreichte er mit
Team Canada bereits das Finale.
Team Canada hatte schon im Startspiel
mit beeindruckendem Kampfgeist
einen 1 : 4-Rückstand gegen die Kölner
Haie in einen 5 : 4-Sieg verwandelt – ein
Wendepunkt, der dem Team laut Alston
«einen riesigen Kick» gegeben habe.
Es folgten ein 4 : 1-Sieg gegen Sparta
Prag und ein 4 : 3 gegen TPS Turku.
Enttäuscht zeigte sich hingegen der
Hockey Club Davos, der auf den dritten
Spengler Cup-Sieg in Folge gehofft
hatte. In einem Finalspiel auf Augenhöhe
unterlagen die Davoser trotz
starker Leistung. Sie standen nach
einem 5 : 2 gegen die Kölner Haie zum
fünften Mal in sechs Jahren – und zum
dritten Mal in Folge – im Finale.
Die Kölner Haie belegten am Ende Rang
drei vor TPS Turku und Sparta Prag.
Letztere konnten – obwohl sie punktlos
blieben – mit engagierten Auftritten
überzeugen, scheiterten jedoch immer
wieder an der eigenen Abschlussschwäche.
Turku bot vor allem gegen
Davos ein packendes Spiel und musste
den Ausgleich erst 13 Sekunden vor
Ablauf des dritten Drittels hinnehmen.
Dennoch blieben die Schwächen aus
der Landesmeisterschaft trotz namhafter
Verstärkung nicht ganz verborgen.
Die Kölner Haie agierten taktisch
überwiegend defensiv. Sie präsentierten
sich damit zwar nicht besonders
attraktiv, dafür aber effizient. Der
Finne Mika Alatalo war mit sieben
Scorerpunkten, darunter drei Toren,
der erfolgreichste Punktesammler des
Turniers. Zum wertvollsten Spieler
wurde der Kanadier Lonny Bohonos
vom Hockey Club Davos gewählt.
Erstmals waren alle elf Partien mit
insgesamt 84 480 Zuschauern restlos
ausverkauft – ein Rekord.
DRS Sport
2002
: Chris Belanger, Captain von Team Canada freut
sich mit seiner Familie über den Turniersieg.
97.
Spengler Cup Davos 2025
folgenlos, da der überragende Mittelstürmer
Todd Elik mit seinem zweiten
Tor zum 3 : 3 ausglich. Doch folgten
weitere folgenschwere Fehler: Vor dem
3 : 4 liess sich der gesamte Davoser
Verstärkungsblock in Überzahl zur
Unzeit auswechseln, was den Kanadiern
einen Gegenangriff ermöglichte.
Und vor dem fünften Gegentor verlor
Beat Forster leichtfertig den Puck
direkt vor dem eigenen Tor. Del Curto
wollte seine Spieler dennoch nicht zu
hart kritisieren. Die Fehler im fünften
Spiel innerhalb von sechs Tagen seien
auch eine Folge nachlassender Kräfte
gewesen.
: Lonny Bohonos (Team Canada) kämpft gegen Petri Pakaslahti (rechts) und Goalie Pasi Häkkinen von
Jokerit Helsinki um den Puck.
2003 – Team Canada gewinnt zum
zehnten Mal
Zum vierten Mal in Folge standen sich
Davos und Team Canada im Spengler
Cup-Finale gegenüber. Team Canada
feierte beim 7 : 4-Finalsieg unter Trainer
Gary Green und seinem Assistenten
Kent Ruhnke den zehnten Spengler
Cup-Triumph. Nach einem mühevollen
3 : 2-Auftaktsieg gegen Krefeld und
einer Steigerung gegen Jokerit Helsinki
(4 : 2) dominierte Kanada Lokomotive
Jaroslawl (6 : 3) deutlich und stand als
erstes Team im Finale. Gegen das
russische Team überzeugten die
Kanadier mit schnellen Gegenstössen,
die Torhüter Jegor Podomazki so
demoralisierten, dass er sich nach dem
fünften Gegentreffer auswechseln
liess.
Der Hockey Club Davos sicherte sich
seine Finalteilnahme mit Siegen gegen
Jokerit Helsinki (4 : 1) und Krefeld (8 : 2),
musste sich aber Jaroslawl mit 2 : 5
geschlagen geben. Erst im letzten
Gruppenspiel, beim 7 : 4-Sieg gegen
Team Canada, fiel die Entscheidung
zugunsten der Davoser. «Wir hatten
die stärksten Offensivkräfte, die man
in der Schweiz haben kann», sagte Kent
Ruhnke nach dem Finale – ein Hinweis
darauf, dass viele Stürmer von Team
Canada während der Saison in Clubs
der Schweizer Nationalliga A aktiv sind.
Eine der grossen Entdeckungen im
Davoser Team war der 20-jährige
Flügelspieler Andres Ambühl. Er
bestätigte auf internationaler Bühne
seine in der Meisterschaft sichtbaren
Fortschritte und erzielte drei Tore
in vier Gruppenspielen. Im Finale blieb
er zwar ohne Treffer, sorgte aber
erneut für viel Schwung im Angriffsspiel
der Davoser. «Unsere Aufgabe
wurde erschwert, weil wir meist einem
Rückstand hinterherlaufen mussten»,
erklärte Ambühl nach dem Spiel.
Trotz des deutlichen Endstands war
das Finale lange offen. «Im Mitteldrittel
hätten wir das Spiel zu unseren Gunsten
entscheiden müssen. Wir machten
mehr Druck als die Kanadier und hatten
mehr Torchancen», sagte der Davoser
Trainer Arno Del Curto. «Da wäre mehr
drin gewesen. Leider haben wir durch
individuelle Fehler fünf Gegentore
verschenkt.» Die Aussetzer – etwa von
Barry Richter bei den ersten beiden
Gegentreffern – blieben zunächst
Lokomotive Jaroslawl beendete das
Turnier auf Rang drei. Vom russischen
Meister war mehr erwartet worden,
doch nach einem starken Start baute
das Team deutlich ab. Jokerit Helsinki
und die Krefeld Pinguine belegten die
Plätze vier und fünf. Die Deutschen
hinterliessen einen sympathischen
Eindruck und wurden nach ihrem letzten
Spiel von den Zuschauerinnen und
Zuschauern mit Szenenapplaus verabschiedet.
Ein spezieller Einsatz kam für
Jonas Hiller zustande: Der temporäre
Davoser Ersatzgoalie, der in der Meisterschaft
in Lausanne unter Vertrag
war, sass nicht nur für Davos auf der
Bank – sondern aufgrund von Personalproblemen
auch bei Krefeld im Spiel
gegen Jaroslawl.
: Andres Ambühl war die Entdeckung des Spengler
Cup 2003 – hier mit Thierry Paterlini (links).
2000 – 2009: DIE GOLDENEN JAHRE DES HC DAVOS
19
Turnier-Topscorer war mit zehn Punkten,
darunter fünf Toren, der Kanadier
Éric Landry in den Reihen des Hockey
Club Davos. Sein Teamkollege Oleg
Petrow wurde zum wertvollsten Spieler
gewählt. Der Spengler Cup war erneut
ein Zuschauermagnet: Acht der zehn
Gruppenspiele sowie das Finale waren
mit jeweils 7580 Besuchern ausverkauft.
6850 Zuschauer verfolgten
die Partie Krefeld gegen Jaroslawl,
7150 waren es beim Spiel Jaroslawl
gegen Jokerit. Die Gesamtauslastung
des Stadions betrug beachtliche
97,5 Prozent.
DRS Sport
2003
: Vitaly Atyushov (HK Metallurg Magnitogorsk) im Kampf gegen Brett Hauer (links) und
Jonas Hiller, Goalie beim Hockey Club Davos.
2004 – Davos krönt ein starkes Turnier
mit dem 13. Spengler Cup-Triumph
Der Hockey Club Davos stand zum
fünften Mal in Folge im Finale. Nach
den Erfolgen in den Jahren 2000 und
2001 gegen Team Canada mussten sich
die Davoser in den beiden darauffolgenden
Endspielen zweimal gegen
die Kanadier geschlagen geben. Nun
gelang die Rückkehr auf den Thron –
mit einem ganz besonderen Sieg.
Jeder der drei Turniersiege sei einzigartig
gewesen, resümierte Trainer
Arno Del Curto: Der erste im Jahr
2000 beendete eine 42-jährige Durststrecke.
Der zweite wurde erst in der
Verlängerung durch einen Treffer von
Lonny Bohonos deutlich gemacht. Und
der jüngste sei besonders wertvoll,
weil das Turnier durch den NHL-Lockout
so stark besetzt gewesen sei wie
nie zuvor. Der Hockey Club Davos stellte
mit seinen Lockout-Verstärkungen wohl
das stärkste Team in der Spengler Cup-
Geschichte. Umso erfreulicher: Auch
Schweizer Spieler setzten zahlreiche
wichtige Akzente, allen voran Goalie
Jonas Hiller, den viele als die Entdeckung
des Turniers feierten. Dieses
Mal hiess der Finalgegner des Hockey
Club Davos nicht Team Canada. Der
erst 20-jährige Tomáš Pöpperle hatte
mit glänzenden Paraden Sparta Prag
einen 4 : 2-Sieg gegen die Kanadier und
damit den Finaleinzug gesichert. Nach
dem 2 : 0-Sieg im Endspiel war es Marc
Gianola vergönnt, bei seiner zwölften
Spengler Cup-Teilnahme – und der
ersten als Captain – die Trophäe in die
Höhe zu stemmen. Das Spiel wurde
nicht nur in der Schweiz live im TV
übertragen, sondern auch im tschechischen
Fernsehen sowie in Kanada in
voller Länge ausgestrahlt.
Den Führungstreffer leitete Rick Nash
mit einem genialen Zuspiel ein: Der
20-jährige Kanadier spielte den Puck
mit einem Backhand-Pass zwischen
seinen eigenen Schlittschuhen hindurch
zu Michel Riesen. Dieser verwer-
17 Lockout-Spieler mit insgesamt 8300 NHL-Partien
Das Jahr der Lockout-Spieler
Davos-Stürmer Joe Thornton war in der zuvor ausgetragenen NHL-Saison der
Topverdiener unter den 17 am Spengler Cup spielenden Lockout-Spielern. Als
Captain der Boston Bruins liess er sich sein Konto mit 5,5 Millionen Dollar füllen.
Auf den nächsten Rängen der Topverdiener der NHL, die gleichzeitig am Spengler
Cup teilnahmen, folgten Petr Sýkora (Anaheim / Magnitogorsk) mit 4,2 Millionen
Dollar sowie Sergei Gontschar (Boston / Magnitogorsk) mit 3,65 Millionen Dollar.
Doch nicht nur Topverdiener waren am Turnier vertreten – auch Topscorer: Rick
Nash (im Bild – Columbus / Davos), in der letzten regulären NHL-Saison bester
Torschütze, und Martin St. Louis (Tampa Bay / Davos), der zum wertvollsten Spieler
der Liga gewählt wurde, gingen auf Punktejagd. Der erfahrenste NHL-Vertreter
war allerdings kein Spieler, sondern Schiedsrichter Bill McCreary – die damalige
Nummer eins unter den Referees der Liga.
News
erleben
statt nur
lesen.
2000 – 2009: DIE GOLDENEN JAHRE DES HC DAVOS
21
tete direkt und liess Sparta-Goalie
Pöpperle keine Abwehrchance. Riesen
stellte damit einmal mehr seinen Torinstinkt
unter Beweis, den er während
der Saison bereits mehrfach gezeigt
hatte. Mit seinem frühen Treffer in der
achten Minute legte er den Grundstein
zum Finalsieg.
Danach musste der Hockey Club Davos
aber dem über mehr als zwei Drittel
dauernden Ansturm der Prager standhalten,
was auch gelang. Die Entscheidung
fiel 35 Sekunden vor Schluss mit
einem Schuss von Niklas Hagman zum
2 : 0 ins verwaiste Tor. Die Tschechen
hatten zuvor ihren Torhüter gegen
einen sechsten Feldspieler ausgetauscht.
Riesen wollte sich nach der Partie
nicht als Matchwinner feiern lassen.
«Wichtig war nicht, dass ich das 1 : 0
geschossen habe, sondern dass wir als
Mannschaft dieses Endspiel gewonnen
haben», betonte er. Und fügte hinzu:
«Wenn wir uns bei jemandem bedanken
müssen, dann bei Jonas Hiller – er hat
eine sensationelle Partie gezeigt.»
Hiller wurde im Finale laut offizieller
Schussstatistik 41 Mal geprüft, unter
anderem von Spartas NHL-Grössen
David Výborný, Jan Hlavác, Karel Pilar,
Ivan Majeský und Martin Richter. «Die
ganze Mannschaft hat defensiv alles
gegeben und mir so die Arbeit erleichtert»,
sagte der 22-Jährige bescheiden.
«In einigen Situationen konnte ich mit
Paraden etwas zurückgeben.» Rückblickend
sprach Hiller von einer «super
Woche für die ganze Mannschaft». Er
selbst habe jeweils nur von Spiel zu
Spiel gedacht – an das Finale erst, als
die Qualifikation feststand. Hinter Davos
und Sparta Prag reihten sich Team
Canada, HK Metallurg Magnitogorsk und
HIFK Helsinki auf den Plätzen drei bis
fünf ein. Besonders spektakulär war das
Gruppenspiel zwischen den beiden osteuropäischen
Teams Metallurg und Helsinki:
Das Offensivfeuerwerk mit zehn
Toren endete erst im Penaltyschiessen.
Zwar erreichte HIFK Helsinki nur den
letzten Platz, zeigte aber eine beachtliche
Leistung – einzig an Effizienz
fehlte es. Die Russen hatten viel Pech:
mehrere Pfostenschüsse und gleich
zwei Niederlagen im Penaltyschiessen
verhinderten ein besseres Abschneiden.
Zum Abschluss eines sportlich erfolgreichen
Jahres setzten Mannschaft
und Verwaltungsrat des Hockey Club
Davos ein starkes Zeichen der Solidarität:
Die 20 000 Franken Siegprämie
aus dem Spengler Cup-Finale spendeten
sie den Opfern der Flutkatastrophe
in Südostasien.
DRS Sport
2004
2005 – Mit Metallurg Magnitogorsk
gibt es einen neuen Sieger
Metallurg Magnitogorsk feierte seinen
ersten Erfolg am Spengler Cup. Dies,
nachdem der Club noch 1999 im Finale
am deutschen Vertreter Kölner Haie
gescheitert war. Es war der erste Sieg
eines russischen Teams seit 1991.
Damals hatte der Fall des Eisernen Vorhangs
die Dominanz der sowjetischen
Clubs in den 1980er-Jahren beendet.
Die Eisbären Berlin belegten Rang drei
noch vor den Vorjahresfinalisten Hockey
Club Davos und HC Sparta Prag.
Im Finalspiel gegen Team Canada ging
Magnitogorsk früh in Führung und lag
während des gesamten Spiels vorn –
ein entscheidender Vorteil für die
Russen. Bereits nach 69 Sekunden
erzielte Ruslan Nurtdinow das 1 : 0.
Dmitri Sergejewitsch Juschkewitsch
und Jewgeni Gladskich erhöhten den
Spielstand im dominanten Startdrittel.
Eine heikle Phase erlebte der spätere
Sieger nur im Mitteldrittel, als
Cory Murphy auf 2 : 3 verkürzte und
Team Canada für rund zehn Minuten
Druck machte. Zwei Eigentore beendeten
jedoch die Aufholjagd der Kanadier.
Im Schlussdrittel konnten die Nordamerikaner
selbst während 81 Sekunden
mit zwei Spielern in Überzahl keine
zwingende Torchance herausspielen.
Danach kassierten sie demoralisiert
noch drei weitere Gegentreffer und
mussten eine deutliche 3 : 8-Niederlage
hinnehmen. Das Davoser Publikum unterstützte
die Russen, nachdem es mit
der Finalqualifikation des eigenen Teams
nicht geklappt hatte.
Mit Freudentränen in den Augen hörte
Coach Dave King die Schlusssirene – es
war sein dritter Spengler Cup-Triumph.
Bereits 1987 und 1992 hatte er das
Turnier als Trainer von Team Canada
Reto Bertolotti rasiert sich den Kult-Schnauz ab
Aus Bertolotti wird «Bertolohni»
Ein ungewöhnlicher Moment beim Spengler Cup 2004: Vor laufender TV-Kamera
liess sich Profi-Schiedsrichter Reto Bertolotti von Coiffeuse Beatrice Johner
seinen legendären Schnauz abrasieren – nach 25 Jahren war Schluss mit dem
markanten Markenzeichen. Ausgelöst wurde die Aktion durch ein Publikumsspiel
des Schweizer Fernsehens. Während der ersten Drittelpause jeder Partie durften
Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion per SMS Fragen an prominente
Spengler Cup-Gäste stellen. An jenem besonderen Abend fragte Alex, ein junger
Fan des Hockey Club Davos, ob sich Bertolotti den Schnauz abrasieren würde. Zur
Überraschung aller sagte der Schiedsrichter spontan ja – und wurde damit zum
medialen Gesprächsthema. Seitdem hört er auf den Spitznamen «Bertolohni».
97.
Spengler Cup Davos 2025
2006 – Davoser Triumph dank
Ambühls Geistesblitz
Mit Andres Ambühl sorgte ein Einheimischer
dafür, dass der Spengler Cup-
Pokal in Davos blieb. Im Finalspiel nutzte
der Davoser Stürmer einen Ausflug
des kanadischen Torhüters und erzielte
in der 49. Minute das entscheidende 3 : 2.
: Dmitri Sergejewitsch Juschkewitsch (Metallurg) feiert das fünfte Tor seines Teams im Finalspiel des
Spengler Cup 2005 gegen das Team Canada.
gewonnen. Nun feierte er als Kanadier
mit einer russischen Mannschaft einen
historischen Erfolg. Torhüter Travis
Scott – ebenfalls ein Kanadier in Diensten
der Russen – hatte gemischte Gefühle:
«Ich freue mich für die Mannschaft,
aber es ist ein seltsames Gefühl, als
Kanadier mit einem russischen Team
gegen Kanada bei einem so bedeutenden
Turnier gewonnen zu haben.»
Wie hoch der Stellenwert des Spengler
Cup ist, zeigte sich bei Juschkewitsch,
der 858 NHL-Spiele bestritten hat.
«Für mich ist ein Traum wahr geworden»,
sagte der Verteidiger, der 1992
Olympia-Gold gewann. «Ich werde immer
an dieses Turnier denken – und
noch meinen Enkelkindern davon erzählen.»
Besonders beeindruckt zeigte
sich Juschkewitsch vom Jubel der Zuschauerinnen
und Zuschauer. So etwas
habe er in seiner langen Karriere noch
nie erlebt: «In meinem Namen und im
Namen der Mannschaft: ein herzliches
Dankeschön an Davos und das Publikum.»
Der sportliche Wert des Turniers war
einmal mehr sehr hoch. Mit Ausnahme
von zwei Spielen verliefen alle Partien
äusserst ausgeglichen. Die Kanadier
Mark Beaufait und Steve Walker (beide
Eisbären Berlin) waren mit sieben
Scorerpunkten, darunter jeweils zwei
Toren, die erfolgreichsten Akteure des
Turniers. Der Tscheche Josef Marha
vom Hockey Club Davos wurde als
wertvollster Spieler ausgezeichnet.
DRS Sport
2005
Ambühl bescherte dem Hockey Club
Davos damit den 14. Turniersieg. Die
entscheidende Szene ereignete sich,
als Justin Pogge – der 20-jährige
Goalie von Team Canada und amtierender
Junioren-Weltmeister – hinter dem
eigenen Tor unbedrängt am Puck vorbeischlug.
Ambühl reagierte blitzschnell
und schob die Scheibe ins verwaiste
Tor. «Ich erschrak selbst, als der Puck
plötzlich an meiner Schaufel lag und
kein Goalie im Tor stand», sagte
Ambühl später mit einem Lächeln.
«Vielleicht war es besser so.»
Der Erfolg war das Resultat von purem
Willen und grossem Kampfgeist – nicht
nur bei Ambühl, sondern bei der gesamten
Davoser Mannschaft. Bereits
nach acht Minuten lag der Gastgeber
mit 0 : 2 zurück. Doch Sandro Rizzi
leitete die Wende ein: Nach seinem
gewonnenen Bully setzte sich Robin
Leblanc energisch durch und verkürzte
auf 1 : 2. Zu Beginn des Schlussdrittels
glich Eero Somervuori im Powerplay aus.
Der Hockey Club Davos hatte sich den
Spengler Cup-Sieg hart erkämpfen
müssen. Nach einem 4 : 1-Sieg gegen die
Eisbären Berlin in der Qualifikationsrunde
gewannen sie mit demselben
Resultat auch gegen die Schweden aus
Pat Quinn war ein ganz Grosser des Eishockeys
Bei Team Canada steht die Legende
an der Bande
617 Einsätze hatte Pat Quinn in der NHL. Nach seinem Rücktritt als Spieler im Jahr
1977 trainierte Quinn die Eishockey-Vereine Philadelphia Flyers, Los Angeles Kings,
Vancouver Canucks, Toronto Maple Leafs und Edmonton Oilers. Bei den letzteren
beiden fungierte er auch als General Manager. Sein wohl grösster Erfolg war Olympia-
Gold mit der kanadischen Nationalmannschaft in Salt Lake City 2002. Der Sieg am
Spengler Cup 2006 blieb ihm allerdings verwehrt. Team Canada unterlag im Finale
dem Hockey Club Davos.
: Christian Hofstetter
Generalsekretär 2026 IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft, Schweiz
«Seit meiner Jugend gehörte der Spengler Cup zum traditionellen Programm
in den Neujahrswochen. Entweder als Fernsehzuschauer, als Spieler mit
Fribourg-Gottéron, im Einsatz für einen der Sponsoren oder einfach als
begeisterter Gast und Zuschauer war und ist der Spengler Cup Davos
immer ein Highlight im Eishockeykalender.»
97.
Spengler Cup Davos 2025
: Captain Sandro Rizzi freut sich über den 14. Sieg
des Hockey Club Davos am Spengler Cup 2006.
Mora, verloren aber gegen Team Canada
3 : 6 und gegen Chimik Mytischtschi
Oblast 2 : 3 nach Verlängerung. Somit
zogen sie dank dem Sieg in der Direktbegegnung
gegen Mora in das Finale ein.
Sandro Rizzi, der den verletzten Marc
Gianola als Captain vertrat, durfte
am Ende die Siegertrophäe entgegennehmen.
«Dieser Sieg ist etwas Besonderes
– Team Canada im Finale zu
schlagen, ist nie einfach», erklärte er
nach dem Spiel.
Mora IK aus Schweden erwies sich als
starke Bereicherung und belegte Platz
drei. Der russische Vertreter Chimik
Mytischtschi, der mit zwei Niederlagen
enttäuschte, zeigte auf der anderen
Seite mit dem 5 : 0-Sieg gegen Team
Canada und dem 3 : 2-Sieg gegen den
Hockey Club Davos nach Verlängerung
eindrucksvoll seine Qualitäten. Am
Ende blieb der vierte Rang. Am Schluss
der Rangliste standen die Eisbären
Berlin. Der erfolgreichste Spieler des
Turniers war der Tscheche Pavel Brendl
in Diensten von Mora IK mit sieben
Scorerpunkten, darunter vier Toren.
DRS Sport
2006
2007 – Nach vier Jahren heisst der
Sieger wieder Team Canada
Nach vier Jahren mit zwei Finalniederlagen
konnte Team Canada den
Spengler Cup erstmals seit 2003
wieder gewinnen und den elften Titelgewinn
seit 1984 feiern.
Im Finalspiel setzte sich das Team mit
2 : 1 gegen die russische Topmannschaft
Salawat Julajew Ufa durch.
Matchwinner war ausgerechnet NHL-
Torhüterlegende Curtis Joseph – ein
Spieler, der zum Zeitpunkt des Turniers
bei keinem Club unter Vertrag stand.
Nachdem er von den Phoenix Coyotes
keinen neuen NHL-Vertrag erhalten
hatte, hielt sich Joseph, der vor dem
Spengler Cup bereits über 1000 Partien
in der NHL bestritten hatte, auf
eigene Faust fit. Beim Spengler Cup
beeindruckte er mit starkem Stellungsspiel
und zahlreichen Glanzparaden
und hatte entscheidenden Anteil
am Turniersieg der Kanadier. Insge-
samt wurde er von den Ufa-Spielern
39 Mal geprüft. Lediglich Alexander
Pereschogin – mit sechs Scorerpunkten,
darunter drei Toren, der erfolgreichste
Spieler des Turniers – konnte
Joseph in der 30. Minute bezwingen.
Bereits drei Minuten zuvor hatte Kirby
Law Team Canada mit einem umstrittenen
Treffer in Führung gebracht:
Ufas Goalie Alexander Jerjomenko
hatte den Puck über mehrere Sekunden
zwischen Schoner und Pfosten blockiert,
ehe Law die Scheibe ins Tor stocherte.
Die Schiedsrichter hätten das Spiel
zuvor unterbrechen müssen.
Jerjomenko war über diese Fehlentscheidung
derart frustriert, dass er
kurz nach dem Ausgleich die Konzentration
verlor: Nur 40 Sekunden später
lenkte er einen von der Bande zurückspringenden
Puck mit dem Schoner
unglücklich ins eigene Tor – das
entscheidende 2 : 1 für Team Canada.
Die kanadische Delegation war mit
insgesamt 132 Personen nach Davos
gereist, darunter 35 Kinder der Spieler
– sogar die erst fünf Wochen alte
Tochter von Stürmer Domenico Pittis
war mit dabei. Auch für vier mitgereiste
Fans aus Baschkortostan hatte sich
die über 4000 Kilometer lange Anreise
nach Davos gelohnt – immerhin sahen
sie ihr Team im Finale, bevor es die
4000 Kilometer wieder zurück ging.
Neben Ufa und Team Canada hatte
auch Mannheim bis zum letzten Spiel
Die Familie bestimmte die Länge seiner Karriere mit
Dank dem Spengler Cup zurück in die NHL
Nach seinem herausragenden Auftritt beim Spengler Cup erhielt der zu diesem
Zeitpunkt vertragslose Curtis Joseph tatsächlich noch einmal einen NHL-Vertrag –
diesmal von den Calgary Flames. Anschliessend absolvierte er eine weitere Saison
bei den Toronto Maple Leafs, bevor er im Januar 2010 im Alter von 41 Jahren seine
Karriere beendete. Einen grossen Einfluss auf seine Entscheidung, nach dem
Spengler Cup-Triumph nochmals die Schlittschuhe zu schnüren, hatte seine Familie.
Dass ihm dies so wichtig war, dürfte mit seiner Kindheit zusammenhängen: Curtis
Joseph wurde als Sohn zweier Teenager geboren. Seine Mutter, Wendy Munro, gab
ihn nur fünf Tage nach der Geburt zur Adoption frei. Aufgenommen wurde er von
der Krankenschwester Jeanne Joseph und deren Ehemann, die ihm den Vornamen
seines leiblichen Vaters Curtis Nickle gaben. So hiess er als Jugendlicher Curtis
Shyne Munro. Den Nachnamen Joseph nahm er erst als Erwachsener an.
2000 – 2009: DIE GOLDENEN JAHRE DES HC DAVOS
25
Nach dem Spiel lobte Petr Cajánek die
Teamleistung sowie seine beiden
Sturmpartner Mattias Weinhandl und
Éric Landry – bei allen drei Treffern
hatte ihm Weinhandl den Puck perfekt
aufgelegt. Der hohe Stellenwert, den
der Spengler Cup in Tschechien hat,
zeigte sich auch darin, dass der
tschechische Dynamo-Trainer Vladimir
Vujtek Senior nach dem Triumph
Freudentränen vergoss.
: Freuen sich nach drei Jahren ohne Titelgewinn über den elften Sieg von Team Canada am Spengler Cup 2007
(von links): Shawn Heins, Ryan Keller, Yves Sarault und Curtis Murphy.
noch Chancen auf den Finaleinzug.
Dafür hätte es gegen Kanada siegen
müssen – doch nach der 2 : 4-Niederlage
war der Traum geplatzt. Die
Deutschen belegten damit Rang drei
vor dem HC Pardubice und dem Gastgeber
Davos. IMG (Schweiz AG) war
erstmals Vermarkter des Turniers,
dies nach dem frühzeitigen Ausscheiden
der Sportart AG ein Jahr früher
als geplant. Augenfällig war das neue
Hospitality-Konzept mit dem «EisDome»
und die Tatsache, dass es IMG auf
Anhieb gelang, alle fünf Mannschaften
einzeln zu vermarkten.
DRS Sport
2007
Olympischen Spielen erzielte drei
Tore. Das Führungstor markierte er in
Unterzahl nach zehn Minuten, das 2 : 0
gelang ihm in der 29. Minute nach einer
sehenswerten Kombination seiner Linie.
Noch in derselben Minute erhöhte sein
Teamkollege Iwan Neprjajewauf 3 : 0.
Die Kanadier verkürzten im Mittelabschnitt
mit zwei Powerplay-Toren
innerhalb von 18 Sekunden auf 3 : 2.
Vorentscheidend war Petr Cajáneks
Treffer zum 4 : 2 – nur 42 Sekunden
nach Beginn des Schlussdrittels. Zwar
verkürzte Randy Robitaille in der 50.
Minute nochmals auf 4 : 3, doch Maxim
Pestuschko sorgte in der 58. Minute
für die endgültige Entscheidung.
Der prominenteste Name im Kader von
Dynamo Moskau – und des gesamten
Turniers – war Alexej Schitnik. Der
36-jährige Verteidiger aus der Ukraine
blickt auf 1183 NHL-Spiele sowie auf
olympisches Gold (1992) und Silber
(1998) zurück. Erfolgreichster Scorer
des Turniers war Dmitri Afanassenkow
(Dynamo Moskau) mit sieben Punkten,
darunter vier Toren.
Hinter Dynamo Moskau und Team
Canada belegten der Hockey Club Davos,
Karlovy Vary und der ERC Ingolstadt
die Plätze drei bis fünf. Alle Spieler von
Team Canada trugen während des
Turniers zu Ehren von Jim Koleff die
Initialen «JK» auf Helmen und Trikots.
Koleff, der beim Vorjahressieg des Teams
noch Assistenztrainer war, verlor wenige
Wochen vor dem Spengler Cup seinen
langjährigen Kampf gegen den Krebs.
Erstmals seit Heini Schmid vor 25 Jahren
leitete mit Marco Prugger wieder
ein Schiedsrichter aus dem Kanton
Graubünden eine Partie beim Spengler
2008 – Dynamo Moskau 25 Jahre nach
dem ersten Triumph
Dynamo Moskau gewann 25 Jahre nach
dem ersten Triumph zum zweiten Mal
den Spengler Cup und brachte den
Pokal 17 Jahre nach dem Erfolg von
ZSKA Moskau erneut in die russische
Hauptstadt.
Im Finalspiel besiegten die Russen
Team Canada mit 5 : 3. «Gegen die
Kanadier zu siegen, ist immer besonders
schön», freute sich Mittelstürmer
Petr Cajánek. Der dreifache
Weltmeister mit Tschechien und
Gewinner der Bronzemedaille bei den
: Genugtuung im Team von Dynamo Moskau mit Vitaly Yachmenev (links), Éric Landry
(kanadisch-US-amerikanischer Spieler in den Reihen der Russen) und Trainer Vladimir Vůjtek Senior.
97.
Spengler Cup Davos 2025
Cup. Für den Churer ging damit ein
Kindheitstraum in Erfüllung: «Ich freute
mich nach dem Aufgebot wie ein Kind
auf Weihnachten. An diesem Turnier
Spiele leiten zu dürfen, ist etwas absolut
Besonderes.»
Der gute Ruf von HC Davos-Arzt Gregor
Niedermaier hatte inzwischen auch
Russland erreicht: Dynamo Moskau
brachte einen verletzten Spieler nach
Davos, um ihn im dortigen Spital medizinisch
behandeln zu lassen. Neben
Spielern und Staff waren lediglich zehn
Fans mit Dynamo Moskau nach Davos
gereist. Auch die beiden russischen
Journalisten waren unter den 170 akkreditierten
Medienschaffenden deutlich in
der Minderheit. Eine Premiere erlebte
Formel-1-Fahrer Jarno Trulli: Er sah in
Davos sein erstes Eishockeyspiel –
das Finale des Spengler Cup.
DRS Sport
2008
2009 – Erster Sieg eines
weissrussischen Teams
Strahlend stemmte Dinamo Minsk-
Captain Ville Peltonen den Siegerpokal
in die Höhe – gab ihn jedoch sogleich an
Goalie Andrej Mesin weiter. Aus gutem
Grund: Der weissrussische Nationaltorhüter
brillierte beim 3 : 1-Finalsieg
gegen den Hockey Club Davos mit einer
herausragenden Leistung und wurde
verdient zum Torhüter des Turniers
gewählt.
Mesin war der Held des Abends: Beim
Stand von 2 : 1 vereitelte er mit spektakulären
Paraden mehrere hochkarätige
Chancen der Davoser und verhinderte
so den Ausgleich. Er rettete unter
anderem gegen Reto von Arx, Juraj
Kolnik, Beat Forster und Paolo Duca.
Erst 33 Sekunden vor Schluss sorgte
Dmitry Meleshko mit einem Treffer
ins verlassene Davoser Tor für die
endgültige Entscheidung.
Bereits in den ersten beiden Dritteln
hatte Dinamo Minsk durch Aljaksandr
Kulakou (9. Minute) und Denis Kotschetkow
(25. Minute) getroffen. Insgesamt
parierte Mesin im Finale 26
: Minsk freut sich über den ersten Sieg eines Teams aus Belarus im Jahr 2009.
von 27 Schüssen. In seinen drei Einsätzen
beim Spengler Cup liess er nur zwei
Gegentore zu – eine beeindruckende
Fangquote von 97,5 Prozent. Es war
nicht das erste Mal, dass Mesin in der
Schweiz glänzte: Schon bei der Weltmeisterschaft
2009 in Bern war er als
bester Goalie ausgezeichnet worden.
Mit diesem Erfolg gewann erstmals
eine Mannschaft aus Belarus – und damit
aus einer ehemaligen Sowjetrepublik –
den Spengler Cup. Toptorschütze des
Turniers war Serhij Warlamow (Ukraine)
vom Siegerteam HK Dinamo Minsk mit
neun Scorerpunkten, darunter zwei Toren.
Auch das Gastgeberteam zeigte ein
starkes Turnier: Es gewann zum Auftakt
3 : 2 gegen den späteren Turniersieger,
besiegte Karlovy Vary (5 : 3)
sowie die Adler Mannheim (3 : 1) und
unterlag lediglich Team Canada (2 : 6).
Hinter Minsk und Davos belegten Adler
Mannheim, Team Canada und Karlovy
Vary die Ränge drei bis fünf.
Ein besonderer Moment für den Hockey
Club Davos: Die Nummer 5 – das Trikot
von Marc Gianola – wurde als erstes
überhaupt unter dem Stadiondach
verewigt. Für Aufsehen sorgte auch
der 16-jährige Tessiner Samuel Guerra,
der als jüngster Spieler des Turniers
sein Spengler Cup-Debüt gab. Offiziell
noch bei den Davoser Novizen, wurde
er von Trainer Arno Del Curto nach nur
zwei NLA-Einsätzen überraschend
aufgeboten. Aus Rücksicht auf seine
Entwicklung durfte Guerra jedoch keine
Interviews geben – der Coach wollte
ihn schützen. Pech hatte Dimitri Jurjewitsch
Sjusin von Karlovy Vary: Der
Stürmer verlor nach einem Puckschlag
ins Gesicht drei Zähne. Doch er hatte
Glück im Unglück: Ein Zahnspezialist
auf der Tribüne versorgte die tiefe
Fleischwunde mit 27 Stichen. Obwohl
Sjusin während der Behandlung bereits
den nächsten Einsatz ins Auge fasste,
musste er aber zunächst pausieren.
Ein beliebter Treffpunkt war auch diesmal
das Fanzelt: In nur sechs Tagen wurden
dort 13 000 Liter Bier, 6000 Bratwürste,
2500 Pizzen, 2500 Schweineschnitzel
und 600 Kilogramm Älplermagronen
konsumiert.
Die 83. Austragung des Traditionsturniers
markierte das Ende einer Ära:
Zum letzten Mal wurde in dem seit
1986 üblichen Modus mit einer fünf
Mannschaften umfassenden Qualifikation
und anschliessendem Finale gespielt.
Die Einführung der Fünferrunde
stammte gar aus dem Jahr 1958 und
blickte damit auf eine über 50-jährige
Tradition zurück. Ab 2010 nehmen sechs
Teams am Spengler Cup teil, dies ausschliesslich
mit dem Ziel, die Belastung
der Mannschaften besser zu verteilen.
DRS Sport
2009
: Catherine Debrunner
Sechsfache Goldmedaillengewinnerin an Olympischen Spielen
im Rollstuhlsport
«Die Emotionen im Eisstadion sowie auf dem gesamten Gelände des Spengler
Cup Davos sind unglaublich. Ich erlebte enthusiastische Fans aus der
ganzen Welt, Familienangehörige, die ihre Liebsten im Spiel anfeuern, eine
unglaubliche Partylaune im Festzelt, eine einwandfreie Organisation sowie
Spannung pur im Spiel. Der Spengler Cup hat für alle etwas zu bieten.»
2025
: Das sind die Teams
2025: DAS SIND DIE TEAMS
29
: Fribourgs Julien Sprunger stemmt den Pokal des Spengler Cup 2024 in die Höhe und feiert mit seinen Teamkollegen den ersten Titel von Fribourg-Gottéron.
: Gottéron will den Titel verteidigen
Als «Feuerwehrmann» hat Lars Leuenberger den HC Fribourg-Gottéron am letzten
Spengler Cup zum Turniersieg und gleichzeitig zum ersten Titel in der Clubgeschichte
geführt. Jetzt kämpft er als Assistent von Headcoach Roger Rönnberg um die
erfolgreiche Titelverteidigung.
In den letzten zehn Tagen
des Jahres 2024 überschlugen
sich die Ereignisse
beim HC Fribourg-Gottéron.
Besonders verrückt waren sie für Lars
Leuenberger. «Ja, es war ein wilder Einstieg,
ein spezieller Start», erinnert er
sich. Am 22. Dezember übernahm Leuenberger
beim in der Meisterschaft
kriselnden Club den Posten als Headcoach.
Tags darauf gewann er bei seinem
Einstand als Cheftrainer mit Gottéron
gegen den EV Zug mit 2 : 1. Am 24. Dezember
feierten die Spieler und die Staffmitglieder
individuell zuhause mit ihren
Familien Weihnachten. Am folgenden
Vormittag begann die Expedition
Spengler Cup mit der Reise im Bus von
Freiburg nach Davos, wo am Abend
erstmals gemeinsam trainiert wurde.
Im Auftaktspiel des Traditionsturniers
mussten die Freiburger am Stephanstag
gegen den tschechischen Spitzenclub
Dynamo Pardubice eine unglückliche
2 : 3-Niederlage nach Penaltyschiessen
hinnehmen. Danach setzte Leuenbergers
Mannschaft zu einem unwiderstehlichen
Siegeszug an. Im Halbfinale bootete
Gottéron den Gastgeber Hockey Club
Davos dank zwei Treffern in den letzten
252 Spielsekunden mit 4 : 2 aus. Und im
Endspiel hatten die Freiburger beim
7 : 2-Triumph gegen die ausgelaugten
Straubing Tigers keine Mühe – die
Deutschen bestritten ihre fünfte Partie
innert fünf Tagen, Fribourg hingegen
erst seine vierte in sechs Tagen.
Gottéron feierte mit dem Spengler Cup-
Sieg seinen ersten Titelgewinn überhaupt
in der Clubgeschichte.
Leuenberger appellierte an die DNA
von Fribourg-Gottéron
Wie konnte Lars Leuenberger dieses
Fribourg-Wunder in so kurzer Zeit
bewerkstelligen? Er habe an die DNA
von Fribourg-Gottéron appelliert, an
die verschworene Gemeinschaft, in
welcher jeder für jeden kämpft. Weiter
habe er im Spiel einige Änderungen
vorgenommen, sagt Leuenberger rückblickend.
«Ich war überzeugt, dass wir
eine gute Mannschaft haben und dass
die Jungs noch immer Eishockey spielen
können.» Bei seinen Schützlingen stiess
Leuenberger auf offenen Ohren. Und es
gefiel dem Headcoach, was er von ihnen
am Spengler Cup sah. «Wir spielten ein
Eishockey, bei dem es für die Gegner
nicht einfach war, gegen uns Tore zu
schiessen. Dazu gesellte sich wieder
100 % ME
60 % Familienzeit 40 % Cabin Attendant
auch möglich:
100 % Spengler Cup Fan
40 % Cabin Attendant
Teilzeit fliegen, vollzeit jubeln.
career.helvetic.com
2025: DAS SIND DIE TEAMS
31
Erfolg. «Dieser Turniersieg bedeutet
mir auch persönlich sehr viel», sagt
Leuenberger. «Hinter dem Spengler
Cup steckt eine riesige, 100-jährige
Geschichte. Als Kind habe ich die Live-
Übertragungen der Spiele im Fernsehen
verfolgt. Ab und zu war ich auch
im Stadion. Über all die Jahre wurde der
Traditionsanlass, der in der ganzen Eishockeywelt
bekannt ist, Kult für mich. Den
Spengler Cup nun selbst gewinnen zu
dürfen – und das erst noch in jener
speziellen Situation von Fribourg-
Gottéron –, ist und bleibt für mich
einzigartig.»
: Der letztjährige Headcoach und diesjährige Assistenztrainer Lars Leuenberger animiert die Fans zur Welle.
unsere bekannte Stärke: Fribourg ist
eine Mannschaft, die den Puck gerne
auf dem Stock hat. Wir wollen in der
Offensivzone Dominanz kreieren und
Puckbesitz haben, nicht blindlings aufs
Tor schiessen, sondern die Offensivzeit
zu unserem Vorteil nutzen. Diese Stärke
muss mit konstanter Disziplin einhergehen,
auf allen Linien und in jedem Spiel.»
Initialzündung für eine
starke zweite Saisonhälfte
Die gemeinsamen Tage in Davos waren
bei Fribourg-Gottéron höchst wertvoll
fürs Teambuilding. Und der sportliche
Triumph stärkte das Selbstvertrauen
der Spieler enorm. Der Spengler Cup-
Sieg war die Initialzündung für die
erfolgreiche zweite Saisonhälfte. Die
Freiburger waren ab Januar in der
Regular Season die erfolgreichste
Mannschaft in der National League. Sie
beendeten die Qualifikation auf Rang
sechs. Im Play-off-Viertelfinale setzte
sich Gottéron in einer hart umkämpften
Serie gegen den drittklassierten
SC Bern durch. Die lange Saison ging
danach für Fribourg-Gottéron im Halbfinale
erst im alles entscheidenden
siebten Spiel gegen Lausanne zu Ende.
Leuenberger war 2016 mit dem SC Bern
Schweizer Meister geworden, nachdem
er in der Bundesstadt das Amt des
Cheftrainers erst fünf Monate zuvor
übernommen hatte. Der Spengler Cup-
Triumph ist seither sein grösster
Als Assistent nun für
die Offensive zuständig
Zur Titelverteidigung kehrt Leuenberger
mit den Freiburgern in der Altjahrswoche
in einer anderen Rolle nach
Davos zurück: als Assistent von Roger
Rönnberg, dem aktuellen Headcoach.
Der mit Frölunda Göteborg höchst
erfolgreiche schwedische Cheftrainer
hatte bei Gottéron bereits ab Saison
2025 / 26 unterschrieben, bevor Leuenberger
am 22. Dezember die Führung
bei den Westschweizern übernommen
hatte. Leuenberger fühlt sich jetzt als
Assistenztrainer nicht degradiert. «Im
heutigen Eishockey arbeitet der Trainerstaff
als Team mit einer klaren Aufgabenaufteilung»,
begründet er dies. Leuenberger
ist für die Offensive zuständig.
«Für alles, was mit dem Puck Richtung
gegnerisches Tor geschieht; das ist interessant
und spannend», präzisiert er.
Nicht von ungefähr hofft Leuenberger
auf viele Treffer, damit Fribourg-Gottéron
die Titelverteidigung gelingt.
Über 400 Tore für denselben Club
Julien Sprunger – der «ewige»
Gottéron-Spieler
Am 31. Dezember 2024 stemmte Julien Sprunger am Spengler Cup als Captain von
Fribourg-Gottéron die Siegertrophäe in die Höhe, vier Tage vor seinem 39.
Geburtstag. Der Rücktritt ist für ihn weiterhin kein Thema. Der 1,94 Meter lange
Flügelstürmer mit dem speziellen Torriecher hat in seiner ganzen Karriere nie für
einen anderen Club gespielt. Bis zum Ende der letzten Saison absolvierte Sprunger
für Gottéron 1117 Meisterschaftspartien in der obersten Schweizer Spielklasse.
Dabei erzielte er genau 400 Tore und 406 Assists.
97.
Spengler Cup Davos 2025
: Ein Unterhaltungsprogramm nach NHL-Vorbild.
: Ohne Fans kein heroisches Sparta
Wenige europäische Mannschaften geniessen einen ähnlichen Ruhm wie der HC Sparta
Praha. Das Eishockeyteam ist der Stolz der Tschechen, gehört zu den bekanntesten
Sportvereinen in ganz Europa und liebäugelt mit dem dritten Spengler Cup-Titel.
In Tschechien wie auch
international steht der
HC Sparta Praha für sportlichen
Ehrgeiz und gelebte
Eishockey-Leidenschaft. Entsprechend
visiert das traditionsreiche Team auch
in Davos nichts Geringeres als den
Turniersieg an. Der zweifache Spengler
Cup-Champion (1962, 1963) verpasste
vor drei Jahren den dritten Titel nur
hauchdünn. Viereinhalb dramatische
Minuten entschieden damals im Penalty-
Shootout zu Gunsten von Ambrì-Piotta.
Derselbe Ehrgeiz wird die Tschechen in
der Altjahrswoche zum elften Mal beim
Spengler Cup antreiben. Mit dabei sind
die leidenschaftlichen Fans, Herz und
Motor des Teams. «Unsere Fans sind
unglaublich treu. Sie begleiten uns zu
jedem Auswärtsspiel, sodass wir in keiner
Arena jemals allein sind», lobt Marek
Táborský die Anhängerinnen und
Anhänger des Clubs. Ihr Jubel, ihre
Fahnen und ihr unermüdlicher Einsatz
entfachen Spartas Leidenschaft und
treiben die Spieler zu Höchstleistungen.
Ohne sie wäre jeder Sieg nur halb so
strahlend. Táborský, der im Club Medien
und Fans bei Laune halten soll, entpuppte
sich bei seinem Davos-Aufenthalt
2022 als Spengler Cup-Fan: «Für
mich, der früher selbst einmal in Spartas
Fankurve stand, ging damit ein Traum in
Erfüllung. Seitdem empfehle ich das
Turnier jedem, der Eishockey liebt.»
In Prag erleben Fans eine Atmosphäre,
die sogar die NHL übertrifft
Gegründet im Jahr 1903, gehört Sparta
zu den ältesten Eishockeyteams der
Welt. Der Club konnte die tschechische
Extraliga in den letzten 25 Jahren vier
Mal gewinnen, zuletzt im Jahr 2007. Seit
einem Jahrzehnt trägt der Club seine
Heimspiele in der imposanten O2 Arena
aus. «Eine laute, elektrisierende Stimmung,
die dennoch allen Generationen
Freude bereitet, ist unser Ziel. In der
O2 Arena begegnet man vielen Familien
mit Kindern. Durch ein sorgfältig
2025: DAS SIND DIE TEAMS
33
: Die Spengler Cup-Atmosphäre machte Marek Táborský zum «Botschafter».
: «Prag liebt Eishockey».
entwickeltes Programm am Spieltag ist
es uns gelungen, auch junge Fans für
uns zu begeistern», erklärt Táborský,
der die Werbetrommel rührt: «Viele
Besucherinnen und Besucher sagen,
dass die Unterhaltung hier mit der NHL
mithalten kann und dass wir sie dank
der einzigartigen Atmosphäre häufig
sogar übertreffen.» Ein Fixpunkt also
bei der nächsten Prag-Reise. Für Eishockeyliebhaberinnen
und -liebhaber
verbirgt sich mit der Hall of Fame des
tschechischen Eishockeys ein weiterer
Schatz in den Katakomben der Arena.
Tief in der Geschichte verwurzelt und
bis heute in Prag lebendig
Prag, die «Goldene Stadt» an der
Moldau, beeindruckt mit ihrer gut
erhaltenen Altstadt, der weltberühmten
Karlsbrücke, der Prager Burg und
unzähligen Kirchen und Türmen, die ihr
den Beinamen «Stadt der hundert
Türme» eingebracht haben. Neben ihrer
jahrhundertealten Geschichte ist Prag
auch ein Zentrum moderner Kultur,
Wissenschaft und Lebensfreude. Diese
Leidenschaft zeigt sich nicht nur in
Kunst und Architektur, sondern ebenso
im Sport: Eishockey und Fussball prägen
das Stadtleben und machen Prag auch
zu einer Sporthochburg Europas.
Zwei Sportarten ringen kämpferisch
um die Aufmerksamkeit der etwa
1,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner
– oder vielleicht auch nicht? Kein
Konkurrenzdenken, bestätigt Táborský:
«Ich würde sagen, die überwiegende
Mehrheit der Eishockeyfans von Sparta
unterstützt auch den Fussballclub,
dessen Anhängerschaft weit über Prag
hinausreicht. Wir betrachten den AC
Sparta Praha nicht als Rivalen, sondern
als eine Art ‹Schwesterclub›, mit dem
wir gerne eng zusammenarbeiten.» Neid
empfinden müssen die Clubs eigentlich
auch nicht, denn Eishockey und Fussball
füllen regelmässig ihre Arenen. «Darauf
sind wir stolz», ergänzt Táborský.
Wenn zwei ambitionierte Teams auf
ebenso enthusiastische Fans treffen
In der vergangenen Saison lag der Zuschauerschnitt
bei 12 804 pro Spiel, und
jedes Play-off-Match war mit über
17 200 Fans ausverkauft. Damit gehört
der Club zu den fünf zuschauerstärksten
Teams in ganz Europa. Der HC Sparta
Praha wird auch beim 97. Spengler Cup
dafür Sorge tragen, dass das Eisstadion
Davos zu einer Hochburg für begeisterte
Zuschauerinnen und Zuschauer wird.
Gleich im ersten Face-off treffen die
Tschechen auf Fribourg-Gottéron, das
mit ähnlichen Attributen ausgestattet
anreist. Zu den beiden Teams gesellt
sich in der Gruppe Torriani als Vertreter
Finnlands der HIFK Helsinki.
Ein Buchstabe wurde zum Erfolgsgaranten
Erstes Training startete unter
einem Eisschnellläufer
Seit den Anfängen ziert ein markantes Symbol Spartas Trikots. Die Eishockey-
Abteilung von Sparta entstand am 6. Dezember 1903, als die Spieler erstmals
unter Leitung des Eisschnellläufers Jaroslav Petrák zum Eistraining gingen. Die
ersten Spiele wurden 1904 noch ohne das grosse «S» auf den Trikots bestritten.
Erstmals tauchte das Logo 1905 auf einem Spielertrikot auf und passt seither
perfekt – sowohl historisch als auch zum modernen Eishockey.
2025: DAS SIND DIE TEAMS
35
: Nach 24 Jahren in den USA kehrte Olli Jokinen 2021 in seine Heimat Finnland zurück. Seit dieser Saison ist er Trainer bei HIFK Helsinki.
: Siegambitionen mit ehemaligem NHL-Star
Bei HIFK Helsinki steht der prominenteste Mann an der Bande: Headcoach Olli Jokinen.
Der 47-Jährige macht aus seinen Spengler Cup-Ambitionen kein Geheimnis: «Wir wollen
mit der Siegertrophäe nach Finnland zurückfliegen.»
Olli Jokinen blickt auf eine
grosse Spielerkarriere zurück.
Während 17 Saisons
stürmte er in der NHL für
die Los Angeles Kings, die New York Islanders,
die Florida Panthers (mehrere
Jahre als Captain), die Phoenix Coyotes,
die Calgary Flames, die New York Rangers,
die Winnipeg Jets, die Nashville
Predators, die Toronto Maple Leaf und
die St. Louis Blues. Jokinen bestritt
1231 NHL-Partien allein in der Regular
Season (321 Tore/429 Assists), dazu
noch sechs Play-off-Partien für Calgary.
Mit Finnland gewann er einmal Olympia-
Silber und zweimal Bronze, weiter je drei
Silber- und Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften.
Der Kreis schliesst sich für Olli Jokinen
Seit dieser Saison amtet Jokinen als
Headcoach von HIFK Helsinki. Damit
schliesst sich für ihn der Kreis. 1998
hatte er als 19-jähriger Spieler seinen
Teil zum finnischen Meistertitel beigetragen,
ehe er definitiv den Sprung nach
Nordamerika wagte. «HIFK war ein
wichtiger Teil meiner Spielerkarriere.
Während meiner Zeit in Übersee war ich
bei HIFK für längere Zeit im Hintergrund
als einer der Clubbesitzer involviert. Da
sah ich, wie die Organisation hinter der
Szene operierte», berichtet Jokinen.
«Dass ich jetzt als Headcoach an der
Front wirke, erachte ich als Privileg. Mal
sehen, wie weit ich es in dieser Position
bringe.» Jokinen bezeichnet sein Team
als «energiegeladene Mannschaft»:
«Wir verfügen über viel Erfahrung,
haben jugendlichen Drive und Spieler,
die in ihrer Karriere kurz vor dem Durchbruch
stehen. Ich mag diesen Mix von
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2025: DAS SIND DIE TEAMS
37
: Die Spieler des HIFK Helsinki möchten jubeln und den Sieg nach Finnland mitnehmen. : Lauri Sinivuori, einer der hoffnungsvollen
Nachwuchsspieler von HIFK Helsinki.
Erfahrung und Jugend.» Zu den erfahrenen
Cracks gehören unter anderem Captain
Jori Lehterä sowie die zwei amtierenden
Olympiasieger Iiro Pakarinen und Petteri
Lindbohm.
Spezielle Erinnerungen an
die Kloten Flyers
Für Jokinen wird der Spengler Cup nicht
der erste Auftritt in der Schweiz.
Während der NHL-Lockout-Saison
2004 / 05 trug er im Herbst kurzfristig
die Farben der Kloten Flyers. «Ich genoss
jene Wochen sehr, auch wenn es nur
ein kurzer Zwischenstopp war – acht
Meisterschaftspartien genau. Das Tempo
in den Spielen und das totale, lautstarke
Engagement der Fans auf den Tribünen
bleiben für mich unvergesslich. Ja, die
Schweiz hinterliess bei mir einen bleibenden
Eindruck. Besonders die Kultur
der Eishockeyfans», erinnert sich Jokinen.
Ganz speziell war für den Finnen, dass
man damals auf der Tribüne noch rauchen
durfte: «Für mich roch die Arena nach
dem Spiel nach Bier, Schweiss und Zigarettenrauch.»
Von Kloten zog Jokinen in
jener Saison zunächst weiter nach
Schweden zu Södertälje SK und dann
nach Hause zum HIFK Helsinki.
Ein Turnier wie der Spengler Cup ist
«keine Schulreise»
Nun kehrt Jokinen für seine Spengler
Cup-Premiere in die Schweiz zurück. Er
weiss, was ihn erwartet: «Ein Turnier
auf hohem Niveau mit einer grossartigen
Geschichte und eine erstklassige
Organisation.» Er freue sich nicht nur
auf hochkarätige Gegner, sondern auf
den ganzen Event, so der HIFK-Headcoach.
«Für uns als Team ist der Spengler Cup
eine ideale Abwechslung zum Liga-
Alltag. Wir können uns mit anderen
starken Clubs messen. Gleichzeitig ist
es ein idealer Trip fürs Teambuilding.
Wir dürfen unsere Familien nach Davos
mitnehmen und einige schöne Tage auch
ausserhalb des Eishockeys verbringen.»
Doch sofort hebt Jokinen auch den
Warnfinger: «Wir betrachten den
Spengler Cup nicht als Schulreise. Wir
wollen am Turnier nicht einfach teilnehmen,
sondern erfolgreich sein. Unser
Ziel ist der Sieg!»
Und Jokinen nennt auch gleich das
Erfolgsrezept: «Wir sind ein bewegliches,
laufstarkes und energievolles
Team. Mit diesen Qualitäten wollen wir
das Spiel sowohl mit als auch ohne
Puck bestimmen. Aber natürlich wird
die Herausforderung gegen die starken
internationalen Konkurrenten für
uns hart sein.» HIFK Helsinki nimmt
heuer nach 1994, 1995, 2004 und 2022
zum fünften Mal am Spengler Cup teil.
Als einziger finnischer Club gewann
bislang KalPa Kuopio 2018 das Turnier.
HIFK-Verteidiger Tony Sund kennt sich in Davos bereits etwas aus
Tony Sund weiss, wie der HC Davos tickt
In der Saison 2020 / 21 stiess Tony Sund im Februar kurz vor den Play-offs vom
KHL-Club Dinamo Riga kommend zum Hockey Club Davos. Für die Bündner bestritt
der mittlerweile 30-jährige Finne insgesamt acht Meisterschaftsspiele. Jene
Saison beendete Sund mit Finnlands Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft
in Lettland, wo er die Silbermedaille gewann. Seit Sommer 2023 spielt
er für den HIFK Helsinki. Im Frühling dieses Jahres gehörte Sund erneut zum
finnischen WM-Team.
6. UND 7. MÄRZ 2026
20 UHR - EISSTADION DAVOS
ARTONICE.COM
2025: DAS SIND DIE TEAMS
39
: Die NCAA-Auswahl muss in der Altjahrswoche zu einer Einheit finden.
: College-Party in Davos unter Aufsicht
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind zurück beim weltweit ältesten internationalen
Eishockey-Mannschaftsturnier. Eine Regeländerung machte die Teilnahme einer ambitionierten
NCAA-Auswahl, der US Collegiate Selects, beim 97. Spengler Cup möglich.
College-Eishockey ist in
Amerika eine der wichtigsten
und angesehensten
Sportarten und gilt als
Sprungbrett in die professionelle Welt.
Entsprechend gross war die Freude bei
der NCAA und deren Protagonisten
über die Vereinbarung mit den Davosern.
Als Headcoach kann Guy Gadowsky
seine Vision, ein College-Team zu
einem renommierten Turnier zu bringen,
in die Tat umsetzen. «Es ist eine
Ehre, Teil des Gründungsteams der US
Collegiate Selects zu sein und bei einem
so prestigeträchtigen Turnier anzutreten»,
sagte Gadowsky in einer Pressemitteilung.
In der Altjahrswoche erwartet
die Spengler Cup-Familie eine
handverlesene Auswahl an hungrigen
Spielern, die ihr Können unter Beweis
stellen werden.
Für Assistenztrainer Mike Souza, der
seine Karriere 1996 im Team der University
of New Hampshire begann und
jetzt dort als Headcoach fungiert,
schliesst sich nach 20 Jahren ein Kreis.
Damals zog es den heute 47-Jährigen
in die Schweiz, wo der Stürmer seine
Profikarriere fortsetzte. «Mein erster
Stopp in Europa war Olten. Ich erinnere
mich noch, wie ich mit meiner heutigen
Frau in Zürich landete und nach Olten
fuhr, wo ich auch die Chance hatte, in
Basel zu spielen», erzählt Souza. Durch
seinen ehemaligen Mitspieler Reto von
Arx kennt er Davos und den Spengler
Cup seit jeher und freut sich nun, seine
Universität im Landwassertal vertreten
zu dürfen.
Eine Gelegenheit, die es nur einmal im
Leben gibt
Der Stellenwert und das Potenzial des
Turniers eröffnen den amerikanischen
Spielern grosse Möglichkeiten. «Es ist
eine enorme Chance für diese Jungs,
deren vollen Wert viele vielleicht erst
später erkennen werden», so Souza,
der ergänzt: «Der Spengler Cup bietet
ihnen die Möglichkeit, in Europa gegen
Profis anzutreten. Und das in einer
mitreissenden Atmosphäre, vor grossartigem
Publikum und in der einzigartigen
VIVA PATGIFIC
2025: DAS SIND DIE TEAMS
41
spannend», lobt Souza die europäische
Fankultur, von der er heute noch
profitiert: «Die internationale Erfahrung
hat mich zu einem vielseitigeren
Coach gemacht, und einige Elemente
davon prägen bis heute meinen Stil.»
: Seine Vision, ein College-Team zu diesem renommierten Turnier zu bringen,
machte Guy Gadowsky zum ersten Headcoach dieser neuen Auswahl.
Kulisse von Davos. Für unsere Jungs ist
es die Chance ihres Lebens.»
Die Basis für die Teilnahme der US
Collegiate Selects wurde im Jahr 2024
gelegt, als eine Ausnahme von der
NCAA-Regelung eingeführt wurde, sodass
College-Spieler nun während des
akademischen Jahres für andere Teams
antreten dürfen.
Herausforderung bei der
Auswahl des perfekten Teams
Die Nominierung des Kaders wird von
den Organisatoren hinter dem Team mit
Akribie durchgeführt, denn die Auswahl
ist gross. «Wir wollen sicherstellen,
dass wir die richtige Mannschaft
zusammenstellen, um in Davos die bestmögliche
Chance auf Erfolg zu haben»,
so Souza, der weiss, dass in Davos
Scouts aller wichtigen Clubs der Welt
ein Auge auf seine Schützlinge werfen
werden. Dass zeitgleich mit dem
Spengler Cup in den US-amerikanischen
Städten Minneapolis und Saint Paul die
Junioren-WM über die Bühne geht,
eröffnet dem College-System weitere
Optionen. Es kann somit eine Select
U20 für die Weltmeisterschaft und eine
U26-Auswahl für den Spengler Cup
zusammenstellen.
Kultur und Leidenschaft
europäischer Hockeyfans
Seine Erfahrung als Spieler in Europa
hilft Souza im täglichen Job in der
Schmiede junger Eishockey-Talente.
«Hockey bleibt Hockey, das Spiel ist hier
wie in Europa gleich. Doch allein schon
die Kultur und Leidenschaft der europäischen
Hockeyfans zu erleben, ist
In New Hampshire fühlt sich der in der
Agglomeration von Boston aufgewachsene
Italo-Amerikaner wohl. Unter
anderem auch, weil ihn die Atmosphäre
bei den Spielen stark an Europa erinnert.
«Die Studierenden stehen während des
gesamten Spiels, feuern unser Team
von einer Seite an. Das macht richtig
Spass», charakterisiert der Coach die
«Fankurven-Stimmung» an seiner Wirkungsstätte,
die mit einem traditionsreichen
Hockeyprogramm aufwartet.
«Grossartige Spieler und Persönlichkeiten
sind hier vorbeigekommen»,
so Souza.
Die US Collegiate Selects vertreten
das US-College-Hockey und treffen zunächst
in der Cattini-Gruppe auf Team
Canada und den Gastgeber HC Davos.
: Sport gehört zum amerikanischen Ausbildungssystem.
Bei College-Spielen feuern die Studierenden
ihre Kollegen an.
Studium und Leistungssport verbinden
Sportstipendien im US-College-Hockey
In den USA sind Sportstipendien zentral für den College-Sport. Sie ermöglichen
Athletinnen und Athleten, Studium und Leistungssport zu verbinden, und decken
die Kosten für Studiengebühren, Unterkunft, Verpflegung, Bücher und Ausrüstung.
Coaches rekrutieren Talente national und international, um starke Teams zu
formen. Spielerinnen und Spieler profitieren von professioneller Betreuung,
modernen Trainingsmöglichkeiten und wichtigen Chancen, sich für Profi-Ligen zu
empfehlen.
97.
Spengler Cup Davos 2025
: Tanner Fritz spielte in seiner Karriere unter anderem bei den New York Islanders in der NHL und bei Dinamo Minsk in der KHL.
2024 lief er erstmals am Spengler Cup auf.
: Der ewige Favorit
Team Canada am Spengler Cup feiern zu sehen, ist eine der unvergesslichen Seiten
des Spengler Cup. Doch inzwischen müssen Team und Fans seit 2019 auf einen Erfolg
der Nordamerikaner warten.
16 Mal konnten die Spieler
von Team Canada bisher am
Spengler Cup den Pokal als
Sieger in die Höhe stemmen.
Seit 1984 ist Team Canada ununterbrochen
am Traditionsturnier dabei. Seit
nunmehr 2019 warten sie auf einen Erfolg.
Noch nie war die Durststrecke so
lang. Letztmals blieben sie zwischen
1987 und 1992 sowie zwischen 2007 und
2012 je viermal ohne Turniersieg.
Tanner Fritz: «Ich hätte nicht gedacht,
die Chance zu erhalten»
Trotz der Durststrecken gehört das
Team jedes Jahr zu den Favoriten, ist
Publikumsmagnet, Aushängeschild sowie
Rekordsieger geblieben, und die
Popularität in der Schweiz und in ihrem
Heimatland ist ungebrochen. Das Turnier
wird jeweils zwischen Weihnachten
und Neujahr in Kanada von TSN übertragen.
Die Einschaltquoten sind
beachtlich und der Spengler Cup in
manch einer sportbegeisterten Familie
Gesprächsthema. So war es auch bei
Tanner Fritz, der letztes Jahr erstmals
am Traditionsturnier spielte. «Ich bin
mit dem Spengler Cup aufgewachsen,
habe ihn jedes Jahr verfolgt. Deshalb
wollte ich schon immer einmal am
Spengler Cup spielen. Doch ich hätte
nie gedacht, dass ich je die Chance
dazu erhalten würde», freute er, der in
Fort St. John in British Columbia
geboren ist und den grössten Teil seiner
Kindheit in Grande Prairie verbracht
hat, sich über das erste Aufgebot
2024. Der Spengler Cup sei definitiv ein
besonderes Turnier. Es habe Spass gemacht,
dabei zu sein, im Team Canada
mitzuspielen und die Fans und die
Stimmung im Stadion und in der Stadt
zu erleben: «Es war insgesamt einfach
eine coole Erfahrung, die ich gerne
wiederholen würde.»
Für das Eishockey von der Familie
getrennt
Der Spengler Cup sei eine grossartige
Chance, das Heimatland zu präsentieren
und das Maple Leaf – das Ahornblatt
als dessen Symbol – auf der Brust zu
tragen. Deshalb würde Tanner Fritz
keine Minute zögern, würde er wieder
ein Aufgebot erhalten: «Es war eine
grossartige Erfahrung.» Letztes Jahr –
Tanner Fritz kam kurz vor dem Spengler
Cup zum SC Rapperswil-Jona Lakers –
war alles neu und alles ging sehr
schnell. Tanner Fritz’ Vater, der im
Pensionsalter ist, ergriff die Chance
und stieg ins Flugzeug, um dabei zu
2025: DAS SIND DIE TEAMS
43
: Ein Spengler Cup ohne Fans von Team Canada ist
unvorstellbar.
: Daniel Carr jubelt nach dem 2 : 1 im Halbfinale gegen die Straubing Tigers, verlor aber schliesslich mit
seiner Mannschaft Team Canada 2 : 4, was das Turnieraus im Jahr 2024 bedeutete.
sein. «Erhalte ich dieses Jahr wieder
ein Aufgebot, würde ich mich freuen,
wenn auch meine Frau und meine Tochter
dabei sein könnten», so der Kanadier,
der während der Saison durch sein
Engagement in Rapperswil-Jona von
seiner in den USA lebenden Familie
getrennt ist. «Wir haben die letzten
eineinhalb Jahre so gelebt und es gibt
Tage, da ist es wirklich schwierig. Aber
wir versuchen, die Distanz zwei bis
dreimal am Tag über Facetime zu
verringern. Damit wird es ein bisschen
leichter.» Zudem wird ihn seine Familie
diese Saison einige Male besuchen:
«Das hilft, die Saison aufzulockern,
und sie kommen hierher und sammeln
Erfahrungen, kennen die Schweiz und
alles, was sie zu bieten hat. Ich freue
mich darauf.» Für Tanner Fritz war der
Wechsel in die Schweiz eine einmalige
Chance: «Die konnte ich einfach nicht
vorbeiziehen lassen. Rapperswil, die
Menschen, die Schweiz – es ist einfach
alles wunderbar, und ich bin meiner
Frau sehr dankbar, dass sie das
Familienleben managt.»
«Es macht Spass, Teil eines
erfolgreichen Teams zu sein»
Mit Blick auf den Spengler Cup glaubt
er, dass Team Canada das Turnier
jederzeit wieder gewinnen kann: «Zwar
starten wir mit einem kleinen Nachteil,
da wir nur ein- bis zweimal miteinander
trainieren. Es ist ein hartes Turnier,
doch funktioniert der Start, ist
danach alles möglich. Somit hat Team
Canada aus meiner Sicht jedes Jahr die
Chance, das Turnier zu gewinnen.»
Obwohl der Spengler Cup natürlich ein
Ziel ist, konzentriert sich Tanner Fritz
zuvorderst auf den Meisterschaftsbetrieb
mit den SC Rapperswil-Jona
Lakers. «Wir sind eine grossartige
Mannschaft.» Persönlich setzt er sich
nicht zu viele Ziele: «Ich versuche einfach,
meinen Stil zu spielen, der mich
hierhergebracht hat. Wenn die Mannschaft
gewinnt und wir gut spielen, bin
ich glücklich», so der 34-Jährige, der
vor allem für seine schlittschuhläuferischen
Fähigkeiten und seine Übersicht
gelobt wird. Das sei das grösste
Ziel für ihn, besonders jetzt, wo sich
seine Karriere dem Ende nähere: «Ein
Teil eines erfolgreichen Teams zu sein,
das macht am meisten Spass und ist
der Grund, warum ich diesen Sport
betreibe», so Tanner Fritz. Mit
Rapperswil-Jona und hoffentlich
dieses Jahr auch wieder mit Team
Canada am Spengler Cup.
Der Exot im kanadischen Team
Andy Hüppi vor seinen
fünften Olympischen Spielen
Hockey Canada hat unlängst die 42 Spieler bekannt gegeben, mit denen es die
Mission Olympia 2026 lanciert. Sie alle spielen ausnahmslos in der NHL. Bei den
Mitgliedern des 30-köpfigen Staffs ist der Geburtsort in Kanada aufgelistet – die
Ausnahme bildet einer der beiden Masseure: Andy Hüppi. Bei ihm ist als Geburtsort
Schmerikon notiert. Der St. Galler gehört seit 2002 fest zur Equipe. Olympia Milano
Cortina 2026 sind die fünften Spiele, in denen der einzige Schweizer Eishockey-
Weltmeister und -Olympiasieger dafür sorgt, dass die Muskeln der kanadischen
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2025: DAS SIND DIE TEAMS
45
: Einmal mit Kloten und zweimal mit Lausanne wurde Lukas Frick Schweizer Vizemeister, mit der Nationalmannschaft gewann er Silber.
Noch fehlt ihm ein Titel. Vielleicht kann er sich diesen Traum bereits beim diesjährigen Spengler Cup verwirklichen.
: Lukas Frick jagt mit Davos den
nächsten Triumph
Je 16 Mal haben Team Canada und der Hockey Club Davos bisher den Spengler Cup gewonnen.
Mit einem weiteren Triumph könnte der Schweizer Rekordmeister auch in dieser Statistik
die alleinige Führung übernehmen. Für Verteidiger Lukas Frick ist es ohnehin ein besonderes
Turnier: Der Davoser Neuzugang läuft erstmals beim Traditionsturnier auf.
Für viele Eishockeyprofis
ist der Spengler Cup ein
Kindheitstraum – für rund
150 Spieler geht er jedes
Jahr in Erfüllung. Dieses Jahr auch für
Lukas Frick. Der Davoser Neuzugang
spielte in seiner Jugend beim EHC Uzwil,
danach gab er 18-jährig in der Saison
2012 / 13 beim EHC Kloten sein Debüt in
der Nationalliga A. Nach dem Wechsel in
die Romandie trug er acht Jahre lang
das Trikot des Lausanne HC. Zur Saison
2025 / 26 folgte schliesslich mit dem
Wechsel nach Davos ein neues Kapitel.
Dieses macht Frick «mega happy»:
«Schon in Lausanne war es familiär,
aber hier spüre ich das noch stärker.
Zudem ist es schön, dass die Sprachbarriere
kleiner ist und ich auch beim
Einkaufen mit Fans plaudern kann.»
Mehr Familienzeit dank halbiertem
Arbeitsweg
Für einen Wechsel zu Davos sprachen
Lukas Fricks Kontakte zum Davoser
Sportchef Jan Alston, zu den Spielern,
die er von der Nationalmannschaft
kennt, sowie die Tatsache, dass er in
der Region St. Gallen das Elternhaus
übernehmen konnte. So wachsen die
fünfjährigen Zwillingsknaben von Lukas
und seiner Ehefrau Kimberly in der
Umgebung auf, in der bereits der Papa
zur Schule ging. Die Entfernung zu
seinem Arbeitsplatz hat sich durch den
Vereinswechsel halbiert, und so kann
Frick den Nachmittag nach einem
Training auch einmal mit seiner Familie
verbringen, Eliah und Levin ins Training
und wieder nach Hause bringen und
dann zurück nach Davos fahren:
«Diese gemeinsame Familienzeit habe
ich zuletzt vermisst.»
«Mein Bruder schlief früher in Bettwäsche
vom Hockey Club Davos. Bei mir
kristallisierte sich erst mit 17 Jahren
heraus, dass ich das Potenzial für die
Nationalliga habe», erzählt Frick. Ein
Traum von der NHL oder dem Ausland
blieb unerfüllt, stattdessen entschied
sich Frick für Lausanne: «Dies war ein
bewusster Schritt aus der Komfortzone.
Ich zog zu Hause aus, wechselte
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2025: DAS SIND DIE TEAMS 47
Titelträume und
Spengler Cup-Fieber
Einmal mit Kloten und zweimal mit
Lausanne wurde Frick Schweizer Vizemeister,
mit der Nationalmannschaft
gewann er Silber. In den nächsten fünf
Jahren will er seinen grossen Traum von
dem Titel, der in seinem Palmarès noch
fehlt, verwirklichen: «Ich bin der Meinung,
dass man sich mehrere Ziele setzen
soll, die Schritt für Schritt zum Erfolg
führen: Ein guter Saisonstart, das
Erreichen der Play-offs – danach ist
alles möglich.»
: Davos’ Simon Ryfors im Spiel gegen Fribourgs Goalie Reto Berra.
Das Halbfinale gegen den letztjährigen Sieger bedeutete gleichzeitig das Turnierende für Davos.
zu einem Club mit anderer Sprache und
anderer Kultur.» Frick wurde zu einem
begehrten Interviewpartner in französischer
Sprache. Er hatte sich einen
Kollegenkreis aufgebaut, und der Entscheid,
nach acht Jahren den Club zu
wechseln, fiel ihm nicht leicht. Doch
noch einmal hiess es, die Komfortzone
zu verlassen.
Lukas Frick will nochmals
besser werden
Denn Frick will noch einmal besser
werden, beim Hockey Club Davos eine
Leaderposition übernehmen und sich
zurück in die Schweizer Nationalmannschaft
kämpfen. In der Nationalmannschaft
absolvierte er bisher 24
Einsätze bei Weltmeisterschaften und
Olympia und gewann mit der Nationalmannschaft
2018 die WM-Silbermedaille.
Der Verteidiger, der beim Hockey Club
Davos ein Leistungsträger in der
Defensive werden will, wurde zuletzt als
Marathonmann betitelt: 418 Spiele in
Folge ohne Verletzung, Krankheit oder
Sperre hatte er zwischen 2017 und
2024 für Lausanne absolviert. Es ist
aber auch sein Ziel, konstant auf einem
guten Level spielen zu können. Zudem
will er sich im Körperspiel verbessern,
im Slot gegenüber dem Gegner härter
werden und auch offensiv seinen Beitrag
leisten, «so, dass die Mannschaft
gewinnt».
Weihnachten war bisher Familienzeit
bei Fricks, auch wenn der Spengler
Cup immer ein Bestandteil davon
war. Jetzt rückt das Turnier in den
Vordergrund. Familie und Freunde
freuen sich darauf und hoffen, Lukas
in der einmaligen Atmosphäre der
zondacrypto-Arena unterstützen und
die unvergleichliche Spengler Cup-
Stimmung erstmals vor Ort geniessen
zu können. «Das erste Mal an diesem
Turnier spielen zu können, ist sicher
speziell. Ich freue mich sehr darauf
und bin gespannt, was mich erwartet.»
Sollte es darüber hinaus auch mit
der Rückkehr in die Nationalmannschaft
klappen, wird der Kalender
im Winter voll sein. «Umso besser»,
lacht er. «Meine Leidenschaft ist
das Eishockey, und das möchte ich
möglichst oft spielen.»
Für Lukas Frick wird der Spengler Cup
bestimmt etwas Besonderes werden. In
der Cattini-Gruppe wird er zusammen
mit seinen Teamkollegen gegen die US
Collegiate Selects und das Team
Canada spielen.
Eine Erfolgsgeschichte geht weiter
Ein Zeichen für Kontinuität, Qualität
und Leidenschaft neben dem Eisstadion
Am Spengler Cup wird nicht nur im Eisstadion gefeiert: Auch im Fanzelt sind Partys
angesagt – aber auch Live-Konzerte sowie Gaumenfreuden. Was Rosario Galliker
als Geschäftsführer der Galfri GmbH in den letzten über 20 Jahren – Premiere war
2002 – erschuf, hat weiterhin Bestand, sowohl im Fanzelt wie auch im Village. Der
Hockey Club Davos verlängerte den Vertrag mit der Event-Agentur um weitere
fünf Jahre.
Glanz und Gloria
: Vom Davos-Captain zum Nationaltrainer
GLANZ UND GLORIA
49
: Intensität, Spielfreude, Teamgeist
Mit dem Hockey Club Davos feierte Patrick Fischer Spengler Cup-Siege und den Schweizer
Meistertitel. Heute gewinnt er als Nationaltrainer der Schweizer Nationalmannschaft
Weltmeisterschaftsmedaillen. Das Davos von damals und die Schweizer Nationalmannschaft
von heute sind zwei Teams, die vom gleichen Geist getragen werden.
Unter dem Weihnachtsbaum liegt ein
Trikot des Hockey Club Davos und neben
Skifahren gehören die Spengler Cup-
Übertragungen zum Familienprogramm
während der Weihnachtstage auf der
Rigi. Spätestens jetzt ist die Eishockey-
Begeisterung beim jungen, noch nicht
schulpflichtigen Patrick Fischer entfacht.
20 Jahre später: Fischer, die Haare
blond gebleicht, stemmt den Spengler
Cup in die Höhe. Der Hockey Club Davos
feiert den ersten Titel seit 1985
(Schweizermeister) und den ersten
Spengler Cup-Sieg seit 42 Jahren. «Es
war ein wunderschöner Erfolg mit einer
unglaublichen Millennium-Party», erinnert
sich Fischer heute lachend.
Ein junges, erfolgshungriges Team mit
starkem Zusammenhalt bildete das
Fundament des Erfolgs. 2002 folgte
das Double aus Spengler Cup-Sieg und
Meistertitel. Fischer feierte den zweiten
Meistertitel nach 1999 mit Lugano. den
ersten als Captain. Seine vier Jahre in
Davos waren geprägt von Höhen und Tiefen:
vom Erfolg und einer achtmonatigen
Verletzungspause im Jahr 2001, aber auch
von den grössten Emotionen abseits des
Eises: «Das Schönste war die Geburt
meines Sohnes Kimi am 1. Oktober 2001.»
Mit Zaubermeister und
Leitwolf zum Powerhockey
Der Spengler Cup-Sieg 2000 war der
Auftakt zu einer goldenen Ära des
Hockey Club Davos. «Die Vorbereitung
war das A und O», betont Fischer rückblickend.
Mit Arno Del Curto stand ein
«Zaubermeister» an der Bande, der das
Team forderte und formte: «Das
Training war hart, wir wurden mental
stark, tankten Selbstvertrauen und
spielten Arnos schnelles Powerhockey.
Wir wuchsen mit jedem Sieg.» Hinter
dem Erfolg steckten Leidenschaft – und
: Nationaltrainer Fischer: «Es benötigt in jedem Spiel die Bereitschaft und den Willen, alles für die
Mannschaft zu geben, sowie das nötige Glück.» Dieses soll dem Team 2026 bei Olympia und der Heim-
Weltmeisterschaft gegönnt sein.
charismatische Figuren. «Arno verstand
es, unser inneres Feuer zu entfachen.
Zudem hatten wir mit Reto von Arx einen
überragenden Leitwolf und viele weitere
starke Spieler in unseren Reihen.» Später
zog es Fischer zurück in seine Heimat
Zug, er spielte als erster Schweizer
Stürmer in der NHL bei den Phoenix
Coyotes und in Russland bei St. Petersburg,
bevor er seine Karriere beim EV Zug
beendete und ins Trainermetier wechselte.
Eine Inspiration für
die kommende Generation
2017 kehrte Fischer als Schweizer Nationaltrainer
an den Spengler Cup zurück.
Für ihn war das Turnier mit der Freude
am Spiel, die am Spengler Cup zelebriert
wird, eine ideale Plattform vor Olympia
und eine Bühne, die er bis heute schätzt:
«Die Freude am Spiel ist die grösste
Kraft. An wichtigen Turnieren ist es ein
Balanceakt, nicht unter dem Druck des
Siegenmüssens zu zerbrechen, sondern
Kreativität und Spielfreude freizusetzen.»
Deshalb schwärmt er: «Der Spengler Cup
ist ein Turnier von unglaublichem Niveau,
ein Eishockeyfest, bei dem alle dabei
sein wollen – und eine Inspiration für alle
sportbegeisterten Kinder. Genau das
macht diesen Titel so wertvoll.»
Die Fans geben unglaublichen
Rückenwind
Inzwischen gewann Fischer mit dem
Schweizer Team viermal WM-Silber:
2013 als Assistent, 2018, 2024 und 2025
als Headcoach. Parallelen zwischen dem
Hockey Club Davos Anfang der 2000er-
Jahre und dem heutigen Nationalteam
sind nicht zu übersehen: «Beide Teams
setzen auf Intensität, harte Arbeit und
schnelles Spiel. Das liebte ich als Spieler –
und genauso coache ich heute.» Ein
weiteres, verbindendes Element sind für
Fischer die Fans: «Ob bei Davos oder mit
der Nationalmannschaft – überall wird
man von treuen, leidenschaftlichen Fans
getragen. Wenn Tausende hinter dir
stehen, sei es beim Spengler Cup oder
bei Spielen der Nationalmannschaft, gibt
das einen unglaublichen Rückenwind.»
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: Armon Orlik
Schwingerkönig 2025
«Der Spengler Cup gehört zu meinen absoluten Lieblingssportanlässen.
Die lange und traditionsreiche Geschichte dieses Turniers fasziniert mich
immer wieder, und auf dem Eis ist Spannung garantiert – voller Tempo,
Emotionen und packender Momente. Besonders freue ich mich jeweils, wenn
ich die einmalige Atmosphäre direkt im Eisstadion erleben und ein Spiel
hautnah mitverfolgen darf.»
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: Alessandra Keller
Short Track-Weltmeisterin im Mountainbike und zweifache
Doppel-Weltcupgesamtsiegerin
«Vor heimischem Publikum in der Schweiz zu performen ist einmalig und eine
zusätzliche Motivation für uns Athleten. Egal ob Mountainbike oder
Eishockey und wie das Resultat ausfällt: Die Freude, Begeisterung und
Passion, die von den Organisatoren, Fans und anderen Mitwirkenden
vermittelt wird, ist eine riesige Belohnung für die harte Arbeit von uns
Sportlerinnen und Sportlern und motiviert hoffentlich ganz viele junge
Talente! Ich wünsche allen viel Freude am Spengler Cup und freue mich,
diese Emotionen auch einmal hautnah miterleben zu können.»
Foto by Maurice Parrée
Die Stiftung Greenhope organisiert Events, um krebskranken
Kindern und ihren Familien etwas Ablenkung und einige glückliche
und unbeschwerte Momente zu ermöglichen.
Engagierte Spitzen- und Breitensportler wie z.B. HCD-Torhüter
Sandro Aeschlimann unterstützen die Stiftung als Ambassadoren
und sensibilisieren damit ein immer breiteres Publikum für die
Idee der Stiftung.
Dank der Charity-Partnerschaft mit dem Spengler Cup Davos und
dem HC Davos, sowie Spenden und Sponsorenbeiträgen kann
Greenhope auch in diesem Jahr betroffene Familien an den sportlichen
Grossanlass in der Altjahrswoche nach Davos einladen –
ganz nach dem Motto der Stiftung: #sportsagainstcancer.
Mehr Infos: greenhope.ch
DER SPENGLER CUP UND GREENHOPE
55
: Eine Partnerschaft, die etwas bewegt
Sport verbindet. Dieses Motto stand bereits im Mittelpunkt, als im Jahr 2011 die Stiftung
Greenhope gegründet wurde. Seit über 14 Jahren setzt sich die Stiftung dafür ein, Familien
mit krebskranken Kindern in schwierigen Zeiten unvergessliche Momente der Freude und
Ablenkung zu schenken.
: Greenhope-Kinder bei der «UBS Key Player Ehrung» im Eisstadion Davos.
Ob bei den beliebten Lego Days, bei
Kochkursen, Wanderungen, Skitagen,
Fechtkursen, Go-Kart-Rennen oder
Helikopterflügen – Ziel ist es stets, den
Familien für ein oder zwei Tage eine
Auszeit vom belastenden Alltag zu
ermöglichen und gemeinsame Erlebnisse
mit anderen Betroffenen zu teilen.
Seit nunmehr fünf Jahren ist Greenhope
auch offizieller Charity-Partner des
Spengler Cup Davos. Der Besuch des
traditionsreichen Eishockeyturniers
zählt für viele Familien zu den Highlights
des Jahres. Neben den rund 20
bis 30 Events, die Greenhope jährlich
organisiert, bietet der Spengler Cup
eine besonders emotionale Erfahrung –
gerade in der Weihnachtszeit. Das
Gesamtpaket mit Nachtessen im
Eisstadion, Matchbesuch und Hotelübernachtung
sorgt für unvergessliche
Erinnerungen, die sich die allermeisten
Familien ohne Unterstützung nicht
leisten könnten.
Die Finanzierung dieser Herzensprojekte
erfolgt durch Sponsoren, Spenden sowie
durch eigens organisierte Charity-
Veranstaltungen, wie Charity-Games,
-Dinners oder -Events, bei denen die
Stiftung vorgestellt und Spenden
gesammelt werden.
Die Partnerschaft zwischen dem
Spengler Cup Davos und Greenhope
steht für Hoffnung, Solidarität und
gesellschaftliches Engagement. Der
Spengler Cup und der HC Davos als
Veranstalter übernehmen damit eine
bedeutende soziale Verantwortung –
ganz im Sinne des Stiftungsmottos:
Der Spengler Cup Davos und Greenhope
– eine Partnerschaft die primär
viel Hoffnung und Freude den betroffenen
Familien schenkt.
Das Turnier-OK und der HC Davos
als Veranstalter nehmen mit dieser
Verbindung auch ein grosses soziales
Engagement und gesellschaftliche Verantwortung
wahr – ganz nach dem Motto
der Stiftung: #sportsagainstcancer
Weitere Information zu den Aktivitäten
der Stiftung finden sie unter
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: Livia Peng
Torhüterin Fussball-Nationalteam der Schweiz
«Der Spengler Cup war für mich schon immer etwas Besonderes. Seit meiner
Kindheit lief das Turnier bei uns zu Hause immer in der Weihnachtszeit,
und einmal durfte ich sogar live dabei sein. Eishockey begeistert mich sehr.
Es ist ein faszinierender Sport mit viel Geschwindigkeit und Power.»
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59
«Die Geschichte von A bis Z begleiten
zu können, ist etwas ganz Spezielles»
Als Slowmotion-Operateur fokussiert sich Christian Wyss neben Toren oder Fouls auf die
kleinen Details im Spiel, die für das Publikum aufgrund der Geschwindigkeit im Livebild
kaum erkennbar sind.
Christian Wyss arbeitet seit den frühen
1980er-Jahren bei SRF. Als Bühnentechniker
angefangen, arbeitet er seit
Jahren bei Sportproduktionen als Editor
und Slowmotion-Operateur. Auch den
Spengler Cup begleitet er seit vielen
Jahren. 2025 gehört er zum letzten
Mal zur eingespielten Produktionscrew,
bevor er in Rente geht.
: Christian Wyss, was ist als
Slowmotion-Operateur Ihre Aufgabe
am Spengler Cup?
Ich bin Teil der SRG-Produktionscrew
und trage einen Teil dazu bei, die
Geschichte des Spengler Cup für die
TV-Zuschauenden zu erzählen. Als
Slowmotion-Operateur fokussiere ich
mich, nebst Toren oder Fouls, auf die
kleinen Details, die für das Publikum
aufgrund der Geschwindigkeit im Livebild
kaum erkennbar sind. Im Zusammenspiel
mit der Crew, insbesondere
der Regie, bin ich dafür verantwortlich,
dass die passende Slowmotion zum
richtigen Zeitpunkt in die Übertragung
eingespielt wird.
: Geben Sie uns ein Beispiel für
ein solches Detail?
Ein Schmerzhaftes gab es bei einem
Slalom am Lauberhorn vor einigen Jahren.
Einem Schweizer schlug bei einem Tor
eine Stange voll ins Gesicht. Das war
live kaum zu sehen, das ging so schnell.
Dank meiner Erfahrung merkte ich
sofort, dass dort etwas passiert sein
muss und habe es mit einer Slowmotion-
Einstellung entsprechend auflösen
können. Beim Spengler Cup können das
beispielsweise kaum sichtbare Ablenkungen
des Pucks bei einem Tor oder
auch Reaktionen der Spieler, des Staffs
oder des Publikums sein.
: Christian Wyss bei seiner Arbeit als Slowmotion-
Operateur. Foto: SRF
: Wie muss man sich die Arbeit
im Übertragungswagen während
eines Spiels vorstellen?
Zwei Komponenten sind entscheidend:
das Team und die Kommunikation. Während
einer Produktion sind alle im Übertragungswagen
hochkonzentriert. Im
Gegensatz zu früher, als viele Übertragungen
als Aufzeichnung über den Sender
liefen, sind heute fast alle Events Live-
Produktionen. Entsprechend ist ein eingespieltes
Team vor Ort enorm wichtig.
Mit Beni Giger beispielsweise arbeite ich
seit 35 Jahren auf Produktionen. Da
reicht ein Blick oder ein Wort, um zu
verstehen, was der andere braucht.
: Haben sich Produktionen seit der
Jahrtausendwende stark verändert?
Und wie! Einerseits gibt es die grossen
Veränderungen, beispielsweise die
Anzahl Kameras. Mit den bedienten und
unbedienten Kameras sind das heute
um die 20 Stück, früher je nach Spiel
vielleicht vier oder fünf. Auch für mich
hat sich viel verändert. Früher hatte ich
für jede Kamera einen sogenannten
Controller für die «Slows», heute kann
ich mit einem Controller auf mehrere
Kameras zugreifen.
: Der diesjährige Spengler Cup wird
Ihr letzter Arbeitseinsatz in Davos sein.
Was wird Ihnen am meisten fehlen?
Die Menschen, ganz klar. Mit den
Arbeitskolleginnen und -kollegen die
Geschichte eines Turniers wie dem
Spengler Cup von A bis Z begleiten zu
können und in die Stuben der Schweiz
und der ganzen Welt zu transportieren,
ist schon etwas ganz Spezielles.
Live miterleben
SRG als «Host
Broadcaster»
Als sogenannter «Host Broadcaster»
ist die SRG für die Produktion des
Weltsignals verantwortlich. Das Signal
ist die Basis für weltweite Liveübertragungen
dieses traditionellen
Schweizer Sportevents. Rund 25 Mitarbeitende
der SRG sind für das Host
Broadcasting vor Ort.
TV
Sport-Apps
: Niels Hintermann
Skirennfahrer mit 100 Weltcupstarts, drei Siegen und sieben Podiumsplätzen
«Der Spengler Cup steht für Geschichte, spektakulären Sport und eine
einmalige Stimmung. Nicht immer ist es einfach für die Athleten, die die
Festtage nicht mit den Liebsten verbringen können, aber umso schöner
für die Zuschauenden. Energie und Leidenschaft stehen für mich an diesem
Turnier im Vordergrund. Der Spengler Cup ist einmalig, und alle müssen
ihn einmal erlebt haben.»
Sieger von damals
: Zeitzeugen berichten
SIEGER VON DAMALS
63
: Der stille Star der 2000er-Jahre
Der Tscheche Josef Marha spielte zwischen 2001 bis 2013 während zwölf Jahren beim
Hockey Club Davos. Er feierte zusammen mit dem Team vier Spengler Cup-Siege und fünf
Schweizer Meistertitel. «Zu spüren, wie sich die Menschen freuten und feierten, ist
unvergesslich», erinnert er sich.
Josef Marha war und ist die Bescheidenheit
in Person. Nie machte er grosses
Aufheben um seine Person, hielt sich
gerne im Hintergrund, setzte sich für
die Mannschaft ein. Stimmten die Fans
«Marha»-Sprechchöre an, dachte er bei
sich: «Ruft lieber ‹Arno›. Der Headcoach
ist hier der Chef.» Dabei gehörte der
Center über Jahre zu den besten der
Liga. Er, der vor seinem Engagement in
Davos 159 Partien in der NHL gespielt
hatte, verstand es, Ruhe und Stabilität
in das offensiv ausgerichtete Spielsystem
von Arno Del Curto zu bringen.
Er stand beim Feiern
nie in der vordersten Reihe
Blickt Josef Marha heute auf den
Spengler Cup zurück, denkt er an sein
erstes Finalspiel im Jahr 2001 und daran,
wie der Kanadier Lonny Bohonos die Einheimischen
in der Verlängerung gegen
Team Canada zum 4 : 3-Sieg schoss: «Das
war ein unglaublich cooler Moment für
mich.» Fasziniert war er auch vom Publikum:
«Es feierte in der Halle und in der
ganzen Stadt.» Marha selbst stand beim
Feiern nie in der vordersten Reihe. «Aber
ich habe es auf meine Art genossen»,
sagt er heute mit einem Lächeln auf den
Lippen. Überhaupt sei die Atmosphäre
während des Spengler Cup immer sehr
schön gewesen: «Vor allem dann, wenn es
Schnee hatte und es richtig weihnächtlich
war. Es war ein Privileg, am Spengler
Cup spielen zu dürfen.»
Die Wahl ins All Star Team (2001) oder die
Ernennung zum wertvollsten Spieler des
Turniers im Jahr 2005 waren ebenso
Höhepunkte für Marha wie die über 700
Einsätze mit 392 Scorerpunkten in der
National League und seine Spitzenleistungen
in wichtigen Momenten. In 144 Playoff-Partien
mit dem Hockey Club Davos
erzielte er im Mittel 0,58 Punkte pro
: Josef Marha (rechts) gegen Goalie Tomas Pöpperle (Eisbären Berlin) am Spengler Cup 2005.
Spiel. Besonders erwähnenswert ist
sein Siegestor in der Verlängerung des
fünften Finalspiels 2005 gegen die ZSC
Lions, das Davos den Meistertitel bescherte.
«Marhas Anteil an den Davoser
Titeln ist sehr gross. Er verkörperte eine
unbändige Erfolgsmentalität», erinnert
sich der damalige Trainer Del Curto. Für
seine Verdienste wurde der Tscheche
2014 in die Swiss Ice Hockey Hall of Fame
aufgenommen, nachdem er seine Karriere
in der Saison 2013 / 14 bei Pardubice und
Mountfield ausklingen liess.
Die Zeit in Davos hat Marha auch deshalb
so gut in Erinnerung, weil seine Kinder
Simon und Krystina dort zur Welt kamen.
Sein Sohn stieg in die Fussstapfen seines
Vaters, obwohl dieser ihn gerne auch in
einer anderen, nicht so harten Sportart
gesehen hätte. Derzeit spielt Simon in
der Schweiz – beim EHC Chur. Marha
selbst blieb auch nach seinem Rücktritt
dem Eishockey verbunden. Er ist als
privater «Hockey Skills Coach» tätig.
Das heisst, dass er anderen Eishockeyspielern
hilft, stärker und besser zu
werden. Selbst trainiert er auf dem Eis, im
Gym oder geht Radfahren, um fit zu bleiben.
Josef Marha sieht
Sparta Praha im Finale
Geboren nördlich von Jihlava, lebt er
heute nahe der Hauptstadt Prag. Zwei
Regionen, die auch den Spengler Cup
prägen. Dukla Jihlava gewann 1982 als
letztes tschechisches Team den Spengler
Cup. Der HC Sparta Praha strebt dieses
Jahr den dritten Spengler Cup-Sieg der
Vereinsgeschichte nach 1962 und 1963
an. «Sparta Prag ist eines der stärksten
Teams Europas. Es wird den diesjährigen
Spengler Cup gewinnen oder zumindest
im Finale stehen», ist Marha überzeugt.
Doch was, wenn der Gegner HC Davos
heisst? «Dann wird es für mein Herz sehr
schwierig sein, sich für eines der beiden
Teams zu entscheiden, und ich verfolge
das Finale ausschliesslich, um gutes
Eishockey zu sehen.»
97.
Spengler Cup Davos 2025
: Dave Kings spezieller Sieg
Dave King hat eine besondere Spengler Cup-Geschichte: Der Kanadier nahm mit Teams
aus drei verschiedenen Ländern am Traditionsturnier teil. 2005 gewann er mit Magnitogorsk
gegen Team Canada und damit ausgerechnet gegen jenes Team, das er zuvor über Jahre
gecoacht hatte: «Das war natürlich sehr speziell.»
Die Stimmung beim Finale des Spengler
Cup 2005 war aufgeheizt. Die Fans des
Hockey Club Davos, der knapp am Finale
vorbeigeschlittert war, wechselten ihre
Farben und unterstützten Magnitogorsk.
Das Team von Dave King gewann
8 : 3 – ein unglaublicher Erfolg, der sich
aber seltsam anfühlte: «Wir gewannen
gegen jenes Team mit dem Ahornblatt
auf der Brust, für das ich so viele Jahre
gearbeitet hatte. Es fühlte sich fast ein
wenig wie Verrat an Kanada an.» Für den
ganzen Club sei es aber sehr speziell gewesen:
«Die Organisation genoss das
Turnier, unsere Fans bereiteten uns bei
der Rückkehr einen tollen Empfang und
wir präsentierten die Trophäe danach
bei einem unserer Meisterschaftsspiele.
Es war ein Highlight.»
Sogar die Grosskinder waren
am Spengler Cup dabei
Dave King blickt auf die Bilder, die er bei
sich zu Hause aufgestellt hat: «Der
Spengler Cup war immer eine Familienangelegenheit,
und so zeigen viele Bilder
aus dieser Zeit Familienmitglieder beim
Schlittschuhlaufen oder beim Eishockeyspielen
auf dem offenen Eisfeld in Davos.
Wir hatten dort eine grossartige Zeit.»
Kings Ehefrau Linda begleitete Dave
überall hin. In Davos waren auch seine
Kinder Andrew, Jennifer und Scott sowie
seine Grosskinder dabei: «Alle konnten
den Cup, den wir mit Magnitogorsk
gewannen, in Händen halten.»
Dave King war der erste Kanadier, der
ein Team der russischen Extraliga trainierte.
Zuvor war er viele Jahre Trainer
in Kanada – und war als Coach 1987 und
1992 am Spengler Cup. Da die NHL-Spieler
nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen
konnten, war es eine Art Vollzeit-
Nationalmannschaft. In dieser Zeit spielte
Team Canada oft gegen Russland, und
Dave King hatte grossen Respekt vor
deren Eishockey: «Ich erachtete die Anfrage
als Chance. Sie gab mir auch die
Möglichkeit, zu erfahren, wie die jungen
Spieler entwickelt wurden. Linda und ich
lernten in Russland jeden Tag etwas
Neues.» King zeigte sich beeindruckt
vom Einsatz der Spieler und der Organisation:
«Ich habe schnell erkannt, dass
ich die Mannschaft in der Defensive
mehr in die Pflicht nehmen muss. Auf der
anderen Seite schätzte ich das Offensivspiel.
Es war weniger der Puck-Führende
als vielmehr die Mitspieler, die Gefahr
entwickelten. Die Fähigkeit, den Puck im
richtigen Moment dem Mitspieler zu
überlassen, machte das Kollektiv stark und
unberechenbar.» Auch die Nachwuchsförderung
beeindruckte ihn: «Eine derartige
Förderung der eishockeyspielenden
Kinder habe ich noch nie erlebt. Rund
500 Nachwuchsspieler trainierten unter
30 hauptamtlichen Trainern.» Kings
Engagement bei Magnitogorsk dauerte
eine Saison.
Das Eishockey half die Tragödie in
Jaroslawl zu verarbeiten
Im Februar 2014 kehrte er noch einmal
zurück in die KHL – zu Lokomotive Jaroslawl.
Dies war ein Engagement, das über
das Eishockey hinausging. Am 7. September
2011 war das Flugzeug mit der
Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl
auf dem Weg zum ersten Saisonspiel in
der belarussischen Hauptstadt Minsk,
wo der Gegner HK Dinamo Minsk wartete,
abgestürzt. Von 45 Passagieren starben
43 beim Absturz, Stürmer Alexander
Galimow erlag seinen schweren Verletzungen
nach fünf Tagen in einem Moskauer
Krankenhaus. Rund zwei Jahre später
wurde King für die restlichen Saisonspiele
engagiert und das Team schaffte
den Weg in die Play-offs in extremis. In
der ersten Runde eliminierte es Dynamo
Moskau, den Sieger der regulären Saison,
danach auch St. Petersburg. «Auch wenn
wir im Anschluss ausschieden, erfuhr ich
von den Leuten in Jaroslawl viel Dankbarkeit.
Es fühlte sich so an, als ob das
Eishockey nach dieser schwierigen Zeit
half, die Tragödie zu verarbeiten.»
Am Spengler Cup mit Teams
aus drei Nationen
Dave King war sechsmal beim Spengler
Cup, mit Teams aus drei Nationen: mit
Magnitogorsk, Team Canada und den
Adler Mannheim. Das deutsche Team
hatte er am 22. Dezember 2007, seinem
60. Geburtstag, übernommen: «Die Mannschaft
hatte bis dorthin eine schwierige
Saison. Der Spengler Cup bot die perfekte
Plattform für Spieler und Coaches, um
rasch taktisch, aber auch als Mannschaft
zusammenzufinden.» Überhaupt erinnert
sich Dave King gerne an den Spengler
Cup: «Er war immer ein Eishockey-
Festival. Kein anderes Turnier auf der
Welt ist so gut organisiert.» In erster
Linie sei es ein Wettbewerb: «Das ganze
Team geht darin auf, dieses grossartige
Turnier zu gewinnen. Es gab herausragende
Coaches und qualitativ hervorragende
Teams.» Besonders in Erinnerung
: 2005 gewinnt der Kanadier Dave King als
Headcoach des russischen Teams HK Metallurg
Magnitogorsk den Spengler Cup.
SIEGER VON DAMALS
65
: Dave King war viermal im Trainerstaff von Team Canada dabei, zuletzt 2016 und 2017.
geblieben sind ihm die Zuschauerinnen
und Zuschauer: «Sie waren wunderbar.
Ich hatte immer den Eindruck, dass sie in
erster Linie das qualitativ hochstehende
Eishockey geniessen und weniger nur ihr
Team anfeuern.» Noch heute findet er es
verblüffend, wie der Spengler Cup in der
Weihnachtswoche in Kanada von vielen
Eishockey-Fans am TV verfolgt wird:
«Das Eishockey wird gefeiert. Unabhängig
vom Resultat hinterlässt der Spengler
Cup bei allen eine nachhaltige Erinnerung.»
«Ein Trainer muss anpassungsfähig
sein und sollte viel lachen»
Dave King hat in seiner langen Karriere in
fünf verschiedenen Ländern zusammen
mit seiner Ehefrau Linda viel erlebt. «Wir
lernten viel über unterschiedliche Kulturen
und das Leben. Die vielseitigen Engagements
haben unsere Perspektiven
erweitert», erzählt King heute. Wenn ein
Trainer ein Engagement im Ausland
annehme, müsse er sich bewusst sein,
dass die Ansätze, wie das Eishockey
gelebt wird, unterschiedlich sind. Sei es
im Training, im Spiel oder im Hinblick auf
die Atmosphäre: «Ein Trainer muss
anpassungsfähig sein und sollte viel
lachen. Es ist wichtig, etwas Positives zu
projizieren.» King erläuterte anhand
eines Beispiels, wie auch die Eishockeykultur
von Land zu Land variiert. Als er in
Japan als Nationaltrainer startete,
beobachtete er zunächst ein Training. Die
Mannschaft spielte wiederholt 3 : 2-Überzahlsituationen,
und nach einigen Minuten
fragte er den Dolmetscher, weshalb in
jeder Linie immer derselbe Spieler den
Schuss abgab. «Er gab zur Antwort, dass
immer der Älteste den Abschluss macht.
Hier musste ich offensichtlich die Kultur
beeinflussen, dass der Spieler in der
besten Position den Angriff abschliesst»,
erzählt King mit einem Schmunzeln.
Seit 38 Jahren joggt er täglich
und ohne einen Unterbruch
Dave King war während rund 35 Jahren
Trainer. «Ich schätze mich glücklich, dass
ich eine solch lange Zeit coachen durfte.
Ich hatte immer grosse Freude, diesen
Beruf auszuüben.» Er gewann Silbermedaillen
bei den Weltmeisterschaften
1989 und 1991 sowie bei den Olympischen
Spielen 1992 in Albertville – auf die er
sich mit der Mannschaft in Davos vorbereitete.
«Auch wenn man dabei nach
Trophäen und Siegen strebt, ist mir im
Rückblick die Zusammenarbeit mit den
Spielern wichtiger sowie, deren Entwicklung
zu beobachten. Oftmals sieht
man das Resultat der eigenen Arbeit
erst viele Jahre später – auch ausserhalb
des Eishockeys.» Seit sieben Jahren ist
King in Pension. Er lebt rund sieben
Monate im Jahr in Phoenix und damit in
der Hauptstadt des südwestlichen US-
Bundesstaates Arizona, wo die Sonne
das ganze Jahr über scheint. Die restliche
Zeit geniesst er in seiner Heimat in
der kanadischen Provinz Saskatchewan
an einem See. Er schätzt es, in der Natur
zu leben und zu fotografieren, zu wandern
oder zu laufen. King ist ein Läufer.
«Ich jogge seit 38 Jahren täglich und
ohne einen Unterbruch. Heute war ich am
frühen Morgen Joggen und genoss danach
eine Abkühlung im See.» Gerne
denkt er an seine Zeit im Eishockey zurück,
verfolgt die Trainerkarriere seines
Sohnes Scott oder den Spengler Cup:
«Ich habe immer ein Lächeln auf den
Lippen, wenn ich an Eishockey denke.»
Gerne würde er wieder einmal am Spengler
Cup vor Ort sein. Den Spengler Cup vor
dem Fernseher zu verfolgen, sei aber
eine Weihnachtstradition der Familie
geworden: «Der Spengler Cup hat eine
weltweite Strahlkraft. Der Slogan ‹The
Peak of Hockey› spiegelt den Event in
grossartiger Weise wider.» Die Entwicklung
des Eishockeys erachtet King als
sehr interessant: «Waren früher die
Eishockeystile zwischen Nordamerika,
Europa und Russland sehr unterschiedlich,
gleichen sich diese immer mehr an.
Das ist auch beim Spengler Cup gut
sichtbar.»
(c) Destination Davos Klosters/Matthias Paintner
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SIEGER VON DAMALS
67
: Wertvolle Erfahrung in Davos
Den Spengler Cup 2004 prägten grosse Namen. Einer von insgesamt 17 Lockout-Spielern
war der Kanadier Martin St. Louis. Der Stanley Cup-Sieger überbrückte damals den
Lockout beim HC Lausanne.
: Martin St. Louis als Headcoach der Canadiens de Montréal in der NHL.
Martin St. Louis ist einer derjenigen
Spieler, die bereits während ihrer aktiven
Zeit zur Legende wurden. Zweimal
spielte der Kanadier am Spengler Cup.
1995 gewann er das Turnier mit Team
Canada, 2004 mit dem Hockey Club Davos
und fiel dabei als wieselflinker Stürmer
auf. Er war nie ein Mann grosser Worte,
sondern konzentrierte sich ganz auf sich
selbst: «Mir war egal, was andere dachten.
Wenn man sich selbst beweist, dass
man seine Ziele erreichen kann, was auch
immer man tut, stärkt dies das Selbstvertrauen
enorm.» Es seien die kleinen
Ziele, die ihm schliesslich den Weg zum Erfolg
geebnet hätten: «Ich ging immer
Schritt für Schritt vor, setzte mir kurzfristige
Ziele, und ich denke, dass dies dazu
beigetragen hat, dass ich als Spieler
stärker wurde.» Rückblickend betrachtet
er den Spengler Cup als eine der wertvollsten
Erfahrungen in seiner Karriere.
«Meine Reise war gut mit
vielen grossartigen Momenten»
Den grössten Teil seiner Profi-Laufbahn
verbrachte der Stürmer bei den
Tampa Bay Lightning (2000 bis 2014),
mit denen er 2004 den Stanley Cup
gewann – sein grösster Erfolg. 2014
wechselte St. Louis zu den New York
Rangers, bei denen er ein Jahr darauf,
2015, nach 1134 NHL-Partien, 391 Toren
und insgesamt 1033 Scorerpunkten im
Alter von 40 Jahren seine Schlittschuhe
an den Nagel hängte. Er zog sich ins
Privatleben zurück und widmete sich
seiner Familie, dem Wichtigsten in seinem
Leben. Die Aufnahme in die Hall of Fame
im Jahr 2018 bedeutete ihm viel, doch
er brüstet sich nicht damit. Die Jacke
mit dem Wappen der Hockey Hall of
Fame hat er nur ein einziges Mal getragen,
bei einer Ehrung der Tampa Bay Lightning,
nun hängt sie im Schrank. Der Ring liegt
in einem Tresor, da er keinen Schmuck
trägt. Einen Lieblingsmoment in seiner
Eishockeykarriere hat er nicht: «Meine
ganze Reise war gut mit vielen
grossartigen Momenten, und auch die
schlechteren liessen mich durchhalten.
Es war einfach unglaublich, überhaupt
die Erfahrungen eines Eishockeyprofis
machen zu dürfen.»
In den Söhnen lebt die
Leidenschaft des Vaters weiter
Heute ist St. Louis Headcoach der
Canadiens de Montréal in der NHL. Dabei
führte er die Canadiens in der Saison
2024/25 erstmals seit vier Jahren
zurück in die Play-offs. Während der
Eishockeysaison lebt er in Montreal und
seine Familie in Connecticut in den USA.
Umso wichtiger ist es ihm, während der
Off-Season viel Zeit mit seiner Ehefrau
und den drei Söhnen Ryan, Lucas und
Mason zu verbringen. Alle drei Söhne
teilen die Eishockey-Leidenschaft
ihres Vaters. Dieser versucht, ihnen
aber auch andere Werte mitzugeben. So
sagte er unlängst: «Für mich ist es
wichtig, dass meine Söhne nicht nur
gute Eishockeyspieler, sondern ‹gute
Menschen› sind. Werte wie Verantwortlichkeit,
Teamgeist und Arbeitsethik
sind wichtiger als Ergebnisse in
Zahlen.»
: Das Goldene Buch 32 Sieger in 101 Jahren
Oxford University Ice Hockey Club hiess der Sieger der ersten Spengler Cup-Ausgabe.
Das war im Jahr 1923. Seither haben sich 31 weitere Teams in die Siegerliste eingetragen.
Das Team Canada und der Hockey Club Davos führen die Liste mit je 16 Titeln an.
Jahr
Sieger
Jahr
Sieger
2024 HC Fribourg-Gottéron (SUI)
2023 HC Davos (SUI)
2022 HC Ambri-Piotta (SUI)
2021 Infolge Corona-Pandemie abgesagt
2020 Infolge Corona-Pandemie abgesagt
2019 Team Canada (CAN)
2018 Kalpa Kuopio ( FIN )
2017 Team Canada ( CAN )
2016 Team Canada ( CAN )
2015 Team Canada ( CAN )
2014 Genève-Servette HC ( SUI )
2013 Genève-Servette HC ( SUI )
2012 Team Canada ( CAN )
2011 HC Davos ( SUI )
2010 SKA Sankt Petersburg ( RUS )
2009 HK Dinamo Minsk ( BLR )
2008 HK Dynamo Moskau ( RUS )
2007 Team Canada ( CAN )
2006 HC Davos ( SUI )
2005 Metallurg Magnitogorsk ( RUS )
2004 HC Davos ( SUI )
2003 Team Canada ( CAN )
2002 Team Canada ( CAN )
2001 HC Davos ( SUI )
2000 HC Davos ( SUI )
1999 Kölner Haie ( GER )
1998 Team Canada ( CAN )
1997 Team Canada ( CAN )
1996 Team Canada ( CAN )
1995 Team Canada ( CAN )
1994 Färjestad BK ( SWE )
1993 Färjestad BK ( SWE )
1992 Team Canada ( CAN )
1991 HK ZSKA Moskau ( RUS )
1990 HK Spartak Moskau ( RUS )
1989 HK Spartak Moskau ( RUS )
1988 USA Selects ( USA )
1987 Team Canada ( CAN )
1986 Team Canada ( CAN )
1985 HK Spartak Moskau ( RUS )
1984 Team Canada ( CAN )
1983 HK Dynamo Moskau ( RUS )
1982 ASD Dukla Jihlava ( CZE )
1981 HK Spartak Moskau ( RUS )
1980 HK Spartak Moskau ( RUS )
1979 Krylja Sowetow Moskau ( RUS )
1978 ASD Dukla Jihlava ( CZE )
1977 SKA Leningrad ( RUS )
1976 Sowjetunion B-Nationalteam UdSSR
1975 Olympiateam Tschechoslowakei
1974 Slovan ChZJD Bratislava ( CZE )
1973 Slovan ChZJD Bratislava ( CZE )
1972 Slovan ChZJD Bratislava ( CZE )
1971 SKA Leningrad ( RUS )
1970 SKA Leningrad ( RUS )
1969 HK Lokomotive Moskau ( RUS )
1968 ASD Dukla Jihlava ( CZE )
1967 HK Lokomotive Moskau ( RUS )
1966 ASD Dukla Jihlava ( CZE )
1965 ASD Dukla Jihlava ( CZE )
1964 EV Füssen ( GER )
1963 TJ Sparta CKD Prag ( CZE )
1962 TJ Sparta CKD Prag ( CZE )
1961 ACBB Paris ( FRA )
1960 ACBB Paris ( FRA )
1959 ACBB Paris ( FRA )
1958 HC Davos ( SUI )
1957 HC Davos ( SUI )
1956 nicht ausgetragen
1955 Rudá hvezda Brno ( CZE )
1954 HC Milano Inter ( ITA )
1953 HC Milano Inter ( ITA )
1952 EV Füssen ( GER )
1951 HC Davos ( SUI )
1950 Diavoli Rossoneri Mailand ( ITA )
1949 nicht ausgetragen
1948 LTC Prag ( CZE )
1947 LTC Prag ( CZE )
1946 LTC Prag ( CZE )
1945 ZSC ( SUI )
1944 ZSC ( SUI )
1943 HC Davos ( SUI )
1942 HC Davos ( SUI )
1941 HC Davos ( SUI )
1940 nicht ausgetragen
1939 nicht ausgetragen
1938 HC Davos ( SUI )
1937 LTC Prag ( CZE )
1936 HC Davos ( SUI )
1935 Diavoli Rossoneri Mailand ( ITA )
1934 Diavoli Rossoneri Mailand ( ITA )
1933 HC Davos ( SUI )
1932 Oxford University ( GBR ) und LTC Prag ( CZE )
Gemeinsame Sieger nach 0 : 0 nach Verlängerung
1931 Oxford University ( GBR )
1930 LTC Prag ( CZE )
1929 LTC Prag ( CZE )
1928 Berliner SC ( GER )
1927 HC Davos ( SUI )
1926 Berliner SC ( GER )
1925 Oxford University ( GBR )
1924 Berliner SC ( GER )
1923 Oxford University ( GBR )
97.
Spengler Cup Davos 2025
: Spielplan / TV-Programm
Datum Partien Spielbeginn
Alle Spiele des Spengler Cup live
Freitag Spiel 1: HC Fribourg-Gottéron – HC Sparta Praha 15.10 Uhr
26.12.2025 Spiel 2: Team Canada – U.S. Collegiate Selects 20.15 Uhr
Samstag Spiel 3: IFK Helsinki – Verlierer Spiel 1 15.10 Uhr
27.12.2025 Spiel 4: HC Davos – Verlierer Spiel 2 20.15 Uhr
Sonntag Spiel 5: Sieger Spiel 1 – IFK Helsinki 15.10 Uhr
28.12.2025 Spiel 6: Sieger Spiel 2 – HC Davos 20.15 Uhr
Die Spiele sind bei den Sendern und
Plattformen der SRG zu verfolgen
TV
Sport-Apps
Montag Spiel 7: 2. Gruppe Torriani – 3. Gruppe Cattini 15.10 Uhr
29.12.2025 Spiel 8: 2. Gruppe Cattini – 3. Gruppe Torriani 20.15 Uhr
Dienstag Spiel 9: 1. Gruppe Cattini – Sieger Spiel 7 15.10 Uhr
30.12.2025 Spiel 10: 1. Gruppe Torriani – Sieger Spiel 8 20.15 Uhr
Mittwoch Spiel 11: Finalspiel 12.10 Uhr
31.12.2025 anschliessend Siegerehrung
Gruppe Torriani
Gruppe Cattini
SRF-Moderatorin: Annette Fetscherin
SRF-Kommentatoren: Stephan Liniger, Reto Müller
RTS-Commentateur: Brian Wakker, Patrick Andrey
RSI-Commentatore: Giampaolo Giannoni, Daniele Nevano.
: Das Kamerateam der SRG ist immer hautnah am Geschehen dabei.
HAUTNAH DABEI
71
PRESENTING PARTNER
GOLD PARTNER
SILVER PARTNER
OFFICIAL BROADCASTER
OFFICIAL MEDIA PARTNER
OFFICIAL TIMEKEEPER
OFFICIAL SUPPLIER
OFFICIAL MEDICAL PARTNER
OFFICIAL CATERER
CHARITY PARTNER
Bild fehlt noch
Der Erfolgstrainer
: Authentizität, die Suche nach der
Perfektion, harte Arbeit, viel Spass
und die Technik als Erfolgsrezept
DER ERFOLGSTRAINER
73
: «Ich hoffe, dass Davos bald wieder
einen Titel gewinnt»
Arno Del Curto war von 1996 bis 2018 Trainer des Hockey Club Davos. Er gewann mit dem Team
fünfmal den Spengler Cup, sechsmal die Schweizer Meisterschaft und wurde dreimal
Vizemeister. Ein weiterer Höhepunkt war 2015 die Qualifikation für das Halbfinale in der
Champions Hockey League. Heute blickt Arno Del Curto gerne an diese Zeit zurück und hofft,
dass der Hockey Club Davos bald wieder einen Titel gewinnt.
: Arno Del Curto, derzeit herrschen
wunderbare Bedingungen, um Golf zu
spielen. Sind Sie auch im Golfsport
ein Perfektionist?
Del Curto: Nein. Ich will gut spielen und
Spass haben. Das Talent fehlt mir. Ich
spiele mit Kraft, eine Art Eishockey-
Golf. Ich will powern. Ich spiele oft mit
Kollegen. Natürlich geht es um etwas.
Aber auf die lockere Art.
: Gibt es ein aktuelles Projekt,
das Sie verfolgen?
Ich lerne Klavierspielen.
: Sie haben bereits einmal Klavierspielen
gelernt und schafften es innerhalb
von sechs Wochen, Beethovens «Mondscheinsonate»
zu spielen. Dieses
Projekt starteten Sie, um den Spielern
zu zeigen, dass man erreichen kann,
was man sich vornimmt.
Das war nur ein Stück. Jetzt will ich richtig
Klavierspielen lernen. Das Klavierspielen
mit beiden Händen ist ein Marathon für
das Gehirn. Diese Aktivierung, um im
Kopf frisch zu bleiben, ist mir wichtig.
Wenn ich es schaffe, in zwei bis drei
Jahren richtig Klavier zu spielen, freue ich
mich. Natürlich gehört klassische Musik
zum Klavierspielen dazu. Damals ging ich
sogar nach Wien und verfolgte den Weg
von Beethoven und Mozart. Das war wunderschön.
Doch ich blieb ein Rocker. Mir gefallen
Rage Against the Machine, Led Zeppelin
und Black Sabbath mit Ozzy Osbourne
nach wie vor. Jetzt möchte ich deshalb
auch vermehrt moderne Stücke lernen.
: Sie waren 45 Jahre lang Eishockeyverrückt.
In welcher Form sind Sie es
noch heute?
Gar nicht mehr. Ich dachte lange, dass
das Eishockey zu meinem Leben gehört.
Doch mir macht auch das Leben nach
dem Eishockey Spass.
: Die tägliche Arbeit mit den Spielern
und der Nervenkitzel fehlen Ihnen nicht?
Nein, im Gegenteil. Ich habe mich sehr
zurückgezogen. Heute habe ich Freitag,
Samstag und Sonntag für mich. Das ist
für mich Weihnachten, Ostern und Pfingsten
zusammen. Durch den Spengler Cup
wusste ich nicht, dass es Weihnachten
gibt. Von Silvester sah und hörte ich
jeweils nichts und schlief. Jetzt kenne ich
wieder Weihnachten und Silvester und
freie Wochenenden. Heute habe ich diese
freien Tage sehr gern. Statt der langen
Carfahrten und der kalten Eishallen mag
ich nun einen warmen Sommerabend
bei Gesprächen mit Freundinnen und
Freunden. Das ist die Lebensqualität,
wie ich sie heute liebe.
: Wir schauen trotzdem nochmals
zurück. Der Spengler Cup-Sieg im Jahr
2000 war der Beginn eines sehr erfolgreichen
Jahrzehnts für den Hockey Club
Davos. Wie wichtig war dieser Erfolg
für die folgenden Jahre? Was hat er
ausgelöst?
Vor meinem geistigen Auge spüre und sehe
ich noch heute die extreme Freude der
Menschen, sehe die Spieler und die entscheidenden
Tore vor mir. Der Auslöser
für die «goldenen Jahre» war aber bereits
die Meisterschaft 1997 / 98. Da standen
wir im Finale dem EV Zug gegenüber, das
die Zuger schliesslich 4 : 2 gewannen.
Später, als 2004 Joe Thornton, Rick Nash
und Niklas Hagman für uns spielten,
flippte die ganze Schweiz aus. Das sind
tiefe Erlebnisse. Doch der erste Spengler
Cup-Sieg steht ganz oben.
: Wer war im Spengler Cup der stärkste
Gegner, gegen den der Hockey Club
Davos in den 2000er-Jahren spielte?
Die russischen und schwedischen Mannschaften
und Team Canada. Das Duell
Hockey Club Davos gegen Team Canada
war eine Hassliebe. Es knisterte vor den
Spielen, selbst wenn wir bereits in der
Qualifikation gegeneinander gespielt
hatten. Die Spiele waren geprägt durch
Intensität, Härte und Tempo. Das waren
die Spiele, von deren Intensität wir als
HCD profitierten und die auch die anderen
Spitzenteams in der Schweiz mitzogen.
: Sie haben mit Ihrem Team gerne gegen
stärkere Teams gespielt?
Es gibt nichts Besseres. Wir freuten uns,
wenn wir gegen die Stärksten antreten
konnten. Dadurch spürten wir, woran wir
zukünftig arbeiten mussten, und konnten
uns verbessern. Mein Ziel war es immer,
näher an die Weltspitze zu gelangen. Ich
bin vom Charakter her ein offensiver
Mensch. Ich wollte mich nicht in ein Schema
pressen lassen. Dies war auch meine
Philosophie auf dem Eis. Zum einen, um das
Publikum zu erfreuen, aber auch, um mehr
zu laufen, mehr Angriffe zu kreieren und
mehr Fehler zu machen, um dadurch wieder
besser zu werden.
: Gibt es beim Spengler Cup einen Gegner,
gegen den Sie besonders gerne
gewonnen haben?
Gegen das Team Canada. In deren Reihen
standen damals mindestens 15 Spieler, die
in der Torschützenliste der Schweizer
Meisterschaft den Top 20 waren.
: Doch am meisten liebten Sie das UBS
Kids Training während des Spengler Cup?
Ich mochte den Kontakt zu den Kindern
97.
Spengler Cup Davos 2025
und die Zusammenarbeit mit Jann
Billeter, der als Speaker durch den
Morgen führte, und hatte darüber hinaus
selbst viel Spass. Der Spengler Cup war
sehr intensiv und beim Kids Training war
ich jeweils sehr müde. Mit den Kids
konnte ich wieder Energie sammeln.
: Die Kontaktpflege
war Ihnen sehr wichtig?
Ja, sie ist unglaublich wichtig. Sponsoren
und Fans durften nahe bei uns sein. Die
Fans waren fantastisch. Diejenigen aus
Davos und auch diejenigen, die Spiel für
Spiel vom Unterland ins Landwassertal
fahren. Sie standen bis zur letzten
Sekunde meiner Karriere hinter mir. Das
ist ein Wahnsinn, den nur die wenigsten
erleben dürfen.
: Als Jugendlicher waren Sie ein Partygänger.
Wieso haben Sie es als Trainer
vorgezogen, im Stillen zu feiern?
Sie drücken es richtig aus. Ich feierte im
«Stillen». Den ersten Meistertitel feierte
ich in Zürich. Beim zweiten musste ich
ins Ausland gehen. Ich war derjenige, der
sich am meisten freute und am meisten
feierte. Aber nicht vor den Leuten. Wenn
ich richtig aus mir rausgehe, habe ich
mich nicht mehr unter Kontrolle. Das
sollte sich nicht auf den Club oder meine
berufliche Zukunft auswirken.
: Sie liessen sich nächtelang von
Eishockeyspielen aus aller Welt
inspirieren und beobachteten die
besten Trainer der Welt beim
Training. Hätte es Sie selbst nie
gereizt, im Ausland zu trainieren?
Ich trat von einer mündlichen Zusage,
als Trainer in St. Petersburg zu arbeiten,
zurück. Dies tat ich für den Hockey
Club Davos. Ich holte junge Spieler nach
Davos, schwärmte bei ihnen vom Club
und sagte, dass wir ihn gemeinsam
vorwärtsbringen möchten. Mit den
Gedanken an diese Gespräche war mir
nicht mehr wohl zumute und ich konnte
dem HCD den Rücken nicht zudrehen.
Eigentlich ist es nicht normal, ein
solches Angebot, wie ich es von
St. Petersburg damals erhielt, auszuschlagen.
Heute bereue ich, es getan
zu haben. Zur Schweizer Nationalmannschaft
wechselte ich nicht, weil ich
täglich mit Athleten arbeiten wollte.
: Arno Del Curto und sein Team vor dem Sieg des Spengler Cup 2006.
: Gab es einen Trainer, der Sie
inspiriert hat?
Alpo Suhonen. Er war unter anderem
Trainer der finnischen Nationalmannschaft,
trainierte in der NHL, bei den
ZSC Lions und gewann als Trainer des
EHC Kloten in den Jahren 1995 und 1996
jeweils den Schweizer Meistertitel. Die
Persönlichkeit von Alpo Suhonen imponierte
mir. Nicht nur aufgrund seiner
Leistungen, sondern auch aufgrund
seines weiten Horizonts und seiner
Souveränität. Er war ein intellektueller
und kultivierter Mensch, der Eishockey
als Verbindung von Körper und Geist
betrieb und diesen Sport somit auf eine
neue Ebene hob. Wiktor Wassiljewitsch
Tichonow, Trainer bei ZSKA Moskau und
der sowjetischen Eishockeynationalmannschaft,
durfte ich mehrmals bei
den Trainings zusehen. Das hat mich
weitergebracht.
: War Ihr guter Draht zu den Spielern
schliesslich Ihr Erfolgsrezept?
Es waren Authentizität, die Suche nach
der Perfektion, harte Arbeit, viel Spass
und die Technik. Es geht am Ende darum,
jeden Spieler stärker zu machen. So,
dass die Mannschaft besser wird. Ich
bin ein lieber Mensch, hatte alle Spieler
gern. Ich war nahe bei der Mannschaft,
und obwohl ich auch Fehler machte,
haben die Spieler viel für mich getan,
gingen sozusagen mit mir durchs Feuer.
Noch heute treffe ich ab und an Spieler
jener Zeit. Noch heute schwärmen alle
von der Zeit in Davos.
: Was war neben Spengler Cup und
Meisterschaft ihr grösster Karriereerfolg?
Der 4 : 1-Sieg im Dezember 2015 im Viertelfinale
der Champions Hockey League
gegen das schwedische Spitzenteam
Skellefteå AIK sowie alle Partien in der
Champions Hockey League in jenem Jahr.
Die Mannschaft spielte damals das
Eishockey, das ich immer angestrebt
hatte.
: Sie erhielten für Ihre Arbeit als
Trainer viele Auszeichnungen, waren
fünfmal Trainer des Jahres, 2005
bester Cheftrainer der Nationalliga A,
wurden 2007 und 2011 bei der Wahl
«Sportler des Jahres» als bester
Trainer ausgezeichnet und erhielten
2009 von der IIHF die Auszeichnung
«Best Hockey Coach in Europe 2009».
Es ist wunderbar, solche Auszeichnungen
zu erhalten. Doch diese waren für mich
nicht das Wichtigste.
: Was gibt es bei Ihnen zu Hause, das
Sie an die Zeit im Eishockey erinnert?
Gar nichts. Aber es war eine wunderschöne
Zeit, die ich nie missen möchte.
Der Hockey Club Davos hat eine tief
verankerte Kultur. So soll es bleiben. Ich
bin froh, dass ich etwas zur Geschichte
dieses Eishockeyclubs beitragen konnte,
und was ich dadurch erlebte, muss man
zuerst erlebt haben. Ich hoffe, dass der
Hockey Club Davos zu meinen Lebzeiten
noch einen Titel gewinnt. Das würde
mich wahnsinnig freuen.
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