EPP 06.2025
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Ausgabe 06 | 2025
epp-online.de
Elektronik
Produktion
Prüftechnik
Interview
productronica
Verteidigungssektor als
wichtiger Wachstumstreiber
» Seite 6
EMS Insight
Die Erfolgsgeschichte
von AXON Electronics
» Seite 20
Test & Qualitätssicherung
KI-Turbo für die
Prüf planerstellung
» Seite 65
Alice Göpel und Thomas Wenzel,
Geschäftsführer, Göpel:
„Innovationen und ein klarer
Blick in die Zukunft.“
» Seite 74
TITELSTORY
Neue Maßstäbe
in der Löt technik
» Seite 14
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» EDITORIAL
Im Takt der
productronica
Alle zwei Jahre schlägt das Herz der
Elektronikfertigung in München.
Die productronica ist dabei mehr
als eine Messe, sie ist das Stimmungsbarometer
einer Branche.
Hier zeigt sich, wer
Innovationen hervorbringt.
Technologisch ist die Elektronikfertigung
an einem Punkt,
an dem bisherige Prozesse nicht
mehr ausreichen. Die Produktionslinien
müssen flexibler werden, Prozesse
effizienter und Entscheidungen
datenbasierter getroffen werden.
Flexibilität, Energieeffizienz und Betriebskosten
sind dabei längst keine Gegensätze mehr, sondern bestimmen die Richtung
in der Löttechnik. Neue Anlagen verbinden intelligente Prozesssteuerung
mit ressourcenschonender Wärmeführung. Im Ergebnis erhält man eine
höhere Produktivität bei messbar geringerem Verbrauch, siehe Seite 14.
Auch in der Inspektion ist der Wandel deutlich spürbar. KI-gestützte
Systeme beschleunigen die Prüfprozesse, erhöhen die Präzision und
machen die Qualitätssicherung zu einem lernfähigen Bestandteil der
Fertigung. Während früher manuelles Feintuning, Erfahrung und endlose
Programmierzyklen erforderlich waren, übernimmt nun die KI eine
führende Rolle, siehe Seite 65.
Die productronica ist auch ein Ort für den Ideenaustausch. Mit den
EPP-Talks und -Foren möchte die EPP Menschen zusammen bringen, die
etwas zu sagen haben. Hier stehen Wissenstransfer, offene Diskussionen
und der Mut, auch unbequeme Themen anzusprechen, im Mittelpunkt.
Kommen Sie vorbei und diskutieren Sie mit!
Denn trotz aller Digitalisierung ist und bleibt der Dialog der Motor für weitere
Innovationen. Dafür steht die productronica. Und dafür steht die EPP.
» Leading Technology
» Economic Processes
» Future Services
» Reliable Sustainability
» Global Footprint
» Added Values
Besuchen Sie uns auf der
Halle A4 Stand 171
Mehr Hintergründe finden Sie online unter epp.industrie.de
Frederick Rindle
Chefredakteur EPP
frederick.rindle@konradin.de
Als Gründungsmitglied
von Anfang an dabei.
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GLOBAL. AHEAD. SUSTAINABLE.
EPP » 06 | 2025 3
» INHALT 06 | 2025 50. JAHRGANG
TITELSTORY
Ersa hat zwei innovative
Lötsysteme Neue Maßstäbe
im Portfolio, die in der Löttechnik
neue Standards in » Seite 14
puncto Flexibilität,
Energieeffizienz und
Betriebskosten setzen.
Titelbild: Kurtz Ersa, M. Schäfer
HIGH FIVE
für ultimatives Wellen- & Selektivlöten
NEWS & HIGHLIGHTS
Branchennews
Verteidigungssektor als wichtiger Wachstumstreiber 6
Jenoptik baut Produktionskapazitäten in Jena aus 9
Neue Anforderungen an Elektronikfertigung
im Bereich Verteidigung 10
MESSEN & VERANSTALTUNGEN
Elektronikfertigung
Omron nimmt Automation Center Stuttgart in Betrieb 12
TITELSTORY
Neue Maßstäbe in der Löttechnik
Lötsysteme punkten mit Flexibilität und Effizienz 14
BAUGRUPPENFERTIGUNG
EMS Insight – Blick in die Fertigung
Erfolgsgeschichte von AXON Electronics 20
Systeme und Verfahren
Hightech-Investitionsgüter von SmartRep 24
Automatisierte Prozesse
Intelligente und effiziente SMT-Fertigung (Fuji Europe) 26
Reibungslose Produktionswechsel
SMT-Linie von Essemtec bei Braun Industrie-Elektronik 28
Entwicklungsprojekt für Sinterpaste
Alternative zu etablierten Lötverfahren (Stannol) 30
Zukunft durch Prototyping
35 Jahre Paggen Werkzeugtechnik 32
Digitaler Zwilling
Alle Signale auf Grün im THT-Lötprozess (Rösnick) 34
Effizienz, Präzision und Nachhaltigkeit
Intelligente und vernetzte Fertigungslinien (Rehm) 36
Aluminium ersetzt Kupfer
Plasma Innovations möchte Kupferzeit beenden 40
Oberflächenbeschichtung von Leiterplatten
Beschichtungen im Vergleich (CEE PCB) 46
Dampfentfettung von Leiterplatten
Upgrade für die Reinigung am Arbeitsplatz (MicroCare) 52
Emissionen in der Elektronikfertigung
Wege zur richtigen Filterstrategie (ULT) 56
Elektronik dauerhaft verbinden und schützen
Premiere des neuen Extruders TM 1600 (Werner Wirth) 58
SPECIAL TEST & QUALITÄT
Turbo für die Prüfplanerstellung
Inspektion auf einem neuen Level (Viscom) 66
Impulse für die Qualitätssicherung
AXI, AOI und In-System-Programmierung (Göpel) 70
True 3D Inspektions- und Messtechniklösungen
Lösungen für SMT und Advanced Packaging (Koh Young) 72
Zukunft der Elektronikfertigung
Alice Göpel und Thomas Wenzel von Göpel im Interview 74
Präzision an der Fertigungslinie
End-of-Line Systeme für die Elektronik der Zukunft (MCD) 78
Integrierte Inspektions- und Automatisierungslösungen
KI-gestützte Analyse für Fehlererkennung (Omron) 80
NACHHALTIGKEIT
Nachhaltige Elektronik
Trends, Herausforderungen und Perspektiven 82
PACKAGING
Lineartechnik, Mechatronik-Bausteine und Subsysteme
Hochpräzise Halbleiterfertigung (BoschRexroth) 86
RUBRIKEN
Editorial 3
Impressum 90
4 EPP » 06 | 2025
DAS NEUE BRANCHENEVENT
FÜR DIE ZUKUNFT
DER ELEKTRONIKFERTIGUNG
Bild: Messe München
productronica: Diese Ausgabe steht ganz im Zeichen der Leitmesse für
die Elektronikfertigung mit ausgewählten Innovationen und Neuheiten.
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productronica 2025
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Elektronikproduktion.
Auf zwei Foren werden Trends, zukunftsweisende
Technologien und praxisnahe Lösungen vorgestellt,
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von EPP-Chefredakteur Frederick Rindle.
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EPP » 06 | 2025 5
» NEWS & HIGHLIGHTS
productronica: Verteidigungssektor als wichtiger Wachstumstreiber
Markt an vertrauenswürdiger
Mikroelektronik wächst stark
Von 18. bis 21. November 2025 trifft sich die Elektronik-Branche auf der productronica in
München. Eines der drei Leitthemen wird in diesem Jahr sichere und vertrauenswürdige
Mikroelektronik sein. Weil die weltweite Bedrohungslage steigt, müssen sensible Informationen
immer besser geschützt werden. Genau das kommt der Branche zugute, die mit ihrem
Innovationsgeist neue Mikroelektronik-Produkte für die Technik von morgen entwickelt.
Ideeller und fachlicher Träger der Messe ist die Fachabteilung VDMA Productronic.
Wie eine Studie von Custom Market Insights
zeigt, wächst der Markt an sicheren
Microcontrollern von 27,6 Mrd. US-
Dollar im Jahr 2025 auf geschätzte 80,7
Mrd. US-Dollar im Jahr 2034, bei einer
jährlichen Wachstumsrate von 12,5 Prozent.
Ein wichtiger Wachstumstreiber ist
dabei der Verteidigungssektor. Hier steigt
der Bedarf an vertrauenswürdiger Mikroelektronik
aufgrund zunehmender globaler
Konflikte stark an, wie das Portal Research
and Markets berichtet.
Sogenannte Military-Grade-Komponenten
müssen extremen Umgebungsbedingungen
wie hohen Temperaturen oder
Strahlung standhalten und beinhalten
viele Bauteile, die unter Sicherheitsaspekten
entwickelt werden. Wie wichtig den
Regierungsverantwortlichen vertrauenswürdige
Elektronikbauteile sind, zeigt das
Beispiel USA: Die Regierung vergab laut
dem Nachrichtenportal Reuters 2024 Fördermittel
von bis zu 3 Mrd. US-Dollar an
Intel für das Entwickeln eines „Secure Enclave“,
um eine vertrauenswürdige Fertigung
für Chips in sicherheitskritischer
Anwendungen zu etablieren.
Bild: Messe München
Die Nachfrage nach manipulationsfreier Elektronik steigt.
Elektronische Bauteile und Systeme
müssen so entwickelt, hergestellt
und betrieben werden, dass sie verlässlich,
sicher und manipulationsfrei arbeiten
und ihre Spezifikation über den kompletten
Lebenszyklus hinweg sicher gestellt
bleibt. In kritischen Infrastrukturen
wie Medizintechnik, Transportwesen,
Energieversorgung oder Telekommunikation
sind sichere und manipulationsfreie
Bauteile ebenso essenziell wie für den
Maschinenbauer als Anwender. Sogenannte
vertrauenswürdige Mikroelektronik
reicht dabei von sicheren Microcontrollern
(MCUs) über transparente Lieferketten
bis hin zu „Security by Design“.
Neueste Anforderungen kommen dabei
aus Gesetzen wie dem Cyber Resilience
Act oder dem Trusted Foundry Program.
Sichere Bauteile und
transparente Lieferketten
IP bereits beim Design -
prozess schützen
Hardware ist im Gegensatz zu Software
nur schwer vor unerlaubten Zugriffen zu
schützen: Einmal gefertigt, sind Re-Designs
nicht mehr möglich oder teuer. Aus
diesem Grund kommen vermehrt offene
Architekturen wie RISC-V zum Tragen. So
entwickelt beispielsweise das Fraunhofer
IZM mit seiner „AIRISC“-Familie eine effiziente
Hardware für Sensorik-Applikationen
und Embedded-KI mit Augenmerk auf
den Schutz der enthaltenen IP.
Mit „Security-by-Design“ setzen Entwicklungsingenieure
dagegen bereits
beim Entwickeln der IP an. So bieten modernste
„SAFE-SiP“-Prozessoren (Secure
Authentication Framework for Systemin-Package)
eine Mischung von Bausteinen
verschiedener Hersteller, was die Angriffsfläche
durch eine größere Komplexität
deutlich reduziert. Auch das Entwickeln
der sogenannten „Secure Enclave“
zielt auf diesen Ansatz ab: Ingenieure
schützen besonders volatile Bereiche innerhalb
eines Prozessors, in denen sensible
Daten und Berechnungen isoliert von
der restlichen Hard- und Software verar-
6 EPP » 06 | 2025
beitet werden. Hinsichtlich der Supply-
Chain-Sicherheit besteht die größte Herausforderung
darin, Vertrauen über verschiedene
Hersteller und Produktionsschritte
hinweg zu gewährleisten, insbesondere
bei Logistik- oder Testprozessen,
berichtet die Forschungsfabrik Mikroelektronik.
Eine sichere Supply Chain voranzutreiben
ist Inhalt unter anderem des EU
Chips Acts und des IPCEI-Programms (Important
Project of Common European Interest)
in Europa sowie des Trusted Foundry
Programs der USA.
Besucher der productronica können sich
in München selbst ein Bild aller aktuellen
Innovationen rund um das Thema vertrauenswürdige
Mikroelektronik machen.
Unter anderem präsentiert PhoenixD auf
der VDMA Special Exhibit Fläche (Halle
B2, Stand 461) ein mikrooptisches System
aus Glassubstrat, das eine abhörsichere
Telekommunikation ermöglicht.
Daneben bietet das Unternehmen Segger
Microcontroller (Halle A1, Stand 174)
eine Reihe von Produkten für die Sicherheit
von Embedded-Systemen – insbesondere
zum Schutz von Firmware, IP sowie
für sicheres Programmieren und Entwickeln.
Darunter beispielsweise „J-Link“
Debug Probes zum Überprüfen des Codes
oder Software-Sicherheitsbibliotheken
wie „emSecure“ oder „emSSL“.
Bosch Manufacturing Solutions (BMG)
(Halle B2, Stand 426) zeigt Lösungen für
productronica: „the pulse of innovation“
Im November 2025 versammelt die Weltleitmesse für Entwicklung
und Fertigung von Elektronik wieder mehr als 1.400 Aussteller in den
Messehallen in München unter dem Motto „the pulse of innovation“.
Interessierte können sich aus erster Hand über AIRISC, SAFE-SiP
und Co. an den zahlreichen Messeständen der Aussteller informieren.
Ergänzend dazu tragen umfangreiche Veranstaltungen wie Panel-
Diskussionen, Fachvorträge oder Networking-Events zum Informationserhalt
bei. In den Hallen B1, C1 und C2 lädt außerdem die SEMI-
CON Europa dazu ein, die komplette Wertschöpfungskette der
Halbleiterindustrie näher kennenzulernen.
sichere und zuverlässige industrielle Produktionsumgebungen,
ein wesentlicher
Baustein für vertrauenswürdige Mikroelektronik
auf Fertigungsebene. Hierbei
unterstützt BMG Unternehmen vor allem
mit einer verschlüsselten und gesicherten
Datenkommunikation, einer Echtzeit-
Transparenz und digitalen Überwachung
sowie Remote-wartungssicheren Systemen
mit Zugriffsschutz.
Vertrauenswürdige Mikroelektronik
in den Foren
Besonders der VDMA Mitaussteller „Chipdesign
Germany“ (Halle B2, Stand 461)
entführt Besucher der productronica in
die Welt der vertrauenswürdigen Mikroelektronik.
Der Stand bietet einen kompakten
Einblick in das deutsche Netzwerk
für Chipentwicklung. Besucherinnen und
Besucher können den Entwicklungsprozess
digitaler integrierter Schaltungen
nachvollziehen – von der Idee über das
Design bis hin zur fertigen Hardware. Exponate
können unter einem Digitalmikroskop
direkt betrachtet werden.
Das begleitende Rahmenprogramm
thematisiert vertrauenswürdige Mikroelektronik
auch in den Foren. Am 19. November
findet im Innovation Forum eine
Podiumsdiskussion mit dem Titel „Mikroelektronik
für sicherheitsrelevante Technologien
– welche Maßnahmen sind für
sichere Lieferketten notwendig?“ statt.
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EPP » 06 | 2025 7
» NEWS & HIGHLIGHTS
Ein Ziel der strategischen Roadmap erreicht
Kurtz Ersa steigt in
Semiconductor-Industrie ein
Der Maschinenbaukonzern Kurtz Ersa hat zum 1. September 2025 den Geschäftsbetrieb
des insolventen Anlagenbauers ATV Technologie mit Sitz in Vaterstetten bei München
übernommen. Für Kurtz Ersa ist dies der bereits seit längerem avisierte strategische Schritt
in den Markt von Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Alle Mitarbeiter von ATV
werden übernommen. ATV firmiert zukünftig unter Kurtz Ersa Semicon GmbH.
Kurtz Ersa Semicon (ehemals ATV) ist spezialisiert
auf die Entwicklung und den
Vertrieb von hochwertiger Vakuum-Lötsystemen,
die durch präzise Temperaturkontrolle
und exzellente Homogenität
überzeugen – essenziell für die Anforderungen
der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie.
Serienproduktion
für den Defense-Bereich
Das interdisziplinäre Team, bestehend aus
Ingenieuren, Physikern sowie Fachleuten
für Präzisionsmechanik und Elektrotechnik,
liefert maßgeschneiderte Lösungen
für Universitäten, Forschungsinstitute,
Labore und führende Produktionsunternehmen.
Für die Serienproduktion wurde
die SRO-i-Line entwickelt, die aufgrund
des Infrarot-Heizprinzips signifikante
Vorteile für die Fertigung von Halbleitern
bietet, insbesondere in wachsenden Zukunftsmärkten
wie Elektromobilität, Erneuerbaren
Energien und Defense. Innerhalb
der Wertschöpfungskette der Elektronikfertigung
gehe Kurtz Ersa damit,
nach eigenen Angaben, „ein Stück stromaufwärts“.
Durch das weltweite Vertriebs-, Service-
und Produktionsnetzwerk von Kurtz
Ersa öffnen sich für die Technologie von
ATV und deren Beschäftigte neue Türen.
Ziel des neuen Produktsegments ist – wie
bei allen Segmenten bei Kurtz Ersa –, eine
führende Rolle im relevanten Markt einzunehmen.
Hierzu soll das Produktprogramm
modularisiert, ausgebaut und global
vermarktet werden.
„Perfekter Einstieg in die
Semiconductor-Industrie“
Thomas Mühleck, CEO des Kurtz Ersa-
Konzerns, sieht im Know-how von ATV
„den perfekten Einstieg in die Semiconductor-Industrie,
den wir so schon seit
längerem in unserer strategischen Roadmap
haben. Das hohe technologische
Wissen der Mitarbeitenden passt hervorragend
zu unserem Anspruch, in unseren
Märkten die Nummer Eins für nachhaltige
Produktionslösungen zu sein.“
Dem schließt sich Dr. Michael Fischer,
der als CEO EPE die Business Unit „Electronics
Production Equipment“ bei Kurtz
Ersa verantwortet, an: „Die hohe Technologiekompetenz
bietet uns die Chance,
mit unserem globalen Kurtz Ersa-Netzwerk
deutliches Wachstum zu generieren.
Mögliches Synergiepotenzial liegt auch
bei der bereits im Konzern befindlichen
Automatisierungskompetenz für vor- und
nachgelagerte Prozesse rund um die
Halbleiterfertigung.“ Er freue sich schon
sehr auf die nächsten Schritte, so Fischer.
Er ist sich sicher, dass die Technologie von
ATV zukünftig ein wesentlicher Bestandteil
von Kurtz Ersa sein wird.
Bild: Kurtz Ersa
Knut Feil (Leitung Service/Support), Edda Maccarrone (Vertrieb) und Dr. Veit Große (CTO) von der
Kurtz Ersa Semicon GmbH und Rainer Krauss, Gesamtvertriebsleiter der Ersa GmbH (v.l.n.r.)
Kurtz Ersa Semicon
auf der productronica
Ein erster Auftritt der neuen Kurtz Ersa
Semicon GmbH ist im November auf der
Productronica in München geplant.
productronica: Halle A4, Stand 171
8 EPP » 06 | 2025
Thüringen als Ökosystem der Photonik-Industrie
Jenoptik baut Produktionskapazitäten in Jena aus
Die Halbleiterindustrie ist ein wichtiger
Kunde der Thüringer Jenoptik AG. Geliefert
werden optische Systeme – die Produktionskapazitäten
dafür sollen am Konzernsitz
in Jena erweitert werden.
Die Jenoptik AG baut ihre Produktionskapazitäten
am Konzernsitz in Jena aus. Es
gehe um die Fertigung optischer Komponenten
vor allem für Ausrüstungen der
Halbleiterindustrie, einem wichtigen Kunden
des Thüringer Unternehmens, sagte
Vorstandeschef Stefan Taeger bei einem
Besuch von Wirtschaftsministerin Colette
Boos-John (CDU). Investiert werde dafür
ein Betrag im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Vorgesehen sei, eine derzeit leerstehende
Halle in Jena-Göschwitz umzubauen und
auch in die Infrastruktur zu investieren.
Der Start für die Arbeiten werde voraussichtlich
im Sommer 2026 erfolgen. Die
Produktionsaufnahme sei in der zweiten
Jahreshälfte 2027 geplant. Für den umfassenden
Umbau seien je nach Marktentwicklung
zwei Stufen vorgesehen. Etwa
50 neue Arbeitsplätze würden entstehen.
Im Frühjahr hatte Jenoptik bereits in
Dresden eine neue Fabrik für Mikrooptiken
und Sensoren für die Halbleiterausrüstungsindustrie
eröffnete.
Der Jenoptik-Vorstand hatte bei der Vorlage
der Geschäftszahlen für das erste
Halbjahr 2025 die Erwartung geäußert,
dass sich die Nachfrage aus der Halbleiterindustrie
in der zweiten Jahreshälfte
belebt. Jenoptik peilt 2025 Erlöse etwa
auf dem Niveau des Vorjahres (1,12 Mrd.
Euro) an. In der ersten Jahreshälfte verringerte
sich der Umsatz des Jenoptik-
Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 7,8 Prozent auf 498,4 Millionen
Euro. Der Gewinn nach Steuern sank um
Bild: Foto: Michael Reichel/dpa
Colette Boos-John (CDU), Ministerin für Wirtschaft,
Landwirtschaft und Ländlicher Raum und
Stefan Traeger, Jenoptik-Vorstandsvorsitzender,
betrachten in einer Ausstellung ein Infrarotobjektiv.
37 Prozent auf 25,3 Millionen Euro.
Jenoptik beschäftigt rund 4.200 Menschen
im In- und Ausland. Der Konzern
gehört zu den wenigen börsennotierten
Technologieunternehmen in Ostdeutschland
und ist im MDax gelistet. (dpa)
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SEMICON: B1.213
productronica: A2.377
EPP » 06 | 2025 9
» NEWS & HIGHLIGHTS
Verteidigungsbranche
Neue Anforderungen
an die Elektronikfertigung
Die Anforderungen der Rüstungsindustrie an Elektronikfertiger sind
heraus-fordernd. Dabei geht es nicht nur um Qualität, sondern auch um
Geschwindigkeit, Resilienz und Eigenfertigung. Die Beschaffung von
Leiterplatten wird dabei zur Achillesferse für die meisten Projekte.
Die additive Fertigung kann hier eine Alternative bieten.
» Quelle: Keynote von Thomas Hagen, Grüninger Electronics, auf dem EPP-Forum SMT for AeroDef
Die Leiterplatte als
sicherheitskritisches Bauteil
Leiterplatten bilden das Rückgrat moderner Rüstungstechnologie
– von digitalen Funkgeräten über
Drohnenelektronik bis hin zu Hochfrequenzsystemen.
Doch Europa spielt bei der Fertigung hochkomplexer
Leiterplatten kaum noch eine Rolle: Laut einer aktuellen
McKinsey-Studie stammen 23 der 30 umsatzstärksten
Hersteller aus China und Taiwan. Nur ein
einziger Produzent aus Europa findet sich unter den
Top 30.
Diese Abhängigkeit ist sicherheitspolitisch problematisch.
„Wenn man prüft, woher die Leiterplatten
kommen, wird es schnell düster“, so Hagen. Leiterplatten
für sensible Datenübertragungstechnologie
oder militärische Sensorik zum Beispiel, lassen sich
nicht beliebig aus Fernost einkaufen – schon gar
nicht, wenn im Krisenfall schnelle Ersatzbeschaffung
oder Modifikationen notwendig sind.
Grüninger Electronics
bietet sowohl additiv
gefertigte Elektronikkomponenten
wie Leiterplatten,
Antennen,
HF-Bauelemente und
Filter als auch komplette
mechatronische
Baugruppen an.
In der Elektronikproduktion dominieren seit Jahren
Effizienz und Qualität als Treiber für Innovationen.
Doch die Verteidigungsbranche stellt noch weitere
Anforderungen – und zwingt die Elektronikfertiger
zum Umdenken. Komplexe Beschaffungsvorgaben,
sicherheitsrelevante Fertigungstiefen und extrem
kurze Entwicklungszyklen treffen auf regulatorische
Hürden und fehlende Infrastruktur in Europa. Thomas
Hagen, geschäftsführender Gesellschafter der Grüninger
Electronics GmbH, hat diese Herausforderungen
in seiner Keynote auf dem Forum SMT for Aero-
Def präzise umrissen.
Bild: Grüninger Electronics
Additive Fertigung als Alternative
Die additive Fertigung bietet hier eine technologische
Antwort. Sie ermöglicht nicht nur die schnelle
Herstellung von Prototypen, sondern auch die Produktion
serienreifer Baugruppen und sogar bestückter
Leiterplatten – unabhängig von klassischen Lieferketten.
Grüninger Electronics bietet sowohl additiv
gefertigte Elektronikkomponenten wie Leiterplatten,
Antennen, HF-Bauelemente und Filter als auch
komplette mechatronische Baugruppen an. Die eingesetzte
Technologie ermöglicht eine höhere Signalintegrität
durch reduzierte Reflexionen und Verluste.
Dank gezielter EMV-Schirmung und koaxialer Leitungsführung
wird „Übersprechen“ effektiv vermieden.
Zudem lassen sich passive Filtersysteme ohne
aufwendige manuelle Abstimmung realisieren und
mechatronische Funktionen direkt in elektronische
Strukturen integrieren. Ein Prototyp aus diesem Ver-
10 EPP » 06 | 2025
fahren war in fünf Tagen gefertigt und bestückt – inklusive
Design, Fertigung und Funktionstest. Zum
Vergleich: Bei konventioneller Beschaffung lag die
Vorlaufzeit bei 15 Tagen – ohne Bestückung. „Geschwindigkeit
wird zum kriegsentscheidenden Faktor“,
betont Hagen.
Bedarf wächst schneller
als Strukturen
Gleichzeitig reduziert additive Fertigung Materialeinsatz,
Abfall und Energiebedarf drastisch: Der Ressourcenverbrauch
liegt laut
Unternehmensangaben bei
bis zu 98 % unter dem klassischer
Fertigung.
Der Markt wächst. Der weltweite
Bedarf an additiv gefertigten
Komponenten für
militärische Anwendungen
wird in den kommenden
Jahren auf mehr als 2,6 Mrd.
USD geschätzt. Die Zahlen
aus der Ukraine sprechen für
sich: Es sind Fertigungskapazitäten
für bis zu 1.000
Drohnen täglich mit einem
Budget von sechs Milliarden
Euro und über 200 Herstellern
geplant.
Die additive Fertigung ermöglicht nicht nur die schnelle Herstellung von Prototypen, sondern
auch die Produktion serienreifer Baugruppen und sogar bestückter Leiterplatten –
unabhängig von klassischen Lieferketten.
Wenn es gereinigt werden kann,
können wir es reinigen!
Bild: Grüninger Electronics
Ihr kostenloses Ticket
zur
Resilienz beginnt
mit Elektronik
Resilienz und Souveränität
beginnen nicht erst beim
fertigen System, sondern in
der Elektronikfertigung. Wer
kritische Komponenten nicht
selbst bauen kann, bleibt abhängig
– technologisch,
wirtschaftlich und politisch.
Für die mittelständischen
Elektronikfertiger bedeutet
das: sie müssen Fertigungstiefe
aufbauen, Rapid Prototyping
beherrschen und additive
Verfahren einsetzen.
Doch das gelingt nur mit
politischen Rahmenbedingungen,
die Innovation ermöglichen,
statt sie zu behindern.
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EPP » 06 | 2025 11
» MESSEN & VERANSTALTUNGEN
Elektronikfertigung im Automation Center Stuttgart
Inspektion trifft Automation
Omron hat sein neues Automation Center Stuttgart offiziell in Betrieb
genommen. Ziel ist es, Kunden aus der DACH-Region praxisnah bei der
Entwicklung und Validierung von Inspektions- und Automatisierungslösungen
zu unterstützen. Elektronikfertiger können dort ihre Fertigungsprozesse
gezielt analysieren und optimieren lassen.
Varianten steigen, Losgrößen sinken
und Fachkräfte fehlen und trotzdem
darf die Qualität nicht nachlassen. Omron
begegnet diesen Herausforderungen mit seinem
Automatisierungsansatz: Inspektionslösungen
wie SPI, AOI und AXI werden dabei
mit Robotik und Software-Tools verzahnt.
Die Grundlage dafür zeigt Omron im neuen
Automation Center Stuttgart, das seit
April 2025 Kunden aus der DACH-Region offensteht.
Dort erleben Besucher nicht nur
Demogeräte – sondern Prozesse, die sich auf
ihre Produktion übertragen lassen. „Wir verstehen
das hier nicht als Showroom, sondern
als Kundenzentrum für echte Lösungen“,
sagt Peter Ehl, Geschäftsführer des Centers.
In der Elektronikfertigung stehen insbesondere
die Inspektionssysteme für SPI, AOI
und AXI im Fokus. AXI-Systeme wie das
VT-X750 ermöglichen die dreidimensionale
Durchleuchtung verdeckter Lötstellen und
erkennen zuverlässig Voids, ungenügende
Füllungen oder Head-in-Pillow-Fehler mithilfe
modernster CT-Technik. Für komplexe
Strukturen wie SiP-Module, BGAs oder
Press-Fit-Kontakte bietet Omron mit Systemen
wie dem VT-X950 leistungsfähige Inline-Lösungen
– eine Schlüsseltechnologie
für anspruchsvolle Back-End-Prozesse in der
Halbleiterfertigung.
Proof of Concept
für Kundenbauteile
Im Automation Center stehen Demo-Bereiche
mit realen Produktionslinien, an denen
Kunden die Omron-Technik entlang der
kompletten Wertschöpfungskette erleben
können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem
sogenannten Proof-of-Concept-Bereich:
„Wir wollen nicht nur demonstrieren, sondern
gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten“,
so Ehl. „Dazu gehören echte Machbarkeitsstudien
mit Mustern von Kunden.“ Ziel
ist es, anhand von realen Baugruppen zu
prüfen, ob Inspektionssystene den Spezifikationen
und Anforderungen der Kunden entsprechen.
Globales Netzwerk
Das Omron Automation Center Stuttgart ist
Teil eines globalen Netzwerks von derzeit 48
Automation Centern und Proof-of-Concept-
Laboren, die Kunden weltweit unterstützen.
Auf einer Fläche von 2.372 Quadratmetern
und nur wenige Minuten vom Flughafen
Stuttgart entfernt arbeitet ein erfahrenes
Expertenteam. Die Spezialisten verfügen
über Expertise in branchenspezifischen Lösungen
in Bereichen wie Sensorik, Steuerung,
Bildverarbeitung, Sicherheit, Robotik
und KI-gesteuerte Technologie.
Peter Ehl: „Wir bei Omron glauben, dass
Zusammenarbeit die Grundlage der besten
Innovationen ist. Das Besondere an diesem
Automation Center ist, dass es von Grund
auf speziell für Omron gebaut wurde. Alles
wurde mit Blick auf unsere Kunden konzipiert
– um eine Umgebung zu schaffen, in
der wir zusammenarbeiten, testen und Automatisierungslösungen
für die industrielle
Praxis weiterentwickeln können.“
Bild: Rindle/Konradin
Das Omron Automation Center in Stuttgart will Innovation und
Kollaboration in der Industrie vorantreiben.
„Wir verstehen das hier nicht als Showroom, sondern als Kundenzentrum für
echte Lösungen“, sagt Peter Ehl, Geschäftsführer des Centers.
Bild: Bild: Rindle/Konradin
12 EPP » 06 | 2025
33. FED-Konferenz bringt Design, Fertigung und Management zusammen
Starke Verbindungen im Fokus
Die 33. FED-Konferenz, das zentrale Jahrestreffen der
Elektronikbranche, fand am 24. und 25. September
2025 in der Hansestadt Lübeck statt. Mehr als 340
Fachleute, Experten und Entscheider aus Industrie
und angewandter Forschung kamen zusammen, um
sich über Trends und Innovationen in den Bereichen
Design, Fertigung und Management auszutauschen.
Die diesjährige Konferenz, organisiert vom Fachverband
Elektronikdesign und -fertigung e. V. (FED),
stand unter dem Motto „Starke Verbindungen – Design,
Fertigung und Management im Dialog“. In seiner
Eröffnungsrede betonte der FED-Vorstandsvorsitzende
Dieter Müller, dass die FED-Konferenz die optimale
Plattform sei, um sich gerade in Krisenzeiten
über Perspektiven, Strategien und Lösungen innerhalb
der Lieferkette auszutauschen.
In vier parallelen Vortragsslots konnten sich die mehr
als 340 Teilnehmenden in 48 praxisorientierten
Fachbeiträgen über Entwicklungen in den Bereichen
Leiterplattendesign und -fertigung, allgemeine Verbindungstechnik
sowie Fertigung und Management
informieren. Erstmals wurden auch mehrere englischsprachige
Vorträge angeboten, die gleichmäßig
über beide Konferenztage verteilt waren.
Ein thematischer Schwerpunkt war die 3D-Elektronik.
Der FED-Arbeitskreis 3D-Elektronik gab in fünf
Vorträgen Einblicke in neue Entwicklungen bei Tools,
additiven Fertigungsprozessen und Materialien in der
dreidimensionalen Aufbau- und Verbindungstechnik.
Unternehmergeist und KI
In der Eröffnungs-Keynote sprach Manfred Garz, Unternehmer,
Investor und Business Angel, von seinen
Gründertätigkeiten in der Elektronikbranche und plädierte
für unternehmerisches Handeln – gerade in
Zeiten des Wandels und der Disruption. Anhand von
konkreten Beispielen zeigte er, dass konsequentes
„Selber machen“ letztendlich zum Erfolg führt. Ein
weiteres Highlight war am 2. Konferenztag der Vortrag
von Dr. Henning Beck, Neurowissenschaftler und
Bestsellerautor. Unter dem Titel „KI – Mensch gegen
Maschine“ nahm er die Teilnehmenden mit auf eine
spannende Reise durch das menschliche Gehirn. Er
beleuchtete die wesentlichen Unterschiede zwischen
menschlichem Denken und der Funktionsweise von
Algorithmen. Dabei zeigte er auf, wie dieses Wissen
gezielt zur Schaffung echter Innovationen genutzt
werden kann, besonders im Kontext der zunehmenden
Bedeutung von Künstlicher Intelligenz.
Die 34. FED-Konferenz findet am 23. und 24. September
2026 in Bamberg statt.
Der FED-Vorstandsvorsitzende Dieter Müller bei der Begrüßungsrede der 33. FED-Konferenz.
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EPP » 06 | 2025 13
TITEL » Löttechnik
Bild: Kurtz Ersa, M. Schäfer
VERSAFLOW FIVE und POWERFLOW FIVE punkten mit Flexibilität und Effizienz
Neue Maßstäbe
in der Löttechnik
14 EPP » 06 | 2025
Zwei Baugruppen mit 320 mm Länge nebeneinander, oder
ein Board mit bis zu 685 mm Länge – das neue VERSAFLEX
2.0-Modul der VERSAFLOW FIVE bietet maximale Flexibilität
und punktet mit energieeffizienter Matrixheizung.
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel
Beide Systeme folgen einer gemeinsamen Philosophie:
maximale Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche
Produktionsanforderungen zur Gewährleistung
höchster Lötqualität bei gleichzeitiger
Minimierung des Ressourcenverbrauchs. Während
die VERSAFLOW FIVE als selektives Lötsystem komplexe
Mischbestückungen und variable Produktionsvolumen
bewältigt, ergänzt die Wellenlötanlage
POWERFLOW FIVE das Portfolio für Durchlaufprozesse
mit hohem Durchsatz.
Die Elektronikfertigung steht vor
komplexen Herausforderungen:
steigende Variantenvielfalt, höhere
Qualitätsanforderungen und gleichzeitig
der Druck, Produktionskosten zu
senken und nachhaltiger zu produzieren.
Ersa bietet zwei innovative Lötsysteme,
die neue Standards in puncto
Flexibilität, Energieeffizienz und
Betriebskosten setzen.
» Autoren: Patrick Stumpf und Robert Schirrmacher,
Produktmanagement Ersa GmbH
Selektive Löttechnik neu definiert
Die VERSAFLOW FIVE optimiert das selektive Löten
durch mehrere Schlüsseltechnologien, die ergänzend
ineinandergreifen:
VERSAFLEX 2.0 – autonome Parallelverarbeitung
– Das weiterentwickelte VERSAFLEX Modul ermöglicht
die vollständig unabhängige Bearbeitung von
Leiterplatten durch zwei separate Löttiegel im gleichen
Lötmodul. Jedes Achsportal führt sein Programm
vollständig autonom aus, ohne dass eine
Synchronisierung erforderlich ist. Erstmals erreichen
beide Löttiegel die gesamte Lötfläche von 685 x 508
mm. Die Kollisionsüberwachung gewährleistet dabei
sichere Verfahrwege der beiden Löttiegel. Diese Entkopplung
der Systeme schafft nicht nur höhere
Durchsatzraten, sondern ermöglicht auch die gleichzeitige
Bearbeitung unterschiedlicher Lötaufgaben in
einem Arbeitsraum.
Erweiterte PCB-Formatflexibilität – Mit einer maximalen
Leiterplattenlänge von 685 mm (+30 % gegenüber
anderen Selektivlötanlagen) und einer optimierten
Verarbeitung von zwei Flachbaugruppen mit
bis zu 320 mm Länge bietet die VERSAFLOW FIVE
ideale Produktionsbedingungen für ein außergewöhnlich
breites Spektrum von Baugruppen. Die
neue robustere z-Achse mit 110 mm Hub erweitert
die Einsatzmöglichkeiten für komplexe Applikationen
mit hohen Bauteilen erheblich.
EPP » 06 | 2025 15
TITEL » Löttechnik
Matrix-Heizsystem – Die Vorheizung der VERSA-
FLOW FIVE wurde als Matrix gestaltet. Mit diesem
innovativen Heizsystem lassen sich die Infrarotstrahler
der Heizfläche in sechs separate Segmente unterteilen,
die individuell angesteuert werden können.
Automatisierte Systemkomponenten – Die automatische
Fluxdüsenreinigung reduziert den Bedarf
an manuellen Eingriffen deutlich, da sie Verschmutzungen
an Dropjet-Sprühköpfen selbstständig entfernt
und so die Sprühqualität konstant hält. Gerade
in Phasen mit geringer Personalverfügbarkeit – etwa
in Nachtschichten oder beim Linienanlauf – sorgt sie
für eine hohe Prozesssicherheit und minimiert Stillstandszeiten.
Der automatische Düsenwechsler ermöglicht den
Wechsel von Lötdüsen ohne manuelle Eingriffe. Die
Maschine rüstet selbstständig auf die im Lötprogramm
geforderte Düsengeometrie um – sowohl im
laufenden Betrieb als auch beim Rüsten für neue
Aufträge – und steigert damit Verfügbarkeit und Prozesssicherheit.
Modulbezogene LED-Streifen direkt an den jeweiligen
Maschinenmodulen dienen als visuelle Statusanzeige.
Sie ermöglichen es dem Bedienpersonal, auf
einen Blick den aktuellen Betriebszustand zu erkennen.
Dadurch können manuelle Eingriffe gezielt und
schneller erfolgen, ohne dass der Bediener zunächst
an der HMI nachsehen muss. Dies erhöht die Effizienz
bei Rüst- und Wartungsvorgängen und reduziert
Stillstandszeiten.
Wellenlöten der
nächsten Generation
Die POWERFLOW FIVE kombiniert Bewährtes mit innovativen
Technologien:
Dynamische Z-Achsen-Steuerung und sequenzielles
Löten per Düsenhöhenverstellung – Die POWER-
FLOW FIVE kommt mit einer neuen dynamischen
z-Achsensteuerung zum sequenziellen Löten. Die neue
z-Achse ermöglicht Abstände zwischen Wellenformer
und Flachbaugruppe von 5 bis 18 mm. Beide Wellenformer
lassen sich unabhängig voneinander in der Höhe
verstellen. Das Ganze erfolgt programmgesteuert
und adressiert die zunehmende Herausforderung gemischter
Bestückungen, bei denen Leistungselektronik
und digitale Komponenten unterschiedliche thermische
Anforderungen stellen. Auch beim Einsatz von
Lötmasken bietet die dynamische z-Achse mehr Möglichkeiten.
Zudem wurde die Verfahrgeschwindigkeit
der Achse deutlich gesteigert, sodass das sequenzielle
Löten noch flexibler nutzbar wird. Durch eine neuartige
Regelungskompensation wird die Wellenhöhe auch
beim Verfahren von Tiegel und Wellenformer in allen
kombinierbaren Szenarien stabil gehalten.
Automatische Wellenhöhenkontrolle und -anpassung
- Ein konstanter Überlauf an den Wellenformern
gewährleistet reproduzierbare Lötergebnisse
unabhängig von Störgrößen. Daher ist bei der
POWERFLOW FIVE an der Lötwelle Messtechnologie
integriert, die in regelmäßigen Abständen die Lötwellenhöhe
kontrolliert und bei Bedarf den Lotüberlauf
automatisch anpasst. So ist eine gleichmäßige
Benetzung und ein konstanter Druck am Düsenaustritt
gewährleistet.
Hybrid-Heiztechnologie – Die Kombination aus
Mittelwellen-Strahlung und Konvektion steigert die
Wärmeübertragungseffizienz der Heizkassetten um
bis zu 30 % bei gleichem Energieverbrauch.
SMART IR Radiation – Acht paarweise steuerbare
Infrarotstrahler schalten automatisch in den Standby-Modus,
sobald die Flachbaugruppe das nächste
Infrarot-Strahlerpaar erreicht. Diese intelligente
Steuerung reduziert den Energieverbrauch der Heizung
um bis zu 10 %.
Kosteneffizienz und Prozessstabilität – die automatische
Fluxdüsenreinigung gewährleistet automatisch konstante
Sprühqualität.
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel
Ein weiterer Schritt in Richtung autonome Produktion – der
automatische Düsenwechsler ermöglicht Produktwechsel ohne
manuellen Eingriff.
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel
16 EPP » 06 | 2025
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel.
VERSAFLOW FIVE – Das neue Flaggschiff für ultimatives Selektivlöten von Weltmarktführer Ersa. Modulbezogene LED-Streifen direkt an den jeweiligen
Maschinenmodulen dienen als visuelle Statusanzeige.
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel
Die Hybrid-Heizung der POWERFLOW FIVE steigert die
Wärmeübertragungseffizienz bis zu 30 Prozent.
SMART ELEMENTS Prozessgasreinigung – Diese
Technologie der POWERFLOW FIVE verlängert Betriebszeiten
durch reduzierte Kontamination um bis
zu 30 %, was sowohl Energiekosten für häufige Reinigungszyklen
als auch Produktionsausfälle minimiert.
Die granulierte Absorptionstechnologie senkt
Rückstände um bis zu 60 % und verbessert gleichzeitig
die Lötqualität.
Flexibilität als Wettbewerbsvorteil
Die beiden FIVE-Modelle ermöglichen messbaren
Verbesserungen: Die VERSAFLOW FIVE ermöglicht
durch VERSAFLEX 2.0 die gleichzeitige Bearbeitung
unterschiedlicher Lötaufgaben in einem Modul. Dies
bedeutet konkret: Während ein Tiegel beispielsweise
eine komplexe Automotive-Steuerplatine bearbeitet,
kann der zweite Tiegel parallel eine Medizintechnik-
Anwendung löten – ohne Wartezeiten oder Rüstvorgänge.
In Versuchen konnte eine Effizienzsteigerung
von bis zu 40 % bei gemischten Produktionschargen
erreicht werden.
Das erweiterte Spektrum an Leiterplattenformaten,
die sich mit der VERSAFLOW FIVE löten lassen, reduziert
die Notwendigkeit verschiedener Maschinentypen
erheblich. Ein einziges System kann sowohl klei-
ne Sensorplatinen als auch große Leistungsbaugruppen
wie Inverter oder On-Board-Charger verarbeiten,
was Investitionskosten senkt und die Produktionsplanung
vereinfacht.
Die verlängerte z-Achse bietet nun einen maximalen
Hub von 110 mm und erlaubt damit hohe Bauteile
auf der Lötseite. In Kombination mit langen Lötdüsen
lassen sich andere Lötebenen erreichen, was das
Löten in tiefen Gehäusen und ähnlichen Applikationen
ermöglicht.
Auch Teil der neuen Flexibilität ist die optimierte
Ablaufsteuerung des PCB-Handlings, die sehr hohe
Durchsatzraten für kleinere Leiterplatten bis 320 mm
ermöglicht. Flexibilität und höchste Produktivität
sind also kein Widerspruch in der VERSAFLOW FIVE.
Bei der POWERFLOW FIVE ermöglicht die dynamische
Düsenhöhenverstellung eine neue Flexibilität
für die optimale Verarbeitung von Mischbestückungen.
Durch die Veränderung des Düsenabstands zur
Leiterplattenunterseite, verbunden mit Wellen-Drehzahl-Anpassung,
kann sowohl die Wärmeübertragung
wie auch die Lotkontaktzeit verändert werden.
Ein breiteres Spektrum an Baugruppen bedingt
auch Anpassungen am Transport. Die POWERFLOW
FIVE implementiert neue Heavy-Duty-Transportsysteme
für Leiterplatten bis 25 kg, welche die Wartungsintervalle
weiter verlängern und deren Verschleißteile
sich schnell und einfach austauschen
lassen.
Energieeffizienz
durch adaptive Systeme
Das neue Matrix-Heizsystem der VERSAFLOW FIVE
ermöglicht eine adaptive Wärmeeinbringung in der
Vorheizung. Nur die tatsächlich benötigten Heizzonen
werden aktiviert, was den Energieverbrauch proportional
zur beheizten Fläche senkt. Die Einsparung
ist daher produktabhängig, aber in einem konventio-
EPP » 06 | 2025 17
TITEL » Löttechnik
nellen Produktionsmix sind durchschnittlich 20 %
Energieeinsparung bei den Infrarotstrahlern möglich.
Da die Infrarotstrahler in der Regel der größte Energieverbraucher
in einem Selektivlötsystem sind, ist
das Einsparpotential erheblich.
Die POWERFLOW FIVE erzielt durch die Hybrid-
Heiztechnologie ebenfalls eine enorme Effizienzsteigerung
bei der Wärmeübertragung. In Kombination
mit der individuellen Steuerung der Infrarotstrahler
resultiert dies in einer Energieeinsparung der Vorheizung
von durchschnittlich 10 % gegenüber herkömmlichen
Systemen.
Auch die Maßnahmen zur Reduzierung von Wartungs-
und Stillstandszeiten bei beiden Anlagen verbessern
die Nutzungszeit und Energieeffizienz. Denn
unproduktive Zeiten gehören zu den wichtigen Faktoren
bei der Optimierung des CO 2
-Fußabdruck eines
Produktes.
TCO-Optimierung
durch Automatisierung
Der automatische Düsenwechsler der VERSAFLOW
FIVE reduziert Stillstandszeiten für manuelle Rüstvorgänge
deutlich. So waren in einer High Mix/Low
Volume-Fertigung Fertigung durchschnittlich drei
Schichten ohne manuellen Eingriff möglich, bei zwei
bis drei Produktwechseln pro Schicht. Die Investition
amortisiert sich in einer typischen Fertigung bereits
nach wenigen Monaten durch eingesparte Personalkosten
und erhöhte Maschinenverfügbarkeit. Außerdem
erhöht sich die Prozesssicherheit durch den Verzicht
auf manuelle Eingriffe. Die Düsen werden stets
gleich und in optimaler Art und Weise gerüstet.
Die automatische Fluxdüsenreinigung gewährleistet
konstante Sprühqualität ohne manuelle Eingriffe.
Dies reduziert nicht nur Personalkosten, sondern minimiert
auch Ausschuss durch ungleichmäßige Flussmittelverteilung.
Der menschliche Einfluss wird reduziert,
die Prozessstabilität und -sicherheit verbessert.
Das neue Statusanzeigen-Konzept, das den Status
der einzelnen Module mittels LED-Streifen anzeigt,
hilft dabei, Wartungsarbeiten schneller und vor allem
noch zielgerichteter starten zu können. Für das Personal
in der Fertigung soll auf einen Blick klar sein, in
welchem Zustand sich jedes Modul augenblicklich
befindet.
Bei der POWERFLOW FIVE ermöglicht die Wellenhöhenkontrolle
eine dauerhaft stabile Überlaufhöhe
des Lots am Wellenformer, was zu besser reproduzierbaren
Lötergebnissen führt und somit Ausschusskosten
reduziert.
Die erweiterten Wartungsintervalle durch das verschleißarme
Heavy-Duty-Transportsystem senken die
laufenden Betriebskosten zusätzlich. Die SMART ELE-
MENTS Prozessgasreinigung verlängert die Betriebszeiten
durch das Filtern von Verunreinigungen, die
sich sonst in der Maschine niederschlagen. In den
Versuchen konnten die Rückstände um bis zu 60 %
reduziert werden.
Nachhaltiger Erfolg
durch intelligente Technologie
Flexibilität als Zukunftssicherung - Beide Systeme
adressieren den dramatischen Wandel in der Elektronikfertigung
hin zu höherer Variantenvielfalt und
kürzeren Produktlebenszyklen. Die VERSAFLOW FIVE
mit ihrer Fähigkeit zur parallelen Bearbeitung unterschiedlicher
Produkte und die POWERFLOW FIVE mit
ihrer Anpassungsfähigkeit an verschiedene Bauteiltypen
bieten Fertigungsunternehmen die notwendige
Flexibilität, um auf Marktveränderungen schnell reagieren
zu können.
Energieeffizienz als Nachhaltigkeitsfaktor und
Wettbewerbsvorteil - Die implementierten Energiespartechnologien
gehen über reine Kosteneinsparungen
hinaus. Sie leisten einen messbaren Beitrag
zur Reduzierung des CO 2 -Fußabdrucks in der Elektronikfertigung.
Für die POWERFLOW FIVE konnte bei
einer Kombination aller Maßnahmen für eine typische
Produktion eine Energieeinsparung von 10 %
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel
POWERFLOW FIVE – Das neue Flaggschiff für ultimatives Wellenlöten von Ersa.
18 EPP » 06 | 2025
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel
Signifikante Energieeinsparung – SMART IR Radiation: Acht
paarweise steuerbare Infrarotstrahler schalten automatisch in
den Standby-Modus, sobald die Flachbaugruppe das nächste
Infrarot-Strahlerpaar erreicht.
Bild: Ersa GmbH; D. Hartel
Der Revolver des automatischen Düsenwechslers der VERSA-
FLOW FIVE kann mit 16 Lötdüsen bestückt werden, die sich
ohne manuellen Eingriff im Löttiegel einsetzen lassen.
ermittelt werden. Das entspricht bei einer typischen
Jahresproduktion einer CO 2 -Reduktion von mehreren
Tonnen.
In Zeiten steigender Energiekosten wird Energieeffizienz
zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Unternehmen, die heute in energieeffiziente Löttechnologie
investieren, sichern sich langfristige
Kostenvorteile und erfüllen gleichzeitig steigende
Nachhaltigkeitsanforderungen ihrer Kunden.
Gerüstet für die Zukunft - Sowohl VERSAFLOW FI-
VE als auch POWERFLOW FIVE verfügen über die
neuesten Software-Features von Ersa. Beide nutzen
die preisgekrönte ERSASOFT 5 Bedienoberfläche.
HERMES und IPC-CFX Schnittstellen sind, wie weitere
MES-Anbindungen, verfügbar, ebenso wie die Anbindung
an Kurtz Ersa CONNECT. Zusätzlich zu den
smarten Features in der digitalen Welt unterstützt
die VERSAFLOW FIVE den Shopfloor noch mit ihrer
intelligenten Statusanzeige auf Modulebene.
Fazit
Die VERSAFLOW FIVE und POWERFLOW FIVE markieren
den nächsten großen Schritt in der Löttechnik.
Sie beweisen, dass höchste technische Performance,
wirtschaftliche Effizienz und ökologische Verantwortung
keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig
verstärken können. Für Elektronikfertiger bedeutet
dies: Investitionen in diese Technologien sind nicht
nur Investitionen in die Produktivität von heute, sondern
in die Wettbewerbsfähigkeit von morgen.
Die konsequente Ausrichtung auf Flexibilität, Energieeffizienz
und TCO-Optimierung macht beide Systeme
zu zukunftssicheren Lösungen, die den steigenden
Anforderungen der Elektronikfertigung gewachsen
sind und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur
nachhaltigen Produktion leisten. In Kombination mit
den zahlreichen Added Values von Kurtz Ersa entsteht
so ein unschlagbares Gesamtpaket.
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EPP » 06 | 2025 19
» EMS INSIGHT – BLICK IN DIE FERTIGUNG
Regional - vernetzt - lösungsstark - AXON Electronics
„Maschinenpark und Prozessdenken
auf höchstem Niveau“
Viele Lebensläufe in der EMS-Branche verlaufen ziemlich gradlinig: Ausbildung,
Studium, Einstieg mit nachfolgenden Aufstieg. Bei AXON Electronics aus Inning
am Ammersee jedoch begann alles anders – mit einer Begegnung, die zu einer
Erfolgsgeschichte wurde, wie sie nur das wahre Leben schreiben kann.
» Autorin: Doris Jetter
Gründer und damaligen Eigentümer des Elektronik-
Dienstleisters, der mir damals die IT-Leitung als Minijobber
anbot.“ Und was zunächst als Minijob begann,
entwickelte sich schnell zu mehr: Aus beruflichen
Gesprächen am Wochenende und technischem Austausch
wurde eine feste Größe. „Frank und ich haben
damals viel zusammengesessen. Anfangs ging es um
IT-Themen, aber immer mehr fragte ich auch: Was
macht AXON eigentlich genau und welche Prozesse
sind wichtig? Frank hat mir alles geduldig erklärt und
so erlangte ich zunehmend das Verständnis, was die
Branche ausmacht und wie die Abläufe ticken.“
Bild: Doris Jetter
Der heutige Inhaber von Axon Electronics Martin Mader-Albrecht hatte ursprünglich ganz
andere Pläne für sein Berufsleben.
Vom glücklichen Zufall über den Minijob zur erfolgreichen
Unternehmensnachfolge – so prägen
persönliche Begegnungen und Prozessdenken
ein Unternehmen nachhaltig. Denn der heutige Inhaber
Martin Mader-Albrecht hatte ursprünglich ganz
andere Pläne. Als gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann
sowie Fachinformatiker mit späterem
betriebswirtschaftlichem Studium der Fachrichtung
Wirtschaftsinformatik faszinierte ihn von Anfang an
weniger das Programmieren als die Frage: Wie greifen
eigentlich Prozesse und Abläufe in Unternehmen
ineinander, wo sind die Schnittstellen, wo kann man
durch kluge Workflows echten Mehrwert schaffen?
„Nicht geplant, sondern eben über einen glücklichen
Zufall kam ich in die Branche“, erklärt der heutige
Inhaber. „Denn ich kannte Frank Schlotz, den
Vom sicheren Hafen
in unbekannte Gewässer
Die erste vorsichtige Anfrage von Frank Schlotz, ob er
sich vorstellen könne, ganz zu AXON zu wechseln,
lehnte der heutige Geschäftsführer damals noch ab.
Kein Wunder, er war in seinem noch jungen Alter bereits
in einer verantwortlichen Position bei einem
etablierten Mittelständler tätig und hatte sich dort
bereits ein beachtliches Standing erarbeitet – mit
gerade mal Anfang 20. „Ich war in meinem Bereich
als kaufmännischer Informatiker mit meinen zwei
abgeschlossenen Ausbildungen kein klassischer Lehrling
mehr. Mir gefiel meine Rolle, hatte Verantwortung
und Freiheiten, das wollte ich nicht so schnell
aufgeben.“
Doch das Interesse an AXON ließ Martin Mader-
Albrecht nicht los. Die Prozesse, die Menschen und
die Chance, etwas Eigenes aufzubauen, reizten immer
mehr. Als nach einem halben Jahr die Frage erneut
kam, rang er sich durch und wechselte in Vollzeit
zum Elektronik-Dienstleister. „Frank teilte damals
mit, dass er einen Nachfolger suche. Die Idee
war insofern: Ich steige erst ein, lerne das Geschäft
intensiv kennen und nach ein bis zwei Jahren entscheiden
wir gemeinsam, ob das passt.“
20 EPP » 06 | 2025
Der Sprung ins kalte Wasser
Schon nach etwa einem Jahr liefen nahezu alle Kunden-
und Lieferantenkontakte über Martin Mader-
Albrecht, Frank Schlotz zog sich Stück für Stück zurück,
um den Weg für eine Nachfolge zu ebnen. Die
Übernahme wurde – typisch für AXON – pragmatisch,
mutig und ohne große Absicherungen umgesetzt.
„Der Businessplan wurde geschrieben und gemeinsam
ein Weg gefunden, der bei der Bank gut ankam.
Der Schuldenberg hat mich nie beängstigt, weil
ich das Unternehmen kannte und wusste: Das bringe
ich wieder ins Lot.“ Mit der
letzten Überweisung an
Frank Schlotz war er
schließlich endgültig raus.
Die Übergabe verlief für
Kunden und die vielen Mitarbeitenden
nahezu unbemerkt.
„Für mich war das
ein großes Glück, da ich auf
bestehende Strukturen aufbauen,
aber auch meine eigenen
Ideen und Schwerpunkte
einbringen, konnte.“
Bild: Doris Jetter
Axon Electronics ist regional stark verwurzelt ist: Mehr als 95 Prozent der Umsätze
stammen von Kunden, die nicht weiter als eine Autostunde entfernt sind.
Hinter Hightech steckt immer Präzision.
Mit Prozessen
zu Wachstum
Wer einmal den Maschinenpark
gesehen hat, versteht
schnell: Hier steckt
nicht nur Technik, sondern
auch eine klare Haltung dahinter.
Modern, vielseitig
und auf sehr hohem Niveau
ausgestattet – das ist die
Basis. Aber entscheidend
ist, wie man damit umgeht.
„Für mich heißt das: Prozessdenken.
Welche Schritte
braucht es, um ein Ziel
zu erreichen? Was braucht
es, damit ein Produkt am
Ende genau das kann, was
der Kunde erwartet? Diese
Fragen treiben mich an.
Wichtig ist für mich, im Gespräch
zu bleiben. Ich frage
nach, manchmal auch
scheinbar ‚dumme Fragen‘
– aber genau dadurch versteht
man die Anwendungen
der Kunden besser. Ich
interessiere mich für fast
alles und nehme jedes neue
Zum Anwenderbericht
Wenn Hightech-Lieferketten reißen, gibt es
meist einen Verantwortlichen: den Mikrochip.
Ohne ihn geht gar nichts. Dafür, dass
seine Produktion auch in Deutschland auf
Hochtouren läuft, sorgen einige Hidden
Champions der Republik – mit automatisierten
Bearbeitungszentren von HERMLE.
www.hermle.de
EPP » 06 | 2025 21
» EMS INSIGHT – BLICK IN DIE FERTIGUNG
Die Firmenübernahme wurde – typisch
für Axon – pragmatisch, mutig und
ohne große Absicherungen umgesetzt.
Bild: Doris Jetter
Wissen nach wie vor gerne mit. Zudem begleitet
mich die Leidenschaft für Maschinen seit Kindheitstagen.
Das liegt vielleicht auch daran, dass mein Vater
Feinmechaniker ist und ich früh erlebt habe, wie
viel Präzision in diesem Handwerk steckt. So kam
eins zum anderen: Die Begeisterung für Technik, das
Sammeln von Maschinen, das Austesten von Möglichkeiten.
Heute verbinde ich moderne Maschinen,
Anwendungen und Prozesse, finde so schnell saubere
Lösungen, so dass wir mit unserem Equipment problemlos
mit den „Großen“ mithalten können.“
Der Hersteller von elektronischen Geräten ist seitdem
kontinuierlich und nachhaltig gewachsen, von
10 auf heute 30 Mitarbeiter, von etwa 1,5 auf rund 6
Millionen Euro Umsatz. Das Wachstum war dabei nie
Selbstzweck, sondern stets Mittel zum Zweck: „Wir
wollten nie sprunghaft wachsen“, wie der Geschäftsführer
betont, „sondern gezielt eine möglichst breite
Kundenbasis aufbauen. Es ging uns immer um Partnerschaften
auf Augenhöhe, nicht um Abhängig -
keiten.“
Stark in der Region verwurzelt
Daher kaum verwunderlich, dass das Unternehmen
heute vor allem regional stark verwurzelt ist. Mehr
als 95 Prozent der Umsätze stammen von Kunden,
die nicht weiter als eine Autostunde entfernt sind.
„Für uns sind die Branchen fast nebensächlich.
Hauptsache, der Kontakt ist eng und persönlich.
Denn unsere Stärke ist die Nähe zum Kunden: Wir
können direkt zusammensitzen, Anwendungen
durchsprechen und so Projekte rasch voranbringen.
Gerade die Nähe und Flexibilität machen uns so
zur ersten Wahl für viele kleine und mittlere Unternehmen,
für die große EMS-Anbieter oft zu unpersönlich,
kleine zu spezialisiert sind. Wir wollten bewusst
nicht mit den ganz Großen konkurrieren, etwa
in der Automotive-Branche, wo der Preisdruck enorm
ist und Kundenbeziehungen oft anonym bleiben. Uns
war es ausgesprochen wichtig, als zuverlässiger Partner
für kleine und mittlere Unternehmen in der Region
wahrgenommen zu werden. Wir arbeiten viel für
Messtechnik, Medizintechnik, aber auch für Spezial-
Drei Fragen an Martin Mader-Albrecht
Wie sind Sie in die Branche
gelangt?
Martin Mader-Albrecht: In die
Branche bin ich ursprünglich über einen
glücklichen Zufall gekommen: Ich
kannte den Gründer und damaligen
Besitzer persönlich und habe zunächst
als Minijobber ausgeholfen. Daraus
ergab sich die Gelegenheit, zunehmend
Verantwortung zu übernehmen
– schließlich auch die Leitung der IT.
Es war also der direkte Kontakt und
das Kennenlernen, das mir den Einstieg
ermöglicht hat.
Auf was können Sie in Ihrem
Berufsalltag nicht verzichten?
Ich möchte auf vieles nicht verzichten –
aber unverzichtbar sind für mich meine
Geschäftspartner und mein berufliches
Netzwerk. Genau das brauchen wir in
unserer Branche: ein Miteinander, bei
dem man auf Augenhöhe spricht, ganz
egal, wer einem gegenübersitzt.
Wenn Sie einen Wunsch frei
hätten, wen würden Sie gern
treffen?
Ehrlich gesagt vermisse ich niemanden.
Ich hatte schon das große Glück,
so viele interessante Menschen zu
treffen – dank meines Netzwerks, aber
auch einfach durchs Leben. Am meisten
zählt für mich aber, dass ich meine
Frau getroffen habe. Alles andere
wird dadurch zweitrangig.
22 EPP » 06 | 2025
Bild: Doris Jetter
„Heute verbinde ich moderne
Maschinen, Anwendungen und
Prozesse, finde so schnell saubere
Lösungen, so dass wir mit unserem
Equipment problemlos mit den
„Großen“ mithalten können“,
so Martin Mader-Albrecht.
anwendungen und sogar ein wenig für die Kosmetikbranche.“
Zertifizierung
schafft Vertrauen
Ein entscheidender Schritt war die frühe Zertifizierung
nach ISO 9001 und 13485, als wichtiger Vertrauensbeweis
für viele Kunden, insbesondere aus
der Medizintechnik. „Das hat sich bewährt, denn so
kamen immer wieder neue Kunden über Empfehlungen
hinzu und wir konnten uns in einer attraktiven
Nische etablieren.“
Entwicklungskapazitäten werden bewusst schlank
gehalten und auf starke Partnerschaften im Netzwerk
gesetzt, statt alles selbst machen zu wollen –
nach dem Motto: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“.
So entstand ein belastbares Netzwerk aus Geschäftspartnern,
das Innovation und Flexibilität sichert, ohne
sich zu verzetteln.
AXON Electronics ist ein Paradebeispiel dafür, wie
nachhaltiges Wachstum, persönliche Beziehungen
sowie ein gutes Netzwerk ein Unternehmen stabil
und krisenfest machen können. Nicht der reine Zufall,
sondern die Fähigkeit, Chancen zu erkennen und
aktiv zu gestalten, zeichnen den Weg zum Erfolg.
2 AKTIVATOREN, 0 HALOGENE
DB-ZERO
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Vorteilen des DB1-RMA in einem halogenfreien Lötdraht
profitieren, ohne Kompromisse machen zu müssen.
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EPP » 06 | 2025 23
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» BAUGRUPPENFERTIGUNG
SmartRep informiert über neueste Systeme und Verfahren
Hightech-Investitionsgüter
für die Elektronikfertigung
Effizienz und Prozessgenauigkeit durch KI-Lösungen, technische Sauberkeit in der
Fertigung sowie Schutzprozesse für maximale Zuverlässigkeit von Elektroniken stehen
für den Fertigungsdienstleister SmartRep im Fokus der diesjährigen productronica.
Bild: MB Tech
SmartRep zählt zu den führenden Anbietern
von Hightech-Investitionsgütern
für die Elektronikfertigung und vertritt
renommierte SMT-Hersteller in der DACH-
Region. Das Unternehmen bietet seinen
Kunden modernste Produktionsmaschinen
sowie einen umfassenden, lokalen Service.
Als solches bietet es seinen Kunden moderne
Systeme für unter anderem folgende
Verfahren:
Reinigung von
SMD-Equipment
Neben Drucken, Bestücken und Löten zählt
auch das Reinigen zu den entscheidenden
Schritten im SMD-Prozess. Mit den Reinigungslösungen
von MBtech für Schablonen,
Rakel, Leiterplatten oder Wartungsreinigung
lassen sich Lotpaste, Flussmittelrückstände
und Ablagerungen effizient
entfernen – für mehr Prozessstabilität, verlängerte
Lebensdauer des Equipments und
eine saubere Fertigungsumgebung.
Ein weiteres Highlight sind die neuesten
Entwicklungen von Koh Young, die künstliche
Intelligenz direkt in die Produktionsprozesse
integrieren. Mit KPO (Koh Young
Die Reinigungslösungen
von MBtech
sind ein Schwerpunkt
von SmartRep auf der
productronica.
Process Optimizer) können Echtzeitdaten
aus dem Druckprozess und der Lotpasteninspektion
genutzt werden, um automatisch
optimale Druckparameter zu ermitteln
und anzuwenden. Auf diese Weise
werden die Prozesse stabilisiert, die Produktqualität
erhöht und der Ausschuss
deutlich reduziert. Auch die Nacharbeit
sinkt erheblich, da Fehler bereits vor dem
Entstehen erkannt und korrigiert werden
können. Darüber hinaus entlastet KPO das
Fachpersonal: Anstatt aufwändige Tests
durchzuführen und auf Erfahrung zurückzugreifen,
können auch weniger geübte
Anwender bereits nach nur wenigen Testdrucken
auf optimale Druckparameter zurückgreifen.
Underfill und Beschichtung
Mit den Anlagen von PVA ergänzt der Fertigungsdienstleister
sein Portfolio um präzise
Lösungen für Underfill- und Beschichtungsprozesse.
Die Systeme gewährleisten
eine gleichmäßige und reproduzierbare
Verarbeitung, sei es beim Schutz von Baugruppen,
beim Underfill von BGAs oder bei
Dam-&-Fill-Anwendungen.
Aufgrund exakter Dosiertechnik, hoher
Prozessstabilität und einfacher Integration
in bestehende Fertigungslinien bieten die
Anlagen maximale Sicherheit und Flexibilität
für anspruchsvolle Elektronikfertiger.
Auch bei der Lagerung von Materialien
setzt SmartRep auf intelligente Lösungen.
Mit den temperierten Lagersystemen von
MP DRY lässt sich die Floor-Life von MSD-
Bauteilen und Lotpasten erheblich verlängern.
Ob Trockenlagerung mit integrierter
Heizeinheit oder Kühlschranklösung – die
Systeme halten zuverlässig das eingestellte
Temperaturniveau und überzeugen gleichzeitig
mit smarten Zusatzfunktionen. Dazu
gehören eine RFID-Zugangskontrolle, die
Kompatibilität mit den Pick-by-light-Lösungen
von Inovaxe sowie ein modularer
Aufbau, der den flexiblen Einsatz in unterschiedlichen
Produktionsumgebungen ermöglicht.
So wird die Materiallagerung
nicht nur sicherer, sondern auch effizienter
gestaltet.
Intelligentes Ofen-
Monitoring für SPS und X5
Mit HeatMap erweitert KIC die Einsatzmöglichkeiten
der manuellen Ofen-Profiler
SPS und X5 und liefert wertvolle Daten für
eine noch präzisere Prozesskontrolle. Wenn
die Profiler gerade nicht zur Erfassung von
Leiterplattenprofilen genutzt werden, können
Sie mit diesem Upgrade als Ofenüberwachungssystem
eingesetzt werden. Eine
HeatMap-Sonde wird direkt an den SPSoder
X5-Profiler angeschlossen, der als Datenerfassungseinheit
fungiert. Die Referenztemperaturen
für ein Ofenrezept werden
aufgezeichnet und dann mit den Live-
Temperaturen während der Produktion verglichen.
productronica: Halle A2, Stand 363
24 EPP » 06 | 2025
System für die manuelle Bestückung
Bestückungstisch sorgt für Effizienz
in der THT-Fertigung
Die Anforderungen an die THT-Bestückung
steigen kontinuierlich. So sind kurze
Rüstzeiten, Prozesssicherheit und flexible
Anpassbarkeit entscheidend, um wettbewerbsfähig
zu bleiben. Mit dem Jonic-
Bestückungstisch präsentiert Haprotec
auf der diesjährigen productronica in
München eine Lösung, die Effizienz, Ergonomie
und moderne Assistenzsysteme
vereint. Das Ergebnis ist ein System für die
manuelle Bestückung, das nicht nur bestehende
Investitionen schützt, sondern
fehlerfreie manuelle THT-Bestückung in
der Elektronikfertigung ermöglicht.
Der Bestückungstisch Jonic von Haprotec
ist eine erprobte und bewährte Lösung,
die THT-Bauteile direkt im Greifbereich
des Werkers verfügbar macht. Dadurch
werden Kosten reduziert, die Produktqualität
gesteigert und dank integrierter
HUD-Ansteuerung die Prozesseffizienz erhöht.
Durch ein intelligentes Führungssystem
werden zudem Pickfehler zuverlässig
vermieden.
Weiterentwicklung des
bewährten Tisches
Über viele Jahre hinweg galt der Royonic-
Tisch als unverzichtbares Hilfsmittel in der
Elektronikfertigung. Mit dem Siegeszug
der SMT-Technologie rückte er jedoch zunehmend
in den Hintergrund. Heute sorgt
der wachsende Anteil an Leistungselektronik
wieder für einen steigenden Bedarf
an THT-Lösungen, verbunden mit der
Nachfrage nach einfachen, robusten Systemen,
die eine Bestückung ermöglichen,
Pickfehler zuverlässig vermeiden und eine
schnelle Einarbeitung ermöglichen.
Ergonomische Gestaltung,
intuitive Benutzerführung
Genau aus diesem Grund hat haprotec
den bewährten Royonic-Tisch als Inspiration
genommen und mit modernen Anforderungen
kombiniert. So lassen sich bestehende
Royonic-Behälter problemlos
mit den 96 Bauteilfächern des Jonic weiterverwenden,
was einen klaren Investitionsschutz
darstellt und wodurch Anschaffungskosten
reduziert und Umstellungen
erleichtert werden. Der eigentliche Produktwechsel
erfolgt dabei in weniger als
zwei Sekunden, komplett mechaniklos
und ohne Zeitverlust. So können Rüstzeiten
minimiert und die Produktivität deutlich
gesteigert werden, was besonders in
dynamischen Fertigungen mit häufig
wechselnden Baugruppen ein unschätzbarer
Vorteil ist.
Auch in puncto Bedienung überzeugt der
Jonic, denn eine ergonomische Gestaltung
und intuitive Benutzerführung sorgen für
maximalen Komfort und reduzieren Fehlerquoten
im Bestückungsprozess.
„Gleichzeitig lässt sich der Tisch perfekt
mit modernen Assistenzsystemen wie
Pick-by-Light oder Bestück-AOI kombi-
Bestückungstisch Jonic von Haprotec
nieren. Dadurch werden Bestückungsanweisungen
direkt ins Sichtfeld des Werkers
projiziert, die Bauteilentnahmen visuell
geführt und Fehler in Echtzeit erkannt.
Dies stellt ein absolutes Plus an
Prozesssicherheit und Qualität dar“, führt
Bachmann weiter aus.
Seine modulare Bauweise macht den Jonic
besonders flexibel. Ob Prototypen,
Kleinserien oder Serienfertigung, das System
lässt sich optimal an die individuellen
Anforderungen anpassen und kann bei
steigenden Bedürfnissen in der Produktion
weiter ausgebaut werden. Zudem integriert
sich der Bestückungstisch reibungslos
in bestehende THT-Linien und unterstützt
so einen durchgängigen, effizienten
Materialfluss.
productronica: Halle A4, Stand 300
Bild: Haprotec
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Module für die Elektronikfertigung EPP » 06 | 2025 25
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Automatisierte, datengetriebene Prozesse
Fuji Europe zeigt intelligente
und effiziente SMT-Fertigung
Die Vision „Null Fehler, null Maschinenbediener, null Stillstände, null Grenzen“
lässt sich realisieren. Wie, das zeigt die Fuji Europe Corporation vom 18. bis 21.
November 2025 auf der productronica. Das Unternehmen präsentiert dort
die „Fuji Smart Factory 2.0“ – ein modulares System für automatisierte,
datengetriebene Prozesse in der Bestückung.
Wie smart eine Fabrik
der Elektronikfertigung
in heutiger Zeit sein
kann, zeigt Fuji auf der
productronica.
Wie beim japanischen Bogenschießen geht es
auch in der Elektronikfertigung um Treffsicherheit,
Klarheit und höchste Konzentration. Jeder
Handgriff, jeder Prozessschritt muss sitzen – ohne
Umwege, ohne Verschwendung. Auf der productronica
zeigen wir unter dem Motto ‚No waste, just results.
Target Zero.‘, wie eine intelligente und effiziente SMT-
Fertigung Realität wird“, erklärt Stefan Janssen, Managing
Director der Fuji Europe Corporation GmbH.
Smart Factory für die
SMT- und THT-Bestückung
Fuji präsentiert auf der Messe Komponenten einer
Smart Factory für die SMT- und THT-Bestückung.
Diese werden in einer Produktionslinie nach den
Grundsätzen der Industrie 4.0 via M2M-Kommunikation
mit Maschinen anderer Unternehmen verknüpft.
In der so genannten „Fuji Smart Factory 2.0“ (FSF
2.0) sind alle produktionsrelevanten Aufgaben, also
bereits ab der Materialvorbereitung und über den
Druck- und Bestückungsprozess hinaus, intelligent
miteinander vernetzt. Das Ergebnis sind 22 Prozent
kürzere Produktionszeiten.
Die Fuji Smart Factory 2.0 ist also ein Konzept für
eine hochintelligente, selbstoptimierende Produktionsumgebung,
die auf vernetzten, autonomen Maschinen
basiert, um eine Produktion ohne Fehler,
Stopps und Grenzwerte zu ermöglichen. Kernstück ist
der Datenaustausch zwischen Maschinen und die Integration
in eine flexiblere Fertigung, die individuelle
Anforderungen wie die Produktion von Einzelstücken
oder Variantenvielfalt unterstützt.
Bild: Fuji
26 EPP » 06 | 2025
Industrie
Das Kompetenznetzwerk der Industrie
Target Zero-Strategie
in der Prozesskette
Die Target Zero-Strategie erstreckt sich dabei über
verschiedene Bestückungsmaschinen wie das NXTR
A-Modell. Sie zielt darauf ab: keine Platzierungsfehler,
keine Maschinenbediener, keine ungeplanten
Maschinenstopps und keine Platzierungsgrenzen.
Ein zentrales Element dabei ist der Smart Loader.
Er übernimmt automatisch die Sammlung und Bereitstellung
der für die nächsten Aufträge benötigten
Feeder und Nozzles aus dem Smart Storage. In Kombination
mit AMRs werden diese Materialien rechtzeitig
und ohne manuelle Eingriffe an die Produktionslinie
transportiert. Damit entfallen zeitaufwändige
Such- und Rüstprozesse für Bediener, während die
Versorgungssicherheit der Linie steigt. Alle Setups
werden automatisch an der jeweils optimalen Position
für die höchstmögliche Produktivität platziert –
ein Family Setup, Clustering oder Grouping ist nicht
mehr erforderlich. Der Smart Loader trägt so wesentlich
zur Umsetzung der Ziele „Null Maschinenbediener“
und „Null Maschinenstopps“ bei, da er einen
kontinuierlichen Materialfluss ohne Verzögerungen
sicherstellt.
„Null Platzierungsfehler“ werden durch die enge
Verzahnung von SPI/AOI-Integration und automatischer
Fehlerkorrektur, lückenloser Board-ID-Rückverfolgbarkeit
sowie KI-gestützter Analyse von
5M+E-Daten erreicht. Fehlerquellen werden so früh
erkannt und können automatisch behoben werden.
„Null Maschinenbediener“ realisieren die Bestückungslösungen
von Fuji zum Beispiel durch automatisierte
Teilebereitstellung (Teileortungsmanagement,
große Part-Supply-Units), AMR-gestützte Materiallogistik
und visuelle Rüst- und Bedienanleitungen,
die manuelle Eingriffe minimieren. Durch Predictive
Maintenance, Echtzeit-Monitoring aller Linienkomponenten
und mobilen Alerts via FSF Mobile
Conductor lassen sich „Null Maschinenstopps“ anstreben.
Automatisiert und KI-unterstützt
Stefan Janssen: „Einige dieser Target Zero-Effekte
lassen sich bereits durch einzelne Maschinenfunktionen
oder Module erreichen. So stellen wir auf der
Messe einen neuen All-in-One-Platzierungskopf für
unser Maschinenmodell AimexR vor – er ist flexibel
in der High-Mix- und High-Volume-Produktion einsetzbar.
Die Fuji Smart Factory 2.0 ist jedoch die Ebene,
die alle technischen Bausteine ideal zusammenführt
und deren Wirkung auf Liniensystem-Ebene
verstärkt. Die Targets setzen wir dabei gezielt durch
Automatisierung und KI-Unterstützung um.“
productronica: Halle A3, Stand 317
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Weitere EPP Infos: » 06 | 2025 27
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
SMT-Linie von Essemtec im Einsatz bei Braun Industrie-Elektronik
Reibungslose Produktionswechsel
In einem Markt, in dem Flexibilität und schnelle Umrüstzeiten wichtiger sind als reine
Maschinen-Geschwindigkeit, hat die Braun GmbH Industrie-Elektronik mit Essemtec einen
Partner gefunden. Mit einem Ansatz, der Rüstzeiten reduziert, Vorbereitungen vereinfacht
und einem einzigen Bediener die Steuerung einer kompletten Produktionslinie ermöglicht,
behauptet Braun seine Position in der hochwertigen Elektronikfertigung.
In der sich ständig wandelnden
Welt der Elektronikfertigung
stellen schrumpfende
Losgrößen eine der größten
Herausforderungen dar.
Die Lösung – Optimierte
Produktion mit Essemtec
In der sich ständig wandelnden Welt
der Elektronikfertigung stellen
schrumpfende Losgrößen eine der größten
Herausforderungen dar. Ein Produktionsleiter
verglich es einmal mit dem Fahren
eines Ferraris durch die Stadt – man
kann schnell beschleunigen, wird aber
ständig an roten Ampeln gestoppt. Dies
beschreibt perfekt das Schildkröten-Hasen-Prinzip:
Die Geschwindigkeit der Maschine
allein bringt wenig, wenn Rüstzeiten
und Vorbereitungen den Gesamtprozess
bremsen.
Für die Braun GmbH Industrie-Elektronik,
ein familiengeführtes Unternehmen
in dritter Generation, gegründet 1958, ist
diese Herausforderung Alltag. Mit über
200 Produktreferenzen pro Jahr und mehreren
Produktwechseln pro Tag liegt der
Fokus nicht darauf, Höchstgeschwindigkeiten
zu erreichen, sondern reibungslose,
zuverlässige und effiziente Produktions-
Bild: Essemtec
wechsel sicherzustellen. Die Umrüstzeit
wird nahezu auf null reduziert. Maßgebend
ist die Anzahl korrekt produzierter
Leiterplatten inklusive aller Nebenzeiten
im gegebenen Produktionsumfeld.
Im Laufe der Jahre hat Braun in den Aufbau
einer vollständigen SMT-Linie mit Essemtec-Lösungen
investiert. Heute umfasst
die Linie eine Fox2 All-in-One mit
Hochgeschwindigkeits-Solder-Paste-Jetting
vor fünf Fox4 Pick-and-Place-Maschinen.
Mit mehr als 820 verfügbaren
SMD-Rollenplätzen plus Trays bleiben nahezu
alle benötigten Bauteile für das gesamte
Produktspektrum auf den Maschinen,
wodurch Rüst- und Vorbereitungszeiten
minimiert werden. Mit ihrer Hoch-
geschwindigkeits-Solder-Paste-Jetting-
Funktion ergänzt die Fox2 All-in-One den
Schablonendrucker perfekt – sei es, um
Braun hat seine Elektronikfertigung mit einer SMT-Linie von Essemtec optimiert.
Das Ergebnis: minimale Rüstzeiten, hohe Flexibilität und effiziente Produktionswechsel.
Bild: Essemtec
28 EPP » 06 | 2025
Bild: Essemtec
Die sechs Fox Pick-and-Place-Maschinen in der Maschinenhalle bei Braun.
Intelligentes modulares
Bestücken: Die Fox
Technologie eignet
sich für alle Bauteilformen
und Geräte
und ist erweiterbar in
jede Richtung.
Bild: Essemtec
zusätzliche Mengen an Lot aufzubringen,
feinste Dots bei Fine-Pitch-Anwendungen
zu setzen oder zusätzliche Schablonenschritte
zu vermeiden. Das Ergebnis?
Braun kann nahtlos zwischen verschiedenen
Produktionen wechseln und gleichzeitig
eine hohe Produktivität bei höchster
Qualität aufrechterhalten. Besonders
hervorzuheben: Die gesamte Linie kann
dank benutzerfreundlicher Software, der
integrierten Lösungen von Essemtec und
den anderen Maschinenlieferanten in der
Linie effizient von nur einem Mitarbeiter
betrieben werden.
Die Vorteile – Kontrolle,
Qualität, Zuverlässigkeit
Für Braun sind die Anforderungen klar:
• Einfache, vollständige Kontrolle über
den Betrieb
• Höchste Qualitätsstandards der
Maschinen und Endprodukte
• Maximale Zuverlässigkeit, um einen
reibungslosen Produktionsablauf zu
gewährleisten
Die Essemtec-Lösung erfüllt alle diese
Anforderungen. Durch die Fokussierung
auf minimierte Rüstzeiten und effiziente
Vorbereitung statt nur auf reine Maschinen-Geschwindigkeit
erreicht Braun die
perfekte Balance zwischen Flexibilität
und Effizienz – ideal für High-Mix-, Lowbis
Mid-Volume-Produktion.
Braun betont, dass die Zusammenarbeit
mit Essemtec weit über Maschinen hinausgeht.
Vom Vertrieb über die Entwicklung
bis hin zum Support ist das Team
stets lösungsorientiert und reaktionsschnell.
Feature-Wünsche werden aufgenommen,
schnelle und unkomplizierte
Unterstützung ist selbstverständlich. „Wir
sind mit unserer Essemtec-Lösung äußerst
zufrieden. Die hohen Erwartungen
an die Linie wurden mehr als erfüllt. Mit
Essemtec haben wir einen verlässlichen
Partner an unserer Seite – den wir uneingeschränkt
als Lösungsanbieter empfehlen
können“, sagt Christian Müller, Operations,
Braun Industrie-Elektronik.
productronica: Halle A3, Stand 261
Mehr als
Nutzentrennen
Vom Boardhandling über
Stand-Alone- und Inline-
Nutzentrenner mit Fräse,
Säge oder Laser bis zu
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EPP » 06 | 2025
Hand in hand for tomorrow
29
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Alternative zu etablierten Lötverfahren
Entwicklungsprojekt
für Sinterpaste
Der Lötmittelspezialist Stannol stellt auf der productronica erstmals ein neues
Sinterpasten-Projekt vor. Ziel ist es, mit der neuen Sinterpaste eine Alternative zu
etablierten Lötverfahren zu schaffen. Außerdem stellt das Unternehmen einen Recycler
vor, an dem es Anteile hält.
Die neue Sinterpaste von Stanniol befindet
sich derzeit noch in der finalen Entwicklungsphase,
zeigt aber bereits großes
Potenzial für zukünftige Anwendungen.
Als wesentliche Vorteile nennt der Hersteller
folgende Eigenschaften:
• silberfrei und sauerstofftolerant: benötigt
kein teures Silber und ist tolerant
gegenüber Sauerstoff
• druckloses Sintern: es bildet sich bei
280 °C über 15 Minuten eine Sinterschicht
– ohne Druck, Schutzgas oder
reduzierende Atmosphäre
• kupferbasierte Zusammensetzung:
statt metallischer Partikel kommen
Kupfersalze zum Einsatz, aus denen
sich metallisches Kupfer bildet
• diffusionsbasierter Prozess: Im Unterschied
zum Löten werden die Partikel
nicht aufgeschmolzen, sondern diffusionsgetrieben
verbunden, wodurch Reaktionstemperaturen
unterhalb des
Schmelzpunktes möglich sind
• hohe thermische und elektrische Stabilität:
entstandene Verbindungen zeichnen
sich durch ausgezeichnete thermische
und elektrische Eigenschaften aus
• einfache Lagerung: kann bei Raumtemperatur
und ohne Schutzgas gelagert
werden
Recycling für
Zinn, Silber und Kupfer
Darüber hinaus präsentiert sich Stannol
auf der productronica 2025 erstmals gemeinsam
mit dem Recyclingunternehmen
Demotronic, an dem Stannol 25 Prozent
der Anteile erworben hat.
„Wir bieten unseren Kunden ab sofort
nicht nur hochwertige Lotmaterialien für
ihre Produktionsprozesse, sondern sorgen
gemeinsam mit Demotronic auch dafür,
dass Produktionsausschuss und Elektroaltgeräte
wieder in den Kreislauf zurückgeführt
werden. So können wertvolle Metalle
wie Zinn, Silber und Kupfer recycelt
werden, anstatt sie neu importieren zu
müssen,“ betont Marco Dörr, Geschäftsführer
von Stannol.
Demotronic, mit Sitz in Espelkamp nahe
Osnabrück, wurde 1997 gegründet und
hat sich im Bereich des elektrischen und
elektronischen Recyclings etabliert. Demotronic
ist nicht nur als Unternehmen
für Datenvernichtung zertifiziert, sondern
auch als Erstbehandlungsanlage und Entsorgungsfachbetrieb.
Dabei liegt der Fokus
stets auf Ressourcenschonung und
nachhaltigem Wirtschaften. Die verbleibenden
75 Prozent des Unternehmens
übernimmt Stannol mit dem Ausscheiden
des derzeitigen Geschäftsführers Achim
Wenzel Ende 2026.
productronica: Halle A4, Stand 470
Bild: Stannol
Eine neue Sinterpaste
von Stannol soll eine
fortschrittliche Alternative
zu etablierten
Lötverfahren schaffen
– zu sehen auf der
productronica.
30 EPP » 06 | 2025
Industrie
Das Kompetenznetzwerk der Industrie
Von Smart Factory bis Nachhaltigkeit:
Experten im Gespräch
Erfahren Sie mehr über die aktuellen
Themen der Elektronikfertigung.
Im TV-Studio auf der productronica
begrüßen wir Experten aus der
Branche. Markus Strehlitz spricht mit
ihnen über die Highlights der Messe,
innovative und nachhaltige Prozesse
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EPP » 06 | 2025 31
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
35 Jahre Paggen Werkzeugtechnik
Zukunft durch Prototyping
und Mut zur Investition
Individuelle Elektronik, schnell und zuverlässig umgesetzt, ist der Schlüssel,
um innovative Produkte zur Marktreife zu bringen. Genau in diesem Umfeld
bewegt sich die Paggen Werkzeugtechnik GmbH bereits seit ihrer Gründung
– und feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen.
2025 hat Paggen sein
35-jähriges Jubiläum gefeiert.
Bild: Paggen
Die Stärke der Elektronikfertigung in
Europa liegt in der Entwicklung, im
Prototyping und in hochspezialisierten
Kleinserien und hierfür sind individuelle
Lösungen erforderlich, wie sie von Paggen
angeboten werden.
Das Unternehmen wurde am 1. Oktober
1990 von Karin und Wolfgang Paggen gegründet.
Schon damals traten Karin und
Wolfgang Paggen als gleichberechtigtes
Führungsduo auf. Denn der IHK-Rat
„Frauen in Verantwortung erhöhen die
Überlebenschancen von Unternehmen“
war bei der Gründung mitentscheidend.
Aus dem anfänglichen Anbieter von Laborequipment
entwickelte sich in den folgenden
Jahrzehnten ein Komplettanbieter
für Maschinen und Geräte rund um die
Elektronikfertigung mit ISO 9001 Zertifi-
zierung. Dabei setzte Paggen schon früh
auf moderne Technologien in der Unternehmensführung:
Bereits 2003 wurde ein
eigener Onlineshop gestartet – und seit
2014 bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern
durch entsprechende Softwarelösungen
die Möglichkeit remote zu arbeiten,
lange bevor dies in der Branche
üblich war.
Partner in komplexem
Umfeld
2014 trat Sandra Paggen-Breu in die Firma
ein. Seit 2023 führt sie als Geschäftsführerin
die Tradition fort, die das Unternehmen
erfolgreich gemacht hat: persönliche
Beratung, langfristige Kundenbeziehungen
und der Blick auf Lösungen, die
über den reinen Verkauf hinausgehen.
„Wir begleiten unsere Kunden von der
Idee bis zur Umsetzung und verstehen
uns als Partner in einem komplexen Umfeld“,
betont sie. Ein sichtbares Zeichen
dieses Anspruchs ist der Umbau der
Räumlichkeiten im historischen Altbau
von 1899 – dem Elternhaus von Sandra
und Karin Paggen – in diesem Jahr. Mit
der Modernisierung wurden neue Strukturen,
ein modern gestalteter Demoraum
und mehr Platz für Austausch und Beratung
geschaffen.
Dass Paggen gerade in wirtschaftlich herausfordernden
Zeiten in die Zukunft investiert,
ist ein bewusstes Signal an die
Branche: „Wir glauben an die Stärke des
Standorts Europa – und wir glauben an
die Innovationskraft unserer Kunden.“
Passend dazu feierte das Unternehmen
sein 35-jähriges Bestehen in den neuen
Räumlichkeiten mit Wegbegleitern und
Freunden.
Der Blick ist klar nach vorne gerichtet.
In der Elektronikfertigung gewinnt Nachhaltigkeit
ebenso an Bedeutung wie die
Unterstützung junger Talente. Paggen
möchte dazu beitragen, dass mehr Nachwuchskräfte
den Weg in technische Berufe
finden und die Chancen erkennen, die
die Elektronikbranche bietet.
Die 35-jährige Geschichte von Paggen
soll daher nicht nur ein Rückblick sein,
sondern zugleich der Startpunkt: mit klarem
Fokus auf Entwicklung, Nachhaltigkeit
und die Menschen, die die Elektronik
von morgen gestalten.
productronica: Halle A3, Stand 170
32 EPP » 06 | 2025
ASYS präsentiert neue Generation intelligenter Fertigungssysteme
Von Maschinen zu lernenden Systemen
Mit dem Fokus auf selbstlernende, intuitiv
bedienbare Maschinen setzt GenS neue
Maßstäbe in der Elektronikfertigung. Die
neue Maschinengeneration überzeugt
durch ein vollständig überarbeitetes Design
und Interface, hohe Skalierbarkeit
und Benutzerfreundlichkeit, nachrüstbare
Bild: ASYS
ASYS präsentiert
mit GenS die
neue Generation
intelligenter Fertigungssysteme.
KI-Funktionen sowie nachhaltige Konzepte
mit echtem Mehrwert – ökologisch wie
ökonomisch. Künstliche Intelligenz wird
gezielt eingesetzt, um Prozesse zu optimieren
und Operator zu entlasten. Die
GenS-Maschinen bieten einen kosteneffizienten
Einstieg und ermöglichen eine
schrittweise Erweiterung bestehender
Systeme – für maximale Verfügbarkeit,
Benutzerfreundlichkeit und Zukunftssicherheit;
ohne aufwendige Umrüstungen.
Fünf Automatisierungslevel
für maximale Performance
Die GenS-Produktwelt nutzt Künstliche
Intelligenz zur schrittweisen Automatisierung
industrieller Prozesse. Auf fünf aufeinander
aufbauenden Ebenen – von datenbasierten
Assistenzsystemen über teilautomatisierte
Entscheidungen bis hin zu
selbstlernenden und vollständig autonomen
Maschinenlösungen – wird die Prozessperformance
kontinuierlich gesteigert
und dabei menschlicher Eingriff und Bedienaufwand
zunehmend reduziert.
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EPP » 06 | 2025 33
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Zeit und Geld sparen mit dem digitalen Zwilling
Alle Signale auf Grün
im THT-Lötprozess
Ob Parkraum-Management-Systeme, Signaltechnik, Ticket- oder Bezahlsysteme
– die Produkte des Unternehmens Scheidt & Bachmann begegnen einem
regelmäßig im Alltag. Damit die Technik zuverlässig funktioniert, braucht es
gute Elektronik. Funktionierende und fertigungsgerechte Baugruppendesigns
sind Scheidt & Bachmann daher ein großes Anliegen. Der digitale Zwilling des
THT-Lötprozesses unterstützt Entwicklung und Fertigung dabei, die Baugruppe
frühzeitig und prozesssicher produzierbar zu machen.
Mit seinen Produkten gehört das Unternehmen
Scheidt & Bachmann
aus Mönchengladbach zu den führenden
Anbietern innovativer Systemlösungen
für ein mobiles Leben und hält so täglich
Millionen Menschen und Güter weltweit
in Bewegung. Man begegnet den smarten
Lösungen täglich und nahezu überall –
beim Parken, beim Tanken oder Laden, bei
einer Fahrt mit der Bahn oder im öffentli-
Bild: Deeptronics
Der Solder Copilot analysiert jede THT-Lötstelle und erstellt einen „Energieausweis“ zur Lötbarkeit.
Bild: Scheidt & Bachmann
chen Nahverkehr. Doch natürlich steht
auch Scheidt & Bachmann im internationalen
Wettbewerb und setzt daher stets
auf neue Technologien und Ansätze, um
die Entwicklung und Fertigung neuer Produkte
konsequent schneller und effizienter
zu gestalten. Time-to-market ist daher
ein wichtiges Thema, so auch in der hauseigenen
Elektronikentwicklung und -fertigung.
Mehrere Iterationen im Baugruppendesign
haben diesen Prozess bisher
verlangsamt und gleichzeitig Mehrkosten
verursacht.
Die Systemlösungen von Scheidt & Bachmann
kommen beim Parken, beim Tanken
oder Laden, bei einer Fahrt mit der Bahn
oder im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz.
Das erste Layout steht…
und dann?
In der Vergangenheit ging man bei
Scheidt & Bachmann den „traditionellen“
Weg bei der Entwicklung neuer Elektronikbaugruppen.
Die Entwicklungsabteilung
designt das Baugruppenlayout zunächst
nach Funktionalität und optimiert
dieses anschließend gemeinsam mit der
Fertigung und nach bestem Wissen und
Gewissen, um einen zuverlässigen Prozess
zu ermöglichen und ein gutes Ergebnis sicherzustellen.
Doch bei allem Wissen und
Erfahrung war nicht jeder erste Entwurf
gleich von Erfolg gekrönt. Dies zeigte sich
insbesondere im THT-Lötprozess, wo eine
gute Lötbarkeit essenziell ist. Gute Lötbarkeit
bedeutet im Wellenlötprozess insbesondere
zwei Dinge:
34 EPP » 06 | 2025
• Die Lötstelle muss durch die Welle gut
erreichbar sein.
• Sie muss warm genug für einen guten
Lotdurchstieg werden.
„Design-Richtlinien, sowohl für den
Schaltungsaufbau als auch aus geometrischer
Sicht, basieren auf Erfahrungswerten
und sind eine gute Hilfestellung im
Entwicklungsprozess. Und dennoch greifen
sie leider oft zu kurz, da sie die versteckten
Risiken im Leiterplattendesign
nicht vollumfänglich und vor allem kalkulierbar
abbilden können. Die realen Probleme
zeigen sich daher häufig erst in der
Fertigung, wenn es bereits zu spät ist. Das
kostet Geld, Zeit und Nerven in der Produktrealisierung“,
so Christian Wipprecht,
Bereichsleiter für Elektronikfertigung bei
Scheidt & Bachmann.
Denn wie geht es weiter? Nach Abschluss
des Designs müssen Material beschafft
und erste Lötversuche eingeplant
werden. Da Scheidt & Bachmann seine
Elektronik im Wellenlötprozess lötet und
auf der Unterseite SMD-Bauteile und bestimmte
Flächen abgedeckt werden müssen,
kommen hierbei regelmäßig Lötmasken
zum Einsatz. Material und Betriebsmittel
kosten Geld und es dauert einige
Zeit, bis beides vor Ort einsatzbereit ist.
Oliver Hagemes, Vertriebsmitarbeiter
der Rösnick GmbH: „Wir empfehlen unseren
Kunden, zunächst mit einer Prototypen-Lötmaske
zu beginnen, um sicherzustellen,
dass im Lötprozess alles funktioniert
und um die Kosten gering zu halten.
Mit unserer Erfahrung können auch wir
zu einem guten Lötergebnis beitragen, indem
wir mögliche Problemstellen anmerken
und entsprechende Lösungsansätze
vorschlagen. Letztlich reagieren wir in der
Umsetzung aber vor allem auf das Baugruppenlayout
selbst und konstruieren
um die vorhandenen Geometrien herum,
was hinsichtlich Stabilität und Anordnung
von Bauteilen auch Limitierungen
mit sich bringen kann. Wir empfehlen immer,
uns schon im Entwicklungsstadium
der Baugruppe mit ins Boot zu nehmen.“
Christian Wipprecht ergänzt: „Wir kennen
uns seit Jahren und sprechen definitiv
die gleiche Sprache. Vertrauen und Expertise
sind da, die Lötstellen sind für die
Welle leicht zugänglich, wir haben eine
leistungsstarke Lötanlage und doch… der
Lotdurchstieg will in der Praxis einfach
nicht funktionieren. Sind wir mit den Prozessparametern
auserzählt, steht die Entscheidung
im Raum, das Baugruppenlayout
zu optimieren und eine weitere Iteration
durchzuführen.“
Genau dieser Fall trat bei einem Produkt
auf, welches in hohen Stückzahlen
gefertigt werden soll. Doch statt die
nächste Iteration wieder nur „nach bestem
Wissen und Gewissen“ anzugehen,
trat Scheidt & Bachmann auf Anraten des
Unternehmens Rösnick mit Dr. Reinhardt
Seidel von Deeptronics in Kontakt.
EPP » 06 | 2025 35
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Bild: Deeptronics
Durch den Solder Copilot von Dr. Reinhardt Seidel profitieren sowohl Scheidt & Bachmann bei der Layoutoptimierung als auch die Rösnick GmbH bei der
Auslegung der Lötmaske.
Über den digitalen Zwilling wird viel gesprochen,
in vielen Branchen ist dieser
Ansatz gang und gäbe und doch bleibt er
zumeist abstrakt. Der digitale Zwilling im
THT-Lötprozess? Über mehrere Jahre wurde
am Lehrstuhl FAPS der FAU Nürnberg-
Erlangen an diesem Verfahren geforscht,
woraus Deeptronics gegründet wurde, um
die Elektronikfertigung praxisnah zu unterstützen.
Der digitale Zwilling
im Einsatz
Dr. Reinhardt Seidel erläutert den Ansatz:
„Analytische Verfahren allein sind nicht
genau genug, Simulationen erfordern hohe
Rechenleistungen und viel Zeit, während
maschinelles Lernen aussagekräftige
Trainingsdaten benötigt, welche Unternehmen
oft nicht vorliegen. Erst die geeignete
Kombination aller Ansätze überwindet
die jeweiligen Nachteile. Daraus
entstanden ist der Solder Copilot, eine Art
digitale Lötanlage.“
Ein hybrides Modell aus Datenalgorithmen
und Simulation prüft die Lötbarkeit
von THT-Lötstellen und gibt einen „Energieausweis“
für jede einzelne Lötstelle
aus. In einem ausführlichen Report wird
jede Lötstelle anhand eines Ampelsystems
bewertet. Dieser Report dient als objektive
Diskussionsgrundlage für das PCB-Layout
hinsichtlich der Lötbarkeit.
Christian Wipprecht hierzu: „Die Idee
fanden wir sofort interessant und wollten
anhand des aktuellen Projektes die Probe
aufs Exempel machen. Daher haben wir
bewusst das bestehende Layout verwen-
det, um unsere Realität in der Fertigung
mit der theoretischen Analyse vergleichen
zu können.“ Das Ergebnis überzeugte sofort.
Die Analyse adressierte genau die
Lötstellen als kritisch, welche auch im
Lötprozess den schlechtesten Lotdurchstieg
aufwiesen. Im nächsten Schritt wurde
das Layout überarbeitet und wiederum
mit dem Solder Copilot überprüft. Das Ergebnis
lag fast vollkommen im „grünen
Bereich“, so dass man sich bei Scheidt &
Bachmann dazu entschied, mit dem Re-
Design wieder in die Fertigung zu gehen.
Hierfür wurde eine neue Prototyp-Lötmaske
beauftragt, wozu Oliver Hagemes
resümiert: „Für uns waren die Analyseergebnisse
eine sehr große Hilfestellung für
die Auslegung der Lötmaske. Viele Lötstellen
waren unkritisch, aber gerade auf
die Stellen, die eher im „gelben Bereich“
lagen, konnten wir noch einmal gezielt
eingehen. Für eine gute Anströmung der
Welle reichen im Grunde einige Millimeter
Lötöffnung um die Lötstelle herum,
für ein optimiertes Wärmemanagement
haben wir diese Öffnungen aber ganz bewusst
noch einmal vergrößert.“
Ein neuer Ansatz
zur Produktentwicklung
Wenige Wochen später trafen sich alle
Beteiligten zu Lötversuchen bei Scheidt &
Bachmann, um die Optimierungen in der
Praxis zu überprüfen. Das neue Layout der
Baugruppe erfüllt nun alle Anforderungen
für ein gute Lötbarkeit und die Lötmaske
ist perfekt abgestimmt, so dass nun alle
Signale auf Grün stehen.
„Den THT-DfM-Check durch den Solder
Copilot haben wir intern als neuen Stand
der Technik definiert, der ab jetzt bei kritischen
Neuentwicklungen durchgeführt
wird. Statt wochenlang auf Material für
die Musterfertigung zu warten, erhalten
wir eine Rückmeldung zur Lötbarkeit des
Designs in einem Bruchteil der Zeit und
können die Ergebnisse mit der Entwicklung
diskutieren“, so Christian Wipprecht.
Und die Rechnung ist einfach: Allein
der Schritt von vier auf drei Design-Iterationen
spart 25 Prozent Entwicklungsdauer
– Monate im Projektplan und teils
zehntausende Euro für Musterlötungen
und Qualitätsprüfungen. Die Kosten verspäteter
Markteinführung sind hierbei
noch gar nicht berücksichtigt.
Auch die Lötmaskenkonstruktion profitiert
direkt von den Analysedaten von
Deeptronics. „Die Lötbarkeitsanalyse gibt
uns entscheidende zusätzliche Hinweise
zur Konstruktion der Lötmaske. Wir berücksichtigen
auch erwartbare Probleme
beim Lotdurchstieg und können auf diese
gezielt reagieren. Damit entsteht für Rösnick
zusätzliches Beratungspotenzial gegenüber
dem Kunden“, so Oliver Hagemes.
Das Fazit fällt daher für alle Beteiligten
positiv aus. Der digitale Zwilling identifiziert
versteckte Kosten und Risiken frühzeitig
und macht Entwicklungs- und Fertigungsprozesse
messbar effizienter.
productronica: Halle A4, Stand 429
36 EPP » 06 | 2025
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EPP » 06 | 2025 37
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Effizienz, Präzision und Nachhaltigkeit in der Elektronikfertigung
Komplette, intelligente und
vernetzte Fertigungslinien
Intelligente Fertigungslinien, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz und Sensortechnologien
bestimmen die Diskussion in der Elektronikfertigung. Gleichzeitig
wächst der Anspruch an leistungsfähige und zuverlässige Verbindungstechnologien,
die eine ressourcenschonende und effiziente Produktion ermöglichen.
Rehm Thermal Systems präsentiert auf der productronica Lösungen, die technologische
Spitzenleistung und partnerschaftliche Beratung miteinander verbinden.
Mit der CondensoX-
Line FA demonstriert
Rehm die Vorteile des
ressourcenschonenden
Dampfphasenlötens.
Bild: Rehm
Das Motto „Create your Connections“ spiegelt in
mehrfacher Hinsicht die Philosophie von Rehm
wider. Zum einen steht es für die technologischen
Verbindungen, die mit den Löt-, Trocknungs- und Beschichtungsanlagen
des Unternehmens geschaffen
werden. Zum anderen ermöglicht es den Kunden, ihre
eigenen kreativen Ideen zu verwirklichen und innovative
Baugruppen zu entwickeln. Schließlich betont
es auch die partnerschaftlichen Verbindungen, die
Rehm seit vielen Jahren mit seinen Kunden pflegt.
Im Fokus des Messeauftritts steht die VisionX-Serie
– Rehms leistungsstarke Plattform für energieeffizientes
und präzises Konvektionslöten. Die neue VisionXP+
und VisionXP+ VAC sollen dabei Maßstäbe
in puncto Energieeinsparung, Prozessstabilität und
Nachhaltigkeit setzen. Dank integrierter EC-Lüftermotoren,
optimierter Gasführung und der Softwarelösung
ProMetrics werden Temperaturprofile exakt
eingehalten und Ressourcen geschont. Ein besonderes
Merkmal der VisionXP+ ist der mechatronische
Vorhang am Ein- und Auslauf, der den Stickstoffverbrauch
um bis zu 20 % reduziert.
Die VAC-Variante bietet durch die integrierte Vakuumkammer
darüber hinaus die Option zum Löten
mit Formic Acid, womit sich flussmittelfreie, porenfreie
und besonders saubere Lötverbindungen realisieren
lassen. Ergänzt wird die Serie durch die VisionXC,
die durch ihr kompaktes Design und smarte
Lösungen in jede Fertigungsumgebung passt.
Ressourcenschonendes
Dampfphasenlöten
Mit der CondensoX-Line FA demonstriert Rehm die
Vorteile des ressourcenschonenden Dampfphasenlötens.
Ausgestattet mit Closed-Loop-System wird das
eingesetzte Medium Galden nahezu vollständig zu-
38 EPP » 06 | 2025
rückgewonnen, wodurch die Betriebskosten gesenkt
und Ressourcen geschont werden. Die Kombination
mit Ameisensäure-Technologie (Formic Acid) ermöglicht
flussmittelfreie und porenfreie Lötstellen, die
insbesondere für die Anforderungen der Leistungselektronik
von Bedeutung sind.
Das Kontaktlötsystem Nexus soll Maßstäbe im Bereich
des Advanced Packaging und der Leistungselektronik
setzen. Es ermöglicht voidfreie Ergebnisse
durch Reflow-Prozesse mit Kontaktwärme unter Vakuum
und eignet sich für das Löten anspruchsvoller
Bauteile wie IGBTs auf DCB-Substraten. Das integrierte
Bubbler-System, das auf Ameisensäure als
Aktivierungsmedium setzt, sorgt für optimale Benetzung
und saubere Lötstellen. Mit Temperaturen bis
400 °C (optional 450 °C) und der laut Rehm größten
Arbeitsfläche am Markt erfüllt die Nexus selbst hohe
Ansprüche an Flexibilität und Wirtschaftlichkeit.
Auch im Bereich Beschichten und Dispensen zeigt
Rehm Innovationen: Die Systeme Protecto XP und
ProtectoXC vereinen Prozesssicherheit mit einfacher
Bedienung. Ein integrierter Höhensensor mit Z-Lage
gleicht Unebenheiten auf Baugruppen automatisch
aus und sorgt für zuverlässige Ergebnisse auch bei
komplexen Geometrien. Dank der intuitiven ViCON-
Software lassen sich Programme schnell erstellen,
wobei die 2D-Programmierung automatisch in 3D
umgesetzt wird.
Ein besonderes Highlight ist das neue Hurricane-
Ventil, das durch seine Kombination aus Jetten, Dispensen
und Sprühen eine hohe Flexibilität bietet. Es
beginnt dort zu lackieren, wo der Vorhangapplikator
aufhört: Während der Vorhang bei etwa 100 mPas
endet, ermöglicht das Hurricane-Ventil das Sprühen
von Viskositäten zwischen 500 und 3500 mPas – ideal
für eine schnelle, gleichmäßige Beschichtung größerer
Flächen. Das Ventil vereint die Vorteile des
Multi-Mode-Systems und kann wie der Rehm Vario
Jet Prime im Jet-Modus selektiv einzelne Punkte mit
bis zu 250 Dots pro Sekunde applizieren. Ohne Umrüstung
lässt sich auf einen voll funktionsfähigen
Sprühmodus umschalten, der ein sauberes Lackierbild
ohne Overspray liefert. Darüber hinaus wird mit
dem RDS UV LED eine neu konzipierte Lösung für effizientes
und prozesssicheres Aushärten von Materialien
vorgestellt. Mit seinem minimalen Footprint
ermöglicht das System kurze Taktzeiten und damit
einen hohen Durchsatz.
Komplette Fertigungslinien
Über die einzelnen Systeme hinaus tritt Rehm auf der
productronica als Anbieter kompletter Fertigungslinien
auf. Dabei geht es nicht mehr allein um die Maschine,
sondern um die intelligente Vernetzung aller
Systeme und ihre nahtlose Anbindung an übergeordnete
MES-Strukturen. Mit standardisierten Schnittstellen
wie Hermes und cfx wird sichergestellt, dass
die Anlagen in Smart-Factory-Konzepte integriert
werden können. So entstehen ganzheitliche Lösungen,
die hohe Prozesssicherheit bieten und die Effizienz
in der Elektronikfertigung nachhaltig steigern.
productronica: Halle A4, Stand 335
Bild: Rehm
Ein besonderes Merkmal
der VisionXP+ ist
der mechatronische
Vorhang am Ein- und
Auslauf, der den Stickstoffverbrauch
um bis
zu 20 % reduziert.
EPP » 06 | 2025 39
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Plasma Innovations möchte Kupferzeit bei Leiterbahnen beenden
Aluminium ersetzt Kupfer
Obwohl Aluminium aufgrund seines geringeren Gewichts und wesentlich
geringeren Kosten punktet, werden Leiterbahnen auf Platinen fast ausschließlich
aus Kupfer gefertigt. Der Einsatz des Leichtmetalls scheiterte bisher an
der extrem eingeschränkten Lötfähigkeit von Aluminium. Mit dem Flexxal-
Verfahren hat Plasma Innovations diese technologische Hürde überwunden.
Mrd. Dollar pro Jahr geschätzt: Deshalb ist das Interesse
von Investoren an einer Beteiligung an Plasma Innovations
groß. Auch das Kernforschungszentrum CERN in
Genf hat Interesse an den Flexxalumina genannten Produkten
bekundet.
Plasma Innovations-Geschäftsführer Fritz Pesendorfer (li.) mit einer für Flexxalumina
namensgebenden flexiblen Leiterplatte mit Alu-Leiterbahnen. Maximilian Stummer,
Forschungsleiter von Inocon Technologie, mit einer Platine aus faserverstärktem
Kunststoff mit Alu-Leiterbahnen.
Es ist uns gelungen, eine stoffschlüssige Verbindung
zwischen Nickel, Zinn und Aluminium zu ermöglichen,
die sich löten lässt und somit für Leiterbahnen
bestens geeignet ist“, skizziert Plasma Innovations-Gesellschafter
und -Geschäftsführer Fritz Pesendorfer den
technologischen Durchbruch. Platinen können mit Aluminium–Leiterbahnen
nunmehr genauso gefertigt werden
wie mit Kupfer-Leiterbahnen – und das ohne aufwändige
Umrüstung der Produktionsanlagen.
Weil die Materialkosten für die Leiterbahnen dadurch
um fast 90 Prozent und das Gewicht um über 50 Prozent
sinken können, sieht Plasma Innovations für seine
patentierte Technologie weltweit enormes Potenzial.
Zudem wird der Weltmarkt für Leiterplatten auf fast 80
Bild: Wolfgang Simlinger
Das neue Verfahren
Das Flexxal-Verfahren ist eine Oberflächenmetallisierung,
bei der jene Oxidschicht entfernt wird, die sich auf
Aluminium bildet. Diese Oxidschicht ist nicht lötbar,
was die Verbindung mit den benötigten elektronischen
Bauteilen auf der Platine vereitelt. Außerdem ist die
Oxidschicht ein guter elektrischer Isolator. Das wiederum
verringert die Leitfähigkeit des Aluminiums und
macht dieses somit für den Einsatz als Leiterbahn ungeeignet.
Dank der Plasma Innovations-Entwicklung wird
die Oxidschicht durch eine Zinn-Nickel-Schicht mit
hervorragender intermetallischer Bindung ersetzt.
Die so erzeugte Flexxal-Schicht ist mit Standard-Lötpasten
direkt lötbar und korrosionsbeständig. Deshalb
lassen sich Flexxalumina-Leiterplatten wie konventionelle
kupferbasierte Platinen verarbeiten. Weil keine
Änderungen am Produktionsprozess nötig sind, können
die Aluminium-Platinen auf allen gängigen Anlagen gefertigt
werden. „Das macht den Umstieg auf diese Technologie
aus technischer Sicht einfach. Aus wirtschaftlicher
Sicht sind die Argumente ohnedies sehr überzeugend“,
betont Pesendorfer.
Technisch unaufwändig,
wirtschaftlich überzeugend
Tatsächlich ist die Kosteneinsparung allein beim Rohstoff
substanziell. Um die gleiche elektrische Leitfähigkeit
wie Kupfer-Leiterbahnen mit 35 µm Stärke zu erreichen,
muss eine Alu-Leiterbahn 55 µm (0,055 Millimeter)
dick sein. Die Materialkosten sinken dabei durch
den Ersatz von Kupfer durch Aluminium um rund 88
Prozent, die Kosten der Leiterplatte um bis zu 25 Prozent.
„Aluminium ist das dritthäufigste Element in der
Erdkruste und daher gut verfügbar. Alleine deshalb können
wir davon ausgehen, dass die Preisschere zwischen
Aluminium und Kupfer noch weiter aufgeht“, argumen-
40 EPP » 06 | 2025
tiert Pesendorfer. Da Aluminium nur rund ein Drittel der
Dichte von Kupfer hat, beträgt die Gewichtsersparnis
bei der Aluminium-Leiterbahn – trotz 20 µm mehr Dicke
– 52 % Prozent. „Das macht unsere Technologie für
alle Leichtbau-Anwendungen umso attraktiver“, erklärt
Pesendorfer.
„Technologie wird auf Herz
und Nieren geprüft“
Da Plasma Innovations als kleines Forschungsunternehmen
nicht in der Lage ist, eine wettbewerbsfähige Leiterplatten-Produktion
aufzubauen, hat man einen Fertigungspartner
gesucht – und ihn mit Croll Technology
Limited (CRT) im chinesischen Shenzhen gefunden. Mit
dem britischen Leuchtenhersteller Whitecroft Lighting
aus Ashton-under-Lyne (Greater Manchester), konnte
bereits ein erster Kunde gewonnen werden.
Whitecroft verbaut die Aluminium-Platinen in seinen
Beleuchtungssystemen. Das Interesse an Flexxalumina
ist auch in vielen anderen Branchen groß. „Wir haben
internationale Technologieunternehmen genauso bemustert
wie heimische“, erklärt Pesendorfer. Das Interesse
ist meist riesig. Man habe schon in Telefonkonferenzen
mit 20 Teilnehmer:innen ausführlich Auskunft
Maximilian Stummer, Forschungsleiter von Inocon, überprüft mit einem Mikroskop die
Fertigungsqualität einer Flexxalumina-Leiterplatte, die von Croll Technology Limited
(CRT) in Shenzhen produziert wurde.
über die Technologie, die Fertigungskompetenzen und
-kapazitäten gegeben. „Obwohl unsere Muster immer
auf Herz und Nieren geprüft werden, ob sie für den Einbau
in Serienprodukte geeignet sind, haben wir bisher
nur positive Resonanz bekommen“, sagt Pesendorfer.
Bild: Wolfgang Simlinger
Effizient. Hochrein. Nachhaltig.
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EPP » 06 | 2025 41
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Bild: Wolfgang Simlinger
Bild: Wolfgang Simlinger
Eine Flexxalumina-Leiterplatte mit Leiterbahnen aus Aluminium
Plasma Innovations-Geschäftsführer Fritz Pesendorfer (li.) mit einer Leiterplatte mit Alu-
Leiterbahnen, Inocon-Forschungsleiter Maximilian Stummer mit Alu-Leiterbahnen auf einer
Kunststofffolie.
Bemerkenswert und besonders erfreulich ist eine Anfrage
vom CERN (Conseil européen pour la recherche nucléaire).
„Die Europäische Organisation für Kernforschung
ist an Flexxalumina interessiert, weil die geringere
Masse von Aluminium einen signifikanten Vorteil
gegenüber Kupfer bietet“, freut sich Pesendorfer über
die Anfrage nach Produktmustern. „Das CERN dürfte
auf eine derartige Entwicklung gewartet haben und hat
sich erleichtert gezeigt, dass endlich jemand Leiterplatten
mit Aluminium fertigen kann.“
Österreichisches Patent
mit weltweitem Potenzial
Weil die Nachfrage nach Leiterplatten generell weiter
zunehmen dürfte, denkt Plasma Innovations auch über
ein Lizenzmodell für die patentierte Flexxalumina-Technologie
nach. Technisch wäre das leicht umsetzbar. „Für
Platinen-Produzenten ist es mit wenig Aufwand möglich,
eine Anlage von der Produktion von Kupfer-Leiterbahnen
auf Aluminium-Leiterbahnen umzustellen“, erklärt
Pesendorfer. Dass der erste Großauftrag, der von
Produktionspartner Croll Technology in Shenzhen gefertigt
wird, von Leuchtenhersteller Whitecroft Lighting
aus Großbritannien kommt, illustriert das internationale
Potenzial der Innovation made in Austria. Das dürften
auch internationale Investoren bereits erkannt haben.
„Wir führen schon sehr konkrete Gespräche mit einem
renommierten Venture-Capital-Unternehmen, das uns
bei der Finanzierung des geplanten Wachstumskurses
unterstützen will“, erklärt Fritz Pesendorfer.
Bild: CRT
Die Fertigungsstraße von Croll Technology Limited (CRT) in Shenzhen, auf der die Leiterplatten aus Aluminium von Plasma Innovations gefertigt werden.
42 EPP » 06 | 2025
Reiniger für Lötanlagen
Gründliche Reinigung nach intensiven Produktionszyklen
Mit dem pH-alkalische Etimol SEM 14 RAA
hat Emil Otto einen modernen Reiniger
entwickelt, der speziell für die Reinigung
von Lötanlagen in der Elektronikfertigung
konzipiert wurde. Das wasserbasierte Produkt
wird den Reiniger Etimol SEM 11 RAA
ersetzen. Der Etimol SEM 14 RAA zeichnet
sich durch eine starke Schaumbildung und
eine intensive Reinigungskraft aus und
entfernt eingebrannte Flussmittelrückstände
sowie
Kondensate. Zudem zeichnet
sich der Reiniger durch
einen milden Geruch aus.
„Der neue Etimol SEM 14
RAA ist mit speziellen organischen
Lösungsmitteln formuliert
und eignet sich ideal
für den Einsatz in Reflow-,
Wellen-, Selektiv- und
Dampfphasenlötanlagen.
Die hier regelmäßig entstehenden
hartnäckigen Rückstände
können die Prozesssicherheit
maßgeblich beeinflussen.
Der Reiniger
wurde deshalb mit hochaktiven
Additiven entwickelt,
um eine extrem hohe Wirksamkeit
zu erzielen“, erklärt
Markus Geßner, Marketingund
Vertriebsverantwortlicher
der Emil Otto GmbH
und führt weiter aus: „Oftmals
werden in den Lötanlagen
auf Grund der hartnäckigen
Verschmutzungen
stark ätzende Reiniger eingesetzt,
wobei Mitarbeiter
nach dem Reinigen der Anlagen
oftmals über Übelkeit
und Kopfschmerzen klagen.
Auch können Aluminiumteile
stark angegriffen werden.
Der Etimol SEM 14 RAA
schützt davor bei gleicher
Reinigungsleistung und verströmt
überdies keinen ätzenden
Geruch.“
Der Reiniger lässt sich bei
der regelmäßigen Wartung
von Lötanlagen und auch für die gründliche
Reinigung nach intensiven Produktionszyklen
einsetzen. Dank der stabilen
Schaumbildung haftet der Etimol SEM 14
RAA an Oberflächen und löst Verschmutzungen
effektiv. Dabei wirkt der Reiniger in
noch warmen Bereichen zuverlässig und
lässt sich rückstandsfrei entfernen.
productronica: Halle A4, Stand 315
GUIDING YOU
THROUGH
THE JUNGLE
Der neue Reiniger
von Emil Otto
lässt sich sowohl
bei der regelmäßigen
Wartung
von Lötanlagen
als auch für
die gründliche
Reinigung
nach intensiven
Produktionszyklen
einsetzen.
GET INSPIRED AT
PRODUCTRONICA
BOOTH A3.261
EPP » 06 | 2025 43
Foto: ©Delvitech
Delvitech bringt KI-native Intelligenz in 3D-AOI & SPI.
KI-gestützter Training Manager
für AOI? Es gibt ihn bereits.
In der Elektronikfertigung ist Innovation der Schlüssel. Der Training Manager von Delvitech
bringt neuronale Netze und KI direkt in die Hände der Bediener und ermöglicht ein
Echtzeit-Re-Training von AOI-Modellen. Eine schnellere, einfachere und präzisere Qualitätskontrolle
sind das Ergebnis und das Alles ohne Produktionsverzögerungen.
Trainieren Sie Ihre AOI-Plattformen schneller, cleverer
und einfacher
Der Einsatz von KI-gesteuerten optischen
Inspektionssystemen unterstützt
die Anpassungsfähigkeit
Die Fertigungslandschaft entwickelt sich im Rekordtempo.
Elektronik-, Automobil-, Medizinindustrie und
viele andere Fertigungsbranchen benötigen AOI-Systeme,
die nicht nur punktuelle Anomalien präzise erkennen,
sondern sich auch kontinuierlich an neue Herausforderungen
anpassen.
Hier kommt Deep Learning ins Spiel. Faltungsneuronale
Netze (CNNs), die auf visuellen Datensätzen trainiert
wurden, erkennen subtile Defekte, die mit herkömmlichen
Methoden oft übersehen werden. Diese KI-gestützten
Systeme verbessern nicht nur die Erstausbeute,
sondern reduzieren auch Fehlalarme, begrenzen
unnötige Eingriffe und bringen Echtzeit-Intelligenz in
die Inspektionslinien. Jetzt können Mitarbeiter diese
Modelle kontinuierlich trainieren und weiterentwickeln,
ohne jedes Mal von vorne beginnen zu müssen.
KI und AOI? Von langsamem Training zu
schnellem Re-Training mit besseren Ergebnissen
Früher erforderte die Aktualisierung von AOI-Systemen
Datenwissenschaftler, lange Trainingszyklen und sorgfältig
annotierte Datensätze, was die Produktion verlangsamte
und die Kosten erhöhte. Moderne KI-basierte
Inspektionsplattformen bieten jetzt intuitive Tools
zur schnelleren Annotation und zum Training von Modellen.
Bediener können Systemen beibringen, neue
Defekte oder Bauteile zu erkennen ohne die Produktion
zu unterbrechen oder auf zentrale Programmierteams
warten zu müssen.
Wirtschaftliche und betriebliche Vorteile
der intelligenten Inspektion
Studien zeigen, dass Hersteller, die KI-native AOI- und
SPI-Systeme eingeführt haben, deutliche Vorteile verzeichnen:
bis zu 30 % schnellere Inspektionszyklen und
eine Reduzierung der Produktrückläufer um 25 %. Wenn
die KI die schwere Arbeit übernimmt und normale von
anomalen Mustern trennt, werden Qualitätskontroll-
44 EPP » 06 | 2025
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teams für strategischere Aufgaben freigesetzt – sei es für
Prozessverbesserung, Analytik oder Innovation.
Training Manager: Korrigieren, organisieren
und trainieren, ohne die Produktion
zu unterbrechen
Hier zeichnet sich Delvitech‘s Training Manager aus. Der
Training Manager ist fest in die Neith-Software integriert und
gibt Bedienern die Möglichkeit, KI-Modelle in nur wenigen
Minuten zu annotieren, zu korrigieren und neu zu trainieren.
Über eine webbasierte Benutzeroberfläche können sie:
• Bilder hochladen und markieren
• Fehlklassifikationen korrigieren
• Annotierte Datensätze organisieren
• Mehrere neuronale Netze trainieren und verwalten
• Die Trainingshistorie für die Rückverfolgbarkeit einsehen
Der Training Manager unterstützt derzeit die Erkennung
von:
• Bauteilkörpern, SMT sowie mechanischen Teilen wie
Nieten und Schrauben
• Pins
• Lötstellenqualität
In dieser umfassenden Umgebung werden sowohl
Klassifikation als auch semantische Segmentierung
unterstützt. Benutzer können detaillierte Polygone
zeichnen, um bestimmte Merkmale wie einen Schraubenkopf
oder einen Lotpastenauftrag zu definieren um
dann ein KI-Modell zu trainieren, welches die neu angelernte
Bauform mit hoher Genauigkeit identifiziert.
Bereits ein einziges Bild reicht aus, um einen sinnvollen
Re-Training-Zyklus auszulösen, sodass Ihr Team
Grenzfälle und seltene Defekte sofort korrigieren kann.
Die Sitzungen laufen in weniger als einer Minute auf
Offline-Programmierstationen ab, sodass die Produktionslinien
voll funktionsfähig bleiben.
Horus & Aton: KI-native Plattformen, die 3D-AOI & SPI für Leiterplatten neu definieren.
Anwendungsfälle aus der Praxis
Wie sieht das in der Produktionslinie aus?
Bauteilkörper-Segmentierung: Wenn das System ein
nicht standardmäßiges Bauteil wie eine Schraube nicht
präzise genug detektiert, kann der Bediener sie mit
dem Annotationstool markieren. Nach dem Training erkennt
das Netzwerk nicht nur die Schraube, sondern
analysiert auch Details wie ordnungsgemäße Befestigung.
Pin-Segmentierung: Ein zunächst ungenau detektierter
Pin wird manuell mit dem Annotationstool markiert und
zum Training hinzugefügt. Das Modell erkennt ihn nun
durchgängig.
Lotpastenauftrag-Erkennung: Das System ignoriert zunächst
die Lotpastenaufträge, da es zuvor nicht darauf
trainiert wurde. Der Bediener markiert mit dem Annotationstool
nur wenige Pastendepots und startet das
Training. Anschließend erkennt das Netzwerk alle
Lotpastendepots präzise und autonom.
Drahtbonden: Wie bei der Erkennung von Lotpaste
lernt das System mithilfe einiger schneller Markierungen,
zuvor inkorrekt detektierte Drahtbonds innerhalb
von weniger als einer Minute zu erkennen.
Pin-in-Paste-Segmentierung: Durch die Markierung
einiger wichtiger Beispielbilder mit dem Annotationstool
startet der Bediener den Trainingsprozess für ein
Pin-in-Paste-Szenario. Danach identifiziert das Netzwerk
alle Merkmale präzise.
Lötstellenkorrektur: Wenn Abschattungen auf der
Leiterplatte zu einer Fehlklassifizierung einer Lötstelle
führen, kann der Bediener diese manuell als gut
neu klassifizieren, und diese Korrektur wird vom neuronalen
Netzwerk übernommen.
Skalierungsvorteile
Hersteller, die ein KI-natives AOI mit Training Manager
einsetzen, berichten von greifbaren Vorteilen:
schnellere Inspektionszyklen, reduzierte Produktrückläufer
und weniger Eingriffe durch Techniker.
Noch wichtiger ist, dass es Teams befähigt, sich auf
Prozessverbesserung und Innovation, statt auf repetitive
Fehlerkorrektur zu konzentrieren.
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EPP » 06 | 2025 45
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Oberflächenbeschichtung von PCBs
Die Qual der Wahl
Mit dem technologischen Fortschritt bei PCBs und FPCs, der engere Rastermaße, höhere
Geschwindigkeiten, dünnere Leiterplatten und größere Komplexität mit sich bringt, hat
die Bedeutung der Oberflächenbeschichtung zugenommen. Markus Voeltz von CEE PCB
umreißt die Grundlagen, auf Basis derer Ingenieure, Einkäufer und Designer
Entscheidungen zur Wahl der Leiterplattenoberflächen treffen können.
» Markus Voeltz, Business Development Director Europe, CEE PCB
Bild: HandmadePictures/stock.adobe.com
In der modernen Elektronikfertigung ist die Wahl der Leiterplattenoberfläche nicht mehr nur eine
Entscheidung des letzten Arbeitsschrittes.
In der modernen Elektronikfertigung ist
die Wahl der Leiterplattenoberfläche
nicht mehr nur eine Entscheidung des
letzten Arbeitsschrittes. Es handelt sich
um eine strategische Auswahl, die sich auf
die Qualität der Baugruppe, die Signalintegrität,
die langfristige Zuverlässigkeit,
die Herstellbarkeit und sogar den ökologischen
Fußabdruck auswirkt.
Beschichtungsfunktionen
PCB-Oberflächenveredelungen erfüllen
drei wichtige Funktionen:
1. Sie schützen freiliegende Kupferbahnen
und lötbare Pads vor Oxidation und Korrosion.
2. Sie bieten eine lötbare Oberfläche
für die Befestigung von den Komponenten
(SMD oder THT).
3. Einige Beschichtungen tragen dazu bei,
die Leistung unter mechanischen, thermischen
und umweltbedingten Belastungen
langfristig zu erhalten.
Leiterplattenoberflächen sind in der Regel
metallisch. Es gibt jedoch auch „organische“
Optionen. Diese Veredelungen
werden normalerweise während der letzten
Prozessschritte der Leiterplatten-/FPC-
Fertigung aufgebracht, im Allgemeinen als
Vorbereitung für die Montage der Bauteile,
den Montageprozess.
Die Fähigkeit des Lots, die Leiterplattenoberfläche
zu „benetzen“, ist entscheidend
für feste Verbindungen und eine fehlerfreie
Montage. Dabei spielen die Oberflächenenergie
und die Oxidationsbeständigkeit
eine wichtige Rolle:
• Die Organische Lötstoppmaske (oder
auch Organischer Anlaufschutz; OSP)
bietet eine gute Benetzbarkeit bei zeitnaher
Verarbeitung, die jedoch an der
Umgebungsluft schnell abnimmt. Deshalb
ist eine schnelle Lötung nach der
Beschichtung erforderlich. OSP zeigt eine
geringe Toleranz gegenüber mehreren
Reflow-Zyklen oder Feuchtigkeits-
Bild: CEE PCB
Bild: CEE PCB
Die Leiterplatten-Oberfläche ENIG (Electroless Nickel Immersion Gold) wird
im allgemeinen Sprachgebrauch auch als ‘Chemisch Gold’ bezeichnet.
Die ENIG-Oberfläche besteht aus einer chemisch aufgebrachten Schicht
Nickel mit einer dünnen Schicht Gold, welches Nickel vor Oxidation schützt.
46 EPP » 06 | 2025
einwirkung. Sie ist am besten für SMD-
Reflowlötlinien mit hohen Stückzahlen
geeignet.
• Chemisch Nickel-Gold (ENIG); Chemisch
Nickel-Gold-Palladium (ENEPIG):
Bei unsachgemäßer Verarbeitung kann
sich an der Nickelschicht eine „Black-
Pad“-Korrosion entwickeln, die die Lötbarkeit
gefährdet. Beide Beschichtungen
haben eine hervorragende Benetzbarkeit
und sind gut bei mehrfachen
Lötprozessen zu verarbeiten. ENEPIG
bietet hervorragende Temperaturwechselbeständigkeit,
Vibrationstoleranz und
Feuchtigkeitsbeständigkeit. Es ist ideal
für Golddraht-Bonding-Anwendungen.
• Chemisch Zinn ist anfällig für Zinn-
Whisker-Bildung in bestimmten Klimabedingungen,
unter anderem feucht
und warm, die zu elektrischen Kurzschlüssen
führen können.
• Chemisch Silber verfügt genau wie chemisch
Zinn über eine gute Benetzbarkeit,
die sich durch Lagerung oder
Feuchtigkeitseinwirkung verschlechtern
kann.
• Hot Air Laveling (HAL) mit Zinn oder
Blei/Zinn ist eine mechanisch robuste
Beschichtung. Sie ist aber nur bei begrenzten
Layouts mit kleinen Strukturen
geeignet.
Trends und zukünftige
Entwicklungen
Die Welt der Oberflächenveredelung entwickelt
sich ständig weiter. Zu den wichtigsten
Trends gehören:
• Ein wachsender Einsatz von ENEPIG:
ENEPIG ist immer noch eine Nischenveredelung,
findet aber allmählich breitere
Anwendung. ENEPIG hat eine überlegene
Leistung bei anspruchsvollen
mechanischen, thermischen und chemischen
Belastungen, es ist kompatibel
mit Golddrahtbonding und erweist sich
sowohl bei mehrfachen Lötprozessen
als auch in „rauen“ Umgebungen als
sehr stabil.
• Ein zunehmendes Interesse an umweltfreundlichen
Beschichtungsmethoden:
ESG-Richtlinien lassen produzierende
Unternehmen vermehrt den Einsatz gefährlicher
Chemikalien reduzieren, hierzu
zählt beispielsweise eine cyanidfreie
Bild: CEE PCB
Eine ENIG-Produktionslinie
Goldbeschichtung, und den Energieund
Wasserverbrauch minimieren. Außerdem
stehen geschlossene Kreislaufsysteme
zur Metallrückgewinnung im
Fokus.
• Nanotechnologische Veredelungen:
Derzeit noch experimentelle Veredelungen
auf der Basis von Nanokeramik
oder Hybridfilmen könnten schon bald
Korrosionsbeständigkeit ohne herkömmliche
Beschichtung bieten und
damit neue Möglichkeiten für ultradünne,
hochzuverlässige Leiterplatten in
Anwendungen mit begrenztem Platzangebot
eröffnen.
Intelligente
Oberflächenveredelung
In der heutigen Hochleistungselektronikindustrie
ist die Auswahl der Oberflächenveredelung
entscheidend. Keine einzelne
Oberflächenbehandlung ist für jede Situation
optimal geeignet – jede Option bedeutet
immer einen Kompromiss in Bezug
auf Kosten, Leistung, Zuverlässigkeit und
Prozesskomplexität. Designer und Einkäufer
müssen die Oberflächenbehandlung also
sorgfältig auf die Anforderungen des
Produkts abstimmen:
• Montageanforderungen
• Umweltbelastungsprofil
• Regulatorische Anforderungen
• Kosten- und Volumenziele
Ob sich Anwender für ENEPIG für Steuerungen
in der Luft- und Raumfahrt, HAL
für robuste Industriesteuerungen oder OSP
für IoT-Geräte entscheiden, eine fundierte
Entscheidung hilft, sowohl die Produktleistung
als auch die Produktionseffizienz
zu maximieren.
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EPP » 06 | 2025 47
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Dispenser und Fassentleersystem von ViscoTec
Optimiertes Handling
bei hohen Dosiermengen
Auf der productronica zeigt ViscoTec bewährte, aber auch weiterentwickelte Produkte,
die das Portfolio des Dosiertechnikspezialisten ergänzen. Vorgestellt werden neben bereits
bestehenden Dosierlösungen und Rotorvarianten auch die neuen Dispenser vipro-Pump L
bzw. vipro-Duo L und das neue Fassentleersystem vipro-Feed L plus.
Die Dispenser der vipro-Pump-Baureihe
werden durch die 1K vipro-Pump
L und die 2K vipro-Duo L Variante ergänzt.
Die modulare Bauweise der vipro-Pump
wurde nun auch auf die große Dispenser-
Baureihe übertragen. Das Unternehmen
erreicht so selbst bei hohen Dosiermengen
ein optimiertes Handling und geringere
Ersatzteilkosten. Die Optimierungen sollen
– wie auch die bereits bestehenden Modelle
– eine unterbrechungsfreie Dosierung
mit hohen Genauigkeitsanforderungen
unter Anwendung der Endloskolben-
Technologie garantieren.
Die Vorteile der Dispenser:
• Eine definierte Statorposition, mühelose
Wiederpositionierung und sauberes
Entlüften sorgen für reibungslose Abläufe.
• Die integrierte Sensorik überwacht den
Prozess kontinuierlich und garantiert
gleichbleibende Dosierqualität.
• Effizienter Service und langlebige, abrasionsbeständige
Komponenten sichern
höchste Zuverlässigkeit und steigern
die Verfügbarkeit der Anlagen.
In Kombination mit den Entleersystemen
vipro-Feed M & L plus ergeben die 1K
oder 2K Dispenser ein perfekt aufeinander
abgestimmtes Dosiersystem.
200-Liter-Fässer unterbrechungsfrei
entleeren
Mit dem neuen Fassentleersystem vipro-
Feed L plus lassen sich 200-Liter-Fässer
effizient und sicher verarbeiten – ideal für
Branchen wie die Elektronikfertigung, Aerospace,
die Automobilindustrie und
E-Mobilität.
Vorteile des Fassentleersystems:
• Die vollautomatisierte Entleerung sorgt
für gleichmäßigen, luftblasenfreien
Materialfluss, selbst bei hochviskosen
Medien.
• Alle Standards sind erfüllt, die Entleersysteme
sind intuitiv steuerbar, es ist
kein Fachpersonal erforderlich.
• Verschiedene Beladungsarten, kompakte
Bauweise und einfache Wartung
senken die Betriebskosten und steigern
die Produktivität.
Dank integrierter Sensorik und Profinet-
Schnittstelle lässt sich die Anlage problemlos
in übergeordnete Steuerungen
einbinden. Damit bietet die vipro-Feed L
plus maximale Effizienz und Prozesssicherheit
für die Entleerung von 200-Liter-Fässern.
Technisch basiert das Fassentleersystem
auf dem Konzept des kleineren
vipro-Feed M plus, das aus Platzgründen
auf der Messe ausgestellt sein
wird.
productronica: Halle A4, Stand 435
Bild: ViscoTec
Bild: ViscoTec
Die Dispenser der vipro-Pump-Baureihe
werden durch die 2K vipro-Duo
L Variante ergänzt.
Bild: ViscoTec
Auch die 1K vipro-Pump L ist neu im Portfolio.
Mit dem neuen Fassentleersystem vipro-Feed L
plus lassen sich 200-Liter-Fässer effizient und sicher
verarbeiten – ideal für Branchen wie Elektronikfertigung,
Aerospace, Automobilindustrie
und E-Mobilität.
48 EPP » 06 | 2025
Speziell für mittelständische Elektronikfertiger
Kompaktes und flexibles Bauteillagersystem
Mit dem neuen Magic Tower Compact
präsentiert Otto Künnecke ein innovatives,
kompaktes und zugleich hochflexibles
Bauteillagersystem, das speziell auf
die Anforderungen mittelständischer
Elektronikfertiger zugeschnitten ist.
Das System ist 2,5 m hoch, besteht aus
zwei Türmen sowie einem kombinierten
Single- und Auto-I/O-Modul zur automatischen
Be- und Entladung. Der Magic
Tower Compact lässt sich somit auch in
bestehende Fertigungsumgebungen integrieren.
Auf einer Grundfläche von nur
wenigen Quadratmetern schafft der Magic
Tower Compact Platz für bis zu 1.200
Rollen unterschiedlicher Größe sowie einen
zusätzlichen Lagerbereich für bis zu
18 JEDEC-Trays, die gestapelt so eingelagert
werden können, wie sie im Wareneingang
ankommen.
Ein besonderes Highlight des Magic
Tower Compacts ist das integrierte Pickby-Light-Regal,
das die Zwischenlagerung
von bis zu acht KLT-Behältern ermöglicht.
Das System beinhaltet ein in
den Magic Tower Compact integrierte
Pick-by-Light-System. Durch die visuell
geführte Entnahme werden Kommissionierungsfehler
vermieden, wodurch Prozesssicherheit
und Effizienz erheblich gesteigert
werden. Auf Wunsch ist das Pickby-Light-Modul
auch als eigenständige
Lösung verfügbar, wobei die gleiche Software-
und MES-Anbindung genutzt wird.
Dank der offenen Schnittstellen lassen
sich alle gängigen Systeme an den Magic
Tower Compact anbinden, wodurch eine
durchgängige Nachverfolgbarkeit und ein
nahtloser Informationsfluss gewährleistet
sind. Statt eines klassischen Reel-Trolleys
Der neue Magic Tower Compact von Otto Künnecke.
setzt der Magic Tower Compact auf einen
innovativen Förderwagen, der die Rollen
in übersichtlichen Fächern zum Feeder-
Rüstplatz oder an die Bestückungslinie
transportiert. Die Bauteilrollen können
vorkommissioniert entnommen werden,
was die Rüstzeiten verkürzt.
productronica: Halle A3, Stand 404
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EPP » 06 | 2025 49
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Neue Anlagentechnologien und Upgrades von Seho Systems
Die nächste Generation
Selektiv- und Wellenlöten
Seho Systems, Hersteller von Komplettlösungen für Lötprozesse und automatische Fertigungslinien,
stellt auf der productronica 2025 neue Anlagentechnologien und gezielte Upgrades
für seine High-End-Systeme aus allen Produktbereichen vor. Die Neuentwicklungen sind auf
anspruchsvolle Anwendungen in der Elektromobilität und Leistungselektronik ausgerichtet
und überzeugen, laut Hersteller, mit durchdachter Prozessarchitektur, hoher Flexibilität und
konsequenter Effizienzorientierung.
Bild: Seho Systems
Mit der neuen PowerSelective-HD präsentiert SEHO zur productronica eine Selektivlötanlage der
nächsten Generation, die Elektronikfertigungen in puncto Flexibilität, Produktionsvolumen und
Prozesssicherheit auf ein neues Niveau hebt.
Mit der neuen PowerSelective-HD
zeigt Seho eine Selektivlötanlage
der nächsten Generation, die Elektronikfertigungen
in puncto Flexibilität, Produktionsvolumen
und Prozesssicherheit
auf ein neues Niveau heben soll. Im Fluxerbereich
sorgt eine neu integrierte Fiducialkamera
für mehr Präzision bei der
Positionierung. Dies sei ein klarer Vorteil
auch bei komplexen Layouts und hochdichten
Bestückungen, so der Hersteller.
Einzelne Bereiche
thermisch konditionieren
Ein neues Cluster-Vorheizkonzept ermöglicht
es, gezielt nur die Bereiche einer
Baugruppe thermisch zu konditionieren,
die für den anschließenden Lötprozess relevant
sind. Alle übrigen Bereiche werden
nicht mit Wärme beaufschlagt, was den
Energiebedarf deutlich reduziert.
Pro Heizstation besteht die selektive
Clusterheizung aus bis zu 30 kurzwelligen,
goldbeschichteten Strahlern, die individuell
ansteuerbar sind und selbst
kleinste Flächen effizient und präzise erwärmen.
Ihre gerichtete Wärmeabstrahlung
bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz
setzt neue Maßstäbe in der thermischen
Prozessführung. Auch beim Multiwellenlöten
lässt sich der Vorheizprozess
hiermit exakt an das jeweilige Baugruppenlayout
anpassen. Ergänzt wird das
Konzept durch eine skalierbare IR-Cluster-Oberheizung
mit 4 oder 16 Zonen, die
speziell bei massereichen Baugruppen eine
gleichmäßige Erwärmung sicherstellt.
Alle Heizmodule sind im wartungsfreundlichen
Schubladenformat ausgeführt.
Vergrößerte Lötfläche
Die neu entwickelte Löteinheit bietet eine
deutlich vergrößerte Lötfläche und lässt
sich flexibel an unterschiedliche Produktionsanforderungen
anpassen. Für maximale
Flexibilität können zwei unterschiedliche
Multiwellen-Tools mit einer
Größe von jeweils bis zu 250 x 400 mm
gleichzeitig gerüstet werden – ideal für
variantenreiche Fertigungen oder häufig
wechselnde Baugruppen.
Alternativ lassen sich zwei identische
Löttools mit einer Gesamt-Lötfläche von
bis zu 500 x 500 mm einsetzen. So kann
der Durchsatz deutlich erhöht werden,
beispielsweise bei Mehrfachnutzen: Ein
einziger Dip-Prozess genügt, um mehrere
Baugruppen gleichzeitig zu löten.
Für höchste Qualitätsanforderungen
können sowohl ein selektives Bürstsystem
zur Entfernung von Lotperlen als auch das
50 EPP » 06 | 2025
PowerVision THT-AOI System zur Lötstelleninspektion
in die Anlage integriert
werden. Beide Zusatzprozesse laufen parallel
auf separaten Achsen, ohne Einfluss
auf die Taktzeit. Die neue PowerSelective-
HD ist für den Einsatz in zukunftsweisenden
Elektronik anwendungen konzipiert –
etwa in den Bereichen E-Mobility, Batteriemanagement
oder Umrichtertechnik.
Sie verarbeitet Baugruppen mit einem
Gewicht von bis zu 25 kg bei maximaler
Bauteilfreiheit auf der Baugruppenoberseite
und -unterseite.
Gezielte Weiterentwicklung
des Fluxerbereichs
Effizienzsteigerung und intelligente Prozessführung
stehen auch im Segment
Wellenlöten im Fokus. Nach dem erfolgreichen
Upgrade des Vorheizbereichs mit
besonders sparsamen Pulsarstrahlern, die
den Energieverbrauch um bis zu 30 %
senken, sowie der Einführung innovativer
Funktionen für den Lötbereich, wie die
automatische Düsenhöhenverstellung
und Wellenhöhenmessung, wurde nun der
Fluxerbereich gezielt weiterentwickelt.
Für das High-End Wellenlötsystem
MWS 2300 hat SEHO einen segmentierten
Flussmittelauftrag realisiert, der je
nach Baugruppenlayout Einsparpotenziale
von bis zu 50 % ermöglicht. Dabei werden
ausschließlich die Bereiche der Baugruppe
mit Flussmittel beaufschlagt, an
denen sich tatsächlich Lötstellen befinden.
Bis zu acht separate Segmente können
pro Baugruppe definiert werden – das
reduziert den Verbrauch und Wartungsaufwand
deutlich.
Zusätzliche Energieeinsparungen erzielt
eine neu entwickelte, optimierte Tunnelisolierung,
die Wärmeverluste im Prozess
effektiv minimiert.
productronica 2025: Halle A4, Stand 578
LPKF Laser & Electronics steigert Effizienz bei starren Leiterplatten
Laser-Nutzentrennsystem maximiert Produktion
Das hochautomatisierte Laser-Nutzentrennsystem
CuttingMaster 2240 Cx hat
Hersteller LPKF Laser & Electronics entwickelt,
um die Effizienz bei der Produktion
großer Mengen starrer Leiterplatten zu
maximieren. Das System verfügt über ein
ausgeklügeltes integriertes Material-
Handling, das den Einsatz von umlaufenden
Werkstückträgern überflüssig macht
und so die Betriebskosten erheblich senkt,
während die für LPKF typische Präzision
und Zuverlässigkeit erhalten bleibt. Zu sehen
ist das System live auf der productronica
2025 am Stand des Fraunhofer IZM.
Der CuttingMaster 2240 Cx stellt eine Lösung
zur kosteneffizienten Automatisierung
des Leiterplattennutzentrennens dar,
die den Anforderungen der Branche ent-
spricht. Durch die Integration einer produktspezifischen
Klemmvorrichtung und
einer Entladeeinheit vereinfacht das System
den Fertigungsprozess. Gleichzeitig
werden die Komplexität und der Umfang
zusätzlicher Automatisierungslösungen
sowie die damit verbundenen Kosten reduziert.
Neues Maß an
Automatisierung
Die hochentwickelte Funktionalität des
Systems erweitert die Leistungsfähigkeit
der LPKF-CuttingMaster 2000 Serie und
sorgt gleichzeitig für ein neues Maß an
Automatisierungseffizienz. Der Cutting-
Master 2240 Cx kann entweder als eigenständige
Lösung oder als integrierte Kom-
Bild: LPKF Laser & Electronics SE
Das hochautomatisierte Laser-Nutzentrennsystem
CuttingMaster 2240 Cx maximiert die Effizienz.
ponente in größeren Produktionslinien
eingesetzt werden und bietet somit maximale
Flexibilität bei der Implementierung.
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» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Reinigung von Leiterplattenbaugruppen
Dampfentfettung: Upgrade für
die Reinigung am Arbeitsplatz
Mit der steigenden Komplexität von Leiterplattenbaugruppen wird eine zuverlässige
Reinigung immer schwieriger. Herkömmliche Methoden entfernen oft nicht alle Verunreinigungen
dicht gepackter Bauteile. In Branchen mit hohen Präzisionsanforderungen
können Reinigungsschwankungen die Zuverlässigkeit beeinträchtigen. Daher setzen
Hersteller verstärkt auf die Dampfentfettung, ein effizientes Verfahren, das Bedienervariabilität
reduziert und eine gründliche Reinigung sicherstellt.
» Elizabeth Norwood, leitende Chemikerin, MicroCare LLC
Bild: MicroCare
Komplexe Leiterplatten: Mit der zunehmenden Komplexität von Leiterplattenbaugruppen
(PCBAs) wird auch eine zuverlässige und gleichmäßige Reinigung immer anspruchsvoller.
Jahrzehntelang waren Arbeitsplatzreinigungsoder
manuelle Methoden die bevorzugte Lösung
für PCBA-Reinigungsvorgänge. Dieser Ansatz basiert
auf praktischen Techniken wie Schrubben, Spülen
und Wischen, um Verunreinigungen von PCBAs mit
speziellen Reinigungsflüssigkeiten zu entfernen. Obwohl
die manuelle Reinigung für kleine Chargen oder
unkritische Anwendungen effektiv ist, bringt sie erhebliche
Herausforderungen mit sich, die moderne
Elektronikhersteller berücksichtigen müssen.
Kontaminationsrisiken: Bei unsachgemäßer Reinigung
am Arbeitsplatz können Rückstände wie
Flussmittel, Reinigungsmittel oder Schmutz auf der
Leiterplatte zurückbleiben. Verunreinigungen können
zu Problemen wie Korrosion, schlechter Lötbarkeit
oder Dendritenwachstum führen.
Inkonsistenz: Die Reinigung am Arbeitsplatz hängt
stark von den Kenntnissen des Bedieners ab. Variationen
des Reinigungsdrucks, der Reinigungsflüssigkeitsanwendung
oder der Trocknungszeit können
Verunreinigungen zurücklassen. Diese Inkonsistenz
kann zu Defekten, Leistungsproblemen und Zuverlässigkeitsbedenken
führen, insbesondere in hochpräzisen
Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt, der Medizin
und der Automobilindustrie
Arbeitsintensiv: Die manuelle Reinigung jeder
einzelnen Platte ist zeitaufwändig und verlangsamt
den Produktionsdurchsatz, insbesondere in größeren
oder komplexeren Produktionsumgebungen. Mit
steigenden Fertigungsanforderungen wird diese Methode
ineffizient und kostspielig, was zu längeren
Vorlaufzeiten führt.
Eingeschränkte Wirksamkeit: Die Arbeitsplatzreinigung
ist bei komplexen Designs und kleinen
Komponenten oft problematisch, da sich Verunreinigungen
in schwer zugänglichen Bereichen ablagern.
Mit zunehmender Komplexität der PCBA-Designs
werden die Grenzen der manuellen Reinigung deutlicher,
was eine automatisiertere und zuverlässigere
Lösung erforderlich macht.
Warum Dampfentfettung
die bessere Lösung ist
Die Dampfentfettung ist ein automatisiertes Reinigungsverfahren,
bei dem Lösungsmitteldämpfe verwendet
werden, um Verunreinigungen von Leiterplatten
zu entfernen. Damit werden die Herausforderungen
der Arbeitsplatzreinigung gelöst. Sie bietet
eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einer guten Lösung
für präzisionsorientierte Branchen machen:
Reinigungskraft: Dampfentfettung entfernt effektiv
Verunreinigungen wie Flussmittel, Öle und Fette,
selbst aus schwer zugänglichen Bereichen. Die
52 EPP » 06 | 2025
Dämpfe lösen Rückstände, die manuelles Schrubben
erfordern würden, und sorgen so für einen höheren
Sauberkeitsstandard. Das Verfahren sorgt dafür, dass
selbst hartnäckige Verunreinigungen entfernt werden
und bietet die Sauberkeit, die in Branchen mit
hohen Zuverlässigkeitsstandards erforderlich ist.
Konsistenz und Wiederholbarkeit: Im Gegensatz
zur Arbeitsplatzreinigung ist die Dampfentfettung
ein automatisierter Prozess, der die Variabilität manueller
Methoden reduziert. Die kontrollierte Umgebung
des Dampfentfettungssystems gewährleistet
einen wiederholbaren und konsistenten Reinigungsprozess,
bei dem jeder Zyklus strenge Sauberkeitsstandards
erfüllt. Diese Konsistenz ist entscheidend
für die Reinigung komplexer und kritischer Komponenten,
bei denen selbst geringfügige Abweichungen
die Leistung beeinträchtigen können.
Verbesserte Effizienz und höherer Durchsatz:
Dampfentfettungssysteme können mehrere Leiterplatten
gleichzeitig reinigen, was die Reinigungseffizienz
und den Durchsatz deutlich verbessert. Dies ist
besonders hilfreich in Produktionsumgebungen mit
hohem Produktionsvolumen, in denen die Einhaltung
enger Termine von größter Bedeutung ist. Hersteller
können so größere Chargen schneller verarbeiten.
Umwelt- und Bedienersicherheit: Moderne
Dampfentfettungssysteme sind umweltbewusst konzipiert.
Funktionen wie Flüssigkeitsrückgewinnung
und Recycling sowie moderne Filtersysteme tragen
dazu bei, Abfall zu minimieren und den Verbrauch
von Reinigungsmitteln zu reduzieren. Die in diesen
Systemen verwendeten Reinigungsflüssigkeiten
zeichnen sich durch hervorragende Umwelt- und Sicherheitseigenschaften
aus. Sie reinigen Bauteile
hochwirksam und gründlich und erfüllen die strengen
gesetzlichen Anforderungen internationaler
Branchen. Moderne Dampfentfettungsmittel entsprechen
den Vorschriften der US-Umweltschutzbehörde
EPA (Environmental Protection Agency) und
der EU-REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung,
Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe).
Mit einem Ozonabbaupotenzial von null, einem
geringen Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen
und einem geringen Treibhauspotenzial tragen
diese Flüssigkeiten zu einem sichereren und
nachhaltigeren Reinigungsprozess bei. Darüber hinaus
erhöhen diese Systeme die Sicherheit des Bedienpersonals,
indem sie den Reinigungsprozess automatisieren,
direkte menschliche Eingriffe minimieren
und sicherere Arbeitsumgebung gewährleisten.
Kosteneffizienz: Die anfängliche Investition in
Dampfentfettungssysteme kann zwar höher sein als
bei herkömmlichen Reinigungsmethoden, doch die
langfristigen Vorteile überwiegen die Anschaffungs-
ELECTR FYING
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EPP » 06 | 2025 53
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Manuelle Reinigung:
Die manuelle
Reinigung ist effektiv
für kleine Chargen
oder unkritische
Anwendungen.
Bild: MicroCare
kosten. Dampfentfettung reduziert die Arbeitskosten,
minimiert das Risiko von Defekten oder Nacharbeit
und erhöht den Durchsatz, was letztlich die Gesamtbetriebseffizienz
verbessert.
Die Rolle der Sauberkeitsprüfung
während der Umstellung
Bevor Hersteller von der Arbeitsplatzreinigung zur
Dampfentfettung wechseln, sollten sie die Wirksamkeit
der aktuellen Reinigungsmethode durch Sauberkeitsprüfungen
überprüfen. Diese Prüfung stellt sicher,
dass bei der manuellen Reinigung keine Rückstände
oder Verunreinigungen zurückbleiben, die die
Leistung und Zuverlässigkeit der Leiterplatten beeinträchtigen
könnten. Die Umstellung auf die Dampfentfettung
sollte eine wohlüberlegte Entscheidung
sein, die den Fertigungsanforderungen entspricht
und die Sauberkeit sowie Prozesseffizienz verbessert.
Industrienormen wie IPC-TM-650 und J-STD-001
bieten Orientierung für die Beurteilung der Sauberkeit
von Leiterplatten und stellen sicher, dass Reinigungsprozesse
bestimmte Qualitätsanforderungen
erfüllen. Zur Bewertung der Wirksamkeit von Reinigungsprozessen
werden üblicherweise verschiedene
Prüfverfahren eingesetzt:
Zur Autorin
Elizabeth Norwood ist leitende Chemikerin
bei MicroCare, LLC, einem Unternehmen,
das Präzisionsreinigungslösungen anbietet.
Sie erforscht, entwickelt und testet reinigungsbezogene
Produkte. Für ihre Arbeit
hat sie derzeit ein Patent erhalten und zwei
weitere sind angemeldet.
Ionenchromatographie (IC): Diese Technik erkennt
und quantifiziert ionische Verunreinigungen
auf Leiterplatten, wie z. B. Flussmittelrückstände,
Salze oder Säuren, die nach der manuellen Reinigung
zurückbleiben können. Die Ionenchromatographie
kann Aufschluss darüber geben, ob diese ionischen
Verunreinigungen durch die manuelle Reinigung
wirksam entfernt wurden oder ob eine Dampfentfettung
erforderlich ist, um den erforderlichen Reinheitsgrad
zu erreichen und so die Zuverlässigkeit und
Leistung der Leiterplatte zu gewährleisten.
Oberflächenenergieanalyse: Diese Methode bewertet
die Sauberkeit von Leiterplatten durch Analyse
der Oberflächenspannung der Platte. Ein niedriger
Oberflächenenergiewert kann darauf hinweisen, dass
auch nach der Reinigung noch Verunreinigungen
vorhanden sind.
Rasterkraftmikroskopie (Atomic Force Microscopy,
AFM): AFM ist ein hochauflösendes Bildgebungsverfahren
zur Analyse der Oberflächen von Leiterplatten
(PCBAs). Es hilft, selbst kleinste Rückstände
oder Verunreinigungen auf einer Leiterplatte zu erkennen.
Diese Methode ermöglicht es Herstellern, die
Sauberkeit der Oberfläche auf mikroskopischer Ebene
visuell zu prüfen und zu quantifizieren. Durch den
Vergleich der Oberflächen manuell gereinigter PCBAs
mit denen, die mittels Dampfentfettung behandelt
wurden, liefert AFM Einblicke in die Wirksamkeit der
einzelnen Reinigungsverfahren bei der Entfernung
von Verunreinigungen.
Der Umstieg
Der Übergang von der Arbeitsplatzreinigung zur
Dampfentfettung bietet Herstellern eine praktische
Lösung, um moderne Qualitätsanforderungen für
Leiterplatten zu erfüllen. Reinigungsverfahren am
Arbeitsplatz haben sich in der Branche seit Jahren
bewährt und tun dies teilweise auch heute noch. Die
Dampfentfettung bietet jedoch die Konsistenz und
Gründlichkeit, die für die komplexen Baugruppen von
heute erforderlich ist. Die anfängliche Investition in
Dampfentfettungsanlagen zahlt sich in der Regel
durch verbesserte Zuverlässigkeit, reduzierte Nacharbeit
und einfachere Einhaltung von Industriestandards
aus. Durch den Einsatz dieser Technologie können
Hersteller ihre Produktionskapazitäten steigern
und gleichzeitig die Sauberkeitsanforderungen der
zunehmend empfindlichen elektronischen Komponenten
erfüllen.
productronica: Halle A4, Stand 101
54 EPP » 06 | 2025
Anwendungen, Services und Informationen an einem Ort
Digitale Services zentral gebündelt
ASMPT SMT Solutions hat sein neues
ASMPT SMT Customer Portal vorgestellt.
Die Plattform dient als zentraler Einstiegspunkt
in die digitale Servicewelt des
Unternehmens und vereint erstmals
sämtliche relevanten Anwendungen,
Services und Informationen an einem Ort.
Das Portal ist so ausgelegt, dass die Inhalte
und Funktionen den jeweiligen Rollen
im Unternehmen angepasst werden. Die
Mitarbeitenden in Produktion, Service,
Einkauf oder Personalwesen sehen jeweils
die für sie relevanten Informationen und
Anwendungen. Diese differenzierte Darstellung
trägt dazu bei, dass Entscheidungen
auf allen Ebenen auf einer fundierten
und aktuellen Datenbasis getroffen werden
können.
Ein zentraler Aspekt des Portals ist die
Möglichkeit, zahlreiche Anliegen eigenständig
zu bearbeiten. So können technische
Störungen gemeldet und deren Bearbeitungsschritte
nachverfolgt sowie Ersatzteilbestellungen
vom Eingang bis zur
Auslieferung transparent eingesehen
werden. Auch die Benutzer- und Rechteverwaltung
erfolgt durch die Kunden
selbst: Standortverantwortliche können
neue Nutzer registrieren, Rollenprofile
anlegen und Zugriffsrechte steuern. So
werden interne wie externe Schnittstellen
entlastet, während Prozesse gleichzeitig
beschleunigt werden.
Ein weiterer Bestandteil ist die Integration
von Schulungs- und Trainingsangeboten
über die ASMPT Academy. Während
die Möglichkeit, digitale Kurse direkt abzurufen,
in Kürze ergänzt wird, können
Kunden bereits heute Lernfortschritte und
Kursbuchungen verwalten. Ergänzt um
statistische Auswertungen wird so die
Transparenz über den Qualifizierungsstand
innerhalb der Beschäftigten erhöht.
productronica: Halle A3, Stand 377
High Performance in der
Baugruppen-Reinigung?
Darauf kommt es an:
• Kompakte Bauweise und
Effizienz der Reinigungsanlage
• PBT Sprühreinigung
• Closed loop Option, ohne Abwasser
• Hochleistungstrocknung
für niedrige Prozesszeiten
Direktsprühung
ohne Abschattung
Ohne Abwasser/
Komplett
geschlossene
Kreisläufe
Messung der
Reinigerkonzentration
Traceability 4.0
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EPP » 06 | 2025 55
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Emissionen in der Elektronikfertigung
Wege zur richtigen Filterstrategie
Viele Prozesse der Elektronikfertigung verursachen gesundheitsgefährdende
und prozessschädigende Substanzen. Mit spezifischen Absaug- und Filteranlagen
lassen sich diese Schadstoffe direkt am Entstehungsort sicher aufnehmen.
Denn: Was oft unsichtbar in der Luft schwebt, kann gravierende Folgen haben.
Bild: DigitalSpace/stock.adobe.com (generiert mit KI)
Die Notwendigkeit effektiver Absaug- und Filtertechnik ist nicht nur eine Frage der unternehmerischen
Verantwortung, sondern auch eine gesetzliche Pflicht.
Feinste Stäube und Rauche dringen tief
in die Atemwege ein und können
langfristig zu schweren Gesundheitsschäden
führen. Ablagerungen in Maschinen
und Anlagen beeinträchtigen deren Funktionalität,
verursachen kostspielige Ausfälle
und können sogar die Produktqualität negativ
beeinflussen. Darüber hinaus belasten
ungefilterte Emissionen die Umwelt.
Der Gesetzgeber hat die Dringlichkeit dieses
Problems vor langer Zeit erkannt und
strenge Richtlinien erlassen, z. B. die Gefahrstoffverordnung
(GefStoffV), die Technische
Anleitung zur Reinhaltung der Luft
(TA Luft) und die Technischen Regeln für
Gefahrstoffe (TRGS). Sie alle definieren klare
Anforderungen an die Beseitigung luftgetragener
Schadstoffe am Arbeitsplatz
und in der Umwelt. Eine davon ist der Einsatz
von Absaug- und Filtertechnologie
Die Notwendigkeit effektiver Absaug- und
Filtertechnik ist somit eine gesetzliche
Pflicht. Doch die Auswahl des richtigen
Systems ist keine triviale Aufgabe. Denn die
Vielfalt der Produktionsprozesse spiegelt
sich in der Komplexität der freigesetzten
Partikel wider. Um die optimale Lösung zu
finden, ist es unerlässlich, sich genauer mit
den Eigenschaften dieser Emissionen auseinanderzusetzen.
Je nach angewandtem Verfahren entstehen
unterschiedliche luftgetragene Schadstoffe.
Hierbei gilt es zunächst, zwischen
partikelförmigen Stoffen wie Stäuben,
Rauchen und Aerosolen sowie gasförmigen
Stoffen und Dämpfen zu unterscheiden. Allerdings
ist diese Trennung nicht immer
scharf, denn unter bestimmten Bedingungen
können gasförmige Stoffe auch miteinander
reagieren und feine Partikel bilden.
Relevante Parameter der
Emissionen
Innerhalb der partikelförmigen Stoffe spielt
die Größe eine entscheidende Rolle. Von
groben Staubpartikeln im Mikrometerbereich
bis hin zu winzigen Nanopartikeln, die
moderne Verfahren wie das Laserschweißen
oder die Nanomaterialbearbeitung
hervorbringen, ist das Spektrum breit. Gerade
die Nanopartikel stellen eine besondere
Herausforderung dar, da sie aufgrund ih-
rer geringen Größe tief in den menschlichen
Körper eindringen können (Lunge, Gehirn).
Doch nicht nur die Größe ist relevant.
Auch die physikalischen und chemischen
Eigenschaften der Partikel beeinflussen die
Wahl des Filtersystems maßgeblich. Sind
die Partikel beispielsweise adhäsiv und neigen
zum Verkleben, können Filter schnell
zusetzen. Kondensierende Dämpfe können
Filtermedien durchfeuchten und deren Effizienz
mindern.
Um die passgenaue Absaug- und Filterlösung
zu finden, ist ein grundlegendes Verständnis
der verschiedenen zur Verfügung
stehenden Abscheideverfahren unerlässlich.
Die industrielle Luftreinhaltung bedient
sich einer Reihe unterschiedlicher
Prinzipien, um Partikel und Gase aus der
Luft zu entfernen.
Filternde Abscheider
Im Folgenden liegt der Fokus primär auf
den filternden Abscheidern, da diese im
breitesten Spektrum industrieller Anwendungen
zum Einsatz kommen.
Filternden Abscheider, auch als Faserfilter
oder Filtrationsabscheider bezeichnet, bilden
eine zentrale Säule in der industriellen
Luftreinigung. Ihre Funktionsweise beruht
auf dem Prinzip der mechanischen Zurückhaltung
von Partikeln beim Durchströmen
eines porösen Filtermediums. Die Effizienz
dieser Abscheider hängt maßgeblich von
der Beschaffenheit des Filtermediums und
der Größe der abzuscheidenden Partikel ab.
Der VDMA hat in seiner Publikation
„Luftfilterinformation“ eine klare Klassifizierung
filternder Abscheider etabliert, die
sich in der DIN EN 779:2012 für Grob- und
Feinstaubfilter sowie in der DIN EN
1822:2011 für Schwebstofffilter widerspiegelt.
Diese Normen definieren verschiedene
56 EPP » 06 | 2025
Bild: ULT
Partikelgrößen
Filterklassen basierend auf ihrem Abscheidegrad
für unterschiedliche Partikelgrößen.
Die Partikelgröße ist somit ein entscheidendes
Kriterium für die Auswahl der geeigneten
Filterklasse. Während Grobstaubfilter
primär Partikel über 10 µm abscheiden,
sind Feinstaubfilter für Partikel größer als 1
µm konzipiert. Für die Abscheidung kleinster
Schwebstoffe, einschließlich Nanopartikel,
kommen hocheffiziente Schwebstofffilter
(HEPA- und ULPA-Filter) zum Einsatz.
Neben dem Abscheidegrad sind weitere
Leistungsgrößen für den praktischen Einsatz
von Luftfiltern von Bedeutung. Dazu
gehören die Anfangsdruckdifferenz und deren
Verlauf während der Filterbeladung,
welche direkten Einfluss auf den Energieverbrauch
des Systems haben. Auch die
Standzeit des Filters spielt eine Rolle.
Auswahlkriterien
Um die richtige Wahl zu treffen, bedarf es
einer detaillierten Analyse verschiedener
Kriterien, die auf dem Verständnis der zuvor
erläuterten Grundlagen aufbauen:
• Spezifische Analyse der Emissionen: Es
ist unerlässlich, die Entstehung und die
Eigenschaften der im Prozess freigesetzten
Partikel und Gase präzise zu analysieren.
Dabei sollte berücksichtigt werden,
ob es sich um kombinierte Emissionen
handelt und welche spezifischen
Herausforderungen (z. B. Klebrigkeit,
Brennbarkeit) bestehen.
• Prozessbedingte Rahmenbedingungen:
Die Besonderheiten des Produktionsablaufs
sind in die Auswahl zu integrieren.
Der Betriebsmodus, mögliche Lastschwankungen
und die räumlichen Gegebenheiten
spielen eine Rolle.
• Erforderliche Filterleistung: Die Anforderungen
aus den gesetzlichen Grenzwerten
und den internen Schutzbedürfnissen
sind in konkrete Anforderungen an
den Abscheidegrad der Filterstufen zu
übersetzen. Dabei sind die kritischen
Partikelgrößen, die effektiv abgeschieden
werden müssen, zu berücksichtigen.
• Optimierung des Energieverbrauchs: Die
angestrebte Filterleistung ist gegen den
resultierenden Druckverlust abzuwägen.
Auf energieeffiziente Filtermedien ist zu
achten, und eine regelmäßige Wartung
zur langfristigen Reduzierung des Druckverlusts
ist einzuplanen.
• Wirtschaftlichkeit im Blick: Neben den
initialen Investitionskosten sind die laufenden
Betriebskosten, die durch den
Energieverbrauch und den Wartungsaufwand
entstehen, zu berücksichtigen. Abreinigbare
Filtersysteme können hier
langfristig Vorteile bieten.
• Integration der Erfassung: Die Absaugung
ist so zu planen, dass die Emissionen
möglichst nah an der Entstehungsquelle
erfasst werden.
Fazit
Eine effiziente Erfassung der Schadstoffe
direkt am Entstehungsort ist ebenso bedeutend
wie die Beachtung rechtlicher
Rahmenbedingungen. Mittels einer fundierten
Bewertung dieser Kriterien kann eine
individuelle Lösung für eine reine, gefahrlose
und effiziente Fertigung umgesetzt
werden. Die Investition in die passende
Anlagentechnik stellt somit einen strategischen
Gewinn für jedes produzierende
Gewerbe dar.
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EPP » 06 | 2025
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57
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Premiere des neuen Extruders TM 1600
Elektronik dauerhaft
verbinden und schützen
Auf der diesjährigen productronica vom 18. bis 21. November 2025 präsentiert sich Werner
Wirth als Komplettanbieter für Verbindungstechnik und Komponentenschutz in der Elektronik.
Sein Leistungsangebot reicht von der Entwicklung bis zur Produktion und zum Maschinenbau.
Ein Highlight am Stand wird die Premiere des neuen Extruders TM 1600 sein.
Das Unternehmen Werner Wirth verbindet
und schützt Elektronik dauerhaft.
Welches Portfolio hinter dem Motto
des Hamburger Unternehmens steckt,
zeigt es auf der Weltleitmesse für Entwicklung
und Fertigung von Elektronik in
München. Besucher erfahren in , wie Werner
Wirth mit Verbindungstechnik und
Komponentenschutz Elektronik in Applikationen
von Elektromobilität über erneuerbare
Energien bis hin zur Robotik bringt.
Mehr Flexibilität
im Hotmelt Moulding
Der Hersteller liefert neben kundenspezifischen
Entwicklungen auch eigene Maschinen,
auf denen die Lösungen beim Anwender
in Serie gehen können. Die jüngste
Anlage wird auf der productronica Premiere
feiern. Der Extruder TM 1600 ist die
neueste Generation aus dem Segment der
Aufschmelzsysteme für das Hotmelt
Moulding. Er ist geeignet für nicht abrasive
Materialien in Granulatform, die mit
einer Temperatur von 245 °C und einem
Druck von 50 bar verarbeitbar sind.
Die Konstruktion ist vor allem auf eine
reibungslose Integration, Flexibilität sowie
eine einfache Handhabung ausgelegt.
So hat der TM 1600 dank seiner kompakten
Bauform von 1300 mm Länge, 600
mm Breite und 1290 mm Höhe (inklusive
Trocknerhöhe von 390 mm) einen nur geringen
Platzbedarf und kann einfach in
bestehende Maschinenparks eingebunden
werden. Er lässt sich mit einer Profinet-
Schnittstelle ausrüsten und an eine übergeordnete
Steuerung anbinden.
Dank eines tauschbaren Kühlkreislaufs
kann er genau und damit energieeffizient
auf den Temperaturbedarf unterschiedlicher
Materialien ausgelegt werden. Seinen
hohen Bedienkomfort erzielt er unter
anderem mit einem leichtgängigen Verschiebeschlitten,
der einen schnellen
Werkzeugwechsel ermöglicht. Die Steuerung
des Extruders lässt sich über ein 7‘‘
Panel komfortabel sowie intuitiv bedienen,
was auch das Anlernen des Maschinenführers
erleichtert.
Entwicklungs- und
Realisierungspartner
Auf der productronica zeigt das Unternehmen
darüber hinaus, wie es sowohl als
Entwicklungs- als auch als Realisierungspartner
die Elektronikbranche von der ersten
Idee bis zur Serie unterstützt. Das erstreckt
sich über die Bereiche Verguss, Kabelkonfektion,
Baugruppenmontage und
den Gerätebau. Werner Wirth verfügt dabei
über ein vielfältiges Teileprogramm, zu
dem Standardstecker, Polymere Werkstoffe
und Klemmelemente gehören. Das
Hamburger Unternehmen wird daher von
den Partnern Bostik (Thermoplaste), Zierick
(Crimpkontakte und Stanzbiegeteile)
sowie von Weco (elektrische Steckverbinder)
auf den Messestand in München begleitet.
productronica: Halle A2, Stand 159
Bild: Werner Wirth
Der Extruder TM 1600 von Werner Wirth ist die
neueste Generation aus dem Segment der Aufschmelzsysteme
für das Hotmelt Moulding.
Werner Wirth realisiert auch die Kabelkonfektion, hier mit kundenspezifischen Steckern an einer
selbstentwickelten Hotmelt-Vergussstation.
Bild: Werner Wirth
58 EPP » 06 | 2025
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EPP » 06 | 2025 59
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Premiere des Einstiegsdruckers von Yamaha
Oberflächenmontage:
Wege zur Leistungssteigerung
Die Yamaha Robotics Europe SMT Section wird auf der productronica 2025 im November in
München Neuentwicklungen vorstellen, die die Flexibilität, Geschwindigkeit und Effizienz bei
der Oberflächenmontage steigern sollen. In den verschiedenen Ausstellungsbereichen des
Messestandes werden die neuesten Maschinen der 1 Stop Smart Solution, die Leistungsfähigkeit
der Yamaha Intelligent Factory Software und neue Lösungen für die Bestückung großer
Bauteile präsentiert.
Im Rahmen der 1 Stop Smart Solution interagieren
der Drucker YRP10, die Bestückungsmaschine
YRM20 und das 3D-Inspektionssystem
YRi-V nahtlos, um die Produktivität
zu optimieren und Daten mit der
Yamaha Intelligent Factory Software auszutauschen.
Darüber hinaus werden in zwei
Ausstellungsbereichen, die der Software
gewidmet sind, leistungsstarke neue Tools
vorgestellt, die die Unterstützung von Prozessingenieuren
in den Bereichen Planung
und Vorbereitung sowie Qualitätssicherung
und Produktionsunterstützung verbessern.
Premiere des Einstiegsdruckers
YRP10e
Zum ersten Mal in Europa können die Messebesucher
Yamahas neuen Einstiegsdrucker
YRP10e sehen, der 2025 auf den Markt
kam. Der YRP10e bietet sehr hohe Geschwindigkeits-
und Genauigkeitswerte sowie
hochwertige Funktionen aus dem Premium-Markt,
einschließlich Anpressdruckregelung,
Schablonenwechsel auf Knopfdruck,
Hochleistungsinspektion und Restlotmengenerkennung.
Ein besonderer Schwerpunkt bei den Endof-Line-Aktivitäten
ist der neue LM-Bestückungskopf,
der Bauteile bis zu einer Größe
von 90 mm x 139 mm platzieren kann, sowie
neue Standard-Feeder, die sich für die
Verarbeitung von Odd-Form-Bauteilen eignen.
Diese Fortschritte helfen Herstellern
bei der schnellen Bewältigung von Montageherausforderungen,
die durch die neuesten
IC-Gehäuse mit Unterseitenanschlüssen
und größere Off-Board-Steckverbinder
entstehen, die zunehmend in Baugruppen
für Automobilsysteme und Kommunikationsinfrastrukturen
zum Einsatz kommen.
Der LM-Kopf verfügt über austauschbare
Greifer und Vakuumdüsen für Standardgehäuse,
wodurch die Abhängigkeit von speziell
angepassten Komponenten verringert
wird, während die neuen Feeder schnell
und einfach ohne Anpassungen verwendet
werden können.
Die Besucher können auch eine neuartige
Präsentation erleben, bei der der Prototyp
eines neuen Bestückers mit autonomen,
mobilen Robotern kombiniert wird, um die
Unterstützung der Fertigung weiter zu verbessern.
Wenn die Roboter mit intelligenten
Fabriksystemen verbunden sind, können
sie effizient mit dem hochautomatisierten
Bestückungsautomaten kooperieren,
um Bauteile und Materialien zur rechten
Zeit an den richtigen Ort zu bringen –
mit größtmöglicher Effizienz.
Live-Präsentation mit
autonomen Mobilrobotern
„Unser Messestand zeigt Innovationen, die
qualifiziertes Personal und zukunftsweisende
Automatisierung unterstützen, um
gemeinsam die Qualität und Produktivität
zu steigern“, sagte Shuichi Imai, Sales General
Manager für Europa bei Yamaha Robotics
SMT Section. „Wir freuen uns darauf,
die Messebesucher und unsere geladenen
Gäste am Stand begrüßen zu dürfen, um
ihnen zu zeigen, wie Yamahas neueste
Spitzentechnologie allen Unternehmen der
Elektronikfertigung einen größeren Nutzen
bringen kann.“
productronica: Halle A3, Stand 323
Im Rahmen der 1 Stop Smart Solution interagieren der Premium-Drucker YRP10, die Bestückungsmaschine YRM20 und das 3D-Inspektionssystem YRi-V
nahtlos, um die Produktivität zu optimieren
Bild: Yamaha Robotics Europe
60 EPP » 06 | 2025
MES-Softwarelösungen
Smart-Factory-Lösungen
für die Kabelverarbeitung
Der Hersteller von integrierten Softwarelösungen DiIT
präsentiert auf der productronica seine MES-Software für
die Kabelverarbeitung und Kabelbaumfertigung.
Die Lösungen von DiIt digitalisieren die
gesamte Wertschöpfungsketten in
der Automobilindustrie und in anderen industriellen
Umgebungen, rationalisieren
komplexe Produktionsabläufe und gewährleisten
konsistente Qualität durch vollständige
Rückverfolgbarkeit. Indem sie Prozesse
optimieren und ungenutzte Kapazitäten erschließen,
helfen sie dabei, Ausfallzeiten zu
reduzieren und die Maschinenauslastung
zu maximieren.
Einen besonderen Schwerpunkt des Messeauftritts
von DiIT bildet dabei 4Wire CAO
(Cutting Area Optimization). Diese Lösung
steuert, optimiert und dokumentiert die
Produktion im Schneidbetrieb und der
nachgeschalteten automatisierten Kabelverarbeitung.
Sie ist flexibel, skalierbar, einfach
zu installieren und wird von vielen
namhaften Herstellern verwendet. Aufgrund
ihres modularen Aufbaus ist die
Software auch für kleine und mittlere Unternehmen
von Vorteil. 4Wire CAO verfügt
über Schnittstellen zu nahezu allen Maschinen
die in der Branche zum Einsatz
kommen. In Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern
entwickelt das Unternehmen
die Schnittstellen weiter und bringt
sie laufend auf den aktuellen Stand.
Durch eine Optimierung der Auftragsreihenfolge
erhöhe die Lösung, laut Unternehmen,
dabei die OEE erheblich. Die Vorgabe
von qualitätssichernden Maßnahmen
sorge außerdem für ein hohes Qualitäts-
Nieveau. Über die Rückmeldungen aus der
Maschine überwacht 4Wire CAO die Qualität
und dokumentiert die Produktion. Das
Programm sei einfach zu installieren und in
kürzester Zeit einsatzfähig.
Auf der productronica demonstriert DiIT
den Einsatz von 4Wire CAO in der Sequenzfertigung,
der Chargenfertigung und der
Kleinserienfertigung mit hoher Variantenvielfalt
direkt auf Maschinen. Zudem können
sich Messebesucher auch über den
Einsatz in der Verarbeitung von Hochvolt-
Kabeln informieren.
productronica: Halle B4, Stand 330
RELIABLE
CONNECTOR
SYSTEM
SOLUTIONS
Bild: DiIT/Komax Gruppe
DiIT zeigt auf der productronica 2025 am Stand der Komax Gruppe seine marktführenden
MES-Softwarelösungen für die Kabelverarbeitung und Kabelbaumfertigung.
18. – 21.11.
Hall A1 Stand 131
EPP » 06 | 2025 61
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
cts, AdoptSMT und FlexLink stärker mit gemeinsamen Projekten
Drei Spezialisten
stimmen Schnittstellen ab
Intelligente Lösungen für die Elektronikfertigung stellt cts auf der diesjährigen
productronica erstmals mit zwei starken Partnern aus: AdoptSMT und FlexLink.
Gemeinsam demonstrieren sie live eine vollständig integrierte Lösung für die
SMT-Produktion, bei der die Schnittstellen zwischen Maschinen, Automatisierung
und Fördertechnik aufeinander abgestimmt sind.
Bild: cts Group
tralogistics modulare Lösungen zur Automatisierung
des innerbetrieblichen
Materialflusses, darunter skalierbare Lagersysteme,
Übergabestationen, Pufferlösungen
sowie AMRs zur Versorgung
von Linien und Arbeitsplätzen.
• FlexLink ergänzt dies durch modulare,
skalierbare LP-Transportsysteme. Gemeinsam
sind die drei Unternehmen so
in der Lage, eine vollständige, integrierte
Lösung bereitzustellen, welche die Stärken
aller vereint.
Schnittstellen live
demonstriert
Am gemeinsamen Messestand auf der productronica
zeigen die drei Partner cts,
AdoptSMT und FlexLink anhand eines kompletten
Use Cases auf, wie diese Zusam-
Bei den Smart Warehouses handelt es sich immer um eine für den Kunden maßgeschneiderte Lösung.
Steigende Komplexität, Fachkräftemangel,
Kostendruck – europäische
Elektronikhersteller stehen aktuell vor großen
Herausforderungen. Um diese proaktiv
bewältigen zu können, sind intelligente Lösungen
gefragt, die Prozesse absichern und
Flexibilität ermöglichen. Diese bereitzustellen,
ist das gemeinsame Ziel von cts,
AdoptSMT und FlexLink. Die drei Unternehmen
bringen umfangreiche Fachkenntnisse
und Erfahrung auf ihren jeweiligen Spezialgebieten
mit, die sie als Partner in gemeinsamen
Projekten für Unternehmen der
Elektronikfertigung einsetzen:
• AdoptSMT stellt gebrauchte und neue
SMT-Maschinen sowie Ersatzteile, Verbrauchsmaterialien
und entsprechende
Serviceleistungen bereit.
• cts bietet im Bereich Smart Factory Inmenarbeit
in der Praxis aussehen kann. Die
Besuchenden erwartet ein besonderes Erlebnis,
bei dem die Schnittstellen zwischen
Maschinen, Automatisierung und Fördertechnik
nicht nur erklärt, sondern vom Lager
bis zur Linie auch live demonstriert
werden. Gesteuert wird der Case durch
AMRs, die Leiterplattenmagazine aus dem
Lager holen und zur Linie fahren. Dort werden
sie von der Linie ‚verarbeitet‘ und
schließlich hinten angekommen vom AMR
wieder abgeholt und zurück ins Lager gefahren.
cts steuert zu dieser Live-Demonstration
seine kompakte Lagerlösung Smart
Warehouse Mini bei, die speziell für die optimierte
Materialorganisation in Produktionsumgebungen
mit beschränktem Platzangebot
entwickelt wurde und sich deshalb
auch problemlos an einem Messestand realisieren
lässt.
Durch die eingespielte Partnerschaft
werden typische Probleme an den Schnittstellen
von Maschinen, Automatisierung
und Fördertechnik vermieden. Statt Parteien,
die nur auf die jeweils nächste Stelle
verweisen und die Verantwortung für Koordination
und Klarheit letztlich dem Kunden
auferlegen, treten die drei Spezialisten als
Team auf. Der Kunde hat dabei die Wahl, ob
er für sein Projekt eines der Unternehmen
als Generalunternehmer einsetzt und damit
nur einen einzigen Ansprechpartner hat
oder ob er mit drei Parteien parallel arbeitet
und es für jedes Themenfeld einen direkten
Kontakt gibt. „Weil wir uns kennen und
partnerschaftlich zusammenarbeiten, ist es
für den Kunden einfacher – ganz gleich, für
welchen Weg er sich entscheidet“, erklärt
Alfred Pammer, VP Sales, Marketing, Product
Management bei cts.
62 EPP » 06 | 2025
Smart Warehouse
verhindert Verzögerungen
Die intelligenten Smart-Warehouse-Systeme
von cts, die Teil der Messepräsentation
sind, lösen eine in SMT-fertigenden Betrieben
häufige Herausforderung: Obwohl in
der Theorie ein perfekter One-Piece-Flow
jedes Zwischenlagern überflüssig macht,
müssen in der Praxis Flachbaugruppen
häufig zwischen den Prozessen geparkt
werden. Das führt jedoch zu Problemen: „Es
entsteht nicht nur zusätzlicher manueller
Aufwand, der Fehler erlaubt, sondern es
wird auch zusätzliche Produktionsfläche
benötigt und es kommt zu mühsamen
Suchvorgängen im Nachgang“, erklärt Alfred
Pammer. Hier setzt das Smart Warehouse
an: Es übernimmt als eine Art ‚vollautomatische
Verteilzentrale‘ die automatische
Lagerung, Verwaltung und Nachverfolgbarkeit
von Material wie KLT-Behälter,
Trays, PCB-Magazine oder SMT-Rollen.
Entscheidend dabei: Das Material wird
im Takt der Produktion bereitgestellt oder
Smart Warehouse übernimmt als eine Art ‚vollautomatische Verteilzentrale‘ die automatische Lagerung,
Verwaltung und Nachverfolgbarkeit von Material.
aufgenommen, ohne dass es zu Verzögerungen
kommt. Algorithmen sorgen dabei
für eine ideale Verteilung, Schnittstellen
schaffen Transparenz: „Übergeordnete
ERP- oder Lagersysteme wissen jederzeit,
welches Material sich wo befindet und
wann es das Lager betreten oder verlassen
hat“, erläutert Alfred Pammer. So ist sichergestellt,
dass benötigte Materialien immer
griffbereit sind, auch wenn die Produktionsanforderungen
wechseln. Dieser nahtlose
Materialfluss minimiert Ausfallzeiten
und steigert den Durchsatz.
productronica: Halle A3, Stand 181
Bild: cts Group
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SEMICON: B1.213
productronica: A2.377
EPP » 06 | 2025 63
» BAUGRUPPENFERTIGUNG
Markierung und Nutzentrennen von Leiterplatten
UV-Faserlaser für Beschriftungen
ACI Laser erweitert seine Business Fiber-Baureihe um den leistungsstarken Faserlaser
im ultravioletten Wellenlängenbereich von 355 Nanometer. Diese kurze Wellenlänge
ermöglicht eine sogenannte „kalte Materialbearbeitung“, bei der thermische Einflüsse
auf das Werkstück minimiert werden – ideal für Anwendungen, die höchste Präzision
und eine schonende Materialbearbeitung erfordern.
Bild: ACI Laser
Der DFL Nova Marker wurde speziell
für anspruchsvolle Beschriftungsund
Gravuranwendungen entwickelt. Er
zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit
bei Materialien aus und eignet sich besonders
zur Markierung von Kunststoffen,
Keramiken und zur Feingravur auf Metallen.
Darüber hinaus bietet der neue UV-
Faserlaser optimale Voraussetzungen für
hochpräzise Feinschneid- und Strukturierprozesse,
etwa in der Mikroelektronik,
Halbleiterfertigung oder Medizintechnik.
Besonders empfindliche Materialien können
mit dem DFL Nova Marker kontaktlos,
dauerhaft und besonders schonend bearbeitet
werden.
Branchenübergreifender
Einsatz
Die UV-Faserlasertechnologie eignet sich
für den branchenübergreifenden Einsatz
auf einer Vielzahl von Materialien. Typi-
Der UV-Faserlaser
DFL Nova Marker im
Industrial Design.
sche Anwendungsfelder des DFL Nova
Marker finden sich in der Elektronikindustrie
zur Markierung und Strukturierung
von Leiterplatten, Chips und Sensoren
und dem Nutzentrennen von Leiterplatten.
Besonders hervorzuheben ist, dass der
DFL Nova Marker saubere Kanten ohne
Verbrennungsrückstände in wiederholbarer
Qualität erzielt und sich dadurch laut
ACI Laser von vergleichbaren Lasertechnologien,
wie einem Standard-Faserlaser
oder Festkörperlaser, abhebt. Das Nutzentrennen
mittels Laser stelle zudem eine
preiswerte Alternative im Vergleich zu
mechanischen Methoden dar.
In der Medizintechnik kommt der UV-Faserlaser
DFL Nova Marker zur dauerhaften
und beständigen Lasermarkierung von
chirurgischen Instrumenten und Implantaten
zum Einsatz. Sehr kurze Laserpulse
mit hohen Pulsspitzenleistungen erzeugen
hohe Leistungsdichten, sodass das
Material nahezu direkt in den Verdampfungszustand
überführt wird, die sogenannte
„kalte Materialbearbeitung“. Kurze
Laserpulse im unteren Nanosekundenbereich
ermöglichen, dass eine Vielzahl von
Werkstoffen äußerst schonend und sauber
bearbeitet werden können. Insofern
stellt der DFL Nova Marker zudem eine
preiswerte Alternative zu hochpreisigen
Ultrakurzpulslasern dar, so der Hersteller.
Auf Kunststoffen und Glas erzielt der DFL
Nova Marker hochwertige Beschriftungsund
Strukturierungsergebnisse. Aufgrund
der großen Materialvielfalt in der kunststoffverarbeitenden
Industrie ist es wichtig,
dass der Laserstrahl vom Material gut
absorbiert wird. In der Regel werden dazu
Additive, Füllstoffe oder Pigmente dem
Material hinzugefügt. Der DFL Nova Marker
erzeugt eine dauerhaft haltbare Markierung
in der Regel ohne Laseradditive.
Auf Keramiken lassen sich mit dem DFL
Nova Marker hochwertige Schwarzmarkierungen
und Farbumschläge erzeugen.
Feinschneiden
elektrischer Komponenten
Auch die Feinmechanik profitiert von der
präzisen UV-Fasertechnologie. Hier ist der
DFL Nova Marker optimal zum Feinschneiden
und Strukturieren optischer,
elektrischer und mechanischer Komponenten
geeignet. Besonders auf Metallen
bietet der DFL Nova Marker einen Geschwindigkeitsvorteil.
Aufgrund der kurzen
Wellenlänge des UV-Lichts (355 Nanometer)
lässt sich der Laser sehr fein fokussieren
und das Material wird nur minimal
thermisch belastet. Dies ermöglicht
gratfreie Strukturierungen im Mikrometermaßstab
ohne Materialverformungen.
productronica: Halle B2, Stand 301
64 EPP » 06 | 2025
SPECIAL
» Test & Qualität
In der Elektronikfertigung zählen Sekunden und Präzision.
Was früher manuelles Feintuning Erfahrung und endlose
Programmierzyklen erforderte, kann heute Künstliche Intelligenz
übernehmen.
Turbo für die
Prüfplan erstellung
» Seite 66
AXI, AOI und In-System-
Programmierung
» Seite 70
Stereomikroskop:
3D-Erlebnis ohne Brille
» Seite 71
True 3D Inspektionsund
Messtechniklösungen
» Seite 72
End-of-Line Testsysteme
für die Elektronik
» Seite 78
.Bild: Viscom
Integrierte Inspektion
und Automatisierung
» Seite 80
Mit dem vAI-Portfolio zeigt Viscom, wie Inspektion nicht nur schneller, sondern auch intelligenter wird.
EPP » 06 | 2025 65
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
vAI von Viscom: Inspektion auf einem neuen Level
Turbo für die
Prüfplanerstellung
In der modernen Elektronikfertigung zählt jede Sekunde und jeder
Fehler. Wo früher manuelles Feintuning, Erfahrung und endlose
Programmierzyklen gefragt waren, übernimmt heute die Künstliche
Intelligenz eine führende Rolle. Mit dem vAI-Portfolio zeigt Viscom,
wie Inspektion nicht nur schneller, sondern auch intelligenter wird.
Die KI-gestützten Lösungen heben Inspektionsprozesse
auf ein neues Niveau: schneller, smarter
und flexibler. Sie kombinieren Deep Learning,
hochauflösende Bildverarbeitung und fortschrittliche
3D-Messtechnik, um Prüfabläufe zu automatisieren,
die Bedienung zu vereinfachen und gleichzeitig die
Prüfqualität zu steigern.
vAI ProVision: KI übernimmt
die Prüfplanerstellung
Einer der größten Innovationssprünge zeigt sich bei
der Erstellung von Prüfprogrammen. Was früher viele
Stunden an Programmieraufwand und Expertenwissen
erforderte, erledigt jetzt die intelligente Softwarefunktion
vAI ProVision von Viscom in nur wenigen
Minuten.
Die KI analysiert automatisch das Layout der Baugruppe,
erkennt relevante Strukturen und erstellt
selbstständig ein vollständiges, einsatzbereites Prüfprogramm:
inklusive der notwendigen Prüfanweisungen.
Das Ergebnis: Verkürzte Rüstzeiten, konsistente
Qualität unabhängig vom Fachwissen der Bediener
und eine deutliche Entlastung des Fachpersonals. Da
die KI den größten Teil der Programmierarbeit übernimmt,
können Fachkräfte sich stärker auf übergeordnete
Prozessoptimierungen und Qualitätsanalysen
konzentrieren.
Ein zentrales Entwicklungsziel von vAI ProVision
war, den hohen Qualitätsanspruch der Elektronikfertigung
zu wahren, insbesondere dort, wo die Fehlerfreiheit
sicherheitskritisch ist. Die Software arbeitet
nach dem Prinzip des „Null-Schlupfs“ und gewährleistet
eine gleichbleibend hohe Prüftiefe, auch bei
automatisierter Programmierung.
Zugleich zeigt sich die KI-Lösung äußerst flexibel:
Sie passt sich unterschiedlichen Produktionsumgebungen
an von hochvolumigen Serienproduktionen
bis zu EMS-Dienstleistern mit wechselnden Designs.
Auch regionale Standards oder kundenspezifische
Vorgaben lassen sich problemlos integrieren. Damit
wird vAI ProVision zu einer universell einsetzbaren
Lösung in globalen Produktionsnetzwerken.
Viscom präsentiert vAI ProVision erstmals auf der
productronica 2025, Stand: A2.177.
KI-gestützte Verifikation: Präzise
Entscheidungen, mehr Sicherheit
Die reine Fehlererkennung ist nur ein Teil der Inspektionskette,
mindestens ebenso entscheidend ist die
Verifikation: Ist ein detektierter Fehler tatsächlich
kritisch oder nicht? Hier verbindet Viscom Mensch
und Maschine in einem lernenden System.
Die KI-gestützte Verifikation arbeitet nach dem
Prinzip der doppelten Prüfung: Sie gleicht die Klassifikation
mit der Einschätzung des Bedieners ab. Bei
Abweichungen fordert das System aktiv Rückmeldung
oder Korrektur an. So entsteht ein kontinuierlicher
Lernprozess, der die Entscheidungsgenauigkeit
und Prozesssicherheit stetig erhöht. Ein zentrales
Element ist der sogenannte Reclassify-Schritt: Unklare
oder kritische Fälle werden systematisch gesammelt,
neu bewertet und in das Trainingsmodell
integriert. So verbessert sich die Klassifikation kontinuierlich,
menschliche Fehler werden reduziert, Ausschussquoten
gesenkt und die Gesamtqualität nachhaltig
erhöht.
66 EPP » 06 | 2025
Hohe Präzision auch bei
schwierigen Bildverhältnissen
In vielen Fällen werden Inspektionsbilder durch Schatten,
Reflexionen oder Überlagerungen gestört. Herkömmliche
Algorithmen geraten hier schnell an ihre
Grenzen. Die KI-gestützte Bildverarbeitung von Viscom
meistert selbst diese anspruchsvollen Szenarien.
Durch moderne Segmentierungsverfahren können
auch schwer erkennbare Details, wie Voids, filigrane
Bonddrähte oder komplexe Lötstellen, zuverlässig
isoliert werden. Die Modelle, trainiert auf umfangreichen
und präzise annotierten Bilddatensätzen, liefern
robuste Ergebnisse in Echtzeit. So lassen sich
auch schwierige Prüfaufgaben automatisiert und in
gleichbleibender Qualität durchführen. Viscom ermöglicht
mit dieser Technologie Inspektionsaufgaben,
die bislang als kaum automatisierbar galten.
Selbst unter widrigen Bedingungen erzielen die KI-
Modelle eine gleichbleibend hohe Erkennungsqualität,
was zu kürzeren Taktzeiten und höherer Prozesssicherheit
führt.
vAI-Hub: Die Zentrale für den
gesamten Workflow
Um KI-Lösungen nicht nur punktuell, sondern flächendeckend
in die Produktion zu integrieren, bietet
vAI von Viscom: Inspektion auf einem neuen Level.
Bild: Viscom
EPP » 06 | 2025 67
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
Viscom den vAI-Hub: eine cloudbasierte Plattform,
die alle Schritte im KI-gestützten Inspektionsprozess
zentral zusammenführt.
Im vAI-Hub können Anwender Ihre Inspektionsdaten
hochladen, strukturieren, labeln und für das Training
neuer KI-Modelle nutzen. Die fertigen Modelle
lassen sich dann direkt in den Produktionsprozess integrieren:
einfach, sicher und effizient. Dank dieser
Plattform können Hersteller schnell auf neue Produkte
oder geänderte Anforderungen reagieren und
ihre Systeme kontinuierlich verbessern und das mit
voller Kontrolle über ihre Daten.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
mit TE Connectivity
Die Wirksamkeit des vAI-Portfolios zeigt sich auch in
der Praxis: In Kooperation mit TE Connectivity wurde
eine innovative KI-Lösung für die Lötstelleninspektion
entwickelt und erfolgreich eingesetzt.
Bei der Inspektion spezifischer Lötstellen-Geometrien
stieß man mit konventioneller Kameratechnologie
an technische Grenzen. Diese führten zu eingeschränkter
Prüfbarkeit und einem erhöhten Aufwand
bei der manuellen Nacharbeit. Ziel des gemeinsamen
Projekts war es daher, mithilfe KI-gestützter Verfahren
die Inspektionsqualität zu verbessern und gleichzeitig
die Prozesssicherheit zu erhöhen. Trotz der
komplexen Geometrien der Lötmenisken entwickelte
Viscom eine maßgeschneiderte KI-Lösung, die die
Anforderungen von TE Connectivity schlussendlich
vollends erfüllte.
Dieses Projekt unterstreicht die Stärke von Viscoms
Ansatz, nicht nur Standardlösungen zu liefern, sondern
gezielt auf kundenspezifische Anforderungen
einzugehen. Die Kombination aus realen Fertigungsdaten
und umfassenden Datenpools bildet dabei die
Grundlage für zuverlässige und anpassungsfähige KI-
Modelle.
Schnelligkeit wird zum
Wettbewerbsvorteil
Mit dem vAI-Portfolio definiert Viscom die Inspektion
elektronischer Baugruppen neu. Statt aufwendiger
Einzelmaßnahmen entsteht ein ganzheitlicher,
intelligenter Workflow, von der automatisierten Programmierung
über lernfähige Verifikation bis hin zur
präzisen Fehlererkennung unter schwierigen Bedingungen.
Die Einführung des vAI-Hubs rundet das Angebot
ab und bietet eine zentrale Plattform für alle
KI-bezogenen Aufgaben: flexibel, skalierbar und direkt
in den Produktionsprozess integrierbar.
So wird aus dem klassischen Prüfprozess ein strategischer
Faktor: Die Qualitätssicherung wird schneller,
zuverlässiger und ressourcenschonender und damit
zu einem echten Wettbewerbsvorteil für die
Elektronikfertigung von heute und morgen.
productronica: Halle A2, Stand 177
Bild: Viscom
vAI-Hub: Die Zentrale für den gesamten KI-Workflow.
68 EPP » 06 | 2025
Elektronikproduktion im Umbruch
KI und Kreislaufwirtschaft sind keine Trends – sie sind Pflicht
Systeme, die Fehlerquellen selbstständig
erkennen und Produktionsparameter in
Echtzeit anpassen, erhöhen nicht nur die
Ausbeute, sondern reduzieren Stillstände
und Nacharbeit. In den Foren auf der productronica
stehen daher praxisnahe Anwendungen
im Vordergrund – etwa, wie
Machine Learning in der Qualitätssicherung
oder Prozesssteuerung greifbare Effizienzgewinne
bringt. Vertreter von führenden
Herstellern und Branchengrößen diskutieren,
welche Technologien bereits heute
den Unterschied machen.
Kreislaufwirtschaft
praktisch umsetzen
Ressourcenschonung ist längst kein Randthema
mehr. Energieeffiziente Anlagen, geschlossene
Stoffkreisläufe und umweltverträgliche
Reinigungssysteme gehören zu
den Schlüsselfaktoren moderner Elektronikproduktion.
Das Future-Talk-Forum in
Halle B3 zeigt, wie Unternehmen Kreislaufwirtschaft
praktisch umsetzen – von der
Rückgewinnung wertvoller Materialien bis
zur emissionsarmen Prozessoptimierung.
Aerospace und Defence
Die Material- und Verbindungstechnik
bleibt ein Treiber technologischer Weiterentwicklung.
Besonders das Sintern von Siliziumkarbid-(SiC)-Modulen
steht im Zentrum
des Interesses. Es verspricht höhere
Temperatur- und Strombelastbarkeit als
klassische Lötverfahren.
Auf dem productronica-Forum „SMT for
AeroDef“ (Halle A1) steht die Elektronikproduktion
für sicherheitskritische Anwendungen
im Fokus. Themen wie Qualitätsmanagement
nach AS9100 oder ECSS-Standards,
Zuverlässigkeit von Baugruppen und
Lieferkettenresilienz sind entscheidend,
wenn Elektronik über Jahrzehnte funktionieren
muss.
Wer diese und weitere Themen live erleben
möchte, findet die EPP auf der Messe
in zwei Foren:
• SMT for AeroDef – productronica Forum
(Halle A1 | Stand 105)
• Future Talk – PCB & EMS Marketplace
(Halle B3 | Stand 360)
Die Foren bieten Keynotes, Diskussionsrunden
und Praxisbeispiele zu Automatisierung,
KI, Nachhaltigkeit, Supply-Chain-
Strategien und weiteren Themen.
Alle Vorträge finden Sie detailliert online
auf epp.industrie.de. Nutzen Sie die Gelegenheit,
sich praxisnah zu informieren und
die Zukunft der Elektronikfertigung aktiv
mitzugestalten.
EPP » 06 | 2025 69
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
AXI, AOI und In-System-Programmierung von Göpel electronic
Frische Impulse für
die Qualitätssicherung
Göpel electronic bringt frische Impulse für die Qualitätssicherung in der
Elektronikfertigung auf die productronica. Gezeigt werden leistungsstarke
Innovationen für die automatische optische (AOI) und Röntgeninspektion
(AXI), die moderne In-System-Programmierung sowie vielseitige JTAG/
Boundary Scan-Systeme. Zukünftige Anwender profitieren von Genauigkeit,
Effizienz und Anpassungsfähigkeit für eine Fertigung – von der präzisen
und sicheren Fehlererkennung bis zur flexiblen Programmierung.
bietet eine gesteigerte Auflösung von
9,8µm, ohne dabei Geschwindigkeitseinbußen
in Kauf nehmen zu müssen.
Göpel electronic zeigt auf der productronica Neuentwicklungen rund um AXI, AOI und Lösungen zur
In-System-Programmierung von Baugruppen und Komponenten.
Im Bereich der Inspektionslösungen
stehen gleich vier Neuheiten im Mittelpunkt.
Das Unternehmen zeigt mit dem
Multi Line AXI eine von Grund auf neu
entwickelte Gerätegeneration der Automatischen
Röntgeninspektion. Das System
verfügt erstmals weltweit über eine
hybride Röntgentechnologie, welche Flächen-
und Zeilen-Detektoren kombiniert.
So lassen sich zum einen extrem hochauflösende
und zum anderen in kürzester
Zeit CT-Röntgenbilder erstellen. Aufgrund
einer neuartigen Bauweise und daraus resultierender
Variabilität können sowohl
sehr große und schwere Baugruppen wie
aus der Leistungselektronik als auch sehr
kleine Platinen in Briefmarkengröße
transportiert und geprüft werden.
Schichtdickenmessung
Bild: Göpel electronic
Weiterhin präsentiert das Unternehmen
im erweiterten Modell des Multi Line Assist
eine Technologie für eine neuartige,
optimale Ausleuchtung der Baugruppe an
THT-Bestückplätzen: MagicLight nutzt eine
spezielle Beleuchtung mit codiertem
Licht, was die Erfassung selbst kleinster
oder bisher reflektierender Details ermöglicht
und Störlicht ausblendet. Im neuen
Multi Line CCI-System wird erstmals eine
Schichtdickenmessung via 3D realisiert,
was die Prüfung von Schutzlack revolutioniert.
Für die AOI-Systeme Vario Line
und Basic Line steht ab sofort das neue
Kameramodul X250 für die Inspektion von
SMD-Baugruppen zur Verfügung. Die darin
integrierte neue Kameratechnologie
JTAG/Boundary Scan
Als führender Anbieter für JTAG/Boundary
Scan präsentiert Göpel electronic auf der
Messe auch für dieses Marktsegment
neue Lösungen:
So wurde der In-System-Programmer
FlashFOX nun auch als Zweikanal-Version
veröffentlicht. Der Universalprogrammer
verfügt über zwei asynchrone parallele
Kanäle und vier unabhängig integrierte
Spannungsversorgungen für die zu programmierenden
Targets. Damit ergänzt er
die bisherigen 4– und 8-Kanal-Versionen
nun auch für Kleinserien und manuelle
Produktionsplätze oder Entwicklungsanwendungen.
Zur Demonstration der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten
von Boundary Scan
und der bewährten Software System Cascon
hat Göpel electronic mit dem EJS
Coach ein multifunktionales Demo-Board
entwickelt. In Kombination mit der flexiblen
Platinenaufnahme BoardGrabber
lässt sich eine breite Palette an Embedded
JTAG-Szenarien realitätsnah simulieren.
Außerdem zeigt Göpel electronic mit der
Juliet Serie 3 einen professionellen produktionstauglichen
JTAG/Boundary Scan
Tester, der Systemelektronik und Prüflingsadaption
per Wechselkassette in einem
Komplettgerät kombiniert.
productronica: Halle A2, Stand 239
70 EPP » 06 | 2025
In-Circuit-Funktionstestsysteme,
Adaptionen, Kabeltester
Digitales Stereomikroskop
Echtes 3D-Erlebnis ohne Brille
Vision Engineering stellt ein digitales Stereomikroskop vor, das
echte 3D-Bildbetrachtung auf einem Flachbildschirm ohne Okulare
oder 3D-Brille ermöglicht. Das integrierte „Autostereo“-Display
mit Eye-Tracking-Technologie liefert laut Anbieter brillante,
augenschonende 3D-Darstellungen und erlaubt dem Benutzer
volle Kopfbewegungsfreiheit.
Das ProteQ Viso wurde für anspruchsvolle Inspektionen, Prototypenentwicklung
und präzise Montagearbeiten etwa in der
Elektronik, im medizinischen Gerätebau oder im Prototypenbau
entwickelt. Das ergonomische Design mit verstellbarem Bildschirm,
aufrechter Sitzposition und 10:1-Zoom sorgt für maximalen
Komfort und Effizienz bei langen Arbeitsphasen.
Ergonomisches Design mit
verstellbarem Bildschirm
Für Zusammenarbeit und Dokumentation bietet das Stereomikroskop
integrierte Digitalfunktionen wie Bild- und Videoaufnahme,
Live-Streaming, Mess- und Annotationswerkzeuge,
Bild-in-Bild-Ansichten und Softwareintegration. So lassen sich
Arbeitsergebnisse im Team vor Ort oder per Remote-Zugriff ganz
einfach teilen.
Praktische Details wie flexible Beleuchtungsoptionen, eine optionale
360°-Winkeloptik, Durchlichtbeleuchtung, sowie ein abnehmbares
Display für Laminar-Flow-Box Anwendungen erhöhen
die Vielseitigkeit.
ProteQ Viso kann ab sofort direkt bei Vision Engineering oder
über das weltweite Vertriebsnetz bestellt werden. Die Preise beginnen
bei 13.500 Euro.
▷ Testsysteme für elektronische Flachbaugruppen,
Module und Geräte für die Qualitätssicherung
▷ In-Circuit- und Funktionstest, Boundary Scan,
Mehrfachnutzentest, Paralleltest (auch Flashen),
Displaytest, EOL
▷ praxisnahe und anwenderfreundliche Testprogrammerstellung,
hohe Prüfschärfe und Prüftiefe
▷ breitestes Spektrum an Produkten für das automatische
Testen aus eigener Entwicklung
▷ Stand-alone und Inline-Einsatz
▷ manuelle und pneumatische Adaptionen
▷ Niederhaltersysteme für bis zu 1000 gefederte
Kontaktstifte
▷ austauschbare Adapterplatten (Nadelbett)
▷ langlebig und geringe Folgekosten
▷ MCT 192-2 Kabel- und Backplanetester mit 192
Messkanälen
▷ optionale Steckerkontaktierungsboards
▷ Teststecker für viele gängige Kabel
▷ Prüfprogrammerstellung mit Autolern von einem
Goldenen Prüfling oder über Softwareeditor
REINHARDT
System- und Messelectronic GmbH
Bergstr. 33 D-86911 Diessen Tel. +49 8196 934100
E-Mail: info@reinhardt-testsystem.de http://www.reinhardt-testsystem.de
Wir stellen aus: productronica 2025 - Halle A1 Stand 581
Bild: Vision Engineering
Das „Autostereo“-
Display liefert
augenschonende
3D-Darstellungen.
München, 18. − 21. Nov. 2025
Halle A1 − Stand 255
EPP » 06 | 2025 71
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
Lösungen für Surface-Mount-Technologie und Advanced Packaging
True 3D Inspektionsund
Messtechniklösungen
Koh Young, einer der Branchenführer für True 3D Inspektions- und Messtechniklösungen,
wird auf der productronica und Semicon Europa 2025 eine Vielzahl von Neuentwicklungen
präsentieren. Am Stand A2.377 werden Lösungen für Surface-Mount-Technologie (SMT)
und Software-Innovationen präsentiert, während am Stand B1.213 Advanced Packagingund
Halbleiter-Messtechnik vorgestellt werden.
Meister D+ ist ein hochentwickeltes Halbleiter-Messsystem
mit Submikron-Genauigkeit, entwickelt für
reflektierende und komplexe Strukturen im Bereich
Advanced Packaging.
Bild: Koh Young
Koh Young wird neue Software, Algorithmen und
Inspektionsfunktionen vorstellen, die True-
3D-Messung mit KI und Automatisierung kombinieren,
um Qualität, Effizienz und Prozesskontrolle zu
verbessern.
• THT-Inspektion:
Neue Algorithmen für Through-Hole- und Press-
Fit-Verbindungen gewährleisten eine zuverlässige
Inspektion für Baugruppen mit kombinierter
SMT- und THT-Bestückung und reduzieren so Fehler
und kostspielige Nacharbeiten.
• KSmart:
Eine Datenanalyseplattform, die Inspektionsergebnisse
nutzbar macht und Echtzeitoptimierung
sowie kontinuierliche Verbesserungen in der Smart
Factory unterstützt.
• KAP (Koh Young Auto-Programming):
KI-gestützte automatische Programmierung, die
optimierte Inspektionsprogramme selbstständig
erstellt und somit die Einrichtungszeit von Stunden
auf Minuten reduziert.
• Smart Review:
Ein intelligentes Fehlerüberprüfungssystem, das
False Calls herausfiltert und echte Defekte
hervorhebt, wodurch die Arbeitsbelastung des
Anwenders minimiert und Korrekturmaßnahmen
beschleunigt werden.
• KY8030–3:
Ausgestattet mit einer telezentrischen Linse und
einer 8-Megapixel-Kamera für präzisere Lotpastenmessungen
und eine verbesserte Druckgenauigkeit.
• Zenith 2:
Ausgestattet mit verbesserten Seitenkameras, die
eine umfassendere Inspektionsabdeckung bieten und
versteckte oder teilweise verdeckte Fehler erkennen,
die herkömmliche AOI-Systeme übersehen.
• Zenith UHS (Ultra High Speed):
Nun in der Lage, Bauteile mit einer Höhe von bis zu
60 mm zu inspizieren und damit eine zuverlässige
Qualitätskontrolle für hohe Komponenten in Elektro-
72 EPP » 06 | 2025
fahrzeugen, der Leistungselektronik sowie Server-
und Netzwerkanwendungen zu ermöglichen.
Vorgestellte Systeme
und Lösungen
• KY8030–3:
Hochgeschwindigkeits-True-3D-Lotpasteninspektion
(SPI) mit neuer telezentrischer Linse
und 8-Megapixel-Auflösung für schärfere
Bilder und eine präzisere Bewertung der Druckqualität.
• aSPIre3:
Hochpräzise True-3D-SPI-Lösung für
Fine-Pitch- und fortschrittliche Designs.
• Zenith Alpha HS+:
Hochgeschwindigkeits-True-3D-System zur
automatisierten optischen Inspektion (AOI), das
Inspektionsgeschwindigkeit und Präzision für
die SMT-Großserienfertigung in ein optimales
Verhältnis bringt.
• Zenith UHS:
Die schnellste True 3D-AOI-Plattform, die nun
auch die Inspektion hoher Bauteile bis zu
60 mm ermöglicht: ideal für Anwendungen in
Elektrofahrzeugen, der Leistungselektronik und
in Infrastruktursystemen.
• Zenith 2:
AOI-Plattform mit erweiterten Seitenkameras
für maximale Inspektionsabdeckung, die selbst
schwer zugängliche Defekte zuverlässig
erkennt.
• Neptune C+:
True-3D-Inspektion transparenter Conformal
Coating-Materialien unter Verwendung der
patentierten LIFT-Technologie (Laser Interferometry
for Fluid Tomography).
• Meister D+:
Hochentwickeltes Halbleiter-Messsystem mit
Submikron-Genauigkeit, entwickelt für reflektierende
und komplexe Strukturen im Bereich
Advanced Packaging.
productronica: Halle A2, Stand 377
Bild: Koh Young
Zenith 2 von Koh Young ist eine AOI-Plattform mit erweiterten Seitenkameras für maximale
Inspektionsabdeckung, die selbst schwer zugängliche Defekte zuverlässig erkennt.
EPP » 06 | 2025 73
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
Alice Göpel und Thomas Wenzel, Geschäftsführer, Göpel electronic im Interview
Innovationen und ein klarer Blick in
die Zukunft der Elektronikfertigung
Als einstige Abteilung von Carl Zeiss Jena begann Göpel electronic mit wenigen
Ingenieuren. Heute leitet Alice Göpel gemeinsam mit Thomas Wenzel und Jörg Schneider
das Hightech-Unternehmen in zweiter Generation. Das Unternehmen entwickelt
und fertigt Systeme zur optischen und Röntgeninspektion, zur In-System-Programmierung
sowie Lösungen für Test und Qualitätssicherung in der Elektronikfertigung.
Im Gespräch mit der EPP zeigen Alice Göpel und Thomas Wenzel, wie sie Tradition
und Innovation verbinden – vom Familienbetrieb zur globalen Technologiemarke.
» Das Interview führte Frederick Rindle
EPP: Frau Göpel, Herr Wenzel – Göpel electronic ist
ein traditionsreicher Name in der Elektronikfertigung.
Wie darf man sich den Start des Unternehmens
hier am Stammsitz in Jena vorstellen?
Thomas Wenzel: Wir stammen ursprünglich aus einer
Abteilung für Mess- und Prüftechnik beim Forschungszentrum
von Carl Zeiss Jena. Anfang der
1990er-Jahre kam dann im Zuge der Wende auch die
große Umstrukturierung – viele mussten gehen, auch
wir. Da standen wir also, Holger Göpel, Manfred
Schneider und ich: jung, ehrgeizig, ohne Arbeitsplatz.
Wir hätten uns irgendwo anstellen lassen können,
aber wir wollten lieber etwas Eigenes aufbauen.
Bild: Göpel
Die Geschäftsführung der Göpel electronic (v. li.): Thomas Wenzel, Alice Göpel und Jörg Schneider.
74 EPP » 06 | 2025
Wir verfügten über das nötige Know-how und die Ideen
für das erste Produkt – aber von Finanzierung und
Marketing hatten wir damals keine Ahnung. Zum
Glück hatte Holger Göpel, unser späterer Namensgeber,
ein gutes Händchen für Finanzen und Organisation.
So haben wir 1991 zu dritt angefangen – und am
1. Januar 1992 gleich zwölf Mitarbeiter übernommen,
ehemalige Kollegen von Zeiss.
1992 – da gab es keine Start-up-Förderung?
Thomas Wenzel: Nein, die Banken wollten lieber
Bäcker oder Fleischer finanzieren, keine Technologieunternehmen.
Wir mussten sie überzeugen, dass
unsere Idee Zukunft hat. Das war eine harte Zeit –
wir haben das Unternehmen wirklich von ganz unten
aufgebaut.
Frau Göpel, Sie sind 2018 als Nachfolgering für ihren
Vater in die Geschäftsführung eingestiegen. Wie
war dieser Generationswechsel?
Alice Göpel: Es war kein plötzlicher Wechsel. Ich
war ja schon seit 2008 im Unternehmen und habe den
internationalen Vertrieb für die Inspektionslösungen
geleitet. Mein Vater hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen
kann, das Unternehmen weiterzuführen. Anfangs
habe ich gezögert, aber es hat sich dann Stück
für Stück in diese Richtung entwickelt.
Welchen neuen Führungsstil haben Sie mit dem
Wechsel in das Unternehmen getragen?
Alice Göpel: Ich bin sicherlich etwas anders im
Führungsstil als mein Vater – eher teamorientiert, ich
beziehe viele Kolleginnen und Kollegen in Entscheidungen
ein. Die Leidenschaft für das Unternehmen
und unsere Mitarbeiter ist aber genauso geblieben.
Herr Wenzel, Sie haben mehrfach die besondere
Struktur bei Göpel erwähnt. Wie ist das Unternehmen
genau organisiert?
Thomas Wenzel: Wir haben flache Hierarchien.
Zwischen Geschäftsleitung und Teamleitern gibt es
keine Zwischenschritte. Die Teamleiter sind bei uns so
etwas wie kleine Geschäftsführer – sie verantworten
ihre Budgets, ihre Mitarbeiter und die Entwicklung ihres
Bereichs. Entscheidungen werden schnell getroffen,
wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen.
Alice Göpel: Das bringt natürlich auch Spannungsfelder
mit sich, aber es ist Teil unserer Kultur. Diese Eigenverantwortung
war schon von Anfang an da und
macht uns bis heute aus.
Wie steht Göpel electronic heute wirtschaftlich da?
Alice Göpel: 2019 war für uns und viele ein sehr
starkes Jahr – wir haben damals zum ersten Mal die
40-Millionen-Euro-Marke im Umsatz überschritten.
Dann kam Corona, das war auch für uns herausfordernd.
Wir mussten Wege finden, Produkte zu vertreiben,
ohne beim Kunden vor Ort zu sein. Aber wir haben
uns gut erholt und konnten inzwischen wieder
über 40 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften.
Thomas Wenzel: Wir sind stabil gewachsen. Natürlich
schwankt es zwischen den Produktgruppen –
aber was in der einen Phase abflacht, gleicht die andere
aus.
Auf der productronica zeigen Sie gleich mehrere
Neuheiten. Was können die Besucher dort erwarten?
Thomas Wenzel: Innovationen sind für uns der
zentrale Punkt in der Firmenentwicklung, denn nur
SMD-Druckschablonen digital
Schneller, sicherer, wettbewerbsfähiger.
Photocad Berlin
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Standard
kleinste
Bauteile
maximale
Leistung
EPP » 06 | 2025 75
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
wenn unsere Kunden durch unsere Produkte einen
Mehrwert für ihre Fertigung sehen, können wir auch
erfolgreich sein. Eines unserer Highlights zur diesjährigen
productronica ist das Multi Line AXI, eine komplett
neu entwickelte Generation der automatischen
Röntgeninspektion. Das System kombiniert erstmals
Flächen- und Zeilendetektoren in einer hybriden Röntgentechnologie.
Dadurch können wir extrem hochauflösende
CT-Bilder in kürzester Zeit erstellen – und das
bei Baugruppen vom großen Leistungselektronik-Board
bis hin zur Briefmarke. Ein weiteres Highlight auf
der Messe wird unser Magic-Light, eine Technologie
zur optimalen Ausleuchtung bei der THT-Bestückung.
Sie nutzt codiertes Licht, um selbst kleinste oder reflektierende
Details zu erkennen – und blendet Störlicht
aus. Außerdem gibt es mit dem neuen Multi Line
CCI eine 3D-Schichtdickenmessung, die die Prüfung
von Schutzlacken revolutioniert.
Im AOI-Bereich haben wir das Kameramodul X250 –
9,8 Mikrometer Auflösung, ohne Geschwindigkeitseinbußen.
Und auch bei unseren JTAG- und Boundary-
Scan-Systemen gibt es Neuerungen: Der FlashFOX
kommt jetzt als Zweikanal-Version, ideal für kleinere
Produktionslinien oder Entwicklung. Dazu zeigen wir
den Juliet Serie 3 – einen professionellen, produktionstauglichen
Tester mit Wechselkassette.
Was schätzen Kunden an Göpel besonders?
Alice Göpel: Zum einen natürlich die Produktqualität.
Aber es ist auch unser Service und die enge Betreuung.
Wir hören zu, passen Schnittstellen und Auswertungen
an – und bleiben über die Auslieferung hinaus
im Dialog.
Thomas Wenzel: Wir liefern keine Standardkisten.
Wir entwickeln gemeinsam mit dem Kunden Lösungen,
die wirklich funktionieren. Viele schätzen das,
weil sie merken, dass wir flexibel reagieren – auch
wenn ein Projekt mal komplexer wird.
Welche technologischen Entwicklungen sehen Sie
aktuell als besonders prägend?
Thomas Wenzel: Für uns haben wir klar erkannt,
dass die Röntgentechnologie in Zukunft noch wichtiger
werden wird. Leiterplatten werden dichter, Bauteile
kleiner – irgendwann kommt man dort physisch
nicht mehr dran. Dann muss man hineinschauen können.
Gleichzeitig bleibt das Embedded Testing entscheidend,
um Fehler früh zu erkennen und Prozesse
zu optimieren.
Alice Göpel: Natürlich spielt auch die zunehmende
Automatisierung von Prozessen eine wichtige Rolle als
Innovationsmotor. Vor allem in Hinblick auf die Nutzung
von KI sehen wir sowohl in der Anwendungssoftware
für unsere Kunden als auch bei internen Entwicklungsprozessen
viel Potenzial.
Zum Abschluss eine persönliche Frage: Was bedeutet
es Ihnen, ein Familienunternehmen zu führen?
Alice Göpel: Es ist eine große Verantwortung – gegenüber
den Mitarbeitern, aber auch gegenüber dem,
was mein Vater aufgebaut hat. Ich sehe mich in der
Pflicht, das mit Herzblut weiterzuführen.
Thomas Wenzel: Herzblut – das trifft es gut. Das
war bei der Gründung so, und das ist heute noch so.
Bild: Göpel
Bestückassistenz-System Multi Line Assist mit MagicLight-Technologie für idealen Bildkontrast.
76 EPP » 06 | 2025
ANZEIGE
Foto: LMI
Foto: LMI
KI-Defekterkennung direkt in der Produktion
Präzise KI-Anomalieerkennung
Der GoPxL Anomaly Detector nutzt eine hybride Herangehensweise aus klassischen und
KI-basierten Algorithmen, um 3D-Fehler und Unregelmäßigkeiten direkt in Ihrer Produktionslinie
zu erkennen. Das System läuft Cloud-Unabhängig und ohne GPU direkt auf dem
GoMax.
Mit GoPxL Anomaly Detector gewinnen Sie ein
mächtiges Tool für die Qualitätssicherung bei anspruchsvollen
Anwendungen wie zum Beispiel in der
Automobil-, Lebensmittel-, Bau- oder Reifenindustrie.
Einsatzmöglichkeiten:
∙ Teile- und Oberflächeninspektion: Defekterkennung
auf komplexen Bauteilen ohne explizite CAD-
Modelle oder strikte Schwellenwerte.
∙ Baumaterialien und Holz: Erkennung von Fehlern
und Unregelmäßigkeiten durch einfache Verbindung
traditioneller und KI-basierter Tools. Verwendung
von 3D-Oberflächenkanten- und Merkmals-
Tools zum prüfen des Messobjekts und Anomalieerkennung
zum Auffinden von Fehlern anhand von
Intensitätsdaten.
Wesentliche Merkmale:
∙ Training und Datenauswertung direkt auf GoMax –
keine Cloud, keine zusätzliche Hardware nötig.
∙ Unterstützt Trainingsdaten in 2D-Intensität und
3D-Höhenkarten mit Visualisierungshilfen.
∙ Reduzierte Anzahl der für das Training erforderlichen
Bilder durch die integrierte Generierung synthetischer
Fehler und erweiterter Frames, die die
Leistung des Modells verbessern.
∙ Lizenz-Dongle erforderlich für Live-Betrieb; Evaluierung
ohne Lizenz im Replay-Modus möglich.
Ihre Vorteile:
∙ Schnellere Markteinführung durch einfache Modellentwicklung
und native Integration.
∙ Verbesserte Defekterkennung bei variierenden Formen
und Größen.
∙ Kontinuierliche Verbesserung durch Speicherung
neuer Produktionsdaten.
KONTAKT
LMI Technologies GmbH
Warthestraße 21
14513 Teltow/Berlin
Ansprechpartner: Atul Bundel
Telefon: +49 (0)3328 9360 0
E-Mail: contact@lmi3d.com
www.lmi3D.com
EPP » 06 | 2025 77
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
End-of-Line Testsysteme für die Elektronik von morgen
Präzision an der Fertigungslinie
Die Elektronikbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Elektromobilität,
erneuerbare Energien und vernetzte Systeme verändern nicht nur Produkte,
sondern auch die Anforderungen an ihre Fertigung. In dieser dynamischen
Umgebung wird die End-of-Line-Prüfung zu einem entscheidenden Qualitätsfaktor.
Sie stellt sicher, dass jedes Bauteil, jede Baugruppe und jedes fertige
Gerät zuverlässig funktioniert, bevor es die Fertigung verlässt.
als nur Standardtests“, erklärt Dr. Thomas Däubler,
Geschäftsführer von MCD Elektronik. „Unsere Endof-Line-Systeme
prüfen nicht nur die Funktion, sondern
auch Belastbarkeit, Langlebigkeit und eichrechtskonforme
Messung – alles in einem flexibel
anpassbaren Umfeld.“
Bild: MCD Elektronik
MCD Elektronik hat sich auf End-of-Line-Testsysteme spezialisiert, die höchste
Ansprüche erfüllen.
MCD Elektronik hat sich auf End-of-Line-Testsysteme
spezialisiert, die genau diese Ansprüche
erfüllen. Mit modularen, skalierbaren Prüfsystemen
und einer Kombination aus High-Power-Tests,
eichrechtskonformer Messtechnik sowie drahtgebundenen
und drahtlosen Kommunikationsschnittstellen
bietet das Unternehmen Lösungen, die präzise,
effizient und zukunftssicher sind.
Die EOL-Systeme von MCD Elektronik decken eine
große Bandbreite an Prüfaufgaben ab. Ob einfache
Bedienteile, Schalter, Außenspiegel oder komplexe
Solarregeleinheiten – die Prüfstände lassen sich flexibel
für verschiedene Baugruppen, Seriengrößen
und Testanforderungen konzipieren. Modularität ist
dabei ein zentraler Vorteil: Prüfsysteme können flexibel
erweitert oder neu konfiguriert werden, ohne
dass die Fertigung wesentlich unterbrochen werden
muss. Das ist besonders wichtig für Hersteller, die
sich an immer kürzere Produktlebenszyklen anpassen
müssen. „Unsere Kunden erwarten heute weit mehr
High-Power-Tests direkt
am End-of-Line-Stand
Ein Kernbereich der MCD EOL-Systeme sind High-
Power-Tests, etwa für Ladetests von Batterien in
Elektrofahrzeugen oder für Hochleistungselektronik
in Industrieanwendungen. Hier werden Spannung,
Strom und Leistung präzise erfasst, um sicherzustellen,
dass die Bauteile den extremen Belastungen des
realen Betriebs standhalten. Die Prüfung nach deutschem
Eichrecht garantiert, dass die Messergebnisse
nicht nur präzise, sondern auch rechtlich anerkannt
sind – entscheidend für Hersteller, die ihre Produkte
zertifizieren oder auf internationalen Märkten freigeben
wollen. Praxisbeispiel: In einer Fertigungslinie
für Ladegeräte für Elektrofahrzeuge prüft das MCD-
System jede Einheit automatisch auf Spannungsstabilität
und Überstromfestigkeit. Fehlerhafte Geräte
werden sofort aus der Linie entfernt, während vollständige
Datensätze für jede Prüflast gespeichert
werden – für maximale Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
Automatisierung und
intelligente Datenanalyse
Je nach Kundenschnittstelle, können MCD End-of-Line-Systeme
sowohl kabelgebundene Tests über CAN,
LIN oder Ethernet anstoßen und durchführen als
auch drahtlose Schnittstellen wie WLAN oder Bluetooth
bedienen und mit maximaler Prüftiefe testen.
Diese Option ist besonders wertvoll bei komplexen
Baugruppen, bei denen WLAN und Bluetooth die
Kundenschnittstelle darstellen.
MCD EOL-Systeme integrieren automatisierte
Prüfprozesse: Fehlerhafte Bauteile werden automa-
78 EPP » 06 | 2025
tisch identifiziert, markiert und aus der Linie entfernt.
Gleichzeitig sammelt die Software umfassende
Prüfdaten, die eine detaillierte Analyse und Prozessoptimierung
ermöglichen. So lassen sich Trends erkennen,
Produktionsabläufe verbessern und die Testzeit
pro Bauteil verkürzen. Hersteller profitieren von
minimalem manuellem Aufwand, hoher Durchsatzrate
und lückenlos dokumentierten Prüfergebnissen,
ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
End-of-Line-Prüfung
für die Märkte von morgen
Die Elektronikmärkte entwickeln sich rasant. Elektromobilität,
erneuerbare Energien und vernetzte Systeme
fordern immer leistungsfähigere und zuverlässig
getestete Produkte. MCD Elektronik reagiert darauf
mit EOL-Systemen, die nicht nur aktuellen Anforderungen
gerecht werden, sondern flexibel für zukünftige
Entwicklungen ausgelegt sind.
Die Kombination aus High-Power-Test, eichrechtskonformer
Messtechnik, drahtgebundenen und
drahtlosen Prüfungen sowie automatisierter Datenauswertung
ermöglicht Herstellern, innovative Produkte
effizient und zuverlässig in Serie zu bringen.
„Unsere End-of-Line-Systeme sind darauf ausgelegt,
die Prüfung der Elektronik von morgen schon heute
zu ermöglichen“, so Dr. Däubler. „Damit können unsere
Kunden sicher sein, dass ihre Produkte nicht nur
funktionieren, sondern auch unter extremen Bedingungen
zuverlässig arbeiten.“
productronica: Halle A1, Stand 155
Prüfung eines
Smart Energy
Meters auf
Funktion und
Eichrechtskonformität
in MCD
EOL-Systemen.
Bild: MCD Elektronik
EPP » 06 | 2025 79
» TEST & QUALITÄTSSICHERUNG
KI-gestützte Analyse ermöglicht fortschrittliche Fehlererkennung
Integrierte Inspektionsund
Automatisierungslösungen
Vom 18. bis 21. November 2025 präsentiert Omron auf der productronica seine
neuesten Systeme für die automatisierte Inspektion in der Elektronikfertigung.
Besucher können erleben, wie die neuesten SPI-, AOI- und AXI-Inspektionssysteme
dank KI-gestützter Analyse eine fortschrittliche Fehlererkennung ermöglichen
und sich in eine komplette Automatisierungslösung integrieren lassen.
Bild: Omron
Omron präsentiert auf der productronica vollständig integrierte Inspektions- und Automatisierungslösungen.
Von Steuerung und Bewegung über
Sensorik bis zu Sicherheit und Inspektionstechnologie:
Im Gegensatz zu
Standalone-Inspektionssystemen sind die
Lösungen von Omron von Grund auf mit
Automatisierungskomponenten von Omron
ausgestattet. Die Anwender profitieren
von einer vollständig integrierten, flexiblen
und vernetzten Plattform, die die
Produktion optimiert, Ausfallzeiten minimiert
und eine hundertprozentige Qualitätskontrolle
ermöglicht.
Das zeigt OMRON auf der productronica:
• KI-gestützte Fehlererkennung mit fortschrittlichen
Algorithmen, die lernen
und sich anpassen und eine sehr hohe
Genauigkeit bei der SMT-, Elektroniksowie
Halbleiterinspektion bieten.
• End-to-End-Automatisierungsintegration
mit fortschrittlichen Inspektionssystemen,
die mit Omrons eigener SPS-,
Bewegungs-, Sicherheits-, Bildverarbeitungs-
und Sensortechnologie aufgebaut
sind und eine nahtlose Konnektivität
über Produktionslinien hinweg gewährleisten.
VP01G – 3D-Lötpasteninspektion
(SPI)
Das 3D-SPI-System VP01G von Omron ermöglicht
eine vollständige und präzise
Messung der Lötpaste, einschließlich des
Volumens. Es unterstützt Multi-Resolution-Zoom
(bis zu ~5 µm) sowie Closed-
Loop-Konnektivität mit Druckern und Bestückungssystemen.
Für eine einheitliche
Prozessoptimierung lässt sich das SPI-Sys-
tem in das Q-up-Toolset integrieren. Die
AOI-Plattform VT-S1080 nutzt KI-gesteuerte
Inspektionslogik und hauseigene Bildgebungstechnologie,
um eine schnelle und
wiederholbare Fehlererkennung in komplexen
SMT-Baugruppen zu ermöglichen.
Sie wurde entwickelt, um den hohen Qualitätsanforderungen
der Automobil- und
Elektronikfertigung gerecht zu werden.
Das Inline-CT-AXI-System VT-X750 ermöglicht
eine hochauflösende 3D-Prüfung
von Lötstellen, einschließlich versteckter
und komplexer Merkmale, die optisch
nicht vollständig überprüft werden können.
Seine kontinuierliche Bildgebungsarchitektur
reduziert Scanzeiten erheblich
und sorgt für einen stabilen Inline-Betrieb.
productronica: Halle A2, Stand 435
80 EPP » 06 | 2025
Bild: Montanuniversität Leoben
Die Reinraumbedingungen der Montanuniversität Leoben wurden unter anderem mit acht Laminar
Flow Boxen des Herstellers Spetec realisiert.
Innovate.
Test.
Repeat.
Labor für die Ultra-Spuren-Analytik
Reinraumbedingungen
für ICP-MS-Geräte
Die Massenspektrometrie mit induktiv-gekoppeltem Plasma
(ICP-MS) ist so empfindlich, dass Ultraspuren unter einem
part per trillion (ppt) nachweisbar sind. Um dieses Nachweisvermögen
zu nutzen, muss das Analyselabor entsprechend
ausgestattet sein, da schon ein Partikel aus der Luft die Probe
unbrauchbar verunreinigen könnte.
Wie einfach Partikel vermieden werden
können, soll ein Beispiel aus der
Forschung zeigen: Die Montanuniversität in
Leoben, Österreich, kurz MUL genannt, steht
für kreislauforientierte Systeme und Materialforschung
im Sinne des Circular Engineerings.
Sie ist bekannt als die Rohstoffuniversität
Österreichs. Mit dem Ruf von Prof.
Thomas Prohaska an den Lehrstuhl für „Allgemeine
und Analytische Chemie“ (AAC)
war eine umfassende Generalsanierung des
Chemiegebäudes der MUL notwendig. Es
sollten unter anderem Reinraumbedingungen
geschaffen werden, um mehrere ICP-
MS Geräte betreiben zu können.
ICP-MS mit Multikollektor-
Detektor-Anordnung
Das Unternehmen Spetec verfügt über jahrzehntelange
Erfahrung in der Atom-Spektroskopie
und bei der Entwicklung und Anwendung
von Reinraum- und Luftreinigungsanlagen
für die analytische Chemie
und konnte die geforderte Reinheit in den
Laboren schnell und preiswert erzielen.
Die gewünschten Reinraumbedingungen
wurden unter anderem mit acht Laminar
Flow Boxen des Herstellers Spetec realisiert,
sodass Reinraumklasse (ISO 5) erzielt wurde.
Bei dem präzisesten Gerät handelt es sich
um ein hochauflösendes ICP-MS mit einer
Multikollektor-Detektor-Anordnung, mit
dem die Konzentration eines Elementes im
ppt-Bereich und seine Isotopenzusammensetzung
sehr präzise bestimmt werden kann.
Am Lehrstuhl AAC werden aktuell archäologische
7.000 Jahre alte Artefakte der
Ausgrabung einer Siedlung in Niederösterreich
(Asparn) mittels der Messung von
Strontium-Isotopen (87Sr/86Sr) in Zähnen
und Knochen untersucht und mit der Umgebung
verglichen. Da die Knochenfunde
auf kriegerische Einwirkungen hinweisen,
stellt sich die Frage, woher die Eindringlinge
stammten. Außerdem will man untersuchen,
welche Handelsbeziehungen zur damaligen
Zeit bereits etabliert waren. Dazu
müssen aus winzigen Probenmengen
(kleinste Bohrlöcher aus Zähnen) Unterschiede
im Isotopenverhältnis im ppm Bereich
gemessen werden. Jede Verunreinigung
muss vermieden werden, damit jahrtausendalte
Spuren nicht verwischt werden.
productronica: Halle B2, Stand 230
Innovative Produkte brauchen
eine zukunftsorientierte Qualitätssicherung.
Deshalb sind
unsere präzisen Testsysteme
die effizienteste Lösung für
Mess- und Testserien an
elektronischen Baugruppen
in der laufenden Produktion.
mcd-elektronik.de
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EPP » 06 | 2025 81
» NACHHALTIGKEIT
Nachhaltige Elektronik
Trends, Herausforderungen
und Perspektiven
Die Elektronikindustrie produziert jährlich Millionen Tonnen Elektroschrott.
Politik, Forschung und Wirtschaft setzen daher zunehmend auf nachhaltige
Materialien, Kreislaufkonzepte und neue Fertigungsmethoden. Nachhaltige
Elektronik entwickelt sich zum Schlüsselfeld, um ökologische Belastungen
zu reduzieren und globale Klimaziele zu erreichen.
» Die Autorin: Morgan Monroe, R&D Engineer, Integrated & Wireless Systems, CSEM
Bild: CSEM
Vor diesem Hintergrund rückt die
Elektronikbranche verstärkt in den
Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte. Denn
sie ist zugleich eine der dynamischsten
und ressourcenintensivsten Industrien
weltweit. Der rasant wachsende Markt für
Unterhaltungselektronik, vernetzte Geräte
und IoT-Systeme führt zu einer massiven
Zunahme an Elektroschrott (E-Waste). Allein
im Jahr 2022 wurden laut Global
E-Waste Monitor rund 62 Millionen Tonnen
solcher Abfälle produziert (von denen
nur etwa 22,3 % ordnungsgemäß recycelt
wurden). Der Elektro-Berg steigt jährlich
um etwa 2,6 Millionen Tonnen. Gleichzeitig
sinkt die durchschnittliche Lebensdau-
Biologisch abbaubarer passiver
Tag für nachhaltige Logistik.
er vieler Produkte, was den Druck auf Ressourcen,
Entsorgungsinfrastrukturen und
Umwelt zusätzlich verschärft.
Daher gewinnt die Diskussion über
nachhaltige Elektronik an Bedeutung.
Forschung, Industrie und Politik suchen
gleichermaßen nach Wegen, Materialien,
Herstellungsprozesse und Produktdesigns
so auszurichten, dass die ökologischen
Auswirkungen reduziert und Kreislaufkonzepte
gestärkt werden.
Begriffliche Grundlagen
Unter E-Waste versteht man alle elektrischen
und elektronischen Geräte, die ohne
Wiederverwendung entsorgt werden.
Dazu gehören klassische Konsumgeräte
wie Smartphones oder Laptops ebenso
wie Haushaltsgeräte oder industrielle Anlagen.
Die Heterogenität der enthaltenen
Materialien macht Recycling schwierig
und energieaufwendig.
Nachhaltigkeit in der Elektronik orientiert
sich an der allgemeinen Definition:
eine Entwicklung, die ökologische Belastungen
minimiert, soziale Aspekte berücksichtigt
und wirtschaftlich tragfähig
bleibt. Im Zentrum steht das Prinzip der
Circular Economy. Dieses Konzept bricht
mit der linearen Logik „Produzieren –
Nutzen – Entsorgen“ und setzt auf Kreisläufe:
Produkte sollen möglichst lange
genutzt, repariert, wiederverwendet oder
recycelt werden. Ziel ist es, Rohstoffe im
Wirtschaftskreislauf zu halten und Abfallströme
drastisch zu reduzieren.
Globale und europäische
Rahmenbedingungen
Die Transformation zu nachhaltiger Elektronik
ist nicht allein technologisch motiviert,
sondern wird stark durch politische
Initiativen vorangetrieben:
• UN Sustainable Development Goals
(SDGs): Mehrere Ziele – etwa saubere
Energie (Ziel 7), nachhaltige Städte
(Ziel 11) oder verantwortungsvoller
Konsum (Ziel 12) – greifen direkt in
die Elektronikproduktion ein.
• Europäischer Green Deal und Circular
Economy Action Plan (CEAP): Diese
Programme setzen klare Vorgaben,
um Europa bis 2050 klimaneutral zu
82 EPP » 06 | 2025
sprechen hier von Greenwashing, wenn
Nachhaltigkeit behauptet, aber nicht
durch belastbare Daten belegt wird.
Ein weiteres Problem ist die fehlende
Vergleichbarkeit: Selbst wenn LCAs vorliegen,
variieren Methoden und Datenquellen
stark. Damit bleibt die Transparenz
für Anwender:innen und Verbraucher:innen
eingeschränkt.
Komponente des Demonstrators, die in EECONE UC6 realisiert werden soll. Dabei handelt es sich um
einen aus mehreren Komponenten bestehenden intelligenten Patch zur Gesundheitsüberwachung
wichtiger Marker in der interstitiellen Körperflüssigkeit des Patienten.
machen. Für Elektronik bedeutet das
strengere Anforderungen an Materialkreisläufe
und Energieeffizienz.
• WEEE-Richtlinie: Regelt Sammlung
und Recycling von Elektro- und Elektronikgeräten
in der EU.
• RoHS-Richtlinie: Beschränkt gefährliche
Substanzen wie Blei, Quecksilber
oder bromierte Flammschutzmittel in
elektronischen Produkten.
• REACH-Verordnung: Bewertet Chemikalien
im Hinblick auf Risiken für
Mensch und Umwelt.
Solche regulatorischen Rahmenbedingungen
schaffen einen verbindlichen
Handlungsrahmen, stellen aber gleichzeitig
Unternehmen vor große Herausforderungen.
Gerade kleinere Firmen kämpfen
mit der Komplexität und den Kosten der
Umsetzung.
Methoden zur Bewertung
von Nachhaltigkeit
Bild: CSEM
Die Frage, wie „grün“ ein Produkt tatsächlich
ist, lässt sich nicht mit einem
einzelnen Kennwert beantworten. Stattdessen
hat sich die Life Cycle Analysis
(LCA) etabliert. Sie untersucht den gesamten
Lebenszyklus eines Produkts –
von der Rohstoffgewinnung über die Fertigung
und Nutzung bis hin zur Entsorgung.
Kriterien sind u. a. Energieverbrauch,
Emissionen, Wasserverbrauch, Toxizität
und Ressourcenschonung.
Internationale Standards wie die
ISO-14000-Reihe bilden dafür den Rahmen.
Ergänzend gibt es Öko-Labels (z. B.
EU Ecolabel, Blauer Engel, EPEAT). Doch
deren Aussagekraft ist begrenzt: Viele Labels
sind freiwillig, uneinheitlich geregelt
oder nur auf Teilaspekte bezogen. Kritiker
Designprinzipien
nachhaltiger Elektronik
Ein zentrales Handlungsfeld ist das Design.
Hier entscheidet sich, wie groß der
ökologische Fußabdruck eines Produkts
im Laufe seines Lebens sein wird.
Das klassische „3R“-Prinzip – Reduce,
Reuse, Recycle – wurde inzwischen zu einer
erweiterten Logik aus bis zu neun
„R“-Begriffen entwickelt, die zusätzlich
Aspekte wie Repair, Refurbish, Remanufacture
oder Rethink betonen.
Ein weiterer wichtiger Ansatz ist das
lebensdauerorientierte Design:
• Kurzlebige Produkte (z. B. Einweg-Sensoren
im medizinischen Bereich) sollten
aus kompostierbaren oder biologisch
abbaubaren Materialien bestehen.
• Langlebige Produkte (z. B. Smartphones,
industrielle Steuerungen) profitieren
von Modularität, Reparierbarkeit und
recyclingfähigen Materialien.
• Mittel-Lebensdauer-Produkte erfordern
flexible Ansätze, etwa „Design for
Disassembly“, bei dem einzelne
Komponenten wiederverwendet
werden können.
Die Autorin
Morgan Monroe ist Forschungsund
Entwicklungsingenieurin im
Bereich Integrierte und drahtlose
Systeme am CSEM, dem Schweizer
Technologie-Innovationszentrum.
In ihrer Funktion konzentriert sie
sich auf gedruckte und nachhaltige
Elektronik, flexible Sensoren und
drahtlose Kommunikation mit
geringem Stromverbrauch.
flexibel - modular - kostengünstig
schafft alle Bauteile von 0201 bis 40x40 mm
höchste Bestück-Sicherheit durch kamerageführte Software-Unterstützung
EPP » 06 | 2025 83
» NACHHALTIGKEIT
Bild: CSEM
Pflanzenüberwachungssensor am Stiel aus dem TESLA-Projekt, der zur Erkennung von Weißschimmel
durch pH-Messung entwickelt wurde.
Dieser differenzierte Blick ist entscheidend,
um ökologisch und ökonomisch
sinnvolle Lösungen zu finden.
Material- und
Technologietrends
Die Wahl der Materialien ist ein Schlüsselfaktor
für Nachhaltigkeit. Aktuelle Trends
lassen sich in mehreren Bereichen beobachten:
• Substrate: Klassische FR-4-Platinen
werden zunehmend durch Alternativen
wie recyceltes PET, biobasierte Polymere
oder papierbasierte Träger ersetzt.
Herausforderungen bestehen bei thermischer
Stabilität und Feuchtigkeitsresistenz.
• Isolatoren: Biologisch abbaubare Polymere
(z. B. PVA, PLA) sind verfügbar,
stoßen aber an Grenzen hinsichtlich
Temperaturbeständigkeit.
• Leiter und Halbleiter: Neben etabliertem
Aluminium werden nachhaltigere Ansätze
wie Kohlenstoff (Graphen, Carbon
Black) oder recycelbare Metalle wie
Zink, Kupfer und Magnesium untersucht.
Im Bereich Halbleiter zeigen leitfähige
Polymere wie PEDOT:PSS Potenzial.
• Funktionale Komponenten: Besonders
im medizinischen Umfeld entstehen
neue Ansätze, z. B. bioabbaubare Sensoren.
Allerdings sind regulatorische
Hürden hoch.
• Energiegewinnung und -speicherung:
Innovative Lösungen wie bio-enzymatische
Brennstoffzellen oder Zink-Luft-
Batterien versprechen Fortschritte. Pa-
rallel wird das Batterierecycling forciert:
In Europa sollen künftig bis zu 95
bis 99 Prozent der kritischen Materialien
zurückgewonnen werden.
Nachhaltige
Fertigungsmethoden
Nicht nur die Materialien, auch die Herstellungsprozesse
sind entscheidend.
Klassische Halbleiterfertigung in Reinräumen
gilt als extrem energie- und ressourcenintensiv.
Als Alternative rücken additive Verfahren
wie gedruckte Elektronik in den Fokus.
Vorteile: geringerer Materialverbrauch,
weniger Abfall, hohe Skalierbarkeit. Einschränkungen
bestehen jedoch bei Präzision,
Komplexität und Langzeitstabilität
der Bauteile. Ein realistischer Ansatz für
die kommenden Jahre sind Hybridlösungen:
Kombination von gedruckten Komponenten
mit konventionellen Chips. So
können die Vorteile beider Technologien
genutzt werden, bis additive Verfahren
ausgereifter sind.
Aktuelle Grenzen
und Herausforderungen
Trotz großer Fortschritte stehen nachhaltige
Elektroniksysteme vor erheblichen
Hindernissen:
• Wissenschaftlich-technisch: Viele biobasierte
Materialien erfüllen noch
nicht die Anforderungen an Haltbarkeit,
elektrische Leitfähigkeit oder
thermische Belastbarkeit. Skalierbarkeit
und Standardisierung fehlen.
• Politisch-kulturell: Unterschiedliche regulatorische
Vorgaben und fehlende
internationale Standards erschweren
global einheitliche Lösungen. Zudem
sind Konsument:innen oft nur bedingt
bereit, höhere Kosten oder funktionale
Einschränkungen für Nachhaltigkeit in
Kauf zu nehmen.
• Greenwashing-Gefahr: Freiwillige Labels
und uneinheitliche Kriterien ermöglichen
es Herstellern, Nachhaltigkeit
zu suggerieren, ohne tiefgreifende
Veränderungen vorzunehmen.
• Diese Grenzen zeigen: Nachhaltige
Elektronik ist kein Selbstläufer, sondern
erfordert systemische Veränderungen
entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Fazit und Ausblick
Die Elektronikindustrie steht vor einem
Paradigmenwechsel. Getrieben von wachsendem
E-Waste, strengeren regulatorischen
Anforderungen und gesellschaftlichem
Druck entstehen neue Ansätze für
nachhaltige Materialien, Fertigungsprozesse
und Designs.
Life Cycle Analysen und internationale
Standards bilden die methodische Grundlage,
auch wenn noch erhebliche Lücken
bei Vergleichbarkeit und Transparenz bestehen.
Designstrategien wie Modularität,
Reparierbarkeit oder Kompostierbarkeit
eröffnen neue Wege, um Produkte ihrem
Lebenszyklus entsprechend ökologisch
sinnvoll zu gestalten. Materialinnovationen
– von biobasierten Substraten über
leitfähige Polymere bis hin zu alternativen
Energiespeichern – zeigen das Potenzial,
konventionelle Lösungen zu ersetzen.
Gleichzeitig bleibt der Weg steinig:
technische Limitierungen, fehlende Standards
und die Gefahr von Greenwashing
dürfen nicht unterschätzt werden. Entscheidend
wird sein, dass Industrie, Forschung
und Politik gemeinsam Lösungen
entwickeln, die sowohl ökologisch tragfähig
als auch ökonomisch umsetzbar sind.
Nachhaltige Elektronik ist damit weniger
eine fertige Realität als vielmehr ein
Gestaltungsauftrag – und eine der zentralen
Innovationsaufgaben der kommenden
Jahre.
84 EPP » 06 | 2025
PACKAGING «
Digitale Tools und individuelle Lösungen
Maßgeschneiderte Linearsysteme für die Halbleiterindustrie
Rollon feiert wie die productronica und
die EPP Elektronik Produktion + Prüftechnik
50-jähriges Bestehen und wird auch
2025 auf der Weltleitmesse für Elektronikentwicklung
und -fertigung in München
vertreten sein. Das Unternehmen
präsentiert dort sein umfassendes Produktportfolio
und seine Expertise im Bereich
der Lineartechnik.
Rollon bietet praxisorientierte Innovationen,
digitale Dienstleistungen sowie
maßgeschneiderte Systemlösungen für
die Elektronikfertigung und Halbleiterindustrie
an. Das Angebot richtet sich an
verschiedene Anwendungsbereiche, darunter
Wafervorbereitung, Automatisierung
von Testmaschinen, Montage und
Verpackung von Elektronikkomponenten.
Das Sortiment umfasst Linearführungen,
Teleskopschienen und Linearachsen in
verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichen
Optionen. Anwender profitieren
von einer großen Auswahl an Antriebs-
und Führungssystemen, die effiziente
und präzise Prozesse ermöglichen.
Bild: Rollon
Rollon bietet eines der umfassendsten Sortimente an
Linearführungen, Teleskopschienen und Linearachsen.
Der kartesische Roboter
H-Bot zeichnet sich
durch ein kompaktes
und äußerst vielseitiges
Design aus.
Bild: Rollon
Prozesssichere
Lineartechniklösungen
Auf der productronica 2025 stellt Rollon
unter anderem das Portalsystem H-Bot
vor, das durch ein innovatives Einzelriemenkonzept
und einen Doppelmotor auf
der X-Achse präzise Bewegungen bei
kompakter Bauweise ermöglicht. Weitere
Exponate sind Linearachsen wie ONE, TV,
TH und Speedy Rail, Linearführungen wie
Compact Rail, Light Line, X-Rail, Teleskopschienen
der Telescopic Rail Serie, Lineartische,
Kreuzrollenführungen (Cross
Roller Rails) und Profilschienenführungen
(MG Rail). Ein Schwerpunkt liegt auf kundenspezifischen
Lösungen.
Die digitale Plattform myRollon unterstützt
Konstrukteure in allen Phasen der
Produktentwicklung. Sie ermöglicht die
Auswahl passender Produkte, die Konfiguration
individueller Lösungen sowie
den Zugriff auf technische Ressourcen,
um einen effizienten Arbeitsablauf sicherzustellen.
productronica: Halle B2, Stand 250
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WERTIGE PRODUKTION:
Check Spitzentechnologien für jeden
Prozess Ihrer Linie
Check M2M-Kommunikation mit
YSUP Intelligent Factory Software
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grafische Bedienoberfläche
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erstklassigen Support
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18.-21.11.2025 • München
Halle A3, Stand 323
Registrieren Sie sich für Ihr
tägliches Gratis-Ticket
EPP » 06 | 2025 85
Code: Yamaha-prod2025
Bild: Bosch Rexroth AG
Wafer-Batch-Cleaning mit mechatronischen Mehrachssystem inklusive Motor, Antrieb und Steuerung.
Lineartechnik, Mechatronik-Bausteine und kompletten Subsysteme
Lösungen für die hochpräzise
Halbleiterfertigung
Die Qualität, Performance und Effizienz der Halbleiter- und Elektronikfertigung
hängen maßgeblich von den eingesetzten Mechatronik-Lösungen ab. Bosch
Rexroth unterstützt Maschinenhersteller und OSAT-Supplier (Outsourced
Semiconductor Assembly and Test) mit einem breiten Lösungsportfolio.
Das Spektrum reicht von kompakten und reinraumzertifizierten
Lineartechnik-Komponenten
über mechatronische Baugruppen bis hin zu einbaufertigen
Subsystemen inklusive Motion Control, wie
zum Beispiel Wafer-Lifts. Das Angebot inklusive geeigneter
Oberflächenbeschichtungen deckt so den
gesamten Wertstrom ab und ermöglicht von der
Chipfertigung über Front- und Backend bis zur Elektronikfertigung
optimale Werte bei Durchsatz
(Throughput), Ertrag (Yield) und Skalierbarkeit. Der
kundenspezifische Engineering-Support beschleunigt
das Prototyping und verkürzt die Time-to-Market.
Der Standardisierungsgrad in der Halbleiter- und
Elektronikfertigung steigt weiter an. Wesentliche
Treiber sind konsistente, zuverlässige Prozesse sowie
hohe Anforderungen an die Kompatibilität der verschiedenen
Geräte und Systeme.
Bosch Rexroth verbessert die Standardisierung und
Effizienz mit einem breiten und umfassenden Angebot
an hochwertigen Lineartechnik- und Mechatronik-Lösungen
mit aufeinander abgestimmten Komponenten.
Zu den Bausteinen zählen neben direkt
86 EPP » 06 | 2025
PACKAGING «
angetriebenen Linearmodulen für Hochgeschwindigkeitsanwendungen,
Linearmotorachsen und lineare
Aktuatoren auch mechatronische Handlingssysteme
inklusive Antriebstechnik sowie einbaufertige Subsysteme
(Sub-Assemblies) mit präziser Motion Control.
Auch Profilschienenführungen mit integrierten
Messsystemen sowie hochpräzise Kugelgewindetriebe
haben sich bereits vielfach in unterschiedlichsten
Anwendungen bewährt.
Schnelle Umsetzung, stabile
Prozesse, skalierbare Fertigung
Auf Wunsch unterstützt das Rexroth Engineering-
Netzwerk die Entwicklungsabteilungen von Maschinenherstellern
und OSAT-Zulieferern in partnerschaftlicher
Zusammenarbeit ab dem ersten Prototyp
und verkürzt so die Zeitspanne vom Labor zur Fertigung.
Dank der hohen Qualität profitieren OEMs von
Langlebigkeit, Prozessstabilität, Skalierbarkeit sowie
der exakten Kopierbarkeit von Anlagen- und Prozessen
(copy exact).
Dabei bietet Bosch Rexroth auch für spezielle Umgebungsbedingungen
bei Reinraum-, Vakuum-, nassund
trockenchemischen Prozessen technische Lösungen
mit geeigneten Materialien, passender Schmierung
und Oberflächenbeschichtung an.
Ausgewählte
Anwendungsbeispiele
Typische Beispiele für einbaufertige Subsysteme im
Frontend der Semicon-Fertigung sind Wafer-Lifts für
Cleaning, Etching, Deposition oder CMP (Chemical
Mechanical Polishing). Zusammengesetzt aus Linearachsen,
Servomotoren und der zukunftssicheren Automatisierungsplattform
ctrlX AUTOMATION erfüllen
sie höchste Ansprüche an Uniformität, Präzision und
Zuverlässigkeit. An mechatronischen Bausteinen
kommen beispielsweise mehrachsige Handlingsysteme
für das Wafer-Loading/-Unloading zum Einsatz.
Des Weiteren bewähren sich Linearmodule von Bosch
Rexroth als effiziente Baugruppen für Wafer-Batch-
Cleaning, Etching oder Deposition.
Im Backend der Halbleiterproduktion bieten die
Rexroth-Komponenten Vorteile bei Beschleunigung
und Geschwindigkeit sowie höchste Präzision. Für
den Bereich Chip-Testing reicht das Angebot beispielsweise
von Profilschienenführungen und Linearmotorachsen
für ein präzises und wiederholgenaues
Stage-Movement bis zur aktiv gedämpften Inspektions-Vorrichtung
als einbaufertiges Subsystem.
Die Prozesse in der Elektronikfertigung optimiert
Bosch Rexroth unter anderem mit hochkompakten
Miniatur-Kugelschienenführungen für Anwendungen
wie Heißprägen, Folienstanzen oder Laminieren.
Das platzsparende und einbaufertige Linearmotor-
Modul (LMM) ermöglicht hohe Dynamik und Genauigkeit
bei Pick-and-Place, Surface Mounting oder
optischer Inspektion. Weitere Lösungen sind die Kugelgewindetriebe
BASA für hochgenaues Positionieren
und Verstellen sowie Profilschienenführungen,
optional mit dem integrierten Messsystem IMScompact.
Diese Lösungen sichern hochgenaue und dynamische
Bewegungsabläufe bei Siebdrucken, Nutzentrennen,
Bestücken sowie in den verschiedensten
Lötanlagen.
productronica: Halle B2, Stand 426
Ihr Schritt-für-Schritt
Guide für eine erfolgreiche
Implementierung von
Vision-Projekten
KOSTENLOSER
GUIDE
EPP » 06 | 2025 87
» PACKAGING
Vahle tritt in Taiwans Halbleitermarkt ein
Den Anschluss nicht verlieren
Rund ein Viertel der weltweiten Produktion an Halbleitern findet in Taiwan statt.
Vahle ist der Eintritt in diesen äußerst sensiblen Markt gelungen: Das Unternehmen
hat ein innovatives System zur kontaktlosen Energieübertragung für
Overhead Hoist Transport (OHT)-Systeme entwickelt. Eine Technologie, die sich
in der Hochpräzisionsfertigung von Halbleitern als besonders effizient erweist.
Bild: Vahle
Mit hoher Übertragungsfrequenz, geringer Stromstärke und einem minimalen Magnetfeld ermöglicht die
Vahle-Technologie hohe Energieeffizienz beim innerbetrieblichen Materialfluss in der Halbleiterfertigung.
ner gleichzeitig äußerst hohen Energiedichte.
Ein entscheidender Pluspunkt in
sensiblen Produktionsumgebungen mit
hohen Sicherheitsanforderungen. Auch
die sogenannte metallfreie Zone ist auf
ein Minimum reduziert. „Das bedeutet
geringste Leistungsverluste, minimale Erwärmung
in metallnahen Bereichen und
somit höhere Sicherheit und Effizienz im
Betrieb“, so Fink. Gerade in der Halbleiterproduktion
zählt jeder Grad: Die Fertigung
erfolgt in streng klimatisierten
Reinräumen bei konstant 25 Grad Celsius
und definierter Luftfeuchtigkeit. Jede unnötige
Erwärmung durch Verlustleistung
muss aufwändig und energieintensiv
kompensiert werden.
Taiwan hat sich zur Schaltzentrale der
weltweiten Halbleiterindustrie entwickelt.
Allen voran die Taiwan Semiconductor
Manufacturing Company Limited,
kurz TSMC, der größte Chiphersteller der
Welt. Der Markteintritt der Paul Vahle
GmbH & Co. KG aus dem beschaulichen
Kamen in den taiwanesischen Chipmarkt
ist daher auch kein Zufall.
Ein großer Teil der Intralogistik in der
Chipfertigung basiert dort auf automatisierten
Transportsystemen (OHT-Systemen),
welche die sensiblen Halbleiter
zwischen den Produktionsschritten bewegen.
„Früher war dieser Markt fest in japanischer
Hand, mit eigenen, geschlossenen
Energieversorgungssystemen“, erklärt
Steffen Fink, Field Application Engineer
bei Vahle. Doch der Wind habe sich gedreht:
Taiwans Unternehmen streben
nach mehr Unabhängigkeit, Innovation
und neuen Technologien. Genau hier sieht
Vahle seine Chance. Mit einem Produkt,
das im wahrsten Sinne des Wortes den
Anschluss ermöglicht.
Die hauseigene CPS140-Technologie
(Contactless Power Supply) arbeitet mit
einer Übertragungsfrequenz von 140 kHz.
Mehr als das Siebenfache dessen, was andere
Marktteilnehmer einsetzen. Denn
etablierte Systeme basieren häufig noch
auf Technikstandards der 1990er-Jahre
und nutzen lediglich 10 bis 20 kHz.
Hohe Frequenz -
niedere Stromstärke
„Die hohe Frequenz ermöglicht zudem eine
deutlich niedrigere Stromstärke“, erklärt
Fink. Während andere Anbieter mit
bis zu 85 Ampere arbeiten, genügen Vahle
45 Ampere. „Im direkten Vergleich ist unsere
Technologie somit effizienter, viermal
verlustärmer und deutlich leistungsfähiger
als viele bestehende Lösungen.“
Ein weiterer Vorteil: CPS140 erzeugt
ein besonders kleines Magnetfeld mit ei-
Kühlbedarf und
Betriebskosten gesenkt
Das System von Vahle senkt daher nicht
nur den Energieverbrauch, sondern reduziert
auch den Kühlbedarf und damit die
Betriebskosten. Auch bei der Baugröße
und der Integration bietet das kontaktlose
Energieübertragungssystem Vorteile:
Durch die hohe Übertragungsfrequenz
können die sogenannten Pickups, also die
Energieabnehmer, besonders kompakt gebaut
werden. Darüber hinaus arbeitet das
System vollständig ohne mechanischen
Verschleiß. In der Praxis bedeutet das:
wartungsfreier Betrieb ab Implementierung,
ohne Defekte oder Ersatzteile. Gerade
in sensiblen Produktionsumgebungen
wie der Halbleiterindustrie ist das ein
entscheidender Qualitätsfaktor. Außerdem
ist die Einstiegshürde für das System
niedrig, da es bereits in verschiedenen Industriezweigen
wie dem Automobilbau,
der Lebensmittellogistik und in Versandzentren
zum Einsatz kommt.
88 EPP » 06 | 2025
Industrie
Das Kompetenznetzwerk der Industrie
EPP auf der productronica 2025
Besuchen Sie EPP auf der productronica 2025 am 18. November und entdecken Sie
spannende Vorträge, Diskussionsrunden und Insights aus der Elektronikproduktion.
Auf zwei Foren präsentieren wir Ihnen aktuelle Trends, zukunftsweisende Technologien
und praxisnahe Lösungen – von Nachhaltigkeit über Automatisierung bis hin zu
Künstlicher Intelligenz.
1. Forum
The PCB & EMS Marketplace:
Future Talk
Halle B3 Stand 360
10:00 Uhr – 13:00 Uhr
Die Elektronikproduktion steht unter Druck:
Globale Abhängigkeiten, Ressourcenknappheit
und geopolitische Unsicherheiten zwingen die
Industrie zum Umdenken. Bei den FutureTalks
Elektronikproduktion geht es um Lösungen statt
Symptombekämpfung – von resilienten Lieferketten
über lokale Fertigung bis zu nachhaltigem
Technologiedesign.
Themen:
2. Forum
Das productronica Forum:
SMT for AeroDef
Halle A1 Stand 105
13:30 Uhr – 16:00 Uhr
Das Forum bietet Einblicke in aktuelle
Technologien, Verfahren und Anforderungen
der Elektronikfertigung für militärische und
luftfahrttechnische Anwendungen.
Unsere Referenten:
Experten von branchenführenden
Unternehmen wie Panasonic Connect Europe,
Viscom, cicor
• Future Talks Elektronikproduktion
• Chancen und Möglichkeiten der
Kreislaufwirtschaft
• Nachhaltigkeit
Infos zum aktuellen Programm finden Sie hier:
https://epp.industrie.de/productronica_2025/epp-foren-productronica/
Die Aufzeichnungen der Vorträge finden Sie nach der Messe auf YouTube:
youtube.com/@konradinindustrie
EPP » 06 | 2025 89
Vorträge von COGD-Experten auf der productronica
Minimierung von Obsoleszenz-Risiken
ISSN 0943–0962
Um Herausforderungen gerecht werden zu können, wird zumindest in größeren Industrieunternehmen über
kurz oder lang kein Weg an der Einführung eines Strategischen Obsoleszenzmanagements vorbeiführen.
Am 21. November 2025 werden Experten
der COGD in fünf Vorträgen auf der productronica
in München über Strategien
und Methoden zur Minimierung von Obsoleszenz-Risiken
informieren.
Es ist nicht nur die seit Jahren kontinuierlich
steigende Zahl von abgekündigten
elektronischen Bauteilen und Komponenten,
die vielen Herstellern langlebiger industrieller
Wirtschaftsgüter Kopfschmerzen
bereitet. Auch geopolitisch bedingte Rohstoff-Engpässe
und Handelseinschränkungen,
Know-how-Abwanderung, immer
strengere gesetzliche Umweltauflagen, Cyberangriffe
auf wichtige interne Daten und
Prozesse, Naturkatastrophen etc. erweisen
sich immer häufiger als latente Risikofaktoren
für die langfristige Versorgungssicherheit.
Um all diesen Herausforderungen vollumfänglich
gerecht werden zu können, werde
zumindest in größeren Industrieunternehmen
über kurz oder lang kein Weg an der
Einführung eines Strategischen Obsoleszenzmanagements
vorbeiführen, prognostiziert
Axel Wagner, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender
des 2005 gegründeten
Non-Profit-Industrieverbandes COGD
(Component Obsolescence Group Deutschland)
e.V.
„Von unseren aktuell über 170 Mitgliedsfirmen
haben viele diesen Weg schon vor Jah-
ren erfolgreich eingeschlagen, aber außerhalb
der COGD sehen wir diesbezüglich aktuell
noch großen Handlungsbedarf“, sagt
Wagner. Als gemeinnützige Organisation
sei es dem Verein wichtig, mit kostenlosen
öffentlichen Vortragsreihen und Diskussionsrunden
auch externen Unternehmen
kosteneffiziente Wege aus der Obsoleszenz-Falle
aufzuzeigen.
Wagner weiter: „Denn viele Hersteller industrieller
Geräte und Anlagen sind sich
leider noch immer nicht der steigenden Bedeutung
eines hocheffizienten proaktiven
Obsoleszenzmanagement für den unternehmerischen
Erfolg bewusst, obwohl bei
besonders langlebigen Geräten und Anlagen
schon heute bis zu 50 Prozent der über
den gesamten Produktlebenszyklus anfallenden
Gesamtkosten direkt oder indirekt
mit Obsoleszenzen unterschiedlichster Art
in Verbindung gebracht werden können.“
Die Vorträge
Bild: TensorSpark/stock.adobe.com (generiert mit KI)
Über einige Strategien und Methoden zur
Reduzierung potenzieller Obsoleszenz-Risiken
können sich Aussteller und Besucher
der productronica 2025 am 21. November
in der Zeit von 9.30 bis 12 Uhr im Rahmen
des von der COGD in Kooperation mit der
Messe München veranstalteten COGD Obsolescence
Forum am „PCB & EMS Speakers
Corner“ in Halle B3 informieren.
Fachzeitschrift für alle Bereiche der Fertigung
in der Elektronik-Industrie, Produktionsmittel –
Prüftechnik – Werkstoffe
Herausgeberin:
Katja Kohlhammer
Verlag:
Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH
Ernst-Mey-Straße 8
70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany
Geschäftsführer:
Peter Dilger
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© 2025 by Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,
Leinfelden-Echterdingen
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